Nr. 114. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 m, monatt. 1,10 m möchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Cinzelne Summer 5 fg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Gingetragen in die Post Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, umänien, Schweden und die Schweiz Sribeint täglich. 6 Montagsausgabe 5 Pfennig Vorwärts 32.Jahrg. Dle Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 fg.. für bolitische und gewertschaftliche Bereins und Versammĭnungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das fettgedrudte Sort 20 fg.( zuläfftg 2 fettgedrudte 28orte), jedes writere Wort 10 Big.. Stellengesuche und Schlafftellenan zeigen bas erste Wort 10 Pfg.. jedes meitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buch. ftaben zählen für zwei Borte. Inserate. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 151 90-151 97. Montag, den 26. April 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 151 90-151 97. Erfolgreicher Vorstoß auf den Combres- Höhen. Fortschritte vei pern Bertreibung der Ruffen aus dem Orawa- Tal. Meldung des großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 25. April 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Vpern errangen wir weitere Erfolge. Das am 23. 4. eroberte Gelände nördlich von Vpern wurde auch gestern gegen feindliche Angriffe behauptet. Weiter östlich setzten wir unseren Angriff fort, stürmten die Ferme Solaert südwestlich von St. Julien, sowie die Orte St. Julien und Kersselaere und drangen siegreich gegen Grafenstafel vor. Bei diesen Kämpfen wurden etwa 1000 Engländer gefangen genommen und mehrere Maschinengewehre erbeutet. Ein englischer Gegenangriff gegen unsere Stellung westlich von St. Julien wurde heute früh unter schwersten Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Westlich von Lille wurden Angriffsversuche der Engländer durch unser Feuer im Keim erstickt. In den Argonnen schlugen wir nördlich von Le Four de Paris einen Angriff zweier französischer Bataillone ab. Auf den Maashöhen südwestlich Combres erliffen die Franzosen eine schwere Niederlage. Wir gingen hier zum Angriff über und durchbrachen in einem Ansturm mehrere hintereinander liegende französische Linien. Nächtliche Versuche der Franzosen, uns das eroberte Gelände wieder zu entreißen, scheiterten unter schweren Verlusten für den Feind. 24 französische Offiziere, 1600 Mann und 17 Westlicher Kriegsschauplah. Geschütze blieben bei diesen Kämpfen in unserer Hand. Zwischen Maas und Mosel kam es sonst nur an einzelnen Stellen unserer Südfront zu Nahkämpfen, die bei Ailly noch nicht abgeschlossen sind. Im Priesterwalde mißglückte ein französischer Nachtangriff. Englische Friedenswünsche. Die Hoffnung der englischen Handelsbourgeoisie, der nun schon fast neun Monate dauernde Völferfrieg werde Deutschland aushungern, seine Industrie ruinieren, seinen Handel bernichten und England die Gelegenheit bieten, sich der deutabge- schen Absatzgebiete in fremden Landen zu bemächtigen, erweist sich immer mehr als eine Chimäre. Leidet auch zweifellos Deutschlands Wirtschaftsleben unter dem opfervollen Kriege, so nicht minder das Wirtschaftsleben Englands. Der künftige Wirtschaftsstörung, soweit überhaupt von einem solchen gesprochen werden kann, ist nicht England, auch nicht dessen Kolonialreich, sondern der große Konfurrent jenseits des Atlantischen Ozeans: die Vereinigten Staaten von Amerika. In den Vogesen behinderte auch gestern Nuznießer der durch den Krieg herbeigeführten gewaltigen starker Nebel die Gefechtstätigkeit. Deftlicher Kriegsschauplah. Die Lage im Osten ist unverändert. Zwei schwächliche Angriffe der Russen westlich Ciechanow wurden abgewiesen. Als Antwort für Bombenabwürfe der Russen auf die friedliche Stadt Neidenburg wurde der Eisenbahnknotenpunkt Bialystok von uns nochmals mit 20 Bomben belegt. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 25. April.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart, 25. April 1915, mittags. An der Karpathenfront wurde im DramaTale bei Koziowa ein neuer Erfolg erzielt. Nach tagelangem, mit großer Zähigkeit durchgeführten Sappenangriff erstürmten gestern unsere Truppen die Höhe Ostry südlich Koziowa. Gleichzeitig gelang es den anschließenden deutschen Truppen, an und westlich der Straße Raum nach vorwärts zu gewinnen. In Summe wurden 652 Russen gefangen. Durch die Erstürmung der Höhe Ostry und durch die Eroberung des Zwinin- Rüdens Anfangs April ist nunmehr der Feind von den verbündeten Truppen aus der ganzen seit Monaten zähe verteidigten Stellung beiderseits des Orawa- Tales geworfen. In den übrigen Abschnitten der Karpathenfront bercinzelt Geschützkampf. Das sieht man in den englischen Großhandelsfreisen mehr und mehr ein, und diese Einsicht, die Erkenntnis, daß die hoffnungsvollen Salfulationen nicht stimmen, die man zu Beginn des Krieges aufgestellt hat, ist es, die neuerdings in einzelnen Bourgeoisblättern offen zunt Ausdruck kommt, besonders in der Handels- und Finanzpresse, während in den für das fleinbürgerliche Publikum bestimmten Blättern noch inner Kriegsluft herrscht. Man kann in jenen Kreisen der geschäfts treibenden Großbourgeoisie rechnen, kaufmännisch rechnen, und man hat längst herausgefunden, daß je länger der Krieg dauert, desto schlechter sich das Fazit für Englands Wirt schaftsleben gestalten wird. Nirgends urteilt man vielleicht spöttischer über Churchills Großmäuligkeit, der selbst noch einem definitiven Friedensschluß Frankreichs und Rußlands mit Deutschland noch allein den Kampf gegen das Deutsche Reich zwanzig Jahre lang fortseßen will, als in jenen Streisen. Die immer wieder in den englischen Handelsblättern auftauchenden spöttischen Angriffe auf Herrn Churchill find nur ein Abglanz des hohen Respekts, mit dem man ihn dort betrachtet. Und tatsächlich, die Gestaltung der Handelsbilanz Englands entspricht recht wenig den schönen Träumereien, in denen sich zu Anfang des Krieges selbst relativ gut informierte und nüchtern urteilende Blätter, wie z. B. der„ Manchester Guardian", gefielen. Freilich, so abgeschnitten vom weiten Weltmarkt, wie Deutschland, ist England nicht; der Außenhandel nimmt seinen Gang. Die Einfuhr stellt sich, wenn man nur den Wert in Betracht zieht, sogar im ganzen ebenso hoch wie in den letzten Jahren; aber ein ganz anderes Aussehen erhält das Bild, wenn man auch die Menge und die Warenart untersucht. Die Einfuhrmenge ist durchweg eine biel kleinere. Wenn trotzdem die Einfuhr mit ungefähr demt gleichen Wert wie früher in der Statistik erscheint, so erflärt sich das daraus, daß England viele Artikel seiner Einfuhr heute mit einem 30, 40, 50 Prozent höheren Preis bezahlen muß, als in den Jahren vor dem Krieg. Und worin besteht die Einfuhr? Vornehmlich in Kriegsmaterialien und in Nahrungsmitteln, legtere ebenfalls zu einem beträchtlichen verdoppelten, um 700 Meter Schüßengräben, die wir ihnen Teil für die Unterhaltung des Kriegsheeres und der Flotte entrissen hatten, wieder zu gewinnen. Nachdem wir am bestimmt. Daß die Einfuhr von Kriegsmaterialien aber feine Morgen des 22. d. Mts. einen Teil dieser Gräben hatten wirtschaftlich nüßliche Ausgabe ist, dürfte ohne weiteres flor räumen müssen, nahmen wir ihn im Laufe des Tages wieder sein. Natürlich gilt das auch für Deutschland, aber es ist ein und behaupteten uns an dieser Stelle. Im Walde von doch immerhin ein Unterschied. Deutschland stellt den weit. Apremont, an der Tète- de- Bache, beschoß uns der aus größten Teil feines Striegsbedarfs selbst her, Unternehmer und Arbeiter verdienen daran; England fauft dagegen Feind heftig, er griff aber nicht mehr an. einen großen Teil seines Heeresbedarfs im Ausland, besonIn Galizien und Polen zumeist Ruhe. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Der französische Tagesbericht. Paris, 25. April.( W. T. B.) Amtlicher Bericht bon gestern abend: Nördlich von pern machten die Deutschen in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend und am Sonnabend heftige Anstrengungen, um die vorgestern durch Englische Darstellung der Kämpfe bei Ypern. ders in den Bereinigten Staaten von Amerifa, und schidt ihre erstickenden Gase hervorgerufene Ueberrumpelung aus- London, 24. April.