Mr. 60. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl 3,30 Mt. monatl. 1.10 M., wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart für das übrige Ausland Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Montagsausgabe 5 Pfennig Vorwärts 32. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Versamminungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes writere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition iẞ bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Montag, den 1. März 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Gewonnenes Terrain bei Verdun und in den Bogesen. Ruffische Vorstöße bei Prasznysz. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Unsere wirtschaftlichen Kriegs__forderungen. Die deutschen Verluste in der masurischen 28. Februar 1915.( W. T. B.) Amtlich. Großes Hauptquartier, den oino!! Winterschlacht. Amtlich. Berlin, 28. Februar.( W. T. B.) Nach einer Behauptung der Londoner„ Central News" soll der deutsche Botschafter in Rom erklärt haben, daß wir in Ostbrachten Opfern stehe. Westlicher Kriegsschauplah. Genosse Hofer hat in seiner vorzüglichen Rede zum Landwirtschaftsetat im Abgeordnetenhause zutreffend bemerkt, es hieße den Sozialismus diskreditieren, wenn man In der Champagne setzte der Gegner auch die halben Waßnahmen der Regierung Sozialismus nennen preußen an Toten und Verwundeten 100 000 Mann verloren geffern seine Vorstöße fort. Die Angriffe wur- würde. Sieht man näher zu, so bringen die bekannten Regierungsverordnungen nur die Verwirklichung eines hätten. Das englische Bureau knüpft an diese, selbstverständ- den im vollen Umfange abgewiesen. sid fleinen Teiles der Forderungen, die von der sozialdemolich in allen Bunkten erfundene Meldung, den Zusatz, daß der deutsche Erfolg somit in keinem Verhältnis zu den gestürmten wir mehrere hintereinanderliegende wert, unser Programm für die Kriegswirtschaft in einem Südlich Malancourt( nördlich Verdun) er- fratischen Partei zusammen mit den Gewerkschaften seit Beginn des Krieges erhoben wurden. Es ist daher nicht ohne Dies lette trifft zu allerdings nicht im Sinne der feindliche Stellungen. Schwache französische Rückblick furz zusammenfassen. „ Central News". Die große Eile, mit der sich die russische Gegenangriffe scheiterten. Wir machten sechs fationen ist in der Arbeiterpresse veröffentlicht und vertreten Dieses wirtschaftliche Programm der Arbeiterorganizehnte Armee der deutschen Umklammerung zu entziehen Offiziere, 250 Mann zu Gefangenen und er- worden. Es nimmt vielfach Bezug auf Eingaben und Bc. suchte, hat zur Folge gehabt, daß unsere Truppen nur auf er- worden. einzelnen Teilen der Kampffront mit dem Feind in so enge oberten vier Maschinengewehre und einen sprechungen von Parteivorstand und Generalfommission mit der Reichsregierung. Wir verhehlen Gefechtsberührung gekommen sind, wie sie das in dem siche- Minenwerfer. uns dabei nicht, daß die Aussicht auf Realisierung der Vorren Bewußtsein ihrer Ueberlegenheit erhofft hatten. Da, wo Am Westrande der Vogesen warfen wir schläge größer gewesen wäre, wenn die Reichstagsfraktion der Gegner standhielt, ist er dieser Ueberlegenheit zum diese Forderungen nicht nur in der hinter verschlossenen nach heftigem Kampf die Franzosen aus ihren Türen tagenden Freien Kommiſſion" behandelt und in der Stellungen bei Blamont- Bionville. Unser An- furzen Resolution vom 2. Dezember berührt hätte, sondern griff erreichte die Linie Verdinal Bremenil ihre Wünsche auch eingehend im Plenum bor breitester östlich Badonviller Oeffentlichkeit erörtert und dadurch mit größerem Nachdruc östlich Celles; durch ihn vertreten hätte. wurde der Gegner in einer Breite von 20 Kilometern und einer Tiefe von 6 Kilometern zurückgedrängt. Die Versuche des Feindes, das eroberte Gelände wiederzugewinnen, mißlangen unter schweren Verlusten. Opfer gefallen. Im übrigen haben wir die in der Striegsgeschichte einzig dastehende Winterschlacht vornehmlich durch Ueberraschung und Schnelligkeit gewonnen. So kommt es, daß unser Gesamtverlust mit dem glänzenden Ergebnis des Sieges tatsächlich in Mißverhältnis steht. Er ist ganz ungewöhnlich gering und beträgt noch nicht ein Sechstel der von der„ Central News" erwähnten Zahl. Daß er überdies zum großen Teil nur auf vorübergehensich erfreulich, sondern zeugt auch von der rücksichtslosen Entschlossenheit unserer Verfolgung. den Ausfällen durch Marschkrankheit beruht, ist nicht nur an Westlicher Kriegsschauplah. Ebenso wurden feindliche Vorstöße in den Südvogesen abgewiesen. Der französische Tagesbericht. Deftlicher Kriegsschauplah. Paris, 28. Februar. Amtlicher Bericht von gestern Nordwestlich Grodno waren gestern neue 3 Uhr nachmittag 3: Zwischen Meer und Aisne feine Menderung in der Lage. In der Champagne nichts Neues russische Kräfte vorgegangen. Unser Gegenstoß seit dem gestrigen Abendbericht. In den Argonnen brachte warf die Russen in die Vorstellungen der Festung unsere Artillerie ein Munitionsdepot bei St. Hubert zur zurück. Achtzehnhundert Gefangene blieben in Achtzehnhundert Gefangene blieben in Explosion. Im Malancourtwald zwischen den Argonnen und der Maas begoß der Feind mit einer brennenden unserer Hand. Flüssigkeit unsere vorgeschobenen Schüßengräben, welche wir aufgeben mußten. Die Schüßengräbenbesagungen wurden Nordwestlich Offrolenko wurde am Omulew schwer verbrannt. Ein Gegenangriff hielt die Deutschen ein feindlicher Angriff abgewiesen. fofort auf, wobei wir ihnen Verluste beibrachten und Ge- Vor überlegenen feindlichen Kräften, die fangene machten. Im Gebiei von Verdun und auf den Maashöhen nahm unsere schwere Artillerie deutsche Artillerie von Süden und Osten auf Prasznysz vorgingen, unter Feuer, zerstörte Geschütze, brachte etwa zwanzig sind unsere Truppen in die Gegend nördlich und Munitionskäften oder Munitionslager zur Explosion, verwestlich dieser Stadt ausgewichen. nichtete eine Abteilung und zerstörte ein Lager gänzlich. Im Bois Brulé dauerte der Kampf zu unserem Vorteil fort. Ein deutsches Luftgeschwader warf einige Bomben auf die belgische Küste hinter Nieuport ab. Eine Frau und ein Greis wurden getötet. Im Woevre wurde ein deutsches Flugzeug, welches unsere Linien zu überfliegen suchte, durch unser Feuer zurückgetrieiben.( W. T. B.) Südlich der Weichsel nichts Neues. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 28. Februar.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 28. Februar 1915. Paris, 28. Februar.( W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern 11 Uhr abends: In den Dünen bei Lombartzyde eroberte eine unserer Patrouillen einen dentschen Schützengraben, tötete dessen Besatzung und erbeutete ein Maschinengewehr. In der Champagne setzten uns unsere In Polen und West galizien hat sich nichts Weſent Fortschritte von Freitag abend in den Besitz von 500 Meter deutscher Schüßengräben; wir machten etwa 100 Gefangene liches ereignet. Es fanden nur Artilleriekämpfe statt. und erbeuteten zwei Maschinengewehre und eine Revolver- An der Karpathenfront wurde im Raume bei fanone. Dieser Angriff wurde mit dem Bajonett glänzend Wyszkow sowie füdlich des Dnjestr gekämpft. Die Situation ausgeführt. Ein starker deutscher Gegenangriff wurde Frei- hat sich in den letzten Tagen nicht geändert. tag nacht zurückgeworfen.- Sonnabend erzielten wir neue Fortschritte westlich Perthes und nördlich Beau Séjour. In Lothringen bei Neuveille( nahe Parroywald) wurde ein deutscher Angriff zurückgeworfen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Die ersten programmatischen Forderungen zur Lebensmittelversorgung wurden von Parteivorstand und Generalfommission der Reichsregierung bereits am 13. August 1914 unterbreitet. Sie gipfeln in folgenden Vorschlägen: I. Maßregeln zur Regelung der Produktion. 1. Organisierung der Einbringung der Ernte und ihrer Nuzzbarmachung. 2. Feststellung der Pflicht der Landwirte zu bestimmten Arten der Produktion. Sofortige Bebauung der Brachfelder mit rasch wachsenden Futterfräutern und Geinüfen. Organisierung der Vieh- und Milchproduktion. II. Maßregeln zur Beschaffung von Produktionsmitteln. 