Nr. 117.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pränumerande: Bierteljährl 3,30 m, monatl 1,10 L möchentlich 25 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Belt 10 a Bost Plbonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Bost Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mast pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg. Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonies. geile oder deren Raum 60 Big.. für politische und gemertschaftliche Vereins imd Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgebrudic Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgedrudte Worte), jedes weitere Wort 10 g. Stellengesuche und Schlafstellen zeigen das erste Bort 10 Big., irdes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch ftaben zählen für zwei Worte. Juferate für die nächste Numuner müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 151 90-151 97. Donnerstag, den 29. April 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplag, Nr. 151 90-151 97. Fortdauer der Kämpfe auf Gallipoli. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 28. April 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. In Flandern versuchten die Engländer auch gestern, das verlorene Gelände wiederzuerobern. Nachmittags setten sie beiderseits der Straße pern- Pilkem zum Angriff an, der 200 Meter vor unseren Stellungen vollkommen zusammenbrach. Das gleiche Ergebnis hatte in den Abendstunden ein zweiter englischer Vorstoß weiter östlich. Auch hier hatte der Feind starke Verlufte. Auf dem westlichen Kanalufer griff der Feind nicht an. In der Champagne wurde heute nacht nördlich von Le Mesnil eine umfangreiche französische Befestigungsgruppe von uns gestürmt und gegen mehrere feindliche Gegenangriffe fiegreich behauptet und ausgebaut; der Feind erlitt starke Verluste, 60 unver wundete Franzosen, 4 Maschinengewehre und 13 Minenwerfer fielen in unsere Hand. Zwischen Maas und Mosel fanden am Tage nur heftige Artilleriekämpfe statt. Ein starker französischer Nachtangriff im Priesterwalde wurde blutig und für die Franzosen verlustreich abgeschlagen. Gegen unsere Stellung auf dem Hartmannsweilerkopf haben die Franzosen nach den mikglückten Vorstößen vom 26. April keine weiteren Angriffe versucht. Bei Altkirch schoß einer unserer Flieger ein französisches Flugzeug ab. Arbeiterpolitik im britischen Weltreich. Genoffe Philipp Snowden, das bekannte sozialistische Mitglied des Unterhauses, hat vor einigen Tagen im Londoner Hermes- Klub eine Rede über die internationale Politik der Arbeiterschaft im britischen Weltreich gehalten. Seine Aus führungen, Worin er die Ergebnisse einer Studienreise nach den Kolonien zusammenfaßte, verdienen um so mehr Beachtung, als man, ohne sich auf allzu fühne Prophezeiungen einzulassen, heute wohl sagen darf, daß sich in der mit dem Friedensschluß anbrechenden Epoche die politische Macht und Selbständigkeit der britischen Arbeiter schaft mächtig entwickeln und die sozialistische Denkweise auf ihr Handeln einen steigenden Einfluß ausüben wird. # Snowden begann mit dem Geständnis, daß die Arbeiter bewegung und die Sozialisten in Großbritannien in der Vergangenheit den Fragen der Auslandspolitik und der Reichs politik nicht die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet hätten. So fand die Strise des vorigen Sommers die Arbeiterpartei völlig unvorbereitet, und die Folge davon war die jetzige beklagens. werte Zerrissenheit und das völlige Untertauchen der Partei in liberaler und Tory Politik. Sozialisten können für die Art, twie das britische Reich zu einem großen Teil errichtet wurde, feine Sympathien haben. Aber abgesehen von Indien und Südafrika und den kleineren Dependenzen und Kronkolonien war das Reich im ganzen doch das Ergebnis von Kolo nisation und in Kanada, Australien und Neuseeland sind keine zahlreichen eingeborenen Bevölkerungen vernichtet oder unterjocht worden. Mag man indes über die Schöpfungsart des Reiches welche Ansichten immer haben, so hat man doch mit der Tatsache seiner Eristenz zu rechnen und nichts wäre verfehlter, als wenn die Arbeiterpartei die Ordnung der Reichsfragen den herrschenden Klassen überließe Die Tory- Partei hat auf die Reichspolitik Beschlag gelegt. als ob es sich um ihre eigene Schöpfung und ihr Privateigentum handle und wenn die britische Demokratie ihren Einfluß nicht geltend macht, würden die Reichsfragen in Der österreichische Generalstabsbericht. Siegesjubel über die Dardanellen- Erfolge. antidemokratischem Sinn geregelt werden. Es war sehr be dauerlich, daß zwischen der Arbeiterpartei in Wien, 28. April.( W. T. B.) Amtlich wird verlaut. Konstantinopel, 28. April.( W. T. B.) Der große Sieg Großbritannien und den Arbeiterparteien in bart: 28. April 1915, mittags: an den Dardanellen, über den die ersten Einzelheiten durch den Kolonien, vor allem in Australien, wo sie die Deftlicher Kriegsschauplatz. Durch Angriff setten wir uns nordöstlich und öftlich von Suwalki in Befik russischer Stellungen auf einer Frontbreite von 20 Kilometer. Nördlich von Prasnysz wurden gestern 2 Offiziere, 470 Russen gefangen genommen und 3 Maschinengewehre erbeutet. Oberste Heeresleitung. Die allgemeine Lage ist unverändert. In die gestrigen Abendblätter bekannt wurden, rief in der ganzen Stadt Regierung innehat, keine engere Verbindung den Karpathen sowie in Russisch- Polen vereinzelt unbeschreiblichen Jubel hervor. Die Straßen, die geſtern bestand. Snowden hat in allen Kolonien eine sehr wenig heftiger Geschützkampf. Unsere Artillerie brachte zwei Muni- anläßlich des Jahrestages der Thronbesteigung des Sultans ohne zufriedenstellende Haltung in den Reichsfragen gefunden und Muni- bies sehr belebt waren, füllten sich auf die Siegesbotschaft hin mit dies kam daher, daß das Volt alle seine Informationen aus tionsdepots der Ruffen durch Volltreffer zur Explosion. dichten Menschenmassen. Alle Türfen beglüdwünschten sich, daß der Quellen bezieht, die imperialistisch" im schlechten Sinne des Wiederholte Nachtangriffe des Feindes im Abschnitte östlich Feind so rasch verjagt wurde. Nicht minder groß ist die Freude Wortes sind. Die koloniale Presse bekommt ihre Tele unter den Mitgliedern der österreichisch- ungarischen und der deutschen gramme nur aus einer einzigen Quelle und die denk In Südost galizien und in der Bukowina keine kolonie. In den Abendstunden war die Stadt reich illuminiert. bar anfechtbarste Darstellung der Tatsachen. Die Arbeiter besonderen Ereignisse. Höhe Ostry wurden abgewiesen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Der türkische Krieg. Westlicher Kriegsschauplah. regierungen in den Kolonien sind in Berührung mit den Beamten des Kolonialamts und Mitgliedern der britischen Regierung. Sie vertritt den liberalen Standpunkt, wenn eine liberale Regierung und den konservativen, wenn die Tories am Ruder sind, aber nie den der britischen Demokratic. Fühlung getreten, um ihre Ergänzung des Hauptquartierberichts. So haben Neuseeland und Australien den militärischen Berlin, 28. April.( W. T. B.) Aus dem Großen Dienstzwang angenommen. Es ist ein offenes Geheimnis, Meldung des türkischen Hauptquartiers. Sauptquartier wird uns mitgeteilt: Die gestrigen offi- daß die nationale Dienstpflicht- Liga mit ihren Agenten einen Die Arbeiterparteien in diesen ziellen franzöfifchen und englischen Kriegsberichte geben wieder großen Anteil daran hat. Konstantinopel, 28. April. 5 Uhr 40 Minuten einige interessante Proben der Writtel, mit welchen die Deffent. Stolonien sind nie mit der britischen Arbeiterbewegung in nachmittags.( W. T. B.) Das Hauptquartier teilt lichkeit in den Ländern unserer Gegner getäuscht wird. Anschauungen über die mit: Der Feind erneuert seine Versuche gegen Kaba Tepe Die Franzosen behaupten, daß sie den ihnen am 25. April Wirkungen dieses Systems auf das Reich kennen zu lernen. gilt für die Flottenpolitik der Kolonien. und die Südküfte der Halbinsel Gallipoli. Wir werfen entrissenen Gipfel des Hartmannsweilertopfes Dasselbe ihn weiter mit Erfolg zurüd. Gestern versuchte der Feind mit wiedergenommen hätten; in Wirklichkeit ist er seit den Die Regierungen dieser Kolonien, mögen sie auch Arbeiterneuen Kräften Angriffe gegen die Küste bei Kum Kale, gänzlich mißlungenen Rüderoberungsversuchen am 26. April regierungen sein, beziehen ihre Ideen über Flottenpolitik von wurde aber gezwungen, sich zurückzuziehen, wobei er drei nachmittags überhaupt nicht mehr angegriffen den herrschenden Klassen Englands. Diese Abhängigkeit beworden. Er befindet sich also selbstverständlich in unserer tommt nun große Bedeutung durch die neuliche Ankündigung Maschinengewehre in unseren Händen ließ. des Kolonialsekretärs, daß die Dominions zur Teilnahme am Hand. Der englische Bericht sagt: Die Franzosen hätten, auf Friedensabschluß eingeladen werden würden. Könnte dem linken Flügel der Engländer vorgehend, Het Sas in dieſem ein ordentlicher Meinungsaustausch zwischen den ArFlandern zurückgewonnen; in Wirklichkeit ist auch dieser Ort beiterparteien des Reiches vorangehen, wäre das von allergrößtem Wert. So aber könnte das Resultat leicht unheilvoll gestern nicht angegriffen worden. Ferner behauptet er, der deutsche Bericht über die Fort- werden, da die kolonialen Staatsmänner in ihrer Unwissenheit über nahme der vier englischen Geschüße sei nicht zutreffend. Es ist die europäischen Dinge und in ihrer völligen Abhängigkeit von Zentrum und rechter Flügel des für die englische Heeresleitung bedauerlich, daß sie so schlecht den liberalen und konservativen Informationsquellen leicht die Es ist aber von ihren Untergebenen unterrichtet wird; wenn es auch ver- Werkzeuge der britischen Regierung werden. Dardanellenkorps geschlagen. ständlich ist, daß die regelmäßige Berichterstattung durch die vielleicht noch nicht zu spät, dieses Unglück zu verhüten. Wenn Eile, mit der die englischen Truppen am 25. April das die britische Arbeiterbewegung selbst in bezug auf den Krieg Konstantinopel, 28. April.( 2. T. B.) Bei dem Schlachtfeld verließen, etwas in Unordnung gekommen sein und auf den Vertrag, der ihn beenden soll, einig wäre, wäre geftrigen Empfange aus Anlaß des Jubiläums des Sultans mag. es möglich, daß die Arbeiterparteien des ganzen Reichs einander int träten Fühlung teilte der Kriegsminister ein Telegramm des Befehlshabers fich auf Die genommenen Geschüße gehören nach der Bezeichnung, mit der 5. Armee, Liman Pascha, mit, daß das Zentrum die sie tragen, der 2. London- Garrison- Artillery und 2. Lon- eine gemeinsame Politik einigten. Der Versuch wäre der und derrechte Flügeldes Feindes vollständig don- Territorial Div. an. Es sind 12,8-3entimeter- Geschüße, Mühe wert. Aber neben dieser unmittelbaren Frage bleibt geschlagen sei und die Hoffnung bestehe, daß auch der linke die in allernächster Beit ihre Anwesenheit auf unserer Seite die dauernde der Konstituierung des britischen Reichs als Flügel geschlagen werde. den Gegnern deutlich erkennbar machen werden. freier Gemeinschaft. Die Kolonien sind im Kern demokratisch. An der kaukasischen Front wurde ein nächtlicher russischer Augriff gegen unsere Vorposten an der Grenze nördlich von Milo mit Verlusten für den Feind zurückgewiesen. Von den übrigen Kriegsschauplätzen ist nichts von Bedeutung zu melden. und Sie haben der alten Heimat Anhänglichkeit bewahrt. Mit der Torpedo getroffen wurde, der dem Wasser einen großen zu Der Krieg und die Kolonien. britischen Demokratie zusammenwirkend könnten diese Solonial- laufstanal nach dem Maschinenraum und der Dynamo öffnete. Das regierungen mit Rat und Beispiel zum Fortschritt Eng- Schiff versant in vollkommener Dunkelheit und konnte keine Nachlands und zum internationalen Frieden bedeutend bei- richten geben. In etwa 20 Minuten ging es unter Angeblicher englischer Erfolg in Südwest. taagen. Das britische Reich könnte das Muster der fünftigen 8w ei von den ins Meer gelaffenen Schaluppen mit Matrosen London, 28. April.( T. U.) Nach einer Meldung des Vereinigten Staaten der Erde werden. Die fenterten, andere mit insgesamt 108 Matrosen konnten gerettet britische Arbeiterpartei hätte hier eine große Aufgabe. Es werben. Eine italienische Barke, die um 7 Uhr morgens einen ver- Reuterschen Bureaus aus Kapstadt sollen die Unionstruppen, wäre sehr zu bedauern, wenn die Arbeiterparteien der lorenen Anter suchte, sah die Schaluppen und fam ihnen zu Hilfe. die die Eisenbahn bei Treffopjes bewachen, einen Angriff don Kolonien in ihrer Reichs- und Weltpolitit auch weiter im Ein Geschwader von italienischen Torpedobootszerstörern fam um 700 Deutschen mit 12 Geschüßen abgeschlagen haben. Die Schlepptau der herrschenden Klassen Großbritanniens blieben. 3 Uhr nachmittags in Leuca an mit Kleidern für die Ueberlebenden, Deutschen hätten angeblich 25 Tote oder Verwundete zurückdie in der Nacht nach Syrakus abreisten. Unter ihnen befanden sich gelassen. zehn Offiziere. " Der„ Gambetta" hatte starte Russische Furcht vor einer deutschenglischen Verständigung. Der französische Tagesbericht. Nom, 27. April.( W. T. B.) Die Tribuna" meldet aus Paris, 28. April.( W. T. B.) AmtItcher Bericht von von der italienischen Küste von dem Torpedo getroffen. Im AugenPecce: Der Panzerkreuzer Léon Gambetta" wurde 25 Seemeilen gestern abend: Nördlich Ypern dauern unsere Fort- blid des Unglücks befand sich der Chef der Signalstation Santa Die Petersburger, Retsch" erwähnt in ihrer Wochenschritte sowie die Fortschritte der englischen Armee an. Wir Maria di Leuca mit dem Wachtgeschwader, welches dort seinen Liege- übersicht vom 19. d. Mts. die Erörterungen der deutschen Presse machten zahlreiche Gefangene und erbeuteten Material plag hat, in der Nähe und eilte herbei, ohne sich durch die Gefahr über den Hauptfeind" und wendet sich in sehr heftiger Weise ( Minenwerfer und Maschinengewehre). Auf der Front Les schrecken zu lassen, daß er in der Dunkelheit von österreichischen gegen die deutschen Stimmen, die für eine Verständigung Eparges- Saint Remy- Graben von Calonne Schiffen für die Begleitung des französischen Panzerkreuzers ge- Blatt – wird die deutsche Politik wieder versuchen, die Vermit England eintreten. Offenbar schreibt das einflußreiche wurden die deutschen Angriffe vollkommen zurückgeworfen. halten werden könnte. An einer einzigen Stelle der Front zählte ein Offizier etwa lagfeite und konnte feine Funkeneinrichtung nicht mehr bündeten zu trennen und ihre Unstimmigkeiten in ihrem 1000 Tote. Am Hartmannsweilertopf gingen wir gebrauchen; er mußte sich treiben lassen und folgte der Interesse auszubeuten... Um so erfreulicher ist es deshalb, zur Offensive über und rückten vor. Nachdem wir den Richtung des Scirocco. Das Schiff wurde von der Besayung auf die mutigen Reden des franzöfifchen Ministerpräsidenten berlassen und kam außer Sicht; die französischen Offiziere Viviani und des bekannten Führers der englischen Unionisten Gipfel wieder eingenommen hatten, rückten glauben, daß es verloren ist, da das Led infolge des Torpedo- Chamberlain hinweisen zu können. In diesen Reden wir um 200 Meter auf den Osthängen vor. treffers ungeheuer groß war. Das Wasser hatte den kommt auch jetzt derselbe eiserne Wille zum Sieg", der Wille Maschinenraum gefüllt. zum Durchhalten bis ans Ende zum Ausdrud." Die Schärfe, mit der das Petersburger Blatt die er wähnten Reden unterstreicht, verhüllt nur notdürftig die Besorgnis, daß sie von anderen Reden, die wesentlich anders Tauten, übertönt werden könnten. Die„ Retsch" unterschlägt zwar diese Stimmen vor ihren Lesern, es ist ihr aber wohl Stimmen ertönen, die sich für eine Verständigung mit nicht unbekannt, daß mindestens in England fortgescht Deutschland aussprechen. Die französische Presse über den Kampf bei Ypern. " Brindisi, 27. April.( W. T. B.) Der Angriff auf den franzöfifchen Panzerkreuzer 26on Gambetta" wurde von dem Paris, 28. April.( W. T. V.) Die Preise erklärt, der österreichisch- ungarischen Unterseeboot gegen 1½ Uhr morgens plögliche Angriff der Deutschen gegen die ungefähr 25 Seemeilen südlich von Santa Maria die Leuca aus Front der Alliierten bei pern habe nicht den Erfolg ge Strand zu laufen. Ueber hundert Mann von der Besatzung geführt. Um nicht zu finken, versuchte der Panzerkreuzer auf den habt, welchen sich die Deutschen versprochen hätten. Die wurden von Fischerbooten aus der Umgegend und von dem Personal Deutschen hätten anscheinend den Durchbruch gegen der Signalstation auf Santa Maria di Leuca gerettet. Calais versuchen wollen, aber die Alliierten seien im Begriffe, das verlorene Gelände wiederzugewinnen. Rom, 27. April.( W. Z. B.)„ Giornale d'Italia" Liberté" glaubt, der Durchbruchsversuch könne bereits fagt zu dem Untergang des französischen Panzerfreuzers jezt als gescheitert betrachtet werden." Humanité"" éon Gambetta": Dies ist der zweite Angriff schreibt, der Feind habe das Ziel nicht ganz erreicht. Der eines Unterfeebootes auf französische Kampf Angriff sei halb mißlungen, hoffentlich werde er ganz schiffe; die Brauchbarkeit der Unterseeboote für den Seeangehalten werden. Aber die Deutschen seien fest trieg bestätigt sich also immer mehr. Das Unterseeboot griff entschlossen, durchzubringen. Einem solchen Gegner gegen in der Nacht bei Mondschein an." Tribuna" berichtet über werde die Aufgabe der Alliierten hart sein." Figaro" dagegen, daß zur Zeit des Angriffes schlechtes Wetter mit erblickt in dem Vorstoß gegen Ypern ein politisches Manöver. hohler See und Nebel herrschte. Da es der deutschen Diplomatie nicht gelungen sei, die MitBrindisi, 28. April.( W. T. B.) Von Ueberlebenden des virtung Neutraler zu gewinnen, versuche Deutschland jetzt Léon Gambetta" erfährt man, daß das Schiff in der linken den Neutralen die Stärke seiner Armeen vor Augen zu führen Seite von zwei Torpedos getroffen wurde und in 10 Minuten und ihnen Furcht einzuflößen, um zu verhindern, daß sich die fant. Die Zahl der Geretteten beträgt 136. Neutralen den Alliierten anschließen. Ein derartiges Manöver, Man fischte 58 Leichname auf, die am Morgen mit militäriwelches die schlimmste Beleidigung für die Neutralen sei, werde schen Ehren auf dem Friedhofe von Gastrignano beigesetzt ebenso mißlingen, wie der militärische Durchbruch mißlungen wurden. fei. Der, Temp3" schreibt: Die Deutschen seien auf einen unerschütterlichen Widerstand gestoßen. Die Schlacht, welche foeben geliefert worden sei, sei für die Deutschen nur eine neue Schlappe gewesen. Fliegerangriff auf Friedrichshafen. Friedrichshafen, 28. April.(...) Heute morgen um 10 Uhr Friedrichshafen, 28. April.( W. T. B.) Heute morgen um 10 Uhr 20 Minuten fam ein Flieger in fehr großer Höhe in westlicher Richtung auf Friedrichshafen zu, wurde sofort beschossen und warf im ganzen sechs Bomben ab, von denen zwei un bedeutenden Sachschaden verursachten. Ein Mann wurde an der Hand leicht verlegt. Der Flieger entfam in östlicher Richtung und schwankte beim Abflug bedenklich. Der Seekrieg. Léon Gambetta" ist ein vollkampffähiges Schiff, dessen Verlust für den Dreiverband, namentlich aber für die Franzosen, recht schmerzlich sein dürfte. Es lief 1901 bom Stapel, hatte einen Raumgehalt von 12 500 Tonnen und entwidelte mit 27 500 Pferdekräften eine Geschwindigkeit von 28 Knoten. Seine Armierung bestand aus vier 19,4-3entimeter-, sechzehn 16,4- Bentimeter- und einigen fleineren Geschützen. Die Besatzung betrug etwa 700 Mann. Geschützen. Die Besatzung betrug etwa 700 Mann. Admiral Senet mit Léon Gambetta" gesunken. Rom, 28. April.( W. T. B.) Nach einer Meldung der Agenzia Stefani aus Brindisi sind bei dem Untergange des Léon Gambetta" Admiral Senet sowie sämtliche Offiziere de 8 Panzerfreuzers umgekommen. Es war ein schauerlicher Anblick, so sagt die Meldung weiter, für die italienischen Matrosen, trieben auf dem Meer umher. Italien und die Dreiverbandsmächte. Zürich, 27. April.(..) Tribuna" und" Giornale d'Italia" bestreiten entschieden die von französischen Blättern wiedergegebene Behauptung, es sei zwischen Italien und den Dreiverbandsmächten ein Abkommen sozusagen qbgeschlossen worden. Die" Tribuna" wandte sich mit einer Anfrage an den englischen Botschafter und erhielt dort Aus funft. Obwohl eine gewisse Zurückhaltung notwendig sei, fönne doch erklärt werden, alles was in bezug auf Abmachungen zwischen Stalien und dem Dreiverband gesagt und geschrieben würde, sei lediglich das Ergebnis einer blühenden Phantasie. Giornale d'Italia" warnt ihre Leser vor den alarmierenden Gerüchten und weist darauf hin, wie in den verschiedenen Ländern fast zur gleichen Stunde die widersprechendsten Nachrichten über die Verhandlungen in Rom verbreitet würden. Der russische Botschafter wird am 12. Mai in Rom erwartet. Die Humanité" zur Wiener Konferenz. " Die„ Humanité" brudt in ihrer Nummer vom 23. April die Erklärung der Wiener Konferenz ab und bemerkt nach der„ Berner Tagwacht" einleitend dazu: Hier alfo den vollständigen Tert der Erklärung. Es ist nicht nötig, zu sagen, daß wir ihn nur als Dokument geben und daß wir gegen verschiedene Punkte lebhaft opponieren müßten, wenn wir die Erklärung diskutieren wollten, besonders in bezug auf das Schweigen, in das sich die deutschen und die österreichischen Sozialisten über die Politik ihrer Regierungen leiden. Die französische Regierung hat den Beweis erbracht, daß sie in der Strije, die dem Krieg voranging, entschlossen den Frieden suchte. diesem Grunde haben ihr die Sozialisten ihre Hilfe gewährt. deutschen und die österreichischen Sozialisten, bessen sind wir über zeugt, fönnen eine gleiche Bestätigung weber abgeben noch beweisen. Das ist die Verschiedenheit unserer Situation, wie unferes BerAus diesem Grunde hat es die französische haltens im Kriege. Aus Die Zur Torpedierung des Léon Gambetta". Seife eitten. Trümmer von getenterten Booten und Leichen sozialistische Partei durch ihre Parteileitung auch abgelehnt, einer " Rom, 28. April.