Nr. 60. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Numme: 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreic Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Breislifte für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 Pfe Fnierate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Ervedition abgegeben werden. Die Ervedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Triumph der päpstlichen Politik in Frankreich. Dienstag, den 13. März 1894. gionen der wilden Volksstämme sich findet, zum Kirchendogma zu erklären. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Sie verrechneten sich mitunter bei dem Spiel; so hatte 3. B. Chr. Joutte- Roulard sich die Unterstützung der ReDie Pfaffenpartei begrüßte mit Jubel den Zusammen- gierung erbeten, um den Bischofssiz von Aig zu bekommen. bruch des Kaiserreichs; sie hoffte, daß die Legitimisten an's Sobald er aber ernannt war, wendete er sich gegen die ReParis, den 9. März 1894. Ruder gelangen würden und stellte sich feindlich zur Republik. gierung; sein Hirtenbrief war so verlegend, daß man den Die Wahlen des letzten Jahres haben der orleanisti- Gambetta, der die öffentliche Aufmerksamkeit von den sozialen Herrn Bischof gerichtlich verfolgen mußte. Ungeachtet dieser schen Partei die Todtenglocke geläutet- der einzigen Fragen abzulenten wünschte, benutzte diese Handlungsweise, Berräthereien, die bewiesen, daß die Priester nur ungern monarchistischen Partei, die noch in Frankreich bestand. um die Republikaner gegen die Kirche zu heben und in zur Republik kamen, beharrte die Regierung in ihrer Taktik. Denn die anderen waren sämmtlich eines natürlichen Todes seiner Rede von Romans rief er aus:" Der Kleritalismus Die Dpportunisten von heute sind die wahren Verdas Pfaffenthum ist der Feind!" Jahrelang unter- treter der kapitalistischen Klasse; in ihren Reihen finden sich gestorben. Der Sohn Napoleons III. war nach Süd- Afrika gegangen, um sich von einem Zulutaffer abschlachten zu hielt man die Arbeiter damit, daß man sie Pfaffen fressen die reichen Geldmänner, die großen Kaufleute und InduLassen, und der Graf von Chambord, der letzte Sprößling ließ, was die Herren Opportunisten nicht hinderte, Jahr striellen, sowie die Großgrundbesizer. Sie sind die Partei des älteren Zweigs der Bourbonen, hatte keinen direkten für Jahr den Kultus- Etat zu bewilligen und sogar zu ver- der Satten, die alle Konservativen vereinigen und der Kirche Erben hinterlassen. Der Graf von Paris, das Haupt der mehren. fich bedienen will, um die sozialistische Partei zu überwinden, Orleans- Familie, blieb also übrig als einziger Vertreter Ferry, der nach dem Tode Gambetta's die Führerschaft die sich seit Gambetta's Tod konstituirt hat und von Tag der monarchischen Prinzipien. Die letzten Wahlen nahmen der opportunistischen Partei erbte, nahm seine Rolle etwas zu Tag wächst. ihm jede Hoffnung, jemals auf den Thron zu kommen, und ernsthafter: er setzte die Schulgesete durch, welche den Geistum den Wahrspruch des allgemeinen Stimmrechts zu be- lichen das Lehren in den Gemeindeschulen verbieten, ferner ftätigen, hat er selbst seine Partei aufgelöst, die nur das Gesetz, welches die Auflösung der staatlich nicht annoch ein Scheindasein führte, weil er Zeitungen und die erkannten religiösen Orden und Genossenschaften befiehlt, Sekretäre von sogenannten Parteigruppen mit Geld unter- und das Gesetz, das die Seminaristen und jungen Leute, fiütte; er verschließt seine Rasse und erklärt, daß er keinen die sich für das Geistlichen- Handwerk ausbilden dem MilitärSou mehr bezahlen wird. Er denkt, wie es heißt, nur dienst unterwirft. Er lieferte der Kirche Grund zu zahlnoch daran, seinen Prätendenten- Charakter, der ihn zum reichen und ernstlichen Beschwerden gegen die Republik. Exil verurtheilte, abzulegen und nach Frankreich zurück- Und gerade damals, als die Pfaffen so guten Grund zufehren, wo er als Erzmillionär leben will. hatten, die Republik zu haffen und man weiß, daß Und so kam es, daß gleich nachdem der Graf von Paris seine Söldner entlassen hatte, der Justiz- und Kultusminister Spuller in öffentlicher Kammer erklärte, man müsse den Krieg gegen die Geistlichen einstellen, weil die Regierung der Republik von einem neuen Geist beseelt" sei. Das Pfaffenthum ist nicht mehr der Feind, es ist der Verbündete: die päpstliche Politik hat triumphirt. Gallus, Berlin, den 12. März. Die katholische Partei hatte dieses Ende vorausgesehen Niemand dauerhafter haßt als der Pfaffe und gerade Politische Leberlicht. und fich vorbereitet. Seit dem Anfang des Jahrhunderts damals geschah es, daß der Papst Leo XIII. seinen Bischöfen hatten die Priester sich zu Stüßen der legitimen Monarchie und Pfarrern befahl, sich an die Republik anzuschließen. Aus dem Reichstage. Die zweite Lesung des russischen ( des Königthums von Gottes Guaden) gemacht; aber nach Er sah ein, daß nichts zu gewinnen war im Kampfe gegen der Revolution von 1848 schlossen sie sich an die Bona- die republikanische Regierung, die täglich Boden gewann, Handelsvertrages vollzieht sich im parlamentarischen Laufpartisten an in der Hoffnung, unter Napoleon den ganzen und daß die monarchischen Parteien insgesammt bestimmt schritt. Kolonnenweise werden die einzelnen Bofitionen geHerrschereinfluß, den sie unter Karl X. ausgeübt, wieder zu waren, schmachvoll zu Grunde zu gehen. Zur selben Zeit, nommen und nur ab und zu bei einem einzelnen Punkt erlangen. Sie merkten, daß sie sich getäuscht hatten, und wo er den Klerus zum Betreten dieser neuen politischen Halt gemacht. So z. B. brachte Hopfen eine längere Dis. daß Napoleon gesonnen war, für sich und seine Dynastie Richtung veranlaßte, warf er die Priester durch seine fussion, an der sich hauptsächlich bayerische Abgeordnete zu regieren, und nicht für den Papst, den er durch Viktor Encyklika über die Lage der Arbeiter" in den sozialen betheiligten. Später nahm bei der Position Spielwaaren unser Emanuel seiner Staaten berauben und in Rom ein Kampf. Ein ander Mal werde ich über die sozialistische ¡ perren ließ. Rolle des Klerus in der Arbeiter- Bewegung sprechen.. Genosse Reißhaus das Wort, um das Interesse der Der berühmte katholische Tages Schriftsteller Louis Wenn auch die päpstliche Taktik geschickt war, so war Thüringer Spielwaaren- Industrie an dem Zustandekommen Beuillot, der die Geistlichkeit zur Annäherung an Napoleon sie doch gefährlich; sie führte beinahe eine Spaltung herbei. des Handelsvertrages darzuthun. Reißhaus schilderte bei bestimmt hatte, wandte sich hierauf um gegen das Nicht der gesammte hohe Klerus, der sich aus Werkzeugen dieser Gelegenheit die ungemein traurige Lage der SpielKaiserreich, und zog die ganze Pfaffenpartei hinter sich her. der monarchischen monarchischen Parteien zusammensetzt, verstand waaren- Arbeiter und stellte sie in Gegensatz zu dem sogen. und selbst des Papstthums, das er in die Bahn der schroffsten lungen von Widerspruch, ja sogar von Opposition; nicht, die zweite Lesung in der Nachmittags- Sizung zu erObgleich Laie, war er der Führer des französischen Klerus den Machiavellismus Leo's XIII. und es gab Anwand- Nothstand der Großgrundbesitzer des Östens. Morgen 12 Uhr findet Fortsetzung statt. Gelingt es und lächerlichsten Unversöhnlichkeit( intransigeance) hinein- die niedere Geistlichkeit, die in Frieden leben drängte. Auf seine Inspiration hin veröffentlichte der will, war bereit, sich mit der republikanischen Regie: ledigen, so ist eine Abendsigung in Aussicht genommen. ehemals liberale Pius IX. seinen berüchtigten Sylla rung, ja selbst mit dem Teufel, wenn es nöthig gewesen daran tommen, den der Präsident ebenfalls vor Beginn der Nach Erledigung der zweiten Lesung soll der Etat bus, der alle bürgerlichen Freiheiten der modernen Gesell- wäre, zu verbünden. schaft verdammte, und auf seine Inspiration hin wurde Während die Geistlichkeit diese Schwenkung vollzog, Osterferien noch unter Dach gebracht wissen will. Die Tage das Konzil berufen, das die Lehre der unbefleckten Empfängniß änderten auch die Opportunisten ihre Taktik: fie zeigten bis zum Sonnabend sind also noch mit einem sehr reichinmitten des Gelächters der skeptischen Welt verkündete sich den Geistlichen, welche die neue Taktik des Vatikan anhaltigen Arbeitspensum versorgt. in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wagte man die nahmen, sehr freundlich und bevorzugten sie planmäßig bei Die Absplitterung von der konservativen Partei hat alte Mythe von der Jungfrau Mutter, die in allen Reli- Besetzung der frei werdenden Stellen der hohen Geistlichkeit. begonnen. Die Kreuz- Zeitung" schreibt: M Feuilleton. Helene. Nachdruck verboten.] [ Alle Rechte vorbehalten [ 65 Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. Helene sprach etwas von nervöser Erregtheit, als sie aber zu ihr trat, bemerkte sie, daß große Thränen ihr langsam über die Wangen rollten. Da schlang fie den Arm um ihren Hals und gab ihr zärtliche Worte, und bat sie, ihr doch zu sagen, was sie so tief betrübe, ob es der Tod Natalien's sei, den sie beweine. Sofia schüttelte den Kopf. ,, Nein, ich beneide sie." " Sonja, was ist das mit Dir? Ich frage nicht aus Neugier, aber Ihr ängstigt mich. Alles im Hause ist verändert, Alles hat ein so trauriges Aussehen Von den Freunden läßt sich Reiner blicken- auch Lazar ist heute noch nicht dagewesen." " Ich habe ihn seit acht Tagen nicht gesehen," murmelte Sofia taum hörbar. Wie, seit dem Tage, an dem" " An dem er die Todesnachricht erhielt." " Und er ist in Zürich?" " Er wohnt jetzt mit Atschin zusammen sonst sieht Lazar und Tania werden in Bälde Zürich verlassen... zögerte einen Augenblick, dann beantwortete er Tanias sie gehen in die Heimath." Frage in seiner gewöhnlichen rauhen und kaltblütigen Weise: Und Du?" " Ich bleibe zurück." Es flang refignirt, aber gleich darauf brach sie in ein heftiges Weinen aus. Diese ruhige, in sich gefestigte Natur schien ganz aus dem Gleichgewicht gekommen zu sein. Und nun that Helene das Beste, sie mißverstand absichtlich diese Thränen; sie wollte glauben, daß sie um Tania flöfsen und versicherte, daß es auch ihr schwer fallen werde, sich von der Freundin zu trennen. Man sollte sie gar nicht fortlaffen, sie sei zu krank, um die Strapazen einer so langen Reise ertragen zu können. Sofia trocknete ihre Augen und sah wieder so gut und flug und theilnehmend aus wie gewöhnlich. " Wir dürfen sie nicht zurückhalten," sagte sie... so tann sie nicht weiter leben, sie muß endlich über das Schicksal ihres Mannes Gewißheit haben." Dann bat sie Helene, zu Tania hinab zu gehen und ein wenig nach ihr zu sehen... sie werde bald nach kommen. Helene zögerte nicht; es begann zu dämmern... Als sie bei Tania eintrat, stand diese am Fenster, ein Mann neben ihr. Sie erkannte Atschin. Das dunkle Gesicht Gesicht des Rosaken sah in dem schwindenden Lichte fahl aus und zeigte noch tiefere er feine Seele, er läßt Niemand vor, er hat seine besten Schatten als sonst. Seine Haltung war nachlässig und start vorgebeugt. Freunde abgewiesen." Hat er Dir auch nicht geschrieben?" Nein." ,, Laß ihm Zeit... es giebt Naturen, die so etwas allein mit sich abmachen müssen Sofia fenkte den Kopf noch tiefer, sie vermied es, Helene anzusehen: Ich will Dir etwas anvertrauen, Aischin, Er war mit Tania in lebhaftem Gespräch und als Helene rasch eintrat, hörte sie ihn folgende Worte mit einer gewissen Verve hervorstoßen: Morgen werde ich darüber Gewißheit haben." Er wendete sich und griff nach dem Hut. Aber Tania erfaßte seine Hand und hielt ihn zurück. Sie sprach leise und schien eine Bitte an ihn zu richten. Er schüttelte den Kopf, unmöglich", und als sie dringlicher wurde:" Du wirst das Ergebniß schon erfahren." Und wenn es" Tania stockte und sah ihn mit großen, angsterfüllten Augen an. " Du meinst, wenn es schief geht," ergänzte er mit einem grinsenden Lächeln, nun, schlimme Dinge pflegen unsere Ohren nur zu bald zu erreichen, sie werden auch die Deinigen nicht verschonen." Er wollte nichts weiter hören und trat auf Helene zu, einige gleichgiltige Fragen an sie richtend. Aber Tania umflammerte ihn abermals:" Atschin", flehte fie, ich würde viel ruhiger sein-" ,, Du bist ein Kind," sagte er, nahm sie wie ein solches in seine Arme und trug sie nach dem Sopha. . Geben Sie ihr etwas Brom, Frau Röder und bleiben Sie diese Nacht bei ihr... Andere müssen für sie denken... sie ist ganz vernünftig... sie will noch arbeiten, für die Sache wirken und bringt ihre Maschine so viel wie möglich in Unordnung." Es klang höchst unzufrieden und seine faltige Stirne zeigte noch tiefere Runzeln. Als aber Tania ihren bleichen Kopf gegen das Kissen zurückwarf und ruhig liegen blieb mit geschlossenen Augen, da seufzte er. Umsichtig schob er ihr das Kissen zurecht und suchte den kleinen Körper in die möglichst bequeme Lage zu bringen. " Sei gut", sagte er leise und strich ihr mit den Fingern durch das dicke Haar, sei gut, morgen sehen wir Es muß furchtbar wirken, zermalmend." " Bist Du deffen ganz sicher?" fragte Tania. Atschin hob den Kopf, er hatte Helene bemerkte, er uns wieder." Eine weitere Verschlechterung unseres mehr als mangelhaften Arbeiterschuh- Gesetzes verlangen eine Anzahl westpreußischer Handelskammern. Die deutsch- konservative Fraktion hat heute in mehr- ziehen. Die nationalliberale Partei ohne Miquel und, entwurf, der das französische Gesetz vom 1. April 1803 aufftündiger Sizung über ihre Stellung zum russischen Handels- Bennigsen wird nun noch einflußloser werden und ihrer hebt, ist dem preußischen Abgeordnetenhause zugegangen. vertrage berathen. Eine am Schluffe der Berathung von der Auflösung rascher entgegengehen. Fraktion angenommene Resolution veranlaßte den Grafen Dönhoff, seinen Austritt aus der Fraktion zu erklären". Zur Währungsenquete. Den Mitgliedern der Silber Der Bossischen Zeitung" wird hierüber geschrieben: enquete- Rommission sind vom Reichs- Schazamte zwei weitere In den Nebenräumen des Reichstages ging es gestern Drucksachen zugegangen. Die eine ist die Zusammenstellung der Der Kölnischen Zeitung" zufolge haben sie den Handelssehr lebendig zu. Man unterhielt sich ausschließlich über die Großhandelspreise wichtiger Waaren an deutschen Plägen im minister gebeten, zu veranlassen, daß die zu§ 138a der stürmische Kommissionssitzung der Konservativen. Der Graf Jahre 1893 und in den 15 Jahren 1870 bis 1893, wie fie Reichs Gewerbeordnung erlassene preußische Dönhoff- Friedrichstein war wegen seiner Zustimmung zum übrigens in dem ersten Vierteljahresheft der diesjährigen Ver- Ausführungs- Verordnung aufgehoben und russischen Handelsvertrage Gegenstand heftiger Angriffe von öffentlichungen des taiserlichen Statistischen Amtes enthalten ist. durch diejenigen Bestimmungen ersetzt werde, welche die verschiedenen Seiten in der Kommission. Es wurde eine Die andere betrifft einen Vorschlag der Herren Dr. Arendt, sächsische Regierung unter dem 28. März 1892 erlassen hat. Resolution beantragt und angenommen, die dem Grafen v. Kardorff, Leuschner und Wülfing. Am Schlusse desselben Es handelt sich um die ausnahmsweise zu ge eine Mißbilligung über sein Verhalten ausspricht. Graf erklären sich die genannten Herren damit einverstanden, daß stattende Beschäftigung von weiblichen ArDönhoff antwortete darauf sofort mit der[( von uns schon zuerst eine Untersuchung der gesammten Währungsfrage auf beitern bis zu 13 Stunden täglich in Fällen außer gestern mitgetheilten) Erklärung, daß er aus der Fraktion aus der Grundlage des von der Regierung festgestellten und mit- gewöhnlicher Häufung der Arbeit. Das rheinische Blatt erscheide. Die Abgg. Prinz Hohenlohe- Schillingsfürst und Frei- getheilten Fragebogens vorgenommen wird, und daß dann läutert diese Bitte dahin: Während die sächsische herr Zorn von Bulach erklärten, daß sie für den Handels- erst ihr Antrag zur Verhandlung kommt, der dahin geht: 1. Die Verfügung einfach vorschreibt, daß Anträge auf Uebervertrag stimmen würden. Der Abg. Landrath Gescher sprach Sebung und Festlegung des Silberwerthes erfordert die Durch- arbeit befagter Art bei der unteren Verwaltungs gleichfalls für den Handelsvertrag, erklärte aber, sich der Abführung der internationalen Doppelwährung. 2. Um diese herbei- behörde anzubringen find, enthält die preußische Verstimmung enthalten zu wollen. zuführen, ist unverzüglich seitens des Deutschen Reichs eine ordnung lange und äußerst verwickelte Auseinandersetzungen Allzu große Bedeutung diesen Vorgängen beizumessen, internationale Münzkonferenz nach Berlin einzuberufen, der darüber, in welchen Fällen von der Verwaltungsbehörde die wäre freilich verfehlt; die konservative Partei hat sich trotz seitens des Reichs ein Vertrag zur Einführung der internatio- erbetene Erlaubniß zu eberarbeit ertheilt oder versagt werden der Beeinflussungen der Krone einiger gezeigt, als man er- nalen Doppelwährung vorzulegen ist. 3. Dieser Vertrag ist von soll. Unter anderm soll als Grund der Gestattung von Ueberwartete, sie dankt dies freilich blos der großen Majorität, Bertrag ohne England sofort oder mit England nach dessen Bei der Kommission vorzuberathen und dabei ist zu erwägen, ob der arbeit die Befriedigung unverschiebbarer Bestellungen dann welche der Handelsvertrag auch ohne ihre Unterstützung ge- tritt in Geltung treten soll: 4. Der Münzkonferenz sind Ueberangesehen werden, wenn diese nicht wohl von andern befriedigt werden können, eine Anschauung, die mit der bestehenden Profunden hat. Wäre das Zustandekommen der Majorität bis gangsmaßregeln zur Hebung des Silberwerthes vorzuschlagen, duktionsweise völlig unvereinbar erscheint und jeden Sporn zur letzten Stunde zweifelhaft geblieben, so hätte der Druck welche die obengenannten Herren nach Erledigung ihres Prinzipal- des Selbstinteresses und den Wettbewerb als wichtige Faktoren von oben den Weiterbestand der Partei vielleicht gefährdet. antrages der Kommission vorlegen werden. des Wirthschaftslebens in unbegreiflicher Weise verkennt." Die Erörterungen, welche die Konservativen in ihrer legten Wenn man nach dem Wunsche der Handelskammern Fraktionsfigung gepflogen haben, sind freilich kein Zeichen Bermehrte Silberansprägung. Der Reichskanzler unser Arbeiterschutzgesetz zurückrevidiren wollte, so bliebe der Stärke der Partei, sie sind ein neuer Beleg für unsere hat beim Bundesrath beantragt, derfelbe möge sich damit bald außer dem Arbeitertruh gar nichts mehr übrig. Jedes ZuAnsicht, daß die alten Parteien sich überlebt haben. Die einverstanden erklären, daß ca. 11000000 M. in Fünfmark geständniß an den Kapitalismus wird zu weiteren Forderungen freisinnige Partei ist im vorigen Jahre zerfallen, die letzten ſtücken, 7 000 000 in 3weis und 4 000 000 m. in Einmart- reizen, deshalb muß mit aller Entschiedenheit gefordert werden, Abstimmungen der Zentrumspartei und der national- stücken neu ausgeprägt werden. In der Motivirung daß dieses an sich schon unverschämte Verlangen abgewiesen liberalen Fraktion find Zeichen des Berfalles und die Un- wird darauf hingewiesen, daß schon seit längerer Zeit in werde. Wenn schon Ausnahmebestimmungen zugelassen sind, einigkeiten in den beiden konservativen Parteien, wie die den sächsischen und rheinisch- westfälischen Industriebezirken so liegt es doch in ihrem Wesen, daß möglichst selten von Mandatsniederlegung des früher tonangebenden Mitgliedes sich der Mangel an größeren Silber- Scheidemünzen sehr ihnen Gebrauch gemacht wird. Nun sollen sie aber nach der polnischen Fraktion, des Herrn v. Koscielski, sprechen fühlbar mache und daß auf grund des Art. 4 des Münz- dem Wunsche der Handelskammern möglichst oft angewandt nicht für die Stärke jener Parteien. Einig und stark ist gesetzes unter Berücksichtigung der letzten Volkszählung noch werden. Dagegen ist im Interesse der betroffenen Frauen blos die sozialdemokratische Partei, sie ist aber auch die über 22000000 M. an Silbermünzen geprägt werden können. und der Weiterbildung des Arbeiterschutzes aufs lebhafteste Bartei der Zukunft, jene sind die Parteien der Vergangen regel keinen Einfluß haben. Auf die Gestaltung des Silberpreises wird diese Maß- Einspruch zu erbeben. heit. " 0 Unvolksthümliches aus Sachfen. Die konservative Einen ebenso seltsamen wie bescheidenen Trost Zur Brauntweinsteuer hat die sozialdemokratische Majorität der sächsischen Ständekammer hat die untere in ihrem Mißgeschick hat die Kreuz- Beitung" ent- Partei für die zweite Etatsberathung den Antrag gestellt, Steuergrenze von 500 Mart, wie sie die zweite Rammer deckt. Sie meint, die Freude der Anhänger des Handels- dem Reichstage nach jeder Neubemessung der sogenannten festgesetzt hat, auf 400 Mart( in Preußen 900 Mark) ers vertrages über die vorgestrige Abstimmung sei nicht sehr Liebesgaben" ein Verzeichniß der Empfänger unter An- erniedrigt. Die zweite Kammer trat diesem Beschlusse mit bedeutend, und daraus soll dann zu schließen sein, daß gabe des privilegirten Kontingents jeder Brennerei mit- 48 gegen 28 Stimmen bei. die Niederlage der Kreuz- Zeitung" von den Gegnern für zutheilen. feine schwere gehalten werde. Nun wir wollen keine = telegraphirt: " Der Spätzle- Bismarck- Kladeraddatsch scheint für die Leift finnig gehandelt. Aus unserer Kolonie RaUrheber recht unangenehme Folgen zu haben. Der Redakteur kritische Untersuchung dieses junkerlichen Trostes vornehmen; merun wird der„ Vossischen Zeitung" über London des Wigblattes a. D., das sich zum Einrühren des unsauberen wir wollen der Kreuz- Zeitung" aber zugeben, daß das Brei's hergab, hat deh- und wehmüthig bedauert, daß man Ergebniß der Abstimmung thatsächlich, wenigstens im ihn ernst genommen habe. An Schmutz fehlt es zwar nicht, Reichstag, ziemlicher Gleichgiltigkeit begegnet ist. Allein aber an Material. Und das Einzige, was dieser Späßledies erklärt sich daraus, daß die Niederlage der KreuzBismarckiade ein öffentliches Interesse verleiht, ist die HerZeitung" und ihrer Leute seit Wochen bereits gewiß war, kunft der Wurfgeschosse, auf denen sich, deutlich geprägt, und daß das einzige Interesse der namentlichen Abstimmung die Fabrikmarke der alten Raketenkiste befindet. fich auf die größere oder geringere Zahl der Majorität für den Handelsvertrag bezog. Und das war gewiß ein recht untergeordnetes Interesse. Uebrigens das können wir der Kreuz- Zeitung" versichern war die Majorität größer, oie Niederlage der Kreuzzeitungs". Ritter sonach gründ licher, als von den Meisten erwartet worden war. Die Mandatsniederlegung des Reichstags- Abgeordneten v. Roscielski wird auf ernstliche Differenzen mit feinen Fraktionsgenossen hinsichtlich des Marineetats zurück geführt. Der deutsche Dampfer Admiral" mit 200 weißen Soldaten ist in Kamerun angelangt. Als Samuda, der Anführer der meuterischen Dahomeher, zur Hinrichtung geführt wurde, rief er dem anwesenden Gouverneur zu: Die Meuterei wäre lediglich durch seine Schuld entstanden. Genugthuung hätte es den Dahmomehern bereitet, wenn sie ihn hätten tödten tönnen." Der Gouverneur gerieth dadurch in solche Wuth, daß er einem Soldaten das Gewehr entriß und mit dem Kolben Samuda einen furchtbaren Schlag auf den Kopf