Nr. 67. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pranumerando: Pierteljährl 3,30 M.. monatl. 1,10 m, Juöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Zeitungs Breisliste. Unter Streuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Montagsausgabe 5 Pfennig Vorwärts 32. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Berjamminungs- Anzeigen 30 Big Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Mort 20 Big.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengefuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Big.. jedes meitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak. Nr. 151 90-151 97. Montag, den 8. März 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morisplak, Nr. 151 90-151 97. Abwartende Haltung Italiens und Griechenlands fommen. Italiens Ansprüche. der Ueberfüllung der Grenzstreden die Güterbeförderung nach dem Auslande über die schweizerischen Uebergangsorte Chiasso, Luino und selle eingestellt worden. Die Meldung des Großen Hauptquartiers Der Angriff auf die Dardanellen. Amtlich. Großes Hauptquartier, den Westlicher Kriegsschauplatz. Unser Londoner Korrespondent schreibt uns: Die Beschießung der Dardanellen bringt in diesen Krieg, einen Zug jener alten Kriegsromantik, die die Philister ergößt. Hier haben wir endlich eine einzige genau abgegrenzte Aktion vor uns, bei deren Betrachtung jeder seiner Phantasie freien Lauf laffen kann. augenblidliche Kriegslage betrachtet, ist die neue Aktion aus Aber auch ganz nüchtern und mit Beziehung auf die einer Reihe von Gesichtspunkten überaus bemerkenswert. Zunächst verdient die verbündete Flotte, die an dem Angriff Die Mailänder Perseverenza" führt in einem Leitartikel aus: die Lage Jtaliens sei so fritisch, wie noch nie seit Striegsbeginn. 7. März 1915.( W. T. B.) Troßdem wäre es unvorsichtig, die neutrale Haltung aufzugeben, solange der Erfolg der Operationen gegen die Dardanellen noch nicht feststeht. Beide kriegführende Mächtegruppen sollten sich bewußt Zwischen der See und der Somme fanden sein, daß Italien mit seinem Schwerte die Wagschale auf die cine oder die andere Seite finden lassen könnte. Sie sollten sich im Sie sollten sich im allgemeinen nur Artilleriekämpfe statt, daher entschließen, den legitimen Ansprüchen Italiens entgegenzunächtliche Versuche des Feindes, südlich von Die Mailänder„ Stampa" meldet: bis auf weiteres sei infolge Vpern vorzustoßen, wurden vereitelt. In der Champagne machten unsere Trup- teilnimmt, Beachtung. Soweit bisher bekannt geworden ist, pen Fortschritte, wir nahmen dem Feinde einige waren 9 englische und 4 französische Schlachtschiffe an dem Bombardement beteiligt. Vor kurzem ging Gräben und etwa 60 Gefangene ab. Ein fran- die Meldung durch die festländische Presse, daß Mitte Februar 3ösischer Massenangriff gegen unsere Stellung weinene englische Geschwader von zusammen nordöstlich von Le Mesnil brach unter schwer- feit dieser Nachricht läßt sich zurzeit nicht nachprüfen, aber 8 Schlachtschiffen in die See gestochen sind. Die Richtigsten Verlusten für die Franzosen in unserem unwahrscheinlich ist sie jedenfalls nicht. Sie würde es erInfanterie- und Artilleriefeuer zusammen. flären, warum die englische Admiralität es für ungefährlich findet, auf einmal neue Schlachtschiffe gegen die Dardanellen Deftlich von Badonviller wurden feindliche zu schicken und zu gleicher Zeit eine Blockade der deutschostafrikanischen. Küste zu proklamieren. Vorstöße zurückgewiesen. Eine italienische Stimme zur Dardanellenfrage. Rom, 7. März.( T. U.) Zur Dardanellenfrage schreibt nach einer Meldung der Frankf. 3tg." der Popolo Romano": Die Aktion der Entente rolle die ganze Orientfrage auf, deren Ende nicht abzusehen sei. Die Regierung habe unzweifelhaft einen Fehler begangen, die Dardanellen der neutralen Schiffahrt dauernd zu verschließen anstatt sie wie im Krieg mit Italien immer wieder In den Vogesen kamen gestern eingeleitete zu öffnen, wodurch sie sich damals gerade die Freundschaft der En- Kämpfe westlich von Münster und nördlich von Ernst der Handlungsweise der Entente. Natürlich könne man theo- Sennheim noch nicht zum Abschluß. tente bewahrt habe. Aber dieser Irrtum beeinträchtige nicht den retisch das Recht nicht bestreiten, die Türkei an ihrer empfindlichsten Stelle anzugreifen. So verbiete der Haager Vertrag weder cine Operation gegen die Dardanellen noch ein Bombardement Konstantinopels. Aber oft erfahre das Recht der Kriegführenden Ginschränkungen durch die Rechte und Lebensinteressen jener aufmerksam und besorgt die Ereignisse zu verfolgen. Konst an tinopel fönne als großer Handelsweg zwischen dem Schwarzen und dem Mittelmeer das Monopol Staaten. So hätten die Balkanstaaten und Italien allen Grund, weder einer Macht noch einer Mächtegruppe sein. Kriegsbrot in Italien. Rom, 7. März.( W. T. B.) Eine amtliche Verfügung bestimmt, daß vom 22. März ab nur noch eine einzige Sorte Brot mit einer Mischung von 80 Prozent Weizenmehl gebaden werden darf. Dieses Brot entspreche den Anforderungen der Ernährungshygiene und werde einen bemerkenswert geringeren Verbrauch von Weizen bewirken. Die Regierungskrise in Griechenland. Deftlicher Kriegsschauplah. Noch interessanter ist die amtliche englische Mitteilung, daß der neue Oberdreadnought Queen Elisabeth" an dem Bombardement der Dardanellen teilgenommen hat. Dies ist das gemaltigste Kriegsschiff, das je die Mecre befahren, hat. Bei einer Bañenverdrängung von 27 500 Tonnen hat es eine Fahrgeschwindigkeit von 25 Knoten, pird ausschließlich mit Del geheizt und ist mit acht 38-3entimeter- Gevon hüßen und zwölf 151-3entimeter- Kanonen bewaffnet. Unsere Bewegungen nordwestlich Grodno verlaufen planmäßig. Ein russischer Nachtangriff auf Mocarce nordöstlich von Lomza wurde abgeschlagen. Auch westlich Prasznysz wurden stärkere russische Angriffe zurückgewiesen. Unsere Angriffe südöstlich Rawa waren erfolgreich, 3400 Russen wurden gefangen genommen und 16 Maschinengewehre erobert. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 7. März.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 7. März 1915, mittags. H Das Schiff muß eben erst fertig geworden sein. Es gehört zu einer Klasse von 5 lieberdreadnoughts desselben Typs, die alle innerhalb der nächsten Wochen feebereit sein sollen. Jedenfalls soll die Versendung auch dieses neuen Schiffes eine Demonstration sein, wie wenig die englische Admiralität um ihre ueber macht in der Nordsee besorgt ist. Die Gründe für den Vorstoß gegen die Tardanellen sind nicht schwer zu erraten. Zunächst hängen sie mit der Lebensmittelteuerung in England zusammen. Wir haben schon vor mehreren Wochen berichtet, daß verschiedene Kreiſe in England einen Druck auf die Regierung ausüben, damit sie die Dardanellen forciere, um die in Südrußland aufgestapelten Getreidemengen auf den Markt bringen zu können. Es ist nicht das erste Mal, daß die öffentliche Meinung einen Einfluß auf die Dispositionen der englischen Flotte ausübt. Man erinnert sich, daß sie nach der Bombardierung der englischen Ostküstenorte die Admiralität zwang, Anstalten zu treffen, um fünftigen Vorstößen der deutschen Flotte entgegenzutreten, wie die letzte Nordseeschlacht bewies. Der zweite Grund, der den Verbündeten die Oeffnung In einigen Frontabschnitten in Russisch Polen und Beherrschung der Dardanellen wünschenswert erscheinen waren gestern heftige Kämpfe im Gange, die sich stellenweise läßt, ist der sich bereits stark fühlbar machende Waffen- und auf den nächsten Distanzen abspielten. Durch gute eigene Munitionsmangel Rußlands, deren Zufuhr wähd'Athènes.) Der König hat Alexander 3 aim is zu sich berufen und lichen Verlusten zur Räumung vorgeschobener Stellungen ge- folat, liegt gleichfalls auf der Hand. Die lezten Mißerfolge ( Meldung der Agence Artilleriewirkung wurden russische Abteilungen unter beträcht- rend des Winters so gut wie abgeschnitten ist. Daß man mit dem Vorstoß auch politische 3wvede verAthen, 7. März.( W. T. B.) ihn mit der Kabinettsbildung betraut; Zaimis hat eine 24stündige zwungen. Frist erbeten, um sich zu entscheiden. In den Karpathen, wo verschiedenerorts die Kämpfe der Russen haben in Rumänien und anderen Staaten, auf deren Hilfe der Dreiverband rechnet, starke Ernüchterung erum günstige Höhenstellungen audauern, wurden Nachtangriffe zeugt, der es entgegenzuwirken gilt. Man rechnet, daß schon Die Aktion der französisch- englischen Flotte. ber Russen überall abgewiesen, acht Offiziere und fünf- der bloße Angriff auf die Dardanellen einen tiefen Eindruc hundertsiebzig Mann gefangen genommen. In Südost galizien hält die Ruhe an. