N Nr. 64. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Pig. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Etnger:. In der Poft Beitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 6919. Vorwärts 11. Jahrg Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Beriammlungs Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in be: Grpedition abgegeben werden. Die Ervedition in an Wochen: tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn: und Fefttagen bis 9 Uhr Vor: mittags geöffnet. Fernspredjer: Amt I. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin! Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Im Namen des Königs! In der Strafsache gegen den Redakteur Friedrich August Enders zu Berlin, 3. 3. im Straf gefängniß in Plößensee, geboren am 3. November 1856 zu Schneeberg, Kreis Zwickau, evangelisch, wegen Beleidigung mittels der Presse, hat die 1. Straffammer des tgl. Landgerichts I zu Berlin in der Sigung vom 12. Februar 1894, an welcher Theil genommen haben: 1. Landgerichts- Direktor Ried als Vorsitzender, 2. Landgerichtsrath Dieß, 3. Landgerichtsrath Amelung, 4. Landrichter Röser, 5. Landrichter Tackmann als Richter, Staatsanw. Dr. Oppermann, als Beamter der Staatsanwaltschaft, Referendar Schröder, als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt: Der Angeklagte wird wegen öffentlicher Beleidigung mit sechs Wochen Gefängniß be= ftraft und verurtheilt, die Kosten des Verfahrens zu tragen. Den Beleidigten( kaiserl. Ober- Postdirektion zu Oppeln und dem Postverwalter Mildner zu Slawengit) wird die Befugniß zugesprochen, binnen vier Wochen nach Mittheilung der Rechtsfraft des Urtheils den entscheidenden Theil desselben einmal durch Abdruck im Vorwärts" und zwar an dessen Spize, im Deutschen Reichs- und Preußischen Staats- Anzeiger" auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekannt zu machen. Ferner wird angeordnet, daß der Artikel mit der Ueberschrift: 3um Poftetat" in Nr. 236 der in Berlin erscheinenden Zeitung Vorwärts" vom 8. Oftober 1892 in allen Exemplaren, sowie alle zu dessen Herstellung bestimmten Platten und Formen unbrauchbar zu machen sind. Von Rechts wegen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urtheilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urtheils bescheinigt. Berlin, den 13. Februar 1894. L. S. gez. Hasse, Gerichtsschreiber des tönigl. Bandgerichts I, Straffammer I in Vertretung. " " Die Reichspost als staatliche Musteranstalt. Der Adressensturm, den kürzlich ein Theil der ReichsPostbeamten gegen die Aeußerungen der sozialdemokratischen Abgeordneten im Reichstag in Szene sette, weil angeblich die Zustände in der Reichs Postverwaltung durch die genannten Abgeordneten zu schwarz gemalt worden seien, erhält eine grelle Beleuchtung durch eine an den Staatssekretär Dr. v. Stephan eingereichte Petition. Dieselbe ging von der Wittwe eines Postunterbeamten aus, der sich im Jahre 1892 wegen seiner Ueber bürdung mit Arbeit das Leben nahm, ein Motiv zum Selbstmord, das die schwerste Anklage enthält, die gegen eine Verwaltung oder gegen einen Unternehmer erhoben werden kann. Wir veröffentlichen die Petition wortgetreu, denn die schlichte Sprache derselben, in der sich die Wittwe des zum Selbstmord getriebenen Beamten an den Leiter der Reichspost um Hilfe wendet, spricht mehr für sich, als es die best stilifirten Auseinandersetzungen vermöchten. Die Frau schreibt( Anfangs Dezember 1892): Exzellenz! Gine arme verlassene Wittwe wagt es, in ihrer grenzenlofen Verzweiflung in nachfolgendem vorstellig zu werden: Mein Ehemann, der Postschaffner Aug. Weber, war bis aum 12. September d. J. beim Bahn- Postamt 2 thätig, der felbe war mit arbeiten start überhäuft und mußte von früh Feuilleton. Nachdruck verboten.] Helene. Sonnabend, den 17. März 1894. Morgens 51/2 Uhr bis nach 10 Uhr Abends stets auf dem Posten sein; selbst um die Mittagszeit war es ihm nicht vergönnt, sein Essen in Ruhe einzunehmen. Ram mein Mann um 1 Uhr nach Hause, so wurde das Essen in schleuniger Haft hinuntergewürgt, dieweil um 1½ Uhr sein Dienst bereits wieder anfing. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. der volle 18 Jahre 5 Monate treu und gewissenhaft seine Pflicht erfüllt hat, durch angestrengte überhäufte Arbeit in den Tod getrieben wurde. Alles weitere Wohlwollende überlasse ich in Hoffnung Ew. Exzellenz dem Herrn General Postmeister Dr. v. Stephan, Ritter 2c. Gegenüber diesem Uebelstande hatte ich mich oft ent- Man hätte erwarten sollen, daß die Betentin aus dem Reichs schlossen, meinem Manne das Essen nach dem Bahn- Bostamt 2 postamt eine Antwort erhalten hätte, in der ihre Angaben zu bringen. Die einzige freie Zeit war Dienstags und Sonn- als unrichtig oder übertrieben dargestellt würden. Statt tags Nachmittags von 11/2 Uhr bis zum Gasanstecken, aber das Grundstück zu verlassen war ihm nicht gestattet, denn ob- deffen erhielt sie auf ihre Anklagen nicht ein Wort der das Grundstück zu verlassen war ihm nicht gestattet, denn obwohl die Hauswartstelle zum Postamt 46 gehört, war meinem Richtigstellung, kein Wort der Widerlegung, woraus ge= Manne vom Herrn Ober- Postsekretär Kaul bedeutet worden, schlossen werden muß, daß die Anklagen der Petentin als daß er doch Hauswart sei und deshalb das Grundstück nicht wahr angesehen worden sind. Das einzige Lebenszeichen verlassen dürfe! Also die Arbeit wurde immer drückender und der Oberpostdirektion zu Berlin war folgendes Schriftstück, schwerer, und ich selbst mußte beim Schneefegen mithelfen, das der Wittwe unterm 31. Dezember 1892 zuging: wofür ich keine Entschädigung erhalten habe. Eo fam es nun, daß mein Mann mit Arbeiten übermenschlich überhäuft war; sein einzigster Wunsch und Gedanke war nur etwas Ruhe, aber diese wurde ihm nicht gestattet. Außerdem mußte er die Telegramme in Empfang nehmen und des Nachts damit herumlaufen, am folgenden Morgen wie gewöhnlich wieder seinen Dienst verrichten; ob er nun geschlafen hatte oder nicht, das wurde nicht berücksichtigt. Nun wollt ich Ew. Excellenz