Nr. 122.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerands: Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 L möchentlich 25 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt 10 Big. Boste Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost BeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel, zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 151 90-151 97. Dienstag, den 4. Mai 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 151 90-151 97. Deutsch- österreichischer Sieg in Westgalizien. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 3. Mai 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplay. In Flandern griffen wir gestern nordöstlich von Ypern beiderseits der Straße Voelkappelle- Ypern mit Erfolg an und nahmen die Gehöfte von Fortuin südöstlich von St. Julien. In der Champagne richteten wir durch erfolgreiche Minensprengungen erheblichen Schaden in der feindlichen Stellung zwischen Souain und Perthes an. Zwischen Maas und Mosel fanden gestern nur Artilleriekämpfe ftatt. Am Hartmannsweilerkopf machten die Franzosen heute nacht vergebliche Angriffsversuche gegen unsere Gipfelstellung. Ein französisches Flugzeug landete gestern bei Hundlingen westlich Saargemünd; die beiden Insassen wurden gefangen genommen. Ein deutsches Flugzeuggeschwader griff gestern die Luftschiffhalle und den Bahnhof Epinal mit anscheinend gutem Erfolge an. Deftlicher Kriegsschauplay. Auf der weiteren Verfolgung der auf Riga flüchtenden Russen erbeuteten wir gestern vier Geschüse, vier Maschinengewehre und machten südlich Mitau wieder 1700 Gefangene, so daß die Gesamtzahl der Gefangenen auf 3200 gestiegen ist. Russische Angriffe südwestlich von Kalwarja mißglückten unter starken Verlusten für den Gegner; die Russen wurden über die Szeszupa zurückgeworfen und ließen 330 Ge fangene in unserer Hand. Auch nordöstlich von Skierniewice zogen sich die Russen eine schwere Niederlage zu, wobei sie neben einer großen Anzahl an Toten 100 Gefangene verloren. Südöstlicher Kriegsschauplaz. Im Beisein des Oberbefehlshabers Feldmarschalls Erzherzog Friedrich und unter der Führung des Generalobersten von Mackensen haben die verbündeten Truppen gestern nach erbitterten Kämpfen die ganze russische Front in Westgalizien von nahe der ungarischen Grenze bis zur Mündung des Dunajec in die Weichsel an zahlreichen Stellen durch stoßen und überall eingedrückt. Diejenigen Teile des Feindes, die entkommen konnten, sind im schleunigsten Rückzuge nach Often, scharf verfolgt von den verbündeten Truppen. Die Trophäen des Sieges lassen sich noch nicht annähernd übersehen. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 3.Mai.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart, 3. Mai mittags: Oberste Heeresleitung. Ein englischer Torpedobootszerstörer vernichtet. " D Amtlich. Berlin, 3. Mai.( W. T. B.) Am 1. Mai nachmittags hat ein deutsches Unterseeboot bei Galloper Feuerschiff den englischen Torpedo bootszerstörer Recruit" durch Torpedoschuß zum Sinten gebracht.- Am gleichen Tage fand in der Nähe von Noordhinder- Feuerschiff ein Gefecht zwischen zwei deutschen Vorpostenbooten und einigen be waffneten englischen Fischdampfern statt, bei dem ein englischer Fisch dampfer vernichtet wurde. Eine Division englischer Torpedobootszerstörer griff in das Gefecht ein, das mit dem Ver= Iuft unserer Vorpostenboote endigte. Laut Bekanntgabe der britischen Admiralität wurde der größte Teil der Besagungen gerettet. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes. gez. Behncke. dolqua biens. London, 3. Mai.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet: Vier Offiziere und 21 Mann von dem Zerstörer Recruit" wurden durch den Fischdampfer, Dawsy" gerettet. " Amsterdam, 3. Mai.( W. T. V.) Der in Hock van Holland aus London eingetroffene norwegische Dampfer Varild" meldet, er habe in der Nordsee zwei Offiziere von einem deutschen Torpedoboot gerettet, das durch einen englischen Patrouillendampfer in den Grund gebohrt worden sei. Die beiden Offiziere seien später wieder vom Patrouillendampfer vom Bord des„ Varild" geholt worden. Kopenhagen, 3. Mai.( W. T. B.) Nach einer Meldung der„ Nationaltidende" aus Rotterdam ist die ganze 70 Mann starte Besagung der Columbia" cr trunten. " Zwei deutsche Torpedoboote in den Grund gebohrt. London, 3. Mai.( W. T. B.) Die Admiralität meldet: Der Fischdampfer„ Columbia" ist von zwei deutschen Torpedobo ofen überfallen und torpediert worden. Von der Besatzung wurde ein einziger Mann von anderen Fisch dampfern gerettet. Die Torpedoboote wurden von einer Division britischer Zerstörer verfolgt, darunter die Schiffe„ Laforey", „ Leonidas“,„ Lawford" und„ Lark". Beide deutsche Torpedo boote wurden nach einer Stunde in den Grund gebohrt. Die englischen Schiffe hatten keine Verlufte. Zwei deutsche Offiziere und 44 Mann wurden aus der See gerettet und gefangengenommen. " Amsterdam, 3. Mai.( W. T. B.) Das„ Handelsblad" meldet aus Rotterdam: Der zweite Steuermann des norwegischen Dampfers „ Varild", der zwei deutsche Offiziere gerettet hat. Der französische Bericht vom Sonntagabend. erzählt: Der Dampfer wurde am Sonnabendnachmittag ungefähr Paris, 3. Mai.( W. T. B.) Amtlicher Bericht vom drei Meilen von dem Leuchtschiff„ Noordhinder" von zwei deutschen Torpedobooten angerufen, die nach UnterSonntagabend: In Belgien, nördlich von Ypern, versuchung der Papiere dem Schiffe erlaubten, seine Reise fortauVereinte österreichisch- ungarische und deutsche Kräfte suchten die Deutschen einen Angriff auf unseren rechten je gen. Als das gerade geschehen sollte, tamen drei enghaben gestern den Feind in seiner seit Monaten hergerichteten Flügel. Der Angriff wurde durch unsere Maschinengewehretische Fish dampfer in Sicht, auf die sich die Aufmerkſamsofort aufgehalten. An der englischen Front nichts Neues. feit der deutschen Torpedoboote richtete. Einer der Fisch dampfer. und besetzten Stellung in Westgalizien angegriffen und haben n Maucourt südlich von Chaulnes wurde ein Angriff von" Mauri" aus Cardiff, fubr sofort auf eines der Torpedoboote In ihn auf der ganzen Front Malastow- Gorlice- Gromnik und etwa 80 Mann gegen unsere Linien vorgetragen. Die An- los, augenscheinlich um es zu rammen. Der Stoß war so nördlich davon geworfen, ihm schwere Verluste zugefügt, über greifer waren mit Scheeren, Granaten, Brownings und heftig, daß fünf Mann über Bord gingen, von denen 8000 Gefangene gemacht, Geschüße und Ma- Messern bewaffnet. Sie wurden beinahe alle von unserer einer durch den rammenden„ Trawler", andere durch den„ Varild" schinengewehre in bisher noch nicht festgestellter Zahl Infanterie zusammengeschossen, einige wurden gefangen ge- Silfe geeilt. Das erste blieb flott und wandte sich gegen die aufgenommen wurden. Das zweite Torpedoboot war sofort zur erbeutet. Gleichzeitig erzwangen unsere Truppen den nommen. Im Aisnetal und in der Champagne ver- Trawler", von denen zwei flüchteten. Es wurden verschiedene Uebergang über den unteren Dunajec. An der wendete der Feind während des Tages neue Kampfmittel, Schüsse auf die Torpedoboote gelöst. Hierdurch alarmiert tamen Karpathenfront, in den Beskiden, Lage unverändert. welche keine Wirkung erzielten: bei Tracylemont Glasses englische Zerstörer an, die die Verfolgung der In den Waldkarpathen haben wir in neuerlichen 3ylinder, die beim Zerbrechen einen Aethergeruch verbreiteten, Deutschen aufnahmen. Diese wandten sich sofort nach Zeebrügge. Kämpfen östlich Koziowa Raum gewonnen, den Feind aus zwischen Reims und den Argonnen Bomben, die mit brenn- Der Steuermann konnte nicht sagen, wie die Verfolgung ausbaren Stoffen geladen waren, endlich Gas, das einen grün- gegangen ist. Er teilte noch mit, daß ein englisches Torpedoboot seiner Stellung geworfen und seine Gegenangriffe blutig lichen Rauch verbreitete, der jedoch über den deutschen Linien einen geretteten Offizier vom„ Barild" herabgeholt und an Bord abgeschlagen, dort mehrere Hundert Gefangene gemacht und schwebte, ohne die Unsrigen zu erreichen. Im Priesterwalde des Mauri" gebracht habe. drei Maschinengewehre erbeutet. Auch nördlich Osmaloda versuchten die Deutschen einen Gegenangriff, der nicht vorwurde der Feind von mehreren Höhen zurückgeworfen und wärts kommen fonnte. Wir behalten die Gesamtheit unseres erlitt schwere Verluste. Auch dort noch Kampf im Gange. gestrigen Gewinnes. Wir beschossen während des Tages fortAn der russischen Grenze zwischen Pruth und Dujestr gesezt die Südfront des befestigten Lagers von nichts Neues. Mez. Die Wirksamkeit unseres Feuers wurde an einem der Forts, sowie an Kasernen und an der benachbarten Eisenbahnlinic festgestellt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: bon Hoefer, Feldmarschalleutnant. " Die Versenkung eines englischen Kanonenbootes. London, 3. Mai.( T. U.) Nach einem Reuter- Telegramm ist das englische Kanonenboot, Colum bi a" von einem Unterseeboot torpediert worden, und in der Nähe des Leuchtschiffes" Noordhinder" gesunken. 70 Monn der Besasung erkranken, obwohl ein nordischer Klärten und dadurch allen seit einem Tage umlaufenden Gerüchten Dampfer zu Hilfe eilte. Das Unterseeboot wird von englischen Torpedojägern verfolgt. Deutsche Flieger im Kanal aufgefischt. ein Ende bereitet wurde. Die Bevölkerung lasse sich zwar durch die Kampfmittel der Deutschen, welche alle auf eine theatralische Rotterdam, 3. Mai.( W. T. B.) Der„ Rotterdamsche Courant" Wirkung berechnet seien, nicht terrorisieren, aber das Vertrauen in meldet aus Blissingen: aus Vlissingen: Ein Rotsendampfer mit Vom U- Boots- und Minenkrieg. die amtlichen Berichte tönne nur wachsen, wenn die amtlichen zwei deutschen Fliegern, die fünf Meilen nördlich vom Stellen die Deffentlichkeit schneller unterrichteten. Kopenhagen, 3. Mai.( W. T. B.) Der Motorschoner„ Jens Stellen die " Temps" Leuchtschiff Noordhinder aufgefischt worden waren, fam SonnRiis ist gestern nachmittag mit 18 Schiffbrüchigen vom meldet, daß die ersten drei Granaten Mittwoch morgen in tag früh in Vlissingen an. schwedischen Dampfer Ellida" an Bord im Thylorän Kanal der Nähe Dünkirchens einschlugen. Mittags überflog cine eingetroffen. Die„ Ellida", mit einer Holzladung von Helsing Taube die Stadt; gleichzeitig schlug eine vierte Granate in borg nach Hull unterwegs, wurde gestern vormittag 190 eng- ein unbebautes Grundstück, wobei ein Mädchen von Granatsplittern lische Seemeilen von Hull von einem deutschen 11nter- getötet wurde. Tags darauf fielen 20 Granaten( 305 und 380 feeboot torpediert. Die Bejagung, die aus sechzehn Millimeter) in die Stadt. Mehrere Häuser wurden zerstört, Männern und zivci Frauen bestand, hatte Zeit, in die Boote ebenso Schuppen. Mehrere darin befindliche Männer und Artilleriezu gehen und wurde zwei Stunden später von dem Motor schoner aufgenommen. London, 3. Mai.( W. T. B.) Das Handelsamt gibt be London, 3. Mai.( W. T. B.) Das Handelsamt gibt be fannt, daß der Trawler" Stirling" aus Grimsby wahrscheinlich auf eine Mine gestoßen und mit der ganzen Mannschaft gesunken ist. London, 3. Mai.( 23. T. 2.) Meldung des Reuterſchen Bureaus. Nach Telegrammen von den Scilly Insein meldete ein Fischerfahrzeug, es habe am 2. Mai um 11 1hr vormittags gesehen, wie ein deutsches Unterseeboot nordwestlich vom Leuchtfeuer Oestlicher Kriegsschauplah. Der russische Tagesbericht. Petersburg, 3. Mai.( W. T. B.) Der Generalstab Pferde wurden getötet. Insgesamt wurden 20 Personen ge- des Generalissimus teilt mit: Feindliche Abteilungen tötet und 45 verwundet. Freitagabend wurde die Stadt erbedeutend. Das Journal" meldet: Am Donnerstagvormittag neut beschossen. Die Zahl der Opfer ist groß, der Sachschaden sehr fielen sechs Geschosse in Abständen von 10 Minuten auf Dünkirchen. Besonders die äußeren Viertel litten start. Einige Häuser sind vollfontmen zerstört. D fommen zerstört. erschienen am 1. Mai in nächster Nähe von Libau. Am halten die Gegend von Sawle befeßt. Deutsche Patrouillen Golf von Riga. Weftlich des Njemen dauern die Kämpfe ſelben Tage besuchten feindliche Torpedo boote den Golf von Riga. Weſtlich des Njemen dauern die Kämpfe an. In dem Dorf Tayenfo auf dem rechten Ufer der Netta ergab sich eine ganze Kompagnie eines deutschen LinienDie deutschen Flieger am Kanal. regiments. In Galizien gingen in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai beträchtliche österreichische Kräftc Genf, 3. Mai.( T. 11.) Nach Pariser Meldungen hat in der Gegend von Genztowice zur Offensive über. von Bishop einen Dampfer beschoß. Lloyds erfährt aus ein Geschwader aus fünf oder sechs deutschen Flugzeugen on Unser Feuer zwang den Feind, sich sechshundert Schritt vor Killrusch, daß der Fischdampfer Fulgent" von einem Morgen des 2. Mai Dünkirchen bombardiert; unter leb- unferen Schüßengräben zu verschanzen. In den KarUnterseeboot in den Grund gebohrt worden ist. Der haftes Feuer der Festungsgeschüße genommen, teilte sich das pathen wiesen wir in derselben Nacht Angriffe der DeſterFischdampfer„ Angla" brachte ein Boot mit neun lleberlebenden und Geschwader. Zwei Flugzeuge flogen ostwärts zurück, die reicher und Deutschen in der Nähe von Golowekko und dem Leichnam des Kapitäns, der erschossen worden war, an Land. übrigen jetzten ihren Flug fort und erschienen furze Zeit Senetchouw zurüd. darauf über Gravelines und später über Calais, Ein zweites Boot wird vermißt.. Die russische Truppenzahl. Aus Benzance erfährt Aloyds, daß der französische Ueber beiden Städten warfen die deutschen Flieger eine AnDampfer„ Europe" von einem Unterseeboot torpelines sehr bedeutend sein. zahl Bomben ab. Der angerichtete Schaden soll in GraveDie Flieger wurden von den Paris, 3. Mai.( W. T. B.) Der Petersburger Korrespondent diert worden ist. Die Bejagung ist gerettet. Lloyds erfährt aus Franzosen andauernd beschoffen und schließlich durch eng- des Petit Parifien" ist vom Kriegsminister Suchomlinow zu der Scilly, daß der amerikanische Dampfer Gulflight" gestern lische Aviatifer verfolgt. Da jedoch keinerlei Meldungen Erklärung ermächtigt worden, daß der ruſſiſche Generalstab die torpediert wurde. Ein Mann ertrand, ein anderer wird vermißt. über Bernichtung eines deutschen Flugzeuges vorliegen, fann Zahl der Truppen an der Front nicht angeben kann, aber das Das Fahrzeug wurde weggeschleppt und alle anderen Mitfahrenden angenommen werden, daß alle Flieger unversehrt ent- Rugland mehrere Millionen Soldaten bewaffnet hat leppt und alle anderen gr men werden, daß alle Flieger und icht ent kommen sind. und daß es diese Zahl noch beträchtlich erhöhen kann. „ Times" über die deutsche Offensive. gercitet. M " Ein norwegischer Dampfer torpediert. Kopenhagen, 3. Mai.( W. T. B.) Der dänise Dampfer Anna" wurde am Freitagnachmittag auf der Fahrt von England nach Kopenhagen in der Nordsee von einem deutschen Unterſeeboot angehalten und ersucht, die Bejagung des norwegischen Dampfers, 2ajla", der von dem Unterseeboot torpediert worden war, an Bord zu nehmen. Die„ Lajla" befand sich mit einer Holzlabung auf der Reise nach England. Wiederaufnahme des holländischen Passagierverkehrs nach England. Saag, 3. Mai.( W. T. B.) Der Passagierverkehr mit England ist heute wieder aufgenommen worden. Westlicher Kriegsschauplah. London, 3. Mai.( W. T. B.) Die Times" schreiben in einem Der türkische Krieg. eitartikel: Wir werden gut tun, uns daran zu erinnern, daß Der Bericht des türkischen Hauptquartiers. das, was wir militärisch in den lezten Kämpfen an der Westfront ( W. T. B.) Konstantinopel, 2. Mai. erreichten, nur eine negative Leistung war. Nur ein Teil des GeDas Große ländes, das der Feind in der letzten Woche gewann, wurde ihm Hauptquartier teilt mit: wieder entrissen, und es wird keine schnell oder leicht zu lösende Infolge unserer für uns erfolgreich verlaufenen Angriffe gelang Aufgabe jein, unjere Linie, wie fie for bem 22. April bestand, es dem geinde nicht, seine gefährliche Lage am Ufer der Halb" wieder herzustellen. Die Deutschen können, indem sie an einem halben insel Gallipoli zu verbessern. Das gegen den auf der Spike Duzend Punkten zwischen der Schweiz und der Nordsee gleichzeitig von Scdbul Bahr stehenden Feind gerichtete Feuer unserer Batterien die Offensive ergriffen, bei pern den beträchtlichsten Geländegewinn zeitigt gute Ergebnisse. Gestern wurde der französisch e verzeichnen, der in den legten fünf Monaten beiderseits auf dem westlichen Panzerfreuzer Heinrich IV.", der ein lebhaftes Feuer Kriegsschauplah gemacht wurde. Die Ereignisse der letzten zehn Tage auf unsere Batterien eröffnet hatte, von zehn Granaten liefern uns den Klarsten Beweis, daß die Deutschen in jedem getroffen. Heute hat sich dieses Schiff nicht gezeigt. Der Augenblid im Westen mit großer Macht, unbändigem Mut, reichem englische Banzer Vengeance", der durch unser Feuer havariert Vorrat au Truppen und Geschüßen und mit einem Geist, der vor wurde, zog sich zurück. Ein unbedeutender, in der gestrigen Nacht nichts zurückschredt, die Offenfive ergreifen können. Wir stehen einem unternommener Angriff der feindlichen Torpedoboote auf die MeerDie Beschießung Dünkirchens. Feinde gegenüber, der mit einer Kraft und mit Hilfsquellen, die sich engen wurde sehr leicht abgeschlagen. Nachdem die russische Baris, 2. Mai.