Ar. S5.-3S. Jahrg. SdonnementZ-vecklngonge», llbonnementZ- Breit pränumerand«» Lierteljährl. SL0 Ml. monatl. llo Ml. WSchmtlich LS Pfg. frei int Hau«. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntag»- nmnmer mit illustrierter Sonntaat- Beilage»Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost- Zlbonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen m die Post- Zeitung»- Preisliste. Unter Kreuzband fllr Deuilchland und Oesterreich. Ungarn L,K) Marl, für das übrige Lusland t Marl pro Monat, Postabonnementt nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Jialien. Luxemburg. Portugal. Rumänien, Schweden und die Schweiz. Olditlnt lZgllch. Berliner VolKsblnkk. � s Pfennig) vi« Inkertlonz-eedilhr betrügt für die sechsgespaltene Kolonel- Helle oder deren Raum HO Pfg., für politische und gewerlschafiliche Bercins- Und Versiimmlungs-Anzeigcn 80 Pfg. „Hielne Anrcigen", das scitgedruikie Wort 20 Pfg.(zulässig Lsetigcdruclic Worte), sedes weitere Wort 10 Pfg Stellengesuche und Schlassiellena». zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort S Pfg. Worte über IS Buch. Itaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. relegramm- Adresse: »SoÄiMtinolifZt ßcrliir. Zentralorgan der fozialdemokrattfchen Partei Deutfchlands. Reöaktioa: EW. HS, Llnöenstraße Z. yerusprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S1 SO— 181 97. Expedition: SW. 6$, Llndenstraße 3. Kernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 181 SS— 181 97. GtSie MMe WWW! M W?! Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris, 6. April.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend: Tagsüber herrschten auf der ganzen Front Regen und Nebel. Jm Ailly-Wald, südöstlich von St. Mihiel, nahmen wir drei hintereinanderliegende Reihen Schützengräben. Wir fahten auch in einem Teile der feind lichen Stellungen nordöstlich von Regniöville Fuß. Tätigkeit deutscher Luftschiffe und Flugzeuge. Dünkirchrn, 6. April.(SB. T. 83.) Meldung der„Agence Havas". Ein deutsches Luftschiff überflog gestern nacht die Reede. Als eZ von einem Torpedoboot bemerkt wurde, kehrte eS zu den deutickien Linien zurück. Paris, ö. April.(W. T. 83.) Nach dem. T e m p Z" wurde am Sonnabendvormittag St. Diö zum sechstenmal von einem beut schen Flugzeuge bombardiert, das vier Bomben abwarf. Eine Bombe verletzte drei Personen, die übrigen richteten nur geringen Sachschaden an. Lyon, 5. April.(W. T. B.) Der»Nouvelliste* erfährt aus Hazebrouck: Eine Taube hat am Donnerstag Armen« tidreS mit sieben Bomben belegt. Eine Zivilperson wurde ge- tötet, drei englische Soldaten und sieben Zivilisten wurden der- wundet. Eine andere Taube überflog am 8. April Hävers- kerte und warf Bomben ab, die mehrere Soldaten ver- wundeten. feindlicher Fliegerangriff gegen Nüllheim. Müllheim(Baden), 6. April. Gestern abend 7 Uhr warf ein feindlicher Flieger zwei Bomben über der Stadt ab, durch die kein militärischer Schaden angerichtet, Wohl aber 3 Zivilpersonen getötet wurden. Zwei französische Flieger in der Schweiz interniert. Pruntrut, K. April.(SB. T. B.) Meldung der S ch w e i z e- ri schen Depeschen- Agentur. Ein französischer Zweidecker, der. von einem deutschen verfolgt, sich auf der Flucht verirrte, mußte heute abend auf Schweizer Gebiet ganz nahe bei Pruntrut niedergehen. Beide Flieger, Führer und Be obachtungSoffizier, wurden nach dem Rathaus vor den schweizerischen Militärstab geführt und dann in einem Hotel interniert. Der Vorfall hat unter der Bevölkerung ziemliche Auflegung hervor- gerufen. Gestlicher Kriegsschauplatz. Das okkupierte russische Gebiet. Wien, S. April.<23. T. 83.) Aus dem KriegSpresse- quartier wird gemeldet: Wir und unsere Verbündeten halten nach einer Feststellung vom 25. März vom Gebiete Ruß lands 46 581,8 Ouadratwerst, das ist 53 610,3 Quadratkilometer mit einer Einwohnerzahl von 5 492 826 besetzt. Nach einzelnen Gouvernements angegeben sind die Ziffern(wobei die Flächen in Ouadratwerst angegeben sind) die folgenden: Kalisch Fläche 9961,3, Einwohnerzahl 1 183 866; Petrikau Fläche 16763, Einwohnerzahl 1 981 366; Kilce Fläche 4434,3, Einwohnerzahl 486 666: Radom Fläche 1646, Einwohnerzahl 143 466; Warschau Fläche 5832,5, Ein- Wohnerzahl 624 966; Plock Fläche 6216, Einwohnerzahl 555 666; Lomza Fläche 2316,5, Einwohnerzahl 172 126; Suwalki Fläche 5412,2, Einwohnerzahl 346 766. Russische Gssiziersverlufte. Am 28. März wurde die letzte Liste der Offiziersvcrluste auf russischer Seite inderWinterschlachtvonMasuren veröffentlicht: (Xn der Wintcrschlacht fielen: 3 Generale, 11 Obersten und Oberstleutnants, 19 Majore, 297 Hauptleuto imd 403 andere Offiziere. Verwundet wurden: 10 Generale, 32 Obersten und Oberstleutnants, 57 Majore, 381 Hauptleute und 1107 andere Offiziere. Als vermißt bezw. gefangen wurden gemeldet: Keine Generale, 10 Obersten und Oberstleutnants, 28 Majore, 211 Hauptleute und 381 andere Offiziere. Es ergibt sich also ein Gesamtabgang von 733 getöteten, 1387 verwundeten und 030 ver- mißten Ossizieren, zusammen 2950. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 6. April 1915.(W.T.B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Die Franzosen sind seit gestern zwischen Maas und Mosel besonders tätig. Sie griffen unter Einsatz starker Kräfte und zahlreicher Artillerie nordöstlich, östlich und südöstlich von Berdun, sowie bei Ailly, Apremont, FHrey und nordwestlich von Pont-a-Mousson an. Nordöstlich und östlich von Berdun kamen die Angriffe in unserem Feuer überhaupt nicht zur Entwickelung, südöstlich von Berdun wurden sie abgeschlagen. Am Ostrande der Maashöhen gelang es dem Feind, in einem kleinen Teil unseres vordersten Grabens vorübergehend Fuß zu fassen,' auch hier wurde er in der Nacht wieder hinausgeworfen. Der Kampf in der Gegend von Ailly und Apremont dauerte während der Nacht ohne jeden Erfolg für den Gegner an. Erbittert wurde in Gegend Flirey gefachten, mehrfache französische Angriffe wurden dort abgewiesen. West lich des Priesterwaldes brach ein starker Angriff nördlich der Straße Flirey— Pont-a-Mousson zusammen. Trotz der sehr schweren Berluste, die der Gegner bei diesen Gefechten erlitten hat, muß nach seiner neuerlichen Kräfteverteilung angenommen werden, daß er seine Angriffe hier fortsetzen wird, nachdem die gänzliche Aussichtslosigkeit aller seiner Bemühungen in der Champagne klar zutage getreten ist. c Oestlicher Kriegsschauplatz. Nussische Angriffe östlich und südlich von Kalwarja sowie östlich von Augustow waren erfolglos. Im übrigen ist die Lage im Osten unverändert. Oberste Heeresleitung. ** ♦ Der öfterreichische Heneralftabsbericht. Wien, k. April.(W. T. B.) Amtlich wird der- lautbart: K. April 1913, mittags: Die Kämpfe in den Karpathen nehmen noch weiter an Ausdehnung zu. Ans den Höhen östlich des Laborczatales eroberten gestern deutsche und unsere Truppen starke Stcllun- gen der Russen und machten hierbei fünftausendund- vierzig Mann zu Gefangenen. In den anschließen- den Abschnitten wurden mehrere heftige Angriffe unter großen Verlusten des Feindes blutig zurückgeschlagen, weitere zweitau sendfünfhundertdreißig Russen gc- fangen. In Südostgalizirn scheiterte auf den Höhen nordöstlich von Ottynia ein Rachtangriff des Feindes. Bei dem am 4. April südwestlich Uscic Biskupic versuchten Vorstoß des Gegners auf das südliche Tnjestcr- user wurden zwei Bataillone des russischen Alexandcr-Jnfan tcrirrrgimcnts vernichtet. Ter Stellvertreter des Ghefs des GeneralstabeS: von Hoefer, Frldmarschalleutnant. Sie bulgarischen Unruhen in Süöserbien. Die seit dem letzten Balkankrieg zwischen Bulgarien und Serbien bestehende Spannung, die in den letzten Monaten wiederholt einen derartigen Höhegrad erreichte, daß ein Ein- marsch bulgarischer Truppen in Neuscrbien nahe bevor- zustehen schien, hat eine neue Verschärfung erfahren, deren Folge vielleicht eine Kriegserklärung Bulgariens an Serbien sein kann. Schon bisher bestanden zwischen der bulgarischen Bevölkerung der südöstlichen am Wardarfluß gelegenen Landesteile, die Serbien durch den Bukarester Friedensschluß vom 10. August 1913 zugefallen sind, und der serbischen Ver- waltung dieser annektierten Gebiete scharfe Gegensätze, die bereits mehrfach zu kleinen lokalen Putscheu der dort ein- gesessenen bulgarischen Bevölkerung geführt haben; nun aber scheint sich, wenn die Meldungen aus Sofia nicht allzu über- trieben sind, dort ein beträchtlich ernsterer Kampf zwischen der unterdrückten bulgarischen Bevölkerung und den herrschen- den Serben entsponnen zu haben, dem Bulgarien kaum ruhig mit verschränkten Armen wird zusehen können. Bulgarische revolutionäre Banden sollen, durch die Unter- drückimgsmatznahmen der serbischen Behörden aufgebracht, serbische Posten und kleine Grenzbefestignngegn angegriffen, zwei Kanonen erbeutet, die Höhen am linken Wardarufer be- setzt und die Eisenbahnverbindung zwischen Gjewgjcli und Saloniki zerstört haben. Um den Aufstand zu unterdrücken, warfen die serbischen Behörden sofort mit der Bahn von Uesküb und Gjewgjeli aus Truppen in die unruhigen Ge- biete; Nach hartnäckigem Kampf wurden von diesen mehrere von den bulgarischen Aufständischen verteidigte Dörfer ein-, genommen und die Verteidiger über die bulgarische Grenze getrieben. Kleine Scharmützel zwischen der eingesessenen bulgari- schen Bevölkerung und den serbischen Behörden sind im Süd- osten Neuserbiens gerade nichts Seltenes. Die bulgarische Einwohnerschaft lebt dort mit der serbischen Verwaltung immer auf Kriegsfuß. Doch diesmal hat allem Anschein nach die aufständische Bewegung einen größeren Umfang ange- nommen als bisher. Vor allem fällt auf, daß die offizielle und halboffiziclle Presse Sofias weit umständlicher über die „Grausamkeiten" der Serben berichtet, als früher bei ähnlichen Anlässen: während andererseits die serbische Regierung bei der bulgarischen Verwahrung eingelegt haben soll gegen die Ucberschrcitung der Grenze durch kleine bulgarische Zuzugs- banden und gegen die Unterstützung der Anfständischen durch ihre Landslente jenseits der Grenze. Das scheint darauf hin- zudeuten, daß man auf beiden Seiten keineswegs geneigt ist, die Vorgänge zu übersehen und sich mit einigen wohlfeilen gegenseitigen Loyalitätsversichernngen abspeisen zu lassen, sondern daß man— � besonders auf bulgarischer Seite, die ja den Serben gegenüber in einer weit günstigeren Lage ist— bestimmte Garantien für zukünftiges Wohlverhalten fordern wird: ein Vorspiel, durch das schon so mancher Krieg ein- geleitet worden ist. Daß die durch den Bukarester Friedensschluß geschaffenen Grenzen der verschiedenen Balkanstaatcn nicht auf längere Zeit unverändert bleiben werden, läßt sich nach allen bis- herigen politischen Erfahrungen leicht voraussehen: denn Bnl- garien hat Gebiete aufgeben und an Serbien, Griechenland und Rumänien abtreten müssen, die größtenteils(vielfach sogar ausschließlich) von Bulgaren bewohnt sind und schon seit der Entstehung eines neuen bulgarischen Fürstentums im Jahre 1878 die Angliederung an diesen Staat erstreben. Soviel nämlich auch in der politischen Literatur der Balkanvölker von einen: Recht der Nationalitäten gesprochen und energisch die Vereinigung des eigenen Landes mit den außerhalb dessen Grenzen gelegenen gleichsprachigen Gebieten zu einer„nationalen Einheit" gefordert wird, so wenig sind die einzelnen Balkanstaaten geneigt, bei ihrem Machtbestreben auf dieses Recht Rücksicht zu nehmen. Es dient den Natio- ualisten nur solange zur Begründung ihrer Ansprüche auf die remdeu Staaten angegliederten gleichsprachigen Gebiete, als nes ihnen vorteilhaft erscheint und ihren Machiinteressen ent- ipricht. Sonst aber sucht jeder dieser Staaten sich nach tvirt- chaftlichen und strategischen Gesichtspunkten zu arrondieren, das heißt sich jene Gebiete anzugliedern, deren Besitz er für die Entwickelung seines Wirtschaftslebens oder zur mititäri- chen Sicherung seiner Grenzen für nötig hält, ganz gleich, ob diese Gebiete von Angehörigen der eigenen oder einer fremden Nationalität besetzt sind. So hat sich denn auch Rumänien im Bukarester Frieden, obgleich es an den vorauf- gegangenen blutigen Kämpfen gar nicht teilgenommen hatte, nicht nur die Schleifung der bulgarischen Befestigungen an der rumänischen Grenze ausbehungen, sondern es steckte auch kurzweg das nördlich der Linie Turtukai— Tobritfch-�Balt- fchif gelegene bulgarische Gebiet ein, obgleich dieses fast aus- schließlich von Bulgaren und Osmanen bewohnt ist, gerade so wie es auch 1878 die Tobrudscha annektiert hat, die damals fast nur von Tataren, Bulgaren und Tscherkcssen bevölkert war. lind Griechenland beanspruchte als Kriegsbeute, obwohl dort nur an einzelnen kleinen Küstenstellcn eine dichtere griechische Bevölkerung sitzt, sonst aber überall das Bulgaren- und Osluanentum überwiegt, ungeniert die ganze ägäische Küste ostwärts bis Makri. Daß es schließlich dieses Gebiet nicht behalten konnte, sondern auf Drängen der Mächte den öst- lichen Teil an Bulgarien zurückgeben niußte, war ihm schmerzlich genug. Besonders aber sind die Serbien im Bnkarester Frieden zugefallenen mazedonischen Landesteile größtenteils von Bulgaren, daneben teilweise auch Mbanesen, Osmanen und Griechen bewohnt: das eingesessene Serben- tum zählt erst in vierter, fünfter Reihe. Es ist daher durchaus begreiflich, daß diese noch nicht seit zwei Fahren zu Serbien gehörenden, von Bulgaren bewohnten Gebiete nach dem Anschluß an Bulgarien trachten, und daß dieser Staat das Streben der Bulgaren jenseits seiner jetzigen Grenze in jeder Weise fördert— nach dein vorhin erwähnten Recht der Nationalitäten auf nationale Selbständigkeit zweifellos mit größtem Recht. Zudem aber leisten die serbi- ichen Behörden, wenn schon am Balkan die Politik gewalt- samer Nationalisierung gang und gäbe ist, in der Unter- drückung der annektierten bulgarischen Gebiete noch ganz Besonderes und schrecken vor keinem Gewaltmittel zurück, um die widerspenstigen Bulgaren zu guten serbischen Patrioten zu drillen. In dem Armeebefehl, den der Bulgarenzar am Tage des Bukarester Friedensschlusses, am 1l>. August 1913, erließ, heißt es:„UnsereVerbündetenhaben unsbetrogen; falten wir unsere Fahnen zusammen für bessere Tage!" Lange hat Bulgarien, geschwächt durch den Aderlaß der letzten Balkankriege, dem Vorgehen der serbi- scheu Behörden gegen die bulgarische Bevölkerung Neuserbiens mit innerem Groll zugesehen: sollte die bulgarische Regierung jetzt zu der Ansicht gekommen sein, diese„besseren Tage" nahten heran? »» * Serbisch-bulgarischer Grenzkonflikt. Sofia, 6. April.(W. T. B.) Meldung der Agence Bulgare. In Beantwortung des vom serbische»Gesandten unternommenen Schrittes betreffend den Aufruhr von Muselmanen im Gebiete von V a l a n d o v o, den daS Prefsebucean in Nisch so leichthin als eine Invasion von Komitadschis und bulgarischen Sol- baten auf serbisches Gebiet darstellte, richtete das Ministeriunt des Acußern an die serbische Gesandtschaft eine Note, in der es den wahren Sachverhalt nach den Be- richten der Grenzbehörden darstellt und insbesondere das einwandfreie Verhalten der bulgarischen Grenzposten hervorhebt, die ihr möglichstes taten, um den verlassenen serbischen Posten zu schützen und der ver- folgten Bevölkerung die Zuflucht zu verweigern, da eS un- möglich war, ihr Obdach zu geben. Die Note verlangt die Ergreifung von Maßregeln, damit die serbischen Truppen bei der Verfolgung der aufrührerischen Bevölkerung nicht in die Lage kommen, auf bulgarische Grenzposten zu schießen, und so Zwischenfälle herbeizuführen, deren Folgen ungemein ernst sein könnten. Sulgarisch-serbtsche Hrenzkämpfe. ?on der Schweizer Grenze, 6. April.(T. u.) Aus Nisch wird vom serbischen Pressebureau amilich gemeldet: Vergangene Nacht gegen 2 Uhr griffen zahlreiche bulgarische Komitatschis in militärischen Umformen unser Blockhaus von Walondowo an. Unsere. Grenzwache wurde zurückgedrängt und zog sich gegen den Bahnhof von Strumitza zurück. Um d Uhr hielten die Bulgaren alle Höhen auf dem linken Ufer de? Wardar besetzt. fBlaguscha Planina.) Die Kämpfe dauern an. Die Zahl der Toten und Ver- mundeten ist auf beiden Seiten ziemlich erheblich. Man sagt, daß die Bulgaren zwei serbische Kanonen erbeutet haben. Tie Ver- mundeten, die in Strumitza angekommen sind, sagen aus, daß die Bulgaren unter den Befehlen von Offizieren kämpfen und daß sie wenig mehr als ein Regiment stark sind. Viele glauben, daß es sich nicht um KomitatschiS handelt, sondern um Truppen der bul- garischen Armee. Die Grenzwachen, die sich in der Nähe befanden, sind zur Hilfeleistung eingetroffen. Die Einzelheiten werden mit- geteilt, sobald sie uns zukommen. Die telegraphischen und tele- pbonischen Verbindungen mit Gewgeli und Saloniki sind ab- geschnitten. �_ die öeutsche Verwaltung in Ruj)lsch-Polen. Die dem Oberkommando unterstellte Zivilverwaltung für Russisch« Polen gibt nunmehr ein Verordnungsblatt für die besetzten Gebiete heraus, das alle Bekanntmachungen in deutscher und polnischer Sprache enthält. Die bisher erlassenen Verordnungen erstrecken sich auf so ziemlich all« Gebiete. So ist an die Stelle des griechischen der gregorianische Kalender getreten, die mitteleuropäische Zeit wurde eingeführt, das von der russischen Regierung erlassene Zahlung?- verbot wurde aufgehoben, ebenso da« Moratorium. Weitere Ber- ordnungen betreffen daS Straf- und das Zivilrecht, Konkursverfahren und Zwangsvollstreckungen. Mit der Redaktion des Verorbnungs- blattes wurde der frühere ReichstagSabgeordnete Dr. v. Dziembowski- Pomion betraut.