Nr. 101.-32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: abonnements Breis pränumerande: Bierteljabrl 3,30 m, monatl. 1,10 RL, wöchentlich 5 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Steue Belt 10 a. Bost bonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post Beitungs Breisliste Unter Areuzband fr Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen qn: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal Buntinien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglic 166 Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertlons- Gebühr beträgt für die sjech gespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Bfg.. für politische und gewerkschaftliche Bereins ind Bersamuilungs- Anzeigen 30 Big, Kleine Hnzeigen", das fettgebiudic 28ort 20 Bfg.( zuläfig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlafſtellenan zeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Big. Borte über 15 Buth staben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müfen his 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben inerden. Die Erbedition is bie 7 Uhr abends geöffnet. Telegramım- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplat, Nr. 151 90-151 97. Dienstag, den 13. April 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Erfolgreicher deutscher Vorstoss in Tordpolen Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 12. April 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplaz. In den Argonnen scheiterten kleinere franzöfifche Angriffe. Zwischen Maas und Mosel war der Sonntag verhältnismäßig ruhig. Erst in den Abendstunden sekten die Franzosen zum Angriff auf die CombresStellung an; nach zweistündigem Kampfe war der Angriff abgeschlagen. Im Walde von Ailly und im Priesterwalde fanden tagsüber örtlich beschränkte Nahkämpfe statt, in denen wir die Oberhand behielten. Ein in der Nacht erneut einsehender Angriff wurde abgewiesen. In Erwiderung des am 5. April erfolgten Bombenabwurfs durch feindliche Flieger auf die offene, außerhalb des Operationsgebiets liegende Stadt Müllheim, bei dem drei Frauen getötet worden find, wurde Nancy, der Hauptort der Befestigungsgruppe gleichen Namens, von uns ausgiebig mit Spreng- und Brandbomben belegt. Nach Aussage französischer Offiziere find die Kathedralen Notre Dame in Paris und in Troyes, sowie hervorragende Staatsgebäude, wie Nationalbibliothek, Kunstgebäude, Invalidengebäude, Louvre usw., mit militärischen Einrichtungen wie Scheinwerfern, drahtlosen Stationen, Maschinengewehren versehen. Deftlicher Kriegsschauplay. Bei einem Vorstoß von Mariampol in öftlicher Richtung nahmen wir den Russen 9 Offiziere, 1350 Mann sowie 4 Maschinengewehre ab. Nordöstlich von Lomza warfen die Russen auf Wurfmaschinen Bomben, die nicht planten, sondern langsam ausbrennend erstickende Gase entwickelten. Die in der Presse amtlich gemeldete Verstümmelung eines russischen Unteroffiziers in Gegenwart deutscher Offiziere bedarf als grobe und sinnlose Lüge keiner weiteren Erörterung. Oberste Heeresleitung. Wo steht der Hauptfeind"? Die letzten Tage haben eine Reihe beachtenswerter Aeußerungen in der liberalen Presse gebracht, die in innerem Busammenhange stehen mit den von uns vor furzent be sprochenen Erörterungen der konservativen, Bresse über Krieg, Diplomatie und Politik und zum Teil auf sie unmittelbar Bezug nehmen. In der Montagsnummer. des Berliner Tageblatts" äußert sich Theodor Wolff über die Erörterungen, die jezt namentlich in der konservativen Preise Darüber geführt werden, wer der wirkliche, der Sauptfeind" unter unseren Feinden" sei. " 1' Man strebt danach schreibt er die politische Leitung des Krieges und die spätere Friedensgestaltung auf eine ganz bestimmte Linie zu drängen und für eine lange Zufunft eine Situation zu schaffen, die den Anschauungen mancher Kreise entspricht. Um es flarer zu sagen: die Feind. fchaft mit England wird, wie die Würfel auch fallen mögen, als ein dauernder Zustand vorausgesetzt, und in scheinbar logischer Folgerung taucht, einstweilen noch nebel hoft fern, die dee der Versöhnung mit Rußland auf. Dazu ist nötig, daß man einem mürben, friedenssehnsüchtigen Rußland goldene Brüden baut, es nicht zu sehr zu schwächen, seine Schwäche nicht voll auszunüßen sucht." 13 In ähnlichem Sinne wendet sich. v. Gerfach in der .elt am Montag" gegen diejenigen, die das Wort General v. Clausewitz', der Krieg fei nur eine Fortjehung der Politik mit anderen Mitteln, jekt als 3.0 ripann für ihre politischen: Sonderwünsche benutzen: Im Sinne dieser Gedanken witd in der legten Zeit ein förmlicher und, wie es den Anschein: hat, geradezu planmäßiger Feldzug in einer Reihe: rechtsstehender, Organe ge führt. Unter Berufung auf die Autorität von Clausewitz fucht man, mehr oder weniger offen, Stimmung für Berständigung mit dem Osten zu machen, um fich mit veller Wucht gegen den Westen wenden zu können. Separatfrieden. mit Rußland! Kampf auf Leben und. Tod gegen England! Das ist des Budels Kern. Mit anderen Worten: Herrn Lissauers Haßgesang wird, fundamentiert auf Clausemikens Kriegsphilosophie, zum Leitmotiv der gegenivärtigen und fommenden deutschen Politik erhoben." Beide oben zitierten Schriftsteller sind darin einig, daß man sich unter allen Umständen gegen einen Separat frieden mit Rußland wenden müsse. Theodor Wolff begründet das folgendermaßen: „ Das russische Volf ist wobei wir die Mordbrenner nicht mitrechnen vielen von uns lieber, als der engherzig Der österreichische Generalstabsbericht. wurde nach einem Nahkampf zurückgeworfen. wurde nach einem Nahkampf zurückgeworfen. In den und eifersüchtig herumschielende Durchschnittsbewohner Wien, 12 April.( W. T. B.) Amtlich wird ver- lebhafter Stampf ab, wir zerstörten ein Blockhaus des schaft mit einem ungeschwächten Rußland Argonnen spielte sich während der ganzen Nacht ein sehr mand anderer Ränder, der seine trodene Seele mit etwas mehr Kulturfeßen überhängt. Aber eine FreundTautbart: 12. April 1915, mittags: Feindes, nahmen dreihundert Meter Schüßengräben und kann nur zu Enttäuschungen und Demütigun Die allgemeine Lage ist unverändert. In Russisch- Polen und West- Galizien behaupteten unſeren Gewinn trotz zweier deutscher Gegen- gen führen, denn der natürliche russische Eroberungstrieb angriffe. 8wischen Maas und Mosel wird aus geht, wie die Dardanellendiskussion deutlich dartut, über alle An der Karpathenfront wurden im Wald. den Gebieten von Eparges und Combres feit unserem Er- Freundschaften und Brüderschaften hinweg." Eine andere Note trägt zunächst S. v. Gerlach in feine' gebirge, besonders in den Abschnitten östlich des Uzsoker folg vom 9. April feine Infanterieaktion gemeldet. Im Baffes, mehrere russische Angriffe unter großen Verlusten des Walde von Ailly brachte uns ein am Abend des Zurückiveisung der Idee eines Separatfriedens mit Rußland hinein: Feindes abgewiesen, in Summe 830 Mann gefangen. 10. April vorgetriebener Angriff in den Besitz einer neuen ,, Daß es an sich verhältnismäßig leicht In Südost- Galizien und in der Bukowina Reihe von Schüßengräben. Im Walde von Mort- Mare ge- wäre, gerade zwischen Deutschland und Rußbereinzelte Geschüßkämpfe, land einen für beide Teile annehmbaren Frieden zustande zu bringen, liegt auf der stellenweise Geschützkampf. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. 9 Vom westlichen Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. lang es den Deutschen, in der Nacht die Schüßengräben zurückzuerobern, welche sie im Laufe des Tages verloren hatten. Aber die Stellungen, welche wir am 8. April eroberten, and. Nach den ethnographischen Verhältnissen in den bleiben vollkommen in unserem Besiz. Im Le Pêtre Grenzgebieten fann für feinen von beiden Teilen die AusWalde am Westrande an einem Quart en réserve be- ficht auf Landerwerb besonders verlodend erscheinen. Aber nannten Drte brachen zwei heftige feindliche Gegenangriffe Rußland und Deutschland lassen sich in diesem Weltkriege unter unserem Infanterie- und Artilleriefeuer zusammen. Verbündeten emanzipieren würde, ist seine Sache. Unsere nicht isolieren. Ob Rußland sich unter Umständen von seinen Unsere Flugzeuge warfen 155 Geschosse auf den See- Sache ist es jedenfalls, zu unseren Verbündeten zu stehen. Paris, 11. April.( W. Z. B.) Amtlicher Berichtbahnhof und die Gießerei von Brügge. bon heute nachmittag. In Belgien, an der Wir sind solidarisch mit Desterreich- Ungarn und der Türkei. Wenn etwas überhaupt von vornherein aus unserem Vortellungsfreiſe aus zuſcheiden hat, so der Gedanke, wir könnten uns mit Rußland vertragen, um nach dem Westen freie Hand zu bekommen, ohne daß gleichzeitig Rußland auch OesterreichUngarn und der Türkei unter Bedingungen den Frieden bewilligt hätte, die diese Staaten annehmen können." Aisne und in der Champagne fanden Artillerie. Die Lage der deutschen Kriegsgefangenen tämpfe statt. Man bestätigt die gestern abend gemeldeten in Frankreich. Fortichritte zwischen Maas und Mosel. Jm Mortmare- Ein Berichterstatter der Neuen Züricher Zeitung", Dr. Mag Wald dehnten wir die eroberte Front gegen Osten durch Müller, hat die deutschen Gefangenenlager in Tours, Breffuire, Einnahme neuer Schüßengräben aus; wir warfen mehrere Jioduns, Boitiers und Chalet befucht. Sehr anerkennend spricht er Sein Hauptargument gegen einen Separatfrieden mit Angriffe zurück. Im Le Prêtre Wald erzielten wir sich über die Behandlung der Gefangenen, über die Kost und die gefundheitlichen Einrichtungen der Gefangenenlager aus. In den Rußland ist aber doch folgendes: Fortschritte an einer Quart en réserve genannten Stelle. Wir Lagern find je 500 bis 2000 Gefangene untergebracht. Jeder Ges Die mir unausbleiblich scheinende Stonsequenz eines erbeuteten ein deutsches Waschinengewehr. Schnee, Regen und fangene erhält bei seiner Ankunft zwei Hemden, Schuhe, bei Bedarf Separatfriedens mit Rußland wäre die Herstellung eines Bind wüteten den ganzen Tag über. auch Unterkleidung und neue feldgraue Kleider, die von deutschen Ost blods gegen den West blod. Militärschneidern angefertigt werden. Geldiendungen für die Ge Vor den innerpolitischen Folgen eines solchen ZusammenParis, 11. April.( W. T. B.) Amtlicher Bericht fangenen werden ihnen ratenweise ausgezahlt und zu Anschaffungen bom Sonntagabend: Nördlich Albert unternahmen verwendet. Mit den Baketen aus der Heimat fönnen die Ge- gehens der Oftmächte will ich in diesen Zeiten des Burgdie Deutschen in der Nacht vom 10. zum 11. auf beiden verbessern. Das Verhältnis zu dem Aufsichtspersonal ist nach der sich die Sozialdemokratie am 4. August mit den anderen Barfangenen, die auch sonst ausreichende kost erhalten, ihre Lage noch friedens nicht reden. Nur darauf möchte ich hinweisen, daß Ancre- Ufern einen Angriff gegen unsere Schüßengräben von Schilderung Dr. Müllers das denkbar beste. Fluchtversuche werden teien in Reib und Glied ſtellen konnte, weil die Barole erging: Hamel und im Walde von Thiepval. Der Angriff mit einem Monat Gefängnis bestraft. Wider den 3arismus! Das war das Wort, das das ganze Volf zusammenschweißte. Stände am Ende des Serieges ein Bündnis mit dem 3arismus, so müßte ein Riß durch unser Volk gehen. Der Seekrieg.10 dem Gegner die Mittel ausgingen, ihn weiterzuführen. Eine derartige Art der Kriegführung ist im Zeitalter der Millionenheere und des Volksfrieges natürlich nicht mehr möglich, aber eine Art neuer Außerpolitisch würde der Block der Ostmächte gegen die Ermattungsstrategie wird jezt doch geführt, sie besteht darin, Die französische Presse über den UnterWestmächte ein Wettrüsten ohne Ende bedeuten. Ein daß man den Gegner an den gutausgebauten und start befestigten. gang des„ U 29". Friedenszustand, der in Wahrheit eine einzige Vorbereitung Stellungen anlaufen läßt und seine Angriffe abwartet. Ist der Anauf den Kriegszustand wäre." griff, namentlich wenn er rein frontal geführt werden muß, bei Paris, 11. April.( T. 11.) Ueber den Untergang des Wir möchten an dieser Stelle davon absehen, an diesen der heutigen Waffenwirkung überhaupt immer mit großen Wer- U 29" schreibt der" Temps": Der Verlust des Tauchbootes Worten, soweit die Haltung der deutschen Sozialdemokratie Iu sten verbunden, so steigen diese zu einer außerordentlich selbst ist sicherlich wieder gut zu machen, aber der Tod seines in Betracht kommt, Kritik zu üben. Wichtiger erscheint uns großen Höhe an, wenn die Angriffe gegen befestigte Feldstellungen Kommandanten Weddigen ist ein schwerer Verlust für die die Begründung eines Separatfriedens mit Eng- ausgeführt werden müssen.... deutsche Flotte. Der Kommandant Weddigen ist derselbe, der I and, die H. v. Gerlach der Parole eines Separatfriedens Die jetzige Ermattungsstrategie unterscheidet sich allerdings am 23. September mit dem„ U 9" die drei englischen Kreuzer mit Rußland entgegensett. grundsätzlich von derjenigen der früheren Jahrhunderte. Damals Aboukir"," Cressy" und„ Hogue" in den Grund bohrte, und Wenn gewisse Kreise bei uns fich für einen Separat- follte das Menschenmaterial gefch ont und der Erfolg durch eine mithin ganz allein eine Striegstat von allerhöchster Bedeutung frieden mit dem Often. erwärmen, so muß ich sagen, daß, Erschöpfung der finanziellen Mittel erreicht werden. Bei dem vollbrachte. wenn man überhaupt einen Separatfrieden jezigen Verfahren werden die Menschenkräfte rücksichtslos eingesetzt für wünschenswert hält, dann wahrhaftig und die Ermattung des Gegners soll durch die Vernichtung dieses England eher in Betracht käme als Ruß wichtigsten Mittels der Kriegführung herbeigeführt werden. land. Es wo Torpedierter Dampfer. Gs iſt jebt nicht der Augenblic, po man unbefangen über estlicher Kriegsschauplah.us. Das britiſche 9000 Tonnen große Baffagerboot die Gründe des Krieges das Maß von Schuld diskutieren. kann, das die einzelnen Völker und Regierungen daran trifft. Aber selbst wer das Maß Englands noch so groß bemißt, sollte doch nicht übersehen, daß man es bei den Engländern weder mit fleinlichen Krämern noch mit aufgeregten Gefühlsmenschen, sondern mit großzügigen Kaufleuten zu tun hat. Mit denen muß man sich im geeigneten Augenblick verständigen können. Mit denen muß eine dauernde Verständigung möglich sein. Denn keiner weiß besser als der Kaufmann den Segen des Friedens zu schäzen." Die russische Offensive zum Stehen gebracht. Loudon, 12. April.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Wayfarer" wurde auf der Höhe der Scillyinseln torpediert. Das Schiff wurde nach Queenstown geschleppt. Flugzeugangriff auf einen englischen Te Dampfer. Wien, 12. April.( W. T. B.) Aus dem Kriegspreisequartier wird gemeldet: An der ganzen Karpathen Rotterdam, 12. April.( W. T. B.) Der„ Nieuwe Rotter front ist es wesentlich ruhiger geworden. Im westlichen Abschnitt damsche Courant" meldet: Der englische Dampfer, Serula" wird seit dem von den Russen im Ondawa- und Laborzatale mit aus Cork, der gestern nacht, aus Manchester kommend, auf dem starken Kräften versuchten Durchbruch, der in der Schlacht der Oster- neuen Wasserwege eintraf, berichtet, daß gestern nachmittag bei Zusammenfassend erklärt dann Gerlach: Verstän- tage unter außerordentlich schweren Verlusten des Gegners boll- Noordhinder deutsche Flugzeuge 20 Bomben nach dem digung mit Rußland bedeutet Rüstungsfieber und ständig scheiterte, seit mehreren Tagen nicht gekämpft. Schiff warfen, ohne es zu treffen. Kriegsgefahr in Permanenz. Verständigung mit Die in dem Abschnitt zwischen Virava und dem Uzsoker England bedeutet Unangreifbarkeit für uns und damit dauernden Weltfrieden." So sehr wir es zu würdigen wissen, daß in diesen Ausführungen der wüsten Englandsheze und der Stimmungsmache für einen Separatfrieden mit Rußland entgegen gewirkt wird, so wenig fönnen wir es als zweckentsprechend erachten, daß die von ihrem Standpunkte aus konsequente Parole der Freunde eines Separatfriedens mit Rußland nur mit den angeführten Argumenten bekämpft wird. Wollen die Gegner der Parole gegen England einen Erfolg davontragen, so müssen sie aus der Tatsache, daß legten Endes der deutsch- englische und der deutsch- russische Krieg derselben Quelle entsprungen und organisch miteinander verbunden sind, die nötigen Konsequenzen ziehen. Die Ausdehnung der Schlachtfronten. Paris, 12. April.( W. T. B.) Der„ Matin" rechnet nach ficheren Angaben aus, daß die Ausdehnung der Schlachtfronten der Alliierten 2668 Kilometer beträgt. Davon entfallen 870 Kilometer auf die franzöfifche, 50 auf die englische, 28 auf die belgische, 1870 auf die russische und 350 auf die ferbisch- montenegrinische Front. paß stehenden Truppen haben während der letzten Tage in der Linie Telepoc- Zellö- Juhaslak- Patakofalu alle Angriffe zurückgeschlagen. Auch hier lassen die russischen Angriffe nach. Zur Versenkung der Medea". Die den Uzsoker Paß nördlich bedenden Söhen Hellungen unferer Regierung bei der deutschen Regiesind von unseren Truppen in dreitägigen heftigen Kämpfen behauptet worden; gestern war hier nur Geschüßlampf. Nördlich von Tucholka und Slavsko gelang es den deutschen und unseren Truppen, mehrere Stellungen zu erobern und erobern und Gefangene zu machen. Die seit dem Fall von Przemysl andauernde ruffische Offensive ist somit an der ganzen Karpathenfront zum Stehen gekommen und durch Gegenstöße unserer Truppen an mehreren Stellen emp findlich getroffen worden. Ruhigere Lage in den Karpathen. Haag, 11. April. Der„ Nieuwe Courant" schreibt: Die Vorgierung wegen Versentung des Dampfers„ Medea" dürften sich namentlich in der Richtung bewegt haben, daß nach ihrer Ansicht das Verfahren des deutschen Tauchbootes gegen ein neutrales Schiff mit einer Ladung der Art, wie„ Medea" sie führte, nicht mit dem geltenden Völkerrechte übereinstimme, gleichviel, ob die Lon doner Beklaraton für Deutschland bindend sei oder nicht. Ste unter diesem Gesichtspunkt gegen die Behandlung von Schiff und Ladung vorgebrachten Bedenken richten sich nicht allein gegen die Berstörung des Schiffes, sondern auch gegen die Art, wie seine Besatzung den Gefahren des Meeres preisgegeben worden ist, da die Boote mit der Besatzung nur ganz furze Zeit von dem Unterfeeboot geschleppt worden sind. Außerdem dürfte die niederländische Wien, 12. April.( W. Z. B.) Der Kriegsbericht und dem unschädlichen Charakter der Ladung an Apfelfinen, ſelbſt Regierung das Mißverhältnis zwischen einer so harten Maßregel erstatter der ,, Sonn- und Montagszeitung" meldet: Gestern wenn diese als Stonterbande anzusehen wäre, betont haben. Darauf wiesen die Kämpfe in den Karpathen einen scheint die deutsche Regierung dem niederländischen Gesandten ruhigeren Charakter auf. Am westlichen Flügel in Berlin vorläufig geantwortet zu haben, daß nach ihrer standen die Kämpfe ganz still. Im Zentrum war eine Ab- Auffassung die Legalität des Vorganges kaum zu bestreiten sei, nahme der Heftigkeit festzustellen. Nur östlich von Virava wie in einer in Aussicht stehenden Note als Erwiderung auf die vorfand ein größeres Gefecht statt, in dem die wütenden Angriffe gebrachten rechtlichen Bedenken darzulegen sein würde; im übrigen der Russen zurückgewiesen wurden. Auch auf dem rechten werde das deutsche Prisengericht über die Medea" entscheiden. Die Die englischen Gesamtverluste. Flügel der deutschen Karpathenarmee war eine lebhafte Ge- deutsche Regierung dürfte feine Anspielung auf die Möglichkeit gemacht haben, daß die„ Medea" Blei, Pyrit und andere absolute Der Londoner Korrespondent des„ Nieuwe Gourant" fechtstätigkeit zu bemerken. Der am 9. April nördlich von Konterbande unter den Apfelsinen geführt hätte, wie die Kölnische meldet: Das Pressebureau gibt die Zahlen der englischen Verluste Tucholfa erzielte bedeutende Erfolg machte sich auf der ganzen Beitung" gemeldet hatte, wogegen aber die Direktion der Nieberin den acht Monaten bis zum 31. März bekannt. Die Listen geben Front fühlbar und veranlaßte lebhafte kleinere Gefechte, die ländischen Dampfergesellschaft entschiedenen Widerspruch erhoben die Gesamtzahl an Toten, Verwundeten und Vermißten mit 99759 für die Verbündeten erfolgreich waren. Auf der übrigen hat. Der niederländische Gesandte in Berlin dürfte bereits eine an, ohne die Verluste der 83 Regimenter indischer Truppen, Front sind keine bedeutenden Ereignisse zu verzeichnen. An Erklärung erhalten haben, daß in der Behandlung der„ Medea" von denen nur die Offiziersverluste gemeldet worden sind. An der besjarabischen Grenze bewahren die Russen, nachdem ihre durchaus kein Zeichen einer Aenderung der Politik Deutschlands Offizieren hat die englische Armee verloren: 1828 tot, 3257 ver- erneuten Angriffe glänzend zurückgeschlagen worden sind, gegenüber Holland erblickt werden dürfe. In der Tat iſt ſeitdem wundet, 701 vermißt und 195 gefangen, zusammen 5981; an Manuschaften: 17 780 tot, 56 830 verwundet, 17 686 vermist und Ruhe. In Südost- Galizien liegen sich die Gegner untätig auch von einem weiteren Vorgehen deutscher Tauchboote speziell gegenüber; die Verhältnisse sind dort ähnlich wie in der gegen holländische Schiffe nichts zu merken gevesen. Wegen der 1482 gefangen, zufammen 93 778. Entscheidung des deutschen Prisengerichts über den Dampfer, Ba676tavier V" ist man in den zunächst interessierten Kreisen durchaus Erweiterung der Landsturmpflicht in Ungarn nicht beunruhigt; es dürfte feſtſtehen, daß die angeblich mitgeführte Ein holländischer Armeebefehl. Saag, 12. April.