( W. T. B.) Amtlicher Bericht in vieler Hinsicht in den Wintermonaten verstärkten, kämpft und mit Schwarzmeerflotte heute eine Stunde lang, wie fürzlich vor von heute nachmittag. Auf der gesamten Front ist feine einem Geist der Entschlossenheit arbeitet, der sich täglich zu größerer dem Bosporus demonstriert hatte, zog sie sich eilig gegen Norden Aenderung gemeldet. Ein Déserteur teilte uns mit, daß seit Bitterfeit verhärtet. Die deutsche Zuversicht nimmt nicht merklich zurüd. Als heute vormittag ein anderes feindliches Unters zwei Monaten Ingenieure des Hauses Krupp bei ab. Die Deutschen sind geeint, wie nicht seit 1870. Wenn die feeboot in die Meerenge eindringen wollte, wurde es von uns unter Dirmuiden in einem Abschnitte, wo nicht mehr gefämpft großen Heerführer recht hatten, die die nationale Stimmung über Feuer genommen. Es stieß auf eine Mine und ging unter. wird, Installationsarbeiten für ein Marinegesch is leiteten, die materiellen Fattoren in Kriegszeiten stellten, sind die Deutschen Da es sofort verschwand, so fonnte seine Besakung nicht gerettet welches auf sehr große Entfernung feuern fann. Dieses Gebei weitem die stärkste Macht, der wir jemals gegenüber standen. werden. schütz habe Dünkirchen beschossen, indem es auf 38 Kilo Trogdem wird England siegen, aber nur, wenn die ganze Nation An der laukasischen Front wurde nördlich von Milo cin meter Entfernung feuerte. Da beim zweiten Bom alle Stärke und Geistestraft daransetzt. Angriff der feindlichen Vorhuten. überall unter Verlusten abgewiesen. bardement nur neun Granaten abgeschossen wurden, so ist Am 28. April griff eine unserer Abteilungen in der Umgebung anzunehmen, daß das Geschütz durch das eigene Feuer be des Suezkanals eine Kompagnie. Meharisten an, die ein schädigt wurde oder daß die ununterbrochenen Flüge unserer Maschinengewehr mit sich führte, und schlug fic nach halbstündigem Flugzeuge in diesem Gebiet das Anhalten seines Feuers zur Kampf in die Flucht. Wir erbeuteten eine Menge von Gewehren Folge hatten. Unsererseits beschossen wir gestern eines der und Kamelausrüstungen. In der Nacht vom 28. zum 29. nahm Südforts des befestigten 2agers Meg. unsere Artillerie aus geringer Entfernung im Kanal ein Baggerschiff unter Feuer, das schwer beschädigt wurde. Unterdessen wurden zwei feindliche Lanzenreiterfchwadronen blutig zurückgeschlagen. In diesem Gefecht verfor der Feind sechzig Tote und Verwundete, Er wurde von dem Feuer unserer Artillerie und unserer Maschinengewehre verfolgt. Wir verloren neun Mann. Paris, 2. Mai.( W. 2. B.) Die Beschießung Dün firchens hat große Erregung hervorgerufen, besonders da die amtlichen Berichte zuerst nicht angaben, ob die Festung von deutschen Schiffen oder vom Lande aus beschossen wurde. 2 cmps" besauert, daß die amtlichen Berichte das Publikum nicht sofort auf Unklare Sensation." So nennt die Tägliche Rundschau" die eigenartige Methode, mit der die Berliner Bevölferung gestern morgen in Siegesstimmurg verseht wurde, bis erst gegen 3 Uhr nachmittags die positinen Siegesnachrichten befannt gegeben wurden. Wir müssen aus erklärlichen Gründen mit unserem eigenen Urteil über diese Vorgänge zurückhalten, wollen aber einige bürgerliche Preßstimmen zu diesem Thema wiedergeben: Die Bossische Zeitung" schreibt: Deutsche Flugzeuge über Epinal und Remiremont. Paris, 3. Mai.( W. T. B.) Meldung der Agence Habas. Vier Tauben überflogen gestern vormittag Epinal und warfen zwei Brandbomben ab. Es wurde niemand getroffen. Der Schaden ist ganz unbedeutend. Vier andere Tauben versuchten Remiremont zu überfliegen, wurden aber von französischen Flugzeugen verfolgt und von den Forts beschossen. Sie mußten über die Grenze zurückfehren. lichen und beruflichen Dezentralisation des riesigen Gemeinwesens den Marker in der Frühe den städtischen und staatlichen Behörden zwischen Müggelbergen und Grnnewald. Hier wachsen an den die Weisung zum Flaggen erteilt hatte, daß das Bolizeipräsidium Kreuzungen der großen Verkehrsadern und vor dem Telegramm- an alle Polizeistellen die Mitteilung von einem großen Sieg in den aushange der Zeitungen die Menschengruppen zu Menschenmassen. Karpathen gemacht hatte, über den näheres noch nicht gesagt werden Bor dem Kronprinzenpalais, in dem die Kaiserin zu dem Besuch der könne. Aber die Deffentlichkeit, die gesamte Bevölkerung, die man Kronprinzessin angekommen ist, schallen bereits Jubelrufe. Die mit dem nedischen amtlichen Flaggenspiel in Spannung und Auss Kaiserin erscheint mit der jungen Mutter am Fenster. Dann fahren regung erhielt, erfuhr weiterhin und von Amts wegen beide in den Tiergartenfrühling. Aber selbst der Kaiserin ist offenbar„ Näheres noch unbekannt". Die Grüßenden hoffen vergebens auf ein Wort über den neuen Sieg... Man muß ein wenig lange warten, diesmal! Wohl ist das Gerücht inzwischen zur Gewißheit geworden, und schon läuten da und dort die Glocken. Aus hundert Fahnen find zehntausende geworden, die aufgeregt an den Masten flattern. Die Spannung wächst zur Hochspannung. Man faut an dem rätselhaften Zufaz in der furzen Nachricht des Oberkommandos, die nun schon gedrudt von Hand zu Hand, von Ohr zu Ohr springt. „ Näheres noch unbekannt." Mußte das sein? Mußte man uns frühzeitig einladen, um so spät erst aufzutischen?"... In der Zäg 1. Rundschau" lesen wir: " 280 nichts. Es ist uns in diesen Monaten so oft gesagt und mit Feuers zungen gepredigt worden, die Nerven der heimischen Bevölkerung müßten geschont, es müßten ihnen unnötige Erregungen erspart werden; wer sich zum Träger von unflaren Gerüchten mache, handle verbrecherisch. Wir haben die Wahrheit dieser Ermahnungen selbst oft genug betont und zur Geltung zu bringen gesucht. Kann nun aber schon jeder beliebige Herr Irgendwer mit dem Herumtragen halber, die Erwartung spannender Nachrichten dem Nervenkapital der heimischen Bevölkerung, von dem so viel wie von dem der Feldgrauen draußen abhängt, unberechenbaren Abbruch tun, so ist es flar, daß ein solches halbamtliches Andeuten" großer Ereignisse die Nerben der gesamten Deffentlichkeit aufs heftigste strapazieren muß, zu ihrem Schaden und zum Schaden der Sache. Es ist flor, Erwars „ So ist es immer. Und dankbar fühlt man, wic oft man es schon erleben durfte. Der große Sieg fommt über uns hier zu Hause mie der Dieb in der Nacht. Man tritt morgens auf die Straße. Da, irgendwo an einer Ede fliegt er uns zu. Die gewichtige Rach richt raunt aus allen Winkeln, hinter einem Laternenpfahl springt sie hervor oder weht hernieder von einem Balkon, hoch oben. Man meis noch nichts, aber überall rennt auf einmal jemand, fällt aus so dem gewöhnlichen Schritt, scheinbar ohne jede Veranlassung, in Galopp. Und dort an der nächsten Kreuzung ballt sich schon eine Ganz Berlin mit allen seinen Vororten war heute in aller daß die amtlichen Siegesflaggen über Berlin ungeheuere Ers Gruppe zusammen und wartet Nun springt man selbst, baut sich Frühe schon voll von Flaggen und Fragen. In den Stadtbahnzügen, wartungen wachrufen, und daß es faum einen Sieg von so auf und wartet mit. Der Briefträger neben mir hat etwas ge- die von draußen hereinfamen, ging das Reden und Raunen: Ein riesigen Ausmessungen geben fann, daß er solchen, völliger überlassenen 50 000 Russen ein- Freiheit aufgeregter Gassenphantasien hört. Die große Seeschlacht in der Nordsee.„ Nein! schreit ein großer Sieg. In den Karpathen. „ Na, wenn's auch man bloß blanfgewaschener Stift von drüben. Zwanzigtausend Franzosen geschlossen.. Rein, 100 000! 120 000! Es sollen mindestens tungen entsprechen fönnte. find gefangen und Kaleh ham' wer ooch schon!" Aber es fommen 180 000 fein. Na ja, die jroße Sache. Hindenburg hat doch da- 50 000 Gefangene find," sagt die schmächtige Frau in der Stadternste Männer, die es besser wissen. In Polen ist es oder in den für die ganze Masse Verstärkungen gefriegt." Ach Gott", sagte bahn, immer besser als nischt." Welche Riesenziffern würden gea Karpathen! Aber alle sind sich einig darüber, daß es mindestens eine Frau, wenn sie auch man bloß 50 000 gefriegt haben; immer nügen, um dieser Stimme, die für Millionen spricht, als etwas Großes zu erscheinen? Und solcher Ahnungslosigkeit und Urteilsfünfzigtausend Gefangene gefest hat!... besser als gar nichts." Dreimalhunderttausend Russen sollen gefangen sein. Nun ja, Wie im vergangenen Auguft ftand Berlin im Schmud der lofigkeit gibt man ohne jede Not das Feld für ihre phantastischen Das herrliche Spekulationen bedingungslos frei, ja zwingt fie, von Stunde zu weshalb nicht? Wir sind im Often an die Arithmetit großer Zahlen deutschen, österreichischen, ungarischen Farben. gewöhnt. Aber so viel werden's wohl doch schließlich nicht sein. Frühlingswetter hatte sie über allen Gaffen leuchtend aufblühen Stunde sich tolleren Phantasien zu überlassen, während man gleichAber was nun eigentlich zeitig die zur sachlichen Mitteilung des Tatsächlichen berufenen 11ud auch der nie fehlende Enthusiast, der sich schon bis zu einer laffen, rot, weiß, gelb, grün. wußte fein Mensch. Nun, im Zentrum, Milion Gefangener hinaufgefreut hat und als hübsche Kleinigkeit los war, am Organe hermetisch gegen jedes Inappste Wissen um die Tatsachen den Zeitungsabschließt. noch hinzufügt, daß Belfort in die Zuft gesprengt sei, wird nicht Potsdamer Plag, in der Wilhelmstraße, Aber es Bozu das? Waren wir, war die Bevölkerung etwa irgendwie recht behalten. Aber das eine wissen die Straßen und tragen es häusern mußte doch etwas Sicheres zu erfahren sein. brausend überall hin: Ein großer Schlag ist gefallen. war nichts zu erfahren. Auf den Straßen war von nichts anderem umgeduldig geworden? War bei uns irgendwo auch nur eine Spur Die Telephondrähte reißen fast von schwirrenden Gesprächen, die Rede; Mann, Weib und Kind führten nur Hindenburg und die von der öffentlichen Hysterie zu fühlen, die in Frankreich die führenden und in die Zeitungspalasie bricht brandend die Flut der Anfragen. Karpathen und fabelhafte Summen von Gefangenen im Mund. Und Stellen mit dem Morphium und den Reizmitteln ihrer HauptJawohl, es ist richtig! Es ist etwas los! Nein Poincaré es gab fein noch so wildes Gerücht, dessen Herumträger nicht jeden quartiersberichte glauben behandeln zu müssen? Nicht von alledem. ist nicht ermordet! Nein die englische Flotte ist nicht ver- 3weifler höhnisch und zuversichtlich auf die rauschenden Standarten Rein Mensch war ungeduldig. Wir lebten der geruhigsten Zuversicht, nichtet Sieviel Gefangene? ! Das ist noch nicht heraus! hinweisen konnte, die von Amts wegen über den Ministerien, über und Herr Hindenburg hatte einen unbegrenzten Kredit, von dem er Aber nun wirft Wo? Sie müssen noch warten! Kasernen und Museen und allen amtlichen Gebäuden plauderhaft noch Wochen und Monate hätte zehren können. man eine so unflare Sensation von Amts wegen in die Bevölkerung. Barten! Noch immer ist die breite Straße Unter den Linden und geheimnisvoll sich bauschten jo etwas wie das Nervenzentrum Berlins. Trog aller gesellschaft- l Auf Umwegen erfuhr man endlich, daß das Oberkommando in Barum? Wir fonnten warten... " Die italienische Partei und der Krieg. Von einer Verurteilung dieser elenden Handlungsweise hat man aus dent englischen Lager bisher noch nichts gehört. Wir werden Wir Englands Kriegskosten. " 360 Millionen Mart Die italienische Parteileitung hat im Einverständnis mit demzufolge wohl auch vergebens auf die Sühne für die schmachvolle Der Brüsseler Berichterstatter der Deutschen Tageszeitung". den Vertretern des italienischen Gewerkschaftsbundes in der und grausame Behandlung warten, die gefangene deutsche Soldaten meldet: In den Wandelgängen von Westminster Abteh wird verFrage der Neutralität eine Tagesordnung angenommen, die im März nach den Kämpfen um Neuve Chapelle erdulden mußten. sichert, daß die englischen Kriegsfosten vom August bis 15. April mit allen gegen eine Stimme zum Beschluß erhoben wurde: Unter Leitung und Aufsicht von Engländern haben indische Truppen sich in runder Summe auf 600 Millionen Pfund Sterling= 12 000 diese Gefangenen ausgeraubt und mißhandelt. Wir können leider " Die italienische sozialistische Parteileitung, aufgefordert, nur allzu viele ähnliche Fälle englischer Grausamkeit durch eidliche Millionen Mark belaufen. Die stärkste Kriegsausgabe seit Striegsdie gegenwärtige Lage angesichts der drohenden militärischen Aussagen belegen, darunter auch die unmenschliche Behandlung beginn war in der Woche vom 17. gum 24. April zu verzeichnen, Mobilisation zu prüfen, beschließt: unserer in den deutschen und englischen Kolonien gefangenen Bolts in der das Schazamt 18 Millionen Pfund Indem sie das Proletariat auf die außerordentliche genossen. Zahlungen leistete. Bis zum 24. April war von den neuen engSchwierigkeit des gegenwärtigen Moments aufmerksam macht, Was Kitchener über die deutschen Gefangenenlager behauptet, lischen Schatzscheinen für 800 Millionen Mart untergebracht, worin warnt sie die Regierung und die herrschenden Klassen vor der wird durch die Aussagen vieler neutraler Zeugen widerlegt. Unter der Schazkanzler ein befriedigendes Ergebnis erblickte. schweren Verantwortlichkeit, die sie mit der Entfesselung eines ihnen hat der amerikanischen Botschafter in Berlin erst vor kurzem Angriffskrieges auf sich nehmen, welcher die Zustimmung der erklärt, daß die gefangenen Engländer nach seiner eigenen Fest- Verlustreiche Kämpfe der Italiener Arbeiterklasse nicht hat und nicht haben kann, im Gegenteil, der glauben nicht, daß im Gegensay dazu gerade Lord Stitchener ein stellung in völlig angemessener Weise behandelt würden. in Tripolis. bereits rückhaltlose Ausbrüche der Erbitterung im Volfe Recht hat, haltlose Anklagen zu erheben. Ist doch sein Name für hervorruft, die wiederum in so vielen Gegenden Italiens die alle Zeiten mit jenen berüchtigten Konzentrationslagern verknüpft, Tripolis, 3. Mai.( W. T. B.) Meldung der Agenzia unmenschlichsten Unterdrückungen zur Folge hatten. Die in denen während des Burenkrieges so viele unglückliche Frauen und Stefani. Nach vorläufigen Mitteilungen des Obersten Miani werden die Verluste der Italiener in dem Barteileitung nimmt Bezug auf den Beschluß im vergangenen Kinder elend verschmachten mußten. Januar in Florenz, im gegebenen Moment die Stärke der Die Behauptung, daß unsese Truppen wehrlose Gefangene mut- Gefecht vom 29. April auf zweihundert. Partei und der organisierten Arbeiterschaft zu prüfen. willig erschossen hätten, überrascht uns aus dem Munde Kitcheners a chtzehn Tote bezw. Vermißte, darunter achtzehn Sie erklärt ferner, daß das italienische Prole- nicht. Die englische Heeresleitung hält ja ihre Truppen mit Vor- Offiziere, geschätzt. Dabei sind die Verluste der eintariat und die sozialistische Partei, die dessen Interessen schaft der Tod oder sonst ein grausames Schicksal drohe. Die Gründe wundeten, etwa 409 Mann, darunter ungefähr 150 Weiße, bedacht schon lange in dem Wahn, daß ihnen im Falle der Gefangen geborenen Truppen nicht gerechnet. Alle Ver. vertritt, der Straft und des nötigen festen Zusammenhangs bafür liegen so flar zutage, daß wir fie nicht einmal anzubeuten find auf dem Dampfer„ Letimbro" nach Syrakus gesandt entbehren, um den Krieg zu verhindern, aber dennoch ist es brauchen. ihr fester Entschluß, vor, während und nach dem Wenn Kitchener fich endlich zur Begründung weiterer Anklagen worden. Krieg an ihren Parteigrundsäten strikte feft gegen unsere Striegführung auf internationale Abmachungen beruft, Rom, 3. Mai.