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Konstantinopel, 6. März.( W. T. B.) Das Hauptquartier teilt mit: Gestern bombardierten zwei feindliche Banzerschiffe und ein Kreuzer drei Stunden lang ohne irgendwelchen Erfolg die Forts an der Küste von Smyrna. Heute um acht Uhr beschossen ein französisches Kriegsschiff und drei englische, gefolgt von fünf großen Minensuchern, von neuem anderthalb Stunden lang die Forts von Smyrna. Sieben Geschosse unserer Batterien trafen das feindliche Panzerschiff, das zuerst das Feuer eröffnet hat. Ein Minen- Türkischer Erfolg in Mesopotamien. sucher wurde in den Grund gebohrt. Während des gestrigen und heutigen Bombardements hatten wir insgesamt vier Tote und sieben Verwundete. Gestern und heute unternahm die teilt mit: An der kaukasischen Front ist keine VerändeKonstantinopel, 6. März.( W. T. B.) Das Hauptquartier feindliche Flotte feine ernsthafte Aktion gegen die Meerengen der Dardanellen. Es bestätigt sich, daß das feindlicherung eingetreten. Flugzeug, das ins Meer gestürzt ist, durch das Feuer unserer Batterien beschädigt worden war. Zwei Regimenter englischer Kavallerie in Stärke von fünfzehnhundert Mann griffen, unterstützt von einer Maschinengewehrtompagnie und Artillerie, unsere Vorhuten bei Vessile südlich Fortgang der Beschießung. bonkorna an. Das Ergebnis des Kampfes war, daß der Feind Konstantinopel, 7. März.( W. T. B.) Das Hauptquartier in Unordnung in der Richtung auf Cheaibe floh, unter Zurüdteilt mit: In der allgemeinen Lage ist keine wesentliche Aenderung lassung von über zweihundert Toten und Verwundeten. Wir ereingetreten. Heute nachmittag beschossen sechs feindliche Panzer- beuteten ein Maschinengewehr und machten zwei feindliche Geschüße schiffe unsere Batterien in der Dardanellenstraße. Unsere Batterien unbrauchbar. Unsere Verluste waren zehn Tote und fünfzehn antworteten mit Erfola Bertvundete. in diesen Staaten erwecken muß, während die Einnahme Konstantinopels die politische Konstellation am Balkan faſt ſicher total verändern würde. Englischerseits hat die Aktion zugleich auch den Charakter eines Schachzuges gegen Rußland. Gelänge es den Engländern, sich Konstantinopels zu bemächtigen, dann hätten sie zunächst ein Pfand für das„ gute Verhalten" Rußlands während der ganzen Dauer des Krieges in der Hand. und könnten im Falle eines Sieges des Dreiverbandes auch das Hauptwort bei der endgültigen Lösung der orientalischen englische Presse nicht, sich mit Zuversicht zu äußern. Es iſt Frage führen. Darüber, ob die Aftion gelingen wird, wagt es selbst die sicherlich ein Unternehmen, das mit den größten Schwierigfeiten und Gefahren verbunden ist. Unzweifelhaft ist aber, daß es sich um einen sehr ernsten Versuch handelt. Einer bloßen Demonstration wegen würde man nicht 13 oder mehr Schlachtschiffe ins Feuer und in Gefahr schicken, große Schiffsbrummer in Aktion seßen und ungeheure Mengen Munition berulvern. Allgemein herricht die Ansicht, daß ohne eine bedeutende and macht die Dardanellen nicht zu bezwingen sein werden, und man äußert Zweifel darüber, ob die Verbündeten die erforderlichen Truppen werden aufbringen können. In deffent darf diese Schwierigkeit nicht übertrieben werden. Es struther hindurch und von dort bireti nach Kinghorn Neg fahren Darf nicht vergessen werden, daß sehr bedeutende britische und bei Juch Keith einen Lotsen nehmen; sie sollen unter feiner Heere in Aegypten fonzentriert sind, viel größere, als man Bedingung südlich einer Linie, welche die Nordspise der Insel Mah je am Suezkanal verwenden könnte. Sie wurden nach mit Kinghorn Neß verbindet, fahren und von drei Grad westlicher egypten gebracht, u. a. weil Aegypten ein ideales strate- Länge an die Mitte des Nord- Kanals einhalten. Ausgehende Schiffe gisches Zentrum des britischen Reiches darstellt, weil indische, sollen den dritten Grad westlicher Länge auf 36 Grad 6 Minuten australische, südafrikanische Truppen am leichtesten dahin- 30 Sekunden nördlicher Breite passieren und dann ihren Kurs gebracht und von dort je nach Bedarf nach Indien, Afrika, swischen West Anstruther und der Insel Mah nehmen. Aleinasien, nach dem Aegäischen Meer, der Adria und nach Frankreich geworfen werden fönnen. Es wäre deshalb ein großer Irrtum, in der Aktion einen bloßen Bluff zu sehen. Aber so viel fann gejagt werden: mißlingt die Aktion, dann wird England und der ganze Dreiberband einen mora fischen Schlag erhalten, von dem sie sich nicht so leicht erholen würden. Westlicher Kriegsschauplah. Der Luftkrieg in Flandern. Amsterdam, 6. März.( Brivattelegramm des Borwärts".) Das Handelsblad" berichtet über den 3u stand an der belgischen Küste: Die offiziellen Bekanntmachungen über zwei englische Luftgeschwaderangriffe find bezüglich Zeebrügge übertrieben, auch Ostende litt weniger als behauptet wurde. Der Bahnhof steht wie sonst, nur auf dem Marktplatz richtete eine Bombe einigen Schaden an. Bei den Angriffen wurde nicht stärker geschossen als sonst, wenn ein Flugzeug in Sicht ist. Jedoch wurden schon genug Bomben durch Flieger geworfen. Unlängst wurde bei eyst eine Kanone vernichtet und eine mit Soldaten bejezte Trambahn getroffen." Frankreich hebt die Achtzehnjährigen aus. Die Mannschaft des U 8 in Dover. London, 7. März.( W. T. B.) Die Times" berichten, daß Offiziere und Mannschaft des deutschen Unterseebootes U. 8 am 5. März in Dover gelandet worden sind. mir auch jedesmal vorher Har gemacht, ob der Krieg, wenn er fiegreich wäre, einen Kampfpreis bringen würde, wert der Opfer, die jeder Krieg fordert und die heute viel schwerer wiegen als im vorigen Jahrhundert. Wenn ich mir hätte jagen müssen, daß wir nach einem dieser Kriege in Verlegenheit sein würden, uns mich, falls wir nicht materiell angegriffen waren, schwerlich von wünschenswerte Friedensbeuingungen auszudenten, so würde ich der Notwendigkeit solcher Opfer überzeugt haben." Sein In etwas gewundener Beweisführung versucht Rohr2. Im Moranforth müssen nach Cromarth und Inverneß ausbach dann darzulegen, daß ein solches Ziel auch darin be gehende Schiffe in Wick oder Burghead einen Lotsen nehmen, aus- stehen fönne, die Gegner von der Lebenskraft der eigenen gehende Schiffe ihn dort abgeben; die Schiffahrt füdwestlich einer Nation zu überzeugen. Linie von Findhorn nach Tarbat Nez ohne Rotsen ist gefährlich. Darüber hinaus handelt es sich darum, sich ein deutliches Bild 3. In Scapa Flow sind alle Einfahrten gefährlich. Für die von den Bedingungen zu machen, unter denen es in 3Zufahrten nach Horasund und Hoysund find Ueberwachungsdienste funft möglich sein wird, eine Erneuerung des Anschlages zu eingerichtet: nur Schiffe nach Stromneß dürfen von Westen her verhindern. Ob wir so meit gelangen, sei es gang, jei es teilweise, in den Hohfund einlaufen, Schiffe von Stromneß dürfen nicht in ist an sich eine Frage, die von der des vollkommenen Sieges berden Scapa Flow einlaufen. schieden ist. Friedrich der Große war Sieger im siebenjährigen Kriege, obwohl er keine Quadratmeile Land gewonnen und sich eben mit der äußersten Kraftanstrengung behauptet hatte. Siege bestand darin, daß er die mer zur Anerkennung der baraus für den veränderten Zustand Europas ergaben. Preußen preußischen Großmacht zwang, mit allen Folgerungen, die sich aber gegen zukünftige Wechſelfälle zu sichern, dazu konnte der Subertusburger Friede natürlich nimt ausreichen. Auch wir würden uns jogar dann als Sieger betrachten dürfen, und sich auf den Stand der Dinge vor dem Kriege zurückziehen enn am Ende des Ringens die vereinigten Feinde nur von ihrem Vorhaben, unsere Wehrkraft zu zerbrechen, ablassen müßten. Von ihnen würde es dann heißen: sie hatten sich's vorgejezt und fonnten's nicht hinausführen. Braktisch gesprochen, würde das bedeuten, daß ihre Hilfsmittel sich schneller und gründlicher erschöpften als die unsrigen, und daß wir, wenn auch vielleicht unsere Verluste uns die Durchfämpfung des Krieges bis zum vollkommenen Triumph nicht auf einmal er= möglichten, die die neue Epoche mit einem größeren Vorrat erhaltener Kräfte und daher mit besseren Aussichten einiteten würden." Dover, 7. März.( T. U.) Vier Offiziere und 25 Mann von den hier gelandet. Am Eingang zu der Werft bildeten englische dem bei Dover untergegangenen deutschen Unterseeboot U 8 tur Marine- Artilleristen Spalier, die die Gefangenen durch Präsen tieren des Gewehrs ehrten. Die deutsche Mannschaft wurde nach dem Schloß gebracht. Zwei Mann sind leicht verwundet. Die Offiziere wurden vorläufig als Gäste der englischen Artillerieoffiziere behandelt. Krieg und die Kolonien. Der Krieg Das Gefecht bei Upington. 