Mr. 121. 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: " bonnements Breis pränumerands: Bierteljährl. 3,30 mt, monatl. 1,10 M möchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt 10 Bfg. Post Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland 4 Matt pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz icheint täglich. Montagsausgabe Vorwärts 5 Pfennig 32.Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Versammlnungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das fettgedrudte Mort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes writere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafftellenan zeigen das erste Wort 10 Pig.. jedes weitere Wort 5 Big. Worte über 15 Buch. ftaben zählen für zwei Worte. Injerate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Montag, den 3. Mai 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Mr. 151 90-151 97. Bergeblicher Gegenangriff der Berbündeten in Flandern. Fortgang der Kämpfe auf Gallipoli. Westlicher Kriegsschauplah. Der französische Tagesbericht. Paris, 2. Mai.( W. T. B.) Der amtliche Bericht von gestern abend lautet: Der Tag war verhältnismäßig ruhig; in Belgien nichts Neues. In den Argonnen wurden in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend zwei deutsche Angriffe in der Nähe von Bagatelle leicht zurüd gewiesen. Im Briesterwalde nahmen wir mehrere Schüßengräben ein, machten hundertunddreißig Gefangene und erbeuteten ein Maschinengewehr. Wir behaupteten uns auf dem gewonnenen Gelände. Eins unserer Flugzeuge, das morgens die Somme überflog, wurde von einem Granatsplitter getroffen, der den Benzinbehälter durchschlug. Das Flugzeug konnte trotzdem in unsere Linien zurückkehren, indem es die erste deutsche Linie in nur vierzig Meter Höhe überflog. Während der schwierigen Passage wurde es von Geschossen durchsiebt und im Augenblick der Zandung unter feindliches Artilleriefeuer genommen. Die Flieger kehrten jedoch unversehrt zurüd. Die Beschießung Dünkirchens. Rotterdam, 2. Mai.( T. U.)" Daily News" melden aus Nordfrankreich: Am Donnerstagmorgen eröffneten die Deutschen ein schweres Bombardenient gegen Dünkirchen, wobei mehr als sechzig Granaten, 30-3entimeter- Kaliber, in die Stadt geworfen wurden. Die ersten in die Stadt fallenden Geschosse riefen in der Stadt die größte Bestürzung hervor, da sich niemand erklären konnte, woher sie kamen. Die Bevölkerung flüchtete schleunigst in die Keller, um sich vor den Geschossen in Sicherheit zu bringen. Eine Granate traf die Kaserne und zerstörte das Dach; überhaupt murde durch das Bombardement großer Schaden angerichtet. det. Gestern morgen trafen nicht weniger als 2000 Flüchtlinge aus Dünkirchen in Calais ein, denen bald noch weitere folgten. London, 2. Mai.( W. T. B.) Der Korespondent der Times" in Nordfrankreich meldet über die Beschießung von Dünfirchen am Donnerstagnachmittag, daß gleichzeitig mit der ersten Granate, die um 3½ Uhr explodierte, drei deutsche Flugzeuge über der Stadt erschienen, die augenscheinlich das Feuer leiten sollten. Die Besazung der Stadt war außerstande, das Feuer zu beantworten, da sie nicht entdecken konnte, wo die deutschen Geschütze aufgestellt maren. Schließlich brach ein gewaltiger Brand aus, der die Flugzeuge in die Flucht trieb. Gtma 150 Personen wurden getötet oder verwun= Die holländische Presse über die Beschießung Dünkirchens. Amsterdam, 2. Mai.( W. T. B.) Die Beschießung Dün Pirchens hat in Holland großen Eindruck gemacht, um so mehr, als sie gänzlich unerwartet kam. Gleichzeitig waren Gerüchte verbreitet, daß es deutschen Kriegsschiffen geglückt sei, auf die Höhe von Dünkirchen zu kommen und von See aus das Feuer zu eröffnen. Nieuws van den Dag" schreiben in einem Leitartikel: Das Rätsel von Dünkirchen ist noch nicht gelöst. Obschon keine Berichte von einer Seeschlacht kamen, bleibt es doch die wahrscheinlichste Lösung, daß die Beschießung nicht vom Rande aus geschah sondern durch schweres Schiffsgeschütz. Das Blatt nimmt an, daß die beiden größten neuesten deutschen Schiffe, Ersatz Kaiser Friedrich III. und Erjazz Wörth, die Beschießung durchgeführt hätten. Daß, wie aus England gemeldet wurde, die Flieger der Alliierten keine feindlichen Schiffe entdecken konnten, schreibt das Blatt dem an der Küste herrschenden Nebel zu. Der Haager Nieuwe Courant" nennt die Nachricht von der Beschießung Dünkirchens eine Sensation, glaubt aber nicht, daß Kriegsschiffe im Spiel waren, sondern, daß das Bombardement bom Lande aus mit neuen, besonders weittragenden Geschützen ausgeführt wurde. Der Rotterdamsche Courant", der die verschiedenen über die Beschießung der Festung eingelaufenen, fich teilweise widersprechenden Meldungen einer kritischen Untersuchung unterzieht, kommt zu dem Schlusse, daß man weitere Nachrichten abwarten müsse, um eine Erklärung zu finden. Die englische Taktik zur See sei, sparsam mit der Flotte umzugehen, um die Beherr= schung des Welthandels zu behalten und deshalb das Gebiet deutscher Kriegsschiffe und Unterseeboote zu meiden. Das sei praktisch, mache aber keinen heldenhaften Eindruck. deutsche Flotte wirklich Dünkirchen bombardiert habe, so könnten die Engländer nicht mehr sagen, daß die Deutschen sich sorgfältig außerhalb des Bereichs der englischen Schiffsgeschüze hielten. Die englische Flotte würde dann zwar die Weltmeere beherrschen, aber den Kanal doch nicht ganz. Wenn die Diemeldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquarfier, den 2. Mai 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplah. In Flandern versuchte der Gegner nach sehr starker Artillerievorbereitung wiederum gegen unsere neue Stellung nordöstlich von Ypern anzurennen, und zwar griffen die Franzosen zwischen Kanal und Straße Vpern bis St. Julien energisch, die Engländer östlich davon matt an. Die Bemühungen waren, namentlich infolge unseres sehr wirksamen Flanken- und Rückenfeuers aus Gegend von Broodseinde und Veldhoek, gänzlich erfolglos; drei Maschinengewehre blieben in unseren Händen. griffe nördlich von Le Four de Paris gute In den Argonnen machten unsere AnFortschritte; froh heftigster Gegenwehr verloren die Franzosen mehrere Gräben und 156 Gefangene. Zwischen Ma as und Mosel kam es nur im Priesterwalde zu heftigen Kämpfen, wo die Franzosen die Franzosen mehrere Male in großen Massen angriffen. Wir schlugen diese Angriffe, die stellenweise bis in unsere Gräben gelangten, unter starken Verlusten für den Feind ab und machten 90 Gefangene. Gestern wurden wieder zwei feindliche Flugzeuge außer Gefecht geseht, eins wurde gesetzt, eins wurde bei Reims zusammengeschossen, das andere nordwestlich von Verdun aus einem Geschwader heraus zur eiligsten Landung gezwungen. Deftlicher Kriegsschauplatz. Unsere Operationen im nordwestlichen Rußland machten gute Fortschriffe. Bei Szawle wurden weitere 400 Russen gefangen genommen. In der Verfolgung der flüchfenden Russen erreichten deutsche Spigen die Gegend südwestlich von Mitau. Russische Angriffe in Gegend Kalwarja wurden unter starken Verlusten für den Feind abgeschlagen. 300 Gefangene blieben in unserer Hand. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 2. Mai.( W. T. B.) Amtlich wird berlautbart, 2. Mai 1915: In Russisch- Polen wurde der Gegner in einigen Abschnitten aus den Vorstellungen zurückgeworfen, unsere Truppen gelangten hierbei stellenweise bis an die Hindernislinie der feindlichen Hauptstellung. An der Front in Westgalizien und in den Karparthen lebhafter Geschüßkampf. Auf den Höhen zwischen Ora wa- und Oportal warfen unsere Truppen neue heftige russische Angriffe zurück, machten 200 Mann zu Gefangenen, gingen schließlich zum Angriff über und eroberten nach hartem Kampfe einen starken russischen Stützpunkt östlich der Höhe Ostry. Mehrere hundert Russen wurden hierbei gefangen, Maschinengewehre erbeutet. In Südost galizien und in der Bukowina keine Veränderung. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Die Kartoffeln im Kriege. Zu diesem für die minderbemittelte Bevölkerung bedeutsamen Thema macht Herr Kuczynski in der letzten Nummer von Naymanns ,, Hilfe" sehr beachtenswerte Ausführungen. Herr Kuczynski schildet im einzelnen die Geschichte der Fehler, Unterlassungen und halben Maßnahmen, die von der Regierung in der so wichtigen Frage der Kartoffelversorgung gemacht worden sind. Es heißt da u. a.: Da Deutschland weit mehr Kartoffeln hervorbringt als irgend ein anderes Land der Welt, hätte die Verpflegung unserer Debölferung mit Startoffeln auch in Striegszeiten feinen Anlaß zu mit 45% Millionen Tonnen erheblich geringer als im Durchschnitt der beiden Vorjahre( 52 Millionen Tonnen), so blieben doch nach Sorgen bieten dürfen. War auch unsere Kartoffelernte diesmal Abzug der für die Aussaat erforderlichen Wengen noch chiva 39 Millionen Tonnen übrig, d. H. fast dreimal so viel, wie in von vornherein eins klar: selbst wenn man den Kartoffelverbrauch auf 3 Millionen Tonnen und den Verlust durch Berfaulen von Friedenszeiten von den Menschen verzehrt wurden. Allerdings war der Induſtrie( Spiritus, Stärke usw.) von 4-5 Millionen Tonnen 5 millionen Tonnen ebenfalls auf 3 Millionen Tonnen ein schränkte, durfte man feinesfalls, wie in den beiden lehten Friedens. Millionen Tonnen; dann aber war die Kartoffel wie fein anderes fahren, 22-23 Millionen Tonnen verfüttern. Denn einmal blieb ja immer noch gegenüber den Vorjahren ein Fehlbetrag von 3-4 Landeserzeugnis dazu berufen, die fehlenden ausländischen Nahrungsmittel zu ersehen; es mußte also dafür Sorge getragen werden, nicht nur den üblichen Jahresbedarf der Bevölkerung von 13-14 Millionen Tonnen sicherzustellen, sondern tunlichst 20 Millionen Tonnen für diesen Zweck verfügbar zu halten. Dies konnte nur dadurch geschehen, daß die Fütterung von 22-23 Millionen geschah nun nicht das geringste in diefer Richtung. Im Gegenteil. Tonnen auf etwa 12 Millionen Tonnen eingeschränkt wurde. Leider Statt auf eine Verminderung unseres übermäßig großen Viehstandes hinzuwirken, der ja bei dem Fehlen ausländischer Futtermittel eine frühzeitige Erschöpfung unserer Kartoffelvorräte bringen mußte, erschwerte der Bundesrat, in arger Verkennung der zahlenmäßigen Bedeutungslosigkeit der Notverkäufe in den ersten Kriegswochen, die Schlachtungen, indem er am 11. September für drei Monate das Schlachten von Kälbern unter 75 Kilogramm Landeszentralbehörden ermächtigte, auch für die Schlachtung von Schweinen Beschränkungen anzuordnen. Von dieser Ermächtigung und von weiblichen Rindern bis zu 7 Jahren verbot und die machte eine Reihe von Bundesstaaten Gebrauch, indem sie das Schlachten von Schweinen unter 60 Kilogramm für drei Monate verboten. Das Ergebnis war, daß am 1. Dezember mehr Schweine vorhanden waren als am 1. Juni und mehr Rinder als überhaupt je zubor. Womit sollte nun dieser ungeheure Viehstand gefüttert werden, da doch eine von niemand bezweifelte Futterknappheit bestand? Der Bescheid der Regierung lautete: mit Kartoffeln. Am 10. September erließ der preußische Landwirtschaftsminister einen Aufruf zur Kartoffelverwertung in Deutschland", in dem er erklärte: " Den wirksamsten Rückhalt für die Viehfütterung bildet die beginnende Kartoffelernte... Die volle Ausnußung dieser unserer wichtigsten Futterhilfsquelle ist das nächste wirtschaftliche Gebot." Am 15. Ottober, also nach Sereinbringung der nicht sehr großen Ernte erließ er ein weiteres Rundschreiben, worin er forderte, daß als Ersas für die 6 Millionen Tonnen ausländischer Kraftfuttermittel namentlich die Kartoffeln in jeder Form, gedämpft, ge trodnet usw. so start wie möglich herangezogen werden". Im selben Sinne wirkte die Festsetzung sehr niedriger Höchstpreise für Kartoffeln: vom 28. November ab durften die Produzenten keine Speisekartoffeln zu mehr als 2,50-3,05 m. den Zentner( abgestuft nach Landesteilen und Sorten) verkaufen. Erst als ihm das ungünstige Ergebnis der Bestandsaufnahme von Brotgetreide vom 1. Dezember befannt geworden war, er, flärte der preußische Landwirtschaftsminister in einem„ Mahnruf" ( am 9. Januar):" Die Hoffnung, in erhöhtem Maße Kartoffeln als Viehfutter verwenden zu können, hat sich nicht in der erwarteten Weise verwirklicht, denn die Kartoffeln werden zum Ausgleich des Fehlbetrages an Brotgetreide und an anderen, früher aus dem Auslande eingeführten Nahrungsmitteln in größerem Umfange als bisher zur Ernährung der Menschen gebraucht." " Ueber die legten Maßnahmen der Regierung, die Kartoffelversorgung sicherzustellen, urteilt Herr Kuszynski folgendermaßen: Das einzige, was sie( die Regierung nach dem 15. März) unternahm, war ein Versuch, 2 Millionen Tonnen Kartoffeln freihändig anzukaufen. Dieser Versuch aber mußte scheitern, weil die Regierung außer den Höchstpreisen noch eine Gebühr für Aufbewahrung, Behandlung und Risiko gewährte, die je nach dem Abnahmetermin bis zu 4 M. für den Zentner betrug, und die Landwirte infolgedessen damit rechneten, daß die Höchstpreise für den Produzenten auf jeden Fall entsprechend diesen ungeheuren Buschlägen erhöht würden. Tatsächlich gelang es denn auch den| belgische Flieger unaufhörlich Tag und Nacht das Gebiet von Nach Angaben norwegischer Zeitungen sind bisher längs der Beauftragten der Regierung, nur 200 000 Tonnen zu erwerben, Birschoote, Steenstraate und Het Sas überflogen. Trog heftiger norivegischen Küste über 600 Minen, zumeist englische, angetrieben d. h. soviel wie die deutsche Bevölkerung in 5-6 Tagen verzehrt. Beschießung durch deutsche Artillerie fonnten sie zahlreiche Photo- oder aufgefischt worden. Allein in Bergen wurden 260 eingebrecht. Inzwischen waren seit der Bestandsaufnahme vier weitere Wochen graphien aufnehmen und zur Regelung des Schießens beträchtlich Im allgemeinen konnten die Militäbehörden den den Minen ins Land gegangen, und in jeder Woche war wiederum etwa eine beitragen. Sie haben mehrmals Ansammlungen feindlicher entnommenen Sprengstoff für eigene 8wede verwenden, die Minen selbst waren dagegen durchweg unbrauchbar. Million Tonnen verbraucht worden. Es waren jetzt nur noch Truppen bombardiert. Die neue englische Truppenzufuhr nach Frankreich. Einschränkung des holländisch- englischen Poftverkehrs. genug Kartoffeln da, um bei sofortiger allgemeiner Beschlagnahme den Menschen, die schon auf vier Siebentel ihrer üblichen Mehlration gestellt waren, wenigstens ihren üblichen Kartoffelverzehr bis zur nächsten Ernte zu sichern. Das von dem preußischen LandDen Hamburger Nachrichten" wird aus dem Haag gemeldet: Amsterdam, 2. Mai.( W. T. B.) Der Generaldirektor des wirtschaftsminister am 9. Januar anerkannte Bedürfnis, mehr Englischen Privatnachrichten zufolge dürfte feststehen, daß die Post- und Telegraphenwesens gibt bekannt, daß der Postverkehr Kartoffeln als sonst zu essen, konnte nicht mehr befriedigt werden. Engländer seit Mitte voriger Woche mindestens 50 000 Mann und mit England über Hoek van Holland aufgegeben wurde, daß aber Aber noch immer vermochte die Regierung nicht sich zu einer 120 Geschüße nach dem Festlande gesandt haben. Ferner soll die der tägliche Dienst über Vlissingen vom 2. Mai ab wieder aufganzen Maßnahme zu entschließen, und auch die neue Bundes- Handelsflotte den Aufenthalt in englischen Häfen, der ihr durch ratsverordnung vom 12. April brachte nur, wie die Soziale die Schiffssperre auferlegt war, dazu benugt haben, die Dampfer genommen wird. Bragis" treffend sagte, eine Viertelsbeschlagnahme mit Samt- soweit als möglich mit Geschüßen zu bestüden. handschuhen zu Trostpreisen".... mengen war nicht erfolgt.. " Gerettete deutsche Flieger. Deutsche Seestreitkräfte an der russischen Küste. Bolangen gesichtet worden. Meldungen aus Moskau zufolge sind im Verlaufe der letzten Ein kleiner deutscher Kreuzer habe in der Nähe von Polangen an zwei Tagen die russischen Feldbefestigungen beschossen. Da die russischen Truppen nicht über größere Geschüße verfügten, konnten sie das Feuer des deutschen Kreuzers nicht wirkungsvoll erwidern. Das Blatt schließt aus verschiedenen Anzeichen, daß sich auf der Linie Memel- Bolangen größere Unternehmungen entwideln, an der wahrscheinlich auch die deutsche Ostseeflotte erheblichen Anteil nehmen werde. Das, worauf es allein antam, war also nicht geschehen. Nach wie vor durften beliebig Kartoffeln verfüttert werden. Eine Amsterdam, 2. Mai.