Ar. 112.-32. Jahrg. HbcnnementS'Betnngungen: RJonncmentä• Vreis pränumerimd«! VierteljShrl. a£0 M!» mouatL 140 MI. wöchentlich 25 Pfg. frei in» Hau». Einzelne Nummer 5 Pfg. Gonnlag»» nummer mit illustrierter Sonntag»- Beilage»Die Neue Well* 10 P'q. Bost- Abonnement: 140 Marl pro Nionat. Eingetragen in die Post- Zeitung». Preisliste. Unter Kreuzband für Deutf-iiland und Oesterreich. Ungarn 2.50 Marl, für da» übrige Ausland i Marl pro Monat. Postabonnement» nehmen an: Belgien, Däncmarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. Numänien. Schweden und die Schweiz. cmell» täglich. Vevlinev VolksblAtt. ( 5 Pfennig) Die InfertlonS'Gebtlljr betrügt für die sechsgespaltene Kolonel» »eile oder deren Staum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versaminlungs.Anzeigsn SO Pfg. ,, Kleine Mnzelgen", da» fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jede» weftere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafttellenan. zeigen das erste Wort 10 Pfg., iedc» w-Uere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch. Itaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer inüsien bis & Uhr nachinittags in der Expedition abgegeben«erden. Die Expeditwu ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm- Adresse: „SoaalfUmolli'Zt Bcrlia". N OS W Zentralorgan der rozialdemokratifchen Parte» Deutfchlands. Neüaktion: SW. 68, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moriftplaft- Nr. IS» gv— IS» S7. Sonnabend, den 24. April 191� Expeüition: SV. H8, Linüenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morihplaft, Nr.»3» SO—IS» 97. reicher deutscher Itorltos Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den ÄS. April ISIS.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. In den gestrigen Abendstunden stießen wir aus unserer Front Steenstraate— östlich Langemarck gegen die feindlichen SteLungen nördlich und nordöstlich von Dpern vor. In einem Anlauf drangen unsere Truppen in neun Kilometer Breite bis auf die Hohen südlich von Pilkem und östlich davon vor. Gleichzeitig erzwangen sie sich in hartnäckigem Kampf den Uebergang über dcn Dpernkanal bei Steenstraate und Het Sas, wo sie sich auf dem westlichen Ufer festsetzten. Die Orte Langemarck, Steenftraate, Het Sas und Pilkem wurden genommen. Mindestens 1SOO Franzosen und Engländer und SO Geschütze, darunter vier schwere englische, fielen in unsere Hände. Zwischen Maas und Mosel war die Gefcchtstätigkeit wieder lebhafter. Artillerie- kämpfe waren besonders heftig bei Combres, St. Mihiel, Apremont und nordöstlich Flirey. Feindliche J»lfa»iterieangriffe erfolgten nur im Waldgelände zwischen Ailly und Apremont, hier drangen die Franzosen an einzelnen Stelleu in unsere vordersten Gräben ein, wurden aber zum Teil wieder hinausgeworfen. Die Nahkämpfe sind noch im Gange. Der von uns genommene Ort Embermenil westlich von Avricomtt, der gestern von den Franzosen in Brand geschossen wurde, ist von unseren Vorposten geräumt; die Hohen nördlich und südlich des Ortes werden gehalten. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage im O st e n ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Vorstoß öee deutschen Zlotte in die englischen Gewässer. Amtlich. Berlin, L3. April.(W. T. B.» Die deutsche Hochseeflotte hat in letzter Zeit mehrfach Kreuzfahrten in der Nordsee ausgeführt und ist dabei bis in die englischen Gewässer vor- g e st o ß e n. Auf keiner der Fahrten wurden englische See- streitkräfte angetroffen. Der stellvertretende Chef des Admiralstabcs. gez. B e h n ck e. De? österreichische Generalftabsbericht. Wien, 23. April. fW. T. B.) Amtlich wird verlaut- bart: 23. April 1915: Die allgemeine Lage ist unverändert. An der Ä a r p a t h e» f r o n t vereinzelt Gcschützkampf, wobei unsere Artillerie im Abschnitte Nagypolanv, deutsche Artillerie bei Koziowa mit Erfolg wirkte. Vor den Stellungen am Uzsokcr Paff, nach dem abgeschlagenen Sturmangriff der Russen, verhältnismäßig Ruhe. Alle Gefangenen bestätigten die schweren Verluste des Gegners. OestlichdesPasscs wurde gestern ein starker Stützpunkt des Feindes erobert. In S ü d o st g a l i z i e n und in der Bukowina keine Veränderung. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. H o e s e r, Fcldmarschallcutnant. westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris, 23. April.(W. T. 93.) Der gestern abend um 11 Uhr ausgegebene amtliche Bericht lautet: Bei Lange- marck nördlich A p e r n warfen englische Truppen zwei An- griffe an der Höhe 60 bei Zwartelen zurück. Die deutschen Gegenangriffe, deren Heftigkeit sich durch den Wunsch zu erklären scheint, die von den amtlichen Tagesberichten des Kaiserlichen Gcneralstabeö geleugnete Schlappe wettzumachen, mißlangen endgültig. Die Verluste des Feindes sind höher als die gestern angegebenen Zahlen. Im Abschnitt von Reims Artilleriekampf. In den Argonnen bei Bagatelle fand ein wenig bedeutender, übrigens zurückgeworfener deut- scher Angriff statt. Bei St. Mihiel im Walde von Apremont erstürmten wir am Kuhkopf zwei hintereinander liegende Reihen von Schützengräben. Der Kuhkopf bildete einen Vorsprung in unsere Stellungen, der uns ernstlich be- hinderte. Sehr viele deutsche Leichname blieben auf dem Gelände. Wir machten etwa 50 Gefangene. Im Elsaß rückten wir fortdauernd auf beiden Ufern der Fccht vor und auf beiden Ufern seines linken Nebenflusses, der Wurmsa. Im Süden erreichten wir Schießloch und gewannen so Ge- lande gegen Osten in der Richtung auf Metzeral. Die Dombaröierung von Dailleul öurch einen Zeppelin. Paris, 23. April.(T. U.) Ueber die Bombardierung von Bailleul durch einen Zeppelin berichtet„Petit Parisien" noch folgende Einzelheiten: Das Luftschiff kam gegen 11 Uhr 35 Min. an und schleuderte auf die Altstadt zehn Bomben. Ein Geschoß fiel in der Rue de Moulin nieder, zerstörte zwei Häuser völlig, tötete zwei Personen und verwundete eine dritte Person. Eine andere Bombe schleuderte Pflastersteine 150 Meter hoch und riß Löcher von drei Meter Tiefe, sechs Meter Breite in die Straße. Ein Haus wurde vom Dach bis zum Erdgeschoß durchschlagen, ein englischer Soldat schwer verletzt und mehrere Pferde der englischen Armee getötet. Deutsih-französischer?nvaliüenaustausch. Seit einigen Tagen verkehren, wie der„Vossischen Zeitung" aus Basel berichtet wird, auf der Strecke Karlsruhe— Offenburg— Konstanz wieder zahlreiche Exlrazüge, die durchweg mit französischen Schwerverwundeten besetzt sind. Ein Zug befördert etwa 300 Ver- wundete. Die deutsche Regierung hat der französischen einen zweiten Austausch Schwerverwundeter für den 1. Mai und die folgenden Tage vorgeschlagen. Bis jetzt sind in Konstanz bereits 2200 schwerverwundete Franzosen angekommen, und ihre Gesamtzahl dürfte etwa 3600 betragen. An die schweizerische Regierung wurde deutscher- teils das Ersuchen um ihre Mithilfe und an das schweizerische Rote Kreuz das Ersuchen um Stellung von Lazarettzügen beim Transport von Konstanz nach Frankreich und umgekehrt gerichtet. Die Ant- Worten aus Frankreich wie auch des schweizerischen Bundesrats stehen noch aus. Kriegsrenten und Hinterbliebenen-Zürsorge. Die Verhandlungen und Beschlüsse der Budgetiommission de? Reichstags über die Aendcrungen der Militärrenten- und Hinter- bliebenengesetze sind vielfach falsch aufgefaßt worden, nämlich so, als ob wiederum die Aenderungen der angeführten Gesetze auf die lange Bank geschoben sei. Dies hat in weiten Kreisen der Bevölkerung, die leider damit zu rechnen haben, daß sie auf die Leistungen jener Gesetze angewiesen sein könnten, große Unruhe hervorgerufen. Dazu liegt aber kein Grund vor. Schon im vorigen Monat, als die Budgetkommission des Reichstags an die Beratung dieser Angelegenheit herantrat, zeigte sich, daß alle Parteien und die Regierungen die Notwendigkeit, jene Gesetze zu verbessern, durchaus anerkennen. Allerdings sind die Gesetze erst im Jahre lövö und 1907 erlassen worden und haben manche Verbesserung der früheren Bestimmungen gebracht. Aber schon damals hat unsere Partei auf die Mängel der Gesetze aus- merksam gemacht. In dem Bericht unserer Reichstagsfraktion an den Parteitag im Jahre 1396 wird hervorgehoben, daß unsere Ver- treter für das M a n n s ch a f t s- Pensionsgesetz, aber gegen das Offiziers- Pensionsgesetz gestimmt haben. Die Mann- schaften erhalten, so heißt es in dem Bericht weiter, eine viel zu geringe Rente/ Ein Antrag der Sozialdemokraten auf Erhöhung der Renten für die Mannschaft sei abgclcbnt worden.— So sind Gesetze zustande gekommen, die schon damals ungenügend waren. Die traurigen Erfahrungen des jetzigen Krieges zeigen, daß die Beanstandungen der Sozialdemokraten nur zu berechtigt waren. Di« Entschädigungen der Familien, die durch den Krieg ihren Er- nährer verloren haben, sind so gering, daß sie nicht einmal dem Verdienste eines schlecht bezahlten Arbeiters entsprechen; sie bleiben aber hinter einer angemessenen Entschädigung um so mehr zurück, je höher der Arbeitslohn des Gefallenen oder Verwundeten lvar. Daher muß eine Erhöhung der Entschädi- gung so, daß sie wenigstens einigermaßen im Einklang mit dem früheren Arbeitsverdienst steht, für die Familien erfolgen, die zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes aus die Entschädigung angc- wiesen sind. Maßgebend für den Verlauf der Verhandlungen über diese Angelegenheit war es, daß beim Beginn der Beratung in der März- Sitzung der Budgetkommission der Vertreter der Militärverwaltung erklärte: im Kriegsministerium wird bereits ein Entwurf zur Verbesserung der Militärrenten- und Hinterblicbenengesetze vor- bereitet; sobald der Krieg zu Ende ist und ein lieber- blick über die Zahl der zu entschädigenden Familien und über die daraus erwachsende Belastung des Reichs möglich wird, wird das Kriegsministerium seine Vorschläge zur Verbesserung der angeführ- ten Gesetze möglichst schnell der Gesetzgebung unterbreitem Demgegenüber forderten die Sozialdemokraten, daß wenigstens die notwendigsten Verbesserungen noch während dem Kriege, und zwar so bald wie nur irgend möglich durchgeführt wcrdem So kam es, daß sich die ganze Aussprache in der Budget- kommisswn sowohl in der Märzsitzung als auch im April einzig und allein auf die Frage bezog, wann die Gesetze verbessert werden sollen, ob erst nach dem Kriege, oder bereits in der Mai-Tagung des Reichstags. Für die Vertagung bis nach dem Kriege sprach sich besonders ein vielbeschäftigter Zentrumsabgeordneter aus. Er führte dafür die folgenden zwei Gründe an. Erstens sei die völlige Umarbeitung der Gesetze so schwierig und langwierig, daß der Reichstag diese Arbeit unmöglich während dem Kriege fertig machen könne. Triher sei es wichtiger, diese Arbeit zurückzustellen und der Miltärverwal- tung die Befugnis zu geben, die Lücken des Gesetzes in besonderen Fällen durch außergewöhnliche Leistungen auszufüllen.— Tie anderen Parteien erkannten diese Schwierigkeiten durchaus an und stimmten auch für alle Fälle dem letzten Vorschlage, also den außergewöhnlichen Leistungen in besonderen Fällen zu. Jedoch wurde festgestellt, daß niemand eine solche Umarbeitung der Gesetze verlangt, wie sie der Zentrumsabgeordnete als abschrecken- des Beispiel vorgeführt hatte, sondern daß es sich nur um einige Wenige, allerdings wichtige Verbesserungen handelt, die leicht in die jetzigen Gesetze eingefügt werden können. Auf diese Weise können die schlimmsten Mißstände besser und sicherer beseitigt werden als allein durch die außergewönlichen Lei» stungen, die der Abgeordnete angeregt hatte. Alle weiteren, nicht so dringenden Verbesserungen müßten in der Tat einer späteren Zeit vorbehalten bletben. Zweitens warf der?lbgeordnete die Frage auf, wie die Mit- t c l für die höheren Entschädigungen aufgebracht werden sollen. Eine neue, für längere Zeit dauernde Ausgabe sollte der Reichstag nicht beschlicgcn, ohne die zu ihrer Deckung notwendige dauernde Einnahme zu beschafsen.— Diesen„Grund" nahmen die anderen Parteien nicht recht ernst. Ter Krieg legt dem Reiche so viele Ausgaben auf, für die die Gesetzgebung erst später die ent- sprechenden dauernden Einnahmen beschließen kann, daß es gar nicht einzusehen ist, weshalb gerade bei dem verhältnismäßig ge- ringen Betrag für eine gerechtere Entschädigung der durch den Krieg doppelt geschädigten Familien anders Verfahren werden muß. Das Ergebnis der Aussprache in der März-Sitzung der Budget- kommission war denn auch, daß alle Parteien u. a. beschlossen, der Kommission für den Haushaltsplan des Reiches die Militär. reuten- und Hinterbliebenengesetze zur alsbaldigen Durch- arbeitung nach sozialen Gesichtspunkten zu überweisen. Mit diesem Beschlüsse gaben sich anch die Regierungen zufrieden. Daher war es eine— eigenartige Ueberraschung, daß der Itaatssekretär de« Reichsschatzamts in der Budgctkommission, als sie zu der ihr übertragenen Beratung jener Gesetze im April zusammentrat, den zweiten Grund des Zentrumsabgeordneten wieder aufnahm und mit großem Eiser zu beweisen suchte: die weitere Belastung des Reichs durch eine höhere Entschädigung der Familien unserer Gefallenen oder Verwundeten muß unbe- dingt zurückgestellt werden, bis nach dem Kriege die Finanzlage des Reiches zu übersehen ist und die notwendigen neuen Reichseinnahmen beschlossen werden. Der Zentrumsabge- ordnete schloß sich„voll und ganz" den Ausführungen des Staats- sckretärs an. Ihnen wurde aber entgegengehalten, daß der Reichs- tag die Kommission beauftragt hat, jene Gesetze jetzt durchzu- arbeiten. Ileberdies konnte in der Kommission nachgewiesen werden, daß zu einer Vertagung dieser Arbeit kein stichhaltiger Grund vorliegt. Darüber ist s ch o n j e tz t kein Mensch im Zweifel, daß nach dem Kriege große Ausgaben zu decken sein werden, daß daher jede unnötige Ausgabe vermieden werden muß. Aber keine Partei fordert in dieser Angelegenheit eine unnötige Ausgabe: niemand will über das unbedingt Notwendige hinausgehen. Schließlich fiihrte auch diese Auseinandersetzung zur Verstau- digung aller Parteien darüber, daß die Durcharbeitung jener Gesetze bis zum Zusammentritt des Reichstages am 18. Mai er- l e d i g t sein muß und die Kommission deshalb mit dieser Arbeit eine Woche vorher beginnen soll. Verbesserungsanträge liegen bereits von den Sozialdemokraten und mehreren bürgerlichen Parteien vor oder sind wenigstens ihrem Inhalte nach angekündigt. Sie nähern sich so sehr, daß sicher eine Verständigung über die wichtigsten Punkte zu erreichen sein wird. Daher ist zu hoffen, daß der Reichstag in dieser Sache zu e i n st i m m i g e n Beschlüssen gelangen wird. Dann werden auch die Regierungen helfen, diese wichtige Arbeit zum vorläufigen Abschluß zu bringen, damit die Familien unserer Verwundeten und Gefallenen schon jetzt vor der schlimmsten wirtschaftlichen Rot geschützt werden. Unterftaatssekretär Tennant über üie eng- lischen Lüftungen. London, 23. April.(W. T. B.) Im Unterhause wies gestern der II n t e r st a a t s s e k r e t ä r Tennant darauf hm, daß das Heer allen Ansprüchen gerecht werde. Er erinnerte an die P ü n k t- l i ch k e i t, mit der dieBerstärkungen geschickt würden und betonte die Regelmäßigkeit, mit der die A u S- rüstungsgegenstände beschafft würden, sowie, daß an Nahrungsmilteln, Pferden und an Butter kein Mangel sei. Der Gesundheitszustand der Truppen sei vorzüglich, Epidemien würden unterdrückt. Es seien keine Fälle von Dysenterie vorgekommen. Die Verwundeten erreichten in vierundzwanztg Stunden London. Lord Kitchener habe ihn ermächtigt, mitzuteilen. daß Lorö halöane über Deutschland. Nachdem das furchtbare Völkerrmgen längst eine Tatsache ist. mit der sich der einzelne notgedrungen abfinden muß, ist es doch höchst interessant, sich dieses und jenes Schrittes zu eriunern, der getan wurde, um die schreckliche Zerfleischung der Menschheit womöglich zu verhindern. Daß in dem Bemühen um die Erbaltung des Weltfriedens auch der frühere Kriegsminister eine Rolle gespielt hat, ist dem politischen Leser noch bekannt; seine Berliner Mission im Winter 1312 wurde erst neulich wieder berührt anläßlich eines Streits über einige Punkte seiner Verhandlung mit der deutschen Regierung. Den Deutschen mutet es zweifellos schon sonderbar an, daß gerade der ÄriegSminister eines Landes als Sendbote des Friedens austritt. Aber der englische Kriegsminister Lord Haldane ist von besonderem Schlage und wäre in deutschen Landen auf solchem Posten undenkbar. Er hat nie exerzieren gelernt und statt der Kriegsschulen die Universitäten Edinburgh und Göttingen besucht, mit Fleiß Philosophie studierend. Er war später selbst Lehrer dieser Wissenschaft an der St. Andrews-Universität, hat viele philo- sophische Abhandlungen geschrieben und mit einem Kollegen das Hauptwerk Artur Schopenhauers übersetzt, ist außerdem Doktor der Rechte, Univcrsitäts- Rektor, Geheimer Rat, Mitglied der Royal Society usw., also ein recht gelehrtes Haus, dem man entschieden mehr Verständnis für internationale Verständigung zutrauen kann als einem Minister des Krieges nach landläufigen Begriffen. Lord Haidane hatte, schon vor seiner Reiie nach Berlin, am 3. August 1311 zur Eröffnung der Sommer-Ferienkurse an der Universität Oxford einen Vortrag über„Deutschland und Groß- Zritannien, eine Studie über naliouale Eigentümlichkeiten" gehalten, dessen Inhalt einen besonderen Reiz bietet, nachdem Großbritannien genau drei Jahre später Deutschland den Krieg erklärte und noch heute unser hartnäckigster Widersacher ist. Die Ausführungen des britischen Staatssekretärs gehen in die Tiefe und zeichnen sich durch unparteiisches Betrachten und Urteilen aus. Gegenseitiges Verstehen erscheint Herrn Haidane al» die Grundbedingung zu friedlicher Verständigung. Die gegenseitige richtige Schätzung sei indessen zwischen Deutschen und Eng- ländern besonder? schwierig, weil die Charaklerähnlich- leiten die Verschiedenheiten leicht übersehen � ließen, und daraus eutsprängeu„Mißdeutungen und Enttäuschungen auf beiden Seiten der Nordsee." Außerdem fehle es hüben wie drüben an den notwendigen Kenntnissen der seelischen Eigenart des anderen Volles, um sein Tun und Treiben richtig zu beurteilen, ein Mangel, der sich bei Journalisten und Politikern gleichermaßen be- merkbar mache. Hinzu komme eine gewisse Phantasiearmut bei beiden Nationen, und der„pädagogische Zug" der Engländer wirke zuweilen „aufreizend". Mit den Franzosen bälten die Reibungen ab-, mit den Deutschen zugenommen. Deshalb sei es durchaus erforderlich. daß sich die Engländer bemühten, die Denkart der»großen und ge- das Ergebnis der Rekrutierung während der letzten Monate äußer st befriedigend gewesen sei und daß er sicher darauf baue, daß die Nation in Zukunft dem Ruf zu den Fahnen ebenso folgen werde wie bisher. Mehr als hundert- tausend Mann seien dank der lokalen und individuellen Bemühungen in besonderen Bataillonen formiert. Im Flugwesen gehe alles nach Wunsch. Trotz der Schwierigkeiten bei der Ausbildung der Mannschaften sei die Verfertigung