( T. U.) Die oberste Heeresleitung hat for genden Befehl erlassen: folEs ist bekannt geworden, daß viele Offiziere BrowningAmsterdam kaufen. Die Patronen sollen kupferne Mäntel haben, welche die Spitze nicht ganz bedecken, so daß der bleierne Kern un piſtolen befizen und die dazu gehörigen Patronen im Saag oder Bukowina. auf 50 Jahre. tritt, wird sich auch mit zwei Gefeßentwürfen zu befassen Konterbande jedenfalls weniger als die Hälfte der Ladung betragen hat, so daß von einer Wegnahme des Schiffes keine Rebe wird sein Auch„ Kronprinz Wilhelm" in Newport News London, 12. April.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet aus Newport News, daß der deutsche Hilfskreuzer Kronprinz Wilhelm" gestern früh in den Hafen eingelaufen sei und gemeldet hätte, er habe m ohlen und Lebensmitteln. " 1 Der ungarische Reichstag, der in diesem Monat zusammen- tönnen. haben, die eine Erweiterung der Landsturmpflicht in Ungarn bezwecken. Der ungarische Landsturm ist gefeßlich nur in gefähr 6 Millimeter freiliegt. Diese Patronen sollen aus der selbständigen Formationen zu verwenden. Diese Bestimmung Fabrique nationale d'armes de guerre" in Lüttich stammen und wurde aber in der Praris überschritten; jetzt soll für diese unter dem Namen„ balles à demi- rebêtement" verkauft werden. Ueberschreitung eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden. Da solche Patronen mit Rücksicht auf die bestehenden Bestimmun- Der zweite Gesezentwurf enthält eine Abänderung des Kriegs gen nicht gebraucht werden dürfen, verbieten wir, daß solche Ba- leistungsgesegartitels vom Jahre 1912, wonach bisher bis tronen in der Ausrüstung unseres Militärs Verwendung finden. Es ist unumgänglich notwendig, daß, wenn wir in einen Krieg ver- zum Alter von fünfzig Jahren Personen zur Kriegsdienst der deutsche Hilfsfreuzer„ Kronprinz Wilhelm" in den Hafen der widelt werden, in feinem Fall solche Patronen bei unserem wickelt werden, in keinem Fall solche Patronen bei unserem leistung im Rahmen ihres Berufes herangezogen werden Bereinigten Staaten eingelaufen. Wahrscheinlich werden abermals Militär gefunden werden. Im erwähnten Kriegsfalle befindet sich sollen. Die Abänderung soll dahin gehen, daß sie auch außer- feindliche Kriegsschiffe das Wiederauslaufen des Hilfskreuzers zu verdas ganze Land im Belagerungszustand und dann ist selbst der halb ihres Berufes, demnach auch eventuell zur Verwendung hindern suchen. Besitz dieser Patronen verboten, weshalb wir deren Einlieferung mit der Waffe, herangezogen werden sollen. verlangen. Wir empfehlen, daß schon jetzt jeder seinem direkten danach eine Erweiterung der Landsturmpflicht von 42 auf Borgefeßten obenerwähnte Projektile ausliefere. Aufenthalt fremder Militärs in Holland. Haus, 12. April.( T. U.) Die niederländische oberste Heeresleitung hat nachstehenden Erlaß bekanntgemacht: 50 Jahre. dict Das wäre " Notenwechsel über die Versenkung des„ William P. Frye". Notedes Botschafters der Vereinigten Staa ten von Amerika an den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes über die Versenkung. des amerikanischen Segelschiffs„ William P. Frye". andom od( Uebersehung.) Der türkische Krieg. Tanin" über das türkische Kriegsziel. Konstantinopel, 12. April.( W. T. B.) In einer Reihe von Obwohl im allgemeinen kein Bedenken getragen wird, daß Angehörige der friegführenden Armeen sich zeitweilig in Artikeln über die Ziele der Türkei in dem gegenwärtigen Stampfe tommt der Tanin" zu dem Schlusse, die Türkei dürfe den Kampf Holland auf Urlaub befinden, wird es doch als nicht er nicht früher einstellen, als bis sie Sicherheiten gegen ruffifche Unterwünscht erachtet, dergleichen Personen volle Bewegungs- drückungsversuche erlange. Nur dann könnte die Türkei nach dem freiheit in unserem Lande zu verleihen. Deshalb haben die Friedensschlusse ruhig bleiben. Die türkischen Blätter betrachten den Berlin, den 3. April 1915. Konsulatsbeamten im Auslande Befehl erhalten, denjenigen Anschlag gegen den sogenannten Khedive von Aegypten Hussein Kamel Euerer Erzellenz beehre ich mich im Auftrag meiner Regierung Militärs, die sich nach Holland begeben wollen und ihre als einen bedeutungsvollen Zwischenfall, der die englischen Versiche eine Reklamation über 228 059,54 Dollar nebst Zinsen vont Papiere vorzeigen, einige Beschränkungen aufzuerlegen: rungen, daß in Aegypten Ruhe herrsche, Lügen strafe und beweise, 1. Bei Ankunft in einem niederländischen Orte fich daß die Jugend Aegyptens entschlossen sei, sich zu opfern und das 28. Januar 1915 gegen die Deutsche Regierung zugunsten der Eigenbinnen 24 Stunden bei der Behörde zu melden. 2. In ge- Fetwa zur Ausführung zu bringen, der jeden Muselmanen tümer und des Kapitäns des amerikanischen Segelschiffs William P. Frhe" vorzulegen, betreffend Entschädigung für die Nachteile, wiffen Stellungsgebieten ist kein dauernder Aufenthalt ge- aur Pflicht mache, Knmel zu töten. die sie infolge der Versenkung des genannten Schiffes auf hoher stattet. 3. Längerer Aufenthalt als drei Tage wird in den See durch den deutschen Hilfskreuzer Prinz Gitel- Friedrich" am Provinzen Zeeland, Nord- Brabant und Limburg nicht er. laubt. Der Minister des Aeußern soll von jedem einzelnen Fall die oberste Heeresleitung benachrichtigen. Ermattungsstrategie. Der militärische Mitarbeiter der„ B. 3. am Mittag" schreibt in einem Artikel über den Charakter des jetzigen Krieges: „ Das Wort„ Ermattungsstrategie" war lange Zeit in der deutschen Armee verpönt, weil man damit eine zögernde, die Entscheidung vermeidende Kriegführung bezeichnete, wie sie den Beschießung unverteidigter Ortschaften. 28. Januar 1915 erlitten haben. Die Tatsachen, auf die fich der Konstantinopel, 12. April.( W. T. B.) Die Agence Anspruch stützt, und wegen deren die Deutsche Regierung von ter Milli meldet: Die Alliierten rächen sich für ihre Miß- Regierung der Vereinigten Staaten zur Bergütung der entstandenen erfolge vor den Dardanellen, indem sie bewohnte, aber Verluste und Schäden verpflichtet erachtet wird, find furz zuunberteidigte Ortschaften beschießen. Die fammengefaßt die folgenden: Der William B. Frye", ein Segelschiff aus Stahl von 3374 verbündete Flotte hat am 7. April die Ortschaft Jeniföj am Tonnen Brutto, im Eigentum amerikanischer Bürger und recht. Aegäischen Meere beschossen, eine in gesegneten Umständen mäßig unter der Flagge der Vereinigten Staaten segelnd, verlich befindliche griechische Frau getötet, zwei Mädchen und zwei Seattle im Staate Washington am 4, November 1914 unter Charter Männer verwundet. Wir unterbreiten diese Tatsache der für M. H. Houfer von Portland im Staate Oregon mit Bestimmung für Queenstown, Falmouth oder Plymouth nach Order und mit zibilisierten Welt, die darüber urteilen mag. einer Labung, die ausschließlich aus 186 980 bushel Weizen im Eigentume des vorgenannten Houser bestand und an Order eder an deren Anweisung tonsigniert war. Dies alles ergibt sich aus ben Schiffspapieren, die bei der Versentung durch den Komman banten des deutschen Hilfskreuzers von dem Schiffe weggenommen wurden. Am 27. Januar 1915 begegnete der" Prinz Eitel- Fricdrich" dem" Frhe" auf hoher See, zwang ihn anzuhalten und fandte ein bewaffnetes Anhaltungskommando an Bord, das Befih von dent Kabinettskriegen vergangener Jahrhunderte eigen war, bei denen Artilleriekämpfe im Kaukasus. bas tostbare, nur durch Werbung schwer aufzubringende Soldatenmaterial möglichst geschont werden sollte. Petersburg, 12. April.( W. T. B.) Der Generalstab ber Durch Beziehen uneinnehmbarer Stellungen, Bedrohen der Zufuhr Rautafusarmee teilt mit; In der Küstengegend herrschte am straßen sowie durch zeitraubende Belagerung und Verteidigung fester 8. April Artilleriekampf und Gewehrfeuer. In der Richtung auf Diti Bläge fuchte man den Gegner zu ermatten und zu ermüden und kam es zu unbedeutendem Gewehrfeuer. Auf den anderen Fronten den Krieg ohne große Verluste so sehr in die Länge zu ziehen, daß ist keine Veränderung eingetreten. Schiffe ergriff. Nach Prüfung der Schisfspapicre ordnete der Kam- Mandant des Kreuzers an, daß die Ladung über Bord zu werfen fei! nachträglich entschloß er sich aber, das Schiff zu zerstören, und an; folgenden Morgen wurde der„Frhe" auf seinen Befehl versenkt. Die Ansprüche der Eigentümer und des Kapitäns bestehen aus folgenden Posten: Wert des Schiffes, der Ausrüstung und des Zubehörs 150 000 Dollar, Fracht nach der Frachtliste 5034 und 1000/2'240 Tonnen zu S2/6— 8180/19/6 zu 4,86 Dollar macht 39 759,54 Dollar. Reise- und andere Auslagen des Kapitäns Kiehne, der Schiffs- agentcn Arthur Setvall u. Cie. nebst Auslagen für eidesstattliche Erklärung, Vorbereitung und Abfassung des Anspruchs 500 Dollar, persönliche Effekten des Kapitäns Kiehne 300 Dollar, Schadensersatz für die Entziehung der Schifssnutzung 87 500 Dollar, im ganzen 228 059,54 Dollar. Aus Anweisung meiner Regierung beehre ich mich zu ersuchen, daß die Deutsche Regierung für die Zerstörung des„William P. Frye" durch den deutschen Kreuzer„Prinz Eltel-Friedrich" volle Entschädigung leistet. Ich benutze usw. James W. G e r a r d. Antwortnote des Staatssekretärs des Aus- w artigen Amtes an den Botschafter der Ver- einigten Staaten von Amerika. Berlin, den 4. April 1915. Der Unterzeichnete beehrt sich, Seiner Exzellenz dem Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika Herrn James W. Gerard auf das Schreiben vom 3. d. M., Nr. E. O. 2892, betreffend Schadens- ersatzansprüche wegen Versenkung des amerikanischen Kauffahrtei- schiffes„William P. Frye" durch den deutschen Hilfskreuzer„Prinz Eitel-Friedrich", nachstehendes zu erwidern: Nach den der Deutschen Negierung zugegangenen Berichten hat der Kommandant des„Prinz Eitel-Friedrich" das Schiff„William P. Frye" am 27. Januar d. I. aus hoher See angehalten und unter- sucht. An Bord fand er eine an Order gerichtete, nach Lueenstown, Falmouth oder Plymouth bestimmte Weizenladung. Nachdem er zunächst versucht hatte, die Ladung aus dem„William P. Frye" zu entfernen, nahm er schließlich die Papiere und die Besatzung an Bord und versenkte das Schiff. Aus diesem Tatbestand ergibt sich, daß der deutsche Komman» dant sich völlig im Rahmen der Grundsätze des Völkerrechts ge- halten hat, wie sie in der Londoner Seekriegsrechtserklärung und in der deutschen Prisenordnuna niedergelegt sind. Die Häfen von Queenstown, Falmouth und Plymouth, wohin das angehaltene Schiff bestimmt war, sind stark befestigte englische Küsienplätze, die überdies den britischen Seestreitkräften als Stützpunkt dienen. Tie Weizenladung, die gemäß Artikel 24 Nr. 1 der Londoner Erklärung, Ziffer 23 Nr. 1 der deutschen Prisenordnung als Lebensmittel unter den Begriff der relativen Konterbande fiel, war daher nach Artikel 33, 34 der Londoner Erklärung, Ziffer 32, 33 der deutschen Prisen- ordnung als für die feindliche Streitmacht bestimmt anzusehen und bis zum Beweise des Gegenteils als Konterbande zu behandeln; dieser Gegenbeweis war jedenfalls bei der AnHaltung des Schiffes nicht zu führen, da die Ladungspapiere an Order lauteten. Damit war aber auch gemäß Artikel 49 der Londoner Erklärung, Ziffer 113 der deutschen Prisenordnung die Voraussetzung für hie Versenkung des Schiffes gegeben, da für den Hilfskreuzer die Möglichkeit fehlte, die Prise ohne Gefährdung seiner Sicherheit und ohne Beeinträchti- gung des Erfolges seiner Operationen in einen deutschen Hafen einzubringen. Tie ihm nach Artikel 50 der Londoner Erklärung, Ziffer 116 der deutschen Prisenordnung vor der Zerstörung obliegen- den Pflichten hat er erfüllt, indem er die an Bord befindlichen Personen und die Schiffspapiere auf den Kreuzer herüber- genommen hat. Die Rechtmäßigkeit der Maßnahmen. des deutschen Korn- Mandanten ist übrigens gemäß Artikel 51 der Londoner Erklärung, 8 1 Nr. 2 der deutschen Prisengerichtsordnung, durch die deutscht Prisengerichtsbarkeit nachzuprüfen. Dieses Prisenverfahren wird nach Eingang der Schiffspapiere unverzüglich vor dem Prisen- gericht in Hamburg eröffnet tverde» und sich auf die Entscheidung der Fragen erstrecken, ob die Zerstörung der Ladung und des Schiffes im Sinne des Artikels 49 der Londoner Erklärung not- wendig lvar, ob das untergegangen« Eigentum der Wegnahme unterlag, solvie gegebenenfalls ob und in welcher Höhe den Eigen- tümern Sckmdenersatz zu leisten ist. In dem Verfahren würde den Eigentümern von Schiff und Ladung gemäß Artikel 34 Abs. 3 der Londoner Erklärung der Beweis offen stehen, daß die Weizen- ladung eine friedliche Bestimmung und somit nicht den Charakter der Konterband« hatte. Wind dieser Beweis nicht geführt, so wäre nach allgemeinen völkerrechtlichen Grundsätzen die Deutsche Re- gierung zu einer Entschädigung überhaupt nicht verpflichtet. Nach den für die Beziehungen zwischen Teutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika geltenden besonderen Bestim- mungen ist indes die Rechtslage insofern eine andere, als nach Artikel 13 des prcußisch-amerikanischen Freundschafts- und Handelsvertrages vom 11. Juli 1799 in Verbindung mit Artikel 12 des preußisch-amerikanischen Handels- und Schiffahrtsvertrages vom 1. Mai 1828 Konterbande, die einem Angehörigen des einen Teiles gehört, von dem anderen Teile nicht eingezogen, sondern nur zurückgehalten oder gegen Zahlung de« Wertes übernommen werden kanit. Auf Grund dieser Vertragsbestimmung, die selbst- verständlich für das deutsche Prisengcricht maßgebend ist, würden die amerikanischen Eigentümer von Schiff und Ladung auch dann rine Entschädigung erhalten, wenn das Gericht die Weizenladung als Konterbande erklären würde. Gleichwohl erübrigt sich nicht etwa das bevorstehende Prisenverfahren, da das zuständige Prisen- gericht die Rechtmäßigkeit der Wegnahme und der Versenkung nachzuprüfen hat, auch die Legitimation der Reklamanten und die Höhe des Schadenersatzes feststellen würde. Jndeiil der Unterzeichnete dem Herrn Botschafter anHeim- stellen darf, vorstehendes zur Kenntnis seiner Regierung zu bringen, benutzt er diesen Anlaß, um ihm die Versicherung seiner � ausgezeichnetsten Hochachtung zu erneuern. _ von I a g o w. Ein Irieüens-�ufruf. Die«Vossische Zeitung� schreibt unter der Ileberschrift„Kund- gebung der Licbknecht-Gruppe?: Die Pariser ,H u m a n i t h" veröffentlicht ein Manifest, das, wenn es sich nicht um eine Mystifikation handelt, einen heftigen Borstoß gegen die Mehrheit der Reichstagsfraktion aus den Kreisen ihrer Minderheit bedeutet. Die Pariser„Humanits" vom 7. April schreibt: AuS Holland erhalten wir ein Manifest, das die Minorität der deutschen Sozialdemokratie, die den Prinzipien der Internationalen treu geblieben ist und vornehmlich Karl Liebknecht, Ledebour, Rühle, Franz Mehring, Klara Zetkin und Rosa Luxemburg umfaßt, veröffentlicht. Der holländische Genosse, dem es unter den größten Schwierigkeiten über die Grenze zugetragen wurde, erhielt gleichzeitig einen Brief, in dem man ihn wie folgt bat. das Manifest den sozialistischen Genossen der.feindlichen" Länder zu übermitteln: „Bisher kennt das Ausland die angebliche Meinung des deutschen Sozialismus und seine Stellung zum Kriege nur aus den Erklärungen eine» Dutzend Führer, die durch den Krieg vollständig ver- rückt gemacht worden sind. Ihr könnt uns glouhen. Genoffen, wenn wir Euch versichern, daß da« deutsche Proletariat durchaus nicht einverstanden ist mit den Er- klärungen eines Scheidemann und eines Heine, mit dem„Hamburger Echo" oder der„Chemnitzer V o I k s st i in m e Ihr könnt aus der Äede Haasts sehen, daß die Opposition gegen diesen verabscheuenswerten Krieg in Deutschland ständig wächst. Wenn wir auch, unter dem eisernen Druck der Kriegsgesetze stehend, daran gehindert sind, öffentlich unsere Meinung zu verkünden, da der geringste Versuch mit Gewalt unterdrückt werden würde, so kann uns doch die nächste Zukunft eine lieber- raschung bringen. Von der Haltung unserer sozia- listischen Genossen in Frankreich, England und Belgien hängt für uns die Möglichkeit einer Aktion gegen den Krieg ab." Das Manifest selbst erinnert an dir fürchterlichen V e r- luste an Menschen und Geld, die der Krieg bereits verursacht hat: „Die Zahl der Menschen, die das Ungeheuer Krieg an den Fronten im Westen und Osten umgebracht hat, hat bereits eine Million überstiegenl Die Zahl der Verwundeten ist wenigstens dreimal so hoch!... In Ostpreußen wurden im Ja- nuar die Verwüstungen auf über 500 Millionen Frank geschätzt. In Belgien machen sie Milliarden aus. Die gesamten Kr i e g s k o-st e n belaufen sich für ganz Europa auf über 80 Milliarden." Sodann wird darauf hingewiesen, daß die deutsche sozialdemo- kratische Reichstagsfraktion erklärt habe, sie werde den Frieden ver- langen, sobald die Sicherheit des Landes erreicht wäre. Heute seien die deutschen Grenzen gesichert. Es stehe also Deutsch- land zu, zuerst den Ruf„Frieden" auszustoßen. Das Mani- fest beruft sich auf die Unabhängig« Arbeiterpartei Englands und die ru s s i s ch e n sozialistischen Genossen,„die mit Ungeduld das Erwachen des revolutionären Geistes in der deutschen Sozialdemokratie erwarten", sowie aus Frankreich, wo kein Sozialist für eine Eroberungspolitik fei, und erklärt sodann r „Wenn Sembat und Guesde den deutschen Militarismus und Imperialismus vernichten wollen, so wird dieses Ziel schon dadurch erreicht sein, daß wir die Friedensfahne entfalten— nicht die eines militaristischen Friedens mit dem Ziel einer gewalttätigen Annexion, nicht eines Friedens mit imperialistischen Eroberungs- zielen, sondern eines Frieden», der sich auf den Prinzipien aufbaut. die auf den Kongressen von Kopenhagen 1910 und Basel 1912 ein- stimmig angenommen wurden, und deren hauptsächlichste sind: Keine Annexionen; politische und wirtschaftliche Unabhängig- keit aller Nationen; allgemeine Abrüstung; obligatorisches Schiedsgericht." In der Kundgebung wird ferner behauptet, daß in ihrem Sinne in Deutschland bereit« unsere Genossen gesprochen haben, vornehm- lich die sozialistische Gruppe im preußischen Landtag: „Hinter ihr stehen die Arbeitermassen, deren Gefühle zugunsten des Friedens in Berlin btreits in zahlreichen Meeting» zum Ausdruck ge- kommen sind." Zum Schluß verlangt das Manifest die Bekanntgabe sowie freie Erörterung der Frieden Sbedingungen, die in den Ministerien ausgearbeitet werden:„Wir erbitten den Beistand der Genossen, die in anderen Ländern für dieselben Prinzipen kämpfen, damit unsere Aktion international sei."