24. Januar beschreibt. Aus diesem Briefe geht hervor, daß die Buren feineswegs geschlagen wurden, wie der englische offizielle Bericht behauptete, sondern daß sie vielmehr die Engländer und Unionsiruppen zum Rüdzug givangen. Baris, 6. März.( W. T. B.) Dem Temps" zufolge hat der Striegsminister in der Kammerfizung am Donnerstag zwei Ge- Brief eines Offiziers, der an dem Feldzug gegen Deutsch- Südwest. London, 7. März.( T. U.) Die„ Times" veröffentlicht den jeganträge bezüglich der Einberufung der Jahres- afrita teilnimmt und der den Angriff der Buren auf Upington am Iaffe 1916 und der Aus hebungsarbeiten der Jahreallasje 1917 eingebracht. Der erste Geseßantrag wird damit begründet, daß die Jahresklasse 1915 bald genügend vorgeschritten sei, so daß die Klasse an der Front verwendet werden könne. Der Zeitpunkt sei gekommen, in sehr furzer Frist die Jahresklasse 1916 einzuberufen. Der Kriegsminister ersucht deshalb, den Gejezantrag anzunehmen, wonach die Einberufung der Jahresklasse 1916 durch Erlaß des Kriegsministers erfolgen kann. Durch den zweiten Gejezantrag soll der Kriegsminister ermächtigt werden, die Jahrestlasse 1917 einzuberufen, sobald die Jahresklasse 1916 ausgebildet und an die Front geschickt worden ist. Die Rekrutierungslisten der Jahresklasse 1917 sollen von jeder Gemeinde ausgearbeitet und spätestens am ersten Sonntag des Monats April an allen Bürgermeistereien Frankreichs angeschlagen werden. Die einmonatige Frist, welche den Zusammentritt der Aushebungskommissionen von der Veröffentlichung der Listen trennt, wird auf zehn Tage herab gesezt. Ferner sollen die zurüdgestellten Mannschaften der Jahrestlassen 1913, 1914 und 1915 jowie die zwischen dem 1. August und 31. Dezember 1914 untauglich befundenen Mannschaften aller Jahrestlassen gleichzeitig mit der Jahresklasse 1917 einer noch maligen Untersuchung unterzogen werden. Der Seekrieg. Englische Minenfelder. 2pnhen, 7. März.( W. Z. B.) Die Admiralität hat mit geteilt, daß die Regierung ein neues großes System von Pinenfeldern angelegt hat. Zwischen Great Yarmouth und bem englischen Kanal müssen alle Schiffe Lotsen nehmen. Zwischen 51 Grab 15 Minuten und 51 Grad 40 Minuten nördlicher Breite und 1 Grad 35 Minuten und 3 Grad östlicher Länge von Green mich ist die Schiffahrt gefährlich; die südliche Grenze des Teiles der Nordsee, der wegen deutscher Minen unsicher ist, wird mit 31 Grad 54 Minuten nördlicher Breite angegeben. Damit soll nicht gesagt sein, daß die südlich davon gelegenen Gewäffer der Nordsee sicher sind. In folgenden Häfen müssen Schiffe mit einem Tiefgang von mehr als 8 Fuß bei der Ein- und Ausfahrt Rotsen nehmen: 1. Im Firth of Forth ist die Einfahrt nur bei Zage erlaubt. Ginlaufende Schiffe müssen zwischen der Insel May und West AnAn den Ufern der Ourthe. Diese Perspektive, daß man erst später sein Kriegsziel dem konkreten Beispiel Rußland näher aus: werde voll erreichen können, führt Rohrbach dann noch an Wer da glaubt, unjer Kriegsgiel gegenüber Rußland ließe sich in einem Friedensschluffe verwirklichen, der Rußland, so wie ce heute ist, bestehen ließe, der irrt bon Grund auf. Zwischen Rußland und den in Mueleuropa führenden, für das Zentrum der europäischen Kultur in erster Linie verantwortlichen Mächten it fein dauernder Friede denkbar. Rußland entwidelt sich zahlenmäßig mit einer Geschwindigkeit, durch die es mit elementarer Kraft auf den Weg der Eroberungen im Westen und Südwesten gedrängt wird. Nur wer davon eine deutliche Vorstellung besikt, kann sich auch ein Bild des Zieles machen, das wir uns gegen Rußland zu sehen gezwungen sind: wenn nicht in diesem Kriege, so im nächsten und wenn nicht im nächsten, so im übernachten." England braucht deutsche Waren. „ Wir schlafen auf der Beranda", so heißt es in dem Briefe, weil es so heiß ist, 40 Grad Celsius des Nachts. Um 15 1hr morgens wurden wir durch einen Gewehrschuß aufgewedt, wir glaubten zuerst, daß es sich um einen zufällig gelösten Schuß handele, eine halbe Stunde später jedoch begann eine regelrechte Salve von Gewehrschüssen, Kanonen, Maschinengewehren und einem Schnellfeuergeschüß. Wir standen sofort auf und bemerkten, daß die Stadt von überall her bombardiert wurde. Die Kapartillerie veruns und zwei Geschütze den unteren Teil der Stadt. Die beiden Kriege findet man so häufig bei gewissen Schriftstellern, sammelte sich an der Kirche, zwei Geschüße besetzten die Kopje hinter Diese Hoffnung von der Wahrscheinlichkeit weiterer Geschüße auf der Kopje begannen sofort das Feuer, die Rebellen daß wir glauben, unsere Leser schon jetzt darauf aufmerkſam fanden jedoch ihre Stellungen und beschossen die Geschüße. Richtung und Schußweite der Rebellen waren ausgezeichnet, die Ge- machen zu müſſen. schoffe explodierten jedoch nicht oder sehr schlecht. Sie fielen in zwei Schivadronen Kavallerie und zwischen die Transportwagen, ein einziger Mann wurde jedoch nur verlegt. Eine Stunde lang konnte ich das Feuer beobachten und sehen, wie mit einem Schuß eines ihrer Gefchüße getroffen wurde, wie sie das Geschüß auf einen Transportwagen fortbringen mollten und wie ein anderer Schuß den Wagen zertrümmerte. Auch ein Maschinengewehr wurde außer Gefecht gefest. Wir fahen dann die Rebellen sich vom Ufer nach den Bergen zurüdziehen. Die berittenen Kommandos wurden ausgesandt, aber, trotzdem unsere Artillerie sehr wirksamt par, fonnte Mariß sich auf einen großen Berg zurüdziehen, wo er eine Stellung einnahm, die so starf war, daß unsere Truppen sie nicht nehmen fonnten und sich zurüdzogen. Die Sise war während des Zages unerträglich und die Leute fielen buchstäblich von ihren Pferden bor Durst. Die Wasserwagen waren wichtiger, wie die Munitionswegen und jeder Wasserwagen wurde gebraucht. 9 unserer Seute wurden Sonntag abend begraben. Die Anzahl der Ber mundeten auf beiden Seiten betrug ungefähr 45 Mann." mards: Kriegsziele. London, 7. März.( W. T. B.) Das Handelsamt hat in vier Fällen die Erlaubnis erteilt, 3aren, die in England nicht zu haben sind, aus Deutschland einzuführen. Landarbeiterstreik in England. Amsterdam, 7. März.( Privattelegramm des Vorwärts".) Die Mitglieder des Norfolker Landarbeiterverbandes fündigten die Arbeit für Freitag auf, meil die Unternehmer nur einen Lohn von 17 Schilling möchent lich anboten Der Streik wird die ganze Grafschaft in Mitleidenschaft ziehen. Lebensmittelteuerung in Rußland. Moskau, 6. März.( W. T. B.) Die Stadtverwaltung hielt heute eine Sigung über die Verteuerung aller Brotprodukte ab. Als Ursachen für die PreisIn der Wochenschrift Das größere Deutschland" nimmt fteigerung werden Wagenmangel, schlechte Organisation der der bekannte Schriftsteller Dr. Paul Rohrbach, der ge- Bufuhr, große Auffäufe der Militärintendantur, die Striegsmöhnlich über die Absichten der Regierung in der auswärtigen steuer auf die Beriendungen und der schlechte Rubelkurs anPolitik gut unterrichtet ist, aur Frage des Kriegsziels gegeben. Zu der Verteuerung hot auch der Umstand beigeStellung. Er erinnert zunächst an das bekannte Wort Bitragen, daß die Produkte von den Bauern zurüfgehalten und von ihnen selbst berbraucht werden. Die Semstwomitglieder Ich habe während meiner Amisführung zu drei Striegen ge- und die Regierungsbeamten in BoItawa haben in gemeinraten, dem dänischen, dem böhmischen und dem franzöfifchen, habe famer Sigung beschlossen, die Regierung um die Befugnis Lptomotiven darüber hin, denn die Strede ist nur eine Nebenbahn, recht in den Rahmen ihrer jebigen Umgebung passen. Besonders die der allmächtige Striegsgott nicht sp nötig gebraucht. Die Bride fällt das Krusifir auf und erinnert daran, daß das Zimmer nicht nimmt mir die untere Hälfte des Gesichtsfeldes, und ich fann das immer so aussah sie jest, und daß die früheren Bewohner es fid) jenseitige Ufer und die im Tale stehenden Häuser nicht sehen. Das wohl nicht haben träumen lassen, daß Spandauer Landsturmleute ist eigentlich nicht hübsch von der Brücke, denn ihr gilt augenblicklich ihr Seim darin aufschlagen würden. Vielleicht hat ein junges Ein in Belgien stehender Berliner Landsturmmann sendet uns unsere ganze Liebe und Sorgfalt. Unsere Wache hat die Aufgabe, Mädchen am Fenster gesessen, in die Fluten der Ourthe geschaut folgendes Stimmungsbild: die Brüde solpie die angrenzende Eisenbahnstrede gegen feindliche und von ihrem Liebsten geträumt. Ich sehe fie deutlich vor mir. 2. C... 23. Februar 15. Anschläge zu sichern. Hierüber ist die Ourthe nun allerdings ganz o mag jie heute fein? Vielleicht ist ihr Liebster gefallen und fie Ein trüber, nebeliger Froittag. Ja jike an einen fleinen anberer