Nr. 81. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl 8,30 m monatl 1,10 m wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Seilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Zeitungs. Breisliste. für Unter Areuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mark pro Monat Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Solland, Italien, Buremburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Montagsausgabe 5 Pfennig Vorwärts 32. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versamminungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort 5 Big. Worte über 15 Buchh staben zählen für zwei Worte. Inseraie für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplas, Nr. 151 90-151 97. Montag, den 22. März 1915. Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Verschärfung des chinesisch- japanischen Konflitts. Neun Milliarden neue Kriegs- Die Meldung des Großen Hauptquartiers. anleihe. Berlin, 21. März. Amtlich.( W. T. B.) Die heute borliegenden Ergebnisse der Kriegsanleihezeich nung erreichen neun Milliarden Mark. Berlin, 21. März.( W. T. B.) Von den rund neun Milliarden Mark der neuen Kriegsanleihe entfallen 1600 Millionen Mark auf Schuldbucheintragungen und 7500 Mil lionen Mark auf Schahanweisungen. Die Friedensforderung Amtlich. Großes Hauptquartier, den der russischen Sozialdemokratie. 21. März 1915.( W. Z. B.) In den Berichten über die Sibung der russischen Duma Weftlicher Kriegsschauplah. vom 9. Februar d. J. wurden bekanntlich die Reden und ErSüdöstlich von Ypern wurde ein englisches russischen Benjur unterdrüdt. Nur eine kurze Widergabe der Flärungen der sozialdemokratischen Dumaabgeordneten von der Flugzeug heruntergeschossen, die Insassen wur- Erklärung des Genossen Tscheidse, der im Namen der den gefangen genommen. Zwei französische Sozialdemokratischen Fraktion sprach, gelangte durch unser Stockholmer Parteiblatt Socialdemokraten" in die Versuche, uns die am 16. März eroberte europäische Deffentlichkeit. Ihr unverkürzter Wortlaut jedoch Stellung am Südhang der Loreffo- Höhe wieder blieb uns bisher vorenthalten. Wir sind nun in der Lage, diese historische Rede des Genossen Tscheidse nach dem amtlichen Stenogramm der Dumasizung wiedergeben zu fönnen. Der chinesisch- japanische Konflikt. zu entreißen, mißglückten. Antijapanische Kundgebungen in China. London, 21. März.( W. T. 3.) Die„ Morning Boft" meldet aus Shanghai vom 19. d. Mts.: Gestern fand eine Kundgebung mehrerer tausend Eingeborener statt, in der eine Resolution gefaßt wurde, die den Krieg gegen Japan verlangt, da es beffer sei, auf dem Schlachtfelde zu sterben als Sklaven Japans zu werden. Die gestern zwei Bataillone Japaner in Tientsin. Betersburg, 21. März.( W. Z. B.) Der Rjetsch" meldet aus Auf der Kathedrale von Soissons, welche die Genfer Kreuz- Flagge frug, wurde eine franzö- Am 8. August vorigen Jahresbegann Gen. Tscheidse fische Beobachtungsstelle erkannt, unter Feuer ihr bedingungsloses Vertrauen ausgesprochen. Die Aufforde hat die Reichsduma der unverantwortlichen Bureaukratie rung der Regierung, den inneren Hader zu vergessen, hat die genommen und beseitigt. In der Champagne nördlich von Beau Se- Reichsduma mit einem Verzicht selbst auf den Gedanken der Nur die inneren Neugestaltung des Landes beantwortet. Polizei der Fremdenniederlassung versuchte anfangs, die Verfamm- jour trieben unsere Truppen ihre Sappen er- fozialdemokratische Fraktion hielt es für ihre lung zu verhindern. Als aber die Menge eine drohende Saltung folgreich vor und hoben mehrere französische Pflicht, gegen eine solche Einigung der Duma mit der Regiefdem, wurde sie gestattet. Eine große Anzahl antijavani Gräben aus; dabei nahmen sie einen Offizierung zu protestieren. Die ſechs Monate des Krieges haben scher Flugschriften wurde verteilt. An den Straßeneden fonnentlar erwiesen, daß die sozialdemokratische Fraktion recht sprachen zahlreiche Redner gegen Japan. Wie verlautet, landeten 229 unverwundete Franzosen gefangen. gehabt hat. Die hereingebrochene Weltkatastrophe... hat die Leiden gestürzt, Die von zwei Alpenjäger- Bataillonen Menschheit in einen Abgrund von die in der Geschichte ohnegleichen dastehen:.... 3rtuts, daß der japanisch- chinesische Konflitt fapfer verteidigte Kuppenstellung auf dem Bei uns, in Rußland, werden diese Folgen des einen bedenklichen Charakter annimmt. Die anti- Reichsackerkopf wurde gestern nachmittag im Krieges durch die Politik der vor dem Bolke nicht verantwort japanische Stimmung wird bedrohlich. Die japanischen Kolonisten Sturm genommen; der Feind hatte schwerste laut oder stillschweigend diese Politik unterstützen. Die Regie lichen Bureaukratie und aller derjenigen verschlimmert, die vereine verlangen den fofortigen Ankauf fämtlicher japanischer Verluste und ließ 3 Offiziere, 250 Mann, drei rung, die das Volk aufgefordert hat, alle inneren Streitig Konzeſſionen. Die japanische Regierung verlangte nochmals kate- Maschinengewehre und einen Minenwerfer in feiten einzustellen, suchte von Anfang an die durch den Stric geschaffene innere Lage auszunuben, um ihre alten Stelunserer Hand. Französische Gegenangriffe Lungen zu festigen. Während das Recht der Nationen auf Amerika als Beschützer Chinas. wurden abgeschlagen. freie Entwickelung, die Befreiung und die Einigung Polens, die Freiheit der Südslaven usw. verkündet wird, wird zugleich) London, 21. März.( W. T. B.)„ Daily Telegraph" melUm die Antwort auf die Untaten französi- in verstärktem Maße die traditionelle Politik der Unterdet aus Pefing: Die Stellung Chinas ist beträchtlich gestärkt worden, seitdem bekannt wurde, daß Amerika am scher Flieger in der offenen elsässischen Stadt drückung der Völker, der Aufpeitschung der nationalen LeidenSonnabend sowohl in Tokio als bei der japanischen Bot. Schlettstadt eindringlicher zu gestalten, wurden schaften und Vorurteile betrieben.( Heiterkeit rechts.) Am Klarsten tritt dieser schreiende Widerspruch zwischen schaft in Washington ein energisches Memorandum einge- heute nacht auf die Festung Paris und den Eisen- Worten und Taten in bezug auf die jüdische Nation reicht hat, in dem es sich dringend auf das Abkommen vom bahnknotenpunkt Compiegne durch Luftschiffe stehen neben anderen Bürgern im Felde, und zu derselben utage. Hunderttausende von jüdischen Bürgern Rußlands einige schwerere Bomben abgeworfen. fürchten für ihr Leben. Die chinesische Bresse und die Handelsgorisch die Beantwortung ihrer Anfrage. 30. November 1908 bezieht, durch das eine offene Aussprache zwischen den beiden Regierungen über alle den Stillen Ozean betreffenden Fragen gewährleistet und ferner die Tatfache nachdrücklich betont wird, daß Amerika beabsichtigt, alle Vertragsbestimmungen zwischen sich und China zu schützen. Die Lage gewinnt dadurch ein ganz anderes Aussehen. Japan, China und England. London, 21. März.( W. T. B.) Manchester Guar Deftlicher Kriegsschauplatz. Zeit wird der Druck der Sechtlosigkeit, der sogar auf verwundeten jüdischen Soldaten lastet, nicht gemildert. Die Handlanger der Reaktion begnügen sich nicht einmal damit: Berleumdungen über das jüdische Volk verbreitet. Diese Politik hat in den an die Kriegsschauplätze angrenzenden Gebieten dahin geführt, daß Ströme jüdischen Blutes verZwischen Omulew und Orzyc wurde eines werden hartnäckig und systematisch dunkle Gerüchte und russischer Angriff abgeschlagen, wobei wir zwei Offiziere, 600 Russen zu Gefangenen machten. Zwei russische Nachtangriffe auf Jednorozek brachen in unserem Feuer zusammen. Oberste Heeresleitung. * Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 21. März 1915.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 21. März 1915: golfen und die friedliche jüdische Bevölkerung ihrer ganzen Habe beraubt wurde. Die mohammedanische Bedian" hat von seinem Betinger Korrespondenten den Tegt der völkerung des Kaukasus ist für vogelfrei erklärt ursprünglichen Forderungen Japans an China worden. Bei der Säuberung der Gouvernements Batum und erhalten. Die legte Gruppe der japanischen Forderungen enthält Kars vom Feinde wird die mohammedanische Bevölkerung, folgendes: China foll über 50 Proz. seiner Kriegsmunition von darunter auch die mohammedanischen Georgier in Massen Japan taufen. Japan wird ein Arjenal in China unter gemeinaus Rußland verbannt oder der Vernichtung preisgegeben. famer Zeitung gründen, das japanisches Material faufen und Die Lösung des nationalen Problems in Galizien wird japanische Technikter beschäftigen muß. Die Polizei in gewissen auf die gewohnte Art der zwangsweisen Russifizierung, der Teilen von China soll gemeinsam von Japan und China verwaltet religiösen Verfolgung, der Vernichtung aller bisherigen werden. China soll an diesen Orten viele Japaner anstellen, um Freiheiten der Galizier betrieben.