( W. T. B.) Der, Messaggero" meldet: Das französische Panzerschiff Léon Gambetta" befand sich nach einer Patrouillenfahrt im Kanal von Otranto auf der Fahrt nach Malta, wo es sich mit anderen Kreuzern vereinigen follte. Gegen 1 Uhr morgens begegnete es einem Segelschiff mit italienischem Sigualzeichen. Der Kreuzer forderte das Schiff auf, zu halten und durchsuchte es. Die italienischen Papiere waren vollkommen in Ordnung. Das Segelschiff hatte kaum seine Fahrt wieder aufgenommen, als der„ Gambetta" von einem Aufgebrachtes deutsches Schiff. London, 28. April.( W. T. B.) Die" Times" vernehmen aus Sydney, daß der australische Kreuzer Encounter" den Die„ Eldeutschen Handelsdampfer Elfrieda" aufbrachte. frieda" war, wie man glaubt, das letzte deutsche Schiff in den australischen Gewässern. Einberufung der Sigung des internationalen Bureaus oder eines Songresses zuzustimmen." Ueber die Schuldfrage zu reden, ist jetzt nicht angängig. Aber die französischen Genossen werden später auch bei ihrer Regierung anders urteilen müssen, als sie es jetzt tun. Das Friedensmanifeft. Genossin Zettin bittet uns um Veröffentlichung folgender Erklärung: wälzte, die polnische Bürgerschaft aber damit verschonte. In der getroffen. Ihre Kranken werden unentgeltlich ärztlich behandelt, Umgebung von Blogk bestanden mehrere deutsche Kolonien. Die hilflosen Bedürftigen bekommen aus den Gulaschkanonen Sie waren die Träger der fortgeschrittensten Agrarkultur und warmes Effen; den Arbeitsfähigen wird auf Kosten der reichen industrieller Betätigung. Als die Russen Plozt, das seit Anfang Stadt Beschäftigung nachgewiesen. Ueber die großzügigen MaßIozk, den 23. April 1915. Februar zum zweiten Male deutscher Besitz geworden ist, das erste nahmen zur Verbesserung der Verkehrswege werde ich noch beDer weibliche Teil der Bevölkerung Blozt hat noch immer etivas von dem Glanz der alten Kaiser- Mal räumen mußten, wurden die deutschen Kolonisten mitgeschleppt. sonders berichten. und Bischofsstadt. Obwohl keine Eisenbahn die Stadt mit der Alle ihre Höfe und Niederlassungen sind verwaist. Nur die Deutschen darf nach 29 Uhr abends die Straßen der Stadt nicht mehr betreten. Wer um diese Zeit noch Einquartierung hat, fann sie vor großen Welt verbindet, ihr einziges bedeutendes Verkehrsmittel die in der Stadt blieben zurüd. Die soziale Gliederung der Einwohnerschaft prägt dem anderen Morgen nicht mehr los werden. Weichsel ist, entwickelt sie doch ein pulsierendes großstädtisches Leben. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören Hätte sie nach allen Seiten moderne Verkehrswege, sicherlich blühte sich im Aeußeren der Stadt scharf und deutlich aus. Plozt ist eine die Stadt bald zu einem weltstädtischen Knotenpunkt empor. Die Gouvernementsstadt; die russische Beamtenschaft ist geflüchtet. Sie ein Museum, eine öffentliche Bibliothet, das Gouvernementsgebäude Borbedingung dazu ist in seinem ungemein fruchtbaren Hinterlande und das polnische Bürgertum wohnen in den besseren Stadtteilen und ihre Kirchen. Die mit vergoldeten Kuppeln geschmückte russische mit teilweise guter Agrarkultur vorhanden. Drei Zuderfabriken mit breiten Straßen, schönen, gut eingerichteten Häusern und präch- Kirche blieb uns verschlossen. Die im 18. Jahrhundert erbaute und einige Fabriken für landwirtschaftliche Geräte sind schon vor- tigen Promenaden. Hinter den Häusern breiten sich meist aus- katholische Kirche birgt eine Fülle von Kunstschäßen. Zwei Könige Die Straßen sind und mehrere polnische Granden sind hier in besonderen Kapellen handen. Der gute Boden bringt im berhältnismäßig milden Klima gedehnte Höfe und gutgepflegte Gärten aus. Getreide, Gemüse und Obst in reicher Menge hervor. Während in verhältnismäßig sauber. Jetzt macht sich im verstärkten Maße der beigesetzt. In die restaurierte Kirche fällt aus gemalten Fenstern Ostpreußen die Felder und Gärten noch in winterlicher Kahrheit deutsche Besen" bemerkbar. Besonders die früher augenscheinlich ein gedämpftes Licht. Die Wandmalereien, die vorwiegend in und Farblosigkeit des zum Leben erweckenden Kusses der Frühlings- arg vernachlässigten Proletarierviertel werden nun gründlich von Marmor ausgeführten Altäre, die aus dunklem Holz prächtig ge= sonne harren, blüht hier unten bereits der Krokus; die Obstbäume Schutt und Schmuh befreit. Die Kommandantur hat die Stadt in schnitten Chorstühle des Domkapitels, das leise Klingeln des vom entzüden mit einer Bracht quellender Knospen und beginnender Bezirke eingeteilt, deren Beaufsichtigung militärischen Patrouillen Winde belegten Kristallbehanges der elektrischen Birnen, zuBlüte; vor den Strahlen der Sonne fann man jetzt hier schon untersteht. Sie haben darauf zu achten, daß Straßen und Höfe sammen mit all den andern religiösen Motiven bilden eine Atmounter den Schatten grüner Kastanien flüchten. Plözt, das schöne jeden Tag gefegt und gesäubert werden. In den Proletariervierteln sphäre von zauberisch mystischer Macht. Wie muß das alles erst Städtchen, hat eine von der Natur zweifellos sehr gesegnete Um- tummeln sich auf den engen Straßen Scharen von zerlumpten und auf die Gläubigen wirken, wenn die Geistlichkeit im goldstrohenden gebung. In liebenswürdiger Weise erlaubte uns der Ortskomman- ärmlich gekleideten Kindern; die Promenaden und Straßen des festlichen Ornat am Altar hinter Weihrauchvolfen die zeremonienbant einen Aufstieg im Fesselballon. Aus der Höhe genoß ich einen vornehmen Stadtteils beleben vortviegend Damen und junge reiche Messe zelebriert und von der Orgel die Töne der Choräle sich Herrlichen Ausblid auf weite Strecken bestellter Aecker, die über- Mädchen in eleganten, geschmackvollen Toiletten. In der Frühe sieht auf die gläubige Menge niedersenken! Auge und Ohr werden gewiegend schon im jungen, frischen Grün prangten. Ueberall leuch- man die jungen Mädchen mit den Büchertaschen zur Schule wan- fangen genommen und in die Richtung der katholischen WeitEin eigenartiges Schmuckstück ist der teten wie durchgezogene Bänder etwas hellere Striche herbor, aber bern. Die höheren Knabenschulen sind geschlossen. Hier merkt man anschauung gezwungen. nur aus der Vogelperspektive sichtbar. Es ist die Drainage, die fich etwas von der, den nicht in harter Fron und bedrückenden Tages- bischöfliche Thron vor dem Hauptaltar. Er ist in der Größe eines so in dem Gesamtbilde abhebt, ein Zeichen fortgeschrittener Boden- forgen vegetierenden Polen angeborenen Anmut und Zierlichkeit; umfangreichen Klubsessels und an dessen Form angelehnt, aus nichts Ediges und Hartes ist in ihren Bewegungen, und sie ver- einem Eichenstamm geschnitten, mit künstlerischen Schnizarbeiten Plot zählte vor dem Kriege, ausschließlich der ungefähr binden Grazie mit gesuchter Höflichkeit. So bietet das Straßen- bersehen und vollständig vergoldet. Ein französischer Künstler hat 12.000 Mann starken Garnison, über 30 000 Ginivohner. Gin Drittel leben einen ästhetischen Genuß. Ich size in einem eleganten Café: vor kurzem im Hauptschiff der Kirche zwei Gemälde vollendet. In davon sollen Juden sein. Obwohl diese zum Teil den Handel be- Spiegel an allen Seiten des Raumes lassen von jedem Platz aus überlebensgroßen Figuren veranschaulicht das eine die Hochzeit zu herrschen, stellen sie doch in der Hauptsache das eigentliche Prole das bunte bewegliche Bild da draußen überbliden. Schwabende Kanaan, gerade den Augenblid, als Jesus Wasser in Wein ver tariat. Sie wohnen auch abgesondert in dem häßlichsten, schmuzig- Mädchen, junge Burschen in Schüleruniform, Damen spazieren wandelt; das andere Bild ist eine Darstellung der Bergpredigt; im sten und ärmlichsten Viertel der Stadt. Der Gegensatz zwischen elastisch- wiegenden Ganges vorbei, hin und her. Gin Herr begrüßt Hintergrunde sieht man Blozk mit einem Blick auf die Weichsel. In Juden und Polen unter der gemeinsamen Bedrückung durch die eine Dame, küßt ihr zweimal leicht graziös die Hand und schreitet ihrem Wasser spiegeln sich die Spitzen der Kirche, die Türme eines herrschende russische Beamtenschaft macht sich hier start bemerkbar. dann, aufmerksam ihrem Geplauder zuhörend, an ihrer Seite alten Klosters und die Kuppeln der russischen Kirche. Diese BauVon den Freiheiten, die sich der Pole gegenüber den Juden er- weiter. Zwischendurch winden sich Proletarierkinder, Zeitungen verfe und ein Teil der Stadt sind bis dicht an das hohe, fait sentlauben darf, macht er natürlich Gebrauch. Die Kommandantur zum Kauf anbietend; an den Straßenecken hocken, scheu sich um- recht abfallende Ufer des Flusses herangeschoben. Der Charakter hatte, um nur ein Beispiel anzuführen, eine Bürgerpolizei ein- schauend, alte Bettler, die milde Gaben heischen. Welcher Kontrast des Ufers erinnert hier stark an die Partie der Elbe bei Blankeneje. gerichtet, der auch die Aufgabe zufiel, die Einquartierung zu jedoch erst, wenn man in die engen Gassen und baufälligen Be- In einem winkligen Einschnitt in pas steile Ufer sind einige Säusregeln. Nach kurzer Zeit mußte man die Einrichtung aufheben, hausungen des Arme- Leute- Viertels hineinschaut! Hier sieht man chen hineingezwängt, gerade so wie auf dem Unterland der Insel denn es stellte fich heraus, daß die polnische Polizei die Lasten der Not und Glend. Die deutsche Verwaltung hat zur Linderung der Helgoland. Ginquartierung beinahe restlos auf die Juden und Deutschen ab- Not der Armen eine Reihe sozialer und wirtschaftlicher Maßnahmen fultur. Düwell, Kriegsberichterstatter. Das Friedensmanifest deutscher Tozlaidemokraten, das auch die „Huliianite" veröffentlicht hat, verursacht manchen bürgerlichen Blättern noch immer Kopfzerbrechen. Der„Vorwärts" teilte bereits in Nr. 101 vom 13. April mit, was die„Berner Tag- wacht"— in der das Manifest zuerst veröffentlicht worden war— ausdrücklich festgestellt hat. Nämlich, dag die als Verfasser genannten Genossen, zu denen ich gehöre,„an dem Aufruf nicht beteiligt sind". Trotz dieser Feststellung läßt der Stuttgarter„Beobachter" sich aus Berlin schreiben: „Hier in Berlin wird es in allen Frauenversammlungen er- zählt, daß Frau Zetkin das Manifest gelegentlich einer Frauen- friedenskonferenz am 36. März in Bern verfaßt hat. Ein Wider- spruch ist noch nicht erfolgt und kann auch nicht erfolgen, da diese Angaben aus den intimen Kreisen der Frau Zetkin stammen." Das Stuttgarter„Neue Tagblatt" hat diese Notiz über- nommen, die ihres durchsichtigen Zweckes halber wahrscheinlich auch von anderen bürgerlichen Zeitungen nachgedruckt werden dürfte. Ich sehe mich daher zu dieser Erklärung veranlaßt: Das in der„Humanite" veröffentlichte Friodensmanifest deutscher Sozialdemokraten ist nicht von der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz zu Bern beschlossen worden. Ebenso unrichtig ist es, daß ich die Verfasserin sei. Die„intimen Kreise von Frau Klara Zetkin" stehen zu dem, was sie sagen und tun. Sie unterhalten keine Beziehungen zu den„intimen Kreisen des Beob- achters", dem Organ für anonyme Zuträgereien. französische tzanüelsprojekte. Paris, 26. April.(SS. T. B.) Der„Temps" meldet: Der Minister für öffentliche Arbeiten Sembat und der Kammerausscbuß für öffentliche Arbeiten sind in Nantes eingetroffen, wo sie die Hafenanlagen besichtigten. Bei dem Empfang in der Handelskammer erklärte der Vorsitzende der Handelskammer, die rnaßgcbenden Stellen seien sich bewußt, daß die Hafenanlagen von Nantes bedeutend ausgebaut werden müßten, um den An- forderungen des Verkehrs zu genügen: die seit Jahren aus« geführten Arbeiten hätten es immerhin ermöglicht, daß in den ersten sechs Kriegs monaten eine große Zahl englischer Munitions- und Truppentransporte in Nantes gelandet werden konnten. Sembat erwiderte, der weitere Ausbau aller französischen Häfen sei unbedingt notwendig, um den Außenhandel Frank- reichS zu fördern. Frankreich könnte sich hieran an Deutsch- land ein Beispiel nehmen. Frankreich habe keinen Grund stolz zu sein, wenn es vergleiche, was die Deutschen aus Deutschland zu machen verstanden hätten, und wie wenig die Franzosen die glänzende Lage und die Hilfsquellen Frankreichs ausnützten. Frankreich müsse auf dem Gebiete der öffentlichen Arbeiten andauernde und methodische Anstrengungen machen, um auf die verdiente Höhe zu gelangen. Dazu aber müsse das französische Volk und die fran- zösische Regierung eine Tugend erwerben, die ihnen zuweilen ab- gehe, Ausdauer in ihren Bemühungen und Beständigkeit der Ansichten. Die französischen Kriegstosien. Paris� 28. April.(SS. T. B.) Der Deputierte Joseph Denai« erörtert in der„Libre Parole" die wirtschaftliche Lage Frankreichs und erklärt, man müsse vor allem die Illusion zerstören, daß selbst das siegreiche Frankreich eine derartige Kriegsentschädigung erhalten werde, daß sowohl in die Taschen des Staates wie jeden Bürgers großer Reichtum fließen werde. Die Lage in Frankreich werde selbst bei einem Siege Frankreichs verworren und gefahrvoll fein, da Geldmangel herrschen werde. Außer der Amortisation der Kriegskosten, die bis zum Ende des Jahres etwa 13 Milliarden betragen dürften, und den Kosten für die Zlusbesserung des Schadens in den besetzten Gebieten von etwa 5 Milliarden, würden dem Staate jährlich etwa 1 Milliarde Kosten erwachsen für die Entschädigung für die Kriegsinvaliden und Hinterbliebenen. Hinzukommen die notwendigen Kredite für die Wiederinstandsetzung der französischen Bewaffnung und Rüstungen, die ebenfalls eine jährliche Ausgabe von 2 Milliarden ausmachen würden. Eine solche Belastung des Staatssäckels werde auf das wirtschaftliche Leben des Landes großen Einfluß ausüben, demgegenüber selbst eure Kriegsentschädigung eine Verhältnis- mäßig geringe Einnahmequelle darstellen würde. Der Gewinn neuer Gebiete werde für Frankreich nur insoweit einen neuen Reich- tum bedeuten, als Frankreich imstande sei, den Reichtum auszu- nützen. Wenn Frankreich wie bisher die Ausnützung des eigenen Reichtums Fremden überlasse, so habe es seine Mission verfehlt. Jeder Franzose habe die Aufgabe, Arbeiter für Frankreichs Größe und Wohlfahrt zu sein. Hoffentlich werde jeder auch den Willen haben, diese Aufgabe zu erfüllen und sie nicht Fremden zu über- lassen. ßrankreich sendet seinen Gefangenen Drot. Von der schweizerischen Grenze, 28. April.(T. U.) Wie man der Lau sanner„Revue" schreibt, ist die Schweiz für eine neue VermittelungStäligkeit in Anspruch genommen worden. ES handelt sich darum, das für die französischen Kriegsgefangenen in Deutschland bestimmte Brot zu befördern. Die an starken Brot- verbramh von Jugend auf gewöhnten Franzosen empfinden, so schreibt das Blatt, die in Deutschland herrschende Sparsamkeit mit dem Brot stark. Andere klagen darüber, daß sie das deutsche Brot nicht Wlragen können. Am Sonnabend ist nun von einer Wohl- täligkeitSgesellschaft in Paris eine erste Sendung von 400 6-Kilo» Laibbroten aus Pontarlier nach Basel aufgegeben worden. Dort wurde die Sendung von den deutschen Behörden in Empfang ge- nommen, um an ihren Bestimmungsort befördert zu werden. Wenn dieser erste Versuch befriedigende Ergebnisse zeitigt, so soll mit Hilfe der schweizerischen Post dieser Brotverkehr regelmäßig eingerichtet werden. Das Todesurteil gegen Lonsöale bestätigt. Berlin, 28. April.(W. T. B.) Die Verhandlung gegen den englischen Kriegsgefangenen, Straßen- bahnschaffner William L o n s d a l e, der wegen tätlichen Angriffs gegen einen Vorgesetzten im Dienst vor versanimelter Mannschaft und im Felde� im Gefangenenlager Döberitz vom Kriegsgericht des immobilen Gardekorps zu zehn Jahren Gefängnis, vom Oberkriegsgericht zum Tode der- urteilt worden lvar, gelangte gestern vor dem 1. Senat des R e i ch s m i I i t ü r g c r i ch t s zur Verhandlung. Ein Verteidiger und auch der Angeklagte waren nicht erschienen. Nach längerer Verhandlung verkündete der Verhandlungsführer, Senatspräsident Thielmann, der Gerichtshof sei der Ansicht, daß der Angeklagte der Zuständigkeit der deutschen Militärgerichtsbarkeit in seiner Eigenschaft als Mitglied einer feindlichen Macht unterliege. Die Prüfung der Schuld- frage entziehe sich der Nachprüfung des Revisionsrichters, da der Angeklagte gegen das erste Urteil keine Be- rufung und der Gerichtshof nur wegen des Strafmaßes Veru'ung eingelegt habe. Es unterliege keinem Zweifel, daß der Angeklagte gegen einen Vorgesetzten im Dienst vor ver- sammelter Mannschaft und im Felde schwere Ausschreitungen begangen und dadurch die militärische Disziplin in arger Weise verletzt habe. Das Oberkriegsgericht habe ob- jektiv und subjektiv geprüft, ob ein minder schwerer Fall vor- liege. Es habe angesichts der Schwere der Ausschreitungen und des Umstandes, daß der Angeklagte mit vollem Bewußtsein gehandelt, das Vorliegen eines minder schweren Falles verneint, deshalb habe die Todesstrafe über den Angeklagten verhängt werden müssen. Der Senat habe deshalb die Revision des Angeklagten ver- w o r f e n.— Der Verhandlung wohnte im amtlichen Auf- trage ein Vertreter der amtzrikanischen Bot- sch aft bei. Das Urteil bedarf zu seiner Vollstreckbarkcit noch der Bestätigung durch Seine Majestät den König. Der englische /löel in deutschen Militär- gefängnisien. Durch die amerikanische Botschaft ist dem britischen Aus- wärtigen Amt die Liste von 39 englischen Offizieren, die sich in deutscher Gefangenschast befinden und die infolge der un- ehrenhaften Behandlung deutscher Unterseebootsmanschaften in England nunmehr in Militärgefängnisse übergeführt worden sind, übermittelt worden. Die Liste, die vom britischen Aus- wärtigen Amt jetzt veröffentlicht wird, enthält unter anderem folgende Namen: Kapitän Grey, einen Verwandten Sir Ed- ward Greys; Kapitän Coke, einen Halbbruder des Lords Leicester; Leutnant Goschen, einen Sohn des früheren britischen Botschafters in Berlin; ferner Söhne der Earl of Erroll, Earl of Albemarle, Earl of Galloway, Lord Clarmorris, Lord Mhlton, nahe Verwandte des Lords Saltoun und des Herzogs von Grafton. Tie„Times" bemerken dazu:„Die Deutschen scheinen die in ihren Händen befindlichen Mitglieder der vornehmsten englischen Familien und die Angehörigen der berühmtesten britischen Regimenter ausgesucht zu haben." Das Blatt ver- sichert, daß die gefangenen deutschen O-Boots-Mannschaften keine Klagen über irgendwelche Strenge zu führen hätten. Im Gegenteil sei amtlich festgestellt, daß sie gut genährt und ge- kleidet seien, Körperübungen machen und deutsche Bücher lesen dürften. Ter„Daily Telegraph" schreibt, es seien gerade Offiziere von Titel und gesellschaftlicher Stellung und andere, deren Namen in Deutschland besonders verhaßt seien, ausgewählt. Das Blatt meint, daß durch die deutschen Rc- Pressalien eine schwierige Situation geschaffen worden sei. Kitchener über öie Sehanölung öer Gefangenen in Deutsthlanü. London, 28. April.(W. T. B.) Im Oberhause erklärte Lord Ki ich ener in Beanlwortung von Fragen, die Gefangenen würden freigelassen, wenn immer es zuträglich erscheine. Die AuZ- wechselung von Gefangenen sei mit beträchtlichen Schwierigkeiten verbunden, die in dem Maße zunähmen, als Deutschland von den Diensten der Gefangenen Gebrauch mache, die bisher auf Grund ihres vorgerückten Alters von einer militärischen Dienstleistung befreit waren. Bezüglich der Behandlung d:r englischen Kriegs- gefangenen in Deutschland sagte Kitchener, er müsse/ da Berichte aus den verschiedenen Quellen darin überein- stimmen, mit größtem Widerstreben annehmen, daß die Ge- fangenen hart behandelt würden., Teutschland habe die Artikel l und 7 der Haager Konvention übertreten. ES sei nur billig zu sagen, daß die deutschen Spitäler nicht von diesen An- schuldigungen getroffen würden. Was die deutschen Vergeltungs- lrnatzregeln an britischen Offizieren betreffe, so sei nach der Haager Konvention eine derartige Gefangensetzung nur dann zulässig, wenn sie ans Gründen der Sicherheit unbedingt notwendig sei. Deulsch- and habe seit dielen Jahren vor der zivilisierten Welt als große militärische Nation gegolten und militärische Tüchtigkeit und Mut reichlich bewiesen. ES solle auch einen Standard der militärischen Ehre aufstellen, der ihm, wenn auch nicht die Freundschaft, so doch die Achtung der Nationen erringen würde. Churchill über öie /lusnahmebehanölung deutscher U-Host-Gefangener. London, 28. April.