noch mittheilen: nach dem mein Mann diesen gethan hat, sind sofort zwei Leute worden. Ferner hatte mein Mann den ganzen Monat Nachtdienst und es sind kaum sechs Nächte, welche er in seiner Wohnung geschlafen hat, und diese wenigen Stunden wurden ihm noch gestört durch eingelaufene Telegramme, welche ihrer Erledigung harrten. Dit genug hat mein Mann seinen Kollegen mit weinenden Augen über die zuviel aufgebürdete Arbeit geflagt. Bei seinen Borgesetzten wagte er hierüber nicht vorstellig zu werden, indem er doch keine Hoffnung hatte, Gehör zu finden. Nun machte er in seiner verzweifelten Lage diesem qualvollen Leben am 12. September d. J. durch Erhängen ein Ende, nicht erwägend, daß er seine arme Familie in bedrängter Lage zurückließ. Noch in jener unheilvollen Nacht sollte er nach dem angestrengtesten Tagesdienst auch noch Nachtdienst leisten, wie schon oft vorgekommen war, und dazu fühlte er sich bei der immerwährenden Ueberbürdung außer stande, sodaß er den Tod vorzog, der ihm dann auch endlich die erwünschte Ruhe brachte. Hierbei muß ich noch bemerken, daß mein Mann bei Lebzeiten oft geäußert hat, wenn er nicht mehr da sein werde, würde das Bahn- Postamt zwei Mann beschäftigen- und so Auf die vom Reichs- Postamt zur Erledigung hierher ab gegebene Eingabe vom 10. erwidere ich Ihnen, daß Ihre Behauptung, daß nach dem Ableben Ihres Ehemannes bei dem Bahnpostamt Nr. 2 eine zweite Unterbeamtenstelle für den inneren Dienst eingerichtet worden sei, nicht zutrifft, vielmehr die Verhältnisse hinsichtlich des von Ihrem Ehemanne s. 3. wahrgenommenen Dienstes noch unverändert fortbestehen. Der faiserliche Ober- Postdirektor, Geheime Ober- Postrath. Griesbach. .An die verwittwete Frau Postschaffner Weber G. 24757. hier, SW. Diese Antwort, wie gesagt, die einzige, die die Pe tentin erhielt, bezieht sich auf eine ganz nebensächliche Ausführung der Petition. Antwort, muß also angenommen werden, daß die Angaben Nach dem Sprichwort: Keine Antwort ist auch eine der Wittwe auf voller Wahrheit beruhen und daß der Bostschaffner Weber durch Ueberbürdung mit Arbeit zum Selbstmord getrieben worden ist. Damit ist aber über gewisse Zustände in der Reichspost- Verwaltung eine Verurtheilung ausgesprochen, wie sie vernichtender nicht gedacht werden kann. Herr v. Stephan hat alle Ursache, in seiner Verwaltung gründlich Umschau zu halten, damit Vorfälle, wie der angeführte, fürderhin unmöglich sind. iſt es auch geschehen zwei Beamte verrichten jetzt dieselbe Politische teberlicht. Arbeit, welche meinem Manne allein aufgehalst war. Berlin, den 16. März. Nun möchte ich Ew. Exzellenz die Frage vorlegen: Warum ist diese Einrichtung nicht schon zut Aus dem Reichstage. Die Koffer waren bereits gemeines Mannes Lebzeiten getroffen worden? packt und der Eisenbahnzug, mit dem die Heimreise anDann wäre meinem Manne und uns viel bitteres Ungemach getreten werden soll, bereits bestimmt, nur halben Ohres erspart geblieben, und ich mit meinen armen Kindern brauchte wurden die Redner mehr angehört und sobald ein solcher nicht vor dem Ruin und Bettelstab zu stehen, wodurch unser Leben für immer vergiftet ward. Wer trägt nun zur Verfor- sich gar ein zweites Mal erhob, um noch ein paar Worte gung und Erziehung meiner Kinder bei? Das ist für mich zu sagen, so fonnte er sicher sein, daß dieses sein Thun eine Frage, welche ich nicht im Stande zu beantworten bin. von allen Seiten des Hauses mit einem Oho! begrüßt In meiner trostlosen Lage vermag ich mir nicht anders zu helfen, als inden ich Ew. Exzellenz den ganzen Sachverhalt zur Prüfung vorlege, und bestätige hiermit, wie ein Beamter, Sie reißt das Blait an sich und liest, in eine Beile zusammengedrängt, daß Schreckliche: Eugen Wassiljewitsch ( Alle Rechte vorbehalten ist wahnsinnig geworden. [ 69 Noman in zwei Bänden von Minna Rautsty. Da reißt er die Augen plötzlich auf ein Gedanke fährt bligartig durch dieses Gehirn, bewegt es noch einmal in Schmerz und Sorge.... Der Wille, Anderen zu helfen, Unschuldige zu retten, setzt noch einmal seine Nerven zu einer legten Kraftanstrengung in Spannung. Er öffnet den Mund, aber kein Ton will aus der Kehle da hebt er die Hand... preßt sie an die Brust... da," röchelt er, da," und verscheidet. Ausgelitten!" Sie bleibt unbeweglich, den todten Mann im Schooße... Ihre Hände halten ihn noch, so weich und lind... sie hat keinen Gedanken im Sinn nur Weh im Herzen... sanft drückt sie ihm die Augen zu, dann erhebt sie die ihrigen und sicht, daß seine Hand noch immer auf der Stelle ruht, die er bezeichnet hat: Da da!" " Es ist sein Vermächtniß. Sie schiebt die erfaltende Hand bei Seite, befühlt die Stelle und zieht eine Brieftasche hervor. Sie öffnet fie. Da sind Aufzeichnungen von seiner Hand, Briefe, Adressen. Das darf nicht gefunden werden. Sie hat die Freiheit. das Leben vieler Genossen in ihren Händen. Sie will es wahren. Eilig schiebt sie die Blätter wieder in die Brieftasche zurück. Aber da steht am Rande ein Wort, das sich ihren Augen gleichsam von selbst aufdrängt, es ist der Name ihres Mannes. Und sie starrt darauf und lächelt. Es ist ein Krampf, der ihr Gesicht graufig verzerrt. Hat fie's nicht längst geahnt, unsagbar deshalb gelitten- nun endlich hat sie Gewißheit! wurde. Die Entscheidung war ja bei der zweiten Lesung schon gefallen, die Annahme des Vertrages gesichert und nun Was soll sie thun? Soll sie ihm Hilfe angedeihen oder den Mann hier verderben lassen, um die Freunde zu warnen und die Papiere, die andere gefährden können, wenn man sie bei ihr fände, vorerst in Sicherheit bringen? Aber wenn sie Lazar an diesem Punkte zurückläßt, wird nicht der erste Vorüberkommende ihn entdecken und, Sie entlockt ihr feine Thräne mehr die Schwäche ist der Blutspur folgend, den Anderen finden? Wird dann vorüber Haß ist ihre einzige Empfindung. nicht alles ebensogut verrathen sein und früher vielleicht, Funerlich hatte sie gebangt und vor dem Schrecklichen ehe es ihr gelungen war, die Freunde zu alarmiren, und gezittert, als Andere es thun wollten nun will