1. Lieferung von Dünger und Saatfrucht durch öffentliche Instituitionen und Regelung ihrer Verwendung. III. 2. Lieferung von Maschinen durch Kommunalverbände an die Besitzer zu intensiver Anwendung. 3. Freigabe der Wälder und Moore zur Streugewinnung. Beschaffung von Arbeitskräften. 1. Regelung der Anwerbung. 2. Sicherung eines Minimallohnes. 3. Aufhebung der Gesindeordnungen und der Ausnahmegeseze gegen Landarbeiter. IV. Vorschriften über die Verwendung von Produkten. Ausschluß von Kartoffeln und Getreide von der Branntweinproduktion. Regelung der Einschränkung der Produktion von Bier, Buder, Stärke. V. Verpflichtung der Landwirte zum Verkauf ihrer Produkte an öffentliche Institutionen( Reich, Land, Gemeinden). VI. Preisfestsetzung für Produktionsmittel und Produkte, für Produzenten und Zwischenhändler. VII. Produktion der Lebensmittel und Regelung des Umsatzes durch Kommunen. VIII. Entsprechende Anwendung auf Fischerei, Forstwirtschaft, Kohlenproduktion, Chemische Industrie. Schon damals fügte der Vorwärts"( Nr. 219 vom 13. August 1914) hinzu: „ Alles das ist noch lange fein Sozialismus. Es handelt sich um bloße Notstandsmaßregeln." dieser Forderungen verwirklicht worden. Nur soweit es sich Trotzdem ist bis zum heutigen Tage nur das wenigste um die dringlichsten Wünsche der Konsumenten handelt, hat die Regierung kleine Konzessionen gemacht. Auch jetzt leidet die Bevölkerung unter Knappheit der Vorräte und Preisteuerung. Man würde die Frage der Verantwortung dafür vollkommen verschieben, wenn man die gegenwärtigen Verhältnisse nur als Folge des wirtschaftlichen Kampfes Englands gegen Deutschland hinstellen wollte. Bielmehr tragen die Versäumnisse der Regierung einen ( Franff. 3tg.) großen Teil der Schuld an vielen Misständen in der Lebens.] Januar folgten neue Besprechungen zivischen den Vertretern] von Meyandria nach Barcelona und der Dampfer" Eh gnus", abmittelversorgung. der Regierung und den Parteis und Gewerkschaftsinstanzen, gefahren von Grimsby am 13. November nach der Nordsee. Ferner Die Regierung hat so gut wie nichts getan, um den drohenden Preiserhöhungen für Getreide und melden die" Times": Der belgische Dampfer Remier", 3099 Tonnen Inhalt, der in englischen Besitz übergegangen ist, ist bei Breistreibereien Viehauf dem um die Produktion des fommenden Erntejahres sicherzustellen Kartoffeln und den Black- Middens gestrandet. Die„ Times" melden vom Donnersund zu steigern. Mit der Kultivierung einiger Dedländereien markt vorzubeugen. In einer Eingabe vom 25. Januar d. I. tag: Der Versicherungssatz für Schiffe der Ellermann- Linie, die nach und der Freigabe von Eisenbahngelände und Waldstreffen wurden die Gründe auch schriftlich darlegt. Mit welchem Erfolge Colombo fahren, ist nicht weniger als 30 Broz. gewesen. Vor dem zum Gemüse- und Kartoffelbau ist nicht viel geholfen. Hier ist bekannt. Wenn auch die am 25. Januar erschienenen Bundes- ersten Unterseebootsangriff im Irischen Meer betrug der Versichegalt es, die vorhandenen kultivierten Landstreifen plan ratsverordnungen der Hauptforderung: Beschlagnahme der rungssatz 5 Proz., darauf 20 Proz. und nun 30 Proz. mäßig unter Ausschaltung privater Produzentenintereffen Getreide- und Mehlvorräte Rechnung trägt, so sind doch bis der Produktion im Dienste der Gesamtheit mutbar zu machen. heute alle anderen Wünsche unerledigt geblieben. Die unter I. bis III. erhobenen Forderungen haben indessen höhung der Preise für Startoffeln und Kartoffelpräparate, die so gut wie gar feine Berücksichtigung gefunden. Wir stehen ungestörten Preistreibereien auf dem Vieh- und Fleischmarkt, die nicht an zu erklären, daß auch die in der landwirtschaftlichen Steigerung der Preise für industrielle Rohprodukte durch die Fach- und Tagespresse erhobenen Klagen über die mangelnde Rohstofffartelle, die Zurückhaltung der Kartoffelvorräte, Brotes durch Mehlhändler und Vorbereitung der neuen Ernte durch den Staat teilweise die Verteuerung des Bäcker beweisen alles andere als die Verwirklichung sozialdurchaus berechtigt sind. demokratischer Forderungen, so notwendig auch ihre Realisierung im Interesse der zurückgebliebenen und der draußen fämpfenden Bevölkerung wäre. Bis auf den heutigen Tag ist in der landwirtschaftlichen Produktion alles völlig unorganisiert, troßdem sich doch zur Genüge gezeigt hat, daß das freie Spiel der, privaten Interessen folgenden Kräfte unfähig ist, die Lebensbedin gungen einer 70- Millionen- Bevölkerung zu garantieren. In der Preise und im Abgeordnetenhause sind dabei besondere Vorwürfe gegen den Landwirtschaftsminister erhoben worden. bistsol Der Zeppelin- Angriff auf Calais. London, 28. Februar.( T. U.) Der Korrespondent des„ Daily Die gelegentlich aufgetauchten, wenn auch Chronicle", der sich in Calais aufhielt, als der Zeppelin die Stadt offiziös dementierten Pressenachrichten über Meinungsver- bombardierte, beschreibt das Bombardement wie folgt: schiedenheiten zwischen den bei der Lebensmittelregelung in Frage kommenden Regierungsinstanzen haben deshalb große Wahrscheinlichkeit für sich. Wie wenig auch die unter IV bis VIII geforderten Vorschriften über die Verwendung der Produkte Wirklichkeit geworden sind, ergibt sich aus den wiederholten entsprechenden Eingaben von Barteivorstand und Generalfommission an die Reichsregierung. Ant 4. November( vgl. Vorwärts" Nr. 305 vont 7. November 1914) bedauern es Parteivorstand und Generalfommission, daß die Höchstpreise viel zu spät tamen und zu hoch festgesetzt wurden. Insbesondere stelle die automatische Erhöhung der Getreidepreise um drei Mart pro Monat eine Zumutung dar, die mit tiefer Erbitterung empfunden werde. Es fehle an Preisfestsetzungen für Mehl, Hülsenfrüchte, Vieh und Fleisch. Schnell und entschlossen habe die Regierung dagegen gehandelt, als die Produzenten eine Erhöhung des Zuckerpreises forderten, um einem Preisdruck infolge des Zuckerausfuhrverbots vorzubeugen. Mitte November haben dann Parteivorstand und Generalund Generet fommission in einer mit Vertretern der Regierung abgehaltenen Konferenz erneut folgende Forderungen unterbreitet: 1. Verpflichtung der Produzenten und Händler von Lebensmitteln zum Verlauf ihrer Produkte an öffentliche Institutionen ( Reich, Land, Gemeinden). 2. Herabfegung der höchstpreise in den Bundes. ratsverordnungen vom 28. Oktober 1914. 3. Festiehung von höchstpreisen auf fämtliche Getreidearten, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, guder, Mehl, Brot, Spiritus und Petroleum für Produzenten und Zwischenhändler. 4. Herabsetzung des Kontingents für Branntweinbrennereien, Einschränkung der Brauereien. 5. Aufhebung der Zudersteuer, Zulassung der Zufuhr nur nach dem neutralen Auslande in Höhe des Durchschnitts der Jahre 1912/14. Heranziehung des Rohzuckers zur Viehfütterung. 6. Begrenzung des Zusages von Kartoffelfloden, Kartoffelmehl oder Kartoffelstärtemehl mit höchstens zehn Gewichtsteilen auf 90 Gewichtsteile Roggenmehl. Der Dampfer Dacia". Paris, 28. Februar.( W. T. B.) Amtlich. Der Dampfer Dacia" ist von einem französischen Kreuzer im Oftteil des Aermelfanals aufgebracht und nach Brest übergeführt worden. Der türkische Krieg. Die englisch- französische Aktion gegen die Dardanellen. Konstantinopel, 28. Februar.( W. Z. B.) Das Hauptquartier teilt mit: Die feindliche Flotte beschoß heute in großen Zwischenpausen das am Dardanelleneingang liegende Fort Sedel Bahr. Kriegsfragen im englischen Unterhaus. Zum ersten Mal seit Beginn des Krieges ist Calais das Opfer eines Zeppelinüberfalles geworden, der überraschend im Dunkel der Nacht ausgeführt wurde. Unglücklicherweise ist der Angriff nicht London, 28. Februar.