Meinung. Die Brüde und ganz besonders der große beweint ihn. Ich kann mir gar nicht denten, daß jemand auf diesem Tische am Feniter und starre auf die Ourthe, an deren Ufern unser Steinpfeiler in der Mitte ihres Beites ist ihr von Anfang an ein Plage fizen fann und nicht träumt und Fragen an die Ourthe Landsturmbataillon nun schon über 4 Jahr dahinträumt und Greuel gewesen. Immer und immer wieder versucht sie, ihn hin stellt. Ich male mir die Flucht der Bewohner dieses verlassenen martet, daß die friegerischen Ereignisse einen ebenso schnellen Lauf wegzuräumen, bald durch gewaltigen Unprall ihrer Wogen, bald Saufes aus, als der Kriegsgott durch das friedliche Tal tobte, als annehmen wie der Fluß. Die Ourthe fließt, die Gedanken kommen durch sanftes Unterspülen. Und sie würde sicher nicht böse sein, drüben die Häuser brannten. Bielleicht sind sie geflüchtet, als sic und gehen. Ob der Krieg wohl zu Ende sein wird, wenn das Wasser, wenn es in diesen bösen Kriegszeiten, wo alles drunter und drüber hörten, daß der ganze Marktplaß des nahegelegenen Städtchens in das jetzt hier vorbeifließt, seinen Kreislauf beendet hat und wieder geht, einer verbrecherischen Hand gelänge, den Pfeiler in die Luft Flammen stand, des Städtchen, in dem man uns das Haus zeigte, als Regentropfen zur Erde gelangt? Ob es wohl wieder durch die zu sprengen. wo der Prinz von Lippe die letzte Nacht schlief, bevor er bei der GrSurthe seine Reise zum Meere zurüdlegt oder in einem anderen Wie gesagt, in diesem Punkte stimmen unsere Ansichten und stürmung des Forts Boncelles mit so vielen braven Jungen den Fluise? Vielleicht gar die Seimat befeuchten wird? Ja, die Hei- Wünsche nicht überein, so gute Freunde wir sonst auch sind, denn Heldentod starb. mat, der schließlich alle Gedanken gelten, mögen sie anknüpfen, der Schub der Brücke ist der Inhalt unseres Lebens für 14 Tage. on was sie wollen. Ich sehe von Zeit zu Zeit einen Zipfel der deut. Seute haben wir die alte Wache abgelöst und uns wohnlich" einichen Flagge, den der Wind gegen das Fenster schlägt. Ob sie ewig gerichtet in dem neuen Quartier. Das ist bald geschehen, denn die Ansprüche sind bescheiden. Ob einer vor einem halben Jahre eine an den Ufern der Ourthe pchen wird? Der Horizont wird begrenzt durch die mächtige Schutthalde elegante, geräumige Wohnung mit allem Komfort in Berlin sein eines Steinbruches am jenseitigen Uier, das steil zum Fluffe ab eigen nannte oder ein bescheidenes Heim im Dachgeschoß hatte, hier fällt und zwischen Bäumen und Fleden von Wiesen und Feldern ist alles gleich, und als Landsturm.mann begnügt er sich mit seinem eine Reihe von Häusern trägt. Von einem derselben ragen nur die Strohlager und seinem Blag, wo er seine Sabseligkeiten unter Brandmauern in die Luft. Wie ist das gekommen? Haben die Be- bringen kann, denn eng ist das traute Heim gewöhnlich nur. Den mahner Widerstond geleistet, haben sie auf unsere Truppen ge- größten Plaz nehmen die Lagerstätten ein für zwei, drei oder mehr foffen? Wo jind sie jest? Sind sie tot, find fie in alle Winde zer- Mann, je nach der Größe des Zimmers. An den Wänden sind itzeut? Jch meiß es nicht und möchte auch nicht nachforschen, denn Bretter angebracht, um Sachen darauf zu legen, und unzählige so fann ich mir beim Anblick der Ruine eine romantische Geschichte Nägel eingeschlagen. Diese Nägel vertreten die Kleiderschränke. So zusammenreimen und mir damit die Zeit vertreiben, wenn ich auf entsteht ein buntes Bild, wenn man den Blid durch das Zimmer Bpiten stehe. Gefahr liegt nahe, daß die Wirklichkeit ungleich nich schweifen läßt: Röde, Mäntel, Handtücher, Feldflaschen, Brotbeutel, terner gewesen ist. Ich frage lieber die Wellen der Curthe, die Rudiäde, Patronentaschen Tabakpfeifen, Helme, Müßen, Liebesniden mir zu und bestätigen jede Einzelheit meiner Geschichte, und gabentartons, Kochgeschirre, alles, was der Landsturmmann so mit je romantischer die wird, desip eifriger niden die Wellen. Und sie fich herumträgt, ist wie in einem Laden zur Schau gestellt. Am Es ist verschiedentlich angenommen worden, daß in Rußland erzählen mir auch Geschichten, aber feine romantischen, sondern Ofen sind Holz und Kohlen aufgestapelt, und es ist dort eine Beine die Familien der Kriegsteilnehmer nicht vom Staate unterstützt einfache, herzliche aus der Zeit vor dem Kriege, von der besseren gezogen, wo Wäsche trodnet. Die herumstehenden Stiefel, Schnür- würden. Diese Annahme ist aber unzutreffend. Uns find Zeit, wo das Leben hier pulsierte, wo die Steinbrüche im Betriebschuhe und Pantoffeln fowie Kaffeekannen. Waschgeschirr und dgl. Briefe von gefallenen Russen übergeben worden, die von ihren Aniparen und die Arbeiter sich durch saure Arbeit ihr Brot verdienten vervollständigen das Bild. Ein Zimmer, wo man fich noch etpas gehörigen stammen. In diesen Schreiben werden die Unterstügungen und nicht herumzulungern brauchten und auf das Brot ivarten, das frei bewegen kann, wo für jeden Bewohner ein Stuhl vorhanden non des Reichen Tische fällt, d. h. die amerikanischen Almosen. Aus und alle zu gleicher Beit am Tisch Plak haben, fann man dirett erwähnt, und es wird auch geschildert, in welcher Weise sie zur Ausher Zeit, po fich noch teine Ruinen zerstörter Häuser in den Wellen einen Salon nennen. Unsere Stube ist ein Mittelding. Raum zahlung gelangen. Eine Frau, Natalie Betrowna, lägt durch Baffiecj Sacharjeff ber Durthe jpiegelten. Aus der Zeit, wo alle Augenblide ein Zug zum Bewegen haben wir nicht, aber wir fönnen mit Hilfe einer über die Eisenbahnbrüde donnerte als Beichen geschäftigen Lebens Truhe alle drei am Tische Plak nehmen. Diese Truhe und noch Artjidoff an ihren Gatten am 18. Oftober 1914 unter anderem und Treibens. Jezt schleichen täglich nur einige Züge und einzelne mehr ein Kruzifig, das an der Wand hängt, wollen eigentlich nicht schreiben: Ueber dem Marktplatz thront auf einem Bergvorsprunge die Ruine einer alten Ritterburg. Wie viele Kriege mag jie gesehen haben, jedesmal mit neuen Waffen, aber immer dasselbe Leid über die Menschheit bringend! Wird es der letzte sein, den sie gesehen hat? Und die Ourthe fließt und fließt und nidt mir zu und lächelt jogar ein wenig, denn jetzt kommt der Traum von den Lieben in der Heimat, von der Rüdtehr, der Traum, der immer wiederkehrt, der Traum der Träume des Landsturmmannes. Wie Rußland die Kriegerfamilien unterstützt. Aus Königsberg wird uns geschrieben: r,ur Jeichlagnabme aller Lebensmittel für das Heer zu er- suchen, da sie selbst zu böchsten Prei'en keinerlei Lebensmittel mebr dort aiilkausen könnten. Auch in den Gouvernements Kostroma, Astrachan und Tambow herrscht große Teuerung und Mangel an Lebensmitteln. Ankunft aus Rußlanü ausgewiesener deutschen. Wien, 7. März.«W.?. B.l Gestern nacht trat auf dem L-st- dahnliof ein Zug mit 7 2 0 Personen ein, die aus Warschau, und Odessa ausgewiesen worden waren. Es waren meist svrauen, Mädchen,»inder und atte Leute. Unter den Ausge- wiesenen besansen sich 4S0 deutsche«Staatsangehörige, welche vom deutschen Krisgshilfskomitec berzlich empfangen, beköstigt und be- 'ckenkt wurden. Nach mehrstündigem Aufenthalt setzten die Flüchtlinge die Reise nach Deutschland sort. Heute abend trifft ein zweiter sonderzug mit etwa 000 Personen ein. Eine Nepuplik ttorüportugal? Madrid, 7. März.(SB. X. 35.) Tie Blätter melden auS Badajoz, daß die portugiesischen Demokraten bei der Zusammenkunft in Lamcgo den General Corrcra Barreto zum Präsidenten der Republik Nordportugal prokla- 0l i c r t e n. Die Lebensmittelkrise in Spanien. .Petit Parisien" meldet aus Madrid: Die Minister traten gestern zu einer Besprechung zusammen, um darüber zu be- raten, welche Maßnahmen angesichts der in ganz Spanien geplanten Kundgebungen infolge der Lebens mittelkrise ergriffen werden sollen. Die Minister ließen nach der Besprechnng eine halb- amtliche Note an die Preise gelangen, in der erllärt wird, daß die Getreidereserven augenblicklich dem LondesbedürfniS genügten. Außerdem seien von den Vereinigten Staaten und von Argentinien Angebote gemacht worden. (Wiederholt, weil nur in einem Teil der gestrigen Auflage.) Das Vorgehen gegen üie aufstänüischen Huren. Kapstadt, 6. März.