Mr. 120. Abonnements- Bedingungen: " bonnements Preis pränumerandst BierteljahrL 3,30 ML, monatl 1,10 M möchentlich 25 Big, frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 fg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bia. Bost bonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Golland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Cricbeint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 32. Jahrgang. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Pfg., füx politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. Kleine Anzeigen", das feitgedrucie Mort 20 Pfg.( zulässig 2 feftgedruckte Morte), jedes weitere Mort 10 Sig. Stellengesuche und Schlafstellenan eigen das erste Wort 10 Pfg., icdes meitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Borte. Inserate ir die nächste Nummer mujen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ijt bis 7 Uhr abends geöffnet. Selegramm dresses Sozialdemokrat Berlin", Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Berufprecher: Amt Moritplat, Nr. 151 90-151 97. Sonntag, den 2. Mai 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. fernsprecher: Amt Morisplak, Nr. 151 90-151 97. Erfolgreiches Gefecht bei Szawle. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 1. Mai 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplah. Die gestern gemeldeten Kämpfe auf dem westlichen Kanalufer nordwestlich von Ypern endeten mit einem sehr verlustreichen Mißerfolge des Feindes. Destlich des Kanals nördlich von Ypern stieß der Feind mehrere Male vergeblich vor. Die Festung Dünkirchen wurde weiter unter Artilleriefeuer gehalten. Zwischen Maas und Mosel kam es zu Infanteriekämpfen nur in der Gegend zwischen Ailly und Apremont. Die französischen Angriffe scheiterten sämtlich unter starken Verlusten. Am 29. April wurde Reims in Erwiderung auf die Befchießung unserer rückwärtigen Ruheortschaften mit einigen Granaten beworfen. Da der Feind die Bedeutung dieses unseres Vorgehens sehr gut kennt, würde es ihm leicht sein, Reims vor einer Beschießung zu bewahren. Der Feind verlor gestern wieder drei Flugzeuge. Ein englisches Flugzeug wurde südwestlich..van.. Thielt heruntergeschossen. Ein anderes Flugzeug. wurde bei Wieltje nordöstlich von Ypern zum Absturz gebracht und zusammengeschossen. Das dritte Flugzeug wurde aus einem feindlichen Geschwader heraus bei Nieder- Sulzbach i. E. zur Landung gezwungen. 1: Destlicher Kriegsschauplak. Das Gefecht bei Szawle ist günstig für uns verlaufen. Nach starken Verlusten flüchteten die Russen, nachdem sie Szawle an allen vier Ecken angesteckt hatten, in Richtung auf Mitau weiter. Die Verfolgung wird fortgesezt. An Gefangenen sind bisher etwa 1000 gemacht, daneben fielen zehn Maschinengewehre, große Mengen von Bagagen, Munitionswagen und besonders viel Munition in unsere Hände. Feindliche Angriffe bei Kalwarja und südwestlich wurden verlustreich abgeschlagen, wobei wieder 350 Russen gefangen genommen wurden. Dagegen gelang es den Russen südwestlich von Augustow, eine deutsche Vorpostentompagnie nächtlicherweile zu überfallen und schwer zu schädigen. Deftlich von Plozk und auf dem Südufer der Pilica wurden schwache russische Vorstöße abgewiesen. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. bart: 1. Mai 1915: zurüderobert worden. Diese Angabe steht mit der Wahrheit in Widerspruch. St. Julien ist fest in unserer Hand, unsere VorWien, 1. Mai.( W. T. B.) Amtlich wird verlaut- stellungen sind noch einige hundert Meter darüber hinaus gegen den Feind vorgeschoben. In Russisch- Polen lebhafter Geschütkampf, der Die Franzosen wollen nach ihrem heutigen Bericht in stellenweise auch nachts andauerte. Russische Sicherungs- Lothringen auf einer Breite von 25 Kilometern 4 Kilometer Boden truppen wurden aus mehreren Stellungen vertrieben. An der Frontin Westgalizien und in den Kar- gewonnen haben. Sie vergessen aber hinzuzufügen, daß es sich pathen keine Veränderung. Gegen die von uns eroberten nur um ein Vorrüden in Französisch- Lothringen handeln lann Höhen zwischen Orawa- und Oportal richtete der Feind und nur um ein Vorrüden in einer Gegend, in der sich keine deut. auch gestern wiederholte heftige Angriffe, die abermals unter schen Truppen befinden. Denn an deren weit in das französische sehr großen Verlusten für die Russen abgewiesen wurden, Gebiet vorgeschobenen Linien hat sich in der Rückwärtsrichtung hierbei 500 Mann gefangen. seit vielen Monaten nichts geändert, wohl aber sind sie, wie aus In Südost galizien und in der Bukowina zeit- unseren Tagesberichten ersichtlich, bis in die jüngste Zeit erheblich weise Artilleriekampf. Südlich 3 alefacabki schoß eine nach vorwärts berlegt worden. unserer Batterien ein russisches Munitionsmagazin in Brand. Kriegsgewinnsteuer. Menn für manche Gewerbetreibende der jeßige Krieg ganz abgesehen von den nicht in Geld ausdrückbaren Opfern an Blut, Gesundheit und Lebensfreude beträchtliche schwere Verluste, nicht selten den geschäftlichen Ruin bedeutet, so wirft er andern wahllos riesige Gewinne und Vermögenssteigerungen in den Schoß. In der Rubrik„ Aus Industrie und Handel" haben wir in den letzten Wochen an den Dividendenerhöhungen einer Reihe von Aktiengesellschaften der verschiedenartigsten Industriezweige im einzelnen nad) gewiesen, wie enorm deren Gewinne unter dem Einfluß des Krieges zugenomnien haben, und doch kommt in diesen Dividendenerhöhungen nur ein Teil des großen Mehrgewinnes zum Ausdruck, den diese Aktiengesellschaften seit Kriegsbeginn eingesteckt haben. Einen anderen Teil, oft den weitaus größeren, hat man vorsichtigerweile zu versteden gewußt, teils, indem Neuanschaffungen, die eine Betriebsverbessermig und Kapitalsvermehrung bedeuten, unter den laufenden Ausgaben mit verrechnet worden sind, teils indem man ihn zu überreichen Abschreibungen oder zu Reserveſtellungen verwandte. Ferner aber schließen die meisten bisherigen Abrechnungen der Aktiengesellschaften mit dem Jahre 1914 ab; es fommen also darin nur die Gewinne der fünf ersten Kriegs. monate zum Vorschein und selbst diese infolge des Buchungs verfahrens nicht inner vollständig, so daß die eigentliche Mehrgewinnzunahme erst in der nächstjährigen Bilanz erscheinen, wird. Und dann alle die vielen Gewinn- und Bermögenssteigerungen der einzelnen, der Kommandit- und Handelsgesellschaften mit beschränkter Haftung usw., die nicht zu öffentlicher Rechnungsablegung verpflichtet sind! SA Viele Betriebe müssen geradezu in den letzten Monaten Riesen vermögen verdient aben, wenn auch, die Zahlen, die man sich in den Fachkreisen zuflüstert, übertrieben fein mögen, da jeder der neidischen Fachgenossen den Ziffern, die ihm von andern als durchaus vertraulich genannt wurden, noch aus Eigenem etwas hinzusetzt. Doch selbst, wenn man solche Uebertreibungen mit in Anjak bringt, bleibt noch immer bestehen, daß ganz gewaltige Gewinne eingeheimst worden find und noch täglich eingeheimst werden. Das zeigen schon die enormen Kurssteigerungen so mancher Aktienerte in dem privaten Effektenverkehr, der an die Stelle des bekannt lich seit Striegsbeginn geschlossenen offiziellen Börsenverkehrs getreten ist. Und, keineswegs handelt es sich dabei allein um die Werke der eigentlichen Rüstungsindustrie und die mit anderen großen Lieferungen für Heer und Flotte bedachten Fabriken, auch die Branchen, die diesen Roh-, Hilfs- und Halbstoffe liefern, partizipieren am Gewinnregen. So nahmen 3. B. an den hohen Profiten, die den Waffen- und Geschoßfabriken zufließen, auch, wie die Preisnotierungen erkennen laffen, die Hochöfen, Stahl- und viele Walzwerfe teil. Und industrie. Die starke Nachfrage der Militärverwaltung nach ähnlich steht es mit der chemischen, der Leder- und Gummigewissen Drogen-, Leder- und Gummiwaren hat auch den Preis für solche Fabrikate in die Höhe getrieben, die nur vom Privatpublikum gebraucht werden. Dazu kommt die landwirtschaftliche Produkte, Preissteigerung für viele namentlich für Getreide, Schlachtvieh, Butter, Eier, Gemüse, die den Rittergutsbefizern und Großbauern reiche Einnahmen verschafft, die gang ungewöhnliche Spannung zwischen KornProfite beschert und schließlich auch die schönen Geschäftsund Mehlpreisen, die den Großmühlen geradezu ungeheure gewinne der Großichlächtereien und großen Wurstfabriken, die noch vor wenigen Monaten das Schweinefleisch zu verhältnismäßig niedrigen Preisen eingekauft haben und nun ihre sogenannte Dauerware zu inzwischen recht ansehnlich gestiegenen Preisen an den Mann zu bringen suchen. Paris, 1. Mai.( W. T. B.) Amtlicher Kriegsbericht Ihnen allen hat der Krieg hohe Gewinne eingebracht bon gestern abend. In Belgien nördlich vonypern Kriegsgewinne, die zum größten Teil auf Stosten der tamen unsere Angriffe auf der ganzen Front in einer Tiefe nicht in solchen begünstigten Industriezweigen Beschäf von 500 bis 1000 Meter voran. Wir nahmen zwei hinter- worben sind, denn diese müssen, obgleich ihr Einkommen tigten, bornehmlich der Arbeiter und Angestellten, ereinanderliegende Schüßengrabenreihen ein und machten eine vielfach gesunken ist, nicht nur die durch den Krieg Hochgroße Zahl von Gefangenen. Ein Vertreter der getriebenen Ueberpreise für ihre Gebrauchsartikel zahlen, amerikanischen Associated Preß besichtigte heute fondern auch durch Steuern die Riesensummen aufbringen, den Gipfel des Hartmannsweilertopfes, die zur Bezahlung der Kriegslieferungen erforderlich sind. welchen der Feind seit zwei Tagen nicht mehr angegriffen hat. Um so mehr ist es eine billige RechtsfordeEines unserer Lentluftschiffe warf Bomben auf die rung, daß ein Teil der überreichen Profite, Eines unserer Flugzeuge itürzte, durch eine Explosion zerstört.ro Bichlächtern usw. in die Taschen geEisenbahnlinien und Schuppen im Gebiet von Valenciennes. die den Militärlieferanten sowie gewissen Gruppen von Fabrikanten, andwirten, floffen sind, ihnen durch eine hohe KriegsBaris, 1. Mai.( W.. B.) Der heute nachmittag gewinnsteuer wieder abgenommen und in die ausgegebene amtliche Bericht lautet: Seit dem geftrigen te ich staffe aurüdgeführt wird zur Erleich Abendbericht wird feine Kenderung auf der Gesamtheit der terung derer, die schwer unter dem Krieg gelitten haben, und Von englischer Seite wird heute behauptet, das Dörfchen Front gemeldet. Etwa zehn Granaten fielen gestern abend zur befferen Versorgung mittellofer Hinterbliebener der im St. Julien in Flandern sei nur wenige Stunden in deutschen auf Dünkirchen. Mehrere Personen wurden getötet und Felde. Gefallenen. Mag manchem der Gedanke, von den Händen gewesen und dann von Kanadiern, Schotten und Iren verlegt. eingestedten schönen Gewinnen wieder etwas zum Nutzen des Am südlichen Kriegsschauplas außer bereinzeltem Geschüßfeuer entlang der Grenze während der letzten Zeit keine Ereignisse von Bedeutung. Deftlich Trebinje wurden montenegrinische Kräfte, die sich zu weit vorgewagt, durch unser Artilleriefeuer zerstreut, ihre Unterkunft zerstört. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: bon Hoefer, Feldmarschalleutnant. Westlicher Kriegsschauplah. Richtigstellung gegnerischer Meldungen. Berlin, 1. Mai.( W. T. B.) Aus dem Großen Haupt quartier wird uns geschrieben: Leider find wir schon wieder genötigt, einige Veröffentlichungen unserer Feinde richtigzustellen, da fie offensichtlich bestimmt find, im Auslande falsche Eindrüde zu erweden. Der französische Tagesbericht. in die feindlichen Linien. beisteuern. " Verfolgung eines norwegischen Lastdampfers. " Athen, 1. Mai.( T. U.) Die Streitkräfte der Werbündeten, die für die Landung auf Gallipoli verwendet werden sollen, werden auf höchstens 80000 Mann berechnet. Sie bestehen durchweg aus englischen Truppen, aus Gründen der Gleichartigkeit, während 25000 Mann französische der Dardanellen. Staates herausgeben zu sollen, auch noch so unsympathisch sein, von der großen Wolfsmehrheit wird eine solche Steuer als eine Selbstverständlichkeit angesehen, als eine notwendige Maßregel, die wenigstens in etwas die großen Verschieden Kristiania, 30. April.( W. T. B.) Der norwegische Lastdampfer heiten der Lasten und Vorteile ausgleicht, die der Krieg dem Irma" ist aus Newcastle in Stavanger mit mehreren Passagieren einzelnen gebracht hat. Gerade dann, wenn, wie es heißt, angekommen, die unterwegs, wie sie erzählten, zwei Untersee Truppen an der Kleinasiatischen Küste landen sollen. Die ganze unser Heer ein Volksheer ist und der Krieg im allgemeinen booten, wahrscheinlich deutschen, begegnet seien, von denen eins Landungsaktion hat nicht den Vormarsch auf Konstantinopel zum Volksinteresse geführt wird, jeder also mit allen Kräften für das Ganze einzustehen hat, geht es nicht an, daß, während die ganz nahe herangelommen sei und die Irma" ver- Swed, wozu ja die an Bahl geringen Truppen nicht ausreichen Waffenfähigen im Kriege ihr Leben einsehen und ein Teil folgt habe. Da die Irma" sehr rasch laufe, sei sie dem Ver- würden, sondern nur die Unterstützung der Flotte bei der Forcierung folger entkommen. des Volkes sich mühsam durch die Teuerungs- und EntbehNotiz des Wolfffchen Telegraphenbureaus: rungszeit hindurchschlägt, ein anderer kleinerer Zeil den Englische Darstellung der DardanellenKrieg auf Kosten der Kämpfenden und Verarmten zur An- Dies ist ein bezeichnender Fall von falschem Verhalten eines neutralen kämpfe. häufung enormer Reichtümer ausnutt- ohne daß der Staat Handelsschiffes einem Unterseeboot gegenüber. Die Irma" hätte ihn in diesem Bemühen irgendwie hindert, oder wenigstens selbstverständlich beilegen müssen; sie würde gegebenenfalls selbst London, 1. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reuterein etwaiges Torpedieren durch das Unterseeboot veranlaßt und von ihm fordert, er solle entsprechend den eingesteckten großen verschuldet haben. Wie würde dann die ausländische Presse diesen schen Bureaus. Berichte über die Fortschritte an den Ertraprofiten auch einen Extrabeitrag zu den Kriegskosten Fall als inhumane deutsche Kriegsführung besprochen haben, zumal Dardanellen bis zum 29. April besagen, daß die LandungsEin voller Ausgleich der Opfer wird ja unter den heutigen Passagiere an Bord waren. Es ist nicht unmöglich, daß darunter trappen der Alliierten viele türkische GegenVerhältnissen niemals möglich sein; immer werden die Kämp- Personen waren, die eine Durchsuchung durch ein deutsches Unter- angriffe, die allmälig schwächer wurden, abschlagen. Die Verluste der Alliierten sind begreiflicherfenden draußen ein größeres Opfer bringen als die unter den feeboot zu fürchten hatten. Daheimbleibenden, die vom Kriege reichlich zehren selbst Wiederherstellung des holländisch- englischen weise schwer. wenn sie ihre ganzen schönen Ertragewinne dem Staat zurückLondon, 1. Mai.( W. T. B.) In der amtlichen Bezahlen müßten. Aber wenn kein voller Ausgleich möglich ist, schreibung der Gefechte an den Dardanellen zwischen dem dann muß wenigstens, soweit das durchführbar ist, eine Art London, 1. Mai.( W. T. B.) Die Admiralität gibt be- 25. und dem 29. April heißt es: Sechs verschiedene Teilausgleich geschaffen werden. Wer in und durch den Krieg tannt, daß der Frachtverkehr zwischen England und Holland Orte an der Küste wurden zur Ausschiffung des fein Einkommen erhöht, sein Vermögen vermehrt hat, der hat unbedingt die staatliche Pflicht, wenigstens einen Teil des ihm wieder aufgenommen werden kann. Der Passagierverkehr iste eres benugt. Die Operationen wurden durch die ohne sein Verdienst zugefallenen Mehrgewinns zur Vermin- noch nicht gestattet. gesamte Flotte unterstügt. Das Ergebnis des ersten Tages derung der durch den Krieg hervorgerufenen großen Mehrwar, daß starte englische, australische und französische Streitlasten herauszugeben, und will er es nicht, sucht er fräfte sich an drei Hauptpunkten festsetten, nämsich dieser Pflicht zu entziehen, dann muß er lich die Australier und Neuseeländer auf den Abhängen von eben gezwungen werden. Unbedingt muß für jene Saritbair nördlich von Kaba Lepe, die Tapferen, die der Krieg zu Krüppeln gemacht hat, und für Hamburg, 1. Mai.( W. T. B.) In der heutigen Sigung des die Witwen und Waisen, deren Ernährer da draußen im Feld Prisengerichts beanspruchte die Reederei des am 22. Januar in der britischen Truppen am Teke Burun und die Franzosen Am 26. April bom Tode hinweggerafft wurden, gesorgt werden. Das ist Nordsee beschlagnahmten und aufgebrachten, später, am 25. Januar, auf der asiatischen Küste bei Kumtaleh. die erste aller Forderungen! Nicht wieder darf wieder freigegebenen holländischen Fisch dampfers Berta bei Anbruch des Tages behauptete sich der Feind noch im Dorfe das, wie so oft früher, der sogenannten privaten Liebestätig- Elisabeth" Schadenersag für 58 verloren gegangene Fangstunden in Se dd ül Bahr, das voll Erdhöhlen, Laufgräben und Verfeit überlassen bleiben. Zu solcher Versorgung der Kriegs- Höhe von 885 Gulden. Das Priſengericht sprach der Reederei als hauen war. Diese Stellung wurde durch die Engländer im Frontopfer aber sind Riesensummen erforderlich. Die ersten, die von Schadenersatz 565 Gulden nebst 4 Proz. Zinsen seit dem 1. Fe- angriffe mitten durch die noch nicht vernichteten StacheldrahtRechts wegen dazu beizutragen haben, sind jene, denen der bruar 1915 zu. Wegen Aufbringung der holländischen Fischdampfer hindernisse gestürmt. Unsere Stellung an diesem Ende der Halbinsel Krieg reiche Gewinne einbrachte. Deshalb her mit Sydney Albert" und" Pieter Jan" lagen ebenfalls Schadenersatz ist somit endgültig gesichert. Am Abend des 27. April hatten der Kriegsgewinnsteuer! wurden 4258 Gulden, der des„ Pieter Jan" 8598 Gulden zugebilligt. die Verbündeten die Laufgrabenlinie besetzt, die nördlich von In der Sache des eingebrachten holländischen Fisch dampfers Hasen- Kaba Tepe beginnt und bis zur Batterie Toth(?) reicht. famp" wurden die Ansprüche der Reederei zurüdgewiesen, weil aus- Inzwischen rückten die Australier und Neuseeländer mit der reichende Gründe für seine Aufbringung vorgelegen haben. Meldung des Generals French. London, 1. Mai.( W. T.B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Feldmarschall French meldet: Die Lage an unserer Front ist unverändert. In der Ebene von pern fand ein heftiges Artilleriegefecht statt. Die Franzosen, durch unsere Artillerie unterstüt, gewannen an unserem linken Flügel beträchtlich Boden. Ein deutscher Flieger wurde in unseren Stellungen östlich pern durch unsere schwere Artillerie heruntergeschossen. Belgische Angriffe. " Frachtverkehrs. Entschädigung für holländische Fischdampfer. " ansprüche der Reedereien vor. Der Reederei des„ Sydney Albert" Der türkische Krieg. Neue Kämpfe bei Kaba Tepe. Konstantinopel, 30. April, 8 Uhr 25 Minuten abends. ( W. Z. B.) Das Hauptquartier teilt mit: Bei Kaba Tepe auf Gallipoli versuchte der Feind Aktionen, um sich aus einem schmalen Landstreifen, wo er eingeschlossen war, freizumachen, aber wir wiesen diese Versuche zurück, zwangen den Feind, bis auf 500 Meter vom Meeresufer zurückzuweichen und sich unter den Schutz des Feuers seiner Schiffe zu flüchten; wir fügten ihm Le Havre, 1. Mai.( W. T. B.) Die Agence Havas verbreitet folgende Mitteilung des belgischen Hauptquartiers: In der Nacht zum 29. haben die Belgier einen heftigen aus Steenstraate borstoßenden Angriff der Deutschen ungeheure Verluste zu. erfolgreich zurückgeworfen; am 29. April war die feindliche Artillerie ziemlich tätig und beschoß verschiedene Teile unserer Front mit Unterbrechungen. Der Angriff auf Dünkirchen. größten Kühnheit vor. Sie befanden sich stets im Kampf mit dem Feinde und schlugen fortwährend Gegenangriffe ab. Am 27. April früh fand ein heftiges Gefecht mit einer türkischen Division statt, die nach schwerer Beschießung durch Artillerie auf Saritbair zurückgeworfen wurde. Die Australier und Neuseeländer schlugen jeden Angriff ab und gingen schließlich zur Offensive über. Auch die Franzosen bei Sumtaleh wurden viermal angegriffen, behaupteten sich aber in allen Stellungen. Die Verluste des Heeres und der Flotte sind der Natur der Sache entsprechend schwer. Aufklärungsgefecht bei Erzerum. Konstantinopel, 1. Mai.( W. T. B.) Aus Erzerum wird gemeldet: Seit drei Tagen finden hier Kämpfe zwischen Aufklärungsabteilungen statt. Im Süden von Artwin wurde der Feind auf der ganzen Front unfer schweren Verlusten zurückgeschlagen. Die Ruffen traten Den Landungsversuch, welchen der Feind unter nach zweistündigem Kampf den Rückzug in östlicher Richtung an. dem Schuß eines Teiles seiner Flotte im Golf von Saros machte, brachten wir vollständig zum Scheitern. Von den übrigen Kriegsschaupläsen ist nichts Norman Angell und der Krieg. von Bedeutung zu melden. Baris, 1. Mai.( W. T. B.) Nach den Havas- Meldungen über Ronftantinopel, 1. Mai.( W. T. B.) Der griechische Metrodie Beschießung von Dünkirchen fann man feststellen, daß der polit von Gallipoli hat an das ökumenische Patriarchat Feind eine 38 Zentimeter- Granate in die Stadt schoß. Während folgendes Telegramm gerichtet: dieser Beschießung hat ein Erkundungsflug englischer und fran- Die Engländer haben Madytos mit Bomben belegt und den zösischer Wasserflugzeuge teine feindlichen Schiffe auf der Höhe von Tod des bischöflichen Vikars und mehrerer Bürger verursacht. Wir Dünkirchen entbeden können. Ein deutsches Geschwader von zehn legen gegen diese Barbarei der Engländer, die doch anfleinen Schiffen lag vor Ostende. Die auf Dünkirchen abge- geblich zu den gesitteten Völkern gehören wollen, auf das feuerten Granaten famen von in den deutschen Linien aufgefahrenen schiedenste Berwahrung ein. Geschützen. Der Seekrieg. Vergebliche Verfolgung eines U- Bootes. London, 1. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reutersen Bureaus. Ueber die Versenkung des Fischdampfers, Lilydale" wird noch gemeldet: Das Unterseeboot wurde von einem Patrouillenboot berfolgt, das Schüsse abgab. Das Unterseeboot gelangte nach langwieriger Jagd außer Bereich des Patrouillenbootes. Deutsche Verwaltung im Gouvernement Plozk. Ostpressequartier, 27. April 1915. EntUns wird geschrieben: Wir waren gespannt, wie der vielgenannte englische Bazifist, der eine Reihe von guten Schriften gegen den Strieg veröffentlicht hat, gerade auf diesen Strieg reagieren würde. Nun ist von ihm eine Schrift erschienen, die sich mit der Frage beschäftigt, ob„ der Krieg dem deutschen Militarismus ein Ende machen fann". Sie ist in deutscher Uebersetzung in Zürich bei Rascher erschienen( Preis 80 Centimes). Da, wie bekannt, Norman Angell in England keines. wegs allein steht, sondern vielmehr einen über die engen Grenzen seiner fürzlich ins Leben gerufenen demokratischen Partei hinausDie Truppenlandungen der Verbündeten gehenden Einfluß auf die öffentliche Meinung ausübt, so mögen auf Gallipoli. hier, furz zusammengefaßt, einige Gedanken dieser Schrift wiedergegeben werden. 1. Die Hausknechte sind verpflichtet, täglich die Höfe, das Straßenstück und die Rinnsteine zu reinigen und die Reinigung vor 7 Uhr morgens zu beenden. 3. Fäkalien müssen in die Abtritte und Spülwässer in die Tonnen gegossen werden. Zuwiderhandelnde werden mit 100 M. oder zwei Wochen Ges fängnis bestraft werden. Gine regelmäßige Abfuhr des Mülls und der Fäkalien ist Eine gewisse Gefahr bedeuteten Athen, 1. Mai.