sie selbst mit ihrer Hilfe den Todten heimlich hinwegzubringen? es thun. Lazar mußte fortgeschafft, mindestens den Augen der Nur das Eine fürchtet sie jetzt, daß ihr ein Anderer Vorüberkommenden entzogen werden, es war das wichtigste. Sie versucht den Berwundeten zu heben, mühsam zuvorkommen könne, Schon hat sie die Brieftasche unter dem Kleide geschleppt sie ihn weiter in den Weinberg hinein. Aber ihre Kräfte versagen, sie kann nicht mehr. borgen. Sie legt den Kopf des Todten auf den Boden und erhebt sich. Sie klimmt die Wand aufwärts. Am Rande des Tobels angelangt, sieht sie sich noch einmal nach dem Freunde um, der ihr immer ein Bruder gewesen war. weiter. Mit festen Augen blickt sie nach ihm hin, als wolle sie sich die greuliche Verstümmelung, der er erlegen war, unauslöschlich ins Gedächtniß prägen. Beide Beine abgerissen. es war gute Arbeit." Sie nickt dem Todten zu und wendet sich und geht Bald bemerkt sie die Blutspur, die Lazar zurück gelassen hat. Sie folgt ihr, gelangt auf die Straße und findet Lazar. Etwas feitwärts vom Weg ist er hingesunken, in tiefer Ohnmacht. Sie beugt sich nieder, sie erkennt, daß hier noch Rettung sei, aber sie müßte rasch zur Stelle sein. Als sie jetzt Schritte hört, die den Berg heraufkommen, thut sie einige Sätze von Lazar hinweg. Sie duckt sich und zwischen den dicht belaubten Reben hindurch, blickt sie aufmerksam gegen die Straße. Jeht springt sie auf und den Herankommenden ents gegen; sie hat sie erkannt: Es sind die Freundinnen Sofia und Helene. Bald darauf find alle Drei um den Verwundeten beschäftigt, um ihm, so gut es geht, einen Nothverband anzulegen. Dann tragen sie ihn vorsichtig, sich gegenseitig ablösend, den Berg hinab. Sie nehmen den Weg, der durch den Weinberg hindurchführt, gegen Vogelsang zu. Dort befand sich die Villa eines Russen. Sie war unbewohnt, denn ihr Besitzer lebte in Paris. Fürst Krapottin pflegte sie, wenn er nach Zürich tam, als Absteigequartier zu benußen und Lazar, der ihm eng liirt war, besaß, wie Sofia wußte, den Schlüssel dazu. drängte sich bei der Mehrzahl der Abgeordneten die Ferien-| Liebermann mit Falstaff auf eine Stufe gestellt hatte. Jm 1625 000 m. und Hessen mit 103 500 m. den Hauptautheil lust mit solcher Macht in den Vordergrund, daß jede Minute gedruckten Stenogramm der Sitzung fehlte dieser haben. Von der Gesammtsumme sind eingezahlt 649 000 Mark und freditirt nur im vierten Quartal 1893/94 fällig Verlängerung der Verhandlungen auf lauten, theilweise so- Ordnungsruf, und erst gestern wurde nachträglich 321 000 Mark. Dagegen sind aus dem letzten Quartal des gar stürmischen Widerspruch stieß. durch ein extra gedrucktes Blatt dieser Fehler wieder vorigen Etatsjahre 292 000 M. fällig, so daß die Gesammt Die Reduer, welche heute sprachen, erfüllten also gut gemacht und der. Ordnungsruf einforrigirt. Wie einnahmen 942 000 m. betragen. Nach Abzug der 5 pCt. Vergewissermaßen nur eine Anstandspflicht. Von der Re- kam das? waltungskosten bleiben 893 000 M., von denen 559 000 M. gierung betheiligte sich niemand an der Debatte, nur um eine Unterschiebung des Grafen Bismarck abzuweisen, er des Vizepräsidenten des Staatsministeriums, Staatssekretars Bundesrath. In der am 15. d. M. unter dem Vorbereits abgeführt sind und 334 000 M. für das dritte Quartal noch abzuführen sind. griff der Kanzler kurz das Wort. Der Ton, in dem An- des Junern Dr. v. Boetticher abgehaltenen Plenarsizung der Bundesstaaten an Zöllen während der ersten drei Quartale Wie eben ausgeführt, betragen die Einnahme- Ablieferungen griff und Abwehr gehalten waren, zeigte, wie tief die Ab- des Bundesraths wurde den Vorlagen, betreffend die Zoll- des Etatsjahres 234,7 Mill. Mark. Dazu kommen noch Heraus neigung auf beiden Seiten sitzt. Sonst wurden die beachtenswerthesten Reden heute von abfertigung harter Kammgarne der Tarifnummer 41 c auf zahlungen von Luxemburg und Oesterreich( wegen Mittelberg) ab= Sonst wurden die beachtenswerthesten Reden heute von einigen Abfertigungsstellen 2c., der Vorlage, betreffend die züglich der Herauszahlung an Bayern( wegen Jungholz) mit dem Redakteur der„ Kreuz- Zeitung" Herrn v. Hammerstein Kontirung künstlicher Zähne, sowie der Vorlage, betreffend 388 000 M., so daß die gesammten Zolleinnahmen 233 Mill. und dem Dr. Lieber gehalten. Erſterer polemifirte scharf die Ergänzung und Abänderung von Bestimmungen der Mark betragen. Die Einnahmeablieferungen der Bundesstaaten und dem Dr. Lieber gehalten. Ersterer polemifirte scharf gegen den durch" Handelsgeschäfte und persönlichen Hoch- Anlage B zur Verkehrsordnung für die Eisenbahnen Deutsch- an Tabakstener betrugen, wie bereits gesagt, 8,79 Mill. Mark. Dazu druck" zu stande gekommenen Vertrag, während Lieber nicht lands in bezug auf die Beförderung von Salpetersäure 2c., zahlungen an Desterreich und Bayern mit 30000 M., so daß die Einkommt die Herauszahlung von Luxemburg abzüglich der Heraus ohne Geschick die Angriffe auf seine Partei abwehrte und die Zustimmung ertheilt. Die Vorlage, betreffend die Ausnahmen aus diesem Tttel 8,82 Mill. Mark betragen. Dazu Aversa der die großen Gesichtspunkte hervorhob, welche für die An- prägung von Reichssilbermünzen, wurde den zuständigen Zollausschlüsse für Bölle und Tabatsteuer, giebt zufammen eine nahme des Vertrages sprachen. aus Zöllen und Tabaksteuer von Was sonst noch geredet wurde, wäre sehr entbehrlich Ausschüssen überwiesen. Endlich wurde über verschiedene Einnahme des Reichs Eingaben Beschluß gefaßt. 