( W. T. B.) Der ausfahrende Dampfer Sicherstellung der für den Menschen unentbehrlichen Kartoffel- American" hat nach einer Blättermeldung fünf Meilen westlich bei Tage mehrfach deutsche Seestreitkräfte an der russischen Küste bei des Leuchtschiffes Noordhinder zwei deutsche Flieger aufgenommen Herr Kuszynski kritisiert dann eingehend einen offiziösen und sie nach dem Leuchtschiff gebracht. Das Flugzeug ist gesunken. Beschwichtigungsversuch, der vor einigen Tagen durch die Presse Die Flieger sollen durch ein Lotsenfahrzeug von Vlissingen abgeging, und kommt in Widerlegung sehr selbstbewußter Ausführungen holt werden. der Deutschen Tageszeitung" zu folgenden Schlußfolgerungen: ,, 1. Die Umfrage an die Städte war aus naheliegenden Gründen wie die meisten derartigen Umfragen ein Fehlschlag. Wenn sich herausgestellt hat, daß die Städte mit über 25 000 Ginwohnern, die unter Zugrundelegung eines durchschnittlichen Bedarfs von nur 65 Kilogramm für die Minderbemittelten ohne Vorräte cima 1300 000 Tonnen benötigten, nur 290 000 Tonnen angefordert haben, so wäre es besser gewesen, diese Zahl nicht zu veröffentlichen. Oder gibt es einen Menschen mit fünf Sinnen, der da glaubt, diese Städte hätten sich mit 1 000 000 Tonnen, d. h. mit 20 Millionen Zentner eingedeckt? 2. Die Reichsstelle hat nicht 2 Millionen Tonnen vermittelt. Sie verfügt auch nicht über 2 Millionen Tonnen, sondern sie hat 2 Millionen Tonnen auf die Neberschußtreise umgelegt. Mit welchem Erfolg bleibt abzuwarten. Mit den 2 Millionen Tonnen wäre unter Zugrundelegung eines durchschnittlichen Bedarfs von nur 65 Kilogramm der Bedarf von nur 31 Millionen Menschen gedeckt. Dabei wären die Verluste durch Verderb noch nicht einmal berücksichtigt. Es ist also ein Unsinn, zu behaupten, mit den 2 Millionen Tonnen würden wir sicherlich nicht nur für die Menschen auskommen, sondern es werde wahrscheinlich auch ein großer Teil für die Fütterung des Viehes übrigbleiben. Man verliere also keine kostbare Zeit mit der Lancierung von untauglichen Beruhigungsartikeln, sondern man handele endlich. Heute haben wir vielleicht noch genügend Kartoffeln, um die sehr färglich bemessene Ration von 65 Kilogramm auf den Kopf sicherzustellen. Es ist traurig genug, daß wir uns damit Der Seekrieg. Die Tätigkeit der U- Boote. Der türkische Krieg. London, 2. Mai.( W. T. B.)( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Ein deutsches Unterseeboot hat den Dampfer „ Edale", 15 000 Tonnen, von Südamerika unterwegs, torpe= biert. Die Besatzung wurde auf den Scillyinseln gelandet. ( Notiz des W. T. B.: Nach Lloyds Register hat der Dampfer Der Bericht des türkischen Hauptquartiers. " Edale" mur 3100 Tonnen). Konstantinopel, 1. Mai, 7 Uhr 55 Min. abends.( W. T. B.) Das Hauptquartier teilt mit: London, 2. Mai.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet: Der torpedierte russische Dampfer ist der Dampfer Der linke feindliche Flügel, der durch unsere Svorono", der von Port Talbot nach Archangelsk unterwegs wiederholten Angriffe aus seinen Stellungen bei Kaba war. Die Besatzung von 24 Mann hatte faum Zeit, das Schiff zu Tepe nach Norden in die Richtung auf Ari Burnu zurüdverlassen, ehe die Deutschen feuerten. Der Dampfer sant in zwölf geworfen wurde, versuchte gestern vorzumarschieren, um sich dem wirksamen Flankenfeuer unserer Artillerie zu entziehen, Minuten. Aus Kristiania meldet Stockholms" Aftenbladet": Der wurde aber durch einen Bajonettsturm von neuem in seine Anlaß zu dem Verbot für englische Schiffe, die holländischen Häfen alten Stellungen am Ufer getrieben. Bei dieser Gelegenheit nicht zu verlassen, rühre, wie der Kapitän des joeben aus England erbeuteten wir zwei Maschinengewehre mit sämtlichem Main Stavanger eingetroffenen Dampfers" Glabil" mitteilt, daher, terial und der Munition. Der Feind, der bei Sed dul daß die Engländer an der Arbeit seien, ein neues Minen- Bahr an geschütten Uferstellen gelandet war und sich gefeld zur Verteidigung gegen die deutschen Unterseeboote an schüßt hatte aufstellen können, befindet sich gegenwärtig inzulegen. folge des Feuers unserer Batterien auf der anatolischen Küste in einer unhaltbaren Lage. abfinden müssen, daß die Bevölkerung in den kommenden Monaten Neukonstruierte englische Minen nicht nur viel weniger Brot, sondern auch weniger Kartoffeln zu essen haben wird als früher. Man verschlimmere nicht das lebel durch weitere Verzögerung, sondern verfüge die sofortige allgemeine Beschlagnahme! Der belgische Bericht. in der Nordsee. Die feindlichen Schiffe, die durch das Feuer ihrer schiveren Artillerie ihre Streitkräfte an Land schüßen mußten, haben keine Aktion gegen die Meerenge unternommen. Dem„ Berliner Tageblatt" wird aus Stockholm gemeldet: Der Das australisch- englische Unterseeboot Ae II wurde erste Steuermann des nach Swinemünde aufgebrachten, später von unseren Kriegsschiffen vor einigen Tagen zum Sinfen jedoch freigegebenen Dampfers Pergvit" hat einem Mitarbeiter gebracht, als es in das Marmarameer einzudringen ver von Stockholms Tidningen" mitgeteilt, daß die Nordsee von fran- fuchte. Die Besatzung, aus drei Offizieren und 29 Soldaten zösischen, englischen und deutschen Minen wimmle. In der Nähe bestehend, wurde gefangen genommen. der dänischen Küste sei von der Besazung eine Anzahl Minen durch Ein feindlicher Hydroplan, der den Golf von Gewehrschüsse unschädlich gemacht worden. Eine der auf diese Le Havre, 2. Mai.( W. T. B.) Der gestern abend veröffent- Weise verjentten sei der Konstruktion nach ganz neu geivesen. Gle Alexandrette überflog, wurde durch unser Feuer belichte amtliche belgische Bericht vom Kriegsschau- hatte die Form eines Kreuzes mit fugelförmigen Pulverbehältern schädigt und fiel ins Meer. Die Trümmer wurden von lichte amtliche belgische Bericht vom Kriegsschau- Weise Sie plate lautet: Auf der belgischen Front herrschte den ganzen an allen vier Kreuzenden. In der Nähe ihrer Explosionsstelle habe einem in diesen Gewässern fahrenden Kreuzer aufgesammelt. Tag Ruhe. Einige Geschosse wurden auf die Umgebung von sich die Wasseroberfläche mit dicem Oel überzogen und ein ekel- Von den übrigen Kriegsschauplägen ist nichts Ramscapelle und Oostkerke abgefeuert. Seit dem 22. April haben erregender Geruch habe die Luft erfüllt. Wichtiges zu melden. Von der Westfront. Die Kapelle. Eindrüde und Erlebnisse. Abzug aus dem Schüßengraben. marsch!" reits der Dienst. Auf Umwegen wird nach dem hinter Wald und| Dunkel der Bäume als Schuß und Denkmal. In stillem Frieden Höhen versteckten provisorischen Egerzierplah" abgerückt, auf dem ruhen sie neben ihren Kameraden, die vor mehr als vier Jahrdie Rüben noch ungeerntet weiterwuchern, ohne gerade das Gyer- zehnten einst den gleichen Tad sterben mußten, den sie jetzt erlitten. zieren besonders zu erleichtern. Griffe und Parademarsch, Der Laufgraben. Schwärmbewegungen und Gefechtsübungen folgen sich in ange Also nochmals: Unbedingte Ruhe auch schon im Anmarsch! nehmem" Wechsel, und mancher Seufzer, mancher Tropfen Schweiß und" wehe dem, der sich untersteht, ein Streichholz anzuzünden, sich In dem Schloßpark steht eine Kapelle. Aus Marmor hat sie unterstreicht die leisen Flüche: Das ist ja schlimmer als es zu Hause eine Bigarre anzuſteden oder mit einer Taschenlampe herumzuder Schloßherr errichten lassen. Blaugedämpftes Licht fällt durch war! Das stimmt vielleicht nicht ganz; aber es ist doch annähernd leuchten!- Stillgestanden! In Gruppen rechts schwenkt- im die gothischen Fenster. Zur Rechten und zur Linken je ein Sockel, ähnlich so wie daheim in der Kaserne. Es würde vielleicht ganz Gleichschritt auf dessen Seitenwänden die Namen Verstorbener mit den Daten so sein, wenn nicht wieder und wieder das ferne Rollen der Ge- Sternennacht, aber ohne Mond. Die Kompagnie rückt ab. Das ihres Lebens golden eingemeißelt find. Im Hintergrunde ein schüße herüberdröhnte und gelegentlich auch ein paar Schrapnells Gewehr ist übergehängt, aufgeschultert der Spaten. Eine gewiffe ficiner, reich verzierter Altar, als seine Krönung ein schlankes und Granaten in der nächsten Nähe der Ererzierenden aufschlügen. Spannung, Erwartung liegt über dem Zuge. Noch fliegen zwar Kruzifir mit der Gestalt des Nazareners, des Welterlösers, des Wird die Beschießung allzu arg, dann heißt es wohl: Sammeln faum gedämpfte, heitere Reden hin und her, aber es ist doch nicht Friedensfürsten. Aber geknickt, gebrochen steht dieses Kreuz, und seine obere abrüden in die Quartiere! Und mancher murmelt leise den Frans wie auf einem gewöhnlichen Marsch. Aus der Reserveftellung geht es wieder hinunter zur Front. Hälfte liegt zersplittert auf dem Altar. Eine Granate ist durch den 