( 2ärm rechts.) Es wird die chinesische Polizei zu organisieren und zu reformieren. Na die Autonomie Polen s proflamiert und zugleich wird paner follen als Ratgeber für politische, finanzielle und militärische In den Karp then fam es gestern an der Front ein neues Attentat auf die Rechte der finnländischen Dinge angestellt werden. Japanische Untertanen sollen das Recht zwischen dem Uzsoker Paß und dem Sattel von Konieczna Nation vorbereitet. Der Ausbruch der chauvinistischen haben, für den Buddhismus in China Propaganda zu machen. zu heftigen Kämpfen. Schon nachts zum 20. dieses ver- Leidenschaften wird in ausgiebiger Weise ausgenutzt, im Japaner sollen das Recht haben, im Innern Chinas Land zu befisen zum Bau japanischer Hospitäler, Tempel und Schulen. In fuchten feindliche Abteilungen durch überraschendes Vorgehen eine Sebze gegen die russischen Bürger deutscher Natioüber- nalität zu veranstalten. Unter dem Vorwande der Beder Provinz Futien soll Japan das Recht haben, Bahnen zu bauen, einzelne unserer Stützpunkte zu nehmen. Sie wurden über- wahrung von Militärgeheimnissen ist die PräventivBergwerfe auszubeuten, Hafenanlagen zu machen und, wenn frem- all unter großen Verlusten abgewiesen. In den Morgen- ensur überall wiederhergestellt, jede freie Meinungsdes Kapital nötig ist, soll Japan zuerst angegangen werden. Japan stunden wiederholten sich die russischen Angriffe in größerem äußerung unmöglich gemacht, die ganze ukrainische und soll das Recht haben, Wutschang mit Stiukiang und Nantichung durch Umfange; die sich entwickelnden Kämpfe dauernten in einzel- deutsche Preise von der Arbeiterpresse schon gar eine Eisenbahn zu verbinden und eine Bahn zwischen Nanischang und Tschaotschufu sowie zwischen Nantschang und Hangtschou zu nen Abschnitten den ganzen Tag über an. Bis zum Abend nicht zu reden- vernichtet. waren die gegen unsere Stellungen am San bei Smolnik schwere Zaft der ökonomischen rise und In anderen Zändern hat der Krieg, der dem Wolfe die Last der Manchester Guardian" bemerkt dazu: Jeder, der dies er- und Also pagony vorgegangenen russischen Kräfte zurück- Arbeitslosigkeit auferlegt hat, zu einer Verstärkung staunliche Programm betrachtet, wird sofort erkennen, wie geschlagen. 1070 Mann wurden gefangen. aller Formen der gesellschaftlichen Selbsttätigkeit und zi teit fein Ziel reicht, wie ernst seine Ergebnisse für China und für britische und andere Interessen sind, wie unverträglich seine Be einer ganzen Reihe von staatlichen Maßnahmen zur Linde rung der Leiden der Kriegsopfer geführt. Bei uns dagegen bingungen mit den erklärten zielen des englisch- japanischen Bünd eignet. wird jeder Versuch einer organisierten Tätigkeit unter dem nisjes sind. Die allgemeine Wirkung würde die sein, daß die Unheuchlerischen Vorwand der Landesverteidigung unterdrückt. abhängigkeit Chinas ernstlich gefährdet würde und ganze ProDer wuchtigste Schlag icdoch ist, wie immer, gegen die bingen unter die Vormundschaft Japans gestellt würden. Arbeitertiajie und ihre Organisationen geführt.wor bauen. An den übrigen Fronten hat sich nichts wesentliches crDer Stellvertreter des Chefs des Generalstabes bon Hoefer, Feldmarschalleutnant. brn. Alles, was noch von der Reaktion verschont geblieben war, ist jetzt erbarmungslos vernichtet worden: jeder Ver- such der Arbeiterklasse, geiueinsam gegen die Arbeitslosigkeit und andere Leiden des Krieges anzukäinpfen, wird sofort unterdrückt, während zu gleicher Zeit allen gewinnsüchtigen B e st r e b u n g e n der Unternehmer Vorschub geleistet wird, die Lebensbedingungen der desorganisierten Arbeiter- Hasse zu verschlechtern. Der Kampf gegen die Arbeiterklasse hat seinen krassesten Ausdruck in der Verhaftung d e r fünf sozialdemokratischen Duma-Abgeordnete n gefunden. Während Millionen von Arbeitern auf den Schlachtfeldern verbluten, ist die Regierung nicht davor zurückgeschreckt, die Vertreter dieser Millionen in der Reichs- du, na zu verhaften. Ich benutze diese erste sich mir bietende Gelegenheit, um im Namen der s o z i a l d e in o k r a t i- scheu Fraktion unseren Protest und unsere Empörung gegenüber einer solchen Miß- achtung der Rechte der Arbeiterklasse aus- zuspreche n.(Pfuirufe rechts und im rechten Zentrum.) Wir wissen, daß die Reichsduma auch jetzt ihr Ge- lübde des Schweigens nicht brechen und von neuem, ohne Bedingungen zu st eilen oder Garantien zu fordern, der Regierung ihr Vertrauen aussprechen wird. lim so verantwortungsvoller ist die Lage der sozialdemokra- tischen Fraktion, die es schon einmal abgelehnt hat, die Poli- tik der„inneren Einigung" und der Aussöhnung mit der Ne- gierung mitzumachen. Die sozialdemokratische Fraktion hält eS für ihre Pflicht, den Sinn dieser P a r o l c d e s S ch w e i- g e u s aufzudecken und zu zeigen, daß hinter dieser Parole bei den einen ein Versuch der W i e d e r h e r st e l l u n g der a l t e n O r d n u n g, bei den anderen— die Unfähigkeit sich verbirgt, einen entscheidenden Kampf für die Befreiung Rußlands zu führen. Zugleich erklärt die sozialdemokratische Fraktion, daß sie dem neuerdings von der K o p e n h a g c n c r s o z i a l i st i s ch e n Konferenz ausgesprochenen Wunsche beitritt, sofort alles zu unterstützen, um ein möglichst schleuniges Ende des... Krieges und einen Friedensschluß herbeizuführen lPfuirufe rechts und im rech- tcn Zentrum; eine Stimme im Zentrum: Raus!), einen Friedensschluß,.... des Willens.(Stimme im Zentrum: Na. wieviel haben Dir die Deutschen bezahlt? Abg. T s ch e n k e l i: Schweigen Sie!) Nur ein solcher Friede wird die Voraussetzungen schaffen für die Unmöglichkeit der Annexionen von fremden Gebieten und für die freie Selbst. bestimmung der Nationen, für die Ein- s ch r ä n k u n g der Rüstungen, für die Einführung der Volks niilizen und für die Schaf- fung von Schiedsgerichten für internatio- nale Konflikte.(Beifall auf der äußersten Linken. Pfuirufe rechts und im rechten Zentrum.) westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris, 20. März. kW. T. B.) Der amtliche Be- r i ch t von Uhr nachmittags besagt: Es ist nichts zu melden. Paris, 21. März.(W. T. B.) A m t l i ck e r B e r i ch t von gestern abend. In La Boisselle, nordöstlich von Albert,.versuchten die Deutschen nach heftigem Bombarde- ment einen Nachtangriff, der zurückgeworfen wurde. Sie erlitten empfindliche Verluste. In der Champagne, West- lich von Perthes, wurde in der Nacht vom Freitag zum Sonn- abend ein Gegenangriff des Feindes zurückgeworfen. Sonn- abend fand keine Jnfantericaktion statt. Unsere Artillerie nahm eine deutsche Ansammlung unter Feuer, welche stark litt.� In den Argonnen fand bei Bolante ein ziemlich heftiges Bombardement ohne Jnfanterieangriff statt. In Eparges dauerten unsere Fortschritte an. Nachdem wir zwei Gegenangriffe zurückgeivorfeu hatten, bemächtigten wir uns des größten Teiles der seit zwei Tagen umstrittenen deut- scheu Stellung. Dreimal machte der Feind einen Gegen- angriff, ohne etwas zurückerobern zu können, und ließ sehr zahlreiche Tote auf denr Gelände. Wir machten Gefangene. Südlich von Eparges im Bouchotwalde warfen wir einen Gegenangriff zurück. Im W o e w r c und im Martmarewald zerstörte unsere Artillerie ein Blockhaus und brachte mehrere Munitiouskästen und Munitionslager zur Explosion. In L e- Pretrcwaide erzielten wir einige Fortschritte. Der deutsche Luftangriff auf Talais. London, 2t. März.