Mr. 63. Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando: Viertel jährlich 3,30 Mart, monatlic 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage Neue Welt" 10 Bfg. Boft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich: Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Einger:. in der Boit Beitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins: und Beriammlungs Anzeigen 20 Pig Inferate für die nächste Mummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in De: Grpedition abgegeben werden. Die Ervedition in an Wochen: tagen bis 7 or Abends, an Sonnund feittagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 16. März 1894. 1884 . • 10-12 3tr. 12-15 . 7-9 9-11 " " 1892 13-18 und 20 3tr. 15--20 14-22 und 24 18-22 Weizen Roggen Hafer Gerste Infolge der höheren Ernteerträge sind auch die Preise " Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Von der Mothlage die Arbeit. Er vertilgte das Unkraut und nahm den bisher| Thatsache, geht aber das arbeitende Volk nicht einen Pfiffer so armen Boden in intensivere Kultur. Im Jahre 1884 ling an, um so weniger, als ja das preußische Rentender Landwirthschaft. hatte der Morgen gebracht an Roggen 7,75 Bentner, gütergesetz den zeternden Herren naive Kleinbauern in Weizen 3,50 Zentner, Gerste 12 Zentner, Hafer 7 Zentner; Hülle und Fülle zutreibt, welche von diesen Flächen einen Seit mehr denn einem Jahrzehnt ist kaum eine Session 1892 erntete der Bächter von derselben Fläche: 19,50 Bentner Feßen nach dem andern um ein reines Sündengeld des Reichstages und preußischen Landtages zu Ende ge: Roggen, 15,30 Zentner Weizen, 18,85 Bentner Gerste und erstehen. gangen, welche nicht dem hungrigen Großgrundbesig auf 18,85 Bentner Hafer. Das sind doch Erträge, bei In den Motiven zu dem Gesezentwurfe über die LandKosten der Allgemeinheit einen Vortheil in den Schooß welchen sich bestehen läßt. Die von dem Pächter wirthschaftskammern wird gesagt, der allodiale größere geworfen hätte. Die Brotzölle tamen und stiegen mehr und eingeführte intensive Kultur steigerte aber nicht blos Grundbesitz sei über die Hälfte des Werthes verschuldet. mehr, die Branntweinliebesgabe brachte und bringt den den Körnerertrag, sie förderte auch den Futterbau, der Die Hauptursachen der Verschuldung seien Erbfälle und Junkern Millionen ein, der Zucker genießt seine Export Biehstapel konnte vergrößert und das vorhandene Vieh Restkaufgelder. Ja, ist denn das nicht etwas ganz Judibonifitation, vom Rentengütergesetz zieht der Großgrund- jetzt weit besser gefüttert werden als früher. Während sonst viduelles, läßt sich aus diesen Thatsachen wirklich der besitzer den Hauptnußen und für ganz Preußen ist die der Liter Milch taum 7/2 Pf. brachte, wird er jetzt zu Beweis drehen, daß sich die Landwirthschaft als solche in Grundsteuer außer Hebung" gesetzt. Troß alledem find 141/ 2-17 Pf. verkauft. Die Wirthschaftsweise des Pächters einer Nothlage befinde? Die agrarischen Silbermänner die Klagen über die Nothlage der deutschen Landwirthschaft veranlaßte die benachbarten Bauern zur Nacheiferung. Und behaupten immer, daß durch die Einführung der Goldnicht verstummt. Im Gegentheil. In allen Vertretungs- auch bei ihnen hob sich der Ertrag. Sie erzielten durch- währung die verschuldeten Landwirthe zu gunsten ihrer förpern, in Vereinen und Bersammlungen, in Zeitungen und schnittlich pro Tagewerk= 1/3 ha Gläubiger benachtheiligt worden wären. Hat jemals einer Broschüren gellt der Allarmruf der Agrarier: Staat, hilf! gehört, daß eben dieselben Herren auf die Vortheile auch wir gehen zu Grunde!" Und die Minister und hohen Beamten nur hinwiesen, welche den Hypothekenschuldnern dadurch stimmen nickend den Schreiern zu, und die halbe Welt erwuchsen, daß in derselben Zeit der Zinsfuß von 5 pCt. glaubt ihnen aufs Wort. Die deutsche Landwirthschaft beauf 3-4 pt. herabging? findet sich in einer gräßlichen Nothlage. Wie so? Erster Beweis: Die Ergebnisse der preußischen Domänenverpach tungen weisen Rückgänge auf. Das stimmt allerdings. für Grund und Boden gestiegen, in den letzten fünf Jahren Theil der Junker und Genossen verschuldet ist bis zu den allein um das Dreifache. Die Roherträge sind aber nicht Dhren, aber von einer allgemeinen Nothlage der LandFür die letzten acht Jahre ergiebt sich bei einem früheren blos in der Pfalz und zwar infolge einer ganz besonders wirthschaft fehlt jeder Beweis. Ist sie aber wirklich vor Gesammtertrage von 5701 354,50 M. ein Rückgang von intensiven Kultur, sondern auch anderswo, überhaupt, ganz banden, gut, warum liefert man dann den Beweis nicht 252 748,08 m., also von zirka 42 pCt., für die letzten gewaltig in die Höhe gegangen. Die Illustrirte land- schwarz auf weiß? Warum forderten die Agrarier, die 1986 041,59 M. ein solcher von 85 971,07 m., also von zirka wirthschaftliche Zeitung", ein Bündlerorgan, veröffentlichte 48 pet. Ein Rückgang ist also unzweifelhaft vorhanden, am 20. Januar folgende Statistit des von Knebel- Döberitzaber beweisen läßt sich mit ihm nichts. Die meisten deutschen Familiengutes Friedrichshof. schen Arbeiter würden einander mit Hand und Mund 1821-81= 3214 Scheff. Getreibe Es wurden geerntet: gratuliren, wenn ihr Einkommen heute nur um 4-5 pCt. 1831-41= 3119 geringer wäre, als es zur Zeit der höchsten Löhne gewesen. 1841-51 3951 Die deutsche Landwirthschaft steht vor dem Ruin. 1851-614462 Zweiter Beweis: Die Produktionskosten haben riesig zu 1861-71-5076 genommen, der Reinertrag sikt, wenn es so weiter geht, wird 1871-81 es, wie ein Hauptagrarier unlängst im Reichstage prophezeit 1881-91= 7645 hat, noch so weit tommen, daß der Landwirth auf jede Tonne Roggen 50 M. darauf zahlt. Es ist richtig, daß die Produktionskosten sich mit der Einführung einer intenfiveren Kultur steigern. Dafür wachsen aber auch die Erntemengen. 3 Jahre bei einem früheren Gesammtertrage EX 5044 " +500 Ctr. Kartoffeln +2500 +4500" +7400 " Mit einem Wort: Es ist eine Thatsache, daß ein großer doch sonst alles mögliche aushecken, alle nur denkbaren Forderungen erheben, von der Regierung, die ihnen doch stets zu Willen ist, nicht schon lange eine eingehende Agrar Enquete? So fragt der Autor*), dessen Ausführungen wir im Vorstehenden benügt, und wir meinen, der Mann hat vollständig Recht. Die Regierung hat mittlerweile, wie einige Blätter aus ,, bester Quelle" erfahren, ihre Geneigtheit zu erkennen gegeben, eine solche Umfrage zu veranstalten. Nun, wer's erlebt, wird ja sehen, was dabei herauskommt. Politische Leberlidit. Berlin, ben 15. März. +5000 Str. Futterrüben. " Ja," sagen darauf die ostelbischen Junker, das ist alles recht schön und gut, aber wir erzielen solche Erträge nicht, oder doch nur auf einem Theil unserer Güter." Die Herren mögen zum Theil recht haben. Woher soll Im Jahre 1884 übernahm ein Herr Schickert als Pächter derjenige, welcher die schönsten Jahre seines Lebens Der Reichstag erledigte heute, in einer fünfstündigen Pferdestall, in den sogenannten„ Echuiftenbergerhof" im Amtsbezirk Kirch- im am der Kaserne, Spieltisch Sigung die dritte Lesung des Etats. Die Ruthe heimbolanden in der Pfalz. Der Hof hat einen Flächen- vertrödelt, die technischen Kenntnisse her haben, umfang von 286 Morgen; davon sind 123 Morgen zäher welche die Landwirthschaft, die sich zu einer Wissen der Abendsizung, die über dem Haus aufgehängt war, beLettenboden, das übrige Land ist sandig, steinigt oder besteht schaft ausgewachsen hat, heute erfordert? Auch hinsichtlich feuerte die Arbeit. Die Generaldebatte verlief sehr rasch. Im Namen der Fraktion theilte Liebknecht mit, aus sandigem Lehm. Der Hof war bei der Uebernahme der Erträge haben die Oftelbier in gewisser Hinsicht Recht. daß die sozialdemokratische Fraktion beschlossen hat, zu vollständig vernachlässigt und verliedert, die Felder Ihre Güter sind für eine extensive Kultur zu groß; die starrten von Unkraut. In der ganzen Gegend ging das Außenschläge, welche oft 20-25 pCt. des Gutsareals um-*) Dr. Julius 3uns: Nicht abgeschickte Petition an Wort, daß auf diesem Gute alle Besizer in turzer Zeit faffen, tönnen nur intensiv bewirthschaftet werden und verden hohen Reichstag behuss Veranlassung einer Agrar, fertig" würden. Nun, der neue Bächter ging trotzdem an schlingen so einen guten Theil des Reinertrages. Das ist Enquete. Frankfurt a. M. Mahlau u. Waldschmidt. Feuilleton. Helene. Nachbruck verboten.] [ Alle Rechte vorbehalten den [ 68 Roman in zwei Bänden von Minna Kautsky. ( Wegen eines Versehens beim Umbrechen des Feuilletons in unferer geftrigen Nummer veröffentlichen wir den Roman Helene vom vierten Absage der zweiten Spalte der gestrigen Nummer noch einmal). So bespöttelten sie sich gegenseitig in faltem 8ynismus. Da ist der Tobel," sagte Atschin, sie nennen ihn hier Petertobel." Beide traten an den Rand und sahen hinab. Die Böschung war steil und wild verwachsen, Alles war naß vom Thau. Ich weiß nicht, weshalb wir da hinunter sollen?" versetzte Lazar und zuckte mit den Achseln. " Um vor Störungen sicher zu sein, auch wird die Detonation da unten fast unhörbar verhallen, die pflanzenDie jungen Männer, die diese Vision geschaut, begeg- bewachsenen Wände verschlingen den Ton." neten sich in demselben Gedanten, sie lächelten Beide.... Gut, dann gehen wir hinab... aber gieb mir die Die Sonne ist hinter den bewaldeten Höhen empor- Flasche." gestiegen. Wie das Alles glänzt und gligert in der farbigen Pracht eines Sommermorgens. Sie stehen am Rande des Waldes, in dem ein tausendfältiges Leben erwacht ist. Sie treten unter die Bäume und gehen weglos im Walde weiter. Sind wir noch weit von dem Ort, den Du Dir ausgesucht haft?" fragte Lazar. Nein einige Schritte noch", entgegnete Atschin, dessen schmale Brust teuchte, aber um so hastiger strebte er vorwärts. Da strauchelte sein Fuß über eine hervorstehende Baumwurzel. Atschin blickte zornig auf: Hältst Du Dich für gefeit? Nein, mein Lieber, ich kenne teine Angst, wer eine Welt in Trümmer legen will, darf seine eigenen Beine nicht schonen und die Manipulation hier ist meine Sache." Er sagte es fest und rauh, und Fuß um Fuß segend, begann er die Böschung langsam hinab zu steigen. Lazar folgte ihm. Unten angekommen, wählten sie ihren Blah. " Ganz vortrefflich," rief Atschin, höchst geeignet für unsere Versuchsstation." Dann begann er seine Hände zu reiben, die kalt geworden waren. Steife Finger, das ist dumm, das kann ich nicht brauchen." Mit Umsicht und Kaltblütigkeit begannen sie ihre VorWas das für nette glänzende Dingerchen waren, die Lazar aus seiner Tasche hervornahm. Lazar faßte ihn rasch am Arme. Vorsichtig, Du trägst die Flasche." " Teufel, bald hätte ich mein Wert an mir selbst er bereitungen. probt." Ohne Dich des Gelingens erfreuen zu können." Das wäre allerdings schade, und um so schlimmer, da mit dem Erfinder die kostbare Erfindung zugleich verloren ginge." Die über das unsicherste Pröbeln bisher nicht hinaus gebiehen ist." Kleine, zierliche Messingkapseln, die Atschin schon vor längerer Zeit für ein Balkongitter bestellt hatte. Der Fabritant hatte sie ihm anstandslos und genau nach der Beich nung geliefert. Sie scherzten darüber mit guter Laune, während Lazar zwei derselben für die Füllung zurecht legte. Atschin hielt diese selbst, eine gelatinartige Flüssigkeit, in einer Flasche verwahrt, prüfend gegen das Licht. Ihre Augen waren ebenso ruhig und sicher, wie ihre Hände, ihr Beruf hatte sie gestählt; von ihrer Festigkeit und Besonnenheit hatte so oft das Leben Anderer abgehangen, nun hatten sie einmal ihr eigenes in der Hand. Aber keiner von ihnen dachte an die Gefahr. Ein Kriegsmanöver dünfte es ihnen. Man prüft die Rampfesmittel auf ihre Tüchtigkeit, ehe man sie gegen einen unbarmherzigen Feind ins Treffen führt. Die Sonne in raschem Aufstieg hatte jetzt eben den Tobel erreicht. Sie stahl sich durch das junge Laub in diese grüne Wildniß hinein, und funkelte über die nassen Blätter hin und gligerte silbern in dem flaren Wässerchen auf, das rasch und lustig über die Kiesel dahin schoß. Die Vögel, die bis dahin, um sich vor Kälte und Thau zu schüßen, unter den Blättern saßen, die Federn aufgebläht, den Kopf dazwischen gesteckt, schüttelten das Gefieder, hoben die Schwingen und flatterten auf. Und frisch und heiter, wie der Tag selbst, begrüßten sie ihn mit jubelnden Gesängen. Ein Heher läuft da behende den Stamm einer jungen Eiche hinauf. Er hüpft von Zweig zu Zweig und schaut mit seinen klugen listigen Augen neugierig auf diese Menschen hernieder, die ihm den Rücken zuwenden und die Köpfe gesenkt halten. Was machen die da?" fragt sich der Heher. Er weiß ganz gut, Unmenschen gegenüber, die Flinten tragen, heißt es vorsichtig sein und aufpassen. Er ist unter den Vögeln des Waldes als der Warner bekannt und geschätzt; auch er hat seinen Ehrgeiz so gut wie andere und will sein Renommee sich erhalten. Er bemerkt, daß sie etwas Glänzendes in ihren Händen halten, metallisch blitt es auf in der Sonne. " Das ist ein Flintenlauf," denkt er; für einen Heher kann es nichts anderes sein, und jäh und kreischend stößt ez den Warnungsruf aus. = Der Bundesrath versammelte sich heute zu einer Plenarsigung. Vorher fanden Sigungen der vereinigten Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Justizwesen, sowie der vereinigten Ausschüsse für Handel und Verkehr und für Eisenbahnen, Post und Telegraphen statt. Anfang der nächsten Session einen Antrag einzubringen, aufs Eis und zu Fall brachte, war der Antrag Auer, be- In Württemberg plant die Regierung eine Wahlwelcher die Frage der Abschaffung des Militaris treffend das Erkenntniß des höchsten sächsischen Gerichtshofes, reform. Anfang April soll der Entwurf zur Revision der mus in das Stadium praktischer Thätigkeit überführen durch welches die vom Reichstag ausdrücklich garantirte Verfassung über eine andere Zusammensehung der beiden und die Umwandlung des stehenden Heers in Freiheit der Wahlflugblätter- Vertheilung aufgehoben Häuser veröffentlicht werden. Und in Preußen?? Hier ein freies Milizheer anbahnen soll. Redner wies wird. Herr Bürklin betrachtete sich als Anwalt der fächsi- ist alles still, hier muß erst der Druck von unten wirken. auf die Bewegung gegen den Militarismus in anderen schen Richter. Er suchte dieselben auf jede Weise der Er wird nicht ausbleiben. Ländern hin, namentlich auf den bekannten Antrag unserer Kritik zu entziehen. Er unterbrach den Redner in der unGenossen in Frankreich, zeigte die Kulturwidrigkeit des motivirtesten Der braunschweigische Landtag genehmigte den Weise; und gerieth schließlich Militarismus an den Reden des Kriegsministers über den maßen in polizeilichen Uebereifer, daß er auf einen Klasse der Personalsteuer, den Erlaß einer Monatsrate der Der Vorschlägen der Regierung gemäß den Erlaß der zehnten Fall Kirchhoff, und schloß mit einer kurzen Kritik der Zu- Zwischenruf hin in's Blaue hinein einen anonymen Ord- Grundsteuer und der Gewerbesteuer und die Ueberweisung stände, in welche das herrschende System uns gebracht hat. nungsruf ertheilte während die Geschäftsordnung des von 23 pet. aller direkten Steuern an die Gemeinden, Die Debatte über die einzelnen Etatsäge verlief im ganzen Reichstags ausdrücklich die Namensnennung des zur Ordfowie von 270 000 M. an die Kreisverbände. sehr ruhig. In ein lebhafteres Tempo kam die Debatte nung zu Rufenden erheischt. Zu diesem Schwabenstreich nur bei Besprechung des sozialdemokratischen Antrages über vizepräsidentlicher Nervosität schüttelten sogar seine national- feindliche Presse sind die sozialdemokratischen Hungerlöhne", Ein gefundenes Fressen für die gesammte arbeiter das famose Urtheil des sächsischen Oberlandesgerichts. liberalen Kollegen den Kopf. Auer wies vermittelst reichhaltigen Materials die Monwelche die Tabatarbeiter- Genossenschaft in Hamburg ihren Arstrosität dieses von uns wiederholt gekennzeichneten Er beitern zahlen soll. Im sozialdemokratischen Zukunftsstaate, so heißt es in dem Waschzettel, wird es keine Noth, teine„ Hungertenntnisses nach, und zeigte au drastischen Beispielen die löhne" mehr geben; jedermann, der seine Pflicht erfüllen wird, doppelte Buchführung" der sächsischen Justiz. soll sorgenlos leben und fein gutes Austommen haben, so ver Der nationalliberale Bizepräsident Bürklin wollte sichern die sozialdemokratischen Bauernfänger. Wie bei der jede Kritik der Justiz verbieten, und lieferte den rothen Genossenschaftsbäckerei in Berlin, so ist auch jetzt in Nachweis seiner Nicht befähigung zum Präsidentenamt Reichstags Erfahwahl. Nach den bis jetzt vor Samburg- Altona war nämlich vor längerer Zeit ein BigarrenHamburg- Altona eine Probe auf diese Prophezeiung gemacht. In mit einer Gründlichkeit, wie vor ihm wohl faum je ein liegenden Ergebnissen der Erfahwahl im Wahlkreise Meserig arbeiterausstand ausgebrochen, weil Agitatoren den betreffenden anderer es gethan.( S. unten.) Der sächsische Bevoll Bomst erhielten: Szymanski( Pole) 7180, Dziembowski Arbeitern vorgeredet hatten, daß sie viel zu niedrige Löhne mächtigte Graf Hohenthal fonnte zur Vertheidigung( Reichspartei) 4583, von Mosch( Antisemit) 2975, Stolze erhielten. Da aber die Arbeitgeber nicht nachgaben, thaten der sächsischen Praktiken unzusammenhängende Säße hervor( Sozialdemokrat) 193 und Dau( freisinnige Volkspartei) sich die Streifenden zusammen und bildeten eine Tabafarbeiterstottern das Haus und der Bundesrathstisch hörten ihm 33 Stimmen. Die Stichwahl zwischen Szymanski und Genossenschaft" mit einer eigenen Bigarrenfabrit. Nach dem schweigend zu, fein ermunternder Blick, der ihn aufgerichtet Dziembowski ist nunmehr sicher. vorliegenden Bericht für das verflossene Jahr beschäftigte diese hätte. Abg. Träger ergänzte sehr glücklich die AusGenossenschaft 161 Arbeiter, von denen die besten und geschickDr. Hahn, der Sprecher des Bundes der Land- testen Arbeiter 3,16 M., die Zurichter aber gar noch nicht ein führungen Auer's und der Reichssekretär des Justizamts, wirthe, Bekämpfer der Börse und Verfasser von Börsen- mal ganze 2 M. für den Tag verdienten. Das find thatsächlich Dr. Nieberding, vertheidigte dann die auf der Anklage prospekten, Arrangeur von Bismard Empfängen u. f. w. für das theure Hamburger Pflaster Hungerlöhne, bei denen die baut sitzenden sächsischen Richter und sonstigen Behörden ut. f. w. ist aus der nationalliberalen Partei ausgeschloffen armen Berführten kaum bestehen können. Früher haben die Zu mit so durchschlagendem Erfolg, daß Graf Hohenthal worden. richter etwa 3 M., die besonders guten Arbeiter mindestens ficher an das Sprichwort gedacht hat: Gott behüte mich Die Nen- Uniformirung der Armee soll beabsichtigt hat also auch in Hamburg, wie in vielen anderen Großstädten vor meinen Freunden! Für Jeden, der zwischen den Zeilen fein. Auf ein paar weitere Dußend Millionen mehr für zuvor, die praktische Probe in feiner Weise bestanden. Da es 4 M. täglich verdient. Das sozialistische Genossenschaftsprinzip zu lesen und das juristische Deutsch in deutsches den Militarismus kommt es den Spigen unserer Regierung die eigentliche Arbeits- und Erwerbsform im Zukunftsstaate ſein Deutsch zu übersezen versteht, war diese Vertheidigung eine nicht an, wohl aber dem Volke. Die Herren am grünen soll, so wird man die entsprechende Nuyanwendung aus solchen schärfere Verurtheilung, als die Angriffe Auer's und Tische halten sich für unfähig, sich ihr eigenes Grab zu Grfahrungen leicht ziehen können. Träger's gewesen. Selbst der nationalliberale Euneccerus schaufeln. Fahren sie aber so fort, so werden sie bald die mußte die sächsische Praxis tadeln. Da die Fassung des Grube gegraben haben, in die sie selbst hineinfallen Presse auf einige besonders faustdicke Gemeinheiten und Entsozialistischen Antrags auf juristische Bedenken stieß, so werden. wurde derselbe, nachdem sein Zweck vollständig erreicht war, von uns zurückgezogen. Bei der Position Brausteuer gab ein häuslicher Streit zwischen den Bierbrauern 2u3( Renommirbauer) und Röside( Direktor der Schultheiß'schen Brauerei) dem Genossen Wurm Gelegenheit, auf den zunehmenden Verbrauch von Surrogaten in der Bierbrauerei hinzuweisen. Er verlangte, daß die Namen der SurrogatLeute festgestellt würden, damit man sie von den echten Hopfen und Malz- Leuten unterscheiden könne. Im übrigen boten die Verhandlungen kein Juteresse mehr, bis unmittelbar vor dem Schluß die Aeußerung eines Redners über die Produkte des Postbeamten Protest schwindels noch einige kräftige Bemerkungen Bebel's und Schoenlant's zur Charakterisirung dieser Komödie hervorriefen. " D Um 5½ Uhr, genau fünf Stunden nachdem sie begonnen, war die dritte Lesung beendigt. Mit solcher Dampf- Kommission des Abgeordnetenhauses zur Berathung des Gesez geschwindigkeit ist es noch niemals gegangen. Noch geschwinder wird es voraussichtlich morgen geben, wo die Sigung für die letzte Lesung des russischen Handelsvertrages schon um 10 Uhr Morgens beginnt. is squal Zum geplanten Kali uud Magnesia- Monopol. Die entwuries über die Aufsuchung und Gewinnung der Kali- und Die Einleitung des Gesetzes wurde in der Faffung erster Lesung Magnesiajalze trat heute in die zweite Lesung der Vorlage ein. bestätigt. Die Provinz Hannover bleibt fonach von dem Geltungsbereich ausgeschlossen. Die übrigen Artikel mit Ausschluß derjenigen, die sich auf Hannover beziehen, wurden angenommen. Das ganze Gesetz wurde schließlich mit 13 gegen 4 Stimmen angenommen. Es verlohnt sich hier wohl, die Nase der arbeiterfeindlichen stellungen zu drücken. Zunächst hat unseres Wissens die Hamburger Tabatarbeiter Der ,, Kladderadatsch" hat Konkurrenz bekommen, Genossenschaft noch niemals Anspruch darauf gemacht, den und zwar in einem Blatt, wo man bisher zwar feinen fozialdemokratischen Zukunftsstaat" in ihrer gegenwärtigen geistreichen, aber doch wenigstens ernsten Inhalt zu suchen Fabrikationsweise zu verkörpern. Die Tabalarbeiter- Genossenpflegte. Nämlich in dem Militär- Wochenblatt". Dieses schaft war das Endresultat nicht eines frivolen Streiks, wie die amtliche Organ veröffentlicht in