(25. T. B.) In, II n t e r h a u s e sagte der Erste Lord der Admiralität Churchill in Beantworlung mehrerer Anfragen: Tie Ausnahmebestimmungen für deutsche Ge- f a n g e n e gelten nur für Gefangene von deutschen Tauchbooten, die auf ruchlose Weise neutrale Nichtkämpfer und Frauen auf offener See gelötet haben. Die Gefangenen anS den deutschen Tauchbooten, die vor dem 18. Februar in die Hände der Engländer fielen, werden wie die anderen Gefangenen behandelt. Slber Personen, die systematisch Handelsschiffe und Fischdampfer in den Grund bohrten, vielfach ohne Warnung und Rücksicht auf Verlust von Menschenleben, der daraus entsteht, lönnen nicht als ehrliche Soldaten betrachtet werden. Missetaten, wie die gegen„Oriole" und„Falaba", konnten nicht vorausgesehen werden. Das Völlerrecht enthält keine Bestimmungen darüber. Man kann augenblicklich nicht sagen, wie weit eS möglich sein wird,' nach Ablauf des Krieges die Schuld der beteiligten Personen festzustellen und in welcher Form Genugtuung von dem schuldigen Volke zu verlangen ist. Inzwischen müssen diese Gefangenen von ehrenhaften Kriegsgefangenen abgesondert werden. Die Bedingungen, unter denen das geschehen ist, sind durchaus menschenwürdig. Die Regierung hat unter der Voraussetzung der Gegenseiligleit zugestanden, daß amerikanische Vertreter die Ge- fangenen besuchten und Bericht erstalten. Sie kann sich aber durch die deutschen Vergellungsmaßregeln nicht in der Art der Behandlung beeinflussen lassen. „Rjetsch* gegen öie Iuöenhehe öer echt russischen Leute. Petersburg, 28. April.(W. T. B.)„Rjetsch" wendet sich gegen einen Artikel de« echt russischen Blattes„Semtz- s ch i n a in dem angeraten wird, sämtliche Juden anS der russischen Armee zu entfernen, weil sie Verräter und Feiglinge seien und der Armee mehr Schaden als Nutzen brächten. Wenn sie schon im Lande schädlich seien, könnten sie noch weniger an der Front nützlich sein, wo sie die russischen Truppen demoralisierten und regierungsfeindliche Propaganda trieben.„Rjetsch" fragt, wie derartige Aeußernngen möglich seien, denn dann hätte ja Deutsch- l a n d r e ch t mit der Erklärung, daß es die unterdrückten N ati o n a lit ä t e n b e fire re n wolle. Auch in Deutschland und Frankreich gäbe es antisemitische Blätter, aber solche Auslassungen seien dort undenkbar. Wo bleibe die russische Zensur, die solchen Blättern derartiges zu schreiben gestatte? Die wirklichen Verräter des Vaterlandes seien die echt russischen Leute. Anmerkung der Redaktion: Der russische„Burgfriede" gestattet also das Anschlagen recht kräftiger Töne. Gegen öie gegnerischen Zaschmelöungen. Berlin, 28. April.(W. T. B.) Aus dem Großen Hauptquartier wird unS miigete Unsere Gegner haben sich in ihren amtlichen Bekanntmachung�.. nie streng an die Wahrheit gehalten. Die Unwahrheiten nehm aber jetzt von Tag zu Tag größeren Umfang an. , Das H.avas-Telegramm vom 27. 4., 8 Uhr nachm., enthält a>' Nachtrag den Satz:„Der Hart man nswcilcrkopf, welche- gestern früh genommen wurde, ist von uns im Laufe des abends wiedergewonnen, worden» und wir haben Gefangene gemacht." Da• Telegramm von 11 Uhr abends besagt:„Am Hartmannsweilerkops sind wir zur Offensive übergegangen. Nachdem wir den Gipfel genommen hatten, sind wir zweihundert Meter auf dem Lsthange vorgerückt. Tatsächlich ist der Hartmannsweilerkops am Abend des 25. Apnl von uns erobert worden, und ist seitdem fest in unserer Hand. Die französischen Angriffe am 26. April abeiids wurden glatt abgc- wiesen, kein einziger gelangte— auch nicht einmal mit Teilen— bis an unsere Stellungen. Gefangene konnten die Franzosen da- her' überhaupt nicht machen. Am 27. April haben die Franzosen gar nicht angegriffen. Dasselbe Havas-Telegramm enthält den Satz:.„Dem gestrigen Communique nichts hinzuzufügen, ausgenommen die Verstärkung und die Fortdauer unserer Fortschritte nördlich V p e r n und auf den Maashöhen," dem am 27. April, 11 Uhr abends, hinzu- gefügt würde:„Nördlich von Vpern dauern unsere Fortschritte an, ebenso diejenigen der britischen Armee. Wir haben zahlreiche. Ge- fangene gemacht und Kriegsmaterial(Bombcntverfer, Maschinen- gewehre) erbeutet."'' �... In unserer Bekanntmachung vom 27. April ist die Linie klipp und klar angegeben, die wir gewonnen und ausgebaut haben. Vor dieser Linie sind alle französischen und britischen Gegenangriffe zusammengebrochen. Warum geben die Bekanntmachungen unserer Gegner nicht an, wie weit ihre.Fortschritte'deichen? Ausgenommen bei Aufgeben der zerschossenen Häuser von Lizernc ist kein deutscher Soldat auch nur einen Schritt gewichen. Bei der frei- willigen Räumung können allerdings drei zerschossene Maschinengewehre und einige nicht transportfähige Vedwnndetc in Feindeshand gefallen sein; Bombenwerfer sind nicht verloren., Wie es mit den Erfolgen auf den Mäashöhen steht, läßt sich aus der französischen Berichterstattung erkennen, die. von einem Schützengraben von Calonne spricht. Die Straße La Grande Tranchee de la Calonne ist ein langer Waldweg, der die. Linie der deutschen und französischen Schützengräben senkrecht schneidet. Von der französischen Stellung sind in einer Tiefe von 1256 Meter alle hintereinanderliegenden Schützengräben einschließ- lich der in diesem Raum befindlichen Baiteriestellungen genommen und gegen alle Angriffe behauptet worden.— Hier ist also eine weitere Erläuterüng unnötig. Letzte Nachrichten. Der französische Tagesbericht. Paris, 28. April.(W. T. B.) Amtliche r Na est m i t« it a g 3 h'er ich t NörSlich von Alvern drangen wir weiter vor, besonders auf dem linken Flügel. Wir erbeuteten sechs Ma- schinengewehre, zwei Minenwerfer, viel Material und in a äffen mehrere hufidert Gefangene, darunter mehrere Offiziere. Tie Verluste des Feindes sind furchtbar. An einer einzigen Stelle unserer Front in der Nähe des Kanals zählten wir sechs- hundert Leichen. Auf den Maashöhen an der Front Epargss— St. Remy am Graben von Calonne gewannen wir fortgesetzt Gelände(etwa einen Kilometer). Wir brachten dem Feinde sehr starke Verluste bei und zerstörten ihm eine Batterie. Bestätigung der Vernichtung des„Leon Gambetta". Paris, 28. April.(W. T. B.) Die Agence Havas ver- breitet folgende Note: Summarische Telegramme benachnch- tigten uns, daß der„Leon Gambetta" in der Nacht voiu 26. zum 27. in der Adria auf der Höhe von Otranto torpediert wurde. Einzelheiten fehlen, doch hat man die Gewißheit, daß zumindest ein Teil der Besatzung gerettet ist. Gefangennahme deutscher Matrose». Paris, 23. April.(W. T. B.)„Petit Parisien" meldet auS Marseille: Der Postdampfer„A n a t o l e" begegnete auf der Höhe von Barcelona einem Boot mit zwölf deutschen M a- trafen von in Spanien internierten deutschen Handelsdampfern. Die Matrosen, welche nach Italien fahren wollten, um Deutsch- land zu erreichen, wurden gefangen genommen und nach Marseille gebracht._ Die englischen Osfizicrc in der Magdeburger Arrestanstalt. Magdeburg, 28. April.(W. T. B.) Der amerikanische Bai- schafter G e r a r d besichtigte gestern in Magdeburg und Burg die Kriegsgarnisonarrestanstalteir, in denen die englischen Ossi- ziere zur Vergeltung für die Behandlung der deutschen Unterseebootleutc untergebracht sind, so- wie die Gefangenenlager. Er sprach sich äußerst befriedigt aus. Die Gefangenen äußerten unumwundene Zufriedenheit. Französische Sorgen um den Mannschaftsersab. Lyon, 28. April.(W. T. B.) Der„Nouvelliste" meldet aus Paris: Der H e e r e s a u s s ch u ß der Kammer hat den letzten Artikel des Gesetzantrages Talbiez angenommen, wonach alle in der inneren Zone in Hilfsdiensten in den Fabriken und Betrieben, die für die Nationalverteidigung arbeiten, beschäftigten felddiensttauglichen Mannschaften zum Frontdienst herangezogen und durch Freiwillige oder durch die ältesten Jahresklassen der Territonaltruppen in der bisherigen Beschäftigung ersetzt werden sollen. Aus den An- tillen, Guayana und Reunion sollen unverzüglich Kreolen- kontin gente einberufen werden; ebenso die Söhne aller Ausländer, welche Franzosen geworden sind. Ueber die Feld- diensttauglichkeit soll eine neue strenge ärztliche Untersuchung entscheiden._ Deutsche Flieger über Epcrnah. Pa«s, 28. April.(W. T. B.) Nach einer Meldung des„Ma- tin" haben zwei deutsche Flugzeuge am Montagmorgen sechs Brandbomben auf Epernay abgeworfen.' Menschen wurden nicht getroffen. Russische Getreidezufuhr nach Frankreich. Lyon, 28. April.(W. T. B.) Nach Blättermeldungen au« Petersburg hat die Negierung für April die Slusfuhr von 66 M'l- lionen Pud Getreide im Werte von 166 Millionen Rubel nach Frankreich gestattet.'•:. Deutsches Theater. Direktion: Max Reinhardt. 7% Uhr: Schluck und Jau. Freitag: Schluck und Jau. Kammerspiele. 8 Uhr: Der Weibstenfel Freitag: Die deutschen Kleinstädter. URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Voigt- Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Morgen Freitag, den 30. April 1915: Franziska von Hohenheim oder: Ein edles Frauenherz. Sonntag 2%, Uhr: Nachmittags Die Winterschlachten in Masuren. Schauspiel in 5 Atten v. Heinr. Laube. Vorstellung( kleine Preise) Die deutschen Kleinstädter. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr Unserm Parteigenossen Karl Schulz und Frau zur heutigen Silberhochzeit die besten Wünsche und ein donnerndes Hoch! Die Bezirke 146 Teil I u. 146 II. Theater für Donnerstag, den 29. April. Ortskrankenkasse für das Maurergewerbe zu Berlin. Berliner Theater 8 Uhr: Extrablätter! Deutsches Künstler- Theater Schiller- Theater 0. 8 Uhr: Nacht und Morgen. C. 54, Sophienstraße Nr. 6. Einladung Kleine Anzeigen. Verkäufe. Steppdecken! Spottbillige Ausnahmepreise! Brachtvolle Similiseidene Steppdecken 4,35, 5,75, wundervolle, doppelseitige 7,50, 8,75 bis 13,50. Elegante Tüllbettdeden 1,85, 2,85. Wolfs Teppichhaus, Dresdener straße 8( Rottbufertor). Abonnenten Schiller- Th. Charlottenbg. zu der am Freitag, den 7. Mai 1915, abends 8 Uhr, im Rosen-| 10 Brozent Rabatt. 8 Uhr: Im weißen ROSS'l. 8 Uhr: Der blinde Passagier. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 8 Uhr: Undine. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Varietzte Vorstellung dieser Spielzeit. 8. Uhr: Die Fledermaus. Metropol- Theater 8 Uhr: Der Hochtourist. Montis Operetten- Theater Gastspiel Louis Treumann. Gebr. Herrnfeld- Theater 8 Uhr: Hoheit tanzt Walzer. Familie Plaschek. 8 Uhr: Helbring contra Helbring. Kleines Theater 8 Uhr: Liebelei. Komische Oper Thalia- Theater 8 Uhr: Kam'rad Männe. Theater am Nollendorfpl. 84, U.: Immer feste druff! 8.10 Uhr: Gold gab ich für Eisen Theater des Westens 2. 100.Male Freitag zum 1. Male: Der Opernball. Komödienhaus 8 Uhr: Die fünf Frankfurter. Lessing- Theater Peer Gynt. Lustspielhaus 8Uhr: Matthias Gollinger. Konrad Dreher a. G. Residenz- Theater 8 Uhr: Polenblut. Theater in der Königgrätzer Straße thaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, stattfindenden Ausschuß- Sitzung der Vertreter der Arbeitgeber und Kaffenmitglieder. Tagesordnung: 32 1. Borlegung des Rechnungsabschlusses für das Geschäftsjahr 1914. 2. Bericht des Rechnungsausschusses über die Prüfung der Jahresrechnung 1914 und Abnahme derselben. Berlin, den 29. April 1915. Der Vorstand 16356 der Ortskrankenkasse für das Maurergewerbe zu Berlin. A. Daehne, Vorsitzender. R. Freund, Schriftführer. Unwiderrutlich 12. Mai Los MUF Ziehung der Schneidemühler 50 Lotterie Pfennig 3300 winne im Il Lose Bur 5 Mark 74, U.: Herodes und Mariamne, Gesamtw. 100000 Trianon- Theater 8% U.: Akrobaten. Volksbühne.Theater am Bülowplatz 8 Uhr: Die Schöne vom Strand, 84 Uhr: Glaube u. Heimat. Rose- Theater Walhalla- Theater 8 Uhr: Die Förster- Christl 8 Uhr: Die Jagd nach dem Glück. Zirkus Alb. Schumann Donnerstag, 28. April, Anf. 8 U.: Große Gala- Vorstellung Auftreten sämtlicher neuen Spezialitäten. 9 Nur noch einige Tage! 98/4 Ost und West Großes patriotisch.Schaustück Ferner U- Boot bei der Arbeit sowie Torpedieren ein. Handelsdampfers. 11 WINTER CARTEN Letzte Vorstellungen! Elsa und Berta Wiesenthal Rosa Felsegg Gussy Holl sowie der glänzende April- Spielplan. SARRASANI Heute 2. Uhr: 7½½ „ UNSERE MARINE“ und das Riesenprogramm. Tel. Norden 10408. Vorverkauf Warenhaus Tietz Casino Theater Lothringer Straße 37. Zaglich 8 Uhr. Das neue dreiaftige Lustspiel Die gute Mama. Dazu der erstklassige bunte Teil. Das reichhaltigste Progr. aller Theater. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anf. 8 U. Zum Schluß: Im Schützengraben Militärisch. Zeitbild von Mensel. Militärpersonen u. deren Angehörigen vollkommen freier Zutritt zu d.Stett. Sängern. von Mark 15000,10000 Lose 50 Pf. 1 Lose sortiert aus 5 Mark verschied. Tausend: M. etc. Porto u. Liste 30 Pf. extra in allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen und durch Generaidebi H. C. Kröger Berlin W 8, Friedrichstrasse 193a. Telegr.- Adr.:„ Goldquelle" Smith Premier Schreibmaschinen auf Tage, Wochen, Monate leihweise gegen mäßige Gebühr. Bei Kauf Leihgebühr angerechnet. Smith Premier Schreibm.- Ges. Berlin W, Friedrichstr. 62. Spezialarzt f. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in u. Co. konz. Laborat. j Blut Dr. Homeyer untersuchung., Fäden i. Harn usw. gegenüber Friedrichstr. 81, optikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. 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Wahlkreis( Moabit): Salomon Joseph, Wilhelmshavener Straße 48. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Wedding: J. Hönisch, Müllerstr. 34a Ede Utrechter Str., Laden Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: A. Bolgaft 93attstraße 9. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Gesundbrunnen: Fisher, Bastianstr. 6, Laden. Geöffnet von 92 und von 4-7 Uhr. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Greifenhagener Str. 22. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Adlershof: Karl Schwarzlose, Bismardstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Stopenider Str. 6. Baumschulenweg:. ornig, Marienthaler Str. 13, I Bernau, Röntgental, Zepernick, Schönow, Schönbrück und Buch: Heinrich Brose, Mühlenstr. 5, Laden. Bohnsdorf, Falkenberg und Falkenhorst: Paul Gensch, Bohnsdorf, Genossenschaftshaus Paradies". Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimer Str. 1. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Eichwalde, Schmöckwitz: Dstar Mahle, Bismardstr. 4. Erkner, Nen- Zittau: Emil Zwang, Scharnweberstr. 10. Fredersdorf- Petershagen, Eggersdorf: Uffenwasser, Petershagen. Friedenau, Steglitz, Südende, Groß- Lichterfelde, Lankwitz: H. Berniee, Aljenjtr. 5 in Steglig. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Friedrichshagen, Fichtenau, Rahnsdorf, Schöneiche, Kl.- Schönebeck: Ernst Bertmann, Friedrichshagen, Köpe nider Straße 18. Grünau: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal, Rudow: Mar Gonjohur, Parkstr. 23 Karlshorst: Dstar Schaarschmidt, Auguste- Viktoria- Str. 18. Königs- Wusterhausen, Wildau, Niederlehme: Friedrich Baumann, Bahnhofstr. 2, Eingang Beesfomer Straße. * Köpenick: Emil Bigler, Riegerstr. 6, Raden. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Lichtenberg I, Friedrichsfelde, Hohenschönhausen: Otto Seifel, Wartenbergstraße 1( Laden). Geöffnet von 8-2 und bon 4-7 Uhr. Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralau: A. Rofen franz, Alt- Borhagen 56. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf: B. Hesberg, Rauls. dorf, Ferdinandstraße 17. Mariendorf: August Leip, Chauffeeſtr. 29. Marienfelde: Emil Beinert, Berliner Str. 114 IL Neuenhagen, Hoppegarten: Gustav Bergmann, Königsallee Ede Gartenstraße. Neukölln: M. Heinrich, Nedarstr. 2, im Laden. Beöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr; Neukölln, Briz: Rohr, Siegfriedstraße 28/29. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Nieder- Schöneweide: Wilhelm Unruh, Brüdenstr. 10, IL Nowawes: Starl Strohnberg, Friedrichkirchplag 27. Ober- Schöneweide: Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, 2aden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow Niederschönhausen, Nordend, Frz.- Buchholz, Blankenburg: Rigmann, Mühlenstr. 30. Geöffnet bon 11-14, und von 4-7 Uhr. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: P. Gurich, Provinzstr. 56, Laden. Geöffnet v. 11-1, u. 4-7 Uhr Schenkendorf b. Königs- Wusterhausen: Chr. antich te, Dorfstr. 10 Schöneberg: Bilhelm Bäumier, Martin Lutherstr. 69, im Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Spandau, Nonnendamm, Staaken, Seegefeld und Falkenhagen: toppen, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Waidmannslust, Tegel, Borsigwalde, Wittenau, Hermsdorf, Hohen Neuendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Reinickendorf- West: Paul Riena it, Borsigwalde, Näuschstraße 10. Geöffnet von 11-1%, u. von 4-7 Uhr. Teltow: A. Schulze, Lindenstr. 17. Tempelhof: Joh. Krohn, Borussiaftr. 62. Treptow: Rob. Gramenz, Stiefholzstraße 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weißensee, Heinersdorf: K. Fuhrmann, Eedanstr. 105, part. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Paul Shubert, Wilhelmsaue 27. pachtet werden. Alle 78* Kupfer, Kilo 140-150, Messing, 90-100, alle Metalle, höchstzahlend. Konieda, Taborstraße 23, Laden. Unterricht. Unterricht in der englischen Sprache. Für Anfänger und Fort geschrittene, einzeln oder im Zirfél, wird englischer Unterricht erteilt. werden Uebersehungen Auch G. Swienty= Liebknecht, gefertigt. 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Das Zentralorgan der deutschen Sozial- dcmolratie, so behauptet Winnia in seinem an leitender Stelle ab- gedruckten Artikel, befinde sich seit Kriegsausbruch nicht nur im Widerspruch zu der Haltung der Fraktionsmehrheit, sondern auch zu der Stellung der Gesamtpartei; der„Vorwärts" schädige das An- sehen der Partei im Auslande und gebe sie dem Spott und der Verachtung der ausländischen Genossen preis; der„Vorwärts" hemme das erfolgreiche Vordringen der Arbeiterbewegung und hindere die Erringung„anständiger" Wahlrechte; er stehe den Gewerk- schaften„kühl und ablehnend" gegenüber und liefere den Gewerk- schaftsfeinden die Waffen zur Bekämpfung der gewerkschaftlichen Or- ganisationen. Die Leser des„Vorwärts" werden finden, dag das auf einmal etwas viel behauptet ist. Auch wir würden die kühnen Behaup- tungen der„Monatshefte", wie so oft, mit kühlem Achselzucken igno- vieren, wenn der Verfasser nur einer der bekannten Mißvergnügten aus dem Revisionistenlager wäre, die— nach einer Periode über- schwänglicher Illusionen— jetzt von Woche zu Woche deutlicher empfinden, wie ihnen die Felle wegschwimmen, und deshalb ihre verzweifelten Anstrengungen zur reformistischen Umwandlung der deutschen Sozialdemokratie verdoppeln. Aber die Kritik am„Vor- wärts" stammt nicht von dem ersten besten, sondern von einem der begabtesten und bekanntesten der jüngeren Gewerkschaftsführer, von einem Manne, der wahrscheinlich einen ganzen Typus ver- korpert. Seine Angriffe gegen uns dürfen deshalb nicht mit einer kurzen Abweisung erledigt, verdienen vielmehr auf ihre Ursachen und Wurzeln zurückgeführt zu werden. Erst wenn unsere Leser er- fahren, von welchen politischen Auffassung en Genosse Winnig bei seiner scharfen Kritik des„Vorwärts" ausgeht, werden sie seujen Unwillen über die Haltung des Zentralorgans verstehn. Sie werden aber auch zugleich begreisen, daß der„Vorwärts" sich un- möglich den Ansprüchen und Wünschen des Genossen Winnig anpassen kann, nicht aus einer dem„Vorwärts" fälschlicherweise angedichteten Abneigung gegen die Gewerkschaften, sondern aus der einfachen Verpflichtung heraus, an den bisherigen Grundsätzen und der bisherigen Taktik der Sozialdemokratie festzuhalten. Eine Verpflichtung, die ganz besonders für das Zentralorgan einer Partei gilt und, wie wir überzeugt sind, in der Zeit der politischen Wiederbesinnung das volle Verständnis und den Dank der großen Mehrheit der Parteigenossen finden wird. Auf alle Fälle hat der„Vorwärts" nach den in der Partei seit jeher geltenden demokratischen Grundsätzen das unbedingte Recht, in strittigen Fragen die Auffassung zu vertreten, die seiner politischen Ueberzcugung entspricht. Ein Zentralorgan inr Sinne eines offiziösen Organs der Parteileitung oder einer gelegentlichen Fraktionsmehrheit hat es in der deutschen Sozialdemokratie niemals gegeben. Winnig spricht von dem„absonderlichen Verhältnis des Zentral- organs zur Partei und ihrer Politik". Absonderlich findet er es, daß der„Vorwärts" die Politik der Fraktion nicht gebilligt hat, obwohl doch die Mehrheit der Parteigenossen die Haltung der Fraktions- mehrheit gut geheißen habe, wie namentlich aus„vielen vielen Briefen aus der Front" erkennbar sei. Nun, die Haltung deS„Vorwärts" war nichts weniger als ab- sonderlich, es war im Gegenteil durchaus normal, daß der„Vor- wärts" sich bei seiner Beurteilung der sozialistischen Politik nicht durch Tagesdeschlllsse einzelner Parteikörperschaften, die im Wirbel sich überstürzender Ereignisse zustande gekommen waren, leiten, sondern durch die während eines halben Jahrhunderts ausgebaute und bewährte Theorie der Partei und die wohlerwogenen Beschlüsse der berufenen Vertretungen der deutschen und der internationalen Sozialdemokratie in seiner Betrachtung der Ereignisse bestimmen ließ. Absonderlich ist also nicht die Haltung des„Vorwärts", sondern die Zumutung Winnigs, die sich freilich aus dem sehnlichen Wunsche erklärt, daß das Zentralorgan der Partei jene neue reformistische Politik unterstütze, die er für nützlich und frucht- bringend hält. Daß es sich für ihn in der Tat um eine völlige Abkehr von den alten Grundsätzen und der alten Taktik der Partei handelt, bestreitet ja Winnig selbst gar nicht! Ihm fällt es ja gar nicht ein, zu be- haupten, die Kreditbewilligung sei nur die Fortspinnung de-S alten rfadens, nur eine praktische Nutzanwendung längst anerkannter Veraussetzungen. In der Monatsschrift„März" hat Winnig sehr lehrreiche und beachtenswerte Ausführungen darüber gemacht. Er schrieb da in der Numnier vom 28. November vorigen Jahres: „Die Haltung der Sozialdemokratischen Fraktion sin der Reichstagssitzung vom 4. August) steht sowohl in der Geschichte des Reiches wie in der Geschichte