Nr. 61. Erscheint täglich auße: Montags. Breis pränumerando: Viertel: jährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Big. frei in's Haus. Einzelne Numme: 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags Beilage Neue Belt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 8,80 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Gingerz. in der Boft Beitungs Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Beritzeile oder deren Raum 40 Big.. für Vereins: und Versammlungs Anzeigen 20 Big Inferate für die näcite Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in Der Erpedition abgegeben werden. Die Grpedition in an Wochen: tagen bis 7 Ubr Abends, an Sonnund Feittagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Ferufpredjer: Amt I, 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Von den Bauernfreunden. Dieser Tage ist eine ausgezeichnete Schrift zur Geschichte der Bauerubefreiung*) erschienen, auf die näher einzugehen wir uns vorbehalten. Karl Grünberg, ein Schüler Knapp's, hat für Desterreich dieselbe Arbeit geliefert, wie der Lehrer in seinem muftergiltigen Werke für Preußen. Das Wesen des Junkerthums wird durch die Erforschung der Agrargeschichte so trefflich klargelegt, der Typus des junkerlichen Bauernfreundes tritt so scharf hervor, daß es gerade jetzt, da die Agrarier der Bauernschaft ihre Liebe mit doppelter Jnbrunst betheuern, gar nüßlich ist, aus der Historie des Nachbarstaates etwelche Thatsachen mit zutheilen. Das Märchen von dem Gleichklang der Jnteressen des Groß und Kleingrundbesiges wird von den brot vertheuernden Gegnern der Handelsvertrags- Politik mit Iautem Schalle in alle Welt hineinposaunt. Die Geschichte aber lehrt, daß stets und überall der Junker des Bauern schlimmster Feind gewesen ist. Im Laufe der Entwickelung wird der Grundherr zum Gutsherrn, er bemächtigt sich der Arbeitskraft des Grundholden in immer stärkerem Maße, er sichert sich dank seiner politischen und wirthschaftlichen Machtstellung die Landwirthschaftlichen Zwangsdienste, er richtet den Großbetrieb auf der Grundlage der Erbunterthänigkeit ein und schafft das nichtsnußige System der Frohndienste. In der zweiten Hälfte des fiebenzehnten und im achtzehnten Jahrhundert ist in den böhmischen Ländern der gutsherrliche Betrieb ebenso, ja noch viel mehr entfaltet, als in den Bezirken Deutschlands östlich der Elbe. Die großen Güter, die vor allen den Fürsten, Grafen, Baronen gehören, im Besitze des Herrenstandes sind, umfassen durchschnittlich dreißig Dörfer. Die Herren stehen meist in taiserlichen Diensten, als Heerführer, Diplomaten u. f. w., Verwalter und Beamte führen auf den Herrschaften die Verwaltung. Die Frohndienste der Unterthanen spielen in dem landwirthschaftlichen Großbetriebe jener Tage die Hauptrolle. Aber noch über andere Einnahmen aus dem Titel der Grundherrlichkeit verfügt die Grundobrigkeit. Da giebt es Geld- und Getreidezinsungen, da giebt es eine Reihe auderer Naturalabgaben, die sogenannten Ehrungen. Solche Ehrungen bestehen aus Eiern, Geflügel, gesponnenem Garn, Flachs, Honig, Meerrettig, Federn, auch aus Vieh. Dahin *) Karl Grünberg, Die Bauernbefreiuung und die Auflösung des gutsherrlich- bäuerlichen Verhältnisses in Böhmen, Mähren, Schlesien. Erster Theil. Ueberblick der Entwickelung. 3weiter Theil. Die Regulirung der gutsherrlich- bäuerlichen Ver hältnisse von 1680 bis 1848 nach den Atten. Leipzig. Verlag von Duncker u. Humblot. 1893 und 1894. Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. ( Alle Rechte vorbehalten [ 66 Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. " Was willst Du thun, Lazar?" fragte sie erblassend. " Du gehst mit Atschin?" " Ich muß zurück, ich gehe nach Rußland." " Ja." " Und Tania wird Euch begleiten?" Auch sie hat eine Mission zu erfüllen." Sofia war weiß im Gesicht geworden: Und warum lasset Ihr mich bei Seite? Seit wann bin ich ausgeschlossen aus der Gemeinschaft? Was habe ich denn verbrochen?" Sonja, so darfst Du es nicht auffassen Du sollst mir Antwort geben." Mittwoch, den 14. März 1894. Expedition: SW. 19, 33enth- Straße 3. gehören auch die sogenannten Klaubungen), d. h. die unter- brungen, so bei Hochzeiten, Kindtaufen, Begräbnissen thänige Verpflichtung zum Sammeln und Abliefern einer( Hochzeit, Kinder, Sterbemahlzeiten, Sterbe- und Todtengewiffen Menge von wildem Hopfen, Kümmel, Eicheln, biere). Haselnüssen, Schwämmen, Schnecken u. a. m. Auf dem Papier stand die Vorschrift, daß das AlleinEinzelne Bauern und die ganze Gemeinde sind ver- verkaufsrecht von den Unterthanen freiwillig anerkannt sein pflichtet, das obrigkeitliche Jungvieh aufzuziehen und zu mußte. Die Unterthanen waren aber zu dieser freiwilligen" übersömmern, und zwar zumeist unentgeltlich. Vielfach Anerkennung so leicht zu bringen, wie die Bostunterbeamten sind die Ehrungen bies gilt namentlich für die Gespinst im Reiche des Herrn von Stephan zu freiwilligen" fchuldigkeit auch in Geld abgelöst. Neben den Ehrungen Cholerakollekten oder zu freiwilligen" Rundgebungen gegen haben die angesessenen Unterthanen auch Grundzinsen in die sozialdemokratischen Bostetats- Redner. Geld oder Getreide zu entrichten. Seit dem dreißigjährigen Kriege darf der Unterthan feine Waffen tragen und sich nicht des Waidwerks anmaßen. Wenn der Bauer das Wild, das seine Fluren zertritt und seine Saaten vernichtet, erschlägt oder in Fallen fängt, so verfällt er hohen Geld- und Leibesstrafen, die ganz willkürlich von den Obrigkeiten bestimmt werden. Auf dem Papier besteht freilich die Verpflichtung der Herren, den Unterthanen den Wildschaden zu vergüten. Das geschieht aber nicht, oder doch nur in ungenügender Weise. Dazu kommt der Mühl- und Getränkezwang, der erst unter Josef II.( 1788 und 1789) aufgehoben worden ist. Die Jusaffen eines Dominiums müssen ihr Getreide aus schließlich auf den obrigkeitlichen Mühlen mahlen lassen. Die Herrschaft allein ist zum Ausschank von Wein, Bier, Branntwein befugt. Sie allein hat das Recht, in dem ihr unterworfenen Bezirk Bier und Branntwein zu erzeugen. Läßt es sich einmal ein Unterthan beifallen, auf einer fremden Herrschaft zu trinken oder sich seine Getränke von dort zu holen, so wird er mit unterhörten Geldbußen oder oft mit grausamen Leibesstrafen belegt. Auf vielen Herrschaften sind die Gemeinden als solche häufig zur Abnahme bestimmter Mengen von Getränken bei besonderen Gelegenheiten, wie Kirchweihen u. s. w., oder auch abgesehen von solchen in jedem Jahre verpflichtet. In den Salzpatenten der Regierung waren die Salz preise genau ausgemessen, die Großgrundbesitzer aber Schröpften trotzdem ihre Unterthanen durch Ueberhaltung der Salzpreise, ein stilles Salzkartell vor hundert Jahren! In den Bergwerken, wo neben freien auch unterthänige Arbeiter beschäftigt wurden, entfaltete sich dies Monopol der Grundherrschaften zum schimpflichsten Truck. Trotz der Verfügungen der Regierung beuten die Krons und Gesetzwächter ihre Uebermacht gemächlich aus, Jahr. hunderte hindurch. Das Gegenstück zu dem Alleinverkaufsrecht bildete der 3wangslauf von Wirthschaftserzeugnissen der Unterthanen, von Vieh, Gerste, Häuten, Gespinnst, Flachs u. s. w. Bis weilen läßt sich nicht die Herrschaft selbst die Waaren liefern, sondern sie bestimmt hierzu den Bestand( d. h. Pacht-) juden. Der Vortheil des Zwangskaufs bestand in der willkürlichen Festsetzung des Preises durch die Obrigkeit. Der Preis blieb eben hinter dem marktgängigen zurück. An den Mühlen-, Getränke und Brauzwang schoß Die unterthänigen Handwerker werden dazu verhalten, sich gewohnheitsrechtlich eine Art von obrigkeitlichem für die Herrschaft wohlfeiler zu arbeiten. Nach großen Monopol für alle von den Unterthanen gebrauchten Gegen- Viehfällen holte der Gutsherr sich durch den famosen stände und Wirthschaftserzeugnisse, die die Herren ihnen Zwangskauf das Bauernvieh. War die gutsherrliche liefern konnten. Das Alleinverkaufsrecht war ein Werkzeug Fechsung mißrathen, der Junker beschlagnahmite die Gerste schmählicher Auswucherung der Unterthanen. Was die des Bauern und diktirte den Preis. Nach der Ueber= Obrigkeiten nicht brauchen oder sonst nicht anbringen fonnten, winterung, wenn der Bauer die Kuh am nöthigsten braucht das hängten sie den Bauern auf, verdorbenes Fleisch, Ge- und von ihr erst Nutzen erhofft, holt ihm der Herr das tränke, Geflügel, Fische, Butter, Schmalz, sonst unver- legte Haupt aus dem Stall. täufliches Vich. Vich. Der Der Unterthan mochte sehen, 100 Damit nicht genug, reißen die Obrigkeiten oft den Ge er damit blieb, er konnte die minderwerthigen Er- treidehandel ganz an sich. Entweder werden die Bauern zeugnisse selbst gebrauchen oder weiterveräußern. Daß gezwungen, ihr verkäufliches Getreide der Obrigkeit anzuder Wiederverkauf unmöglich war oder nur mit großem bieten. Oder es wird den Bäckern und Getreidehändlern verSchaden geschah, fümmerte die Edelsten und Besten" nicht. boten, innerhalb des Gutsbezirkes anderswo als auf dem Db der Unterthan die verdorbenen Gegenstände gebrauchen herrschaftlichen Schüttboden Getreide zu erstehen. fonnte oder nicht, die Herrschaft tehrte sich nicht daran. Natürlich verfügt die Junkerschaft auch über die Die Unterthanen werden- ein ganz gewöhnliches Vor- Patrimonialgerichtsbarkeit, fie richten in eigener Sache, sie fommniß zu Zwangszehrungen und Zwangsgelagen bei führen die Vormundschaft, verwalten und verrechnen die allen möglichen festlichen oder betrübenden Anlässen ge- Waisengelder, sie führen das Grundbuch. Sie sind ferner *) tlauben sammeln. = leid? Schlägt Dein Herz und Dein Gewissen nur für die Andere nur für die Todte?!" Seine Augen blißten auf, einen Augenblick schien es, als wolle er sie in seine Arme reißen, dann taumelte er zurück. Seine Leidenschaft drohte ihn zu ersticken, zugleich mit dem Gefühl seiner Ohnmacht:" Du bist ungerecht, Sonja", preßte er mühsam hervor. Er ging von ihr weg, trat ans Fenster und sah hinaus. " Sie ging hin und her. Dann trat sie ganz nahe an ihn heran. " Richter in allen den Fällen, die teine öffentlichen Leibesund Lebensstrafen nach sich ziehen, viele Dominien haben war, aber sie mußte geschont werden, nichts durfte ihren Frieden stören, nichts sie bekümmern." Und doch ich meine immer, sie hat alles Woraus schließest Du das?" gewußt." " sie Hätte sie sonst sich geweigert mit mir zu gehen? Hätte nicht einmal nach mir gerufen in all der Zeit?" " Ihrer Liebe fehlte die Kraft dazu." " Sie hat der meinigen gefehlt." - Auch sie war aufgesprungen. Sie hatte die tiefgehende" Wie Du Dich marterst. Hast Du Natalie nicht besser Wirkung ihrer Worte bemerkt und sie bereute sie. Mußte erkannt? Hätte sie um unsere Neigung gewußt, sie wäre sie nicht durch ihre Exaltation die seinige vermehren? die erste gewesen, die sie begünstigt hätte. Niemals wäre Immerhin zwischen ihnen mußte Alles zur Klarheit sie Deinem Glück im Wege gestanden, sie wußte, daß die kommen. Sie selbst fühlte sich freier nach diesem Aus- Zeit für sie vorüber war, wo sie Dir alles sein konnte, aber bruch, die allzu heftige Spannung ihrer Nerven hatte nach- sie dachte gar nicht einmal daran sie war schon zu krank gelassen. und zu apathisch dazu.. nun ist sie todt... ein Opfer der Tyrannei, nicht das Deine... und der Kampf entbrennt heißer, auch wir stehen darin- in vollem Glauben in voller Begeiste rung, ich, wie Du morgen zählen auch wir zu den Opfern, aber heute sind wir noch da- heute athmen wir noch, wir leben, wir lieben, können wir uns daraus einen Vorwurf machen?" Er hatte jedes Wort von ihren Lippen genommen, jetzt warf er sich vor ihr nieder und in einem plöglichen Umschwung seiner Vorstellungen umschlang er ihre Knie und füßte ihre Hände, die schmal und bleich geworden waren, die ihm verriethen, wie sehr sie gelitten hatte, und er fühlte, daß es kein Unrecht gebe gegen die Todten, nur gegen die Lebenden. Mein Freund," laß uns ruhig sein," und als fie Nun denn, in Rußland bereiten sich ernste Dinge vor merkte, daß ein Bittern durch seinen Körper ging, nahm sie die Entscheidung wird in wenigen Händen liegen sie seine Hand, führte ihn zu seinem Plaz zurück und setzte sich sind im Voraus bezeichnet." neben ihn. Als Opfer bezeichnet." " Man denkt doch immer an Sieg, Sonja." " Wohlan, laßt mich mit Euch gehen, laßt mich Euch anschließen." Lazar, wir müssen uns aussprechen, Menschen, wie wir find, müssen sich alles sagen dürfen... wir aber sind nicht immer wahr gewefen gegeneinander." Hätte ich mir, hätte ich Dir Alles gestanden, Sonja, dann hätten wir uns trennen müssen- und das wollte ich das konnte ich nicht Und heute glaubst Du es zu können?" " Nein, Sonja!" Er streckte ihr beide Hände entgegen, in einem Aufflammen unaussprechlicher Zärtlichkeit: Du nicht sollst leben!" " 1 " Sofie Aber dieser leidenschaftliche Ausbruch des Mannes, den" Heute stehen die Sachen anders, heute denke ich nur Kurze heiße Worte fielen von beiden Seiten, dann fie liebte, hatte auch in ihr die Schranken niedergerissen, an Diches muß sein hatte sie seine Hände ergriffen und hielt sie fest, die sie bis dahin banden. Nein, nicht an mich nur an sie denkst Du weil während sie mit einem großen und schönen Blick ihm in Leben, sagst Du, leben!" sie schlug in voller Exaltation Du Dich schuldig glaubst ihr gegenüber. Aber ich sage Dir, die Augen sah. die Hände zufammen, aber Du tödtest mich! merkit Du es Lazar, Natalie ist kein Unrecht geschehen, dazu haben wir denn nicht? Hast Du kein Auge für mich und fein Mit- sie beide zu lieb gehabt. Wir wußten, daß sie verloren Willst Du Dich noch von mir trennen, Lazar?" Du siehst ja, ich kann nicht." -G sogar den Blutbann, die Entscheidung über Leben und Tod. Erscheinung vollständig auf den Hund zu bringen. Die trummen Rüden zu machen weiß. Die Hangerpeitsche beforg Bis zum Jahre 1765 gab es in Böhmen allein 378 zumeist Sozialdemokratie hat die Diätenlosigkeit spielend über das Uebrige. Die Regierung sollte es doch für ihre erste Pflicht gutsherrliche Halsgerichte. wunden, aber die bürgerliche parlamentarische Vertretung halten, ihre Beamten mit gleichem Maße zu messen. Mit diesem Strafrechte ist nicht jenes zu verwechseln, geht daran elend zu Grunde. Dem Verdienste sein Lohn. Herr von Koscielski, das die Obrigkeiten zur Wahrung ihrer eigenen Interessen Aus den Verhandlungen verdient heute nur die nament der unentwegte" Borkämpfer für jede Marinejorderung gegenüber den Unterthanen zu üben befugt find. Zu den liche Abstimmung über den Roggenzoll erwähnt zu werden. der Regierung, der tapfere See- Ulan soll einen diplomatischen Strafen, die sie verhängen konnten, gehörte die Prügel- Bei 359 Abstimmenden stimmten 205 mit Ja, 151 mit Bosten erhalten. Daß er ein vortrefflicher Höfling ist, strafe, die gewöhnlich mit dem Stod, mitunter mit Nein und 3 Abgeordnete( Reichsländer) enthielten sich der wußten wir, von seinen diplomatischen Fähigkeiten ist uns einer Ochsensehne Flußpferdpeitschen gab es damals Abstimmung. Die dieser Abstimmung vorausgehende De nichts bekannt. nicht vollzogen wurde; Geldstrafen, die den batte, deren Kosten ausschließlich die Herren von der Geht er, geht er nicht, so heißt das neueste Spiel Armen des Gutsbezirkes zu gute kommen sollen, Ab- Rechten trugen, war ebenso lange wie langweilig. Die in der deutschen Politik. Herr v. Bennigsen läßt nämlich zur fliftung( Verjagung) von Haus und Hof; Ablieferung ins Linte stimmte nur, sie debattirt aber nicht mehr, das Abwechslung die Nachricht, daß er sich ins Privatleben Spinn( Buchthaus oder zum Militär. Gleiche thun die Herren vom Zentrum. zurückziehen will, dementiren. Herr v. Bennigsen wird bald Zur Reichsfinanzlage. Die Stetterprojekte haben das Unglück haben, daß sich niemand um diese Nachrichten feine Aussicht auf Annahme( i. auch unter Barlamentarisches). fümmern wird, hat er doch seine politische Bedeutung längst Miquel's, daß Preußen im Kalenderjahre 1894 teiner AnDie großen Streichungen am Etat und die Mittheilung leihe bedarf, beweisen wieder einmal, daß die Reichsregierung viel zu viel gefordert hat. an = = verloren. Die Grundobrigkeiten waren ferner mit der Forstpolizei auch in den bäuerlichen Waldungen, mit der Vertheilung der Kontributionen auf die einzelnen Abgabenpflichtigen, mit Der Gewerbepolizei betraut. Sie hatten über die Theilung Zur Regelung der Sonntagsruhe in der Glasallzu großer Bauerngüter zu entscheiden. Die großen Edelleute waren von wahren Bedienten- und industrie. In den ersten Tagen der zweiten Hälfte dieses Monats werden Vertreter der Glasindustrie hier versammelt Beamtenschwärmen es handelt sich oft um ein Schranzen sein, um ihre Ansichten betreffs der für diese Industrie ausvolk von vielen hunderten- umgeben. Zum Unterhalt Der neue Etat der preußischen Staats Cisenbahnen gearbeiteten Ausnahme- Bestimmungen über die Sonntags. dieses Gefindes der Vornehmen wurden die unterthänigen Für das Etatsjahr 1894/95 hat die Regierung für einzelne ruhe mit Regierungsvertretern auszutauschen. Die bezitz Bauern herangezogen. Sie mußten Besoldungsbeiträge Beamtentlassen der königl. preußischen Staats- Gisenbahnen beentrichten, fie mußten Bürgschaften und Haftungen für züglich ihres Ginkommens wenig erfreuliche Neuerungen vorge: lichen Sigungen finden unter der Leitung des Unterstaatsungetreue Beamte leisten. Die Kassen, worin die unter- fehen. Bekanntlich hat der vormalige Eisenbahn- Minister Herr sekretärs im Reichsamt des Innern Dr. von Rottenburg thänigen Kontributionen aufbewahrt wurden wurden, dienten von Maybach im Jahre 1888 für die mittleren 2c. Eisenbahn- statt. Ain 15. soll eine Versammlung dieser Industriellen hier als frischsprudelnde Quelle für beamten Dienstaltersstufen eingeführt, für welche als Grundlage abgehalten werden, zu der auch Regierungsvertreter( die Quelle für die Junker, behufs Aufsteigen3 im Gehalte der Tag der für die erste etats: Geh. Räthe Wilhelmi und Werner) erscheinen dürften. woraus sie rücksichtslos schöpften. Wenn dann mäßige Anstellung vorgeschriebene Prüfung diente. Durch diese die Abgaben der Unterthanen infolge dessen nicht rechtzeitig Dienstaltersstufen würden die ungleichmäßigen Gehaltsfäße Aus der staatlichen Musteranſtalt des Herrn bei der Staatskasse eingingen, verfielen die Bauern, ohne gleidhaltriger Beamten innerhalb einer Beamtenkategorie aus der Thielen. Daß sich preußische Eisenbahnarbeiter in einer daß sie daran die geringste Schuld trugen, der Exekution Welt gefchafft. Denn bis dahin ist es oft vorgekommen, Art von Sllavereiverhältniß befinden, zeigt folgender Erlaß, und mußten auch noch die Eyefutionskosten tragen. daß Beamte, welche gleichzeitig bei der Behörde den das Eisenbahnbetriebsamt Görlig einem im Bahndienst waren und Die außerordentliche Kontribution, die die Obrigkeiten eingetreten die Prüfung einem Tage beschäftigten Arbeiter zukommen ließ, der das ungeheuere selbst zu bezahlen haben, wird schamlos auf die Unterthanen worden waren, einen sehr verschiedenen Gehalt bezogen. Der sozialdemokratische Stimmzettel zu verbreiten. abgelegt hatten, aber nicht zu gleicher Beit angestellt Verbrechen beging, bei der vorjährigen Reichstagswahl ganz oder zum Theil überwälzt. Das obrigkeitliche Strafrecht giebt den Bannerträgern regierungsfeitig vorgefchenen Dienstaltersstufen soll nun der bis Bufall spielte hier die Hauptrolle. Durch die neuen für 1894/95 des praktischen Christenthums nicht blos Gelegenheit, die 1888 gepflegte alte Bovf wieder in verbesserter Auflage zu Ehren Unterthanen grausam und entwürdigend zu mißhandeln, sie gelangen, indem hierdurch wieder der Tag der ersten Anstellung find auch als Mittel zu Erpressungen und um sie in Furcht und nicht der Tag der Prüfung für das Aufrücken im Gehalte und Abhängigkeit zu erhalten, sehr beliebt. Die Geld maßgebend sein soll. Gleichzeitig sei hierbei hervorgehoben, daß strafen sind natürlich im Schwange. Nicht die Orts- 3. B. die Betriebssekretäre den höchsten Gehaltssah nach den neu armen, wie die Geseze fordern, die Rentkassen der Junker einzuführenden Dienstaltersstufen nach 21 Jahren nach den oder der Beamten erhalten sie. 1888 eingeführten Altersklassen erreichten sie den Mayimaliah Die Unterthänigkeit ist eine unerträgliche Sklaverei", ihrer Gehaltsverhältniffe erführen. Daß durch den neuen Etat in 26 Jahren erhalten sollen und dadurch eine Ausbesserung das obrigkeitliche Recht eine unverantwortliche Tyrannei": eine Aufbesserung dieser Beamtenkategorien, wie dies regierungsso fennzeichnet einer der höchsten Beamten Böhmens, Graf feitig betont wird, aber nicht nur nicht stattfindet, sondern eine von Haßfeld, in einem Schreiben an die Kaiserin Maria Schädigung eintritt, geht schon daraus hervor, daß mindestens Theresia vom 2. März 1749 die Zustände auf dem platten 85 pt. der Angestellten später als 5 Jahre nach abgelegter Lande. d, Prüfung zur ersten etatsmäßigen Anstellung gelangt sind und Der Arbeiter hat natürlich darauf verzichtet, die Be folglich nach wie vor 26 Jahre auf den Bezug des höchsten Gerufung zu ergreifen, da er im Voraus wußte, daß sie bei nach der neuen Skala die Zulagen immer 3 Jahre später als lichen" Grundsätzen feinen Erfolg haben würde. baltsfages warten müssen. Zudem erhalten dieselben demnach den diese staatliche Musteranſtalt auszeichnenden christ Nicht nach der alten und erleiden mithin bis zur Erreichung des Durch genug, daß man den Arbeiter wegen seiner Gesinnung maßfchnittsgehalts einen Ausfall von 900 M. " Hier ist kein Zweifel möglich. Die Junker hüben wie drüben, in Böhmen wie in Preußen haben die geschichtliche Sendung, die Interessen der Bauernschaft zu wahren. Damals wie heute Vorrechte und Liebesgaben Kein Bauernschutz, sondern Bauernfang! sid rotund Politische Leberlicht. Berlin, den 18. März. Aus dem Reichstage. Angesichts der Osterferien arbeitet der Reichstag mit Dampffraft. Der Herr Präsident will, ehe die Herren Abgeordneten zum Osterfest nach Hause eilen, nicht nur den russischen Handelsvertrag und die Aufhebung des Identitätsnachweises durchpeitschen, sondern auch den Etat in zweiter und dritter Lesung zur Erledigung bringen. Daß diese parlamentarische Steeple- Chase nur auf Kosten der Gründlichkeit und Sachlichkeit der Verhandlungen erreicht werden kann, liegt auf der Hand. Ebenso selbstverständlich ist, daß diese Art der Geschäftsgebahrung dem Ansehen des Reichstags Abbruch thun muß. Der Utas lautet: " Auf das an das Königliche Eisenbahn- Betriebsamt hierselbst gerichtete Schreiben vom 3. d. M. erhalten Sie folgenden Bescheid: Sie find wegen sozialdemokratischer Bestrebungen aus der Beschäftigung bei der Eisenbahn- Verwaltung zur Strafe entlassen worden und können wir Ihnen daher eine theilweise Nückerstattung der von Ihnen zur Abtheilung B. der Pensionskasse für die Arbeiter der preußischen Staats Eisenbahnverwaltung geleisteten Beiträge nicht zubilligen. Gegen diesen Bescheid ist die Berufung an den Vorstand der Pensionskasse für die Arbeiter der preußischen Staats Eisenbahnverwaltung in Berlin, Körnerstraße Nr. 7, innerhalb 4 Wochen nach der Zustellung zulässig." Wo bleiben da die regierungsseitig auspofaunten Auf- regelt, man vorenthält ihm auch die jahrelang zu einer besserungen? Die Regierung macht hierbei also noch ein gutes Pensionskasse gezahlten Beiträge, zu deren Leistung er bei Geschäft, natürlich auf Kosten der schon immer als Stieftinder seinem Eintritt in die Beschäftigung gezwungen wurde. behandelten Betriebssekretäre. Was die Regierung mit den neuen Die Pensionskasse ist ja auch eine jener Wohlfahrtsin ein Alterthums Museum gehörenden Maßnahmen eigentlich einrichtungen", die der einmal in spätem Alter vielleicht bazweckt, ist jedem rechtdenkenden, normal beanlagten Menschen genießen kann, der sich allezeit geduckt und auf Bethätigung unflac. Rann z. B. ein Beamter im Osten dafür, daß er 5 bis seiner Menschenwürde verzichtet hat. 7 Jabre später als sein gleichaltriger Kollege im Westen an- Man vergleiche den obigen Utas mit dem vor einigen gestellt wird, und soll ihm nun auch noch dafür, daß ihm der Tagen von uns abgedruckten Erlaß des Eisenbahnministers, Bufall bei der Anstellung so übel mitgespielt hat, die Strafe auf nach welchem jenen Staatsbahn Arbeitern, die sich an der erlegt werden, 4 bis 5 Jahre später als fein vom Zufall be günstigter Kollege die gleichen Zulagen erhalten und somit einen öffentlichen Stimmabgabe bei dem Dreiklassen. Wahlsystem bedeutend geringeren Gehalt beziehen? Wer hat ihn für den betheiligten, Entschädigung für Wahlbetheiligung in Auserlittenen Ausfall des für diese Jahre nicht erhaltenen Wohnungs- ficht stand. Hier Zuckerbrot für den fügfamen und schmieg geldzuschuß entschädigt? Man sollte es faktisch es faftisch nich: samen Arbeiter, dort die Peitsche für den, der sich heransfür möglich halten, daß im 19. Jahrhundert solche, die nimmt zu glauben, daß er dem Staat nur seine Arbeitstraft Beamten schädigenden Bestimmungen erlassen werden könnten. verkauft habe, und im übrigen ein freier Mensch sei. Man kann von diesen Dienſtaltersstufen mit Recht sagen:" Viele Schöne Zustände in unserem„ chriftlichen" Staat! Und Köche verderben den Brei." M Dheilige Aehnlich wie im vorliegenden Falle verhält es sich auch mit mit folchem Christenthum" glaubt Herr v. Manteuffel dem königlichen Erlaß vom 14. Dezember 1891, wonach allen am die Sozialdemokratie besiegen zu können. Nachdem erst Wochen und Monate lang die kostbare 1. Januar 1892 und später angestellten Militär- und berechtigten Einfalt! Beit vertrödelt wurde und vertrödelt werden mußte, weil Bivilanwärtern die Anciennität um 1 Jahr zurückdatirt werden Aus der 2. Sächsischen Kammer. Das bekannte Register die permanente Beschlußunfähigkeit jeden Debatteschluß un- foll. Die bierzu erlassenen Ausführungsbestimmungen find so der Staatshilfe für das Kapital ward in der Mittwoch- Abendmöglich machte, so lange noch irgend ein Abgeordneter Luft unklar gehalten, daß sie von einigen Eisenbahndirektionen je nach figung des sächsischen Landtages wieder einmal gezogen. Eine verspürte, einen beliebigen Quart breit zu treten, werden unsch und Gutdünken ausgelegt werden, denn während die verkrachte Zinnabbau Gesellschaft im Altenberger Revier, die öftlichen Direktionen sämmtlichen nach dem 1. Januar 1891 und Bwitterstocksgewerkschaft, welche nirgends mehr Kredit bekomimit, jetzt über Kopf und Hals die wichtigsten Fragen gewisser später angestellten Beamten ohne Ausnahme 1 Jahr angerechnet hat um die Bewilligung von je 9000 M. gemeinjährig um Untermaßen aus dem Handgelenk erledigt. haben, ist dies bei den westlichen nicht geschehen. Borgebrachte fützung gebeten. Der Präsident der Kammer, Herr Ackermann, Es ist das eine Folge der famosen Diätenlosigkeit, Beschwerden haben keinen Erfolg gehabt. Was dem Einen billig, nahm sich als Vertreter des Kreises Altenberg- Geijing der verwelche ausgeflügelt war, um die Sozialdemokratie fern- ist dem Andern recht. Wer aber heutzutage sein Recht fuchen trachten Gesellschaft an und befürwortete warm den Staatszuhalten, die in Wirklichkeit aber nur dazu führte, den will, findet in der Regel verfchloffene Thüren. Derjenige steht zuschuß. Abg. Horn Löbtau leuchtete dem Herrn Präsidenten bürgerlichen Parlamentarismus in seiner hervorragendsten sich am besten, der seine Pfeifen im Sack behält und immer einen gehörig heim, nach ihm auch Genosse Wilhelm Stolle. Du sollst auch nicht, leben wir nicht seit zwei Jahren in geistiger Gemeinschaft, in allem verbunden, was hoch und bedeutsam ist? Haben wir nicht zusammen gedacht, gestrebt, gearbeitet? Wer hätte ein Recht, zu trennen, was sich in Siefer Weise gefunden? Niemand!. Ich habe an allem Theil gehabt, ich habe um alles gewußt, was Dich berührte." Auch jetzt sollst Du alles erfahren, Sonja' Ge liebte, ich will Dir alles