( W. T. B.) Im Unterhause fragte ohne traurige Folgen geblieben. In der Nacht vom 21. zum 22. Februar wurde um 4 Uhr 19 Minuten das unheilverkündende Jowett( Arbeiterpartei) den Staatssekretär Grey, warum er, Krachen der Explosion der ersten Bombe in der Stadt gehört, deren da er die Abmachungen des französisch- russischen Bündnisses nicht Bewohner ruhig im Schlafe lagen. Man begriff, sofort, was ge- fannte, der französischen Regierung nicht mitgeteilt habe, day schehen war. Ein großer Zeppelin in Begleitung einer Taube hatte bon der Gelegenheit einer merkwürdig wolkenlosen und stillen Frankreich nicht von Deutschland angegriffen werden würde, wenn Nacht Nuzen gezogen und die Stadt überfallen. Er schwebte in seine Neutralität durch Großbritannien garantiert werde. Grey der Höhe von ungefähr 3000 Fuß über der Stadt. Aus meinem verwies Jowett auf die Nummer 105 im britischen Weißbuch, aus Fenster konnte ich deutlich die Silhuette des langgestreckten Luft- der hervorgehe, daß die britische Regierung, obwohl sie die Abschiffes sich gegen das Dunkelblau des Himmels abheben sehen. machungen des französisch- russischen Bündnisses nicht kannte, doch Der Mond war am Horizont verschwunden. Das Bombardement wußte, daß die französische Regierung feine neutrale Haltung eindauerte noch länger als 5 bis 6 Minuten und es wurden ungefähr nehmen konnte, wenn Rußland durch Deutschland und Oesterreichein Dußend Bomben abgeworfen. Der Zeppelin blieb aber eine Ungarn angegriffen werden sollte. Die französische Regierung habe Viertelstunde über der Stadt, bevor er in östlicher Richtung ver- schon im voraus am 30. Juli erklärt, daß ein Vorschlag, wie er schwand. Das Luftschiff war aus der Richtung Düntirchen ge= kommen und hatte erst mehrmals den Leuchtturm von Calais um 3vei Tage später von Deutschland tatsächlich gemacht wurde, ganz erſt mehringin, at Sort ſeine Bomben aus- unannehmbar sein würde. Abgesehen davon, fuhr Greh fort, dachte freist, bevor er über die Stadt fam, zuwerfen. In der Rue Dagnin, in der Vorstadt Fontinets wurden ich, es sei allgemein bekannt, daß diese europäischen Bündnisse, Srei Häuser dem Erdboden gleichgemacht. Eine einzige Bombe, die gleichgültig ob Zweibund oder Dreibund, für die eine Macht die auf dem gemeinschaftlichen Hof der Häuser explodierte, legte alles Verpflichtung enthalten, der anderen beizustehen, besonders im in Trümmer. Fünf Personen wurden auf der Stelle getötet. Gin Falle, wenn diese eine Macht durch zwei andere Mächte angegriffen Kind von 14 Monaten war das einzige überlebende Wesen in diesen wird. Jowett fragte sodann, ob die von Churchill in einem Interview im Matin" ausgesprochene Ansicht, daß Großbritannien Häujern. bis zum bitteren Ende kämpfen würde, wenn Frankreich und Nußland sich von der Teilnahme am Kriege zurückzögen, mit Einwilligung und Billigung der Regierung veröffentlicht worden sei. Premierminister Asquith antwortete: Churchill erklärte in diesem Interview auch, daß er sich einen solchen Fall gar nicht vorstellen tönne. Ich stimme ihm absolut bei und habe keine Ursache, von Der Seekrieg. Die neue Note Amerikas an England. " Die Bewegung in der englischen Arbeiterschaft. London, 28. Februar.( W. T. B.)" Central News" melden: Der genaue Wortlaut der Note des Präsidenten Wilson den Ansichten, die er in dem Interview äußerte, abzuweichen. über das Verbot der Einfuhr von Lebensmitteln nach Deutschland wird noch immer geheim gehalten. Der amerikanische Botschafter und Staatssekretär Grey verhandelten vorgestern über den Gegenstand. Die Note wurde später Premierminister Asquith vorgelegt. Gestern wurde ein Ministerrat einberufen, um die Note im Zufammenhange mit Repreffalien zu erörtern, die von der Regierung als Antwort auf die deutsche Tauchbootblockade geplant werden, Ueberfällige Dampfer. London, 28. Februar.( W. T. B.) Der parlamentarische Korrespondent des Daily Telegraph" schreibt: Die Unruhe in den Arbeiterfreisen Nordenglands ruft bei den Mitgliedern beider Parteien des Unterhauses Beforgnis hervor. Viele wundern sich, daß in diesem kritischen 7. Maßnahmen gegen die Preistreibereien für industrielle not Augenblicke ein Streif von 100 000 Arbeitern droht. Der Rohprodukte. Amsterdam, 28. Februar.( T. 11.) Die heute hier eingetroffene Sekretär der parlamentarischen Kommission der Trade- Unions Leider hat die Regierung diesen Forderungen nur in un- Times" vom Donnerstag melden: Bei Lloyds gelten eine ganze Bowerman sprach in der gestrigen Sigung des Unterhauses zureichender Weise Rechnung getragen. Die Höchstpreise wurden Anzahl Dampfer als überfällig, falls nichts Näheres von ihnen bis die Ansicht aus, daß die fürzlich gebildete Regierungszureichender Weise Rechnung getragen. Die Höchstpreise wurden nächsten Mittwoch gehört werde, dürfen sie als verloren geen kommission unter Leitung Sir George Asquiths am ehesten soweit sie bestanden- umgangen. Neue Höchstpreise wurden Diese Dampfer sind: die„ Glem morven", abgefahren am nicht erlassen. Händler und Produzenten wurden nach wie vor 26. Dezember vom Tyne nach Schhors, 2812 Tonnen Juhalt; die imstande sein werde, die auftauchenden Meinungsverschieden zur Abgabe ihrer Vorräte nicht verpflichtet. So nahm die Teres Heymann", abgefahren zu Weihnachten nach Jaffa, heiten beizulegen. Bowerman glaubt, die Interessen der ArBreistreiberci quf allen Gebieten ihren Fortgang. Mitte 2393 Tonnen Inhalt; die Rigger", abgefahren am 21. Dezember beiter würden am besten gewahrt werden, wenn die Streitig. 350 zenen, die im Zeitalter der Kreuzzüge die Meere plünderten, orga-| die Aufhebung der Kaperei, aber sie kam nur den Hansastädten zunisierten sich christliche private Vereinigungen zum gemeinsamen statten, da sie allein Gegenseitigkeit gewährten. Erhebliche KauSchutz. Mohammeds. Sie unternahmen Beutezüge auf eigene Faust, vers ärgsten Ausschreitungen verhindern. Das Völkerrecht der Aushungerung. Aber die Goriſten taten genau dasselbe wie die Gläubigen tionen, welche die Staper stellen mußten, sollten in dieser Zeit dis II. teilten nach Willkür den Raub unter sich, und warteten auch nicht Erst nach 1815 verzichteten die Mächte auf die Ausübung de Der Seekrieg hat seit jeher sein wesentliches Ziel in der Zer- erst einen Strieg ab, um ihr Gewerbe zu betreiben; das ging eben- Staperei, aber sie wurde vertragsmäßig erst durch die Pariser Seestörung feindlichen Eigentums; der Stampf gegen die feindliche sogut im Frieden. Die berüchtigsten diefer rein privaten Banden rechtsdeklaration von 1856 verboten. Aber auch sie wurde nicht von Streitmacht ist immer nur ein Nebenzwed gewesen, der zu Zeiten waren die Vitalienbrüder des 14. und 15. Jahrhunderts so ge- allen Mächten angenommen; die Vereinigten Staaten schlossen sich ganz vergessen wurde. Die Erbeutung von privatem Eigentum, die nannt nach den Viktualien, mit denen sie die Seeburgen Schwedens nicht an, weil sie grundsäßlich den Schutz des Privateigentums zur wie Hamburg versorgten. Während die einen Hansestädten See forderten. Als bald darauf der Bürgerkrieg zwischen den Zerstörung des feindlichen Handels, Absperrung der Zufuhr das ist Seekrieg, Seemacht, Seevöfferrecht. Die Mittel des See- gegen die wilden Gesellen kämpften, nahmen andere Hansen, wie Nord- und Südstaaten ausbrach und die Südstaaten sich der Kaper bedienten, traten die Nordstaaten schnell dem Pariser Vertrag bei, trieges haben sich im einzelnen geändert, sein Wesen ist bis zum die von Rostock und Wismar, sie in ihren Dienst. heutigen Lage gleichgeblieben. Wenn zu Zeiten dieser oder jener Schon seit dem 13. Jahrhundert bestrebt man sich, die Anarchic um die Kaper der Südstaaten als Seeräuber behandeln zu können; Staat sich zu milderen Grundsäßen bekannte, dann nur, weil es England und Frankreich jedoch erklärten, dieser Beitritt habe keine seinen augenblicklichen Interessen entsprach. In der Epoche der rückwirkende Kraft, die Kaperei sei in diesem Striege frei. überlegenen französischen Seemacht befennt sich England zu liberaleren Auffassungen als Frankreich. Seitdem England das Weltmonopol zur See erreicht hat, bekämpft es jede durchgreifende Einschränkung der Gewaltherrschaft auf dem Meer. " auf dem Meere etwas zu ordnen. Es entsteht die staatlich fonzeffionierte Staperei, die erst im Jahre 1856 auf der Pariser Seerechtskonferenz ihr formelles Ende findet. Das Wesen der Das Verbot der Kaper war in gewissem Sinne nichts weniger Kaperei besteht darin, daß private Handelsschiffe von den Parteien als ein Fortschritt des Seerechts. Man hat die Kaper nicht mit in Seekriegen ermächtigt