des Materiales scbr ausgedehnt worden. Die neue Armee würde genügend mit Flugzeugen versehen sein. Zur Seurteiiung Ser Kriegslage. I. General der Infanterie z. D. von Blume schreibt: Tie vielfach gehegte Erwartung, daß mit dem Herannahen des Frühlings die Ereignisse des Weltkrieges schneller sorischreitcn und alsbald zu großen Entscheidungen heranreifen würden, ist bisher nicht in Erfüllung gegangen. Vielmehr gehören die letztvergangenen sechs Wochen zu den Zeitabschnitten des gegenwärtigen Krieges, in denen sich die allgemeine Kriegslage am wenigsten verändert hat. Die einzigen größeren Unternehmungen, die in dieser Periode auf dem westlichen Kriegs schauplay stattgefunden haben, sind die unter schwersten Verlusten gescheiterten Angriffe der Eng- länder bei Neuve Chapellc(13. bis 12.?Närz) sowie der am 6. d. M. begonnene, anscheinend noch nicht endgültig aufgegebene, aber hoff- nnngslose Durchbruchsversuch der Franzosen zwischen Maas und Mosel. Das charakteristische Merkmal der Kriegslage aus jenem Schauplatze ist heute wie vor einem halben Jahre, daß dort das deutsche Westheer, auf feindlichem Boden stehend, die Grenzen des eigenen Landes schützt und zugleich ein beträchtliches, besonders wertvolles feindliches Gebiet unter deutscher Gewalt hält. Die aufs höchste gesteigerten Anstrengungen der Gesamtstreitkräste Frankreichs, Englands und Belgiens haben nicht vermocht, uns aus dieser, wenn auch den endgültigen Sieg noch nicht verbürgenden, so doch verheißungsvollen Lage zu verdrängen. Auf dem größten Teile des ö st l i ch e n Kriegsschau- Platzes, besonders in Russisch-Polen, sind während der dort lange dauernden Zeit der Eis- und Schneeschmelze größere Kriegs- Unternehmungen durch die grundlose Beschaffenheit des Bodens und der Verkehrswege nahezu ganz ausgeschlossen. Das genügt zur Erklärung der Erscheinung, daß die zahlreichen Vorstöße, die von den Russen nach ihrer schweren, in der Winterschlacht an den masu- rischen Seen erlittenen Niederlage zunächst noch in ihrer rechten Flanke versucht wurden, seit Ende März fast ganz aufgehört haben. Infolgedessen ist dort ein ähnlicher Zustand verhältnismäßiger Ruhe eingetreten, wie solcher schon seit längerer Zeit vor der Front des durch die vereinigten deutschen und österreichisch-ungarischen Streitkräfte in Polen gegen die Weichsel zurückgedrängten russischen Heeres besteht. Auffallend sticht hiergegen die Tatsache ab, daß in den hohen und rauhen Bergen der Karpathen, die das größtenteils von den Russen in ihrer linken Flanke besetzte Galizien auf der Südseite abschließen, während der ganzen zweiten Hälfte des Winters und bis in die neueste Zeit mit besonderer Hartnäckigkeit gekämpft worden ist. Wir erinnern uns, daß anfangs Januar eine aus österreichisch-ungarischen und deutschen Truppen gebildete' Armee vom Südsuße der Karpathen gegen deren Kamm vorrückte, um die über das Gebirge in das ungarische Gebiet eingedrungenen Russen zurückzuwerfen und dann bei deren Vertreibung aus Galizien und der Bukowina mitzuwirken. Unter fast übermenschlichen Anstren- gungen und Entbehrungen und beständigen schweren Kämpfen war es diesen braven Truppen bis Mitte März gelungen, den Kamm des tief verschneiten Gebirge? zu erreichen und die Feinde bis an den jenseitigen Höhenrand, im östlichsten Teile des Gebirges sogar bis gegen die Ausgänge des letzteren zurückzutreiben. Inzwischen find diese Erfolge jedoch durch die am. 22. März nach tapferem Widerstande erfolgte Kapitulation der galizisthen Festung PrzemySl nochmals in Frage gestellt worden, indem dadurch den Russen die Möglichkeit zu bedeutender Verstärkung ihrer Karpathenarmee ge- boten wurde. Seitdem hat eine neue Gegenoffensive der Russen aus dem Gebirgskamm eingesetzt, mit gesteigerter Heftigkeit wird auf der weiten Front gekämpfl. Die Nachrichten über den bis- herigen Verlaus dieser neuen Kämpfe lauten durchaus günstig; und wenn die endgültige Entscheidung des Karpathenfeldzuges noch aus- zustehen scheint, so berechtigen doch die Erfolge, die die mit unüber- troffenem Heldenmut dort kämpfenden verbündeten Truppen bisher erzielt haben, zu dem Vertrauen, daß diese sich ihrer schweren Auf- gäbe auch fernerhin gewachsen erweisen werden. bildeten" deutschen Nation besser zu begreifen, einer Nation, die „Anspruch" habe,„auf eine höchste Stelle in der Weltgeschichte". Der Redner gab dann einen Wriß des deutschen Geisteslebens von Luther an, in dessen Wertschätzung er sich Heine völlig anschloß, welche!» er auch'in bezug auf die Bedeutung Lessiugs beipflichtet, nebenbei die treffende Bemerkung einflechtend, daß er sich wunoere, in Deutschland kein würdiges Heine-Denknial gefunden zu haben, nicht mal in der Vaterstadt dieses ganz hervorragenden Dichters und Denkers der Deutschen. Als Philosoph würdigte Lovd Haidane natürlich Immanuel Kants Verdienste, dessen Gestalt er„eine der edelsten in der Geschichte des Geisteslebens" nennt. Er erinnert an Fichte, Schelling, Hegel, Schopenhauer, an Goethe und Schiller und fügt dem Ausspruche:„Ohne Goethe kein Bismarck", den eigenen hinzu, ,chaß es ohne die großen Denker der Deutschen auch keinen Scharnhorst, Clausewitz, Roon und Moltke gegeben hätte". Danach rühmte der Redner die„organisatorische Tätigkeit" des deutschen Volkes, die sich in der Organisation des militärischen Systems be- sonders glänzend entfaltet Hab«, und lobte die„germanische Zähig- kcit". Der Minister wies ferner auf die Aufklärungsarbeit von Marx und Lassalle hin und die wachsende Bedeutung des Sozialis- mus in Deutschland und stand nicht an, den Vorrang der deutschen Wissenschaft zuzugeben und die mächtige industrielle, kommerzielle und soziale Organisation der letzten Jahrzehnte.„In der Er- ziehung. in der militärischen Ausbildung, in der Annengesetzgcbung begann sich Deutschland mehr und mehr über die anderen Nationen zu erheben." Lord Haldane gibt unumwunden den„gewaltigen Vorsprung der deutschen Schulorganisation vor der englischen zu, gibt ebenso zu, daß England, wenn auch mit den seinem Volke ent- sprechenden Abänderungen, in bezug aus Bildungswesen, Haupt- sächlich hinsichtlich des Universitäts- uno technischen Unterrichts, Deutschland zum Muster nehme; ebenso mache sich in der Sozial. gesetzgebung, wie in der Volksversicherung usw.„teutonischer Geist" bemerkbar, desgleichen auf zahlreichen anderen Gebieten. Dagegen tadelt Herr Haldane mit Recht, daß in Deutschland wohl etwas zuviel regiert werde. Zur demokratischen Bewegung übergehend, sagte Lord Haldane, ihr Aufstieg erfolge in England wohl noch rascher als in Deutsch- lano. doch die Bildung sei dem englischen Volke„ein weniger der- trauter Besitz", eS sei niemals von streitbaren Philosophen wie Marx und Lassalle geführt worden. Indessen, beide Demokratien gipfelten in dem gemeinsamen Wunsche, der Staat möge für die arbeitenden Klassen bessere Existenzbedingungen schassen, und in diesem übereinstimmenden Streben erblickte der englische Minister- Philosoph eine der bestgegründeten Hoffnungen aus„bessere und innigere künftige Beziehungen zwischen beiden Ländern". Tie deutsche wie die englische Demokratie, erklärte Lord Haldane damals weiter, würde zwar ihren Herrschern in einen Krieg folgen, aber sie beeinflußten die Politik der Regierenden immer stärker, und keines der Völker sehe in einem Kriege etwas anderes als ein Unglück; was eine Gewähr für den Frieden sei. Und auch nach Haldanes persönlichem Dafürhalten babe» Deutsche und Engländer„in ihrer großen zivilisatorischen Mission, ihrer kommerziellen und indu- stricllcn Enttoickclnng, ihrer Gütercrzeugring, ihrer Wissenschaft, Gestlicher knegsschauplatz. Die ruPsche Tagesmelüung über öie Karpathenkämpfe. Petersburg, 23. April.(W. T. B.) Tor Große G c- uera Ist ab meldet: In den Karpathen versuchten die Oesterreicher im Laufe des 20. und in der Nacht zum 21. unsere Stellungen auf der Front Telcpotsch— R u m i n a anzugreifen. Die feindliche Offensive wurde durch unsere Gegenangriffe, die in Bajonettkämpfe übergingen, zurückgewiesen. Der Feind, der große Verluste erlitt, legte seine Stellungen weiter zurück. In den übrigen Abschnitten unserer Front kam es nur stellenweise zu Gewehrfeuer und Geschütz- lampf. Der Zar in Lemberg. Petersburg, 23. April. Die Besatzung S. M. S. „Atz es Ho" iLandiingsrospz 5. M. S.„Emdc,t"> ist am 27. März in dem arabischen Hafen Lidd(südlich von Dschidda) angekommen, nachdem es ihr gelungen war, zum zweitenmal den englisch-franzä- si scheu Bcwachungsstreitkräftcn zu entgehen und den 300 Meilen langen Seeweg von Hodeida nach Lidd unbemerkt vom Feinde zurückzulegen. Auf dem Wcitcrmarsche zu Lande wurden sie von Arabern� die von den Engländern bestochen warxn� ange- griffen. In bartcm, dreitägigem Kampfe wurden die Angriffe der Räuberbanden abgeschlagen, bis der Weg zur Hedschasbahn frei war. Leider hat die tapfere Schar hierbei schwere Verluste erlitten.— Ein Telegramm aus dem tiirkischen Hauptquartier meldet uns, daß der Leutnant zur See Roderich Schmidt, Matrose Nademacher und Heizer L a 11 i g gefallen sind, wnh- rend einige Leute der türkischen Begleitmannschaft, die Matrosen Mauritz und Koschinsky schwer und Matrose Witte leicht verwundet wurden. Die Verwundeten befinden sich in guter Pflege im Militärlazarett m Dschidda. Lustbombaröement von«tzsrnowitz. Wien, 23. April.(W. T. 23.) Die Blätter melden aus C z e r n 0- iv i tz: Gestern vormittag erschien abermals ein Flieger über der Stadt und warf drei Bomben auf verschiedene Stadtteile. Eine der erzbischöflichen Residenz gellende Bombe verfehlte ihr Ziel lind fiel in eine nahegelegene Gasse, wo sie ein Kind verletzte; die beiden anderen Bomben explodierten nicht. Der Flieger verschwand in der Richtung auf Nowofielza. Bisher sind zusammen zwölf Bomben auf Stadt und Umgebung gefallen, ohne Schaden anzurichten. Eine JJegenöe über Hülow. Rom, 23. April. Die österreichische Offensive on der Grenze der Bukowina und Galiziens nimmt ihren Fortgang. Oestlich von Zalesczyki griffen die Oesterreicher russische Stellungen aus dem rechten Ilrer des Dnfestr au und zwangen die Russen zum. Rückzüge über de» Fluß. Augenblicklich sollen heftige Kämpfe ym den Uebcrgang über den Dnjestr stattfinden an der Stelle, wo er sich mit dem Sereth vereinigt. Ein heftiges Artillerieduell hat. meilenweit an den Ufern des Dnjestr entlang zwischen den Geguerns begonnen. Die Oesterreicher bombardierten Usciezke, sowie aus' schweren Geschützen die russischen Stellungen weiter südlich, in der- Nähe von Sinkow. Eingetretenes Hochwasser hat zahlreiche der von den Russen über den Dnjestr geschlagene Schiffsbrücken abgerissen, ein Umstand, der die Bewegungen der russischen Truppen, sehr behindert. Die Kämpfe östlich Czernowitz dauern an, auch russischerseits sollen Verstärkungen herangezogen worden sein. Tie Russen ent- wickeln starke Fliegcrtätigkeit. Ein russischer Apparat französischer Fabrikation, der die österreichische Steltting überflog, wurde voni Geschützfeuer der Oesterreicher beschädigt, es gelang dem Flieger, eine Notlandung aus rumänischem Gebiet vorzunehmen. Das Flugzeug wurde beschlagnahmt. Die Spannung der rumänischem Bevölkerung über den Ausgang der schweren Kämpfe ist enorm. Beschießung von Npern. Paris, 23. April.(W. T. B.)„Temps" meldet aus Hazebrouct: Ipern wurde in der Nacht vom 21. zum 22, April von den Deutschen heftig beschossen. Es wurde bedeutender Sachschaden angerichtet. Zahlreiche Personen sind verletzt oder getötet worden._ Eine russische Zritnng gegen die Teutschcnhctzc. Petersburg, 23. April.(38. T. B.)„Rjctsch" bespricht mit- Entrüstung die Freisprechung eines Dienstmädchens vor den Gr- schworenen, das sich nach seinem eigenen Geständnis Eigentuni ihrer deutschen Herrschaft angeeignet hatte. Zu seiner Verteid.i- gung hatte das Mädchen angeführt, daß eS, durch die Hetze der Zeitimgen veranlaßt, eine derartige Handlungsweise für crläubt gehalten hätte,„Rjctsch" bezeichnet dies als ein«rschreckendrS Symptom für die Verwirrung aller Rechtsbegriffe in Rußland, die durch die maßlose, unsinnige Deutschenhetze von Zeitungen wie „N 0 w 0 j e Wrem fa" und ähnlichen eivgeriffen fei. Dentaches Theater. Direktion: Max Reinhardt. T'/ü Uhr: Schluck und Jan. Bonntag; Schluck und Jau. Kanunerspiele. 8 TThr: Der Wcibatentel. Sonntag; Der Weibateufcl. Sonntag S1/, Uhr; Nachmittagsvorstellung(kleine Preise) Die deutschen Kleinstädter. URANIA TaI|f4n9*r- 4 Uhr(halbe Preise): Die ffeielisel imil Iiis masyr. Seen. 8 Uhr: M[lempalniscfi. Kriepeliayplatz mi ilsr Maekensen-lrinee. Zirkus üb. Selmmann I Sonnabend, 24. April, Anf. 8 Uhr: j Große Sportvorstellung; i mit dem neuen Programm. 93/t Nur noch einige Tage! 9a/4! Ost mid West Großes patriotisch. Schaustück| Ferner U-Boot Torpedier, eines Handelsdampfers. Sonntag, den 25. April 1915: 2 große Vorstellungen L| nachm. 31/, u. abends 73/z Uhr.[ In beiden Vorstellungen: Ost u. West— U-Boot b, d. Arbeit SUIISUI | Heute 3 Uhr 1 VI-, Uhr 99 groHe Vorstellüngeö. 66 Die Wunder des Orients | und die übrigen Attraktionen. Tel. Norden 10408. [Vorverkauf Warenhaus Tietz. Theater für Sonnabend, den 24. April. Berliner Theater s uhr: Extrablätter! Deutsches Künstler-Theater 8 Uhr: Im weißeii Röss'l. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. � Uhr: Die TSeistors Inger von Dürnberg. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. s thr: Die Fieiiermaus. Gebr. Herrnielri-Tlieater 8 Uhr: Funiiiie Piaschek. 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April veröffentlichten alle amerikanischen Zei- tungen in der Form einer eine ganze Seite einnehmenden An- zeige einen Anfruf zum Frieden, der von 379 Vcr- legern und Redakteuren ebensovieler Zeitungen, die in fremden Sprachen in den Vereinigten Staaten erscheinen, ge- zeichnet ist. Die Zeitungen, deren Eigentiimer oder Re- dofteure gezeichnet haben, haben gegen 8 Millionen Leser, ?lind die Sprachen, in denen sie gedruckt sind, umfassen ohne Ausnahme alle Sprachen Europas und Kleinasiens. Nur die Zeitungen in deutscher Sprache sind nicht vertreten, jedenfalls um nicht den unbegründeten Vcrda'''n rmecken, als gehe die in dem Ausruf enthaltene Fordernii,,.. iiesernng und Her- stellung von Kriegsmunition einznitellen, von den Deutschen Amerikas aus. Die Anzeige trägt folgenden Vermerk:„Tie Kosten dieser Anzeige sind freiwillig in kleinen Beträgen von ■unserem Volke beigesteuert worden, das von dem Gefiihle der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit und dein patriotischen Wunsche angetrieben wurde, daß diese friedliebende Nation nicht direkt oder indirekt die Ursache weiteren Verlustes an Leben oder weiterer Zerstörung von Eigentum sei." Be- merkenswert ist ferner, daß die Liste ein halbes Dutzend Zeitlingen der in Amerika wohnenden Franzosen enthält. >"n edler Md kräftiger Sprache führt der Aufruf aus: „Infolge des Empfangs von Hunderttausenden von Briefen, Kabelmeldiingen und Mitteilungen aus verschiedenen Quellen, in denen herzerreißende Aufrufe, Bitten und Vorstellungen von den Völkern unserer Heimatländer enthalten sind, haben wir, die unterzeichneten Redakteure und Verleger, beschlossen, im Namen unserer Leser diesen Aufruf an das große ameri- karisch? Volk zu richten. Die Leser unserer Zeitungen sind fast ohne Ausnahme 'aufs innigste von diesem unseligen Streit der europäischen Notionen betroffen. Ihre Briider, Schwestern, Eltern, Kinder oder Verwandten leben in den sich bekriegenden Ländern. Das soll nicht heißen, daß das amerikanische Volk als ganzes nicht innig betroffen ist, sondern daß unsere Leser durch die Bande der Blutsverwandtschaft, die sie an die Völker der Länder, die jetzt in die Tiefen einer furchtbaren Krieg- fiihrung gestürzt worden sind, fesselt, enger mit ihnen ver- Kunden sind. Jeden Tag bringt die Post mit den Nachrichten von dem Jammer des Krieges den Herzen unseres Volkes neue und bittere Qual. Die Vorstellungen von Millionen verwitweter Mütter, die Klagerufe der vaterlosen Kinder und Waisen und die Bitten der darbenden Taufende Europas berechtigen uns, wie wir glauben, diesen Appell im Namen der Menschlichkeit und der Feuchtigkeit zu erlassen. Wir appellieren an das amerikanische Volk, an die edel- 'gesinnte und mutige amerikanische Presse, an die amerikani- tchen Pulver-, Granaten- und Patronenfabrikanten, und wir apvellieren an die Arbeiter, die in den Fabriken beschäftigt werden, die zur Herstellung von Munition für die im Kriege befindlichen Nationen bestimmt ist, unverzüglich damit auf- zichören, Pulver, Granaten und Patronen herzustellen, die dazu bestimmt sind, unsere Brüder zu zerstören, unsere Schwestern und Mütter zu Witwen und deren Kinder zu Waisen zu machen, und auch auf immer die unschätzbaren Be- sitztiimer zu zerstören, die wir von unseren Vorfahren über- nommen haben. Wir appellieren besonders an die amerikanischen Fabri- kanten und deren Arbeiter, die bei der Herstellung dieser Ar- tikel beschäftigt sind, sofort die Herstellung des Pulvers und der Kugeln einzustellen, die zu dem unmenschlichen Zweck ge- mackst werden, menschliche Wesen zu verstümmeln und zu zerstören. Wir appellieren einzeln an die Arbeiter in solchen Be- trieben, selbst auf die Gefahr hin, ihre Stelle zu verlieren, den Bekennermut zu beweisen und zu zeigen, daß sie un- erschütterlich dagegen sind, beschäftigt zu werden, um Munition ?m polnischen walöe. Zuwalki, den 12.?lpnl 1915. Unter planmäßiger Arbeit wächst das von den Deutschen besetzte Gebiet ricscnschncll in den Charakter einer regelrechten modernen und starken srestung hinein. Mit einer Schar von Arbeitern sind fachtächtige Wcgebauer dabei, die Landstraßen in eine glatte, gut befahrbare Fläche zu verwandeln. Das ist bei den manchmal nur aus aneinandergereihten Lüchern bestehenden festen Straßen keine leichte Aufgabe. Aber sie wird gelöst. Zum Teil müssen die an- grenzenden Felder das Baumaterial liefern. Die Bauern werden später erfreut und erstaunt sein, wenn sie vor ihren steinfreien Fel- dcru stehen. Vorher waren sie mit kleinen und großen Steinen wie besät, so stark, daß man keinen Pflug ansetzen konnte. Niemand dachte daran, das Land ackerreis zu machen. Von dem Bater aus den Sohn vererbte sich das Land im Naturzustand. Jetzt werden an den Landstraßen lange Flächen von dem Hindernis der Steine befreit und gleichzeitig verschwinden die gewaltigen Löcher in den Wegen. Ansgctcagcncr Schotter vollendet das Werk des Wegcbaucrs. Auf den Nebenwegen, die keine feste Unterbcttung haben, muß man naturgemäß die Hauptarbeit der austrocknenden Witterung über- lassen. Nach einem Ausbau der Bahnlinien kann sich ein reget- mäßiger Verkehr entwickeln, der die Straßen nock, mehr entlastet und ein schnelles Heranbringen von Truppen. Proviant. Mnni- tion usw. sichert. Auch kann dann die Versorgung der Bevölkerung mit allen möglichen Bedarfsartikeln und Lebensmitteln ahne Stö- rinig erfolgen. Zurzeit mangelt cS nur an gewissen kleineren Be- dnrssgegenständen. Infolgedessen