-W. T. B.) Meldung des Reuterstben Bureaus. Minister Smuts beantragte im Parlament die ztveitc Lesung der �ndemnitätsbill. Er erörterte die Ursachen des Aus- h'fndes und mgte, die Regierung habe vorgeschlagen, daß die Aui- ständischen, die sich vor der Amnestie ergaben, fünf Fahre lang von der Bekleidung ösientlüher Aemtcr und vom Wassentragen au«- geschlossen sein solle» Es sei angeregt worden, daß diese Auf- ständischen frei ausgehen sollten; die Regierung wolle niwis da- gcgen einwenden. Die Regierung schlage ferner vor, daß die Auf- siändislften, die sich nach der Amnestie ergaben oder gefangen ge- noinmen wurden, 10 Fahre disqualifiziert sein sollten, mährend die im Gefängnis befindlichen bis zum Ende des Krieges gegen Teulsch- �üd.vcstafrika darin bleiben sollten. Alles dies lräke nur gemeine csoldaten. Tic Führer der Auntändischen und Männer von Ein- iliiß würden von besonderen Gerichtshöfen abgeurteilt werden. Tie Führer müßten die Straie tragen. Der Gedanke, die Aufsiändi- schen deS Wahlrechtes zu berauben, sei aus verschiedenen Gründen aufgegeben worden. wieüer ein politisches Attentat in Jnöien. London, 7. März. lW. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet aus Kalkutta vom 5. März: Der Direktor der Zillahschule in Koinilla �Bengalen) ist gestern auf offener Straße erschossen wor- den; sein Kutscher und ein Diener wurden verwundet. Zwei Stu- deuten sind verhaftet worden. politische Ueberstcht. Aus dem preußischen Abgeorduetenhsuie. Fn der Budgotkommt'sion des preußischen AbgeprdnetenhauseS teilte am Sonnabend beim Etat der direkten Steuern der Finanzminister mit, daß die Steuer- crklärungen der Krieg Steilnehni er auch durch ihre Angebörigen oder in einfachen Briefen abgegeben werden können; gesasieht dies nicht rechtzeitig, st) entstehen dem steuerpflichtigen .Kriegsteilnehmer keine Nachteile, auch gelten für ihn die Fristen nicht. An sich sei der Krieg kein Grund zur Steuerherabsetzung, wohl aber besondere Unglücksfälle, auch wenn sie durch den Krieg verschuldet sind. Bei Arbeitseinkommen von Rochtsanpälien. Acrzlen usw. wird z. B. die Steuerquelle als fortgefallen betrachtet werden, wenn der Betreffende eingezogen ist. ohne daß seine Praxis durch einen Vertreter ausgeübt wird. Anderenfalls erfolgt Veranlagung. „Sie schreiben mir. daß ich das Geld, dos ich als Unterstützung erhalte, nicht für die Familie ausgeben soll. Ja. wüßt Du denn nicht(der Wechsel zwischen„Sie" und„Du" findet sich tatsächlich im Briefe vor), daß ich mit der ganzen Familie zurückgeblieben bin? Wer wird denn meine Kinder ernähren, wer ist verpflichtet, sie zu lletden, wenn ich das Geld nicht für die Familie ausgebe? Das Geld wird ja zum Unterhalt für die5kinder der Frauen von Reservisten gegeben. Die Umerslützung«r- halten wir in diesen Tagen für drei Monate: September, Oktober und November. Glauben Sie nicht wieder von der Unterstützung. daß sie ungesetzlich ausgezahlt wird.(Der Solvat muß also' sein Mißtrauen gegenüber den russischen Beamten zum Ausdruck gebracht haben. i sie wird uns ganz nach dem Gesetz aus- gezahlt. Nämlich die Unterstützung wird uns durch das Kreis- am! angewiesen. Das Geld und die Listen werden zusammen- geschickt, und der BezirkSvotsleher wird angewiesen, die Verteilung an einem bestimmten Tage vorzunehmen. Nach der Ver- tcilung hat der Bezirksvorsteher wieder die Listen, nach denen er das Geld verteilt hat, dem Kreisamt ein- zulenden. Wir haben alle ein Büchelchen erhalten, in das eingetragen wird, wieviel Geld ausgezahlt wird und wieviel Personen e-Z sind. Alles geht gesetzlich zu bei der Zahlung des Geldes." Zn einem anderen Briefe teilen die Angehörigen mit. daß sie an Unterstützung 19 Rubel 60 Kopeken für 40 Tage erhalten haben. Zu einem wetteren Brieie heißt es:„Die Unterstützung habe ich für einen Monat und zehn Tage, 12 Rubel 60 Kopeken, erhalten. und acht Rubel hat Väterchen für die Familie gegeben, und bald belommen wir noch mehr Unterstützung..." Die letzten Zeilen eines eölen Jreunües. Von dem Adel wahrer sozialistischer Gesinnung zeugen einig? Stellen aus den letzten Feldpostvriefen des auf blutiger Walstatt gefallenen Düsseldorfer Genossen Adolf Hoch. Daß ihm der Gedanke der Solidarität und die Lehre deS Sozialismus in Fleisch und Blut übergegangen waren, geht aus den von unserem Düffel- dorfer Parteiorgan veröffentlichten Stellen seiner letzten'Feldpost- brtefe aus Aman, einem Bergarbeiterdorf bei Courrier, deutlich hervor: Die„Tagliche Rundschau" auf eine« Tag verböte«., Der„Täglichen Rundschau" ist am Sonnabendabend folgendes Verbot zugegangen: Oberkommando in den Marken. Sekt. IIb Nr. 21 36S. Berlin(5. 2. den 6. März 1915. Hinter dem Gießhause Nr. 3. Der in Nr. 118, 1. Beilage der„Täglichen Rundschau"� vom 6. März d. I. veröffentlichte Feldpostbrief„Der geteilte Herd" hat hier zur Zensur nicht vorgelegen. Da Ihrer Schriftleitung erst unterm 19. Januar d. Js. mit- geteilt worden ist, daß bei allen Veröffentlichungen und Mitteikun- gen militärischer Angelegenheiten die Vorlage zur Zensur � notwendig und Nachdruck ofine Zensur nur aus der Berliner Presse gestattet ist. so wird Unter Bezugnahme aus das an die csrchrist- leitung gerichtete Schreiben vom 26. Februar d. Js. das Erscheinen der..Täglichen Rundschau" wegen dieses neuen Verstoßes gegen die Bekanntmachungen des Herrn Reichskanzlers und des Herrn Oberbefehlshabers in den Marken vom 31. Juli v. I. für einen Tag und zwar den 7. d. Bits, hiermit verboten. Von feiten des Oberkommandos. Der Cbes des Stabes v. Berge. Tie Postsperre über den Alldeutschen Verband. Eine Berliner Korrespondenz meldet: Nachdem die über den Bor sitzenden des Alldeutschen Verbandes, Rechtsanwalt Elaß in Mainz, verhängte Postsperre trotz der Stellungnahme des Haushaltungsausschussts des Abgeordnetenhauses nicht ausgehoben worden ist, hat Herr Elaß sich mit einer weiteren Bittschrift an den Deutschen Reichstag gc- wandt; er legt dabei ein ausführliches Rechtsgutachtcn des be- kannten StaatsrechtSlebrers Professor Dr. Bornhak vor, der zu dem Schlüsse kommt, daß die über den Recktsanivalt Clatz ver- hängten Mahnahmen sowohl nach dem Zweck wie nach den ge- Ivönlichen Mitteln rechtswidrig sind. Tie Hauptleitung deS Alldeutschen Verbandes gibt bekannt, daß es jetzt durch einen Zufall bekannt geworden ist. daß über den Verband seist Anfang Januar insgeheim die Postsperrc für alle von der Geschäftsstelle des All- deutschen Verbandes versandten Briefe und Drucksachen verhäng: worden ist; diese Mußregel ist auf eine Anordnung des stellvertretenden Generalkommandos des 18. Armeekorps zurück- zuführen. Wegen dieses Vorgehens hat General der Kavallerie z. D. Freiherr von Gelbsattel, der zurzeit die Geschäfte der Haupt- leitung des Alldeutschen Verbandes führt, eine dringliche Bittschrift beim Reichstag eingereicht._ Lparkasten und Kriegsanleihe. Wolfis Telegravhenbureau meldet amtlich: Von kleineren Spariasien wird vereinzelt darauf hingewiesen, daß sie an der neuen Kriegsanleihe sich nicht beteiligen könnten, weil sie ihre dazu verfügbaren Mittel bereits in der ersten Kriegs- anleihe festgelegt haben. Hierbei wird übersehen, daß die ern-or- denen Stücke der ersten Kriegsanleihe im Gegenteil eine vorzügliche Unterlage bieten, um auch auf die jetzige Kriegsanleihe zu zeichnen. Eine Sparkasse, die z. B. zwanzigtausend Mark der ersten Kriegs- anleihe erworben hat. kann ohn: weiteres fünfzehntauscnd Mark aus die zweite Anlage zeichnen, da die staatlichen Darlehnskassen die Stücke der ersten Anleihe in Höhe von fünfundsiebzig Prozent lombardieren. Ter Lombardzins beträgt bekanntlich fünfeinmertel Prozent, der Zins der zweiten Kriegsanleihe fünf Prozent. Die erwähnte Sparkasse würde also für die Dauer des Lombardver- hältiiisseS nur einViertel Prozent Unkosten für die neu gezeichneten fünizehntausend Mark zu tragen haben, das sind, wenn sie dia lombardierten Stücke der ersten Anleihe erst nach Jahresfrist ein- lösen kann, 37.50 Mark, wenn sie früher einlöst, entsprechend wem- aer. Daß diese kleine Einbuße, die bei einem Ausgabekurse von 98,50 Mark tatsächlich sich noch niedriger stellt, geg-nüber dem Erwerb erstklassiger, sünfprozentiger. mündeljichercr Wertpapiere über fünfzehntausend Mark nicht ins Gewicht fällt, bedarf keinerlei Er- wähnung. Ueberdies bann jede, auch nur kleinere Sparkasse daraus rechnen, dgß ihre Beträge von fünfzehntausend Mark und mebr in wenigen Wochen durch Neueinzablungen zufließen, so daß sie zur Abwickelung solcher Lombardsckiutd in kürzester Zeit imstande sein wird- Die Sache liegt daher im Gegenteil so, daß der Erwerb der ersten Kriegsanleihe die Beteiligung an der zweiten nicht bindert, sondern im Gegenteil fördert. Die preußischen Sparkassen, welche zusammen dveihundectzwanzig Millionen Mark der ersten Kriegs- anleihe für eigene Rechnung erworben haben, können bei Lombar- dierung die'er Anleibeitücke ohne weiteres zweihundertbierzig Mil» lioncn Mark der zweiten Kriegsanleihe zeichnen und die dazu aus- genomnienen Lombardichulden