werden, feindliche Schiffe zu erbeuten Unrecht die Waffe der Schwachen genannt; für Staaten mit Heiner und neutrale auf feindliches Gut und Konterhande zu untersuchen. Striegsflotte bedeutete die Zuhilfenahme solcher Privatschiffe eine Nichts kennzeichnet so grell den trostlosen Zustand des See- Aber diese Kaper wenden sich ohne Unterschied gegen alles, was nicht unwesentliche Wehrverstärkung. Und es ist gewiß nicht Großvölkerrechts wie die Tatsache, daß in dem ganzen ungeheuren Wust auf dem Meere angetroffen wird; sie schonen auch nicht die Neu- mut, daß England in dem Augenblick für das Verbot der Kaperei der durch die Jahrhunderte hindurch aufgehäuften Staatsverträge tralen und berauben sogar die Schiffe der mit dem eigenen Auf- eintrat, als seine Staatsflotte so mächtig geworden war, daß sie sich nur ein einziges, ganz verlorenes Abkommen befindet, das die traggeber verbündeten Mächte. Man verlangte wohl eine Bürg der Unterstübung durch die Seefreiwilligen" nicht mehr bedurfte. Unverleglichkeit des Privateigentums zur See im Kriege anerkennt. schaft von den Kapern, daß sie sich nicht an dem Eigentum und Diese Seite des Verbots wurde lebhaft erörtert, als es 1870 beim Der Urheber dieses Vertrages, Franklin, nannte mit zärtlichem den Untertanen befreundeter Mächte vergriffen. Später wurde für Ausbruch des Deutsch- Französischen Krieges für einen Augenblick Spott diese Bestimmung seinen„ Quäter- Artikel", und Friedrichiede einzelne Unternehmung ein besonderer Kaperbrief ausgestellt ichien, als sollte die Kaperei wieder auferstehen. Am 24. Juli erauch im Frieden! Diese bevollmächtigten Kaper wurden der ließ der Norddeutsche Bund jene Verordnung, durch die eine„ freiGenz bezeichnete ihn als eine wahre diplomatische Kuriosität". Das ist der Artikel 23 des Vertrags, den am 10. September 1785 Staatsgerichtsbarkeit unterworfen, das war der einzige Unter- willige Seewehr" gebildet werden sollte. Es sollten danach private Preußen mit der neuen Republik der Vereinigten Staaten schloß. schied, der sie von den Privatseeräubern, den Flibustiern, Frei- Handelsschiffe für die Zeit des Krieges nebst Offizieren und MannDa hieß es:„ Wenn ein Krieg zwischen den Vertragsparteien aus- beutern trennte. Auch als allmählich Staatsflotten entstanden, schaften in die Bundesmarine aufgenommen werden. Verdächtig bricht, so passieren alle Handelsschiffe frei und ohne Belästigung, blieben die Kaper das Hauptwerkzeug des Seekriegs. Besonders Flang der folgende Artikel der Verordnung:" Den Eigentümern die dem Warenaustausch verschiedener Pläße dienen und bestimmt in dem Unabhängigkeitskrieg der Niederlande spielten die Staper desjenigen Schiffes, welchem es gelingt, feindliche Schiffe zu sind, die Verbreitung von Gütern für die Notwendigkeiten, Be- der Aufständischen eine große Rolle; sie versuchten mit allen Mitteln nehmen oder zu vernichten, wird eine nach der Bedeutung der letztequemlichkeiten und Genüsse des Lebens zu erleichtern. Die beiden den spanischen Handel zu zerstören. Spanien behandelte dieſe ren abgestufte Prämie gezahlt. Den Eigentümern bleibt überVertragsmächte verpflichten sich, keine Aufträge Kaperschiffen zu Saper zwar als Seeräuber, was es nicht hinderte, ſelbſt Staper- laffen, der Bemannung hiervon einen Anteil zu gewähren." erteilen, die sich ermächtigten, derlei Handelsschiffe zu nehmen oder schiffe zu benutzen. Auch England stellte im Zeitalter der Königin einer Note an die Mächte protestierte Frankreich gegen jolche VerElisabeth die Kaper in seinen Dienst, deren Interesse natürlich letzung der Pariser Seedeklaration. Das sei Seeräuberei, ja zu zerstören oder ihren Handel zu unterbrechen." nicht sowohl darauf gerichtet war, ihre Gristenz im Kampf gegen schlimmer noch als die alte Saperei, da nicht einmal Kautionen Dieser Artikel aber war für einen Kriegsfall vorgesehen der damals die feindliche Seemacht aufs Spiel zu sehen, als vielmehr, wo von den Eigentümern verlangt wurden. Aber England wies den zwischen den Vereinigten Staaten und Preußen Protest ab; es handele sich um eine legitime Einverleibung privater cbenso wahrscheinlich war wie ein Krieg mit dem Mars. Trotzdem immer sie konnten, für sich Beute zu machen. Schiffe in die Staatsmarine. Entscheidend war, daß diese freiwurde die Bestimmung in den Verträgen von 1799 und 1829 nicht willige Seewehr gar nicht die Aufgabe hatte, feindliches Privatwieder aufgenommen. eigentum zu nehmen, sondern nur gegen die feindlichen Staatsschiffe vorzugehen; denn der Norddeutsche Bund hatte bei Ausbruch des Krieges doe eindliche Privateigentum für frei erklärt. lebrigens blieb ze feindliche Seewehr auf dem Papier. Während Das Beuterecht gegen feindliche Schiffe und Waren niemals streitig var, gab die Behandlung der Neutralen zu fortwährenden Konflitten Anlaß. Es konnte nicht einmal der Grundsaz erreicht werden: Die Flagge deckt die Ladung. Vielmehr wurde die Theorie der feindlichen Infektion" auf die Praris angewandt. Danach machte Freundesgut auf feindlichem Schiff, wie Feindesgut auf befreundetem Schiff Schiffsladung und Mannschaft gleichermaßen zur feindlichen Beute. -O Abgesehen von diesem einen praktisch wirkungslosen Vertrag gibt es feine einzige rechtliche Urkunde im ganzen Lauf der Geschichte, der das Beuterecht an feindlichen Handelsschiffen aufhebt oder auch nur irgendwie beträchtlich einschränkt. Und jeder Krieg zieht auch die Handelsschiffe der neutralen Mächte in seinen vetHeerenden Strudel, hat doch die legte, gültige völkerrechtliche Vereinbarung, die also allein heute verbindlich ist, die Pariser Seerechtsdeklaration von 1856, nicht einmal bestimmt, welche Gegenstände als beschlagnahmefähige Konterbande anzusehen seien. Der Seefrieg ist legitimierter Seeraub geblieben. In den letzten Jahrhunderten des Mittelalters erreichte die Seeräuberei ihren ersten großen Aufschwung. Gegen die SaraMan versuchte die Mißbräuche wohl ab und zu einzuschränken. Aber weit stärker und wirksamer waren die staatlichen Begünstigungen der Mißbräuche. In einem französischen Edikt von 1584 wurde es offen ausgesprochen, daß eine zu straffe Disziplin vom Uebel wäre, weil es den Untertanen die Zust nehmen würde, Kaperdienste zu leisten. Alle Seekriege des 17. und 18. Jahrhunderts find Raperkriege. Sie bezivecken, den Handel des Feindes zu zerstören und die Neutralen zu hindern, daß sie etwa Vorteile von der gegenseitigen 3er fleischung der Hauptseemächte zögen. Alle diese Kriege richten sich, fomit gegen den ganzen Seehandel. Man rechnet, daß Frank reich in den Kriegen gegen England von 1739 bis 1815 nicht weniger als 10 000 englische Schiffe fapern ließ. Während der Französischen Revolution beschloß Frankreich 1792 feiten mit den Arbeitgebern durch eine solche Kommission ent. des deutschen Flottenvereins. Ingenieur Schlesinger ist in die schieden würden. In allen diesen Streitigkeiten sei die Festung, Blaeme, Behrend, Komerel ins Gefängnis gebracht öffentliche Meinung ein Faktor, den außer acht zu lassen worden. Bleidorn, die Brüder Müller, Auersbach und Eigner find für die Dauer des Kriegszustandes in das Gouvernement ilfo unflug wäre. ausgewiesen worden, wo sie unter Polizeiaufsicht gestellt sind. London, 28. Februar.( W. T. B.) Nach einer Meldung der„ Times" hat die Regierung den Streifenden im Clyde Distrikt eine Art Ultimatum gestellt in Form eines Briefes des Leiters der parlamentarischen Kommission für die Arbeiter in technischen und Schiffsbauwerfen Sir George Asquith. In dem Briefe werden die Arbeiter aufgefordert, die Arbeit am Montag früh wieder aufzu nehmen, da wichtige Kriegslieferungen durch das Feiern verzögert werden. Sobald die Arbeit wieder aufgenommen sei, würden die Streitfragen einem Schiedsgerichte überwiesen werden. Die Regierung wollte auf diese Weise die Entscheidung selbst in die Hände bekommen. Unter den Arbeiterführern herrscht wegen des Schrittes der Regierung Besorg. nis, da es durchaus nicht sicher ist, daß die Streifenden dem 1Ultimatum gehorchen werden. Die Arbeitgeber begrüßen die neue Entwickelung der Dinge als den einzigen Ausweg, der der Regierung offen gestanden habe. Die politischen Wirren in Portugal. Baris, 28. Februar.