verfette. Unter dem Attentäter ist der wohlbestallte Vizegouverneur Leist gemeint. Wie lange soll noch Deutschland kompromittirt werden, indem Leist im Dienste belassen wird. Die Freiheit, feinen Kindern im Rheinlande die im Herr v. Bennigfen wird sich, wie schon früher ge- übrigen Deutschland üblichen Namen geben zu dürfen, soll meldet, demnächst gänzlich vom politischen Leben zurück- nun endlich gewährleistet werden. Ein bezüglicher GesetzEr that eine Bewegung mit der Hand, als wolle er etwas von sich schleudern, dann wendete er sich und ohne Gruß und Wort ging er hinaus. Helene hatte die Lampe angezündet, und als sie jetzt Tania ins Auge faßte und ihr das Brom reichte, erschrat fie, wie alt und verfallen dies kleine Gesicht aussah. Was geht unter diesen Menschen nur vor," dachte sie, selbst von einer peinigenden Unruhe erfaßt. " * Es war ganz dunkel geworden. * Verzeihen Sie mir, Sofia, ich habe gearbeitet; es gab Dringendes, das ich vor meiner Abreise in Ordnung zu bringen hatte." " Und heute kommen Sie, umum mir Lebewohl zu So ist es." sagen?" " In Wien fand am Grabe der Märzgefallenen eine große Demonstration statt. Das Wolff'sche Telegraphenbureau meldet hierüber: Heute begaben sich ungefähr 30 000 Arbeiter in einzelnen Gruppen nach dem Zentralfriedhof, um am Grabe der am 13. März 1848 Gefallenen Kränze niederzulegen. Ein Zwischenfall ist nicht vorgekommen. Die Seidenhemden les chemises de soie- bas ist der Name, mit dem jetzt in Frankreich die anarchistische Bombengesellschaft bezeichnet wird. Wie weiland die Lockspitel Napoleons des Kleinen an den weißen Blousen", so sind die Dynamithelden an den feinen seidenen Hemden erkenntlich, die ihnen von ihren vornehmen Verehrern und Verehrerinnen gespendet worden sind. " Aproposam vorigen Freitag war Jaurès. in der Kammer nicht anwesend und es hieß, er sei zu einer Versammlung in die Provinz gereist. Flugs erklärte einer der Herren Minister, man sei bereit, die Interpellation, deren Beantwortung Tags zuvor auf 1 Monat vertagt worden war, sofort zu beantworten. Sofort war Jaurès, der noch nicht abgereift war, telephonisch in Kenntniß ge fett. Ér kam, sah und die Minister schwiegen. Dieses Schweigen ist einem Eingeständniß gleich. Um einer Pflicht der Höflichkeit zu genügen?" Er antwortete nicht sofort, dann sagte er in einem ruhigen und ehrfurchtsvollen Ton, aber mit jener zarten Vertraulichkeit, die ihnen in lezter Beit geläufig geworden Vor dem Palmhof ging ein Mann mit ungleichen war, wo sie sich duzten, wenn sie allein waren:" Wir müssen worden. Die Armee soll vergrößert werden In Belgien ist die Militärfrage jetzt brennend gedas will Schritten auf und nieder. Er sah nach dem Mansarden- uns trennen, Sofia ich komme, um Dir die Hand zum nun einmal der Blut- und Eisengeift am Ende des zimmer, dessen Fenster von einem matten Lichte erhellt Abschied zu drücken." waren, schritt durch den Garten, und bei dem Thor an Langsam hob sie den Kopf und sah ihn an, da erschrat 19. Jahrhunderts. Die Regierung will natürlich am alten gekommen, legte er die Hand an den Drücker und ließ sie über die Blässe und den fremden Ausdrud in seinem System festhalten und nur die Zahl der Soldaten verihn wieder los. Einen Augenblick schien er mit sich zu tämpfen, dann trat er entschlossen in's Haus und ging die Treppe hinauf. Er flopfte an die Thür der Mansardenstube und wartete auf die Aufforderung, einzutreten. Gesicht. Es war etwas Leeres, Erschöpftes darin, die Folge innerer, schwerer Kämpfe. " Urmer Mann", sagte sie unwillkürlich, in übermächtigem Mitleid. Du begreifft Alles, Sofia, nicht wahr?" Sie schüttelte den Kopf. Der eine Arm war gegen die Lehne gestützt und der getroffen." weit zurückfallende Aermel ließ ihn bis zum Ellenbogen in blendender Weiße erscheinen. rend ich Als Alles ruhig blieb, öffnete er langsam diefelbe. Gine Kleine Lampe mit einem Schirm von weißem Milchglas" Nicht Alles, wahrhaftig, nicht Alles, Lazar; ich habe war angezündet und warf ein ruhiges Licht auf das edelgeformte es nicht begriffen, weshalb Du Dich von mir abgewendet Gesicht Sofia's, die in dem niederen Rohrsessel zurück- hast, um Deinen Schmerz und Deine Trauer in Dich gelehnt lag. zu verschließen. Dieser Schlag hat uns doch gemeinsam Deine Thränen konnten sanfter fließen, Sofia, wähDu?" tief forschend sah sie ihn an, hättest Du Reue empfunden?" Er zögerte mit der Antwort, dann sagte er ruhig: Es lastet auf meiner Seele, daß ich in der Zeit so glücklich war, während sie litt und verging." " Und Du flagst Dich an?" " Ich klage mich an. Aus dem blonden Haar waren die Nadeln entfernt, es fiel in großen Partien gegen die Schulter herab, das feine Geficht in einen goldenen Rahmen fassend. aber Sie hatte das Klopfen gehört. sie kannte diese drei rasch hintereinander fallenden Schläge und das Herz stand ihr still in Verwirrung und freudigem Schreck.. ehe sie sich noch gesammelt hatte, sah sie Lazar schon in der Thüre stehen, die Augen auf sie gerichtet. anmerkte. " Und mich? Thu' es immerhin, denn ich bin Deine Mitschuldige gewesen." mehren. Der Kammer liegt ein Plan vor, nach welchem das Heer von 180 000 Mann, die es jetzt zählt, auf 240 000 Mann erhöht werden soll. Die Radikalen und Demokraten( Sozialdemokraten sind noch nicht in der Kammer) verlangen die Einführung der Voltswehr nach dem schweizerischen System. Dieses System, das der Schweiz mit ihren drei Millionen Einwohnern eine mit seinen 612 Millionen Einwohnern, mehr als das halbe Million Wehrmänner giebt, würde Belgien Doppelte: über eine Million wehrtüchtiger Vertheidiger geben, also mehr als viermal so viel, wie die geplante Reform- und dabei nur zwei Drittel der Kosten! aber die belgische, gleich anderen Regierungen hatte Furcht Gegen die Logik dieser Zahlen ist nicht aufzukommen, vor dem bewaffneten Volk. Das vielgeplagte englische Parlament ist heute zu einer neuen Session zusammengetreten, nachdem es noch nicht Beit gehabt hat, sich von den Redestrapazen der alten zu erholen. Die Thronrede enthält außer den üblichen Phrasen so gut wie nichts. Die Beziehungen zu den Sie wollte sich erheben, um ihm entgegen zu gehen, Mächten sind freundschaftlich, die Flotte muß aber veraber sie zitterte und ließ sich in ihren Sessel zurückfinken. Seine Brust hob sich, wie unter dem jähen Anprall mehrt werden, die zufälligen Zusammenstöße englischer und " Bürnen Sie mir nicht, Sofia Alexandrowna, wenn eines Sturmes, aber er war gewappnet hierhergekommen französischer Kolonialtruppen in Afrika werden bedauert, ich zur Unzeit komme," sagte er in einem Ton, der ruhig und sagte gehalten:„ Nein, Sofia, ich trage an allem Schuld eine Maßregel zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen tlingen sollte, und dem man doch den heftigen Herzschlag- ich allein. Auch Dir gegenüber bin ich schuldig ge- Arbeitern und Arbeitgebern in Aussicht gestellt u. s. w. wesen, weil ich es so sichtbar werden ließ, was mich bewegte. Gegen die konservative norwegische Regierung Sie setzte sich auf und hieß ihn mit einem Neigen Ich wußte, es fonnte nicht sein und hab doch nur des Kopfes willkommen. Dann griff sie mit beiden Händen daran gedacht, Dich zu gewinnen- ich- er hielt inne, hat der Reichstag mit 62 gegen 49 Stimmen ein Tadelsnach ihren Haaren und wand sie rasch zu einem Knoten dann hob er die Hand, seine Gestalt recte sich höher, und votum angenommen. zusammen, den sie geschickt mit zwei großen Nadeln aufsteckte. gleichsam aufathmend unter dem Schwur rief er:„ Aber " Treten Sie näher, bitte," sagte sie hierauf und streckte es wird der Tag kommen, wo Du mir alles verzeihen ihm die Hand entgegen. wirft, Sonja... und wo ich mir selbst alles verzeihen Als er herangekommen war, wies sie auf einen Stuhl werde und hätte ich alle Sünden der Welt begangen.!" neben sich. Unter dieser Voraussicht kraftvollen Wirkens und Ich habe Sie in diesen Tagen so lange erwartet, Handelns schien ihm sein Muth wiedergekehrt zu sein, Lazar, bis ich Sie nicht mehr erwartet habe," sagte während der ihrige sank. fie leise. ( Fortjehung folgt.) Parlamentarisches. In den Sigungen der Petitions Kommiffion am 7. und 8. März tamen verschiedene interessante Gegenstände zur Ver handlung. Ein Bauarbeiter hatte den Anspruch auf Itersrente erhoben. Es war ihm jedoch nicht möglich, den unzweifelhaften Nachweis zu liefern, daß er in den letzten 3 Jahren vor Infrafttreten des betreffenden Gesetzes während je 47 Wochen in Beschäftigung stand, obwohl er es behauptet. Ter Anspruch wurde daher in allen Instanzen abgewiesen. Ter Referent bemerkte, daß die getroffenen Entscheidungen zweifellos unanfechtbar und nach den gesetzlichen Be- nimmungen auch vollkommen richtig seien. Aber es empfehle sich doch, den Wunsch des Petenten, eine diesbezügliche Ab- änderung des Gesetzes mit rüawirkender Kraft vorzunehmen, in Erwägung zu ziehen, da man doch annehmen müsse, der Petent habe so lange gearbeitet, als er irgend Gelegenheit dazu hatte. Der Regierungsvertreter erklärte, daß man eine solche Aeuderung nicht vornehmen könne. Der ganze Charakter dieses Gesetzes bedinge eine vorherige Gegenleislung des Rentenempfängers. Wenn man für den Uebergang auch davon ab- gesehen habe, so müsse doch eine bestimmte Grenze gezogen sein, sonst würde die Belastung des Reiches eine zu er- hebliche. Demgegenüber bemerkte unser Genosse Schmidt (Frankfurt), daß durch die bestehende Bestimmung viele Saisonarbeiter, namentlich aber fast alle Bauarbeiter, die zur Zeit des Inkrafttretens der Altersversicherung das 70. Lebensjahr erreichten, von dem Bezug der Rente aus- geschlossen seien, da dieselben während des Winters nicht nur 5 Wochen lang, sondern oft 10—12 Wochen und länger die Ar- beit unterbrechen müssen und beim Eintritt des Winters auch meist entlassen werden. Nur die Arbeiter, die bei demselben Unternehmer, während mehrerer Jahre hindurch, nach der Unter- brechung die Arbeit wieder aufnahmen, die also nicht als„ent- lassen" von den Unternehmern betrachtet worden seien, und dem- gemäß eine Bescheinigung erhielten, wären vielleicht zu dem Bezug der Rente gekommen; es beträfe dieses wohl zumeist Werkführer und Poliere, die jener Unterstützung weit weniger als andere Arbeiter bedürftig seien. Ein einziger der- artiger Fall sei ihm bekannt; während in über einem Dutzend ihn, bekannten Fällen die Arbeiter abgewiesen werden mubten. Es empfehle sich daher dringend eine Abänderung des Gesetzes mit rückwirkender Kraft. Der Regierungsvertreter meinte, daß solche Arbeiter doch noch Aussicht aus den Genuß der höheren Invalidenrente hätte, was Genosse Schmidt bestritt' denn es würde den Betreffenden noch weit schwerer halten, den Nach- weis zu führen, daß sie während fünf Jahren, je 47 Wochen in Arbeit standen oder verstcherungsgemäße Krankenunterstütznng bezogen haben, weil sie wegen vermeintlicher oder wirklicher ge- ringer Leistungsfähigkeit immer seltener dauernde Beschäftigung erhalten, je älter sie werden, trotzdem sie relativ gesund bleiben. Die Petition wurde dem Reichskanzler als Material für die beabsichtigte Aenderung deZ Invaliden- und Alters-Bersicherungsgesetzes überwiesen.— Der ,,V e r b a n d deutscher L o h n f u h r u n t e r n e h m e r" hat schon wiederholt durch den Vorsitzenden Weih in Frank- s u r t a. M. um Abänderung der 37 und 76 der Gewerbe- ordnung gebeten; es wird von den Interessenten vorgeschlagen, die Festsetzung der Taxen den Interessenten selbst, vorbehaltlich polizeilicher Genehmigung, zu überlassen, und den Erlaß vo.. Troschkenordnungen und ähnlichen Bestimmungen erst nach Zu- stimmung der Berussintereffenten zu verfügen. Im Jahre 1892 halte der Reichstag die Petition als Material überwiesen; oer Bundesrath beschloß jedoch, dem Vorschlage keine Folge zu geben. Ter Regierungsvertreter erklärte auch diesmal, daß kein genügender Grund vorhanden sei, die betreffenden Gesetzesbestimmungen zu ändern. Genosse Schmidt(Frankfurt) führte als Korreferent dagegen namentlich die langwierigen Streitigkeiten der Fuhrunternehmer in Frankfurt mit der dortigen Polizeibehörde ins Feld. Habe sich dort auch gegenwärtig, in- folge der Vermittlung des Regierungspräsidenten zu Wiesbaden. der aber nach dem Gesetz hierzu nicht verpflichtet gewesen sei, ein leidlicher Zustand Giltung verschafft, so seien dagegen in zahlreichen norddeutsche» Städten noch neuerdings ähnliche Miß- Helligkeiten eingetreten. Nachdem der Regierungsvertreter noch- mals erklärt halte, daß die verbündeten Regierungen nicht ge- willl seien, eine diesbezügliche Gesetzesänderung vorzunehmen, und auch einige Kommissionsmitglieder die.Wüusche der Petenten als etwas zu weitgehend erachtet hatten, empfahl der Kor- referent doch wenigstens den Eventualvorschlag der Petenten zu berücksichtigen. Dementsprechend stellte der Referent, Graf v. Bernstorff, den Antrag, die Petition der. Reichskanzler insoweit zur Berücksichtigung zu überweisen, daß er ein Einvernehmen zwischen den verbündeten Regierungen herbeizuführen suche, wonach die Ortspolizeibehörden angewiesen werden, vor dem Erlaß von Taxen oder sonstigen das Fuhr- »vesen betreffende Bestimmungen, einige durch die Berussinler- essenten gewählte Vertreter zu hören. Dieser Antrag wurde mit großer Majorität angenommen.— Besonderes I n t e r- esse für unsere Genossen dürfte die Petition des Handlungs- gehilsen Stephan, in Leipzig-Volkmarsdorf. erregen. Stephan ,var nach der Verlängerung des ,k l e i n e n B e l a g e r u n g s- z u st a n d e s" ausgewiesen worden, obwohl er sich niemals zu unserer Partei bekannte. Nach seinen etwas schwülstigen Ausführungen zu urtheilen, hat er sich wahrscheinlich zum öfteren über sozialistische Fragen am Biertisch u. f. w. lebhaft unterhalten; aber Sozialdemokrat ist er offenbar nicht. Es wurde ihm auch nach 6 Jahren der Ausenthalt in Leipzig wieder gestaltet, weil man sich wahrscheinlich von seiner„Un- gefährlichkeit" überzeugt hatte. Der Petent bezog, nach seiner Angabe, zur Zeit der Ausweisung ein Gehalt von 2400 M. In der Folge war er sehr häufig lange Zeit gänzlich arbeitslos, es wurde ihm fast überall mil Mißtrauen begegnet und er mußte sich mit sehr gering besoldete» Stellen begnügen. Er verlangte deshalb von der sächsischen Staatsbehörde eine Entschädigung, wurde aber natürlich überall abgewiesen. Im vorigen Jahre richtete er eine Petition an den Reichstag, die durch die Auf- lösung nicht zur Erledigung kam und die er nun abermals einreichte. Er fordert eine Entschädigung von 7200 M a r k, für jedes Jahr seiner Verbannung die Halste seines früheren Einkommens. Um das Reich nicht �n sehr zu b e I a st e n, weil jedeasulls noch von verschiedenen Seiten Ansprüche gellend gemacht wurde«, will er seine Forderung nicht höher stellen. Der Korreferent, Ge- nosse Schmidt(Frankfurt), hatte in seinem Votum erklärt, dap der Wunsch des Petenten nur durch den Erlaß eines b e- sonderen Gesetzes erfüllt werden könnte, und deshalb die Zuziehung eines Regierilttgskoinmissars, sowie die Ueoerweisung an den Reichskanzler zur Erwägung beantragt. Den. eiu- gegen beantragte der Referent Hüpede u(kons.)„Uebergang zur Tagesordnung". Genosse Schmidt begründete seinen Antrag, indem er ausführte, daß die fächsische Polizeibehörde allerdings rnu auf grund des Sozialistengesetzes die Ausweisung des Petenten verfügt habe, und deshalb auch nicht veranlwortlich für den Verlust des Betreffenden gemacht werden könne, da dieser sich eiu- geslandenermaßen mit sozialistischen Problemen befaßt habe, wen» er auch offenbar kein Sozialdemokrat sei. Jedes Ausnahmegesetz aber, als welches sich auch das ver- st offene„Sozialistengesetz" charakterisirte, sei in eimm geordneien Rcchisstaate, nach der Ansicht namhafter Rcchtslehrer, als verwerflich zu betrachten. Da jenes zu Unrecht bestandene Gesetz offenkundig eine erhebliche Zahl von Staatsbürgern empfindlich geschädigt habe, so könne man sich gar nicht wundern, wenn vis Belroffenen Entschädigung verlangten. Es sei dem Korreferenten allerdings bis jetzt nicht bekannt geworden, ob von einem oder dem anderen seiner durch die Ausweisung gemaßregelten Genossen solche Ansprüche erhoben wurden; das halte ihn jedoch nicht ab, die Forderung der Petenten zu befürworlen. Der Reichstag in seine» gegen ivärligen Zusammensetzung werde allerdigs sch-verlich ge- nergt sein, aus eigener Entschließung ein solches Entschüdigungs- gesetz zu beschließen. Aber vielleicht sei die Reichsregierung, nachdem sie, in Erkenntniß des Unrechts, keinen Antrag aus Ver- längerung des Sozialistengesetzes mehr gestellt habe, nunmehr gesonnen, noch einen Schritt weiter zu gehen durch die Vor- läge eines„Entschädigungsgesetzes". Vielleicht aber tönne die Peiition auch als Dämpfer dienen, wenn etwa die Lust nach einer neuen Auflage des Sozialistengesetzes sich geltend mache. Er modifizire daher seinen Antrag auf„Ueber- Weisung als Material". Der Regierungskommissar, Geh. Re- gierungsrath v. Jonquiöres, erklärte, daß die Regierung nicht beabsichtige, ein Entschädigungsgesetz vorzulegen; das Sozialisten- gesetz sei nicht mehr verlängert worden, weil es überhaupt nur für eine begrenzte Zeitdauer benimmt gewesen. Ob die Absicht bestehe, ein ähnliches Gesetz wieder einzuführen, darüber sei ihm nichts bekannt; er vermuthe es nicht. Würde man jedoch den Erlaß solcher Bestimmungen durchaus für nothwendig erachten, dann würde man sich auch nicht durch derartige Entschüdigungs- ansprüche abschrecken lassen. Der Vorsitzende der Kommission erachtete den Vorschlag:„Uebergang zur Tagesordnung" noch für zu weitgehend; er beantragte„ungeeignet zur Erörterung im Plenum". Ein nationalliberales Mitglied befürwortete lebhast diesen Antrag mit der Begründung, man müsse eine solche „unliebsame" Debatte vermeiden; worauf Genosse Schmidt bemerkte, daß nach der Geschäftsordnung eine Erörterung dieser Petition nicht verhindert werden könne, wenn er es mit 14 seiner Genossen beantrage. Nach kurzer Debatte wurde der Antrag Schmidt abgelehnt; außer unseren Genossen stimmten nnr Galler(Demokrat) und Weiß(Frs. Vp.) dafür. Der Antrag des Vorsitzenden wurde angenommen. PetitionS-Kommission. In der letzten Sitzung wurde eine Anzahl Petitionen vorgelegt, in denen von Postbeamten, Postunterbeamten und Po st- Vertrauensärzten gegen die von sozialdemokratischer Seite bei der ersten Berathung des Postetats angebrachte Kritik der Verhältnisse jener Beamten- Kategorien„protestirt" wurde! Die Petitionen waren meist korrekt abgefaßt und von recht geübter(wahrscheinlich Post- sekretärs-) Feder geschrieben, jedoch auch weniger verdächtig er- scheinende Form und Schreibart befand sich darunter!— Die guten Leute wollten von ihren oft selbst bitter beklagten persön- lichen Beschränkungen und Besoldungen plötzlich nichts spüren, und namentlich die bösen Sozialdemokraten nicht als ihre Wort- führer anerkennen. Freilich werden auch diese freiwilligen oder unfreiwilligen Protestler gar bald durch die Roth ihrer Verhältnisse zu diesem Anerkenntniß gezwungen werde»!— Die Petitions-Kommission beschloß, in eine Erörterung dieser Petitionen nicht einzutreten, sondern nur gelegentlich der dritten Etats- berathung dem Reichstage durch den Berichterstatter(ohne ein. gehenden Bericht) den Uebergang zur Tagesordnung zu empfehlen. Pavlcinatfipirftlen, Breslau. Am 15. März, Nachmittags 5 Uhr, kehrt unser Genosse Karl Thiel. Redakteur der„Volksmacht", nach einer Gefängnißstrafe von 17 Monaten in die goldene Freiheit zurück. Während dieser Zeit wurde er einmal gegen eine Kaulion von 6000 M. auf eine Woche beurlaubt, u>n dem Begräbniß seiner in Tilsit verstorbenen Mutter beiwohnen zu können. Genosse Karl Thiel verbüßte unter anderen Strafen auch eine von sechs Monaten wegen Beleidigung' des Landgerichts- Direktors Schmidt von hier. Bekanntlich hatte dieser in einer Gerichtsverhandlung gegen Thiel erklärt, daß die sozialdemo- kratische Parteileitung den Meineid empfehle. Genosse Thiel protestirte energisch gegen diesen Vorwurf und berief eine Volks- Versammlung ein, zu welcher Herr Schmidt besonders eingeladen war, um seine Angriffe zu rechtfertigen. Derselbe erschien jedoch nicht und die sehr zahlreich besuchte Ver- sammlnng nahm einstimmig eine von Thiel vorgeschlagene Resolution gegen Schmidt an. Durch dieses Vorgehe» Thiel's fühlte sich Herr Schmidt nun beleidigt und stellte gegen Thiel Strafanlrag. Der„Vorwärts" hatte seinerzeit mit Recht darauf hingewiesen, daß dies der interessanteste Prozeß sei, der sich je vor einem deutschen Gerichtshofe abgespielt habe. Die Strafe von sechs Monaten Gefängniß war nun selbst eine für Breslauer Verhältnisse ungemein hohe und wurde namentlich damit begründet, daß dies den ersten Anlauf der Sozialdenw- kratie gegen die heutige Justiz bedeute und deshalb empfindlich zurückgeschlagen werden müsse. Nun sind ain 15. März sämini- liche Strafen„abgebüßt" und Genosse Karl Thiel tritt als„un- verbesserlicher Sozialdemokrat" wieder in die Reihen der Genossen zurück, um mit frischen Kräften den Kampf gegen Unterdrückung und Ausbeutung aufzunehmen. Daß die Lorberen der„Rh. Wests. Ztfl." auch die alte Kloake am Rhein nicht ruhig schlafen lassen wurden, war wohl jedem klar und so leistet sich dieses ehrenwerthe Blatt neuer- Vings nachstehendes Elaborat, welches verdient niedriger gehangen zu werden: Bochum, 6. März. Unsere Stadt kam gestern aus sVe- unruhigungen nicht heraus. Nicht genug, daß es einem frechen Schurken gelungen war, durch Legen von Dynamitpatronen die Bürgerschaft in Schrecken zu setzen, auch eine sozialdemokratische Versammlung erregte die Gemüther. Der Dynamitheld ist in der Person des LSjährigen früheren Bergarbeiters Pfeiffer aus Düsseldorf, der 2ds kg. Dynamit gestohlen hatte, verhaftet. Er erklärte, wenn ihm nicht die Zündschnur ausgegangen wäre, würde er die übrigen von ihm gelegten Patronen ebenfalls zur Explosion ge- bracht haben. WaS die sozialdemokratische Versammlung betrifft, so fand dieselbe gestern Abend oder vielmehr Nachts in der Ton- Halle statt. Die Partei führte den Genoffen den früheren Predigtamts-Kandidaten v. Wächter vor, der mit einer Be- geisterung, oie einer besseren Sache würdig gewesen wäre, über den Zusammenhang zwischen Chnstenthum und Sozialdemokratie sprach. Hiesige Redner versuchten ihn zu widerlegen, machten aber keinen Eindruck und hätten sich füglich die Mühe sparen können. Vor Volksversamnilungen kommt es meist weniger auf die Sache, als die Zungengewandtheit an. Ändert- halb Stunden nach Mitternacht ging die Versammlung erst zu Ende. Auf«ine Hand voll mehr oder weniger kommt es da den Ehrenleuten nicht an, wo es gilt, den j-H- Sozialdemokraten eins auszuwischen, und wenn das nichts hilft, so ist Malhäi am Letzten. Das köstlichste an der Sache ist das naive Eingeständ- nch des Blattes, daß dortige Redner de>. Genossen zu widerlegen suchten, damit aber keinen Eindruck machten und sich also die Liebesmüh hätte» sparen können. Denselben Rath hätte sich die werthe Redaktion selbst geben können. Zur Behandlung politischer Gefangeucr. Genosse Hülle hatte, bevor er seine letzte Gefängnißstrafe von 14 Tagen antrat, ein Gesuch an die Staatsanwallschaft um Strafaufschub öi? nach Erledigung der zahlreichen-m Monat Februar ge�en .hn anstehenden Prozeßverhandlungen gerichtet und gleichzeitig gebeten, ihm für den Fall der Ablehnung schriftstellerische iTelbstbeschästigung und zu diesem Zwecke die Lektüre von H. vv.. Sybel's„Geschichte der Begründung des Deutschen Reiches" und Eorviws„184ß— 1871, Geschichte der Neuzeit" zu gestatten.