bat sich ein gewisser Tanschver- kehr entwickelt. Tie Vertäufer von Waren fordern von der Militär- Verwaltung sehr oft kein bnres Geld, sondern Zucker, Petroleum usw. Auch mit den Mannschaften loerde» kleine Tauschgeschäfte abgc- schlössen. Zucker scheint für einen Teil der hiesigen Bevölkerung zu den unentbehrlichsteu Lebensmitteln zu gehören, lim die Petra- leumvorräte� zu schonen, ist nun eine Anzahl Gebäude mit clektri- scher Beleuchtung versehen worden. Die Energie dazu liefert eine Mühle. Ter Ausbau der Eisenbahnen bedeutet eine weitere erheb- liche Stärkimg der ohnehin schon sehr starken Stellungen der deut- schen Truppen. In dieser Beziehung bleiben die Russen jedenfalls im Nachteil, obgleich sie unablässig buddeln. Anscheinend legen sie mehrere Besestigungen hintereinander an. Dieser Umstand läßt daraus schließen, daß sie mit einer neuen deutschen Qsscnsive rechnen, sich selbst mehr und mehr ans die Defensive beschränken wollen. Von der Vorzüglichlcit der deutschen S t e l l un° zu fabrizieren, die dazu dient, die Körper ihrer eigenen Bluts- verwandten zu zermalmen und deren Leben zu vernichten. Die Ehre des amerikanischen Volkes, die Aufrichtigkeit der Nation, der Ruf unserer Fabrikanten und der Patriotis- mus und die Mannhaftigkeit der Arbeiter verlangen, daß der ganzen Welt ein für allemal gezeigt wird, daß das Geld, das mit dem Blute der Menschheit getränkt ist, diese Eigenschaften nicht kaufen kann. Wir bitten daher das amerikanische Volk im Namen der Menschlichkeit und im wahren Geiste der Neutralität, alles, was einzeln und kollektiv als Nation in ihrer Macht steht, zu tun, um die Fabrikanten und Arbeiter in den Vereinigten Staaten, die in der Herstellung von Pulver und Kugeln für irgendeines der sich bekriegenden Länder der Welt beschäftigt sind, zu bestinniicn, diese Herstellung, den Verkauf und die Versendung solcher Gegenstände fallen zu lassen. Wir appellieren an Sie und jeden Leser, uns beizustehen, um unser? Brüder im Auslände vor weiterer Zerstörung zu bewahren. Zeigen wir uns als Amerikaner mit Mut und Entschlossenheit unserer Verantwortlichkeit bewußt. Zuerst müssen wir der Herstellung von Munition im großen für Profit Einhalt gebieten und damit unsere eigene Teilnahme am Kriege beenden. Und dann müssen wir darauf bestehen, daß Europa unser Verlangen noch Frieden beachtet. Haltet ein mit Eurer Arbeit zur Herstellung von Pulver, Granaten und Kanonen. Macht Euren Willen fühlbar durch Resolutionen Eurer Gesellschaften, durch den Appell an Eure lokale Presse, durch Handlungen iu Euren Kirchen, durch Briefe an Eure Vcr- treter in öffentlichen Aemtern. Unsere Teilnahme am Kriege muß fetzt aufhören und dann kann unser Einfluß im Sinne der Gerechtigkeit und der Rcchtschaffenheit helfen, den Kriegzu beende n/ politische Ueberstcht. Das Kricgsziel der Nationalliberalen. Tic„Natiouallibcralc Korrespondenz" schreibt i„Auf die Frage, ob die Anschauungen des Herrn P a a s ch e sich decken mit denjenigen der nationalliberalcn Partei, glauben wir dem „Berliner Tageblatt" die bestimmte Antwort geben zu können, daß dies allerdings der Fall ist." Herr Paasche hatte in Kreuznach bekanntlich unter anderem ausgeführt: „lieber die Friedensziclc dürfen wir nicht sprechen, aber das muß zum Ausdruck gebracht werden, daß im Herzen eines jeden Deutschen der Wunsch lebt: Das mit so viel deutschem Blut eroberte feindliche Land geben wir nicht mehr heraus! Wir müssen heran an den englischen Kanal und wenn wir nochmals von vorne ansangen und die alten Zwingburgen aufs neue erobern müßten. Das deutsche Volk verlangt auch, daß wir uns im Osten sicher» vor neuen Einfällen der russischen Horden, nicht wieder darf die Feder verderben, waS das Schwert errungen." Neben den Konservativen verstehen also auch die National- liberalen— also die beiden in Fragen der auswärtigen Politik einflußreich st en Parteien— ein Kriegsziel, das beim Volke entschieden nicht gebilligt wirb. Ausdehnung der Wochenhilfe. In der gestrigen Sitzung des Bundesrats gelangte der Entwurf einer Bekanntmachung, betreffend Ausdehnung der Wochenhilfe während des Krieges zur Annahme. Aus der konservativen Partei. Die„Kreuzzeitmig" berichtet: Der Konservative Verein in Leipzig hat am Montag(18. April) in einer Mitgliederversammlung folgenden Antrag einstimmig an- genommen:„Die Prüfung der Abgeordneten wählen zum Deutschen Reichstage geschieht durch einen besonders bestellten Gerichtshof, wie ein solcher in der Verfassung für Elsaß-Lothringen betreffs der Wahlen zum Landtage vorgesehen ist." Weiter wurde beschlossen, daß sich der Verein zum Zwecke der Ver- mittlung des Antrages an die deutsch-konservative Fraktion des Reichstages noch vor dem Zusammentritt des Reichstages baldigst an den konservativen Landesverein für das Königreich Sachsen gen unterrichtete mich eine Besichtigung, die mehrere der wichtigsten strategischen Punkte umfaßte. Dem fachmännischen Ur- teil, das die Stellungen selbst für eine gewaltige llebermacht für uneinnehmbar erklärte, mußte ich mich nach den gegebenen Erläu- terungen und Geländebeschreibungen völlig anschließen. Die Be- fcstlguiigcn der deutschen Truppen zeichnen sich durch ihre beinahe völlige»nsichtbarkeit auf selbst ganz nahe Entfernung und durch ihre freie Beherrschung des Geländes ans. Man kann den heran- kommenden und nngegrisfenen Gegner meistens nicht nur frontal, sondern auch in den Flanken fassen. Unter solchen Uinftänden er- fordert naturgemäß jede Offensive der Russen ein ungeheures Opfer an Menschenmaterial. Ganz besonders dann, wenn so wenig ans- gebildete Truppen ins Feuer geschickt werden, wie das hier in den letzten Wochen fast durchweg der Fall war. Neues, militärisch voll- wertigcs Material haben die Russen jedenfalls nicht mehr einzu- setzen. Das bezeugt die mangelhafte Dualität und Ausrüstung der in der letzten Zeit gemachten Gefangenen. Hierzu kommt die nicht wieder auszugleichende«chwächnng der russischen Artillerie, die mit ihrer Ausrüstung den Deutschen hier nun unterlegen ist und die Fähigkeit, Jnfanterieangriffc wirksam vorzubereiten und zu unter- stützen, in starkem Maße verloren hat. Aus alledem ergibt sich, daß de» an eiuzclucn Punkten erfolgenden russischen Angriffen wohl hauptsächlich Erwägungen politischer und moralischer Natur zu- gründe liegen. Sie sollen in Rußland selbst sowie im Auslände den Glanben an eine noch vorhandene Offensivkraft der Russen noch nicht völlig zusammenbrechen lassen. In Wirklichkeit erscheint es sehr fraglich, ob sich die Russen selbst nach einer längeren Frist zn einer bedeutungsvollen Ofsensive wieder aiiftasfen und stärken können. Die psychischen und sonstigen militärischen Voraus- setzungcn dazu scheinen nun doch völlig zu fehlen. Bei der Besichtigung unter der Führung des Herrn Major L. siel mir wieder der sehr stark zum?lusduck kommende Schönheits- und Ordnungssinn unserer. Truppen angenehm auf. Man beschränkt sich nicht ans das Notwendige und Praktische; das Bedürfnis nach Wohlbehagen verlangt mehr. Sehr oft scheint der kriegerische Charakter der Bauwerke Nebensache zu sein. Er ver- schwindet fast unter schmückenden, von künstlerischem Geschmack zeu- gendcn Anlagen. Die Waldwohnungen prangen im frischen satten Grün der sie bedeckenden und bekleidenden Fichtcnzweige. Türen und andere Bretterflächen werden mit vorsichtig abgeschälter Baum- rinde überzogen; liebevoll gepflegte Fußpfade, in halber Manns- höl>e von einem Birkengeländer flankiert, leiten zu den geräumigen Unterständen. Zierliche Laufstege überbrücken die bei Regenwässcr oder durch abtreibende Schneewasser, bedrohten tieferen Wegstetten, wenden solle. Ein weiterer Antrag, dessen endgültige Erledigimg auf eine der nächsten Versammlungen verschoben wurde, forderte eine zwangsweise militärische Aus- bildung der schulentlassenen Jugend bis zun? Eintritt in den aktiven Heeresdienst. Zunächst wurde hierzu nur beschlossen, womöglich noch vor der Erneuerung des sächsischen Volksschulgesctzeses an geeigneter Stelle darauf hinzuweisen, daß es dringend wünschenswert erscheine, den Wert der Fortbildungsschule durch Einführung zwangsweisen Turnunterrichts mit inilitärischem Anstrich zu erhöhen. Durch den Vorsitzenden des Vereins, Sanitätsrat Dr. Brückner, wurde darauf hingewiesen, wie sich gerade in der Kriegs- zeit das Leben in dem Konservativen Verein machtvoll rühre, und wie der Krieg die Notwendigkeit einer konservativen Politik weit über die Reihen der Partei hinaus wieder den breitesten Volksschichten zum Bewußtsein gebracht habe. Wünsche der sächsischen Landwirte. Der ständige Ausschuß des sächsischen Landeskulturrats hat. wie die„Deutsche Tageszeitung" mitteilt, das Ministerium des Innern in einer Eingabe ersucht, zu befürworten, daß in gleicher Weise wie im Königreich Bayern eine strenge Bestrafung der landwirt- schaftlichen Dienstboten und Arbeiter, die ohne Grund ihren Dienst verlassen, eintritt. Ferner soll das Ministerium gebeten werden. darauf hinzuwirken, daß durch Staatsbetriebe der Landwirtschast keine Arbeitskräfte entzogen werden. Ein konservativer Budgetverweigcrer. Der Breslauer KriegshaushaltSetat mit seiner 27 prozeniigen Erhöhung des Einkommenstcuerzuschlages wurde von allen Stadt» verordneten, auch von den 16 Sozialdemokraten, angenommen. Da- gegen stimmte allein der Stadtverordnete Dr. Nitschke, der Generalsekretär der konservativen Partei der Provinz Schlesien ohne Angabe von Gründen. Unsere Nahruugsmittclwirtschaft im zweiten Kriegsjatzr. In der„Kölnischen Volkszeitung"(Nr. 325 und 326) beschäftigt sich der Erste Beigeordnete der Stadt Köln, Adenauer, mit der Volkscrnährung im kommenden zweiien Kriegsjahre. Er übt rück- haltlos Kritik an den verspäteten und ungenügenden Maßnahmen der Regierung in den vergangenen Kriegsmonatcn und bezeichnet u. a. die Kartoffelaktion der Regierung„als ein Musterbeispiel da- für, wie das nicht planmäßige Vorgehen der Zentralinstanzen a u ch die Kommunalverbände von einer über den gesetzlichen Rahmen hinausgehenden Fürsorgepolitik für ibrc Einwohner abschrecken muß". Es wäre unverzcilich, wenn nun ohne gut durchgearbeitete Pläne weitergewirtschaftct werde. Adenauer entwickelt dann sein Programm und verlangt bezüglich Roggen und Weizen zunächst die Beseitigung der Einrichtung der„Selbst- versorger"— meist Landwirte— mithin die Beschlagnahme der gesamten Ernte. Die größere Menge an Getreide, die uns, rechtzeitige Maßnahmen vorausgesetzt, zur Verfügung stehen werde, müsse eine Erhöhung der Mchlration auf den Kopf der Be- völkcrung»nd eine Begrenzung des KartoffelzusatzeS zum Brot von höchstens 19 Proz. ermöglichen. Auf das Brotbuch, das die ärmeren Schichten benachteilige, werde man bei der konsequenten Durch- siihriing des Einheitsbrotes verzichten können. Die Mehlpreise mühten unbedingt herabgesetzt werden:. „Man kann wohl sagen, daß für jeden Sack Mehl, z. B. im Januar d. I., berechnet ans Grundlage der Getreidchöchstpreisc, durchschnittlich 8,75 M. den Mühlen oder dem Zwischenhandel zu viel gezahlt worden ist, das ist, da bis Januar ein normaler Mehlkonsum von etwa 769 999 Sack monatlich in Teutschland herrschte, allein in dem einen Monat ein Zuviel von 6 Millionen Mark, die in die Taschen der Mühlen und SpckulationS- Zwischenhändler geflossen sin d." Adenauer wendet sich dann scharf gegen sonstige Vergütungen, die den Mühlenbetrieben von der Kricgsgetreide-Gescllschaft ganz unberechtigt zugeschanzt würden. Er weist aus Grund fachmännisch geprüfter Zahlen eingehend nach, daß an die Kriegsgetreidc-Gcscll- schast zurzeit unter Berücksichtigung rheinischer Verhältnisse für den Doppelzentner Weizenmehl und Roggenmehl je rund 9 M. mehr gezahlt werden müssen, als bezahlt zu werden brauchten, wenn den Mühlen eine reelle Kalkulation vorgeschrieben würde. Adenauer verlangt weiter Sicherung der Gemüseversorgung. Er Man gewinnt den Eindruck, als ob die Waldwohnungen nicht zu kriegerischen Zwecken, sondern nach vorsichtiger Auswahl der schönsten Waldparticn für einen herrlichen Sommeraufenthalt er- richtet worden seien. Ein wahres Idyll bildet u. a. das Stabs- quartier eines Bataillons. Eine Mulde mit fteicm Ausgang nach der Seeseite hat verschiedene Gebäude aufgenommen: das elgcnt- liche Stabsquauier, eine t-chreibstnbe, einen größeren Mannschaftsraum und einige notwendige Nebenanlagen. Die Abhänge vor den im Grünverschivindcndcn und doch hellen Räumen sind mit Moos säuberlich bedeckt worden. Unten herum führen schmale', durch Gc- länder abgeschlossene, aus dünnen Knüppeln hergestellte und die einzelnen Gebäude verbindende Landwege. Aus Hausschuhen könnte man die ganze Kolonie durchwandern. An verschiedenen Stellen laden Ruhebänke zum Verweilen ein. Auf einer Anhöhe vor dem Stabsquartier steht ein weißgedecktcr Tisch, umkränzt von Stühlen, die von geschickten Händen ans dein Material gefertigt sind, das der Wald liefert. Hier sah ich auch, wie sich Praktisches mit Schönem bei cinsachcn Mitteln reizvoll verbinden läßt. Man führt mich zu einem Schweinczwinger. Stolz zeigt ein Infanterist sein Werk. Eine größere freie Waldfläche ist mit einem netten Drahtgitlcr umschlossen. Tarin tummeln sich drei Schwcinchcn herum. Aus einer vcrlnssencn Dorfhütte hat man die halbvcrhun- gcrtcn Tierchen hierhergebracht. Nun sind sie schon wieder munter; vergnügt grunzend schlabbern sie aus dem in der Mitte des Zwin- gers eingelassenen Freßtrog. In einem niedrigen„Unterstand" pflegen die Tiere nach den Strapazen des Fressens, der erforderlichen Rubc.„Wir bauen auch einen Kuhstall," sagt der Jiifante- eist,„dort!" Wirklich, er ist bald fertig. Der junge heitere Mensch erzählt sprudelnd weiter:„Wir hatten schon eine Kuh, aber sie lvar tragend, gab keine Milch mehr. Darum gaben wir sie ab. Nun be- kommen wir wieder eine Milchkuh." Diese Art Beschäftigung in der freien Statur ist ziveifellos von großem Vorteil für die Soldnten; sie erfrischt Körper und Geist. Auch einen Hauch der Wehmut und Trauer bekamen wir zu kosten. In einem anderen Unterstand lag ein Toter. Ein Granat- stück hatte den Arm getroffen. Den erlittenen Wunden erlag er im Waldhaus. Auf den Gesichtern seiner Kameraden bemerkte ich ein starkes Bedrücktsein. Man flüsterte, trat leise auf. Das Einzel- schicksal packt den Menschen, versetzt ihn stärker, viel stärker injlifit- leid, Wehmut und Trauer als Massenelend und Massentod. solche Erfahrungen machte ich oft in diesem Kriege. Still wer.dou wir uns hinweg; nicht lange dauert es, da begegnet uns ein Trupp sin- gendcr Soldaten. Es sind Ersatzmannschaften, die an die Front gehen. D.üwell� Kriegsberichterstatter. widerspricht einer Enteignung der gesamten Kartosselernte. Er verlangt H ö ch st p r e i s e und, wegen der Verlufte der Lagerung, wachsende Zuschläge, die aber nicht soweit über das Ziel hinaus schießen dürften wie die jetzige Bundesratsverordnung. Bei dem Zurückhalten von Kartoffeln sei rechtzeitig von dem EnteignungS- recht Gebrauch zu machen und der übermäßigen Berfütterung durch die Verringerung der Schweinebestände vorzubeugen. Man dürfe ferner nicht nur auf dem Papier, sondern müsse tatsächlich zur Ent- eignung eines Teiles der Schweinebestände übergehen. Städtische Lebensmittelversorgung. Mit der Begründung, daß bei der enormen Fleischteuerung die Ernährung weiter Kreise an Eiweitzstoffen Mangel leide, geht die Stadt Köln zum Vertauf von Sojamehl, das Pfund zu 50 Pf., über. Gleichzeitig werden Anweisungen über die Verwendung des Mehles, das 25 Proz. Eiweiß enthält, gegeben. Die Lebensmittel- Versorgung erstreckt sich in Köln schon auf weite Gebiete. Neuer- dings plant die Verwaltung einen städtischen Gemüseverkauf. Der Verkauf von Frühkartoffeln ist durch entsprechende Matznahmen, und zwar wesentlich unter dem von der Regierung den Land- Wirten zugebilligten Höchstpreise von 10 M. gesichert. Für die spä- lere Jahreszeit hat die Stadt für Gemüse sBohnen usw.) schon jetzt Sorge getragen. Auch wird sie durch die Konservierung von Ge- müsen einer unberechtigten Teuerung im Herbst und im Winter 1915 vorzubeugen suchen. Warum so leichtgläubig? Die„Kreuz-Aeitung* veröffentlichte vor einigen Tagen einen Aufruf, der. am 9. Januar 1915 von einer geheimnisvollen.All russischen Volksorganisation" in.Genf-Petrograd" herausgegeben, angeblich bei gefangenen Russen massenhaft gefunden worden sei und die Stimmung gewisser Volkskreise in Rußland kennzeichne. Wir hielten es nicht der Mühe wert, auf diese Mitteilung einzu- gehen, da wir diesen angeblichen revolutionären Aufruf, dessen Text von Dr. Paul Rohrbach in der.Täglichen Rundschau' mitgeteilt worden war, schon vor mehreren Wochen als ein Mach. werk gekennzeichnet hatten, dessen Charakter auch für den oberflächlichen Kenner der russischen Parteiverhältniffe augenfällig fei. Zu unserem Erstaunen sehen wir aber nun, daß sogar Partei- b l ä t t e r so unkritisch gewesen sind, diesen Aufruf nachzudrucken. Die.Mannheimer B o l k S sti m m e" bringt ihn unter der Ueberschrift.Aufruf der russischen Revolutionäre". Die ,S ch l e- fische B e r g w a ch t", unser Neu-Salzbrunner Parteiorgan, ver. öffentlicht sogar den Aufruf fettgedruckt an leitender Stelle unter der Ueberschrift:.Ein leidenschaftlicher Aufruf russischer Revolutionäre Mehr kann man wirklich nicht verlangen. Es wäre aber doch für das Ansehen unserer deutschen Parteipreffe besser, wenn man den .Vorwärts" aufmerksamer lesen würde, statt fortgesetzt auf ihn zu schimpfen. Mus See Partei. Zur diesjährigen Maifeier. Die Landesorganisation der sozialdemokratischen Partei Ham- burgS und das Gewerkschaftskartell für Hamburg-AItona und Umgegend beschlossen in einer gemeinschaftlichen Versammlung der Delegierten, die etwa 700 Delegierte zählte, gegen 30—40 Stimmen: .Da infolge de? Weltkrieges in diesem Jahre e» nicht möglich ist, die Arbeitsruhe«intreten zu laffen und wir deshalb auf den üblichen Demonstrationszug verzichten müssen, da ferner unter dem Burgfrieden die Behörden keine öffentlichen Versammlungen gestatten und somit uns die Möglichkeit genommen ist, die breiten Massen der Arbeiterschaft über unsere sozialpolitischen Forderungen aufzuklären und für unsere wichtigste Forderung der Maifeier, den Völkerfrieden, keine Propaganda betreiben können, beschließt die Delegierten- Versammlung der sozialdemokratischen Partei und der GeWerk- schaffen Hamburgs, von jeder Veranstaltung am 1. Mai ab- zusehen._ Ein sozialdemokratischer Stadtrat. Die Regierung in Potsdam hat die Wahl unseres im Luckenwalder Stadtverordnetenkollegium sitzenden zum Stadtrat gewählten Genossen Otto Schulze de- jtätigt. Der Gewählte ist bereit» in sein Amt eingeführt worden. Maifeier in der Schweiz. Tie Maifeier wird von der schweizerischen Arbeiterschaft auch in diesem Jahre an den meisten Orten, allerdings nicht überall in der gleichen Form früherer Jahre, begangen. An den öffentlichen Ilmzügen wird vielfach festgehalten, dagegen wird da und dort die Feier am Abend statt am Nachmittag