243,9 Millionen Mark. Nach dem Gesetz vom 15. Juli 1879 gewesen und gehören hierher besonders die Reden von ( Klaufel Franckenstein) ist dem Reich aber nur der feste Ertrag Kardorff, Stumm und des Liebermann von Sonnenberg. Mandatsuiederlegung. Der Conservative Reichstags von 180 Millionen Mark oder jährlich 97,5 Millionen Mark in Unserem Genossen Herbert wurde zur General Abgeordnete Graf Kanit II( Schlochau) hat heute sein brei Quartalen zugewiesen, der Rest wird den Bundesstaaten diskussion das Wort abgeschnitten. Da von unserer Seite Mandat niedergelegt. Derselbe liegt seit fast zwei Wochen nach Maßgabe ihrer Matrikularbeiträge zugetheilt, es bleiben gerade in der Handelsvertrags- Debatte die größte Ent- frank darnieder und war behindert, den Sizungen des daher an die Bundesstaaten zu vertheilen 243,9 weniger 97,5 haltsamkeit geübt wurde, so war diese Mundtodtmachung Reichstages beizuwohnen. Dieser Graf Kanig, Vize- 146,4 Millionen Mart. Davon entfallen auf Preußen 88,7, um so ungerechter, als Herbert zugesichert hatte, sich mög- Ober- Beremonienmeister und vortragender Nath im Haus lichst kurz zu faffen. Der Antrag auf Schluß war von minifterium, ist nicht der Graf Kaniz- Podangen mit den Mitgliedern der beiden Volksparteien der Linken( Haußmann geflickten Strohdächern. und Lenzmann) ausgegangen, was hier doch besonders konstatirt zu werden verdient. Der ursprünglich beabsichtigte Antrag auf namentliche Abstimmung unterblieb, da viele Abgeordnete in diesem Falle die Nachmittagszüge nicht mehr erreicht hätten. Die Schlußabstimmung erfolgte deshalb durch Erheben von den Plätzen; dieselbe ergab eine große Mehrheit, da die süd: deutschen Gegner des Vertrages aus dem Zentrum bereits fort waren, die Partei also fast geschlossen" für den Bertrag stimmte. Bayern 16,57, Sachsen 10,3, Baden 4,9, Elsaß- Lothringen 4,7, Hessen 2,9 Millionen Mark. Für die beiden ersten Quartale sind bereits überwiesen 88,5 Millionen Mart, es bleiben daher für das dritte Quartal noch zu überweisen 57,8 Millionen. Die Reichseinnahmen. Dem Bundesrathe hat sein AusOwelche Luft, Soldat zu sein! Der Münstersche schuß für Rechnungswesen die Zusammenstellung der Reichseinnahmen und Ueberweisungen für das erste bis dritte Quartal" Morgen- Anzeiger" schreibt unterm 9. März cr.: des Etatsjahres 1893/94 vorgelegt. Danach sind an das Reich Auf dem Boden der Aegidii- Kaserne ist in völlig erfür die genannte Zeit von den Bundesstaaten an 8öllen schöpftem Zustande ein seit dem 20. v. m. vermißter Soldat 234,7 Mill. Mark abzuführen( auf Preußen entfallen hiervon 133 des 13. Regiments aufgefunden. Ueber die näheren Umauf Sachsen 23,8, auf Bayern 15,9 Millionen Mark), an Tabat- stände verlautet noch nichts. Der durch Hunger und Durst feuer 8,79 Millionen Mark( Baden 3,99, Preußen 3,08 Millionen Erschöpfte ist zum Lazareth gebracht und noch nicht verund zwar 1,68 Millionen Mark Materialsteuer( Rübensteuer) Mark). Die abzuführende Zuckerstener beträgt 58,8 Millionen Mart, nehmungsfähig." Hiernach erscheint die Luft, Soldat zu sein, noch und 57,19 Millionen Mark Zuckersteuer nach dem Gesetz vom Der Reichstag hat heute keine fünf Stunden gebraucht, brauchsabgabe nach dem Gesetz vom 9. Juli 1887. Von dieser Vor einigen Wochen brachte dasselbe Blatt die Notiz, daß 81. Mai 1891, einschließlich der nachträglichen Einnahme an Ver- weniger annehmlich, als der Tod durch Hunger und Durst. um den Russischen Handelsvertrag unter Dach und Fach zu Summe entfallen 37,5 Millionen Mark auf Preußen, 7,16 Mil- auf dem Neuplak, von den Soldaten Münsters bezeichbringen. Die Herren Junker waren sehr melancholisch. lionen Mark auf Bayern, 4,25 Millionen Marf auf Anhalt, nender Weise der Blutacker" genannt, ein Soldat von Nachdem sie bei der zweiten Lesung, wo sie sich noch recht 3,77 Millionen Mark auf Braunschweig. An Salzsteuer find an Nr. 13 so lange zum Laufschritt angefeuert worden sei, brav schlugen, ihr Jena erlitten hatten, machten sie es das teich abzuführen 30,6 Millionen Mark, von denen 18,7 daß er wie ein abgehegter Distanzrittgaul nach einigen wie ihre Großväter nach Jena- das Morale" war Millionen auf Preußen, 3,4 auf Bayern, 1,29 auf Württemberg, legten langen, unsicheren Schritten erschöpft zusammen zerstört, die Widerstandskraft hin, und die Festungen wurden 1,09 Millionen auf Elsaß- Lothringen kommen. Die Branntwein gebrochen sei. übergeben d. h. der Handelsvertrag zwar nicht an- fteuer zerfällt in die Maischbottich und BranntweinmaterialSteuer im Betrage von 10,65 Millionen Mart, von denen allein Die Durchschnittspreise der wichtigsten Lebensmittel begenommen, jedoch auch nicht ernstlich mehr bekämpft. Beauf Breußen 10,26 Millionen entfallen, und die Branntirein trugen im Februar d. J. im Vergleich zu den Januarpreifen für wiß, nicht alle sprangen über den Stock, das hatten Verbrauchsabgabe nebst Zuschlag im Betrage von 76,2 Millionen. 1000 Kilogramm: Weizen 138( 141) M., Roggen 121( 125) M., wir niemals geglaubt, noch gesagt, aber so viele sprangen Bon letterer Steuer entfallen auf Preußen 60,3, Sachsen Gerste 142( 145) M., Safer 154( 157) M., Rocherbsen 224( 228) über den Stock, daß der Vertrag mit großer Mehrheit 3,5, Samburg 2,4, Hamburg 2,4, Bayern 1,8, Elsaß Lothringen 1,7 Mart, Speisebohnen 241( 241) M., Linsen 455( 458) M., Eßburchging. und Baden 1,6 Millionen Mark. Während an den bisher fartoffeln 40,2( 40,9) M., Richtstroh 59,8( 61,2) M., Heu 90,6 Und hätte die Zahl der Stockspringer nicht aus- genannten Einnahmen des Reiches sämmtliche Bundesstaaten( 93) M., Rindfleisch im Großhandel 1025 M., für 1 Kilogramm gereicht, so wäre das noch nöthige Quantum ritterlich ge- Theil nehmen, haben an der Brausteuer nebst Uebergangsabgabe Rindfleisch von der Reule 1,31( 1,31), Rindfleisch vom Bauche stellt worden. Denu was die Herrn Junker vor allem vom Bier Bayern, Württemberg, Baden und Elsaß Lothringen 1,10( 1,10) M., Schweinefleisch 1,84( 1,88) M., Ralbfleisch 1,20 fürchteten, das war die Auflösung des Reichstags. feinen Theil, da die Biersteuer dort der Landesgesetzgebung vor-( 1,21) M., Hammelfleisch 1,17( 1,17) M., geräucherten inländischen Daß sie ihnen die Vernichtung sicher gebracht hätte, behalten ist. Außer dem oon diesen Staaten zu zahlenden Spect 1,68( 1,68) M., EBbutter 2,28( 2,29) M., inländisches Aversum betragen die Einnahmen des Reiches aus der genannten Schweineschmalz 1,67( 1,65) M., Weizenmehl zur Speisebereitung das wußten sie. Dagegen wissen sie auf der anderen Seite, Steuer 18,8 Millionen, an welcher Summe Preußen mit 12,6, 0,26( 0,27) M., Roggenmehl zur Speisebereitung 0,24( 0,24) M., daß alte Liebe nicht rostet, und daß die stets so zärtliche Sachfen mit 2,39 und Sachsen- Meiningen mit 1 Million Mart für ein Schock Eier 3,60( 4,26) M.Regierungshand, die ihnen jetzt einmal die Peitsche gezeigt, betheiligt ist. Zusammen betragen die Reichsemnahmen aus in alter Liebe gerne bereit ist, sie durch eine doppelte Böllen und Verbrauchsabgaben während der drei ersten Quartale Portion Buckerbrot für den erlittenen Schreck zu ent- des Taufenden Etatsjahres 485,8 Millionen Mark, von denen schädigen. 