- � Soweit die Mitteilung der„ V o s s i s ch e n Z e i t u n g". Der „Aufruf" findet sich in deutscher Sprache bereits am 1. April. in dem Berner Parteiorgan. Er trägt dort keinerlei Unterschriften. Auch die„Humanits" bezeichnet die Genossen Liebknecht, Ledebour usw. nicht als Verfasser, sondern die„Humanits" nimmt nur an, daß der Aufruf aus den Kreisen der Minderheit stammt. Die„Berner Tagwacht" stellt übrigens ausdrücklich fest, daß die genannten Genossen an dem Ausruf nicht beteiligt sind" sie lehnt es aber ab/ über dir Urheberschaft, des Äusruses mäheres mitzuteilen. Die sozialistische Partei Italiens gegen den Krieg. Das Sekretariat des italienischeil Parteivorstandes hat den Sektionen am 7. d. M. ein Rundschreiben folgenden Inhalts übersandt: „Die internationale Lage ist gespannter geworden und die Interventionisten versuchen einen letzten Kraftaufwand, um Italien von der bisher im Einklang mit der großen Mehr- heit des Volkes eingehaltenen Neutralität abzubringen. Das sozialistische Proletariat, das schon im vorigen August diese Neutralität gefordert, indem es nicht vergebens einen Aufftand im Falle des Eingreifens zugunsten der mitteleuropäischen Reiche androhte, muß heute mehr als je die Neutralität gegen die Machenschaften der franzosenfreund- lichen Freimaurer und Demokraten und des größentvahn- sinnigen Imperialismus der Nationalisten verteidigen, die Interesse daran haben, Italien in den großen Krieg hinein- zudrängen, der Europa zerreißt und piit Blut bedeckt. In diesem Augenblick muß das italienische Proletariat im Namen seiner wichtigsten Interessen und der Zilkunft seiner internationalen Solidarität die Gründe seiner Neutralität hervorkehren, die nicht mit den schivankcnden und opportunistischen der Katholiken und Konservativen und nicht mit denen der interessierten Trutschfreundlichkeit verwechselt werden dürfen, weil sie sich auf jene sozialen Antagonismen gründen, die im bürgerlichen Regime kein Krieg aus der Welt schaffen kann. Die Arbeiterorganisationen und Parteisektionen müssen daher gleich auf jede Kundgebung durch eine Gegenkundgebung antworten, nicht um die Freiheit der anderen zu unterdrücken oder zu beschränken, sondern in der klaren Abfielst, den proletarischen und sozialistischen Willen, der den Krieg ablehnt, auszudrücken und darzutun, daß der Krieg unter keinen Ilm- ständen auf die Solidarität der sozialistischen Partei Italiens zählen kann. Die Kundgebungen sollen auch ein Protest gegen die freiheitsfeindlichen und reaktionären Methoden der Regierung sein, die einem Teile.der Bevölkerung daS Recht nehmen will, seine eigene Meinung auszudrücken. Der Parteivorstand vertraut den Parteisektionen die Auf- gäbe an, in diesen schtvcren Zeiten die Fahne des So- zialismus hoch zu halten/ die seit acht Monaten als Führer und Wahrzeichen und der unerschütterten sozia- listischcn Ueberzeugung des italienischen Proletariates weht." Nomische Demonstrationen für und wider den Krieg. Rom, 11. April. W. T. B.) Für heute nachmittag waren zlvei Versammlungen einberufen, eine von den Anhängern einer Intervention Italiens, die andere von den Anhängern der Neutralität. Die Behörden hatten jedoch beide untersagt. Die Polizei hatte strenge Maßnahmen getrpffeii, um den Auordmingen der Behörden Achtung zu verschaffen. Einige Hundert Manifestanten, die sich trotz des Verbots versammeln wollten, konnten ohne be- merkenswerte Zwischensälle leicht zerstreut werden. Mehrere Personen wurden verhastet. Begünstigung der osterreichisch-italienischen Gefangenen? Paris, 12. April.(W. T. B.) Dem„Journal" zufolge hat die französisch-italienische Liga den Minister de« Innern, Malvy, er- sucht, die Italiener Oesterreich-UngarnS, welche in Konzentrationslagern untergebracht sind, als Italiener unh nicht als Oesterreich er o der Ungarn zu betrachten. Malvy versprach, die Bitte in Erwägung zw ziehen und nach einer Untersuchung diejenigen freizulassen, welche genügende moralische Sicherheiten geben könnten. Eine gewisse Zahl wurde bereits frei- gelassen. Deutsche Vergeltungsmaßregel. Berlin, 12. April.(W. T. B.j Die von der englischen Regierung angeordnete Maßregelung der in treuesler Pflichterfüllung in ihre Gewalt geratene» Besatzung von UntersceLootc», durch Bcr- sagung ehrenhafter Kriegsgefangenschaft und ltntcrbrmguug in.Naval detention baracks hat die deutsche Regierung zu der Gegenmaßnahme veranlaßt, für jeden Gefangenen der Untcrscebootsbcsatzung für die Dauer seiner völkerrechtswidrigen, harten Behandlung einen krtegs- gefangenen englischen Ossizier ohne Ansehen der Person in gleicher Weise zu behandeln. Dementsprechend sind heute, am 12. April d. I., aus Offiziersgcfangcnenlagern ncununddreißig englische Offiziere in entsppcchcnde Haft in MilitSrarrrst- an st alten übergeführt worden. Die Schweizer Post und die Neutralität. Die schweizerische Postver, waltung hat folgende bemerkenswerte Perfügung erlassen:„Ein Vorkommnis auf einem Postbureau in der Westschweiz gibt uns Veranlaffung, das fcknveizerische Post- personal darauf aufmerksam zu machen, daß es angesichts der gegenwärtigen Ereignisse zu dessen ersten Pflichten gehört, bei seinen Diensthandlungen-sich jeder parteiischen Stellung- nähme gegenüber den kriegführenden Ländern zu enthalten. Selbstverständlich darf vom Postpersonal den Postsendungen auch keine Anmerkung beigefügt werden, die für den Empfänger oder die Angehörigen eines der kriegführenden Länder verletzend sein könnte. Alle Sendungen, die äußerlich irgeudtvelche Darstellungen, Zeichen oder Bemerkungen b e s ch i niP send c n Inhalts tragen oder sich auf den Kriegsznstand beziehen, sind als u n b e- stellbare Gegenstände zu behandeln. Kriegsbekanntmachungen. Anmeldung von Rohstoffen/ Amtlich. Berlin, 12. April.(W. T. B.) Nach Bekannt- machung der stellvertretenden Generalkommandos sollten bis Ende März 1915 alle Bestände an Wolfram, Chrom, Vanadium, Molybdän und Mangan der Metall.Meldestelle der KriegS-Rohstoff-Abtetlung des KricgSmini- steriums lV 9, Potsdamer Straße 10/11, gemeldet tverde». Anscheinend ist diese Bekanntmachung von manchen Firmen übersehen worden. Von zuständiger Seite wird deshalb darauf hingetvicsen, daß die Unterlassung der Anmeldung strafbar sst.� Anmeldevordruckc sind bei den Postanstalten I. und II; Klasse erhältlich. Annahmestellen für Privattelegrämme nach dem Aelde. Amtlich. Berlin, 12. April..(W. T. B.) Privattclegranime aus der Heimat nach dem Felde werden nur von den militärischen Prüfungsstellen für Privattelegramme angenommen, die sich am Sitz der stellvertretenden Generalkommandos befinden. Die Zu- sendung von Telegramm-Entwürfen an andebe Stellen, z. B.xm das KriegSministerinm, hat stejS Verzögerung in der. Absendnng- zur Folge.-..... In Zweifelsfällcn empfiehlt es sich, vor Ilbsendung eines Tele- gramms Aüskünft bei einem Postamt zu erbitten.- Nachfragen nach dem Verbleib deutscher Kriegsgefangener In der letzten Zeit sind von feiten der Angehörigen gefangen oder vermißt gemeldeter deutscher Krieger vielfach Anfragen an die „Services de l'Assistance Publique"(Zentralverwallung der Armeepflege) des französischen Departements C r e n s e dahin- gehend gerichtet morde», ob sich ihre Söhne unter den im Lager von Ajain untergebrachten deutschen Kriegsgefangenen befinden. Durch eine neutrale Macht ist jetzt, wie amUick, mitgeteilt Wird, darauf hingewiesen worden, daß in dem genannten Lager keine deutschen Mititärgesangenen, sondern ausschließlich Zivil- gefangene interniert sind. Bei dieser Gelegenheit sei erneut dar- auf aufmerksam gemacht, daß alle Anfragen wegen gefangen oder vermißt gemeldeter deutscher Krieger an das Zentralnach- Weisebureau des Kriegsminifterlums oder an das Röte Kreuz zu richten sind. Letzte Nachrichten. Der französische Tagesbericht. Paris, 12. April.(W. T. B.) Amtlicher Beri ch t von Montag nachmittag. Keine Jnfanterieaktion seit dem 11. 4. gemeldet. In Belgien, Ancre, zwischen Oise und Aisne sowie in der Champagne gegenseitige Kanonade. Zwischen Maas und Mosel richteten wir uns mif den in den letzten Kämpfen eroberten Stellungen ein. Der Feind unter- nahm keinen Gegenangriff.— Am 10. 4. erbeuteten wir im Walde von Ailly und inl Priesterspalde fünf Maschinen- gewehre und einen Minenwerfer. Tie„Librc Parole" neuerlich verboten. Genf, 12. April.(T. U.) Die„Libre Parole" wurde von der französischen Zensur wieder unterdrückt, diesmal auf 48 Stunde», wegen eines Artikels, der an den Heereslieferungcn harte Ausstellungen machte. Tie Bewegung der englischen Bergarbeiter. London» den 12. April.(T.U.) Die Vertreter des englischen Grubenarbeiterverbandes waren hier zusammengekommen, um mit den Grubenbesitzern Besprechungen abzuhalten über den ver- langten Lohnzuschlag von 20 Proz. Bekanntlich haben die Gruben- besitzer diese Forderung abgelehnt, sich aber bereit erklärt, mit jedem Bezirk gesondert über einen Zuschlag zu Mterhandeln. Die Delc- gierten haben in ihrer Mehrheit beschlossen, an der ursprünglichen Forderung festzuhalten. Sie erklären, eine gleichmäßige Lohn- erhöhung für das ganze Land sei nicht mehr als billig, da die Lebensmittelpreise überall im gleichen Maße gestiegen sind. Den Grubenbesitzern wird eine neue Konferenz vorgeschlagen. Wenn diesem Wunsche nicht entsprochen wird, werden Vertreter aller Bergwcrksdistrikte am 20. und 21. April zusgiymentretcu,»in über eine gemeinschaftliche Aktiv» zu beratschlagen. Die englische Presse hält diese Bewegung unter den Bergarbeitern für höchst ivichtig. Tic„Asama" endgültig verloren. New Jork, 12. April.(T. Ui) Nach Meldungen aus San Fränzisko muß der japanische Kreuzer„Asama". der an der kalisornlschen Küste gescheitert war. endgültig verloren gegeben werden. Die Flottmachungsarbeiten sind eiilgestsllt worden. Die„Asama" war ein 10 000 Tonnen-K renzer und entwickelte 21 Knoten Geschwindigkeit. Er war nut. starker Artillerie versehen und bildete eine wertvolle Kam'pft'inheit der japanischen Flotte. Leipziger Str. Königstraße Verfchiedene Posten 6 Größen A- WERTHEIM C.M. B. H. Rosenthaler Str Moritzplatz Emaillierte Geschirre Größ mit Sieb 3 Größen... Kasserollen Stiel, 20 PL. bis 1.40 Wasserkessel 60 Pl. bis 2.50 Fischkocher Schmortöpfe: 70 PL. bis 1.40 Ringtöpfe große, 3rös. 1.40 bis 2. 3 Größ Schmortöpfe 1.35 bis 2.75 Kartoffeldämpfer........ 3M Waschtöpfe 1.75 bis 4.25 Setzelerpfannen 3 Größen 80 Pf. his 1 M. Fleischtöpfe 41.25 bis 3M. Bratpfannen runde 75 Pf. bis 1.10 Ein 4- Größ 5 Größen flache, Größen Soweit Vorrat 3 bis 7 M. Teller nach u.tiel. s Groß. 15 PL bis 25 PL. 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B Todes- Anzeigen Dem Undenten unserer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Genoffen! Am 6. April fiel unser Mitglied Johannes Schindler 23 Jahre alt, Inhaber des Eisernen Kreuzes. 222/3 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 5. Berl. Reichstagswahlkr. 5. Abt. Am 10. d. M. verschied infolge eines Straßenunfalls unser Bierfahrer Herr Gustav Panknin. Bir berlieren in ihm, der seit mehr als zehn Jahren bei uns tátig war, einen unserer pflichttreuesten und zuverlässigsten Angestellten. Ehre seinem Andenken! 50/20 Direktion der En elhardt- Brauerei, M.- G.. Berlin- Pankow. Zentralverband der Lederarbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin I. Am Sonnabend, den 10. April, verstarb unser Kollege, der Weißgerber Karl Hannig Bellermannstr. 100 int 64. Lebensjahre. Ehre seinem Audenfen! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 13. April, nachmittags 3, Uhr, vom Virchows Krantenhause nach dem alten Pauls- Kirchhof, Seestraße, statt. ilm rege Beteiligung ersucht 133/1 Der Vorstand. Zentralverband der Maschinisten u. Heizer sowie Berufsg. Deutschl. Geschäftsstelle Groß- Berlin. Am Sonnabend, den 10. April, verstarb unser Kollege Louis Kirchhof, Bezirk Südosten. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. April, nachmittags 3 Uhr, auf dem Kreuz hof in Mariendorf statt. Die Ortsverwaltung. Zurückgekehrt ant Professor A. Pinkuss, Frauenarzt 30/19 Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkreis. Bezirk 82. Am 10. April verstarb unser Mitglied, der Maschinist Louis Kirchhof an Magenkrebs. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 13. April, nachmittags 3 Uhr, auf dem Heilig Streuz Kirchhof in Mariendorf ftatt. 205/2 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 22. Abt. Bez. 772a. Am Freitag, den 9. April, verstarb unser Genosse, der Schuhmacher Emil Küster Barfusstr. 13. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 13. April, nach mittags 4 Uhr, auf dem Sanft Bauls- Kirchhof in der Seestraße itatt. Um rege Beteiligung wird ersucht. 18. Abt. Bez. 813. der Am Freitag, den 9. April, berftarb unser Genosse, Beiggerber Karl Hannig Bellermannftr. 100. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. April, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenballe des Birchow- strantenhauses Deutscher Transportarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Kollegin Anna Duwaletzky am 10. d. Mts. im Alter von 52 Jahren verstorben ift. Ehre ihrem Andenken! Die Einäscherung findet am Mittwoch, den 14. d. M., nachmittags 4 Uhr, im städtischen Strematorium, Gerichtstr. 37-38 aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 62/18 Die Bezirksverwaltung. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege, der Fäsereifutscher August Klein am 8. d. Mts. im Alter von 46 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Bezirksverwaltung. Nach kurzem Leiden starb am 9. April meine liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Rosina Fender geb. Keil. Die Beerdigung findet heute nachmittag 32 Uhr von der Leichenhalle des Stegliger Ge meinde- Friedhofes aus statt. Um nilles Beileid bittet Frau Anna Wolff als Tochter, Max Wolff Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes fage ich hiermit allen Freunden und Bekannten sowie dem Deutschen Holzarbeiterverband meinen herzlichsten 582 Dank. Witwe Schütt nebst Stindern. Hiermit sage ich allen Freunden und Bekannten, insbesondere Herrn Mölle für die trostreichen Worte am Grabe meines lieben Mannes Otto Saegebrecht sowie den Sängern, Genossen und Verbandskollegen meinen herzlichsten Dank für die liebevolle Teilnahme. Helene Saegebrecht und Kinder. 52 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei Wie neu geboren fühle ich mich jetzt, denn innerhalb 4 Stunden wurde ich von einem fieben Meter langen Bandwurm ohne jegliche Beschwerden durch Reichels Bandwurmmittel befreit, nachdem ich mich fast ein Jahr lang über mein schlechtes Aussehen i. häufigen Schwächeanfälle gewundert hatte. Einfachste Anwendung! Für Erwachsene 2.-M., Kinder( Alters. angabe) 1.25 M. All. echt mit Marke Medico" u. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. Wo in Drogerien nicht erhältlich, distr. Susend. Rote- Geldotterie der Beerdigung meines lieben Mannes, Ziehung 20., 21., 22. u. 23. April d. J. unferes guten Baters Heinrich Reininghaus fagen wir allen Beteiligten, besonders der Direktion und den Kollegen der Schultheiz Brauerei, Abt. I, somie den Kollegen des Transportarbeiters berbandes und dem Wahlberein unferen herzlichsten Dank. 87 Wwe. Reininghaus nebst Kindern. H.Pfau, Bandagist Berlin Dircksenstraße 20 0.. 17 851 Geldgewinne von M. Hauptgewinne 600 000 100000 50000 bem amtlich festgefekten Preise , Porto u Liste, versendet gegen Ginfendung des Be bon M. 3.30, 30 f. extra, zwischen Bahnbof Alexanderblag und trages auf Wunsch auch gegen Nachn. Bolizeipräsidium.- Amt Kst. 3208. Manuel Eichwald, Für Damen Frauen- Bedienung. Lieferant für alle Krankenkassen. Hamburg 36, Stephansplats. Berlin SO. 16, als Schwiegerjoan, 8. 3. im Helde. H.& P. Uder, Engel- afer 5. Steglik. Düppelstr. 7. NB. Die Sänger treffen sich auf dem Friedhofe. 880 Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Spezialität: Nordhäuser Kautabak von aus auf dem alten Bauls. Stirch. ReutersWerte G. A. Hanewacker, Grimm& Triepel. in der Geesttage statt. Um rege Beteiligung ersucht 224/7 Der Vorstand. 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Stets frisch zu den äußersten Engrospreisen. Amt Moritzpl. 3014. Verantw. Redaft.: Alfred Wielepp, Neutöln. Injeratenteil verantw. Th. Glode, Berlin. Drudu. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 101. 32. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Die andere Wirkung. Man schreibt uns: Dienstag, 13. April 1915. Verantwortung sich bewußtes Herz hätte das nicht gewirkt? Reichsstelle berechtigt sein, in die bei Inkrafttreten dieser VerordSebastian Faure schreibt:" In diesem Augenblick, ich will nung laufenden Lieferungsverträge als Erwerber einzutreten. Bon I das nicht verschweigen, weil es die Wahrheit iſt, war ich auf diesem Rechte wird im allgemeinen jedoch nur mit aller gebotenen das tiefste erschüttert. Ein größerer, mächtiger Schmerz Vorsicht Gebrauch gemacht werden. ergriff mein Herz und Tränen famen in meine Augen. Die Kommunalverbände können im übrigen alle zur VersorIn der ersten Beilage des Vorwärts" vom 7. April war welche Gewissensbisse mußte ich bei dem Gedanken erleben, gung der minderbemittelten Bevölkerung mit Kartoffeln erforderunter der obigen Ueberschrift Bezug genommen auf die im daß andere für mich bestraft werden sollen. Denn, wenn es lichen Maßnahmen in ähnlicher Weise treffen, wie sie bei der RegeJanuar dieses Jahres in Frankreich veröffentlichten Friedens- einen Schuldigen gibt, dann bin ich der Schuldige. Und lung des Verkehrs mit Getreide und Mehl zulässig sind. Erwähnt aufrufe von Sebastian Faure und Pierre Monatte. wenn jemand bestraft und gerichtet werden solle, so bin ich sei hierbei ausdrücklich, daß Ausfuhrverbote von Kartoffeln aus dem Der Friedensaufruf Sebastian Faures hat nun eine ganz es allein. Ich bin es, ich, der ich niemanden in eine Falle Bezirke eines Kommunalverbandes sich nicht erstrecken dürfen auf sonderbare andere Wirkung noch gehabt nämlich die, daß bringen, der die ganze Verantwortung auf mich nehmen Mengen, die im Eigentum des Reiches, eines Bundesstaates, der Faure gegenwärtig von einer weiteren Friedenspropaganda wollte, indem ich als einziger meinen Aufruf unterzeichnete." Militärverwaltungen, eines Kommunalverbandes, der TrockenAbstand nimmt. Herr Malvy hatte gut gewählt. Er hatte das Herz ge- kartoffel- Verwertungsgesellschaft oder der ZentraleinkaufsgesellIch kenne Sebastian Faure. Ich weiß, daß er ein troffen. Er beruhigte Faure. Im Ministerium gäbe es schaft in Berlin stehen, oder auf Mengen, die zur Erfüllung von Charakter ist; aber auch ein Mensch mit edlem Herzen, gefühl- Männer, die grundsägliche Gegner aller schroffen Maßnah- Berträgen erforderlich sind, wenn diese Verträge vor Inkrafttreten voll und vor allem voll Verantwortlichkeitssinn für seine men, der Feldgerichte und des abgekürzten Verfahrens seien. Dieser Verordnung abgeschlossen und ihr Inhalt bis zum 26. April Handlungen. Wie kam Faure dazu, troß seiner Erkenntnis Diese Männer hätten sich entschieden gegen alle rigorosen 1915 dem Kommunalverband, in dem die zu liefernden Kartoffeln von der Notwendigkeit einer Friedenspropaganda für Frank Maßnahmen gegen die Gesinnungsgenossen Faures ausgelagern, mitgeteilt ist. reich gegenwärtig von dieser Propaganda Abstand zu nehmen? sprochen. Er Malvy- habe erreicht, daß alle Dokumente Der Ankauf der Kartoffeln wird zu Preisen erfolgen müssen, Sebastian Faure beantwortet die Frage selbst in einem Arin dieser Angelegenheit, Berichte, Briefe und Protokolle ihm die dem Landwirt neben dem Höchstpreis ein Entgelt tikel:" Ich erkläre meinen Freunden, weshalb ich gegen- übergeben worden seien. Alles sei verbrannt, sei in Asche ver- für Aufbewahrung, Behandlung und Risiko wärtig von einer Friedenspropaganda Abstand nehme." Der wandelt. bietet. Diese Preise werden vielfach für die minder= Artikel wirft ein eigentümliches Schlaglicht auf die Verhält- Herr Malvy gab Sebastian Faure sein Ehrenwort, daß bemittelte Bevölkerung zu hoch sein. Die Reich 8= nisse in Frankreich und besonders auf die Verhältnisse im alles bverbrannt sei. Daraufhin gab Faure sein Wort, von der finanzverwaltung wird daher den Kommunalverbänden französischen Heere. Skizzieren wir den Artikel kurz: weiteren Friedenspropaganda gegenwärtig Abstand zu beim Erwerb von Kartoffeln, der zur Versorgung ihrer minderNach dem Erscheinen des Faureschen Flugblattes Iud nehmen. bemittelten Bevölkerung durch die Reichsstelle erfolgt, die Mehrder französische Minister des Innern Malvy den Verfasser Sebastian Faure hat den Bericht über seine Unterhalto it en erseßen, die durch die genannte Sondervergütung den für den 26. Januar zu einer Unterredung ein. Herr Maloy tung mit Herrn Malvy noch am gleichen Tage nieder- Landwirten über den Höchstpreis gezahlt werden. Dadurch werden streute zu Beginn der Unterhaltung seinem Gaste einige geschrieben. Er wollte eine Erklärung geben, weshalb er die Kommunalverbände in die Lage gesetzt, diese Kartoffeln zu dem Blumen des Lobes und kam dann auf den Friedensaufruf zu gegenwärtig von der Fortsetzung seiner Friedensbropaganda felben Preise abzugeben, wie sie sich nach den gegenwärtigen Höchstsprechen, den er trotz der großmütigen und lobenswerten Ab- Abstand nimmt. Weiter nichts. Die Erklärung ist einfach preisen für Landwirte zuzüglich der Fracht und der hinzutretenden ficht gefährlich und schädlich nannte. Warum? Frankreich und klar. Und dennoch, auch sie wird ihre andere Wirkung geringen Spesen stellen. habe den Krieg nicht gewollt; er sei ihm aufgezwungen haben. worden; das Ende des Krieges könne nicht beschleunigt werden, bevor der Sieg nicht errungen sei. Der Friede sei wünschenswert; doch die Zeit dafür noch nicht gekommen. Faure solle also in diesem Augenblick jede Propaganda zu gunsten des Friedens einstellen. Nicht für immer. Er Herr Malvy bitte darum, nicht als Mitglied der Regierung, sondern als Demokrat und Freidenker. Politische Uebersicht. Die Kartoffelversorgung. Amtlich. Berlin, 12. April.