( W. T. B.) Dic Agenzia Stefani zuhalten. fo sei ihm entgegengehalten, daß die Geschichte keines Boltes der meldet: Heute früh tagte der Ministerrat im Palazzo Sic beschließt, die einheitliche Aktion aller Parteiorgane elt an Beispielen für die kaltherzige und treulose Mißachtung Braschi. Der Kolonialminister teilte die Berichte mit, die er ( der Fraktion im Parlament, der lokalen Organisationen, der folcher Vereinbarungen so reich wie die des englischen ist. über den legten Kampf an der Syrte erhalten hatte. Auf Wer seine Truppen von Amts wegen mit einer Munition vers Presse, der administrativen Organe), in vollständiger Ueberein- sieht, die so grausame Wunden reißt, wie bie englischen Infanterie- seinen Vorschlag beschloß der Ministerrat, ihn zu ermächtigen, stimmung mit unseren Prinzipien zu veranlassen und gibt dem geschosse Marke VII, der sollte jeder Erörterung über das Haager falls es notwendig ist, den Kriegszustand in Barteisekretariat Auftrag, auf den 16. Mai eine Zusammen- Abkommen vom 18. Oftober 1907 so weit wie möglich aus dem Wege Tripolitanien zu erklären, sowie die notwendigen I unft zwischen unseren Vertretern im Parlament und den gehen. Verstärkungen dahin zu schicken. Der Minister Abgeordneten der Parteiorganisationen aus den Provinzen Wer gegen ein europäisches Kulturbolt farbige Barbaren jeder des Auswärtigen berichtete über die internationale Lage. Auf einzuberufen, mit dem Zwed, ein genaues und entsprechendes Art und Herkunft ins Feld führt und ihrer Raub- und Blutgier Grund der Erörterung der politischen Lage Aftionsprogramm aufzustellen." freien Lauf läßt, der tut nicht wohl daran, an die Bildheit jener erkannte der Ministerrat die Notwendigkeit an, daß Derwische zu erinnern, in deren Geschichte der blutige Tag von fein Mitglied der Regierung Rom verläßt. Omdurman doch wahrlich nicht von englischer Milde zeugt. Tagung des schweizerischen Friedenskomitees. Wer endlich ein blühendes Volt wie das deutsche mitsamt seinen Frauen und schuldlosen Kindern auszuhungern sucht, weil er fich zu schwach fühlt, es im ehrlichen Kampfe durch Waffengewalt zu bezwingen, der sollte mit dem Appell an fremde Menschlichkeit die denkbar größte Zurüdhaltung üben. Denn es ist nicht sein, sondern unser Verdienst, wenn wir dieser Kampfesweise lachend vor dem Makel schüßen, daß ein Plan zur Tat wird, deffen Schändlichkeit durch die Ohnmacht seiner Urheber nicht gemildert werden kann. weil unser Berhalten im Kriege fich nicht mit seinen Begriffen von Wenn Kitchener uns daher feine fernere Achtung entziehen will, Goldatenebre bedt, so werben wir das mit den stolzen Bewußtsein 3 ertragen wissen, daß wir durch diese reinliche Scheidung zwischen uns und ihm in der Achtung vor uns selbst nur steigen können. Von der Schweizer Grenze, 3. Mai. Das schweizerische Komitee zum Studium der Grundlage eines dauerhaften Friedensvertrages versammelte sich gestern unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Otfried Riptolf zur Besprechung der weiter vorzunehmenden Maßnahmen, fpotten und die für alle Butunft befledte englische Ehre wenigstens die in der Schweiz im Interesse der einen dauerhaften Friedensvertrag verlangenden Menschheit unternommen werden sollen. Es nahm Kenntnis von den Vorarbeiten zur Ausbreitung der im Herbst gegründeten schweizerischen Bereinigung für einen dauerhaften Friedensvertrag und hörte einen Bericht der schweizerischen Delegation über die vorbesprechende Versammlung im Haag vom 6. bis 11. April an. Die Versammlung beschloß, sich dem im Haag gegründeten internationalen Bureau für einen dauerhaften Friedensvertrag anzuschließen, immerhin unter der Voraussetzung, daß alle größeren friegführenden Länder in diesem Bureau vertreten sind. Das Komitee beschloß ferner, die von ihm begonnenen Studien fortzusetzen und den Studienkongres auf eine breite Grundlage zu stellen. ( Frantf. Zeitung".) Militärische Kritik in England. London, 3. Mai.( W. Z. B.) Zwei Führer der Opposition hielten vor einigen Tagen Reden gegen die Regie Kriegsbekanntmachungen. Inlandspakete an gegnerische Kriegsgefangene. Das Kriegsministerium gibt bekannt.: Für die in deutschen Kriegsgefangenenlagern untergebrachten dem Inlande eingegangen, die von deutschen Geschäften oder Angehörigen feindlicher Heere sind in letzter Zeit häufig Batete aus Familien auf Anregung der Angehörigen Kriegsgefangener gesandt wurden. Die Bafete enthielten außer erlaubten Sachen auch solche, deren Verkauf an die Kriegsgefangenen untersagt ist, z. B. Tabak, Schokolade, Brot und andere Badwaren. Auf diese Weise werden die im Interesse der Sicherstellung unserer Volfsernährung getroffenen Bestimmungen umgangen. Bei der großen Zahl der Kriegsgefangenen fann ein solches Verfahren auf die Dauer zu erheblichen wirtschaftlichen Schädigungen führen. Die Heeresverwaltung hat deshalb Anordnungen ges Der Abgeordnete Steel Maitland sprach in Birmingham. troffen, daß unerlaubte Sendungen von Nahrungs- und GenußGr wiederholte die Angriffe gegen Churchill und kritisierte die mitteln aus dem Inlande den Gefangenen nicht mehr ausrung. Erneute Landsturmmusterung in Oesterreich. Geheimhaltung von Niederlagen, wie den Untergang der„ Auda- gehändigt, ſondern an die Absender zurückgesandt werden. cious" und die Niederlage in Ostafrifa. Der Abgeordnete jagte: Die neutralen Nationen erwarten von den Deutschen Verheimlichung und Entstellung, von den Engländern dagegen Offenheit. Die englische Nation vergegenwärtige sich nicht den Ernst der Lage. Lord Curzon sprach in London. Er sagte, mindestens in einem Dußend Fällen sollten die Minister zur Rechenschaft geLetzte Nachrichten. Die Beschießung Dünkirchens. Lyon, 3. Mai.( W. T. B.) Nouvelliste" meldet: Dün Wien, 3. Mai.( W. T. B.) Die vom 1. Oftober bis zum 31. Dezember 1914 durchgeführten Musterungen der den Geburtsjahrgängen 1878 bis einschließ Iich 1894 angehörigen Zandsturmpflichtigen haben Ergebnisse gezeitigt, die darauf hinweisen, daß nicht an allen Orten ein gleichmäßiger Maßstab bei Beurteilung der zogen werden. Der Feind sei nach 9 Kriegsmonaten noch im Besitz Tauglichkeit angewendet worden ist. Die hervorgetretenen großer Gebiete des Landes der Alliierten. Wer unter folchen Unterschiede bedürfen dringend eines gerechten Ausgleichs, Umständen von Frieden spreche, sei ein müßiger Schwäßer, der dem firchen wurde Sonnabend und in der Nacht vom Sonnabend damit eine gleichmäßige Behandlung aller mehrfähigen zande einen schlechten Dienst erweise. Wer an Frieden denke, der 31 Sonntag wieder beschossen. Kurz nach 6 Uhr fielen sieben Staatsbürger bei der Heranziehung zur Verteidigung des für Deutschland ehrenvoll sei, treffe überhaupt daneben. Curzon 30,5-3entimeter- Granaten auf verschiedene Teile der Stadt. Vaterlandes sichergestellt werde. Die Militärverwaltung hat schloß: Wir wollen einen Frieden, der für uns ehrenvoll ist. Aber Ein deutsches Flugzeug überflog gleichzeitig die Stadt und daher eine neuerliche Musterung der den genannten Geburts- machen wir uns erst die 2age flar, wenn wir die Aufgabe bis ans gab Lichtſignale, um die Einschlagſtellen der Geſchofſe anzujahrgängen angehörenden Landsturmpflichtigen, soweit nicht ende lösen wollen. Die Soldaten tun ihre Pflicht, aber bie Nation? zeigen. Von 6 Uhr 45 Minuten bis 7 Uhr 30 Minuten in einzelnen Berwaltungsgebieten die Ergebnisse der früheren Das Londoner Straßenleben ist unverändert. Am Sonnabend jahen fiel alle 5 Minuten eine Granate nieder. Nachts murde die Musterung dies entbehrlich machen, angeordnet. Zu der 30 000 Personen dem Fußballspiel in Manchester zu. Wenn der Stadt zweimal beschossen. 47 Sivilpersonen wurden neuerlichen Musterung haben auch jene zu erscheinen, die bei deutsche Militarismus niedergerungen werden soll, so haben wir getroffen. Der Schaden soll groß sein. der früheren Musterung zum Landsturmdienst mit Waffe für nicht Leute genug. Wir haben keine Aussicht, fie unter dem jezigen geeignet befunden, jeither aber als nicht geeignet beurlaubt System zu bekommen. Man muß deshalb drastischere Maßregeln Die Vernichtung des Recruit". morden sind. Die Musterung findet vom 25. Mai bis zum vorbereiten, und die Nation muß auf größere Opfer gefaßt sein. 15. Juni statt. Infolge der Durchführung der neuerlichen London, 3. Mai.( W. T. B.) Nach Telegrammen aus Musterung wird die Heranziehung der durch die kürzlich ihren Angriff auf Churchill vorgestern erneut. Sie schrieb, Curchill cruit" mitschiff torpediert. London, 3. Mai.( W. T. B.) Die„ Morning Post" hat Ipswich wurde der britische Torpedobootszerstörer„ ReDer Regierungsdampfer angekündigten Abänderungen des Landsturmgejeges neuge habe den Angriff auf die Darbanellen am 18. März entgegen Daily", der zu Hilfe eilte und dreißig Mann von der schaffenen Landsturmfategorien hinausgeschoben. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" gegen Kitchener. der Auffassung Lord Fishers befohlen und dem Kabinett die ab- Besatzung rettete, wurde von einem deutschen Torpedoboot weichende Ansicht Lord Fishers nicht mitgeteilt. Der Verlust dreier angegriffen, doch ging der Schuß fehl. Inzwischen mußte Schlachtschiffe falle Churchill direkt zur Last, ebenso die Strategie, jedoch Daily" das Boot mit den Geretteten loslassen, die nun die er bei Antwerpen angewandt habe, ohne dafür fompetent zu weiterzurudern versuchten, dabei aber von einem UnterBerlin, 2. Mai. Die„ Norddeutsche Allgemeine fein, ferner der Untergang von„ Hogue“,„ Abufir" und" Cressy" fee boot angefallen wurden, so daß vier von ihnen 3eitung schreibt: Der englische Kriegsminister 2ord Kitchener sowie der Flotte Craddocks. Das Blatt tritt dafür ein, daß die vermundet wurden. In diesem Augenblick näherte sich eine hat in seiner Oberhausrede bom 27. April gewagt, die Ehre des Kollegialverfassung der Admiralität wiederhergestellt werde und Division britischer Zerstörer, von denen zwei die Verfolgung deutschen Heeres durch den Vorwurf unmenschlicher Grau- die Seelords ihre früheren Kompetenzen wieder erhielten. der deutschen Torpedoboote aufnahmen, während die anderen famteit gegen wehrlofe Gefangene anzutasten. Die Berjon des Anflägers und die Schwere seiner Beschuldigungen recht in einem Leitartikel die Angriffe der„ Times" und der„ Mor- Boote aus, um die Ueberlebenden zu retten. London, 3. Mai.( W. T. B.)„ Daily Chronicle" nenni Deutschen wurden schnell vertrieben. Die Engländer festen das Herankommen des Unterseebootes überwachten. Die fertigen es, wenn wir über diese Berleumdung nicht mit der wort- ning Post" auf die Regierung unpatriotisch. Die furchtbarste lofen Berachtung hinweggeben, die sie an sich verdienten. Denn von einem Manne, der mit den Nachtseiten englischer Kriegführung aus so Macht, die England ins Auge zu faffen habe, sei die Zuversicht und reicher eigener Erfahrung vertraut ist wie Lord Kitchener, fegt alle Belt Ginigkeit des deutschen Volkes, die durch jene Angriffe gestärft voraus, daß nur die sichere Kenntnis ganz unerhörter Schändlich- würden. London, 3. Mai.( W. T. B.) Der Fischdampfer Banba teiten ihm ein Verdammungsurteil über andere in den Mund legen Daily News" bezeichnet Lord Northcliff( den Besitzer do 3" ist, von einem Treffen mit deutschen Untersecbooten an der tönnte. Die Hauptsächliche Stüße der von Lord Kitchener erhobenen der englischen Hezzblätter. Red. d.„ Vorm.") als Anstifter der belgischen Küste beschädigt, heute in Yarmouth eingelaufen. Der Anklagen bildet aber offenbar ein Bericht des aus deutscher Kriegs- Angriffe gegen die Regierung. Die Kritik seiner Blätter sci offen Kapitän ist verwundet. Der Fischdampfer brachte siebzehn Mann gefangenschaft entflohenen englischen Majors Bandeleur. Bezeichnend feindselig. Seine offenbare Absicht sei, das Ministerium Asquith von der Besatzung der torpedierten Columbia" mit. für die Glaubwürdigkeit dieser auch der deutschen Regierung be- unmöglich zu machen. Die Frage für die Nation sei, ob sie mehr Dampfer" Barbados" verwendete gegen den Torpedoangriff zwei fannten Aufzeichnungen ist die Tatsache, daß ihr Verfasser bei seinen Vertrauen zu Asquith oder zu Northcliff habe. Northcliff wolle fleine Geschüße. eigenen Kameraden nicht mehr für geistig normal gilt, seitdem der Krieg auf seine Nerven eingewirkt hat. Lord Kitchener fagt unseren Truppen nach, daß fie ihre englischen Gefangenen in vielen Fällen mißhandelt, manche von ihnen fogar falten Blutes erschossen hätten. Selbst vor verwundeten Offizieren habe ihre Roheit nicht halt gemacht. In den Gefangenen Lagern werde die grausame Behandlung durch Hunger und andere Duälereien fortgesetzt. Deutschland habe große friegerische Fähig feiten und hohen Mut bewiesen, seine Soldatenehre jedoch durch Handlungen befleckt, die mit der barbarischen Wildheit der Derwische wetteifern könnten. Bom U- Boot- Kricg. Der zeigen, daß er mächtig genug sei, die Minister zu stürzen. Die Die Besatzung des torpedierten Dampfers" Europe" rettete Nation solle überlegen, wen sie an Asquiths Stelle haben wolle. sich in ein kleines Boot. Das Unterseeboot beschoß den Dampfer Die Blätter erörtern die Steuerpläne 2loyd Geor zuerst ohne Erfolg, sowie einen Fischdampfer aus Lowestoft, der ges für Wein und Spirituosen. Alle Bein- und Whisthhändler die Schiffbrüchigen aufgenommen hatte. Drei Geschosse fielen erhielten so große Aufträge, daß sie sie nicht bewältigen fonnten. neben diesem Fischdampfer nieder. Später brachte das Unterseeboot Die Iren sind entrüftet und die französischen Weinhändler schwer die" Europe" zum Sinfen. enttäuscht. Der Preis des Champagners würde auf fünf Schilling für die Flasche steigen. Torpedierte englische Fischdampfer. Das Arbeiterblatt Daily Citizen' protestiert gegen die Wer deutsches Wesen wirklich fennt und sich sein Urteil darüber Anklagen Lloyd Georges gegen die Unmäßigkeit des britischen Bureaus: Drei Fischdampfer, die hier eingelaufen sind, berichten, Aberdeen, 3. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen nicht nur aus Schmähschriften gebildet hat, der wird wes Arbeiters. Stammes er auch sei mit Entrüstung diese unverantwortliche daß Herabwürdigung eines Heeres zurüdweisen, dessen straffe Mannes- Die englische Lohnbewegung. sie heute früh von deutſchen Unterſcebooten verfolgt wurden. Sie sahen, wic zwei andere Fischdampfer aus Aberdeen zucht sich in vielen ruhmvollen Kriegen bewährt hat und von Fernerstehenden oft genug als übermäßig scharf fritisiert worden ist. der Spinnereien in Manchester hat die Forderung, für ArLondon, 3. Mai.( W. Z. B.) Der Arbeitgeberberband durch Schüsse von Untersee booten versenkt wurden. London, 3. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Es zeugt von einer selbst für englische Verhältnisse ungewöhn beiter gröberer Garne eine Kriegszulage von zehn Prozent zu ge- Bureaus: Ein deutsches Unterseeboot versenkte gestern, 60 Meilen lichen Anmaßung, wenn ein solches Heer von einem Gegner an währen, abgelehnt. gegriffen wird, unter deffen Befehl die herzlosen Peiniger jenes vom Tyne, den Fischdampfer„ Sunray". Die Besatzung wurde beutschen Kriegsfreiwilligen Callies stehen, von dem ein englischer Vertreter der Grubenbejizer und der Bergarbeiter über Auf Anregung Asquiths hat eine gemeinsame Beratung der gerettet. Fliegeroffizier im Oftober 1914 gemeinsam mit mehreren Soldaten London, 3. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen durch rohe Mißhandlungen Berrat an unseren Truppen zu erpressen die Frage der Lohnerhöhung um 20 Bros. stattgefunden. Wie die Bureaus: Die Besatzungen der beiden Fischdampfer, die bei Aberjuchte. Morning Post" dazu meldet, ist die Konferenz gefcitert, deen versenkt wurden, haben in Booten das Land erreicht. Verlustlisten. Bat. Nr. 17; Part- Bat. Nr. 8. des 6. Referbeforps; Fußart.- Schieß-| 6., 10. Felbart.- Reg.; Res.- Feldart.- Reg. Nr. 8; 1. Erf.- Batterie schule. ( 2. Feldart.- Reg.); 1. Ers.- Batt.( 12. Feldart.- Reg.); 1. Fußart.Pioniere: Regimenter, Nr. 20( fiehe Pion.- Versuchs- Komp.), 29, Reg.; Ref.- Fußart.- Reg. Nr. 2; Pion.- Reg.; 2. und 3. Pion.- Bat; Die Verlustliste Nr. 214 der preußischen Armee enthält 30( siehe auch Pion.- Versuchs- Komp.), 31; Bataillone I., II. und Bion-Komp. Nr. 19; Res.- Pion.- Bataillone Nr. 2 und 4; 2. Landw.Verluste folgender Truppen: III. Nr. 8, II. Nr. 9, I. Nr. 15, III. Nr. 16, II. Nr. 17, Pion.- Komp. des 1. Armeekorps; 1. Landw.- Pion.- Komp. des II. Nr. 21, I. und II. Nr. 27; Ers.- Bat. Nr. 3; Versuchs- Komp.; 3. Armeekorps; 2. Landst.- Pion.- Komp. des 1. Armeekorps; Res.99. Komp.; 48. Res.- Komp.; 2. Landst.- Komp. des 11. Armeekorps; Munitions- Kol.- Abt. Nr. 8; Landw.- San.- Komp. 1( 6. Landw.- Div.); Pion.- Abt. der 5. Kav.- Div.; Mittlere Minenwerfer- Abt. Nr. 101 Berichtigung früherer Verlustlisten. des 12. Reservekorps. Etappen- Inspektion der Armee- Abteilung v. Strank. 1., 3. und 5. Garde- Reg. z. F.; 2. Garde- Res.- und 2. GardeErs.- Reg.; Garde- Füs.- Reg.; Gren.- bzw. Inf. bzw. Füs.- Regimenter Nr. 1, 2, 3, 5, 9, 11, 13, 14, 17, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 29, 31, 33, 34, 35, 41, 42, 48, 49, 61, 64, 66, 67, 69, 71, 79, 81, 82, 83, 85, 86, 88, 94, 95, 97, 98, 99, 109, 110, 112, 113, 115, 116, 117, 118, 128, 130, 135, 136, 137, 140, 141, 142, 145, 147,( siehe Radf.- Komp. der 3. Res.- Div.), 148, 151, 155, 156, 158, 159, 166, 168, 170, 171, 172, 174; Res. Inf.