abgehalten. Beibehalten ist auch überall da. wo italienische Arbeiter in größerer Zahl vertreten sind, die italienische neben der deutschen oder französischen Festrede. polizeiliches, Gerichtliches usw. Das Schöffengericht Solingen hat am S. März d. I. den ver- antwortlichen Redakteur der„Bergischen Arbeiterstimme" wegen Nichtaufnahme zweier Berichtigungen zu 10 M. Geldstrafe verurteilt. Die dagegen eingelegte Berufung hatte Erfolg. Neben anderen Gründen machte der Verteidiger geltend, der Verfasser der Berichti- gungen habe in seinem BerichtigungSschreiben den Inhalt der zu berichtigenden Artikel falsch wiedergegeben und man könne dem Redakteur nicht zumuten, die falsche zu Fehlschlüssen führende Wiedergabe zu veröffentlichen. Dieser Argumention schloß sich das Gericht an. Gewerkschaftliches. Die kaufmännischen Mgeftellten in üer Inöuftrie unö üer Krieg. Fast täglich berichten die Zeitungen jetzt über die Jahresabschlüsse großer industrieller Unternehmungen. Recht vielen von ihnen ist die Kriegszeit bisher ganz gut bekommen. Sie haben eS verstanden, ihre Betriebe den besonderen Bedürfnissen der Kriegszeit anzupassen, und haben so nicht nur dieselben, sondern oft weit höhere Profite, als in normalen Zeiten zu verzeichnen gehabt. Diese Ergebnisse wurden auch dadurch nicht beeinflußt, daß manche dieser Firmen die Angehörigen ihrer im Felde stehenden An- gestellten und Arbeiter unterstützen. Diese Opfer, die den Unternehmern ihren alten Arbeiterstamm auch durch den Krieg erhalten, wurden mehr als ausgeglichen durch die guten Preise, die die Heeresverwaltung für die Lieferungen zahlt. Wenn die Arbeitergewerkschaften sich auch im allgemeinen gegenwärtig darauf beschränken, das in Friedenszeiten Er- reichte zu verteidigen, so blieben jedoch Lohnbewegungen in der Rüstungsindustrie nicht aus. Die ungeheuren körperlichen Anstrengungen, die die gesteigerte Tätigkeit dieser Betriebe den Arbeitern ausnötigte, sind nur dann auf die Dauer zu er- tragen, wenn die Arbeiter sich auch entsprechend ernähren können. Dazu sind aber bei den stark gestiegenen Lebensmittelpreisen bedeutend höhere Löhne erforderlich als die früher üblichen. Es lag bis zu einem bestimmten Grade im eigenen Interesse der Unternehmer. eine Steigerung der Arbeiterlöhnc eintreten zu lassen. Daher war es meist nicht schwer, Lohnerhöhungen durchzusetzen. Wenn diese auch vielfach weit hinter dem zurückblieben, was die Arbeiter berechtigier weise forderten, ändert das nichts daran, daß tatsächlich die Löhne vieler Arbeiter während der Kriegszeit eine beträchtliche Steigerung erfahren haben. Die kaufmännischen und technischen Angestellten der Industrie können ähnliches jedoch nicht berichten. Auch die an sie gestellten Anforderungen sind jetzt vielfach weit größere als in Friedenszeiten. Sie müssen oft Arbeiten ihrer ein gezogenen Kollegen mit erledigen und dann ebenso wie die gewerblichen Arbeiter zahlreiche Ueberstunden leisten. Die Arbeiter erhalten für Ueberstundenarbeit erhöhte Vergütung. Den Angestellten gewährt man vielleicht etwas höhere Gratifikationen wie sonst oder andere kleine Entschädigungen, die aber in keinem Verhältnis zu der tatsächlich geleisteten Mehrarbeit stehen. Da an sich die Gehaltsvcrhältnisse vieler Jndustrieangestellten durchaus ungenügende sind, leiden sie jetzt doppelt schwer. Sie leisten Mehrarbeit, für die sie nicht genügend entschädigt werden und ihnen wird durch die Lebeusmittelteucrung ihr regelrechtes Einkommen noch stark verkürzt. Es ist deshalb zu begrüßen, wenn sich jetzt auch ein Teil der Jndustrieangestellten zu rühren beginnt. Sie sind in mehreren Fällen durch ihre Organisation, den Zentralverband der Handlungsgehilfen, bei den Direktionen der verschiedenen Betriebe um Gehaltserhöhungen vorstellig geworden. In anderen Betrieben haben sich jedoch einzelne organisierte Angestellte bisher vergeblich bemüht, ihre Kollegen zu gemeinsamen Schritten zu bewegen. Bei Kriegsausbruch haben viele Unternehmer die drohenden Verluste zum größten Teil auf ihre Angestellten abgewälzt, dadurch, daß sie mit ihnen ge- ringere Gehaltssätze und kürzere Kündigungsfristen verein- barten. Jetzt sollten auch die Angestellten sich nicht davon abhalten lassen, entsprechend der von ihnen zu leistenden Mehrarbeit und entsprechend der verteuerten Lebenshaltung höhere Gehälter zu fordern. veutfches Reich. Der Hutinacherverband im Jahre 1S14. Mit 11 927 Mitgliedern, 601S männlichen und 5911 loeiblichcir trat der Verband das Berichtsjahr an. Die ungünstige Geschäfts- konjunktur in einigen Hutbranchen, besonders aber der Krieg, der in der Hutindustrie eine riesige, langandauernde Arbeitslosigkeit brachte, erschwerten die Werbearbeit für den Verband. Die Zahl der Neuaufnahmen ging von 2373 im Jahre 1913 auf 1117 im Jahre 1914 zurück. Trotz der Schwierigkeiten, dem Verband die in andere Berufe versprengten und die sechs und mehr Monate arbeitslosen Mitglieder zu erhalten, blieben am Jahresschluß noch 3898 mann- liche und 5539 weibliche Mitglieder, zusammen 9437. Nach Abzug der 1310 zum Militär einberufenen Mitglieder und der Saison- arbeiter, die alljährlich zu ihrem früheren Beruf zurückkehren bleibt ein Mitgliederverlust von 800. Durch die geradezu uferlose Arbeitslosigkeit— ungerechnet die Hunderttausende von Aussetztagen— waren 21 026 Mitglieder 880 564 Tage ohne Arbeit. Es war unmöglich, alle durch den Krieg erwerbslos gewordenen Mitglieder zu unterstützen. Zudem drückte die Arbeitslosigkeit die Beitragseinnahme von 252 000 M. im Jahre 1913 auf 200 000 M. im Jahre 1914 herunter. Die ungünstigen Erwerbsverhältnisse der Mitglieder schloffen auch die Erhebung von Extrabeiträgen aus. In Beziehung auf die Arbeitslosenhilfe blieb nur der Weg übrig: Die statutarische Arbeitslosenunterstützung zu strecken und ihrer Ausrechterhaltung— mit Ausnahme eines ver kürzten Sterbegeldes— alle übrigen Verbandsunterstützungen zu opfern. Ten Lokalkaffen fiel die Aufgabe zu, die nichtbezugS berechtigten Arbeitslosen nach Möglichkeit zu unterstützen. Die Au- gehörigen der verheirateten Kriegsteilnehmer erhielten eine ein- malige Notstandsunterstützung von 3 M. Arbeitslose am Orte wurden mit 154 385 M. unterstützt, gegen daS Vorjahr ein Mehr von 71 231 M. Die Ausgabe des Verbandes für Unterstützungen zuzüglich 14 000 M. aus den Lokalkassen, beziffert sich ans 231 000 Mark. Die Gesamteinnahme des Verbandes, seiner Invaliden- und Frauensterbekasse und der Lokalkassen beläuft sich auf 268 000 M.� die Gesamtausgabe auf 335 000 M. Bestand in allen Kaffen blieb 293 900 M.— Lohnbewegungen führte der Verband 103 mit 3595 Beteiligten. Zum Streik kam es in 7 Fällen, wovon 3 zu AuSsper rungen führten. 3 Streiks und eine Aussperrung mit 688 Be- teiligten endeten mit Erst 233 Beteiligten wurden Ein Streik und eine Aussperrung mit ei Ausbruch des Krieges aufgehoben. Durch die Lohnbewegungen mit und ohne Streiks wurden pro Woche er reicht: Verkürzung der Arbeitszeit für 10 Beteiligte 60 Stunden; Erhöhung des Verdienstes für 914 Beteiligte 2725 M. Sonstiges (Regelung der Ueberarbeit usw.) für 853 Beteiligte. Abgewehrt wurde: Verlängerung der Arbeitszeit für 50 Beteiligte 450 Stunden; Lohnabzüge für 743 Beteiligte 3122 M., Sonstiges für 812 Be teiligte. Firmentarisverträge, zumeist nur für die Dauer der Saison geltend, wurden 21 für 1527 Personen abgeschlossen. Nach Ausbruch des Krieges kündigten die Altenburger Hutfabrikanten am 1. Oktober die Firmentarisverträge. Ihr Vorgehen scheiterte an dem Zusammenhalt der Arbeiter. Im 4. Quartal brachten die Militäraufträge(Filzhelme usw.� für 2000 Mitglieder Beschäftigung und Verdienst. Auch die lang sam eiusetzende Strohhutsaison, deren Beginn durch einen ohne Rücksicht auf die Gesamtlage inszenierten KonventionSkampf zwischen Fabrikanten und Händlern verzögert wurde, bot Arbeit, so daß die Zahl der Arbeitslosen von 80 Proz. im August auf 25 Proz. am JabreSschluffe sank. Besonders hart sind von der Arbeitslosigkeit die Strohhut Näherinnen betroffen worden. Die Notlage der Näherinnen wurde hervorgehoben in einer Petition deS Verbandsvorstandes an den Reichstag betr. die Einführung der gemeindlichen Arbeitslosenunter- stützung. Leider mutzte in der Petition auch konstatiert werden, daß Breslauer Fabrikanten trotz der enormen Arbeitslosigkeit Nähe- rinnen vom Auslände holten. Mus Znöustrie unö Handel. JaSmatzi-A.-G. Ein Konsortium, dem eine Reihe erster deutscher Banken und Bankfirmen angehört, hat die Mehrheit der Aktien der Georg A. Jasmatzi-A.-G. und der zu ihrem Konzern gehörigen Gesell« schnften erworben und damit der Abhängigkeit dieses Konzerns von dem bekannten, unter englischem Einfluß stehenden Trust ein Ende gesetzt. DaS deutsche Konsortium, daS nunmehr die Kontrolle der bezeichneten Unternehmungen haben wird, hat bei dem Ankauf der Aktienmehrheit darauf Bedacht genommen, daß jedwede Forde- rungen englischer Interessenten an den JaSmatzi-Konzern nicht nur während der Dauer des Krieges unbeglichen bleiben, sondern erst ge- räume Zeit nach Friedensschluß ihre Abwicklung erfahren. Der Gegen- wert der Forderungen bleibt in derZwischenzeit in deutschem Gewahrsam. Durch die Loslösung deS JaSmatzi-Konzern von dem Tabaktrust und den Uebergang der Kontrolle in deutsche Hände eröffnet sich die Aussicht auf eine Beseitigung der unerquicklichen Verhältnisse in der deutschen Zigarettenindustrie, unter denen ganz besonders die mitt- leren und kleineren Fabriken zu leiden hatten. Bekanntlich gingen seit einiger Zeit Gerüchte, daß da? Reich sich den Einfluß auf die Jasmatzi-A.-G. gesichert habe. Was die Vereinigten Staaten am Krieg verdienen. DaS Handelsamt in Washington hat soeben die Statistiken über den amerikanischen Außenhandel in der Zeit vom 1. Juli 1914 diS 1 zum 31. Januar 1916, also über die ersten sieben KrtegSmonate, veröffentlicht. Der Vergleich dieser Ziffern mit den gleichen Zeit- abschnitten des vorangegangenen JahreS gestatten eine ungefähre Berechnung des Profits, den die amerikanische Republik augenblick- lich aus dem Kriege zieht. So erhebt sich z. B. die Ausfuhr von Getreide und Mehl wöh- rend dieser sieben Monate auf 177 542 858 Scheffel in einem Gc- samtwerte von 239 479 702 Dollar im Gegensatz zu 75 310 172 Scheffeln in einem Gesamtwerte von 98 673 121 Dollar in der ent- sprechenden Periode des vergangenen Jahres. An Pferden ver- kauften die Vereinigten Staaten 114 369 Stück im Werte von 23 352 276 Dollar gegenüber 10 683 im Werte von 1 653 458 Dollar. Hier ist nicht allein die Erhöhung der Zahlen der verkauften Pferde zu bemerken, sondern auch die des Durchschnittspreises der Tiere, der von 160 Dollar auf über 200 gestiegen ist. Der Export von Konservenfleisch rst aus 36 843 363 Pfund gestiegen irrt Gesamtwerte von 5 885 541 Dollar gegenüber 2176 266 Pfund im Werte von 292 980 Dollar. Der Export frischen Rind- fleischS ist von 314 Millionen Pfund auf 43>j Millionen Pfund ge- stiegen. Der Taumtvollverkauf ist auf 836 Millionen Pfund gestiegen im Gesamtwerte von 1014 Millionen Dollar gegen 556 684 921 Pfund im Werte von 7 626 453 Dollar. Beim Studium gewisser Einzelheiten des amerikanischen Exports, besonders im Monat Januar 1915, stellt man fest, daß die Lieferungen von Waren nach Europa enorm anschwellen, während diejenigen nach Südamerika abnehmen. Gleicherweise kann fest- gestellt werden, daß keinerlei amerikanische Produkte nach Oester- reich gelangt sind und daß auch die Sendungen nach Deutschland sehr heruntergegangen sind. Als Beispiel diene folgende Tabelle: Die Vereinigten Staaten führten nach Frankreich Januar 1914 11 Millionen, Januar 1915 34 Millionen aus, nach Großbritannien 1914 60 Millionen, 1915 dagegen fast 100 Millionen, nach Italien 1914 7 Millionen, 1915 2454 Millionen; gesunken dagegen ist der Handel mit Deutschland, Oesterreich, Rußland und Japan. Der deutsche Handel ging um 28 Millionen herunter. Der österreichische ist von ungefähr 3 Millionen auf den Nullpunkt gesunken, der russische ging von 214 Millionen auf eine halbe zurück und der Handel mit Japan von 61-4 Millionen bis auf 3 Mllionen. Der Gesamtwert der allein im Monat Januar aus Amerika exportier- ten Waren übertrifft den Gesamtwert der im Januar 1914 exportierten Produkte um beinahe 64 Millionen Dollar, also über eine viertel Milliarde Mark in einem einzigen Monat. Weiterhin wird ein Bericht der Zollbehörden des Hafens von New Uork veröffentlicht, aus dem hervorgeht, daß der Hafen eine ganze ungeheure Entwickeluug durch den Krieg erfahren hat. Nie- malS hat im Hafen feit seiner Eröffnung auch nur ein annähernd so reger Schifsahrtsverkehr bestanden wie jetzt. Der Durchschnitts- wert der täglich aus dem Hafen abgehenden Frachtsendungea de- läuft sich auf 6 bis 8 Millionen Dollar. In der ersten Woche des März wurden sogar für fast 45 Millionen Dollar an Waren, Roh- Produkten usw. allein aus dem New Forker Hafen exportiert. Der Bericht schließt mit der Bemerkung, daß der europäische Krieg als solcher unleugbarerweise eine Quelle großen Verdienstes für die amerikanischen Industrien aller Handelszweig« ist. Der Schweiuefleischwucher. Auf dem letzten Berliner Viehmarkt am 21. April wurden für Schweine per Zentner Schlachtgewicht 132 bis 186 Mark gezahlt. Dabei werden in Berlin noch nicht einmal die höchsten Preise erzielt, In Südwestdeutschland und in Rheinland-Westsalen find die Notie- rungen gewöhnlich noch um 1 bis 2 M. höher. Bei diesen abnormen PreiZverhältnissen zwingt die Regierung noch die einzelnen Ge- meinden, pro Kopf für 15 M. Dauerfleischwaren anzuschaffen, ohne Rücksicht darauf, ob die Bevölkerung bereits einen erheblichen Vor- rat an Fleischwaren besitzt. In Greifswald z. B. verlangt die Re- gierung die baldige Anschaffung von Dauerwaren im Betrage von 360 000 M., obgleich der Magistrat durch Umftage festgestellt hat, daß die Bürgerschaft sich bereits für 200000 M. Dauerfleischwaren selbst angeschafft hat. Durch diese gutgemeinten, aber un- praktischen Maßnahmen werden den Landwirten noch höhere Profite zugeschanzt._ Genossenschaftliches. Die Umsätze der Konsumgeuoffeuschaften. Je länger der Krieg andauert, um so stärker erweist sich die Widerstandsfähigkeit der Konsumgenossenschaften gegenüber allen Erschütterungen deS Wirtschaftslebens. Der Januar und Februar haben für alle bisher berichtenden Verbände Steigerungen deö Um- satzes gegenüber dem Vorjahre gebracht, obwohl doch die einzelnen Familien durch die Abwesenbeit der Männer und Söhne im Felde wesentlich geschwächt sind. Nach der.Konsumgenosienschaftlichen Rundschau' setzten um verband Mmk Brandenburgischer(Februar) 3 521 293 Württembergtscher sJanuar) 2 127 534 Bayerischer(Februar) 2 347 497 1916 Mark 3 784 921 2 225 463 2 402 187 mehr in 1915 Mark 263 628 97 929 64 640 Von größeren Vereinen weisen folgende Umsatzststqerungen auf: Berlin Februar 1914: 1429 776, 1915: 1510 606 M.. Stettin Februar 1314: 214 790, 1915: 228 901 M., Königsberg Februar 1914: 140 853, 1915: 193 284 M.. Stuttgart Januar 1914: 677114, 1915: 691 598 M.. München Februar 1914: 826972, 1916: 854219 M., Nürnberg Februar 1914: 331 029, 1315: 410 121 M. usw. Einzelne Vereine haben allerdings auch Abnahmen bei Umsatzes aufzuweisen. die bis zu 40 Proz. des Umsatzes hinaufgehen. Doch find die» die Ausnahmen. Auch die Sparkassen zeigen keineswegs ein Bild wirffchast- licher Zerrüttung. Im Brandenburgischen verband« standen im Februar 401 981 M. Einzahlungen nur 151 171 M. Auszahlungen gegenüber. Im Bayerischen verband zeigte der gleiche Monat�neben 117 072 M. Einzahlungen 102 836 M. Auszahlungen, wahrend im Württembergischen verband mit 63 641 und 62 427 M. Ein- zahtungen und ÄnSzahlungen sich im Januar ungefähr die Wage hielten. Hoffentlich hält diese sehr erfteuliche Entwicklung auch weiter an. Berlin. Ted-Amt Mmitzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestratz« 80. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die ZLahlstoliv 31 von Gottlieb König, Manteuffelstrafte 47, nach Mantenffelftraße 77 bei Christian Schulz, verlegt ist. 82/1 Die OrtsTerwaltnns. iilgem. Kranken- und Sferbekasse der deutschen Drechsler Mitglieder-Nersammlungen am Sonntag, den 25. April, vormittags 10'/, Uhr: Bezirk A. Gewcrkschaftshans, Saal 9. „ B. Restaurant Ehlert, Kottbuser Str. 19. „ C.„ Schneider, Alte Jakobstr. 18/19. „ D.„ Hummel, Sophieuftr. 5. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Kassenbericht vom IV. Quartal 1914 und I. Quartal 1915. 3. Verschiedenes. 39/1 w o o i'j O v"� % «SZSAZZ ' Die besten Glücks ünsche «nsenn Kollegen Karl Löbeck% zu seinem SSjührigeu Ar- K beitsjubiläum bringen die® übriggebliebenen Verbands- S! kollegen der 12. Abt. städli« M scher Straszenretnigung. 76A$ Todes-Anzeigen I SozialilEinokratlsElierWahlverElB Neukölin. Am 21. April verstarb unsere Parteigenossin Nelene(irupö Kaiser-Friedrich-Str. 54, 4. Bezirk. Ehre ihrem Andenken l Die Beerdigung findet heute, den 24. April, nachmittags 4 Nhr. auf dem Neuköllner Gemeinde- sriedhos, Mariendorser Weg, statt. Ilm reg« Beteiligung ersucht Der Vorstand. SoÄfflliknlt. KreiswahlvErelg Kieijei'Imm. Bezirk Bernaa. Am Donnerstag starb Plötzlich der Parteigenosse kränz Boha im Alter von 43 Jahren. Wir werden sein Andenken in Thren bewahren. Die Beerdigung findet So«!- tag, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Lohmühlenweg, 2. GenossenschastShauS, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung der Parteigenossen bei der Beerdigung ersucht 243/8 Die Bezirksleitung. öeDisclierliletaliarlisiter-yerhanöi Verwallungigtelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht,, dag unser Mitglied, der Formers kugo jZomi8lo»8!lj am 21. d. MtS. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! _2)i« Beerdigung findet heute Sonnabend, den 24. April, nach. mittags 5 Uhr, von der Leichen- Halle deS Gethsemane-KirchhoseS in Nteder-Schönhausen auS statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen serner zur Nach- -T,'>8 unser Mitglied, der Schlosser Hermann Harlkopf am 21. d. MtZ. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! � Die Einäscherung findet heute Sonnabend den 24. April, nach. mittags 5 stbr, nn Krematorium in der Gcrichtstrasse statt. Rege Beteiligung erwartet 113/1 Die Ortsverwaltung. Spezialarzt Dr. med. WockenfnB, Friedrichstr. I2S,(Oranienb. Tor). tör Syphilis, Harn- u. Frauenleiden— Ehrlich-Hata-Kur(Dauer 12 Tage) Blutuntersuchung. Schnelle, sichere cohroerrloso Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Spreobstundön 11'/,— 2 n. 51/,— 8. Smith Premier Schreibmaschinen FTI auf Tage, Wochen, Monate geiSaweise gegen mäßige Gebühr. Bei Kau! Leihgebühr angerechnet. Smith Premier Schreibm.-Qea. Berlin V/, Friedrichstr. 