(W. T. 23.) Die„2 i m c s" meldet über den deutschen Luftangriff auf Calais noch folgenes: Es wurden mehr Bomben geworfen, als man zuerst ange- nommen hatte, nämlich zwischen vierzig und fünfzig sehr große, darunter einige von einem neuen Typ. Tie Anzahl der Toten ist auf neun gestiegen. Der„Zeppelin" blieb länger als eine halbe Stunde über Calais und scheint seine Aktion von einer Höhe von fünftausend Fuß ausgeführt zu haben. Er der- mochte die Stadt zu beobachten, ohne selbst gesehen zu werden, indem er Lichter an kleinen 23allonS defestigte. Es wurde ver- sucht, den Hauptbahnhof, den Hafenbahnhof und verschiedene Depots zu zerstören. Einige Bomben fielen in das Hafenbassin, andere in die See. Das Luftschiff kehrte auf demselben Wege, den es gekommen war, wieder zurück. Deutscher Fliegerangriff an üer englischen Osiküsie. Deal, 21. März. kW. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus: Ein deutscher Flieger erschien gestern über der Stadt und warf verschiedene Bomben auf die Schiffe im Hafen ab. Alle Bomben fielen ins Wasser, ohne Schaden zu tun. Der Flieger, der ziemlich hoch flog, schien aus öst- licher Richtung zu kommen. Ein Patrouillenfahrzeug gab drei Schüsse auf ihn ab, worauf der Flieger höher stieg und in den Wolken verschwand. Ein halbe Stunde später stiegen niehrere Flieger auf, um den Feind zu suchen. (Deal liegt in der Grasschaft Kent an der englischen Ost- küste zwischen Dover und Ramsgate. Die Stadt, ein beliebtes Seebad, hat rund 10 000 Einwohner. Es befinden sich dort be- deutende Marinemagazine.) Tin antimilitaristisches Flugblatt in Tnglanü. London, 21. März. iW. T. B.) Tic„Times' melden, daß während der letzten Zeit ein Flublatt in London und Glasgow verbreitet wurde, in dem den jungen Leuten abge- raten wird, s i ch a n w e r b e n zu lassen. Die Behörden erklären, von der Existenz dieses Flugblattes seit Januar 1914 zu wiffen, wo 25 000 Exemplare von der Liga der Industriearbeiter gedruckt wurden. Als Drucker wurde ein gewisser Balentin Freitag, angeblich ein Deutscher, ausfindig gemacht und verhaftet, der auch The Herald of Revolt und andere revolutionäre Literatur druckte. Der türkische Krieg. Kampfpause. London, 21. März.(W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet aus Tenodos vom 19. März: Sechs Panzerschiffe fuhren in die Meerenge der Dardanellen ein, aber schlechtes Wetter verhinderte das Wiederaufnehmen energischerer Operationen. Konstantinopel, 21. März.(W. T. B.) Das Haupt- guartier meldet: Die Flotte der Alliierten hat heute keinen Angriffsversuch gegen die Dardanellen unter- nommen. Tin neuer Verlust öer französischen§lotte. Konstantinopcl. 21. März.(W. T. 23.) Die Blätter melden, daß das zweite französische Kriegsschiff, das wäh- rend des Kampfes am 18. März beschädigt worden ist, an der Külte von Tcnedos gesunken sei. Die Besatzung sei durch andere Schiffe gerettet worden. (Es würde sich hier uin das Linienschiff„G a u l o i s" handeln.) Paris, 21. März.(W. T. B.)(Meldung der Agencc Havas). Die Zahl der U e b e r 1 e b e n d e n des Panzerschiffes ,.B o u v c t soll 64 betragen; die übrigen Schiffe der Division erlitten nur leichte Verluste. Tin neuer französischer Kreuzer nach üen Dardanellen unterwegs. Paris, 20. März.(T. II.) Das französische Schlachtschiff„H c n r y IV" erhielt Befehl, aus den syrischen Ge- wässern nach den Dardanellen zu dampfen, an Stelle des gesunkenen„Bouvet". Die Admiralität behauptet, der „Gaulois" sei reparaturfähig. Die englische preffe über die Verluste in den Dardanellen. London, 21. März.(W. T. 23.)(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die englische Presse ist über die in den Dar- danellen erlittenen Verluste keineswegs bestürzt, da sie nicht unerwartet kamen und man auch einsah, daß eine stark befestigte Seeenge wie die Dardanellen nicht forciert werden kann, ohne daß man einen hohen Preis dafür zahlt. Daß man sich dessen bewußt ist, geht schon daraus hervor, daß die Linienschiffe„O u c c n" und „I m p l a c a b l c" als Ersatz für voraussichtlich noch eintretende Verluste abgeschickt wurden. Mit dem französischen Schlachtscknff „Henri IV." zusammen wird die englisch-sranzösische Flott« wieder aus ihre ursprüngliche Stärke gebracht. Nach Urteil der Marine- sachverständigen stehe in dem Telegramm der Admiralität nicht-- was nicht aus ein glückliches Endresultat hoffen ließe. Sic weisen darauf hin, daß die Befestigungen stärker sind, als man erwartete. Der Seekrieg. Angehaltener holländischer Dampfer. Amsterdam, 20. März.(P r i v a t t c l e g r a m m des„Bot- wärts".) Deutsche Kriegsschiffe hielten den holländischen 'Dampfer„Zaanstroom", der Eier und Stückgut von Amsterdam nach London führte, an.„Zaanstroom" wurde nach Zecbrügge geführt. Amsterdam, 21. März.(W. T. B.) Die Blätter melden aus Terneuzcn: Hier trafen gegen 50 Personen von den Holland'- schen Schiffen„Zaanstroom" und„23 ata vi et 5" ein, die am Freitag bei dem Maasleuchtschiff von einem deutschen Untersee- boot angehalten und mit deutschen Offizieren an Bord nach Z e e- b r ü g g e gebracht wurden. Die Besatzungen der Dampfer, außc" den Ofizieren, sowie Frauen und Kinder der belgischen Passagiere wurden freigelassen, aber 16 Belgier festgehalten. Schiffsunfälle. London, �21. März. IW. T. B.) Der heftige Sturm, der in der Nacht zum Freitag herrschte, hatte eine ungewöhnlich große An- zahl von Schiffs nn fällen an_ber Küste zur Folge. Da» Schiff„B u r c a n e e r" strandete bei Scroby Sands in der Nölst von Darmouth und konnte nicht slott gemacht werden. Der Schoner „F r a n c i s" ging bei Trevose Head verloren. Die Besatzung wuroe gerettet.„Z a e c i l i a", von London nach Hull unterwegs, ist be« Palling gesunken, die Besatzung wurde gerettet.„Ma r y N ish„ kenterte in der Nähe des Tyne. Der Dampfer„S l i e d r i ch t (3056 Tonnen), von Rotterdam kommend, lief in der Nähe des TY"� Kriegsgeöichte. Kriegsgedichte hat uns diese Zeit mehr als zuviel gebracht. Aber in den wenigsten tritt uns der Krieg als wirlliches Erlebnis entgegen. Selbst wenn man das überwuchernde rein Dilettantische ausscheidet, bleibt nicht sehr viel übrig, dem man mehr als Augen- blicksbedeutung zusprecben möchte. Teils ist diese Poesie auf einen solchen Ton chauvinistischer Ueberbebung, selbst ins Rohe gehender Kriegsbegeisterung gestimmt, daß sie eher abstößt als hinreißt, teils gibt sie Kriegsschilderungen, Kriegsszenen, die allzusehr die konven- lionellen Farben tragen,' als daß sie fesseln und überzeugen lönnien. Um so mehr Beachtung verdient es, wenn in deni Wust dieser Kriegspoesie doch auch ein Heines Bändchen mit Gedichten*) auftaucht, von denen fast jedes den Stempel des Eigenen, des Erlebten, des wirklich Poetischen trägt. Was uns dabei noch besonders interessieren muß, ist die Tat- lache, daß diese Gedichte den Krieg als das Erlebnis eines Menschen spiegeln, der, nach Herkunft, Bildungsgang und Tätigkeit in der Arbeiterklasse wurzelnd, auch in seinem Denken und Fühlen immer zusammengekluiige» hat mit jenen Millionen, die, aus der Tiefe kommend, sich mählich den Weg zum Licht der Zukunft bahnen. Wer Karl Brögers Heftchen„Die singende Stadt" gelesen— eine Heine Gedichtsammlung, die vor etwa Jahresfrist in der Fränki- schen Verlagsanstalt in Nürnberg erschien—, der wird verstehen, ivaS damit gemeint ist: Proletarierleben und Prolelarierringen hat hier, weitab aller Tendenzreimerei, vielleicht mit seinen schönsten dichterischen Ausdruck in der deutschen Literatur gefunden. K a r l B r ö g e r ist ein wirklicher Dichter, kein Reimer nach irgendeinem mehr oder minder berühmten Vorbild, aber auch kein Originalitätshascher: er schöpft aus eigenen Tiefen, begabt mn einem reichentwickelten Gefühlsleben, sähig dazu, seinem Erlebnis einen bildhaft kraftvollen Ausdruck zu geben. Mit so vielen um ihn herum wurde auch er bei Ausbruch des Krieges zu den Fahnen gerufen; monatelang kämpfte er als Wehr- mann in einem bayerischen Reserveregiinent, bis ihn bei Arras ein Granatsplitter am Kopfe verwundete und außer Gefecht setzte. Es ist klar, daß auf eine Natur wie die Brögers der Krieg ge- waltig einwirken mußte. Die Kriegspocste BrögerS ist frei von jenem überhitzten Hurra« Patriotismus, der sich in Roheilen und chauvinistischen Phrasen ge- füllt. Nur in einem Gedicht bricht sein Gefühl für das Baterland durch: in Worten, die himmelweit entfernt find von dem konventio- nelleu Gereime der Durchschnittspoeten, einfach und schlicht und ohne jede Aufbauschung; in Worten aber auch, die mehr Innigkeit und Hingebung beweisen als all der Aufwand anderer Dichter. Immer schon haben wir eine Liebe zu dir gekannt, bloß wir haben sie nie mit einem Namen genannt. Als man uns rief, da zogen wird freudig fort, auf den Lippen nicht, aber im Herzen das Wort Deutschland. *).KarlBröger:„Aus meiner Kriegszeit.