- Regimenter Nr. 2, 3, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12, 16, 17, 18, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 29, 30, 32, 34, 48, 52, 59, 61, 64, 66, 67, 79, 82, 87, 88, 93, 99, 204, 205, 207, 215, 219, 221, 223, 228, 250, 251, 262; Erf.- Inf.- Reg. Königsberg I; Res.- Ers.- Reg. Nr. 1; Landw.- Juf.- Regimenter Nr. 3, 4, 9, 11, 18( siehe Landw.- Inf.- Reg. Nr. 84), 22, 23, 24, 25, 28, 30, 31, 32, 51, 66, 75, 76, 77, 83, 84, 87( siehe Res.- Juf.Reg. Nr. 17), 116; Landw.- Ers.- Reg. Nr. 8 der Division v. Menges; Landst.- Bataillone Goldap, I Hagenau, Res- Jäger- Bat. Nr. 11; Radfahrer- Kompagnien der 3. und 30. Res.- Div.; Maschinengew. Abt. Nr. 7. Garde- Hus.; Kürassiere Nr. 5; Dragoner Nr. 1, 2, 8; Res.Drag. Nr. 5; Ulanen Nr. 15; Jäger zu Pferde Nr. 13. Feldartillerie: 2. Garde- Reg.; 3. Garde- Reg.( siehe Art.- Reg. der Div. v. Wernik); Regimenter Nr. 6, 16, 21, 40, 42, 46, 57, 63, 71; 80; Art.- Reg. der Div. v. Wernik; Res.- Regimenter Fußartillerie: 1. Garde- Res.- Reg.; Regimenter Nr. 9, 11, 16; Ref.- Regimenter Nr. 5, 8, 13, 17, 20; Landw.- Reg. Nr. 6; Landw.Nr. 13 und 51. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Tel.- Amt Moritplak 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30. Festungs- Eisenbahn- Baukomp. Nr. 4; Eisenbahn- BetriebsKomp. Nr. 32; Fernsprech- Abt. des 20. Armeekorps; Feldfliegertruppe; Etappen- Kraftwagenpark Nr. 2. des Inf.- Munitions- Kol. Nr. 3 des 14. Armeekorps. Armierungs- Bataillon v. Wedel beim stellv. General- Kommando 1. Armeekorps; Straßenbau- Komp. Nr. 23. San. Komp. Nr. 1 des 7., Nr. 3 des 9., Nr. 2 des 18., Nr. 3 des 20., Nr. 1 des 21. Armeekorps und Nr. 1 der 3. GardeInf.- Div.; San.- Komp der 4. Ers.- Div.; Res.- San.- Komp. Nr. 20 des 6. und Nr. 45 des 23. Reservekorps; Kranken- Transport- Abt. Nr. 2 der 8. Armee. Garde- Train- Ers.- Abt.; Divisions- Brückentrain Nr. 13 des 7. Armeeforps; Res.- Prov.- Kol. Nr. 26 des 8. Reserveforps; Fuhrpark- Kol. Nr. 4 des 15. Armeekorps. Bezirkskommando Kattowiz. * Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 178 veröffentlicht Verluste der Res.- Inf.- Regimenter Nr. 17, 20, 21; Landw. Inf.- Regimenter Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 10, 15; Brig.- Erf.- Bataillone Nr. 1, 2, 5, 6, 8, 10; Landst.- nf.- Bat., Passau I; Landft.- Hilfsdienst- Komp.( 8. Res.- Div.); 5. Chevaulegers- Reg., Saargemünd; Statt Karten! Die glückliche Geburt eines gesunden, kräftigen Jungen zeigen 76A hocherfreut an Hans Martin und Frau geb. Kupfer, Straßmannstraße 23. Vertrauensmännerversammlungen Todes- Anzeigen Mittwoch, den 5. Mai, abends 8 Uhr. Tagesordnung in allen Versammlungen: Verkäufe. Die württembergische Verlustliste Nr. 171 meldet Verluste der 51. Inf.- Brig., Stab; Inf.- und Landw.- Inf.- Reg. Nr. 120; Inf.-, Ref.- u. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 121; Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 122, 123, 124, 125; Res.- Inf.- Reg. Nr. 247; Drag.- Reg. Nr. 26; 1. Ers.- Abt. der Feldart.- Regimenter Nr. 29 und 65; ArtillerieMunitions- Kol. Nr. 1 und 7; Verluste durch Krankheiten; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Eingegangene Druckschriften. „ Unzüchtige Schriftwerke. Von J. C. Brunner. 1 M. Aug burger Buchdruckerei und Verlagsanstalt, Augsburg. Durch Frankreich und Deutschland während des Krieges Von 1914/15. eines Schweizers. Erlebnisse und Beobachtungen G. W. Zimmerli. 1,80 M., geb. 3 M. K. Curtius, Berlin W 35. Haug- Mappe. Kriegsbilder von einst. Herausgegeben vom Kumit wart. 2,50 M. G. D. W. Callwey, München. Das Eselein. Eine Kinderlehre für Groß und Klein. Von H. Kutter, Pfarrer. 40 Rp. Verlag: Art. Init. Drell Füßli, Zürich. Geographische Zeitschrift. 12. Jahrgang. 4. Heft. Herausgegeben von Dr. A. Hettner. Verlag: B. G. Teubner, Leipzig. Kriegsdokumente. Der Weltkrieg 1914 in der Darstellung der zeitgenössischen Presse. Von E. Buchner. 2 Bd. 3 M., geb. 4 M. A. Langen, München. Zehn Prozent Rabatt VorwärtsIefern. Steppdecken, Similiseide, vornehme Ausführung 3,75, 4,85, 5,75, Möbelstoff- Reste für Sofabezüge 6,50, 7,85, 9,50, 12,50, 14,50 ujm. spottbillig. Wolfs Teppichhaus, Dres- Große Frankfurterstraße 125, im Hause 438 denerstraße 8( Kottbusertor)." Vor- der Möbelfabrik. märts" leser 10% Rabatt. 268* Gardinenrefte, Fenster 1,55, 1,95, Taschenbuch für Gartenfreunde. 2,45, 2,85, 3,50, 4,25, 5,50, 6,65 usw. Gardinen Ein Ratgeber für die Pflege und sach- E. Weißenbergs gemäße Bewirtschaftung des häuslichen Teppichbaus, Große FrankfurterZiers, Gemüses und Obstgartens von straße 125, im Hause der Möbelfabrik Mar Hesdörfer. Zweite vermehrte an der Koppenstraße. Auflage. Mit 137 Tertabbildungen. und Kupfer! Messing! Aluminium! Nidel! 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Modell- und Fabriktischler: abends 8 Uhr, bei Waldt, flugftr. 5. Jaloufiearbeiter: bei Greive, Rungestr. 30. Korbmacher: bei Krause, Mariannenplatz 8. 82/12 Die Ortsverwaltung. Verband der Maler, Zernsdorf ( M. d. D. A.-S.-B.). Den Sangesbrüdern zur Nachricht, daß unser langjähriges, treues, braves Mitglied, der Sangesbruder Fritz Schulze am 9. November auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. 58/11 Der Vorstand. Verband der Bureauangestellten Deutschlands. Ortsgruppe Groß- Berlin. Am 30. April verstarb plötzlich unsere Kollegin Lackierer, Anstreicher etc. Johanna Lehmann Arb-Nachi.:Gormannst.13 Bureau: Melchiorstr. 28, part. Filiale Berlin. Fernſpr.: Norden 3791-97 Fernspr.: Amt Morigpl. 4787. Donnerstag, den 6. Mai 1915, abends 8½ Uhr, Sektionsversammlung der Lackierer im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Verbandsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Da unterm ersten Bunft wichtige Fragen erörtert werden, wird eri artet, daß die Mitglieder vollzählig erscheinen. 135/1 Mitgliedsbuch legitimiert. Dr. Leopold Lilienthal Gr. Frankfurter Str. 107. 11. Montags Donnerstags 5-8 abends persönlich anwesend. Spezialarzt 1. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beintrante jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in 1. Co. fonz. Laborat. f Blut: untersuchung., Fäden i. Harn usw. Dr. Homeyer Friedrichstr. 81, gegenüber Banoptikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Los nur Die Sektionsleitung. Wo Petroleum- Not? Wunderbar helles Licht durch meine neuesten Carbid Tischlampen. Ganz ungefährlich, viel billiger wie Petroleum, der Brennstoff * ist stets billig zu haben. Zahlreiche Anerkennungsschreiben! Preis vollständiger Lampe nur M.4,50. Versand überallhin per Nachnahme. Alleinverkauf Otto Winkler, Berlin, Leipziger Str. 123 a. Sein Laden. 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Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 3 Uhr, auf dem Kirchhof der Zions- Gemeinde, Nordend, statt. 257/6 Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Sage hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Sohnes und Bruders Ernst Wolframm meinen herzlichsten Dank. wärts, Teppiche mit fleinem Fehler, sehr billig. Gardinen, Portieren, Stepp deden, Tischdecken, Diwandeden, sehr billig. Vorwärtsleser 5 Prozent Rabatt. Teppichhaus Brünn, Hadescher Markt 4( Bahnhof Börse). Restbestände, 1-3 Fenſter Tuch portieren, neueste Muster, Fenster 2,85, 3,50, 3,95, 4,85, 5,75, 6,50, 7,50, 9,50, 11,50, 14,50, 18,50 ujiv. Portierenhaus, Große Frankfurterstraße 125. erteilt. allwerden Uebersehungen G. Swienty- Liebknecht, gefertigt. Charlottenburg, Stuttgarterplay 9, 44* Gartenhaus III. Automobilführer, eritflaffige ftellungssichere Ausbildung, 100 Mart, Ratenzahlung. 246/4 Auch Abendkurse. Köpeniderstraße 116. 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Jührgavg. mm des Imiilts" berliner politische Uebersicht. Furcht vor Arbciterforderungen. Tie �Deutsche Volkswirtschaftliche Korrespondenz" Pole- miftert scharf gegen den preußischen Handelsminister non Sydow, weil er der Forderung der vier Bergarbeiter- verbände auf Einführung obligatorischer Einigungsämter sympathisch gegenüberzustehen scheint. Vörtlich heüst es in dieser Polemik „Der Handelsminister scheint in diesem Fall eine wenig glückliche Hand gehabt zu haben, indem er den Bergarbeitern die Erfüllung von Wünschen in Aussicht stellte, ohne die ge- ringste Gewähr für deren Vollziehung über- nehmen zu können. DaS i't immer mißlich, denn Hoffnungen sind erweckt worden, deren Fehlschlagen eine gereizte Stimmung der Bergarbeiter gegen die Bergwerksbe sitzer ausläsen muß. Minister v. Svdow konnte sein Wohlwollen für die umgehende Ausgestaltung der Einigungsämter gar nicht zum Ausdruck bringen, ohne die langwierigen Ver- Handlungen der letzten Jahre über dasselbe Thema sich gegen- ivärtig zu halten. Er mußte also besser wie jeder andere wissen, welche Gründe dem Ausbau der amtlichen Streilschlichtung bisher im Wege standen. lieber diese Hemmnisse durfte ein Minister nur hinwegsehen, wenn er davon überzeugt war. daß während deS Krieges an den zu- ständigen Regierungsstellen ein völliger Umschwung der Auf- fassungen in Sachen der Einigungsämter ersolar sei. Hierüber liegt ein Nachweis zurzeit aber nicht vor. Jedenfalls reicht die Hindeutung auf die hocherfreuliche Begeisterung, mit der in der Not des Vaterlandes auch die gewerkschaftlichen Arbeiter zu den Waffen gegriffen haben, für eine Entscheidung wirklich nicht aus. die die allgemeingültigen sachlichen Bedenken gegen eine Streitschlichtung nichtfreiwilligen Charakters in Arbeiter- lohnfragen gleichfalls gebührend in Anschlag bringen muß. Hier steckt der Fehler im Verhalten des Handelsministers. Ter iNutzen von obligatorischen Einigungs- ä m t c r n bleibt auch dann sehr fragwürdig. wenn an der patriotischen Gesinnung der gewerkschaftlichen Organisationen nicht zu zweifeln ist. Und diese sachlichen Momente bedingen die Stellungnahme der Arbeitgeber, die mit gutem Gewissen d>e Ilnterstellung abweisen tonnen, daß ihnen an einer sried- lichen Beilegung der aus dein Arbeitsverträge entsprungenen Konflikte nichts gelegen sei. Wir halten es für wahrscheinlich, daß die Wege zu einer besseren Sicherung des Arbeitsfriedens nach dein Kriege nochnmls einer eingehenden Prüfung unterzogen werden� uni so weniger war eS dringlich, schon jetzt inmitten des Krieges übereilte Entschlüsse zu fassen, deren weitere Folgen vorerst schwer erkennbar sind. Wenn jetzt eine gewisie Konfliktsstimmung unter den Bergarbeitern Platz greift, wer trägt an ihr die Schuld? Die Arbeitgeber keines- mllS! Was aber wird er st nachdemKriegc, in em bis zwei Jahren, an sozialpolitischen Forde- rungen an die Oberfläche ko Minen!" Verständigung mit Rustland. Herr v. Zedlitz weiß auf unsere Frage, woher er denn wisse, daß Rußlands offiziellen Kreise zu einer Versöhnung mit Deutschland bereit seien, keine Antwort zu geben. Herr v. Zedlitz hatte in der„Post" geschrieben: „Wenn Scheidemann zugleich Versöhnung predig!, damit aus einen möglichst kurzen Krieg ein dauernder Friede folgen möge. so sind das, soweit unsere w e st l i ch e n Mächte in B e- tracht kommen, Illusionen ohne tatsächliche Unterlage." Herr v. Zedlitz hatte das weiter dahin erläutert, daß Wohl in England Friedensneigung bestehe, aber daß man dort nicht gewillt sei. alle unsere«deutschen) Friedensbedingungen zu erfülle». Der eben zitierte Satz deutete darauf hin, daß eine Versöhnung, nur„soweit die Westmächte in Betracht kämen, Illusion sei", eine Verständigung mit Rußland aber„tatsächliche Unterlagen" habe. Wenn Herr v. Zedlitz setzt einfach leugnet, daß die„Voraussetzungen für eine Verständigung mit unserem östlichen Gegner bereits gegeben seien", so umgeht er wiederum die Kern- frage. die wir an ihn richteten: Weshalb ist für Herrn v. Zedlitz eine Versöhnung mit Rußland weniger Illusion als die mit den Westmächten?_ Zum Zusammentritt des Landtags. Wie bürgerliche Blätter mitteilen, hat die Dtaatsregierung bei dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses angeregt, die erste Sitzung dieser Körperschaft nicht schon am 27. Mai abzuhalten, sondern die Sitzung erst auf den l. Juni anzusetzen. Zur Besprechung dieser Anregung fowie der gesamte« Geschästseinteilung für die Sommertagimg des Abgeordnetenhauses hat der Präsident den Seniorenkonvent zum 17. d. Mts. einberufen. Vorbesprechungen lassen es als ziemlich sicher erscheinen, daß der Seniorenlonvent der Ansetzung der ersten Sitzung des Abgeordnetenhauses zum 1. Juni zustimmen wird. TaS Resultat eiuer Woche. Tie„Welt am Montag" stellt die im„Vorwärts" einzeln veröffentlichten„politischen Maßregeln" zu einer durchaus nicht voll- ständigen„Wochenschau" zusammen, die trotzdem nicht ohne be- sondere» Interesse ist: Die„Internationale", das neue Drgan von Franz Mehring und Rosa Luxemburg, ist der Präventivzensur unterstellt worden. Auch über die„Arbeiterzeitung" in Dortmund und die„Niederrheinische Arbeiterzeitung" in Duisburg ist die Präventivzensur verhängt worden. Die Polizei hat die Her- siellung der letzten Sonntagsnummer der„Düsseldorfer Volkszeitung" verhindert, weil einige von der Zensur gestrichene Stellen nicht durch Neusatz ersetzt, sondern weiß geblieben waren. ES i st bei uns nämlich verboten, auf die Tätigkeit der Zensur durch weine Stellen in der Zeitung hinzuweisen» wie das in Oesterreich gang und gäbe ist. In Breslau hat die FestungSkommandantur ein vom Wirt des Gewerkschaftshauses für den 1. Mai geplantes neutrales I n st r u in e n t a l k o n z e r t„mit Rücksicht auf das Datum" ver- boten. Das stellvertretende Generalkommando in Münster hat der sozialdemokratischen Presse Anweisungen darüber gegeben, was sie zum 1. Mai behandeln und nicht behandeln darf. Außerdem wurde die Präventivzensur für Berichte über Maifeiern verfügt. Ter sozialdemokratische Reichs- und Landtagsabgeordnete Peirotes ist aus Straßburg ausgewiesen worden. Er soll sich bis zum Ende des Krieges in Holzminden aushalten. Verbot einer Feier. Das stellvertretende Generalkommando des 10. Armeekorps in Hannover hat die beabsichtigte Jahrhundertfeier der Schlacht von Waterloo verboten. Das Verbot lautet: „Die deutsch- hannoversche Parteileitung der Stadt Hannover j8. hannoverscher Reichstagswahlkreis) hat ohne meine Genehmigung in verschiedenen Zeitungen einen Ausruf zu der Jahrhundertfeier der Schlacht bei Waterloo erscheinen lassen. Ich sehe mich veranlaßt, daS weitere Erscheinen des Aufrufes sowie die Feier selbst in der von der Parteileitung beabsichtigten Art zu ver- bieten, weil die Form und der Inhalt des Aufrufes die beabsichtigte Feier in erster Linie als eine solche der deutsch-hannoverschen Partei erscheinen lassen. Dies ist geeignet, den inneren Frieden zu stören." Preistreiberei auf dem Fleischmarkt. Die Fleischerinnung in Erfurt beschäftigte sich kürzlich mit den steigenden Fleischpreisen und den mit der Stadt abgeschlossenen Lieferungsverträgen. Es wurde mitgeteilt, daß der Preis für> Schweinefleisch aus Wunsch der Fleischer bereits aufgehoben worden sei: doch seien infolge der fortdauernden Preistreibereien der Viehhändler auch die übrigen Preise nicht zu halten. Im Erfurter „Allgem. Anz." wird über diese Versammlung u. a. berichtet: „Schweis Anklagen wurden aus der Versammlung heraus gegen den Viehhandel erhoben, der eigentlich zum Teil mit schuld ist. daß die Preise derartig in die Höhe schnellen, auf IIS bis 130 Mark der Zentner Lebendgewicht. Auf dieses Treiben müßten die maßgebenden Behörden aufmerksam ge- macht werden, denn eS sei wohl schlecht mit patriotischem Gefühl zu vereinbaren, wenn die gegenwärtige Kon- junktur in einem alle Erwartungen übersteigenden Maße„aus- genutzt" würde. Das schlimmste Uebel sei, daß hiesige Vieh- Händler mir Automobil im Lande herumziehen und auf den Dörfern anschlagen ließen, sie kauften zu hohen Preisen Schweine und Rinder. Dadurch wird der Erfurter Markt des Viehs entblößt und der V i est b e f i tz e r selbst zu... hoher Preis- forderung veranlaßt. Alle Dörfer der näheren und weiteren Umgebung würden so zu Domänen sür unerhörte Preistreibereien. unter der Fleischer und Konsumenten gleichermaßen leiden. Verdienste von 3000 Mark und mehr bei verhältnismäßig kleinen Geschäften seien auf diese Weise schon zustande gekommen... Betont wurde noch, daß die geplante Zentraleinkaussgesellschast völlig versagt habe. Ihre Einkäme erstreckten sich nur noch aus Konserven und gepökeltes Fleisch. Im Einklang mit diesen Klagen kam die Aus- iprache noch auf den Kleinverkaus zu sprechen, der durch die hohen Preise immer mehr erschwert werde. In einer Ver» öffsnrlichung soll die Unmöglichkeit erklärt werden, nun- mehr noch Wurst unter einem Viertelpfund ab- geben zu können, ebenso sollen mit Ausnahme des Sonn- abends die Fleischerläden von nun an nachmittags einige Stunden geschlossen bleiben." Für die Behörden wäre es freilich schon längst an der Zeit gewesen, einzuschreiten, und eS ist ihnen sicher nicht unbekannt, welche Zustände auf diesem wichtigen Gebiet bestehen. Wurst— zu 1,80 und 2 M. das Pfund, die früher 80 Pf. kostete— kann kaum noch eingekauft werden. Die Schlächter sind übrigens nicht unschuldig an den hohen Preisen und den: Wucher mit Schlacht- lierett. sie beherrschen den Markt in vielen Distrikten Thüringens genau so„schlecht" wie die Händler. Abgestellte Beschwerde. Vor einigen Tagen wurde es von der„Schwäbischen Tagwacht" als ein Bruch deS Burgfriedens in der Kaserne bezeichnet, daß heute noch auf Empfehlungen von Offizieren und Unteroffizieren und durch Vermittlung der Kompagnieschreibstuben ein II n t e r r i ch t S b u ch an die Soldaten verkauft wird, in welchem die Sozialdemokratie nach deni alten Schema verlästert wird. Da wird z. B. die Sozialdemokratie als ein Krebsschaden hingestellt, der am Mark des Volkes zehre. Für Vaterlandsliebe habe die Sozialdemokratie nur Hohn. Für die hohen Parteisteuern erkaufe sich der Arbeiter Abhängigkeit von gewissenlosen Menschen usw. An den württembergischen Kriegs- minister richtete die„Tagwacht" das Ersuchen, dafür zu sorgen, daß das Schimpfbüchlein bald verschwinde. Die Mahnung hat Erfolg gehabt. Wie jetzt bekannt wird, lassen die Kompagniechefs das Heft bei den Soldaten einziehen. Es wäre zu wünschen, daß in allen Fällen Beschwerden so rasch abgestelst würden. Täuglingssterblichkeit im KriegSjahre. Im Rechenschaftsbericht des Vereins für Säuglingssursorge im Bezirk Düsseldorf ffir das abgelaufene Geschäftsjahr beißt es: Trotz aller Bsmübungen des Vereins war die Säuglings- stervlichkeit im Kriegsjabr leider höber als im oorhergebenven Jabre. Es starben im Bezirk ungefähr 1500 Kinder mehr als im Vorjahre. Tic �äuglingssterblichkeitszisser hat sich um 1,6 Prozent verschlechtert. Sie stellte sich auf 13,7 gegen 12,1 Proz. im Vorjahre. TaS heißt mit andere» Worten.