— Ans seine Eingabe erhielt Hülle am 17. Februar, als er schon 3 Tage im Gefängniß zugebracht, in beziig aiss den erbetciien Strusausschub ablehnenden Bescheid, über seine Beschäftigung im G-fängniß werde nach seiner Einlieferung entschieden werden. Eine definitive Antwort auf fein Gesuch um Selbst- beschäfligunc, �at Hülle nicht erhalten. Er wurde während seiner .yast mit Nähen von„Hosenträgerstrippen� beschäftigt. Jede Zeklüre war ihn» entzogen, wenn man nicht das„Evangelische Sonntagsblatt", das ihm während der beiden in seine Haftzeit fallenden Sonntage verabfolgt wurde, als solche bezeichnen will. Die Beleidigungsklage Hülle's gegen den Ersten Staatsanwalt Loreiij, liegt gegenwärtig beim Amtsgericht. Revolutionär. Gegen den Genossen Haug in Müt- hausen i. E. ist von der Staatsanwaltschaft bei dem Kaiser- lichen Landgericht Mülhausen Strafantrag gestellt wegen„Aus- stoßenS aufrührerischer Rufe". Derelbe hat nach der Anklage- schrift„am 15. Januar d. Js. in der„Dreikönigshalle" eine zahlreich besuchte sozialdemokratische Volksversammlung geleitet und am Schlüsse derselben an die Umstehenden Sie Aufforderung gerichtet, noch ein Hoch auf die revolutionäre internationale Sozialdemokratie auszubringen. Das Hoch selbst brachte er dann mit den Worten aus:„Die Sozialdemokratie lebe hoch!" Die Bemühungen des Staatsanwalts werden nun dahin gehen, daß der betreffende Ausruf ein„auftührerischer" im Sinne des Gesetz- gebers ist. Ein solcher kann ihm nicht beigelegt werden, da die Sozialdemokratie— das ist in vielen Schriften niedergelegt und in unzähligen Reden gesagt— revolutionär ist nur im Sinne der geschichtlich sich vollziehenden Entwicklung. Einzelne Ver- suche in Sachsen ausgenommen, hat es auch noch nie eine Be- Hörde unternommen, gegen Hochausbringen vorzugehen. Die Wahlkreis- Konferenz des IX. württem- b e r g i s ch e n Reichstags- Wahllreises findet am 25. März zu Ebingen im„Gasthaus zur Wachtel" statt. Die Tages- ordnung lautet: Anträge zur Agitation, Stellungnahme zu den Landtagswahlen und Verschiedenes. ** Polizeiliche?, Gerichtliches er. — Abgelehnt wurde der Antrag des Genoffen Schenderlein in Greiz um Wiederaufnahme des Ver- fahrens in der Beleidigungsklage des Pfarrers H o f f m a n n in Dölau gegen T r o g n i tz und Schenderlein. Soziale Aebeelickrk. Auch im Lande der Knute besinnen sich die Arbeiter darauf, daß sie Menschen sind. In der großen Spinnerei von Guensberg in Zaworze, so wird aus Warschau vom 13. d. M. gemeldet, haben über 3000 Arbeiter einen Generalstreik eröffnet. Es braucht wohl kaum erst erwähnt zu werden, daß die russische Polizei bei dieser Gelegenheit ihr Recht auf Bestialität durch zahlreiche Verhaftungen bethätigte. Die Sonntagsruhe der Bäcker in Ungarn. Eine De- putation von 70 Gehilfen in Budapest hat sich, ivie die„Austria" meldet— zum Handelsminister begeben, un» ihn zu bitten, daß er seine Berfüaung, womit die Sonntagsruhe bei den Bäckern abgeschafft werde, zurückziehen oder wenigstens umändern möchte. Herr Lukäcs erklärte— wie die„Austria" mit Genugthuung hervorhebt— er habe diese Verfügung im Interesse der Kon- sumenten erlassen und warne die Gehilfen eindringlich, etwas dagegen zu nnternehmen, was de»» Frieden zwischen Arbeit- gebern und Arbeitnehmern stören könnte. So also stellen sich die Regierungen den„Friede n" vor zwischen Arbeitgebern und Arbeituehinern. Zu de« 400 Streikende« der Lampensabrik von Gebr. Brünner in Wien sind noch 800 der Firma Dittmar hin- zugetreten, sodaß jetzt 1200 Arbeiter der Lampenbranche im Aus- stand sich befinden. Die Unterhandlungen haben noch zu leinen» Resultat geführt. Zuzug ist streng fern zu halten; die Unter- nehmer versuchen Arbeiter ans Deutschlands zu erhalten. Anfragen und Senduugen sind zu richten an L. Exner, Wien III, Wassergaffe 4. TtzeÄlker. Im Neuen Theater wurde am Sonnabend ein Schauspiel: „Margnerite B e r n a r d" nach dem Französischen des Frederic C a r m o n zum ersten Male gegeben.„I-a. r'emms", das Weib, heißt das Stück im Original. Es reiht sich der end- losen Summe französischer Bühnenwerke an. i» denen einzig und allein das geschlechtliche Verhältniß zwischen Mann und Weib erörtert wird. Mann und Weib aber sind hier nicht im weitesten Wortsinn aufzufassen. Es handelt fich immer nur um einen winzigen, bevorrechteten Bruchtheil der Gesellschaft. Für diese Gesellschaft ist es charakteristisch, daß der Bühnenautor bei seinen Männern fast niemals einen Beruf, ein Arbeitsziel anzu- geben weiß. Aus der Welt müßiggehender Vornehmer holt sich der Verfasser seine Beispiele und seine Typen. In dieser Welt der Verzärlelten spielt die geschlechtliche Liebe mit ihren Entartungen, mit ihren nervösen Ueberreizungen, mit ihren über- h itzten Phantastereien allerdings eine ungleich bedeutendere Rolle, als in der Welt derer, die im werkthätigen Leben stecken. Durch ihre Einseitigkeit sind die Franzosen zu den erstaunlichsten Variationen über das Thema geschlechtliche Liebe der Beschäfti- gungslosen gekommen, aber trotz einzelner geilen Triebe am Stamm der französischen Bühnenproduftion verkümmerte dieser Slamm in der Gegenwart. Es hat sich an den Pariser Bühnen- autoren gerächt, daß sie vom werkthätigen Leben und den mannig- fachsten Empfindungen, die aus ihm emporquellen, sich so eng- herzig abschloffen. Sie sind heute verarmt. Und wenn der gute dicke Sarcey im Pariser Temps, der Kritiker, der von der Pariser Bourgeoisie wie ein Oelgötze verehrt wird, bei jedem neuen Pariser Bühnenwerk seinen Lesern vorkaut, was er ihnen nun schon seit Jahrzehnten predigt, und wenn eilfertige Korrespondenten über jeden Pariser Quark ihren Blatten spaltenlange Berichte senden, heute läßt es sich nicht mehr vertuschen: die Pariser Komödie muß, soll sie sich von ihrem Nieder- gang erholen, wieder Beziehungen zur lebendigen Gegen- ivarr suchen. Sie muß aus dem unsäglich engen Kreis, in den sie heute gerathen ist, auf freiere Höhen treten. Denn schließlich versimpelt selbst der witzigste und erfinderischste Mann, wenn er ewig aus einem ausgepreßten und verdorrten Thema frische Säfte gewinne» soll. Wie schildert Herr Carmon „Das Weib"? Wie eine vollständig Entartete, die gewissenlos. albern und roh wird, wenn ihr Satan naht. Dieser Satan ist ein nnbedeutender junger Herr, der ans das verschlaffte Gemüth und Gewisien eine suggestive Wirkung ausübt, die alle übrigen Empsindungen in der"Frauenseele tödtet. Er hat Frau Mar- tucrite verführt und sie mit einem Kinde sitzen lassen. Frau llargiierite hat geheirathet und ihre Vorgeschichte verschwiegen. Ihr Gatte trieft von Edelinuth. Seine überzärlliche Liebe macht ihn sogar zum Schwächling und alle Opfer, die er bringt, ver- möge» nichts vor Frau Margnerite. Sie braucht nur die Tritte ihres Verführers in der Nähe zu hören, und I-a I'eiMiw, die Niederträchtige, legt sich wimmernd dem gemeinsten Mann zu Füßen. Dies Zerrbild auf die Frau ist gewiß ungeschickt gemacht und Herr Carmon verfügt nicht über die große Kunstfertigkeit. mit der mancher Pariser Bühnenautor seine Jdeenarinuth verkleidet, Aber dennoch ist sein Machwerk bezeicknend für die ganze, so kläglich einförmige Art der Pariser Bühnenautoren der Gegen- wart. Man findet einen Typus des Weibs, das in schwüler Atmosphäre zur Hysterischen ausgeivachsen ist, keck verallgemeinert man sein bischen wirkliche oder geheuchelte Erfahrung und ruft aus:„Siehe, die Frau!" ha, Femme! Schade um die Mähe, die sich so tüchtige Schauspieler, wie Frl. Bertens(Mir- guerile), Herr Jarno(ihr Gatte) und Herr Ritter»ahmen. An den ernstesten Stellen war das Publikum zur Heiterlcir geneigt._ Vernrisicktkes. Dresden, 12. März. In der Nacht von Sonnabend zu Sonntag wurde auf der Pferdebahnstrecke Zirknsstraße-Blasewitz während der Fahrt in der Nähe des Siegesplatzes von Un- bekannten auf den Kondukteur Jelel geschossen. Der Schwerver- letzte wurde in das benachbarte Karolahans gebracht, woselbst er nach 2t/z Stunden verstarb, ohne die Bestnnung wieder er- halten zu haben. Die Geldtasche wurde mit vollem Inhalt vor- gefunden, sodaß ein Raubmord ausgeschlossen ist. Vom Thäter fehlt jede Spur, ebenso ist daS Motiv der Thal unbekannt. Unter der Bevölkerung herrscht große Aufregung. Für den Inhalt der Inserate über Adolph Ernst- Theater. simmt die Redaktion dem Publikum Charley's Tante. gegenüber keinerlei Verantwortung Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Theater. Dienstag, den 13. März. Opernhaus. Mara. Die Puppenfee. Bajazzi( Pagliacci). Schauspielhaus. Basantasena. Deutsches Theater. Senator. Der Herr Berliner Theater. Dorf und Stadt. Leffing- Theater. Madame SansGêne. Friedrich- Wilhelmkädt. Theater. Der Iuftige Krieg. Rehdenz- Theater. Der Maskenball. Vorher: Vermischte Anzeigen. genes Theater. A Basso Porto. Central Theater. Ein gesunder Junge. TO Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria- Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Alexanderplatz Theater. Der Trompeter von Sättingen. National Theater. Die blonde Gina. Hierauf: Die Weber. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. American Theater. Lumpen= Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Wallner- Theater. Geschlossen. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Gruft Siegmund zum heutigen Wiegenfefte ein Donnerndes Hoch, daß die Dem Restaurateur und Vereinsbruder Ernst ganzen Pullen wackeln. Ernst geh' mal rann. 2300b Die Vereinsbrüder. Achtung! Metallarbeiter! Achtung! Große öffentliche Versammlung Die glückliche Geburt einer Tochter sämmtlicher Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma zeigen hocherfreut an 22916 Friedr. Hofmann u. Frau. 2295b Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme, die zahlreichen Kranzspenden und die so sehr rege Betheiligung bei der Beerdigung meines mir Central- Theater. unvergeßlichen lieben Mannes Alte Jakobstraße 30. Bum 8. Male: Novität! Novität! Ein gesunder Junge. Posse mit Gesang und Tanz in 3 Atten von Jean Kren. Musik von Julius Einödshofer. Anfang der Vorstellung 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. ratweil' sche Bierhallen Kommandantenftr.77-79. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Täglich abwechselnd. Programm bei freiem Entree Reichshallen- Theater. Spezialitäten der ersten Wiener Damenkapelle Vorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Voltsvorstellung zu bedeut. ermäßigten Breisen. Die blonde Gina. Voltsstück mit Gesang und Tanz in 1 Att von Julius Neue. Regie: Rhode Ebeling. Hierauf: Die Weber. Dittl" und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Täglich Auftreten der Miss Webb, Laubenkönigin, mit ihren 24 dressirten Tauben. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. 3 Kegelbahnen. 6 Billards, pro Stunde 60 Pf. C. Koch, fr. Gambrinus. Säle für Versammlungen und Festlichkeiten zu haben. Schauspiel in 4 Aften von Carl sind noch an verschiedenen Tagen Peters. Regie: Mar Samst. Rasseneröffnung 62 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Zum 1. Male: Die Arbeitslosen von Berlin. Bolksstück mit Gesang in 5 Aften von Hugo Busse. Musik von Hugo Meyer Ferron. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Volks- Vorstellung. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Jeden Abend 81/2 Uhr: PassagePaul Müller meinen tiefgefühltesten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Müller nebst Kindern. Danksagung. 22946 Siemens& Halske am Mittwoch, den 14. März 1894, Abends 8 Uhr, im Lokale von Martens, Friedrichstr. 236. Zages Ordnung: 1. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse bei der Firma Siemens und Halske und die ,, Protest"-Versammlung der ,, Stüken" des Berliner Werkes. Die Differenzen im Wiener Werk. 2. Diskussion. Referent: Otto Naether. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Siemens& Halske werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Zugleich werden die Kollegen sämmtlicher elektrotechnischen und 497/2 Arbeiter- Bildungsschule Für die vielen Beweise herzlicher Theilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unseres Telegraphenfabriken hierzu eingeladen. Sohnes und Bruders des Tapeziers Fris Gozel sagen wir allen Freunden, insbesondere den Kollegen des Verstorbenen, sowie dem Gefangverein " Nord- Jubal" unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Meinen innigsten Dank den Kolle- eingeladen. ginnen der Firma Philippson und Leschzinsca für die reiche Kranzspende meiner dahingeschiedenen Frau. Mittwoch, den 14., Abends 82 Uhr, Rosenthalerstr. 38( tl. Saal). Alle früheren und jezigen Schüler des Elementar- Unterrichts, welche auch ferner vom April der Schule treu bleiben, werden zu einer Besprechung Der Vorstand. 454/20 Der fieftranerude Gatte A. Wille. Adhtung! Maurer Achtung! Der Unterzeichnete bereut aufrichtig die im Januar gegen seinen Bruder Reinhard Bienotsch gethane Aeußerung, daß derselbe mich um mein Erbtheil betrogen und erkläre dies als eine Un22936 wahrheit. Karl Bienotsch, Kottbuser Ufer 59. Bekanntmachung der Berlins und Umgegend! Donnerstag, den 15. März, Abends 8½ Uhr: Große öffentliche Versammlung in Brochnow's Salon, Sebastianstraße 39. Tages- Ordnung: 1. Wahl der Delegirten zu der am 26. und 27. März in Crimmitschau stattfindenden Konferenz deutscher Maurer. 2. Der Pfuschbau der Innungs- Maurermeister Lachman& Zauber. 3. Verschiedenes. Orts- Krankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, liches Erscheinen 445/11 Der wichtigen Tagesordnung wegen erfncht um zahlreiches und pünktDer Vertrauensmann: W. Uedert, Thurmstraße 28. Sandelslente u. Apotheker. Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Berlins Delegirten Ergänzungswahl. Behufs Vornahme der Ergänzungswahl, welche auf grund der§§ 49 ff. des neuen Statuts vom 14. Dezember 1892 für die im Laufe des Jahres ausgeschiedenen Vertreter stattzufinden hat, werden die Arbeitgeber, welche für die bei ihnen beschäftigten Personen Bei träge aus eigenen Mitteln zur obengenannten Rafse zahlen, sowie die Kaffenmitglieder mit dem Bemerken geladen, daß 65 Vertreter der Arbeitgeber und 33 Vertreter der KassenBeide mitglieder zu wählen sind.. Panopticum. Berfammlungen finden in dem Louise ustädtisch. Konzerthause, Die Glocke von Fr. v. Schiller. Musit von Romberg. Dargestellt in 15 lebend. Bildern. Lumpensusanne Kaufmann's Variété oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen " Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. Brunwald mit bewegter Vergangen heit Martin Bendix. Täglich: Auftreten des besten Bauchredners d. Jehtzeit H. Blank. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix, sowie Engen Zocher. Sächsischer Original- Humorist, Alfred Bender. Anfang Wochentags 72 Uhr, Sonntags 612 Uhr. Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee. Dienstag, den 13. März cr.: Letzte Soiree der Stettiner Sänger vor Ostern. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Im Vorverkauf 40 Pf. ( siehe Plakate). Schluß: Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Borstellung und Konzert von nur Künstlern 1. Ranges. Auftreten der Ballet- Gesellschaft Columbia( 10 Damen), Balletmeisterin Rosa Fricka. Auftreten der Elite ParterreAkrobaten u. Pantomimentruppe Hermandez. Im Mädchen- Pensionat. Komische Pantomime mit Ballet. The Willon's, Doppel- Jongleure. Joië di Dios, Kostüm Soubrette. Geschw. Howala, Duettiftinnen. G. Cordes, Gesangs- Humorist. Sonntags 6 Uhr. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. { A. Zimmermann. Castan's Panoptikum. Neu! Eine Neu! Vision: Psammenit, der lebende Mumienkopf. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Großer Erfolg! Bum Elus Bummel- Fritze. Auf allgemeines Verlangen: ( Unbedingt lehte Aufführung) Eine Soiree bei Lehmann's. Posse mit Gesang in 2 Bildern. Neue Debüts! Entree 15 Pf., reservirt 30 Pf. R. Winkler. Kite Jakobftr. 37, am Mittwoch, den 21. März 1894, 189/20 statt und zwar 1. für die Arbeitgeber von Abends 8 Uhr bis 9 Uhr an( um 81/2 Uhr beginnt der Wahlakt und werden während desselben die Thüren gemäß§ 38 Abs. 4 des Statuts ge= schlossen), 2. für die Kaffenmitglieder von Abends 9 Uhr( um 10 Uhr beund Umgegend. Mittwoch, den 14. März, Abends 82 Uhr: Große öffentliche Versammlung für Moabit in der Kronen- Brauerei, Alt- Moabit Nr. 47-49. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Millarg über: Arbeitslohn und Unternehmergewinn. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der chemischen Industrie sowie die 161/18 Gasanstalts- Arbeiter sind noch besonders hierzu eingeladen. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Die Agitations- Kommission. J. A.: D. Schüler, Trescowstr. 30. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Thurmstraße 26: Mittwoch, den 14. März, Abends 8 Uhr, in der Brauerei Moabit, Bezirks- Versammlung in Moabit. Zages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. Um rege Betheiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Achtung! Tapezirer! Dienstag, den 13. März, Abends 8½½ Uhr, ginnt der Wahlalt und werden bei Bolt( früher Feuerstein), Alte Jakobstraße Nr. 75: während desselben die Thüren gemäß§ 38 Abs. 4 des Statuts geschlossen). Für die Kaffenmitglieder dient das Quittungsbuch als Ausweis. Berlin, den 11. März 1894. Der Vorstand. Straube, Vorsitzender, Greifswalderstr. 20. W. Arudt, Schriftführer, Gneisenauftr. 32. Berl. Bock- Brauerei [ 2289b Versammlung des Fachv. der Tapezirer. Zages Ordnung: 0 1. Bortrag über:" Der Klassenkampf und seine Bedeutung für das 312/13 Proletariat". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Kollegen! In der letzten öffentlichen Bersammlung wurde eine Reso lution einstimmig angenommen, in der sich die Zapezirer verpflichten, der Gewerkschaftsorganisation beizutreten. Wir erwarten daher, daß Ihr zahlDer Vorstand. reich erscheint. Wilmersdorf. Am Mittwoch, den 14. März, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Schulz, Augusta- und Berlinerstraßen- Ecke: Tempelhofer Berg:( 2596 Oeffentl. Volks- Versammlung. 55. Bock- Saison. Täglich: Gr. Militär- Konzert. Circus Renz, ( Karlstraße.) Dienstag, den 13. März cr.: Abends 71/2 Uhr: Jubiläums- Vorstellung. Zum 25. Male: Parforce u. Kastadenritt. Ballet von Zagesordnung: 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Aufstellung eines Kandidaten für die 3. Wählerklasse. 3. Verschiedenes. Die Wahl findet am Freitag, den 16. März, im Vittoria- Garten, Wilhelmsaue 114, von 12-4%, Uhr Nachmittags für die 3. Wählerklasse statt. Pflicht eines jeden Wählers ist es, sich hieran zu betheiligen. Das Komitee. 479/14 Orts- Krankenkasse der Stein- Ortskrankenkassed Möbelpolirer Sonnabend, den 17. März, Abends 8 Uhr, drucker u. Lithographen, Berlin. Bu der am Dienstag, den 20. März cr., Abends 8 Uhr, im Vereinshause Sophien Ordentl. Generalversammlung straße 15 stattfindenden ersten außerordentlichen bei Wilke, Andreasstr. 26. Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht. General- Versammlung 2. Bericht der Revisoren und Decharge= werden hiermit sämmtliche Herren Ver- ertheilung. 3. Anträge. 4. Mittheilungen über Zentralisation der Krankenkassen, treter der Arbeitgeber, sowie der Kaffenfreie Aerztewahl. mitglieder ergebenft eingeladen. Auf auf zur fröhlichen Jagd! 100 Damen. Meute von 40 Sunden. Außerdem: der oftpr. Hengit Blondel und Monstre- Tableau v. 60 Pferden, vorgeführt vom Direktor Fr. Renz; das Schulpferd Cromwell, geritten v. Fräul. Oceana Renz; die Poſt mit 12 Pferden, ger. von Herrn Gustav; die itarischen Spiele in der Luft, aus geführt von der Troupe Daineff; die Hand- Akrobaten Gebrüder Detroit, 2c. Morgen: Auf auf zur fröhlichen 2288b Jagd! Tages- Ordnung: 1. Beschlußfassung und Abänderung der§§ 15, 30, 41, 42 und 57, Abs. 1 des Statuts. 2. Verschiedenes. 449/9 Gustav Reuter, Vorsitzender. Julius Herzer, Schriftführer. Vereinszimmer für 120 BerJ. A.: M. Stuhlmann, Sant sonen frei Alte Jakobstr. 83. Vorsitzender. Fr. Renz, Direttor. Kartoffelland wall. iſt bei Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt die gestrige Gewinnlifte der preuß. Lotterie bei. in Parzell. Bahnh. Gesundbr. zu Die Beleidigung gegen Herrn F. Klas verp., Vermess. Sonntags v. 8-10 Uhr. deßte nehme ich zurück. F. Hartmann. 68/9 Paul Fricke. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Parodistisches Ensemble von Mensel. Donnerstag: Sanssouci. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 60. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 59. Sigung vom 12. März 1894, 12 Uhr. Am Bundesrathstische: Graf v. Caprivi, v. Marschall, v. Thielmann, v. Bötticher, v. Heyden, Graf v. Posadowsky, v. Berlepsch. Das Haus genehmigt zuerst in dritter Lejung die Verlänge rung des Handelsprovisoriums mit Spanien und seht dann die zweite Berathung des deutsch russischen Handelsvertrages fort beim Artikel 19, welcher lautet: Dienstag, den 13. März 1894. Abg. Kröber erklärt sich namens der süddeutschen Volts partei gegen die Staffeltarife; aber er und seine Freunde seien nicht grundsäßlich gegen die Staffeltarife, wenn dieselben einheitlich geordnet würden, und wenn nicht die Eisenbahnen die auswärtigen Waaren ebenso billig fahren müßten, wie die einheimischen. Dauer vor. a 11. Jahrg. Abg. Möller( natl.): Die Beschwerde darüber, daß im Zollbeirath der Landwirthschaft nicht der nöthige Einfluß gewährt sei, ist unbegründet. Abg. v. Manteuffel( dk.) konstatirt, daß kein Vertveter der verbündeten Regierungen gewillt ist, sich zum Antrage des Grafen Kaniß zu äußern. Daraus ist zu entnehmen, daß die ver bündeten Regierungen dem Antrage wohlwollend gegen berstehen. ( Große Heiterfeit.) Darauf wird Artikel 20 unter Ablehnung des Wutrages des Grafen Kanig unverändert angenommen. verhältnißmäßige Begünstigung erfahre. Die russischen Säge| Niemand kann wissen, ob die großen Hoffnungen der Industri feien auf eine sehr große Entfernung von den Häfen erheblich in Erfüllung gehen, ob die deutsche Landwirthschaft, welche die höher, als unsere preußischen Staffeltarife. Ebenso unbegründet Kosten des Bertrages zu tragen hat, nicht in ganz unhaltsei die Befürchtung, daß das zum Durchgangstarif nach Königs- bare Zustände geräth und ob Rußland nicht finanziell berg oder Danzig gelangte russische Getreide ins Innere der so gestärkt wird, daß es dadurch in andere Bahnen seiner Politik Provinzen Ost- und Westpreußen würde zurückströmen fönnen, gedrängt wird. Es giebt industrielle Staaten, die sich auf so denn die Frachten nach dem Innern würden sich höher stellen, lange Fristen gar nicht einlassen. Der russisch- französische Werals eine Verfrachtung von der Grenze. trag ist auf ein Jahr abgeschlossen; diesem ist mein Antrag nachgebildet; er tann also bei Rußland keinen Widerspruch finden, denn Rußland hat ein viel zu großes Interesse an der Ermäßigung der Getreidezölle; es wird also auch nicht daran denken, den Bertrag zu kündigen. Wenn so viel zweifelhafte Bestimmungen in einem Vertrag enthalten sind, dann kann leicht Die beiden vertragschließenden Theile behalten sich das Recht die Stimmung so wechseln, daß man von dem Vertrag losvor, ihre Eisenbahntransport- Tarife nach eigenem Ermessen zu Abg. Hammacher( natl.): Da die Aufhebung der Staffel- autommen sucht. bestimmen. Jedoch soll weder hinsichtlich der Beförderungspreise, tarife beschlossene Sache ist, so hat es wenig Zweck, sie hier im Abg. Meyer Danzig( Rp.) erklärt, daß er, obwohl ein noch hinsichtlich der Zeit und Art der Abfertigung zwischen den Reichstage zu behandeln. Ich möchte nur empfehlen, mit der Gegner der Handelsvertragspolitik der Regierung, für den Bewohnern der Gebiete der vertragschließenden Theile ein Unter- Aufhebung so bald als möglich vorzugehen. In bezug auf die russischen Vertrag stimmen werde, weil er in der Aufhebung des schied gemacht werden. Insbesondere sollen für die von Rußland Eisenbahntarife würde es an der Zeit fein, eine 3entral Identitätsnachweises genügende Kompensationen für die der nach einer deutschen Station oder durch Deutschland beförderten behörde einzusehen, welche die Beobachtung der Verfassung in Landwirthschaft durch den Vertrag erwachsende Schädigung erGütertransporte auf den deutschen Bahnen keine höheren dieser Beziehung überwacht. Was würde aus dem Verkehr mit blicke, und weil er sein Vaterland vor den schweren inneren VerTarife angewendet werden, als für gleichartige deutsche Rußland, wenn wir den Art. 19 nicht hätten? Würde nicht erst wickelungen bewahren wolle, welche aus einer Auflösung des oder ausländische Erzeugniffe in derselben Richtung recht Rußland freie Hand haben, seine Eisenbahntarife zu ge- Reichstags entstehen müßten. und auf derselben Verkehrsstrecke erhoben werden. Das Gleiche stalten und dadurch die Zollermäßigungen illusorisch zu machen? Abg. Graf Arnim( Rp.): Das starke Anwachsen des soll auf den russischen Bahnen für Gütersendungen aus Deutsch- Abg. v. Hammerstein( dk.): Der Reichskanzler hat aller- russischen Exportes und die langsame Zunahme des deutschen land gelten, welche nach einer russischen Station oder durch Ruß- dings dagegen protestirt, daß Preußen gezwungen sei, die Staffel- Importes in Rußland in den Jahren 1886-92 eröffnet eine land befördert werden. Im Schlußprotokoll wird zu Art. 19 tarife aufzuheben. Aber etwas eigenthümlich ist die Entstehungs- sehr unerfreuliche Perspektive für die nächsten 10 Jahre. Wenn bemerkt: Die vertragschließenden Theile werden einander im geschichte dieser Angelegenheit doch. Im Juni 1893 erklärte die Herr v. Marschall gesagt hat, daß niedrigere Getreidepreise nicht Eisenbahntarifwesen, insbesondere durch Herstellung direkter preußische Regierung, daß die Staffeltarife wirthschaftlich und eintreten werden, so kann den deutschen Bauer das nicht beFrachttarife, thunlichst unterstützen. Namentlich sollen letztere finanziell gerechtfertigt seien. Damals wußte sie doch schon, daß ruhigen. Wir wollen einen solchen Sprung ins Dunkle nur auf nach Danzig, Königsberg und Memel eingeführt werden. Bu mit Rußland verhandelt wurde und wenn die Staffeltarife eine möglichst kurze Zeit machen. Rußland selbst hat sich z. B. gleich sollen die Frachtsäge für die im russischen Eisenbahntarif damit direkt in Verbindung ständen, so hätte eine solche in bezug auf die Kohlen nur bis 1898 gebunden, weil bis dahin zum Getreide gerechneten Artikel, sowie für Flachs und Hanf Erklärung damals doch nicht abgegeben werden fönnen. feine Eisenbahnen fertig sind, so daß es die Kohlen aus dem von den russischen Aufgabestationen bis zu den erwähnten Häfen Redner bleibt bei seiner in der Kommission aufgestellten Meinung Ural beziehen kann. nach denjenigen Bestimmungen gebildet und unter die am stehen, daß der Transport vom Junern Rußlands über Danzig Abg. v. Kardorff( Rp.): Ich stehe auf dem entgegengesetzten Transport betheiligten deutschen und russischen Bahnen vertheilt nach Berlin für russisches Getreide sehr billig sein würde; von Standpunkte wie mein Freund Meyer- Danzig. Ich bitte daher werden, welche für die nach Zibau und Riga führenden einer Umladung in Danzig brauche keine Rede zu sein; denn in den Vertrag abzulehnen. russischen Eisenbahnen jetzt in Kraft sind oder treten werden. Der Kommission sei nur erklärt worden, daß die Regierung eine Abg. Graefe( deutsche Reformpartei): Auch die AntiDie außer den Frachtfäßen erhobenen Zuschläge( Neben- folche Umladung einrichten könne. Die von der preußischen semiten halten die zehnjährige Dauer des Vertrages für eine gebühren) sollen in gleicher Weise gebildet und der Betrag der Eisenbahnverwaltung aufgestellten Zahlen stimmen nicht recht verhängnißvolle Bedingung und ziehen eine kürzere Versuchsfelben nach den russischen Vorschriften unter die betheiligten mit denen überein, welche aus Speditionskreisen mitgetheilt sind. Linien vertheilt werden, wobei man darüber einverstanden ist, Wenige Tage vor Abschluß des Vertrages hat Rußland den 3oll daß nur eine einzige Grenzgebühr, die den russischen und den für Zucker in Finnland erhöht, soweit er nicht aus Rußland deutschen zur Grenze führenden Bahnen zu gleichen Theilen zu kommt. Eine solche Manipulation furz vor Abschluß eines Verfällt, erhoben werden darf. Diese Verpflichtung bezieht sich trages, der eine solche Erhöhung verbietet, ist doch auffallend. nur auf die beiderseitigen Staatsbahnen; doch werden die beiden Ebenso auffallend ist es, daß die Schulen der deutschen Kolonisten Regierungen dahin zu wirken suchen, daß die Privatbahnen bei nicht mehr die Selbstverwaltung haben sollen, daß die Schulverder Tarifbildung und Frachtvertheilung auf ihren Linien die waltung nicht mehr Grundbesiz erwerben kann.( Hört! rechts). gleichen Grundsäge anwenden. Sollten sich jedoch trotzdem die Reichskanzler Graf v. Caprivi: Ich will nur auf die Anam Verkehr in einer der bezeichneten Richtungen betheiligten griffe antworten, welche der Vorredner gegen die preußische Privatbahnen diesen Grundsäßen der Tarifbildung und Ber- Staatsregierung gerichtet hat. Er hat aus der Erklärung des theilung nicht unterwerfen, so sollen diese Grundsäge auch für preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 28. Juli Darauf folgt die Berathung des Tarifs A: 3ölle bei die Staatsbahnen nicht mehr bindend sein. Die bestehenden be- 1893, die Staatsregierung sei mit den Staffeltarifen durchaus der Einfuhr nach Rußland. sonderen Bestimmungen zur Regelung des Wettbewerbes zwischen zufrieden, gefolgert, entweder müsse das preußische Staats- Bei Nr. 6: Frisches Obst, sucht Abg. Hahn nachKönigsberg und Danzig bleiben in Kraft. ministerium nicht in allen Stadien der Unterhandlungen hin- zuweisen, daß der russische Zoll so hoch sei( nämlich viermal so Abg. Graf Mirbach( dt.): Es ist in der Kommission zu reichend unterrichtet gewesen sein oder der preußische Handels- hoch als der deutsche Zoll), daß die deutsche Landwirthschaft gegeben worden, daß thatsächlich der preußische Staat sich eines minister hätte wissen müssen, daß der Vertrag mit Rußland tam. feinen Vortheil habe. heiles seiner Hoheitsrechte in bezug auf die Tarifbildung be- Der Einwand erledigt sich sehr einfach aus dem Datum. Am Bei Nr. 26: Sopfen, bedauert Abg. Weiß- Nürnberg giebt. Es ist aber dankbar anzuerkennen, daß den Städten 28. Juli 1893 waren wir in den ersten Stadien des schriftlichen( Freif. Vp.), daß es nicht gelungen sei, wie man gehofft habe, Danzig und Königsberg dieje Ausnahmetarife erhalten find, Verkehrs mit Rußland und weder ich noch irgend ein Mensch den russischen Zoll dem deutschen gleichzustellen. Redner wird wenigstens in bezug auf die Relation zu Libau und Riga. Be fonnte um die Zeit mit einiger Wahrscheinlichkeit wiffen, ob ein aber deswegen doch nicht gegen den Vertrag stimmen, zumal dauerlich ist aber, daß durch die Verabredung des Art. 19 eme Handelsvertrag mit Rußland und ein Gesetz über den das Präsidium des Hopfenbau Vereins für den Vertrag weitere Ausdehnung der Konkurrenz Rußlands auf dem Gebiete Identitätsnachweis zu stande kommen werde. Die Sache eintrete. des Getreidehandels begünstigt wird. Besonders werden die mit den Staffeltarifen bezeichnete der Borredner als Abg. Aichbichler( 3.) bleibt bei seinen früheren Bedenken Danziger und Königsberger Mühlen sich freuen; aber die andern ein Handelsgeschäft; der eine Kontrahent sei das preußische gegen den russischen Handelsvertrag, namentlich auch in bezug Mühlen Ost- und Westpreußens werden sich darüber nicht freuen. Staatsministerium, den andern tenne er nicht. Ich bin er auf den Hopfenzoll. Es zeigt sich hier wieder das Bestreben, die Bevölkerung immer staunt, daß er das nicht weiß. Hat der Herr Abgeordnete Abg. Luk( dk.): Ich könnte eigentlich auf das Wort vermehr in die Hauptzentren des Verkehrs zu drängen( Zustimmung| teine Kenntniß von dem Antrag Eckels im Abgeordnetenhaus, hat zichten, denn an der Sache ist doch Hopfen und Malz verloren rechts). Bedentlich ist es, daß man Desterreich und Rußland die er nicht die Rede des Freiherrn v. Schorlemer im Herrenhause( Sehr richtig! rechts), aber ich bleibe bei meinen früheren AusGütertarife in vollem Umfange tonzedirt hat. Wir sind in der gelesen? Wer Kenntniß von diesen Dingen hat, wird wissen, lassungen in dieser Frage und weise auf die Gefahr hin, daß Lage, von Rußland das Gleiche zu verlangen. Aber das ist sehr wer der zweite Kontrahent war. der russische Hopfenbau sich ausdehnen könne; das hat auch die wenig. Es giebt in Rußland Export- und Importtarife und Ruß- Abg. Schädler( 3.) verwahrt die bayrische Rammer dagegen, Regierung zugegeben. land exportirt sehr viel mehr als Deutschland dorthin exportirt( 3u daß Graf Mirbach es fomisch oder eigenthümlich gefunden habe, Staatssekretär von Marschall: Es stehen sich hier zwei stimmung rechts). Der Kohlenexport aus Oberschlesien wird nicht er- daß die bayrische Rammer sich mit den preußischen Staffeltarifen Anschauungen diametral gegenüber: die der bayerischen Hopfenheblich werden: die russischen Kohlenwerke verstehen die Sache zu befaßt habe. Die bayrische Kammer wird es sich nicht nehme.. bauer, welche die Bollermäßigung für unwirksam halten und die machen. Daß die Handelsvertragspolitik bedenkliche Folgen haben taffen, sich mit Dingen zu befassen, welche das vitalste Interene der russischen Hopfenbauer, welche durch diese Bollermäßigung wird, sowohl in politischer wie in finanzieller Beziehung, habe Bayerns betreffen.( Bustimmung im Zentrum.) Bon einem ruinirt zu sein glauben( Hört! links.) Der russische Finanzich schon mehrfach ausgeführt. Das letztere hat der Finanz- Staffeltarif für Baumwolle ist in Bayern gar keine Rede. Wenn minister hat den Hopfenbauern Rußlands aber die beruhigende minister Miquel zugestanden. Die Reichs- Bolleinnabmen und die Aeußerung des Herrn Hammacher von einer Zentralftelle Erklärung gegeben, daß es so schlimm nicht sein würde. Man die preußischen Eisenbahneinnahmen werden durch die neueste darauf hinausgehen soll, daß Bayern seine selbständige Tarif spricht von der Ueberschwemmung mit russischem Hopfen.. Zollpolitik geschädigt. Besonders eifrig hat sich die bayrische feststellung verlieren soll, so wird er sich täuschen. Alle Bayern ohne Ueberschwemmung geht es nun einmal nicht!.. und Kaminer mit den preußischen Staffeltarifen beschäftigt, während werden sich gegen eine solche Verzichtleistung auf ein bayrisches denkt dabei an das große Rußland und wie viel Hopfen da in Bayern erhebliche Tarifermäßigungen bestehen für die Aus- Recht erklären.( Zustimmung im Zentrum.) produzirt werden könnte. In Rußland werden überhaupt nur fuhr von Bier, Cement, Chlortalt, Steinkohlentheer, Malzträber, produzirt 30 000 Doppelzentner Hopfen, also etwa so viel wie in Holz und Steine, und es bestehen große Erleichterungen für die Baden und noch nicht einmal soviel wie in Württemberg( Hört links.) Durchfuhr österreichischen Getreides. In Bayern bestehen große alle Befürchtungen erscheinen daher unbegründet: Unsere Auszollfreie Läger, in welchen die Getreidemassen ein Jahr lang fuhr von Hopfen wird zunehmen.( Zustimmung links.) zinsfrei lagern und es steht den Lägern frei, das Getreide in Staatssekretär von Marschall: Der Zoll für Rohzucker in Abg. v. Standy( dk.): Es giebt auch bei uns in Posen Bayern abzusetzen oder mit der Prämie der Reexpeditions: Finnland ist im Februar von 40 auf 50 finnische Mark erhöht Hopfenbauer, ich fann mich selbst als einen solchen vorstellen. gebühr weiter nach Rheinland zu verfrachten.( Hört! rechts.) worden, das ist aber ohne alle Bedeutung für uns, da wir Der Neutomischler Hopfen steht in keiner Weise dem bayrischen Also die Bayern denken über die Tarifermäßigungen auf ihren nach Finnland nur geringe Mengen Rohzucker exportiren; ja nach; er wird manchmal sogar etwas theurer bezahlt, weil er eigenen Bahnen anders als auf den preußischen Bahnen. Da es liegt darin darin vielleicht ein Vortheil für uns, weil besondere Qualität hat und aus Saazer Fechfung gezogen ist. muß das Auftreten der bayerischen Kammer, ich will nicht sagen wir hauptsächlich raffinirten Buder exportiren. Was die Ich habe keine 10 Jahre gebraucht, um diese Qualität zu erfomisch, aber befremdend wirken. Die preußische Regierung sollte Behandlung der deutschen Kolonisten angeht, so ist das eine zielen( hört! rechts). Es sind bei uns nicht kleine Leute, welche doch diese Staffeltarife bekämpfen im preußischen Interesse. innere Angelegenheit Rußlands, in die wir uns nicht einmischen Hopfen bauen, sondern größere Bauern, Besizer spannfähiger Deutschland als geschlossenes Ganze soll im Wettbewerb mit fönnen, weil wir eine solche Einmischung in unsere inneren An- Wirthschaften, die vollständig mit dem Großgrundbefiz Hand in andern Staaten seine Kräfte frei entfalten; das fann es aber gelegenheiten auch nicht wünschen. Hand gehen in bezug auf die Wirthschaftspolitik. In Rußland nur, wenn es die Tarife auf weite Entfernungen verbilligt. Denn Abg. v. Stumm( Rv.): Die Kontrahenten bezüglich der fann viel mehr Hopfen als bisher gebaut werden; deshalb wollen worunter leidet z. B. der Osten? Dort find noch große Holz- Aufhebung der Staffeltarife sind die preußische Regierung und wir den Vertrag nicht annehmen. vorräthe vorhanden, die wegen des weiten Transports nicht die Vertreter des Westens im Landes- Eisenbahnrath, welche für Abg. Röficke: Ich begreife es, daß die Hopfenbauer noch Iohnend verwendet werden können. Ich verurtheile die Handels- die Aufhebung derselben gestimmt haben. Die Stellungnahme der mehr zu erreichen wünschen, aber Deutschland hat 10000 Doppelverträge politisch wesentlich von dem Gesichtspunkte aus, daß preußischen Regierung zu den Staffeltarifen im Jahre 1893 Bentner übrig zum Export und zwar sind es nicht die besten man die landwirthschaftlichen Zölle nach oben bindet in einem war unabhängig von dem russischen Handelsvertrag und auch Qualitäten, welche exportirt werden, sondern solche, die in Augenblice, wo uns die auswärtige Konkurrenz verderblich von der Aufhebung des Identitätsnachweises, von welchen Deutschland nicht verkäuflich. Die Reden der Hopfenbauer wird; ich verurtheile diese Politik aber auch deswegen, weil beiden Maßregeln damals noch gar teine Rede war. wären begreiflich, wenn der Zoll Rußlands erhöht wäre; er soll Deutschland sein Eisenbahntarissystem bindet andern Staaten Ich bin aber der Meinung, daß die Aufhebung des Identitäts- aber um fast 2/3 ermäßigt werden. gegenüber( Bustimmung rechts), sodaß es nicht im stande ist, nachweises bedeutsamer für den Osten ist als die Staffeltarife Abg. Beckh( frs. Vp.) tritt ebenfalls den Ausführungen des Daffelbe zu reformiren. Die Politit des Deutschen Reiches waren. Abg. Lutz entgegen; ohne Abschluß des Vertrages mit Rußland hat Preußen gezwungen, sein Eisenbahntarifsystem zurück Abg. v. Hammerstein( dk.): Herrn Geheimrath Möll- und ohne Ermäßigung des Hopfenzolles würde Deutschland zufchrauben. Ich sehe darin nicht eine Dissonanz zwischen hausen gegenüber ist festzustellen, daß in der Kommission nur schließlich garnicht mehr exportiren fönnen. Preußen und Deutschland; bei der Bedeutung Preußens für von einer Möglichkeit gesprochen wurde, eine direkte Umfartirung Deutschland konnte die Handelsvertrags- Politit nur inaugurirt des Getreides in den Hafenplägen zu verhindern. werden in Uebereinstimmung der preußischen Staatsmänner mit Abg. Rickert beantragt den Schluß der Diskussion, welcher denen des Reiches. Man fann einem Konservativen ja jede mit großer Mehrheit angenommen wird. Selbständigkeit der Meinung absprechen. Aber die Logik gebietet, Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen wird Artikel 19 daß, was im Reiche geschieht, vollständig den Ansichten der mit großer Mehrheit angenommen. preußischen Regierung entspricht; deshalb danke ich dem preußischen Nach Artikel 20 soll der Vertrag bis zum 31. Dezember Finanzminister Miquel für seine Anerkennung der Handelsvertrags. 1903 in Giltigkeit bleiben und von da ab von Jahr zu Jahr Politik.( Zustimmung rechts.) als verlängert gelten, wenn er nicht zwölf Monate vorher gePreußischer Gesandter in Hamburg v. Thielmanu: Die fündigt wird. Staffeltarife haben mit dem Artikel 19 nichts zu schaffen, Abg. Graf Kanit( dk.) beantragt, daß der Vertrag in Kraft denn die Staffeltarife in Preußen sollen aufgehoben werden, bleiben soll bis zum Ablauf eines Jahres von dem Tage ab, an nicht weil wir einen Vertrag mit Rußland abschließen welchem er von einem der beiden vertragschließenden Theile gewollen, sondern weil sie geeignet sind, einen einen großen fündigt sein wird. Die Hauptsache des Vertrages sei das AufTheil des deutschen Vaterlandes wirthschaftlich zu schädigen. hören der differenziellen Behandlung Rußlands. Dazu bedarf Abg. Rösicke darauf genehmigt. Er müsse entschieden bestreiten, daß die russischen Tarife jegt es feines 10jährigen Vertrages, den die Russen selbst nicht wollen. Bei Nr. 74 Töpferwaaren aus gewöhnlichem und feuerfestem schon so niedrig wären, daß dadurch der Export russischen Ge- Was in 10 Jahren paffiren kann, kann Niemand übersehen; Thon" führt Abg. Graf Arnim aus, daß der Zoll immer noch treides über Königsberg und Danzig nach Berlin eine un deshalb sollte der Vertrag nur auf ein Jahr abgeschlossen werden. sehr hoch geblieben sei, daß die deutschen Industriellen davon Preuß. Geh. Rath Möllhausen: Es handelt sich um Ausnahmetarife für Frachten loko Danzig und Königsberg. Diese Ausnahmestellung der Tarife wird gewahrt werden, indem wir positiv eine Umladung des Getreides vorschreiben werden. Abg. v. Manteuffel( dk.): Wir sollen der Regierung dankbar sein für die Ermäßigung des Hopfenzolles. Aber der Hopfensoll beträgt immer noch das 21/ 2fache deffen, was 1887 als Boll bestand. Wenn man zu diesem Saße zurückgekehrt wäre, so wäre damit wirklich etwas erreicht worden. Abg. Kröber( südd. Vpt.): Eine Versammlung hat mich beauftragt, gegen diese Position zu stimmen; das kann mich aber nicht veranlaffen, gegen den ganzen Vertrag zu stimmen. Abg. Hilpert: Wenn Herr Weiß seine Rede vor der Wahl gehalten hätte, hätte er feine einzige Stimme bekommen. Abg. Lutz( dt.) bestreitet, daß er de- und wehmütig Abbitte geleistet habe. Damit schließt die Debatte. Die Position wird nach einer persönlichen Bemerkung des " CO V feinen Vortheil haben werden. Die Herren erklären größten-| Unterricht seitens der Gemeinde sich aus sich selbst heraus ent- entstanden sei, und die Arbeiter werden mit diesen Klagen theils, daß sie feinen Vortheil haben, aber im Interesse der widele. sämmtlich an das Amtsgericht verwiesen, um auf zivilrechtlichem Industrie nicht widersprechen wollen. So künstlich ist überhaupt Abg. Conrad- Glaz( 3.) erinnert an die Bemühungen, die Wege ihren Entschädigungsanspruch geltend zu machen. die Stimmung der Industrie für den Vertrag hervorgerufen. arme Weberbevölkerung in Schlesien anderen Berufszweigen zu- Nun ist schon wiederholt von den Arbeitern betont worden, Staatssekretär von Marschall: Ich bestreite, daß die Zu- zuführen; alle solche Bemühungen seien vergeblich gewesen. Man daß diese Streitigkeiten dennoch laut§ 3 Ziffer 2 des Gestimmung der Industrie nur künstlich gemacht worden sei. Sie wollte deshalb durch die Erziehung in der Schule zu helfen suchen werbegerichts Gesetzes vor das Gewerbegericht gehören und ein ift im Zollbeirath gegeben worden, welcher ständig die Ver und führte probeweise in Neurode den Handarbeitsunterricht ein, großer Theil der Gewerbegerichte in anderen Städten entscheidet handlungen verfolgte und die Konzessionen als erheblich er- ein Unternehmen, das von allen Seiten Billigung und Unter- auch diese Streitigkeiten, nur das Gewerbegericht Berlin macht flärt hat. stützung finde. Der Etat sehe nur 10 000 m. mehr für die hiervon noch immer eine unrühmliche Ausnahme. Förderung des Handfertigkeitsunterrichts im ganzen Lande vor; das sei nur eine homöopatische Dosis für die Bedürfnisse. Bei Nr. 139: Roheisen, fragt Abg. Graf Kanit, weshalb der Roheisenzoll nicht herabgesezt sei. Es heißt, die russische Regierung habe der Eisenindustrie die Fortdauer des Zolles bis 1898 zugefichert; warum ist er aber nicht für die Zeit von 1898 bis 1903 ermäßigt worden? Staatssekretär v. Marschall: Die deutsche Industrie ist am Export von Roheisen nur mit 45 000 Doppelzentnern interessirt, England dagegen mit 12 Millionen. Unserer Ausfuhr an Halb- und Ganzfabriken von Eisen entsteht dadurch keinen Schaden, daß der Roheisenzoll in Rußland noch 4 Jahre auf derselben Höhe bleibt. Abg. Graf Kanit: Deutschland, in erster Linie Schlesien, hat früher dasselbe Quantum Roheisen nach Rußland exportirt wie England, solange der Zoll nicht differenzirt war. 1886 betrug der Werth der deutschen Roheisenausfuhr über 3 Mill. Staatssekretär v. Marschall: Wenn die Schlesier statt Roheisen, Ganz- und Halbfabrikate nach Rußland exportiren können, so tönnen sie auf den Export von Roheisen verzichten. Mart. Bei Nr. 215: Galanterie- und Toilettesachen, Spielwaaren ergreift das Wort In einer solchen Klagesache, die der Arbeiter Dönges vor dem Amtsgericht I anhängig machte das Gewerbegericht verweigerte ihm vorher die Aufnahme der Klage und verwies ihn an das Amtsgericht wurde am 7. Februar der Kläger mit seiner Klage ebenfalls, und zwar kostenpflichtig abgewiesen. Die Begründung des abweisenden Urtheils, welche die Anschauung der Arbeiter über die Zuständigkeit des Gewerbegerichts bestätigt, lautet wörtlich: Nach§ 3 Nr. 2 des Reichsgesehes, betreffend die Gewerbegerichte vom 29. Juli 1890 find die Gewerbegerichte zuständig über Entschädigungsansprüche eines gewerblichen Arbeiters aus Da der vom Kläger erhobene dem Arbeitsverhältnisse. Anspruch als ein, auf sein Arbeitsverhältniß bei der Beklagten gegründeter Entschädigungsanspruch anzusehen ist, so ist das Gewerbegericht ausschließlich zuständig. Es war daher Kläger mit seiner vor dem nicht zuständigen ordentlichen Gerichte erhobenen Klage abzuweisen, während