62. i Zentral-VEFbaBil der löpler a. BeralsgenossEa DeütsclilaniLs. Filiale Groß-Berlln. Den Mitgliedern zur Kenntnis. daß unser Kollege, der Töpfer Karl Jahn (Bezirk Osten) am 22. AprÜ im Atter von 37 Jahren an Lungenentzündung gestorben ist. Ehre seinem Andeuten k Die Beerdigung findet am Montag, den 26. April, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Zenlraisried- hoseS in Friedrichsselde auS statt. Um rege Beteiligung ersucht 192/2 Der Vorstand. Zentral-Xranken- d. Sterbekasse der dEDtscben Wapbaner. Filiale 18. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Kasficrcr Karl Jahn am 22. Slpril gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 26. April, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Zentral-FriedhoseS in Friedrichsseide aus statt. Um rege Beteiligung bittet 2S7/3 Der Vorstand. Aus dem Felde der Ehre starb am 6. April mein herzensguter, unvergeßlicher Mann, treusorgen- der Bater sür unser Heinzchen, der Wehrmann 76A Gustav Neumann. DieS zeigt im Nessten Schmerz an Margarete Neumauu geb. Schnell und Söbnchen. Frau Ncumann als Mutter. Frth und August Neumanii als Brüder. Maria und Lina Neumann als Schwestern. Familie Schmidt. Familie SPaeth. Wer ihn gelannt, weiß, wat ich verloren. Möc>e ihm die fremde Erde leicht sein. Für die erwiesene Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben ManneS Albrecht Schmidt sage ich allen Bekannten und Partei- genoffen meinen herzlichsten Dank. tau Franziska Schmidt. Herren-Hoden ftrtl*«m La«tr hMheleigut,.norm VINI, | Teilzahlung gestattet j XKorzbergaCo.. Mase-Schneiderel KBos9ntüalerStr.36J X. EUg* Verwaitunösstslle Montag, den 2« April 191S: BeElrHs- Versammlungen für die gesamte Uerwaltungsltelle Berlin in folgende« Lokalen: UllrökN I Fdarniisaie, Müllerstr. 14».-ibcndS s»/, Uhr. Htzrtien' Festslile,®ch»c>tet Straße 83, abends Korden: Franke« Festaale, Badstr. 19, abends 8»/, Uhr. Moabit: Sands FeatatUe, Bensselftr. 9, abend» s»/, Uhr. Cbariottenbürg: voik»hon»,«0?««»�. s,-b-nd, sv, uhr. Tegel: awiler« Festsale, Berliner Str. 84, abends 6 Uhr. Westen oad Seliöneberg: OSteD: Comenlaasttle, Memeler Str. 67, abend» 8»/, Uhr. 1- Bestanrant«arkovakl, Psarrstrasse 74, kieillölluei g. abends 8'/, Uhr. Slralau-Rummelsliurg:?'.rc'•»•«» Qf ainancaa■ Restaurant Dröger, Lehderstrafte 12», Ecke uClUCllhCb. Berliner Allee, abends 8 Uhr. �Odeilbeiil'�e* Gewerlis�llaftshanis' E«sel«feris, Saal 1, abends 81/, Uhr. Fassage-Festsäle, Bergstraße 151/152, 8'/, Uhr. abends Nenkölln: Steglitz: Bekellkase« FeataNle, Ahornstr. 15», ilbds. 3'/, Uhr. Köpenick und Friedrielishagen: ni�n7Jrten, Friedrichshngen, Friedrichstr. 74, abends 8 Uhr. OberseboneUeide, Niedersehönewelde, Johannis- fhal n Hww• Restaurant George, Oderschöueweide, lllcll U. Uiiiy,. Wilhelminenhofstr. 44 a, abends SV, Uhr. SpändelU* �eHtacirant"ertz> Spandau, Kurstr. 21, abends Tagesordnung in allen Versammlungen: Stellungnahme;ur ordentlichen Generalversammlung. ----------- Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. � Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 112/20 Die Ortaverwaltnns. r mm und anderer gewerblicher Arbeiter (kleinerer Verslcherungsverela auf Gegenseitigkeit) in Hamburg. JttHgliedsr- Versammlungen der örtlichen Verwaltungsstellen: Berlin A: Sonntag, den 25. April, vormittag» 10 Uhr, im Lokal von Aj ahlisch, Skalitzer Straße 22. Berlin B: Sonntag, den 25. April, vormtttagS 10 Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engeluser IS, Saal III. Berlin D: Sonntag, den 25. April, vormittags 10 Uhr, bei Herrn Goebel, Putlitzftr. 10. Berlin F: Sonntag, den 25. April, v ormittag» 10 Uhr, bei Herrn I. Sachs» Lindower Straße 26. Berlin F: Sonntag, den 25. April, vormittag» 10 Uhr, bei Herrn Büttner(srüher O b i g l o), Schwedt« Straße 23, Berlin©: Sonntag, den 25. April, vormittag» 10 Uhr, in Man»? Fortunasälen, Strausberger Straße 3. Berlin II: Sonntag, den 25. April, vormittag» 10 Uhr, bei Herrn Ncidhardt, Görlitz« Straße 58. Berlin J: Sonntag, den 25. April. vormtttagS 10 Uhr, im Restaurant von Huth, Warschauer Straße 61. Frleckrlekakelcke: Montag, den 26. April, abends 8 Uhr, bei Herrn Herrmann, Caprioi-Allee 42. Xeokttlln: Montag, den 26. April, abends 8'/, Uhr, im Lokal von Albert Schmidt, Reut«ftr. 22. Tagesordnung: 1. Kassenberichte vom 4. Quartal 1914 und vom 1. Quartal 1915. 2. Neuwahl der geiamtcn Orlsverwaltung. 3. Verschiedene Kassenaiigclcgenheiten. SMS- Mitgliedsbuch legitimiert."®ffl Wir«suchen um zahlreiche» und pünktliches Erscheinen. Den Mitgliedern in Neukölln zur Kenntnisnahme: Die Zahl» stelle LÄildeubrnchftr. 86 wird während des Krieges aufgehoben. 184/2 Ble Ortsverwaltnnsen. Heideschloß Hohenbinde Idyllisch- Sommersrische X»Zum Gutcuberg-. X Amt Erkner 293. Empfehle mein romantisch an Spree und Wald gelegenes Lokal(2 Säle, 2 Kegelbahnen» zu Ausfiügen. Vereinspartien usw. Alb. L-ekmann. In erstkl�ssf�e? SFanses?-Konfefetlon ___«m TwiU, CoUl«, Sarbadla in allen Cc»chin«ck»rlcho Stoffen etc. bin ich durch Selbst- fabrikalion in eigenen WerkaWten in der Lage, meiner Kundschal' Jdegenheil zu bieten, ihren Bodan zu biISfarto preisen zu decken: Doppelrsck 7 50 56-56»roinnenstr 56-57 imSs®' II il" villi yerwacßler Eerolssenossei!. fleschSftsstelle; C 54, Mulackstr. 10 1. Zahlstelle Berlin. Fernspr.: Amt Norden 4518. Sonntag, de« 25. April 191S, nachmittags 2 Uhr, im Gewcrkschaftshans, Engelufer 15, Saal 4: General Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts, und Kassenbericht vom 1. Omartal 1915. 2. Verbandsangelegenheitc». Da in dieser Versammlung sür die Mitglieder sehr wichttge Fragen de- handelt werden, ist das pünktliche Erscheinen aller Kollegen notwendig. Eintritt nur gegen Vorzeigung des MitgticdSbncheö oder Karte gestattet. 42/9 Bio Orteverwaltnng. ist der schönste Ausflugsort? Immer noch Pichelswerder> beim Alten Freund. an der neuen Heerstraste «tetei IM, Mi am 31. Vouamdor 1914. dit öxd# t Ni&bch«ü�ezehlteg AiitleokapitAl 2. fwnele Gei�göriien uod Kupon«. 3. bei �Tdtea- und AbmchAung«- 1 Wrafö) ituft'ärzidiliche SÖhatzun wsUoh xon ») Wcdüial(mit At\«»oblnß rou b,• j«>d(J) ntrd afryeftiwliob.S des Reichs und der Boudcsstaatea.. b) ei�ebe Akzepte...... o) aigpne ZiehuDgan. d) Solawechsel der Kunden der Bank........ 5. Nestroguthabsn bei Baaken und Bankfinutn 6. Reports und Lombard« gegen böiioagßagige W ertpapiero........ 7. Yonohüsse aal Waren and Waren tw «ohiflaogen........ daVöh am BllanEtage gedeckt a) dnrhh Waren, Fracht- oder Lager«ohe!ne b) durch andere Sicherheiten.... 8. Eigene Wörtpapiero a) Anleihen und Terzinslicbe Scb�aaw.el- «aag*a d«» Reich« und der Bundesstaat ea b)«ont-vigo bei der Reichsbaak und aade�eo Zeötr�notonbaaken beleihbara Werl»- •)«onltige bÖTiengftngige Wertpapiere. d) sonstige Wertpapiere..... S. Konsortial beteiligen gen..... 10. JDauemde Beteilig an gea bei anderen Ranker� and Bankfirmeo IL Debitoren in laafender Üochnung a) gedeckte......•• b) angedeckte....... Aafierdemt Aral- und Bürgschaftadebltoreft», 15. BankgebÄudo......, 13. Lonst.gv Immobilien....., 14. Sonstige Aktiva.., 674.2«�7 «3.10- l.SN) ff 1SM<.SSS 37,787,809 142,100,065 3t K,48QjOßO 31 21.800, 8.648 b 764�59.294 217,680.021 172,07-, SSO j�aaalTa. rier Aktiva Mark 1. Aktienkapital, 2, Reserven. 3. Kreditoren a) KosiroverpLicbtungen..... b) tsu&ds der Kundschaft bei Dritten be- nüteto Kredite...... e) Gacbaben deutscher Banken and Baak- firmen....... d) Einlagen na! provisionsfreier Reohnnng. 1. ijjh erhalb 7 Tagen Sllig.. H. 867,700�1496 2. darüber hinaus bis zü 3 Monaten fällig 9 104,802,701,00 8. naflB 3 Monaten 1 iiiig....« 1S9.S00.S06. 12 «)»on�tige Kreditoren L infiOfhälb 7 Tagen fällig. M. 571,678�X66 2. darüber binaaa bis xa 3 Monaten fällig, 83l201,87&84 8. nach 3 Monaten fällig..... 62.189,747.84 4. Akxepte and Soheok« a) Akxepte........ b) noch nicht eingelöste Schecks.. Ausserdem: Aval- and Bfirgsohaftsverpfiichtungea. Eigene Ziehungen.•»•• davon für Roch- nnng Dritter. M. 340,439.20 Weiter begebene Solawechsel der Kouden an die Order der Bank.,. 5. Sonstige Passiva Unerhobene Dividende.... Dr. Oeorg von Siemens-Eond für die Beamten....... Bflckstellnng für Talon Steuer,.» Uebergangsposkon der Zentrale und der Eilialen untereinander... 5. ina IJKfljXß 2C 17X�994X3 X.1SXM.A0 707,107�87 158,198.259 7.364,449 172,497,830 403,107 48,609 8�66,588 2,2X0,000 2,968.877 il 58 23 48 148,961,123 Ü 184,383,420 96 674,610,443 86 78,7X1.666�0 284,899,309 64 101.099,652 90 172,940,241:32 64,983,695 00 88411.736 971�816 48,800,000 12 65 1— 2.688.42:i609.5H 280,000000 178.500.000 2,042,160,790 162�57,702 14,190,834 C4 41.074.482i06 bumma der Passiva Maxk s 2.633,423,609�3 Gewinn- und Verlust-Konto. Debet. An Gehälter, Weihnachtsgratifikation aa die Beamten, feste Bexng» der Direktion, allgemeine U kosten und besondere Ausgaben aas Anlass dos Krieges , Kriegsfürsorge für die zum Heere ein-' 9 berufenen Beamten...... w Wohlfahrtseinrichlungeu für die Beamten (Klub, Kantinen und freiwillig übernommene Veraicbernngsboiträge)., 9 Beamtenfürsorge Verein.... 9 Steuern und Abgaben..... , Rückstellung für Talonsteuer , Gewinnbeteiligung an den Vorstand usw. 0 Abschreibungen auf Bankgebäude,, ,»„ Mobüien... 9 Zur Yerteilnng verbleibender üabersohnss 26.946 968 1,954,010 296,660 18 1,470,246 01 4,166.064 250,0001— 848.I97f2S 1,196,2 901,2 Mark siredlt. Per Saldo aas 1913..... abzüglich der 1. Rate des Wehr-Beitrag«> „ Gewinn auf Wechsel und Zinsen. , 9 9 horten, Coupons und znr Rück- Zahlung gekündigte Effekten. , m« Effekten..*.•• »» m Konsortial-Qeschäfie.• n 9««. Provision..•• *„ aus Dauernden Beteiligungen bei fremden Unternehmungen und Koznmanditon»••* 4,986,912 31 698,496 J- 43,411,793 13 711,726 25 25,957, 327 30 8�78,781 20 84,981,045 öS »M7, 496 44 41,074,432106 78 103,025'r6 r 3.668416 31 74�484,608 75 Utark 78403,026 i06 Ser Vorstand der Deutsche« Bank K, f. Swlimsr, E. Heinemann. Paul M. Herrmann. P. Mmkiewltz. C. Miehaiowsky. 0. Sctilltter. G. Schröter. 0.«fa,, ermann. Vorit.h.nd. Bilnnz«owi. da. Gewinn- und Verlmt-Konto haben wir geprüft und mit den Büchern der Deutschen Bank übereinstimmend gefunden. Berlin, den 26. Mars 1915. Die Revisions-Kommisslo« des Aufsichtsratea. Bervo. Wtllich. Zwilgmeyar, Cervelatuurst Pfand 1.85 SchlnKenspecK Pfund 1.78 Knnsthonig 3 Pfand-Glas 1.35 Lebensmittel Verkaul nicht an Wiederverkäafer Nicht am Sp ittelmarkt Margarine 90,1.00 Pfand Pfand Reis Pfund 60 Pf. Salat s Kopf 25 pt Kalbsvorderfleisch Kalbskeule.. o—..«« SS Kalbsbrust..............«...SS Schmorfleisch m" 90 Rinderkamm........ 85 Querrippe..............«... 8S * Zasendang aat geschlossen Pf. Pf. Pt Pf. Pf. mit Knochen... Pfand Pf. unaasgeschnt. Pfand 1.©0 Rinderbrust..........«». SO« Roulade.....................«... tss Gehacktes, Gulasch«...80« HaiRmeldUnnung.....«... 1.05 Backobst Pfand«. SiM Gurken 35,43 Stck. Pf. Blumenkohl Kopf2@5 25 pf. ioo Sföct 95 pf. Salzheringe 3 Stück 2«� Pf. Teewurst..................... pumd 1,70 Mettwurst nMh..B.™:.w?lrpr� 1,65 BauerRmettwurst.......... Pk°-6 1,65 Landleberwurst.�"�<1 1.10 Rot- cd. Zwjebehifurst... ptrod 80 p<. IMiiMkeii«.78.88« 'Uüende Hechte Pfand I .00 'LehemtePlützeti«...45« uwMTimwjyrTZFr* Räucherwaren Schlei-Sücklinge........ 3 stock 20pf. Fett-Bücklinge------- 2 stact IDpt. Lachsheringe.............. 2 34�25 Pf- Sardinen ln 0»I oder Tomaten>/, Dose �>8 Pf. Matjes-Heringe st«ck12v 15, ZTp<. Junser Spinat Pfund 25 Pf. Radieschen 3 Band 20 Pf. Zitronen Dutzend 35 Pf. Blat-ftpfelslnen 65 pf. Dutzend Essäpfel Pfand 2S Pf. Verkäufe. Teppiche mit Keinem Fehler, sehr billig. Gardinen, Portieren. Stepp- decken, Tischdecken, Diwandecken, sehr billig. Vorwärtsleser 5 Prozent Nabatt. Teppichhaus Brünn, Hackeichet Marft 4(Bahnhos Börse). 24614" Monat�gardcrobeu- Hans rcr- kaust spottbillig erstklassige, wenig ge- iragene, sast neue Zackettanzüge, Gchrockanzügc, Sinokinganzüge, Frackanzüge, Ulster, Palelots. Cu- sowayanzügc, gestreiste Beinkleider, Bauchanzüge, großes Lager. Hai« pcrn, Rosenthalerstraße 4. Kein Ladcneingang. Rur eine Treppe.* Leibhans Prinzenstraße\0o lausen Sie von Kavalieren wenig getragene Jackett». Rockanzügc, Pale- tots. größtenteils aus Seide ge- arbeitet. Gelegenheitskäuse in neuer Naßgarderobe. Gold- und Silber- waren. Höchste Bcleihung aller Wert» sachen. lööZfr* Holbamsoaft 2 Verschiedenes, Nagelneuer Bettend erkaus 6,00 an! 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Oktober) durch besonderen Antrag aus diesen Notstand hingewiesen— war doch die gesamte Berliner Bevölkerung einschließlich der Vororte bis dahin ganz allein auf die beiden staatlichen Enlbindungsanstalten sin der Charilö und Artillerie- straße) angewiesen— und die Errichtung städtischer Entbindungsan st alten sim Osten und Süden der Stadt) beantragt. Zur Begründung sührte ich damals aus: Bon den jährlich in Berlin vorkommenden SO— 60 000 Entbindungen würden nur etwa 4000 in den Staatsinstituten vorgenommen! da aber die Zahl der unehelichen Entbindungen jährlich rund 6000 be- trage, so ergebe sich, daß die kgl. Anstalten nicht einmal ausreichend seien, um alle unehelichen Entbindungen vorzunehmen. Unzweisel- hast liege aber doch auch sür verheiratete Frauen öfter das Bedürf« nis vor, eine Entbindungsanstalt aufzusuchen. Infolge dieser miß lichen Verhältnisse entgingen einer großen Zahl von Frauen alle die Borteile, welche die moderne Antisepsis gewähre, und die Statistik konstatiere denn auch das betrübende Faktum, daß bei den in Privat Wohnungen vorgekommenen Entbindungen eine viel größere Sterbe lichkeitsziffer am Kindbettfieber herrsche, als dies bei den in den staatlichen Anstalten statigefundenen Entbindungen der Fall sei. Die Sladtgemeinde habe unter diesen Umständen die unabweisbare Ver pflichtung, durch Errichtung von Gebäranstalten den in ärmlichen Verhältnissen lebenden Frauen Gelegenheit zu geben, ihre Eni Bindung in einer Anstalt vornehmen zu lassen und dadurch viele von ihnen vor dem Tode im Kindbettfieber zu retten und vor Er- krankungen im Wochenbett zu bewahren. Leider hatte unser Antrag nur geringen Erfolg: eS wurde bei dem Bau des IV. städtischen Krankenhauses sRudolf-Virchow-Kranken Haus) eine Entbindungsanstalt vorgesehen, die dem wachsenden Norden gewiß willkommen war, für die übrigen Stadtteile aber, iinsbesondere Osten und Süden) wegen der allzugroßen Entfernung kaum in Frage kam. Und so hatten und haben wir denn auch bis auf den heutigen Tag noch dieselbe„Not der hilfesuchenden Schwangeren und ge bärenden Frauen', wie Professor Bumm in seiner Zuschrift an den „Vorwärts' bezeugt, dieselbe Misere, welche ich vor 23 Jahren mit Zahlen belegen konnte. Von den 47 709 Geburten in Berlin swohl- verstanden Stadt Berlin mit Ausschluß der Vororte) im Jahre 1909 waren allein 9013 unehelich, während in öffentlichen Anstalten nur 0556 entbunden wurden— also wiederum nicht einmal für die un- ehelichen Mütter Betten genug in unseren öffentlichen Entbindung»- onstalten vorhanden waren. Alles in allem verfügten wir 1909 in Berlin über 100—500 Betten in Entbindungsanstalten, nämlich 86 Betten in der Charitö<2918 Entbindungen), 81„,, Universitäts- Frauenklinik(ISIS Entbindungen), 61„ im Virchow-Krankenhaus(6S9 Entbindungen). 18„, Wöchnerinnenheim am Urban(1002 Entbindungen), 22„ in der Heilsarmee(115 Entbindungen), 60„.„ Heimstätte, Drontheimer Straße, und eine unbestimmte Zahl von Betten in den(90) Privatanstalten, die aber bisher für die unbemittelten Kreise der Bevölkerung kaum in Betracht kamen. Außerdem erblickten 109 Kinder im Asyl für Obdachlose die Welt, 18 im Krankenhaus Friedrichshain, 11 im Urban-Krankenhaus, 8 in Bethanien, 2 in der Gitschiner Straße usw. Bei diesem Mangel an Betten in den öffentlichen Eni- bindungsanstalten ist es kein Wunder, daß wir immer wieder in den Zeitungen lesen, daß arme Frauen sich von einer Entbindungsanstalt zur anderen schleppen und,„wegen Platzmangels abgewiesen, in Droschken, in Hausfluren und, wie in dem neulich von uns berichteten Fall, auf der Straße niederkommen. Ja es steht sogar zu befürchten, daß solche unsere Kultur und unsere Stadt beschämende Vorkommnisse in der nächsten Zeit sich öfters wiederholen könnten, wenn nicht schleunigst Abhilfe geschaffen wird. Seit Anfang August vorigen Jahres steht ein nach vielen Zehntausenden zählender Teil der männlichen Groß-Berliner Be- vvlkerung im Felde, Anfang April werden es somit neun Monate, daß eventuelle Konzeptionen(Befruchtungen) vor Beginn des Krieges zur Entbindung führen. Und alle diese Frauen(und Mädchen) ent- behren in dieser ihrer schweren Stunde ihres natürlichen Beistandes, ihres Mannes, sind vielfach in Not, verlassen, ohne Pflege und Hilse, so daß sehr viele von ihnen gar nicht in ihrer Häuslichkeit ent- Bunden werden können. Darum mutz schleunigst eingegriffen werden, um bei der un- genügenden Zahl öffentlicher Entbindungsanstalten diesen armen Frauen zu helfen. Bei der Kürze der Zeil und dem durch die Kriegsnot ohnebin so schwer belasteten Etat der Reichshauplstadt und der Vororte ist es ausgeschlossen, jetzt an die Errichtung neuer Entbindungsanstalten im Süden und Osten zu gehen, wie sie vor mehr als zwanzig Jahren von uns verlangt, aber von der Stadl- verordnetenversammlung in kurzsichtiger Weise abgelehnt worden sind. Dagegen ließen sich ohne Schwierigkeit in kürzester Zeit und ohne erhebliche Geldaufwendungen von der Stadt Einrichtungen schaffen, welche dem dringendsten Bedürfnis wenigstens vorläufig abhelfen. Schon wenn die im Rathaus bestehende Zentrale für den freien Bettennachweis dahin erweitert würde, daß aus allen öffentlichen und privaten Entbindungsanstalten täglich die Rapporte über die Zahl der freien Betten einlaufen und auf telephonischen Anruf den Frauen, Hebammen, Aeezten mitgeteilt werden könnte, ob Betten frei sind, und wenn außerdem durch Publikationen in den Tages- zeitungen auf die Benutzung dieser Zentrale hingewiesen würde, wäre etwas erreicht. Es ist ja nicht zu leugnen, daß es vielfach die Unkenntnis der Frauen ist, wohin sie in ihrer Not sich zu wenden haben, welche die Schwierigkeiten der Aufnahme erhöht. Die Frauen sind von alters her gewohnt, sich lediglich an die staatlichen An- stalten zu lvenden! sie müssen erst durch öffentliche Hinweise darauf aufmerksam gemacht werden, daß es noch andere, zum Teil viel leichter von ihnen zu erreichende Entbindungsanstalten gibt. Für dielen_ Zweck müßten auch unsere städtischen Krankenhäuser in Anspruch genommen werden. Wie aus den oben mitgeteilten Zahlen aus dem Jahre 1909 hervorgeht, kommen gelegentlich auch heute schon Entbindungen in denselben vor. Es müßte doch ein leichtes sein, auf den chirurgischen Frauen-Pavillons eines jeden Krankenhauses ein oder zwei Zimmer für solche plötzlichen Entbindungen offen zu halten. Endlich kämen die 90, meist wohleingerichteten privaten Frauenkliniken in Betracht, die zweifellos der Stadt zur Verfügung ständen. Prof. Bumm schlägt die Errichtung vieler kleiner Gebärasyle von 10—20 Betten seitens der Stadl vor. Auch das käme in Frage. wenn die vorher besprochenen Mittel und Wege nicht genügten. Um in dieser dringlichen Frage möglichst schnell Abhilfe zu schaffen, hat die sozialdemokratische Fraktion bei der Stadtverord- netenversammlung beantragt, den Magistrat zu ersuchen, in tunlichster Beschleunigung Einrich- tungen zu treffen, um den zahlreichen zurzeit ihrer Entbindung entgegeniehenden Frauen Gelegenheit zu geben, unter sachverstän- diger Pflege entbunden zu werden. * Wie wir erfahren, dürfte die in vorstehenden Darlegungen ge- gebene Anregung, an die Zentralmeldestelle im Rathause einen Bettennachweis für vor der Entbindung stehende Frauen anzugliedern. baldigst verwirklicht werden. Allerdings wird dadurch die Möglichkeil sür unbemittelte schwangere Frauen nicht vermehrt, denn diese privaten Kliniken nehmen vielfach nur gegen Vorausbezahlung schwangere Frauen auf oder aber sie haben verschiedene Klaffen eingerichtet, die für unbemittelte Frauen nicht in Betracht kamen. Soweit uns bekannt, ist das sogar in der königlichen Universitäts-Frauen« klinik der Fall. Die öffentlichen Anstalten sollten überhaupt den Klaffencharalter abstreifen und es sollte unter keinen Umständen danach gefragt werden, ob die ihrer Entbindung entgegensehende Frau bemittelt oder unbemittelt ist. Jeder Frau sollte Hilfe werden ohne Rücksicht auf ihre Vermögenslage. Endlich sei darauf aufmerksam gemacht, daß schwangere Krieger- frauen sich rechtzeitig und nicht erst im letzten Augenblick an das zuständige Bureau des Nationalen Frauendienstes wenden möchten, wo hilfsbereite Damen Rat und Hilfe zuteil werdest laffen. Ms Groß-öerlin. Hirkenwerüer � Summt- lllühlenbeck. Die Berühmte„Neuorientierung" im Handel und Wandel, die der Krieg mit sich gebracht hat, hat auch einen Teil der Ausflügler„umgestaltet". Man glaubt an Sonntagen in den Wäldern doch Lücken in den Scharen der Wanderer zu be» nierken, denn viele von ihnen schwingen jetzt an freien Tagen fleißig den Spaten. Mit dieser friedlichen Waffe werden jetzt Kartoffel- und Gemüseparzellen, selbst dort hervorgezaubert, wo bisher nur Kies, Steine und entleerte Konservenbüchsen gediehen. Möge der Erfolg den Fleißigen lohnen. Wir aber, die das Schicksal spatenlos gelassen hat, wollen uns mit dem Wanderstab begnügen.