der Sozialdemo- kr a tischen Partei als etwas Neues da.... Die Stimmung der Arbeiterschaft war gerade in der dem Kriege un- nnttelbar voraufgehenden Zeit nicht dazu angetan, diese Stellung erwarten zu lassen.... Die gelegentlichen Aussprüche einzelner Wortführer, daß man in der Stunde der Gefahr zum Vaterlande stehen werde, bedeutete gegenüber dieser Agitation sehr wenig. Gerade der intime Kenner des Versammlungs- lebens der Arbeiterschaft mußte von der Stellung der Fraktion... überrascht sein." Also Winnig selbst gibt ganz unumwunden zu, daß die Haltung der Fraktion gerade die intimen Kenner der Parteibewegung überraschen mußte. Und da wäre es„absonderlich", daß die Redakteure des Zentralorgans, die über die grundsätzliche Haltung der Partei mit zu wachen verpflichtet sind, nicht sofort, oder wenigstens nach etlichen Monaten, wie Unteroffiziere eingeschwenkt sind? Nein, Genosse Winnig kann die Haltung des„Vorwärts" von seinem Standpunkt aus wohl für bedauerlich halten, aber gerade nach seinen eigenen ehrlichen Selbstbekenntnissen vom November sollte sie ihm doch wahrhaftig nicht„absonderlich" erscheinen. lieber die angebliche Zustimmung der Parteimehrheit zur Haltung der FraktionSniehrheit und die Briese aus dem Felde brauchen wir nicht viel Worte zu verlieren. Winnig urteilt hier nach seinen Eindrücken und Erfahrungen, wir nach den unsrigen. Unsere Eindrücke, insbesondere auch auS„vielen, vielen Briefen", find der- artige, daß wir der festen Zuverficht leben, daß nach dem Kriege die Parteimehrheit die Haltung des„Vorwärts" durchaus billigen wird. Man kann anderer Meinung sein, aber es hat keinen Sinn, darüber zu streiten. Warten wir's ab und lassen wir die Tatsachen zeugen! Eine noch viel unbewiesenere und unbeweisbarere Behauptung des Genossen Winnig ist es aber, daß die Haltung des„Vorwärts" „der Partei unwürdig und in hohem Maße schädlich" sei. weil der „Vorwärts", der als einziges Parteiblatt im Ausland gelesen werde, dort die Partei schutzlos dem Verdacht und den Verleumdungen preisgebe. Die„Parabellum- mrd Homo-Leute" berichteten nur übles von der deutschen Partei, so daß es kein Wunder sei, wenn die deutschen Sozialdemokraten den Genossen des Auslandes als„Imperialisten" und„Knechte des Kaisertums" erschienen. An dieser Darstellung ist nicht weniger als alles falsch. Erstens gelangen außer dem„Vorwärts" auch andere Parteiblätter ins Aus- land. Sogar die„Chemnitzer Volksstimme". Leider sind die Artikel dieser anderen Parteiblätter nicht immer geeignet, das Bild, das die Parabellum- und Homo-Leute von der deutschen Partei entworfen, zu verschönern. Im Gegenteil gründen sich manche Vorwürfe der ausländischen Genoffen gerade auf die unvorsichtigen und Unglück- lichcn Herzensergüsse gewisser deutscher Parteiblätter. Winnig sollte also gefälligst dem„Vorwärts" nicht die Verantwortung für schlimme Fernwirkungen aufbürden, die ganz anderen, Winnig viel näher stehenden Parteiblättern zur Last fallen! Wohl aber hat gerade die Haltung des„Vorwärts" im Auslande, im ehrlich neutralen, und bei den im sozialistischen Sinne für den Frieden wirkenden Genossen der gegnerischen Länder, die lebhafteste Anerkennung gefunden. Es ist mindestens ein grober Irrtum des Genossen Winnig, dem„Vorwärts" nachzusagen,„daß das Zentral- organ durch seine Haltung und deren Wirkung im Auslande gerade das gefährde", was seinenRedakteuren jedenfalls sehr am Herzen liege:„die Wiederherstellung guter internationaler Beziehungen". Wenn etwas die Wiederherstellung dieser Beziehungen zu fördern und� die Solidarität der sozialistischen Parteien der verschiedenen Länder wieder aufzubauen vermag, so ist es, das bezeugt uns gerade der chauvinistisch nicht verwirrte Teil unserer ausländischen Parteigenoffen, die vom„Vorwärts" eingenommene Haltung I Im übrigen möchten wir doch betonen, daß wir uns mit dem Genossen Winnig allerdings über die„Wiederherstellung guter inter- nationaler Beziehungen" schwerlich verständigen werden. Wir— und mit uns sicherlich die Mehrheit der deutschen Sozialdemokratie — denken an Beziehungen, wie sie früher bestanden haben, Winnig an ganz etwas anderes. Was sich Winnig darunter vor- stellt, hat er ja selbst(in dem Januarheft der„Soz. Monatshefte") folgendermaßen gekennzeichnet: „In dem ersten Sturm des Weltkrieges r i ß das Band der sozialistischen Internationale. Die einheitliche Auf- fassung der sozialistischen Parteien über ihre Stellung zum nationalen Staat und über ihre Pflichten bei internationalen Konflikten ist fürs erste verschwunden; die ehemals verbrüderten Sozialisten der großen europäischen Staaten sind heute nicht nur durch äußeren Zwang, sondern auch durch A u f- f a s s u n g e n und Interessen politische Gegner. Das ist die Wahrheit. Gewiß werden sich später wieder internationale Beziehungen der sozialistrschen Parteien herausbilden, die in der Folge auch zu einem internationalen Bund führen werden. Aber wann und wie das immer geschehen mag, diese neue Inter- nationale wird eine andere Grundlage haben als die alte, wird sich auch einen anderen geistigen Inhalt und andere Normen des Zusammenwirkens geben müssen, wenn sie mehr sein soll, als eine Gelegenheit zu dekorativem Gepränge.... Gegen diese Wahrheit sollten wir uns nicht sträuben...." Auch hier wollen wir die Offenheit des Genossen Winnig gern anerkennen. Aber da unsere Leser nun gleichfalls gesehen haben, daß Winnig auch über die internationalen Aufgaben der Arbeiter- bewegung Ansichten hegt, die allem widersprechen, was bisher als sozialistische Auffassung galt, so werden sie auch verstehen, daß uns Winnigs Vorwürfe wegen unsrer, die internationalen Beziehungen angeblich erschwerenden Haltung gar nicht treffen können. Winnigs„neue" Internationale mit dem „anderen geistigen Gehalt und anderen Normen" mag allerdings durch die Haltung des„Vorwärts" nicht gefördert werden. Aber das ist dann gerade ein V e r d i e n st, das sich der„Vorwärts" um den Sozialismus erwirbt, wie er bisher verstanden wurde! Was Winnig über die„Hemmungen und Störungen" vor- bringt, die der„Vorwärts" der„innerpolitischen Tätigkeit der Sozialdemokratie" bereite, insbesondere der Durchsetzung„an- ständiger Wahlrechte zu den Parlamenten der Einzelstaaten", ist nichts als eine Bekundung jener unsäglichen Jllusionspolitik, daß nur artigen, gutgläubigen Kindern politische Geschenke in den Schoß fielen. Es ist das nichts als ein Nachbeten der freisinnigen Ab- geschmacklheiten, wonach die Sozialdemokratie mit ihrem rücksichtslosen Fordern und Drängen nur Reaktion und Scharfmachertum stärke und eine wahrhaft liberale Kon- zessionspolitik vereitle. Da wir uns über diesen poli- tischen Tiefsinn beim Liberalismus so oft grausam lustig gemacht haben, mutet man uns wohl nicht zu, daß wir dieselbe Litanei aus dem Munde eines Winnig ernsthafter nehmen. Man sollte es wirk- lich nicht für möglich halten, daß Winnig noch Ende April 1915 zu schreiben wagt:„Man wird der Masse des Volkes, die bisher minderen Rechts war, die Gleichberechtigung nicht versagen können, nachdem sie in der Stunde der Gefahr die gleichen großen Opfer gebracht hat. Der Schlagkraft dieses Arguments kann sich n jemand entziehen." So etwas wagt selbst ein Hans Leuß heute nicht mehr zu schreiben. Was soll man gar von einem Sozialdemokraten sagen, der sich einbildet, politische Rechte könnten durch die„Schlagkraft" von„Argumenten" erobert Iverden. Der Sozialismus hat hundertmal bessere und triftigere Gründe für sich, aber er wäre für alle Ewigkeit eine hoffnungslose Sache, wollte er seine Siegeszuversicht darauf gründen, daß seine Gegner seine Argumente gelten lassen würden. KautSky hat wirklich recht: Man muß bei manchen Genossen wieder mit dem Abc der sozia- listischen Erkenntnis anfangen! Winnig verwechselt endlich auch völlig Dinge und Begriffe, wenn er behauptet, daß der„Vorwärts" in„ausgesprochener und scharfer Opposition zum ganzen Gcwerkschaftswcsen" stehe, daß er„den Gewerkschaften kühl und ablehnend, ja nahezu feindlich" gegen- übertrete. Wir müssen diese Unterstellung mit aller Entschiedenheit zurück- weisen. Der„Vorwärts" hat nie einen Zweifel darüber gelassen, daß er die Gewerkschaften für wichtige, unentbehrliche Institutionen hält, für die bedeutsamsten Mittel zur Hebung der sozialen Lage der Arbeiterklasse, für notwendige Werkzeuge zur Verwirklichung des sozialistischen Ideals. Aber Winnig meint auch hier wieder etwas ganz anderes, als nach dem bisherigen Sprachgebrauch in Frage käme. Er spricht von den Gewerkschaften und meint die politischen Ab- sichten und Illusionen einzelner Gewerkschaftsführer. Winnig ist selbst Gewerkschaftsführer und hält sich offenbar selbst für das Sprachrohr gewerkschaftlicher Führerkreise. Nun haben wir bereits aus einem Zitat, das wir einem Artikel Winnigs entnahmen, erfahren, daß Winnig für die inter- nationale sozialistische Politik einen neuen geistigen Inhalt und neue Normen erstrebt. Das gleiche gilt aber auch für die nationale Arbeiterpolitik. Die alte sozialdemokratische Theorie und Taktik ist für Winnig überwunden— der Krieg hat einer neuen sozialreformerischen, national- sozialistischen Arbeiterpolitik zum Durchbruch verholfen. Hören wir wiederum, was Winnig selbst darüber(im„März" vom j2S. November) sagt; „Wie war das(die Bewilligung der Kriegskredite) möglich? Es ist die A u f w ä r t s e n t w i ck e l u n g der deutschen Arbeiter- klaffe, die zu der Stellung von heute geführt hat. Die Arbeiter- klaffe unserer Zeit lebt unter anderen, für sie g ü n st i g e r e n Verhältnissen, als ihr Vorgeschlecht. Ihre wirtschaftlichen Ver- bände— Gewerkschaften und Genossenschaften— haben, begünstigt durch den industriellen Ausschwung Deutschlands, die inateriellen Lebensbedingungen verbessern können. Die gewerb- liche und industrielle Diktatur hal zurückweichen und verheißungS- vollen Elementen eines neuen ArbeiterrechtS Raum geben müssen. ... Die Klassenbewegung der Arbeiter kämpft sich tief und tiefer in das wirtschaftliche und staatliche Leben des Volkes hinein... Muß nicht dieser tiefgehende Wandel in der Stellung im Volksleben auch die Stellung zum Volksganzen und zu seinem allgemeinen Ausdruck: zum Staat wandeln? Es ist nicht anders denkbar... Diese gewaltigen Veränderungen haben eine neue Grundlage des Geisteswesens der Arbeiter- k l a s s e geschaffen, eine neue Grundlage zunächst bis zum Kriege. An der Oberfläche der Bewegung herrschten noch ver- jährte Formen und Begriffe. Formen und Begriffe, die ihr geschichtliches Recht gehabt hatten in einer Zeit des heroischen Kampfes gegen eine ganze feindselige Welt.... Mit der Verneinung des Staates konnten sie(die Vertreter der Arbeiterklasse) nicht arbeiten.... Ein V e r a n t w o r t l i ch- keitsgefühl, in dem das Staatsbürgergefühl em- geschloffen lag, keimte langsam empor; verleugnet, ver- dämmt, verspottet im Ansang, wuchs es doch immer - kräftiger in die Höhe und Breite... Das ergab eine Verschiebung des Standpunkts, die nicht so bald zum vollen Bewußtsein kam. die erst längerer Zeit oder des lösendenWetterschlags bedurste, unr ans Licht zu treten..." Hier haben wir in aller Form das Bekenntnis WinnigS zum neuen Sozialismus bürgerlicher, nationalsozialer Abstempelung, zu einer Gewerkschaftspoliiik nach dem Vor- bilde des Trades Unionismus. Längerer Zeit, so schreibt Winnig, hätte es unter normalen Verhältnissen erst noch bedurft, um das„neue Staatsbürgergefühl" der Arbeiter„an? Licht" zu bringen; da kam der„lösende Wetterschlag" des Weltkrieges und schien die lange ge- hegten Mauserungshoffnungen gewisser Kreise in überraschender Plötzlichkeit zu erfüllen. Und das Zentralorgan der Partei, das diesen neuen Sozialismus für nichts häli, als für einen verhängnisvollen und blamablen Rück- fall in ehedem schonungslos bekämpfte und verspottete b ü r g e r- liche Vorstellungen, und ihn deshalb pflichtgemäß ablehnt, wird nun der Gewerkschaftsfeindschaft geziehen! Das ist ja ein sehr einfacher, aber freilich auch allzu durch- sichtiger polemischer Trick. Denn auch das einfachste Gewerk- schaflsmitglied begreift, daß die Gewerkschaften als solche ganz und und gar nichts gemein haben mit revisionistischen Jllu- s i o n e n und politischen Schrullen eines Teiles ihrer Führer. Ganz im Gegenteil: man kann den Gewerkschaften selbst gar keinen besseren Dienst leisten, als wenn man die Gewerk- schaftsmitglieder vor den politischen Irrwegen gewisser Gewcrkschafts- führer warnt. Genosse Winnig ist organisiertes Parteimitglied. Mag er innerhalb der Partei als Parteigenosse für seine Ideen Anhänger werben. Das ist sein gutes Recht. Wenn er sich jedoch herausnimmt, den Opportunismus und naive Jllusionspolitik für die P o lit i k der Gewerkschaften auszugeben, so mutz einem solchen Verfahren energisch entgegengetreten werden. Die Politik der Sozialdemokratie wird durch die P a r t e i be- stimmt. Alle Sondereinflüsse, auch wenn sie sich hinter eine angeb- liche Gewerkschaftspolitik verkriechen, müssen ganz entschieden abge- wiesen werden. Und für die Haltung der Parteiorgane sind das Programm und die ParteitagSbeschliissc der Partei maßgebend, nicht aber die Wünsche einzelner Gewerkschaftsführer. Es wäre in der Tat„ein absonderliches Verhältnis des Zentral- organs zur Partei", wenn der„Vorwärts" diesen Standpunkt nicht mit allem durch das Parteiwohl gebotenen Nachdruck vertreten würde. politische Uebersicht. „Tie Internationale" unter Präventiv-Zensur. An den Verleger der neuen Zeitschrift„Die Jnternatio- nale", Genossen P. Berten in Düsseldorf, erging folgende Verfügung des Stellvertretenden Generalkommandos des VII. Armeekorps in Münster: „Für die von Ihnen herausgegebene und verlegte Monatsschrift„Die Internationale" ivird die Vor- Prüfung augeordnet. Mit der Vorprüfung wird die Prcsseabteiluug des Stellvertretenden Geucralkommandos des VIT. Armeekorps beaustragt. Die Herausgabe der Zeitschrift vor Erteilung der Genehmigung der Vorprüfcr und die K e n n t l i ch in a ch u n g irgendwelcher Zensur- maßnahmen im Text der Zeitschrift i st ver- boten. Die Maßregel ist durch den Inhalt des ersten erschienenen Heftes geboten. Durch diesen wird der Burgfrieden gröblich verletzt. Ferner wirbt der Inhalt des Heftes für einen F r iedensschluß vor Niederringung unserer Feinde und erläßt die an Landesverrat grenzende Aufforderung an gelvisse Partei- und Bevölkeruugsgruppcn, über die Köpfe der verfassungsmäßig berufenen Stellen hinweg den Abschluß eines Friedens herbeizuführen. Auch ist er dazu bestimnit und geeignet, die zuversichtliche Stimmung des Volkes zu bcein- trächtigen, indem er ungünstige Mutmaßungen über die nach dem Kriege sich ergebenden wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse Deutschlands als wissenschaftliche Tatsachen vorträgt. Aus diesen Gründen ordne ich zugleich die Beschlag- nähme des ersten Heftes der Monatsschrift„Die Inter- nationale" an und verbiete deren Verbreitung. Der kommandierende General _ Fr. v. Gayl." Ausweisung des Abgeordneten Peirotes. Aus Straßburg wird dem„Schwäbischen Merkur" vom 23. April berichtet: Auf Grund eines Aus Weisbefehls mußte der sozial- demokratische Reichstags- und Landtagsabgeordncte Jacques Peirotes gestern abend den Festungsbereich Straß- bürg verlassen, um für den weiteren Verlauf des Krieges in H o l z m i n d c n bei Hannover Aufenthalt zu nehme n. Innerhalb der Bevölkerung und selbst bei einem größeren Teil seiner Parteigenossen hat diese Austveisung Genugtuung hervorgerufen, da Peirotes von Anbeginn des Krieges her. cine stark oppositionelle Haltung gegen die Re- 1 Die Regierung hatte versucht, der Demonstration vorzugreifen, I nehmern ihre Heimstätte zu verlassen und in anderen Orten Zus gierung und die Maßnahmen der Militärbehörden einnahm. indem sie am Tage der Demonstration in den Morgenblättern eine flucht zu nehmten gezwungen sind, müssen, falls die gefeßliche UnterDer nicht einflußlose Abgeordnete verstand es mit Geschick, Notiz veröffentlichen ließ, in welcher fie Maßnahmen gegen die hohen itüsung von den Lieferungsverbänden ihres gewöhnlichen Aufentin gewissen Kreisen der Bevölkerung in nichts weniger als Lebensmittelpreise ankündigte und zwar für Brot, Schweinefleisch haltsorts nicht gewährt werden kann, die Lieferungsverbände des vaterländischem Sinne zu wirken und sich damit in absoluten und Gemüse. Diese Maßnahmen wurden aber von den Rednern Zufluchtsortes für sie vorbehaltlich der Erstattungspflicht des Reichs cintreten. Gegensatz zur Haltung seiner Partei zu stellen. feiner Partei zu stellen. Zur als ungenügend betrachtet, insbesondere was das Brot anbetrifft. Charakterisierung des Ausgewiesenen sei bemerkt, daß er Die Regierung will nämlich nur das mit Kleie gebadene Brot ver- 1. und 16. jeden Monats vorauszubezahlen. Fällt der Diensteintritt 2. Die Unterstüßungsbeträge sind in halbmonatlichen Raten ant als Sohn eines Griechen und einer Französin in Marseille billigen, während in den holländischen Großstädten von den beziehungsweise der Hinmarsch in die Zeit zwischen die Fälligkeitsgeboren wurde, später nach Lothringen kam, dann den Beruf Arbeitern nur Weißbrot gegeffen wird. Es wird also weiter eine termine, so ist die Unterſtüßung erstmalig vom Tage des Eintritts cines Segers erlernte und schließlich auf Grund feiner allgemeine Brotpreisermäßigung gefordert. In den nächsten Tagen oder des Abmarsches bis zum nächsten Fälligkeitstermine zu zahlen. Intelligenz, seines Rednertalents und ganz besonders seines fommt die Sache durch eine Interpellation unseres Genossen Schaper Der Monat ist zu 30 Tagen zu berechnen. rückhaltlosen Ehrgeizes sich zu der Stellung eines Reichstags- vor das Parlament. und Langtagsabgeordneten emporschwang. Peirotes zählte zu den Vertrauten des Landesverräters Georg Weill und teilte von jcher mit ihm eine starke Vorliebe für Frankreich und Franzosentum. Diese Darstellung ist offenbar start tendenziös gefärbt. Auch die Darstellung der Personalien stimmt nicht, denn Genosse. Peirotes ist nicht in Marseille, sondern in Straßburg geboren. " Vorzeitige Erörterungen". Die Deutsche Tageszeitung" schreibt unter obigem Titel: In den Blättern werden jezt von verschiedenen Seiten Fragen erörtert, deren Behandlung uns recht verfrüht erscheint. Das gilt vor allem von der Frage einer Aenderung des Wahlrechts in Preußen, die in den Zeitungen verschiedener Parteirichtungen in Anknüpfung an die sogenannte Neuorientierung" der Politik besprochen wird. Wie die Dinge liegen, fann eine derartige Besprechung feinen eigentlichen 3wed und keinen besonderen Wert haben. Die Frage der Wahlrechtsänderung greift so tief und ist so schwierig, daß sie gründlich behandelt werden muß. Eine gründliche Behandlung ist aber unter den jezigen Verhältnissen schlechthin unmöglich, weil sie den Burgfrieden gefährden müßte. Einige allgemeine Redewendungen fördern, so gut fie auch gemeint sein mögen, die Sache nicht. Ebenso wie wir es für höchst unzweckmäßig erachten würden, wenn man jetzt die Frage aufrollen wollte, ob eine Aenderung des Reichstagswahlrechtes herbeizuführen sei, ebenso bedenklich und unnüz erscheint es uns, die Abänderung des Wahlrechts in Preußen einer Besprechung zu unterziehen. Deshalb haben wir darauf verzichtet, uns an diesen Auseinandersetzungen zu beteiligen und werden es auch in Zukunft tun." Die Deutsche Tageszeitung" hat darin recht, daß einige allgemeine Redewendungen über Neuorientiung" feinen ernsthaften Politiker befriedigen können, daß vielmehr eine gründliche Erörterung der Probleme angezeigt sei. Aber wir wissen nicht, weshalb jezt keine geeignete Zeit zur Diskussion sein sollte. Von verschiedenen bürgerlichen Politikern, u. a. Naumann und v. 3edlig, find die Fragen ja häufig genug angeschnitten worden. Die ,, Deutsche Tageszeitung" trägt doch wohl selbst keine Bedenken, ihre eigene Ablehnung der Landtagswahlreformt vor der Deffentlichkeit zu begründen? Einschränkung des Branntweinverkaufs. Der preußische Minister des Innern hat auf Grund der Bundesratsverordnung über den Ausschant und Verkauf von Branntwein oder Spiritus vom 26. März d. J. in einer soeben erlassenen all. gemeinen Verfügung bestimmt, daß die Regierungspräsidenten er mächtigt werden, die Befugnis nach§ 1 dieser Berordnung auszuüben. Dieser Paragraph bestimmt, daß die Landeszentralbehörde oder die von ihr bezeichneten Behörden den Ausschant oder Verkauf von Branntwein oder Spiritus ganz oder teilweise verbieten oder beschränken können. Sie können auch Bestimmungen über die Größe und Beschaffenheit der zum Ausschant oder zum Verkauf dienenden Gefäße und Flaschen erlassen und Mindestpreise vorschreiben. Zur Reisversorgung. Berlin, 28. April.( W. T. B.) Unt einer unnötigen Erregung Grundsätze über die Familienunterstützungen der Kriegsteilnehmer. Vor einigen Tagen hat im Reichsamt des Innern unter Beteiligung von Vertretern der Mehrzahl der Bundesregierungen eine Besprechung über die Aufstellung von einheit lichen Grundsägen bei Anwendung des Gesezes vom 28. He bruar 1888 in der Fassung des Gesetzes vom 4. August 1914, betreffend die Unterstützung von Familien in den Dienst eingetretener Mannschaften, stattgefunden. Im folgenden sei das Ergebnis der Besprechung aufgeführt: I. Kreis der anspruchsberechtigten Personen. bestimmten Boraussetzungen Anspruch auf eine Unterstützung erMannschaften und sonstige Personen, deren Familien unter heben fönnen: 1. der in§ 1 des Gesches aufgeführte Personenkreis; ferner: 2. Mannschaften, die seinerzeit nach militärischer Ausbildung auf Reklamation entlassen worden sind( W.