( W. T. B.) Um den Kartoffelbedarf namentlich der minderbemittelten Bevölkerung in den Sebastian Faure sprach nun als Franzose daß er größeren Städten für Frühjahr und Sommer 1915 unbedingt selbstverständlich keinen Frieden um jeden Preis, keinen Frie- ficherzustellen, muß eine angemessene Kartoffelmenge aus dem den, der Frankreich demütige, wolle, sondern einen Frieden, Verkehr gezogen und festgelegt werden. Die Reichsverwaltung hat der den früheren Zustand wieder herstelle, der eine ruhige, den Ankauf möglichst großer Vorräte daher in die Wege geleitet. friedliche Entwickelung Europas gewährleiste, wenn er auch Außerdem hat der Bundesrat in seiner Sizung vom 12. April 1915 nicht gleich die Vereinigten Staaten Europas mit sich bringe. weitere Maßregeln beschlossen. Zur Durchführung der KartoffelHerr Malvy beeilte sich zu versichern, daß die französische Re- verteilung ist eine Behörde vorgesehen unter dem Namen„ Reich 8gierung dasselbe wolle. Aber jetzt von einem solchen Frieden stelle für Kartoffelversorgung", die dem Reichskanzler reden, heiße entnerven, das Nationalgefühl schwächen, die unterstellt ist. Sie soll aus einem Reichskommissar und mindestens patriotische Begeisterung entkräften. Faure erläuterte nun zwei Mitgliedern bestehen. Der Behörde steht ein Beirat zur das Ziel seines Friedensaufrufes. Er habe die Köpfe an die Seite, der sich aus Vertretern der Landwirtschaft, der Städte, des Möglichkeit gewöhnen wollen, daß in nächster Zukunft der Handels und der Verbraucher zusammenseßt. Das Zwischenglied furchtbaren Tragödie ein Ende gemacht werden müsse, damit zwischen der Reichsstelle und den Verbrauchern sollen die Kom= man diesen Gedanken nicht mit Voreingenommenheit zurück- munalverbände bilden, die ähnliche Aufgaben bereits auf stoße. Er wollte ein Wort der Menschlichkeit erklingen lassen, anderen Gebieten mit Erfolg übertragen erhalten haben. weil er es schädlich halte für die Völker, monatelang in einer Atmosphäre des Hasses zu leben. Von einer allgemeinen Beschlagnahme der Kartoffeln wie beim Getreide ist wegen technischer Schwierigkeiten und Herr Malvy führte nun ein schärferes Geschütz auf. Er wegen der Gefahr der Verderbens bei ungenügender Behandlung wollte zeigen, daß eine Friedenspropaganda in Frankreich und Aufbewahrung der beschlagnahmten Kartoffeln abgesehen. im Interesse Deutschlands läge. Er tat, als glaube er an Insoweit die zur Ernährung der Bevölkerung notwendigen Kardas Märchen, deutsche Spione agitierten in Südfrankreich für toffeln nicht innerhalb des Bezirks vorhanden sind, melden die Komden Frieden. Faure opponierte dagegen heftig. Da fuhr der munalverbände den Fehlbetrag, der durch freihändigen Ankauf Herr Minister sein stärkstes Geschütz auf. Er stellte dar, daß nicht gedeckt werden kann, unter eingehender Begründung seiner der Aufruf von den Soldaten in den Schüßengräben eifrigst Höhe bei der Reichsstelle an, die darüber entscheidet, ob die Angelesen werde und von Hand zu Hand ginge. Es müsse be- meldungen zu berücksichtigen sind oder nicht. Die Reichsstelle fürchtet werden, daß die Ideen des Aufrufes mit Begeiste- tann die Ueberweisung von Kartoffelmengen aus einem Kommurung von den Soldaten aufgenommen würden. Die franzö- nalverband an einen anderen Kommunalverband oder an die fischen Soldaten brennten vor Ungeduld heimzukehren; fie Reichsstelle verlangen. Die Kommunalverbände, aus denen Karträumten vom Ende des Krieges. Die Offiziere wußten, toffeln abzugeben sind, können diese Mengen freihändig ankaufen, daß der Aufruf in den Schüßengräben gelesen und lebhaft fie nötigenfalls auch zwangsweise sicherstellen. Auf Mengen, die besprochen werde. Eine stille Untersuchung sei eingeleitet zur Erfüllung von Verträgen erforderlich sind, darf nicht zurückworden. Es habe sich ergeben, daß viele Soldaten an Faure gegriffen werden, wenn diese Verträge nachweislich vor dem Ingeschrieben hätten; in den Händen der Militärbehörde be- krafttreten dieser Verordnung abgeschlossen worden sind und wenn fände sich ein großes Anklagematerial. Es sei erwogen ihr Inhalt von einem der Vertragschließenden bis zum 26. April worden, ob nicht die Briefschreiber zur Abschreckung anderer 1915 einschließlich dem Kommunalverband, in dem die zu liefern erschossen werden sollten.. den Kartoffeln lagern, mitgeteilt ist. Der Rückgriff ist zulässig, Das sagte Herr Malvy. Auf wessen menschliches, der wenn die Reichsstelle es genehmigt oder verlangt. Auch soll die Wenn die Russen kommen! " 1 Die Gegenrechnung. " 1 Die Freie Vaterländische Vereinigung will nach ihrem etwas verschwommenen Programm die in der Kriegszeit fruchtbar gewordenen Kräfte auch in Friedenszeiten hinüberretten und politisch wirksam machen. Der Reichskanzler hat sich dazu bekanntlich verbindlich zustimmend geäußert, während die bürgerlichen Parteien sich zurüchielten. Jeht wendet sich der konservative Professor Ehrenberg im„ Tag" gegen das Programm der Vereinigung, weil es ihm, kurz gesagt, zu viel Rücksicht auf die Bestrebungen nimmt, gegen die Professor Ehrenberg stets Stellung genommen hat. Er schreibt: Der erste Grundsatz lautet:„ Dem Deutschen darf niemand näher stehen als sein Reichsgenosse." Darüber gibt es seit Ausbruch des Krieges hoffentlich leine Meinungsverschiedenheit mehr. Dem ersten Grundsatz schließt sich die erste Forderung an:„ Wer fich dazu bekennt, hat auf rückhaltlofe Anerkennung feiner nationalen Gesinnung Anspruch. Von diesem Gesichtspunkt aus ist das geltende Recht einer Durchficht zu unterziehen." Diese Forderung wird ebens falls rückhaltlose Zustimmung finden, wenn vorausgesetzt werden kann, daß das„ Bekenntnis" zu jenem Grundsatze auch dessen Betätigung im täglichen Kampfe der Meinungen, Parteien, Interessent erfordert, daß also nicht wieder eine Kampfweise einreißt, die jenem Grundsatze widerstreitet. Gewiß hält die Vereinigung zum Beispiel den Klassenbaß und seine Betätigung nicht für vereinbar mit dem Grundsatz, der an der Spitze ihrer Erklärung steht. Im Kriege ist er sofort zurüdgedrängt worden; im Frieden darf er ebenso wenig wieder geduldet werden. Mit Recht verlangt er von den Unternehmern, daß sie die Arbeiter als„ Reichsgenossen" rüdhaltlos anerkennen und diese Gesinnung unausgesezt betätigen; ist das aber möglich, wenn die gleiche Gesinnung nicht auch auf seiten der organisierten Arbeiter betätigt wird? War es nicht nötig, das gerade hier zu sagen, statt in einem versteckten Winkel am Schlusse der ganzen Erklärung? Und wäre es nicht notwendig, es jetzt wenigstens mit brüderlichem Freimut zu sagen? Wer war es denn, der den Geist des Hasses in unser öffentliches Leben brachte?" An Euch, meine Eltern, denke ich, Und Euch zu sehen wünsche ich. Wir werden den Deutschen, den Feigling, verhaun, Dann kehre ich zu, Euch zurück. Ich benachrichtige Euch, daß ich Gott sei Dank gesund bin, was Tapfere Kerle sind die russischen Soldaten, Darin liegt der Anspruch, daß die Sozialdemokratie ihre auf die wissenschaftliche Arbeit von Marx und Engels sich gründenden sozialen und historischen Anschauungen zu widerrufen habe, falls unsere Partei Anspruch darauf erhebe, von Herrn Professor Ehrenberg als Reichsgenosse" behandelt Tausende von Ostpreußen durchkosteten das Flüchtlingselend, ein barischer Rosaken und ihnen gleichwertiger Truppen soll natürlich großer Teil von ihnen mußte sogar den Kelch der Leiden mehrere nichts in die Heimat berichtet werden. Male leeren. Von vielen, die bei der ersten Invasion der Russen Damit die Soldatenbriefe zur Hebung der erwünschten Stim nicht geflüchtet waren, hörte ich, daß sie um keinen Preis zum mung beitragen, werden den russischen Heeresangehörigen gedruckte zweiten Male zurückbleiben würden. Wenn sie die erste Zeit der Briefmuster zugesteckt, die sie als Unterlage für ihre Schreiben M., 3. April 1915. Russenherrschaft auch ohne direkte Schädigung an Gesundheit und in die Heimat benußen sollen. Ein solcher gedruckter, von mir Das Elend der Flüchtlinge in seiner bittersten und härtesten Leben überstanden hatten, wenn sie auch der Gefahr des Ver- auf dem Schlachtfelde aufgehobener Musterbrief lautet in ziemlich Form hat nun auch die Bevölkerung des nordöstlichen Zipfels von schlepptwerdens entronnen waren, die ausgestandenen Schrecken wörtlicher Uebersetzung: Deutschland tennen gelernt. Wie wenn der Wolf die Herde wollte niemand noch einmal durchmachen. Zudem fürchtete man,„ Meine geehrten und lieben Eltern! Ich sende Euch einen scheucht, so trieben die nach Memel vorrückenden Russen friedliche die zweite Herrschaft der Russen würde schrecklicher werden als untertänigen Gruß und schreibe von mir und meinem Leben. Wir Einwohner vor sich her: Männer, Frauen, Greise und Kinder! schon die erste gewesen war. Solche Befürchtungen haben sich befinden uns jetzt in den Stellungen. So groß ist der Schrecken, den des Zaren Krieger vor sich her leider als nur zu berechtigt erwiesen. Fast überall hatten demoverbreiten, daß ein Gerücht von ihrem Herannahen genügt, um ralisierte Truppen die Oberhand; entgegenstehende Befehle der unter den vermeintlich Bedrohten eine wilde Panik hervorzurufen. Kommandeure und die Bemühungen der besseren Elemente unter Zuviel des Entsetzlichen hat man schon erlebt, als daß der Ruf: den russischen Soldaten konnten Brutalitäten schlimmster Art, Raub, " Die Russen kommen!" nicht bei jedem die Vorstellung von Raub, sinnlose Zerstörung und Brandstiftung nicht verhindern. Wenn Mord, Vergewaltigung und Brand erwecken könnte. Ich sah Ost- man auf diese Folgen des Krieges hinweist, taucht die Frage auf: ich auch Euch von Herzen wünsche. Wir hatten ein Gefecht und preußen auf der Flucht in seiner Hast, Angst und Kopflosigkeit, die mitten die Bewohner russischen Gebiets nicht Gott schenkte uns einen großen Sieg. das Elend und die Not über das durch die Umstände gegebene in der gleichen Weise unter der Invasion der Maß hinaus steigerten. Dann erlebte ich, wie in das Hin- und Deutschen?" Soweit meine eigenen Erfahrungen und WahrHerfluten der Flüchtlinge ein Moment der Ruhe, Gelassenheit und nehmungen reichen, muß ich auf eine solche Frage mit einem Ordnung hineintam. Solche Milderung des Glends oder das Ver- glatten Nein antworten. Selbstverständlich hatte der Einmarsch hindern unnötiger Schmerzen und Qualen muß durch Erfahrun- der Deutschen in Polen für die dortigen Bewohner ebenfalls Begen traurigster und peinigendster Art erkauft werden. Diesen schwerden, Leiden und Schädigungen im Gefolge, wie sie eben Preis hatten die kürzlich von der Russenangst gepadten Memeler mit einem Kriege untrennbar verbunden sind: Einquartierungen, noch nicht bezahlt. Die Schreckenstage im vergangenen Monat Störung des Berufslebens, Einschränkungen in der Lebenshaltung, haben sie mit dem Tribut reichlich belastet. Schnee lag noch auf bedingt durch das Knappwerden von Nahrungsmitteln, das alles den Feldern, als die russischen Heerscharen sich heranwälzten. Es gehört sicher nicht zu den Annehmlichkeiten des Daseins. Auch viele Feinde zu uns in Gefangenschaft begeben, und nach dem war bitter falt und naß zugleich. Von den Grenzdörfern her mögen einzelne Ausschreitungen vorgekommen sein; daß jedoch die letzten Gefecht mußten wir wieder einen Trupp Soldaten nehmen. wälzte sich die Woge der Flüchtlinge, vorwiegend Frauen und Deutschen auch nur entfernt so böse gehaust hätten wie die Russen Weiß der Teufel, wohin wir sie stecken sollen. Sehnt Euch nicht Kinder, auf Memel zu. Ein Teil blieb hier, glaubte in Memel in Ostpreußen, das wird niemand auch von Feindesseite behaupten nach mir, meine verehrten Eltern. Bald werde ich zurückkehren vor Gefahren gesichert zu sein; andere hasteten weiter und rissen können. Die Polen und Juden im Grenzgebiet werden auch nicht und Euch erzählen: viele Einwohner der Stadt in ivildem Strudel mit sich fort. Die durch die Angst vor den Deutschen in die Flucht getrieben. Fast meisten der Flüchtlinge suchten die Nehrung zu gewinnen. überall blieb der größte Teil der Bevölkerung im Heimatsort, Hier gab es aber nur für eine geringe Anzahl Unterkunft. Auch wenn deutsche Truppen heranrückten. Man floh vielleicht aus Befehlte es an Lebensmitteln. In der Haft und Aufregung dachte sorgnis vor den Folgen der Kämpfe um ihr Dorf oder aus Angst man nicht daran, sich mit Vorräten zu versehen. Man begab sich vor den Russen. Nach dem ersten Auszug der Deutschen aus dem recht. notdürftig bekleidet auf die Flucht. Tausende litten infolgedessen besetzten russischen Gebiet hat es eine Reihe von Leuten bitter große Entbehrungen; einige Kinder erfroren. Ohne es in der büßen müssen, wenn Denunziationen oder bloßer Verdacht sic der qualvollen Aufregung und tollen Hebe zu bemerken, verlor eine Deutschfreundlichkeit bezichtigte. Solchen Verlegenheiten ging Mutter unterivegs ihr Kind, das sie in etwas Bettzeug verpackt im mancher durch die Flucht ins Innere Rußlands aus dem Wege, der Arm trug. Andere Kinder wurden im Gedränge von der Seite sonst sicherlich ruhig in seinem Heim geblieben wäre. Die Tatsache, ihrer Angehörigen gerissen und irrten jammernd umher; hilflose daß die Zivilbevölkerung sowohl in Rußland als auch in Deutsch- Dieses Geise und Greifinnen schleppten sich mühsam dahin. Viele wußten land im allgemeinen aus Angst vor den Nussen floh, ist ein schiedener, läßt ahnen, was das russische Volk über den Skrieg ernicht wohin. Die Angst trieb sie weiter. Dergleichen Bilder des sprechender Beweis für die Verschiedenartigkeit des Verhaltens fährt. Schreckens sah ich oft im Laufe der letzten acht Monate. Viele deutscher und russischer Truppen. Von den„ Heldentaten" barSie spucken auf die Kugeln und Granaten. Sie sind Scharfschützen: Sobald sie nur laden, Fallen die Deutschen wie gemäht. Bei ihrem Wilhelm ist der Schnurrbart gedreht, Und von Kummer dreht sich sein Verstand. Ich kann Euch, meine verehrten Eltern, auch erzählen, daß sich Daß die Oesterreicher rote Hosen haben, Und unsere Kerle brave Köpfe. Schwer machen wir es den Deutschen, aber es geschieht ihnen Sie sollen wissen, Mit ivem sie es anfangen. Sie wollten uns verhann, Aber sieh, sie rennen davon, Daß die Erde bebt." Briefmuster, es gibt deren eine ganze Anzahl verDüwell, Kriegsberichterstatter. mlin Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. 25 Jahre Organisation! „ Ein Vierteljahrhundert! Es flichen die Zeiten Wie die Welle vorm Sturm, wie die Wolfe vorm Wind; Bir müssen wohl streiten, wir müssen wohl ringen Indessen die flüchtige Stunde verrinnt." zu werden. Aber Ehrenberg verlangt noch mehr. Die neue Jwerbes hat das Angebot von Arbeitskräften sehr nachgelassen. Land. 1 Bartei der Parteilofen fordert in ihrem Programni, daß mit wirtschaft und Baugewerbe nehmen zahlreiche Leute in Anspruch, Rücksicht auf die Steigerung und Erhaltung der deutschen und da auf Zuzug aus dem Auslande nicht zu rechnen sei, ist ein Volkskraft die der inneren Festigung des Reiches dienende Arbeitermangel zu befürchten. Darunter wird auch die Eisenbahnsoziale Fürsorge bei gebührender Rücksicht auf die verwaltung leiden, die beim Eintritt milder Witterung die BauTragfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft stetig fortzuent nehmen muß. Da es im Interesse der allgemeinen Landesverfor. und Unterhaltungsarbeiten in größerem Umfange wieder aufwickeln" sei. Dazu sagt Ehrenberg: gung unerläßlich ist, auf die Arbeiterbedürfnisse der Landwirtschaft „ Sicherlich ist die soziale Fürsorge ein unentbehrliches Mittel und der die Rohstoffe schaffenden Industrie weitgehendste Rücksicht zur Erhaltung und Steigerung unserer Volkskraft. Aber läßt sich zu nehmen, wird nur übrig bleiben, auf die zahlreichen Arbeitsdas von jeder Art sozialer Fürsorge sagen? Auch von einer fräfte zurüdzugreifen, die sich in den Kriegsgefangenen bieten. Es Mit diesem Kampfesvers wird der 25jährige Gründungstag solchen, welche die Arbeitsamkeit, diese wichtige Quelle der deut- find Maßnahmen getroffen worden, daß Kriegsgefangene in der schen Volkskraft, schädigt? Ist also z. B. die Arbeitslosen- trieben zur Arbeit herangezogen werden. Aber auch im Bereich der und Steindruchilfsarbeiter und-Arbeiterinnen Landwirtschaft, im Bergbau, in industriellen und gewerblichen Be- der 3ahlstelle Berlin des Verbandes der Buchversicherung ein Mittel der Schadenverhütung", welches Eisenbahnverwaltung wird angestrebt werden müssen, Kriegs- eingeleitet. Dem Ernst der Zeit Rechnung tragend, ist jede feierliche geeignet ist, unsere Volfskraft zu erhalten und zu steigern?" gefangene überall, wo dies zweckmäßig und unbedenklich erscheint, Kundgebung unterblieben und nur in dem wenige Bogen starfen Wir bejahen das selbstverständlich. Aber Ehrenberg heranzuziehen. Von der Arbeit an durchgehenden Betriebsgleisen Mitteilungsblatt" der Zahlstelle Berlin wird in einem chronologischen ist da offenbar anderer Meinung. Sehr merkwürdig ist auch und solchen Bahnhofsgleisen, die regelmäßig dem Zugverkehr dienen, Ueberblick mit prägnanter Kürze auf das 25jährige Bestehen hinsein Einwand gegenüber der Forderung nach dichterer Be- find Kriegsgefangene in Rüdsicht auf das obenanstehende Interesse siedelung des heimischen Bodens: Der Betriebssicherheit zivar fernzuhalten. Es wird sich aber ander- gewiesen. Den ersten erfolgreichen Anstoß zur Gründung einer Zahlstelle wärts genügende Arbeitsgelegenheit für Gefangene finden, die aus" Der Bauernstand und der landwirtschaftliche Großbetrieb zuwählen ich den Eisenbahndirektionen überlassen will. In erster gaben die große Neunstundenbewegung der Buchdrucker, und die laffen sich nur erhalten, wenn die Heimatspolitik neben Kleinfied- Linie würden Arbeiten aller Art bei Neubaustrecken in fiskalischen unschönen Vorkommnisse bei der Arbeitsvermittlung des HilfsTern auch genügende Maffen inländischer Arbeits- Ries- und Steingewinnungsstellen, auf Kohlenlagern, Hafen- und personals, die sich in sehr argem Zustand befand. Die Gründungsträfte schafft, damit wir die Hunderttausende ausländischer Umschlagplägen, bei Materialmagazinen, Schwellenlagern und der versammlungen fanden für das weibliche Hilfspersonal am 18. April, Wanderarbeiter entbehren können." gleichen ins Auge zu fassen sein, aber auch Erd- und sonstige Ar- für das männliche Hilfspersonal am 4. Mai 1890 statt. In erster Nun vertragen sich ja Großbetrieb und dichte Besiedelung beiten, bei Bahnhofsumbauten usw., soiveit sie nicht die Hauptgleise Linie waren es führende Berliner Buchdrucker, wie Döblin, sehr gut, wenn ländliche Arbeitergenossenschaften berühren, ferner Gleisunterhaltungsarbeiten auf Nebengleisen die landwirtschaftliche Produktion in die Hand nehmen. Aber werden in Frage kommen." Der Minister erwartet, daß die Diretassini, Wachs, Precz ang u. a., die sich um die Organi Ehrenberg will im Gegenteil die Aufrechterhaltung der Unter- tionen die Unternehmer zur Beschäftigung von Gefangenen ver- fierung der Berliner Hilfsarbeiter großes Verdienst erwarben. Ihnen schiede von Groß- und Kleinbetrieb auf der Basis der jiegianlassen. Die Ueberweisung solcher werde, nachdem die Heeres- sowie den 24 noch lebenden Mitbegründern wird an diesem gewerkverivaltung kleinere Trupps an Gemeinden für landwirtschaftliche schaftlichen Jubiläumstage der Dank der gesamten Mitgliedschaft gen Eigentumsverteilung. Arbeiten und dergleichen abzugeben sich entschlossen und die Be- ausgesprochen. Wenn Professor Ehrenberg durch seinen Artikel eine Dis- wachung der Einzelarbeiten durch zuverlässige Hilfswachmannfuffion einzuleiten wünschte, so können wir nur sagen, daß