im übrigen nach den§§ 87, 649 Nr. 4 der Civil- Prozeßordnung zu entscheiden war. Berlin, den 16. Februar 1894. Wir sind nun wirklich neugierig, ob das Gewerbegericht die Kläger, die nun ihre Klagen in solchen Sachen dort anbringen, weiter abweisen wird. Nebenbei sei noch bemerkt, daß dem Arbeiter Dönges, durch die Abweisung seiner Klage vom Gewerbegericht und die Verweisung derselben an das nicht zuständige ordentliche Gericht ca. 10 M. Gerichtstoften erwachsen sind, die ihm das Gewerbegericht jedenfalls nicht ersetzt. Das Kapitel des Elementar- Schulwesens wird bewilligt. Beim Kapitel„ Kunst und Wissenschaft" befürwortet Abg. Beumer( natl.) zur Beseitigung eines großen Künstlerproletariats die Trennung der Vorbereitungsklassen auf den Kunstakademien von den höheren Klassen. Nicht mit den nöthigen Talenten ausgestattete junge Leute tönnten dann auf dem Wege in das praktische Leben ins Kunstgewerbe geführt werden. Die traurige Lebenslage der Künstler sei mit schuld an dem öden Cynismus und trassen Materialismus in unserer Kunst. Abg. Kirsch( 3.) wünscht, daß der Staat nur solche Lotterien genehinige, bei welchen ein bestimmter Theil der Gewinne Kunst werfe seien, und bedauert, daß das Haus neulich die Erweiterung der Museen in Berlin abgelehnt habe. Die Anbringung der Bilder in der Nationalgalerie sei eine sehr gute, da Licht und Schatten passend vertheilt seien. In der Düsseldorfer Aus stellung sei zu bedauern, daß die Personalangaben über die Künstler, Geburts-, Todesjahr, Alter 2c., sehr lückenhaft seien. Kultusminister Bosse: Die Förderung der Monumentalmalerei und Plastik ist durchaus berechtigt. Es ist ebenso zweckAbg. Neißhans( Soz.): Die Spielwaarenindustrie ist auf mäßig, an den Wänden einer Gymnasial- Aula gefchichtliche den Export angewiesen. In Deutschland werden für zirka Szenen darzustellen, wie Gemälde für die Nationalgalerie zu 45 Millionen Mark Spielwaaren erzeugt, wovon 40 Millionen erwerben. Man soll das eine thun und das andere nicht lassen. exportirt werden. Unsere Spielwaarenausfuhr schäßte man Daß so viele Künstler zu spät ihre Leistungsunfähigkeit erkennen früher auf 12 Millionen Mark, durch den Zollkrieg ist dieser und Gefahr laufen, zu Grunde zu gehen, dem läßt sich vielleicht Export fast ganz beseitigt worden. In Rußland sind durch Förderung des Kunstgewerbes etwas vorbeugen, das auch selbst Spielwaarenfabriken entstanden, die durch die eigentlich die Vorstufe für die Künstler sein sollte. Kampfzölle mehr und mehr erstarkt sind und unsere Abg. Graf Limburg- Stirum( F.) fragt an, welche Erfahrungen Der Militärstaat. Die Bewohner des Südens und SüdAusfuhr von Spielwaaren nach Rußland nahezu in Frage stellen. mit der verlängerten Besuchszeit in den Museen am Sonntag gewestens der Stadt fühlen sich von dem Gefnalle, das seit etwa Graf Mirbach hält die Handelspolitik für verhängnißvoll für macht seien. Deutschland, ich kann ihm versichern, daß die Handelspolitik des Geheimrath Schöne: Der Andrang ist in dieser Zeit so 14 Tagen fast tagtäglich vom Tempelhofer Felde her erdröhnt, Fürsten Bismarck für die Spielwaaren- Industrie verhängnißvoll groß gewesen, daß diese Maßregel aufrecht erhalten werden wird. theilen, die bekanntlich nicht allzureichlich mit Millionären durchgerade nicht sehr angenehm umschmeichelt. In diesen Stadtgeworden ist, ebenso wie auch für viele andere Industrie- Abg. v. Eyuern( natl.) hält die Neigung für Erhaltung bezirke. Die wirthschaftliche Lage der Arbeiter der Spielwaaren- von Alterthümern für krankhaft, denn das Alte stürze, es ändere läet, ist nun zwar seit je kein allzugroßer Gefallen am Militarismus zu verspüren gewesen; aber trotzdem man ihn hinift eine geradezu elende; manche verdienen sich die Zeit; die Thore in Düsseldorf und in Bonn müßten wünscht, wo der Pfeffer wächst, fügt man sich nothgedrungen in nur 45-55 Pf. pro Tag. Der Vertrag bringt allerdings der alle beide beseitigt werden, wenn sie nicht vielleicht selbst um das heilige Donnerwetter mit seinem lieblichen Fenstergellirre, Spielwaaren Industrie Vortheil. Trogdem der Wunsch der fielen. Sonneberger Handelskammer nicht in Erfüllung gegangen ist, Abg. Szmula( 3.) bedauert, daß neben der für die Unter- o lange man leidlich gesund ist. Nicht sehr erbaulich wirkt aber daß der Zoll auf Spielwaaren nicht nur auf 40 Kop., sondern haltung von Denkmälern und Alterthümern ausgeworfene Summe das Geräusch vom Tempelhofer Felde auf diejenigen unserer auf 30 Stop. herabgesetzt würde, so hofft man doch, daß der nicht auch Mittel zur Unterhaltung und Restaurirung alter denk- Mitmenschen, die sich zur Zeit feiner sehr robusten Natur erExport sich wieder auf 1 Million steigern wird. freuen, oder sich gar, wie die Insassen des Krankenhauses am würdiger Gebäude vorgesehen seien. Redner führt eine Reihe Urban und des Kinderhospitals in der Hafenhaide, auf ihrem Darauf wird der russische Tarif und die Bemerkung des von Baudenkmälern, namentlich in Schlesien, auf, deren Erhaltung Schmerzenslager winden. In Rücksicht auf diese unsere MitSchlußprotokolls dazu genehmigt, nachdem noch Abg. Graf Arnim resp. Restaurirung er wünscht. Bei allen Staatsbauten folle brüder und Mitschwestern schiene es geboten, die grandiosen darauf aufmerksam gemacht hatte, daß der Getreidehandel berück der Minister ferner darauf hinwirken, daß Marmor aus den Schießübungen einige Meilen hinaus nach einer menschenöden sichtigt sei, indem man die Säcke, in welchen ruffifches Getreide schlesischen Marmorbrüchen verwandt werde, anstatt daß man Gegend zu verlegen, wenn wir nach Deutschland eingeführt sei, wieder zollfrei nach Rußland das Geld ins Ausland schicke. zurückgehen lassen könne. Aber für die deutsche Landwirthschaft Geheimrath Perfius bestreitet, daß für die schlesischen staat befänden. Da wir aber in einem Militärstaat leben, müssen Baudenkmäler nicht genug geschehe. Das Kapitel wird be- die geplagten Kranken sich bescheiden und in dem Gedanken Trost suchen, daß sich bei einiger Angewöhnung auch ein bischen willigt. Kanonendonner ertragen läßt, zumal wenn er fürs theure Waterland gilt. habe man nichts übrig. Um 534 Uhr wird die weitere Berathung bis Dienstag 12 Uhr vertagt. Abgeordnetenhaus. uns nicht in einem MilitärBeim Kapitel Technisches Unterrichtswesen" wünscht Abg. Böttinger( natl.) bei der Bedeutung der Elektrochemie dem Mangel an geeigneten Chemikern und Technikern abzuhelfen, Ein Beitrag zum Charitee- Boykott! Wir geben nachwelche die nöthige spezielle wissenschaftliche Vorbildung für diese folgender Zuschrift Raum, welche, wenn sie uns auch anonym neue Wissenschaft besitzen. An den technischen Hochschulen zugegangen ist, doch den Stempel voller Glaubwürdigkeit an müßten elektrochemische Abtheilungen gebildet werden, wie es fich trägt: 3. B. in München und Stuttgart schon geschehen sei. Deutschland müsse auf diesem Gebiete seine berechtigte Suprematie behalten, ungeachtet der Finanzlage. Abg. Motty( Pole) wünscht energische Remedur gegen die 11 Mißhandlungen der Schüler durch Lehrer. Solche Lehrer brauche man ja nicht, todtzuschlagen", aber man sollte sie versetzen oder absetzen; vielleicht fönnten sie auch eine gute Verwendung in Deutsch Ostafrita finden. Solche Beschwerden bestehen namentlich in den polnischen Landestheilen. Tokales. 34. Sigung vom 12. März. 11 Uhr. Am Ministertische: Bosse. Die zweite Berathung des Etats die Debatte über das Es ist noch nicht lange her, daß namentlich von Männern Elementarschulwejen im Rulusetat wird fortgefeßt. Ihrer Partei die Mißstände in der fgl. Charitee der öffentlichen Abg. Jaufen( 3) beklagt die Verhältnisse der Lehrer, speziell Kritik unterzogen wurden; die Anstalt ist darauf hin von einer in der Provinz Schlesien und wünscht, daß den Lehrern dort das Geheimrath v. Wehrenpfennig: Unsere elektrotechnischen großen Anzahl Berliner Krankenkassen in Verruf erklärt worden. Gehalt nicht vierteljährlich, sondern monatlich pränumerando ge- Institute haben alle noch ein sehr junges Alter, aber die ge- Ich stehe auf dem Standpunkt, daß dabei zahlreiche Ueberzahlt werde oder daß ihnen Vorschüsse gewährt werden. Ein planten Erweiterungsbauten in Hannover und Aachen sind betreibungen vorgekommen sind. Wenn ich Ihnen dennoch die Bolksschulgesetz sei wegen der Haltung der Konservativen nicht stimmt für die Elektrotechnik, und in Hannover sollen elektro- nachstehende Mittheilung mache, die meines Wiffens noch nicht möglich, die Lehrerverhältnisse müßten aber verbessert werden. Iytische Versuche gemacht werden. Wir werden dazu nicht nur durch die Presse gegangen ist, so bitte ich Sie daraus zu er Kultusminister Bosse: Im Verwaltungswege lassen sich Professoren, sondern auch Männer aus dem prattischen Leben sehen, daß auch ich vorhandene Mißstände anerkenne und im biese Verhältnisse nicht bessern. Borschußzahlungen würden allen zur Lösung dieser Frage heranziehen, aber es wird bedeutender Interesse ihrer Abstellung gern einer öffentlichen Besprechung finanziellen Grundsätzen des Staates widersprechen. Beim Lehrer- Mittel dafür bedürfen. unterwerfe. besoldungsgesetz werden hoffentlich auch diese Verhältnisse verDas Kapitel wird bewilligt. In der Vorlesung des Herrn Georg Lewin am Mittbeffert werden fönnen. Um 4 Uhr wird die weitere Berathung auf Dienstag woch, den 14. Februar d. J., gab der stellvertretende Herr einige Uhr vertagt. Aufflärungen über den Betrieb der geschlechtlichen Abtheilung; es handelte sich dabei um weibliche Kranke. Er erzählte unter anderem, daß die sogenannten" freiwilligen Kranken" d. h. diejenigen, welche nicht unter fittenpolizeilicher Kontrolle stehen, die Anstalt jederzeit verlassen können, auch wenn nach Feststellung der Aerzte die Krankheit noch fortbesteht. Ihre Namen werden nicht weit tommen". Die unterstrichenen Worte jedoch der Polizei gleichzeitig mitgetheilt, so daß fie sind authentisch und in dieser Form von dem vortragenden Herrn gebraucht, und sie sind es, die ich hiermit aur öffentlichen Grörterung bringen will. Wenn es wahr ist, daß Angehörige Ihrer Partei überall zu treffen sind, so wird es Ihnen leicht Die Justiz und die Obdachlosen des städtischen Asyle. sein, meine Angaben zu kontrolliren. Die Verwaltung wird auch der polnischen Presse, welche immer vor dem Eintritt in den Eine ungemein interessante Notiz, welche die nach gutem deutschen einen thatsächlich bestehenden Brauch nicht in brede stellen. Lehrerberuf gewarnt habe. Wir haben es mit deutschen Kindern Brauch an den Aermften der Armen geübte Juſtis treffend Umständen das so vielfach angeführte Recht der sogenannten Warum empört mich dieses Verfahren? Weil unter diesen zu thun, die Schulverwaltung hat dafür zu sorgen, daß sie deutsch charakterisirt, geht zur Zeit durch die Presse. bleiben.( Beifall rechts.) Ungemein viel unnühe Arbeit, fo heißt es, wird dem freiwilligen Kranken die Anstalt jederzeit zu verlassen, wenigstens Auf eine Anfrage des Abg. Gerlich( freit.) bemerkt Miniſter Untersuchungsrichter im Polizei- Präsidialgebäude, der über die für den weiblichen Theil, nahezu illusorisch gemacht wird, und Boffe: Ein Lehrer war thatsächlich nicht im stande, seinen zerriffenen Rock durch einen neuen zu ersehen. Das Nothwendige wegen Arbeitsscheu, Bettelei 2c. verhafteten Personen ab- nicht nur nahezu, sondern ganz. Denn bei der außerordentlichen muß Preußen für seine Lehrer thun, die keine übertriebenen An- Buurtheilen hat, von seiten der Beamten des städtischen Machtfülle der Sittenpolizei, bei ihrer geschickten Organisation, sprüche erheben. Ich hoffe, daß die Volksvertretung mir bei Obdachs verursacht. Täglich muß eine erhebliche Anzahl der bei der zärtlichen Liebe, mit der sie ihre Opfer verfolgt, wird meinen Bemühungen, die Verhältnisse zu bessern, helfen wird. Leute, die von dem Asyl eingeliefert und meift 8-14 Tage nur selten eine jener Unglüdlichen ihrem Schicksal entgehen. lang in Untersuchungshaft gehalten worden sind, freigesprochen nicht nur, daß sie eines Tages aufgegriffen werden und sich ( Beifall.) Kultusminister Bosse: Gegen zu strenge Behandlung der Schüler bestehen Verfügungen, die aufs strengste befolgt werden müffen. Die Lehrer in den polnischen Landestheilen sind besser, als sie von polnischer Seite immer dargestellt werden. Jede Strafe, die ein deutscher Lehrer über einen Schüler verhänge, werde immer als aus nationalen Gründen hervorgegangen auf gefaßt. Daß wir nur wenige polnische Lehrer haben, ist Schuld Bei der Gemeinderaths- Wahl, welche am Montag in Rixdorf vollzogen wurde, siegten die sozialdemokratischen Kandi daten mit glänzender Majorität über ihre Gegner. Es erhielten von unserer Seite Schlossermeister Karl Schulze 399 Stimmen und Restaurateur Schimtäje 397 Stimmen; wogegen die beiden Gegner nur 116, resp. 114 Stimmen auf sich vereinigten. Abg. Szmula( 3.) beklagt die zu hohen Schulstrafen für werden, da die Verhafteten nachweiſen fönnen, daß sie sich um schließlich in den Räumen der Charitee wiederfinden, sie werden Abg. Szmula( 3.) beklagt die zu hohen Schulstrafen für Arbeit bemüht haben, oder es sich herausstelt, daß sie sich auch den Armen der Polizei später nicht mehr entziehen Versäumnisse. Wenn die Eltern die Kinder wegen Mangel bedenklich frank- also arbeitsunfähig sind. Durch eine sorg- tönnen, oder wie man mit Recht sagen kann, die Arme der Polizei an Kleidung nicht zur Schule schicken können, müssen die Strafbestimmungen mit größter Milde gehandhabt werden. Wie fältigere Prüfung derjenigen, welche dem Untersuchungsrichter werden sie nicht mehr loslassen. Es wird vielleicht ein gefallener Engel überwiesen werden sollen, würde diesem viel zeitraubende unnütze mehr sein, jedenfalls ruht auf solchen Unglücklichen stets das Brand: das Züchtigungsrecht überschritten werde, zeige ein Fall in Pleß, Arbeit und dem kranken Asylisten viel Angst und Bein erspart mal einer Siftirung durch die Sittenpolizei. Das Sonderbare an wo ein Lehrer einen Knaben, der gestohlen hatte und nicht ge bleiben. Außerdem würde das überfüllte Untersuchungsgefängniß dem Verfahren aber ist, daß der Arzt, der um Hilfe angegangen stand, wo er das Gestohlene verborgen hatte, 36 Hiebe auf das wird, seine ahnungslose Kranke der Polizei zuführen muß. Ich entlastet werden. Gefäß gegeben habe. Als der Knabe dann noch nicht gestard, Nach der in dieser Notiz ausgesprochenen Anschauung er will von der juristischen Seite nicht sprechen, ob der Arzt berech fragte ihn der Lehrer, ob er wisse, was töpfen sei, band den scheint der Untersuchungsrichter zum mindesten ebenso bedauernstigt ist, über juristisch bis dahin unbescholtene Kranke der Polizei Ropf des Knaben auf einen Block und legte ihm das Beil an den Hals. Allerdings sei der Lehrer gerichtlich be- werth, wie die elenden und franken Menschen, die wegen foge. Mittheilungen zu machen; nach meiner Meinung ist es ihm in Wir find be= straft, aber solche Dinge sollten überhaupt nicht vorkommen. nannter Bergehen, für die fie selber meistens nicht können, die jedem Falle verboten; aber was soll daraus werden, wenn der Ebenso unzulässig sei es, wenn fatholische Kinder bestraft Qualen der Untersuchungshaft bis zur Neige durchzukosten haben. Arzt zum Handlanger der Polizei wird? rufene Vertreter der Humanität, unsere Pflicht ruft uns würden, weil sie an hohen katholischen Feiertagen die Schule Echt bürgerlich! in Palast und Hütte, aber wir brauchen stets das Vertrauen der Kranken. Wie sollen wir es erwerben, wenn man uns zwingt, in Ausübung unseres Berufes erworbene Kenntnisse von unseren Kranken der Polizei zu übermitteln. Es ist jezt an der Charitee- Direktion sich hierzu zu äußern und sich von dem Vorwurf zu reinigen, daß fie der Polizei Handlangerdienste leiste und Arante, die in ihren Mauern Hilfe und Genesung suchen, hinterher der Polizei ausliefere. versäumen. Ist es im übrigen, so fragen wir, ein Wunder, wenn die Obdachlosen das städtische Asyl, zu dem der Polizei ungehindert der Zutritt gestattet wird, als eine Art Maufefalle betrachten? Wo findet der Arbeiter Recht? Der§ 3 des Gewerbegerichte- Gesetzes besagt: Abg. Schröder( Pole) beschwert sich über Drangfalirung der polnischen Lehrer, denen man nicht einmal gestatte, in der Familie mit ihren Kindern polnisch zu sprechen, und bestreitet dem Abg. Gerlich, daß die Polen germanisirende Bestrebungen verfolgen; fie verlangten nur Gerechtigkeit. Die Gemeinden in Westpreußen feien überlastet und meist schon unter der Grenze des ihrer Leistungsfähigkeit angelangt; auch die Grundsteuer werde ihnen nicht helfen. Abg. Porsch( 3.) bespricht nochmals die Einführung des polnischen Sprachunterrichts in Oberschlesien. Im Breslauer Kreise gäbe es Lehrergehälter bis zu 496. herab. Hoffentlich gelinge es, das Lehrer- Besoldungsgeseh zu stande zu bringen und damit die Dispositionsfonds zu beseitigen. Die Gewerbegerichte find, ohne Rücksicht auf den Werth Streitgegenstandes, zuständig für Streitigkeiten: 1. über den Antritt, die Fortsetzung oder die Auflösung des Arbeitsverhältnisses, sowie über die Aushändigung oder den Inhalt des Arbeitsbuches oder Zeugniffes; 2. über die Leistungen und Entschädigungsansprüche aus dem Arbeitsverhältnisse u. f. w. Der Pallisaden Karl. Eine unangenehme Viertelstunde hat vor einigen Tagen der Hausdichter des AmericainTheaters, Herr Oskar Wagner, in dem Bureau dieses Instituts zu überstehen gehabt. Gegen 10 Uhr Morgens erschien daselbst Das Gewerbegericht Berlin nimmt nun die Klagen der Ar- ein Herr, welcher dringend den Herrn Direktor zu sprechen verbeiter auf Entschädigung wegen Einbehaltung der Quittungs- langte; da derfelbe noch nicht anwesend, so wünschte der Fremde Abg. Wurmbach( ntl.) führt aus, daß eine große Reihe von farte bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses, oder wegen Ein- zu Herrn Wagner geführt zu werden. Dies geschah und nun Gemeinden über 10 000 Einwohnern, namentlich rasch anwachsende tragung eines unzulässigen Vermerts in dieselbe nicht an; entwickelte fich folgendes, start an Cavalleria rusticana erIndustrieorte, nicht im stande seien, selbst für die Einführung troydem das Einbehalten der Karte, sowie unzulässige Ein- innerndes Gespräch:„ Ich bin nämlich Bellevue, Sie fennen der Dienstaltersstufen für die Lehrer zu sorgen. tragungen in diefe, laut§ 108 der Invaliden- und Alters- mir doch?" Natürlich beeilte sich Herr Wagner in Hinsicht auf Abg. v. Schenckendorff( ntl.) bespricht wieder die Frage versicherungs- Gesezes, einen Entschädigungsanspruch für den Ar- die physischen Eigenschaften des vor ihm Sigenden und ver dächtig mit seinem Stock spielenden Besuchers zu versichern, daß des Handfertigkeitsunterrichts. Wenn dieser auch nicht als beiter feststellen. obligatorischer Unterricht in der Volksschule einzuführen fei, so Es wird vom Gewerbegericht hauptsächlich bestritten, daß ihm der Name des Hauptzeugen aus dem Prozeß Heinze bemüsse doch der Staat seine Unterstützung leihen, wenn solcher dieser Entschädigungsanspruch aus dem Arbeitsverhältniffe" fannt sei. Und nun brachte Herr Bellevue seine Forderung in recht energischer Weise zur Geltung. In dem gegen-| Gefängniß; " • " " c) " " " 0 seines Die ganze wegen schwerer Urkundenfälschung und schuldig mache, wenn er fage, Miquel habe es zu ftande gebracht, wärtig im Americain= Theater aufgeführten, von Herrn und Unterschlagung mit 6 Monaten Gefängniß und 1 Jahr daß Macht vor Recht" gehe. Mit dem Worte Lumpengefindel" Wagner verfaßten Stück Lumpenfusanne" bringt der Ehrverluft; d) 1889 wegen Unterschlagung mit 30 M. Geldstrafe habe er all' die Personen bezeichnen wollen, die im Reichstag Autor auch die Figur des" Pallifaden Karls", einer event. 5 Tagen Gefängniß; e) 1889 wegen Beleidigung mit 15 M. in der bekannten Art gegen Aylwardt aufgetreten feien, ander jedem älteren Berliner wohlbekannten Verbrechertype, auf die Geldbuße; f) wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung mit ehrverlegende Aeußerungen bezögen sich nicht abgesondert au Bühne. Nun ist aber Pallisaden- Karl der Vater Bellevue's und 4 Monaten Gefängniß. Er hat seiner Zeit Ahlwardt das Herrn Miquel, sondern auf alle Redner ohne Ausnahme aus diesem Anlaß war der Lettere erschienen, um die Beseitigung Material zu dessen bekannten Reichstagsreden zum Reichs: die in der Ahlwardt Debatte das Wort ergriffen haben der Rolle des Pallisaden- Karls zu fordern, weil sein Vater sich Invalidenfonds gesichtet und er war derjenige, welcher der Mit dem Bandwurm", als dessen Kopf er Herrn Mique Er halt niemals in folch' Iumpiger Gesellschaft( wörtlich!) be- Kommission des Reichstages den Inhalt der bekannten Atten" bezeichnet, habe er den Kapitalismus gemeint. 70er Jahre für ein. wegt habe, er aber diese Verunglimpfung feiner und seines erläuterte. Dieses Aftenmaterial hat er später zu einer Broschüre die gesammte Gründerperiode der Vaters Ehre" unter feinen Umständen länger gestatten Pharisäer und Heucheler" verarbeitet. Schwindelperiode und aus dieser Bezeichnung könne Heri werde. Als darauf der Dichter bescheiden aber fest entgegnete, 2. Der Buchhändler Adolf Dewald, Verleger der eben ge- Miquel ebenso wenig das Recht hernehmen, gegen ihn mit einer daß mit der Entfernung der Figur des Pallisaden- Karls die nannten Broschüre. Anklage vorzugehen, wie daraus, daß er das Geschäftsgebahret. Aufführung der Lumpensusanne unmöglich würde, erklärte Herr 3. Der Schriffteller Ludwig Schweinhagen, genannt Schwenn der Zentralbodenkredit- Gesellschaft, an welcher Herr Miquel be. Bellevue, daß ihm das ganz egal wäre. Und wenn Sie das hagen, 1862 zu Wolfenbüttel geboren, evangelisch, im Jahre 1889 theiligt gewesen, eine Bewucherung des deutschen Volkes" be nich' machen, komme ich nächste Woche mit dreißig dufte Jungens wegen Diebstahls mit einem Tage Gefängniß bestraft. zeichnet habe. In ähnlicher Weise bestreitet der Angeklagte bei und dann muß der Schmierand, der meinen Vater so verefelt, Die im Jahre 1893 erschienene, von Black verfaßte Broschüre Borhaltung der einzelnen Ausfälle, die in der Broschüre ent. runter, darauf tönnen Sie sich verlassen, verstehen Sie mir, Verträgt den Titel:" Pharisäer und Heuchler oder die Leuchten des halten sind, daß Herr Miquel daraus Grund zu einem Straf: ehrtester?" Mit diesen Worten entfernte sich Herr Bellevue und deutschen Parlaments und die Stüßen des Staates. Geschildert antrage entnehmen könne. Die meisten dieser Ausführungen, be der Hausdichter des Americain- Theaters hat nun die Wahl, nach dem Ahlwardt'schen Attenmaterial und anderen Quellen, hauptet er, habe er nicht gemacht, um seine Geringschägung gegen einem abermaligen Besuche des Herrn Bellevue entgegen- als Ergänzung seiner öffentlichen Anklagen im Deutschen Reichs- Miquel zum Ausdruck zu bringen, sondern um das ganze Ge zusehen, oder aber Pallisaden- Karl von der Bühne zu entfernen! tage unter wortgetreuem Abdruck von Akten und Belegen, von bahren des Börsenschwindlerthums zu kennzeichnen und zu zeigen Zur Affäre Moll meldet eine Lokalforrespondenz: In der Rudolf Plack- Podgorski, Berlin, Verlag von Gustav Adolf in welcher Verbindung Herr Miquel mit den Börsenmatadore: Zur Affäre Moll meldet eine Lokalkorrespondenz: In der Dewald, Georg Höppner's Buchhandlung, Krausenstr. 