( W. T. B.) Das Journal" meldet aus Bissabon: Halbamtlich wird gemeldet, daß der Ministerrat be schloffen hat, Maßnahmen zu treffen, um den 3 usammentritt der Kammern am 4. März zu verhindern. Bekanntlich hat Präsident Arriaga infolge der Parteizivistigkeiten ein Rabinett gebildet, welches außerhalb der politischen Gruppen steht. Japanische Truppen in Singapore. Petersburg, 27. februar.( W. T. B.) Rjetsch" meldet aus Singapore vom 20. Februar: Japanische Soldaten befesten die Kasernen der aufrührerischen indischen Truppen und verfolgten die geflüchteten indischen Soldaten. China und Japan. Der Streik im Clydedistrikt. Petersburg, 27. Februar.( W. T. B.) Rußkoje Slovo" meldet Amfterdam, 28. Februar.( Privattelegramm des aus Dalny vom 19. Februar: Die chinesische Regierung hat eine " Vorwärts".) Der Streit der Arbeiter des Clydedistrikts trat Anweisung an die Generale erlassen, die Truppen von in ein kritisches Stadium durch ein Schreiben, das der Industrie- eindseligkeiten gegen Japaner zurüdzuhalten. kommissar Georges Asquith an die beteiligten Organisationen London, 28. Februar.( W. T. B.) Die„ Times" melden gerichtet hat. Asquith fordert im nationalen Interesse die Wieder aus Pefing vom 26.: Bei der heutigen chinesisch aufnahme der Arbeit am Montag und sagt rascheste Regelung durch ia panischen Konferenz erklärten sich die chinesischen Schiedsgerichte zu. Ob das drohend gehaltene Schreiben wirft, ist Delegierten bereit, einige später zu bestimmende wichtige Orte fraglich. Der Streit, der gegen 14 000 Arbeiter umfaßt und leicht in Schantung als Vertragshäfen zu öffnen. Die drei anderen viele Zehntausende ergreifen könnte, brach gegen die Ratschläge der Schantung betreffenden Punkte wurden vertagt. Man hofft, daß Japan einsehen wird, daß es wünschenswert ist, die ErGewerkführer aus. Die„ Daily News" stellen eine Stimmung örterung bis nach dem Kriege hinauszuschieben. Chinas für die Fortführung des Streits feft. Der Sekretär des Glasgower Gegenvorschläge, die Japan ablehnte, waren die Erfüllung Gewerkschafts- Bezirkskomitees erklärte, daß die Führer getan des angeblichen Versprechens Japans, Tsingtau an hätten, was sie tun konnten. Die„ Daily News" schreiben recht ver- China zurückzugeben und den Statusquo in Schan Tegen, der Streit soll ohne Gewaltanwendung beigelegt werden. tung durch Zurückziehen der Besaßungstruppen sowie der Die Regierung fönne zwar vielleicht die Streifenden wegen Ge- Truppen für den Schutz der Eisenbahnen und Telegraphen fährdung der Staatssicherheit verhaften, aber eine solche Zwangs- wiederherzustellen. Die japanischen Delegierten drängten auf anwendung würde eine verhängnisvolle Wirkung auf die ganze Arbeiterwelt ausüben. Die Arbeiter müßten, ihrer patriotischen Pflicht folgend, zurückkehren, aber die Unternehmer dürften auch Pflicht folgend, zurückkehren, aber die Unternehmer dürften auch nicht den Reallohn vermindern, indem sie nationale Notwendig feiten vorschützen. Die Regierung, welche den Arbeitern Gerechtigfeit schulde, habe wohl ein Recht, sie zurüdzurufen, aber sie würde Schwierigkeiten zu überwinden haben, wenn sie den Arbeitern bekanntgeben würde, daß das Schiedsgericht als prinzipielle Grundlage die Aufrechterhaltung der Lebenshaltung nimmt. Dieses Brinzip foll auf alle Arbeiten für die Regierung Anwendung finden. Dieselben Unruhen wie im Clydedistrikt drohen in vielen Orten. Das Regierungskomitee für Regierungsaufträge in Metallarbeit und Schiffbau fordert eine schiedsgerichtliche Beilegung aller Konflikte innerhalb 10 Tage. Das Komitee empfiehlt, in den Munitionsfabriken von der ortsüblichen Arbeitsdauer abzusehen, Abzüge vom Stüdlohn auszuschließen, mehr Frauenarbeit zuzulassen, jede Arbeitseinstellung abzulehnen. 200 000 Weber in Lancashire forderten eine Lohnzulage von 10 Pro3. Die Unternehmer lehnten diese Lohnzulage wegen gesteigerter Produktionskosten und schlechter Geschäftslage ab. Wiederverhaftung von Flottenvereinsmitgliedern in Rußland. Mostau, 28. Februar.( W. T. B.) Aus Riem meldet Roßkoje Slomo" zu der abermaligen Verhaftung der Mitglieder Die vornehmen Japs". Folgender Brief eines Matrosen aus der Nachbarschaft Braunschweigs wird dem„ Braunschweiger Volfsfreund" zur Ber fügung gestellt, im Interesse unserer wirtschaftlichen Verteidigung getroffen ist, behaupten Sie, der Bundesrat habe dem Drängen der interessierten Kreise nachgegeben und diesen eine ungeheure Profitrate zugeschoben, sprechen von einer„ bitterböses Blut in der Bevölkerung erweckenden" Maßnahme und glauben im Namen des Volkes gegen die neue, völlig ungerechtDiese fertigte Verteuerung" protestieren zu müssen. Wendungen lassen den aufreizenden Charakter des Artikels hinreichend erkennen. Ich sehe mich daher veranlaßt, Ihre Zeitung unter Zenfur zu stellen, mit deren Ausübung ich die dortige Polizeiverwaltung betraut habe. Sie haben sich demgemäß nach Ziffer B 12 der Anweisung für die örtliche Presaufsicht" zu richten. Die dortige Polizeiverwaltung ist von dieser Verfügung in Kenntnis gesetzt worden. Der fommandierende General: Frhr. v. Gayl. Forderungen an die Reichstagsfraktion. Eine gut besuchte Versammlung des Sozialdemokratischen Vereins in Braunschweig nahm folgende Resolution cin stimmig an: Die am 24. Februar tagende Mitgliederversammlung des Ortsvereins Braunschweig fordert die Reichstagsfraktion auf, bei der nächsten Tagung des Reichstags folgende Forderungen zu er= heben: 1. Eine wesentliche Erhöhung der Familienunterstützung der Kriegsteilnehmer mit Rüdwirkung vom 1. Januar 1915 und Fortfall der Prüfung der Bedürftigkeit. 2. Herabsehung der Höchstpreise für Getreide und Festsetzung dementsprechender Höchstpreise für Mehl und Brot. 3. Herabsetzung der Höchstpreise für Startoffeln und Beschlagnahme derselben. 4. Festseßung von niedrigen Höchst preisen für Fleisch. 5. Einführung einer Reichseinkommen und Vermögenssteuer. 6...... In derselben Versammlung führte Gen. Antrid Beschwerde über die ungleiche Behandlung der Vereine und Versammlungen durch die Behörden. " Wolfgang Heines Rede nach dem Schützengraben. Dem Berliner Tageblatt" wird aus Stuttgart gemeldet: Die Parteileitung der Sozialdemokratie Stuttgarts beschloß, die bekannte Stuttgarter Rede des Reichstagsabgeordneten Wolf Seine Chinas Anerkennung der besonderen Stellung Japans in der bekannte Stuttgarter Rede des Reichstagsabgeordneten Wolf: südlichen Mandschurei und inneren Mongolei. China er- gang eine in Taufenden von Exemplaren in Broschürenflärte, Japan erstrebe damit die Herrschaft daselbst und hob form an ihre im Felde stehenden Parteigen offen hervor, daß die Anerkennung der japanischen Ansprüche der zu senden. Schließung dieser Gebiete für Handel und Industrie der anderen Vertragsmächte gleichkommen würde. Politische Uebersicht.. Die Elberfelder Freie Presse" unter Präventivzeufur! Die Elberfelder Freie Presse" ist, wie bereits mitgeteilt, unter Präventivzensur gestellt worden. Sie erhielt als Begründung dieser Maßnahme folgendes Schreiben: 7. Armeekorps. Stellvertr. Generalfommando. Abt. IId Nr. 834. An " 1 Münster, 19. Febr. 1915. die Redaktion der Freien Preffe", Elberfeld. Nachdem Sie unterm 30. 12., Id 1732, eine Verwarnung von mir erhalten haben und auf die Folgen eines ferneren Verstoßes Jhrerseits nachdrücklichst aufmerksam gemacht worden sind, bringen Sie in Ihrer Nr. 39 vom 16. ds. unter der Ueberschrift: Und doch höhere Höchstpreise für KartoffeIn" einen Artikel, der eine aufreizende Kritik der Bundesratsverordnung vom 15. ds. betr. Höchstpreise für Kartoffeln enthält. Von der Maßregel, die " Letzte Nachrichten. Bergwerksexplosion in Frankreich. Lyon, 27. Februar.( W. T. B.) Der„ Nouvelliste" meldet aus Bethune: Vorgestern nacht fand eine starke Explosion bei den Bergwerten von Bruay statt. Das Sprengstofflager des Bergwerks. betriebes foll in die Luft geflogen sein. Die Explosion, die in einem Umkreise von vierzehn Kilometern gehört wurde, ist angeblich auf die Unvorsichtigkeit eines Wächters zurückzuführen. 