30sen drüben ein paar Worte des Dankes hinüber. In der Mittagspause heißt es die Sachen reinigen und instand Ein neuer Laufgraben soll ausgehoben werden; so hat es geheißen. Raum gefegt, in den Wänden rechts und links klaffen die Löcher. ſehen für den angesagten Appell; wieder eine Tätigkeit, die nicht aber viele sagen: Es wird kein Laufgraben werden, sondern ein Und just das Kreuz traf ihr Weg. Halb nur noch ragt es in den immer sehr viel Freude macht. Und mit Genugtuung erzählen die, Sturmgraben. In jedem Falle der Laufgraben soll von der alten Raum, und zerschmettert liegt, der da kam, mit seinem Tode der die schon mehrmals hier in Reserve lagen, von damals, wo es fast Stellung vorgetrieben werden gegen den Feind, bis dahin, wo seitMenschheit den Frieden und die Seligkeit zu schenken... Mittag für Mittag" Dienst von drüben" gab, so daß das Signal her nur im Dunkel des Abends die Vorposten gegen den Feind gefam: Alles in die Keller zurück! Da war es denn Essig mit der schoben wurden, bis auf zwei-, dreihundert Meter gegen die feindlichen Mittagsarbeit, und mehrfach mußte sogar das nachmittägliche Erer Stellungen hin. Er soll gegraben werden auf einer Linie, auf der Mehrere Wochen Schüßendienst; nun ist der Tag der Ablösung zieren oder Schanzen oder was sonst angesezt war, ausfallen, weil sich nicht nur die feindliche Artillerie feit langem gut eingeschossen die Herren auf den Höhen drüben keine Ruhe gaben... Inzwischen hat, sondern die auch gerade in den letzten Nächten wieder und gekommen. Die Dämmerung weicht dem Dunkel; da treffen sie ein, die scheint der Gegner aber eingesehen zu haben, daß seine Bombarde wieder, wenn das Nahen der Postenablösung vermutet wurde, von jezt die Wacht in der Front übernehmen sollen. Die alten Mann ments wenig Erfolg haben. Jetzt werden die Nachmittagsstunden einem Maschinengewehr bestrichen wurde. Merken die drüben den nur noch selten durft Artilleriefeuer gestört, und ungehindert können Bau, dann kann es ordentlich etwas geben. Und wer weiß, wieviele schaften können abrücken. Hochbepackt treten sie an, dort wo der Schüßengraben hinter den die Hosen geflickt, die Strümpfe und Fußlappen gewaschen, die dann noch zurückkommen. Gehöften mündet, feldmarschmäßig und noch drüber". Im Mäntel gesäubert, die Tornister genäht, die Gewehre und Seiten- Immer näher geht es den Stellungen... Und immer stiller Stellungskrieg, der den Wackeren bei aller Anstrengung, die er ihnen gewehre gereinigt und die hunderterlei anderen Dinge verrichtet wird es in den Reihen der Marschierenden. Jetzt das letzte Dorf, auferlegt, doch den Vorteil dauernder Quartiere gibt, sammelt ein werden, worauf der Herr Feldwebel so besonderen" Wert legt. Un-- jenes zerschossene Nest, hinter dem der neue Graben abgezweigt seber um sich dies und das, woran er im Bewegungskriege nicht gehindert kann dann wieder der Dienst auf dem Grerzierplak oder werden soll. Dringender werden die Kommandos:„ Ruhig- Maul denken würde. Das eine wurde requiriert, das andere von daheim dem improvisierten Schießstand vor sich gehen, und gegen sieben Uhr halten da hinten! Tappst doch nicht so auf beim Marschieren! geschickt. Nun soll es nicht dagelassen werden, wo die Quartiere zu des Abends- die Krönung des Tages, das Gefürchtetste von allem, Im Schatten bleiben, zum Donnerwetter! Seht Euch doch vor, wechseln sind. Und es wird eingepackt in die Tornister und aufge- der Appell- heute mit Mantel und Tornister, morgen mit Koppel wo Ihr hintretet! Bst, langsam! Ha- alt!" Im Schatten der legten Häuserreihe hält der Zug. Die letzten man, weiche, warme Decken und allerlei Reinigungsgerät, und so weiter und so weiter; dazu die nicht erst angesagten Ueber Weisungen werden erteilt. Sowie eine Leuchtkugel herübergeſchickt dugenderlei Dinge mehr, die sich bunt genug ausnehmen unter all raschungskommandos: Hände vorzeigen, Brustbeutel herausholen, wird oder ein Scheinwerfer spielt alles hinschmeißen! Aber mit dem üblichen Gepäck. Hosenträger bloßmachen- und wie sie alle heißen mögen... Und den Spaten dabei vorsichtig umgehen, damit es nicht so klappert! Scherzworte fliegen hinüber und herüber; zwischendurch auch der Feldwebel schreit, als ob er seine Gravamina den Franzosen Für alle Fälle sind drei Batterien von uns angewiesen, das Feuer fräftige Flüche, wenns gerade bergauf geht oder wassergefüllte drüben mitteilen wollte und die Nachererzierstunden fliegen nur so auf sich zu lenten... Gine rote Rafete wird dann das Zeichen Granatenlöcher den Weg schwierig machen. Im Schutz der Dunkel- und alles hat das Gefühl: Im Schützengraben war es doch schöner geben... Daß sich dann alles sofort niederduckt; wie weggefegt muß heit hat sich ein reges Leben auf den Landstraßen entwidelt; Ba- als in dieser Reserveftellung... die ganze Gesellschaft sein... Alles klar? Dann fertig los!" gagewagen und Autos begegnen zahlreich auf ihrem Wege zur Nun schleicht der Bug die lebten paar hundert Meter entlang. Gräber über Gräbern. Front den Abziehenden. Weiter und weiter bleibt die Stellung" Da jetzt an den letten Häusern eine Leuchtrafete flattert über hinter ihnen. Schon können unter der Deckung der Hügel Zigarren Ein wunderschönes Wiesental, ganz frühlingsfrisch, mit den Himmel hin. Alles stockt, drückt sich an die Wand, bleibt und Zigaretten angezündet werden, ein paar Gruppen pfeifen eine Himmelschlüsselblumen und Anemonen besät, von waldigen Höhen regungslos... Gott sei Dank, die schwebende Kugel steht etwas ſeitumrahmt, von vornehm weiß gestrichenen Koppeleinzäunungen wärts, sie leuchtet nicht gerade den Weg entlang, der größte Teil Die Mitternacht ist nicht mehr fern, da ist das Ziel erreicht. durchquert, mit denen der Gutsherr einst die Weiden seiner hundert der Stehenden bleibt im Schatten. Der Feind scheint auch nichts Die vorangeschickten Quartiermacher weisen die Gruppen zurecht. edlen Rosse und seines übrigen Biehs abgrenzte. bemerkt zu haben. Er eröffnet fein Feuer. „ Weiter!" ,, Vorsicht Graben!" Ganz eigenartig aber in diesem Wiesental in regelmäßigen Die ersten sind dort Angenehme und unangenehme Ueberraschungen begrüßen den Einzug ins neue Heim. Aber bald hat sich alles zurechtgefunden und Abständen vieredige, abgezirfelte Anpflanzungen düsterer Tannen angelangt, wo der alte Schüßengraben entlang läuft. Mit schnellem mit den Verhältnissen auch abgefunden. Das Gepäd ist abgeschnallt, und Fichten, finster emporragend in den Frühling, in das saftige Sprunge sezen die Glieder immer zwei neben zwei über ihn das Wägelchen entladen und dampfender Kaffee hilft den Umzug Hellgrün ringsum. Gerade und hoch sind die Stämme gewachsen hinweg. Und gleich beginnt die Arbeit. Der erste, der hinüber ist feiern. und ganz dicht stehen sie beieinander, so daß ihre Wipfel sich ver- auf dem freien, baumlosen Feld, das sich hindehnt bis zu den feindReserve hat- teine Ruh. schlingen zu einem undurchsichtigen festverflochtenen Waldesdunkel. lichen Bosten und Stellungen, bleibt stehen, faßt seinen Nebeninann Es sind die Denkmäler, die treue Erinnerung aufrichtete über an der Hand; der ergreift wieder die Hand des dritten, dieser die So und soviel Tage in Reserve Wie angenehm das flingt. Aber wer den Rummel kennt, der sieht dieser Reserve meist schon den Massengräbern jener, die in dem Kriege von 1870/71 in heißer des vierten; so bildet sich eine Kette, die nicht nur die Richtung gibt, Schlacht hier fielen und bestattet wurden. Wie viele es gewesen sondern auch von Mann zu Mann den Abstand zwischen den mit einigem Mißbehagen entgegen. Denn diese Reserve wer weiß! Sie wurden nicht gezählt, von ihren Namen fündet Arbeitenden bezeichnet, den Raum, den ein jeder auszuheben hat. feine Ruh. Hin und her sprigen Korporäle und Offiziere, um ihre Stellen zu feine Tafel und kein Stein. Ueber den Gebeinen jener Gefallenen von 1870 aber wurden fennzeichnen und die Linie des Grabens festzulegen. neue Gräber aufgeworfen; zwischen den Stämmen der Fichten und Tannen wurden Tote bestattet, die ihre Wunden empfingen in dem furchtbaren Morden unserer Tage. Ihnen auch wölbt sich jetzt das Melodie durch die Nacht. hat Nachts zog die Kompagnie ein; am nächsten Mittag schon gehts Los: Ererzieren, Marschübungen, Appells, Schießen, Nachtgefechte und zum Ueberfluß zwischendurch auch noch ab und zu Hinunterrüden zur Front, um dort beim Schanzen und Schippen zu helfen. Früh gegen sechs, sieben oder acht ihr beginnt gewöhnlich beWer sich durch Anfassen seines Nebenmannes über den Plaz, der ihm zufommt, orientiert hat, fängt gleich an zu schanzen. Ruhe und Eile! Das sind die beiden Dinge, auf die es ankommt. Kraft Rückzug öer Zranzosen von öer kleinasiatischen Küste. Athen, 2. Mci.