allmählich aus den Neueinlagen abwickeln. Wenn jede Sparkasse sich dies für ihren Teil überlegt und danach handelt, bietet der Besitz von stücken der ersten Anleihe einen Aorsprupg für die Beteiligung an der zweiten Kriegsanleihe, dessen die Kassen bei der Anleihe im vergangenen Herbste entbehrten. Er kommt insbesondere solchen Kassen zugute, welche etwa inzwischen einen starken Zuwachs an Neueinlagsn nicht gehabt haben, und wird den Kassen, deren Einlagebcstand ohnehin erheblich gestiegen ist. eine stärkere Beteiligung an oer jetzigen Kriegsanleihe ermöglichen wie bei der ersten Anleihe. ..... Unsere Korporalschaft hat es mit dem Ongrtier gut getroffen. Ein Häuschen steht uns zur Verfügung und je 2 Mann ein Bett, seit Köln die ersten wirklichen Betten. Wie es der Zufall fügt: aus dem Zimmer, wo ich liege, hat ein Genosse, anscheinend sogar ein Vertrauansmann, gewohnt. Ich fand nämlich beim Auf- räumen vollgeklebte QuittungSkarten der Bergarbeiter-Eonfödera- tion du Nord. Marx'„Kapital und Arbeit" in französisch und die ...Humamte", das französische Zentralorgan der Partei. Als wir hereinkamen in das Haus, sah es schrecklich aus, afles durchein- ander geworfen und zerwühlt. Jetzt haben wir es wieder einiger- maßen wohnlich gemacht. Die Zivilsachen der früheren Bewohner in Kisten gepackt, zum Teil hinter den angebrachten Gardinen aus- gehängt. Frauenkleidung, Kindersachen, Männerkleidung gesondert. Wir dachten dabei selbst an zu Hause, wie es hätte kommen können, wenn die Lage umgekehrt.... Jedenfalls sind die meisten Frauen, als die Männer eingezogen waren und die deutschen Soldaten hier einrückten, unter Mitnahme des Allernötigsten geflüchtet. Es wird unserem«»: wehmütig ums Hexz, wenn man die durcheinander- geworfenen Kinderspielsachen ansieht. Einig waren wir auch sofort darin, das Hgus in Ordnung zu machen und es während unsere» Hierseins so zu halten. Und vorher an einer anderen Stelle des Briefes schreibt er: ..... Apion ist ein Bergarbeiterstädtchen im wahren Sinne des Wortes.... Eine halbe Stunde von hier liegt das Bergwerk Courrier, wo seinerzeit die 3000 Bergleute verunglückten. Auf dem Platz de Ville(RathauS) steht ein Denkmal zum Angedenken der Katastrophe mit den Namen derjenigen, die von Avion dabei ihr Leben ließen. Das Denkmal, mit der Freiheitsgöttin im Brust- bilde gekrönt, macht einen würdigen Eindruck. Es iit den Opfern der Arbeit von der„Conföderation du Trovail"(Bund der Arbeit) gewidmet. Ein zweites Denkmal steht auf dem Äirchplatz. es ist von den Einwohnern den verunglückten Bergleuten auf der Zeche „Lrsssckent cks la Föpublique Carnot" gewidmet; auch hier sind eine Reihe Namen der dabei von Avion Verunglückten. Hier ist die erste Strophe der Marseillaise auf dem Stein eingemeißelt...." Der tote Genosse schläft jetzt als eines der vielen Opfer vom Schlachtfeld de» gräßlichen Völkerringens in kühler Erde, nicht weit von der Ruhestätte jener unschuldigen Opfer vom Schlachtfeld der Arbeit in Courrier. deren Denksteine er kurz zuvor noch so eingehend betrachtet, nicht ahnend, daß auch er mit diesen Prole- tanzen bald vereutt jem wird. Unlauterer Liebesgabeuhandel. Laut amtlicher Mitteilung des stellvertretenden kbmmand'.e- rcnden Generals in Altona an die Blätter bat da» Nahrung:. mitteluniersuchungsamt der Stadt Bochum hinsichtlich schwindet- haster Liebesgabenindustrie Folgendes festgestellt: Teepastillen. Die Schachtel enthält 12 Pastillen zu 3,5 Gramm, zusammen 42 Gramm. 50 Pf., das Pfund kostet also 6 M. Der Tee ist zerschnitten und mit Zucker in Tabletten gc. preßt. Der nach der angegebenen Vorschrift aus einer �Panille bereitete Tee schmeckt unnatürlich und nur wenig an Xce erinnernd.— Armeekaffeepastillen. Eine kleine Dose enthält 12 Pastillen zu 2.5 Gram m— 30 Gramm, Preis 50 Pf. Das Pfund Kaffee kostet also, nach Abzug von 80 Pf. für 16 leere Tosen, nickt weniger als 7.20 M.— Naturreiner Bienen- h o n i g. Die Tube kostet 75 Pf., Inhalt 70 Gramm, also kostet mn Pfund Honig, nock Abzug von 70 Pf. für 7 leere Tuben, nickt weniger als 4.55 M.— Gezuckerte A l p e n m i l ck. Ginge- dickt kostet die Tube 60 Pf., Inhalt 55 Kubikzentimeter. Der Preis des Liters stellt sich also, Nack Abzug von 1,80 M. für leere Tuben. auf 9 M. Die Milch enthält 9.3 Proz. Fett. Rechnet man. daß 3 Liter Milch zu 1 Liter eingedickt wurden, so kostet da» Liter ursprüngliche Milch, statt 20 oder 22 Ps.. wie beim Händler, 8 M.— Garantiert„feinste Süßrahmbutter" in Tuben. Preis für die Tube 65 Pf.. Inhalt 50 Gramm. Da» Pfund solcher Butter kostet also, nach Abzug von 1 M. für leere Blechtuben, 5.50 M.—„Feinste deutsche Feldbutter. hergestellt mit Milch und Rahm, ii. Süßrahmmargarine". Ter Karton kostet 1 M., er enthält nur 200 Grammy das Pfund dieser Margarine kostet alio, nach'Abzug von'25 Pf. für die Verpackung, 2,25 M. Die..Feldbutter" soll„zur Erhöhung der Haltbarkeit" einen geringen Znsatz von Margarine enthalten, sie enthält aber keine Naturbutter sondern lediglich Margarine.—„R u m- Ed e l". garantiert naturreiner„hochkonzentrierter" Rum und Zuckerlösung mit wenig Alkohol. Ein kleiner Karton, in dem sick ein Ftäschchen befindet, das 30 Kubikzentimeter einer braunen Flüssigkeit ern- hält und 30 Pf. kostet. Die Flüssigkeit besteht zum großen Teile au» Zuckerwaiser, dos 5 Gramm Alkohol in sich birgt. Ein Liter dieser Flüssigkeit kostet also 9,90 M. Wenn man noch den Alkohol in Rum umrechnet/würde 1 Liter des wirklich vorhandenen Rum» 24 M. kosten. Das Generalkommando des 9. Korpsbezirks sieht sich hiernach veranlaßt, vor solchen sogenannten� Liebesgaben, die nur dazu� be- stimmt sind, gewissenlosen Spekulanten die Tasche zu füllen, dringend zu warnen. 7S<»0 macht. Kein Krieg, so führte er aus. sei annähernd so teuer gewesen wie der gegenwärtige. Die größte Summe, die von England zur Bestreitung der Kosten eine» einzelnen Kricgsjahrc» verausgabt worden sei, habe bisher 7l 000 000 Pfund Sterling— 1 420 Millionen Mark betragen. Die Kriege der NevolutionSzeit und der Napoleonischen Aera hätten im ganzen 16 6Z0 Millionen Mark erfordert, die sich aus 20 Jahre verleilten. Für den Krim- krieg mußten in drei Finanzjahren zusammen 1 350 Millionen Mark aufgebracht werden, und der Burenkxieg verschlang in vier Finanzjahren 4 220 Millionen Mark. Da» erste volle Jahr de? gegenwärtigen Krieges aber wird England nach den melancholischen Feststellungen des Schatzkanzler» wenigstens 9 000 Millionen Mark kosten._ Neue Verhaftungen russischer Tumaabgeordueter. Heber Stockholm kommt die Melpunz aus Petersburg, daß weitere acht sozialdemokraiiscke Dumaabge- ordnete wegen ihres Verhaltens in der letzten'Dumasitzung verhaftet worden sind. Sic sollen sich de» Hochverrat» schuldig gemacht haben. Außerdem wird au» M oska u gemeldet: In den Räumen der Gesellschaft für Organisation der Volk:- bildung uns Bolkpbelustigungen, wo auch die professionellen Metall- arbeiter- und Bäckerverbände untergebrach: find, wurde auf 28 e i- su ng der politischen Polizei bei dem Sekretär des pro- fessionellen Bäckereiarbeiterverbandes Gussow.Haussuchung vor- genommen, welche drei Stunden währte; die dort befindlichen Per- fönen, etwa 40 an der Zahl, wurden gleichfalls ourchsucht. Es wurpen neun V erHaftung en vorgenommen. I chiedSgerichtsvertrag zwischen Amerika und Frankreich. Ter am 1s. September 1914 zwischen Frankreich und den Ver- einigten Staaten abgeschlossene Vertrag zur Regelung von Streitig- ketten ist am 6. März in Kraft getreten. Danach werden alle ent- stehenden Differenzen, auch wenn diplomatische Schritte erfolglos sind und die beiden Vertragschließenden nicht an ein Schiedsgerickt appellieren, dem ständigen SchiedsgerichtLhof im Haag zur Prüfung unterbreitet. Während der Prüfung und vor der Berichterüattung dürfen die Vertragschließenden nicht zu den Waffen greifen. Letzte Nachrichten. Griechenland und die Türkei. Konstantinopel, 7. März.