Nr. 127. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis prănumerando: Bierteljährl. 8,30 m, monatl 1,10 L wöchentlich 25 fg, frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Steue Welt" 10 Ba Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweis Ericheint täglich. " Vorwärts Berliner Volksblaff. 32. Jahrgang. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedrucic Bort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchftaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Sonntag, den 9. Mai 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 151 90-151 97. Die Folgen der Durchbruchsschlacht in Westgalizien. Die Einnahme von Libau.- Die Torpedierung der„, Lufitania". Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 8. Mai 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Vor Zeebrügge brachten unsere Küstenbatterien gestern abend einen feindlichen Zerstörer zum Sinken. Auf dem größten Teil der Front fanden die üblichen Artilleriekämpfe statt, die sich an einzelnen Stellen so bei Ypern, nördlich Arras, in den Argonnen und auf den Maashöhen zeitweise steigerten. Zum Infanteriekampf kam es nur in den Vogesen. Hier griffen die Franzosen unsere Stellungen bei Steinabrück beiderseits des Fechttales nach stundenlanger Artillerievorbereitung abends an. Sämtliche Angriffe scheiterten unter starken Verlusten für den Feind. Oestlicher Kriegsschauplatz. Unsere gegen Libau vorgehenden Truppen festen sich in Befis dieser Stadt. Hierbei fielen 1600 Gefangene, 12 Geschüße und 4 Maschinengewehre in ihre Hände. Südöstlicher Kriegsschauplatz. 21 Die Verfolgung des geschlagenen Feindes durch die Armeegruppe Mackenfen und die anschließenden Verbündeten ist auch gestern von einigen erfolgreichen Nachhutkämpfen abgesehen in stetem Fluß geblieben. Unsere Vortruppen haben am Abend bereits den Wislok in Gegend Krosno überschritten. Das gemeinsame Handeln aller beteiligten Heeresteile im Vorwärtsdrängen führte zum Abschneiden nicht unbeträchtlicher russischer Kräfte, wodurch die Gesamtzahl der seit dem 2. Mai auf dem galizischen Kriegsschauplah gemachten Gefangenen bis jetzt auf etwa 70000 gestiegen sein dürfte. Allein wurden den Russen 38 Geschüße, darunter 9 schwere, abgenommen. Ein englischer Zerstörer Oberste Heeresleitung. Die Durchbruchsschlacht in Westgalizien. Berlin, 8. Mai.( W. T. B.) Aus dem Großen Hauptquartier erhalten wir über den weiteren Verlauf der Durchbruchsschlacht in Westgalizien folgende telegraphische Mitteilung: Am Abend des 2. Mai war es den verbündeten Truppen nicht nur gelungen, die russische Front zwischen Karpathenkamm und mittleren Dunajec zu durchbrechen, es war vielmehr auch am Unterlauf dieses Flusses geglückt, das östliche Ufer zu gewinnen. Desterreichische Truppen waren es, die in der Nacht vom 1. bis 2, Mai beim Mondenschein den Dunajecübergang erzwangen. Das Unternehmen war so gut vorbereitet und ausgeführt worden, daß der gegenüberstehende Feind völlig überrascht wurde. Neben mehr als tausend Gefangenen wurden zahlreiche Geschüße und Maschinengewehre erbeutet. Am 3. und 4. Mai nahm die Durchbruchsschlacht ihren Fortgang. War doch am 2. Mai erst die vorderste Hauptstellung der Russen gefallen und hatten diese doch bis zur Wisloka, das ist auf einer Strecke von etwa 30 Kilometer, noch drei weitere mehr oder weniger stark ausgebaute befestigte Stellungen vorbereitet. In der russischen zweiten Hauptstellung fanden die Verbündeten wenig Widerstand. Es tam hier vielfach nur zu Nachhutgefechten. Größere Kämpfe fanden an vereinzelten Stellen, vor allem an Punkten statt, wohin der Feind von rückwärts her Verstärkungen herangeholt hatte. Diese Kämpfe endeten allgemein damit, daß auch die Verstärkungen mit in den Strudel des Rückzuges gezogen wurden. Am Nachmittag standen die verbündeten Truppen vor der dritten Hauptstellung des Feindes, gegen die der Angriff am 3. Mai nicht mehr durchgeführt werden konnte. Die Truppen des Generals von Francois kämpften an diesem Tage noch um den jener dritten Stellung vorgelagerten Wilczakberg, den Schlüsselpunkt für den Besitz der Stadt Piecz. Diesen Berg hatten die Russen besonders stark ausgebaut. Wiederum lagen ihre Schüßengräben stockwerkartig übereinander. Die Russen versuchten das Herankommen der deutschen Truppen an diesen Berg zu verzögern, indem sie von Süden her zu einem Gegenangriff ansetten. Ein paar Schrapnells genügten aber, um den schon schwer erschütterten Feind zur Umkehr zu beranlassen. Noch am Abend des 3. Mai war der Wilczak in deutscher Hand. Die preußische Garde nahm nach heißem Waldkampfe die Höhen von Lipis. Dem rechten Flügel der österreichischen Truppen der Armce des Erzherzogs Josef Ferdinand gelang es an diesem Lage, die Ruffen von den steilen Waldbergen östlich des Bialatales hinunterzuwerfen und in Richtung Tuchow weiter Gelände zu gewinnen. berloren gegangen. Unter den großen Verlusten, die ein so eiliger Rüdzug bedingt, räumte der Feind den Streifen ungarischen Bodens, den er so mühsam erſtritt. Standen die Russen am 3. Mai noch ganz im Bann ihrer in den Grund gebohrt. In West galizien nehmen die Kämpfe an der ganzen tags zuvor erlittenen schweren Niederlage, so glaubten sie doch Front weiter einen erfolgreichen Verlauf. Krosno wurde am 4. Mai, die Offensive der Verbündeten zum Stehen zu bringen. Berlin, 8. Mai. Am 7. Mai wurde vor Zeebrügge gestern durch unsere Truppen erobert. Wie groß die Ver- Mit den am 3. Mai eingefeßten Teilen verfügten sie über vier der englische Zerstörer„ Maori" durch das Fener wirrung und Unordnung bei der auf der ganzen Front im bis fünf Infanterie- und vier, Kavalleriedivisionen, die sic an diesem Tage den Angreifern entgegenführten. In einem großen nuserer Küstenbatterien zum Sinken gebracht. Der schleunigen Rückzuge befindlichen Armee Radko Dimitriews nach Südwesten gerichteten Bogen, der als eine Art von großem Zerstörer„ Crusader", der zur Unterstützung heranzukommen ist, beweisen die im Ortskampf um Brzostok ge- Brüdenkopf der Stadt Jaslo auf etwa 12 bis 15 Kilometer Entsuchte, wurde gezwungen, sich zurückzuziehen und seine aus- machten Gefangenen, die den sechs russischen fernung vorgelagert war, finden wir die dritte Hauptstellung der gefesten Rettungsboote im Stich zu lassen. Divisionen Nummer 5, 21, 31, 52, 63 und 81 angehören. Russen. In ihr waren die Höhen um Scerzyny, nördlich Biecz Teile der aus den Beskiden zurückflutenden russischen Truppen und die Ostra Gora wichtige Stüßpunkte. Der Feind leistete an nommen. wurden an mehreren Stellen umzingelt und gefangen ge- vielen Stellen erbitterten Widerstand, aber ihm fehlte, wie die gefangenen Offiziere aussagen, jede planmäßige und einheitliche Leitung. War schon die Vermischung der Verbände infolge der Die Gesamtzahl der seit dem 2. Mai Gefangenen Kämpfe am 2. und 3. Mai eine sehr erhebliche gewesen, so ererreichte bisher siebzigtausend. Die Verfol- folgte am 4. Mai der Einsatz der Reserven völlig planlos. Re gung wird fortgesetzt. gimenter- und bataillonsweise wurden die Verstärkungen in die In Südost galizien wurden auf den Höhen beider Front geworfen, dorthin, wo die Not des Augenblics es gerade seits des Lomnicatales starke russische Angriffe zurückgereicht, daß, wenn der Feind an einer Stelle der Kampffront zähen Die Auflösung hatte bereits einen derartigen Grad cr= schlagen. Ein russischer Stützpunkt bei 3 a les z cyki wurde widerstand leistete, dieser dadurch vergeblich wurde, daß die Truppen von uns er stürmt. rechts und links jede Lust am Kampf verloren hatten und vorzeitig das Weite suchten. So erwics sich auch die Behauptung der dritten Hauptstellung der Russen als unmöglich. Die preußische Garde erreichte am Abend des Tages die Gegend von Scerzyny. Das ungarische Honvedregiment 10 setzte sich nach siebenmaligem Sturm in den Besitz einer Höhe nördlich Biecz, worauf sich die Besatzung der benachbarten Höhe ergab. Weiter südlich schickten Die ganze Besatzung des" Maori" sowie die Bootsbemannungen des Crusader" wurden von unseren Fahrzeugen gerettet und nach Zeebrügge gebracht. Im ganzen sieben Offiziere, 88 Mann. Bei dem Vorgehen unserer Truppen gegen Libau haben unsere Ostseestreitkräfte den Angriff durch Beschießung von See unterstützt. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes gez. Behncke. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Der französische Tagesbericht. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 8. Mai.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 8. Mai 1915, mittags: Paris, 8. Mai.( W. T. B.) Amtlicher Bericht von sich deutsche Angriffstruppen gerade zum Vorgehen auf die Ostra Die Folgen der Schlacht von Tarnow und Freitagnachmittag. Ein deutscher Angriff erfolgte gestern Gora an, als der durch das schwere Artilleriefeuer erschütterte Gorlice übertragen sich nunmehr auch auf die Karpathen- gegen Ende des Tages in den Argonnen bei Baga- Feind weiße Fahnen schwenkte und sich in Scharen ergab, bevor front östlich Lupkow. Unsere Truppen, die auch hier telle und mißlang vollkommen. Auf der übrigen Front, noch ein deutscher Infanterist zum Angriff angetreten war. Am Abend des 4. Mai war der rechte Flügel der Armee Mackenzum Angriff übergingen, eroberten nachts den Grenzkamm besonders nördlich pern und im Vauquoisgebiet, heftige sen bis auf wenige Kilometer an die Wislofa herangekommen. nördlich der aus den letzten erbitterten Karpathenkämpfen be- Artilleriekänipfe. Man rechnete mit neuen feindlichen Stellungen auf dem Ostufer kannten Orte Telepocz, Zelloe, Nagypolani. Paris, 8. Mai.( W. T. B.) Der amtliche Bericht dieses Flusses. Hatten doch auch Gefangene ausgesagt, daß die Während der Wintermonate haben die Russen unter den von gestern abend lautet: In der Nacht vom Donners- Unterstände gepreßt hätten. Dazu war aber für die russische Russen die Landeseinwohner zum schleunigen Bau betonierter schwersten Verlusten in wochenlangen Kämpfen südlich des tag zum Freitag unternahm der Feind zwei kleine Angriffe, Armee des einstigen bulgarischen Gesandten am Hofe des Zaren, Grenzkammes der Karpathen Fuß gefaßt und durch Einsatz einen in Frise westlich von Peronne, den anderen in der des jetzigen russischen Generals und zum Fürsten erhobenen Armeealler verfügbaren Reserven ihre Front in den Oberläufen der Champagne bei der Feldschanze von Beauséjour. Die verbraucht, neue Truppenverbände noch nicht zur Stelle und die führers Radko Dimitriem, keine Zeit mehr; die Reserven waren Ondawa, Laborcza und Cziroka nach Süden vorgeschoben. Trok aller Stürme und wütenden Angriffe des Feindes Angriffe wurden durch unser Feuer und mit dem Bajonette Offensive der Verbündeten fannte fein Stoden. konnte der Uzsokerpak uns nicht entrissen werden. Nördlich zurückgeworfen. Am Freitag vormittag war das Wetter sehr und beiderseits des Passes hielt unsere Gruppe, die hier schlecht und verhinderte jede Aktion. Nachmittags herrschte monatelang focht, felfenfest stand. Der ganze Raum- nur Artilleriekampf, der auf den Maas höhen besonders gewinn der Russen ist nun in wenigen Tagen heftig war. Bis zum Abend des 4. Mai war die Zahl der Gefangenen auf etwa 40 000 gestiegen. Unter gefangenen Rofatenoffizieren wurden Analphabeten festgestellt, welche merkwürdige Tatsache in einem ausdrücklichen Bermert in den Personalpapieren dieser Offiziere ihre Bestätigung fand. Ueber die Grenze nach Livland! bon Upibentiem. Clare frater efensmitteln und sem nicht präjudizieren, und wenn Joffre es nicht für richtig hielt, große Ost presse quartier, den 6. Mai 1915. Der militärische Eroberungszug der Russen nach Memel hat in seinen Folgen eine Wendung bekommen, deren strategische Bedeutung jetzt noch nicht abgeschätzt werden kann. Sicher ohne es zu wollen und zu ahnen, lenkten die Russen deutsche Kräfte nach ber russischen Nordostede. Mit überraschender Plößlichkeit holten die Deutschen zu einem Vorstoß aus, der sie am dritten Tage in die Nähe von Libau und Mitau brachte. Jetzt schon sind wichtige Bahnverbindungen in deutschen Händen. Die Deutschen faßten in Wüten Elf später( 1721) wurde durch den Mystädter Frieden gang Livland dem Zarenreich einverleibt. Ini Laufe der Zeit hat sich Riga, dank seiner günstigen Lage und seiner fruchtbaren Umgebung, zu einer bedeutenden Handels- und Industriestadt, in Verbindung damit zu einem wichtigen EisenDie Stadt hat direkte Berebindung bahutnotenpuntt entwickelt. mit allen russischen Hauptlinien und ist außerdem einer der wichig sten Safenplähe. Es wäre für Rußland, wirtschaftlich und militärisch, ein böser Schlag, wenn es diesen Plaz den Deutschen räumen müßte. Düwell, Kriegsberichterstatter. Truppenmassen zur Wiedergewinnung der verlorenen Stellung zu opfern, müssen wir das Vertrauen haben, daß er größere Pläne hat, die beizeiten zutage treten werden. Schutzmittel gegen Giftgase. London, 8. Mai.( W. T. B.) Im Unterhaus sagte ber Unter staatssetretär Tennant auf eine Anfrage: Als die Deutschert zuerst Giftgase verwendeten, lieferte das Kriegsamt eine Milion Respiratoren, die sich als nicht völlig wirksam erwiesen. Sie wurden durch ein anderes Muster ersetzt, das aus mit Sodakarbonat und festgehalten wird. Es wird erwogen, ob nicht Bollhelme besser das Nek hinein, deſſen zerreißung den Gegner außerordentlich die Meldung des russischen Generalstabs. Sobahnpofulfit getränktem Baumwollabfall besteht, ber burch Schleier Die neue englische Offiziersverlustliste. schmächt. Der Jubel über die Zurückwerfung der Russen nahm erflärlicherweise in den Kreisen Memel und Tilsit sehr lebhafte Petersburg, 8. Mai.( W. T. B.) Der Große sind. Formen an. Ein Teil der Niederung war über 3 Monate lang Generalstab meldet: In der Gegend von Mitau von den Russen besetzt. Wenn diese daraus auch schon seit einem Bierteljahr vertrieben worden sind, so legte sich die Angst und Besorgnis, der unerbetene Gast fönne vielleicht noch einmal wieder kommen, wie ein lähmender Alb auf die Gemüter. Der russische Einfall in Memel steigerte die Besorgnisse. Die von Sorgen angeregte Phantasie sah bereits ungeheuere zarische Heeresmaffen und Graymki. Wir wiesen in dieser Gegend drei Gegenauf Tilsit zumarschieren; da kam, selbst für die meisten Tilsiter angriffe des Feindes zurück. Wiederholte deutsche Versuche, überraschend, die Kunde von dem fluchtartigen Zurückweichen der die Meierei Pomiani zurück zu erobern, waren verRussen vor den in Gilmärschen auf Mitau vorwärtsstürmenden gebens. Am 6. versuchte der Feind, die Piliza bei KozDeutschen. Nun denkt niemand mehr daran, daß in diesem Kriege noch einmal eine fämpfende russische Truppe deutsches Gebiet lobe zu überschreiten, wurde aber durch unser Feuer zurückbetreten könnte. Mit größerem Vertrauen, mit neugestärfter Zust geworfen. schließen unsere Truppen den Feind weiter eng ein. In der London, 8. Mai.( W. T. B.) Die neue Verlust. Richtung auf Mama nugten wir den frisch errungenen Erfolg aus und besezten dort ant 6. die Dörfer Marcisze liste verzeichnet den Verlust von 120 Offizieren. Der Erfolg. Zur Be Der türkische Krieg. Asquith über die Dardanellenaktion. London, 8. Mai.( W. T. B.) Nach einer ausführlichen Meldung jagte Premierminister Asquith in der Donnerstagsigung des Interhauses über die Operationen der Alliierten an den Dardanellen folgendes: gehen die Leute nun wieder an die Arbeit. Richt, als ob viel In Galizien, zwischen der Weichsel und den Karpathen, verjäumt worden wäre; davon kann keine Rede sein. Ich bin geradezu überrascht von dem Umfang der erledigten Landarbeiten dauern die Kämpfe mit gleicher Erbitterung fort. Sie haben Es wurde beschlossen, gleichzeitig an drei Stellen zu landen, bei But her Mieberung, yn ben Gärten und auf den Feldern spricht den Charakter einer großen Schlacht ange- Nap Selles und Gedbul Bahr sowie bei Kaba Tepe und In dieser Gegend ist das Eintreffen um kale. Die Landung am asiatischen Ufer war wesentlich, um die Saat, fnospet und teimt es: der Dank der Natur für die ihr nommen. liebend gewidmete Tätigkeit. Allerdings, noch bleibt viel zu tun. mehrerer deutscher Korps gemeldet. In der die feindlichen Batterien zum Schweigen zu bringen, welche die Vor allem auch in der Belebung der Ställe und in dem Wohnlich Richtung auf Mezolaborez wiesen wir sechs heftige An- Landung am europäischen Ufer hindern fonnten. Am Morgen des machen der Heime. Die Wohnungen sind vielfach in trauriger griffe des Feindes mit dem Bajonett zurüd. Die Zahl der 25. April landete die 29. Division in Seddul Bahr, die Australier und Berfassung, die Einrichtungen zum Teil verschwunden. Muhen, Grunzen und Wiehern tönt, wie sonst, aus den Ställen; Verwundeten aus der Gegend von Mafubfa wächst. Im Neuseeländer bei Staba Tepe und die Franzosen bei Kumi Kale. Am auch das Arbeitsgerät muß erst noch wieder vervollständigt werden. Tale der Lomnika errangen wir auch einen wesentlichen Abend waren 2900 Mann ausgeschifft, wobei feindliche Infanterie und Artillerie hinter verschiedenen Linien von Stacheldraht und Der Landmann, nicht zuletzt der fleine selbstwirtschaftende BeDie sizer, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Fast fönnte man glauanderen Hindernissen einen heftigen Widerstand leistete. ben, fie müsse ihn zu Boden drücken. Aber mit staunenswerter Zur Besetzung von Libau. Truppen der 29. Division wurden den ganzen Tag über westlich von Elaftizität richtet er sich auf und sucht die Widerwärtigkeiten zu Seddul Bahr aufgehalten. Bei Sonnenuntergang machten sie, unt Dem Handbuch für Heer und Flotte entnehmen wir weitere Sandungen zu deden, einen Angriff längs der Höhen von überwinden. Unser Wagen saust durch eine prächtige Birfenallec. Im frischen Grün der hängenden Zweige spielt die Sonne. folgende Mitteilungen über Libau: Tefe Burun, die eine gute Aufstellung ermöglichen. Der Angriff Auf den Feldern rühren sich fleißige Hände; Kinder tummeln Libau, russische Hafenstadt und Flottenstügpunft an ber fur wurde mit großem Elan auf die Abhänge des Hügels von Saribair und Flottenf sich im Freien; ein fleines Mädchen versucht, ein Büschel Blumen ländischen Küste mit( 1904) 64 500 Einwohnern, ist der einzige ausgeführt. Die Franzosen landeten bei Kum Kale und rückten gegen in unseren Wagen zu werfen. Auf einmal ein nall, cine Banne. Bei dem frodenen Wetter fallen viele Nägel aus den größere eisfreie Hafen Rußlands an der Ostsee. 2. sollte deshalb Yenshir vor. Alle Berichte rühmen die Mitwirkung der Flotte. Die Holzwagen; sie sind eine böse Gefahr für die Gummireifen. Einer als Kriegshafen ersten Ranges ausgebaut werden, und 1893 wurde Operationen verursachten uns schwere Verluste, u. a. vervon ihnen hatte sich in den Mantel eines Reifens eingebohrt und zu diesem Zweck der geräumige Kaiser- Alerander- III. Hafen angelegt. loren mir den Brigadegeneral Napier. Die Landung wurde am den Luftschlauch durchstoßen. Gerade vor unserer Unfallstelle ist 1908 ließ man den Plan wieder fallen, da 2. von der offenen See 26. April fortgesetzt unter andauernden entschlossenen Angriffen des ein Landmann mit dem Einlegen von Rübensamen beschäftigt; aus beschossen werden kann. Der Hafen wird durch die 1600 Meter Feindes, die aber in jedem Falle zurüdgeschlagen wurden. Die seine Frau ist dabei behilflich. Er grüßt uns, erkundigt sich nach lange Nordmole, den Wellenbrecher und die Südmole, eine Verlängerung 29. Division nahm die türkische Stellung bei Seddul Bahr, die ein unferem Unfall. Ich frage ihn nach seinen Erlebnissen. des Kais des alten Hafens, gebildet. Der größte, 6 bis 10 Meter Labyrinth von Felsen, zerstörten Häusern und Drahtverhauen war. Vierzigjährige war furze Zeit Soldat; irgendein förperlicher Fehler tiefe Teil ist für Kriegsschiffe bestimmt; der südliche Teil ist Am Abend des 27. mar die 29. Division, nachdem sie zwei Meilen befreite ihn von weiterem Kriegsdienst. Unverdrossen begab er sich an die Bestellung seines Feldes. Leicht war das nicht; alles Handelshafen und hat Tiefen von 2,5 bis 7,8 Meter. Die Regierung vom Landungsort vorgerüdt war, auf der Halbinsel in fester Stel Vich hatten die Ruffen fortgetrieben und in seiner Wirtschaft alles hat Trodendods von 183 Meter Länge und 9,1 Meter Tiefe sowie lung. Die Franzosen, die vom asiatischen Ufer herübertamen, nachs zerstört. Die Vorentschädigung auf den Kriegsschaden hatte der ein größeres Schwimmbod, Reparaturwerkstätten für Schiffe dem sie dort ihre Aufgabe erfüllt hatten, stießen zu ihnen. Die unfreiwillige Aufenthalt in Tiljit aufgegehrt. Hier weilte er und Maschinen und einen Schwimmkran von 45 Tonnen Australier hatten alle Gegenangriffe abgeschlagen, und östlich des mit feiner Familie, zu der noch ein Kind und die alte Schwieger- Tragfähigkeit. Außerdem sind Privatwerften und Maschinen- Landungsortes Gelände gewonnen. Am 28. und 29. wurden neue mutter gehört, während die Russen auf seinem Anwesen hausten. fabriken vorhanden. Der alte oder innere Hafen wird durch einen Truppen und Vorräte ausgeschifft. Am 2. Mai rückten französische Jekt hat er ein Pferd bekommen und in rüstiger Tätigkeit, zu fünstlichen Kanal gebildet, der den Libauer See mit dem Meere und britische Truppen sowie Australier, die durch die Royal Naval janimen mit seiner Frau, die Aderarbeit bewältigt. Nun fommt berbindet. Der äußere Teil bis zur ersten Brüde ist für Division verstärkt wurden, am Südende der Halbinsel vor. Die die Ileine Arbeit in Haus und Garten an die Reihe. Das Hausmesen besorgt die alte Mutter. In den nächsten Tagen hofft der größere Schiffe bis 7 Meter Tiefgang eingerichtet und wird durch Stellung ist jetzt überall fest. Die Operationen werden unter höchst Unverzagte, sich eine Milchkuh holen zu können. Dann ist er aus massive Kais begrenzt. 2. ist bedeutender Handelsplatz. Der Haupt- befriedigenden Umständen energisch fortgesetzt. der größten Not heraus. Nicht verdroſſen, mit fast heiterem schiffsverkehr findet im Winter statt. Seekabel führen nach Born: Weitere Kämpfe auf Gallipoli. Geficht, erzählt das der Mann. Man merkt es ihm an: diese holm und Kronstadt. Der Libauer See ist nur Fahrzeugen bis Arbeit ist ihm lieb geworden, ist Bedürfnis. Ich frage, ob wir, 1 Meter Refgang zugänglich. Jm europäischen Kriege 1914 Konstantinopel, 8. Mai.( W. T. B.) Meldung des mein Kollege und ich, vielleicht eine Tasse Kaffee bekommen eröffnete der deutsche kleine Kreuzer Augsburg" die Kämpfe zur Großen Hauptquartiers. Auf der Dardanellenfönnen?„ Gern, aber nur Malgfaffee." Wir nehmen dankend an. Die Frau führt uns in ihre Wohnstube. Ein Tisch stand darin, Sec, indem er am 2. Auguſt die Werke von 2. beschoß und Minen front bei Ari Burnu hält der Feind seine alte ein halbes Sofa, und zwei aus rohen Brettern gezimmerte Si- legte. Stellung. Im Süden, im Raume von Seddil Bahr, bänfe vervollständigten die Einrichtung. Die frühere war bis auf wollte der Feind gestern vormittag unter dem Schuhe seiner den Tisch und das halbe Sofa von den Russen wahrscheinlich verSchiffe angreifen. Der Kampf dauerte bis zum späten feuert worden. Troß der Einfachheit atmete der Raum OrdentlichNachmittag und war für uns günstig. Durch unsere feit und sogar Behaglichkeit. Alles war ziemlich sauber. Schmuz, den die Russen an den Wänden hinterlassen hatten, tonn- London, 8. Mai.( W. T. B.) Während einige Blätter Gegenangriffe trieben wir den Feind, indem wir ihm sehr ten mir draußen auf dem Müllhaufen anstaunen. Die Frau batte den Widerspruch der deutschen und russischen Berichte über große Verluste zufügten, an seine alte Landungsihn mit dem Anstrich und an manchen Stellen mit einer Schicht Mörtel zusammmen abgefragt, um das Haus von totem und die Kämpfe in Galizien und den Karpathen durch die stelle zurück. Auf dem linken Flügel verfolgte ein Teil lebendigem Unrat zu reinigen. Durch die blantgeputzten Fenster- Univahrheit der deutschen Berichte erklären möchten, schreibt unserer Sträfte den Feind bis zur Landungsstelle in Seddil scheiben äugte die Sonne herein, ließ ihre Strahlen über den blik Daily News": Wenn die deutschen und österreichischen Bahr und überschüttete den fliehenden Feind mit Bomben. blanken Fußboden und das schneeweiße Tischtuch spielen. Bald In Aserbeidjan, in der Gegend von Dilman, fam stand eine Kanne mit Malzkaffee auf dem Tisch; auch etwas Brot, Berichte nicht lügen, scheint es, daß Rußland einstfelbstgebadenes, brachte die freundlich lächelnde Frau herein. Ehe weilen genötigt sein wird, den Vormarsch es zu unbedeutenden Zusammenstößen zwischen unseren monoch die Banne am Wagen behoben war, hatten wir Safee und gegen Ungarn und West galizien aufzugeben. bilen Abteilungen und den Russen. Brot verschwinden lassen. Einige Mühe machte es uns nur, die Es müßte aber die Sanlinie und Ostgalizien Leute zu bewegen, Bezahlung für das so freundlich Gebotene anDen " Die englische Presse über die russische Niederlage in Westgalizien. Ein Dankerlaß des Zaren. An den übrigen Fronten nichts Wesentliches. * Athen, 8. Mai.