( W. Z. B.) Das Kriegsamt teilt mit: dafür Geld hinüber. Nicht die englischen Fabrikanten und zunuzen. Ihre Bemühung hatte keinen Erfolg. Bei Tages- Der Kampf um das Gelände, wo die Deutschendurch Arbeiter haben den Nußen davon, sondern die ausländischen. grauen am Sonnabend gelang es ihnen, auf dem linken fer- drangen, zwischen Steenstraate und angemard Außer Kriegsmaterialien führt aber England seit Kriegsufer das Dorf Lizerne einzunehmen. Ein kräftiger Angriff dauert noch an. Der Verlust dieses Teiles der Linie entblößte beginn hauptsächlich Nahrungsmittel( vornehmlich Getreide, unferer Zuaben und belgischen Carabiniers brachte uns wieder den linken Flügel der kanadischen Division, der zum Rückzug Butter, Zucker usw.) ein, Produkte, die zum Lebensunterhalt in Besitz des Dorfes, das wir bald hinter uns ließen. Auf gezwungen wurde, um mit dem rechten Flügel der benach der Bevölkerung bestimmt sind; dagegen hat die Einfuhr von unserem linken Flügel rüdten wir merklich im Verein mit der barten Truppen Fühlung zu behalten. Im Rücken der lekteren Rohstoffen, von Halb- und Fertigfabrifaten ganz beträchtlich belgischen Armee vor. Auf unserem rechten Flügel gingen befanden sich vier kanadische 4,7-30ll- Kanonen, die in die abgenommen, dem Werte nach um ungefähr 40 bis 45 Prozent. mir langsamer vorwärts. Inzwischen waren die englischen Hände des Feindes fielen. Aber einige Stunden später machten Anders steht es um die Ausfuhr, die, wie die Statistik Truppen Gegenstand eines heftigen Angriffs. Sie erwiderten die Kanadier einen brillanten und erfolgreichen Vorstoß und nachweist, dem Wert nach in jedem der lekten Monate um ihn mit einem sofortigen Gegenangriff, dessen Ergebnisse noch eroberten die Kanonen zurüd. Sie nahmen eine beträchtliche 36 bis 45 Prozent hinter der Ausfuhr des Vorjahres zurüdnicht bekannt sind. In der Champagne, am Nordvor Anzahl Deutscher gefangen, darunter einen Obersten. Die geblieben ist. Zudem aber zeigt sich, daß während die Preise sprung der Feldschanze von Beauséjour, brachten die Deut- Kanadier hatten große Verluste, aber ihre Tapferkeit und für die eingeführten Nahrungsmittel und Rohstoffe, abgeschen fünf starke Minen in der Nähe unserer Schüßengräben Entschlossenheit rettete die Lage. sehen von Baumwolle, beträchtlich gestiegen sind, die Preise zur Erplosion. Trotz der Heftigkeit der Sprengwirfung wurder ins Ausland gesandten englischen Fabrifate weit weniger den die Trichter, die Durchmesser von 25 Meter befizen, als angezogen haben. Das bedeutet, daß ein Teil der englischen bald von unseren Truppen besetzt, die dort dem Feinde zuvorFabrikanten sich notgedrungen mit niedrigeren Profiten hat famen. Sehr heiße Kämpfe wurden im Walde von Ailly begnügen müssen für manchen der Herren natürlich eine geliefert, wo die Deutschen ihre verzweifelten Bemühungen werden. recht bittere Bille Wolffs Telegraphenbureau bemerkt hierzu: Die Absicht, die englische Niederlage zu bemänteln, spricht so deutlich aus dieser Meldung, daß selbst die Landsleute Kitcheners trop der Umhüllung nur die bittere Bille schmecken Und selbst die Baumwollfabrikanten lagen jämmerlich.| Und nicht nur diese und andere Gewinne kommen allein in| 8wei Mann ertranken. Die Deutschen sprengten den Fischdampfer Zwar sorgte die Baumwollkrise drüben in den Vereinigten Betracht; wer Bankier der ganzen Welt ist, wer Geldgeber durch hineingelegte Minen in die Luft. London, 25. April.( W. T. B.) Der Fischdampfer Fuch= Staaten für sehr niedrige Rohbaumwollpreise; aber die auf aller Länder ist, hat auch auf die Wirtschaftsgestaltung dieser das Fünf und Sechsfache der normalen Höhe gestiegenen Länder einen mitbestimmenden Einfluß. Und dann die fia" traf gestern in Aberdeen ein mit der Mannschaft des FischSchiffsfrachten glichen teilweise den Vorteil aus und über- enormen Kriegskosten, die sich viel höher stellen als man je- dampfers" Envoy" an Bord, der von einem deutschen Unterjec= dies: was nüßen niedrige Rohstoffpreise, wenn für das mals angenommen hat, waren doch bis Ende März nach vor- boot Mittwoch abend an der Ostküste beschossen wurde. Es ist unfertige Produkt der Absatz fehlt? In letzterer Beziehung sieht läufiger Berechnung ohne die Zinsen für die Schatzwechsel und bekannt, ob der„ Envoy" versenkt wurde. es aber sehr mißlich aus: der Export von englischen Baum- Kriegsanleihe 382 Millionen Pfund Sterling verausgabt, Bureaus.) Der schwedische Dampfer„ Ruth" aus Gothenburg London, 25. April.( W. T. B.)( Meldung des Reuterschen tollwaren hat seit August vorigen Jahres um ungefähr mehr als 7700 Millionen Mark. 42 Prozent abgenommen und während die englische Das sind die Motive der Friedenswünsche, die seit kurzem wurde am Mittwoch hundert Meilen östlich vom Firth of Forth Baumwollindustrie ihren Export schnell abnehmen sieht, ge- in der oberen englischen Geschäftswelt hervortreten. Die von einem deutschen Unterseeboot torpediert und versenkt. Die winnt in Mittel- und Südamerika die nordamerikanische, in Großbourgeoisie beginnt zu erkennen, daß die Kalkulation, Besakung ist in Leith gelandet worden. den Randgebieten des Mittelländischen Meeres die italienische die man ihr aufgemacht hat und die sie sich selbst vorgetäuscht Englische Vergeltungsabsichten. Baumwollindustrie neue Absatzgebiete. Und nun kommen hat, nicht stimmt. Man wünscht daher den Frieden auch noch die lieben Verbündeten, die Japaner, und beunruhi- natürlich einen„ ehrenvollen" und feinen„ faulen" Frieden, gen durch ihre politischen Ansprüche den ostasiatischen Markt. Betrachten wir den Ueberschuß des Wertes der englischen Einfuhr über die Ausfuhr, so ergeben sich für die ersten acht Kriegsmonate folgende Resultate: August 1914 13,7 Mill. Pfd. Sterl. Dezbr. Septbr. 1914 13,1 Oftober 1914 15,8 Novbr. 1914 25,7 " " " " " " " " " " " " " 7 " 1914 35,4 Mill. Pfd. Stert Januar 1915 32,3 Februar 1915 33,0 März 1915 45,0 Die Aufstellung zeigt zugleich, wie die Ausfuhr gegen über der Einfuhr immer mehr abnimmt. Nun hatte zwar England immer eine passive Handelsbilanz, das heißt der Wert seiner Einfuhr ist immer größer als der Wert der Aus. fuhr gewesen, wie denn auch z. B. im Jahre 1912 die Einfuhr( im Spezialhandel) 12 911 Millionen Mark, die Ausfuhr nur 9939 Millionen Mark betragen hat. Aber der Krieg droht dieses Verhältnis noch mehr zu verschieben, und vor allem die Einkünfte, die England bisher aus auswärts angelegten Rapitalien, an Gewinnanteilen, Dividenden, Zinsen, ein interniertes London, 24. April.( W. T. B.) Im Unterhause fragte d. h. einen Frieden in Englands Interesse. Als Englands Lord Charles Beresford, ob die Regierung für jedes von deutInteresse am Ausgang in diesem Kampfe ist soweit europäischen Unterseebooten versenkte Schiff scher Boden in Betracht kommt wiederholt von englischer deutsches Schiff mit Beschlag belegen werde. PreSeite die Wiederherstellung der Integrität Belgiens und der mierminister Asquith erwiderte: Die Regierung hat die Frage französisch- deutschen Grenze auf den Stand vom Juli 1914 erwogen. Sie hat beschlossen, dies vorläufig nicht zu tun. Diese bezeichnet worden. Als Kompensation" ist England bereit, Entscheidung schließt aber nicht eine neue Erwägung aus, falls cs die Umstände erheischen. Deutschland auf kolonialem Boden zu entschädigen". Neben den Friedenskalkulationen der englischen Unternehmer verdient selbstverständlich auch die Friedenssehnsucht der breiten Massen des englischen Volkes Beachtung. Die Wirkung der ideologischen Phrasen schwindet. Mit der Dauer des Krieges nimmt die Besinnung zu, die in der tapferen Haltung der„ Unabhängigen Arbeiter- Partei" feit Kriegsausbruch ihre starke Stübe gehabt hat. Jedenfalls verdient die Stimmung der englischen Unternehmer und der Volksmassen besondere Aufmerksamkeit. an Versicherungs- und Kommissionsgebühren, Schiffsfrachten Verurteilung kriegsgefangener deutscher usw. bezog, nehmen unter dem Druck des Weltkrieges und der Handelsstockung immer mehr ab. England hat nicht nur mehr eine passive Handels-, es hat auch heute eine passive 3ahlungsbilanz, wie der Rückgang des Wechselkurses, des joge. nannten Sterlingkurses in New York deut lich beweist. Dazu kommt eine enorme Verteuerung der Lebensmittel in England selbst, und zwar, wie schon erwähnt wurde, gerade der von auswärts eingeführten Nah rungsmitte I. Nach der Londoner Zeitschrift„ Economist", die die Großhandelspreise der wichtigsten Waren, nach Gruppen geordnet, regelmäßig mit dem Preisstand von 1901/05 und den letzten Jahren vergleicht, ergibt sich, daß im vorigen Monat die Preise für Getreide und Fleisch um rund 50 Prozent höher waren als im März 1914, für andere Nahrungsmittel als Tee, Kaffee, Zucker, Butter usw. um 22 Prozent, für Mineralien( Kohlen, Eisen, Blei usw.) um 31 Prozent, für Kohlen allein um 45 bis 50 Prozent, für Holz, Del und ähnliche Produkte um 41 Prozent. Von der Westfront. Erlebnisse und Eindrüde. Bilderchen. London, 24. April. Sandersleben und Offiziere. Die englischen Marineverluste. Rotterdam, 25. April.( T. U.) Laut Meldungen aus London teilte Minister Asquith im Unterhause mit, daß die Verluste der englischen Marine sich bis zum 1. April folgendermaßen stellen: 332 Offiziere sind gefallen, 61 verwundet, 41 wurden interniert, 11 find in Kriegsgefangenschaft geraten, 7 werden vermißt. Von den Mannschaften sind 4981 gefallen, 640 verwundet, 1524 wurden interniert, 524 befinden sich in Kriegsgefangenschaft und 72 werden vermißt. Wiederaufnahme des englisch- holländischen Postverkehrs. Rotterdam, 25. April.