(W. T. B.) Bei Besprechung deS Athener Thronrates drücken die meisten türkischen Blätter die Ueber- zeugung au», daß die hellenischen Staatsmänner nicht so sehr aller Einsicht bar seien, um nicht zu begreifen, daß Griechenland trotz aller trügerischen Versprechungen, die die Tripleentente ihm gemacht habe oder machen könnte, in eine wirkliche Knechtschaft vcr- fallen würde, falls die Tripleentente jemals die Tardanellen und Konitantinopel beherrschen würde. Die Blätter sind im Gegenteil der Anschauung, daß Griechen- land seine wahren Interessen erkennen und vermeiden werde, eine Politik der Hirngespinste zu verfolgen. Denn ein Auslaufen der russischen Flotte in das Aegäische Meer würde für Griechenland dos Grab bedeuten. „Sabah" schreibt Es genügt nicht zu erklären, daß man an den Dardanellen interessiert ist. Alle Neutralen müssen ihren Willen, den Statusquo auftechteichalLet: zu sehen, kundgeben. Oeffentliche Frauenversammlungen. Am kommenden Dienstag, den 9. März, find in Groß Berlin öffentliche Frauenversammlungen in Aussicht genommen. Die Versammlungen in Schöneberg, Neue Rathausfäle, Meininger Str. 8, und in Pankow, Lokal zum Kurfürsten, Berliner Str. 102, find polizeilich genehmigt; für die übrigen steht die Genehmigung noch aus; sie dürfte aber erteilt werden. Nähere Mitteilungen über die Lokale werden. durch Säulenanschlag und im Inseratenteil unseres morgigen Blattes bekanntgegeben werden. Aus Groß- Berlin. Aus der Anstalt für Epileptiker. Die Bedeutung der Epilepsie und die Notwendigkeit ihrer Bekämpfung wird so recht flar aus wahrhaft unheimlichen Zahlen, die der neueste städtische Verwaltungsbericht über die Anstalt für Epileptische in Wuhlgarten enthält. Wenn ein epileptischer Anfall mal auf der Straße vorkommt, bleiben gleich hundert Menschen stehen und entsetzen sich. In der Anstalt fallen die Kranken tatsächlich wie die Fliegen", bei jeder Gelegenheit, und mancher steht nicht wieder auf. Die Anfälle stellen sich in der Nacht mitten im Schlaf, beim Spaziergang, bei der Arbeit, beim Essen, selbst auf dem Abort ein. Die Patienten, die Pfleger, die Aerzte alles gerät hier durch durch die Häufigkeit der Anfälle in eine gewisse Abstumpfung. Da brechen im Garten beim Spaziergang zwei, drei Stranke zusammen und winden sich im Krampf aller Glieder... die anderen drehen sich kaum um, gehen weiter, als sei nichts geschehen. Bei Tisch entfällt dreien, vieren der Löffel, der Körper schlägt mit lautem Gepolter hintenüber... die anderen essen ruhig weiter. Sie sind ja gewöhnt daran und wissen längst, daß das gleiche in der Selbstnächsten Minute auch mit ihnen geschehen kann. mordversuche, meist durch Ausschneiden der Pulsadern oder durch Erwürgungsabfichten, kommen verhältnisDamäßig selten vor, einige Dutzend im Jahre. gegen sind Berreißungen störungen von Möbeln bon „ Kriegspoesie" für die Schuljugend. Die Polizeireviere sind angewiesen worden, auf die EinAus einer der Fortbildungsschulen der Kaufmann- haltung dieser Vorschrift genau zu achten. schaft Berlins wird uns eine eigenartige Kriegspoesie" be- Die Speisewirtschaften so wird amtlich mitgeteilt fannt. Den Schülerinnen einer Klasse der in der Weinmeisterstraße sind nicht wie die Schankwirtschaften an eine Konzession und untergebrachten faufmännischen Fortbildungsschule wurde ein Lieb eine bestimmte Polizeistunde gebunden und konnten so bisauf England diftiert. Von seinen elf Strophen wollen wir nur die lang schließen und wieder öffnen, wann sie wollten. Diese faftigsten sowie die Eingangs und die Schlußstrophe wiedergeben Freiheit ist in großem Umfange dazu ausgenutzt worden, in den Speisewirtschaften einen offenen oder heimlichen Nachtbetrieb einzuführen, der unter Gefährdung der Allgemeinheit und Schädigung der konzessionierten Schankwirte die festgesetten Polizeistunden nahezu illusorisch machte. Singen kann man es nach der Melodie„ O Tannenbaum". 1. D Engeland, o Engeland, Ein Lied will ich dir singen Zu deinem Rubm, zu deiner Ehr', Und das ist heut' durchaus nicht schwer. O Engeland, usw.( wie oben). 2. Engeland, o Engeland, Wie groß sind deine Lügen! Jst dein Verbrechen noch so groß, Du schwindelft dich vom Galgen los. D Engeland, usw. 5. O Engeland, o Engeland, Elende Krämerseele! Um Geld bist du für alle feil, Verkaufst dafür dein Seelenheil, Engeland, usw. 6. Eduard, o Eduard, Du Muster aller Fürsten! Nichts hattest du von einem Reg, Du eitler Schlips- und Westenfeg. Eduard, usw. 7. Du mein Georg, du mein Georg, Du lieber guter Vetter! Bald schickt dir Wilhelm einen Gruß Mit Revvelinen. Welch' Genuß! Du mein Georg, usw. 8. Greh. o Greh. o Greh, o Grey, Du König aller Lumpen! Sobald dich einer von uns fängt, Dann winst verkehrt du aufgehängt. Grey, o Grey, usw. 11. Engeland, Du Schwindelland, Wie haff' ich dich von Herzen! Wenn dieser Krieg vorüber ist, Hazt alles dich, was menschlich ist. Engeland, du Schwindelland, usw. Leibwäsche und Zer- Wir enthalten uns eines Urteils über dieses Geisteserzeugnis. oder Fensterscheiben als Vor- Nur die Frage fei uns erlaubt: Gehört so etwas in die Fortbildungsboten des eigentlichen Anfalles sehr häufig, wobei sich dann schule hinein? Wenn dieser Krieg vorüber ist mit welchen nicht selten förperliche Verlegungen ereignen. Empfindungen werden da unsere Pädagogen auf solche Mißgriffe zurückblicken! Aus der Stadt der Intelligenz. " Das Schrecklichste aber sind die Berichtszahlen, diese hohen Anfallszahlen, die das Unglück der Epileptiker erst im rechten Lichte zeigen. So wurden im Berichtsjahre bei rund 1400 Stranfen bei den Männern 35 668, den Frauen 50 996, Von einer Zigeunerin um ihre Ersparnisse betrogen- tourden den Knaben 13 469, den Mädchen 12 506 Anfälle aufgezeichnet. wieder einmal zwei Frauen. Die Zigeunerin, die zum Schein mit Reihen von Anfällen waren nicht selten, so 263 bei 112 Männern, Knöpfen und Zwirn handelt, sah eine Geschäftsfrau, der sie ihre 124 bei 71 Frauen, 29 bei 6 Snaben 46 bei 14 Mädchen. Eine Ware auch anbot, scharf an und erklärte ihr dann, daß sie krank Frau hatte an einem Tage 113 Anfälle, eine zweite 118, eine sei, ohne es vielleicht selbst zu wissen. Die Frau fühlte sich ganz dritte innerhalb 4 Tagen 232 und und in acht Tagen gesund. Die Zigeunerin aber bewies" ihr, daß sie sich darin nicht weniger als 1764 Anfälle. Ein Mädchen überstand einen irre, und erbot sich, die Krankheit zu vertreiben. Die Frau verKrampfzustand von 323 Anfällen in drei Tagen. Männer langte erst den Beweis. Auf Geheiß des Weibes mußte sie ein starben schon nach Perioden von 12 und 18 Anfällen. Wieder frisches Ei holen und eine Zeitlang in der geschlossenen Hand beklagt es der Bericht, daß trunksüchtige Stranke die gewährte behalten. Dann werde sich, so sagte die Zigeunerin, in dem Ei Bewegungsfreiheit zur Beschaffung von Schnaps mißbrauchten, ein Haar mit einem Knoten befinden, und das sei ihr Beweis wodurch die Besserungsaussichten verschlechtert wurden. Im für die Krankheit. Als das Ei endlich aufgeschlagen wurde, fand Frühjahr und Herbst kamen, wie immer, zahlreiche Er- man in der Tat das Haar mit einem Knoten in seinem Innern. franfungen an Grippe und Lungenentzündung vor, die er- Jest glaubte die Frau an ihre Krankheit. Auf den Gedanken, daß fahrungsgemäß gerade den Epileptikern gefährlich werden und die Zigeunerin ihr frisches Ei mit einem vorbereiteten und mit manche dahinraffen. gebrachten vertauscht hatte, kam sie nicht. Sie war mit der Vertreibung des Leidens einverstanden und sah ihre Ersparnisse von 600 M., die die Zigeunerin unter allerlei Hokuspokus ihr abnahm, Eine neue winterliche Ueberraschung gab es gestern. nie wieder. Eine andere Frau glaubte um so sicherer ihre KrankGroß- Berlin wurde mit einer dichten, blendend weißen heit los zu werden und ihr Geld zu behalten, als dieses, wie sie Schneedecke überzogen. Da die Straßen trocken waren, so meinte, bei ihr auf dem Ofen liegen blieb. Die Zigeunerin hatte bildeten die beschneiten Fahrdämme bald die schönsten die 148 M. in ein Tuch geknüpft, dieses Kreuzweise so mußte Schlittenbahnen. In den Nachmittagsstunden konnte man es sein verschnürt und dann, wieder mit dem üblichen Hokus denn auch zahlreiche Schlitten beobachten. Besonders im pokus, ein so verschnürtes Paket auf den Ofen gelegt. Dort Tiergarten und in der Umgebung ertönte fröhliches Schlitten- follte es so liegen bleiben, bis die Zigeunerin von einer Kreuzweggeläut. Auch die Rodelbahnen traten gestern nachmittag wie- andacht zurüdfomme. Sie tam aber nicht zurück, und als die der in Tätigkeit. Tausende von Rodlern zogen mit ihren Frau endlich die Tuchhülle öffnete, fand sie darin nicht ihr Geld, Schlitten hinaus nach den Müggelbergen, ferner an die sondern einen einzigen Knopf. Die Verwechselungen der Pakete Havelberge usw. hatte das Zigeunerweib wieder so geschickt gemacht, daß die Kranke" nichts merkte. Groß- Berlin im Schnee. Versendet keine feuergefährlichen Gegenstände. Unlängst ist wieder ein mit Postsendungen beladener Eisenbahnpostwagen offenbar infolge Selbstentzündung einer Sendung zwischen den an der Ostbahn gelegenen Stationen Rchfelde und Strausberg in Brand geraten. Der Wagen war in Bromberg mit 600 Paketen und 80 Briefsäcken, enthaltend Feldpostpäckchen, die zum Teil für die Feldpostsammelstellen in Köln- Deuz, Meh, Straßburg, Trier und