seinem nichtamtlichen Gegner hier glauben machen möchten, sondern einer seitens der Theil einen Artikel über die sozialdemokratische Heeres- Hamburger Bigarrenfabrikanten im Herbst 1890 in Szene gesetzten reform", der den Beweis liefern soll, daß das Miliz- verübt worden ist. Die Fabrikanten stellten damals an die ArAussperrung, wie sie schamloser wohl noch faum zuvor system theuerer sei als das herrschende Militärsystem. beiter das freche Berlangen, sich durch Entäußerung ihres Da nicht anzunehmen ist, daß die Gelehrten des Koalitionsrechts zu entebren und die Arbeiter wurden, als sie Militär- Wochenblatts" der Anfangsgründe der Rechen- diese Schamlosigkeit unbeachtet ließen, 4000 an der Bahl, rück kunst unkundig sind, so können wir nur zu dem Schluß fichtslos auf das Straßenpflaster geworfen. Diese brutale tommen, daß das„ Militär- Wochenblatt" sich entschlossen hat, Handlungsweise machte damals ein solches Aufsehen, daß ſelbſt durch Humoresken und„ Wiße" seinem winzigen Abonnenten zahlreiche fapitalistische Presstimmen fich darüber in Ausdrüden stand aufzuhelfen. Der„ Kladderadatsch" wird nicht sehr höchsten Mißfallens äußerten. Und als nach einem sechzehnwöchentlichen heldenmüthigen Kampf die Arbeiter unterlegen erbaut sein.waren, da brachten sie den Plan einer Produktivgenossenschaft aus dem Grunde zur Ausführung, weil sie die moralische Berpflichtung in fich fühlten, die zahlreichen Proffribirten unter ihnen ein Unterkommen zu verschaffen. Dank der energischen Leitung auf eine Höhe zu bringen, welche erklärtermaßen die Feinde und ist es seitdem gelungen, die Tabakarbeiter- Genossenschaft Bevormunder der Arbeiter zu Begeiferungen anregen muß, wie fie sich zur Zeit in tapitalistischen Blättern äußern. Die Tabakarbeiter Genossenschaft ist gegenwärtig nicht nur eine der ge achtetsten und größten Unternehmungen Hamburgs, sondern sie zahlt, Die nationalliberalen Reichstags- Präsidenten find was man sich im gegnerischen Lager merken möge, auch die allezeit die intolerantesten gewesen, wie denn überhaupt die Die Duellfrage im bayrischen Landtage. Die besten ortsüblichen Löhne. Einen Lohn von 8,16 m. nationalliberale Partei die unliberalfte in gauz Deutschland Kammer der Reichsräthe nahm nach langer Debatte den verdient in Hamburg ein Bigarrenarbeiter bei einem Privatist, was sich neuerdings bei ihrem mißglückten Versuch zeigte, Antrag Auer, über den von Daller gestellten Antrag richterlohn von 2 M., der nebenher bemerkt nur an weibliche unternehmer nur in den allerseltensten Fällen und auch der Zudie anarchistischen„ Attentate" von Paris für Deutschland betreffs Duellunfugs zur Tagesordnung überzugehen, mit Arbeiter gezahlt wird, ist selbst für das theure Hamburger zu fruftifiziren, ein Versuch, den nicht einmal die real ein Versuch, den nicht einmal die real- der Begründung an, daß die Staatsregierung heute durch Pflaster verhältnißmäßig hoch. Wir sind überzeugt, daß die tionären Junker mitmachen wollten. Die Leistungen entsprechen- Tabakarbeiter Simson's und namentlich Ford en bed's find bekannt: ben Ministerpräsidenten und den Justizminister entsprechen Tabakarbeiter Genossenschaft bereit ist, jeden Zurichter den Fordenbeck's beide nationalliberale Biedermänner waren Polizeibüttel ben Vollzug der Gesetze gegen das Duell zugefagt habe. Gegnern mit Gold aufzuwiegen, der jemals von einent Samauf dem Präsidentenstuhl der erstere nur etwas feiner Die bayrische Kammer der Abgeordneten lehnte burger Fabrikanten den Tagelohn von 8 M. erhalten hat! Daß die in die in der Tabatarbeiter Genossenschaft gezahlten Löhne, und geschickter. Der Krach Krach der nationalliberalen mit 67 gegen 64 Stimmen den Antrag Jäger's auf staat- absolut betrachtet, niedrig sind und ein menschenwürdiges Dasein Partei befreite uns von den nationalliberalen Präsidenten. liche Mobiliar Brandversicherung unter allmäligem Aus- nicht ermöglichen, das bestreiten weder wir, noch wird unseres Nur nationalliberale Biz e präsidenten haben wir seitdem schlusse der Privatgesellschaften ab, und nahm den Antrag Erachtens die Leitung der Tabatarbeiter- Genossenschaft etwas gegen gehabt. Der letzte ist Herr Bürklin, der noch immer des Ausschusses auf Revision der Statuten sämmtlicher 26 diefe Sentenz einzuwenden haben. Selbstredend sind die Leute dieses Ehrenamt bekleidet, wenn man ihm auch aus guten in Bayern zugelassenen Gesellschaften behufs Herabsehung den Kapitalistenblättern, welche den Waschzettel mit Gründen nur selten Gelegenheit giebt, seines Amtes zu der Prämien und Verhinderung eines unfoulanten Ge- Behagen aufnehmen, nicht solche Esel, nicht solche Esel, daß sie glauben, walten. Wie lange er es noch bekleiden wird, das ist frei- bahrens an. Der Minister des Innern hatte das Staats- eine Arbeitergenossenschaft tönne unter der Herrschaft und Wunderwerk der Kapitalisten das lich die Frage. Herr Bürklin hat sich heute so unfähig be- monopol Bayerns auf das Bestimmteste aus politischen, richten und ihren Arbeitern Löhne von etwa 50 m. pro Woche wiesen, daß er, wenn ihm nur ein Fünkchen von Selbst- finanziellen und volkswirthschaftlichen Erwägungen bezahlen. Es paßt den Leuten, die sonst jedes Mal von dreister erkenntniß dämmert, freiwillig zurücktreten wird. Was ihn fämpft. Begehrlichkeit reden, wenn der Arbeiter seine elende Lage verN Nätsch- Räh- Räh!" ertönt es im Rücken Atschins mit Kommandowort, sagt er:" Bertilgt alle Spuren-" Er der Deutlichkeit einer Menschenstimme. Und ein Knall ant- schließt die Augen und wird bewußtlos. wortet, einem Pistolenschuß gleich. Die zuckende Hand Atschins hatte einen Tropfen des Sprengstoffes verschüttet, unglücklicher Weise war er auf einen Stein gefallen und explodirte. Lazar zögert nur einen Augenblick. Wie Atschin er kennt auch er die ganze Größe der Gefahr, die für alle Freunde und Emigrirte heraufbeschworen würde, sobald dieser verunglückte Versuch bekannt würde. Atschin mußte fortgebracht, die Freunde mußten benach richtigt und alle Spuren verwischt werden, ehe die Polizei Wind bekam. Er will all seine Kräfte daran sehen und sollte er bei dem Versuch zu Grunde gehen. Die Explosion läßt die Beiden zurückspringen, dabei entfällt den vor Kälte steifen Händen Atschins die Flasche. In demselben Augenblick erschüttert eine furchtbare Detonation die Luft. Die Erde ist aufgewühlt, Gebüsche wanken, Steine fliegen umber... Und da ist ein Flattern und Kreischen und Schreien der Vögel, die aus dem Be- Mit den Händen sich anhaltend, mit den Armen sich reiche so furchtbarer Gewalten sich retten wollen. stüßend, klimmt er den Graben aufwärts. Er schleppt sich durch den Wald in seiner schweren Verwundung, mühsam, unter tausend Schmerzen. Mber Diejenigen, die davon grausam getroffen waren, find lautlos zu Boden gesunken, Beide tödtlich verwundet. Lazar ist nach rückwärts gegen den Bach gesunken, die rechte Hand ruht im Wasser und die kleinen Wellchen berühren sie schmeichelnd. er fann Er kommt zu sich und öffnet die Augen denken und athmen... aber sein Bein ist verstümmelt. Er ist von innerlicher Ungeduld verzehrt, und von Minute zu Minute steigert sich die heiße Angst, seine Kräfte tönnten verjagen. Von Zeit zu Zeit hält er inne, er muß ruhen, er kann nicht mehr flehend faltet er die Hände, nach Hilfe bein der Konkurrenz Der mit dem Schweife wedelnd folgt ihr die Bachstelze. Sie hüpfen näher und näher und piepsen:" Der rührt sich nicht der ist todt!" während der Unglücksheher aus ficherer Höhe noch immer sein„ Kräh- Kräh!" herniederzetert. Plötzlich fliegen sie alle mit lautem Gekreische auf und in den Wald hinein. Eine Frau feucht heran, ein kleines, blaffes, armfeliges Ding, athemlos tommt sie daher. Es ist Tania. Sie war in der Frre gegangen und erst die Detonation, die sie vernommen, hat ihr den Schauplah verrathen. Atschin's Haupt ruht jetzt in ihrem Schooße, von ihren kleinen zitternden Händen gehalten. Ihre Brust ist wie zermalmt von dem großen Weh und all ihre Nerven zucken. Als er aber jetzt langsam die Augen öffnet, zwingt sie den wilden Schmerz zurück und sie neigt sich über ihn mit dem innigften Ausdruck der Liebe und des Erbarmens. Er dankt ihr mit dem Blick- er fann nicht sprechen und wieder schließt er die Augen. Spähend beugt sie sich über ihn und stumm. Auf den Armen versucht er sich zu erheben und nach gehrend, und fürchtet doch nichts so sehr, als einem Menschen unst es wirklich aus mit Dir, Du Kämpfer und dem Freunde zu blicken. Starr vor Entsetzen bleiben seine Augen auf ihn geheftet. Beide Beine sind ihm buchstäblich zerfetzt, fast vom Leibe geriffen... ein grauenhafter Anblick. Er sucht sich ihm zu nähern, aber ein weiterer Blick belehrt ihn, daß er hier nichts vermöge. Atschin mein Bruder", stammelt er, vergehend in Mitleid und Schmerz. zu begegnen, der sich seiner erbarmte. Sie wird mich verrathen und ihn!" seufzt er. Er fühlt, wie er matter und matter wird und bleibt endlich liegen:" Auch mit mir ist's zu Ende..." Im Petertobel aber schreien die Vögel noch immer aufgeregt durcheinander. Und er rutscht weiter; nur mit den Händen hilft er Dulder? Welch fauften Ausdruck dies sonst so harte Ge= fich vorwärts. Er verläßt den Wald und hat endlich die sicht hat. Ich fante Dich, Atschin Dein Herz war Straße erreicht, eine breite Blutspur zurücklaffend. weich und gut zu heiß hast Du die Menschen geliebt Du tonntest ihren Jammer nicht mit ansehen- Du wolltest ihn nicht duldener brachte Dich zur Verzweiflung Dein Mitleid hat Dich in diesen wilden, verwegenen Kampf getrieben, in dem wir alle stehen in dem Opfer auf Opfer fallen." Thränen stürzten aus ihren Augen heiße, blutige Thränen. Und sie neigte sich tiefer und füßte die bleiche, edle Stiri des Mannes, die keine Falte mehr furchte. Was sich da ereignete, war etwas so Ungewöhnliches, sie können fich's gar nicht erklären. Atschin hebt mühsam die Lider und sieht ihn an. Muth, Bruder!" ruft Lazar ihm zu, ich fann mich bewegen ich schaffe Dir Hilfe sie sollen Dich nicht finden!" Ein Blick des Einverständnisses bricht wie ein Blik aus diesen sich verdunkelnden Augen, und wie ein sterben der Feldherr seine Kräfte zusammenrafft zu einem lekten Da hüpft eine tede Grasmücke auf dem Boden, und, Von den Zweigen einiger junger Buchen schauen sie mit ihren flugen, scharfen Augen herab, nach dem Mann, der da liegt. ( Fortfegung folgt.) bessern will, eben in den Kram, bei dieser Gelegenheit eine Infamie zu verüben und da kommt es ihnen zur größeren Ehre des Gottes Kapital auch nicht darauf an, einmal von der Logik und dem heiligen Prinzip der Niederhaltung der Begehrlichkeit abzuweichen. Das Recht auf Arbeit in der Schweiz. Die Dieses Gesetz könne nur zu einer ſtarten Schädigung und Sprengung der evangelischen Landeskirche führen. Die bisherige Synodalordnung, welcher es tönigl. Verordnung vorbehält, die " Bürgermeister Struckmann glaubt nicht, daß durch An- Frhr. v. Dúraut beantragt diese Bestimmung zu streichen nahme dieser von der Generalfynode beantragten gesetzlichen also die Regierungsvorlage wiederherzustellen. Aenderung Rube werde geschaffen werden. Die firchlichen Dr- Die Herren Hammer, Prof. Sinfchius, Struckmann und gane würden nicht ruben, bis die vollständige Loslösung der Belle wollen diese Angelegenheit als eine vermögensrechtliche Kirchengesetzgebung von der Staatsgesetzgebung erreicht sei. gesetzlich binden. Weiter beantragen dieselben Herren, den§ 4 der GeneralKommission des Nationalrathes für das Initiativbegehren Haltung der Orthodoxie zu den freiheitlichen Kirchlichen Elementen Aussonderung der Residenzstadt Berlin aus dem Synodalbetreffend das Recht auf Arbeit hat ihre Berathung am lasse darüber feinen Zweifel, daß man sich in Butunft aller verbande der Provinz Brandenburg zu bestimmen, unter gesetzDienstag Vormittags beendigt. Sie beschloß einstimmig firchenfeindlichen" Bestandtheile entledigen werde. Aeußerliche lichen Schutz zu stellen. Ablehnung des Initiativbegehrens ohne Motivirung; das Freiheit und innerliche Gebundenheit sei die Signatur dieses Ge- Geh. Rath Hegel hält diesen Antrag für überflüssig. er und seine Freunde auf dem Boden Sodann wollen die Antragsteller das Recht der Staatsgegen befürwortet sie ebenfalls einstimmig folgendes seyes, während Postulat: Der Bundesrath wird eingeladen, 1. der Bundes- des Evangeliums ständen und der Glaubens- und Gewissens regierung, an den Sigungen der Generalfynode theilzunehmen, versammlung beförderlichst Bericht und Antrag einzufreien Spielraum gewähren wollten. Glaube man etwa der freiheit in bezug auf die Ausgestaltung der Dogmen im Einzelnen gefeßlich binden. Minister Boffe hält dies nicht für nothwendig. bringen, wie und unter welchen Bedingungen die von Religion zu nüßen, wenn man die freieren Elemente zur Heuchelei Der Rest des Gesetzes wird ohne Debatte genehmigt. Der Kantonen, Gemeinden oder Vereinen zur Bekämpfung der oder zum Austritt treibe? Liege nicht die Gefahr nabe, daß Präsident schlägt vor, die wiederholte Schlußberathung Arbeitslosigkeit und zur Beschäftigung oder Unterstüßung tausende und abertausende von evangelischen Chriften fich von nicht erst nach Ostern, sondern schon morgen vorzunehmen, unverschuldet Arbeitsloser geschaffenen Institutionen durch der Religion ganz abwendeten? Diese Vorlage erschüttere also damit das Abgeordnetenhaus die Borlage schleunigst erledigen kann. den Bund zu fubventioniren feien; 2. zu untersuchen und die Grundlagen der evangelischen Kirche. Fortan werden es die Ober- Bürgermeister Bender zieht nach längerer Geschäftsdarüber Bericht zu erstatten, ob und in welcher Weise eine Generalsynode und die Provinzialsynoden in der Hand ordnungs- Debatte nunmehr seinen Antrag auf wiederholte Schlußnoch weitergehende Mitwirkung des Bundes für wirksamen baben, alle diejenigen von fich fernzuhalten, welche beratung zurück, worauf der Referent v. Wedell beantragt, und unentgeltlichen öffentlichen Arbeitsnachweis, sowie für nicht auf dem Boden des Apoftolikums ständen und die Schlußabstimmung sofort vorzunehmen. Hierin erblickt Prinz Staatsministerium werde Dagegen nichts machen Garolath eine Vergewaltigung der Minorität, da viele Mitglieder die Versicherung gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit tönnen, ebensowenig der Landesherr als summus epis- der Oppofition bereits den Saal verlassen haben. möglich und gerechtfertigt sei. copus, da er seit der Konstitution nicht mehr souverain und auf den Rath seiner Minister angewiesen sei. Lassen wir das dogmatische Gezänt bei Seite zum Heil der evangelischen Kirche! Das neue englische Ministerium ist bereits im Stadium der Vertrauenspoten angelangt gerade wie Crispi und Cafimir Perier. Die Scharte der vorgeftrigen Schlappe mußte ausgewegt werden und das ist durch ein beiläufig etwas homöopathisches Vertrauens votum in Form einer Tagesordnung geschehen. Das Ministerium steht fest! jubelt die liberale Presse. Gewiß -es steht fest, bis die Majorität wieder einmal zusammen bricht, und der Appell ans Land nicht länger vermieden werden kann. zur Die Vorlage wird hierauf im Ganzen definitiv angenommen. 19 Schluß gegen 5% Uhr. Nächste Sigung unbestimmt floor- childre Labitsch. 6A) Abgeordnetenhaus. dula Kultusminister Bosse: Ich bin dankbar, daß die Kommission, 937. Sigung vom 15. März. 11 Uhr. auch in der Opposition, die Vorlage rein fachlich geprüft hat. Am Regierungstische: Thielen, Miquelitati Ich kann aber nicht zugeben, daß in dieser Vorlage ein GlaubensZur zweiten Berathung steht die Setundärbahnzwang geübt oder jedes Glied der Landeskirche auf den Buch vorlage. ftaben festgenagelt werden soll. Noch weniger wird Die Budgetkommission beantragt die unveränderte Bewilli die Vorlage Zustände schaffen, welche die Glieder gung der Vorlage und die Annahme folgender Resolution: Die Heuchelei oder zum Austritt aus der Kirche treibt. Herr Regierung zu ersuchen, eine Aenderung des bisherigen Vervon Kleist ist viel weiter gegangen als die Vorlage. fahrens bei der Heranziehung der Betheiligten zu den GrundWir brauchen Frieden mit der Kirche, in Sonderheit mit der erwerbskosten bei dem Ausbau von Nebenbahnen in Erwägung Wie schwach das Ministerium Rosebery sich selber evangelischen, in diefer Beit.( Beifall.) Die Borlage hat lediglich zu ziehen. fühlt, erhellt mit einer, durch keinen Phrasennebel zu den Zweck, zwischen Staat und Kirche in Preußen ein friedliches Die neuen Linien Gerdauen- Ungerburg und Binten Rothfließ trübenden Klarheit aus der Thatsache, daß seine liberalen Verhältniß herzustellen. Wir brauchen die reichen Segensträfte werden ohne Debatte bewilligt. Bei der Linie Glaz- Seitenberg Anhänger es sind, die vor dem Appell an das Land scheuen der Kirche in Staat und Gesellschaft, um die schweren Mißstände münscht Abg. Hartmann( 3.) die Errichtung einer Haltestelle in wie vor dem höllischen Feuer, während die Opposition mit zu bekämpfen, mit denen wir es augenblicklich noch zu thun wachsendem Nachdruck die sofortige Auflösung des Unter- haben. Die Vorlage bildet den Abschluß der kirchlichen Gefeßhauses und Anberaumung der Neuwahlen fordert. gebung.( Beifall.) Freiherr v. Durant bedauert die letzte Aeußerung. De Das neue spanische Ministerium verspricht, be- evangelischen Kirche müsse noch marches gewährt werden, wenn sondere Geseze gegen die Störer der sosie ihre Aufgaben voll und ganz erfüllen soll. Dahin gehöre zialen Ordnung den auf den 4. April einzuberufenden namentlich die Erweiterung des Beſteuerungsrechts und die Mit Kortes vorzulegen. wirkung der kirchlichen Organe bei der Befeßung der theologischen Lehrstühle. Indessen haben er und seine Freunde es für angezeigt gehalten, weitergehende Wünsche zurückzudrängen. Von einer Die Linie wird bewilligt, ebenso die Linien SchieberBriefterherrschaft tönne jetzt und in aller Zukunft in der evan- Blomberg, Unna- Camen und Köln- Grevenbroich. gelischen Landestirche bei der Theilnahme der Laien am Rirchen- Die Positionen zur Erweiterung des schmalspurigen Eisenregiment teine Rede sein. Freie Forschung solle bestehen bleiben, bahnnetzes im Oberschlesischen Bergwerks- und Hüttenbezirk und General v. Stoich weist darauf hin, das hierarchische zur Betheiligung des Staates an dem Bau einer Gifenbahn von Glement allmälig bas Laienelement zurückgedrängt hat, so bei Bittito nach der Landesgrenze in ber Richtung auf Mirow den Wahlen zu den kirchlichen Körperschaften. Auch bei der werden ohne Debatte bewilligt. Sonntagsruhe überwiege der Einfluß der Geistlichkeit. Das Neueste sei die Agende. Schon Friedrich Wilhelm IV. babe eine rheinischen Uferbahn Trompet- Cleve. Bedürfnis Sazu Spanisches. Aus einer im Amtsblatt. erschienenen Statistit ist ersichtlich, daß man am Schluß des Jahres 1893 dem Lehrpersonal gegen 7 Mill. Pesetas( 5% Mill. Mark) schuldete. Nur drei Provinzen Spaniens bezahlten ihre Lehrer regelmäßig: bie Canarischen Inseln, Guipuzcoa und Biscaya- Burgos. Leon und Salamanca schulden fast 16 000 M., Avila, Madrid und Sevilla fast 80 000, Alicante, Almeria, die Belearen, Barcelona, Cadiz, Cordoba und Toledo fast 400 000, Malaga allein schuldet mehr als 119 fast 400.000 Caranaoa mit 050 000 m2, Million M.; dann folgt m. Und ein Land, das dieser Schmach sich schuldig macht, fröhnt dem Laster des Militarismus und scheut nicht tolonialpolitische Extravaganzen. solche einführen wollen, aber sogar v. Gerlach habe ihn gebeten, den Gemeinden mehr Freiheit zu lassen. Die vorgeschlagene neue Agende enthalte eine noch größere Beschränkung der neue tine Die Synodalverfassung stamme bezeichnender Weise aus Auf der Warschauer Universität fanden in den letzten Tagen Demonftrationen seitens der Studenten statt. Dieselben drohen die Universität zu verlassen. eine neue Die Linie wird bewilligt, ebenso die Linien Beeskow- KönigsWusterhausen, Templin- Prenzlau, Probstzella- Wallendorf. Bei der Linie Pattburg- Tingleff- Sonderburg wünscht Abg. Lassen( Däne) einen Theil dieser Linie südlicher zu legen, als Die beabsichtigte Trace vorfehe. Minister Thielen erklärt, die hierfür von Interessenten neuerdings vorgebrachten Gründe nochmals wohlwollend prüfen zu wollen. Abg. Frigen- Rees( 8) bittet um den Bau der linkser das 2 Minister Thielen erklärt, daß er das Bedürfniß dazu anerkenne und zur Zeit schon Erwägungen darüber stattfinden. Der Rest der Vorlage, sowie die Resolution der Kommission werden ohne Debatte angenommen. überwiesen. vol Es folgt die Berathung von Petitionen. Die Petition des Berginvaliden Jsten zu Eidel wegen Gewährung einer Pension wird der Regierung zur Berücksichtigung Schluß gegen 1234 Uhr. Nächste Sigung Freitag 10 Uhr ( Kleinere Borlagen, Petitionen). u ( Kleinere Borlagen, Betitionen). Die zur Vorlage eingegangenen Petitionen werden theils aus der Kulturkampfzeit, 100 man durch die gefaßten Beschlüsse für erledigt erklärt, theils der Redie fatholische Kirche bekämpft und eine evange: gierung als Material überwiesen. beides in Untenntniß ber ( ische Kirchengewalt fchuf, Prinzipien der beiden Kirchen. Die Anstellung der Geiſt. lichen auf Lebenszeit sei ein Fehler, man solle sie wie die Die brasilianischen Nebellen im Hafen von Rio Bürgermeister auf 12 Jahre wählen( Heiterkeit), dann würden Janeiro haben sich sämmtlich entweder geflüchtet oder er sie sich mehr mit dem Leben und der Gesinnung der Gemeinden geben. Die bei weitem größere Bahl hatte sich vor Eröff- bekannt machen.