( T. U.) Der englische Dampfer ( W. T. B.) Die deutschen Offiziere Kopenhagen traf wieder mit englischer Bost in Hoek van Kriegsgericht gestellt worden, weil sie aus dem GefangenenAndler sind in Chester vor ein Holland ein. lager geflüchtet waren. Beide Offiziere gaben die Tatsache der Flucht zu, protestierten jedoch gegen den Gerichtshof, da sie kein Ehrenwort gegeben hätten und nach der Haager Konvention nur zu einer Disziplinarstrafe verurteilt werden könnben, die von dem Kommandanten des Lagers zu verhängen wäre. Der Protest wurde nicht angenommen. Das Urteil bedarf der Bestätigung. Es wurde noch nicht bekannt gegeben. Oestlicher Kriegsschauplah. Ein neuer Verwaltungschef für das okkupierte Russisch- Polen. Berlin, 25. April.( W. T. B.) Dem Regierungspräsidenten die nachgesuchte Entlassung aus feiner Stellung als Bernaltungschef beim Uberbefehlshabet wit Ost erteilt und an seiner Stelle der Landrat v. Kries zum Chef der Zivilverwaltung für Russisch- Polen unter Leilegung des Titels Präsident ernannt worden. Der Seekrieg. Die Tätigkeit der U- Boote. Keine Ueberschreitung der italienischen Grenze durch öfterreichische Truppen. Wien, 24. April.( W. T. B.)( Meldung des Wiener K. K. Telegr.- Korr.- Bureaus.) Bei der großen Menge von Lügenmeldungen, die von den Feinden der Monarchie immer wieder verbreitet werden, wäre es vergebliche Mühe, sich auf die Zurückweisung jeder einzelnen Erfindung einzulassen. Immerhin sei ausdrücklich festgestellt, daß an der Meldung von einer Grenzüberschreitung österreichisch ungarischer Truppen in dem Valle d'Agno fein wahres Wort ist. Ruſſiſches Liebeswerben um Schweden. Genosse M. Borezki teilt auf Grund zuverlässiger Informationen Noch schwerer aber empfindet die englische Finanzin der sozialdemokratischen„ Nasche Slowo" in Paris mit, daß bourgeoisie, daß London immer mehr seine Bedeutung als in den Kreisen der liberalen Petersburger Politiker zurzeit der Plan Geldmarkt der ganzen Welt verliert und New York nicht nur erörtert werde, eine Konferenz von Mitgliedern der russischen das Anleihe- und Emissionsgeschäft an sich reißt, besonders Reichsduma und des schwedischen Reichstages einzu nachdem im Januar der Londoner Kapitalmarkt, um mit berufen, die das Schicksal Finnlands nach dem Kriege erörtern den Geldquellen des Landes haushälterisch umzugehen", für soll. Die russische Regierung soll diesem Vorhaben wohlwollend neue Emissionen gesperrt worden ist, sondern gegenüberstehen. Es handelt sich hier wohl schreibt Genosse London, 25. April.( W. T. B.) Die„ Times" berichtet: Der Borezki um einen Versuch, in Verbindung mit der in der rechtsauch als internationaler Wechselmarkt an Wichtigkeit gewinnt. London war bisher das große Clearinghouse der Welt, dessen Fischdampfer Queenstown" landete gestern in Grimsby den stehenden schwedischen Presse eröffneten Agitation für eine„ aftive Wechselumjäge im Jahre 1913 über 2400 Millionen Pfund Kapitän und sechs Mann vom Fischdampfer St. Lawrence", Politik" in günstigem Sinne auf die öffentliche Meinung Schwedens Sterling betrugen, woran allein an Gebühren mindestens der von einem deutschen Unterseeboot Donnerstag bei der Dogger- einzuwirken." Die konservative schwedische Presse fordert die Re8 bis 9 Millionen Pfund Sterling, also 160 bis 180 Millionen bank versenkt wurde. Das Unterseeboot beschoß das Schiff mittags gierung auf, sich zugunsten der Wiederherstellung der Autonomie Mark verdient worden sind, wahrscheinlich noch weit mehr. 11 Uhr 30 Minuten, worauf beschlossen wurde, es aufzugeben. Finnlands zu verwenden. Die russischen Liberalen suchen offenDie Dämmerung fam früher als sonst, denn schiver hingen| pfeifen die Kugeln, immer die Grabenfront hinauf, hinab. Verdie Regenwolken über dem Himmel. Das Feuer verstummte. Aus dammi gut eingerichtet!" flucht der Korporal. Der Geschüßdonner ihren Höhlen und Kellern kamen sie wieder hervor, die hier vor den hat nachgelassen, nur von Zeit zu Zeit blitt ein fnallgefolgter AbGeschossen Sicherung gesucht hatten, und suchten das Halbdunkel schuß aus den Stellungen der eigenen Artillerie hinüber. Hin und noch nach Kräften auszunuzen, um zu schanzen, eingeschossene wieder dazwischen auch das Gefnatter von Schüssen. Stellen in den Gräben auszubessern, die Unterstandsbedeckungen Ein bleicher Schein leuchtet durch die Finsternis und sucht über zu verstärken. Dann wurde es dunkler und dunkler. Nun kehrten das Gelände hin.„ Ruhig! Runter mit den Köpfen, Himmelsie wieder in die Unterſtände zurück, ein Feuerchen wird angemacht, donnierivetter noch mal." Alles duckt sich. Nur der Gruppenführer Staffee gewärmt, Abendbrot gehalten. Schon friechen die ersten in späht wieder sachte über die Brustwehr. Jekt, im Licht des Scheinden Verschlag, um zu ruhen; umgeschnallt und jeden Augenblick be- werfers, ist das Gelände besser zu übersehen, bis zu den feindlichen reit, wieder aufzuspringen, wenn das Kommando kommen sollte. Stellungen hin. Die anderen fißen noch und lesen die Heimatpost, die immer so heiß ersehnte, oder schreiben mit steifen Zügen ein Briefchen nach Hause. Da wieder ein ferner Krach, zwei, drei Sekunden, dann ganz nahe ein schütternder, hallender Aufschlag; ein zweiter Schuß, ein dritter. Und dazwischen auch schon wieder das Knattern von Gewehren, das regelmäßige Gepubber der Maschinengewehre.... Die Müden Der Unteroffizier erhebt sich." Los, fertigmachen." kriechen aus ihrem Lager und ziehen das loje gemachte Koppelzeug empor, ſehen den Helm auf und wischen sich die Augen blank. Die Dann eser und Schreiber paden schnell ihre Sachen beiseite. machen auch sie sich zurecht. Einer schneidet noch schnell ein paar Stullen Brot und steckt sie ein. Ein paar Augenblicke Warten. Dann richtig!- draußen im Laufgraben Bewegung- jemand stolpert die Treppe zum Unterstand herab, eine Stimme ruft:„ Hallo " Hier liegen sie in der Front im Schützengraben, ziehen auf Patrouillen und Feldwachen, greifen an im Sturm und schlagen feindliche Angriffe zurück; und die daheim schicken ihnen illustrierte Zeitungen, Ansichtskarten und Schokoladenbildchen, die in sämtlichen Hoch-, Tief- und sonstigen Bilddruckverfahren dem Auge vorführen, wie es draußen" zugeht. Oder doch mindestens zugehen soll. Und manchmal schon haben sie im Schüßengraben herzlich gelacht über diese Bildchen, denen der feldkundige Krieger es ohne weiteres ansah, daß ihre Photos im Grunewald bei Berlin aufgenommen oder ihre Originale von phantasiebegabten Walern entworfen Patrouille im Argonnerwald". Mit Helm, Koppelzeug und vollgepacktem„ Affen" geht sie vor, als ob sie den Aufklärungsdienst für eine marschierende Truppe verrichtete und nicht von den im Etellungskampf liegenden Argonnenwaldfämpfern vorgefandt sein mußte. Aber wenn es nur das wäre! Hinzu kommt jedoch noch die Art dieser Ausrüstung. Alles funfelt vor Exaktheit und Neuheit, der Mantel auf dem Tornister schaut wie zur Barade gerollt, " Auf Feldwacht". zu dreien stehen sie, ältere Landwehrleute, rührend anzusehen auf dem Ansichtskartenphoto, halb träumerisch, und das Schanzzeug baumelt auf der rechten Seite... halb spähend in die Ferne blickend, das Gewehr halb vorgebracht, die Hand am Abziehbügel. „ Los " ' raustreten! Alarm!" der „ Alles still; sie kommen nicht.. " Sie wären ja auch schön dumm, wenn sie jetzt kommen würden. Donnerwetter, würden wir sie niederknallen!" meint einer. „ Ein paar Handgranaten müßten wir noch hier haben. Die dann' ringefeuert- da würde keiner mehr bis' ran kommen," tönt eine andere Stimme durch das Dunkel. Tat- tak- tak- tat, klopft immer noch, mit kurzen Pausen, das Maschinengewehr. Der Regen fließt kalt und schwer. Ein Fluch löst den anderen ab. Wenn sie bloß endlich kommen wollten!" „ Am Ende kommen sie doch nicht. Sie wollen uns bloß zum Narren halten." " Vielleicht greifen sie wo anders an und wollen uns hier nur beschäftigen." sie sollten uns nach Hause gehn lassen, Donnerwetter! Ich bin schon bis auf die Haut naz durch und durch."