( W. T. B.) Aus Mytilene wird gebrahtet, Ein Sohn des Ministers Asquith schwer verwundet. London, 8. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. An den Dardanellen ist ein Sohn des Ministerpräsidenten Asquith Türkische Gegenoffensive bei Erzerum. zunehmen. Bei ihrem eigenen Mangel glaubten sie noch, ganz ohne große Schwierigkeit halten fönnen. fremden Menschen Gastfreundschaft bieten zu müssen. Die wahrscheinliche Erklärung der deutschen Erfolge ist, daß Nach einer furzen Fahrt holpert der Wagen über eine Notbrüde; die Deutschen früher frisch ausgebildete Reserven ins Feld baß die gelandeten Engländer und Franzosen durch große auf dem einen Ufer standen die preußischen, an dem anderen die stellen fonnten als die Alliierten. Die Deutschen haben anDie Deutschen haben an- türkische Verstärkungen gezwungen wurden, fich defensiv russischen Grenzbäume wie der der Altierten als ich toer bezeichnet; besonders blutig aus. Nur wenige Felder sind bestellt; die armseligen Hütten der werden ihn behalten, bis die Alliierten neue Armeen gegen feien die Verluste der australischen Truppen, die bei Seddit Jenseits der Grenze sieht es zunächst noch sehr unwirtlich scheinend den Vorteil größerer Stärke auf beiden Fronten und zu verhalten. Die Verluste werden sowohl auf feiten der Zürfen hier ansässigen Littauer stehen zum Teil trostlos öde und der sie vorschicken können. Bahr gelandet wurden. Die Kämpfe dauern mit Heftig Taffen in der tristen Landschaft. In einzelnen Häusern sieht feit fort man deutsche Soldaten; selten läßt sich eine der zum Erbarmen elend gefleideten Frauen sehen, noch seltener ein Mann. Später Betersburg. 8. Mai.( W. T. 8.)( Meldung der Beiersburger befommt die Landschaft ein freundlicheres Ansehen. An Baumgruppen, gutgepflegten Feldern, an Ortschaften mit einem starten Telegraphenagentur.) In einem an den Generalissimus GroßEinschlag von steinernen Häusern saust der Wagen vorbei. In den fürsten Rifolai gerichteten Grlag sagt der Bar, der Generalissimus Straßen tauchen behäbige, modern gekleidete Menschen auf. Wir habe die Wünsche der Altvorderen berwirklicht, Rotrußland erobert jahren in der Richtung auf Riga zu. Dieses Gebiet, einst ein und feße die Befreiung des noch unter fremdem Joche schmachtenden Besitz des deutschen Ritterordens, gilt als eines der fruchtbarsten Rußlands erfolgreich fort. Der Zar erklärt, diese Tat werde für schwer verwundet worden. des nördlichen Rußlands. Von hier aus spannen vor dem Kriege immer eins der bedeutungsvollsten Plätter der Geschichte Rußnoch viele Fäden nach Deutschland hinüber. Die deutsche Sprache, lands bleiben. Ueber seinen persönlichen Eindruck von der Reise deutsche Gewohnheiten blieben erhalten, obwohl das Land mehr- im eroberten Lande berichtet der Zar, daß dort Ordnung herrsche mals den Herrscher wechselte. Besonders starte Handelsbeziehung- und der Großfürst der Organisation und Verwaltung des Landes gen mit Deutschland unterhielt Riga. An der Düna, 15 Kilometer feine Sorgfalt angedeihen lasse. Der Zar dankt dem Generalijjimus von der Mündung in das Baltische Meer gelegen, zählt die Stadt und verleiht ihm den Säbel des Heiligen Georg mit der Inschrift: über 300 000 Einwohner. Ein deutscher Bischof, Albert, gab den Für die Befreiung Galiziens. Ein ähnlicher Erlaß ist an den ersten Anstoß zu dem Emporblühen Rigas. Hier errichtete er seine Oberbefehlshaber an der Südwestfront, General Iwanoff, ergangen, Residenz, gründete 1202 den Orden der Schwertbrüder, der sich dem der St. Alexander Newsfiorden mit Diamanten verliehen später mit dem in Preußen zu Macht und Glanz erstarkten deut- wurde. schen Orden vereinigte. Der Orden riß nicht nur die Herrschaft ( Der Erlag ist ein Meisterstück der Selbsttäuschung, bestimmt, über die Stadt, sondern über ganz Liftauen an sich und machte das russische Bolt über den Ernst der Lage hinwegzutäuschen.) die Landbevölkerung zu Hörigen. Gin starter Strom von Einwanderern aus deutschen Seestädten brachte Handelsgeist- und -beziehungen nach Riga. Hamburger Recht kam hier zur Geltung, und die Stadt schloß sich der Hansa an. So wuchs ihre Bedeutung froh des ständigen Haders zwischen den Erzbischöfen und den Deutschrittern um die Oberherrschaft. Die schließlich obsiegenden London, 8. Mai.( W. T. B.) Der militärische Ritter erbauten an der Düna eine Zwingburg, die im Jahre 1484 bei einem Aufstande der bedrängten Bürger gegen den Orden Rorrespondent der Times" schreibt: Durch die AusLondon, 8. Mai.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau zerstört wurde. Den Wiederaufbau konnten jedoch die Empörer gleichung der britischen Linie ist der Abhang bei pern, der lange nicht verhindern. Im Jahre 1525 verschafften sie der Reformation die Ursache wirklicher Gefahr war, verschwunden. Der deutsche An- meldet: Die Torpedierung der Lufitania" erfolgte gestern Eingang; 1541 trat die Stadt dem Schmalkaldischen Bunde bei. spruch, verschiedene Orte bort genommen zu haben, ist unzutreffend, mittag 2.33 Uhr, nach einer anderen Meldung 2.15 Uhr. Das Die Bürgerherrlichkeit dauerte jedoch nicht lange. Ende des da wir zwölf Stunden vorher freiwillig abgezogen waren. Schiff blieb noch 20 Minuten flott. Passagiere und Bemannung 16. Jahrhunderts tam die Stadt unter die Herrschaft Bolens und wir schlugen wiederholt alle Versuche der Deutschen, Zonnebeete zu zählten zusammen 1900 Personen, nach einem anderen Damit wieder unter die der katholischen Kirche. Bereits im Jahre nehmen, ab. Nicht unter dem Drud des Feindes an der Front, Bericht 1978, und zwar 290 erster, 662 zweiter, 361 dritter 1621 wurde der polnische weiße Adler durch Gustav Adolf vertrieben; Riga wird schwedisches Besistum. Es reizie dann des fondern nur in folge der Ereigniffe weiter nördlich Westlicher Kriegsschauplah. " Freiwillig" abgezogen. Ronftantinopel, 8. Mai.( W. Z. B.) Nach vertrauenswürdigen Privatnachrichten aus Erzerum haben die türkischen Truppen einen fräftigen Gegenangriff gegen die Russen unternommen, die südwestlich von Olth in der Richtung gegen aleboghazi offensiv vorgegangen waren. Der türkische Gegen angriff war von Erfolg gekrönt. Der Feind wurde, nachdem er große Verluste erlitten hatte, in der Richtung auf Rarman zurüidgeschlagen. Die Rämpfe dauern an; die russischen Gefangenen wurden nach Hassan Kaleh gebracht. Die Torpedierung der Lufitania". Baren Alerei Gelüste. 1656 belagerte er die Stadt, vergeblich gingen unsere Truppen zurüd, um die Linie mit Freuden zu halten. Klasse und 665 Mann Besatzung. 20 Boote konnten zu Waffer amar, boch zwang fie später der Hunger untere russische Herrschaft Natürlich hätten wir gern die Deutschen sofort wieder aus den neuen gelaffen werden. Nach einer Weldung der Admiralität wurden Sieben Monate lang trotte fie ber Belagerung durch Peter den Stellungen vertrieben, aber das Temperament darf der Kriegsfunft 500 bis 600 Ueberlebende in Queenstown an : L a v d gebricht. Viele mußten ins Krankeichaus gebracht werde», mehrere starben. Auch in Kiusale ist eine Anzahl von Past'agiereu gelandet worden. Der Hafeuadmirol von Queens- town sandte eine Anzahl kleiner Fahrzeuge»ach der Stelle, wo der Dampfer sank. vergebliche Warnungen an öie �usitania*. Berlin, den 8. Mai 1915.(23. T. T.) Der C u n a r d- Dampfer. L u s i t a n i a" ist, wie Reuter meldet, gestern durch ein deutsches Unterseeboot zum Sinken gebracht worden. Die„Lusitania" war selbstverständ- lich, wie neuerdings die meisten englischen Handelsdampfer, mit Geschützen armiert. Außerdem hatte sie, wie einwandfrei bekannt war, erhebliche Mengen von Munition und Kriegsgerät unter ihrer Ladung. Ihre Eigentümer waren sich daher be- wüßt, welcher Gefahr sie ihre Passagiere aussetzten. Sie allein tragen die volle Verantwortung für das, was geschehen mußte. Deutscherseits ist nichts unterlassen worden, um wiederholt und eindringlich zu warnen. Der kaiserliche Botschafter in Washington hat noch am 1. Mai in einer öffentlichen Bekanntmachung auf diese Gefahren aufmerksam gemacht. Die englische Presse hat damals diese Warnung verspottet unter Hinweis auf den Schutz, den die britische Flotte dem transatlantischen Verkehr sichere. Zirka 1500 Paffiagiere unü Mannschaften öer„Lusitania' ertrunken. London, 8. Mai.(28. T. B.) Meldung des Renterschen Bureaus. Der Journalist Cowper aus Toronto, ein Ueber- lebender von der„finfitania", der in Queenstown beffagt wurde, erklärte folgendes: Als der Dampfer Irland sich näherte, wurde scharfer Auslug gehalten. Ich sprach gerade mit einem Freunde, als um ungefähr 2 Uhr in einer Entfernung von tausend Zlards die Kommandobrücke eines Unterseebootes sichtbar wurde. Gleich darauf konnte«an die weiße Dchaumlinie eines Torpedos sehen. Die„Lusitania" wurde am Borderschiff getroffen. Es erfolgte eine laute Ex- plosion, Teile des aufgerisseneu Schiffskörpers flogen in die Lust. Bald darauf traf ein zweiter Torpedo das Schiff, das sich nach Steuerbord zu»eigen begann. Die Besatzung ging sofort daran, die Passagiere in die Boote zu bringen. Alles spielte sich in Ordnung ab. Ein sechsjähriges Mädchen bat mich, sie zu retten. Ich brachte sie in ein Boot, befürchte aber, daß ibre Eltern umgekommen sind. Ich selbst bestieg das letzte Boot. Einige Boote konnten infolge des Ucbcrneigens des Schiffes nicht niedergelassen werden und mußten, als das Schiff sank, abgeschnitten werden. In der zweiten Klaffe befanden sich viele Frauen, ferner waren ungefähr vierzig Kinder unter einem Jahr an Bord. Obwohl die genauen Zahlen nicht festzustellen sind, ist es beretts sicher, daß weniger als sechshundert Personen gerettet wurden. Wie verlautet, ist auch der amerikanische Millionär Banderbilt er- trunken. Die Ucberlebcndcn erkläre», daß viele Passagiere durch die Torpedos getötet oder verwundet wurden. Auf dem Schiffe befanden sich 188 Amerikaner, 956 Passagiere waren britische Untertanen, 109 anderer Nationalität. Das Prcßbureau meldet, daß insgesamt 658 gerettet wurden, 45 Leichen wurden gelandet. Auf de« Dampfer hatten sich 2160 Personen befunden. Nichtamtlich wird mitgeteilt, daß in Queenstown»och 2 2 Ueberlebende gestorben sind. Bon den Ofsizieren wurde nur der Kapitän Turner gerettet. Nach einer weitere« Meldung des Preßbureaus wurden nur wenige Passagiere der ersten Klasse gerettet. Man glaubt, daß die Passagiere dachten, das Schiff werde flott bleiben, doch sank es in 15 bis 20 Minuten. Die Ankunft von drei Fischdampfern, die 100 Leichen an Bord haben sollen, fft signalisiert worden. Unter den Paffagiercn zweiter Klasse befanden sich drei Holländer. Die Warnung öer öeutschen Sotschast. In einer ganzen Reihe amerikanischer Zeitungen hat die deutsche Botschaft in Washington zehn Tage vor Abfahrt der.Lusitania" folgende Anzeige veröffentlicht: Reisende, die beabsichtigen, den Atlantischen Ozean z« kreuzen, werden an folgendes erinnert: Es besteht zwischen Deutschland und seine» Berbündetcu einerseits und Großbritannien uud feinen Ber- bundeten andererseits ein Kriegszustand. Die Kriegszone schließt auch die Gewässer in der Nähe der britischen Inseln ein. Gemäß der formellen Notiz, die die Kaiserlich Deutsche Regierung erließ, laufen Schiffe, die die Flagge Großbritanniens oder seiner Verbündeten führen, Gefahr, vernichtet zu werden- Reisende, die auf den Schiffen Großbritanniens oder seiner Ber« bündete» die Kricgszone befahren, tun dieS auf ihre eigene Verantwortung. Kaiserlich Deutsche Botschaft Washington 22. April 1915. Der Cinöruck in Lonöon unö New gork. London, 8. Mai.(W. T. B.) Das Reutersch« Bureau meldet: Bisher wurden nur wenig Einzelheiten über den Untergang der »Lusitania" bekannt. Das ist dem Umstände zuzuschreiben, daß die drahtlose Station auf einem einsamen Kap fern von der Umwelt steht und nur über eine mangelhafte telegraphische Verbindung der- fügt. Unter den Passagieren befanden sich viele hervorragende Amerikaner. Auf der Höhe von Kinsale war in den letzten paar Tagen ein deutsches Unterseeboot tätig. Nach einer Meldung der Admiralität wurden nur 11 Ueberlebende der.Lusitania" in Kinsale gelandet. In London macht die Torpedierung der.Susi- tania" tiefen Eindruck. Auch an derNew Iorker Börse herrscht grotze Aufregung; alle Kurse fielen. Die Nachricht schlug in Washington wie eine Bombe ein. In amtlichen Kreisen ist man eifrig bestrebt zu erfahren, ob auch Leben von Ameri. lanern verloren gingen. * London, 8. Mai.(W. T. B.) Wie gemeldet wird, waren außer 20 Booten der.Lusitania" noch in kürzester Zeit 16 andere an Ort und Stelle. Unter den Passagieren befand sich außer V a n d e r- bilt auch der Theaterdirektor Charles Frohmann. * Londoo, 7. Mai.(W. T. B.) Meldung des Reuterjchen Bureaus: Zn O u e e ns t o w n w u r d e n noch 45 Ueberlebende der„Ousitania" von einem Fischdampfer gelandet. London, 8. Mai.(W. T. 35.)'(Meldung de! Reuterschen Du- reaiis.) Die Blätter verurteilen die Torpedierung der„Lusitania" in den stärksten Ausdrücken.„Daily Expreß" geht soweit, zu sagen, daß es eine hervorragende Wohltat für die Welt sein würde. wenn man den deutschen Botschafter Grafen von Bernstorfs wegen Mordes in den elektrischen HinrichtungSstuhl setzte. Einer New Dorker Meldung der„Time s" zufolge wartete eine dichtgedrängte Menge in atemloser Stille auf Nachrichten. Einige Deutsch- amerikaner, welche die Bemerkung fallen ließen, daß man vor dem der„Lusitania" bevorstehenden Schicksal gewarnt habe, wurden von der erregten Menge geschlagen, bis sie das Bewußtsein verloren. Die allgemein« Ansicht ist, daß Wilson jetzt handeln müsse, wie er es in seiner Note für den Fall, daß Nordamerika ner getötet würden, angekündigt habe.„New Jork Herald" sagt, ein Donnerkeil des Entsetzens würde durch die neutrale Welt fahren ob der kalt- blütig geplanten Missetat. Der amerikanische Botschafter in London hat in einer Unter- redunz mit einem Pressevertreter erklärt, daß nur wenige die Drohung, die„Lusitania" zu versenken, ernst genommen hätten; man habe allgemein geglaubt, daß nur Angst erregt werden solle. Nach in Rotterdam eingegangenen Telegrammen hat sich ein griechischer Dampfer an der Hilfeleistung beteiligt; auch ein anderes großes Dampffchiff soll erschienen sein, um zu helfen, außerdem Schleppboote und ein Motorfischerfahrzeug, um die Boote zu schleppen. « Die„Lusitania", eins der stolzesten Schiffe der englischen Handelsflotte, nur durch die.Titanic" unseligen Angedenkens und deren Schwesternschiff, der.Olhmpic", an Größe übertroffen, hat 1907 zum ersten Male den Atlantischen Ozean durchkreuzt. Die Hoffnung der Engländer, daß sie der deutschen Schiffahrt das.Blaue Band des Ozeans' entreißen würde, hat sie nicht erfüllt. Mit 23,01 Knoten in der Stunde blieb sie hinter dem deutschen Rekord mit 23.16 zurück. Mit 32 500 Tonnen Raumverdrängung gehörte sie zu den größten Schiffen der Welt. 68000 Pferdekräfte standen ihr zur Verfügung. 785(engl.) Fuß lang, 88 Fuß breit, übertraf sie damals alle bis dahin erbauten Schiffe. Ihr Ver« lust dürste daher auch in materieller Hinficht von der englischen Handelsmarine besonders schmerzlich empfunden werden. (.Voss. Ztg.") die geheimnisvolle Seeschlacht bei Sergen. Berlin, 8. Mai.(W. T. B.) Vor einigen Wochen brachte eine große Anzahl von Meldungen aus Norwegen überein- stimmend die Nachricht, daß in der Nähe von Bergen an der norwegischen Küste in der Nacht vom 7. zum 8. April eine heftige Seeschlacht zwischen englischen und deutschen Schiffen stattgefunden habe. Auch aus See kommende Schiffe berichteten, daß sie Geschwader von Kriegs- schiffen gesehen und in der fraglichen Nacht Geschützfeuer und Scheinwerferleuchten beobachtet hätten. Diese Wachrichten erschienen damals unglaubwürdig. Erst jetzt ist in das Dunkel, das bisher über diesem Seegefecht lag, Licht gekommen. Ein an den gefangenen Kommandanten des englischen Unterseeboots A 2", das in den Dardanellen vernichtet wurde, gerichteter, vom 11. April datierter Brief, der in unsere Hände fiel, sagt über die Nordseeschlacht die„in der Woche vorher stattgefunden haben soll", folgendes:„Su- p e r b" g e s n nk e n,„W a r r i o r" s i n k en d, ohne daß die deutsche Marine Verluste hätte. Freitag, den 9. April. lief schwer beschädigt eine Anzahl Kreuzer ein.„L i o n" fürchterlich zugerichtet. Der offizielle Bericht verschweigt alles, was sehr ungerecht ist." Uebereinstimmend hiermit besagten zuverlässige Nach- richten von neutraler Seite, die bald nach der Schlacht bekannt wurden, daß eine Reibe schwerer und leichter havarierter großer und kleiner englischer Schiffe in die englischen Häfen ein- gelaufen waren, ihre damals noch auf unerklärliche Weise er- littenen Beschädigungen auszubessern. Jnbesondere lief in den Tyne eine Anzahl beschädigter Schiffe ein. In den Firth ob Förth wurde ein am Backbordbug beschädigter Kreuzer ein- geschleppt. In die Themse fuhr ein Linienschiff mit schwerer Steuerbordfchlagseite. In Dover lag ein Großkampfschiff mit starker Backbordschlagseite, bei dem die obere Hälfte des hinteren l-achornsteins fehlte. Aus welchem Grunde die norwegische Zensur damals alle Erörterungen und Telegramme über die Schlacht, die ja in ihren Einzelheiten von mehreren Stellen wahrgenommen war, unterdrücken mußte, ist jetzt erklärlich. Erklärlich auch der Eifer, mit dem die britische Admiralität in Abrede stellte, daß eine Seeschlacht zwischen der deutschen und englischen Flotte stattgefunden habe.— Sie hotte recht mit dieser Be- kanntmachung. Die deutsche Flotte hatte an dieser Schlacht keinen Anteil. Da neutrale Schiffe nicht in Frage kommen, kann es sich nur um einen Kampf britischer Geschwader handeln, die sich im Dunkeln der Nacht nicht erkannt haben. die italienische Krise. Einftünöige Muöienz Hülows beim König» Das„National-Zeitung" meldet: „Wie wir erfahren, mißt man in politische» Kreise» dem cin- stündigen Empfang, den Fürst Bülow am Freitag bei dem König von Italien hatte, entscheidende Bedeutung bei. Diese Auf- fassung bestätigt auch die Tatsache, daß Sonnabendvormittag im Palazzo Braschi bei S alandr a ei» neuer Ministerrat zusammengetreten ist, der sich über die jüngsten Bcrmittlungs- Vorschläge schlüssig machen wird." * Berliner Blättern wird aus Zürich vom 7. Mai gemeldet: Nach neueren Berichten wurden auch die schweizeri- s ch e n Eisenbahnbehörden über die Einstellung des Fracht- und Eilgutverkehrs auf den Linien, die nach Verona und Venedig führen, unterrichtet. In Lugano trafen gestern von Rom kommend sämtliche Berichterstatter der deutschen Zeitungen ein, die gestern den Rat erhielten, die italienische Hauptstadt zu verlassen, da der Äugen blick sehr kritisch sei. Gleichzeing brachten die Züge eine Menge deutscher Familien. Wie diese Flüchtlinge mitteilen, haben in ganz Italien die deutschen Schulen geschlossen, das Lehrpersonal sei nach Deutschland abgereist. Fn den schweizeri- schen Zeitungen wird die Haltung Italiens pessimistisch be- urteilt.„Züricher Post" und»Neue Züricher Zeitung" schreiben, daß die Hoffnung auf die E nhaktunx der Neutralität Italiens überaus gering sei. Die„Kölnische Zeitung" bemerkt dazu, das alles zeigt zweifellos, daß die Lage den Hochgrad der Spannung erreicht hat. In Berlin wird sie trotzdem, wie wir gestern mitgeteilt haben, nicht als aussichtslos angesehen. Sollte aber der Bruch erfolgen, so weiß die italienische Regierung ganz genau« daß sie die Zentralmächtc gerüstet finden wird. Das„fieberhafte Stadium�. Der Abgeordnete C i r m e n i schreibt nach einer Meldung der .B. Z." in der.Stampa": Die Nachricht, daß die Verhandlungen mit den Zentralmächten in ein fieberhaftes Stadium ein- getreten sind, ist ein Symptom, daß die Beendigung der Verhandlungen nicht mehr fern ist. In diplomatischen Kreisen herrscht allgemein der Eindruck, daß eine grotze Ent- scheidung Italiens bevor st ehe. In parlamentarischen Kreisen glaubt man, die Regierung werde der Kammer eine vollendete Tatsache vorlegen. Dem Züricher Korrespondenten der.Kölnischen Zeitung" wird von privater italienischer Seite, die gute Beziehungen hat, be- richtet, man habe in politischen Kreisen Italiens allgemein die Auffassung, daß Italien unmittelbar vor dem Kriege st e h e. Die Einberufungen in Italien. Die„Köln. Z t g." meldet aus Zürich: Wie die iu Lugano angekommenen Flüchtlinge mitteilen, siud bereits Einberusungeu im größten Maßstabe erfolgt. Nachdem bereits dieser Tage die Jahresklasse« von 1891, 1890 uud 1889 unter die Waffen gerufen worden waren, folgte am 5. Mai die Einberufung der Dienstpflichttgeu von 1888, die sich innerhalb 24 Stunde» zu stellen hatten, sowie der Soldaten der Infanterie der Jahrgänge 1876, 1877, 1878, 1879 uud 1880 auf de» 15. Mai. verftänöigung Griechenlanös mit öeu Entente-Mächten l Athen, 8. Mai.(W. T. B.) Von einem Sonder- berichter statter. Die Zeitung„Estia" erfährt, daß die Entente Griechenlands Vorschläge ange- nommen habe. Diese Nachricht erscheint nicht als glaubwürdig. Neue Parteiführer in Griechenland. Salaniki, 8. Mai.(W.T.B.) Der frühere Justiz. mini st er Raktivan, der hier erwartet wird, soll die L e i t u n g derVenizeloS-Partei übernehmen. Die Unabhängige Partei hat Johannes Dragumis zum Leiter gewählt. Die englischen Mkoholbefteuerungspläne zurückgezogen. London, 8. Mai.(W. T- B.) Meldung des Reuterschen BureauS. Ämtlich wird bekanntgegeben, daß die Regierung nach Rücksprache mit den Destillateuren ihre ursprünglichen Pläne für die Besteuc- rung der geistigen Getränke einer Revision unterzogen hat. Nach den neuen Bestimmungen sollen keine Getränke verkauft werden, die jünger sind als drei Jahre. Diese Bestimmung soll auch auf ein- gefiihrte Spirituosen ausgedehnt werden. Der Steuerausschlag auf Bier und Wein ist zurückgezogen worden. Abfahrt öer japanischen Kriegsflotte. London, 8. Mai. Das Reutersche Bureau meldet aus Tokio: Der Panzerkreuzer.Jkoma" ist unter dem Kommando des Admirals Kamaya von Kure abgefahren. Der Panzerkreuzer„Kurama", der Kreuzer„Chikuma" und 14 Zer- störer haben ebenfalls Befehl erhalten, nach verschiedenen un- bekannten Bestimmungsorten abzugehen. Die meisten Schiffe des zweiten Geschwaders verließen um 10 Uhr morgens Sasebo. Englanö unö öas japanische Ultimatum. London, 8. Mai.(W. T. B.) Die»Times" melden aus Washington vom 6. Mai: Mehrere Blätter äußern ihre Eni- täuschung über die Erklärung, die Sir Edward Grey kürzlich im Unterhause über die chinesisch-japanische Frage abgegeben hat, da sie unbefriedigend und unbestimmt sei. Eng- landsfeinliche Blätter, wie die„Washington Post", beschuldigen Eng- land der Winkelzüge und der stillschweigenden Zustimmung zu dem japanischen Doppelspiel. Sie sagen: Wenn China zu einem Vasallenstaat gemacht wird, so wird die Geschichte deshalb die eng« lische Perfidie anklagen. Die.Times" schreiben in einem Seit- arttkel: Japan würde schlecht beraten sein, wenn es den Konflikt zum äußer st en kommen ließe. Es würde durch seine kurzsichtige Politik die Eisersucht und Feindschaft anderer Großmächte nach dem Kriege erwecken und den guten Willen und da« Vertrauen anderer nötig haben. Das Blatt appelliert an die japanischen Staatsmänner, eine Katastrophe zu vermeiden. Das„Gehelmms öer Turtle Gay*. 'New Jork, 7. Mai.