274,48 Millionen auf Preußen entfallen. Von den 435 Millionen sind für das 1. und 2. Quartal bereits abgeführt 279,2 Millionen, fodaß für das 3. Quartal noch 156 Millionen Mark abzuführen Zu einer namentlichen Abstimmung kam es nicht. Die Geschlagenen waren nicht mehr fähig, auch nur ein Rückzugsgefecht zu liefern. Es war das schönste„ Rette sich wer fann.' bleiben. = B Königs geschlossen worden, aus der wir das Bugeständniß Der sächsische Landtag ist mit einer Thronrede des hervorheben, daß die Steuervorlagen der Reichsregierung en ber stei feine Aussicht auf Annahme haben. Die Zweite hessische Kammer nahm den GesetzDie Einnahmen des Reichs an Reichsstempelabgaben für entwurf, der die Befreinung gemeinnütziger, auf die Er Werthpapiere, Kauf und sonstige Anschaffungsgeschäfte, und richtung von Wohnungen für Unbemittelte Reichstags- Erfahwahl. Dem„ Posener Tageblatt" Loose zu Privatlotterien betragen 9,5 Millionen M., von denen gerichtete Unternehmungen von Gerichtsgebühren und Stempeln zufolge ist das Gesamintresultat der Reichstag- Ersatzwahl 7.3 Millionen M. auf Preußen, 908 000 M. auf Hamburg ent- bei Einträgen in die Handels- und Genossenschaftsregister fallen. Hierzu kommt die Steuer für Loose der Staatslotterien und bei Veräußerungen zc. bezweckt, an. Voraussetzung ist, im Wahlkreise Meserit- Bonist folgendes: Szymanski( Bole) in Preußen, Sachsen, Mecklenburg, Braunschweig und Hamburg daß das Zins- und Dividendenerträgniß der Gesellschaften 7250, v. Dziembowski( Reichspartei) 4910, v. Mosch( Auti- im Gesammtbetrage von 4,7 Millionen M., so daß die Gesammt 4 pCt. nicht übersteigt. Auf Anregung aus der Mitte des semit) 3260, zersplittert 240 Stimmen. Es findet Stich einnahmen des Reichs aus den genannten Positionen 14,2 Mill. Hauses wurde Vorstehendes auch für Gemeinden und wahl zwischen v. Dziembowski und Szy- Mark betragen. Hiervon gehen ab 2 pet. Erhebungs- und Ver- Hauses wurde Vorstehendes auch für Gemeinden und -ud mausti statt. waltungskosten, so daß an die Reichskaffe abzuliefern sind 14 Stiftungen in das Gesetz aufgenommen. Millionen M. Für das erste und zweite Quartal find bereits Aus der Schweiz wird uns geschrieben: In dem für 1893 Wie kam das? In der Sigung des Reichstages abgeführt 9,5 Millionen Mark, so daß noch abzuführen bleiben veröffentlichten Geschäftsberichte bes eidgenössischen vom vorigen Sonnabend hielt der Präsident von Levehow 4,5 Millionen Mart. Justiz- und Polizeidepartements wird im Abschnitt es für nöthig, dem Abg. Ulrich einen Ordnungsruf Die Einnahmen des Reichs aus dem Spielfartenstempel be: Politische Polizei" bemerkt, daß infolge der gegen die zu ertheilen, weil derselbe den antisemitischen Klopffechter tragen 970 000 M., an welcher Summe Preußen mit fogenannten Unabhängigen in Zürich angehobenen Untersuchung Ms Lazar wieder völlig zu sich kam, befand er sich in einem eleganten Raum dieser Villa, gut gelagert in einem breiten Bette. Sonja an seiner Seite. Leztes Rapitel. Die Sonne war schon hoch herauf gestiegen, als Tania und Helene die Universitätsstraße eiligst herabschritten. Sie hatten in den Wohnungen Atschin's und Lazar's Umschau zu halten, um alles Gefährliche zu entfernen und zu bergen. " unauf" Person und seine Absichten irgend welchen Aufschluß gegeben hätten. Er ward in die Leichenkammer des Spitals für im Fremde gebracht und beigesett. Ihr könnt- ich sie drückte die Hand gegen die Brust „ ich muß fort ich habe noch weiter Arbeit schiebbare". Sie that eine Wendung, als wolle sie fortstürzen nächsten Augenblick warf sie ihre dünnen Arme um den Gals ihrer Freundin und drückte sie an sich. Leb wohl, Du Gute leb' wohl!" Dann zu der herankommenden Rina sich wendend: Laufbursche, Du betommst Arbeit tommst Arbeit zeig' was Du kannst. Sie winkte den Beiden zu und als hätte sie ihre Kräfte Nicht minder wichtig war es, einige vertrauenswürdige wiedergefunden, ging sie eilends davon, ihrer Behausung Emigrirten rasch von dem Geschehniß in Kenntniß zu setzen. entgegen. Giurge Stunden später befand sie sich auf dem Wenn es nicht gelang, den Leichnam vorher zu entege nach Rußland. Helene hatte Rina's Arm in den ihren gezogen und fernen, wenn er im Petertobel in seiner gräßlichen Vertümmelung entdeckt wurde, dann mochten sich die Russen flüsterte ihr hastige Worte zu. Das eben noch so rothe und neugierig lächelnde Gein Acht nehmen, denn dann war den schlimmsten Ver- ficht Rina's erblaßte, ihre Züge zeigten einen Ausdruck muthungen Thür und Thor geöffnet, die ihre Wahrschein schmerzlicher Erregung. An der Ecke trennten sich diese lichkeit und Begründung durch die russischen Verhältnisse Beiden. selbst erhielten. Tania hielt die Hand auf die Brust gepreßt, wo Atschins, Papiere noch immer ruhten, während sie feuchend dahinlief. Ihre Augen blickten so abwesend, als fuchten sie in Gedanken ein weitabliegendes Ziel, und ihre Füße bewegten fich nur mechanisch vorwärts. Plöglich ftrauchelte sie; Helene fing sie in ihren Armen auf. Du bist furchtbar erschöpft," flüsterte diese, gönne Dir nur einen Augenblick Ruhe." Ruhe?!" Ein dunkler fanatischer Blick traf sie aus Tania's Augen und ließ sie verstummen. Schon hatte sich Tania wieder emporgerafft und sie rannte weiter. Da wurden sie von einer rauhen, tiefen Stimme auge rufen, die sie angenblicklich Halt machen ließ. Es war Rina Jvanowna, die hinter ihnen her fam. Der Aufer!" rief Helene, und forschend fab sie in Tania's Augen. Diese nichte; ein Lächeln flog über ihr bleiches, verstörtes