( Rufe: Zur Sache!) Die Geistlichen müßten nung des Bombardements durch die Regierungstruppen merke besser zu verstehen. Redner kommt aus allen diesen mehr lernen, namentlich Naturwissenschaft, um Gott und seine bereits auf fremde Schiffe geflüchtet. Darunter sämmt Gründen zur Ablehnung der Vorlage. Man müsse alles thun, liche Dffiziere, hohe und niedrige. Was einige um die ganze bisherige tirchliche Gesetzgebung abzutragen.estalia tab netais Zeitungen noch von der Fortdauer des Aufstandes i m Graf Biethen. Schwerin tritt für die Vorlage der KomLaude schreiben, ist eitel Wind die Flotte war das mission ein. Rückgrat der ganzen Rebellion und nachdem die Neuwahlen regulär stattgefunden haben, ist's mit der Rebellion Folgendes offizielle Telegramm ist der hiesigen braft lianischen Gesandtschaft aus Rio de Janeiro vom 14. d. M. aus. zugegangen: sur no 2 0 eidutoo Theater.wis Theater. Nationaltheater. Die Arbeitslosen von Berlin. Der Hausdichter des Professor Dr. Sinschius: Ein Gewissenszwang werde zwar Boltsstück mit Gefang in 7 Bildern. nicht beabsichtigt; der Lehrzwang müsse ihn aber thatsächlich Nationaltheaters ist ein sehr produttiver Mann. Er fabrizirt herbeiführen, und darum müsse man eine solche Vorlage ablehnen. Darauf los, was das Beug halten will, und wenn seine Geschicklichkeit und die Qualität des Gebotenen nur einigermaßen mit seiner ( Beifall.) v. Bethmann Holliueg erklärt sich für die Vorlage, troß erstaunlichen Firigkeit Stand hielten, so würden wir herzensfroh sein. einiger Bebenten, die er später vortragen will. Aber der brave Hauspoet ist ein gar zu armseliger Knabe, dem Ober- Bürgermeister Bender beantragt, nach Schluß der all im Interesse des Gewerbes, in dem er pfuscht, bringend zu Gestern beim Ablauf der dem diplomatischen Korps und gemeinen Besprechung den Gegenstand von der Tagesordnung rathen wäre, das am Donnerstag so rührend geschilderte Glend der Bevölkerung angekündigten Frist eröffneten die Regierungs- abzusehen und ihn nach Ostern zur einmaligen Schlußberathung der Arbeitslosigkeit, unter dem seiner hochlöblichen Meinung nach batterien das Feuer. Die Forts und die Schiffe der Auf- zu stellen. In der Eache selbst hebt Redner hervor, daß die Vor- ja nur die liberalen Berufe zu leiden haben, einmal gründlich und ständischen antworteten nicht. Es wurde festgestellt, daß die lage in weiten Kreisen die lebhaftesten Bedenken hervorgerufen dauernd an sich selber zu probiren, oder, wenn er von einträglicher Forts in der vorhergegangenen Nacht verlassen worden waren. haben. Die Wählbarkeit zu der Synode solle fortan von einem Beschäftigung absolut nicht lassen kann, sich endgiftig der tüchtigen Das Regierungsgeschwader, welches den Eingang zum Hafen Dogmenzwang abhängig gemacht werden. Wer aber glaube heute Bunft der Wursthändler anzuschließen. Unseres Nickels soll er bewachte, fuhr darauf in letteren ein. Die Schiffsmannschaft noch z. B. an die Höllenfahrt Chrifti und dergleichen? Das dann aus purer Dankbarkeit sicher fein. und die aufständischen Truppen befanden sich auf der Insel strikte Aufrechterhalten des Apostolikums müsse die Unwahr- Die Arbeitslosen von Berlin" gipfeln in der Tendenz, daß Engadas. Saldanha da Gama und die Offiziere waren an baftigkeit befördern, wenn man es nicht vorziehe gang aus der die Leute, welche die Wärmehalle in Anspruch nehmen, Bord der auswärtigen Kriegsschiffe geflüchtet. 2010 Landeskirche auszutreten, es fei aber fehr zweifelhaft, ob ein Gesindel sind, für das überflüssiger Weise nicht allein Ter österreichische Parteitag findet zu Ostern statt. legs gar kein praktiſches Bedürfniß zu einer Alenderung des bis- Sebildete reichliche Sticta, mann, fondern auch jeder sonstige berigen Bustandes vor. Auf Einladung der österreichischen Genossen hat der Partei- Präsident des Ober Kirchenraths Geh. Rath Dr. Barkvorstand die Genossen Bebel, Gerisch und Singerhausen weist zunächst den Gedanken zurück, daß etwa die Gemit der Vertretung der deutschen Partei betraut.- neralfynode eine päpstliche Gewalt beanspruche; fie habe ganz andere Zwecke. Es handle sich bei dem vorliegenden Gesetz um durchaus billige Forderungen. In innerkirchliche Angelegen heiten dürfe sich doch die staatliche Gefeßgebung nicht mischen. adamblati V Parlamentsberichte. Herrenhaus. 9. Sigung vom 15. März 1894. Am Ministertisch: Bosse, v. Schelling und Kommiffarien. In das Herrenhaus berufen und eingetreten sind der Rittergutsbesitzer v. Bredow und der Präsident des evangelischen Auf der Tagesordnung steht der Bericht der IX. Kommission über die Novelle zum Gefeß, betr. die evangelische Kirchen gemeinde und Synodalordnung und betr. die evangelische Kirchenverfassung. Berichterstatter ist Herr v. Wedell: Die Organisation der firchlichen Organe bebauf bis jetzt der Mitwirkung der StaatsDamit schließt die allge hat wiedeung. Nickel, und es auch die legten, mäßig zum Opfer bringt. Es tann nach der im„ Boltsstück" zum Ausdruck gekommenen Ansicht des sogen. Autors ja schließlich einmal vorkommen, daß eine wirklich bedürftige arme Seele fich unter den vorgeblichen Arbeitslosen befindet, aber dann ist auch flugs eine brave Bäckersfrau bereit, ihr freundlich und das Himmelreich) helfend zur Seite zu springen auf Erden für sie zu bereiten. Es giebt aber auch tragisch zi nehmende Arbeitslose, aber diese sind auf anderem Gebiete, nämlich unter den Doktoren, Rechtsanwälten, Journalisten und so weiter zu suchen. Diese leiden und quälen sich im Elend, daß welche daher den ganzen sozialen Jammer bis zur Neige auszutosten haben. Nun ließe sich über die Tendenz § 1 der Vorlage enthält diejenigen Materien, welche fortan noch ein Auge zudrücken, wenn die verschämte Armuth, wie dies der Mitwirkung des Landtags unterliegen follen. Er bezieht in wirklich ergreifenden Boltsstücken gefchehen, einem einigerfich namentlich auf die Wählbarkeit zu den firchlichen Körper- maßen akzeptabel vorgeführt würde. Aber auch die reine theaichaften. Die Kommission hat einzelne Fälle von der gefeßlichen tralifche Mache des Sudelwerks vom Donnerstag ist eine Gebundenheit ausgeschlossen. In der Kommission wurde bean fo erbärmliche, daß es taum zu begreifen ist, wie irgend bem funterbunten und tragt, die Frage der Gelübde der zu wählenden, der Quali- eine Theaterdirektion fitation der Wähler und das aktive und passive Wahlrecht der allen Ecken her eilig zusammengestoppelten Wust ein Gefallen Die Aufführung stand so ziemlich auf dem Bürgermeister Bender hat wiederholte Schlußberathung, nach Ostern, beantragt. Diese muß stattfinden, da der Antrag genügend unterstützt ist. Ueber den Termin der Schlußberathung fie unter fchäbigem Glanz versteckt tragen, und sie findes, behält sich der Präsident weitere Vorschläge vor. Das Haus tritt in die Einzelberathung ein. Materien, all aus staatlichen Gesetzgebung zu überlassen. Diese Anträge wurden finden the Stiveau bes Wachwerts. Mit Ausnahme der Damen abgelehnt werden sie von den Herren Hammer, Dr. Hinschius, Denni Schmid und Helenne Objat, sowie des einigermaßen erträglichen Herrn Hummel spielten am Donnerstag Abend sämmt liche Mitwirkende auch für die Verhältnisse des National- Theaters Hoffentlich verschwinden die Arbeitslofen" bald im Orkus. gesetzgebung, ebenso auch die Abänderung der Kirchlichen Gesetzgebung. Dies ist von den firchlichen Organen schmerzlich Struckmann und Zelle wieder aufgenommen. worden, empfunden da der beschlußfaffende Landtag Oberbürgermeister Belle weist darauf hin, daß gerade von nicht allein auch Anders der Ableistung der Gelübde die Theilnahme an der firchlichen miserabel. aus Evangelischen, sondern gläubigen besteht. der Generalfynode hat Selbstverwaltung abhänge. Der Schutz der liberalen firchlichen Auf Antrag der die Staatsregierung genau diejenigen Materien umgrenzt, welche Minorität liege heutzutage nur noch im Parlament. Der fortan der Mitwirkung der Staatsgefeßgebung unterliegen sollen. Schwerpunkt in der evangelischen Gemeinde müsse in der Ge-- ERON Die Kommission hat diese Grenze erweitert. Bisher bedarf ein meinde, nicht in einer hierarchischen Spize liegen. Das fordere von der Generalfynode der föniglichen Sanktion vorgelegtes nicht allein der Protestantenverein. minder Gesetz einer ministeriellen Erklärung, daß dagegen nichts von Geb. Rath Segel und Präfident Geh. Rath Barkhausen Depeschen. Staats wegen zu erinnern ſei. Die Generalfynode hat vor treten biefen Ausführungen befürchtet, daß an die Oberbürgermeister Struckmann geschlagen, daß diese Erklärung vom Kultusminister zu geben ist und zwar in der Form, ob gegen das Gesetz etwas zu er Stelle des bisherigen unbeanstandeten Gelöbnisses des Apostolifum innern ist. Die Regierungsvorlage überträgt die Erklärung dem trete und dadurch das Wahlrecht der liberalen Minorität beStaatsministerium. Die Kommission schloß sich dem an. Endlich schränkt werden könnte. hat die Regierung auf Wunsch der Generalsynode den Satz von 4 pt. der zu erhebenden Kirchensteuer auf 6 pt. erhöht. Auch damit war die Kommission einverstanden. Die Kommission schlägt vor, daß dem Gemeindekirchenrath eine unmittelbare Einwirkung auf die Schule gefeßlich nicht zustehen soll. ( Wolff's Telegravhen- Bureau.) Paris, 15. März. In der Madeleinekirche fand heute Nachs mittag 22 Uhr an der Eingangspforte eine furchtbare Detonation ftatt. Einem Unbekannten, welcher ein Attentat vornehmen wollte, platte eine Bombe in feinen Händen, welche ihn sofort in Stücke riß. Weitere Opfer sind bis jetzt noch nicht bekannt. 00 Für den Jubalt der Jnierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 16. März. Opernhaus. Die Medici. Schauspielhaus. Ein Sommernachts: traum. Deutsches Theater. Die Jüdin von Toledo. Berliner Theater. König Lear. Leffing- Theater. Madame SansGêne. Friedrich- Wilhelmstädt. Cheater. Der luftige Krieg. Residenz- Theater. Der Maskenball. Vorher: Vermischte Anzeigen. Neues Theater. A Basso Porto. Central Theater. Ein gesunder Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die Kinder des Ein piKapitän Grant. Alexanderplay- Theater. tantes Verhältniß. National Theater. Die Arbeitslofen von Berlin. Theater Unter den finden. Der Obersteiger. = American- Theater. Lumpen Su sanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Wallner- Theater. Geschlossen. Wintergarten. Spezialitäten Vorftellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Novität! Novität! Die Arbeitslosen von Berlin. Volksstück mit Gesang in 5 Aften von Hugo Busse. Musik von Hugo Meyer Ferron. Regie: Hugo Hummel. Raffeneröffnung 61/2 Uhr. Anfang 712 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. Sonntag Nachmittag 22 Uhr: Volks- Vorstellung. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Jeden Abend 81/2 Uhr: Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. " Brunwald mit bewegter Vergangenheit Martin Bendix. Täglich: Auftreten des besten Bauchredners d. Jchtzeit H. Blank. Ferner u. a.: Reichshallen Theater.Spezialitäten- ,, Direktor Hippe" Vorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten Boritellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. 21/2 Neue freie Volksbühne im Wallner- Theater. 2½½ uhr. Emilia Galotti. Sonntag, 18. März:, 2. Abtheilung. Sonntag, 25. März: 3. Abtheilung. von Martin Bendix, fowie Eugen Bocher, Sächsischer Original- Humorist, Alfred Bender. Anfang Wochentags 12 Uhr, Sonntags 62 Uhr. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwank in 3 Att. v. Brandon Thomas. Borher: Die Bajazzi. Central- Theater. Parodistische Boffe mit Gesang in 1 Akt Alte Jakobstraße 30. Bum 11. Male: Novität! Novität! Ein gesunder Junge. Posse mit Gesang und Tanz in 3 Atten von Jean Kren. Musik von Julius Einödshofer. Anfang der Vorstellung 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Iratweil'sche Bierhallen GE Kommandantenstr.77-79. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. Läglich abwechselnd. Programm bei freiem Entree der ersten Wiener Damenkapelle " Dittl" und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Täglich Auftreten der Miss Webb, Taubenkönigin, mit ihren 24 drefsirten Tauben. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. 8 Regelbahnen. 6 Billards, pro Stunde 60 Bi. C. Koch, fr. Gambrinus. Säle für Versammlungen und Festlichkeiten sind noch an verschiedenen Zagen zu haben. Victoria- Brauerei, Lüzowstraße 111-112. Freitag, den 16. März 1894: Vorlehte Soiree der von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten- Borstellung und Konzert von nur Künstlern 1. Ranges. Auftreten der Ballet- Gesellschaft Columbia( 10 Damen), Balletmeisterin Rosa Fricka. Auftreten der Elite ParterreAkrobaten u. Pantomimentruppe Hermandez. Im Mädchen- Pensionat. Romische Pantomime mit Ballet. The Willon's, Doppel- Jongleure. Joië di Dios, Rostüm- Soubrette. Geschw. Howala, Duettistinnen. G. Cordes, Gesangs- Humorist. Sonntags 6 Uhr. Anfang:{ Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. A. Zimmermann. Parodie- Theater. Oranienstr. 52, am Moritzplatz. Täglich: Große Theater- und Spezialitäten- Borstellg. Anfang 7 Uhr. Entree 25 Pf. Am Sonntag, den 18. März, Nachmitt. 3/2 Uhr: Gr. ExtraVorstellung, wozu jeder Besucher ein Kind frei einführen kann. Zweite Borstellung ab. 71/2 Uhr. Während der Charwoche täglich 71/2 Uhr Vorstellung außer Charfreitag. 2348b Circus Renz. ( Karlstraße.) Freitag, den 16. Märt er.: Abends 71/2 Uhr: Stettiner Auf auf zur fröhlichen Jagd! Sänger vor Ostern. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Todesanzeige. Hiermit allen Freunden und Genoffen die traurige Nachricht, daß am Dienstag, Nachts 1 Uhr, unser einziges innig geliebtes Söhnchen Hermann nach vierwöchentlichem schwerem Leiden im achten Lebensjahre verschieden ist. Steglig, den 14. März 1894. Die tieftrauernden Eltern. Friedr. Dittberner, Maurer, und Frau. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Sonntag, den 18. März, Vormittags 10 Uhr: Große sozialdemokratische Volks- Versammlungen in nachstehenden Lokalen: 2. Wahlkreis: Schloßstr. 68 aus, nach dem Stegliger Kurth's Festfäle, Safenhaide. Ref.: Reichstags- Abgeordneter Rich. Fischer. Friedhofe statt. 4. Wahlkreis( Often): 57982 Allen Freunden und Genossen die Brauerei Friedrichshain. Referent: Reichstags- Abgeordneter Aug. Bebel. traurige Nachricht, daß am 15. März, Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee 11/13. Ref.: Genoffe Ledebour. Morgens 23/4 Uhr, meine liebe Frau, Elyftum, Landsberger Allee. Referent: Genosse Dr. Lux. unsere gute Mutter, nach schweren Leiden entschlafen ist. 4. Wahlkreis( Südost): Carl Kuhn, Barbier, Weddingstr. 1a. Die Beerdigung findet am Sonntag, Dankeskirchhofs aus statt. Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des 2343b Theilnahme bei der Beerdigung meines Weimann's Volksgarten, Badstraße. Referent wird in der Versammlung Konkordia- Feßfäle, Andreasstr. 63/64. Referent: Genoffe Albin Gerisch. Konzerthaus Sanssouci, Rottbuserstr. 4a. Ref.: Genosse Georg Wagner. 6. Wahlkreis: Germania- Feßfäle, Chauffeeftr. 103. Ref.: Reichstags- Abg. W. Liebknecht. Ahrends' Brauerei, Thurmstr. 26/27. Ref.: Reichstags- Abg. Max Schippel. Für die vielen Beweise herzlicher $. Ehlert, sage ich hierdurch meinen lieben Mannes, des Zimmermanns herzlichsten Dank. 2335b Wittwe Ehlert nebst Rindern. Danksagung. bekannt gemacht. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Ref.: Reichstags- Abg. Emanuel Wurm. Zages- Ordnung in allen Bersammlungen: ,, Die Bedeutung des 18. März für das Proletariat." Für die herzliche Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, 350/14 unseres fürsorglichen Vaters, des Malers Carl Weise, sage allen Freunden und Bekannten, sowie den Herren Chefs und allen Kollegen für die Kranzfpenden und Wohlthätigteitsbezeugungen am Grabe des Entschlafenen unsern herz lichsten Dank. Die Vertrauenspersonen. Achtung! Zimmerer. 2342b Sonntag, den 18. März, Vorm. 10 Uhr, in ,, Cohn's Sälen", Beuthstr. 22, 1 Tr. Versammlung Die tiefbetrübte Wittwe nebst Kindern. Gedenktags- Kränze zum 18. März sowie frische Blumen empfiehlt den Parteigenossen die Engros Krauzbinderei A. Nimtz, 2346b Friedenstraße 68. PassagePanopticum. Die Glocke von Fr. v. Schiller. Mufit von Romberg. Dargestellt in 15 lebend. Bildern. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Großer Erfolg! des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 428/14 1. Diskussion über die Feier des 1. Mai. 2. Vortrag über: Rlaffentämpfe des Proletariats". 3. Diskussion. 4. Gewerkschaftliches. Zutritt hat jeder Zimmerer. Um püntil. u. zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Freie Vereinigung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter Schönebergs und Umgegend. Am Sonntag, den 18. März, Nachmittags 1/2 Uhr, im Lokal des Herrn Jacob, Grunewaldstr. 110: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung über die Thätigkeit des Vorstandes. 2. Wahl des gesammten Vorstandes. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Mitgliedsbuch legitimirt. Neue Mitglieder werden aufge nommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. J. A.: R. Klinge. 121/18 Achtung! Schäftebranche! Sonnabend, ben 17. März, Abends 9 Uhr: Oeffentl. Versammlung Wallstr. 20. Tages Ordnung: 1. Der 18. März. Referent: Erik Hansen. 2. Die Maifeier. Bummel- Fritze. Achtung! Posse mit Gesang in 2 Bildern. Neue Debüts! Entree 15 Pf., reservirt 30 Pf. ☐ R. Winkler. Castan's Panoptikum. Neu! Eine Neu! Vision: Psammenit, der lebende Mumienkopf. Nur noch wenige Tage. Präuschers anat. Museum täglich von früh 9 bis 10 Abends für erwachs. Herren. Dienstag u. Freitag Damentag. unwiderruflich: Schluß sonntag, den 1. April. Otto Naether, Uhrmacher, Anklamerstr. 44, an der Brunnenstr. Reparaturen an Uhren jeder Art solid und preiswerth.[ 54172* M Friedrichsberg. 28476 Achtung! Große Volks- Versammlung für Männer und Frauen Ham Sonntag, den 18. März 1894, Nachmittags 5 Uhr, im Saale des Herrn Westphal, Frankfurter Chaussee Nr. 120. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über: Der 18. März und seine Bedeutung. Referent: Genosse Franz Berndt. 2. Diskussion. 3. Die 889/19 bevorstehende Stichwahl. Der Vertrauensmann. Agtung! Ethische Gesellschaft. Atung! Sonntag, den 25. März( 1. Osterfeiertag): Großer geselliger Abend, bestehend in Concert, Theater und BALL. Fest- Vortrag, gehalten v. Sen. Waldeck Manaffe über:„ Freie Ostern". 14 Beginn 5½ Uhr. Billets à 30 f. find bei Donath, Saarbrückerstraße Nr. 11; Denner, antefeltr. 19 und Naunynfir. 11a und in allen mit plakaten belegten 150/9 Handlungen. Der vom Gesangverein Vorwärts II unter Mitwirkung der Ethischen Gesellschaft auf 1. Feiertag angekündigte Gesellige Abend" beruht auf Täuschung der Genossen. Der Vorstand. Am Sonnabend früh erscheint in unserem Verlage: Die Lebenden an die Todten". Ein Junifranz aufs Märzengrab. 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Der heutigen Nummer unseres Blattes liegt die geftrige Gewinnlifte der preuß. Lotterie bei. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 63. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 72. Sigung vom 15. März 1894, 12 Uhr. Am Tische des Bundesraths: Graf von Caprivi, v. Bötticher, Graf Posadowsky, v. Marschall, Nieberding, Bronsart v. Schellendorff. Auf der Tagesordnung steht die dritte Berathung des Reichshaushalts- Etats für 1894/95 in Verbindung mit der dritten Berathung des Etats für die Schutzgebiete, eines Nachtrags Etats für 1893/94 und des Anleihegefeges. = Freitag, den 16. März 1894. 11. Jahrg. Abg. Richter bittet zuerst über die Kompensation abzu-| groben Unfug; sogar die bloße Mittheilung, daß gewisse Lokale stimmen.( Heiterkeit.) Die Anträge Hammacher- Graf Hompesch werden darauf ohne Debatte angenommen. Im Uebrigen wird der Etat der Militärverwaltung ohne Debatte erledigt. Beim Etat der Marine- Verwaltung beklagt Abg. Jebsen( natl.), daß die Maschinisten nicht wie die Steuerleute, trotzdem sie dieselbe Vorbildung haben und ziemlich gleiche Examina machen, das Recht zum einjährig- freiwilligen Dienst haben. Kapitän- Lieutenant Capelle erklärt, daß schon ein Theil der Maschinisten auf grund ihres Zeugnisses als Einjährig- Freiwillige dienen; ihnen aber allgemein das Recht zu geben, weil auch die Steuerleute es haben, würde bedenklich sein; denn es könnten andere Berufsklaffen denselben Anspruch erheben. Die Marine fann aber von der dreijährigen Dienstzeit der Maschinisten nichts entbehren, fie müßte sonst sich selbst Maschinisten ausbilden, was sehr viel Geld fosten würde. " brauchen sie sich ja von Sozialdemokraten nicht besucht werden, gilt als grober Unfug. Die sächsische Arbeiterzeitung enthielt im Juli v. J. folgenge Annonce: Achtung! Arbeiter! Der Besitzer des Gafthofs zu Leidewig, Herr Naumann, giebt nur den Antisemiten seinen Saal zu Versammlungen und verweigert ihn den Sozialdemokraten" und" Achtung! Der Wirth von Stadt Leipzig, Herr Glemm, giebt seinen Saal nur der sogenannten Fortschrittspartei, verweigert ihn aber den Sozialdemokraten." Das war grober Unfug, das Landgericht Dresden verurtheilte den verantwortlichen Redakteur zu 6 Tagen Haft.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Antisemiten sind sehr rührig und vertheilen Flugblätter und Zeitungen, und das ist ihr gutes Abg. Liebknecht( Soz.): Schon bei der ersten Lesung des Recht, aber es ist doch interessant, was in deren Flugblättern Etats habe ich auf die Kulturwidrigkeit des Militarismus hinalles stehen darf, ohne daß darin von der Polizei, den Staatsgewiesen; ich habe gezeigt, daß er wirkt wie eine Schraube ohne anwälten und Gerichten in Sachsen grober Unfug gesehen wird. Ende. Erst jüngst haben wir in den französischen Zeitungen Es heißt darin z. B.: Wie der Pilz im Schlamm, so wuchert gelesen, daß dort eine neue Ranone erfunden ist, welche auf dem der Jude am Menschenstamm",„ Kauft nicht bei Juden!"," Wo Gebiete der Artillerie dieselbe Revolution hervorrufen wird, wie viele Juden sind, da sind viele Igel"," Der Jude hat den das fleinkalibrige Gewehr auf dem Gebiete der Handfeuer- Abg. Lieber( 3.) richtet an den Reichsschatzsekretär die Betrug nicht gelernt, er ist ihm angeboren"," Die beim nimmt's mit Ehr waffen. Das wird Frankreich eine einmalige Ausgabe von Frage, wie es mit den Hinterbliebenen der auf der Branden Juden kauft, die deutsche Frau, 500 bis 600 Millionen Mark bringen und infolge burg" Verunglückten gehalten werden solle. und Anstand nicht genau".