schaften zugelassen habe, keine Schwierigkeiten bieten. Ueberdies feine Deutung des Programms der neuen Bereinigung" feien Gefangenenlager so zahlreich vorhanden, daß an vielen Stellen. in der Arbeiterschaft wenig Freunde finden wird. tägliche Entnahme von Arbeitsfräften und deren Rüdbeförderung sowie die Beföstigung aus dem Lager möglich sein werde. Paula Thiede, die Verbandsvorsitzende, behandelt die ersten Jahre des neu gegründeten Vereins, der den Titel trug: Verein der Arbeiterinnen an Buch- und Steindrud- Schnellpressen. Viele Erinnerungen knüpfen sich an den damaligen Stellen vermittler Herrn Neumann. Wer von den Alten erinnert sich Das Spionagegesetz und die Preffe. Das Eschweger Tageblatt" hatte am 3. September Die italienischen Staatseinnahmen während des Krieges. nicht der bevorzugten Plätze am Kellerfenster in der Teltower Straße. Züchtige Punttiererinnen hatten ein Anrecht auf solchen Platz. Anein Stimmungsbild veröffentlicht, worin die Durchfahrt von Die soeben bekanntgegebenen hauptsächlichen Einnahmen des legerinnen oder Bogenfängerinnen mußten auf einem Blättbrett Truppen geschildert und hinzugesezt war, daß die auf der Fahrt italienischen Staates in den 8 Monaten vom 1. Juli bis 1. März Platz nehmen, das auf zwei Stühle gelegt war. Das Wohn- und zum„ Ontel Nikolaus" befindlichen siegreichen Truppen auch gegen weisen gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des vorigen Finanz- Schlafzimmer des Bermittlers Neumann war der Aufenthaltsraum die Russen die Herren bleiben werden, die sie schon in Frankreich jahres einen Rüdgang von 72 Millionen Zire auf. Der Haupt- für die Stellungsuchenden. Auf Trennung der Geschlechter wurde und Belgien gewesen seien". Der Redakteur wurde angeklagt, weil er eine durch Bekanntmachung des Reichsfanzlers untersagte ausfall trifft den Weizenzoll, der infolge des Krieges zuerst herMitteilung über Truppenbewegungen gemacht und dadurch abgesetzt und dann aufgehoben wurde, und nur 17 Millionen geachtet. Bis die Arbeiterinnen den Nachweis verließen, mußten die gegen den§ 10 des Spionagegesezes gefehlt habe, wonach die vor ergab, 44 Millionen weniger als im Vorjahre. Auch die anderen männlichen Arbeitsuchenden auf der Kellertreppe Plaz nehmen. Von 8 bis 12, 11hr war Nachweiszeit für Arbeiterinnen, und da das jäßliche Veröffentlichung solcher Mitteilungen während während eines Zölle und die Fabrikationssteuern sind start, nämlich um 69 MillioKrieges gegen das Reich entgegen einem Verbot des Reichskanzlers nen zurüdgegangen, sowohl infolge der verminderten Einfuhr als Telephon in dieses unterirdische Reich noch nicht gedrungen war, strafbar ist. Das Reichsgericht hat jest die Verurteilung des wegen des Rüdganges der einheimischen Zuder- und Spiritus viele Prinzipale auch eine so kostspielige" Einrichtung noch wurden die Arbeitsuchenden durch PostRedakteurs an sich für gerechtfertigt erklärt und dem Land- erzeugung. Die Einnahmen aus den öffentlichen Diensten( aus- nicht hatten, farte oder Die Boten abgerufen. Gebühr betrug für gericht nur eine nochmalige Verhandlung nach der Richtung aufgetragen, ob die Angabe des Angeklagten richtig sei, daß die straf- schließlich der Staatsbahnen, die eine autonome Verwaltung bare Veröffentlichung ohne sein Wissen in die Zeitung gelangt haben) find um 1,4 Millionen vermindert: der Rückgang der Post Punktiererinnen 1 M., für Anlegerinnen 50 Pf., für Bogensei. In diesem Fall würde der Redakteur straffrei sein; aber die um über 8 Millionen Lire wird durch 4,6 Millionen Lire ver- fängerinnen 25 Pf., denselben Betrag zahlte auch der Prinzipal. Da Strafbarkeit an sich hat das Reichsgericht ausdrücklich festgestellt. mehrter Einnahmen aus Telegramm- und Telephondienst teil- Höchstpreise nicht bestanden, kam es oft zu Streitigkeiten. die damit weise ausgeglichen. Einen tüchtigen Zuwachs weisen dagegen die endeten, daß der Nachweiser von seinem Hausrecht Gebrauch machte direkten Steuern auf, vor allem, weil man die Steuer- und demzufolge Sieger blieb. Verlängerung der Wahlperiode für die Hamburger schraube schärfer angezogen hat, was bei dem italienischen, nicht Bürgerschaft. auf Selbſteinſchäßung beruhenden Systemt leicht möglich war. Die Der Hamburger Senat hat der Bürgerschaft einen Gesesentwurf Steuer auf den Einkommen( beweglichen Eigentum) hat 24 Millioüber die Verlängerung der Wahlperioden für die Bürgerschaft vor- nen mehr ergeben. Ein Zuwachs von 18 Millionen Lire ist auch gelegt. Zur Begründung des Entwurfs wird gejagt: Die nächste halbschichtige Erneuerung der Bürgerschaft hat zum für das Tabaksmonopol zu verzeichnen. Um die Kriegsfolgen für 1. März 1916 stattzufinden. Erfahrungsgemäß würde, wenn an die Staatsfinanzen Italiens recht einschäßen zu können, muß diesem Zeitpunkt festgehalten wird, schon in nächster Zeit mit den man neben die zurüdgehenden Einnahmen die wachsenden Aus Vorbereitungen für die Wahlen begonnen werden. Die Bürger- gaben stellen, wie sie sich aus den Rotstandsarbeiten und vor allem schaft und die Bevölkerung werden aber mit dem Senat darin über- aus der Einberufung so vieler Jahrgänge ergeben. einstintmen, daß es vermieden werden müsse, die Geschlossenheit und Einmütigfeit, mit der das deutsche Volk den ihm aufgezwungenen Strieg führt, durch einen Wahlkampf zu stören. Es wird sich daher empfehlen, die Bürgerschaftswahlen dadurch hinauszuschieben, daß die Zeitdauer, für welche die gegenwärtig der Bürgerschaft angehörenden Mitglieder gewählt sind, verlängert wird. Die Verlängerung der Wahlperiode wird zweckmäßig in der Weise erfolgen, daß nicht nur die nächsten, sondern zugleich auch alle fünftigen Bürgerschaftswahlen auf ein Jahr hinausgeschoben werden. Dr. Heim in der luxemburgischen Regierung. Der Baherische Bauernbündler Dr. Heim hat die von der Regierung aus Anlaß des Krieges ergriffenen wirtschaftlichen Maßnahmen ziemlich scharf kritisiert, namentlich tadelte er, daß nicht bereits im Frühherbst eine Beschlagnahme des Getreides stattgefunden statt. Die Regierung des Großherzogtums Luremburg, die für die kommende Ernte umfassende Maßnahmen treffen will, Hat jezt Herrn Dr. Heim für die Ausarbeitung von Bestimmungen über die Beschlagnahme und das Verteilen inländischer Getreidevorräte verpflichtet. Er ist als Mitarbeiter und Ratgeber der Regierung im Regierungsgebäude in Luxemburg tätig. Verurteilungen im Elsaß. Aus der Partei. Zur Geschichte eines Artikels. Die Chemuiser Boltsstimme" teilt zur„ Borgeschichte“ eines von ihr abgedruckten Artikels aus der Feder des Genossen Cohen ( Reuß) mit: Ant Die selbstherrliche und zeitweise ungerechte Vermittelung des Herrn Neumann brachte es mit sich, daß eine erklecliche Anzahl Silfsarbeiterinnen den Nachweis meiden mußte; von diesen ging der Gedanke aus, einen eigenen Arbeitsnachweis zu gründen. 5. März 1890 fand die erste Versammlung statt. Buchdrucker Philipp Schmitt hielt den einleitenden Vortrag über:„ Die Gründung eines Vereins und Errichtung eines eigenen Arbeitsnachweises". wurde gewählt und und mit den nötigen VorEin Komitee arbeiten beauftragt. In welcher Weise ein straff organisierter Arbeitsnachweis bessernd auf die Lohn und Arbeitsverhältnisse wirfen kann, ist hinreichend bekannt und bedarf an dieser Stelle feinerlei besonderen Betonung. Den Prinzipalen war die neue Organisation ein Dorn im Auge, und in einem Zirkular forderten sie auf, den Arbeitsnachtveis der Hilfsarbeiter nicht zu benutzen; für das Anlernen von neuem Personal wurden jedem Maschinen meister 10 m. versprochen. Der Erfolg der Selbständigmachung zeigte fich bald, und es blühten in anderen Drten Deutschlands überall Vereine auf auf der Grundlage der in Berlin gewonnenen Erfahrungen. In die Bewegung für den Neunstundentag hineingezogen, wurde Einem Bernsteinfchen Artikel, der sich gegen die Kredit- bald der Wunsch laut, ein eigenes Organ zu gründen. Eine Ulmbewilligung ausspricht, hat der Vorwärts" Aufnahme gewährt. Die furze nachfolgende Erwiderung des Genoffen Coben frage bei den Kollegen in Berlin, Hamburg, Hannover, Leipzig und lehnt die Vorwärts"-Redaktion ab, trotzdem sich der Verfasser Dresden ergab, daß ein einmütiges Bedürfnis für Schaffung eines eigenen durchaus an die Ausführungen Vernsteins im Vorwärts" ge- Organs bestand. halten hat." " " " Am 1. Juli 1891 erschien die erste Nummer der„ Union", die Diese Darstellung, die in der bürgerlichen Presse zu weiter vom 1. Oftober ab Neue Union" genannt wurde, weil schon eine gehenden Folgerungen ausgenugt wird, ist nur teilweise richtig. ältere Zeitung mit dem zuerst gewählten Namen bestand. Immer Wahr ist vielmehr: Genosse Bernstein veröffentlichte den viel er drohendere Wollen am Berufshimmel zogen auf und am 8. Dlörterten Artikel in der Leipziger Volkszeitung", nachdem der Vor- tober 1891 begann der Kampf um die neunstündige Arbeitszeit, zut wärts" diesen Artikel abgelehnt hatte. Der Vortvärts" über- dessen Gelingen das Hilfspersonal rege beigetragen hat. Wie traurig nahm dann Bruchstüde, die in einer Polemit der Freifinnigen die Entlohnung des Hilfspersonals noch war, erhellt daraus, daß, Zeitung" gegen Bernstein enthalten waren, einschließlich dieser wie in einer gemeinsamen Versammlung am 2. November 1891 mit Straßburg( Elsaß), 12. April.( W. T. B.) Die Straßburger Bolemit. Darauf ersuchte uns Genosse Bernstein um Aufnahme geteilt wurde, die Rotationsarbeiter von Moffe für eine Arbeitszeit Bost" meldet aus Mülhausen: Wegen versuchten Kriegsverrates ver- einer Entgegnung auf die Angriffe der Freisimmigen Zeitung" von abends 10 bis 4 Uhr früh 12 W. Wochenlohn erhielten. Dic urteilte das Kommandanturgericht in Mülhausen den Amts- Gegen diesen Artikel Bernsteins nun noch den Genossen Cohen Lage der Mitglieder zu verbessern, wurde eine gebietende Pflicht, richter der aus Sennheim zu drei Jahren 3ucht- polemisieren zu lassen, verbot sich schon deshalb, weil wir dann auch und von 1600 Mitgliedern, die an der ersten Bewegung teilhaus. Ader, der während der Anwesenheit der Franzosen in eine Entgegnung von Bernstein hätten bringen müffen. Ob sich das nahmen, wurden nach Beendigung noch glüdlich 400 llebrigSennheim eine anscheinend noch nicht ganz aufgeklärte, nach seiner gerade in den Tagen empfahl, als der erste Bernsteinsche Artikel gebliebene gezählt, die dann den Grundstock zum WiederAngabe unfreiwillige Automobilfahrt in Begleitung französischer das Verbot mehrerer Parteiblätter in der Provinz hervorricf, wird aufbau der Organisation bildeten. Bis zur Gründung der„ SoliOffiziere nach Belfort unternommen hatte, war schon vor dem Kriege auch die Redaktion der„ Chemnizer Volksstimme" nicht behaupten darität", dem jegigen Kampforgan der Hilfsarbeiter, durch sein deutschfeindliches Benehmen aufgefallen. Es wollen. Der gegenwärtige Zustand gibt nun einmal den Freunden Ph. Schmitt Leiter der„ Neuen Union". Nur durch die beherzte war auch bemerkt worden, daß eine von den Fran- der Fraktionsmehrheit größere Freiheit als ihren Gegnern, und wir Mitarbeit einer ganzen Reihe von Arbeiterinnen war es möglich, zofen mitgebrachte schwarze Liste am Tage nach der finden es höchst überflüssig, daraus dem Vorwärts" einen Vor- ein festes Fundament zu schaffen, das später zu einem stolzen Bau erwähnten Fahrt nach Belfort in abgeänderter Form zur Wirkung wurf zu machen, daß er auf diese Tatsache einige Rüd- den Untergrund lieferte. gekommen war. In der Verhandlung, in der diese Tatsachen zur ficht nimmt. Sprache tamen, wurde dem Angeklagten vornehmlich nachgewiesen, daß er kurz nach dem Abzug der Franzosen und vor dem Einzuge f Die Maifeier in Desterreich. war Eine Inzwischen waren auch die männlichen Hilfsarbeiter nicht untätig gewesen. Am 27. März 1890 fand eine öffentliche Versammlung des männlichen Hilfspersonals statt, und in diefer wurde ein proder Deutschen, einer Familie, die in Sennheim als deutschfreundlich Die österreichische Parteivertretung und die Gewerkschafts- visorischer Vorstand zur Ausarbeitung der Statuten und ähnlichem galt und der man, allerdings mit Unrecht, die Aufstellung einer Liste kommission sind übereingekommen, der Arbeiterschaft Desterreichs eingefeßt. In der ersten ordentlichen Generalversammlung am 4. Mai 1890 konnten bereits 250 Kollegen gemustert werden. von„ Unzuverlässigen" nachfagte, vor seinen Nichterstuhl zitierte und folgendes zu empfehlen: Auf die Arbeitsruhe am 1. Mai foll in diesem Jahre freiwillig Es begann eine Periode der Drangfalierungen, die auch der sie dort durch die Drohung, er werde sie durch eine französische Patrouille verhaften lassen, von ihrem angeblichen Bor- verzichtet werden. Wir wollen von dem durch viele Tarifverträge Buchdruckerei- Hilfsarbeiterorganisation nicht geschenkt wurden. haben abzubringen versuchte. Das Gericht erblidte in diesem Ver- geschützten Recht und von dem durch die llebung eines Viertel-„ Geschichte der Hilfsarbeiterorganisation" der letzten 20 Jahre foll jahrhunderts geheiligten Brauch der Arbeitsruhe nicht das kleinste später erscheinen, daher wird darüber noch einiges zu sagen sein. halten versuchte Vorschubleistung im Intereſſe einer feindlichen Stüd preisgeben. Wir wollen aber den durch den Krieg herbei- Am 1. Januar 1909 fam die Einigung der bis dahin getrennt Macht, was wegen der Anstellung des Angeklagten als deutschen geführten Ausnahmeverhältnissen und Ausnahmegefeßen Rechnung marschierenden, aber vereint schlagenden Berliner Zweigvereine Richter streng zu bestrafen sei. tragen, die eine Reihe von Verwidlungen und Schwierigkeiten Straßburg i. Elsaß, 12. April.( W. T. B.) Die„ Straßburger herbeiführen könnten, die wir gerade jegt vermeiden wollen. zustande. Was diefe längst reif gewesene Einigung für die gefamte wollen wir, in diesem Jahre auf die üblichen Hilfsarbeiterschaft bedeutet, ist am deutlichsten zu ermessen, wenn Post" berichtet: In Kolmar wurde der Notar Gamps aus Ebenso an man die Schlußabrechnung betrachtet: Gebweiler, der Unteroffizier in der Reserve war, wegen deutsch- Demonstrationszüge verzichten, die im besten Falle nur Gesamt- Einnahme. feindlichen Verhaltens vom Kriegsgericht zu zwei Monaten einzelnen Orten möglich wären, vielfach aber durch die behörd lichen Ausnahmeverfügungen verhindert oder mindestens schwer beAusgabe Gefängnis und Degradation verurteilt. einträchtigt werden würden. Wir wollen die Maifeiern diesmal auf Bestand am 1. Januar 1915. Maiversammlungen am Abend des 1. Mai beichränken, die der ernſten Die Jubiläumsnummer schließt: werden sollen." Ministerialerlaß über die Beschäftigung von Kriegs. Seit und unserer großen Eacje würdig eingerichtet und durchgeführt gefangenen. Minister von Breitenbach weist in einem Erlaß auf eine stärfere Seranziehung der Kriegsgefangenen zur Arbeit in der Landwirtschaft und der Industrie hin. In dem Erlaß heißt es: Jufolge der Einberufungen zum Heeresdienst und der zu nehmenden Tätigkeit auf dem Gebiete der Industrie und des GeGenoffe Dr. Karl August Lehmann, der als Arzt im Etappenlazarett in Valenciennes( Nordfrankreich) tätig war, ist dort an den Folgen einer schweren Infektion gestorben. Genoffe Dr. Lehmann war in München Gemeindebevollmächtigter und Mitglied des oberBayerischen Landrats. " P . 1554 476,02 M. 1 400 639,73 153 836,29 M. " „ Wenn auch das blutige Völkerringen folossale Lüden int unfere Reihen gerissen hat, steht die Berliner Zahlstelle nach acht Monaten noch ebenso fest da wie vor dem Kriege. Wir wünschen deshalb allen von uns gerissenen Kollegen gefunde und baldige Nüdkehr, damit sie sich an dem weiteren Ausbau der Berliner Organisation wieder beteiligen können." Das wünschen auch wir. Hoch die Organisation! Nochmals das des( 110 000 M.) verbleiben nach Abzug der Tantiemen, Gratififatic. I Rundschreiben Verbandes bereits 1914 aberDie Atlas- Werte Aft.- Gef. in Bremen- Hamburg, die lung des Sterbegeldes für Ehegatten und Kinder der Mitglieder dem Norddeutschen Lloyd nahestehen, waren im abgelaufenen Ge- zu genehmigen. Auch dieser Antrag wurde vom Versicherungsamt schäftsjahre in allen Abteilungen voll beschäftigt und haben den unter dem 8. Dezember 1914 genehmigt. Beide Genehmigungen dürften auch dem Verfasser des ergrößten bisher erzielten Jahresumjaz erreicht. Der Reingewinn wähnten Artikels nicht unbekannt sein, denn sie sind im Vorstieg von 619 500 auf 936 700 M. bei 986 000 M. Abschreibungen wärts", Nr. 351 vom 24. Dezember 1914, vom Vorstande bekannt( 695 300). Es wird eine Dividende von 8%( i. V. 7) Proz. gegeben. vorgeschlagen bei 202 600 M. Ueberweisung an die Reserven und 150 400 2.( 17 100) neuem Vortrag. ndschreiben bez Merbandes bayerischer( en up. 226 963 yr.( 106 883 M.) as Bortrag auf neue Stegnung, mais eine Grweiterung der Staffenleiſtungen, bahingehend, bie BahZu dem im„ Vorwärts" vom Sonntag, den 11. April, veröffentlichten Rundschreiben des Verbandes bayerischer Metallindustriellen wird uns aus dem Berliner Bureau des Metallarbeiterverbandes noch geschrieben: „ Es ist zum Teil sehr erfreulich, was man aus diesem Rundschreiben entnehmen kann. Als im vorigen Sommer, wenige Wochen nach Kriegsbeginn, die Arbeitskräfte in der Metallindustrie knapp zu werden begannen und die Löhne in die Höhe gingen, machten uns die Berliner Metallindustriellen allen Ernstes den Vorwurf, daß es die Taktif des Metallarbeiterverbandes sei, die Arbeitskräfte aus einzelnen Betrieben herauszuziehen, um sie anderen Betrieben zuzuweisen. Auf diese Weise würde dann eine Lohnsteigerung erzielt. Wir wehrten uns dagegen und erklärten, daß die Metallindustriellen der felbst durch ihr Treiben untereinander die Schuld an dem starken Wechsel tragen, da sie durch Versprechungen höherer Löhne die Arbeiter aus den Betrieben locken. Mit den Behörden haben wir wegen dieser Erscheinung cbenfalls mehrfach verhandelt und auch dort die unserer Meinung nach richtigen Ursachen der starken Fluktuation angegeben. Bei diesen Verhandlungen schien es uns, als ob die Metallindustriellen auch den Behörden gegenüber die Schuld an der großen Fluktuation in den Betrieben der Metallindustrie auf die Tätigkeit des Metallarbeiterverbandes zurückzuführen suchten. Das Rundschreiben des Verbandes Bayerischer Metallindustriellen zeigt nun, daß die Behörden sich unserer Auffassung über die Ursachen der großen Fluktuation angeschlossen haben. Es war ja aber auch gar nicht anders möglich, denn die Beweise für die Richtigkeit unjerer Erklärung der betreffenden Erscheinung lagen flar zutage und sind heute noch nicht ganz verschwunden. Heute noch bemüht fich unter anderem ein neu erstandener Betrieb in einem östlichen Vorort Berlins, unter allen möglichen Versprechungen aus anderen Betrieben der Metallindustrie Arbeiter herauszuholen, wobei allerdings in vielen Fällen die Grivartungen der durch schöne Versprechungen herangeloďten Arbeiter getäuscht werden. Im Kriegsausschuß ist die Firma schon des öfteren genannt. Wenn dieses Treiben sich noch weiter zeigen sollte, werden wir genötigt sein, den Namen dieser Firma öffentlich anzunageln. Die Eisen- und Stahlproduktion während des Krieges. Für die Entwicklung der Wirtschaftslage in Deutschland während Kriegszeit gibt die Steigerung der Eisen- und Stahlproduktion einige Anhaltspunkte. Nach den Ermittlungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller betrug die Erzeugung in Tonnen: Roheisen Flußstabl pro Monat pro Tag pro Monat pro Tag 1914 1 564 345 50 463 1 627 845 60 272 18 925 21 801 Juli August September Oftober November Dezember Januar 586 661 566 822 " 580 087 19 336 663 223 25 509 " P 729 841 23 543 900 201 33 341 17 788 956 26 299 900 026 37 501 " 854 186 27 554 941 964 37 678 " 1915 962 736 ? 