— Die Orte Petrikau, Nowo-RadomSk, Dombrowa, Llkusz, Wolbrom, Miechow und Wolowna stehen unter österreichi- scher Zivilverwaltung. Ein Luftkampf. Budapest, S. April.(W. T. B.) Der Kriegsberichterstatter des„Az Est" meldet vom nordöstlichen Kriegsschauplatz: Gestern hat ein Luftkampf zwischen einem österreichisch-ungarischen Flieger und drei russischen Flugzeugen stattgefunden. Die rusiischen Flugzeuge verfolgten den österreichisch-ungaxischen Flie- ger. Dieser warf Bomben auf seine Verfolger. Eine russische Maschine wurde getroffen und fiel aus 1600 Meter Höhe zu Boden. Tie Maschine wurde zertrümmert. Die zwei anderen russischen Flugzeuge gerieten in einen Luftwirbel und stürzten ab. Der österreichisch-ungarische Flieger entkam unversehrt. Der Seekrieg. der v-doots-Krieg. London, 6. April.(W. T. B.)„Central News" inslöenl Der englische Kohlendampfer �City os Bremen" ist bei Landsend torpediert worden und ge- funken. Vier Mann der Besatzung find er- trunken, 13 Mann wurden von einem anderen Dampfer aufgenommen und bei Pensance gelandet. London, S. April. jW. T. B.) Meldung des Reuterschen BureauS. Der englische Dampfer„NorthlandZ" ist gestern auf der Höhe von Beachy head torpediert worden. Die Mannschaft wurde gerettet. Kein üeutsches I�-doot bei öer Versenkung öes Dampfers„Luigf im Spiele. Genua, ll. April. fW. T. B.) Tie„A g e n z i a S t e f a n i" meldet: Die Inhaber der Firma Angela Parodi be- st reiten durchaus die Möglichkeit, daß der Dampfer„Luigi" Parodi von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden sei. Sie fügen außerdem hinzu, daß die pessimistischen Gerüchte über einen anderen Dampfer Parodi „Pina" völlig grundlos sind.„Pina" ist am 3. April im Hafen von Sabona gut angekommen. Die englischen Schiffsverlufte im März. London, 6. April. iNicht amtlich. iW. T. B.) Laut Mitteilung des H a n d e l S a m t r S gingen im März 33 eng- tische Dampfer mit einem Tonnengehalt von 61383 verloren. Hiervon wurden 2 6 Schiffe mit 49 449 Tonnrngehalt t o r p e- diert und ein Schiff von 115 Tonnengehalt lief auf eine Mine. Insgesamt kamen bei den Schiffsverlusten 217 Man» omS Leven. Die Zahl der verloren gegangene» Segel- schifft dcttSgt 3 5 mit rincm Tonnengehalt von 8110. Hiervon wurde» drei Schifft torpediert. Moriting poft* über öen tzanüelskrieg. London, S. April. iW. T. B.) Ter Flottenkorrespondent der„Morning Post" schreibt: Die Verheerungen der deutschen Unterseeboote dauern mit aufreizender Einförmigkeit von der Nord- see biS nach Finisterre fort. Es ist eine seltsame Lage. Einerseits sagt man unS, daß die englische Flotte die bollständige Seeherr- schaft ausübe, andererseits lesen wir täglich von Verlusten eines oder mehrerer Schiffe in heimatlichen Gewässern. Unsere große Flotte be- findet sich irgendwo, und die Tatsache, daß sie sich irgendwo be- findet, nötigt Deutschland zur Seeräuberei unter See. DaS Blatt fährt fort: Was nützt es, ein Schiff zu bauen, das 2V, Millionen Pfund kostet, wenn es nicht in See gehen kann, außer in großer Entfernung von der Basis der Tauchboote. Wenn der Feind so entgegenkommend wäre, unS zu einer Schlacht in der Mite des Stillen Ozeans einzuladen, wäre alles schön. Unterseeboot und Mine haben tatsächlich jetzt die Flotte zwischen Wind und Wasser gefaßt, und es hat keinen Zweck, anzunehmen, daß diese neuen Elemente etwas Vorübergehendes oder Unbedeutendes wären. Die Lösung des Problems mag durch das Wasserflugzeug möglich sein, aber daS liegt mehr in der Zukunft als in der Gegen- wart. Laßt uns alle von Herzen hoffen, daß die Lösung kommen wird. tzollanü gegen üen Mißbrauch üer hollänüischen Ilagge. Londoo, 6. April.(28. T. B.) DaS Reutersche Bureau meldet aus Washington: Die holländische Regierung hat der Regierung der Vereinigten Staaten mitgeteilt, daß keinem fremden Schiffe, welches die holländische Flagge miß- braucht hat, gestattet werden wird, holländische Gewässer zu durchfahren. Die amerikanische Note an Englanö. London, 0. April.(23. T. 23.) Die Note der Vereinigten Staaten betreffend die englischen Maßregeln auf der See zur Verhinderung allen Handels mit Deutschland, ist veröffentlicht worden. Sie betont, daß die englische Blockade so, wie sie in der englischen Verordnung definiert worden sei, ein Nobum darstelle, da sie den freien Zugang zu vielen neutralen Häsen hindere, welche zu blockieren England kein Recht habe. Dies sei ein ausgesprochener Einbruch in die SouberänitätSrechte der Nationen, deren Schiffe diesen Eingriffen in den Verkehr ausgesetzt sind. Die Note er- kennt an, daß eine große Veränderung in den Bedingungen des Seekrieges eingetreten sei; sie gibt daher der Meinung Ausdruck, daß es leicht sein werde, jedem legitimen Verkehr mit neutralen Häfen freie Ein- und Ausfahrt durch den Blockadekordon zu ge- währen. Die Note spricht die Genugtuung der Vereinigten Staaten über die Versicherungen der englischen Regierung aus hinsichtlich der Art, wie die Blockade durchgeführt werden soll, und nimmt an, daß die Bestimmungen der englischen Verordnung, deren strenge Durch» führung die Rechte der Neutralen verletzen würde, bei der prakti- schen Anwendung angemessen abgeändert werden würden, und daß amerikanischen Handelsschiffen, die von und nach neutralen Häfen fahren, von England keine Schwierigkeiten bereitet werden sollen, falls sie nicht Konterbande oder Güter führen, die für Häfen inner- halb des Kriegsgebietes bestimmt sind oder aus solchen kommen. Schließlich gibt die Note der Annähme Ausdruck, daß England für etwaige Verletzungen neutraler Rechte volle Genugtuung gewähren werde. Der türkische Krieg. Melüung ües türkischen Hauptquartiers. Konstautinopel, 6. April.(W. T. B.) Das Große Hauptquartier gibt bekannt: AnderKaukasischenFront griff der Feind unsere Vorhuten nördlich von Jschkan in der Nähe der Grenze an. Nach einem erbttterten Kampf von achtzehn Stunden wurde der Feind auf die andere Seite der Grenze geworfen. Unsere Truppen besetzten die feindlichen Dörfer in der Umgebung von Khosor und Parakez südlich von Taußkert. Gestern und heute hat der Feind nichts Ernstliches gegen die Dardanellen unternommen. Vorgestern eröffneten zwei feindliche Kreuzer das Feuer auf unsere Batterien am Eingang der Dardanellen; sie verschossen dreihundert Gra- naten, ohne eine Wirkung zu erzielen. Hingegen ist durch verschiedene Beobachtungen festgestellt worden, daß ein feind- licher Kreuzer und ein Torpedoboot durch die von unseren Batterien verschossenen Granaten getroffen wurden. Auf den übrigen Kriegsschauplätzen hat sich nichts Wich- liges ereignet. der Krieg unö die Kolomen. Das Hefecht bei /lbercorn. London, 6. April. Lederarbeiter, daß sie am Mitt« woch nicht zur Arbeit kommen würden, wenn ihre Lohnforderungen nicht würden bewilligt werden. In den genannten Bezirken wird der größte Teil der LederauSrüstung für die neue Armee hergestellt. Die technischen Arbeiter von der Untergrundbahn in London haben laut„Daily Chronicle" vom 1. April beschlossen, am 10. April ihre Arbeit einzustellen, wenn ihnen nicht bis dahin ge- wisse Lohnzugeständnisse gewährt würden. Löhne für Londoner Hafenarbeiter. „Morning Post" vom 30. März veröffentlicht folgende Zuschrift: Lord Devonport als Chef der Londoner Hafenbehörd» erklärt, daß vor einem Monat eine allgemerne Lohnzulage von 8 Schilling wöchentlich bewilligt worden sei. DaS Handelsministerium habe dann auf genannte Behörde gedrückt, die Frage, ob diese Zulage ausreiche oder um wieviel sie erhöht werden sollte, durch SchiedS- gericht zu entscheiden. Die Hafenbehörde weist dies aus drei Gründen zurück: 1. Der Handel deS Londoner Hafens und anderer führender Häfen ist durch den Krieg geschädigt, da die Regierung ein Fünftel der ganzen Handelsflotte in Beschlag nahm und diese Schiffe dem Handel entzogen sind. In London ging die To nn a g e der den Hafen benutzenden Schiffe in neun Monaten um 8V« Millionen Nettoregisiertonnen zurück. Die Warenausfuhr allein über die Quais der Hafenbehörde fiel im gleichen Zeitraum um 82 800 Tonnen. Di« Einnahmen au» Flußtonnage. Gebühren und Hafenabgaben fielen um 40 000 Lstrl. Trotzdem stieg die Arbeiterrechnung um 50 Proz. 2. Die Geldquellen der Hafenbehörd« erlauben keine weitere Belastung. In weniger al» 4 Jahren sind die Dockabgaben um 15 Proz. in die Höhe gesetzt worden, um die höheren Arbeitslöhne zu decken, die sich auf annähernd 250 000 Lstrl. jährlich belaufen. 8. Es gibt Ueberfluß an Beweisen, daß in London allgemein 3 Schilling wöchentlich als ausreichende Kriegszulage betrachtet wird. Keine der nachstehenden Behörden zahlt darüber hinaus, weder die Eisenbahngesellschaften unter Staatskontrolle, noch die Polizei, der Londoner GrafschaftSrat, noch di« königlichen Werften. Frauenarbeit in ftiglanü. London, 8. April.(23. T. B.) Am Sonnabend hatten sich in die Liften 30 000 Frauen eingeschrieben, die bereit sind, während de» Krieges Arbeit zu übernehmen.— Der Verein der Laden- und Handlungsgehilfen, der 25 000 Mitglieder zählt, von denen 8000 in da» Herr eingetreten find, hat in einer am Sonntag in Manchester abgehaltenen Versammlung dagegen protestiert, daß die Arbeitgeber sie durch billig« Frauenarbeit ersetzen. Türkische Dlätter zur Zrieüensftage. Konstantinopel, S. April.(W. T. B.) Die türkischen Blätter nehmen die Gerüchte mit Unglauben auf, daß in Berlin, Paris und London von amerikanischer Seite Versuche einer Friedensvermittlung gemacht werden. Sie drücken die Meinung auS, daß der Lugenblick de» Frieden? noch nicht ge- kommen sei, und heben hervor, daß weder die Türkei noch ihre Ver- bündeten ermüdet seien..Tanin* weist auf da» entschiedenste die Gerüchte zurück, daß Hakki Pascha und Dschavid Bei in Berlin vom Abschluß eine« Sonderfriedens gesprochen hätten. DaS Blatt sagt: So lange die Ergebnisse, die durch einen Frieden erreicht würden, in keinem Verhältnisse zum vergoffenen Blut und zu den geopferten Kräften stehen, denkt niemand von unS an Friedensschluß. Die Türkei ist keineswegs erschöpft, ja sie hat noch nicht einmal den dritten Teil der Kräfte aufgewendet, über die sie verfügen kann. Wir gehen einen Weg, dessen Ende wir wohl berechnet haben. Und eS ist unmöglich, ihn zurückzuschreiten. Das Blatt.TaSvir-i-Efkiar' hebt hervor, daß der Verlust des Schiffes. M e d j id ie" nicht imstande sei, der Türkei die Ueber- legenheit im Schwarzen Meere zu nehmen. Lebensmittelteuerung ln Petersburg. Petersburg, O.April.(W. T. B.)„Rjetsch" meldet: Die LebenSmittelteuerung in Petersburg nimmt einen außerordentlichen Umfang an. Die Lage der ärmeren Schichten ist verzweifelt. Noch entsetzlicher al« die Teuerung ist der binnen kurzem zu erwartende vollständige Mangel an Lebensmitteln; trotz der von der Stadt ge- troffenen Maßnahmen sei eS fraglich, ob bei den, jetzigen Kriegs- zustande die Zufuhren zu ermöglichen sind. Der Mangel an Lebens- Mitteln demoralisiere die Bevölkerung und drücke die KriegSbegeiste- rung nieder. Unruhen in Portugal. London, S.April.(W.T.B.) Die„Times melden auS Lisiabon: Ein ernstlicher Tumult entstand am 2. April in Coimbra gelegentlich der KarfreitagSprozession. Den Anlaß gaben belei- digende Rufe einer Gruppe von Demokratensührern, die sich in einer Apotheke zusammengefunden hatten. Schüsse wurden gewechselt und vier Bomben vom Dache der Apotheke geworfen, wodurch sünf Zersonen verwundet wurden. Die Menge zerstörte Geschäft und Wohnung de» Apothekers. Die italienischen Sozialisten unü üie bürgerliche Mobilmachung. Aus Rom wird uns geschrieben: Hand in Hand mit den militärischen Vorbereitungen für den Kriegsfall, über die zu be- richten der Presse verboten ist, geht die sogenannte„bürgerliche Mobilmachung", worunter man die Vorbereitungen versteht, die ür die Fortfuhrung des öffentlichen Lebens(Verkehrswesen, Bureaudienst der öffentlichen Aemter usw.) getroffen werden. Diese Vorbereitungen hat einerseits der Verband italienischer Frauen in die Hand genommen, indem er durch Rundschreiben alle seine Mit- glieder aufgefordert hat, sich schon jetzt für die Uebernahme der verschiedenen Verrichtungen zu melden, die Zeit festzusetzen, die der einzeln« der Allgemeinheit widmen kann, die Ansprüche aus Entschädigung usw.;'andererseits arbeiten diele andere Berein«, so! namentlich die Schützenverbände und der Freimaurerorden in dent gleichen Sinne, Der„Avant i" beschäftigt sich mit der Frage. wie sich unsere Partei zu diesen Vorbereitungen stellen solle. Er erinnert dabei daran, daß auch während des Libyschen Krieges eine Organisation zur Unterstützung der verwundeten Soldaten und der Familien der Eingezogenen geschaffen wurde, der beizutreten z. B- der sozialistische Bürgermeister von Jmola sich loeigerte mit der Begründung, daß die Sorge für die Kriegsopfer Sache des Staates sei und derer, die den Krieg gewollt haben. Er könne sich an dem Unternehmen nicht beteiligen, weil er dadurch den Schein erwecken würde, als ob er den Krieg billige. Aber auch von diesem Präzedenz- fall abgesehen, der nicht in allem mit der heutigen Situation vergleichbar ist, müsse man sich zunächst fragen, was denn diese Komitees, die doch nur einen Ausdruck der Minderheit der Be« völkerung darstellen, berechtigt, sich eine leitende Stellung zu« zusprechen und die Organisation der öffentlichen Dienste anzu« maßen. Zur Weiterführung des bürgerlichen Lebens sei in jedem einzelnen Ort die Gemeindeverwaltung berufen, die die Vertretung der Mehrheit der Bevölkerung ist oder doch sein soll. In den Dienst der Gemeindeverwaltung müsse sich die freiwillige Hilfs« aktion stellen. Was schließlich die Haltung der italienischen Sozia- listen beträfe, so müßten diese der Bewegung ganz fern bleiben, da es ein Widerspruch ist, für die Vorbereitung eines Ereignisses~> eben des Krieges— zu wirken, dessen Eintritt man mit allen Mitteln zu verhindern sucht. „dsilp News� über Japans(dstastenpolitik. London, S. April. fW. T. B.) Zu dem Interview, da» der japanische Premierminister Okuma kürzlich einem englischen Presse» S.rtveter gewährt hat, schreibt die „Daily NewS": Weshalb wurden diese endgültigen! Enthüllungen aufgeschoben? In welcher Tlbsicht konnte sich die japanische Regierung ruhig einer Verleumdungskampagne aussetzen, wenn ihre Forderungen so vernünftig und gemäßigt sind? Wenn eS möglich ist, so kategorisch zu erklären, WaS diese Forderungen nicht enthalten, weshalb wäre es dann unmöglich, die Welt davon zu unterrichten, waS sie wirklich enthalten. Wenn eS nur der Veröffentlichung der wirklichen Bedingungen de» von Japan vorgeschlagenen Vertrage» bedarf, um zu zeigen, daß Japans Absichten bei diesen Verhandlungen durchaus falsch dar« gestellt werden, so würde diese Nachricht zweifellos in England warm begrüßt werden. Aber solange die Forderungen! selbst hinter dem Schleier des amtlichen Geheim« niffeS verborgen bleiben, ist es ganz unmöglich, die einmal erregte Besorgnis zu beseitigen. ES ist schwer, sich irgendeinen positiven Vorteil vorzustellen, den Japan von seinem hartnäckigen Schweigen haben könnte, durch das cS offenbar geschädigt wird.__ Kriegsbekanntmachungen. Einschränkung des PostpaketverkehrS nach dem Auslande. Die Annahme von Postpaketen nach Slrgeniinien, Kolumbien, Costa Rica, Griechenland, den italienischen Kolonien(Benadir, Erythrea, Libyen), Niederländisch-Jndieu. Panama, Paraguay, Spanien nebst den Balearen und Kanarischen Inseln, Uruguay und Venezuela muß bis auf weiteres eingestellt werden. Die in der letzten Zeit nach diesen Ländern abgesandten, während der Be« förderung angehaltenen Pakete werden den Absendern wieder zu- gestellt werden. Wegen des PostfrachtstückverkehrS erteilen die Post» anstalten Auskunft.__ Letzte Nachrichten. Der französische Tagesbericht. Pari», 6. April.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom Dienstagnachmittag: Dem gestrigen Abend« bericht ist nichts Wichtiges hinzuzufügen. Südöstlich Vau- quois faßten wir in einem feindlichen Schanzwerk Fuß. Bei dem Erfolge im Wald von Ailly südöstlich Saint- Mihiel machten wir zahlreiche Gefangene und erbeuteten ein Ma- schinengewehr und einen Minenwerfer. Wir rückten im Bois Brule östlich des Waldes von Ailly vor. Das nordöstlich Regnieville eroberte Gelände wurde behauptet. Deutsche Flieger über Belfort. Pari«, 0. April.(W. T. B.)„Journal" meldet aus Moni« beliard: In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag überflogen sechs Tauben Belfort und warfen sechs Bomben ab, ohne Schaden anzurichten. Geschützfeuer an der flandrischen Küste. Rotterdam, 6. April.(T. U.) Der..Nieuwe Rotterdam« sche Courant" meldet aus Oostburg: Sonntag nacht haben Scheinwerfer fast ununterbrochen gearbeitet, Montag morgen um 4 Uhr begann das Geschützfeuer wieder. Gestern mittag um 6 Uhr dauerte es noch fort. Torpediertes englisches Schiff. Lende«, 6. April.(W. T. B.) Meldung deS Reuterfchen Bureau». AuS Blyth wird gemeldet, daß der englische Segler ,,A c a n t h a" gestern in der Nordsee auf der Höhe von Longstone torpediert worden ist. Die gesamte Mannschaft von 13 Mann wurde durch einen schwebischen Dampfer gerettet, Ter Untergang der„Amstel". Rotterdam, 0. Zlpril.