49." Die geftanden. Was die Punkte betrifft, in denen Strafantra Meineidsfache des Rechtsanwalts Moll, die seiner Zeit so großes Broschüre, welche die schwersten Anschuldigungen gegen den nicht nur auf grund des§ 185, sondern auch des§ 186 Straf Aufsehen erregte, stehen fast noch sensationellere Enthüllungen Finanzminister Miquel und eine Reihe von Parlamentariern Gefeßbuch gestellt worden ist, so hält der Angeklagte feine Be bevor. Zwei von den Zeugen, beren Aussagen zu der Ver- und anderen Personen enthielt, wurde am Tage des Er hauptung aufrecht, daß Dr. Miquel ein„ Agent des Bantjuden gewefen und deshalb in die Direktion Dei Verdachte des Falscheides. In der Schwurgerichts- Verhandlung ber S$ 185, 186 und 187 Straf- Gesez- Buchs beschlagnahmt und Diskonto Gesellschaft eingetreten sei, um mittels befundete ein Beuge H. unter dem Eide, daß er nur ganz ober der Verlag ist inzwischen an eine Wiener Firma übergegangen. parlamentarischen Ansehens und feiner parlamentari. flächlich mit einem andern Zeugen B. bekannt sei. Dieser babe Die Beleidigungen und Verleumdungen beziehen sich auf die schen Thätigkeit im Interesse der Diskonto- Gesellschaft eines Tages eine Zeitung von ihm abgeholt, und dabei ſei die Beit, wo Miquel vom Jahre 1870 bis 1873 Geschäftsinhaber zu wirken. Er behaupte, daß Dr. Miquel auf diese Weise unBekanntschaft geschlossen worden. Eine Frau W. wird der Dist ontogesellschaft war und auf die rumänische Eisenbahn- redlichen Reichthum erworben habe, er behalte sich vor, dies und nun Zeugniß dafür ablegen, daß zwischen H. und B. schon gesellschaft, deren Aufsichtsrathsmitglied er bis zum Jahre 1876 feine fernere Behauptung zu erweisen, daß Dr. Miquel zu den früher ein intimer Familienverkehr stattgefunden hat. Ferner war. Es wird behauptet, daß Dr. Miquel in jener Zeit große Entrepreneuren" der rumänischen Eisenbahngesellschaft gehörte will ein Zeuge S. von dem vorgenannten S. selbst die Mit- Spekulationsgeschäfte auf eigene Rechnung gemacht, dabei ge- und daß in dem Prozesse gegen Joachim- Gehlsen die Zeugentheilung erhalten haben, daß H. sich bei Moll unter dem Vor- waltige Summen gewonnen und große Reichthümer erworben aussage des Dr. Miquel falsch und in ihrem zweiten Theile geben eingeführt habe, das Haus Magazinstr. 19 kaufen zu habe, daß er an der Spike eines jüdischen Konsortiums zur Be- wiffentlich falsch gewesen sei. Die Angriffe, welche in der wollen, während es ihm in Wirklichkeit nur darum zu thun geherrschung des Staates gestanden, daß er in einem Prozesse rumänischen Angelegenheit enthalten seien, bezögen sich auf alle wesen sei, Moll von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Weiter wider Joachim- Gehlsen einen Meineid geleistet habe 2c. 2c. Bei Personen, die bei diesem„ Schwindel" betheiligt gewesen seien. will derfelbe Zeuge S. nachweisen, daß die vorgenannten H. und Schweinhagen handelt es sich um Reden in Volfs- Er habe damit, wie er zugebe, auch Herrn Miquel treffen wollen. B. unter dem 14. April 1892 in einer Zeitung unter dem Titel: versammlungen, in welchen er die Verhältnisse des Invaliden- Was die Bürgschaft" betreffe, die die Diskontogesellschaft und " Ter Schwur eines jüdischen Rechtsanwalts" einen Artikel ge fonds behandelte. Er behauptet darin, daß Anfangs der 70er Bleichröder seinerzeit für die rumänische Eisenbahngesellschaft gebracht haben. Aus diesen Bunkten soll nun hergeleitet werden, Jahre eine jüdische Vereinigung zur Beherrschung des Staates be- leistet haben, so bleibe er dabei, daß diese Bürgschaft anfänglich Taß H. und B. sich gegen Moll verbunden hatten. Die Zeugen- standen und daß Dr. Miquel diese geleitet habe. Durch diese gar nicht gefordert, sondern von den Finanzgesellschaften angevernehmungen in dieser Sache finden von heute ab ſtatt. Nebenregierung sei die Regierung gezwungen worden, die boten worden sei, um Provisionen zu verdienen. Ob bezw. inwieweit sich zugleich mit diesem Verfahren die Rapitalien des Invalidenfonds in zweifelhaften Papieren an- Bürgschaftsangelegenheit sei eine Komödie, eine Schiebung geUnschuld des Rechtsanwalts Moll herausstellen wird, kann jetzt zulegen. Der Angeklagte bezeichnete Miquel als einen Ver- wesen. Er halte alle Behauptungen seiner Broschüre aufrecht noch nicht beurtheilt werden. trauensmann der Alliance israélite und behauptete, daß ihm und hoffe, den Wahrheitsbeweis führen zu können. Der erste Kongreß der Gastwirth@ augestellten Deutsch das deutsche Volt es zu danken habe, daß aus dem Invaliden- Es folgt die Vernehmung des Angeklagten Dewald, dem laubs nimmt mit heute seinen Anfang; er tagt im Louisen fonds 300 Millionen Mark für verkrachte Eisenbahngründungen der Präsident zunächst vorhält, daß er früher eingeräumt habe, städtischen Klubhaus, Annenstraße 16, bier. angelegt worden seien. Ein anderes Mal sprach er davon, daß vor der Veröffentlichung der Broschüre von ihrem Inhalte KenntDie Gegner aller Arbeiterbestrebungen, welche auch der faum Miquel von der Diskontogesellschaft vorgeschickt worden sei, wenn niß gehabt zu haben. Der Angeklagte widerruft jetzt dies Geseit vier Jahren bestehenden Kellnerbewegung von Anfang an es sich um„ Raubzüge im Großen" handelte. Schweinhagen ständniß, er kann den Umstand, daß er das frühere Protokoll ben baldigen Tod voraussagten, haben demnach nicht Recht ge- nannte ihn portugiesischen Juden, dessen Name unterschrieben habe, nur dadurch erklären, daß ihm der Richter habt. Es ist im Gegentheil zu erwarten, daß der Kongreß der richtig Miguel" gesprochen werden müsse, dann wieder etwas vorgeredet haben müsse. und Roth Ausgangspunkt neuer, träftigerer Agitation sein wird, die hoffent- einen Handlanger Bleichröder's, Hansemann's Es wird zu diesem Punkte der Buchdrucker GIöß aus lich auch unter den Arbeitern dieser Branche mit Erfolg gegen schild's 2c. 2c. In diesen Eigenschaften habe Miquel, um Dresden als Zeuge vernommen. Er giebt an, daß er die in den noch stark vorhandenen Indifferentismus und den Standes- die Rücknahme des Volksschul- Gesetzes zu erlangen, dem seiner Offizin fertiggestellten Broschüren an den Angeklagten dünkel aufräumt und sie zum Klaffenbewußtsein erzieht. Ueber Raiser feiner Beit vorgetragen, daß beim Etat 7 Millionen Dewald zum Zwecke der Verbreitung geschickt habe. Db der die Verhandlungen selbst werden wir am Ende des Kongresses Mark Ueberschuß vorhanden seien, die zum Dombau verwendet lettere vorher von dem Inhalte Kenntniß genommen habe, tönne einen resümirenden Bericht bringen. Hinzugefügt sei noch, daß werden könnten. Nachdem Miquel die Angelegenheit des Herzogs er nicht wissen, die Korrektur sei vom Angeklagten Black selbst der Verein Berliner Gastwirthsgehilfen zu Ehren der Delegirten von Braunschweig, das Defizit der Gotthardbahn von 4/2 Mil besorgt worden. cinen Kommers veranstaltet, der am Mittwoch, den 14. d. M. in lionen Frants, den Rauf der Rumänischen Bahnen durch Strous- Der Vorsitzende hält dem Angeklagten Dewald einen den Konkordia- Festsälen stattfindet. berg zur größten Zufriedenheit arrangirt, habe man ihn zum Bassus aus einem Briefe an Glöß vor, worin der Schreiber Lohne zum Bürgermeister der jüdischen Residenz Frankfurt a. M. bittet, darauf zu achten, daß feine Kopien vom Manuskript unter Lebensbilder". Auf Wunsch des Herrn Prof. Georg gemacht. Die Reichstags- Untersuchungskommission sei eine die Leute kamen. Der Angeklagte Dewald erklärt, daß er nu v. Gisydi berichtigen wir hiermit zu unserer neulichen Bezug- Komödie gewesen, um die unabwendbare Büchtigung des Finanz- habe verhindern wollen, daß einzelne Theile der Broschüre vornahme auf die Aufforderung, betr. Einsendung von Lebens: ministers Miquel zu vereiteln. Letterer habe in seiner Stellung zeitig veröffentlicht würden. bildern", daß die Deutsche Gesellschaft für ethische Kultur mit als Geschäftsinhaber der Diskontogesellschaft die braunschweigische Darauf folgt die Vernehmung des Angeklagten Schweinder Angelegenheit nichts zu thun hat, auch die Anregung nicht Regierung durch falsche Vorspiegelungen zum Verkaufe der bagen. Zunächst wird ihm vorgehalten, daß er am 25. März von ihr ausgegangen ist, sondern daß lediglich eine Bitte des Staatsbahnen und die preußische Regierung gleichfalls unter vorigen Jahres in einer Antisemiten Versammlung bei für die Zeitschrift" Ethische Kultur" allein verantwortlichen falschen Vorspiegelungen zur Hergabe des Kaufpreises veranlaßt, Buggenhagen als Redner aufgetreten sei. Er soll dabei ausRedakteurs, nämlich des Herrn Professors G. selber vorliegt. wobei er nur dem von ihm vertretenen Konsortium einen geführt haben, daß Anfang der siebziger Jahre eine geheime An seine Adresse, Nettelbeckstraße 24, feien auch die Lebensbilder hohen Verdienst verschaffen wollte. Alle diese Behauptungen sind jüdische Nebenregierung neben dem Fürsten Bismarck und der zu senden. in verschiedenen antisemitischen Versammlungen wiederholt worden. offiziellen Regierung bestanden habe. Diese habe es verstanden, Der gehorsame Sohu. Eine Liebestragödie hat sich in dem Von dem Reichsfanzler Grafen Caprivi hat Schweinhagen durch die Macht des Kapitals die Entschließungen der Regierung Hause Schillerstraße 33 au Charlottenburg abgespielt. Die un- behauptet, derselbe habe mit seinen politischen Thaten das deutsche zu beeinflussen und so auch durch die Macht der Börse die Reverehelichte Wirthschafterin Margarethe G. aus der Flensburger Reich vor Europa herabgesetzt und das Ansehen desselben nach gierung gezwungen, die Kapitalien des Invalidenfonds in zweifelfiraße 2 zu Berlin hat sich am Sonntag Morgen gegen 8 Uhr Möglichkeit geschwächt. Außerdem sei er nicht mannhaft für haften, nicht garantirten Papieren anzulegen, sodaß der urvor der Wohnung ihres Bräutigams, eines Lehrers 2. erfchoffen, die Militärvorlage eingetreten, weil die Judenpresse über ihn sprünglich festgesetzte Berkaufstermin diefer Papiere immer wieder Diefem tragischen Abschluß liegt die folgende Borgefchichte zu hergezogen fei. Von den Angeklagten befindet sich Black ſeit von neuemt hätte hinausgeschoben werden müssen, um den InGrunde: Bor etwa Jahresfrist lernten fich die beiden jungen dem 15. Auguft 1893, Schweinhagen seit dem 13. September 1893 validenfonds vor Verlusten zu schüßen. Der juristische Beirath Leute kennen und verlobten sich. Der Lehrer wurde frank und in Untersuchungshaft. jener Gründergesellschaft, welche aus dem Invalidenfonds Vormußte sich zu seinen in Bernau lebenden Eltern begeben, wo er Die Verhandlungen finden im großen Schwurgerichtssaale theile geschöpft habe, sei 31/2 Jahre lang ber jetzige Diefem habe fich vom Oktober v. J. bis zum Februar d. J. aufhielt. Genesen statt; der Budrang bei Gröffnung der Sigung ist fein bedeutender. preußische Finanzminister Miquel gewesen. nach Charlottenburg zurückgekehrt, machte er feiner Braut die Den Vorsiz führt Landgerichtsdirektor Boigt, der Gerichtshof das deutsche Bolt es zu danken, daß aus dem Invalidenfonds niederschmetternde Mittheilung, daß seine Eltern die Einwilligung wird gebildet durch die Landgerichtsräthe Kannenberg, Reinice, 300 Millionen für verkrachte Eisenbahngründungen angelegt zu der Verbindung des jungen Paares verweigern. Am Sonn- Landrichter Kesty und Assessor Kaldewey. Die Anklage wird worden seien. Hinter ihm stehe auch jetzt noch die Macht des abend Abend verhandelten die jungen Leute in der Wohnung durch den Ersten Staatsanwalt Drescher und Staatsanwalt jüdischen Kapitals und mit Recht könne er als Vertrauensmanu des Bräutigams über die Lösung des Verhältnisses, und Fräu- Müller II vertreten. Den Angeklagten steht ein Bertheidiger der ,, Alliance israelite universelle" bezeichnet werden. Das lein G. verabschiedete sich mit der Versicherung, daß sie dem nicht zur Seite. Der Vorfißende theilt dem Angeklagten Black Streben Miquel's und seiner Hintermänner gehe dahin, die frühere Glücke ihres bisherigen Bräutigams und gehorsamen Sohnes mit, daß sein früherer Bertheidiger eine Reihe von Stripturen Nebenregierung der Börsenmacht zur Hauptregierung des Deutschen feiner Eltern ferner nicht im Wege stehen würde. Am Sonntag für ihn eingesandt habe. Angeklagter Black bittet sich dieselben Reiches zu machen. Wenn es gelingen würde, den jezigen Reichs Morgen wurde die Leiche des jungen Mädchens in dem Hause aus, damit er sie in feiner Belle bearbeiten könne. Er meint, fanzler zu verdrängen, würde das Ziel erreicht sein und es Echillerstraße 38 aufgefunden: es hatte sich durch einen Schuß die Stripturen feien ursprünglich im Besitze des Herrn Glöß gewürbe eine Schmach für Deutschland sein, wenn Miquel in das Herz vor der Wohnung des Geliebten getödtet. wesen, da derfelbe aber anfänglich mit angeflagt war, so seien In späteren Bersammlungen hat Schweinhagen fich weiter mit dieselben zu dem Bertheidiger gebracht worden. Vor Eintritt Dr. Miquel beschäftigt und verschiedene Fälle namhaft gemacht, Polizeibericht. Am 10. b. M. wurde auf dem Garten in die Verhandlung protestirten beide Angeklagte dagegen, daß in denen dieser seinen Einfluß für die blutigsten Gründungen grundstück Vor dem Stralauer Thor 34 die Leiche eines neu- gegen fie eine einheitliche Auflage unter der Bezeichnung Black eingesetzt haben soll. Desgleichen soll Miquel von dem Angeborenen Rindes aufgefunden. Von dem im Abbruch befind- und Genoffen" formulirt worden sei. Der Angeflagte Black er- geklagten als Agent Rothschild's bezeichnet sein. Bei dem Verlichen Hause Jägerstr. 16 fiel Vormittags ein am ersten Stock flärt, daß seine Broschüre mit den Reden, die der Angeklagte lauf der braunschweigischen Bahnen an die preußische Regierung angebrachter Erter herab und zertrümmerte einen Theil des Schweinhagen gehalten, gar nichts zu thun habe und dasselbe babe Miquel die Bedingung aufgenommen, daß die Bahnen nieBauzaunes und des Schutzdaches. Menschen wurden nicht ver- führt Schweinhagen an, indem er beantragt, daß zunächst seine mals an eine fremde Regierung übergehen könnten. Miquel habe legt. Auf dem füdlichen Fahrwege Unter den Linden Anklage und dann die des Angeklagten Plack verhandelt werden diesen Vertrag nur geschlossen, um dem von ihm vertretenen wurde Nachmittags ein Privatfuhrwert, dessen Kutscher möge. Der Gerichtshof lehnt den Antrag ab, da es sich um die Konsortium einen hohen Verdienst zu verschaffen, er habe also trot warnenber Zurufe unmittelbar vor einer herannahenden Beleidigung derselben Person und im wesentlichen um dieselbe das Deutsche Reich bewußt geschädigt. Hofequipage wenden wollte, von dieser angefahren und Beweiserhebung handelt. Beide Angeklagte haben einen Schließlich soll der Angeklagte den Reichskanzler Caprivi umgeworfen. Eine im Wagen sigende Dame wurde anscheinend großen Stoß von Aften, Broschüren 2c. vor sich aus- durch den Vorwurf der Feigheit beleidigt haben. leicht beschädigt. Der Kutscher und der Diener des Fuhrwerts, gebreitet. Zu seinen Vorstrafen bemerkt Plack, daß er dieselben Die von der Anklagebehörde dem Angeklagten vorgeworfenen die vom Bock herabgeschleudert worden waren, schienen gleich zu Unrecht erlitten habe. Seine erfte Strafe sei ihm auf beleidigenden Aeußerungen werden von den überwachenden Be falls ohne Beschädigungen davon gekommen zu fein. Am grund des Zeugnisses eines Bücherrevisors und dreier Männer amten der verschiedenen Versammlungen im wesentlichen bestätigt, 11. b. M. Mittags wurde auf dem Hofe des Grundstücks Oranien mosaischen Glaubens zudiktirt worden, es stehe aber aftenmäßig wogegen zwei von Schwennhagen vorgeladene Zeugen sich der straße 4 ein Nachtwächter von einem Hunde gebissen und am fest, daß das Urtheil ein falfches gewesen. Die Richter würden milderen Auslegung zuneigen, die der Angeklagte den infrimiArm schwer verletzt. An der Ecke der Straße Unter den Linden wissen, daß eine solche Vorftrafe ungeheuer schwer wiege, wenn nirten Aeußerungen giebt. Bezüglich seiner Ausführungen über und der Friedrichstraße gerieth Abends ein Herr unter die Räder der Betreffende später wieder irgendwie mit dem Strafgefeßbuche den Ankauf der braunschweigischen Bahnen erklärt der Aneiner Droschte und erlitt eine erhebliche Verlegung an der Hand. in Konflikt fomme. So sei er wegen Unterschlagung eines großen geklagte, daß seine Angriffe sich gründeten auf Bemerkungen, Am 10. b. M. gegen Mittag brannte auf dem Grundstücke Bernhardiner Hundes verurtheilt worden; derfelbe sollte längere die der Finanzminister Miquel als Bundesraths Vertreter im Prenzlauerstr. 23-24 ein Theil des Dachgebältes. Außerdem Zeit vorher einem andern gestohlen worden fein, er habe ihn Reichstage gemacht habe. Wenn Dr. Miquel diese Erklärungen wurde die Feuerwehr im Laufe des Tages dreimal zu unbedeu- aber ehrlich erworben. Der Angeklagte Schweinhagen beruft vor dem Untersuchungsrichter als irrig zurückgenommen, so tenden Feuern gerufen.. sich bezüglich seiner Vorstrafe wegen Diebstahls auf die Akten, sei das nicht seine Schuld. Der Vorsitzende bemerkt, daß der aus denen hervorgeht, daß er verurtheilt worden, weil er in einer Angeflagte sich überzeugen werde, daß alles, was er über das Konditorei aus einem Börsenblatt einen Artikel ausgeschnitten Verhältniß des Dr. Miquel zu den braunschweigischen Bahnen hatte. Die vorgeladenen Beugen find sämmtlich zur Stelle. Bu gefagt habe, nicht zutreffe. Der Angeklagte, welcher auch jetzt ben -Gerichts- Beitung. A Das Sachverständige vorgeladenen Bücherrevisor Töpfer, Pro- noch behauptet, daß Preußen in der braunschweigiſchen UnProzeß Black- Schweinhagen. Vor der 7. Straffammer furist Arendt und Hauptritterschafts- Sekretär Walter gefellt sich gelegenheit 50 Millionen Mark zu viel bezahlt habe, bestreitet, hiesigen Landgerichts I begannen heute die umfangreichen Ber- noch Herr v. Dieft- Daber, der bezüglich eines Punktes als Sach- den Finanzminister durch seine Ausführungen beleidigt zu haben. handlungen in dem Prozeß Black- Schweinhagen, der gewiffer verständiger vernommen werden soll. Die meisten Beugen und Dr. Miquel habe öffentlich erklärt, daß er an der Formulirung maßen ein Nachspiel zu der im Reichstage abgespielten Ahlward- Sachverständigen werden auf Dienstag beurlaubt. Der Vorfißende des ertrages mitgearbeitet habe, daran anschließend habe er schen„ Atten"-Affaire darstellt. Die Antlage lautet auf ver- läßt zunächst die ganze Broschüre Pharifäer und Heuchler" verlesen. feinerseits ausgeführt, daß Preußen mit diesem Bertrag hinters leumderische, zum Theil wider besseres Wiffen gethane Beleidi- Nach Vorlesung der Broschüre hält der Borjizende dem An- Licht geführt und Braunschweig geschädigt worden sei. Wenn gungen gegen den Finanzminister Dr. Miquel, bezw. auf Belei- geklagten Plack die einzelnen infriminirten Stellen vor. Zu der der Finanzminister seine ursprüngliche Erklärung als irrthümliche digung des Reichskanzlers Grafen v. Caprivi: Bezeichnung des Dr. Miquel als„ blutiger Gründer" bemerkt zurücknehmen wollte, so hätte er dies im Reichstage und nicht Angeklagt find: Black: das Wort„ blutig" sei ein alter journalistischer Sprach vor dem Untersuchungsrichter thun müssen. Er bitte, in diesem 1. Der Schriftsteller Rudolf Plack Podgorski, 1856 zu Ort gebrauch. Er stehe im übrigen ganz auf dem Boden seiner Punkte die Verhandlung zu vertagen, um ihm Gelegenheit zu wig, Kreis Lebus, geboren, evangelisch und bestraft: a) 1879 Broschüre und nehme tein Wort zurück. Er giebt besonders zu, geben zu beweisen, daß Herr Miquel genau so bei dem Vertrage wegen Unterschlagung mit 4 Monaten Gefängniß; b) 1884 daß er auch Herrn Miquel unter den Begriff Pharifäer und mitgearbeitet habe, wie er es ursprünglich im Reichstage erwegen Unterschlagung mit 50 M. Geldbuße ev. 5 Tagen Heuchler" feßen wollte, beftreite, daß er sich einer Beleidigung flärte. Event. berufe er sich auf Zeugen über diesen Punkt. Erster Staatsanwalt Drescher hält diesen Antrag für ganz geklagte. Er habe demselben nicht den Vorwurf der Feigheit| Randidat, jeziger Reichstags Abgeordneter v. Putttamer immerheblich, da der Angeklagte unter feinen Umständen das machen, sondern nur ausdrücken wollen, daß sich Graf Caprivi Plauth referirte, tumultuarische Szenen hervorgerufen haben Recht hatte, einen offenbaren Frrthum des Fina nzministers zu etwas staatsmännischer( nicht mannhaft") hätte erweisen sollen. Ueber den Verlauf der Verhandlungen, für die volle 6 Tage an schweren Beleidigungen gegen diesen auszunußen.- Der Vor- Er habe es immer peinlichst vermieden, den Grafen Caprivi zu gesetzt und zu denen zirka 100 Zeugen geladen sind, werden wir sigende macht den Angeklagten wiederholt darauf aufmerk- verunglimpfen und die betreffende Versammlung habe den Zweck später berichten. sam, daß sich nach Ausweis sämmtlicher Atten der gehabt, die Militärvorlage des Grafen Caprivi zu unterstützen, Finanzminister in der That geirrt habe, da er in der gegenüber anderweitiger antisemitischer Agitation gegen die That damals bei dem Vertrage noch gar nicht habe mitwirken Vorlage. Um 43/4 Uhr wird die Sigung auf Dienstag 9 Uhr vertagt. tönnen. Die Diskontogesellschaft sei überhaupt erst in einem fpäteren Stadium in die braunschweigische Angelegenheit einWegen Aufruhr und Landfriedensbruch haben sich gegen getreten. Der Angeklagte behält sich etwaige weitere Anträge wärtig 12 dem Arbeiterstande angehörende Personen vor dem bis nach Vernehmung des Finanzministers vor. Schwurgericht zu Elbing zu verantworten. Dieselben sollen Eine Beleidigung des Grafen Caprivi bestreitet der An- bei Gelegenheit einer Versammlung, in welcher der damalige kollege Dupont. Kinderwagen, größte Auswahl, auch Theilzahlung. Gneisenaustr. 115, Ecke Bellealliancestrasse. Nur noch wenige Tage. Präuschers anat. Museum täglich von früh 9 bis 10 Abends für erwachs. Herren. Dienstag u. Freitag Damentag. unwiderruflich: Schluß sonntag, den 1. April. Musikinstrumente. Empfehle mein Geschäft in friscaen 5441 L* Blumen und Kränzen. Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. 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Buggenhagen am Morig: play. Kristall- Palast, Prinzenstr. 94. Oranien- Salon, Oranienfir. 170. 4. Wahlkreis. Steffen, Landsberger Allee 150. Martini, Gr. Frankfurter ftraße 99( fr. Wenzel). Alhambra, Wallner- Theaterstr. 15. 2. Saase, Große Frankfurterstr. 47( gegenüber der Markusstraße). 5. Wahlkreis. Siemund, Linienftr. 9. Neumann, Linienstr. 19. Ahrens, Weinmeisterftr. 9. Heinrich, Ballsalon, Joachimstr. 12. Tonhalle, FriedrichStraße 112. Fiebig, Kleine Auguftstr. 14. Diesener, Landsbergerstr. 40. Eaal des Handwerkervereins, Sophienstr. 15. 6. Wahlkreis. Pflanz, Kastanienwäldchen, Gesundbrunnen, Badstraße. Artushof, Perlebergerstr. 23. Echwarz, Hohenzollern- Saal, Bandelftr. 35. Schulz, Gesundbrunnen, Stettinerstr. 57. ulig( Schirm), Gesundbrunnen, Badstr. 19. Marienbad, Gesundbrunnen, Badstr. 35-36. Moabiter Kafino, Wilsnackerstraße 63. Cothmann, Brunnenstr. 34. Viftoria- Ballsalon, Brunnenftraße 145. Gent, Elsasserstr. 9. Elsasser Ballsalon, Elsasserstr. 15. Schloß Schönholz. Schwarz, Invalidenstr. 84-85. Zimmermann, Gesundbrunnen, Badftr. 