Nr. 56.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Prets pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M. monatl. 1.10 wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 B'a. Bost Plbonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost. Beitungs Breisliste Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Cricheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel gelle oder beren Raum 60 Bfg., für bolitische und gewertschaftliche Vereins. imd Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. Kleine Anzeigen", das fettgebrudte Bort 20 fg.( zulafftg 2 fettgedruckte Worte), jedes meitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen bas erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwet Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin, Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplas, Nr. 151 90-151 97. Donnerstag, den 25. Februar 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplay, Nr. 151 90-151 97. Heftige Kämpfe bei Augustow und in den Karpathen. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Meldung des Großen Hauptquartiers wurde, litten schwer. Das innere Gewölbe, das bisher widerwurden eingeäschert und 20 Zivilisten ge. tötet. Deftlich der Argonnen zwischen Malancourt und Maas brachte unsere Artillerie eine deutsche Batterie zum Schweigen und ihre Munitionswagen zur Explosion. Von der übrigen Front wird nichts Neues gemeldet. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 24. Februar 1915.( W. Z. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Sonst nichts Wesentliches. Deftlicher Kriegsschauplah. Halbe Maßnahmen. wichtige Punkte die nötige Klarheit vermissen läßt. davon waren schwere Störungen im Wirtschaftsleben, StöDer französische Tagesbericht. Nachdem das preußische Abgeordnetenhaus sich länger Paris, 24. Februar.( W. T. B.) Amtlicher Bericht als eine Woche hinter verschlossenen Türen über die wirtschaftbon gestern nachmittag 3 Uhr: Dem Communiqué lichen Kriegsmaßnahmen zur Sicherung der Volksernährung unterhalten hat, dürfte eine Kritik der bisher getroffenen von gestern abend ist nichts Bedeutendes hinzuzufügen. WestIn der Gegend von Perthes( in der Maßnahmen an der Hand der stenographischen Sizungslich Lombartzyde bereitete der Feind zwei Infanterieangriffe vor, die, unter unser Feuer genommen, nicht vorstoßen konnten. Champagne) griffen die Franzosen gestern nach- berichte am Blake sein, um so mehr, da bisher in der Presse Die gestern abend gemeldeten Beschießungen von Reims mittag mit zwei Infanterie- Divisionen an; es kam nur ein offizieller Bericht erschienen ist, der gerade über waren äußerst heftig. Die erste dauerte sechs, die zweite fünf an mehreren Stellen zu erbitterten Nahkämpfen, Voriveg sei bemerkt, daß es sich naturgemäß nicht um Stunden. 1500 Granaten fielen auf alle Stadtviertel. Die die sämtlich zu unseren Gunsten entschieden Maßnahmen der preußischen Regierung, sondern des Bundes. dieſte von der Stathedrale, die besonders aufs Storn genommen worden sind. Der Feind wurde unter schweren rats handelt, daß aber alles, was geſchehen iſt, auf Dinträge oder Anregungen Preußens im Bundesrat zurückzuführen ist. standen hatte, wurde durchschlagen. Etwa 20 Häuser Verlusten in seine Stellungen zurückgeworfen. Leider ist man zu spät ans Werk gegangen. Die WaffenIn den Vogesen machten unsere Angriffe rüstungen zu Wasser, zu Lande und in der Luft hat man seit gegen Sulzern und Ampfersbach( westlich Stoß- Jahrzehnten systematisch betrieben, aber an der wirtschaftweier) Fortschritte. In den Gefechten der letzten lichen Kriegsrüstung hat man es fehlen lassen. Die Folge Tage machten wir 500 Gefangene. rungen, die vermieden worden wären, wenn die verantwortlichen Stellen rechtzeitig Maßnahmen getroffen hätten. Vergessen wir nicht, daß infolge der Unterbindung der Zufuhr bon Futtermitteln aus dem Auslande noch bis in die letzten Monate hinein erhebliche Mengen Roggen verfüttert sind. gerungen, daß diesem Unfug ein Ende gemacht werden müsse, Viel zu spät hat die Regierung sich zu der Erkenntnis durchund als sie sich endlich entschloß, dagegen einzuschreiten, da ist sie auf halbem Wege stehen geblieben. Die Höchstpreise für Getreide sind nicht nur bei weitem zu hoch bemessen, sie fönnen auch ihren Zweck nicht erreichen, weil man nur das Getreide, nicht aber auch das der menschlichen Ernährung dienende Brot mit Höchstpreisen belegt hat. Nicht mit unrecht hat sich die Budgetkommission des Abgeordnetenhauses auf den Standpunkt gestellt, daß gleichzeitig mit dem Erlaß von Höchstpreisen auch der Konsum hätte geregelt werden müssen. Der sozialdemokratische Parteivorstand und die Generalkommission der Gewerkschaften haben gleich nach Aus-. bruch des Krieges ihre warnende Stimme erhoben und auf die dem Volke drohenden Gefahren aufmerksam gemacht, die Regierung hat die Warnungen in den Wind geschlagen und das ihr unterbreitete Programm verworfen. Den Schaden davon hat die Gesamtheit des Volkes. Paris, 24. Februar.( W. Z. B.) Amtlicher Bericht bon gestern abend. Der Tag war verhältnismäßig ruhig, außer in der Champagne, wo der Kampf unter Ein erneuter feindlicher Vorstoß aus Grodno günstigen Bedingungen fortdauert. Wir eroberten neue wurde mühelos abgewiesen. Südöstlich Augustow Schüßengräben im Gebiete von Beau Séjour und behaupteten unsere an den vorhergehenden Tagen gemachten gelang es gestern den Russen, an zwei Stellen Gewinne. Nördlich von Verdun in Drillancourt( im Gebiete über den Bobr vorzukommen; bei Sztabin ist der des Waldes von Forge) brachten unsere Batterien ein feind. liches Munitionslager zur Erplosion. Es bestätigt sich, daß die Deutschen bei einem Angriffe am 21. Februar im Walde von Bouchot völlig zurückgeworfen wurden und schwere Verluste erlitten. Im Elsaß versuchten die Deutschen mit einem Angriff aus dem noch von ihnen besetzten Teil des Dorfes Stoßweier vorzustoßen. Der Angriff wurde durch unser Feuer sofort aufgehalten. Ausländer als französische Kriegsfreiwillige. " Paris, 23. Februar.( W. T. B.) Matin" schreibt: Seit dem 18. August 1914 find 28 266 Ausländer als Kriegs freiwillige für die Dauer des Krieges in die franzöfifche Armee eingetreten. Die Ausländer verteilen sich auf die berfchiedenen Nationalitäten wie folgt: 1462 Belgier, 879 Eng Länder, 8398 Ruffen, 4913 Italiener, 300 Griechen, 541 Luxem Nationalitäten. burger, 969 Spanier, 1467 Schweizer, 1369 Desterreicher und Ungarn, 1027 Deutsche, 592 Türfen und 11 854 Untertanen verschiedener ( Anmerkung des W.. B.: Wenn alle Angaben dieser ( Anmerkung des W. T. B.: Wenn alle Angaben dieser Leporello- Liste so richtig sind, wie die über die 1027 Deutschen", so tann sich der Matin" auf diese Leistung etwas einbilden.) Der Seekrieg. Keine Beschwerde Amerikas. Gegner wieder zurückgeworfen, in der Gegend von Krasnybor ist der Kampf noch im Gange. Bei Prasznysz fielen 1200 Gefangene und zwei Hand. Geschüße in unsere Deftlich Skierniewice wurde ein russischer Nachtangriff abgeschlagen. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 24. Februar.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 24. Februar 1915. An der polnisch- galizischen Front herrscht, abgesehen von vereinzelten lebhaften Geschüßkämpfen und stellenweisem Geplänkel, größtenteils Ruhe. Die Kämpfe füdlich des Duje str nehmen noch weiter an Umfang und Ausdehnung an. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes bon Hoefer, Feldmarschalleutnant. " Der Mangel eines Höchstpreises für Mehl und Brot ist durch die Bundesratsverordnung vom 25. Januar keineswegs beseitigt worden. Zwar betreibt nun die Kriegsgetreidegesellschaft die Zuweisung der erforderlichen Mengen Mehl Die Situation in den Karpathen ist im allgemeinen an die einzelnen Gemeinden, sie hat die Möglichkeit, hierbei unverändert. In den gestrigen Kämpfen am obersten San auf bestimmte Mehlpreise einzuwirken, aber Höchstpreise für wurde eine Höhe erstürmt, fünf Offiziere, 198 Mann gefangen Brot sind damit noch lange nicht geschaffen, dem Brotwucher genommen. Nördlich des Sattels von Volovec versuchte der durch einzelne Personen ist nach wie vor Tür und Tor geGegner, dichtes Schneetreiben ausnühend, im hartnäckigen öffnet. Die erwähnte Kriegsgetreidegesellschaft war ursprüngAngriff auf die von unseren Truppen besetzten Stellungen lich gegründet zu dem Zweck, durch freien Ankauf Getreidedurchzudringen. Der Vorstoß wurde unter schweren Verlusten vorräte aufzuspeichern, um für jeden Fall bis zur neuen des Feindes zurückgeschlagen, 300 Russen gefangen. Ernte das Volk mit Brotkorn sichergestellt zu wissen. Mit der fortschreitenden Organisation des Brotverbrauchs ist die Gesellschaft zu einer Zentralstelle für den gesamten Getreidehandel und die gesamte Mehllieferung Deutschlands geLondon, 24. Februar.( W. T. B.) worden, von der wir erwarten wollen, daß sie der Kritif Das Reutersche Bureau aus landwirtschaftlichen Kreisen zum Troß ihrer Aufgabe gemeldet aus Washington: Präsident Wilson betrachtet den Ver. recht wird, soweit das unter den obwaltenden Verhältnissen. lust des Dampfers Evelyn" als einen unglücklichen Zufall. Er erklärte gestern Besuchern gegenüber, daß er einen nichtamtlichen London, 24. Februar.( W. T. B.) Meldung des Reuter- möglich ist. An den Höchstpreisen selbst ist mancherlei auszusehen. Bericht erhalten habe, nach welchem der Kapitän nicht den un schen Bureaus. Der Dampfer Branksome", der Den von landwirtschaftlicher Seite erhobenen Einwand freigefährlichen Kurs gesteuert hat, der ihm vorgeschrieben war. Die fich auf der Fahrt von Newhaven nach Cardiff befand, ift lich können wir nicht gelten lassen, der sich dagegen richtet, Minenzone, in der das Schiff unterging, sei dem Stapitän bezeichnet gestern nachmittag 2 Uhr südöstlich Beachyhead auf eine Mine daß das beschlagnahmte Getreide nur zu dem Preise abgeworden. Die Angelegenheit wurde in einer Kabinettssigung be- gestoßen oder von einem Torpedo getroffen worden. Achtzehn nommen wird, den es am Tage der Beschlagnahme hat, nicht sprochen. Man glaubt zu wissen, daß keine Schritte erfolgen Wann von der Besatzung haben das Laud erreicht, während aber zu dem höheren Preise, den es am Tage der Lieferung werden, bis man weitere Einzelheiten erfahren hat. Die Regierung der Kapitän und ein Matrose sich noch an Bord eines Bootes hat. Das Verlangen der Landwirte, den Preis entsprechend zu aber zu dem höheren Preise, den es am Tage der Lieferung erblickt in dem Vorgang nichts, was internationale Vertidelungen bei dem start beschädigten Schiffe befinden. An derselben berurfachen könne. Stelle befindet sich noch ein größerer Dampfer in erhöhen, müssen wir im Interesse der Volfsernährung rundweg von der Hand weisen. Auch die Landwirte sollten sich endlich bescheiden, ihre Gewinne sind wahrlich hoch genug. Das wissen sie selbst, und deshalb bemühen sie sich fortgesetzt, die Schuld an zu hohen Preisen von sich abzuwälzen und die Händler dafür verantwortlich zu machen. Wir sind die letzten, die den Zwischenhandel von Schuld freisprechen wollen, aber so liegen die Dinge denn doch nicht, daß die Produzenten sich als harmlose Lämmer hinstellen dürfen, die kein Wässerlein trüben fönnen. Wir sind mit der Mehrheit der Kommission der Meinung, daß gegen Umgebung der Höchstpreise Siche rung durch zweckentsprechenden Ausbau des Höchstpreisgesetzes und des Verfahrens in weitgehendstem Maße getroffen werden muß, aber Sicherung nicht nur den Händlern, sondern auch den Produzenten gegenüber. Ein englischer Transportdampfer versenkt. Berlin, 23. Februar.( W. T. B.) Gestern nachmittag 4 Uhr 45 Minuten ist der englische Truppentrans. portdampfer 192 bei Beachy Head durch ein deutsches Unterseeboot zum Sinten gebracht worden. ( Bereits in dem größten Teil der gestrigen Auflage enthalten.) Weitere englische Schiffe vermißt. London, 24. Februar.( W. T. B.) Der Dampfer, Mem bland", 8027 Tonnen groß, von Hull nach dem Tyne unterwegs, wird seit borgestern bermißt. Der Schooner " Maggie Baratt", von Greenod nach Duddon unterwegs, ist start überfällig; einer seiner Rettungsgürtel und mehrere Bootslampen wurden auf der Insel Man angespült. Seenot. Ein Angriff auf ein Postboot. Nichtamtlich. London, 24. Februar.( W. T. B.) Die Admiralität meldet: Das Postboot von Folkestone nach Boulogne wurde gestern abend durch ein Unterseeboot angegriffen, bald nachdem es den Hafen von Boulogne verlassen hatte. Das Torpedo ging in einem Abstande von 30 Yards am Vordersteven des Schiffes vorbei. Die 92 Passagiere des Schiffes waren Zivilisten, darunter auch Angehörige neutraler Staaten. Der Postdienst. " Amfterdam, 24. Februar.( W. T. B.) Telegraaf" erfährt aus London aus amtlicher Quelle, daß der Postdienst nach Holland wieder aufgenommen werden soll. Ebensowenig stellen wir die in der Kommission gerügte Ueberfeuerung des kaufenden Publikums bei Kartoffelfleinverkäufen in Abrede. Aber auch hier wieder ist Der türkische Krieg. 850520 Zur Beschießung der Dardanellenforts. Dazu tam, daß die Forderungen für gelieferte Zertilwaren selbst aus dem am Krieg nicht beteiligten neutralen Ländern nicht einzutreiben waren. Die Ausfuhr von Gold wurde in den meisten Ländern verboten und die Auszahlung der dem Händler nicht einseitig die Verantwortung in die Schuhe 31 schieben. Der Grund liegt tiefer, er ist darin zu erblicken, daß die Regierung von einer Beschlagnahme der Kartoffelbestände nichts wissen will. Angeblich stellen sich bei einer solchen Maßregel technische Schwierigkeiten in den Weg. Ist Konstantinopel, 24. Februar.( W. T. B.) Meldung der Schecks auf Paris von den Pariser Bankinstituten eingestellt. das der Fall, dann sollte man wenigstens, wie das von unseren Agence Milli". Das englische Cominuniqué über die Be- Hinzu kamen allerlei kleinere Störungen, wie z. B. das AusBertretern gefordert ist, den Anzeige- und Berkaufszwang schießung der Dardanellen behauptet, daß die Forts am Ein- bleiben der Zufuhr von deutschen Anilinfarben, die den Befür Kartoffeln einführen. Auch davon wollen die maßgeben- gange der Dardanellen zum Schweigen gebracht worden seien, trieb der Kattundruckereien hemmnte. Eine Fabrik nach der den Stellen nichts wissen, und so wird nach wie vor die Be- und daß die Beschießung am nächsten Tage fortgesetzt worden anderen schränkte ihre Produktion ein, so daß Sachkenner die völkerung für Kartoffeln enorm hohe Preise zu zahlen haben, sei, ohne daß eines der Schiffe Schaden erlitten habe. Der Erzeugung der italienischen Baumwollfabriken Mitte Sepvorausgesetzt, daß sie überhaupt auf den Markt kommen. Ein Widerspruch der aus der englischen Mitteilung hervorgeht, in tember 1914 nur nod) auf ungefähr 50 Proz. der normalen Teil dieses notwendigen und unentbehrlichsten Nahrungs- dem sie einerseits sagt, die Forts seien zum Schweigen ge- Produktion schäßten. mittels aber wird in Erwartung eines weiteren Anzichens bracht worden, andererseits behauptet, daß diese Forts am Und noch schlimmer als für die Baumwollindustrie geder Preise zurückgehalten, ein anderer zur Fütterung der nächsten Tage wieder beschossen worden sind, stellt eine neue staltete sich der Außenhandel für das Seidengewerbe, das als Schweine benutzt werden. Die Folge davon ist, daß die Lüge dar, die sich den durch die englisch französischen Zurusindustrie noch weit stärker durch den Krieg getroffen Landwirte sich hüten werden, Schweine in der nötigen Zahl Communiqués bereits verbreiteten anreiht. Das türkische wurde, wie schon die einfache Tatsache beweist, daß im August abzuschlachten, und so wird sich zu der Knappheit von Ge- Hauptquartier ermächtigt uns neuerdings, zu erklären, daß die 1914 von Stalien nur rund 208 000 Kilogramm Seidentreide und Kartoffeln die von Schweinefleisch gesellen, nicht feindlichen Schiffe, die sich am 19. Februar den Forts näherten, gespinste und 58 000 Kilogramm Seidengewebe ausgeführt weil es an genügenden Vorräten fehlt, sondern aus allzu die sie nach ihrem Bericht bereits zunt Schweigen gebracht zu worden sind gegen 653 000 Kilogramm und 141 000 Stilogroßer Berücksichtigung der Sonderinteressen eines ohnehin haben glaubten, von diesen Forts angegriffen wurden. Drei gramm im August 1913. schon bevorzugten Standes. Würde man sich dagegen zur Schiffe wurden schwer beschädigt, eines davon Wie in anderen Ländern hat jedoch auch in Italien die Festsetzung von Höchstpreisen für Schweine entschließen, so ist wahrscheinlich das Admiralschiff. Nach dem obenerwähnten Textilindustrie sich in den letzten Monaten des Jahres 1914 fönnte dies Unheil abgewendet werden, denn dann hätten die Datum hat keinerlei Beschießung mehr stattgefunden. Eins mehr und mehr erholt. Besonders brachten die Lieferungen von Schweinezüchter keine Veranlassung, ihre Bestände noch länger von den beschädigten Schiffen gehört zur Klasse der„ Queen allerlei Geweben für Italiens Heer, vor allem aber für den dem Konsum zu entziehen. Mary". Es flingt sehr schön, wenn der Berichterstatter dent Bunsche Ausdruck gibt, daß es gelingen möge, die wirkliche Der Not von dem Tische der Minderbegüterten fernzuhalten. Vorläufig fann davon, daß die Not gebannt ist, noch feine Rede sein. Soll es nicht bei bloßen Worten sein Bewenden haben, dann beuge man trot allem, was schon verfäumt ist, wenigstens so weit vor, um das lebel nicht noch zu vergrößern. Noch ist es nicht zu spät, wenn auch schon viel zu viel Zeit nuklos verstrichen ist. Voraussetzung ist freilich, daß die Regierung ihren Worten die Tat folgen läßt und das tut, was zu tun schon lange ihre Pflicht gewesen wäre. Norwegische Dampfer durch Minen vernichtet. Notiz des W. T. B.: Die Lage der Unfallſtelle läßt auf eine englische Mine schließen. " Dünkirchen, 24. Febrütar.( W. T. B.) Meldung der Agence Havas. Der norwegische Dampfer Regin versant auf der Fahrt vom Tyne nach Bordeaur in der Höhe von Dover gestern früh zwischen 6 und 7 1hr. Die Mannschaft wurde gerettet. Der Dampfer versant im Zeitraum von 10 Minuten. Weitere Schiffahrtsbeschränkungen. London, 21. Februar.( W. Z. B.) Die Admiralität fündigt Beschränkungen für die Schiffahrt sowohl in der nördlichen als auch in der südlichen Einfahrt der irischen Sec an. Deutsche Flugschiffe in England. London, 24. Februar.( W. T. B.) Aus Colchester wird gemeldet, daß gestern nachmittag fieben feindliche Flugzeuge über Maplin Sands gesichtet wurden. Sie flogen in nordwestlicher Richtung. Krieg und die Kolonien. Vordringen der Engländer in DeutschSüdwestafrika. T. meldet: Südafritanijdje Regierungstruppen befekten gestern London, 24. Februar.( W. Z. B.) Das Neutersche Bureau Garub östlich Lüderikbucht. Kriegsbedarf des Auslandes, der Tertilindustrie zahlreiche Aufträge ein, wenn diese auch den starken Ausfall in den ersten Kriegsmonaten nicht auszugleichen vermögen. So ist denn z. B. die Einfuhr von Baumwolle während des Jahres 1914 im ganzen nur um 25 Millionen Lire gegen das Borjahr zuriidgeblieben, während die Ausfuhr von Baumwollwaren von 256 auf 202 Millionen Zire zurückgegangen ist. lionen Zire gesunken, während gleichzeitig die Ausfuhr von Dagegen ist die Einfuhr von Rohseide von 223 auf 142 MilSeidenwaren aller Art insgesamt von 530 auf 435 millionen Lire fiel. Auch andere Tertilrohstoffe sind viel weniger verMinen gegen Landungstruppen. arbeitet worden wie in den letzten Jahren, wie sich deutlich London, 24. Februar.( W. T. B.)„ Daily Mail" meldet schon aus den Einfuhrziffern ergibt. So betrug die Einfuhr aus Kapstadt vom 19. Februar: Als Regierungs. von Wolle und ähnlichen Stoffen nur 146 Millionen Lire truppen in Swakopmund landeten, explodierten gegen 202 Millionen im Jahre 1913. Auch der Import von mehrere Minen; ein Deutscher, der am Strande ver- Hanf. Leinen und Jute fiel von 70 auf 54 Millionen Lire, borgen war, hatte sie zur Explosion gebracht und war ge- doch hot in diesem Fabrikationszweig die Ausfuhr infolge flüchtet. der Kriegslieferungen nach dem Auslande dermaßen zugenommen, daß Stalien insgesamt an Hanf, Leinen und zute und daraus hergestellten Waren für 120 Millionen Lire exportiert hat, während im voraufgehenden Jahre die Ausfuhr nur 109 Millionen Zire erreichte. Italien und der Krieg. Einen ebenso schweren Schlag versette der Krieg der Einfuhr von Kupfer, Messing, Bronze, Alt-, Bruch- und Gußeisen, Stahl, Maschinen und Maschinenteilen; ein Import, an welchem vor allem Deutschland beteiligt ist und den Stalien nicht zu entbehren vermag, da es z. B. 1912 nur 582 100 Tonnen Eisenerz gewonnen und nur 380 000 Tonnen Roheisen selbst produziert hat. Während sich 1913 die Position Mineralien, Metalle und Arbeiten daraus" auf 578 Millionen Zire belief, weist sie in der Statistik für 1914 nur die Summe von 475 Millionen Lire auf. Es betrug: Italiens Einfuhr. Ausfuhr. 1914. 1913. 2882 Mill. Lire 3646 Mill. Sire 2218 2512 Beteiligt an diesem Ausfall sind vornehmlich Deutschland, Desterreich- Ungarn, die Vereinigten Staaten von Amerika, Frankreich, die Schweiz und Argentinien. Es führte nämlich Italien an Waren ein: aus Deutschland Vereinigten Staaten Desterreich- Ungarn Frankreich . 4 1914 498 Mill. Lire 418 1913 613 Mill. Rire 523 • . " 229 265 M 202 283 " " " der Schweiz 76 89 • " " Argentinien 36 166 Die Ausfuhr Italiens betrug: nach Deutschland 316 Mill. Lire " Desterreich- lingarn 198 343 Milf. Sire 221 M " Vereinigte Staaten 267 269 " Frankreich 179 231 230 249 " 115 185 38 der Schweiz Argentinien Kristiania, 24. Februar.( W. Z. B.) Das norwegische Wie die meisten neutralen Staaten Europas hat auch Generalkonsulat in London hat am 23. Februar an das Italien unter dem jebigen Bölkerkrieg schwer gelitten; doch Ministerium des Auswärtigen telegraphiert: Das Dampf- fehlten bisher genauere Angaben über seinen Einfluß auf die schiff, Regin" aus Kristiania ist heute früh in den Handelslage Italiens. Die vor ungefähr einer Woche erDawns in die Luft gesprengt worden. Die Besatzung ist an schienene offizielle Statistik über den italienischen EinfuhrBord eines englischen Striegsschiffes gegangen und heute in und Ausfuhrhandel im letzten Jahr füllt wenigstens teilweise Dover gelandet und dann nach London weitergeschickt nach London weitergeschickt diese Lüde aus und gestattet einen besseren Ueberblid. worden. Das Ministerium des Auswärtigen hat telegraphisch Der Kriegsausbruch traf Italien in einem Krisenzustand, die Gesandtschaft um Abhaltung einer seegerichtlichen Vert dem vielerlei Ursachen beigetragen haben, am meisten wohl handlung ersucht.