-O.§ 85,5c in Verbindung mit§ 14,4 der H.-O.), später indessen zum Sceresdienst cingezogen worden sind; 3. alle im wehrpflichtigen Alter stehenden männlichen Personen, die sich im neutralen oder feindlichen Ausland aufhalten und infolge von feindlichen Maßnahmen nicht in das Inland zurückkehren können, insbesondere auch Personen im wehrpflichtigen Alter, die vom Feinde verschleppt worden sind;" 4. Mannschaften, von denen glaubhaft gemacht wird, daß fie im Ausland oder in einem Schußgebiet bei einem Marine- oder Truppenteil zur Einstellung gelangt sind; 5. Mannschaften im wehrpflichtigen Alter, die als Freiwillige auf Kriegsdauer( Kriegsfreiwillige im Sinne von§ 98,2 W.-D.) eingetreten sind; 3. Zwischen dem Fortfall der Familienunterstübung(§ 10 Abs. 5 a. a. O.) und dem Bezug der Hinterbliebenenrente soll fein 3eitraum liegen, in welchem die Angehörigen weder die Unterstügung, noch die Rente beziehen. Die Unterstützungen sind demnach so lange zu gewähren, bis die Hinterbliebenenrente tatsächlich sur Auszahlung gelangt. Von einer Anrechnung der bis zu dieſem Zeitpunkt gewährten Familienunterstützung auf die Hinterbliebenenbezüge ist abzusehen, soweit es sich um die Mindestjähe und einen Zeitraum von zwei Monaten handelt. einer Verwundung oder Krankheit als felddienst- oder garnisonDas gleiche gilt, wenn der in den Dienst Eingetretene infolge dienstunfähig zur Entlassung tommt und ihm eine Dienſtinvalidenrente zugesprochen wird. 4. Bei der Prüfung der Bedürftigkeit ist die im§ 2 Abs. 1a a. a. D. genannte Gruppe von Personen als Einheit anzusehen. Wird also die Bedürftigkeit bejaht, so find Unterstügungen an die Ehefrau und die Kinder zu gewähren, es sei denn, daß einzelne dieser Personen dem gemeinschaftlichen Haushalt nicht mehr angehören oder ihr Unterhalt in anderer Weise zweifellos sichergestellt ist. 5. Voraussetzung für den Anspruch der unehelichen Kinder auf Unterstüßung ist gemäß§ 2 Abs. 1c a. a. C. die Feststellung der Verpflichtung als Vater zur Gewährung des Unterhalte. Dicje Feststellung fann außer in der Form der rechtskräftigen Verura teilung, des Anerkenntnisses gemäß§ 1718 B.-G.-B. und des Vergleichs gemäß§ 1822,12 B.-G.B. auch durch Briefe an die uneheliche Mutter oder auf andere Weise erfolgen. Die Unterstübung fann auch dann gezahlt werden, wenn nachgewiesen wird, daß der Vater des unehelichen Kindes, ohne die Vaterschaft anerkannt zu haben und ohne verurteilt zu sein, freiwillig für den Unterhalt des Kindes regelmäßig gesorgt hat. 6. Die im Ausland zurückgebliebenen Familien von Kriegsteil nehmern werden von den deutschen Vertretungsbehörden im Aus land nach Maßgabe des Bedürfnisses, auch unter Ueberschreitung der Mindestsäße, unterstüßt. Kehren diese Familien später nach Deutschland zurück, so ist der Lieferungsverband, innerhalb dessen der neue erste Aufenthaltsort liegt, zur Zahlung der Unterstützung verpflichtet. 7. Die in den beseßten Teilen Belgiens sich aufhaltenden Angeverwaltung, die in den besetzten Gebieten Russisch- Polens sich aufhaltenden Angehörigen von Kriegsteilnehmern von den Kreischefs unterstützt. 6. Mannschaften, die während des Krieges ihre zwei- oder drei- hörigen von Kriegsteilnehmern werden von dem Chef der Ziviljährige Dienstpflicht vollendet haben, vom Zeitpunkt der Vollendung ab; 7. attive Mannschaften, die seinerzeit als einzige Ernährer er merbsunfähiger Eltern oder Großeltern zurüdgestellt worden sind oder noch werden, später indessen zum Heeresdienst herangezogen worden sind; 8. andere attive Mannschaften nach Maßgabe von C( siehe unten). Unterstütungsberechtigte Familienangehörige: A. Bei den unter I 3iffer 1-6 aufgeführten Personen: 1. die in§ 2 des Gesezes genannten Angehörigen, ferner: 2. die Stiefeltern, Stiefgeschwister und Stieffinder, sofern sie von den hier in Betracht kommtenden Personen unterhalten murden oder das Unterhaltungsbedürfnis inzwischen eingetreten ist, 3. unter den Vorausjekungen der Ziffer 2 die unehelichen mit in die Ehe gebrachten Kinder der Ehefrau, auch wenn der Ehemann nicht ihr Vater ist, Wie die Zusammenstellung erkennen läßt, ist der bereits durch die früheren Rundschreiben des Reichsamts des Innern erweiterte Kreis der zu unterstüßenden Bersonen noch durch Einbeziehung der eriverbsunfähigen Eltern und Großeltern derjenigen aktiven Mannschaften vergrößert worden, die als einzige Ernährer dieser Personengruppe seinerzeit zurückgestellt worden sind oder noch werden, später indessen zunt Heeresdienst herangezogen worden sind. Für die Erstattung der infolge dieser Erweiterung seitens der Lieferungsverbände gemachten Bewilligungen in Höhe der Mindestjäße aus Reichsmitteln, und zwar vom 1. Mai 1915 ab, wird Sorge getragen werden. f. in der Besprechung Uebereinstimmung darüber erzielt, daß mit Was die Erhöhung der Mindestjäße anlangt, so wurde Rücksicht auf die in den letzten Monaten eingetretene Ver4. elternlose Enkel; sie sind den chelichen Kindern gleichzustellen, feuerung einiger Zebensmittel die Mindestjäße für die 5. die schuldlos geschiedene Ehefrau, der nach§ 1578 B.-G.-B. Sommermonate( Mai bis einschließlich Oftober) in gleicher der Ehemann den Unterhalt zu gewähren verpflichtet ist. Höhe wie für die Wintermonate, also im Betrage von 12 B. Bei den unter I 3iffer 7 aufgeführten aktiven Mann für die Ehefrau, weitergezahlt und den Lieferungsverbänden schaften: auch in dieser Höhe aus Reichsmitteln seinerzeit erstattet die Ehefrau sowie die ehelichen und die den ehelichen gesen werden sollen; zugleich wurde gutgeheißen, daß auch diese lich gleichstehenden Kinder unter 15 Jahren, die unehelichen Kinder sowie die erwerbsunfähigen Eltern oder Großeltern. Regelung nicht auf gefeßlichem Wege sondern durch Verdie Ehefrauen, sowie die ehelichen und die den ehelichen gesetzlich folgen hat. C. Bei den unter I 3iffer 8 aufgeführten aktiven Mannschaften waltungsanordnung der einzelnen Bundesregierungen zu ergleichstehenden Kinder unter 15 Jahren, sowie die unehelichen II. Begriff der Bedürftigkeit. Kinder. Merkblatt storbenen Teilnehmer am Kriege 1914. A. Gnadengebührnisse. in den Streifen des legitimen Reisgeschäftes entgegenzutreten, wird von unterrichteter Seite darauf hingewiesen, daß die Bundes ratsverordnung über Reis nur den Zweck verfolgt, Reismengen, die spekulativ dem Konfum ferngehalten werden, in die Hand des Reiches zu bringen und hierdurch gleichzeitig eine Den Lieferungsverbänden wird eine wohlwollende Prüfung der für die Hinterbliebenen der gefallenen oder infolge von Reserve an Nahrungsmittel zu schaffen. Ein Eingriff in die Bedürftigkeit zur Pflicht gemacht. Von den Angehörigen der vor Wunden und sonstigen Kriegsdienstbeschädigungen geordentliche Versorgung des Marktes mit Reis ist nicht beabsichtigt, dem Feinde stehenden Familienbäter soll alles ferngehalten werden, sondern die Verordnung hat im Gegenteil besondere Maß- was niederdrückende Empfindungen in ihnen auszulösen geeignet nahmen vorgesehen, um Störungen und Schädigungen möglichst ist. Nicht zu billigen ist daher die Anwendung von armenrechtfernzuhalten. Daher sind die Fristen über den Erlaß der Aufforde- lichen Grundfäßen auf die Gewährung von Familienunter1. Hinterläßt ein gefallener usw. Kriegsteilnehmer eine Witwe rung und über die Erklärung, ob der Reis übernommen werden stüßungen; denn den Angehörigen der Kriegsteilnehmer soll nicht soll, so fura wie irgend angängig gehalten. Es ist insbesondere die Armenhilfe, sondern Kriegsfürsorge suteil werden. Nicht ohne oder eheliche oder legitimierte Abkömmlinge, so werden für einen Entscheidung darüber, ob und zu welchen Preisen Reis- weiteres ist abzulehnen eine Unterſtüßung unter Hinweis auf die gewissen Zeitraum nach dem Tode des Kriegsteilnehmers GnadenUnterstübungspflicht einer anderen nach dem bürgerlichen Recht in gebührnisse gewährt. 2. Gnadengebührnisse können auch gewährt werden, wenn der mengen übernommen werden sollen, in die Hand der Zentral- Ein- Betracht kommenden, zur Erfüllung dieser Pflicht aber nicht bekaufsgesellschaft m. 5. H. gelegt worden, die auf Grund ihrer bereiten Person; auch liegt es nicht im Sinne des Gesezes, daß die Verstorbene Verwandte der aufsteigenden Linic, Geschwister, Gesonderen Kenninis unter genauer Prüfung des Einzelfalles Angehörigen erst ihr kleines Vermögen verbrauchen müssen. Der schwisterkinder oder Pflegekinder, deren Ernährer er ganz oder überindividualisierend und vorsichtig vorgehend wird. Den legitimen Befis eines fleinen Anwesens mit Ader und Vieh oder eines fleinen wiegend gewesen ist, in Bedürftigkeit hinterläßt, oder wenn und soReisfirmen fann fonach nur anheimgestellt werden, gleichzeitig mit Geschäfts schließt von der Unterſtüßung nicht aus. Ebensowenig weit der Nachlaß nicht ausreicht, um die Kosten der letzten Krankheit der Uebersendung der Anzeigen oder möglichst bald nachher an die steht der Befis eines geringen Kapitals der Unterstützung grund- und der Beerdigung zu decken. 3. Der Antrag auf Zahlung der Gnadengebührnisse ist entweder jäglich entgegen, wenn seine Erhaltung für die Familie geboten Zentral- Einkaufsgesellschaft, m. b. H. mit entsprechenden Anträgen. Auch ist unbedentlich dann eine Unterstützung zu gewähren, an diejenige stellvertretende Korpsintendantur, heranzutreten unter Beifügung der Unterlagen, die zweckmäßiger wenn arbeitsfähige Angehörige infolge einer augenblicklichen Arzu deren Geschäftsbereich der Truppenteil usw. des Verstorbenen geweise von der zuständigen Handelsfammer zu begutachten sind. beitslosigkeit in eine vorübergehende Notlage geraten sind. Einen hört, oder an das für den Wohn- oder Aufenthaltsort zuständige Soweit die offiziöse Mitteilung. allgemeinen äußeren Maßstab der Bedürftigkeit festzustellen, ist Bezirkskommando zu richten. Legteres sorgt dann für die WeiterDie Bundratsverordnung sieht bekanntlich die Beschlagnahme nicht angängig; es sind stets die Gesamtumstände in Betracht zu gabe. An Belegſtücken sind dem Antrage beizufügen: a) eine Bescheinigung des Truppenteils usw. über die Höhe des von Reis zu Preisen vor, die um die Hälfte niedriger find als die ziehen. Lassen sich aber die Lieferungsverbände von dem GrundGnadengehalts oder der Gnadenlöhnung des Verstorbenen und Marktpreise furz vor Erlaß der Verordnung. Die jetzige Mit- ja leiten, daß jede Engherzigkeit in der Prüfung der Bedürftigüber die Dauer der Empfangsberechtigung. teilung fagt nun im Grunde nichts anderes, als die Zentral- feit zu vermeiden ist, so werden sie im Einzelfalle die richtige Entscheidung treffen. Einkaufsgesellschaft sich an die eben festgesetzten Preise nicht halten wird. Diese Regelung der Reisversorgung ist typisch für das III. Zuschußpflicht der Lieferungsverbände. viel zu späte, und daher praktisch undurchführbare Vorgehen der Die Verpflichtung der Lieferungsverbände erschöpft sich nicht in Regierung. Hätte man bei Kriegsausbruch oder wenigstens im der Gewährung der Mindeſtjäße. Die Mindesthäße stellen nur die untere Grenze dar, unter die nicht herabgegangen werden darf, soHerbſt die Beschlagnahme ausgesprochen, so hätte die Preis- bald im einzelnen Falle das Bedürfnis überhaupt anerkannt worden festſegung wesentlich niedriger gehalten und auch wirklich durch- worden ist; sie begrenzen die Erstattungspflicht des Reichs, aber sie durchbald geführt werden können. Den Schaden tragen aljo jetzt wieder die begrenzen nicht die reichsgesetzliche Unterstübungspflicht der Lieferungsverbände. Eine solche besteht bis zur Sebung der Bedürftig feit. Dabei ist als Ziel tunlichst die Erhaltung des Hausstandes der Krieger und angemessener Unterhalt ihrer Angehörigen ins Auge zufassen. Andererseits darf von den Angehörigen der Kriegsteilnehmer erwartet werden, daß sie ihrerseits es sich angelegen sein lassen, ihre Arbeitsfräfte möglichst zu verwerten und sich der Ginfachheit und Einschränkung in jeglichem Verbrauch zu befleißigen. IV. Verfahren. Konsumenten. Demonstration gegen die Tenerung in Holland. Am Sonntag hielt in Rotterdam unsere Partei mit den Gewerkschaftsorganisationen eine Demonstration gegen die hohen Lebensmittelpreise ab, die von Arbeiterorganisationen aus dem ganzen Lande beschickt war. Es war die größte Demonstration, die Mehr als 120 000 organisierte Arbeiter b) eine militärdienstlich beglaubigte Bescheinigung über den Tod des Kriegsteilnehmers, c) in den Fällen zu 2 außerdem eine amtliche Bescheinigung über den Verwandtschaftsgrad und das Verhältnis zum Verstorbenen. Können Bescheinigungen der zu a und b erwähnten Art nicht gleich beigebracht werbent, so find beſtimmte Angaben über den Dienstgrad, die Dienststellung und den Truppenteil oder die Behörde des Verstorbenen erforderlich und als Ausweise über den Tod die in Händen der Antragsteller befindlichen Mitteilungen der Truppenteile usw., Auszüge aus Kriegsranglisten oder Kriegsstammrollen, Todesanzeigen und Nachrufe der Truppenteile und Behörden im Militär- Wochenblatt" oder in sonstigen Zeitungen und Zeitschriften beizufügen. Auch ein Hinweis auf die Nummer der amilichen Verlustlisten würde genügen. Auf Antrag stellt das Zentral- Nachweise- Bureau des Kriegsministeriums in Berlin NW 7, Dorotheenstr. 48, besondere Todess bescheinigungen aus. B. Versorgungsgebührniffe. Witwen- und Waisengeld waren vertreten. Die fünf größten Lokale in Rotterdam, darunter 1. Zur Zahlung der Unterstützung bleibt der Lieferungsver der Zirkus, waren gefüllt mit Delegierten und mit Rotterdamer Band, innerhalb dessen der Unterstützungsbedürftige sur Zeit des Arbeitern. Von der Regierung wurde insbesondere gefordert, daß Beginns des Unterstützungsanspruchs seinen gewöhnlichen Aufent- 4. Nach Ablauf der Gnadenzeit erhalten die Witwe und die Testere bis zu 18 Jahren sie den Broipreis wieder auf das Niveau bringen foll, das er vor halt hatte, auch beim Wechsel des Aufenthaltsortes verpflichtet; für Kinder dem Ausbrechen des Krieges hatte, was sie um so besser tun kann, die Höhe der Unterstüßung sind nicht schlechthin die an dem neuen sowie Kriegswitwen- und Kriegswaisengeld. 5. Der Antrag auf Bewilligung der Versorgungsgebührnisse zu weil sie auf Monate der einzige Getreide- Importeur ist, und der Aufenthaltsort üblichen Säße maßgebend; entscheidend ist vielmehr einzige Großmehlhändler, während auch die Mühlen nur noch für die Bedürftigkeit, die erneut zu prüfen ist; jedoch wird eine Er- 4 ist an die*) Ortspolizeibehörde des Wohnorts Regierungsrechnung mahlen. Allerdings würde diese Ermäßigung höhung der bisher gezahlten Beträge nur dann zu gewähren sein, oder des anläßlich des Krieges gewählten AufRegierungsrechnung mahlen. Allerdings würde diese Ermäßigung wenn der Aufenthalt aus berechtigten und dringenden Gründen enthaltsorts zu richten. des Preises unter den Weltmarktpreis der Regierung an die vier gewechselt wurde. Millionen Gulden pro Monat kosten, wofür dann aber auch die In besonderen Fällen, namentlich dann, wenn die friegerischen Aushungerung der Arbeiterklasse aufhören würde. Ereignisse es notwendig machen, daß Familien von Kriegsteil Hinterbliebene von Zivilbeamten haben sich an die regte vorgefegte Behörde des Verstorbenen zu wenden. An Belegstüden find beizufügen: Direktion III.**), die standesamtliche Urkunde oder an ihrer Stelle andere Nachweise( Bescheinigung des Truppenteils, Beileidsschreiben des Kommandeurs, Kompagniechefs pp.) über das Ableben des Ehe manns und, falls die versorgungsberechtigten Kinder auch ihre leibliche Mutter verloren haben, noch die standesamtliche Urkunde über das Ableben der Ehefrau; Es haben 25 Rohnbewegungen stattgefunden, davon wurden] Auch unehelie Müffer haben nunmehr auf diese Ane 1.**) die Geburtsurkunden der Eheleute( können wegfallen, wenn 9 Angriffs- und 4 Abwehrbewegungen ohne Arbeitseinstellung spruch, allerdings nur dann, wenn der Vater des Kindes Kriegsdie Geburtstage aus der Heiratsurkunde ersichtlich sind oder wenn durchgeführt, außerdent waren 2 Angriffs- und 6 Abwehrstreifs teilnehmer und der Mutter die Kriegsunterstützung zugesprochen nur Baiſen- und Kriegswaisengeld beansprucht wird oder wenn die und 4 Aussperrungen zu verzeichnen. Insgesamt waren an diesen wird ist. Che über 9 Jahre bestanden hat); Bewegungen 3983 Personen beteiligt, darunter 394 weibliche. Von 11.**) die Heiratsurkunde oder, wenn Waisen aus mehreren den Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung hatten 9 vollen Er- Familien von Kriegsteilnehmern Anspruch auf die Kriegswocher: Im allgemeinen werden nach den neuen Bestimmungen alle Ehen versorgungsberechtigt sind, die betreffenden Heiratsurkunden folg, 2 teilweißen und 2 hatten keinen Erfolg. Von den Streits und Familien von Kriegsteilnehmern Anspruch auf die Kriegswochen. ( Geburts- und Heiratsurkunden der vor dem 1. 4. 1887 ver- Aussperrungen hatten 5 vollen Erfolg. 7 waren erfolglos; einige hilfe erheben können, die ihrem Einkommen nach zur ArbeiterHeirateten, bei der preußischen Militärwitwenkasse versicherten mußten des Krieges wegen eingestellt werden. Klasse gehören, aber nicht zu dem krankenversicherungspflichtigen Offiziere und Beamten befinden sich in der Regel bei der General- An Lohnerhöhungen wurden für 630 Personen 829 M. pro Personentreise zählen, z. B. fleine Handwerksmeister und Kleinder preußischen Militär- Witwenpensionsanstalt in Woche erzielt. Abgewehrt wurden Lohnkürzungen für 255 Per- gewerbetreibende, Händler usw. Das bedeutet namentlich in der Berlin W 66, Leipziger Str. 5); sonen im Betrage von 1490 M. Die Arbeitszeit konnte für 650 jezigen Zeit für die Familien der Kriegsteilnehmer einen großen Bersonen zusammen um 1966 Stunden wöchentlich verkürzt werden, Vorteil. Es ist dringend zu wünschen, daß die Kenntnis über die so daß durchschnittlich für jeden Beteiligten eine Verkürzung der Bestimmungen der Kriegswochenhilfe in die weitesten Kreise der Arbeitszeit von 3 Stunden in der Woche erzielt worden ist. Dieser besiklojen Bevölkerung bringt. Erfolg ist bei der langen Arbeitszeit, die in der Glasindustrie vorLeider muß festgestellt werden, daß eine ganze Reihe Frauen herrscht, von nicht zu unterschäßender Bedeutung. Im Frühjahr 1914 hatten die Glasarbeiter in der Lausitz die Einführung der noch heute überhaupt nichts von dieser Unterstüßung wissen, andere neunstündigen Arbeitszeit verlangt. Der Unternehmerverband sich so spät darum bemühen oder erkundigen, welche Wege einzuverbot seinen Mitgliedern, sich darauf cinzulassen. Es kam zum schlagen sind, daß ihnen erhebliche Schwierigkeiten daraus entStreif, dent die Aussperrung mehrerer tausend Glasarbeiter auf stehen. Diese werden aber durch die Ausdehnung der Beschlüsse sodem Fuße folgte. Einige Wochen später wurde die Aussperrung wieso größere werden, weil jetzt der Personenkreis, der für die aufgehoben; am 1. Oktober 1914 follten zentrale Verhandlungen Unterstüßung in Frage kommt, nicht mehr so fest begrenzt und verstattfinden, um eine allgemeine Regelung in der Frage der Ar- hältnismäßig leicht zu erkennen war, als bisher. Um so wichtiger beitszeit herbeizuführen. Durch den Krieg kamen diese Verhand- ist deshalb die immer zu wiederholende Mitteilung über die wichlungen leider nicht zustande, so daß ein Erfolg in dieser Bewegung tigsten Bestimmungen und die Voraussetzungen für die Berechti nicht zu verbuchen ist. Auch in die Tarifvertragsbewegung brachte der Krieg eine all- gung der Inanspruchnahme. gemeine Lohnſtockung. Vicle Verträge liefen im Herbst 1914 ab, Von großer Bedeutung ist, daß die Unterstüßung bis zu einem und da die Betriebe zum größten Teil still lagen, war an eine gewissen Grade rüdwirkende kraft hat. Für Entbindungen, Grneuerung nicht zu denken. Im ganzen wurden im Berichtsjahre Wochenhilfe und Stillgeld kann in den Fällen, die vor dem 3. De8 Tarife für 1029 Personen abgeschlossen. Im ganzen bestanden zember eingetreten sind, eine Entschädigung bis zum Betrage vou am 1. Januar 1915 27 Tarifverträge für 54 Betriebe und 2495 50 M. bewilligt werden. Personen. IV.) die standesamtliche Geburtsurkunde für jedes versorgungsberechtigte Kind unter 18 Jahren; V. amtliche Bescheinigung darüber, daß a) die Ehe nicht rechtskräftig geschieden oder die eheliche Gemeinschaft nicht rechtskräftig aufgehoben war( fann wegfallen, wenn in der Sterbeurkunde die Ehefrau des Verstorbenen mit ihrem Ruf, Mannes- und Geburtsnamen als deffen Witwe bezeichnet, oder die Heiratsurkunde nach dem Tode des Ehemannes ausgestellt ist), b) die Mädchen im Alter von 16 Jahren und darüber nicht verHeiratet( oder verheiratet gewesen) sind, c) feins der Kinder, im Alter vom Beginn des 6. bis zum vollendeten 12. Lebensjahre, oder wer von ihnen in die Anstalten des Potsdamichen Großen Militärwaisenhauses aufgenommen ist( für Kinder von Offizieren und höheren Beamten überhaupt nicht erforderlich); VI. gerichtliche Bestallung des Vormundes oder Pflegers; VII. Außerdem ist in dem Antrag anzugeben, a) ob und wo der Verstorbene als Beamter im Reichs-, Staatsoder Kommunaldienste, bei den Versicherungsanstalten für die Invalidenversicherung oder bei ständischen oder solchen Jn ſtituten angestellt war, die ganz oder zum Teil aus Mitteln des Reichs, Staates oder der Gemeinden unterhalten werden, b) der zukünftige Wohnsiz der Witwe. C. Kriegselterngeld. 