( Sehr richtig bei den Antidessen werden auch wir wohl bald mit einer neuen Staatssekretär Graf Posadowsky: Die Frage der Ver- semiten.) Darüber will ich heute mit mit Ihnen Ihnen nicht Militärvorlage begrüßt werden, und das muß zum sorgung der Hinterbliebenen liegt hier ganz ebenso, wie wenn streiten, sondern nur konstatiren, daß jene einfache Mittheilung Bankrott aller Völker führen. Daher ist auch in Frankreich das ein einzelner Mann in einem Staatsbetriebe oder bei einer der Sächsischen Arbeiterzeitung" als grober Unfug mit Haft Streben, mit dem Militarismus zu brechen, mindestens ebenso militärischen Uebung verunglückt. Daraus folgt, daß zunächst geahndet wird, die Antisemiten aber im selben Königreich Sachsen, lebhaft wie in Deutschland. Die Nachtheile des Militarismus die allgemeinen gefeßlichen Bestimmungen Anwendung finden unter den Augen derselben Behörden ihr Kauft nicht bei Juden!" empfindet man jetzt überall, darum ist es Zeit, daß wir an die müssen und demnächst zu prüfen ist, ob die auf grund der be- verbreiten dürfen. Und nicht nur die Juden werden angezapft, Einführung des schweizerischen Milizfystems denken. Daß dieses stehenden gefeßlichen Bestimmungen zu gewährenden Kompetenzen man wagt sich auch höher hinauf. Der wesentliche Inhalt der System eine Bürgschaft für den Frieden ist, wird mir von jedem ausreichen, um den Hinterbliebenen einen angemessenen Broschüre, die den Gegenstand des Skandalprozesses BlackMilitär zugegeben werden, denn ein Voltsheer wird sich niemals Lebensunterhalt zu sichern. Wird lettere Frage verneint, fo Schweinhagen bildet, ist in Sachsen in weiten Kreifen in Form zu einem Angriffstrieg gebrauchen lassen. Wir haben seinerzeit muß die ausgleichende Gerechtigkeit durch Inanspruchnahme eines Flugblattes verbreitet worden, ich habe diefes Flugblatt vorgeschlagen, auf Elsaß- Lothringen zu verzichten und den der Dispositionsfonds eintreten. Das Reichsmarine- Amt hat mit der Ueberschrift„ Die Geschäfte der jüdischen Nebenregierung Franzosen die Bedingung aufzuerlegen, ihr Heer in ein Miliz eine noch noch nicht abgeschlossene Zusammenstellung gemacht, in Preußen und im Deutschen Reich" in einer Wirthschaft in heer zu verwandeln. Wäre das geschehen, so wären wir jetzt wie die Hinterbliebenen infolge der Schiffsunfälle bei Samoa, Crimmitschau bekommen. Man hat nicht gehört, daß gegen dieses um zwölf bis dreizehn Milliarden reicher. Bei der Geschäfts- auf der Baden" und der Brandenburg" zu versorgen sind. Flugblatt die Behörden eingeschritten wären. Ich will einiges lage des Reichstages tönnen wir jest mit einem Antrag auf Nach diesen Feststellungen sind infolge dieser 3 Schiffsunfälle daraus vorlesen.( Vizepräsident Bürklin bittet die VerOrganisirung einer Miliz nicht kommen, wir werden einen 23 Wittwen, 57 Waisen, 66 Aszendenten, 2 sonstige Angehörige lesung nicht zu sehr auszudehnen.) Nur soweit es solchen Antrag aber gleich zu Anfang der nächsten Tagung des zu verforgen. Die gefeßlichen Forderungen derselben betragen fich auf die Sache bezieht. Redner verliest einige Reichstages einbringen, um demselben Gelegenheit zu geben, in insgesammt 28 924 M., das Diensteinkommen der Verunglückten Stellen aus dem Flugblatt, wie die preußische Regierung praktische Bahnen einzutreten. Immer mehr und mehr ist der 50 218 M. Es ist die Frage, ob aus den Dispositionsfonds den tapitulire vor dem Hause Rothschild; den Welfenfonds habe Militariums fulturwidrig geworden. Ueber dem eisernen Hand- Hinterbliebenen der volle Betrag des Diensteinkommens ihrer Bleichröder zu Spekulationen benugt; die jüdische Nebenregierung schuh hat er den sammtenen, welcher zerrissen wurde an dem Ernährer gewährt werden kann. Es stehen zunächst die Dispositions- der Herren von Hansemann, von Rothschild, von Bleichröder, Tage, wo hier das Fauftrecht proklamirt wurde. Niemand ist fonds der Marine zur Verfügung, demnächst der Dispositions- Miquel habe auf den Kaiser Wilhelm einen Druck ausgeübt, um mehr als ich von der guten Absicht unserer Offiziere und der fonds des Reichskanzlers. Reichen diese nicht aus, werden wir die Schwindelgesetzgebung durchzudrücken; in das Zivilkabinet Leiter der Armee überzeugt, die Mißhandlungen aus der Armee Sr. Majestät Vorschläge unterbreiten, um aus dem Allerhöchsten des Kaisers sei der Jude Manché gebracht; die deutsche Reichszu verbannen, aber wenn sie alle Engel wären, fie tönnten es Dispositionsfonds eine Beihilfe zu erlangen. Eventuell werden bank sei zu einem willenlosen Werkzeug der Hansemann, Bleichnicht, denn sie hängen zusammen mit dem ganzen Syſtem, und wir im nächsten Etat eine Verstärkung unserer Dispositionsfonds röder u. f. w. herabgefunken.( Ruf bei den Antisemiten: Bon es ist mit dem Militarismus ähnlich wie mit den Ausschweifungen beim Hause beantragen. wem ist das Flugblatt?) Von Schweinhagen.( Ruf: Na ja!) der Börse. Wir wissen, daß die heutige bürgerliche Gesellschaft Der Etat der Marine wird darauf ohne weitere Debatte Darin liegt aber seine Bedeutung nicht, sondern darin, daß es in dem Militarismus ihre letzte Stüße sieht, aber wissen auch, genehmigt. vertheilt ist, ohne daß die Maßnahmen ergriffen wurden, die daß an ihm seine Gemeinschädlichkeit der Masse des Volkes am Bum Etat der Reich 3 Justizverwaltung baben die man gegen uns ergreift, ohne nur den Inhalt unserer Flugbesten dargestellt werden kann. Für den russischen Vertrag Sozialdemokraten folgenden Antrag eingebracht: In Erwägung, blätter fich anzusehen. Wenn die Herren übrigens glauben, haben wir gestimmt und werden wir stimmen. Ich will nicht daß neuerdings das Urtheil des Königlich sächsischen Ober- daß der antisemitische Verlag in Sachsen anders sei, Lorbeer um die Stirne derjenigen winden, die ihn geschlossen Landesgerichts zu Dresden in der Sigung vom 18. Dezember 1893 fo Bilder nur die schönen haben, er war einfach eine Nothwendigkeit für Rußland wie für in der Strafsache wider Wilh. Flath und Paul Otto Ublemann bogen anzusehen ich habe sie bei mir mit Deutschland. Er ist ein großer Fortschritt auf der Bahn zum wegen Verübung groben Unfugs durch Vertheilung von Stimm- dem durchschnittenen Knaben von Xanten. Ich will den Weltfrieden. Der regere Verkehr wird auch für die Anbahnung zetteln und Drucksachen zu Wahlzwecken das freie und sichtbare" Antisemiten die Agitationsfreiheit nicht beschränken, aber ich will von friedlicheren Beziehungen von Werth sein. Er ist auch von Austragen von Haus zu Haus", sowie die Uebergabe ohne das zweierlei Maß, mit dem man in Sachsen mißt, diese doppelte Werth für diejenigen, die sich von Brot nähren müssen und nicht Rücksicht auf die politische Gesinnungsart des Einzelnen"" und Buchführung vor der Deffentlichkeit zur Sprache bringen.( Sehr wie die Herren dort drüben( rechts) sich an Kaviar satt die ohne Auswahl und Ansehen der Person" erfolgte unter- richtig! bei den Sozialdemokraten.) Und die erstreckt sich nicht effen können. Wenn Sie darüber klagen, daß die Schiedslose und unaufgeforderte Vertheilung" wiederholt zum nur auf die Polizei, sondern auch auf die Gerichte. Das gute Ernte Ihr Unglück gewesen ist, begreifen Gegenstand strafrechtlicher Maßnahmen gemacht worden ist, Leipziger Landgericht sagt in einer Entscheidung vom 14. SepSie dann nicht, daß Sie damit der ganzen Welt beschließt der Reichstag, ausdrücklich zu erklären, daß diese Art tember 1891: Is groben Unfug sehe eine Strömung an nur ordnung die furchtbarste Beleidigung ins Gesicht schleudern?! und Weise der Vertheilung zu Wahlzwecken in den§ 43 der physisch und sinnlich wahrnehmbare Handlungen, die das Publikum Ganz selbstverständlich wird der Etat als Ganzes von uns ab- Reichs- Gewerbeordnung eingeschlossen ist, und ersucht den Herrn belästigen, die andere Strömung aber alle Handlungen, die an gelehnt werden.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Reichskanzler, bei den verbündeten Regierungen dahin zu wirken, sich ungehörig sind und das Publikum als solches in einzelnen daß die zur Durchführung dieser Auffassung geeigneten Anord- Personen ungebührlich belästigen. Das Gericht habe sich der nungen getroffen werden." engeren Auffassung angeschlossen. Die weitere Auslegung hebe Abg. Auer( So8): Eine Entscheidung des Oberlandes die Breßfreiheit auf. Der Richter brauche nur von seinem gerichtes zu Dresden droht den deutschen Bürgern Rechte zu fubjektiven Standpunkt den Inhalt einer Druckschrift ungehörig nehmen, welche durch die Gewerbe- Ordnung ihnen verbürgt find. zu finden und eine Behelligung des Publikums anzunehmen, der Durch Anwendung des Unfugparagraphen sucht man den§ 43 Richter sei dann nicht mehr Richter, sondern Zensor, es werde der Gewerbe- Ordnung aus der Welt zu schaffen. Es ist ja ein ihm eine Rolle aufgedrängt, die seiner nicht würdig sei. Der oft gebrauchtes Wort, daß die Art und Weise, wie der Unfugs- grobe Unfugparagraph, wie ihn die herrschende Meinung handparagraph von den einzelnen deutschen Gerichten in der neueren habe, tönne leicht ein freies offenes Wort unmöglich machen. Praxis gehandhabt wird, schließlich selbst grober Unfug ist. Schließlich könne feine Zeitung mehr erscheinen, denn der Inhalt Vizepräsident Bürcklin: Herr Abgeordneter, ich kann nicht der sozialdemokratischen oder freisinnigen Presse werde konser zulassen, daß Sie die Praxis der deutschen Gerichte als groben vative Leute immer belästigen und umgekehrt.( Hört! hört! bei Unfug bezeichnen!( Ruf bei den Sozialdemokraten: Das ist den Sozialdemokraten.) Man sollte meinen, dieses Urtheil sei doch grober Unfug!) gerade auf das geschrieben, was das Sächsische Oberlandesgericht Damit schließt die Generaldiskussion. Bizepräsident Bürcklin: Ich rufe den Herrn, der den entschieden hat( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), denn das Beim Etat des Auswärtigen Amts regt Abg. Schmidt. Zwischenruf gemacht hat, zur Ordnung!( Bravo! rechts.) ist genau das Gegentheil. Woher diese gegensätzliche Auffassung? Warburg nochmals die Frage an, ob schon Schritte zu gunsten Abg. Auer( fortfahrend): In der fraglichen Sache wuide Diesmal war ein Antisemit der Angeklagte. Man folgt dabei der deutschen Inhaber griechischer Papiere gethan feien. zunächst ein Strafbefehl erlassen, der davon ausging, daß es sich dem Zug des Herzens, die Sozialdemokratie haßt man, der Staatssekretär v. Marschall: Sofort nach den letzten Be hier um eine Verletzung des sächsischen Gesetzes über die Sonn- Antisemitismus wird offen oder geheim bemuttert. Unser früherer Schlüffen der griechischen Regierung haben wir mündlich und und Feiertagsfeier handelt. Das Amtsgericht meinte, daß es Kollege, der Staatsanwalt Hartmann aus Plauen, hat ja öfter schriftlich Schritte bei der griechischen Regierung gethan und sich nicht um einen Berstoß gegen dieses Gesez handelt, sondern die Sehnsucht der Sachsen nach einem Ersatz für das Sozialistendiese werden auch fortgesetzt. daß hier grober Unfug vorliegt. Das Schöffengericht trat gesetz zu erkennen gegeben. Nun müssen schon die normalen Ministerialdirektor Reichardt führt aus, daß die Beschwerde ebenfalls dieser Auffassung bei. Das Landgericht hielt Gesetze helfen, wo man nicht auslegen tann, legt man unter. des Abg. Jebsen, die Konsuln hielten zum Schaden der deutschen daran fest, daß der Unfug darin zu finden fei, Einen Eingriff in die Rechtsprechung wollen wir mit unserem Rheder ihre Bureaustunden allzu streng ein, unbegründet fei. daß die Verbreitung während des Gottesdienstes stattfand. Antrage nicht. Der sächsische Justisminister sagte am 18, Januar Beim Reichsamt des Innern erklärt auf eine An- Ich kann wohl begreifen, daß dies unter Umständen als eine in der ersten sächsischen Kammer: Das Justizministerium kann frage des Abg. Lingens( 3) der Staatssekretär v. Bötticher, nicht schöne Handlung betrachtet wird. Während man zweifellos den Gerichten eine Entscheidung nicht vorschreiben, die Gerichte daß die vom Reichs- Gesundheitsamt seit längerer Zeit aufgestellten in großen Städten nichts darin findet, so kann ich mir doch sind ganz selbständig, aber das Justizministerium wird, wie es Untersuchungen über die Uebertragungsfähigkeit ansteckender denken, daß eine derartige Thätigkeit in einem ländlichen Bezirk feither schon gethan hat( hört! hört! bei den Sozialdemokraten), Krankheiten durch Leichen und Kadaver noch nicht zum Abschluß als eine Ungebühr von der Bevölkerung empfunden werden kann. auch fünftighin jeder Zeit etwaige unrichtige Rechtsprüche gekommen sind. Wir hätten, wenn das Gericht dies angenommen hätte, die wenigstens außeramtlich zum Gegenstand vertraulicher Rücksprache Beim Militär Etat bedauert Empfindung gehabt, daß den Sozialdemokratan gegenüber machen." Sie sehen, in Sachsen weiß man sich zu helfen, die Abg. Lingens( 3.), daß den Soldaten katholischer Ronfession, manches geschieht, was gegenüber anderen Parteien nicht ge- Sachsen sind ja helle( Heiterkeit). Das sächsische Justizministerium die ihrem Glauben gemäß jeden Sonntag die Kirche besud, en schieht. Sie im Reichstage hier wären aber mit der Angelegen- wird ja nun unsertwegen teine vertrauliche Rücksprache mit dem müssen, feine Gelegenheit dazu gegeben wird, daß die Sonntags heit nicht behelligt worden. Nun fam aber das Ober- Landes- Präsidenten des Ober- Landesgerichts halten, das verlangen wir ruhe vielfach durch Appelle u. s. w. gestört werde, bis zu deren gericht zu der Auffassung, daß nicht darin, daß die Verbreitung aber auch nicht, wir wollen feine Beeinflussung der Gerichte Beendigung die Soldaten die Kaserne nicht verlassen dürfen. am Sonntag während des Gottesdienstes stattgefunden hat, die feitens höherer Organe, sondern eine Deklaration, eine AusAvg. v. Bennigsen( nl.) spricht den Wunsch aus, daß das Ungebühr liegt, sondern daß in der Art und Weise der Verlegung des§ 43, damit ihm wieder der Geist gegeben wird, in in Stade vorhandene, früher von einer Artillerie Abtheilung theilung die Ungebühr zu finden sei und in dem dem er erlassen ist. Ich bitte Sie unsern Antrag anzunehmen. benutte Rasernement, anderweitig militärisch belegt werden möge. ganzen Charakter der Flugblätter, und doch haben Wie sich in Sachsen die Dinge gestalten, darf es nicht weiter Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff erklärt, daß die die Flugblätter feinem der Gerichte vorgelegen. der Gerichte vorgelegen. Man gehen, der Willkür muß ein Riegel vorgeschoben werden.( LebVerlegung der Artillerie von Stade im Interesse der schnellsten bildete sich eben ein, weil es sozialdemokratische Blätter feien, hafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Mobilmachung erfolgt ist. so müßten sie auch auf den Umsturz der Gesellschaft und der Sächsischer Bevollmächtigter Graf Hohenthal verweist Die Abgg. Hammacher( nl.) und Graf Hompesch haben Kirche gerichtet sein. Diese Frage gewinnt damit für alle Par- darauf, daß nach der sächsischen Verfassung die Gerichte innereinen Antrag eingebracht, wonach die Abstriche für bauliche teien ein größeres Interesse. Wie wollen Sie es denn anfangen, halb des Rahmens ihrer Kompetenz unabhängig und jeder BeUnterhaltung von Magazinen und Garnisongebäuden verworfen wenn die Flugblätter nicht mehr von Haus zu Haus vertheilt einflussung durch die Verwaltung entzogen sind.( Lachen bei den und die abgelehnte Summe von 674 649 M. wieder eingesetzt werden sollen, und wozu vertheilen denn alle Parteien über- Sozialdemokraten.) Der Vorredner hat von der ungleichen Bewerden soll; sie schlagen dagegen vor, bei den bewilligten ein- baupt Flugblätter? Doch nur um Anhänger zu gewinnen, um handlung der Sozialdemokraten und anderer Parteien gesprochen. maligen Ausgaben von 1 500 000 m. zur Erwerbung eines Truppen- Indifferente aufzurütteln. Andernfalls hat ihre Vertheilung gar Der Zusammenhang dieser beiden Angelegenheiten ist nicht recht übungsplatzes für das 4. Armeekorps und von 2485 000 m. feinen Sinn. Theoretisch ist das für alle Parteien von derselben verständlich.( Fronische Zwischenrufe links: Sehr richtig!) Herr zur Erwerbung eines Fußartillerie Schießplates bei Thorn Ab- Wichtigkeit, in der Praxis allerdings sind diese Maßnahmen nur Auer hat sich zum Organ der Polizei gemacht und ein Einstriche von 500 000 bezw. 200 000 M. zu machen. bestimmt, uns zu treffen; es ist das eben eins von den Mitteln, schreiten gegen den Glöß'schen Verlag verlangt.( Widerspruch Kriegsminister Bronsart v. Schellendorff: Bei Annahme mit welchen man den aussichtslosen Kampf mit der Sozial- bei den Sozialdemokraten.) Die Behauptung, daß mit zweierlei des Antrags wird mir ein schwerer Stein vom Herzen fallen; demokratie führt.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Maß gemessen wird, weist Redner mit Entschiedenheit zurück. denn durch feinen Abstrich würde die Kriegsverwaltung mehr in Die Verhältnisse in Sachsen sind nicht so, daß man sich nicht Im Juteresse des Vaterlandes könne es nur bedauert werden, Berlegenheit gesetzt werden als durch diesen bei den Reparaturen manchmal ein freies Wörtchen erlauben müßte Die anti- daß die Gerichte nicht scharf genug vorgehen.( Lachen bei den und fleinen Neubauten. Noch lieber wäre es mir, wenn Sie femitische Partei in Sachsen führt eine so freie und rücksichtslose Sozialdemokraten.) Vizepräsident von Buof: Ich mache darauf aufmerksam, daß der Herr Präsident, für den Fall, daß die dritte Berathung des Etats nicht zu Ende geführt wird, heute eine Abendsißung zu diesem Zweck zu Hilfe zu nehmen gedenkt. Abg. Graf Kanis( df.) erklärt, daß er sich geirrt habe, als er am 15. Dezember vorigen Jahres behauptet habe, daß ein sächsisches Bataillon im Kriege großen Abgang gehabt hatte, weil die industrielle Bevölkerung nicht so widerstandsfähig sei wie die landwirthschaftliche; er habe sich dabei auf einen früheren sächsischen Abgeordneten berufen. G3 sei ihm aber ertlärt worden, daß kein sächsischer Abgeordneter einen solchen Ausspruch gethan habe. Er hätte, um das, was er beweisen wollte, zu beweifen, sich aber auch auf seine eigene Erfahrung ftüßen fönnen. B eine Rompensation nicht verlangen wollten; denn wenn ich die Sprache wie man nur wünschen kann, daß die freie Meinungs- Abg. Träger( fr. Vp.): M3 etner der Väter des§ 43 muß Wahl habe zwischen zwei guten Dingen, dann nehme ich sie am äußerung im politischen Leben sich vollziehen soll. Aber in ich Protest dagegen erheben, daß derselbe mißbräuchlich gehand liebsten beide.( Heiterkeit). Der neu vorgeschlagene Abstrich Sachsen mißt man mit zweierlei Maß. Die sächsischen Gerichte habt wird. Nicht ich, sondern ein Rechtslehrer, Professor Berner, würde mir lieber sein als der in zweiter Lesung beschlossene. betrachten die Aufforderung, gewisse Lokale nicht zu besuchen, als sagt: Mit dem groben Unfug- Paragraphen( wird von den Ge Abg. v. Stumm(.- P.) stellt fest, daß feineswegs das ganze Haus die Beschwerden der Sozialdemokraten für berechtigt erklärt hat. Abg. Auer( Soz.): Ich habe nicht vom ganzen Hause, fondern nur von den Rednern, welche zu Wort gefommen sind, gesprochen. Daß Herr v. Stumm uns nicht zustimmt, ist selbstverständlich. Damit schließt die Debatte. Der Etat des Reichs- Justizamts wird genehmigt. Beim Etat der 3ölle und Verbrauchssteuern unterhalten sich die Abgg. Sulz und Roeficte wieder über ihre Sachverständigkeit im Brauwesen. in den Anstalten etwas inachen lassen, auch die hohen Gebührenfäße für Monteur 2c. berechne. Wenn ein Revierarbeiter den Inspektor um Bulage angeht, wird er einfach gefragt, ob er vielleicht verrückt geworden ist; die Inspektoren aber werden in ihren Gehältern erhöht. Stadtv. Schulz II bringt zur Sprache, daß ein städtischer Gasarbeiter wegen eines erlittenen Unfalls entlassen worden ist und ersucht die Verwaltungsdeputation, dahin zu wirken, daß dem Manne, der sonst ganz fräftig sei, eine leichte Beschäftigung gegeben werde. Auch stellt er fest, daß sich zahlreiche Arbeiter über das inhumane Wesen des Playmeisters Meyer ihnen gegenüber beschweren und Remedur verlangen. Stadtv. Hentig: Die städtische Gasverwaltung ist auf technischem Gebiete hinter der Zeit zurückgeblieben. Die Siemensschen Brenner sind wieder fallen gelassen worden; was aber an ihre Stelle getreten ist, genügt nicht. richten der gröbste Unfug getrieben.( Sehr richtig! links. 3uruf: I Wenn er es hier im Reichstag fagte, würde er zur Ordnung gerufen werden.) Der grobe Unfug ist nach der ganzen Entstehung der Bestimmung nur als eine physische Belästigung zu verstehen, alle lebertragungen auf das psychische Gebiet wider sprechen dem Sinne und dem Geiste des Gesetzes. Die ganze Sache entbehrt nicht des humoristischen Beigeschmacks. Das Amtsgericht erblickte in dem Vertheilen von Flugblättern am Sonntag groben Unfug. Das Landgericht ist schon etwas er Ieuchteter es wittert nur eine Bekämpfung der Religion, obgleich diefelbe doch mit der Militärvorlage und den Wahlen infolge der Auflösung des Reichstags wenig zu thun hatte. Der§ 48 der Gewerbe Ordnung wollte aber gerade die Wahlagitation durch Flugblätter von allen effeln befreien. Freilich im Königreich Sachfen scheint man sich an die Aufhebung des Sozialistengesetes noch immer nicht gewöhnen zu tönnen.( Sehr richtig! lints.) Der mißbräuchlichen Auslegung Der Gasetat wird in Einnahme und Ausgabe mit der gesetzlichen Bestimmungen muß mit Entschiedenheit entgegen20 870 800 M. festgestellt, ebenso der Etat der öffentlichen getreten werden, weil souft das wichtigste öffentliche Intereffe, Beim Etat der Poft- und Zelegraphenverwal Petroleumbeleuchtung und die Etats des Magazins die Wahlfreiheit, gefährdet wird.