( T. 11.) Nach einem Bericht der Agence Havas Man kann nicht sagen, daß der Krieg auf die Psychologie dieses aus Mytilene wurde die Landung der Verbündeten auf der Halb- Pazifisten ohne Einfluß geblieben ist; auch bei ihm flingen patrioinsel Gallipoli am Donnerstag fast den ganzen Nachmittag fort- tische Untertöne an, ja er spricht sich offen und enisäieden für einen gesezt. Türkische Flugzeuge versuchten, auf die Schiffe der Ver- Sieg Englands aus. Immerhin hat er die Klarheit des Gedankens bündeten in den Meerengen Bomben zu werfen. Ein Geschwader mehr behalten, als leider selbst viele Genossen diesseits und jenseits der Verbündeten drang am Donnerstag in die Meerengen ein und der Stampflinien. Besonders beachtenswert ist es, was er über den beschoß während sieben Stunden die türkischen Forts, unterstüßt von angeblichen Kampf gegen den deutschen Militarismus" fagt. Wenn einem anderen Geschwader, das im Golf von Saros aufgestellt war. I seine Ideen Boden gewinnen, dürfen wir hoffen, daß diese Illusion, gung. Da es sich um Verbesserungen der Verkehrsverhältnisse| verpflichtet, ihre Gebäude anschließen zu lassen. Die Arbeiten handelt, die dem Lande, vor allem den großen Besitzern zugute sollen bis zum 15. Mai beendet sein. Unter dem 26. März ist tommen, ist es nicht unberechtigt, daß ihnen die Kosten dafür auf weiter folgende Verordnung der sanitären Sektion des Bürgererlegt werden. Sie sind im Verhältnis zu den erzeugten Vor- komitees erlassen worden: teilen bescheiden genug. Die Stadt muß ihren zu Arbeiten herangezogenen Einwohnern für den Tag 1,50 bis 2 M. zahlen; die Großgrundbesizer, die von der Wegeverbesserung schließlich am meisten profitieren, sind verpflichtet worden, den im Auftrag der 2. In den Häusern, die keine vollständige Kanalisation haben, Mit dem Herannahen der heißen Jahreszeit wachsen die Heeresverwaltung beschäftigten Bandarbeitern mindestens die Bes wird nach Reinigung der Rinnsteine das Ausgießen jeder unreinen Gefahren für unsere Soldaten wie auch für die Zivilisten im föstigung und Unterkunft zu gewähren, die Zahlung eines Bar- Flüssigkeit in die Abgüsse und Rinnsteine nach 7 Uhr morgens eigentlichen Kriegsgebiet in bedeutendem Umfange. Zu den Geg- lohnes soll der Verständigung zwischen den Befibern und Arbeitern streng verboten. nern in Uniform gesellen sich zahllose Feinde, die den Körper der überlassen bleibn. Die Arbeiter werden dabei noch keine Seide von ihnen Heimgesuchten von außen zwicken und zwacken, den spinnen. Wie schon in einem früheren Bericht erwähnt, liefern Menschen durch Quälerei zur Verzweiflung bringen können. Auch die Feldküchen für viele ganz Arme und Erwerbsunfähige warmes andere Feinde gibt es, die in Magen, Darm und in das Blut ein- Effen. Die Festsetzung von Höchstpreisen ist im Interesse der Undringen und den Körper auf das Krankenlager und oft selbst ins bemittelten ebenfalls zu begrüßen. Grab werfen. Das Ungeziefer und verschiedene Krankheitser- Eine Grundbedingung für eine erfolgreiche Seuchenbekämp- ebenfalls eingerichtet worden. reger diese Feinde meine ich vermehren sich in unheim- fung ist die schnelle Ermittelung von Krankheitsträgern und die die zahllosen umherwildernden Hunde. Deshalb ist eine Melde. licher Weise. Der Krieg verschafft ihnen tausenderlei Brutstätten Auffindung der Seuchenherde. Um das zu erreichen, hat der pflicht eingeführt worden; die nicht angemeldeten Hunde läßt die und Angriffsmöglichkeiten. Die deutsche Heeresleitung hat diesen Kommandant von Plozk die Aerzte, Feldscherer, Hebammen und Kommandantur einfangen und töten. Für jeden von den Besitzern Gefahren vom Anfang des Krieges an große Aufmerksamkeit ge- andere Medizinalpersonen angewiesen, jeden Fall von ansteckenden angemeldeten Hund ist eine Steuer in Höhe von 25 Mk. zu enta widmet, so durch Errichtung bakteriologischer Laboratorien und Krankheiten sofort der Kommandantur zu melden; der Meldepflicht richten. Die Stadtbewohner dürfen sich abends bis 10 Uhr außerUntersuchungsstationen in unmittelbarer Berührung mit der unterliegen auch die verdächtigen Fälle bei Cholera, Fleckfieber, halb ihrer Wohnung aufhalten, über diese Zeit hinaus nur in Befechtenden, den erwähnten Gefahren am meisten ausgesetzten Pest, Boden, Rückfallfieber, Typhus, Ruhr, Diphtherie, Genid gleitung eines städtischen Feuerwehrmannes. Die Angehörigen Truppe sowie durch strenge Vorschriften über Sauberkeit und starre, Scharlach, Masern, Reuchhusten, Wechselfieber, Tuberkulose, der Bürgermilia und des Bürgerkomitees unterliegen der Verkehrshygienisches Verhalten. Die drohende Die drohende Frühjahrsinvasion der Wochenbettfieber. Ferner wurden sehr eingehende Verhaltungs- beschränkung nicht. Dagegen dürfen die Schüler der geschlossenen friechenden, hüpfenden und schleichenden Feinde macht besondere maßregeln erlassen, die bei der Pflege Typhuskranker zu beachten Schulen nur von 12 Uhr mittags bis 7 Uhr abends außer dem Vorsicht und Aufmerksamkeit zu einer dringenden Notwendigkeit. sind, um ein Weitertragen der Bazillen zu verhindern. Alle be- Sause sein. Wie ich höre, beabsichtigt die Kommandantur, die lluerläßlich dabei ist die Einbeziehung der Zivilbevölkerung in den stehenden Krankenhäuser sind in militärische Verwaltung über- über 15 Jahre alten Schüler ebenfalls zu den Wegearbeiten heranKreis der Präventivmaßnahmen und auch der sozialen Fürsorge. nommen worden. Unbemittelte Kranke erhalten unentgeltliche zuziehen. Bon nicht zu unterschäßender Bedeutung ist die Ernährungsfrage. Pflege im Krankenhaus, im eigenen Heim oder in besonderen Zu den erwähnten allgemeinen Einrichtungen kommen für die Unterernährte Körper erliegen am leichtesten den Angriffen der Sprechstunden wird ihnen ohne Bezahlung ärztliche Hilfe zuteil. Soldaten die fast überall bei den Stellungen eingerichteten BadeSeuchenerreger, und jeder Erkrankte bildet eine neue Gefahr für Die öffentliche Hygiene bildet ebenfalls ein wichtiges Glied anstalten und Anlagen zur Vernichtung von Ungeziefer. So ein ungezählte andere. Zwar ist Blogt eine wohlhabende Stadt und in der Kette der Schutzmaßnahmen. Plost ist schon soweit, daß fach solche Einrichtungen zumeist auch sein mögen, sie sind von uns die Großgrundbesitzer gelten im allgemeinen als reich, aber es es eine Kanalisation besitzt. Aber einzelne arme Stadtteile waren schätzbarem Werte und eine Wohltat für unsere Truppen. Hoffent gab hier immer schon viele Arme, Enterbte des Glüds, die der der Kanalisation bisher noch nicht angeschlossen. Die Kommandan- lich gelingt es, das Aufkommen von Seuchen und das Ueberhand. Krieg mm noch vollständig erwerbslos gemacht hat. Ein großer tur hat den Anschlug einiger Straßen nunmehr angeordnet, einen nehmen von Ungeziefer zu verhindern. Teil von ihnen findet jezt beim Straßen und Wegebau Beschäfti-! Unternehmer mit der Bauausführung betraut und die Hausbesizer Düwell, Striegsberichterstatter. bie eine Verständigung zwischen Deuischland und den West-' mächten erschwert, schließlich verschwinden werde. Gut ist es auch, daß er die Tatsache konstatiert, daß es England gar nicht eingefallen ist, eine Zerstückelung und völlige Schwächung Deutschlands anzustreben. Schon Professor D elb r ü ck hat darauf hingewiesen, daß eS nicht die Absicht Englands sein könne, durch Niederwerfung Deutschlands Rußland zur Herrschaft über Europa zu verhelfen. N. Angell zitiert als Beweis eine Entgegnung der „Times" auf die Angriffs der„Nowoje Wremja' gegen England, das gegen eine Aufteilung deS Deutschen Reiches ist. Die.Times" antworten darauf: Eine Nation von 60 Millionen zu töten oder dauernd zu maßregeln, ist eine übertriebene Zumutung und im Kriege muß man das anstreben, was erreichbar ist und nicht das Gegenteil. Das ist sowohl eine militärische als eine politisch� Frage. Wir dürfen der Strategie keine unmögliche Aufgabe stellen, denn wenn wir das tun, wären wir unfähig, Ziele zu erreichen, welche sowohl möglich als wünschenswert sind."... Trotz dieser ganz richtigen Auffaffung hat sich in den Köpfen dieler Engländer und Franzosen der Gedanke festgesetzt, eS gelte: den„preußischen Militarismus" zu vernichten und gegen diese sinn- lose Illusion zieht N. Angell mit triftigen Argumenten ins Feld. Er erinnert an Jena:„Die Armee wurde in Jena und Austerlitz zerstört und das ganze Land von den Franzosen überschwemmt. Im Frieden von Tilsit wurde von Preußen abgetrennt: jederLandbesitz West- lich der Elbe, alle polnischen Provinzen, der südliche Teil West- Preußens und Danzig, beinahe die Hälfte seines Territoriums und seiner Bevölkerung;... bei dem folgenden Vertrag wurde Deutschland verpflichtet, seine Armee auf 42 OOO Mann zu beschränken und es wurde ihm untersagt Miliztruppen zu halten.. Und dennoch dauerte es kaum fünf Jahre, und die letzte französische Armee i» Deutschland war zersprengt und, als„Preußen seine Zeit gekommen sah. konnte es eine viertel Million gedrillter Mannschaft aufweisen und durch seine Energie und Heeresmacht der Stärkste im Bündnis sein, das Napoleon schlug." Wahrhaftig, die Geschichte ist doch nicht dazu da, daß man aus ihr nichts lernen soll.... Viel- leicht wird es aber jetzt anders sein? Vielleicht läßt sich heute ein Volk völlig und auf die Dauer daniederhalten? Mit vollem Rechte weist N. Angell auf die gestiegenen Produktivkräfte, die ein Volk aus den Zerstörungen des Krieges viel rascher aufleben läßt, als da? in der Vergangenheit der Fall war. Und gerade die Deutschen, sagt er, sind es, die die technischen Fähigkeiten und das Wissen besitzen und die sich daher rasch aufraffen werden. Dann erinnert N. Angell daran, daß die politischen Staaten- bündnisse höchst labiler Natur sind. Es ist. meint er, nahezu wahr, daß alle Kämpfer von heute keinen Feind haben, der nicht schon ihr Verbündeter, der nicht schon ihr Gegner gewesen ist, es folgert daraus, daß cS nicht ausgeschloffen sei, daß Deutschland bald in einer anderen Kombination von Mächten kämpfen werde. Zu- sammenfassend sagt er dann: „Die Vernichtung Deutschlands ist eine sinnlose Phrase. Man kann nicht 65 oder 100 Millionen Menschen vernichten. Sie werden bleiben; die Männer, die ihre Häuser erbaut haben, und die Männer, die ihre Schlachten geschlagen haben, werden immer noch da sein. Man kann sie nicht ausreilen zwischen Frankreich und Rußland, ohne aus diesen beiden Staaten starke militärische, undemokralische und bedrückende Mächte zu schaffen. Wenn man diese 100 Millionen in verschiedene Staaten zerbröckelt, würde eine demsche Liga gleich dem Balkanbund erfolgreiche Kämpfe um die Freiheit führen." Angell verweist weiter darauf, daß die Folge einer Zer- trümmerung Deutschlands eine Stärkung des militärischen Geistes in allen Ländern sein müßte. sDiese Bemerkung ist besonders be- achtenswert. In der Tat hat der Kampf gegen den„preußischen Militarismus" in Wirklichkeit schon zu einer Erstürkung des Mili- tarismus in Frankreich und England, von dem militärisch-bureau- Iratischen Rußland ganz abgesehen, geführt. Den Teufel, den einige ausländische Genossen in Deutschland vernichten wollen, ziehen sie gerade in den eigenen Ländern groß. Englische Kriegsfinanzen. Anläßlich der am 26. April fälligen Volleinzahlung der Kriegs- anleihe vom November 1914 weisen die„TimeS" vom gleichen Tage daraus hin, daß in acht Monaten sich die Mehr- kosten des Krieges gegenüber den Erwartungen auf 850 Millionen Pfnnd Sterling beziffern(also auf den Gesamt- betrag der Anleihe.) Die Gesamtkosten waren 560 Millionen Pfund Sterling, 226 Millionen sind durch Staatseinkünfte ge» deckt, 407 Millionen durch Kreditoperationen beschafft worden. Einen gleichbleibenden Aufwand für weitere 12 Monate voraus- gesetzt, würde sich der direkte Aufwand auf 726 Millionen Pfund Sterling belaufen, von denen unter Berücksichtigung einerseits der Steuerausfälle aus dem Verbrauch, andererseils der neuen Steuern, etwa 500 Millionen Pfund Sterling durch Anleihen beschafft werden müßten. Dank der Flüssigkeit des Geldmarktes. seien die Schatz- anweisungen zwar ein billiges Mittel, schlössen jedoch durch den Er- neuerungszwang leicht Schwierigkesten für das Schatzamt ein. die englischen weizenpreise. Die Preise für englischen und fremden Weizen stiegen nach„Daily Chronicle" am 24. April auf vielen provinHialen Kornmärklen Englands beträchtlich. In Peterborough wurde in einzelnen Fällen 64 Schilling für den Ouarter'bezahlt. Es ist der höchste P r e i s, der feit 56 Jahren in dieser Stadt entrichtet worden ist. Der höchste Tagespreis wurde in Canterbury erreicht. Hier kostete ein Quarter 65 Schilling. Nach dem„Nieuwe Rotterdamsche Courant" werden diese Preissteigerungen aus ganz England gemeldet. So klagt man namentlich in Süd-Wales und Monmouthshire über die Brot- preise, die hier seit Kriegsbeginn für das 4-Pfund-Brot um L Pence stiegen. Man beabsichtigt, eine Eingabe an die Regierung zu richten, um zu verhindern, daß die Brotfabriken„Kriegs- Verdienste" machen. Die Firma Spillers u. Bakers z. B. hatte 1914 einen Gewinn von 367 865 Pfund Sterling gegen nur 89 999 Pfund Sterling in 1913. Kontrolle der englifihen Kohlenausfuhr. London, 30. April.(SS. T. B.) Die.Times' erfahren, daß die Regierung beabsichtigt, eine Kommission zur Kontrolle der K o b l e n a u s s u h r einzusetzen. Es heißt, daß alle ausfahrenden Schiffe, außer den Liniendampfern, von der Kommission werden Lizenzesi haben müssen, in denen die Menge der ausgeführten Kohle angegeben ist. Die englische Kohlenförderung ist so vermindert, daß es dringend notwendig erscheint, die Kohlen für den eigenen Ver- brauch zur Verfügung zu halten. Die Produktionsverminderung wird für das erste Kriegsjahr auf 40 Mill. Tonnen geschätzt, was größtenteils die Folge des Eintritts von 150 000 Bergarbeitern in die Armee ist, während der Bedarf der Admiralität zwölfmal so groß ist, wie in Friedenszeiten. Eine Erklärung und eine Antwort. Aus dem österreichisch-ungarischen Kriegspressequartier wer- den jetzt offiziöse Tarstellungen über die Kriegsereignisse ver- breitet. In einer solchen Darstellung über die Ursachen des Falles von Przemhsl war auf die verhältnismäßig geringen Mittel hin- gewiesen, welche die Delegationen für die Ausgestaltung der Festung bewilligt hatten. Dazu bemerkt die eigentliche Regie- rungspartei, der Deutsche Nationalverband, daß seit Jahrzehnten die Delegationen alle Heecesforderungen bewilligt haben. beschlagnahme rujfischer Staatsgüter. Amtlich. Berlin, 1. Mai.(W. T. B.) Als Ver- geltungfürdiebei dem Einfall der Russen in Ostpreußen verübten Greuel und die Wegnahme von Eigentum deutscher'Staatsangehöriger, hat der Herr Ober- befehlshaber Ost die Zivilverwaltung für Russisch-Polen mit der Beschlagnahme der in ihrem Bezirk be- legenen sogenannten Donationsgüter beauf- tragt. Es handelt sich hierbei um Güter, welche der russische Staat bei den verschiedenen polnischen Revo- lutionen konfisziert und dann russischen Militärs und Beamten zur Nutznießung überlassen hat. Beim Aussterben der Familien der Beliehenen fallen die Güter an den russischen Staat zurück, ebenso in verschiedenen anderen Fällen, insbesondere, wenn kein Erbe griechisch- orthodoxen Glaubens vorhanden ist. Die Beschlagnahme ist jetzt im wesentlichen durchgeführt. Sie erstreckt sich auf etwa 232 999 preußische Morgen. Von dieser Fläche sind ungefähr 197 999 preußische Morgen für eine Pachtsumme von jährlich 356 999 Mark— also durchschnittlich 3,83 Mark pro Morgen— verpachtet. 21 799 Morgen Acker und Wiesen, 97 999 Morgen Wald und 6499 Morgen Wasser werden von der beschlagnahmenden Behörde selbst verwaltet. Die Pächter, soweit sie Polen und Deutsche und nicht National-Russen find, wurden i n u n- gestörtem Pachtbesitz belassen. Sie haben die Pacht an die Staatskasse abzuführen und sind unter dauernde Auf- ficht der Zivilverwaltung gestellt. Auch die Mehrzahl der polnischen und deutschen Verwalter ist in ihrem Amte ver- blieben, und nur dort, wo zuverlässige Beamte fehlten, find deutsche und polnische Verwalter eingesetzt. Für die Früh- jahrsbestellung ist Vorsorge getroffen. Wo Saatgut fehlte, wurde solches beschafft. Bei fehlender Anspannung wurde mit Motorpflügen nachgeholfen. Ein Lanü öes Elenüs. Die polnische Zeitung„Nowa Gazeta" veröffentlicht einen Bericht, den die Rockcfeller-fiommission, die die Hilfsaktion für die Bevölkerung Westpolens organisiert, aus dem Dombrowa- Rayon erhalten hat. Dieser Bericht schildert die ungeheure Not, die zurzeit in diesem Rayon herrscht. Schon zu normalen Zeiten ist die Bevölkerung dieses In- dustrie-Rayons auf die Einfuhr von 75 Proz. Getreide, Kartoffeln usw. angewiesen. Infolge mangelnder Einfuhr sind die Preise für die notwendigsten Lebensmittel jetzt ungeheuer in die Höhe ge- gangen. So kostet jetzt im Vergleich mit den Preisen vor dem Kriege eine Tonne Kornmehl ILO Rubel statt 80, eine Tonne Weizenmehl 205 statt 130, eine Tonne Erbsen 500 statt 120, eine Tonne Salzfleisch 1225 statt 420 Rubel usw. Die materielle Lage der Bevölkerung ist derart, daß z. B. in Sosnowiece, das insgesamt 135 000 Einwohner zählt, 12 650 Per- sonen Armenunterstützung erhalten müssen, in Bendsin sind eS 5000 (bei 50 000 Einwohnern), in Dombrowa 5000 sbei 66 000 Einwohnern) usw. Hier sind aber noch nicht die Arbeitslosen eingerechnet, die auf den Fabriken und Werken, in denen sie vor dem Kriege beschäftigt waren, eine geringe Unterstützung erhalten. Die Zahl der Arbeitslosen in diesem Rayon beläuft sich auf 45 000, mit den Familienmitgliedern zirka 100 000 Personen. Im Verlauf der letzten fünf Monate hat die Bevölkerung unter Typhus-, Scharlach-, Dysenterie- und Cholera-Epidemien gelitten. Die Sterblichkeit hat um 10— 12 Proz. zugenommen. Die Industrie ist nicht in der Lage, der Bevölkerung Arbeit zu geben. Die Kohlengruben arbeiteten bis zum 12. November, dann mußten aber die Arbeiten auf einige Monate unterbrochen werden, wodurch zirka 50 000 Arbeiter brotlos wurden. wünfiht Spanien Tanger! Paris, 39. April.(T. II.) Der Berichterstatter des „Ternps" meldet aus Madrid: Die Erklärungen der ehe- maligen Minister Maura und Romanones, daß der Besitz von Tanger dem nationalen Wunsche Spaniens entspreche, werden von der ganzen Presse Spaniens mit Befriedigung auf- genommen. Da die Veröffentlichung dieser Erklärung zu alarmierenden Artikeln in den französischen und englischen Blättern Anlaß gab, erklärte der Ministerpräsident Dato einigen Journalisten, daß keinerlei Verhandlungen betreffs Tanger im Gange seien, und die durch Maura und Romq- nones ausgesprochene Meinung eine ganz persönliche dieser beiden sei. Wilson als Schiedsrichter zwischen den Niederlanden und China. London, 1. Mai.(W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet aus Washington: Präsident Wilson erklärte sich bereit, als Unparteiischer in dem Schiedsgerichtsvertrage zwischen den Niederlanden und China zu wirken. bedingte Rückgabe Kiautschous an China! Rotterdam, 1. Mai.(W. T. B.) Der„Rotterdamsche Eourant" meldet, der japanische Gesandte in Peking habe der chinesischen Regierung in einer mündlichen Note mitgeteilt, daß Japan, wenn seine Forderungen be- willigt würden, die Frage der Rückgabe Kiau� tsch o us an E h ina erwägen würde, vorausgesetzt, daß T si n g t a u als Vertragshafen geöffnet würde. Japan würde Eisen- bahnen, Zoll und Post in Verwaltung nehmen und die Regierungs- gebäude behalten. Kriegsbekanntmachungen. Zur Beachtung für aus Rustland freigelassene Deutsche. Amtlich. Berlin, 80. April. iW. T. B.) Wie bekannt, hat dre deutsche Regierung mit der' russischen Regierung am 12. Fe- bruar d. I. ein'Abkommen über die Abreise der in Rußland zurückgehaltenen Zivilpersonen abgeschlossen, nach dem den aus Rußland Abreisenden gestattet sein soll, alles Geld und sonstige Wertsachen mit olleiniger Ausuahuie von Goldgeld und Bankdepots, mitzunehmen. Da Klagen darüber vorlagen, daß diese Verainbarung von den russischen Grenz- behörden vielfach nicht beachtet worden sei, sind von der deutschen Regierung Schritte unternommen worden, die die Rückerstattung der zu Unrecht einbehaltenen Geldbeträge usw. zum Ziele haben. Zur weiteren Durchsührung dieser Schritte ist istdesien ertordertich, daß über jeden Fall genaue Einzelheiten vorgelegt werden. Alle diejenigen Deutschen, denen bei der Abreise aus Rußland am 12. Februar oder später Gelder usw. abgenommen worden sind, werden daher gut darantun, dem Auswärtigen Amt(Berlin"W, Wilhelmstr. 75) tunlichst' bald eine kurze schriftliche Mitteilung hierüber zugehen zu lassen. Diese Mitteilung müßte folgende Angaben enthalten: Namen, Wohnort in Rußland und jetzige Adresse in Deutschland, Angabe des TageS und Ortes der Ueberschreitung der russischen Grenze, Angabe, welche Gelder usw. von der russischen Grenzbehörde den Reisenden abgenommen worden sind und wieviel Geld ihnen belassen wurde, sowie ob Quittung erteilt worden oder die Einbehaltung sonstwie fest- gestellt worden ist. Etwaige Belege würden zutreffendenfalls mit- einzureichen fein. Auskunft über deutsche Kriegsgefangeuv. Berlin, 1. Mai.(W. T. B.) Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes in Genf ersucht uns fol- gendes bekanntzugeben: Das Ermittelungsbureau für Kriegsgefangene des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Genf erhält täglich viele Hunderte von Anftagen aus Deutschland über vermißte deutsche Krieger. Zur erfolgreichen Nachforschung und Nachweisung in französischen und englischen Gefangenenlagern und Lazaretten ist es unbedingt notwendig, daß alle Angaben so vollständig als möglich gemacht werden; nament- lich sollte jede Anftage Name, Lorname, Geburtsdatum, Geburts- ort und militärische Einteilung(Regiment, Kompagnie, Nummer der Erkennungsmarke) enthalten. Nach jedem Gesuchten wird gewissenhaft geforscht, bis etwas über ihn in Erfahrung gebracht werden kann; es ist deshalb nicht nötig, die Anftagen zu wiederholen, wenn nicht dem Fragenden neue Tatsachen bekannt geworden sind, die zur Nachforschung nützlich sein können. Die vielen mehrfachen Anftagen vermehren nur die große Arbeit des Bureaus, yhne daß die Angeyiftigen deshalb auf raschere Antwort hoften können. Wenn hingegen über deutsche Soldaten, die schon in ftanzö- fischen Lazaretten oder Gefangenenlagern nachgewiesen sind, neue Erkundigungen nötig werden(infolge von Versetzungen, bei Krankheit oder bei Todesfällen), so empfiehlt es sich, sich nur an das Bureau in Genf zu wenden, das gerne solche Nachforschungen besorgt. Mai-Veranstaltungen in Groß-öerlin. Immer lvar in den 25 Jahren, die seit der ersten Maifeier der Arbeiterschaft hinter uns liegen, der Grundton dieser Feier ein ernster, wenn sie auch mit fröhlichem Genüsse verbunden war. Weit ernster aber noch sind die Gedanken, die diesmal die Ar- beitcrschaft bewegten, da über eine ganze Welt der Krieg dahin- braust, mit allen von ihm untrennbaren Begleiterscheinungen. Unmöglich war es, den ersten Tag im Maien zu begehen wie sonst. Es gedachten aber seiner Bedeutung die organisierten So- zialdemokraten Groß-Berlins in einer Reihe geschlossener Mit- gliederverfammlungen, die abends im Norden und Nordwesten und im Osten der Großstadt sowie in verschiedenen Vororten statt- fanden. So. hatten unter anderem Neukölln und Schöneberg b er- artige.Veranstaltungen. Fast überall wurde der Vortrag einac- rahmt von stimmungsvollen Melodien, die das Werden im Frühling verherrlichen. Manner- und Frauenchöre teilten sich in diese Aufgabe. Von den Wonnen des Monat Mai, vom Mai als Frei- heitsideal hörten wir singen. Wehmütig fast klang sie wider im Herzen, die schöne, schöne Weise. Und doch auch verheißend. Denn wie nach den Stürmen und der Not des Winters sich alles erneut in der Natur, so muß den kriegerischen Tagen und Monaten der Frieden folgen, und Zurückgehaltenes und Zerstörtes im Völker- leben muß sich erneuern, muß wieder neu treiben, wachsen, blühen und Früchte tragen. Das kam auch in den Reden zum Ausdruck. die überall lebhafte Zustimmung fanden. In einzelnen Versamm- lungen wurden auch entsprechende Entschließungen angenommen. Da? war das Riaigedenken im KriegSjahr.. t In einigen Bezirken Groß-Berlins hatten sich Genossinnen des Nachmittags unter grünenden Gartenbäumen zu genuftlich-ernstem Beisammensein vereint.'In einigen Vororten wurde für De Ar- beiterkinder ein kleines Maifest veranstaltet.' Letzte Nachrichten. Die Maifeier in Amsterdam. Amsterdam, 1. Mai 1915.(Privattelegramm des „Vorwärts".) Ein von der'Arbeiterpartei organisierter riesiger Maisestzug durchzog am Nachmittag mit Gcwerk- schafts- und Partelfahnen und Friedensemblemen die Haupt- strafzcn Amsterdams.__ Zur Abberufuna des deutschen Gesandtep im Haag. Bon der holländischen Grenze. 1 Matz(W. T. B.j Der dis- heige deutsche Gesandte im Haag Ist gestern dort eingetroffen, um se, in Abberufungsschreiben zu' überreichen. Aukuuft gefangener deutscher Offiziere aus Togo in Las Palmas. Köln, 1. Mai.(T. U.) Nach einer Meldung der„Köln. Ztg." aus Madrid vom 25. April sind in Las Palmas/an Bord des ftan- zösischen Dampfers„Veneria" 25 deutsche gefangene Offiziere aus Togo gelandet, darunter der stellvertrtende Gouverneur v. Döring. Köln. Ztg._ �_ Torpedierter russischer Dampfer. London, 1. Mai.(W. T. B.) Meldung' des Reuterschen Bureaus. Ein russischer Dampfer mit Stein7ohlenladung soll durch ein deutsches Unterseeboot bei den Blasketinseln an der Westküste Irlands in den Grund gebohrt worden sein. Die Besatzung wurde gerettet und nach der Insel Valentia gebracht. Unglück bei einem Stapellauf. Bordeaux, 1. Mai.(W. T. 83.) Meldung der„Agence Havas".) Der Stapellauf des Ueberdreadnougths „Languedoc" fand heute vormittag im Beisein des Marine- Ministers, zahlreicher Senatoren und Abgeordneten, der Konsuln von befreundeten und verbündeten Staaten sowie der griechischen Mission,-die den Bau der griechischen Schiffe überwacht, statt. Der Stapellauf gelang, aber infolge der Eigengeschwindigkeit lief der Panzer auf das gegenüberliegende Ufer auf, zertrümmerte ein Boot und tötete drei Personen. Marineministcr Augagneur hielt eine Rede, die begeistert aufgenommen wurde. Der Panzer„Languedoc" wird bei Abendflut flott gemacht werden. C Sobald die warme Witterung einsetzt, be ginnt bei uns erfahrungsgemäß das große Kaufen! Unsere Auswahl ist entsprechend gewaltig, und wir brauchen daher nicht zu befürchten, irgend einen Ihrer Wünsche nicht voll. tommen befriedigen zu können. Trotzdem raten wir Ihnen in Ihrem Infereffe, die Bormittag Stunden zum Einkauf zu benutzen, da in diesen der Andrang nicht so starf ist wie in den Nachmittagen. 2 Preis Ausschreiben 1000 Mart für 5 deutsche Borte! Die Annahme von Lösungen( mit Ausnahme von Feldpoftbriefen) ist jetzt geschloffen. Die Zahl der foweit eingegangenen Lösungen beträgt 52187. Es beginnt nun die Arbeit des Sortierens und Sichtens. 