Gesicht. Gie tommt wie gernfen fie kennt alle Adressen sie ist flink und geschickt sage ihr Alles- thut, was 1 Rina begann einen Dauerlauf. Dort war er von einem Studiengenossen, der sich zufällig eingefunden hatte, erkannt worden. Von ihm erfuhr man, daß der Getödtete ein Russe sei, der hier unter einem falschen Namen gelebt und im chemischen Laboratorium zu arbeiten pflegte. Damit schien auch schon ein Verbrechen bewiesen. Man glaubte einer Verschwörung auf die Spur gekommen zu sein, die gegen das Leben des garen gerichtet war und suchte die Fäden in die Hände zu bekommen und sich der Theilnehmer zu versichern. Noch am selben Tage begannen die Hausdurchfuchungen bei den Russen, die mit ungewöhnlicher Strenge geführt wurden. Sie ergaben nicht das erwartete Resultat. Es wurde nichts vorgefunden, das den Plan einer Verschwörung enthüllt hätte, nichts, das auch nur einer Ber dächtigung Raum gegeben. Helene hatte nach einigen Schritten das Haus Lazar's erreicht; fie ging die Treppe hinauf, steckte den Schlüssel in die Thür, die ihr bezeichnet worden war und verfügt. trat ein. Es war gelungen, die Russen von den Vorgängen in Kenntniß zu sehen und sie konnten ihre Maßnahmen treffen. Aber leider war es unmöglich gewesen, rechtzeitig den Körper ihres verunglückten Landsmannes zu bergen. Was die Freunde gefürchtet hatten, war eingetroffen: die Blutspur hatte zur Entdeckung geführt. Die Polizei war avifirt worden und an dem Thatorte angelangt, fand sie Atschin's schrecklich verstümmelten Leichnam. Dem Gerüchte von einem Duell, das, man wußte nicht woher, zuerst in der Stadt verbreitet worden war, folgte ein zweites, das mit einiger Borsicht kolportirt wurde: man flüsterte, es habe im Petertobel eine Probe mit Sprengftoffen stattgefunden, die für die Betheiligten man vermuthete ihrer mehrere unglücklich abgelaufen fei. Den Todten kannte Niemand und es wurden weder Briefe noch Dokumente bei ihm gefunden, die über seine] Nichtsdestoweniger wurden einige Ausweisungen Aber die Polizei gab sich damit nicht zufrieden. Die Blutspur, die vom Thatorte hinweg leitete, ver rieth in untrüglicher Weise die Mitschuld mindestens eines Genoffen, der gleichfalls verwundet worden, aber noch im ftande war, sich zu flüchten. Es galt nun, die Aufmerksamkeit zu verdoppeln und vor allem, die Ruffen genau zu überwachen, um des Uebelthäters, der sich zweifellos unter ihrem Schuhe verborgen hielt, habhaft zu werden. Die russische Geheimpolizei war am Blake und nahm an den Nachforschungen den eifrigsten Antheil. Indeß war die Beerdigung Atschin's ganz im Geheimen Spitale aus wurde der Leichnam nach dem eine Stunde und zu ungewöhnlicher Stunde verfügt worden. Bom entfernten kleinen Spitalfriedhof für Fremde gebracht, der rest kürzlich errichtet worden war. ( Fortfegung folgt.) «on weiteren Maßregeln zwar vorläufig Abstand genommen forden. dem Ausschuß des Vereins aber durch die Polizei er- Öffner worden sei. daß die Behörden eine Einmischung Fremder in die inneren Angelegenheiten unseres Landes nicht dulden werden. Jeder Versuch. für die Grundsätze des Vereins nach außen Propaganda zu machen, sei es durch Verbreitung revo- lulionärer Schriften oder auf andere Weise, könnte die sofortige Ausweisung der Mitglieder des Vereins zur Folge haben. Zur Krisis in Holland. Es ist bekannt, daß die Regierung, als ein Amendement zur W a h l r e f o r m- vorläge, das die Zahl der neuen Wähler um ein Er- klccklichcs verringern würde, zur Annahme gelangte, ihren Entwurf zurückzog. Die Enttäuschung darüber ist groß im Lande. Hat die Zweite Kammer sich durch die lange De- batte, wobei die tollsten Vorschläge gemacht wurden, an- sangs lächerlich gemacht, so ist man jetzt geradezu entrüstet über die Frechheit, das Volk, nachdem die Behandlung des Wahlrechts schon so lange aufgeschoben ist, noch um sein erstes Recht zu betrügen. Die demokratischen Vereine und Radikalen entfalten eine rege Agitation für die Auflösung der Kammer und um gegen eine eventuelle Rekonstruktion des Ministeriums nach der konservativen Richtung hin zu protest'ren. Der Minister Tak van Poortoliet bekommt Telegramme, die Glückwünsche enthalten für seine korrekte Vertheidigung der Regierungsvorlage. In R o t t e r d a m ist der erste sozial- demokratische Wahlvcrein, und von Frauen ist ein nieder- läudischcr Verein für das F r a u e n w a h l r e ch t ge- gründet worden. Zum Schutze der französische» Gewerkschaften. Wie man uns aus Paris meldet, hat die Arbeitskommisfion soeben ihren Bericht über den von Sembat namens der sozialistischen Fraktion eingebrachten Antrag auf Abänderung des Syndikats- gesetzes vom 21. März 1884 fertiggestellt und darin folgende Modifikationen beantragt: 1. Dem Artikel 2 dieses Gesetzes, welcher bestimmt, daß alle Personen, die den nämlichen oder gleichartigen Beruf ausüben oder zur Herstellung bestimmter Pro dukte zusammenwirkende Verufsarten betreiben, sich frei zu Gewerkschaften konstituiren können, die Bestimmung hinzuzufügen, daß einerseits diejenigen, die ihren Beruf aufgegeben haben, in der Gewerkschaft weiter verbleiben können und andererseits alle jene Personen, die ihren Beruf mindestens S Jahre ausgeübt und denselben nicht länger als 10 Jahre verlassen haben, einer Gewerkschaft beitreten können; 2. der Schlußbestimmung de* Artikel 4, welche ausspricht, daß die Vorstandsmitglieder Franzosen und im Besitze ihrer bürgerlichen Rechte sein müssen, die Bestimmung hinzuzufügen, daß ein Drittel derselb: den Gewerkschaftsmitgliedern entnommen werden kann, die nicht mehr ihren Beruf ausüben, nur dürfen dieselben nicht gleichzeitig Ve. walter oder Leiter einer andern Gewerkschaft sein. Durch die Annahme dieser Bestimmungen würde das Gesetz unzweifelhasr gewinnen, da es fürder nicht mehr möglich wäre, Gewerkschaften aufzulösen, deren Sekretär oder Kassirer ganz von der gewerk schaftlichen Thätigkeit in Anspruch genommen, ihren Beruf auf. gegeben haben, oder Mitglieder zu verurtheilen, die wegen ihrer gsiverkschaftlichen Thätigkeit außer Arbeit