— Vom Vorortbahnsteig des Stetliner Bahnhofs fahren wir um 8.40 oder mit einem früheren Zuge nach Birkenwerder. Die Fahrt ist reich an Haltestellen, aber schließlich sind wir am Ziel. Wir überschreiten in Birkenwerder auf einer hohen Holzbrücke dicht am Bahnhof die Gleise und haben nun eine zerstreut mit Landhäusern besetzte Straße vor uns, die dem Walde abgerungen ist und die wir geradeaus verfolgen. Sic erreicht bald den Waldrand und durchschneidet nun als eine schnurgerade breite Schneise mehrere Kilometer weit den Forst. Diese Schneise ist das„Summtgestell". In der Mitte verrät sie sich durch holpriges, meist halb mit Erde bedecktes Pflaster als Fahrstraße. Aber nur selten fährt ein Wagen diese vtraße am Sonntag entlang, wenigstens nicht häufig genug, um den Frieden des Waldes zu stören. Was dem Summtgestell seinen besonderen Reiz gibt, ist der hochragende Kiefernwald zu beiden Seiten, der grün bemooste Waldboden und die zahlreichen Wachholderbüsche, die sein Unterholz bilden. In den verschiedensten Formen, bald als niedergedrückte Büsche, bald als schlankere, hochstämmige Pyramiden, stehen die dunkelgrünen Wachholdersträucher im Schutze der mächtigeren Kiefer. Erst in der Nähe von Summt verändert sich der Wald etwas. Er wird welliger, trockener und in Senkungen zeigen sich dafür teilweise nasse Ausläufer der mit dem Summtsee in Verbindung stehenden Sumpfwiesen und Gräben. Diese Wiesen sind wie der See eingegattert, was nicht hindert, daß die breite Seenfläche die landschaftliche Umgebung des Dorfes belebt. Die Wanderung erstreckt sich bis hierher auf etwa 6 bis 7 Kilometer, die man nicht eilig durchlaufen, sondern lieber in zwei Stunden ganz gemächlich durchschlendern wird. Summt liegt an der Südwestecke des gleichnamigen Sees; es ist eine kleine Ortschaft und jeder Zoll ein Dorf wie es sein soll. Zwar fehlt ihm noch die Kirche, aber keineswegs das Wirtshaus. Ankommende und vorbeiflitzende Radler sind fast das Einzige, was uns hier noch an Berlin erinnert. Von Summt erreicht man die von Basdorf nach Berlin führende Kleinbahn am bequemsten in Mühlenbeck in kaum einer Stunde. Man kann hier um 2,28 oder 4,49 nach- mittags abfahren, dann erst wieder um 8 Uhr abends. Un- gefähr 7 Minuten früher fahren dieselben Züge von der Haltestelle Schönwalde ab. Der Weg von Summt hierher ist doppelt länger, führt aber, über Försterei Dammsmühle am Mühlenbecker See, ständig durch den Wald. Wem aber das Summtgestell gar zu gut gefallen hat, kann es auch wieder nach Birkenwerder zurückwandern, was auch der billigste Weg ist, denn die Basdorfer Bahn hat keinen Vororttarif. Sie endet in Reinickendorf-Rosenthal, allwo man auf die zum Stettiner Vorortbahnhof führende Bahn umsteigt. Erhöhung der Mietbeihilfen. Der Magistrat Hai in seiner gestrigen Sitzung Beschlossen, die erhöhlen Winter- Unterstützungssätze für die Familien der Kriegs- teitnehmer auch über den 1. Mai hinaus weiter zu zahlen. Von demselben Tage ab soll auch eine Neuregelung der Mietbeihilfen er- folgen. Danach können Mielbeihilfen gewährt werden Bis zu 15,— Mark monatlich bei Frauen ohne Kinder, .. 12,50„„ bei Frauen mit einem Kind, ,„ 12.50„„ bei Frauen mit zwei Kindern, ,, 10,—,„ bei Frauen mit drei Kindern, „„ 10,—,, bei Frauen mit vier Kindern, »„ 10,—„. Bei Frauen mit fünf und mehr Kindern. Für Frauen ohne Kinder können die Mietbeihilfen auf höchstens 20 M. festgesetzt werden, wenn die Frauen durch Krankheit am Ar- Beilen verhindert sind; unter der gleichen Voraussetzung kann eine Frau mit einem Kind bis zu 15 M. monatliche Mietbeihilfe erhalten. Der Stadtverordnetenversammlung wird alsbald eine Vor- läge hierüber zugehen. Zum Straffenbahnunglück. Zu dem Straßenbahnunglück am Reichstagsufer erfahren wir, daß jetzt auch das fünfte Todesopfer festgestellt worden ist. Es ist eine 30 Jahre alle Plätterin Martha Friede auS der Linienstraße 88. Der Wagenführer Robert Tcschke aus Neukölln ist vorläufig von der Kriminalpolizei in Gewahrsam genommen worden. Seine Schuld ist noch nicht erwiesen; diese Frage bedarf vielmehr noch weiterer Klärung. Die Maßregel wird durch die Schwere des Unglücks begründet. Teschke selbst bleibt dabei, daß er die Bremse angezogen gehabt und daß ohne sein Zu- tun der Wagen den verhängnisvollen Schwung Bekommen habe. Die Zeugen, die gestern seine Darstellung bestätigten. hallen ihre Angaben auch heute ausrecht. Ob eine genaue Untersuchung des Wagens Klarheit über die Schuldfrage bringen wird, muß abgewartet werden. Wenn auch vieles einstweilen gegen den Wagenführer zu sprechen scheint, so ist eS doch immer noch sehr wohl möglich, daß ein bisher unbekannter Faktor verhängnisvoll mitgespielt hat.— Daß vor längerer Zeit auch ein Kraftomnibus an der Unglücksstelle auf den Bürgersteig und gegen das Ufergeländer gerannt sei, wie jetzt mitgeteilt wird, trifft nicht zu. Der Kraft- omnibus„entgleiste' nicht an jener Stelle, sondern etwa 800 Meter stromaufwärts von ihr entfernt, ungefähr 1 Meter vor der Marschall- brücke, die die Neue Wilhelm- mit der Luisenstraße verbindet. Der Omnibus mußte damals plötzlich einem anderen Wagen ausweichen und geriet so auf den Bürgersteig. Der verunglückte Straßenbahnwagen befindet sich jetzt in den Hauptwerkstätten der Großen Berliner Straßenbahn in der Ufer- straße. Er ist von den Aufsichtsbehörden in Gegenwart der Direktion der Straßenbahn untersucht worden. Die Prüfung erstreckte sich vor allem auf die technische Frage, ob die sogenannte Spurgrenze des Wagens noch vorschriftsmäßig gewesen ist. Die Spurgrenze sind die Teile des Rades, in die die Fahrrille hineinragt. Ist diese Spur- grenze zu sehr abgenutzt, dann hat der Wagen keinen genügenden Halt mehr in den Schienen und kann entgleisen, namentlich in Kurven. Von der Behörde sind gewisse Minimalgrenzen sür die Abnutzung festgesetzt worden, die aber, wie die Untersuchung ergeben hat, bei dem verunglückten Wagen noch lange nicht erreicht waren. Es wurde weiter festgestellt, daß die Bremsvorrichtung in Tätigkeit ge- setzt worden war, denn die Bremsklötze lagen noch an den Rädern. Jedenfalls hat der Führer des Wagens aber viel zu spät gebremst. Das Untergestell des Wagens ist vollkommen unversehrt geblieben und kann wieder verwendet werden. Nach Beendigung der Be- sichligung wurde dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten nochmals ein �eingehender mündlicher Bericht über den Hergang des Unglücks erstattet. Es wird von den Behörden beraten werden, welche Maß- regeln für die Zukunft zu ergreifen sein werden, um der Wieder- holung eines so schweren Unfalls vorzubeugen. Die Konzessionsbedinqungen für das Lessiug- Theater in Berlin gaben den Anlaß zu einem Rechtsstreit von grund- sätzlicher Bedeutung. Die Konzessionsurkunde, die Herr Direktor Barnowsky nach Hinterlegung der Kaution sür das Lessing- Theater vom Berliner Polizeipräsidenten im Herbst 1913 er- hielt und die sich auf die Zeit bis zum 30. Juni 1924 bezieht, besagt, daß ihm die Erlaubnis erleilt werde, im genannten Theater„mit einem künstlerischen Personal von rund 30 Per- sonen, mit einem technischen Personal von rund 35 Personen und mit einem Monatsgagcnetat von 27 000 M. Schauspiele jeder Art, mit Ausnahme von Opern und Operetten, öffentlich aufzuführen." Ferner heißt es in der Urkunde:„Die Direktion ist jederzeit verpflichtet, dem Polizeipräsidium auf Erfordern wahrheitsgemäße Angaben über die finanzielle Lage des Unternehmens zu machen, die Geschäftsbücher vorzulegen und Beauftragte des Polizeipräsidiums zur Prüfung der Geschäfts- bücher und der Kasse zuzulassen." Direktor Barnowsky fühlte sich durch diese Auflage und durch die bedingsweise Festlegung der Zahl des schauspielerischen und technischen Personals und des entsprechenden Gagcnetats beschwert. Er klagte gegen den Polizeipräsidenten beim Bezirksausschuß und beantragte, ihm eine unbeschränkte und unbedingte Er- laubnis zu erteilen. Er machte geltend, es wäre ja richtig, daß er bei den Vorverhandlungen dargelegt habe, daß es sich im Durchschnitt um dieses Personal und diesen Gagenetat handeln werde: unzulässig wäre es aber, diese Zahlen als Bedingung in die Konzession hineinzubringen. Man könne sich nicht immer an ein bestimmt umrissenes Personal halten. da Ausnahmen vorkämen, z. B. bei Stücken, die ein größeres Personal erforderten. Auch könne nicht in der Schauspiel- konzession verlangt werden, jederzeit in die finanzielle Lage hineinblicken lassen zu dürfen, die Geschäftsbücher vorzu- legen usw. Uebrigens sei er nur der Geschäftsführer der Ge- sellschaft Lessing-Theater. Der Bezirksausschuß wies jedoch die Klage ab. Er ging in der Hauptsache davon aus, daß die Bedingung, das Personal und den Gagenetat betreffend, sich aus der Be- stimniung des§ 32 der Gewerbeordnung rechtfertige, wonach die Schauspielerlaubnis nur für das bestimmte, in der Erlaubnis bezeichnete Unternehmen gelte. Auch stände der Konzessionsbehörde das Kontrollrecht über die Finanzen zu, wenn es auch nicht gesetzlich direkt festgelegt wäre. Vor dem Oberverwaltungsgericht als Berufungsinstanz vertrat am Donnerstag Justizrat Gotthelf den Standpunkt des Klägers. Vom Vorsitzenden und einem Mitglicde des Gerichtshofs wurde die Frage an den Vertreter des Polizeipräsidenten ge- richtet, auf welche gesetzlichen Bestimmungen denn das Präsidium sich für die vom Kläger angegriffenen Auflagen berufen wolle. Seine Antwort ging dahin, daß man die Be- rechtigung nur auf Grund allgemeiner Er- ivägungen aus dem K 32 der Gewerbeordnung herleiten könne. Aus weiteren Fragen aus der Mitte des Gerichtshofes ging hervor, daß diesem die Berechtigung zu den Auflagen mindestens zweifelhaft erschien. Das Obcrvcrivaltnngsgericht kam aber nach sehr langer Beratung noch zu keinem Ergebnis. Die Ent- scheidung wurde ausgesetzt. Sie wird voraussichtlich nur durch schriftliche Zustellung an die Parteien publiziert werden. Warnung vor falschen Angaben. Wegen Betruges wurde eine hiesige Einwohnerin zu drei Tagen Gefängnis verurteilt, weil sie sich durch Borspiegelung falscher Tat- sachen und Täuschung der städtischen UnterstiltzungSkommisfion bszw> deren Gcschäflöftelle uiiliercchtiglcrwcise ui den Genuß von öffent- sicher Arbeitslosenunterstützung zgl setzen wußte.— Wegen Betrugsversuchs verurteillc das Schöffengerichl einen Arbeiter, der durch falsche Angaben über seine Verhältnisse von der Landes« v e r s i ch e r u n g S a n st a l t eine Arbeitslosenunterstützung �u erreichen suchte, zu 1ö M. Geldstrafe event. drei Tagen Gefängnis. Wo bleibt die geregelte Arbeitslosenfürsorge. In unserem gestrigen Artikel sind die Unterstützungssätze die in Neukölln an Arbeitslose gezahlt werden, nicht richtig wiedergegeben. ES muß heißen: Neukölln zahlt für jede Person ö M., für ein Ehepaar 7,50 M.. für jedes Kind unter 16 Jahren 1,25 M. und über 16 Jahren 2,50 M.__ Straßenunsällc. Durch Ueberfabren getötet wurden am Donner-Z- tag der 56 Jahre alte Drechsler Wilhelm Burkhardt und der sieben Jahre alte Knabe Kurt Dümchen auS der Gubener Straße 55. Burkhardt geriet in der Oderbruchstratze unter einen Arbeitswagen und starb auf dem Wege nach dem Krankenhause am Friedrichshain. Der kleine Dümchen, der Sohn einer Witwe, wurde an der Ecke der Franksurter N?.?.e und Friedenstraße von einem Geschnflswagen überfahren und auf der Stelle getötet.— Ein eigenartiger Unfall er- eignete sich anr gestrigen Freitag, mittags gegen ls/t Uhr. in der Müllerftraße. An der Haltestelle in der Müllerstraße 16 hielt ein Straßenbahnwagen der Linie 43, um Fahrgäste aufzunehmen, als plötzlich der auf der Vorderplattform des Triebwagens stehende Schutzinann Jacob vom Wagen auf das Pflaster fiel, wo er bewußt los liegen blieb. Der Verunglückte wurde in die nahebelegene Unfallstation gebracht, wo der anwesende Arzt einen Schädelbruch feststellte. Von dort schaffte man den Schutzmann nach dem Rudolf- Virchow-Krankenhause. Zwei größere Brände beschäftigten die Berliner Feuerwehr m der Nacht zum Freitag in der Manteuffelstraße 58 und Gropius straße 5. In der Manteuffelstraße 53 stand nachts um 1'/, Uhr das Kesselhaus auf dem zweiten Hofe in Flammen, die auch den Trans� inissionSschacht im zweiten Oueraeväude erfaßt hatten und vom ersten bis zum dritten Stock wüteten. Brandinipcktor Teubner ließ sofort mit vier Schlauchleitungen angreifen und es gelang auch, die dortigen Holzbearbeitungsbetriebe wirtsam zu schützen. Die End stehungSuriache ist noch nicht ermittelt. Etwas später kam im Keller des Hauses Gropiusstraße 5 fWedding) Feuer aus, das an dem Inhalt der Kellerverjchläge reiche Nahrung fand, weshalb mit mehreren Schlauchleitungen vom 21. Zuge Wasser gegeben werden inußte. Im Kindcrhans findet wieder unentgeltlicher Unterricht in Säuglingspflege statt>nil praktischen Uebungen, wöchentlich einmal. Meldungen schriftlich oder mündlich von 2—6 Uhr im Bureau des KinderhauseS, Blumcnstr. 07._ Auskunftsstcllc für Angestellten-Versicheruttg. Der Ortsausschuß Berlin-Schöneberg für die Angestellten- Versicherung hat eine Gesckiäftsstelle tu den Räumen des Bureaus für Sozialpolitik. Nollendorsstr. 2S/36, errichtet. Es wird dort Rat und Auskunft über Fragen der Angestellten-Versicherung im Bezirk Schöneberg erteilt. Sprechstunden des Schriftführers Dienstag und Freitag von 1—2, Mittwoch und Sonnabend von 5—7 Uhr. Schluiturnen von„Fichte". Die 8. Schülerinnen- und 5. Schülerabteilung des Turnvereins„Fichte" veranstalten am Sonntag, den 25. April, nachmittags von 3—-5 Uhr, ein Schauturnen. Das turnerische Programm umfaßt: Aufmarsch, Freiübungen, Riegen- turnen und Spiele. Eltern sowie Interessenten sind hierzu herzlich eingeladen. Nachdem geselliges Beisammensein im Restaurant Kastanienallee 23._ Arbciterbilduugsschule. Heute Sonnabend, abends 8'/t Uhr, beginnt der Kursus des Genossen Emil Eichhorn: Wirtschaftlicher, sozialer und politischer Aufbau der krieg- führenden Staaten. Eintrittspreis sür den acht Abende um- fassenden Kursus 6,56 M.; für Arbeitslose ist der Eintritt unent- geltlich. Die Bibliothek ist von 7�—8'/» Uhr geöffnet. Lokal: Lindenstr. 