- Der„ Regin" war ein Dampfer von gang der Ausfuhr von Tertilwaren nach den Märkten der die Nachwirkungen der Tripolisaffäre und der starke Rück1107 Registertons.ds Ini ganzen hat die italienische Einfuhr, die bereits int Balkanhalbinsel und der Levante infolge des Balkanfrieges. Krisenjahr 1913 um 66 Millionen Zire, von 3702 auf 3646, 10 Bros. Der ganzen italienischen Produktion von Baumwoll- nen Lire abgenommen; während gleichzeitig die Ausfuhr un Der jebige Krieg verschlechterte sofort diese Lage, denir fast zurückgegangen war, im letzten Jahre un weitere 764 Milliowaren werden nicht im Lande selbst verbraucht, sondern gehen 294 Millionen Lire sank. Bufuhr englischer Koblen, auf die Stalien angewiesen ist, in das Ausland. Sowohl der Baumwollbezug als auch die sehr fühlbarer Mangel, denn da Italien selbst Steinkohlenftoďte zunächst fast völlig. Für die italienische Industrie ein gruben nicht besitzt und auch seine Braunfohlenlager nicht er. heblich sind, ist es gezwungen, fast seinen ganzen Kohlenbedarf aus dem Auslande zu beziehen, mehr als 10 Millionen Tonnen, wovon England allein umgefähr fünf Sechstel liefert. Nicht ganz so ungünstig stand es um die Baumwollzufuhr ( Italien hat in den letzten Jahren troß der Krise alljährlich ungefähr für 350 Millionen Rohbaumwolle eingeführt). Aber zu der Schwierigkeit des Rohstoffbezuges gesellte sich alsbald auf diesem Industriegebiet die Schwierigkeit des Ausfuhrtransportes und des Zahlungseinganges. Die Sperrung der Dardanellen lähmte den Schiffsverkehr nach Rußland, dem Osten der Balkanhalbinsel und Vorderasien, und zugleich ging der Transport nách Südamerika, der für die italienische Baumwollindustrie eine gewichtige Rolle spielt, beträchtlich zurlid, teils weil auch dorthin die Schiffahrt ſtockte und die Frachtraten emporschnellten, teils weil der Krieg in Brafilien und Argentinien ebenfalls eine Rrise hervorrief und infolgedessen die dortige Nachfrage plötzlich stark abflaute. offizier, der uns auf den Fahrten an die Front begleitete, und dem worden sein, mehrere Hundert hat man als Gefangene fortgeAriegsphotographen Kühlewind, sollten unsere Schlitten in Nau- schleppt, und ein vielstimmiges Klagen hörte ich über Vergewaljeninfen einholen. Das Auto des Offiziers blieb im Schnee stecken; tigungen von Frauen. Eine Mutter jammerte, daß ihre beiden das des etvig beweglichen, allezeit geschäftigen, nie verzagenden jungen Löchter von sich ablösenden Russen mißbraucht worden seien. Photographen arbeitete sich durch, kam allerdings mit mehreren Trostlos und wüst sah es in den Wohnungen aus; Möbel hatte man Stunden Verspätung an. In Naujeninfen stießen wir wie- fortgeschleppt, zum Teil auch als Brennmaterial verwendet. In Mehrere Tage lang zogen wir in Zuge der marschierenden derum auf lange Züge gefangener Russen. Der Hauptmann eines einem Caféhause sah ich auf der Treppe noch ein eingekistetes Truppen und fahrenden Kolonnen auf einer der Rückzugsstraßen vollständig in Gefangenschaft geratenen Bataillons erzählte, daß Klavier und Möbel stehen. Den Raub hatten die Russen zurüdhinter den früchtenden Russen her. Ein verödetes Gebiet, Bilder er feit dem 7. Januar kein warmes Essen mehr bekommen habe, lassen müssen. Die zurüdgelassenen Billfaller hatten nichts zu der Verwüstung und Zerstörung boten sich unseren Augen dar. in den letzten vier Tagen nur wenig Brot. Soldaten bestätigten mir efsen, die Kommandantur mußte Brot verteilen. Auch wir waren Dienstag, den 9., abends, landeten wir im Schlitten in Strau- das. Ein Gefühlsleven, so fremd in dem ganzen Kriegstreiben, froh, als wir Brot und etwas Sped betamen; ein Löffel voll Tec, pisch ken. Ein Gewimmel von Menschen, Schlitten und Wagen so grundverschieden von manchen Renommiſtereien, wie man sie so der schon dreimal überbrüht worden war, lieferte das Getränk dazu. nahm uns auf. Eine aufgefahrene Feidbäckerei hatte den letzten oft hört, offenbarte mir ein jüdischer Landwehrmann. Treuherzig 3u sechs fampierten wir in einem kleinen Zimmer. Am Freitag, Schutz Brote eingeschoben, noch in der Nacht sollte sie ihren Stand- naiv versicherte er:„ Mein Herz ist rein, ich habe keinen Menschen auf der Fahrt über Stallupönen, ließen am Wegrand liegen ort weiter nach der Grenze verlegen, um immer möglichst dicht bei immer drauf 103; ich hatte schon die Hoffnung aufgegeben, in Ge- die Ruffen schon eilig im Rückzug geworden waren. Aber doch nicht erschossen. Aber die Deutschen sind schreckliche Soldaten, sie schießen gebliebene Kisten und fortgeworfene Meidungsstücke erkennen, daß den vorwärtsstürmenden Truppen zu bleiben. Vor dem Provianta int herrschte ein ununterbrochenes An- und Abschieben von fangenschaft zu geraten. Meine Frau wird froh sein, wenn sie Schlitten und Wagen, die Brot und Fourage einnahmen. Es schien hört, daß ich gefangen in Deutschland sei." Bis Lesgewenninein Chaos von zusammengeratenen Fahrzeugen und schnaufenden en kämpften wir uns an diesem Tage mit einem Auto und einem Pferden zu sein; trotzdem wanden sich hin und her Truppen, Batte- Schlitten durch, quartierten in einem Schulzimmer und räumten rien und Bagagenzüge, Kommandostimmen erschollen, ein Rud in mit dem Besten unseres schmalen, Proviants auf. Am nächsten Tage dem Gewühl folgte mit dem Abzug beladener und mit dem Wor: blieb auch das zweite Auto tecken, ein zweiter Schlitten mußte ziehen leerer Wagen. Nun zwängt sich ein Trupp gefangener requiriert werden. Bald pacie uns ein Schneetreiben, wie es selbst Russen durch die Wagenburg. Trüben, in der großen Scheune, in Ostpreußen zu den Seltenheiten gehört. Trotzdem schoben sich war für die Nacht ihr Quartier.„ Das war eine Strapaze", sagte die Wagenkolonnen auf der Straße und auf dem Felde unaufhalteiner von der Begleitmannschaft. Montag nachmittags ins Ge- jam vorwärts; Gräben wurden im Galopp genommen, daß man Zu einem Gehöft am östlichen Ausgang Stallupönens haften fecht, abende gegen 11 Uhr hatten wir sie gefangen, einige Stunden glauben konnte, die Pferde brächen zusammen und die Wagen die Russen eine Großschlächterei eingerichtet. Vor der Flucht später, fraten wir den Marsch mit den Russen nach hier an. Nun müßten auseinanderbersten. In Friedenszeiten, wenn es nicht das war wohl auch alles zusammengetriebene Vieh abgeschlachtet wor sind wir zum Umfallen müde und hungerig." eiserne Muß geböte, würde fein- Fuhrmann solche Fahrten machen. den. Einige aufgeteilte Viertel und einige Dußend Köpfe von Unser Quartier zeigte die gewohnte Kriegsverfassung. Bona mpfsputen war bisher wenig zu sehen. Wohl hatten Rinder lagen noch im Hofe herum und von den mitgeschleppten Fast jeden Tag sind die verlassenen Wohnungen von anderen Trup- die, Russen im hochgetürmten Schnee Schüßengräben ausgehoben, Vierteln hatte man auf der Flucht noch eine große Anzahl von pen bewohnt. Manche fommen spät in der Nacht an und ziehen an anderen Stellen aus Steinen und Holz Brustwehren errichtet, den Wagen geworfen. Auf einer langen Strede war der Weg mit morgens in aller Frühe wieder ab. Jeder macht es sich so bequemt aber auf einent Stampf hatten sie es angenscheinlich nicht ankommen Fleischstücken wie bejät. Auch andere Beutestüde und eigenes wie möglich und vermehrt die Unordnung, die der Vordermann lassen.. Zuweilen mußten wir den Schlitten verlassen, durch tiefen Striegsmaterial ließen die Russen hier bereits zurüd. Vor Gydihinterlassen hat. Durch die zerbrochenen Fensterscheiben pfeift der Schnee maten, und der Sturm, trieb uns die feinen scharfen Flocken tuhnen marschierte ein uuabsehbarer Zug russischer Gefangener sing, treibt der Schnee hinein; unsauerès. Geschirr steht und in den Halskragen hinein. Naß und steifgefroren famen wir spät an uns vorbei. Man sah darunter die verschiedenartigsten Uniliegt umber. Betten sind nicht vorhanden. Ich turnte in dieser Nacht am Nachmittag in Pillkallen an. Eine düstere trostlose Stadt formen: die bekannten grauen, schwarze mit blanken Knöpfen, auf einem furzen schmalen abschüssigen Damenjoja herum, und nach dem Auszuge der Russen. Noch rauchten einige Häuser; aus lange, bestickte Faltenröcke, dazu bunte Filzstiefel, und zum Schluß Soch wäre mancher Krieger froh, hätte er wenigstens einige Male Ruinen gloßen uns fensterlose schiparze Löcher an. Eine stumme einen Trupp mit Kisten, Bündeln und Taschen beladen. Deutschin der Woche ein solch gutes Quartier. Am 10. Februar wollten Anklage gegen die Urheber des Krieges und feiner Greuel! Auch land bekommt viele neue Softgänger! Am Abend zogen wir in das mir Billfallen erreichen. Aber der Herr Winter machte einen lebende Anfläger waren hier: ungefähr 400 Einwohner, meistens von Militär dicht bevölkerte Endttuhnen bei niedergehendem Regen Strich durch die Rechnung.; Zwei Auios mit dem Generalstabs Frauen, hatten die Russen gefangengehalten; viele sollen erschossen ein. Düwell, Kriegsberichterstatter.. Auf der Rückzugsstraße. An der Grenze, 15. Febrinar 1915. I. eilig genug. Schon wieder famen uns Trupps von Gefangenen entgegen, und in Stallupönen waren ihrer mehr als die Stadt im Frieden Einwohner zählt. Die meisten Gefangenen sehen gut aus. An ihrer Ausrüstung ließ sich fein Mangel erfennen. Viele trugen Belzmüßen und lange Filzstiefel. Die Zahl der Hausruinen in Stallupönen ist beträchtlich größer geworden. Von ganzen Straßenzügen stehen nur noch Teile der Umfassungsmauern. Das Niederlegen der Ruinen erfordert Arbeit und Kosten, die den Wert des Erhaltenen vielleicht noch übersteigen. Am wenigsten hat der Handelsverkehr Staliens mit EngIand gelitten. Die Einfuhr aus England ist zwar von 592 auf 507 Millionen Lire gesunken, aber die Ausfuhr nach England weist infolge der Lieferungen für den englischen Kriegsbedarf die beträchtliche Steigerung von 260 auf 311 Millionen Lire auf. Im Vergleid mit anderen neutralen Ländern ist also die italienische Handelsbilanz immerhin noch als günstig zu bezeichnen; doch kommt hinzu, daß die Einnahmen aus dem sonstigen starken Fremdenverkehr größtenteils fortfallen, ferner daß die bisher im Auslande tätig gewesenen italienischen Arbeiter, annähernd eine halbe Million, die sonst ihre Ersparnisse an ihre Familie in die Heimat sandten, fast sämtlich zurückgekehrt sind und dort die Zahl der ArbeitsIosen, vermehren. Drittens, daß die Einfuhr notwendiger Lebensmittel sehr abgenommen hat, so daß eine starfe Erhöhung der Lebensmittelpreise eingetreten ist. Beispielsweise hat Italien 1912 für 630, 1913 für 659 Millionen Lire Ge treide eingeführt, 1914 hingegen nur für 329 Millionen Lire. So hat auch Italien an der Laft des Völkerkrieges mitzu tragen, und es ist begreiflich, daß die sozialistische Arbeiter schaft, soweit sie nicht durch halb- und viertelsozialistische Intellektuelle eingefangen ist, von einer Teilnahme am Kriege nichts wissen will. Aus der Geheimfihung der russischen Duma zu:.. Bie verlautet, hat China drei Gegenvorschläge hin- 1 fichtlich der Konzessionen in der Mandschurei, der Mongolei und in Schantung gemacht, sich auch zu der öffentlichen Erklärung bereit er flärt, niemals einen Hafen oder eine Insel an eine andere Macht abtreten zu wollen, hat sich jedoch geweigert, der japanischen Regierung Bürgschaften dafür zu geben. Der Standpunkt Chinas. Gegen die Zensur. Wicu, 23. Februar.( W. T. B.) Das Präsidium des hatte eine mehrstündige 3 C= Abgeordnetenhauses pregung mit dem Ministerpräsidenten Grafen Siürgth, welcher hinsichtlich der Preßzensur erklärte, daß die Regierung. soweit ihr eine Einflußnahme möglich sei, das notwendige, dura den Kriegszustand gebotene Maß nicht überschreite. Graf Stürgth fagte die Förderung größerer Einheitlichkeit der Zensurprayis zu. Petersburg, 24. Februar.( W. Z. B.) Nowoje Bremja vom Hinsichtlich der Verpflegungsfragen wies Graf Stürgth 18. Februar berichtet in einem Pefinger Telegramm: Wir erfahren aus japanischer Quelle, daß der Gehilfe des Ministers Tsao den auf die heutige faiserliche Verordnung bin und sprach die Hoffnung japanischen Gesandten besuchte und ihm den Standpunkt der auf baldige genügende Beschaffung der mangelnden Surrogat mehle aus. chinesischen Regierung betreffend die japanischen Forde Zu der Anregung betr. eine Kriegstagung des Reichsrungen darlegte. China wäre bereit, vier Forderungen rates erklärte Graf Stürgth: Die für die Schlichung der gänzlich, vier teilweise, zwei nach Zustimmung der interessierten Vertretungsförper bei Striegsausbruch maßgebenden geibichti Mächte zu erfüllen, alle weiteren Forderungen seien ungen Gründe bestehen unverändert und unvermindert annehmbar. Tientsiner Zeitungen berichten, daß die formellen auch heute fort. Er sprach die Ueberzeugung aus, daß das Sizungen, die den japanischen Forderungen gewidmet waren, auf- Präsidium des Hauses ihm beipflichten werde, daß für heute und gehört haben, und deuten an, daß Japan beschlossen habe, in An- für die nächste Zukunft die oberste und wichtigste Aufgabe fei, alle. betracht der unbefriedigenden chinesischen Antwort andere Maß Kräfte des Staatswesens einmitig und unbeirrt durch politische nahmen zu ergreifen, die imftande find, die Erfüllung der japanischen Parteifämpfe und Sonderstandpunkte dem großen Werke der Vaterlandsverteidigung zuzuführen und hierin bis zum ehrenvollen Ab Forderungen zu sichern. schluß durchzuhalten. Meuterei eines indischen InfanterieRegiments. London, 24. Februar. Amtliche Meldung.( W. T. B.) Bei der Meuterei eines indischen InfanterieDie Lohnbewegungen der englischen Arbeiter. Amsterdam, 24. Februar.( rivattelegramm Regiments in Singapore wurden 6 engliſche Offiziere des„ Borwärts".) Die Erregung unter der Arbeiterdrückt. der russischen Duma. und 16 Unteroffiziere und Soldaten getötet, 9 Unter- schaft in England nahm bedeutende Dimensionen an. An vielen Orten gab man den Arbeitern Konzessionen, namentSon einer besonderen Seite, die gut unterrichtet und offiziere und Soldaten vervundet, 14 englische Zivilisten, lidh den Eisenbahnern. Die schottischen Eisenbahner erlangten zuverlässig ist, geht uns folgender Bericht über eine Geheimsihung darunter eine Frau, getötet. Die Mcuterei ist unter die gleichen Zugeständnisse wie die englischen. Auch die Werkstättenarbeiter der Bahnkompagnien erhielten eine RohnWährend der fürglich stattgefundenen Seffion der Reichsduma Amsterdam, 24. Februar.( Privattelegramm des zulage. fand unter Ausschluß der Sozialdemokraten eine ormarts".) Das Reuterbureau bringt cine Beschwichtigungs- Die Bergarbeiter in Durham hielten am Sonnabend Privatjizung" der Parteien und der Regierung statt. Die Ka- notig wegen der Rebellion in Singapur. Diese sei bloß eine fünf Meetings gegen die Teuerung und die von 42 Gasdetten stellten in dieser Sitzung die Forderung auf, daß Re- lokale Meuterei eines einzelnen Regiments und ohne Zusammen- tompagnien geforderte Suspendierung des Achtstundenformen eingeführt würden. Der Minister des Innern Mat- hang mit der Bevölkerung, welche mit der Verwaltung in Singapur geseges ab. Ia fow antwortete kurz und entschieden:„ Die Regierung zufrieden sei. Die unbeliebte Garnisanmannschaft habe Beschwermacht teine 3ugeständnisse!" Diese Borte riefen selbst den bezüglich des Avancements gehabt. Diese Militärunruhen bei den Oktobrijten eine solche Erregung hervor, daß die Situng tauchen bisweilen aus unbekannten, unbedeutenden Gründen unter abgebrochen werden mußte. den Hindus auf. Die Gewalttaten fänden unter den Eingeborenen stets Bewunderer; aber die Hindus hätten in Aegypien und NiederChaldäa glänzend gefochten. Nach einer Pause ergriff der Ministerpräsident Gore myfin das Wort und erflärte, es liege ein Mißverständnis vor, die Allerhöchste Gewalt merbe einige 3ugcstånd. nisse machen. " Die Lage in Persien. Die Liverpooler Fuhrwerker lehnten die ihnen angebotene Zulage von 3 Schilling wöchentlich ab und überreichten die Kündigung. Die Londoner Hafenbehörden boten den Arbeitern eine Lohnerhöhung um 3 Schilling pro Woche, die Arbeiter aber fordern 2 Pence pro Stunde. Die Bewegung umfaßt 25 000 Mann. Den Liverpooler Dodern wurde 1 Schilling täglich 311gestanden, worauf der Vorsitzende, des Reederverbandes und Serton für die Gewerkschaft gemeinsam einen patriotischen Aufruf zur Weiterarbeit herausgaben. In Ergänzung dieser rätselhaften Anfündung tam am letzten Konstantinopel, 24. Februar.( W. T. B.) Nach Meldungen, die Tage der Dumasession aus den Hoffreisen das Gerücht, der Zar gestern aus Teheran hier anlangten, ist die erwartete A ende Die Verlader der Insel- Man- Dampferfompagnie in und seine Ratgeber würden die era Stolypin" wieder auf- rung in der Zusammensetzung des Kabinetts durch den Einleben lassen, wenn die Gesellschaft", d. h. die Oktobristen und Sta- tritt des ehemaligen Ministerpräsidenten Ain ed Dauleb als Douglas streiften; die Regierung schickte Soldaten als Streif Minister des Innern und Muhbir es Saltane bs als Justiz brecher.„ Cityzen" nennt dies ein Zeichen der Zeit.. detten, sich mit diesem Zugeständnis" zufrieden geben würden-minister in das Kabinett vollzogen worden. Das neue Ministerium Die größte Bedeutung hat die Lohnbewegung in der sonst würde auch das nicht gewährt werden! In diesem Falle ist gleichartiger, nationaler und besser geeignet, die Entschlüsse zu Metallindustrie besonders im Clyde- Distrikt, wo 10 000 Manu würde der Minister des Innern Maklakow seinen Abschied befassen, die die gegenwärtige Lage erheischt, um den englisch- streifen, welche für die Kriegsverwaltung arbeiten. Die Rekommen und an Stelle Goremykins würde der jezige Aderbau- russischen Intrigen ein Ende zu bereiten. Ain ed Dauleh gierung ernannte ein Komitee, das die Streifs und Aussperminister Kriwosch ein oder der Reichskontrolleur Charitonow ist ein Gegner Gegner der ruffenfreundlichen Partei rungen zurzeit verurteilt und die Einsetzung eines unpar Ministerpräsident werden. Das Programm dieser beiden Re- und war seinerzeit auf Betreiben Rußlands von seinem Bosten ent teiischen Tribunals für die Konflikte in der Metallindustrie gierungsmänner, von denen der erstere übrigens schon längst als fernt worden. Muhbir es Saltaneh hat in Deutschland studiert und und im Schiffbau vorschlägt. voraussichtlicher Nachfolger des greisen Goremyřin genannt wird, fich als Generalgouverneur von Farsisian ausgezeichnet. Die hiesige deckt sich in der Tat im großen und gangen mit dem Programm perfische Botschaft hat ein amtliches Telegramm aus Teheran er Stolypins, der die allerfeits geforderte Entwidelung der Bro halten, worin die gemeldete Aenderung in der Zusammenlegung des duftivträfte des Landes in dem Sinne auffaßte und durchführte, Stabinetts bestätigt wird, die um so bedeutungsvoller fei, als auch in der Besetzung des Ministeriums des Aeußern eine Äenderung daß, unter Beibehaltung aller Feffein der politischen und ful- eingetreten ist. Dieses Portefeuille wurde dem früheren Ministerturellen Selbsttätigkeit des Volfes, der Großbourgeoisie und der präsidenten Muavin Dauleh anvertraut, der wegen feiner Schicht des Großbauerntums die Möglichkeit der wirtschaftlichen russenfeindlichen Gesinnungen bekannt ist. Der Kabinettswechsel Gritartung" natürlich auf Kosten der wirtschaftlich schwächeren wird hier mit lebhafter Genugtuung aufgenommen. Boltsschichten gegeben werde. Die schärfere Betonung dieses " Brogramms" ist vorläufig alles, was die Regierung an ZugeZaristische Gerechtigkeit. Der Streif in den Wolsinghimer Stahlwerfen wegen Beschäftigung ungelernter Belgier wurde mit Hilfe des Gee noffen Henderson beigelegt. Kriegsbekanntmachungen. Berluftliften über ,, Unermittelte". Amtlich. Berlin, 24. Februar.( W. T. B.). In nächster Zeit werden am Anfang der deutschen Verlust listen besondere Listen mit der Ueberschrift„ Unermittelt. Liste Nr....." erscheinen. Diese ständnissen zu bieten geneigt ist. Angesichts dieser Tatsache ist es Petersburg, 23. Februar.( W. T. B.) Am 21. Februar a. St. Listen enthalten die Namen der Angehörigen der deutschen Armee. crklärlich, daß die namentlich von den Liberalen genährte Hoff- wird in Petersburg die Verhandlung gegen die Rechtsanwälte die in der Gefangenschaft oder in deutschen Lazaretten gestorben nung einer„ nationalen Einigung" mit der Regierung einen stattfinden, die seinerzeit gegen den Beilis- Prozeß pro- find und bei denen der Truppenteil nicht festgestellt werden konnte, starten Stoß erlitten hat. Die Kadetten und Linksoktobristen testiert hatten. Von den über 80 Angeklagten waren 25 techts- folie folche mit Regimentsangaben, deren Richtigkeit aber nicht festträumen jetzt von Reformen und wollen in dieser Richtung einen anwälte in erster Instanz zu Gefängnisstrafen von 6 bis steht. Sie werden mit fortlaufender Nummer versehen von Zeit zu Zeit zum Abdrud gelangen. 8 Monaten verurteilt worden, in giveiter Instanz aber freigesprochen. Druck auf die Regierung ausüben.( Bisher ist davon allerdings Gegen dieses Urteil hatte der Staatsantvalt Revision eingelegt. nichts zu spüren gewesen! Die Red.) Mostau, 28. Februar.( W. T. B.) 17 Nach einer Meldung der jetsch" ist dem juristischen Institut in Moskau, das hauptsächlich den Juden die Möglichkeit zum Studium eröffnen sollte, da es an die Prozentnorm der russischen Universitäten nicht gebunden ist, das Recht zumelden. Letzte Nachrichten. Die Antwortnote der Vereinigten Staaten. Köln, 24. Februar. Die Kölnische Zeitung meldet aus Berlin: Die vom Botschafter der Vereinigten Staaten gestern nachmittag überreichte Weitteilung war heute Gegenstand ein gehender Brüfung durch die beteiligten Regierungsstellen. Die Mitteilung soll Anregungen enthalten, über deren In halt bisher nichts verlautet. Die Absicht der amerikanischen Vorschläge scheint dahin zu geben, einer Verständigung über etwa während des Seekrieges gegen England auftauchende Schwierigkeiten die Wege zu ebnen."( W. T. B.) Hinsichtlich der Fragen der auswärtigen Politit ist aus der erwähnten Geheimjibung der Duma zu erwähnen, daß sowohl die Regierung wie die Oktobristen und Kadetten ihre bisherigen Deflamationen über die Annegion Ostpreußens und Bosens flüglicherweise eingestellt haben. Die Regierung genommen worden, seine Zöglinge zu den Staatsexamen anund die erwähnten Parteien sind zum Frieden bereit, wenn Rußland Ostgalizien und KonstanDie Lebensmittelfrage in Frankreich. tinopel erhält(!). Nikolaus II. und viele rechtsstehende Abgeordnete sollen sogar zum Frieden bereit sein, wenn Rußland Paris, 24. Februar.( W. T. B.) Echo de Paris" schreibt: Der nur Ostgalizien erhält. Aber die Oktobristen und Kadetten wiederbauminister gibt ein Budh, betitelt:„ Die land auch der Generalissimus und die Generale wollen nichts davon wirtschaftlichen Anstrengungen Frankreichs nach fes Kriegsmonaten" heraus. Das Buch enthält Angaben hören, daß Rußland die„ Vollendung seiner heiligen Mission" am über die Maßnahmen, die die franzöfifche Berwaltung getroffen hat, Schwarzen Meere preisgibt. Offen wird die Parole ausgegeben: um die landwirtschaftlichen Reichtümer Frankreichs zu sichern, und Konstantinopel oder Nitolaus III.! über den Zustand, in dem diese Reichtümer sich nach sechs KriegsEin amerikanischer Dampfer auf eine Mine geraten. monaten befinden. Die Feststellung des Ministers über das GeWashington, 24. Februar.