6. Den Verwandten der aufsteigenden Linie( Vater und jeder Großvater, Mutter und jede Großmutter) kann für die Dauer der Bedürftigkeit ein Kriegselterngeld gewährt werden, wenn der verstorbene Striegsteilnehmer Der Beginn des Krieges brachte innerhalb der Glasarbeiter cine völlige Stocung des Wirtschaftslebens. Der größte Teil der Glasfabriken schloß sofort den Betrieb. Auch in den anderen Branchen der Glasindustrie sah es nicht viel besser aus, so daß am 24. August 67,22 Proz. aller Mitglieder der Organisation völlig arbeitslos waren, am 26. September waren es noch 41,53 Proz. Die Zahl sank dann weiter herunter auf 18,23 Proz, am 31. De zember und auf 12,24 Broz. am 31. Januar. Auch jetzt sind noch eine größere Zahl Arbeitslose vorhanden. Es versteht sich am Rande, daß die Organisation darunter schwer zu leiden hatte. Die Arbeitslosenunterstüßung mußte bis auf die Hälfte der früheren Säße ermäßigt werden. Die Maßregelungs- und Krantenunterftüßung wurde ganz aufgehoben. Trotzdem mußten große Summen für Unterstübungen ausgegeben werden. Im ersten Halbjahr 1914 ivurden 59 805 M. an Arbeitslosenunterstüßung gezahlt, im zweiten Halbjahr bei bedeutend gekürzten Sägen 212 247 M., zusammen im Jahre also 272 052 M. Die Ausgabe betrug für alle Unter ihren Lebensunterhalt ganz oder überwiegend bestritten hat. Der Antrag ist ebenfalls an die Ortspolizeiberwal- tugungen zusammen 445 194 M. Aus den Mitteln der Zahl wurden zirka 35 000 m. für die Familien der Kriegsteiltung des Wohnorts oder des anläßlich des Krieges nehmer aufgebracht. gewählten vorübergehenden Aufenthaltsorts zu Von den 19 100 Mitgliedern der Organisation waren bis zum richten. Ihm ist eine standesamtliche Sterbeurkunde über den Ge- 31. Januar bereits 5293 zum Kriegsdienst eingezogen, heut dürften fallenen oder, falls eine solche nicht zu erlangen ist, ein Ausweis der es bereits 6000 sein. Die Mitgliederzahl ist auf 9500 herabzu 3 bezeichneten Art beizufügen. gesunken. a) vor Eintrtit in das Feldheer oder b) nach seiner Entlassung aus diesem zur Zeit seines Todes oder bis zu seiner legten Krankheit weiter: Gewerkschaftliches. Ein bedenklicher Vorschlag. Aus Industrie und Handel. Die Unterstübungsfäße sind für die neu als bezugs berechtigt anerkannten Personen die gleichen, wie sie in der Verfügung vom 3. Dezember 1914 festgesetzt waren: Einmalige Entschädigung für die Kosten der Entbindung in Höhe von 25 M., cin Wochengeld von 1 M. täglich auf die Dauer von acht Wochen( die Woche mit 7 Tagen berechnet), eine Beihilfe bis zum Betrage von 10 M. bei Schwangerschaftsbehandlung und eventuell ein Stillgeld im Betrage von 50 Pf. täglich neben dem Wochengeld auf die Dauer von 12 Wochen. haben übrigens alle weiblichen Kaffenmitglieder Anspruch, die soAuf diese Unterstüßung, mit Ausnahme des Wochengeldes, wieso Anrecht auf Wochenhilfe nach den Bestimmungen der Kassen fabungen haben. Da diese aber in der Regel niedriger sein wird als die Unterstützungssäge der Kriegswochenhilfe, so ist die den Krankenkassen auferlegte Pflicht, während der Dauer des Krieges die eigenen Leistungen auf die bezeichnete Höhe zu ergänzen, im Interesse der Kassenmitglieder nur zu begrüßen. Zur bequemeren und schnelleren Erledigung der Unterstüßungsfälle würde es ganz erheblich beitragen, wenn die Kriegsteilnehmerfrauen und weibliche Kaffenmitglicher in höherem Maße auf die Bestimmungen der Kriegswochenhilfe aufmerksam gemachi würden. Gerichtszeitung. " Von der Bagdadbahn. Der Presparagraph des Spionagegeſehes. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Angabe unferer über den Verrat militärischer Geheimnisse zur Anwendung Der erste Foll, in dem das neue Gesek vom 3. Juni 1914 An die Presse und sehr wahrscheinlich auch an die Unter- Stonstantinopeler Meldung, die große Bride über den Euphrat nehmerorganisationen richtete die Solinger Handels- bei Djerabliffe( nicht Dicherabulus) sei von der Gutehoff gebracht wurde, beschäftigte gestern die dritte Straffanumer fammer ein Rundschreiben, in dem es heißt: mungshütte, Oberhausen", erbaut, unrichtig ist. Vielmehr hat die des Landgerichts I unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Die Zivtverwaltung für Ruffisch Polen teilte durch Rund- Brüdenbauanstalt der Dortmunder Union, Dortmund," Abteilung Unger.§ 11 dieses Gesezes bestimmt: Ber: borjäglich fchreiben den Handelskammern mit, daß bortselbst eine große der Deutsch- Luremburgischen Bergiverks- und Hütten- Aktiengesellschaft, über schwebende amtliche Ermittelungen wegen Verbrechens Zahl von Arbeitern aller Art( vor allem Tertilarbeiter, aber auch die eiserne 800 Meter lange Brüde über den Euphrat in 12 Monaten, oder Vergehens gegen dieses Gefes ohne Erlaubnis der die Bergarbeiter, Arbeiter der Eisenindustrie und ungelernte) ohne wovon 9 Monate in die Kriegszeit fallen, geliefert und errichtet. Ermittelungen leitenden Behörde Mitteilungen in die Beschäftigung seien. Es wurde ersucht, in Erwägung zu ziehen, Deffentlichfeit bringt, wird mit Gefängnis oder Festungsob nicht diese Arbeiter der deutschen Industrie zugeführt haft bis zu einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu 1000 p. werden könnten, um dadurch zugleich auch die Hungersnot und Vom Stahlwerksverband. In der Hauptverfammlung des bestraft." Jut zipeiten Abfaz des§ 11 heißt es dann weiter: die schwere wirtschaftliche Notlage der arbeitslosen Familien Stahlwertsverbandes wurde über die Geschäftslage mit Diese Vorschrift findet auf die Veröffentlichung von Mitin den von uns besetzten Gebieten Russisch- Polens zu mildern." geteilt: Dieser Arbeiterimportvorschlag wurde mundgerecht zu In Halbzeug war der Inlandsabsag weiter befriedigend. Es teilungen die nach der Eröffnung des gerichtlichen Hauptmachen versucht durch die Behauptung, daß es sich um gutes ist anzunehmen, daß sich die Beschäftigung der inländischen Ab- berfahrens, im militärgerichtlichen Verfahren nach Verfügung Arbeitermaterial handelt, das im genommen nehmer für die nächste Zeit auf der bisherigen Höhe halten wird. der Anklage erfolgt, feine Anwendung." deutsch sei. Auch im Interesse der deutschen Arbeiter in dem Geschäft mit dem neutralen Auslande ist seit dem letzten der Thieleschen Gerichtskorrespondenz eine Notiz verbreitet, die Der Journalist Gustav Stasch hatte als ständiger Mitarbeiter soll diefer Import liegen. Es heißt nämlich in dem Schreiben Bericht eine wesentliche Aenderung nicht eingetreten. Oberbaubedarf: Von den preußischen Staatsbahnen mitteilte, daß es der Aufmerksamkeit der Polizei gelungen sei, eine wurde der Restbedarf in Schienen und Schwellen in das Etatsjahr naturalisierte Belgierin, die Sprachlehrerin Maric Schwarz, als Gerade aber auch im Intereſſe unserer deutschen Arbeiter- 1915 aufgegeben und den Werken zugewiefen, ferner ein Nachtrags- englische Spionin zu entlarven und festzunehmen. Der von zahlschaft, wenn sie vorurteilslos und weitschauend die Frage be- bedarf im Kleineifenzeug. Der Gesamtbedarf dieser Bahnen hat glaubhaft erklärte, an der Hand der Mitteilung eines höheren Bereichen Zeitungen abgedruckte Artifel war, wie der Angeklagte trachtet, liegt die Herbeizichung jener deutschsprechenden guten damit den des Vorjahres wieder überstiegen. Aus dem neutralen amtten geschrieben worden, nachdem der die Schwarz verteidigende polnischen Arbeiter, da viele Betriebe infolge der umfangreichen Auslande wurden einige weitere Aufträge hereingenommen. In anten geschrieben worden, nachdem der die Schwarz verteidigende Heranziehung der männlichen Arbeiterschaft zum Heeresdienst zum Stillenschienen war Rechtsanwalt auf Anfrage ihm bestätigt habe, daß die Vorunterdas Geschäft wie feither ruhig und Teil eingestellt werden müßten, falls nicht eine gewisse Ausfüllung brachte nur einige kleinere Aufträge. suchung schon längst beendet sei und die Verhandlung vor dem Der Auftragseingang Reichsgericht unmittelbar bevorstehe. Hiernach habe er fest ander dadurch in wichtigen Betrieben oder Betriebsabteilungen ent von Grubenschienen aus dem Inlande ift in der stehenden Rücken erfolgen könnte. Ist erst ein Rädchen aus dem Berichtszeit weiter in die Höhe gegangen, dagegen liegt der Aus- lungen" schon überschritten hatte. Dies soll nun aber nach den nehmen müssen, daß die Strafsache das Stadium der Ermitte Räderwerk des Industriebetriebes herausgekommen, so würde in landsmarkt still. bielen Fällen die ganze Maschine zum Stilstand gelangen und dadurch viele Hunderte von Arbeitern, namentlich des weiblichen Februar eine erhebliche Steigerung auf und auch der Eingang der fuchten Verrats militärischer Geheimnisse erst später erfolgt ist. Formeisen: Der Inlandsabsatz wies im März gegenüber gerichtlichen Feststellungen nicht der Fall gewesen sein, da die Gröffnung des Hauptverfahrens gegen die Schwarz wegen verGeschlechts in der Textilindustrie brotlos werden." Lieferungsaufträge nahm entsprechend zu. Bei Beginn des Viertel: Der Angeklagte betonte, daß die Notiz eine sehr löbliche und sehr Bir haben gegen diesen Vorschlag sehr schwere Bedenken. jahres wurde dagegen das Geschäft ruhiger. Im allgemeinen iſt patriotische Tendenz verfolgt habe. Bekanntlich sei öffentlich vielSie betreffen nicht die Lodzer Arbeiterschaft. Daß die deutschen das Bild des Inlandsmarktes gegen die vergangenen Wionate un- fach vor Spionen gewarnt worden und man habe in vielen Kreifen Arbeiter mit diesen organisationsfähigen und tros der russischen verändert, was auch auf dem Auslandsmarkt in gleicher Weise der recht oft die Verwunderung darüber ausgesprochen, daß sich noch Gewaltherrschaft stets für ihre Rechte kämpfenden Genossen Fall ist. nicht gute Stameradschaft pflegen würden, ist nicht anzunehmen. Aber ein allgemeiner Arbeitermangel besteht bei uns nicht. Wenn irgendivo in der Kriegsindustrie tatsächlich etwa eine gewisse Knappheit an Arbeitern herrschen sollte, so läßt sich der Mangel durch Hinübernahme von Arbeitern aus anderen Berufen beheben, in denen des Strieges wegen die Produktion ruht. Es ist einfach die Pflicht der deutschen Industrie, den im Felde kämpfenden Arbeitern ihre Arbeitspläge frei zu halten! Berlin und Umgegend. Soziales. Zur Ausdehnung der Kriegswochenhilfe. immer französische, englische und russische Spione bei uns herumtreiben finnen, ohne daß die Polizei anscheinend erfolgreich gegen dieses level einschreiten könne. Da habe er gerade diesen Fall zur öffentlichen Beruhigung mitgeteilt, um zu zeigen, daß die Polizei durchaus den Spionen gegenüber auf dem Posten sei. Er habe 19 auch überzeugt sein dürfen, daß der Artikel, wenn er irgendwie bedenklich wäre, von der Zensurbehörde zweifellos beanstandet Durch den von uns am Dienstag im Wortlaut veröffentlichten werden würde. Staatsanwaltsassessor Arndt gab zu, der AngeBeschluß des Bundesrats vom 24. 6. M. hat die Kriegswochenhilfe flagte habe glaubhaft erklärt, daß er das Publikum über einen des Reiches eine wesentliche Verbesserung erfahren. Der Kreis Irrtum habe aufflären und die Polizei in Schuß nehmen wollen. der Personen, die Anspruch auf Kriegswochenhilfe erheben tönnen, ist Anderseits sei nicht zu leugnen, daß durch derartige Notizen militärische Interessen im Kampfe gegen die Spionage gefährdet ganz wesentlich erweitert worden. Bisher hatten Frauen von Kriegsteilnehmern nur dann Anrecht werden können. Der Staatsanwalt beantragte 50 M. Geldstrafe. In der Korbmacherei sind viele Hilfsarbeiter untergekommen, die auf diese Hilfe, wenn ihre Männer in den der Einziehung zum Heeres- sächlichen Gründen die Freisprechung. Es handle sich hier um ein Rechtsanwalt Dr. Thiele beantragte aus rechtlichen und tateine Gefahr für die gelernten Korbmacher werden, wenn man sie dienst vorangegangenen 12 Monaten entweder 26 Wochen oder un ganz neues Gesek, über dessen Tragweite wohl noch mancherlei nicht rechtzeitig der Organisation zuführt. Auch werden jetzt viele Lehrlinge eingestellt, die annehmen, die Konjunktur werde eine mittelbar vor der Einziehung 6 Wochen hindurch einer Krankenkasse au- weifel bestehen. Der Angeklagte habe nach der ihm gewordenen dauernde bleiben. In einer Versammlung der Korbmacher warnte gehört hatten. diese Bedingungen nicht erfüllt, Auskunft des Anwalts bestimmt annehmen können, daß das GrStusche vor dieſent Optimismus. In der Diskussion wurde Klage fiel der Anspruch fort. Da immer noch ein Teil der Kaffenmitglieder mittelungsverfahren völlig abgeschlossen wäre und er sich mit der geführt über das System der Arbeitsscheine, unter dem sich mancherlei bei Arbeitslosigkeit oder vorübergehendem Ausscheiden aus Veröffentlichung auf ganz legalem Wege befände. Wenn er sich Misstände herausgebildet hätten. Ma ab wies darauf hin, daß der versicherungspflichtiger Beschäftigung die Frist zur Anmeldung der Von einem Dolus eventualis sei keine Rede, höchstens liege Fahrdarin geirrt, so müsse nach§ 59 St.G.B. Freisprechung erfolgen. artige Fälle der Verbandsleitung gemeldet werden sollten, die dann weiterversicherung versäumt, so war vielfach bei Eintritt des Unter lässigkeit vor; der§ 11 spreche aber ausdrücklich vom Vorjah". geeignete Schritte unternehmen werde. stügungsfalles die vorgeschriebene Dauer der Mitgliedschaft noch Eventuell würde eine ganz geringe Strafe am Blaze sein, denn nicht erreicht und die Frauen mußten abgewiesen werden. In der Angeklagte habe aus durchaus patriotischen Motiven gehandelt eheliche Mütter aber hatten bisher gar keinen Anspruch auf die und das Publikum beruhigen und zeigen wollen, daß die Polizei das öffentliche Interesse durchaus wahre. Das Gericht erkannte an, daß der Angeklagte aus völlig ehrenhaften Motiven gehandelt habe, verurteilte ihn aber zu 20 M. Geldstrafe. Mädchenschänder. Ausland. Waren Der Glasarbeiterverband im Jahre 1914. Die Stonjunttur war schon Anfang des Berichtsjahres im Kriegswochenhilfe. Niedergehen begriffen, cinzelne randjen liten ganz beträchtlich Die neuen Bundesratsbeschlüsse bestimmen nun, daß alle darunter. Wenn trotzdem in der ersten Hälfte des Jahres noch Frauen von Kriegsteilnehmern Anspruch auf Kriegswochenhilfe ccnamhafte Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse erreicht werden heben können, wenn das frühere Familieneinfommen, nicht mehr als konnten, so zeugt das von dem guten Geist, von dem die Organi- 2500 m. jährlich betragen hat und das nach dem Dienſtantritt des sation der Glasarbeiter getragen ist. Mannes verbliebene Gesamteinkommen nicht 1500 M. im Jahre und Wegen ganz schändlicher Handlungen gegen eine Anzahl für jedes schon vorhandene Kind unter 15 Jahren nicht 250 M. Kleiner und fleinster Mädchen verurteilte gestern die erste Strafübersteigt. Allerdings darf dieſes Einkommen nicht an aus Zinsen fammer des Landgerichts I den Schlosser Artur Barth zu fünf von Vermögen herrühren. Die Zugehörigkeit des Ehe- Jahren Zuchthaus. In der Verhandlung wurde zwar festgestellt, daß der Angeklagte ein geistig minderwertiger Mensch ist, der mannes zu einer Krankenkasse ist also icht nicht erichtshof hielt aber die Handlungsweise des Angeklagten für so mehr Vorausschung für die Gewährung von empörend und gemeingefährlich, daß er mildernde Umstände ausUnterstützung aus der Kriegswochenhilfe. schließen zu müssen glaubte. **) An Stelle der gebührenpflichtigen Auszüge aus den Standesamtsregistern sind Bescheinigungen in abgekürzter Form( nicht Abschriften) zulässig, die in Preußen unter Siegel und Unterschrift des Standesbeamten kostenfrei ausgestellt werden, die entscheidenden Tatsachen ergeben und die maßgebenden Daten in Buchstaben ausgeschrieben enthalten. Briefkasten der Redaktion. Die Juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sot techts, parterre, am Montag bis Freitag bont 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend bon 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage tst ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnements quittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstüde und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit E. P. 50. 1. Sie werden gut tun, sich erst Gewißheit darüber zu verschaffen bei der Kommandantur, Platz am Zeughause. 2. Ungefähr 18 oder 27 M., je nachdem Sie 3. oder 4. Klasse benutzen wollen. M. W. 3. 1. Der Ehemann fann zur Zurüdzahlung nicht verpflichtet werden. 2. Wenn monatliche Mietszahlung erfolgt ist, so könnte zum 15. gekündigt werden und der Mieter müßte für einen Monat noch zahlen. R. B. 58. 1. Ein bestimmter Sak ift dafür nicht angegebent. Bei, an den Vaterländischen Frauenberein wenden.- R. 3. Ja. Th. F. 17. Bekanntwerden eines so hohen Berdienstes kann Ihnen die Rente ent- Wahrscheinlich ist in Ihrem Vertrag schriftliche Kündigung vereinbart, die zogen werden. 2. Sie sind nicht versicherungspflichtig und können sich keine Kündigung ist deshalb nicht zu Recht erfolgt und der Vertrag läuft weiter. neue Starte ausstellen lassen. 3. Nein... 33. Die Kosten könnten Wenn Sie aber Gewißheit haben wollen, fragen Sie doch beim Hauswirt eingezogen werden, es ist aber wahrscheinlich, daß das jetzt nicht mehr ges an, wie er es damit hält. schicht. 2. Die Gemeinde ist dazu berechtigt. A. B. 78. Sie müssen Ihre Anmeldung sich an die Gesundheitspolizei. Läßt der Wirt den Mangel nicht abstellen, zum Mietsnachlaß nicht gezwungen werden, erhält er aber Mietszuschuß, K. St. 3. Wenden Sie beim Bezirkskommando vornehmen. Neukölln 44. Der Wirt fann fo fönnen Sie auf Lösung des Mietsvertrages flagen... 105. dann müßte er Mietsnachlaß gewähren. Laden Sie ihn eventuell vor das Sie können Klage erheben, aber vorm Amtsgericht in Köpenid. Hühner 7. Wenn der Wirt damit einverstanden ist, werden Sie sich auf eingezogen. Ein ärztliches Attest und auch die Bescheinigung über die BeMietscinigungsamt. P. K. 3. Höchstwahrscheinlich werden Sie nicht Diese Art geholfen haben. Im anderen Falle müßten Sie sich an die Polizei handlung in Beclit würden wir Ihnen empfehlen mitzunehmen. wenden.. N. 31. Benden Sie sich doch mal an den Bürgermeister Wehrstedt 100. Das entscheidet der Militärarzt. direkt. Wahrscheinlich liegt hier durch Einziehung von Beamten zum zur Zahlung verpflichtet. $. 100. Sie find Auf Klage der Gesellschaft würden Sie Heeresdienst ein Versehen vor, eventuell fönnten Sie den Klageweg verurteilt werden und müßten auch die Kosten tragen.- N. Nein. gegen die Gemeinde beschreiten. Niederschönhausen 609. Nein. E. P. 28. Sie müssen mindestens zwanzig Marken geklebt haben. H. E. 41. Wenn Ihr Mann nicht in der Krankenkasse versichert war, H. D. B. 44. Ihre Anfrage ist bereits im Briefkasten des Vorwärts" haben Sie feinen Anspruch. Sie könnten sich eventuell mit einem Gesuch vom 20. April bereits beantwortet. für den Mai དྲ་ བོ་ " Seiden- Jacke Blusen Kleid Covert- Coat in der beliebten 3/4 langen Form aus gutem Material mit besonders schönem breiten gar niert. Gürtel 2575 aus gutem blauen Rammgarn. Ein schöner Gurt mit großer Spange ziert es. Hübsche Rüden Faffenwirkung. Rod mit modernem • man muß ihn fehen und ble Ware prüfen, und wird sich wundern, wie wir einen Mantel von solcher Güte und Schönheit 2615 Paffenschnitt auf 2975 für Seibe.... verfaufen fönnen. mit seinen sonnigen, warmen Tagen gebrauchen Sie auch entsprechende Kleidung. Die Auswahl, die wir Ihnen hierin bieten, muß das Herz jeder Frau erfreuen. Schon unsere interessanten Fensterauslagen werden Sie hiervon überzeugen. Und wie die Auswahl groß, find unsere Preise klein! Jaden Kleider Covert Coats 14.50 18.25 23.00 27.50 29.75 34.50 bis 75.00 8.50 12.00 15.75 18.00 22.75 26:75 bis 39.00 Seiden- Mäntel Schwarze Mantel 12.50 16.50 19.75 21.50 25.25 29.75 bis 45.00 Popeline Mantel 14.50 16.75 19.50 22.75 25.00 28.75 bis 42.00 Kleider 9.75 13.50 17.50 15.00 17.75 21.00 20.50 24.50 26.00 23.50 25.75 27.50 bis 36.00 Röcke und Blusen bis 50.00 in jeder Größe und Form in faft unendlicher Auswahl, in jeder Preislage. am Bahnhof Aleranderpl Königstraße 33 Chauffeeftr. 113 beim Gettiner Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. Am Sonnabend, den 1. Mai, abends 8% Uhr, in Obiglos Festsälen, Koppenstraße 29: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Mai Gedanken. = Referent ist Reichstagsabgeordneter Genoss e O. Büchner. P Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 211/18 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Sonnabend, den 1. Mai, abends 81, Uhr: Bahnhof Todes- Anzeigen Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Hausdiener Franz Müller von der Firma Adobeit, Alexanders straße 27, am 27. d. Mts. im Alter von 50 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 30. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Hedwigs- Kirchhofs in Reinidendorf, Berliner Straße, aus ftatt. 63/6 Die Bezirksverwaltung. S Danksagung. Ungeheuerlich ist inzwischen die Zahl der eingegangenen Lösungen angewachsen. Auch unsere wackeren Krieger haben sich in ungeahnter Weise am Wettbewerb beteiligt, und auf Wunsch haben wir den legten Termin zur Einsendung für Feldpostbriefe bis zum 12. Mai influsive verlängert. Für alle anderen Sendungen ist Sonnabend, 1. Mai der endgültige Schlußtermin. C& A BRENNINKMEYER.G.M.B.H Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Köpenicker Viertel. Bezirk 187 I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Arbeiter Ernst Wolfram Cuvrystr. 