„ Na, denkst du, mir geht es anders?" Drüben flattern Leuchtkugeln auf, schweben lautlos, magisch leuchtend, durch die Nacht, sinten langsam nieder, berlöschen. Abermale spielen die Scheinwerfer. Hier und dort Gewehrſchüſſe. Die Artillerie schweigt, auch das Maschinengewehr rattert nicht mehr. Minuten bergehen. Hin und wieder gudt noch ein Kopf über „ Na, die Brüstung und sucht das Dunkel zu durchspähen. Alles bleibt still. Alles greift nach den Gewehren. Keiner hat es anders erwartet. „ Licht aus!" Der erste öffnet die Tür. Rabenschwarz alles, nichts zu sehen; raschelnd geht der Regen durch das Buschwerk. anfassen alle hintereinander!..." Vorsichtig tastet sich Jagd und Beschießen eines feindlichen Flugzeuges"( mit der Führer an der Wand entlang; die Erdtreppe ist lehmig und Schokoladenduft und farbig): Drei Infanteristen, Iustig fnallend; zum Ueberfluß dahinter auch noch zwei Ulanen, die glitschig. Ein paar Flüche begleiten den Aufstieg. Endlich „ Zweite Gruppe." Lanze gefällt auf ihren Gäulen über das Feld jagend. So wird aufgraben. Menschen." Wer da?" Drängt doch nicht so, zum das feindliche Flugzeug in der Phantasie des Malers gejagt und dann loz, daß wir durchkommen!" Donnerwetter!" ,, Dann beeilt Guch mehr, wir haben einen beschossen". Du lieber Gott! Wie enttäuscht würde der Mann weiten Weg." sein, würde er eine Flugzeugverfolgung in der Wirklichkeit sehen. Da jagt fein Reiter. Allenfalls reißt er selber aus, um sich irgendwo zu verbergen, wie es im allgemeinen Befehl ist. Und aus versteckter Stellung senden nur die eigens dafür konstruierten Ge- bum schütze ihre Schrappnellgeschosse hinter dem surrenden Flieger drein. Aber man soll sie nicht Die Beispiele ließen sich häufen. schmälen. Erfüllen sie weiter feinen Zweck, so doch den, den Bewohnern der Höhlen und Unterstände in der Front ein paar heitere bum Minuten zu bereiten. bum Nächtlicher Alarm. Den ganzen Tag hindurch hatte es Artillerie, zunder" gegeben. Mit wenigen Stunden Unterbrechung hatte die schavere Artillerie des Gegners ihre Granaten und Schrapnells in die Schübengrabenstadt gesandt, daß die Luft von unaufhörlichem Dröhnen erfüllt war und die Erde wieder und wieder erzitterte von dem Aufschlag der furchtbaren Geschosse. Dazwischen von Zeit zu Zeit pfeifende Gewehrfugeln über die Brustwehr der Gräben hintveg, und gelegent lich auch das pup- pup- pup und tat- tak- tat- tat von Maschinengewehren, die sich augenscheinlich einzuschießen" suchten. " Es ist was im Gange," sagten die Kundigen. Und über alle fam es wie eine geheimnisvolle Spannung. Sollte ein Angriff versucht werden? Oder was war sonst der Zwed der Schießerei? " Abrücken! Weitersagen!" Das Auge hat sich stärker an Von Grpppe zu Gruppe geht es. Manches Gott sei Dani" löst es aus. Andere murren:" Ruhe gibt es ja doch nicht... Langsam setzt sich der Zug durch den Graben in Bewegung. Etwas besser als vorhin macht es sich jetzt. die Finsternis gewöhnt, und es ist nicht mehr das hasten und Drängen. Hin und her geht's in gedämpften Zurufen von den Vorposten, die ausgeschwärmte Schüßenlinien gesehen haben wollten, „ Blöd= zurückgekommen seien und den Alarm verursacht hätten. sinnige Angstmeier! Was die wieder alles gesehen haben werden!" „ Natürlich war es bloß eine Patroille." Jezt wird Luft. Es kann vorwärts gehen, immer den Graben entlang. Ein wenig gewöhnt sich das Auge allmählich an die Finster nis. Aber die Nacht ist so dunkel, daß auch so noch keine zwei Schritt weit etwas zu erkennen ist. Der Graben ist eng, der Boden aufgeweicht; oft stoßen die Ellbogen an die lehmigen Wände; die Füße patschen meterweit durch Wasserlachen und gleiten unaus gesezt auf dem schlüpfrigen Boden zurück. Das Gewehr will vorfichtig getragen sein, damit Lauf und Schloß nicht voll Sand und unbrauchbar werden. Eine Hand muß stets den Vordermann fassen, damit die Gruppe nicht auseinander gerissen wird und Glüdlicherweise brennt noch der Ofen im Unterstand. Frises teiner versehentlich in einen falschen Graben abbiegt. Hier und Holz wird aufgelegt, bald fodert wieder ein helles Feuerchen. Um dort kommen Mannschaften, auch Vorgesezte aus entgegengesetter Sas fleine eiserne Ding stehen und ſizen sie nun und suchen das Richtung; es gibt ein mühseliges Sich- Vorbeidrängeln an Posten nasse Zeug zu trocknen, so gut es gehen will. Auch das Gewehr und Maschinengewehren und Scheinwerfern vorbei. Dort fällt einer muß noch abgerieben und eingefettet werden. Schlafengehen natüc der Länge nach hin, hier läuft ein anderer gegen eine im Dunkel lich wieder nur in„ erhöhter Gefechtsbereitschaft", umgeschnallt und unsichtbare Bedachung, die als Schutz für die Posten den Graben jeden Augenblid fertig, herauszusteigen.... überzieht. Unausgesetzt Kommandos, Flüche.... Endlich Stellung ist erreicht. die „ Unten bleiben!" Nur der Gruppenführer flettert auf die Erhöhung für die Grabenschüßen und schaut über die Brustwehr. es ist nichts zu sehen. Wohl aber Aber nur wenige Augenblide .. piu, hebt es drüben wieder an: Tat- tak- tat- tat... 1111-1111 piu, piu, ping; haarscharf über die Brustwehr hinweg faufen und Beim Barbier. Die Schüßengrabenstadt mit ihren Unterſtänden und Erds Höhlen hat auch ihre Barbierstube. Zwischen aufgeworfenen Erdhügeln, versteckt obendrein durch allerlei Buschwerk, bietet ein freier Plaz vor dem Eingang zu einem der Unterstände dem Kompagnieschaber" und einem von ihm in aller Eile angelernten" bar, in stillschweigendem Eiuberständnis mit der Regierung, diese Stimmung auszunutzen, um eine Annäherung zwischen Rutzland und Schweden herzustellen. Die Zukunft öes Khalifats. London, 25. April.(23. T. B.) Lord Cromer kommt in einer Zuschrift an die„Times" auf die kürzlich von ihm im Oberhause behandelte Frage der Zukunft des Khalifats zurück. Er schreibt: Es kann nicht bezweifelt werden, dag unter den Mohammedanern gewisse Besorgnisse über die Zukunft des Islam und vielleicht ein gewisser Argwohn über die allgemeine Haltung der britischen Regierung und des britischen Publikums gegenüber dem Islam herrschen. Dies hängt teilweise mit Zweifeln über die Zukunft des Khalifats in dem nicht unwahrscheinlichen Falle eines Zusammenbruches des osmanischen Reiches zusammen. Lord Cromer betont, die mohammedanische Welt sei der allge- meinen Ueberzeugung, dast die Würde des Khalifats angemessen nur ausgeübt werden könne, wenn der Khalif seine Stellung in ge- sicherter politischer Unabhängigkeit einnehme. Zwar könne die Ein- setzung eines anderen Khalisen an Stelle des türkischen Sultans ohne große Erschütterung für die mohammedanische Gefühlsauf- fassung bewirkt werden, aber die Anerkennung eines Khalisen, der direkt oder indirekt unter nichtmohammedanischen Einfluß gebracht werden könnte, würde sehr übel aufgefaßt werden. Cromer wendet sich dann gegen das Gerücht, daß die Llbsicht bestanden habe, den neuen Sultan von Aegypten als Kandidaten für das Khalifat auf- zustellen. Das Gerücht sei zwar grundlos, habe aber den Argwohn gegen die Absichten der britischen Regierung erregt. Die britische Regierung sollte eine Kundgebung erlassen, worin sie den: Islam versichert, daß sie der politischen Unabhängigkeit des Khalisen, wer ps auch sei, große Bedeutung beilege. fluffchub öer verhanölungen zwischen Japan unö China. London, 24. April.(W. T. B.) Die„Times" meldet aus Tokio: In den Verhandlungen zwischen Japan und China ist eine völlige Stockung eingetreten. Man glaubt, Japan werde genötigt sein, die ganze Frage durch ein Kompromiß zu lösen, und zwar vor dem Zusammentritt des Parlaments, um einer Erregung der öffentlichen Meinung zuvorzukommen. Di« Llusländer in Japan sind entschieden gegen die japanischen Forderungen, die die wohlerworbenen Rechte anderer verletzen würden. Das Reuters che Bureau meldet aus Tokio: Der Auf- schub der Verhandlungen beruht auf dem Entschluß der japanischen Regierung, einige ihrer Forderungen abzuändern. Die Forderung nach der Konzessionierung bestimmter Bahnen in Süd- china soll aufgegeben werden. Es entstanden bereits Mei- uungsverschiedenheiten mit britischen Gesell- s ch a f t e n, die Rechte besitzen, die sie noch nicht ausgeübt haben. Da britische Interessenten gerade jene Konzessionen in Anspruch nehmen, ist Japan jetzt bereit, diese Forderungen fallen zu lassen, um einen Zusammenstoß der Interessen zu vermeiden. Andere Ab- änderungen sollen vorgenommen werden, um China die Zlnnahme der japanischen Forderungen zu erleichtern und eine endgültige freundliche Auseinandersetzung den vorhandenen Verträgen gemäß zu erreichen. Eine amerikanische Rüstungsöebatte. New Dork, 5. April.