sagen, in all' unsere Pläne Dich einweihen" Sie legte ihm mit einem seligen Lächeln die Hand auf den Mund. " Nicht heute, nicht jetzt, mein Freund... meine Nerven find in einem schrecklichen Zustande... es war zu viel Leid und Glück... laß uns Beide zur Ruhe tommen." Sie lehnte sich in ihren Sessel zurück, ohne seine Hand los zu lassen: fagen." " Morgen, Geliebter, morgen sollst Du mir Alles Morgen?" Er schien zu zaudern, zu erwägen- als er aber ihre Erschöpfung sah, nickte er zustimmend. „ Du hast Recht es ist besser so... morgen wirst Du Alles erfahren." " Geh nun, Lazar, es ist spät morgen." offen stehende und nicht verhängte Fenster, als sie mit einem Ruck aus dem Schlafe emporfuhr, wie unter einer plöglichen, von Außen kommenden Einwirkung. Sonja!" hatte jemand gerufen. Der süße, sehnsüchtige Ton klang noch in ihren Ohren nach. Das war Lazar's Stimme gewesen. Sie wendet sich um, dem Fenster zn, von dort war es gekommen. Er mußte auf der Straße stehen und herauf gerufen haben. Sie horcht, ob sich der Ruf wiederhole... Alles ist still, aber jegt hört sie Schritte... deutlich hallen sie herauf.... sie scheinen sich zu entfernen. Ohne sich zu besinnen, springt sie aus dem Bette, wirft ihr Morgenkleid über, läuft gegen das Fenster und sieht hinaus. Ein dichter Morgennebel hüllt die Gegend, ja selbst die nächste Umgebung in seine grauen Schleier. Aber darin bewegen sich zwei dunkle Gestalten, die die Anhöhe gegen den Zürichberg schreiten. Der Eine, der Größere, das könnte er sein. Sie strengt die Augen an, um den Nebel zu durch bringen und diese Umrisse festzuhalten, aber schon find sie in demselben verschwunden. Und wieder horcht sie. Aber alles bleibt ruhig. " Täuschung, Täuschung!" ruft fie fich wieder zu,„ Du träumst zu lebhaft.", Tiefer legt sie sich in das Kissen zurück und nun schläft sie wirklich noch einmal ein. Eine Stunde später wird sie von Helene geweckt. Diese steht angekleidet vor ihr, mit besorgtem Gesicht. Was ist's?" fragt Softia emporfahrend. leer " " Tania hat das Haus verlassen, ich fand ihr Bett und unberührt." Dann war sie es, die ich hinausgehen hörte und fie ist ihnen nachgegangen.. Went?". " „ Lazar.. P " Und Atschin?" " Ja, er fann es gewesen sein." " Du hast sie gesehen?" Sofia erzählte, während sie sich rasch ankleidete, woburch sie vor einer Stunde plöglich geweckt worden war, wie sie zum Fenster geeilt und was sie gesehen hatte, worauf Selene ihrerseits ihr die räthselhaften Worte mittheilte, die Atschin und Tania gestern getauscht hatten. Wie einer Erscheinung blickt sie ihnen nach... dann Tania ist mit im Geheimniß," sagte Sofia, dann fuhr schüttelt sie den Kopf. Er kann es nicht gewesen sein... fie zusammen, sie erinnerte sich, daß ihr diese einmal verWohin wäre er denn gegangen?... Eine Morgenpromes traulich zugeflüstert, Atschin glaube in einer neuen chemischen Er sah sie an, als wolle er sich jeden Zug ihres Genade?... ... Sie steht auf die Uhr... es ist fünf, und der Verbindung einen fulminant wirkenden Sprengstoff entdeckt fichtes einprägen feine Lippen berührten bebend die Morgen ist kalt und feucht... Nein, nein, das war nicht zu haben, und daß er die Herstellung desselben versuchen ihrigen... dann war er gegangen. Er. Aber der Ruf?... Sonja... der süße Ton wolle. Und wie eine einzig erhellte Partie oft den ganzen XII. flingt noch in allen Nerven ihr nach... Busammenhang enthüllt, wußte sie plöglich, daß das GeSofia Alexandrowna schlief in dieser Nacht nur wenig. Ein Traum war's, eine Sinnestäuschung" sagt ständniß, das gestern auf Lazar's Lippen schwebte, damit Sie lag ausgestreckt in ihrem Bette, die gefalteten Hände sie sich. zufammenhing. Etwas Entscheidendes wurde geplant und auf das klopfende Herz gedrückt, die Augen geschlossen. Sie flüchtet in ihr Bett zurück, zitternd vor Kälte, und er hatte die Absicht gehabt, ihr Alles zu sagen. Mit Bewußtsein träumte sie den seligen Traum fort, aus hüllt sich in ihre Decke. Komm!" rief sie hastig und warf ein Tuch um die dem sie nicht erwachen wollte. Sie will nicht wieder einschlafen, aber sie verfällt in Schulter. Wohin?" S Aber nach und nach wurden die Pausen größer, in jenen Zustand, in dem man die Träume sich selbst schafft. denen ihre Dentthätigkeit unterbrochen ward, die Vorstellungen " Nach dem Zürichberg." verwirrten sich, fie schlief ein. Der erste Schimmer des Tages brach eben durch das Da hört sie die Hausthüre gehen... Sonderbar Um diese Stunde pflegt sonst niemand im Hause wach zu sein. Ist da Jemand hineins oder hinausgegangen? 202 ( Fortsetzung folgt.) as him( Fortsetzung folgt.) od sido dissid Es wäre auch völlig unverständlich, wenn der Staat auch gegenwärtig noch an dem Prinzip der Beihilfen festhalten wollte. Tas ist leider in der Beroangenheit zu oft geschehen. Sachsens Industrie ist durch Slaal-geld, d. h. aus dem Sättel dss Volkes geradezu groß gepäppelt worden? man schlage nur -einmal in der Geschichte nach. Sachsens gewaltige Staatsschulden basirten zu einem großen Theile im vergangenen Jahr- hundert wie auch in dem laufenden aus Staatsbeihilfen an das Kapital. Die durch diese Beihilfen groß gewordene Industrie hat sich aber an ihren Arbeitern wenig dankbar erwiesen. Sie bat jederzeit schlechte Löhne gezahlt und sich auch sonst des Wohles der Arbeiter nur wenig angenommen. Ter Staat ist vor wenige» Jahren erst einer Reihe bankrotter Silbergruben insofern zu Hilfe gekommen, als er dieselben ankausle. Damals. wie heute, schützte man die Arbeiter vor, welche man entlassen müsse, sobald kein Geld bewilligt würde. Auch die Zwilterstocks- Gewerkschaft machte geltend, daß sie im Falle der Versagung der£KXK) Mark ihre 140 Arbeiter entlasten würde. Die Arbeiter schiebt man bekanntlich imnker vors Loch, wenn man vom Staate etwas erreichen� will, das ist eine bekannte Sache. Soll der Staat die Industrien erst subventioniren, so könnte er besser gleich zur Verstaatlichung schreiten, doch dann dürfte er nicht nur verkrachende Industrien, sondern auch die guten, blühenden Industrien expropriiren, wie es das Programm unserer Partei verlangt. Die Slaatsbeihilse an das Kapital ist eine der wider- lichsten Erscheinungen in der ganzen Geschichte der Volkswirth- schasl. Die SOOV Mark sind gleichwohl genehmigt worden, weil man im Ablehnungsfalle die Stadt Altenberg, die Zinnberg- arbeit«? und auch die Gewerkschaft in Fahrlichkeiten zu bringen fürchtete. Man denke, lumpige 9000 Mark sollen da ein Unter- nehmen halten, wo nach des Präsidenten Aussage 100 000 Mark jährlich an 165 Arbeiter und 20 Beamte des genannten Werkes in Gestalt von Löhnen und Gehältern gezahlt werden müssen. Tie 9000 Mark stellen ein reines Geschenk an eine verkrachte Industrie dar. Stolle meinte noch lustig: wenn man die Privat- industrie stützen wolle, so möge Ackermann doch seinen Schwieger- söhn Mehnert, der Direktor des landwirthschastlichen Kreditvereins ist, ersuchen, die 9000 Mark zu geben, aber dem Staat solle man nicht zumuthen, sein Geld zu verlieren.— Zur Besserung der Wohnungsverhältuisse will die sitelchsregierung nicht die Hand bieten, wie die unten folgende Antwort des Staatssekretärs Dr. Bötticher auf eine bezügliche Eingabe des Verbandes der evangelischen Arbeitervereine von Rheinland und Westfalen beweist. Die- selbe lautet: Dem Ausschuß erwidere ich auf die gefällige Eingabe vom 9. Februar ergebenst, daß ich bei aller Anerkennung der sozialen Bedeutung der Wohnungsfrage Bedenken trage, von Reichs wegen eine durchgreifende En- quete über die Beschaffenheit der Arbeiter- Wohnungen in den einzelnen Bundesstaaten anzuregen. Ein derartiger Schritt würde nur dann gerechtfertigt sein, wenn in Aussicht genommen werden könnte, zur Bekämpfung der durch die En- quete ermittelten Mißstände den Weg der Reichsgesetzgebung zu betreten. Wie ich aber schon in der Sitzung des Reichstags vom 6. dieses Monats näher ausgesührt Kode(Stenogr. Bericht Seite 1053), halte ich bei der Verschiedenartig- keit der zu berücksichtigenden Verhältnisse es kaum für möglich, in der Wohnungsfrage zur Auf- stell ung Überein st ininrcn der, für das ganze Reich geltender Grundsätze zu gelangen. Viel- mehr glaube ich, daß hier zweckmäßig nur auf dem Wege ort- licher oder für gewiste größere Bezirke zu erlassender An- ordnnngen vorgegangen werden kann, wie solche in einzelnen Bnnde-staaten und von mehreren Stadtgemeinden bereits ge- troffen oder beabsichtigt sind.— Schwcnuigcr und sein Doppelgänger. Betreffs des russischen Handelsvertrags sollte der Hosgänger von Friedrichsruh erklärt haben, die Ablehnung des Vertrages bedeute den Krieg mit Rußland. Die Aeußerung wurde von dem Urheber, der doch bei seinen Leuten nicht in den Geruch kommen will, für Caprivi agitirt zu haben, heftig abgeleugnet, und schließlich durch absolut unanfechtbares Zeiigniy aus Mittheilungen des bismarckschen Hausheiligen: des Dr. Schwenuiger zurückgeführt. Dieser erklärt nun, er habe nie etwas ähnliches gesagt. Er muß also einen Doppel- gängcr haben. Vor zwanzig Jahre» und mehr, als er auf dem Kirchhof in München mit der Frau seines Universitäts. Lehrers erwischt wurde, bebauptete er auch, er habe einen Doppelgänger. Damals glaubte man ihm nicht und schickte ihn wegen schamlosen Sittlichkeitsvergehens inS Gefängniß. Sollte er damals nicht gelogen haben? Wer weiß, viel- leicht findet er jetzt den Doppelgänger und beweist seine Unschuld.— Ein geadelter 48er. Ludwig August Frankl, einer der Führer der Wiener studentischen Bewegung des Jahres 1848, der Verfasser des ersten zensurfreien Gedichtes „Die Universität" ist in Wien im Alter von 84 Jahren ge» storben. Er war«in sebenso eingebildeter, wie unfähiger Dichter, er krebste mit den Erinnerungen des Jahres 1848, über dessen Märztage er alljährlich in der abgeblaßt liberalen „Nnim Freien Presse' Erinnerungen veröffentlichte. sSeine revolutionäre Gesinnung war aber so ungefährlich, daß er trotz seiner jüdischen Konsession vom Kaiser von Oesterreich geadelt wurde. Wir hätten seines Todes nicht Erwähnung gethan, wenn die bürgerliche Presse ihn nicht so stark feiern lvürde.— Der internationale Arbeiterschich-Kougress wird in Zürich vom 19.— 2L. August tagen. Die Stellung der deutschen Sozialdemokratie zu diesen« Kongresse ist unseren Lesern bekannt.— Tie Erbschaftssteuer für die Erbfolge auf Seiten- linien«vird im schiveizerijchen Kanton Frciburg erhöht.— Ter Beginn des Zusanilnenbruchs. Aus Paris wird uns unterm 11. März geschrieben: Seit die Re- girnrng ihren von den Sozialisten längst durchschauten „neuen Geist' in öffentlicher Sitzung verkündigte, geht eS mit ihr schnell abwärts. Die Abgeordneten erhalten von allen Seilen Zuschriften von ihren Wählern, gegen die nun offenbare ReatliG, der Regierung.— den armen Leuten mußte erst Spullcr das Tüpschen auf dem i setzen, bevor sie sie sahen— Front zu machen, weshalb sie sich denn auch immer«nchr und mehr von der Regierung abtvenden, die denn auch gestern, zum ersten Mal, in der Minorität blieb. Der Abgeordnete Mas hatte nämlich einen Dring- lichkeitsantrag eingebracht, der dahin geht, die städtischen Zollabgaben für alle hygienischen Getränke vom f. Januar 1895 aufzuheben. Herr Casimir Pcrier sprach sich dagegen anS, sich gleichzeitig darauf berufend, daß die Regierung versprochen habe, einen Gesetzentwurf, bcmffuid die Reform der Geträukesteuer einzubringen, bei welcher Gelegenheit ma«, denn auch die städtischen Zoll- abgaben AHandeln könne. Nichtsdestoweniger hatte sich die Kammer mit 272 gegen 204, das ist mit einer Mehrheit von 68 Stimmen für die Dringlichkeit des emgebrachten Antrages erklärt. Es ist die erste bedeutende Schlappe, der Beginn des Zusammenbruchs der Regierung Perier- Raynal-Spuller. In derselben Sitzung hat die Kammer beschloffen, den von Jules Guesde eingebrachten Antrag, der dahin geht, die Freiheit der Wahlversammlung zu sichern, in Berathung zu ziehen— trotz der Einwände, die Herr Raynal gegen den Antrag zu machen hatte. Ja, das Wasser dringt immer mehr ins Regierungsschiff, es beginnt zu sinken. Militär-Amncstie. Die sozialistische Fraktion der französischen Kammer hat— wie uns aus Paris geschrieben wird— ans Antrag unseres Freundes Vaillant beschlossen, demnächst einen Antrag auf Amnestie für alle militärischen Verurtheilungen einzubringen, welchen politische Ursachen oder Disziplinarvergehen zu Grunde liegen.— Ursache und Wirkung. In Frankreich wird seit Anfang dieses Jahres ungewöhnlich viel geraubt und gestohlen. Die Presse bringt das mit den Massen-Haus- suchungen und der Anarchistenjagd in Verbindung. Die Polizei kann natürlich nicht an zwei Orten zu gleicher Zeit sein, und sie hat mit den politischen Verbrechen soviel zu tbun, daß sie um die anderen sich nicht bekümmern kann. Wir wundern uns nicht; wir»rissen ja, daß in Deutsch- land die einzigen Menschen, die für das Sozialistengesetz schwärmten, die Spitzbuben waren— die großen und die kleinen. Für die Herren„Seidenhemden" ist jene Tbat- fache allerdings sehr schmeichelhaft— sie beweist, daß ivenigstens nicht alle Diebe und Einbrecher„Anarchisten sind.— Mit Gesetzen schlägt man den Anarchismus nicht todt, trotzdem fabrizirt die französische Regierung ein Gesetz nach dem anderen, so liegt jetzt der Deputirtenkaminer eines vor, welches die Veröffentlichung der Untersuchung und Verhandlung in Anarchistenprozessen verhindert. Nächstens wird wohl die Folter und das Rädern eingeführt iverden.— In Italien zieht sich die Situation zusammen. Die Kammer wird sich allen, Anscheine nach weigern, Crispi Generalvollmacht zu ertheilen und Crispi soll daran denken, die Diktatur gegen den Willen des Parlamentes an sich zu reißen. Er will blind ins Verderben rennen und die Re- volutiou gegen sich selbst anrufen.— Im englischen Parka, nent folgt der Verlesung der Thronrede stets eine A d r e ß d e b a t t e, in der das ganze Gebiet der inneren und äußeren Politik behandelt wird— und zwar findet sie gleichzeitig in den zwei Häusern statt. Diesmal ist die O b e r h a u s d e b a t t e die inter- essantere, weil sowohl der Führer der Opposition, wie der Chef des Ministerinms dem Oberhause angehören. Das einzige der Erwähnung werthe, ist denn auch im Oberhaus gesagt worden. Freilich auch das ist kaum der Erwähnung werth. Lord Roscbery gab auf Lord Salisbury's Anzapfungen genau die Erklärungen ab, die jeder halbivegs aufgeweckte Politiker erwartet hatte: allgemeine Redensarten, die nichts bedeuten und zu nichts verpflichten. In bezng ans die zwei Fragen, die von G l a d st o n e als die brennendsten hingestellt waren: der Homerulebill und der O b e r h a u s r e f o r m— die beide bezeichnender Weise in der Thronrede gar nicht erwähnt sind— drückte Lord Rosebery sich so diplomatisch aus, daß aus seinen Worten Alles herauszulesen ist und er vollständig freieHand hat. Viele Liberalen halten seine Rede für zu diplomatisch. Die Opposition dagegen ist sehr zufrieden. Gewiß ist, daß Jemand, der zu durch- greifendem Vorgehen entschlossen ist oder auch nur daran denkt, nicht s o diplomatisch sich ausdrücken kann. Genug— Gladstone ist weg, und der radikale Theil seines Programms ist ihm nachgeworfen worden.— In Bukarest, der Hauptstadt von Rumänien, kam es, wie. es scheint, anS Anlaß des von unS schon erwähnten Osfizierstreiks, zu Zusammenstößen zwischen dem Volke und der bewaffneten Macht. Die rumänische Regierung scheint Tclcgralnme über die Vorgänge unterdrückt zu haben, so daß Näheres noch nicht berichtet werden kann.— Tas Ende des brasilianischen Bürgerkrieges scheint gekommen. Von allen Seiten— auch über Washington, wo man am vesten unterrichtet ist— kommen Nachrichten, die den vollständigen Sieg der Regierung melden. Tie Aufständischen im Hafen von Rio Janeiro haben bereits Bereitivilligkeit, sich zu ergeben, angezeigt. Es ist unzweifelhaft, daß die ainerikanische Regierung einen entscheidenden Einfluß ausgeübt hat und noch ausübt, was jedenfalls sehr im Interesse des Landes.— Vnrlcuueilkcml'rfzes. Die Stempelsteuer Kvu»uission, welche bei Berathung der Börsensteuer nichl vonvärts kam, hat heute, nachdem der Theil des Gesetzes, welcher die Börsensteuer betrifft, erledigt ist, die Quiitungs- und Fracktbrief-Sleuer abgelehnt. Der konservative Abgeordnete v. d. Gröben-Arenstein wollte seine Geschicklichkeit im Stcnerobjekifinden beweisen und hatte folgenden Antrag gestellt: An Stelle der Nr. lila.(Quiltungsstempel) und Ulc(Fracht- brief-Stcinpel) des Gesetzentwurfs sind folgende Bestimmungen vorbehaltlich der Schlußredaktion zu setzen: 1. Von allen im Deutschen Reich erfolgenden Verkäufen und geschäftlichen Umsätzen, sei es auf Rohprodukte oder Fabrikate, erhebt das Reich eine Abgabe von Ve pro Tausend vom Werthe. 2. Für einen jede» geschäftlichen Umsatz, welcher mehr als 20 M. beträgt, ist dem Käufer eine Nota anszustellen und solche mit einer Steinpclinarke in Höhe des zu entrichtenden Umsatz steuerbetrages. zu bekleben.(S. Nr. 4.) 3. Die Stempelmarke ist durch Ausfällung des Datums (ähnlich der Wechsel-Stempelmarke) zu enlwerthen. 4. Alle Beträge von 20 bis 100 M. unterliegen einer Steuer von 5 Pf.; jede angefangenen weiteren 100 M. werden mit weiteren 5 Pj. besteuert. Jedes Tausend trägt also 50 Pf. Steuer. 5. Kein Verkauf über 20 M. verpflichtet zur Zahlung, wenn nicht ein» mit der nölhigen Stempelmarke versehene Nota bei gegeben wird. 6. Keine Faktura hat irgend einen rechtsverbindlichen Werth, wenn nicht die gesetzliche Umsatzsteuer in vorgeschriebener Form (s. Nr. 2) entrichtet ist. 7. Wer gegen die Bestimmung in Nr. 2 verstößt, verfällt in eine Strafe gleich dem 10 fachen Werth der hinterzogenen Steuer. ö. Von der Entrichtung der Umsatzsteuer sind befreit: ») Alle diejenigen Umsätze, welche durch die Börsensteuer in irgend einer Form und Höhe bereits betroffen(de- steuert) sind. d) Alle Wechsel und Umsätze, welch« lediglich Geldüber Mittelungen zun« Zwecke haben. o) Alle von Deutschland nach dem Auslande erfolgenden ge* schäftlichen Umsätze. d) Alle diejenigen Umsätze, welche lediglich den Tranfit- resp. Durchgangsverkehr des Auslandes betreffen. e) Die Erzeug nisse der Laudwirthschaft, so- weit dieselben durch den Produzenten ver- kauft werden.. Sehr eingehend suchte der Antragsteller seinen Antrag zu be- gründen und zu beweisen, daß durch Annahme dieses Antrages eine gerechte Steuer geschaffen wird. Gerecht im Sinne dieses Herrn ist jede Steuer, von welcher dl« Grundbesitzer wenig oder garnicht getroffen iverden. Gegen den Zlntrag sprachen der Antisemit Werner, M ü l l e r- Fulda(Zentrum) und Richter. Der letztgenannte Redner führte aus, daß die Summen, welche durch die Quittungs- steuer, die Frachlbriefsteuer oder den Antrag v. d. Gröben aus- gebracht werden sollen, garnicht erforderlich sind. Durch die Erhöhung der Börsen- und Lotteriesteuer wird eine Mehr- einnähme von zirka 24 Millionen Mark geschaffen. Ferner ist der Etat durch die Abänderungen, welche er in der zweiten Lesung erhalten hat, um 20—22 Millionen Mark günstiger ge- stellt. Das ganze Defizit, zu dessen Deckung neue Steuern er- forderlich wären, ist beseitigt, folglich können wir die ganzen Borschläge ablehnen. Singer spricht sich ebenfalls gegen die Annahme des Gesetzes, sowie gegen den Antrag aus. Er sagt, wenn der Antrag v. d. Gröben angenommen würde, dann könnte man das bekannte Volkslied mit folgender Variante singen:„So kleben wir, so kleben wir, so kleben wir alle Tage". Auch huldigt der Antrag dem Grundsatz derjenigen, welche das Gebet zum heiligen Florian erfunden haben. Ebenfalls birgt der Antrag eine juristische Ungeheuerlichkeit i» sich. Eine einseitig ausgestellte Faktura kann nie rechtsverbindlich sein. Die juristischen Bedenken über den Antrag theilt auch der Abg. Rinielen(Zentrum). Er giebt im Namen der ganzen Fraktion die Erklärung ab, daß das Zentrum geschlossen gegen die Quittungs st euer, gegen den Fracht- briefstempel, gegen den Checkstempel und gegen den Antrag von der Gröben stimmen werde. Der Staatssekretär Graf Posadowsky giebt zu, daß der Etat jetzt günstiger gestellt ist, als er bei seiner Aufstellung aussah. Die Sieuervorlagen sind aber nicht gemacht, um äugen- blickliche Verlegenheiten zu beseitigen,� sondern um die Steuer- reform durchzuführen. Die Steuerreform sei nöthig, um die Etats der Einzelstaaten zu entlasten. Er sucht die Regierung zu entschuldigen, daß sie die Steuervorschläge gemacht hat. Früher haben Vertreter der liberale,» Partei die Stempelsteuer vorge- schlagen, so z. B. Lasker, Löwe, Kalbe. G a n> p ist für die Steuerreform. Die Einzelstaaten ge- brauchen Geld. Um so unsympathischer ist ihm die Quittungs- steuer, besser ist schon der Frachlbrief- und der Checkstempel. Er glaubt aber, daß man vorläufig noch ohne diese Steuer aus- kommen kann, wenn der Depeschentaris wieder aus 6 Pf. pro Wort und das Drucksachenporto auf 5 Ps. erhöht werde. Böttcher(nall.) ist für die Finanzreform, aber gegen die Quittungssteuer. Der Antrag v. d. Gröben wird gegen die Stimmen der Konservative» abgelehnt. Für den Antrag des Antisemiten Leuß, welcher für Quit- tungen über eine Sunime von 50—500 M. eine Steuer von tO Pf. und für jede weiteren 500 M. oder einen Theil derselben 10 Pf. mehr erheben will, stimmten ebenfalls nur dies Konser- vativen. Ohne Debatte wurde denn auch der Checkstempel und die Frachtbriefsteuer, sowie der Theil des Gesetzes der Steuer- Vorlage,«velcher sich aus diese drei Steuerraten bezieht, ab- gelehnt. Die übrigen drei Stenergesetze, welcher dieser Komnnsston überwiesen sind, sollen erst nach Ostern begraben werden. Vsvkeinclöltvittlkeu. lieber Polizeizustände in Sachsen schreibt man uns: Es sind doch liebliche Zustände, welche in unserem schönen Sachsen zu Tage treten. Für auswärtige Redner ist Sachsen, speziell unser Leipzig, ein Paradies, denn hier läuft keiner Ge- fahr, sich die Kehle wund zu reden. Unserer Aufforderung gemäß kam Genosse Hoffmann-Berlin nach hier, um an drei Abenden Versammlungen abzuhalten. Die erste im Frauenverein gestattete man, die zweite in Plagwitz mit dem Thema„Modernes Raub- ritterthum" und die dritte mit dem Thema„Die zehn Gebote und die besitzenden Klassen" wurden von unserer für- sorglichen Polizei vorher verboten. Doch damit ja nichts passirte, beorderte man am 3. d. Mts- nach Connewitz, wo wir statt der geplanten öffentlichen unsere regelmäßig wiederkehrende Mitgliederversammlung abhielten,— zwei Krimmaibeamte, I Wachlmeister und 4 Schutzleute zur Be- wachung. Genosse Wiesenthal hielt seinen Vortrag über:„Ent- stehung des Adels". Genosse Hoffmann(welcher sofort Mit- glied unseres Vereins geworden war) nahm in der Dwkusston das Wort zum Vortrag. Er sprach sehr ruhig und sachlich- als er aber die unschuldig« Redewendung gebrauchte: „Wo der Adel diese Wege(nämlich des Grop- betriebes) betreten hat, kann er sich nur auf die Dauevnoch halten", entzog ihm der Ueberwachende das Wort. Warum?— Jedenfalls hatte seine milleidige Seele bemerkt, dap unser Genosse H. heiser war,— wollte er ihm vor gänzlichem Verbrauch seines Kehlkopfs hindern? Das Erheilernste der Sache war aber, daß die Bewachung auch nach Schluß der Ver- sammlung anwesend blieb,— das störte uns aber nicht, im Gegenlheit verweilten wir alle bis gegen 1 Uhr Nachts im Lokal. Ob die besorgte Polizei glaubte, wir wollten uns für das Verbot durch eine„geheime" Nachtversammlung entschädigen? Lolrales. Schon wieder eine Blutthat! Eine blutig« Eisersuchts- szene hat sich am Dienstag Abend kurz vor 6 UhrZim Hause Paro- chialstraße 9 abgespielt. In diesem Hause wohnt zwei Treppen hoch die seit einem Jahre verwiltwete Frau Marie Iben, eine Frau mit drei Kindern; drei Treppen hoch wohnt der Schuh- wacher Jagischewski mit seiner Familie. Am heutigen Nach- mittag kam Frau I. zu der Frau Iben und warf derselben vor, mit ihrem Mann im Keller gewesen zu sein und Ehebruch ge» trieben zu haben. Frau Iben, die sich des besten Leumunds er- freut, verwahrte sich entschieden gegen diese Beschuldigung und ging bald daraus nach der J.'schen Wohnung hinauf, um den Schuhmacher zu ersuchen, seine Frau aufzufordern, derartige unwahre Beschuldigungen zu unterlassen, bezw. zu widerrufen. Dieser Vorgang spielte sich in aller Ruhe ab, bald darnach muß wohl Frau I. ihrem Mann in den Ohren gelegen und diesen aufgereizt haben, denn selbst diese Annahme würde den weiteren Verlaus der Sache nichl aus- reichend erklären. Schuhmacher Jagischewsky drang nämlich um b/iS in Gemeinschaft mit seiner Frau in die Wohnung der Frau Iben; Frau I. schlug sofort mit der Faust in das Gesicht der Frau Iben und I. selbst hieb mit einein Schustermeffer ans die- selbe ein und brachte ihr zwei klaffende, bis auf die Knochenhaut reichende Stiche aus dem Kopfe bei. Damit noch nicht genug, lief er nach der Küche und holte ein Beil. Frau Iben, die dies bemerkte, lies die Treppe hinab, I. konnte sie mit dem Beil« nicht mehr erreichen, stieß sie aber noch mit dem Fuße in beiz Rücken, so daß die Verletzte die letzten Treppenstufen hinab? stürzte. Nachbarn hielten den I. von der Fortsetzung seiner Brutalitäten ab und brachten die Verletzte zu einem Arzt, de: die Verletzungen als schwere, wenn auch nicht lebensgefährliche erkannt«. Für den Jubalt der Juierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 14. März. Opernhaus. Falstaff. Schauspielhaus. Emilia Galotti. Deutsches Theater. Der Herr Senator. Berliner Theater. Recht. National- Theater. J Gaßmith Beste ein beel Große Frankfurterstraße 132. Novität! Novität! Die Arbeitslosen von Berlin. Volksstück mit Gesang in 5 Aften von Volksstück mit Gesang in 5 Aften von Hugo Busse. Musik von Hugo Meyer Ferron. Regie: Hugo Hummel. Raffeneröffnung 6/2 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Sonntag Nachmittag 3 Uhr: Volks- Vorstellung. Aus eignem American- Theater. Leffing Theater. Madame SansGêne. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der luftige Krieg. Residenz- Theater. Der Mastenball. Borher: Vermischte Anzeigen. Neues Theater. A Basso Porto. Central Theater. Ein gesunder Junge. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Kapitän Grant. Dresdener- Straße 55. Jeden Abend 81/2 Uhr: Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem VerUnserm Gastwirth brei- 1 faches Hoch zu seinem Wiegenfefte. Frige et klappt wieder! 2304b Lukat'sche Werkstellen. Todes- Anzeige. Oeffentl. Volks- Versammlung Donnerstag, den 15. März, Abends 8 Uhr, Sonntag, den 11. d. M., früh 9 Uhr in Joël's Festsälen, Andreasstraße Nr. 21. verschied nach langen, schweren Leiden mein innigst geliebter Mann, unser guter sorgsamer Bater, der Zimmermann Heinrich Ehlert, im 45. Lebensjahre. 2818b Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Charlottenburg, den 12. März 1894. Die Beerdigung findet am 14. d. M., Nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Krankenhauses Moabit, statt. Achtung! Achtung! Orts- Krankenkasse der Schneider. Tages Ordnung: Fortsetzung der Diskussion über:„ Die Sozialdemofratie und Staatsreligion". Um zahlreiches Erscheinen bittet Die Einberuferin: A. Janicke. General Versammlung 23116 des Verbandes deutsch. Zimmerleute ( Lokalverband Berlin) am Sonntag, den 18. März, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Th. Boltz, Alte Jakobstraße Nr. 75. Tages Ordnung: " 1. Reorganisirung der Spedition des Zimmerer". 2. Gewerkschaftliches. To Die Versammlung wird pünktlich eröffnet und wird um zahl. reiches Erscheinen gebeten. Der Vorstand. 472/8 brecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Drts Rrantentaffe der Schneider zu Aus dem Rechnungsabschluffe der Deutscher Schneider- u. Schneiderinnenverband. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", Berlin für das Jahr 1893 ergiebt sich, ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. daß die Einnahmen derselben zur Mittwoch, den 14. März, Abends 8%, Uhr, Aleranderplan Theater. Die Die Bombe, Aftervermietherin im Müll- Deckung ihrer Ausgaben einschließlich in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79: Grille. Ein pitantes Verhältniß. National Theater. Die Arbeitslofen von Berlin. Theater Unter den Linden. Der Obersteiger. American Theater. Lumpen- Susanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Wallner- Theater. Geschlossen. Wintergarten. Spezialitäten- Vorstellung. Reichshallen Theater.Spezialitäten Borstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Baufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Bum 9. Male: Novität! Novität! Ein gesunder Junge. Poffe mit Gefang und Tanz in 3 Atten von Jean Kren. Mufit von Julius Einödshofer. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. ratweil'sche G " winkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. mit bewegter Vergangen Täglich: Auftreten des Brunwald heit Martin Bendix. der Rücklagen zur Ansammlung und Ergänzung des Refervefonds nicht außreichen. Es ist somit eine schleunige Vermehrung der Einnahmen erforder lich. Gemäß§ 33 Absah 4 des Krankenversicherungs- Gesetzes bestimme ich daVersammlung. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu den auswärtigen Streits, speziell au dem Streit 2. Diskussion. besten Bauchredners d. Jchtzeit her auf Antrag der Aufsichtsbehörde, der Kieler Militärschneider. Referent J. Timm. H. Blank. Ferner u. a.: Direktor Hippe" Don Martin Bendix, sowie Eugen Zocher, Sächsischer Original- Humorist, Alfred Bender. Anfang Wochentags 1/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Heute Mittwoch: Benefiz Lotte Siger. ,, Bummelfrige" u. f. w. " PR. Winkler.. Sanssouci", Kottbuserstr. 4a. Donnerstag, den 15. März tr.: Legte Donnerstags- Soiree ber Stettiner Sänger vor Ostern. Anfang 8 hr. Entree 50 Pf. Jm Vorverkauf 40 Pf. ( siehe Plakate). daß vom 19 März d. J. ab vorläufig die wöchentlichen Kassenbeiträge = . 1) für die erwachsenen männlichen Raffen Mitglieder ausschließlich der Lehrlinge 0,54 M 2) für die erwachsenen weiblichen 0,33 M Kassenmitglieder 3) für die männlichen Rassenmitglieder unter 16 Jahren und f.Lehrlinge 0,27 9. 4) für die weiblichen Rassenmitglieder unter 16 Jahren. 0,21 M. zu betragen haben. [ 2315b] Der Ober- Präsident. Staatsminister Achenbach. Borstehender Erlaß des Herrn Ober Präsidenten tritt mit dem 19. März d. J. in Kraft. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse der Schneider zu Berlin, F. Matthis, Vorsitzender, An der Jerufalemer Kirche 8. M. Rühle, Schriftführer. 3entral- Kranken- u. Sterbekasse der Maler u. s. w. Filiale Berlin I( Nord). Außerordentliche Mitgliederversammlung 3. Abrechnung vom 4. Quartal 1893, Um zahlreiches Erscheinen ersucht 483/4 Die Ortsverwaltung. Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umg. ( Eingetr. Genossenschaft mit beschr. Haftpflicht). Auf die am Donnerstag, den 15. März, Abends 8 Uhr, im Saale der Bötzow'schen Brauerei, vor dem Prenzlauer Thore stattfindende General- Versammlung machen wir hiermit die werthen Genossen und Genofsinnen nochmals auf. mertjam. Der Vorstand. 97/18 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Vertrauensmänner- Versammlungen: 432/9 Norden: Mittwoch, den 14. März, Abends 81/2 Uhr, im Kolberger Salon, Osten Kolbergerstr. 23. Montag, den 19. März, Abends 81/2 Uhr, bei Keller, Bergstr. 68. Montag, den 19. März, Abends 81/2 Uhr, in ben KonkordiaFestsälen( oberer Saal), Andreasstr. 64. Tages- Ordnung in allen diesen Versammlungen: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse in unserem Gewerbe. Bezirks- Versammlung für Süd- Ost Montag, den 19. März, Abends 81/2 11hr, bei Hoffmann, Oranienftr. 180. Zages Ordnung: am Freitag, 16. d. M., Ab. 8 Uhr, 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Berbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. bei Raabe, Ruppinerstr. 42. Tagesordnung: 1. Anträge zur Generalversammlung. 2. Wahl der Delegirten. 3. Verschiedenes. 217/1 Die Ortsverwaltung. T Mittwoch, den 14. März, Abends 8 Uhr, in der Brauerei Moabit, Thurmstraße 26: Bezirks- Versammlung in Moabit. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. Die Ortsverwaltung. Um rege Betheiligung ersucht zabnziehen. Cheilzahlung. Goldstein, Dranienſtr. 123. Bierhallen auf allgemeines Verlangen: Lehrkursus der Berliner Künſtl. Zähne, vorzügl. u. Garantie, schmerzt., Babnſchmerz beſeitigt, ſchmerz( Unbedingt lehte Aufführung) Kommandantente.77-79. Eine Soiree bei Lehmann's. Melt. u. größt. Etablissem. Berl. Parodistisches Ensemble von Mensel. Läglich abwechselnd. Programm Freitag: Viktoria- Brauerei. bei freiem Entree der ersten Wiener Damenkapelle " Dittl und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Täglich Auftreten der Miss Webb, Laubenkönigin, mit ihren 24 dressirten Tauben. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 f. 3 Kegelbahnen. Stunde 60 Pf. 6 Billards, pro C. Koch, fr. Gambrinus. Säle für Versammlungen und Festlichkeiten find noch an verschiedenen Tagen zu haben. Circus Renz, ( Karlßrake.) Mittwoch, den 14. März cr.: Abends 71/2 Uhr: PassageArbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen. 6. Stiftungsfest am Sonnabend, den 17. März 1894, bei Th. Bols( oberer Saal), Alte Jakovstr. 75, Panopticum. bestehend aus humoristischen, dekla Die matorischen Vorträgen, Konzert. Nachdem Tanz und Ueberraschungen. Freunde und Gönner sind hiermit Glocke ergebenſt eingeladen. von Fr. v. Schiller. Eintritt: Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. 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Berantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Drud und Berlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen N 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 61. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 70. Sigung vom 13. März, 12 Uhr. Am Tische des Bundesraths: Graf v. Caprivi, v. Marschall, v. Boetticher. = 9 Vor dem Eintritt in die Tagesordnung bemerkt Präsident v. Levetow: Meine Dispositionen bezüglich der noch vor der Osterpaufe zu erledigenden Geschäfte find folgende: Ich hoffe, daß heute event. unter Zuhilfenahme einer Abendsigung die zweite Lesung des russischen Handelsvertrages beendigt wird. Morgen Mittwoch: Rest des Etats und dritte Lesung des Identitätsnachweises. Donnerstag: Dritte Lesung des Etats event. unter Buhilfenahme einer Abendsizung. Freitag und event. Sonnabend: Dritte Berathung des russischen Handelsvertrages. Die zweite Berathung des Handels- und Schiff fahrts Bertrages zwischen dem Reich und Rußland wird fortgesetzt und zwar bei dem deutschen Tarif. In Nr. 8 ist Flachs als zoufrei aufgeführt, in Nr. find die Zollfäße für Weizen und Roggen auf 3,50 M., für Hafer auf 2,80 M., für Buchweizen auf 2 M., für Hülsenfrüchte auf 1,50 M. festgefeßt. Die Abgg. v. Frege( dr.) und Genossen beantragen, die Zollfäße für Weizen und Roggen auf 5 M., für Hafer auf 4 M. zu belassen. Abg. v. Standy( dk.): Es handelt sich hier um eine Position, welche recht deutlich zeigt, wie die Landwirthschaft benachtheiligt wird, namentlich bezüglich des Roggens. Es ist unrichtig, daß Deutschland den Roggen, den es braucht, nicht selbst bauen könnte, es ist unrichtig, daß Roggen einen Weltmarkt hat; gerade deshalb ift die Bollherabsetzung für diese Getreideart besonders bedenklich und wird noch bedenklicher durch die Annahme des Artikel 19 bezüglich der Eisenbahntarife. Wird dieser Antrag angenommen, dann ist allerdings eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Rußland nothwendig. Wir sind uns Mittwoch, den 14. März 1894. einmal zu überlegen, ob nicht die Gefahr entsteht, daß der Vertrag die Landwirthschaft vernichtet.( Bustimmung rechts.) Der Vertrag wird ein schwarzes Blatt in unserer Wirthschaftsgeschichte bilden. Gebe Gott, daß es nicht so wird; aber ich glaube, einige Anhaltspunkte dafür beigebracht zu haben.( Beifall rechts.) 11. Jahrg. Abg. v. Hammerstein: Wenn Rußland ein so großes Interesse an der Holzausfuhr hat, dann muß es doch große Holzvorräthe haben; das ist ja auch allgemein bekannt. Bei Nr. 25: Ausgeschlachtetes und frisches Fleisch" bedauert Abg. v. Salisch( dk.) die Ermäßigung des Bolles. Staatssekretär v. Marschall: Die Behauptung des Vorredners, daß die Einfuhr von frischem Fleisch sich gesteigert habe, ist eine irrige. Die Einfuhr betrug 1890: 95 000, 1891: 32 000 und 1892: 15 000 Doppelzentner.( Große Heiterfeit links.) Der deutsche Tarif wird darauf genehmigt, einschließlich der Bestimmungen des Schlußprotokolls dazu. Staatssekretär v. Marschall: Der Antrag der Konservativen gipfelt in dem Verlangen: fort mit dem Handelsvertrag, es lebe der Zollfrieg! Wie lange dieser Krieg dauern kann, wissen die Herren vermuthlich selbst nicht. Die Sache läuft auf die Frage hinaus, wer hält es am längsten aus, oder wie lange können zwei große benachbarte Staaten sich wirthschaftlich bekriegen, bis Zu Art. 7, zu welchem die Tarife die Anlage bilden, bemerkt der eine Staat sich für besiegt erklärt. Eine solche Politik gleicht Abg. Leuschner( Rp.), daß die Industrie feinen erheb dem Hazardspiel, niemand weiß, ob die Karte rechts oder links lichen Vortheil haben werde. Jedenfalls habe die Kupferindustrie, fällt. Ein Privatmann mag so mit seinem Vermögen spielen, welche er vertrete, nur einen ganz minimalen Vortheil erlangt. aber Sie können einer gewissenhaften Regierung nicht zumuthen, Die Thatsache, daß viele Tausende von Arbeitern von dem Verdaß sie dieses Experiment mit den wichtigsten wirthschaftlichen trage einen Vortheil haben werden, laffe ihn die Bedenken gegen Interessen des Landes macht. Interessen des Landes macht.( Sehr richtig! links.) Der öst- den Vertrag überwinden. lichen deutschen Landwirthschaft tönnte kein schwerer Schlag zu Abg. Graf Kauit( dk.) kommt auf die Frage des Bollgefügt werden als durch Verewigung des Boultrieges.( Sehr ausfalls zurück. Ich berechne den Zollausfall beim Getreide auf richtig! links.) Und da spricht Graf Arnim von einem 27 Millionen jährlich, nach dem 10 jährigen Durchschnitt. dunkeln Punkt in der deutschen Geschichte! Auf Rechnen wir alle Artikel hinzu, deren Zölle ermäßigt worden folche Uebertreibungen habe ich feine Antwort. Im sind, so fommen wir weit über 40 Millionen. Nun ist das gegenwärtigen Augenblick verdirbt nicht das Ausland uns, Heich heute schon nicht im stande, aus den Erträgen sondern Deutschland dem Ausland den Roggenpreis. Als wir der Steuern die laufenden Ausgaben zu decken. Heute hat vor 3 Jahren den österreichischen Bertrag abschloffen, galt es für die Steuerkommission eine recht wichtige Steuerforderung der selbstverständlich auf der Rechten des Hauses, daß wir nun mit Regierung abgelehnt und Tabak- und Weinsteuer sind sehr nnstatistischen Nachweise zeigen das Gegentheil. Jit der Schutz Ich möchte aber doch dringend warnen, noch die allgemeinen billigem ausländischen Getreide überschwemmt würden. Die sicher. Da wird es heißen: Erhöhung der Matrikularbeiträge. der nationalen Arbeit, die die Regierung durch alle diese Maß- Steuern zu erhöhen. Wird die Einkommensteuer erhöht, dann regeln erstrebt, voll erreicht, dann wird die Landwirthschaft auch müssen wir Landwirthe ja mitbezahlen( aha! lints). Wie tämen bei dem 3,50 M.- Boll sich wohl befinden.( Beifall links.) wir dazu? Die Vortheile des Vertrages fallen doch ausschließlich der Industrie zu, sie mag die Kosten des Vertrages tragen. Es würde zu den bedenklichsten Verstimmungen im Lande führen, wenn diese Zollausfälle auf die ganze Bevölkerung einschließlich der ländlichen gewälzt würden. Ich frage deshalb die verAbg, v. Plök( dt.): Wer die Stimmung des Volks versteht, der wird zugeben, daß die große Mehrheit des Volkes gegen den Vertrag ist.( Widerspruch links.) Wer wird einen Vortheil haben? vollkommen bewußt, wir wissen, dos Dieser Verantwortung Die Industrie und ihre Arbeiter, denen wir den Vortheil ganzbündeten Regierungen, wie sie über diese schwierige Frage hinwegProdukte mehr verzehrt werden? Abg. Graf Kanik: Es handelt sich hier nur darum, wie die Bollausfälle gedeckt werden können. Ich habe nur zu beweisen gesucht, daß das russische Getreide auf den deutschen GetreidePreis drücken muß. Artikel 7 wird darauf angenommen, ebenso Artikel 6, der die Meistbegünstigung enthält. Bei den das Wohl des gesammten deutschen Vaterlandes handelt. Bei den Handelsverträgen ist immer nur für die Industrie ge- daß fremde Produkte mehr eingeführt werden. Für die( Beifall rechts.) forgt; die Landwirthschaft muß die Kosten bezahlen und zwar Landwirthschaft ist nichts günstiges in den Vertrage enthalten. Staatssekretär v. Marschall: Wenn sich die Prophezeiungen nicht blos beim Getreide, sondern auch beim Bieb und beim Holz. Redner verweist auf die Aeußerung des„ Sozialdemokrat" über bewahrheiten, daß wir mit billigem Getreide, Holz u. f. w. überMan spricht davon, daß Deutschland ein Industriestaat sei oder die niedrigen Weizenpreise in England, die die Agrarbewegung Schwemmt werden, dann ist doch die nothwendige Folge eine sein werde. Aber die Landwirthschaft ist für Deutschland von erklären und den Untergang der Landwirthschaft wahrscheinlich Steigerung der Einnahmen. Durchaus sichere Berechnungen viel größerer Bedeutung als die Industrie. Sie ist noch aus machen. Da sollte man nicht durch Handelsverträge die Noth lassen sich überaupt nicht aufstellen, Wenn im vorigen Jahre die dehnungsfähig, und namentlich die kleinen Leute im Osten können, lage noch verschärfen. Es handelt sich nicht blos um die Ueber- Hälfie Weizen eingeführt ist wie im vorvorigen, so fann man wenn ihnen nur die Mittel zur Verfügung gestellt werden, das schwemmung mit Getreide, sondern es werden Vorbereitungen dies doch nicht den Handelsverträgen zur Last legen wollen. Bierfache von dem bauen, was sie jeßt erzeugen. Es wird ge- getroffen, um möglichst viele Produkte: Felle, Fette, Butter,( Sehr richtig! lints). Es ist mir zum ersten Male vorgekommen, fagt, da vom Weltmarkt das Getreide mit 3,50 m. 3oll eingeht, Schnaps, Hopfen, Vieh und Wolle durch Zariferleichterung nach daß man behauptet hat, ein Schuzzoll sei deshalb zu niedrig be nügt ein Differentialzoll gegen Deutschland nichts, wie ja schon der Westgrenze zu befördern. Daß wir jemals nach Rußland messen, weil er zu wenig Einnahmen giebt. jetzt der Kampfzoll von 4,50 m. nichts genügt habe. Das letztere exportiren können, dafür fehlt uns der Glaube, trotzdem Herr haben wir auch niemals erwartet. Eine Schädigung der deutschen v. Marschall es beweisen wollte. Nach der Ueberschwemmung Landwirthschaft wird eintreten, weil Rußland direkt importiren mit Getreide wird die Ueberschwemmung mit den russischen tann und zwar billig, weil es billiger arbeitet als Deutschland. Juden eintreten( Heiterkeit), die als die besseren Kräfte an die Ist denn der Weltmarktpreis überall maßgebend? Kann man Stelle der Bauern treten werden. Aber meinem Herzen steht sich nicht Geschäfte denken, die vollständig unabhängig davon sind? ein deutscher Bauer hundert mal näher als 100 russische Juden. Wenn der russische Vertrag angenommen wird, dann wird eine( Bustimmung rechts; Gelächter links.) Wenn der Reichskanzler Darauf wird das Schlußprotokoll genehmigt. Beim vierten Berstimmung zwischen Landwirthschaft und Industrie eintreten. gesagt hat, Rußland lasse sich nicht differenziren, so können wir Theile desselben, dem Zollreglement, bedauert Herr v. Stumm hat allerdings früher gesagt, daß er der Land- nicht einmal das Vertrauen haben, daß z. B. Rußland in bezug Abg. Marcour( 3.), daß nicht wie von Seiten Rußlands wirthschaft den Vortritt lasse, daß er für den russischen Handels- auf die Seuchengefahr anders behandelt wird als andere Staaten. So auch von Seiten Deutschlands für die katholischen Feiertage vertrag nur stimmen werde, wenn genügende Kompensationen Einen 3wang haben wir auf die Kandidaten nicht ausgeübt. besser Fürsorge getroffen sei. Rußland habe für Polen Feiergewährt werden. Wo sind die Kompensationen? Man will Wir haben sie über ihre Stellung zum Handelsvertrage befragt, tage wie Allerheiligen und Fronleichnam berücksichtigt, Deutscheinen Gegensatz fonstruiren zwischen der Landwirthschaft östlich und wenn sie eine befriedigende Antwort gaben, war die Sache land nicht. und westlich der Elbe. Aber beide landwirthschaftlichen Gebiete abgethan; die gewählten Abgeordneten hatten nur die Pflicht, Geheimrath Henle bemerkt, daß diese katholischen Feiertage haben vollkommen übereinstimmende Interessen, und man sollte ihr Wort zu halten.( Buruf lints: Roggen.) Die Kriegs- eben nicht offiziell gefeiert werden. Den katholischen Beamten fich hüten, es so darzustellen, als ob Ostelbien ein Parasit am drohungen sind sehr überflüssig. Größer als die Schäden eines würde aber an diesen Feiertagen Urlaub zum Kirchgang ertheilt. Körper des deutschen Staates sei. Wie kann man behaupten, Krieges ist der Untergang des deutschen Bauernstandes. Wir Die Abgg. Marcone und Bachem halten das nicht für daß keine Schädigungen eintreten für die Landwirthschaft, werden diese Wirthschaftspolitik immer bekämpfen. Eine einzelne ausreichend, worauf während man doch gleichzeitig allerlei Ausgleichungen sucht; sie Schlacht entscheidet den Krieg noch nicht. Wir haben dieſe Staatssekretär v. Marschall erklärt, daß man sich über find freilich nicht wirksam, denn die Aufhebung des Identitäts- Schlacht verloren, aber die Ehre ist gerettet.( Lebhafter Beifall diese Frage vielleicht noch mit der russischen Regierung vernachweises und die der Staffeltarife heben sich gegen rechts. Gelächter links.) ständigen könne. seitig auf. Die Polen stimmen stimmen allerdings Abg. Schul- Lupig( Rp.): Die Ablehnung des russischen allerdings für die Das Schlußprotokoll wird darauf genehmigt. Handelsvertrags- Politit; das ist im Interesse der Landes- Bertrages würde auch der Landwirthschaft großen Schaden beiden Noten betreffend die Zollverhältnisse in Fintheile, in welchen sie wohnen, ein verhängnißvoller Schritt. bringen, denn die Mühlenindustrie würde dadurch ruinirt and bemerkt Eine industrielle Entwicklung im Osten ist nicht gut möglich. werden, welche die beste Abnehmerin fur die deutsche Landwirth- Statistit beträgt der deutsche Export nach Finland gegen Abg. Görtz- Lübeck( frs. Vg.): Nach einer mir vorliegenden Wir haben nur die Zuckerindustrie und auch dieser wird demi- schaft ist. nächst der Schutz entzogen werden, den sie jetzt noch genießt, und Abg. Burger( 3.) erklärt sich im Namen der bayerischen 40 Millionen, der Import von Finland nach Deutschwas wird dann aus dem Osten? Dann wird er eine Wüste. Zentrumsmitglieder für den Antrag v. Frege und gegen den land 11 bis 12 Millionen. Finland ist deshalb für Jetzt schon laufen die Bauern von ihren Höfen weg, ohne erst Bertrag. unsere Handelspolitit vielleicht nicht unwichtiger als Merito. die Zwangsversteigerung abzuwarten. Wir hoffen, daß Sie Abg. Graf Holstein( dk.): Nach Abschluß des deutsch. Bei Fortdauer des Bollfrieges wäre uns unzweifelhaft dieses unferen Antrag annehmen. Wenn der Vertrag ohne diesen An- russischen Handelsvertrages war die peinliche Wahrnehmung zu Handelsgebiet für alle Ewigkeit verloren gegangen. Wir können trag durchgeht, damn halte ich ihn für ein nationales Unglück. machen, daß sofort ein ungebeurer Preisrückgang eintrat. Nach es daher nur mit Freude begrüßen, daß der Bertrag auch mit ( Zustimmung rechts.) der Auffassung eines großen Theiles der Bevölkerung ist dieser Finland abgeschlossen ist. Vielleicht kann von seiten eines Abg. Graf Aruim( Reichspartei): Die Verstimmung im Preisrückgang für die landwirthschaftlichen Produkte und die Regierungsvertreters eine Erklärung erfolgen, was der russischen Lande ist begreiflich, denn wir geben Rußland durch die Er- landwirthschaftliche Noth eine Folge der Handelsverträge. So Regierung zu diesen Bestimmungen über Finland Anlaß ges mäßigung des Roggenzolles eine größere Rongeffion, als gern ich der Industrie helfen möchte, unter den heutigen Ver- geben hat. Rußland uns in bezug auf die Industriezölle. Bei den hältnissen würde das Resultat eine Schädigung der Landwirthfrüheren Vertragsverhandlungen wurde hervorgehoben, daß die schaft sein. Die vom Körnerbau lebende und auf ihn angewiesene Verhältnisse bezüglich Weizen und Roggen anders liegen. Landwirthschaft muß durch den Vertrag geschädigt werden, fie Rumänien importire nur Weizen, für welchen der Weltmarktpreis fann dieses Opfer nicht bringen, und deshalb fomme ich dazu, bestimmend sei; Rußland importire aber hauptsächlich Roggen, mich gegenüber dem russischen Vertrag abweisend zu verhalten. der fait nur in Deutschland gebraucht werde. Wenn Rußland Beifall rechts.) beim Rampfzoll nicht so viel wie sonst exportirt hat, so liegt Abg. Bachem( 3.): Nachdem wir uns bis hierher zurückdas an der schlechten Ernte von 1892. Aber selbst 1892, als der gehalten und die Gründe der Regierung für, die der Gegner 5 M.- Zoll noch bestand, hat Rußland den größten Theil seiner gegen den Vertrag angehört haben, müssen wir jezt positiv für Ausfuhr nach Deutschland geschickt. Ende 1891 wurden die Getreide den Vertrag eintreten; denn ein Differentialzoll würde der preise von der Produktenbörse hochgetrieben durch allerlei Mittel, Landwirthschaft nichts nüßen, wohl aber den ewigen Boultrieg gerade in der Zeit, als man daran ging, vertragsmäßig die Ge- bringen, der der Landwirthschaft keinen Nußen, der Industrie treidepreise zu ermäßigen. Es wird sich als nothwendig erweisen, aber eine Potenzirung des Schadens bringen würde, den sie jezt eine Reform der Produktenbörse herbeizuführen.( Zustimmung rechts.) schon hat. Ein Weltmarktgeschäft besteht eigentlich nicht für Roggen. Das beweist eine Aeußerung eines Sachverständigen in der Börsen enquete, welcher Berlin als den Hauptmarkt für Roggen bezeichnete. Schon in der ersten Lesung hat der Staatssekretär v. Marschall behauptet, daß der deutsche Preis niemals höher Die Position Flachs, zollfrei" wird angenommen; ebenso als 35 M. über Weltmarktpreis gestanden hätte. Weizen 3,50 M." In namentlicher Abstimmung wird der Bahl Deffentliche Sigung vom Dienstag, 13. März, allerdings beweisen, daß der Differentialzoll feine Wirkung von 3,50 M. für Noggen mit 205 gegen 151 Stimmen anhatte. Allein Ende des Jahres 1893 stellte sich der Roggenpreis genommen. Die Zusammensetzung der Wehrheit ist dieselbe wie auf dem Weltmarkt in London und Amsterdam auf 87-88 M., bei der Abstimmung vom Sonnabend über Art. 1. Der Abha dagegen in Mannheim auf 151 M., was also eine Differenz ftimmung enthalten sich die Abgg. Küchly und Colbus von 63-64 m. ausmacht.( Hört! rechts.) Der Irrthum( Elsässer). Damit schließt die Diskussion. Die Abgg. Liebermanu v. Sonnenberg und Zimmermann führen Beschwerde darüber, daß ihnen durch den Schluß der Debatte das Wort abgeschnitten ist. " des Herrn Staatssekretärs ist wohl daher entstanden, daß er Die übrigen Positionen von Erzeugnissen der Landwirthschaft oder seine Räthe den Amsterdamer Preis in den Zeitungen werden genehmigt. gelesen, aber dabei übersehen haben, daß die Notirung dort Bei Nr. 3, Holz", und zwar bei der Position Bau- und nach einem höheren Gewicht erfolgt als bei uns. Der russische Nuholz", erklärt sich Bauer muß sich durch Verkauf von Roggen Geld beschaffen. Abg. v. Hammerstein( dt.) gegen die Herabsehung der Der russische Roggen ist trockener und wird immer ein gefähr- Holzzölle; damit sei das Schicksal der deutschen Forstwirthschaft licher Konturent bleiben. Italien und Frankreich haben ihren besiegelt.( Widerspruch links.) Aber nicht blos die Forstwirth Roggenzoll gesteigert; dadurch wird der Druck bei uns sich schaft werde davon betroffen, sondern auch die Industrie der fleigern, der Preis wird fallen. Man spricht davon, daß eine Sägemühlen, welche landwirthschaftliche Arbeiter während des Bertheuerung des Roggens dazu führen wird, die Weizennahrung Winters beschäftigen. vorzuziehen. Allerdings wird das Essen von deutschem Roggen. Abg. Kröber( Südd. Volksp.) bestreitet, daß die Annahme bald aufhören, man wird den billigen russischen Roggen vor- des Vertrages für Süddeutschland nachtheilig fein würde. ziehen. Daß der russische Handelsvertrag ein Werk des Friedens Geheimrath Henle erklärt, daß ein Vertrag mit Rußland ift, ist nicht richtig. Auf der Wahlstatt werden so und so viele ohne Ermäßigung der Holzzölle nicht möglich gewesen wäre; Leichen liegen von Bauern und Großgrundbefizern, die zu denn neben Getreide sei Holz der Haupt- Ausfuhrartikel für Grunde gehen. Die Bauern werden auswandern und ihre Rußland. Arbeitsfräfte andern Ländern zur Verfügung stellen.( 3u Generalkonsul Freiherr v. Lamezan: So groß, wie Herr stimmung rechts.) Deswegen möchte ich dringend bitten, sich noch v. Hammerstein die Gefahr geschildert hat, ist sie nicht. Generalkonsul Freiherr Lamezan: Der Vorredner kann sich über die Bestimmungen vollständig beruhigen. Von der russischen Regierung werden im wesentlichen diejenigen Bolländerungen garantirt, welche die Genehmigung des Kaisers von Rußland bedürfen. Abg. Schulze- Henne( ntl.) weist auf die Schädigungen der deutschen Landwirthschaft dadurch hin, daß andere Länder durch hohe Buckererport- Prämien die deutsche Zuckerindustrie lahmTegen. vertrages erledigt. Schluß nach 5 Uhr. Nächste Sigung Damit ist die zweite Berathung des russischen HandelsMittwoch 12 Uhr.( Deft der zweiten Etatsberathung, dritte Lesung des Gesetzentwurses, betr. Aufhebung des IdentitätsnachLesung des Gesetzentwurses, betr. Aufhebung des Identitätsnachweises.) Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Nachmittags 5 Uhr. Die Versammlung tritt in die Spezialberathung des Stadts ushalts Etats für 1894/95 ein. Für die Spezialetats: Städtischer Grundbesitz, Berechtigungen, Krankenhäuser, Jrrenanstalten, Anstalt für Epileptische, Badeanstalten, Desinfektionsanstalt, Heimstätten für Genesende, Parkund Gartenverwaltung hat der Etatsausschuß den Stadtv. Singer zum Berichterstatter ernannt. Die Spezialetats Grundstücke in der Stadt, ländliche Grundstücke und Kalksteinbruch zu Rüdersdorf, Berechtigungen" werden ohne Debatte unverändert genehmigt. Beim Etat der Krantenhäuser, Jrrenanstalten und der Anstalt für Epileptische hat der Ausschuß an dem Ausgabeposten für die Beköstigung der Kranten mit Rückficht auf die verbilligten Lebensmittelpreise durchweg einen Bes trag von 5 pt. abgesetzt. Der Magistrat hat dazu seine Zus stimmung gegeben. Die Spezialetats für das Krankenhaus am Friedrichshain, für das Krankenhaus Moabit, für das Krankenhaus am Urban, für die Irren- und Idiotenanstalt in Dalldorf, für die Jrrenanstalt Herzberge und und für die Anstalt für Epileptische Wuhlgarten werden mit ber gedachten Modis 05 11 obne Debatte genehmigt, ebenso die Spezialetats| baurath bei der Berathung des ersten Projekts nicht einmal an-| bürgermeister der Stadt Osnabrück gewefen und zugleich Mitfür die städtischen Bade Anstalten, für die Deswesend gewesen ist. Unter der Heiterfeit der Versammlung hebt glied des Reichstages und Landtages. Da er sich an den parlainfettions- Anstalt und für die Heimstätten für Redner die diplomatische Geschicklichkeit des Magiftrats hervor, mentarischen Arbeiten hervorragend betheiligte, so fonnte er feinen Rekonvaleszenten unverändert. mit der er bei der Anfrage an den Finanzminister Miquel wegen Verpflichtungen gegenüber der Stadt Osnabrück nicht in der von ihm Jm Spezialetat der Park- und Gartenverwaltung des eventuellen Ankaufs der fiskalischen Gebäude am Molten gewünschten Weife genügen und er stand vor der Wahl, entweder auf find 32 000 M. für den Betrieb des Wassersturzes im markt bereits den Preis angegeben und die Verlängerung der seine parlamentarische Thätigkeit oder auf seinen Bosten zu verzichten. Viktoriapart ausgeworfen. Der Waffersturz soll nach Magazinstraße nach der Parochialstraße in Aussicht gestellt habe. Als damals der Geheime Kommerzienrath von Hansemann ihm dem Magistratsvorschlag in der Zeit vom 1. Mai bis Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern, die Stelle eines Geschäftsinhabers der Diskonto Bejelischaft an15. Oftober täglich acht Stunden im Betriebe sein. Die welcher vor Beginn der Donnerstags- Sigung gewählt werden soll. geboten habe, habe er dies Anerbieten unter der ausdrücklichen Versammlung giebt hierzu ihre Zustimmung und genehmigt Der Magiftrat legt den Entwurf zum Neubau der Ober- Bedingung angenommen, daß ihm gestattet würde, feine parladie Position, fezt aber auf Antrag des Ausschusses die für die baumbrücke vor. Die Brücke soll gleichzeitig die Ueber- mentarische Thätigkeit beizubehalten. Dies habe allerdings den Herstellung neuer Baumanpflanzungen an Straßen und Chausseen führung der von der Firma Siemens und Halste auszuführenden bei der Diskonto- Gesellschaft geltenden Grundfäßen widersprochen, ausgeworfene Summe von 20 000 auf 15 000 M. herab. elektrischen Hochbahn ermöglichen. Beide Bauwerke follen als es sei ihm aber schließlich vom Verwaltungsrath bewilligt wor Die Vorlage betr. die Erwerbung einer zur Verbreiterung ein einheitlicher Bau durch die städtische Bauverwaltung her- den. Sein Eintritt sei sodann am 21. November 1869 erfolgt. der Katharinenstraße abgetretenen Fläche des Grundstücks Lands: gestellt werden. Die Bahnüberführung wird rund 170 000 m. Im Jahre 1870 habe der Geschäftsumfang der Diskonto- Gesellbergerstr. 