(T. II.) Kapitän M. Gnodde von der „Amstel", der hier angekommen ist, teilte dem„Nieuwe Rotterdam« schen Eour." mik: Der Dampfer, gechartert durch die Firma Hudig u, Pieters und geladen mit Stückgut, lief am 29. März, nachts Uhr, ungefähr 45 Meilen östlich von Spurn Head auf eine vermutlich ver- ankerte Mine. Das Schiff ist mit Ladung und Schiffspapieren ver« loren gegangen. Das ganze Ereignis spielte sich in 20 Minuten ab. Durch die Explosion wurde das Vorderschiff entzweigerissen, wo- durch die Bemannung, welche unten die Wache hatte, nur m,t großer Mühe auf Deck kommen konnte. Kaum waren wir in den Booten, als da» Schiff sich senkte und unterging. Ein Mann der Besatzung brach einen Arm durch die Explosion und liegt im Krankenhaus zu Grimsby. Nachdem wir 4% Stunden auf der See umhergeirrt waren, wurden wir alle von dem Dampfschiff„Pinewald" auf- genommen, das unS nach GrimSby brachte und die Boote ins Schlepptau nahm. Festnahme eines amerikanischen Journalisten. Amsterdam, 6. April.«T. U.) Einem Kriegskorrespondenten eines der größten amerikanischen Blätter war es gelungen, in der Nähe von Sluis unbemerkt die Grenze zu überschreiten, um die deutsche Front zu erreichen. In der Nähe von Ostende bemerkte ihn eine deutsche ZSache, die ihn festnahm. Weil er amerikanischer Bürger war, was aus seinen Papieren hervorging, wurde er sehr zuvorkommend behandelt. Seine Pässe und anderen Papiere, sowie seine Photograplsie wurden nach dem Hauptquartier geschickt. Nach- dem er 24 Stunden in Haft gewesen war, kam Befehl, daß er in Freikeit gesetzt, aber sofort wieder über die holländische Grenze ge« bracht werden solle. Deutsches Theater Direktion: Max Reinliardt. 7'/, Dlir: Schlack and.Inn. Donnerst: Schlack and Jaa. Kammerspieie 8 Uhr: Die deutschen Kleinstädter. Donnerstag; Dia deutschen Kleinstädter. wmwjpprr Berliner Theater S31l: Esiraliläller! Deutsches Künstler-Theater 71/1 ü: Egmonl. Deutsches Opernhans, Charlotfenb. 8 Uhi: Die verkaufte Braut. Frtedrich-Wilhelmslädt Theater. 8:jir:Bie FledeFmaus. Sehr. HerrnfeM-Theater 8 TJhr: Familie XMaschek. Helbring contra Helbring. Kleines Theater 8 Uhr: Der politische KannengieGer. Vorher; Phifotas. Komische Oper 810U-: Gold gab ich för Eisen. KomOdlenhaas 8 Uhi: Biedermeier. ZaMtsplelfaaas fPftTJ.: Gebildete Kenschen. Konrad Dreher a. Q. Ijesslns- Theater 8 Uhr: Im weißen RSss'I. Hetropol-Theatcr 8 � Woran wir denken! Hontis Operetten-Theater Gastspiel Lonis Treumann. i] 8 mur: Hoheit tanzt Walzer. Bosldenz-Theatcr SVhI: Die Schöne vom Strand. Base Theater 8Dtr:BieFßrsler-Cörisü Schiller- Theater O. 8mix: Bas Prinzip. Schiller Th. Charlottenbg. 8 Ulir: Ali-Heideiberg. Thalia- Theater 8 � Kam'rail Männe. Theater am Kollendorfpl. 3'/. TJhr: Wallcnstclna Tod. S1/. Uhr: Immer feste drofi! Theater des Westens Bielandsireicher. Theater in der KüniggrätzerSfraße 8 Dsiern. Trianon-Thcater 8,/< u Akrobaten. VoIksbühne.Theateram Bülowplafz 81/< tJlir: Ein Reyisor. Walhalla Theater 8 ülir: Die Jagd Mh dem Gfüek. (Zirkus Alb. Sehnmanni Mittwoch, den 7. April 1915: i Ellte-Vorstellnnit. i Auftr. sämtl. neuen Spezialitäten. I ü. a.: Ken! 3 Groess 3 Neuil Neul 3 Koscllos 3 Neu! Weises radfahr. u. rollschuhlauf. I 5 Bären 5. 9'/2 Uhr: Ost und West. 9-/, Uhr. Großes patriotisch. Schanstück\ der Gegenwart. U-Boot"ÄS sowie Torpedieren eines Handelsdampfers. URANIA TaubenstraGe 48/49. i Uhr(halbe Preise): 8 Uhr: Inf ISetdaeMeldernOstpreite SAßRASANI HEUTE 1 3 Uhr nachm., T'/j Uhr abends: 2 große Vorstelinngen. Tel. Norden 10408. | Vorverk. im Warenhaus Tietz. Nächste Abfahrten von Amsterdam� Süd Amerika (La Coruna, Vigo, Lissabon, Pernambuco, Bahia, Riode Janeiro, Santos, Montevideou.Buenos Aires). Schnelldampfer: Zeelandia, 14. ÄprH und weiter alle 14 Tage. Frachtdampfer: 10., 21. April u. s. w.• Auskunft ciurch den KÖNIGLICHEN HOLLÄNDISCHEN LLOYD, AMSTESDÄM oder in Cerlin:Passaie-ÄgenturD.A.Vonk,7uUnt.d.Li. s!.5NW7 Telegramm-Adresse: Realloyd Telephon: Zentrum 11831 Theater Folios Capncc 8 V. Possen-Theater Onkel Adi! Kinodrama- Die Sprechstunde. Martin Kettner a.G. Elsa und Berta Wiesenthal — Gustay Malzner— Else Borna|| Gussy Holl Operettensängerin 1 1 Yortragskünstlerin Gebr. Schwarz i. d. Szene:„Der zerbrochene Spiegel" Uhr Herman Klink, Rezitator Ernst Thorn, Illusionist Onre u. Partner, Radiahrakt La Paquita. Spiegeltänzerin Carl u. Lot!/, akrobatische Tänze Morues, Modelleur Baggesens, komisehe Jongleure Kinsmatograph. 8 Uhr Casino-Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Der Schlager nller Bolkslustspiele: Ler Dir KommerzSenrat. Der größte Erfolg dieser Saison. Dazu das ausgewählte Spezial.-Progr. 4AtIantics, Juana, Riblo, F. MeiGner. Sonntag 4 Uhr: Osterg/locken. Voigt-Tlieater. Badstr 58. Badstr. 58. Mittwoch, den 7. April 1915: Gerichtet. Schauspiel in drei Auszügen von Felix Philippi. Kasseneröffnung 7 Uhr. Ans. 3 Uhr. ReiehLhaHen-Thesler. Stettiner Sänger. Ans. 8 U. Zum Schluß: �Veikngclitsgbend im Zdrützenxrsbeii Militärisches Zeitbild von Mehsel. Militärpersonen u. deren Angehö- rigcn vollkommen sre i er Zutritt zu d.Stetl. isängern. iiiiiniwii!■ 9■HiwruWi'Br'iMrBaaBsa nnnatürl. Blulröie des Gesichts, Nlutädcrchen. Pusteln usw. de- scitigt am sichersten-Marubin-. Seit sst. 25 Jahren mit wirksamsten Erfolgen erprobt. M. 2,ö0. Otto Reichel, Berlin 43, El senbahnstr. 4 BOokgratvopkrüinniiing höh« Schaltern nnd Hüften bekämpft mir grossem Erfolge bei Erwachs snen und Kia- ösrtt»um Törstellboror ßeradehaiter-Äppsrat Origlual-System Haas preissekrößt 17. Internatl. AerztekOEgiess London 1913. Ansrntu-ncbe Broschüre kostenlos. Franz Menzel, Bariin W. 35,« Magdebcrgerstr. 25. Kronleuchter, 500 Stück, aus aufgelöster Fabrik sür Gas und Elektrisch, zu jedeui aunehinbareil Preise. 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G.Mündi,Keiiiickendorf.Pro7iiizstT.l 1 1 Gustav Nielson, Lindowerstr. 9 J.II.Popp)Amendcstr.lö4?Vie5nickend.-08t Fr. Pribyl, Osnabrückerstr. 26. Osw. Rauhut, Gürtelstr. 27 Gust. Rautenberg, Metzerstr. 11 FritjRichterjr.,Liebenwaldcrst.l3 H. Saunus, Aliensteiner Str. 26. Paul Schmoll, Amsterdamerstr.9. Adolf Schulz, Florastr. 78 Pank. Tliy>han Filialen in allen iUIliail Stadtteilen. E. Weber, Prorinzst.SS, Keiniek« nd.-O Karl Weinbolz, Kamerunerstr. 57. Emil Werk, Samariterstr. 8. Otto Wolff, Treptow, Krüllst. 16 Zachau, Gr.-Lichterf.,Cli»iisse8st85# Paul Zastrow�Stromstr. 33. WMMfßfi R. Bänke, Stralauer Str. 56. J. Kabelich, Rosenthalerstr. 25. E. Kraus, Kommand&atenstr. 55. Aa E. Lange, Brunnenstr. 166 H. Neusch, Breitest. 24, Spandau. M. Spranger, Reinickend. Str. 11. 4 Beerdigungsansi.. Sargniogz. ► J. Liszczinski, Gerich tstr. 3U. H Peterraeier, Btrelitzerstr. 8. Akt.-Brauer.Potsdam.Eig.Kiedeil Berlin SW, Tempclhofer Ufer. 15 Brandenburg a. n�Wilhelmsdorferatl 10 Spez. Potsd. 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KeilM des Jsrmätb" öttlinet KlksM Mittwoch, 7. April 1915. die andere Wirkung. Man schreibt uns: Im Monat Januar gaben Sebastian F a u r c. ein Anarchist, aber auch einer der idealsten Köpfe und edelsten Herzen Frankreichs, und Pierre M o n a t t e, Gewerkschafts- iekretär und Redakteur des Arbeiterblattes„La vie ouvriöre", Friedensflugblätter heraus, die sie mit ihrem vollen Namen zeichneten. Beide nahmen kein Blatt vor den Mund. Faure sagt: Es ist endlich Zeit, das Wort zu sprechen, das einzig und allein der Würde der Stunde entspricht. Und dieses Wort heißt: Genug! es ist ohnehin schon zuviel ge- wesen. Er sagt offen, daß es nicht zu erwarten sei, daß Teutschland unterliegen und den Frieden erbitten würde. Er führt weiter aus, daß der Friede, den das französische Volk wünsche, nicht derjenige fei, den ein Haufen bluttrunkener Nationalisten erstrebe. Er verlangt Friede. Monatte geht noch weiter. Er meint: In diesen? Augen- blick vom Frieden reden, werde nicht nur in nationalistischen, sondern auch in gewerkschaftlichen Kreisen Frankreichs als ein Fehler angesehen, gelte als Verrat, ja als eine Mitwirkung an deutschen Manövern. Trotzdvm halte er es für seine Pflicht, feine heiligste Pflicht vom Frieden zu sprechen, um auch die französischen Arbeiterorganisationen von dieser Pflicht zu überzeugen. Er wendet sich scharf gegen die fran- zösischen Arbeiterführer, die aus irgendeiner Ideenverwirrung nch hinter diesen, von den nationalistiscken Politikern vor- bereiteten Krieg, den sie doch so lauge schon konimen sahen und bekämpft haben, stellen, daß sie davon redeten, dieser Krieg bringe Teutschland die Freiheit und Republik und Europa die Befreiung vom Joche des Militarismus. Monatte sagt: Das ist eine Fälschung. Er zeigt dann die ökonomischen Ursachen des Krieges und nennt das französisch-russische Bündnis den Schandfleck der Republik. Zum Schluß warnt er die französischen Arbeiter, sich den Herrschenden zu nähern und ruft sie auf, für den Frieden zu wirken. _ Ich kenne Sebastian Faure: ich kenne Pierre Monatte. Sie sind so gute Franzosen wie irgendein anderer. Sic wirken um Frankreich und des französischen Volkes willen für den Frieden. Sie halten dies für ihre Pflicht. Tiefe Pflicht bestimmt ihr Handeln. Torf es anders sein? Darf die Pflicht außer Acht gelassen werden, weil ihre Erfüllung viel- leicht andere als die ehrlich beabsichtigte Wirkung hat? Die andere Wirkung! Jede Tat hat schließlich die anderen Wirkungen. Tie Friedensaufrufe von Sebastian Faure und Pierre Monatte hatten auch die andere Wirkung. In der französi- schenJPresse wurden sie gescholten als Verräter des Landes, als schwächer der nationalen Verteidigung und anderes mehr. Und in der gegnerischen Auslandspresse? Da wurden diese Friedensflugblätter begrüßt als Zeichen der wachsenden Unzufriedenheit in Frankreich, Vor mir liegt die„B. Z. am Mittach' vom 12. Februar 1915, die sich mit diefen beiden Flugblättern beschäftigt: „Manche Franzosen haben den Krieg gründlich satt, weil er ihnen bisher nur das Gegenteil von dem eingetragen hat, was sie von ibm erhofften. Da diese Unzufriedenen, Miß- gelaunten und Enttäuschten jedoch weder in der Presse ihre Meinung frei heraussagen dürfen, selbst dann nicht, wenn thnen ein eigenes Blatt zur Verfügung steht, noch bei den Kammer- abgeordneten den erwünschten Rückhalt ftnden, geben sie söge- nannte Kriegsflugblätter heraus, die sich in Wirklichkeit als Friedensflugblätter entpuppen. Frankreich wird zurzeit von solchen Sckiriften geradezu überschwemmt. Tie meisten sind anonpm, so daß sich nicht sagen läßt, welcher Kategorie von Unzufriedenen ihre Urbeber ange- hören: ob den Mißgestimmten aus Temperament, den durch persönliche Verluste Niedergedrückten, den Konvulsionisten aus Nervenschwäche und Angst, oder den Unzufriedenen aus Einsicht und Idealismus." Das ist die Wirkung. Ist sie die gewollte oder unge- wollte Folge der Aufrufe? O nein. Die Ursache solcher Wirkungen liegen in dem Objekt, nicht in dem Subjekt der Aufrufe. Da erinnere ich mich einer Aeußerung Sebastian Faures, die er vor einigen Jahren in meiner Gegenwart tat. Es war in einer Versammlung, wo er für seine Erziehungs- anstalt„La Ruche" wirkte. Um Anhänger für den„Bienen- korb" zu gewinnen, schilderte er die Erziehung der Arbeiter- kinder in grellen Farben. Ein Genosse meinte, daß dadurch die Gegner leicht zu der Ansicht kommen könnten, daß die Arbeiter die Erziehung ihrer Kinder leichtfertig vcrnach- lässigten. Faure erwiderte:„Das ist die andere Wirkung. Ich bin machtlos gegen sie. Aber ich darf in den Forderungen der Vernunft nicht nachlassen, weil die Böswilligen, die Jnter- essierten und Unvernünftigen diese Forderungen in ihr Gegenteil verkehren."_ politische Uedersicht. Diplomatie und Abwehrkrieg. Neben Herrn v o n Z e d l i tz in der„Post" vertieft sich seit einiger Zeit auch Graf R e v c n t I o tv(von der„Deutschen Tageszeitung") häufig in historische Situationen der Ver- gangenheit, um mehr oder weniger offen Nutzanwendungen für die Gegenwart daraus zu ziehen. Meist sind die historischen Lehren für den Gebrauch des gegenwärtigen Reichskanzlers bestimmt. Vor wenigen Tagen machten wir auf einen Artikel des Grafen Rcventloiv aufmerksam, in dem die Unterordnung der Anlage und Durchführung militärischer Operationen unter eine einheitliche politische„Orientie- rung" gefordert wurde. In der Ostersonntag-Nummer ergänzt Graf Reventlow seinen Gedankengang durch eine Betrachtung über die Aufgaben der Diplomatie in bezug auf die Vor- bereitung des Krieges. Graf Reventlow kleidet sein Urteil in ein Lob über„Bismarcks Bereitschaft": „Bei Ausbruch jedes dieser(von Bismarck geführten) Kriege war durch den großen Staatsmann eine politische Situation ge- schaffen worden und wurde während des Krieges bis zu Ende durch Bismarcks Kunst derart erhalten, daß die preußischen und nachher die deutschen Waffen, ohne durch dritte Mächte gehindert zu sein, kämpfen, siegen und den Sieg ausnutzen und die Diplomatie das Ergebnis festlegen konnte..... Diese unendlich wegfältige, kühl berechnende diplomatische Vorarbeit Bismarcks war nicht zum wenigsten deshalb so erfolgreich, weil Bismarck sich nicht auf dem Gebiete der Realitäten täuschen ließ, nicht Schein für Sei n nahm." Graf Reventlow scheint es schließlich nicht gerade für einen Vorzug und eine Rechtfertigung der Diplomatie zu halten, tvenn ein Staat als Angegriffener sich in Verteidigungs- stellung befindet; denn Bismarck wird gelobt, weil er sich nie einen Krieg hat aufzwingen lassen: „Diese Vollkommenheit der diplomatischen Bereitschaft und seine jederzeit klare Ueberschau der wirklichen Lage und der Mo- tive und Ziele der übrigen Mächte vor allem ist auch der Grund gewesen, daß Bismarck sich niemals einen Krieg hat aufzwingen lassen, den er nicht wollte und in einem Augenblicke, wo er es nicht wollte. Niemals ist eS ihm passiert, was er in seinen„Gedanken und Erinnerungen" streift; das„cknktmg; into war", das „ H ineintreiben" in einen Krieg, auch wenn man ihn unter allen Umständen zu vcrnieiden Wünschte, vor allem das Hineintreiben in einen Krieg, der nicht nach jeder Richtung hin, politisch und diplomatisch, illusionslos auf der Grundlage der ungünstigsten Möglichkeiten vorbereitet worden wäre. Die Geschichte und das Wesen der Bismarckschen Politik lehrt weniges mit solcher Ein- dringlichkeit wie den Grundsatz: den Krieg an und für sich nicht zu wollen, den Angriffskrieg zu perhorresziercn, aber nie in die Lage zu gelange», einen Krieg im Widerspruch zum eigenen Willen zu ftihrc», sich einen Krieg aufzwingen zu lassen." In einer historischen wissenschaftlichen Zeitschrift würden diese Sätze mchts Auffälliges haben. Als Leitartikel in einer politischen Tageszeitung wollen sie dagegen als politisches Urteil gewertet sein,_ Verbotene Zeitungen. Außer der Essener„Arbeiterzeitung", deren Verbot für drei Tage wir schon meldeten, sind noch auf je drei Tage ver- boten worden die„Bergische Arbeiterstiinme" in Solingen und die„Arbeiterzeitung" in Remscheid. Beide Blätter verfielen dem Verbot gleichfalls wegen des Bernsteinschen Artikels „Worauf es ankam".__ Gegen den Kriegswuchcr. In der Zeitschrift„Die Tat", die Eugen Diedecichs in Jena herausgibt, beschäftigt sich der frühere fortschrittliche Reichstags- abgeordnete Dr. Heinz Potthoff eindringlich mit dem Problem des KriegswucherS, Geradezu entsetzt steht Potthoff vor den Er- scheinungSformen, die der Kapitalismus während des Krieges au- genommen hat:„Nie lvar daS deutsche GeschäftSleben so unsozial wie jetzt!.... Ohne Ausnahme finden auf allen Gebieten Prcissieigc- rungen statt, auch wo von einer Erhöhung der Helstellungskosten gar keine Rede ist. Jeder nimmt, was er kriegen kann. Der Wucher ist zur allgemeinen Verkehrssitte geworden, lind waS das schlimmste ist, er wird tatsächlich als Sitte anerkannt. Während alle andere Moral schärfer geworden, ist die Geschäftsmoral im Kriege luxer als sonst. Als Mittel dagegen empfiehlt Poithoff Selbsthilfe der Kon- sumenten durch Organisation der Hausfrauen, Anwendung des § 8026 des R,«Str.-B.(Wucherparagraph), nachträgliche Rückforderung bezahlter Ueberprofite bei Heereslieserungeii und Ausbau der V e r m ö g e» s z u W a ch S st e il e r, die er in ihrer heutigen Ge- statt mit Recht als eine ungemein bescheidene Abgabe charattcrisicrt, Soll sich das Reich mit diesem winzigen Anteile auch be- gnügen gegenüber solchen Gewinnen, die im Krieg und am Kriege gemacht worden sind? DaS wäre geradezu ein Hohn>itr die vielen, die sich mühsam über Wasser hatten; auf die vielen, die Beruf und Erwerb verlieren, weil sie dem Vaterlande dienen: auf die vielen, die für den Reichtum der anderen bluten und sterben. Wenn wir eine soziale Geschäftsmoral hätten, wenn daS wachsende soziale Verständnis der Gegenwart nicht gerade am Geschäfte fast spurlos vorübergegangen wäre, so wäre es selbstberst ändlich, daß niemand im Kriege sein Vermögen wachsen ließe; daß jeder sich scheute, größere Gewinne' als sonst zu mache»; daß jeder den Ueberschuß. zum mindesten doch den Ueberschuß seiner Einnahmen über seine üblichen Ausgaben, also seinen Vermögens- zuwachS, der Allgemeinheit, dein Liebesdienste, dem kämpfenden Heere, den Verwundeten, den Hinterbliebenen zur Ver- fügung stellte; restlos! Da unsere Wirtschaftsmoral leider das Gegenteil besagt, da sie den Wucher zum a l I- gemeinem Brauche macht und viele Vermögen wachsen läßt, muß daS Reich mit Steuerzwang sich einen Anteil sichern. Aber nicht ein Hundertstel des Gewinnes oder»och weniger wie daS Besitzsteuergesetz heute vorschreibt, sondern mindestens ein Zehntel, möglichst ein Viertel oder noch lieber die Hälfte. Mit anderen Worten, vor dem Ende des Jahres 1910 muß eine gejctz- liche Bestimmung in Kraft sein, wonach in den Jahren 191 r, 1918, 1919 die Zuwachssteuer im fünfzigfachen oder im dreißig- fachen, allermindestens aber im zehnfachen Betrage erhoben wird. Wie man steht, ist Potthoff in diesem Punkte anderer Meinung als sein Parteigenosse Mugdan, der unlängst in einer Versamm- lung der Textildetaillisten in Berlin erklärte:„DaS ganze Geschrei nach einer Sondersteuer auf den Kriegsgewinn ist auf die Mißgunst einzelner zurückzuführen, die sich ärgern, wenn ein anderer etwa- verdient."