(Eig. 23er.) Seit Monaten sind die Befürworter größerer Rüstungen fleißig bei der Arbeit, um dem amerikanischen Volke die Notwendig- ieit eines stärkeren Heeres und einer stärkeren Flotte zu beweisen. Tie Verhältnisse sind ihnen nicht ungünstig. Zum mindesten der- stehen sie es, die stattfindenden Weltereignisse zum Vorteil ihrer Propaganda umzudeuten. So ziehen sie den Weltkrieg heran, um die Gefahr kriegerischer Verwickelungen mit den Mächten darzutun, die aus dem Ringen als Sieger hervorgehen sollten. Die mexi- kanische Anarchie,' die interessierte amerikanische Kapitalisten noch immer durch ein militärisches Eingreisen der Vereinigten Staaten zu lösen trachten, und das Vorgehen Japans in China sind gleich- falls Gegenstände, mit deren Erörterung sich die zum Gelingen der Nüstungspläne nötige Furcht vor dem Kriege erzeugen läßt. Der Hauptredner der Rüstungsfreunde ist das bekannte Kon- greßmitglied Gardner. Vor einiger Zeit gelang es der Rand School, der Parteischule der Sozialistischen Partei, eine Debatte zwischen Herrn Gardner und dem Genossen Hillquit, dem tüchtigsten Diskussionsredner unserer Partei, zu veranstalten. Die Amerikaner schwärmen für diese öffentlichen Debatten, die jeden- falls den Vorteil haben, daß Leute, die gewohnheitsmäßig nur eine Seite einer Frage lesen oder hören, Gelegenheit haben, auch die andere Seite kennen zu lernen. Das Rededuell zwischen Gardner und Hillquit fand am 2. Zlpril in der Carnegie HaL in New Dork statt. ?ln den?lusführungen des Herrn Gardners war namentlich bemerkenswert, daß er sich entschieden dagegen verwahrte, ein Mili- tarist genannt zu werden. Diese Stellungnahme, aus der deutlich zu erkennen ist, daß selbst die Rüstungstreiber heute die Bezeich- nuug Militarist als einen Vorwurf betrachten, wäre als ein bedeutender Fortschritt zu begrüßen, wenn nicht zu befürchten stände, daß die Praxis, das Bestehen des Militarismus in anderen Län- dern als in Teutschland zu leugnen, das Volksempfinden für den Sinn des Wortes gröblich gefälscht hat. Gardner erklärte wieder- holt, er wolle nicht, daß sich die Vereinigten Staaten für den Krieg, sondern daß sie sich gegen den Krieg vorbereiteten. Hier hatte Hillquit nun ein leichtes Spiel, den Gegner zu überwinden, indem er darauf hinwies, daß die Militaristen in allen europäischen Län- dern genau dasselbe gesagt hätten. Auch mit seinen übrigen Argumenten unterscheidet sich der Rüstungsredner wenig von seinen Kollegen in der alten Welt, nur daß seine demagogischen Kniffe einen besonderen amerikanischen Llnstrich hatten. Redet mir nicht von internationalen Schieds- gerichten zur Beilegung von Streitigkeiten, die zwischen Nationen entstehen, rief er aus. Wer könnte aufstehen und erklären, daß er bereit sei, die Streitigkeiten, die aus unserer Ilbneigung gegen andersfarbige Rassen entstehen, einem internationalen Schieds- gerichte zu unterbreiten? Wer würde damit einverstanden sein, wenn uns ein Schiedsgericht die Zulassung der Japaner und Chi- nesen aufzwänge, die die Lebenshaltung unseres Volkes herab- drücken? Und ehe er die Frage beantwortet, lege er sich die Frage vor, ob er bereit sein werde, seine Tochter einem gelben Eidam zur Frau zu geben. Dieses Argument gehört zu dem schweren Geschütz der Demagogen und soll nicht zu beantworten sein. Und doch finden es erfahrungsgemäß die arischen Rassenpolitiker, wenn sie nach den Südstaaten oder nach?lsien gehen, sehr wohl mit ihrem Stolz und ihrer Ilbneigung vereinbar, wenn sie ihre Liebkosungen an den weiblichen Angehörigen der schwarzen und gelben Rasse ver- schwenden. Die Heeres- und Flottenpläne des Herrn Gardner und seiner Freunde haben natürlich keine Grenzen. Das Heer muß gewaltig vergrößert werden und die Flotte muß so ausgebaut werden, daß sie der englischen ebenbürtig ist. Denn Herr Gardner will zwar, daß England und die Vereinigten Staaten in Frieden und Freundschaft leben, aber er will nicht, daß die Union in der jetzigen Lage verharre, in der sie sich von England prote- gieren lassen müsse. Nach seinen Darlegungen taugt die amerita- nische Kriegsflotte nichts. Vor einigen Wochen, so führte er aus, fand in der Nordsee ein Kamps zwischen englischen und deutschen Kreuzern statt, in dem ein deutsches Schiff, der Kreuzer„Blücher" unterging. Weshalb? Weil die Fahrgeschwindigkeit dieses Kreu- zers um 5 Knoten geringer war als die seiner Begleiter. Wissen Sie, so fuhr er triumphierend fort, daß unsere Marine auch nicht einen Kreuzer besitzt, der so schnell fahren kann wie der„Blücher"? Und so jagte er den Zuhörern Angst ein, bis man schließlich zur Gehilfen Licht, Raum und Gelegenheit, die an den freien Stunden jedes sonnabends zahlreich herbeiströmenden Kunden zu„be- dienen". Es ist beinahe wie zu Hause; zur Rechten drei Stühle für die Wartenden; sie sitzen und lesen nach Belieben die Zei- jungen,— nur daß sie sich hier die Blätter selbst mitbringen müssen. In der Mitte finden auf zwei anderen Stühlen— freilich ohne Kopfhalter und bequeme Rückenlehne— die Kunden ihren Platz, die eben„dran" sind. Zwischen ihnen auf dem gelben Sand- boden steht ein Kasten mit Messern, Seifenbeckcn, Pinseln und zivei Haarschneidemaschinen; Scheren sind unnötig; denn der Feld- barbier kennt nur eine Haartracht, auf die er eingearbeitet ist: Kurzab alles, was auf dem Kopfe zu lang geworden ist. Auch auf Spiegel muß der Kunde verzichten, und Serviette oder Handtuch muß er sich selber mitbringen. Mittagsstunde, blauer Himmel, alles ruhig— das Geschäft blüht. Nicht nur, daß alle Stühle besetzt sind; zwei„lleberzählige" müssen sich noch mit Stehplätzen begnügen. Leise knattert in de» Hauben des„Meisters" die Schneidemaschine durch den Haarwald eines uniformierten Jünglings, während der„Gehilse" einem altermi Reservemann unter Anwendung einiger Muskelkraft just Da» Gepcht einzuseifen sucht, das bereits von einem anständigen Pollbart umrahmt— oder besser überwuchert ist. In der perne geht es leise„Bum". Keiner achtet weiter daraus, isekundem vergehen— zehn, fünfzehn, zwanzig. Da Plötz- Ach— pallo— in den Lüften erhebt sich ein Zischen— Sausen— c'f, tTlu, öu einem Brausen, das alles übertönt, alles fortreißt, alles uberwaitigt— schneller als es sich hier schildern läßt— und dann, ais furchtbarer Abichluß dieser sekundenlangen Höllenmusik, ein Krach, der alles ringsum erzittern läßt. Blauer, schwefel- stinkender Dampf steigt hinter dein Sandhaufen empor, aufge- Ipritztes Erdreich geht wie ein Regen nieder... Verdutzt reißt der Jüngling mit dem maschinendurchsurchten Haarwald die Augen auf: er sitzt neben seinem Stuhle aus der Erde; verschwunden ist der Meister, verschwunden sein Gehilse, verschwunden— wenigstens von ihren Plätzen— sind die fünf wartenden Kunden: am Eingang, auf den Stufen zu dem(wenig- stens angeblich)„bombensicheren' linterstand drängen sie sicb, der eine von der Eile des Hinüberspringens noch in den Knien liegend... Der freie Platz zeigt nur noch umgeworsene�und verrückte Stühle und— nun mutz doch selbst der Haarwald-Jüngling trotz seinem Schrecken lachen— verzweifelt dazwischen, backend von Seifen- schäum aus dem übergeschütteten Becken, der Unglückselige, der wm dem„Gehilsen" bearbeitet worden war. Der„Meister" steckt seinen Kopf aus dem Unterstand heraus. „Wo ist denn das Biest eingeschlagen? Verflucht nochmal, habe rch mich erschreckt..." Drüben geht es eben wieder: Bum— � � öch Nu ist der Freiwillige mit dem Haarbusch vom Boden auf, der Einge, eiste macht, ohne sein Werk der Reinigung weiter fort- zusetzen, � oen anderen noch zwei Sprünge zum Unterstand, der „Meister zieht den Kopf zurück.— und man hört ihn nur noch aus dem Innern:„�ur heute mittag Geschästsschluß, meine Herren. Bei der Mustke gleitet zu leicht das Messer aus.. D e r g r o ß e F u n d. Vor acht Tagen sind sie aus Deutschland gekommen— junger Nachschub für die Front. Nun liegen sie in dem nordfranzösischen Städtchen, um in strammer Ausbildung noch einen letzten„Schliff" zu erhalten. Ein strohgefülller Raum, der„Festsaal" der Mairie, bildet das Luartier. Ringsum muß alles leuchten von Ordnung und Sauberkeit. Und der Misthaufen auf dem Hof hinter dem Hause sticht den Herren Vorgesetzten schon lange in die 2lugcn und?iascn. Also kommt— just am Sonntagvormittag— der Befehl, ihn„einzubuddeln". Die erste Gruppe muß dran glauben. Angenehmes Kommando!— Aber alles Schimpfen und Fluchen hilft nichts. Die acht Mann niüssen heran. Und bald werfen die Spaten neben dem duftenden Haufen die schwarze Erde auf. Plötzlich stößt einer auf etwas Hartes. Er versucht einen Stich weiter zurück. Wieder der Aufstoß. Er beginnt auszugraben. Eine Flasche. Und— alles, was recht ist: eine gesüllle, versiegelte eine eingebuddelte Weinflasche I Im Nu ist alle Unlust geschwunden. Mit wahrem Feuereifer wühlen acht Spaten die Erde um. Ja, im Handumdrehen haben sich drei, fünf, neun Spaten hinzugefunden. Herumstehende Zu- sibauer. angelockte Neugierige haben mit einem Male eine erstaun- liche Arbeitslust bekommen und wollen sich— allen Protesten der ersten Gruppe zum Trotz— mit Gewalt an dem wichtigen Werke der— Misthanfenversenkung beteiligen. Unter Lachen und Jubeln wird eine Flasche nach der anderen berousgeholt: Dreißig— vierzig— jünsundvierzig...„Alle hierlassen I Daß keiner eine beiseite sckiafft, so WaS gibt es nicht!"