38 509 ? " 874 133 803 623 28 198 28 701 Ein nun eingereichter fernerer Antrag forderte die Gewährung der Zahlung des Krankengeldes vom ersten Tage der Gr= franfung ab, der Zahlung des Sterbegeldes im 30- bzw. 40fachen Betrage des Gruudlohns und der Zahlung des Krankengeldes bis zum Ablauf der 52. Woche. Auch dieser Antrag ist genehmigt und feit 30. März d. J. in Geltung. Da durch die Verfügung des Bundesrats vom 3. Dezember 1914 auch Hebammenleistungen und Stillgeld allgemein für die deutschen Krankenkassen eingeführt sind, so werden in unserer Kasse fast alle Leistungen wieder gewährt, welche vor Ausbruch des Krieges fabungsgemäß gezahlt worden sind. Den geringen Rest der früheren Mehrleistungen Hofft der Kassenvorstand in nächster Zeit vom Versicherungsamt der Stadt Berlin ebenfalls genehmigt zu erhalten. Ortsfrankenkasse für das Buchdrudgewerbe, Paul Magnan, Nendant. Die Annahme der Zuschrift ist irrig, es sollten der Meinung die Wege geebnet werden, als hätten die Kassen Februar bie nichts für Aufhebung der Nachteile des KrankenkassennotHier zeigt sich die Wirkung des Krieges mit aller Schärfe. Die gefeßes getan. Wie die Zuschrift selbst hervorhebt, hat ja der Roheisen- und Flußstahlerzeugung war im ersten Kriegsmonat nur Vorwärts" über Erfolge nach dieser Richtung bereits früher etwa ein Drittel so hoch als im Monat Juli. Jedoch schon vom unterrichtet. Erfreulich ist es, daß es der Kaffe auch in legter September an hat sich die durchschnittliche Tagesproduktion für beide 3eit gelungen ist, einige weitere Nachteile zu beseitigen, die Arten regelmäßig und zuweilen auch ganz erheblich gesteigert. Im das Notgesetz den Kassenmitgliedern gebracht hat. Der Zweck Monat Februar wurden täglich rund 9800 Tonnen Roheisen mehr unserer Darlegungen war, auf endliche Beseitigung des Notproduziert als im ersten Kriegsmonat. Bei der Flußstahlerzeugung gejeges zu dringen, dessen Erlaß ein übereilter, den Arbeitern ist die Steigerung eine noch höhere. Sie betrug im Januar gegen nachteiliger Schritt war. Solange diese Beseitigung noch nicht über dem August rund 395 900 oder pro Tag 16 700 Zonnen mehr. durch Reichsgesetz erfolgt ist, ist es dringend nötig, die Stassen Die gesamte Jahreserzeugung belief sich auf Tonnen: in ihren Bestrebungen auf Beseitigung der Nachteile des Gean Roheisen an Flußstahl fezes zu stützen. Der Widerstand gegen Wiederherstellung des 17 868 909 alten Zustandes ist oft bei den Versicherungsämtern leider weit stärker als bei den Kassen. alter, ba 1912 199 1913 1914. 19 309 172 14 889 547 17 301 998 18 958 819 14 973 106 Uebrigens möchten wir an dieser Stelle gleich einschalten, daß zivar die Löhne seit Kriegsausbruch in der Metallindustrie gestiegen sind. Das ist unserer Auffassung nach feine ungesunde Erscheinung. Die Verdienste haben sich nur einigermaßen den ge- Gegenüber den vorhergehenden Jahren ist die Roheifen- und waltig gesteigerten Lebensmittelpreisen angepaßi, und das dürfte Flußstahlerzeugung allerdings stark zurüdgegangen. Die Produktion man wohl noch als gesund bezeichnen, besonders in ciner Zeit, wo des Jahres 1914 entspricht ungefähr der des Jahres 1910. die Nachfrage nach Metallarbeitern so sehr start ist. Erhöhung der Erzförderung in Desterreich. Falls also es auch die Meinung der Behörden sein sollte, daß die Lohnsteigerung in der Metallindustrie eine ungesunde ist, Durch eine faiserliche Verordnung wird die bisher start einmüßten ivir uns gegen diese Auffassung wenden. Wahrscheinlich geschränkte Möglichkeit gefchaffen, nicht oder ungenügend fördernden aber ist diese Bemerkung nur vont Verband Bayerischer Metallindustriellen gebraucht, von dem wir gern glauben, daß er jede Bergwerksbefizern und Freischürfern die Konzession zu entziehen. Lohnsteigerung als ungesund bezeichnet. 1915: " Das im Rundschreiben erwähnte Inserieren der MetallKriegswirkungen in südamerikanischen Staaten. industriellen nach Arbeitskräften hat auch bei uns schon große Nach einem Eigenbericht des Eclair" vom 6. April hat eine Bedenken erregt, und gehen wir in unserer Auffassung bezüglich des Inserierens nach Arbeitskräften an sich mit den Metallindu- große Boltsversammlung in Santiago Verwahrung eingelegt gegen ſtriellen durchaus konform. Das Inserieren nach Arbeitskräften die unerschwingliche Höhe der Brotpreise und den Präsidenten in auswärtigen Blättern hat schon in Tausenden von Fällen bittere der Republik und den Ministerpräsidenten aufgefordert, die Ausfuhr Enttäuschungen der Arbeiter hervorgerufen; denn meistens fanden der wichtigsten Lebensmittel, besonders des Getreides, fowie die Arbeiter nicht, was sie nach den Inseraten und den nachher die damit getriebenen Spekulationen und sonstigen Mißbräuche zu folgenden Schreiben bei den betreffenden Firmen erwarten hemmen. fonnten. Die Lage wird durch die gewaltige Zahl der beschäftigungslosen Arbeiter und Beamten von Tag zu Tag schwieriger. Nach einem Drahtbericht desselben Blattes hat sich der argentinische Handel im Jahre 1914 im Vergleich zum vorher gehenden um beinahe 50 Prozent vermindert. Der Wert der im Jahre 1914 zwischen Brafilien und Argentinien ausgetauschten Ausfuhrwaren beziffert sich auf 29 403 Kontos für die brasilianische und auf 30 028 Stontos für die argentinische Ausfuhr. lg- ble Der Weizenanbau in Italien. B Krieg und gute Sitten. Ein frasser Fall eines Verstoßes gegen die guten Sitten aus Anlaß des Krieges wurde gegenüber einer durch den Krieg in eine Notlage geratenen weiblichen Angestellten in der 2. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts festgestellt. Die dort Nlage erhebende Direttrice S. Hatte bei dem Beklagten Bernhard Jacobson, der in der Alten Jacobstraße ein Konfektionsgeschäft betreibt, eine Vertrauensstellung inne, für die sie ein dem verantwortungsvollen Posten angemessenes Monatsgehalt von 300 M. bezog. Als der Strieg ausbrach, war sie vor die Wahl gestellt, entweder mittel- oder stellungslos auf der Straße zu liegen oder einen Vertrag zu schließen, nach welchem ihr folgendes zugemutet wurde: Sie erhält monatlich fünfzig Mark als Gehalt und weitere 50 M. als Darlehen. Für die monatlichen Darlehen sollte sie Schuldscheine ausstellen, für deren Einlösung nach dem Kriege sie die Verpflichtung zu übernehmen hatte. Die Klägerin feßte, wenn auch schweren Herzens, unter den neuen Vertrag ihre Unterschrift. Sechs Monate lang bemühte sie sich, mit dem Gelde auszutomaten und stellte allmonatlich den verlangten Schuldschein aus. Jest ficht sie aber den Vertrag als gegen die guten Sitten verstoßend an und beantragt, eine angemessene Nachzahlung sowie Befreiung von den ausgestellten Schuldscheinen. Das Kaufmannsgericht gab der Klage auch statt, indem es den Anstellungsvertrag, weil gegen die guten Sitten verstoßend, als null und nichtig anjah. Als angemessenes Gehalt sehe in diesem alle das Gericht wenigstens den Betrag von 100 M. monatlich an. Der Betlagte wurde dementsprechend verurteilt, der Klägerin 200 M. in bar zu bezahlen sowie die sechs Schuldscheine à 50 m. herauszugeben. Feurig Süsser FI.1.50 2.00 M Nehmen wir doch einmal die Berliner Firmen, die im borigen Herbst am meisten nach Arbeitskräften außerhalb Berlins inferiert haben, dann finden wir sofort, daß es Firmen sind, die in der einen oder anderen Weise bei den Arbeitern, die diese Firmen fennen, in schlechtem Anschen stehen. Da sind Siemens u. Salske, Siemens- Schudert, bekannt durch ihre gelben Züchtungen, des gleichen Schwarzkopff- Wildau, und dann aus einent allerdings anderen Grunde die Firma Orenstein u. Stoppel in Spandau. Daß diese Firmen dann, wenn ein flein wenig Knappheit an Arbeitsfräften auf dem Berliner Arbeitsmarkt eintritt, sofort in Verlegenheit geraten würden, wußte jeder, der die Dinge nur Im Vergleich zu 1918 bedeutet das für Brafilien eine Steigerung einigermaßen fennt. Bei Siemens u. Halste, Siemens- Schudert von etwa 99 Kontos, für Argentinien dagegen eine Verminderung sowie Schwarzkopff in Wildau sind es die gelben Bestrebungen um 27 306 Kontos. der Firmen und bei Orenstein u. Koppel ist es der den Berliner Berhältnissen bei weitem nicht angepakte Lohn und Berbienit. der die Arbeiter abschreden läßt, zu diesen Firmen zu gehen, Nach einer von der Mailänder Fachzeitung für Volkswirtschaft und wenn solche Firmen nun durch Inserate ihrem Arbeitermangel und Handel vorgenommenen Enquete ist die Anbaufläche für abhelfen wollen, dann ist es durchaus von uns zu begrüßen, wenn Weizen in Italien in der laufenden Kampagne gegenüber der des dem entgegengearbeitet wird. Jahres 1913/14 um 7 Prozent vermehrt worden, nämlich von Arbeitskräfte sollen allerdings auch unserer Meinung nach 4 768 500 hektar auf 5 111 900 Hektar. Die absolut höchste Anbautunlichst durch die Mithilfe der Arbeitsnachweise von einem Ort fläche auf dem Festlande hat die Emilia, die von 490 700 hektar zum anderen vermittelt werden, jedoch sind hierzu, und da trennt auf 527 400 gestiegen ist. Sizilien hat eine Anbaufläche von 693 600 sich unsere Auffassung von der Auffassung der Metallindustriellen, und 746 950; Sardinien, einst die Kornkammer Roms, ist seit dem die Unternehmernachweise die allerungeeignetsten Institutionen. Vorjahr von 208 900 auf 255 000 gestiegen. Der mittlere Ertrag Durch die Mitwirtung der Arbeitsnachweise soll dem Ar- pro Hektar in den Jahren 1909/1913 betrug 10,5 Doppelzentner pro beitslosen von auswärts die Garantie geboten werden, daß er eine Hektar. Nun muß man annehmen, daß der neu dem Anbau beStellung erhält, die seinen wirtschaftlichen Verhältnissen zuträglich stimmte Boden nicht eben bester Weizenboden sei, also einen Ertrag ist und für ihn feine materielle Schädigung nach sich zieht. Da- geben wird, der hinter dem Durchschnitt zurückbleibt. Legt man für aber bietet ein reiner Unternehmernachweis, besonders aber aber auch niedrigere Ertragszahlen zugrunde, wie die der Proie sie in der Metallindustrie unterhalten werden, feine Garantie. vinz Lecce( 7,5), Cagliari( 8,6), so ergibt sich doch eine MehrproBeweis dafür ist schon allein die Tatsache, daß der Verband Ber- duktion von über 3 Millionen Doppelzentnern, was bedeutet, daß 225 liner Metallindustrieller mit seinem Arbeitsnachweis die Beder vom Auslande zu beziehende Bedarf von 10 Millionen Doppel- und einer Haftsumme von 225+1 Anteil strebungen der Firma Siemens u. Halske im vorigen Herbst und gentnern auf 7 Millionen zurüdgehen könnte. Bemerkenswert ist, auch zu anderen Zeiten sehr start unterstützt hat. Weiteres Be- daß in feinem Teile Italiens die Vermehrung des Anbaues aus weisntaterial für diese unsere Behauptung möchten wir hier nicht geblieben ist, was zeigt, daß die Landwirtschaft auch in den rüdanführen, es würde dies zu weit führen. ständigsten Gegenden eine größere Anpassungsfähigkeit an dic Warttverhältnisse besigt, als man ihr zugetraut hätte. Soziales. Die Krankenkassen und das Notgeset. Recht interessant ist uns aber auch, daß nicht nur Arbeitsnach weise der Gewerkschaften, sondern auch Arbeitsnachweise der Kommunen nicht als vollwertig in dem Rundschreiben Bayerischer Metallindustrieller angesehen werden. Daraus mögen die Bchörden ersehen, wie groß der Nachdruck ist, den die Metallindustriellen auf die Durchfeßung ihrer Nachiveise legen. Dabei steht für jeden, der sich mit dem Gedanken trägt, die Arbeitsnachweisfrage in wirklich gesunde, dem allgemeinen Volkswohl dienende Bahnen zu lenten, das eine feit: von einer gedeihlichen Wirkung wir mit dem Ersuchen um Aufnahme folgende Zuſchrift: des Arbeitsnachweises im allgemeinen Interesse kann erst dann die Rede sein, wenn reine Unternehmernachweise von der Art, wie sie von den Metallindustriellen unterhalten werden, beseitigt sind. Wann wird man in behördlichen Kreisen diese geradezu auf der Straße liegende Wahrheit endlich öffentlich anerkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Zu unserem gestrigen Artikel über dies Thema erhalten Der Vorwärts" hält es in seiner heutigen Nummer unter " Soziales" für notwendig, daß die Vorstands- und Ausschußmitglieder der Krankenkassen Schritte zur endlichen Beseitigung der den Kaffenmitgliedern durch das Notgesez zugefügten erheblichen Nachteile ergreifen sollten. Da auch die unterzeichnete Kaffe in dem Artifel namhaft gemacht ist, so muß bei den Lesern des„ Vorwärts" die Meinung Platz greifen, daß auch unsere Kaffe bisher nichts getan hat, um diese Nachteile zu beseitigen. Lohnerhöhungen für die Hafen- und Speicherarbeiter. Auf Herantreten der Branchenleitung der Hafen- und Speicherarbeiter des Transportarbeiter- Verbandes an sie haben eine Anzahl Der Verfasser des Artikels ist indes, soweit unsere Rasse in Speichereibefizer in Anbetracht der allgemeinen Verteuerung Frage kommt, schlecht unterrichtet. aller Bedarfsartikel ihren Arbeitern eine Lohnzulage gewährt, nach- Schon am 6. August 1914 hatte der Kassenvorstand bei dent dem bereits früher Lohnerhöhungen zugestanden waren. Der Versicherungsamt der Stadt Berlin beantragt, die sabungsmäßigen Stundenlohn beträgt jezt im Lehrter Speicher 70 Pf., im Lager- Leistungen unserer Kaffe auch unter dem Motgefes den Mitgliedern haus Südost, in der Bissinger Samenhandlung, an der Ostbahn zu gewähren. Leider ohne Erfolg, obgleich das Versicherungsamt ( Personenhalle) und im Franke- Speicher 65 Pf. Mit anderen Be- zugab, daß die finanzielle Lage der Kaffe eine ungünstige nicht trieben schweben noch Verhandlungen. genannt werden konnte. Das Versicherungsamt befürchtete, daß durch eine starke Jnanspruchnahme der Kaffe einerseits und eine geringere Einnahme andererseits diese günstige Lage nicht erhalten bleibe. Aus Industrie und Handel. Kriegsgewinne. Die Saccharin Fabrit, A.-G. vorm. Fahlberg, List u. Co., Magdeburg- Südost erhöht im Geschäftsjahr 1914 ihre Dividende von 7 auf 8 Bros. Der Bruttogewinn beträgt 1 060 273 27.( 852 204 M.). Nach Vornahme der Abschreibun gen 440 472 2.( 374 785 27.) und Ertaabschreibungen 150 000 2. Troßdem betrachtete der Kassenborstand es als feine Pflicht, den Mitgliedern nach und nach diejenigen Bezüge wieder zu sichern, auf die sie nach der Kaffenjagung vor Ausbruch des Kriegs jahre lang Anspruch hatten. Er beantragte deshalb mit Erfolg am 2. Oftober 1914 beim Versicherungsamt, für diejenigen Feiertage, welche auf einen Wochentag fallen, Strantengeld zahlen zu dürfen. Die Genehmigung dieses Antrages erfolgte am 19. Oktober 1914. alfo zeitig genug, um Krankengeld für den Bußtag, die Weihnachtsfeiertage und den Neujahrstag zu zahlen, Santa Lucia Stärkungs- Rotwein. Spezialarzt f. Haut, Harn, Frauenleiden, nerb. Schwäche, Beintrante jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in Dr. Homeyer 6 a.Co.ong. Laborat. Bluts untersuchung., Fäden i. Harn usw. Friedrichstr. 81, gegenüber Banoptikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Nachtragsbekanntmachung zur veröffentlichten Bilanz( 17. März 1915) der Berliner Landpacht- Genossenschaft c. G. m. b.§. Mitgliederbestand am 30. Juni 1914 Mitglieder mit 225 Geschäftsanteilen a M. 10 =. 2250.00 226 Anieile a M.20. 4520.00 Die Geschäftsguthaben der Genossen betrugen am 30. Juni 1913 30. Juni 1914 s mithin mehr " 07. 980.00 Mt. 2290.00 M. 1310.00 Die Haftfumme betrug am 30. Juni 1913 R. 1960.00 30. Juni 1914 20. 4580.00 mithin mehr. M. 2620.00 Berliner Landpacht- Genossenschaft c. 6. m. b. 9. Der Vorstand: Wilhelm Both. Fritz Wils. Ortskrankenkasse für d. Buchdruckgewerbe zu Berlin. Auf Antrag des Kassenvorstandes hat das Versicherungsamt der Stadt Berlin in seiner Sitzung vom 24. März d. J. beschlossen, daß die im§ 17 Absatz 1 No. 2,§ 17 Absatz 5 und 29 der Satzung bezeichneten Mehrleistungen vom Tage der Zustellung des Beschlusses( dem 30. März) ab wieder gewährt werden dürfen. Hiernach wird neben den bereits früher genehmigten Mehrleistungen seit dem 30. März d. J. das Krankengeld vom ersten Tage der Arbeitsunfähigkeit( nicht erst vom vierten Krank heitstage) ab auf die Dauer von 52 Wochen gezahlt. Voraussetzung dafür ist eine dreizehnwöchige Mitgliedschaft und Beitragszahlung. Ferner wird als Sterbegeld beim Tode eines Mitgliedes das Dreißigfache und wenn das Mitglied ununterbrochen länger als dreizehn Wochen der Kasse angehört und Beiträge gezahlt hat, das Vierzigfache des für die einzelnen Lohnstufen festgesetzten Grundlohnes, mindestens aber ein Betrag von 50 M. gezahlt. Hierdurch ist gleichzeitig das Sterbegeld für Familienangehörige entsprechend den Bestimmungen der Satzung erhöht Berlin, 12. April 1915. worden. 266/14 Der Kassenvorstand. Artur Scholem, Vorsitzender. Max Ebel, Schriftführer. Verkäufe. In allen Abteilungen Deutſche Moden 1915 2 Herren Anzüge Herren- Ueberzieher Herren- Beinkleider Loden- Pelerinen Regen Mäntel Sport- Anzüge Feine Maßanfertigung Knaben- Anzüge Jünglings- Anzüge Knaben- Überzieher Jünglings- Überzieher Hüte, Wäsche, Krawatten, Hosenträger usw. BAER SOHN SpezialHaus größten Maßstabes für Herren u Knaben- Kleidung 1 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. 1. Stralauer Plaz 10-11. Telephon: Königstadt 3759. Heute Dienstag, den 13. April, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung in den Andreas- Festsälen, Andreasstraße 21. Tagesordnung: Hausfrauen und Lebensmittelpreise. 2. Diskussion. 211/ 9* Referentin: Genossin Luise Zietz. Die Frauen sind zu dieser Versammlung besonders eingeladen. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. 4747 u. 2382. 4747 u. 2382. Selephant oil. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Selephant origpl. Delegierte zur öffentlichen Generalversammlung! Donnerstag, den 6. Mai 1915, abends 82 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engelufer 14/15: Ordentliche Generalversammlung pro 1. Quartal 1915 Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Geschäfts-, Kassen- und Arbeitsnachweisbericht pro 1. Quartal 1915. 3. Erledigung etwa eingegangener Anträge. 4. Geschäftliches. Mitgliedsbuch und Legitimationskarten sind am Eingange des Saales zwecks Abstempelung vorzulegen. Ohne Buch und Karte kein Zutritt. Wer mit seinen Beiträgen über 8 Wochen. im Rückstande ist, hat ebenfalls keinen Zutritt. 62/17 Deutsches Theater Direktion: Max Reinhardt. 7 Uhr: Schluck und Jau. Mittwoch: Schluck und Jau. Kammerspiele 8 Uhr: Der Weibsteufel. Mittw.: Die deutschen Kleinstädter. Theater für Dienstag, 13. April: Berliner Theater 8 Uhr: Extrablätter! BERLIN:: GEGR. 1891 Chausseestraße 29-30 11 Brückenstraße 11 Gr. Frankfurter Str. 20 Schöneberg, Haupstr. 10 Teilzahlung bei günstigsten Be- Beleuchter, tüchtige, sofort ge= dingungen. Möbelhaus Gabbert, fucht. Meldungen morgens 9 Uhr im Deutsches Künstler- Theater Aderstraße 54. * Maschinenhaus. A. Jandorf u. Co., 51 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Möbelkredit und gegen bar. Be- Bellealliancestraße 1/2. Möbelstoff- Nefte für Sofabezüge queme An- und Abzahlung. Möbel- Hausdiener, tüchtige, fofort ge- Deutsches Opernhaus, Charlottenb. fpottbillig. Wolfe Teppichhaus, Dres- Rechner, Brunnenstraße 7. II. Ge- sucht. 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Verordnungen und Verfügungen, die dem Allgemeinwohl Die Verlust liste Nr. 196 der preußischen Armee Gewiß gab es Frauen, die gelegentlich ein Stück Kuchen dienen, ferner eine Zusammenstellung der für die Kriegsgegessen haben und dafür das Mittagbrot sparten, aber die wohlfahrtspflege in Betracht kommenden Reichs gesehe Stab der Garde- Ersatz- Division, der 42. Infanterie- Division große Masse tat das nicht, wie man sich durch Nachfrage bei mit ihren Ergänzungen und Erläuterungen über Striegs-, und der 34. Landwehr- Brigade; 3., 4. und 5. Garde- Regiment 3. F.; den Bäckern überzeugen konnte. Aber das Märchen von den Miets- und Arbeitslosenunterstützungen, 2. Garde- Reserve- sowie 1. und 2. Garde- Ersatz- Regiment; Garde- Kuchen essenden Kriegerfrauen war nicht totzukriegen, es wurde sowie eine Zusammenstellung der Besoldungen, PenGrenadier- Regimenter Franz und Nr. 5; Lehr- Inf.- Regiment; prompt weiterfolportiert. sionen und Hinterbliebenenrenten. Grenadier- bziv. Infanterie- bzw. Füfilier- Regimenter Nr. 2, 3, 8, enthält Verluste folgender Truppen: " Auch heute geschieht das noch. Ein hiesiger Grundbesizer- Ein besonderer, von dem juristischen Mitarbeiter der 9, 12, 16, 17, 18, 20, 21, 23, 24, 25, 27, 28, 29, 30, 32, 34, 41, 42, berein hat fürzlich an das Oberkommando in den Marten Broschüre hergestellter Abschnitt bringt die für die Kriegszeit 51, 54, 59, 60, 62, 63, 64, 66, 67, 69, 70, 72, 73, 75, 76, 77, 78, 79, eine Eingabe gerichtet, in der verlangt wird, die Abgabe von in bezug auf die Gerichtsbarkeit wichtigen Erlasse für 81, 82, 83, 85( fiehe auch 2. Garde- Ers.- Reg.), 90, 93, 95, 96, 97, 98, 99, 109, 111, 112, 118, 128, 129, 135( fiche auch Festungs- Maschinen- Genußmitteln in den Warenhäusern zu verbieten. In der Krieger und zugunsten notleidender Schuldner. Ein ausführgewehr- Abt. Nr. 11), 137, 141, 142, 146( fiche Sanitäts- Stomp. Nr. 3 Eingabe wird über die Striegerfrauen wie folgt hergezogen: licher Abschnitt ist der so wichtigen Frage der Nahrungsdes 20. Armeekorps), 147, 148, 149, 150, 151, 152, 154, 155, 156 Gerade in dem am meisten bevölkerten Stadtteil des Ostens mittelversorgung gewidmet; ein umfangreiches ( siehe auch Ers.