3, IV. Hof rechts, 3 Tr. Der im Lehrplan für Sonntag, den 25. April, vormittags 10 Uhr, angekündigte Vortrag des lÄenossen Dr. B r e l t s ch e i d muß leider ausfallen. Die Tcltower Kreisschiffahrt eröffnet am 1. Mai ihren Beirieb ztvischen Bahnhof Wannsee und Bahnhof Neubabelsberg und auf der Strecke Potsdam- sSchullheißrestaurantl Neubabelsberg. Bei günsti- gem Welter werden die Fahrten nach Wannsee soweit als möglich ausgedehnt. Auf Wunsch versendet die Geschäftsstelle in Klein- Glienicke sTel. 1968) kostenfrei Fahrpläne. /tos öen Gemeinöen. Etatsabfchluft in Lichtenberg. Ter Etat wurde in der letzten Sitzung der Stadtverordnelen dcbattelos en bloc angenommen, nachdem die Versammlung einem Antrage unserer Fraktion zugestinimt hatte, wonach der Magistrat ersucht wird, demnächst eine Vorlage zu unterbreiten, in der die Verpflegungssätze des städtischen Krankcnhallses von 3,56 M. auf 3 M. pro Bett und Tag ermäßigt werden sollen. In einer Er- klärung zu dieser Etatsbewilligung durch unsere Genossen— einige beteiligten sich nicht an der Abstimmung— betonte Genosse John ausdrücklich, daß die Zustimmung nicht etwa so zu deuten sei, als ob unsere Fraktion am Haushaltsplan nichts auszusetzen finde, sondern die Annahme erfolge lediglich in Berücksichtigung der gegenwärtigen schwierigen Zeitumstände.. Gegen den Antrag auf Ermäßigung der Verpslegungssätze im Krankenhaus vermochten auch die bürgerlichen Vertreter nichts einzuwenden. Eine recht wenig entgegenkonimende Haltung nahm die bürgerliche Mehrheit gegenüber den Fragen ein, die mit der Kriegs- bzw. Mietunter- stützung zusammenhängen. Schon wiederholt sahen sich unsere Genossen gezwungen, mit bitteren Beschlverden sich gegen die viel- fach geübte unsoziale Praxis zu wenden. Sie hatten schließlich entsprechende Anträge formuliert, die eine gleichmäßige, alle Härten möglichst verhütende Handhabung der maßgebenden Grund- sätze verlangte. Die bürgerliche Mehrheit glaubte, die öffentliche Verhandlung dieser Frage werde Beunruhigung hervorrufen; sie beschloß daher, die Angelegenbeit in der geheimen Sitzung zu be- raten. Die Verweisung an die nichtöffentliche Sitzung erweckt in der Tat den Anschein, als ob man die öffentliche Beratung doch sehr zu scheuen habe. Die ganze Aktion lief jedoch darauf hinaus, die Angelegenheit zu verzögern, denn mich in der geheimen Sitzung konnte kein Ergebnis erzielt werden. Eine Kommission soll sich jetzt mit der Sache beschäftigen. � Neben dem Mictamt, gewisser- maßen als Ergänzung, ist nun auch die Errichtung eines Hypo- thekeneinigungsamtcS beschlossen worden. Zu seinen Aufgaben gehört in erster Linie die Schlichtung von Streitigkeiten zbuschen Hypothekenglänbigern und Grundstückseigentümern, soweit sie sich uns Zahlung von Hhpothekcnzinsen oder-kapital beziehen. Gültige Gemeindewahl? In der letzten Sitzung des Kreisausschusscs des Kreises Teltow wurde über die Klage des Genossen E m a l d gegen die Ge- mcindevcrtretung von Tcmpclhof verhandelt. Bekanntlich hatte Ewald gegen die im März vorigen Jahres erfolgte Wahl des i-c- kretärs Wilhelm zum Gemeindeverordnetcu Einspruch erhoben, weil sich bei der Wahl der Wahlvorstandsmitglicdcr eine so zadl- xeiche Wählerschaft xtngefunden hatte, daß sich nicht übersehen netz, ' ab alle Erschienenen Wähler waren, und der Wahlvorsteher es abtehiile, eine dahingehende Kontrolle vorzunebmen. Der Kreis- ausschnß war der Auffassung, das Verlangen des Klägers fände im Gesetz keine Stütze. Außerdem hatte Ewald noch gerügt, daß Wähler von Anhängern der bürgerlichen Parteien durch Drohungen veranlaßt wurden, an der Wahl teilzunehmen. Diesen Einwurf hatte Ewald im Laufe der Verhandlungen zurückgezogen, da die betr. Zeugen zum Militär eingezogen sind. Trotzdem ging der Kreisausschuß darauf ein und verneinte daS Vorliegen einer Wahlbeeinflussung. Ein« solche liege nicht vor, wenn die Beamten von ihren Vorgesetzten auf ihre staatsbürgerlichen Pflichten auf- merksam gemacht würden. Keine«reucrcrhöhung in Friedrichshagen. Die letzte Gemeindevertretersitzung beschäftigte sich mit der Durchberatung des Etats. Derselbe schließt ab m Einnahme und Ausgabe mit 1 252 666 M. gegen 1 237 666 M. im Vorjahre. Die Beratungen standen diesmal im Zeichen des Krieges. Trotzdem an Genieindeeinkommensteuer etwa 10 666 M. weniger angesetzt sind und der lleberschuß der Gasanstalt in diesem Jahre nur auf 32 266 M. gegen 55 860 M. im Vorjahre veranschlagt ist, soll von einer Steuererhöhung Abstand genommen werden. Indem bei einer Anzahl Darlehen die Schuldentilgung für dieses Jahr ausgesetzt wird, ist es möglich, mit dem alten Steuersatz auszukommen. Es wird beichlossen, den Gemeindezuschlag zur Staatseinkommen- steuer wie im Vorjahr ans 1t5 Proz. festzusetzen. Die Ein- kommen bis 366 M. bleiben steuerfrei. Die Zuschlüge für die Gewerbesteuer betragen für die erste und zweite Klasse 236 Prozent und für die 3. und 4. Klasse 217V2 Prozent. Bei der Grundwertsteuer werden für bebaute Grundstücke 3l/a pro Mille und für unbebaute Grundstücke 7 pro Mille erhoben. Eine längere De- batte entspann sich bei der Besoldung der Gemeindebeamten. Die Ausgaben berragen hierfür 123 866 M. gegen 117 366 M. im Vor- jähre. Da von den Beamten augenblicktich neun Polizei- und sieben Gemeindebeamten im Felde stehen, sind 6666 M. für Hilfskräfte im Etat eingesetzt. Die in dem Etat bereit gestellten Mittel für zwei neueinzustellende Beamten sollen zur eventuellen Besoldung von Hilfskräften verwendet werden. Am Schluß der Sitzung gibt Bürgermeister Dr. Stiller noch bekannt, daß bis jetzt von der Markt- kommission 112 Zentner amerikanisches Schmalz, 66 Zentner Speck, 266 Zentner Dosenfleisch als Dauerware und 56 Faß Heringe an- geschafft worden seien. In den gemieteten Kühlräumen können etwa 256 Schweine gelagert werden. Bisher sind für 86 666 M. Dauerware beschafft worden. Es wird beschlossen, der Marktkommiision außer den bereits bewilligten 56 066 M, noch weitere 175 666 M, zum Ankauf von Lebensmitteln zur Verfügung zu stellen. Arbciterausschuh für die Charlottenburger Feuerwehr. Für die städtischen Betriebe in Charlottenburg bestehen bereits seit mehreren Jahren Arbeiterausschüsse, nur die Feuerwehr war bei deren Einrichtung seinerzeit ausgenommen worden. Der Ma- gistrat hat jetzt beschlossen, auch für die Feuerwehr einen Arbeiter- ausschuß einzurichten. Doch soll die Wahl der Mitglieder erst nach Beendigung des Krieges erfolgen, da gegenwärtig der größte Teil der wahlfähigen Feuerwehrmänner im Felde steht. Ter Neuköllner Badebetrieb. Die Deputation für das Turn- und Badewesen beschloß, das Wasser der Schwimmbecken weiter regelmäßig auf seine einwandfreie Beschaffenheit beobachten und chemisch untersuchen zu lassen und bei Steigung des Besuchs der Schwimmhallen soll die Füllung der Becken in kürzeren Abständen erfolgen.— Das Sonnenbad soll in den Monaten Juni, Juli und August geöffnet sein und hierzu hergerichtet werde».— Der Bau der Sporthalle auf dein Sportplatz wird der- lagt.— Von der Einrichtung der Tennisplätze ans dem Jubiläums- sportplatz wird für dieses Jahr abgesehen. Die Verabfolgung von Bädern und Schwimmkarten an bedürftige � Schulkinder soll auch in diesem Sommer stattfinden. Während der großen Ferien sollen außerdem die beiden Schulbrausebäder wie im Vorjahre den Kindern unentgeltlich zur Benutzung geöffnet werden. Die Deputation beschloß, die Aufnahme des Stadtbades in das Verzeichnis der Bäderlteferanten der Zentralkommission der Kranken- lassen zu erwirken. Das Stadtbad soll den Krankenkassenmiigliedern sür jede Art Bäder während der ganzen Belrtebszeit geöffnet sein, nur an zwei noch zu vereinbarenden Wochentagen sollen die medi- zinischen Abteilungen von 1 Uhr mittags ab für Krankenkassen- Mitglieder geschlossen bleiben._ Kartoffel- und Heringsverkauf in Neukölln. Die KriegSnotstandskommission, Sonderausschuß II, hat in ihrer Sitzung vom 13. d. M. beschlossen, vom Montag, den 26. d. M. ab zwei neue Verkaufsstellen für den Kleinhandel mit Speise- kartoffeln im Hause Steinmetzstr. 12 und Weserstr. 203 zu errichten. In diesen neuen Vertaussstellen werden Kartoffeln bis zu höchstens 16 Pfund zum Preise von 66 Ps. abgegeben. Außer Kartoffeln gelangen auch Heringe in vorzüglicher Qualität zum Preise von 16 Pf. pro Stück zum Verkauf. Der Genuß von Heringen kann nicht genug empfohlen werden, da dieselben ihretx, Nährwert nach einen vollen Ersatz für das teure Fleisch bieten Im übrigen bleiben die städtischen Kartoffelverkaufsstellen, iitiß zwar in der Straßenreinigungsanstalt, Berliner Straße 35/33, und in der Feucrwacbe, Kirchhofftr.-14/45, in denen durch Lösung eines Gutscheines aus den Steuerzählstellen Kartoffeln zum Preise von 1,56M. für 25 Pfund abgegeben werden, bis auf weiteres lw- stehen._ ssreireltgiolc Gemeinde. Am Sonntag, de» 25. April, vormittags S Uhr, Pappel-Allee 15— 17; Neukölln,„Jdealpaffage"; Tegel. Babnhoi- ftraße 15, und Ober-Schöneweide, Klarastr. 2; Freireligiöse Vorlesung. — Vormittags 11 Nhx, Kleine Frankfurter Str. 6: Bortrag des' Herrn Dr. B. Wille:.Die Religion der Selbsterkenntnis."— Damen und Herren als Gäste willkommen._ Sriefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet sür Abonnenten Lindenstr. Z, rv. Hof rechts, parterre, am Montag biZ Freitag von i bis 7 UDt, am Sonnabend von ü bis K Uhr stall. Jeder sür den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizusügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Wonnementsauitlung beigefügt ist, werben nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in bor Sprechstunde vor. Berträgc, Echriftftüilc und dcrglcichrn dringe man in dir Sprechstunde mit. St. V. 1. Eine solche Gesellschaft ist uns nicht bekannt.— U 29. Tie gewünschte Adresse ist:.Ausschuß sür deutsche Kriegsgefangene",»r Frankfurt a. M.: Braubachstr. 3, für Hamburg: Ferdmandstr. 75.— 2rfi. H. 1000. In Terpentin ausweichen.— G. W. 20. Solcher Fall ist nicht zu unserer Kenntnis gelangt.— G. 8. 72. 1. Nein. 2. 1866 nicht. 3. 1859 unterlag Oesterreich.— M. H. 116- Teilen sie Ihre Absicht dem Rudervcrein.Vorwärts", Oberschöneweide, Wilhelmsstrand, mit. — 1000 D. Sie sind verpflichtet, den VersichernngSbeiwag zu zablcu.— I. F. 31. Wegen Erkrankungen der Haut landsturmpflichtig.— W..H. 15. Durch Polizeiverordnung ist das Ausklopfen und Allsschütteiu aus den Fenstern verboten. Die Mieterin kann, wenn Anzeige eriolgt, in Polizeistrasc genommen werden.— F. W. 25. Die Witwemente kaiiu Ihnen weder gekürzt noch entzogen werden, wenn Sie arbeiten.— R. 2. 41. 1. Nach Ablauf von 13 Wochen wird die Berussgenoflenschast bei Ihnen jedenjalls selbst ansragen, ob Sie irgendwelche Ansprüche aus Rente stellen. 2. Welche Berufsgenossenfchast für den Betrieb zuständig ist. erfahren Sie am besten im Betrieb selbst. 3. Nein.— R. 03. Dazu bedarf eS ke!ncr Zeugen; Sie können in der von Ihnen angegebenen Weife einen Leihvcrtrag abschließen.— A. 91. 1. Erneute Klage braucht deshalb nicht eingereicht zu werden. Pfändung ist möglich. 2. Ja. 3. An Privatperionen wird die Auskunft nicht erteilt, nur an DeHörden.— F. K. 39. Nein.—(S. L. 17. 1. Ja. Die versäumte Zeit muß vom Arbeitgeber in beiden Fällen bezahlt werden. 2. Zunächst den Abschlags- lohn, und nach Beendigung deS Akkords den event. aus den Arbeiter noch entfallenden Akkordüberfchnß.— F. 2t. 30. 1. Die Freigabe des Spar- kaflenbuches ist nur durch Klage zu erwirken. 2. DaS ist kein Grund zur Ehescheidung. ~ Ati&U q g Herren-- UetoerajieHer Herren~ Beinkleider Loden-Pelerinen Regen�MHnlel Sporl-An�iige p0iri0 I Maßanferligung! Kixiäben-AniBllge Jünglings~Anz;ilge Knatoen-Überzielxer Jünglings-Uberzleber Hille, Wüsche, Krawatten, Hosenträger usw. MM! SpeztaHiaus größten Maßsfabes für Herren u. Knaben-Kleidung/ ........% PW-AnM Grosse Posten «Sommer-Ulster: G zu ganz besonders• • billigen Preisen. Auch• : Elegante Anzüge: fertig und nach Mass» Teilzahlung gestattet!: • JuliusFabian* ® Schneidermeister# M 0 Gr. Frankfurter Strasse 37 II � 9 Turmstraase 18 1 • Kottbuser Str. 14 II H» •••• __ Konzerlhaus Eiskeller JB�pIedrlchshagen. Täglich: Künstler-Uiiterhaitungs-Konzert. Ansang wochentags 7 Uhr, Sonntags _ 3'/, Uhr. Eintritt frei. 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Gnrde-Reg. zu Fuß; l. und 2. Gwch 19,70 M. in der Geschäftskasse. Diesen Betrag behielt die Filralistm auf ihre Forderung hin zurück. Sie beantragte beim Kaufmannsgericht, ihr pje Berechtigung dieser Einbehaltung sowie »och ruckflaudige 2 M. zuzusprechen. Der Beklagte hingegen der« langte das embehallene Geld zurück. Er meinte, Klägerin habe kein Recht gehabt, das Geld in ihre Tasche zu stecken. Sie habe überhaupt durch ihr ganzes Verhalten Grund zur sofortigen Eni- lassung gegeben. � m j? o1 e �urde�dem Antrage der Klägerin gemäß ver« urteilt. Räch„-age der Sache konnte Frau K. den Betrag der Geschäftskasse zurückbehalten. «eine Vrrficherungspflicht für Kriegsgefangene. Mit der Verwendung der Kriegsgefangenen als Arbeiter mußte �le Frage entschieden werden, ob diese Gefangenen der Versicherung�- pfacht unterliegen. DaS Neichsversicherungsamt hat nun im Ein- vernehmen mit dem Kriegsministerium entschieden, daß Kriegs« I gefangene nicht versicherungspflichtig find, da fie keine steten Arbeiter find und mithin auch keinen Arbeitsvertrag abschließen können. Kommt ein Kriegsgefangener in einem privaten Betriebe zu Schaden, so haftet die Militärverwaltung dafür. Ueberstnudenbewillignng mit 25 Proz. Lohnzuschlag in der Schweiz. In der Schweiz sind gegenwärtig manche Betriebe der Metall-, Maschinen- und Textilindustrie so gut beschäftigt, daß sie mit lieber- stunden arbeiten müssen. Die Regierung des Kantons Solothurn hat nun beschlossen, Arbeitszeitverlängerungen nur nach Gewährung von mindestens 25 Proz. Lohnzuschlag zu bewilligen. Zur Begründung dieses Beschlusses wird ganz richtig angeführt, daß eine länger fortgesetzte anormale Arbeitszeit in der Regel eine gewisse gesundheitliche Bcnachteili- g u n g des Arbeiters zur Folge hat und daß es daher nur billig und geboten ist, den Arbeitern für jede die gesetzliche Arbeitszeit übersteigende Inanspruchnahme einen höheren Lohn, das heißt einen angemessenen Lohnzuschlag zu sichern, wie er übrigens auch im kantonalen Arbeiterinnenschutzgesetz und im neuen, aber noch nicht in Kraft gesetzten Fabrikgesetz vorgeschrieben ist. Die solothnrnische Regierung verfolgt mit ihrer Maßnahme noch den weiteren Zweck der möglichsten Beschränkung der Ileberzeitarbeit auf die Fälle, in denen Firmen nicht in anderer Weise, z. B. durch Einstellung weiterer Arbeitskräfte oder Beschaffung van mehr Maschinen oder durch Einführung des Schichtenbetriebes den Arbeitsandrang zu be- wältigen vermögen.__ Genchtszeitlmg. Alkohol und Eifersucht. Eillc' Tot der Eifersucht, die sich in der Nacht zum IE. Ok- tober v. I. in der Villa der Frau Geheimrat v. Siemens in Charlottcnbnrg abgespielt hat, führte gestern den Gärtner Karl K r o g unter der Anklage des versuchten Totschlages vor das Schwurgericht des Landgerichts III unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Pioletti. Dar Angeklagte ist verheiratet und Vater zweier Kinder.� Er war seit Jahren als Gärtner in der Siemensschen Villa angestellt, wo auch eine Frau Misera, die verwitwet und Mutter einer Tochter ist, gleichfalls seit Jahren als Pförtnerin bedienstet war. Als deren Mann gestorben war, erbot sich der Angeklagte ibr zur Seite zu stehen, tat dies auch und es entwickelte sich zwischen beiden ein engeres Verhältnis, welches sechs Jahre angedauert hat. Er liebte diese Frau und hatte im stillen den Plan gefaßt, wenn seine Kinder eingesegnet sein würden, sich scheiden zu lassen und die Frau Misera zu heiraten. Diese entschloß sich, um ihn los zu locrden, ihre Stellung jpei der Frau Geheimrat v. Siemens aufzugeben und sich um die Stellung einer Wirtschafterin bei einem Förster zu bewerben. Am 15. Oktober kam der Förster nach Charlotteiilmrg, um sich die Wirtschaftssachen der Frau Misera anzusehen und endgültige Abmachungen für ihre Anstellung als Wirtschafterin mit ihr zu treffen. Der Förster versäumte den Zug zur Rückkehr in seinen Heimatsart und nahm das Anerbieten der Frau Misera an, die Nacht in einem zweiten Zimmer ihrer Wohnung, dessen Tür sie abriegelte, zu verbringen. Der Angeklagte will nun die Absicht gedabt haben, zu seinem in Potsdam wobnenden Bruder zu fahren und sich dort zu erschießen. Statt diesen Vorsatz auszuführen, begab er sicb jedoch in ein Bierlokal, wo ein Bekannter gerade seinen Geburistag feierte. Er trank dort Glühwein, Bier und Schnaps, war äußerst vergnügt und tanzte nach den Klängen des Gramms phons lustig im Zimmer umher. Dann wurde er plötzlich sehr weh- mütig und entfernte sich mit der Aeußerung, daß man ihn nicht wiederseben würde. Er holte sich dann um Mitternacht seine Flinte, begab sich zur Wohnung der Frau M. und klopfte so lange an das Fenster, bis diese das Fenster öffnete. Sie wies ihn kurz ab und schloß das Fenster wieder. Nach einiger Zeit klopfte er noch einmal an das Fenster, die Frau öffnete wieder und als er Vor- würfe wegen der Anwesenheit des Försters erbob, erklärte sie ihm, daß der Förster ihm selber am nächsten Morgen die entsprechende Antivort geben würde. Nun legte der Angeklagte das Tesching an die Backe, es krachte ein Schuß und Frau M. rief laut, daß sie geschossen sei und floh in das Zimmer des Försters, das sie vor- harrikadierte. Der Angeklagte stieg durch das zertrümmerte Fenster in die Wohnung und als er an einem Riegel den Hut und den Mantel des Försters sah, zersetzte er den Mantel durch Messerstiche und Zerreißen mit den Zähnen, nahm beide Kleidungsstücke mit und warf den Hut auf einen Dunghaufen, den Mantel aber in einen Teich. Dann floh er in die Jungfernheide und in den Grunewald, hielt sich mehrere Tage verborgen und stellte sich schließlich selbst der Polizei. Die von ihm adgeschoffeue Kugel ist der Frau Misera, die inzwischen die Stelle als Wirtschafterin bei dem Förster migcnom inen hat, in das Kinn gedrungen und sitzt dort noch fest. Der Angeklagte ist einige Zeit in Dalldorf aus seinen Geistes zustand untersucht worden. Nach dem übereinstimmenden Gut- achten des Sanitätsrats Dr. Brav und des Gefängnisarztes Dr. Inda ist der Angeklagte von angeborener neuropathischer Konstitu- tion, auf den der Alkoholismus auch seine Wirkung ausübte,§ 51 finde aber keine Anwendung.— Staatsanw.-Assessor Richter beantragte die Bejabung der Schuldfrage unter Bewilligung wildernder lim- stände. Die Geschworenen verneinten die Schuldsragc, weil der Angeklagte sich zur Zeit der Tat nach ihrer Ansicht in bewußtlosem Zustande befand. Der Angeklagte wurde freigesprochen. Ein Kinderschänder. Ein schändlicher Lüstling, der eine Reitze kleiner Mädchen zn unsittlichen Zwecken gemißbraucht hat, stand gestern in der Person des schon bejahrten Barbiers Oskar A l t h a u s vor der 1. Strafkammer des Landgerichts l. Ter Angeklagte hatte in der Hennigsdorfer, der Raumerstratze und in der Pappelallee Barbiergeschäftc betrieben. Die Beweis. aufnähme ergab, daß er in diesen Geschäften ganz systematisch unsittliche Handlungen mit ganz jungen Mädchen, die er durch kleine Geldgeschenke an sich lockte, vorgenommen hat.— Das Urteil lautete auf 4 Jahre vlefiingnis. Ein alter Postbeamter als Feldposträuber. Die Tatsache, daß auch ein im Dienst ergrauter Post- deaniter sich an Liebesgaben für die Soldaten im Fellw ver- greisen konnte, ist leider aus einer gestern vor der 6.«straf- kammer des Landgerichts l perhandelten Anklage gegen den O b e r p o st s ch a f f ii e r Hermann K a r g e zu verzeichnen. Dieser steht seit 22 Jahren im Pojtdienjt und hat sich ine etwas zuschulden konimen lassen; er war zuletzt im Postamt C. 2 in der Königstraße beschäftigt. Zu ihrem grenzenlosen Erstaunen bemerkten seine Kollegen am Nachmittage des 4. September, daß der Angeklagte zwei Feldpostpakete verschwinden ließ, und als man ihn körperlich untersuchte, fand man in seinen Taschen noch allerlei Sachen, die offenbar auch aus Feldpostpaketen herrührten.— Der von dem Verteidiger, Rechtsanwalt Harry Pincus, avgerufene Medizinalrat Dr. Störmcr begutachtete, daß der Angeklagte infolge eines erlittenen llnfalles hochgradig nervenkrank, aber nicht geistes- trank sei. Der Verteidiger iiiciiitej daß man hier vor einem Rätsel stehe, dessen Lösung nur möglich sei. wenn mau die Tat als Aus- gevurt eines zerrrüttete» Nervensystems betrachte.— Staats. anwalt Ortlieb beantragte wegen 7 Fälle der Amtsuuterschlagung 1 Jahr 9 Monate Gefängnis; das Gericht erkannte aus 1 Jahr Gefängnis bei sofortiger Verhaftung., �' Ein Hausbesitzer vor dem Reichsgericht. Mit welcher brutalen Rücksichtslosigkeit einige Hanswiric gegen Kriegerfrauen vorgehen, zeigte eine am Donnerstag vor dem Reichsgericht verhandelte Strafsache. Die begleitenden Umstände des Falles führten zu einer hohen Verurteilung des Hausbesitzers. Der Hausbesitzer Friedrich Daube ist vom Landgericht Frank- furt a. M. am 13. Januar wegen Beleidigung des preußischen Heeres zn 6 Monaten Gefängnis verurteilt, dagegen von der An- klage wegen Majestölsbeieidigung sr-eigesprochen worden. Der Angeklagte ist Eigentümer des Hausgrundstücks Fahrgasse 28 in Frankfurt. Die Wohnung des dritten Stockwerks hatte er ver- mietet an die Eheleute R. Als nun kurz nach Ausbruch des Kriegs der Ehemann 3i. als Landwehrmann eingezogen ttmrde, geriet die Frau in Gcldschwierigreiten, so daß sie die Miete, die stets monat- lich vorauszuzahlen war, nicht bezahlen konnte. Sic erhielt zwar eine Kriegsunterstützung, jedoch brauchte sie dies Geld notwendig zu ihrem und ihrer Kinder tlnterhalt. Der Angeklagte trug jedoch dieser Notlage keinerlei Rechnung, sondern drängte Frau R. un- aufhZrlich aus Zahlung der Miete, während Frau R., soweit es in ihren Kräften stand, den Angeklagten durch kleine Teilbeträge einstweilen zufriedenzustellen sich bemühte. Der Angeklagte ver« langte jedoch immer energischer sein Geld und erschien deshalb am 2. September abermals in der Wohnung der Frau R. Dieser hielt er zunächst vor,— daß das Geld, das sie von der Kriegsfürsorge erhalte, zur Bezahlung der Miete bestimmt sei. Als ihm daraus Frau R. erwiderte, daß sie das Geld für sich und ihre Kinder brauche, meinte der Angeklagte, ihr Ehemann könne doch— seine Löhnung ans dem Felde hereinschicken; dies tue der Mann aber nicht, vielmehr trage er sein Geld zn„Weibern". iDer Angeklagte gebrauchte einen hier nicht wiederzugebenden Ausdruck.