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Soweit Scheidemann gegen Vandervelde fordert„die deutschen Sozialdemokraten müßten mit aller Kraft dahin wirken, daß nicht das deutsche Volk es ist, dem der Fuß auf den Packen gesetzt wird", stimmt Herr von Zedlitz dem Genossen Scheidemann zu. Aber— „Wenn Scheidemann zugleich Versöhnung predigt, damit auf eine» möglichst kurzen Krieg ein dauernder Friede sslgcn möge, sind da», soweit unsere westlichen Mächte in Betracht kommen, Illusionen ohne tatsächliche Unterlage." Nach Herrn v. Zedlitz darf also zurzeit nur von V e r> s ö h n u n g mit Rußland gesprochen werden. Den Bo weis dafür, daß in den russischen Regierungs- und Bourgeois� kreisen eine besondere Friedensneigung für Deutschland besteht, bleibt er allerdings schuldig. Dafür muß Herr v. Zedlitz selbst zugeben, daß in England die Friedens stimmung sehr stark ist. Man ist dort, wie Zedlitz selbst betont, einer Verständigung mit Deutschland keineswegs abgeneigt. Trotzdem wendet Herr v. Zedlitz ein, England »volle noch nicht auf„alle unsere" Bedingungen ein> gehen. Herr v. Zedlitz glaubt also, der Krieg müsse fork gesetzt werden, bis alle seine Bedingungen, die ja zur Genüge bekannt sind, unter neuen Opfern erreicht werden. Aber wenn wir von England absehen, woher ivciß Herr v. Zedlitz, daß„unser östlicher Feind"„alle unsere" Bedingungen anzunehmen bereit ist? Diese Sympathie für Rußland ist so auffällig, daß wir Herrn v. Zedlitz dringend ersuchen, doch mit der Begründung für seine Hoffnungen nicht allzu lange zurückzuhalten! Auf einen sehr freundschaftlichen Ton gegenüber Rußland ist auch ein Artikel in der„ K r e u z- Z e i t u n g" ge stimmt. Der Artikel stellt zunächst ganz zutreffend fest, daß„die Politik als solche— sich in keiner Phase des Krieges ausschalten lasse" und nicht nach einer politischen Orientierung in diesem Kriege. Auf nicht gerade sehr tief schürfenden historischen Parallelen wird der Beweis versucht, daß eine Verständigung Deutschlands mit Frankreich und Eng> land sehr schwierig sei. Dagegen: „Kann man unser Verhältnis zu England auf die Formel bringen:„Hart im Räume stoßen sich die Sachen", so tritt im deutsch-russischen Gegensatz das rein politische Moment merkwürdig zurück." Wirklich merkwürdig: nach der herrschenden bürgerlichen Auffassung ist Rußland der Brandstifter dieses Krieges, und trotzdem tritt der deutsch-russische Gegensatz„merkwürdig" zurück I Das bedeutet nichts anderes als einen erneuten Versuch der rechtsstehenden Presse für eine politische Verständigung mit Rußland die Stimmung vorzubereiten. Dieser Stimmungsmache treten wir auch heute mit aller Entschiedenheit entgegen. Die ganze Bündnispolitik hat Europa, einschließlich Deutschlands, keinen Segen gebracht. Die äußere Politik ist durch solche Bündnisse nicht klarer, sondern verworrener und sür das Wohl der Bevölkerung gefährlicher geworden. Eine „Verständigung" mit Rußland würde in außer- und inner politischer Beziehung für Deutschland aber geradezu der hängnisvoll sein. Das im einzelnen nachzuweisen, muß der Zeit vorbehalten bleiben, wo die Erörterung der Friedens bedingungen endlich freigegeben sein wird. politische Ueberstcht. Franktireur- Geschichten. Vor einigen Tagen ist in der„Deutschen Verlags-Anstalt" lStutt- gart-Berlin) eine Broschüre„Der Franktirenrkrieg in Belgien" nach Geständnissen der belgischen Presse erschienen. Für Beurteilung der Mitteilungen in der belgischen Presse ist folgende Notiz der„Ger- mania" nicht ohne Interesse:„In dem Buch ist auch folgendes Zitat aus„Le Nouveau Precurseur"(Antwerpen Nr. 223) über das Blut- bad in Berneau enthalten: Der Dorfpfarrer schießt vom Glockenturm seiner Kirche aus mit einem Jagdgewehr. Er wird umzingelt, her- untergeholt und erschossen. Das Zitat aus dem„Le Nouveau Precurseur" ist in der Broschüre zweifellos richtig wiedergegeben und insofern mag diese in dem Zitat auch ein„Geständnis" erblicken; aber die in dem Zitat angegebene Tatsache i st unrichtig. Wie wir in der „Germania" vom 6. März d. I. unter der Ueberschrift„Wieder bloße Gerüchte" meldeten, hat das Kriegsmini st erium unter dem 13. Februar den Pax-Jnformationen mitgeteilt: Die angestellten Ermittlungen haben ergeben: Der Pfarrer der Gemeinde Lerneau ist nicht erschossen worden, er v e r- sieht noch jetzt sein Amt. Im Auftrage: gez. Bauer, Wagner. Es dürfte hiernach wohl angezeigt erscheinen, daß das in der genannten Broschüre angeführte Zitat entweder wegfällt, oder daß wenigstens in einer Fußnote bemerkt wird, daß die in dem Zitat behauptete Tatsache nach den von deutscher Seite angestellten amt- lichen Ermittlungen sich als unwahr herausgestellt hat." Soweit die„Germania", deren Berichtigung einen Beweis dafür bildet, daß selbst belgische Presseäußerungen mit Vorsicht zu be- nutzen sind._ Einzug in die städtischen Turnhallen. Nach achtjähriger Aussperrung zogen dieser Tage die BreSlauer Arbeiterturner wieder in die städtischen Turnhallen ein. Vierzehn ihrer Mitglieder konnten diesen Einzug allerdings nicht mehr mit ansehen, denn sie sind bereits in fremder Erde begraben, 110 weitere weilen noch draußen vor dem Feinde. Beschlagnahme des Brotgetreides in Polen. Wie daS Verordnungsblatt der Kaiserlich Deutschen Verwaltung in Polen bekannt gibt, wird am 1. Mai 1915 im Gebiete der deutschen Verwaltung in Russisch-Polen sämtliches Brotgetreide(Roggen und Weizen) sowie sämtliche Ger st e beschlagnahmt. Ein Verkehr mit Brotgetreide und Gerste ist nur noch innerhalb der Kreise mit Genehmigung des KreiSchefs(in Lodz dcS Polizeipräsidenten) zulässig. Alle bereits abgeschlossenen Lieferungsverträge, die zur Lieferung außerhalb deS Kreises verpflichten, sind ungültig, soweit sie nicht mit der„Waren- einfuhr' in Posen abgeschloffen sind. In den Kreisen wird zur Ernährung ihrer Bevölkerung bis zur nächsten Ernte Va Zentner= l'/a Pud Brotgetreide auf den Kops der Bevölkerung belassen. Was darüber hinausgeht, ist von den Ueberschußkreisen bis zum 1. Juni 1915 der Gesellschaft„Waren einfuhr' G. m. b. H. Posen zu liefern. Diese Gesellschaft hat die Versorgung der Bedarfskreise mit Mehl zu übernehmen. Ein Ministerpräsident unter Zensur. Die Wiener„Arbeiterzeitung" teilt mit, daß ein längerer Paffus aus der Parlamentsrede des Grafen T i s z a in Oesterreich zunächst unterdrückt worden ist. Darin waren unter anderem folgende Be- merkungen des ungarischen Ministerpräsidenten enthalten: „Wir, die wir hier leben, und auch die Ausländer, die in unserer Mitte weilen, wissen, daß in diesem Lande die Ruhe, die Harmonie, die Ordnung niemals größer war und nie größer sein konnte als jetzt, daß in Ungarn heute P o I i z i st und Gendarm überflüssig sind, daß auch die schweren Probleme, die in vielerlei Hinsicht die Seelenkrast der Gesellschaft auf die Probe stellen, von der Nation mit Selbstverleugnung ohne Klage und mit dem patriotischen Entschluß getragen werden, daß sich in so großen Zeitläufen niemand um geringfügige Uebelstände kümmern darf. ... Wie in der Vergangenheit und wie in diesem Kriege, so wird diese Monarchie auch nach dem Kriege das bleiben, waS sie ver möge ihrer weltgeschichtlichen Sendung zu sein hat: nicht eine mechanische Balancierung der Kräfte, sondern die Stütze eines auf der Unabhängigkeit der Völker und Staaten be- ruhenden europäischen Gleichgewichts(Zustimmung rechts), eine Hüterin, ein Unterpfand»nd eine Bürgschaft des Friedens und der freien und unabhängigen Entwicklung der Völker und Nationen. Dieser Gedanke ist es, der uns die natürliche Bundesgenossenschast all jener kleinen und großen Nationen zuführen muß, die ihre Unab- hängigkeit richtig einschätzen und die daher gegen Uebergriffe mächtiger Weltherrschaftstendenzen Garantien suchen." Die„Arbeiterzeitung" wirft dazu die Frage auf:„Wer erklärt uns, wieso in dem österreichischen Bericht diese wichtigen Stellen der Rede des ungarischen Ministerpräsidenten nicht entz halten waren?"_ Parlameuts„reform" in der Schtveiz. Im Kanton B a s e l- S t a d t ist am Sonntag in der Volks- abstimmung mit 4669 gegen 4168 Stimmen das Jnitiativbegehren der sogenannten„fortschrittlichen", in Tat und Wahrheit aber reaktionären Bürgerpartei für die Verminderung der Zahl der Mit glieder des Großen Rates(Landtages) von 139 auf 199 angenommen worden. Alle andern Parteien waren dagegen, ohne aber ernsthaste Anstrengungen für die Verwerfung der Initiative in der Volks- abstimmung gemacht zu haben, wohl in der Annahme, sie werde so- wieso verworfen werden. Da das Basler Parlament nach dem Pro- porz gewählt wird, erfahren alle Parteien eine Schmälernng ihrer Vertretung, die sozialdemokratische eine solche um 9 von 44 auf 35. Sie erleidet damit als die stärkste Fraktion den größten Verlust. Auch die„fortschrittliche Bürgerpartei selbst wird eine Verminderung ihrer Vertreterzahl von 17 auf 13 erfahren. Da erst im Jahre 1317 zum erstenmal nur 199 Großräte werden gewählt werden, kann bis dahin die Entwicklung noch manche Verschiebung der Parteiverhälv nisse herbeiführen._ Bcdientenpolitik zur Erwerbung von Volksrechten. Dem reaktionären russischen Schriftsteller Menschikow gebührt das Verdienst, einen neuen Beitrag in der Theorie geliefert zu haben, die die A n p a s s u n g cm die bestehenden Machtverhältnisse und das Paktieren als sicherstes Mittel für die Erwerbung von Volksrechten empfiehlt. Er schreibt, offensichtlich zur Beschwichtigung der zunehmenden Unzu friedenheit in den Kreisen der russischen Intelligenz: „Wir halten uns oft für recht- und machtlos, wie die hellenischen Sklaven im eisernen Rom; die herrschenden Schichten nutzen unsere Talente aus, sie leben aber und lenken die Geschicke des Landes, wie es ihnen gefällt. Ich bemerke dazu: ganz recht, wie es ihnen gefällt; aber hängt es nicht von uns ab, daß ihnen das gefallen soll, was uns gefällt? Die hellenischen Philosophen, Künstler, Schauspieler, Dichter, die als Sklaven in Rom lebten, unterordneten sich nicht nur der Ge walt, sondern machten auch diese ihrem Willen Untertan. Sie flößten den stolzen Siegern ihre Gedanken, ihre sittlichen Anschauungen, ihren künstlerischen Geschmack ein. Sie formten die Weltanschauung ihrer Herren um und lenkten ihren Willen im Einklang mit den genialen Plänen des be- siegten Volkes." Diese Ideologie der Bedientenhaftigkeit, die Menschikow als probaten Ersatz für die fehlende politische Gleichberech- tigung und zugleich als Gegengift gegen die Ideologie des Kampfes um die Macht empfiehlt, wird von dem liberalen Moskauer Organ„ R u tz k i j a W e d o m o st i" mit den Worten abgetan, man brauche gar nicht Beispiele aus dem klassischen Altertum heranzuziehen, um die zeitweiligen Erfolge schlauer und schmiegsamer„Sklaven" nachzuweisen. Solche Beispiele gebe es übergenug auch in der Gegenwart. Aber nur Bedientenseelen könnten von solchen Ratschlägen Gebranch machen._ Die Regelung der indischen Weizenausfuhr. Der von dem RegierungSausschuß für Lebensmittelversorgung ernannte Unterausschuß für indischen Weizen macht laut„Daily Telegraph" vom 22. April folgendes bekannt: Die Vorbereitungen für die Regelung des Ausfuhr- Handels, welche durch die, in Uebereinstimmung mit den Welt- Marktsverhältnissen eingetretene bedrohliche Steigerung der Weizen' preise in Nordindien erforderlich wurden, sind nahezu beendet. Ohne diese Regelung mußte trotz der in Aussicht stehenden, be- sonders guten Ernte mit kaum während Hungcrsnotzeiten dagewesenen Preisen gerechnet werden. Wenn eS nicht gelänge, für den zu erwartenden ausführbaren eizenüberschuß von 2 Millionen Tonnen einen Markt zu finden, würde zunächst Indien einer sehr wertvollen Ausfuhr beraubt sein in einem Jahr, das viele seiner sonstigen Stapelariikel ungünstig beeinflußt, und sodann würden die indischen Weizenproduzenten durch Entziehung der Aussicht auf den rechtmäßigen Gewinn betreffend den Anbau für spätere Jahre stark benachteiligt. Außerdem würden diese ungünstigen Umstände auch England einer Bezugsquelle beraubt haben, auf die es unter den obwaltenden Umständen stark ange- wiesen ist. ES kam also darauf an, der indischen Regierung die Möglich- keit offenzuhalten, im Bedarfsfall den indischen Weizenpreis von dem Weltpreis unabhängig zu machen, ohne dadurch die Ver- schiffung des ausgeführten UeberschuffeS in unter gewöhnlichen Verhältnissen zu erwartenden Mengen und Zeiträumen zu be- hindern. Hierzu verbot die indische Regierung die Weizenausfuhr auS Indien für private Rechnung absolut während der ganzen Zeit bis zum 31. März 1916. Die sonst in der Weizenausfuhr beschäftigten Firmen find nun zu Agenten der Regirrung ernannt, um nach deren Anordnung und für deren Rechnung den Ausfuhrhandel zu betreiben. Der den indischen Verkäufern zu bietende Höchstpreis wird von Zeit zu Zeit durch die englische Regierung festgesetzt und mit fort- schreitender Jahreszeit allmählich verringert, so daß die Ver- suchung zu Preis spekulation und Zurückhalten von Vor- räten ausgeschaltet ist. Mit der Beschaffung von Frachten sind gewisse Firmen betraut und die Häuser, welche den Weizen in Indien gekaust haben, dürfen ihn in England nur zu Marktpreisen verhandeln, die durch die befugten Geschäftsstellen bestimmt sind. Einer künstlichen Preis- steigerung wird ferner ein Ausschuß der für den Handel in Betracht kommenden Firmen entgegenarbeiten. Jeder Gewinn, der nach Anrechnung aller Spesen sich aus dem Unterschiede zwischen dem natürlichen Preise in London und dem amtlich in Indien festgesetzten Preis ergibt, fließt der indischen Regierung zu. öillige Lebensmittel in hollanö. Aus Amsterdam schreibt man nnZ: Als im vorigen Sommer,.angesichts der mit dem Krieg herein- gebrochenen Krise, die Regierung an das Zusammenwirken aller Parteien appellierte, gab sie ihre feierliche Unterschrift zu dem Grundsatz, daß während des Krieges niemand in Holland Hunger leiden solle. In der Ausführung bekam jedoch dieses schöne Programm allerhand Löcher. Und die von vorn- herein wenig zureichende Unterstützung der Arbeitslosen und der Familien der Einberufenen wurde mit der steigenden Teuerung immer weniger tauglich, das Elend vom Haushalt der Massen fernzuhalten. Die wachsende Unzufriedenheit veranlaßte die Rc- gierung, im vorigen Monat eine Aktion zu beginnen. Der Acker- bauminister Posthuma sandte nämlich an die Gemeinden ein Rundschreiben, worin er vorschlug, den Verkauf von Mehl, Brot und anderen wichtigen Lebensmitteln um den Preis, den diese Waren vor dem Krieg gehabt hätten, zu organisieren. Der Vorschlag wurde im großen und ganzen abgelehnt, nicht aus Ar- beitcrfeindlichkeit— denn auch Gemeinden, auf deren Verwaltung Sozialisten einen entscheidenden oder bedeutenden Einfluß haben, haben den Plan des Ministers sür unausführbar gehalten—, sondern weil der Minister von den Gemeinden eine finanzielle Bei- Hilfe verlangte, welche die in ihren Steuerquellen äußerst be- schränkten Gemeinden unmöglich leisten konnten. Da die Rcgic- rung es indes doch unmöglich beim Schein lassen konnte, als habe sie mehr für ihre Popularität, als für eine ernsthafte Bekämpfung der Massennot Sorge tragen wollen, hat Minister Posthuma wohl sein Rundschreiben vom März zurückgezogen, aber am 24. April ein neues versandt, das die billigere Volkscrnährung ans einem anderen Weg zu sichern strebt. Die Lebensmittel, die in Betracht gezogen werden, sind: Weizenbrot und ungemischtes Weizen- mehl, Roggenbrot, Schweinefleisch und Gemüse. Reines Weizenbrot und Weizenmehl zur Brotbearbeitung sollen um einen vom Minister zu bestimmenden Preis zur Verfügung gestellt werden. Den Preis für Weizenbrot glaubt der Minister vor- läufig mit 12 Cents das Kilogramm, den für Mehl mit 16 Cents ansetzen zu können. Die Gemeinden werden zur strengen Kon- trolle der Bäckereien verpflichtet, um jede andere Verwendung des Mehls als zum Backen der bestimmten Brotsorte zu verhüten. Der Bezug des reinen Weizenbrotes zum verminder- ten Preis ist nicht aus Vermögenslose oder Minderbemittelte beschränkt. Er geschieht auf Grund einer Brotkarte, die die Bürgermeister an alle Familienober- Häupter und alleinstehenden Personen, die sich darum bewerben, auszufolgen haben. Roggenbrot wird die Regierung den Gemeinden um 9 Gulden für 199 Kilogramm liefern. Der Broi- preis wird vom Minister für jede Provinz gemäß der Zusammen- setzung des Brots festgelegt werden. Gemeinden, die keine ge- nügendcn Maßnahmen gegen die Vcrfütterung von Roggen und Roggenbrot treffen, soll die Vergünstigung entzogen werden. Zur Verbilligung des Schweinefleisches werden die Exporteure verpflichtet, einen bestimmten Prozentsatz ihrer Export- tiere um 89 Cents für das Kilogramm Schlachtgewicht den Ab- teilnngen des niederländischen SchlächterverbandeS zu überlassen. Schlächter, die dem Verband nicht angehören, sollen ihm zeitweilig zu diesem bestimmten Zweck beitreten können. Was Gemüse anbelangt, bemerkt das Rundschreiben, daß Saisongcmüse im allgemeinen nicht teurer ist, als in der gleichen Zeit des vorigen Jahres. Dasselbe gilt von Kartoffeln. Der Preis von Faßgemüse ist nach Erlaß des Ausfuhrverbots von dem erreichten höhen Stand wieder heruntergegangen, steht aber immer noch höher als im vorigen Jahre. Die Regierung erklärt, nach einer Vereinbarung mit dem allgemeinen Unterstützungskomitcc, den Gemeinden etwa 699 Faß Sauerkobl(zu 15 fl.), 1999 Faß Schnittbohnen(zu 26 fl.) und 75 Faß Prinzeßbohncn(zu 27 fl.) zur Verfügung stellen zu können. Die Preise sind franko vom Platz der Abscndung berechnet, die Fässer mit inbegriffen. Die Fässer enthalten etwa 299 Kilogramm. Dieser Vorschlag der niederländischen Regierung ist sehr be- achtenswert. Die Aussicht, die die Holländer jetzt haben, um 12 Cents(29 Pfennig) ein Kilogramm reines Weizenbrot, um 9 Cents Roggenbrot zu erhalten, könnte in vielen anderen Ländern Neid ertvecken. Wohl ist der Plan in mancher Hinsicht anfechtbar. In der sozialistischen Kritik wird namentlich darauf hinge- wiesen, daß in vielen Gegenden des Landes fast ausschließlich Weizenbrot gegessen wird und die strengen Maßnahmen, die gegen das Mischen des Weizenmehls vorgesehen sind, der Arbeiterschaft den Genuß des ihnen �ungewohnten Roggenbrots aufzwingen würden. Auch befürchtet man von der Kontrolle der Bäckereien bureaukratische Umständlichkeiten, besonders in den großen Ge- meindcn. Auch ist die Quantität des zur Verfügung gestellten Ge- müses lächerlich gering, und die Massen daraus hinzuweisen, daß die teuren Saisongemüse schließlich nicht teurer als im vorigen Jahre sind, klingt fast wie Hohn. Immerhin zeigt der neueste Schritt der Regierung, wie schon andere wirtschaftliche Maßnahmen im Anfang des Krieges, ein entschlossenes Abweichen von den gc- heiligten Prinzipien des Manchesterliberalismus, der im klassischen Bourgeoisland Holland noch immer seine orthodoxen Gläubigen hat. War es ein Zufall, daß das neue Rundschreiben des Ministers mit einer großen A r d ei terdemonstration gegen den Massenhunger zeitlich zusammenfiel? Die Kundgebung war von der Arbeiterpartei und dem Niederländischen Facht) erbartd für den 35. April angesetzt worden. Zunächst war sie als eine repräsentative 1. Unverzügliche Maßnahmen, um die Preise von gemischtem und ungemischtem Brot und Mehl auf den Stand von Anfang August zurückzubringen. Bersammlung gedacht, als Zusammenkunft von Delegierten Bei der Entschließung über die Gebietsabtretungen erregte baherischen Pfalz". Als Herausgeber zeichneten Auguft Dreesbach der organisierten Arbeiterschaft. Aber jo start war das Jutereffe Anita Augspurg Aufsehen, als sie von tofendem Beifall be- und der technische Leiter Karl Fen, zurzeit Geschäftsführer der des Proletariats an den auf die Tagesordnung gefekten Fragen, gleitet meinte, ebenso wenig, wie es eine Vergewaltigung der Nürnberger Geschäftsdruckerei. In den 25 Jahren ihres Bestehens so stürmisch sein Wille, der Regierung und den herrschenden Religion gibt, dürfte es eine Vergewaltigung der Nation hat die Boltsstimme" schon manchem Sturm getrozt; sie darf an Klassen seinen Protest und seine Kampfentschlossenheit kundzu geben. Es ginge nicht an, fremdsprachige Völker zu annektieren, der Entwicklung der sozialdemokratischen Partei Badens einen geben, daß neben die Delegiertenversammlung gewaltige Bolts- da diese immer nach Freiheit streben und die Konflikte nie auf- hervorragenden Arbeitsteil in Anspruch nehmen. versammlungen traten. Die Manifestation fand in Rotter hören würden. Dr. Sophia Daszynska verlangte im Namen dam statt. 1725 Vertreter von 1250 Organisa- der polnischen Frauen das Recht, über ihre nationale Zugehörigkeit Zu den Angriffen auf den Vorwärts" äußert sich unser Parteitionen mit 120 000 Mitgliedern waren in einem Saal ver- zu entscheiden. Dasselbe nahmen die Frauen Finnlands durchblatt in Brandenburg, die Brandenburger geitung", einigt. Drei andere große Säle vermochten die herbeigeströmte ihre Vertreterin für sich in Anspruch. Eine Belgierin wollte folgendermaßen: Die Heze gegen den Vorwärts" Menge nicht zu fassen und die hin- und herwogenden Massen wissen, ob nur die Polen und Finnen und nicht die Belgier dieses drücken dem Straßenbild der Innenstadt ihr Gepräge auf. Selbstbestimmungsrecht haben sollten. Fräulein Birnbaum geht munter weiter, ohne daß dadurch der erstrebenswerten Einig Die überall angenommene Resolution fordert von der Re- aus Antwerpen schilderte die russischen Zustände und die Pogrome feit in der Partei gute Dienste geleistet werden. Nachdem gewisse gierung: in ihrer ganzen Furchtbarkeit. Parteiblätter und Gewerkschaftsorgane seit Monaten ihrer Unzu In der Abendsizung vom 29. April führte Miz Memillars- friedenheit mit der von keinem nationalistisch- imperialistischen Ueberschwang angetränkelten Haltung des Zentralorgans Ausdrud geEngland den Vorfis. Sie teilte mit, daß dem Kongreß eine Ent- geben hatten, weil es die Frattionspolitik nicht hinreichend proschließung vorliege, die verlangt, daß auch die Frauen zu den pagiere, zieht jetzt Genosse August Winnig in den„ Sozialisti Was 2. Die Durchschung der Preiserniedrigung für andere wich Friedensverhandlungen hinzugezogen werden. Fräuschen Monatsheften" gegen den Vorwärts" vom Leder. tige Lebensmittel. lein Boissevain verlas eine große Anzahl Namen bekannter Personen der Vorwärts" zu seiner Verteidigung gegen die unseres Ers 3. Eine Regelung der Unterstüßung der Arbeitslosen und der und Körperschaften aus allen Weltteilen, die ihre Sympathien und achtens völlig haltlosen und teilweise geradezu unqualifizier Familien der Ginberufenen, um ihnen den nötigen Lebensunter- besten Wünsche aussprechen, darunter die Witwe Tolstois und baren Anwürfe sagen kann, das hat er selbst bereits in sachlich halt mit Einschluß der Wohnungsmiete zu sichern. Eilen Key. Thora Daugaard- Dänemark berichtete über den gründlicher und zutreffender Weise bei seiner Abwehr zum Ausdrud Im Schlußjak ruft die Resolution die Arbeiter auf, die Fortschritt der Frauenrechte in ihrem Vaterland, und auch Frau gebracht. Jetzt, wo die Selbstbesinnung in weitesten Parteifreisen erfreuliche Fortschritte macht, wird man bald überall einAktion zur Durchsetzung dieser Forderungen mit aller van Embden- Holland betonte, daß die Frau bei dem kommenden fehen lernen, welche Richtung in der Sozialdemokratie und ihrer Kraft zu betreiben. Frieden ihren Einfluß geltend machen müsse. Die Greuel, die sie Bresse für die zukünftig erst recht notwendigen internationalen Beinfolge des Krieges habe erleiden müssen, gäben ihr ein Recht da- ziehungen die beste vaterländische Arbeit geleistet hat. Es handelt 3. Frau Groak- Ungarn beschrieb die Schrecken des Krieges aus sich nicht so sehr rückwärts schauend um die Frage der nationalen eigener Erfahrung. Ihr folgte Mis Courtney, eine der bekann- Kreditbewilligung, sondern vielmehr um das Ziel der eintesten Frauenrechtlerinnen Englands; sie versuchte, flar zu machen, mütigen Wahrung der Grundlinien sozialistisch- antiimperialistischer wie sehr das Stimmrecht der Frau mit Krieg und Frieden zu- Weltpolitik, die sich von allen verwirrenden und verheßenden Tagesfammenhänge. Die Vorsitzende teilte mit, daß der Kongres bis ſtrömungen frei zu halten hat. Sonnabend ausgedehnt wird. Je weiter die Verhandlungen fortschreiten, desto ausgesprochener gestalten sie sich zu einer Kundgebung für das Frauenstimmrecht. Es wird gewiß immer wieder gegen den Krieg protestiert und Frau Lecher- Desterreich rief Die Versammlung hat bewiesen, daß die jüngsten erregten theoretischen und tattischen Diskussionen das Bewußtsein der Holländischen Arbeiterschaft von der Notwendigkeit einer befonderen, auf ihre eigenen Sträfte gestellten Aktion für ihre Interessen nicht getrübt haben. Wenn sie, als es sich um den Schuß der Landesgrenze handelte, dem Gebot der allgemeinen Not Folge gegeben hat, so hat sie doch mit wahrem Aufatmen den Augenblic mahrgenommen, um zu zeigen, daß sie noch weiß, wo die dauernden Biele ihres Strebens sind. Der Frauen- Kriegskongreß. Seit dem 27. April tagt im a ag ein internationaler Frauen Yongreß, der gegen den Krieg protestieren soll. Die Voffische Beitung" berichtet darüber: unter tofendem Beifall:„ Gebt uns unsere Männer zurück und hört auf mit dem Blutvergießen!" Aber der Kehrreim ist doch, daß ohne das Stimmrecht nichts anzurichten sci. " Gewerkschaftliches. Maßnahmen zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit für die gelegenheit für die heimkehrenden Krieger. und www und mit der Starken Eindruck machte in der Sitzung vom 30. April das Als erste deutsche Stadt hat die Stadt Dresden soeben Erscheinen der Vertreterinnen Belgiens.( Bon Anita Augs- einen Beschluß von großer sozialer und volkswirtschaftlicher purg unter stürmischem Beifall begrüßt, mußten sie auf der Platt Bedeutung gefaßt. Das Stadtverordnetenkollegium hat bcform Plaz nehnten. Die Debatte behandelte zunächst die Frage schlossen, den Rat zu Dresden zu ersuchen, eine Vorlage ausIm Zoologischen Garten im Haag wurde am 27. April in der Waffenfabrikation und der Waffenlieferungen. Frau Laivrence zuarbeiten und unter Zuziehung der beteiligten Streise in eine einer Versammlung von mindestens zweitausend Frauen der erste( England) führte aus, es sei durch Philipp Snowden erwiesen, daß Erörterung solcher Maßnahmen einzutreten, die die Beschaffung internationale Frauenfongreß eröffnet, der gegen den Krieg pro- die sogenannten nationalen Waffenfabriken in Eng- geeigneter und ausreichender Arbeitsgelegenheit für die nach testieren soll. Frau Dr. Aletta Jacobs aus Haag führte den land durch Anteilhaber beherrscht werden, deren Interesse es ist, Friedensschluß aus dem Felde Heimkehrenden bezwecken. Borfik. Der Kongreß, sagte sie, sci fein Friedenstongres, son- lnruhe hervorzurufen. 