gesetzt, zu einen. andern Beruf ihre Zuflucht nahmen; aber wozu über- Haupt Einschränkungen machen? Jede Gewerkschaft weiji am besten, wen sie als Mitglied aufzunehmen oder wc.. sie als Sekretär, Kassirer er. zu wählen hat. Kümmer' sich in dem monarchischen England, wo es nicht an Parlamente- Mitgliedern fehlt, die gleichzeitig Gewerkschaslsbeamte sind, kein Geselz darum; können dort Trades-Unionisten wie z. B. Li... eine Stelle in der Regierung einnehmen, oder Burnett Arbeite- korrespondent im Handelsministerium sein, ohne darum ihre Gewerkschaft aufgeben zu müssen, oder Männer wie John Burn? und Tom Mann Dockarbeiter-Gcwerkschaften organisircn, ob- gleich deren Beruf absolut nichts mit dem ihrigen g.mein hat, warum soll denn das republikanische Frankreich den Gcwerk- schafren Beschränkungen auflegen? Die sozialistische Fraktion gedenkt denn auch bei Verhandlung des Syndikatsgesetzes in diesem Sinne in die Debatte einzugreifen.— Die Pariser Arbcitsbörse alö Anhängsel der Präfektnr. Man schreibt uns aus Paris unterm 13. März. Die„Petite Röpublique" veröffentlicht in ihrer heutigen Nummer den vom Staatsrath ausgearbeiteten Verordnungsentwurs, betreffend die Organisation der Pariser Arbeilsbörse. Der Entwurf besteht aus 10 Artikeln, die sich sämmtlich in die Worte zusammenfassen lassen: Von nun an ist der Präfekt Herr im Haufe. Die Arbeitsbörse, die geschaffen wurde, um der Arbeiterschaft als Werkzeug ihrer Emanzipation zu dienen, wird nach dieser Verordnung nichts als ei» Anhängsel der Präfektur. Der Präfekt regelt und ordnet Alles und die Geiverkschaften haben das u thun, waL ihm beliebt. Aber selbst unter diesen Bedingungen, welchen sich die Gewerkschaften natürlich nicht unterwerfen werden, würden sie nur bis zu einem gewissen Theil ihre Bureaus in der Arbeitsbörse haben können, denn dem Entwürfe zufolge wird die Arbeitsbörse zu einem Arbeits-Ver- mittelungshause, in welchem nicht nur die Arbeitersyndikate, sondern auch die Unternehmer- und gemischten, d. i. au? Arbeitern und Unternehmern zusammengesetzten Syndikate, sowie überhaupt alle Vereine und Wohllhätigkeitsgesellschaften, die sich mit der ArbeitSvermittelung befassen, ein Anrecht auf ei» Bureai: haben. Und da die Ertheilung der Bureaus von dem Präfekten abhängt, werden diese Vereine natürlich den größten Theil der Arbeitsbörse inne haben; ja, bei dem„neuen Geist", der die Negierung beseelt, ist es vorauszusehen, daß nicht wenig.. Bureaus den vom Abb6 Garnier gegründeten oder sonstigen von Pfaffen und adeligen Frauen protegirten Vereinen zufallen werden. Nur rechnet d,e Regierung ohne den Wirth. Wede-.' die Gewerkschaften noch der Pariser Gemeinderath-- ich erinnere nur an die vom„Vorwärts" niitgetheilten diesbezüglichen Ver- Handlungen— werden sich zu diesem Streich hergeben.— Armenhauszustände iu Dänemark. Man schreibt unS aus Kopenhagen: Im letzten Dezennium hat das Tageblatt„Sozialdemokraten" sich öfters und eingehend mit den Verhältnissen der größeren Llrinenanstalten des Landes beschäftigt, und in mehreren Fällen ist es gelungen. Mißbräuche und Verbrechen unzweifelhaft zu konstatiren, so daß z. B. einer der betreffenden Vorsteher der Aiistalten mit Slrafarbeit bestraft wurde. Selbstverständlich ärgerte es die Ordnungsmänner ganz ge- wältig, daß das Bestehende auf diese Weise bloßgelegt wurde, ohne daß es möglich war, die Angreifer zu packen, aber endlich nieinten sie, die Gelegenheit gefunden zu haben. In einer Reihe Artikeln, die in den Jahren 1887—1389 im„Social-Demvkraten" veröffentlicht wurde, ward die große Zwangs- Armenanstalt in der Stadt Korsör sehr scharf und energisch angegriffen. Unter anderem wurde hervorgehoben, daß Männer, die zwischen 60 und 70 Jahre alt waren, mit bis 79 Tagen Hungerkur bestraft worden waren, weil der genannte Alte— nicht genug arbeiten konnte(!) und daß ganz junge Mädchen entkleidet wurden, um danach von Männern geprügelt zu werden!„Sozialdemokraten" hatte mehr als die nöthige Anzahl von Zeugen zur Verfügung, aber theils wurden sie beeinflußt, theils verschwanden sie. Ein ge- prügeltes Mädchen z. B wurde nach Brasilien gesandt! Der Inspektor der genannten Zwangs-Armenanstalt wurde gezwungen, Klage gegen den„Sozialdemokraten" zu erheben und das Resultat war, daß der verantwortliche Redakteur, Herr E W ü n b l a d, sowohl bei dem unteren als bei dem höchsten Gerichte des Landes zu drei Monaten Gefängniß verurtherlt wurde. Die Strafe trat er am 17. Januar an. Inzwischen wurde, von den ganz reaktionären Blattern ab. gesehen, fast einstimmig erkannt, daß die Angriffe, die Wünblad gegen die genannte Zwangs- Arbeitsanstalt ge- führt hatte, in allen wesentlichen Punkten gerechtfertigt waren und es entstand eine allgemeine Verstimmtheit nicht allein des Urtheils, sonderii auch der Prozeßführung wegen. Diese Stimmung kam in der vorigen Woche im Unterhause des Reichstags(Folkething) zum Ausdruck. Der Finanzausschuß des Unterhauses brachte in der Unlerhaus-Sitzung vom 8. März die Sache zur Debatte, bei welcher Gelegenheit der sozialdemokratische Abgeordnete C. H ö r d u m unter lebhaftem Beifall die ganze Geschichte der Äörsör- Enthüllungen und den damit in Ver- bindung stehenden Prozeß und Verurtheilung scharf und aus- sührlich durchging. Das Resultat der Debatte war, daß der Minister erklärte:„Er r.».üffe einräumen, daß Mißbräuche stattgefunden haben, insofern als die Be- hauptungen, die während der Debatte hervorgehoben waren, sich als den Thatlachen entsprechend erweisen sollten. Jedenfalls sollte das jetzige Reglement der Zwangs-Armeuanstalt in Korsör kassirt werden." Nichtsdestoweniger sitzt Redakteur Wünblad weiter im Ge- fängniß! Weiiii er wieder frei ist, wird er eine Volksgabe er- halten, wozu während der Gefängnißzeit gesammelt wird. O. Die relative Schwäche der sozialistischen Organisationeu — nicht der sozialistischen Propaganda— in England tritt, so schreibt unser Londoner Korrespondent, gerade bei der Frage, wie man sich zur Agitation gegen die Lords zu stellen habe, recht deutlich zu Tage. Die Agitation ist ja nun einmal da, und sie ganz zu ignoriren geht schon deshalb nicht an, weil u. a. ein die Arbeiter direkt inleressirendes Gesetz die Haflpflichtreform— soeben von den Lords zum Scheitern gebracht worden ist. Die Trade Unions— resp. die offizielle Vertretung derselben, das parlamentarische Gewerkschaft?