_ Bismarck und das Sozialistengesetz. Der Direktor der Bibliothek de? preußischen Herrenhause?. Friedrich Thimme, veröffentlicht in den„Süddeutschen Monats- heften" einen vertraulichen Brief, den Bismarck nach feinein Rücktritt an den freikonservativen Reichstagsabgeordneten v. Kar- dorff über seine Stellung zum Fall des Sozialistengesetzes gc< schrieben hat. DaS interessante Dokument lautet: „Ich habe damals im StaatZministerium und allen amtlichen Stellen gegenüber das Programm vertreten, auch ein a b- Kolomea während der Russen- Herrschaft. Von Franz Göndör- Budapest. Kolomea, diese schöne galizische Stadt mit ihren SO 000 Ein- wjzvnern, war fünf Monate lang unter russischer Herrschaft. Es war für die Russen nicht schwer, diese Stadt zu erobern, da sie im ganzen von nur 200 Landsturmmännern verteidigt wurde. Am 30. August v. I. verständigte der Bezirksbauptmann Povli- tovßky die Bewohner der Stadt von dem Siege der österreichisch- ungarischen Truppen bei Hattet, es möge sich dabei jeder ganz sicher suhlen. Um so schrecklicher wirkte die zweite Botschaft, eben- falls am 30. August nachts, als man die Bevölkerung aus dem Schlafe weckte und ihr mitteilte: „Tie Russen kommen! Rette sich, wer kann!" ES entstand eine fürchterliche Panik. Das Allernotwendigste nur wurde mitgenommen und alles, was flüchten konnte, strömte nach dem Bahnbofe. Viele mußten zurückbleiben, da kein Platz im Zuge war. Ein Teil der Bevölkerung verließ mittels Wagen und zu Fuß die cstadt. Ter überwiegende Teil der Einwohner blieb aber zurück. Die Taheimgebliebenen organisierten zur Aufrechterhaltung der Ord- nung eine Bürgerwchr und erwarteten zitternd die ruslischc Inda- lion; 200 Landstürmer bewachten die Stadt und das vor Kolomea liegende Mariahilf. Diese kleine Landsturmgruppe hatte nicht einmal eine Kanone. Am 12. September vormittags 11 Uhr borte man Kanonenschüsse, und von Mariabilf aus sah man Rauchsäulen aussteigen. In der Stadt hatte die Verzweiflung ihren Höhepunkt erreicht, jeder bangte vor der nahenden Gefahr. Vor Mariahilf war noch ein kleines Gefecht. Einige Landstürmcr fielen, 14 wurden gefangen genommen, und der Rest flüchtete. Später erschien in russischen Blättern, die auch in Kolomea gelesen wurden, über dieses unbedeutende Geplänkel ein Bericht, in dem es hieß: „Tie Russen eroberten die Festung Mariahilf und machten bei dieser Gelegenheit 80 000 Gefangene!"... Mariahilf als„Festung" und vierzehn alte Landsturmmänner als 80 000 Gefangene!... Am 15. September marschierten die ersten feindlichen Truppen in die Stadt ein. Die Bewohner blieben alle in ihren Wohnungen. Als man nach einer Stunde es wagte, wieder auf die Straße �zu gehen, war der Ringplatz bereits von Kosaken belagert. Oberst Sechin, der Kommandant der einziehenden Truppen, ließ den Bürgermeister rufen. Der Bürgermeister war jedoch nicht an- wescnd. an dessen Stelle war sein Sekretär im Amte. Sekretär Kropacsek nahm zwei städtische Beamte, einen Diener, fuhr ins russische Lager und übergab nach einigen Begrützungsworten die Siadt. Der Oberst ernannte sofort Kropacsek zum Bürgermeister der Stadt Kolomea. Gleichzeitig versprach er, wenn sich die Be- völkerung ruhig verhält, wird niemandem ein Leid zugefügt werden. Tann ritt der Kommandant samt seinem Stabe in die Stadt. Nach wenigen Minuten erschien der Oberst bei dem neuernannten Bürgermeister und verlangte bis zum anderen Tage früh 8 Uhr 100 000 Kronen zur isicherstellung. Der Schreck des Bürgermeisters war sehr groß, da die besitzende Schicht der Bevölkerung zum größ- ten Teil geflüchtet und daher an eine Sammlung von 100 000 Kronen über Nacht nichts zu denken war. Trotzdem leitete der Bür- germeister sofort eine csammlnng ein. Um 8 Uhr abends waren an Geld, Wertpapieren und Schmuckgegenstäiiden(wer kein Geld hatte, gab Gold- oder Silbersachen) 00 000 Kronen beisammen. Als der Oberst im Laufe des Abends sich nach dem Resultat der Samm- lung erkundigte, geschah etwas Unerwartetes. Oberst Scchin warf sich in-Positur und tat folgenden Ausspruch: „Aus dem Erccebnis dieser Sammlung ersehe ich, daß die Bc- völkerung gute Absichten hat, ansonst bätten Sie solch hohe Summe nicht so schnell aufgebracht. Geben Sic jedem sein Geld retour, Herr Bürgermeister!" Ter Bürgermeister entfernte sich erstaunt und dachte bei sich, daß nun das ärgste vorbei wäre. Doch es sollte anders kommen. Die Kosaken plünderten schon am ersten Abend, obwohl es ihnen verboten war, in die Stadt zu kommen. In den Wohnungen und Geschäften wurde cingebrochen und alles mitgenommen, waS nicht niet- und nagelfest war. Man konnte seine Beschwerden beim Obersten vorbringen und in einigen Fällen fanden sogar Rück- Vergütungen statt. Später wurden die Geschädigten in die Kaserne gesckiickl, um den Dieb selbst festzustellen. Welcher Bürger hätte mobl den Mut gehabt, in eine Kosakenkascrnc zu gehen und den Missetäter selbst zu suchen. Oberst Sechin war" übrigens ein sehr laiinenhaftcr Mensch. Es kam vor. wenn jemand in das nächste Torf reisen mußte und um eine Reiselegitimation ansuchte, er vom Oberst hinausgeohr- feigt wurde. Selbst Frauen wurden so von diesem vornehmen russischen Soldaten behandelt. Jeden Tag wurden neue Plakate ausgehängt, welche größten- teils sich gegen die Juden richteten. Ter Wert eines Rubels wurde auf 3 Kronen 30 Heller, später 3 Kronen 33 Heller fest- gesetzt. Wer den Rubel zu diesem Preise nicht einlöste, der wurde auf dem Ringplatze öffentlich gepeitscht. Es waren natürlich immer wieder nur die Juden, von welchen irgendein russischer Spion nachweisen wollte, sie hätten den Rubel um den bestimmten Preis nicht annehmen wollen. Die Verurteilten mußten eigenhändig die Bank, auf der sie nachher gepeitscht wurden, nach dem Ringplatz tragen. Tann wurden die Bewohner zusammen- getrommelt und� verständigt, daß auf dem Ringplätz öffentliche Prügclungen stattfinden. Der Delinquent wurde vorher untersucht, ob er nicht eine zu dicke Hose anhabe; war dies der Fall, dann wurde sie heruntergezogen und der arme Teufel nackt geprügelt. Täglich gab es fünf bis sechs solche Urteilsvollstreckungen. Ohn- mächtige wurden mit Wasser begossen und zu sich gebracht. Eines schönen Tages kam der Oberst Scchin mit folgendem zum Bürgermeister: „Ich höre, die Juden wollen die Rubel nicht einlösen! Auch sonst geht es ihnen zu gut; sie spazieren viel, reden viel, vcr- breiten Gerüchte. Das kann so nicht weitergehen. Führen Sie mir 20 Juden vor." Der Bürgermeister leistete dein Wunsche Folge und führte die verlangten Juden vor. Der Oberst verlangte eine Sicherstellung von rund 100 000 Kronen. Zehn Mann wurden sofort interniert und die anderen zehn mußten die verlangten 100 000 Kronen herbei schaffen. ES gelang ihnen aber nur, 00 000 Kronen aufzubringen. welche der Oberst sofort in seine Tasche verschwinden ließ, woraus cr die zwanzig Juden freigab. Es plünderte nicht nur die Mann schaft, sondern der Oberst selbst auch. Tabaktrasiken plünderte der Oberst höchsteigenhändig, den gestohlenen Tabak verkaufte cr für teures Geld. Der Herr Oberst hat sich auf solche Weise ein ansehn lickes Privatvermögen erworben. Die erhaltenen Kautionen wurden aus Vergeßlichkeit auch mitgenommen. � Kolomea wurde mit russischen Zeitungen, in welchen die phan- tastischsten Nachrichten über die Truppen der Monarchie standen, überflutet. Zur Zeit, als die Russen in Maramarosßiget waren, sprach man in Kolomea von einer Vereinigung der russischen mit den serbischen Truppen in Ungarn. Der Bürgermeister wurde seines Amtes enthoben und ein stadtbekannter Russophile namens Diakovtzky wurde Bürgermeister. Als dessen Stellvertreter wurden wieder zwei Russophile ernannt. Diese drei Herren» verließen mit den Russen zusammen Kolonien. Am 23. Oktober verließ die ganze Sippe schleunigst Kolomea. Am 24. Oktober erschienen— zur großen Freude der Bevölkerung— fünf österreichisch-nugarische Gendarmen. Sie wurden mit Hurra begrüßt. Die russischen Fahnen wurden heruntergerissen und vcr branut. Die österreichische Fahne wurde gehißt. Später lamen zehn Husaren an. Die Bevölkerung jubelte und atmete auf. Tie Freude aber dauerte leider kaum drei Tage. Am 20. Oktober kamen wieder große Massen von Russen i» Kolomea an, welche, wie später festgestellt wurde, gegen Sniatvn zogen. Am selben Tage nachmittag kamen abermals aus dem nahen Zablotov frische russische Truppen an. Tic neuangelangten Russen, die unter dem Kommando Schwirsts standen, begannen sofort zu rauben und zu plündern und zu schänden. Tic unglückliche Ar- völkerung hatte von nun an wieder zu leiden. Die russischen Spione machten für alles die Ju-den verantwortlich. Auf der Straße, ja sogar aus ibren Wohnungen wurden sie geschleppt und unbarntherzig gestoßen und geschlagen; gleich in den ersten Tagen wurden fünf von ihnen totgeschlagen. Man fragte:„Bist Du ein Jude?" „Mache ein Kreuz!" Wenn sein Aussehen den Kosaken trotz des KreuzmachcnS nicht imponierte, wurde er beraubt, ausgezogen und btiftig geschlagen. Das gestohlene Gut verkauften sie öffentlich auf dem Marktplatz. Verhaftungen waren an der Tagesordnung. Eines Tages wurden der Tafelrichter Kossacsek und der Fabrikant Fricdmann geschwächtes Sozialistengesetz in der Form, wie eZ aus dem Reichstage hervorgehen würde, jedenfalls anzunehmen, da etwas immer besser sei als nichts. Aber die Abschwächung könne nicht aus der Initiative der Regierung hervorgehen, weil die Regierung damit freiwillig anerkennen würde, daß sie auch mit weniger, als sie gefordert habe, auskommen könne. Dadurch ver- schränke sich die Möglichkeit, dem neuen Reichstage sofort mit ver« schärften Forderungen gegeniiberzutreten. Ich habe außerdem jeder- zeit das Prinzip vertreten, daß die Regierung im Reichstag und Landtag ihre amtlichen Vorlagen nicht auf Grund von außeramt- lichcn Kulisseneinflüssen und nicht, bevor das Parlament amtlich gesprochen hat, heruntersetzen soll. Jede Regierung schwächt ihre Autorität, wenn sie sich selbst herunterhandelt, ohne daß von der anderen Seite eine kompetente Aeußerung über die Vorlage ge« schehen ist. Ich glaube, daß die Einflüsse, die damals die konservative Partei veranlaßt haben, gegen die eingeschränkte Vorlage zu stimmen, über« Haupt keine sachlichen gewesen sind, sondern schon einen Teil der Manöver bildeten, die a m Hofe gegen mich durch Helldorf(den damaligen Führer der Konservativen. Anm. der Red.), Bötticher u. a. ein« geleitet wurden. Ich hatte mich in dem obigen Sinne allen Ministern gegenüber und vielen anderen so unumwunden ausge- sprachen, daß die Vermutung, als wünsche ich die Ablehnung der abgeschwächten Vorlage, ehrlicherweise bei niemanden auskommen konnte. Es war das eine bewußte Erfindung derselben Koterien, die an höchster Stelle ihre Intrigen gegen mich betrieben. Meine Absicht war damals und vorher, eine Verschärfung auch des alten Sozialistengesetzes über dessen Bestimmungen hinaus zu erstreben. Darauf hätte die Regierung verzichten müsien, wenn sie aus eigener Initiative erklärt hätte, daß sie auch mit dem Sozialistengesetz auszukommen hoffe. Sobald dasselbe aber gegen den Willen der Regierung abgeschwächt wurde, konnte sie den Rest annehmen und dennoch vom neuen Reichstage mehr verlangen. Daß S. M. durch die Hintertreppeneinflüsse schon gegen jede Verschärfung gestimmt worden war, erfuhr ich erst später." Bismarck hatte im Jahre 1830 eine Verschärfung de? Sozialisten- gesetzes verlangt durch die Einfügung des Expatriierungsparagraphen. Diese Verschärfung wurde abgelehnt, und das Gesetz in der zweiten Lesung in seiner bisherigen Form vom Reichstage angenommen. In der dritten Lesung, am 25. Januar 1890, wurde dann das Ge- setz mit 177 gegen 98 Stimmen abgelehnt, nachdem die Konser vativen, weil die verlangte Verschärfung abgelehnt war, mit den Gegnern des Gesetzes gestimmt hatten. Daraus hat später Professor Delbrück den Schluß gezogen, daß Bismarck selbst auf die Bei- beHaltung des Ausnahmegesetzes keinen Wert mehr gelegt hätte. Die Veröffentlichung des Briefes bestätigt neuerdings, daß diese Schluß- folgerung falsch war._ Das Kriegsziel des Grafen Westarp. Ter konservative Parteiführer Abg. Graf W e st a r p hat bei der Bismarckfeier in Hamburg die Festrede gehalten und dabei nach dem Bericht der„K r e u z z e i t u n g" ausgeführt: „Um unser Dasein mutzten wir sehr gegen unfern Willen in diesen gewaltigsten aller Weltkriege einziehen und unsere beste Volkskraft gegen eine ganze Welt von Feinden einsetzen. Doch wenn der Deutsche in den Krieg geht, so will er am Ende des Krieges auch wissen, wofür er gekämpft hat, so lätzt er sich den Preis des Sieges nicht vom Gegner vorschreiben, sondern er sucht ihn sich selbst, Jetzt hat das deutsche Volk einmütig und entschlossen den Preis dieses Kampfes anerkannt. Was nützen uns die grötzten. und schönsten Kolonialreiche, wenn es einem rücksichtslosen Femde freisteht. Uns jeden Augenblick von � der Welt abzusperren; was helfen uns die besten auswärtigen Handelsbeziehungen, die schönsten Kulturwerke, wenm dieser Feind es in der Hand hat, sobald es ihm beliebt, uns von ihnen loszulösen, uns ihren Schutz unmöglich zu machen und sie so zu vernichten. Der freie Zugang zum Meere, gesicherter und freier denn zuvor, damit hanseatischer Geist und Wille den deutschen Namen in der Welt zu Ehren bringe, das i st das Ziel, für welches das ganze Volk, lebe es an der Wasserkante oder in den bayerischen Bergen, pflüge es den Acker oder treibe es Gewerbe und Handel, Kunst und Wissenschaft, bis zum letzten Opfer und zum letzten Mann zu kämpfen entschlossen ist. Kein Friede! st denkbar, bevordiesesZielerreichti st." Die Rückkehr der ostpreustischen Flüchtlinge. Amtlich wird gemeldet: Wie kürzlich mitgeteilt, ist den ostpreußischen Flüchtlingen der größte Teil der Provinz Ostpreußen zur Rückkehr freigegeben. Von der Freigabe ausgeschlossen sind nur die Kreise Neidenburg. Orteisburg, Johannisburg, Lhck, Oletzko, Goldap, verhaftet, bloß weil er den städtischen Beamten das fällige Gehalt aus eigener Tasche anwies. Die städtischen Beaniten bekamen während der Zeit der Russenherrschaft kein Gehalt. Damit die Stadt russischen Charakter trage, wurden russische Gendarmen gebracht. Die städtische Polizei kam auch unter russi- sches Kommando. Am 17. Januar erhielt Kolomea eine Bürger- wehr. Herzog Lobanov-Roßtovtzky wurde der Bevollmächtigte der Stadt. Von dieser Zeit an wurden die Verhältnisse noch trauriger. Es wurden täglich mehrere wohlhabendere Bürger ass politisch Verdächtige verhaftet, gegen hohe Summen jedoch wieder freige- lassen. Auf solche Weise erwarb sich der Herzog in kurzer Zeit ein ansehnliches Vermögen. Drei Tage vor Einmarsch unserer Truppen wurden zehn vermögende Bürger verhaftet, fünf davon für Geld freigelassen, die anderen fünf als Geiseln mitgenommen. Charakteristisch ist folgendes Plakat, das in Kolomea ausge- hängt wurde: Kundmachung. Ich verständige die jüdischen Einwohner der Stadt Kolomea, daß, wenn am Telegraph, Telephon oder Bahnkörper im Kreis Kolomea, Delethn, Sniatyn die geringste Beschädigung vor- kommt, die ganze jüdische Bevölkerung der Stadt hierfür verant- wortlich gemacht, eine schwere Geldstrafe über dieselben verhängt und sie nach drei Tagen aus sämtlichen Städten und Dörfern, wo russisches Militär ist, vertrieben werden. Am 4. Februar 1913. Kommandant von Kolomea: Herzog Lobanov-Rotztovßky. Die Einwohnerschaft litt unter der russischen Herrschaft schwer unter der Hungersnot. Am traurigsten traf es die Frauen und Mädchen, welche den Russen schutzlos ausgeliefert waren. Inzwischen entwickelten sich die Karpathenkämpfe. Manchmal hörte man Kanonendonner von Delatyn her. Am 16. Februar tobte der Kampf unmittelbar vor Kolomea. Es wurden einige öfter- reichisch-ungarische Gefangene durch die Straße geführt. Viele russische Verwundete wurden gesehen. Einige Kugeln schlugen in die Stadt ein, es wurdest zwei Menschen getötet, drei verwundet. Die Bevölkerung verkroch sich in ihre Wohnungen, es zeigte sich niemand auf der Straße. Am 17. Februar, 1 Uhr nachmittags, fingen die Russen ihren Rückzug an, am selben Abend ritten die letzten hundert Kosaken zur Stadt hinaus. Fünf Minuten später marschierten schon die österreichisch-ungarischen Truppen ein. Zwischen 8 und 9 Uhr waren die Einwohner bereits am Ringplatz versammelt und gaben ihrer Freude durch Hoch- und Hurrarufe Ausdruck. Die russische Fahne wurde heruntergerissen und die österreichische unter grotzem Jubel der Bevölkerung aufgezogen. Der Ringplatz, auf welchem während fünf Monaten die Strafurteile vollzogen wurden, war der Schau- play der Freude der gesamten Bevölkerung der Stadt; sie weinte Freudeuträueu,— Freudentranen auf dem Ringplatz von Kolomea. Stallupönen, Pillkallen und Memel, ferner der nördlich der Memel gelegene Teil des Landkreises Tilsit und der Teil des Kreises Ragnit, der östlich einer von der Memel längs der Szeszuppe über Naujeningken zur Jnster gezogenen Linie belegen ist. Diese Kreise können auch zurzeit zur Rückkehr allgemein noch nicht freigegeben werden. Um aber die Frühjahrs- b