3 moist zu fäen und Kriegsbesorg Oberbürgermeister Geh. Rat Dr. Beutler, der dern cine internationale Frauenversammlung, die beraten soll, wie nisse zu verbreiten. Es wird eine Resolution eingebracht, welche den Beschluß der Stadtverordneten mit Freuden begrüßte, Ariege fortan zu verhindern seien. Dies sei nur durch die Beritaatlichung der Waffenfabrikation fordert. Anita Augs- erklärte, der Rat habe sich ebenso wie der Soziale das Frauenstimmrecht möglich. Alle folgenden Rednerinnen be purg spricht in demselben Sinne. Eine Amerikanerin, Frau Evans, Ausschuß die Sächsische Staatsregierung tonten dasselbe. Anita Augspurg eröffnete den Kongreß mit erflärt: Die Frauen Amerifas arbeiten nach Kräften, um zu ber der Deutsche Städtetag bereits eingehend einigen Worten über das Menschlichfeitsgefühl und die hindern, daß Schiffe neutraler Staaten Waffen transportieren. Der in Frage stehenden Angelegenheit beschäftigt und vom 3erstörung des Hasies von Nation gegen Nation. Ihr Kongres nimmt ein Amendement an, wonach Waffenlieferungen Rate zu Dresden sei in der letzten Sigung beschlossen worden, folgte Frau Tubfjert aus Dänemark und als dritte Miß zwischen verschiedenen Staaten verboten werden sollen. Frau Mac an die Bauinnungen heranzutreten wegen Vorbereitung von Gurtney aus England, die erzählte, daß 180 englische Frauen millan( Schottland) bringt eine Resolution ein, daß die Mächte bei Bauten usw. Der Rat behalte die Sache dauernd im Auge an der Zusammenfunft teilnehmen wollten, wegen Unterbrechung den Friedensverhandlungen die Einführung des Frauenwahl- und werde, wie wohl faum erst versichert zu werden brauche, der Schiffahrt aber nur zwei herüberfamen. Weitere zwanzig rechts in allen Ländern als Notwendigkeit erklären sollten. Se auch seinerseits alles tun, um den heimkehrenden Kriegern die werden erwartet. Die Rednerin griff die Presse an, die den Tene Stöder wendet sich dagegen, daß aus dem Rongreß, der die Sorge um ihr Fortkommen abzunehmen. Schwierig sei die Hag fäe. Die englischen Frauen hegen teinen Haß gegen schwesterlichen Sympathien der durch den Krieg betroffenen Frauen Materie aber doch, denn man fönne heute noch gar nicht die deutschen, sondern haben Sympathie für diese aller Länder zum Ausdruck bringen sollte, jest in erster Linie ein übersehen, wie sich Gewerbe und Industrie nach dem Kriege Frauen und senden ihnen Grüße. Ola Miesa aus Wien be- Frauenstimmrechtstongreß wird. Fräulein Rotten- Berlin unter- entwickeln werde. Jezt habe der Rat 50 Neubauten, 118 tonte unter großem Beifall, daß ihr Vaterland nur solche Vorteile fügt Fräulein Stöder: Man solle Friedensschluß und Frauen- größere und 407 fleinere Umbauten genehmigt, aber trotzdem wünsche, die feinem anderen Bolf schaden oder es gar vernichten stimmrecht nicht durcheine aderbringen. Frau Sillington- England würden diese Bauten nicht ausgeführt, da es an Geldgebern fönnten. Anna Kleman sprach für Schweden und Jane Addams warnte, man jolle vom Frauenstimmrecht nicht zuviel für die fehle. Notstandsarbeiten aber fönne man kaum in Aussicht aus Chicago für Amerika, Vilma für Ungarn. Rosa Genoli Friedenssache erwarten. Sie habe ein englisches Blatt in Händen, stellen, denn die Städte seien durch die großen Kriegsaufwenaus Mailand erregte Aufsehen mit ihrer Schilderung des Elends das von A bis Z von Frauen geschrieben, gedrudt, verlegt und ver- bungen start mitgenommen. Von besonderem Interesse war in Italien und ihrer ausgesprochenen Furcht, daß ihr Bater- breitet wird und dessen Inhalt von Anfang bis zu Ende eine Ver- die Erklärung des Geschäftsführers des Verbandes der land sich in den Krieg hineinreißen lasse. Ihre Kolleginnen hatten herrlichung des Krieges ist. Schließlich wird dennoch ein Beschluß Sächsischen Industriellen, Dr. März. Dieser nicht gewagt, mit ihr nach dem Haag zu kommen aus Furcht auf im Sinne der von Frau Macmillan eingebrachten Resolution ge- teilte mit, daß in industriellen Kreisen eine der Durchreise durch Deutschland vom Kriege überrascht zu werden. große Unternehmungslust herrsche. Wenn es Frau Dr. Keiltau( Norwegen) beschloß die Liste der Rednerinnen. faßt. In der Abendjigung, die die Schlußsizung des Rongreffes war, vorderhand auch an Arbeitskräften und Rohmaterialien fehle, Die Berlejung zahlloser Zuschriften folgte, darunter ein Brief der machten sich die Belgierinnen mehrmals bemerkbar. Eine Belgierin so werde die Industrie nach dem Kriege ihre Betriebe wieder Schwester des Generals French. In der Vormittagssigung am 28. April führte Frau Addams erklärte, sie wolle nichts von Frieden wissen, solange noch Deutsche voll aufnehmen, und in den Streifen der Industriellen bestehe aus Chicago, in der Abendsizung Fräulein Augspurg den Vorsiz. in Belgien stehen. Fräulein Bredinridge- Amerika erzählt, daß man der Wille, alle in den einzelnen Betrieben beschäftigten Dem Kongres wurden fünf Resolutionen gegen den in den Vereinigten Staaten schon seit dem August in Angit Tebe, Arbeiter, die zum Heeresdienst einberufen seien, wieder einKrieg und Waffenlieferungen, für Völferver in den Krieg verwvidelt zu werden. Miz Courtney- England warnt zustellen, ihnen also ihre Stellen offenzu Schließlich erklärte noch Landtagssöhnung und Kindererziehung im pazifistischen vor Verwirrungen: Der Kongreß nehme zuviel Resolutionen halten. Sinn vorgelegt. Ein Zwischenfall ergab sich, als die amerikanische technischer Art an, ohne recht zu wissen, was er da annehme. Anita präsident Dr. Vogel, daß die Frage schon im Schoße Vorsitzende die Resolution für die Völkerversöhnung dahin aus- Augspurg widerspricht. Zu einer Resolution, wonach das Meer der Sächsischen Staatsregierung beraten worden sei, daß man Tegte, daß in Zukunft alle Völkerstreitigkeiten schiedlich- friedlich ge- fortan frei sein soll, wünscht Helene Stöder einen Zujazz, der das aber die Frage nicht auf einem einzelnen lokalen Gebiete schlichtet werden müßten mogegen Helene Stöder pro- Beuterecht zur See abschafft. Sie kommt dann auf den Mutter- lösen könne, sondern daß sie für das ganze Land testierte. Das sei nicht der Sinn der Entschließung gewesen, die schutz zu sprechen. Fräulein Birnbaum- Antwerpen schildert die und das Reich gelöst werden müsse, wozu schon den deutschen Teilnehmerinnen vorgelegen habe und von ihnen ge- Leiden der polnischen und russischen Juden in diesem Krieg und lange die erforderlichen Maßnahmen in die Wege geleitet billigt worden sei. Sie hätten nichts gegen Heer und Flotte sagen tritt für ihre Befreiuung ein. Frau Lawrence- England bestreitet, feien. wollen. Die Rednerin hatte sofort die ganze Versammlung gegen daß die Frauen Frieden um jeden Preis wollen. Sie wollten keinen sich, und Frau Schwimmer( Ungarn), die ihr als Entgegnung Frieden ohne Ehre, ebensowenig wie es den Mitgliedern des Konzurief: Fort mit den Armeen und der Marine!" gresses an Baterlandsliebe mangele. Aber jede Nation glaubt für wurde durch tosenden, minutenlangen Beifall belohnt. Frau die Selbstverteidigung zu kämpfen und beseze deshalb das Land Selenfa( Deutschland) versuchte dann, den Mizton zu überbrücken. der anderen. Wer könne behaupten, daß nicht jede Nation bercit Man beschloß, die Einwendung Helene Stöders später zur Dis- wäre, ihre Armeen aus dem befesten Lande zurückzuziehen, wenn Tussion zu stellen. sie bestimmt wüßte, daß sie daraufhin nicht selbst angegriffen Die Abendsizung am 28. April galt dem Frauenst immwürde? Die Vorsitzende fagte im Schlußwort: Dieser Kongres recht. Eine Engländerin, Frau Pathit Lawrence aus London habe bewiesen, daß kein Grund mehr bestehe, den Frauen das fand stürmischen Beifall, als sie ausführte: In einem Krieg sind Stimmrecht vorzuenthalten. Frauen und Kinder schlimmer dran als die Männer; und führte Der Kongreß ist auf den sympathischen Gedanken gekommen, als Beispiel den Burentrieg an, in dessen Verlauf mehr Frauen und den Verwundeten in den Hospitälern aller kriegführenden Länder Sinder natürlich bloß der Buren zugrunde gegangen seien Blumen zu übersenden. Das holländische Ministerium des Aeußern als Kämpfer beider Parteien. Bei der Aushungerungspolitik des hat die Vermittelung der Versendung übernommen. Desterreichgegenwärtigen Krieges würden die Soldaten noch immer zu essen Ungarn und Rußland mußten wegen zu großer Entfernung aushaben, wenn Frauen und Kinder am Hungertuch nagten. Das sei geschaltet werden. eine Schmach und Schande. Aus der Partei. Breßjubiläum im Kriegsjahre. " Berlin und Umgegend. Der Zimmererverband während der Kriegszeit. So lautete das Thema eines Vortrages, den Witt in der legten Berliner Zahlstellenversammlung des Verbandes der Zimmerer hielt. Die Gewerkschaften bemühten sich auch während der Kriegszeit, auf den verschiedensten Gebieten ihren Aufgaben gerecht zu werden. Vor dem Beginn des Krieges hatten die Gewerkschaften 212 Millionen Mitglieder. Ende Januar 1915 hatten sie rund dreiviertel Millionen ihrer Mitglieder im Felde stehen, und heute kann man nicht mehr daran zweifeln, daß eine million schon voll ist.- Groß sind die Opfer, die die Gewerkschaften bringen. Vom August 1914 bis zum Januar 1915 haben die deutschen freien Gewerkschaften 17783 000 Mart an Arbeitslosenunterstützung und 6181000 Mart an Unterstüßungen für die Familien der Kriegsteilnehmer, also zusammen 24 Millionen Mart, an Kriegsunterstützungen, aus gezahlt. In der Sizung am 29. April wurden die eingebrachten fünf Resolutionen fast einstimmig angenommen, die zusammen die Auch der gimmererverband ist hart mitgenommen worden. Bei Beginn des Krieges hatte er 819 Bahlstellen mit Grundfäße für einen dauernden Frieden bilden sollen. Die erste 62 673 Mitgliedern. Bis zum Jahresschluß wurden noch 5 ZahlResolution fordert, daß alle internationalen Streitigkeiten einem Vor 25 Jahren, als die Berlängerung des Sozialistengefeges im stellen neu gegründet. 5 Rahlstellen traten zu größeren Zahlstellen Schiedsgericht oder einer Vermittlung unterstellt werden. Die zweite Entschließung berlangt ein Uebereinkommen, nach dem Reichstage gefcheitert war und das neugewählte Barlament feine über und 26 Bahlstellen losten sich auf, weil ihre Mitglieder fast internationale Maßregeln über ein Land verhängt Aussicht bot, den Ende September verfallenen Wechsel zu prolon- restlos zum Militär eingezogen worden waren. Andererseits sind gieren, entstanden überall in Deutschland sozialdemokratische Blätter Bahlstellen in bedrängten Gebieten( Ostpreußen, Elsaß- Lothringen) werden, wenn es bei einem Streitfall zu den Waffen greift, anstatt neben den sehr wenigen, die sich trotz aller Schikane der Verfolgung durch den Krieg zerstört. Am Schluß des Jahres 1914 waren noch das Schiedsgericht oder eine Vermittlung anzurufen. An dritter erhalten hatten. In Baden befam der Offenburger Boltsfreund 775 Rahlstellen vorhanden. Stelle wird die Forderung erhoben, daß die auswärtige ber 1889 noch unter der legten Variante Südwestdeutsches Volks leber den Mitgliederbestand des gimmererverbandes gibt die Bolitit unter demokratische Kontrolle gestellt werde, Blatt" dem Ansturm der Inquisition trotte, eine Mitstreiterin in Erhebung vom 10. April Auskunft. An der Erhebung beteiligten d. h. die Kenntnis und die Beaufsichtigung ihrer Entwicklung durch der Mannheimer Bollsstimme". Sie trat am 1. Mai 1890 fich 617 Bahrstellen mit zusammen 51 886 Mitgliedern. Hiervon cine Bolfsvertretung unter gleicher Beteiligung von Männern und ins Leben für die badijche und bayerische Pfalz, in welche waren 25 925 Mitglieder, gleich 50 roz. zum Mittar Parteiorgan bis dahin zur Frauen, wobei als Bolfsvertretung die Frauen nur eine Körper- das Offenburger Aufrecht eingezogen. 1752 Mitglieder waren arbeitstos, 23 102 ftanden in waren als frant gemeldet. schaft anerfennen, die von Männern und Frauen unter gleichen erhaltung der parteigenössischen Verbindung gesandt wurde. Arbeit und 607 Mitglieder eine eigene Breffe stieg die fozialdemokratische 25. April betrug der Mitgliederbestand nach Abrechnung der EinBedingungen gewählt ist. Nach der vierten Entschließung sollen Auch ohne eine eigene Breffe feine cbicis abtretungen ohne Zustimmung der männe Bewegung im elften badischen Reichstagswahlfreise so, daß gezogenen 25 461. am 20. februar 1890 der Genofie Dreesbach mit dem national- Inwieweit der Zimmererverband bemüht war, die Not der lichen und weiblichen, Bevölkerung statthaft sein. In der Schluß- liberalen Kandidaten in die Stichwahl am und ihn mit Arbeitslosen zu lindern und den Familien der eingezogenen Kame resolution gibt der Kongreß seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß 14 530 Stimmen bei einer Mehrheit von 2200 mit demokratischer raden beizustehen, dafür ein paar Zahlen. Durch den Verband ciner der mächtigsten Faktoren, um den Wiederausbruch eines Silfe schlug. Jegt war die Gründung der Parteipreffe rasch in die wurden ausgegeben vom August 1914 bis zum Februar 1915 an Strieges zu verhindern, der au jam mcn wirkende Einfluß Bahn geleitet. Arbeitslosenunterſtügung 152 531,30 m., an Unterstüßung für Ausder Frauen aller Sander ist. Deshalb tragen auch die Am 21. April erschien die Probenummer der Boltsstimme, gesteuerte 80 927,55 M., an Familienunterſtügung 199 380 M., an Frauen die Mitverantwortung für einen fünftigen Krieg. Sozialpolitisches Tageblatt für das werftätige Wolf der badisch- Flüchtlingsunterstützung 1150,05 m. In Summa mithin 383 988,90 m. Am Nach den neuesten Beschlüssen der Zentralinftanzen foll in ber] Zeit vom 15. Mai bis 1. Juni abermals an die Familien der Kriegsteilnehmer eine Unterstützung in derselben Höhe gezahlt werden, wic vordem. Mit den Organisationsverhältnissen der Zahlstelle für Berlin und Umgegend fann man im allgemeinen zufrieden fein. Zu Beginn des Krieges taren 2320 Mitglieder vorhanden. Bis zum Schluß des ersten Quartals 1915 waren 996 zum Militär eingezogen. Wenn trotzdem bei Quartalsschluß 1621 Mitglieder hier waren, dann bedeutet das einen Mitgliederzuwachs von 297 während des Krieges. Bis Ende April betrug die Zahl der eingezogenen Zahlstellenmitglieder pon Berlin und Umgegend schon 1048, gleich 40 roz. Unter den Eingezogenen befinden sich fünf Mitglieder des Vorstandes. In 21 Bezirken sind die Bezirksführer, in 24 Bezirken die Kassierer und in 12 Bezirken sind Bezirksführer und Staffierer eingezogen. In zwei Bezirken versehen die Rassierergeschäfte die Frauen der Eingezogenen. In fast allen übrigen Fällen ist es gelungen, die Lücken durch tüchtige Kameraden wieder auszufüllen. ministerium. Die Sache schwebt. An den Berband usw. 790 011 m. in Vorjahre) Borgetragen. Der Rohgewinn stieg Ju Beantwortung Ihres Schreibens vom 16. April teilen ivir von 7,4 auf 10,7 Millionen Mark. Der Reingewinn he Ihnen mit, daß nach Fühlungnahme mit den maßgebenden Ber- trägt 6542 677 0. ( i. V. 4 445 712). Die vorher aba fönlichkeiten des Vereins der Sächsischen Strohhutfabrikanten be- gezogenen Abschreibungen( i. B. im ganzen schlossen wurde, in Anbetracht der außergewöhnlichen Teuerungsbetragen unter anderem auf Immobilien 778 000 M.( i. V. verhältnisse bis auf weiteres einen außerordentlichen Unterstützungs- 802 714); Maschinen, die Ende 1913 mit 1207 131 M. cr= beitrag von 6,00 M. zu dem bisher tariflich vereinbarten Wochen- schienen, sind bis auf 18 M. abgeschrieben, Mobilic lohn von 30 M. zu gewähren. Wir bitten Sie, von Vorstehendem Kenntnis zu nehmen und von 62 874 M. auf 24 M. begrüßen Sie Berein Sächsischer Strohhutfabrikanten Hochachtungsvoll Syndikus J. B. Karl Theel. Daß der Teuerungszuschlag in der Form eines Unterstüßungsbeitrags bewilligt wurde, mag bei den Herren Fabrikanten befonderen Gründen entsprungen sein. Die Form ändert aber nichts an dem anzuerkennenden Beschluß, der vorhandenen gedrückten Lage der Arbeiterschaft nach bestem Sönnen abzuhelfen. Hoffentlich findet der Beschluß Nachahmung. Ausland. Vorräte stehen mit 8,47 Millionen Mark zu Buche, gegen geräte mit 7,69 Millionen Mark i. V., die Effekten und Beteiligungen mit 17,7 Millionen Mark( gegen 19,06 mil. i. V.). Sehr start schwollen die Debitoren an. Sic betragen 38,78 Min. M.( gegen 15,7 Mill. i. V.). Darunter befindet sich sicher ein hohes Bankguthaben; vor Jahresfrist wurde es mit 5 Mill. M. ausgewiesen. Auf der anderen Seite erscheinen Kreditoren mit 37,76 Mill. M. ( i. 2. nur 19,5 Mill. M.). Der Vortrag auf neue Rechnung wird fast verdoppelt. Der Text des Geschäftsberichts ist recht dürftig. Er be nebmedfagt nur, daß in der ersten Hälfte des Jahres der Verlauf des Geschäfts normal gewesen sei. Nach Ausbruch des Weltkrieges habe die Gesellschaft int vaterländischen Interesse mit aller Straft die Leiſtungsfähigkeit ihrer Fabriken gesteigert und ausgenutzt. Die Verschmelzung der Metall- und Uhrenarbeiterverbände in der Schweiz. www Die Finanzverhältnisse der Zahlstelle haben sich während des Krieges sogar noch gebessert, indem am Schluß des ersten Quartals ein höherer Bestand verblieb, als am Ende des vorhergehenden. Der günstige Kassenstand der Groß- Berliner Zahlstelle ist darauf zurückzuführen, daß die Arbeitslosigkeit im Zahlstellengebiet nicht allzu groß war. Die eigentliche Bautätigkeit ruhte allerdings vollDer Aufsichtsrat Der Rheinisch- Westfälischer ständig. Es boten aber Heeres und Kriegsarbeiten Arbeitsgelegenheit. Lazarettbaraden, Gefangenenbaraden usw. waren zu bauen. werkschaftsbewegung neuerdings aktuell gewordenen Verschmelzungs Dividende von 20 Proz.( gegen 15 Proz. i. B.) vor. Die durch Wirtschaftskrise und Krieg in der schweizerischen Ge- Sprengstoff A.-G. schlägt für 1914 die Verteilung einer Und da Groß- Berlin eine Reihe Leistungsfähiger Firmen beherbergt, bestrebungen haben bereits zu einem großen Erfolge mit der VerIn der Generalversammlung Der die solche Arbeiten übernehmen können, so haben eine ganze An- einigung der Verbände der Metall- und Uhrenarbeiter zu dem neuen Waffenfabrif zahl Berliner Zimmerleute während des Krieges Beschäftigung ge- Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterverband geführt, der Mauser A.-G. Oberndorf a. Neckar wurden, nach einem Be habt, vielfach außerhalb. Auch jezt sind eine Anzahl auswärts feinen Sig in Bern hat, wo bisher schon der Metallarbeiterverband richt der„ Voss. Ztg.", die Aussichten des laufenden Geschäftsjahres tätig. domizilierte, während der Uhrenarbeiterverband seinen Sig in Biel als recht gut bezeichnet; die Gesellschaft sei, in allen Abteilungen Bas die militärischen Arbeiten angeht, so sieht die zuständige hatte. Der Metallarbeiterverband hatte Ende 1913 16 495 und der bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit beschäftigt. Durch den Militärbehörde gewöhnlich darauf, daß die Unternehmer, bie folche ihrenarbeiterverband 15 878, zusammen fester Bestand 32 373 Mit Fliegerangriff seien besondere Störungen nicht entstanden; Arbeiten übertragen erhalten, den Tarif innehalten. Eigentümlicher- glieder. Die Vereinigung wurde am letzten Sonntag auf dem leider aber 8 Arbeiter getötet und 5 Arbeiter verivundet worden, weise ergab sich, daß gerade an einer Stelle, wo der Unternehmer Metall- und Uhrenarbeiter- Kongreß in Bern beschlossen, die den für deren Familien gesorgt werde. Ein Sachschaden sei nicht ausgeschaltet und die Militärbehörde felber der Unternehmer war, Delegiertenversammlungen der beiden Verbände vorausgegangen entstanden. Aus den Mitteilungen des in der Generalversamm 10 Bf. pro Stunde weniger als der Tariflohn gezahlt wurden. Das waren. Den Verhandlungen hatten auch der internationale Metallwar in Adlershof. Die Kameraden waren damit zufrieden, aus arbeiterfekretär Genosse Slide- Stuttgart, für den Deut- lung vorgelegten Geschäftsberichts ist hervorzuheben, daß, trotzdem irgend einem Grunde. Die Verbandsleitung konnte das aber nicht fchen Metallarbeiterverband Genosse Reichel Stuttgart, durch den Weltkrieg der Absah nach dem Auslande aufgehört hat, übersehn. Sie machte von ihrer tariflichen Arbeitsgemeinschaft mit für den österreichischen Metallarbeiterverband Genosse Domes die Werke im abgelaufenen Jahre voll beschäftigt waren, da die dem Verband der Baugeschäfte Gebrauch und vereinbarte mit diesem Wien, für den ungarischen Verband Genosse Banzat, Fabrit im zweiten Semester bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit Tariffontrahenten die Absendung einer Beschwerde an das Kriegs- für den dänischen Verband Genosse Hansen, für den in Anspruch genommen wurde. Der Steingewinn des Jahres weblichen 3 pham on and für den Norweglichen Verband 1914 begiffert sich auf 498 045 M., aus dem 20 Bros. Dividende Genosse se nudsen beigewohnt, so daß eine kleine gewerkschaftliche verteilt werden. Nach Absetzung der 54 730 M. betragenden AufDie Entlohnung der Omnibusangestellten. Internationale beisammen war. Diese sehr gut aufgenommenen fichtsratstantieme und nach Zuweisung von 25 000 M. an die Inzulänglichkeiten und Unglücksfälle im Berliner Verkehr haben ausländischen Gäfte hielten beachtenswerte Ansprachen, die den Arbeiterpensionskasse verbleiben 18 314 M., die zusammen mit dem die Augen der Deffentlichkeit in erhöhtem Maße auf die Arbeits- alten, trotz alledem unverwüstlichen Geist der proletarischen Inter- Saldovortrag aus 1913, der sich auf 68 227 2. stellte, auf neue verhältnisse in den Verkehrsgesellschaften gelentt. Am schlimmsten nationale atmeten. Schlice fonstatierte, daß vor allemt die gewert mit sind diese wohl bei der Berliner Omnibus- Gesellschaft. Für schaftliche Internationale über den Krieg hinweg ihre Aufgaben er- Rechnung vorgetragen werden. Die Mechanische Jute Spinnerei und Weberci und Webetci Schaffner werden Anfangslöhne von 80 M., für Kutscher 105 M. füllen werde. Reichel berichtete vom Deutschen Metallarbeiterund für Chauffeure, von denen ja jezt nur wenige vor- verband, daß er im Jahre 1914 11 605 000 m. für Unterstüßungen in Bonn steigert ihren Reingewinn von 139 800 auf 844 475 W handen sind, 120 M. im Monat gezahlt. Von diesen ausgegeben, davon allein 5 Millionen an Arbeitslose während der Die Dividende wird von 6 auf 8 Proz. erhöht. Der Geschäftsbericht Löhnen gehen noch jeden Monat mindestens 10 M. ab für fünf Striegsmonaten und 1 100 000 M. Notfallunterstützung an die führt u. a. aus, daß das Berichtsjahr zum größten Teil unter der Krankentassenbeiträge, Invaliden- und Ruhegehaltstassen und Familien der Wehrmänner. Die Gewerkschaften müssen heute und Einwirkung des Krieges stand. Damit man in der Lage war, mit nicht zulegt für Strafen. Es werden den Leuten vier freie später um fo mehr auf dem Posten sein, als die Unternehmer die Tage im Monat gewährt. Erhalten sie darüber hinaus durch ver- Kriegsnöte zur Verschlechterung der Arbeitsbedingungen ausnußen. Der bent dem Unternehmen zur Verfügung stehenden Rohstoff den Beringerte Beschäftigung weitere freie Tage, so müssen sie sich auch österreichische Metallarbeiterverband hat nach den Mitteilungen des trieb möglichst lange in Gang zu halten, wurden erhebliche BetriebsInfolgedessen hat sich die Her dafür Abzüge gefallen lassen. So fonnte es fommen, daß einmal Genossen Domes von seinen 62 000 Mitgliedern die Hälfte einge- einschränkungen vorgenommen. ein Schaffner fage und schreibe 59,- M. als Monatslohn ausgezahlt büßt. Die Gewerkschaftsbetvegung Icidet unter der Willtürherrschaft stellungsmenge bedeutend verringert, was naturgemäß eine Erhöhung bekam. Wie davon, namentlich zur Jeztzeit, eine Familie ernährt des Kriegszustandes. Die Mitgliederzahl des ungarischen Metall- der Erzeugungskosten zur Folge hatte; diese erhöhten Kosten fanden werden soll, ist ein Rätsel, das zu lösen auch der Direktion der arbeiterverbandes ist von 29 000 auf 11 000 zurückgegangen. Der aber in höheren Bertaufspreisen ihren Ausgleich. Der Omnibus- Gesellschaft schwer fallen follte. Verband hat aber trotzdem seine Errungenschaften aufrecht erhalten Absatz vor dem Kriege war zufriedenstellend; seit Striegsbeginn hat Eine Gefahrenquelle für den Berliner Verkehr bildet auch die und fühlt sich gestärkt durch den von der Internationale gebotenen die eeresverwaltung einen großen Teil der Herstellung der überlange Arbeitszeit der Angestellten, die 15 bis 17 Stunden pro Rückhalt. Der schwedische Metallarbeiterverband hat mit 31000 Tag beträgt. Man sieht, die Omnibusschaffner und Kutscher haben Mitgliedern fast die Höhe von 34 000 im Jahre 1909 vor der großen Gesellschaft in Anspruch genommen. schon Grund zur Klage. Die Fahrzeugfabrit Eisenach steigerte ihren Umsag Alle anderen Verkehrsbetriebe Berlins Aussperrung wieder erreicht, auch verfügt er wieder über ein VerHaben der herrschenden Teuerung wenigstens in etwas Rechnung mögen von 1 100 000 Kr. Der dänische Vertreter erklärte, daß die im vergangenen Jahre um fast 50 Broz. Der Reingewinn stieg getragen und ihrem Personal cine Die Dividende wird verdoppelt geringe Kriegszulage demokratische Verfassungsreform auch der Gewerkschaftsbewegung zu von 0,31 auf 0,85 mill. Mart. gewährt. Die Omnibusgesellschaft macht darin eine Aus- gute fommen werde und er teilte ferner mit, daß die Tarifverträge( 12 statt 6 Proz.). Nach dem Jahresbericht verlief die erste Hälfte nahme. Freilich hat sie bisher troz des Krieges feinen Bes Verbandes mit dem 1. Januar 1916 ablaufen. So erlangte der des Berichtsjahres ähnlich wie im Vorjahre. Nach Kriegsausbruch Mangel an Perfonal gelitten, und das mag ihr Verhalten vielleicht Schweizerische Kongreß auch internationnle Bedeutung. erklären. Entschuldigt kann es in den Augen der Deffentlichkeit Dem neuen Verbande, der nach dem Kriege mit 30 000 und kaum werden. Auch nicht dadurch, daß bisher die Omnibus- mehr Mitgliedern die stärkste Gewerkschaft in der Schweiz sein wird, angestellten in ihrer Mehrheit nicht den Mut aufzubringen ver- die er allerdings mit weniger Mitgliedern auch heute schon ist, mochten, gegen eine solche Behandlung zu protestieren. Ihre still wünschen wir Blühen und Gedeihen, viele Erfolge zugunsten der im Herzen bewegten Wünsche sind deswegen nicht weniger berechtigt Metall- und Uhrenarbeiter! und die Gesellschaft sollte daran nicht achtlos vorübergehen. Deutsches Reich. Teuerungszuschlag in der Hutbranche. Eine außerordentliche Vertrauensmänner Versammlung der Dresdener Mitgliedschaft des Hutarbeiterverbandes hatte die Zahlstellenverwaltung beauftragt, an den Verein der sächsischen Strohhutfabrikanten das Ersuchen zu richten, einen 20prozentigen Teuerungszuschlag auf die jetzt tariflich auf 30,00 M. festgelegten Wochenlöhne zu gewähren. Begründet wurde das Gesuch mit den herrschenden nußergewöhnlichen Teuerungsverhältnissen. Am 17. April ging darauf folgende Antwort ein: auch fchwarz 490 590 690 Aus den Verhandlungen der Generalversammlung der fakulta tiven Strankenkasse des Metallarbeiterverbandes ist zu entnehmen, daß sie im Jahre 1914 einen Staatsbeitrag von 12 000 Frant vom Bunde erhalten. Aus Industrie und Handel. Kriegsgewinne. Die Vereinigten Köln- Rottweiler Pulver fabriken verteilen für das verflossene Geschäftsjahr nach reichlichen Abschreibungen eine Dividende von 25 Proz. gegen 20 Proz. im Vorjahr. Auf neue Rechnung werden 1504 337 M.