(W.T.B.) Aus M y t i len e wird gemeldet: Tie französischen Truppen an der kleinasiatischen Dardanellenküste haben sich nach zweitägigen schweren Kämpfen an das Ufer zurück- gezogen, von wo aus sie sich einschifften und abfuhren, als die englischen Seestreitkräfte in Seddul Bahr landeten. Hierdurch wird die türkische Nachricht, daß die kleinasiatische Küste von Franzosen gesäubert sei, von einer der Entente nahe- stehenden Seite bestätigt. Türkische Dementis. Konstantinopel, 2. Mai.(W. T. B.) Die A g e n c e Milli erklärt: Während sich unsere Feinde an zwei Punkten der West- küste von Gallipoli kaum S Meter vom Meere entfernt dicht bei ihren Schiffen und Galeeren befinden, melden sie in amtlichen Berichten, daß sie den Vormarsch weiter fortsetzen und 500 Gefangene, darunter eine Anzahl deutscher Offiziere, gemacht hätten. Wir sind ermächtigt, diese Nachrichten kategorisch zu dementieren, ebenso wie die noch lächerlichere Havas-Meldung von der Ein- nähme von Gallipoli. Die gleiche Tclegraphenagentur dementiert ferner kategorisch die Meldungen Athener Blätter aus Mytilene, die von der Ge- fangennahme von S000 Türken— darunter zehn deutschen Offi- zieren— auf Gallipoli durch die Alliierten berichten. Diese Mel- düngen seien reine Erfindung. Eine neueslusgabe ües deutschen Weißbuches Tie„N orddeutfche Allgemeine Zeitung" schreibt:„Das Auswärtige Amt hat eine neue Ausgabe des deutschen Weißbuches veranstaltet, in die außer der bekann- ten Denkschrift auch die späteren Veröffentlichungen der Re- gierung, soweit sie auf die diploinatische Vorgeschichte des Krieges Bezug haben, mitaufgenominen worden sind. In der Neuausgabe sind vor allem die seinerzeit in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" veröffentlichten Schriftstücke zum politischen Meinungsaustausch zwischen Teutschland und England enthalten, aus denen klar hervor- geht, daß Deutschlands weitgehende Anerbieten an England zur Aufrechterhaltung des Friedens von der auf jeden Fall zum Kriege fest entschlossenen englischen Negierung schroff zurückgewiesen wurden. Ferner finden sich in der Neuausgabe die Berichte aus der Vorgeschichte des Krieges über das Zu- standekommen der von Sir Edward Grey den: Parlamente gegenüber stets abgeleugneten militärischen Abmachungen zwischen England und Frankreich. Wie sich aus dem engli- schen Weißbuche ergibt, sind es diese dem englischen Volke absichtlich vorenthaltenen Vereinbarungen gewesen, auf die sich stützend die französische Regierung die Waffenhilfe der Engländer schließlich mit Erfolg in Anspruch genominen hat. Die Verhandlungen über ein russisch-englisches Marine- abkommen, deren Darstellung diesen Berichten angereiht ist, schließen den Ring der Machenschaften der Ententemächte, die letzten Endes die Vernichtung Teutschlands, seiner mili- tärischcn und wirtschaftlichen Machtstellung zum Ziele haben sollten. Diesen Bestrebungen hat sich schließlich Belgien, dessen Neutralität infolge der Neigungen feiner Regierung und keiner regierenden Schichten für Frankreich und England allmählich wirklich ein Lcrap of paper geworden war, nicht mehr entziehen können und wollen. Dies zeigen als Schluß- stück der Neuveröffentlichung die bekannten Brüsseler Doku- mente, die trotz der Ausflüchte der belgischen Regierung jeden Zweifel darüber entfernen, daß zwischen Belgien und England voll stoßen die ersten Stiche in die zähe Grasnarbe— schon fallen die ersten dunklen Klumpen zur Seite— schon zeichnet sich schatten- Haft auf dem Rasen die Furch« des Grabens, wenn der feste Boden auch erst kaum handtief ausgehoben ist... Ohne Rast und Ruhe geht es Stich für Stich. Wurf für Wurf; mag der Schweiß in heißen Tropfen über das Gesicht rinnen, auf Hand und Spatenstiel niederfallen— jetzt ist keine Zeit, ihn abzu- wischen oder gar auszuruhen. Mag der Arm schmerzen, mögen die Hände heiß, klebrig, blasig werden: Erst mutz zum mindesten ein balbmetertiefes Loch gebildet sein, das die erste Deckung gewähren kann, wenn der Gegner das Feuer aufnehmen sollte... Noch hat er scheinbar nichts gemerkt. Wohl knallen hin und wieder Schüsse, ab und zu pfeift auch eine Kugel unmittelbar über die Grabenden hinweg. Aber das ist nicht mehr als die übliche Patrouillen- und Vorpostenschießerei. Die Artillerie schweigt, das Maschinengewehr hält Ruh, kein Scheinwerfer leuchtet und keine Rakel e flattert... Ah! Schon stehen die ersten Grabenden knietief in ihren Löchern! Zur Rechten vorbei defilieren noch immer in langer Reihe die Kameraden, die weiter vorne ans Werk müssen, noch ist also viel z>: tun, noch gilt es vorsichtig sein, die kitzlichste Strecke ist noch gar incht in Angriff genommen. Aber schon schleppen auch wieder andere Helfer lautlos von hinten Balken, Rollen mit Stacheldraht,„fpa- nifche Reiter", Stahlplattcn und anderes Material herbei, um vorne, immer abschnittsweise die Graben zu verstärken und zu sichern... lind Mann für Mann derer, die noch auf Arbeit warten, verschwindet im Dunkel nach vorne zu... bald muß die Kette doch zu Ende fem... Die erste Stunde ist herum. Hinten gewäbrt der Graben be- reits den Schanzenden eine ganz gute Deckung. Vorne hat der letzte seine Arbeit begonnen. Es geht ausgezeichnet. Der Sternen- Himmel ist klar genug, um den Schaffenden hinreichend Licht für ihre Arbeit zu spenden. Und doch ist die Finsternis genügend stark, um auf dreißig, vierzig Meter nichts mehr erkennen zu lassen. Die Geräusche freilich lassen sich nicht ganz vermeiden. Aber vielleicht nehmen sie die Franzosen für jene Klänge grabender Spaten, fal- lender Axtschläge, die allnächtlich aus dem Bereich der gegenüber- liegenden" Stellungen dringen; vielleicht gelingt es doch, das neue, ihnen so nahe zu Leibe rückende Werk zu verheimlichen. Noch immer haben sie kein Feuer eröffnet. Die Hoffnung steigt allmäh- lich; die Hast des Grabens läßt ab, dieser und jener verpustet schon ein wenig, und hinten werden die Gespräche unter den Schanzenden lebhafter, ihre Stimmen lauter... Eine zweite Stunde vergeht. Einmal scheint es, als wäre das nächt- liche Beginnen doch noch verraten. Ein helles Geknatter hebt drüben an— Geschosse zischen und surren vorbei... Alles duckt sich, hält den Atem an... Aber nein: Ter Lärm legt sich wieder— die Arbeit kann fortgesetzt werden!... Und immer näher kommt das Werk seiner Vollendung. Hinten hat die erste Gruppe bereits ihr Stück fertig— fest und sauber und den Boden wohl geebnet; gleich darauf kriecht auch die dritte hervor, die vierte... die zweite ist auf Steine gestoßen und hat noch«chwierigkeiten; auch vorne vor dem Feind ist man natür- lich noch nicht soweit. Von denen, die fertig sind, werden einige abkommandiert, dort, wo die Schaffenden noch im Rückstand sind, als Ablösungjünzuspringen. Die anderen bewerfen die hellen auf» geworfenen Sandhügcl noch mit Grasstücken, dunkler Erde, Busch- werk und Reisig, um sie den Augen des Gegners möglichst zu ent- ziehen. Immer lebhafter wird die Stimmung. Mögen sie jetzt schließlich drüben ansangen zu ballern.— da« meiste ist getan, selbst Drahtverhaue und Postenunterstände sind im wesentlichen fertig... Drei Stunden harter Arbeit. Da kommt endlich das ersehnte Kommando: Sammeln!— Noch dauert es eine Weile, bis sich im Dunkel die Gruppen und Züge wieder zusammengefunden haben. weitgehende, bis auf die kleinsten technischen Einzelheiten sich erstreckende Vorbereitungen eines gemeinsamen Zu- fammenwirkens gegen Deutschland stattgefunden hatten, die für Belgiens Stellung im gegenwärtigen Weltkriege und für die Haltung Deutschlands ihm gegenüber entscheidend waren. Die neue Ausgabe des deutschen Weißbuches wird dem- nächst im Buchhandel erscheinen." Eine falsche Meldung. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt unter dieser Ueberschrift:„Pressemeldungen über eine gegen Deutschland gerichtete Erklärung, die Herr Andrew Carnegie in Paris abgegeben haben sollte, waren nach New Aork gelangt. Herrn Carnegie wurde darin eine Aeußerung in den Mund gelegt ungefähr des Inhalts, daß vor Errichtung des Weltfriedens Deutschland zerschmettert werden müsse. Durch telegraphisches und schriftliches Zeugnis eines angesehenen Mitgliedes des Direktoriums der amerikanischen Carnegie-Anstalt wird außer Zweifel gestellt, daß Herr Carnegie seit September 1914 nicht in Europa war, daß er den ganzen Winter in New Aork, wo er noch ist, verbracht hat, und daß von ihm keine Aeußerung über die Not- wendigkeit der Zerschmetterung Deutschlands gehört worden ist. Das angebliche Pariser Interview ist hiernach als eine Fälschung zu betrachten." Belgien unter deutscher Verwaltung. Vom Generalgouverneur ist der Direktor der Gelsen- kirchener Gasanstalt, S ch o m b u r g, zur Oberaufsicht über die Gas- und Wasserwerke in Belgien berufen worden. Nach Berichten, die der„Braunschweiger Landeszeitung" aus Brüfsel zugingen, haben im letzten Monat gegen 70 Proz. der belgischen Fabriken ihre Betriebe wieder aufgenommen. �lus dem englischen Unterhause. Rotterdam, 2. Mai.(W. T. B.) Der„„Rotterdamschc'Cou- rant" meldet aus London: Im Unterhau sc fragt ein liberaler Abgeordneter, ob, da die Regierung den Dominions zugesagt habe, daß sie sie bei den Fried ensvcrhandlun- g e n zu Rate ziehen wolle, auch das Volk Großbritanniens und Jr- land ins Vertrauen gezogen werden solle. Unterstaatssekretär P r i m r o s e antwortete, daß Großbritannien und Irland sicher dieselbe Gelegenheit geboten werden würde wie den Dominions. Das solle natürlich nicht besagen, daß das Volk selbst zu Rate ge- zogen werden solle, nur die ersten Minister sollen befragt werden. Für das englische Volk werde die englische Regierung entscheiden.— Es wurde die Aufmerksamkeit darauf gelenkt, daß die Mehl- fabrikanten Spillers und Bakers im letzten Jahre einen Gewinn von 367 865 Pfund Sterling hatten gegen 89 352 im vorigen Jahre. Parlamentsuntersekretär Acland sagte, daß die Frage der Gewinne aus Kriegslieferungen Gegenstand einer Untersuchung bilde. Mac Namara teilte mit, daß in der F l o t t e ernstlich Mangel an optischen Apparaten geherrscht habe, der aber durch das Zusammenwirken von Admiralität, Kriegsamt und Handelsamt behoben worden sei. Der Mangel sei wahrscheinlich durch die Ausschaltung aller mit mecke in Gtrmvay gestempelten Gläser aus dem Handel entstanden. die englische Grubenarbeiterkrise. Rotterdam, 2. Mai.(T. U.) Die nationale Versammlung der Vertreter der Grubenbesitzer und Bergarbeiter, die gestern unter Vorsitz des Premierministers Asquith hier stattfand und in der über die Forderungen der Bergarbeiter auf 20prozentigen Lohnzuschlag Aber schließlich ist auch hier alles bereit— und in schnellem Schritt geht es zurück— über den Graben der alten Stellung hinweg, durch das Torf hinaus auf die Landstrahe— heimwärts in die Quartiere... „Ruhig! Sonst gibt es noch unterwegs Artilleriezünder!" Aber alle Kommandos helfen nicht mehr. Die Stimmen sind nicht mehr zu dämpfen, und selbst Zigarren glimmen auf, hier und dort. Es ist vollbracht! Zwar wenige sind, deren Hände nicht Blasen zeigen. Mancher taumelt vor Müdigkeit und Erschöpfung mehr, als er marschiert; die Augen fallen bereits mehr als einem zu. Aber eine frohe Genugtuung erfüllt doch jeden: Es ist vollbracht, und ohne Verluste, ohne daß der Feind auch nur etwas bemerkt hätte! Das wird eine Ueberraschung für die da drüben werden, wenn sie morgen— oder nicht doch; heute früh, beim Hellwerden merken, was der Gegner im Dunkel der Nacht fertig brachte! Die armen Posten, die vorne standen und nichts beobachteten! Zum Lachen— wirklich famos! Nur hin und wieder huscht ein Schatten über die Fröhlichkeit. Es ist so ein eigen Ding um diesen Laufgraben. Ob es nicht am Ende doch ein Ausfallgraben ist oder werden soll, ein Sturmtor gegen den Feind? Dann— dann kommt die Hauptsache erst noch: der Angriff, der Ansturm gegen die feindliche Stellung. lind dann... werden dann auch alle so heil und fröhlich wieder zurück- kommen?. Die Unglückskarte. Musketier Fritz Ehrlich schickt seiner„Braut" am liebsten jene bunten Karten, deren ganze eine Seite angefüllt ist von einem schönen allegorischen Bilde, das irgendwie mit dem Krieg in Per- bindung steht, vielleicht auch noch mit einem schönen Sprüchlein geziert wie„In Krieg und Not— Mit Dir sei Gott" oder so ahn- lich. Denn erstens findet er diese Bildchen sehr schön, und zweitens braucht man auf diese Karten nicht so viel zu schreiben, indem daß hier für die„schriftlichen Mitteilungen" nur ein Drittel der Adressenseite zur Verfügung steht. Leider gibt es im Schützengraben dergleichen Karten nur selten zu erstehen. Indessen, Musketier Fritz Ehrlich weiß sich zu helfen. Und er bringt es fertig, seiner lieben Anna mindestens jede Woche eine seiner kostbaren KriegSkartcn zu senden. Leute, die feinen Geschmack kennen, schicken ihm ihre Grüße aus der Heimat auf solchen Kärtlein. Diese nimmt Fritze dann, klebt sie mit der allein beschriebenen Adressenseite kunstvoll auf die weiße Seite gewöhn- licher Fcldpostkarten und hat nun— hastenichgesehn—„tipptopp" neue Karten, um sie wieder seiner Anna nach Hause schicken zu können. Aber einmal ist ihm die Sache doch schlecht bekommen. Er be- kam als Antwort auf seinen Kartengruh einen Brief von Anna, der ihn einfach vernichtete, so daß ihn erst eine Liebesgabensendung mit einem Fläschchen Kognak, die ihm zufälligerweise die Post noch am gleichen Abend brachte, wieder zum normalen Menschentum zurückrief. Fritz zeigte den Brief keinem, und wir können deshalb nicht genau sagen, was drinnen gestanden. Nur aus Andeutungen, die er machte, läßt sich schließlich manches ahnen.„Der verfluchte Dreckkleister!" schimpfte er wieder und wieder.„Totärgern kann man sich. Auseinandergegangen ist das Biest von Karte. Ausein- andergegangen. Und da hatten wir die Bescherung."—„Na, wieso, was hat das denn geschadet?"—„Was das geschadet hat? Dusseliger Hund, das ist doch ganz klar! Wenn die Karte doch von der M i n n a war, die wo schon immer der Anna verhaßt gewesen, und wo sie schon immer gesagt hat: Die oder ich... Verfluchter Drecktleister der!— Nu kann ich sehn, wie ich ihr wieder besänf- tige... Aber ich weiß schon, was ich ihr schreibe. Und d i e Karte werde ich besser verkleben, Donnerwetter ja nichmal"..- 5. 17. I beraten werden sollte, ist ergebnislos verlaufen. Sie wurde abgc- brachen, ohne daß eine Einigung zustande kam. Im„Scotsman" wird die von der Vereinigung der Bergleute geforderte Lohnerhöhung von 20 Proz. besprochen und dazu gesagt: Ein Ausstand der Bergleute in den Kohlengruben würde von großen Folgen begleitet sein. Die Fabriken, welche Kriegsmate- rial herstellen, würden ohne stete Versorgung mit Kohlen ihre Ar- beit aufgeben müssen. Unsere Schiffe müßten in den Häfen bleiben, und der Handel zu Wasser und zu Lande hörte auf. Das Schlimmste würde sein, daß der größere Teil unserer Flotte zur Untätigkeit verdammt bliebe, während die deutsche Flotte aus ihren Häfen schnell auslaufen und sicher, nachdem sie ihr Werk an un- serer Küste getan hätte, wieder zurückfahren könne Wenn es auch zweifellos wäre, daß diese schrecklichen Dinge nicht alle mit einem Male eintreten können, so wäre es doch zweck- mäßig, sie sich vor Augen zu halten. Die Lage geböte es daher, daß zwischen den Arbeitgebern und den Bergleuten so schnell wie möglich eine Einigung erzielt würde. weitere Mobilisierung öer Schweiz. Der Schweizer Bundesrat hat baut Baseler Nachrichten auf Ersuchen des Generals Wille und auf Antrag des Militärdcpartc- ments beschlossen, zum 10. Mai eine weitere Division aufzubieten. politische Uebersicht. Tie Maifeier i« Italien. Rom, 2. Mai.(Privattelegramm des„Vorwärt s".) Das Maifest gestaltete sich in ganz Italien zu einer Kundgebung für den Weltfrieden und verlief sehr feierlich. Die öffentlichen Versammlungen wurden überall erlaubt. Es herrschte Arbeitsruhe auch für die Tageszeitungen. Keine elektrische Bahn war in Be- trieb. Die sozialistischen Gemeinden schlössen die Schulen und Aemter. Es sind keinerlei Zwischenfälle vorgekommen. Tie Maifeier in Bulgarien. Sofia, 2. Mai.