26 gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 30. April, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Bentral Friedhofes Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. D in Am 25. April verschied nach langem Leiden unser lieber Bruder, Schwager und Dnkel, der Metalldrüder Georg Greiner im 56. Lebensjahre. Dies zeigt im Namen der Hinterbliebenen an 70A Für die herzliche Teilnahme bei Julius Johannessen dem Tode der mir auf so tragische Weise entrissenen lieben Frau und unserer guten Mutter sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Ganz besonders der Genossin Frau, Anna Matschke und dem Genossen 224/ 15* Starletschold für die trostreichen Borte an der Babre sowie dem Frauen und Mädchenchor Norden" und dem Gesangverein Morgengrauen" für den zu Herzen gehenden Gesang, dem Hauptvorstand des Berbandes der Bäder und Konditoren, den Bäckereiarbeitern des BeamtenVier Mitgliederversammlungen in folgenden Lokalen: Mila- Säle, Schönhauser Allee 130. Pharus- Säle, Müllerstraße 142. Frankes Festfäle, Badstraße 19. Stadt- Theater, Alt- Moabit 47. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. Referenten: Georg Ledebour, Dr. Hermann Weyl, Luise Zieh, Mathilde Wurm. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand. irtschaftsvereins, den Genoſſinnen girt 617, den Angefſtellen der Allg. und Genossen des 6. Kreises, BeOrtsfrankenkasse der Stadt Berlin, Bahlstelle 4, dem Sparverein Solide" für die herrlichen Kranzspenden. Hugo Nitschke und Kinder, Jasmunder Str. 4. nebst Angehörigen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. April, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Emmaus- Kirchhofes in Neutölln, Hermannstraße, aus statt. Nachruf. Als Opfer des Weltkrieges starb infolge einer Verwundung unser lieber Stollege Max Krämer, 26 Wir verlieren in ihm einen braven Kollegen und werden seiner stets in Ehren gedenken. Die Kollegen der A. E.-G. Turbinenfabrik, Abt. Lippmann. Einwurf für Lölungen Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. ( V. a. G.) Berlin, Bezirk 8. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Gustav Heinemann Schwedenstr. 17a gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 29. April, nach mittags 3%, Uhr, von der Leichen halle des neuen Pauls- Kirchhofes ( Plößensee) aus statt. Um rege Beteiligung bittet 257/4 Die Ortsverwaltung. Allzu früh und fern von der Heimat starb am 21. Dezember 1914 auf dem Schlachtfelde mein Bruder, inniggeliebter Mann, Schwager und Onkel, der Wehrmann Hermann Pärschke im Alter von 29 Jahren. In tiefem Schmerz Selma Pärschke geb. Stelling. Mein ganzes Glüd ist nun dahin, Dein Trost, wenn ich verlassen din, Dein Mitleid, wenn ich leide; Mir fehlt des Gatten rechte Hand, Mir fehlt ein Herz, das mich verstand, Mir fehlt des Lebens Freude. Ruhe sanft, Du edles Herz, Du hast den Frieden, ich den Schmerz. Leicht sei Dir die fremde Erde! Kranzspenden sowie sämtliche Blumenarrangements liefert schnell und billig Paul Gross, Lindenstr. 69, Tel.pl.7203. Berantwortlicher Redckteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co. Berlin SW. Nr. 117. 32. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donuersing, 29. April 1915. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 210 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: 5. Garde- Reg. zu Fuß; Garde- Grenadier- Regimenter Alexander und Nr. 5; Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- Regimenter Nr. 1, 5, 6, 7, 9, 11, 13, 14, 17, 20, 22, 24, 26, 28, 34, 35, 49, 50, 53, 55, 56, 58, 61, 63, 65, 67, 69, 75, 77, 78, 83, 85, 86, 87, 89, 81, 96, 97, 99, 110, 113, 116, 117, 128, 129, 130, 131, 132, 135, 136, 137, 138, 140, 141, 143, 146, 148, 149, 150, 152, 156, 160, 161, 162, 165, 166, 168, 169, 171, 172, 174, 175, 176; Res- Inf.- Regimenter Nr. 2, 5, 7, 8, 13, 21, 24, 26, 27, 49, 56, 60, 61, 64, 65, 66, 67, 71, 74, 76, 77, 83, 86, 92, 98, 99, 116, 203, 204, 205, 206, 212, 213, 215, 217, 218, 219, 237, 251, 254, 255, 257, 263, 268; Ersatz- InfanterieRegimenter Keller, Königsberg I, II, III und Runge; LandwehrInf.- Regimenter Nr. 2, 8, 11, 15, 18, 19, 20, 21, 22, 25, 26, 30, B1, 33, 49, 65, 72, 74, 77, 78, 84, 103, 110, 116; Besatzungs- Regimenter Nr. 1 und 2 der Brigade Doussin, Nr. 4 der Brigade b. Reizwitz; Ueberplanmäßiges Landwehr- Inf.- Batl. Nr. 2 des 4. Armeekorps; Landwehr- Ersatz- Batl. Kulm; Brig.- Ers- Batl. Mr. 30; Landsturm- Bataillone: Aschersleben, 1. Bruchsal; II Darmstadt, I Deutsch- Eylau, Deutsch- Krone, 2. und 3. Flensburg, Frankfurt a. M., 3. Frankfurt a. D., 1. Hamburg, Heidelberg, II Insterburg, 1. Posen, Samter, I Schrimm, I Tiljit, 4. Trier; LandsturmErjaz- Bataillone Diedenhofen und Hardershof; Jäger- Bataillone Nr. 1, 4, 5, 14; Res.- Jäger- Batl. Nr. 21; Maschinengewehr- 3ug Garde- Kürassiere; Sürassiere Nr. 7; Dragoner Nr. 17. Feldart.- Regimenter Nr. 41, 44, 60, 63, 67; Res.- Feldart.- Reg. Mr. 49; Gebirgs- Kanonen- Batterie Nr. 3. Dir. 108. Fußart.- Regimenter Nr. 6, 7, 18; Res- Fußart.- Reg. Nr. 18; Fußart.- Batl. Nr. 38; Fußart.- Ersaß- Batl. Nr. 10. Pionier- Regimenter Nr. 23, 24; Pionier- Bataillone; I. Nr. 6, I. und II. Nr. 9, I. Nr. 10, II. Nr. 14, I. Nr. 16, I. und II. Nr. 27; Pionier- Ersatz- Batl. Nr. 17; 55. und 85. Res.- Pionier- Komp.; 1. Landsturm- Pionier- Komp. des 4. Armeekorps; Pionier- Abt. Der B. Kavallerie- Division. Eisenbahn- Baukomp. Nr. 1; Eisenbahn- Betriebs- Komp. Nr. 14; Feldfliegertruppe. Art.- Munitionskolonne Nr. 87 des 39. Reserveforps. Armierungs- Bataillone Nr. 4 und 63 der Armee- Abteilung Gaede; Straßenbau- Komp. Nr. 14 des 5. Armeekorps. Sanitäts- Stomp. Nr. 3 des 16. Armeekorps. Train- Abteilungen Nr. 4, 9; Feld- Train- Eskadron 7, Armeekorps; Pferdedepot Nr. 2. Kriegsbekleidungsämter des 1., 6. und 17. Armeekorps. des Die württembergische Verlustliste Nr. 167 bringt Ver luste der Inf.- Regimenter Nr. 120, 124, 125, 180; Drag.- Regiment Nr. 25; Res- Feldart.- Regimenter Nr. 26, 54; Feldart.- Reg. Nr. 65; I. Pionier- Batl. Nr. 13; Freiwillige Sanitätsfolonne Mergentheim. Die württembergische Verlustliste Nr. 168 bringt Verluste des Brig.- Erſaz- Batl. Nr. 51; Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 119; Inf.- Reg. Dr. 121; Res. Inf- Regiment Nr. 121; Füsilier- Reg. Nr. 122; 1. Ersababt.- Feldart.- Reg. Nr. 29; Res- Feldart.- Reg. Nr. 54; 1. Landwehr- Pionier- Komp.; 2. Landwehr- Pionier- Komp.; Sanitäts- Kompagnie Nr. 2; Magazinfuhrpark- Kolonne Nr. 51, 53. Aus Groß- Berlin. Von den Pflichtfortbildungsschulen der Stadt Berlin. " " Tätigkeit aufnehmen, die alten Handelsbeziehungen müßten wieder um eine ordentliche und vor allem reinliche Bedienung zu gewährhergestellt, neue Absatzgebiete gesucht werden, außerdem wird es an leisten, woran es denn auch noch vielfach fehlt. Rohstoffen, die wir bisher aus dem Auslande bezogen, fehlen. Die Innungen der westlichen Vororte haben kürzlich beschlossen, Wochen- vielleicht monatelang könnten dann die Verteidiger des den Rasierpreis um 5 Pf. zu erhöhen und für die sonstigen VerVaterlandes ohne Stellen sein. Wenn auch der Arbeitsnachweis richtungen einen Aufschlag von 10-20 Proz. eintreten zu lassen. In diesen Zustand nicht aus der Welt zu schaffen in der Lage sei, so Berlin dagegen haben Innung und Freie Vereinigung eine direkte könne doch durch die Errichtung eine Regelung eintreten, die Kontrolle Preiserhöhung ausdrücklich abgelehnt, da es an der nötigen Einigbei Unterstüßungsauszahlungen würde geschaffen. feit fehle und die Gehilfen dann noch höhere Löhne" forderten. Doch was nützten alle guten Gründe. Die Redner der Mehr- Jufolge ves augenblicklichen Gehilfenmangels werden Wochenlöhne heit hielten an ihrem bereits im Plenum zum Ausdruck gebrachten von 20, 22 bis 25 Mark geboten, aber meist nur in den Fällen, wo ablehnenden Standpunkt fest. Nicht prinzipiell sei man gegen die der Gehilfe das Geschäft allein zu versehen hat. Errichtung eines Arbeitsnachweises, sondern weil die Bedürfnisfrage Die Einnahmen sollen jedoch dadurch erhöht werden, daß die berneint werden müsse, andererseits könnten die Verhältnisse im Meister sich jede Extraarbeit besonders bezahlen Handelsgewerbe nicht mit denen in der Industrie verglichen werden. I assen. Es kann sich also nur um solche Arbeiten handeln, wofür, Der Zentralausschuß Berliner kaufmännischer gewerblicher und bisher keine Bezahlung gefordert wurde. Die Konkurrenzverhältnisse industrieller Vereine, der 120 Arbeitgebervereine umfaßt, habe sich brachten es dahin, daß den Rasierkunden ohne Verlangen das Haar gleichfalls gegen den Arbeitsnachweis ausgesprochen, hinzu komme, flüchtig zurecht gestrichen, der Schnurrbart„ aufgesetzt", mitunter gar daß sich die Angestelltenorganisationen selbst nicht einig wären, vier aufgebügelt wurde, um die Kundschaft an den Betrieb zu fesseln der großen Organisationen gleichfalls gegen die Errichtung des ge- und auf Kosten der lieben Konkurrenz, die zu den gleichen meinsamen Nachweises wären. Mittelchen greifen mußte, neue Kunden zu gewinnen. Diese Auch die Kostenfrage dürfe nicht außer acht gelassen werden. Praxis, den Kunden unt den Bart zu gehen, kam den Ein Redner legte eine Rechnung vor, wonach der geforderte Nach- Gehilfen und Lehrlingen bei ihren Trinkgeldern gut zu weis mindestens 400 000 m. jährlich an Kosten erfordern würde. statten. Außerdem konnten die am Sonnabend oder Sonntag Da weiter die in Betracht kommenden Verbände erklärt hatten, nur ungeduldig wartenden Arbeiter mitunter beobachten, daß der eine unter gewissen Bedingungen ihre Verbandsnachweise aufzugeben, oder andere bessere" Kunde bei gleicher Bezahlung sorgfältiger und mußte auch dieses zur ablehnenden Haltung der Mehrheit her- unter größerem Zeitaufwand behandelt wurde. Das soll jetzt, wenn halten. es nach den Beschlüssen der erwähnten Meistervereinigungen geht, Ein Innungsobermeister erklärte, er sei nicht boshaft genug, um anders werden. Wahrscheinlich aber wird die Konfusion noch den Kaufleuten den gemeinsamen Nachweis zu wünschen, seine größer, tvenn jeweils nach Gutdünken besondere Bes für irgendeine besondere Handreichung gefordert Freunde hätten nicht besonders gute Erfahrungen mit dem Arbeits- szahlung nachweis gemacht. wird. Weder der Begriff der Ertraarbeiten wurde bestimmt, noch Die Zeit hielt man jezt noch nicht zur Schaffung eines Nach- die Preise derselben. Das ganze Preisgebaren wird damit auf das weises für gekommen, vernünftige Gedanken brächen sich ja doch Trinkgeldgebiet verschoben. Die Gehilfen erblicken darin eine NeuBahn. Worauf von unseren Genossen prompt erwidert wurde, daß belebung des unerquicklichen. Trinkgeldstreites mit den Meistern. dafür gerade das„ Rote Haus" lehrreiche Beispiele aufwiese. Richtiger wäre es, für die einzelnen Verrichtungen bestimmte Nachdem ein Vertagungsantrag unserer Genossen um die Mindestpreise festzusetzen. Fällt damit in den kleineren Betrieben Nachweise stellen würden Verbände nochmals zu befragen, wie sie sich zur Auflösung ihrer das Trinkgeld größtenteils fort, so sind dann die Meister in der abgelehnt war, wurde der Antrag auf Lage auch bessere Löhne zu zahlen, wofür zu sorgen Sache der Errichtung des Nachweises mit allen gegen die fünf Stimmen unserer Gehilfen ist. Der auch ihnen mangelnden Einigkeit können sie Genossen abgelehnt. durch den Anschluß an die Organisation ohne weiteres abhelfen." Der Beschäftigungsgrad in Groß- Berlin. Zum Straßenbahnunglück. Nach dem vom Statistischen Amt der Stadt Berlin soeben herausgegebenen 32. Wochenbericht über den Beschäftigungsgrad in Zu unseren Darlegungen über das Straßenbahnunglück und Groß- Berlin stieg die Gesamtzahl von 237 Krankenkassen Groß- unseren allgemeinen Bemerkungen über innere Betriebsfragen äußert Berlins mit Ausschluß der besonders geführten Hausgewerbe- fich die Direktion der Straßenbahn wie folgt: treibenden in der Woche vom 10. bis 17. April von 1081 883 auf 1. Nach der eigenen Aussage des Fahrers ist es erwiesen, daß 3. Wo sich die Notwendigkeit ergab, die erhöhte Fahrgeschwindig feit wieder einzuschränken, ist dies geschehen und zwar nicht nur in den Fällen, wo es vom Personal verlangt wurde, sondern noch darüber hinaus in einer Reihe anderer Fälle. Wie uns aus den Kreisen der Straßenbahnfahrer mitgeteilt wird, habe man dort die Abschaffung der Stromuhr wiederholt verlangt, was aber abgelehnt worden sei. Nichtig sei, daß der Stromverbrauch jetzt nicht fontrolliert werde. Aus1 085 039, d. i. um 3156 oder 0,29 Proz. Die Zunahme ist durchaus er mit zu hoher Geschwindigkeit gefahren ist. Daß er die Bremſe auf das weibliche Geschlecht zurückzuführen, bei dem sie 5424 oder angezogen hat, trifft zu. Das Ergebnis der Untersuchung des 1,06 Proz. beträgt, während der Bestand an männlichen Ver- Wagens bestätigt dies ebenso wie die Tatsache, daß die Bremse tadellos gewirkt hat. Doch steht es andererseits auch nach der Ausſicherungspflichtigen um 2268 oder 0,40 Proz. zurüdgegangen ist. Bei den 28 Allgemeinen Dristrantentassen tam es in der Be- fage des Fahrers fest, daß er sie zu spät in Tätigkeit setzte. richtswoche zu einer Steigerung der Zahl der Versicherungs- 2. Durch die Rücksicht auf die Kontrolle des Stromverbrauchs pflichtigen überhaupt von 2581 oder 0,40 Proz., wie sich auch bei fonnte sich der Fahrer nicht beeinflußt fühlen, weil eine solche seit den 206 gewerblich gegliederten Krankenkassen eine, wenn auch nur Striegsbeginn nicht mehr durchgeführt wird, also schon bei Eintritt. geringe Zunahme um 547 oder 0,18 Broz. ergibt. Beachtenswert ist des Fahrers in den Straßenbahndienst nicht mehr bestand. die 1228 oder 0,63 Proz. betragende Steigerung in der Metall- und Maschinenindustrie, zumal an ihr auch das männliche Geschlecht beteiligt ist. Ferner ist der Beschäftigungsgrad gestiegen: im Baugewerbe um 2,76 Proz., in der chemischen Industrie um 1,16, in der Nahrungs- und Genußmittelindustrie um 0,90 Proz. Eine 4. Daß Mangel an Schlossern besteht, ist richtig. Daraus folgt In Berlin haben die Pflichtfortbildungsschulen für Jüng- Abnahme dagegen ist festzustellen im Verkehrsgewerbe um 0,76 Broz. zwar, daß gewisse minder wichtige Arbeiten an den Wagen zurüdTinge in dem jezt zu Ende gegangenen Winter 1914/15 eine unter dem Einfluß der Post, bei der die Stärke des Aushilfs gestellt werden müssen. Die Betriebssicherheit wird jedoch dadurch Abnahme der Besuchsziffer gehabt. Bei der Bestandzählung personals gewissen Schwankungen unterworfen ist, ferner in der in keiner Weise berührt; sämtliche Arbeiten, die zu ihrer Erhaltung am 1. November waren vorhanden im Winterhalbjahr 1913/14 Papier- und Lederindustrie um 2,06 Proz. infolge nachlassenden notwendig sind, werden auch jetzt gewissenhaft erledigt. B6 037 Schüler, im Winterhalbjahr 1914/15 34 469 Schüler. Militärbedarfs einschlägiger Art, während es sich bei dem 5. Daß die Kurve, an der der Unglücksfall geschah, falsch verZur Unterstufe, Mittelstufe, Oberstufe gehörten im vorlegten stärkeren Rüdgang der Gemeindebetriebe( 2,77 Broz.) um die verlegt sei, ist unzutreffend. Die Kurve ist nicht, wie angeführt wurde, inter 13116, 12505, 10416 Schüler, im letzten Winter 12443, einigte Wirkung verschiedenster Ursachen handelt, wie um nach mit Neigung nach außen" verlegt, vielmehr besteht, wie das genaue 12 153, 9873 Schüler. Vom vorlegten zum letzten Winter ist trägliche Berichtigung der Mitgliederlisten, militärische Einberufungen Nivellement ergab, eine lleberhöhung der äußeren Schiene, die bis rine Minderung eingetreten besonders bei den drei größten und Fälle von Berufswechsel. zu 48 Millimeter beträgt." Berufsgruppen, den lingelernten Arbeitern"( von 13 874 auf Nach den dem Bericht gleichfalls zu entnehmenden Angaben von 12 981), den„ Metallarbeitern"( von 8214 auf 7704), den 39 Verbänden der Freien Gewerkschaften sank die Zahl ihrer Arbeits,, Kaufleuten"( von 6261 auf 5832), ferner wieder bei der losen von 4258 am 12. auf 4 053 am 19. April, das ist um 205 schon seit Jahren im Rückgang begriffenen Gruppe Bau- oder 4,81 Proz. Insbesondere nahm sie bei sechs Verbänden der gewerbe"( von 1568 auf 1102), weiter bei den Gruppen ,, Be- Bauarbeiter um 71 ab, bei den Metallarbeitern um 61, bei den Abgesehen von dem Unglücksfall im besonderen läge es überKleidungsgewerbe"( von 1567 auf 1469), Barbiere und Buchbindern um 32, bei den Buchdruckern um 30 usw. haupt im Interesse der Verkehrssicherheit, daß Schaffner und Fahrer Friseure"( von 406 auf 350) ,,, Sonstige Gewerbe"( von 203 nicht länger als acht Stunden Dienst tun. Jetzt herrscht eine 11 bis auf 194). Demgegenüber hat sich eine beträchtliche Mehrung Arbeitsnachweis für Groß- Berlin. 12stündige Arbeitszeit. So lange kann niemand die zur sicheren ergeben bei der Gruppe ,, Kunstgewerbe"( von 2543 auf 3386) Führung eines Motorwagens erforderliche Frische und Spannkraft und eine geringe bei der Gruppe ,, Nahrungsgewerbe"( von Oberbürgermeisters Wermuth eine Besprechung von Vertretern Gestern fand im Berliner Rathaus unter Vorsiz des haben. 1401 auf 1451). Die Mehrung bei ,, Kunstgewerbe" erklärt der Groß- Berliner Gemeinden über die gemeinsame Errichtung 60 Jahre alten Schaffner als Fahrer verwendet werden. Nach einer neuen Verfügung der Direktion sollen die noch nicht sich daraus, daß zu ihr Schüler der seit 1914 nicht mehr als eines Arbeitsnachweises für Kriegsverlegte statt. Es wurde gebildet sind sie ja als Fahrer. Aber bei den älteren Schaffnern ist Ersatz für die Pflichtfortbildungsschule anerkannten Buchdrucker- vereinbart, das Hand in Hand mit der Provinz ein Zusammen- bas viele Jahre her. Diese Leute jetzt ohne weiteres als Fahrer fachschule hinzugekommen sind. Die Pflichtfortbildungsschulen für Mädchen wurden in arbeiten der Groß- Berliner Gemeinden, die ein einheitliches zu verwenden, ist doch sehr bedenklich. Mindestens müßten sie erst Berlin erst im Jahre 1913 eröffnet. Sie sind noch in der Wirtschaftsgebiet bilden, angebahnt werden soll. Entwicklung begriffen, so daß die Zuführung der neuen Jahrgänge zunächst sehr bedeutende Mehrungen bringt. Im Wochenhilfe und Nationaler Frauendienst. 28inter 1913/14 bestand nur die Unterstufe mit 6292 Schüle- Der Nationale Frauendienst, Abteilung Berlin, hat in Das Königliche Polizeipräsidium teilt mit: Zur Verrinnen, im Winter 1914/15 hatte die Unterstufe 5825, die feinen 23 Hilfskommissionen die Erfahrung gemacht, daß meidung von Mißverständnissen wird darauf aufmerksam geMittelstufe 5908 Schülerinnen. Es gehörten im Winter 1914/15 weiten Streisen noch nicht bekannt ist, welchen Frauen das macht, daß in der Verordnung des Magistrats über die Ab( beziv. 1913/14) zu den Gruppen ,, Kaufleute" 5324( 2798), Recht auf Striegswochenhilfe zusteht. gabe und Entnahme von Brot und Mehl vom 31. März d. J., Bekleidungsgewerbe" 2209( 1115), Sonstige Gewerbe" 594 Da durch die Beschaffung der notwendigen Papiere, wie die in der Tagespresse abgedruckt war und auch durch Säulen( 489) ,,, Ungelernte Arbeiterinnen" 3606( 1890). 