(W. T. B.) Der.New JorkHerald" schreibt, daß das.Geheimnis der Turtle Bay" durch das so- fortige Dementi des japanischen Gesandten, daß der Aufenthalt der japanischen Kriegsschiffe an der mexikanischen Küste ohne Bedeutung ist, noch nicht enthüllt worden sei. Daß Japan seit langer Zeit an der Küste des Stillen Ozeans eine Kohlenstation wünsche, sei kein Geheimnis mehr, ebenso daß die Bereinigten Staaten einem solchen Plane sowohl direkt wie indirekt stets widersprochen hätten. Die Tatsache, daß bei dem gestrandeten japanischen Kriegsschiffe.Ashama" andere japanische Kriegsschiffe erschienen seien, Truppen landeten und eine draht- lose Station errichteten, sei an sich bedeu- tungslos. Wenn jedoch in Japan die Absicht bestanden habe, während der Verhandlungen mit China an der pazifischen Küste Seestreitkräfte zu haben, die größer als die amerikanischen in diesen Ge- wässern sind, so hätte die Angelegenheit kaum geschickter eingefädelt werden können. Trotz aller amtlichen japanischen Ableugnungen sei diese Absicht keineswegs un- möglich. Aller Wahrscheinlichkeit nach werde die kleineSeekolonie an der TurtleBay verschwinden, sobald die.Ashama" geborgen sei. Wenn diese Zeit gekommen und die japanischen Schiffe keine Lust zeigten, sich zu entfernen, so würde die TurtleBay als internationale An- gelegen heit betrachtet werden müssen. Bis dahin bestünde keine Veranlassung für Amerika, sich über die Angelegenheit crnj- zuregen. B Sommerkleidung Ein besonders vorteilhafter Einkauf gestattet uns besonders günstige Angebote. Covercoats in unserer beliebten, modernen Aufmachung 950 1375 1675 1975 2250 2400 usw. Moiree- Paletot der fesche Sommer- Mantel, einfach und vornehm 875 1250 1575 1850 2250 2575 usw. Das pofitive Ergeb. nis unferes Preisausschreibens 1000 Mark für 5 deutsche Worte scheint schon jetzt ein überaus günstiges zu werden Jacenkleider besonders hübsche Sommerformen, in blau- grün, hellgrau und schwarz- weiß 1875 2325 2750 3150 3450 3675 ust. Popeline- Paletot der praktische Mantel für Sommertage Besonders für die beiden Worte Saison und Frotté sind ausgezeichnete Berdeutschungen vorgeschlagen. 975 1325 1550 1875 22 00 2600 usw. 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Die Internationale ist zeit- weilig mehr Begriff als Tatsache; sie braucht eben das Ende des Krieges, um wieder Tatsache zu werden. Dennoch ist es nicht allein die militärisch-politische Lage, die über das Ende des Krieges entscheidet. Diese Lage und die ungeheuren Begleiterscheinungen, die moralischen, Wirt- schaftlichen und sozialen Folgen des Krieges in allen be- teiligten Ländern(und kein Land ist vollkominen unbeteiligt) wecken Stimmungen und Tendenzen in den Volksmassen, die i n einem gewissen Moment ebenso unwiderstehlich zum Frieden drängen können, als die nationalen Gefühle und Leidenschaften vor neun Monaten zum 5brieg gedrängt haben. Eben das Un- gewisse und Unbestimmte der strategischen Lage, das Un- entschiedene in den politischen Verhältnisjen, die dieser Krieg schafft, scheint besonders geeignet, diese Stinimungen zu för- dern. hüben und drüben, in allen beteiligten Völkern, an allen Fronten, bei allen Volksgruppen und Parteien, die an dem Krieg nur als Teil ihrer Nation, also nicht als Privatpersonen interessiert sind. Gegenüber diesem Unentschiedenen, diesem Fehlen von großen, die nationalen Gefühle spannenden und anfeuernden Momenten, wobei kein Volk sich als Sieger fühlt und kein Volk— das belgische ausgenommen— auf die Dauer den Krieg als einen Kampf um seine nationale Existenz bc- trachten kann, stehen wirtschaftliche und kulturelle Zerstörung, Elend von Hunderttausenden von Familien, steht der Verlust an Menschenleben, die Verkrüppelung eines Teiles der Blüte der Nation. Als Sozialdemokrat, als Pazifist und Internationalist babe ich von Anfang an den Verlauf des Krieges in dieser Nlchtung als das am meisten Erwünschte erachtet. Ich er- kenne die Notwendigkeit an, daß die sozia- Hstischen Arbeiter sich, solange die vitalsten Interessen ihres Landes es erheischen, auf nationalen Boden stellen und ihr Blut dem Vater- lande opfern. Meines Erachtens aber hat der Verlauf dieses Krieges schon zur Genüge gezeigt, daß die Parteien einander gewachsen sind. Von gewisser Seite wird die Einmischung bisher neutraler Staaten in den Krieg erstrebt, um dadurch dem Feinde überlegen zu werden. Man richtet zu dem Zwecke seine Blicke nach den Mittelmeerstaaten. Es ist aber nicht an- zunehmen, daß diese sich einmütig für die eine Partei gegen die andere erklären; vielmehr lassen die vielen verwickelten Gegensätze auf dem Balkan und die zwischen Italien und den slawischen Staaten erwarten, daß, wenn einer sich zur Entente schlägt, dies den anderen Deutschland in die Arme führen wird. Keine Verkürzung, nur weitere Komplizierung und Ausbreitung des Krieges, Verstärkung des Moments der Un- gewißheit und Vermehrung der Chancen auf Teilsiege und Teilniederlagen bei jeder der Parteien wäre davon die Folge. In einer solchen Lage aber fällt das nationale Interesse mit den internationalen Friedenswünschen zusammen und wird es nationale Pflicht, auf internationale Ver- st ä n d i g u n g hinzuarbeiten. Internationale Verständigung!... Wenn auch die sozialistische Internationale sich zurzeit nicht voll betätigen kann, so ist ihr Geist in den soziglistischen Parteien, auch der kriegführenden Länder, doch wirksam genug geblieben, um dieses Programm in Hauptzügen zu- stände zu bringen. Die Schweizer und Italiener sind in Lugano, die Skandinavier und Holländer in Kopenhagen, die Engländer, Franzosen und Belgier in London, die Deutschen und Desterreicher in Wien zusammengekommen, und diese vier Sonderkonferenzen haben vier Friedensprogramme er- zeugt, die sich in Uebereinstimmung befinden mit der Ävpen- Hagener Resolution von 1919. Systematische internationale Abrüstung, obligatorische Schiedsgerichte, Teniokratisierung der auswärtigen Politik, Anerkennung des Selbstbestim- mungsrechts jeder Nation und Verwerfung jeder Annexion— sccfter da eine internationale Friedensplattform, die tatsächlich von allen sozialistischen Parteien akzeptiert worden ist. Das� Programm ist also da; was bis jetzt noch fehlt, das ist die Sammlung dieser Parteien zur totsächlichen Verwirk- lichung dieses Programms. Das Exekutivkomitee des Jnter- nationalen Sozialistischen Bureaus im Haag, als Instanz zur Vorbereitung dieser Gesamtaktion ist sich seiner Aufgabe voll- koipmen bewußt und bemüht sich, die dem Bureau ange- gliederten Parteien aller kriegführenden Länder zu Sonder- konferenzen mit dem Komitee heranzuziehen, um die Hemm- nissc gegen eine allgemeine Konferenz kennen zu lernen und, wenn möglich, zu beseitigen. Bis heute ist wobl das stärkste Hemmnis, daß eine Mehrheit der französischen ge- einigten Partei es als ihre nationale Pflicht ansieht, sich, so- lange der französische Boden nicht von den Feinden ihres Landes geräumt worden ist, sei es auch indirekt, nicht mit den sozialistischen Parteien der feindlichen Länder in Verbin- dung zu setzen. Obwohl ich meine, daß dieser Standpunkt irrig ist. weil er das Verhältnis des Proletariats der krieg- führenden Länder gänzlich mit dem der Regierungen identifi- ziert und den inneren Gefühlen der sozialistischen Massen keine Rechnung trägt, so ist kaum zu leugnen, daß der erste Schritt zur Verständigung ani schwersten ist für die Parteien jener Länder, die in strategischem Sinne die erst— und meist— Angegriffenen sind und deren Boden am meisten von fcind- lichen Truppen besetzt ist. Dieser Umstand kann jedoch auf die Tauer vom sozialistischen Standpiinkte kein Grund sein, sich jeder Verhandlung mit den Bruderparteicn anderer Län- der zu entziehen, besonders wenn diese den Beweis liefern, daß Jiei ihnen ein wirkliches Friedensbcdürfnis im Sinne der in Kopenhagen, London und Wien aufgestellten Prinzipien vorhanden ist. Von deutscher.-reite scheint es mir immerhin unangc- brächt, das bis heute ablehnende Verhalten der französischen Sozialisten ohne weiteres als Vorwand für eine Politik des Turchbaltens zu benutzen... Schon haben sie durch ihr friedens- freundliches Austreten in den letzten Sitzungen des Reichstages und des preußischen Landtages viel zur Verbesserung der inter- nationalen proletarischen Beziehungen beigetragen und ein weiteres Durchhalten in diesem Sinne wird das wirk- samste Mittel zur endlichen Ereichung der Sammlung des europäischen Proletariats zum Friedenswerke sein. Das Proletariat wird alle seine Kräfte daransetzen müssen, sich vom kommenden Frieden nicht ebenso überrumpeln zu lassen, wie es vom Kriege überrumpelt worden ist. Wie verschieden auch in den herrschenden Kreisen die Tendenzen hinsichtlich der zu machenden Friedensbedingnngen sein niögen, so wird sich die Sozialdemokratie keines Landes einfach damit begnügen können, die eine bürgerliche Clique oder Gruppe wider die andere zu unterstützen. Denn in allen jenen Tendenzen spiegelt sich dies allgemeine imperialistische Bestreben der herrschenden Schichten toider, und wenn dies auch oftmals einen berückend-internationalen Anschein trägt, so ist dies nur die Maske für einen Uebernationalismus, der den proletari- schen Idealen und Forderungen vollkommen zuwider läuft... Inwieweit es möglich sein wird, durch unseren Einfluß den kommenden Frieden zu einem Wendepunkt in der steigen- den Kurve des Militarismus, zu dem Anfang einer Periode der allmählichen Abrüstung zu machen, läßt sich nicht vorher sagen...... Alle nationalen Differenzen, alle Auseinandersetzungen über Vergangenes, alle„Richtungen" und„Strömungen" verlieren ihre Bedeutung angesichts dieses Problenis, das die Zeit uns stellt. Mögen alle Genossen und alle Parteien sich ihrer Verantwortlichkeit in dieser gewaltigen Frage bewußt sein, damit alle Energie und Macht, über die das Proletariat verfügt, dem großen Werke gewidmet werden! Generalstreik in Norwegen! Die nortvegischc Regierung hat durch ihre reaktionäre Haltung das Land einer schweren inneren Krise zu- geführt, gerade zu einer Zeit, als Einheit und Geschlossenheit dem Lande infolge des Weltkrieges bitter not tut. Zunächst hat die M i l i t ä r p o l i t i k der Regierung eine große Miß- stimmung in den breiten Kreisen des Volkes hervorgerufen. Durch Verlängerung der Dienstzeit ist das Militärbudget er- heblich verteuert worden. Bei der kritischen Lage und der Gefahr, einen größeren Teil des nördlichen Norwegens an Rußland zu verlieren, würden diese Maßnahmen zur Landes- Verteidigung Verständnis bei der Bevölkerung erwarten können. Aber zu gleicher Zeit ist die Heeresleitung daran- gegangen, die Milizarmee zu militarisieren. Bisher stand dem Bürger im Waffenrock das Recht der öffentlichen Meinungsäußerung zu, auck Ivo es sich um seine Interessen als Wehrmann handelte. Eine Anzahl Wehrinänner hatte sich vor kurzem auf Grund dieses Rechts in eigener Sache an die Ocffentlichkeit gewendet und ist deshalb verwarnt worden. Der Kriegsminister hat dergleichen Kundgebungen für die Zukunft untersagt, und die Regierung hat in der Parlamentskommission ihre Stellungnahme durch Anwendung der schärfsten Pressionsmittel durchgedrückt. Die Arbeiterdemokraten wurden, da sie unter dem früheren Mit- gliede der Regierung, Castberg, Opponenten sind, aus der liberalen Fraktion hinausgeworfen. Die Stimniung ist unter diesen Umständen sehr gereizt. Jetzt kommt die Regierung in letzter Stunde vor Parlaments- schluß mit ihrer lange vorbereiteten und von uns im„Vor- wärts" früher eingehend besprochenen Vorlage zur Er- drosselung des Streikrechts. Die Vorlage führt den Verhandlungszwang in den Differenzen zwischen Kapital und Arbeit ein und will durch ein lang- atmiges Verfahren diese Fragen regeln. Mit diesem Teil der Vorlage würden sich die Gewerkschaften und die Unternehmer- organisationen imnierhin abfinden. Aber darüber hinaus soll der Einigungszwang durch die jeweilige R e- g i e r u n g angeordnet werden können, wenn durch einen aus- brechenden Kampf„öffentliche Interessen" berührt weröeii. Das bedeutet zunächst die Aufhebung des Streikrechts aller in öffentlichen Dienstzweigen tätigen Angestellten und Ar- heiter. Die Verkehrsinstitutionen, kommunale und staatliche Betriebe usw. fallen selbstverständlich unter diese Bestimmungen. Aber darüber hinaus würden bei der in Skandinavien durch die Unternehmer eingeführten Praxis der Ausdehnung der Kampfesfront leicht die meisten bedeutenderen Arbeits- kämpfe deni Einigungszwang unterworfen werden können. Oertliche Konflikte eines Berufes, oft sogar nur eines einzigen Betriebes, führen bei dieser Taktik der Unternehmer zu Aussperrungen und Streiks ganzer, oft an dem Anfangskonflikt unbeteiligter Berufe im ganzen Lande. Diese Shinpathie- kämpfe sind durch die geltendeii Tarifverträge legali- siert. Wird der Regierung nun das gesetzliche Recht gewährt, den Einigungszwang anzuordnen, wenn„öffentliche Interessen" berührt werden, dann können die meisten dieser Kämpfe zweifellos unter diesen Paragraphen gebracht werden. Man kann grundsätzlicher Gegner dieser Art Sympathiekämpfe sein, wie die Gewerkschaften in Deutsch- land, und doch erkennen, welcher Unfug mit einem solchen Einigungszwang betrieben werden könnte. Jede der Par- teien hat, vorausgesetzt, daß sie auf die jeweilige Regierung Einfluß besitzt, die Möglichkeit, den Kampf so auszudehnen, daß er unter den Paragraphen gepreßt werden kann. Ein schon verlorener Kampf könnte dadurch bei entsprechender Zu- sammensetzung des Schiedsgerichts für die sonst verlierende Partei gerettet werden. Bis auf weiteres wird man in Norwegen aber mit einer sich auf kleinbäuerliche und kleinbürgerliche Schichten stützen- den Regierung zu rechnen haben, der alle größeren Arbeits- einstellungen in der Industrie ein Greuel ist. Der Zwangs- Paragraph würde daher wahrscheinlich nichts anderes bedeuten, als die Aufhebung des Streikrechts nach australischem Muster, aber für beide Teile in der weit gefährlicheren Form der Rcgierungswillkür. Unternehmer und Arbeiter haben von Anfang an die Ab- sichten der Regierung entschieden abgelehnt. Trotzdem will die Regierung jetzt vor Toresschluß ihre Vorlage durch. Pressen. Sie ist sich des Ausganges der im Sommer vor- zunehmenden Neuwahlen zur Kammer nicht sicher und will nun ihre jetzige Mehrheit ausnutzen, um ihr Ziel doch zu erreichen. _ Die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter haben im vorigen Jahre aus einem besonderen Kongreß beschlossen, die eventuelle Einbringung der Vorlage mit den schärfsten Mitteln zu beantworten. Die Landesorganisation hat in Ausführung dieses Beschlusses eine Vorständckonfcrenz der an- schlossenen Gewerkschaften am 5. Mai abgehalten. Hier wurde der Beschluß gefaßt, beim Norwegischen Arbeitgeberverein die Kündigung für sämtliche bei ihm beschäftigten organisierten Arbeiter sofort einzureichen. Das ist ani 6. Mai geschehen. Ebenso ist die Kündigung be: allen anderen Arbeitgebern erfolgt. Am 10. Mai kommt die Vorlage bereits im Odelsthing(eine Art Erster Kammer, die von den Mitgliedern des GesamtparlameiitS gewählt wird) zur Verhandlung. Das bedeutet, daß in vierzehn Tagen der General st reik in Norwegen eventuell perfekt wird. Die Stellung der Sozialdemokratie ist selbstverständlich. Sie ist grundsätzlich Gegner des obligatorischen Schiedsspruches, der das Streikrecht ausschließt. Darüber hinaus fordert sie die Vertagung der Verhandlungen über die Vorlage bis nach den Wahlen, damit die Wähler entscheiden können. Zunächst hat jetzt die Kammer das Wort. Es bleibt abzuwarten, ob sie der Regierung Gefolgschaft leisten und die Brandfackel ins Land werfen will. politische Uebersicht. Ermäßigung der Getreidepreise. Berlin, 8. Mai.(W. T. B.) Die Kriegsgetreidc- gesellschaft ermäßigt vom tö. Mai ab ihre Mchlpreisc durchschnittlich um 3 7,50 M. per Tonne, und zwar für R o g g e» m e h l um 25 M. Pro Tonne, für Weizenmehl um 50 M. pro Tonne. Die Ermäßigung des Preises für Weizenmehl ist größer,«m auch der minderbemittelten Bevölkerung das verhältnismäßig reichlich vorhandene Weizenmehl zu verbilligen. Demgemäß betragen demnächst die Preise der KriegSgetreidc- gesellschaft für Roggenmehl 32,50 bis 35,50 M., für Weizen- m c h l 35,75 bis 38,75 M. pro Doppelzentner. Protest gegen die Lebensmittelverteuerung. In Frankfurt a. M. tagte eine ä f f c n t I r cki e Volksversammlung, die gegen den Wucher auf dem Lebensmittelmarkt Stellung nahm und zugleich bestimmte Maßregeln der Regierung für Abhilfe der unhaltbaren Teuerung verlangte. Die beiden Referenten Dr. Quarck und Genossenschaftssekretär Hopf betonten, daß leider die Maßregeln der Regierung nicht genügen, um das Volk vor den Wucherern zu schützen. Vor allem verlangte Dr. Quarck Ausdehnung der Verteilungskontrollc auf Kartoffeln und Fleisch. Weiter Erhebungen darüber, was der Arbeiter beziehungsweise das Volk zahlen kann, und danach die Höchstpreise festzusetzen, nicht nur Preise im Interesse der Verkäufer. Weiter fordert-. er Einrichtung von Lebensmittelämtern unter Mitwirkung der Verbraucher selbst. Viel Schuld, das betonte der zweite Redner, tragen die Proviantämter, die die Preise in die Höhe getrieben haben, indem sie einfach jedem abkauften. Einmütig gelangte folgende Entschließung, die an die Reichs- und Landesbehörden weiter gegeben werden soll, zur Annahme: 1. Schaffung einer Reichszentrale für Lebensmittelversorgung niit den Befugnissen der Bundesratsverordnung vom 4. August 1814, zusammengesetzt aus Vertretern der Regierung, der Landwirtschaft, der Industrie und vor allem auch der Kon- sumenten. 2. Gemeinwirtschaftliche Regelung der Fleisch- und Kartoffel- Versorgung analog der Brotversorgung durch Beschlagnahme und Verteilung der Vorräte(Kartoffel- und Fleischkarten) und Festsetzung von EngroS- und Detailpreisen. 3. Für die übrigen Hauptnahrungsmittel Festsetzung von Er groS- und Detailpreisen und strenges Einschreiten wegen Wucher gegen Verletzungen und Umgehungen jener Preisfestsetzungen; sowie unnachsichtliche Verfolgung aller Ver- fälschungen._ Weltpolitik und Monarchie. Der freikonservative Abgeordnete von Dewitz sucht in einer Schrift„Das Deutsche Reich und der Staatsgedanke" die Notwendigkeit des engeren Zusammenschlusses der rechtsstehenden Parteien nachzuweisen. Nach der„Post" befürchtei er, daß„die Sozialdemokratie, vonr Linksliberalismus unter- stützt, die politische Macht in Deutschland nach der d c m o- k r a t i s ch e n Seite hin umgestalten und die Gewalt des Kaisers und des Bundesrats schwächen könne"; deshalb fordert er: „Soll Weltmachtpolitik, also äußere Politik und insbesondere von dieser beeinflußte innere Politik Leitstern für alle rechts stehenden Parteien sein, so ist kaum anzunehmen, daß sie auf die Dauer unter einem solchen getrennt marschieren können. Es erscheint auch aus die Dauer kaum denkbar und durchführbar, daß, wenn diese Parteien ein großes gemeinsames ;ziel haben, sie sich bei den Wahlen gegenseitig irgend eine: Kleinkrams wegen bekämpfen. Zunächst wird sich'ja hierin nichts ändern, aber bei der ersten großen bedeutsamen Frage, über die die Wähler enlscheiden sollen, lvird das Volk vermutlich ver- langen, daß Klarheit und Wahrheit auch in das Parteileben ein dringen und daß kleinliche Gegensätze verschwinden, um das große Ziel nicht zu verschieben." Die Anhänger demokratischer Forderungen hätten also nach dem Kriege mit einer geschlossenen Kampffront der konservativen Parteien zu rechnen. Daher auch das Bestreben der Rechten, den„monarchischen Gedanken" in den Mittelpunkt aller Erörterungen zu stellen und die rein politischen und sozialen Fragen möglichst zu verschleiern. Die von der Rechten gewünschte äußere und innere Politik soll als notwendige Folge der monarchischen Institution erscheinen, während in Wirklichkeit die Betonung jenes Gedankens mir in den Dienst der Weltmachtpolitik gestellt wird. Das drückt selbst die„Post" in ihrer Besprechung der Tewitzschen Schrift ans: „Das große Ziel bleibt unsere deutsche Weltpolitik und HauptersorderniS hierfür die dauernde Stärkung des in seinem Kerne monarchischen M a ch t w i l l e n S." Dieser Verschiebung der Differenzpunkte zwischen den Politischen Parteien kann nicht früh genug entgegengetreten werden.__ Zwei Dokumente. Wie der Magistrat zu Kalmar in Posen für die Jnter- essen der durch den Kriegszustand betroffeneil Bürger ein zutreten gedenkt, sollen zwei seiner von ihm erlassenen Schreiben zeigen. Das erste ist an die H a u s c i g c n t ü m e r gerichtet und hat folgenden Wortlaut: Ter Magistrat. Kalmar i Pos., den 21. April 1915. J.-N. 1131. Wir beabsichtigen, den Hauseigentümern bei der Einziehung der bau den Angehörigen der zum Heere eingezogenen Mieter vielfach rückständigen Mieten entgegenzutommen, indem die fälligen Beträge durch Abzüge bei Auszahlung der Kriegerfamilien« Unterstützung, eventuell in Teilbeträgen, einbehalten werden sollen. Wir erwarten aber, daß die Vermieter sich bereit erklären, in den Fällen, wo es sich um Mieter handelt, die infolge des Krieges ihre Wohnung nicht voll ausnutzen oder besonders bedürftig sind, einen Teil— etwa die Hälfte oder llt— der Miete fallen zu lassen, so daß nur hiernach verbleibende Restbetrag von der Familien- Unterstützung einbehalten und an den Vermieter gezahlt wird. Wir ersuchen daher um gest. Mitteilung 1. ob gegebenenfalls von welchen Mietern, und welche Miets- betrüge rückständig sind, die im Abzugsverfahren eingezogen werden sollen. S. welchen Teil des Betrages Sie nachlassen wollen. Die Anzeige über Ihre Entschließung ersuchen bis spätestens 25. d. M. uns zugehen zu lassen, anderenfalls die Einziehung im Abzugsverfahren nicht übernommen werden wird. gez. Köllner. 2. Dieses Schreiben ging an alle Hauswirte der Stadt Kolmar. Die Maßnahmen, die der Magistrat hier im Interesse der Hauseigentümer trifft, stellen einen völlig unberechtigten Eingriff in die gesetzlichen Bestimmungen und die Ausführungs- bestimmungen des Ministers des Innern betreffend die Unter- stützung von Familien in den Dienst getretener Mannschaften dar. Sie sind vollkommen ungesetzlich. Man muß sich nur Mündern, daß dies dem Magistrat unbekannt ist. Das zweite, an die Kriegerfrauen gerichtete Schreiben dagegen klingt wie folgend: Der Magistrat. Kolmar, den 3. Mai 1915. I. N. 2265. Nach eingehender Prüfung der Verhältniffe hat die Stadtder- orduetenversammli�ng den Antrag auf Bewilligung besonderer Mietbeihilfen durch Uebergang z ur T a g e Sordnung erledigt. Mit Rücksicht auf die finanzielle Lage der Stadt, die durch den Krieg den Gemeinden im allgemeinen auserlegten Lasten, die großen Steuerausfälle und nicht zuletzt die allgemeine wirtschaftliche Lage, in der sich die hiesige Arbeiterschaft befindet, ist nach eingehender Feststellung ein Bedürfnis zur Bewilligung besonderer Miet- beihilfen hier nicht anzuerkennen. Der Antrag muß daher abgelehnt werden. Im übrigen müssen wir anheimgeben, die sich jetzt in reichem Maße bietende Arbeitsgelegenheit voll auszunutzen. gez.: Köllner. An Frau Hulda Kohn u. Genossen Hier, Lindenstr. 