3wei Zote wurden geborgen, doch soll die Zahl der Toten größer fein. Drei Kinder verbrannt. Berlin, 28. Februar. Ein schredliches Brandunglüd hat sich bei Seegenfelde in der Mart ereignet. Auf noch nicht aufgeflärte Weise geriet vorgestern nachts um 11% Uhr die einsam gelegene Die Mutter von drei Försterei Tannenspring in Brand. Kindern im Alter von 2 bis 9 Jahren lief, als die Schlafftube schon brannte, eiligst zur nächst gelegenen Schäferei. Als sie zurüdkehrte, stand die Försterei bereits vollständig in Flammen. Hilfe kam zu spät. 3 mei Knaben und ein Mädchen sind in den lammen umgekommen. Man fand bei der gestrigen Aufräumung ihre verkohlten Leichen im Brandschutt. Die Untersuchung über die Entstehung des Feuers hat noch nicht ergeben, wie das Feuer entstanden ist. Der Vater der Kinder befindet sich im Felde. Ein Magdeburger Parteigenosse erhielt von seinem Neffen,| hereinzuholen war ebenfalls nicht möglich, weil sie den strikten der mit zu den Kämpfern von Tsingtau gehörte und sich jetzt in Befehl hatten, nicht aus dem Graben herauszugehen. Der Deutsche japanischer Kriegsgefangenschaft befindet, folgenden Ende No: raffte sich nun zusammen es war inzwischen 4 Uhr nachmittags bember abgesandten Brief aus dem Gefangenenheim Himeji bei bes andern Tages geworden niete etwas auf und rief zu den Sobe in Japan: Erst jetzt nach langer Zeit kann ich Euch eine Nachricht von mir Seinen zurüd:„ Kameraden, holt mich, ich will nicht in englische Tokio, den 25. November 1914. Liebe Mutter! Endlich, zukommen lassen. Nachdem Japan Deutschland im August den Gefangenschaft geraten!" Einer der deutschen Musketiere rief nun nach langer, schwerer Zeit, kann ich Dir ein Lebenszeichen von mir Strieg erklärte, rückte es mit seiner Macht auf unser Tsingtau zu. den Engländern englisch hinüber, daß die Deutschen ihren Kame zukommen lassen. Daß Tsingtau am 7. November in der Frühe und tapfer haben wir Tsingtau verteidigt, bis wir dann zuletzt der raden holen wollten, die Engländer dürften aber nicht schießen. von den japanischen Truppen eingenommen ist, wirst Du wohl llebermacht weichen mußten und uns am 6. November, morgens Die Engländer versprachen es, aber die Deutschen trauten ihnen bereits schon wissen. Bis zum letzten Augenblick haben wir ge- 6 Uhr ergaben. doch nicht und forderten sie daher auf, sich zu zeigen, worauf die kämpft, sind aber besiegt. Da unsere Postsachen einer Untersuchung Gine schwere harte Zeit war es, die wir hinter uns gehabt. Engländer erwiderten, daß sie der Befehl, unter feinen Umständen unterworfen sind, kann ich Dir genauere Angaben und Einzelheiten Wochenlang lagen die Japaner vor unseren Stellungen. Und das den Graben zu verlassen, daran verhindere. Die Musketiere 2. über die letzten deutschen Tage Tsingtaus nicht schreiben. Du mußt Schießen war auf beiden Seiten heftig. Zuletzt kamen dann die und Th. erboten sich, freiwillig die Probe zu wagen. Sie gingen Dich mit Wenigem zufrieden geben. Nachdem wir unser tapferes Japaner mit schwerer Artillerie; der waren wir dann nicht ge= Schiff verlassen hatten, sind wir bald darauf in japanische Ge- wachsen, zumal wir hier nicht die modernsten Geschütze hatten. Und die 60 Meter, die sie von ihrem Kameraden trennten, vor, gingen fangenschaft gefallen. Glaube aber nicht, daß jetzt unsere letzte dann lag es auch hier an der japanischen Uebermacht. Denn was zum englischen Graben hinüber und trugen den Verwundeten zurück, nicht ohne daß vorher eine Unterhaltung stattfand. Die EngStunde geschlagen hat. Wir sind mit aller Achtung und Ehre, die vermögen 3000 Mann gegen 50 000 Japaner? man Kriegern, die gekämpft haben und besiegt sind und einem nicht Als dann am 6. November nach dem großen Sturme die weiße länder meinten, daß sie noch am Abend den Deutschen einen kleinen mehr schaden können, schuldig ist, behandelt worden. Am 9. No- Flagge gehißt wurde, da war es entschieden. Zwar hat mancher Besuch abstatten würden, sie bekämen Verstärkung. Beim Rüdvember haben wir Tsingtau verlassen und sind, nachdem wir einige von uns sein Leben hier ausgehaucht, aber auch auf feindlicher transport schallten dann laute Hurrarufe aus dem englischen Tage in einem chinesischen Dorfe einquartiert waren, auf einem Seite sind furchtbar viele gefallen. Wir gerieten jest in japanische Graben zu uns herüber, mit den Händen wurde gewunken japanischen Dampfer eingeschifft. Am 16. November landeten wir Gefangenschaft und wurden am 10. November nach Japan einge aber kein Schuß fiel... in Hiroshima, einer südlichen Hafenstadt Japans, wo wir in fchifft. Dort gelangten wir nach drei Tagen an. mehrere Teile eingeteilt wurden. Unsere Besaßung blieb zu Hiroshima aus wurden wir per Bahn nach hier geschafft. Wir Vom Hafen ſammen und wurde mit mehreren anderen für den Transport nach find auf verschiedenen Stellen untergebracht. Hier find girta 300 Engländer. Das Kinderkonzert im Zirkus Sarasani. Tokio vorbereitet. Am 20. November traten wir die Fahrt mit der Mann. Wir haben es hier ganz gut. Haben gutes Essen und gute Zweitausend Knaben und Mädchen der Berliner GemeindeEisenbahn an. Es ging über Kobe, Osaka, Kioto und Yokohama Unterkunft, und wir tamen am 22. November nach 45stündiger Bahnfahrt in Wir warten jetzt auf den Frieden von Deutschland, aber das schulen boten gestern mittag die erste ihrer alljährlichen Gesangsaufführungen, der drei Wiederholungen an den nächsten Sonnder Hauptstadt Japans, Tokio, an. Auf dem Bahnhofe wurde uns dauert wohl noch lange. Wir werden wohl Weihnachten in Japan tagen folgen werden. Während sonst das Erträgnis aus diesen Berals erster Gruß auf Veranlassung einer japanischen Frau, eine feiern... anstaltungen dem leiblichen Wohl armer oder kränklicher Schüler Blume überreicht. Es hatte sich auch dort viel Volf aus Neugierde zugute fam, galt die Aufführung diesmal zum Besten der Kriegsangesammelt, auch alle Straßen standen gedrängt voll, wie es bei hilfe". Opferjinn ist gewiß eine ebenso schöne pädagogische als solchen Sachen ja immer und überall der Fall ist. Mit der elettrischen Straßenbahn wurden wir nach unserem Bestimmungsort In einem Feldpostbrief, den die Frtf. 3tg." mitteilt, heißt es: menschliche Tugend, sofern sie von jedem Bürger, sei er ein Habebefördert. Wir sind hier in einem großen Tempel untergebracht. Im Nordwesten von Frankreich liegen sich die Deutschen und nichts oder Nabob, betätigt oder verlangt wird. Träfe sotane VorDie Räume sind groß und schön, alles ist so bequem wie nur irgend ihre Vettern jenseits des Kanals auf etwa 60-80 Meter gegen aussetzung zu, dann hätten die Kleinen reichlichen Dankeslohn erfungen. möglich gemacht. Die Speisen werden nach unserem Muster für über. Wochenlang schon wird um einen größeren Komplex von In der Zusammenstellung des Vortragsprogramms war man. uns zubereitet. Wir find hier einem japanischen Kommando unter- Badsteinhaufen gekämpft, die in geringen Entfernungen wie rote, offensichtlich bestrebt, der ganzen Veranstaltung einen würdigen stellt, welches hauptsächlich aus Offizieren zusammengesezt ist, die rechteckige, bis 12 Meter hohe Suchen aufgesetzt sind. Sie haben Charakter zu verleihen. Kreuzers Hymnus" An das Vaterland" der deutschen Sprache mächtig sind. Wenn es auch jedem von uns schwer fällt, hier so müßig sißen zu müssen, so wird uns doch unser ihren Besizer schon einige Male gewechselt, immer aber blieb zum und Webers Schtvertlied und Gebet während der Schlacht zählten Los dadurch erleichtert, daß man uns mit aller Achtung behandelt. Schluß doch der Deutsche Meister. Bei einem in der frühen gerade vom musikalischen Standpunkt aus zu den wertvollsten leber den Stand des Krieges zu Hause sind wir seit dem Fall Morgenstunde angesetzten Sturm auf eine vorübergehend ge- Chören dieser Art. Bei den Texten der anderen Volkslieder wieder Tsingtaus wenig oder gar nicht unterrichtet. räumte Grabenstrede war ein tapferer Unterofizier des badischen hat man, soweit im Augenblid geprüft werden konnte, von puriZeit, da ich nicht für Dich sorgen kann? X wird hoffentlich nach die Engländer herangekommen, als er von sechs Geschossen getroffen die reine Gesangsleistung