3. B. das Krankenkassenbuch des Mannes, Standesamtliche anschlag veröffentlicht wurde, als Mehl im Sinne der VerUrkunde usw. oft eine Verzögerung eintritt, ist es den ordnung lediglich Weizen- und Roggenmehl zu verstehen ist. Kein Arbeitsnachweis für kaufmännische Angestellte. Wöchnerinnen dringend zu empfehlen, sich nicht erst furz vor Demnach fällt die Abgabe und Entnahme von Knorrs HaferDer in der letzten Stadtverordnetensizung gewählte Ausschuß der Entbindung um die Unterstützung zu bemühen, sondern mehl nicht unter diese Verordnung und ist ohne Vorlegung der Brotkarte zulässig. zur Beratung des Antrages unserer Genoffen auf Schaffung eines schon im 5. oder 6. Monat die nötigen Schritte zu tun. gemeinsamen Arbeitsnachweises für das kaufmännische und technische denen auch Parteigenoffinnen tätig sind, werden jederzeit die Die Hilfskommissionen des Nationalen Frauendienstes, in Personal trat am Dienstag, den 27. April, zur Beratung zu gewünschte Auskunft über den Streis der Unterſtügungs- 30. Mai 1908 übertreten haben, wonach zum Messen und Für Geschäftsleute. Frau Bäckermeister F. in Schöne denen auch Parteigenossinnen tätig sind, werden jederzeit die berg bei Berlin sollte die Maß- und Gewichtsordnung vom Von unseren Vertretern im Ausschuß wurde nochmals eingehend berechtigten und über die Beschaffung der nötigen Papiere erwägen im öffentlichen Verkehr nur geeichte Maße, Wagen ber Antrag begründet. Es wurde darauf hingewiesen, daß nach teilen und in jeder Weise dabei behilflich sein. und Gewichte angewendet und bereitgehalten werden dürfen. einer Feststellung der Reichsanstalt für Privatangestellte für den PostZum öffentlichen Verkehr gehört der Handelsverkehr auch dann, bezir! Groß- Berlin 218 000 Angestellte in Frage fämen, von denen Zur Preisregelung im Friseurgewerbe. wenn er nicht in offenen Verkaufsstellen stattfindet. Ini Im der größte Teil den Segnungen einer geregelten Stellenvermittelung Man schreibt uns: Nach all den Preiserhöhungen im Laufe der Falle der Angeklagten handelte es sich um folgendes. Sie nicht teilhaftig würde. Der Arbeitsnachweis müßte aus den Händen Kriegszeit, die meist ohne besondere Erörterungen darüber hin- hat einen Lagerkeller, wohin das von den Lieferanten geder einzelnen Verbände genommen werden, denn derselbe dürfe nicht genommen wurden, ob sie an sich und in der geforderten Höhe be- sandte Mehl gebracht wird. In diesem Raum Streitobjekt sein. Es sei kein erhebender Zustand, die stellenlosen rechtigt erscheinen, fommt auch eine Preiserhöhung für Rasieren und steht eine ungeeichte Wage, die nur zum NachAngestellten auf die Annoncen zum größten Teil angewiesen zu Haarschneiden nicht überraschend. In diesem Falle aber, wo die wiegen des der Angeklagten gelieferten Mehls benutzt fehen. Die Erfahrungen in den Arbeitsnachweisen der Industrie Erhöhung am wenigsten von nadter Profitgier diftiert ist, sondern wird." Nach den Angaben der Frau hat sie nur haben gezeigt, daß auch für qualifizierte Arbeiter eine geregelte Ver- mehr aus Anlaß der allgemeinen Verteuerung der Lebens- zwei Mehllieferanten. Trotzdem verurteilte das Landgericht II mittlung möglich sei. bedürfnisse, ist sie am schwersten durchzusetzen. Ohne der Preis- die Angeklagte wegen Gebrauchs einer ungeeichten Wage im Eine Regelung der Frage müsse jetzt schon in Angriff genommen treiberei in irgendeiner Beziehung das Wort zu reden, kann man öffentlichen Verkehr. werden, weil zu befürchten sei, daß nach dem Friedensschluß, wenn zugeben, daß die in Berlin noch vorkommenden Preise von 5 und Das Kammergericht hob auf ihre Revision das die vom Heeresdienst Entlassenen zurüdtehrten, eine größere Stellen- 10 Bf. für Rafieren, 20 und 25 Pf. für Haarschneiden( Erwachsener) Urteil auf und verwies die Sache an die Vorinstanz zurück. Lofigkeit eintreten würde. Die Betriebe tönnten nicht sofort ihre oder auch 15 Pf. für Rasieren samt Frisieren usw. zu gering sind. Es stellte sich auf den folgenden Standpunkt: Deffentlich sei sammen. wieder einen llebungskursus durchmachen. Hafermehl ohne Brotkarte. der Verkehr, wenn eine unbestimmte Bersonenmehrheit in einen Bestand ant Depojiten von 2 486 330 9. und ein Guthaben im jezt Verbindung Die Störung ist beseitigt, 19 Ailometer mußten Frage komme. Darum würde eine Benutzung der Wage, im Kontokorrentverkehe von 8 320 M., denen Vorschüsse im Kontoforrent- wir zurücklaufen. Wir haben nasse Füße und Hunger. Ich schlage öffentlichen Verkehr" nicht vorliegen, wenn die Angeklagte berfehr von 29 253 M. gegenüberstanden. Die Kunden im Depofiten, vor, wir gehen schräg durch den Wald und schneiden dadurch eine Kontoforrent, Sched- und Giroverkehr fegten sich hauptsächlich aus große Ede ab. Jedoch das Laufen wurde bedeutend schwieriger, wirklich, wie sie angebe, das mit der fraglichen Wage nach Angehörigen des Mittelstandes, Beamtent, Lehrern, Handwerkern, der Boren fumpfig, ein Schüßengraben hinter dem anderen, bis oben gewogene Mehl nur von zwei bestimmten Lieferanten beziehe. Gewerbetreibenden, und Angehörigen anderer freier Berufe zu voll Wasser. Zum Unglüd fonnte man die Gräben in der Dunkel Das sei nachzuprüfen. sammen. Die Kasse übernimmt alle Arten von Aufträgen, wie heit sehr schwer erkennen. Ich selbst hatte das Glück, bis zum Bauch Straßenunfälle. Ein schwerer Straßenunfall hat sich am Diens- Sahlung von Zinien, Mieten, Steuern, Schulgeld, Versicherungs- einzubrechen. Die dünne Eisschicht hatte ich nicht geachtet. Das tag nachmittag gegen 1/3 Uhr in Schöneberg ereignet. Dort wollte beiträgen usw. Gegen Verpfändung sicherer Wertpapiere werden Gefühl kann ich Euch, Ihr Lieben, nicht mitteilen, aber schön war's vor dem Hause Hauptstr. 88 ein Fräulein Emma Hamann furz vor Borschüsse gewährt und Lombarddarlehen angenommen. Der Zins nicht. So mußte ich mit den beiden Kameraden noch 2% Stunden einem in der Richtung nach Berlin fahrenden Straßenbahnwagen der fag ist ein mäßiger. Die Kasse hat im alten und neuen Rathause laufen, dann erreichten wir gegen früh 5 Uhr unser Quartier. Das Linie 87 das Gleis überschreiten. Das junge Mädchen wurde jedoch je eine Stahlkammer mit verschließbaren Schrankfächern, die erste war sofort von oben bis unten waschen und reine Wäsche anvon dem Wagen erfaßt und umgestoßen. Die Verunglückte erlitt sich reger Benuzung zu erfreuen haben. In beiden Stahlkammern ziehen. Darauf konnten wir bis Mittag schlafen..... bei dem Sturz auf das Straßenpflaster einen Schädelbruch und waren bis Ende März d. 3. vermietet 5678 fleine, 565 mittlere und muzte nach dem Schöneberger städtischen Krankenhause gebracht 552 große Schrankfächer ſowie 35 Tresorkästen. Kleine Fächer stehen schon zur Jahresmiete von 3 M. zur Verfügung. werden. Vor dem Hause Elsasser Sir. 39 rannte Dienstag nachmittag gegen 4 1hr der achtjährige Edmund Liebe beim Spielen furz vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der Linie 4 auf die Schienen und wurde umgestoßen. Der Knabe trug eine Quetschung des rechten Fußes, sowie eine Kopfwunde davon; er fand in der Klinik in der Ziegelstraße Aufnahme. Auf Kartoffeln und Heringe hatten es Einbrecher abgefehen, die einer Verkaufsstelle des Magistrats von Neukölln einen Besuch abstatteten. Sie begnügten sich mit einem fleineren Posten Kartoffeln und nahmen dazu 35 Heringe mit. Ein Kohlenwagen im Nordhafen. Um einen Kohlenwagen am Nordhafen aus dem Kanal zu holen, mußte der 21. Löschzug ausrücken. Es gelang, den Wagen wieder aufs Trodene zu bringen. " Aus aller Welt. Das Schreckenslos eines Kindes Ivar wollte, die Explosion in einer Brauerei. In der Felfenkellerbrauerei in Baugen ereignete sich beim Auss pichen einer 35- Hektoliter- Flasche ein schweres Explosionsunglüd. Bei der Arbeit explodierte das Faß und das siedende Pech ergog sich über die Bedienungsmannschaft. Zwei Arbeiter wurden getötet, zwei weitere Arbeiter schiver und zwei leicht verletzt. Die Ursache der Explosion ist auf das Vorhandensein von Gajen in der großen Tonne zurückzuführen. Mai- Veranstaltungen. Mitgliedsbuch legitimiert. zuft unter der Einwohnerschaft Goslars Aufregung hervor. Am Ostermontag, nachmittags 21 Uhr, verschwand plöglich aus dem Amtliche Zerstörung von Weintrauben. Sanatorium Theresienhof der 4jährige Knabe Leonhard Bettels, dessen Vater, ein schwerverwundeter Offizier, feit Weihnachten in dem Einer an Wahnsinn grenzenden Begünstigung gewissenloser Preisdortigen Reservelazarett untergebracht ist. Alle Bemühungen, das Verschwinden des Kindes aufzuflären, blieben bisher erfolglos. Am spekulanten hat sich die Behörde der Provinz Argentinien schuldig Einsam gestorben ist die 77 Jahre alte Almofenempfängerin vergangenen Dienstag ereignete sich in dem Sanatorium ein gemacht. Laut Provinzialgesez wurden in Mendoza( Provinz ArgenHenriette Rojin aus der Neuen Hochstr. 47. Die Greisin litt schon sehr auffälliger Vorgang. Ein dort beschäftigtes Dienstmädchen, finien) 12 000 Heftar Weinberge erworben und zwar zu dem einzigen Lange an Atembeschwerden. Als sie nicht mehr zum Vorschein kam, bas im Laufe des Nachmittags mit dem 15jährigen Heizer des Swede, die Früchte dieser Anlagen zu zerstören, damit die leberließ der Hausverwalter die von innen verschlossene und durch eine Sanatoriums, Rudolf Hagemann von Goslar, dem Sohne fülle der Trauben beim Verkauf nicht preisdrückend wirke. Damit Stette gesicherte Tür öffnen und fand die Mieterin tot auf. Nach eines zurzeit im Dften Kriegsdienste tuenden Eisenbahnbeamten, in fcheinen sich indeffen die Weinproduzenten noch nicht zufrieden zu ärztlichem Gutachten ist sie an einer Zungenlähmung gestorben. einem Gange in der Nähe des Heizraumes beschäftigt war, ergeben, denn sie ersuchen die Regierung, eine noch größere Menge Wer ist die Tote? Noch immer nicht bekannt geworden ist eine zählte: Blöblich sei der junge Bursche über sie Pflanzen zu erwerben, um die Frucht noch vor der Reife zu junge Selbstmörderin, die am Sonntag vor acht Tagen früh bergefallen, habe sie am balje gewürgt und vernichten. Der Vorgang flingt faum glaublich, wenn uns nicht morgens vor dem Grundstück Maybachufer 33 in den Landwehr ihr, als sie um Hilfe schreien fanal sprang und bereits ertrunken war, als man sie bald darauf aust in den Mund gepreßt, so daß sie blutete. Dann ein in Buenos- Aires lebender Genosse durch Einsendung des dortigen landete. Alle Bemühungen, ihre Person festzustellen, sind bisher habe er von ihr abgelaffen. Seitdem war auch Hagemann Blattes„ Mundo Argentino“ den Beweis für diese behördliche Maßerfolglos gewesen. Die Tote ist etwa 20-22 Jahre alt, 1,54 Meter aus dem Sanatorium spurlos verschwunden. Die sofort von dem nahme gegeben hätte. groß und blond. Sie war gut gekleidet und trug ein schwarzes Falle benachrichtigte Polizei nahm eine Durchsuchung seines gimmers Tuchjackett mit einem weißen Spizenfragen, eine weißblau farierte vor und fand dort u. a. einen Zettel mit einem sehr merkwürdigen Bluje mit Spigeneinsatz, einen schwarzen Strohhut mit unechtem Inhalt. Darauf hatte der Bursche geschrieben, er hätte zwei bissige Vierter Wahlkreis. Sonnabend, den 1. Mai, abends 8%, Uhr: weißen Reiher, schwarze Lachalbschuhe mit Schleife, eine Brosche Hunde auseinandergebracht, der eine davon hätte ihn am Kopfe mitgliederversammlung in Dbiglos Feitsälen, Koppenstr. 29. Lages und drei Ringe. Ihr Taschentuch ist R. H. gezeichnet. geleckt, und er habe später erfahren, daß dies ein toller ordnung: Mai- Gedanken." Referent: Reichstagsabgeordneter Genosse Hund gewesen sei. Durch einen tollen Hund könne auch D. Büchner. ein Mensch toll werden." Ich glaube das auch, Ohne Mitgliedsbuch keinen Zutritt! Einen tollen Menschen Neukölln. Sonnabend, den 1. Mai, abends 8 Uhr, finden im Karlss daß man toll wird. muß man erschießen" heißt es dann und weiter: garten, in den Passage- Festfälen, Bergstraße und bei Felsch, Senesebeckstraße, von dem kleinen Bettels weiß ich nichts, das brei Mitgliederversammlungen des Wahlvereins, bestehend aus Chorgesang und Vortrag statt. fann ich beschwören, ich habe ihm nichts zuleide getan." Später, Wettervorhersage durch den Fernsprecher. Eine amtliche Wetter- vielleicht in der Nacht, muß er dann noch einmal zurüdgefehrt sein, Nieder- Schönhausen- Nordend. Sonnabend, den 1. Mai, abends vorhersage durch den Fernsprecher wurde bisher in jedem Sommer denn am anderen Morgen fand man in seiner Stube noch einen 8%, Uhr, im Schwarzen Adler", Blankenburger Str. 4: Mitglieder- Ver während des Sommerwetterdienstes vom 1. Mai bis 31. Oktober anderen Bettel, auf dem stand:„ Ich habe mich ertrunken". fammlung, bestehend aus Vortrag, Rezitationen und Gesang unter Miteingerichtet. Dieser Dienst wird auch in diesem Striegsjahr wieder Sein Verschwinden unt so auffälliger, weil gerade wirkung des Gesangvereins" Zukunft", Nieder- Schönhausen. Reinickendorf: Oft. Sonnabend, den 1. Mai, abends 8%, Uhr, am 1. Mai pünktlich eingeführt. Jeder Fernsprechteilnehmer im Be- Hagemann diejenige Person im Sanatorium gewesen war, in Ranilows Kastanienwäldchen", Schönholz 14: Festrede, Chorgesang, zirk der Oberpostdirektion Berlin fann täglich gegen 12 Uhr mittags die den fleinen Bettels allen zuletzt gesehen hatte. Rezitationen. bei seiner Vermittlungsanstalt die Vorhersage erfragen. Das Zu Am Donnerstagabend traf plöglich wieder ein Lebenszeichen von Waidmannslust. Sonnabend, den 1. Mai 1915, abend 8%, Uhr, int sprechen der Wettervorhersage loftet für den Tag 10 Pf. Der Be- ihm ein. Er telegraphierte seiner Mutter aus Mürwit bei Restaurant Baldquelle" in Hermsdorf, Inh.: Paul Böttcher, Berliner trag wird später durch den Briefträger eingezogen. Auf das Zu- Flensburg, daß er dort angelangt sei. Er wolle zur Marine Straße, Ede Waldseestraße: Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins. sprechen kann auch für einen oder mehrere Monate abonniert werden. gehen und werde seine Sachen bald zurückschicken. Die sofort von Tagesordnung: 1. Der Maigedanke im Zeichen des Weltkrieges. Referent Für ein Abonnement der Vorhersage betragen die Gebühren für diefer Mitteilung verständigte Polizei erließ daraufhin einen Ver- Genosse Sepp Derter. 2. Mitteilungen des Vorstandes. wurde dann durch einen Karlshorst. Sonnabend, den 1. Mai, nachmittags von 4 11hr ab: einen Monat 2 M., für ein Vierteljahr 4 M. 50 Pf. und für ein haftungsbefehl und Hagemann wurde Goslar Polizeibeamten nach Halbjahr 8 M. zurückgeholt. Im Gerichtsaffeekochen mit Kindern; abends von 8 Uhr ab: Geselliges Beisammen gefängnis legte er dann ein schriftliches Geständnis ab, fein im Fürſtenbad" Nowawes. Sonnabend, den 1. Mai, abends pünktlich 81, 1hr, " Jugendvorstellungen" in Lichtspieltheatern. etwa folgendes Inhalts: Der fleine Leonhard Bettels sei am Oster Es ist in letzter Zeit wiederholt die Beobachtung gemacht worden, montag, wie schon früher manchmal, mit ihm in den Heizraum des baß Befizer von Lichtspieltheatern die Bestimmungen der ein Sanatoriums gegangen. Er, Hagemann, habe dann an dem Ofen schlägigen Polizeiverordnungen außer acht gelassen haben. Jns der Zentralheizung hantiert und mit einer langen Stange das Feuer geschürt. Dann habe er das Schüreisen an die Wand gelehnt. Plötzbesondere zeigt sich in einem Teil der Lichtspieltheater von Großlich, während er noch weiter am Ofen zutun hatte, sei das glutheiße Berlin neuerdings das Bestreben der Unternehmer, durch Dar- Eisen umgefallen und habe den fleinen Jungen, der hinter ihm stand, bietungen verbotener Bilder die Kindervorstellungelt für getroffen und mit umgerissen. Mit einem Wehlaut sei das Kind die vielfach aufsichtslose Jugend zugkräftiger zugkräftiger zu machen. umgesunken. Zuerst habe er ihm im ersten Schrecken, um das Kind In der Tat finden solche Vorstellungen in den Kinder- am Schreien zu verhindern, ein Taschentuch in den Mund reichen Stadtgegenden sehr starken Zulauf. Einer Beobachtung gestopft und dann habe er ihn in das Feuerloch geschoben. seitens Erwachsener, die unsere Jugend vor fittlicher Gefährdung Nachdem er dieses Geständnis abgelegt hatte, fiel der junge Bursche Auf der Tagesordnung steht u. a.: Fortjekung der Schulspeisung während Ein gleiches wiederholte sich auch am Orte der Tat, an der Strieges. sowie vor Bedrohung ihrer Sicherheit in den oft überfüllten Räumen glatt um. Diese Sitzungen sind öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist bes bewahrt sehen möchten, suchen sich zahlreiche Sinobefizer ungehöriger den er geführt wurde. Wie aus einer späteren Meldung hervorgeht, widerrief Hage- rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. weise dadurch zu entziehen, daß fie erwachsenen Personen den zu fern, als er den Tod des Kindes mit einem Unglücksfall erflärt Freitagmittag. Ueberall ziemlich milde, im Binnenlande größtenteils tritt zu Jugendvorstellungen grundsätzlich veriveigern. für das mittlere Norddeutschland bis Hebertretungen und Ungehörigkeiten wird in Zukunft streng entgegen hatte. Er gibt nunmehr an, er sei, als der Kleine am termontag better und troden, an der Küste zunehmende Bewölkung und besonders im getreten werden. Um die Behörde in die Lage zu setzen, mit Rachmittag in dem Heizraum des Sanatoriums Theresienhof" größerem Nachdruck vorzugehen, ist das Polizeipräsidium von dem bei ihm veilte, von cinent plöglichen geschlechtlichen Anfall, wie Oberkommando in den Marken ermächtigt worden, die Lichtspiel- ihm das manchmal passiere, überrascht worden. In diesem Zutheater zuwiderhandelnder Unternehmer zeitweilig und gegebenenfalls itande habe er das kind erwürgt; erst als es bereits halb Teblos vor ihut lag, sei er wieder zum Bewußtsein gekommen und dauernd zu schließen. habe es dann in den Ofen geschoben. bon findet in den Deutschen Festfälen( Hermann Wolfgramu), Wilhelmstr. 41/43, Eingang Friedrichnraße, eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, in der Reichstagsabgeordneter Genosse Fri 3ubeil über die Bedeutung des 1. Mai sprechen wird. Mitgliedsbuch legitimiert. Sonntag, den 2. Mai, einen gemeinschaftlichen Ausflug nach Bapenberge. Spandau. Der Wahlverein und die Gewerkschaften veranstalten aut Treffpunkt früh 7%, Uhr am Bismarckplay, Ede Neuendorfer Straße. Auch die Jugendlichen werden ersucht, sich an diesem Ausflug zu beteiligen. Sigungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Adlershof. Heute Donnerstag, abends 6%, Uhr: Dringende Sibung. mann gestern nacht sein vorgestriges schriftliches Geständnis inso Wetteraussichten Diesen Gleichzeitig ist in der Person des Detektivs, der sich an Frau Die Winterschlachten in Masuren. Dieses Thema wurde zum ersten Male am Dienstag, den 27. April, im Wissenschaftlichen Dr. Bettels herangemacht hatte, ein ganz abgefeimter Verbrecher Es ist dies ein gewisser Horn, Sohn eines Theater der Urania, Taubenstraße, behandelt. Der Direktor der dingfest gemacht. Gesellschaft Urania, Herr Franz Goerte, hat das vom Krieg so Ingenieurs aus Braunschweig, 23 Jahre alt, aber schon verheiratet. hart betroffene Gebiet Dstpreußens zur Zeit, als jener gewaltige Er nennt sich selbst ebenfalls Ingenieur, ist im Besize eines und mit übermenschlichen Anstrengungen verbundene Kampf tobte, Automobils und wohnt in Goslar feit etwa Jahresfrist in der Er drängte sich an die unglückliche bereist und von den zerstörten Orten photographische Aufnahmen Nähe des Sanatoriums. gemacht. Zunächst zeigte Herr Goerle, der auch den Vortrag hielt, Mutter des auf so entsetzliche Weise verschwundenen Kindes heran den Anwesenden die Reize Ostpreußens: Litauen und seine Land- unter der Versicherung, er wisse genau, daß das Kind schaft, Biltupönen, von Tilsit nach Tauroggen, um darauf im nolebe, und verstand es, ihr unter der weiteren Zusicherung, Gegensatz an Hand wohlgelungener Bilder die Verwüstungen des daß er ihr das Kind in wenigen Tagen wieder zuführen werde, Er wurde durch den Krieges darzustellen. Auch in das Treiben in den Schüßengräben viele Hundert Mart abzuschwindeln. erhielten die Zuhörer Einblid. Der zweite Teil des Vortrages be- Polizeifommiffar und einen Berliner Kriminalschutzmann am Sonnhandelte die Kurische Nehrung im Sommer zur Friedenszeit, den tag in einem Berliner Hotel verhaftet und gleichzeitig in das Russeneinfall in Memel, die Kampfstätten um Lögen, das zerstörte dortige Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Lyck. Auch russische Güterzüge mit gestohlenem Gut wurden vorgeführt. Daß diese Vorführungen, schon weil sie das zerstörende Werk des Krieges sowie die Not der davon betroffenen Bevölkerung Leitungsstörungen. Folgender Feldpostbrief eines Angehörigen der Telegraphenso recht illustrieren, bei den Zuhörern einen tiefen Eindrud machten, truppe wird uns zur Verfügung gestellt: braucht nicht besonders betont zu werden. Arbeiterbildungsschule. Heute Donnerstag, abends 19 Uhr, findet der zweite Vortrag des Kursus„ Die Arbeiterbewegung in den außerdeutschen Ländern" statt. Vortragender: Eduard Bernstein. Lokal: Lindenstr. 3, Hof IV rechts, 3 Treppen. Hörer werden noch aufgenommen. Die Bibliothet ist von 8-9 Uhr geöffnet." Aus den Gemeinden. Augustow, 5. 4. 15. Liebe Eltern und Geschwister! Beschmußt von oben bis unten, durchnäßt, ja, fast durchweicht fommen wir heute morgen todmüde von unserem Störungsuchen zurück. 3wei Kameraden und ich hatten die Aufgabe, die Störung nach Suwalki zu beseitigen. Die Leitung ist 32 Kilometer lang, besteht zum Teil aus festem Gestänge, zum größten Teil zieht sich die Leitung durch großen Tannenwald. Auf der Chaussee war noch ganz gutes Laufen, so schalten wir uns mun jede 800 Meter an und fragten nach Verständigung. Augustow meldete sich, von Suwalki kein Laut. Es ging weiter, das Kabel fest im Auge behaltend. Unter uns die Frage: wo mag die Störung sein, haben wir noch weit? Noch 21 Kilometer. Der Erhöhte Sparbestände bei der Schöneberger Sparkasse. Weg ging iezt durch den Wald. Der sandige Boden war durch Die Sparkasse der Stadt hat trop der Abwanderung verschie Schneetau so aufgeweicht, daß wir bis zu den Knöcheln im Dred dener Millionen auf die erste Kriegsanleihe den Einlagebestand vor standen; auch das viele Unterholz beschwerte unser Vorwärts. dent Kriege bereits erheblich überschritten. Der Höchststand der Ein- fommen. Kamerad Lindner und ich ließen jedoch die Geduld und Tagen vor dem Striege betrug am 23. Juli 1914 72 053 628 M. Zu den Hunor nicht sinken, unfer Dritter war leider nicht richtig auf Ende des Jahres 1914 waren nach Abbuchung der Zeichnungen auf dem Posten. Er jammerte, er hätte Stopfschurerzen und feine crdie erste Kriegsanleihe 122 645 Sparbücher vorhanden mit einer frorenen Füße täten ihm furchtbar weh. Was hilft jedoch das viele Einlagesumme von 68 057 787 M. Dieser Bestand hatte sich bis Ende slagen, die Zeitung muß wieder in Ornung gebracht werden, denn März d. J. also in der Zeit von 3 Monaten erhöht auf 125 547 cher dürfen und können wir nicht zurückkehren. Es ging also immer Sparbücher mit einer Einlagesumme von 73 253 097 M. Bis zum feite weiter. Die Uhr war bereits eins. Der Mond, der die wenigen 19. April d. J. ist das Guthaben der Sparer weiter gestiegen auf Strahlen zur Beleuchtung gesandt hat, verschwand hinter den 74413514 M. Gegen den höchsten Stand vor Ausbruch des Wolfen. Es wurde stockdunkel, unsere Müdigkeit immer größer, Strieges ist mithin troß der Abgabe für die Kriegsanleihe ein Zuwachs und so schlichen wir nur langsam vorwärts. Plöblich kamen wir eingetreten von 2360 000 M. Im Sched- und Giroverkehr, auf einen Weg und sahen ein Ende Draht herunterhängen. Wir den die Kasse am 28. März 1913 eingeführt hat, find bis Ende schalten uns an den Enden getrennt an, rufen nach Suwalfi. März d. J., also nach zweijährigem Bestehen 800 Konten eröffnet Suwalfi meldet sich. Verständigung gut. Wir verbinden nun sofort worden, von denen noch 735 bestehen. Diefe hatten Ende März 1915 die beiden Enden, riefen an, mit Augustow und Suwalfi haben wird Nordosten etwas Regen. Salem Aleikum Salem Gold Zigaretten Preis: No 3½ 4 5 6 8 10 3½ 4 5 6 8 10 Pfg.d. Stck. 20 Stck.feldpostmässig verpackt portofrei! 50 Stck feldpostmässig verpackt 10Pf. Porto! Orient Tabak- u.Cigarettenfabr.Yenidze, Dresden Jnh. Hugo Zietz, Hoflieferant S.M.d.Königs v. Sachsen. Trustfrei!