39. Beide Dokumente sprechen für sich selbst. Der„Generalanzeiger" in Gotha unter Präventiv- zensur. Der„Generalanzeiger"' in Gotha ist nun auch unter Präventiv- zensur gestellt worden, und zwar wegen der Nummer vom 1. Mai, die einige Artikel enthielt, in denen die Militärbehörde einen schweren Verstoß gegen den„Burgfrieden" erblickte. Vor einigen Wochen brachten es bereits Gegner des Blattes im Gothaischen Landtage zur Sprache, daß der.Generalanzeiger" in denselben Bahnen gehe,., wie das Verbotens.Volksblatt". Ein Börsenkniff? . Die„Deutsche Tageszeitung" macht nähere Angaben über die schwindelhaften Meldungen, die vorigen Montag in Berlin und in anderen Städten des Reiches über den Sieg in den Karpathen verbreitet worden sind. Wie bereits mitgeteilt, hat die Staats- auwaltschaft umfaffende Erhebungen eingeleitet und dazu insbesondere die Aufsichtsinstanzen der Börse herangezogen. Daraus darf ohne weiteres geschlossen werden, daß auch die Anklagebehörde auf dem Standpunkt steht, daß der Ursprung der übertriebenen Gerüchte in Börsenkreissn zu suchen ist. Soviel steht bereits fest, daß die erste alarmierende Meldung aus Essen kam. Wie nun die„Deutsche Tageszeitung" behauptet, sind fast gleichzeitig, sowohl in Berlin als auch in München und anderen Orten, Leute auf der Straße erschienen, die ziemlich übereinstimmend die übertriebenen Gerüchte verbreiteten. Der„Deutschen Tageszeitung' ist mitgeteilt worden, daß, nach dem unmittelbaren Eindruck zu urteilen, die Verbreiter der Gerüchte Börsenagenten waren. Schlüssige Beweise für diese Angaben vermag das agrarische Blatt allerdings nicht beizubringen, aber die Annahme ist nicht von der Hand zu weisen, daß es sich in der Tat um ein Börsenmanöver ge- handelt hat. Ob die Hoffnung der„Deutschen Tageszeitung", daß die Schuldigen bereits verhastet sind, der Wirklichkeit entspricht, läßt sich nicht feststellen: immerhin aber sollte man erwarten dürfen, daß die Behörden der Oeffentlichkeit Mitteilung machen, sobald die Untersuchung greifbare Resultate zutage gefördert hat. Graf Tisza über die Zensur. Im ungarischen Reichstage sagte der Ministerpräsident Graf Tisza nach der„Post" über die Zensur; Was die Zensur betrifft, so stimmen wohl wir alle darin überein, daß im Kriege eine gewisse Zensur notwendig ist. Auch darin stimmen wir wohl überein, daß jede Zensur schlecht i st, daß sie also, wenn sie auch notwendig ist, ein notwendiges U e b e l ist. Infolgedessen ist es bei dem besten Willen der be- treffenden Personen unmöglich, daß nicht gewisse Unannehmlichkeiten, manchmal komische, manchmal ärgerliche Unzukömmlich« ketten unterlaufen. Diejenigen, welche die diesbezügliche Tätig- keit der Regierung mit Aufmerksamkeit verfolgen, werden wohl zu- geben, daß die Regierung ihrerseits mit voller Hingebung bestrebt war, daß diese Unzukömmlichkeiten womöglich saniert, beziehungS- weise eingeschränkt werden. Zu einer� Maßregelung von Zeitungen, wozu wir daS Recht hätten, haben wir bis» her nicht gegriffen. Natürlich würden wir es tun, wenn dies in der Tat erforderlich wäre. Er glaube aber, daß angesichts der im allgemeinen patriotischen Haltung der Presse die Anwendung dieses extremen Mittels vermieden werden mußte. Waffenlieferungen neutraler Staaten. Die amerikanische Waffenausfuhr wird in Deutschland allgemein als Verletzung wahrer Neutralität empfunden. So berechtigt dieses Gefühl auch ist, die D i p l o m a t e n haben bei der Haager Be. ratung über die Rechten und Pflichten der Neutralen anders ent- schieden. In dem genannten Abkommen(2. Friedenskonferenz vom 18. Oktober 1907) lautet der§ 7: „Eine neutrale Macht ist nicht verpflichtet, die für Rechnung des einen oder anderen Kriegführenden erfolgende Ausfuhr oder Durchfuhr von Waffen, Munition und überhaupt von allem, was für ein Heer oder eine Flotte nützlich sein kann, zu verhindern." Dieses Abkommen ist auch von Deutschland ohne Vorbehalt unterzeichnet und am 27. November 1909 ratifiziert worden. Ein formeller Einwand gegen die amerikanische Waffenausfuhr kann also nicht erhoben werden, so sehr auch diese Tatsache dem Volks- empfinden widerspricht. Es wird Aufgabe neuer völkerrechtlicher Abkommen sein müssen, hier eine größere Uebereinstimmung zu schaffen. Kriegsbekanntmachungen. Sendungen an Zivilgcfangene. Berlin, 8. Mai. sW. T. B.) Nach einer Erklärung der russischen Negierung können den in Rußland gesangen gehaltenen deutschen Zivilgefangenen durch Vermittlung des Kriegs- gefangenenbureaus beim Ruisischen Roten Kreuz in St. Petersburg Geld und Pakete zugesandt werden. Letztere genießen jedoch nicht Zollfreiheit. Bisher sind alle Sendungen für die in Deutschland als Zivil- gefangene festgehaltenen Angehörigen feindlicher Staaten den vom Ausland eingehenden Sendungen für Kriegsgefangene gleichgestellt und infolgedessen zollfrei gelösten worden. Nunmehr sollen die Sendungen für russische Zivilgefangene auch unsererseits nach den allgemeinen Bestimmungen bebandelt, also in allen Fällen, in denen die Zollfreiheit nicht im Tarifgesetz oder im autonomen Tarif begründet ist, die Zollgefälle erhoben werden. Die in Betracht kommenden Zollstellen haben bereits entsprechende Anweisung erhalten. Verzeichnis der Beschaffungsstellen. Berlin, 8. Mai.(W. T. B.) Dem Kriegsministerium und dem Bekleidungsbeschaffungsamt gehen täglich zahlreiche Bestellungen auf das im Buchdruck herausgegebene V e r- z e i ch n i s der für Deckung des Heeresbedarss in Frage kommenden Beschaffungs stellen zu. Die erste Auflage ist bereits vergriffen und ein Neudruck in Vorbereitung. Wo das Verzeichnis zu haben ist, wird noch bekanntgegeben. Versorgung des Heeres mit Mineralwasser. Die kommende warme Jahreszeit legt in erhöhtem Maße die Pflicht auf, unsere Krieger vor dem Genüsse oft unreinen und dann schwere Krankheiten hervorrufenden Wassers zu schützen und in auS- reichendem Maße mit erfrischenden Getränken zu versehen. Während in elfterer Hinsicht wohl von der Truppe selbst durch Abkochen des Wassers und Zuguß, z. B. von Tee, Kaffee usw. vorgesorgt werden wird, muß letzteres vor allem durch freiwillige Leistungen aus der Heimat erreicht werden. Es handelr sich hier- bei in erster Linie um gesunde, möglichst natürliche Mineralwässer und um Fruchtsäfte. Das Zentralkomitee vom Roten Kreuz hat die Beschaffung solcher bereits eingeleitet, zur Ausführung fehlt es ihm jedoch an den nötigen, recht hohen Mitteln. Besonders dankbar würde eS daher begrüßt werden, wenn Geldspenden für diesen Zweck möglichst bald der Sammelkasse des Zentralkomitees vom Roten Kreuz, Berlin, Herrenhaus, Leipziger Straße 3, Zimmer 4, zugeführt würden. fim öer Partei. Sei» fünfundzwanzigjähriges Redaktionsjubilä um konnte vor einigen Tagen Genosse Karl Frohme im Redaktions- verband des„Hamburger Echo" begehen. Selbst aus dem Arbeiterstande hervorgegangen, hat Frohme in dieser Zeit mit un- ermüdlichem Eifer in der politischen Redaktion des„Echo" gewirkt und die Entwicklung der Hamburger wie der deutschen Arbeiter- bewegung gefördert. Karl Frohme ist bekanntlich auch eines der ältesten Mitglieder unserer Reichstagsfraktion, in die er schon 1881, also vor bald 35 Jahren, als Vertreter von Hanau-Gelnhausen eintrat, um seither darin den Wahlkreis Altona-Stormarn zu vertreten. Auch in dieser Eigenschaft hat Frohme seiner Partei schon recht wertvolle Dienste geleistet. Frohme ist geborener Hannoveraner, lernte als Maschinen- bauer, widmete sich dann dem Studium der Geschichte und der Volkswirtschaft und ist seit 1879 für die Partei schon rednerisch und schriststellerisch tätig. Längere Gefängnisstrafen bezeugten auch bei ihm das Risiko des Kampfes für Volksrecht und Volks- freiheit._ Die Maifeier der Pariser Gewerkschaften. Die Pariser Gewerkschaften> haben zum 1. Mai folgende Resolution angenommen, die von der„Humanitö" infolge des Eingreifens der Zensur nur zerstückelt wiedergegeben werden konnte, deren vollständigen Wortlaut die„Berner Tagwacht" wiedergibt: „Die am 1. Mai 1915 im Gewerkschaftshaus versammelten organisierten Arbeiter betonen an diesem Tag der Weltmanifestation der Arbeiter ihre unerschütterliche Anhänglichkeit an die proletarische Internationale. Der gegenwärtige Krieg, der ihnen ihren Friedensbemühungen zum Trotz von einer eroberungS« und herrschsüchtigen Kaste aufgezwungen wurde, läßt sie nichts aufgeben von ihren Hoffnungen auf menschliche Brüderlichkeit und von ihrem Ideal der sozialen Umwälzung. Ihre Gedanken gehen über die Schlachtfelder, über die Landesgrenzen hinweg zu ihren Brüdern in den krieg- führenden Ländern, die, wie wir selbst, die Opfer des euro- päischen Imperialismus und Militarismus find, die den Krieg heraufbeschworen hat. Dieser Krieg soll der letzte der Kriege sein und deshalb muß er folgende Ergebnisse haben: 1. die Unverletzlichkeit der Autonomie der Völker; 2. die Abschaffung aller Geheimdiplomatie; 3. die Einschränkung der Rüstungen als Maßregel, welche die allgemeine Abrüstung vorbereiten soll; 4. die Durchführung des obligatorischen Schiedsgerichts bei allen Konflikten zwischen den Nationen. Ueber den gegenwärtigen Schrecke» hinweg richten sie an ihre mobilisierten Genosten den Ausdruck brüderlicher Gefühle und gebe» ihnen die Versicherung, streng geeinigt auf dem gewerkschaftlichen Boden zu bleiben, um ihnen ihre Organisation, die Beschützerin ihrer Klaffeninteressen, zu erhalten. Sie senden den Müttern, Witwen und Waisen ihrer toten Genosten ihr tiefes Beileid und schwören, keine Anstrengung zu scheuen, um ihnen die Enffchädigungen zu ver- schaffen, die ihnen die Nation von Gesetzes wegen schuldet. Sie drücken die Hoffnung aus, daß dieser Krieg bald beendigt sein werde; daß durch den Frieden das Recht gegen die brutale Gewalt siegen wird, damit die wiederversöhnten Völker auf immer in den Vereinigten Staaten der Erde zusammengeschlosten in einer Internationalen der Tat und der Ideen, ihren Marsch nach vor- wärts wieder aufnehmen können im Sinn einer friedlichen und menschlichen Entwicklung. Sie senden den Proletariern der ganzen Erde ihren brüderlichen Gruß und trennen sich mit dem Ruf: Es leben die Gewerkschaften I Es lebe die Arbeiterinternationalel Genoffe Kloth ersucht unS um Ausnahme einer Zuschrift, auS der wir folgendes wiedergeben: Unter der Stichmarks.Spitzelwirtfchaft" nehmen Sic Bezug auf die Veröffentlichung eines Rundschreibens des Parteivorstandes in der„Buchbinder-Zeitung", deren Redakteur ich stellvertretungs- weise bin. Ich erkläre hierzu, daß ich das Rundschreiben nicht als vertraulich betrachtet habe, jedoch auf eine bezügliche telephonische Belehrung des Genossen Ebert diesem schon am Donnerstag, den 6. d. Mts., also vor der Veröffentlichung der„Spitzelwirtschast"- Notiz des„Vorwärts", erklärt habe, daß ich selbstverständlich von der Veröffentlichung etwaiger weiterer der«tiger Rundschreiben des Parteivorstandes Abstand nehmen würde. Soziales. Schadenersatz wegen Verweigerung des„KriegsscheinS*. Nach dem bekannten Erlaß der Feldzeugmeisterei und dem auf Grund desselben zwischen dem Verband der Metall- industriellen und den in Frage kommenden Arbeiterorgani- sationen getroffenen Abkommen kann ein in der Kriegsindustrie tätiger Arbeiter nur im Einverständnis mit dem Arbeitgeber seine Stelle wechseln. Der Schein, in dem der bisherige Arbeit- geber bekundet, daß der Beschäftigung des Arbeiters in einem anderen für Heeresbedarf arbeitenden Betriebe nichts entgegen- steht, wird von den Beteiligten„Kriegsschein" genannt. Ohne diesen Schein wird kein Arbeiter in der Kriegsindustrie eingestellt. Wenn im Einzelfalle Streitigkeiten darüber entstehen, ob der Arbeitgeber auf Grund des Abkommens berechtigt war, den Kriegsschein zu verweigern, so entscheidet der durch daS'Ab- kommen eingesetzte paritätische Kriegsausschuß der Metallindustrie, ob den: Arbeiter der Kriegsschein zu erteilen ist oder nicht. Mit etwaigen Schadenersatzansprüchen bei unberechtigter Verweigerung des Kriegsscheins befaßt sich der Kriegsausschuß nicht, dieselben müssen beim Gewerbegericht eingeklagt werden. Zum erstenmal hatte sich gestern die Kammer 5 des Gewerbe- gerichts mit solchen Schadenersatzklagen zu beschäftigen. Es standen elf derartiger Fälle zur Verhandlung. Ihre Erledigung erforderte eine außergewöhnlich lange Sitzung. In allen Fällen nahm das Gericht das erwähnte Abkommen zwischen den Unternehmer- und den Arbeiterorganisationen als geltende Rechtsgrundlage an und untersuchte, ob die Verweigerung deS Kriegsscheins nach den Bestimmungen des Abkommens berechtigt war oder nicht. In den Fällen, wo festgestellt wurde, daß der Kriegsschein zu unrecht verweigert war, erkannte das Gericht den klagenden Arbeitern Schadenersatz zu für die Zeit, wo sie keine Arbeit finden konnten, weil ihnen der Kriegsschein fehlte. Wo der Kriegsausschuß den Unternehmer bereits zur Erteilung des Kriegsscheins verurteilt halte, bedurfte es in diesem Punkte für das Gewerbegericht keiner weiteren Feststellung, um den Anspruch auf Schadenersatz zu begründen. Dagegen machte sich eine Beweiserhebung in den Fälleir erforderlich, wo der Kriegsausschuß die Klage nicht durch Urteil, sondern durch Vergleich erledigt hatte. Ein Fall dieser Art ist der folgende: Die Firma Stock hat einen Bettieb in Berlin, Köpenicker Straße, und einen zweiten Betrieb in Marienfelde. Die Firma versetzte sechs Arbeiter aus dem Berliner Betriebe nach dem Marien- felder. Die Arbeiter hielten das sür eine Maßregelung, weil sie für die Interessen ihrer Kollegen eingetreten waren. Sie weigerten sich, in Marienfelde zu arbeiten und wurden deshalb entlassen. Darauf verlangten 13 andere Arbeiter ihre Entlastung, weil sie sich mit den Entlassenen solidarisch fühlten und auch ihrerseits eine Strafversetzung nach Marienfelde fürchteten. Wie diese Arbeiter be- haupten, hat sich der zuständige Obermeister mit ihrer Entlassung einverstanden erklärt. Sie hätten also nach den Bestimmungen des Abkommens den Kriegsschein bekommen müssen, hoben ihn aber. nicht bekommen. Die Firma behauptet nämlich, sie sei nicht damit einverstanden gewesen, daß die Betreffenden aufhörten. Der Kriegs«' ausschuß hat diesen Fall durch einen Vergleich erledigt. Danach sollten die Arbeiter, soweit sie es wollten, wieder eingestellt werden, aber denen, die nicht wieder bei der Firma eintreten wollen, sollte der Kriegsschein erteilt werden. Diese erhoben also Anspruch auf Schadenersatz für die Zeit, wo ihnen der Kriegsschein vorenthalten war. DasGew er begerichtgabdiesemAntrage statt. Denn es hielt sür festgestellt, daß die Kläger ihren Entschluß, die Arbeit aufzugeben, dem Obermeister mitgeteilt, dieser nichts dagegen ein- gewendet und auch nicht veranlaßt habe, daß eine andere Stelle der Firma Einwendungen erhebe. Die Firma sei also mit der Absicht der Arbeiter, aufzuhören, einverstanden gewesen und habe den Schein erteilen müssen. In einem anderen Falle konnte ein Dreher beider Frrma Schütze infolge niedrigen Akkordpreises nur 49 Pf. die Stunde verdienen. Nachdem er es drei Tage mit dieser Arbeit versucht hatte, ohne einen höheren Verdienst zu erzielen, hörte er auf und bekam keinen Schein. Das Gewerbegericht verkannte nicht, daß nach dem Abkommen, den Arbeitern ausreichende Löhne gewährt werden müssen. Es wies aber die Schadenersatzklage auS dem Grunde ab, weil der Kläger nicht bis zur Entscheidung des Kriegs- auSschusseS weitergearbeitet hatte, was er nach einer Bestimmung des Abkommens hätte tun müssen. Durch Vergleich erledigte das Gericht einen Fall, wo sich der Kläger als Schlosser bei der F i r m a M e i e r u. K r a n tz an- geboten hatte, aber als Dreher beschäftigt wurde, auf diese ihm nicht geläufige Arbeit zu wenig verdiente, deshalb aufhörte, aber den Kriegsschein nicht bekam. In anderen Fällen, wo die Kläger die Bestimmungen des Abkommens nicht erfüllt hatten, wurden ihre Ansprüche ab- gewiesen._ Krieg und Gehaltsmiudcruug. Daß auch bei Anstellungsverträgen, die bis zu einem be- stimmten Termine laufen, die Endfristen fortfallen, sobald ein geringeres Kriegsgehalt gezahlt worden ist. bestätigte die Erste Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts: Ein Geschäftsführer hatte der beklagten Firma A. DauS bei Kriegsausbruch von seinem 359 M. betragenden Gehalt 109 M. pro Monat nachgelasien und als Aequivalent für sein Entgegen- kommen darauf gerechnet, daß er über den Krieg hinaus in semer Stellung gesichert ist. Sein vor dem Kriege geschloffener An- stellungsverttag lief nur bis zum 1.«pril d. I. Der Beklagte hielt sich nur bis zu diesem Termine an den Vertrag gebunden und kündigte zum 1. April, weshalb der Kläger jetzt die gekürzten 800 M. nachgezahlt verlangt. Er macht gellend, daß er bei Antritt schon eine hohe Konventtonalsttafe habe zahlen müffen. Wenn er dann bei Kriegsausbruch aus freien Stücken von seinem ihm vertraglich zustehenden Gehalt 100 M. im Monat nach- ließ, so sei das eine schlechte Belohnung für sein Wohlverhalten, wenn ihm die Firma jetzt den Laufpatz gebe. Die Beklagte wandte hiergegen ein, der Nachlaß könne den Kläger nicht so schwer ge- troffen haben, denn er konnte wohl auch mtt dem gekürzten GeHall noch auskommen. Das Kaufmannsgerrcht verurteilte antragS- gemäß die Beklagte zur Zahlung von 899 Mark. Der Kläger habe gar kemen Anlaß gehabt, von seinem ihm vertrag- lich zustehenden Gehalt etwaS abzulaffen, wenn er nicht dafür die Gewähr der festen Anstellung über den Krieg hinaus eintauschte. Der im Bertrage festgesetzte Endtermin mutzte deshalb als auf- gehoben angesehen werden, oder der Beklagte war verpflichtet, de« gekürzten Betrag nachzuzahlen. Auch den besser bezahlten An- gestellten treffe meist ein im Verhältnis zur Gesamtsumme erheb- licher Gehaltsnachlaß, da in diesen Fällen gewöhnlich auch der Zu« schnitt der ganzen Lebensführung, Mietslasten usw.. SM ganz ander« ist wie beim gering besoldsteu Gehilfe». Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Teuerungszulagen im Böttchergewerbe. Die Berliner Böttcher streben ebenfalls Teuerungszulagen an. sollten. Eine Einsicht in die Verwaltung der Strafgelder wurde In einer ganzen Reihe von Werkſtellen und Betrieben sind solche den Angestellten zugebilligt, dagegen abgelehnt, die Diners nur freiwillig bewilligt worden. In vielen Betrieben hat der Verband in bestimmten Räumen servieren zu lassen, ebenso jede Gehaltserst einwirken müssen. Herr Lieven, der Inhaber der Vereinigten aufbesserung verweigert. Das Anfinnen, für die Abräumerinnen Faßfabrit, hat sich bisher geweigert, Teuerungszulagen zu gewähren. Herr Lieven beruft sich auf den Tarifvertrag. Eine einmalige monatlich 45 M. zum Gehalt zuzusteuern sowie die Ablehnung beLeuerungszulage von 10 bis 25 M., je nach Dienstalter, hat die züglich der Diners führten dazu, daß keine Einigung erzielt wurde, Firma bewilligt, eine laufende Zulage aber abgelehnt. Indessen hat im Gegenteil die Differenzen sich noch mehr zugespitzt haben. Herr Lieven versprochen, billige Lebensmittel zu verschaffen, wovon die dort beschäftigten Böttcher bisher leider noch nichts gesehen haben. Mit den Brauereien steht die Sache etwas anders. Herr Direktor Jäger hat versprochen, beim Verein der Brauereien Teuerungszulagen in die Wege zu leiten, eine direkte Zusage aber abgelehnt. Beltbauer von bret Monaten. Immerhin waren während biefer Beit 169 Bewegungen ohne Arbeitseinstellung und 347 mit Arbeitseinstellung zu verzeichnen, die sich über 2077 Orte mit 1753 ca Beschäftigten erstreckten. Von den Betrieben und tiger Bewegungen. ftattgefunden, deren Ergebnis war, daß die Direktion fich verpflichtete, die Kellnerinnen zu entlassen und, um den Mangel an jüngeren Kellnern auszugleichen, zur Unterstübung der beschäftig ten Kellner Abräumerinnen einzustellen. Das Gehalt für diese die Kellner die Hälfte, also 45 M. monatlich, auf sich nehmen Gruppen geteilt waren die Maurer 346 mal, die Hilfsarbeiter 301, die Tiefbauarbeiter 61, die Stuffateure 40, die Betonarbeiter 24, die Fliesenleger 24, die Isolierer 5 und andere Gruppen. 13 mal an den Bewegungen beteiligt. Trennt man die Bewegungen in solche, die zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen geführt wurden und solche, bei denen es sich um eine Abwehr von Verschlechterungen handelt, dann entfallen auf die ersteren 387 Bewegungen mit 21 615 Beteiligten, von denen 269 mit Erfolg und je 59 mit teilweisem resp. ohne Erfolg beendet wurden. Zu den letzteren zählen auch die bei der Erklärung des Klagen über die Spandauer Stadtgärtnerei. " Burgfriedens" aufgehobenen Bewegungen. Für 4499 Arbeiter trat In der Allgemeinen Deutschen Gärtnerzeitung" wird Klage eine Verkürzung der Arbeitszeit und für 18 355 eine Lohnerhöhung geführt über die Verhältnisse der Stadtgärtnerei Spandau. Von ein, die im Durchschnitt pro Mann und Woche 2,64 M. ausmacht. den Verwaltungen der meisten großen Gemeinden werden zurzeit Bei den Abwehrbewegungen handelt es sich um 138 Bewegungen an die in deren Betrieben tätigen Arbeiter Kriegszulagen gewährt. mit 4975 Beteiligten, von denen 93 mit Erfolg, 12 mit teilweisem Zu Anfang des Krieges wollte man eine Einschränkung des Die Stadt Berlin beispielsweise gibt allen denjenigen ihrer Ange- und 23 ohne Erfolg beendet wurden. Hierbei wurde für 1094 AtPersonals vornehmen. Jezt beruft man sich auf diesen Fall und stellten und Arbeiter, deren Jahreseinkommen 2000 m. nicht über- beiter eine Lohnfürzung abgewehrt, die durchschnittlich auf den stellt die Sache so hin, als ob man die Böttcher nur aus Gnade steigt, eine Monatszulage von 10 M.; Steglitz desgleichen; Arbeiter 2,48 M. wöchentlich beträgt. Außerdem wurde beschäftigt. Die Böttcher haben in den Brauereien jetzt bedeutend Friedrichsfelde bei Berlin den Tag 40 Pf.; Briz- Berlin den Tag für 203 Arbeiter eine Verlängerung der Arbeitszeit bot mehr Arbeit aufgebürdet bekommen, weil man angeblich 50 f.; Berlin- Wilmersdorf auf jedes Kind des Angestellten moannähernd 7 Stunden pro Woche und Mann abgewehrt. die Stellen für die aus dem Felde Zurückkehrenden frei natlich 6 M.; Berlin- Grunewald bei einem Tagelohr unter 5 M. Verschlechterungen anderer Art wurden weiter für 2244 Arbeiter abhalten will. Daß bedeutend mehr Arbeit vorhanden ist, beweist den Tag 75 Pf.; bei einem höheren Lohn 50 Pf. den Tag Kriegs- gewehrt und 963 Arbeiter erzielten neben der Abwehr noch Verein Inserat in der„ Braumeister- Zeitung", in der die zulage. besserungen des Lohnes und eine Verkürzung der Arbeitszeit. Deutsche Bierbrauerei tüchtige zuverlässige Böttcher verlangt. Troß- In Orten, wo für den Heeresmunitionsbedarf gearbeitet wird, Neben diesen Bewegungen im eigenen Beruf waren auch noch dem lehnt diese Brauerei in Berlin ansässige Böttcher ab, weil diese sind die Lebensmittelpreise noch um einiges höher gestiegen. 34 814 Mitglieder des Verbandes in 107 Fällen an den Kämpfen zu alt seien. Dabei handelt es sich um Leute, die eine frühere langs den Orten dieser Art gehört Spandau, im Berliner Vororts- anderer Organisationen beteiligt. Die Ausgaben an Unterjährige Beschäftigung in der Deutschen Bierbrauerei hinter sich haben; bezirk. Arbeiter, die nun aber keine eigentliche Kriegsarbeit leisten, stügungen usw. für alle Lohnbewegungen haben für die Hauptkasse jezt sind sie zu alt. Seit die Zweigniederlaffungen der Bazenhofer nehmen gewöhnlich auch an den Lohnerhöhungen teinen Anteil; 340 663 M. betragen. Brauerei in Spandau und Fürstenwalde nicht mehr im Betriebe sind, erhalten sie feine besondere Kriegszulage, so sind sie oft recht ist die Arbeit in den Berliner Betrieben um das Doppelte gestiegen. schlimm daran. Zu ihnen zählen in Spandau die Gärtnergehilfen Außerdem bringt die Bierpreiserhöhung bedeutende Gewinne, zumal bei der städtischen Verwaltung. Diese erhalten schon seit einigen ja. die Rohmaterialien noch zu den alten Preisen eingekauft wurden. Jahren einen Stundenlohn von 45 Pf., und heute nicht einen Der Bierkonsum ist in feiner Weise zurüdgegangen. Die Böttcher Pfennig mehr. Eine vom Verband an den Magistrat gerichtete glauben deshalb, wie klapschus in einer Versammlung der Eingabe um Lohnerhöhung wurde abschlägig beschieden. Die Folge Berliner Filiale des Böttcherverbandes unter Zustimmung der Er- war nun ein großer Wechsel des Personals und ein empfindlicher schienenen ausführte, daß ihr Anspruch auf eine Teuerungszulage Mangel an geübten Kräften. Seit etwa schon zwei Monaten kann wohl begründet ſei. man in verschiedenen Fachblättern jede Woche Gehilfengesuche der Stadtgärtnerei Spandau lesen, die schon ein hübsches Sümmchen Geld gekostet haben, vielleicht mehr, als eine Lohnaufbesserung betragen haben würde! Die erste Zeit meldeten sich einige Gehilfen, die aber schnell wieder verschwanden und die Anstellung in der Spandauer Stadtgärtnerei mit einer anderen Stellung im Berufe vertauschten, sofern sie es nicht vorzogen, Kriegsarbeit anzunehmen. Vorteile von dem Inserieren haben also nur einige andere Betriebe gehabt. In Spandau kostet zurzeit eine einfache Schlafstelle die Woche 4,50 M. bis 5 M. Man halte das zusammen mit der Verteuerung so gut wie aller Lebensbedürfnisse, und man wird begreifen, daß die Gärtner lieber zu anderen Berufen übergehen, als daß sie zu den von der Spandauer Stadtgärtnerei angebotenen Bedingungen arbeiten. Deutsches Reich. Die Lohnbewegungen des Bauarbeiterverbandes im Jahre 1914. Die Im Verband der Töpfer sind die Unterstützungen pro Kopf und Jahr von 15,06 m. in 1913 auf 19,30 m. in 1914 gestiegen. Arbeitslosenunterstügung erforderte im Jahre 1914 allein 76 294 W., die Krantenunterstüßung in 712 Monaten 40 333 M., die Umzugs, Reise- und Wanderunterstützung 10.063 M., die Hinterbliebenenunterstützung 5245 M.; für Kriegs-, Not- und Ausgesteuertenunterstügung wurden 25 745 m. verausgabt, darunter 8824 M. an die Familien der Kriegsteilnehmer und als besondere Weihnachtsunterfügung. Zu den Unterſtüßungen für die Familien der Kriegsteilnehmer tamen noch Unterſtüßungen aus Lofalen Mitteln, die für solche Bwede aus der Hauptkasse gespendeten Mittel. die in ihrer Gesamtsumme bedeutend höher ausgefallen find, als einer Gesamtausgabe von 298 605,98 m., wozu noch 62 683,90 M. Buschüsse an die Filialen kommen, befanden sich am Schluß des Rechnungsjahres 1914 in der Hauptkasse 325 519 M., in den örtlichen Verwaltungen 12 395,82 M. Trop Organisationen während der Kriegszeit Extrabeiträge auszuschreiben, Der Töpferverband hatte es nicht nötig, wie eine Reihe anderer und hat seit dem 5. April das alte Statut wieder eingeführt. Und auch in der Zeit des Bestehens des Notstatuts ist eine stattliche Summe zur Auszahlung gelangt durch die besonderen Unterstügungen, die in