� Ferner meinte er, die anderen Soldaten, ja sogar die Generale täten das- selbe, und wenn ein Soldat manchmal ein kleines Weh am Fuße habe, so melde er sich krank und verlange Unterstützung. Als Frau R. ihn ans das Unpassende seiner Aeußerungen hinwies, ließ cr sich noch zu unflätigen Aeußerungen gegen die Person des Kaisers hinreißen. Auf einen vom preußischen Krieasmimsterium unterm 26, September gestellten Strafantrag hin hatte sich der Angeklagte wegen Beleidigung des deutschen Heere? und wegen Majestätsbeleidigung zu verantworten. Das Landgericht hat den Angeklagten von der Anklage der MajcstätSbeleidigung freigc- sprachen, da cs das erforderliche Moment der Uebcrlegung nicht vorliegend erachtete. Dagegen hat es den Angeklagten einer Be- leidig, ing des preußischen Heeres fiir schuldig befunden und bei der Strafzumessung als erschwerend in die Wagschale geworfen, daß der Angeklagte die beleidigenden Bemerkungen über das Ver- halten der Soldaten im Felde aus„kleinlicher Sorge um seinen Geldbeutel" gemacht habe und die„unflätigen Aeußerungen ein Ausfluß niedriger Gesinnung" seien. Gegen das Urteil hätte der Angeklagte Revision eingelegt. Diese wurde am Donnerstag, dem Zlntrag"des Reichsanwalts entsprechend, verworfen. Es wäre zu wünschen, daß die Bcbärden in allen Fällen der rücksichtslosen Bedrängung durch Hausbesitzer den Kriegerfrauen energische Hilfe angedeihen ließen. Das fortwährende Bedrängen von Familien, die auf die Kriegsunterstützung angewiesen sind, zeugt sicherlich nicht von hoher Gesinnung. Ins- besondere die Mieteinigungsämter sollten ihre Aufgabe nicht dahin auffassen, den Frauen zuzureden, von der bei den jetzt- gen Lebensmittelpreisen sicherlich nicht reichlichen Unter- stützung für Miete etwas zurückzulegen. In erster Linie muß die Ernährung der Frauen und ihrer Kinder stehen. Mus aller WM. In Stunden ergraut. Der„Vollssreund" in Brünn veröffentlicht aus einem Feld- postbriefe die folgenden Zeilen: Eines TageS erhielten wir früh den Befehl zum Sturmangriff. Auf das verabredete Zeichen sprangen wir aus den Schützengraben und liefen in wilder Hast gegen die serbischen Stet lü n g e n. Die Serben aber, die den Zweck unseres lebhaften Artilleriefeuers, das einige Stunden vor dem Sturm eingesetzt hatte, wohl erlamrt hatten, waren auf der Hut. Wir hatten kaum einige Sätze von unserem Schützengraben aus nach vorwärts gemacht, als uns ein Hagel von Geschossen empfing. Rechts und links fielen die Kameraden vom feindlichen Blei getroffen. Unter diesem mörderischen Blei war es unmöglich, die Hindernisse zu beseirigen und es blieb uns nichts anderes übrig, als m unsere Schützengräben zurückzukehren. Die Serben schössen wie toll und mancher schon am Boden liegende Verwundete wurd» nochmals getroffen und getötet. � Die Nacht brach an und das Feuer hatte nachgelassen. ES mochte etwa gegen 11 Ilhr gewesen sein, da hörten wir vor uns ein Geräusch, wie wenn sich uns jemand nähern würde. Wir blickten durch unsere Schießscharten und sahen im Dunkeln die nebelhaften Umrisse einer Gestalt, die sich uns kriechend nähert. Wir halten vom Schießen inne und sehen gespannt� der Gestalt entgegen. Sie kommt immer näher; sollte es gar ein serbischer Spion sein? Wir Ivaren schußbereit. Endlich war die Gestalt soweit, daß wir nun schon das leise Jammern vernehmen konnten.„Nun ist kein Zweifel mehr, es ist sicher ein verwundeter Kamerad, der sich unter dem Swutze der Dunkelheit nähen sagte mein Freund. Beide springen wir nun ans dem Schützengraben und tragen den Verwundeten hinab. Es war unser braver Franz... Wir labten ihn und verbanden ihm die. Wunde und behielten ihn bis zum Mvrgen bei uns. Doch welch ein Anblick bot sich uns dal Sein Haar war innerhalb weniger Stunden ergraut. Sechzehn Stunden lag er auf offenem Felde zwischen lauter Leichen und durfte sich nicht rühren, um nicht von der einen oder anderen Seite erschossen zu werden. Ein vorbildlicher Bürgermeister. Der Bürgermeister von Kautendorf lOberfranken), Johann Ludwig, hat bei Auf- „ahme der Mehl- und Getreidevorräte 75 Zentner Roggen und 120 Zentner Haser angegeben, während bei der Nachprüfung l>8 Zentner Roggen und' 169 Zentner Hafer festgestellt wurden. Er enlschuldigte sich mit Mangel an Zeit beim Abschätzen. Das Urteil lautete auf 600 Mark Geld st rase. Tie Tat eines Wahnsinnigen. Ein Stallschweizer in F i e n st e d t(Bezirk Halle) schloß sich auf dem Boden des Wohnhauses ein und begann aus den Dachluken auf alle sich Nähernden zu feuern. Durch die Schießerei wurden sechs Personen verletzt, darunter auch ein Gendarmeriewachtmeister. Schließlich wurde das Haus gestürmt und der Täter durch einen Kopfschuß getötet, nachdem er noch das Wohnhaus angezündet hatte. Ans da? Sturmläuten der Glocken eilten die spritzen der benachbarten Ortschafte» herbei und ihnen gelang es, den Brand ein- zudämmen. Zwei Aerzte leisteten den unglücklichen Opfern Beistand; man hofft, daß sie wieder hergestellt werden. Wegen Unterfchlagung verhaftet. Paris, 23. April.„Matin" meldet aus Eherbourg: Wegen Unterschlagung großer für die Armee bestimmter Fleischlteferungen sind fünfzehn Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten verhaftet worden. Jugenöveranftaltungen. WpulÄflit. Sonntag, dkn 25. April 1015, abcndz 6 Uhr(Eröffnung f» Uhr,, m dcn Passagefestjälen. Bergstraße: Fainilicnabend, beitchend aus tl-chtbiltirrrortiag. Konzert. Oiezitation, Gesang und turiicri>chcii Au' suhrungcn. Etnlntt Iugendltche 10 Ps.,""..... Erwachsene 15 Ps. Eingegangene Druckschristen. Heft i bot»Neuen Zeit« Pom 23. April hat folgenden Inhalt: Kurt Eisner: Treibende Krätle.— K.»autSky: Zwei Schrillen zum Umlernen.(Fortsetzung.)—Heinrich C u n o w: Vom Wirtschasts- marlt.— Friedrich K I e e i S: Die Fürsorge sür die Hinterbliebenen der gefallenen.Kriegsteilnehmer.— Literarische Rundschau: Richard Woldt Taschenbuch der Lustfloticn mit besonderer Berücksichtigung der Kriegs. Lustfiotten. Die Regelung de? Arbeitsnachweises. Stenographischer Bericht über die Verhandlungen der Konjeeenz vom 10. Februar 1915. Heraus. gegeben van der Äeneralkommission der Gewerkschaften Deutschlands Für Gewerlschastsmitgliedec 23 Ps, im Buchhandel 50 Ps. Selbstverlag der Gcneralkommisston, Berlin SO 10. TaS Federl am Hut. Roman von H. Schrolt-Fichtl. 3,50 M geb. 4,50 M. Grethlew u. Co.. Leipzig. Die Parteien nach dem Kriege. Von P. Harm».(Zw. Krieg und Frieden Ztr. 21.) Brosch. 80 Ps.@. Hirzel, Leipzig. Die Kriegsgefangenenlager in Frankreich, Korsika. Algerien und Tunesien. Mitteilungen und Berichte des Delegierten Oberstl. Di. C.». Marval. Illustriert. 16 G. Gebr. Attinger. Ncuchatel(Schweiz). Deutsche Kriegslieder. 1. Hcst. Ausgewählt von Jobann Albrecht Herzog zu Mecklenburg. 40 Ps. K. F. Koehler, Leipzig. Tic Abwehrkritfte beS Körpers. Von H. Kämmerer.(Aus Nawr »nd Geisteswelt Band 47g.) 1 M., geb. 1,25 M. B. G. Teubner, Leipzig. Jahresbericht der Hauptverwaltung des Berbandes der Gast- wirtsgehilfen 19U. 140 6. Selbstverlag des Verbandes. Berlin di. 24. Stuttgarter Reliefkarten Ar. 22. Hochvogesen Blatt 1: Münster., Lauch-, St. Amar intal.— Nr. 23. Ostpreußen und russisches Grenz. gebiet bis an die Ostsee.— Nr. 24. Hochvogesen Blatt 2: Breusch-, Leberau« und Kavserberger Tal mit st. Diö.— Einzclkarte 25 Pf. Franckh, Stuttgart. Ter Krieg 19UI15 in Wort und Bilb. Heft 22 und 83. Jede Woche ein Hest, 30 Ps. Bong u. Ko., Berlin W. 57. Strophen im Krieg. Ein Flugblatt von B.Frank. 40 Ps. A. Langen, München. Unsere Fachschulen. Adretzbuch der Hoch, und Fachschulen sür Technik, Kunst, Landwirtschast, Handel und Gewerbe in Deutschland, Oefterrciai und der Swweiz. 1 M., geb. 1,80 M. Franckh, Stuttgart. Wachtfeuer. Künstlerblätter zum Krieg 1914/15. Nr. 27 und 28. Einzelnummer 20 Ps.„Der Zirlel", Berlin W. 66. Köniien wir Kricgswaiseu der Armenpflege überlaffen? Von I. Landsberg.(Beitr. z. Kindersorsch. u. Heilerz.) 25 Ps. H. Beyer u. Söhne, Langensalza. Deutscher Schwertsege». Bon Pros. D. A. Dethmann. Geh. 60 Ps. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direltion über den Großhandel in den Zentral-Markthallen.(Obne Verbindlichkeit.) Freitag, dcn 23. Zlpril 1915. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, Ochsenfleisch la 87—100, do. IIa 78—86, do. Ella 70—77; Bnllenfleijch la 80—90, do. Ha 74— 80; Kühe, seit 76— 89, do. mager 62— 73, do. dänische 58— 71; Fresser 64—80, Fresser, dänische. 60—68, Bullen, dänische, 65— 75; Kalbfleisch, Doppellender 132—142; Masllälber la 105—120, do. IIa 70— 95; Kälber ger. gen. 50- 65 do. dän.60— 6s. Hammelfleisch: Mastlämmcr 98— 106; Hammel la 92—97, do. IIa 87—92; Schafe 93—98. Schweinefleisch; Schweine, feile 00—00, sonstige 90—128, dän. Sauen 00—00, dän. Schweine 00—00.— Gemüse, iliiändifches: Kartoffeln, Dabersche 50 kg 0,00; weiße Kaiserkronen 0,00; hlagrium bonurn 0,00— 0,00; Wöstmann 0,00; Porree, Schock 0,80—1,50; Sellerie, schock 4,00— 12,00; Spinat 50 kg 10,00—20,00; Mohrrüben 6,00—8,00; Wirfingkohl Schock 0,00—0,00; Wirsingkohl 50 kg 0,00-0,00; Weißkohl Schock 0,00—0,00, Weißkohl 50 kg 19,00—20,00; Rotkohl, Schock 0,00-0,00; Rotkohl 50 kg 0,00 bis 0,00; Kohlrüben Schock 6,00—14,00; Märkische Rüben 50 kg 10,00—18,00. Rosenkohl 50 kg 35,00— 40,00, Meerrettich Schock 7,00— 14,00; Peterfilienwurzel Schockbund 4,00—6,00; Zwiebeln 50 kg 20,00—25,00, Rhabarber, Hamburger, 100 Bund 6,00—11,00, desgl., Hamb, 100 Stangen 13,00— 16,00, desgl., biesiger, Schockbund 6,00— 7,00. Radieschen Schockbund 2,50—3,00. Waldmeister Mandel 1,00—1,10. Gurken, Gorgaster, 100 Stück 20— 33. Morcheln 50 kg 70— 85. Slpfelfincn: ualienische 50 k" 16,00—20,00, dilo 200 St. 12,00—14,00, dito 300 St. 13,00—16,00, Murcia 200 St. 12,00—15,00, dito 300 Stück 12,00—16,00, Messina 160 St 11,00—14,00, 200 St. 12,00-14,00, 300 St. 12,00—15,00. Meifina Blut. SO St. 8,50—9,00, do. 100 St. 8,00-10,00, do. 150 St. 8,00—11,00. Spanische 420 St. 20,00—32,00, do. 714 St. 26,00—35,00, do. 1051 St. 30,00-44,00, do. 420 St. large 26,00—33,00. Wettcrausüchteil für das mittlere Rorbdeutschland bis Sonntag mittag. Kühl und vorwiegend trübe, mit öfter wiederholten, im Südosten noch oielsach starken, in den anderen Gegenden schwächeren Niederschlägen; nachher im Nordwesten zeitweilige Äusheitcrung. W» Feldbrief-Mappe enthaltend 5 vorschriftsmäßig bedruckte Feldpost-Briefumschläge nebst Briefbogen, 5 vorschriftsmäßig bedruckte Postkarten Preis 10 Pf. Buchhandlung Vorwärts JLindenstr. 3. Dresdener Strasse 4® Kottbuser Tor Jackett-Anzüge Rock-Jacketts 2/5 M. bis SS M. 40 M. bis 7S M. Sommerüberzieher 27«.«. 65 m. Charloltenburg. Rein seit 18 Jahre« bestehendes Zigarrengeschäft Wilmersdorser Straße 130, habe ich jetzt nach 41, ÄrantenkassenhauS, verlegt. 297 B' Franz Schmidt. LT- Mtwulfltitj «Dtlta 5ce|f 2/0' 5�6 Buchhandlung �Vorwärts! i Berlin EW. 68, Lindenftraße 3 j MSle des VMleses Lest 1. Das Zarenreich, 75 Pf., VereinSauSg. 30 Pf. 0 2. Die Türkei und Aegypten, von Seinrich Cunow, 75 Pf., Vereinsausgabe... 30 Pf. herausgegeben von Eduard Bernstein. Äest I. Da» deutsche Weißbuch....... 30 1 , Z Da» englische Blaubuch t...... 30 � . 3.... 2...... 50 Pf. , 4. Da« russische Orangebuch...... 30 Pf. „ S. Da» belgische Graubuch....... 30 Pf. , 6. Da« Gelbvuch Frankreichs t.... 30 Pf. Die deutsche Sozialdemokratie und der Welt- trieg. Von Dr. Paul Lensch.. l,— Mk. Vereinsausgabe 40 Pf. Partei-Zusammenbruch? Ein offenes Wort zum inneren Parteistreit. VonÄeinrich Cunow 75 Pf. Vereinsausgabe 30 Pf. Krieg und Sozialdemokratie. Von Konrad Äaenisch............... 25 Pf. Die Zuternationalität und der Krieg. Von Karl KautSky, 50 Pf., Vereinsausg. 20 Pf. Nationalstaat,Imperialistischer Staat und Staatenbund. Von Karl Kautsky 50 Pf. Imperialismus«.Demokratie. Von Heinrich Laufenberg und Fritz Wolffheim.. 30 Pf. Zwei Reden, l. Die Kriegssitzungen d. Deutschen Reichstags. Von Karl Äildenbrand. 2. Die politische Zukunft Deutschlands und die Sozial- demokratie. Von WolfgangÄeine. 20 Pf. Kultur und Nation. Von W. Äeine 15 Pf. Die sozialistischen Errungenschaften der Kriegszeit. Von Liugo Äeinemann 15 Pf. Gegeu die Quertreiber! Von W. Äeine 20 Pf. Deutsch-Franzöfisch. Sprachbüchlein für Feld- soldaten, von Georg Davidsohn... 15 Pf. Deutsch-Poluisch. Sprachbüchlein für Feld- soldaten 13 �Ps. Kriegführung, Heer und Flotte. Militärische FachauSdrücke, von E. Däumig... 10 Pf. Das Recht während des Krieges.. 30 Ps. Die Versorgung der Kriegsteilnehmer, ihrer Familien und ihrer Hinterbliebenen 30 Pf. Kommunale Kriegsfürsorge. Von Paul Hirsch l,— Mk. Vereinsausgabe 50 Pf. Krieasfürsorqe in Berlin und Vororten. �'_ 30 Pf. vlese Schriften sind auch durch die vorwärlsausgabesicllen zu beziehen. avsschvridkv und»usbewahrm! Feitungs-Ausgabestellen unö Inseraten-Annahme. ». s. 4. S. Zentrum: Albert H a b ni s ch, Ackerstr. 174, am Koppenplatz. Geöffnet von 11—!>/, und von 4l/(— 7 Ubr. Wahlbrci»: S. und BW.: Gustav Schmidt, Bärwaldstr. 42, an der Gneilenaustraße. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. Wahlkrela: St. Fritz, Prtnzenftr. 31, Hos recht» pari. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Wahlbrei*: Osten" Robert Wenge IS, Martusstr. 36. Geöffnet von 9—2 und von 4—7 Uhr.— Karl Melle, PeterSburgerplatz 4 (Laden). Geöffnet von 9—2 und von 4—7 Uhr. Vt ahlbrels, Südosten: Paul Böhm, Laufitzerplatz 14(15. Geöffnet von 9- 2 und von 4— 7 Uhr. Wahlkrei*: Leo Zucht. Jmmanuelkirchstr. 12(Hos). Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/»— 7 Ubr. 6. VI ahlkrei* Oloablt): Solomon Joseph, Wllhelmshaoener Straße 48. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. H c cid Ing;: I. Hönisch, Müllerstr. 34» Ecke Utrechter Str., Laden Geöffnet von 9—2 und von 4—7 Uhr. Ilogenthaler und Oranlcnbursrer Vorstadt: tL Wolgast Watislraße S. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. Gcsnndbrnnnen: Fischer, Bastianstr. 6, Laden. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. Sehiinhanaer Vorstadt: Karl Mars, Greisenhagener Str. 22. Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr. �dlersbok: Karl Schwarzlose, Btsmarckstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. .Alt'tiilleniebe: Wilhelm Dürre, Köpenicker Str. 6. Hanmsebalenrves;: H. Hornig, Marienthaler Str. 13, I. v ernan, Ikttntzxental. Zepernleb, SebOnone, SchOn- brüch und Hoch: Heinrich Bro se, Mühlenstr. 5, Laden. Sobnsdork, lb'albenbers; und Valbenborst: Paul Gens ch, Bobnsdorj, GenossenschastShau».Paradies-. Vbarlottenbnrs;: Gustav Scharnberg, Desen heimer Str. 1. Ge- öffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. Elchwalde, Schniöckwltr: O t t a r Mahle, BiSmarckstr. 4. Erb n er, en-Zlttan: EmilJwang, Scharnwcbcrstr. 10. Eredersdork-retersbasien, Ez;s;ersdort: Nfsenwasser, Petershagcn. Erledenaa, SteUlltn, KUdende,<3r»U- Elebter�elde, Eankwlts: H.» e r n s e e, Alsinftr. 5 in Steglitz. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Erledriebsbatren, Fichtenan, Rahnsdorf, Schöueiche, Kl.-Schönebeck: Ernst Werkmann, Friedrichshagen, Köpe- nicker Straße 18. Grünau: Franz Klein, Friedrich str. 10. »lobannlstbal, Rudow: Max Gonjchut, Parkst:. 23 K arlshorst: LSkar Schaarschmidi, Auguste-Viktoria�tr. 18. Könlss-� asterbausen, Wildau, BTlederlehme; Friedrich B a u m a n n, Bahnhojstr. 2, Eingang BeeSkowcr Straße. Köpenick: Emil W i ß l e r. Kietzerftr. 6. Laden. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Eicbtenbcrz; I Friedrichsfelde. Hohenschönhausen: Otto Seikel. Wartenbergstraße 1(Laden). Geöffnet von 8'/,— 2 und von 4'/,— 7 Uhr. lilcbtenberg; II, Rnnimelsburjx, Stralau: A. Rosenkranz, Att-Boxhagen 56. Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Zlablsdorf, Kaulsdorf, Rlesdorl: P. Heßberg, Skauli« bors, Ferdinandstraße 17. Mariendorf: August Leip, Cbauffeestr. 29. Marlenfelde: Emil W e i n e r t, Berliner Str. 114 II. Xenentaagcn, Hoppegarten; Gustav Bergmann. KönigZallee Ecke Ganenstraße. ?keukölln: M. H e i n r i ch, Neckarftr. 2. im Laden. Geöffnet von 9—2 und von 4—7 Uhr; Neukölln, Britz: Rohr, Siegfried straße 23/29. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. IXieder-Schöneweide: Wilhelm Unruh, Brückenstr. 10, II. X owawes: Karl Krähnberg, Friedrichkirchplatz 27. Ober-Schöneweide: Aisred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Lade». Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Fankow. Xledcrschönhansen, Nordend, Frz.-Bnch- holz, Itlankcubarg: Riß mann, Mühlenstr. 30. Geöffnet von 11—!>/, und von 4'/,— 7 Ubr. Reinickendorf- Ost," Wilhelmsruh und Schönholz: P. E u r s ch, Provinz str. 56, Lade». Geöffnet v. 11—1'/, u. 4'/,— 7 Uhr Schenke Ii dort b.Königs.WusterHausen: Ehr. H a» t s ch l e, Dorsstr. 10 Sohöiieberg: Wilhelm B ä u m l e r, Martin Lutherflr. 69, im Laden. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. Spandau, Nonnendamm, Staaken, Seegefeld und Falkenhagen: Koppen, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis L Uhr abends. Tegel, liorsigvratde, Wittenau, Waidmannslnst, llermsdorf. Hohen- Xeuendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Reinickendorf- West: Paul K i e n a st. Borfigwalde, Räujchstraße 10. Geöffnet von 11— 1'/, n. von 41/,— 7 Uhr. Teltow: A. Schulze, Linden str. 17. Tempelhof: Ivb. Strohn, Borussiastr. 62. Treptow: Rob. Gramenz. KiesHolzstraße 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. WeiUensee, Heinersdorf: K. Fuhrmann, Sedanstr. 105, Part. Geöffnet von 11— 1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Wilmersdorf, Ualensee, Schmargendorf: Paul Schubert, WilhelmSaue 27. Xenthen, MIersdopf: Ernst Hüttig, Zeuthen, Miersdorfer Str. 14. lZossen: M a l u j ch e t, Marltpr. 5. Sämtliche Partefltteratur sowie alle wiffenschasllichen Werke werden zeliesert Sonntags sind die Ausgabestelle« geschloffen. Brikett ist fttr Ofsnhelniic am bastan and am blllldatent Eraeholnt wCchontlloli einmal | Bezugsquellen« Verzeichnis Berlin-Süden: UntenstekeBde J Geschäft« empfehlen sich j bei Einkäufen i)8lR6.Frochtsane.LiR0r.� iE.& m. Les/dicke jlWanteuffelatr. 56 Ali-Giienike t�BäcKer-D. Konditoreien� Bscherei üordstern Inh. Gast. MOlIer Fllltlm Im Sidtii, Oiteg t. 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Druck u-Bertag; Vorwärt» Buchdruckerci u. Verlagsanstalt Paul«ingcr& S°.. Berlin SW.