e st e l l u n g in der Provinz nach Möglichkeit zu fördern, soll die Rückkehr denjenigen Personen, die zurückkehren wollen, in wesentlich erweitertem Maße gestattet werden. Es können demnach Bescheini« gungen zu Freifahrtscheinen auch nach den nicht allgemein freigegebenen Gebieten erhalten: 1. alle arbeitsfähigen Personen über 16 Jahre, sofern sie allein zurückkehren wollen, 2. die Familien selbständiger Landwirte, Handwerker, Gewerbetreibender und Kaufleute in Stadt und Land, auch wenn der Familienvater fehlt, 3. andere Familien dann, wenn mindestens zwei ihrer Mit- glieder über 14 Jahre alt und nutzbringende Arbeit zu leisten imstande sind. Diese Voraussetzung ist also gegeben, wenn ent- weder beide Eltern arbeitsfähig sind und zurückkehren wollen, oder neben einem der Eltern mindestens noch ein über 14 Jahre altes arbeitsfähiges Familienmitglied zurückkehrt, 4. die Personen, die vom Landrat des Heimatkreises einen auf ihren Namen lautenden schriftlichen Ausweis erhalten haben, durch den sie zur Rückkehr ermächtigt sind. In den Heimatkreisen wird nach Möglichkeit dafür gesorgt werden, daß die zurückkehrenden Flüchtlinge die erforderlichen Lebens« mittel kaufen können. Es ist aber nicht sicher, ob das überall sofort ausführbar sein wird. Den Flüchtlingen muß daher empfohlen werden, sich die zu ihrer Versorgung erforderlichen Lebens- mittel für zehn bis vierzehn Tage mitzubringen. Die Beschlagnahme der Kartoffeln. Der geschäftsführende Vorstand des Kriegsausschusses für Konsumenteninteressen hat jetzt ebenfalls an den Bundesrat eine Eingabe gerichtet, welche schleunige Matznahmen zur Sicherung der notwendigen Kartoffelnahrung erbittet. Es handele sich hier um eine Angelegenheit von so hoher Bedeutung, daß kein noch so bedeutungsvolles Produktions- oder Erwerbsinter- esse dabei ins Gewicht fallen dürfe. Die Kommunalverbände sollen dafür verantwortlich gemacht werden, daß eine auf Grundlage der Vorratsstatistik zu berechnende Anzahl von Zentnern Speisekar- toffeln auf Anruf bereitzuhalten und bei Strafe nicht anders ver- braucht werden. Der Ankaufspreis ist nur für brauchbare Etzkar- toffeln zu zahlen, außerdem gewisse Zuschläge für die Zeit der Auf- bewahrung. Einer Zentrale nach Art der Kriegsgetreidegesellschast ist die Finanzierung und die Verteilung der erworbenen Kartoffeln zu übertragen. Die Vorräte sind den weniger Bemittelten zu billigem, den Wohlhabenderen zum Selbstkostenpreise zur Verfügung zu stellen. Mit der Kartoffelbeschlagnahme ist die planmätzige Abschlach- tung und Konservierung der auf Kartoffelfütterung angewiesenen Schweinebestände zu verbinden. Sie liegt im Interesse der Pro- duzenten, denen die Kartoffeln zwangsweise entzogen werden. Für die leichteren Tiere sind gegenüber der geltenden Skala höhere Preise zu bewilligen; nach Ablauf einiger Wochen soll ein niedri- gerer Preis in Kraft treten. Im Interesse einer gleichmäßigen und planvollen Fleisch- Versorgung ist das schon geltende Enteignungsrecht auszuge- stalten. Ausnahmen sind zuzugestehen, falls der Landwirt nach. weisen kann, daß er seine Tiere mit anderem Futter als Kartoffeln zu erhalten vermag, ebenso für die zurzeit unentbehrlichen weib- lichen Tiere von mehr als sechs Monaten mit der erforderlichen Anzahl von Ebern. � Die in Polen, Belgien und Novdfrankreich irgend entbehrlichen Nahrungsmittel sind heranzuschaffen, die Brauereien auf 40 Pro- zent des früheren Betriebsumfanges zu beschränken, die Versor- gung der Städte mit Milch, Quark und Käse ist im großen zu orga- nisieren. Der Bundesrat wird nun bald die notwendigen Maßnahmen treffen müssen, um die auch von bürgerlicher Seite betonten Miß- stände in der Versorgung der Bevölkerung mit billigen Lebens- Mitteln zu beseitigen. Wohnungsreform in Holland. Die Amsterdamer Gemeindevertretung hat nach zweitägiger heißer Debatte mit großer Mehrheit<319 gegen 13 Stimmen) einer Vorlage zugestimmt, nach welcher in den nächsten Jahren 8300 Arbeiter- Wohnungen, insbesondere für größere Familien und für schlechter gelohnte Arbeiter zu bauen und von Gemeinde wegen zu vermieten sind. Die Miete soll in den meisten Fällen beträchtlich unter dem Kostenpreis bleiben. Im ganzen wird diese Wohnungsreform einen Zuschuß von 600 000 Gulden seine Million Mark) jährlich erfordern, von welcher Summe der Staat die Hälfte trägt. Diese überaus wichtige Vorlage ist die erste größere Arbeit des sozialdemokratischen Schöffen(Stadtrats) Wibaut. Daß er schon nach einem Jahre der Amtsführung eine so umfangreiche und prinzipiell wichtige Vor- läge durchbringen konnte, entspricht wohl den höchsten Erwartungen. Die große Mehrheit ist hauptsächlich der kräftigen Agitation zu danken, welche die Partei für die Sache geführt hat. Man wird jetzt damit anfangen, zwei der allerschlechtesten Stadtteile gänzlich abzubrechen und dafür neue Wohnungen zu bauen. der Partei. Die neueste Praxis. In den gegenwärtigen Kriegszeiten hat sich innerhalb der Sozialdemokratie gar vieles vollzogen, was vor dem Kriege aus- gesprochen die allgemeine Zurückweisung der gesamten Partei erfahren hätte. Heute bleibt dagegen infolge der innerpolitischen Situation vieles völlig unwidersprochen, obgleich es falsch wäre, daraus zu schließen, daß die Worte und Handlungen einzelner Parteigenossen die Billigung der Gcsamtpartei fänden. Dagegen gestattet und befördert es die innere Situation, daß die auf der Rechten der Partei stehenden Genossen völlig ungehindert einen sehr lebhaften Pressefeldzug gegen die„Quertreiber"— und wie leicht kommt man zu diesem Titel— führen. In Versammlungen kann den Angreifern teilweise, unter gewissen Einschränkungen, geantwortet werden. In der Parteipresse ist eine auf ganz formelle Einwendungen beschränkte Erwiderung vielleicht auch noch möglich. Aber völlig wehrlos wird natürlich die„Opposition", wenn ihre An- greiser in die bürgerliche Presse„flüchten", um ihre Schmerzen über die bösen„Quertreiber" in die Welt zu klagen. So richtet Genosse W o l f g a n g Heine in der Oster-Nummer der liberalen „Frankfurter Zeitung" lebhafte Vorwürfe gegen L e d e- b o u r und Liebknecht. Nennt Genosse Heine wenigstens offen seinen Namen, so verkriecht sich in den„Preußischen Jahrbüchern" ein Parteigenosse hinter dem Pseudonym Monitor, um so geschützt seine Pfeile gegen die Parteiopposition zu versenden. Auch wenn der Herausgeber Professor Delbrück nicht ausdrücklich darauf aufmerksam machte, daß der Beitrag„Die So- zialdemokratie und Krieg" aus der Feder eines Sozialdemokraten stammte, müßte man es aus dem nichts weniger als erfteulichen Ton, wie ihn ein Teil der Parteipresse fetzt beliebt, schließen. Zur' Charakteristik nur ein paar Zitate. In dem genannten Aufsatz' wird u. a. von„anarchosozialistischen Anschauungen" in der Partei und„internationalen Schrullen" eines Parteiblattes gesprochen. Neben den selbstverständlichen Angriffen auf den„Vorwärts" findet sich ein absprechendes Urteil über die„Neue Zeit", die keinen Anspruch auf den Titel eines wissenschaftlichen Organs habe. Der„parteigenössische" Verfasser appelliert sogar an die„Vater- ländische Entrüstung" seiner bürgerlichen Leser; die Kritiker inner- halb der Partei werden„als vaterlandslose Gesellen, im wirklichen Sinne des Wortes", die Führer der Opposition in Hamburg als „einige fragwürdige Existenzen" bezeichnet und so fort. Es genügt, auf diese neueste Praxis einiger Verteidiger der Fraktionsmehrheit aufmerksam gemacht zu haben. Die Abrechnung muß einer Zeit vorbehalten bleiben, wo Licht und Schatten für Parteidiskussionen weniger ungleich verteilt sein werden als heute. Pressejubiläum. Auch die„Norddeutsche Volksstimme", die in Bremerhaven er- scheint, konnte am gestrigen Tage auf ein Löjähriges Erscheinen zurückblicken. Lange, lange Jahre hat sie um ihre Existenz kämpfen müssen, oft genug hielt es schwer, den neuen Keim vor dem Ab- sterben zu schützen. Aber es ist doch gelungen. Heute verfügt sie über ein großes Vertrauen in der Arbeiterschaft der Unterweser- orte. Und dieses Vertrauen will sie sich dadurch erhalten, daß sie wie bisher mithelfen will, dem Volke d i e Wege zu weisen, die zu seiner Befreiung führen, und ihm eine Zeit seligen Friedens, heite- ren Genießens und frohen Schaftens bringen werden. Gewerksthostliches. öerlin und Umgegend. Die Rohrleger und Helfer beschlossen, eine Neuwahl der Agitationskommission nicht stattfinden zu lassen. Die bestehende Agilationskommission wird die Geschäfte der Branche bis zur Beendigung des Krieges weiterführen. Deutsches Keich. Ein Jubiläum. Der Hauptkassierer des Malerverbandes, Genosse Heinrich Wentker in Hamburg, beging am 1. April das Jubiläum seiner 2Sjährigen VerbandStäligkeit. Wentker hat nicht nur als tüchtiger und gewissenhafter Kasienverwalter, sondern auch als ein Mann mit offenem Blick für die Bedürfnisse und Ausgaben seiner Berufsorgani- sation an deren kräftigem Ausbau und erfolgreichem Wirken hervor- ragend Anteil genommen; auch der politischen Vertretung der modernen Gewerkschaftsbewegung, der sozialdemokratischen Partei, hat er stets seine Dienste gewidmet.— An seinem Jubiläumslage, der wegen des gegenwärtigen Kriegszustandes nur im engsten Kreise still gefeiert wurde, ließen ihm seine Kollegen in der Haupiverwal- tung, die Bezirksleiter und der Ausschuß des Malerverbandes ein würdiges Geschenk unter anerkennenden Worten für seine großen Verdienste um seine Berufskollegen und die allgemeine Arbeiter- bewegung überreichen. Zahlreiche weitere Glückwünsche waren aus allen Teilen Deutschlands eingegangen. Mangel an Gärtnergehilfen besteht in Ostpreußen. Durch den Einsall der russischen Heere sind in dieser preußischen Provinz viel- leicht die größten Verwüstungen angerichtet. Das gesamte wir!- schaftliche Leben liegt infolgedessen arg danieder. Auch die Gärtnereibetriebe haben dabei begreiflicherweise schwer gelitten. Jetzt sind die verwüsteten Landstriche wieder vom Feindr frei, und die meisten Teile der Provinz sind zur Wiederbelebung des Ge- werbeflerßeS freigegeben. Dazu sind Arbeitskräfte notwendig. Der Verband der Handelsgärtner Deutschlands hat sich nun mit dem Ersuchen an den Allgemeinen Deutschen Gärtnerverern gewandt, den � Gärtnereibesitzern in Ostpreußen zur Beschaffung von Gehilfen be« hilflich zu sein. Auf den Hinweis, daß dieses'der Lohnverhältnisse wegen große Schwierigkeiten haben werde, weil diese ftüher un- günstig waren, ist erwidert worden, dieses Hindernis werde wohl jetzt nicht bestehen. Wie Walter K w a s n i k der„Gärtner- Zeitung" aus dem Felde mitteilt, wäre der jetzig« Notschrei nach Gärtnergehilfen nicht notwendig gewesen, wenn die leitenden Herren der Provinzialgruppe Ostpreußens vom Handelsgärtner- verband die von Gehilfenseite rechtzeitig gegebenen Anregungen nicht schroff abgewiesen hätten. Noch im November 1914 hat Kwasnik in einer Aussprache mit dem Vorsitzenden der Provinzorganisation des Verbandes der Handelsgärtner Deutschlands, Herrn O. M o d e l in Königsberg, auf den kommenden Gehilfenmangel hingewiesen und die Hilfe der Gärtnerorganisation zur Behebung des Gehilfenmangels angeboten. Herr Model entgegnete damals:„Aber, Herr Kwasnik, wie können Sie uns jetzt mit solchen Sachen kommen I" Trotz dieser Erfahrungen fordert die Hauptverwaltung des Allgemeinen Deutschen Gärtnervereins die Kollegen, welche bereit sind, in Ostpreußen Stellung anzunehmen, dazu auf, der Hauptverwaltung der Gehilfenorganisation ihre Adressen mitzuteilen. Musland. Streik der italienischen Seelente. Rom, 31. März.(Eig. Ber.) Der Zentralverband der italienischen Seeleute hat die Schiffs des Verbandes der fteien Reeder boykottiert, weil der Verband die Forderungen der Seeleute nicht bewilligt hat. Mit Rücksicht auf die Bedürfnisse der Gertreideversorgung sind die süditalienischen Häfen bis jetzt vom Boykott ausgenommen, der sich nur auf die Häsen von Genua, Liverno und Savona erstreckt. Die betroffenen Dampfer, die von dem Personal verlassen wurden, sind meist solche, die der Küstenschiffahrt dienen. Die Seeleute fordern Lohnerhöhung, Ver- besserung der Schlafräume und vor allem angemessene Versicherung gegen Unfälle, die mit dem Kriege zusammenhängen. Heute ver- dienen die Reeder der Frachtschiffe der Küstenschiffahrt durch den Krieg gewaltige Summen, während die Mannschaften in mit Minen besäten Gewässern ihre Haut zum Markte tragen. Es ist nur billig, daß wenigstens den Familien der Opfer eine angemessene Geld- entschädigung gesichert werde. Soziales. Der„unbillige" Vertrag einer Versicherungsgesellschaft. Mit einer Entscheidung von prinzipieller Bedeutung führte die zweite Kammer des Berliner Kaufmannsgcrichts die Klage zu Ende, welche gegen die Versicherngsgesellschaft „Freia" ein Agent auf Zahlung des Gehalts für den Kiindi- gungsmonat in der Höhe von 150 M. angestrengt hatte. Als Klageeinwand machte die Beklagte geltend, laut des auch von dem Kläger anerkannten Anstellungsvertrages falle für alle die Agenten der Gesellschaft, die im Außendienst beschäftigt seien, das sonst garantierte Fixum an Provisionen im Kündigungsmonat weg, da in diesem Monat die Agenten nicht mehr aus die Touv geschickt würden. Diese, wie der Kammervorsitzende Dr. Lissauer bemerkte,„auf den ersten Blick zum mindesten befremdlich an- mutende Maßnahme wollte die Beklagte mit der des öfteren ge- machten Erfahrung begründet wissen, daß die Versicherungsagenten gerade im Kundigungsmonat bei verhältnismäßig hohen Spesen entweder gar keine Geschäfte mehr zum Abschluß brachten oder in dieser Zeit gar schon für die Konkurrenz tätig zu sein versuchten. Der Tragweite der ursprünglichen Anerkennung dieser Klausel hätte sich der Kläger, da er in der Versicherungsbranche kein Neuling sei, hei seinem Engagement bewußt sein müssen, so daß ein Nachtrag- liches Anfechten dieser vertraglichen Bestimniung schon aus diesem Grunde nicht angängig sei. Die Kammer kam nach längerer Be- ratung zu einer wesentlich anderen Auffassung der strittigen Sach- lag? und juchtz die Parteien zu einem Vergleich mit 123 M. guj bestimmen, der aber von beiden Seiten aus prinzipiellen Bedenken abgelehnt wurde. So erfolgte die Bcrurteilung der Beklagten zur Zahlung der gefardertcn Summe, der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende besonders, daß die Kammer deswegen zu dieser Entscheidung gekommen sei, weil sie den Vertrag, der dem An- gestellten im Kundigungsmonat die Möglichkeit des Verdienens da- durch nebme, daß man ihn aus Gründen irgendwelcher Art nicht auf die Reise schicke, in jedem Falle als„unbillig" angesprochen habe._ Mus Industrie und Handel. Die Beteiligung der großen und kleinen Vermögen an der Kriegsanleihe. Die Verteilung der letzten neun Milliarden- Kriegsanleihe auf große und kleine Geldbesitzer ist nach einer Zusammenstellung der „Köln. Zeitung" folgende: 9060 Recht interessant ist ein Vergleich des Anteils der verschiedenen Vermögensklassen bei der ersten und zweiten Anleihe, wie ihn vor einiger Zeit die„Leipziger Volkszeitung" angestellt hat. Nach den dortigen Berechnungen wurden in Prozenten dxs Gesamtergebnisses der ersten und zweiten Kriegsanleihe— kleine Fehler wegen Nicht- berücksichtigung der Dezimalstellen fallen nicht ins Gewicht— gezeichnet: Danach haben die Zeichnungen im Betrage von 800 bis ö0 000 M. an der zweiten Anleihe einen erheblicheren Anteil als an der ersten. Der Anteil der Zeichnungsgruppen über 50 000 M. ist dagegen relativ zurückgegangen. Zinsfußerhöhungen bei Sparkassen. Die Anspannung des Geldmarktes hat gewisse Schwierigkeiten bei den Sparkassen zur Folge, denen man jetzt auch durch Zins- fußerhöhungen zu begegnen sucht. Westfälische Gemeindespar- lassen beginnen, den Zinsfuß für Einlagen auf 4 Proz. zu er- höhen. Erst vor kurzer Zeit ist allgemein eine Erhöhung auf 3� Prozent eingetreten. Eisenmarkt und Kohlenerzeugung in Rußland. Das russische Eisensyndikat Prodameta hatte nach der„Neuen Zürcher Zeit" im Februar Aufträge in Höhe von 17 625 000 Pud gebucht gegen 12 830 000 Pud im gleichen Monat deS Vorjahres Während alle anderen Arlikel eine mehr oder weniger erhebliche Abnahme aufweisen, ergaben die Schienende st ellungen eine gewaltige Zunahme von 7 640 000 Pud, indem sie von 1 330 000 auf 9 470 000 Pud stiegen. Die Kohlenenzeugung im Donetz-Becken betrug im Ja- nuar 1915 im Vergleich zu 1914 in Millionen Pud: gewöhnliche Kohle... 114 gegen 142 Anthrazit...... 21, 31 Koks........ 21 m 25 Mus öer Frauenbewegung. Die holländischen Frauen für den Frieden. In Amsterdam fand am 1. April eine große sozialistische Frauendemonstration für den Frieden statt. Sie war beabsichtigt als internationale Demonstration, aber eine englische Genossin wa: durch die Kriegsstörung im internationalen Verkehr daran verhin- dert, zu kommen, während zwei deutsche Frauen, wie die Vorsitzende mitteilte, keinen Auslandspaß bekommen konnten. Sämtliche sozia- listischen Frauenorganisationen aus dem ganzen Lande sowie alle größeren Parteisektionen und viele Gewerkschaften waren vertrc- ten. Der Marinematroscn-Verband hatte telegraphisch seine Sym- pathie kundgegeben. Die Versammlung im Konzertgebäude war überaus stark besucht. Ihr folgte eine große Demonstration, an der nur Frauen teilnehmen konnten, und die trotzdem viele Tau- sende von Teilnehmern zählte, die viele Fahnen mit Friedensauf- schristen trugen. Die Demonstration machte einen starken Ein- druck. Mus aller Welt. Schrffsuntergang. Amsterdam, 5. April. sW. T. 53.) Aus New Dork wird be- richtet: Der holländische Dampfer„Prints Maurits" ging Sonnabend im Sturm mit 49 Mann Besatzung und 4 Passagieren auf der Höhe von Kap Hatteras verloren. Sturmopfer. London, 6. April.