46/47, Katharinenstr. 1, und Landwehrstr. 25/26 von fosten; nach Abzug dieses Betrages sind für die Gesammtanlage schaft sich infolge der politischen Ereignisse aber dermaßen aus18 qm. für 15 000 in. wird nach dem Ausschußantrage un noch) 1813 000 Wt. erforderlich, von welchen als zweite Rate gedehnt, daß es ihm unmöglich gewesen sei, die parlamentarische verandert angenommen. 413 000. zur Verfügung gestellt werden sollen. Thätigkeit mit der ihm für die Diskonto Gesellschaft zu bewäl Entsprechende Entwürfe hat der Magistrat bezüglich des tigenden Arbeit zu vereinigen. Er habe deshalb schon im Baues der Gertraudten Brücke und der Von der Sommer 1872 von Thale aus dem Geh. Kommerzienrath Heydt- Brücke vorgelegt. v. Hansemann feine Absicht zu erkennen gegeben, daß er aus der Gesellschaft austreten wolle. Herr v. Hansemann habe ihm aber damals überredet, die Stellung noch nicht aufzugeben. Ende Oktober 1873 fei er aber ausgetreten und Vorsitzender des Ver waltungsrathes geworden. Jin Februar 1876 habe er aber auch diefe Stellung niedergelegt und fei wieder Oberbürgermeister von Osnabrück geworden, nachdem ihn die dortigen Stadtverordneten einstimmig wiedergewählt hätten. Die Luisenschule soll, da ihre Turnhalle behuss Verbreiterung der Artilleriestraße beseitigt werden muß, dergestalt umgebaut werden, daß die neue Turnhalle auf dem Schulhofe errichtet wird. Ein Antrag, Turnhalle und Aula an die Ziegel- Sämmtliche Entwürfe werden nach einem Antrag Wohlgemuth straße auf den für den Erweiterungsbau der Schule in Aussicht einem besonderen Ausschuß von 15 Mitgliedern überwiesen. genommenen Platz zu verlegen, ist im Ausschuß mit Stimmen- Nach einer ferneren Vorlage des Magistrats soll die Ber gleichheit abgelehnt, die Magistratsvorlage angenommen worden. pflegung brustranter Frauen in der Heimstätte Gleichzeitig hat der Ausschuß eine Resolution beschloffen, surau Blantenfelde einstweilen eingestellt und die AnEntlastung der überaus start auch von vielen Kindern aus dem stalt mit tuberkulös erkrankten Männern belegt werden. Zur Norden besuchten Luisenschule auf Errichtung einer Ausstattung der Anstalt mit den für die Männerverpflegung erforhöheren Mädchenschule im Norden der Stadt derlichen Wäsche und Kleidungsstücken sollen 6100. bewilligt, Bedacht zu nehmen. und es soll endlich das Heimstätten- Kuratorium ermächtigt wer den, Veränderungen in der Belegung der einzelnen Heimstätten dem Bedürfnisse entsprechend fünftig innerhalb der Grenzen des bewilligten Etats selbständig vorzunehmen. Die Stadtvv. Müller und Spinola bestreiten das Bedürfniß einer neuen höheren Töchterschule und bitten um Ablehnung der Resolution, gleichfalls Stadtv. Wohlgemuth, der aber für die Errichtung einer zweiten höheren Töchterschule ist. Stadtbaurath Blandenstein vertheidigt das Magistrats bauprojekt. Stadt Schulrath Fürstenau spricht gegen die Resolution. = Nachdem auch Stadtv. E3 mann sich gegen die Resolution ausgesprochen, wird die Magistratsvorlage angenommen, die Resolution gegen eine, ganz geringe Minderheit abgelehnt. Bum Neubau eines großen städtischen Verwal tungsgebäudes soll nach einer neuen Vorlage des Magistrats der von der Jüdenstraße, Stralauerstraße, Klosterstraße und Parochialftraße unschlossene Säuferblock für 5 905 960 9. angetauft werden. E3 tonunen dabei 34 Grundstücke in Betracht, Die ein Areal von 18 359 qm bedecken. Der Durchschnittspreis für den Quadratmeter stellt sich hiernach auf 442,09 R.; am höchsten ist der geforderte Preis für die Grundstücke in der Etralauerstraße mit durchschnittlich 321,94 m., am niedrigsten in der Parochialstraße mit durchschnittlich 359,21 M. Das Pro jekt wird von Borchardt empfohlen. Stadtv. Bergemann beantragt Ausschußberathung. Stadtv. Dr. 3 adet tritt dem Magistratsantrage ebenfalls Za entgegen. Er tann nicht einsehen, weshalb die Trennung der Geschlechter in Blankenfelde so durchaus nothwendig sein soll; es wären doch in allen Sanatorien beide Geschlechter zusammen. Die Magistratsvorlage schmecke etwas nach dem Kajernengeist der Charitee. Stadtrath Straßmann erklärt sich gegen die Aufnahme von Kranken beider Geschlechter in Blankenfelde und bittet die Vorlage anzunehmen. Nachdem Stadtv. Sachs I ebenfalls für Ausschußberathung gesprochen, wird demgemäß beschlossen. Die Versammlung ersucht den Magistrat, bei Auf stellung der Wählerlisten dem vorstehenden Beschlusse entfprechend verfahren zu wollen." einen M So Ueber die Geschäftsführung in der Diskonto- Gesellschaft läßt sich der Beuge in folgender Weise aus: Laut Geschäftsreglement beständen dort zwei Haupt- Ressorts: 1. das Chef Stabinet, 2. Das Direktions- Bureau. Der Beuge fei in bas Cheftabinet eingetreten und habe diesem während der ganzen Beit feiner Mitgliedschaft neben dem Geh. Kommerzienrath v. Hanfemann angehört. Er habe dort hauptsächlich die juristische Seite der Geschäfte vertreten, Verträge verfaßt und begutachtet, den Grund besig der Gesellschaft verwaltet u. f. w., während die kauf männische Seite der Gesellschaft nach wie vor von dem Geh. Kommerzienrath v. Hansemann, welcher bis dahin allein dem Cheffabinet vorgestanden hatte, verwaltet worden sei. Was die petuniäre Stellung der Geschäftsinhaber betreffe, fo müffe nach dem Statut jeber derfelben an dem Kommanditkapital mit 10.000 Thalern betheiligt sein. Dafür erhielten die Geschäftsinhaber zusammen nachdem von dem nach der Jahresbilanz sich ergebenden Gewinn zunächst 4 pct. der auf die Darauf wird die Etatsberathung wieder aufgenommen. Rommanditantheile gemachten Ginzahlungen als gewöhnliche Ueber die folgenden aufgeführten Rapitel berichtet namens des Dividende vergütet wurden von dem alabann verbleibenden Gewinn 25 pet. vom 1. Januar 1873 ab 20 pCt. als Ge Etatsausschusses Stadtv. Gerstenberg. Der Spezialetat für das Fortbildungs- Unterwinnantheil. Durch Vertrag vom 21. November 1869 feien auch richtswesen wird genehmigt und zugleich beschlossen, dem die bisherigen Proturisten Salomonsohn und Secker als GeMagistrat anheimzugeben, die bei den städtischen Volta fchäftsinhaber eingetreten und es sei bestimmt worden, daß der bibliotheten bestehenden Einrichtungen einer Prüfung zu den gesammten Geschäftsinhabern gebührende Geivinnantheil mit unterziehen und zu erwägen, ob und in wie weit eine Erleich 5/8 dem Geh. Kommerzienrath v. Hansemann verbleiben und mit Stadtv. Jacobi beantragt Ausschußberathung. terung der Benugung, insbesondere bei der Ausgabe von Büchern, je 1/8 den übrigen Geschäftstheilhabern zufallen solle. Ihm, dem Stadtv. Bogtherr: Wir müffen uns sowohl gegen die eintreten tann. Beugen, fei vor seinem Geschäftsantritt ein Bezug von 18 bis beantragte Ausschußberathung, als gegen die Vorlage felbft Zum Etat der Armenverwaltung beantragt der Aus- 24 000 M. in Aussicht gestellt worden. Nach dem Kriege von erflären. Wir founen weder die Nothwendigkeit, noch die schuß folgende Resolution:" Die Versammlung wolle befchließen: 1870/71 habe bas Geschäft einen unerwarteten Aufschwung ge Dringlichkeit der Vorlage anerkennen. Die Vorlage zeigt Die Stundung oder unpünktliche Bahnommen und sich die Einnahme dadurch erheblich erhöht. Die mir, wie gut gut die Versammlung daran that, Dor lung der in Krankheitsfällen aus Gemeindemitteln Angaben in der Broschüre, daß er, der Beuge, in der Zeit von einigen Monaten die frühere Vorlage abzulehnen, denn gezahlten Kurtoften entzieht das Wahlrecht 1869 bis 1878 ca. 8 Millionen Mark von der Diskonto- Gesellder Magiftrat giebt selbst zu, daß die Annahme des damals vor nicht; vielmehr wird die Berechtigung zum Wählen erst schaft bezogen habe, feien indessen unwahr. Gehalt als Direktor geschlagenen Projekts ein Fehler gewesen wäre. Heute haben durch Erlaß oder festgestellte Uneinziehbarkeit dieser Kosten und daneben Tantième, wie in der Broschüre behauptet nie werde, habe er aufgehoben. bezogen, weil wir nicht nur einen angeblich noch vorzüglicheren Bauplatz, soner nicht Direktor, dern auch der alte wird uns diesmal um 100 000. billiger Er habe nur den sondern Geschäftsinhaber gewesen sei. angeboten. Der Preis für das vorgeschlagene Terrain foll nun Geschäftsantheil erhalten und dieser habe für die Zeit vom eine Million höher sein, als der für das im Oktober v. J. ab15. November 1869 bis zum 31. Oftober 1878 nicht 8 Millionen, gelehnte: diesen Effekt haben wir allerdings mit der Ablehnung Stadtrath Bohm: Das Unterstützungswohnsiz- Gesetz ver- fondern nur 1388 780 M. und 10 Pfg, betragen. Auch der Bor Der damaligen Vorlage nicht erreichen wollen. Vor allem pflichtet uns, die Verpflegung im Krankenhause zu gewähren, wurf, daß er schwindelhafte Gründungen gemacht und sich daaber tönnen wir das Bedürfniß als so dringlich, und diese ist danach eine Armenunterstügung. Auf den Stand- durch in betrügerischer Weise bereichert habe, sei nicht zutreffend. wie der Magistrat darstellt, nicht zugeben. Das Dammpunkt der Refolution tann der Magistrat daher nicht treten. Die Früher sei von politischen Gegnern, jeht von der Gegnerschaft, mühlen Gebäude ist in Benutzung genommen. Bei der Praxis des Magistrats steht auch mit den Beschlüssen der Ver- die mehr geschäftliche Interessen verfolge, behauptet worden, daß Vorlage betreffs Verbreiterung der Königstraße ist uns fammlung nicht im Widerspruch. Genau derselbe Antrag ist er bei den 6 Gesellschaften, um welche es sich handele, toloffale versprochen worden, die alte Post" für Verwaltungsräume 1887 von Herrn Singer gestellt worden; die Versammlung Gewinne gehabt habe. Davon sei kein Wort wahr. Gr habe, wie das feine Pflicht gewesen, bei den Gesellschaften, die unter anzukaufen. Von diesem Projekt hört man freilich jetzt gar hat damals den Antrag abgelehnt. nichts mehr. Für die in Mietherännen befindlichen Bureaus Stadtv. Meyer II: Die Frage ist zweifelhaft und im der Aegide der Diskonto Gesellschaft ins Leben traten, fleine zahlen wir jest 58 000 M. Miethe. Aber auch bei 150 000. 3weifelsfalle zu gunsten des Betroffenen zu entscheiden. Ginlagen gemacht, diefelben aber von Konsortialverkauf aus. Miethe würden wir immer noch sehr viel billiger fahren, als Man muß den ins Krankenhans Gebrachten zunächst drücklich ausgeschlossen und sie behalten. Dadurch, daß er die wenn wir diesen Grundstückskomplex für 6 Millionen faufen und als folchen betrachten, der bezahlen wird, und Attien liegen ließ, sei er bei den Gesellschaften, die nicht für den Bau selbst auch 6 Millionen ausgeben, was eine Binsen als Armen erst dann, wenn festgestellt wird, daß er nicht profperirten, felbft in erheblichen Schaden gekommen. er Eeit einer Neihe von Jahren sind keine habe beispielsweise bei der Dortmunder Union laft von 5-600 000 m. bedeuten würde. Und gerade jetzt müssen bezahlen kann. wir diese Vorlage bekommen, wo wir den Etat mit Hängen und Differenzen über die Wahlberechtigung zwischen uns und dem nichts gewonnen, sondern nach dem Auszuge aus den Würgen so zu gestalten uns bemühen, daß die Ziffer von 105 pet. Magistrat vorgekommen; jest plöglich greift der Magistrat auf Büchern der Diskonto Gesellschaft ca. 69 000. verloren. Gintommensteuer nicht überschritten wird! Unser ganzes Steuer feine frühere Anficht zurück, ohne die Entscheidung des Ober Gr hätte feine Papiere rechtzeitig verkaufen fönnen, aber er habe system muß in Jahresfrist einer totalen Umgestaltung unter Verwaltungsgerichts angerufen zu haben. Da müssen denn auch das Gefühl gehabt, daß es feine Pflicht sei, die Papiere zu be worfen werden, die Lösung der Einverleibungsfrage steht bevor wir einfach bet unserer gegentheiligen Auffassung bleiben, die im halten und den Kursrückgang mit zu ertragen, wie alle anderen. Nehnlich sei es mit der Provinzial- Distontogesellschaft gewesen, in solchem Augenblide tönnen wir es der Bürgerschaft gegenfiber Ausschußantrage völlig forrekt niedergelegt ist. nicht verantworten, eine so toftspielige Unternehmung gut zu Die Resolution und der Etat selbst werden angenommen, die nach dem Muster der Reichsbank- Filialen für die provinzielle heißen. Wir müffen dem Magistrat rund heraus erklären: Wir ebenso die Spezialetats für die gewerblichen Unterrich 13 Thätigkeit begründet wurde. Dieselbe verlor bei einem an wollen in diesem Augenblicke von dem ganzen Projekt nichts wissen, an stalten, für das Friedrich Wilhelm Hospital, gefehenen Hause in Hannover mehrere Millionen Mark und weil wir praktisch und finanziell den Zeitpunkt dafür noch nicht für das Arbeitshaus in Stummelsburg und das städtische mußte mit ca. 89 pet. liquidiren. Er selbst sei mit dem größten gelommen erachten. Auch jetzt wieder läßt uns der Magistrat zur Obdach, sowie endlich der Etat für ben och bau. In Theile seiner Zeichnung in die Liquidation gekommen. Die von Entscheidung über eine 6 millionen Frage nur drei Wochen letterem wird statt 150 000 m. erste Rate für die XI. Real- ihm gezeichneten 100 000 Thaler Rumänische Eisenbahn- Attien Zeit; man feßt uns auch hier wieder die Pistole auf die Brust. schule in der Gräfeftraße eine gleiche Summe für den Neubau habe er nicht für sich gezeichnet, er habe sie auch nie beseffen. Außert em tommt die Vorlage in einem Moment, wo der der X. Realschule auf dem Grundstücke Auguftstr. 21 eingefeßt. Er habe dabei nur als Direktionsmitglied der Diskonto- Gesell Magistrat unsere Beschlüsse hinsichtlich der Lehrerbefoldungen, Für einige Neubauten sind nach dem revidirten Kostenanschlage schaft gehandelt. Die in der Broschüre ihm gemachten Vorwürfe zweifellos aus finanziellen Gründen, ganz erheblich in ungünstiger auf Antrag des Kämmerers 81 500 M. mehr in den Etat ein über seinen im Prozesse Gehlsen von ihm geleisteten Gio feien Richtung modifizirt hat. Die Bedürfnißfrage liegt für jeden gefeßt worden, dagegen 10 000 M. für Translozirung des Gewächs- ohne jeden Halt. Er habe unter seinem Eide nur das ausgesagt, so flar, daß auch durch eine Ausschußberathung daran nichte hauses von Gütergoh nach dem Treptower Part gestrichen. was wirklich den Thatsachen entsprochen habe. Die damalige geändert werden tann; deshalb empfehlen wir die Ablehnung Schluß nach 9 Uhr. wörtliche Aussage des Beugen ist jetzt mit Sicherheit nicht mehr festzustellen, da, wie der Worsigende erklärt, die Aften contra ohne Ausschußberathung. Gehlsen verschwunden sind. Der Zeuge hat unter seinen alten Stadtv. Schönfließ ist bezüglich der Berechtigung des Beschlusses der Versammlung vom 26. Oftober 1898 derfelben Papieren ein Schriftstück vorgefunden, welches anscheinend ein Stenogramm liber die Verhandlungen des Prozesses Gehlsen Meinung wie der Vorredner. Die neue Vorlage berücksichtige in dankenswerther Weise die Vorschläge, welche schon damals im Prozeß Plack- Schweinhagen.( 3weiter Tag.) Land enthielt. Dasselbe ist vom Zengen überreicht worden und wird Ausschuß dem Magistrate gemacht worden seien. Sehr sonderbar gerichts- Direktor Voigt stellt nach Gröffnung der Situng durch in dem den Eid des Zeugen enthaltenden Paffus vom Vorfigen erscheine aber, daß das alte Projekt in der Vorlage auch wieder Berlesung der Strafanträge fest, daß dieselben formgerecht ge- den verlesen. In der Broschüre wird die damalige Beugenerfcheine. Wie reime fich das mit der Behauptung zufammen, stellt sind. Der Angeklagte Schweinhagen bittet zunächst um aussage des Dr. Miquel dabin festgelegt, daß seinerzeit in dem daß, wenn man erst einmal die Schlußscheine habe verfallen nochmalige Bernehmung des Zeugen Polizei- Lieutenants Koch, Aufsichtsrath der Rumänischen Aktiengesellschaft von dem Dar laffen, daffelbe Projekt nie wieder angeboten werden würde? welcher bei feiner gefirigen Bernehmung Thatsachen bekundet lehnt der 5 Millionen Thaler, welches im Jahre 1874 das ReichsAusschußberathung sei erforderlich wegen der Höhe des Preises habe, welche auf eine irrthümliche Auffassung des Beugen zurück fangleramt und die Seehandlung der Rumänischen Eisenbahnam weil doch auch dem Grundstücke Molten geführt werden müßten, und ihm, dem Angeklagten, unter Um- Aftiengesellschaft gegen Bürgschaft des Bankhaufes Bleichröder irarkt näher getreten werden müßte. Für einen Neubau tänden noch eine Nachtragsantlage wegen Majestätsbeleidigung und der Diskontogesellschaft gewährt habe, nie die Rede gewesen fei der Moltenmarkt der geborene Bauplah; dort könne zuziehen können. Der Erste Staatsanwalt bittet diesen Antrag fei und der Aufsichtsrath darüber keine Beschlüsse gefaßt habe. auch monumental gebaut werden. Das Bedürfniß müsse im abzulehnen, da er schon gestern betont habe, daß er von der be- Der Zeuge führt aus, daß diese Aussage durchaus den ThatAusschuß ebenfalls erst noch detaillirt nachgewiesen werden. Daß treffenden Rede des Angeklagten nur die Aeußerung deffelben, fachen entspreche; er habe sich zu damaliger Beil in Thale auf. Die Finanzlage zu einer solchen Ausgabe nicht ermuthige, föune daß der Finanzminister ein Agent Rothschild's gewefen fei, als gehalten und von der ganzen Darlehnssache erst erfahren, als Rebner nicht leugnen. Wäre die wirkliche Finanzlage bei der strafbar ansehe. Der Angeklagte Schwein hagen erklärt nun, Darüber im Aufsichtsrath referirt wurde. Wenn die Broschüre Beschlußfaffung über die Niederlegung der Häuser am Schloß daß er gegen den Finanzminister Miquel Wideiflage wegen ver behaupte, daß die Begründer der Rumänischen Eisenbahnplaye jo befannt gewefen, wie heute, die Vorlage wäre damals leumderischer Beleidigung erheben werde und bitte er diese Klage Attiengesellschaft unter dem Vorgeben, das deutsche Kapital, abgelehnt worden. Für Schönheitszwecke feien die Millionen mit der jetzigen Verhandlung zu verbinden. Der Erste Staats- welches in Rumänien in das Stroußberg'sche Unternehmen ge bew ligt worden, für Nüßlichkeitszwecke aber heute nicht vor anwalt weist darauf hin, daß der Angeklagte das Straffteckt worden, zu retten, nur ihr Schäfchen ins Trockene bringen er wollte, so zeuge dies von einer völligen Unkenntniß der That handen. gesetzbuch nicht zu fennen scheine, denn sonst würde Stadtv. Spinola stimmt mit Rücksicht auf die nahe be wissen, daß es nicht angehe, eine Privattlage mit einem fachen. Das deutsche Kapital, das in dem Stroußberg'ichen vorstehende Einverleibung der Vororte für Abweisung der Bor Kriminalverfahren zu verbinden. Es scheine ihm, als ob in Unternehmen steckte, sei in der größten Gefahr gewesen, als ben diesem Prozesse sich die Erscheinung aus einem früheren Prozeffe Stonzefftonären die Konzession entzogen wurde und die lage ohne Ausschußberathung. Stadt- Baurath Blandenstein hält es für einen großen wiederholen solle; die Angeklagten stellten Anträge über Anträge, Obligationsinhaber nur nach Maßgabe des Werthes der abzus Borzug der heutigen Vorlage, daß sie mit der Uferstraße nichts um die Berhandlung augenscheinlich zu verschleppen. Der schäßenden Bahnstrecken abgefunden werden follten. Nur zu thun hat. Aus demselben Grunde sei das Projekt am Molten Präsident ermahnt die Angeklagten, die Geduld des Gerichtshofes durch Bildung der Aktiengesellschaft sei die weitere Ausmarkt nicht dasjenige, welches den unbedingten Vorzug verdiene. nicht in ungehöriger Weise in Anspruch zu nehmen. Der Anführung des Unternehmens ermöglicht worden. Der Zeuge giebt Ein Spartassen Gebäude werde die Stadt sehr bald gebrauchen, geffagte Echweinhagen erwidert, daß er sich in dieser Berhand eine umfangreiche Darstellung der gesantmten rumänischen Eisendas Dammmühlen- Grundstück reiche nicht lange aus. Aber auch lung in einer eigenthümlichen Lage befinde, der Finanzminister bahn- Angelegenheit und der Schwierigkeiten, welche die Sanirungsfonft sei die Bersplitterung der städtischen Berwaltungs- und vertrete einen atheistischen Standpunkt und Hier wird der versuche fanden. Der Präsident verliest die Protokolle der Nu Bureau Räumlichkeiten derartig, daß das Bedürfniß ernstlich Angeklagte von dem Präsidenten energisch zur Ruhe verwiesen, mänischen Eisenbahn- Attiengesellschaft, welche wegen der Borschüsse überhaupt nicht beftritten werden fönne. Die Jnkommunalisirung da terartige Bemerkungen mit der Anklage nichts zu thun mit Herrn von Hansemann aufgefeßt find. Der Zeuge giebt sodann eine Schilderung der Verhältnisse in eingehender Weise, der Vororte würde die Stadtverwaltung nicht etwa durch Dezen hätten. woraus folgendes hervorzuheben ist: Der Zustand der Bahnen, tralifirung entlasten; jede Dezentralisirung bringe vielmehr eine die von Stroußberg verlassen worden waren, sei ein weit Steigerung der Arbeiten auch für die Bentralstelle mit sich. Stadtv. Sachs II bedauert, daß der heute so beredte Stadtchlimmerer gewesen, als befürchtet wurde. und M M Gerichts- Beitung. Als Zeuge wird sodann Finanzminister Dr. Miquel auf gerufen. Derselbe bestätigt die in der Auflage enthaltenen An gaben über feine Person dahin: Er sei im Jahre 1869 OberSowohl Herr v. Bleichröder wie Herr v. Hansemann hätten sich abgeneigt dem Angeklagten sowohl den Entwurf als die genehmigten präsidenten, sondern von dem rumänischen Haushofmeister hergezeigt, weitere Borschüsse zu geben. Der Aufsichtsrath der Statuten vorlegen, damit er sich überzeugen tönne, daß er sich rühre, der die Ueberleitung der ganzen Sache in den rumänischen Diskonto- Gesellschaft, zu dem der Beuge gehörte, fei aber der geirrt habe. Beide Schriftftücke sind in dem fraglichen Punkte Staatsbetrieb geleitet habe. Der Brief fonnte also gar nicht Meinung gewesen, daß im Interesse des deutschen Kapitals noch gleichlautend, die Aftien lauten auf den Juhaber. an ihn gerichtet gewesen sein. Der Minister ist nun der Ansicht, weitere Opfer gebracht werden müßten. Um nun jeden Schein Um nun jeden Schein Bräs.: Angeklagter Schweinhagen, ich frage Sie nun, ob daß in der Broschüre des Angeklagten Black plößlich derselbe zu vermeiden, als ob die Diskonto- Gesellschaft sich mit Herrn Sie einräumen, daß Sie sich in diesem Punkte geirrt haben und Brief mit der Jahreszahl 1881 veröffentlicht worden sei, er überet v. Bleichröder zu einem guten Gefchäft verbinde, habe der Beuge die gegen Dr. Miquel gerichteten Vorwürfe zurückziehen. zeugt sich jedoch, daß er sich im Irrthum befunden, da der in veranlaßt, zunächst bei anderen Banten einen Verfuch zu machen. Angell. Schweinhagen( nach längerem Bögen) Ja, ich ziehe der Broschüre veröffentlichte Brief thatsächlich ein anderer ist. Es seien Einladungen an die Inhaber von Bankgeschäften er diese Behauptung zurück. Angell. Black meint, daß dann auch die Schlußfolgerungen auf gangen und eine Konferenz habe stattgefunden. Die Bankinstitute Finanzminister Dr. Miquel: Ich muß noch bemerken, feine Person fortfallen müssen. Dr. Miquel: Der Angehätten aber 10 pet. Provision verlangt, diese Bedingungen seien daß mir der Angeklagte Schweinhagen vom Gefängnisse aus flagte sei der Berather Uhlwardt's in der Reichstags- Kommission ihm zu hart erschienen und die Verhandlungen hätten sich zer einen Brief gefchrieben hat, des Inhalts, daß, nachdem ich im gewesen; bei den Berathungen derfelben sei ja auch jener Brief fchlagen. Reichstage meine Behauptung zurücfgenommen habe, fei auch er produzirt worden. Wenn der Angeklagte wußte, daß der Brief Der Erfte Staatsanwalt erklärt, daß er gehört habe, wie bereit, feine Behauptungen zurückzunehmen und er verspreche nicht an ihn( Beugen) gerichtet gewesen, hätte er es doch sagen der ihm zunächst sitzende Angeklagte Black während der Aus- auch, sich fernerhin aller beleidigenden Behauptungen gegen müssen. führungen des Beugen seinem Nachbarn zugeflüstert habe:" Das meine Person enthalten zu wollen, wenn ich dagegen den Straf Der Angeklagte Schweinhagen fommt nochmals auf die ist alles Schwindel." Um nun dem Angeklagten Black zu beantrag zurückziehen wolle. Es geht daraus hervor, daß der An Angelegenheit der braunschweigischen Bahnen zurück und führt weisen, daß die Aussagen des Zeugen durchweg der Wahrheit geklagte schon damals die Haltlosigkeit feiner Behauptungen dem Minister vor, daß er auch persönlich gegen ihn gereizt fei, entsprächen, beantrage er, dem Angeklagten Black die fraglichen eingesehen haben muß. Ich habe kein Interesse daran, weil fein Vater unter dem Regime Miquels in Frankfurt a. M. Efripturen zu unterbreiten. ob der Angeklagte schwer oder gelinde bestraft wird, aus Anlaß von Bestrebungen zur Lösung der Wohnungsfrage aber ich meine, es müffe gegen Leute, Leute, welche welche in Verluste erlitten habe. Der Minister widerlegt diese nicht zur folcher Weise mit der Ehre ihrer Mitmenschen umgehen, ein Sache gehörenden Ausführungen. Auf direktes Befragen des Exempel ftatuirt werden. So unangenehm mir auch eine der Vorsitzenden giebt der Angeklagte Schweinhagen zu, daß er sich artige Verhandlung sein muß, habe ich es deshalb trotzdem für bezüglich der Mitwirkung des Beugen bei der braunschweigischen nothwendig gehalten, auf dem Strafantrage zu bebarren. Bahn geirrt habe und die persönliche Seite seiner Angriffe zurückErster Staatsanwalt Drescher weist darauf hin, daß der nehme. Wenn der Staatsanwalt aber auch die objektive RichtigFinanzminister Dr. Miquel wird sodann weiter über die Angeklagte Schweinhagen gestern zu dem Punkte der Braun- teit seiner Sachdarstellung bestreiten würde, müßte er Zeugen aus Berhältnisse der rumänischen Eisenbahnen befragt und erkennt die schweigischen Eisenbahnen eine neue Beweisaufnahme in Aussicht Braunschweig vorladen.