( 2. T. B.) Meldung des Reuterschen treide und den Viehreichtum sind außerordentlich beruhigend, wenn Bureaus. Der amerikanische Dampfer" Carib" ist vor der deutschen Amerikas Mißtrauen gegen Japan. man die furchtbare Prüfung betrachtet, welcher Frankreich aus- Küste auf eine Mine gestoßen und gesunken. Er hatte 4600 Ballen London, 24. Februar.( W. T. B.) Die„ Times" melden gesetzt gewefen ist. Die Vorräte an Hafer, Gerste, Weizen| Baumwolle an Bord. aus Washington vom 19. Februar: Die Politik und Kartoffeln seien durchaus normal. Bezüglich des Viehes Rettung der Mannschaften eines versenkten Schiffes. Japans erregt hier große Sorge. Die Presse beginnt, fich wurde berechnet, daß Frankreich Ende März 1914 nahezu London, 24. Februar.( W. T. B.) Das Reutersche gegen die japanische Politik zu äußern, denn der 13 300 000 Köpfe Großvich gegen 14 800 000 im Jahre 1913, Umstand, daß Japan die Gelegenheit des Krieges auszunügen etwa 15 000 000 Schafe und Zämmer, anstatt 16,200 000 im Bureau meldet aus Ramsgate: Das Fischerboot Gratia" lan Jabre 1918 und versucht, hat Mißtrauen erregt. 6 230 000 ungefähr Schweine anstatt dete heute 14 Matrosen von der Bemannung des Dampfers Das Buch macht ferner An Oakley", der gestern nachmittag südöstlich Rye torpediert London, 24. Februar.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau gibt 7 050 000 im Jahre 1913 besaß. eine Meldung der Associated Pres aus Pefing wieder, in der es gaben über die Verwendung der Kriegsgefangenen bei Ausführung wurde. Der erste Ingenieur sagte aus, er habe das Periskop heißt: Wenn die Mitteilungen bermutlich gut unterrichteter von Arbeiten von öffentlichem Interesse. Der Minister erörtert eines Unterseebootes gesehen. Der Rest der Mannschaft wurde chinesischer und ausländischer Quellen sich bestätigen, so hat schließlich einen Plan, der auf Heranziehung Kriegsgefangener zur in Dover gelandet. Die Oakley" versant heute morgen auf Japan in seiner Dentichrift an die ihm befreundeten Mächte Wiederherstellung gewisser landwirtschaftlicher Gebäude abzielt, die der Höhe von Folkestone, während sie nach Dover geschleppt cinige feiner an China gerichteten Forderungen während der Kämpfe in Frankreich) zerstört oder beschädigt wurde. verschwiegen. So hat Japan verlangt, daß bei etwaiger worden sind. Ein vermißter englischer Hilfskrenzer. " Ernennung von Ausländern zu Beratern der Polizei-, Militär- und Kontrolle der französischen Gefangenenlager. London, 24. Februar.( W. T. B.) Die Admiralität teilt mit, Finanzverwaltung Japaner bevorzugt würden, daß von Chinas fünftigem Bedürfnis an Waffen und Munition die Hälfte Paris, 24. Februar.( W. T. B) Meldung der daß der Silfstreuzer Glanmonau" feit deni 3. Februar in Japan beschafft oder aber ein Arsenal mit japanischem Betriebs Agence Havas Die Untersuchungskommission, die von bermißt wird. Man fürchtet, daß er im Sturm verloren ging. Trümmer des Schiffes sind aufgefunden worden. material unter japanischer Leitung errichtet werde. Ferner der, amerikanischen Botschaft beauftragt ist, verlangt Japan von China dieselben Vorrechte wie andere Nationen, die ager der deutschen Kriegsgefangenen zur Einrichtung von Miffionen und zum Bau von Schulen und und Zivilgefangenen zu besichtigen, besuchte die Kon- Porto, 24. Februar.( WT. 2.) Meldung der Agence Havas. Japan, daß Kongeifionen für Eisenbahnen, Bergbau sentrationslager der Departements Var und Basses Alpes. Der vierzehnjährige Schüler Jose Francisco Silva gab zwei Reund Errichtung von Dods fünftig nur noch an Japaner, an andere Sie stellte fest, daß die internationalen Vorschriften auf das bolberschüsse auf den Führer der Demokraten Affonso Costa ab, als dieser einen Zug nach Lissabon besteigen wollie. Ausländer nur mit Japans ausdrüdlicher Genehmigung verliehen genaueste beobachtet werden. Die Kommission reiste nach Costa wurde nicht getroffen. Silva wurde verhaftet; er erflärte, er habe aus freiem Antrieb gehandelt. Rorfita meiter. Stultusstätten zur Förderung des Buddhismus. Weiter verlangt würden. Attentat auf einen portugiesischen Politiker. BΣ Todes- Anzeigen KΣ 34A Bei den Kämpfen im Osten fiel am 13. Februar unser guter Freund und Kollege, der Dreher Richard Hilpert im blühenden Alter von 29 Jahren. Wie alle, die ihn kannten, so werden auch wir ihm ein dauerndes Andenken bewahren. Berlin, den 25. Februar 1915. Die Kollegen der Firma C. Flohr. Am 23. Februar verschied unser Senior- Chef, Herr Adolf Fröhlich. Ein hochherziger, biederer Mann ist von uns gegangen. Alle die ihn kannten, werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Arbeiter der Firma Fr. Rahn. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 6. Abt. Bez. 564a. Am Sonnabend, den 20.Februar, verstarb unser Genosse, der Anschläger Paul Rast, Czarnikauer Str. 12. Ehre seinem Andenten! am Die Beerdigung findet Donnerstag, den 25. Februar, nachmittags 2, Uhr, bon der Leichenhalle des Zentral- Friedhoses in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 262/15 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 14. Februar berstarb unser Barteigenoffe Friedrich Bohnenstengel am Berthelsdorfer Str. 10.( 9. Bezirk.) Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 26. Februar, nachmittags 3%, Ubr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Tegel und Umg. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unier lieber Stollege Louis Löwe ( Tegel, August- Müllernrage 7) im Lazarett zu Kulmbach am 20. Februar feinen Verlegungen erlegen ist. Kollege Löwe tourde am 7. Nos. bember auf den Schlachtfeldern in Polen durch Granatschus berwundet. 11626 Ehre seinem Andenken! Deutscher Transportarbeiter Verband. 197 Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Pader Friedrich Bohnstengel von der Firma Hirichborn, Köve nider Str. 149, am 14. d. Mts. im Alter bon 61 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 26. februar, nachmittags 3, Uhr, von der Leichen: balle des Neuen Jakobi Stirch hoses, Hermannstraße, aus statt. 61/7 Die Bezirksverwaltung. Spezialarzt $ f. Haut, Harns, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in u. Co. fonz. Laborat. i Blut untersuchung., Fäden 1. Harn usw. Dr. Homeyer Friedrichstr. 81, gegenüber Panoptitum Spt. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäkig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. 59A Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, ber Metalldrüder Karl Jaenichen gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 25. Februar, nachmittags 2 Uhr. von der Leichenhalle des alten Pauls- Kirchhofes, Seestraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 132/15 Die Ortsverwaltung. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Rauchbruder Karl Fiss nach längerem Leiden an den Folgen einer Operation ber= storben ist. Ehre seinem Andenken! Rauchklub ,, Verzagt nie". Schöneberg, Sedanftr. 53. Die Beerdigung erfolgt heute Donnerstag, den 25. Februar, nachmittags 4 Uhr, auf dem Wilmersdorfer Friedhofe, Berliner Straße 103 1159b Am 20. Februar verschied plöẞlich mein lieber Mann, unser guter Vater, der Anschläger[ 1158b Paul Rast im Alter von 47 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Auguste Rast nebst Kindern. Czarnitauer Str. 12. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. d. Mts.. nachmittags 2 Uhr, bcn der Reichenballe des städtischen Fried. hofes, Friedrichsfelde, aut statt. Verband der Sattler u.Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. Den Kollegen biermit zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Taschner 158/9 Robert Meinert ( Werkstatt Franz Lütjes u. Co.) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. b. M., nachmittags 2, Uhr, von der Leichen. balle des Thomastirchhofs, Neutölln, Hermannstraße, aus stati Die Ortsverwaltung. Am 1 Februar starb infolge seiner auf dem Schlachtfelde er littenen Strankheit, unser lieber Rollege Bruno Menzel. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Schloffer der Firma F. G. Dittmann, Berlin- Wittenan. Für die vielen Glückwünsche zu unserem 25jährigen Ehejubiläum sagen wir auf diesem Wege allen Gratulanten unseren herzlichen Dank. Wilh. Hentschel und Frau Schliemannstr. 3. Ziehung 3., 4. u. 5. März Kölner Lotterie 5928 Gewinne und 1 Prämie # 70000 Hauptgewinn i.günst Faile Hauptgewinn M. 30000M. -20000 10000M Elne Prämie Lose 1 M. 11 Lose aus verschied. Tausend. 10 M. Porto und Liste 30 Pfennig extra. H.C. Kröger BERLIN W 8 Friedrichstr. 193a. Erhältlich auch in allen Lotteriegeschäften. Theater für Donnerstag, 25. Februar: URANIA Berliner Theater 8 Jhr: Extrablätter!" Deutsches Künstler- Theater 7%, U. Peer Gynt. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 8 Thr: Die verkaufte Braut. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 8 Uhr: Gasparone. Freitag: Gastsp Heinz Aransen: Der Troubadour. Gebr. Herrnfeld- Theater Taubenstraße 48/49. 4 Uhr( Halbe Preise): Auf d. Schlachtfeldern Ostpreußens Abends 8 Uhr: Die Vogesen und ihre Kampfstätten. Zirkus Alb. Schumann Donnerstag, 25. Febr., Anf. 7, Uhr: Gr. Gala- Vorstellung. Besonders hervorzuheben: Artur Saxon- Trio die stärksten Männer der Welt mit ihrer lebenden Automobilbrücke. 4 8 Uhr: Familie Plaschek. Claeres in ihr. unerreicht. Helbring contra Helbring. Kleines Theater 8 Uhr: Der kategorische Imperativ Komische Oper Leistung. Weises 5 dressierte Bären, der Bär als Kunstfahrer auf dem 3 Meter hohen Zweirad, einzig dastehend. Gebr. Ernst u. Oskar Schumann. Um 9 Uhr: Um 9 Uhr: Ost und West. 8.10 U.: Gold gab ich für Eisen. Großes patriotisch. Schaustück Komödlenhaus 8 Uhr: Bunter Abend. Lessing- Theater 8. Uhr: Ein Volksfeind. Lastspielhaus aus der Gegenwart in 4 Akten. 10 11 ER 1 6 ARTEN 8. U. Die Orientreise. Letzte Woche: Metropol- Theater 8 Uhr: Woran wir denken! Montis Operetten- Theater 8 Uhr Der liebe Pepi. National- Theater 8.10 U.: Wenn d. Landsturm kommt Residenz- Theater 8 Uhr: Die Schöne vom Strand. Rose- Theater 8 Uhr: Else vom Erlenhof Schiller- Theater 0. 8 Uhr: Der Störenfried. Schiller- Th. Charlottenbg. 74, U.: Faust I. Thalia- Theater 8 Uhr: Kam'rad Männe. Theater am Nollendorfpl. 8 U.: Immer feste druf! Sonnt. 8, U.: Der Graf v. Luxemburg. Theater des Westens 8 Uhr: Rund um die Liebe Theater in der Königgrätzer Straße 8 Uhr: Königin Christine. Trianon- Theater 8. U.: Das Liebesnest. Volksbühne.Theater am Bülowplatz 8. U.: Sönke Erichsen Walhalla- Theater 8 Uhr: Krümel vor Paris. Freireligiöfe Gemeinde Am Sonnabend, den 27. Februar 1915, abends 8 Uhr, in Obiglos Festsälen, Koppenstraße 29: Lichtbilder- Vortrag von Dr. M. Baege: ,, Die Stellung des Menschen in der Natur" Vorgeführt werden u. a.: Skelett von Menschen und Affen. Geschwänztes Kind. Haarkleid eines menschl. Embryo. Neandertalschädel. Fund von Java usw. usw. Eintrittspreis 20 Pf. 55/ 5* Nach dem Vortrag: Geselliges Beisammensein. Der Einberafer: A. Harndt, Pappel- Allee 15-17. Terwin vom DeutschenTheater. Berlin, Jakob Tiedtke v. Lessing- Theater, Berlin, in: Landwehrmann und Pikarde Zeitbild von Otto Reutter. Serene Nord mit ihren Wassernymphen. Rosa Felsegg mit ihrem Aeroplan, Else Berna Operettensängerin sowie der hervorragende Februar- Spielplan. Kleine Preise. Casino- Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch bis Donnerstag den 25. d. M.: Durch dick und dünn. Freitag, 26. Februar: Erstaufführung des neuen Luftspielschlagers: Sonnt. 4 Uhr: Durch Klippen u. Wellen Der Herr Kommerzienrat. Voigt- Theater. Badstr 58. Badstr. 58. Morgen Freitag, den 26. Februar: Benefiz für Paul Uding Erkämpftes Glück oder: Kinder des Volkes. Bot. m. Bejang i. 4 ft. v. G. Braun. Backpulver Ia. Marke, Iral( patentamtl.gesch., ohne Beigeschmack. 12 Pak. 1 M. Alleinvertrieb: Drogenhaus Paul Lemcke, Neukölln, Kaiser- Friedr.Straße 242.- Tel.: Neukölln 644. Verkäufe. 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Einiauisbureau 210/10 Weberstraße 31, Telephon.( Ab- suchen für Sattlerarbeiten 78* Modest u. Co., Wilhelmstraße 37. holung.) Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 56. 32. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. erstag, 25. Februar 1915. Abgeordnetenhaus. 101. Sigung, Mittwoch, den 24. Februar, 1½ Uhr. Am Ministertische: Schorlemer. Die Vorlage über die Erweiterung der Stadtkreise Essen und Oberhausen wird debattelos angenommen, cbenso in dritter Lejung das Gesch der Beihilfe zu Kriegs wohlfahrtsausgaben der Gemeinden und Gemeindeverbände. Der Landwirtschaftsetat. Abg. Graf v. d. Groeben( f.): Bei der großen Bedeutung, die allen Zweigen unserer Landwirtschaft für die Ernährung zufommt, muß alles geschehen, um besonders die Viehzucht wieder auf die Höhe zu bringen, auf die wir vor dem Kriege stolz waren. Gegen die Einschränkung des Anbaues von Zuckerrüben äußert der Redner Bedenken. Etat. -Abg. Fuhrmann( natl.) Abg. Dr. v. Woyna( ff.) und in den Städten arbeitenden Bauarbeiter, die jetzt doch nicht unter freiem Himmel nicht gewachsen gewesen waren und sich auch ausreichende Beschäftigung haben. Auch für die ausländischen mit der Verpflegung, Entlohnung und dem Nachtquartier nicht einSchnitter muß Erjas geschaffen werden. Nach den Verwüstungen verstanden erklärt hätten. Leider hat der Minister Angaben über die des Krieges rechnen wir bestimmt auf höhere Aufwendungen für Behandlung dieser Arbeiter nicht gemacht. Das läßt tief bliden innere Kolonisation im nächsten Jahre. mehr sagen wir auch nicht. Die im vorigen Jahre von mir vorgebrachten Beschwerden über die Lage der Landarbeiter Abg. Hofer( Soz.) spricht zunächst zum Gestütsetat. Die ostpreußische Pferdezucht ist ins Mark getroffen. Es ist die Pflicht des Oberlandstallmeisters, haben auch heute noch ihre Berechtigung. Die Landmit Hilfe der Armeeverwaltung die Pferdezucht hochzubringen. Die arbeiter sind Parias unter den Arbeitern, sie haben geringere Lehren des Krieges werden an der Kavallerie nicht spurlos vor- staatsbürgerliche Rechte, sie sind außerdem auch in der Arbeit. Wohübergehen, und dies wird auch für die Pferdezucht von Einfluß sein. nung und Entlohnung sehr schlecht gestellt. Icht leiden und bluten Es ist nötig, daß die Körordnung aufgehoben wird, damit auch eine diese Bandarbeiter durch 7 Monate für das Vaterland; natürlich verandere Zuchtrichtung möglich werde. Da es vorgekommen ist, daß teidigen sie dabei auch ihre eigene Habe, so klein sie auch ist, und Infektionskrankheiten von Armeepferden auf die Bestände von ihre eigene Zukunft. Vor allem aber fämpfen sie für die Zukunft Privatbesizern übergesprungen sind und das Frühjahr diese Gefahr ihrer Kinder, denen die Sonne des Lebens stärker scheinen soll als noch erhöht, muß die landwirtschaftliche Verwaltung für Vorbeugung ihnen. Machen Sie diese Hoffnung der Arbeiter zur Wirklichkeit, sorgen, sonst gehen noch die letzten Zucht- und Ackerpferde zum geben Sie ihnen die ersehnte Gleichstellung mit den Teufel. anderen Arbeitern schon damit sie größere Werte gegen den Feind Zum Forstetat bemerkt der Redner: Der Minister wurde zu verteidigen haben.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die jes gestern in der Kommission von dem Abg. Gronowefi gefragt, wie aus braucht nur wenige Stunden zu opfern, dann cr sich jetzt zu den christlichen ist die Gesindeordnung in der Rumpelkammer, das Koalitionsverbot Arbeiterorganisationen aufgehoben und ein freies Wahlrecht bedauert gleichfalls die Einschränkung des Zuderrübenbaues, mit der man sich jedoch abfinden müsse. Wir hoffen doch alle, nach dem verhalte. Diese Frage ist auch im vergangenen Jahr gestreift worKriege eine Vergrößerung unseres Kolonial- den. Damals lehnte der Minister sämtliche land- und forstwirt- für dieses Haus eingeführt.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Wer besizes zu erlangen, um so mehr bedaure ich die Nichteinstellung schaftlichen Arbeiterorganisationen glatt ab.( Hört! hört! bei den wollte bei einem solchen Verlangen etwa von Expreſſung sprechen, des Staatszuschusses für die Wizenhausener Kolonialschule in den Sozialdemokraten.) Gestern hat er eine etwas andere Haltung wo das Volk schon 7 Stricgsmonate lang auf die Erfüllung wartet. eingenommen. In ziemlich gewundenen Ausführungen sagte er Der Krieg wird zu Ende gehen. Sollen dann die Landarbeiter, zuerst, daß die Organisation für forstwirtschaftliche Arbeiter nicht notwendig sei. Er sagte sogar, daß sie schädlich wirken könnten, weil durch die aushilfsweise herangezogenen Arbeitskräfte die festbeschäftigten Arbeiter aufgereizt werden könnten.( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten. Das ist der Standpunkt, der in dem befannten Liede zum Ausdruck komint: Ausländer, Fremde sind es meist... Wo nicht der Boden für eine Erregung vorhanden ist, da kann sie auch nicht fünstlich hervorgebracht werden. Dann sagte der Minister weiter, daß er im übrigen gegen Arbeiterorganisationen nichts einzuwenden habe, sofern sie auf nationalem Boden stehen.( Hört! hört!) Wer nun sehr optimistisch veranlagt ist, der könnte in dieser Erklärung gegenüber der vorjährigen einen gewissen den Pferdefuß der altpreußischen Reaktion.( Abg. Dr. Liebknecht: Fortschritt erblicken. Ich sehe in dieser Erklärung nichts weiter, als Sehr gut!) Vielleicht ist diese Erklärung zufällig erfolgt, vielleicht aber macht sich in ihr eine frühzeitige Demastierung des Ministers betont, daß der Krieg bereits überall zu einer gerechteren Würdigung der Leistungen der Landwirtschaft geführt hat. Noch nicht genügend erörtert ist die Kartoffelfrage. Bis zur nächsten Ernte werden 600 000 Tonnen Kartoffeln zu Brot verbacken. Die Wich tigkeit der Kartoffel als Volfsnahrungsmittel steht außer Frage, die Kartoffeln können aber schon wegen der Schwierigteit in der Aufbewahrung nicht beschlagnahmt werden. Den Landwirten müssen genügend Saatkartoffeln zur Verfügung stehen. bemerkbar. Die zweite Kriegsanleihe. die vielfach mit dem Eisernen Streuz zurücfommen werden, geruhig wieder den Hals in das Joch der Ausnahmegeseke steden? Welche Gefühle lösen Sie da aus? Welche andern aber werden die Landarbeiter bejeelen, wenn sie an dem Tage, da die Friedens glocken läuten, sich sagen können, daß sie durch die geöffneten Tore der Heimat in das Land der Gerechtigkeit und Gleichberechtigung ziehen. Die sonnige Stimmung, die dann aus dem tiefsten Innern hervorquellen würde, ließe die Heimkehrenden den Heimatlichen Herd, die Felder und Wälder in goldigem Glanze sehen; die Qualen des Krieges wären dann vergessen. Schaffen Sie Landwirtschaftsminister Dr. Frhr. v. Sajorlemer: dieses Glück, Sie können es, wenn Sie wollen. Vor 100 Jahren Gerade im gegenwärtigen Augenblid wird ganz besonders die wurden dem Volte Freiheiten versprochen, als es in den Krieg zog. Landwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen. Der Vorteil, der den dem Kriege. Er verlangt Opfer vom Volt. Nun, wo find noch Diesmal vertröstet Herr v. Heydebrand auf die Zeit na di Landwirten aus den verhältnismäßig hohen Preisen für ihre Grdie Opfer, die das Volf nicht schon gebracht hätte? Und wo find zeugnisse erwuchs, ist längst wettgemacht durch die Schwierigkeiten die Opfer, die bisher die Domänenpächter und Gutsbefizer geder Ernte und der Herbstbestellung, durch den Mangel an Gespannen und Arbeitskräften und zuletzt durch die tief, bitter bracht haben? In den Höchstpreisen fönnen wir sie nicht cr= und schmerzlich in das ländliche Wirtschaftsleben eingreifenden Steigen der Pachtpreise anhält, was eine erfreuliche Tatsache ist. 7 Monate warten und allein weiter opfern? Jezt sind Sie on Zur Domänenverwaltung ist festzustellen, daß das blicken. 7 Monate schon opfert das Volf unausgesetzt, soll es noch Maßnahmen zur Sicherung der Volksernährung. Wenn Abg. Fuhr- Die Pacht pro Hektar ist bei 37 im Jahre 1914 pachtfrei gewordenen der Reihe, und es sind ja eigentlich nicht einmal Opfer, die wir mann die Befürchtung ausgesprochen hat, daß in den Städten und Domänen von 38,5 M. auf 49,1 M. und bei 46 im Jahre 1915 von Ihnen verlangen. Sie sollen nur das Maß gleichmachen und Industriebezirken troß allem guten Willen und trotz aller vater- pachtfrei werdenden Domänen von 34,6 auf 48,5 M. gestiegen. nur das vpfern, was Ihnen das Schicksal ungerechterweise an poli ländischen Begeisterung sich gelegentlich Mißmut und Unmut be- Dieses Steigen ist eine Folge der höheren Getreidepreise und tischen Vorrechten gegeben hat. Hic Rhodus, hic salta!( Beifall merkbar machen könnten, so konnten auch die Landwirte dieser Ver- der Preissteigerung aller anderen landwirtschaftlichen Pro- bei den Sozialdemokraten.) suchung unterliegen, und auch bei manchen von ihnen könnte der dufte, der Rinder, Schweine, Pferde und der Milch. Da der Geld- Die Etats für Landwirtschaft, Gestüte, Forsten und To Gedanke Plaz reifen, ob es rotklich so notwendig und unter allen bedarf des Staates sehr steigen wird, muß er auch alle seine mänen werden bewilligt, der Etat der Ansiedlungskommiſſion Umständen richtig war, in dieser Weise mit ihren Erzeugnissen Quellen flüssig machen. Wir fordern, daß alle diejenigen zu Extra- von der Tagesordnung abgesetzt, weil ihn die Budgetkommission und ihrem Bich umzugehen, wie es augenblicklich geschieht. Ich steuerleistungen herangezogen werden, deren Beizen in der Kriegs- noch nicht beraten konnte. folgere aus diesen Tatsachen, daß die landwirtschaftliche Verwaltung zeit blüht. Dazu gehören auch diejenigen, die das Gewerbe der mehr denn je der Landwirtschaft zur Seite stehen, mit erhöhter Landwirtschaft ausüben, darunter auch die Domänenpächter. Aus- und Gewerbe, Staatsbergwerke, Novelle zum Knappschaftsgesch Nächste Sitzung Donnerstag 1% Uhr: Etats für Handel Kraft und größeren Mitteln die Kriegsfolgen heilen muß. Jetzt ist zunehmen hiervon sind natürlich diejenigen, deren Güter in der die Hauptsache die richtige Verteilung der noch vorhandenen Kriegszone liegen, von den Mehreinnahmen aller übrigen aber Schluß 4% Uhr. Futtermittel und die Heranziehung überschüssiger Erzeugniffe aus den befesten Gebieten im Westen und Osten sowie Rat sollte ein Teil in die Staatskaffe fließen. Es ist unsere Pflicht dem nofleidenden Volfe gegenüber, diesen Standpunkt zu betonen, erteilung und praktische Vorschläge. Die innere Koloni= namentlich, weil die Regierung ihn nicht vertritt. Bei der Befation ist eine der wichtigsten Aufgaben der Staatsregierung, ratung des Etats des Staatsministeriums in der Kommission hat aber es handelt sich nicht etwa darum, den Großgrundbesig in der Vizefanzler erklärt, daß die Landwirte in diesem Jahre nicht Durch Aufrufe und Bekanntmachungen wird das deutsche unserem Vaterlande in seinen Hauptbestandteilen zu vernichten. fondern in den Gegerden, wo es sich nach Lage der Verhältnisse als leiden haben, aber wegen der im kommenden Jahre bevor- Bolf joeben zur Zeichnung auf die zweite Striegsanleihe einnotwendig erweist, eine gesunde Mischung der verschiedenen Besitz dieser Standpunkt doch auch den Arbeitern gegenüber Geltung Anleihen des Reiches an Wert und Güte vollständig gleich stehenden Schwierigkeiten ein Entgegenkommen nötig hätten. Wenn geladen. Die Anleihe steht den im Frieden ausgegebenen und Größenklassen des ländlichen Grundbejizes herbeizuführen hätte, die von einer Krisis betroffen werden oder als Saison- und genießt wie diese das Privileg der Mündelsicherheit. Sie und vor allem den kräftigen und soliden Bauernstand zu verarbeiter Schädigungen unterliegen. mehren.