58. Lorenz, Biftoria- Garten, Gesundbrunnen, Badstr. 12. Heitmann, Brunnenstr. 9. Kl. Boltsgarten, Gesundbrunnen, Badstraße. Dienstag, den 13. März 1894. 11. Jahrg. Gesperrt: Wirthshaus zum Brocken, am Chauffeehaus. Philipp Restaurants: Schramm, Berliner- und Nassauischestraßen- Ecke. Gesell Teichert's Schüßenhaus, Scharnweberstraße. A. Müller, Scharnweber- und Berliner- und Prinzenstraßen- Ece. Blanteftraßen- Ecke. Th. Marts, Scharnweberstraße( an der Antonienstraße). Gördes, Wald und Eichbornstraßen- Ecke. Rüdersdorf( Kallberge) Zu Versammlungen zu haben: E. Schwedersty, Gasthof zum Deutschen Hause". E. Mißler, Gasthof zur Bergballe"; bet beiden liegt der Vorwärts" aus. Bu empfehlen: Röppen, Gasthaus„ Glückauf"; Dampferstation, Seestraße. Rummelsburg. Zu Versammlungen zu haben: Wilhelm Weigel's Ballsalon, Türrschmidtstr. 45. Gustav Walter's Ballsalon, Hauptstr. 87. 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Sämmtlich Saalbefizer, Grünan. 8u Versammlungen zu haben: Seder, 8ur Rathshalle", Friedrichstr. 1. Bu empfehlen: Ruttkowsky, Köpenickerstr. 108. Lindenhayn ,,, Boltsgarten", Friedrichstr. 3. Gesperrt sind: Stein's Restaurant, Friedrich- und Kurfürstenstraße Ecke. Kaiser Wilhelms- Garten"( Buchholz), Friedrichstr. 27. Grünau- Schmöckwith. Paul Rehfeld. Johannisthal. zu Bersammlungen zu haben: Senftleben, Gesperrt: Parlow, Kaiser Wilhelmsplay. Lenze, Friedrichstraße. Kleinschefsty, Friedrichstraße. Henneberg, Friedrichstraße. Hampsch, Kaiser Wilhelm- und Waldstraßen- Ecke. Schönholz. Zu Versammlungen zu haben: Sardegen, Schön- Friedrichstraße. bolz 16. Strewe,( Birkenpart). Baganz,( Part- Restaurant). 8u empfehlen: Blantenburg. Gesperrt: Schloßpart Schönholz. Jafisch( früher Niebergall), Kastanien: Schönwalde a. b. Prenzlauer Chauffee. 3u empfehlen: Schulz, Alle Zuschriften, die Lokalfrage betreffend, sind an den Brauerei, Stralau 62. G. Gursch, Restaurant, Stralau 5. Stralan. Zu Berfammlungen zu haben: Gräflich Nischach'sche Mar Krause, Genossen Gumpel, Barnimstr. 42, zu richten. Restaurant, Stralau 18. Christian Schrödter, Alte Taverne, Stralau 25-27. Wingert's Schweizerhäuschen", Markgrafendamm 19. Die Lokalkommission. J. A.: H. Gumpel, Barnimftr. 42. Lokalliste für die Umgegend von Berlin. Kreis Angermünde. Oderberg. Gafthof zum Scharzen Adler( A. Sommerfeld). Kreis Nieder- Barnim. Alt- Landsberg. Neubauer. Bernau.„ Schüpenhaus"," Elysium", Versammlungslokale. Bu empfehlen find: Garg, Wallstr. 2. Hering, Mühlenstr. 4. Kluge, Kronenstr. 4. Tonn, Berlinerstraße Ecke Königstraße, W. Bernitow, Tuchmacherstraße 162. W. Veeger, Königstraße, am Martt. M. Feder, Berlinerstraße 113. Bohre, Kaiserstraße. Dietrich, Weinbergfir. 18. Mai, Gasthof Bum goldenen Stern". Gesperrt find: Hotel„ Bum schwarzen Adler", Berlinerstraße. Gafthof Rum goldenen Hirsch", Bürgermeisterstraße. Sirkenwerder a. d. Nordbahn. Saal zu Bersammlungen stellt zur Berfügung Karl Siebig, Schüßenhaus". Borgedorf. Rein Lotal. Dalldorf. Gesperrt: Gasthof Hermann Jahn, Hauptfir. 32( Saal). Lotal Gustav Kalbe, Hauptfir. 23. Lotal Hermann Pienit, Oranienburgerftraße 1. Lokal Gustav Venice, Oranien burgerftr. 27. Gasthof Friß Schulze, Oranienburgerfir. 15( Saal). Erkner. Rein Lotal. wäldchen. Gasthof. Bu empfehlen: Wwe. Ramlau, Restaurant, Stralau 50. Gubi fch, Restaurant, Stralau 3. Schonert's Garten. Neu- Seland," Restaurant mit Saat. Röschte, Restaurant, Markgrafendamm. Bigarrenfabrit von Julius Mahlig, Stralau 17. Gesperrt: Raffeehaus von August Braun, Stralau 15. Krüger's Restaurant Sum Storchneft", Stralau 16. Julius Tübbecke, Restaurant, Stralau 22. Stolye. Bergemann, im Dorf. Casdorf. Gasthof zum Deutschen Hause( Saal). Tegel. Kein Lotal. 3u empfehlen: G. Rentner, Spandauerstr. 15. Gastwirth Langer zum Schwan, Tegelort. Gesperrt: W. Nübsam( früher Schulz), Schloßstr. 7-8. Ewest, Hauptftraße 6. Jude, Hauptstr. 14. Klippenstein, Spandauerstr. 4. Waidmannsluft. 3u empfehlen: Gastwirth Serbe, gegenüber der Lampenfabrit. Gesperrt: Kurhaus, Inhaber Sporn. Restaurant Waidmannslust ( Lehmann). Restaurant Echweizerhäuschen( Pommer). Restaurant zum Tannenwäldchen( Reet). Weißenfee. Bu Versammlungen zu haben: Karl Geduld, 3um Brälaten, Königschauffee 42. Hannemann, Gustav- Adolfstr. 142. Café Rettig, Berlinerstr. 11, Juh. Otto Heinrich. G. Gerhardt's Elysium, LanghansStraße 24-26. Abel's Vereinshaus, Charlottenburgerstr. 150. Glebs, Charlottenburger und Röltestraßen- cle. Sengbeil, Königs- Chaussee 49. Dewein's Gesellschaftshaus, Königs Chaussee. Sternecker's Brauerei. Rothe, SeeTerrasse, Berlinerftr. 144. Hähling, Langhansstr. 106. 6. Backhaus, Prenzlauer Chauffee. Jugi, Langhansstr 137 Köpenick. Zu Bersammlungen zu haben: Klein, Stadttheater. Gerisch, Lindenstr. Dalbiis, Goldener Hirsch, Friedrichshagener- Chauffee. Scheer, Wilhelmsgarten, Nudowerstraße. Kautsch, Kaiserhof, Grünstraße. Ludwig, Marienstraße. Wwe. Schulz, Müggelheimerstraße. Janke, Berliners straße. Bu empfehlen: Schmidt, 8u den drei Linden", Grünauerstraße. Gabriel, Grünauerstr. 6. Babel, Grünauerstr. 25. Joch, Grünauerstraße. Leberecht, Glteniderftr. 22. Schulz, Glienickerstraße. Schulz, Echönerlinder straße 3a. Dertel, Bahnhofstraße. Stub, Schloßstraße. Marfan, Grünstraße. Gaul, Grünftraße. Briz, Altenmartt. Troppens, Rosenstraße. Linsener, Kiez. Stahn, Kiet. Schulz, Müggelheimerstraße. Schimmeged, Müggelheimerstraße. Tauchert, Müggelheimerstraße. Enger, Amtsfeld. Seifert, Gartenstraße. Lindner, Gartenstraße. Theise, Müggelheimerstraße. Gesperrt: Tabbert, Hirschgarten, Friedrichshagener Chauffee. Haase, Ostend. Pflug, Sadowa. Löwendorf. Gasthof zur Sonne. Mariendorf, 3u politischen Versammlungen nicht mehr zu haben: E. Hilgert, Aderstraße 14. Ferner gesperrt: Friz Saat, Dorffir. 1. Freiberg, Chauffeeftr. 35 und 53 gegenüber. Karl Saat, Chausseestr. 26. Blocksdorf, Chauffeeftr. 58. Ww. Schensch, Feldstr. 14. Außerdem legen teine Partetblätter aus: Martwig, Dorf- und Ghauffeestraßen- Ecte. Bahr, Chauffeeftr. 70. Bu empfehlen: Schramm, Dorfstr. 31. Bw. Stolzenburg, Chauffee: straße 64. Rocket, Chauffeestr. 8. Dahlemann, Chausseestraße. Baudert, Lichten ader Chaussee. Marienfelde. 8u Versammlungen zu haben: Ferd. Teutschbein( Boltsbatt"). 8u empfehlen: Möhle, Billen- Kolonie( Borwärts"). Gesperrt: Herm. Petsch. Aug. Rohrbeck, Gasthof zum braunen Roß). Ferd. Berger, Gasthof zur grünen Linde. Friedrich Bogler, Gasthof zum alten Krug. Mittenwalde. 8u empfehlen: Hermann Trebe, Bigarrengeschäft ( Borwärts" liegt aus). Nieder- Schönweide. Zu Bersammlungen zu haben: BorussiaBrauerei, Berlinerstraße. 8u empfehlen: Thiele, Grünauerstr., Strecker, Grünauerstr., Siebenbaum, Berlinerstr., Sinz, Berlinerstr., Burkhardt, Berlinerfir. Gesperrt: Sanisch( Zum Kurfürsten), Berlinerstraße. Nowawes. Zu Versammlungen zu haben: Gärtner, Wallstr. 55. Bu empfehlen sämmtliche Lokale. Bu empfehlen: Leuenberg, Wallstr. 17. Karl Wolter, Lindenstr. 36. Woltersdorf. Gasthof„ Wilhelmshöhe" von C. Gillmann, Saal und Reinbeckel, Wallstr. 16. Paul Neumann( Bigarrengeschäft), Kreuzstr. 4. Herrmann Bathe( Bigarrengeschäft). Wilhelmstr. 50. Bu empfehlen: Zum Pfeifen- Müller, Königs- Chaussee 38. Wenfickendorf bei Oranienburg. Kein Lotal. Wilhelmsberg. Zu Versammlungen zu haben: G. Trinkhaus, Freienhagen. Zu Bersammlungen zu haben: Schreiber's Wilhelmsberg. Schiele, an der Landsberger Chauffee. Neupert, an der Lands berger Chauffee. Gafthof. Gesperrt: Drews Gasthof. Friedrichsberg- Lichtenberg. Sämmtliche Säle find zu haben. Friedrichofelde. 3u empfehlen: W. Dorn's Restaurant, BrinzenAllee 35. Momber, Wilhelmstr. 10. Müller, Berliner- und SchloßstraßenEcke. Franzte, Berlinerfiraße 103. Gesperrt: Meßte, Berlinerstraße( Restaurant Hoppegarten). Friedrichshagen. Zu Bersammlungen zu haben: Conrad ( Goldene Krone), Friedrichstr. 134. Kemperling( Fischerhütte), Seeftr. 12. Koslowery( Waldfater), Köpenickerir. 37. Liepert( Gesellschaftshaus), Friedrichstr. 65/66. Mar Lerche( Bürgerſäle), Friedrichstr. 109. Petanick ( Deutsches Haus), Friedrichstr. 111. Richter( Gisteller), Friedrichstr. 94. Schulze( Seefchlößchen), Seeftr. 57/58 Täschner( Müggelschlößchen). Wandrey ( Reichsgarten), Friedrichstr. 135. Wulf( Bad Bellevue), Mühleniveg. Freiwald ( Waldhaus, früher Schmidt), Friedrichstr. 67. Vorwärts". Waltersdorfer Schleuse. Kein Lotal. Zehlendorf und machtenhagen. Gefperrt: D. Sehns, Gasthof, Waidmannsluft, Zehlendorf. Hildebrandt, Gafihof, Behlendorf. Senß, Gast- meiden sind hauptsächlich: Blant, Ecte Hermannstraße und Martendorfer Weg. of, Schmachtenhagen. aus: Kreis Ober- Barnim. Gesperrt: Ernst Schmidt, Wilhelmstr. 3. Gebauer, Wilhelmsir. 24. Birdorf. Sämmtliche Säle sind zu Versammlungen zu haben. Zu Jünglingshaus am Richardplay. König, Ertstraße und Berlinerstraßen- ce. Kristeckt, Berlinerstraße. Rudow. Kein Lotal. Schmorgendorf, zu Bersammlungen zu haben: Wirthshaus Schmargendorf( Friedrich), Warnemünderstr. 6. Schüßenhaus( R. Wegener), Schwan( W. Jarette), Grunewald. Hundekehleſtr. 20. Sanssouci( A. Pöting), Nuhlaerstraße. Wirthshaus zum Biefenthal. Gasthof zur Sonne( Sahaberin Wwe. Müller). Restaurant ernigt. Budow bei Müncheberg. Rein Lotal. Eberswalde. 3u empfehlen und Arbeiter blätter liegen Restaurant Bittortagarten"( Inhaber Grundmann). Freier, JüdenStraße. Fürböter, Töpferstraße. Kügler. Eisenbahnstraße. Diball, Gasthof zum Prinz von Preußen, Eisenbahnstr. 77. Dehnert, Restaurant, Eisenbahn- Adler( rägenbrink), Bopaterfir. 3. ftraße 66. Groß, Restaurant, Richterplay. Gesperrt: Restaurant Mewes, Restaurant 3ur Mühle", Inhaber Schernbeck( das„ Boltsblatt" liegt zwar aus, aber der Saal wird verweigert), fowie alle anderen Lotale. Errienwalde. Gasthof" Bum goldenen Anter", Inhaber W. Nadday, Bu empfehlen: Fleischmann, Restaurant, Eberswalderstr. 7. Heegermühle. Zu Bersammlungen zu haben: Auguft Schröder, Gastwirth, Schüßenhaus. 8u empfehlen: Diez, Wilhelmstr. 43. Gigendorf, Wilhelmftr. 67. Geyer, Echarrnweberstr. 113. Sandte, Friedrichstr. 119. Sohenfee, Secftr. 31. Ralesty, Wilhelmftr. 40. Blante, Friedrichstr. 48. Bandlow, Linden- Allee 14. Büttner, Kirchstraße, Ede Wilhelmstraße. Beerenstecher, Seeftr. 29. Vaum: gart, Geestraße, Kantine 1 der Berliner Wasserwerte. Termizel, Kirchstr. e. Kappel, Friedrichstr. 128. Suryte, Friedrichstr. 75. Kursis, Kirchstr. 17. Röstel, Friedrichfir. 44. Seelig, Friedrichstr. 104. Teidet, Kaftanien- Allee 14. Schmidt( Brauerei- Ausschant) Friedrichstr. 1. Ranalfir. 3. Rademack, Friedrichstr. 10. Büge, Seeftr. 62. Bimmermann u. Schönknecht, Seefir. 39. Kautsch( Ravenstein). Noad, Seestraße. Gesperrt: Echrammer( Am grünen Strand der Eprec), Sprigenweg. Weber( Stantine 2 der Berliner Wasserwerte). Bonne, Geeftr. 104. Becker ( Kantine 3 der Berliner Wafferwerke). Hohmann, Köpenickerstraße 22. Kraay( Kaiferhof), Friedrichstr. 68/69. Franz Lerche, Friedrichstr. 78/79. Magdeburg( Haidepart), Seeftr. 1. Hohmann, Rahnsdorferstr. 34. Glienicke bei Hermsdorf i. d. M. Gesperrt: Cand- Krug( Inh. Sausotter). Restaurant Trampel. Hermodorf i... 3u empfehlen: Th. Wangenheim, Berlinerstraße 6( Blatt liegt aus). Gesperrt: Restaurant Feldschlößchen", F. Bleyle, Tegelerstraße. Restaurant Bur Soolquelle", F. Schmeyer, Berlinerstr. Restaurant Bellevue", A. Pfeffer, Schloßfir. Restaurant" Forsthaus". J. Hüttt, Augufta- BittoriaStraße. Restaurant von W. Schulze, Berlinerstraße. Gasthof Bur Mühle", A. Woftract, Berlinerstraße. Gasthof von Chr. Laud, Berlinerstraße. Gast haus Zum Waldschlößchen", Th. Löffler, Bahnhoffir. Hohen- Nenendorf( an der Nordbahn). Jwert( früher Schmoh!). Hohen- Schönhausen. Zu Bersammlungen zu haben: Jaenide, Steuer, R. Schulze, Kienast. 8u empfehlen: F. Weber, fuß, Rabbisch, Möhring( Weiße Taube). Gesperrt: Sommer, Gohlte( Weiße Taube). Kl. Schönebeck. Kein Lotal. Tanks. Kein Saal. Bu emfehlen: Gastwirth Rempfer. Gesperrt: Das Lofal von Otterstein. Lichtenberg( Friedrichsfelde rechts der Ostbahn). 3u empfehlen: Belten, Frankfurter Chauffee 1. Stübbe, Frantfurter Chauffee 3. Hinfe, am Bahnhof. Kirchbach, Prinzen- Allee. Schulze, Prinzen- Allee. Hiebenthal. Gastwirth Thiele. Malchow. Lindecke. Malz und Friedrichsthal. Gesperrt: Wwe. Barthels Gasthof, Malz. Wwe. Köppen, Gasthof, Friedrichsthal. Schüler, Gasthof, Friedrichs thaler Glashütte. Waffenhaide und Germendorf. Gesperrt: Bollmann, Gasthof Lindenkrug", Nassenhaide. Knobloch, Gasthof in Germendorf. Heinrich, Gasthof in Germendorf. Nieder- Schönhausen. Elysium( früher Großjean), Lindenstr. 25. Hempel, Buchholzerstr. 8. Stewect. Müller, Kaiserin Auguftastraße. Sämmtliche andere Zotale sind für uns gesperrt. Ober- Schönweide. Zu Versammlungen zu haben: Saferland. Dolinsky( Wilhelminenhof). 3u empfehlen: Hudolph, Restaurant. Kühne, Restaurant. Oranienburg. 8u Veriammlungen zu haben: Ferd. Süste, Kanalstr. 38. S. Löwenheim, Berlinerstr. 1. 3u empfehlen: Biehm, Kanalstraße. Schulz, Lehnigstr. 6. Th. Mohaupt, Bigarrengeschäft, Kanalsir. 67. Bu empfehlen: Albert Hennig, Schöpfurterstr. 5a. Das Boltsblatt" liegt aus bei: ler Roloff, Barbier, Eberswalderfir. 24. August Kaufmann, Barbier, Dorfstraße. Gesperrt: Hotel Bastian, Inhaber Gustav Bastian. Hermann Brahl, Gastwirth, Eberswalderstraße. Julius Gerlach, Restaurant zum füßen Grund. Jagdschlößchen, Inh. H. Weguorowski. Strausberg. Für uns zu haben: Raffeehaus August Weber, Wilhelm ftraße. Otto Lange, Gasthof zum goldenen Stern, Martt Nr. 1. Gesperrt: Sinze, Restaurant, Wriezenerstraße 9. Gerber, Gasthof, Großeftr. 52. E. Städtefeld, Hotel, Großestr. 55. Proste, Hotel, Großefir. 63. Kühne, Gasthof, Großeftr. 72. Sönnaget, Restaurant zum Deutschen Kaiser, Großeftr. 1. Scheibner, Gasthof zur Sonne, Markt 10. Schüßenhaus. Kreis Potsdam- Osthavelland. Behin. Samet, Restaurant. Frige, Restaurant. Marwit bei Belten. 8u Versammlungen zu haben: Wilhelm Noelte, Gastwirth. 8u empfehlen: Otto Ghrhardt, Gastwirth. Aug. Jden, Restaurateur. Hauen. Su Bersammlungen zu haben: Sobusch, Marktstraße. 3u empfehlen: Demuth, Chauffeestraße. Potsdam. Brandenburger Kommunikation 16. Nestaurant Charlottenhof" Alte Louisenstr. 32. Gesperrt: Sämmtliche anderen Sokale. Stolpe bei Wansee. M. Mattausch, Restaurant zum Lindenhof. Spandan. Zu Versammlungen zu haben: Spandauer Bergbrauerei. Bort, Statenerstr. 14. Restaurant Witte, Pichelsdorf," Bum weißen Schwan." 8u empfehlen: Ratte, Neumeisterstr. 5. Kiefer, Linarstr. 35. Klintsch, Pichelsdorferstr. 103. Bernhart, Pichelsdorferstr. 20. Hallicker, Frobenstr. 12. Andere Lokale sind zu Versammlungen für die sozialdemokratische Partei nicht zu haben und bitten wir die Berliner Genossen, bei Ausflügen nach hier auf vorstehende Lotale Bezug zu nehmen. straße 19. Bemlin, Wilhelmstr. 21. G. Geride, Bergstr. 12. C. Schröder, Velten. Zu Versammlungen zu haben: W. Grunow, WilhelmBreiteftr. 7. Das Bolts blat" liegt aus bei Schulze, Karlstr. Arndt, Friedrichstr. Hennice, Breitestraße. Waubte, Friedrichstr. Wendland, Friedrich fir. Müller, Bittoriaftr. 3ollchow, Vittoriajiraße. Kettner, Breitefir. Kersten, Mühlenstraße. Beyer, Wilhelmitraße. Laube, Luisenstraße. Eggert, Luisenstraße. Konrad, Luisenstraße. Engel, Kurzestraße. Gesperrt: Tübbicke, Breitestr. 67. Kreis Ruppin Templin. Granfee. Fräderich, Am Nuppiner Thor. Zehdenick. Stegemann, Gasthof. Ackermann, Gesperrt: Ostar Brederet's Restaurant, Berlinerstraße. Albert Fromm, Gasthof zum Oranienburger Wappen, Breitestraße. Giler's Hotel, Louisenplay. Nikolas, Gasthof. Bernauerstraße. Kreis Teltow- Beeskow- Charlottenburg. Emil Greinert, Schüßenhaus, Bernauerstraße. Wilhelm Gänsicke, Restaurant zur Kurfürstin, Lehnißstraße. Adlershof. Bu Versammlungen zu haben: Leopold, Am BahnF. Fathte, Schloßrestaurant, Havelhausen. hof. Wöllstein's Luftgarten. Etippekohl, Oppenstraße. Schwabe, Gesellschafts: Pankow. Störs' Gesellschaftshaus" Mühlenstraße. Vereinshaus, Schulze- haus. straße 28. Zum Thürmchen", Kaiser Friedrichstr. 50. ,, Nordstern", Wollant- 8u empfehlen: Misera, Waldecke. Ruble, Kronprinzenstraße. straße. Sollo, Berlinerstraße. Bauligt, Grünauer Chauffee. Alle übrigen Säle find von den Genossen zu Mecklenburg, Bismarckstraße. meiden. Arbeiterblätter liegen in den meisten fleinen Lotalen aus. Bismarckstraße. Rohde, Genossenschafts- Wirthshaus. Meier, Bismarckstraße. Pinnow bei Birkenwerder. Rosinsty's Restaurant. Gesperrt bleiben: Schmauser, Goldener Stern". Göpfe, Bismarck Höhensee. Zu Bersammlungen zu haben: Otte's Gisschlößchen, straße. Wenig, Kaiser Wilhelmstraße. Boranzte, Hackenbergstraße. Plchensee. Alt- Markgrafpieske. 8u Bersammlungen zu haben: Wilhelm Grabnic, Langen damm bet Martgrafpieste. Diegel, Braunsdorf bei Martgrafpieste. Pöschte, Neu- Woltersdorf bei Martgrafpieste. Baumschulenweg( Neu- Treptow). Bischof. Hochstein( früher Lauff). Lange's Restaurant. Brit. 8u Bersammlungen zu haben: Sämmtliche Säle Gesperrt find: Rathsteller, Chauffeestraße. Schrammert, Chauffeeftraße 27. Reitowsky, Chausseeftr. 3. Winterstein, Chauffeeftr. 10. Dähne, Dorfstraße 17. Charlottenburg. 8a Versammlungen zu haben: BärenBismardshöhe", Hermann Krause, Bismarckstr. 80. Braueret. Spreestr. 8. Gambrinus- Braueret". Bachmann, Wallfir. 46. S. Krause, Bismarcfir. 74. lubhaus, Westend. Grosjan. Restaurant Baag, Kantstr. 53. Bentich- Wilmersdorf. Zu Bersammlungen zu haben: Mölter's Schulze's Restaurant, Berliner- und AugustaWolfsgarten, Berlinerstr. 40. Straßen- Ecke. Bittoria- Garten, Wilhelmsaue. 8u empfehlen: Restaurateur Gräb, Brandenburgischestr. 106. Restaurateur Finder, Brandenburgischestr. 104. Försterling, Mecklenburgischestr. 29. Büllich, Berlinerstraße 48. Gesperrt an Sälen: Rudolph's Restaurant, Wilhelmsaue. Restau rant Schramm und Se eschlöschen, beide am See aeleaen. Ratierstraße. An Gesperrt: Gustav Habermann, Insel- Restaurant, Plögensee. Moabiter Schügenhaus. Reinidiendorf( östlich). Zu Versammlungen zu haben: Böttcher's See- Schlößchen, Martit. 1/2. Förster( früher Lüdice), Amenbestr. 1. Neubauer, Hausotterstr. 81. S Budewiß, Hausotterstr. 4. Bente's Storchnest", Nordbahnstr. 1. Wirthshaus zur Tanne, Nordbahnstr. 15. Stadi, Provinz straße 45. Borstells, Residenzstraße 4. Adeler( Lindenpart), Residenz- und Amendestraßen- Ede. 3u empfehlen: Emil Kirsch, Residenzsir. 20. Weigt, Gesellschaftsstr. 2. Hartmann, Gesellschafftr. 12. Malchin, Residenzstraße 101a. Apelt, Residenzfirafe 117. lähm( etsvärfe), Mesfidenzftr. 37. Gesperrt: Kaiser Friedrich- Bad( vorm. Süß). Meinicke, Residensstr. 108. Golbadeh, Residensstraße. Gabler, Brovinz- und Bürgerstraßen- Ede. Müller's Echütenaaus, Residenzstr. 63. Wirsing, Hauptstraße( altes Dorf). Sandhagen, Hauptste se( altes Dorf). Maurer, Hoppestr. 25. Reinickendorf( westlich). Bu Versammlungen zu haben: Franz Gotischalt, Eichbornstr. 69( fleiner Saal). Bu empfehlen: B. Kohlschmidt, Wirthshaus zur Post, Scharnweber: Straße 19 Wagener, Berlinerstr. 62. Karl Wolf, Berlinerstr. 66. Echanowsty, Eidenbornstraße. 8u empfehlen: G. Walter, Destillation und Bierlokal, Breitestr. 25. Gesperrt: Gesellschaftshaus( Tourlen), Warnemünderstr. 1. Schwarzer Waldschlößchen( F. Schumann), Warnemünderstraße 4. Waldkater Forsthaus( G. Löther), Warnemünderstraße 7. ( R. Götsch), Warnemünderstraße 10. Wilder Eber( M. Werner), Warne münderstraße 12. Alter Ziethen( Danter), Teplitzerstr. Franzensbader Garten ( Lücking). Wirthshaus Deutsches Haus(. Bab), Breitestr. Schmöchwit. Restaurant Segler- Schlößchen. Restaurant zur Palme ( Aurvas). Sauptstr. 60/63. Schöneberg. 3u Bersammlungen zu haben: Schloßbrauerei, Jakob,( Caal u. Garten), Grunewaldstr. 110. Gesperrt( Saalinbaber): Weidt's Restaur. Lindenpart, Hauptstr. 16. Ramm's Restaur., Hauptstr 81. Birkenwäldchen( Sarre), Hauptstr. 84. Möhring's Nestaur., Spohnholzftr. 27.( Restaurants): Halle, Bürgerliches Bierhaus, Stubenrauchstr. 9, Sohenstein, Hohenzollern, Katser Friedrichstraße 18. Gründer, Grunewaldstr. 106. Graf, Nollendorf: und Maaßenstr.Gcte, im Keller. Sirsch, Bülowstr. 6. Restaurant zur Dampfbahn, Biethenstr. 6. Gasthof zum Strsch( Ahloff), Haupt und Tempelhoferstr.- Gde. Sauptstr. 121. Bannier, Kolonnenstr. 46. Strauchmann, Kolonnenſtr. 85. Bohl, Rolonnenstr. 28. Rathsteller, im Mathhause, Hauptstr. 2. Balzer, Hauptstr. 4. Besper( Zum deutschen Hause), Hauptstr. 146. Reimer, Hauptstraße. Nadach, Sulptstraße. Panzer, Sponholzstraße( Wannsee- Bahnhof). Förster, Herbertstraße 21. Niemar, Kolonnenstr. 3. Lehmann, Kolonnenstr. 37. Flügel, Großgörschenstraße.. Ewald, Nollendorfstr. 17. Spremberg, Nollendorfplay 6a. " Zu den drei Kaisern", Nollendorfftr. 2. Ner, Bennhildstr. 16. Jmm, Steglit. Säle: Görlich, Ahornstraße 15a. Restaurant Bur Krone", Albrechtstraße. Ferner zu empfehlen: Borsdorf, Schloßstr. 66. Dabergos, SchloßStraße 84. Gärtner, Echloßstr. 8. Günther, Martsteinfir. 9. Ww. Hörig, Schloßftr. 11. Hannusch, Duppelfir. 26. Jutte, Albrechtstr. 108. Kliemann, Ratten, Lempert, Schloßstr. 24. Düppelftr. 27. Meinert, Ahornſtr. 82. Echüßenstr. 51. Sternity, Seefeſtr. 4. Echelhase, Schildhornstr. 79. Echivelbein, Echildhornstr. 4. Schneider, Düppelstr. 32. Schmidt, Schüßenfiraße. Tiete, Albrechtstr. 125. Weißenfeldt, Schloßftr. 92. Stolpe bei Wannsee. Restaurant Lindenhof"( Inhaber A. Mattausch). Teltow. Bu Versammlungen zu haben: Schüßenhaus und Schwarzer Adler( Wirth Anthauer). 3u empfehlen: G. Derb( Boltsblatt"), F. Kupsch(„ Vorwärts"), D. Dugrain( Boltsblatt"). Albert Meyer( Boltsblatt). Gesperrt: W. Mafenzy, Gastwirth. Gottfried Kuhlemai, Gastwirth. Förster, Gastwirth. Julius Neibe, Kaufmann. Hermann Thiele, Kaufmann. Ww. Bastian, Gastwirth. Rebfeldt, Kaufmann und Gawirth. Tempelhof. 8u empfehlen: Gerth, Restaurant, Dorfstr. 10. Dube, Weidler, Fischer, Restaurant, Berlinerstr. 41. Reſtaurant, Ringbahnfir. 58. Restaurant, Dorffir. 29. Wesenberg, Restaurant, Schönebergerweg 1. A. Reisen, Bigarrengeschäft, Berlinerstr. 44. Gesperrt: Zeichert, Restaurant mit Saal, Berlinerstr. 80. Tillmann ( Inh. Langhammer), Restaurant mit Saal, Berlinerstr. 33. Trebbin. Kein Lokal. Treptow. Heydrich's Restaurant. S. Kümpel( Partschloß"), Köpnicer Landstraße. Jacob, Ausschant der Bock- Brauerei. Otto( früher Henze), Restaurant zum Karpfenteich. Landsberg( früher Nietsch). Bade's Boltsgarten. Mönch( früher Eichbaum). Ahrends( früher Bender), Neue Krug Allee. Zornow, Neue Krug- Allee. Neu- Tivolt, G Siertberg( früher Geflügelpart), Neue Krug- Allee. Bischof, Restaurant zur Baumschule. Gesperrt sind: Braun( am Bahnhof Treptow), Benner, Adermann, Riemer, Paradiesgarten", Wilhelmsgarten", Altes Eierhäuschen",„ Neues Gierhäuschen", Gräzuweit( früher Appelt). Wannsee. Kein Lotal. Zehlendorf. Kein Saal zu haben. u empfehlen: Cm Warnice, Zeltowerstr. 24. Dohrmann, Mach nowerstraße. Gesperrt sind: Russack, Berlinerstraße.„ Kaiserhof", Potsdamerstraße." Fürstenhof", Hauptstraße. Rost, Karlstr. 12. Stegeler, Karlstr. 24. Wiesenburg, Teltowerstraße. Zeuthen- Handels Ablage. M. Schrobach. Die Adressen der Lokalkommissions- Mitglieder der Umgegend von Berlin sind folgende: Adlershof: Albert Hannemann, Raiser Friedrichstraße( Haus Lipschitt). Bernan: 2. Werner, Weinbergstr. 23. Brit: R. Schönberner, Nixdorf, Juliusstr. 