- Inf.- Reg. Nr. 7 der Division v. Menges), 157, 158, und des Nordens ist es eine tägliche Erscheinung, daß Adressenverzeichnis der wichtigsten Wohl163, 175, 176; Reserve- Inf.- Regimenter Nr. 3, 5, 8, 11, 12, 16, 17 Frauen, die dem Aeußeren nach feineswegs zu den wohlhabendsten fahrt seinrichtungen befindet sich am Schluß der ( fiche auch Landw.- Inf.- Reg. Nr. 87), 19( siehe Bes.- Reg. Nr. 5 der gehören, von früh morgens bis spät abends mit Brigade v. Reißwig), 20, 21, 22, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 35, 46, kleinen Kindern auf dem Schoß in den Erfrischungsräumen der" Kriegsfürsorge". Da die Broschüre auch zahlreiche Gesetze 48, 64, 67, 68, 71, 76, 77, 78, 79, 82, 84, 109, 110, 116, 130, 202, Warenhäuser fizzen und sich die besten und teuersten Kon- und Verordnungen bringt, die auf Preußen und zum Teil 206, 208, 209, 210, 211, 212, 213, 214, 216, 218, 219, 220, 221, 225, ditorwaren vorsetzen lassen. Ganz besonders findet dieser Zu- auf das ganze Reich Bezug haben, so wird das Interesse an 229, 239, 264, 265, 266, 269; Ersatz- Inf.- Regimenter Nr. 7 der spruch an den Tagen statt, an denen die Kriegsunter diesem Wert auch in weite Kreise Deutschlands dringen. Für Division v. Menges, Königsberg I, II und III, v. Nußbaum; Land- stübungen ausgezahlt werden. Große Beträge werden hier alle in der Groß- Berliner Wohlfahrtspflege tätigen Persönlichwehr- Inf.- Regimenter Nr. 5, 11, 17, 18, 21, 22, 23, 25, 26, 27, 28, zwed und nutzlos vergeudet." teiten ist der Führer jedenfalls ein unentbehrliches Nachschlage34, 37, 39, 60, 61, 66, 75, 76, 80, 87; Landwehr- Ersatz- Regimenter Abgesehen davon, daß das Kuchenbackverbot den Kuchen- werk, das einem vielseitigen Wunsch sein Erscheinen verdankt. Nr. 4, 5; Bes.- Reg. Nr. 5 der Brigade v. Reißwiz; Feld- Bataillon genuß eingeschränkt hat, ist diese Verallgemeinerung eine Die über 200 Seiten fassende Broschüre ist zum Preise von Reiser des Detachements Plantier; Ersatz- Bataillon Graf Schwerin; schwere Beleidigung der Kriegerfrauen. In Berlin beziehen 75 Pf. im Buchhandel sowie in der Geschäftsstelle der Zentrale Brigade- Ersatz- Bataillone 1. Nr. 5, 6, 7, 8, 13, 33, 36, 38; Land zurzeit 92 000 Striegerfamilien Kriegsunterstützung. Was wollte für private Fürsorge erhältlich. wehr- Brigade- Ersatz- Bataillone Nr. 11( siehe Landw.- Ers.- Reg. Nr. 5), 21, 29/30( fiche Landw.- Ers.- Reg. Nr. 4), 43; Landsturm- es besagen, wenn eine kleine Anzahl Frauen sich gelegentlich Bataillone 2. Aachen, Aschersleben, 3. Coblenz, II Cottbus, Gum- wirklich ein Stückchen Stuchen leisteten. Die große Mehrzahl binnen, I Königsberg, I Löken, Marienwerder, II Münster( siehe der Frauen hat bei den stets steigenden Lebensmittelpreisen Recht spät sind dieses Mal die in Berlin so sehr beBes.- Reg. Nr. 5 der Brigade v. Reißwiß), Rastenburg; Landsturm- alles zusammenzunehmen, um ihr Durchkommen zu fristen. liebten und start begehrten Kiebigeier eingetroffen, deren Ersatz- Batl. Hardershof; Jäger- Bataillone Nr. 2, 8; Reserve- Jäger- Wer nur ein flein wenig die Unterstüßungssäge sich ver- Preise sich zwischen 1,75 bis 2,50 W. für das Stück bewegen. Bataillone Nr. 7, 16, 18; 1. Radfahrer- Kompagnie; Maschinen- gegenwärtigt, wird sofort erkennen, daß diese keinen Anreiz In der Zentralmarkthalle wurden allerdings bisher kaum gewehr- Abteilungen Nr. 1 und 3( fiche Bes.- Reg. Nr. 5 der Brigade zum Schlemmerleben geben. Für eine Frau mit zwei 150 Stiebigeier bis heute angeboten und weitere Nach b. Reizwit); Festungs- Maschinengewehr- Abteilungen Nr. 10( fiehe Ers.- Inf.- Reg. Königsberg 1), 11; Maschinengewehr- Komp. Reichelt Stindern beträgt die monatliche Unterſtügung 48 M., wovon lieferungen sind wohl kaum zu erwarten. Im Jahre 1913/14 ( siehe Erf.- Inf.- Reg. v. Nußbaum); Feld- Maschinengewehr- Zug noch ein Teil Miete gedeckt werden soll. Die übrig bleibende trafen die Siebigeier erheblich früher in der Reichshauptstadt Nr. 34( siehe Reserve- Jäger- Batl. Nr. 18); Maschinengewehr- Summe kann aber nicht lediglich zum Essen und Trinken ein, da wir Witte März in der Zentralmarkthalle dieselben Formation des 20. Armeekorps. verwendet werden, es sollen Kleidung, Schuhe, Beleuchtung, erstehen konnten. Damals allerdings zu erheblich teueren Garde- Husaren; Schwere Reserve- Reiter Nr. 2; Dragoner Heizung und anderes davon bestritten werden. Jeder Mensch Preisen, da 4,50 M. und 5 M. verlangt wurden. Immerhin Nr. 7, 13; Husaren Nr. 7, 8, 10, 11; Reserve- Qusaren Nr. 5, 8; fann sich ausrechnen, was zum Leben übrig bleibt. Ulanen Nr. 3, 15; Jäger zu Pferde Nr. 4; Landwehr- Kavallerie- falls erfordert die Führung eines Haushalts aus diesen starken Lieferungen und flottem Angebot im allgemeinen nur Jeden sind die jetzigen Preise auch noch hoch zu nennen, da bei Regiment Blank; 1. mobile Erjazz- Eskadron des. 20. und 1. Landwehr- Eskadron des 9. Armeekorps( lektere beiden siehe Landwehr- Unterstützungsmitteln eine gute Rechenkünstlerin von Haus- 1 M. bis 1,25 M. im Durchschnitt für das Stück gezahlt Kavallerie- Regiment Blank). 5. Garde und 1. Garde- Reserve- Feldart.- Reg.; Feldart.- Regimenter Nr. 1, 2, 3, 6, 9, 10, 14, 17, 18, 23, 30, 33, 34, 38, 40, 41, 52, 71, 73, 79, 84; Reserve- Feldart.- Regimenter Nr. 1, 11, 45, 46, 49, 52, 63; 2. Landsturm- Batterie des 2. Armeekorps. 1. Garde- Reſerve- Fußart.- Reg.; Fußart.- Regimenter Nr. 5, 8, 9, 14, 18; Reserve- Fußart.- Regimenter Nr. 11, 18; Saubik- Halbbataillon Graßhoff( siehe 1. Garde- Res- Fußart.- Reg.). Pionier- Regimenter Nr. 19, 23, 29, 30, 31; Pionier- Bataillone frau. Die Hausbesitzer sollten sich andere Leute aussuchen als Kriegerfrauen und denen Vorhaltungen machen über üppige Lebensweise. Das Oberkommando hat denn auch, soweit uns bekannt, dem Ansinnen keine Folge gegeben, wie es schon in einem früheren Falle eine Eingabe von Hausbesitzern, die auf eine trasse Wahrnehmung ihrer Interessen hinauslief, ablehnend beschieden hat. II. Nr. 1, I. Nr. 6, II. Nr. 8, II. Nr. 14, II. Nr. 15, I. Nr. 16, I. In einer Zeit, wo Hunderttausende draußen im Felde und II. Nr. 27, II. Nr. 28( siehe Pionier- Reg. Nr. 31), III. Nr. 28; einen heldenmütigen Kampf führen, wo deren Familien sich Reserve- Pionier- Bataillone Nr. 32, 39; Pionier- Ersatz- Bataillone viele Einschränkungen auferlegen müssen, und viele Familien Nr. 7, 26; 48., 76., 79.( jiehe Ref.- Pionier- Batl. Nr. 39) und sogar den Ernährer und Vater opfern müssen, ist ein Vor80. Reserve- Pionier- Komp.; 2. Landwehr- Pionier- Komp. des 1., gehen von Interessentengruppen wie der oben erwähnte auf 1. des 10. sowie 1. des 14. Armeekorps; Festungs- Landwehr- Pionier- das entschiedenste zurückzuweisen. Abteilung des 14. Armeekorps. Telegraphen- Batl. Nr. 5; Fernsprech- Abt. des 34. Reservekorps; Etappe Kraftwagen- Park Nr. 2. Die Bevölkerungszahl Berlins worden sind. Teure Kiebikeier. Wer kann wohl heute für Eier 1 M. bis 1,50 M. für das Stück zahlen? Kein Verbrechen. Das Gerücht von einem Morde war dieser Tage in der Alten Jakobstraße verbreitet. Dort wurde die Schneiderin Johanna Bad in ihrer Stube unter dem Bett liegend tot aufgefunden und sofort verbreitete sich das Gerücht, daß ein Mord vorDr. Stoermer vornahm, widerlegt. Die Näherin ist an einem Schlags liege. Diese Annahme hat die Obduktion, die der Gerichtsarzt anfall gestorben. Sie hatte schon lange tot in der Wohnung gelegen. Straßenunfall eines Soldaten. Vor dem Hause Perleberger Straße 59 wollte der Artillerist Otto Arndt die Vorderplattform eines in der. Fahrt befindlichen Straßenbahnwagens der Linie 24 besteigen. Er tam dabei zu Fall und geriet mit dem rechten Interfchenkel unter den seitlichen Schuhrahmen. Der Verunglückte, der einen Bruch des rechten. Unter ichenfels erlitten hatte, wurde durch Anheben des Wagens befreit und nach dem Krankenhaus Moabit gebracht. Reserve- Jaf.- Munitionsfolonne Nr. 8 der 3. Reserve- Division. stellte sich Anfang März dieses Jahres, nach dem jetzt vorliegenden Straßenbau- Komp. Nr. 17 und 18; Arbeiter- Komp. Nr. 4 der Ergebnis der Berechnungen des Berliner Statistischen Amts, auf Brigade Ebner v. Eschenbach. Sanitäts- Komp. Nr. 3 des 20. Armeekorps; Landwehr- Sanitäts- 1985 851. Gegenüber Anfang Februar ist im ganzen eine Zunahme Kompagnie Nr. 20 der 9. Armee; Festungs- Sanitäts- Komp. Nr. 3; um 1692 zu verzeichnen, wovon nicht viel mehr als ein Fünftel aus Jm Zirkus Sarrasani findet heute abend die Erstaufführung Reserve- Lazarette Nr. 2 und 3 Lübed; Festungslazarett Küstrin. dem Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle und ziemlich von„ Unsere Marine", einer pantomimischen Episode in 7 Bildern statt. Landwehr- Fuhrpark- Kolonne Nr. 2 des Landwehrkorps. vier Fünftel aus dem Ueberschuß der Zuzüge über die Wegzüge herBewachungskommando der Gefangenenlager Jena und Langen- rühren. Gemehrt hat sich aber nur die weibliche Bevölkerung, Garnisonverwaltung Berlin. hauptsächlich durch starken Ueberschuß von Zuzügen, während die männliche Bevölkerung eine weitere Minderung hatte, die durch starken Ueberschuß von Wegzügen verursacht wurde. falza. Von Anfang Februar bis Anfang März minderte sich die männDie sächsische Verlustliste Nr. 132 meldet Verluste der Jufliche Bevölkerung um 3859 auf 896 128, mehrte sich dagegen die Nr. 100, 104, 133; Landwehr- Inf.- Regimenter Nr. 101, 102, 106; weibliche Bevölkerung um 5551 auf 1089 723. Gegenüber dem BeErjaz- Bataillone der Inf.- Regimenter Nr. 177, 181; Inf.- Reg. völkerungszustand von Anfang März vorigen Jahres, der auf 992 037 Leimbach- Zerener, Reserve- Inf.- Reg. Nr. 104. männliche und 1 089 438 weibliche Personen berechnet wurde, hatte Anfang März dieses Jahres die männliche Bevölkerung ein Weniger von 95 909, die weibliche ein Mehr von 285. An der Minderung der männlichen Bevölkerung sind beteiligt die Monate März bis Juli mit 14 284, die Kriegsmonate August bis Februar mit 81 625 8. Kavallerie- Division; Garde- Reiter; Karabinier- Regiment Ulanen Nr. 17, 21; Reserve- Ulanen; Husaren Nr. 18; KavallerieErsatz- Abt., 19. Ersatz- Division. Nachrichten aus unvollständigen, feindlichen Gefangenenlisten. Die württembergischen Verlustlisten Nr. 156 und 157 veröffentlichen Verluste des Reserve- Inf.- Regiments Nr. 119; Inf.Regiment Nr. 120; Reserve- Inf.- Reg. Nr. 121; Jnf.- Reg. Nr. 124; Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 125; Inf.- Regimenter Nr. 126, 180; Reserve- Inf.- Reg. Nr. 246. Dragoner- Reg. Nr. 26; Ulanen- Reg. Nr. 20. Feldart.- Reg. Nr. 49; Reserve- Feldart.- Reg. Nr. 54. 1. Train- Abteilung. Verluste durch Krankheiten. Berichtigung früherer Verlustlisten. Brigade- Ersatz- Batl. Nr. 54. Aus Groß- Berlin. Radrennen im Sportpalast, 10. und 11. April. Die vom Deutschen Rennfahrer- Verbande veranstalteten Wohltätigkeits- Radrennen fanden mit einem an zwei Abenden abgehaltenen Sechs- Stunden- Mannschafts- Rennen ihren Abschluß. Bei jeder der zwölf Entscheidungen, die das Rennen brachte, kam es zu heftigen Vorstößen, ebenso belebten mehrere von den Zuschauern ausgesetzte Prämien das Tempo. Der Held des Tages war wiederum Riitt, Platz belegte und in der Wertung seinen Gegnern weit voraus war. der mit seinem Partner Bauer fast bei jeder Entscheidung den ersten Das Rennen hatte folgendes Ergebnis: 1. Rütt- Bauer 38 Punkte. 2. Lorenz- Pawke 45 P. 8. Soff mann- Schipfe 62 P. 4. Häusler- Weise 69 P. 5. Arnold Rädlig 79. 6. Stabe Krupkat 85 P. 7. Lewanow- Kuschkow 94 P. 8. Teglaff- Grüneberg 175 P. 9. Mädler- Müller 184 P. StellbrintKrahner aufgegeben. 4 Die von den Veranstaltern der Rennen zu wohltätigen Zwecken Der Umzug des Amtsgerichts Berlin- Tempelhof vom überwiesene Summe von 25,35 M. zeigt, daß bei solchen WohlHalleschen Ufer nach der Kleinbeerenstraße ist nunmehr voll- tätigkeitsveranstaltungen den angegebenen Zwecken herzlich wenig zuendet. Vom 16. d. Mts. ab werden sämtliche Termine, ins- geführt wird. besondere in Konkurs, Zwangsverbots- und Aufgebotsangelegenheiten nicht in dem Gebäude Hallesches Ufer 29/31, Manteuffelstraße wegen der Ausführung von GleiserneuerungsGesperrt sind: Die Dranienstraße zwischen Heinrichplatz und sondern in den nunmehrigen Diensträumen dieses start in arbeiten vom 12. b. Wis. ab bis auf weiteres. Die Seydelstraße Anspruch genommenen Amtsgerichtes, Kleinbeerenstraße 16/19 wegen der Ausführung von Gleiserneuerungsarbeiten für den Fuhrstattfinden. werfsverkehr vom 12. d. Mts. ab zunächst auf der Strecke vom Spittelmarkt bis zu dem Grundstück Nr. 10, sodann von dort bis zur Alten Jakobstraße auf etwa 6 Wochen. Kochbeutel und Effenshüllen. Aus den Gemeinden. Der Nationale Frauendienst teilt mit: Bei der jetzigen Brottnappheit entspricht es einem dringenden BeDie Kuchen essenden Kriegerfrauen. dürfnis, den Berufsarbeitern aller Schichten das Mitnehmen von warmem Essen( Suppen, Breie, Kakao) zu ermöglichen. Die Hausbesitzer haben große Angst um ihre Mietern und Aus diesem Grunde stellt der Nationale Frauendienst vor allem um die Miete, die sie von Kriegerfrauen zu fordern praktische und billige Kochbeutel und Essenshüllen her, die das Die Mehlversorgung im Kreise Teltow. haben. Vom Magistrat bekommen sie bestimmte Mietsbeträge Essen warm halten. Die Behälter sind in den Hausfrauen- die Mehlversorgung der einzelnen Gemeinden erlassen, die am Der Landrat des Kreises Teltow hat jetzt eine Verordnung über direkt ausbezahlt; die Kriegerfrauen, die Unterstützung be- Beratungsstellen des Nationalen Frauendienstes, Berlin, 15. April in Kraft tritt. Die Mehllieferung geschieht durch eine ziehen, müssen aber in den meisten Fällen aus ihrer Unter- Augsburger Str. 61, Potsdamer Str. 127, Alt- Moabit 86b, Berliner Großmühle, mit der auch die geschäftlichen Verpflichtungen ftügung noch zulegen. Die Hausbesitzer haben Furcht, daß Müllerstr. 14, Große Frankfurter Str. 52 und Blücherstr. 12 von jeder einzelnen Gemeinde zu regeln find. Kann eine Drtssie die Mietsreste nicht erhalten und setzen alles in Bewegung, zu haben. behörde ihre Zahlungsverpflichtungen der Mühle gegenüber nicht sich ihr Geld zu sichern. Wir haben schon wiederholt Die wasserdichten Beutel, in handlicher gefälliger Form, erfüllen, so zahlt einstweilen die Kreisverwaltung. Die Mehllieferung dargelegt, daß auch wir die Mietsbeihilfen für un halten das angekochte Essen mehrere Stunden warm. Für an die Gemeinde wird jedoch solange unterbrochen, bis Zahlung genügend halten und haben einer Erhöhung der Arbeiter kommen die größeren Behälter, etwa in Form eines erfolgt ist. Von Mietsunterſtüßung das Wort geredet, weniger im Rucksackes oder des feldgrauen Beutels in Betracht, während Die Verteilung des Mehlbedarfs erfolgt auf Grund eines festInteresse der Hausbesiger als im Interesse der eingezogenen die Hausfrau, die den Tag mit ihren Kindern im Freien ver- gelegten Verteilungsplanes in Monatsraten zunächst bis Ende Juni Krieger, die bei ihrer Rückkehr aus dem Felde nicht hohe bringen will, die Kontoristin, die Verkäuferin die Handtasche b. Mts. nur die Hälfte der festgesetzten Wehlmenge geliefert. d. J. im voraus. Für den laufenden Monat wird vom 15. bis Ende Mietsschulden aufgehäuft vorfinden sollten. Eine Erhöhung des vorziehen wird. Der Preis beträgt ohne Gefäß 1 Mart der festgesetzten Mehlmenge find voraussichtlich/ Striegsweizenmehl, Mietszuschusses dürfte also Hausbefizern und Kriegerfamilien bis 5 Mark, je nach Ausführung und Größe. Anleitung/ Roggenmehl. in gleichem Maße zustatten kommen. Durch die Anträge der zu eigener Anfertigung wird in den Beratungsstellen gern Den Drtsbehörden wird empfohlen, sich zusammenzuschließen, Hausbesitzervereine auf Erhöhung der Mietsbeihilfen ist auch erteilt. um die Mehllieferung rationell zu gestalten und billige Frachten von dieser Seite die Unzulänglichkeit der Unterstützung anherbeizuführen. Die Unterverteilung an die Bäcker geschieht durch erkannt worden. Das hindert aber nicht, daß diese Interessendie Ortsbehörden entsprechend den vorgelegten Brotfarten. Die gruppen sich zu schweren Beleidigungen der Kriegerfrauen Die Zentrale für private Fürsorge, W 35, Flottivell. Drtsbehörden, auch die der Berliner Brotfartengemeinschaft aus hinreißen lassen. Frgendein Reporter hatte bald nach Aus- straße 4, gibt soeben den von ihr bearbeiteten Führer, Striegs- gehörenden, müssen die Verbrauchskontrolle fortführen, damit sie bruch des Krieges das Märchen verbreitet, daß die fürsorge in Groß- Berlin" in 2., bedeutend erweiterter Auflage iederzeit den Verbleib des Wehles nachweiſen können. Striegerfrauen auf die Bäckerläden einen Sturm unternommen heraus, nachdem die 1., zu Neujahr erschienene Auflage in mit 9720 Zentnern pro Monat, dann folgt Lichterfelde mit 5456, Nach dem Verteilungsplan erhält das größte Quantum Steglit hätten, um Stuchen zu kaufen. Das geschähe gerade an den wenigen Tagen vollständig vergriffen war. Die Neuheraus- Friedenau 5012, Röpenid 8786, Tempelhof 8594, Treptow 8437, Lagen, an denen die Unterstügung ausbezahlt werde. Da gabe, deren Anordnung auf Wunsch des Bürgermeisters Neide Nowawes 2897, Mariendorf 2401, Behlendorf 2194, Briz 1574, Kriegsfürsorge in Berlin. Adlershof 1548 uff. Bis zur feinsten Ortschaft Kleinbeuthen mit besonderer Farbe zur Ausgabe gelangen. Es werden ausgegeben: 0,5 gentuer. Aus der Schöneberger Stadtverordnetenversammlung. Genosse MoIfenbuhr wurde mit 41 gültigen Stimmen zum unbefoldeten Stadtrat gewählt. Seine Bestätigung dürfte in nächster Zeit zu erwarten sein. Außerdem brachte die sozialdemokratische Fraktion einen Antrag ein, den städtischen Arbeitern und Angestellten, deren Gehalt 2500 M. nicht übersteigt, während der Teuerung der Lebensmittel cine Teuerungszulage zu gewähren. Sozialpolitik in Schöneberg. für die Woche vom 12. bis 18. April rote, für die Woche vom 19. bis 25. April gelbe, für die Woche vom 26. April bis 2. Mai blaue und für die Woche vom 3. bis 9. Mai lila Brotmarken. Für die laufende Woche, vom 12. d. M. ab, haben also nur die roten Brotmarken Gültigkeit. Aus aller Welt. Grubenexplosion. " Einer Meldung aus Hindenburg( Oberschlesien) zufolge find auf der Kontordiagrube durch eine Explosion vier Mann getötet und sechs schwer verlegt worden. US jgher verlegt wo Die Handarbeitsstunden in Neukölln haben mit dem Ende des Winterhalbjahrs ihren vorläufigen Abschluß gefunden. Eine kleine Pulverexplosion auf der Kleophasgrube. Ausstellung, verbunden mit einem Elternabend, veranschaulichte am Sonntag im„ Karlsgarten" die Gegenstände, die von Arbeiterkindern Breslau, 12. April. Wie die Schlesische Zeitung" aus Kattounter Zeitung von Genossen und Genossinnen angefertigt worden wit berichtet, fand heute morgen um 4 Uhr auf der Kleophasgrube waren. Am zahlreichsten waren von Mädchen angefertigte Arbeiten bei Salenze infolge von Unvorsichtigkeit eine Pulveregplofton statt. vertreten. Sie zeigten uns, wie mit Liebe und Geduld aus den Drei Personen wurden getötet und drei schwer verletzt. einfachsten Mitteln Gegenstände hergestellt werden können, die nicht nur dem Zeitvertreib dienen und das Auge erfreuen, sondern auch einen mehr oder minder praktischen Wert besigen. Besonders aber unter den seltener vertretenen Knabenarbeiten saben wir Gegenstände, die die Verwunderung der Laien hervorriefen. Es wäre wünschenswert, daß die Arbeitereltern diesen Handfertigkeitsübungen in Zukunft Gerichtszeitung. Kindliche Kriegsphantasie. Freigesprochen. Paris, 12. April. Wie der Matin" meldet, wurde Hauptmann Herail, welcher seine Gattin in einer Zornaufwallung erschossen hatte, weil sie ihm trok Berbotes der Heeresleitung in die Armeezone nad Compiègne gefolgt war, vom Pariser Kriegsgericht freigesprochen. Parteiveranstaltungen. " Erster Wahlfreis. Die 1. Abteilung hält am Mittwoch einen gemeinsamen Zahlabend im Kleinen Gewerkschaftshause, An der Stralauer Brüde 3, ab, in dem Genosse Pied- Steglig über Tagesfragen spricht. Erfter Wahlkreis, 2. Abteilung. Morgen Mittwoch: Zablabend bei Löwe, Holzgartenstr. 6. Vortrag des Genossen Udo über: Sozialpolitische Fragen der Gegenwart". Zweiter Wahlkreis. Morgen Mittwoch, in Habels Festsälen, Bergmannstr. 