der Kinder selbst. Nun, liebe Mutter, leidest Du auch keine Not während dieser Infanterie- Regiments Nr.... namens D. bis auf 15 Meter an tanischen Eingriffen abgesehen. Und das ist gut und vernünftig. Ein ungleich höheres Interesse als all dies beansprucht jedoch Ein gesundes dem Rechten sehen. So trennt das Schicksal uns. Hoffen wir aber, zusammenbrach. Er war weit über das dem Angriff für diesen Stimmenmaterial, so entwicklungsfähig als bereits ziemlich entdaß wir uns alle nach diesem Ringen gesund und munter wieder Morgen vorgeschriebene Ziel hinausgestürmt. An eine Rückkehr wickelt, offenbart sich da. Und was vollends die oft überraschend schen. Wenn unsere Gefangenschaft zu Ende ist, kehren wir sogleich war nicht zu denken. Vergeblich versuchten die Kameraden, ihn feine Schmiegsamkeit des ersten Soprans wie des Alt angeht, nicht nach Deutschland zurück. Aber wann wird diese Zeit kommen? Wenn dieser Brief in Deine Hände gelangt, so wird wohl dort schon zurückzuholen. Sowie sich einer von ihnen zeigte, erhielt er Feuer minder die Deutlichkeit der Aussprache, die rhythmische Präzision und Abrundung, so darf schon von einer gewissen Vortragstunst vieles geändert sein. Nachrichten erhalten wir hier hoffentlich auch leber 24 Stunden mußte der Verwundete liegen bleiben. bald. Wenn Du einmal schreiben willst, so gib nur Familienange= Heller Sonnenschein fiel am anderen Mittag auf die trostlose als Resultat einer zielbewußten gesangstechnischen Schulung gelegenheiten zur Kenntnis, da ankommende Briefe untersucht wer- Kampfstätte, da bemerkten die Engländer, daß der vor ihrer Stel- sprochen werden. Einzelne der Knaben- und Mädchenchöre erregten geradezu hellstes Entzücken und mußten wiederholt werden. Prächden. Nun, liebe Mutter, lebe wohl, bleibe gesund und munter. lungen liegende Deutsche noch lebte. Sie riefen ihm auf deutschtige Klangfärbung ergaben die Gesamtchöre. Daß aber alles und Auf baldiges Wiedersehen hofft Dein treuer Sohn... zu, er solle zu ihnen kommen, er würde es gut bei ihnen haben, jedes Lied in ein und derselben Tonleiter gesungen wird, will uns bekäme zu effen und zu trinken. Er konnte aber nicht gehen, ihn nicht recht einleuchten. c. k. Aus Groß- Berlin. Das unterirdische Berlin. über wird den ersten Eindruck nicht vergessen. Und es ist noch| Mark zur Beschaffung von Nahrungsmitteln bewilligt. Im Laufe genug Raum hier unter den Berliner Häusern und Straßen. der letzten Monate find nun größere Anfäufe von Lebensmitteln Wir warten nur auf die Genies der Technik, die mit rastloser vorgenommen worden. Die Stadt hat einen eisernen Bestand von Erfindungskunst der Mutter Erde noch mehr abringen zum Lebensmitteln im Werte von etwa 200 000 m. angelegt, efta Muzen der Menschheit, der es in den Weltstadtstraßen längst ½ Million Mark ist für Beschaffung von Dauerfleischwaren bezu eng geworden ist. Raubanfall in der Kleinen Hamburger Straße. stimmt und 550 000 M. find als Anteil der Stadt an der Kriegsgetreidegesellschaft eingezahlt worden. Durch Gesez sind nun den Gemeinden in den letzten Wochen neue Aufgaben übertragen wor Verkauf dreiteiliger Semmeln zu 75 Gramm. Als die Franzosen vor mehr als hundert Jahren unsere schöne Mark Brandenburg heimsuchten, ließen sie vor den Toren Berlins viele hundert Tote zurück. Auch von den Russen, die in den Befreiungskriegen als Bundesgenossen Preußens bis in die Mark gelangten, fanden viele ihr Grab auf märkischem Boden. Berlin war damals selbst innerhalb der Stadtmauer nur spärlich bebaut und start von Gärten durchzogen. Es fiel in der Kriegszeit nicht sonderlich auf, wo die toten Franzosen und Russen beerdigt wurden. Erst viel später wurden hier und da im Stadtinnern, so auch in der bei größeren Erdarbeiten Schloßgegend, ganze Felder von Franzosen- und Russenleichen, die man als solche an den Uniformfnöpfen erkannte, entdeckt. Das war dann stets eine Sensation, die welche wenigen damals eristierenden Berliner Zeitungen ganze Spalten aus dem„ unterirdischen Berlin" schieben. Solche dem Auge nicht mehr sicht baren Begräbnisstätten gibt es im Stadtinnern noch heute. So ist der ganze Koppenplatz und ein großer Teil seiner Umgebung früher Kirchhof gewesen. Wo Häuser stehen, sind die zerfallenen Skeletteile beim Ausschachten des Erdreichs wohl in alle Winde verstreut worden, aber unter dem Platz ruhen sicher noch zahlreiche Menschenreste. Der Fortschritt der Bebauung hat ja auch andere Berliner Friedhöfe immer mehr verschwinden lassen. Viel wurde in früheren Jahrzehnten im Volfe erzählt von unterirdischen Gängen, die aus dem Schloß hinaus nach der Spree und anderen Punkten führen sollten. Sie stammten, wenn sie überhaupt noch im vorigen Jahrhundert vorhanden waren, aus der Zeit, in der Berlin noch Festungstürme hatte, von denen das letzte Wahrzeichen efeuumranft bekanntlich im Märkischen Park an der Wallstraße steht. Zum unterirdischen Berlin gehörten dann noch die größeren Grabgewölbe unter dem alten Dom, der alten Garnisonkirche und der Hedwigskirche, deren Särge in der Franzosenzeit zum Teil ausgeplündert und zerstört worden waren. Ferner wiesen einige der älteren noch bestehenden Friedhöfe hinter der Stadtmauer fleinere Grabgewölbe auf, in denen 1848 manche Kostbarkeit verborgen wurde. Wenige Jahrzehnte haben genügt, um die Macht des schaffenden Menschengeistes auch am Berliner Erdboden zu erproben. Mit dem in dieser Zeit ausgebuddelten Sande fönnte ein gewaltiger Berg errichtet werden. Heute ist das unterirdische Groß- Berlin ein weitverzweigtes lebenpochendes Netz, in dem die dazwischen gelagerten Toten verflungener Jahrzehnte taum mehr Beachtung finden. Das ist eine Welt für sich geworden, in der nur der Fachmann sich ordentlich zurechtfindet. Gas- und Kanalisationsrohre, Telegraphen- und Die erste Brotkartenwoche. Mit dem gestrigen Sonntag ist die Rohrpostanlagen, Fernsprech- und elektrische Lichttabel, selbst Bedürfnisanstalten, vor allem die Untergrundbahnen verkörpern erste Woche der Brotkarten für Berlin und die meisten Vororte den Kulturfortschritt unter der Erde, die ihrem jahrtausend- berfloffen. Die wenigen Tage haben bereits genügt, um die Einwohner mit der neuen Einrichtung einigermaßen vertraut zu alten Schlummer entrissen wurde. Zwar steht Groß- Berlin machen. Das Berechnen der Brotmarken, das in den ersten Tagen in der unterirdischen Entwicklung unter den Weltstädten besonders bei umfangreicheren Einfäufen nicht ganz so flott vonnoch keineswegs voran. Immerhin ist das Geschaffene statten gehen wollte, macht jetzt feine Schwierigkeiten mehr. Käufer recht beachtlich und noch beachtlicher das, was bald Wirk- und Verkäufer haben in der Additionskunst in der letzten Woche lichkeit werden soll. Ueberragen die Untergrundbahnen durch gute Schule" genoffen. Von heute ab werden in Groß- Berlin die die Mächtigkeit ihres Betriebes und des verdrängten Erd- Marken der blauen Brotfarten ausgegeben. reiches, so sind die übrigen großen unterirdischen Anlagen 2 Millionen Mark für die Beschaffung von Lebensvielleicht noch interessanter, weil sie der Deffentlichkeit nicht mitteln in Charlottenburg. Wetteraussichten für bas mittlere Norddeutschland bis zugänglich werden. Wer Gelegenheit hat, als Neuling durch Bereits im Anfang des Krieges haben die städtischen Körper- Dienstag mittag. Zeitweise aufklarend, jedoch noch meist bewölkt die mannshohen Kanalisationsschächte und Notauslässe unter sachkundiger Führung zu wandern oder die mächtigen unter- fchaften zu Charlottenburg der Deputation zur Beratung von Maß- mit öfter wiederholten Niederschlägen. Temperaturen im Durch irdischen Sammelbassins und Filterstationen zu besichtigen, I regeln gegen die Lebensmittelteuerung einen Kredit von 1 Million schnitt wenig verändert. In ihrem Trödlerladen überfallen und beraubt wurde gestern, den, die die Bereitstellung von Mitteln in größerem Umfange erSonntag, vormittag, die 35 Jahre alte Ehefrau Klara des Händlers fordern. Der Magistrat beantragt daher bei den Stadtverordneten Adfer aus der Kleinen Hamburger Straße 4. Kurz nach 10 Uhr die Bewilligung von 2 Millionen Mark als Betriebskapital