>n Wirklichkeit ist die Säug- lingssterbl'.chkcit, gemessen an der absoluten Ziffer der vorjährigen, um 13,3 Proz. höher geworden. Wenn es in dem Bericht dann weiter heißt,„die allgemeine Unruhe der ersten Kriegsmonate" dürfte besonders ungünstig gewirkt Häven, so erlauben>vir uns hinzuzufügen, daß es vielleicht zweckdienlicher wäre, die sozialen Ursachen der höheren Säuglingssterblichkeit recht genau sestzu- stellen und sür Abhilfe zu sorgen. Denn da diese— vermehrte Mängel der Ernährung, stark vermehrte Frauenarbeit usw.— voraussichtlich in der kommenden Zeit noch mebr �austreten werden, so ist leider für das laufende Jqhr eine noch höhere Säuglings- sterblichkeit als in diesem zu erwarten. Sin preustischer Landtagsabgeordneter gefallen. Der Rittergutsbesitzer Regierungsrat a. D. G a m p- O b l a t h, Vertreter des Kreises Züllichau-SchwiebuS-Erossen im vreutzischen Abgeordnetenhause, wurde bei den jüngsten Kämpfen im Westen schwer verwundet und verstarb alsbald nach seiner Einlieferung in einem Lazarett. Der Verstorbene war im Jahre 1877 geboren und gehörte dem Landtage seit Dezember 1912 als Mitglied der freikonservativen Fraktion an. Abg. v. Kölichen gestorben. In Kittlitztreben ist im Alter von siebzig Jahren der LandschastS- direktor. LandtagSabg. Friedrich v. K blichen gestorben. Er vertrat den Wahlkreis Bunzlau-Löwenberg und gehörte der konser- vativeit Partei an. Wer tragt die Kosten der zur Feldbestellung Beurlaubten? E» wird mitgeteilt, daß die Kosten für Etienbahnfahrten der Mannichanen vom Feldwebel abwärts, die zur Frühjahrsbestellung nach der Heimat vcurlaudt werden, dem KriegsjahrcSctat zur Last sallcn. nltäRllm IMagl JHiii 1915. —— wmmmmimmmmmmmm—m______ j Tie Rede des Grafen TiSza. Wir«, 3. Mai. Rahmen unserer Drganisationen abspielen fönnen, wird ein zutreffen- der Kriegerfürsorge ethisch unverantwortlich. Professor Dr. beteiligte an dem bisherigen Trust, bewilligte allen bei ihr beschäf des Spiegelbild wiederzugeben möglich sein. Biesalsti sagte auf dem Krüppelfürsorgefongreß: Die Auf- tigten Arbeitern und Arbeiterinnen einen fünfprozentigen LohnDer Karlsruher Boltsfreund" benutzt die obige Meldung aber fassung des Staates gegenüber den Kriegsverlegten ist über- aufschlag. noch, um seinen Lesern einige Unrichtigkeiten aufzutischen, die jedem haupt von Grund aus eine andere und vornehmere, als sie mur oberflächlichen Kenner unseres Parteilebens auffallen die Unfallversicherungsgefeßgebung hat und haben muß." müffen. Diese Auffassung trifft aber nur bedingt zu. Es soll Die Geschäftsstellen des Textilarbeiterverbandes in Barmen, Er weist den Wahlkreis Oberbarnim dem Genossen Stadt zugegeben werden, daß die Militärbehörde in der Beurteilung Elberfeld und Ronsdorf und der bergische Bezirksverband des Zentralbagen zu, obgleich es doch zur Genüge bekannt ist, daß Stadt- der zu zahlenden Renten großzügiger ist als die Unfallbehörde. verbandes christlicher Textilarbeiter haben an den Unternehmerhagen seit mehr als 25 Jahren den Wahlkreis Niederbarnim Aber die Ungerechtigkeit liegt in der Festsetzung der Rente, verband im bergischen Industriebezirk eine Eingabe gerichtet, in der vertritt. Der letztere aber gehört nicht zum Brandenburgischen die den Dienstgrad des Verletzten und nicht seine wirtschaft sie an den Vorstand das Ersuchen stellen, er möchte die gesamten Barteiverband und Stadthagen kann deshalb auch von dem Vor- liche Stellung berücksichtigt, während das Unfallversicherungs- ihm angeschloffenen Textilfirmen veranlassen: stand desselben nicht desavouiert werden. Im übrigen müßte dem Bollsfreund doch bekannt sein, daß nach dem Parteistatut allein bie Kreisorganisation ihren Abgeordneten desavouieren fann. Infofern fann auch von einem Desaveu Liebknechts nicht gesprochen werden. " machen. Deutsches Reich. Teuerungszulagen. Ausland. Bergarbeiterwahlen in Oesterreich. Aus Industrie und Handel. 1. ihren Arbeitern und Arbeiterinnen einen wöchentlichen gesetz die Rente nach dem Verdienst der letzten 300 Tage der Teuerungszuschlag von 3,50 M. zu gewähren und Beschäftigung festsetzt. Dies ist die einzige gerechte Anwendung. 2. etwa noch bestehende Lohnfürzungen, welche während der Nehmen wir an, ein Tischler aus der Großstadt und ein KorbDauer des Krieges vorgenommen wurden, rüdgängig zu macher aus dem Erzgebirge hätten jeder im Kriege cin Bein verloren. Der Tischler sei als Gemeiner, der Begründet wird die Forderung durch den Hinweis auf die teuren Korbmacher als Unteroffizier verwundet worden. So würde Lebensmittel. Es wird in der Eingabe bemerkt, daß neben einer Tischler, der vielleicht ein Jahreseinkommen von 2400 M. hatte, ansehnlichen Zahl von Unternehmern in Deutschland auch viele Im Namen des Patriotismus.ee, Mente von 774 m. pro Jahr beziehen, während der Städte die beſtehende Teuerung durch Gewährung von Zulagen onKorbmacher, der vielleicht 900 M. im Jahre verdiente, eine erkannt haben. Es wird ferner die Hoffnung ausgesprochen, daß der Im Haag sind in den letzten Tagen des April bürger- jährliche Rente von 804 M. erhält. Hier einen gerechten Unternehmerverband ſeinen Einfluß noch ganz besonders aufwenden fiche Frauen aus den friegführenden und den neutralen Ausgleich zu schaffen, der die Erwerbsverhältnisse des einzelnen der Dauer des Krieges in Textilbetrieben vorgenommen wurden, möchte, damit die noch bestehenden Lohnherabsetzungen, die während Ländern zusammengekommen, um über die durch den Krieg berücksichtigt, ist die Hauptaufgabe der Gesetzgeber. Für diese aufgehoben werden. Unter den bestehenden Verhältnissen seien solche geschaffenen schweren Schädigungen der Frauen und Kinder Aufgabe muß das Volt, die öffentliche Meinung gewonnen Lohntürzungen in feiner Weise zu rechtfertigen. Zum Schluß erzu beraten und über die Mittel und Wege, künftige Kriege zu werden. Für die Festsetzung der Renten muß eine Stor- flären sich die Vertreter der Arbeiter zu Verhandlungen bereit. verhindern. Einen kurzen Bericht gaben wir in unserer poration geschaffen werden, welche den guten Willen und die Sonntagsnummer, erschöpfende Mitteilungen liegen zurzeit möglichkeit hat, dem Verletzten die Sicherheit zu schaffen, daß noch nicht vor, man hat noch feinen Ueberblick über das er in seinem Einkommen nicht hinter dem gesunden Menschen Resultat der Verhandlungen des Frauen Friedens in gleicher sozialer Stellung zurücksteht. tongresses. Auf jeden Fall bleibt es aber eine an Die schwierigste Frage der ganzen Kriegsinvaliden- Bei den Wahlen in Vorstand und Schiedsgericht der neuen ertennenswerte Tat, daß diese bürgerlichen Frauen in voller fürsorge ist die Einordnung der Schwerbeschädigten in Unfallversicherungsanstalt für die Bergarbeiter Desterreichs errang Deffentlichkeit ihre Wünsche aussprachen und unter Zurück- die Arbeitsgemeinschaft und und in das Wirtschaftsleben. die Union der Bergarbeiter einen großen Erfolg. Im nordstellung alles Persönlichen und Kleinlichen miteinander tagten. Der Verstümmelte muß, wenn möglich, in seiner westböhmischen Braunkohlenrevier gab fast die Hälfte aller Arbeiter ihre Stimme den sozialdemokratischen Kandidaten; in manchen WahlDie Vorbereitung des Friedens erfordert eine so intensive Heimat und in seinem Beruf untergebracht werden. bezirken erhielten sie bis zu 95 Proz. aller Stimmen. Arbeit in jedem Lande, daß man ernsthafte Mitarbeit, wo Daß das in den meisten Fällen möglich ist, hat die Erfahrung immer sie sich bieten mag, dankbar begrüßen muß. gelehrt. Nach den Darlegungen berühmter Orthopäden soll Der Kongreß war nicht von bestimmten Organisationen es feine, noch so schwere Verlegung geben, die dem Verbeschickt, sondern von einzelnen Frauen, die jedoch meist eine stümmelten nicht erlaubt, in irgendeinem Beruf wieder bedeutendere Stellung innerhalb der Frauenbewegung ein- arbeitsfähig zu werden. Wir müssen mit allen Mitteln vernahmen. Den Teilnehmerinnen aus Deutschland waren wegen suchen, die Hunderttausende von Krüppeln Gewordener um ihrer Bereitwilligkeit zum Besuch des Kongresses heftige Vor- ihrer selbst willen wieder zu nützlichen Gliedern der Gesellwürfe gemacht worden. In einer ziemlich scharfen Notiz in schaft zu machen, die nicht Werte zehren, sondern Werte werke Berlin steigerte ihren Geschäftsgewinn, wie bereits mitder Presse war der Bund Deutscher Frauenvereine von ihnen schaffen helfen. Der größte Arbeitgeber ist der Staat. Er geteilt, von 0,87 auf 1,31 Millionen Mark, den Reingewinn von 0,59 abgerückt. Seine Erklärung war so ablehnend, daß der Bund hat Berufsstellungen genug zu besetzen, wo der Ver auf 1,01 Millionen Mark. Die Dividende wird von 20 auf 25 Broz. gegen die Frauenbewegung sich vor Freude faum zu lassen stümmelte den gesunden Menschen voll ersehen kann, erhöht. Alle im vergangenen Jahre infolge des Heeresbedarfs wußte und dem Bund Deutscher Frauenvereine, den er sonst aufs ohne daß die Kraft des gefunden Mannes ausgeschaltet vorgenommenen erheblichen Erweiterungen wurden vollständig abheftigste bekämpft, sein uneingeschränktes Lob wegen seiner Hal- wird. Auf alle Fälle muß gefordert werden, daß der Staat geschrieben. Die Lagerbestände wurden ohne Nachprüfung in tung erteilte. Dieses Lob hatte verheerende Wirkungen. Nicht und die Kommunen nicht allein alle ihre Kriegsbeschädigten der gleichen Höhe des Borjahres angesezt. In dem Jahresgewinn genug mit der ersten Erklärung in der Presse, nahm der Bund wieder beschäftigen, sondern noch darüber hinaus anderen ist u. a. das Erträguis der Beteiligung des Unternehmens an der deutscher Frauenvereine in seiner letzten Vorstandssigung noch eine Verlegten Unterkunft gewähren. Was hier der Staat als sofrequenzmaschinen- Att. Gef. für drahtlose TeleResolution in der gleichen Angelegenheit an. Sie ist bezeichnend feine Pflicht ansehen wird, muß auch bedingungslos von der graphie enthalten, das außer der auf den Aktienbesitz der Lorenzfür die Richtung, die der Bund seit einiger Zeit ein- Industrie gefordert werden. In der Industrie, selbst im Gesellschaft entfallenden Dividende einen Sondergewinn von geschlagen hat: Kleinhandwerk ist das möglich. Ein großer Teil der Verlegten 103 971 M. für die Lorenz- Gesellschaft erbracht hat. Der Bund Deutscher Frauenbereine hat eine Beteiligung an wird seinen früheren Beruf aufgeben und in einen anderen trägnis der Geschäftsverbindung mit der Hochfrequenzgesellschaft dem Internationalen Frauenfongres im Haag abgelehnt. Er er- Beruf übergehen müssen. Aber das Umlernen darf nicht auf wird außer der auf 25 Broz erhöhten Dividende ein Bonus tlärt die Propaganda für diesen Kongreß sowie Kosten der Verletzten geschehen. Er darf nicht das Gefühl von 7% Proz.( 5) verteilt. Zur Stärkung der Betriebsmittel die Beteiligung daran für unvereinbar mit der haben, daß ihm aus Mitleid geholfen werde, sondern er muß schlägt die Lorenz- Geſellſchaft Lorenz- Gesellschaft vor, das Aktienkapital um vaterländischen Gesinnung und der nationalen sich bewußt sein, daß er ein Recht auf Hilfe hat. Es ist 1,6 Millionen Mart auf 3 Millionen Mark zu erhöhen. Die neuen Verpflichtung der deutschen Frauenbewegung. darauf zu achten, daß bei der Verteilung derjenigen, die Aftien werden den bisherigen Aktionären zum Kurse von 186 Proz. anAuf Grund der Einmütigkeit, die sich in der Ablehnung des Kon- umlernen müssen, einzelne Berufe nicht überfüllt werden. geboten. Auf je eine alte Attie kann eine neue bezogen werden. gresses bei den Vereinen, bei der organisierten Frauenbewegung Die schwierigste Arbeit wird in der Vermittelung bestehen. Bu der geplanten Kapitalerhöhung bemerkt die Verwaltung im Gegezeigt hat, muß der Bund jede Propaganda deutscher Frauen In den Kreisen, die sich bis jetzt mit dieser Frage befaßt schäftsbericht: In das neue Geschäftsjahr 1915 haben wir einen für den Kongreß als einen Verstoß gegen die Solidarität der haben, herrscht die Meinung vor, daß diese Aufgabe den großen Bestand an Aufträgen übernommen und inzwischen weitere deutschen Frauenbewegung betrachten. Eine solche Propaganda fo- Arbeitsnachweisen zufällt. Man meint anscheinend die erhebliche Bestellungen erhalten, so daß wir in den meisten Abwie den Besuch des Kongresses erklärt der Bund für unverein- städtischen Arbeitsnachweise und die der Unternehmer. An teilungen auf eine Reihe von Monaten beschäftigt bar mit jeber verantwortlichen Stellung und Ar- der Vermittelung hat aber auch die organisierte Arbeiterschaft find. Die beständige Ausdehnung unseres Unternehmens bringt beit innerhalb des Bundes Deutscher Frauenvereine." ein großes Interesse. Die Arbeitsnachweise können hierbei auch im laufenden Jahre große Ausgaben für Anschaffung von MaKriegsgewinne. Die Lorenz A.