*' Verlag der Fränkischen Verlagsanstalt und Buchdruckerei, Nürnberg. Preis 40 Pf. Unsere Liebe war schweigsam; sie brütete tiefversteckt. Nun ihre Zeit gekommen, hat sie sich hochgereckt. Schon seit Monden schirmt sie in Ost und West dein Haus, und sie schreitet gelassen durch Sturm und Wettergebraus. Deutschland. Daß kein fremder Fuß betrete den heimischen Grund, Stirbt ein Bruder in Polen, liegt einer in Flandern wund. Alle hüten wir deiner Grenze heiligen Saum. Unser blühendstes Leben für deinen dürrsten Baum, Deutschland. Immer schon haben wir eine Liebe zu dir gekannt, bloß wir haben sie nie bei ihrem Namen genannt. Herrlich zeigte es aber deine größte Gefahr, daß dein ärmster Sohn auch dein getreue st er war. Dank es, o Deutschland. Die große Mehrzahl der Gedichte gibt Kriegseindrücke, Kriegs- erlebnifie: hier äußerliche Borgänge, dort Gefühle, die durch jene ausgelöst wurden. Plastisch, greifbar tritt vor unsere Augen das furchtbare Ringen der Völker, das der Dichter dort im Westen mit- erlebte, mit seinem verbissenen Kampf von Schützengraben zu Schützengraben, mit seinen todbringenden Sturmangriffen, mit seinen waghalsigen Patrouillengängen, mit seinen stillen Feiern an den Gräbern derer, die der Tod dahinraffte.... Zwischendurch dann immer wie feierliches Glockengeläute, Gedanken an Heimat, Weib und Kinder. Es sind wenig' mehr denn ein Dutzend Gedichte, die das alles geben. Und keines ergeht sich in breiten Schilderungen, langatmigen Reflexionen. Bröger ist— als echter Dichter— knapp, kurz. Aber jede« Wort, das er spricht, hat seine Bedeutung, leuchtet von Farbe, hat Leben. Ein Meisterstück solch knapper, packender Schilderung ist etwa jenes Bild eines Sturmangriffs aftikanischer Hilsstruppen auf den deutschen Schützengraben(„Samum"): Vor ArraS war'S. Im Osten fahl ein Strich. Der Tag bricht an. Oktobernebel wehen. Da hören wir ein hundertfüßiges Gehen und dumpfe Klänge, ftemd und feierlich. „Auf, zweiter Zug! Raus ganze Kompagnie! Sie stürmen uns. Wohlan, nun zeigt die Zähne! Die Hunde müssen fliegen die Späne..." Ich höre noch, wie es der Hauptmann schrie. Zu einer schwarzen Wolke dicht geballt Zuave, Turko, senegalscher Schütze, voran einer mit Gold bordierter Mütze, ein Kapitän— so stürzt es aus dem Wald. Uns krampst die Faust sich fest um die Gewehre All' unsre Nerven wachsen in die Schäfte Und in die Läufe strömen alle Kräfte.— Nun, Samum, komm und bläst du noch so sehr! „Kein Schuß darf fallen! Lassen wir sie an, bis sie das Weiße ihrer Augen zeigen..." Gepreßte Stille... fürchterliches Schweigen.., Ein Blitz, em Knall— im Fener liegt die Bahn. Holo... lo... lo... Es beult die wilde Wut, Die Trommel wirbelt dumpf, Trompeten schmettern. und immer Schuß und Schutz und Donnerwettern— Die schwarze Wolke bricht und regnet Blut.. Wie aus dem Allgemeinen das Besondere hervorgehoben>vird> wie etwa der„Kapiiän mir goldbordierter Mütze" aus dem TroS der Seinen herausleuchtet, wie das Prosaische teinen dichteriich-bild- lieben Ausdruck findet, der nicht verschleiert, sondern e n t schteiert („All uns're Nerven wachsen in die Schäfte..."„Die schwarze Wolke bricht und regnet Blut"), das zeigt den Dichter, der plastisch steht und das Gesehene auch plastisch wiederzugeben weiß. Bon ähnlicher Kraft des Ausdrucks ist die Zeichnung in dem Gedicht„Der Schützengraben", in den Strophen, die den heiße» „Granatensonntag" von Luneville befingen, im.Nachtgefecht" und in dem geheimnisvoll andeutenden und so tiefempfundenen„Tod von Arleux". Und zwischendurch immer wieder die Gedanken an Heimat, an Weib und Kind... Nach dem blutigen Granatensonntag von Luneville kommen sie, all die Lieben, zu ihren Toten aus dem btutgetränklen Feld, ein grauenvoll-schöner Spuk der Sommer- nacht. Von den Gräbern der Gefallenen wandern die Gedanken heimwärts zu denen, die den Dahingerafften lieb und teuer waren. Am Lagrr* feuer tränt das Auge in treuen Gedanken an die Heimat. Da» Weihnachtsfest läßt wie von selbst die Erinnerung heimwärts schweifen. Und auch jenes wunderschöne Gedicht verdient in die>cr Reihe wohl Erwähnung, in dem Karl Bröger das Weib eines der vielen, die da draußen starben, an ihren Geliebten schreiben läßt' „War ich bei dir, mir wäre nicht bang, aber die Nächte sind dunkel und lang. Mann sein ist hart, ich weiß es— allein härter fast ist es, kein Mann zu sein.... Du bist Soldat; doch auch ich steh bei einer herrlichen großen Armee, einer Armee von Kindern und Frau», die an der Zukunft weiterbaun. So wird wohl einst noch alles gut, wenn nur jeder das Seine tut. Liebster, so hob ich jüngst gedacht. Der Regen rauschte durch die Nacht. Mich wollte es nimmer im Kiffen leiden. Es trägt wohl jeder sein Teil von uns berden. So klingt es reich und voll aus den wenigen Seiten deZ Bröaerschen Bändchens— die Stimme eines wirklichen Dtw„ Nicht alles scheint uns auf gleicher Höhe. Karl Kröger fft noch kein Abgeschlossener, sondern-in Werdender- gluckl.cherwen Nirgends aber ist in dem. was er grbt. wirklich Minderwertige Eigen empfunden, eigen in der Darstellung ist alles. Möchte das billige Bändchen recht weite Verbreitung fin°e' gerade auch unter den Arbeitern. Die Arbeiterschaft kann st ö darauf sein, einen Dichter wie Karl Broger zu den ihrigen zu zam" Liebknecht und Rühle entgegen diesem Beschluß heute erfolgten Disziplinbruch aufs entschiedenste. Berlin, 20. März 1915. auf; man fürchtet, daß das Schiff verloren ist. Der Dampfer, Scheidemann zurückgewiesenen Zumutungen an unsere Partei, und habe. Demgemäß verurteilt fie den von den Fraktionsmitgliedern " Beeswing"( 2000 Tonnen) dürfte mit seiner Besatzung im Sanal gesunken sein. Man fand einen von Beeswings" Matrosen tot sowie ein treibendes Boot des Dampfers und Wrackstüde. Andere Leichen von Seeleuten, auf deren Hemden Adressen aus Shields angegeben waren, wurden in Dover gelandet. Die amerikanische Antwort an England. Washington, 20. März.( W. T. B.)( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Das Kabinett beriet heute über die Note, die an England gesandt werden soll. Gegen einige Bestimmungen der englischen Note über die Vergeltungsmaßregeln soll protestiert werden, wegen anderer Bestimmungen sollen weitere Erklärungen crbeten werden. Das Echo der letzten Reichstagsfitzung. Die bürgerliche Presse faßt die Vorgänge in der letzten Reichstags- Sizung, die sich an Ledebours Ausführungen knüpften, vernünftigerweise viel ruhiger auf als die bürgerlichen Fraktionen. Damit verknüpft sich eine gewisse Tendenz, den sachlichen Inhalt der Ledebourschen Rede und das Verhalten der Minorität der sozialdemokratischen Fraktion zu übersehen. So überschreibt das„ Berliner Tageblatt" seinen Bericht objektiv unrichtig als„ Ginstimmige Annahme des Etats" und spricht mehrfach von„ einmütiger": Abstimmung. " Die Berliner Volkszeitung" stellt ebenfalls den Fraktionsbeschluß in den Vordergrund: Diese Mitteilungen, die jedes Deutschen Herz höher schlagen Lassen, gewannen in der gestrigen Sitzung des Reichstages eine erhöhte Bedeutung, als zum ersten Male die Sozialdemokraten den gesamten Reichshaushalt bewilligten. Die vom vaterländischen Gesichtspunkte aus unqualifizierbare Rede Ledebours, den Herr Scheidemann namens der Fraktion prompt abschüttelte, ist dadurch zu einer Episode zusammengesunken, deren Skandal auf ihren Verüber zurückfällt, und die man am wirksamsten abtut, je weniger man davon spricht." Aehnlich schreibt der Lokal- Anzeiger": " Ende gut alles gut! Daher war auch die kurze Tagung der deutschen Volksvertretung gut, die gestern zum Abschluß gebracht wurde, obwohl sie nicht ganz so harmonisch verlief, wie die im August und September. Das Auftreten der Abgeordneten Ledebour und Liebknecht war unverzeihlich. Aber vielleicht morgen schon werden wir, wenn wir zurückblicken, es nur noch als einen kleinen Fleck auf einem großen und schönen Bilde empfinden. Was will denn schließlich das unanständige Gebaren zweier, man möchte glauben hysterischer, Querköpfe bedeuten gegenüber zahlreichen