( Bustimmung lints.) Redner tung haben die Abgg. Bürklin und Gen. beantragt, den in und der Werkstatt der Gasanstalten, sowie des Feuer- und empfiehlt den Antrag. Gefreut hat mich die Abneigung des zweiter Lesung abgelehnten 20. Rath des Reichs- Postamtes zu Explosions- Versicherungsfonds. fächsischen Bevollmächtigten gegen die Beeinflussung der Gerichte, bewilligen. Zum Etat der Wasserwerte soll der bestehende Tarif obgleich sie nicht ganz dem Auftreten des sächsischen Justizministers Abg. v. Stumm( Np.) bedauert, daß er für einen Antrag, für Wasser und Wassermesser auch für das Etatsjahr 1894/95 in entspricht. In Preußen sind auch seltsame minifterielle Ver- die Förderung für den Unterstaatssekretär, deren Ablehnung eine Kraft bleiben. fügungen früher ergangen, nicht von dem jetzigen Justiz- flagrante Ungerechtigkeit war, wiederherzustellen, teine Unterininister, der so torreft verfährt, wie felten ein an- ftügung gefunden habe; er hoffe, daß die Regierung in der Derer. Die Annahme der Resolution wird genügen. nächsten Session die Forderung wiederholen wird. Ob die sächsischen Justizbehörden den nöthigen Respekt vor dem Abg. Bürkliu empfiehlt seinen Antrag. Beschluß des Reichstages haben werden, möge dahingestellt bleiben. Abg. Wurm( Soz.) hält es für nothwendig, eine Statistit über den Verbrauch der Surrogate aufzustellen, damit man weiß, wer Surrogate verwendet. Wenn eine solche Prostriptionsliste nicht aufgestellt werden soll, dann wird man zum Verbot der Surrogate tommen müssen. Der Etat wird genehmigt. Die Versammlung beschließt demgemäß und genehmigt diesen Etat ohne Debatte, ebenso den Etat für den Vieh- und Schlachthof. Bei letzterem wird die Schlachtgebühr für Schweine von 80 auf 70 Bf. herabgesetzt; die übrigen SchlachtAbg. Müller- Sagan( frf. Vg.) spricht seine Verwunderung und die Fleischschau- Gebühren bleiben unverändert. Die bezüg darüber aus, daß Herr v. Stummi, ohne einen Abänderungs- liche Petition der Schweines und Engros- Schlächter Berlins ist antrag zu stellen, einen Beschluß des Hauses bezüglich des damit erledigt. eine flagrante ungerechtigkeit beUnterstaatssekretärs als Der Etat für die Kanalisationswerte und die zeichnet hat. Riefelfelder( Administrationsbezirke Osdorf, Großbeeren, Nachdem nach Abg. Lingens( 3.) den Antrag Bürklin Falkenberg, Malchow und Blankenfelde) schließt nach den Ausschußempfohlen hat, wird derselbe angenommen. berathungen in Einnahme und Ausgabe mit 9 974 591 m. ab. Für die nächstjährige Etatsperiode soll der Kanalisationsbeitrag wie bisher auf 1 pet. des Nuhertrages der angeschlossenen Grundstücke zur Ausschreibung gebracht werden. Beim Titel Postassistenten" empfiehlt Staatssekretär im Reichs Justizamt Nieberding: GB ist gewiß richtig, wenn die Rechtsprechung, sei es auf dem givil rechtlichen oder auf dem strafrechtlichen Gebiete, eine falsche Richtung einzuschlagen droht, diefe Verhältnisse auch hier im Reichstag zur Sprache zu bringen und die geeigneten Mittel und Wege der Abhilfe hier in Erwägung zu nehmen sind. Aber ein anberes ist es, hier im Hause solche Dinge nicht allgemein zu Abg. Bachem nochmals den Antrag Gröber, wonach die erörtern, sondern einzelne Sprüche der Gerichte zum Gegenstand Zivilanwärter unter den Postassistenten ebenso wie die Militäreiner Kvitit, ironifirender Bemerkungen und anzüglicher Dar- anwärter zum Postfekretär- Examen zugelassen werden sollen. stellungen zu machen, die schließlich darauf hinauskommen, gegen Abg. v. Kardorff( P.-P.) erklärt sich gegen diesen Antrag, die Mitglieder dieser Gerichte schwere Vorwürfe und weil dadurch ein Privilegium der Militäranwärter aufgehoben Zweifel an ihrer Ehrlichkeit und Ueberzeugungstreue würde. Der Antrag Gröber wird angenommen. Von den einmaligen Ausgaben will Abg. Schmidt- Warburg( 3.), wie in der zweiten Lesung, die Ausgabe für ein Postgebäude in DeutschKrone streichen. Staatssekretär v. Stephan und Abg. Graf LimburgStirnm sprechen fich für den Bau aus, der mit großer Mehr heit genehmigt wird. Der Rest des Etats wird ohne Debatte genehmigt. Angenommen wird nach furzer Begründung durch den Abg. v. Podbielski folgende Resolution: Den Reichskanzler zu ersuchen: Stadtv. Sentig polemifirt gegen die heutige Gestaltung der Kanalisationsanlagen und fragt, ob man denn nicht endlich einmal mit der alleinseligmachenden Doktrin der Berieselung zu brechen gedenke.( Lachen.) Es sei doch mehr als fragwürdig, gerade auf den Riefelfeldern Reconvaleszenten- Heimstätten hinzubauen. In feinen weiteren Ausführungen wird der Redner von wachsendem Lärm aus der Versammlung wiederholt unterbrochen, auch ertönte der Zuruf: Karlchen! den Redner als Karlchen Mießnick deutet und scharf zurückweist. Auf die Frage des Redners, weshalb Osdorf noch immer ein so hohes Defizit aufweise, bemerkt Stadtrath Struve, daß dieses Riefelgut die Abwässer aus 8 Radialsystemen aufzunehmen habe, ein sehr großes Quantum, das sich landwirthschaftlich nicht völlig verwerthen lasse. In zwei Jahren würden die Verhältnisse sich gebeffert haben. Stadtv. üben nimmt die Verwaltung der Kanalisations werke gegen die Angriffe das Stadtv. Hentig in Schutz. Stadtv. 3 adet kann den Ausstellungen des Stadtv. Hentig an dieser Verwaltung eine Berechtigung in gewissem Umfange nicht versagen. Die Schwemmtanalisation sei hygienisch bedentlich, in Rummelsburg trete Spüljauche direkt in die Spree, die Forderung einer rentableren Gestaltung der Riefelfelder Wirthschaft begründet. Um wirksam rieseln zu können und gleichzeitig Berlin fanitär möglichst günstig zu stellen, würde man etwa ein Riefelfeld von der Größe der Provinz Brandenburg gebrauchen. Solches durchzuführen fei aber die privat fapitalistische Wirthschaft nicht im stande. Der landwirthschaftliche Betrieb auf den Rieselgütern lasse sehr zu wünschen; der Magistrat stelle die Viehzucht daselbst mehr und mehr ab. zit erheben. Nirgends follte eine folche Schen vor Die Abgg. Graf Oriola( natl.), Hammacher( natl.) und einem solchen Vorgehen herrschen als im Deutschen Reichstage. Müller- Sagan( frs. Bp.) schließen sich den Ausführungen des Ich will die Frage, ob die Gerichte in einzelnen Fällen von der Abg. Bachem an. Strafgefeßlichen Bestimmung über den groben Unfug unrichtigen Abg. v. Leipziger( dt.): Bei allem Wohlwollen für die Gebrauch gemacht haben, hier nicht ausführlich erörtern; ich gebe Bostassistenten, welches dadurch gefördert worden ist, daß die die Möglichkeit zu, daß dic Gerichte bei Anwendung dieser Bor- selben sich zum großen Theile als Patrioten bekannt und die schrift zuweilen etwas weit gegangen sind( Hört! links), denn sozialdemokratischen Angriffe von sich abgewälzt haben, können auch die Richter sind nur Menschen, ohne damit der Gewissen wir doch dem Antrag nicht zustimmen, weil die Klaffe der Posthaftigkeit und Neberzeugungstreue der deutschen Richter irgendwie assistenten Personen zu verschiedenartiger Vorbildung umfaßt. au nahe zu treten. Ob darunter die Fälle, welche der Antrag. steller angeführt hat, auch dahin zu rechnen sind, tann ich, tann das Haus auf grund einseitiger Darstellung nicht beurtheilen. Die Frage, ob die Judikatur von dem groben Unfugsparagraphen einen zu weitgehenden Gebrauch gemacht hat, hat doch die weitere Frage zur Konsequenz, ob nicht der Begriff des groben Unfngs im Laufe der Entwickelung selbst eine andere Bedeutung gewonnen hat. Ich bedauere, zu diesen Bemerkungen genöthigt worden zu sein, denn es ist nicht erfreulich, daß es überhaupt dahin kommen fann, daß die Richter dem Reichstage gegenüber in Schuß genommen werden müssen. Der Antrag wünscht eine deklaratorische Erklärung und die Ausführung 1. Bei den zur Vorlage fommenden Bauplänen auf eine dieses Beschlusses durch den Reichskanzler. Leßteres ist doch nur größere Ginfachheit in bezug auf die Gestaltung der Faffade und dahin zu verstehen, daß die Justizverwaltungen der einzelnen die innere Ausstattung der Gebäude hinwirken und Ein Länder ihre Staatsanwaltschaften anweisen, in dem gedachten schränkungen in bezug auf die Ausdehnung des Baues und beSinne zu wirken. Ich glaube nicht, daß die Regierungen ge- fonders theuere Materialien eintreten zu laffen. neigt sein möchten auf grund des vorliegenden Materials eine 2. Durch ein allgemeines Regulativ festzusetzen, welche Stadtv. Hentig nimmt für sich völlige Sachkenntniß in solche Anweisung erfolgen zu lassen, und auch der Reichstag Ausdehnung eine Dienstwohnung für jede Dienststelle haben soll. Anspruch; ob die Summe feiner Spezialtenntnisse von vielen wird dem darauf gerichteten Ersuchen kaum beitreten Die Abstimmung über den Etat im ganzen wird ausgefeyt. andern Mitgliedern erreicht werde, müffe er bezweifeln, Er wollen, er wird nicht erklären wollen, daß das Gesetz Darauf folgt die Berathung von Petitionen von Postbeamten. fordert die Anlage von Klärstationen nach Pankower Muster und in einer bestimmten Weise gegenüber dem Spruch eines bestimmten Die Petitionskommission empfiehlt durch ihren Berichterstatter wünscht, daß die Riefelfelder einige Meilen weiter von Berlin Gerichts ausgelegt wird. Der Antrag besagt in seinem ersten Abg. von Langen folgenden Antrag: 1. über die Borstellungen wegverlegt werden. Theile etwas Selbstverständliches.( Hört! links.) Nach meiner von Postbeamten, enthaltend Proteste gegen die Ausführungen Der Etat wird genehmigt, desgleichen die Höhe des Kanaliferner der Etat für Geschäftsbedürfnisse, Ueberzeugung hat der fächsische Gerichtshof durchaus nicht die der sozialdemokratischen Mitglieder des Reichstages bei der Be- fationsbeitrages; Absicht gehabt, dem betreffenden Paragraphen die weitgehende rathung des Reichshaushalts- Etats bezüglich ihrer sozialen Lage Prozeßtosten u. f. w., und der Etat der Pensionen und UnterAuslegung zu geben, die die Antragsteller unterstellt haben; aus u. f. 1., 2. über die Vorstellungen der Postvertrauensärzte im stüßungen. dem Erkenntnisse geht nicht hervor, daß die Bertheilung von Bezirke der taiserlichen Ober- Postdirektion Berlin, enthaltend einen Wahlzetteln deshalb unzulässig sein soll, weil sie in der be- Protest gegen die Ausführungen der sozialdemokratischen Mit anstandeten Art und Weise stattgefunden hat. Der Sache ist glieder des Reichstages bei der Berathung des Reichshaushalts. eine ihr nicht zukommende Bedeutung gegeben worden. Es wird Etats, bezüglich der Stellung und Thätigkeit der Postvertrauensabzuwarten fein, ob irgend ein Gerichtshof bestreiten wird, was ärzte zur Tagesordnung überzugehen." in dem Antrag gefordert wird. Dann erft ist Abg. Merbach( 9p.) sieht in den Petitionen einen Beweis Beit gekommen, mit einer Reſolution oder einem Antrage vor für die Erregung der Postbeamten über die Debatten in diesem zugehen. Hause. die Abg. Nintelen( 3.) Das Urtheil des sächsischen Oberlandesgerichts behagt auch mir nicht; aber der Reichstag hat nicht das Recht ein Urtheil zu tritifiren. Will man eine en derung der Rechtsprechung herbeiführen, dann muß eine Dellaration eingebracht werden. Beim Etat der Markthallen spricht sich Stadtrath Mamroth gegen die Verbilligung der Marktstandgelder aus. Der an der Spike der Agitation dafür stehende Verkaufsvermittler gefalle fich zwar in der Rolle des nothleidenden Landwirths, mache aber in Wirklichkeit ein brillantes Geschäft. Auch die verlangte Verbreiterung der Gänge zwischen den Ständen lehnt das Markthallenfuratorium ab, desgl. das Verlangen nach Abschaffung der neuerdings erhobenen Bahnhofsgebühr. Stadtv. Sa ch 3 11 bekämpft den Standpunkt des Magistrats, wonach jede Markthalle fich aus fich selbst erhalten soll. Stadtrath Mamroth sieht absolut feinen Grund dafür ein, daß zu gunsten Einzelner eine neue Laft dem allgemeinen Steuerfäckel aufgebürdet werden soll.( 3uftimmung.) Abg. Liebermann von Sonnenberg erhebt Protest dagegen, daß die der Postverwaltung nabestehende Verkehrs- Zeitung" beim Abdruck dieser Petion die Bemerkung macht, daß die Mitglieder des Poftassistenten- Verbandes der Sozialdemokratie verfallen zu sein scheinen. Das sei eine Beleidigung der Postaffiftenten, denen Stadtv. Heitmann beruft sich darauf, daß von der VerAbg. Bimmermann( Deutsche Reformpartei): Der Nutrag das Haus wenigstens durch die Annahme des Antrages Gröber fteller hat die Gelegenheit benußt, die Antisemiten zur gütigen eine kleine Genugthuung gewährt habe. Hoffentlich würden die Sammlung f. 3. ausdrücklich ein Beschluß in dem Sinne gefaßt sei, daß jede Halle sich selbst erhalten solle. Berücksichtigung bei Strafverfolgungen zu empfehlen und um Spitzen der Postverwaltung bald auch ihre Ansichten ändern. Go harınlos ist ein kleines Denunziatiönchen anzubringen. Abg. Bebel( Soz.): Obgleich von der Postbehörde unter Der Etat der 14 Markthallen und der Engroshalle wird Der Boykott von Lokalen doch nicht gewesen, wie der den Beamten eine großartige Agitation für solche Vertrauens- genehmigt. Die Petition des Fortbildungsschülers Schimohr, TelAntragsteller ausgeführt hat. Man hat einen Wirth zwingen adressen in Szene gesetzt ist, haben schließlich insgesammt wollen, den Sozialdemokraten feinen Saal zu geben, und zwar doch nur drei Tausend und einige Hundert Unterschriften towerstr. 24, um Ersatz für seinen ihm während des Unterrichts Wenn das der Leiter dadurch, daß Sozialdemokraten die Lokale besuchten und die abgegeben. der Poftverwaltung vom Rorridor der 1. Fortbildungsschule verschwundenen, sehr Tanzluftigen am Tanzen hinderten. Gewiß haben wir die als ein Vertrauensvotum ansehen will, so bedauere ich wenig getragenen Ueberzieher wird dem Magiftrat nach dem Parole ausgegeben: Kauft nicht bei Juden! Das gefchab aus ihn um seine Bescheidenheit. Wir haben die Angelegenheiten zur Antrage des Petitionsausschusses zur Berücksichtigung nationalen, chriftlichen und wirthschaftlichen Gründen. Die So- Sprache gebracht ohne Rücksicht darauf, ob wir uns damit überwiesen. zialdemokraten haben durch ihre Boykottirungen die Gristenzen Antipathien oder Sympathien bei den Postbeamten erwerben, ihrer Gegner zu vernichten gesucht und spielen sich hier als Retter Es sind uns die zahlreichsten Zuschriften zugegangen, zum Theil der Freiheit auf! Die Schweinhagen und Genossen sind niemals von solchen, die selbst unterzeichnet haben, mit der Erklärung, Antisemiten gewesen; die Glöß'schen Bilderbogen find ein baß sie hätten unterzeichnen müssen, sie hätten garnicht anders reines Privatunternehmen. Uebrigens ist Herr Glöß, trotzdem er gefonnt, daß sie uns aber dafür Dank wissen, daß wir ihre Be100 Prozesse gehabt hat, nur einmal zu drei Mart verurtheilt. fchwerden vorgebracht haben. Ständen wir nicht in der dritten Diese Ungleichheit der Behandlung findet nicht statt, es wird Lesung, so könnten wir wieder ein reiches Material vorbringen, fogar nicht scharf genug gegen die Sozialdemokraten vorgegangen. das wird aber im nächsten Jahre geschehen. Ahlwardt's Versammlungen find in Sachsen verboten worden, Abg. Nettich( df.) verlieit einen Zustimmungsbrief von Postwährend anarchistische Versammlungen stattfanden. Die Sozial beamten aus seinem Wahlkreise. demokraten haben zur Bekämpfung des Christenthumns von der Abg. Schoenlauk( Soz.) verzichtet auf weitere AusPreßfreiheit ausreichenden Gebrauch gemacht, so daß sie beinahe führungen, bleibt aber dabei, daß die Sozialdemokraten die in Breßfrechheit ausgeartet ist. Troß der Begründung werden Mandatare der Postbeamten sind.( Lebhafter Widerspruch wir für die Resolution stimmen, weil wir keinerlei Ungleich- rechts.) heit, teinerlei Beinflussung wollen. Der Antrag scheint nur ge stellt zu sein, um sich wieder einmal den sächsischen Juden als Schüßer zu empfehlen. Die Abgg. Hammacher und Genossen beantragen: In Er wägung, daß die Auslegung von Reichsgesehen verfassungsgemäß dent Gerichte zusteht, in fernerer Erwägung, daß eine Deklaration der Gesetze nur im Wege der Gefeßgebung erfolgen tönne, über den Antrag zur Tagesordnung überzugehen. Abg. Enneccerns( ntl.): Daß das Vertheilen von Druckschriften am Sonntag grober Unfug sei, will mir auch nicht richtig erscheinen; aber daß der Reichstag ein unrichtiges Urtheil des höchsten Gerichtshofes richtig stellen soll, das ist unerhört. Die Gesetzgebung ist Sache des Reichstags und des Bundesraths. Was würden Sie dazu sagen, wenn nun einmal der Bundesrath ein den Sozialdemokraten günstiges Urtheil als unrichtig bezeichnen würde? Nehmen Sie den Antrag Hammacher an; ich bin auch zufrieden, wenn der Antrag Auer fang- und flanglos abgelehnt wird. Abg. Auer( Soz.): Nachdem von allen Rednern zugegeben worden ist, daß unsere Beschwerde berechtigt ist( Widerspruch rechts), ziehen wir den Antrag zurück, indem wir uns vorbe halten, denselben in anderer Form wieder vor das Haus zu bringen. Darauf wird der Antrag der Kommission angenommen. Das Etatsgesetz und das Anleihegesetz gelangen ohne weitere Debatte zur Annahme. Schluß 51/2 Uhr. Nächste Sigung Freitag 10 Uhr.( Dritte Lesung des russischen Handelsvertrags; Abstimmung über den Etat im ganzen.) Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Sigung vom Donnerstag, den 15. März, Nachmittags 5 Uhr. Die Berathung des Stadthaushalts Etats wird fortgefent. Jm Etat der städtischen Ga 3 anstalten sind aus dem Absa des Gafes an Private 11 840 000 m. Einnahme in den Etat eingestellt, 980 000 m. weniger als im Vorjahre. Stadtv. Tempel bemängelt die niedrigen Arbeitslöhne, die die Stadt in den Gasanstalten zahlt. Ein Revierarbeiter erhalte 14,90, ein Monteur 22,80 M. Diese Löhne seien ganz außerordentlich gering. Auch sollte die Stadt nicht noch an diesen Löhnen zu verdienen trachten, indem sie den Arbeitern, wenn sie Die Wasserversorgung der beiden Springbrunnen und der acht Sprenghähne auf dem 2ustgarten foll laut Ver trages mit dem Fiskus vom 1. April 1894 ab von der Stadt übernommen werden. Der Fiskus hat für die Jahre 1894-99 jährlich 7000 M., von da ab jährlich 6000 M. zu zahlen. Vor dem 1. April 1899 soll dieser Vertrag nicht tündbar sein. Ferner verpflichtet sich der Fisfus, den Schornstein des fistalischen Maschinenhauses am Lustgarten binnen drei Monaten nach Genehmigung dieses Vertrages abzubrechen, während das Maschinengebäude selbst bis zum 1. April 1899 erhalten bleibt, sodann aber bis zum 1. Januar 1900 abgebrochen werden muß. Zum Zwecke einer Ausstellung von auf die Stadt Berlin bezüglichen Gemälden wird der deutschen SchriftstellerGenossenschaft der Festsaal des Rathhauses vom 22. März bis 5. April d. J. unentgeltlich überlassen. Zum Abbruch der über den Spandauer Schifffahrtskanal führenden Fennstraßen Brücke giebt die Versammlung ihre Zustimmung und stellt für eine unterhalb zu errichtende Rothbrüde 30 000. als erfte Rate zur Verfügung. Weitere 10 000 m. für diese Nothbrücke soll die königliche MinisterialBaukommission beisteuern. Das Grundstück Linienstr. 60/61 und Lothringerftr. 66 foll bebufs Verlängerung der Gormannstraße bis zur Lothringerstraße für 450 000 Mt. freihändig angekauft werden. Die Versammlung slimmt dem zu. Gemäß dem Beschluß der Versammlung vom 22. Februar er. hat der Magistrat bezüglich der Wegschaffung eines Theiles der auf dem städtischen Abladeplatz vor dem Stralauer Thore lagernden Müllmengen ein Ausschreiben behufs freihändiger Vergebung dieser Arbeit erlassen. Es sind 7 Offerten eingegangen. Der für den Kubikmeter geforderte Preis bewegt sich zwischer 2,10 und 2,95 M. 2,10 M. forden der Kaufmann Haberlern und der Schlächtermeister Blinde, 2,18 der Fuhrunternehmer Tabbert. Der Magiftrat beantragt, dem Letzteren den Zuschlag zu ertheilen. erklärt jedoch, für die pünktliche Ausführung und Beendigung der Arbeit eine Garantie nicht mehr übernehmen zu können. Eine solche hätte nur der von ihm ursprünglich vorgeschlagene Unternehmt» Muck, der den Betrieb nitt einer größeren Anzahl von Kähnen übernehmen wollte, zu leisten vermocht. Auf Antrag des Stadtv. I a e o b i wirb diese Angelegenheit wegen dabei zu erörternder Personenfragen in geheimer Sitzung verhandelt. Schluß 7�/« Uhr. ©etfitftfs-Bcifitna. Prozeß Plack- Schweinhage».(Vierter VerhandlungZ- tag.) Landgerichtsdirektor Voigt eröffnet die Sitzung um 9>/l Uhr. Der Angeklagte Plack erbittet sich sofort das Wort: Herr Prästdent, ich möchte um eine Rechtsbelehrung bitten, in- betreff eines Punktes, der gestern zur Sprache kam.— Präs.: Ich habe Ihnen keine Rechtsdelehrung zu errheilen. Wir fahren in der Beweisaufnahine fort. Generalkonsul Ruffel soll Auskunst über den Rückgang der„Dortmunder Union" geben. Derselbe sei hauptsächlich dar- auf zuriickznsühren, da« infolge einer totalen Umwälzung auf dem Gebiete der Eisenindustrie umfangreiche und kostspielige Bauten auf den Werken ausgeführt werden mußten, welche die Jahre 1373 und 1874 vollständig in Anspruch nahmen. Als die Werke konkurrenzfähig waren, fei die Eisenindustrie sehr zurückgegangen, wogegen die Stahlindustrie in Blnthe stand. Es seien noch eine Menge anderer Umstände hinzugetreten, welche in Verbindung mit dem angeführten Geld- und Zeitverlust einen Rückgang der Werke herbeiführen mußten. Der Zeuge giebt sodann eine Schilderung von der Gründung der Rumänischen Eisenbahn-Gesellschast und den in Frage kommenden finanziellen Maßnahmen. Angekl. Plack stellt an den Zeugen verschiedene Fragen über die Retrozession und die Thatsache, daß infolge eines Pro- zeffes, welchen ein Herr Ludwig v. Kaufmann angestrengt hatte, das Reichsgericht die Beschlußfassung über die Relrozesiion für nicht gesetzmäßig erklärt hat. Der Zeuge erklärt, daß das rein theoretische Erkenutniß ihm bekannt sei. ebenso daß das Reichs- gericht irgend welche Anordnung zur Ausiührung dieses Er- kenntnisses nicht getroffen hat. Man versuchte eine Ver- antwortlichkeit des Aufsichtsraths zu konstruiren, weil der- selbe den rechtsgiltig gefaßten Beschluß durchgeführt hat. Thatsächlich habe also das Reichsgericht einer Klage des Herrn v. Kaufmann stattgegeben, praktische Folgen habe das Erkenntniß aber nicht gehabt, weil die rumänische Regierung faktisch im Besitze der Bahnen war.— Staatsanwalt Müller: Wann ist die Retrozession zu stände aekommen?— Zeuge: Im Jahre 1880.— Staatsanw.: Ter Herr Minister ist bekanntlich schon im Jahre 1876 aus- getreten. Will der Angeklagte behaupten, daß der Herr Minister für die Retrocession verantwortlich ist?