-G. Telephon- und Telegraphen Die Arbeit für den Frieden ist also unpatriotisch und nur eine mittelbare Rolle spielen. Im Verein mit schinen, Werkzeugen und Einrichtungen mit sich und erfordert bewiderspricht den nationalen Pflichten der deutschen Frauen! der zu schaffenden Organisation des Kriegsfürsorge- deutend gesteigerte Betriebsmittel. Wir halten es daher für notwendig, Wer trotzdem das Bedürfnis hat, sich mit seiner Person für gesetzes bietet die ausgedehnte Tarifpolitik der wirt- uns rechtzeitig finanziell zu rüsten. die Herbeiführung eines dauernden Friedens einzusehen, schaftlichen Organisationen den besten Weg zur gründlichen hat im Bunde Deutscher Frauenvereine, nichts mehr zu suchen. Regelung. Es muß Aufgabe dieser Organisationen sein, die Nun fehlt nur noch, daß der Bund deutscher Frauenbereine beschließt, aus dem Internationalen Frauenrat, dem er angegliedert ist, und dessen Vorsiz die Lady Aberdeen führt, auszutreten. Dann würde er zwar das ſeinige dazu beigetragen haben, um den letzten Rest der Sympathien für die Frauen des deutschen Bürgertums im Ausland auch in den neutralen Staaten zu vernichten, aber er liefe dafür auch nicht mehr die Gefahr, von dem Antistimmrechtsbund als unpatriotisch angegriffen zu werden. Die Fleischteuerung in Petersburg. Er wird in Acht und Bann getan. Vermutlich wird man Ver- Frage der Verteilung mindertauglicher Arbeitskräfte in den Die Nowoje Wremja" vom 21. April beschäftigt sich in mehreren rufslisten einführen, um den Kampf gegen diese Frauen er- Tarifverträgen zu regeln. Wir müssen dem vorbeugen, daß Artikeln mit der Fleischteuerung, in der sie eine große Gefahr für folgreich zu gestalten. Vorsitzende des Bundes Deutscher die Kriegskrüppel unter dem Deckmantel sozialer Wohltätigkeit die Erregung der armen Bevölkerung fieht. Wie in Moskau, haben Frauenvereine ist das fortschrittliche Fräulein Dr. Gertrud zum Schaden der gesunden Arbeiter ausgenutzt werden. Die auch in Petersburg Tumulte in der Markthalle stattBäumer. Höhe des Rentenbezuges darf nicht der Gradmesser für die gefunden. Die Selbsthilfe des Voltes, schreibt die Nowoje Lohnhöhe sein. Der volle Wert der Arbeitsleistung des Ver- Wremja", zeigt, daß das Publikum das Vertrauen darauf verstümmelten muß bezahlt werden, selbst dann, wenn er mit der loren hat, daß der Staat seine berechtigten Interessen schützen Rente ein höheres Einkommen erreicht als der gesunde Ar- werde. Schuld an der Teuerung seien die spekulierenden beiter im gleichen Beruf. Bei Affordarbeiten muß dem Verlegten Brivathandelsbanken. Diese sind zum größten Teil in den derselbe Akkordsatz bezahlt werden, den der Vollarbeiter erhält. Händen der großen Fleischlieferanten und haben die Vorräte Durch geringere Entlohnung des Verletzten wird nicht dieser, eingekauft. Da diese Herren gleichzeitig zur Petersburger Stadtsondern der Arbeitgeber der Nuznießer der Rente. Es würde verwaltung gehören, hat diese völlig versagt und sich durch irres so dem gesunden Arbeiter durch den Krüppel eine Konkurrenz führende Berichte über die Gründe der Fleischnot verführen lassen, geschaffen, die das ganze wirtschaftliche Leben bedroht. Diese nicht rechtzeitig Abhilfe zu schaffen. Die Stadtverordneten haben Befürchtung stüßt sich auf Erfahrungen, welche die unter das fich energisch gegen die Einführung von Höchstpreisen, und als diese Unfallversicherungsgesetz fallenden Arbeiter gemacht haben. von der Regierung eingeführt waren, gegen deren Ueberwachung Die organisierte Arbeiterschaft fühlt sich verpflichtet und be- ausgesprochen. Die Verwaltung sei ein willenloses Werkzeug in den rufen, an dem großen Werk der Verstümmeltenfürsorge mit Händen der Spekulanten, die künstlich die Unzufriedenheit im Volke zuarbeiten. Die Arbeiterschaft verlangt, daß ihr Siz und großzögen. Stimme sowohl in den vorbereitenden Kommissionen als auch im Gesek selber durch ihre Vertreter eingeräumt wird. Gewerkschaftliches. Krieg und Außenhandel. Die National City Bant, London, veröffentlicht in der„ Morning Poft" vom 22. April eine Zusammenstellung, welche die Zunahme bezw. Abnahme des Gesamthandels der einzelnen Länder im Ver gleich zu den gleichen Monaten des Vorjahres in Prozenten zeigt: Einfuhr: Sept. Dit. Nov. Dez. Jan. Febr. 1914 1914 1914 1914 1915 1915 -18+4-15-38 -21 -15 -28-18 +5 -56-74 -64-67 -42-41 -23-32-32-37<-40 Aug. 1914 -27 5 1 -55 Die Kriegsverstümmelten und die Arbeiter. Ausreichende Fürsorge für die als Verstümmelte zurück fehrenden Kriegsteilnehmer, die ja in der Mehrzahl Arbeiter sind, ist eine Angelegenheit, welche die organisierte Arbeiterschaft lebhaft interessiert. Bei der Fürsorge für die Kriegs- Das Thema„ Fürsorge für die Kriegsverlegten und die invaliden handelt es sich auch um die wichtige, schon öfter er- Hinterbliebenen der Gefallenen" wurde auch im Verbande der örterte Frage, in welcher Weise diese noch im Erwerbsleben Gemeindearbeiter vom Genossen Adolf Ritter behandelt. tätig sein können. In den Gewerkschaften wird diese An- In der Hauptsache besprach er die für die Rentenfestsegung in gelegenheit gegenwärtig lebhaft behandelt. Der Vorstand des Frage kommenden gesetzlichen Bestimmungen und zeigte, daß Deutschen Holzarbeiterverbandes sucht durch Vorträge das eine Verbesserung derselben in verschiedenen Punften not- Ber. Staaten.-6 Interesse der Deffentlichkeit auf die Kriegsinvalidenfürsorge wendig ist. So sei es sehr bedenklich, daß nur die Militär- Großbritannien-24 Durch eine große Zahl von Lichtbildern behörde darüber zu entscheiden hat, ob jemand als im Dienst Frankreich. hinzulenten. werden Verlegungen und ihre Heilmethoden, sowie die ver- verlegt anzusehen ist. Manche Ungerechtigkeiten würden sich Sanada schiedenen Möglichkeiten der Anpassung Verstümmelter an ge- daraus ergeben, daß die Höhe der Renten verschieden ist, je wisse Erwerbsarbeiten illustriert. Aus dem vom Hauptvorstande nachdem sich der Verlegte bei einer mobilen oder bei einer herausgegebenen, vom Oberkommando in den Marken ge- immobilen Truppe befand. Auch die Bemessung der Rente nach dem Dienstgrad ohne Rücksicht auf die Bereitstellung Großbritannien--45 nehmigten Tert des Vortrages heben wir folgendes hervor. Hunderttausende kehren aus dem Kriege als Krüppel und des Verlegten bezeichnete der Redner als ungerecht. Die Be- Frankreich. Sieche zurüd. Sie vor dem traurigen Los zu schüßen, auf strebungen, den Berstümmelten geeignete Erwerbsarbeit zu Kanada Aus der Zusammenstellung ergibt sich deutlich, daß die Verdie Mildtätigkeit der Nebenmenschen angewiesen zu sein, beschaffen, seien an sich zu billigen, aber die Gewerkschaften ist eine notwendige Aufgabe der Nation. Soll dies müßten diese Bestrebungen im Auge behalten, denn von einigten Staaten und auch Kanada immer mehr vom Kriege proWerk gedeihen, an dem alle Teile des Voltes ein den Unternehmern tönne man nach früheren Erfahrungen er- fitieren, wie die Steigerung der Ausfuhr zeigt. . • Ausfuhr: -28 4 Aug. Sept. Dft. Nov. Dez. Jan. Febr. 1914 Ver. Staaten -41 1914 -28 -75-36-42<-40 -73-71-74-61 1914 1914 1914 1915 1915 -28-16+5+31 +71 -39-36 -72-53 1-15-22-31+17+42 -50 +18 Pfarrer Mirbt vor Gericht. In der gestrigen Sitzung setzte der Vorsttzendc Landgerichts» direktor Dr. Seligmann die Beweisaufnahme zu den einzelnen Änklagefällen fort. Zunächst geben Kommerzienrat Rathenau und Professor Schmechten über die Lage des Architekten Kraatz, mit dem Mirbt in Verbindung stand, näheren Aufschluß, soweit sie mit Kraatz zu tun hatten. Längere Zeit beansprucht die Vernehmung des Zeugen Pfarrer Siems. Dieser bekundet u. a.: Er sei mit Mirbt, den er seit dem Jahre 1911 kenne, anfänglich nur ganz oberflächlich bekannt ge- Wesen. Da er ebenfalls zur Synode Friedrichswcrder gehöre, so hahe er M., als er(Zeuge) seine Stelle antrat, den üblichen Besuch gemacht. Eines Tages habe er Mirbt auf dem Friedhof in Stahns- dors getroffen. Mirbt sei mit seinem eigenen Auto dort gewesen und habe ihn eingeladen, mit ihm nach Berlin zurückzufahren. Von nun an sei es zu näherem Verkehr gekommen und bald hätte Mirbt auch das Gespräch aus die Vermögensverhältnissc gebracht. Er(Zeuge) habe M. erzählt, daß das Vermögen seiner Frau in Papieren angelegt sei. Auf die Frage des M., wie sich sein Ver- mögen verzinse, habe er angegeben, daß er ungefähr 4 Proz. erhalt«. Mirbt habe darauf lachend geantwortet:.Um Gotteswillen, mein Kapital bringt 9— 12 Proz." Wie der Zeuge weiter bekundet, hat «r darauf geantwortet: Das ist ja sehr schön, aber ich möchte gern ruhig schlafenl" Mirbt erwiderte:.Na, meinen Sie. ich kann nicht ruhig schlafen?" Der Zeuge erklärte darauf, er habe als Pfarrer andere Dinge zu tun, als solche Geschäfte zu machen. Der Zeuge fährt dann fort: Ich muß sagen, daß mir meine Leicht- gläubigkeit sehr schwer zu Herzen gegangen ist. Als ich mich auf die Angebote des Angeklagten ettvas ablehnend verhielt, erklärte tr mir ganz beleidigt:„Meinen Sie denn, Herr Kollege, daß ich als Pfarrer etwas Unrechtes tue? Ich habe ein Vermögen von einer halben Million." Nach längeren Verhandlungen übergab ich dem Angeklagten 39 999 Mari in bar, nachdem ich Papiere meiner Frau lombardiert hatte. Im März v. I. habe ich dann die vollen 39 999 Mark von Mirbt zurückerhalten. Nach einiger Zeit kam M. wieder zu mir und sagte, er habe jetzt ein neues gewinn- bringendes Geschäft vor. Ich hatte mich anfangs ablehnend ver- halten; erst als M. mir sagte, daß es sich nur darum handele, LLertpapiere als Sicherheit zu hinterlegen, ging ich darauf ein. Es wurde verabredet, daß die Papiere zu treuen Händen bleiben sollten. Ich gab daraus 99 999 Mark, welche mit 19 Proz. verzinst werden sollen. Ich erhielt darauf von M. auch drei Monate lang pünktlich meinen Gewinnanteil von 1599 Mark ausbezahlt. Da kam plötzlich eine Sache hinzu, die— wie ich sagen muß— mich rtwas überrumpelt hat. Ich brauchte für meine kleine Land- besitzung in Holstein zum 1. April die Summe von 25 999 Mark. Da sich die Verhandlungen mit der„Landschaftsbank für Holstein" bis in die letzten Tage hingezogen hatten, war ich in größter Ver- legenheit. Als ich Mirbt gegenüber hiervon sprach, erklärte er sofort, daß ich da keine Angst zu haben brauche, er werde mir die Hypothek von 25 999 Mark umgehend beschaffen, dies sei eine Kleinigkeit. Ueberhaupt muß ich hier sagen, daß man im persön- lichen Verkehr mit Mirbt gar nicht auf den Gedanken kommen konnte, es könnte hier irgendetwas nicht Zulässiges eine Rolle spielen. Mirbt. trat stets als der sehr vermögende Mann auf; er war so erhaben und unnahbar, daß man es gar nicht wagte, irgend- welche Bedenken, die wie Mißtrauen aussehen könnten, überhaupt vorzubringen.— Schließlich drang der Zeuge doch darauf, sein Geld wiederzubekomnien. Mirbt suchte ihn hinzuhalten und immer zu beruhigen. Er erklärte:»Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß Ihre Angelegenheit mit Kraatz nichts zu tun hat. Ich werde Ihnen ober zum 1. Oktober auf jeden Fall 15 999 bis 29 999 Mark über- geben zur Wiedcreinlösung Ihrer Papiere. Daraus wurde aber wieder nichts, denn nun war der Krieg ausgebrochen und der Angeklagte entschuldigte sich damit, daß in diesen Kricgszciten ibm natürlich auch einige Dinge erschwert werden. Das Ende der Dinge war, daß der Zeuge im ganzen 89 999 Mark verloren hat und dagegen nur wertlose Versicherungspolicen in Händen bat. Der Zeuge erklärt sich selbst als«in Opfer seines unglaublichen Vertrauens zu Mirbt, der sich fort und fort als den rechtschaffenen, schwerreichen Mann hinstellte, so daß absolut keine Bedenken in ihm aufsteigen konnten. Der Angeklagte habe ibm wiederholt die Versicherung abgegeben, daß er seine Papiere originaliter in den- selben Nummern zurückerhalten werde. Die Verluste, die er erlitten, schildert der Zeuge nicht nur als schwer, sondern als außerordentlich schlver, da er Vater von 5 Kindern sei.— Landgerichtsdirektor Dr. Seligmann hält dem Angeklagten vor, daß das Ehrenwort welches er dem Zeugen gegeben, doch ein unwahres gewesen sei. — Der Angeklagte sucht seine bezügliche Acußerung anders darzustellen.— Der Zeuge bleibt dabei, daß der Angeklagte in feier- lichster Form sein Ehrenwort abgegeben habe, daß die Angelegenheit des Zeugen mit Kraatz nichts zu tun habe. Es wird festgestellt, daß der Angeklagte dem Pfarrer Siems gegenüber sich noch als sehr reichen, überaus wohlhabenden Mann hingestellt hat, als schon sein eigenes Geld und das Vcunögen seiner Frau tn_ den Kraatzschen Unternehmungen stak.— Zeuge Stents erklärt wiederholt auf Befragen: Er habe sich auf die ganze Verbindung mit dem Angeklagten nur eingelaffett, weil er diesen als AmtSbruder und sehr angesehenen Mann kannte. Er habe dessen Versicherung geglaubt, daß er nur mit Mirbt zu tun habe und nur für dessen totsicheres Unternehmen, über das er sich nicht näher ausließ. Anteil haben sollte. Er habe niemals in seinem Leben spekuliert, sondern nach den Versicherungen des An- geklagten nur geglaubt, daß er das Geld nur auf 3 Monate her- geben sollte und ihm daraus ein einmaliger Gewinnanteil von 3999 Mark sich ergeben würde. Von Zinsen und dergleichen sei gar keine Rede gewesen. Kein Verzicht auf Liebesgaben. Pfarrer Geest, der erste Geistliche der Kirche.zum Heils- bronnen" wird dann als Zeuge vernommen. Er hat gesellschaftlich mit seinem Amtsbruder nicht verkehrt und kann über dessen häus- liche Lebensweise und seine ganze Lebenshaltung näheres nicht angeben. Nach seiner Kenntnis hatte er ein Einkommen aus seinem Amt von 8999 Mark gehabt. Dazu kamen noch die Liebesgaben in beträchtlicher Höhe. Ter Angeklagte war der einzige Pfarrer in Schöneberg, der auf die Liebesgaben bei Taufen, Trauungen usw. nicht verzichtet hat. Das war allerdings sein Recht. Jetzt werden die Pfarrrer, die nach Berlin berufen werden, durch Revers ver- pflichtet, auf die Liebesgaben zu verzichten und wenn solche ab. gelost werden, das Geld für die Bedürftigen zu verwenden. Die Tatsache, daß der Angeklagte als besonders gut situierter Pfarrer auf die Liebesgaben nicht verzichtete, sei im Kreise der Schöneberger Amtsbrüder peinlich empfunden worden. � Er(Zeuge) sei durch gegensätzliche Lebensauffassung und Lebensführung davon abgehalten worden, mit dem Angeklagten in näheren persönlichen Verkehr zu treten. Daß Pfarrer Mirbt ein Freund des Weines und überhaupt guten Essens und Trinkens war, war ziemlich bekannt; niemand habe vermuten können, daß seine Beziehungen in sexueller Art tncht lauter gewesen sein sollen. Richtig sei es, daß der Angeklagte zur Erledigung seiner Amtshandlungen vielfach das Automobil venutzte, oft aber auch zu Hausbesuchen bei Kranken; in dieser Beziehung habe er einen ganz besonderen, sehr löblichen Eiser entwickelt, wodurch er sich sehr beliebt machte. Dar Angeklagte bemerkt hierzu, daß er die Liebesgaben nicht für sich benutzt habe, sie vielmehr für andere verwendet wurden. Vernehmung des Architekten Kraatz. Architekt Kraatz aus Schöneberg bekundet, er habe ein eigenes Haus gebaut, dem dann weitere größere Unternehmungen folgten, aus denen er ein Vermögen von 69 099 bis 89 999 Mark sich erwarb. ES trat dann die ungünstige Konjunktur auf dem Baumarkt ein, unter der seine Häuser wesentlich entwertet wurden. Heute habe cr an seinem Grundbesitz einen Totalverlust von über 229 999 Mark einzuschätzen. Im Jahre 1999 habe er sich mit dem Projekt eines großen Hotelbaues neben dem Weißen Hirsch bearbeitet. Zu jener Zeit sei Mirbt, als er hörte, daß der Zeuge Geld brauche, mit dem Anerbieten an ihn herangetreten, ihm seine Erbschaft in Höhe von 119 999 Mark zu überlassen, wenn er das Geld gut verzinse. Es wurde dann auch ein entsprechender Vertrag abgeschlossen. Nach- dem diese Sache erledigt war, sei auf Ersuchen des Angeklagten ein neuer Vertrag abgeschlossen worden, wodurch die Gewinn- beteiligung des Pfarrers Mirbt an den geschäftlichen Unternchmun- gen des Zeugen wesentlich höher festgesetzt wurden. Nichtig sei es, daß er(Zeuge) in den Jahren 1913 und 1914 in gewisse Schwierig- leiten gekommen sei; cr habe aber in dieser Zeit so groß« Projekte und Entwürfe im Schwange gehabt, daß, wenn nur ein Teil davon zur Ausführung kam, der Angeklagte sein Geld zurückerhalten konnte. Solche großen Projekte schwebten beispielsweise für Johannisbad in Böhmen, für Liebeustein, für Emden usw. und er habe den festen Glauben und die sichere Hoffnung gehabt, daß diese Projekte gut einschlagen würden. Aber sie sind alle nicht zur Ausführung gekommen, da inzwischen der Krieg ausgebrochen war; einige dieser Projekte schweben noch. Mirbt sprang bei Geldbedarf sukzessive mit den entsprechenden großen Summen ein. Nach der Behauptung des Zeugen sei Mirbt vollständig über seine finanzielle Lage und seine Zahlungspflichten orientiert gewesen; aber er konnte wobl auch des Glaubens gewesen sein, daß das eine oder das andere Projekt zur Ausführung kommen würde und die Aussichten sehr glänzend seien. Herr Mirbt habe ihm wiederholt gesagt: „Wir halten durch!" Der Zeuge betont wiederholt, daß cr Herrn Mirbt für einen sehr reichen Mann gehalten habe. Die Verbin- dung habe mit der Erbschaft des Angeklagten begonnen; später erst habe er einmal gesagt: er habe auck beträchtliche Geldaufnabmen gemacht und müsse die Gelder zurückzahlen. Er habe Mirbt oft gefragt, mit lvclchen Herrschaften cr denn in Verbindung stehe, da habe sich der Angeklagte geweigert, irgendwelchen Namen zu nennen und binzugefügt, daß cr ja auch den Namen des Zeugen nicht nenne. Er sei ganz im Unklaren über die Beziehungen des Angeklagten gewesen. Der Angeklagte Mirbt sei ihm gegenüber sehr gefällig geloesen, auch Bürgschaften für ihn übernommen und sei dabei wohl auch davon ausgegangen, daß er ihn auch in seinem eigenen Interesse über Wasser halten müsse.— Auf Befragen des Borsitzenden erklärt Herr Kraatz, daß er von Mirbt an barem Geldc 427 999 Mark erhalten habe. Der ihm dafür ausgestellte Wechsel- betrag, der die ihm versprochenen Zinsen mit umfaßte, beziffere sich auf über 699 999 Mark. Es entspinnt sich eine längere Diskussion über die Frage, ob der Angeklagte alle Gelder, die er von anderen Personen auf- genommen, au Kraatz abgeführt, oder aber beträchtliche Summen auch für sich persönlich verwendet habe.— Der Referent Geh. Rat Bienutta macht unter Hinweis auf die einzelnen Beträge darauf aufmerksam, daß sich eine größere Differenz ergibt. Er spricht gleichzeitig die Verwunderung darüber aus, daß Herr Kraatz für einen erhaltenen Betrag von 427 999 Mark Wechsel für 629 909 Mark hingegeben habe, das sei doch ein Opfer von 299 999 Mark— Der Zeuge sucht dies aufzuklären und erwähnt, daß der Angeklagte u. a. gesagt habe, daß ihm am 1. Oktober von dem Baron de Chartre 289 999 Mark zufließen würden.