( gegen Leinenmußten die Arbeiten an den Friedensbestellungen namentlich an solchen des Auslandes eingestellt werden, weil die für den Mobilmachungsfall mit der Heeresverwaltung vereinbarten Aufträge die unverzügliche Teilnahme aller Betriebsabteilungen an der Erledigung erforderten. Zum Zwecke der Erhöhung der Leistungsfähigkeit und zur Erledigung der für das laufende Jahr übernommenen neuen großen Aufträge sind entsprechende größere Neueinrichtungen in zwischen fertiggestellt worden. Eingegangene Druckschriften. Der tote Kollektor. Novellen von Coelho Netto. Deutsch von M. Brussot. 3 M. E. Fleischel u. Co., Berlin W 9. Im Krieg in Paris. Beobachtungen eines deutschen Journalisten. Bon C. A. Bratter. Geh. 1 M. Nandgloffen zum Französischen Gelbbuch. Gesammelte Gegenerklärungen und Kritiken. Geh. 50 Pf.; Concordia, Deutsche Verlagsanstalt Berlin SW 11. ** Schuhe 賣家 Leiser Sportschuhe Sandalen HAC 450 590690 3.90 4.90 Tennis Schuhe. 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Erst hatte ich ein großes Mißtrauen dagegen, denn ich hatte schon soviel Meine großen Schmerzen Geld unnüz weggegeben. ließen mich jedoch nicht in Ruhe, sie faßen jezt in den Füßen. Schon nach dem Einnehmen von 3 Zogal. Tabletten waren meine Schmerzen wie weggeblasen. Ich habe den Gebrauch etwa 8 Tage regelmäßig durchgehalten und bin jetzt von meinem Leiden befreit. Ich habe Togal bereits zahlreichen Bekannten empfohlen und überall höre ich nur Lob und Dant dafür. Ich werde nicht verfehlen, es weiter zu empfehlen. Tog al ist und bleibt ein Radikalmittel."- Aehnlich berichten viele andere, welche Togal nicht nur bei Nerven- und Kopfschmerzen, sondern auch bei Rheumatismus, Gicht, Ischias, sowie bei Influenza gebrauchten. Aerztlich glänzend be gutachtet. Alle Apotheken führen Logal Tabletten. Berantwortlicher Redekteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co, Berlin SW. Nr. 120. 32. IahkMg. 2. Krüsgk Ks„ Zouutilg. 2. Wai 1915. Pfarrer Mirdt vor Gericht. I. Vor der 3.©imtfammer des Landgerichts II hat gestern morgen der Prozeß gegen den Pfarrer Friedrich Mirbt auS Schöneberg begonnen, dessen im Oktober v. F. erfolgte Lerhastung seinerzeit das größte Aufsehen in den weitesten Kreisen erregt hatte. Wie noch erinnerlich sein dürfte, waren seinerzeit gegen Mirbt zahlreiche Anzeigen wegen Betruges und Unterschlagung bei der Polizei und Staatsanwaltschaft eingelaufen, in denen es sich um eine Gesamtsumme von über eine halbe Million Mark bandelte.— Mirbt wurde nun gestern auS der Untersuuchngshaft dem Strasrichter vorgeführt, um sich auf die recht umfangreiche, auf Untcrschlaguug in einem Falle und Betrug in elf Fällen lautende Anklage zu verantworten. Den Vorsitz im Gerichtshofe führt Landgerichtsdirektor Seligmanu« die Anklage wird von Staats- anwalt WachSxnann vertreten, als Vereidiger de» Angeklagten fungiert Rechtsanwalt von Wrefe. Der im Jahre 18(35 in Guadenfrei in Schlesien geborene An- geklagte übt seit langen Jahren das Amt eines Geistlichen aus. Sr war lange Zeit in der Provinz, unter anderem in Wittenberge und Oranienburg tätig, bis er die Pfarre an der Kirche.Zum Heilsbronnen" in Schöneberg erhielt. Am 12. Oktober V. I. ist er hier, als feine Verfehlungen bekannt wurden, durch freiwulige Amtsniederlegung aus dem geistlichen Stande ausgeschieden. Wie die Anklage als festgestellt ansieht, war Mirbt, abgesehen von einer Rente von 800 M., früher ohne jedes Vermögen. Seine Verhält- risse änderten sich erst, als seine Ehefrau im. Jahre 1909 ihren Vater beerbte. Die Erbschaft betrug 134 000 Wä, die seinerzeit den verhältnismäßig.geringen Zinsertrag von 7000 M. brachte. Durch Verkauf der zur Erbschaft gehörende» Grundstücke und ge- schickte Finanzoperationen, welche die Anklage sogar als.Zweifel- Haft" bezeichnet, brachte es M. dahin» daß das vorhandene Ver- mögen 23 000 M. und schließlich sogar 82 643 M. Zinse» abwarf. Diese letztere Summe hat M. zuletzt versteuert. Im Februar 1914 gab der Angeklagte selbst sein Vermögen auf 262 000 M. an. Die Steuerbehörde erkannte jedoch dies nicht an. sondern schätzte den Angeklagten mit einem Vermögen von 4S0 000 M. ein. Mirbt er- hob dagegen keinen Einspruch; später soll er angeblich den be- treffenden Bescheid der Steuerbehörde dazu benutzt haben, sich den Darlehnsgebern gegenüber als ein sehr vermögender Mann auS- zugeben. Wie die Anklage behauptet, soll Mirbt vom Anfang seiner geistlichen Tätigkeit an weit über seine Verhältnisse gelebt dabcn, so daß er z. B. seinen Posten in Wittenberge mit einer Schuldenlast von 18 000 M. verließ, die dann sein Schwiegervater tilgte. Als M. nach Schöneberg kam, soll er einen sehr üppigen Haushalt geführt haben, häufig sollen sehr kostspielige Gesellschaf- ten stattgefunden haben, die Unsummen verschlangen. Gleich zu Anfang seiner Amtstätigkeit in Echöneberg wurde er mit dem Arcyitckten Kraalz, der Stadtverordneter und Mitglied des Ge- nieindekirchenratS in Schöneberg ist, näher bekannt. Zwischen beiden kam es zu Geldgeschäften, bei denen Mirbt dem K. Summen vorstreckte, die bald in die Hunderttausende gingen. Kraatz, der in Baukrsisen eine geachtete Stellung einnimmt, hatte nach und nach S16 000 M. von Mirbt erhalten, von denen sich, wie die An- klage behauptet, jetzt noch 424 000 M. in Händen des K. befinden. Tiefe Summe soll zum Teil in überseeischen Geschäfte» investiert fern. Im Jahre 1913 lieh sich M. von seiner Ehefrau eine General- vollmacht geben, die aber von dieser bald wieder widerrufen wurde. Trotzdem legte der Angeklagte bei den späteren, ihm jetzt als Be- trug ausgelegten Geldgeschäfte» de» Darlehnsgebern eine be- glaubigte Abschrift dieser Vollmacht vor. Außerdem soll sich M. vx sehr fragwürdige Unternehmen eingelassen habe«. So überließ M. Anteile eines Autofahrlehrinstituts, die er selbst für 21 000 Mark erworben hatte, dem als Hochstapler steckbrieflich verfolgte» angeblichen Baron de Chartre, der ihm dafür ei» Akzept über 280 000 M. aushändigte, welches natürlich nicht eingelöst wurde. Einer Zeugin St. ubergab er 69 500 M. zur Eröffnung deS Restaurants.Voncourt" am Kursürsteridamm, welches bald wieder einging. Die Anklage knüpft hieran verschiedene Feststellungen, die auf die moralische Führung deS Angeklagten kein sehr günstiges Lccht werfen.— Als das vorhandene Vermögen verbraucht war, ließ sich der Angeklagte mit zwei erwerbsmäßigen Darlehnsgebern, Pcrlewitz und Meyer, ein. denen er die nach Behauptung der An. klage.auf betrügerische Weise" erlangte» Wertpapiere mit Ueber- tragung des Verkaufsrechts in Höhe von 192 000 M. verpfändete. Aach dem Gutachten des Dücherfachverftändigen Frick soll Mirbt in der Zeit von April 1913 bis zum Zusammenbruch im Oktober 1014 Tarlehe» in Höhe von 629 185 M. aufgenommen haben, so daß er mit den übrigen Einkünften zusammen über eine Summe von 956 185 M. verfügt hatte. Bon dieser Summe mußte rechne- risch noch der Betrag von 117 000 M. als Bestand vorhanden sein. Da hierfür keine Belege vorhanden sind, so nimmt die Anklage an, daß M. in den anderthalb Jahren diese Summe für sich ver- braucht hat. Wie die Anklage weiter behauptet, soll Mirbt schon im Juni 1914 erkannt haben, daß der Zusammenbruch vor der Tür stehe, trotzdem soll er sich stets als sehr vermögender Mann aus- gegeben haben. In dem als Unterschlagung angesehene» Fall wird dem An- geklagten vorgeworfen, daß er Wertpapiere, die ihm zur Sicherheits- Icsilung„zu treuen Händen" übergeben worden waren, bald nach Empfang verlauft habe. In den Fällen, in denen Betrug ange- nommen wird, soll M. den Darlehnsgebern vorgespiegelt haben, er brauche das Geld fiir eine Sicherheitsleistung für Lieferungen an die Eisenbahlwebörde. zu einem.totsicheren Geschäft, welches hohe Zinsen dringe," zur.Unterstützung einer in Not gerateneu Familie u. dgl. mehr. Ter Angeklagte behauptet demgegenüber in einer von Rechts- airwalt von Wrefe verfaßten Schutzschrist, daß er sich nicht strafbar gemacht habe. Er behauptet, daß er sein Vermögen stets richtig angegeben habe, auch habe er nie über seine Verhältnisse gelebt. Wie weiter unter Beweis gestellt wird, hat M. auch viel persönliche Wohltätigkeit ausgeübt und u. a. einem Schriftsteller S. ohne jede Sicherheit 30 000 M. geliehen. Bei der Feststellung der angeblich fehlenden Summen sei ganz vergessen worden, die sehr hohen Zinsen und Tamni in Abzug zu bringen, welche M. an die Geldgeber habe zahlen müssen. Schließlich wird von der Verteidigung auch noch geltend gemacht, daß der Angeklagte große Hoffnungen auf die Zukunft des Zeugen Kraatz gesetzt habe, der Aufträge in Höbe von zirka 6 Millionen Mark in Aussicht gehabt habe. Wenn diese Geschäfte perfekt geworden wären, so wäre der Angeklagte Kden Tag mit Leichtigkeit in der Lage gewesen, seinen sämtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Für die Verhandlung sind drei Tage in Aussicht genommen. Zur Verhandlung sind 23 Zeugen vorgeladen, unter ihnen der Sachwalter der geschiedenen Frau Mirbt, Justizrat v. Glafenapp, den jedoch Frau Mirbt in einem Telegramm auS DavoS von der Pflicht der Verschwiegenheit nicht entbunden hat. In der Vernehmung zu seinen persönlichen Verhältnissen er- klärt der Angeklagte, daß er ans einem vermögenden Hause stamme; sein Vater fei Großkaukmann in Scklefien gewesen, aber früh verstorben. Er, der Angeklagte, habe schon in seiner Stu- deuten, zett vielfach über seine Vermögensverhältnisse hinaus Wohl- tätiglcit geübt und beispielsweise einem Schriftsteller v. Stülpnagel, der bereits verstorben ist, eine siroße Summe hingegeben. Er selbst habe stets in geordneten Verhältnissen gelebt. Bon seinem Schwiegervater, derim Jahre 1909 verstorben ist, erhielt er einen Zuschuß von 0— v000 M. Es habe sich dann herausgestellt, daß dessen über 600 001� M. geschaltes Vermögen durch besondere Am- stände auf 250— 260 000 W. zusammengeschmolzen war. Seine Verbindung mit dem Architekten Kraatz habe damit begonnen, daß er diesen auf sein Ersuchen eine Summe von 110 00 M. beschaffte, die er von Belannten, die inzwischen schon längst größtenteils glatt beftiedigt seien, sich selbst erst verschaffte. Er habe von Kraatz, der große Lauunternehmungen in Fluß hatte und drei Häuser besaß, pünktlich Zinsen in Höhe von 6 und 4 Proz. erhalten. Im Jahre 1913 habe er Herrn Kr. noch Einschüsse in großer Höhe geleistet und diese Gelder für ganz sicher gehalten, denn die Schwierigkeiten des Kr. seien stets kurzfristiger Art gewesen. Kr. habe ihm auf wieder- holtes Befragen wohl ein dutzendmal die felsenfeste Versicherung gegeben, daß er durchhalte und seine augenblicklichen Schwierig- ketten überwunden werden würden. Auch bis zum Ausbruch des Krieges sei ihm auch nicht ein Atom eines Gedankens gekommen, daß Kraatz nicht durchhalten würde. Er selbst habe von dem Geld, welches er selbst aufgenommen und Herrn Kr. hingegeben und auch für die zahlreichen Bürgschaften, die er für diesen übernahm, niemals Provision oder sonst einen Pfennig erhalten. Im Jahre 1913 habe er 150 000 M. aufgenommen und dafür durcbichrritllich 10 Proz. Zinsen auf drei Atonale, d. h. 40 Proz. Zinsen im Aahre zahlen müssen.— Vors.: Machten Sie sich denn nicht klar, daß Sie sich auf diese Weise kolossal selbst schädigten?— Angekl.: Kraatz wußte, unter welchen Bedmgungen ich das Geld beschaffte; wenn ich irgendwelche Bedenken hatte, wies er auf die Bauten hin, die er in Aussicht hatte und bei denen er große Gewinne erzielen mühe. — Rechtsanwalt v. Wrese erläutert auf weiteren Vorhalt den ge- schäftlichen Modus dahin, daß Kraatz im ganzen 650 000 M. Wechsel für das Geld, das er erhalten, hingegeben; in seinen Büchern figuriere eine wesentlich geringere Summe. Die Differenz stelle das Damno dar, welches die Geldgeber sofort in Abzug gebracht hatten. Beispielsweise habe Pfarrer Siems für die 30 000 M., die er gegeben, gleich 3000 AT. das sind die 40 Proz., abgezogen.— Angekl.: Andere Gelder sind nur von Bekannten auch ohne solche hohen Zinsen gegeben worden; z. B. hat mein Amtsbruder Bansin, der auch mehrere Male ausgeholfen hat, nicht einen Pfennig ver- lanAt und erhalten.— Vors.: Haben Sie den» gar kein Buch gefuhrt über die Gelder, die Sie aufgenommen und die Sie weg- gegeben haben?— Angekl.: Ich hatte mich nach und nach so in dte Sache hineingearbeitet, daß ich die zu den einzelnen Terminen bereitzustellenden Summen im Kopfe hatte.— Vors.: Haben Sie sich denn aber nicht die Frage vorgelegt, was werden würde, wenn Sie sterben sollten?— Angekl.: Daß ein Zusammenbruch während meines LebeitS eintreten könnte, habe ich überhaupt nicht für mög- lich gehalten.— Vors.: AuS welchem Grunde? Sie konnten eS doch persönlich nicht vermeiden trotz Ihrer Verbindungen. Angekl.: Ich wurde in kaufmännischer Beziehung von dem Zeugen Perlewitz beraten, der mir immer gesagt hat, Kraatz werde durch halten. Perkewitz hat 1914 selbst noch eine große Summe an Kraatz auf bloße Quittung hin gegeben und wenn ein Kaufmann dieses tut, so mußten mir, als Nichtkaufinann, doch alle Be- denken schwinden.— Vors.: Im Jahre 1914 sind die in Frage kommenden Geldsummen noch viel größer gewesen, als 1913. Im ganzen sollen etwa 600 000 M. in Frage kommen. Sind Sie denn auch für die Bürgschaften, die Sie geleistet haben, in Anspruch genommen worden?— Angekl.: Fast gar nicht; nur erst ganz zum Schluß.— Vors.: Hat Kraatz von seinen Akzepten über- Haupt irgend eins eingelöst?— Angekl.: Jawohl!— Verteidiger: Die Wechsel, die Kraatz dem Angeklagten gab, waren mit dem ausdrücklichen Abkommen gegeben worden, daß sie nicht weiter- gegeben werden sollten.— Vors.: Die Wechsel wurden immer pro- kongiert und die Kosten bei den nächsten Akzepten Herrn Kraatz zur Last gelegt. Ist denn die Art Ihrer Betekkigung bei Kraatz mit Wissen und Willen Ihrer Gattin geschehen? Ich stimme damit auf die Generalvollmacht zu sprechen.— Angekl.: Ich glaub!« mich berechtigt, alles als Generalbevollmächtigter meiner Frau zu zeich- neu, weil ich alle? fiir sie. zu besorgen haste.. Sie stellte mir in einem Spezialfälle eine notwendige Generalvollmacht aus, die meine Frau Anfang Februar 1914 zurückverlangte mit dem Bemerken, daß ich sie jederzeit zurückbekommen könnte.— Vors.: Haben Sie mit Ihrer Gattin glücklich gelebt? Ist Ihre Gattin vielleicht eifer- süchtig gewesen?— Angekl.: Nein, unsere Ehe ist durchaus glücklich gewesen.— Vors.: Hatte Ihre Gattin nie irgendwelche Bedenken? — Angekla Mein« Frau hatte ein« gewisse persönliche Abneigung gegen Kraatz.— Vors.: Wußte Ihre Gattin, in welcher Gesamt- summ« S« bei Kraatz festlagen?— Angekl.: Nein.— Vors.: Fürchteten Sie nicht, daß Ihre Gattin unwillig werdet, würde, wenn sie die Tatsache erführe?— Angekl.: Ich habe öfter mit ihr gesprochen� aber der Gesichtspunkt, daß w i r unser Geld verlieren könnten, war dabei nie derührt worden, wir waren! darin einig, daß der Verlust unseres Geldes erst in letzter Reihe stehen müßte und dafür gesorgt werden müßte, daß die anderen ihr Geld erhielten, wenn wir auch alles verlieren sollten.— Vors.: Haben Sie nicht die weiteren Einzahlungen Ihrerseits auch aus dem Ge- sichtspunkte heraus gemacht, daß Sie auf diese Weise auch Ihr eigenes Geld retten könnten?— Angekl.: Ich war mit Kraatz per- sönlich bekannt, habe ihn bis zum Schluß ftrr einen anständigen Menschen gehalten und habe ihm helfen wollen. Nachher stand ich auf dem Standpunkte: Wer einmal A gesagt hat, muß auch B sagen. — In bezug auf die Anteilscheine der Autotechntk G. m. b. H. er- klärt der Angeklagte, daß ihm sein Bruder in Göttingen darl'ehns- weise 41 000 M. gegen Quittung überlassen habe. Er habe das Unternehmen und das ganze Geschäft für durchaus einwandfrei gehalten. Der„5Saron de Chartre" sei nach seiner Meinung eine ganz reell« Persönlichkeit gewesen, ein Franzose, der eine Empfehlungskarte eines hohen Hofbeamten im Befitze hatte.— Vors.: Wir wollen nun mal Ihre Lebensweise etwas erörtern.— Angekl.: Ich bin immer mit dem ausgekommen, was mir durch Gehalt und die Zuschüsse meines Schwiegervaters zufloß. Won all den unerhörten Behauptungen, die die Zeitungen brachten, von den Autofahrten nach Italien u. dgl. ist kein Wort wahr. Unser Haus- halt hielt sich in den Grenzen eines gutbürgerlichen Haushalts und wir haben in keiner Weise über unser« Verhältnisse gelebt. Wir hatten vielleicht zweimal im Jahre Gäste bei uns in den For« inen, wie es üblich ist. Ich habe in meinem Leben noch keine Karte angerührt. Ich bin in meinem Leben recht oft von anderen Leuten ausgenutzt wordenp durch Gelddarlehen u. dgl., so daß ich manchmal im Scherz sagte: Ich bin der Bankier von ganz Berlin. Ich muß auf das entschiedenste bestreiten, daß irgend ettvas von dem Gelde vertoandt ist zur Bestreitung nreines Hanshalts. Meine Frau war sehr bescheiden.— Vors.: Ihr Einkommen betrug ja auch zirka 30 000 M. Haben Sie Kinder?— Angekl.: Jawohl, zwei Mädchen.— Vors.: Es wird behauptet, daß bei Ihnen Sektgclagc stattgefunden hätten.— Angekl.: Ich möchte die Person sehen, die es wagen wollte, dies unter ihrem Eide zu behaupten. Gewiß haben wir hier und da auch wohl einmal ein Glas Sekt getrunken, von Sektgelagen ist aber nicht im entferntesten die Rede.— Auf weiteren Borhalt gibt der Angeklagte zu, daß er zur Eröffnung der Nestau- rants„Boncourt" etwa 70 000 M. gegeben. Ueber die Motive hier- zu will er sich nicht äußern. Mit Entschiedenheit bestreitet er, daß er die von ihm bekämpfte Veranlagung zu der hohen Einkommen- steuer dazu benutzt habe, um die Leute, von denen er die Gelder erhielt, über seine finanzielle Lage zntäi, schon.— Staatsanwalt Wachsinann: Wenn Kraatz dem Angeklagten Wechsel aus Wechsel gibt und er ihm Woche auf Woche sagt: Gieb mir Geld, ich brauche es, um über Schwierigkeiten hinwegzukommen, so konnte doch der Angeklagt« unmöglich annehmen, daß Kraatz in günstigen Ver- Hältnissen lebte.— Angekl.: Ich habe mir inzwischen diese Frage selbst oft vorgelegt, ich kann aber immer nur sagen: ich habe mich immer wieder täuschen lassen, da Herr Kraatz es immer nur als eine vorübergehende Geldknappheit hinstellte.— StaatSanw.: Kraatz hat Ihnen doch oft gesagt:„Jetzt geht es nicht weiter, wenn ich nicht neues Geld erhalte." Wie konnten Sie den Geldgebern da sagen: es handele' sich um ein unbedenkliches, glänzendes Unter- nehmen? AIS ehrlicher Mensch hätten Sie dock> sagen müssen: es handele sich NM Uebcrwindnng einer augenblicklichen Verlegenheit. — Vors.: ES wird weiter behauptet, daß Sie im Anschluß an Trau- und Tauffeiern den Leuten gesagt haben, sie könnten ihr Geld besser anlegen, und dann das Ihnen überlassene Geld alles an Kraatz gegeben haben.— Angekl.: Ich bin zu keiner der Damen in der Absicht gekommen, sie zur Geldhingabe zu bewegen; daS kam dann ganz gelegentlich zur Sprache. Ich habe den betreffenden Damen auf der einen Seite ein« höhere Verzinsung ihres Kapitals vet- schaffen und auf der anderen Seite auch Herrn Kraatz helfen wollen — Vors.: Aber Ihre eigenen Interessen spielten doch wohl auck mit. Sie sagten sich doch wohl: Wenn Kraatz fällt, dann falle aucl ich.— Beisitzer Referent Geh. Justizrat V i e n u t t a: Sie sind doch keineswegs aus ganz selbstlosem Interesse fttr das Wohl der Damen zu diesen gegangen.— Angekl.: Ich habe, wie gesagt, auf der einen Seite den Damen, auf der anderen Seite Kraatz helfen wollen.— Verteid.: Die betreffenden Personen haben ja auch zum Teil recht höh»! Zinsen bekommen.— Geh. Justizrat B i« n u t t a: Hier kommt das Interesse des Angeklagten doch sehr erheblich mit ins Spiel. — Der Angeklagte erklärt nochmals, daß«r keinerlei persönliche Vorteile von der Sache gehabt habe.— Einen weiteren Vorhalt deS Beisitzers Geh. Rats Bicnutta sucht der Angeklagte aufzuklären, wieso er dazu gekommen, daß er den Leuten gesagt hat, sie erhielten ihre Papiere im Original wieder und sie dann doch hat veräußern lassen. Hierauf tritt eine Pause ein. Nach der Pause beginnt die Zeugenvernchmnng. Ein jetzt 67 jähriges Fräulein F. ist zur Zeit, als der Augeklagte noch in Wittenberge auttierte, mit dessen Familie sehr befreundet gewesen. Sie hat im Jahre 1900 der Frau des Angeklagten auf deren Er- suchen 4000 M. geliehen zur Ablösung dringender Verpflichtungen ihres Mannes. Sie hat die Zinsen regelmäßig bekommen, aber das Gest» nicht zurückerhalten könnten. Zeug« Pfarrer Bansin ist durch seinen Vetter im Juni 1914 angeklingelt und befragt worden, ob er dem Angeklagten mit einer größeren Summe aushelfen könne; es seien Wechsel fällig, und wenn ihm nicht geholfen würde, würde er sich vielleicht ein Hei? antun. Der Zeuge erklärte sich zur Hilfe bereit. Mirbt wünschte zunächst 60 000 WL was aber abgeschlagen wurde, worauf er sich mit 30000 M. zufrieden gab. Der Zeuge hat dann durch Hiuter- legung von Papieren, die«inen Kurswert von 39 500 M. hatten, dem Angeklagten geholfen. Er hat dafür nichts bekommen, als ein Akzept des Angeklagten und drei Lebensversicherungspolieen über 34 000 M., fällig spätestens 1926 oder bei dem Tode. Dieser Fall ist kein Anklagefall, sondern soll nur zur Illustration dienen. Der erste AnKagefall betrifft einen Hauptmann der Land- wehr B., der kein Bedenken getragen hat, dem Angeklagten etwa 24 000 M. in Papieren hinzugeben. Das Geld, Welches der Zeuge verloren, bildete einen wesentlichen Teil seines väterlichen Erbteils. Hätte er gewußt, daß es sich um kein äußerst lukratives Unternehmen handelte und der Pfarrer schon selbst mit seinem Geld« darin gefährdet war, so hätte er ihm daS verlangte Geld nicht ge- geben. Ein« Witwe H. lkiCirndet, daß sie zu ihrem Erstaunen eines Tages den Besuch deS BfarrerS erhalten habe. Auf ihre verwunderte Frage, was das zu bedeuten habe, hat dieser geantwortet: er wolle sich in diesen Kriegszeiten nach dem Ergehen der Wiftc« erkundigen. Auf die Frage nach ihren pekuniären Verhältnissen erwiderte st«, daß sie russische Staatspapiere besitz«, die ihr dow einige Sorge machten. Am nächsten Tage erschien der Angeklagte wieder Und kam auf die russischen Papier« zurück._ Er sacche, er käme für einen Freund und überredete sie, diesem die Papiere zu Werlassen, was ihm und ihr von Borteil sein toüpde. Sie würde die Papiere genau so. wie sie gegeben, wieder zurückerhalten. Du Zeugin hat sich zunächst sehr ängstlich gegen diesen Gechnflen gesträubt, schließlich hat sie sich aber doch überreden lassen, die Papiere, von denen ihr jedes einzelne als Andenken an ihren Ehemann lieb und wert war, auf ein halbes Jahr herzugeben. Ere hat sie noch nicht wieder herausbekommen können. Aehnlich« Erfahrungen hat die Zeugin Frau Prof. G. mit de« Angeklagten gemacht. Dieser hat ihre Kinder kotrfirmiert. Am 28. Juli ist ihr Ehemann gestorben, am 27. September— es war gerade ihr Hochzeitstag— machte ihr der Angeklagte tzine Art Beileidsbesuch. Das End« der Unterhaltung war auch hier, daß die Zeugin ihre Papiere im Nominalbeträge von 80 000 M. hergab. Es wird sodann eine Zeugin vernommen, die seit 1902 in dem Mirbrschen Hause als Stütze tätig ist und auch jetzt noch, während der Abwesenheit der Frau M. in DavoS, dieKucher betreut. Nack ihrer Darstellung wurde ein großes Haus gefuhrt, toelches große Ausgaben erforderte. Der Angeklagte habe gern mehvere Flaschen Wein am Teige getrunken, eS wurden viele©esellfchasten gegeben und das. Ganze hielt sich in dem Rahmen eines vornohpwen Hauses. Nach den Wahrnehmungen, die die Zeugin und das HauSmädchcn gemacht haben, soll, wenn die Frau verreist war, der Angeklagte wiederhcht weiblich« Personen in seinem Swdierzimttter empfangen haben. Er habe vorher die Türen des Sakotts und deS Zimmers verschloffen und ihr und dem Mädchen geftMt: er müsse an seiner Predigt arbeiten und wolle völkig ungestört sein. Er sei dann zwei Stunden lang für niemand zu sprechen getoesen. Manchmal sei er betrunken nach Hause gekommen. Was das ehe- kiche Verhältnis betrifft, so habe eS auf den ersten Augenblick ge> schienen, als ob es eine sehr glückliche Ehe fei._ Bei näherem En blick mußte man aber doch erkennen, daß dies nicht der Fall war.- Der Angeklagt« bestreitet entschieden alle diese Verdächtigungen bezüglich eines intimen Verkehrs mit weiblichen Personen. Et- sei speziell die Behauptung absolut unwahr, daß er eine solche einmal auch nacksts in seiner Wohnung beheebergf Hofe. Die Zeugin habe ein völlig falsches Bild von fernen} FcmMienleben gegeben. Er habe tagsüber sehr fleißig gearbeitet und leugne nicht, abegtds wohl seine Masche Wein götruicken zu haben, Die Verhandlung wird hieraus auf Montag 9 Uhr vertagt. vcrluMftn. Die Verln.st liste Nr. 213 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Reitendes Feldfägerkorps(siehe Res.-Jäger-Bat. Nr. 6). Stab der 70. Jnf.-Brigade; 2. Garde-Ersatz-Nrg.z Garde- Schützen-Bat.; Grenadier-, bzw. Infanterie-, bzw.- Füsilier-Reg-- meuter Nr. 1, 2, 3, 5, 11(siehe auch Landw.-Ers.-Rea. Nr. 8. 12. 17, 18(siehe Ers.-Jnf.-Reg. v. Shtinhard). 22, 24, 27, 30, 41, 49, 51(siehe Lcmdw.-Grs.-Reg. Nr. 8s, 53, 56, 59, 61. 66, 67, 60, 71, 73, 74. 75, 76, 77. 79, 84, 86, 87, 88, 90, 91, 112. 113, 115, 11-. 