-Minister Dr. Miquel: Auch objektiv bei den Akten befindlichen Kopien von Briefen mit seiner Unter- gestellt habe, um zu beweisen, daß der Widerruf des Finans feien die Angriffe ohne Boden. Es sei doch geradezu dreift, von schrift an. Angefl. Plac( fehr erregt): Ich behaupte, daß minifters im Reichstage ein bewußt falscher gewesen sei. einer Angelegenheit, die ordnungsmäßig durch die zuständigen jene Briefe nachträglich gefertigt sind. Praf.: Das ist eine Auf eine Anfrage des Ersten Staatsanwalts, ob er sich viel Instanzen geführt und geregelt sei, zu behaupten, daß absichtliche schwere Beleidigung für den Beugen, die ich Ihnen ernstlich leicht befinne, zu irgend einer Beit mit der braunschweigischen Schädigungen stattgefunden haben. Das zeige die Leichtfertigkeit, unteriage. Angell. Plad: Ich habe hier lauter Original Regierung verhandelt zu haben, erklärt der Zeuge, daß die Sache mit welcher die Angeklagten mit der Ehre anderer Personen umbriefe von Bleichröder, Briefe an Robert Warschauer zc., die 24 Jahre her fei, so daß er darüber keine Auskunft geben tönne. springen. Wenn er( Beuge) nun wirklich bei dem braunschweigieinen ganz anderen Inhalt haben als die Darstellung des Beugen. Er wisse nur, daß er am 1. Januar 1871 Aufsichtsrathsmitglied fchen Vertrage mitgewirkt hätte sei denn der Angeklagte beDer Vorsitzende verlangt diese Briefe von dem Angeklagten der konstituirenden braunschweigischen Aktiengesellschaft geworden rechtigt gewesen, bie ehrenrührigsten Behauptungen gegen ihn aufein und ersucht den Minister, Einsicht davon zu nehmen. fei, während der Vertrag mit der Darmstädter Bant schon 1870 zustellen und sich nun jezt hinter Ausreden zu verstecken? Solchen Angell. Plad: Diese Briefe hat der Zeuge nicht einzusehen, abgeschlossen war. Herren müsse durch die Handhabung der Justiz gezeigt werden, dagegen protestire ich. Ich will nicht, daß der Zeuge Kenntniß welch frevelhaftes Spiel sie treiben. Der Minister wird hierauf von dem Inhalte der Briefe nimmt. Präj.: Ich habe den entlaffen. Zeugen ermächtigt, von den Briefen Kenntniß zu nehmen. Beuge Dr. Miquel( lächelnd): Diese Briefe betreffen ja gang andere Dinge. Juftizrath Mundel, der seiner Zeit die Vertheidigung Joachim Gehlsen's geführt, wird über die damalige Eidesleistung des Dr. Miquel vernommen. Er fann sich des Wortlautes nicht mehr erinnern, glaubt jedoch, daß die Darstellung, welche der Beuge und das von demselbe eingereichte Stenogramm giebt, im allgemeinen zutrifft. 1 Was den Vorwurf betrifft, daß die Distontogesellschaft für ihre Darlehen an die rumänische Gesellschaft Wucherzinsen ges nommen habe, fo ftellt der Vorsitzende feft, daß für die ver schiedenen Vorschüsse durchweg Zinsen unter 8 pst. genommen feien. Wenn man die ausbedungene Provision hinzurechnet, so tommen in wenigen Fällen 12, 13 und 16 pet. heraus, lettere Säge fallen gerade in die Zeit, wo die Krisis bevorstand. Zu den übrigen Beleidigungen, die in der Broschüre enthalten sind, bemerkt Minister Dr. Miquel: Man hat behauptet, ich fei Jude. Rein Wort wahr! Man hat behauptet, ich ftammte von portugiesischen Juden ab, gänzlich unwahr! Man behauptet von Herrn v. Hansemann, daß er Jude sei und will anscheinend fogar Herrn v. Bennigfen zu einem Juden machen. Man hat davon angedeutet, daß bei uns eine Art jüdischer Nebenregierung bestehe. Wer unser Staatswesen tenne, der werde solche Behauptungen für albern halten, um darauf zu antworten. Auf ähnliche unsinnige Behauptungen werde er nur zurückkommen, wenn es der Vorsitzende für erforderlich halte. Angefl. Schwein bagen verweist nachmals darauf, daß er feine Schlußfolgerungen bezüglich der braunschweigischen Bahnen aus den eigenen Erklärungen des Ministers Miquel im Reichstage gezogen habe. Er tönne nichts dafür, daß sich der Minister dabei in einem Jrrthum befunden habe. Angefl. Plac: Ich habe noch eine ganze Reihe von Fragen an den Beugen. Darf ich diese stellen? Präf.: Ja, aber furs. Angefl.: Dann möchte ich doch darauf auf merksam machen, daß der Zeuge beinahe zwei Stunden lang seine Ausführungen gemacht hat. In der Broschüre Pharisäer und Heuchler" sucht der Angeflagte Black nachzuweisen, daß die im Jahre 1870 begründete Preußische Zentral- Bodentredit- Aktiengesellschaft nur dazu angethan set, das deutsche Volt in der allerschlimmsten Art auszuwuchern. Der Bodenbefizer, der dieser staatlich priviligirten Attiengesellschaft in die Hände falle, müsse unrettbar verarmen. Dem Finanzminister wird vorgeworfen, daß er sich als Mitbegründer dieses Instituts an dem Wucher betheiligt habe. sind zu diesem Punkte mehrere Sachverständige als Zeugen ge laden. Der Prokurist Arendt von dem genannten Institut giebt eine Darstellung der Geschäfts- Prinzipien, welche bei der Entnahme eines Darlehne bei der Preußischen Boden- Kredit- Aktiengesellschaft zur Anwendung kommen. Es tommen 1/8 pбt. Provisionsuntosten zur Berechnung. Dr. Miguel: Die Binsen waren gerechtfertigt bei der ganzen Sachlage. Sie haben nirgends über 8 pet. betragen. Die Gesellschaft konnte ja nichts weiter erlangen, als die Garantie des rumänischen Staates. Ob diese zu erlangen war, war zweifelhaft. Die rumänischen Staatspapiere, welche weit unter Der zweite Sachverständige, Landrath a. D. v. Diest- Daber, pari ftanden, zahlten 8 pet. und vom 3. Mai 1878 ab ist fest fchickt seinem Gutachten die Bemerkung voraus, daß er in der gesetzt worden, daß für den Vorschuß der Bantiers nicht mehr Sache nicht unbefangen fei. Er habe es sich derzeit zu seiner als 8 pet. zu bezahlen seien. Die Bantiers bekamen also nicht Lebensaufgabe gemacht, gegen den ganzen Gründungsschwindel mehr, als die Aktionäre. Die Zinsen, die genommen waren, be aufzutreten und fei auch gegen das in Rede stehende Justitut trugen alle unter 8 pet., die Provision richtete sich ganz nach Der Angeklagte fragt u. a. den Minister, wieso es denn durch Wort und Schrift vorgegangen. Es habe ihm dies eine der Länge der Darlehne. Die ganzen Verhandlungen über Pro fomme, daß er trotz seiner großen parlamentarischen Thätigkeit Antlage wegen Beleidigung zugezogen und er fei auch zu drei vifionen und Binfen habe Herr v. Hansemann geführt. Er selbst und seiner Thätigkeit in der Diskonto- Gesellschaft noch Direttor Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Er habe damals vom habe die betreffenden Briefe, welche zwei Unterschriften tragen der Provinzial Distontogesellschaft geworden sei? Der Gefängnisse aus eine Broschüre an den Reichstag gerichtet, mußten, mit unterschrieben, wenn er aber die Unterschrift Hanse Minister antwortet, daß in dem Reglement der Distonto- Gesell worin zu beweisen gesucht habe, daß er auf mann's darauf fab, habe er fein Bedenken getragen, zu unter fchaft ausdrücklich festgesetzt ist, daß die Geschäftsinhaber ver- grund von Meineiden, speziell des Herrn v. Bleichröder fchreiben. Er habe bei der ganzen rumänischen Angelegenheit pflichtet sind, an der Verwaltung derjenigen Gesellschaften, an verurtheilt worden sei. Er führe dies an, um zu beweisen, daß fast ausschließlich juristisch mitgewirkt. Der Vorwurf des Mein- denen die Diskonto- Gesellschaft ein Interesse hat, theilzunehmen. er der Frage nicht unbefangen gegenüber stehen könne, aber er eids gegen ihn sei überaus frivol. Thatsächlich habe eine bes Nun hatte die Provinzial Diskontogesellschaft die intimsten Be- versichere, daß er sich streng an die Wahrheit halten würde. Gr sondere Beschlußfaffung über jenes Darlehen im Aufsichtsrathe ziehungen zur Diskonto- Gesellschaft, und deshalb habe er die müsse nun bemerken, daß die Privilegien, die der Preußischen überhaupt nicht stattgefunden. Das Gegentheil der Verleumdung Direktion übernommen. Der Angeklagte stellt noch eine Reihe Bodenkredit Aktiengesellschaft gegeben seien, zum Theil den Ge sei erwiesen. Als Herr Rechtsanwalt Mundel damals ganz von Fragen an den Beugen, die fich auf die immer von neuem feßen widersprächen! Im übrigen ftebe er auf dem Boden der nebenbei ihn gefragt, ob die Gesellschaft für andere Darlehne von ihm aufgestellte Behauptung beziehen, daß der Zeuge ent- Berechnung, die der Angeflagte in seiner Broschüre aufgestellt höhere Binsen als 8 pet. genommen, habe er, da die Vorgänge gegen feiner Erklärung doch persönlich spekulirt, 100 000 Thaler habe. Der Sachverständige suchte sodann an der Hand eines fchon vier Jahre zurücklagen, selbstverständlich darauf nicht präzise rumänisch persönlich gezeichnet bei der Uebernahme der schriftlichen Gutachtens darzuthun, daß diejenigen Leute, welche antworten fönnen. Die gegentheilige Behauptung des Angeflagten Heinrichshütte in die Dortmunder Union einen Gründergewinn die Hilfe der Preußischen Bodenkredit- Aktiengesellschaft in Ansei so frivol, daß es kaum glaublich sei. Ein Mann von der gemacht habe. Der Beuge widerlegt alle die in spruch nähmen, ungünstiger gestellt seien, als diejenigen, welche Qualität des Angeklagten fönne ihn in seiner Ehre nicht tränken, diefen Fragen liegenden versteckten Angriffe in ause sich an die Landschaftsbanken wendeten. er habe den Strafantrag geftellt, weil er bies feiner Stellung führlicher Weise, und an der Hand seines Konto Auszuges aus Der Ritterschafts- Sefretär Walter sprach sich in ähnlichem schuldig sei und weil er das mehr und mehr aufkommende System den Büchern der Diskonto- Gesellschaft. Er weist nach, daß von Sinne aus. der gewerbsmäßigen Verleumdung nach geschäftlichen Rücksichten Spekulationen seinerseits entschieden teine Rede sein tönne. Gr Auf weiteres Befragen des Angell. I ad erklärt Herr für überaus gefährlich halte. ertärt eidlich, daß er für sich keine 100 000 Thaler gezeichnet v. Die ft Daber, daß bei der Begründung der Bentral- Bodentredit Der Finanzminister Dr. Miquel fährt in seinen Ausführungen habe. Was den Gründergewinn an der Heinrichshütte und den Aktiengesellschaft ein eigentlicher Gründergewinn sich nicht nachfort: Jin Aufsichtsrath sei fein Augenblick ein Zweifel darüber angeblichen Gewinn von vielen Millionen" betreffe, den er an weisen laise, baß die Vortheile, die den Gründern erwachsen seien gewefen, daß es einer gut fundirten, mit den rumänischen Ver- der Dortmunder Union gemacht haben solle, so weisen die Be- in den Privilegien liegen, die ganz außerordentlich gewesen hältnissen vertrauten Gesellschaft gelingen würde, den Eisenbahn- rechnungen und Auszüge des Bücherrevisors Töpfer nach, daß und die auf Kosten der armen Leute gegeben feien, die hinein batt in Rumänien zu einem glücklichen Ende zu führen und das er schließlich durch seine Theilnahme an der Verwaltung bei der fallen, ohne wieber herauskommen zu können. Die Gesellschaft deutsche Kapital au retten. Es sei damals seitens der Diskonto Dortmunder Union 69 900 m. verloren habe. Der Angeklagte vertheile doch immer 9-91, pet. Binsen und die Verwaltungs zu gesellschaft und des Bankhauses Bleichröder ein Aufruf an die macht bei allen Einzelheiten zahlreiche Ausführungen, die von ràthe erhalten hohe Tantiemen auf Kosten der armen Leute, die Inhaber der 7/2 prozentigen rumänischen Eisenbahn- Obligationen dem Zeugen im Einzelnen widerlegt werden, und bleibt trop binein müffen. Angefl. Schweinhagen betont, daß er zu erlassen, in dem sie aufgefordert wurden, gemeinfame Schritte aller Borhaltungen des Zeugen und des Präsidenten dabei, daß feinem Vorgehen wesentlich durch die Druckschriften des Herrn zur Rettung ihres Rapitals zu thun. er nicht überzeugt worden sei und bei seinen Behauptungen, die v. Diest- Daber veranlaßt worden sei, während legterer erklärt, er in der Broschüre aufgestellt, stehen bleibe. Die Kreuze und daß er den Angeklagten gar nicht fenne. Angell. Black fragt Querfragen des Angeklagten, bei denen er auf eine besondere den Sachverständigen, ob er und seine Gesinnungsgenossen, die Frage des Präsidenten den Vorwurf des Meineides ausdrücklich damals die einschlägigen Verhältnisse studirt, nicht die Empfin aufrecht erhielt, stellt derselbe theilweise in so erregtem Tone, dung gehabt haben, daß die besonderen Privilegien, welche der Zeuge Dr. Miquel: Dieser Fall ist schon im Reichstage daß der Vorsitzende ihn wiederholt ermahnt, in den Schranken Gesellschaft errungen worden, direkt den Bemühungen des Herrn zur Sprache gekommen. Es sind keine Buchungen, sondern nur seiner Wertheidigung zu bleiben und nicht allerlei Ausführungen Miquel zuzuschreiben feien. Herr v. Die ft Daber weiß aus Eintragungen irgend eines Beamten, der vielleicht furzweg als zu machen, sondern Fragen zu stellen. Angefl: Bon. eigener Kenntniß nichts darüber zu sagen. Herr Wedemeyer " Preffe" bezeichnet hat, was er richtiger mit Drudschriften, Präs: Lassen Sie diese Art des Ausdrucks doch habe ihm f. 3. erzählt, daß die Gesellschaft ihre Konzession Birtulare" oder dergleichen hätte eintragen müssen. Ich weiß weg! Sprechen Sie deutsch und loffen Sie diese wesentlich den Bemühungen Miquel's, den Bismarck begünstigt, nichts davon, muß aber sagen, daß ich es nicht für denkbar halte, hochfahrende Art und Weise, sonst müssen wir wirklich zu danken habe.- Sierauf wird die Sigung auf Mittwoch die Preffe mit 100 Thalern bestechen zu fönnen. gegen Sie mit einer Orduungsstrafe vorgehen. Angeti.: Jch 9 Uhr vertagt. Zu der Zusammensetzung des Gerichtshojes versichere, daß ich nicht die Absicht habe, mich ungebührlich zu haben wir zu berichtigen, daß Assessor v. Grolmann Beibenehmen und daß ich von Natur eine harte Stimme habe. fiber, Affeffor Kaldewey aber Erfahrichter ist. Unter den weiteren vielen Fragen des Angeklagten befindet sich Präs.: Der Angeklagte wirft Ihnen in seiner Broschüre vor, daß sich in den Büchern der Diskontogesellschaft zwei Buchungen befänden, wonach der Presse jedes Mal 100 Thaler grgeben worden seien. Präs.: Nun wirst der Angeklagte Schweinhagen Ihnen ferner vor, daß Sie die braunschweigische bezw. preußische Regierung bei der Uebernahme der braunschweigischen Eisenbahn hintergangen hätten. " 2 auch immer wieder diejenige, ob es fiberhaupt möglich sei, daß Gegen den Besitzer des Theaters Inter den Linden", Der Beuge Dr. Miquel erklärt, daß diese Behauptung der Beuge damals von dem Darlehnsgeschäft nichts gewußt den Attien- Bauverein gleichen Namens, tlagte vor dem Amts völlig aus der Luft gegriffen sei. Als Ahlwardt im Reichstage habe. Der Beuge verweist nochmals darauf, daß er damals gericht I die Tänzerin Parziensta auf Zahlung der Gage vom die Behauptung aufgestellt habe, daß er, der Zeuge, beim Ver- feinen Aufenthalt in Thale hatte und daß das Darlehnsgeschäft 15. Dezember v. J. an, wo sie zu Unrecht entlassen worden. Die fauf der braunschweigischen Eisenbahn mitgewirft babe, babe er jedenfalls in fehr kurzer Zeit perfekt geworden sei. Dabei fei Tängerin war im August v. J. wegen Versäumens einer Chor sich zu erinnern geglaubt, einmal bei dem Abschlusse ein es auch gar nichts besonderes. Die Reichsverwaltung wie die probe entlassen, auf Bitten ihrer Mutter aber noch am selben Vertrages mit thätig gewefen zu sein. Dann habe er sich aber Seehandlung geben noch heute, wenn sie große Mittel hinter sich Tage wieder eingestellt und weiter beschäftigt worden, ohne daß überzeugt, daß er sich in einem Frrthum befunden habe, denn haben, solche Lombarddarlehen, wenn sie nur genügende Sicher ihr jemand gesagt hätte, daß in ihren kontraktlichen Abmachungen der Bertrag sei bereits im September abgeschloffen worden, heit haben. Der gange Aufsichtsrath war, als diefes Darlehn eine Aenderung eintrete. Sie erhielt auch regelmäßig ihre Gage, während er erst im November desselben Jahres in die Diskonto perfekt geworden war, natürlich höchst zufrieden darüber. Alle monatlich 100 m., weiter bis zum 15. Dezember, wo ihr mit Gesellschaft eingetreten sei. Man sehe wieder daraus, mit welcher Angaben und Schlußfolgerungen des Angeklagten bei diefem getheilt wurde, daß hinfort die Kündigungsfrist nur drei Tage Frivolität derartige Behauptungen aufgestellt worden feien. Er Punkte haben gar feinen Boden. Das System, welches der Un- betrage; wolle sie darauf nicht eingehen, so könne sie ihre tönne bestimunt behaupten, daß er weder mit einem Minister geflagte befolge, fei das feines Vorgängers und Vorbildes Stellung, verlassen. Legteres that die Tänzerin und flagte nun noch einen Beamten über diese Angelegenheit gesprochen habe. Gehlsen, der auch die thörichte Behauptung aufgestellt hatte, er gegen Sie fontraftbrüchig gewordene Verwaltung des Theaters. Ju ber Pamphletistenpresse werde ferner behauptet, daß er ber( Benge) hätte burch seinen Einfluß bei der Reichsregierung das Sie war nämlich f. 3. burch schriftlichen Vertrag für ein ganzes Diskonto- Gesellschaft dadurch Vortheile habe zuwenden wollen, Darlehnegeschäft zu stande gebracht. Er tomme so ausführlich Jahr, mit dem Vorbehalt der Kündigung im ersten Monate desdaß er auf die Staatsregierung eingewirkt habe, damit die darauf zurück, um die Dreiftigkeit des Angeklagten zu selben, verpflichtet worden. Da dieses Jahr noch nicht abgelaufen, Distonto- Gesellschaft mit dem Ankaufe von Effekten für den charakterisiren, der es wage, es als Meineid hinzustellen, wenn brauchte sie auf die dreitägige Kündigungsfrist 2c. nicht einzugehen Juvalioenfonds betraut werde. Nach der ganzen Geschäfts- er gesagt habe, daß er so plöglich über die Höhe und erhob den oben genannten Klage- Anspruch. Von dem Be vertheilung sei dies einfach unmöglich gewesen. Wenn er nun eines Binsfazes nichts aussagen tönne und fich auf tlagten wurde eingewendet, bei der Wiedereinstellung des Mädchens wirklich mit dem Staatsminister Dr. Delbrück Rücksprache ge- Herrn v. Hansemann berufe. Im weiteren Verlaufe im August, sei ihr mündlich von irgend jemand zuerst sollte nommen hatte, fo fönne doch tein vernünftiger Mensch glauben, feiner Bernehmung tommt der Zeuge, um auch die Raffinirtheit es der Direttor Binder gewesen sein und gestern, nach der eiddaß derselbe sich von einem Bankdirektor beeinflussen lassen des Angeklagten zu charakterisiren, auf einen Brief zurück, den lichen Bernehmung dieses wieder ein Theaterfekretär- mitwürde. Der Staatsminister Dr. Delbrück habe in der erfolg Ahlivarot schon in der Reichstags- Kommiffion produzirt habe. getheilt worden, daß hinfort jederzeit Kündigung erfolgen tönne, vern reichsten Weise die Interessen des Invalidenfonds wahrgenommen Der Brief sollte von einem Senatspräsidenten in Rumänien an und zwar unter Einhaltung einer vierzehntägigen Frist, aus der und die ihm gemachten Unterstellungen feien unerhört und viel ihn( den Beugen) gerichtet gewesen sein und Dankesworte für jedoch als Binder von der Sache nichts zu wissen erklärte, gestern leicht nur in Preußen möglich. erhaltene Gefchente enthalten haben. Diesen Brief sollte er, eine breitägige Frift wurde. In dem schriftlichen Vertrage heißt Angeti. Schwein hagen giebt zu, daß das Berlesene in Beuge, f. 3. zerriffen und in den Papierkorb geworfen, der Bote es nun aber:" Abänderungen dieses Bertrages tönnen nur der Braunschweigischen Eisenbahnangelegenheit zutreffend sein Meißner ihn aber wieder zusammen geklebt haben. Als Ahlwardt schriftlich geschehen; mündliche Abmachungen haben keine rechttönne, aber das verlesene Statut fei nur ein Entwurf! In diesen Brief auf Drängen endlich herausgab, habe sich heraus. liche Giltigkeit." Der Anwalt der Klägerin beantragte daher, diefem habe gestanden, daß die Aktien auf den Namen lauten geftellt, daß die Jahreszahl unleserlich gemacht war, so daß man nicht erst den Sekretär zu vernehmen, da die neueste Behaup follten, während in dem genehmigten Statut bestimmt sei, daß nicht ſehen konnte, ob die Jahreszahl 1881 oder 1871 war. Es tung von der mündlich abgemachten dreitägigen KündigungsDie Attien auf den Inhaber lauten sollten. Der Präsident läßt habe sich herausgestellt, daß der Brief nicht von einem Senats- frist nur zum Zwecke der Verschleppung aufgestellt sein könne. - Die Bülowfir. 45. Der Richter wies denn auch das Verlangen, einen neuen Termin| Reichstags- Fraktion verübe an den Kongreßbeschlüssen Wort| Restaurant Kayfer, Staligerfir. 22. Must- Dilettantenverein preciofa. zur Bernehmung des Sekretärs anzuberaumen, ab und verlauberei, spreche am deutlichsten der flare Wortlaut derselben, abends 8-11 uhr Uebungsstunde in Geisler's Restaurant, Fenn und Tegelerstraßen- Ede. Männer- Gefangverein Apollo, Abends 9 Uhr, im urtheilte den Aktien- Bauverein, die Gage, wie gefordert, zu wie er in den Protokollen über die Verhandlungen der Partei- Restaurant Schulze, Beuthstr. 18-19. zahlen. tage nachzulesen ist. Die Hamburger Maifeier 1890 und ihre Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Manteuffelstr. Kraftturnverein Jugendtraft, jeben Mittwoch und SonnTurnverein Gesund Wegen Feilhaltens bezw. Verkaufs stark gewässerter Folgen müßten auch dem Blödesten klar machen, daß an eine 11 Uhr abends, bet gade, Seugbofitr.§. Milch hatte sich dieser Tage der Milchhändler Ernst Lerche der Hand in Deutschland nicht gedacht werden könne. stritte Durchführbarkeit der allgemeinen Arbeitsruhe vor brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8%-10% Uhr Abends in der Turnhalle, Freienwalderstraße 39. Kraftturnverein Berolina, und dessen Ehefrau vor dem Rixdorfer Schöffengericht zu ver- Verhandlungen endeten schließlich mit der Annahme der von athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsfiunde, Brunnen. Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerstraße 73a. antworten. Der Gerichtshof nahm an, daß die Angeklagten massini vorgeschlagenen Resolution mit allen gegen sechs fraße 154, 2otal Kontordia. Berliner Turngenossenschaft: selbst von ihrem Lieferanten betrogen worden seien und ver- Stimmen.( Lebhaftes Bravo.) Eine Reihe persönlicher Bemer- Die 3. Männer- Abtheilung turnt jeden Mittwoch und Sonnabendte( MitZurnverein" Fichte" urtheilte dieselben daher unter Annahme mildernder Umstände tungen riefen eine derartige Unruhe hervor, daß der Vorsitzende von 8-10% Uhr in der Chori Turnerb Die 1. Männer: Abtheilung zu je 20 M. Geldbuße, event. 10 Tagen Haft. glied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes). die größte Mühe hatte, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Der furnt Mittwoch und Sonnabend von 8-10% Uhr Friedenstr. 37. Rigdorfer Beamtenkreisen. Widerstand gegen die zweite Punkt der Tagesordnung: Berichterstattung über das Theater- und Bergnügungs- Berein Humanitas Abends 9 Uhr bei Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Staatsgewalt wurde dem Tischler Karl Reinicke zur Last gelegt, graphische Kartell", Referent Steinbruder Sillier, wurde Reed, Lothringerſtraße 94. Restaurant Lothringerstraße 101. Theater und Leseklub Morgenroth, der sich dieserhalb vor dem Rixdorfer Schöffengericht zu ver- vertagt. Das Bureau der Versammlung erhielt den Auftrag, jeden Mittwoch, abends 9 Uhr, im Restaurant Diete, Lothringerſtr. Nr. 67. antworten hatte. Am 23. August v. J. wurde R. von einem auf den Gräbern der Märzgefallenen im Namen des graphischen Theaterverein erge 3 jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Restaurant Lewinsti, Heimathlu ft, Sigung jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Gendarmen verhaftet, weil er angeblich eine Strafe zu verbüßen Gewerbes einen Kranz niederlegen zu lassen. Mit begeistertem bel H. Lange, Stromstraße 28. Theater- Gesellschaft Klaus Beneditt, habe. Im Polizeibureau will R. nun von dem Gendarm mit Hoch auf die internationale Sozialdemokratie fand die von etwa Abends 9 Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerfir. 45. Fauftschlägen trattirt worden sein, so daß er heftig blutete. 1500 Personen besuchte Versammlung ihren Schluß. Geselliger Vergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Reftaurant Sommer, Grünftraße 21. Kreuzfidel, bet Gumlich, ReichenbergerTouristenR. hatte daraufhin gegen den Beamten Anzeige erstattet, die Fidele Brüder, bei H. Mrose, Lachmannitr. 5. In Rigdorf tagte am 11. März eine recht start besuchte traße 149.indeß resultatlos blieb. Zwei Tage später hat der Gendarm verein Frei Weg, Abend 9 Uhr bei Giedlukad, ManteuffelAbends Arbeiter Zitherflub Freiheitstlänge, gegen R. Anzeige wegen Widerstands erstattet, weil der Veröffentliche Gewerkschafts- Versammlung, in welcher Genosse ftraße 86. Bahnhof Don 8-11 Uhr, bei R. Ponimerente, Bahnstraße 23, am haftete fich angeblich bei seinem Transport nach der Belle Faber aus Berlin über den Zweck und Nußen der GewerkGroßgörschenstraße. Bitherflub Alpenglödchen Edelweiß. gefträubt habe. Der Vorsitzende des Schöffengerichts gab sich schaftskartelle sprach. An der Diskussion, welche dem mit Beifall uebungsabend Gipssir. 11 bet Golmann. Damen und Herren als Mitspieler Verein Wohlgemuth jeden Mittwoch 9% Uhr Sizung alle Mühe, den Fall aufzuklären, doch wollte der als Zeuge ver- aufgenommenen Referate folgte, betheiligten sich mehrere Redner wiltommen. Bergnüngungsverein Hand nommene Gefängnißwärter nichts gesehen haben, obwohl er von im zustimmenden Sinn. Die Versammlung nahm dann ein mit Damen bei Weigmann, Andreasftr. 32. Straße 80-81. Gesellschaft Hero, Abends 9 Uhr, Sigung Brunnenstr. 155 anderer Seite direkt darauf aufmerksam gemacht worden, daß stimmig eine Resolution an, in der sie sich mit dem Referenten in Sand 2, Abends 9 ühr, im Restaurant Müüer, Große FrankfurterGeselliger Berein unter uns. Jeden Mittwoch Abend um R. blutete. Unter diesen Umständen hielt der Gerichtshof die einverstanden erklärte und diejenigen Berufe und Gewerbe, bet Seft. Vergnügungsverein 2ustige Sache nicht für aufgeklärt und sprach den Angeklagten kosten- welche in dem Rixdorfer Gewerkschaftskartell noch nicht ver- 8 Uhr bei C. Fischer, Beuffelſtr. 66. los frei. treten find auffordert, ihre Delegirten zu demselben in öffentlicher Seelen Sigung und Fidelitas jeden Mittwoch Uhr bef Heinrich, BlücherVersammlung zu wählen. Eine weitere Resolution, welche nach Rauch flub Roochloch, Abends 9 Uhr, bei Kierstein, Admiralftr. 33. furzer Diskussion gleichfalls zur Annahme gelangte, spricht das Sumoristischer Rauchflub, Abends 9 Uhr, bei A. Nienam, Görligerftraße 42. Rauch flub Sanssouci, Boechstraße Einverständniß der Versammlung mit denjenigen Ausführungen Rauchklub Ohne 8wang, abends 9 Uhr bei Späth, Weinftr. 28. des Referenten aus, welche sich gegen den Indifferentismus der Rauchfluh Grüne Quafte, Abends 9 Uhr, bei Schlüter, Kleine MarkusRauchflub Vultan, Abends 9 Uhr bei Rachfall, Arbeiter wandten und fordert die Arbeiter auf, nur in solchen fraße Waldemarfir. 18. Rauchklub Goldene Quaste, Abends 9 Uhr, Lokalen zu verkehren und Versammlungen oder Vergnügungen bei Muß, Joslyftraße 8. Rauchklub Schmotes Werte, KöpeniderSumoristische Pfeifenbrüder, abzuhalten, in welchen die Kellner durch den Arbeitsnachweis der ftraße 121a Gastwirthsgehilfen, Berlin, Annenſtr. 16, bezogen sind. Nach Abends 9 Uhr, Klosterstraße 83, beim Genoffen W. Salzwebel. einigen Mittheilungen unter Verschiedenem erfolgte Schluß der Deutsche Eiche, Abends 9 Uhr bei John, Waldemarfir 52. Versammlung. Derlammlungen. Der deutsche Holzarbeiter- Verband( Zahlstelle Berlin) hielt am Mittwoch, den 7. d. Mits. bei Grafweil eine außer ordentliche Generalversammlung ab, in welcher Kollege Wiede mann über die Frage Wie stellen sich die Mitglieder zu den von den Unternehmern geforderten Nebenarbeiten, wie Holz abtragen u. f. w.?" referirte. Redner schilderte eingehend alle die Nebenarbeiten, welche bei den Holzarbeitern sich nach und nach eingebürgert haben, wie Holzabtragen, Querschneiden, Abschnitte wegschaffen, Werkzeug im Stand halten, ja selbst Fenster waschen u. s. w. Da diese Arbeiten alle unbezahlt verrichtet werden müssen, so erleidet der Arbeiter eine erhebliche Einbuße an seinem Lohn. Gegen derartige Arbeiten müsse energisch Front gemacht und den Meistern largelegt werden, daß gegen Schnaps und Bier, welche Vergütigung hin und wieder gewährt wird, feine Arbeitskräfte zu haben sind. In der sich hieranschließenden, sehr lebhaften, Diskussion tamen noch viele, recht drastische, Fälle zur Sprache. Zum Schluß gelangte folgende Resolution zur ein stimmigen Annahme: Die Versammlung beschließt, alle Arbeiten, welche nicht zum vertragsmäßigen Abschluß gehören und von Seiten der Unternehmer unentgeltlich oder gegen ein geringes Trinkgeld verlangt werden, entweder entschieden abzulehnen oder eine angemessene Bezahlung, eventuell auf gerichtlichem Wege zu fordern. Um für diese berechtigten Forderungen den vollen Nachdruck zu erreichen, ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, dahin zu wirken, daß die indifferenten Kollegen sich dem Verbande an= schließen, weil nur durch gemeinsames Handeln die schädlichen Zustände in unseren Arbeitsverhältnissen beseitigt werden können. Alle aus dieser Forderung entstehenden Differenzen sind, ehe weitere Schritte unternommen werden, der Werkstatt Kontrollfommission zu melden. Sodann gelangte ein Schreiben der Kollegen in Rottbus zur Verlesung, welches beantragt, zu der dafelbft stattfindenden Konferenz der Zahlstellen Brandenburgs des Deutschen Holzarbeiter Verbandes einen Delegirten zu entsenden. Die Versammlung lehnte die Aufforderung ab. Unter Berschiedenem gab Kollege Wiedemann Bericht über den Ausstand in der Sprange'schen Werkstatt, worauf die vom Vorstand vorgeschlagene Unterstüßung der noch Arbeitslosen mit 18 resp. 15 M. bewilligt wurde. 