( Bravo!) Ich will heute nicht auf die Doftorfrage einHoffentlich haben wir im nächsten Wirtschaftsjahre schon unterscheidet sich von ihnen aber dadurch, daß sie dem Zeichner gehen, ob der größere oder der Kleinbejiz mehr produziert, aber tiefen Frieden, und vielleicht beschert uns die Natur be- unverhältnismäßig viel günstigere Bedingungen bietet, als jelbstredend kann die Anbaufläche, auf welcher die wenigsten jonders gute Witterungsverhältnisse und ein sehr gutes Jahr. Die sie in Friedenszeiten jemals in Frage kommen fönnen. Menschen ernährt werden müssen, auch den größten Ueberschuß an ihre Umgebung abgeben. In Preußen eignet sich nicht jeder Landwirtschaft muß sich den Verhältnissen anpassen, um die wirt- Den Hauptbestandteil der Anleihe bilden, wie bei der Grund und Boden gleichmäßig für die Besiedelung, wir haben mangel fann durch Ueberlassung von Kriegsgefangenen ichreibungen, die halbjährlich nachträglich verzinst Grund und Boden gleichmäßig für die Bejiedelung, wir haben schaftlichen Schwierigkeiten zu überwinden. Für den Arbeiter ersten Kriegsanleihe, fünfprozentige Schuldverin der fleine Ansiedler auf die Dauer nicht sein Auskommen finden Ausgleich geschaffen werden, aber diese dürfen nicht den heimischen werden. Der Zeichner erhält Wertpapiere nebst Zinsscheinen, würde. Die Schafzucht war nicht mehr lohnend und ging lohnt werden; eventuell fönnte der Lohn dann in die Staats- welch lektere diesmal jeweils am 2. Januar und 1. Juli, deshalb zurück, bei ihrer Förderung wird es nicht nur auf staat- fasse fließen. Genügt dies noch nicht, so könnten zur Ernte so wie erstmals am 2. Januar 1916 fällig sind und stets einige Tage liche Unterstützung, ſendern darauf ankommen, daß es gelingt, die im vergangenen Jahre Hilfskräfte aus den Städten herangeholt vor dem Fälligkeitstermin bar eingelöst werden. Die kleinsten Schafzucht dauernd einträglich zu gestalten. Die Beschränkung der Zuckerrübenerzeugung auf drei Fünftel kommt den werden, außerdem gibt es ja genug arbeitsparende Maschinen! Stücke lauten auf 100 m., so daß also Zeichnungen von diesem von beiden Seiten geäußerten Wünschen entgegen. Es müssen ausreichende Motorpflüge bereitgestellt und von einem Betrage aufwärts zulässig sind. Größere Zeichnungen müssen. Gewiß ist es jetzt angebracht, Schweine in größerer Zahl zu schlachten, Ort zum andern gebracht werden. Daß sich die Saatbestellung indessen durch 100 teilbar sein. um die Zahl der Fresser herabzusetzen. Es muß aber davor ge- vor. Den Mangel an Dünger kann man durch Verwendung von hinzicht, fommt auch sonst oft durch die Witterungsverhältnisse Die Reichsanleihe ist bis zum 1. Oftober 1924 seitens warnt werden, daß das Zuchtmaterial irgendwie erheblich ge- stali und Phosphorsäure, durch Gewinnung des Stickstoffs aus der des Reichs unfündbar. Vorher fann auch der Zinsfuß nicht schädigt wird. Wir müssen mit allen möglichen Mitteln für eine Vermehrung der Futtermittel sorgen, denn der Stamm unserer Luft und besonders durch vorschriftsmäßige Behandlung des Stall herabgesetzt werden, so daß dem Erwerber bis zu diesem ZeitViehzucht muß uns erhalten bleiben im Interesse der Fleischver- dungs im Stalle, auf der Grube und im Felde bezwingen. Es punkte die fünfprozentige Verzinsung gesichert ist. Will das sorgung der Bevölkerung und der im Felde stehenden Truppen. in Petracht, furz, auch diese Schwierigkeit ist nicht unlösbar, und so hat der Besizer der Schuldverschreibung die Wahl, oh er täme auch die Festseßung von Höchstpreisen für Dünger Reich nach Ablauf der Unfündbarfeit den 3insfuß herabsetzen, Von einer Kartoffelnot kann in Berlin noch nicht gesprochen vieles macht die Witterung wieder gut. werden, Der Minister hat nicht das Recht, im voraus das fette Jahr als nicht vorzieht, statt dessen den Nennwert in bar zurückzudenn ein hochstehender Staatsbeamter hat erst jetzt Entgelt für das magere zu bieten. Vor allem müssen die Domänen fordern. Von seiten des Besizers fann die Anleihe nicht gefür seinen Haushalt 10 3entner Kartoffeln für den höhere Erträge liefern. Haben denn die Landwirte fündigt werden. Solche Wertpapiere sind aber in normalen billigen Preis von 3,70 Mart gekauft.( Sört! wirklich so schwere Kriegsopfer gebracht? Die Zeiten jederzeit zum Börsenpreise verkäuflich, so daß der Behört! und Heiterkeit.) Jedenfalls brauchen wir an eine Beschlag- Höchstpreise für Brotgetreide sind höher als die Durchschnittspreise figer, wenn er einmal das bare Kapital braucht, nicht in Vernahme der Kartoffeln noch nicht heranzugehen, denn für die der letzten zehn Jahre, und zwar noch um 50 M. pro Tonne. Das legenheit gerät. Die erste Kriegsanleihe hat auch in den menschliche Ernährung reichen unsere Vorräte aus. Es darf aller- bedeutet goldene Zeiten für die Landwirtschaft, aber legten Monaten trotz des Krieges stets Käufer, und zwar zu dings mit den Kartoffeln nicht allzu verschwenderisch umgegangen Seiten des Elends für das Volk. Als das Volk nach Kartoffeln schrie einem den Zeichnungspreis erheblich übersteigenden Preise werden. Wir haben alles getan, um den Anbau von Früh- war die Antwort die Erhöhung der Höchstpreise um 1,75 M. pro kartoffeln zu fördern, haben nebenbei auch die sichere Hoffnung, Bentner. Für Saatkartoffeln sind aber keine Höchstpreise fest- gefunden. daß noch größere Mengen von Kartoffeln uns aus den offupierten gesezt. Bei den Domänenpächtern scheffelt's, dem Volt wird aber Teilen von Russisch- Polen zugeführt werden können. Auch in der Brotkorb, wenn es so weiter geht, bald unerreichbar sein. Ostpreußen sind in einzelnen Bezirken, die längere Zeit von den Wovon soll denn das Volk leben, wenn die Kartoffeln jo verRussen besetzt waren, ebenfalls noch Kartoffelvorräte gefunden teuert werden und wenn die Vieh- und Schweinepreise ins Uner worden, auch Vorräte von ungedroschenem und auch von Getreide, megliche steigen?( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) das von den Russen ausgedroschen worden ist, das diese aber im Wir sehen ein Hin- und Herschwanken, weil man den Landwirten legten Augenblick nicht mehr mitnehmen konnten. Herr Fuhr nichts tun will. mann regte einen Staatszuschuß für die Kolonialschule in WizenAnzeigepflicht und Verkaufszwang für die Kartoffeln und Höchsthausen an. Ich hoffe mit ihm, daß nach dem Kriege unier preise für Schweinefleisch Bestand an Kolonien nicht kleiner werden wird.( Lebhafter Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Dann wird find unerläßlich, schon damit der Verfütterung von Kartoffeln, und, auch die Frage dieses Staatszuschusses erneut zu prüfen sein. Der zwar der besten Sorten, ein Ende gemacht wird. In dieser kritischen ersten Zinsschein unter allen Umständen die Zinsen für die Minister rühmt zum Schluß den Opfermut der oftpreußischen Beit erkennen wir die Widersinnigkeit des Brivat- Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember erhält, so müssen bei Förster. besizes an Grund und Boden. Es wäre eine Diskreditierung des Sozialismus, die halben Maßnahmen der Regierung Sozialis- allen Zahlungen, die nicht gerade am 30. Juni erfolgen, somus zu nennen. Auf den morschen Stamm kann kein sozialistisches genannte Stüdzinjen berechnet werden. Auf Zahlungen vor gibt Auskunft über die zur Hebung der ostpreußischen Pferdezucht Reis aufgepfropft werden, die Berstaatlichung von Grund und Boden dem 30. Juni erhält der Zeichner 5 Proz. Zinsen vom Renngeplanten Maßnahmen. allein kann das Teuerungsproblem lösen. Würde der Staat die Do- wert für die Zeit vom Zahlungstage bis zum 30. Juni vermänen selbst bewirtschaften, so wäre das ein kleiner Halt in der Abg. Dr. Flesch( Bp.): treibenden Flut. Es könnten dann fehlende Kartoffeln usw. dorthin gütet, d. h. seine Zahlungsverbindlichkeit vermindert sich unt Während der Stat in diesem Jahr nur die Hälfte der vorgebracht werden, wo sie verlangt sind. Wäre aber der gesamte Grund den Betrag dieser Stüdzinsen. Für die Zahlungen nach dem jährigen Summe für innere Kolonisation enthält, meinen wir, daß und Boden in Gemeinbesiz, Sann spielten persönliche Interessen in 30. Juni muß der Zeichner 5 Proz. Zinsen vom 30. Juni bis gerade in diesem Jahre für diese Aufgabe ein weites Tätigkeits- der Volfsernährung überhaupt feine Rolle mehr. Von diesem Stand zum Zahlungstage dazuzahlen. Der Monat wird bei der feld offen liegt. Das wichtigite Problem für die allernächste punft aus sind wir dagegen, die Domänen in Ostpreußen aufzuteilen; Stüczinsenberechnung zu 30 Tagen gerechnet. Zukunft ist, der Landwirtschaft die notwendigen Arbeitskräfte für Staatsbesitz soll nicht der Privatspekulation überliefert werden. Auch Neben der Reichsanleihe werden auch fünfp rozen die Frühjahrsbestellung zu sichern. Eine Konferenz der mittel für die Landarbeiter ziehen wir den Staatsbetrieb auf den Do- tige Reichsschabanweisungen aufgelegt. Diese deutschen Landwirtschaftskammern hat ergeben, daß für die meisten, mänen vor; die Domänenpächter und Gutsbesizer haben bisher nur nämlich die mittleren und kleineren Betriebe, ein Arbeiter den Beweis dafür erbracht, daß sie die Arbeiter nicht auf dem Lande unterscheiden sich von der Reichsanleihe dadurch, daß sie zu mangel nicht besteht, wenn zur Zeit der Aussaat und der erhalten können. Von einer staatlichen Verwaltung fann größere einem bestimmten Termine( bei der gegenwärtigen Anleihe Ernie entsprechend nachgeholfen wird durch Heranziehung von Weitsichtigkeit erivartet werden. Der Minister des Innern hat sich durchschnittlich nach 6½ Jahren) zum Neumwert bar zurüc Schulkindern zur Zandarbeit sowie der auf dem Lande wohnenden dahin geäußert, daß städtische Arbeitslose der Landarbeit im Herbst gezahlt werden müssen. Preis, Zahlungspflicht und VerOberlandstallmeister v. Dettingen Die neue Anleihe wird zu 98,50 aufgelegt, d. H. der Zeichner braucht nicht den vollen Nennwert der gezeichneten Anleihe, sondern nur 98,50 M. für je 100 M. des Nennwertes zu bezahlen. Die Zahlung ist vom 31. März an zulässig, doch ist bei größeren Zeichnungen Zahlung in Raten, deren letzte erst am 22. Auguſt fällig ist, gestattet. Näheres hierüber ist aus der Bekanntmachung und aus dem Zeichnungsschein ersichtlich. Zeichnungen bis zu 1000 M. müssen aber bis spätestens 14. April voll bezahlt werden. Da der Zeichner auf den am 2. Januar 1916 fälligen zinsung sind für die Schatzanweisungen ebenso geregelt wie für die Reichsanleihe. Beide Arten von Kapitalanlage, sowohl Reichsanleihe wie Rcichsschatzanweisnngen, haben ihre Vorzüge. Die Schatz- auweisungen eignen sich mehr für eine vorübergehende Be- legung verfügbarer Geldmittel, die Schuldverschreibungen der Rcichsanleihe für eine auf die Dauer bemessene Anlage. lrrstere kommen infolgedessen mehr für große Vermögens- Verwaltungen in Betracht, während für die kleinen Kapitalisten sich die Anlage in Reichsanleihe besser eignen dürfte. Tie Reichsanleihe wird ohne Begrenzung aus- gegeben, und es können alle ernsten Zeichner auf volle Zu- teilung der gezeichneten Beträge rechnen. Dagegen wird von den Schatzanweisungen jedenfalls nur ein begrenzter Betrag zugeteilt werden, da die Reichsfinanzverwaltung nicht allzu- große Fälligkeiten an bestiinmten Terminen aufhäufen kann. lis empfiehlt sich deshalb für alle diejenigen, die mit ihrer vollen Zeichnung an der Anleihe beteiligt werden wollen und in erster Linie Schatzanweisungen gezeichnet haben, sich damit einverstanden zu erklären, daß ihnen eventl. auch Reichs- anleihe zugeteilt wird, eine Möglichkeit, von der auck bei der ersten Kriegsanleihe bereits in weitestem Umfange Gebrauch gemacht worden ist. Gezeichnet kann tverden bei der R e i ch s b a n k und allen ihren Zweiganstalten, bei sämtlichen deutschen Banken und Bankiers, bei den öffentlichen Sparkassen und ihren Ver- bänden, bei den deutschen Lebensversicherungsgeiellschaften und den deutschen Kreditgenossenschaften. Bei allen diesen Stellen und bei der Post sind auch die Zeichnungsscheine er- hältlich. Es werden getrennte Zeichnungsscheine ausgegeben für Anleihe-Stücke(weiß), für Anleihe-Schuldbuch(rot) und für schatzanweifungen(grün). An allen kleineren Orten < das ist an Orten, wo sich keine öffentliche Sparkasse befindet) werden Zeichnungen auf Reichsanleihe, die bis zum 31. März voll bezahlt werden sollen, auch bei der Post angenommen. Zeichnungsscheine für diese Postzeichnungcn sind bei den Post- anstalten zu haben und werden durch diese verteilt. Tie Z e i ch n u n g s f r i st beginnt am 27. Februar und schließt ani Freitag, den 19. März, mittags 1 Uhr. In der ganzen Zwischenzeit Werden Zeichnungen entgegengenommen, und das Publikum wird hu Interesse einer glatten Erledi- gung des Zeichnungsgeschäfts gut tun, seine Zeichnungen möglichst nicht bis zu den letzten Tagen der Frist hinaus- zuschieben. politische Ueberslcht. Wer bringt Opfer's Im preußischen Abgeordnetenhause führte am Mittwoch bei der Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Ver- waltung unser Genosse H o f e r seinen engeren Berufskollegen nachdrücklichst vor Augen, welche Gewinne ihnen durch die wirtschaftlichen Kriegsmaßnahmen in den Schoß fallen. Eine Reihe von Rednern, die vor ihm zu Worte gekommen waren, hatten es für angebracht gehalten, von der Not der Landwirte zu reden, und auch der Landwirtschaftsminister hatte durchblicken lassen, daß ihm noch lange nicht genug ge- tan zu sein scheint bezüglich der Begünstigung des Standes, dessen Interessen zu vertreten er sich vor allem berufen fühlt. Von einem wesentlich anderen Geiste waren die Aus- führungen unseres Genossen getragen, der in erster Linie mit Frhrn. v. Schorle m er wegen seines organisationsfeindltchen Standpunktes abrechnete. So unglaublich es klingt, aber es ist Tatsache, daß der Minister selbst in einer Zeit, in der das Volk die schwersten Opfer bringt, die Notwendigkeit einer Landarbciterorganisation in Abrede stellt und höchstens nationale Organisationen zulassen will. Wir unsererseits können uns über seine Offenheit nur freuen; wir wollen hoffen, daß die Arbeiter daraus die richtigen Lehren ziehen. Mehr noch als in früheren Jahren müssen wir heute für die staatsbürgerliche Gleichheit aller eintreten, und Genosse Hofer wird deshalb auf den Beifall eines jeden Sozialdemokraten, ja darüber hinaus eines jeden denkenden Arbeiters stoßen, wenn er mit wünschenswerter Schärfe die Aushebung der Gesindeordnungen, die Beseitigung der Koalitionsverbote und die Abschaffung des Dreiklassensystems gefordert hat. Deni ewigen Gerede über die Not der Landwirte machte H o f e r ein Ende durch den zahlenmäßigen Nachweis der Vorteile, die den Landwirten mit den hohen Preisen erwachsen. Er konnte sich dabei auf die amtliche Denkschrift über die Domäitenpachtungeu stützen, also auf Zahlen, die von der Regierung selbst zusammengestellt sind. Auch sonst enthält die Rede unseres Genoffen, die in einen Appell an die Opferpflicht der Besitzenden ausklang, recht bemerkenswerte Winke, deren Befolgung der Gesamtheit nur zum Vorteil dienen kann. Vorher hatte das Haus in erster und zweiter Lesung den Gesetzentwurf betreffend die Erweiterung der Stadtkreise Essen und Oberhausen erledigt und in dritter Lesung den Gesetz- entwurf über Beihilfen zu Kriegswohlfahrtsausgaben der Ge- meinden angenomnien. Am Donnerstag soll der Etat der Handels- und Gewerbe? Verwaltung und der Bergetat beraten werden. Gehässigkeiten. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Bon deutschfreundlicher Seite auS dem neutralen Auslände wird darauf hingewiesen, daß einzelne deutsche Geschäftsleute es illr an- gemessen halten, Briefe an ihre Geschäftsfreunde i» neutralen Ländern mit Umschlägen oder Aufschristen zu versehen, die Schmähungen einer zurzeit niit uns im Kriege befindlichen Macht enthalten. öS bedarf keiner näheren Darlegung, daß dieses Verfahren im neutralen Auslände einen recht schlechten Eindruck macht, und daß damit das Gegenteil deS beabsichtigten Zweckes erreicht wird. Diese Mahnung knüpft an die Mitteilung eines Berliner Blattes an. daß deutsche Geschäftsleute Briefe nach dem neutralen Ausland mit den, gedruckten Vermerk.Gott strafe England!" versenden. So ctwaS ist natürlich nicht nur geschmacklos, sondern auch dumm, und fördert sicherlich nicht die deutschen Handelsbeziehungen mit dem Ausland. Aus Elternkreisen wird uns mitgeteilt, daß in einer Berliner Schule auf Anregung des Leiters die Kinder jeden Lehrer beim Eintritt in die Klasse ständig mit dem gleichen törichten Ruf.Gott strafe England I—.begrüßen". Der Leiter selbst benutzt diese Phrase beim Eintritt, worauf die Kinder im Chore antworten:„Gott strafe es!" Wir halten derartige Gepflogenheiten für die Entwicklung der kindlichen Pst, che äußerst gefährlich und daher unpädagogisch. Gerade in den Schulen sollte in der jetzigen Zeit der Geist wahren Patriotismus gepflegt werden, wie ihn der Ostpreuße Herder in feinen.Briefen zur Beförderung der Humanität" ver- standen hat: .Der Patriotismus muß sich notwendig immer von Schlacken reinigen und läutern. Jede Nation muß es fühlen lernen, daß sie nicht im Auge anderer, nicht im Munde der Nachwelt, sondern nur in s i ch. in sich selbst groß, schön, edel, reich, wohl- geordnet und glücklich werde; und daß sodann die fremde wie die späte Achtung wie der Schatten dem Körper folge... Jede Nation muß allgemach es als unangenehm empfinden, wenn eine andere Nation beswimpft lind beletdigl wird: eS muß allmählich ein gemeines Gefühl erwachen, daß jede sich an der Stelle jeder anderen fühle." Wo bleibt die Beschlagnahme der Kartoffeln? Tiefe Frage stellt in einem Artikel des„Berliner Tageblatts" der Direktor des Statistischen Amts von Berlin-Schöneberg, Dr. R. Kuczynski. Er kommt auf Grund von Angaben des Pro- feffors Wohltmann. nach welchen! unsere Kartoffelernte im Jahre 1914 nur 47 Millionen Tonnen gegenüber 52 Millionen Tonnen im Durchschnitt der Jahre 1912 und 1913 betrug und da ferner die hohen Schweinepreife fast keine Verminderung des Schweine- bestandes herbeigeführt haben, diese also nach wie vor von den Kartoffeln mitzehren, zu der Feststellung, daß wir unter den ge- gebenen Umständen nur noch 16 Millionen Tonnen Kartoffeln haben, die nur S'A bis 4 Monate reichen, wenn so weiter gewirt- schaffet wird wie bisher. Bis zur nächsten Kartoffelernte fehlen nach der Berechnung KuczynskiS 12 bis 13 Millionen Tonnen; des- halb müßten die noch vorhandenen Kartoffelvorräte durch die Re- gierung schleunigst beschlagnahmt und für die menschliche Er- nährung sichergestellt werden. Selbst die„Deutsche Tageszeitung" habe vor einigen Tagen die Beschlagnahme der Kartoffeln ge- fordert unter dem Hinweis darauf, daß die Schweine, die bereits einen großen Teil unseres Roggens weggefressen haben, täglich noch 700 990 Doppelzentner Kartoffeln vertilgen, die für die menschliche Ernährung unentbehrlich seien. Kriegstvucher. Das Chemische Unter suchungsamt der Stadt Tilsit teilt mit, daß im Verlauf des Krieges die deutsche In- dustrie eine ganze Anzahl Nahrungs- und Genußmittel in den Handel gebracht hat, die für die Krieger im Felde bestimmt sind, aber nicht im entferntesten den an sie zu stellenden Anforderungen und den geforderten Preisen entsprechen. Folgende Beispiele wer- dem angeführt: Kakao Würfel mit Milch und Zucker cntthalien oft nur einen geringen Bruchteil an Kakao, welcher außerdem noch einen höheren Prozentgehalt an wertlosen Äakaoschalen aufweist. Kaffeetabletten bestehen häufig nicht aus reinem Kaffee, fondern enthalten Beimengungen von Zichorie oder anderen Surro- gaten. Alkohol in fester Form mit Arrak- oder Rumgeschmack ent- hielt in einer Tube 16 bzw. 14 Gramm Alkohol für den Preis von 1 Mark, während der wirkliche Wert des Alkohols 4 bis 5 Pf. betrug. Das hieraus hergestollte Geträn? hatte außerdem infolge des Gelatinegehalts einen faden Geschmack, welcher weder an Arrak noch an Rum erinnerte. Rum kapseln enthielten nur zirka 7,o Gramm konzen- trierten Alkohol mit Rumeffenz, so daß der daraus hergestellte Grog nur einen geringen Alkoholgehall, außerdem infolge der Gelatinekapseln einen faden Leimgeschmack besaß. K o g n a k v e r f ch n i t t in Blechflaschen hatte sich beim Lagern infolge Einwirkung deS Metalls in eine nnappetitliche, dunkle Brühe verwandelt. Milchtabletten verteilten sich im Waffer nicht immer gleickmäßig, sondern schieden reichlich unlösliche Bestandteile ab. Die Erfahrung hat gelehrt, daß den Kriegern im Felde bis- weilen derartig unbrauchbare und eigenartig zusammengesetzte Präparate als Nahrungs- und Genußmittel zugeschickt worden sind, daß sie oft selbst nicht wußten,!vaS sie vor sich hatten, und eS daher passieren konnte, daß in einem Falle sogar die Kohlepatronen der Wärmeöfchen für Tee angesehen und entsprechend z,ibereitet worden sind. Ter Streit um daA Kriegsziel geht in der Presse lustig weiter. So schreibt der Vorsitzende der Scherl-Gesellschaft, Herr Zimmermann, im.Berliner Lokal- an zeig er": »Was wollen wir denn?