(W. T. B.) Die„Central-News" melden aus New Dork, daß während des letzten Sturmes 75 Mann auf See ums Leben gekommen seien. Im menlen msem nnl den MMmm gMeoen senossen! Am 22. Januar gefallen der Tischler KIsx Tautz Schillerpromenade 31. 21. Bezirk. 236/15 Sozialdemokratischer Wahlverein Neukfilln. Am 17. März gefallen Gustav Krienke Eitelflr. 75. 12/10 Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Lichtenbere. I.d. 4. Berliner Reietistagswaliikr. Görlitzer Viertel. Bezirk 206 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser alter Genosse, der Maurer Kar! peter Liegnitzer Straße 33 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 7. April, nach- mittags 1'/. Uhr. von der Halle des Anstaltskirchhofes in Buch aus statt. Stralauer Viertel. Bezirk 300. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Schank- wirt krsnz Wentzel Goßlerstraße 7 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet heute I Mittwoch, nachmittags 2 Uhr. im I Krematorium, Gerichtstr. 37/38, 1 statt. 211/6 1 Um rege Beteiligung ersucht Der Porstand. SozialdemokratiscIierWalilyerein 1.1 IBerLReiebstagswaUkreis. tO. Abt. Bez. 622. Am Sonntag, den 4. April, verstarb unser Genosse, der Kernmacher Paul Wadepuhl Hussitenstr. 42. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 7. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen- halle des Freireligiösen Fried- hoses, Pappclallce 15/17, aus statt. Uni rege Beteiligung ersucht 224/1 voi- Vorstund. Deutscher Roizarbeiter-Vertianl Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Tischler �nton Zikes Rigaer Str. 101, am 1. April gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Milt- woch, den 7. April, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Zentral- sriedhoscs.FriedrichSfelde, aus statt. Um rege Betelligung ersucht 81/6 Bio Ortsverwaltung. der Deutscher Metaliarbeiter-yerbanil Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, Klempner �uxust Füller am 3. April an Gehirnleid cn R gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den?. April, nachmittags 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral-FriedhoseS in Friedrichs- selbe aus statt. Den Kollegen ferner zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Kernmacher Paul Wadepuhl am 4. April an Herzlähmung gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 7. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofes in der Pappelallee aus statt Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 112/1 Die Ortsverwaltnng. Am 2. Osterseicrtage verstarb nach langem schweren Leiden meine inniggelicbte Frau und gute Mutter A Martha Krebs im Alter von 34 Jahren. In tieser Trauer Paul Krebs und Tochter. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in Adlershos aus statt. Beerdigungsverein der Zimnierleute Croß-ßerlins. Am Sonntag, den 4. April, morgens 4 Uhr. verschied infolge SchlagansallS im Alter von 69 Jahren unser Mitglied, der Kamerad Wilhelm Schräder Lichtenberg, Sonntagstr. 4. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 8. April, nach- mittags 31/, Uhr, von der Leichen- Halle des kirchboseS, Lichtenberg. Lückstraße, aus statt. 1488b Der Vorstand« Zentral-Kranken- und Sterbekasse der Tischler. Verwaltung A. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Freund Karl Münk am 3. April plötzlich an Herz- schlag gestorben ist. Die Beerdigung findet heute, 7. April, nachmittags 4'/, Uhr, von der Halle des Zcntral-Fried- hoseS in Friedrichssclde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 184/1 Oie Ortsverwaltung. Du hast so oft mit uns zu Rat gesessen, Wir werden Deiner nie ver- gessen. Verband 1 Brauerei- uJühien- arbeiterujerw.Beruisgenossen. Zahlstelle Berlin. Den Kollegen diene zur Nach- richt, daß unser Mitglied, der Müller Pichard Kreibisch (Viktoria-Mühle) ganz unerwartet gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 7. d. Mts., nach- mittags 4'/, Uhr, aus dem Ost« srledhos in Ahrensfelde statt. Um rege Beteiligung ersucht 42/7 Die Ortsverwaltung. Infolge einer Verwundung starb am 11. März den Heldentod fürs Vaterland mein lieber Mann und treusorgender Vater seiner ein- zigen Pfleget achter, �ältester Sohn und Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel, der Töpfer, Landsturmmann Otto Schulz im 40. Lebensjahr. Dies zeigt tiesbetrübt an Frau Martha Schulz verwitwet gew. Mühlbach geb. Ries nebst Pflegetochter. Ein treues Herz kehrt nie zurück, Vernichtet hat'S ein Augenblick. Du starbst zu früh im fremden 1489b Land Als Opfer für das Vaterland. Fahr wohl aus immerdar I Hiermit die traurige Nachricht, daß mein inniggclicbter Mann, I unser guter, trcujorgender Vater, �chwieger- und Großvater, der s Porzellanmaler Kai-I Münk im 59. Lebensjahre am 3. April am Herzschlag plötzlich sanst ent- schlafen ist. Dies zeigen tiesbetrübt an Frau Münk geb. Plümcr nebst Kindern. Die Beerdigung findet heute Mitt- wach, den 7.'April, nachmittags t'/j, Uhr, von der Halle des Städt. Friedhofes in Friedrichssclde aus, itatt. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Beteiligten meinen herzlichsten Dank. A Marie Burwig nebst Kindern. Verein der Sterentpure und Galvanoplastiker Berlins und Umgegend.[ Den Kollegen die traurige j Nachricht, daß�unscr langjähriges Mitglied, der Stereotypeur Karl Novak nach kurzem, schwerem Leiden am 4. April verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beeidigung findet am Donnerstag, den 8. April, nach- mittags 4'/, Uhr, von der Leichen- balle deS St. PiuS-Kirchhoses in Hohenschönhausen aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 281/3 Der Borstand. Deutseber Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaitung GroB-Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Hausdiener tildress Mäasbaeber am 3. d. Mts. im Alter von 43 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mttlwoch, den 7. d. M., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle des Friedhofes der Elias- Gemeinde in Nordend aus statt. 62/10 Ole Bezirksverwaitung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nach- richt, daß mein inniggcliebter Mann und treusorgender Vater meiner Kinder, der Schneider (lustav Malonnek nach langem schweren Leiden sanst entschlafen ist. A Dies zeigt tiesbetrübt an Martha Malonnek geb. lsrger nebst Kindern. Die Beerdigung ersolgt am Donnerstag, den 8. April, nach- mittags i'j, Uhr, von der Halle des Philippus-Apostel-Kirchhoses, Müllcrstraße 44/45, aus. Sozialdemokrat. Kreiswablverein Niederbarnim. Bezirk Weißensce. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse ttennanu Wolf Scdanstr. 3(2. Bezirk) am 3. April verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 7. April, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des St. Georg- Kirchhofes, Rolckestraßc, aus statt. 18/1 Der Vorstand. Den Heldentod fand am 15. März unser langjähriger Kollege 1486 fjoinboid Sonnemann Gefreiter der Landwehr. Wir werden sein Andenken hoch in Ehren halten. Möge nach harter Arbeit und schwerem Kampf ihm die feindliche Erde recht leicht werden. Die Kollegen von der Kohlen- spedition Plah 1 Bordftrafle. Verband der Kupiersciimiede Deutschlands. Filiale Berlin. Am 5. April verstarb unser langjähriges Mitglied, der Kollege fiermauu Zarnzow im Alter von 55 Jahren an Herzschwäche. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend aus statt. Rege Beteiligung erwartet Der Filialvorstand. Sozialdemokratischer Viabiverein Oberscböneweide. Nachruf! Am 3. April verstarb unsere Parteigenossin Emilie Kaatz, Helmholtzstr. 8. Ehre ihrm Andenken! 243/3 Der Vorstand. (Haben Sie Sloft? Ukftrbßt davon Anzug od. P&lviot naen M 355, schick, daucr h. Zutaten von 25 Mmrk tu Moritz Ljiband, � Neue Promonade 8, il.(Stadtb. Börs.) „Männerelior Ost." i Nach langen Leiden verstarb i am 4. April unser langjähriges. I bravcS Mitglied, der Buchdrucker Robert Schwarz. Wir betrauern in dem Dabin- geschiedenen einen stets ziel- bewußten, die Interessen der Ar- beitersängerbewegung jederzeit I svrderndcn Sangcsbruder. Wir werden Deiner in Ehren! gedenken I l Die Beerdigung findet am I Donnerstag, nachmittags 4>/. Uhr, l von der Halle des Zcntral-Fried- 1 hoses in Friedrichssclde aus statt. I Die Sänger treffen sich um! 4 Ubr bei Mühlbeck, Gndrunstraße. l Erscheinen ist Pflicht! Ber Vorstand. Heines Werke —— 3 Bände 4 Mark■ Buchhandlung Borwärls Stempelfahrili Robert Hecht, Inh.:Ailr. Schneller Berlin S. 4S, Ritterstr. 116, liefert schnell und billig alle Arten IbhlB Zttmptl in bester Ausführung. Möbel-Angebot. Solide Möbelsirma liefert Stperlal-Blu- nnd Zwelzimmer- Einrichtungen sowie BlnzelmOhcl gegen mästige Zinsvergütung bei kleiner Anzahlung und geringen monatlichen Natcn- Zahlungen. Offerten?. 2 an die Expedition des„Vorwärts".* Keine Kassierer. tirUUte Kulanz. Sonntag 12— 2 geöffnet. Spezialität: Weite Größen! Sehlnß-HZedell IW?" Verkaufs zu den bedeutend herabgesetzten Preisen. 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April, abends S'/i Uhr, In„Alt-Berlin", Blumenstr. 10: Mitgliederversammlung. Monatsgarderoben«HauS»er. fuuft svotibillig erstflussige, wenig ge> irugenc, just neue Juckettanzüge, Gehrockanzüge. Smakmgunzüge, Frackanzüge, Mster, Paletots, Cu- tawuyanziige, gestreifte Beinfleider, Bauchanzüge, großes Lager. Hai. per», Roseniyalersiraße 4. Kein Ladeneingang. Nur eine Trebbe.* Teppiche mit fieinen Webesehlcrn, 20 Prozent aus alle Waren. Es kosten jetzt: zirfa 200: 300 13,50, 250: 350 22,50, 300: 400 30.—. Tebpichhaus Therese Lessvre, Pols- bamerstraße 106 B, Ecke Steglitzer. straße. 301gK' I' a x s« c> r ä n u n x: 1. Gssebätts- und �assendsricht. 2. Bericht der Bevisoren. 3. Wahl des Vorstandes, der EeviBoren ustv. 4. Verschiedenes. 63/1 Mitgliedskarte ist vorzuzeigen. Miß & Unserem(Senofsen% « Karl Lenz, 2inienrtr,148« W zu seinem 50. Geburtstage G � die herzlichsten Glückwünsche. � « yle Ponktionüre N der 0. Abteilung, V. kreis. W .&* i* 66€€€«W»*99999»� vy Herzliche Gratulation G unserem Freunde � Adolf f. a b 1 o a Y Neukölln, Bobdinstr. 58, d zu sein ein 25 j-ihrigen Z 0 Zlrbeitsjnbiläum in der W W Brauerei Hapboibt, Hasen- « Heide, am 8. Zlbrit 191m K � U Mehrere Bekannte, � Kranken- umi Sterbekasse der im allgemeinen Verkehrswesen beschäftigten Personen und verw. Berufsgenossen „Eintracht�. Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß die in der letzten ordeitttichen Generalversammlung beschlolsenen Aenderungen der ßß 6 und 9 der Satzung von der Aussichtsbehörde genehmigt und in Rrast getreten sind.!492b Die Mitglieder werden hierdurch oujgesordert, sich den Nachtrag aus unserem Bureau, Mnlackstr. 19, abzuholen. Gleichzeitig machen wir noch de- fanut, daß zum Borsitzenden des Schiedsgerichts Herr Karl Hart« nitg. Berlin. Lüderistftr. 2. gc- t?ähit ist. 3X0 o Klagen und Beschwerden über den staisenvorftand sind an obige 3Xdress« zu richten. ver Vorntand. I. 31.: Suhr. Neukölln! 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Keilllze des Jotmitls" Kerliktt Wiksbllltt. 7 �rii 1915 Verlustlisten. Tie V e r l u st l i ft e?kr. 7 der Kaiserlichen Schuh- t r u p p e usw. wird rerössentlichi. Tie Verlustliste Nr. 1 9 l der preußischen Armee enthält solgende Verluste: Stod der 79. Reserve-Tivision. Arbeitokeminandu der 66. Infanterie-Briqade. 4. Garde-Reg. zu Fuß; 2. Garde-Neservc- und 1. Garde- Grsatz-Reg.z Garde-Grenadier-Reg. Augusta; Garde-Füsilier-Reg.; Garde-Iäger-, Garde-Reserve-Iäaer- und Garde-�ckiitzen-Batl. siehe auch Res.-Jnf.-Reg. Rr. 266»; Lehr-Jnf.-Reg.; Grenadier- de, zw. Infanterie-, dezw. Fiisilier-Regimenter Rr. 2. 3, 6, 8, 9, 16, 21. 22. 24, 25, 28, 35. 37, 40, 41(siehe Landw.-Jnf.-Reg. Rr. 5), 43, 49, 56, 57, 61, 67, 69, 70, 72, 73, 75, 76, 77. 78. 81, 83, 84(siehe Komp. Jnf.-Reg. v. Weberl, 86, 88, 95, 96, 97, 98, 99, 110, 111, ll2, III, 115, 129, 130, 138, 144, 146, 148, 150, 151, 152, 154, 158, 159, 160, 170, 171, 175, 176; Res.-Inf.-Negnnentcr Rr. 1, 5, 11, 17, 18, 21, 22, 26, 27, 34. 35, 46. 53, 57, 59. 61, 64, 65, 66, 77. 79. 80, 81, 82. 83, 86, 98, 109, 130, 201, 202, 203, 208, 213, 217, 218, 220, 223, 225, 227, 228, 230, 231, 251, 252, 257, 262, 263, 264, 267, 268, 269, 270; Kombiniertes Jnf.-Reg. v. Weber; Grsah-Inf.-Regiincntcr Königsberg I und III; Landwehr-Inf.-Regimenter Rr. 2, 4, 5, 7, II, 22. 24. 27, 33, 37. 47. 49. 61, 76, 80, 81; Brigadc-Ersah-Batail- lerne Rr. 8, 27, 44, 80; Landsturm-Bataillone 2. Breslau, I. Bruchsal, 2. Cassel, IV Darmstadt, I Hagenau, 3. Posen, l Schrimm; Fäger-Bataillone Rr. 9, 11; Reserne-Jäger-Ball. Rr. 24; Rad- fabrer-Komp. der Festung Marienburg: FestunaS-Maschincngewehr- Abteilunge» Nr. 5 der Brigade Rüdiger und Rr. 14; Reserve- FestungS-Maschinengewehr-Abteilung Rr. 2. Rachrichten-Abteilung der 5. Kavallerie-Division; Garde- Husaren; Kürassiere Nr. 1. 4, 6; Dragoner Nr. 8> siehe Nachrichten- Abt. dar 5. Kavallerie-Dibision); Husaren Rr. 6, 11; Reserve- Husaren Rr. 2; Ulanen Nr. 8; Reserve-Ulanen Nr. 5; Jäger zu Pferde Nr. 4; Reservc-Jäger zu Pferde Nr. 1; Kavallerie-Reginlent Schroeter; 5.(früher 3.» Landsturm-Eskadron des V. Armeekorps (siebe Kavalleric-Reg. Schrocter». l. und 3. Garde-Feldart.-Reg.; Fcldart.-Reg. Nr. 2, 3, 5, 18, 19, 20, 25, 31, 44, 50, 63; Reserve-Regimenter Nr. 1. 3, 19, 62; 1. Feldbatterie des VI. Armeekorps; 2. Landwehr-Batterie des IX. Armeekorps. Fußartillerie-Regimenter Nr. 3(siehe Landw.-Fußart.-Batl. Rr. 2). 6; Reserve-Futzart.-Regiinenter Rr. 4, 6, 13, 38; Landw.- Batl. Nr. 2; Reserve-Batterie Rr. 30(siehe Res.-Fußart.-Batl. Rr. 38». Pionier-Reg. Rr. 19; 1. Garde-Pionier-Batl.; Pionier-Ball. 1. Nr. 11, I. Nr. 14, I. Nr. 16, II. Nr. 21, III. Rr. 28; Pionier- Crs.-Batl. Nr. 21; 1. u. 2. Landwehr-Pion.-Komp. des VII. Armee- korps. Cisenbahn-Rcgiment Nr. 2; Reservc-Eisenbahn-Baukomp. Nr. 9; Feldluftschiffertruppe; Feldsliegertruppe. Reserve-Jnf.-Munitionskolonne Nr. 47 des XXIII. Reserve- korps. Fortifikationen Graudenz und Königsberg i. Pr.; Schanz- Komp. Nr. 8. Feldlazarett Nr. 4 des Garde-Reservekorps. Proviantkolonnc Nr. 4 des XI. Armeekorps. ** * Tie sächsische Berlustliste Rr. 129 meldet Verluste des Grs.- Jnf.-Reg. Nr. 23; Brigade-Ers.-Batl. Nr. 46; Ersatz- In f�-Reg. Rr. 32: Brigade-Ers.-Batl. Nr. 89; Lcibgre»adier-Rcg. Nr. 100; Landwekr-Fns.-Reg. Nr. 101; Schützen-iFüsilierl-Reg. Nr. 108; -II. Jnf.-Reg. Rr. 139; 12. Jnf.-Reg. Nr. 177; Rescrve-Jnf.-Reg. Rr. 245; 1. Jager-Batl. Rr. 12. Die württembergischen Verlustlisten Nr. 119, 150 und 151 enthalten Verluste des Grenadier-Neg. Rr. 119; Reserve-Jnf.- Reg. Nr. 119: Ins.- und Reserve-Jns.-Reg. Nr. 120; Ins.», Reserve- und Landw?hr»Jnf.-Rea. Rr. 121; Füsilier-Reg. Rr. 122; Land- roefir-Jnf.-Regimenter Nr. 122. 123; Inst. Regimenter Nr. 126, 127, 180; Reserve-Jns.-Reg. Nr. 248; Schneeichuhrompagnie. Landwehr-Jnf.-Reg. Nr. 119; Ins.-, Reserve- und Landwehr- Jnf.-Reg. Rr. 120; Grenadier-Reg. Rr. 123; Reserve-Jns.-Reg. ?ir. 247; Landsturm-Jnf.-Bataillone Heilbronn und Biberach. Feldart.-Regimenter Nr. 13, 49; Reservc-Feldart.-Reg. Nr. 51; Feldart.-Reg. Nr. 65; Landsturm-Batterie. I. Pionier-Batl. Nr. 13; Fernsprech-Abt. Nr. 13; II. Munitions- kolonnen-Abteilung; Feldlazarett Nr. 4; II. Train-Ableiliing; Vcr- luste durch Krankheiten; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 51, 52; Grenadier-Reg. Nr. 119; Reserve- und Landwehr-Jnf.-Reg. Nr. 119; Landwehr-Jnst-Reg. Nr. 120; Jnf.-Regimenter Nr. 124, 126; 1. Pionier-Batst Nr. 13; 2. Landwehr-Pionier-Komp.; Freiwillige Sanitätskolonne Stull- gart; l. Train-Abt.; Verluste durch Krankheiten; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Der öffentliche Arbeitsnachweis für privatangestellte. AuZ den Kreisen der Privatangestellten wird uns geschrieben: Die Stellenvermittlung für die kaufmännischen und technischen Angestellten hat sich schon in Friedenszeiten als mangelhaft und reformbedürftig erwiesen. Das wichtigste Merkmal der gegenwärtigen Vermittlungstätigkeit ist ihre grenzenlose sßersplitterung. die es bisher unmöglich gemacht bat, Arbeitsangebot und Nachfrage wirklich zu erfassen. Neben den Berufsvereinen der Angestellten, die bekanntlich schon zahlreich genug sind, werden die Stellungen durch Zeilungsinserate, durch gewerbsmäßige Stellenvermiltier und Schulen vermittelt. Schließlich spielt dann auch die gelegentliche Vermittlung durch die Prinzipate selbst, durch Geschäftsreisende und andere Personen der einzelnen Betriebe eine große Rolle. Da die erwähnten Faktoren natürlich bei ihrer Bermittlertätigkeit von den verschiedensten Beweggründen ausgehen, so fehlt für die Ar- Veitsvermittlung der'Angestellten jegliches System, ganz abgesehen davon, daß ein und dieselbe Vakanz, die z. B. in einer Chiffre- annonce entHallen ist, auch noch im Stellenmarkt eines Verbandes erscheint. Sind in dem betreffenden Betriebe mehrere Verbände vertreten, dann werden aus dem einen Angebot drei oder vier zu besetzende Stellungen. Auf diese Weise gebt nicht nur die lieber- ficht über den Arbeitsmarkt verloren, sondern der stellenlose An- gestellte meldet sich auch vielfach von mehreren AuSgangspunklen immer, wieder auf dieselbe Vakanz und hat so Zeit- und Geldver» tust— Portiausgaben, Fahrtlosten usw.