Berlin bestimmt waren, beladen worden. Ein Teil der Ladung ist verbrannt, ein anderer Teil hat beim Löschen des Feuers durch das Wasser gelitien; nur wenige Sendungen sind unversehrt geblieben. In dem Brandschutt haben sich an verschiedenen Stellen Reste von Streichholzschachteln, sowie die Hülse einer Militärpatrone vorgefunden. Der Mißbrauch, feuergefährliche Sachen in Postsendungen zu verschicken, hat offenbar auch in diesem Falle den Brand verursacht. Von amtlicher Seite ist mit Rücksicht auf die wiederholt vorgekommenen Selbstentzündungen von Postsendungen und die dadurch hervorgerufenen umfangreichen Brände vor der Versendung feuergefährlicher Gegenstände durch die Post bringend gewarnt worden. Diese Warnung kann nicht ernstlich genug wiederholt werden. Zu den feuergefährlichen Gegenständen gehören auch Reib- oder Streichzünder und Zündhölzchen jeder Art einschließlich der im Geschäftsverkehr als Wachsferzchen" bezeich neten Wachsstreichzünder; sie dürfen unter keinen Umständen mit der Post versandt werden. Durch Zuwiderhandlung gegen dieses Verbot werden in erster Linie unsere im Felde stehenden Truppen geschädigt, weil Sendungen mit leicht entzündlichen Gegenständen eine ständige Gefahr für die übrigen sehnsüchtig erwarteten Feldpostsendungen bilden. Außerdem hat jeder, der dem Verbot zu= widerhandelt vorbehaltlich der Bestrafung nach den Gesehen für den entstehenden Schaden zu haften. Zum bevorstehenden Umzugstermin und Früjahrreinmachen bringt der Zentralverein für Arbeitsnachweis feine fostenlose Vermittelung von zuverlässigen Wasch- und Reinmachpersonal in Erinnerung. Be stellungen werden erbeten bei nächstgliegendem Arbeitsnachweis durch Postkarte oder Telephon: C. 54 Rückerstr. 9, Tel. Norden 3791-3797, geöffnet 8-1 Uhr SW. Belleallianceplatz 5 Morizlaz 1469 NW. Alt- Moabit 38 Moabit 9444 „ Alerander 2230 74 " " " 8-12 8-12 8-12 " 19 " " O. Koppenstr. 1 Es findet keinerlei Abzug statt, der sich bei den Privatreinigungs anstalten auf 50-75 Pf. pro Tag beläuft. Die Auszahlung erfolgt direkt an die arbeitenden Frauen. Aus dem Spandauer Rathause. Die Spandauer Stadtverordnetenversamm Iung beschäftigte sich in ihrer letzten Sizung mit groben Mißständen in der städtischen Gasanstalt. Alle Redner waren sich darüber einig, daß eine Aenderung in der Zeitung der Gasanstalt eintreten müsse. Genosse Pieper vertrat den Standpunkt, wenn die Arbeiter gemäß den Anträgen seiner Fraktion besser bezahlt und die Arbeitszeit verkürzt worden wäre, so hätten die Arbeiter auch mehr Interesse an der Arbeit und die Mißstände konnten nicht so einreißen. Die Versammlung nahm Kenntnis von dem Schriftwechsel mit dem Magistrat wegen des Antrages des Genossen Pied betreffend Einführung der achtstündigen Arbeitszeit für die Feuerhausarbeiter der Gasanstalt bei einem Stundenlohn von 70 Pf. Der Antrag wurde bis zur allgemeinen Regelung der Gehalts- und Lohnverhältnisse vertagt. Bei der Beratung der Vorlage über Bewilligung von 22 500 M. aus der Kriegsanleihe zur Beschaffung eines Motorpfluges für das städtische Gut Wandsoorf, um weitere 150 Morgen als Kartoffelland zu benußen, wurde der Wunsch rege, Gefangene zur Urbarmachung von Freiflächen zu benußen. Oberbürgermeister Koelbe sprach sich gegen die Verwendung von Kriegsgefangenen aus, da man auf der städtischen Gasanstalt keine guten Erfahrungen ge macht habe. Bei einer Arbeitszeit von 9 bis 4 Uhr habe die Stadt für jeden Kriegsgefangenen bei mangelhaften Leistungen pro Tag 3,60 M. bezahlen müssen. Beschlossen wurde, sofort einen Motorpflug zu mieten. Kleine Nachrichten. Im Zirkus Sarrasani veranstalteten am Sonntag 2000 Schulkinder ein Gesangskonzert, zu dem viele verwundete Krieger eingeladen waren. Ein schredliches Brandunglück wird uns aus Oranienburg gemeldet. Die achtjährige Tochter des in der Stralsunder Straße wohnhaften Kaufmanns Gründling hatte für die kleine Schwester auf dem Spiritusfocher Milch wärmen wollen. Sie ging dabei unvorsichtig zu Werke, so daß die Kleider Feuer fingen. In wenigen Sekunden stand das unglückliche Kind in hellen Flammen. Als der jetzt hinzukommende Vater das Feuer erstickte, hatte die Kleine ant ganzen Körper bereits so furchtbare Brandwunden erlitten, daß Kleine Nachrichten. Bergwerksunglück. Die Gemeindeverwaltungen und die Etatsaufstellung. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Der Sandgehalt im Kartoffelhandel. ,, Es wird für die Gemeinden und die weiteren Kom- Bei den Kartoffelverkäufen des Berliner Magistrats ist munalverbände für das Rechnungsjahr 1915 besonders von der Berliner Bevölkerung lebhafte Stlage über den hohen schwierig sein, die Haushaltspläne aufzustellen und die Sandgehalt geklagt worden. Diese Klage ist insofern beSteuerverteilungsbeschlüsse rechtzeitig zustandezubringen. Für rechtigt, als im regulären Kartoffelhandel den Kleinhändlern sie sterbend nach dem Krankenhaus gebracht werden mußte. die Ansetzung der Einnahmen, insbesondere derjenigen aus ein gewisser Prozentsatz als Abgang von den Großhändlern Steuern, werden vielfach feste Unterlagen fehlen. Auch die vergütet werden muß. Als angemessenen Satz hat nach Ausgaben werden sich häufig nicht sicher schätzen lassen. Es einem vom Berliner Staufmannsgericht eingeforderten Gutist nicht zu übersehen, wieweit neue belastende Aufgaben an achten die Berliner Handelskammer fünf Prozent angesehen. die Gemeinden unvorhergesehen herantreten können; es steht Die Seleinhändler brauchen demnach für jeden Zentner geauch nicht sicher fest, wieviel von den Ausgaben, die durch die lieferter Kartoffeln nur 95 Pfund zu bezahlen. Der Nachteil Kriegswohlfahrtspflege entstehen, aus Reichs- und Staats- beim Kauf der„ Magistratskartoffeln" ist für die Bevölkerung mitteln erstattet werden. Die staatlichen Aufsichtsbehörden um so größer, als die letzteren meist ungesiebt direkt von den bringen der Schwierigkeit der Aufgabe, die von den Gemeinde- Mieten hier ankommen und einen viel höheren Sandgehalt verwaltungen diesmal bei der Etats aufstellung zu lösen ist, haben, als es sonst im Startoffelhandel üblich ist. volles Verständnis entgegen und werden es sich angelegen sein lassen, den Gemeinden hierbei jede im Rahmen der bestehenden Geseze mögliche Erleichterung zuzugestehen und ihnen bei dem Bestreben, rechtzeitig in genehmigten Steuer- Das Oberkommando in den Marken hat für den Landesverteilungsbeschlüssen die Unterlage für die Wirtschafts- polizeibezirk Berlin angeordnet, daß die Speisewirtschaften um führung im neuen Rechnungsjahre zu erhalten, behilflich 10 Uhr abends zu schließen sind und vor 6 Uhr morgens nicht wieder geöffnet werden dürfen. ſcin." Spezialarzt f. Geschlechtskrankheiten, Harnleiden, Schwäche, Ehrlich- Hata- Kuren, Blutund Harn- Untersuchungen. Institute: zwischen Dresdener und Annenstraße. Dr. med., Karl Reinhardt. Prinzenstr. 64 Sprechst. 5-7, Sonntags 10-11. Potsdamer Str. 117 a. d. Lützowstr., Sprechst. 211-2 Aufklärende 48 Seiten starke Broschtire gratis und postu. 1,8-1,10 U. abds., Sonnt. 11-1. frei in verschlossenem Kuvert. Reuters Werte Heines Werke 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Polizeistunde in den Speisewirtschaften. ? Was ist der Stolz der Frau? Die blendend weiße Wäsche, die durch Minlos Sches Waschpulver erzielt wird. Das 1 Pfd. Paket kostet nur 30 Pfg. Breslau, 6. März.( W. T. B.) Wie die„ Schlesische Zeitung" mitteilt, ereignete sich auf dem Barbaraschacht der Vereinigten Mathildengrube der Schlesischen Aktiengesellschaft für Bergbau und Zinthüttenbetrieb in Lipine ein Unfall dadurch, daß eine zweistöckige Förderschale zu scharf aufsetzte. Dadurch wurden zwölf Mann der oberen Schale mehr oder weniger schwer verletzt. Sie erlitten zum Teil Knochenbrüche. Einer von ihnen ist inzwischen gestorben. Acht Mann der unteren Schale wurden leicht verlebt. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Diens tagmittag. Vorwiegend trübes und nebeliges Frostwetter. Im Binnenlande an den meisten Orten noch geringe Niederschläge. Später im Küstengebiete beginnende langsame Aufheiterung. Berlin SO. 16. H.& P. Uder, Engel- afer 5. Haupt- Niederlage der k. k. österr. Tabak- Regie. Zigarren Zigaretten- Rauchtabake. Nur für Wiederverkäufer zu Originalpreisen. Alleinverkauf der Fabrikate der Firma F. J. Burrus St. Kreuz Größte deutsche Rauchtabakfabrikation. Jahresproduktion über 5 000 000 Pfd. Rauchtabake Zigaretten- Spezialität: L'Algerienne. Verantwortlicher Redakteur: Ernst Däumig, Steglik. Für den Inseratenteil verantw.:' Th. Gløde, Berlin. Drud u. Verlag: VorwärtsBuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.