0 Dem Borschlage, anstatt des Stiftungsfestes eine Dampferpartie nach Wilhelminenhof zu unternehmen, wurde seitens der Versammlung gleichfalls zugestimmt. Nach der Bestätigung der neugewählten Kontrolleure zur Kontrollkommission im Bezirke Süd- Ost erfolgte der Schluß der Versammlung. " Achtung! Glasarbeiter und Berufsgenossen. Seute, Mittwoch, Abends 8 Uhr, im Märtischen Hof", Admiralftr. 18c: Große öffentliche Ver fammlung. Tagesordnung: Die Ausbeutung der Glasarbeiter. Wahl eines Delegirten zur Gewerkschaftskommission. Stellungnahme zum 1. Mai. Verein der Markthallenstand- Inhaber Berlins( nicht zu verwechseln mit dem Verein feßhafter Händler.) Donnerstag, den 15. März, Abends 8 Uhr, in den Zentral- Festfälen( Hoffmann), Oranienstraße 180: Ber= fammlung. Metallarbeiter! Große öffentliche Bersammlung sämmtlicher Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Siemens u. Salste am Mittwoch, den 14. März, Abends 8 Uhr, im Friedrichstädtischen Kasino, vorm. Martens, Friedrich straße 236. Tagesordnung: 1. Nochmals die Lohn- und Arbeitsverhältnisse bei der Firma Siemens u Halste und die„ Protest": Versammlung(?) einiger Stüßen" des Berliner Wertes. Die Differenzen im Berliner Wert. Referent Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner Berlin. Umstände halber fällt die Bersammlung am Mittwoch, den 14 März, aus, dafür findet am Freitag, den 16. März, Abends 8 Uhr, Versammlung mit Frauen im Rommandanten- Garten", Kommandantenftr. 10-11, in der Herr P Böhm einen Vortrag über: Carl Marr ökonomische Lehren" hält, statt. Otto Naether. Sozialdemokratischer Agitationsverein für die reise Wittenberg, Schweinit. Torgau und Liebenwerda. Heute Abend pünktlich 8% Uhr, bei Lehmann, Neue Grünftr. 14: Versammlung. Vortrag über die Fälschung der Geschichte. Referent: Genosse Thale. Gäste herzlich willkommen. Arbeiter- Bildungsschule. straße 61. 10. bet Schöbel. = 51. Rauchtlub Rauchklub Rauchtlub Rauchklub Lustige Brüder Abends 8½ Uhr Pücklerstr. 61 bet Faulhaber. Rauchklub Arcona Abends von 9-11 Uhr bei Bernhard, Stalizerftr. 41. Rauch- Klub Einfach, Abends 9 Uhr, Manteuffelftr Nr. 6 bei Bogt. Altdeutscher Rauch flub bei Gädecke, Münchebergerstr. 5. Granada, Abends 9 Uhr, Forsterstr. 40 bet Zuguntte. Rothe Fahne, Mittwoch Abends 9 Uhr, Oppelnerfir. 44, Restaurant zur Taubenbörse. Rauchflub Sumatra Süd- Ost, Sigung alle Mittwoch, abends 8 Ubr bei Tilgner, Forsterstr. 22. Rauchtlub Die Dampfen: den, Mittwochs, Abends 8 Uhr, bet Feratsch, Langeſtr. 24. Stattlub Treff, Abends 8½ Uhr, bet Otto Babel, Frankfurter Allee 90.Stattlub Kareau B bei Lange, Friedrichsberg, Wartenbergstraße 67. German American Club. 9 o'clock Restaurant BelLadies and Gentleman vedere, An der Jannowitz- Brücke. are invited. -> English Conversational Club Shakespeare. Meeting with Ladies every Wednesday at 9 o'clock at Neumann's Restaurant, Rosenthalerstr. 36. Guests are welcome. Club Uncle Sam. 9 o'clock every Wednesday Sachs Restaurant, Hoher Steinweg 15. Guests are heartly invited. Topic to night; Blessings of bachlqur's life. Mittwoch, Abends 8-10% Uhr: Nord. Schule, Müllerfir. 179 a: Unterricht in Gefchichte( inittl.). Oft Schule, Markusstr. 31: Unterricht in Logit. Südost- Schule, Reichenberger fraße 133: Unterricht in Rechnen und Deutsch( oberes). Bei allen Unterrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jest, im Laufe des dings in seinen Statuten diesen Passus enthalten. Semeſters, eintreten. Erfe- und Diskutirklubs. Mittwoch. Johann Jacoby, bei Frisheit tette, Schwedteritraße 33. Gesundbrunnen, Abends 8% Uhr, bei Saferland, Bellermannstr. 67. Gleichheit, Abends 8 Ubr bei Stranim, Ritterstraße 123.- Seine, Rirdorf Abends 8½ Uhr, Brinz- Handjernstr. 60, parterre. Ginigteit, Abends s½ Uhr bei Beige, Triftstraße 1. Briefkaffen der Redaktion. 11.. w. g. Gin Vergnügungsverein fann aller Karl Köhler. Wollen Sie bitte persönlich die Angelegen der Redaktion mittheilen. ftraße 26. = 2, 1 11 Süd- West. Orts- Krankenkasse der Handlungsgehilfen und Lehrlinge. Bureau: An der Stadtbahn 45. A. K. Nicht zu gebrauchen. Ackerstr. 144. Frl. Baader, Weberstr. 24. A. Tenz. Der Reichstag kann beliebig oft aufgelöst werden. Uhglas. Wissen wir nicht. C. B., Brunnenstraße. Verklagen Sie den Mann. Rudolf Meyer. Diesem Blatte gegenüber gilt Goethe's Wort: Wirbelwind und trod'ner Roth, laß sie dreh'n und täuben. Es wäre schade um den Raum, wollte man sich in eine Polemit einlassen. ist F. 51. Ja, wenn das Versehen nicht blos ein ge Lyk. Wir haben Ihren Brief dem Abgeordneten Bebel zuH. L., Perlebergerstraße. Der Berfasser ist derselbe. H. p. 100. Man kann beides sagen," Ich versichere Dir" aber gebräuchlicher. F. Thurmstraße. Wenn Ihnen etwas an der Veröffentlichung liegt, so müssen Sie sich dieserhalb schon persönlich zu uns bemühen. Köfter. Bei dem Raummangel im Vorwärts" tönnen wir leider die Berichte der Vertrauensmänner- Versammlungen nicht bringen. Arbeiter Sängerbund Berlins und mgegend. Alle Aenderungen im Vereinstalender find zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelitr. 49, v. 2 Tr. fiunde Abends 9 Ubr, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch. UebungsStedesfreiheit 1, Andreasstr. 26, bei Wilte. Freya,( emischter Chor), Alte Schönhauserfraße 22-23, Bögow's Braueret. Sil aritas, Hochstraße 32 a, bet Wilfe. Deutsche Eiche, Grüner vey 29 vet Säger. Echo 1 Pantow, Schulzeftr. 27. Byra 1, Mariannen- Ufer 2 bet Wills. Hand in Hand 1, Reichenbergerstraße 16 bet Päzoldt. Schnees alödchen Potsdam, 16, Brandenburger Kommunitation bei Unverbroffen, Abends 8% Uhr, bei Sachs, Lindower Glaser. Rütli, Friedenau im Kurhaus. Bor wärts 5, Friedrichsbagen, Rundtheil. bet Lerche. Otto W. Wird die Sache bekannt, so werden auch UnLorbeertrans, Lichtenbergerstraße 21 bei Heise. Rothe Melte, Schöneberg, Golzitr. 43, bei Siegeler. annehmlichkeiten für Ihren Schwager zu erwarten sein. Kupferschmiede, Weinstr. 11 bei Feind. Deutscher Männer fang, Belforterfir 15, bei Schneider. Freiheitstlänge, Alte ringes war. Lorbeer Unverzagt 1 Manteuffelstraße bei Nomad. Eine öffentliche Versammlung der im graphischen Jatobftr. 68. Gewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbei: trang 2, Orantenstraße 190 bet Statsch. Liebes lust in Fürstenwalde bei Taschenberg, Junterstraße 5. Sängerchor der Maler. Kaiser gestellt. terinnen tagte am 11. März im großen Saal der Berliner Franz Grenadier Play 7.-- Freiheits Gruß, Schönhauser Alee 46, H., WilhelmsdorferHoffnung 3, Brandenburg a. Bockbrauerei unter Vorsiz des Steindruckers Alb. Schulz. bete. Ueber den 1. Punkt der Tagesordnung Wie feiern wir den fraße Reft. Concordia.- Sanges blüthen, Stralauerplaz 10/11 bei Poppe. Moabit, Waldstr. 52 bet Gohr.- Stederlust, Köpenickerir. 100 1. Mai?" referirte Buchdrucker I b. Massini. Er stellte sich bei Gründer( fr. Mundt). Freiheitstänge 1, Sebastianstr. 3 bei Lyra 3, Briz, Werderstraße 15. Freiheitstlänge 2, rüdhaltslos auf den Boden der Kongreß- und Parteitagsbeschlüsse Mayer. Eberswalderstraße 5. Kaiser'scher Quartettverein, Krautstr. 6 bei Rudolf. und empfahl der Versammlung folgende Resolution anzunehmen: Arbeitergesangverein von Brig in Briß, Bürgerstr. 4 bei Dorn. Die 2c. Versammlung beschließt am 1. Mai Vormittags zum Georginia, Admiralftr. 38 bei Schönherr. Einig, Straußbergerstr. 3 Zweck der Propaganda für den Achtstundentag und der Erwei- bei Birt. Borwärts" 7 Rummelsburg, Göthe- und Kantstraße- Gate bet Greinert.- Geeger'scher Männerchor, Frankfurterstr. 18 bei staprolatis. terung der politischen Rechte der Arbeiterklasse eine öffentliche Dämmerlicht, Doppel- Quartett, Landsberg.r Allee 152 bei Krause. Versammlung abzuhalten. Von einer einheitlichen Arbeits- elfenburg, Krautir. 6 bei Rudolph. Gemischter Ghor Wedding, ruhe sieht dieselbe zur gegebenen Zeit ab, empfiehlt aber den Müllerstr. 7 bei Rei chert Glühltt"( nem. Chor), Berlebergerir. 28, bet Hermerschmidt. Steinnelte. Neue Fodstr. 49 bei Altmann. Daten jenigen Arbeitern und Arbeiterinnen, welche es ermöglichengruß, Charlottenburg, Wallfir. 64 bet Reichelt. Melodia, Rirdorf, ohne mit dem Unternehmerthum in Konflikt zu ge- Bergitr. 183 bet Hoffmann. Appolonta, Rosenthalerstr. 11-12, Rosen= Apollo, Beuthitr. 18-21 bet Schulze, Bosthorn". rathen die Einhaltung des Feiertags und den Besuch der thaler Klubhaus. Männer Thor Güb Oft, Röpniderstr. 191 bei Foge. Westend, Bersammlung; ebenso wird es allen beschäftigungslosen Arbeitern Schöneberg, Kafer Friedrichsstraße Nr. 6 bei Gentelmann. Feldblume und Arbeiterinnen zur Pflicht gemacht, in derselben zu erscheinen. Lübbenerir. 30 bei Meyer. Schneeglöckchen 1, Rirdorf, HermannFreundestreu( gem. Choi), LandsFerner werden alle Arbeiter und Arbeiterinnen des graphischen und Karlstraßen- Ecke bei Silpert. Allegro, Wrangelstr. 148 bei B. Schmidt. Gewerbes aufgefordert, an den allgemeinen Abendfeftlichkeiten bergerstr. 31 bei Seehauſen. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( Bu der Wahlkreise zur Feier des 1. Mai, sich einmüthig zu befchriften find zu richten an B. Sentel, Bergmannstraße 14, Hof 2 Tr.) Mittwody: Pollad- klub u stige Brüder, Manteuffelstr. 46 bei Liewald. theiligen."( Lebhafter Beifall.) Geselliger Verein Fridolin, Brunnenstraße Nr. 36 bet Wolff. An den Vortrag knüpfte eine längere Diskussion an. Einige Rauchtlub Giferne Pfeife, riftstr. 1 bet Hoffmann Humo Heißsporne plaidirten für strikte Arbeitsruhe. Nur der General riftifcher autlub, Göiligerstraße 42 bei Bicht. Gefelltger Musilverein ftreil sei das einzige Mittel, die heutige Gesellschaft aus den Verein Brüderlich teit Georgentnchitraße 65 bei Müller. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Bautenschwengel Annenfiraße 16 bei Ehrenberg. Verein Rhetorit Angeln zu heben. Den nachfolgenden Rednern Mett, Gieside, auftr. 86 bei Jubeil Abends 8½ Uhr. Geselliger Verein Hoffnung Prag, 13. März. Heute begann der Prozeß gegen die beiden Schneider und Massini war es ein Leichtes, die Ver- Lebuferiraße Nr. 6 bei Nemiz( alle vierzehn Tage). Theaterverein Mörder des früheren Mitgliedes der Omladina, Mrva, und sammlung zu überzeugen, daß mit dem Unsichwerfen von Phrasen Broletariat, Naunynjir. 83 bei Köhn. Vergnügungsverein Amor II, gegen die beiden Anstifter zu der That. Zunächst wurde die Touristentlub Freiheit und Wohl= und Dichterworten den herrschenden Klassen auch nicht ein Jota Binzen- Allee 10 bet Bergemann. Neuenburgerstr. 37 bet tegeberg. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Rauch flub Rothe Anklageschrift verlesen. abgerungen werde. Die Macht der Arbeiter liege in der Or Fahne, ábends 9 Uhr, Oppelnerstr. 44, Restaurant Taubenbörse. Arbeiter wird die Verhandlung zum Theil unter Ausschluß der DeffentBither- Berein Einigteit, Manteuffelstr. 9 bei Nowick, Abends 8 Uhr, lichkeit stattfinden. Der Zuhörerraum ist schwach besetzt. ganisation und diese laffe leider noch viel zu wünschen übrig. Arbeiter, die der Organisation fern bleiben, andererseits ebungsstunde.- Bergnügungsverein Sand in hand 2, Gr. Frankfurter Schafstopftlub Spar Agnes, aber durch radikal flingende Resolutionen und Reden ihre 9 Uhr, Blumenstr. 46 bei Wendt. Arbeitsbrüder nur verheßen, meinten es mit der Arbeiter- Gefang, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gefangverein bewegung nicht ehrlich, das beste sei, man pfeife" auf diese knospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Allianceftraße. Vorwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Langestraße 108 Schreier. Gegen die Unterstellung, die sozialdemokratische bet Nebeli n. Männer- Gesangverein Waldtapelle 2, Abends 9 uhr, tönnen Kränze, ergehen, Straße 80-81 Restaurant Müller. Musikverein würmer, Kaninchen, Meerschweine, straße 41 ein Abends Albrecht Fülle, Würzburg. Das bayrische Ehescheidungs. recht ist uns nicht bekannt. Sie müssen einen dortigen Juristen fragen. Aussichtsvoll scheint uns die Sache nicht. 2. 3., Malz. 1 und 2. Die Herrschaft ist leider dazu Bernau 79. Nein. berechtigt. Augenleiden. Ihre Frage läßt sich nicht bestimmt beantworten. Sehen Sie im Adreßbuch das Verzeichniß derartiger Stiftungen nach. Depeschen. Wien, 13. März. Auf der Strecke der Neuen Wiener Tramway mit Pferdebetrieb ist ein allgemeiner Ausstand aus gebrochen, dagegen ist der Dampfbetrieb der Gesellschaft, sowie der gesammte Betrieb der alten Wiener Tramway- Gesellschaft intakt. 23076 [ 2125b 2042b Gekauft werden jede Anzahl weißer| Allen Kollegen, Freunden u. Genossen Hiermit bringe den Parteigenossen Gesunde Wohnung, Stube u. Küche Mäuse, Tanzmäuse, Lachtauben, Mehl zur Nachricht, daß ich Lothringer meine Engros- Kranzbinderei und vorn, zum April. Näh. bei Grefse 57882* frische Blumen in gest. Erinnerung. Arndtstr. 17. Billige Preise. A. Nim, Friedenstr. 68. 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Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beutbftraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 61. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 35. Sigung vom 13. März. 11 Uhr. Am Regierungstische: Bosse. 11 " Die zweite Berathung des Kultus Etats" wird beim Kapitel Kultus und Unterricht gemeinsam" fortgesetzt. Zur Verbesserung der äußeren Lage der Geistlichen aller Befenntnisse werden 5 474 300 M. gefordert. Nach einem Vermerk im Etat ist dieser Fonds bestimmt, das Jahreseinkommen der bereits fünf Jahre in einem firchlichen Amt in Preußen befindlichen evangelischen Geistlichen auf 2400 M. und der katholischen auf 1800 m. zu erhöhen, sodann Alterszulagen an Pfarrer zu gewähren, und zwar so, daß das Eintommen der evangelischen Geistlichen nach je weiteren 5 Dienst jahren um je 300 m. bis zum Höchstbetrage von 3600 m., der fatholischen Geistlichen um je 150 m., bis höchstens 2400 M. fteigt. Die Dienstzeit in einem öffentlichen Schulamt in Preußen soll der Dienstzeit im kirchlichen Amt gleich geachtet Die Abgg. v. d. Acht( 3.) u. Genossen beantragen, die gesperrt gedruckten Worte zu ersetzen durch die Worte: um je 225 M. bis höchstens 2700 M.", und ferner hinzuzufügen, daß auch die in allen anderen deutschen Bundesstaaten im Schuloder Kirchenamt zugebrachte Dienstzeit angerechnet wird. werden. Nach längerer, für unsere Leser nicht erheblichen Debatte, erhält das Wort Abg. Dasbach( 3.): Redner beschwert sich über einzelne Fälle, in welchen Geistliche wegen ihrer Opposition bei Wahlen u. f. w. feine Unterstützung erhalten hätten, wie aus einer Ver fügung der Regierung von Roblenz hervorgehe. Mittwoch, den 14. März 1894. Lokales. In dem Rechtsstreit der Hilfskaffen und ihrer Aerzte erhalten wir folgende Erklärung: 11. Jahrg. den Sprüchlein; alsdann das Gesangbuch, dessen öde Verse gleichfalls eingepauft werden müssen, damit nur ja kein Play für ein wirklich erhebendes Gedicht von Schiller oder Goethe übrig bleibe, und zur Krönung des Ganzen kommt dann noch der zweijährige Konfirmandenunterricht beim Pastor, der den In Erwiderung auf die unter dem 11. März 1894 von dem Funfen eigenen fündigen" Feuers in der Kinderfeele völlig auszu Vorstande des Vereins der Berliner Hilfskaffen- Aerzte im Vor- löschen bestimmt ist. Kann die patentirte Frömmigkeit mehr thun? wärts" auf den Artikel vom 10. März 1894 des Vorstandes der Könnte sie es, sie würde gemäß ihres Einflusses auf die, welche Vereinigung erlassene Erklärung erlaubt sich unterzeichneter Vor- leider über den Schulunterricht zu bestimmen haben, gewiß nicht stand der Vereinigung zunächst zu bemerken, daß der Artikel von verfehlen, dahin zu wirken, daß ihr Bereich noch größer werde. dem Vorstande der Vereinigung, im Auftrage der gesammten Aber im Verein mit der heiligen Ordnung von heute hat sie Kassenvertreter erlassen ist, und zwar als Antwort auf den im gerade schon saftige Früchte genug gezeitigt, denn man höre z. B. nur, Vorwärts" vom 7. Februar 1894 vom Herrn Dr. Christeller was, der gutbeschlagenen Kreuz- Zeitung" zufolge, Herr Stöcker verfaßten Angriffsartikel auf die Vereinigung. Zunächst diene auf dem letzten Jahresfest der Berliner Stadtmission u. a. verzur Aufklärung, daß der am 10. d. Mts. veröffentlichte Artikel kündet hat. vor mehr als zwei Wochen erscheinen sollte. Die Redaktion lehnte den Artikel Raummangels wegen ab, so daß eine Berufung an die Preßkommission, welche erst am 6. d. Mts. zu sammentrat, nöthig wurde, um die Aufnahme zu erwirken. Hierdurch wird die von den Herren Aerzten aufgestellte Behauptung, daß der Artikel vom 10. März eine Herausforderung nach eben hergestelltem Friedensschluß darstellen soll, hinfällig. Der unterzeichnete Vorstand appellirt desgleichen an die Mitglieder, ob die Herren Aerzte nach obiger Auseinandersetzung berechtigt waren, gegen den Vorsitzenden der Vereinigung, welcher nichts als die von der Vereinigung gefaßten Beschlüsse zur Ausführung bringt, in solcher unerhörten Weise vorzugehen. Der tooptirte Vorstand der Vereinigung freier eingeschriebener Silfstassen von Berlin und Umgegend. Christians. Geiling. Hartmann. Jäckel. Lehmann. Röhn. Rühl. P. Schneider. Schubert. Wilkens. Minister Bosse: Diese Verfügung ist nicht von mir ver- Zu dieser Einsendung gestattet sich die Redaktion die kurze anlaßt. Wir geben die Unterstützung nicht nach politischen Richtigstellung, daß die Preßkommission in diesem Fall nichts Gründen, sondern nach der Bedürftigkeit. Einige Geistliche anderes bewirkt hat, als bas, um was der Vorstand der Verhaben aber gegen die Regierung eine fo ungehörige Agitation einigung freier eingeschriebener Hilfstassen schon bei der ersten getrieben, daß wir uns an die Bischöfe gewandt haben. Wenn Ginreichung des Artikels nothgedrungen redaktionell ersucht ein Geistlicher 14 Tage danach die Unbefangenheit befißt, wieder werden mußte. um eine Unterstützung zu einer Badereise einzukommen, so ist das allerdings zu viel, jedes Ding hat doch seine Grenze.( Beifall rechts.) Abg. Dasbach: Wenn der Minister die Verfügung nicht veranlaßt hat, sollte er Remedur schaffen, damit die Koblenzer Regierung weiß, daß solcher Unfug nicht gestattet ist. Auf Einreden der Preßkommission wurde nämlich diesem Artitel die Kürze verliehen, die erforderlich war, um ihn überhaupt im Blatt zu placiren. Die Stadtmissionare haben bei ihren Besuchen Familien gefunden, wo z. B. der Mann täglich für 1 m. 50 Pfg. Branntwein trant, während die Frau wöchentlich dieselbe Summe für Schauerromane ausgab. Ein 20jähriger Ehemann hatte schon 4 Kinder zu ernähren; ein 28jähriger hatte schon einen 11jährigen Sohn. Thörichte Kinder reichen sich auf dem Standesamt die Hand und laufen nach wenigen Monaten wieder auseinander. Die Jugend nimmt in erschreckender Weise theil an der Verderbniß. Ein Geistlicher mußte seinen Konfirmanden den Besuch seiner Kirche verbieten, weil die Störungen durch sie unerträglich wurden. Die Eltern wissen oft nicht, wo und von wem ihre Kinder tonEin 14 jähriger Knabe erklärte, daß er nach firmirt werden. der Konfirmation Buhälter" werden wolle, und die Mutter hatte Dieser Junge wurde trotzdem wenig dagegen einzuwenden. tonfirmirt. Wir wollen heute davon ablassen, das Vorgebrachte einzeln zu zergliedern. Es ist auch kaum nöthig. Herr Stöcker empfiehlt gegen derartige Zustände, blind wie er in diesem Punkte ist, furioserweise noch mehr Religion. Diskutiren läßt sich mit einem Gottesstreiter seines Kalibers über diesen Punkt ja nicht; es bleibt angesichts der Erfolge, den das positive Christenthum bis zum heutigen Tage errungen hat, nichts anderes übrig, als, sagen wir, den Muth zu bewundern, den der Mann, der Ewald nie gesehen, hier wieder bekundet. Für uns Sozialdemokraten haben die von Herrn Stöcker ver tündeten Erfolge des auf die Religion gegründeten VolksschulAus dem Städtischen Obdach in der Fröbelstraße sind unterrichts ja nichts Ueberraschendes an sich, und wir brauchen in der letzten Zeit vielfach Klagen zu uns gedrungen, die, wenn wohl kaum an das klassische Beispiel Höder's zu erinnern, der sie sich bestätigen, die Humanität, die von den Beamten dieses stolz war auf die vielen Bibelsprüche, die er auswendig konnte. Abg. Hansen( frt.) erklärt, daß seine Partei auf demselben Instituts geübt werden soll, theilweise in einem eigenthümlichen Es liegt zu Tage, wer noch sittliche Kraft genug in sich fühlt, Boden wie Herr v. Buch( f.) stehe und die Anträge ablehne. Nach weiteren Bemerkungen der Abg. Schmidt- Warburg, Licht erscheinen läßt. Im städtischen Obdach( Baracke 28) find schüttelt die von Herrn Stöcker klassisch geschilderten Erziehungseinige Krante, gegenwärtig etwa 13 Mann untergebracht, die resultate der Volksschule mit Eifer von sich ab und wird Dasbach und Imwalle( 3.) werden sämmtliche Anträge gegen meistens fußleidend find, und auch von einem Arzt, der sie in Sozialdemokrat. Wenn es aber an der nöthigen Energie und die Stimmen des Zentrums und der Polen abgelehnt. Der Titel früher Morgenstunde besucht, behandelt werden. Ueber die Art an der oft erforderlichen Anleitung, diesen guten Weg zu be und der Vermerk werden unverändert bewilligt, ebenso der Rest der ärztlichen Behandlung läßt sich nichts Schlimmes sagen, schreiten, gebricht, der muß dank der Zustände, welche die des Kapitels. wenn man nicht in Betracht ziehen will, daß die Patienten, wenn sogenannte Jugenderziehung von heute ermöglichen, mehr oder Beim Kapitel Medizinalwesen" tritt Abg: Olzem( natl.) für eine reichsgefehliche Regelung der sie den Heildiener in Anspruch nehmen, über den Hof ins weniger auf den Weg des jittlichen Verderbens gelangen. Lazareth marschiren müssen, eine Aufgabe, die von einem Fuß- Glücklicherweise sorgt die Sozialdemokratie mit einem von Frage des Geheimmittelwesens ein. Die Regierung habe wieder leidenden, namentlich bei faltem und nassem Wetter nur unter Tag zu Tag steigenden Erfolge dafür, daß die fittliche Kraft holt versprochen, Maßregeln zum Schuße des Publikums gegen großen Schmerzen ausgeführt werden kann. An die Holzpritsche, dem arbeitenden Wolfe troß alledem nicht verloren gehe. Ihre das betrügerische Geheimmittelwesen zu ergreifen. Ministerialdirektor v. Bartsch: Die Reichsregierung ist noch auf welcher der Kranke des Nachts und auch des Tags über sein Früchte zeugen für sie. Lager hat, kommt der Arzt und der Heildiener nicht. Doch lassen mit dieser Frage beschäftigt, die aber schwierig durch Reichsgesetz die franken Obdachlosen, die ja Kummer in Hülle und Fülle ge auftehen hat, ben die Desinfektoren bei Ausübung ihres Amtes Die Frage, ob die Stadt Berlin für den Schaden einzu lösen ist. Bis dahin will man versuchen, durch Erlaß ein- wohnt geworden sind, darüber gar nicht so erhebliche zustehen hat, den die Desinfektoren bei Ausübung ihres Amtes heitlicher Polizeiverordnungen im ganzen Reich vorläufig abzu- Klagen laut werden. Mit Ausdrücken tiefster Empörung versehentlich anrichten, hat kürzlich das Kammergericht beschäftigt. helfen. Dazu hat der Reichskanzler jetzt bei den Bundesstaaten sprechen diese Patienten sich dagegen über die Manier Die Stadt war auf Zahlung von 400 m. wegen fahrlässiger Bedie Anregung gegeben. aus, mit der der Inspektor und seine Untergebenen schädigung verschiedener Möbel verklagt worden, die Klage Abg. Jerufalem( 3) fragt an, wie es um die Reform des ihnen gegenüber auftreten. Bekanntlich wird den Obdachlosen, wurde jedoch mit der Begründung abgewiesen, daß die Stadt Apothekenwesens bestellt sei. Minifter Boffe: Obwohl unsere Arzneimittel in den nachdem sie genächtigt haben, in früher Stunde eine Mehl für die Desinfektoren nicht einzustehen habe. Aus der Konfektionsbrauche. Die erbärmlichsten LohnApotheken einen vorzüglichen Zustand aufweisen, sind doch durchsuppe verabreicht; wenn sie diese ausgelöffelt haben, müssen fie den Apothekenschacher so große Uebelstände entstanden, daß ich ich entfernen, um sich auf die, selbstredend aussichtslose, Arbeit- und Arbeitsverhältnisse, die überhaupt denfbar sind, herrschen suche zu begeben. Diese des Morgens etwa um 1/26 ühr verein neues Apothekengeſeh habe ausarbeiten lassen auf dem Grund- abreichte Suppe bildet aber auch für die im Obdach verbleiben wohl in der Konfektion und speziell in der Trikotbranche. Jemand, faze der Personalkonzession, aber mit ausgiebigen Uebergangs den Kranken, der Schilderung unserer Gewährsmänner zufolge, berart gestellt, daß der ärinlichste Straßenfeger oder Erdarbeiter der mit Taillennähen sein Dasein zu fristen verdammt ist, ist bestimmungen, um die augenblicklich in Apotheken angelegten von Rechts wegen bis zum Abend die einzige Nahrung, die Werthe nicht plötzlich zu entwerthen. Der Entwurf hat die zu ihnen zu theil wird. Tags über erhalten die Kranken weder sich ihm gegenüber noch als einen Krösus, als einen sozial bevorzugten Menschen betrachten kann. Für den Taillenarbeiter Reichskanzler den Bundesregierungen zur Aeußerung zugesandt. Frühstück und Mittagessen, noch Vesperbrot verabreicht, es sei find noch die bescheidensten Freuden, welche die Welt selbst dem Abg. Krufe( natl.) betont die Nothwendigkeit der Medizinal bei der Arbeit eine Handreichung leisten zu können. In diesem in sich ersticken. Arbeiten, arbeiten und hungern heißt es für ihn Armen bietet, nicht vorhanden, jedes Denken und Hoffen muß er Abg. Kruse( natl.) betont die Nothwendigkeit der Medizinal- denn, fie befänden sich in der glücklichen Lage, den Kalfaktoren find noch die bescheidensten Freuden, welche die Welt selbst dem reform. Reformbedürftig sei die Stellung der Kreisphysici. Die öffentliche Gesundheitspflege sei eine noch neue Aufgabe, die Fall bekommen sie Mittags eine Schüssel Erbsen oder Linsen, von der frühesten Morgenstunde bis in die sinkende Nacht, arbeiten in wissenschaftlichen Erfahrungen der Hygiene müssen möglichst ins eine Speise, die für Kranke nicht immer die geeignete Nahrung enger Höhle, in Staub und Dunst und bei der elendesten Nahrung, ist, und in der verabreichten Qualität die Patienten auch praktische Leben übertragen werden, in Schulen, Betrieben, bei feineswegs völlig sättigen kann, aber sie doch einigermaßen Schicksal verfallen ist, kümmert sich nicht um die Welt und um die nur aufzutreiben ist. Die Sorte Menschen, die diesem Seuchen 2c. Die Kreisphysici müßten sich deshalb eingehender vor dem wüthendsten Hunger schützt. Wie die Kranken die Vorgänge in ihr, fie hört und sieht nichts von allem, was mit der Hygiene beschäftigen können und müßten viel besser über die sanitären Zustände ihres Bezirks informirt werden. Die einstimmig behaupten, hat der Inspektor ausdrücklich verboten, für das Herz des klassenbewußten Proletariers höher schlagen macht; Kreisphysici müßten ja mit allen medizinischen Gebieten Bescheid wissen, aber auf die Privatpraxis dürfen sie nicht angewiesen sein als Organe der öffentlichen Wohlfahrt. Ministerialdirektor v. Bartsch: Die Stellung der Kreisphysici ift reformbedürftig, läßt sich aber nur im Zusammenhang mit und sie als reine Staatsbeamte anstellen. fräftig genug ist, sich bei den Ralfattoren die erwähnte Schüssel