— in einer Zeit, die obne» bin für ihn meist als Zeit wirtschaftlicher Notlage anzusehen ist- Auch die Berwaltungs- und Jnseratkoften der einzelnen an der Slellenvermittluug beteiligten Körperschaften werden so unnötiger- weise gewaltig gesteigert, während bei einer Vereinfachung dedeu- tcnde Mittel für die Unterstützung der Stellenlosen frei gemacht werden könnte». Es ist auch für den Arbeitgeber eine überflüssige Belastung, wenn er. um einen Angestellten zu engagieren, erst hundert und mehr Bewerbungsbriese durchlesen muß.„Ter Hand- lungsgchilfe in Düsseldorf, heißt e» in einem in der„Sozialen Praxis" veröftentlichte» Beispiel,„der wochenlang Zeitung auf Zeitung durchsucht. Abend für Abend Bewerbungsbriefe schreibt, wird die Unzulänglichkeit des kaufmännischen Arbeitsnachweises an; eigenen Leibe deutlich verspüren, wen» ihm schließlich in Steltin oder Breslau eine Stelle angeboten wird, während er am liebsten in Düsseldorf geblieben wäre, um die erheblichen Umzugkosten für sich und seine Familie zu sparen." Wenn heute der Stellenwechsel bei den Angestellten i» so außerordentlich vielen Fällen auch stets eiueu Ortswechsel mit sich bringt, so ist diese starte örtliche Fluktuation auf den Mangel von örtlichen Stclleunachweiszeiitralen zurückzuführen. Andererseits ist die iuteclokale Stellenvermittlung, soweit sie von den Beteiligten selbst gewünscht wird, auch bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen durchaus möglich, wenn die nötige Fühlung der einzelnen städt;- schen Nachweise hergestellt wird. Bei Ausbruch deö gegcmvärtigeu Krieges mußte sich natürlich die ungenügende Organisation des Angestellteiinachweises beson- ders empfindlich bemerkbar machen. In einer Zeit, in der durch Einberufungen einerseits, durch Betriebseinschränkungen anderer- seits die Arbeits Verteilung als wichtigste Aufgabe zu löse» war, mußte der gegenwärtige Vermittlungsapparat versagen und er bat versagt. Tic Stellenlosigkeit unter de» Angestellten hätte tu den ersten Monaten nicht den großen Ilmfang geiiomnicn, wenn eine zentralistisch organisierte Stellenvermittlung auf öffciillich- rechtlicher Grnudlngc vorhanden gewesen wäre. Die Stadt Berlin hat allerdings bei Kriegsbeginn ihre Unterstützilngseiiirichtnngen auch auf die arbeitslosen Angestellten ausgedehnt, allein die beste Arbeitslosenfürsorge bleibt stets die Arbeitsbeschaffung. Tie größte Belastungsprobe steht für die Arbeitsvermittlung erst noch bevor, wenn die Masse unserer Kriegsteilnehmer nach Friedensschluß aus den heimatlichen Arbeitsmarkt zurückflutet und in das Wirtschaftsleben»vieder eingegliedert werden muß. Da gilt es, vorher die zentrale Organisation zu schaffen, um keine lieber- raschungen zu erleben. Es bedarf wohl auch kaum der Erwähnung, daß gerade Berlin mit seine» etwa 250 000 Privataugestellten recht- zeitig an die Schaffung des Arbeitsnachweises gehen muh. Die Durchführbarkeit städtischer Stellennachweise ist vor allem in den Erfolgen des Kölner Arbeitsnachweises für kaufmännische Angestellte erwiese». Dort waren auch die Kosten der Stadt ver- hältuismätzig gering, da der Nachweis mit einer öffentlichen «chreibstnbe verbunden ist, die mehr als die Hälfte der Ausgaben durch ihre Eiunahmeu deckte. Es kommt hinzu, daß die Errichtung des Arbeitsnachweises eine Ersparnis an Arbeitslosenunter- stützung zur Folge haben wird. Es wäre außerdem nicht zu vcr- stehen, wenn sich der Berliner Magistrat etiva aus finanziellen Gründen einer derart wichtigen Aufgaben entziehen wollte. Man hätte allerdings erwarten solle», daß die von 11 Auge- stelltenverbänden, die in Berlin allein fast 50 000 Mitglieder zählen. getragene Bewegung vom September 1914 bis März 1915 irgend- ein Resultat zeitige» würde, doch ist der Zeitpunkt auch jetzt noch gegebe», um den Magistrat zur Errichtung eines öffentlichen Ar- beitsnachweises für kaufmännische und technische Angestellte in Angliederung an den Zentralverein für Arbeitsnachweis zu Vera»- lassen. In dieser Richtung bewegt sich ein Jnitiatibaiitrag der sozialdemokratischen Stadtverordnelenfraktion, der am Donnerstag im Roten Hause zur Beratung steht. Einige Handlungsgehilfen- verbände, die den Stellennachweis lediglich als Agitationsmittel ihrer Pereine helrachten, werden wahrscheinlich auch diesmal versuchen, die Stadtverordneten zur Ablehnung des Antrages zu bc- wegen, doch sollte man' erwarten, daß sich die Berliner Stadtver- ordnetenversammlung bei ihrer Entscheidung lediglich von dem Gedanken leiten läßt, eine sachgeniäße und zentral organisierte Regelung der Stellenvermittlung zu schaffen., /ins Groß-öerlin. Seine Zeitung— ihre Zeitung. Ein stilles Einoernehmen herrschte zwischen Herrn und Frau Müller über ihre Zeitung. Beide hingen mit großer Liebe an ihrem„Vorwärts". Die Müllerschen Eheleute wußten, was sie am„Vorwärts" hatten. Sie kannten den Wert eines unabhängigen Blattes, weil sie früher eine andere Zeitung gelesen hatten. Sie hatten altes für bare Münze gcnoinmen, was gedrmkt wurde, aber mit der Zeit überzeugten sie sich, daß dein doch nicht so sei, sie erkannten, daß die ver- schiedensten Interessen, wirtschaftliche und politische Anschau- liiigen, Ton und Inhalt der Zeitung bestimmen. Und als Herr Müller sehen mußte, wie sein Streben um Verbesserung seiner Lage mit Gleichgesinnten in seinem Blatte nickst die Würdigung erfuhr, die seinem Vorwärtskommen angepaßt war, war es aus mit dem Blatte und er bestellte den„Vor- wärts". Frau Müller wollte sich anfänglich nickst recht an die neue Kost gewöhnen. Die neuesten Nachrichten waren ihr zu wenig, die sie da laS. Ihr bisheriges Blatt hatte aus jeder Familienszene einen großen Artikel gemacht; so was liest sich besser und im„Vorwärts" waren gerade diese Meldungen so knapp, wenn sie überhaupt darin standen. Eines Tages sagte Frau Müller das ihrem Manne ganz unverblümt; sie meinte, es stehe sa gar nichts im„Vorwärts", lind Herr Müller war verständig genug, sich ruhig mit seiner Frau über den Eha- rakter der Zeitung auseinanderzusetzen. Er erzählte seiner Frau, wie die Räubergeschichten, die sie früher so gern gelesen hatte, zustandekämen. Er sagte ihr. daß es Zeitungen gibt, die direkt auf das Sensationsbedürsnis der Leser, besonders der Leserinnen, spekulieren, wie sie deshalb jede kleine Be- gebenbeit zu einer großen Geschichte gestalten. Ein Redakteur habe ihn in diele Geheimnisse der Zeitungsbersiellung ein- geweiht. Er habe ihm mitgeteilt, daß diese Sensation sblätter oft Vorgänge aufbauschen, die ganz harmloser Natur sind; daß sogar reine Familienangelegenheiten breit getreten werden, die die niemand etwas angehen. Das könne der„Vorwärts" auch, tue es aber nicht. Er betrachte es vielmehr als seine Aufgabe, Klatsch und Tratsch aus seinen Spalten fernzuhalten, denn der sei genug verbreitet. Leider küniiiierten sich die Menschen viel zu viel um die persönlichen Verhältnisse der anderen, wo doch jeder mit sich zu tun habe. Wahrheit und Gerechtigkeit müsse in den Spalten einer Zeitung in erster Reibe zur Gel- tung kommen. Trotz alledem stünde im„Vorwärts" so viel, daß man sogar seine liebe. Not hätte, das Blatt tagsüber ans- zulesen. Und auch die Frau fände viel Lesenswertes im „Vorwärts". Und so war es auch. Frau Müller tos nach diesen Aufklärungen ihren„Vorwärts" mit anderen Augen und sie gewöhnte sich mit der Zeit an die neue Kost so sehr, daß sie den. Unterschied zwischen dem früheren Blatte und dem „Vorwärts" kennen und schätzen lernte; Aergcr entstand nur, wenn die Zeitungsfrau den„Vorwärts" des Morgens nicht pünktlich brachte, denn Herr Müller war gewöhnt, des Mor- gens das Hauptblatt mit zur Arbeit mitzunehmen, während er das Beiblatt der Frau zu Hause ließ. So ging es jahrelang. Tor„Vorwärts" gehörte zum täglichen Brot der Müllerschen Eheleute. Ta kam der Krieg und mit ihm die Einberufungsorder des Herrn Müller zum Heere. Müller mußte von seiner Frau Abschied nehmen, Jinr seiner Pflicht zu genügen. Frau Müller stand allein da. Das Einkommen des Mannes war fortgefallen; Frau Müller war allein auf die Kriegsunterstützung angewiesen, die aber äußerst knapp war. Und Miete sollte doch auch gezahlt werden. Ter Hauswirt bedrängte sie und schließlich wußte Frau Müller sich keinen Rat. Da erinnerte sie sich, wie ihr Mann ihr gesagt hatte, daß sie als Abonnentin des Blattes sich in der Sprech- stunde des„Vorwärts" Rat holen könne. Und sie tat das. In den Warteräumen sah sie sehr viele Frauen, die in Ab- Wesenheit ihres Mannes sich hier Anskiinft holten und wie in vielen Fällen der Rat in Form eines sofort angefertigten Schriftstückes erteilt wurde. Frau Müller war erfreut über die Hilfe, die ihr in ihrer Notlage zuteil geworden war.� Wie ihr erging es vielen Hundert anderen. Voller Freude schrieb sie es ihrem Mann und verfehlte nicht, auch andere Frauen auf den hilfsbereiten„Vorwärts" hinzuweisen. Gerade in der schweren Zeit hatte Frau Müller ihren„Vorwärts" doppelt schätzen gelernt und sie opferte gern die 25 Pfennige, die der „Vorwärts" wöchentlich kostete. Lieber wollte sie sich noch mehr einrichten, als sie es so schon tun mutzte, als ihren „Vorwärts" missen. War der„Vorwärts" gelesen, so packte sie ihn in cm Kuvert, versah es mit der genauen Adresse, ihres Mannes und schickte als Feldpostbrief den„Vorwärts" ihrem Manne ins Feld. Wie recht Frau Müller daran tat. ersah sie aus dem nächsten Briese ihres Mannes. Sic glaube gar nickst, welch große Freude sie ihrem Manne gemacht habe durch Nach- senden des„Vorwärts". Mit Heißhunger sei der Inhalt verschlungen worden und unzählige Hände hätten sich nach dem „Vorwärts" ausgestreckt. Es gebe erneute Lebensfreude, draußen im Felde sein Blatt zu erhalten. So handelt Frau Müller. Seine Zeitung ist ihre Zei- tung und in der jetzigen schweren Zeit ein unabweisbares Bc- dürfnis. Aber nicht alle Frauen denken und handeln so wie Frau Müller. Tag sür Tag erfolgen neue Einberufungen und kaum ist der Mann fort, bestellt die Frau die Zeitung ab. Manche vegetieren ohne Zeitung, manche bestellen sich ein anderes Blatt, in dem die aufgeputzten Schilderungen drin stehen, die oft jeder tatsächlichen Unterlage entbehren. Ohne Zeitung kann heute niemand auskommen, am allerwenigsten die Frauen, deren Männer im Felde stehen. Denn auch die Frau erfaßt die öffentlichen Vorgänge; auch sie Hat ein Interesse an der Zukunft. Alle diese Fronen sollten sich Frau Müller zum Muster nehmen und die 25 Ps. wöchentlich sür ihr Blatt übrig haben, das dem Manne ins Feld nachgeschickt weiden kann. Sie werden deni Kämpfer draußen und sich sdber den besten Dienst leisten. Sie sind das ihrem Manne schuldig.__ Bestandaufnahme von Verbandsstoffen. Das Oberkommando in den Marken erläßt folgend« Bekannt- machiing betreffend B o r r a t s c r h c v u n g für Verband- stoffc vom 7. April 1915: Auf Grund der Bundesrat�verordnung. betreffend �BorralS- erhebnngeii vom 2. Februar 1015(Reichs-Gesetzblatt �eite 54) wird folgende Bekanntmachung erlassen: § l. Von der Verfügung vetrofsen lind: t. entfettete Verbandwatte iedcr Art 2. gewöhnliche ungeleimte Walle 3. Kompressen-Mull 4. Binden-Mnll 5. Gaze 6. Cainbric. js 2. Zur Auskunft verpflichtet sind 1. alle, welche die in§ l ausgeführten Gegenftande aus Anlaß ihres Handelsbetriebes oder sonst deS Erwerbes wegen im Gewahrsam nnd/odcr unter Zollaufsicht haben, kaufen oder ber- kaufen; 2. gewerbliche llnieritehmer, in deren Betrieben die in§ 1 aufgeführten Gegenstände erzeugt oder verarbeitet werden. 3. Kommunen, öffentlich-rechtliche Körperschaften und Verbände. K 3. Z» melden sind 1. die Vorräte, die den zur Auskunft nach ts 2 Verpflichteten gehören; dabei ist anzugeben, wer diese Vorräte autbeivadrt (genaue Adresse», mit Angaben der Mengen, die von den ein- zelne»i Personen oder Firmen usw. aufbelvahrt werden; 2. die einzelnen Vorräte, die sich— mit Ausnahme der unter l. angegebenen Mengen— außerdem in seinem Gewahr- sam besinden, sowie die Eigentümer(unter Angabc der genauen Adresse» der einzelnen Mengen; 3. die Mengen, die sich aus dem Transport zu dem nach � S zur Auskunft Verps lichteten, oder unter Zollaussicht(auf dem Wege zu ihm) befinden. Tie Mengen sind einheitlich in Kilogramm anzugeben, und zwar für jeden in 8 1 genaniiten Stoff getrennt. § 4. Zeitpunkt f ü r die Angaben der M c l d u n g. Zu melden si»id alle ni§ 3 aufgeführten Vorräte und Mengen nach dem am 7. April 1915, vormittags 19 Uhr, tatsächlich bestehenden Zustande. § 5. A u s g c n o m m c n von der Ve r f>"> g u n g sind Vorräte/ die am Tage der Vorratserhebung weniger als 50 Kilogramm von einer der in§ l aufgeführlen Gegenstäiidc betragen. ß 6. Die Meldung ist zu richten an M c d> z i n a l o b l e i l u n g des Kgl. Preuß. Kriegsministcriums, Berlin W. t». Leipziger Platz 17. § 7. Die Meldung dal zu erfolgen bis zum 17. April 1915 au die im§ 6 angegebene Adresse. § 8. Die zuständige Behörde oder die von ihr beauftragten Beamten sind befugt, zur Ermittelung richtiger Angaben Vorrats- räume, in denen Vorräte an Verbandstoffen zu permuten sind, zu untersuchen und die Bücher der zur Auskunft Verpflichteten zu prüfen. § 9. Wer vorsätzlich die in den oben genannten Paragraphen geforderte Auskunft zu der in 7 angesetzten Frist nicht erteilt oder wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit GesängiiiS vis zu 6 Monaten oder mit Geldstrafen vis zu 10 090 Mark bestraft; auch können Vorräte, die verschwiegen sind, im Urteil als dem Staat verfallen erklärt werden. Wucherpreise für Bier. Unter dem„Burgsrieden" war cS den Berliner Brauereien möglich, ohne auf Widerstand zu stoßen, eine ganz erhebliche Heraus- setzung der Bierpreiie durchzusetzen. Gastwirtsvereine empfehle» jetzt durch ein Rundschreiben, künftig für 10 Pf. nur noch drei Zwanzigstel Liter Bier zu geben. Das Liter Bier würde dadurch im Verkauf auf siebzig Pfennig gebracht werden! In dem vom„Verl. Tagebl." au die Oeffentlichkeit gebrachten Rundschreiben wird weiter ausgeführt:„Wir empfehlen, Branntweine, die im Einkauf bis zu 1 M. kosten, das Glas— ein Vierzigste! Liter— für 5 Pf. zu der« kaufen; für Branntweine, deren Einkaufspreis von 1 bis 2 M. betlägt, empfiehlt es sich, in Zukunft ein Sechzigstel Liter für 10 Pfennig, von allen Waren, deren Ein- kaufspreis 2 M. und mehr beträgt, ein Sechzigstel zu 15 Pf. zu vcrkaufeir. Diese Preise, die gerade den Aermsten abgenommen werden, bedeuten einen Reingewinn von 100 bis 300 Prozent I Diese gewaltige Preiserhöhung vollzieht sich in aller Stille, ob- wohl bekannt ist, daß das Bier lange Zeit vorher eingebraut ist, ehe es zum Verkauf gelangt. Große Brauereien haben große Lager an Bier, die von den erhöhten Matcrialprcisen nur einmal betroffen worden sind; aber auch für diese jetzt zum Verkauf gelangenden Biere wird der Aufschlag erhoben. Daß die Gastwirte die Preis- erhöhung nicht tragen können, ist richtig, und so wird bei der Abwälzung auf das Publikum noch eine besondere Preiserhöhung vorgenommen. « Da? Oberkommando In den Marken hatte die Berliner Handels- kammer um ein Gutachten über Höch st preise für Bier ersucht, da zum Beispiel in Straßburg i. E. solche Höchstpreise für den Bierkleinhandel festgesetzt worden waren. Die Handelskammer geht in ihrem Gutachten auch auf die am 1. d. Mts. in Kraft getretene weitere Erhöhung des BierpreiseS um 5 Mark für das Hektoliter ein. lieber die Wirkung dieser Preiserhöhung führt sie aus: .Die Preiserhöhung wird voraussichtlich von den Gastwirten ohne Erzielung eines übermäßigen Nutzens auf das konsumierende Publikum abgewälzt werden müssen, da sich sonst der Betrieb der Gastwirtschaften nicht aufrecht erhalten ließe," Die Handelskammer glaubt serner. feststellen zu können, daß Mißstände bei der Preis- gestaltung des Bieres in Groß-Berlin bisher im allgemeinen nicht vorgekommen sind; sie glaubt, daß sie auch in absehbarer Zukunft nicht zu erwarten sind..Schon dieser Umstand dürfte unseres Er- achtens genügen, um eine Festsetzung von Höchstpreisen untunlich er- scheinen zu lassen. Es kommt aber hinzu, daß es sich bei Bier nicht um ein notwendiges Nahrungsmittel handelt, dessen Verbrauch durch Höchstpreise unter Umständen geschützt werden mutz, sondern um ein von weiten Kreisen der Bevölkerung als entbehrlich be- trachteteS Genutzmittel, dessen Konsum eine besondere behördliche Berücksichtigung nur im Falle ungewöhnlicher Ausschreitungen er- fordern dürfte." Die Handelskammer bittet demnach das Ober- kommando, von einer Festsetzung von Bierpreiscn im Kleinhandel, Flaschenverkauf und Großverkauf Abstand zu nehmen." Dieser Bitte ist auch schon entsprochen worden. Die Erhöhung der Bierpreise dürfte einen neuen Rückgang des Bierkonsums zur Folge haben._ Schule für Schwerhörige. Die städtische Schuldeputation hat die Einrichtung der IV. Schule für Schwerhörige beschlossen. Sie wird in den Räumen der 14./72. Gemeindeschule, Antonstratze, untergebracht.— Im Februar und März fand die Unter- suchung der von den Volksschulen Berlins als schwerhörig gcineldeten Kinder durch die Kommission, bestehend aus dem Ohrenarzte Professor Dr. Brühl und dem Inspizienten der Schwerhörigcnschulen Direktor Schorsch, statt. Es wurde bei 66 Kindern hochgradige, gar nicht oder schwer zu bessernde Schwerhörigkeit festgestellt. Diese Kinder werden nun in den Schwerhörigenschulen einen ihrem Gebrechen entsprechenden Unterricht erhalten. Bemerkenswert ist der durch die Untersuchungen festgestellte Rückgang in der Zahl der Ohreiterungen. Sie ist von 183 im Vorjahre auf 61 gesunken. Es mutz dieses für Leben und Gesundheit unserer Schüler erfreuliche Ergebnis zurückgeführt werden auf die im Anschlutz an die den Schulen zugestellten Untersuchungsbefunde rcgelmätzig und eindringlich erfolgende Mahnung, Ohrenleiden nicht zu vernachlässigen, sondern rechtzeitig ärztlich behandeln zu lassen. 