erfreulichen Erscheinungen! Haben zwei Personen, die von der Größe der Zeit unberührt geblieben sind und nicht begreifen, was sie fordert, mit dem Worte gefündigt, so hat der Reichstag in seiner Gesamtheit durch seine Handlungen nur patriotischen Sinn bekundet." Die Kreuz- 3eitung" begnügt sich, die Worte des Staatssekretärs Delbrück zu unterstreichen: " Die Erfahrungen dieser großen Zeit werden erweisen, inwieweit Anschauungen, die die innere Politik bestimmten, irrig geworden sind. Spurlos wird der Krieg ganz sicher nicht an der Gesetzgebung und Verwaltung vorübergehen. Recht wirksam stellt der Staatssekretär die von vaterländischem Verständnis eingegebene letzte Rede Scheidemanns der heutigen Ledebours selbst der Staatssekretär Delbrüd wird gerüffelt. Völlig naiv ist zugleich die Enttäuschung darüber, daß unsere Partei noch immer nicht ihre ökonomisch- politischen Ziele aufgegeben hätte! Bur Charakterisierung der Tonart des Artikels seien einige Stellen wiedergegeben: Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion. Zwei Erklärungen Die Perversität dieser Gesinnung, welche also die an den eigenen Landsleuten verübten asiatischen Greuel und die im Rüden unseres Volksheeres einherschleichende Landesverräterei wurden uns vom Genossen Davidsohn zugesandt: lieber ungestraft sehen will, angeblich, damit eine„ Politik der Freundschaft mit den östlichen Nachbarvölkern" ermöglicht werde In der Sonntagsnummer des Vorwärts" sind die diese erstaunlichen Erbärmlichkeiten stehen gewiß. Namen derjenigen sozialdemokratischen Reichstagsvereinzelt und beispiellos da. Aber der sozialdemokratische Bar abgeordneten veröffentlicht, die sich am Sonnabend vor der Abteivorstand und die Fraktionsleitung im Reichstag stimmung über das Gesamtbudget aus dem Saale entfernt mögen es sich gefagtfein lassen, daß sie mehrtun haben. Gegen diese Veröffentlichung lege ich schärfste Vermüssen als gestern geschah, wenn sie es verhüten wollen, wahrung ein. Es ist seit scher Brauch, von derartigen stillen daß die beiden Herren an ihren Nockschößen hängen bleiben. Zwar hat Herr Scheidemann, von allen Seiten gedrängt, schließ- Protesten weder in den amtlichen Protokollen noch in der lich festgestellt, Herr Ledebour habe von der Fraktion nur Auftrag Presse Geschrei zu machen. Ich bin der Ansicht, daß kein Grund gehabt, zum Sprachenparagraphen zu reden; was er sonst gesagt, vorlag, gerade in dieser Zeit von dem alten Brauch abhabe er allein zu verantworten. Aber auf den Zuruf von der zuweichen. Rechten Miz billigen Sie es?", hat er bezeichnenderweise Von dem Plane der Veröffentlichung im Vorwärts" war geschwiegen! Zweitens hat er gegen seinen Parteigenoffen mir nichts bekannt. Hätten die Kollegen, die diese VeröffentLiebknecht überhaupt nichts zu erinnern gehabt! Drittens aber: lichung veranlaßten, der Anstandspflicht genügt, mich in ihren die sozialdemokratische Fraktion kannte Herrn Ledebour so gut Plan einzuweihen, so würde ich gegen die Publizierung ganz oder doch wohl noch besser, als wir ihn kennen. Sie mußte also wissen, daß dieser eitle, unfertige Kopf, der noch keine Standal- energisch protestiert haben. gelegenheit ungenüßt ließ, auch den gestrigen Anlaß unter allen Auch über meine Beweggründe, zumal darüber, ob Umständen wahrnehmen würde, sich durch irgendeine Scha msie mit Rücksicht auf die vom Genossen Rühle erwähnten Tosigkeit dem Janhagel in empfehlende Erinnerung zu Parteitagsbeschlüsse" irgendetwas zu tun haben, hat mich bringen. Hat Herr Ledebour doch in der ganzen letzten Zeit bei niemand befragt und ich habe niemand Aufschluß gegeben. dem Streit um die Richtung"" Liebknecht- Parabellum nicht Nach dem Kriege wird auch diese Angelegenheit samt den geringsten Zweifel gelassen, daß er mit dem halb patho- ihren Beweggründen vor dem Gerichtshofe der Partei nachlogischen Karlchen" ein Herz und eine Seele sei. Die Herren Scheidemann und Haase konnten nicht im Unflaren sein, auprüfen sein. weffen die Fraktion sich zu versehen hätte, wenn sie aus ihrer 111 Korona niemanden anders, als gerade Herrn Ledebour zum offiziellen Sprecher der Partei bestellte..." Georg Davidsohn. „ Die Rede Scheidemanns vom Donnerstag hatte mancherlei patriotische Pointen. Aber sie gipfelte doch in der grundsäßlichen Forderung nach Verteilung der Wirtschaftsgüter durch die Allgemeinheit". Wenn dieser namhafte Führer so großen Wert darauf legt, selbst in unseren denkbar ernsten Zeiten der= gestalt auf die unüberbrüdbare luft zwischen margistischer und normaler Weltanschauung zu verweisen, dann haben wir gewiß kein Recht, zu übersehen, daß die Sozialdemokratie allein von dem allgemeinen Umlernen" sich ausschließt; und Herr Delbrück wird im Lande tein Verständnis finden, wenn er meinte, wir hätten umzulernen!... Daß sie an den kommunistischen und kollef- strichen, 2. fand der Zusatz Annahme: tivistischen Verstiegenheiten des gramms" festhält, wissen wir aus der betonten Bekundung des Herrn Scheidemann. Aber bevor etwas wirklich Entscheidendes geschieht, müssen wir auch das wissen: wie hältst du es mit der Monarchie, die neun Zehnteln von deinen früheren Leuten nicht mehr aus dem Herzen zu reißn sein wird nach dem, was sie draußen erlebt unter rauschenden Fahnen im Angesicht der ungezählten Blutopfer der herrschenden Klasse", der Offiziere, Prinzen und sechs Kaisersöhne, unter den Schauern der in gemeinsamer Begeisterung erfochtenen Siege?" Im Auftrage des Genossen Haase gebe ich folgendes bekannt: Bei der Beratung der Ernährungsfrage in der Budgetkommission des Reichstages hatten die Sozialdemofraten( am 12. März) beantragt: den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, alsbald das Verbot der Verwendung von Getreide, Kartoffeln, Obst und Zucker ( mit Ausnahme von Melasse) zur Herstellung von Spiritus herbeizuführen. Auf Antrag des Abgeordneten Behrens wurden 1. die artoffeln aus dem sozialdemokratischen Antrag gePolitische Uebersicht. Eine Erklärung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. „ Pro= Die Fraktion hat am 2. Februar 1915 den Beschluß gefaßt, daß gegenüber. Aus den Reihen der Sozialdemokraten schallt be- die Abstimmungen der Fraktion gefchloffen zu erfolgen haben, sonders lebhafte Zustimmung, als er die Hoffnung ausspricht, daß die Erinnerung an Scheidemanns Bekenntnis zum Vater soweit nicht für den einzelnen Fall die Abstimmung ausdrücklich lande stärker fein möge, als die Erinnerung an Ledebours Worte." freigegeben ist. Glaubt ein Fraktionsgenoffe an der geschlossenen Finzig bie„ Berliner Meurigerung an Morte." iſt, Glaubt ein an bergen die wohl genügend geklärten Ausführungen Ledebours zum Anlaß, das Recht zu, der Abstimmung fernzubleiben, ohne daß dies einen um auch im Tone zu zeigen, daß sie sich in sachliche Erörterung demonstrativen Charakter tragen darf. absolut nicht zu finden wissen. Sie greifen nicht nur Ledebour und Liebknecht an, sie stellen die auch schon in der Sizung von Vor Soissons. Dem" Töpfer" entnehmen wir folgenden Feldpostbrief eines Angehörigen des Töpferverbandes: ..., den 28. Februar 1915. Liebe Kollegen! Ihr werdet jedenfalls erfahren haben, daß ich wieder im Felde stehe. Bekanntlich erkrankte ich im November in Rußland. In jener Gegend, wo jezt die Russen zum zweiten Male vernichtend geschlagen wurden, mußten wir damals mit schwachen Kräften 5½ Wochen lang ohne Ablösung eine befestigte Stellung halten. Das war hart und brachte mir Rheumatismus und Lungenentzündung. Behandelt wurde ich dann im Lazarett Weißenfels und später ging es nach kurzem Erholungsurlaub nach Frankreich. Unsere Stellung hier ist eine der am weitesten vorgeschobenen an der Westfront. Wir liegen unweit Soissons. Von der feindlichen Stellung sind wir nur durch einen Kanal getrennt. Beide StelDie Fraktion hat am 18. März weiter beschlossen, daß die Abstimmung über das diesmalige Budget gefchloffen zu erfolgen aus Sandsteinplatten erbaut und damit eine gute Wirkung erzielt. Natürlich werden die dem direkten Feuer ausgesezten Platten nicht lange halten. Die Wärme aber hält der Sandstein in vorzüglicher Weise fest. ,, sowie die Herstellung von Trinkbranntwein überhaupt zu berbieten". Dagegen stellten die Abgeordneten Fehrenbach ( Zentrum) und Genossen( Zentrum, Nationalliberale, Freisinnige) am 