zum erschien in dem Kellerladen ein Kunde, der einen Anzug verlangte. Einkauf von Kartoffeln und Meh.I sowie zur weiteren HerFrau Adler beschied ihn, um 12 Uhr wiederzukommen, weil der stellung von Dauerfleischwaren. Verkauf geschlossen und ihr Mann auch nicht da sei. Er kehrte aber bald zurück und fragte, wann der Mann da sein werde. Die Frau erwiderte, er sei im Tempel und komme um 12 Uhr. Der Um es den Gast- und Schankwirten zu ermöglichen, an ihre Kunde versuchte jetzt, in das Zimmer neben dem Laden zu gelangen. Als ihn die Frau daran verhinderte, ging er weg. Um 11% Uhr Gäste 25- Gramm- Semmeln abzugeben, hat der Charlottenburger erschien er zum drittenmal. Jest fiel er gleich über die Frau her, Magistrat der Bäckerinnung empfohlen, die vorgeschriebene 75warf sie zu Boden, würgte sie und schlug, ihr auf der Brust knieend, Gramm- Semmel nicht zweiteilig, sondern dreiteilig zu baden, so fortgesetzt auf sie ein. Um sie am Schreien zu verhindern, ver- daß drei Abschnitte zu je 25 Gramm entstehen. suchte er, ihr eine Hand in den Mund zu stoßen. Frau Adler Der„ Nachtbesuch". Eine vielversprechende junge Lebedame, wehrte sich, biß ihm in den Zeigefinger der rechten Hand und zerfragte ihm das Gesicht. In dem Kampfe gingen mehrere Scheiben, die schon alle möglichen Rollen für ihr galantes Treiben gewählt ein Spiegel und Geschirr, das im Laden stand, in Scherben. Auf hat, erschien am Sonnabend aus der Untersuchungshaft vor der das Geschrei der Ueberfallenen und ihrer drei Kinder, die in der Potsdamer Strafkammer. Fräulein Runy H. war beschuldigt, am Stube weilten, ließ der Räuber von seinem Opfer ab und ergriff 24. Januar in der Wohnung eines Arterieoffiziers v. Dr., der sich der in tiefe Trauer gehüllten Witwe" genähert hatte, einen die Flucht, nachdem er wahrscheinlich noch von einem umgeworfenen Betrag von 150 M. aus dem verschlossenen Schreibtisch gestohlen Riegel einen Anzug an sich gerissen hatte. Während sich nun Frau zu haben. Der Herr schenkte der vermeintlichen Witve, die eine Adler aus dem Hinterraum, der durch Riegel abgetrennt ist, nach Nacht bei ihm zugebracht hatte, zu viel Vertrauen. In seiner Abvorn schleppte, kamen auf das Geschrei Leute aus dem Hause und wesenheit öffnete sie mit einem Schrankschlüssel den Schreibtisch von der Straße dazu. Sie brachten sie zu Bett und holten die und mit dem Geld trat sie eine Vergnügungsreise an. Der StaatsPolizei. Die Kriminalpolizei erschien alsbald und nahm die Nach- anwalt beantragte gegen sie 6 Monate Gefängnis. Das Gericht verStrafforschungen nach dem Räuber auf. Er ist etwa 18 bis 20 Jahre alt, urteilte die Angeklagte zu 4 Monaten wegen schweren Diebstahls mittelgroß und schlank, dunkelblond und bartlos und trug eine und rechnete 4 Wochen auf die Untersuchungshaft an. fremde Person in die Wohnung zu nehmen. feldgraue Militärhose, einen dunkelbraunen Zivilulster und eine mildernd wurde die übergroße Vertrauensseligkeit erwogen, eine feldgraue Militärmüße mit Schirm. Wie festgestellt wurde, ist der Runde in derselben Kleidung vorgestern, Sonnabend, schon in einem Trödelladen im Hause Kleine Hamburger Str. 24 gewesen. Auch dort verlangte er einen Zivilanzug, wurde aber nicht handelseinig. Gestern vormittag vor 10 Uhr sahen ihn Leute auf der Straße und auch auf dem Flur des Hauses Kleine Hamburger Str. 7. Die Kriminalpolizei sichert eine Belohnung von 200 M. demjenigen zu, der über die Person des Räubers Angaben machen kann, die zu seiner Ermittelung dienen. Zu achten ist auf seine Kleidung, auf den Fingerbiß und auf die Krawunden im Gesicht. Frau Adler fonnte zunächst nur notdürftig vernommen werden. Sie erhielt schwere Schläge auf den Kopf, der auf beiden Seiten geschwollen ist, außerdem starke Würgemale und Kragwunden am Halse. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 26. Februar verstarb unser Barteigenoffe Robert Kammler Steinmetstr. 84, 18. Bezirk. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet• am Dienstag, den 2. März, nachmittags 1 Uhr, auf dem Neuköllner Gemeindefriedhof, Mariendorfer Weg, statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Verband d. Gemeinde- n.Staatsarh. Filiale Groß- Berlin. Unseren Mitgliedern geben wir hierdurch Nachricht vom Tode des Stollegen Gustav Neuendorf vom städt. Gaswerf Gitschinerstr. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Montag, den 1. März, nachmitags 4 Uhr von der Leichenhalle des Georgenkirchhofes, Landsberger Allee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung Tüchtige Schlosser, Nieter u. Montagearbeiter für Eisenkonstruktionen bei gutem Lohn gesucht. Breest& Co., Wollantstr. 54/56. am Palast- Theater Zoo Täglich 8 Uhr: Varieté u. Lichtspiele von 14 M. * 9 Am 27. februar entriß der unerbittliche Tod plöglich und unerwartet liebe Frau, unsere " Verband der Maler, mfere Bergendgute Stutter, Lackierer, Anstreicher etc. und Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Emilie Moder geb. Grothan Usedomstr. 13. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 2. März, nachm. 4 Uhr von der Leichenhalle der Himmelfahrt- Gemeinde in NiederSchönhausen statt. Arb Nachw.:Gormannst.13 Bureau: Melchiorftr. 28, part. Filiale Berlin. Fernſpr.: Norden 3791-97 Fernspr.: Amt Morikpl. 4787. Küchenmöbel- Branche. Mittwoch, den 3. März 1914, abends 8 Uhr: Branchen- Versammlung im Lotal von O. Stein, Stralauer Brüde 3. Tagesordnung: Heines Werke Welche Verhältniffe bestehen zurzeit in der Branche? 3 Bände 4 Mark Buchhandlung Vorwärts DRUCK ARBEITEN in guter Ausführung Wir ersuchen alle Sollegen, auch die in anderen Gewerben beschäftigten, zu dieser Versammlung zu erscheinen. 138/12 ( N Die Branchenleitung. Deutscher Arbeiter- Wanderbund „ Die Naturfreunde" ( Ortsgruppe Berlin). Sonntag, den 7. März 1915, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15: Ferienfahrt nach und Dresden ser Sächsisch- Böhmischen Schweiz. Vortrag mit 125 Lichtbildern nach eigenen Aufnahmen des Vortragenden Genoffen Hugo Sinn. A) Dresden Rundgang In der Bildergalerie Dampferfahrt Elbauf Loschwitz Birna Wehlen. B) Land und Leute, die Bastei Durch die Schwedenlöcher zum HodRathenstein Der Lilienstein Bad Schandau Ueber die wilden Um die Affensteine Der Kuhstall Das idyllische Schrammsteine Sirnigschtal Dbere Schleuse Hinterhermsdorf. Bum Prebischtor Lints der Elbe von Stönigstein Durch die Klamm nach Herrnsfretschen Der Schreckenstein Elbaufwärts. nach Ausfig Nach dem Vortrage Konzert der Musikalischen Abteilung unter Leitung ihres Dirigenten Herrn Reinhold Vorpahl. Einlaß 5, Uhr. Anfang 7 Uhr. Einlaßkarten a 20 Vf. find zu haben in der Geschäftsstelle Frizz VORWÄRTS Se ruse, Mariannenstr. 11; eyse, Boyenstr. 19; Blantenstein, Schillingstr. 17/18; ori, Engelujer 15; Tinius, Ritterstr. 123, Buchdruckerei und Verlag jomie in den Abteilungsversammlungen am Freitag, den 5. März. SW.68 Lindenstraße 3 1/5 3. A.: Fritz Kruse. Einsegnungs- Anzüge bis 30 M. Ein Straßenunfall ereignete sich am Sonnabendabend in der Blücherstraße. Gegen 7 Uhr wollte ein Herr Jopp den Hinterperron eines Triebwagens der Linie 55 besteigen, tam dabei zu Anhängewagens. Mit Hilfe von Passanten wurde der Wagen anFall und geriet mit dem rechten Fuß unter den Schußrahmen des gehoben und der Verunglüdte, dem der rechte Fuß über dem Knöchelgelenk abgequetscht war, befreit und nach dem Krankenhause am Urban übergeführt. Kleine Nachrichten. Mit Gas vergiftet hat sich die 51 Jahre alte Arbeiterin Marianne Rateischat, die seit vier Wochen für sich allein in der Culmstr. 4 wohnte. Hausgenossen, die durch Gasgeruch aufmerksam wurden, fanden sie gestern nachmittag in ihrer Wohnung tot auf. Sie hatte sich mit dem Gasschlauch im Munde Um 10 000 m. bestohlen wurde am auf den Kohlenkasten gesetzt. Sonnabend auf dem Marktplak in Neukölln an der Ecke der KaiserFriedrich- und Innstraße der Wild- und Geflügelhändler vont Grünen Weg 33. Der Mann hatte eine braune Ledertasche, in der fich 2000 M. in Gold und Silber und zwei Bankbücher über 8000 M. befanden, auf seinem Verkaufstische bei sich liegen. 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