denn die Zeit fehlt ja, um auch nur einen Augenblick die Gedanten auf etwas anderes zu konzentriren, als auf die für einen Linsen durch seiner Hände Arbeit verdienen zu können, der er hält, wie uns bestimmt versichert wird, den ganzen Tag überhaupt Schandlohn verrichtete Arbeit. In dem durchschnittlichen Konfeine Zwecke gefunden, der Konfektionsarbeiter hat keine Be der Medizinalreform ändern, die im Werke, aber noch nicht ab. richtet, unter anderen ein Mann hoch in den Fünfzigern, den sein dürfnisse, sein Hirn ist zu ausgemergelt, als daß er sich zu einer nichts zu essen. Unter den Kranken befindet sich, so wird uns be- fektionsarbeiter hat der Kapitalist das Ideal eines Menschen für Fußleiden bereits fieben Wochen im Obdach festhält. Der Arzt, ernsthaften Opposition aufraffen könnte; Dinge, wie Organisation geschlossen ist, der auch die Finanzlage jezt nicht gerade günstig bei dem er in Behandlung ist, läßt an ihn jeden Tag die strenge und Solidarität fennt er kaum dem Namen nach, kurzum, alle ist. Die Reform liegt aber dem Medizinalminister fortgesetzt weisung ergehen, nicht sein Lager zu verlassen. Was soll der Eigenschaften, die sich ein Musterausbeuter nur am Arbeiter am Herzen. Nicht nur die Gehälter der Kreisphysici müssen ge- Hermste aber machen? Der quälende Hunger zwingt ihn, sich, wünschen kann, und die von den professionellen Vertretern der bessert werden, ihre ganze Beamtenqualität muß geändert werden, entgegen dem ausdrücklichen ärztlichen Berbot, von der Holzder Minister will sie von der Privatpraxis unabhängig machen pritsche aufzufrabbeln und um der armseligen Schüssel Linsen heutigen Ordnung und der Religion der Reichen dem Volk als finden. Abg. v. Schenckendorff( natl.) wünscht eine bessere staat- willen, seine Leiden möglicher Weise ins Endlose zu verlängern. erstrebenswerth angepriesen werden, sind in diesem Arbeiter zu Empörend müssen solche Zustände namentlich angesichts der Thatliche Organisation der Voltshygiene. Wochen vergehen, ehe die jache wirken, daß Essen genug im Asyl vorhanden ist, denn all- Und dennoch ist einem Konfektionär am Sonnabend etwas Kreisphysici eine Seuche eindämmen können. Der Thierarzt hat bei abendlich sieht man die kalfaktoren in den Sälen herumgehen gelungen, was bisher für unmöglich gehalten wurde. Ein UnterViehseuchen viel größere Befugniffe. Man gebe den Kreisphyfici und dort das falte, vom Mittag übriggebliebene Effen sowohl nehmer dieser Branche hat es vermocht, den Bogen so straff zu diejenige Befugniß, welche sie bei der Cholera bereits mit Erfolg als auch Butterftullen pro Portion für 10 Pfennig an die spannen, daß, freilich anscheinend nur in einem gelinden Fall, die Saite gesprungen ist. Eine Konfektionsfirma in der Ritterstraße gehabt haben, dann verbessere man auch ihre Gehaltsverhältnisse. Asyliſten ausbieten. Abg. v. Unruh- Bromberg( frk.): Die Holzflößer, welche von Troydem das hier Mitgetheilte uns nicht nur von einem fertigt als Spezialität Trikottaillen an. Für 1 Dhd. Taillen nicht ganz Rußland kommen, haben während der Cholerazeit Beiträge zu Betheiligten, sondern schon verschiedentlich berichtet worden ist, exquisiter Art giebt es 1,60 M. bis zu 2,50 M. hinauf. Die Arbeit den Kosten der Ueberwachung und Desinfektion bezahlen müssen, fönnen wir immer noch nicht im Ernste glauben, daß die wird, wie dies meistens in der Konfektion der Fall, aus dem und zwar höher als in anderen Landestheilen. Diese Suminen Kranken, welche im städtischen Obdach liegen, Tag für Tag 14 Hause gegeben, ein Schachzug, der sich aus sehr vielen Gründen find nicht aufgebraucht und der Verein der Flößer bittet durch Stunden lang ohne Nahrung bleiben. Es sollte uns daher freuen, spart der Unternehmer Licht, Feuerung, Arbeitsraum, Kranken-, für den Kapitalisten außerordentlich bewährt. Bei dieser Methode mich die Regierung um Rückzahlung der nicht verbrauchten Be- wenn die obigen Mittheilungen widerlegt werden könnten. Verträge und um Aufhebung ihrer Benachtheiligung gegenüber den hielte es sich in der That so, daß franke Menschen in einem Invaliditäts- und Unfallsgeld, sowie einen Theil des Materials, städtischen Institute nur unter der Bedingung des Hungerns ein und außerdem noch ganz beträchtlich an Arbeitslohn. Denn Geheimrath Schönfeld begründet die getroffenen firengen färgliches Obdach finden, so wäre dies ein Zustand, der etwa wenn Arbeiter zu mehreren auf einer Stelle arbeiten und bis Maßnahmen damit, daß der Wasserverkehr am leichtesten zur einfach standalös genannt werden müßte. Man schaffe dann aufs Blut ausgepreßt werden, so regt sich in ihnen, der Unternehmer möge aufstellen was er wolle, früher oder Abg. v. Uurah- Bromberg( frt.) meint, daß die Eisenbahn- die hungerleidenden Kranken entweder in ein Krankenhaus, oder später doch ein Stück Menschennatur; gemeinsames Leiden passagiere viel schneller die Cholera meilenweit zu verbreiten man behandle ſie ſo, wie Stranke auch im Klassenstaat noth- weckt die Tugend der Begehrlichkeit. Anders beim Heimarbeiter. geeignet sind, ohne zu Beiträgen für Ueberwachung herangezogen gedrungen behandelt werden müssen. anderen Landestheilen. Dieser entmenscht in seiner Höhle, weil ihm die Anregung zum zu werden. Die Flößer fahren viel langsamer als die Eisenbahn An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Ist auch Guten fehlt. Der Heimarbeiter, der nur die frische Luft fennt, und tommen mit sehr wenigen Menschen in Berührung. Man nicht zu sagen, daß der Staat sich so besonders schwere Sorgen wenn der Liefertag herangerückt ist, an dem er sich von seinem will die Industrie im Osten haben, hier ist eine fleine Industie, um die Schulbildung der Kinder des Voltes mache, so muß eines Prinzipal ein paar Sündenpfennige und die gehörige Tracht Andie fich im Often entwickelt und die nun so hoch belastet ist. rückhaltlos anerkannt werden, nämlich daß in keinem anderen schnauzer zu holen hat, der muß nothgedrungen dem durch Ganz gesetzmäßig ist die Maßregel wohl nicht. Lande soviel auf die religiöse Dressur der proletarischen Jugend übermäßiges Arbeiten hervorgerufenen Lafter der morali Es ist da fein scher Selbstbefleckung verfallen, das ihn jeder Initiative, Der Titel wird nach längerer Debatte an die Budget- gegeben wird, als im begnadeten Preußen. Fähigkeit aum Handeln beraubt. Mit solchen tommission zurückgewiesen. Im übrigen wird das Kapitel be- Unterschied, soweit das Proletariat in Betracht kommt; ob man jeder eine ein oder zweiflassige Dorfschule oder die Gemeinde- Arbeitern hatte auch diese Konfektion bisher recht viel willigt, sowie der Rest des Ordinariums. schule der Weltstadt Berlin ins Auge faßt; die Religion mit Glück gehabt. Einer derselben aber, den wir ins Auge fassen, allem was drum und dran hängt wird den Kindern bis zum arbeitete mit seiner Frau Tag für Tag die übliche NormalUeberdruß eingepaukt und damit das Zeug ja festsize, muß auf Arbeitszeit von Morgens 5 Uhr bis Abends 11 Uhr hindurch, mancherlei Wegen an ihr gar foftbare Zeit verschwendet werden. und wenn Liefertag war, so hatten beide Wesen zusammen an Außer der eigentlichen Religionsstunde giebt es den Unterricht im baarem Gelde etwa 9 M. pro Woche verdient. Das heißt, wenn Katechismus, welcher auswendig gelernt werden muß; es ist dann sie Glück hatten. Oft genug tam es auch vor, daß nach ernoch da die Bibelstunde mit ebenfalls so und soviel zu memoriren- folgter Durchsicht der gelieferten Arbeit der Prinzipal plötzlich mit Im übrigen wird das Extra- Ordinarinm ohne Debatte bewilligt. Schluß 334 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 11 Uhr. ( Kleinere Vorlagen und Petitionen.) der Botschaft herankam, es fehle eine Taille und der dafür an- Der Zapfer ging, um event. auf dem Gewerbegericht sein| daß man das Bild einer Person aufnehmen kann, während ma gerechnete Betrag mußte dann vom Arbeiter natürlich ohne Recht weiter geltend zu machen. fie nur zu beobachten scheint. Die Aufnahmen sind aus ziemlich Widerrede ersetzt werden. Bei alledem wurde nicht aufgemuckt, Hoffentlich dient dieser Fall namentlich den Gastwirths- großer Entfernung möglich, die Bilder haben die Größe von denn der Unternehmer hatte es ja anscheinend nicht mit Menschen, gehilfen zur Mahnung. Das Unternehmerthum verübt Praktiken, etwa sechs Centimetern im Quadrat. Die Pariser Polizei soll sondern mit Heimarbeitern zu thun. Da bot der Chef seinen wie die geschilderten, nur an nichtorganisirten Leuten; denn bei fich des Apparates bereits bedienen. Schade, daß diese Apparate Arbeitern am Sonnabend etwas ganz Apartes. Er legte ihnen Arbeitern, die in ihrer Organisation gelernt haben, ihre Menschen- nicht schon am 18. Januar in Anwendung gebracht worden sind. eine reizende Sorte Trikottaillen vor, für die es 3 M. pro Dugend würde zu vertheidigen, dürfte so ein selbstbewußter Prinzipal Aus Anlaß des schweren Eisenbahn- Unglücks am geben sollte. Der Heimarbeiter sah sich das Ding an rechnete und am Ende sehr übel ankommen. schüttelte thränenden Auges mit dem Kopf, es ging nicht. Auf jede Savigny- Plaz bei Charlottenburg sind, wie gemeldet wird, jetzt Taille waren etwa zehn Meter Besatz zu steppen; des weiteren Die Stellungslosigkeit unter den Handlungsgehilfen die Streckenarbeiter der Stadtbahn seitens des Betriebsamtes batte der Arbeiter aus seiner Tasche die Seide für die Knopf zeigt auch der 1893er Berwaltungsbericht des„ Kaufmännischen ſtreng angewiesen worden, sobald das Warnungssignal des löcher, die Haken und Desen, sowie die Koblen für das Bügel: Hilfsvereins", eines Vereins von Handlungsgehilfen, der auf dem Horniften ertönt, von den gefährdeten Geleisen herunter und an feuer zu zahlen. Genug, im glücklichsten Fall würde eine Person Boden der Harmonieduselei zwischen Prinzipal und Personal die Böschungen resp. Geländer zu treten, ohne Rücksicht auf einen pro Tag etwa 50 Pf. Reinverdienst gehabt haben. Der Arbeiter steht, und dessen Veröffentlichungen daher selbst den Herren etwa entstehenden Zeitverlust zu nehmen. Zuwiderhandelnde, konnte die Arbeit für den Preis nicht machen. Der Unternehmer Chefs unverdächtig erscheinen dürften. Es waren im Jahre 1893 welche nach dem Signal des Hornisten noch weiter arbeiten, zeigte denn auch nach einigem Parlamentiren ein menschliches 3479 Bewerber um Stellen eingeschrieben; dagegen waren nur oder sich Uebertretungen der für die Sicherheit der Arbeiter geRühren. Er gab zwar nicht die verlangte Lohnerhöhung von 1829 freiwerdende Stellen angemeldet, und besegt wurden gar troffenen Bestimmungen zukünftig zu Schulden kommen lassen 50 Pfennig, doch entband er den Arbeiter wenigstens von der nur 804 Stellen. Dabei sind diese Zahlen noch günstig zu werden mit sofortiger Entlassung bestraft. Es scheint Pflicht, diese Arbeit zu machen und schickte ihn, wohl- nennen, wenn man sie mit denen von 1892 vergleicht, wonach dieser Notiz also, daß, bevor das furchtbare Unglück gewollend wie er war, ohne jede Arbeit nach Hause. Beim 3898 Bewerber und 1503 freie Stellen angemeldet waren schehen, auf entstehenden Zeitverlust wirklich Rücksicht genommen Fortgehen band der Prinzipal dem Arbeiter noch eine kleine und nur 718 Stellen besetzt wurden. Der Bericht sagt:" In werden mußte. Gefälligkeit auf die Eeele; da ihn sein Weg doch am Lokal- höherem Grade als in früheren Jahren haben sich die Anforde Für die Lokomotivführer der von Halensee nach CharlottenUnzeiger" vorüberführte, möge er doch dort eine Annonce für die rungen gesteigert, die von Seiten hilfsbedürftiger Mitglieder und burg fahrenden Züge ist die Verordnung erlassen, beim Passiren Firma aufgeben, es feien ja neue Arbeitskräfte für die Drei- anderer Berufsgenossen an uns gestellt worden sind, da eine starke der scharfen Kurve an der Blockſtation T ein anhaltendes marttaille nöthig. Der entlassene Mann war, wie es sich für Depression im geschäftlichen Leben unserer Stadt vorherrschte. Warnungssignal durch die Dampfpfeife zu geben. Diese Beeinen Heimarbeiter schickt, auch dumm genug, diesen Auftrag Es ist uns möglich gewesen, diesen Anforderungen Genüge zu ſtimmung dürfte auf die vor zwei Jahren bei Halensee vorpudeltreu auszuführen. leisten, ohne unseren Mitgliedsbeitrag zu erhöhen 2c." Die obigen gekommenen Zugzusammenstöße zurückzuführen sein. Hoffentlich gelingt es mit der Zeit den organisirten Schneidern, Bahlen lehren, daß der Verein zum mindesten bei der Stellen- Ein Säbelhieb. In den Anlagen bei der Basewalterstraße wenigstens etwas Licht in diese Abgründe von Elend und En- permittelung nicht im entferntesten im stande gewesen ist, den an fam es am Montag Abend um 7 Uhr zwischen einem Arbeiter, tmenschlichung zu bringen. ihn herantretenden Anforderungen zu genügen. Ueber die große Zahl der dem Ausheben der Bäume zuschaute, und einem Schußmann der stellungslosen Handlungsgehilfen und über den Nothstand, der zu einem Streit. Der Aufforderung des Beamten, die gefährdete Zum Kapitel„ Frauenarbeit". Die Bezahlung der unter ihnen herrscht, wird in dem Bericht mehrfach geklagt. Die Zahl Stelle zu verlassen, leistete der Arbeiter angeblich keine Folge, Frauenarbeit in der heutigen kapitalistischen Wirthschaftsweise der Mitglieder, welche Darlehen erhalten mußten, ist von 141 ja er soll sich an dem Schutzmann sogar thätlich vergriffen und iit, abgesehen von verschwindenden Ausnahmen, eine jämmer- auf 182, die Summe der Darlehen von 5303 m. auf 8512 M. diesem dadurch Veranlassung zu einer folgenschweren That liche. Befindet sich schon die Juduſtrie- Arbeiterin und die Haus- gestiegen; dagegen stiegen die Darlehnsrückzahlungen nur von gegeben haben. Der Beamte zog nämlich schleunigst blank und industrielle in einer sehr üblen Lage, so find noch viel schlimmer 3739 M. auf 3906 M. Also in einem Jahre 3209 M. mehr brachte dem Arbeiter einen derartigen Hieb über den Kopf bei, daran diejenigen Frauen und Mädchen, die, ans eigentliche Darlehen und nur 167 M. mehr zurückgezahlt. Die Ausgaben daß er mittels Krankenwagens nach der Charitee gebracht " Arbeiten" nicht gewöhnt, durch die Lebensverhältnisse gezwungen für Unterstützungen, d. h. für Gewährung von Speiſemarken, werden mußte. Der Verwundete heißt Wilhelm Becker und werden, sich durch„ leichte Handarbeit" etwas zu verdienen oder Wohnungszuschuß, Bekleidung und Reisegeldern an Nichtmitglieder wohnt Rnheplatstr. 15. fich gar damit einen Lebensunterhalt zu schaffen. Diese be- oder an solche, die, aller Mittel entblößt, den Verein als letzte In der Wagenbau- Werkstatt der Berlin- Potsdam- Magdebauernswerthen Geschöpfe arbeiten dann fürs Geschäft!" Ent- 3ufluchtsstätte aufsuchten, haben sich 1893 wieder um 169 M. weder sie verfertigen selbständig feinere Handarbeiten, die sie vermehrt und betrugen 4120 M. Dem Verein gehören auch eine burger Eisenbahn zu Potsdam ereignete sich am Sonnabend Nachdann in Geschäften zu verkaufen suchen, oder sie erhalten Auf- Anzahl von Firmen als außerordentliche" oder als immer mittag ein schrecklicher Unglücksfall. Ein dort bei der Tischler. träge von Geschäften zur Anfertigung derartiger Arbeiten, währende" Mitglieder an. Ihre Jahresbeiträge einschließlich werkstatt nothwendig gewordener Umbau veranlaßte die Vornahme Häfeleien, Stickereien, feinerer Näharbeiten u. dgl. m. Die Be- Binsen aus den einmaligen Beiträgen machten 1893 wenig mehr von Maurerarbeiten während des Betriebes. Mehrere Maurerzahlung in diesen Fällen spottet meistens jeder Beschreibung. als ein Sechstel der Gesammteinnahme aus. Trotzdem liegt der gesellen des Meisters Lilie waren am Sonnabend damit beschäftigt, Als ein Beispiel für Viele wollen wir nur auf eine Mittheilung Verein vor den Herren Chefs als seinen„ Wohlthätern" auf oberhalb einer durch die Werkstatt an der Wand entlang gehenden Welle eine Rüstung anzubringen, zu welchem Zweck der hinweisen, die aus gut bürgerlichen Kreisen stammt und über dem Bauch. 23jährige unverheirathete Maurergeselle Hampel aus Frankjeden Verdacht der Aufreizung" erhaben ist, die aber die in Rede Daß es auch in Bankowo feinen Nothstand giebt, furt a. D. einen Strick um die Hand gewunden hatte. Dieser stehenden Verhältnisse trefflich charakterisirt. Auf eine Beitungs- lehrten verschiedene Vorgänge, die sich in der dortigen Armen- Strick verwickelte sich nun plöglich mit der im vollen Gange beannonce hin, leichte lohnende Frauenarbeit" betreffend, meldete fommission abspielten. Bei dieser hatten sich sechs Arbeiter ge- findlichen Welle und riß Hampel von der Rüstung herab. Der: fich ein junges Mädchen, welches, durch Verhältnisse veranlaßt, meldet, welche im Durchschnitt etwa 21/2 und 3 Monate arbeits- felbe wurde darauf, ehe die Welle zum Stillstand gebracht gewillt war, sich seinen Lebensunterhalt selbständig zu erwerben. los und daher mit ihren Familien dem langsamen Verhungern werden konnte, etwa acht bis zehn Mal mit der Welle herumAuf ihre Meldung hin erhielt sie auch sogleich Arbeit". Die- preisgegeben waren. Nach den üblichen Nachforschungen über geschleudert, wodurch er den rechten Arm viermal, das rechte selbe bestand darin, Rüschen mit Perlen in gleichmäßigen Ab- die Verhältnisse der Betreffenden kehrten die betreffenden Armen- Bein drei Mal, das linke Bein zwei Mal brach, außerdem aber ständen zu benähen. Auf 1 Meter Rüschen tamen über 600 fommiffions- Mitglieder, welche mit den Recherchen beauftragt einen schweren Schädelbruch und mehrere Rippenbrüche erfitt. Perlen. Außerdem mußten die Nüschen noch geplättet, fein waren, zurück und bekundeten in einer der letzten Sigungen, daß Im städtischen Krankenhause, wohin der Verunglückte alsbald zusammengelegt und gepackt werden und diese Arbeit, alles zu von einem wirklichen Nothstand eigentlich bei feinem der An- gebracht wurde, ist derselbe bald darauf seinen Verlegungen erfammen, wurde pro Meter mit- 4 Pfg. bezahlt. Am ersten tragsteller etwas zu bemerken gewesen sei. Auch die Mehrheit legen. Tage ſtellte das Mädchen mit größter Auftrengung 11 Meter der übrigen Kommiſſions. Mitglieder schien sich troß fertig, hatte fomit 44 Pfg. verdient. Begreiflicherweise gab sie der energischen Einwendungen ebenfalls der Wegen Verbrechens wider die Sittlichkeit ist am 9. d. M. fofort diese leichte lohnende Frauenarbeit“ auf. Diesem Bei- Kommission sigenden Parteigenossen Bilz, dieser bequemen der Lehrer K. in Friedrichsberg verhaftet und dem Berliner spiele ließen sich noch unendlich viele andere anfügen. Ist es Meinung anzuschließen, denn von den sechs Bedürftigen Polizeipräsidium eingeliefert worden. Der Beschuldigte soll eine schließlich ein Wunder, wenn derartige Mädchen unter den ob- wurden nur drei mit je 10 M. einmaliger Unterstützung ab- dreizehnjährige Schülerin seiner Klasse wiederholt nach seiner waltenden Verhältnissen auf Abwege gerathen? Aller fromme gefunden. Wohnung bestellt und sich dort an derselben sittlich vergangen Eifer unserer Tugendbolde männlichen wie weiblichen Geschlechts vermag hier nichts. Der Fluch unseres Zeitalters ist der sozialistischen Vorortzeitung von einem der abschlägig Beschiedenen Daß furze Zeit nach dieser Sigung in der gewiß nicht haben. Das Mädchen ist die Stieftochter des Arbeiters H. in Friedrichsberg. Kapitalismus, diesen zu bannen ist Aufgabe des geeinten berichtet werden konnte:„ Gestern erhängte sich der am Kom- Auf ein Verbrechen schließen läßt ein Leichenfund, der Proletariats. munikationsweg wohnende Arbeiter Hoffmann: lang andauernde am 26. v. M. in der Havel an dem im Park des Jagdschlosses Echt kapitalistische Grundsähe scheinen im Ressort der Echt kapitalistische Grundsähe scheinen im Ressort der Arbeitslosigkeit wird wohl das Motiv zur That gewesen sein," zu Klein- Glienicke belegenen Maschinenhause gemacht wurde. städtischen Part- Deputation bethätigt zu werden. Der Arbeiter das war wohl mehr ein Zufall, der mit dem Beschluß der Die Verwesungserscheinungen lassen darauf schließen, daß die Wilhelm Faustmann, Sorauerstr. 10, Hof Keller, der auf dem Armenkommission in feinem Zusammenhang steht. Leiche drei bis vier Wochen im Wasser gelegen hat. Auf dem Parkterrain am Schlesischen Busch gegen einen Tagelohn von Es bleibt denn auch nach wie vor erfreulich, daß nach dem linken Scheitelbein und an der rechten Hälfte des Hinterkopfes 2,20 m. beschäftigt war, suchte vor einiger Zeit um eine Lohn- Zeugniß der Armenkommiffion auch in Pankow von einem Noth- find zwei Verlegungen, die nach dem auf grund der gerichtlichen erhöhung auf 2,50 M. einzukommen, welcher Betrag auch ver- stand augenscheinlich nicht die Rede sein kann. schiedenen anderen mit ihm zusammen beschäftigten Arbeitern gewährt wurde. Als Antwort erhielt Faustmann von dem Obergärtner feinen Entlassungsschein zugestellt. Hunger thut aber weh, und als der Arbeiter dieser Tage anfragte, ob er nicht wieder beschäftigt werden könne, erhielt er die tröstliche Verficherung, daß für ihn vorläufig feine Arbeit da sei! Giebt es wirklich in der städtischen Verwaltung keine anderen Mittel zur Aufrechterhaltung der„ Autorität" als die Schneidigkeit? in an 0 Leichenöffnung abgegebenen Gutachten der Verstorbene bei LebGroßes Auffehen erregt ein Vorfall, der sich in dem Hause zeiten mittels eines stumpfen Gegenstandes erhalten haben muß. Swinemünderstr. 83 abgespielt hat. Dort wohnt die 40 Jahre Die Verlegungen waren geeignet, den Tod oder wenigstens eine alte unverehelichte Marie Fröhlich mit ihrer jüngeren Schwester. tiefe Betäubung des Verwundeten herbeizuführen. Am Montag Abend gegen 7 Uhr wurde Marie Fröhlich in ihrer Proletarier Loos. Jm Südosten wurde dieser Tage ein Küche am Thürpfosten erhängt vorgefunden. Gegen 8 Uhr traf etwa 10 jähriges ärmlich gekleidetes Mädchen, welches auf den der polizeiliche Leichenwagen ein, um die Todte nach dem Schau- Höfen sang, um ein Geschenk zu erhalten, von einem Polizeihause abzuholen. Schon war der Leichnam aus dem ersten Stock beamten angehalten. Wie die Kleine, der man die Noth auf den nach unten gebracht, da erfolgte eine gegentheilige Bestimmung, ersten Blick ansah, angab, ist sie die Tochter einer in Berlin, und die Todte mußte in der Wohnung zurückgelassen werden. Oppelnerstr. 19, wohnhaften Wittwe Meyer, die mit ihren sechs Wie wir nun erfahren, glaubt die Polizei nicht an einen Selbst- Kindern im Alter von 4-10 Jahren in bitterster Noth und Aus Aschinger's Bierquelle. Vor kurzem beobachtete mord. Der Polizeilieutenant Hendeß hat nämlich an der Leiche Elend lebt. Die schwächliche Frau haufirt tagsüber mit BriefHerr K. Aschinger von der Straße aus an seinem in der Bier Eindrücke von Fingern wahrgenommen, die auf einen an der papier u. dergl., während die Aeltefte durch Singen auf den quelle Friedrichstr. 88 beschäftigten Zapfer A., wie dieser, ent- Fröhlich verübten Gewaltakt hindeuten. Höfen zum Unterhalt der Familie beizutragen sucht. Natürlich gegen dem erlassenen Verbot, Bettlern eine Gabe zu verabreichen, einem kleinen Kinde von etwa sechs Jahren ein Geschenk gab. Ein Jdyll aus der Ferienkolonie. Der Grenadier verdienen Beide kaum so viel, um Aller Hunger stillen zu fönnen. Die Verkäuferin 2. gab dem Kinde, das augenscheinlich rechten Eggers von der 10. Kompagnie des zweiten Garde- Regiments Der von diesem Bild des Proletarier Elends tief erschütterte Hunger hatte, überdies noch ein Brötchen. Die exemplarische su Fuß war am Montag Mittag auf Schloßwache gezogen und Beamte hat seiner Behörde über den Fall Anzeige erstattet, Strcfe wurde dem Frevler auf dem Fuße verkündet; hatte Dienstag Morgen den Poiten vor der Münze zu beziehen. Damit diese dafür Sorge trägt, daß der betreffenden Familie ge Herr Aschinger trat in die Thür und forderte den Bapfer Stwa gegen 4 Uhr traf der Offizier der Ronde dort ein und holfen werde. Ob aber auch hier der Nothstand in Abrede geauf, fich fofort als entlassen zu betrachten. Bescheiden machte fand ihn entgegen der Instruktion im Schilderhause stehend vor. ftellt werden wird? diefer feinen Prinzipal darauf aufmerksam, daß eine vierwöchentls die Ablösung um fünf Uhr erfolgte, marfchirte Eggers mit Polizeibericht. Am 12. d. M. wurden vier Personen er liche Kündigungsfrist bestehe und Herrn Aschinger blieb auch einem zweiten Soldaten an der Quene und bat seinen Neben hängt vorgefunden, und zwar Morgens ein etwa 45 jähriger Mann nichts anderes übrig, als diesen Umstand anzuerkennen. Dem mann, ihm einige scharfe Patronen zu leihen. Drei davon schob im Thiergarten in der Nähe der Rousseauinsel und Nachmittags Herrn Bierquellenbefizer schien jedoch daran gelegen zu sein, er in sein Gewehr und versuchte, als man die Schleusenbrücke ein Tischler in der Werkstatt feines Schwagers in der die Arbeitskraft seines Zapfers in einer etwas eigenthüm überschritt, einen Schuß auf sich abzugeben. Die Kugel ging Fruchtstraße, ein Mann in seiner Wohnung in der Julichen Manier auszunutzen, denn er befahl ihm, sich hinfort fehl. Jezt wollen Leute gesehen haben, daß sich die übrigen validenstraße und eine Frau in ihrer Wohnung in der alle zwei Stunden im Geschäftsbureau zu melden, zu welchem Soldaten auf Eggers warfen, um ihn an weiteren Selbstmord Swinemünderstraße. Vormittags wurde im LandwehrZweck blieb unerfichtlich. Aber der Frevler, der es gewagt versuchen zu verhindern. Er soll aber das geladene Gewehr auf fanal, der Potsdamerbrücke, die Leiche eines etiva hatte, mit einem armen Kinde Mitleid zu haben, sollte noch seine Kameraden angelegt und sie sich dadurch vom Leibe gehalten 40 Jahre alten Mannes und in der Spree hinter dem Grundstück exemplarischer behandelt werden. Herr Aschinger führte den haben. Ob dies genau zutrifft, hat sich noch nicht ermitteln Mühlenstr. 69 die Leiche einer etwa 25 Jahre alten Frau an= Bapfer nach dem Keller, wo in großen Eisfchränken Fleisch, laffen. Dann hat Eggers wieder die Waffe auf sich selbst ge geschwemmt. Vormittags vergiftete sich ein am Nordhafen Salat und leichtverderbliche Speisen aufbewahrt werden; die richtet und sich einen Streisschuß am Kopfe beigebracht. Er ist in Schlafstelle wohnender Mann. Ein Mann brachte sich in Temperatur in diesem Raum beträgt nur wenige Grad über Null. nach dem Garnison- Lazareth in der Scharnhorststraße gebracht feiner Wohnung in der Möckernstraße mittels eines Taschenmessers mehrere Verlegungen am Halse und an den Händen bei Hier wurde ihm von Hrn. Aschinger in einer dumpfigen, feuchten worden. Ecfe, in der bisher die Tonnen mit Speise- Abfall standen, ein un- Aus einem Erziehungsinstitut für höhere Töchter. und wurde nach dem Krankenhause gebracht.- An der Ecke der gefähr drei Echritt langer und zwei Schritt breiter Platz nebft Die Inhaberin eines Damenpensionats in der Friedrichstadt Dorotheen- und Neuen Wilhelmstraße fiel Nachmittags eine Dame einem Bretterstuhl zum Abfizen" seiner Kündigungsfrist an machte vor einigen Wochen viel von sich reden, weil sie das beim Absteigen von einem in der Fahrt befindlichen Pferdebahngewiefen; bier sollte der Verbrecher von Morgens 9 Uhr bis Schankgewerbe unrechtmäßig ausgeübt und sonst auch in ihrer wagen zur Erde und brach den Oberschenkel. Ein Arbeiter, Stachts 1 Uhr auf einer Stelle verbleiben. Habe er, jo bedeutete Herr Behausung Veranstaltungen getroffen hatte, die mit dem Charakter welcher wegen einer Uebertretung von einem Schuhmann verhaftet Aschinger ihm, etwa förperliche Bedürfnisse, so sei es feine Pflicht, eines Pensionats für höhere Töchter" wenig vereinbar waren. worden war, widersetzte sich seiner Abführung und schlug den Beamten fich von ihm die Erlaubniß zur Befriedigung derselben zu er- Am Montag stand die Dame, Frau Bertha Wiens mit Namen, mit der Faust ins Gesicht, so daß dieser gezwungen war, von seiner bitten. Außerdem ordnete der Gestrenge an, daß dem Arrestanten vor den Moabiter Richtern, da sie gegen das Urtheil des Amts: Waffe Gebrauch zu machen. Dabei verlegte er den Mann so, daß er nach nur zu bestimmten Tageszeiten Speisen zu verabreichen seien. Daß gerichts I., laut welchem sie wegen unrechtmäßigen Betriebes des der Charitee gebracht werden mußte.