— Jetzt halten schon drei Unierosfiziere Wacht, und mindestens dreißig Nichtgräber bilden einen eisernen Ring um das Flaschenlager, auf daß nur nichts davon verschwinde... Mehr als achtundvierzig Flasck>en lassen sich leider nicht auf- treiben, obgleich die Eifrigen und Uebereifrigen fast den ganzen Hof aufreißen. Immerhin, auch achtundvierzig Flaschen sind eine ganz schöne Beute. Zunächst wenigstens scheint eS jedem so. Aber als es nachher an die„Verteilung" gehl, ist die Enttäuschung doch nicht gering. Der ganze Zug erhebt Anspruch, an der Beute zu partizipieren. Zum Schluß kommt auf den Kopf jedes gemeinen Mannes noch just ein dreiviertel Becher, ein sechstel Liter etwa.... Verflucht wenig! In den Erzählungen der„alten" Leute über ihre Kellerfunde beim ersten Vormarsch durch Belgien und Frank- reich kam auf den Einzelnen ein anderes Quantum— während hier... Dreiviertel BeÄer— wirklich verflucht wenig I-- Aber dieser ersten Enttäuschung soll tags darauf noch eine ganz andere folgen. Als just der gute Wein durch die Kehlen der Finder ging. Iva« der Ortsdiener, der in den Nebenräumen der Mairie seine Wohnung hatte, von einem Gange heimgekommen lind hatte den Schaden bemerkt. Er begnügte sich leider nicht damit, ein Mordslamento anzuschlagen, das seinen Ouartiergästen nur um so spaßiger vorkam, als sie nichts von dem pathetischen Redeschwall verstanden,— er ging auch am Nachmittag zum Herrn Hauptmann und Kompagnieführer und führte allda Klage wider die„Räuber"„seines" Weines, den er vergraben und verstecken könne, wie und wo es ihm beliebe. Und er wäre ein armer Mann, und er müsse seinen Wein wieder haben, und wenn ihn die Soldaten ausgetrunken hätten, so verlange er einen Franken für jede Flasche.... Und der Hauptmann gab ihm recht und ordnete an, daß alle, die an der Weinverteilung teilgenommen, zusammenzuschießen hätten, bis die achtundvierzig Franken beisammen wären. Und da kommt nun auf den Kopf jedes Mannes für seinen dreiviertel Becher ein Beitrag von zwanzig deutschen Reichspsennigen, und kein Ach und Weh kann helfen: der Wein muß bezahlt werden, alle Beispiele aus den Erzählungen der„Alten" nützen nichts. L. Hs. Ueberzeugung gelangte, daß die Wehrkraft Amerikas kaum größer sei als die Montenegros oder Monaccos. Ein alter Kniff. Hillquit verneinte entschieden, daß die Vereinigten Staate» in Gefahr stünden, in einen Krieg verwickelt zu werden. Tie Ver- einigten Staaten brauchten keinen Krieg mehr durchzumachen, wenn sie sich nicht mutwillig hineinstürzten. Tie Ursachen, die in Europa zum Kriege geführt, seien in Amerika nicht vorhanden. Dort babe man einen politisch zerklüfteten Kontinent, dessen pinzelne Teile miteinander rivalisierten. Jedes Land habe das andere im Bcr- dacht gehabt, sich ausbreiten zu wollen, sich Kolonien und Absätz- gebiete anzueignen; jedes Land habe dem anderen mißtraut und seine Rüstungen angehäuft, um sich gegen den Krieg zu versichern. Verhältnisse wie in Europa fände man in Amerika nicht. Amerika sei nicht aus seine Ausfuhr angewiesen. Amerika könne bequem leben, selbst wenn nicht für einen Dollar Werte eingeführt oder ausge- führt würden. Es habe mit keiner Nation wegen der Vergangen- heit abzurechnen. Mit Kanada würden die Vereinigten Staaten nie uneins werden und einen Angriff von Mexiko hätten sie nicht zu fürchten. Weshalb daher rüsten? Daß eine autzeramerikanische Macht es versuchen sollte, in Amerika einzufallen, sei keine ver- nünftige Vorstellung und nicht ernst zu nehmen. „Eines Tages," so schloß Hillquit,„wird das Blut- vergießen, das jetzt Europa vernichtet, aufhören. Die unglücklichen sich bekriegenden Nationen werden blutend, erschöpft und beschämt Halt machen. Ihre Kriegstkunienheit wird vorübergehen und sie werden sich der unsäglichen Schrecken bewußt werden. Sie werden sich zu uns um Tröswng, um Hoffnung wenden. Was soll unsere Antwort sein, Herr Gardner? Soll es dasselbe Gerassel von Säbeln und Flinten sein oder soll es eine Botschaft des Friedens, das Versprechen einer vernünftigeren, besseren, mensch- licheren Welt der Zukunft sein? Lassen Sie es der Frieden sein. Die Vereinigten Staaten können nie und nimmer eine erstklassige militärische Macht werden. Setzen wir unseren Ehrgeiz, unsere Hoffnung und unsere Bestrebungen darauf, unser Heimatland zu der ersten großen Friedensmacht der Welt zu machen," politische Uebersicht. Tie dementierten Friedensverhandlungen. Zu der gestern von uns mitgeteilten offiziösen Kund- gebung der„Norddeutschen Allgemeinen Zei- tung" schreibt das„Berliner Tageblatt" u. a.: _____ Auffallen... könnte es, daß diese Kundgebung des Herrn v. B e t h ni a n n H o I l w e g sich nur gegen die— gänzlich gegenstandslosen— Gerüchte über Friedensverhand- lungen mit England wendet und die�weit mehr verbreiteten Gerüchte über Verhandlungen mit Rußland gar nicht erwähnt. Bekanntlich wurde die, jetzt beendete, Diskussion über den „Hauptfeind" nur dadurch hervorgerufen, daß journalistische Auslassungen diesen Gerüchten einige Bedeutung ver- liehen. Wir sind indessen überzeugt, daß auch keinerlei Ver- Handlungen mit Rußland geführt werden und fassen die etwas einseitige Erklärung des Herrn Reichskanzlers und die Nichterwähnung Rußlands einfach als eine Kon- zession'an gewisse, laut und heimlich agitierende Kreise und Personen auf. In der„Deutschen Tageszeitung" dagegen findet das Dementi des Regierungsorgans vollste Znstini- mung. Das konservative Blatt schreibt;„Ein Volk und eine Regierung, die bei günstiger Kriegslage Friedenswünsche» zugänglich wären, überhaupt ihre Entschlüsse und die Festigkeit oder Weichheit ihres Willens, je nach der augenblicklichen Lage richteten, solch ein Volk und solch eine Regierung würden nicht die Voraussetzungen in sich tragen, die zum erfolgreichen Durchkämpfen so großer Entscheidungen unbedingt notwendig sind. Bei der vom Beginn des Krieges an stetig und steigend vorhandenen Gewißheit des ganzen deickschenjßolkes. daß, ob früher oder später, der Sieg auf unserer Seite sein wird, können gelegentliche Wechsel in der militärischen Konstellation und Lage an dem Entschluß natürlich nichts ändern,— um die Worte Hindenburgs zu gebrauchen— zu kämpfen,„bis alles sich unserem Willen fügt"... Wünsche und Anbahnung eines Sonderfriedens oder eines allgemeinen Friedens können von unseren Gegnern ausgehen, nicht vom Deutschen Reiche. Das ist in der Natur des deutschen.Kricgszieles, und der Gewißheit, es zu erreichen, enthalten." Keine Verminderung der Rindviehbestände. Wolffs Telegraphenbureau teilt mit: Wie wir von amtlicher Stelle erfahren,'entbehrt das neuerdings verbreitete Gerücht, daß?lnordnungen zu einer beschleunigten Verminderung der Rindviehbestände geplant seien, jeder tatsächlichen Unterlage. Vielmehr werden die Bestrebungen der heimischen Viehzucht, die Rindviehbestände durchzuhalten und namentlich auch für die Sl u f z u ch t eines genügenden Nachwuchses zu sorgen, von der Staatsregie- rung und den landwirtschaftlichen Körperschaften nach Kräften gefördert.____ Letzte Nachrichten. Eine Aktion der russischen Flotte. Konstantinopeft 25. April.(W. T. B.) Meldung des Großen Hauptquartiers; Heute vormittag eröffnete die russische Flotte zu Demonstrationszwecken ein Feuer außerhalb der Feuerlinie unserer Bosporusbefestigungen, das eine halbe Stunde dauerte, und zog sich unmittelbar darauf in nördlicher Richtung zurück. Unsere Befestigungen hielten es nicht für notwendig, das Feuer zu erwidern. Von den übrigen Kriegs- schauplätzen liegen noch keine wichtigeren Meldungen vor. Ein japanisches Ultimatum? Lyon, 25. April. Der„Progres" erfährt auS Schanghai, daß der japanische Gesandte in Peking dem chinesischen Minister des Aeußern eine dringliche Mitteilung überreichte, welche auf der gänzlichen Annahme der letzten revidierten Vorschläge Japans besteht. Andernfalls würden die Unterhandlungen sofort abgc- brochen. Schadenfeuer in einer Burg. Wien, 25. April. In der durch ihren Reichtum an Kunstschätzen berühmten, dem Grafen Wilczek gehörenden Burg K r e u tz e n st e i n bei Korneuburg nächst Wien brach ein Schadenfeuer aus, das zur Stunde der Meldung noch andauerte. Der Brand brach in der Tischlerwerkstätte aus, wo es seit gestern abend gebrannt haben mutzte. Dem Feuer fielen zum Opfer: ein Teil des Dachstuhles, das sogenannte orientalische Zimmer, über 1000 Kupferstiche, darunter einige von?l l b r e ch t Du r c r von unschätzbarem Wert, und das sogenannte Bilderzimmer mit wertvollen Gemälden. Vieles dürfte auch durch Wasser beschädigt worden sein. " Aus Groß- Berlin. Frühlingssonntag. Draußen auf den Aeckern, in den Laubenkolonien und Fontane" für verwundete Soldaten unentgeltlich zur Verfügung| fett hat. Die„ Selbstverwaltung" hat auch eine eigene Zeitung zur gestellt, damit diese die Reize der märkischen Uferlandschaften Vertretung ihrer Bestrebungen ins Leben gerufen. Es handelt sich also um eine im wesentlichen selbständige Organisation, die sich aber noch nicht vom Bunde losgelöst hat. tennen lernen. Zwei Kriegsschwindler. 