— einen langen gesicherten Frieden. Er ist nur durch eine Berständigun g möglich. Sie tvird am ehesten erreicht werden, wenn man den Engländern den Nachweis liefert, daß ihre Bundesgenossen nicht allzu viel wert sind. Dieser Nachweis ist teils bereits gelungen. Wenn wir im Osten und Westen zu entscheidenden Schlägen kommen, so würden die Eng- länder sehen, daß eS zweckmäßiger wäre, mit der stärksten Kontinentalmacht zu gehen, deren Waffen den größten AktionS- radiu« haben, als mit den beiden jetzigen Bundesgenossen. Die Engländer sind Realpolitiker. Wenn sie selbst dann noch am eigenen Leibe ihren Krieg zu spüren bekämen, so wäre das die schnellste Brücke zu ihnen. Wer ist der populärste Mann in London? Churchill? Nein. Lord Kitchener? Nein. Sir Edward Grey? Nein. Etwa der König von England? Nein. ES ist der Kapitän der.Emden" von Müller. Er würde, käme er nach London, einen glänzenden Empfang haben. Und weshalb? Er hat den Engländern gezeigt, daß er eS besser machte als sie selbst, Sie fordern, was praktisch ist, den Befähigungsnachweis." Diese Auslassungen haben einen Artikel in der„Deutschen Tageszeitung" nach sich gezogen, der von Ausfällen gegen England nur so strotzt und eine Verständigung mit England al» das Schlimmste hinstellt, das Deutschland machen könnte. Im. Reichsboten' wieder stellt.Eisenhart" folgende Forde- rungen: .Der Friedensschluß stellt die höchsten Anforderungen an die deutsche StaatSkunst; und auch die beste und einsichtigste Staats- kunst wird dieser Riesenaufgabe nicht gewachsen sein, wenn sie nicht einen Rückhalt an einer starken, ausgebildeten, entschlossenen öffentlichen Meinung, an einem festen Volkswillen hat. Diesen Volkswillen herauszubilden, ist jetzt die wichtigste politische Auf- gäbe. Dazu gehört aber ein genügendes Matz von Preß- f r e i h e i t. und zwar„rechtzeitig". Darum müssen von den politischen Parteien Garantien verlangt werden, daß eine ge- nügende Spanne Frist zur Erörterung der FriedeitSbedingungen dem deutschen Volke bewilligt werde, eine Frist, die mindestens aus ein Vierteljahr, im Hinblick auf die große Schwierigkeit und Be- deutung der dabei zur Entscheidung kommenden Fragen, bemessen werden mutz. Solche Fragen kann man nicht in wenigen Wochen durchpeitschen, sondern gerade hier wäre die deutsche Gründlichkeit am allermeisten am Platze." Will man eine längere Frist zur Erörterung freilassen, so ist es am besten, schon jetzt die Zensurbeschränkungen aufzuheben. die Keöe öes /tbg. Heine. Wohin die Reise geht. Nunmehr liegt der ausführlichere Bericht der„Schwäbischen Tagwacht" über die sehr interessante Rede des Ab- geordneten Genossen Heine in Stuttgart vor. Vorher hatte Genosse H i l d cmi b r a n d, der Reichstagsabgeordnete von Stuttgart, den Standpunkt der Fraktionsmehrheit ansführlich begründet. Die von etwa 4000 Personen besuchte Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, die die Pflicht der Sozialdemokratie zur Verteidigung des Vaterlandes anerkennt und dein Abgeordneten des Kreises wie der Mehrheit der Fraktion volles Vertrauen ausspricht. Nach Hildenbrand sprach Genosse Heine über die Aufgaben nach de ni Kriege. Er führte u. a. aus: Wenn ich heilte über die Zukunft Deutschlands und die Sozial- dernokratie sprechen soll, so liegt inir nichts näher als anzuknüpfen an das Wort des R e i ch s ka n z l e rs, daß das Ziel des Krieges ein freies Volk sein soll. Vorbedingung, daß wir ein wirklich freies Volk werden können, ist der Friede. Die Sozialdemokratie ist die Partei, die den Frieden unter den Völkern mit allen Kräften vertritt. Wir fühlen das große Leid, das dieser Krieg über unser Volk gebracht� hat und noch bringt, mit. Uns rührt auch das Leid, das durch diesen Krieg über die anderen Völker gekommen ist. Tie Welt weiß das, oder sie könnte es wissen, wenn sie wollte. Freilich, im � Ausland werden über uns die giftigsten Auslassungen per- breitet, leider auch von Leuten, die sich deutsche Sozialdemokraten nennen.(Pfui!) Mr sind keine Ehauvinisten, wir sind nicht das, was man Hurrapatrioten nennen darf. Es ist nickt deutsche Art, chauvinistisch zu sein. Wir verteidigen einfach unseren Boden. unser Wirtschaftsleben, unsere Existenz, unsere deutsche Kultur, die Unabhängigkeit und Unverletzlichkeit unseres Reiches. Tarin wollen wir aber auch nickt lässig werden. Wir müssen, wie der Reichskanzler sagte, durchhalten, doch nickt alle Weit zerschmettern, sondern einen sickeren und dauernden, einen ehren- haften Frieden erreichen. Dieses Bekenntnis unseres Friedens- willens genügt allerdings vielen nicht. Leider gibt es eine große Anzahl der vielfach, nicht immer mit Recht, verhöhnten Pazifisten, die von der Sozialdemokratie ein besonderes Eintreten für den Frieden erwarten. Unsere Friedensliebe und unsere Friedens- sehnsucht ist über jeden Zweifel erhaben. Aber den Frieden zn verlangen, ist noch nicht die Zeit gekommen, und jeder unzeitig unternommene Schritt ist von Hebel und zeitigt das Gegenteil von dem, was wir erreichen wollen. Wir haben das bei der Konferenz in London erlebt.... Auch bei uns gibt es Leute, die phantastische Pläne über den Frieden hegen. Im preußischen Abgeordnetenhaus hat die platonische qrriedenserklärung der sozialdemokratischen Fraktion die Folge gehabt, daß sämtliche Mitglieder des Abgc» ordnetenhauses, mit Ausnahme der 10 Sozialdemokraten, eine Erklärung abgegeben haben, die sich g e g e n d e n Frieden aus- sprach. Wollen wir den Frieden, so vertrauen wir zunächst aus die deutschen Waffen, auf die deutschen Feldherren, auf da? deutsche Volk, auf die Leute, die draußen im Felde Un- erhörtes leisten. Heute ist das Heer das Volk und das Boll das Heer.(Lebhafter Beifall.) Vertrauen wir auch aus die Friedensliebe und de» Friedens- willen des Kaisers. Zweimal hat er in den letzten Jahren den Frieden durch sein persönliches Eingreifen gerettet. Von Wichtig- kcit ist auch die den unverkennbaren Stempel des R e i ch s k a n z- l e r s tragende Erklärung der deutschen Reichsregierung, die heute durch alle Blätter geht und die davor warnt, heute schon über die Friedensbedingungeii zu diskutieren. Wir können dicscr�Er- klärung vollkommen zustimmen. Ter Krieg ist auf deutscher Seite kein Eroberungskrieg. Wenn es nötig ist, wird die Sozialdemo- kratie dem Kaiser und Kanzler zur Seite stehen, wenn es gilt, einen ehrenhaften Frieden zu erzielen, der nicht die Gefaihren eines erneuten Krieges in sich birgt. Nach dem gewonnenen Frieden erwarten wir ein freies Vaterland. Tie» zu erreichen, muß sich die Sozialdemokratie zur ersten Aufgabe machen. Im Besitz ungebrochener Kraft ist die Sozialdemokratie berufen, der Welt ein neues Gesicht zu gebe».... Aus Klasseugegeusätzcn heraus ist die deutsche Arbeitcrbowc- guilg entstandeu. Klassengegensätze wird es geben, solange es eine kapitalistische Wirtschaftsloeise gibt. Aber es gibt auch gemeinsame Interesse», die den Arbeiter mit dem Unternehmer verbinden. Unsere Arbeiterschaft lebt von der Industrie,»amentlrch vom Exporthandel. Wird dieser vernichtet, so wird der Ar- bcitcr mehr geschädigt als der Unternehmer. Der Kapi- talist kann sein Geld herausziehen und einem anderen Unter- nehmen, auch im Ausland, zuführen. Ter Arbeiter, wenn er keine Arbeit mehr hat, ist ruiniert. Mau hat wohl gesagt: was liegt daran, wenn der Arbeiter in Deutschland keine Existenz mehr hat, er wandert eben aus und wendet seine Arbeitskraff anderwärts au. Das ist heute nicht mehr so einfach, und zum Äulturdüuger aus fremdem Boden sind uns unsere deutschen Arbeiter zu gut. Trotz aller Gegen- sätzo zum heutigcu otoat ist der Arbeiter auch mit demStaale verbunden. Alan sagt, wenn die deutschen Arbeiter dafür eintreten, daß der deutsche Erporthandel nicht zugrunde geh«, sondern gefördert werde, so sei das Imperialismus, A r b e i t e r imperialis- muS. Lassen Sie sich durch dieses Wort nicht ins Bockshorn jagen. Sie wissen, was es für den Arbeiter bedeutet, lohnende Ar- b e i t zu haben. Diese will er sich nicht durch andere tvegnehmeu lassen. Wenn man da S JinperialiSmuS nennen will, nun gut, diesen Imperialismus können wir vertreten. Wir haben vieles zu verbessern am Staate. Wenn wir jedoch cttoas erreichen wollen, so müssen wir uns eins fühlen mit dem deutschen Volk. Nur dürfen wir uns n i ch t b e i s e i t e stellen und sagen: Was geht uns der Staat, wo» geht uns das Vaterland an. Gewiß, es wird sich auch nach dem blutigen Krieg nicht alles in einem einzigen Harmoniebrei auslösen. Der Kamps der Parteien wird wieder beginnen. Denn ohne Kampf ist kein Fortschritt möglich. Tie deutsche Sozialdemokratie ist der Sauerteig, der das deutsche Volt tu Gärung bringen muß. Aber eine solche Gärung darf sich nicht in bohlen Phrasen erschöpfen, sondern muß eine Kraft rverdeti. Unter diesem Gesichtspunkte, daß wir Kraft werden, daß wir Einfluß gewinnen, ist unsere ganze Tätigkeit in dem neuen Deutschen Reich, das wir erkämpfen wollen, zu beurteilen. Wer Kraft in sich suhlt, der fürchtet sich nicht vor Neuem, Unerprobtem, sondern fängt auch einmal etwas an, was er bis jetzt noch nicht getan hatte; der fürchtet nicht immer, sich selber zu verlieren. Jeder neuen geistigen Bewegung erwachsen Hemmungen: erstens daß sie neu ist, und zweitens, daß sie gegen das reine Prinzip ver- stößt. Aber Liebknecht hat gesagt: Wenn es die Situation erfor- dert, ändere ich meine Taktik an einem Tage hundertmal.... Wa» sollen w i r tun, um das Reich nach unseren Wünschen umzugestalten. Wollen und dürfen wir den Gedanken etwa einer Revolution nach dem Kriege aufkommen lassen? Diese Frage ist unbedingt zu verneinen. Wenn wir den Staat durch eine Revolution auch nur in Erschütterung brächten, so würden alle Feinde, die wir mit den Waffen niederzukämpfen hoffen, in unser Vaterland eindringen und über das uneinige, zerrissene Volk herfallen. Da» wäre das Ende des Deutschen Reiches und des deutschen Volkes. Unsere Aufgabe ist, das Reich und seine Einrichtungen zum Organ unserer politischen Ziele zu machen. Dazu müssen wir uns jedoch an der Arbeit um die Förderung des Vater- landcö beteiligen. Stehen wir beiseite, so verzichten wir von vorn- herein auf die politische Mitwirkung im Reiche. Mit unseren Bestrebungen ist eS unvereinbar, wenn wir davon reden, daß wir mit diesem Reiche nichts zu tun habcu wollen. Unvereinbar ist auch das Geredevon einer Revolution, denn wir täuschen uns damit eine Kraft vor, die wir nicht haben, und einen Willen, dessen Anwendung niemand einfällt. Die..Gleichheit" schrieb vor einigen Monaten, dass die Arbeiter auf die Kriegserklärung hin mit revolutionären Taten antworten würden. Die Militärbehörde be- wies einen guten Humor dadurch, daß sie diesen Artikel als gänzlich ungefährlich freigab. Hat jemand, der sich so täuscht, noch daS Recht, im Namen der Genossen zu sprechen, bat er nicht das Recht verwirkt. ais Führer angesehen zu werden? Tie deutsche Arbeiterschaft hat bewiesen, daß mehr Kraft im Handeln liegt, als in Redensarten und Phrasen. Nirgends außer Rußland sind die Kämpfe gegen die organisierten Arbeiter so giftig geführt worden, wie bei uns vor dem Krieg, immer unter der Behauptung, die deutschen Gewerkschaften sind sozialdemokratisch und die Zozialdemokratie wird das Vaterland in der Stunde der Gefahr im Stich lassen. Bei diesen Bchauprungen war viel bewußter Schwindel, aber auch viel gutgläubiger Irrtum Immer aber sind es diese Phrasen gewesen, die den Vorwand abgaben für eine rückschrittliche oder schikanöse Handhabung der Gesetze. Heute ist das Gegenteil erwiesen. Heute können wir deshalb auch verlangen, daß wir als völlig gleich- berechtigt angesehen werden. Ich erinnere an die Handhabung des Vereinsgesetzes, an die Bedrohung des Koalitionsrechts der Arbeiter durch das Terrorismusmärchen. Heute steht fest, daß das Reick) gerettet worden ist durch das Solidari- tätsgefühl, das die Arbeiter in ihren Gewerk- schaften gelernt haben. Davon müssen wir den Ruhen zu ziehen suchen, solange das Eisen noch heiß ist. Wir müssen ver- langen, daß das Roalitionsrecht und das Vereinsgesetz befreit werden von den würdelosen Fesseln. Das ist kein Tauschgeschäft, sondern ein Recht, das wir verlangen können und daS man uns lange vorenthalten hat. Wie eingeengt war das freie Wort in Deutschland. Heute können wir verlangen, daß die politischen Rechte nicht eingeengt, sondern erweitert werden. Denken wir an die sozialen Kriegs- matznahmen. Wieviel haben Staat und Gemeinde in die Hand ge- nommen von dem, was bis vor kurzem als heiliges Privateigentum galt. Uns ist das nicht genug, aber es ist die erste Stufe einer Treppe, die wir hinauf st eigen wollen. Wir müssen verlangen, daß es vorwärts geht in der Versicherung gegen Arbeits- l o s i g k e i t auf der Grundlage der Beteiligung der Gewerkschaften. Bezüglich unserer Stellung zum Militarismus ist nicht immer klar unterschieden zwischen Militarismus und der Verteidigung des Vaterlandes. Die Verteidigung des Vaterlandes ist eine Notwendigkeit. Und wenn wir das erkannt haben, so müssen wir auch die Mittel zur Verfügung stellen, die zu diesem Zweck gebraucht werden. Die Kämpfer sind unsere Brüder, und wenn wir sie gut ausrüsten, schützen wir unser eigen Fleisch und Blut Das ist keine Begeisterung für den Völkermord, sondern schutzmaßnahinen. die wir uns schuldig sind. Bleibt noch dos S h ft e m, das wir bekämpfen. Auch in dieser Richtung hat der Krieg eine große Wandlung vollzogen. Wo sind heute noch die Unterschiede des Standes, der Konfession und der p o l i t l s ch e n M e i n u n g e n- Sozialdemokraten und Juden tiinneu heute Lffiziere und Unteroffiziere werden. Heute sind Heer und Volk eins. ES liegt an uns, mit dafür zu sorgen, daß das auch nach dem Krieg so bleibe. Wir wollen den Staat umgestalten nach unseren Ideen und Be- dürfniffen. Wir wollen das Schwert nicht niederlegen, das wir seither gegen Ungerechtigkeit und Bedrückung benützt haben. Wollen wir den Staat nach unseren Wünschen umgestalten, so dürfen wir nicht so tun. als wäre dieser Staat für uns nicht da. Wie kleinlich sind heute die Sireitfraaeu, die in unseren Kreisen auSgefochten worden find. In Frankreich treten Guesde und Sembat in das Ministerium ein. Ich wollte, sie hätten das früher getan. Viel- liicht wäre dann Frankreich nicht in diese ungeheure Abhängigkeit von Rußland gekommen. Wir dürfen aber nicht nur verlangen, sondern wir müssen den Bedürfnissen des Staates Rechnung tragen. Wie kleinlich erscheint uns der Streit um die Budgetbewilligung, der jahrelang in unseren Reihen getobt hat. Ich halte es nicht für ein unbedingtes Erfordernis einer demokratischen, oppositionellen Partei, immer das Budget zu bewilligen, aber ich halte cS auch nicht für unrecht, wenn es unter Berücksichtigung der Um- stände bewilligt wird. Heute bewilligen wir blank zweimal fünf Milliarden, ohne daß wir wissen, wie sie verwendet werden einer Regierung, der wir früher nicht einmal einen Nachtwächter von 000 Mk. bewilligt haben. Denken Sie an den Streit über Konigshoch und Hofgängcrei. Keiner denkt daran, sich anzubiedern bei hochgestellten Herren. Stolz und frei stehen wir auch den Fürsten gegenüber da als Männer gegen Männer. Auch die Fürsten tun ibre Schuldigkeit in der Verteidigung des Vaterlandes und eS erscheint� uns heute recht törichi, uns darüber zu entrüsten, ob mau dem Staatsoberhaupt die Höflichkeit entgegenbringen dürfen, die wir keinem Menschen verweigern. Unsere republikanische Ge- sinnung wird dadurch in keiner Weise berührt. Wohl waren immer einzelne unter uns, die diese Kleinigkeit benutzt haben, um die Parteigenossen gegeneinander aufzuhetzen. Die Stunde der Gefahr hat uns zusammengeführt, und nun werden wir uns nicht wieder gegen einander auibringen und auseinanderreitzen lasten.(Leb- hafter Beifall.i Wollen wir auf freiem Grund als freies Volk stehen, so mutz die Sozialdemokratie die Führung aller freiheitlichen Elemente übernehmen. Aller Welt müssen wir sagen: Die Sozialdemokraten sind nicht gekommen, die staatsbürgerlichen Freiheiten zu zerreißen, sondern sie zu erfüllen. Fichte hat einmal gesagt: Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen tun. Darum weg mit allen kleinlichen Gesichts- punkten. Auch unsere Partei ist nur ein Mittel zum Zweck. Nur diesem Zweck haben wir uns dienstbar zu erweisen, koste es uns auch vieles von Jtcm, was wir bisher heilig gehalten haben. Auch das wäre kein Schaden, wenn die Freiheit und der grotze soziale Fort- schritt davon abhängt. Worte bedeuten nichts. Taten bedeuten alles. Deutsches Wesen soll immer eingedenk sein, daß es dem höchsten Ziel dient: der Erhöbung des Menschengeistes und deutscher Art. UnS Deutschen ist die Aufgabe anvertraut, die geistigen Schätze aller Völker zu bewahren und die Menschheit höher zu bringen. So ver- mahlt Nationalismus mit Internationalismus, so verbindet sich die Sozialdemokratie mit dem heutigen Staat, aus dem sie hervorgehen wird als die Führerin eines freien Volke?.(Starker, anhaltender Beifall.) Wir sind dem Genossen Heine dankbar, daß er so ohne Umschweife sein Zuknnfts-Programin entwickelt. Im Ver- trauen auf Kaiser und Kanzler lehnt er für die Gegenwart jede selbständige Parteiaktion ab. Während des Krieges mutz sich die Sozialdemokratie darauf beschränken, die Regierung im Verein mit den anderen Parteien, die Heine während der Kriegszeit als Bundesgenossen betrachtet, mit aller Kraft zu unter- stützen. Nach dem Kriege wird seiner Anschauung nach die Sozialdemokratie zu einer Arbeiterpartei werden, die nach demokratischen und sozialpolitischen Reformen strebt. Die Redereien von Revolution sind sinnlos. Die Stellung zum Staate mutz sich ändern. Der Militarisnius, der in diesem Kriege seinen Charaktermandel vollzogen hat— Juden und Sozialisten können Offiziere werden— mutz seine berechtigten Ansprüche auch von der Sozialdemokratie erfüllt sehen; die Budgetverweigerung ist sinnlos und hat höchstens einmal als taktisches Mittel ihre Berechtigung, der Streit um Kaiserhoch und Hosgängerei ist vorüber. Wir müssen Einflutz gewinnen unbekümmert um die sogenannten„reinen Prinzipien". Wir meinen, datz Genosse Heine mit diesen Aus- führungen das ausspricht, was in der Tat das Ziel eines grossen Teils der Führerschaft ist, und wir sind weit entfernt, in solchen Reden, die jetzt freilich nicht die genügende Erörterung finden können, etwa eine „Quertreiberei" gegen die bisherige Parteitaktik, wie sie die Parteitage festgelegt hatten, zu erblicken. Im Gegenteil, wir meinen, datz nicht früh genug die Aufmerksamkeit der Masse der Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder aus dieie Ziele der Umwandlung der Sozialdemokratte in eine national- soziale Reformpartei gerichtet werden kann. Denn bei der Masse steht schlietzlich die Entscheidung. Obige Zeilen waren bereits geschrieben, als wir folgendes Schreiben vom Genossen Heine erhielten: Werte Genossen! Sie verössentlichen aus einer vorgestern von mir in Stuttgarl gehaltenen Rede einen Satz. Die Ueberschrist:.Konsequenzen. Ein Bekennmis des sozialdemokratischen Abgeordneten Heine zu Kai'er und Reich", die Sie ihm gaben, läßt keinen Zweifel über die Absicht, die Sie damit befolgen. Die Genossen bitte ich. ihr Urteil über meinen Vortrag zu bilden aus dem ausführlichen Be- richt, der in der„Schwäbischen Tagwacht" von gestern gestanden hat und den der.Vorwärts" nicht abwarten konnte, sowie aus der steno- graphischen Ausnahme, die in Buchiorm erscheinen wird. Von dem Satz aber, den der.Vorwärts" zitiert, habe ich nicht ein Wort zurückzunehmen, und möchte nur der Vollständigkeit wegen darauf hinweisen, datz sein Grundgedanke übereinstimmt mit folgenden Worten: „Unumwunden erkennen wir, heute ja nicht zum ersten Male, an, daß Wilhelm II. sich durch seine Haltung namentlich in den letzten Jahren als ausrichtiger Freund des Völtersriedens bewährt Hai. Sofern es menschlicher Fähigkeit und gutem Willen über- Haupt gegeben wäre, souverän die Geschicke von vielen Millionen im Sinne der Menschlichkeit und der Vernunft zu entscheiden, brauchten die Befürchtungen in der augenblicklichen Lage nicht zu groß zu iein. Wo hat das gestanden— Im Leitartikel des„Vorwärts" vom 30. Juli lS14. Ich bitte Sie, diese Zuschrift zur Kenntnis der Leser des„Vor- wärlS" zu bringen. Mit Parteigruß Wolfgang Heine, M. d. R. Genosse Heine sieht, datz auch w i r ungeduldig waren. seine Ausführungen möglichst vollständig dem Urteil der Ge- nossen zu unterbreiten. Aber wir finden es nicht schön, datz Genosse Heine uns zu Schwurzeugen seiner Ansichten machen will, die wir heute so wenig teilen wie je. Der Satz aus dem Artikel des„Vorwärts" sagt in dem Zusammenhang, in dem er steht, keineswegs das, was Heine sagt, und der beste Beweis dafür ist, datz>vir diesen Zusammenhang heute gar nicht wiedergeben können. Datz Heine sich der Methode bedient, aus einem Artikel, der in einer ganz anderen Situation für den Tag und aus dem Tag geschrieben war, einen Satz zu reitzen, um uns für Ansichten verantwort- lich zu machen, die nicht die unseren sind, hat uns wirklich gewundert._ Mus öer Partei. Eine Erklärung des Vorstandes der rumänischen Tozialdemokmie. Der Vorstand der sozialdemokratischen Partei Deutschlands er- hielt vom Sekretär der sozialdemokratischen Partei Rumäniens, D. M a r i n e s c u, folgende Zuschrift: Werte Genossen! In der ausländischen sozialistischen und bürgerlichen Presse wurden allerorts Gerüchte über den Besuch des Genossen Süde- k u m in Rumänien verlautvart. Um die Tatsachen richiigzustellen, erlauben wir uns Ihnen folgendes zur Kenntnis zu bringen: Genosse Südekum kam nach Rumänien im Monat September vorigen JahreS. Gleich bei unserem ersten Zusammentreffen hob er hervor, daß er uns keinerlei offizielle Mitteilungen zu machen habe; er sei von der Partei hierzu nicht beauftragt, sondern sein Besuch sei rein persönlicher Natur. Nach diesem Vorbehalt fragte uns(Genosse Südekum, ob wir zu einer Unterhaltung privaten Charakters bereit wären, um uns über die Lage der sozialistischen Bewegung angesichts des Krieges zu informieren. Da wir seit Ausbruch des Krieges keine verläßlichen Nach. richten übcre die Haltung der deutschen Sozialdemokratie hatten, diese vielmehr bloß in dem verstümmelten Bilde sahen, das die hiesige bürgerliche Presse von ihr entwarf, um sie gegen uns auS- zuspielen, waren wir sebr froh über die dargebotene Gelegenheit, von einem deutschen Genossen, dazu noch einem Mitglieds des Reichstages, über die Stellungnahme der deutschen Partei beim Kriegsausbruch unterrichtet zu werden. Wir gingen also auf diesen Vorschlag ein und versammelten uns— meistens Epekutivmitglieder, aber auch andere Genossen— in eineni Restaurant, wo wir 2 bis 3 Stunden gemütlich beieinander saßen und über die aktuellen Ereignisse, insbesondere über die Be- willigung der Kredite durch die deutschen Sozialdemokraten, über die Perspektiven des künftigen Friedens, über die Internationale und über die Aussichten und Absichten der deutschen Partei dis- kutierten. Bei dieser Unterhaltung verhehlten wir nicht unsere Besorgnis über die Haltung der Sozialdemokraten in den kriegführenden Staaten, sowohl was die Bewilligung der Kriegskredite als auch was die, unserer Ansicht nach, nationalistische Tonart eines Teiles der Presse derselben betrifft. Aber hier wollen wir nicht die tiefe Meinungsverschiedenheit zwischen Genossen Südekum und uns darlegen, sondern bloß den absolut privaten Cbaratier dieser Diskussion feststellen. Wir be- tonen, daß unsere Diskussion bei dieser„Mission" des Genossen Südekum nicht um Haaresbreite die Grenze einer privaten Be- sprechung überschritten hat. Es war dies aber eine Besprechung zwischen Genossen, die, solange sie zur Internationale gehören, Gefühle der Kameradschaft und des Vertrauens einander ent- gegenbri nqen Was den„Unwillen" und daS„unliebsame Aussehen" betrifft, das die„Mission" des Genossen Südekum nach einer angeblichen Aeußerung eines rumänischen Genossen in Berlin bei den Bu- karester Genossen erregt hat. so erklären wir. daß niemand zu einer derartigen Aeuß-rung berechtigt war. Ueberdies behauptet der betreffende Genosse, der keinem unserer Komitees angehört, daß ihm im Mitteilungsblatt der Stuttgarter Genossen eine Aeußerung zugeschoben wird, die er niemals getan hat, und daß die ganze „Äffäre" auf einem Mißverständnis zu beruhen scheine. Wir wünschen mit diesem unserem Sckireiben die Diskussion. die über die sozialistische Taktik im gegenwärtigen Kriege geführt wird— soweit sie uns bstrisst— auf die Bahn der Wahrheit zu lenken. Wenn Sie es für notwendig halten, so bitten wir diese Er- klärung im„Vorwärts" zu publizieren, worauf wir sie unserer- seits in der„Lupta" erscheinen lassen werden. Die Danzigcr Genosse» nahmen in einer sehr stark besuchten Mitgliederversammlung des BezirlswahlvereinS zum Weltkriege Stellung. Nach einem ausführlichen Referat des Genossen Bartel, der die Haltung der Fraktion vertrat, aelangte gegen eine Stimme eine Resolution zur Annahme, in der sich die Versammelten mit der Stellungnahme unserer Reichstagssraktion einverstanden erklärt. Am Schlüsse der Resolution wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß die Regierung sofort zweckmäßige wirtschaftliche Maßnahmen durch- führt, insbesondere die Beschlagnahme der Kartoffeln anordnet. Die Danziger Militärverwaltung wird ersucht, ihre llnterstLtzungS- maßnahmen den Ausführungsbestimmungen des Reichskanzlers und der zuständigen Minister anzupassen. Jetzt lasse die Stadt- Verwaltung die Angehörigen der Kriegsteilnehmer in schwerer wirtschaftlicher Sorge._ Parteiliteratur. Das belgische Graubuch. Soeben erschien im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, als fünftes Heft der Sammlung„Dokumente zum Weltkrieg" das Material, das die belgische Regierung zum Krieg veröffentlicht hat. Von der Sammlung liegen nunmehr vor:„Das deutsch« Weiß- buch",„DaS englische Blaubuch"(2 Hefte),„Das russische Orange- buch",„Das belgische Graubuch". Als nächstes Heft wird „Frankreichs G e l b b u ch" zur Ausgabe gelangen. Alle Buch- Handlungen halten die„Dokumente zum Weltkrieg" vorrätig. ?ugenöbewegung. Arbeitcr-Jugend. Tie soeben erschienene Nr. b des 7. Jahrgangs hat u. a. folgenden Inhalt: Weibliche Tapferkeit. Von Luise Zietz.