19. März im Plenum den Antrag: die Kartoffel ( wie im sozialdemokratischen Antrag) wieder einzu segen, dafür aber Obst und Rucker, sowie die Herstellung von Trinkbranntwein freizugeben. Genosse Wurm( 3. T. auch der Staatssekretär Dr. Delbrück) wies die Fehrenbachschen Ausführungen am selben Tage zurück. Tags darauf, also am 20. März, dem bis auf weiteres legten Sizungstage, beantragte Herr Fehrenbach im Gegensatz zu seinem eigenen Antrage vom Tage vorher, auch noch die Kartoffel für die Spirituserzeugung freizulassen! Entgegen der burgfriedlichen Gepflogenheit, über derartige Absichten mit den anderen Fraktionen Fühlung zu nehmen, hat Herr Fehrenbach feinen Antrag sozusagen aus dem Hinterhalt ans Haus gebracht. Die sozialdemokratische Fraktion beschloß in der Stationssihung dieſes Tages, ihren Antrag auf Schonung der Kartoffel wieder aufzunehmen. Bei dem Trubel am Sonnabend sowie aus Gründen, die in der Geschäftsordnung liegen sollen, war es nicht möglich, den sozialdemokratischen Wiederaufnahmeantrag noch an das Haus gelangen zu lassen. Dies soll bei der Neuaufnahme der Arbeiten( im Mai) geschehen. Georg Davidsohn. " Erklärung. Im übrigen hoffe ich, trok der großen Gefahr auch aus Frankreich wieder zu meinen Lieben zurückkehren zu können, um dann gemeinsam mit den Freunden und Kollegen auf gewerkschaftlichem, Im Bayrischen Courier" vom 17. März 1915 politischem und kommunalem Gebiete tätig zu sein. Vor allem befindet sich eine aus der„ Süddeutschen Konservativen Korremüssen wir dann mit erneuter Kraft dahin streben, solche Kriege für die Zukunft unmöglich zu machen. Nachdem ich seit vierzehn spondenz" übernommene indirekte Mitteilung, die, auf einen Tagen den„ Töpfer" fast regelmäßig erhalte, kann ich auch wieder Bericht der„ Humanité" geſtüßt, Angaben über meinen Pariser an unserer gewerkschaftlichen Tätigkeit wenigstens im Geiste teil- Besuch vom 1. August 1914 macht. Diese Mitteilungen der nehmen. Hoffentlich ist der Krieg bald zu Ende. Dann aber mit Süddeutschen Korrespondenz geben nur einzelne Teile des Bevoller Kraft an die alte, liebgewonnene und unentbehrliche Arbeit! richts der„ Humanité" wieder und diese zum Teil stark gekürzt Mit vielen Grüßen an alle lieben Kollegen und frei übersetzt. Uebrigens ist auch der Bericht der ,, Humanité" zum Teil ungenau und gibt kein vollständiges Bild R. R. lungen sind mit allen nur erdentlichen Mitteln befestigt, fie wären Eine Mittagsaufführung im Königlichen des Berlaufs jener Besprechungen. So verschweigt der im nur unter großen Verlusten zu nehmen. Unser Schüßengraben ist besser angelegt als in Rußland, das ist erklärlich durch die zum Ausbau vorhandene lange Zeit. Einige Unterstände lassen aber Opernhaus. ,, Bayerischen Courier" wiedergegebene Bericht einen in der " Humanité" vom 4. März 1915 wiedergegebenen Bassus, in wird sagen, wir hätten hier jetzt faule Zeit. Aber in gebückter ihre Häufigkeit könnte als Beweis gelten schen Charakters zu irgendeinem ausgesprochenen Zweck sind dem ausdrücklich festgefellt wird, daß keine Bindung Stellung mit geneigtem Kopf und angezogenen Beinen einen joziale Begleit- vorgenommen werden konnte und daß der Brief zu schreiben, ist anstrengender, als brei Schichten eines bier erscheinungen wirtschaftlich stark erschütterter Zeiten. Um die Meinungsaustausch, der in der Frage der Abkachligen Ofens von den härtesten Panzerplatten" abzuhauen. Na, gestrige Mittagsaufführung vor Ausbruch des Strieges sagte stim mung über die Kriegskredite stattgefunIhr seht ja auch, wie so ein Brief aussieht. steht es nicht anders, denn das man fremdwörtlich„ Matinee" auch hier noch zu wünschen übrig, sie sind zu niedrig. Mancher Außerordentliche Veranstaltungen musikalischen und rezitatoriwerden. von Das Leben im Schüßengraben ist eintönig und niederdrückend. Erträgnis aus ihr fließt der Kriegshilfskasse des Vereins„ Berliner den habe, keinen anderen Zweck hatten, als den Es ist gut und richtig, daß wir nunmehr alle zehn Tage abgelöst Presse" zu. Es soll also die Not eines der jetzt am schwersten be- der gegenseitigen Aufklärung, und daß die Dann können wir uns wieder mal waschen und die troffenen" freien" Berufe: der Journalisten und Schriftsteller, Entscheidungen, die bei der Beschlußfassung Stiefeln ausziehen. Wundern muß man sich, was der menschliche lindern helfen. Der hochkünstlerische Charakter hob diese AufDörper zu ertragen vermag. Ständig zwei Stunden Wache, dann führung weit über alles, was sonst Wohltätigkeit" mint, sinut zu treffen seien, jede der beiden Parteien in bier Stunden Ruhe. Und immer im Alarmzustand, also Mantel bläst und fiedelt. Ein gar herrliches Programm war aufgeschichtet. boller Selbständigkeit zu treffen haben um, umgeschnallt und 120 scharfe Patronen im Gürtel. Die Post- Keine patriotischen Gelegenheitsklänge noch gesänge, feine würde". fachen sind die einzige Abwechselung und werden mit den meist Deklamation „ Haß"-Lyrik neumodischer Kriegsbarden. Der Zwed meines Pariser Besuchs war, den französischen zehn Tage zurückdatierten Zeitungen im Dämmerlicht mit Heiß- Nur Richard Strauß' Königsmarsch, als pompöse man sich über politische und gewerkschaftliche Fragen unterhalten feifer Chor a capelle„ Karfreitag von Wilhelm Berger trug der internationalen Lage unmöglich sei, den in der Sigung des unger verschlungen. Hat man dann noch Kameraden, mit denen leitung des Ganzen, erinnerte, ohne martischreierische Aufdringlich Genossen mitzuteilen, daß es nach Auffassung des deutschen keit, an 3wedfunft. Ein wunderbar gesetter sechsstimmiger ge- Parteivorstandes angesichts der außerordentlich gespannten keit, an zweckunst. Ein wunderbar gesetzter sechsstimmiger gekann, dann ist der Zustand noch so leidlich erträglich. In der mischter Hinsicht war es in Rußland besser, dort waren wir zu zirka 50 Proz. Nähe des Osterfestes Rechnung. Die Schlußszene des ersten Attes Internationalen Sozialistischen Bureaus vom 29. Juli begewerkschaftlich oder politisch organisiert, hier sind es höchstens aus der" Walküre", anhebend mit Siegmunds" Winterſtürme schlossenen und auf den 9. August nach Paris berufenen außer 20 Prog. Das ist erklärlich. In Rußland stammten meine Same- wichen dem Wonnemond", ließ an den Frühling denken, der ja ordentlichen internationalen Sozialistentongreß abzuhalten. raden aus Berlin IV, hier aus Prenzlau, Angermünde usw. gerade kalendermäßig angebrochen. Was aber dazwischen stand, Die Verpflegung ist gut. Wir erhalten jest täglich Butter das waren, neben Erzählungen und Arien aus„ Lohengrin"," FreiBei dieser Gelegenheit möchte ich gleich auf einige Beoder Schmalz, außerdem erhält jeder 2 Bigarren und 2 Bigaretten. Schütz", Hans Heiling( glänzend vorgetragen von Heinrich Knote, merkungen des Genossen Renaudel in der" Humanité" vom Brot und Mittagessen wird nachts herangeholt, morgens gibt's Cornelis Bronsgeeft und Frau Midley- Kemp), zunächst drei föst 26. Februar 1915 zurückommen, der gegenüber einer BeKaffee, abends desgleichen oder Tee oder Kakao. Das Mittagessen liche Lieder für dreistimmigen Frauenchor a capelle( Wo noch kein hält sich in den Kochkiſten recht warm. In dem vom Zivil völlig Wandrer gegangen, Ländliches Lieb, Grün wat die Weide) von hauptung des„ Secolo" feststellte, daß ich in Paris nicht in berlassenen V.... haben wir noch reichliche Kartoffelvorräte Ernst Kardorf und sodann gleichfalls drei Volksweisen für vier- einer unerhörten Weise empfangen worden sei. Ich darf daran bersteckt vorgefunden; für uns ist das jetzt eine Delikatesse. Ab- stimmigen gemischten Chor, bearbeitet von Leo Blech. Diese Neu- erinnern, daß ich, nachdem ein ausländisches Parteiblatt ähnwechselnd gibt es auch durch die Kompagnie Bier, pro Halbeliter- heiten vom königlichen Opernchor unter Leitung Hugo Rüdels einzig liche Bemerkungen gemacht hatte, bereits am 4. November 1914 flasche 40 Pf., auch manchmal Rollmopje, das Stück 5 Pf. Brot schön gesungen, lösten jubelnde Begeisterung aus. Zumal die gibt es genug, wenn auch nicht so reichlich als früher; damals reizend humoristisch gesetzten Volksweisen( Mein Mädel hat einen im Vorwärts" festgestellt habe:„ Alle französischen Genossen, wurde tatsächlich damit nicht sparsam genug umgegangen. Für Rosenmund, Die beiden Hasen und