77 Der Vorstand sagt, sein Versuch, sich mit den Führern der Ein warmer, echter Frühlingssonntag war es, der uns As falscher Kriegsinvalide wurde in der Friedrichstraße ein Selbstverwaltung" zu verständigen, sei an deren Starrköpfigkeit gestern beschert wurde. In dieser fortgeschrittenen Jahreszeit Mann entlarvt und festgenommen, der dort in Privatkleidung mit gescheitert. Die Gründung und die Tätigkeit der Selbstverwal murde er von der großstädtischen Bevölkerung sowohl wie dem Eisernen Kreuz geschmückt herumhumpelte und überall Auf- tung" feien ein Disziplinbruch, ein Verrat an den Interessen des auch von allem, was zum Grünen und Blühen drängt, doppelt merkjamfeit zu erregen verstand. Er entpuppte sich als ein Ein- Bundes und eine schwere Schädigung der Organisation. Dem wohltuend empfunden. Stürmisch und rauh wie unsere Zeit brecher Mar Jad, der am 26. März aus dem sächsischen Zuchthaus gemäß hat der Vorstand eine Reihe von Mitgliedern, die für die Selbstverwaltung" hervorragend tätig sind, ausgeschlossen. Mehrere ermies sich bisher der Wettergott, so daß die Knospen der Waldzeim entsprungen war. Den Emden"-Helden spielte ein 17 Jahre alter Josef B., Wortführer der Selbstverwaltung" sind als Delegierte auf dem Bäume und Sträucher nur ein schüchternes Grün zeigten. Der der bei Ausbruch des Krieges zur Marine als Freiwilliger zwar Bundestage anwesend. Sie begründen ihren Standpunkt in der in den letzten Tagen einsezende warme Regen hat die Vege- angenommen worden war, aber wieder entlassen wurde, als sich Hauptsache so: Nach jahrelangen Kämpfen ist es gelungen, den tation merklich angeregt. Einige Tage Sonnenschein dürften ergab, daß er sein Alter zu hoch angegeben hatte. Der junge Bund zu einer Gewerkschaft im modernen Sinne zu gestalten. daher genügen, um noch vor Beginn des Wonnemonats der Mann trug auf der Marineuniform nicht nur das Eiserne Kreuz, Während alle Arbeitergewerkschaften ihre Arbeitslosenunterstübung Natur das Frühlingskleid anzulegen. Schon entfalten die sondern auch das Band der österreichischen Tapferkeitsmedaille. während des Krieges unter großen Opfern aufrechterhalten haben, Kastanien, die anderen Bäumen stets voraus sind, ihre Er hatte als guter Erzähler überall, namentlich auch bei Damen, hat der Bundesvorstand die Stellenlosenunterstüßung aufgehoben Blätterknospen, und an Fliedersträuchern stehen die Blüten- williges Gehör gefunden, bis er hier in Berlin auffiel und ange- und dadurch die gewerkschaftlichen Aufgaben verlegt und die Erhalten wurde. wartungen der gewerkschaftlich denkenden Mitglieder enttäuscht. fronen bereits sichtbar auf dem jungen Grün. Die Angabe des Vorstandes, die Kassenlage habe ihn zur Aufhebung der Unterstützungen veranlaßt, trifft nicht zu, denn vor dem 1. Oftober konnten Massenentlassungen, die der Vorstand befürchtete, gar nicht eintreten, das finanzielle Ergebnis der Beibehaltung der Stellenloſenunterstützung ließ sich also am 3. Auguſt noch nicht übersehen. Die Aufhebung der Unterſtüßung Stellenloser hat in den Kreisen der Mitglieder solche Mißstimmung erzeugt, daß Tausende die Beitragszahlung einstellten und entschlossen waren, den Bund zu verlassen. Diese Mitglieder noch zusammenzuhalten und einer Massenflucht aus der Organisation vorzubeugen, ist das eigentliche Bestreben der„ Selbstverwaltung". Nur zu diesem Zweck ist sie ins Leben gerufen worden. Sie wird sich wieder auflösen, sobald ein Bundes- oder Industriebeamtentag die statutarischen Bestimmungen wiederherstellt, welche die Selbstverwaltung" im gewerkschaftlichen Interesse für notwendig hält. Geschieht das nicht, dann werden sich ganze Mitgliedschaften und ganze Gave uns anschließen. So sagen die Wortführer der„ Selbstverwaltung". Demgegenüber steht der Vorstand und seine Anhänger auf dem Standpunkt: Entweder die Selbstverwaltung" wird bedingungslos aufgelöst, oder es bleibt bei den Ausschlüssen. Es ist unmöglich, mit den Mitgliedern zusammenzuarbeiten, die durch Aufrecht erhaltung ihrer Sonderorganisation die Interessen des Bundes schädigen. Kleine Nachrichten. Unter dem Verdacht, ein Kind entweder den bisher freiliegenden, dieses Jahr aber zur Bepflanzung umgebracht oder es sonstwie beseitigt zu haben, sind Frau B. und bestimmten Grundstücken herrschte gestern ein reges Treiben. deren Tochter aus der Ackerstraße verhaftet worden. Das verNoch nie ist jeder freie Flecken Groß- Berliner Erde so mit schwundene Kind, ein kleines Mädchen, stammt von einem in Chardem Spaten bearbeitet worden, wie jest. Wo sonst auf Bau- lottenburg wohnenden Mädchen, die im November vorigen Jahres stellen die Großstadtjugend sich austollte, sind Hände am in der Charité entbunden hatte. Unter der Vorspiegelung, das Werke, um dem Boden Sämereien, junge Pflanzen und Kar- Kind gut unterzubringen, hatte sich eine fremde Frau an das toffeln zu späterem Wachstum anzuvertrauen. Gar mühsam Mädchen herangemacht; letzteres ging denn auch auf den Vorermeist sich da oft die Arbeit des Umgrabens; allerlei Gestein schlag ein. Später konnte die Pflegemutter des Kindes nicht ermittelt werden, bis jetzt mit Hilfe der Polizei in Frau B. diejenige stellt sich dem tief schürfenden Spaten in den Weg. Und wenn Person ausfindig gemacht wurde, der das Mädchen ihr Töchterchen die harte Arbeit noch durch bescheidene Früchte belohnt wird, übergeben hatte. Seiner Frau freiwillig in den Tod gefolgt ist so ist der Großstädter schon zufrieden. Für ihn bedeutet die der 31 Jahre alte Schneider M. aus der Straßmannstraße. Seine in dieser Kriegszeit getroffene Vorsorge zugleich eine gewisse Wirtschafterin fand ihn an der Küchentür erhängt bor. Erholung, auch wenn die Arbeit mit erheblichen Anstren- Weißensee. Der Leseabend findet heute abend 8½ Uhr im gungen verknüpft ist. Lokal von G. Peutert, Berliner Allee 251, statt.. Während so der prächtige Sonntag für viele Arbeiterfamilien ein Tag zu emsiger Garten- und Feldarbeit war, benußten denselben Hunderttausende, um sich auf den städtischen Spielplägen, in den Parks und den Wäldern zu ergehen. Und als längst die Sonne hinter einem Wolfenschleier niedergegangen, strich ein lauer Frühlingswind Lis in den späten Abend durch Baum und Strauch, über Feld und Aue. Musterung der ungedienten Landfturmjahrgänge 1879 bis 1869. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Dienstagmittag: Ueberall warm, an der Küste vielfach heiter, im Binnenlande veränderliche Bewölfung und besonders im Süden vereinzelt etwas Siegen. Ein Konflikt im Bund der technisch- industriellen Beamten. Schwere, das Organisationsleben störende Streitigkeiten schweben seit einigen Monaten innerhalb des Bundes der technischDie Musterung des bisher noch nicht ausgemusterten un- industrielien Beamten. Es handelt sich um eine Opposition aus ausgebildeten Landsturms der Jahrgänge 1879 bis einschließ- Mitgliederkreisen gegen den Bundesvorstand, die sich so weit zugespitzt hat, daß die Opponenten eine Sonderorganisation innerlich der nach dem 3. Dezember 1869 geborenen Landsturm- halb des Bundes gegründet haben. Damit der Konflikt in der einen pflichtigen ist jetzt angeordnet worden und wird in Kürze er- oder anderen Weise zum endgültigen Austrag gebracht werde, hat folgen. Eine Einberufung dieser Landsturmjahrgänge dürfte der Vorstand einen Bundestag einberufen, der am Sonnabend und folgen. Eine Einberufung dieser Landsturmjahrgänge dürfte jedoch, wie verschiedentlich berichtet wird, vorläufig nicht statt- Sonntag in Berlin abgehalten wurde. An beiden Tagen wurde finden. der Gegenstand des Konflikts in sehr langen, zum Teil erregten Debatten behandelt. Auch die als Zuhörer sehr zahlreich erschienenen Mitglieder beteiligten sich oft durch Beifallklatschen und zwischenrufe an den Debatten. Wenn wir aus den äußerst um fangreichen Erörterungen den sachlichen Kern herausschälen, so erhalten wir folgendes Bild. In diesem Sinne entschied sich auch der Bundestag, indem er mit 17 gegen 9 Stimmen folgender Erklärung zustimmte: „ Die Bewegung der Selbstverwaltung" charakterisiert sich als Organisationsverrat mit dem Endzweck, durch Täuschung der Bundesmitglieder über die wahren Ziele eine Absplitterung in größerem Maßstabe herbeizuführen, um eine neue Organisation vorzubereiten." Die vom Vorstande verfügten Ausschlüsse wurden bestätigt mit der Maßgabe, daß sie erst rechtskräftig werden, wenn die Ausge geschlossenen nicht innerhalb 14 Tagen ihren bedingungslosen Rüdtritt von der„ Selbstverwaltung" erklären. Die anwesenden auss geschlossenen Mitglieder der Selbstverwaltung" verweigerten die Abgabe einer derartigen Erklärung und bemerkten, daß sie sich solidarisch fühlen mit ihren Anhängern, die am 8. Mai in