— Hierzu bemerkt der Borsitzende, daß nach einem vom Oberkommando des 19. Armeekorps eingegan- gcnen Telegramm dieser steckbrieflich verfolgte Baron de Chartre im Lager von Holzniinden interniert sei. Der Zeuge Schröder, früher Prokurist bei Kraatz, bekundet, daß Mirbt über die finanzielle Lage des Kraatzschen Geschäftes genau in- formiert gewesen sei. Einer der Geschädigten, ein Rentier H., hat dem Angeklagten auf dessen ausdrückliche Zusage hin, daß die Papiere im Original auf der Bank liegen bleiben würden, Wertpapiere in Höhe von zirka 39 999 Mark übergeben. In einein Briefe an den Zeugen hat Mirbt dann erklärt, daß die Papiere noch originaliter auf der Bank lägen, während sie tatsächlich längst vcrkanft waren. Leichtgläubige. Die nächste Zeugin ist eine Frau S, die dem Angeklagten ins- gesamt 145 000 Marl geopfert bat. Die fast nicht glaub- liche Leichtgläubigkeit, die bei der Vernehmung der Zeugin mehrfach hervortritt, erregt wiederholt im Zuhörer- räum allgemeines Kopfschütteln und Zeichen des Erstaunens. Die Zeugin bekundet, daß sie mit Mirbt in Verbindung gekommen sei, als sie sich noch in einer durch den Tod ihres Mannes hervor- gerufenen tiefen seelischen Depression befand. Mirbt sei zu ihr ge- kommen und habe ihr erzählt, es handle sich um ein gutes Werk, um einen Vater von fünf Kindern, der in Not gewesen sei. Die Zeugin erfuhr dann, daß damit Kraatz gemeint war. Sie habe sich auch im Vertrauen auf die Persönlichkeit des„Herrn Pfarrers" sofort bereit erklärt, 29 909 M. herzugeben. Sie hat dann, wie die Zeugin weiter bekundet, Ende März nochmals 75 999 M. und dann vier Wochen später 59 909 M. an Mirbt gegeben, nachdem er ihr erzählt hatte, er bekomme demnächst von dem Herzog de la Chartre 289 999 M., das Geld sei bei ihm sicherer, als bei irgend einem Offizier. Die Zeugin bekundet auch auf Befragen des Vorsitzenden, daß Mirbt einmal mit Perlewitz bei ihr gewesen sei und letzterer die Verhältnisse des Mirbt sowohl wie die des Kraatz in einem sehr günstigen Lichte geschildert habe.— In einer früheren Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter hat die Zeugin bekundet, daß sie den Eindruck gewonnen habe, daß Mirbt und Perlewitz unter einer Decke steckten. Die Zeugin bekundet schließlich noch, daß sie von Mirbt den Eindruck gewonnen habe, daß er lediglich in einem unbegreif- lichen Optimismus gehandelt und auch selbst an seine Worte ge- glaubt habe. Ein anderer Geschädigter, der prakt. Arzt Dr. Z., der 34 834 M. hingegeben hah bekundet, daß er bei den Verhandlungen mit dem Angetlagten besonders vorsichtig gewesen sei, da es sich um ein Kapital aus einer Erbschnstsmasse gehandelt habe, welches ihm nur zum Teil gehört habe. Der Angeklagte habe ihm erklärt, daß er über ein Vermögen von 359 999 M. verfüge und die Papiere im Original bei der Bank blieben. Im Seplember habe Mirbt noch versichert, daß die Papiere unangetastet bei der Bank lägen, während sie tatsächlich schon im August verkaust worden waren. Der Zeuge muß, wie er angibt, für den gesamten Schaden in Höhe von ca. 34999 M. aufkommen. Zeuge Perlewitz Einen breiten Raum in der Beweisaufnahme nimmt die Ver- nehmung des Zeugen Kaufmann Wilhelm P e r l e w i tz, ein, der in dieser Sache die Rolle des Geldgebers für den Angeklagten gespielt hat. Der Zeuge bekundet, er habe seit Anfang 1913 mit dem An- geklagten Geldgeschäfte gemacht, ebenso aber auch mit Kraatz direkt. Die Auskünfte über Mirbt wie über Kraatz hätten überaus günstig gelautet.— Borsitzender: Sie haben dem Angeklagten einmal Anteilscheine der Autotechnikum G. m. b. H. verkauft, wie- viel mußte Mirbt dafür bezahlen?— Zeuge: Ich glaube 40 090 M. Die Papiere waren gut, denn die Gesellschaft hatte im Vorjahre l2 Proz. Dividende gezahlt.— Vors.: Das mag ja sein, aber was sagen Sie dazu, daß Mirbt die Papiere für 280 000 M. an den angeblichen Herzog de la Chartre weiterverkauft hatte?— Zeuge: Mit diesem Geschäft hatte eS ja eine ganz andere Bewandtnis. Ich habe über den Herzog von mehreren hochgestellten Persönlichkeiten, u. a. auch von einem Kammerherrn deS Kaisers, die Auskunft erhalten, daß der Herzog eine durchaus einwandsfreie Persönlichkeit sei. Bei jenem Geschäft drehte es sich in der Hauptsache um eine angeblich in Aussicht stehende Heirat deS Herzogs mit einer 30 fachen Millionärin. Mirbt sollte dafür, daß er den Herzog bis zu der Heirat unterstützt«, jene 289 999 M. erhalten.— Bors.: DaS ist ja eine ganz merkwürdige Geschichte. Für die paar tausend Mark, die Mirbt für die Unterstützung des Herzogs hergeben sollte, sollte er später 289 999 M., also das Siebenfache des Kaufpreises der Papiere erhalten?— Zeuge: Jawohl. — Bors.: Das ist doch aber etwas derartig Ungeheuerliches, daß von Reellität dabei keine Rede sein konnte, das mußten Sie sich doch selbst sagen. Was sollten Sie denn bei dieser Geschichte verdienen? — Zeuge: Ach, ich hatte nur eine kleine Separatsache mit dem Herzog vor.— Bors.: Wie hoch bclief sich denn diese „kleine Separatsache?"— Zeuge: Ich sollte von dem Herzog auch 100000 Mark als Probision bekommen.(Heiierkeit.) Vors.: Wie kam denn die Summe von 289 999 M. ausschließlich der Ihnen versprochenen Provision von 199 999 M. zustande. Ist darum gehandelt worden?— Zeuge: Siein, die Summe hat der Herzog aus eigenem Antrieb genannt. Bors.: Haben Sie später noch etwas vom Herzog von Chartre gehört?,— Zeuge: Verschiedene hohe Herren, wie beispielsweise Herr v. Keüdell, Frhr. v. Wrangcl und andere haben den Herzog gekannt und ihn als einen durchaus ehrenwerten Herrn geschildert. Der Herzog habe ihm noch mehrmals aus Wiesbaden und Franlsurt geschrieben. — Bors.: Haben Sie vielleicht gehört! daß über die Zurechnungs- fähigkeit des Herzogs von Chartre Bedenken: enlstanden seien?— Zeuge: Nein.— Referent Geh.-R: B.: Das. Geschäft war nach Ihrer Darstellung ein so hervorragendes—, warum haben Sie es denn nicht selbst gemacht? Sie hatten doch Geld, während Mirbt es sich erst pumpen mußte.— Zeuge: Ich kann doch nicht jedes Ge- schäft allein machen. Herr Mirbt war doch der Besitzer der Aiiteil- scheine, und dem Herzog, der der Vorbesitzer war, lag wohl daran, daß der Nachbesitzer nicht geschädigt werden solle.— Vors.: Wollen Sie uns glauben machen, daß solche ethische» Erwägungen maßgebend ge- ivesen seien? Sie haben doch gewiß der Sache nicht getraut?— Zeuge: Das kann ich doch nicht sagen.— Es ergibt sich weiter, daß der Angeklagte durch Vermittelung des Zeugen den Herzog 4990 M. Unterstützung gegeben habe, damit-er bis zur Millionenheirat durchhallen könne.— Bei der eingehenden Erörterung mit dem Zeugen über seine weitereu finanzieren Geschäfte, die er mit Mirbt gemacht, bleibt Zeuge daböi, daß er nicht gewußt habe, daß die Wertpapiere, die Herr Mirbt bei ihm lombardierte, nicht sein Eigentum, sondern erst- von anderen ent- nommen seien. Die Lombardierung geschah mit der selbstverständ- lichen Verkaufsklausel. Er habe das Recht gehabt, die Papiere, die bei ihm lombardiert wurden, zu verkaufen, die Behauptung des An- geklagten, daß der.Verkauf" nur zum Schein verabredet worden sei. in Wirklichkeit aber Mirbt sie jederzeit zurückerhalten könne und müsse, sei völlig unzutreffend.— Der Angeklagte behauptet, daß er dem Zeugen wohl gesagt habe, daß die Papiere'nicht ihm persönlich gehören. Zeuge bestreitet dies ganz entschieden-;. er würde ja solche Papiere nicht haben lombardieren dürfen, Zum Schluß der gestrigen Sitzung wurde� noch eine Zeuge Meyer vernommen, der bei einigen finanziellen Transaklioncn mehrere bei Periewitz lombardierte Wertpapiere seinerseits über- nommen hatte. Hierauf wurde die Verhandlung auf heute' um 9 Uhr vertagt. Hus Groß-öerlin. Die Frauen bei der Müllabfuhr. Der Krieg hat der Frau eine Reihe neuer Erwerbs- inöglichkeiten eröffnet, Möglichkeiten, dieffrühcr nur dem Manne vorbehalten waren. Die Frauen sind in Berufe eingedrungen, die man friiher der Frau direkt verschloß. Das lehrt bc- sonders die Tätigkeit der Frau in der Mübabfuhr. Diese Ar- beit ist bekanntlich eine sehr schwere. Tragen die Frauen das Müll auch nicht in den schweren Müllkasten vom Hofe nach der Straße, so sind die zum Fortschaffen des Mülls benutzten Kiepen nicht minder unbequem zu transportieren; außerdem entwickelt sich beim Ausschütten des Mülls ein der Gesundheit wenig zuträglicher Staub. Jnjciner Versammlung des Hans- besitzcrvcrcins Südwest und Süd wurde � erklärt, die Mitwirkung der Frau bei der Müllabfuhr Habe sich bewährt, die Frauen leisteten zwei Drittel von dem, was die Männer ge- schafft hätten. Hoffentlich werden die Frauen auch entsprechend entlohnt.' Mehr Entbindungsanstalten in Berlin! Die Deputation für die städtischen Krankenanstalten und die öffentliche Gesundheitspflege beschäftigte sich am letzten Sonn- abend entsprechend der Ankimdigmig � in der jüngsten Stadt- verordnetenversammlung mit dem Antrage der Stadtverordneten Koblenzer und Dr. Wehl: „Die Stadt wolle in tunlichster Beschleunigung Einrichtungen treffen, um den zahlreichen zur Zeit ihrer Entbindung entgegensehenden Frauen Gelegenheit zu bieten, untersiachverständiger Pflege entbunden zu werden." Die Antragsteller wiesen an der Hand der den Lesern des„Vorwärts" bekannten bedauerlichen.Vorkommnisse auf die vorhandenen Mißstände und Mängel in längeren Ausführungen hin. In den Vordergrund der Erörterungen ward unsere alte Forderung gerückt: „Einrichtung von Gebäranstalten inausretchender Zahl, besonders in den dichtb e v ö lkerten A rbciter- vierteln und das Recht der bequemen Jnanspruch- nähme durch Minderbemittelte." Die von unseren Ge- nossen an das Kuratorium für das Rettungswesen, dem die Zentral- Meldestelle für den Nachweis freier Betten in den Krankenanstalten Groß-Berlins unterstellt ist, gerichtete Forderung, die im Rathause bestehende Zentrale dahin zu erweitern, daß auS allen öffentlichen und den größeren privaten Entbindungsanstalten täglich zweimal die Rapporte über die Zahl der Betten einlaufen und auf Fernsprechanruf „Magistrat Berlin' den Frauen, Hebammen, Aerzten mitgeteilt werde, wo Betten frei sind— ist bereits, wie anerkannt werden mutz, mit der denkbar größten Beschleunigung in der Durchführung begriffen. Publikationen in den Tageszeitungen sollten auf die Benutzung dieser Zentrale hinweisen. Die weiteren Vorschläge gingen dahin, mit allen größeren Vororten in Verbindung zu treten, um dort, besonders in den Arbeitergemeind'en, geeignete Einrichtungen für sachverständige Pflege schwangerer und kreißender Frauen' zu treffen. Die Armenverwaltung ist ersucht worden, die Entbindungs- anstalten zu ermächtigen, auch ohne einen ordnungs- mätzig ausgestellten Aufnahmeschein kreißende Frauen sofort aufzunehmen. Wir verlangen weiter, daß in den städtischen Krankenhäusern— je einem im Süden und einem im Osten der Stadt— Zimmer für plötzliche Entbindungen offen zu halten find. ES geht nicht an, besonders bei den gegenwärtig»-, Verkehrsschwierigkeiten, die Frauen aus dem Süden und Osten in das im hohen Norden belegene Virchow-Krankenhaus zu verweisen, in dem allein im letzten Jahre über 2999 Frauen entbunden wurden- Es ist dann schließlich die Frage einer Prüfung zu unterwerfen, ob, wenn die oben besprochenen Mittel durchgeführt sind, die Einrich- tung vieler kleiner Geburtsasyle von zehn bis zwanzig Betten, wie sie Geheimrat Bumm, der Direktor der. Königlichen Frauenklinik, in seinem Brief an den„Vorwärts" vorschlägt, noch erforderlich ist. Wenn auch bei frühzeitiger Meldung nach Durchführung unserer Vor- schlage Kreißende stets Aufnahme finden dürften, bliebe zur sachgemäßen Wrsorge S ch wangerer in den verschiedensten Ge- genden der Stadt noch viel zu tun übrig. Mutter und Kind stellen einen hohen Nationalwert dar, der be- sonders jetzt gesch ütz t und er ha Iten werden muß. Die Ausführungen unserer Genossen wurden von allen Seiten, insbesondere von den leitenden Aerzten der Kranken- Häuser, Wärmstens befürwortet und sympathisch aufgenommen. Es wurde sofort eine fünfgliedrige Kommission, der hon unserer Fraktion Dr. Wehl angehört, niedergesetzt, um dje gemachten Vorschläge zu prüfen. Geheimrat Bumm wird zu diesen Beratungen als Sach- verständiger gebeten;. hatte er doch, in dem erwähnten Briefe an de» »Vorwärts' geschrieben:»Ich stehe den städtischen Be- Hörden gern jederzeit mit einem ausgearbeiteten Plan zur Verfügung, wenn sie dem Vorschlag nähertreten iBDÜcn". ES ist zu erwarten,"daß dank der Neuaufrvllung dieser be- deulungSvollen Frage bald durchgreifende Vesserung geschaffen wird. Verlängerung der Zahlungsfristen bei Hypotheken. Eine Eingabe des Ttadtetages. Ter Vorstand des Deutschen SlädtetagcS hat an den Bundesrat eine Eingabe gerichtet, die durch die Bekannt- machung des Bundesrats vom Dezember 1014 zugelassene Zahlungsfrist bei Hypotheken und Grundschuldeu zu verlängern. In dieser Eingabe wird ausgeführt, daß, wenn mit Recht gefordert wird, daß die Vermieter den durch den Krieg in Schwierigkeiten geratenen Mietern Entgegenkommen er- weisen, wenn die Gemeinden sich bemühen, die vorhandenen Schwierigkeiten durch Zahluirg von Mietsunterstützungen nach Möglichkeit zu beheben, die Hausbesitzer in gleicher Weise ein natürliches Anrecht darauf haben, daß auch ihre Hypothekcngläubiger ihnen keine unnötigen Aufwendungen veranlassen, besonders nicht ihre etwaige Ilotlage ausnutzen. Die Erfahrung, daß zahlreiche Hhpothekengläubiger diese selbst- verständliche Rücksichtnahme nicht übeir, haben die Bekannt- machung des Bundesrats betreffend die Bewilligung von .Zahlungsfristen bei Hypotheken und Grundschuldeu vom :'.2. Dezember 1011 veranlaßt, deren wichtigste Bestimmung die Festlegung der richterlichen Befugnis zur Bewilligung einer Zahlungsfrist bis zu 6 Monaten ist, wenn der Rechtsstreit die Zahlung des Kapitals, einer Hypothek, einer Grundschuld oder der Ablösungssumme einer Rentenschuld betreffe. Da diese sechsmonatige Frist sich mit Rückficht auf die derzeitige Lage als nicht ausreichend erwiesen hat, wird im Interesse der städtischen Hausbesitzer um Verlängerung dieser Frist gebeten. Gehaussucht wurde gestern bei mehreren Parteigenossinnen wegen eines angeblich hier verbreiteten Flugblatts, in dem die in Bern abgehaltene internationale Fraucnkonferenz für den Frieden eintritt. Gefunden wurde nichts. Eröffnung»euer Mittelstandsküchen. Der Verein für Kindcrvollslüchen eröffnet am Dienstag, den L Mai die„Miltelstandskiiche Westen", Potsdamer Straße 86», Mitt- woch, den ö. Mai. die„MiUelstaitdsküche Moabit", Turmstraße 19. Donnerstag, den 6. Mai, folgt die Erötfrnrng der Küche Schönhauser Alice 7. Ter Preis jür ein Mittagessen beträgt ZV Pf.. ügä Hause geholt 25 Pf. Tie Küchen sind von Vzt2— 2 Uhr geöffnet._ Auf dem Vahnbof beraubt wurde gestern nachmittag in Fürsten- Walde die Frau eines Landsturtnmannes aus Berlin. Zum Besuch ihres Manne?, der in Fürstcnwalde ausgebildet wurde, nahm sie aus Furcht, daß sie ihr in Berlin in ihrer Abwesenheit gestohlen werde» könnten, ihre Ersparnisse von IlOO M. in der Handtasche mit. Vor Antritt der Rückfahrt spürte die Frau auf dem Bahnhof >» Fürstcnwalde in einem Gedränge beim Besteigen des Wagens plötzlich einen heftigen Ruck am Arm. Ais sie sich erschrocken um- wandte, sah sie, daß ihre Handtasche vom Arme verschwunden war. Die Beraubte rief um Hilfe, der Räuber aber war blitzschnell spur- !a? verschwunden und nicht mehr zu finden. Vergiftet hat sich gestern nachmittag die 28 Jahre alte Kranken- Pflegerin Frida M ei selb ach. Tie Pflegerin kam vor einem halben Jahre aus dem Felde zurück, fand bei ihrem Dnkcl, dem Agenten Sp. in der Paul-Hehfe-Straße 2 Aufnahnre und führte ihm seitdem die Wirtschaft. Als der Onkel gettcrn nach- mittag von einem Ausgang zurückkehrte, fand er feine Richte tot auf dem Schlafsofa liegen. Sie hatte sich mit ätherischen Oelen ver- giitet. Peranlossung zu dem Selbstmord ist wahrscheinlich Mittel- losigkcit. Wer sind die Toten? Aus der Spree gelandet wurde an der Dampfer- hallestelle an der Michaelkirchbrücke die Leiche eines unbekannten jungen Mannes von etwa 16—18 Jahren. DerTote trug blaue Schifferkleidung. In den Deckel seiner Uhr ist von ungeübter Hand der Name Otto Boche eingekratzt.— Am 2. d. MtZ. vormittags wurde aus dem Tegeler See die Leiche einer unbekannten Frauensperson, die an- ichewend schon mehrere Wochen im Wasser gelegen hat. gelandet. Die nach der Leichenhalle in Plötzensee gebrachte Tote ist zirka 25 Jahre alt, klein, schlank, hat dunkelblondes Haar und ist be- ileidet mit schwarzem, diagonalgestreiftem Ulster, innen graues Futter, blau, grün und rot gestreifter und groß karierter Bluse mit roter Schleife, blauem Ober- und schwarzem Unterrock. Hemd und Strümpfe sind mit aufgenähten Buchstaben„G. R." gezeichnet. Die Tote irug neben einer weißen Perlbalskette eine goldene Damen-Schlüsseluhr an silberncr Halskette bei sich.