— Angekl. Plack: Das kann ich natürlich nicht behaupten. Der nächste Zeuge ist Geh. Rath S ch w a b a ch von der Firma Vleichröder. Derselbe wird über die der Rumänischen Eisenbahngesellschast von der Seehandlung gewährten Tarlehne vernommen und erklärt, daß die den Banken für ihre Bürgschaft gewährte Provision von vier Prozent zu damaliger Zeit außer- ordentlich billig war. DieS war nicht eine einfache Provision, welche in die Tasche gesteckt wurde, sondern es kam dazu, daß die Banken der rumänischen Regierung die Gewähr dafür übernahmen, daß die ganze Sache die rumänische Regierung nicht mehr koste als 3 Prozent, d. h. den Prozentsatz, welchen die rumänische Regierung für ihre Staats- tchulden zahlte. Im weiteren Verlaufe erklärt der Zeuge: Ich ade noch zu bemerken, daß ich seiner Zeit zu Herrn von Bleich- röder in einem ähnlichen Verhällniß stand, wie Herr Miguel zu Herrn v. Hansemann, nur daß ich auch Chef der Börsen-Ab- theilung war. Ich kann mich selbstverständlich nicht mehr auf alle Einzelheiten besinnen und muß mich von vornherein salvircn, falls mich mein Gedächtniß verlassen sollte. Ich habe jedenfalls das beste Bestreben, in allen Punkten die reine Wahrheit zu sagen. Das Wort„Meineid" scheint ja eine sehr beliebte Marke z» sein, unter welcher namentlich auch mein verstorbener Chef und Freund Herr von Bleichröder zu leiden batte. Ich habe mit großer Betrübniß gelesen, daß hier Herr v. Diest- Daber die alte Legende wieder vorgebracht hat, daß bei einen, Verleumdungs-Prozesse des Fürsten Bismarck gegen Herrn Diest-Daber Herr v. Bleichröder einen Meineid geleistet habe. Diese schwere Beschuldigung des Herrn war damals ebenso absurd, wie sie es jetzt ist. Er hat wiederholt versucht, mit dieser Behauptung bei dem Staatsanwalt � und Oberstaatsanwalt durch- zudringen, ist aber stets zurückgewiesen worden. Als Sozius der Firma, als alter Freund und Testamentsvollstrecker des Ver- storbenen, muß ich diese dreiste Behauptung entrüstet zurück- weisen, mit um so tieferer Entrüstung, indem die schwere Be- schuldigung einem Tobten gilt, der sich nicht mehr vertheidigeu kann. Erster Staatsanwalt Drescher: Ich möchte hierKenntniß geben von einem bei mir eingegangenen Schreiben des Herrn Finanzministers. Der Herr Munster scheint aus einem Zeitungsberichte der Meinung zu sein, als hätte der Angeklagte Plack hier behauptet: der Herr Minister habe seiner Zeit im Gehlsen- Prozesse beschworen. daß er der Generalversammlung vom 29. Juni 1874 nicht beigewohnt habe. Das hat der Herr Minitier damals nicht beschworen, das hat aber auch der Angeklagte hier nicht behauptet. Derselbe hat sich viel- mehr nur bemüht, festzustellen, ob der Herr Minister in jener Generalversammlung zugegen gewesen, um daraus wohl zu dednziien, daß, wenn der Minister zugegen war, er von dem Darlehnsgeschäfte Kenntniß gehabt haben müsse.— Präs.: So verhält es sich in der That. Ich habe ja gestern ausdrück- lich dem Angeklagten vorgehalten, daß, selbst wenn der Herr Minister der Generalversammlung beigewohnt hätte, daraus jene Kenntniß noch absolut nicht zu folgern sei. Es folgt die Bernehmung des Schriftstellers Dr. Kolk, welcher gleich dem Augeklagten Plack gegen den angebliche» Börsenschivindel zu Felde zieht. Ter Zeuge erklärt, daß er die feste Ueberzeugung hege, daß es an der Börse eine Gruppe von Personen gäbe, welche im stände sei, den Kurs gewisser Papiere längere Zeit vorher zu bestimmen. Auf der Börse gehe es nicht nach der Logik der Thatsachen. Er habe sich seit Jahren damit beschädigt, Tabellen aufzustellen, auf grund der«» er hinter das Geheimniß kommen wolle, es sei ihm bisher aber noch nicht gelungen. Eine solche Börsen- gruppe habe zu viele Fühler. Er sei zu der felsenfesten Anucht gekounuen, daß ein„kolossaler Schwindel" an der Börse ge- trieben werde, und Hobe in dieser Beziehung namentlich auch die Papiere der Rothschildgruppe genau verfolgt. Auf Befragen er- klärt der Zeuge, daß er seine Erfahrungen an der Wiener und Frankfurter Börse gemacht. Heber dasselbe Thema wird der folgende Zeuge, Schrift- steller Weber vernommen. Er giebt an, daß er sich durch löjährige Thätigkeit im Auslande ein Vermögen erworben habe, das nach seiner Rückkunft nach Deutschland in kurzer Zeit an der Börse wieder verloren gegangen sei. Er sei der Ueber- zeugung. daß es an der Börse nicht mit richtigen Dingen zugehe. Zunächst sei es ihm aufgefallen, daß ein gewisser Kurs- stand bestimmter Papiere immer wiederkehrte, ohne daß eine Er- klärung dafür zu ergründen war. Er habe es zu seiner Lebe»«- ausgab? gemacht, hinter den Börsenschwindel zu kommen und ein Zufall habe ihm dabei einen bedeutenden Schritt vor- wärts geholfen. Als er sich eines Tages an der Börse befunden babe; habe er das Noiizbuch eines Bankiers gesunden. i Er habe einen Blick hineingeivorsen und darin eine Tabelle von Papieren entdeckt, von denen die Kursbezeichnung bei zweien der- selben mit rothcr Tinte geschrieben war. Er habe sich die G ittung der Papiere und den Kurs genau gemerkt und ihren Stand an der Börse verfolgt. Es sei ihm aufgefallen, daß diese beiden Papiere— es seien österreichische gewesen— schon im Laus, des Monats ohne erklärliche Veranlassung gestiegen seien. Am Ultimo hätten sie genau den Kurs erreicht, der i» dem Notizbuche des Bankiers angegeben war. Er sei ein fleißiger Börsenbesucher geworden, wobei er sich den Anschein eines völlig Unkundigen gegeben habe, um hinter das Geheimniß zu kommen, welches seiner Ueberzeugung nach gewisse Börsengruppen ver- binde. Fast fei es ihm gelungen, aber er sei mit seinem System noch nicht völlig fertig.— Aul eine Anfrage des Angekl. Plack erklärt der Zeuge, daß er jetzt schon so wert gekommen sei, die Kurse auf sechs bis acht Tage vorher berechnen zu können. Der Erste Staatsanwalt Drescher richtet an den Zeugen die Frage, warum er denn nicht mittels seines„zuverlässigen" Systems spekulire, um dadurch sein verloren gegangenes Ver- mögen wieder zu gewinnen. Der Zeuge Weber erwidert, daß er dies erst lhun werde, nachdem es ihm gelungen sei, sein System vollständig fertig zustellen. Als Sachverständiger giebt sodann der gerichtliche Bücher- revisor Töpfer ein auf einem sorgfältigen Studium der sämmtlichen Bücher der Distonto-Gesellschafl beruhendes um- fangreiches Gutachten. Aus dem reichen Ziffermaterial, welches derselbe vorführt, ist hervorzuheben, daß bei den in der Ars- schüre bezeichneten Gesellschaften, die unter der Aegide der Tis- konto-Gesellschaft ins Leben getreten sind, nirgends ein so- genannter Gründergewinn gemacht worden ist. Bei der Dort- munder Uuion hat sich iür die Diskonto-Geselllchaft ein Verlust von S'/« Millionen Mark ergeben, dem ein Gewinn von zirka Svovov Mark gegenüberstand. Was die Comerner Bergwerke betrifft, so habe die betreffende Gesellschaft in den ersten Jahren nenn bis sechs Prozent Dividende ge- zahlt, später sei sie zurückgekommen. Mit der Gründung von Gelsenkircheu habe die Diskonto-Gesellschaft selbst nichts zu thun gehabt, da die Verhandlungen direkt zwischen dem Vorbesttzer und der Gesellschaft geführt wurden. Eine Durchsicht der Konten des Ministers Dr. Miguel zeige, daß derselbe keinerlei Spekulationsgeschäfte gemacht habe, und es sei nicht ein einziges Differenzgeschäft vorhanden. Was die Art der Papiere betreffe, in denen der Minister sein Geld, welches doch nicht todt daliegen könne, angelegt habe, so handele es sich um einunddreißig ver- schiedene Papiere. Der Minister habe sie jahrelang im Besitz ge- habt und jetzt noch theilweise im Besitz. Verkäufe der Papiere seien vorgekommen, nachdem sie lange Zeit ruhig dagelegen. Uebrigens� sei ihm von Beamten der DiSkonto-Gesellschaft gesagt worden, daß der Minister Miguel sich persönlich um diese Dinge nicht gekümmert habe. Die Gegenüberstellung von Gewinn und Verlust aus den verschiedenen Anlagen ergeben für den Minister einen Verlust von 49 251 M. Von rumänischen Stammaktien habe der Minister nur 2000 Thaler besessen. Was den in der Broschüre enthaltenen Vorwurf betrifft, daß die Diskonto- Gesellschaft bei dem Darlehnsgeschäft die rumänische Gesellschaft bewuchert habe, erklärt der Sach. verständige, daß an Provision und Zinsen von sämmtlichen Dartebncn der einzelnen Jahre sich em Durchschnittssatz von 8,33 pCt. ergiebt. Die Anssührungen des Sachverständigen geben dem Ange- klagten Plack Veranlassung zu einer unendlichen Kette von Fragen und verdächtigende» Ausdrücken im Sinne seiner Bro- schüre. Er bleibt nameiitlich immer dabei, daß die Diskonto- Gesellschaft Wucherzinsen bei dem qu. Kreditgeschäfte genommen babe, und läßt sich durch keine Darlegungen des Generalkonsuls Rüssel belehren. Die Diskussion über diesen Punkt schließt damit ab, daß auf Antrag des Angeklagten ein Vertreter des Bankhauses F. W. Krause"sofort geladen wird, um Auskunft darüber zu gebe», welchen Provisions- und Zinssatz ein solider Bankier im" Jahre 1372 bei einem Kreditgeschäste mit einem sicheren Kunden berechnete. Längere sinanzielle Ausführungen des Angeklagten Plack er- rege» wiederholt das Gelächter der anwesenden Finanzmänner. Der Angeklagte will auch den Bücherrevisor Töofer beivegen, zu bekunden, daß die Bilanzen der rumänischen Eisenbahn-Gesell- schafl gefälscht waren. Herr Töpfer lehnt aber eine Auskunft darüber ab, weil ihin zu einer solchen neben den Bilanzen auch die Bücher vorlegen mußten. Zeuge Rietze: Die Bilanzen seien von ihm gemocht wor- den. Als derselbe gemeine Vervacht, den der Angeklagte hier wieder vorbringe, seinerzeit im Prozesse Gehlsen vorgebracht ivorde», seien die Bücher eingefordert und von einem gerichtlichen Bücherrevisor durchgesehen worden. Weil die Belästigungen dann geradezu infam wurden, habe er in jedem Jahr einen Bücherrevisor zu den Bilanzen herangezogen. Der Angeklagte Plack stellt den Antrag, aus dem Bericht des Aussichtsroths und der Bilanz vom 26. Juni 1873 einzelne Stellen zu verlesen. Der Erste Sraalsanwalt widerspricht diesem Antrage. Der Slrafantrag beziehe sich lediglich auf die Person des Finanzministers. Der Gerichtshof habe doch nicht die Auf- gäbe, gewissermaßen eine Untcrsuchungs- Kommission zu bilden über Börsengeschäfte im Allgemeinen. Der Gerichlshof lehnte den Antrag ab, d» der Finaiizminister Miquel im Jahre 1878 weder persönlich haftender Gesellschafter der DiSkonto-Gesellschaft noch Aussichtsrath der rumänischen Eisenbahn-Gesellschast ge- wesen sei. Der Angekkagte Schweinhagen kommt jetzt wieder auf die braunschiveigische Eisenbahn-Angelegenheit zurück. Der Prä- sident hält ihm vor, daß doch alle neuen Beweisanträge über- flüssig seien, da er ja doch schriftlich und mündlich die Erklärung abgegeben habe, daß er den gegen Dr. Miquel erhobenen Vor- ivurf nicht aufrecbt erhalten könne. Der Angeklagte bestreitet dies, woraus der Präsident noch einmal die Abbitte zur Ver- lesung bringt, die Schweinhagen unterm 13. Oktober v. I. vom Gefängnisse aus an den Finanzminister gerichtet hat. Der Angeklagte Schweinhagen erklärt, daß in dem Inhalte dieses Briefes weder ein Widerruf noch eine Abbitte zu finden sei, sondern lediglich das Anerbieten eines Vergleichs. Er neige sich jetzt allerdings der Ansicht zu, daß die erste Erklärung des Finanzministers im Reichstage die richtige sei. Er stelle nun den iilutrag, folgende Personen zu laden, welche genanen Aufschluß geben könnten über die Vorgänge, welche zum Verkauf der braun- schweigischen Eisenbahnc» führten. Es seien dies der vormalige Eisenbahnvorsteher Hummel zu Kreiensen und der Ver- sicherungsagent Kalterseld in Braunschweig, der früher ebenfalls brauuschweigischer Beamter gewesen sei. Ferner beantrage er die Ladung des früheren Staatsministers v. May- dach, welcher bekunden solle, bei welcher Gelegenheit der preußische Staatsschatz die Aktien der braunschiveigische» Eisenbahnen übernehmen mußte und welche Erträge daraus dem preußischen Staatsschatz zugeflossen seien.— Ter Erste Staatsanwalt widerspricht auch diesem Antrage, der mit dem Inhalte der Anklage in keinem Zusammenhange stehe.— Der Gerichtshof beschließt, dem Antrage stattzu- eben und die Zeugen sofort telegraphisch zu reitag Mittag 1 Ubr zu laden. Inzwischen ist der Prokurist H o e n e vom Bankhause F. W. Krause u. Co erschienen. Derselbe bekundet, daß sein Bankhaus im Jahre 1372 bei Gewährung von Darleheu an ganz sichere Kunden an Zinsen und Provision 6—7 pCt. berechnet haben würde. Bei so großen Summen, wie sie bei den Ruma- nischen Eisenbahnen in Frage kamen und bei einem so große» Risiko würden sich die Bedingungen natürlich erschweren. Ter Angeklagte Plack richtet dann noch eine ganze Reihe von Fragen an die früheren Direktoren Otlermann und Rietze, welche wieder auf die Verhältnisse der rumänischen Eisenbahn- Gesellschast bezug haben. Er wünscht namenllich Ausklärungen über die Beziebungen der Gesellschaft zu verschiedenen österreichisch- ungarischen Preßorganen. Er ,mll damit beweisen, daß durch Vermiileluiig des Ritters von Gründorf große Gelder ausgegeben seien zur Bestechung der öffentlichen Meinung und daß somit eine Broschüre mit der Behauptung Recht habe, daß Herr Miquel die Zeitungen bestochen habe. Der Angeklagte überreicht mit triumphirender Miene ein Konvolut von Quittungen und Briefen ver rumänischen Eisenbahngesellschaft und setzt stolz hinzu „Das sind lauter Originale!"— Zeuge Ott er mann: Ach das sind wohl die von Meißner gestohlenenAkten?— Angekl.: Das weiß ich nicht. Ich kenne Herrn Meißner nicht.— Aus den Bekundungen der Zeugen geht hervor, daß damals der Direktion der Gesellschaft natürlich daran liegen mußte, die Pro- spekre:c. auch in die österreichischen Blätter zu bringen, theils um das dortige Publikum zu interessiren, theils um durch Zu- wendung von Inseraten an gewisse Organe gehässige Kritiken zu vermeiden. Es seien auch Artikel über die Lage deS Unternehmens in die Presse lancirt worden. Der Angeklagte behauptet, daß verschiedene dieser Notizen direkt falsche Thatsachen enthalten, was von den Zeugen entschieden bestritten wird. — Präs.: Und meinen Sie denn, daß der Herr Minister Miquel von diesen Verbindungen mit den Zeitungen irgend welche Kenntniß hatte?— Angekl.: Gewiß, Herr Miquel war doch Aussichtsrarhs-Mitglied.— Zeuge Otter- mann: Der Angeklagte hat gestern gezeigt, daß er keine Ahnung hat von den Ersordernissen emer Bilanz, jetzt zeigt er, daß er gar keine Ahnung hat von dem Geschäftsbetrieb einer großen Gesellschaft. Glaubt er denn wirklich, daß in solchen Dingen die Mitglieder des Anfsichtsrathes, die oft an ganz ver- schiedenen Orten wohnen, erst um ihren Rath befragt werden? Der Herr Finanzminister Miquel hat von diesen Dingen keine Kenntniß gehabt.— Der Angeklagte geht weiter mit verschiedenen Fragen auf die Darlehnsaufnahmen der Rumänischen Gesellschaft ein. Zeuge Ottermann schneidet diese Fragen mit der Bemerkung ab: Bei einer Gesellschaft, an deren Spitze die hervorragendsten Männer standen, ist doch schon der Gedanke, daß unreelle Geschäfte betrieben seien, geradezu absurd. Es ist namentlich ein« absurde Erfindung, daß die Ge- sellschaft Gelder blas deshalb aufgenommen habe, um der Gesell- schast Provisionen zu verschaffen.— Zum Beweise, daß der Zeuge Herr Miquel sich sehr um die mternen Angelegenheiten der Gesellschaft bekümmert und auch die Preßangelegenheiten gekannt habe, beruft sich Plack auf einen bei feinen „Akten" befindlichen Briefwechsel zwischen Ottermann und Miquel, bei welchem es sich um Joachim- Gehlsen handelte.— Zeuge O t t e r m a n n: Das war ein einzelner, ganz besonderer Fall. Es kam damals einmal ein Mann zu mir, welcher mir erzählte, daß Gehlsen am nächsten Tage in seiner„Deutschen Eisenbahn- zeitung"(späteren„Reichsglocke") einen Schmähartikel gegen uns veröffentlichen wolle. Er legte mir nahe, doch alle Schritt» zu thun, um dies zu verhindern, ich lehnte es aber ab, da ich meinte, daß solche Subjekte kaum Schaden zufügen könnten. Ich habe dann über die Angelegenheit mit Herr» Miquel unterhandelt und dessen Rath eingefordert, ob und was etwa geschehe» solle. Ich frage nun einen jede», wenn solcher Hallunke... An- g e k l.(der sich getroffen fühlt) unterbricht: Aber wie darf denn der Zeuge so etwas sagen!— Präs.: Sie sehen, daß ich eben dabei war, den Zeugen zu unterbrechen. Im Uebrigen brauchen Sie doch wahrhastig nicht so sehr penibel zu sei», der Sie so oft mit Ausdrücken wie„Schwindel",„erlogen" und der- gleichen um sich werfen.— Zeuge Ottermann: Der „Hallunke" war ja gar nicht aus den Angeklagten gemünzt, sondern aus Gehlsen.(Heiterkeit), Die Beweisaufnahme ist damit bis auf die heute geladenen eugen vorläufig erledigt. Der Angeklagte Plack wünscht den inauzmimster Miquel nochmals zur Stelle zu haben, da er noch mehrere Fragen an denselben zu richten habe. Der Präst- dent bemüht sich vergeblich, den Angeklagten von diesem Gedanken abzubringen und der Gerichtshof beschließt, den Minister Miquel auf Freitag nochmals vorzuladen. Hiermit schließt die Sitzung. Die Verhandlung wird Freitag 11 Uhr sortgesetzt werden. Prag, 14. März.(Prozeß gegen die Mörder Mrva's). Der Mitangeklazte Cizek leugnet die Mitwiffenschaft an der Er- mordung des Mrva und erklärt sich bezüglich der Verbreitung des juiigezechischen Manifestes für unschuldig. Das Verhör der Angeklagte» wurde sodann geschlossen und das Verhör der Zengcn begonnen. Verlaittittlungett. Die„große Protestversammlung" der Getreuen der be- rühmten Firma Sieniens u. Halske hat wie das vorauszusehen war, mir einem glänzenden Fiasko geendigt. Von den zirka hundert Personen, die man mit vieler Mühe zu dieser großen Mohrenwäsche herangeschleppt hatte, bestand der größte Theil aus Beamten, Werkmeistern, Komtoirpersonal u. s. w. Der fromme Wunsch, ganz unter sich zu sein, ging leider nur sehr bedingt in Erfüllung, denn trotz der peinlichsten Kontrolle war das fremde Element, das partout nichts von dem Vertuschungs- System hält, in bedenklich großer Zahl vertreten und nur die Letzteren faßten auch die Versammlung ihrer Bedeutung entsprechend, nämlich als Komödie, auf. Mit wahren Lachsalven begrüßte man die Erklärung des Herrn Christoph, Werkmeister- Aspirant seines Zeichens, daß er persönlich(!) vom Direktor die Versicherung erhalten habe, daß hier Jeder seiner Ueberzeugung gemäß sprechen könne, ohne einer Maßregelung ausgesetzt zusein. Die Wiberleguiig der von„agitatorischer Seite" angeführten Mißstände beschränkte sich auf Schimpfereien gegen die Sozialdemokratie und Lobgesänge auf die wirklich zu gute Firma. Nachdem die Braven eine Weile über alles Mögliche geredet hatten, dämmerte ihnen die Erkenntniß auf, daß sie doch auch«lwas Posirives thun müßten. Ganze zwölf Personen, die übrigen Anwefenden betheiliglen sich nicht an der Abstimmung,„beschlossen" feierlich(gewählt wurde niemand) eine Kommission damit z« betrauen,„die Sache mit den Mißständen" dem Herrn Direktor vorzutragen. Nachdem man diese That voll- brach:, ivar auch die Energie verdampft und man wurde sich schließlich einig, daß wegen der geringen Zahl der Anwesenden die Kompetenz doch wohl bestritten werden könnte und schloß deshalb die Versammlung. Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter in Berlin und Umgegend hielt am 12. März eine Bezirksversammlung für Moabit:n der Kronenbrauerei ab. Da der Referent nickt erschienen war, hielt der Kollege Rüther einen Vortrag über den„Nutzen der Fach- vereine." Kollege Rüther erklärte vorher zu diesem Thema angeregt zu sein durch Herrn Kramer, demselben Herrn, der am 27. Februar in der Versammlung der Arbeiter von Siemens und Halske die Humanität dieser Firma so ,varm verlheidigt habe. Redner zeigte sodann, wie unbedingt nothivendig es sei, daß sich die Arbeiter gewerkschaftlich organisiren, wenn sie nicht aus eine noch tiefere Stufe ihrer Lebenshaltung herabsinken wollen. Auf diese Ausführungen des Kollegen Näther wußte nun Herr Kramer sachlich fast gar nichts zu envidern. Er er- zählte, er habe den Fachverei» der Maschinenbauer niitbegründct, aber schließlich einen Haken in der Bewegung ge- fundeu und sich seit 1878 um gar nichts mehr gekümmert. Da- mals seien wenigstens»och Arbeiter an der Spitze des Vereins gewesen, heute aber säßen im Borstand inur Uhrenfabrikanten und Leute, die keine Arbeiter seien, sondern nur vom Verbände besoldet würden. In energischer Weise erwiderte Kollege Näther unter Zustinimung der Versammlung dem Herrn. Er selbst sei nicht mehr im Vorstand, iin letzteren befänden sich nur Arbeiter und außerdem würde auch der Vorstand nicht besoldet. Ein solcher Mann, der nur im Auftrage seines Chefs die Leute, die sich für ihre Mitmenschen opfern, mit Schmutz bewerfen könne, verdiene nur die Verachtung aller Arbeiter. In diesem Sinne sprachen sich auch noch zwei andere Redner aus und forderten zum Schluß die Mitglieder auf, sich dem Verbände anzuschließen. ...„Paukow. In einer öffentlichen Versammlung, zu welcher die Wähler besonders»ingeladen waren. sprach am ö. März leidet und V " Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Freitag. den 16. März, Abends 8½ Uhr, im Kommandanten- Garten, Kommandantenftraße 10-11: Große Verfammlung der Schleswig- Holsteiner mit Frauen. Aufnahme neuer Mitglieder. Vortrag des Herrn P. Böhm über: Karl Marr ökonomische Lehren. Ausgabe der Billets zum 2. Stiftungsfest am 1. Ofterfeiertag bei Bolz, Alte Fatobitr. 