— Fichtes Reden an die deutsche Nation. Von Fritz Elsner.(Schluß.!— Tonerle. Eine Erinnerung von Fritz Sepp.(Schluß.)— Was wir den Türken verdanken. Von I. Stanjet.— Das Geheimnis des Todes.(II.) Bon Alex. Lipschütz.(Mit Abbildungen.)— Ferdinand Lassalles„Franz von Sickingen". Von R. Perner.— Aus der Jugendbewegung.— Zarenmahl. Gedicht von Marie Eugenie delle Grazie._ Gewerkschaftliches. Zur Sicherung ües Kohlenbeüarfs. Ter zweitägige Ttreit' der Bergarbeiter auf der Castellengo- grübe hat ein grelles Blitzlicht auf die Arbeitsverhältnisse im oberschlesischen Steinkohleurevier geworfen. Er kam plötzlich wie die Windsbraut in der Nacht, so datz im ersten Moment alle, auch die Leitungen der Bergarbeiterverbände, davon über- raicht waren. Bei näherer Prüfung der Arbeits- und Lohn- bedingungen sowie der Behandlung der Arbeiter durch ein- zelne Unterbeamten wurde der Streik erklärlich und entschuld- bar, wenn er auch von den Organisationen nicht gutgeheißen werden konnte. Es hatte sich so viel begründete Unzufriedenheit angesammelt, daß es verwunderlich erscheint, datz die Ar- beitseinstellung nicht schon früher kam. Wenn sich die Ar- beiter init berechtigten Beschloerden an ihre vorgesetzten Be- amten wandten, wurden sie mit ungehörigen, ja direkt be- leidigenden Redensarten abgefertigt. Es steht zwar nach einer solchen Abfertigung durch die Unterbeamten dem Beschwerdeführer auf Grund der für die oberschlesischen Bergwerke gültigen Arbeitsordnung der weitere Be- ichwerdeweg offen, der darin besteht, datz die zu erhebende Beschwerde bei dem nächsten Vorgesetzten desjenigen angc- bracht wird, gegen den sie sich richtet, und datz danach dieselbe, wenn erforderlich, bei dem jeweilig nächsten Vorgesetzten er- hoben wird, bis zuletzt bei dem Repräsentanten bzw. Vor- stand des Bergwerks. Nach einer Abkanzelung durch die Unterbeamten haben aber die Arbeiter keine Lust mehr, den iveitereu Beschlverdeweg zu beschreiten. Unter Bc- rücksichtigung dieser Sachlage, wird man auch die wilden Streiks im Bergbau verstehen. So begann auch der Streik auf der Castellengogrube. Im Bergbau ist der Ausbruch eines Einzelstreiks des- halb eine besondere Gefahr, weil sich fast regelmäßig auch andere Belegschaften anschließen. Tie Geschichte der Berg- arbeiterkämpfe hat dafür Betveise genug. Das liegt aber nickt etwa an einer besonderen Streiklust der Bergarbeiter, sondern daran, datz sie unter gleichen Verhältnissen leiden und immer Grund zur Unznsriedenheit vorhanden ist. So war es auch jetzt wieder in Oberjchlesien. Am 11. Februar verweigerte die Belegschaft der Castellengogrube die Anfahrt, am 12. Februar folgten Teile der Donnersmarckhüttegrube und auf anderen Schächten„wackelte" es nur so. Es werden jetzt grotze Anforderungen an die Bergarbeiter gestellt. Ter Kohlenbedarf im Inland und in Teilen des neu- tralen Auslandes ist groß. Grotze Mengen Kohle werden jetzt bei der Geschütz- und Geschoßfabrikation sowie durch unseren ge- waltigen Transportmechanismus verschlungen. Die Nachfrage ist aber auch deshalb noch besonders stark, weil mit Kriegs- beginn der Import englischer Kohle fortgefallen ist. Diese hatte an den Hafenplätzen der Nord- und Ostsee sowie nament- lich in Grotz-Berlin starke Absatzgebiete gewonnen. Im Jahre 1913 wurden allein nach Ostdeutschland fast 4 Millionen Tonnen eingeführt. Tie heimischen Bergwerksbesitzer emp- fanden diese Konkurrenz schon lange als lästig und arbeiteten an ihrer Beseitigung. Der Krieg hat vorläufig diese Aufgabe gelöst. Hoffentlich verstehen sich die Unternehmer mit den Bergarbeitern so ins Einvernehmen zu setzen, daß sie auch dauernd gelöst bleibt. Oberschlesien ist das zweitgrößte Steinkohlenrevier Deutschlands. Im Jahre 1913 betrug hier die Kohlenförde- rung 43 800 000 Tonnen. Das ist die Hälfte der Menge, die im Ruhrrevier gewonnen wird! Die Leistung des einzelnen Kohlenarbeiters übertrifft in Oberschlesien wegen seiner starken Kohlenflöze, die bis zu 14 Meter Mächtigkeit aufweisen, die aller anderen Reviere. Sie betrug 1913 pro Arbeiter 3A Tonnen. Diese Förderleistung ist um so höher anzu- schlagen, weil der prozeirtuale Anteil der bei der Kohlen- gewinnung beschäftigten Arbeiter geringer ist, als in anderen Revieren. Durch die Mobilmachung sind nun grotze Lücken in die Belegschaft gerissen, die um so nachteiliger wirken, als die gesundesten und leistungsfähigsten Arbeiter eingezogen wurden. Vor Kriegsbeginn waren im oberschlesischen Stein- kohlenbergbau 129 387 Arbeiter beschäftigt und am Schluß des 3. Quartals 1914 waren es noch 97 272. Das ist ein Ab- gang von rund 2ä Proz. Diese Zahl hat sich inzwischen noch erhöht. Die Nachfrage nach Kohle ist aber nicht entsprechend geringer geworden, sondern höchstens nur um 10 bis 13 Proz. gesunken. Diese Differenz soll nun auf jede Art weit ge- macht werden. Aber es wird keine Verstäudiguug mit den Arbeitern und ihren Organisationen gesucht, sondern einfach diktiert. Das ist ein durchaus falscher Weg. Die Vertreter der Bergarbeiterverbände müßten über den Kohlenbedarf genau unterrichtet werden. Mit der alten Ausfassung, keine Besprechung und Verhandlung mit diesen, mutz auch im Berg- bau gebrochen werden. Sie ist der Zeit, in der wir leben, nicht mehr würdig. Jetzt wird mehr oder weniger Zwang zum Verfahren von Ueberschichteu und Uebcrstunden aus- geübt. Die Hoffnung, auf diese Weise den Kohlenbedarf dauernd sicherzustellen, ist trügerisch. Das Verfahren von möglichst vielen Ueberftunden und Ueberschichteu ist nicht nur Bon bem guten Willen Her Arbeiter, fondern auch von Seriellier Vertrauensmanner angeordnet, wobei nicht rechtzeitige oder und der Gesamtlohn nebst Teputat keträgt pro Woche 17 M. Das förperlichen Verfassung abhängig. Dos muß beachtet werden. unrichtige Beantwortung der Fragen mit Arrest oder Geldbuße ist schon sehr hoch gerechnet. In den fünf Wochen der Ernte erDie Tätigkeit im unterirdischen Grubenbetrieb reibt Kraft bestraft wird. Die Enteignungsvorschriften enthalten eine wesent- höht sich zwar der Lohn noch um 1,80 M. pro Woche, dafür sinft und Gesundheit auf, wie die Statistiken über Krankheiten und liche Erweiterung. Für enteignete Produkte wird fünftig nicht er aber vom 1. Oktober um 0,60 Mt. Hat der Landarbeiter kleine Lebensdauer der Bergarbeiter beiveisen. Der jetzt geübte mehr der Höchstpreis, sondern ein um 10 roz. geringerer Kinder, und kann seine Frau nicht ständig arbeiten, was bei kleinen 3wang war noch nie ein probates Mittel, um Großes zu Sas gezahlt. Zur Durchführung der Aufnahme der vorhandenen Kindern meist nicht möglich ist, so ist sein Einkommen sehr dürftig. leisten. Verständigung mit den Arbeiterorganisationen tut Vorräte wird eine unter staatlicher Aufsicht und Einflußnahme zurzeit liegen die Dinge so, daß für Erd- und Bauarbeiten, sowie nötig, um Mittel und Wege zu finden, für die Sicherstellung stehende Getreide- Verkehrsanstalt ins Leben gerufen. für andere gewerbliche Arbeiten das Doppelte und noch mehr an des Koblenbedarfs. Das sollte die Regierung einsehen und Die politischen Bezirksbehörden oder die Gemeinden werden Lohn gezahlt wird, wozu noch der Vorteil einer wesentlich kürzeren in diesem Sinne wirken. ermächtigt, die Abgabe von Brot und Mahlprodukten zu bestimmen, Arbeitszeit fommt. In einer Notiz des„ Berliner Lofalanzeiger" über die die Back stunden zu regeln und die Herstellung von EinDonnersmarckhütte heißt es, daß der Betrieb infolge starfer beitsbrot anzuordnen. Ferner sind Bestimungen über die Nachfrage nach Haupt- und Nebenprodukten noch wesentlich Herstellung und den Verkauf von Brot und Backwaren erlassen ausgedehnt werden könnte, wenn man nicht mit dem Arbeiter- worden; ebenso sind Anordnungen über den Ausdrusch und Mahlmangel zu rechnen hätte. Doch auch darin sei in letzter Beit 3wang vorgesehen. Ein Zeugnis mit Tintenstift. Man sollte gar nicht glauben, auf welche Idee einzelne Arbeitgeber verfallen, um dem Angestellten ein ihur gerichtlich zugesprochenes Zeugnis zu verleiden. eine Besserung eingetreten, nachdem der oberschlesi- Die vorsäßliche Verheimlichung von Vorräten an Getreide Ein Buchhalter hatte nach langem Prozessieren gegen eine schen Montanindustrie von der Heeresver- oder Mahlprodukten, die Beschädigung oder Zerstörung gesperrter Metallwarenfabrik beim Berliner Kaufmannsgericht ein Zeugnis waltung 9000 im Bergbau und Grubenfa dhe Borräte und die Entziehung des Saatgutes seiner Bestimmung erftritten, das ihm die Firma nach erfolgter Strafandrohung seitens des Gerichts auch schließlich ausstellte. Das Zeugnis war wird mit strengem Arrest bzw. Geldbuze bestraft. bewanderte Kriegsgefangene überwiesen aber nur mit Tintenstift unterschrieben, der eine Name der worden seien. Wo und in welchen Betrieben sie beschäftigt Das Deutsche Reichsschuldbuch. Doppelfirma war ganz dünn aufgetragen, und an einer Stelle werden sollen, ist noch nicht bekannt. In einer gemeinschaftlichen Eingabe der Bergarbeiterverbände an den Herrn Mi- stimmt, die Gelder in Deutscher Reichsanleihe anlegen wollen, aber den Klageweg beschreiten. Tas Kaufmannsgericht und das BerDie Einrichtung des Reichsschuldbuches ist für diejenigen be- war die Unterschrift radiert. Da die Gesellschaft im guten zuz Abänderung nicht zu bewegen war, mußte der Buchhalter wiederum nister für Handel und Gewerbe wird vor einer Beschäftigung nicht geneigt find, für die Aufbewahrung von Wertpapieren und die liner Landgericht 111 stellten sich beide auf den Standpunkt, daß diefer Leute im unterirdischen Grubenbetrieb gewarnt. Man Einfassierung von Zinsscheinen selbst Sorge zu tragen. Die Schuld- der Gehilfe ein mit Tinte unterschriebenes Zeugnis verlangen sveist auf die damit verbundene Gefahr hin, die nicht nur für die Arbeiter, sondern auch für den Grubenbetrieb entstehen könnte. buchgläubiger erhalten feine Wertpapiere und keine Zinsscheine, fönne, und verfügten, daß Beklagte bei Vermeidung einer beArbeiter, sondern auch für den Grubenbetrieb entstehen könnte. sondern haben eine verzinsliche Buchforderung an das Reich. Ihr stimmten Strafe im Weigerungsfalle ein ordnungsgemäßes Das ist wohl zu beachten. Kriegsgefangene werden Recht beruht lediglich auf der Eintragung im Schuldbuch, so daß Beuguis auszustellen habe. Mag die Zeichnung mit Tintenstift, gegen ihren Willen in unserem Land gehalten. Nur wenige sie gegen die Gefahr geschützt sind, durch Verlust oder Vernichtung so heißt es in der Begründung, sonst üblich sein oder nicht, für werden dafür dankbar sein und dann auch nur für die Dauer von Schuldverschreibungen oder Zinsscheinen Schaden zu erleiden. ein Zeugnis muß jedenfalls die mittels Tinte gefertigte Unter des Krieges. Ein Fanatiker fann im Grubenbetrieb leider Die Eintragung in das Reichsschuldbuch erfolgt gebührenfrei. Die eine unübersehbare Katastrophe herbeiführen. Dann hätten ginsen erhalten die Buchgläubiger jeweils einige Tage vor Fällig wir zu dem Schaden noch den Spott der Feinde. Aus West- feit ohne besonderen Antrag durch die Post zugesandt. Sie können falen kommt schon die Kunde, daß dort die unterirdische Be- aber auch, falls sie dies vorziehen und einen entsprechenden Antrag schäftigung von Kriegsgefangenen stattfindet. Es ist davon stellen, die ginsen bei den Reichsbankanstalten oder bei öffentlichen im Interesse der Sicherheit des Grubenbetriebes und seiner Stassen erheben oder sie ihrer Sparkasse oder Genossenschaft über Arbeiter abzuraten. weisen oder übersenden lassen oder durch Vermittelung eines Bankhauses usw. in Empfang nehmen. Um zur Benuzung des Schuldbuches anzuregen, pflegen bei der Auflegung von Anleihen den Zeichnern, die die Eintragung ins Schuldbuch beantragen und sich verpflichten, ihre Forderung während einer gewissen Sperrfrist im Schuldbuch stehen zu lassen, Vorzugsbedingungen bewilligt zu werden. Auch bei der jetzt aufgelegten Kriegsanleihe wird den Schuldbuchzeichnern, die sich einer Sperre bis zum 15. April 1916 unterwerfen, eine Preisermäßigung von 20 f.( 98,30 statt 98,50) für je 100 M. Nennwert gewährt. Für die Schuldhuchzeichner werden besondere Zeichnungsscheine( auf rotem Bapier) ausgegeben, die zugleich die Angaben enthalten, welche der Beichner machen muß, damit die Eintragung in das Schuldbuch bewirft werben fann. dem Inhaber wiederholt in seinem späteren Fortkommen behilflich schrift als erforderlich bezeichnet werden. Denn das Zeugnis soll sein. Er muß es bei jeder Bewerbung vorlegen. Erfahrungsgemäß verwischt sich aber das mit einem Tintenstift gefertigte Schriftstück mit der Zeit, es kann daher die Echtheit angezweifelt werden. Dazu kommt hier noch, daß die Rajur leicht Mißtrauen gegen den Zeugnisinhaber erwecken kann. Nachdem auch die Strafandrohung ohne Erfolg blieb, beschloß das Kaufmannsgericht, die angedrohte Strafe des Landgerichts über die Gesellschaft zu verhängen. Hierbei stellte das Kaufmannsgericht noch fest. daß die Unterschrift so dünn aufgetragen ist( ob mit oder ohne Abficht, bleibe dahingestellt), daß sie schon jetzt kaum lesbar ist. Gerichtszeitung. Titel und Ordensschacher. Unter der Anklage des Betruges und der Unterschlagung wurde gestern der Händler Siegmund Wilhelm Dobchiner aus der Untersuchungshaft, in der er seit über einem Jahre sitzt, der Strafkammer des Landgerichts III vorgeführt. Dringend muß vor Lohnkürzungen gewarnt werden. Wir leben in einer teueren Zeit. Wenn die Bergarbeiter ihren großen Kräfteverbrauch nicht durch die Zuführung von stärkenden Nahrungsmitteln ersetzen können, dann ist es bald aus. Derartiges zu sagen, sollte ja überflüssig sein. Leider ist es das nicht. In Oberschlesien zeigte der Lohn bis zum Jahresschluß eine starke rückgängige Tendenz. Arbeiter ausschußmitgliedern, die dagegen protestierten, wurde gesagt, fie sollten sich freuen, daß sie überhaupt noch arbeiten könnten und von der russischen Invasion verschont worden jeien. Das hörte sich so an, als sollten die Arbeiter zum Dank dafür umsonst arbeiten. Wie es nun im neuen Jahr bestellt ist, läßt sich wegen der Kürze der Zeit noch nicht übersehen. Lohnfürzungen sind mit Rücksicht auf die Teuerung und den geWie schon gesagt, erhält der Schuldbuchzeichner zunächst weder stiegenen Kohlenpreis nicht gerechtfertigt. Die Tonne ober- Wertpapiere noch Zinsscheine. Er fann aber später nach Ablauf der Jahre 1900 aus Sem Gebiet des preußischen Staates und im Jahre Der Angeklagte, ein russischer Staatsangehöriger, ist schon im schlesische Kohle ist auf Beschluß der Kohlenkonvention seit Eperrfrist, wenn er aus irgendeinem Grunde Wertpapiere zu erhalten 1910 aus dem Königreich Sachsen als lästiger Ausländer ausgewiesen 1. Januar um fast 2 W. gestiegen. Es ist daher wohl anzu wünscht, seine Forderung im Schuldbuch löschen und sich dafür worden, weil er trotz Verwarnung den Ausstellungs-, Ordens- und nehmen, daß die Werke froß des Krieges und verminderter Anleihestücke nebst Zinsscheinen im gleichen Nennbetrage ausreichen Titelschwindel immer wieder betrieb. Aus dem Jahre 1910 stammen Belegschaft mit Gewinn arbeiten. Das ist aber bei den ober- lassen. Es bedarf dazu nur eines beglaubigten Antrages an die noch die beiden Unterschlagungsfälle, die ihm jetzt zur Lait gelegt schlesischen Besitzungen schwer nachzuweisen, weil sie größten- Reichsschuldenverwaltung und der Entrichtung einer fleinen Gebühr werden: er soll sich der Unterschlagung von Goldwaren, die ihn teils Familienbefiß sind. Die Namen Ballestrem, Giesche,( 75 f. für je 1000 m., mindestens aber 2 M.). Es sei indessen fommissionsweise anvertraut waren, schuldig gemacht haben. Nach Donnersmard, Pleß, Schaffgotsch, Thiele- Winkler usw. geben davon Kunde. Es ist gewiß ein billiger Wunsch, wenn die Arbeiter verlangen, daß man sie in dieser Zeit mit Lohn kürzungen verschont. Sie haben keine Rücklagen, weil ihnen das auch in regulärer Zeit die Lohnhöhe nicht gestattet. Sie leben von ihrem täglichen Verdienst und müssen sich sehr einschränken, um damit durchzukommen. Ein Festhalten der Werke an der Lohnhöhe, die vor dem Kriege bestand, würde die Arbeitslust steigern und darum gewiß der Förderleistung feinen Abbruch tun. Es würde sich als Kraft erweisen, die wohltuend wirft und Gutes schafft. darauf hingewiesen, daß das Schuldbuch seiner ganzen Einrichtung seinen Ausweisungen siedelte er nach London über und betrieb sein altes Gewerbe mit frischen Kräften. Unter dem Namen Dr. Brud, nach nur für solche Gläubiger bestimmt ist, die ihr Geld auf Sampson, Glaz u. a. erließ er in deutschen und auswärtigen Zei längere Dauer in Deutscher Reichsanleihe anlegen wollen tungen Annoncen, zum Teil auch unter Chiffre- Adressen, in denen er und die Absicht haben, ihre Forderung bis auf weiteres im Rat und Hilfe zum Erwerb des Doktortitele in absentia anbot. Es Schuldbuch zu belassen. Solchen Zeichnern kann die Benüßung meldeten sich Titelsüchtige in sehr großer Zahl. Diesen Leuten, die des Schuldbuches dringend empfohlen werden. Dagegen werden dem Angeklagten durch ihre Gitelfeit ins Garn, getrieben wurden. diejenigen Zeichner, die von vornherein die Absicht haben, sich die nahm dieser unter den verschiedensten Vorspiegelungen Geldbeträge, Stücke schon bald nach Ablauf der Sperrfrist ausreichen zu lassen, die in einzelnen Fällen bis zu mehreren tausend Mark hinaufgingen, ab. In den meisten Fällen lieferte er den Geschädigten nichts, in guttun, von der Benutzung des Schuldbuches überhaupt abzusehen. einzelnen Fällen wurden sie durch wertlose Ausstellungsdiplome be Die Eintragung geschieht erst, nachdem die Anleihe voll bezahlt glüdt. Das hiesige Gericht hat sich nur mit acht solcher Betrugsfälle ist. lleber die erfolgte Eintragung erhält der Gläubiger von der zu beschäftigen, da Dobschiner wir in diesem Umfange ausgeliefert Ferner fordern die Bergarbeiterverbände in der schon Reichsschuldenverwaltung eine Benachrichtigung, die aber nicht die worden ist. Vielfach bot er seine Dienste an zur Beschaffung der int genannten Eingabe an den Herrn Handelsminister die Schaf Eigenschaft eines Wertpapiers hat und deren Verlust oder Beschädi- Deutschland ohne weiteres zugelassenen Doftorwürde der Universität fung eines Einigungsamtes zur friedlichen Vermittelung und gung deshalb keinen Schaden bringt. Bei der gewaltigen Größe Bern". Nach seiner Behauptung bedürfe es nur einer Dissertation Beilegung von Streitigkeiten, die sich aus den Fragen des des Anleihegeschäftes wird die Durchführung der Eintragung natür- und einer Erwerbung der„ Ehrenmitgliedschaft der Akademic Toulouse". Zur Regelung solcher Angelegenheiten mußte er angeblich perLohnes, der Arbeitszeit und der persönlichen Behandlung lich geraume Zeit beanspruchen, und es kann daher geschehen, daß sönlich nach Bern reisen und ließ sich außer dem Haupthonorar auch zwischen Unternehmer und Arbeiter ergeben. Die Errichtung der Zeichner erst nach Monaten in den Besitz der Benachrichtigung die angeblichen Reisekosten bezahlen. Unter Hinweis auf seine„ höchsten einer solchen Institution wäre von dauerndem Wert. Hoffent- tommt. Irgendwelche Nachteile erwachsen ihm hierdurch nicht. Alle und allerhöchsten" Verbindungen versprach er 1911 die Besorgung von lich sieht man das auch an maßgebender Stelle ein. Mitteilungen der Reichsschuldenverwaltung erfolgen als portopflichtige Ehrendiplomen zur goldenen Medaille einer Pariser Ausstellung, andere Eine Beachtung der vorstehend ausgesprochenen billigen Dienstsache, nur die jeweilige Uebersendung der Zinsen geschieht wollte er mit in- und ausländischen Orden beglücken, diesen berhieß er den Professortitel der Akademie Toulouse, jenem den Doktortitel Wünsche würde die Möglichkeit schaffen, den Kohlenbedarf portofrei im Postscheckverfahren. honoris causa der Universität Rostock oder auch den Professortitel dauernd mit heimischen Arbeitern zu sichern. des Herzogs von Sachsen- Coburg- Gotha. Berlin und Umgegend. Teuerungszulagen für städtische Arbeiter. Deutsches Reich. anzugeben. Soziales. Nach den Ermittelungen der Anflagebehörde hat der Angeklagte gar feine höchste und allerhöchste" Verbindungen, auch