5/9: Gemeinsamer Zahlabend der 6. Abteilung. Vortrag des Genossen Dr. Meyer. Stralau. Mitwoch, den 14. April: Gemeinschaftlicher Zahlabend bei Scholz, Markgrafendamm 6. Vortrag der Genoffin M. Burm. ben bei Guobrint, Berliner Str. 98, statt. Friedrichsfelde. Mittwoch findet der gemeinsame 8ahlEine am 10. April tagende, gut besuchte Versammlung der in städtischen Betrieben tätigen Arbeiter und Handwerker beschäftigte sich mit der jetzt beliebten Arbeiterpolitik des Magistrats. Im September vorigen Jahres stimmten die städtischen Arbeiter dem Vorschlage des Magistrats zu, in eine Arbeitszeit- und 10prozentige Lohnverkürzung zu willigen, um dadurch für Arbeitslose Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Ohne aber die Arbeiter resp. den Arbeiterausschuß auch nur zu hören, verfügte der Magistrat obendrein noch, daß auch die Zuschläge für Ueberstunden- und Sonntagsarbeit in größere Aufmerksamkeit widmen möchten. Fortfall kommen sollten. Der Stadtverordnetenversammlung gegenüber behauptete der Magistrat, den Tatsachen zuwider, daß auch der Entzug dieser Zuschüsse im Einvernehmen mit dem Arbeiterausschuß verfolge. Die von den Arbeitern freiwillig und zwangsweise dargebrachten Opfer dienten aber, wie sich im Laufe der Zeit herausstellte, nicht dem vorgeschobenen Zwede. Anstatt Arbeitslose für die ersparten Beträge einzustellen, hat man noch städtische Arbeiter entlassen. Hiergegen wandten sich die städtischen Arbeiter und erreichten mit Hilfe der Regte schon die Lektüre erfundener Indianergeschichten sozialdemokratischen Stadtverordneten, daß vom 8. Februar ab die die Phantasie von Kindern und halbwüchsigen jungen Leuten alten Arbeits- und Lohnverhältnisse wieder eingeführt wurden. Ihr oft zu eigenartiger Betätigung ihres Tatendranges an, so Antrag, der erstmalig am 11. November 1914 verhandelt wurde, die fann es nicht wundernehmen, daß das Miterleben des gczwangsweise und nach den Bestimmungen des Arbeitsvertrages wiber- waltigsten Strieges ähnliches zeitigt. Im Interesse der rechtlich entzogenen Zuschläge für lleberstunden- und Sonntagsarbeit Jugend liegt es, fie vor solchen Gefahren nach Möglichkeit zu a nach und weiterzuzahlen wurde innerhalb dreiundeinem halben bewahren. Wie leicht für das spätere Leben der Kinder Monat feiner Antwort gewürdigt. Erst auf die erneute Berhand- schwere Nachteile entstehen können, zeigt eine gestern vor der lung des Antrages am 10. März durch den Arbeiterausschuß erhielt dieser eine Antwort. Dieselbe segt fid) über die einwandfreien Be- 6. Straffammer des Landgerichts I stattgehabte Verhandlung. stimmungen des Arbeitsvertrages hinweg und erklärt mit dürren Dort hatten sich vier fleine Striegsabenteurer gegen eine AnWorten, wem es nicht passe, unter den vom Magistrat aufgezwun- flage wegen gemeinschaftlichen schweren Diebstahls zu vergenen Verschlechterungen zu arbeiten, der könne von dem Rechte antworten. der Kündigung Gebrauch machen. Diese Bescheiderteilung erivedte in der Versammlung eine herbe Kritif. Ebenso beschwerten sich die Versammelten auch über die Richterledigung des bereits am 10. März im Arbeiterausschuß verhandelten Antrages betr. Gewährung einer Teuerungszulage. Das Bureau der Versammlung wurde beauftragt, dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung in einer Resolution das dringende Ersuchen zu unterbreiten, die Teuerungszulage möglichst bald zu gewähren. Die Tätigkeit des Charlottenburger Miets einigungsamtes erche, Friedrichstr. 112: Gemeinsamer 3ahlabend. Auf der Friedrichshagen. Am Mittwoch, den 14. April, abends 81, Uhr, bei Tagesordnung steht u. a. der Geschäfts- und Staffenbericht. Alt- Glienicke. Der Zahlabend fällt aus, dafür findet am Sonnabend, den 17. 5. Mts., abends 8 Uhr, im Lokal von Schäfer, Schirnerstraße, die Generalversammlung statt. Neuenhagen a. Oftb. Die Generalversammlung des Bahlvereins findet am Mittwoch, den 14. April, abends 8 Uhr, im Lotal Hatscher, Dottiftr. 12, statt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Kaffenbericht. 3. Verschiedenes. Bohnsdorf. Mittwoch, den 14. April, abends 8, Uhr: General. veriammlung in Villa Stahl". Tagesordnung: 1. Borstandsbericht. 2. Staffenbericht. 3. Wahl des Vorstandes und der Kommissionen. 4. Bereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Oberschöneweide. Bemeinsamer Zahlabend im großen Saale des Bilhelminenhofes, abends 8 Uhr. Bortrag des Genossen Dr. Lensch über: Die auswärtige Politik des Sarismus“. Mitgliedsbuch legitimiert. Jugendveranstaltungen. Treptow. Donnerstag, abends 8 Uhr, findet im Jugendheim, Graek traße 7, of 1 Treppe, ein Vortrag statt. Referentin: Käte Dunder Thema: Glaube und Wissenschaft“. Sigungstage der Stadt und Gemeindevertretungen. Adlershof. Donnerstag, den 15. April, abends 64 Uhr, im Gemeinde. amt, Bismarditraße 1. Diese Sigungen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist be rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Erschienen waren nur drei von ihnen, und zwar die 12- bis 14jährigen Schüler Walter R. und Erich G. und der Bruder des ersteren, der Laufbursche Erich N. Der vierte Angeklagte hat nach der Mitteilung seiner Mutter Gelegenheit gefunden, in einen von hier abdampfenden Militärzug zu schlüpfen, er ist aber in Marburg entdeckt und festgenommen worden und sitt zurzeit noch als völlig mittellofer Junge im dortigen Armenhause feft. Auf Anregung des Erich R. faßten die mit Kriegsphantasien vollgepfropften Jungen den Entschluß, nicht nur zu eigenen Zaten auf den Kriegsschauplatz in Frankreich zu eilen, sondern auchy den tapferen Kriegern einige Erfrischungen mitzubringen. Da sie sich sagten, daß sie mit einem Soldatenzuge schwerlich umsonst mitgenommen werden würden, so blidt jetzt auf eine Tätigkeit von 42 Monaten zurüd. In dieser fahndeten sie nach einer Quelle, um sich Geld zu verschaffen und Zeit sind 700 Fälle bei ihm anhängig gemacht, von denen 259 im hatten auch bald einen Plan ausgehedt. 3wei von ihnen erschienen Borverfahren und 402 im Hauptverfahren erledigt find, während eines Tages in dem Riechertschen Konditorladen in der Charité198 ohne Ergebnis blieben und 39 noch schweben. Im Gegensaz straße 9, und während der eine von der Verkäuferin einige Sahnenzu Berlin ist die Tätigkeit des Mietseinigungsamtes in Charlotten bonbons faufte, fand der andere Gelegenheit, den in der Ladenburg nicht auf Wohnungen mit einem Mietspreise bis zu 500 M. tür steckenden Schlüssel abzuziehen. Dieser sollte ihnen Abends beschränkt, es hat sich vielmehr die Schlichtung von Mietsstreitigkeiten nach Geschäftsschluß den Zugang zum Laden ermöglichen. Es ganz allgemein zur Aufgabe gestellt, auch steht ihm die Befugnis wurde ihnen aber dadurch ein Streich durch die Rechnung gemacht, au, Mietsbeihilfen in Höhe bis zu 50 m. monatlich zu bewilligen. daß die Verkäuferin die Jalousie vor der Ladentür herabließ und Von den anhängig gemachten Fällen betrafen nur 98 Wohnungen verschloß. Die Jungen wußten aber auf andere Weise in den Laden mit weniger als 500 M. Miete, dagegen 314 solche von 500 bis zu bringen: ein nach dem Hofe gehendes Fenster war nicht ver1200 M., 228 solche von 1200-3000 m. und 60 folche mit mehr als schlossen, aber durch Eisenstäbe gesichert. Durch diese Stäbe zwäng3000 M. Jahresmiete. Durch Vergleich wurden erledigt 304 Fälle, ten sich die schmächtigen Bengel, tamen so in den Laden und nahmen davon 19 mit Mietbeihilfen über 30 M., 69 mit Mitbeihilfen bis zu mit, was sie an Schokoladentafeln nur in ihren Taschen bergen 30 M. und 216 ohne Mietbeihilfen. 15 Fälle erledigten sich durch konnten. Auch die Ladenkasse wurde ihres Juhalts von über 16 M. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof Gutachten ohne Vergleich und 144 durch einfache Belehrung. Die beraubt und auch ein der Verkäuferin gehöriger Brillantring wurde Verleihung der Zwangsbefugnisse aus der Bundesratsverordnung vom als gute Beute erachtet. Auf dem Wege, wie sie gekommen, traten rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend 15. Dezember 1914( Verpflichtung der Beteiligten zum Erscheinen die Eindringlinge auch den Rüdweg an. Am nächsten Tage gaben von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage vor dem Amt und zur Erteilung von Auskunft unter Strafandrohung) sie sich ein Stelldichein auf dem Anhalter Bahnhof, um ihrem ist ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen beizufügen. ist in Charlottenburg bisher nicht nachgesucht worden. Das Amt hat Plane gemäß zunächst nach Leipzig zu gelangen; von dort wollten antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnements quittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet, Eilige Fragen trage man in der davon abgesehen, einmal weil die Beteiligten nur in ganz wenigen fic, wie sie ganz übereifrig vor Gericht erklärten, zu Fuß nach Sprechstunde vor. Berträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Fällen unentschuldigt ausgeblieben sind oder die Auskunft verweigert Frankreich wandern. Auf dem Bahnhof erregten sie aber durch ihr Sprechstunde mit. haben, sodann weil die Verleihung der Zwangsbefugnisse nicht nur ganzes Auftreten Verdacht, man nahm sie fest, und statt der Kriegsdas Verfahren durch die Aufnahme der erforderlichen Zustellungs- abenteuer, die sie zu erleben hofften, mußten sie mit den Prügeln, urkunden schwerfälliger gestalten, sondern auch das Amt mit der Er- die sie von ihren Eltern erhielten, fürlieb nehmen. Sie baten das stattung einer großen Anzahl überflüssiger Gutachten belasten würde, Gericht tränenden Auges um gut Wetter, mußten es aber doch über da die Bundesratsverordnung vom 15./2. 14 die Erstattung eines sich ergehen lassen, zu drei bzw. zwei und einer Woche Gefängnis Gutachtens auch in solchen Fällen vorschreibt, in welchem der Schuldner verurteilt zu werden. Wenn sie sich längere Zeit tadellos führen, eine Zahlungsfrist oder die sonstigen Rechtswohltaten der Bundes- haben sie Aussicht auf Begnadigung. ratsverordnung vom 7. und 18. August 1914 gar nicht in Anspruch nimmt. Unrecht hätte das Gericht vielleicht nicht gehabt, wenn es angenommen hätte, den Knirpsen fehle die nötige Einsicht, und sie deshalb freigesprochen hätte. Kriegsschwindler. Briefkasten der Redaktion. Briefliche Wohnungen, der eine nachweisbare Steigerung der Mieten zur Folge Rüd- scheidung Reichstags. 2. 2. 25. Ja. F. E. 28. 1. Sie können durch EntW. 1868. Wenden Sie sich an das Dänische Rote Kreuz in Kopen hagen. Der Brief mus offen abgesandt werden und den Vermerk„ Kriegsgefangenensendung" tragen; dann braucht er nicht frankiert werden. Grhalten Sie durch das Rote Kreuz teine Verbindung, dann kommen Sie in unsere Sprechstunde; wir können Ihnen dann noch eine andere Adresse M. 2. 79. Ja. B. E. 1915. Ja. A. Sch. 10. nachweisen. Wenden Sie sich an die Landesversicherungsanstalt in Dresden.- J. D. Za. G. P. 99. Ja. 23illi 29. 1. Ja. 2. Beim Bezirkskommando. D. G. 43. Nein. K. 99. Sie müssen sich zu der Kontrollversamm lung melden. G. 3. 62. Wir sind der Meinung, daß Sie zur Zahlung nicht verpflichtet sind. Vielleicht ziehen Sie aber noch einen Rechtsanwalt zu Rate. Zum Abzug ist der Herr ohne weiteres nicht berechtigt; er müßte Steigerung der Armenlaften in Charlottenburg. die Schuldsumme auf jeden Fall einklagen. Wenn der Verwalter nur von Der Magistrat beantragt bei der Stadtverordnetenversammlung Ihnen als solcher eingesetzt ist, können Sie ihn doch fündigen und entlassen. Nachbewilligungen im Etat der Armenverwaltung in Höhe von E. F. 12. 1. Wegen Lungenleiden dienstuntauglich; wegen Herz 2. Gedeiht in unserem Klima nicht; fragen Sie 47 400 M. Zur Begründung wird ausgeführt, daß sich vom Stand1. Ein Schwindler, der sich an die jugendlichen Boten der frankheit dienstuntauglich. 2. Gedeibt punkt der Armenpflege aus betrachtet das Jahr 1914 fast ebenso un- für die Seeresverwaltung liefernden Heimarbeiter heran- allenfalls einen Gärtner. – P. 6. 1001. Beſſer iſt es, Sie melben sich. J. W. 41. Wegen nachweislicher Störungen der Gebrauchsfähigkeit günstig gestaltet hat wie die Jahre 1912 und 1913. Die in diesen gemacht und diese empfindlich geschädigt hatte, wurde gestern größerer Gelenke dienstuntauglich; melden Sie sich aber zur StontrollJahren erheblich angestiegenen Lebensmittelpreise haben auch in der 13. G. Pf. Sie stehen unter dem Militärgesek. Sic Zeit vor dem Kriegsausbruch feinen wesentlichen Rüdgang erfahren. von der 3. Strafkammer des Landgerichts I auf längere Zeit versammlung. fönnen sich einen Rechtsanwalt nehmen. 2. A. 27. Das geschieht doch Der in den legten Jahren eingetretene Mangel an Ileinen unschädlich gemacht. Aus der Untersuchungshaft wurde der„ Glafer" Louis Scherer jetzt schon täglich; es bedarf dazu feiner besonderen Zustimmung des hatte, besteht weiter. Auch die Anfang des Jahres 1914 auf ver- borgeführt, um sich wegen Diebstahls im strafverschärfenden Rück- scheidung des Amtsgerichts bewirken, vom Ehemann getrennt zu leben; falle zu verantworten. Der Angeklagte ist schon mehrfach wegen der Ehemann fann zur Alimentation verpflichtet werden. 2. Bissen wir schiedenen Gebieten in erhöhtem Maße herrschende Arbeitslosigkeit F. H. 15. Ja. R. 5. Ja. hat besonders zur Erhöhung der Ausgaben aus Armenmitteln bei- Diebstahls vorbestraft; bei diesen Straftaten handelte es sich zumeist nicht. 3. Die Firma muß erst flagen. darum, daß S. den Boten, die irgendwelche Waren abzuliefern 2. G. 59. 1. Wenn er eine Einigung mit dem Hypothekengläubiger getragen. Tätigkeit der Kriegs Unterſtügungstommiffionen die Ausgaben an dann mit den Waren selbst zu verschwinden. Zur Anklage stand Nach dem Ausbruch des Krieges find zwar infolge der hatten, gegen Versprechung guter Belohnung einen Auftrag gab, um erzielt, stebt dem nichts im Wege. 2. Ja. 3. Nein.- 2. 3. 325. 3. B. B. 722. Ja. R. S. 32. Der Sitz des Betriebes ist doch wohl baren Unterstützungen, besonders an einmaligen, zurüdgegangen, Gewerbegericht, Zimmerstraße, zuständig. D. D. 99. Sie sind ver die Minderausgaben find aber durch lleberweisung von 25 000 m. jest wieder ein ähnlicher Fall. Der Angeklagte hatte sich an einen in Berlin; das kommt für die Klage in Frage. Es wäre also das Berliner Schulknaben, der für einen Schneidermeister drei Militärmäntel ab- pflichtet, die Police abzuliefern und auch an die Erben die Schulden zu an den Kriegshilfsfonds im wesentlichen wieder ausgeglichen. Bei N. K. 58. Es herrscht darüber leider sehr viel Unflarheit anderen Etatsnummern sind dagegen infolge der durch den Krieg zuliefern hatte, herangemacht und dem Jungen zehn Pfennige ge- zahlen. schentt, für welche er sich Schokolade kaufen sollte. Der Junge vir sind aber der Meinung, daß Sie verpflichtet sind, sich zur Kontrolhervorgerufenen besonderen Maßnahmen die Ausgaben gestiegen, ließ sich auch verleiten, dem Angeklagten das Paket zur Auf- versammlung zu melden. A. 6. 38. Sie haben für dieses Jahr keine 3. B. für Geburtshilfe- hervorgerufen durch Ausstellung von bewahrung zu überlassen; als er schokoladekauend wiederkam, war Kirchensteuer mehr zu zahlen; Sie müssen aber reklamieren, wenn Sie sowie für M. K. 22. Ja. R. T. 21. Entbindungsscheinen für Frauen von Kriegsteilnehmern der Schwindler verschwunden. Mit Rücksicht auf die recht erheb- nochmals eingeschäßt werden sollten. Verpflegung von ostpreußischen Flüchtlingen im Familienhause. liche Gemeingefährlichkeit derartiger Schwindeleien erkannte die 1. Ja. 2. 6,80 M.; davon zahlt die eine Hälfte der Arbeitgeber, die andere Auch der erhebliche Zuwachs an städtischen Pflegekindern und die Straffammer gegen den Angeklagten auf 1 Jahr und 6 Monate dienstunbrauchbar, feld- oder garnisondienstunfähig entlassenen Mannschaften müssen Sie zahlen. R. F. 29. Auch die von der Truppe als frant, damit verbundene Steigerung der Ausgaben für Pflegegelder, sowie Gefängnis. des Beurlaubtenstandes, des ausgebildeten und unausgebildeten Land: der Kosten für Bekleidung dieser Kinder sind zu einem nicht ge2. Die Not der ostpreußischen Flüchtlinge hat sich der mit sturms, die sich noch nicht beim Bezirkskommando gemeldet haben, ringen Teil auf den Krieg zurückzuführen, da mancher uneheliche zur Teilnahme an den Kontrollversammlungen verpflichtet. Vater, der früher für sein Rind selbst forgte, nach seiner Einberufung Buchthaus vorbestrafte Drogist Mar Lüttich, der gestern find zum Kriegsdienst nicht mehr dazu in der Lage war. Alle diese vor der hiesigen Straffammer wegen wiederholten Betruges Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über Umstände haben der Armenverwaltung recht hohe Aufwendungen sich zu verantworten hatte, in seiner Weise zunuze zu machen den Großhandel in den Bentral- Markthallen.( Ohne Berbindlichkeit.) auferlegt und bei allem Streben zur Sparsamkeit unvermeidliche verstanden. Montag, den 12. April 1915. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, OchsenMehrausgaben verursacht. fleis Ia 87-100, do. Ia 78-86, do. a 70-77; Bullenfleisch la 82-90, bo. Ila 76-81; Stübe, fett 74-86, do. mager 58-68, do. dänische 60-75; Freffer 63-80, Freſſer, dänische, 59-69, Bullen, dänische, 67-79; Stalbfleisch, Doppellender 132-142; Mafttälber la 101-115, do. IIa 64-90; Kälber ger. gen. 50-62, do. dän. 60-72. Hammelfleisch: Maftlämmer 100-108; Samme! Ia 94-99, bo. Ila 89-94; Schaje 95-100. Schweinefleisch: Schweine, fette 00-00, sonstige 100-128, bän. Sauen 00-00, dän. Schweine 00-00. Gemüse, inländisches: Startoffeln, Daberſche 50 kg 0,00; weiße Staiserkronen Magnum bonum 0,00-0,00; Boltmann 0,00; Porree, 0.00; Sellerie, Good 4,00-10,00; Spinat 50 kg hod 1,00-2,00; Wirsingkohl Schod 9,00-15,00; 15,00-20,00; Mohrrüben 5,00-8,00; Birjinglohl 50 kg 9,00-10,00; Beigtobl Shod 9,00-15,00, Weiglobi 50 kg 10.00-11.00; Rotlohl, Schod 9,00-16,00; Rotfohl 50 kg 10,00 bis 12,00; Grünkohl 50 kg 00,00-00,00; Stobirüben God 6,00-14,00; Teltower Rüben 50 kg 00,00-00,00, Märkische Rüben 50 kg 10,00-18,00. Rosentohl 50 kg 35,00-40,00, Meerrettich Schod 7,00--14,00; Petersilienwurzel chodbund 4,00-6,00; Swiebeln 50 kg 18,00-21,00, Der Angeklagte machte sich die Aufrufe zunube, in denen um Nachricht über vermißte Kinder aus Ostpreußen gebeten wurde. 125 Proz. Steuerzuschlag in Biesdorf. Gin für das Vorgehen des Angeklagten typischer Fall war der In der legten Gemeindevertreterfizung wurde von Gemeinde- folgende: Der Angeklagte war im Laufe der Erörterungen über vorstand und Etatskommission zur Balancierung des diesjährigen zwei angeblich von ihm ermittelte Kinder nach seiner Entfernung Etats der Vorschlag gemacht, die Einkommensteuerzuschläge auf noch mit dem Dienstmädchen der betreffenden Herrschaft ins Ge130 Proz. festzusetzen. Die Vertretung befchloß jedoch, die Zuschläge, spräch gekommen und hatte ihr vorerzählt, daß er von der vielen auch für die Steuerpflichtigen mit doppeltem Wohnsiz und die Arbeit an diesem Tage schon ganz erschöpft sei und sich schnell einForensen, von 115 Proz. im Vorjahre auf 125 Broz. zu erhöhen. mal restaurieren müsse. Gr verstand es, das Mädchen zu beDer Zuschuß zur staatlichen Kriegsunterstützung für die Anwegen, ihm bis zu seiner baldigen Wiederkehr 3 W. zu leihen und gehörigen der Kriegsteilnehmer wird nach der Bedürftigkeit be- übergab ihr dafür zur Sicherheit einen an eine Frau Staatsmessen. In der Regel werden 100 Proz. gewährt, in einigen Aus- anwalt adressierten Brief mit angeblich 600 Mt. Inhalt, den er nach feiner Behauptung noch an demselben Tage besorgen müsse. Als er nahmefällen 50 Proz. nicht zurückkehrte, wurde telephonisch die Frau Staatsanwalt, deren Ehemann im Felde steht, von der Abgabe eines Briefes an sie beNeuregelung der Brotmarkenausgabe in Nowawes. nachrichtigt; sie erschien sehr bald in großer Aufregung an Ort Die Gemeinde will die Beobachtung gemacht haben, daß mit den und Stelle und als sie den Brief eröffnete, zeigte sich als sein Inbisher auf vier Wochen in gleicher Farbe ausgegebenen Brotmarken halt ein Stüd Zeitungspapier und eine Postkarte! Der bald darauf nicht sparsam genug gewirtschaftet wird. Es sollen daher während festgenommene Schwindler ist von Gericht zu einer Gesamtstrafe der nächsten vier Wochen die Brotmarken für jede einzelne Woche in von 11 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Dienstagmittag. Siemlich fühl. zeitweise heiter, jedoch vorwiegend wolfig und öfter wiederholte, im Often ziemlich starke, sonst nur geringe Regen- oder Graupelschauer.