75. Arbeiter- Bildungsverein für Johannisthal, Nieder- Schönweide Johannisthal: Mitgliederversammlung. Reichstags- Abgeordneter Mo Itenbuhr über„ Den politischen| das Proletariat hinab, wie das außerordentliche Wachsthum| eingestellt werden. Den Theilnehmern steht den Tag über ein Kampf der Arbeiterklasse". Eine rege Besprechung folgte den der Bankrotte zeigt. Da infolge der ungeheuren Entwickelung Lokal zur Verfügung und findet des Abends eine Versammlung Ausführungen des Referenten. Da die Versammlung nur bis der Industrie und der Berkehrsmittel schon der große Kapitalist statt. Zur Gemeindevertreter- Wahl nahm die Versammlung keine 11 Uhr tagen konnte, so verzichteten einige ausgezeichnete Redner in seiner Existenz gefährdet ist, so haben sich Trusts gebildet, Stellung, sondern übertrug dies der nächsten öffentlichen Veraufs Wort, um die Aufstellung der Kandidaten zu ermöglichen. welche die bisherigen Verluste der Kapitalisten- Unternehmer auf fammlung. Genosse Bilz nannte hierauf die beiden Kandidaten: Gustav die Arbeiter ganz abwälzen und dadurch auf der einen Seite Wojahn und Karl Hoffmann, und wollte noch einige Ausfüh- die beständige Reserve- Armee der Arbeiter vergrößern und auf Versammlung des Arbeiterinnen Bildungsvereins sprach Frau Friedrichsberg. In einer hier am 8. März abgehaltenen rungen machen, als er vom überwachenden Beamten unterbrochen der anderen Seite einzelne Personen ungeheure Reichthümer Rohrlad in einem beifällig aufgenommenen Vortrage über die wurde. Nun tam das uns schon bekannte Schauspiel: Der Be- verschaffen. In der Einkommensteuer Statistit liest man Anstellung weiblicher Fabritinspektoren". amte forderte den Vorsitzenden auf, die Bersammlung zu recht deutlich, wie im Laufe der Jahre die großen Einkommen schließen, der Vorsitzende lehnte diese Zumuthung ab. Darauf bedeutend wachsen, die Zahl der Millionäre zunimmt, während In Strausberg sprach am letzten Sonntag der Genosse ertlärte der Beamte die Versammlung für aufgelöst. die Zahl der mittleren Einkommen sinkt. Diese furchtbare Ent- Vogtherr in einer start besuchten Versammlung über den In der letzten Versammlung der selbständigen Kürschner wickelung, welche die Dinge nehmen, zeitigt jene große Un- deutsch- russischen Handelsvertrag und die Sozialdemokratie". erstattete Kollege Feldtmann Bericht über das Resultat der zufriedenheit führt das beträchtliche Bachethum Die Anwesenden bekundeten durch ihren großen Beifall ihr gegen die Firma W. Manheimer unternommenen Schritte. In Produkt unserer tapitalistischen Gesellschaft iſt. unferer Partei herbei, die nur das nothwendige volles Einverständniß mit dem Redner. Zu gleicher Zeit tagten einer früheren Versammlung war auf grund verschiedener BeWoran noch zwei gegnerische Bersammlungen, eine antisemitische und schwerden das Bureau beauftragt, dieserhalb bei dem Inhaber Waaren auf und können sie nicht verkaufen, während große unfere Gesellschaft hauptsächlich? Wir häufen eine freifinnige. der Firma vorstellig zu werden, der sich dann auch bereit ertlärte, den Wünschen der Beschwerdeführer bezüglich einer Massen von Menschen gerade solcher Waaren bedürfen, aber sie schnelleren Abfertigung beim Liefern nachzukommen. Das Trink- nicht kaufen können. Diesen vernunftwidrigen Zustand wollen gelderunwesen sowie die unpassende Behandlung seitens der An- wir beseitigen. Wir sind als Menschen geboren, wir wollen gestellten ist nunmehr auch beseitigt. In der Diskussion wurde Zustände schaffen, in denen Alle auch menschenwürdig leben fönnen. Mit stürmischem Beifall bekundete die imposante Ver Organisation zu schaaren, damit derartige Mißstände nicht wieder meldeten, wurde von einer Diskussion Abstand genommen. Bebel betont, fest zusammen zu halten und sich um das Banner der sammlung ihr Einverständniß. Da Gegner sich nicht zum Wort und Umgegend. Sonnabend. den 17. März, Abends 8% Uhr, bei Senftleben, einreißen können. Zehn Kollegen ließen sich in den Verband rieth noch mit wenigen Worten zur kräftigen Betheiligung an der aufnehmen. Dienstag stattfindenden Gemeindewahl, worauf die Versammlung Ju Schöneberg sprach am 8. März in der Schloßbrauerei die Genossen Schubert und Röster einstimmig als Kandidaten vor einer sehr gut besuchten Versammlung der Reichstags- aufstellte. Nachdem Genosse Hackelbusch über den Widerstand verwaltungen Berling und umgegend verfammeln sich Sonntag, ben Abgeordnete August Bebel über: Die wirthschaftliche Lage". berichtet hatte, welchen seine Anträge in der Gemeindevertretung Die Meratefrage. Redner charakterisirt die Vogelftrauß Politik der herrschenden finden, forderte Köster namentlich auch die kleinen Beamten auf, Textil- Arbeiter und-Arbeiterinnen! Sonnabend, den 17. März, Klasse gegenüber dem Elend der Arbeitslosigkeit; überall ertönt die für uns zu stimmen, während Schubert u. a. mittheilte, daß Klage in den Kreisen der Industriellen über schlechten Geschäfts- einem Manne, der nichts weiter als eine Quantität Preßfohlen gang. Die Kosten dieses schlechten Geschäftsganges tragen aber im letzten Winter von der Gemeinde erhalten hat, dafür das so führte Redner aus, in erster Linie die Arbeiter. Die Statistik Wahlrecht entzogen worden ist. zeigt dies nach den verschiedensten Richtungen, so an der bedeu tenden Zunahme der Bestrafungen wegen Bettelei, ferner an dem Rückgang der Eheschließungen und Geburten, sowie der Zunahme der Todesfälle nach dem Theuerungsjahre 1891. Einen ferneren Ausdruck findet das Glend der Proletarier in der beträchtlichen neue Steuern". Nach einer lebhaften Besprechung, bei welcher Die Redaktion ftellt die Benugung des Sprechiaals, soweit der Raum dafü Zunahme der Bestrafungen wegen Bergehen und Verbrechen, in mehrfach unsere Stellung zur Religion und zur Kirche berührt abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen dem Wachsen der Zahl der der Armenpflege preisgegebenen Ber: wurde, sprach die Versammlung dem Referenten in einer Refo- Interesses zur Verfügung; fte wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. fonen, in der fortwährenden Vermehrung der weiblichen Arbeiter Verein beschloß, wegen der jetzigen Wahlbewegung das Stiftungs- wärts II hält am 1. Diterfeiertag einen geselligen Abend, verlution ihr Einverständniß mit seinen Ausführungen aus. Der An die Parteigenossen! Der Gesangverein Vor und dem verhältnißmäßigen Rückgang der beschäftigten männ lichen Arbeiter. Der Fleisch- und Getreidekonfum zeigt gleich fest erst im Sommer zu veranstalten. Ferner soll den März- wärts II hält am 1. Diterfeiertag einen geselligen Abend, vergleich- fest bunden mit Konzert, Theater und Ball unter Mitwirkung falls einen erschreckenden Rückgang. Diesem Elend steht auf der gefallenen ein Kranz gewidmet werden. der Ethischen Gesellschaft ab. Wir erklären hiermit, andern Seite ein ganz tolossaler Reichthum weniger Personen In Nen- Weißeufee tagte am 7. März eine öffentliche Ver- daß wir weder vom Gesangverein Vorwärts II zur Mitwirkung gegenüber, der ebenso riesenhaft wächst wie das Elend der sammlung, die sich mit der Frage der Maifeier beschäftigte. Die aufgefordert sind, noch unsere Zustimmung dazu gegeben haben. Massen. Immer mehr früher selbstständige Personen sinken in Versammlung beschloß, da wo irgend möglich soll die Arbeit Der Vorstand der Ethischen Gesellschaft. In der Versammlung des Arbeitervereins für Bankow und Umgegend hielt der Reichstags- Abgeordnete 3ubeil einen Vortrag über das Thema: Hundert Millionen Am 17. März, Abends 5 Uhr, erscheint im unterzeichneten Verlage:| Glaubt an nights Nebernatürliches. Von Alfred Holdt. ( Verfasser des Kleinen Pfaffenspiegel.) Es fehlt noch immer der höchste und letzte Beweis", d. h. von der thatsächlichen Unfittlichkeit alles Glaubens und der Möglichkeit einer glaubenslofen, natürlichen, naturwissenschaftlich begründeten, besseren Sittlichkeit. Und dieser höchste und legte Beweis wird in der vorliegenden Schrift in flarer und allgemein verständlicher, volksthümlicher und martiger und trogalledem in streng wissenschaftlicher Weise gegeben, so daß dieselbe nicht verfehlen fann, besonderes Aufsehen zu erregen. 5800L* Th. Mayhofer Nachf., Berlin N., Weinbergsweg 15 b. Brauerei Gambrinus... Charlottenburg. in Erlaube mir hierdurch ganz ergebenst anzuzeigen, daß ich mit Sonntag, den 18. März, das Etablissement genannter Brauerei übernehme. Gute Küche und. Weine und Biere sollen den mich beehrenden Gästen den Aufenthalt in meinem Lofale fo angenehm als möglich gestalten. Um gütigen Zuspruch bittend, zeichnet Hochachtungsvoll J. Reimann, früher Weissbier- Ausschank ,, Kurfürstenpark", Halensee. ,, Brauerei Stralau"" Hierdurch beehre ich mich die ergebene Anzeige zu machen, daß ich die 2336b Gräfl. Reischach'sche Brauerei in Stralau fäuflich übernommen habe und unter der Firma: ,, Brauerei Stralau" in dem bisherigen Umfange weiter führen werde. Mit dem Brauen eines vorzüglichen Lagerbieres 2336b ist heute unter Leitung eines tüchtigen Braumeisters begonnen worden. Stralau bei Berlin, Dr. W. Frentzel, den 15. März 1894. alleiniger Befiger der ,, Brauerei Stralau" Fernsprecher Amt: Stralau Nr. 11. 3 Einzelne Flaschen frei Haus Berlin. Rum, zu Hamburg, Gergift. 17: Mits Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. H. 29) Sonnabend, den 17 März, Abends 8 Uhr, zur Generalversammlung. bei Bied, Siemensitr. 17: Mitgliederversammlung. Stichwahl der Delegirten Beutral- Kranken- und Sterbekaffe der Tischler u. f. w. Die Orts 18. März, Nachmittags 3 Uhr, bet Quandt, Stralauerfir. 43. Tagesordnung: abends sy lhr, findet in Nieft's Salon, Weberftr. 17, eine Bersammlung des rinnen statt. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Dr. Heymann über: Die Verbandes aller in der Tertil- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeite Nervenfchwäche des Menschen und die gegenwärtige Gesellschaftsordnung. Nach der Versammlung gemüthliches Beisammensein mit Zanz. Nächsten Sonntag geöffnet bis 6 Uhr Nachmittag. ,, Zum Prophet": Welthaus für Herren- und Knaben- Garderoben. Am Dönhoffplatz. Etage. I. Etage. I. Ecke Leipziger- und Kommandanten- Straße. 57972 Herren Anzüge von 9 Mark an bis zu den feinsten Qualitäten vorräthig. Anzüge IIIa Frühjahrs- Paletots 20-36 2341b Abth. 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Fünfhunderttausend Steuerquittungen, so wird geschrieben, Je größer der Nothstand, je ärger der Bureaukratisüber 3000 Arbeiter beschäftigt werden, das Personal bis auf werden aus dem jetzt laufenden Geschäftsjahre als unerledigt in 500 Mann reduzirt werden soll und daß die Meister angewiesen das Geschäftsjahr 1894/95 hinübergenommen gegen 3000 im find, abtheilungsweise von Woche zu Woche Trupps von 40 bis Verjahre. Dieses kolossale Plus ist durch ein verändertes Ver50 Mann zu fündigen. Diese Gerüchte stimmen schlecht zu der fahren in der Steuereinziehung hervorgerufen worden. Während Thatsache, daß vom Reichstage 28 Millionen Mark für ar- früher dem umgezogenen Steuerzahler die betr. Quittungen tilleristische Zwecke bewilligt worden sind und nehmen sich gleich- fofort nach Quartalsschluß nachgesandt wurden, werden die falls sonderbar zu der bekannten, vor den Reichstagswahlen felben jetzt aufgesammelt, um nachher sortirt den gegebenen Parole aus, welche da lautete: Wählt militärfreundlich, weiligen Steuererhebern zugestellt zu werden. Die Kosten der weil dann Eure Existenz gesichert ist! Steuereinziehung sind aber durch diese Neueinrichtung ganz bedeutend gewachsen, während die Einnahmen sich erheblich verringern. Wie uns von zuständiger Seite mitgetheilt wird, ist der Steuerausfall in dem letzten Quartal ein ganz ungeheurer. Ein einziger Steuereinnehmer hat ca. 600 Quittungen im Betrage von über 4000 M., die als Ausfall zu buchen sind. Durch den Fortfall der zweiten Steuerstufe vom April 1895 ab ist die Geschäftsthätigkeit der städtischen Steuererheber übrigens so verringert, daß 32 dieser Beamten ihres Postens enthoben werden. Wir halten es daher für wahrscheinlich, daß die umber: schwirrenden Gerüchte energisch von der Direktion der Spandauer Militärwerkstätten dementirt werden. Eine Million Mark hat die Stadt Berlin im Vergleich zum vorigen Winter durch das Ausbleiben großer Schneefälle gespart! In diesem Winter wurden an Arbeitslöhnen für Beseitigung des Schnees nur 3161 M. und 9765,25 M. für die Abfuhr verausgabt. Wie wäre es, wenn die Piepmaßlüfternen die Hälfte dieser an Arbeitslöhnen gesparten Summe dem Herrn Mirbach für seine Kirche zu Füßen legten? Die andere Hälfte könnte für weitere Kirchenbauforderungen refervirt werden. 募 11. Jahrg. Ein Geheimer. Als am Mittwoch um 9/2 Uhr Morgens der Bäckerlehrling 2. über die Jannowißbrücke hinwegging und seine Uhr hervorzog, um sie nach der Bahnhofsuhr zu stellen, trat ein Mann mit den Worten an ihn heran:" Ich bin geheimer Schuhmann; gieb die Uhr her, die Du eben hervorgeholt hast, die ist gestohlen." Als der Lehrling die Uhr gutwillig nicht hinein und entriß ihm das Werthstück mit Gewalt. Der Junge ausliefern wollte, zog ihn der Unbekannte in einen Hausflur lief dem Räuber schreiend nach und bewirkte dadurch die Festnahme. Der„ Geheime" entpuppte sich später als der Arbeiter" R. " In letter Stunde zurückgezogen ist die Verfügung der Staatsanwaltschaft zur Obduktion der unverehelichten Marie Fröhlich aus der Swinemünderstraße. Wie schon gestern geDemnach war die bereits angeordnete Leichenöffnung gegenstandsmeldet, hatte sich ein Selbstmord als unzweifelhaft herausgestellt. los geworden. Wie ich höre, wollen Sie zwar wohnen, aber feine Miethe zahlen, sondern den Wirth um die Miethe betrügen, da Sie ehrlicher Arbeit nicht nachgehen mögen! Ich fündige daher Ihnen hiermit die Wohnung zum 1. April und lege hiermit auf Ihre Habseligkeiten- Weiden und so weiter- Beschlag und werde weiter sehen Sie straf rechtlich in Verfolgung zu setzen; am besten wäre es Bermißt wurde seit einigen Tagen der 22 Jahre alte ia, Sie ſammt Ihrem Bettelkram durch den Gerichtsvoll- Kutscher Hermann Schlacht aus der Prenzlauer Allee 36b. zieher an die frische Luft zu ſehen; wenn Sie nun nicht Gestern( Mittwoch) ist nun seine Leiche auf dem Boden des erklären, daß Sie am 31. März spätestens die Wohnung räumen schäftigt und hat sich aus unbekannter Veranlassung erhängt. nach Eintreffen und Aushändigung dieses Briefes verbindlich Hauses Liezmannstr. 28 aufgefunden. Dort war Schlacht be= missionstlage gegen Sie ergehen und Sie durch Schub aus und die Miethe zahlen wollen, lasse ich übermorgen die Erdem Hause bringen. Sie werden im Leben nicht vorwärts gedruckte Nummer des Sozialist" ist am Donnerstag noch vor Deutsche Preßfreiheit. Die neueste auf rothem Papier fommen, wenn Sie arbeitsschen sind und aufs Schulden- dem Erscheinen konfiszirt worden. machen ausgehen, ferner Leute um die Miethe begaunern wpollen! Der Korbmacher Rohtohl will den Gemüthemenschen von Hauswirth vor Gericht darüber belehren lassen, wie man mit einem Miether zu verkehren hat. einem Miether zu verkehren hat. Wegen des Verdachts der Falschmüngerei ist der Schlosser Lorenz in der Blumenstraße, sowie der Kohlenhändler Machule ebendaselbst verhaftet worden. Beide sollen falsche sächsische Zweimartstücke mit der Jahreszahl 1883 in Umlauf gesetzt haben. Ertappt wurden sie, nachdem sie mehrere Male hintereinander in der Spirituosenhandlung von Klaute, Blumen straße 34, für falsch erkannte Geldstücke wechseln ließen. Die Hochzeitsfrenden des Ferienkolonisten. Vom Hochzeitsmahl zu Vater Philipp" mußte ein Handwerker marschiren, der sich vorgestern verheirathet hatte. Der Unvorfichtige hatte vor einiger Zeit ein Gesuch, betreffend seine militärischen Verhältnisse, eingereicht, und zwar hatte er das Verbrechen begangen, den vorschriftsmäßigen Instanzenweg nicht inne zu hatten. Das Gesuch wurde nicht nur nicht berücksichtigt, sondern der Reservist auch noch zu drei Tagen, Mittlen" verdonnert, weil Die bekannten Londoner Liederbücher scheinen bei der Aufforderung, diese drei Tage abzumachen", hatte er schon vor er nicht den militärischen Vorschriften nach gehandelt hatte. Die Polizei ebenso beliebt zu sein, wie bei unseren Parteigenossen. einiger Zeit erhalten, den Termin zum Strafantritt aber ver Am Mittwoch Morgen 9/2 Uhr erhielt der Buchbinder Felix säumt die bevorstehende Hochzeit spielt nun einmal im Leben Die Volkebibliotheken find seit längerer Zeit das Schmerzens- Weinberg, Chausseestr. 60, den Besuch mehrerer Kriminal- des Zivilisten doch eine gewisse Rolle! Der junge Ehegatte hatte find unserer städtischen Verwaltung. Diejenigen, an welche man beamten, welche nach Gremplaren dieser prächtigen Lieder: das Standesamt glücklich überstanden und saß nun eben beim bei dem Wort„ Volksbibliothek" zuerst zu denken pflegt, also der sammlung suchten. Troßz großer Mühe blieb das Resultat Null. Hochzeitsschmaus mit Verwandten, Freunden und Bekannten. Da unbemittelte, aber deshalb doch nach Lektüre verlangende Theil Der moralisirende Handwirth. Der Korbmacher Nohkohl, erschien unangemeldet ein Schußmann, störte die fröhliche Gesellschaft der Bevölkerung, wollen von den etwas fragwürdigen Bildungs- Bernauerstr. 45/46, war infolge Arbeitslosigkeit außer stande und forderte den Reservisten auf, ihm sofort nach der Revierwache mitteln, welche die Berliner städtischen Volksbibliotheken ihnen zu bieten vermögen, nicht mehr viel wissen, sodaß die Zahl der gerathen, seine nur für den Monat März fällige Miethe pünkt zu folgen. Es half fein Widerstreben, der glückliche" Ehemann Leser feit Anfang der 80er Jahre fast ununterbrochen und ich zu bezahlen. Das Kapitalverbrechen wurde dem fäumigen mußte fich fügen. Auf der Wache wurde ihm eröffnet, daß die ziemlich beträchtlich abgenommen hat. Wir haben uns über diese Miether von dem Wirth des betreffenden Hauses, einem Herrn Militärbehörde verfügt habe, ihn sofort zur Verbüßung der drei Tage bei Bater Philipp" einzuliefern, zumal er die erste Angelegenheit an dieser Stelle wiederholt ausgelassen und nach- Schmid, in einer Bufchrift wie folgt angerechnet: Ladung unberücksichtigt gelassen habe. Und so geschah es; der auweisen versucht, daß die Abnahme der Leferzahl vor allem in der Beschaffenheit des Bücherbestandes der Bibliotheken seine ermite durfte seine junge Frau von dem Mißgeschick, das ihn betroffen, noch in Kenntniß setzen, im Uebrigen aber hat er die Erklärung findet, der, zum Theil durch Kauf, zum Theil durch ersten Nächte seiner Ehe auf der Pritsche bei„ Vater Philipp" Schenkungen gewonnen, in der Mehrzahl der Bücher von vornzubringen müssen. Gerechtigkeit, sagt Salomo, erhöhet ein Bolt, herein werthloß war und nun obenein längst veraltet ist, so daß er aber der Militarismus ist der Leute Verderben. den Bedürfnissen namentlich des aufgeklärteren Theiles ber arbeitenden Bevölkerung Berlins nicht mehr entspricht. Das ist auch bei den„ neu" ausgestatteten Bibliotheken der Fall, wie wir in Nr. 270 vom 16. November 1898 an dem neuen Katalog einer folchen Bibliothek gezeigt haben. Der Stadtv. Genosse Bruns hat nun in einer Sigung des Etatsausschusses der Stadtverordneten Versammlung die Verhältnisse der städtischen Volksbibliotheken zur Sprache gebracht und eine- gründliche Reform verlangt. Die„ Boff. Beitung" polemifirt dagegen und behauptet unter anderem, der Besuch der Bibliotheken sei gar nicht so schwach. Als Beweis führt sie die Bibliotheken in der Gipsstraße und am Laufigerplay an. Das sind nun aber nach dem letzten Magistratsbericht gerade die beiden besuchtesten Bibliotheken. In anderen dagegen fieht es um vieles dünner aus. Im Jahre 1892/93 wurden von 27 Bibliotheken 363 155 Bände, also von jeder Bibliothek im Durchschnitt 13 450 Bände verliehen. Ueber 20 000 Bände wurden nur in vier Bibliotheken( darunter in der in der Gipsstraße belegenen über 80 000), unter 10 000 dagegen in zehn Bibliotheken( darunter in der in der Mohrenstraße 3747) verliehen. Das ist doch wahrhaftig fein übermäßig lebhafter Besuch. Der letzte Bericht ist leider sehr lückenhaft ausgefallen. Er giebt nicht einmal die Zahl der Leser an. Man kann also nicht wissen, ob deren Zahl, nachdem sie 1891/92 nach längerer Abnahme endlich wieder ein wenig geftiegen war, 1892/98 auf's neue zurückgegangen ist. In dem Berliner Verkehrswesen. Der Firma Siemens u. Halske Jahrzehnt von 1881( Kalenderjahr) bis 1891/92( Etatsjahr) ist hierfelbst ist regierungsseitig die nachgesuchte Genehmigung wegen die Leferzahl von 17 593 auf 15 791 gefallen, die Zahl der ent: Grichtung einer elektrischen Straßenbahn Berlin-( Gesundliehenen Bände von 331 728 auf 370 578 gestiegen. Hierbei muß brunnen)-Französisch Buchholz-- Dammsmühle ertheilt worbemerkt werden, daß in demselben Beitraum die Zahl der den, und wird der Bau so bald als möglich zur Ausführung Bibliotheken von 23 auf 27, die der vorhandenen Bände von 93415 gelangen. Die erwähnte Firma hat bereits die Subauf 111 186 vermehrt worden ist. Es ist froßdem nicht gelungen, aus mission für die erforderlichen Hochbauten zwischen Geden eigentlichen Volksfreisen" mehr Leser heranzuziehen, und Lohudrückerei auch im Theater. Der an Stelle des ver- sundbrunnen und Pankow ausgeschrieben; sobald der Zuschlag auch die Vermehrung der Zahl der entliehenen Bände ist nur dufteten Herrn Litaschy getretene neue Leiter des Belle- Alliance erfolgt, wird der Bahnbau in Angriff genommen werden. Die darauf zurückzuführen, daß besonders die Lehrer, Studenten und Theaters hat bekanntlich wesentlich in Rücksicht auf das sonst Allgemeine Berliner Omnibus- Gesellschaft beabsichtigt eine AnSchüler die Volksbibliotheken jeht mehr als früher benutzen. brotlos werdende Personal von der Schließung der Bühne Ab- zahl neuer Zinien zu eröffnen, welche direkte Konkurrenzlinien für Die Lefer werden in den Berichten eingetheilt in Gruppen, wie: stand genommen. Daß die Herren aber bei Fortführung des die Große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft werden dürften. Als Beamte, Lehrer, Studenten und Schüler, Kaufleute( und Gewerbe- Geschäfts auch sich selber nicht vergessen haben, zeigt der Um- erste derartige Konkurrenzlinie ist die Strecke Gesundbrunnentreibende), Handwerker, Arbeiter, Soldaten, Frauen. Die Zahl stand, daß die Gagen, welche unter der vorigen Direktion schon Hackescher Markt- Gendarmenmarkt ins Auge gefaßt. der Arbeiter ist am stärksten zurückgegangen; sie belief sich 1881 erbärmlich waren, jetzt wiederum stark reduzirt worden sind. Ob auf 1667, 1891/92 auf 757. Die Zahl der von Arbeitern ent- den Proletariern der Kunst auch endlich einmal die Augen darAbenteuer zu Wasser und zu Laude. Aus einem Bodenliebenen Bände belief sich 1881 auf 22 854, 1891/92 auf 17 175, über aufgehen werden, wohin sie gehören? verstect hervorgezogen wurde am Mittwoch Morgen in dem das heißt unter je 1000 verliehenen Bänden famen 1881 Hause Hindersinstr. 