132, 140, 146, 147, 148, 151, 156, 157, 158, 159, 161, 168, 130. 173, 174, 176; Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 1, 6, 7, 8, 12, 15, 27, 28, 32. 37. 39. 53, 56. 59, 61.'66. 68. 69, 73, 75, 76(siehe auch Festuugs-Maschinengewehr°?lbt. Köln 8 V), 77, 79, 80, 83, 84, 86, 87, 93, 04, 98, 118, 216, 218, 215), 235, 236, 240, 249, 250, 253, 256, 263, 265; Ers.-Jnf.°Ragim enter Nr. 29 und v. Reinhard; Reserve- Ersatz-Reg. Nr. 2; Landwehr-Jnf.-Regimenter ödr. 5, Ii, 12, 15, 27. 30. 39. 40. 49, 52. 53. 60. 66. 75, 76. 85(siehe Res.°Jn>Reg. Nr. 79), 116: Landwehr-Ersatz-Rsgimenter NL. 2, 4, 8 der Div. v. Wenges; Besatzungsregimenter Nr. 2 der Brigade Doussm, Nr. 4 der Brigade v. Reißloitz; Brigade-Ersatz-Batallone Nr. 6, 8, 27, 50, 55, 58, 82, 84(die drei letzteren siehe Ers.-Jtrf.-Reg. Nr. 29); Kombiniertes Ersatz-Bat. der Jnst-Regiineirter Nr. 11 und 51 (siehe Landw.-Ers.-Reg. Nr. 8 der Division v. Menges); Land- tvehr-Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 21(siehe Landw.-Ers.-Reg. Nr. 2), 38, 41(siehe Landw.-Ers.--Reg. Nr. 4); Laudsturm-Bataillone I Essen, Kaltowitz, Lüneburg, Marienburg, 4. Trier(jiötjc Ncs.» Rcg, Nr. 4 der Brigade v. R?ißtvitz); Jägcr-BäiMone Nr, 5. 9, 11; Neserve-Jäger-Dataillone Nr. 1, 6, 8, 16, 20, 21; Festungs- Maschinengewehr-Abteilungen Nr. 8, 8 b Köln, 11; Festungs-Ma- schincngewehr-Trupv Nr. 44. Garde-Rcserve-Dvagoner; Kürassiere Nr. 8; Dragoner Nr. 11; Ulanen Nr. 14; 3. Landwehr-Eskadroa des 10. Armeekorps; Re- scrve-Kavallerie-Abteilung Nr. 45. Feldartillerie: Garde-Ersatz-Reg.; Regimenter Nr. IS, 28, 37, 38(siehe auch Garde.Crsatz-Feldart.-Reg.), 51, 57, 58, 50. 73, 74, 76; Res.-Regiment Nr. 3. Futzartillerie: Regimenter Nr. 1, 6, 7, 9, 10; Reserve-Regi- menter Nr. 1, 2, 11, 13, 14; Landwehr-Bat. Nr. 7; Schweres Res.- Feldhaubitz-Bataillon Nr. 27. Pioniere: I. Garde-Bataillon; Regimenter Nr. 10, 20, 25, 31; Bataillone II. Nr. 2. II. Nr. 3. II. Nr. 4. Nr. 6, I. und II. Nr. 0. I. Nr. 11. I. Nr. 16. I. und II. Nr. 21. I. und II. Nr. 27. III. Nr. 23; 45. Reserve�lomp.; Scheinwerferzug D der 35. Re» serve-Dwision; Schwere Minenwerfer-Abteilungen des Garde- korps und des 8. Reservekorps. Feldfliegertruppe. «• 4t Die bayerische Verlustliste Nr. 178 meldet Verluste des Inf.-Leib-Regiments, München; 1., 4., 5., 8., 0., 11., 12., 13., 15., 16., 17., 10., 20„ 21. Jnf.-Reg.; Res erv e-Jnf.-Regimenter Nr. 2, 3, 7, 10. 14. 17. Die sächsische Verlustliste Nr. 141 veröffentlicht Verluste des Generalkommandos, 27. Reserve�Korps; Inf--Regimenter Nr. 100, 106, 108, 133, 180 ,177, 182; R-s..Jnf..Regim«ntcr Nr. 102, 106, 107, 243, 245; Landw.-Jnst-Regimenter Nr. 102, 107, 133; Ersatz-Jnf.-Rcg. Nr. 40; Ersatz-Jnf..R«g. Nr. 8, Srfatz-Bat� Res.- Regiment Nr. 102; Jäger-Bataillon Nr. 13; Feld-Maschinengewehr- Aug Nr. 100; Ulanen-Reg. Nr. 17; Fustartillerie: Regiment Nr. 12; Srf�Bat, Reg. Nr. 10; Rest-Bat. Nr. 10; Pioniere: Bataillone: I. Nr. 12, 22; IL Nr. 12; Scheimoerferzug, 1. Bat. Nr. 12; L Er- satz-Kompagnien; L Bat. Nr. 12, 2. Bat. Nr. 22. Feldflieger-Truppe; Bezirkskommando Großenhain; Nachrichten aus unvollständigen, feindlichen Gefangenenlisten. Die württembergische Verlustliste Nr. 170 enthält Ver- lust« de? Brigade�rs.»Bat. Nr. 52; Landw.>Jnf-.Reg. Nr. 121; Sandwehr-Juf.-Reg. Nr. 13; 2. Feldpionier-Kompagnie; 2. Land« wehr-Piomer-Komp.; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Soziales. Gültigerklärung von Stadtverordnetenwahle«. Am Donnerstag fällte das Oberverwaltimgsgericht eine grundsätzlich wichtige Entscheidung über Stadtverordneten- Wahlen. In Ohlan(Schlesien) Ware» in der dritten Abteilung am 4. November 1018 die sozialdemokratischen Kandidaten Gewerk- schaftSbeamter Langner, Lagerhalter liuschel, Gärtnereibesitzcr Binner, Zigarrensortierer Gewände»nb Zimmermann Glatz zu Stadtverordneten gewählt worden. Die Stadtverordaeteuversammlna» erklärte die Wahlen für ungültig, weil erwiesen wäre, daß von dem Wahlvorstande nicht angehörenden Personen Funktionen ausgeübt worden seien, welche nur dem Wahlvorstande zukämen. Die Gewahlten klagte» gegen die Stadtverordnetenversamm- lung beim BezirkSauSschufi und machten geltend, die Auffassung der Stadtverordnetenversammlung treffe nicht zu. Allerdings habe ein städtischer Beamter, der nicht direkt zum Wahlvorstande gehörte, aber in zulässiger Weise als Protokollführer zugezogen gewesen sei, sich die dem Wahlvorstande gegenüber laut genannten Namen öfter nochmal nennen lassen, aber nur, weil er nicht mit dem Protokol- lieren schnell genug mitgekommen sei. Die Wähler hätten aber die Namen so laut genannt, daß der ganze Wahlvorstand sie hätte hören können. Der Bezirksausschuß ließ zwar diese Angelegenheit bei seiner Entscheidung außer Kraft, wies aber die Kläger ab, weil nach seiner Meinung der Wahlvorstand nicht ordnungsgemäß zustande gekom- men, beziehungsweise zusammengesetzt gewesen sei. ES wäre nach der Städteordnung erforderlich, daß sowohl die Vertreter des Vor- sitzenden des Wahlvorstandes, als auch die Stellvertreter der Bei- sitzer bei ihrer Ernennung beziehungsweise Wahl in der Reihen- folge bestimmt würde», wie sie als Vertreter fungieren sollten. Das sei bei den Stellvertretern der Beisitzer nicht geschehen. Das ObcrverwaltuugSgericht, vor dem die Kläger durch Recht»- anwalt Dr. Roth vertreten wurden, hob auf die Berufung der Kläger die Vorentscheidung am 29. AprU auf und erklärte die Watsteu für gültig. Begründend wurde ausgeführt: Der Bezirksausschuß berufe sich für seine Auffassung, daß bei der Ernennung der Vertreter der Mitglieder des Wahlvorstandes eine bestimmte Reihenfolge hätte vorgesehen werden müssen, auf eine frühere Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts. Hierbei habe aber der Bezirksausschuß über- sehen, daß das Oberverwaltungsgericht seine Rechtsprechung auf Grund des Gesetzes über die Bildung von Wählerabteilungen vom 80. Juni 1000 geändert habe. Das Oberverwaltungsgericht vertrete jetzt den Grundsatz, daß bei Ernennung der Stellvertreter der Mit- glieder de» Wahlvorftandes eine bestimmte Reihenfolge nicht vor- gefchricbe» werden brauche. Deshalb könne dem Bezirksausschuß nicht beigetrete» werde«. Ferner sei in dem Rechtsstreit noch geltend gemacht worden, daß eine Anzahl von Stimmen einer Person (Protokollführer) gegenüber abgegeben worden wären, die nicht ein Mitglied des Wahlvorstandes war. Das treffe aber hier nach An- nähme des Senats nicht zu. Es komme wesentlich darauf an, ob die Stimmen dem Wahlvorstande gegenüber abgegeben worden seien. Das sei aber geschehen und werde nicht dadurch beseitigt, wenn eine nicht dem Wahlvorstande angehörende Person, wie hier der Protokollführer, in nicht unzulässiger Weise bei der Wahl be- hilflich sei. Unter diesen Umständen sei die Gültigkeit der Wahle» anzunehmen. Fand der Unfall im Betrieb statt? Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Unfall und Be- trieb mutz gegeben sein, mutz also ein Betriebsereignis den Unfall verursacht haben, die Arbeit, bei der der Unfall statt- fand, im Interesse des Betriebes ausgeführt worden sein, um Ansprüche auf Rente aus dem Unfall herzuleiten. Diese Vor- aussetzungen trafen nach Ansicht des Reichsversicherungsamtes auf vorliegenden Fall nicht zu. Der Kutscher I. war in einem Fuhrgeschäst angestellt. Am 2. April 1013 war er mit einem anderen Arbeiter auf dem Bahnhof Lichtenberg beschäftigt, Mauersteine aus einer Lowry aus einen Wagen zu laden. Die Steine sollten dann nach einem Bau in der Pettenkoferstraße gebracht werden. I. ließ das Fuhrwerk durch einen anderen Kutscher leiten und sagte zu diesem, er solle nur fahren, er käme später nach. Nach einiger Zeit wollte I. dann einen den Bahnhof verlassenden Kohlenwagen besteigen, glitt hierbei jedoch aus und kam mit dem linken Unterschenkel unter die Räder des Wagens. Die Verletzung war eine derartig schwere, daß der Tod am 3. April eintrat. Die Witwe erhob Anspruch auf Hinterbliebenen- reute bei der Fuhrwerks« Berufsgenossenschast. In der Be- gründung führte sie aus, ihr verstorbener Ehemann sei nach der Arbeitsstelle lediglich zu dem Zweck nochmals gegangen, um seine vergessene Jacke zu holen. Als er dieses hatte, habe er, um schnell zu seinem Fuhrwerk zu gelangen, das fremde Kohlenfuhrwerk besteigen wollen. Da er hierbei verunglückte, sei die Genossenschaft entschädigungspflichtig, denn I. sei noch im Interesse des Betriebes tätig gewesen. Die Fuhrwerks-Be- rufsgenossenschaft wies die Ansprüche ab, weil jeder Beweis dafür, daß I. nur zurückgegangen sei, um seine Jacke zu holen und dann zur Abladestellen zurückzukehren, fehle. Auch das Oberversicherungsamt Groß-Berlin kam zu einem ablehnenden Bescheid, weil eS nicht wahrscheinlich sei, daß I. die Absicht gehabt habe, daS Kohlenfuhrwert zu besteigen, um zu dem Kutscher seines Arbeitgebers zu gelangen. Hiergegen spreche das ganze Verhalten des I. vor dem llnfall. I. habe am staglichen Tage feine Arbeiten nicht ordnungsgemäß ausgeführt, habe auch den Güterbahnhof erst eine Stunde später verlassen, als daS Fuhrwerk seine» Arbeitgeber». Ein Betriebsunfall sei zu verneinen. Diesen Gründen trat auf erhobenen Rekur» das Reichs« versicherungSamt bei, nachdem e» eine Reihe von Zeugen vernommen hatte. Keiner der Zeugen konnte angeben, daß I. tat- säcklich, um seine vergessene Jacke zu holen, nach dem Bahnhof zurückgekehrt war und daß er die Absicht hatte, nach der Baustelle zu kommen. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Auf- springen auf den Kohlenwagen und dem Betriebe sei nicht vor- handen gewesen, mithin komme auch ein Betriebsunfall nicht in Betracht._ Gerichtszeitung. Exmissionsklage gegen eine« Kriegsteilnehmer. Gestern hob das Amtsgericht Berlin I einen Beschlutz auf, durch den es in Verkennung der Bundesratsverordnung vom 14. Januar 1915 die Frau eines Kriegsteilnehmers zur Vertreterin ihres Mannes behufs Durchführung eines Exmissionsprozesses bestellt hatte. Der Rechtsstreit ist von grundsätzlicher Wichtigkeit, lieber ihn informiert der nach- stehende Bericht. Ueber das Borgehen des Hauseigentümers Eiegemund(Berlin, Ebelingstr. 15) gegen einen seit August v. I. im Felde stehenden Mieter St., der seit September ihm Miete schuldet, wurde im.Vor- wärts� wiederholt berichtet. Siegemund behauptete, daß St.'s Ehe- stau sehr wohl die Miete zu zahlen imstande sei, aber er konnte gegen sie nicht Klage erheben, weil sie den Mietsvertrag nicht unterschrieben hatte. Er klagte gegen den Ehemann und forderte, daß diesem der Schutz des Gesetzes vom 4. August 1014, das für solche Prozesse gegen Kriegsteilnehmer die Aussetzung anordnet, versagt werde. Hier müsse, meinte der Kläger, zur Verhütung einer ihn schädigen- den Unbilligkeit nach der BundeSralSverordnung vom 14. Januar 1915 dem Kriegsteilnehmer der Prozeß gemacht und für den Abwesenden ein Prozeßvertreter bestellt werden. Obwohl gegen den Kriegsteilnehmer der Beweis, daß eS sich um grundlose Per- Weigerung der Zahlung einer unbestrittenen Forderung handle und er sich in günstigen wirtschaftlichen Verhältnissen befinde, nicht er« bracht war, gab' daS Amtsgericht Berlm-Milte dem Antrag des Kläger» statt und bestellte zum Prozeßvertreter des im Felde stehenden verklagten Kriegsteilnehmers dessen Ehefrau. Frau St. lehnte die Uebernahme der Vertretung ab und beantragte beim Landgericht I die Auf- Hebung des Amtsgerichtsbeschlusses, weil die voraus- setzungen zur Bestellung eines Prozeßvertreters für einen Kriegs« teilnehmer in dem vorliegenden Falle nicht gegeben seien und eine Ehestau nicht wider ihren Willen zum Prozeßvertreter ihres Mannes gemacht werden könne. DaS Landgericht sah die Beschwerde� als unzulässig an und verwarf sie daher, die Entscheidungsgründe ließen aber durckblicken, daß dem Gericht an dem Falle St. dis Bestellung eines Prozeßvertreters unberechtigt schien. Gestern stand nun vor dem Amtsgericht Berlin« Mitte neuer Termin an. Frau St. erklärte, daß sie auch nach Zurückweisung ihrer Beschwerde dabei bleibe, die Uebernahme der Vertretung abzulehnen. Der Rechtsbeistand des Klägers lündigt« an, daß man Bestellung eines anderen Vertreters für St. beantragen werde. Kläger wiederholte die Behauptung, Frau St. könne zahlen und verweigere die Zahlung nur böswillig. Worauf die Annahme der Böswilligkeit sich gründet, sagte er nicht. (Frau St. erhält als Kriegerstau ohne Kind eine Unterstützung von 24 M. pro Monat; außerdem zahlt die Stadt auf 36 M. Miete pro Monat 15 M. Beihilfe an den Wirt.) Den Kläger belehrte der Richter, daß die Frage, ob die Ehefrau zahlen kann und will, für die Klage gegen den Ehemann belang- los ist. Verklagt sei eben der Ehemann. Er. der bisher daZ Einkommen eines Arbeiters gehabt habe und jetzt im Felde stehe, könne doch wobl nickt zahlen. Der Richter entschied, der frühere AmtsgerichtSbcschluß auf Bestrlluog der Ehefrau zum Prozcßverttcter sei aufzuheben. Den Antrag auf Bestellung eines anderen Prozeßvertteters für St. wolle Kläger sich noch überlegen, erklärte jetzt sein Rechtsbeistand. Die Sache wurde vertagt. Kartoffelwucher. Auf welche raffinierten Mittel die Kartoffelwucherer ge« kommen waren, um die gesetzlichen Höchstpreise nicht einhalten zu müssen, zeigte ein Fall, der gestern die Strafkammer be- schäftigte. Wegen Ueberschreiwng der Höchstpreise war der Kartoffelhändler Eduard G e i tz aus Neukölln angeklagt. Der Angeklagte war, wie die Verhandlung ergab, in folgender Weise zu Werke gegangen. Wenn jemand in seinem Laden Kar« toffeln verlangte, so erklärte er erst, keine zu haben. Dann aber erklärte er dem Kunden, daß er ihm Kartoffeln verkaufen würde, wenn der Betreffende gleichzeitig auch einen Hering kaufen würde. In den meisten Fällen gingen die Kunden auch hierauf ein, in der Meinung, eS handle sich um den bekannten Berliner»Sechserhering". Der Angeklagte berechnete nun aber diesen Hering, der ihn selbst 2VS— 3 Pfennig kostete, mit 20 Pfennigen, so daß er dadurch indirekt an den Kartoffeln einen höheren Verdienst von 15 Pfennigen hatte. Der Staatsanwalt beantragte 75 M. Geldstrafe. Da» Gericht er« kannte jedoch auf 100 M. Geldstrafe, da es sich hier um einen recht raffinierten Fall von Kartoffelwucher handele. Da« Gerickt habe lange geschwankt, ob es den Angeklagten nicht zu einer Gefängnis» strafe verurteilen solle. Hätte das Gericht w diesem Fall den Angeklagten wegen Wuchers aus§ 302s des Strafgesetzbuchs bestraft, so würde es wohl dem Gesetz keinen Abbruch getan haben. Zahlungen für Frankreich. Ein Verstoß gegen das Zahlungsverbot an Frankreich, der erste Fall, der in Berlin zur Aburteilung gelangt, lag einer Anklage zugrunde, welche gestern unter Vorsitz des Land- gerichtsdirektors Lieber die 4. Strafkammer des Land- gerichts I beschäftigte. Angeklagt wegen Vergehens gegen das Gesetz vom 4. August v. I. bezw. die Verordnung des Oberbefehlshabers in den Marken vom 20. Oktober betr. das Zahlungsverbot an Frankreich war der Kaufmann Anton Meyer. Dem Angeklagten, der ein EngroSgeschäft betreibt, war im November vorigen JahreS ein von den Zigarettenrauchern bevorzugtes französisches Zigarettenpapier, welches übrigens von deutschen Fabriken in derselben Güte hergestellt wird, ausgegangen. Da er von der betreffenden Fabrik in Toulouse natürlich nichts geliefert erhielt, wandte er sich an einen Geickäftsfreund namens Hagen in der Schweiz mit dem Ersucken, das Papier von der französischen Firma zu kaufen und ihm zu übersenden. Er erhielt auch zweimal je 1000 Kartons für die er durch eine hiesige Bank 5280 Mark an seinen Geschäftsfreund in der Schweiz zahlte, der seinerseits das Geld nach Toulouse sandte. Sofort nach Erhalt ließ M. dann durch Inserate in den Fachzeitungen bekanntmachen, daß jene Papiersorte wieder eingetroffen sei. Die Folge war. daß die Be- Hörde aufmerksam wurde und durch eine Haussuchung feststellte, auf welche Art er in den Besitz der französischen Ware gelangt war. Gegen Meyer wurde daraufhin Anklage wegen Vergehens gegen jene Verordnung erhoben, welche Gesängnisstrafe bis zu drei Jahren oder bis zu 50 000 M. Geldstrafe oder beides androht. Staatsanwalt-Assessor Arndt beantragte, da er aus Profftfucijt gegen die vaterländischen Interessen verstoßen habe, ttnen Monat Gefängnis und 1 0 00 M. Geldstrafe.— Geh. Justizrat Leonhard Fnedmann bat als Verteidiger von einer Freihettsstrafe absehen wollen, da der Angeklagte offenbar jene Verordnung nicht gekannt hatte; dies gehe schon aus jenem Inserat hervor. durch welches er sich selbst verraten habe. DaS Gericht hielt dies dem Angeklagten auch zugute und verurteilte ihn deshalb nur zu 1000 M. Geldstrafe._ Neue Königstr. 47, drittes Haus vom Alexanderplatz. Verband der Freien Volksbühnen Sonntag,& Mai Nachmittags 2, Uhr: Deutsches Theater: Jedermann. Nachmittags 3 Uhr: Boltsbühne, Theater am Bülowplay: Der Revisor. Schiller- Theater Charlottenburg: Úriel Acosta. Leffing- Theater: Jugendfreunde. Deutsches Opernhaus: Der Waffenschmied. Abends 7 Uhr: Garnisontirche: Geistliches Konzert. Abends 8 Uhr: Boltsbühne, Theater am Bülowplag: Glaube und Heimat. Volksbühne, Theater am Bülowplay: Deutse hes Theater. Direktion: Max Reinhardt. 7, Uhr: Schluck und Jau. Montag 8 U.: Schluck u, Jau. Kammerspiele. 8 Uhr: Der Weibstenfel. 2 [ Sozialdemokratischer Wahlverein) Neukölln. Uhr: Letzte Nachmittags- Mittwoch, den 5. Mai 1915, abends 8, hr, in den Vorstellung( kleine Preise): Die deutschen Kleinstädter. Montag 8 Uhr: Die deutschen Kleinstädter. URANIA Taubenstraße 48/49. Sonntag und Montag 8 Uhr: Montag, Donnerstag: Blaube und Die Winterschlachten in Masuren. Heimat. Dienstag, Mitttwoch Freitag, Sonnabend: Der Revisor. Theater für Sonntag, den 2. Mai. Berliner Theater 8 Uhr: Extrablätter! Deutsches Künstler- Theater Gastspiel Exl's Tiroler Bühne. 7/ Uhr Der ledige Hof. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 3 Uhr: Der Waffenschmied. 8 Uhr: Die Jüdin. 1. Gastspiel Leo Slezak. Gebr. Herrnfeld- Theater Familie Plaschek. 8 Uhr: Helbring contra Helbring. Kleines Theater Scherz, Satire, Ironie und 8 Uhr: tiefere Bedeutung. Komische Oper 8 Uhr: Der Opernball. Komödienhaus 8 Uhr: Biedermeier. Lessing- Theater 3 Uhr: Jugendfreunde. 8 Uhr: Datterich. Lustspielhaus „ Passage- Festfälen", Bergstr. 151: Fortfehung der General- Versammlung. 237/1 Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Neuwahl besselben. 2. Berichtebenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. Militärsattler! Montis Operetten- Theater Mittwoch, 5. Mai, abends 82 Uhr, in der Alhambra, Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Hohelt tanzt Walzer. Residenz- Theater 8 Uhr: Die Schöne vom Strand. Schiller- Theater 0. 8 Uhr: Der lächelnde Knabe. Schiller- Th. Charlottenbg. 3 Uhr: Uriel Acosta. 8 Uhr: Der blinde Passagier. Thalia- Theater Wallner- Theaterstraße: Branchen- Versammlung. Zagesordnung: 1. t der Abschluß des Reichstarifs für die Militärbranche zwemäßig Referent: Sollege Köring. 2. Branchenangelegenheiten. 157/7 Bahlreiches Erscheinen der Kollegen erwartet Die Branchenleitung. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. 3 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Montag, den 3. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschafts8 Uhr: Kam'rad Männe. Theater am Nollendorfpl. 34, U.: Der Graf von Luxemburg. 8 Uhr: Immer feste druft! Theater des Westens hause, Engelufer 15, Saal 3: Ordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes und der Revisaren über das 1. Datartal 1915. 8 Uhr: Die Landstreicher. 2. Befchäftliches. 3. Verschiedenes. 31 Uhr: Polenblut. Theater in der Königgrätzer Straße 3 Uhr: Die 5 Frankfurter. 8 Uhr: Rausch. Trianon- Theater 8.Uhr Ein Prachtmädel. 8 Uhr: Akrobaten. Metropol- Theater 31 Uhr: Schuldig. Mitgliedsbuch legitimiert. 20/2 Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Tel- Amt Morigplag 10623, 3578. Volksbühne.Theater am Bülowplatz 3 Uhr: Der Revisor. 8 Uhr: Der Hochtourist. Glaube und Heimat. Bureau: Rungestraße 30. Freitag, den 21. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15( Saal 4): Ordentliche Zirkus Alb. Schumann SARRASANI General- Versammlung. Sonntag, den 2. Mai: 2. Große Vorstellungen 2 nachm. 3, u. abds. 8 Uhr. Nachm. hat jeder Erwachsene 1 Kind frei unter 12 Jahren auf allen Sitzplätzen, jedes weitere Kind halben Preis. In beid. Vorstellung. ungekürzt: Zum letzten Male: Ost und West In beiden Vorstellungen: Auftreten ganz neuer Kunstkräfte. U- Boot bei der Arbeit Torpedier. eines Handelsdampfers. WINTE BARTH ER Rita Sacchetto Else Bötticher Rosa Felsegg Julius Spielmann sowie der neue Mai- Spielplan. Heute 32 Uhr 8 Uhr Nur noch kurze Zeit! Das große Zirkus- Programm. Tel. Norden 10408. Vorverkauf Warenhaus Tietz. Rose- Theater. Sonnt. 3 Uhr: Die Förster- Christ'l. 8 Uhr: Mutterliebe. Anträge zur Generalverlammlung müssen bis zum 13. Maian das Bureau eingereicht sein. Mitglieder- Versammlungen _ Stockarbeiter! Dienstag, den 4. Mai 1915, abends 5% Uhr, bei Dannenberg, Holzmarktstraße 21. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Richard Leopold. 2. Berbands- und Branchenangelegenheiten. Kammacher! Dienstag, den 4. Mai 1915, abends 8 Uhr, Montag, Dienstag 8 Uhr: Mutterliebe im„ Andreasgarten"( Wittenberg), Andreasstraße 26. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Im Schühengraben. Militärisches Beitbild von Meyfel. Anfang 7, Uhr. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Waldmann über:" Die Pflichten der Daheimgebliebenen". 2. Bericht über die Verhandlungen mit den Herren Urbeitgebern. 3. Berbands- und Branchenangelegenheiten. Bezirk Oberschöneweide. Dienstag, den 4. Mai, abends 8½ Uhr, bei Warneke, Wilhelminenhofstr. 18. Casino Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. 1. Das neue drelaktige Luftspiel Voigt- Theater. Die gute Mama. Badstr. 58. Badstr. 58. Heute Sonntag, den 2. Mai 1915: Dazu der erstklassige bunte Teil. Das reichhaltigſte Progr. aller Theater. Franziska von Hohenheim Berliner Prater- Theater oder: Ein edles Frauenherz. Schauspiel in 5 Aften v. Heinr. Laube. Morgen Montag, den 3. Mai: Ferdinand Avelli. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Walhalla- Theater. 8 Uhr: Die Jagd nach dem Glück. Kaftanien- Allee 7-9. Große Garten- Vorstellung Spezialitäten. Konzert. Anfang 44, Uhr. Entree 25 Pt. 1. Pfingstfeiertag: Saison- Eröffnung. Verband der Freien Volksbühnen. Heute Sonntag, 2. Mai 1915, abends 7, Uhr: Geistliches Konzert in der Garnisonkirche Leitung: Dr. Ernst Zander. Mitwirkende: Frau Jeanette Grumbacher de Jong( Sopran) Herr Sidney Biden( Bariton) Herr Professor Bernhard Irrgang( Orgel) der Berliner Volks- Chor Philharmonische Orchester. ( Programm: Bach: Ein feste Burg.. das Vertrauensmännerversammlungen Mittwoch, den 5. Mai, abends 8%, Uhr. Tagesordnung in allen Bersammlungen: Bericht des Obmannes. 2. Bericht der WerkstattVertrauensleute. 3. Verbandsangelegenheiten. Jede Werkstatt muk vertreten sein. Mitgliedsbuch und Ver. trauensmännerkarte legitimiert. Versammlungslokale: Cifchler, Bezirk Südwesten: mannstraße 5-7. Bezirk Oberfchöneweide: abends 5%, Uhr, im Lindenhof, Johannisthal. bei Dannenberg, leute der Holzarbeiter vom Flugplatz find hierzu eingeladen. Bautifchler, Bezirk Neukölln: bet cheat, Rosenstr. 24. Laden- und Kontormöbelbranche: Holzmarttfit. 21. Modell- und fabriktischler: Bugftr. 5. Jaloufiearbeiter: bet Gretve, ungeftr. 80. abends 8 Uhr, bei Waldt, Korbmacher! Frühlings- feier Sonntag, 9. Mai 1915, im großen Saale des Gewerkschaftshauses Heitere Kunst in Wort und Ton. Mitwirkende: Herr Paul Schramm, Klavier; Herr Maximilian Ronis, Violine; Frauen- Terzett: Frl. Elisabeth Böhm, Frl. Elie Knüttel, Frau Anni Böttcher; Frl. Elsa Colmann, Lieder zur Laute; Herr Emil Kühne, Rezitation. Eintritt 50 Pf. Kinder frei. Einlaß 6½ Uhr. Anfang 7 Uhr. Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt. Brahms: Vier ernste Gesänge. Brahms: Ein deutsches Requiem. 155/6 Billetts find bei den Vertrauensleuten und im Bureau, Rungestr. 30, Eintrittskarten zu 75 Pfennig( auch für Nichtmitglieder) sind heute zu haben. an der Abendkasse zu haben. Die Ortsverwaltung. Neue Königstr. 47, drittes Haus vom Alexanderplatz. Jise Berge ALIG JLSE Brikett aber bifte nur Ilse Wichtige Ersparnisse in ernster Zeit durch Einkauf von Schuhwaren im Schuh- Vertriebs- Haus Alexanderplatz. Eingang Nene Königstraße 47. Kein Laden. Eingang Neue Königstraße 47. Kein Laden. Große Kassakäufe und alte Abschlüsse bei ersten deutschen Schuhfabriken ermöglichen uns, noch ein Riesenlager bester Schuhwaren enorm billig zu verkaufen. nur 7.20 Herrenstiefel, Chevrett, Derby, Lackkappe, hübscher Sommerstiefel Herrenstiefel, echt Chevreau, schwarz • und farbig, elegante deutsche Modelle.. 10,45 9.75 Herrenstiefel, braun und schwarz, Ia deutsche Fabrikate, beste Ledersorten, 12.25 schönste Formen. Damenstiefel u. 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Dr. Leopold Lilienthal Gr. Frankfurter Str. 10%. 11. Montags Donnerstags 5-8 abends persönlich anwesend. Bad Reinerz Dr. Stern. 35/ 5* " Apotheker Kumbler's 66 Berliner Stahlbrunnen' seit 29 Jahren von bewährter Heilkraft bei Blutarmut, Bleichsucht, Nervenleiden, Wagen, Darm-, Leber, Gallenstein, Nieren- und Blasenteiden, Rheumatismus, Gicht, chias, Lungenfatarrh, Atembeschwerden, Herzleiden, Leben der Bechseljahre, Epilepsie, Schlagader- Verfalfung, Zuckerfrankheit Bequeme Hauskur ohne Diät. Aerztlich empfohlen. Garantiert unschädlich. Einige Erfolg- Bestätigungen, wote fie fast täglich einlaufen, sämtlich streng wahrheitsgemäß. Originale tönnen eingefehen werden. 3d gestatte Shnen nicht nur, fondern ich bitte Sie darum, in Ihrer Anzeige zu veröffentlichen, daß der Berliner Stahlbrunnen meine Tochter von Gloht und Rheumatismes, nach längerem Gebrauch, geheilt hat und tann sich jeder Leidende selbst bei mir erkundigen. Neukölln, den 19. November 1914, Snefebedste. 