der Form von Ausgesteuerten-, Weihnachts oder Kriegsunterstützung an die Kollegen oder deren Familien abgeführt wurden. Den Berliner Gastwirtsgehilfen ist es durch Vermittlung ihres Verbandes gelungen, die Verschlechterung der Lohn- und Arbeitsbedingungen, welche leider in einer großen Reihe von Betrieben bei: Kriegsausbruch durchgeführt wurde, in den meisten Fällen wieder rüdgängig zu machen. Namentlich in den Kaffeehäusern ist die Bewegung erfolgreich gewesen. Auch in einer Reihe von Reſtaurants wird wieder der übliche Tariflohn gezahlt. Bei der Firma Aschinger erhalten, entsprechend den mit dem Verband der Gastwirtsgehilfen im Jahre 1912 getroffenen Vereinbarungen, die seit jener Zeit tätigen Kellner statt bisher 55 M. 60 M. im Monat. Die Ausbesserung gilt vom 1. April ab. Jm Heidelberger" ist es zu einer Lohnbewegung gekommen, die aber bisher ohne jeden Erfolg war. An die Stelle der Kellner find dort in allen Revieren Kellnerinnen getreten. Die Leitung der Bewegung liegt hier aber nicht in den Händen des Verbandes der Gastwirtsgehilfen, sondern in denen des Interessenverbandes der Gasthausangestellten", welcher über die Betriebe der Gesellschaft die Sperre für seine Mitglieder Daß der Verband auch im Streben nach der Verbesserung der verhängt hat. Die Sperre, nach welcher sich eigentlich auch die in Arbeitsverhältnisse nicht müßig war, beweisen die dem Jahresden übrigen Betrieben der Gesellschaft, wie z. B. Wintergarten", Im Baugewerbe, in dem die Regelung der Lohn- und Arbeits- bericht beigegebenen Tabellen und kurzen Erläuterungen. Bis zum „ Hotel Bristol"," Zentral- Hotel"," 300" und" Wilhelmshallen" bedingungen in wachsendem Maße durch die Entwicklung des Tarif- Eintritt des sogenannten Burgfriedens hat der Verband in ruutd 8 Abivebr tätigen Genfer und Bündler zu richten hätten, ist, da diese darauf wesens erfolgt, drängen sich die Lohnbewegungen immer mehr zu 7 Monaten 32 Angriffsbewegungen ohne Streit, nicht reagieren, vollständig wirkungslos. Veranlassung zu dem den Zeitläuften zufammen, wo die Vertragsperiode zu Ende geht. bewegungen ohne Streit, 4 Angriffs- und 23 Abwehrstreife( unter Streit war die Ablehnung aller gestellten Forderungen, und zwar: Das war bei der zweijährigen Vertragsperiode im Jahre 1910 fo, letzteren 14 partielle Berliner Baustreiks) geführt. Jusgesamt lament 1, teine Kellnerinnen zu beschäftigen, dafür aber Abräumerinnen es fehrte bei der dreijährigen Vertragsperiode im Jahre 1913 wieder in dem genannten Zeitraum 69 Bewegungen mit 3356 Beteiligten einzustellen, 2. Diners nur in bestimmten Räumen zu servieren, und es zeigt sich nun in umgefehrter Richtung allerdings zur Durchführung, davon endeten 48 erfolgreich, 9 mit teilweisem, 3. Selbstverwaltungsrecht der Strafgelder, 4. Gehaltsaufbesserung. auch in den Zwischenjahren, wie es das Jahr 1913 eins gewesen ist. 6 ohne Erfolg. Die erste Forderung wurde damit begründet, daß der Intereffen Bewegungen von größerem Umfang und von besonderer Bedeutung In den im Jahresbericht angeführten Mitgliederzahlen komunt verband der Arbeitgeber für das Berliner Gastwirtsgewerbe" es für den Verband in finanzieller wie in taktischer Hinsicht leider die Kriegswirkung recht bemerkbar zum Ausdrud. Das erste selbst gewünscht habe, daß keine Kellnerinnen eingestellt werden, werden taum geführt. Es sind in der Regel nur die Ueberbleibfel Halbjahr 1914 brachte dem Verband einen geringen Mitgliederund seinen Mitgliedern empfohlen habe, nur wenn unumgänglich aus Drten, in denen die Tarifgemeinschaft noch keinen Boden fand, zuwachs. Dieser Aufstieg wurde jäh unterbrochen durch den Striegsnötig, weibliche Arbeitskräfte anzunehmen. Unter" Hilfskräften" oder es handelt sich um einige Spezialgruppen des Baugewerbes, ausbruch. 3375 Mitglieder mußten zum Heeresdienst; am Jahresfönne man aber unmöglich Kellnerinnen verstehen. Die Forde- die durch die allgemeine Vertragsperiode nicht erfaßt werden, oder schluß hatte der Töpferverband noch 5971 Mitglieder. Beinahe rung, Diners nur in bestimmten Räumen servieren zu lassen, es find gar Fälle, die eigentlich infolge des Vertragszustandes gar 1000 Mitglieder find im Jahre 1914 verloren gegangen. würde damit begründet, daß diese Einrichtung erstens ein Jahr- nicht vorkommen sollten, die aber von den Unternehmern heraufzehnt im Betrieb bestanden hat, zweitens, weil durch die Neuerung beschworen worden sind und zum Austrag gebracht werden müssen, weil der Dienst derart erschwert worden ist, daß ihm niemand bei die Befugnis der Tarifinstanzen nicht ausreichend genug gewesen ist, um 16stündiger Arbeitszeit förperlich gewachsen sein kann. Da die dem Vertrage Geltung zu verschaffen. Dabei kann es zu Einzel- Die englischen Maschinenbauer und die Frauenarbeit. nicht unerheblichen Strafgelder seit 1913 von der Hotelbetriebs- Ge- fällen in erheblicher Zahl kommen, jedoch wird die Zahl der betei- Die große Organisation der Maschinenbauer ist jetzt ebenfalls sellschaft ohne jede Rechnungslegung vertaltet worden sind, sei auch ligten Arbeiter erheblich zurückstehen hinter derjenigen, die bei der der Vereinbarung beigetreten, welche die englische Regierung mit diese Forderung gerechtfertigt gewesen, ebenso die Gehaltsaufbesse- allgemeinen Ablaufperiode der Verträge an den Bewegungen be- einer großen Zahl von Gewerkschaften zur Vermeidung von Konrung in Anbetracht der ungeheuren Lebensmittelteuerung. In teiligt ist. Das Jahr 1914 fällt aber in der Gegenüber- flitten und zur Förderung der Produktion in den Rüstungsletter Stunde erst sei die Organisation der Gasthausangestellten stellung mit anderen Jahren ganz besonders aus dem Rahmen industrien getroffen hat. Diese in solchen Dingen außerordentlich angerufen worden, und, weil die Direktion für alles nur ein glattes des Vergleichs, weil es für die Lohnbewegungen nur bis zum konservative Organisation hat sogar der Beschäftigung von Frauen Nein übrig hatte, sei es nicht möglich gewesen, die Arbeitsnieder- Ausbruch des Krieges herangezogen werden kann. Infolge des und Ungelernten bei der Fabrikation von Munition zugestimmt. legung zu verhindern. In den Ausstand seien alle 21 beschäftigten Burgfriedens" wurden am 3. August 19 bestehende Angriffsstreits Es ist jedoch festgelegt, daß die gleichen Löhne wie für gelernte Kellner getreten, darunter solche, die 10, 14 und 18 Jahre im plötzlich aufgehoben, und während der späteren Zeit wurden neue Arbeiter bezahlt und daß nach dem Kriege die alten Leute wieder Betrieb tätig waren. Diese Tatsache dürfte Bände sprechen für Bewegungen nicht mehr eingeleitet. Wenn man meiter in Betracht eingestellt, überhaupt die alten Verhältnisse wieder hergestellt werdie unhaltbaren Zustände im genannten Petrieb. Am folgenden zieht, daß infolge der äußerst ungünstigen Konjunktur im vorigen den. Die im Heere Dienenden sind später bei allen Einstellungen Tage hätten dann Verhandlungen zwischen dem Interessenverband Frühjahr überhaupt von jeder Bewegung abgesehen werden mußte, zu bevorzugen und Entlassungen sollen zunächst Frauen und Under Arbeitgeber" und dem Interessenverband der Arbeitnehmer" so ist für die Bewegungen nicht mehr viel übrig geblieben als eine bzw. Angelernte treffen. " Ausland. Braun bleibt modern N Leiser " e 8888 WWWWWW Unsere Auswahl in farbigen Herren-, Damen- u. Kinderstiefeln ist auch in diesem Jahre eine enorm große. Durch unsere rechtzeitigen, vorteilhaften Einkäufe ist unsere Leiftungsfähigkeit u- Preiswürdigkeit Griebrirase 179 Tauenbienßraße 20 Rinigroße 56 Leipziger Straße 65 Oranienßraße 42a Moabit. 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St.-A. f. 8.)( Nachbrud verboten) 14 245 517 628 718 33 38 54 73 916 1086( 500) 607 805 68 2109 244 484 602 44 56 704 11 827 51 56 940 3117 29 252 340 86 486( 500) 93 616 21 36 37 44 45( 500) 74( 1000) 831 48 64 73 946 4020 248 301 467( 1000) 596 849 5043 276 363 406 684 748 882 926 40 6046 47 77 629 813 35 45 913 7026 124 72( 500) 242 377 489 754 83( 500) 836 68 90 8108 639 91 752 82 830 958( 500) 9067 128 208 97 438 624 675 89 95 748( 500) 809 95 10087 115( 500) 35 55 221( 1000) 462 853 11008 63( 500) 221 87 300 476 518 620 807 46 942 62 12040 66 123 326 471 ( 1000) 90( 1000) 594 714 930 95 18102 332 484 628 936 14352 547 609 808( 500) 916( 1000) 49 15056 73 126 40 325 455 595 ( 500) 678 16001 218 323 629 756 967 17165 65 542 58.624 70( 500) 749 18102 23 286 707 935 19165 238 61 320( 500) 832( 1000) 614( 3000) 844 71 501 40 63 20038 100 68 242( 3000) 71 501 40 63 622 25 56 781 824 26 71 21019 44 160 211 390 439 72 649 82 91 99 638 932 47 97 22001 160 261 360( 500) 669( 500) 960 23163 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Prensisch- Süddeutsche ( 231. Königl. Preuß.) Klaffenlotterie 5. Alaffe 2. Biehungstag 8. Mai 1915 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lofe gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. find in lammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-. f. 8.) ( Nachdrud verboten) 1 59 215 481( 1000) 611 1153 267 78 308 12 484 642 2119 204 476 660 708 810 22 939 47 62 3186 391 401 716 73 949 4647( 500) 60 709 80 82 897 916 33 5077 178 446 561 731 981 6022 55 410 592 788 7180 666 630 36 730 919 64 8101 33 42 60 743( 3000) 802 9250 68 324 31 44 83 678( 500) 86 601 962 70 10142 435 664 792 838 11029 44 220 307 684( 500) 738( 1000) 849 12006 148 387 431 505 81 707 13012 19 135 221 91 358 443 95 529 893 973 15058 14020 120 29 512 693 858 934 181 216 482 508 605( 1000) 37 44 736( 500) 97 934 89 94 16120 99 224 26 636 981 17082( 500) 377( 500) 82 630( 1000) 637 51 919 18003 46 330 429 518 19382 438 581 605 746 69 20117 483 508 33 57 69( 1000) 764 926 34 21026 81 330 86 422 92 527 34 46 657 945 22091 148 55 93 366 97 431 63 64 81 649 94 729 864 23003 104 259 328 60 901 97 24080 201 627 73 794 25178 200( 3000) 9 77 321 400 80 647 707( 1000) 18 53 902 26014 118 362( 1000) 481 546 69 712 27359 636 57 97 667 808 66 70 928 28390 691 637 62 29020 64 96 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414( 3000) 714 90( 3000) 134010 110( 1000) 16 489 ( 1000) 517 743 965 135189 251 96 310 640 742 45 951 77 79 136098 342( 1000) 48 454 928( 500) 137214 327 498 634 851: 988 138061 109 62 273 354 614 57 69 139122 317 413 715 140004 278 360 491 512 30 792 884 141007 113 418 30 544( 500) 142047( 1000) 60 141 223 303( 500) 44 472 630 714 ( 1000) 60 858 87 916 143089( 500) 107 18 284 522 727( 500) 888 144148 310 26 569( 1000) 774 806 70 961( 1000) 145187 278 744 70 945 61 146165 204 11 673 757 59 870 969 67( 500) 89 147085( 500) 110 336 568 80 792 969 94 148137 47 229 344 51 476 801 149089 331 70 494 569( 1000) 629 707 843 46( 1000) 957 88( 1000) 150044 181 294 450 551 660 72 745 97 151066 133 546. 90 604 17 66 877 903 96 152102 410 532 619 865 944( 3000) 153012 121 249 331 97 654 838 928 154110 393 481 582 664 751 155247 301 13 583 809 53 156016 294 337 467 515 612 51.71 898 911 157104( 500) 205 68( 500) 457( 1000) 528 55 990 158280 317 84 447 616 65 784 954 159051 130 212 328 71 78 420 72 504( 500) 670 96( 500) 700 885 940 95 78 160170 231 360 676 725 161131 75 282 369 72 82 549 3( 500) 681 782 953 73( 3000) 182093( 1000) 142 55 341 614 718 61( 500) 873 934 163195 403 509 722 84 90 834 164141 297 441 535 48 90 603( 1000) 39 63 969( 500) 165039 49 208 366 474 591( 500) 640 96 929 166096 236 73 76( 500) 683 789 916 31 167006 75 91( E000) 109 13 61( 500) 99 211 90 552 726 823 168481 618 801 903 39 74 169001 343 422 542 603 51 58 754 170027 45 264 394 497( 500) 507 19( 500) 66 73 604 44 740 887 934 171024( 500) 63 223 29 61 516 705 947 172114 322( 500) 29( 600) 56( 500) 420 26 71( 3000) 561 633 49 92 762 846 173022 68 102 11 83 273 439 57 501 7( 1000) 604 807 70 174187 457 530 614 72 760( 500) 980 175153( 1000) 426 35 45 588 696 844 923( 10 000) 176061 171 375 446 604 8 700 836 77 958 177037 38( 600) 67 222 56 99 309 416 500 609 17 77 704 99 807 951 178008 101 61 203 12 74 331( 500) 493 799 179273 301 7 39 51 483 95 640 91 862 993 180220 88 425 667 945 90 181045 129 270 330 53 628 75 ( 500) 182088( 500) 103 344 48 69 696 1732 85 845 71.953 71 183307 24 58 449 93 511( 500) 46 89 999( 1000) 184049 146 209 98 313 631 760 185148 275 87 348 56 513 44 54 670 90 763 83 850 88 974 186089 102( 3000) 35 64 436( 500) 541 720 68 855( 5000) 977 187111 221 312 35 442 523 665( 1000) 74 747( 1000) 62 92 812 91 919 188041( 500) 76 388 447 577 85 602 87 834 960 189024 80 170 243 45( 3000) 352 408 646 708 63 190026 385 444 531 66 79 796 809 191068 74 280 323 86 686 740 192024 312 81( 1000) 627 715 982 193003 67 122 495 662 66 833 194082 176 84( 1000) 255 360( 3000) 574 731 801 195004 39 44 96 279 89 469 763 885( 500) 196198 285 332 545 681 804 13 53 919 197059( 500) 266 433 35 49 742 199060 104 46 198035 461 77 589 657 67 75( 500) 807 960 288 362 446 542 656 723 34 200061 119 248 304 486 652( 1000) 791 97 821 987 201058 65 109 31 80( 1000) 288 628 739 67 808 45 980 86 202087 177 333 60 95 474 596 717 988 203005 10 22 127 ( 3000) 84 256 92 420 617 791 949 53 204084 100 13 23 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW. 32 2. Keiillge des„Nmarts" Kerlimr NolksblM. Endlich freigesprochen! Gestern haben nach drcizchntägiger Verhandlung die Glberfclder Geschworenen die ihnen vorgelegten fragen nach Mittäterschaft oder Beihilfe der Witwe Hamm an dem Mord ihres Mannes verneint. Das Gericht sprach darauf unter Aufhebung des Urteils des Glbcrfclder Schwurgerichts vom 11�. Juli 1908 die Angeklagte frei. Damit ist ein schwerer Justizirrtum gesühnt, der 1908 die Bauernwitwe zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilte, von denen die Bedauernswerte bereits 6 Jahre verbüßt hatte, lieber die Vorgeschichte des Prozesses und über den Kampf um die Durchführung des Wiederaufnahmeverfahrens haben wir am 23. April ausführlich berichtet. Wer der 13tägigen Ver- Handlung gegen die ößjährige Angeklagte folgte, mußte sich mit Verwunderung fragen: wie war eS denn nur möglich, daß auf die in der früheren Verhandlung vorgebrachten Indizien bin eine Anklage erhoben, ein Schuldspruch gefällt werden konnte? lind doch hielt der Staatsanwalt die Anklage auf- re� ja meinte, die Angeklagte wäre nicht nur der Beihilfe wie das Schwurgericht im Jahre 1908 annahm, fondern der Mittäterschaft an einem Morde gegen ihren Gatten schuldig! Ja nach der Art und Weise der Verhandlung, der Leitung durch den Vorsitzenden, drängte sich jedem, der der VerHand- lung gefolgt war, die Frage auf: wird nicht trotz der tretf- hichen, unermüdlichen Einwände durch die Verteidiger Heine und Werthauer, wird nicht trotz ihres Nach- weises d e r U n s ch u 1 d der Angeklagten abermals ein Fehlspruch gegen die Angeklagte erfolgen? Wie eine Er- loösung wirkte auf die gespannt die Entscheidung Erwartenden die nach vierstündiger Beratung erfolgte Verkündung des Geschworenenspruchs. Wie kams zur Anklage? Wie zur Verurteilung im Jahre 1908, und weshalb bis zum Schluß der lebhafte Zweifel, ob diesmal die Gerechtigkeit siegen würde? Das zeigt ein zu- fammenfassender Rückblick auf äie-Verhandlungen. In der Nacht vom Freitag, dem 15. Novemder 1907, �um chonnabend. dem 16. November, wurde der Bauer Wilhelm Hamm in seiner Wohnung getötet. Der Verstorbene batte drei Stich- wundem einen an der«tirn, zwei unterhalb des Oberarms; einer dieser stiche hatte die Schlagader in der rechten Achselhöhle durch- stachen und den Tod herbeigeführt. In dem Hause des Getöteten waren in jener Nacht noch im Hause anwesend seine Frau, sein zweijähriges Töchterchen, ein alter Onkel Tackenberg, ein Knechr und ein Gelegenheitsarbeiter. Frau Hamm will in dieser Nacht durch schreie und Tumult aufgewacht und sofort aufgestanden sein und will ihren Mann noch stöhnend, mit dem Oberkörper über das geöffnete Flurfenster gebeugt, vorgefunden haben. Auf ihre Frage babe ihr Mann geantwortet, daß sie ibn gestochen hätten und daß die Täter aus dem Fenster gesprungen wären. Ter Onkel habe dann den Schwerverletzten in seine Schlafkammer gebracht, ein Arzt sei geholt worden, bei dessen Eintreffen Hamm aber schon tot war. Der Tod ist eingetreten, weil der Stich in der rechten Achsel- hohle die Schlagader durchschnitten hatte. Die ersten Ermittelun- gen des Polizeikommissars Kuhi noch in der Mordnacht selbst hatten zum Ergebnis, daß auf dem Flur ein Hut und im Garten unter dem Flurfenster ein Stock, ein Rock mit umgekrempelten Aermelu, der über und über mit Blut besudelt war. gefunden und einige Meter vom Hause entfernt in der Gartenerde frische Fußspuren entdeckt wurden. Hieraus und aus weiteren Ermittelungen schloß die Polizei, daß es sich um einen Einbruch handle, bei dem die Täter von Hamm überrascht worden seien. Es sei dann zum Hand- gemenge gekommen, bei dem Hamm u. a. den tödlichen Stich in die Achselhöhle erhalten habe. Schließlich seien die Täter aus dem Flurfenster gesprungen und entkommen. Mit der Verfolgung der weiteren Spuren wurde der Berliner Kriminalkommissar v. Trcs- kow II beauftragt, dessen erste Mordsache die Mordaffäre Hamm war. Dieser schob die Anficht, ein Einbruchsdiebstahl habe vorgelegen, bei Seite und kam auf Grund der Aussagen der der Angeklagten feindseligen Verschwägerten� insbesondere der Schwiegermutter und eines alten Onkels(Tackenbergs sowie auf Grund eines schlechten Verhältnisses zwischen den Eheleuten zu der Ansicht, es liege ein Mord vor. die Angeklagte sei Mittäterin oder Beihelferin zu dem- feioen. Eine große Reihe Zeugen, die jetzt vernommen wurden, stellten im Gegensatz zu der Bekundung der feindlichen Verwandten der Angeklagten das beste Leumundszeugiiis aus. Die Schwicger- mutter und der alte Onkel hätten immer auf die Frau„losgehackt". Sie sei ruhig gewesen, äußerst arbeitsam. Ihr sei viel zu viel Arbeit im Feld und im Haus aufgebürdet. Der Mann habe sie geschlagen. Der Mann habe die Schwester seiner Frau genotzüchtigt und dann eine Annonce in die Zeitung lanziert, nach der die Schwester alle ihre Vorwürfe zurücknehme. Als deshalb der älteste Bruder der Angeklagten Strafanzeige erstatten wollte, habe die Angeklagte im Verein mit ihrem Mann mit Erfolg gebeten, davon Abstand zu nehmen. Der Verstorbene sei unverträglich, mit keinem Menschen befreundet gewesen. Die Knechte hätten nie lange bei ihm ausgehalten. In der Verhandlung kam auch zur Sprache, daß nicht die Angeklagte, sondern die ihr feindlichen Verwandten von dem Verstorbenen Geld haben wollten. Durch die Verteidigung wurde nachgewiesen, daß die Angeklagte ein materielles Interesse am Tode ihres Mannes nicht hatte. Es lag auf der Hand, daß das ganze Gebäude, das Herr von Treskow sich eingeredet hatte, zusammenstürzen mußte gegenüber den objektiven Merkmalen, die auf einen Einbruch hinwiesen. Doch auch da hatte der ehemalige Offizier, später mit kauf- männischen Dingen befaßte, dann bei der Polizei beschäftigte Herr von Treskow eine Erklärung, die alle Momente, daß es sich um einen Einbruchsdiebstahl bandele, beiseite schieben und einen Mord mit der Angeklagten als Täterin oder Mittäterin oder Beihelserin feststellen sollte. Der Herr nahm einfach an, alle Verdachtsmomente, die auf Einbruch mit nachfolgendem Mord hinwiesen, seien er- funden: die Angeklagte habe das alles— Rock, Hut usw. kon- struiert, die Blutflecken auf Rock und einem vorgefundenen Hemd selbst hingeschmiert. Es fand sich auch ein Gutachten, das im Gegensatz zu anderen meinte, der Stich sei dem Angeklagten im Bett zugefügt, im Bett, ohne nachher aufzustehen, sei er gestorben. Man stelle sich einen Mörder vor, der bei einem Schlafenden just die Achselhöhle zum Ziel seines Angriffs macht. Doch das schwerste Beweisstück hatte die Tätigkeit des Kommissars, dessen Ungeschick lebhaft an den früheren Amtsvorsteher von Busse in Erkner, das Urbild für Hauptmanns Wehrhahn im„Biberpelz" erinnert, be- stand in folgendem. Es waren zwei Brotstücke auf dem Acker un- weit des Hauses gefunden. Nun meinte der Kommissar von Treskow, zuerst sei das kleinere gefunden, erst Tage darauf das größere, zu dem das erste patzte. Also habe die Angeklagte, die ge- hört habe, daß das kleine Stück Brot gefunden sei und als Ver- dachtsmoment diene, später das große fortgeworfcn, damit auch dies aufgefunden werde. Dadurch habe sie sich aber verraten, denn das größere Stück Brot sei t rochen gewesen, hätte aber, wenn es der angebliche Einbrecher fortgeworfen hätte, da es mehrere Tage im Feuchten gelegen hatte, feucht sein müssen. Tableauschluß: die Angeklagte ist die Mörderin; durch ihre eigene Tätigkeit habe sie sich offenbar unwiderleglich selbst überführt. Eine gewisse Rolle spielten diese Brotstücke in der ersten, eine glicht minder große in dieser Verhandlung. Der Vorsitzende, der Staatsanwalt, ein Ge- schworenec Wiggertshow kamen immer wieder und wieder auf dies — Beweisstück. Und das, wiewohl nun durch völlig einwandfreie Entlastungszeugen bekundet wurde; gerade umgekehrt lag das Brot, e r st, und zwar schon am Sonnabend, wurde das große Stück, später das kleine aufgefunden. Ein Schulbeispiel für die furchtbare Wirkung voreingenommener Ansichten bot dies krampf- hafte Bemühen, am Irrtum festzuhalten. Außerordentlicher, zähester Energie und überaus großer Zurückhaltung der Bertei- diger in dem Ausdruck ihrer Gefühle bedurfte es, um trotz Polizei- kommissars, trotz Vorsitzenden die volle Gewißheit zu verschaffen, daß des Kommissars Treskow Verdachtsgebäude der leichtesten Unterlage entbehrte. Am besten informiert über die Anschauung des Kommissars die Ansicht eines alten Berliner Kriminalbeamten, des Polizeirats Braun. Wir geben die Aussagen in chronologischer Reihenfolge, weil dadurch auch die VerHandlungsart des Bor- sitzenden illustriert wird. Gutachten des Polizeirats Braun. Polikzeirat Braun aus Berlin führte als praktischer Such- verständiger aus: Tie Geschworenen seien wohl zu der Frage be- rcchtigt, wie der fremde Polizeibcamte aus Berlin dazu komme, sich mit dieser Sackw zu beschästigen. Er müsse bemerken, daß er 54 Jahre im Staatsdienst stehe, 44 Jahre kriminalistisch tätig sei. Gegenüber Herrn von Treskow habe er keinerlei feindselige Gefühle: er habe ihn im Gegenteil als guten Kollegen geschätzt und sein Ausscheiden bedauert.— Bors,(unterbrechend»: Ich bitte, zur Sache zu kommen.— Polizeirat Braun: Es fragt sich. ob ein Mord oder ein Einbruch vorliegt, bei dem der Bestohlene getötet wurde. Es ist hier nicht eine einzige Tntsache vorgeführt worden, die für einen Mord spräche. Hamm ist auch nicht in seinem Bett ermordet worden. Wenn er im Bett den Schlag bekommen und dann erst zur Truhe gegangen wäre, so mutz man sich doch sagen, daß der Verbrecher nicht so lange gewartet hätte. Hamm hätte dann auch zweifellos zu dem geladenen Gewehr, das über dem Bette hing, gegriffen. Festgestellt ist, daß das Bett nicht zer- wühlt war. Wenn Hamm im Bette ermordet worden wäre, dann wäre das Bett bei dem starken Blutverlust vollständig mit Blut bespritzt gewesen. Da das Kind bei Hamm im Bette schlief, hätte auch das Kind mit Blut befleckt gewesen sein müssen. Die Blut- svuren zur Trübe können dadurch entstanden sain, daß, ohne daß sie es wissen, Frau Hamm und Tackenburg hingegangen sind, um sich zu überzeugen, ob etwas weggekommen ist und an der Truhe gerüttelt haben; sie hatten natürlich, da sie den blutigen Körper des Hamm angefaßt hatten, Blut an den Händen, daS herab- getropft sein kann. Es läßt sich ganz genau darstellen, wie es bei der Tötung des Hamm zugegangen sei. Man hat gesagt, daß der Stich unter dem linken Arm dem Hamm nur zugefügt sein könnte von einem Linkser; das ist nicht der Fall, im Gegenteil, es muß umgekehrt sein. Hamm hatte seine Tür� nicht ganz fest verschlossen, Frau Hamm aber die Tür zu ihrer Schlastammer zugeschlossen; sie war auch später zu Bett gegangen, da sie noch Wirtschafts- sorgen zu erledigen hatte. Sie tag noch im ersten Schlaf und schlief fester als Hamm. DaS erklärt, daß sie' den Täter nicht hörte. Ter Täter hatte unten eine Scheibe eingedrückt, war ein- gestiegen und hatte sich beim Durchgreifen durch das Fenster ge- schnitten. Das ist zu schließen aus dem Tuch, das vor dem Fenster zum Trocknen hing und das er an sich genommen bat; es wurde später in der Rocktasche gefunden.