- Vor dem Hause Friedrichs diese Speisen am Mittag recht gewürzt waren, es gab nämlich Schankgewerbes zu 100 m. Geldstrafe verurtheilt worden war, straße 83 wurde gegen Abend ein 14jähriger Knabe durch eine Bötelfleisch mit Sauerkohl, war wohl nur ein Zufall; trotzdem Berufung eingelegt hatte. Der Nebenverdienst, den sich die in Droschte überfahren und am Unterschenkel verlegt.- Abends gerieth der Zapfer aber Durst betam, wurde ihm das Getränk, dustriöse Dame durch den Bierverkauf verschafft hatte, war ein Arbeiter an der Ecke der Stromstraße und der Straße Altauf das er rechtlich Anspruch zu machen hatte, nicht gar fein geringer. Frau Wiens entnahm das Bier faßweise Moabit unter die Räder eines Arbeitswagens und erlitt Ververabreicht. Selbstredend weigerte sich der Zapfer am zweiten aus einer hiesigen Brauerei, zog es auf sehr praktische Weise legungen am Arm und an der Hüfte. In der Nacht zum Tage, sich seiner Menschenwürde auf die von Herrn Aschinger auf Flaschen, so daß sie aus einem Faß, daß sie mit 6 Mart 13. b. M. sprang ein Mann gegenüber dem Haufe Luisen- Ufer beliebte Weise zu begeben. Als der wundermilde Wirth fah, daß bezahlte, nach Angabe von Beugen zirka 110 Flaschen ge- Nr. 10 in den Luisenstädtischen Kanal, wurde jedoch noch lebend es mit dem Absigen der Kündigungsfrist im Keller nicht mehr wann und ließ sich von ihren Pensionären dann 15 Pfennige aus dem Wasser gezogen und nach dem Krankenhause gebracht. gehen wollte, befahl er dem Probirobjekt, in der Küche, zwischen für die Flasche bezahlen. Da nun zu Beiten täglich ein Faß Im Laufe des Tages fanden zwei Brände statt. der Wand und dem Schrank Plaz zu nehmen. Dieses Arrest geliefert wurde, so ergab das am Ende des Monats stets ein lokal war für den ein wenig beleibten Zapfer so eng, daß er sich ansehnliches Plus in der Kasse der Frau Wiens. Diese nun zog nicht bewegen konnte. Der beschämend geduldige Mann fab es gestern vor, noch bevor es zur Verhandlung kam, die eindavon ab, dem Prinzipal auf dies Anfinnen die einzig gelegte Berufung zurückzunehmen und das ihr zur Last gelegte zu ertheilen gebührende Antwort zu ertheilen und verlangte einfach, Bergehen offen einzugestehen. Das Urtheil des Amtsgerichts in derselben Weise beschäftigt zu werden, wie es früher wurde damit rechtskräftig. Darauf entgegnete geschehen. Herr Aschinger feinem n Soziale Llebersicht. Berliner Tapezierer Junung sucht sich wieder einmal bemerkbar An die Tapezierer- Gehilfen Berlins! Kollegen! Die zu machen. Auf unserem Aufruf an Euch hat die Innung mit gequälten Angestellten: Wenn Sie nicht die Arbeit thun wollen, Kriminalistische Versuche werden mit einem photographi dem Boytott gegen unser Arbeitsnachweise- Bureau, Schüßendie ich Ihnen auftrage, dann machen Sie sofort, daß Sie fchen Apparat angestellt, der die Bezeichnung Photojumelle führt. straße 18/19, geantwortet. Am Donnerstag, den 15. März, Er hat die Form eines Krimstechers und besigt die Eigenschaft, Abends 8 Uhr, findet eine öffentliche Versammlung in den hinausgehen! Arminhallen, Kommandantenstr. 20, statt, welche zu dem Boykott während bei der Tellersammlung ein Verkauf der Maifest- arbeitenden Kollegen, eine wöchentliche Unterstützung von 50 Pf. Stellung nehmen soll. Kollegen! erscheint und zeigt, daß Ihr Zeitung à 5 Pf. vorgesehen war. Auf den von der Gewerkschafts- zu zahlen." Ebenso beschloß die Versammlung, die Redaktion nicht gewillt feid, Euch von diesen reaktionären Helden maß- fommission erlassenen Aufruf, die Maifeier betreffend, wurde in des Vorwärts" zu ersuchen, die Namen der Firmen, welche regeln zu laffen. Wem daran gelegen ist, daß unser Arbeits- der Debatte verschiedentlich bezug genommen. Millarg be- vorläufig als geregelt gelten, im Versammlungsbericht mit nachweise- Bureau nicht unterdrückt wird, muß unbedingt in dieser gründete die betreffende Resolution mit dem Hinweise darauf, zu veröffentlichen. Es sind dies folgende Geschäfte: Versammlung erscheinen. daß es nöthig sei, darauf hinzuwirken, daß jeder, dem es möglich Die Agitation3 Rommission Rund, Krausenstraße; Landsberger, Jäger- und Oberwallsei, den 1. Mai durch Arbeitsruhe zu feiern, um mit der Zeit straßen- Ecke; Lewin u. Komp., Friedrichstraße; Vorgang, der Tapezierer Berlins und Umgegend. nach dieser Richtung hin immer weiter fortzufchreiten. Gutt Französischestraße; Gebr. Schulz, Friedrichstraße; Haake, Achtung, Reinickendorf! Parteigenossen! Am Donnerstag, werde, daß ein festes Eintrittsgeld sich mit der Tendenz der Straße; Jürgens mann wünschte, daß prinzipiell ein für alle Mal festgestellt Landsbergerstraße; Kühne, Friedrichstraße; Wilhelm, BiethenLindenstraße; Kronheim, Charlotten den 15. März, von 10-2 Uhr, findet die Kommunalwahl für Maifeier nicht vertrage. Das Ergebnis der Berathungen war straße; Verband deutscher Post- und Telegraphen- Assistenten; die III. Abtheilung statt. Unsere Kandidaten sind: Für den der Beschluß, zur Maifeier fein festes Eintrittsgeld zu erheben Ernst Dittmar, Linienstraße; Lämmerhirt, Friedrichstraße; östlichen Bezirk: Maurer Robert Baum( als Angesessener). Für und die Maifest- Zeitung freihändig zu verkaufen. Die Ver- Kadisch, Alt Moabit; Goldstein; Fechner, Jägerstraße; den westlichen Bezirk: Töpfer Edmund Brandenburger( als anstaltung der Maifeier wurde den Vertrauenspersonen über- Heß, Franzöfifchestraße; Cohn und Süßkind, Reinicken Miether). Parteigenossen! Sorgt dafür, daß unsere Genossen tragen und diese ermächtigt, sich Hilfskräfte nach eigenem Er- dorferstraße; Meißner, Jerusalemerstraße; Zobel, Köpenicker= als Sieger aus dem Wahlkampfe hervorgehen. Jeder Wähler messen heranzuziehen. Ueber eine Resolution, dahingehend, die straße; Alb. Gräb, Jerufalemerstraße; Danz u. Ehrlich, Mittelhat sich mit einer Legitimation( Steuerzettel 2c.) zu versehen. sozialdemokratische Fraktion in der Stadtverordneten- Versamm- straße; Keller u. Furch; Bär, Badstraße; Berg, Chauffeestraße; Das Wahlkomitee. J. U.: Rob. Duchateau. Glung zu ersuchen, für Einführung gleichmäßiger Lehrbücher Ulfert u. Momes, Charlottenstraße; Eckert, Mohrenstraße; Engel, bereiten. " " " in den Berliner Gemeindeschulen au wirken, ging Gertraudtenstraße; Behrend, Friedrichstraße; Danziger, JägerFriedrichshagen. Parteigenoffen! Am Sonnabend, den die Versammlung zur zur Tagesordnung über mit Rückstraße; Koppel, Mauerstraße; Schüler, Karlstraße; Lewy, Char17. März, Vormittags 9 Uhr findet in unserm Ort die Neuwahl sicht darauf, daß die Stadtverordneten verpflichtet sind, lottenstraße; Schmidt u. Ziegel, Charlottenstraße; Ludw. Schwarz, für die beiden ausgeschiedenen Gemeindevertreter der dritten für unentgeltliche Vergabe allergitationskommiffions- u. Münzmann, Unter den Linden; Röhling, Mauerstraße; Bud, wirken. Friedrichstraße; Ellrot, gen. Pabst, Behrenstraße; Faßtessel Klaffe statt. Wenn Jeder seine Pflicht erfüllt, ist der Sieg Beantragt war ferner, das unser. Deshalb rüttelt die Säumigen und Gleichgiltigen auf, mitglied des 6. Wahlkreises unter die Kontrolle der gewählten Leipzigerstraße; Ebenstein, Behrenstraße; Gotter, Schüßenstraße; damit sie uns nicht durch ihr Fernbleiben eine Niederlage Revisoren für die Vertrauenspersonen zu stellen. Jetzt steht be- Hensel, Mittelstraße; Hinkel, Französischestraße; Heider u. Jean fagtes Agitationskommissionsmitglied unter Kontrolle der Ver- Jaques, Unter den Linden; Koße, Behrenstraße. Im ersten Bezirk ist das Wahllotal im Restaurant Franz trauenspersonen. Dieser Antrag wurde mit großer Majorität Mit der Aufforderung, auch den in anderen Städten sich im Lerche, Friedrichstraße 78/79. Unser Kandidat ist der Schrift: abgelehnt. Der Inseratentheil des Vorwärts" gab wiederum Streit befindenden Kollegen die Solidarität zu beweisen, schloß feter Hermann Sonnenburg. Im zweiten Bezirk ist Veranlassung zur Debatte. Millarg eiferte gegen das Inserat Genosse Schulz die Versammlung. das Wahllokal im Restaurant L. Wandrey, Friedrichstraße 135 des General- Anzeiger" des Berliner Tageblatt" vom 25. Februar Die zweite Versammlung tagte im Norden Unser Kandidat ist der Zigarrenhändler War Wartmann. im Vorwärts". Das Preßkommiffionsmitglied Dornbusch( Johannisstraße) und referirte hierselbst Rollege Zimm. DerDie Bertheilung der Flugblätter zur Gemeindevertreterwahl erklärte die Aufnahme dieses Inserates als nicht gegen das felbe ging auf die Erfolge der vorjährigen Lohnbewegung ein, findet am Donnerstag, den 15. d. M., Abends um 1/28 Uhr vom Parteiprinzip verstoßend. Auch sei ihm dieserhalb noch keine darauf verweisend, daß es sich bei derselben nur darum handeln Restaurant Lerche( Rundtheil) aus statt und erwarten wir Klage zugegangen. Die Redner zu dieser Angelegenheit waren fonnte, einen Anlauf zur allgemeinen Aufbefferung der Arbeitsrecht rege Betheiligung der Parteigenossen. anderer Meinung. 2utter machte noch auf die neu gegründete verhältnisse zu nehmen und es einer günstigeren GeschäftstonDas Wahltomitee. Freie Vereinigung der Händler und Händlerinnen" aufmerksam, junktur vorbehalten bleiben mußte, die Forderungen zur vollsten Die Parteigenoffen um Unterstützung derselben ersuchend. Auch Durchführung zu bringen. Immerhin seien beträchtliche Erfolge 3um internationalen Bergarbeiter Kongref. 3 wick au wird geschrieben: Der Bertrauensmann der organi- wurde darauf aufmerksam gemacht, daß die Einberufung der erzielt worden, die indeffen theilweise wieder abgeschwächt worden Zwickau wird geschrieben: Der Vertrauensmann der organi- Versammlungen am 18. März lediglich den Verfeien. Um die erzielten Erfolge wieder zur Geltung zu bringen, sirten Bergarbeiter Sachsens hat an alle sächsischen trauenspersonen obliege. Bergarbeiter- Bereine die Aufforderung gerichtet, große Bergsei es nothwendig geworden, wieder eine allgemeine Revision vorarbeiter- Bersammlungen zur Besprechung der internationalen Aufgaben der Arbeiter, namentlich hinsichtlich der Lohn- und Arbeitsverhältnisse, abzuhalten und zahlreiche Delegirte zum internationalen Bergarbeiter- Kongreß in Berlin abzuordnen. 10 Aus Kein Nothstand. Am 7. März sprang in Leipzig ein 41jähriger Expedient in den Fluthkanal, um sich zu ertränken. Er wurde gerettet und gab an, daß ihm seine Stelle gekündigt sei; er ſei Vater von 6 Kindern und habe aus Verzweiflung über seine bevorstehende Arbeitslosigkeit den Tod suchen wollen. Der Handhabung des Vereinsgesetzes gegen die Sozialdemokraten sehen die bürgerlichen Parteien mit wohlgefälligem Lächeln zu. Würde das Vereinsgefeß aber gegen alle Parteien gleichmäßig gehandhabt werden, so fönnen wir sicher sein, daß wir von diesem Zopfrecht bald befreit sein würden. So sehr wir alle reaktionären Maßnahmen bedauern und entschieden betämpfen, fo läßt sich deshalb doch nicht abstreiten, daß eine Verfolgung nicht sozialdemokratischer Vereine auch ihre gute Seite hat, weil sie die Gegnerschaft gegen unsere Vereinsgefeßgebung verstärkt. Unter diesem Gesichtspunkte veröffentlichen wir die folgende Stelle aus einem Artifel der Leipziger Kolonialwaaren post vom 20. v. M. Das Blatt schreibt: " 1 " Die Schneider und Schneiderinnen hielten am 12. März zunehmen. Der Erfolg hierbei sei wiederum auf Seiten der zwei große öffentliche Versammlungen ab mit der Tagesordnung: Arbeiter, indem sich 60 Geschäfte bereits von vornherein bereit Der Stand unserer Lohn bewegung und das erklärt hätten, die alten Verhältnisse, wie sie durch den vorjährigen Resultat der Verhandlungen mit den Unter- Streit gestaltet worden waren, wieder herzustellen und stehe zu ernehmern." In den Arminhallen", referirte Genosse August Täterow. Redner behandelte ein Andererseits gäbe es aber auch eine Reihe von Geschäften, bei " Kommandantenstr. 20, warten, daß sich diesen 60 Geschäften noch weitere anschließen werden; leitend die tieftraurigen wirthschaftlichen Verhältnisse unter denen denen es eines besonderen Druces der dort beschäftigten Arbeiter zur Zeit die Arbeiter in der Schneiderei zu leiden haben. Die bedürfe, um dem von der Kommiffion aufgesetzten Tarife in Lohnabzüge haben von Jahr zu Jahr einen derartigen Umfang an diesen Geschäften Geltung zu verschaffen und die bestehenden genommen, daß eine einigermaßen menschenwürdige Existenz zur Prinzipal- Nebentarife zu beseitigen. Zu derartigen Geschäften unmöglichkeit wurde. Von allen Seiten gedrängt, gegen die un- gehören, wie der Referent anführte, u. a. Herm. Hoffmann, ausgefetzten Lohndrückereien der Unternehmer endlich einmal Sallopp, S. 2. Levy, Adam zc. Wieder in anderen Geschäften, energisch vorzugehen, berief die Agitationskommission der Schneider wie z. B. bei Basedow, sei der Kommissionstarif anerkannt, und Schneiderinnen Berlins im vorigen Jahr mehrere große nichtsbestoweniger aber sollen unbegreiflicher Weise die Arbeiter Versammlungen ein, welche sich wie bekannt übereinstimmend zu unter dem Tarife arbeiten. Hier sei es unbedingte Pflicht der nächst für einen großen Streit der Arbeiter in der Maaßbranche Arbeiter, fich tarifmäßig bezahlen zu lassen. Angreß habe einentschieden. Das Unternehmerthum wurde überrascht, weil es geftandenermaßen Abzüge gemacht unter der Begründung, daß glaubte, bei den Schneidern sei eine Lohnbewegung überhaupt es nicht anders ginge. Dies sei in keiner Weise anzuerkennen. zur Unmöglichkeit geworden. Ihr Widerstand war groß, doch Die Kommandit- Gesellschaft Herm. Gerson habe ihre Schneidergelang es, wenn auch nicht auf der ganzen Linie, so doch immer- werkstatt, um allen Scherereien zu entgehen, aufgehoben, wohin bei einem großen Theil der Firmen bedeutende Vortheile zu durch die Arbeiter benachtheiligt worden seien. Auch hier sei erzielen. Die Forderungen im vorigen Jahr bestanden in die Anbahnung einer Regelung erforderlich. Das Versandthaus Von Liegnizer Freunden erhalten wir eine Nummer des folgendem: Germania" habe den Kommissionstarif ebenfalls nicht inne gedortigen Anzeigers mit einem Artikel über vorstehende Frage und 1. Einen allgemeinen Lohnaufschlag von 25 pet. 2. Aus halten, desgleichen S. Baum und eine Reihe anderer Firmen, trotz der Bitte um Abdruck. Die Sache hat allerdings Interesse für hängung von Lohntarifen. 3. Beseitigung des Plaggeldes auf gegentheiliger Behauptung. Größtentheils sei der Nachlässigkeit der unsere Leser, weil sich die Thätigkeit in unseren Bereinen immer Wertstellen. 4. Bezahlung der Tagschneider nach Wochenlohn. Arbeiter die Hauptschuld an den nichttarifmäßigen Bezahlungen mehr nach der wirthschaftspolitischen Seite entwickelt, so daß Der Minimalſatz ist bei zehnstündiger Arbeitszeit 27 M. Sonn- beizumessen. In den meisten Fällen würde es gar nicht eines wir Gefahrlaufen, überall aufgelöst zu werden, tagsarbeit ist unzulässig. 5. Anstellung eines Maschinisten in Streifes, sondern nur eines energischen Vorgehens der Arbeiter sofern den Behörden eine rigorose Anwendung Werkstätten über 10 Mann, der vom Geschäft bezahlt wird. Die bedürfen, um die tarifmäßigen Preise festzuhalten. des Vereinsgefeges belieben follte(!!!) " Maschinen und Maschinenzuthaten find gleichfalls vom Geschäft artige Lohnregulirung beliebe laut seiner Erklärung an die KomWer nun die Berichte über die verschiedenen Bereins- und zu liefern. Minimallohnjat und die Arbeitszeit ist der- resp. mission der Schneidermeister Berndt, Oranienburgerstraße 69. Verbandssitungen, die innerhalb der gewerblichen Fachkreise in dieselbe wie bei den Tagschneidern. 6. Bis 6 Uhr Abends müssen Dieselbe bestehe in einem zum jederzeitigen Gebrauche an der den letzten Jahren in der Presse erschienen und zur Kenntniß alle Proben, die den nächsten Tag bis 8 Uhr geliefert werden Wand bereit hängenden Gummischlauche. Eine weitere Reihe der Behörden gekommen sind, auf die vorstehenden Kriterien sollen, den Arbeitern ins Haus geschickt sein. 7. Bezahlung der von Geschäften habe der Kommission gar keine Erklärung zuprüft, muß mit dem Breslauer Oberstaatsanwalte zu dem Schlusse Nacht- und Kumpanschaftsarbeit mit 5 M. Aufschlag. Be fommen lassen und seien die hier beschäftigten Arbeiter, gleichwie tommen, daß jene Vereinigungen fämmtlich für die Auflösung zahlung der Extra- Arbeiten. Diese Forderungen wurden im in allen anderen Geschäften, verpflichtet, im eigenen Interesse reif sind. Es hängt demnach der Fortbestand aller solcher Ver- vorigen Jahr allseitig als zeitgemäß anerkannt, mußten jedoch eine Regelung zu erstreben. Den geeigneten Zeitpunkt, in der eine lediglich von der Konnivenz der Behörden ab, vielfach erst durch Streits erzwungen werden. Der Kleinbetrieb Konfektionsbranche vorzugehen, hielt Referent noch nicht für geund das ist allerdings ein unerquicklicher Busowohl, als die Jfolirtheit der Kollegen, auch die flauen Ge- fommen und sprach er sich nicht sympatisch über die in der stand. Wenn sich kaufmännische oder gewerbliche Schutzvereine schäftszeiten, denen die Unternehmer sofort mit Lohndrückereien Konfektionsbranche zutage tretende Sonderbewegung aus. Auch bilden mit dem in den Statuten tlar ausgesprochenen Zwecke zu begegnen suchen, waren größtentheils schuld, daß die Forde die Konfektionsbranche werde keineswegs aus den Augen gelassen der Wahrung der Interessen" des 2c. Standes, so rungen verschiedentlich nicht bewilligt und auch die neuen Tarife und zu geeigneter Zeit auch hier die nöthigen Schritte unternommen bedeutet dieses Vorgehen implicite eine Kampf- nicht tonsequent eingehalten wurden. In der dies werden. Redner resümirte sich dahin, daß in diesem Jahre von einer allansage für die bestehenden gesehlichen Miß- jährigen Saison soll nunmehr das Versäumte gemeinen Bewegung Abstand genommen werden und man sich darauf stände, und bei der Diskussion solcher Materien darf der poli- nach geholt und stritte Durchführung der be beschränken könne, in den in Frage kommenden Geschäften mit tische Gegenstand" nicht blos gestreift" werden, sondern man muß willigten Zarife verlangt werden. Auf Energie darauf zu dringen, die mit großen Opfern erkämpften ihm direkt auf den Leib rücken. Wir meinen, die Behörden thäten Beschluß einer einer öffentlichen Schneider und Schneide besseren Arbeitsbedingungen wieder herzustellen und sich mit und der darauf beffer, die Fachvereine wegen ihrer harmlosen, Brot- Politit" nicht rinnen Versammlung darauf folgenden Ge- regerem Gifer, als bisher, der gewerkschaftlichen Organisation zu beunruhigen, denn anderenfalls würden sie nur erreichen, daß schäftsbelegirten Sigungen wurde die Agitationstommission zuzuwenden. Diese Vereine der Noth gehorchend, nicht dem beauftragt, in in diesem Sinne bei den Firmeninhabern Nach kurzer Debatte wurde die schon vorn erwähnte Reso eigenen Triebe", fich offen zu politischen vorstellig zu werden. Dieses ist geschehen, und sind die Ant- lution einstimmung angenommen. Die Kommission wurde beVereinen umgestalten, und das würde beiden worten zum größten Theil in die Hände der Kommission zurück auftragt, nochmals mit den in Betracht kommenden GeschäftsTheilen blog Sollte es dennoch zur unnöthige Schererei verur gelangt. Redner verliest dieselben. Während ein großer Theil inhabern in Verbindung zu treten. fachen." der Geschäftsinhaber darin erklärt, den von ihnen anerkannten Arbeitseinstellung in einzelnen Geschäften tommen, so würden bie Daß die Vereine der Bourgeoisie noch ärger behandelt wer- Forderungen stets nachgekommen zu fein( was aber von einzelnen arbeitenden Kollegen zu einer wöchentlichen Steuer von mindestens den müssen, bevor es mit unserer Vereinsgesetzgebung beffer Arbeitern bestritten wird), haben andere unter Außerachtlassung 50 Pf. verpflichtet. Gewarnt wurde ferner vor Uebernahme von wird, geht daraus hervor, daß der Teut", der sich als ein Organ jeglichen Anstandsgefühls in geradezu gemeiner pöbelhafter Weise, Arbeit aus streifenden Städten und gebeten, die Rommission vorder deutschen Mittelstände bezeichnet, aus Anlaß der oben er andere wieder ausweichend geantwortet. Unter stürmischem kommenden Falles in Kenntniß zu setzen. wähnten Thatsachen nicht nach der Aufhebung unseres reaktio- Beifall kritisirte Genosse Täterow das Verhalten einzelner dieser nären Vereinsgefeßes ruft, sondern sich mit der festen Hoffnung gebildeten Chefs", denen bei gelegener Zeit ihre Arbeiter die tröstet, daß die Behörde eine derartige überstrenge Anwendung" richtige Antwort geben möchten. Der Vortragende geißelte noch des unter dem Eindrücke von 1848 erlassenen Gesetzes auch scharf das Ablaufen der Geschäfte seitens der Kollegen nach fernerhin vermeiden werde. Arbeit, wodurch dann allerdings den Prinzipalen der Kamm schwelle, und empfahl schließlich die Annahme nachstehender Resolutionen: " " Ein kantonales Fabrikinspektorat will der schweizerische Kanton Freiburg errichten. Eine Zentralherberge errichtet am 1. April die organisirte Arbeiterschaft der Stadt Basel. Versammlungen. = Briefkaffen der Redaktion. Stiller Genosse. 1. Ja. 2. Ja. A. A. Unter diesen Umständen haften die Sachen der Frau nicht. Wenn Sie aber den üblichen Berliner Miethskontrakt unterschrieben haben, so können Sie sich andere Unannehmlich. keiten zuziehen, falls Ihre Frau ihr Recht verfolgt. 1. In Erwägung, daß von einer Anzahl Geschäften die vor jährigen Tarife aufrecht erhalten sind, ein anderer Theil nach der Aufforderung der Kommission den Tarif nachbewilligte, ist G. K., Straußbergerstraße. Sie können das Teftament der Lohnkampf auf die Geschäfte beschränkt, welche sich den innerhalb von zwei Jahren anfechten, wenn der Erblasser nicht Forderungen ihrer Arbeiter gegenüber ablehnend verhalten. Da durch Zuwendungen bei Lebzeiten dazu berechtigt war, so zu ver ferner eine große Anzahl Geschäfte unsere Forderungen der fügen. Besorgen Sie sich Abschrift des Testaments und fragen Eine Parteiversammlung für den sechsten Ber: Agitationsfommission gegenüber schriftlich anerkannt, so haben Sie einen Juristen. liner Reichstags- Wahltre is fand am 10. b. M. statt. unsere Kollegen die Pflicht, sich die Arbeit tarifmäßig bezahlen F. P. Der einzig mögliche Weg ist folgender: Die Frau In derselben erfolgte die Rechnungslegung der Vertrauens zu lassen. In allen sonstigen Maaßgeschäften werden die Kollegen muß wegen der Darlehne gegen die alte Frau einen Zahlungspersonen ugustin( Schönhauser Vorstadt), Helwig verpflichtet, auf die Anerkennung der Forderungen und Aus- befehl erlassen und die zukünftigen Rechte aus der Urkunde ( Rosenthaler Borstadt), Maschowski( Oranienburger Vor- füllung der Tarife hinzuwirken und zu diesem Zweck fich sofort pfänden und sich überweisen lassen. Letzteres durch Gerichtsstadt und Wedding) und Pfarr( Moabit) für die letzt mit der Kommission, Bureau: Schützenstr. 18/19, zu verständigen, beschluß. verflossenen drei Monate. Die detailirte Abrechnung wurde von um schnelles Handeln zu ermöglichen. 28. G. 17. Eine Klage würden Sie zwar gewinnen, aber den Revisoren geprüft und für richtig befunden. Auf Antrag 2. Am Montag, den 19. d. Mts., findet in den Arminhallen schwerlich bei dem Schuldner Geld holen tönnen. Dagegen derselben wurde den Vertrauenspersonen Decharge ertheilt. Wie die nächste öffentliche Schneider und Schneiderinnen- Berfamm- tönnen Sie ihn, wenn Sie dazu Luft haben, wegen des heimPfarr bekannt gab, stehen von der Reichstagswahl in Moabit Inng statt, in der über das weitere Vorgehen gegen die Geschäfte, lichen Rückens beim Staatsanwalt I, Alt- Moabit 11-12, zwei Liften aus, ebenso im Schönhauser Bezirk noch vier Listen, welche bis dahin nicht bewilligt haben, berathen wird. Da denunziren. wie Augustin bekannt gab. Im Anschlusse hieran erfolgte die unser mehrjähriges erfolgreiches Vorgehen nur durch die Kraft Wiederwahl der bisheriger Revisoren. Ueber den nächsten Punkt der Organisation möglich war, erklären die Anwesenden dahin der Tagesordnung: Stellungnahme zur Maifeier", referirte Ver- zu wirken, daß alle Schneider und Schneiderinnen Berlins sich trauensmann Augustin. Derselbe theilte den Majoritäts- dem deutschen Schneider- und Schneiderinnen- Verband anschließen. beschluß der Vertrauensmänner dahin mit, daß der Vormittag Während einer längeren Pause erfolgte die Aufnahme von den Gewerkschaiten zu überlassen sei, daß aber am Abend die Mitgliedern in den Verband. In der Diskussion, an der sich politische Demonstration zu erfolgen habe. Zu diesem Zwecke Gegner trotz wiederholter Aufforderung nicht betheiligten, wurde sollen Abends in mehreren Lokalen Versammlungen abgehalten allgemein das Vorgehen der Kommission gebilligt. Immich werden mit daran schließendem Konzert und der Bedeutung des lenkte speziell die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf schlechte BeTages angemessenen und würdigen Unterhaltungen. Um allen Ge- handlung der Arbeiter bei der Firma Hoffmann( Hofnossen die Theilnahme zu ermöglichen, folle fein Eintrittsgeld lieferant) und die jeder Hygiene hohnsprechenden Werkstatterhoben, sondern nur eine freiwillige Tellersammlung veranstaltet verhältnisse. Außer vorstehenden Resolulionen gelangte der " Da es vorauswerden. Gegen die Zellersammlung wurden verschiedene Be- folgende Antrag zur einstimmigen Annahme: benten erhoben und beantragt, ein Eintrittsgeld von 5 Pf. zu fichtlich behufs Durchführung unserer Forderungen in verschiede erheben und die Maifest- Beitung unentgeltlich zu abfolgen, Inen Geschäften zum Streit tommen wird, so verpflichten sich alle J. K. B. Die Antwort ist schon vor einiger Zeit unter Knof Büdingen erschienen. Braunschweig 63. Bei seinen Lebzeiten haben Sie überhaupt keinen Anspruch, und nach seinem Tode nur wenn er keine ehelichen Kinder und fein Testament hinterläßt und Sie in gesehlicher Form anerkannt hat. 30 R. Sch. Nr. 105. Solche Forderungen verjähren erst in Jahren. H. Krandt. Wir glauben, daß Sie das nicht dürfen, ers fundigen Sie sich aber zur Sicherheit noch beim Polizeirevier. R. K., Friedrichsfelde. Die Kasse ist im Recht.§ 19 Krantentassengeset. R. P. 11. Verjährt ist das nicht. Fragen Sie beim Gerichtsvollzieher, ob die Pfändung noch besteht und gegen welche 8ahlung fie aufgehoben wird. Roh- Tabak infil. Zähne 2 M. Schmerzt. Banstehen 1 Mt. Blomben 1,50 M. TheirDetail- Verkauf Rud. Völcker& Sohn, Köpnickerstr. 45.[ 2165b C. Hübner, Schuhmachermstr. 9 zahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22, 8-7 uhr. Achtung! Metzner's Korbwaaren- Fabrik, Berlin, Andreasstr. 23, Hof part., vis- à- vis d. Andreasplak. Kinderwagen, Mittwoch, den 14. März: Achtung! Großer Kommers ( mit Damen) 497/1 größtes Lager Berlins. Muster- zu Ehren der anwesenden Delegirten des 1. Kongreffes aller Angestellten bücher gratis. 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Deutsche Revolution. 1848-49. brosch. in 21 Heften à 20 Pfg. Prachtbd. 5,70 Mt., Porto 50 Pfg. Großer deutscher Bauernkrieg. Prachtbd. 6,80 Mt. Porto 50 Pfg. geb. 3 Mt., Porto 30 Pfg. Mignet, Französische Revolution 1789-1814. geb. 2 M., Porto 30 Pf. Schoenlant, Soziale Kämpfe vor 300 Jahren. 4 Mt., Porto 30 Pfg. Gedichte, Romane, Dramatisches: Büchner, G., Dantons Tod. 40 Pfg., Porto 5 Pfg. Deutsche Arbeiterdichtung. Gedichte 4 Bände: deutscher Proletarier. 1. Hasenclever, Frohme und Lepp. 2. Audorf. 3. Lavant. 4. Regel. 5. A. Scheu. pr. Bd. geb. 1 Mt, Porto à Bd. 10 Pf. Dickens, Bwei Städte. Roman. 1,20 Mt., Porto 20 Pfg. 5-5% M., Vorderviertel( Bruſt u. Cotelettes) 31/ 2-4 M. 9 Pfd. netto inkl. Berpackg. frco. S. de Beer, Emden ( Ostfriesland). Gefl. Aufträge zu Ostern 70, Grüner Weg No. 70, Diederich, Winterfonnenwende. frühzeitig erbeten. 63/6 nahe der Koppenftr. Herrengarderobe- Ausverkauf. 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