Käferhochzeit) wären unseren mit denen ich anläßlich meines kurzen Aufenthalts in Paris jedes ersparte Brot werden jetzt der Kompagnie 15 Bf. angerechnet. Arbeitersängern, am ehesten dem Berliner Boltschor zu empfehlen. Kurz vor Kriegsausbruch zusammen war, sind mir in der Hier in V.... gibt es fast nur noch Ruinen. Als Heiz- Den zweiten Teil des Programms bestritt ein Schwant im gleichen herzlichen Weise entgegengekommen wie in früheren gelegenheit findet man nur offene Stamine, die eine Unmenge Holz Biedermeierton:„ Gin bengalischer. Tiger" von B. A. Herrmann. perschlingen und kaum die Heizwirkung eines eisernen Ofens Man hatte seinen Spaß davan. Kein Wunder, denn Richard Jahren." In unserem Reservequartier, 4½ Kilometer hinter der Alexander, Hanna Armstädt, Hermann Valentin und Elfriede Berlin, den 20. März 1915. Front, habe ich in Ermangelung von Mauersteinen einen Ofen Seisler spielten die Rollen. haben. ek. Hermann Müller. Aus Groß- Berlin. Selbstsucht. Gibt es in dieser Zeit, die allgemein die große Zeit angezeichnen, Entwerfen und Detaillieren von Bau- und Kleine Nachrichten. Bei der Arbeit vom Tode überrascht Tischler, Bildhauer und Drechsler, Drnament und Projektions-| recht munteres und appetitliches Kammerfäßchen. Auch die übrigen zeichnen, Holzverbindungs- und Formenlehre, Stillehre, Modellieren Mitwirkenden fügten sich der Handlung nach besten Kräften ein. und Holzbildhauen für Figur und Ornament, Intarsienschneiden, Werkzeuglehre und Materialienkunde für Drechsler, Aquarellieren und Möbeltischlerarbeiten, Raumkunst und Innendekoration. Abteilungen, welche Kurie im Fachzeichnen und andere nach Bedürfnis haben. 1. O, Langeſtr. 31; 2. SW, Wartenburgstr. 6; 3. N, Ravenéstr. 12; O. Straßmannstr. 6. Anmeldungen nehmen die Leiter der betreffenden Abteilungen Der Unterricht für das Sommerhalbjahr beginnt am genannt wird, überhaupt selbstsüchtig handelnde Menschen, Die aus lauter Sorge um ihr eigenes Wohl das der Allgemeinheit völlig außer acht lassen? O ja, deren gibt es leider eine große Zahl. Sie erweisen sich gerade in dieser sorgenenigegen schweren Zeit als ein starkes Hemmnis unseres gesellschaft- 11. April 1915. lichen Lebens. Mit den Lebensmitteln treiben zahlreiche Volfsgenossen auf dem Lande sowohl wie in der Stadt Wucher. Und die Tagespresse weiß ständig zu berichten, wie diese Elemente die Lebensmitteltnappheit zur persönlichen Bereicherung auszunuzen suchen. Sie fühlen sich nicht als Glieder des Ganzen, mit dem sie die Sorgen und Kümmernisse des Lebens zu teilen hätten, sondern ihr Sinnen und Trachten ist darauf gerichtet, auf Rosten ihrer Volksgenossen steigende Gewinne zu erzielen. Bom deutschen Wolfe ist fürzlich einmal gesagt worden, daß man vor ihm wegen seines Opfersinnes niederknien müsse. Ist es dann nicht doppelt verwerflich, wenn diesem geduldigen und opferwilligen Bolke durch gewissenlose Spefulanten das Notwendigste, was zum Lebensunterhalt gehört, maßlos verteuert wird? Wohl haben Regierung und Militärbehörden diesem Ausbeutertum in anerkennenswerter Weise entgegengearbeitet, dennoch treiben gewisse Kreise mit Kartoffeln und anderen wichtigen Nahrungsmitteln Wucher. Sie erweisen sich somit in gewissem Sinne als ein Feind im nnern des Landes. Ihre Selbstsucht läßt, um mit Fichte gu sprechen, edle Triebe: Gemeinsinn und Opferwillen, nicht auffommen. Bestände die Nation in ihrem überwiegenden Teile aus solchen egoistischen Elementen, so müßte ein solcher Zustand zum Ersterben alles edlen Wollens und Strebens führen. Wer heute noch auf die Taschen seiner eigenen Volksgenossen spekuliert, verdient der allgemeinen Verachtung preisgegeben zu werden. Jus Leben hinaus. das Mit der sogenannten Rote Kreuz- Woche hat, wie jecht mitgeteilt wird, das 3entraffomitee des Roten Kreuzes nichts zu tun gehabt. Der Plan ist vielmehr von einzelnen Privatpersonen ausgegangen, Veranstaltungen ins Leben zu rufen, die dem Ernst der Zeit entsprechende Unternehmungen sein sollen. Der Vorsitzende des Zentralkomitees gehört dem Präsidium der Veranstaltung nicht an, und wenn er in bezüglichen Bekanntmachungen als Mitglied derselben genannt worden ist, so geschah dies ohne seine Zustimmung. Im übrigen hat er den Veranstaltern den Rat erteilt, ihre Absicht völlig aufzugeben. Frühlingsanfang. Am gestrigen Sonntag nahm kalendarisch der Frühling seinen Anfang und es schien, als ob der Winter, der uns in den legten Tagen noch einmal seine rauhe Hand fühlen ließ, sich allen Ernstes von uns verabschieden wollte. Nachdem noch in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag leichter Frost geherrscht, trat gestern vormittag die ersehnte Erwärmung ein. So prächtig auch eine Winterlandschaft ist, im letzten Drittel des März sehnt sich doch Alt und Jung nach dem Frühling. Die Steglitzer Jugend auf den„ Kriegsabenden". Im Stegliter Anzeiger" erläßt Herr Pastor Start folgende brollige Kriegserklärung an die Stegliter Jugend: " Sehr geehrte Redaktion! Mit großem Intereffe habe ich in Nr. 61 Ihres geschätzten Organs im Sprechsaal die Zuschrift der Frau E. C. über das Boussieren" der Stegliter Jugend auf den Kriegs- Abenden" gelesen. Sie würden mich zu großem Dante verpflichten, wenn Sie auf Grund dieser Buschrift Ihrem Lesertreise die Mitteilung machen würden, daß ich fortan erhöhte Aufmerksamkeit nach dieser Richtung hin besonders den Galerien im Saale schenken werde. Ich werde mit deutschester Deutlichkeit jeden Badfisch und jeden Jüngling", den ich dabei ertappe, öffentlich zur Rede stellen, und ich bitte die übrigen Besucher des Abends bringend, mit aufpassen zu wollen. Ein Mädchen, das sich in dieser großen Zeit zum Poussieren hergibt, noch dazu bei solcher Gelegenheit, anstatt lieber Strümpfe für unsere Feldgrauen zu stricken, hat solche öffentliche Rüge reichlich verdient. Und jedem poussierenden Jüngling" gebe ich den dringendsten Rat, sich lieber zum Dienst mit der Schippe zu melden, wenn er zum Waffendienst nicht tauglich sein sollte. Vielleicht merkt man sich das auch auf der Albrechtstraße. Mit vorzüglicher Hochachtung W. Stark, Pastor, Die von der Arbeiterschaft Arbeiterschaft Berlins Berlins veranstaltete Jugendweihe, die gestern unter sehr großer Beteiligung( in Kellers Neue Philharmonie", Köpenider Straße) stattfand, wurde zu einer Feier von starter Wirkung. Tiefer Ernst lag über den Versammelten, den Knaben und Mädchen, die jetzt aus der Schule ins Leben hinaustreten sollen, und den Angehörigen, die mit ihren Segenswünschen sie begleiten. Unter dem Eindruck des Völkerringens, um Deutschland tobt, stand diese Jugendweihe des Nachwuchses der Arbeiterbevölkerung. In den Reihen der Teilnehmer sah man in Felduniform manchen Vater, der auf Urlaub bei den Seinen weilt. Die Feier begann mit Harmoniumspiel( Frau Stahl- Beck). Ein Gesangvortrag ( Frl. Elisabeth Böhm) leitete über zu der Weiherede des Direktor d. Evang. Preßverbandes f. Deutschland. Genossen Wissell, die auf den Ernst der Zeit gestimmt Die Kriegsabende" der Stegliger Jugend werden durch diese war. Der Redner gedachte der Opfer des Krieges und wies hin auf das bittere Leid, das auch über manches dieser Kin- Kriegserklärung des Herrn Pastor Start besonders charakterisiert. der durch den Verlust des Vaters gebracht worden ist. Gc- s frägt sich nur, ob die Drohung des Herrn Start nicht dazu beirade in der jetzigen Sturmzeit sei es Pflicht der Eltern, das tragen wird, daß die Jugend ihren Kriegsschauplaz nach einer Aderfeld zu behüten, auf dem die junge Saat unseres Nach- anderen Stelle verlegen wird, wenn sie Gefahr läuft, für ihr wuchses emporsprießen soll. Den schulentlassenen Kindern," Poussieren" öffentlich gerüffelt zu werden. die nun durch die härtere Schule des Lebens gehen werden, gab er als Richtschnur den Gedanken der Zusammen gehörigkeit aller. Solidaritätsgefühl müsse sie leiten, der Grundsatz:„ Einer für alle und alle für einen!" folle ihr Handeln bestimmen. Bald werde ihnen die Einsicht in das Streben ihrer Eltern, ihrer erwachsenen Brüder und Schweftern fommen. Das sei der Aelteren Wunsch, daß unsere Jugend die Wahrheit ehre und dem Schlechten wehre, das Gute übe und das Schöne liebe. Auf dieses Gelöbnis verpflichtete Wissell die Kinder für ihren Lebensweg; sie sprachen es ihm gemeinsam