(Sich unterbrechend!: Herr Borsitzcnder, Sie lächeln, weil Ihnen hier etwas praktisch vorgeführt wird, aber der Praktiker wundert sich darüber nicht. Es war ein ganz gewöhnlicher Einbruchsdiebstahl eines Land- streichers oder Stromers, der vielleicht tagelang Hunger ge- habt batte und der, als er das Brot liegen sah, es nahm. Da er nun stark blutete aus der Schnittwunde an der Hand, so ist er zunächst noch einmal hinausgestiegen, bat die Hand an dem Tuch draußen vom Blut gereinigt. Auch der sonstige Befund an dem Tuch läßt die Annahme zusammenfallen, daß das Tuch als Knebel benutzt �worden sei. Der Täter hat dann unter dem Baum sich ein Stück Brot ahgehrochen und wollte es�essen. Da erschien es ihm aber doch wohl zu trocken, er wollte noch einmal einsteigen, um zu sehen, ob er nichts Besseres fände. Das kleine Stück, das er vom Brot abgebrochen hatte, steckte er in seine Hosentasche, das große hat er draußen unter dem Baum weggeworfen.— Bors.: Dann wäre aber doch die Rocktasche besser zur Aufbetvahrung.— Polizeirat Braun: Ich gebe das zu, er hätte'es eben so gut in den Rock stecken können, aber er hat es nicht getan, denn im Rock wurde nichts gefunden. Es muß ein Fremder gewesen sein, denn der ganze Weg, den er bei dem zweiten Einstieg einschlug, spricht dafür. Als er nun die Treppe hinaufging, muß sie geknarrt haben und Hamm erwachte durch das Geräuch im Vorraum. Er wußte, daß seine Frau länger aufgeblieben war, dachte wohl, es sei seine Frau und stand auf, um nachzusehen. Er ging vom Bett hinaus auf den Flur, im Heind, ohne Licht. Der Verbrecher schlug ihn nun mit dem Stock über den Kopf; darauf war es ganz natürlich, daß der Ge- schlagene sich dadurch deckte, daß er den Arm hochhob, und jetzt versetzte ihm der Verbrecher den Stich unter die Achsel.— Vors.: Wir werden aber andere Sachverständige hören, Ehemikcr, die einen ganz anderen Standpunkt einnehmen.— Polizeirat Braun: Das mag sein, ich spreche auf Grund meiner praktischen Ersahrungen. Daß in der Vorkammer der Stoß erfolgt ist und nicht im Bett, be- weist, daß die große Menge des Blutes hier ausgeströmt ist, die ganze Wand war damit bespritzt. Das konnte nur der Fall sein, wenn der Stoß hier geführt wurde. Nachdem Hamm gestochen war, hat er den Täter gepackt und es kam zu einem Kampf; der Täter wollte entfliehen, er stieß gegen die Falltür, konnte nicht auf die Treppe, riß das Fenster aus— das war das erste Geräusch, das die Nachbarn gehört haben und das auch Frau Hamm cnifwecktc. Der Täter stieg nun auf das Fenster, er wollte rückwärts herunter- springen, indem er aus das Blumenbrett trat, das einen Meter unter dem Fenster außen angebracht war. Beim Herunterspringen brach er das Blumenbrett ab und Hamm, der ihm nachgekommen war, hielt ihn am Rock. Ter Täter hatte den Stock in der rechten Hand, beim Wegspringen blieb der Rock in der Hand Hamms, die Aermel zogen sich von innen auf. Es ist das eine ganz natürliche Sache. Der Verbrecher sprang förmlich aus seinem Rock heraus, und so sind die aufgekrempelten Aermel zu erklären. Jetzt hatte er nicht mehr Zeit, sich noch um etwas zu kümmern, er ließ alles liegen und lief davon. Man darf doch nicht glauben, daß der Mörder, nachdem er hinausgekommen war, sich die Zeit lassen würde, den Rock auszuziehen, ihn hinterherzuschleisen, das Blumen- brcti herunterzureißen und die Stange einzubrechen. Ein Glück, daß'Frau Ham ihren Mann fand, wie er über dem Fenster, sich hinausbeugend, lag. Sonst wäre es noch schwieriger gewesen, die Sache festzustellen. Der Vorsitzende richtete an den Sachverständigen eine Reihe von Fragen, da ihm manches in dessen Darlegungen eine gewisse UnWahrscheinlichkeit zeige: Wo meinen Sie denn, daß der Täter den Stock gelassen hat, nachdem er zum Messer gegriffen hatte?— Polizeirat Braun: Den hat er über den Arm gehängt. — Bors.: Nun bitte ich, noch eine Frage zu beantworten, die ich schon zu Anfang gestellt habe, die aber noch nicht beantwortet ist. Wie ist es gckomincn, daß Sic sich mit der Untersuchung in dieser Sache befaßt haben. Ich liittc aber recht vorsichtig in Ihrer Antwort zu sein, denn ich mache Sie darauf aufmerksam, daß bereits eine cid- lichc Vernehmung von Ihnen vorliegt, die ich Ihnen vorhalten muß. — Sachverständiger Braun: Das ist doch selbstverständlich; ich wäre schon von selber daraus zurückgekommen, wenn nicht der Vorsitzende mich in meinen Einleitungsworten unterbrochen hätte. Mir sind ganz erbärmliche Vorwürfe gemacht worden, so in derOeffentlichkeit behauptet worden, daß ich die Tätigkeit des Herrn von Treskow im Jahre 1968 gutgeheißen hätte. Ich muß erklären, daß mir Flandersbach und der Fall Hamm 1968 vollständig unbekannt waren! und daß ich an alle Intrigen, die gegen Herrn von Treskow im j Gange fein sollen, vollständig unbeteiligt bin. Ich habe auch kein' Gutachten in dieser Sache abgegeben, sondern die Tatsachen an Hand der Akten und der Beweisstücke geprüft und meinen Bericht an das Polizeipräsidium erstattet.— Vors.: Ich bitte nun aber meine Frage zu beantworten, wie Sic zu der Sache gekommen sind. Sachverständiger Vraun(sehr scharf): Lassen Sic mich doch ans- sprechen, Herr Präsident, ich werde das schon darlegen. Die Sache ist an mich auf dem Umwege der vielen Unlcrsuchungcn gegen Sternickel gekommen.— Vors.: Das kann nicht stimmen. In den Akten Jmkamp finde ich folgenden Vermerk:„In der Sache Hamm sind mir vertrauliche Mitteilungen zugegangen, die zur Aufklärung der Sache führen können." Unterzeichnet ist dieses Aktenstück vom Polizeikommissar Medelmann. Es wind weiter durch Verfügung des Polizeipräsidenten, von Ihnen unterzeichnet, um Rücksendung der Akten gebeten.— Sachverständiger: Das Schriftstück ist von mir als dem Dezernenten unterzeichnet, aber ich selbst hatte mit der Sache nichts zu tun.— Vors.: Dann haben Sie in einem Privatklagcvcrfahren recht unvorsichtige Aeußerungen gemacht. �— Sachverständiger: Durchaus nicht. Nach dem letzten Raubmord des Sternickel kamen von allen Seiten aus dem ganzen Reiche Meldungen über unenkdeckte Morde, die in Verbindung mit Sternickel gebracht wurden. Damit ist dann von neuem auch der Elberseldcr Fall untersucht worden.�-— Vors.: Nun haben Sie aber in einem Zivilprozeß geäußert, Sie seien nach einer Akteneinsicht von einer Viertel- bis halben Stunde zu der Einsicht gekommen, wie die Sache hier wirklich liege.— Sachverständiger: Gewiß; nachdem ich die Akten gelesen habe, standen mir die Haare zu Berge; ich habe mich hingesetzt und Tag und Nacht der Sache gewidmet.— Vors.: Es tut mir leid, auf diesen Punkt einzugehen, aber Sie haben gesagt, daß Sie Herrn von Treskow als lieben Kollegen geschätzt und sein Aus- scheiden bedauert hätten.— Sachverständiger: Jawohl.— Vors.: Wie erklären sich dann aber die außerordentlich scharfen Person- lichen Angriffe in Ihrem Gutachten?— Sachverständiger: Wenn mir ein Irrtum mit so unheilvollem Ausgange wie hier vor- gekommen wäre, dann hätte ich mich gegen meinen eigenen Bruder, ja gegen mich selbst ebenso scharf geäußert.— Vors.: Sie sprachen da von„Flunkerei" und„nicht reüssiert".— Sachverständiger: Ich bitte, nicht einzelne Worte aus dem Zusammenhang zu reißen. Wenn Herr von Treskow hier gesagt batte,� daß er auf Grund seiner langjährigen kriminalistischen Tätigkeit zu dem Ergebnis der Schuld der Frau Hamm gekommen sei, so war ich berechtigt. das als Flunkerei zu bezeichnen, denn er war damals erst ein halbes Jahr Kriminalkommissar und noch nicht fest angestellt. Später kam er in meine Abteilung, in der fast alle gewerbsmäßigen Ver- brecher Deutschlands und der ganzen Welt bearbeitet werden. Er hat sich allmählich eingearbeitet; ich habe ihn schließlich wegen seiner tadellosen guten Arbeit geschätzt und sein Ausscheiden be- dauert. Ich würde die schärfften Ausdrücke gegen mich selbst noch heute genau so anwenden wie gegen ihn wegen seiner Tätigkeit in diesem Falle.— Vors.: Ich wollte von Ihnen nur die Erklärung haben, daß Sie die Akten bekominen baten.— Sachverständiger: Jawohl, später, aber verlangt hat sie damals Medelmann.— Sachverständiger Dr. Brünning vom Berliner Polizeipräsidium weiß bestimmt, das, eines Tages Herr Medelmann gesagt habe, die Sache Hamm scheine mit Sternickel in Verbindung zu stehen. Angeregt war der Gedanke von dem inzwischen gefallenen Polizei- inspcktor Wehn.— Vors.: Wie erklären Sic sich die Bluffpntzcr an der Tapete über dem Bett und an der gegenüberliegenden Wand, wenn Hamm nicht im Bett ermordet wurde?— Sachverständiger Braun: Das wird beim Hineinschaffen des blutenden Mannes geschehen sein.— Vors.: Wie erklären Sie sich, daß das Vorhemd zusammengefaltet im Rock steckte und auf beiden Seiten blutbefleckt war?— Sachverständiger: Das Blut kann durch den Rock dlirckgesickert oder beim Kamps vergossen sein.— Vors.: Wie erklären Sic sich, daß der Täter das Vorhemd hineingesteckt habe, nachdem er den Rock ausgezogen hatte, wenn er gleich geflohen ist?— Sachverständiger: Aber, Herr Präsident, das bewerft i« gerade die Richtigkeit meiner Vermutung, daß es ein Landstreicher war. Natürlich hat er das Vorhemd nicht nachher hinerngesteckt, sondern er hatte das schmutzige Vorhemd schon tagelang rn der Tasche stecken. Deshalb scheiden auch Jmkamp und Kielhorn aus. die eine Wohnung hatten. Am folgenden Tage geht das Verhör fort. Der Vorsitzende sagt: Herr Polizeirat Braun, ich bitte, nochmals vorzutreten. Ich habe die Akten nun noch einmal genau durchgesehen. Sie haben gestern gesagt, wie Sie zu der Sache gekommen sind. Nun mug ich Ihnen aber leider noch das eine vorhalten: am 19. September ist Ihr Gutachten hier eingegangen; an domselben Tage oder vor- her erschienen schon in der Presse Auszüge daraus.— Pollzrirat Braun: Ja, zu meinem Bedauern.— Bors.: Wie erklären Sie es, daß das geschehen ist? Es handelt sich gerade um die schärfsten Stellen gegen Herrn von Treskow.— Polizrirat Braun: Ich habe nicht dir geringste Verbindung mit der Presse.— Vors.: Haben Sie vielleicht jemandem eine Abschrift Ihres Gutachtens gegeben,?— Polizeirat Braun: Nein; ich bedauere nur nochmals lebhast, daß irgend etwas bekannt geworden ist; ich weiß nicht, wie daS geschehen ist.— Vors.: Herr Polizeirat. Sie haben gestern gesagt, daß Sre nichts gegen Herrn von Treskow haben. Ich habe Ihnen gestern schon eimge Aeußerungen vorgehalten; in Ihrem Gutachten finden sich aber noch viel schärfere Worte gegen Herrn von Treskow; es wird ihm da Unfähigkeit vorgeworfen.— Sachverständiger: Das stelle ich rntschieden in Abrede.— Vors.: Nun, es heißt da:„Man kann es nicht für möglich halten, daß jemand mit fünf Sinnen zu einem solchen Urteil kommt."— Sachverständiger: Jawohl.— Vors.: Dann wird da geredet von„geradezu frivoler Feststellung, brdauer- licher Hartnäckigkeit, mit der an der Feststellung festgehalten wird. Feststellung, die jede Sachkenntnis vermissen läßt, solche Behauptung kann nur ein Mann ausstellen, der keine kriminalistische Erfahrung hat, da Herr von Treskow erst ein halbes Jahr bei der Miminal- Polizei beschäftigt, vorher Kaufmann war und als solcher nichts mit kriminalistischen Dingen zu tun hatte". Es heißt weiter auch, daß Herr von Treskow bestimmte Tatsachen feststelle, um bestimmte Ziele zu erreichen. Sie werfen also Herrn von Treskow vor, daß er absichtlich den Tatbestand geändert habe und Sie schreiben auch „solche Verdrehungen, von denen seine Berichte wimmeln". Woher wissen Sie das, Herr Polizeirat?— Sachverständiger: Ich habe die Berichte gelesen.— Bcrteidiger Rechtsanwalt Hein«: Ich möchte wissen, welchen Zweck es hat, diese persönlichen Momente hier zu besprechen?— Vors.: Ich muß das dem Sachverständigen vorhalten. weil er unter seinem Eide gesagt hat, daß er keine persönliche Ani- mosität gegen Herrn v. Treskow habe.— Verteidiger Rechtsanwalt Heine: Ich habe Herrn Polizeirat Braun dahin verstanden, daß er zur Zeit seines Ausscheidens günstig über Herrn von Treskow ge- urteilt und dessen Ausscheiden bedauert habe; da? Gutachten ist aber erst ein oder zwei Jahre später erstattet worden.— Sachverständiger Polizeirat Braun(mit lauter erhobener Stimme): Herr Präsident, ich fühle mich hier behandelt schlechter als ein Verbrecher, viel schlechter als Jmkamp. Der Herr Präsident hat sich bei mir nicht nur, wie bei allen Zeugen, begnügt mit einer allgemeinen Bcr- Warnung vor einem Meineid, sondern er hat mich persönlich wieder- holt, besonders vor meiner Brrnchmnng, verwarnt, als ob der Herr Präsident der Meinung wäre, daß mir ein kleines glattes Mein- eidchen so gar nichts wäre. Ich werde dadurch in der Ocffcntlich- kcit und bei meiner vorgcsebtcn Behörde auf daS äußerste bloß- gestellt. Vors.: Das lag mir durchaus fern; ich habe Ihnen nur Tat- fachen vorgehalten, das mußte ich tun, denn es ist meine Pflicht.— Polizeirat Braun: Sie kritisieren damit gleichzeitig meine Behörde. — Bors.: Das fällt mir gar nicht ein.— Polizcirat Braun: Ich babe meinen Bericht meiner Behörde vorgelegt, die mich mit der Nachprüfung des Tatsachenmaterials beauftragt hatte, Der stell-. Bertretende Polizeipräsident von Berlin hat sich die Mühe ge- Sanitäts- Komp. Nr. 1 des 1., Nr. 3 des 15. Armeekorps und Reichsgericht erklärte diese Auffassung der Straffommer am Freitag nommen, meinen 38 Seiten langen Bericht selbst durchzulesen und Nr. 111; Reserve- Sanitäts- Komp. Nr. 45 des 23. Reserveforps; für durchaus dem Gesetz entsprechend. mein direkter Vorgesekter, der Chef der Kriminalpolizei, hat gesagt: Etappen- Sanitäts- Kraftwagen- Abteilung der 4 Armee ,, Aus diesem umfangreichen Bericht sieht man, daß Braun ihn mit Fuhrpark- Kolonne Nr. 7 des Garde- Reservekorps; Bädereifeinem Herzblut geschrieben hat". So urteilt meine Behörde über Rolonne Nr. 2 des Garde- Reservekorps. mich. Verteidiger Rechtsanwalt Werthauer: Die Worte, daß Sie Ihren Bericht mit Ihrem Herzblut geschrieben haben, sind wohl so aufzufassen, daß Sie die innerliche Ueberzeugung von der Unschuld Die bayerische Verlustliste Nr. 180 meldet Verluste des her Frau Hamm haben? Sachverständiger Braun: Jawohl, 1., 2., 6., 7., 8., 11., 12., 13., 15., 17., 18., 19., 20., 21., 23. Jnebenso aber auch für Jmfamp und Kielhorn auf Grund fanterie- Regiments; Schneeschuh- Pat. Nr. 1; Reserve- Infanteriemeiner langjährigen kriminalistischen Erfahrungen. Für mein Regimenter Nr. 2, 3, 5, 6, 10, 12, 13, 17, 20, 21, 22; Landw. Gutachten lege ich beide Hände ins Feuer. Vert. Rechtsanwalt Infanterie- Regimenter Nr. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 10; Brigade- ErsatzSeine: Die scharfen Ausdrücke des Herrn Braun gegen Herrn Bataillon Nr. 8; Reserve- Kavallerie- Reg. Nr. 5; 2., 6., 8., 12. Feld von Treskow berühren den sachlichen Inhalt des Gutachtens durch artillerie- Regiment; Reserve- Feldartillerie- Regimenter Nr. 1 und aus nicht. Borf.: Gegen den fachlichen Inhalt habe ich durchaus 8; 1. Ersatz- Feldart.- Abteilung. feine Bedenken, ich wollte nur prüfen, ob nicht eine gewisse Animofität gegen Herrn von Tresfom mitspielte. Sachverständiger Braun: Ich bitte, mir nun endlich Gelegenheit zu geben, zu meinem Schlußgutachten zu kommen. Zusammenfassend sage ich: Nach meiner kriminalistischen Erfahrung ist es ausgeschloffen, daß hier ein Mord vorliegt und daß Frau Hamm an ihm beteiligt war. Es handelt sich hier auch nicht um zurechtgemachte Beweisstücke, es handelt sich um einen Einbruchsdiebstahl, um einen richtigen Gelegenheitseinbruchsdiebstahl eines Landstreichers. Der Täter hat mit Hamm gekämpft, er wurde beim Hinaussteigen von Hamm crgriffen, dadurch blieben die Beweisstüde zurück, dann ist der Täter gleich weggelaufen. Die Berson, die über den Ader gelaufen ist, war der wirkliche Täter, weil das eine Stüd Brot genau an das andere paste, bas zurückgeblieben war. Die großen Schritte, mit henen der Täter davongelaufen ist, erklären es, daß er das Stück Brot verloren hat. Erpressung durch einen Möbeltransporteur. Das Landgericht Berlin I hat, wie unsere Leser sich entsinnen werden, am 26. Februar den Möbeltransporteur Paul itt e wegen Erpressung zu 1 Jahr Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt. Die Verurteilung des Angeklagten stand am Freitag vor dem Reichsgericht zur Verhandlung. Der Angeklagte sollte am 27. Dezember 1913 nachmittags den Umzug eines Eisenbahnschaffners bewerkstelligen. Als Breis waren 23 m. vereinbart. Weil ein anderer für den Vormittag angesezter Umzug nicht ausgeführt werden konnte, bat der Angeklagte die Familie, ihren Umzug schon vormittags ausführen zu dürfen. Dies Die sächsische Verlustliste Nr. 144 enthält Verluste der war jedoch nicht sofort, sondern erst nach mehreren Stunden mögInfanterie- Regimenter Nr. 104, 106, 108, 134, 139, 178; Reserve- lich. Als nachmittags 2 Uhr die Familie vor der neuen Wohnung Infanterie- Regimenter Nr. 101, 106, 133, 242; Landwehr- Jnfan- erschien, stand der verschlossene Möbelwagen vor dem Hause, aber terie- Regimenter Nr. 100, 101, 104, 133; Landsturm- Infanterie- der Angeklagte und feine Leute waren nicht da. Nach längerem Bataillone: Freiberg, Meißen, I. Leipzig, III. Leipzig; Erfab- Inf.- Suchen fand der Schaffner sie in einer Wirtschaft. Als er bat, Reg. Nr. 40; Ersatz- Bataillone: Reg. Nr. 139; Landwehr- Regi- die Sachen schleunigst in die Wohnung zu schaffen, da seine Frau menter Nr. 100, 104; Landw.- Jnf.- Reg. Nr. 101, Stamm- Ersatz- vor ihrer Niederkunft stehe und das Wetter schlecht sei, sagte der Abteilung; Jäger- Bat. Nr. 12; Feld- Maschinengewehr- Bug Nr. 73. Angeklagte, jest fofte der Umzug 53 M.; wenn er diese nicht beFeldartillerie- Regimenter Nr. 48, 64, 77, 115; II. Ersatz- Ab- fomme, werden die Möbel auf den Speicher gebracht. In seiner teilung, Reg. Nr. 77. Not mußte sich der Schaffner schnell 30 M. leihen. Erst nachdem Fußart.- Reg. Nr. 12; Ref.- Bat. Nr. 19. der Angeklagte die 53 M. erhalten hatte, Iud er die Möbel aus. Bionier- Bataillone: I Nr. 12, 22; II Nr. 12, 22; Reserve- Komp. Die Revision des Angeklagten wurde vom Reichsgericht als unbe Nr. 54; Korps- Brücken- Train, 12. Armeekorps. gründet verworfen. Landwehr- Sanitäts- Komp. Nr. 22. Der Schluß der württembergischen Verlustliste Nr. Die Verurteilung mag als Warnung denen dienen, die Umzugsangelegenheiten erpresserisch auszubeuten suchen und Tros dieses Gutachtens hielt der Staatsanwalt die Anflage. 175 wird veröffentlicht, deren Inhalt wir bereits gestern angaben. dadurch auch die reellen Möbeltransporteure in Verruf Aus Industrie und Handel. pie erwähnt, boll aufrecht. Auch nach den überzeugenden Verteidigungsreden beider Verteidiger konnte man das Gefühl nicht Ins werden: ob nicht auch diese Geschworenen sich irren werden? Und das lag an der Art der Verhandlung. Der Vorsitzende glaubte sicher unparteiisch zu sein. Die Art seiner Verhandlung von AnDesterreichisch- Deutscher Wirtschaftsverband in Wien. beginn an mußte dies Gefühl aufkommen lassen, er steht sympathisch allen noch so haltlosen Verdachtsmomenten, höchst widerwillig Nachdem sich bereits im Winter 1913 als Barallelorganisation allem gegenüber, was für die Unschuld der Angeklagten sprach des in Berlin bestehenden Deutsch- Desterreichisch- Ungarischen Wirt Im Anfang hielt er eine Rede gegen die Presse, die für Frau fchaftsverbandes eine Delegation aus den größeren wirtschaftlichen Hamm eingetreten war, und gab diese Rede in verschärfter Form Verbänden Desterreichs gebildet hatte, hat sich nunmehr ein beden Berichterstattern zum Drud. Dann gab er allen möglichen sonderer Oesterreichisch Deutscher Wirtschaftsver Mutmaßungen gegen den Anwalt Heyers Ausdrud, der die Wieder. band in Wien gegründet, der sich die Pflege der wirtschaftlichen aufnahme ins Rollen gebracht hatte, jetzt bermundet im Lazarett Beziehungen Desterreichs zu Deutschland zur Aufgabe gemacht hat. liegt und feine Aussagen verweigerte. Aehnlich wie dem alten Er fungiert als Parallelorganisation des in Berlin bestehenden Rat Braun machte er Entlastungszeugen Vorstellungen. Als aber Deutsch- Desterreichisch- Ungarischen Wirtschaftsverbandes, den eine ein Zeuge ungünstiges über die Schwiegermutter aussagte, erklärte große Zahl der am Handelsverkehr mit der Nachbarmonarchie er: Strafgerichte gegen Abwesende dulde ich nicht! usw. usw. interessierten größeren deutschen Firmen im ganzen Reiche und eine cine Leitung, gegen die die Verteidiger fortdauernd ankämpfen Reihe deutscher Handelskammern und wirtschaftlicher Interessenmußten. Ist auch schließlich man darf ohne llebertreibung fagen verbände als Mitglieder angehören. Dem Desterreichisch- Deutschen infolge der Energie und Unbeugsamkeit der Verteidiger die Wirtschaftsverbande traten fofort nach seiner Gründung mehrere Freisprechung erfolgt, so zeigt dieser Wiederaufnahmeprozeß evident Hunderte größerer österreichischer Firmen aus allen Zweigen der die Berechtigung unserer alten Forderung: Ueber das Wieder- Industrie, sowie die namhaftesten Wirtschaftspolitiker Desterreichs aufnahmeverfahren sollte ein anderes Gericht entscheiden und ber- bei. Der neue Verband wird ebenso wie der in Berlin bestehende Verband unter Ausschaltung aller theoretischer Erörterungen sich lediglich mit der Bearbeitung prattifer Fragen befassen. handeln als das frühere. In einer Schlußansprache dankte der Vorsitzende, Bandgerichtsdirektor Crieger, den Geschworenen für ihre Arbeit. Er hob hervor, daß er jegt auch gleich für die Oeffentlichkeit unterstreichen möchte, daß die Staatsanwaltschaft und das Gericht keinerlei Schuld an dem, was vorgegangen ist, treffe. Er fuhr fort:„ Ich fann hinzusehen, daß wir alle die Hoffnung aussprechen, daß der Täter noch ermittelt wird. Das Gericht und die Staatsanwaltshaft Haben den gleichen Wunsch wie die Verteidigung; hoffen wir, daß cs gelingen möge, das Dunkel aufzuhellen, das über dieser Sache schwebt." Dant aus. Frau Samm sprach ihren Verteidigern besonders herzlichen Die Frage der Entschädigung für die unschuldig erlittene, mehr als sechsjährige Buchthausstrafe wird vom Gericht erst durch fchriftlich auszufertigenden Beschluß entschieden. Nach dem Gesez kommt es für die Frage der Zubilligung einer Entschädigung darauf an, ob das Gericht annimmt, daß die Unschuld erwiesen, oder daß die Verdachtsgründe hinfällig geworden sind. Mag die Entscheidung ausfallen wie sie wolle: in der Oeffent lichkeit ist die Unschuld der schwergeprüften Frau flar nachgewiesen. Gerichtszeitung. Zum Spionagegeseh. § 10 des Gesetzes gegen den Verrat militärischer Geheimnisse bom 3. Juni 1914 bedroht mit Strafe, wer vorfäßlich während eines Krieges oder bei drohendem Kriege Nachrichten über Truppenoder Schiffsbewegungen oder über Verteidigungsmittel einem vom Reichsfanzler erlassenen Verbot zuwider veröffentlicht. Auf Grund dieses Gesetzes hat der Reichsfangler am 31. Juli solche Veröffent. lichungen ohne ausdrückliche Genehmigung durch die zuständigen Militärbehörden verboten, gleichviel, ob die Nachrichten sich auf Deutschland oder einen fremden Staat beziehen. Jn 26 Nummern, die wir am 1. August veröffentlichten, hat der Reichskanzler beson dere Gruppen von verbotenen Veröffentlichungen angegeben. Zu ihnen gehört die Veröffentlichung von Briefen von Angehörigen des Heeres oder der Marine ohne Einverständnis der in der Heimat verbliebenen Militärbehörden. Der Redakteur der„ Eberswalder Liste Nr. 1 der aus Frankreich zurückgekehrten Austausch- Beitung", Rudolf Schmidt, hatte trotzdem eine Postkarte eines berwundeten wird veröffentlicht. Unteroffiziers veröffentlicht und war deshalb zu einer Geldstrafe Die Verlust liste Nr. 219 der preußischen Armee verurteilt. Den Einwand, daß die Postkarte falsche Nachrichten enthält Verluste folgender Truppen: enthalten habe, berwarf die Straffammer als unerheblich. Das Verlustlisten. Stab der 34. Infanterie- Division und der 241. InfanterieBrigade; 1., 2., 3. und 4. Garde- Reg. zu Fuß; 2. Garde- ReserveReg.; Garde- Füfilier- Reg.; Garde- Schüßen- Bat.( siehe auch Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 109); Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. FüstTier- Regimenter Nr. 3, 4, 7, 8, 9, 10, 11, 13, 16, 20, 22, 23, 25, 28, 29, 32, 33, 34, 35, 39, 42, 44, 45( siehe Ersatz- Inf.- Reg. v. Kur natomski), 52, 53, 54, 56, 57, 59, 62, 64, 66, 67, 68, 69, 72, 83, 84, 85, 87, 88, 89, 96, 98, 99, 110, 114, 117, 118, 131, 132, 136, Ortskrankenkasse 137, 140, 142, 143, 144, 145, 149, 150, 151, 155, 158, 160, 162, 163, 164, 165, 169, 174, 175; Reserve- Infanterie- Regimenter Nr. 2, 5, 7, 8, 12, 18, 21, 22, 25, 28, 29, 34, 36, 40, 51, 53, 55, 56, 61, 68, 69, 71, 77, 79, 81, 82, 83, 88, 91, 93, 99, 110, 118, 202, 205, 208, 211, 212, 213, 214, 217, 223, 225, 226, 227, 228, 229, Allgemeine Berlin- Weißensee. Die Ordentliche bringen. Kriegszustand und Polizeistunde. Mit mehreren gleichliegenden Fällen hatte sich am Freitag das Reichsgericht zu beschäftigen. Das Generalfommando des 10. Armeekorps hatte nach Erflärung des Kriegszustandes die Polizeistunde auf nachts 1 Uhr Das Landgericht Hannover hatte vier Gastwirte festgesetzt. verurteilt, die noch nach 1 Uhr zwischen 1 Uhr 8 Minuten bis das Verweilen von Gästen geduldet hatten. 