— Am gleichen Tage nachmittags wurde in der Nähe Schulzendorss im Walde, ein unbekannter Mann erhängt ausgefunden. Der anscheinend erst vor wenigen Tagen Ver- srorbe'ne und nach der Leichenhalle in Plötzensee gebrachte, ist zirka 45 Jahre alt. sehr groß, kräftig, hat dunkelblondes Haar und Schnurr- bart. spitze Nase, auf linkem Arm tätowiert„G. iL", am gleichen Handgelenk einen Verband, im Gesicht mehrere Narben, seine Be- llcidung war mit Monogramm„G. M." versehener Winterpaletot, und schwarzer steifer Hut. Von der Tätigkeit der Feuerwehr. Wegen einer Gasexplosion wurde die Berliner Feuerwehr nach der Jnsterburger Straße 1 alarmiert. E' gelang, die weitere Gefahr schnell zu beseitigen. Em Mann, der Brandwunden erlitten hatte, wurde auf der nächsten Unfallstation verbunden. Samariter der Wehr waren mit Erfolg in der Levetzowslraße 19 R tötig, wo sich eine Psrson mit Gas ver- gisret halte. Brände wurden u. a. aus der Calvinstr. 29, von der Spandauer Brücke usw. gemeldet. Gebrüder Hcrriifeldt- Theater. Schon wieder bescherte die nimmermüde Direktion zwei Stücke, die den Reiz des Neuen an sich tragen. In dem zuerst vorgeführten Einakter. D a S einzige Mittel" von Berr-Marischka mutet ja ein Wnall-Effekt" tragisch an. aber die Lösung ist scherzhast. Das eigentliche Stück des Hause? heißt indessen.Der Gedanken- l e s c r". In dieser zweiaktigen Komödie wird, in loser Verbindung der verzwickten Lage der Artisten mit dem Kriege, der artistische Humbug verulkt. Jemand, der in Friedenszeiten draußen im amerikanischen Westen als eine Art moderne Pythia oder Hellscher erfolgreiche Gastspielreisen unternommen hat. versucht nunnrehr die Engagementslosigkeit durch Gedankenleserei daheim auszufüllen, um sich über Wasser zu halten. Die? Bestreben wird an mannigfachen, ieiir tomisch gestalteten Beispielen dargetan. Inzwischen spielt aber schon ein artistischer Konkurrenzschusier die Nemesis. Diesem „Künstler"— Damenimnator seines Zeichens— fft Gelegenheit ge- boten, lausend Mark zu gewinnen, sosern eS ihm gelingt, den.Ge- dankenleser" als Schwindler zu entlarven. Wie er hinter dielen geheimnisvollen.Trick" kommt, das bildet den lomischen Auftakt der Handlung. Auf die.Sitzung" und die Entlarvung selbst in der von ÄiUispiritisten beschicklen Versammlung des spiritistischen Vereins als dem Kulminationspunkt des Ganzen fei nur andeutend hingewiesen. Bei den.HerrnfeldS" und ihren bewährten Künsilerkräften darf man sich schon einer starken Dosis urwüchsiger Komik versehen. Für die Eltern der Arbeiterjugend Berlin Ost und Nordost nndet heute, Dienstag abend 8'/� Uhr im Lokal von Heinrich. Große Frankfurter Str. 80, ein Vortrag des ReichZtagSabg. Heinrich Swult statt über: E l t e r n s o r g e n. Die Eltern werden zu Berantwottlichcr Redakteur: Alfred Wiclepp, Neukölln. Für de» zahlreichem Erscheinen in dieser Veranstaltung freundlichst eingeladen. Arbeiterjogend Osten. Bei der om letzten Sonntag veranstalteten Wanderung nach Stolpe sind eine Pelerme sowie ein Wanderstock verloren gegangen und eine Pelerine sowie ein grüner Burschenhut gefunden worden. Diese Sachen sind abzugeben bezw. abzuholen bei Oldenburg, Landsberger Str. 115 v. IV, abends zwischen tL7 bis 8 Uhr. Straßenunfällr. Ein schwerer Unfall ereignete sich am gestrigen Montagvormittag im Norden Berlins. An der Ecke der Danziger Straße und der Schönhauser Allee wollte gegen ff.lO Uhr eine Frau Anna Franke unmittelbar vor einem in der Richtung nach Nordend verkehrenden Straßenbahnwagen der Linie 57 das Gleis überschreiten. Sie wurde jedoch umgestoßen und erlitt bei dem Sturz einen Bruch des Beckens. Die Schwerverletzte er- hielt auf der nächsten Unfallstation die erste ärztliche Hilfe und tourde von dort nach dem Rudols-Birchow-Krankenhause geschafft.— Ein anderer Unfall ereignete sich am Savignyplatz in Charlottenburg. Dort fuhr ein Auto gegen einen Kandelaber, den es durchbrach und überfuhr dann einen kleinen Knaben. Mit schweren Verletzungen beider Oberschenkel wurde das verunglückte Kind einem Krankenhause zugeführt. Verloren wurde am Sonntag aus dem Wege vom Zentral- Friedhof in Friedrichsfelde bis zur Station Friedhof und von dort bis zur Station Lichtenberg eine schwarze Damenhandtasche, ent- haltend Frauenhandschuhs, Pincenez und ein Portemonnaie mit zirka 45 M. Mmiatskostgeld. Mitteilungen darüber sind an Frau Buck. Birkenstraße 74, zu richten. Mus öen Gemeinöen. Ztadtvcrordnetenwahl in Charlottenburg. In der heutigen Stadtverordneten- Ergänzungswahl wurde im ersten Bezirk der 8. Wählerabteilung der von uns aufgestellte Genosse, Schriftsteller Simon Katzenstein, mit 289 Stimmen ohne Gegen- kandidaten gewählt._ Schullastenstreit der Gemeinde Buchholz. Die Gemeinde Buchholz iNiederdarnim) hatte für das Jahr 1911 Schullostenbeiträge gemäß§ 53 des Kommunal-Abgaben- gesetzes von den sogenannten BelriebSgemeinden Berlin, Pankow und Blankenburg verlangt. Im Spruchversah ren ver- urteilte der Bezirksausschuß die Stadt Berlin zu 200 M., die Gemeinde Pankow zu 1700 M. und die Gemeinde Blankenburg zu 400 M. Beiträgen, nachdem erst höhere Sätze beschluß mäßig festgesetzt waren. Zwischen Pankow und Buchholz kam eine Einigung zustande. Bertin und Blankenburg legten gegen das Urteil des Bezirks- ausschusies Berufung ein. Das Oberverwaltungsgerickt bestätigte aber am Montag das Urteil dcS BezirksauSschusieS und führte unter anderem aus: Mit Recht habe der Bezirksausschuß angenommen, daß die in Betracht kommenden Arbeiter aus der Gemeinde Buchholz dort zu« gezogen oder wohnen geblieben seien, weil sie in benachbarten Ge- meinden lBlankenburg, Berlin usw.) Beschäftigung hatten. Die etwas weitere Entfernung zwischen der Wobngemeinde Buchholz und der Betriebsgemeinde Berlin spricht nicht dagegen.— Nun habe Berlin betont, daß nur 34 Schulkinder solcher Arbeiter in Betracht kämen, deren Bäter in Berlin arbeiteten und in Buchholz wohnten. Diese geringe Zahl sei nach Auffassung des Gerichts jedoch nicht ent« scheidend. Denn es käme auf die Gesamtzahl der Kinder von Arbeitern gemäß§ 53 an, die in Buchholz wohnten und die in Berlin, Pankow und Blankenburg arbeiteten. DaS waren aber zusammen 154 Kinder. Diese erforderten für Buchholz Mehrschulkosten in Höhe der Kosten für zwei Schulklasien. Das sei, im Verhältnis zu den sonstigen Schulausgaben der Wohngemeinde Luchholz, eine unbillige Mehrbelastung. Da der Bezirksausschuß auch im übrigen den§ 53 des Kommunalabgabengesetzes richtig an- gewendet habe, so müsse es bei der Vorentscheidung verbleiben. Soziales. Verbindlichkeit des Abkommens mit einem Arbeitsnachweis. Ter Inhaber eines Friseurgeschästs hätte mit dem Arbeitsnachweis des Verbandes der Friseure ein Abkommen getroffen, wonach dem Geschäftsinhaber regelmäßig an jedem Sonnabend ein Friseurgehilfe zugeschickt werden sollte, der am Sonnabend und Sonntag als Aushilfe zu arbeiten hatte. Als infolge deS Krieges ein Mangel an Friseurgehilfen eingetreten war, teilte der Arbeitsnachweis dem Geschäftsinhaber an einem Sonnabend mit, es sei ihm diesmal leider nicht möglich. einen Gehilfen zu senden, weil keiner da sei. Am folgenden Sonnabend wurde dem Geschäftsinhaber wieder ein Gehilfe zugeschickt, aber der Geschäftsinhaber wies ihn ab. Der Gehilfe klagte beim Ge Werbegericht um Schaden- ersatz in Höhe von IG Mark. Der Beklagte vertrat den Srandpunkt, er halte sein Abkommen mit dem Arbeiisnachweis dadurch für aufgehoben, daß ihm derselbe bereits zweimal keinen Gehilfen zuschicken konnte. Er sei deshalb berechtigt gewesen, im vorliegenden Fall« den ihm übersandten Gehilten zurückzuweisen. Das Gewerbegericht sprach dem Kläger den beanspruchten Schadenersatz zu mit der Begründung: Die ein für allemal getroffene Vereinbarung Wegen SteÜung einer?lushilse erledige sich nicht ohne weiteres da- durch, daß der Arbeitsnachweis ein- oder zweimal nicht in der Lage war. eine Aushilfe zu stellen. Nur durch einen ausdrücklichen Widerruf hätte der Beklagt« das Abkommen rückgängig machen können. Wer hat Recht? Ein schroffer Widerspruch zwischen dem Kläger und einem Zeugen spielte eine auffallende Rolle in einer gestrigen Ver- Handlung vor dem Gewerbegericht. Die HotelbetriebSgesellschast hatte für ihr Lokal.Zum Heidel- berger" beim Arbeitsnachweis eines KellnervereinZ einen Aushilfskellner bestellt. Der betreffende Arbeitsvermittler hatte auch einem Kellner die Stelle gegeben. Ob dieser Kellner aber im.Heidel- berger" erschienen war oder nicht, darüber behauptete er das Gegen- teil von dem. was der Geschäftsführer des»Heidelberger" angab. Vor dem Gewerbegericht, wo der Kellner, weil er trotz seiner Mel- dung nicht eingestellt worden sei, auf Schadenersatz klagte, machte der Kellner ganz genaue Angaben über Zeit und Ort seiner Meldung beim Geschäftsführer, der ihn abgewiesen habe, weil er statt um 1 Uhr erst um 8 Uhr gekommen sei. Der als Zeuge vernommene Geschäftsführer behauptete ganz bestimmt, er kenne den Kläger nicht, könne sich nicht erinnern, ihn jemals gesehen zu haben, jedenfalls habe er zur fraglichen Zeit nicht mit ihm gesprochen. Der Kläger, der diese Angaben entschieden be- stritt, meinte, der Zeuge würde sie unter Eid nicht aufrechterhalten können. Deshalb beantragte der Kläger, den Zeugen zu ver- ei den. Der Zeuge b es ch w o r darauf seine Aussage und auf Grund derselben erkannte das Gericht auf Abweisung der Klage. Ter Kläger verließ den Gerichtssaal mit der Versicherung, er werde weitere Schritte gegen den Zeugen einleiten.__ 'Inseratenteil veranlw.: Th.Glocke.Berlin. Druck u-Verlag: Vorwärt» Zur Waisenrente. Eine Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung in der Frage des Ersatzanspruchs der Armcnvcrwaltung auf Waisenrenten hat per kurzem das Reichsvsrsicheruugsamt gefällt. Danach»st der Anspruw der Armenverwaltung auf Ersatz bis zum vollen Betröge der Waisenrente nur dann begründet, wenn sie der Waise vollständigen Unterhalt in einer Anstalt gewährt hat. Der Unterstützung durw Gewährung des Unterhaltes in einer Anstalt ist aber eine dmw Unterbringung in Familienpflege gewährte Unterstützung nicht gleini zustellen, da die llnterbringung in Familienpflege diejenige Gälomie für die Gewährung sicheren und ausreichenden Lebensunterhalts nicht zu bieten vermag, wie die llnterbringung in einer für solws Zwecks eingerichteten und sachverständiger Leitung und Ausnwr unterstehenden Anstatt. Mit dieser Entscheidung stellt sich daS Reiw?- verstchsrungsamt auf den Standpunkt, den das Oberverwaltung- gericht unter der Herrschaft des alten JnvalidenversichcrungSgesetzcs in seinen Entscheidungen vertreten hat. Gerichtszeitung. Wer haftet für Ueberschreitung der Höchstpreise? lieber die Auslegung der Höchstpreisverordnung ist Streit darüber entstanden, ob"nicht allein der Verkäufer, sondern auch der Käufer strafbar sei. Tie Auffassung, daß auch der Käufer strafbar sei, vertrat die Staatsanwaltschaft in der Provinz Sachsen, die gegen teftige das Gericht. Wegen Ueberschreitung der von der Behörde festgesetzten Höchst- preise war sowohl der Verkäufer, der den zu hohen Preis gesordeü. wie auch der Käufer, der ihn bezahlt hatte, unter Anklage gestclli. Das Gericht verurteilte zwar den Verkäufer, sprach aber den Käufer frei. Es ging hierbei von der Voraussetzung ouS. dar, sich die Strafandrohungen des Gesetzes nur gegen den Verkäufer richten. Tie Ausfaffung des Gerichts dürfte die zutreffende sein. Gegen sie wird geltend gemacht, ihr widerspreche der Wer! laut und die Absicht des§ 4 des Gesetzes betreffend Höch" preise vom 4. August, denn dort heißt eS,„w? r die festgesetzten Höchstpreise überschreitet, wird mit Geldstrafe usw. bestraft." Es sei also kein llntci- schied zwischen dem Käufer und Verkäufer gemacht, einer „Ueberschreitung" mache sich sowohl der Verkäufer, der den hohen Preis fordert, wie der Käufer, der ihn bezahlt, schuldig. Diese Auslegung verkennt den Begriff einer„Ueberschreitung des Höchstpreises" und die Absicht des Gesetzes. Das Gesetz hat im Gegensatz zum K 72 der Gewerbeordnung, der die polizeilichen Taxen aufgehoben hat. Taxen für die Dauer des gegenwärtigen Krieges zugelassen. Unter einer Ueberschreitung der Taxen oder Höchstpreise versteht man sprachlich ebenso wie unter einer Uebcrhebung der Gebühren durch einen B>-> amten oder Advokaten im Sinne der§§ 352, 353 Str.-G B nur das Fordern oder Empfangen der Preise: Höchstpreise gibt eS begrifflich nur für diesen, nie für den Käufer oder sonstigen Zahlungsverpflichteten. Ist schon deshalb die Entscheidung deS Gerichts als die zutreffende zu erachten, so tritt hinzu, daß die Absicht des Gesetzes dahin ging, den zu strafen, der die durch den Krieg geschaffene Notlage zu seinen Gunsten ausbeutet. Diese Absicht würde in den meisten Fällen geradezu vereitelt, wenn auch der bestraft werden sollte, dessen Notlage zur Erpressung von zu hohen Preisen mißbraucht wird. Ter Gesetzgeber hätte dann ebenso gehandelt wie ein Gesetzgeber, der nicht nur den Wucherer, sondern.'ng, den Bewucherten mit Strafe bedroht. Es leuchtet ein. baß solcher Gesetzgeber die Ausführung seiner Strafen durchweg verhindern würde. Denn der Käufer würde sich hüten, die Staatsanwaltschaft zur Bestrafung der Ueberschreitung der Höchstpreise anzurufen, wenn er selbst dann nicht nur hie Höchstpreisüberschrcltung. sondern gar noch Strafe dafür zahlen müßte, daß seine Notlage mißbraucht ist. ES ist anzunehmen. daß das Reichsgericht dem von einigen Blättern unterstützten Versuch energisch entgegentreten wird, durch Anklage oder Bc- strafung der Käufer eine Versicherung für Höchftpreisüber- schrestung zu schaffen.____ parteiveranftaltungen. Niertee KreiS. Jugendsektion. Mittwoch, oen K. Maü g'/j Ubr, findet in den AndreaSfestsälen, Andreasltr. 21. der I. Vortrag der Kenostin Juncker über r.Das jüngste Entwickelungsstadium des Kapi!..' IlsmuS" statt. Tistussion._ Sriefkaften öe? Reüaktion. tii(uti[ti(ch« SprechltllNdo findet wr Abonnenten Ziildenpr. Z. IT, Hes rechts, parterre, am Montag bis Freitag von t bis 7 Uqr, am Sonnaoenn von S bis S Uhr statt. Jeder sür den Briefiasten beslimnüen Anfrage ist«in Luchstabe und«ine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Brief NT- Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine ASonnemsntZauitiuüa beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trog« man in d-r Sprechstunde por. Lcrträge, Schrisistücke und dergtetchen dringe«an in 0!« Sprechstunde«it. P. St. 18. Die Mutler bat Anfpruch aus Kriegselterngeld. Unter Vorlegung deS TotenIcheineS. der vom Kriegsminifierium auszustellen ist. ist der Rentenantrag beini Bezirkskommando zu stelle».— A. Z. ix. 1. Das ist möglich, aber kaum wahrlcheinlich. 2. Ja, nur einer persSnlich-n Geslellungsoidre müßten sie Folge leisten.— Unteroffizier ft..live Frau soll sich auf die sonderbare Zumutung des Hauswirtes nicht cinlass-n. sie soll ibn vor das Mietseinigungsamt laden. Bezieht denn Flire Frau keinen städtischen NietSzuschuß?— A. H. 25. Ja.— A. F. 99. Nein. Amtlicher Marktbericht der städtischen Maitthallen-Direiiian über den Großhandel in den Zentral-Martiballen.(Ohne Berbindlichtest» Montag, den Z.Mai ISIS. Fleisch: Rindfleisch per 50 lex. i-ck'»» fleisch la 87—105, do. IIa 78-86, do. Ula 70-77; Bullenfleisch la SO—'"!. da. Ha 74— 80: Kühe, fett 76— 89, do. mager 62— T", do. dännste 58—71; Fresser 64—78, Fresser, dänische, 60—68, Bullen, däniswe. 65— 75; Kalbfleisch, Doppellender 1?.S— 145; Mastkälber la 105—120. da. IIa 80— ICO; Kälber ger. gen. 50— 65, do. dän. 60—68, do. hofl 50—55. Hammelfleisch: Mastlämmer 108— 112; Hammel la 97— 101 do. IIa 90—96; Schafe 95—102. Schweinefleisch: Schweine. jeite 00—00. sonstige 98—142, dän. Sauen 00—00, dän. Schioeine 00. 00. Gemüse, inländisches: Kartosseln, Dabcrsche 50 ke 7,50; weize.Ka-'n. krönen 7,00; Magnum bonum 7,00; ZSolimann 7.00; Pon-i-, Schock 0,80—1,50; Sellerie. Schock 9.00—11.00; Spinat 50 i~ 6,00—20,00; Mohrrüben 6,00—8,00; Diffingkohl Schock 0,00—0.00; Wirfingkohl 50 d» 0,00—0,00; Weißkohl Schock 0,00—0,00. Weißkohl 50 kg 19,00-20,00; Rotkohl, Schock 0,00-0,00; Rotkohl 50 kg 0,00 km? 0,00; Kohlrüben Schock 6,00—14,00; Märkische Rüben 50 kg 10.00—18,0•. Rosenkohl 50 kg 00,00—00.00, Meerrettich schock 6,00-14,00; Petersilienwurzel schockbund 4.00— 6,00; Zwiebeln 50 kg 25,00 A Radieschen Schockbund 2,50—3,00. Waldmeister Mandel 0,40—0,50. Marchein 50 k" 40—50. Gurken, Gorgafter, 100 St 00— 00. Rhabarber. Hamburger, 100 Bund 5,00—8,00. Spargel, Beelitzer la. kg 0,00—0,00, dito unsortiert st, kg 0,40—0.70, dito Märkischer