handelt es sich bei den Doktor- und Professortiteln, die er ausbot, nicht um staatlich anerkannte Institute, sondern unt schwindelhafte Unternehmungen von Privatpersonen. Insbesondere soll die„ Akademie Toulouse" ein der artiges, längst eingezogenes Unternehmen sein, auf jeden Fall konnte die Mitgliedschaft zu ihm niemals die Erwerbung der Doktorwürde Die Bandarbeiter erhalten, wenn sie in ihre Heimat zurückfehren, Wohnung und Naturalien, und zwar für die Arbeitskraft und Woche mit Ausnahme der gelegentlich mitarbeitenden Kinder: 1 Pfund Schweinefett, 1 Pfund Fleisch, 30 Pfund Kartoffeln, die eingezogenen Gelder in seiner Tasche, während die Dissertationen 7 Liter Mager- und 3% Liter Vollmilch und ½ Pfund Salz nebst 18 Pfund Roggen pro Monat. Hohe Lebensmittelpreise niedrige Landarbeiterlöhne. Die städtischen Arbeiter von Berlin, Charlottenburg, Neukölln Während die Landwirte jetzt sehr hohe Preise für die landund Lichtenberg haben an die Gemeindeverwaltungen einen Antrag wirtschaftlichen Produkte erzielen, sind die Löhne, die sie den auf Zahlung einer Teuerungszulage von wöchentlich 3 M. gestellt. Landarbeitern zahlen, vielfach äußerst niedrig. Von der ostpreußiSie begründen ihren Antrag mit der enormen Preissteigerung aller Der Angeklagte war zum Teil geständig, blieb aber dabei, daß Lebensmittel und Bedarfsartikel und der Tatsache, daß in einzelnen schen Bevölkerung ist infolge des Krieges ein großer Teil nach dem zur Folge haben. Betrieben der Städte schon Aufbesserungen des Stundenlohnes bis Westen abgewandert, und jetzt bemüht sich die ostpreußische Land- er hohe Verbindungen", u. a. den Kronprinzen Danilo von Montezu 20 Pf. erfolgten. In der Begründung wird ferner gesagt: Wir wirtschaftskammer, die Landarbeiterfamilien wieder zur Rückkehr negro zur Verfügung gehabt und mit ihrer Hilfe tatsächlich einer Anfönnen nicht verantwortlich gemacht werden dafür, daß gewisse für nach Ostpreußen zu bewegen. Ihre Vertrauensleute suchen die zahl Personen den Hoflieferantentitel, Generalfonfulate südameri die Volléernährung in Frage fommende Interessentengruppen fo Flüchtlingsquartiere ab, um mit den einzelnen Familien zu unter- fanischer Staaten, den spanischen Roten Kreuzorden ufiv. besorgt habe. wenig Gemeinsamkeits- und soziales Pflichtgefühl zeigen, indem sie, handeln. Vom Vorsitzenden der Landwirtschaftskammer werden die Auf den Handel mit Doftortiteln will er durch ein Inserat in einer unbekümmert um die Notlage der Nation durch skrupellose und durch Landarbeiter ersucht, ihren jetzigen Aufenthaltsort dem Landrat hiesigen Tageszeitung gekommen sein, in dem ein Dr. Freher seine Dienste zur Erlangung der Doktorwürde in absentia anbot. Dieser, die Marktlage nicht berechtigte Preistreiberei sich übernormalen Geein ehemaliger Referendar, ist auch mitbeschuldigt, steht aber heute schäftsgewinn zuschanzen... nicht mit unter der Anklage, weil er im Felde steht. Mit diesem trat Dobschiner in Verbindung, die jedoch sehr einseitig war, denn er schickte nur in einem Falle an Dr. Freyer 100 M.; in den übrigen blieben Beendigung des Streiks in der Königshütte O/ S. Die Verhandlungen der Hüttenverwaltung mit den streifenden von ihm einfach in den Papierkorb geworfen wurden. Die Erwerbung der Ehrenmitgliedschaft der Akademie Toulouse", die er als VorArbeitern des Bandagenwalzwerkes der Königshütte haben zu dem bedingung für den Doktor hinstellte, forderte er ganz auf eigene Kappe. An Tagelohn wird gezahlt: 1. für Männer und starke Burschen, Die Reflektanten, die sich darauf einließen, mußten ihm 325 M. zahlen Ergebnis geführt, daß die gesamte Belegschaft von achtzig Mann am 22. Februar früh die Arbeit nach eintvöchigem Streit wieder auf die beide mähen können, 1,40 M. bis Ende September, außer der und erhielten dafür nur ein schönes Kreuz, am Bande als Orden zu Den Ausständigen ist auf die Akkordpreise eine Ernte; während der Ernte fünf Wochen 2 M., vom 1. Oktober ab tragen. Ihm selbst kostete die Geschichte nur etiva 100 M. genommen hat. Lohnzulage von 3,50 M. pro Tonne gewährt worden. Das Urteil lautete auf 1 Jahr 6 Monate Gefängnis unter An Bährend damit in dieser Abteilung des Werkes die Lohn- 1,30 M.; 2. für Frauen, Mädchen und Burschen 1,20, 1,60 und bewegung beendet ist, dauern die Berhandlungen über die Forderung 1,10 M.; 3. für Jungen und weniger fräftige Mädchen, fowie rechnung von 1 Jahr 2 Monaten auf die Untersuchungshaft und ältere, nicht mehr vollkräftige Personen 0,80, 1,20 und 0,70 m. 3 Jahre Ehrverlust. der Heffelheizer noch an. Für das Füttern von Pferden und ich außerhalb der Arbeitszeit wird an Wochentagen 20 Pf. Tagelohn, für Sonn- und Feiertage In böse Sittenzustände leuchtete eine am Dienstag vor 50 Pf. gewährt. Es wird weiter gegeben: gemeinschaftliche Wohnung, nach Geschlechtern getrennt; gemeinschaftliche Feuer- dem Reichsgericht stattgefundene Verhandlung hinein. Das Landgericht Baußen hat am 17. November den in der PapierBeschlagnahme der Getreidevorräte in Oesterreich. stätten zum Kochen und Waschen; Feuerung und Beleuchtung und hülsenfabrit zu Zittau angestellten Kaufmann Alfred Hübner wegen Wien, 28. Februar.( B. T. B.) Gine heute erlassene Raiser außerdem für jede Person ein Strohfad und eine wollene Dede. Berführung eines unbescholtenen Mädchens unter 16 Jahren zu Man sieht also, daß die Unterbringung der Familien eine 4 Monaten Gefängnis und wegen tätlicher Beleidigung eines anderen liche Verordnung verfügt die Sperre über alle am 24. Februar vorhandenen Vorräte on Weizen, Roggen, Gerste, höchst primitive ist und ein Familienleben faum ermöglicht. Aber Madchens zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. In beiden Fällen handelte Hafer, Mais sowie an Mahlprodukten, mit Ausnahme auch Lohn und Deputat sind sehr niedrig. Wenn man den Be- es sich um ein Mädchen, das in der Fabrit tätig war. Das zweite von Aleie. 300 Gramm Getreide oder 240 Gramm Mahlprodukte rechnungen über den Wert des Deputats schon die letzten Höchst- Mädchen hatte sich gegen 50 Pf. unzüchtige Berührungen durch den pro Kopf dürfen täglich verbraucht werden. Ausnahmebe- preise für den Kleinhandel in Königsberg zugrunde legt, so macht Angeklagten gefallen lassen. Auf seine Revision wurde der Angeklagte stimmungen beziehen sich auf Vorräte für Angehörige des Haus der wöchentliche Geldwert des Deputats 6,90 M. aus. Der Lohn vom Reichsgericht soweit freigesprochen, als er wegen tätlicher Beleidigung des zweiten Mädchens verurteilt worden ist, weil nicht fest= haltes, für Bäder und Zuderbäder, auf Saatgetreide sowie auf für einen volleistungsfähigen Arbeiter beträgt von den paar gestellt ist, daß die jugendliche Arbeiterin in der Handlungsweise des Wochen der Ernte abgesehen 8,40 M. Rechnet man schon angeklagten eine Verlegung ihrer Geschlechtschre erblickt hat. Sodie Saferverfütterung für Pferdehalter. weit der Angeklagte wegen Verführung zu 4 Monaten Gefängnis verWeiter wird eine durch die Gemeinden vorzunehmende Auf hinzu, daß jeder Arbeiter für das Pferdefüttern bezahlt wird so kommen noch 1,70 m. hinzu, urteilt worden ist, wurde jedoch seine Revision verworfen. nahme der Vorräte unter Mitwirkung von Behörden be- was nicht immer der Fall ist Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW. Aus Industrie und Handel. Intimes aus einer Fabrif. Mr. 56. 32. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 25. Februar 1915. folonisten umfaßt. Seine Aufgabe ist eine doppelte. Er ist der Die vielfach geltend gemachte Erschwerung der Zufuhr ist Genossenschaft bei der Heranholung von Brachgelände behilflich und nicht der ausschließliche Grund der Kartoffelknappheit. Ber Die Verstadtlichung der B. E. W. fich, der Geiſſenſchaft die nötigen Wächter zu verschaffen. ſchiedene Produzenten und Großhändler haben einige Tage ht Einen für die Berliner Gemeinde weittragenden Beschluß hat Außerdem liegt ihm aber noch eine zweite ſehr wesentliche Aufgabe vor dem Erlaß der neuen Höchstpreise derart hohe Preise für ob. Eine Reihe von Grundstücken eignet sich wegen ihrer Kartoffeln gefordert, daß dem Händler mit Einrechnung der Magistrat gefaßt. Er hat beschlossen, die Berliner Elektrizitätssverke zu verstadtlichen. Für diesen Beschluß war, wie aus dem Beschaffenheit oder Größe nicht zur Bestellung im Großbetriebe. der Fracht und Abfuhr vom Bahnhof der Zentner 5,50 Di. Rathause berichtet wird, in Rücksicht auf die inzwischen erfolgte Außerdem befindet sich in der Nähe der bestehenden Laubenkolonjen selbst gekostet hätte. Jekt bekommen viele Kleinhändler beint Rathause berichtet wird, in Rücksicht auf die inzwischen erfolgte altes Kulturland, das von den Laubenkolonisten durch Spatenkultur besten Willen keine Startoffeln; nicht selten erklären ihnen Gestaltung der Verhältnisse für einen Widerstreit der Meinungen für den Gemüse- und Kartoffelbau nugbar gemacht werden kann. ihre bisherigen Lieferanten, sie rechneten mit einer weiteren umerhalb des Magistrats und für die Entscheidung einer Mehrheit Grfahrene Laubenkolonisten werden dieses Rohland, das sie unent- Herauffeßung der Höchstpreise. Will die Regierung diesen Nahrungsmittelwucher ruhig gegen eine Minderheit kein Raum mehr. Die Braunkohlenfelder in Golpa- Jeniz, von denen aus durch eine der A. E. G. nahestehende Fernkraftgesellschaft die Versorgung Berlins mit Strom in Aussicht genommen war, sind jetzt im allgemeinen Interesse für andere Zwede beſtimmt. Aus diesem Grunde kam daher für den Magistrat eine andere, Lösung der Angelegenheit als die llebernahme der Werke in städtische Verwaltung nicht mehr in Frage. geltlich vom Kriegsausschuß erhalten, unter voller Ausnutzung ihrer Arbeitskraft selbst umgraben, düngen und mit Gemüse oder Kar- dulden? toffeln nach näherer Anweisung des Kriegsausschusses bestellen. Dem Striegsausschuß steht natürlicher Dünger zur Verfügung. Auch die Beschlagnahme der Kartoffeln- der einzige Ausweg. Beschaffung von fünstlichem Dünger und der Ankauf von Saatgut Die Nuglosigkeit der Startoffelvertenerung dürfte wie der Striegsist in die Wege geleitet worden. Schließlich werden infolge groß ausschuß für Konsumenteninteressen mitteilt allen Kreisen des Der Magistratsbeschluß macht endlich allem Zweifel und aller sügiger Maßnahmen der Gartenbaudirektion Berlin Pflanzlinge für Bolles nunmehr offenbar fein. Ein Blick in unsere Markthallen Der Magistratsbeschluß macht endlich allem Zweifel und aller den Gemüseanbau zur Verfügung gestellt werden können. Der Kriegs- und sonstigen Verkaufsstände zeigt besser als alle wissenUnsicherheit in der Frage der B. E. W. ein Ende. Lange hat man ausichus gibt sich der festen Erwartung hin, daß die Lauben schaftlichen Belehrungen, daß trotz der von der Reichs. geschwankt, ehe dieser Entschluß zustande fam. Sehr lebhaft ist tolonisten aus patriotischem Pflichtgefühl und auch im regierung in guter Absicht leider ohne vorherige Bestands gekämpft worden, ob man nicht den gemischt- wirtschaftlichen Betrieb eigensten Interesse sich an der Bestellung dieser Ländereien aufnahme erlassenen Verordnung nach wie vor eine riesige cinführen sollte. Zulegt entstanden neue Komplikationen dadurch, beteiligen werden. Sowohl die Genossenschaft wie der Kriegs Startoffelnot besteht. Der Verfütterung der Kartoffeln ist aber auch ob man nicht mit dem Staat zusammengehen könne. Schließlich ausschuß der Laubenkolonien haben eine Reihe von Unter- jetzt noch kein Einhalt getan, da sie bei dem Fehlen der Viehhöchsttauchten auch Bedenken auf über die Aufbringung der Mittel in der ausschüssen lokaler Natur eingerichtet, deren weiterer Ausbau zur preise immer noch rentabler erscheint, als der Verkauf an Händler. jezigen schwierigen Zeit, die die lebernahme erfordert. Aber alle zeit erfolgt. An Stellen, die noch bekannt gemacht werden, sollen Der Kriegsausschuß erblickt daher in einer Beschlagnahme diese Bedenken und Schwierigkeiten sind zu überwinden, wenn der Zeitpunkt der liebernahme der Werke in den Betrieb der Stadt Pläne aushängen, aus denen die Lage der einzelnen Grundstücke zu der Kartoffelbestände den einzigen Ausweg aus den ersehen ist. An diese Stellen, denen zugleich die sachverständige Be- Schwierigkeiten, die außer auf die Lebenshaltung der ärmeren nicht auf Jahre hinaus, vielleicht für immer vervaßt werden sollte. ratung obliegen wird, wird sich der Bewerber im Land zu wenden Volksschichten auch auf den Geist unserer Truppen vor dem Feinde Was für hunderte anderer Städte Deutschlands seit Jahren möglich einen überaus ungünstigen Einfluß auszuüben geeignet sind. ist, durfte auch für Berlin nicht unmöglich sein. Es konnte nicht anWer noch Land besitzt, das sich zur Bestellung durch Lauben. Denn es wird sich schwerlich vermeiden lassen, daß zahlreiche gehen, auf die Dauer die Erzeugung von Kraft und Licht in den kolonisten eignet, wolle dies schleunigst für die Dauer des Strieges, Kriegerfrauen in den Briefen an ihre Männer über die unHänden einer Privatgesellschaft zu lassen. Mit vollem Recht sagt die auf jeden Fall für das Jahr 1915 unentgeltlich dem Kriegsausschuß würdigen und beunruhigenden Zustände beim Kartoffelverkauf be Deutsche Tageszeitung" mit der wir sonst nicht übereinstimmen: für Laubenkolonien zu Händern seines Vorsitzenden, Regierungsrats richten. Das kann nur vermieden werden, wenn die Bevölkerung Dr. Schulz, Berlin W. 10, Stönigin- Augusta- Str. 26 Telephon weiß, daß bei der Verteilung ihres wichtigsten Nahrungsmittels jede zur Verfügung stellen. Begünstigung bestimmter Erwerbszweige ausgeschaltet und die Ver Jedermann beteilige sich mit seiner Familie an dem großen forgung durch die städtische oder staatliche Besizergreifung von den Werke, indem er ein Stück Land übernimmt. Wer schon im Gemüse- Kartoffelbeständen wirklich sichergestellt ist. Damit der Reichsleiting anbau erfahren ist, wende sich zum Anbau von Gemüse an den Kriegs der von militärischen Kreisen nicht ungern gesehene Schritt zur Be ausschuß Groß- Berliner Laubenkolonien oder die Genossenschaft schlagnahme erleichtert wird, bittet der Kriegsausschuß( Berlin W 35, Charlottenstr. 60, um entweder geeignetes Brachland oder von der Potsdamer Straße 56) um Mitteilung aller beim Kartoffelverkauf Genossenschaft gepflügtes und gedüngtes Land zu übernehmen. zutage tretenden Mißstände, über die er der Regierung fofort einen Ueberblick zu geben gedenkt. haben. Dieser weitgehende Beschluß des Magistrats ist von der Bürgerschaft mit Dank und Anerkennung zu begrüßen. Bedeutet er doch zum ersten ein Freiwerden der Stadt aus der groß- üzow 4122 Kapitalistischen Umflammering der Elektrizitätswerke, zum andern, die Vorbedingung für ein einträgliches Gemeindetverk größten Stiles und zugleich für eine Entlastung der Konsumenten. Die Stadtverordneten werden, wenn sie gut beraten sind, dem Beschlusse sicherlich beistimmen." Der Magistratsbeschluß dürfte auch von tiefeinschneiden der Bedeutung in finanzieller Hinsicht werden. Es ist bekannt, daß die Wer noch keine Erfahrung im Gemüseanbau hat oder nicht über Gemeinden in dieser Kriegszeit stark belastet werden; auch die Zu- so viel freie Zeit verfügt, wie es der Gemüseanbau erfordert, überfunft wird an die Gemeindefinanzen dauernd große Ansprüche nehme ein Stück bestelltes Kartoffelland allein oder mit anstellen, zumal die den Gemeinden zugewiesenen Aufgaben sich ständig schließenden 100 Quadratmeter Gemüseland zur eigenen Verfügung. crweitern. Diese Ansprüche zu befriedigen, erfordert steigende Sachkundiger Nat für die weitere Bearbeitung wird ihm jederzeit Mittel. Die Gemeinden sind im wesentlichen auf die Gemeinde- zuteil, die aufgewandten Kosten machen sich durch das Eriragsergebnis zuschläge angewiesen, neben der Grund- und Gewerbe- und Umsatz- reichlich bezahlt, zumal der Zahlungsmodus geringe wöchentliche steuer. Lustbarkeitssteuern und andere kleine Steuern können der Abzahlungen es auch Unbemittelten ermöglicht, solches Land zu Gemeinde nicht viel helfen. übernehmen." Ein neues Werk kann aber auch den Gemeindefinanzen viel Wer kein Land zu übernehmen vermag, zeige dadurch sein nützen, wie das Beispiel aller Städte zeigt. In Berlin wird sogar Interesse, daß er der gemeinnüßigen Organisation Beiträge zu die Elektrizitätsversorgung durch die Stadt in Verbindung mit der wendet. Beiträge sind zu senden für den Kriegsausschuß GroßGasversorgung den Konsumenten und der Gemeindefasse gleicher Berliner Laubenkolonien an Herrn Alexander Flinsch, Berlin, Lindens weise zu statten kommen. So betrachtet, erscheint der Magistrats- straße 70, für den Gemüseanbau an Herrn Regierungsrat Höpker, beschluß als eine Tat, die der Bürgerschaft vielfachen Nutzen bringen Berlin, Charlottenftr. 60. wird, und es ist zu hoffen, daß auch die Stadtverordnetenversammlung diesen Beschluß zu den ihrigen machen wird. sale: Die Verwertung von Brachland Groß- Berlins. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 158 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: 1. Garde- Reg.; Gren.- bzw. Inf.- bzw. Füs.- Regimenter Nr. 8, 10, 16, 18, 21, 33, 39, 46, 49, 57, 59, 63, 64, 65, 77, 78, 79, 80, 81, 87, 95, 96, 99, 110, 111, 118, 136, 141, 142, 146, 151, 156, 170, 172, 176, Juf.- Reg. Keller, Inf. Reg. v. Reinhardt; Ers.- Reg. Rachstehende Darlegungen, um deren Aufnahme wir gebeten Königsberg I; Res. Inf. Regimenter Nr. 5, 8, 11, 18, 21, 30, 48, werden, fassen die Bemühungen zusammen, brachliegendes Gelände 49, 51, 56, 80, 82, 87, 88, 99, 109, 110, 214, 215, 217, 219, 221, in Groß- Berlin zum Gemüse- und Kartoffelanbau zu verwerten: 229; Res.- Ers- Reg. Nr. 3; Landw. Juf.- Regimenter Nr. 5, 33, „ Um den dringend notwendigen Anbau von Gemüse und Kartoffeln 51, 52; Brig.- Ers.- Reg. Nr. 30; Landit.- Bataillone Anklam, Koniz, während des Krieges auf den Groß- Berlin umgebenden brach- Solingen; Feld- Maschinengew.- Zug 24( siehe Ref.- Juf.- Reg. Nr. 87); liegenden Ländereien herbeizuführen, haben sich in Berlin drei Maschinengew.- Truppe Nr. 9. Organisationen gebildet, welche Hand in Hand miteinander arbeitend den gleichen vaterländischen Zwecken dienen. Dreierlei ist ihre Aufgabe: 1. Heranziehung alles vorhandenen Brachlandes, soweit es sich zum Anbau von Gemüse und Startoffeln eignet, für die Dauer des Krieges. 2. Beschaffung der erforderlichen Düngemittel und des Saatgutes. 3. Gewinnung und Organisierung der für den Anbau erforderlichen Arbeitskräfte. Die drei Drganisationen, die sich zu diesem Zwecke gebildet haben, sind die Genossenscaft für landwirtschaftliche Verwertung von Baugelände, der Kriegsausschuß der Groß- Berliner Laubenkolonien und der Kriegsausschuß für Gemüseanbai. 2. Garde- Drag.; 1. Garde- lllanen; Kürassiere Nr. 4, 6; Drag. r. 23; Husaren Nr. 3, 4; lanen Nr. 2, 13; Res.- lanen Nr. 2, 5; Ers.- Kav.- Reg. der 4. Landió.- Div. 5. und 6. Garde- Feldart.- Reg., Grf.- Abt.; Feldart.- Regimenter Nr. 5, 7, 9, 11, 14, 18, 19, 35, 41, 42, 46, 47, 50, 53, 59, 61, 62, 73, 75; 1. Reg. der seldart.- Ers. Truppe Jüterbog; Res- Feldart. Regimenter Nr. 1, 7, 11, 12, 48. Fußart.- Regimenter Nr. 7, 9, 10, 14. Bion.- Regimenter Nr. 19, 20, 23, 25, 30; Pion.- Bataillone: I. Nr. 2, I. Nr. 5, I. und II. Nr. 6, II. Nr. 11, I. Nr. 17, II. Nr. 26; Pion.- Ers. Bat. Nr. 2. forps; Feldfliegertruppe. Ref.- Eisenbahn- Baukomp. Nr. 28; Fernspr.- Abt. des 16. ArmeeDer Wert der Brotmarke. Wer die amtlichen Bekanntmachungen genau verfolgt hat, mußte am 22. Februar mit dem Wesen der Brotkarte genau vertraut ſein. Sie soll nur den Zweck haben, den Verbrauch des einzelnen Individuums fest zu umgrenzen. Es hat aber auch Leute gegeben, die anderer Ansicht waren, nämlich der, für die Brotmarke gäbe es Brot ohne Bezahlung. In den Bäckerläden erschienen zahlreiche Personen, die nach Empfangnahme des Gebäcks und Abgabe der Brotmarke ihrer Wege gehen wollten, daß sie von den Verkäufern um Bezahlung ersucht werden mußten. Kaum glaublich aber klingt folgende Mitteilung: „ Ein verhängnisvolles Mißverständnis sollte gestern zu einem wahren Ansturm auf einen Bäckerladen in der Königstraße führen. Die Ehefrau des Bäckermeisters war des Glaubens gewesen, daß die Brotmarken so g gut wie bares Geld seien. Sie war wohl nicht genügend orientiert über die Eigenschaft und den Wert der Brot farten und meinte, die abgetrennten Marken seien so gut wie bares Geld. Der Staat löse sie später alle gegen die entsprechenden Summen ein. Als nun vorgestern der Ehemann auf längere Zeit dem Geschäft fern war, verkaufte die Ehefrau tüchtig Brot, Gebäck, Mehl usw. gegen Brotmarken, Geld wollte sie von den etwas erstaunten Kunden nicht haben. Vielleicht war auch unter den letzteren mancher, der die Brotmarken für neue staatliche Münzen" hielt. Als dann der Bäckermeister abends heimkehrte und die Ladenkasse aufzog, um nachzusehen, wie das Geschäft tagsüber gegangen sei, sah er zu seinem Schrecken nicht einen Pfennig, wohl aber einen ganzen Haufen abgetrennter Brotmarken. Ganz treuherzig erzählte ihm die Ehefrau, daß sie nicht anders habe handeln dürfen nach ihrer Ansicht. Das dicke Ende sollte aber erst gestern kommen. Es war bald bekannt geworden, daß in der betreffenden Bäckerei Brot unentgeltlich nur gegen Brotkarten abgegeben werde, und so gab es einen förmlichen Sturm auf die Bäckerei. Diesmal war aber der Bäckermeister auf dem Posten. Es dauerte nicht lange, so war der ganze Laden ausverkauft und die noch immer noch Vordrängenden mußten abgewiesen werden." Munitionskolonne Nr. 2 des Gardekorps; Leichte Munitions- im folonne Nr. 2( ohne Angabe des Armeekorps). Landst.- Arb.- Bat. Glogau; Arb.- Kolonne Nr. 28, Mezz. Das Brot des Obdachlosen. Man schreibt uns: Wie in allen städtischen Anstalten, wird auch städtischen Asyl für Obdachlose der tägliche Bedarf an Brot gegen Gesamtquittung der Anstaltsverwaltung geliefert. Die Obdach loien erhalten also nach wie vor, ohne daß etwa jeder einzelne eine 1. Die Genossenschaft, deren Mitglieder auf jeden Proviant- Kolonne Nr. 3; Res- Fuhrpark- Kolonne Nr. 58 des Brotkarte hat, am Morgen und Abend ihre Brotschnitte und ihre Gewinn verzichtet haben und deren Vorstand nur aus Ehrenbeamten 10. Armeekorps; Fuhrpark- Kolonne Nr. 7 des 17. Armeekorps; Mehlsuppe. Was machen aber nun die Obdachlosen außerhalb des besteht, hat von Gemeinden, Terraingesellschaften und einzelnen Stappen- Fuhrpark- Kolonne Nr. 74; Magazin- Fuhrpark- Kolonne Obdachs? Woher nehmen sie dann, da sie doch in Ermangelung Grundstücksbesitzern schon jetzt über 4000 Morgen Brachland unent- Nr. 9 der 6. Armee und Nr. 11 des 14. Armeekorps. einer festen Wohnung keine Brotkarte haben, ihr Brot? Die int geltlich zugewiesen erhalten. Die Genossenschaft hat Düngemittel Nachtafyl gereichte Nahrung hält für den ganzen Tag schwerlich vor. und Saatgut in ausreichender Menge zur Verfügung. Das ihr an Die sächsische Verlustliste Nr. 112 bringt Verluste der Inf.