1 Uhr 25 Minuten Die Angeklagten tourden zu Strafen von 1 bis 3 Tagen Gefängnis Das Reichsgericht verwarf die von den Angeklagten verurteilt. eingelegte Revision. Aus aller Welt. Ein D- 3ng entgleift. Aus Liegnitz wird vom gestrigen Tage amtlich gemeldet: Heute früh 6,58 entgleiste im Einschnitt kurz vor Bahnhof Spitteln. dorf der D- Bug 110, der fahrplanmäßig um 7,08 in Liegnig einzutreffen hat. 2okomotivführer und Heizer berlegt, sonst niemand. Die Ursache der Entgleisung ist auf fahrläffige Handlung des Rottenführers, der mit Gleisarbeiten beschäftigt war, zurüď zuführen. Der Verkehr auf der Strede zwischen Spittelndorf und Maltsch wird eingleifig aufrecht erhalten. Dorf Temnic in Bommern niedergebrannt. Am Donnerstag nachmittag wurde das 5 Kilometer von Nörenberg im Kreise Saagig gelegene Dorf Temnic von einem Brande heimgesucht, der infolge des herrschenden starken Windes eine große Ausdehnung annahm. Insgesamt gingen 18 Gebäude in Flammen auf, darunter die Stirche, ein alter Holzbau, 6 Wohnhäuser und 11 Ställe und Scheunen. Flugfeuer übertrug den Brand nach dem 1000 Meter entfernten Al- Grünow, wo ein Stall und eine Scheune abbrannten. auch einiges Vieh ist mit umgekommen. Bahlreiche Behren waren zur Stelle, denen es gelang, die neuangelegten Mentengüter des Ortes zu schützen. Ein falscher Bizefeldwebel ist jetzt unschädlich gemacht worden. Es ist der 87 Jahre alte Buchdruder Georg Trauner, der sich mit dem Eisernen Kreuze schmüdte, für einen Beamten der Gouverne mentspolizei von Antwerpen ausgab und in Aachen, Köln, Mainz Berlin und anderen Städten Betrügereien aller Art und Heirats schwindel verübt hat. Trauner wurde jezt in Köln a. b. feftgenommen. Er hatte sich den Namen Kranich beigelegt, die Uniform mit bürgerlicher Kleidung vertauscht und den Bart abnehmen lassen. Verband Lackierer, 236, 250, 254, 258, 262, 263, 264, 266, 270; Erfaz- Jn.- Reg. Sitzung d. Ausschusses Bureau: Melchiorfstraße 28, part. v. Kurnatowski; Reserve- Ersatz- Reg. Nr. 3; Landwehr- InfanterieRegimenter Nr. 1, 2, 3, 4, 6, 7, 9, 11, 12, 22, 23, 24, 26, 31, 36, 39, 61, 66, 75, 76, 80, 81, 82, 84, 99, 109, 116, 118 und b. Gundlach; Landwehr- Ersatz- Regimenter Nr. 2, 4; I. Westfälisches Landw. Inf.- Bat Breslau; Ueberplanmäßiges Landw.Inf.- Bat. Nr. 6 des 4. Armeekorps( siehe Landw.- Inf. Reg. v. Gundlach); BrigadeErfaz- Bataillone Nr. 8, 11, 15, 17( siehe Landw.- Jnf.- Reg. Nr. 23), 30, 36, 40, 44, 81; Landwehr- Brigade- Ersatz- Bataillone Nr. 13 und 21( beide fiehe Bandm.- Ersatz- Reg. Nr. 2), Nr. 41( siehe Landw.. Ersatz- Reg. Nr. 4); Bandsturm- Bataillone I Bitsch, Schlatve, II Stolp, Wesel; 12. und 16. Landsturm- Ersatz- Bat. des 7. Armees forps; Jäger- Bataillone Nr. 6, 14; Reserve- Jäger- Bataillone Nr. 5, 7 und 9; Garde- Maschinengewehr- Abteilung Nr. 1; Maschinengewehr- Abteilung Nr. 9. Garde- Kürassiere; 2. Garde- Ulanen; Küraffiere Nr. 6; Schwere Reserve- Reiter Nr. 3; Dragoner Nr. 19; Ulanen Nr. 16; Jäger zu Pferde Nr. 6; Reserve- Ersatz- und 1. Landwehr- Eskadron des 1. Armeekorps. Feldartillerie: Regimenter Nr. 2, 20, 33, 41, 51, 53, 54, 69, 71, 72, 78, 75, 82, 84, 112, 221; Reserve- Regimenter Nr. 16, 49. Fußartillerie: 2. Garde- und 1. Garde- Reserve- Regiment; Regimenter Nr. 1, 5, 11, 13, 15; Reserve- Regimenter Nr. 1, 4, 7, 8, 11, 13, 20; Bataillone Nr. 6, 7; Haubib- Halbbataillon Graßhoff ( siehe 1. Garde- Reserve- Fußart.- Neg.); Schwere Haubiz- Batterie Nr. 216( fehe Reserve- Fußart.- Reg. Nr. 7); Part- Komp. Nr. 6 der 54. Infanterie- Division. Pioniere: Regimenter Nr. 19, 23, 24, 25, 29; Bataillone I. Nr. 2, I. und II. Nr. 3, II. Nr. 5, II. Nr. 7, II. Nr. 8, I. Nr. 9, I. und II. Nr. 11, I. Nr. 14, I. Nr. 16, I. Nr. 26; Grsaß- Bataillone Nr. 3, 5, 8, 21, 27; Reserve- Kompagnien Nr. 44 und 48; 1. Landw.- Stomp. bes 9., 11. und 14. somie 2. Bandw.- Komp. des 6. und 10. Armeeforps; Mittlere Minenwerfer- Abteilung Nr. 146; Schwere Minenwerfer- Abteilungen Nr. 38 und 56. Eisenbahn- Bautomp. Nr. 1; Reserve- Eisenbahn- Baukomp. findet statt am Donnerstag, den 20. Mai 1915, abends 8 Uhr, im Restaurant von Peukert zu Berlin- Weißensee, Berliner Allee 251, mit folgender Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes. 268/1 2. Bericht der Kassenbrüfer für 1914. 3. Beschlußfassung über die Entlastung des Borstandes. 4. Berschiedenes. die mit der als Ausweis geltenden Zum Eintritt berechtigt find nur besonderen schriftlichen Einladung ber fehenen Mitglieder des Ausschusses. Der Vorstand. R. Fuhrmann, Vorsitzender. S.KALISKI Spezialhaus für: 質 Rr. 27; Fernsprech- Doppel- Zug der 50. Infanterie- Division; Feld Brennabor- Kinderwagen Luftschiffer Abteilung; Festungs- Luftschiffer. truppe. und FeldfliegerArtillerie- Munitionskolonne Nr. 2 des 1. Armeekorps; ReserveArtillerie- Munitionsfolonne Nr. 26 des 8. Reserveforps. _ Armierungs- Bataillone Primissima Bettstellen zu billigen Kassenpreisen. Nähmaschinen aller Systeme, auch auf Ratenzahlung. Chausseestrasse 80, Wilmersdorfer Str.131, Belle- Alliance- Str. 4, Prinzenstr. 45, Grosse Frankfurter Str. 144, Spandau, Havelstrasse 20. Fernsprecher Amt Mpl. Nr. 4787. der Maler, Anstreicher usw. Filiale Berlin. Arbeitsnachweis: Gormannstraße 13 Fernsprecher: Amt Norden 3791-97 Dienstag, den 11. Mai, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Duartal 1915. 2. Filialangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Wegen der wichtigen Tagesordnung erwartet zahlreichen Besuch 186/4 Die Ortsverwaltung. Buchhandlung Vorwärts Deutscher Holzarbeiter- Verband SW. 68, Lindenstr. 3. Neuerscheinungen: Kultur und Nation von Wolfgang Heine, Mitglied des Reichstags Preis 15 Pt. Die sozialistischen Errungenschaften der Kriegszeit von Hugo Heinemann, Rechtsanwalt Preis 15 Pf. Verwaltung Berlin. Tel- Amt Moritplak 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30. Freitag, den 21. Mai, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Saal 4): Ordentliche General- Versammlung. Anträge zur Generalversammlung müssen bis zum 13. Mai an das Bureau eingereicht sein. Heute Sonntag, den 9. Mai, vormittags 10 Uhr, in den 82/16 bekannten Lokalen: Einsetzer- Bezirks- Sitzungen. Die Ortsverwaltung. Dem Undenten unserer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Genoffen! Am 20. April fiel unser Mitglied Wilhelm Radak. 250/45 Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg.( 4. Gruppe.) 23714 Im Felde fiel der Arbeiter Friedrich Seiffert Steinmezstr. 49.( 21. Bezirk.) Am 29. April im Felde gefallen der Maurer 12/16 Richard Brillant 28anzlidftr. 12( 22. Bezirk.) Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 15. April starb im Lazarett unser Mitglteb Max Kühn Infanterie- Regiment 43, 7. Rompagnie Lichtenberg, Herzbergstr. 127. Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez Lichtenberg. Deutscher Transportarbeiter- Verband Bezirk Groß- Berlin. Folgende Kollegen find im Felde gefallen: Karl Glang, Kellerarbeiter. Karl Groest, Lagerarbeiter. Fritz Janeschefski, Roffuticher. Franz Kühl, Jndustriearbeiter. Otto Lemke, Geſchäftskutſcher. August Post, Juduftriearbeiter. Karl Siebenlist, Brivatdhauffeur. Ernst Schmidt, Mülltutſcher. 63/15 Ehre ihrem Andenfen! Die Bezirksleitung. Verband der Gemeinde- n. Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen auf dem Schlachtfelde gefallen sind: Rudolf Salewski, Röhrensystem. Deutsch.Metallarbeiter- Verband Franz Fischer, Gasanfalt Giffiner Str. Verwaltungsstelle Berlin. E3 starben folgende Mitglieder im Felde: Otto Damm, Gürtler geb. 15. 8. 1888 in Berlin. Otto Kersten, former geb. 4. 7. 1877 in Großbeeren. Fritz Drewitz, Schloffer geb. 14. 12. 1886 in Bahn i. P. Julius Grams, Gürtler geb. 18. 11. 1888 in Angermünde. Karl Schrödter, feilenhauer geb. 20. 4. 1884 in Syriz. Heinrich Stockfisch, Rohrleger geb. 81. 7. 1890 in Berlin. Paul Grabert, Schloffer geb. 28. 2. 1892 in Berlin. Paul Ebert, Dreher geb. 16. 10. 1886 in Berlin. Walter Heyder, Dreher geb. 24. 10. 1893 in Reinidendorf. Wili Jenke, Drüder geb. 24. 3. 1886 in Brig. Richard Grabs, Schloffer geb. 20. 9. 1882 in Lauban. Otto Mehles, Stanger geb. 17. 1. 1873 in Qudenwalde. Emil Eylert, Bohrer geb. 14. 1. 1893 in Neuton. Paul Utecht, Dreher geb. 20. 4. 1885 in Berlin. Max Kühn, Werkzeugmacher geb. 17. 11. 1892 in Fröbig. Paul Hein, Maschinenformer 113/11 geb. 16. 9. 1880 in Jüterbog. Ehre ihrem Andenken! As Opfer bes Weltkrieges fiel am 13. März in einem Gefecht mein inniggeliebter Mann, ber treusorgende Vater seines Kindes, der Behrmann Karl Hofmann im 35. Lebensjahre. 872 Dies zeigt tiefbetrübt an Frau Anna Hofmann geb. 8eiste, nebst Kind. Die Ortsverwaltung. Am 17. April fiel auf dem Schlachtfelde unser lieber Kollege, der Mechaniker Oskar Schramm Pionier Bataillon 15 52A im 22. Lebensjahre. Ehre seinem Audeukeu! Die Kollegen der Firma A. Benede n. Co. Elifabethufer 29. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen sind folgende Mitglieder: Karl Albrecht, Tischler, 37 Jahre alt Bruno Baronski, labierarbeiter, 25 Jahre alt. Otto Damm, Mobelltischler, 8 Jahre alt. Richard Heiden, Tischler, 25 Jahre alt. Bruno Koẞ, Tischler, 24 Jahre alt Georg Jaguttis, gler, 34 Jahre all. Ernst Schmidt, ishler, 21 Jahre alt. 82/15 Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Paul Lüdtke, Reichsdruderei. August Klabunde, Englische Gaswerke. 34/3 Wir werden ihnen ein ehrendes Andenten bewahren. Am 6. Mai, früh 7½ Uhr, berstarb nach langen, schweren Leiden meine liebe Frau Anna Fröhlich. Dies zeigt tiefbetrübt an Fritz Fröhlich, Mustauer Str. 1. Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Fried hofes in Friedrichsfelde aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Köpenicker Viertel. Bezirk 178. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genoffin, Frau Anna Fröhlich ( Muskauer Str. 1) gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 11. Mat, nach mittags 2 Uhr, von der Halle des Sentral- Friedhofes in Friedrichsfelbe aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 212/4 Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau des Kollegen Fröhlich, Anna, geb. Ziegler ( Mustauer Str. 1, Bezirt 4) verstorben ist. 73/9 Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 11. Mai, nachmittags 2 Uhr, bon der Halle des Bentral- Friedhofes in Friedrichs. felde aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarheiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bauanschläger Eduard Pohl am 6. Mai gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 10. Mai, nachmittags 4 1hr, von der Leichenhalle des Luisen- Kirchhofes in Charlottenburg, Fürstenbrunner Weg, aus ſtatt. Rege Beteiligung erwartet 113/10 Die Drtsverwaltung. Den Heldentod fürs Baterland ftarb am 10. November 1914 bei einem Sturmangriff mein inniggeliebter Mann, Sohn, Bruder und Schwager, der Erfagreservist Richard Heyden ( Ref.- Inf. Reg. Nr. 8, 1. Komp.) im Alter von 27 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen gab. Frau Emma Heyden waldow. Nun ruhe sanft im Heldengrab, Befreit von allen Schmerzen; Die Liebe, die Dich hier umgab, Rebt fort in unseren Herzen. Ruhe fanft! Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 6. Mai verstarb unsere Parteigenoffin Ottilie Heidemann Steinmegstr. 71, 21. Bezirk. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 9. Mai, nachmittags 4, Uhr, auf dem neuen Jakobi- Kirchhof, Hermannstraße, statt. Um 6. Mai nerstarb imfer Parteigenoffe Anton Pawlaczyk Allerstr. 5, 21. Bezirk. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 9. Mai, nachmittags 3%, Uhr, von der Halle des neuen Jakobi Kirchhofes, Hermannstraße, aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht 237/3 Der Vorstand. • Arbeiter Turnverein Weißensee. Nachruf. Am 13. März 1915 fiel als Opfer des Weltfrieges unser lieber 185/2 Turngenoffe Ernst Wedekind im blühenden Alter von 21 Jahren. Er war ein treuer Anhänger unferer Turnfache und werden wir ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Fern von der Heimat fiel am 30. April unser lieber Kollege, der Matrose 1687b Bruno Metzenthin. Sein aufrichtiges und follegiales Wesen wird ihm ein dauern. des Andenten sichern. Die Kollegen b. Werkzeugbau Abt. Sassien Kabelwerk Oberspree. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Sollege, der Tischler Bruno Albert Schöneberg, Afazienstr. 11 82/14 geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Nachruf. 16785 Im Felbe den Tod gefunden hat unser Rubergenoffe, der Werf zeugmacher Richard Grabs. Jahrelang war er auf unseren Nuderfahrten unser ständiger Begleiter, und empfinden wir den Berluft dieses uns lieb gewordenen Freundes aufs schmerzlichste. Er wird uns unvergeßlich bleiben! Seine Freunde: Diemert, Goldacker, Petzold, Pfitzner, Schöne. Als Opfer des Beltkrieges starb mein herzensguter, unvergeßlicher Mann, der treusorgende Bater unserer Kinder, der Landsturmmann Richard Brillant im blühenden Alter von 43 Jahren. Dies bringen im tiefften Schmerz zur Kenntnis Frau Emilie Brillant geb. Dietert Willi Brillant. 3. 3t. i. Selde Fritz Brillant Ida Brillant Benno Brillant Bruno Brillant Mariechen Brillant Annchen Brillant als Kinder. Rönnten unfre Tränen dich erweden Rußlands Erde würde dich nicht deden. An den Folgen seiner Wunde starb im Lazarett zu Stolberg mein inniggeliebter, unvergeßlicher Mann, unser lieber, guter Bater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkel, der Landwehr212 mann Rudolf Salewski. Dies zeigen in tiefstem Schmerz an die trauernden Hinterbliebenen Frau Auguste Salewski nebst Kindern. Dir der Friebe, Uns der Schmerz. amt Als Dpfer des Weltkrieges fiel auf dem Kriegsschauplaz, 9. April 1915, unser Kollege Paul Sprotte. Wir werden dem Gefallenen ein ehrendes Andenken bewahren. Das Personal 268/2 der Allgemeinen Ortskrankentasse der Stadt Berlin. Am Dienstag, den 4. Mad, bezschied nach schwerem Leiden unfere Mutter und Großmutter, Witme Emilie Dachert. Die trauernden Hinterbliebenen. Beerdigung findet Montag, nachmittags 4, Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes, Fried522 richsfelde, aus statt. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Lefl nahme und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Heinrich Seidler fagen vir allen Freunden und Be fannten, insbesondere den Kollegen der Drtsfrankenkasse für die Ge merbe der Tischler und Pianoforte arbeiter zu Berlin und dem Vorstand, dem Verband der Bureauangestellten, Drtsgruppe GroßBerlin, dem dritten Wahlkreis und für die herzlichen Borte des Herrn Koblenzer unferen innigsten Dant Anna Seidler neust Kindern. Danksagung. Für die rege Teilnahme und vielen Kranzspenden bei der Beerdigung unserer lieben Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Auguste Ranfft fagen wir hiermit allen unseren Freunden, Genossen und Bekannten 16865 unseren besten Dant. Die hinterbliebenen Rinder und Schwiegersohn. Innungs- Krankenkasse der Schuhmacher- Innung zu Berlin. ( Zwangs- Innung.) Auf Grund der Beschwerde find durch Entscheidung des Oberversiche rungsamts Berlin vom 16. April 1915, die am 24. August 1914 bor. genommene Wahl der Arbeitgeberbertreter zum Ausschuß und die im Anschluß daran erfolgte Wahl der Arbeitgeberbertreter zum RaffenRuderverein, Vorwärts", Berlin vorstand für gültig erklärt worden. Bei den Kämpfen im November fiel unser Rudergenosse Richard Grabs. Wir verlieren in ihm einen uns lieb geworbenen Sportsgenossen, der sein Ganzes für den Berein hingab. Wir werden ihm ein bauerndes Andenken bewahren. 281/17 Der Vorstand. Am 20. April fiel mein lieber Mann und guter Bater, unser lieber Sohn, Bruder und Schwager, der Reservist und Gefreite Willi Bowatseheek im Alter von 30 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Jda Bowatscheck und Verwandte. 1684b Als Dpfer des Weltkrieges fiel am 9. Februar unser herzens. guter Sohn und lieber Bruber, Der Musketier Willi Müller, Infanterie- Regiment 45. Dies zeigen schmerzerfüllt an Albert Müller und Frau. Albert, Kurt und Otto Müller als Brüder, zurzeit im Felde. Stube fanft so fern von Deinen Rieben! 1668b Am Freitag, den 7. Mat, nachmittags 4%, Uhr, entschlief nach furzem, schwerem Leiden meine inniggeliebte Frau Klara Reetz geb. Holzkamm. Dies zeigt tiefbetrübt an Fritz Reetz. Die Beerdigung findet am Montag, den 10. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle in Marzahn aus statt. DamenTuche, schwarz Folgedessen gelten nunmehr die von der Innung ernannten Herren: Karl Ederlein, Alt- Moabit 133, als 1. Borsigender, Karl Blaffert, Stallschreiberstraße 47, als 2. Borfigender 268/3 der Staffe. Berlin, den 9. Mai 1915. Der Vorstand. Karl Ederlein, Borsigender. St. Schenk, Schriftführer. Wo Petroleum- Not? Wunderbar helles Richt durch meine neuesten Carbid Zilchlampen. Ganz ungefährlich, biel billiger wie Petroleum, der Brennstoff ist stets billig zu haben. Bahlreiche Anerkennungsschreiben! Preis vollständiger Zampe nur M.4,50. Bersand überallhin per Nachnahme. 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Abends 8, Uhr: Volksbühne, Theater am Bülowplat: Glaube und Heimat. Boltsbühne, Theater am Bülomplag: Montag und Freitag: Der Revisor. Dienstag, Mitttwoch, Donnerstag: Glaube und Heimat. Sonnabend: Rösides Geist. Direktion: Max Reinhardt. 8 Uhr: Ein Sommernachtstraum, Montag: Maria Magdalene. Donnerstag 2, U.: NachmittagsVorstellung( kleine Preise): Jedermann. Kammerspiele 84 Uhr: Der Weibsteufel. Montag: Die deutschen Kleinstädter. Rose- Theater. Sonnt. 3 Uhr: Mutterliebe. 8 Uhr: Mutterliebe. 4 Uhr: Gartenbühne. Konzert. Vorstellung. Spezialität. Walhalla- Theater. 8 Uhr: Die Jagd nach dem Glück. Theater für Sonntag, den 9. Mai. Berliner Theater 8 Uhr: Extrablätter! Deutsches Künstler- Theater 8 Uhr: Der heilige Rat. Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 3. Uhr: Der Waffenschmied 8 Uhr: Der Troubadour. ( 3. Gastspiel Leo Slezak.) Gebr. Herrnfeld- Theater Der Gedankenleser. 8 Uhr: Das einzige Mittel. Kleines Theater 8 Uhr: Scherz, Satire, Ironie u. tiefere Bedeutung Komische Oper 8 Uhr: Der Opernball Komödienhaus 310 8 Uhr: Biedermeier. Lessing- Theater 3 Uhr: Jugendfreunde. 8 Uhr: Datterich. Lustspielhaus 8%, Uhr Ein Prachtmädel Metropol- Theater 8 Uhr: Der Hochtourist URANIA Taubenstraße 48/49. 5 Uhr Montis Operetten- Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Hoheit tanzt Walzer Residenz- Theater 8 Uhr: Die Schöne vom Strand Schiller- Theater 0. 8 Uhr: Alt- Heidelberg. Schiller- Th. Charlottenbg. 3 Uhr: Uriel Acosta. 8 Uhr: Der blinde Passagier. Thalia- Theater 8Uhr: Alt- Berliner Possen- Abend: Das erste Mittagessen. Hermann und Dorothea. Guten Morgen, Herr Fischer! Theater am Nollendorfpl. 8 Uhr: Immer feste druft! 3 Uhr: Die Dollarprinzessin Theater des Westens 8 Uhr: Die Landstreicher 3 Uhr: Polenblut Theater in der Königgrätzer Straße WINTER BARTEN Rita Sacchetto Else Bötticher Rosa Felsegg Julius Spielmann sowie der neue Mai- Spielplan. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: KÖNIGLICHER HOLLÄNDISCHER LLOYD S.S.GETRIA SSTUBANTIA NACH SUD- AMERIKA Konsum- Fleischerei! Man achte auf Reihe und Stand! Seltenes Angebot aus täglich frischer Schlachtung: Im Schützen- Schweinerippchen 1. 55 Bf. graben. Schweinsköpfe Militärisches Beitbild von Meysel. Anfang 7%, Uhr. ResterHandlung. 29 Garbadine, Kammgarne, Cotelės, schwarz und farbig Meter 3,00 an Cover- coats, Eolienne 4,50 Mod. Kostüm- u. Rockstoffe, 130 breit 1,95" Mäntel-, Kleider- und Blusenseid., doppeltbr. 3,50 Reste zu Herren- und Knaben Anzügen spottbillig. 34 Uhr: Die 5 Frankfurter Konfektion 8 Uhr: Rausch Trianon- Theater 8 Uhr: Wie man einen Mann gewinnt 32 Uhr: Schuldig Volksbühne.Theater am Bülowplatz 3 Uhr: Der Revisor 8 U. Glaube und Heimat Casino- Theater Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr. Nur noch bis 16. Mai der neue " Gelegenheitskäufe: Covercoats u. Moiree, Mäntel. Kostüme Röcke 13.50 an große 15,50 Auswahl 3,50 Kindermäntel sehr billig. 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Ich kann daher Togal allen Leidensgefährten sehr warm empfehlen." Aehnliche Erfahrungen und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur bei Rheumatismus, sondern auch bei Nerven- und Kopfschmerzen, Herenschuß, Ischias, Schmerzen in den Gelenten, sowie bei Influenza gebrauchten. Alle Apotheken führen Togal- Tabletten. Berantwortlicher Redakteur: Alfrep Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil berantto.: Th. Glode, Berlin, Drud u.Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. pr.m. Z Keilllge des LmSrts" Krliller UsIIlsblM." m- Mitwoch, Märzforöerungen und Maiwünsche der Zrauen. Seit Iahren haben die sozialdemokratischen Frauen den März- monat zu prächtigen Kundgebungen für ihr Bürgerrecht auSersehen. Der �sozialdemokratische Frauentag" wurde genutzt, um in Wort und Schrift Propaganda für das Frauenwahlrecht zu mache»! den Rechtsanspruch der Frauen nachzuweisen und die Notwendigkeit seines Besitzes aufzuzeigen. Diese Kundgebungen, die mit Sorgfalt von den Parteiorgans- sationen vorbereitet wurden, erfreuten sich steigenden Zuspruchs? sie haben dem Gedanken des Frauenwahlrechts weiteste Verbreitung gegeben und haben der Sozialdemokratie, als der treuen Bor- kämpferin für Frauenrechte, viele Anhänger, den Organisationen viele Mitglieder geworben. Mit besonderer Liebe hängen denn auch die Genossinnen an»ihrem Tag", der ihnen innere Erhebung brachte, ihren Mut hob, die Ueberzeugung von der Sieghastigkeit Jber sozialistischen Ideale befestigte und ihre Begeisterung und Tatkraft befeuerte. Umsomehr haben sie es deshalb auch bedauert, daß infolge des Krieges in diesem Jahr von einem»Frauentag' in der seit- berigen Weise keine Rede sein konnte. Unter der Zensur und unter der Einschränkung der Versammlungsfreiheit, wie sie der Krieg brachte, konnte von einer umfassenden Agitation durch Flugblätter, Plakate usw. nicht die Rede sein, auch wären die ineisten öffentlichen Versammlungen sicherlich dem Verbot verfallen? deshalb war empfohlen worden, Frauenmitgliederversammlungen zu veranstalten, in diesen die wichtigsten, die Frauen besonders inter- cssierenden Fragen der Politik zu behandeln und die Referate in der Forderung des vollen Staatsbürgerrechtes der Frau ousklingen zu lassen. In ähnlicher Weise haben unsere österreichischen Genossinnen ihre Märzforderungen erhoben. Sie berichten von 30 Versamm- lungen, die alle sehr gut besucht und von gutem Geiste beseelt waren. Wie groß in Deutschland die Zahl der veranstalteten Versamm- lungen gewesen ist, läßt sich, da noch keine Umfrage stattgefunden hat, nicht übersehen. So weit uns Berichte vorliegen, zeigen sie übereinstimmend, daß durch die Erfahrungen in der Kriegszeit, mit ihren vielen und mannigfaltigen Sorgen und Nöten für die Frauen, deren Erkenntnis von der Notwendigkeit politischer Gleichberechtigung »och erweitert und befestigt ist. In allen Versammlungen lösten gerade die hierauf Bezug nehmenden Ausführungen den lebhaftesten Beifall aus und wurden in der Diskussion durch Beispiele aus dem Leben noch unterstrichen. Erklärlich genug: Die Not lehrt nicht mn» beten, sondern vor allem auch— denken. Als das tägliche Brot knapp und knapper wurde, weil die Arbeitslosigkeit zu Anfang des Krieges enorm war, die kommunale Arbeitslosenstützung ganz fehlte oder nur karg bemessen wurde, da ist mancher Frau lebhafter und quälender als seither der Wunsch gekommen? Ach� könntest du doch überall in Stadt und Staat, in Gesetzgebung und Verwaltung deine Stimme erheben und am Ausbau der Sozialgesetzgebung mitarbeiten l Jetzt, wo eS sich um die Regelung der Hinter« bliebenenfür sorge und die Fürsorge für die Kriegsinvaliden handelt, werden weitere Frauenschichtcn ihre politische Rechtlosigkeit schmerzlich empfinden. Nachdem die LebenSmitteltcuerung mehr denn je schier unerträglich wird, die Frauen sich aber damit begnügen müssen, in der armseligen Weise einer Petition ihre Wünsche zu äußern, werden sie sich ihrer politischen Ohnmacht um so stärker bewußt. Aber auch in vielen andern Fällen hat der Krieg die Frage: Warum ist das alles so? auf die Lippen der Frauen gedrängt. Wenn also in diesem Jahr auch nur in bescheidenem Maße die Veranstaltungen zur Erhebung unserer Märzforde- r u n g e n stattfinden konnten, so ist der Wunsch nach Er« füllung nicht weniger heiß, und der Wille, für sie zu wirken, nicht weniger stark und lebendig in den Hirnen und Herzen der Frauen. Es ist einzig und allein der Krieg, der uns hinderte, in alter Weise für die Verwirklichung unserer Ideale tätig zu sein. Ilnd als nun der Mai kam und dieselben Gründe hemmend der Propaganda unsere alten Maiforderungen und-wünsche sich ent- gegenstellten, da wurde durch diese notgedrungene Reserve unser liebster Maienwunsch, der Frauen Friedenssehnsucht, nurnochmachtvollerundtiefer. Mit gespanntem Interesse und hoher Freude verfolgen wir die Aeußerungen der Frieden? sehn sucht in England Frankreich und den neutralen Staaten und begrüßen sie als Borboten einer, hoffentlich recht baldigen, Verständigung. Denn als schaudernde Zeugen der unendlichen Leiden und Opfer, die der furchtbare Weltkrieg allen Beteiligten auferlegt, und in schwerer Sorge um unsere Lieben, unsere Partei und unser Volk, haben wir nur zu klar die ernste Gefahr erkannt, auf die dieser Tage auch Freiherr v. Zedlitz im„Tag" warnend verwies, als er von„einer Iteberspannung der Kraft sprach, die in Deutschland einzutreten drohe, wenn das weltpolitische Ziel des Krieges zu hoch gespannt werde". Die Frauen, auf welche der schwere Druck der Ereignisse doppelt und dreifach lastend fällt, die als Träger neuen Lebens be- sonders stark unter der Maffenvernichtung blühenden Menschenlebens leiden, sie können den Gedanken nicht ertragen, daß auch nur die Möglichkeit bestehen könnte, diesen Krieg bis zum Weißbluten der Völker weiterzuführen. Ihre Shmpathie gehört in vollem Maße allen ernsthaften Bestrebungen, die dem Ziele dienen, hie Völker Europas vor diesem Unglück zu bewahren. Ist ihre Kraft und ihr Einfluß auch nur schwach in dein großen Spiel der Kräfte, die über die Geschicke der Böller entscheiden, ihr Wille ist stark, diese Kraft zu nutzen, wann und wo es gilt, gemeinsam mit den Männern ihrer Klasse für einen baldigen Frieden zu wirken. Und stärker als je fühlen sie die Verpflichtung, für die Ver- wirklichung der großen sozialistischen Ideale zu kämpfen, um in der Zukunft die Menschheit von den Schrecknissen des Krieges zu bewahren. Das Maigelöbnis der sozialistischen Frauen konnte deshalb auch lein anderes sein, als: Das Band der Solidarität national und international fester zu knüpfen unter allen Männern und Frauen, die sich um 12. Mai: Zahlabenä i das Banner de? Sozialismus scharten? unablässig zu werben für den sozialistischen Gedanken und für die sozial! st ischen Organisationen? bestens mit- zuarbeiten an der Befestigung und Vertiefung sozialistischer Erkenntnis; mit starkem Wollen und geschulter Kraft für die Einheitlichkeit, die Geschlossenheit, die Schlagfertigkeit und die Stärke der Partei zu arbeiten. Dieses Gelöbnis nun auch zu halten, ist Ehren- Pflicht aller Genossinnen! _____ Luise Z ic tz. Mus Groß-öerim. ?rrenhausleben im Kriege. Tic kriegerischen Ereignisse, von denen der Erdball erschüttert wird, machen vor den verschlossenen Türen der Irrenhäuser nicht Halt. Auch hierher dringt durch die „siebente Großmacht" alles das, was seit über neun Monaten die Ikerven der übrigen Menschenwelt aufs höchste anspannt. Die wenigen auf jeder Station ausgelegten Zeitungen sind gerade jetzt von den Anstaltsinsassen mit Ungestüm begehrt, und doppelt stark regt sich das Sehnen nach der köstlichen Freiheit. Da ist der eingebildete Zcapoleon oder Moltke, der im kranken Geiste seine Armeen aufmarschieren läßt. Da sind aber auch die unendlich vielen Kranken, die für die Ge- schehnisse auf den Kriegsschauplätzen durchaus Verständnis haben, denn nicht wenige haben ja als Soldat gedient und sich nicht träumen lassen, daß ihr Schicksal sich so trostlos gestalten werde. In den ersten Kriegsmonatcn wurden die Irrenärzte mit Bitten um Entlassung bestürmt, weil die be- treffenden Patienten ihrer Militärpflicht genügen oder sich als Kriegsfreiwillige melden wollten. Natürlich konnte allen diesen Anträgen aus naheliegenden Gründen nicht entsprochen werden. Als die Zeitungen die leider bestätigte Nachricht von dem Bombardement der Russen auf die ostpreußischen Irren- anstatt Tapiau brachten, wobei zahlreiche Kranke getötet oder verwundet wurden, hat man auch in den Berliner Irren- anstalten tagelang von nichts anderem gesprochen. Der Krieg wirkt aber noch in mehrfacher Hinsicht auf das Anstaltsleben ein. Die Angehörigen bringen an den Besuchs- tagen zwar massenhaft Lesestoff mit, dagegen sind die sonstigen Spenden immer bescheidener geworden. Man hat ja draußen genug mit sich selbst zu tun und ist wirklich nicht imstande, größere Mengen von Nahrungsmitteln zu opfern. Das trifft die Kranken um so härter, als auch die Anstaltsverpflegung eingeschränkt worden ist. Alles, was nicht unbedingt erforder- lich ist, fällt fort, so auch bei den meisten Patienten der einst reichliche Frühstücksbelag, und zeitweise sind die Kartoffeln zu- gezählt worden, während früher die vollen Schüsseln auf den Tisch gestellt wurden. Die Festlichkeiten, die sonst im Winter stattfanden, fielen gänzlich aus, auch der Weihnachtstisch war nur zeitgemäß gedeckt. Erhebliche Schwierigketten sind in der Organisation des Anstaltspersonals entstanden. Auch von den Aerzten der Berliner städtischen Irrenanstalten standen oder stehen noch eine ganze Anzahl als Stabsärzte im Felde. Ersatz war nicht immer zu beschaffen. Von der notwendigen individuellen Be- Handlung der Kranken konnte also noch weniger als früher die Rede sein. Fast noch schlimmer sah es anfangs mit dem männlichen Pflegepersonal aus. Wohl die Hälfte aller Pfleger mußte Heeresdienst leisten. Mit der Zeit ist zwar neues Personal angeworben worden, aber viele der unge- übten Kräfte genügen nur notdürftig. Durch den Mangel an Ueberwachungspersonal wurden die Kranken auch recht häufig des Genusses, in den Anstaltsgärten spazieren zu gehen, be- raubt. Ter Zugang an Kranken hat während des Krieges in fast allen Irrenanstalten, soweit nicht Kranke aus dem Heere überwiesen wurden, abgenommen. Besonders ist die Zahl der zur Aufnahme reifen Alkoholisten gesunken. Andererseits wurden Fälle festgestellt, in denen die Aufnahmebedürftigen lediglich durch den Kriegstod von Angehörigen in Zrsinn ver- fallen waren. Die vorläufige Verlvendung des Neubaues der zweiten städtischen Irrenanstalt auf der Gemarkung Buch als Lazarett hat sich noch nicht für die Berliner Zrrenpflege sonderlich fühlbar gemacht. Ein schöneres Lazarett hat es wohl nirgends in Deutschland für unsere Verwundeten ge- geben. Da nehmen sie es mit Soldatenhumor auch in den Kauf, daß sie geheilt werden in einer— Irrenanstalt. Lokale mit weiblicher Bedienung. In Berlin verstand man bisher unter der Bezeichnung: Lokale mit weiblicher Bedienung vornehmlich und ausschließlich jene Änimierkneipen mit den roten Laternen. Der Krieg hat auch auf diesem Gebiet eine Wandlung gebracht. Die Kellnerin, die ihren Verdienst sich ertrinken mußte, ist auf dem Verordnungswege aus der Animierkneipe entfernt worden und manches Lokal mit weiblicher Bedienung hat seine Pforten schließen müssen. Infolge der Einziehung des männlichen Bedienungspersonals haben sich jetzt Besitzer besserer Lokale veranlaßt gesehen, weibliche Personen an Stelle der Kellner einzustellen. In manchen Lokalen herrscht der gemischte Betrieb vor, indem männliches und weibliches Personal bedient. Diese Wandlung der Dinge bringt auch die Kellnerin in eine andere Situation. In Berlin galt der Kellnerinnenberuf vielfach als anrüchig, während in Süd- deutschland, speziell in München, die Kellnerin viel ge- achteter war. Es bestanden auch in der Tat erhebliche Unter- schiede. Jetzt dürfte auch in Berlin über die weibliche Bedienung mit der Zeit eine andere Auffassung Platz greifen, wenn die Kellnerin lediglich auf die Bedienung beschränkt bleiben muß und eine Animiertätigkeit ausscheidet. Die weibliche Bedienung wird auch vielfach von Frauen oder Mädchen ausgeübt, die hart um ihr Brot ringen. Die Hauptsache ist, daß das weibliche Bedienuugs- personal seine Lage erkennt und nicht zum Lohndrücker der männ- lichen Kollegen wird._ Versorgung der Bäcker mit Kartoffelmehl. Ter Magistrat der Stadt Berlin übernimmt, wie er in einer Verfügung an die Bäcker bekannt gibt, fortan die Ver- GroE-llkrlin. sorgung der Bäcker Berlins mit Kartoffelmehl. Der Zusotz frischer Kartoffeln zum Gebäck hat von fetzt ob zu unterbleiben. Zuwiderhandelnde setzen sich der Gefahr der Sperrung jeg- lichen Mehlbezuges aus. Kartoffelmehl wird im Einzelfall nicht unter ein und nicht über Ist Sack abgegeben. Die Lieferung erfolgt durch die„Verteiluugsstellc des Vereins der Berliner Mehlhändler G. m. b. H.", Berlinstadtbahnhos— Lützowplatz und Charlottenburg-Stadtbahn- Hof— Moabit im Betrieb. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 26. September l894 wurde die bisherige Kommanditgesell- schaft in eine Aktiengesellschast umgewandelt? sie trug die Firma Berlin-Charlottenburger Straßenbahn. Der Ausführung der elck- irischen Bahnanlage stellten sich erhebliche Schwierigkeiten entgegen. Die Physikalisch-technische ReichSaiistalt erhob Widerspruch gegen die geplante Anlage, da sie befürchtete, daß durch die vom Gleise austretenden Erdströme die fciiicn Meßiustrumente störende Beeinflussung erfahren würden. Aus_ gleicher Veranlassung wurde auch von dem physiologiscbcn. hygieniscben und physikalischen Institut der Königl. Friedrich- Wilhelm- Universität gegen die Einrichtung des elektrischen Betriebes mit Oberleitung in der Dorotheenstraße Einspruch erhoben. Schließlich kam es nach langen Verhandlungen zu einer Einigung mit sämtlichen Behörden, derzufolge der reine Akkumu• larorenbetrieb mit Akkumulatoren der Gesellschast Watt zur Einführung kommen sollte. Schließlich genehmigte das kgl. Polizeipräsidium z» Berliir die Einführung des genrischten Betriebes. Akkumulatoren- betrieb mit oberirdischer Zuleitung. Im Jahre 1897 gestattete die Gemeinde Charloltenburg der Berliu-Charloltenburger Straßenbadn die Benutzung eiiler weiteren Anzahl Straßen und straßentcile bis zum 30. September 1937 zur Ausübung de- Straßenbahngewerbes. Die staatliche Gsnehmigulig über die von der Berliu-Charlottcv' burger Straßenbahn betriebenen Straßenbahnen wurde am 16. Juli 1900 bon bem tgl. Polizeipräsidium unter Aufhebung sämtlicher Rongeffionen bis zum 31. Dezember 1949 erteilt. Droschten mit Sommerwagenaufbau. Anmeldungen von Trinfern werden in diesen Sprech.| der Magistrat beschlossen, die Bestimmungen für das ertveiterte Amt stunden mündlich und schriftlich angenommen, besonders er entsprechend abzuändern. Das Amt hat inzwischenn seine erweiterte wünscht ist das persönliche Erscheinen des Trinkers in der Tätigkeit aufgenommen. Die Verleihung der Zwangsbefugnisse Sprechstunde. ( Verpflichtung zum Erscheinen und zur Erteilung von Auskunft) wird alsbald nachgesucht werden. Die Geschäftsste befindet sich nach wie vor im Zimmer 315 des Charlottenburger Rathauses. Auf Grund der§§ 2 und 6 der Droschkenordnung vom 16. Februar 1905 sowie in weiterer Ausführung der Bundes- Tages zu löschen. Im„ Berliner Prater", dem bekannten SommerMehrere Brände hatte die Feuerwehr im Laufe des gestrigen ratsbefanntmachung vom 25. Februar 1915, betreffend er lokal in der Kastanienallee, war nachmittags ein Schuppen in Ein neues Hauptpostamt für Wilmersdorf. neute Zulassung von Kraftfahrzeugen, bestimmt der Polizei- Brand geraten. Es gelang der Wehr, die Gefahr auf den Schuppen präsident, daß Fuhrherren und Gesellschaften, denen nur eine zu beschränken. In einer Verbandstoffabrik in der JohannisDa sich die Räumlichkeiten des Hauptpostamts in der UhlandKraftdroschke zugelassen ist, diese mit Sommerwagenaufbau straße war ebenfalls ein Brand ausgekommen und hatte dort straße als zu klein erwiesen haben, soll Wilmersdorf ein neues Hauptund sogenannten amerikanischem Verded( Sommerberded) lagernde Jodoformgazeergriffen. Auch hier gelang es, die Flammen postgebäude erhalten, das sich an der Ecke der Emser- und Liegenin den Monaten Mai bis einschließlich Oktober d. I. im öffent- auf ihren Herd zu beschränken. Leider erlitten bei dem Brande burger Straße erheben wird. Die Oberpoſtdirektion Berlin hat bereits den Plan für den Neubau ausgearbeitet und dafür auch schon lichen Führbetriebe verwenden dürfen. Dasselbe gilt für zwei Personen Brandwunden. Nach Erledigung der In Neukölln brach vormittags auf dem Grundstück Erlanger die behördliche Genehmigung eingeholt. Fuhrherren und Gesellschaften, welchen zwei oder mehr Kraft- Straße 4 ein Dachstuhlbrand aus, der an den Rohstoffen und Ver- Ausschreibungen soll mit den Ausschachtungsarbeiten sofort begonnen droschten erneut zugelassen sind, jedoch nur bis zur Hälfte packungsmaterialien der dort befindlichen Berliner Waffel- und werden. Das neue Wilmersdorfer Hauptpostamt wird zwei Eindieser Droschten. Matronenfabrik reichliche Nahrung fand. Erst nach dreistündiger gänge erhalten, einen in der Lietzenburger Straße für die BriefArbeit konnte die Feuerwehr den Brand löschen. Der Dachstuhl ist annahme, Geldverkehr uiw. und einen zweiten Zugang von der Emser Straße aus für den Paketverkehr. In dem Neubau wird auch das vollständig ausgebrannt. neue Wilmersdorfer Fernsprechamt untergebracht werden, das im Jahre 1917 dem Verkehr übergeben werden soll. Das alte Postamt in der Uhlandstraße wird als Annahmestelle für den gesamten postalischen Verkehr bestehen bleiben. Parteiveranstaltungen. Bedingung für die Verwendung im öffentlichen Fuhrbetriebe ist, daß der Plaz neben dem Führersitz zur Mitnable fleinerer Gepäckstücke frei bleibt und daß an der Rüd- Kino und Varieté. Verschiedene Lichtspiel- Theater haben es vermand des Fahrzeuges zur Mitnahme größerer Gepäckstücke standen, in neuerer Zeit dem Auge und dem Ohr gleichzeitig etwas ein Gepadrost angebracht wird, der im aufgeklappten Zustand zu bieten. Es ist eine angenehme Abwechslung, nach Abrollung des mit feiner Unterkante mindestens 0,90 Meter Abstand vom Films eine leibhaftige Gesangs- Soubrette auftreten zu sehen, die Erdboden hat, eine lichte Breite von 1,10 Meter und eine lichte mit ihren neuen Schlagern paradiert. Das kann man jetzt in dem Tauenzien- Lichtspielhaus in der Tauenzienstraße wahrnehmen. VorTiefe von 0,60 Meter besitzt. Zur Befestigung von Gepäck- nehm ausgestattet, bringt dieses Lichtspiel- Theater neben dem„ Neuesten studen auf dem Gepäcroft muß eine fräftige Sette mit Schloß vom Kriegsschauplay" einige gute Varieténummern. Als holländische Dritter Kreis. 2. Abteilung. Die zweite Gruppe hält thren Zahlmitgeführt werden. Gesangs- Soubrette stellt sich Bella Reina vor, die mit ihrem Couplet: abend nicht wie gewöhnlich im Gewerkschaftshaus ab, sondern bei FelsJch bin neutral" und mit ihrem niedlichen Tanz- Partner"( einem mann, Dranienstr. 180. Treptow- Baumschulenweg. Mittwoch, den 12. Mai 1915: Gemeinfleinen Hündchen) gut ansprach. Das gleiche kann von Claire Wal- famer Bahlabend. Für Baumschulenweg im Gesellschaftshaus( fr. Speer), doff gefagt werden, die sich durch ihre schnoddrige Berlinerei schon Baumschulenstr. 78; für Treptow im Rokal der Rennbahn am Bahnhof längst ein Blächen bei vielen ihrer Zuhörer gesichert hat. Ein spiri- Treptow. Referenten: Parteisekretär Mag Groger und Gewerkschaftssekretär der Geisterscherei in Szene gesetzt wird. tistisches Abenteuer:„ Der Geiſterſeher" zeigt, wie der Schwindel Eugen Brückner. Tagesordnung: 1. Vortrag:" Die Versorgung der Kriegsteilnehmer, ihrer Familien und Hinterbliebenen". 2. Diskussion und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Lankwitz. Der gemeinsame 8ablabend findet Mittwoch, den 12. Mai, abends 8, Uhr, im Lokal Ede Seydlik- und Kaiser- WilhelmStraße statt. Nowawes. Die am Mittwoch, den 12. Mai, fällige MitgliederBorder Inbetriebsetzung einer Kraftdroschke mit Sommerwagenaufbau ist diese dem Verkehrskommissariat zur Prüfung vorzustellen, unter gleichzeitiger Vorlegung des Droschfenscheines(§ 2 der Droschkenordnung), welcher einen amtlichen: Bermerf über die Zulässigkeit der Verwendung dieser Droschke mit Sommerwagenaufbau erhält. Das Verkehrstommissariat hat die Anweisung erhalten, Kraftdraschten mit Sommerwagenaufbau, welche dieser Anforderung nicht genügen, oder welche die den einzelnen UnterZirkus Sarrajani. Direktor Stosch- Sarrasani teilt uns, um den Gerüchten über die plögliche Schließung seines Zirkus zu begegnen, folgendes mit: In der Hauptsache fab ich mich zur Schließung nehmern: zukommende Anzahl überschreiten, außer Betrieb zu meines Berliner Gastspiels deshalb veranlaßt, weil sich von Tag zu versammlung des Wahlvereins findet nicht statt. feßen.is t Frauen- Leseabende. Gr. Lichterfelde. Dienstag, den 11. Mai, abends 82 Uhr, bei wahrendorf, Badestr. 7. Bortrag der Genossin Dunker. Personal und Arbeitskräften bemerkbar machte, der mir die weitere Wer unberechtigt eine Kraftdroschke mit Sommerwagen- Abhaltung von Proben zur Kriegspantomime Siege im Kriege" aufbau im Betriebe. verwendet, macht sich strafbar. unmöglich machte. Tagtäglich wurden Leute eingezogen, und ich Es mind: besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die mußte infolgedessen die entstehenden Lüden immer wieder durch Erlaubnis zur Verwendung eines Sommerwagenaufbaues fremde, ungeschulte Kräfte ersetzen, was auf die Dauer die Aufund eines Sommerverdeds in dem vorstehend angegebenen führung der Pantomime ernstlich gefährdet hätte." Umfange nur für das diesjährige Sommerhalbjahr erteilt Arbeiter- Bildungsschule. Vorträge am Sonntag, den Arbeiter- Samariterbund, Kolonne Groß- Berlin. In nächster wird, und daß auch ihr ein Anspruch auf Wiedererteilung 9. Mai: Vormittags 10 Uhr Vortrag des Genossen Dr. Woche haben nachstehende Abteilungen Lehrabend: Am Montag, den 10. Mai, dieser Berechtigung im nächsten Jahre nicht hergeleitet werden. Dunder" Die Handelspolitik des Reiches". abends 82 Uhr: 1. Abt.: Köpenider Str. 62; 2. Abt.: Swinemünder fann, so daß es sich empfiehlt von Neueinführungen Abstand Eintritt 10 Pf. Straße 42. Sonntag, den 16. Mai, nachmittags 2 Uhr: Deffentliche Uebung auf zu nehmen.00 dem Spielplat im Treptower Part am Karpfenteich. Abends 9 Uhr: Vierter Vortrag des Zyklus, Anleitung zum Verständnis von Kunstwerten"( Musik). Vor Kleine Nachrichten. Das Opfer eines Unfalles wurde Freitag tragender Leo Kestenberg. Mit dem Vortrag beginnt der aus dem Landwehrtanal gelandet. Vor acht Tagen spielte der zehn zweite, die Mufit behandelnde Abschnitt des 8yklus, so daß der Jahre alte Stnabe Erich Lüdtke vom Kottbuser Ufer 34 am Kanal geeignete Augenblick für den Eintritt neuer hörer gegeben mit einem Gummiball. Als ihm dieser ins Wasser fiel, versuchte ist. Eintrittspreis 10 Pf. Beide Vorträge finden im Hörsaal der er, ibn wieder herauszulangen. Hierbei verlor er das Gleich Schule, Lindenstr. 3, IV. Hof rechts, 3 Tr., statt. Die Bibliothek gewicht, stilrgte in den Kanal und ertrant. Seine Leiche ist von 28-29 Uhr geöffnet. wurde jetzt unterhalb der Unglücksstelle gelandet und geborgen. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Abonnements quittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Berträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die 5. G. 4. 1. Chronisches Nervenleiden. 2. Das ist kaum anzunehmen. G. K. 6. 1. Wegen Narben, die die für den Militärdienst notwendige Sprechstunde mit. Gebrauchsjähigkeit onun At Tage tot in feiner Wohnung gehangen hat der 39 Jahre alte Sängerfahrt zu Verwundeten. Die Gesangvereir„ Männerchor Straitenpfleger Hermann Schmidt, der für sich allein in der Graun- ft" und" Sängerchor Wedding" geben, um das Angenehme mit firate 3 im 4: Stock des Seitenflügels hauste. Schmidt war seit dem Guten zu verbinden, am Himmelfahrtstage bei ihrer gemein8 Tagen nicht mehr gesehen worden. Im Hause fiel das zunächst schaftlichen Herrenpartie den in der Boltsheilstätte von Grabowsee nicht auf: Jest fah man aber doch einmal nach und fand den Mann tot verpflegten Verwundeten unter der Leitung ihres Dirigenten Herrn auf Er hatte sich in seiner Wohnung erhängt. Was ihn dazu ver- Emil Thilo ein Gesangskonzert. Abfahrt früh 6.31 vom Stettiner anlagt hat, ist nicht befannt. Eine traurige Aufklärung hat das Bahnhof( Vorortverkehr) nach Lehniz. Verschwinden eines jungen Mädchens gefunden. Seit Ende April wurde das 16 Jahre alte Lehrmädchen Hedwig Renfand aus der Albertslebenste: 18 vermißt. Alle Nachforschungen nach ihrem Berbleib hatten feinen Erfolg. Freitag fand man die Verschwundene in der Nähe der Schtensteinbrüde als Leiche im Landwehrkanal wieder. 1429as das Mädchen in den Tod getrieben hat, weiß man nidit Mit Leuchtgas vergiftete sich der 50 Jahre alte Bigarrenhandler Sugo Krempel in seiner Wohnung Kirchhofstr. 2 in Neufolln. Die Veranlassung zu dem Selbstmord ist noch unbekannt. Aus den Gemeinden. Das Charlottenburger Mieteinigungsamt. 2. Sie können nochmals eingezogen werden. E. 24. Die Zeichen können unmöglich richtig angegeben sein; wir lennen sie nicht. Alter Abonnent. Landsturm obne Waffe; Dekonomiehandwerker. Wann Sie eingezogen werden, tönnen wir nicht wissen. R. R. 36. Sie fönnen von der Versicherung verklagt werden und es besteht die große Wahrscheinlichkeit, daß die Versicherung mit der Klage obfiegt. 2. F. 19. Wenden Sie sich an das Zentralfomitee des Roten Kreuz, Leipziger Plag 13. 408. A. 5. Wenn kein Testament und keine Kinder vorhanden sind, erbt die Mutter zur Hälfte; die WirtM. 1915. Nein. M. R. 77. Die Tante sollte sich doch bei der Firma Singer er Die Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung hatte die schaftsgegenstände gehören Ihnen im Voraus. Vorlage des Magistrats vom 19. April 1915 über die Erweiterung Die Auskunfts- und Fürsorgestellen für Alkoholkranke des bisherigen Mieteinigungsamtes zu einem Miet- und Hypotheken- fundigen, ob der betreffende Herr ihr Beauftragter ift. Wenn das zutrifft, find auch jest in der Kriegszeit in vollem Umfange in einigungsamt einem Ausschuß zur Vorberatung überwiesen. Dieser muß fie die Maschine herausgeben, da sie noch Eigentum der Firma ist. Betrieb.:: Sie sorgen besonders für die wirtschaftliche, gesund- Ausschuß hat gewünscht, daß die Beisiger des erweiterten Einigungs- Sie selbst kann ihre Schuld dann nur gegen die betreffende Mieterin eintreiben, eventl. durch Klage. F. 3. 8. Der Verdienstorden wird an heitliche und ſittliche Hebung des Trinkers und seiner Familie amtes nicht wie bisher ausschließlich Mieter und Vermieter der linken Bruſtſeite angeheftet. P. 76. Sie müssen die Sachen noch Durch die Arbeit der Befirts- Fürsorgeschwestern, welche jede sein sollten, sondern daß die Auswahl der Beisitzer dem freien weiter aufbewahren, eventuell könnten sie die Eigentümerin auf Abholung Trinterfamilie immer wieder aufsuchen und das Nötige veran- Ermessen des Magistrats überlassen werden sollte. Der Ausschuß der Sachen verllagen. F. 2. 999. Sie sind im Irrtum, Sie haften hat es ferner für wünschenswert erklärt, daß die Verleihung der für den vollen Schaden. O. Baumschulenweg. 1. bis 3. Nein. lafjch n fämtlichen Sprechstunden untersucht ein Arzt. Die Sprechstunden finden statt: 1. für die Postbezirke C., 8wangsbefugnisse aus der Bundesratsverordnung vom 15. Dezember 1914 an das Einigungsamt alsbald nachgesucht werden möchte. In NW. WSW. in der gl. Charité, Nervenpoliklinik, Eingang der Voraussetzung, daß die Stadtverordnetenversammlung diesen Alerander Ufer, Montags 4-6 Uhr; 2. für S., SO., O., NO. Anträgen ihres Ausschusses beitreten wird, und in dem Wunsche, in der Balisadenſtr. 25, Mittwochs 4-6 Uhr; 3. für N. in das seit Mitte November 1914 bestehende Einigungsamt sobald als der Zionstirchstr. 9. I, Donnerstags 4-6 Uhr. möglich auch als Hypothekeneinigungsamt fungieren zu lassen, hat Niederschläge. Montagmittag. Im Küstengebiet ziemlich fühl, zeitweise neblig, sonst trocken und vielfach heiter. Im Binnenlande etwas stärkere Bewölkung, mäßig warm und im Süden strichweise Gewitter. Sonst keine erheblichen Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland big Leinen- Schuhe Sport- Schuhe Sandalen * Qualitat Pass Form Stille Neue Damen- Spangenschuhe in braun u. schwarz HR EROT is Elegan