102, Gartenh. II. Fran Vetter. Erfuche, bitte, von meiner Erfolgbestätigung gütigt Ge brauch zu machen. Es foll mich freuen, wenn dadurch vielen Beidenden tann geholfen werden. Sch litt an heftigen Kreuzschmerzen, verbunden mit Iachias, Gliederreissen, und Kopfschmerz, fühlte mich nach Gebrauch von 60 Flaschen wieder ganz gefund und träftig, was ich nur Jhrem Brunnen zu verdanten habe Berlin, den 11. August 1914. Drontheimer Straße 5, vorn 4. Etage. Frau Kunioke. The geschätzter Brannen hat mir sehr gut geholfen, 3 werbe allen Leidenden denselben bestens empfehlen und sage Ihnen meinen verbindlichsten Dant. Berlin, ben 23. Juli 1914. Naunynftr. 22. EL. Pigorsch. Gebrauch zu machen, und bitte gleichzeitig um weitere 8u- Es ist das beste von allen Mitteln, die ich schon angewandt fendung von 30 Flaschen. Berlin, den 26. Februar 1914. Reinickendorfer Straße 24, IV. Fran E. Marquardt. Nachdem meine Frau bereits vor vier Jahren bei ihrem Leberleiden den Berliner Stahlbrunnen mit Erfolg an andte, hat derfelbe sie auch jezt wieder nach 30 Flaschen on Nervosität und Schwäche befteit. Wittstock, 8. Januar 1914. Obertettenstraße 46a. W. Käselitz. habe. Ich brauche keinen Tee mehr, wo ich früher ohne Tee nicht leben konnte. Kurzum, Ihr Stahlbrunnen ist einfach großartig. Bitte, senden Sie mir noch 30 Flaschen. Werlin, 29. Auguft 1913. Neuenburger Straße 12. Fran Aug. Sowalski. -W Mit Freuden bestätigen wir gern hiermit, daß uns der Berliner Stahlbrunnen bei unseren Leiden Bei Nieren-, Gallensteinen und chronischen Darmsohwellungen vorzügliche Dienfte geleistet hat. Wir können dem Herrn Meine Frau leidet schon seit langer Seif an einer Gall- potheter Rumbier nicht genug dafür danken. Wir können blasen- Entzündung und Erweiterung, und diese Ktant ihn nur jederzeit bestens empfehlen. heit trat immer heftiger auf. Meine Frau tonnte schließlich nichts mehr zu fid) nehmen, nach dem leichtesten Cffen hatte fte heftige Schmerzen. Nachdem wir nun schon sehr viel verchatten, pourde uns von einer Verwandten in Berlin Ihr Beer Stahlbrunnen empfohlen und hat derfelbe fehr gute Dienste getan. Meine Frau ist wieder soweit hergestellt, daß fie alles essen tann und auch ihrem Hausstand wieder vorsteht. Hamburg. 22. Dezember 1913 Cithofstraße 8. Ernst Rath. Berlin, 26. Mai 1913. Antonftraße 6, Hof 2 Treppen. Bran Czernofski, Fran Klatte. Mit Freuden teile ich Ihnen mit, daß ich durch Ihren Berliner Stahlbrunnen" von meinem Herz- und Magenleiden berartig hergestellt bin, daß ich seit einigen Wochen meinem Dienst wieder vorstehen kann. Ich war sehr matt, hatte keinen Appetit und schwitzte bei der geringsten Anstrengung. Nachdem ich ungefähr 10 Flaschen getrunken hatte, machte sich auch der übelriechende Nachtschweiss nicht mehr bemerkbar. Bor mehreren Jahren hatte ich Ihren Brunnen schon mit Erfolg angewandt und tann ihn jedermann empfehlen. Lindow( Mark), 30, Jaunar 1913. Lemke, Gendarmeriewachtmftr. Berzeihen Sie, baß ich Sie fo lange auf mein Schreiben Laffen Sie bitte die leeren Flaschen abholen. Gleichzeitig will ich Ihnen mitteilen, daß wir nach Gebrauch von 120 Foschen warten ließ. So woke tehen, ob sich Ridklle einstellen Berliner Stahlbrunnen, meine Frau und ich, wieder soweit würden, mas his jest noch nicht der Fall ist, wofür ich herzlich hergestellt sind. Meine Frau ist von dem Nervenleiden bante. Ich lift an to hartnädiger Verstopfang, hatte oft befreit und ich von meinem langjährigen Magenleiden, 4-5 Tage keinen Stuhl, bazu Kopfschmerzen und Ferner litt ich an Verdanungswofür wir bestens banten und Sie weiter empfehlen werdenckenscheren, störungen und an Schlaflosigkeit. Schon nach Berbrauch Bin( ehr zufrieden mit der Brunnentur, mein AllgeCharlottenburg, den 25. Juni 1914. ann 30 ipfchen Thres Berliner Stahlbrunnens" meinbefinden hat sich enorm gebeffert, was bei meinem Ralfer- Friedrich- Straße ba pürte jo Beherung, nun hat mich der Gebrauch von 60 Flaschen Körperzustand und Lähmung viel fagen will. Auch vom Bitte, bie 15 leeren Flaschen abholen zu lassen. Habe denteberhergestellt, Cifen und seinten ihmedt und schlafen lanp krankhaften Fettansatz habe viel verloren. Menfin, 22. Januar 1913. Brunnen für Hämorrhoiden mit beftem Erfolge angewandth auch sehr gut. Ich werde jede Gelegenheit wahrnehmen, Ihren Brunnen zu empfehlen. Berlin, 8. Juni 1914. Soldiner Straße 30. K. Blank Ewald Zimmermann. Bofilin, 7. Februar 1913. Maria Gothan, Det Die 30 Flaschen Berliner Stahlbrunnen haben meinem omne fehr gute Dienste gegen Rheumatismus und Kopf Schöneberg, 23. Dezember 1913. Hauptstraße 104 Sch litt an hartnäckiger Stahlverstopfang, fomie altem Leberleiden, Kopfschmerzen und Schlaflosig keit. Nach dem Gebrallah von 30 Flaschen Shres Stahlschmerzen getan. brunnens verfpürte ich Befferung, und hat mich der Gebrauch von 60 Flaschen wieder hergestellt, so daß ich jedem Leidenden Shren Stahlbrunnen bestens empfehlen tann Berlin- Lichtenberg, 10. mai 1914. Rupprechtstr. 2. Fran Spiegel Reuterstraße 84. Frau Martha Altmann. So litt an großer Blutarmut und tonnte nicht schlafen, auch hatte ich heftige Magenschmerzen und tonnte fast tein Elfen mehr verttagen. Nachdem ich 120 Flaschen von Threm Berliner Stablarupnon" getrunten habe, habe ich wieber Biut bekommen, der Schlaf hat sich wieder eingestellt und die Magenbeschwerden sind beffer geworden. Ich bin 61 Jahre alt. Meine Tochter trant 60 Flaschen Berliner Stahlbrunnen" gegen rheumatische Rückenschmerzen. Schon bei der Flaithe machte sich der Erfolg bemerkbar und befferte fich fotch zusehends. Jegt tann fie fich wieder flint bewegen. Weine Tochter wird die Kur im Frühjahr wiederholen. Wir find Ihnen sehr dankbar und werden Ihren Berliner Stahlbrunnen" mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Berlin, 5. Jannar 1918. St. E. Zepernick, Gostowskiftr. 24, IV. Teile Shnen hierdurch mit, daß Ihr Stahlbrunnen mir bei E. Albrecht, Oberpoftfchaffner. Rheumatismus, meiner Frau bei hartnäckigem Nerven, Leiden sehr gute Dienste getan hat( bei einem Verbrauch von 60 Flaschen). Kann die Kur jedem Leidenden aufs beste empfehlen. Strehlen& Schlefien, 10. Dezember 1913. Die 30 Flaschen Stahlbrunnen, die ich am 10. Februar 14 erhalten habe, habe ich mit bestem Erfolg bei nervösem Herzleiden verbraucht. Habe 4 Jahre lang verschiedene Mittel angewandt, aber alles nur unnötige Gelbausgaben. Senben Sie mir mieber 80 Flaschen, denn meine Freude ist groß, daß ich Ihren Stahlbrunnen fennen gelernt habe. Beften Dant Friedrichsfelbe, 29. März 1914, Friedrichstr. 26. Paul Neumann, Da mir Ihr altbewährter Stahlbrunnen seit 15 Jahren bel meinem schon langjährigen Nerven- und Magenleiden ftets gute Dienste geleistet hat, so bestelle ich hiermit 30 Flaschen. Berlin, 18. März 1914. Frau M. Brookmeler. Sohanniterstr. 11. Da ich im vorigen Jahre gegen Ischias 60 Flaschen Stahlbrunnen getrunken habe und mit derselbe gufe Dienste getan hat, so möchte ich Sie hierdurch bitten, mir wiederum 60 Flaschen zuzusenden. Berlin, 12. März 1914, Triftstraße 46, Frau Luise Bohulz, P. Brantschek, Bädermetter. Erteile Shnen hiermit die Erlaubnis zur Beröffentlichung Castalden). meines Erfolges bei 3 Gendungen( 90 Ftufchen). Symptome: Verstopfung und allgemeine Sohwäche. Berlin, 10. Dezember 1913. Brangelstraße 112. Wagen- Ladierermetfter Paul Leze. Nach meiner Ueberzeugung hat mir Ihr Berliner Stahl. brunnen fehr gut geholfen bei Leberschwellung, Herzund Magenleiden, Nervosität, Schwindelanfällen, und bin bereit, die Kur zu wiederholen. Bitte daher um Busendung von 60 Flaschen. Berlin, 2. November 1918. Bornemannstr. 9. H. Gohr. Auf Ihre gütige Anfrage teile ich Ihnen mit, daß ich Shnen nicht nur die Erlaubnis gebe, sondern ich möchte Sie fogar bitten, meinen guten Erfolg mit Ihrem Berliner Stahlbrunnen zu veröffentlichen. Ich danke Gott, daß ich durch Bufall Shr Inserat in der Berliner Allgemeinen Beitung" vom 18. Auguft gelesen habe, ist mir doch durch die Kur so gut geholfen worden. Ich werde Ihren Brunnen überall empfehlen. Fran E. Zepernick Berlin, 16. Januar 1913, Gozkowskyftraße 24 IV. Ja litt feit 30 Jahren an chronischem Magens und Dickderkata berbunden mit härinädiger StahlverBareng nach dem Kopfe, heftigen Breuxamaren und allgemeiner Körperschwäche. Jd Auf Shr wertes Schreiben vom 25, d. Mis, bin ich gern bereit, folgendes mitzuteilen: Ich gebe nicht nut meine Ein- tone legt die Stelle eines Landwirtschaftsinipettors nicht willigung zur Veröffentlichung, sondern bin hocherfreut, der Menschheit damit einen guten Dienst zu tun. Ich wünsche mehr ausfallen und begab mich 13 Wochen nach Bosen zu einem Spezialarzt. Habe Karlsbader, Riffinger und Marienjedem Patienten, der die Kur anwendet, genau so wie mir bader Brunnen getrunken, aber dieselben wirften bei der harteinen guten Erfolg. nädigen Berstopfung nicht genügend. Ihr Stahlbr. hat alle anderen Brunnen übertroffen, er hat mir außerordentliche Dienfte getan, und ich tann ihn ähnlich Leidenden nur empfehlen. Ich hatte mit das Leiden durch ein faltes Glas Bier zugezogen. Gohenfalza, 20. September 1912, W. Drews, Kirchhofstraße 4. Wirtschaftsinspektor. Berlin, 25. November 1918. H. Gohr. Mit Freuden telle ich Ihnen mit, daß ich durch Shren Berliner Stahlbrunnen nach dem Gebrauch von 60 Flaschen berartig wieder hergestellt bin, daß ich feit einigen Tagen meinen häuslichen Berpflichtungen wieder nachtommen tann. Jch litt seit Jahren an Herz- und Nervenletilen, dazu gefellte sich noch Bohlagader- Verkalkung, SeaTosigkeit, Blutandran nad dem Ropfe und hartnäckiger Bornemannstr. 9. Stahl, mit einem Wort gefagt, mein Suftand war qualvoll. Ich muß Ihnen mit herzlichem Dank schreiben. Schlitt Sabe alle erbentlichen Mittel angewendet, welche aber nur 4 Jahre au Rheumatismus und Gicht und Herzfurze Linderung brachten. Ihr Brunnen hat alles übertroffen, fo baß ich denselben mit gutem Gewissen allen ähnlich Leiden- krankheit und habe Gesundung mur Threm Stahlbrunnen den empfehlen tann. Sch gestatte Shnen, von meinem Schreiben zu verdanten. Ich fühle mich, Gott sei Dant, wie neugeboren. Dracksachen mit weiteren Helleriolgen kostenlos. Analyse: Natriumchlorid 1.202, Natriumsulfat 20.920, Kaliumsulfat 0.172, Magnesiumsulfat 1.160, Mangansulfat 0.14, Eisenkarbonat 2.197 in 10 000 Teilen. Wir liefern für Groß- Berlin frei Haus und nehmen die leeren Flaschen zurüd. Für Stadtinneres erfolgt tägliche Zustellung, für Stadtäußeres zweimalige Zustellung von je 15 laschen( Pfand 1.50), für Vororte Zustellung von 30 Flaschen zusammen( Pfand 3,00), für Provinz oder Ausland Bahnkifte mit 30 Flaschen( Pfand 5.00) frei zur Bahn. Der Kur- Breis für mindestens 30 Flaschen ist vorauszuzahlen und fosten 30 Flaschen 10.- Mart, 60 Flaschen 17.-, 90 laschen 24, 120 Flaschen 30.-, Nachbestellungen vor Ablauf von 10 Wochen find 2.- Mart billiger. frither ,, Berliner Stahlbrunnen"( Apotheker Kumbler's Erben) G.m.b.H., Berlin, Marlenstr. 30 Jetzt Berlin- Treptow, Treptower Chaussee 41( wischen Bahnhof Treptow Fernsbrech- Anschlüffe: Amt Morigplay 9636 und 9637. Fabrit gegründet 1885. und Berantwortlicher Nedetteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 120. 32. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Aus Groß- Berlin. Maiwetter. Sonntag, 2. Mai 1915. dem eigentlichen Baßstempel mit 3M. wurde ein zweiter Zeugnis- Bescheid, daß Nähmaschine und Kinderschlitten Sperrgut" feien stempel von 3 M. für die neuerdings vorgeschriebene amt- und 50 Proz. Aufschlag gerechnet werden. Demnach wären 5 M. liche Identitätsbescheinigung verwendet. Diese Bescheinigung noch zu wenig. Durch Rückfrage bei der Eisenbahndirektion stellte wird aber ausschließlich aus Gründen des öffentlichen Interesses ich fest, daß die genannten Gegenstände kein Sperrgut sind. erteilt. Die Verwendung des zweiten Stempels ist somit nicht Ich bin froh daß ich bei meinem Umzuge von Berlin nach Ein prächtiger Frühlingstag dieser 1. Mai. Das warme gerechtfertigt. Der Finanzminister hat die Amtsstellen seines Chemnih nicht durch die Paketfahrt meine Möbel zur Bahn Wetter der letzten Tage hatte die Bäume grün belaubt, das Geschäftsbereichs mit entsprechender Weisung versehen. Ebenso expedieren ließ. Die in Frage kommenden 3000 Kilogramm hätten rechte Ausflugswetter. Wer loskommen konnte, erging sich hat der Minister des Innern die Regierungspräsidenten bei der" Paketfahrt" die Kleinigkeit von 150 M. Rollgeld gekostet, einige Stunden im Freien und machte sich seine eigenen Ge- und den Polizeipräsidenten in Berlin hiervon ver- und ohne Sperrgut", während die ganze Fracht 50 M. ausmacht. danken über den heurigen Maientag. Besonders auf dem ständigt. Viele Pässe wurden auch insofern nicht Posten waren viele von unseren Genofsinnen, die sich viel- richtig ausgestellt, als die eigenhändige Unterschrift des fach am Nachmittag an bestimmten Stellen zusammenfanden, Paßinhabers an der früher vorgesehenen Stelle nicht genügt. um in ernster, würdiger Weise Maigedanken auszutauschen. Gegen 7 Uhr schlug ein starkes Donnerwetter drein. Ein schweres Gewitter zog über Berlin zusammen und der Himmel öffnete seine Schleusen. Aber nur kurze Zeit dauerte Blik und Donner, dann trat wieder Friede ein. Geschäftszeit an den Sonntagen. Die Sommer- Sonntagsruhe der Angestellten tritt am heutigen Die Unterschrift muß sich unter der Photographie befinden. Sonntage zum erstenmal in diesem Jahre in Straft. In der Zeit Es genügt auch nicht, wenn die amtliche Bescheinigung 8. B. vom 1. Mai bis 30. September dürfen an Sonn- und Festtagen in den Wortlaut hat:" Es wird hierdurch bescheinigt, daß die den offenen Verkaufsstellen des Handelsgewerbes Gehilfen, Lehrlinge nebenstehende Photographie tatsächlich den Paßinhaber dar- und Arbeiter nur von 8-10 Uhr vormittags beschäftigt werden. Punkt stellt und daß dieser den Paß eigenhändig unterschrieben hat." 10 Uhr muß die Entlassung des Personals erfolgen. Nur in den Es muß zum Ausdruck gebracht werden, daß die Unterschrift Geschäften des Handels mit Nahrungs- und Genußmitteln und unter der Photographie eigenhändig vollzogen ist. Die Fassung Blumen darf auch von 12-2 Uhr Personal beschäftigt werden. muß demnach lauten:„ Es wird hiermit bescheinigt, daß der Paßinhaber die durch die Photographie dargestellte Person ist und die darunter befindliche Unterschrift eigenhändig vollDie österreichischen Landsturmpflichtigen. Berlin, 1. Mai.( W. T. B.) Zu der Wiener Meldung, daß die in den Jahren 1873 bis 1877 geborenen und zum Landsturmdienst mit Waffe geeignet befundenen Landsturmpflichtigen am 15. Mai einzurüden haben, bemerkt das hiesige f. u. f. österreichisch- ungarische zogen hat." Generalkonsulat, daß sich dieser Termin selbstverständlich nur auf die n Desterreich ansässigen Landsturmpflichtigen bezieht. Die hier wohnhaften Landsturmpflichtigen der oben bezeichneten Jahrgänge werden, wie bereits gemeldet wurde, erst im Laufe des Monats Mai gemustert und haben, falls fie geeignet befunden werden, erst am 15. Juni einzurücken. Der I. u. 1. Generalkonsul Szarvash. Kriegerfamilien und Verzug. Freie Benutzung der Wasserläufe. - Wer sind die Toten? Jm Tiergarten tot aufgefunden wurde Freitagabend in der elften Stunde ein unbekannter Mann, der seinem Aeußeren nach den bessergestellten Kreisen anzugehören scheint. Leute, die um den Großen Weg nach der Großen Querallee entlanggingen, fanden ihn regungslos auf einer Bank sizzen. Ein Schußmann Wafferläufen erster Ordnung durch Ableitung und Einleitung bracht. Der Mann ist etwa 45 Jahre alt und mittelgroß, hat dunkles Ueber die Erhebung von Entgelt für die Benutzung von brachte ihn zunächst nach der Charité, wo nur noch der Tod festgestellt werden konnte. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gevon Wasser ist eine neue Verfügung der zuständigen Minister Haar und Schnurrbart und trug einen dunklen Ueberzieher, einen ergangen. Der Staat hat nach dem Wassergesetz als Eigen- dunklen Gehrod und Trauerflor, dunkle Wefte und Hose, einen tümer der Wasserläufe erster Ordnung einen Anspruch darauf, schwarzen, steifen Hut, eine weißes Hemd mit Stehkragen und daß der Unternehmer einer Anlage ihm für nachteilige schwarzer Krawatte. Seine Wäsche ist D. R. in Monogrammform Wirkungen der Benutzung des Wasserlaufs aufkomme. Neben gezeichnet. Aus dem Teltow- Stichkanal in Treptow, zwischen der hat manche Schwierigkeiten mit sich gebracht. Nach den geseglichen laubnis, Wasser abzuleiten oder einzuleiten ausbedungen vielleicht auch Schiffer gewesen ist. Er ist etwa 25 Jahre alt und eines Mannes gelandet, der seinem Aeußeren nach wohl Arbeiter, Die Regelung der Unterstügung verziehender Kriegerfamilien der Entschädigung ist seither vielfach ein Entgelt für die Er- Brüde an der Neuen Krugallee und der Spree wurde die Leiche worden. Nach dem neuen Wassergesez kann ein Unter- fräftig gebaut, hat dunkles Haar und einen roten Schnurrbart und Bestimmungen ist zur Unterstützung der Lieferungsverband verdaß ihm trug blaues Jackett und Weste und ein blaues gestreiftes wollenes pflichtet, in dem die Unterstützungsbedürftigkeit eintritt. Wenn also nehmer im Verleihungsverfahren beantragen, eine Kriegerfrau von dem Drte, an dem sie unterstützt wurde, fort- das Recht frei von der Verpflichtung eines Entgelts an Vorhemd. Auf dem rechten Arm hat er die Buchstaben O. H. mit zieht, bleibt dieser Ort unterstützungspflichtig, muß also auch den den Staat zugesprochen werde. Die Provinzialbehörden sind der Jahreszahl 1881 eingeätzt. Gemeinde zuschlag fortzahlen. Soweit es sich um den Verzug deshalb ermächtigt worden, auch ohne Verleihungsverfahren Arbeiter- Bildungsschule. Heute Sonntag, den 2. Mai, vor nach einem Vorort oder von einem Vorort nach Berlin handelt, von dem Entgelt abzusehen. Wenn einem Unternehmer die mittags 10 Uhr: Vortrag des Genossen Dr. Ernst Meyer: Das Eindringen des Finanzkapitals in die Jn. hatten die verziehenden Kriegerfrauen insofern schwere Nachteile, als Ableitung oder Einleitung gegen Entgelt gestattet ist und dies der zur Unterſtügung berpflichtete Ort sich weigerte, mehr als den nach der Menge bemessen wird, so kann ihm auf Antrag das bustrie". Eintrittsgeld 10 Bf. Entgelt erlassen werden. Die Gegenleistung soll nur soweit Abends 19 Uhr findet der dritte Lichtbildervortrag des Herrn 100prozentigen Gemeindezuschlag zu gewähren. Die bon Einleitung zum Verständnis Berlin fortziehenden Kriegerfrauen gingen der Mietsunter- beansprucht werden, als sie eine Entschädigung für vermehrte Dr. Mar Deri zur staatliche Aufwendungen darstellt. Eintritts Ist Entgelt und Ent- von Kunstwerten"( bildende Künſte) statt. stützung verlustig, die den int Berlin Wohnhaften ge= preis 10 Pf. währt wurde. Das war eine große Härte und entsprach schädigung in einer Abgabe vereinigt, so werden sie abgeschätzt. Beide Vorträge werden im großen Hörsaal, Lindenstr. 3, auch nicht dem Geiste des Unterſtützungsgesetzes, das die Unters Stommt eine Einigung nicht zustande, so ist der Unternehmer IV. Hof, rechts 3 Treppen, gehalten. Wir machen erneut auf die Bibliothet aufmerksam. Sie ist ftüßungspflicht nicht auf einen 100 prozentigen Zuschlag beschränkt, an den Bezirksausschuß zu verweisen und das bisherige Entvon 28-29 Uhr geöffnet. sondern überhaupt die Bedürftigkeit zu beheben beabsichtigt. Diese gelt solange zu verlangen. Härten sollen mit der Neuregelung der Mietsunterstützung beseitigt Geschäftsstatistik der Arbeitslosenfürsorge der Stadt Berlin werden. Die nach einem Vorort verziehenden Kriegerfamilien sollen für die Woche vom 12. bis 18. April 1915. in Zukunft ebenso behandelt werden, wie die im Drte Verbleibenden, wenn das gleiche Verfahren von den Vororten angewendet wird. Maßgebend muß sein der Gesichtspunkt, die im Felde Stehenden vor hohen Mietsschulden zu bewahren. Ausstellung von Kochbeuteln im Gewerkschaftshause. " Kleine Nachrichten. Von einem Matrosen gerettet wurde eine Frau, die gestern mittag von der Potsdamer Brücke aus in den Sie wurde noch lebend in ein KrankenKanal gesprungen war. haus gebracht. Von einem Auto überfahren wurde gestern vor Bei der 1. Bei den 23 städtischen Geschäftsstellen sind 483 Gesuche eingegangen; es wurden abgelehnt 97, an die Landes- mittag in der Frankfurter Allee in der Nähe der Tilsiter Straße versicherungsanstalt Berlin verwiesen 24, bewilligt 277. Aus eine Frau Tölge, sie erlitt einen Unterschenkelbruch.-geschieden aus der Unterstützung( überwiegend wegen Wieder Arbeit vom Tode überrascht wurde Freitag der Arbeiter Wilhelm eintritts in Arbeit oder Erwerb) sind 295 Personen. 649 Behn aus der Tilsiter Str. 27, der in der Seifenfabrik Edelweiß männliche und 4991 weibliche Personen bezogen Unterstützung in der Landsberger Str. 91 beschäftigt war. Er wurde von einem Vom Montag, den 3., bis Mittwoch, den 5. Mai, find im im Gesamtbetrage von 23 422 M., davon je 4 M. 4778 Per Blutsturz befallen und starb schon auf dem Wege nach dem Kranken Bureau des Arbeiterinnensekretariats der Generalfommmission, Engel- fonen, je 5 M. 862 Personen. haufe. Ein Opfer der furchtbaren Eindrücke beim Russeneinfall ufer 15 IV, einige Kochtisien und Muster von praktischen Kochbeuteln in verschiedenen zwedmäßigen Hüllen zum Transportieren des fertigen Arbeiter und Angestelltenorganisationen, nach Potsdam, wo sie Aufnahme fand. Ihre traurigen Erlebnisse 2. Von der Stadt wurden an 1328 Mitglieder von 15 in Ostpreußen ist die 65jährige Witwe Henriette Buchholz geworden. Sie mußte ihre Heimat verlassen und floh zu ihren Angehörigen Essens zur Besichtigung ausgestellt. die selbst sazungsgemäß Unterſtüßung gewähren, Zuschläge in umnachteten ihren Geist. Vor etwa 10 Tagen verließ sie ihre AnGesamtbetrage von 4462,90 m. gezahlt. Hiervon trafen auf gehörigen und verschwand plöglich. Donnerstagabend wurde sie die freien Gewerkschaften 1219 Mitglieder mit 4052,88 m. als Leiche in der Nähe des Marmorpalais aus dem Heiligen See ( und zwar Metallarbeiter 727,60 M., Holzarbeiter 912,30 gezogen. Mart usw.). Ueber die Vorteile des Kochens mit Kochkiften haben wir bereits vor einigen Wochen berichtet. Die Kochbeutel stellen eine Neuerung dar. Sie sind aus Papier gefertigt und mit einer Stoffhülle befleidet. Man kann darin, ebenso wie in der Kochliste, angekochtes Essen gar kochen und stundenlang warm halten. In der gegenwärtigen Zeit der Brotknappheit und Teuerung des Heizmaterials werden die Arbeiterfrauen diese Neuerung begrüßen. Familienangehörigen ist dadurch bequemer Gelegenheit zum Mit Familienangehörigen ist dadurch bequemer Gelegenheit zum Mit nehmen von warmem Essen auf die Arbeitsstelle gegeben, ohne daß die Speisen vor der Mahlzeit egtra gewärmt werden brauchen. Eine Besichtigung der Muster soll zeigen, wie leicht und mit wie geringen Mitteln Beutel und auch Kochtisten selbst hergestellt werden tönnen. 3. Die Landesversicherungsanstalt Berlin hat von 21 182 bei ihr überhaupt bis 17. April 1915 eingegangenen, teils von den städtischen Unterstützungskommissionen ihr überwiesenen, teils von den Organisierten ihr eingereichten Gesuchen 15 056 genehmigt. Berteuerung der Photographien. Kürzlich ging durch die Fachpresse die Nachricht, daß der habe und dies mit einer Verteuerung der Rohmaterialien und Erhöhung der Gehälter begründet. Jetzt wird darauf aufmerksam geAus den Gemeinden. Kriegszulagen für die Wilmersdorfer Feuerwehr. Der Magistrat von Wilmersdorf hat die Besoldung der Feuerwehrleute, welche als Ersatz für die zum Heeresdienste einberufenen Feuerwehrmänner eingestellt worden sind, mit Rücksicht auf die vor handene Teuerung auf 5 M. täglich erhöht; nach 26wöchiger Die Besichtigung kann in der Zeit von 10 Uhr vormittags bis fächsische Photographenverein die Preise für Photographien erhöht Dienstzeit steigt die Besoldung auf 5,25 M. täglich. Teuerungszulage in Mariendorf. 