5?rachtermästlgung für Magermilch. Die Handelskammer zu Berlin weist die Verkehrstreiben- den darauf hin, datz der Ausnahmetarif für Magermilch(bis zu höchstens 0,3 Proz. Fettgehalt) nach Berlin nebst Vororten für Entfernungen über 229 Kilometer eine weitere Fracht- verbilligung erfährt. Die Frachtermätzigung ist erheblich und steigt mit zunehmender Entfernung. Ferner werden in den Geltungsbereich des Ausnahnletarifs die oldenburgischen Staatsbahnen sowie fast alle norddeutschen Privatbahnen auf- genommen. Die Neuausgabe gilt vom 8. April und ist im Auskunftsbureau der preutzischen Staatsbahnen, Bahnhof Alexanderplatz, zum Preise von 5 Pf. zu beziehen. Auskunft über die Frachtsätze erteilt das Verkehrsbureau der Berliner Handelskammer, Universitätstr. 3b.j Oder— Weichsel-Wasserstrasten. Nach einer der Berliner Handelskammer zugegangenen Mitteilung des Regierungspräsidenten in Bromberg werden vom 1. April ab die gesamten Wasserstratzen des Bromberger Regierungsbezirks für den Verkehr der Schiffe und Flötze von den bisher zugelassenen Abmessungen(52 Meter lang und L Meter breit) frei gegeben. Eine Schweinezählung findet am 15. April statt: In Berlin liegt diese Zählung dem Magistrat und dem Polizei- Präsidenten ob._ Die Eifersucht. Neber eine Liebestragödie wird aus dem Norden der Stadt berichtet: Ein Kaufmann Heindl aus der Stargarder Str. 79, ein österreichischer Staatsangehöriger, hatte längere Zeit ein Liebes« Verhältnis mit einer früheren Telephonistin Groppe, die im Be« amtenhenn in der Schönhauser Allee 78 wohnte. Nachdem diese Beziehungen sich gelöst hatten, verfolgte Fräulein Groppe den Ge- liebten, um ihn vielleicht zu einer Sinnesänderung zu bewegen. Als sie damit keinen Erfolg hatte, beschloß sie aus dem Leben zu scheiden und ihn in den Tod mitzunehmen. Gestern abend stellte sie sich im Flur deS HauseS Stargarder Str. 79 auf, um Heindl zu erwarten. Als sie ihn dann mit einer anderen Dame die Treppe herunter- konimen sah, zog sie einen Revolver, den sie verborgen gehalten hatte, hervor und gab zwei Schüsse auf ihn ab. Die erste Kugel verletzte ihn an der Oberlippe und schlug sich dann an seinen Zähnen platt, die zweite ging fehl. Fräulein Groppe ergriff jetzt die Flucht und entkam. Heindl ließ sich zunächst verbinden und machte dann auf der Revierwache Anzeige. Ein Beamter, der sich daraufhin nach der Wohnung der Flüchtigen begab, fand auf sein Klopfen keinen Einlaß. Man öffnete und fand die Verfolgte tot auf. Sie hatte sich eine Kugel in den Kopf geschossen. Straßrnunfälle. In der Prenzlauer Allee an der Ecke der Star- garder Straße halte sich der 1 2jährige Herbert Sckilenker an die ge» schlossene Hinterplattform des Triebwagens eines StraßenbahnzugcS der Linie 78 gehängt. Während der Fahrt stürzte er ab mtd geriet mit dem linken Fuß unter den seitlichen Schutzrahmen des Bei- Wagens, wodurch ihm der Fuß abgequetscht wurde. Durch Anheben des Wagens wurde der Verunglückte unterhalb weniger Minuten befreit. Der bedauernswerte Knabe erhielt aus der nächsten Unfallstation die erste Hilfe und fand dann im nahen Siechenhaufe Aufnahme.— Zwei weitere Unfälle haben sich am zweiten Osierfeicrtage ereignet. Vor dem Hause Brunnenstraße 6/7 wollte gegen Vz10 Uhr abends Herr Kozack kurz vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der Linie 31 E das Gleis überschreite», wurde jedoch von dem Waggon erfaßt und umgestoßen. K. trug eine Wunde an der rechten Kopf- seile davon und mußte nach dem Krankenhaus Fricdrichshain ge- bracht werden.— Am Leipziger Platz sprang in der llnifahrungsweiche der Beiwagen eines Slraßenbahnzuges der Linie 6 aus den Schienen. Dabei kam eine Frau, die im Innern des AnhängewagenS stand, zu Fall und erlitt Quetschung der rechten Hüfte und eine Quetsch- wunde am rechten Arm. Die Verunglückte erhielt auf der nahen Unfallstation die erste ärztliche Hilfe und wurde dann nach ihrer Wohnung geleitet. Berliner Asylvcrcin für Obdachlose. Im Monat März nächtigten im Männer-Asyl 14 807 Personen, im Frauen-Asyl 2385 Personen. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer und Frauen Wiesenstr. 55/59. Radrennen im Sportpalast am 4. und 3. April. Die vom Deutschen Rennfahrer-Lcrband veranstalteten Wohl- tätigkeits- Radrennen boten wieder das gewohnte Bild. Flott ge- fuhrene Nennen, zahlreiche Zuschauer, die die Fahrer bei ihren Vor- stützen durch Zurufe anspornten, ebenso auch gelegentlich ihr Miß- fallen kundgaben. Außer dem Großen Ostcrpreise für die Extraklasfe kam noch ein Prämien-, ein Vorgabefahren und ein 50 Kilometer- Nennen zum Austrag: Das P r ä m i e n f a h r e n über 30 Runden gewann L c w a n o w, ihm folgten Rädlitz, Kränket und C. Müller. Der Große O st erpreiS für die Ertraklaffe brachte neun Läufe über je 10 Runden. Im Gesamtergebnis blieb Rütt init 3 Punkten Sieger. 2. Lorenz i Punkte, 3. Arend 5 Punkte, 4. Saldow 5 Punkte, 5, Hossmann 5 Punkte, 6. Peters 7 Punkte, 7. Tcchncr 8 Punkte, 8. Stabe 8 Punkte, 9. Mayer 9 Punkte. Am 1. Feiertage wurden dann noch ein Vorgabefahren über 10 Runden, in dem Lewanow mit 70 Meter Porgabe Sieger blieb und ein 50 Kilometer-Einzelfahren ausgefahren. Von 18 Fahrern, die das Rennen begannen, blieben bis zum Schluß 10 Fahrer im Felde. Erster wurde Rütt(1 Stunde 15,45 Minuten), 2. Lorenz, 3. Techner, 4. Saldow. Am 2. Ostertage wurde außer einigen Läufen des bereit? erwähnten Großen Osterpreiscs ein 100- Kilometer- Mannschafts fahren auzgetragen. das aber infolge vorgerückter Stunde bei 90 Kilometer endete. Eine Sensation für die Zuschauer gab es, als Saldow, der mit Rütt als Pariner das lauge Rennen bestritt, bei einem Vorstoß abgehängt wurde und eine halbe Runde verlor. Rütt versuchte zwar, den Vertust aufzuholen, doch hatten die Anstrengungen der Gegner den Erfolg, daß Rütt-Saldow eine Runde verloren und bald daraus ausgaben. Das Nennen wurde wie solgt entschieden: 1. Lorenz. Pawke, 2. Hoffmann-Häusler, 3. Stellbrink-Weise, 4. Krupkat-Stabe. Ihnen folgten Lewanow-Wehlitz, Krahner-Nettelbcck, Arnhold-Rädlitz und lviüller-Küschkow. Der Sportpark Treptow beabsichtigte, am Ostersonntag seine diesjährige Saison mit einem Danerrcnnen hinter großen Motoren zu eröffnen. Die Ungunst des Wetters zwang die Direktion, das Rennen auf den Ostermontag zu verschieben. An diesem Tage wurde der Kleine und der Große Osterpreis vor einem leider spärlichen Publikum ausgefahren. Im Kleinen Osterpreis siegle in beiden Läufen über 10 und 20 Kilometer N o w o t n i k über seine beiden Gegner Jenske und Nowack. Auch der Große Osterpreis über 10, 15 und 25 Kilometer brachte keine Ueberraschung. Alle drei Läufe zeigten Saldow an der Spitze der Fahrer. Als Zweiter landete im 18 Kilometerlauf Netleibeck vor Schipke, in den beiden anderen Läufen Schipke vor Nettelbcck. /tos öen Gemeinöen. Steuerfestsetzung uud Lebensmittelfürsorge in Lankwitz. Die Gemeindevertretung hat in der Sitzung vom 30. März die Einkommensteuer für das Jahr 1915/16 aui 120 Proz. des Slaats- steuersatzes(gegen 115 Proz. im Vorjahre) festgesetzt. Außerdem ist die Grundsteuer für unbebaute Grundstücke von 4 aus 5 vom Tausend erhöht worden. Gegen die letztere Maßnahme war von einem in der Gemeindevertretung sitzenden Grundeigentümer— der nicht als Terrainspekulant, sondern als Landwirt angesehen werden will— Einspruch erhoben worden. Gcmeindeverordneter Forthmann, der Direktor des Kalisyndikats, erwiderte darauf,»daß in diesem Jahre die Landwirte für ihre Produkte Preise er- zielen, die noch niemals dagewesen sind, selb st wenn man die höheren Kosten für Saatgut. Düngemittel und Futterartikel zugrunde legt." Die Hundesteuer wurde etwas erhöht, eine Katzensteuer aber ab- gelehnt. Von verschiedenen Seiten wurde eine weitere Erhöhung der Gemeindeeinkommensteuer für untunlich gehalten, weil dadurch der Zuzug Auswärtiger gehemmt werde. Die Grundbesitzer wollen aber den Zuzug fördern. Mit dem Zuzug steigt ja auch die Bodenrente. Die Gemeinde hat 525 Gefrierschweine gekauft, die in Berliner Kühlräumen lagern; danach kommt also auf jeden Lankwitzcr Haus- halt ein Viertel Schwein. Im Juni soll der Verkauf beginnen. Einige Hundert gefrorene Hammel sollen noch gekaust werden. Schmalz hat die Gemeinde schon im großen gekauft und an die hiesigen Kleinhändler abgegeben. Speck ist in einer Menge von etwa 250 Zentnern beschafft worden, ferner 2 Waggons Kartoffel- mehl und 1 Waggon italienischer Makkaroni. Der Gemeindevorsiand hat es abgelehnt, gemeinsam mit den anderen Groß-Berliner Gemeinden die Kultur des brachliegenden Landes in die Hand zu nehmen, weil er nicht Gefahr laufen wollte— auswärtige Kolonisten auf Lankwitzer Feldgrunchslücke zu be- kommen. Wie furchtbar, wenn in dieser schweren Zeit ein Fremder aus Mariendorf oder Steglitz in Lankwitz Kartoffeln baute I Um dem aus dem Wege zu gehen, haben im Einverständnisse mit dem Gemeindevorstande zwei hiesige Gutsbesitzer die Bearbeitung von 60 Morgen Land übernommen, auf dem Kartoffeln angebaut werden. Der Etat von Adlershof. Der Etat für 1915 besteht nach den Beschlüssen der Vertretung in der ordentlichen Verwaltung aus folgenden Hauptpositionen: Vermögensverwaltung Einnahme 130 738 M., Ausgabe 107 925 M. Steuerverwaltung Einn. 544 099 M., Ausg. 69 425 M. Straßen- Verwaltung Einn. 10 511 M., Ausg. 72 823 M. Schule und Kirche Einn. 82 935 M., Ausg. 280 402 M. Gemeindeverwaltung Einn. 18 470 M.. Ausg. 130 801 M. Polizei AuSg. 20 693 M. Feuerwehr Einn. 25 M., Ausg. 6624 M. Wohlfahrts- und Armenverwaltung Einn. 16 231 M., Ausg. 47 505 M. Friedhofsverwaltung Einn. 3220 M., Ausg. 455 M. Verschiedenes Einn. 2332 M., Ausg. 19146 M. Der Gesamtetat schließt in Einnahme und Ausgabe mit 954 337 M.(im Vors. 916 542 M.).— Die höhere Schule erfordert aus Gemeindemitteln einen Zuschuß von 49 792 M.— Zur Er- Hebung sollen folgende Steuersätze gelangen: 200 Proz. Zuschlag zur Gemeindeeinkommensteuer, 3,6 pro Mille Grundwertsteuer für bebaute und 5,6 pro Mille für unbebaute Grundstücke. Schöffenwahl in Tempelhof. In der letzten Gemeindevertretersitzung wurde der Syndikus Karl G o l i s ch au? NowaweS für den imgelde gefallenen Syndikus Scyffarth einstimmig zum Schöffen und Syndikus gewählt. Teuerungszulagen in den Vororten. In den Gasanstalten der Gemeinden Friedrichsfelde, Tegel und Wittenau ist an Stelle der bisherigen 12 stündigen Schicht die acht- stündige Schicht eingeführt worden. Gleichzeitig erfolgte eine Aufbesserung der Schichtlöhne um rund 40—50 Pf. Für die Einführung war in erster Linie die Ver- fassung des ArbeitsmarkieS in Groß-Berlin maßgebend. Saatkartoffelabgabe in Lichtenrade. Die Firma Kanis, Hilbertstraße 3, hat sich verpflichtet, Saat- kartoffeln abzugeben, und zwar Kaiserkrone(Frühkartoffel) für 12 M. den Zentner. Die Abgabe erfolgt nur gegen Berechtigungsscheine, welche im Gemeindeamt, Dorsstr. 36, ausgegeben werden. Gerichtszeitung. Verführung Jugendlicher. Ein ungetreuer Sanimler für die„Teutschwehr" mußte sich gestern in der Person des 17� ährigen Tope- zierers Otto Nilson vor dem Schöffengericht Berlin- Schöneberg verantworten. Ter bisher unbescholtene jugendliche Angeklagte war der „Deutschwehr" beigetreten und hatte, als diese Vereinigung den bekannten Aufruf erließ, die Aufgabe erhalten, alte Gewehre, Säbel und sonstige militärische Ausrüstungsgegenstände von den freiwilligen Spendern zu sammeln. Als er eines Tages von einer Frau v. Gcrsdorf drei alte Jnsanteriegewehre erhielt, lieferte er nur zwei ab. Das dritte Gewehr verkaufte er für ein paar! Groschen, die er dann teils für Zigaretten, teils für Kintoppbesuche anlegte. Von einem anderen Spender erhielt N. mehrere Flaschen Rum und Arrak zur Abführung an die Sammlung der»Deutsch- wehr" für die im Felde stehenden Truppen. Auch von dieser Gabe behielt er zwei Flaschen zurück, mit denen er dann mit gleich- altrigen jungen Leuten ein heimliches Gelage veranstaltete, welches den Teilnehmern sehr übel bekommen sein soll.— Vor Gericht war der Ängeklgate reuevoll geständig.— Das Gericht billigte dem jugendlichen Sünder, um ihn vor dem Gefängnis zu bewahren, mildernde Umstände zu und verurteilte ihn wegen Unterschlagung zu 20 Mark Geldstrafe._ .ffeitungsdraht-Diebstahl. Zills gefährlicher Diebesspezialist stand gesterr. der„Stein- sicher" Albert Müller vor der Strafkammer des Land- gerichts II. Der schon mehrfach vorbestrafte Angeklagte hat es auf die Telcgraphendrähte am Teltowkanal abgesehen und widmet diesen eine unwillkommene Aufmerksamkeit. Er ist das lctztemal wegen Diebstahls an solchen Drähten zu 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Neuerdings hat er dreimal innerhalb 5 Wochen am Teltowkanal den tclegraphischen bezw. telcvhonischcn Leitung?- draht abgeschnitten und verkauft. Die gestohlenen Drähte haben einen Wert von 240 M. gehabt. Mit Rücksicht darauf, datz es sich hier um Zerstörung öffentlicher Anlagen handelt, die für den Post- verkehr sebr schwere Folgen zeitigen konnte, verurteilte das Gericht den Angeklagten zu l'A Jahren Zuchthaus. parteweranftaltungen. 4. Wahlkreis. Jugendsektion. Heute Mittwoch, abends 8� Uhr. findet in den Andreas-Festsälcn, Andreasstr. 21, die dritte Fortsetzung des Dunckcrfchcn Vortrages statt. Sleutölln. Heute, abends 8'/, Uhr, findet bei Gütig, Erkstr. 8, die? Haupwerjammlung der Jugendsektion statt. Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Wilhelmsruh a. d. Nordbahn. Donnerstag, den 8. d. M., obcndZ 6 Uhr, im Verwaltungsgebäude, Hauptstr. 94. Diese Sitzungen sind öfsentlich. Jever Gcmeindcnngchörlge ist be- rcchtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Freireligiöse Gemeinde. Heute Mittwoch, abends 8'/. Uhr: Mit- gliederversammlung im Lokal„Alt-Berlin", Blumenstr. 10. Aus der Tagesordnung steht neben der Erstattung des Jahresberichts auch die Neuwahl des Vorstandes. Das Erscheinen aller Mitglieder wird gewünscht._ Sriefkaften der Reüaktion. Die turistisch! Sprechstunde sinket sür Abonnenten Llndenstr. 3, IV. Hof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uyr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder sür den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briesliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. G. F. 113. 1. New. 2. Reklamieren Sie um Herabsetzung um eine Stufe. 3. Sie können noch einberufen werden.— W. W. 20. Wenn Sie Jnvalidenmarlen geklebt haben, müssen Sie einen Antrag aus Invaliden- reute beim VersichcrungSamt Verlin, Klosterstr. 65/67, stellen, sonst können Sie sich nur an die Armcndirektion wenden.— W. K., Tegel. Für das Kind wird Unterstützung gezahlt; der Vater müßte den UnterstutzungS- schein zunächst einschickest. Die Mutter kann eventuell zum Unterhalt des Kindes verpflichtet werden.— Elvira 99. Wegen Herzkrankheit landsturmpflichtig.— O. I. 100. Die Frau kann ver- klagt werden. Nach der neuen Bundcsratsverordnung kann sür den im Felde Befindlichen ein Prozeßbevollmächttgter bestellt werden. — P. I. 27. 1. Ja. 2. Fragen Sie bei der Steuerkasse nach.— F. 4ö. 39. Sie können noch eingezogen werden. Wenn Sie eine Gc- slellungsordcr erhalten, müssen Sie sich melden.— I. K. 43. Wegen Erkrankung der Speiseröhre dienstuntauglich.— W. L. 580. Wenden Sie sich mit einem diesbezüglichen Anwag an die Landesvcrsichcrungs- anstatt.— F. P» 100. Nach dem Gesetz soll die Bcdürsttgkeit gcprüst werden; sie wird in diesem Fall verneint werden und Ihre Frau erhält keine Unterstützung.— K. P. 92. Das erste Zeichen bedeutet: kleine gutartige, für den Militärdienst aber nicht hinderliche Geschwülste oder Knochenauswüchse; das zweite: geringer Herzfehler, aber dienftsähig.— W. G., Lichtenberg. Wegen allgemeiner Körperschwäche dicnsluntaug- iich. F. M. 4. Wegen Herzkrankheit iandswrmpflichttg.— ft. P. 21. Das erste Zeichen bedeutet: geringer Herzsehlcr, dienstfähig: das zweite: wegen Herzkrankheit dienstuntauglich.— St. P. 15. Die Witwe ist dazu nicht verpflichtet. W. B. 500. Nach Ihrer Darstellung ist die Kündigung zum 1. Juli zulässig. Da aber zwischen Ihnen und der Wirtin wegen der mündlichen Vereinbarung Zweifel bestehen, würden wir es sür ratsam halten, wenn Sie durch eine Klage beim Amtsgericht feststellen lassen, wann der Vertrag als gelöst gilt.— F. B 91. Die Unterstützung darf Ihnen wegen deS geringen Zuschusses nicht gekürzt werden.— 12. 31. B. Der Frau kann die Wohnung gekündigt werden; es wäre ihr daher zu empschlen, die andere angebotene Wohnung anzunehmen.— F. 14. Schlechte Zähne, dienftsähig. Herzkrank, landsturmpflichtig; herzkrank, dienstfähig.— 3t— tz. Sie können die Hilse deS Gerichts in Anspruch nehmen. — S. 173. 1. Lungenleiden, landsturmpflichttg. 2. Bringen Sie ein ärzt- lichcs Littest bei.— H. 2. 333. Ein Attest können Sie beibringen. Uebcr Ihre Dienstfähigkeit entscheidet der Militärarzt.— P. R. 35. Wegen Verletzungen der Finger oder der Hand Landsturm ohne Waffe, Ar- beitssoidat.— F. H. 80. An das Kriegsministerium, Dorotheenstr. 48. E. E. 59. Ihre Frage ist unverständlich.— H. W. 177. Die Zeichen kennen wir nicht._ Wetteraussichten für da? mittlere Norddeutfchland di» Donnerstagmittag. Zunächst noch kühl und größtenteils bewölkt Im Osten noch weit verbreitete, im Westen mehr vereinzelte Regensälle. Später im Westen aber Ausheiterung und Erwärmung.