- Der Aufenthalt ist hier zur Vermeidung der Abschiebung in das vertraute Land wird, soweit es sich nach sachverständigem Urteil Regimenter Nr. 101, 102, 103, 105, 133, 177, 178, 179, 181; Res Polizeigefängnis höchstens fünf Nächte hintereinander gestattet. Nur zum Anbau von Startoffeln oder Gemüse eignet und Spaten Inf.- Regimenter Nr. 100, 241, 242, 243, 244; Landw.- Inf.- Re- einem Bruchteil der Obdachlosen gelingt es, sich nach Ablauf kultur wegen der Beschaffenheit oder der Lage des Grundstückes gimenter Nr. 101, 106; Landft.- Inf.- Bat.; Dresden, Großenhain, dieser fünf Tage eine feste Wohnung zu beschaffen; die übrigen nicht in Frage kommen fann, im Großbetriebe gepflügt und gedüngt. Birna, II. Chemnitz, Glauchau, 4. Leipzig, Wurzen; Brig.- Ers.- gehen neben dem Nachtlager auch der notdürftigsten Beköstigung Das so bearbeitete Land, das sich zum Gemüseanbau eignet, wird Bat. Nr. 88; Grs.- Bataillone: Regimenter Nr. 177, 178, 179; verlustig. Früher fanden folche Unglücklichen ihre Nahrung einigerLandw.- Reg. Nr. 100; Garde- Reiter; Ulanen Nr. 17, 18, 21; gegen die Geſtehungskosten, die höchstens 100 M. für den Morgen Rej- lllanen; Husaren Nr. 18, 19, 20; Felbart.- Regimenter Nr. 12, maßen durch Betteln. Der Hausbettel hat aber nie so schlechte ( 15 M. für das 20s) ausmachen werden, in fleineren 2ofen( 8 bis 28, 32, 48, 64, 68, 77; Res.- Feldart.- Regimenter Nr. 24; 53, 54; Zeiten gehabt als jetzt während des Krieges. Jeder hält sein Geld 1½ Morgen) Pächtern zum Gemüseanbau zur Verfügung gestellt. Diese können dann geeignetes Gemüse ziehen, wozu ihnen die Fußart.- Regimenter Nr. 12, 19; Ref.- Fußart.- Bat. Nr. 12, 19; zufammen und rechnet infolge der ungeheueren Teuerung mit dem Ers.- Bat.; Fußart.- Reg. Nr. 12. Sechser. Brot, das nach der Brotkartenausgabe oft knapp für die Pflanzen oder das Saatgut geliefert werden. Sollten die GeFamilie ausreicht, will man erst recht nicht an Bettler geben. Für stehungskosten geringer sein, was wahrscheinlich ist, so wird um den das durch Gelegenheitsarbeit verdiente Geld können die Obdachlosen entsprechenden Betrag der Pachtpreis gemindert. Schließlich werden Aus Groß- Berlin. Brot nicht faufen. Vielleicht könnte solchen Obdachlosen, die Brot bei geeigneten Flächen neben dem Kartoffelland noch 100 Quadratfordern, beim Verlassen des Asyls Brot in kleinen Mengen gegen meter Gemüseland zur freien Verfügung gegeben. Die Erträgnisse Bezahlung verabfolgt werden. Das reicht dann über den Tag Kartoffelpreise und Kartoffelknappheit. kommen den Pächtern allein zugute. Das Land, das sich zum Gehinweg. müseanbau nicht eignet, wird außer der Beackerung und Die Festsetzung der Höchstpreise für Kartoffeln hat unMehr Weizenmehl als Roggenmehl. Düngung mit Kartoffeln bestellt und dann zu Losen von erwartete Folgen gehabt, die, wie der ,, Vossischen Zeitung" aus 16 Morgen Pächtern gegen die Gestehungskosten, die höchstens den Kreisen der Kleinhändler mitgeteilt wird, geeignet ist, den Angesichts der fortdauernden Knappheit an Roggenmehl hat der 150 M. für den Morgen( 25 M. für das Los) ausmachen, über- privaten Kleinhandel vollkommen lahmzulegen. Es haben sich Handelsminister auf Antrag der Stadt Berlin gestattet. antwortet. Die Bächter werden also lediglich die Kartoffeln zu be- nämlich inzwischen Kommissionäre aus dem Rheinland und daß, vorläufig bis zum 15. März. Mühlen Weizenmehl mit einem nur 10 Prozent Roggenmehl abgeben und daß das hacken und nachher zu ernten haben. Selbstverständlich kommt auch Westfalen in der Mark eingefunden, die große Mengen Kar- Zusatz von ihnen der ganze Ertrag zugute. toffeln zu erheblich höheren Preisen anfauften, als die hiesigen Weizenmehl in dieser Mischung verwendet wird; sowie ferner, daß 2. Hand in Hand mit der Genossenschaft arbeitet der Kriegs- Händler infolge der Festsetzung der Höchstpreise zu zahlen im- bei der Bereitung von Roggenbrot das Roggenmehl bis zu 30 Geausschuß Groß- Berliner Laubenkolonien. Auch ſtande waren. Landwirte und Zwischenhändler haben wichtsteilen durch Weizenmehl ersetzt wird. feine Tätigkeit erfolgt mir ehrenamtlich. Diefem Striegsausschus natürlich diese Gelegenheit mit Freuden ergriffen, um einen Diese Erlaubnis gilt für den Bezirk der Stadt Berlin und die haben sich die wesentlichsten Verbände und Organisationen der höheren Preis zu erzielen und die Vorräte aus den Kartoffel- mit Berlin zur gemeinsamen Regelung der Brotkarten zusammenLaubenkolonisten angeschlossen, so daß er mehr als 12000 Lauben mieten los zu werden: geschlossenen Gemeinden. Die Gehaltsabzüge bei den Beamten der Nationalbank ohne Arzt 7,50 M., mit Arzt 9,50 M. Für die anormale Entbindung für Deutschland. 11ns wird geschrieben: Zuchthaus für einen Leichenräuber. ohne Arzt 12 M., mit Arzt 14 M. Für Besuche am Tage 1 M. Das Feldfriegsgericht in Strasburg( Westpreußen) verurteilte Für Besuche bei Nacht 2 M. Die Preise sind bei normalem Zeit- den polnischen Mechaniker Stoyke zu einem Jahr Zuchthaus. Der aufwand berechnet. In bedürftigen Fällen können die Heb- Verurteilte wurde überführt, auf dem Schlachtfeld gefallene deutsche ammen nur die Mindestsäze beanspruchen. Es liegt daher im Soldaten beraubt zu haben. Seine Beute bestand aus einer TaschenIntereffe der Wöchnerinnen, wenn sie bei eventuellen Mehrforderungen lampe und zwei Zwanzigmarkscheinen. zunächst den Rat der Krankenkasse einholen. Frauenveranstaltungen. Verfehlte Börsengeschäfte der Nationalbank für Deutschland haben in nicht geringem Maße auch die Angestellten in Mitleidenschaft gezogen. Die Abschlußgratifitationen, welche bereits im vorigen Jahre erheblich gekürzt wurden, sollen diesmal auf weniger als die Hälfte der vorjährigen herabgesetzt werden. Für die einzelnen Der Bürgermeister Köhler, Adlershof, ist plöglich verstorben. Beamten betegen sich die Abzüge zwischen 200 und 500 M. Wie Köhler war 39 Jahre alt und verwaltete seit 1910 das Amt eines bekannt, bilden die Gratifikationen einen integrierenden Bestandteil Bürgermeisters. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, des Einkommens, auf den jeder einzelne rechnet. Die durch den Gemeindesyndikus Seyfarth- Tempelhof gefallen. Die Gemeinde den 1. März, 8 Uhr, in der neuen Philharmonie, Köpenider Str. 96/97, Vortrag: Die Entwicklung der deutschen Malerei zu Dürer und Grüne Krieg hervorgerufene Notlage macht es allen Angestellten vollends un- Berlin- Tempelhof hat einen schweren Verlust erlitten. Ihr Syndikus wald.( Mit Lichtbildern.) Referent: Dr. Deri. Gäste, Männer und Frauen, möglich, auch nur auf einen kleinen Teil der bisherigen Bezüge zu und Schöffe Ernst Sehffarth ist in der Winterschlacht in Masuren willkommen. verzichten, zumal die entfallenden Zulagen gänzlich ausgeblieben gefallen. Seyffarth hat zwei Jahre als Nachfolger des jetzigen sind. Die Verhandlungen, welche der Allgemeine Verband der Bürgermeisters Wiesener den Poften als Synditus und Schöffe Deutschen Bantbeamten mit der Direktion geführt hat, sind leider bekleidet. resultatlos verlaufen. Die Direktion steht auf dem Standpunkt, daß die Abschlußgratifikation ein Geschenk der Direktion sei, welcher Auffassung die Ansicht namhafter Rechtslehrer gegenüber steht. Der Abzug beträgt für den eigentlichen Teil der in Betracht Tommenden Beamtenfchaft ca. 175 000 M., im Millionenetat der Bant wahrlich eine geringfügige Summe. Der Deutsche Bankbeainte", Organ des Allgem. Verb. d. Dt. " Bantbeamten, bemerkt hierzu: Arbeiter: Samariterbund, Kolonne Groß- Berlin. Unsere Mitgliederversammlung findet am Freitag, den 26. Februar, abends 29 Uhr, Köpenider Str. 62, statt. Sämtliche Mitglieder haben zu erscheinen. Lehrabend haben: 1. Abteilung am 1. März, Köpenider Straße 62. 4. " 1. 5. 4. 2. " " " 3. " " " " " " " 6. 5. 4. " 5. Billige Kohlen verspricht ein Schwindler, der seit einiger Zeit Zimmervermieterinnen beimfucht. Ein Mann von etwa 35-40 Jahren mietet Zimmer mit voller Beföftigung und erzählt, daß er Ingenieur und Sohn eines Lokomotivführers fei. Sobald er mit der Vermieterin bekannt geworden ist, bietet er ihr billige Sohlen an, die fein Vater als langjähriger Lokomotivführer vermitteln könne. Die Wirtinnen gehen in der Regel auf das außerordentlich günstige Angebot ein und leisten gern die verlangte Anzahlung. Sobald der Mieter diese in der Tasche bat, verschwindet er und nimmt auch noch erschnen. mit, was er an Schmuck- und Wertsachen erreichen kann. Der Gauner ist etwa 1,60 Meter groß und schlant, hat einen fleinen blonden Sanurrbart und trägt einen schwarzen Winterüberzieher und einen dunklen Anzug. # Swinemünder Straße 42. Schöneberg, Borbergstr. 11. Lichtenberg, Scharnweberstr. 60. Neukölln, Weichselstr. 8. Charlottenburg, Bismardstr. e. Da die Prüfungen bevorstehen, müssen sämtliche Teilnehmer unbedingt Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage Anfragen, denen feine Abonnements quittung ist ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der beigefügt ist, werben mit beatitude Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in dic Sprechstunde mit. N. J. 12. Soweit wir unterrichtet sind, bedeutet das G nicht„ Genies jondern Garnisondienstfähig". B. J. 91. Fantow. Wegen geheilter Knochenbrüche dienstuntauglich. 6. K. 50. Ein Tisch, Spiegel und Spiegelspind können bei Ihnen geWenn die Direktion jetzt den Krieg zum Anlaß nimmt, die aus den Geschäften vor dem Kriege herrührenden Verluste abzu schreiben, so mag sie das mit den Aktionären abmachen. Das laufende Geschäft, für das die Beamten mit Einsetzung ihrer ganzen Arbeitskraft und durch eberarbeit während der Kriegszeit Kleine Nachrichten. Zu dem kürzlich gemeldeten Leichenfund bei fich redlich geplagt haben, ist, wie die Direktion selbst sagt, normal gewesen. Also haben auch die Beamten ihre normalen Bichelswerder erfahren wir, daß die Tote ein 21 Jahre altes Dienst Bezüge weiter zu verlangen. Und solange noch die Direktoren mädchen Hulda N. ist, das in einer Berliner Familie in Stellung war. Das Mädchen stand unter dem Verdacht, der Herrschaft 250 M. Ministergehälter beziehen, ganz abgesehen von ihren Einnahmen entwendet zu haben. Die Beschuldigte bestritt den Diebstahl, erschien aus den zahlreichen Aufsichtsratsstellen, darf nicht an den Gehältern der Angestellten gerüttelt werden. Wenn aus Börien aber stark belastet. Bevor die behördliche Untersuchung noch abtransaktionen Verluste entstanden sind, so möge man sich an die geschlossen war, verschwand sie plötzlich und ließ nichts mehr von sich hören. Wahrscheinlich ist sie gleich ins Wasser gegangen. Tödlich jenigen halten, die hierfür verantwortlich sind und viele Jahre verunglückt ist ber Kellner Heinrich Faß aus der Lottumstraße. F. truppe"( diese Bezeichnung kennt die deutsche militärische Amtssprache nicht), Es darf nimmermehr geschehen, daß die Beamten für die lud, nachdem er vom Bezirkskommando den Gestellungsbefehl erhalten hatte, einige Freunde zu einem Abschiedsschoppen nach einer Wirtschaft Folgen einer verfehlten Geschäftsführung, auf die fie feinen Ein- ein. Die Feier dehnte fich lange aus. Als dann die Gäste aufbrachen, fluß haben, haftbar gemacht werden. Der hat erarbeitete Lohn des Angestellten und das Glück feiner Familie dürfen nicht mußten fie eine drei Stufen hohe Treppe benutzen. Hierbei kam der durch den Ausfall von Börsen- und Terraintransaktionen bestimmt Scheidende zu Fall und verlegte sich so schwer am Kopfe, daß er nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht werden mußte. Dort starb er am Dienstag. Der 28 Jahre alte Seiler Herford H. aus der Köpenicker Straße hat sich im Johannisthaler Forst erhängt. Zu einem schweren Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Brauerivagen fam es gestern in Niederschöneweide, in der Nähe der Kabelwerke. Die beiden Gefährte stießen mit solcher Wucht zusammen, daß der Führer des Straßenbahnwagens, Hermann Schapski, auf den Straßendamm geschleudert wurde und bewußtlos liegen blieb. Sch. hatte eine schwere Gehirnerschütterung erlitten und An der Ecke wurde nach dem Königin- Elisabeth- Hospital gebracht. der Berliner und Friedrich- Karl- Straße in Tempelhof fuhr Dienstag vormittag ein Bug der Straßenbahnlinie 70 auf einen an der dortigen Haltestelle stehenden Zug der Linie 73 auf. Beide Wagen wurden beschädigt. Verlegungen von Fahrgästen sind nicht vorgekommen. werden. Die Städtische Straßenbahn und die Aushelfer. Die Aushilfsbediensteten sind im vorigen Monat an den Verlehrsausschuß um Aufbesserung ihrer Bezüge, sowie Gewährung freier Tage unter Bezahlung herangetreten; sie sind aber bis heute noch im unflaren darüber, was aus ihrem Ersuchen geworden ist. Jm Betriebe wird das Gerücht verbreitet, die Deputation hätte dem Bersonal ein Entgegenkommen gezeigt. Das trifft nicht zu. Es hat wohl eine Verhandlung in dieser Angelegenheit in der Deputation überhaupt noch nicht stattgefunden. Sollte es denn nicht möglich sein, innerhalb der vier Wochen den so brennenden Fragen für das Aushilfspersonal näherzutreten? Schnelle Hilfe ist hier doppelt notwendig, einmal um den Personalmangel zu steuern, dann auch im Interesse des Betriebes und des Ansehens der Stadt. Die Bierpreiserhöhung. Arbeiterbildungsschule. Der Vortrag des Kurses des Genossen Dr. Lensch:„ Weltwirtschaft der legten 50 Jahre fällt heute aus. Der nächste Vortrag findet statt am Donnerstag, den 4 März. Vermißt wird seit dem 22. November 1914 der Reservist Richard Ribbed, 10. Komp. Jnf.- Reg. 59. Nachrichten über den Vermißten erbitten die Eltern, F. Nibbed, Berlin SO 33, Cubrystr. 35. Jugendweihe. Da für Bichtenberg feine Jugendweihe stattBelanntlich haben die Brauereien beschlossen, eine Bierpreiserhöhung von zwei Mart pro Hettoliter eintreten zu lassen. Die findet, so werden diejenigen Eltern, deren Kinder zu Ostern die Gastwirte wollen nun diese Erhöhung auf das konsumierende Schule verlaffen und sich an der am 21. März für Groß- Berlin Bublium abwälzen. Zur Begründung dieser Maßregel versenden stattfindenden Jugendweihe beteiligen wollen, aufgefordert, die die vereinigten Gastwirtsvereine und Saalbefizer eine Erklärung, Namen und Adressen der Kinder bis spätestens zum 28. Februar an aus der hervorgeht, daß die jetzt von den Brauereien beschlossene Leopold Jünemann, Lichtenberg, Wühlischstr. 38 III, einzusenden. Erhöhung bereits die dritte innerhalb acht Jahren ist und sich in dieser Zeit der Preis des Bieres von 15 auf 22 M. erhöht hat. Daneben find für das Gastwirtsgewerbe auch noch andere Ausgaben entstanden. Diese Ausgaben hat aber meistens das Gastwirtsgewerbe tragen müffen, und nur wenigen bevorzugten Geschäften iſt es ge: lungen, die bisherigen Erhöhungen auf das Publikum abzuwälzen. Auch durch die Erhöhung seiner Bedarfsartikel und der Löbne, durch die steuerliche Belastung und die soziale Entwickelung hat das Gastwirtsgewerbe derartig gelitten, daß in den letzten Jahren eine große Anzahl von Wirtschaften geschlossen werden mußte. Die Gastwirte glauben daher, daß in der Deffentlichkeit ihr Vorgehen eine gerechte Beurteilung erfahren wird. Tempelhof gegen Berlin. Der Gemeindvorstand von Tempelhof versendet jetzt an die Berliner Presse eine Dentichrift, in der er sich gegen den Vorwurf verteidigt, als ob er die Verhandlungen mit Berlin verzögert oder hintertrieben habe. Berlin sei vielmehr derjenige Teil, der durch den Anlauf des Tempelhofer Feldes durch Tempelhof verärgert fei und infolgedessen der Fortführung der Nordsüdbahn nach Tempelhof fortwährend Schwierigkeiten bereite. Die Gemeinde Tempelhof fieht fich baber veranlaßt, die Regelung der Schnellbahnfrage dem Zweck verband Groß- Berlin zu unterbreiten. Kartoffelnot. Der Magistrat teilt mit: Zeuge gesucht. Der Herr, der am Sonntag, den 6. September 1914, abends 10%, Uhr, den Schaffner des Straßenbahnwagens der Linie Nr. 10 nach dem Lotal Spenerstraße, Ede Alt- Moabit, brachte behufs Feststellung des Unfalles, den ein älterer Herr und ein junges Mädchen erlitten hatten, wird um Angabe seiner Adresse gebeten an Klann, Thomafiusstr. 25, Duergebäude II. Kleine Nachrichten. Lukrativer Postkartenverkauf. Ueber diejenigen, die den Krieg benutzen, um unter dem Deckmantel der Wohltätigkeit sich auf Kosten des Publikums zu bereichern. schreibt das„ Volksblatt für Anhalt" folgendes: Schlimm sind die brutalen Schmaroger, die sich auf allgemeinen Bedürfnissen ansiedeln und aus Wucher mit notwendigen Gütern schmählichen Gewinn ziehen. Nicht ganz so gemeingefährlich, aber noch um einige Prozent schäbiger find die sentimentalen, die ihre flebrigen Saugrüffel in das deutsche Gemüt senten und aus ihm Nährstoff zu eignem Gedeihen ziehen. Das Rote Kreuz, die Kriegshilfe, alle die schönen Anstalten, die die Selbstentäußerung zum Die Stadt Charlottenburg ist schon seit längerer Zeit bemüht, Besten des großen Gemeinwerfes weden und erhalten wollen, müssen mehr oder weniger greifbaren zur Behebung der gegenwärtigen Kartoffelnot größere Zufuhren ihnen dazu herhalten, einen 50 hatte sich in Sachfen ein Postberanzubringen. Sie hat auch vor einiger Zeit einen Posten durch Profit zu machen. Kreuzes" aufgetan, einen Großhändler an die Kleinhändler abgeben lassen, um der fartenhandel zum Besten des Roten dringendsten Not abzuhelfen. Am vergangenen Montag ist ein bei dem die betreffende Firma versprach, 10 Prozent des größeres Quantum teils an bie in stark bevölkerten Vierteln Steinerlöses dem wohltätigen Zwede zuzuführen. Preis pro starte wohnenden Kleinhändler, teils an die Verbraucher selbst in tleineren 10 Pfennige. In zwei Monaten wurden 510 000 Postkarten abMengen abgegeben worden. In den nächsten Tagen ist das Eintreffen weiterer Wagen zu erwarten, die dann ebenfalls der Be- gesezt; das kaufende Publikum hatte also über 50 000 m. bezahlt in dem schönen Bewußtsein, damit etwas Erhebliches fürs Batervölkerung sofort zugeführt werden. Wir möchten bei dieser Gelegenheit den Magistrat ersuchen, den land geleistet zu haben. Von diesem Bruttobetrage hat die Firma Verkauf an die Konsumenten etwas besser zu organisieren. So wird ans Note Kreuz abgeführt die Summe von 172 Mark. Jeder, der jezt darüber Klage geführt, daß die Konsumenten im Rathause die 10 Pfennige ausgab, hat also das Vergnügen gehabt, dem Roten Kartoffeln bezahlen und dann erst noch zirka 70 Minuten Weg bis Kreuz den dreißigsten Teil eines Pfennigs geschenkt zu haben. zum Güterbahnhof machen müssen, um die Kartoffeln in Empfang zu 9200 Pfennige aber bezahlte er an Unternehmer Bir glauben, daß es nicht allzu große Schwierigkeiten machen und zwischenhändler, deren Dasein ja vielleicht auch nüge würde, wenn Berkaufs- und Ausgabestelle zusammengelegt würden. lich fein mag, ohne daß man es aber eigentlich als eine wohltätigAnstalt ansprechen kann. nehmen. Ein sauberer Wohltäter. Der städtische Kartoffelverkauf in Potsdam. Neben den im Einzelverkauf für die Bevölkerung Potsdams erhältlichen Mengen Ein empörender Vorfall hat sich vor einigen Tagen in Leipzig bon Eplartoffeln hat der Potsdamer Magistrat, um einer weiiergehenden Versorgung seiner Bürger mit Startoffeln zu genügen, ereignet. Eine in den dürftigsten Verhältnissen lebende Frau eines größere Kartoffelmengen eingekauft, die er zum Preise von 5 M. Kriegers hatte in einer Leipziger Tageszeitung ein Inserat aufbro Zentner frei ins Haus liefert. Von dem Preis find 50 Pf. gegeben, in dem fie eine edeldenkende Herrschaft" um eine Bettals Anfuhrlohn berechnet. Bestellungen nimmt die Stadthauptkasse stelle für ihr mehrere Monate altes Kind bat. Sie hatte darin mitentgegen. Der Preis ist bei der Bestellung im voraus zu erlegen. geteilt, daß ihr Mann gefallen ist und hatte auch ihre Wohnung mit angegeben. Darauf stellte sich des Abends in der neunten Stunde ein Mann ein, dessen teurer Belz und kostbare Ringe Wohlhabenheit berrieten. Der„ Edeldenkende" erklärte sich ohne Er machte aber weiteres bereit, die Bettstelle zu„ ichenfen". " Mehrforderungen für Hebammendienste. Bon der Wilmersdorfer Drtskrankenkasse erhalten wir folgende Zuschrift: Es ist wiederholt festgestellt worden, daß einzelne heb die Schenkung" davon abhängig, daß sich die Frau mit ihm in ammen zum Schaden der Wöchnerinnen den vollen Betrag der laut ein intimes Verhältnis einlafie. Entrüstet wies die in Notgesetz zu zahlenden 25 M. für sich beanspruchen, ja über diesen ihrer weiblichen Ehre und ihrem seelischen Empfinden schwer verSah noch hinausgehen. Begründet wird diese hohe Forderung damit, lezte Frau, die erst kurz zuvor die Nachricht vom Tode ihres Mannes daß diefer genannte Betrag nur allein für Hebammendienste be erhalten hatte, das dreiste Anfinnen des Lüstlings zurück. Da ähnftimmt fei. Diese Anschauung ist aber falsch. Laut Gebührenordnung liche unsaubere Elemente wahrscheinlich noch öfter auftreten werden, für die Hebamme im Landespolizeibezirk Berlin hat ist den Frauen nur dringend zu empfehlen, dafür zu sorgen, daß den diefelbe folgende Ansprüche zu stellen: Für die normale Entbindung dreiften Burschen das Handwerk gelegt wird. pfändet werden. 2. K. 50. Ihr Vorhaben mit den Möbeln wird jett zwedlos sein. Unterstützung kann Ihnen nach Ihrer Darlegung verweigert 2. M. 42. Šie sind ohne Aufforderung zur Zahlung ver Th. Sch. 566. Sie haben immer noc zu viel Störperfülle, werden. pflichtet. deshalb find Sie dienstuntauglich. 23. F. 19. Die Gesellschaft fann flagen. Wegen der Kündigungszeit müssen Sie Ihren Vertrag durchsehen. St. S. in Halenfee. Das erste Zeichen bedeutet: Wegen geringer Herzerhantung dienstjähig; das zweite: Wegen Herzerkrankung landsturmpflichtig. 2. 777. Der Pfändungsbeschluß wird dem Unternehmer 311 gestellt, der den 28,85 m. übersteigenden Wochenverdienst einbehalten - 2. St. 53. Nein. muß. Die Sparkasse gibt Brivaten feine Auskunft. E. B. 29. Unseres Erachtens müßte die Militärbehörde die Ent2. W. 34. Wegen Herzkrankheit dienstuntauglid). schädigung leisten. 5. 2. 47. Diese Zeichen beziehen sich auf die Sehschärfe. gesehen, die Goldmünzen in Sturs zu geben. P. R. 35. Es wird als Pflicht an A. S. 54. Wissen wir nicht. H. B. 89. Ihre Meldung wird sehr wenig Aussicht auf Erfolg haben. Aber versuchen Sie es mit einem Gesuch an den Truppenteil, bei dem Sie eingestellt werden wollen. B. N. 100. Kommen Sie mit dieser Frage lieber in unsere Sprech stunde. 2. G. 36. 1. Sprechen Sie gelegentlich mit dem Werk in unserer Buchhandlung, Lindenstr. 3, vor. 2. Den Durchgang durch die Wohnung brauchen Sie nicht zu gestatten. Für beschädigte Sachen 3. Fragen Sie bei der Krankentönnen Sie Schadenersaz verlangen. M. M. 109. Nein. tasse an, ob Ihre Versicherung zulässig ist. 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