128 Uhr abends stattfinden. Fürsorgemaßnahmen für Berliner Kriegsbeschädigte. macht, daß der sächsische Photographenbund, Sektion Dresden, die Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer letzten Sigung Die sozialdemokratische Fraktion im Rathause hat der Berliner Preise erhöht und zwar nur mit der Begründung, daß die Rohmaterialien mit dem Antrage, den in städtischen Diensten Beschäftigten Stadtverordnetenversammlung folgenden Antrag unterbreitet, der im Verkaufspreise gestiegen seien. Die erstere Fassung, daß auch die Teuerungszulagen zu gewähren. Es wurde beschlossen, den ständig am nächsten Donnerstag zur Beratung kommen soll:„ Die Stadt- Löhne gestiegen seien, wird nicht mehr aufrecht erhalten. Tatsache und nichtständig beschäftigten Gemeindearbeitern und ihren unter verordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, ist, daß in Einzelfällen die Löhne etwas gestiegen find, aber 15 Jahre alten Angehörigen jede Woche je einen Gutschein von mit ihr in gemischter Deputation Fürsorgemaßnahmen für Berliner in den meisten Fällen noch Löhne gezahlt werden, die den heutigen 1 M. auszuhändigen. Die Bewilligung der gleichen Unterstützung Kriegsbeschädigte zu beraten". Teuerungsverhältnissen nicht im mindesten entsprechen. Die Photo- für die im Tagelohn beschäftigten Bureauhilfsarbeiter wurde zurüd graphen machen zurzeit sehr gute Geschäfte und können sich wirklich gestellt. Abgelehnt wurde aber, den unverheirateten Diätaren, die nicht beklagen, daß das Gewerbe nichts abwirft. Es wäre beshalb 110 bis 130 M. Monatsgehalt haben, eine Teuerungszulage zu gewähren. auch angebracht, der Gehilfenschaft in bezug auf Löhne mehr wie Die Niederschlagung gerichtlicher Untersuchungen gegen Kriegsteilnehmer. Ueber die Niederschlagung gerichtlich eingeleiteter Untersuchungen bisher entgegenzukommen. Dies um so mehr, als die Gehilfen- Kinderveranstaltungen in Neukölln. Mittwoch, den gegen Striegsteilnehmer hat der Justizminister eingehende Be- ſchaft zumeist sehr angestrengt arbeiten und vielfach Ueberarbeit 5. Mai, Spielausflug nach Treptow. Abmarsch nachmittags 2 Uhr stimmungen getroffen. Als Kriegsteilnehmer gelten auch die Ber- leisten muß. vom Wildenbruchplatz( Elsensteg). Liederbücher und Mundvorrat mit fonen, bei denen die Voraussetzungen erst nach dem 27. Januar einbringen. getreten sind. An die Stelle der Einstellungsverfügung der Straf Ein von Berlin nach Chemnik verzogener Leser unseres verfolgungsbehörde tritt deren Antrag auf Einstellung des Verfahrens Blattes schreibt uns: In Berlin existiert eine sogenannte„ Balet- Die Sommerspiele der Berliner sachen Hohes Rollgeld. Arbeiterjugend durch das Gericht. Der Antrag auf Einstellung kann erst gestellt fahrt", welche sich auch„ Speditions- Gesellschaft" nennt. Meine werden, wenn der Angeschuldigte aufgehört hat, Striegsteilnehmer zu Frau, welche sich einige Zeit in Berlin aufhielt und nach Chemnitz sein, ohne daß ein Umstand eingetreten ist, der ihn von der Wohltat zurückkehrte, wandte sich an die genannte„ Speditions- Gesellschaft" nehmen heute wieder ihren Anfang. Sie bieten allen jungen Ardes Erlasses ausschlösse. Bei Verfahren, die beim Reichsgericht an- mit dem Auftrage, eine Nähmaschine, einen Reiseforb und einen beitern und Arbeiterinnen Gelegenheit, fich an einigen Wochentag hängig sind, veranlaßt der Oberreichsanwalt die Ersten Staats- Kinderschlitten zu expedieren. Einen ausgefüllten Frachtbrief abenden und auch Sonntagnachmittag im Freien zu tummeln und anwälte zu den notwendigen Ermittelungen. In Privatflageübergab meine Frau der Gesellschaft ebenfalls. Bei Ankunft der Geist und Körper zu erfrischen. Bei fröhlichem Spiel fühlt sich entscheiden die Gerichte von Amts wegen über die Gegenstände in Chemnik gab es eine Ueberraschung: Es wurde jeder wohl. Für die Arbeiterjugend, die tagein, tagaus schwer Einstellung. Dasselbe gilt für die außerordentlichen Striegsgerichte. ein neuer Frachtbrief präsentiert mit folgender Rechnung: arbeiten muß, die im Lärm des Fabrikbetriebes oder in der Erfallene Gerichtskosten werden niedergeschlagen, schon gezahlte Be- Fracht 2,00 M., Rollgeld in Chemni 0,40 M. und Roll- bumpfigen Schreibstube ihre Tage verbringt, sind diese Spiele im träge wiebererstattet. Bugunsten von Mittätern, die nicht Kriegs- gelb in Berlin nebst„ Spesen" 6,10 M. Für Abfuhr von Freien ein Herzensbedürfnis, eine bitterernste Notwendigkeit. Licht, teilnehmer sind, oder von Personen, die im Interesse der Kriegs- 80 Kilogramm von der Brunnenstraße nach dem Anhalter Bahnhof Luft und Lebensfreude sollen sie ihr vermitteln. führung tätig gewesen sind, berichten die Ersten Staatsanwälte von wurden 5,00 m. verlangt. Hätte man mit einem Tagameter jungen Arbeiter und Arbeiterinnen, benugt die Gelegenheit, die euch Amts wegen, nachdem die Urteile rechtskräftig geworden find. Für die Strecke zurückgelegt, wären wahrscheinlich nicht mehr heraus- geboten wird und beteiligt euch eifrig an den Sommerspielen. die Fälle, die nicht unter allgemeine Niederschlagung fallen, sind ebenfalls neue Bestimmungen getroffen worden. Die Frage, ob die gekommen. In Chemniz kostet das Rollgeld 40 Pf., in Berlin Diese finden statt: Niederschlagung durch Einzelgnadenerweise zu befürworten sei, foll 5,00.! Das ist 12% mal soviel, oder 1½ mal soviel als die nur dann verneint werden, wenn ein Angeschuldigter nach seiner ganze Fracht beträgt!! In der Annahme, es handle sich um einen Persönlichkeit oder der Schwere der Tat trotz seiner Teilnahme an tarte. Der Bescheid lautete, daß die Genannte für einen Zentner Irrtum, wandte ich mich an die Paketfahrt" mit Müdantwortdem Kriege eines Gnadenerweises nicht würdig ist. Die neuen Pässe kosten nicht sechs, sonderndre i Mark usw. Für die neuen Bässe, die feit Neujahr eingeführt sind, haben einzelne Polizei- und Steuerbehörden 6 M. erhoben. Neben 2,50 M. Rollgeld verlange. Abgesehen davon, ob dieselbe be= rechtigt ist, für einen Zentner 2,50 M. Rollgeld" zu verlangen, machten 80 Kilogramm mur 4 M. aus. Ich reklamierte daher 1 M. und erhielt noch nicht einmal eine Antwort, viel weniger Geld. auf eine erneute Anfrage mit Rüdantwortfarte erhielt ich den Spielplatz an der Bremer Straße( Moabit) Darum, all ihr Mittwochs und Donnerstags 7-9 Uhr abends, Schillerpart( Rasenspielplatz) Mittwochs 6-9 Uhr abends, Humboldthain( Rasenspielplatz) Montags und Donnerstags 7-9 Uhr abends, Schönhauser Allee( Exerzierplay) Montags 7-9 Uhr abends, Am Faltplay Mittwochs 7-9 hr abends, Friedrichshain( Rasenspielplas) Montags 7-9 Uhr, Mittwochs 71-91 hr abends, Sonntags 3-6 Uhr nachmittags, Treptower Park( Rasenspielfläche VII) 14 Parteiveranstaltungen. Lichterfelbe. Heute nachmittag Treffpunkt der Frauen und Kinder bei Wahrendorf. Mittwochs 7-9 Uhr abends, Sonntags 2-8 Uhr nachmittags, ac Mitglieder und durch fie eingeführte Gäfte find freundlichst eingeladen. Am Abend findet ein Lichtbilder- Bortrag des Bildungsausschusses statt. Mittwochs und Freitags 7-9 Uhr abends. Tempelhofer Feld Auch an die Arbeitereltern richten wir die Bitte, ihre schuls entlassenen Söhne und Töchter auf diese Sommerspiele aufmerksam zu machen. Aus aller Welt. Zum Goslarer Kindesmord. Selbstmord dos Täters. Der fünfzehnjährige Heizer Rudolf Hagemann, der zu Ostern den vierjährigen Knaben Bettels in der Feuerung der Zentralheizung eines Sanatoriums in Goslar verbrannt hat, hat fich, wie die Braunschweigische Landeszeitung" meldet, gestern im Gerichtsgefängnis erschossen. Frauen- Leseabende. Freireligiöse Gemeinde. Am Sonntag, den 2. Mai, vormittags 9 11hr, Pappel- Ace 15-17; Neukölln, Idealpassage"; Tegel, Bahnhofstraße 15, und Ober- Schöneweide, Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung. Vormittags 11 Uhr, Kleine Frankfurter St. 6: Vortrag des Herrn 2. Bölsche: Entwidelungsgedanken." Damen und Herren als Gäste willkommen. Eingegangene Druckschriften. felbst tönnen aber von dem Bräufigam Entschädigung für die Entbindungs, und für sechs Wochen Kosten berlangen. J. G. 3. Sie müßten sich in dem Fall vom Armenarzt ein Atteit besorgen, daß es Ihnen unniöglich ist, sich zur Musterung zu stellen. Dieses Attest und die Invalidenrenten in Ihrem Militärpaß dauernd untauglich und brauchen sich deshalb nicht bescheinigung müssen Sie dann dem Bezirkskommando einreichen. 3. Ja. E. D. Sie sind nicht zeitig untauglich, sondern nach der Bezeichnung zu melden. R. R. 2. Nein. 6. S. 76. 1. Die Zeichen kennen wir nicht. 2. Die Herabseßung der Sehschärfe auf der normalen befreit vom Militärdienst. H. 11. Der Antrag auf Unterstüßung muß beim Wilmersdorf. Montag, den 3. Mai, abends 8 Uhr, bei Schilling, Magistrat in Stettin gestellt werden unter Beilegung des vom Sohne einLüneburger Str. 20. zuschickenden Unterſtüßungsscheins. Biel Sorge. Unterſtüßung für Kinder gibt es nur bis zum 15. Lebensjahre. Bon dem Vater ist jest, wenn er zum Militär eingezogen ist, ebenfalls nichts zu erlangen. F. B. 6064. Nervöse Herzerkrankung und Schlagaderverkalkung. 5. R. 21. Sie müssen sich noch etwas gedulden. Sie werden Zu fchidung über die Festsetzung der Rente bekommen. Auf Grund der vom Ehemann geklebten Invalidenmarken haben die Kinder außerdem Anspruch auf Waisengeld. Sie selbst haben Anspruch auf Witwenrente aber erst, wenn sie invalid find. Melden Sie Ihre Ansprüche beim Versicherungsamt Berlin, Am Kölnischen Bart, an. R. 107. Ja. O. K. 52. Benn die Beantwortung bisher nicht erfolgt ist, so ist Ihre Anfrage bei uns nicht eingegangen. 2. 100. 1. Nur die Kriegsunterstügung. 2. Sie haben feinen rechtlichen Anspruch auf die Zahlung des halben Gehalts, das ist eine freiwillige Zuwendung der Firma. Wenn Kündigung nicht erfolgt ist, tömmen Sie für sechs Wochen Gehalt beanspruchen. K. 28. Kommen Sie zu uns in die Sprechstunde. Pfarr 39. Das sind rein militärische Zeichen, die wir nicht fennen. P. S. 6. Nehmen Sie die Beweiss mittel für Ihre schwere Erkrankung zur Musterung mit. 2. Sch. 600. Sie könnten nur durch Klage Ersatz für den Macherlohn verlangen. Ob diese aber aussichtsvoll ist, erscheint uns zweifelhaft. H. D. 27. Der Unternehmer ist verpflichtet, die Zeit zu bezahlen. Der§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches fommt hierfür in Anwendung. M. N. 40. Ja, zahlen Sie event. Die niedrigste Klaffe. H. M. 26. Sobiel wir wissen, nicht. Auch dürfte die Einberufung sobald noch nicht erfolgen. F. S. 100. Wenn ein Mietszuschuß gewährt wird, soll der Birt etwas von der Miete nachlassen. Laden Sie ihn vor das Mietseinigungsamt. G. 2. 33. X oder D- Beine geringeren Grades, dienstfähig. 89. D. S. Wenn fein Testament vorliegt, hat fie feinen geset lichen Erbanspruch. Anspruch auf Kriegsunterstügung hat sie nur, wenn die Ehe geschlossen ist. F. A. 47. Es bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als sich zunächst an das Regiment zu wenden.- B. 100. Unterstübungs. anspruch dürfte nur für das Kind bestehen. S. 8. 10. Es ist ausgeschlossen, daß für die Tochter überhaupt Unterstützung gezahlt wird. Man 31. Die Frau hat Anspruch auf Unterstügung. Sie soll sich an die zuständige Steuerfasse wenden. Vorwärts 1915. Er bat wenig Aussicht, eingezogen zu werden. 6. S. 23. Sie haben keinen weiteren Anspruch. E. M. 20. Die Frau eines österreichischen Staatsangehörigen erhält 9 Stronen monatlich als Kriegswitwenrente 8. 99. Sie erhalten eine Beglaubigung über Ihre Billenserklärung, nach dem Tode eingeäschert zu werden, fostenlos bei einer Person, die ein öffentliches Siegel führt( Bezirtsvorsteher, Schiedsrichter usw.). A. P. 94. Versuchen Sie es mit einem Antrage; die Erlaubnis tann Ihnen troßdem verweigert werden. .. 27. Reichen Sie unter Beilegung des polizeilichen Führungsattestes cin Gesuch an die GefängnisDer Franktireurkrieg in Belgien. Geständnisse der belgischen Brejse. 30 Pf. Deutsche Berlagsanstalt, Stuttgart. Neues Leben. Monatsschrift für sozialistische Bildung. 4. Geft. Herausgegeben von R. Grimm und J. Lorenz. Jährlich 3,50 Ft. UnionsIn der Mordsache selbst find inzwischen einige wichtige Er- bruderei, Bern. Der Arbeiterschus in Deutschland. Von R. Schmidt. Broschiert mittelungen erfolgt. So scheinen Knochenreste in der Zentralheizung aufgefunden zu sein, die Sanitätsrat Dr. Arendes als Reste der 1,200. Sozialistische Monatshefte, Berlin W 35. Der Untergang der Welt und der Erde. Von M. B. Weinstein. Gebeine eines verbrannten Kindes zu erkennen glaubt. Weiter wird( Aus Natur und Geistest. 470.) 1 M., geb. 1,25 M. B. G. Teubner, berichtet, daß am Dienstag auch die Frau des Ingenieurs" Horn Leipzig. vegen Beihilfe verhaftet worden ist. Der Gauner hat sein Opfer, E. Diederichs, Jenn. Heil, Kaiser Dir: Kriegslieder aus unseren Tagen. 25 Pf. wie nunmehr feststeht, nicht um einige hundert Mart, sondern um einige tausend Mart geprellt, denn die Mutter des ermordeten Kindes unterzeichnete zwei Geldanweisungen von 3000 und 2000 Mart. Feuer in einem Petroleumlager. Wie aus Bukarest gemeldet wird, brach im Betroleumlager der Steana in Constanta ein Feuer aus, das Zeitungsnachrichten zufolge bisher 160 Waggons Holz und eine noch nicht fest. stehende Menge Petroleum vernichtet hat. Briefkasten der Redaktion. Sprechstunde mit. ww -AUT Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. of rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnements quittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Berträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die P. 1. Ihre Frau lann die niedrigste Klasse Ileben. B. W. 100. Begen Herzleiden dienstuntauglich. Nach der Bezeichnung in Ihrem Militärpag haben Sic eine Einziehung taum noch zu gewärtigen. A. B. 5. Wenn der Vater Ihnen das Sparkassenbuch nicht freiwillig Wie aus Linköping, Schweden, berichtet wird, ist am Sonnabend herausgibt, müssen Sie die Herausgabe durch Klage beim Amtsgericht er auf dem Flugplag bei Malmstädt Leutnant Siloto mit Leutnant wirfen. H. 2. 44. Wegen starter Herabsetzung der Sehschärfe dienstde la Gardie als Fluggast aus beträchtlicher Höhe abgestürzt. untauglich. Agnes I. Die Kündigung muß hrem Manne zugestellt Das Flugzeug ist vollständig zertrümmert. Beide Flieger falls wird durch gerichtliche Entscheidung ausgesprochen werden, daß beide find schwer berlegt. Beutnant Silow ist am Nachmittag je zur Hälfte für den Schaden haften. Das Objekt ist doch wahrscheinlich feinen Verlegungen erlegen... fo gering, das eine gütliche Einigung möglich ist. F. A. 100. Wenn Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis eine Ehe nicht geschloffen ist, haben Sie feinen Anspruch auf Unterſtügung Montagmittag. Ziemlich warm, bielfach woltig und, besonders an der nur für das uneheliche Kind wäre eine Unterstügung zu erlangen. Sie Rüste, an den meisten Drfen etwas Regen. Strichweise Gewitter. Absturz schwedischer Flieger. KÖNIGLICHER HOLLÄNDISCHER LLOYD S.S.GELRIA STUBANTIA NACH SUD- AMERIKA Kranzspenden verwaltung ein." werden; sie hat deshalb teine Rechtsgültigkeit. 2. M. 1885. Jeden Nächste Abfahrten von Amsterdam nach Süd- Amerika ( La Coruna, Vigo, Lissabon, Pernambuco, Bahia, Rio de Janeiro, Santos, Montevideo u. Buenos Aires). 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Todes- Anzeigen Infolge der Strapazen des Feldzuges ist unser lieber Bruder, der Schriftfezer, Wehrmann Richard Meinert im Alter von 37 Jahren an einem Herzleiden im Lazarett Moschen ./D.-Schl. am 26. April gestorben. Die Beerdigung findet in Berlin am Montag, den 3. Mat, nach. mittags 4, Uhr, auf dem Gar. nison- Friedhof in der Hasenheide itatt. Dies zeigen tiefbetrübt an die Geschwister Meinert, Berlin W., Neukölln. 16555 Als Dpfer des Weltkrieges fiel durch Koplichuß am 23. April mein geliebter Mann und herzensguter Vater meines Kindes Robert Zenk im. 43. Lebensjahre 212 In liefstém Schmerz Jenny Zenk und Tochter. Du gingst von uns mit schwerem Herzen Und hofftest auf ein Wiederseh'n; Doch größer find nun unsere Schmerzen, Da dieses nicht mehr fann ge schehn. Leicht sei Dir die fremde Erbe, Unsere Liebe bedt Dich zu. Dem Undenten unserer auf dem Kriegsschauplaz 212/1 gefallenen Genoffen! Am 9. März starb infolge einer Berwundung der Betzer Georg Friebeb Memeler Str. 45, Bezirk 315. 3m Zazarett starb infolge ciner Verwundung der Schloffer Reinhold Roske IN Dranienstr. 27, Bezirk 150. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkr. Bei cinem Sturmangriff fiel der Schneider Walter Geisler Rodenbergstr. 27, 5. Abt., Bezirk 552. Am 4. Dezember fiel der Schloffer Albert Faber Gleimftr. 55, 7. Abt., Bezirk 581. Am 1. März verstarb im Felde der Gärtner Franz Dombina 224/16 Danziger Str. 77, 4. Abt., Bezirk 522. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Im Felde gefallen der Lacterer 236/20 Wilhelm Ganskow Juliusstr. 42, 13. Bezirk. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Auf dem Felde der Ehre fiel unser Genosse 194/11 Hermann Pärschke. Sozialdemokratischer Wahlverein Köpenick. Am 5. März fiel unser Genosse 243/10 Wilhelm Betzien Buchdruder, Hadlichstr. 27. Sozialdemokr. Wahlverein Niederbarnim. Bez Pankow. Deutscher Holzarbeiter- Verband 82/9 Zahlstelle Berlin. Es ftarben folgende Mitglieder im Felde: Franz Böhm, Robelltischler, 34 Jahre alt Georg Friebe, Bolterer, Jahre alt Oskar Gäbeler, Bolterer, 81 Jahre alt Oskar Lohe, Tischler, 26 Jahre alt Waldemar Sauer, fler, 21 Jahre alt Paul Quitteck, hler, 37 Jahre alt Robert Zenk, Thler, 12 Jahre alt Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen auf dem Schlachtfelde gefallen sind: Wilhelm Melchert, Schlachta. Bichhof, v. Albert Hagen, 32. Revierinspektion. Gustav Rosada, Englische Gaswerke. Paul Lobstein, Lichtenberg. Wilhelm Radack, Gasanft. Schmargendorf. 34/1 Bir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband Bezirk Grok- Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Hermann Gerlach, Geschäftsfutscher. Adolf Hönicke, Straßenbahner. Max Johr, Geschäftsdiener. Rudolf Kugler, Industriearbeiter. Johann Kuhlmann, Lagerarbeiter. Franz Lehwald, Industriearbeiter. Alfred Merbach, Geschäftsdiener. Richard Raeke, Roffutscher. Eduard Ritter, Speditionsarbeiter. 63/10 Ehre ihrem Andenken: Die Bezirksleitung. Deutsch.Metallarbeiter- Verband 133/7 3 Verwaltungsstelle Berlin. Es starben folgende Mitglieder im Felde: Artur Obst, Former gcb. 11. 10. 77 in Berlin. Willi Grünack, Retallarbeiter gcb. 10. 9. 93 in Alf- Glienice. Willi Müller, Schloffer geb. 18. 9. 92 in Berlin. Paul Chialkowski, Metallarbeiter geb. 4. 1. 83 in Berder. Wilhelm Rothert, Schmied geb. 16. 12. 82 in Seiffersdorf. Wilhelm Stief, Maschinenbaner geb. 18. 10. 92 in Erfurt. Otto Oertner, Werkzeugmacher gcb. 21: 3. 93 in Berlin. Konrad Gräber, frater geb. 6. 11. 85 in Berlin Otto Scholz, Dreher gcb. 13. 8. 92 in Rottbus. Otto Gliese, Rohrleger geb. 21. 10. 69 in Liebenberg. Otto Göring, Goldschmied geb. 4. 4. 83 in Berlin. Martin Thierbach, Gießereiarbeiter geb. 16. 11: 89 in Berlin. Friedrich Oestreich, Retallarb. geb. 5. 9. 93 in Nadel Karl Hollatz, Metallarbeiter geb. 27. 3. 71 in Berlin. Karl Baller, Schmied geb. 22. 3. 71 in Bustanien. Max Marinowicz, geb. 27. 9. 86 in Dbornil Schloffer Friedrich Mögelin, Sloffer geb. 9. 2. 76 in Stolzenburg. Alfred Jähn, Graveur geb. 19. 8. 90 in Berlin. Heinrich Jannasch, Sloffer geb. 30. 11. 83 in Edersdorf. Ehre ihrem Andenken! Am 20. April 1915 ftarb ben Seldentod fürs Baterland mein lieber, treuer Mann Unteroffizier Radeck ( Ref.- Infanterie- Reg. 143) nachdem er turz vorher zum Eifernen Kreuz II. Klasse bor geschlagen war. Tiefbetrübt zeigt dieses an Frau Klara Radeck geb. Gnilka. Am 4. Dezember 1914 fiel unser lieber Sollege und treues Mitglied des Sparvereins Lette Rettung", der Unteroffizier Albert Faber im 28. Lebensjahre. 63 Ehre seinem Andenken! Die Kollegen, Kolleginnen und Werkstattbeamten der A. E. G. Brunnenstraße, Abt. Meister Zwieg. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Franz Kaminski am 29. April gestorben ist. Die Beerdigung findet Heute Sonntag, den 2. Mai, nachmittags 2, Uhr, von der keichenhalle des Luisen Kirchhofes III in Chare lottenburg, Fürstenbrunner Beg, aus statt. Den Kollegen ferner zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Bobler Richard Scholz am 30. April gestorben ist. Die Beerdigung findet morgen Montag, ben 3. Mai, nachmittags 5 Uhr, von der Reichenballe des Gemeinde- Friedhofes in Treptow, Neue- Strug- lec, aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 113/8 Die Ortsverwaltung. Verband der Brauerei- und Mühlenarbeiter und verwandter Berufsgenossen. Zahlstelle Berlin. Als Opfer des Weltkrieges find folgende Kollegen im Felde gefallen: Hermann Otto, Flaschenkellerarbeiter, Brauerei Pakenhofer, Abt. Spandau. Paul Kersten, Flaschenbierfahrer, Bodbrauerei, Abt. II. Joseph Tatera, Flaschenkellerarbeiter, Brauerei Pazenhofer, Abt. Spandau. Wilhelm Münte, Faßbiermitfahrer, Brauerei Engelhardt, Abt. Charlottenburg. Franz Wolfram, Brauer, Brauerei Engelhardt, Abt. Pankow. Karl Kühne, Flaschenbierfahrer, Brauerei Shultheig, ust. IV. Wilhelm Kolberg, lafenfellerarbeiter, Berliner Stindl Brauerei. Ernst Heinze, Flaschenkellerarbeiter, 42/10 Brauerei Pazenhofer, Abt. II Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Jm Felde find folgende Kollegen gefallen: Maurer, Leopold Eirund, gifsarbeiter, Bez. Bedding Alfred Groß, silfsarbeiter, Bej. Neukölln Willi Hampel, Stuffateur, Beg. Schöneberg Wilhelm Hirschmüller, Benberg Georg Hoffmann, folierer, Beg. Norden 11 Linus Klemt, Buger, Beg Bedding Georg Nötzel, einschaler, Bez. Norden II Otto Thiemicke, Bugar, Be Reutös Gustav Wieseke, Maurer, Bes Schlerbors. 140/9 Ehre ihrem Andenken! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Nachruf. Den. Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Tischler Albert Kulse Boghagener Str. 23/24 in Alter von 25 Jahren ge storben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung fand am Sonn abend, den 1. Mai, nachmittags 2 Uhr, auf dem Friedhof der Jazarus- Gemeinde in Ahrensfelde [ tait. Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Filiale Berlin- Ober- Schöneweide. Den Heldentod für das Bater land starben folgende Mitglieder: WestendG. Brückner, traße 6, A. Losch, Siemensstr. 23, H. Schulz, Edisonftr. 40. H. Mörl, 2uifenftr. 12. Ehre ihrem Andenken! 237/5 Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Händler Paul Retschke am 27. d. Mts. im Alter von 63 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 2. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Biusgemeinde, Hohenschönhausen, aus ftatt. Den Mitgliedern ferner zur Nach richt, daß unser Kollege, der Rutscher Eduard Bronst von der Firma Lohnhard, Müllerstraße 146 im Alter von 45 Jahren ber storben ist. Ehre seinem Andenken! Bez. Die örtliche Verwaltung. Die Beerdigung findet heute. Sonntag, den 2. Mai, nach mittags 21, 11hr, von der Leichen halle des Dantes Kirchhofes, Müllerstraße, aus statt. 63/9 Die Bezirksverwaltung. Allzu früh und fern von seinen Rieben starb am 15. April nach ausgestandenen Gefahren und Leiden im Feldlazarett unser lieber, braver Sohn, guter Bruder, Neffe und Bräutigam im blühen ben Alter non 23 Jahren, der Gefreite Max Kühn Inf. Reg. Nr. 43, 7. Stomp. Dies zeigen schmerzerfüllt an B. Lichtenberg, Herzbergstr. 127. Karl Kühn, 3. 3. im Felde Frau Minna Kühn. Erich Kühn als Bruder Frida Kaufunung. Braut Bir frauern, Hagen. Ah, es if bergebens. Nights bringt i Guler, Braber mehr zurud Du warst die Hoffnung und bie Freude unires Lebens, 3m weiten, fremden Land vollzog fich Dein Geschid Dem ewig Gram, der diesen Strieg beschiporen, Der Dich nun trennt so früh von all den Deinen; Nur ter Did fannte, weiß was toir berloren, Und weiß, warum wir weinen weinen. 16445 Sozialdemokratischer Wahlverein 1. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Bezirk 333. Stralauer Viertel. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Tischler Gustav Zander Cadiner Straße 13 gefforben ist Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet ant Montag, den 3. Mai, nach. mittags 2 Uhr, non der galle bes Sentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 212/2 Der Vorstand. As Opfer des Weltkrieges fiel Bei einem Gefecht durch Brustchuß am 13. März 1915 unfer inniggeliebter Sohn und Bruder, 52A der Musketier Otto Oertner vom 42. Inf. Regiment in seinem 22. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Erdmann Oertner und Frau als Eltern 73 Frieda Oertner als Schwefter, Wrangelstraße 76. Rube sanft! So fern von Deinen Licben. Am 1. Mai, früh 5%, Uhr, entschlief plöglich, nach langem Reiden, meine liebe Frau. unsere treu forgende Mutter, Schwieger- und Großmutter, Schwägerin und Tante Auguste Hering geb. Jahn, im 75. Lebensjahre. 11m stilles Beileid bitten Hermann Hering nebst Kindern, Berlin, Ruppiner Str. 49. Die Beerdigung findet am 4. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zions- Kirchhofes Nordend bei Niederschön haufen aus ftatt. 632 Am 30. April, vormittags 10 Uhr, entschlief nach langem, schmerem Leiden meine innight geliebte Frau Berta Holz. Dies zeigt mit der Bitte un stilles Beileid an " Adolf Holz Sparrstr. 24. Die Beerdigung findet am 3. Mai, nachmittags 2% Uhr, von der Leichenhalle des Stäbtischen Friedhofes in der Seestraße aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herz licher Zeilnahme anläßlich des Todes neines unvergeßlichen, lieben Mannes Gustav Federhart fage i allen lieben, Freunden) and Betannfen, auch im Namen der ganzen Familie, meinen aufLithagen Dank Insbesondere aante ich malbed Manaje für die erhebeben Borte; fomie bem Gesangberein, dem Sozial demokratischen Wahlberein für den II. Berliner Reichstagswahlkreis, Transportarbeiterverband. Kom miffion der Bautischler, Verband der freien Gasta und Schankwirte, Sparverein Ebelweiß und Rotteric flub Hohenstaufen. Allen herzlichen Dank. 1643b Anna Federhart geb. Karthun, JackenKleider Jackenkleid aus gutem dunkelblauem Kammgarn, fesche 3800 moderne Form M. Jackenkleid a. gemustert. Seidenstoff( Ramagé). Elegante 5200 Blusenform . M. Jackenkleid aus dunkelblauem oder grünem Kammgarn. 6000 Eleg.jugendlich.Form m.Faltenrock mu Jackenkleid aus schwarz. weiß kariertem gutem Stoff, hoch- 6500 elegante Form.. M. 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Bureauzeit täglich außer Donnerstag bon 9-11 1hr vorm., Donnerstag bon 5-8 Uhr nachm. Montag nachmittag von 5-8 Uhr Berlin, Reichenberger Str. 16 bei Manzer. Tel. Grünau 90. Bekanntmachung. Bei der Auslosung der Schuld. berschreibungen im März 1915 sind folgende Nummern gezogen worden: 0, 20, 40, 44, 56, 92, 95, 99, 167, 74, 210, 45, 83, 94, 303, 30, 50, 71, 410, 18, 77, 503, 36, 65, 600, 21, 29, 64, 703, 9, 17, 80, 851, 902, 20, 24, 1023, 63, 79, 1116, 31, 35, 51, 77, 86, 1201, 6, 8, 21, 40, 62, 65, 76, 1307, 46, 56, 65, 1404, 15, 20, 23, 34, 4146, 58, 67, 73, 82, 94, 95, 1508, 22, 35, 82, 83, 99, 1609, 36, 39, 55, 63, 76, 77, 89, 95, 97, 1703, 7, 1730, 40, 50, 1815, 55, 64, 76, 83, 87, 1920, 62, 88, 91, 2025, 50, 86, 96, 2100, 55, 59, 83, 2200, 12, 90, 91, 2304, 47, 50, 52, 53, 54, 58, 74, 2413, 36, 73, 75, 78, 2510, 32, 49, 68, 71. Inhaber dieser Schuldverschrei bungen können vom 1. Juli d. J. ab den Betrag gegen Abgabe der Scheine bei unserer Stasse erheben. Der Vorstand. 103/2 J. A.: G. Dorner, Vorsitzender. Wohnungen, Stube, Küche 18 M., find Swinemünderstr. 49 zu vermieten. Spezialhaus für solide Teppiche Prachtstücke 6.-, 10. 20.- bis 800.- Mark Portieren, Möbelstoffe, Schlafdecken, Gardinen, Steppdecken, Wolldecken( fürs Feld) Deutsches Teppichhaus Emil Lefevre Berlin S Oranienstr. 158 Spezialkatalog portofrei. kostenlos und Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wiclepp, Neukölln. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.