(P r i v a t t e l e g r a m m des„Vor. wärt s".) Die sozialdemokratische Arbeiterpartei feierte in Sofia und dem ganzen Lande begeistert den 1. Mai. In vielen, nach Tausenden zählenden Stratzenkundgebungen und Versamlungen wurde der Friede, die Beendigung des Krieges, die Wahrung der Neutralität und die Verbündung der Balkanvölker gefordert._ Verbotene Maifeierversammlungcn. Eine in Bremen am 1. Mai geplante öffentliche Ge- werkschaftsversammluiig mit einem sozialpolitischen Thema ist vom Generalkommando in Altona verboten worden. Es nahm Anstoß daran, daß die Versammlung für bestimmte Organisationen vorgesehen war und daß sie am t. Mai statt- finden sollte. Das Generalkommando lvill nur Versammlungen dulden, die für die Allgemeinheit zugängig sind, ohne Rücksicht auf die Parteizugehörigkeit. Auch die für den 1. Mai in Vegesack einberufene Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Vereins wurde untersagt. Hier sollte ein politisches Thema behandelt werden. In Hemelingen ist die Mitgliederversammlung des dortigen Sozialdemokratischen Vereins, die ebenfalls für den 1. Mai angemeldet wurde, zloar genehmigt worden, indes der Tagesordnungspunkt„Maifeier" mußte gestrichen werden. Auch in Baden ein Maifeiervcrbot. Dem Vorsitzenden des Sozialdemokratischen Vereins in Fr ei b u r g i. B. ging am 30. April, abends, die folgende Mitteilung vom dortigen Bezirksamt zu: „Nach heute nachmittag eingetroffener telegraphischer Nach- richt des Großh. Ministeriums des Innern hat da« Königl. stell- vertretende Generalkommando des 14. Armeekorps in Karlsruhe die Abhaltung politischer Versammlungen anläßlich des 1. Mai verboten. Ihre auf morgen abend anberaumte Maifeier- Zusammenkunft darf daher nicht stattfinden. Dr. K I o tz." Für diese Maifeier-Zusanimenkunft Kar nur eine kurze Ansprache, Rezitationen und Lieder des Arbeiter-Gesang- Vereins„Freundschaft" vorgesehen. Verbot einer Maifestschrift. Die Maifestfchrift unserer österreichischen Genossen„Z u» k u n f t s m a i" ist durch das Generalkommando des 7. Ar- meekorps verboten worden. Freitag früh erschienen in der Buchhandlung unseres Düsseldorfer Parteiblattes zwei Polizeibeamte, um die eventuell vorhandenen Exemplare zu i beschlagnahmen. Ihnen wurde mitgeteilt, daß unser Düsseldorfer Verlag die Schrift nicht bezogen hat. Damit lvar die Mission der Beamten erledigt. Dem Heere angehörige Reichstagsmitglieder sind laut Verfügung im„Armeeverordnungsblatt" für die Dauer der Tagung zu beurlauben. Auch dem Heere nicht angehörige Reichstagsmitglieder dürfen zur Fahrt nach Berlin und zurück in die Heimat die für Militärtransporte bestimmten- Züge benutzen. Abtretung Tänisch-Westindiens an Amerika. Die feit Mitte des 18. Jahrhunderts im Befitze Dänemarks befindlichen westindischen Inseln St. Croix. St. Thomas und St. Jean sollen nach„Aftenbladet" vom 25. April an die Wer- einigten Staaten abgetreten worden sein. Kämpfe der Italiener in Tripolis. Tripolis, 2. Mai.(W. T. B.)(Dleldung der Agenzia Stefan!,) Oberst Miani, der mit einer aus drei Waffengattungen bestehenden Abeilung, der sich zahlreiche Banden von Irregulären angeschlossen hatten, in der Gegend von Orfella Syrtica operierte, bat aus dem Fort Shrte an die Regierung in Tripolis die telegraphische Mel- dung erstattet, daß er am 29. April das Lager der Rebellen bei Casrbuadi(südlich von Syrte) augegriffen habe. Gleich zu Beginn des Kampfes seien die Irregulären unvermutet zum Feinde iiver- gegangen, was die regulären Truppen in eine sehr schwierige L a g e gebracht habe, aus der sie sich jodoch— allerdings m i t b e- trächtlichen Verlusten— hätten befreien können. Tapfer kämpfend, hätten sie am Abend das Fort Shrte erreicht., Letzte Nachrichten. Stadtbrand. Colon, 2. Mai.(W. T. B.) Die Hälfte der Stadt und be- fonders das Geschäftsviertel sind durch eine Feuersbrunft zerstört worden. Der Schaden wird auf 10 Millionen Frank gesebätzt. Colon liegt an der Landenge von Panama. Verunglückte Flieger. Paris, 2. Mai.(W. T. B.)„Petit Journal" meldet aus Chalons sur Marne: Zwei französische Militärflieger, ein Leut- nant und ein Hauptmatin, sind während eines Erkundungsfluges bei La Croix sur Meufe töglich abgestürzt. Aus Groß- Berlin. Charlottenburg Stadtverordnetenwahl. Heute, am 3. Mai, findet für den ausscheidenden Ge. noffen Stulz im 1. Bezirk eine Ersakwahl statt. Kandidat hierfür ist der Genosse Simon Kasenstein. Die Fortschrittliche Volkspartei hat- gleich uns vor einigen Abgelehnte öffentliche Maiversammlung in Spandau.[ verfolgt und rettete fich vor der Festnahme durch schleunige Flucht Der falsche Polizeibeamte. Das Gesuch des Spandauer Wahlvereins um Abhaltung einer auf eine Straßenbahn. öffentlichen Maiversammlung wurde vom Oberbürgermeister Koelke mit folgendem Bescheid abgelehnt:„ Die Abhaltung einer Versammlung am 1. Mai ds 3., abends 8% Uhr, im Roten Adler, Potsdamer Straße 6, wird hiermit abgelehnt." Rätselhaftes Verschwinden eines Kindes. Monaten im 8. Bezirk- zur Wahrung des Burg- Das rätselhafte Verschwinden eines Kindes, über das wir vor friedens bon der Ausstellung eines eigenen Kanditaten Abstand genommen. Damit ist die Wahl des Genossen Kazenstein zwar gesichert; dennoch ist es Pflicht jedes Wahlberechtigten, an der Wahl teilzunehmen, um auch so unsern Anspruch auf dieses Mandat zu erhärten. Die Wahl findet in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 7 1hr abends statt. Die Wahllokale sind: Klabunde, Spandauer Straße Ede Kastanienalle; Erstling, Am Bahnhof Westend 2; Haseloff, Potsdamer Straße 6, Ecke Nehringstraße. Maigewitter. Den Gewitter am Abend des 1. Mai folgte am gestrigen Sonntagnachmittag ein zweites recht schweres Maigemitter. Someit sich übersehen läßt, hat der Blitz trok schwerer Entladungen im Bereiche der Reichshauptstadt feinen Schaden angerichtet. Auf längere Zeit wurde aber der Fernsprechverkehr eingestellt. Teuerungszulage für die Feuerwehrleute. Der Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage gemacht, nach der die Feuerwehrleute bei einem Gehalt bis 2000 m. 10 M. monatliche Teuerungszulage erhalten sollen. Freibad Müggelsee.. in Steglik einige Beunruhigung hervorrief, hat jekt eine überEin Kriegsschwindel, der vor längerer Zeit in einer Behausung raschende Aufflärung gefunden. In der Wohnung eines Engländers aus der Mariendorfer Straße, der sich als Zivilgefangener im Rager zu Ruhleben befindet, erschien eines Abends kurz nach 10 Uhr ein gut gekleideter junger Herr. Er war vor dem Hause acht Tagen berichteten, ist auch jetzt noch nicht weiter aufgeflärt. gepfiffen und sich in der späten Stunde noch Eingang verschafft vorgefahren gekommen, hatte den Sohn des Hauswarts heraus Die Frau Bernhard aus der Hussitenstraße, die mit ihrer Tochter burch die Behauptung, daß er vom Polizeipräsidium komme und unter dem dringenden Verdacht, das Töchterchen eines Mädchens wegen zweier Engländer eine eilige Sache zu erledigen habe. Die aus Charlottenburg umgebracht oder zu unlauteren Zwecken miß- Gattin des Gefangenen war zu ihrer Mutter gegangen, ihr braucht zu haben, verhaftet wurde, behauptet jest, daß sie das Kind Schwiegervater war allein da. Der„ Beamte des Polizeipräsidiums" nicht getötet, sondern einer Frau in Moabit übergeben habe. Ihre wartete bei dem alten Herrn bis 12 Uhr nachts. Als dann die Tochter habe sie getäuscht. Das Patet, das auf dem Fensterbrett Dame von ihrer Mutter zurückkehrte, erzählte ihr der junge Herr, gelegen, habe nicht die Leiche des kleinen Mädchens, sondern den ihr Gatte habe den Antrag gestellt, aus dem Lager entlassen zu Kadaver eines Kaninchens enthalten, das sie eigens geschlachtet Die Frau war aber mißtrauisch, wich aus und sagte, sie habe werden, und aus dieser Veranlassung seien 83,50 M. zu zahlen. habe, um ihre Tochter irre zu führen. Dieser gegenüber habe sie augenblicklich nicht soviel Geld da und müsse es sich am nächsten die Weggabe des Kindes irgendwie erklären müssen. Sie habe Tage erst von der Mutter holen. Nun erklärte der Besucher, daß mun gewußt, daß ihre Tochter das Patet nicht weiter untersuchen er am folgenden Tage wiederkommen werde. Beim Abschied gab werde, sobald sie darin irgendwelches Fleisch erblicke. Das sei er der Frau noch zu verstehen, daß er gezwungen sein werde, denn auch eingetroffen. Die Kriminalpolizei forschte nun nach der strengere Maßregeln zu ergreifen, wenn sie noch einmal so spät Frau, der Frau Bernhard das Kind übergeben haben will, und er nach Hause kommen werde. Am nächsten Tage kam der„ Beamte mittelte jetzt, daß sie in dem angegebenen