89. Buckow bei Müncheberg: F. Siemon, Schneidermeister. Charlottenburg A. Röttger, Christstr. 6. Dalldorf: E. Gallin, Hauptstr. 35. Deutsch- Wilmersdorf: G. Reuter, Berlinerstr. 29. Eberswalde: F. Bittner, Breiteftr. 34. Freienwalde a. O.: Robert Schiele, Alt- Riez 4. Friedrichsberg Lichtenberg: Edmund Siepe, Friedrichsberg, Blumenthalstr. 20. Friedrichsfelde: G. Junge, Prinzen- Allee 35. Friedrichshagen: Heyfelder, Scharrnweberstr. 47. Alt- Glienicke: Sermann Berg, Grünauerstr. 84. Groß- Lichterfelde- Lankwih: 2. Böltel, Parallelstr. 10. Grünau: Friz Wüstenhagen, Friedrichstr. 7. Deegermühle bei Eberswalde: G. Dölts, Schuhmacher, Heegermühle. Hohen- Schönhausen: 6. Lück, Wilhelmsberg 18. Johannisthal: G. Glze, Friedrichstr. 19. openid: Karl Streich an, Glienickerstraße. Alt- Margrafenpieske: Krause. Mariendorf: A. Senger, Ackerstr. 12. Marienfelde: Gottlieb Schmidt, Großbeerenstr. 78. Marwit b. Belten: A. Lehmann, Töpfer. Nauen: H. Kohn, Mittelstr. 6. Nieder- Schönweide: G. Elze, Friedrichstr. 19( Johannsthail). Nowawes: F. Schuster, Lindstr. 15a. Ober- Schönweide: Gustav Eize, Johannisthal, Friedrich fir. 19. Oranienburg: Th. Mohaupt, Kanalstr. 67. Pankow: Ernst Koz, Wollantstr. 115, 3 Tr. Potsdam: F. Kernte, Brandenburger Kommunikation 16. Reinickendorf: Rosenfeld, Soppestr. 4. Riedorf: B. Schent, Knesebeckstr. 10, Rüdersdorf( Saltberge): Matthes. Rummelsburg: August Dehtting, Türrschmidtstr. 20, v. 3 r. Schmargendorf: Paul Werner, Kösenerstr. 4. Schöneberg: 6. Freidant, Tenipelhofer Weg( Haus Götsch). Spandau: A. Senftleben, Bergstr. 6. Steglit: J. Otto, Schildhornstr. 75a. Stralan: H. Krumm, Stralau Nr. 17, 4 Tr. Strausberg: Albert Hering, Schuhmacher, Klosterstr. 22. Tegel: August Berndt, Berlinerftr. 96, Teltow: Hermann Reßler, Badstr. 26. Tempelhof: A. Reifen, Berlinerstr. 44. Velten in der Mart: A. Paris, Vittoriaftr. 30. Meißensee: H. Gampe, Sedanstr. 5. Wilmersdorf: Gustav Behrend, Berlinerstr. 123. Zehlendorf: D. Bielte, Machnowerstr. 30. Die Lokalkommissions- Mitglieder der Umgegend von Berlin werden ersucht, Buschriften, die Lokalfrage betreffend, nur an Genoffe Gumpel, Barnimstr. 42, einzuschicken; die Verantwortung über die richtige Ausstellung der Liste tragen die Einsender selbst. Direkte Abmachungen mit Wirthen der Umgegend von Berlin in Lokalangelegenheiten lehnt die hiesige Lokaltommission ab; dieselben haben sich in dieser Angelegenheit an die dortigen Kommissionsmitglieder zu wenden. H. Gumpel, Barnimstr. 42; Halfter, Lübbenerstr. 22; 3aate, Rüstriner Platz 8. Soziale Leberlicht. Ju Zürich sind die Brauer in eine Lohnbewegung eingetreten. Es ist sicher anzunehmen, daß schon in den aller nächsten Tagen hauptsächlich in Süddeutschland Bierbrauer nach dort gesucht werden. Um den dortigen Arbeitern zum Siege zu verhelfen, möge fein Brauer diesen Verlockungen folgen. " " Die Der Weberstreit in Großenhain( Sachsen) dauert| Die im Vergolder und verwandten Gewerben be unverändert fort. Jeder Versuch, in Verhandlungen einzutreten, schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hatten scheiterte an dem Starrfinn des Unternehmers. Im allgemeinen zum 5. März cr. eine öffentliche Versammlung nach der Brauerei steht die Sache der Arbeiter nicht ungünstig; erstens steht die Königstadt einberufen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Musterei vor der Thür, und zweitens haben die Großenhainer Der erste Mai und wie gedenken wir denselben zu feiern", hatte Weber bis dato jeden Versuch des Unternehmers, Weber von Genosse Mäther das einleitende Referat übernommen. In seinen auswärts heranzuziehen, vereitelt. Möge es ihnen, im Verein Ausführungen vertritt der Redner den Standpunkt, daß die Gemit ihren auswärtigen Genossen, gelingen, auch fernerhin den wertschaften am 1. Mai zu demonstriren haben. Nach einer Zuzug fernzuhalten. furzen Diskussion wurde gegen eine Stitame folgende Resolution angenommen:" Die Versammlung ist mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und beschließt, am 1. Mai die Arbeit ruhen zu lassen. Um die Feier würdig begehen zu können, beschließt die Versammlung, die Agitationskommission zu beauftragen, am Vormittag des 1. Mai eine Versammlung einzuberufen und zu diesem Zweck eine rege Agitation zu betreiben." Zum Der II. Verbandstag des Zentralverbandes der Maurer dritten Punkt giebt Rollege Mehring als Delegirter der Deutschlands fand am 5. März und die folgenden Tage in Gewerkschaftskommission den Bericht. An den Bericht des Altenburg statt. Anwesend find 25 Delegirte, 3 Vertreter Delegirten fnüpfte sich eine längere Debatte. Die Gewerkschaftsdes Vorstandes, 1 Vertreter des Verbandsorgans Grundstein" kommission habe sich, so bemerkt ein Redner, ihrem eigentlichen und 1 Vertreter der Generalfommission. Biel abgewendet und sich auf ein falsches Gebiet begeben. Zum 1. Punkt der Tagesordnung erhielt Kollege Staningt Nothwendigkeit des Geiertsschaftsbureaus, welches zum größten das Wort, um den Bericht des Vorstandes über seine Thätigkeit Theil von Unorganisirten in Anspruch genommen wird, sei seit dem letzten Verbandstage zu geben. Der Bericht giebt zweifelhaft. In gewerbegerichtlichen, sowie in gewerkschaftlichen Rechenschaft über die in dieser Zeit stattgehabten Lohn- Angelegenheiten seien die von den Gewerkschaften gewählten Gebewegungen, über die agitatorische Thätigkeit, über das Ber- werbegerichts- Beisitzer und die Berufsorganisationen zur Rathbandsorgan und über die wichtigsten Einzelheiten aus der Ver- Ertheilung gern erbötig. An Stelle des Kollegen Mehring, bandsthätigkeit. Der Bericht legte Zeugniß davon ab, daß der welcher sein Amt als Delegirter niederlegt, wird Kollege H. Vorstand es an Rührigkeit nicht hat fehlen lassen; daß größere Späthe gewählt. Zum Streit der Kollegen in Burg berichtet Erfolge nicht erzielt wurden, liegt an der allgemeinen Depression Höpfner, daß der Inhaber der Firma Mathias u. Frost geneigt auf dem wirthschaftlichen Gebiete, deren Rückwirkung auf das wäre, die Arbeiter, mit Ausnahme von vier Kollegen, wieder Baugewerbe selbstverständlich eine sehr fühlbare ist. Während einzustellen. Den Affordpreis zu erhöhen, resp. den Preis, der Berichtszeit wurden 481 Orte von Agitatoren zweds Ab- welchen die anderen Fabrikanten am Orte zahlen, falle ihm nicht haltung von Versammlungen bereist. Zur Wanderunterstützung ein, lieber würde er die Fabrik schließen. Mit einzelnen würde wird beschlossen, daß solche nur noch Mitgliedern gewährt wird, er sich schon einigen. Die am Ort befindlichen Fabrikanten die 1 Jahr dem Verbande angehören. Ausnahme hiervon wird bei haben sich verpflichtet, keinen der Streifenden zu beschäftigen. denjenigen jungen Leuten gemacht, die unmittelbar nach Beendi- Streifbrecher sind bisher nicht zu verzeichnen. Nachdem noch zur gung der Lehrzeit dem Verbande beitreten und demselben 4 Wochen regen Unterstützung der Streifenden aufgefordert, wurde die VerAn die Genoffen in Friedrichsfelde! angehören. Die Wanderunterstützung soll nicht über 75 Pf. und sammlung geschlossen. Morgen( Mittwoch) findet die Wahl zur Gemeindevertretung nicht unter 50 Pf. betragen. Der Verbandstag beschließt statt. Wahllokal: Kohlhase. Die Wahlhandlung beginnt um weiter, daß die Gewährung von Rechtsschutz auch auf StreitigDie Brauerei- Hilfsarbeiter und Bierverlags- Arbeiter 91/2 Uhr. Parteigenoffen! Thue ein Jeder seine Pflicht, um feiten wegen Kranken- und Unfallunterstützung ausgedehnt wird; und Arbeiterinnen waren am 8. d. M. zahlreich versammelt, unferen Kandidaten, Joseph Ebleben, Bäckermeister, und doch soll es in diesen Fällen der Entscheidung des Zentralvor um einen Vortrag des Genossen Nät her über die Bedeutung Nepomuk Pretti, Tischler, zum Siege zu verhelfen. Ins- standes vorbehalten werden auch für die erste Instanz, ob Rechts- des Achtſtundentages und die Maifeier" mit anzuhören. Die besondere ersuchen wir die Genossen, die mit Arbeitern in schuh bewilligt wird oder nicht. anregenden Darlegungen des Referenten fanden die vollste ZuFriedrichsfelde zusammenarbeiten, diese an ihre Pflicht zu er Lange Debatten rief ein Antrag auf Herabsetzung der Bei- stimmung der Versammelten, die auch in der folgenden Dis innern. Das Wahlkomitee. träge hervor. Derselbe wurde schließlich abgelehnt, dagegen der fussion zutage trat. Der Vortragende empfahl, den 1. Mai An die Gewerkschaften und unsere Berufsgenossen! Antrag, Arbeitslose von den Beiträgen zu befreien, angenommen. zu feiern, wie es jeder vermag. Ein endgiltiger Beschluß nach Wir ersuchen hiermit diejenigen Gewerkschaften, welche noch Der Verbandstag soll wie bisher alle zwei Jahre zusammentreten. Dieser Richtung hin soll in der am 16. d. M. bei Joël stattfindenden Versammlung gefaßt werden. Einen Einblick in die im Befit von Sammellisten der Droschkentutscher Berlins sind, Zu einem allgemeinen Handwerkertage, der in Berlin Arbeitsverhältnffse in den Brauereien gewährte die mitgetheilte dieselben so schnell wie möglich an uns abzuliefern. Ebenso vom 9.- 11. April d. J. abgehalten werden soll, ladet der Thatsache, daß in einer hiesigen Weißbierbrauerei der Besitzer richten wir an unsere Berufsgenossen das dringende Ersuchen, Bentralausschuß der vereinigten Innungsverbände und der engere sich mit der Uhr in der Hand hingestellt und zu seinen Arbeitern ebenfalls dafür zu sorgen, daß die in ihrem Befiz befindlichen Vorstand des Allgemeinen deutschen Handwerkerbundes ein. Auf gesagt habe: Wenn Ihr in einer Stunde nicht 1000 Flaschen Sammellisten an uns abgeliefert werden, ganz gleich, mit welchem der Tagesordnung steht vorläufig nur ein Punkt: Stellungnahme reinigt, dann verlaßt Ihr die Brauerei; ferner daß die BrauereiBetrag dieselben gezeichnet sind; denn es ist dies unbedingt noth- zu den Berlepschen Vorschlägen betreffend Organisation des arbeiter bei Rösicke bei 91/ 2stündiger Arbeitszeit 21 M. Wochenlohn wendig, um eine endgiltige Abrechnung von dem Streit statt- Handwerks und Regelung des Lehrlingswesens. Wie in dem erhalten, bei Gregory dagegen bei zehnstündiger Arbeitszeit nur finden zu lassen. Nach dieser werden wir neue Liſten ausgeben, Aufrufe weiter mitgetheilt wird, hat der Zentralausschuß Gegen- 15 M., fowie daß bei Bößow du jour umsonst gemacht werden und ersuchen wir unsere Kollegen, sich an den Sammlungen recht vorschläge ausgearbeitet, die zur Beschlußfassung vorgelegt werden muß. Die trassen Zustände in den Brauereien fanden eine rege zu betheiligen, um tünftigen Falls bei einem erneuten An- sollen. Eigenthümlich muß es jeden Unbefangenen berühren, drastische Beleuchtung und wurde die Nothwendigkeit der Dr griff des Kapitals mit einem Streitfonds ausgerüstet dazustehen, wenn er weiter lieft, daß Theilnehmerkarten zu diesem„ all- ganisation demgegenüber allseitig betont. der es uns ermöglicht, auch den stärksten Angriffen zu wider gemeinen" Handwerkertage 1 M. und die Delegirtenfarten gar stehen. Briefe und Geldsendungen sind zu richten an W. Schütte, Berlin, Schützenstr. 58. Mit solidarischem Gruß Das Agitations Komitee der Droschkentutscher Berlins und Umgegend. J. A.: H. Schuly. Achtung, Tabakarbeiter! Die Firma F. Leopold in Berlin erwarb, um billiger fabriziren zu können, die Haschke'sche Fabrik in Haynan i. Schl. Die sehr niedrigen Löhne erschienen jedoch der genannten Firma noch zu hoch, und so wurde ani 9. d. M. sämmtlichen Arbeitern Lohnreduktionen in größerem Umfange angekündigt. Bei der traurigen Lebensweise, die die Arbeiter schon bei den bisherigen Löhnen führen müssen, war es geradezu unmöglich, auf dieses Anfinnen einzugehen, und so legten die 42 Arbeiter und Arbeiterinnen die Arbeit nieder. Kollegen allerorts, erklärt Euch mit den Ausgesperrten solidarisch und meidet den Zuzug nach Haynau i. Schl. Louis Dechand, Bevollmächtigter für Berlin. Achtung, Tabakarbeiter! In Haynau i. Schl. find am 9. d. M. seitens der Firma F. Leopold( Heschte's Nachfolger), welche von Berlin am 28. Februar d. J. nach hier übergesiedelt, 42 Zigarrenarbeiter nebst Arbeiterinnen, welche sich gegen Lohnreduzirungen sträubten, ausgefperrt worden. Die Firma wird versuchen, Ersatz Erfaß von außerhalb heranzuziehen. Unterzeichneter ersucht, den Buzug streng fern zu halten. Die ausgesperrten Tabatarbeiter Haynau 3. J. A.: H. Stolz. 2 M. tosten; besonders aufmunternd dürfte das auf den Besuch Eine öffentliche Versammlung der Kellner und Köche, dieses Konziliums der Rückständigkeit gerade nicht einwirken, welche in der Nacht zum 9. März in Martens Saal stattsondern weit eher geeignet jein, wirtliche Handwerker, von denen ein fand, hörte mit Interesse einen instruktiven Vortrag des Reichsgroßer Theil in den dürftigsten Verhältnissen lebt, zurückzuschrecken. tags- Abgeordneten Wolfenbuhr über: Die Erhebungen Wenn es weiter heißt, daß nur selbständige Handwerksmeister und wirkliche Vertreter des Handwerks" zugelassen werden, so tann man überzeugt sein, daß die gestrengen Herren doch koulant genug sein werden, manchen„ Meister" durchschlüpfen zu lassen, der im vollsten Sinne des Wortes Sklave irgend eines Großunternehmers ist. Wegen Zuwiderhandlung mehrerer Braunschweiger Fabritbejizer gegen§ 120 der Gewerbe- Ordnung war f. 3. von den Formern Beschwerde bei der Polizei erhoben worden. Verschiedene Gießereibejizer find nunmehr angewiesen worden, die offenen Koatstörbe abzuschaffen und solche Heizvorrichtungen zu treffen, welche den Abzug der Gase und des Rauches bewirken. Ferner sollen dieselben für genügende Beleuchtung Sorge tragen und die Krähne mit Schuhvorrichtungen versehen. Im Falle der Nichtbefolgung dieser Vorschriften wird gegen die betreffenden Gießereibesizer Strafantrag gestellt werden. Militärische Verrufserklärung. der Reich 3 fommission für Arbeiterstatistik im Gastwirths. gewerbe an. Einleitend schilderte der Referent die Bestrebungen der sozialdemokratischen Fraktion im Reichstage für Schaffung derartiger Institutionen, welche geeignet sind die ArbeiterschutzGesetzgebung zu fördern. Nach langem Kampfe wurde endlich die Errichtung einer sogenannten Spezialfommission, wie sie in England bei den verschiedensten Anlässen sich gut bewährt haben und eine Fundgrube des Wissens für den Gesetzgeber und Nationalökonom geworden sind, beschlossen. Die Kommission, welche gegenwärtig 17 Mitglieder, die Hälfte Reichstags- Abgeordnete zählt, hat bis jetzt ihre Thätigkeit auf die Gewerbe der Bäcker, Müller, das Handels- und das Gastwirthsgewerbe ausgedehnt. Das letztere nehme eine Ausnahmestellung ein; die für die übrigen Arbeiter geltenden Bestimmungen fämen hier nicht in Betracht. Die Erhebungen feien nun, da in Deutschland leider die geeigneten Organe fehlten, seitens der Polizei vorgenommen worden. Die Zahl der ausgegebenen Fragebogen sei nach der 1882 er Bedieser Tage seitens der Militärbehörde über weitere 13 Wirth- läufig von den Erhebungen ausgeschlossen geblieben. Auf die In Brandenburg ist rufsstatistik vorgenommen, leider sei das Küchenpersonal vorschaften, Materialwaarenhandlungen. u. f. w. der militärische gestellten Fragen selbst eingehend, bemerkt Redner, daß hier noch Boykott verhängt worden. Nicht etwa weil die betreffenden manche Lücke zu verzeichnen fei. So sei die Frage nach der Inhaber Sozialdemokraten sind damit begnügt man sich heute Dauer der Arbeitslosigkeit vor der letzten Stelle jedenfalls von nicht mehr sondern nur deswegen, weil sie als Geschäftsleute großem Interesse gewesen. Die Frage nach der Beschaffenheit auch mit bürgerlichen Personen, darunter auch Sozialdemokraten, der Wohnungen solle später separat behandelt werden. NothGeschäfte machen. Ohne stichhaltigen Grund werden also eine wendig sei es auch, den Gastwirthsangestellten einen Ersatz für Menge Geschäftsleute, die als Steuerzahler helfen müssen, den den Sonntag, einen Ruhetag in der Woche zu verschaffen. Au die Hilfsarbeiter im Handelsgewerbe in Berlin Militarismus mit zu erhalten, in ihrem Erwerbe geschädigt. Wie sehr das Gewerbe im Argen liege, lasse sich daran eral3: Haus- und Geschäfsdiener, Packer, Wein Für die Sozialdemokratie kann diese Verrufserklärung natürlich kennen, daß hier sogar gefragt werden müsse, ob und wieviel der feller nnd Speditionsarbeiter. Kollegen! nur agitatorisch günstig wirken. Mancher Vaterlands Arbeiter dem Unternehmer noch für das Recht sich schinden zu Die heute Abend im Neuen Klubhause stattfindende öffentliche vertheidiger" wird durch solche Maßnahmen erst stubig werden lassen, zuzahlen muß. Es liege freilich die Befürchtung nahe, Berufsversammlung ist, in anbetracht der Besprechung über die und sich über den Zweck der Verbote aufzutlären suchen. Auf daß durch die Machinationen, welche die Unternehmer gegen ihre Tagesordnung unseres 1. Berufskongresses in Halle, sowie der die Geschäftsleute aber muß es erbitternd wirken. Untergebenen in Szene sezen, die Antworten theilweise recht geWahl der Delegirten zu demselben, ferner der Stellungnahme Obiger behördlicher Verrufserklärung verfärbt aussehen werden. Bis zu einem gewissen Grade wird das zur diesjährigen Maifeier, von weittragender Bedeutung für die dient nachstehende Notiz entgegengestellt zu werden. Einem wieder berichtigt durch die Gntachten der Verbände der Arbeiter Organisation, sowie für jeden einzelnen unter uns; es feble des Genossen in Rieberrabenstein bei Chemnih ging sowohl als auch durch die Auskunftspersonen, die zur mündlichen halb keiner der Kollegen, welche gesonnen sind, an der Ver- folgende Strafverfügung zu: Bernehmung vor die Kommission geladen werden. Hauptsächlich besserung unserer Lage mitzuarbeiten. Laut Anzeige des Gendarm Zieger in Reichenbrand ist der wird es sich ja darum drehen, die Regierung zu veranlassen, die Strumpfwirker Hugo Bruno Seim in Niederrabenstein 149 be- Durchführung eines Maximal- Arbeitstages, sowie eines wöchentschuldigt, am 18. vorigen Monats in dem Dittrich'schen Gasthofe lichen Ruhetages von 36 Stunden energisch anzuftreben. Die Au die Former Deutschlands! in Oberrabenstein auf dem Tanzfaale öffentlich Gäste auf Kollegen sollten bemüht sein, in weitesten Kreisen Aufklärung Kollegen! Am Montag, 5. März, haben sämmtliche Former gefordert zu haben, in dem genannten Gafthose teine Waaren über die Zweckmäßigkeit dieser Forderungen zu verbreiten, damit der Eisenhüttenwerke Reula bei Mustau die Arbeit niedergelegt. mehr zu bestellen beziehentlich nicht mehr dort zu verkehren. falls dieselben als Auskunftspersonen um Rath angegangen Sie sind durch unerhörte Lohndrückereien dazu gedrängt worden. werden, sich einheitlich und präzise äußern. Wenn nach§ 120e Den Winter hindurch mangelte es an Arbeit, sodaß wir im eine Regelung der Arbeitszeit in die Wege geleitet werde, feien Durchschnitt monatlich faum 36 m. verdienen fonnten; mit die Gastwirthschaften dann auch dem Fabrikinspektorat unterdiesem Hungerlohn mußten wir uns durchschlagen, so gut es eben stellt. Damit alle Verbesserungen, die geplant sind, nicht auf ging. Mitte Februar wurde uns mitgetheilt, daß wir auf Lager dem Papier stehen bleiben, bedarf es einer kräftigen zielbewußten arbeiten fönnen, falls wir etwa 25 pCt. billiger zu arbeiten geOrganisation.( Beifall.) In der ziemlich lebhaften Diskussion willt seien; der Geschäftsleiter redete uns zu und sagte:„ Wenn bemerkt Boesch, daß es wohl auffällig erscheinen fönnte, Bestellungen einlaufen, bekommt Ihr wieder die alten Löhne." Da wir ja in einem Rechtsstaat" leben, wo vor dem Gewenn die Kollegen eine Beschränkung der täglichen Arbeitszeit Merkwürdigerweise hatte es aber mit dieser Lagerarbeit so große feje alle gleich sind, so werden wir wohl demnächst sehen, auf 12 Stunden fordern, während es Arbeiterkategorien gebe, Gile, daß wir täglich 13 Stunden arbeiten sollten; wir lehnten wie der Staatsanwalt die Militärbehörden unter Anklage die bereits für eine achtstündige Arbeitszeit kämpfen, aber man es ab und forderten die alten Löhne, die uns aber verweigert stellen wird. müsse eben bedenken, daß die Kellner bisher 16, 18 und noch wurden, wodurch wir zum Streit gezwungen waren. Es dürfte mehr Stunden arbeiten mußten, so daß hier ein zwölfstündiger schwer fallen, einen Ort zu nennen, wo die Former zu solchen Arbeitstag schon ein wesentlicher Vortheil bedeuten würde. Im niedrigen Löhnen arbeiten müssen, wie in Reula, und nun Sinne des Referenten sprachen noch Herzberg, Nather, sollten wir noch den vierten Theil unseres Hungerlohnes Löffler, Fiedler, Polter und Andere. Einstimurige dem Kapitalismus opfern. Kollegen! Die Zahl der Streifenden Annahme fand schließlich eine Resolution, dahin gehend, daß Der Verband der deutschen Barbiere und Friseure der demnächst hier stattfindende Kongreß der Gastwirthsgehilfen beträgt 51 und nur wenige von ihnen sind unverheirathet, die meisten sind der Unterstüßung bedürftig. Sie sind nicht in der Filiale Berlin) hielt am 1. März seine Mitgliederversammlung Schritte thun möge, um der Regierung immer mehr UnterLage, einige Wochen ohne Unterstüßung dem Kapitalismus zu schlüsse in der Generalversammlung der Drts- Krankenkaffe. Nachlagen zu beschaffen zur Ausarbeitung eines Spezialgefeyes" für trogen. Bir appelliren an das Solidaritätsgefühl der Kollegen, uns in unserem gerechten Rampfe zu unterstüßen. Hier thut schnelle Hilfe doppelt noth, und was Ihr an uns thut, werden wir Euch gerne wieder vergelten. Wir sind nicht organisirt, haben aber die Nothwendigkeit der Organisation erkannt und werden nach dem Streit demgemäß handeln. Wir werden siegen, wenn Ihr uns nur ein wenig unterstützt! Haltet den Zuzug fern. Briefe und Geldsendungen find zu richten an Karl Sommer, Former, in Mustau, Schmelzstraße. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Der Vertrauensmann: Karl Barnewitz. Auf grund der Bekanntmachung der königl. Amtshauptmann schaft vom 2. November 1889 wird daher gegen Seim hierdurch eine Haftstrafe von sieben Tagen und Bezahlung der er wachsenen Verläge festgesetzt. Chemniß, den 5. März 1894. Königliche Amtshauptmannschaft. Dr. Rumpelt. " Versammlungen. Erledigung einiger Vereinsangelegenheiten erfolgte der Schluß der Versammlung. Eine Versammlung des Fachvereins der Stellmacher tagte am 4 März. Kollege Brüß referirte über den Lohntarif von 1886. Der Referent führte aus, daß die Löhne bereits wieder sehr herabgefunken sind. In vielen Werkstätten wird bereits wieder 11 und 12 Stunden gearbeitet. An der Diskussion betheiligten sich mehrere Kollegen, die auf verschiedene andere Uebelstände im Stellmachergewerbe hinwiesen. Auch wurden die Kollegen er mahnt, eine rege Agitation zu betreiben, um alle indifferenten Kollegen heranzuziehen. Schöneberg. In der am 5. d. Mts. abgehaltenen Ber sammlung des hiesigen Arbeiter- Bildungsvereins referirten die Genossen Köster und Macije wsti über den Werth der Gewerkschaftsorganisation. Beide Redner legten in ausführ licher Weise die Aufgaben der Gewerkschaften dar. Die Diskussion bewegte sich im Sinne des Referats, besonders wurde von einigen Rednern der Streit um die Form der Organisation gegeißelt. Das Thema für die nächste Versammlung, die am 19. März stattfindet, lautet:" Die Chartistenbewegung". Referent Genosse Bunter. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.