nach. Zum Andenken an den Tag ihrer Jugendweihe wurde jedem Knaben und jedem Mädchen ein Buch als Erinnerungsgabe überreicht. Gefänge des Männerchors„ Ost"( unter Chormeister E. Thilo) schlossen die schöne Feier. wurde gestern der 27 Jahre alte Hausbiener Emil Maraschte aus der Hochstraße 2, der in der Quisenstraße 17 in einer Sattlerei be schäftigt war. M. brach plöglich zusammen und starb auf der Stelle. In den Urbanhafen gesprungen und ertrunken ist in der Nacht zu gestern ein unbekannter Mann von etwa 40 Jahren. Vorübergehende, die sein Beginnen sahen, konnten ihn nicht mehr retten. Der Mann war mittelgroß, hatte einen helblonden Schnurrbart und trug einen dunklen Jackettanzug. Das Opfer eines Infalles ist der 51 Jahre Chemiker Dr. phil Ernst Klie aus der Werftstraße la geworden. Alie tam am Sonnabend spät nach Hause. Gestern morgen fiel seiner Wirtin ein starker Gasgeruch auf. Sie öffnete und fand ihren Mieter tot auf dem Sofa ſizen. Reben ihm lagen sein Hut und sein Spazierftod. Der Unglüdliche hat ohne Zweifel bei der Heimkehr gleich den Gashahn aufgedreht und ist dann, ohne daß er die Lampe anzündete, mit Hut und Stock in der Sand, ermüdet auf das Sofa gesunken, eingeschlafen, und an dem ausströmenden Gas erstickt. Einen blutigen Abschluß fand gestern nachmittag eine Liebestragödie in der Fuldastraße zu Neukölln. Ein Zahnarzt Dr. der dort wohnt, hatte vor Jahren ein Liebesverhältnis mit einer früheren Kassierin Elsa Lehmann aus Charlottenburg, die bei ihm Empfangsdame war. Aus den Beziehungen ging ein Kind hervor, für das Dr. 2. ebenso sorgte wie für die Mutter. Diese konnte aber von ihrer Hoffnung, daß der Vater des Kindes sie heiraten werde, nicht laffen, obwohl Dr. L. schon vor Jahren erklärt hatte, daß sie sich darauf teine Hoffnung machen dürfe. Seit Ausbruch des Krieges war Dr. 2. in einem Feldlazarett tätig. Von dort tehrte er nun bor furzem nach Neukölln zurüd. Seine frühere Geliebte erfuhr das und erschien gestern nachmittag zu einer Aus sprache in jeiner Wohnung. Im Laufe der erregten Auseinanderschungen schoß fie ihn mit einem verborgen gehaltenem Revolver in den Rücken. Ein zweiter Schuß traf den Zahnarzt in die Brust. Fräulein Lehmann ergriff die Flucht und entfam. Hausgenossen fießen den Verwundeten nach dem Krankenhause bringen. Striminalinspektor Berlin vom Neuköllner Polizeipräsidium crmittelte Fräulein Lehmann bei Bekannten und verhaftete fie. Partei- Zusammenbruch?" Mit diesem Titel erscheint in einigen Tagen im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, eine Broschüre von einrich Cunow. Die Schrift führt den Untertitel Gin offenes Wort zum inneren Parteistreit" und zerfällt in folgenbe Kapitel: Jdeologie und Geschichte. Wie steht es um die Abwirtschaf tung des Kapitalismus? Ist der wirtschaftliche Imperialismus Entwidlungs eine geschichtlich- notwendige Entwicklungsphase? theoretisches. Klassengefühl und Nationalgefühl. Ideologische Ver irrung. Breis der Schrift: 75 Pf. Die Vereinsausgabe kostet 30 Alle Parteibuchhandlungen werden die Schrift vorrätig halten. " Niederschönhausen- Nordend. Dienstag, den 23. März, abends 8% Uhr, im Schwarzen Adler"( Inhaber Rettig), öffentliche Ber sammlung. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Starl Giebel: Die Voltsernährung während des Krieges." Weißensee. Der Leseabend findet heute abend in dem Lokal von G. Peufert, Berliner Allee 251 statt. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Dienstag mittag. 3iemlich mild, im Norden überwiegend bewölkt und weit berbreitete, an der Küste etwas stärkere, sonst meist geringe Niederschläge, im Süden trocken und vielfach heiter. Aus aller Welt. In bedrängter Lage. Ju Bernhard Rose- Theater ging am Sonnabend unter lebhaftem Beifall des gut bejezten Hauses Madame Photiphar, ein Volfsstüd in sechs Aufzügen von Carlos- Duchow, Musik von Louis Brandt, zum erstenmal über die Bretter. Verfasser und Kom- Nach einer Meldung aus Möslin wurden am Freitag früh bret ponist halten sich an alte bewährte Vorbilder. Die biblische Sage Fischer aus Deep von einer treibenden Gisbant auf dem zurzeit bon der Königin Potiphar und dem feuschen Joseph. die fchon ungemein stürmischen 3 a 3munder See beim Fischen vom Land manchem Dramatifer einen dankbaren Stoff lieferte, wird von abgeschnitten und mit den Booten zwischen dem teibenden Gise Carlos- Duchom aufs neue variiert. Diesmal ist die Potiphar eine eingeflemmt. Am Sonnabend nachmittag gelang es endlich den schwerreiche liebelüfterne Kommerzienratsgattin und der keusche Deeper Fischern, die über achtundzwanzig Stunden dem Schnee Joseph ein armer, aber äußerst tugendhafter Buchhalter ihres Mannes. Das Stammpublifum des Theaters tam voll auf seine ſturm ausgeschten, ganz erstarrten Berufsgenossen aus der eisigen Rechnung Wie stets in dieser Art Volksstüde" triumphierte umflammerung des Gees ans Ufer zu schaffen. Tezten Endes die Tugend, und das Laster wird gestraft. Und freudig flatschten die zahlreichen tugendjamen Mädchen Beifall, als am Der Raubmord an der Gutsbesitzerin Bornstein in Borkow be Schluffe der reichlich auseinander gegangenen Handlung die ver- schäftigt noch immer die riminalpolizei. Wie wir meldeten, it schiedenen Liebespaare fich felig in die Arme fanten. Schade nur, der Aderknecht Kittel unter dem dringenden Verdacht der Täterdaß es im Leben wenig so edelmütige Kommerzienräte gibt, die schaft verhaftet und ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert wor Berliner Tischlerschule( Städtische höhere Fachschule) ihre Buchhalter zu ersten Direktoren ernennen und ihre Schreiber ben. A. bestreitet hartnädig, das Verbrechen begangen zu haben, Hauptabteilung Straßmannstr. 6. Tages- und mit monatlich 100 Mark zum Buchhalter mit 400 Mark monatlichem Abendunterricht. Gegenstände des Unterrichts und der Salair avancieren lassen. Um so besser machen sie sich aber auf der vermag jedoch keine Erklärung darüber zu geben, auf welche Weise lebungen sind: Unterricht in der Kunsttischlerei, im Beizen und Bühne. Einen guten Teil des Erfolges können sich die Herren die bei ihm vorgefundene Geldbörse der Ermordeten in seinen BeBolieren, an den Holzbearbeitungsmaschinen, Materialienkunde, Albert Burger, Paul Wobbe und Hermann Hesse auf ihr Stonto fik gelangt ist. Gegen K. soll demnächst die Anklage wegen Mordes Chemie, Buchführung und Kalkulation, Fachrechnen, Fachzeichnen für buchen. Von den weiblichen Darstellern war Emmy Dittmar ein erhoben werden. Am Mittwoch, den 17. März, hat unser liebes Kind Fridel Schiller für immer die Augen geschlossen. In Trauer um ihren fleinen Liebling 262 Paul und Frida Schiller, Charlottenburg. Preisgekrönte Arbeitermöbel Solide Arbeit. Billige Preise Karl Thomas Tischlermeister, Bernauer Straße 79 Tel.: Norden 4901 Lief. d. Konsumgenossenschaft Spezialarzt Dr. med. Karl Reinhardt. Prinzenstr. 64 Potsdamer Str. 117 f. Geschlechtskrankheiten. Harnleiden, Schwäche, Ehrlich- Hata- Kuren, Blutund Harn- Untersuchungen. Institute: zwischen Dresdener und Annenstraße. Sprechst. 5-7, Sonntags 10-11. d. Lützowstr., Sprechst. 1,11-2 Aufklärende 48 Seiten starke Broschüre gratis und postu. 8-10 U. abds., Sonnt. 11-1. frei in verschlossenem Kuvert. Heideschloß Hohenbinde Station Erfner Idyllische Sommerfrische X3um Gutenberg". X Amt Ertner 292. Bon 10 Uhr: Fr. Blut- u. Leberwurst, WellKarfreitag: fleisch usw., wozu einladet Alb. Lehmnan. ? Was ist der Stolz der Frau? Die blendend weiße Wäsche, die durch Minlos Sehes Waschpulver erzielt wird. Das 1 Pfd. Paket kostet nur 30 Pfg. Neuerscheinungen Karl Kautsky Die Internationalität und der Krieg Sonderabdruck aus der ,, Neuen Zeit", 40 Selten Preis 50 Pf., Vereinsausgabe 20 Pf. Karl Kautsky Nationalstaat Imperialistischer Staat und 80 Seiten Staatenbund Preis 50 Pfennig BUCHHANDLUNG VORWARTS Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Stollwerck„ Gold" Bestes Nähr- und Kräftigungsmittel für unsere Truppen im Felde. Schokolade in Tafeln, Täfelchen und Plättchen Deutsches Erzeugnis! Zweckentsprechende Feldpostpackungen in großer Auswahl in den einschlägigen Geschäften vorrätig. in 125, 250, 500 Kakao- Pulver Gramm- paketen Verantwortlicher Redakteur: Ernst Däumig, Steglik. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.