4 ein Mann, der um so mehr Aufmerksamnech 69, 1891/92 nur noch 47 auf Arbeiter. Die Magistrate straße 19 wohnhaft) stand bis zum 1. März die 22jährige Emilie einem Schuhmann übergeben und von diesem wegen seines anFauftrecht. Bei dem Schlächtermeister F. Seyfferth( Ratibor feit erregte, als seine Kleider völlig durchnäßt waren. Er wurde berichte zählen allerdings die Handwerks gesellen zu der Gruppe, Handwerker", in der eine Unterscheidung zwischen Selb- Bander in Dienſt. Es war dies die erste Stellung, welche das scheinend leidenden Zustandes nach der Charitee gebracht. Sier ständigen und Gehilfen nicht beliebt wird. Die Zahl der Ar- Mädchen in Berlin bekleidete und kam G. 3. direkt von außer ist in ihm der 33 Jahre alte Schiffer Karl Hohensee festgestellt gegeben ist. Aber auch die Gruppe„ Sandwerker", also vermuth- Mädchen und ließ es nicht an verständlichen Beweisen diefer und zu den nassen Kleidern gekommen, gab er die folgende Darlich auch die Zahl der mitinbegriffenen Handwerks gesellen, feiner Wohlgesinntheit fehlen, ohne indessen irgend welche Gegenstellung: Er sei mit mehreren anderen Schiffern am gestrigen liebe zu finden. Das Dienstverhältniß wurde der G. 3. Abend in mehreren Wirthschaften gewesen und später an der hat sich im letzten Jahrzehnt vermindert, von 3585 auf 3485. Ebenso steht es mit der Gruppe„ Kaufleute"( und Gewerbe fah, schließlich derartig unleidlich, daß sie sich veranlaßt Kronprinzenbrücke in eine Rauferei verwickelt worden. Dabei treibende"), die von 2497 auf 2215 zurückgegangen" ist. Die ab, dasselbe zum 1. März dieses Jahres aufzukündigen, habe ihn ein Unbekannter in die Spree geworfen. Wie er aus treibende"), die von 2497 auf 2215 zurückgegangen ist. Die Dieser Muth des armen, jedoch charakterfesten Mädchens schien dem Wasser gerettet worden sei, wisse er nicht, fönne vielmehr Kaufleute und Gewerbetreibenden, Handwerker und Hand: Den liebevollen Schlächtermeister aufzustacheln, auch seinerseits ein nur angeben, daß er, nachdem er die Besinnung wiedererlangt, wertsgesellen zusammen betrugen 1881: 6082, 1891/92: Bröbchen von dem Muthe, der in seiner Mannesbruft seine sich vor weiterer Verfolgung gefürchtet habe und mangels eines 5650. Man bedenke, daß in derselben Zeit die Spannkraft übte, abzulegen. Und dieses Pröbchen bestand darin, Dbdachs auf den Boden geflüchtet sei. Ob dies zutrifft oder ob ( mittlere) Bevölkerung Berlins von 1 188 784 auf 1 601 277 geftiegen ist. Geht man gar um ein Biertel- Daß er am 1. Wärz vor ihrem Wegzuge die G. 3. auf gröbliche die Sache einen anderen Zusammenhang hat, ist noch nicht festWeise mißhandelte. Die sichtbaren Folgen dieser Mißhandlung zustellen gewesen. jahrhundert zurück, in jene Zeit, wo Berlin erst ein halbes Dutzend Boltsbibliotheken hatte( 1865), so wird einem erst finden sich in einem vom Herrn Dr. Krause, Kastanien- Allee 86, Polizeibericht. Am 14. d. M. Mittags wurde ein Mann recht klar, welche Rückschritte die städtischen Volksbibliotheken ausgestellten ärztlichen Atteste eingehend geschildert und befindet inzwischen gemacht haben. Die Zahl der Leser belief fich 1865 fich G. 3. noch heute in ärztlicher Behandlung. Da Zeugen auf dem Boden des Hauses Liegmannstraße 28 erhängt vorauf 6554, 1891/92 auf 15 791. In derselben Zeit stieg jedoch schaft die Angelegenheit unterbreitet worden, welche hoffentlich brücke 2 fand Vormittags eine Gasexplosion statt, bei der der dieser Abschiedsszene vorhanden sind, so ist der Staatsanwalt gefunden. Im Erdgeschoß des Hauses An der Spandauerdie Bevölkerung von 645 085 auf 1601 277 Einwohner. Auf je bafür sorgen wird, dem Herrn Meister flar zu machen, daß Hausdiener am Kopfe und an den Händen so schwer verletzt 100 000 Einwohner famen also 1865: 1016, 1891/92: 986 Lefer. Dienstmädchen gewissermaßen auch noch Menschen sind und die wurde, daß seine Ueberführung in die Charitee erforder Und auf solche Erfolge" will man sich etwas zu gute thun! Ansprüche an dieselben nicht zu weit getrieben werden dürfen, lich wurde. Außerdem wurden durch den Luftdruck Bahuprojekte. Bis auf weiteres sistirt worden ist der auch wenn sich jene, als Mädchen für Alles" vermiethen. mehrere Thüren und Fenster beschädigt. Vor dem Hause Umbau des Bahnhofes Gesundbrunnen, da für diese Station ein neues Projekt ins Auge gefaßt ist, wodurch Bahnhof Gefund: woch enthält folgenden Hinweis:" In Portugal wird von den schenkels. Auf dem Morigplatz wurde Nachmittags eine Frau Pässe nach Portugal. Der„ Reichs- Anzeiger" vom Mitt- Gartenstr. 172 wurde Mittags ein siebenjähriger Knabe durch einen Omnibus überfabren. Er erlitt einen Bruch des Oberbrunnen zu einem Zentralbahnhof umgestaltet werden wird. G3 dortigen Polizeibehörden beim Betreten des Landes, ganz be von den Pferden eines Pferdebahnwagens zu Boden geriffen und brunnen zu einem Zentralbahnhof umgestaltet werden wird. Es woch enthält folgenden Hinweis:" In Portugal wird von den einen Omnibus überfahren. Er erlitt einen Bruch des Oberwerden gegenwärtig Erwägungen darüber angestellt, den Personen: fonders aber beim Verlassen desselben auf dem Seewege ein vor erheblich verlegt. Abends fiel ein Herr auf dem Morißplat dortigen Polizeibehörden beim Betreten des Landes, ganz verkehr der Hamburger Bahn nach der obigen Station zu leiten sonders aber beim Verlassen desselben auf dem Seewege ein vor- von den Pferden eines Pferdebahnwagens zu Boden gerissen und verkehr der Hamburger Bahn nach der obigen Station zu leiten schriftsmäßig visirter Paß erfordert. Die Deutschen, die nach beim Absteigen von dem Vorderraum eines in der Fahrt befindlichen und biefelbe gleichzeitig zu einem Zentralbahnhof der Stettiner Bahn unter Beibehaltung des Stettiner Bahnhofes als End: Portugal zu reifen beabsichtigen, thun daher gut, fich schon vor Pferdebahnwagens zur Erde und erlitt einen Armbruch. In station zu gestalten. Da auch ferner die geplante direkte Linie ihrer Abreise mit einem Paß oder doch wenigstens mit genügen der Friedrichstraße fiel ein Mann vor einer in voller Fahrt be Berlin- Niel über Kremmen über den Gesundbrunnen geleitet den Ausweispapieren zu versehen, auf grund deren sie sich von findlichen Droschte hin. Der Kutscher derselben riß sein Pferd werden soll, so würde das neue Stationsgebäude, wie daffelbe den kaiserlichen Konsularbehörden in Portugal einen Paß verimit solcher Gewalt zurück, daß das Thier stürzte und auf den Die Schöneberger Gemeinderaths- Wahlen, welche am Donnerstag vorgenommen worden sind, haben in der britten Klasse zu einem Stichwahlresultat geführt. Unser Genosse Schubert erhielt 519, Genosse Köster 514 Stimmen, während auf Die Gräflich Reischach'sche Brauerei in Stralau ist für den Mischmaschkandidaten Rösner 538 Stimmen fielen. Die den Preis von 1 Million Mark in den Besitz des Dr. Frenzel, Stichwahl findet am 28. d. M. statt. des Sohnes des Präsidenten der Aeltesten der Berliner KaufDer Kirchhoff macht noch immer von sich reden. Die ultra- mannschaft, Beh. Kommerzienrath Frenzel, übergegangen und der Brauereibetrieb wieder eröffnet worden. montane Landshuter Zeitung" meldet, daß ihre Nr. 56 auf grund des Majestätsbeleidigungsparagraphen fonfiszirt wurde. Das Blatt hatte in betreffender Nummer einen Artikel veröffent licht, der den Fall Kirchhoff, den Mordversuch des Generals auf den Redakteur Harich vom Berl. Tagebl.", die Verurtheilung und Begnadigung und die Dekorirung des tapferen Generals mit dem Adlerorden kritisirte. beiter unter den Lesern war also doch noch höher, als oben an" jest errichtet wird, wei weitem räumlich nicht genügen. Es soll schaffen können." " nunmehr eine provisorische Fahrkarten- Verkaufsstelle mit Warte- Der bekannte Heilkünstler Nichard Mohrmann, der halle gebaut werden, bis der neue Plan für die Bahnhofsanlage aus dem Gefängniß in Braunschweig entflohen war, ist nach fertig gestellt ist und die oben erwähnten Erwägungen erledigt hierher gelangter Drahtmittheilung in Amsterdam wieder einworden sind, was immerhin noch einige Jahre dauern dürfte. gefangen worden. Ob feine Auslieferung erfolgen wird, muß Die Verlegung der Hamburger Bahn vom Lehrter Bahnhof foll der Entschließung der zuständigen Staatsanwaltschaft überlassen sich heute schon als unabweisliche Nothwendigkeit herausstellen, bleiben. am Boden liegenden Mann fiel. Dieser erlitt dadurch anscheinend eine schwere Gehirnerschütterung und mußte nach der Charitee gebracht werden. Im Laufe des Tages fanden sieben Brände statt. Boziale Leberlicht. Rummelsburg. Unseren Parteigenossen geben wir hiermit bekannt, daß unsere Vertreter im Gemeinderath nicht ausgeloost find. Für die dritte Abtheilung steht eine Wahl bevor. Da es aber an einer geeigneten Person fehlt, die die Kandidatur übernimmt, so ersuchen wir die Parteigenossen, sich der Stimmabgabe zu enthalten. W. Forgbert, Vertrauensmann. Gerichts- Beitung. " ,, Die Weber", welche für das hiesige Deutsche Theater freigegeben sind, dürfen nach dem Entscheid des Oberpräsidenten der Provinz Schlesien im Lobe- Theater zu Breslau aus den be tannten sicherheitspolizeilichen" Gründen nicht aufgeführt werden. Der Dichter sowohl als auch die Direktion des lettgenannten Theaters haben nunmehr Klage beim Oberverwaltungsgericht anhängig gemacht, indem sie sich darauf stützen, daß, troßdem das genannte Schauspiel in Berlin an drei Stellen( neben der „ öffentlichen Aufführung" auch noch von den beiden Volksbühnen) gegeben wurde, feinerlei aufreizende Wirkung zu fonstatiren gewesen ist. Aufruf! An alle in Berlin wohnende und] Der Streik der italienischen Eisenbahnarbeiter nimmt vorübergehend hier arbeitende Parteigen offen immer größere Dimensionen an, in Verona ist die Zahl der des Kreifes Arnswalde Friedeberg! Parteigenossen! Streifenden bereits auf 1300 gestiegen. Wie Euch bekannt ist, wurde im vorigen Jahre ein Verein gegründet, der sich die Aufgabe gestellt hat, im Reichstags- Wahlfreis Friedeberg- Arnswalde von hier aus die Agitation tüchtig zu unterſtüßen. Wir ersuchen deshalb diejenigen Genossen, die uns in unserem Bestreben behilflich sein wollen, Mitglieder unferes Vereins zu werden. Der Verein tagt jeden Sonnabend nach dem ersten und fünfzehnten des Monats, bei Tempel, LangeAn alle nichtgewerblichen Bauarbeiter Deutschlands! straße 65, Abends 8 Uhr. Am Sonnabend, den 17. März, Abends Werthe Kollegen! Die heutigen unleidlichen Zustände in 8 Uhr, findet in der Fruchtstr. 36 eine außerordentliche Verunferem Berufe: niedere Löhne, Arbeitslosigkeit, unwürdige Be- fammlung statt, zu der wir alle Landsleute um recht zahlreiches handlung, sollten für Jeden einen deutlichen Hinweis bieten, sich Erscheinen bitten. den Bestrebungen seiner organisirten Mitarbeiter anzuschließen. Albert Berthahn, Tilsiterstr. 87. Zu wiederholten Malen haben die Kongresse der sozialdemo Paul Liebrandt, Barnimstr, 12. fratischen Partei einstimmig die Nothwendigkeit der gewerkAchtung, Schneider! Bei der Firma S. L. Levy, Friedrichschaftlichen Organisation hervorgehoben, leider aber sind diese straße 85- Englische Herrenmoden befinden sich die dort Beschlüsse nicht von allen befolgt worden. Wenn wir uns die arbeitenden Kollegen bezüglich des Lohntarifs noch in Differenzen. Frage vorlegen: was bietet uns die Organisation? so be- Diese Firma zählt zu denjenigen, welche an die Arbeitskraft der gegnen wir einer Reihe ernster, wichtiger Aufgaben, Kollegen die größten Anforderungen stellt und den im vorigen deren Erfüllung und Lösung die Gewerkschaftsbewegung zum Zweck bat. Sie soll das Gefühl der Solidarität Jahre bewilligten Tarif nicht bezahlt. Wir fordern alle arbeit ftärken, das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit ausbilden und suchenden Kollegen auf, dort feine Arbeit zu nehmen. Die Agitations Rommission pflegen, auf dem Arbeitsmarkt für bessere Lohn- und Arbeitsder Schneider und Schneiderinnen Berlin3. bedingungen kämpfen; dem Kollegen zu seinem Recht verhelfen gegenüber dem Kapitalisten, und dem Bedrängten und HilfsDie Stuckateure von Karlsbad sind infolge von Lohnbedürftigen beistehen. Dies zu erreichen, bedarf es aber der Mit- differenzen in den Streit eingetreten. arbeit aller Berufsgenossen. Nicht ein kleines Häuflein, das tapfer in dem Vordergrund steht, vermag für alle das zu gewinnen, was wir uns als Ziel gefey: haben. Darum, Kollegen, schließt Euch unserem Verband als Mitglieder an. Besonders mögen aber die großen Städte lebhafter für unsere Organisation wirken. Auch an die Maurer und Zimmerer, die mit unseren Berufsgenossen zusammen arbeiten, richten wir das Ersuchen, die Kol Tegen auf unsere Organisation aufmerksam zu machen und tüchtig für die Ausbreitung unserer Jdeen zu sorgen. Die Zigarrenarbeiter und Arbeiterinnen der Firma Leopold( Heschke's Nachfolger) in Haynau sind ausgesperrt worden, weil sie sich gegen eine Lohüreduktion sträubten. Zuzug ist fern zu halten. Ein Nachtwächterprozeß. Vor dem 1. Senat des Ober Verwaltungsgerichts ist am Mittwoch ein Prozeß von prinzipieller Bedeutung zur Entscheidung gelangt. Es handelt sich um die Frage, wer die nach dem 1. April 1893 fälligen Pensionsraten der vor diesem Tage in den Ruhestand versehten Nachtwachtbeamten zu tragen habe. Während der Fiskus den Standpunkt vertrat, daß die Stadtgemeinde auf grund des Vertrages vom 31. Juli 1837 die fraglichen Pensionen aus ihrem Säckel zu zahlen habe, wurde von der Stadtgemeinde Berlin die Ansicht vertreten, daß auf grund der Bestimmungen des neuen Polizeikostengeſetzes vom 20. April 1892 jedwede Verpflichtung der Stadt, die Der Oberpräsident hat unter dem zu tragen, erloschen sei. nach dem 1. April 1893 entstehenden Kosten des Nachtwachtwefens 18. Oftober 1893 eine Zwangs- Etatifirungsverfügung erlaffen, inhaltlich deren er die Stadtgemeinde anwies, sich für das laufende Etatsjahr den Betrag von 38553 M. in Rechnung stellen zu lassen. Diese Verfügung hatte Berlin im Wege der Klage angefochten und ein obfiegendes Erkenntniß erftritten. Von seiten der Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Der Vorstand Ministers des Innern und der Finanzen war als Kommissar Kollegen! Beruft öffentliche Versammlungen der Bau des schweizerischen Arbeiterbundes hielt am der Regierungsrath Regierungsrath Sievert erschienen, während Berlin In arbeitsleute und Berufsgenossen ein, die die Gründung von Sonntag in Zürich seine regelmäßige Jahressißung ab. Nach durch den Magistratsassessor Fürst vertreten wurde. Bahlstellen unseres Verbandes sich zur Aufgabe machen. In- Genehmigung der Jahresberichte des leitenden Ausschusses und der Begründung trat das Gericht den Ausführungen der Stadtformationen ertheilt der Unterzeichnete. des Arbeitersekretariats wurde für 1894 folgendes Arbeitspro- gemeinde insofern bei, als es annahm, daß gegenüber dem WortDer Vorstand des Verbandes der gramm aufgestellt: Zusammenstellung der Arbeiterschuh- Geseze laut des§ 7 des Polizeikosten Gesetzes, wonach mit dem Bauarbeiter und Berufsgenossen Deutschlands. der verschiedenen Länder und statistisch- wissenschaftliche Begrün- 1. April 1893 die im Vertrage vom 31. Juli 1887 übernommene J. A.: F. Kraus, 1. Vorsitzender, dung der Berufsgenossenschaften. Bei der Gründlichkeit Greulich's Verpflichtung der Stadt Berlin, die Kosten des Nachtwachtwesens Hamburg, Hoheluft Lehmweg Nr. 11. steht zu erwarten, daß über beide Gegenstände tüchtige literarische zu tragen, erloschen ist die Interpellation des Oberpräsidenten NB. Die Arbeiterblätter ersuchen wir freundlichst um Arbeiten geliefert werden. Neben den genannten neuen Aufgaben als verfehlt erscheine. Das Objekt des Rechtsstreits wurde Abdruck. stehen auf dem Programm noch die Fertigstellung der Winter vom Oberverwaltungsgericht auf nicht weniger als über 400 000 thurer Lohnstatistik und die Materialsammlung für die Beurthei- Mark geschäßt. lung der Einwirkung der Krise auf die Arbeitsverhältnisse. Stralan. An die Parteigenossen! Am Mittwoch, den 21. März, findet hier die Ersazivahl zur Gemeindevertretung statt. Da der zu Wählende ein Eigenthümer sein muß, so haben wir einen geeigneten Kandidaten nicht aufstellen können und empfehlen deshalb den Genossen die Wahlenthaltung. C. Seiz, Vertrauensmann. Ein Theil des Straßenbahnpersonals in Dortmund hat Lohndifferenzen halber die Arbeit niedergelegt. In Zürich haben am Montag die Malergehilfen die Arbeit eingestellt, weil die Meister den verlangten Neunstundentag und einen Minimallohn von 50 resp. 55 Cts. pro Stunde nicht bewilligten. = Das Oberverwaltungsgericht hat bekanntlich die Klage der Autorin der" Nothwehr" gegen das Polizeipräsidium kosten pflichtig abgewiesen. Frl. Schabelsky soll nun beabsichtigen, das Stück nach Streichung resp. Abänderung der inkriminirten Stellen von neuem zur Aufführung anzumelden. Große öffentliche Versammlung Verband aler in der Metalindurie beſäftigten Arbeiter Achtung Schneider! jämmtl. Berlins und Sonntag, den 18. März, Vorm. 10% Uhr: Die Firma S. L. Levy, Friedrichstr. 85, sucht Arbeiter. Droschkenkutscher Berlins Umgegend Branchen- Versammlung wir geben belaunt, daß die am greitag, den 16, Do. Mito. Abendo o Blur, in den Germaniader Rohrleger und Gehilfen im Lokale des Herrn Boltz, Alte Jakobstr. 75. Zages Ordnung: = 488/17 1. Vortrag des Genossen Norden über:" Kunst und Sozialismus" 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Nichtmitglieder als Gäste willkommen! Achtung! Die regelmaßigen Branchen Versammlungen finden von jekt an jeden Sonntag nach dem 15. eines jeden Monats statt. Wir erfuchen, dieses zu beachten, da weitere Einladung durch Laufzettel vorläufig nicht mehr stattfinden wird. Um zahlreiches u. pünktl. Erscheinen ersucht Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung Der Lederarbeiter Berlins( Weißgerber, Lohgerber, Lederfärber, Lederzurichter 2c.) Dam Sonnabend, den 17. März, Abends 81/2 Uhr, in ,, Weimann's Volksgarten", Badstraße. Tagesordnung: ds. 9 Uhr, Sälen, Chauffeestraße Nr. 103. augenblicklich bei dieser Firma Tages Ordnung: 1. Berichterstattung der Gewerbegerichts- Beisitzer über beschäftigten Kollegen sich be- ihre bisherige Thätigkeit. Referent: Kollege H. Schulz. 2. Berichterstattung züglich des Lohntarifs noch Rollege A. Stiller. 3. Stellungnahme zur Feier des 1. Mai. Referent Roll. des Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission und Neuwahl desselben. Refer. in Differenzen befinden. Schütte. 4. Diskussion. Die Kollegen werden ersucht, recht zahlreich und Wir fordern daher unsere pünktlich zu erscheinen. arbeitsuchenden Kollegen auf, dort keine Arbeit zu nehmen. 148/11 Das Agitations- Komitee. J. A.: Herrmann Schulz.. Charlottenburg. Die Agitationskommission. Am Sonntag, den 18. März, Nachmittags 1 Uhr, in der Gambrinus- Brauerei, Wallstraße Nr. 96: Achtung! Achtung! Klempner. Kempe Große öffentliche Volksversammlung. Zur Niederlegung eines Kranzes auf die Gräber der Märzgefallenen ver sammeln wir uns in Infinger's Lokal, Zagesordnung: Bedeutung des 18. März. Referent Reichstags- Abgeordneter Fritz Die Vertrauensleute. Krautsstr. 36, am Sonntag, 18. März, Zubeil. Diskussion. 3. Stellungnahme zum 1. Mai. Vormittags 7 Uhr. 187/17 Der Vorstand. Abmarsch pünktlich 7 Uhr. 1. Vortrag des Genoffen Hoffmann über:„ Die wirthschaftliche Lage". Allgem. Kranken- u. Sterbekasse Bismardshöhe am 18. März veranstaltete Konzert hat mit der Partei nichts 2. Diskussion. 8. Stellungnahme zur Maifeier. 4. Verschiedenes. 2340b Der Vertrauensmann. Landslente! Achtung! Achtung! Landslente! Sonnabend, den 17. März, Abends 8 Uhr, der Metallarbeiter ( E. H. Nr. 29) zu Hamburg, Fil. Berlin 8. Mitgliederversammlung im Lokal ,, Zum Freischütz", Fruchtstraße Nr. 36a( oberer Saal): Sonnabend, 17. März cr., Ab. 81/2 Uhr, Große öffentliche Versammlung Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Zur Beachtung! Das vom Gesangverein" Vorwärts" hierselbst zu thun.( Siehe Plakate.) I. Stiftungs- Fest der im Lokale des Herrn Wilke, Hochstr. 82. Freien Vereinigung der Bureau- Angestellten Tagesordnung: 1. Rassenbericht. 2. Delegirten- Stichwahl. 3. Verschiedenes. der Landsleute des Aruswalde-Friedeberger Wahlkreises. 224/13 Die Ortsverwaltung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über: Die Bedeutung des 18. März. Referent: Genosse Lehrer E. Norden aus Hamburg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 497/3 Um recht zahlreiches Erscheineu ersucht Der Einberufer: Paul Liebrandt, Barnimstr. 12. Sattler! Tischler- Verein. Berlins und Umgegend am Sonnabend, den 17. März, Abends 82 Uhr, im ,, Schweizer- Garten", " Concert von Zivil- Berufsmusikern. Prolog, gesprochen von Herrn F. Schulz. Auftreten der Hochturnfünftler The three brothers Leoni. Anwalt und Schreiber", dramatisches Bild. „ Erwachende Gerechtigkeit", lebendes Bild. Nach der Vorstellung: Ball. Billets für Herren( inkl. Tanz) 50 Pf., für Damen 30 Pf., in den mit straße 49a, v. III. Das Vergnügungs- Komitee. Nach Schluß: Kranzniederlegung im Friedrichshain. Sonnabend, den 17. März cr., Ab. 9 Uhr, Blakat belegten Sandlungen sowie jeden Abend im Vereinsbureau, DragonerMelchiorstr. 15: Versammlung. Tagesordnung: Abrechnung vom Maskenball. Große öffentliche Versammlung Bidangelegenheiten, am Sonnabend, den 17. März, Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Wienecke, Alte Jakobstraße Nr. 83. Tages- Ordnung: 466/5 383/14 Künftl. Zähne 2 M. Schmerzt. Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. TheilDer Vorstand. Köpenick. 1. Vortrag über: Die Bedeutung des 18. März. Referent: Genoffe Große öffentliche Versammlung 0. Näther. 2. Diskussion. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Achtung! Große öffentliche 294/11 Der Einberufer. Achtung! Versammlung für Männer u. Frauen Sonntag, den 18. März, Nachm. 41/2 Uhr, Rolbergerstr. 23 bei Pape. 1. Vortrag des Genossen Hoffmann aus Pankow( früher Zeit) über: " Kampf ums Dasein". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 354/6 Der Einberufer. für Männer und Frauen am Sonntag, d. 18. März, Nachm. 1 Uhr, im Lokale des Herrn Scheer ( Wilhelmsgarten). Tages- Ordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März. Ref.: E. Adler- Berlin. 2. Dis tuffion. 3. Verschiedenes. Entree 10 Pfg. 479/17 Der Einberufer. Köpenick. E Geschäfts- Eröffnung. Einem geehrten Publikum von Köpenic zahlung. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22, 8-7 Üühr. 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Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2.