einer besonderen Tagung in Hannover zu den Beschlüssen des Bundestages Stellung nehmen werden. Mehrere der„ Selbstverwaltung" ange hörende Delegierte erklärten ausdrücklich, daß sie an die Gründung einer neuen Organisation gar nicht denken. Die amtliche Untersuchung des Straßenbahnunglücks. In Sachen des Straßenbahnunfalles am Reichstagsufer haben die Aufsichtsbehörden nach beendeter Untersuchung an die zustänIn einem besonderen Punkt der Tagesordnung begründete der digen Minister Bericht erstattet. Danach wird der Motorführer Am 3. August beschloß der Vorstand:„ Während der Dauer des Vorstandsvertreter die Aufhebung der Stellenlosenunterstützung da Teschte beschuldigt, daß er mit übermäßiger Geschwindigkeit in die Krieges ruht der Anspruch der Mitglieder auf die Unterstützungs- mit, daß sie notwendig gewesen sei, um die finanzielle LeistungsKurve eingefahren ist, den Strom zu spät ausgeschaltet und zu spät einrichtungen." Damit war auch die Stellenlosenunter- fähigkeit des Bundes über den Krieg hinaus zu erhalten. Wenn gebremst hat. Am Sonnabend hat noch der Dezernent der Eisen- st ühung aufgehoben, was in Mitgliederkreisen als Verstoß gegen auch die Stellenlosigkeit der Mitglieder bei weitem nicht so zahlreich bahndirektion, Regierungsbaumeister Wechmann, die technischen die gewerkschaftlichen Aufgaben des Bundes betrachtet wird. Im fei als man anfangs erwartete, so würde die Beibehaltung der Einrichtungen des noch ziemlich neuen Wagens untersucht und durch September traten drei Gaubeamte und ein Zentralbeamter des Unterstützung die Kasse so stark in Anspruch genommen haben, daß Messungen festgestellt, daß auch die Spurkränze der Räder, auf die Bundes zu einer Besprechung zusammen, um, wie sie sagen, über die aus dem Kriege zurückkehrenden Mitglieder, die Anrecht auf es bei Entgleisungen besonders ankommt, sich in vorschriftsmäßiger den erwähnten Borstandsbeschluß, der bei den Mitgliedern auf Unterstützung haben, nichts hätten bekommen können. Verfassung befinden. Das Rad soll mit dem Spurkranz 12 Milli- Widerstand gestoßen sei, zu verhandeln. Der Vorstand bezeichnet heit die für die Kriegszeit getroffenen Maßnahmen des Vorstandes diese Besprechung, die ohne sein Wissen abgehalten sei, als„ Gemeter in die Rille der Fahrschiene eingreifen; je mehr sich dies heimkonferenz" und sagt, ihr zwed sei nicht die Wesprechung des einschließlich der Aufhebung der Unterstützungen und erteilte dem Vorstande Indemnität. Maz durch Abnutzung des Rades vermindert, desto leichter kann Vorstandsbeschlusses gewesen, sondern, wie aus den Umständen Gestern abend in später Stunde fam es noch zu einer oft erder Spurkranz aus der Rille springen und eine Entgleisung her- hervorgehe, habe es sich nur darum gehandelt, den alten Kampf beiführen. Die Untersuchung ergab, daß die Spurkränze die vor- gegen den Vorstand wegen seiner Haltung im Lüdemann- Konflitt regten Debatte über den vom Vorstand verfügten Ausschluß Lude geschobene Höhe und Breite besitzen. wieder aufzunehmen. Das sei ein Verstoß gegen die Interessen des manns, der damit begründet wird, daß Lüdemann in einem RundBundes. Zwei Teilnehmer der Geheimkonferenz", die Gau- schreiben an die Mitglieder unter dem Anschein fachlicher Kritik der beamten Thimm( Rheinland) und Schindler( Hannover) wurden Vorstandsmaßnahmen gegen den Vorstand intriguiert habe, was vom Vorstande ihres Amtes enthoben. Die beiden anderen Teil- ich aus den begleitenden Umständen ergebe. nehmer, denen der Vorstand mildernde Umstände zubilligte, tamen hauptet dagegen, er habe lediglich Kritik geübt, was sein gutes Recht mit einer Rüge davon. Auf der einen Seite wird behauptet, auf fei. Der gegen ihn erhobene Vorwurf sei unberechtigt, sein AusMit 13 gegen 8 Stimmen der anderen entschieden bestritten, daß Lüdemann, der frühere Ge- schluß sei zu Unrecht erfolgt, dem Vorstand sei es nur darum zu schäftsführer des Bundes, die„ Geheimkonferenz" veranlagt oder un, ihn aus dem Bunde zu entfernen. billigte der Bundestag den Ausschluß Lüdemanns. Die durch die Aufdoch hervorragend an ihr mitgewirkt habe. hebung der Unterstützungen in Mitgliederkreisen hervorgerufene Mißstimmung ist anscheinend durch die Amtsentsetzung der beiden Beamten noch erhöht worden. Tatsache ist, daß hiernach in verschiedenen Orten Versammlungen der Vorstandsgegner abgehalten wurden, die schließlich dazu führten, daß sich im Dezember die erwähnte Sonderorganisation im Bunde bildete. Sie führt die Bezeichnung„ Selbstverwaltung gewerkschaftlicher Bundesmitglieder". Ihr Leiter und Wortführer ist der Hamburger Gaubeamte Klemmer. Die der Selbstverwaltung" angeschlossenen Mitglieder zahlen ihre Beiträge nicht an die Bundeskasse, sondern an ihre eigene Verwaltung, welche die Stellenlosenunterstützung wieder in Kraft geik Wieder ein Straßenbahnwagen in einer Kurve entgleist. Sonnabend abend 6 Uhr ist in Weißensee ein Wagen der Vinie 61 E der Großen Berliner Straßenbahn an der Langhans Straße, Ede Gustav- Adolf- Straße, als der Fahrer eine Kurve zu nehmen hatte, aus den Schienen herausgesprungen und in die Gustav- Adolf- Straße 10 bis 15 Meter hineingefahren, wo er dann erit auf dem Kopfpflaster zu stehen kam. Irgendein Unfall oder Materialschaden ist in diesem Falle nicht vorgekommen. Ob die Ursache wieder auf zu schnelles Fahren des Wagenführers oder, wie uns von einem Augenzeugen mitgeteilt wird, auf ungenügende Weichenstellung zurüdzuführen ist, muß erst die weitere Untersuchung ergeben. Dampferfahrten für verwundete Krieger fanden am gestrigen Sonntag nach Potsdam und Grünau statt. Die Dampfschiffahrtsgesellschaft Stern" hatte ihre beiden Dampfer Menzel" und Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 8. Berl. Reichstags- Wahlkreis. ( Bezirk 244.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Maschinenarbeiter Fritz Täubner im Alter von 73 Jahren gestorben ist am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 26. April, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Heines Werke 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Preisgekrönte An den Folgen seiner in Rußland erhaltenen schweren Verwundung starb im Lazarett zu Bernburg( Anhalt) mein seelensguter Mann, liebevoller Bater meiner drei Töchter, der Landwehrmann Reinhold Roske im 39. Lebensjahre. Dies allen Freunden und Betannten sowie dem Männerchor Fichte Georginia" zur traurigen Nachricht. Frau Roske und Kinder Berlin, Dranienstr. 27. Uns raubte dieser Krieg einen lieben, ftets hilfsbereiten Freund und braven Genossen. Stein und Söhne, R. Kohl Bohnsdorf b. Grünau i. M. Unserer langjähr. Genossin Frau Lina Scherzer zum vollendeten 80. Lebensjahre die herzl. Glüdwünsche. Die Genossen u. Genossinnen d. 115. u. 120. Bez., 2. Kr. 966666666 Werkzeugmacher, die an ſelbſtändiges Arbeiten gewöhnt sind, zum sofortigen Antritt gesucht. Panzer A.-G. Berlin N. 20 ? Was ist der Stolz der Frau? Die blendend weiße Wäsche, die durch Minloses Waschpulver erzielt wird. Das 1 Pfd. Paket kostet nur 30 Pfg. DRUCK Arbeitermöbel ARBEITEN Spezialarzt Solide Arbeit. Billige Preise in guter Ausführung Karl Thomas VORWÄRTS Tischlermeister, Bernauer Straße 79 Tel.: Norden 4901 Lief. d. Konsumgenossenschaft Buchdruckerei und Verlag SW.68 Lindenstraße 3 Prinzenstr. 64 f. Geschlechtskrankheiten, Harnleiden, Schwäche, Ehrlich- Hata- Kuren, Blutund Harn- Untersuchungen. Institute: Potsdamer Str. 117 a. d. 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Zahlreiches und vollzähliges Erscheinen der Mitglieder erwartet 12/14 Der Vorstand. Sie laufen wie eine Biene! wenn Sie uns. gestrickten sans n. Straßenschuhe tragen. Sein Brennen d. Füße, f. Schweißfüße, L. geschwoll. Gelenke, t. Krampfad., Benenentz., L.Hühneraugen, 1.Ballen, t. Drud a. empf. hochlieg. Zehen, 1. Gicht, t. Rheumatismus mehr; an: schmiegend, weich, elastisch, ausdünstungs. fähig. Garantie für sichere, dauernde Hilfe, auch in den verzweifeltsten Fällen, u. abfolute Brauchbarkeit uni. geftridten Schuhwerks. Telephon Königstadt 1150. Reichhaltiges Lager in sehr warmen, mittelund kühlen Stridarten, jeder Witterung fowie jeder Eigenart der Füsse entsprechend. Illustr. Preisliste frei. warmen Strickschuh- Fabrik Winzer& Co., O., Krautstr. 52, thaler Strasse 59, NO., Grosse Frankfurter Str. 94. Mähe Martušite., SO Kottbuser Str. 21. L. Charlottenburg, Stantstr. 125, Nähe Leibnizftr., Wilmersdorf, Auguftaftr. 33, Nähe Detmolderstr., Hamburg, Kaiser- Wilhelm- St.3, Leipzig, baynstr.17-19, Breslau, Reufcheftr 42, Dresden, Grunaer Str.22, München, Masmannpl.4 II, Cöln, Zeughausstr. 10. Chemnitz, oſtſt.63. Berantwortlicher Redakteur: Ernst Däumig, Steglit. Für den Inseratenteil verantw.: Th.Glode, Berlin, Drudu. Berlag: VorwärtsBuchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.