Hause auch wirklich ge- vom Zimmer 23" nicht wieder. Man hörte auch nichts weiter von wohnt hat. Die Frau ist aber schon vor einem Jahre gestorben, Fürsorgezögling Reinhard Plök, über dessen Schindeleien als Arzt, ihm. Der Kriminalpolizei fiel nun auf, daß sich der 20 Jahre alte also lange vor der Geburt des verschwundenen Kindes. Ermitte- Gerichtsvollzieher, Steuereinnehmer, Magistratsbeamter usw. wir lungen in den fünf Wohnungen, die Frau Bernhard in kurzer kürzlich berichteten, auch fast immer den festen Sah von 83,50 M. Zeit gehabt hat, förderten nichts zutage. Was die Frau mit der ergaunert hatte. Ihre Vermutung, daß er auch in Steglih den Kleinen gemacht hat, ließ sich also bisher nicht weiter aufklären. Streich versucht habe, hat sich jetzt bestätigt. Die Angehörigen erVielleicht hat sie es irgendwo untergeschoben, unt aus dem Ge- fannten nach dem Bilde, das ihnen von Plös vorgelegt wurde, ihren heimnis dauernd Geld herauszuschlagen. späten Abendbesuch sofort wieder. Wie Plötz die Verhältnisse der Familie ausgetundschaftet hat, weiß man noch nicht. Todessturz aus dem Eisenbahnwagen. Me Sonntag früh um 6% Uhr ein Zug in den Wannsees Das Freibad Müggelsee bei Rahnsdorf, das von den Gemeinden bahnhof Wilmersdorf- Friedenau einlief, fiel eine junge Frau aus Mahnsdorf und Friedrichshagen, dem Kreise Niederbarnim und der ihrem Abteil auf das Nebengleis hinaus und blieb auf der Stelle Stadt Berlin unter Beteiligung auch einiger Vereine und Privat tot liegen. Sie hat wahrscheinlich in der Haft nach der verkehrten leute betrieben wird, öffnet seine Pforten am ersten Pfingstfeiertag Seite aussteigen wollen und dabei den Tod gefunden. Die Reiche wieder dem allgemeinen Besuch. Bergangenes Jahr mußte es am wurde nach der Halle in der Eythstraße zu Schöneberg gebracht. 9. August vorzeitig den Betrieb schließen, hauptsächlich, weil nach Die Persönlichkeit der Berunglückten fonnte noch nicht festgestellt Ausbruch des Krieges die Vorortbahn zunächst in der Hauptsache werden. Sie ist etwa 25 Jahre alt, kräftig gebaut und trug ein für militärische Bewegungen in Anspruch genommen wurde. Besucht blauweiß gestreiftes Waschkleid, schwarze, durchbrochene Strümpfe wurde das Bad im Juni von 46 138 Erwachsenen und 8527 Kindern und Halbschuhe aus schwarzem Zeug. Bei sich hatte sie eine schwarze und im Juli von 78 811 Erwachsenen und 14 892 Kindern. Dabei find die Kinder unter sechs Jahren nicht mit gerechnet. Sie haben Handtasche. freien Eintritt. Im August, vom 1. bis 9., fant die Besucherzahl plöglich auf 1294 Erwachsene und 197 Kinder. Die Gesamtzahl der Besucher ohne die Kinder bis zu sechs Jahren betrug 159 521. Die höchste Besucherzahl am Sonntag erreichte der 19. Juni mit rund 22 000 Personen. Beltkarten wurden im Sommer vorigen Jahres 233 ausgegeben. Die Dugendblock- Eintrittskarten, die im vorigen Jahre wegen des vorzeitigen Schlusses nicht abgebadet werden fonnten, sind auch in diesem Jahre gültig. Erkrankte und verwundete Soldaten haben freien Eintritt. 9 Städtischer Grunderwerb. Die Stadtgemeinde beabsichtigt, das am Südufer 16/17 beIegene, Steffens u. Nöld gehörende Grundstück zu dem Preise von 040 000 Mt. zu erwerben. Das ausgedehnte Gebäude hat Bahnund Wasseranschluß und eignet sich teilweise gut für den neuen Bejihafen und ergänzt andererseits den für die Elektrizitätswerte fehr brauchbaren Grundbejiz. Kriegsschwindler. Zwei Kriegsschwindler in Uniform mit dem Eisernen Kreuz treiben wieder ihr Unwesen. Beide treten als Invaliden auf. Ein angeblicher Gotthelf Grama, der sächsische Feldartillerieuniform trägt und mit der Tapferfeitsmedaille außer den Eisernen Kreuz sich geschmückt hat, sucht nicht nur Berlin, sondern auch Reinickendorf, Schöneberg und Charlottenburg heim. Er verkehrt gern in Staffees, auch in den Erfrischungsräumen der Warenhäuser, weiß gut zu erzählen und bringt es leicht fertig, daß er in Familien eingeladen wird. Er schildert dann, wie er als Einjähriger eingezogen worden sei, ein schönes Vermögen besike, aber trotzdem augenblicklich an Geldmangel leide, weil sein Rechtsanwalt, ber Generalvollmacht habe, für ihn 32 000 M. Striegsanleihe gezeichnet habe. So schafft er sich die Grundlage für eigene Anleihen, und venn er damit kein Glüd hat, so stiehlt er im geeignetsten Augenbid, was er an Goldsachen, Ringen, Metten usw. erhaschen kann. Der zweite Schwindler, der auf der Uniform des 220. Jn fanterieregiments außer dem Eisernen Kreuz auch noch die Rettungsmedaille trägt, hat es besonders auf Dienstmädchen abgesehen. Er betreibt auch den Heiratsschwindel und betrügt auch Pensionsinhaber um Miete und Koftgeld. Eine Zeitlang war er verschwunden. Dann tauchte er plöblich als Unteroffizier wieder auf. Er hatte die Abwesenheit benutzt, um sich selbst zu befördern und rechnete zutreffend darauf, daß er so noch mehr Erfolg haben werde. Aus aller Welt. Aus der Fremdenlegion. Vor dem Kriegsgericht in Hanoi in Indochina wurde, wie der „ Ostasiatische Lloyd meldet, Ende Januar gegen eine Anzahl deutscher Fremdenlegionäre verhandelt. Der Korporal Kurth wurde beschuldigt, nach Ausbruch des Krieges versucht zu haben, in Indochina eine Bewegung gegen Frankreich hervorzurufen und zu dem Zwecke zusammen mit anderen deutschen Legionären eine Verschwörung angezettelt zu haben. Zunächst sollte der in NamBesiz der dort lagernden Waffen und Munition kam. Dann Nang stationierte Posten überwältigt werden, wodurch man in den follten weitere Militärposten unter dem Vorwande, Nam- Nang sei bon Piraten bedroht, zu Hilfe gerufen und in einen Hinterhalt geloďt werden. Nach den ersten Erfolgen soll beabsichtigt worden fein, eine ernste Bewegung gegen den Bestand der französischen Herrschaft in Indochina ins Leben zu rufen. Der Plan wurde verraten und bie ermittelten Teilnehmer vor das Kriegsgericht gestellt. Dieses erkannte nach zweitägiger Verhandlung auf schuldig. Korporal Kurth, der Anführer der Begehörige der Fremdenlegion zu je zehn Jahren Zuchthaus. Das wegung, wurde zum Tode verurteilt, drei weitere deutsche Angegen das Urteil eingereichte Revisionsgesuch wurde vom Revisionshof verworfen. Die Vollstreckung des Urteils gegen Kurth fand in Gegenwart der ganzen Garnison und einer großen, meist aus Annamiten bestehenden Menschenmenge in der Frühe des 6. februar statt. Das Ertutionepeleton bestand aus sechs franzö fischen und sechs belgischen Legionären. Die französische Lokalpresse schrieb nach vollzogener Hinrichtung: Der Korporal Kurth ist tapfer und ohne Prahlerei gestorben. Die Offiziere und Soldaten, die seinem Tode beiwohnten, hören nicht auf, den Mut dieses Mannes zu rühmen, der für uns ein ernsthafter hätte werden können." Ueber die Herkunft Kurths macht eine Tongfinger Zeitung noch folgende Mitteilungen: Kurth soll vor seinem Tode dem auf fein Verlangen ihn besuchenden Missionspriester über seine Herkunft mitgeteilt haben, daß er der Sohn eines sächsischen Offiziers aus vornehmer Familie sei. Infolge von Familienzwistigfeiten sei er in die Fremdenlegion eingetreten. Seit Ausbruch des Krieges habe ihm aber der Wunsch keine Ruhe mehr gelassen, etwas für sein Vaterland zu tun." Die Klaffenbesetzung der Berliner Gemeindeschulen. Der Magistrat übermittelte alljährlich Anfang Mai und Anfang November eine Nachweisung über die Klaffenbefehung der Gemeindeschulen. In Rücksicht auf den Kriegszustand sind aber die mit dieser Arbeit betrauten Reftoren und Klassenlehrer so in Anspruch genommen, daß für die Dauer des Krieges von der Borlegung dieser Nachweisung Abstand genommen werden soll. Der Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Diens Magistrat bemerkt ausdrücklich daß der Schulbetrieb in bisheriger Am Lehrter Bahnhof bettelte dieser Tage ein uniformierter tag mittag. Ziemlich fühl und veränderlich, mit öfter wiederholten, Weise durchgeführt werde, es sei sogar möglich gewesen, auch den Schwindler Passanten an, er liege als Verwundeter im Virchow- im Osten noch vielfach starken, westlich der Oder meist geringen Unterricht in die Hilfs- und Schwerhörigenschulen fortzuführen. frankenhaus und möchte Fahrgeld haben. Er wurde schließlich Regenschauern. Später im Westen beginnende Aufheiterung. Zuviel Steuern? Die Steuereinschätzungen gehen den Steuerzahlern in den nächsten Wochen zu. 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