- komitee:c.— haben durchaus opportunistisch sich aus den Protest eben gegen die Abschlachtung dieses Gesetzes beschränkt und eZ ausdrücklich abgelehnt, auf dem am nächsten Sountag in Hydepark abzuhaltenden Massen- Meeting über diesen nachträglich kommenden Protest hinauszugehen und die gesetz- geberische Volliiiack)t der Lords anzugreifen. Diese Abweichung geschah vornehmlich mit Rücksicht auf die Mitglieder aus Lancashire, die politisch konservativ sind. Einzelne Gewerkschaften und Gewerkschaftskomitee's sind freilich radikaler vorgegangen, und die Redner werden am nächsten Sonntag schwerlich es bei der kraftlosen Bejnmmerung der Ablehnung durch die Lords be- wenden lassen. Jedenfalls können die Sozialisten nicht dabei stehen bleiben. Es war oder ist nach meiner Ansicht zweierle. niöglich. Entweder zu erklären: wir trauen den Liberale»»ich., aber wir nehmen sie beim Wort— und nun mit aller Ent- schiedenheit für die Abschaffung der Peerskammer agitiren und dadurch die Agitation in's Fahrwasser des Sozialismus zu leiten, oder aber zu sagen: wir halten die Frage für eine sekundäre, die nur gelöst iverden kann durch vollständige Demokratisirung des Hauses der Gemeinen, also verlangen wir sofortige Inangriffnahme der Wahlreform, d. h. keine bloße Registrirungsbill, sondern allgemeines Stimmrecht mit Uebernahme der Wahlkosten durch den Staat und Gewährung von Diäten an die Gewählten. Weder das Eine noch das Andere ist geschehen, noch sieht es so auS, als werde dergleichen in nennenswerthem Maße geschehen. In der sozialistischen Presse macht sich vielmehr ei», gewisse Zer- fahrenheit und Ralhlosigkeit bemerkba-:. Die Einen möchten dio» und die Andern möchten das, und wieder Andere möchten sich in den Mantel der sozialistischen Tugend oder Tugendkritik hüllen und ganz abseits stehen bleiben. Ich kann mir nicht helfen, aber mir will das Letztere als das wenigst Angeinesftne erscheinen. Ich bin der Letzte, die schwierige Position der Sozial dcmokratie in England zu verkennen. Im Gegentheil glaublich gerade das Verdienst beanspruchen zu können, bei jeder Gelegenheit darauf aufmerksain gemacht zu haben, daß eben weil in England die großen Parteien viel elastischer, viel entwicklungsfähiger sind als in Deutschland, die Sozialdeinokralie eine unendlich schwierigere, undankbarere Position hat als in Deutschland: Sie muß mitansehen. wie vorläufig andere— politische Streber aller Art — ernten, was sie gesäet. Es ist für sie doppelt und dreifach schwer, unter bestimmten Verhältnissen den richtigen Angriffs- punkt herauszufinden. Ich will also mit Obigem keinen persön- lichen Vorwurf ausgesprochen haben. Aber ich erblicke meiiu Ausgabe darin, die Dinge so zu schildern, wie sie meines ErachtenS sind, und nicht, wie ich möchte, daß sie seien. Und wenn hier und da zwischen meiner Darstelluiig und der der hiesigen sozialistischen Presse Differenzen sich zeigen, so ist ferner nicht zu vergessen, daß diese andere Aufgaben zu ersüllen hat als ich. Sie hat die Schwächen jener Gegner bloszulcgen, weil deren Stärken ihren Lesern ohnehin vor Augen sieben. Eine Illustration zu dem vorher Ausgeführten giebt der Ver- lauf eines vorgestern im Stadthaus von Bermondsey— einem großen Arbeiterviertel südlich der Themse— abgehaltenen Meetings. Dasselbe war veranstaltet von Konservaliven, und sollte Lord Dudley, der im Haus der Lords den Feldzua zu guilsten der Ausnahmekontrakte beim Hastpflichtgesetz geführt, Gelegenheit geben, den Segen dieser Klausel darzulegen und dafür de» Beifall des Volkes, soweit dasselbe Einlaßkarten erhalten, einzuheimsen. Aber es kam anders. Trotz sorgfältiger Ver- iheilung der Karten und scharfer Kontrolle zeigte dk große Masse der Anwesenden sich von Anfang an so entschieden feindselig, daß Lord Dudley nicht einmal sein Referat halten konnte, und schließlich wurde der Saal von den Arbeitern Bermondsey's. vollständig gestürmt und unter Hochs auf Burns und Rosebery eine von einem Vertreter des Zimmerer- und Bau tischler-Verbandes gestellte Resolution, die die Abschaffung dei> Velorechts der Lords verlangt, einstimmig angenommen. Und je niehr Versammlungen stattfinden, uin so mehr dürfte dieser Ton überwiegen. Man kann nicht gegen die Aktion eine Körperschaft protestiren und das Mandat derselben ununtersucht lassen.— Brasilien hat zwar über die rebellische Bewegung der Marine einen vollen Sieg davongetragen, aber mit der nicht minder ernsten Bewegung im Süden des Landes zu rechnen. Eine Abbröckelung der hauptsächlich von Deutschen und Italienern bewohnten Provinzen liegt im Bereiche der Möglichkeit.— Holland. Ein Organ für die politische Aktion wird von unserem- holländischen Parteigenossen van Kol ausgegeben werden. Die Gründung des Blattes, das den Namen„De Sociaal-Demokraat" führen wird, soll nur ein vorläufiger Schritt sein. Die jetzige Redaktion und Administration halten ihre Aufgabe für be- endet, so bald eine Organisation von Anhängern der politischen Aktion da sein wird. Diese soll dann das weitere Schicksal des Blattes bestimmen.— Von antisemitischer Seite(Liebermann von Sonncnberg und Genossen) sind heute im Reichstage Anträge betreffend die Eidesleistung vor dem Richter und die konfessionelle Eidesformel eingebracht worden. � �• Ein Antrag auf Ertheilung von Borrechten an Bau- Handwerker bei Belegung v on Hyp o t he Nu ist vom Abg. Liebermann o. Sonneaberg eingebracht worden. VerrksittsökivickiköNt In Göppingen siegte bei der Gewerbegerichts-Wahl am 12. März die Line der vereinigten Gewerkschaften und des sozial« demokratischen Vereins mit 867 Stimmen über die Hirsch- D u n ck e r' schen, welche nur 173 Stimmen erhielten. Der frühere verautwortliche Redakteur des„Wähler", Genosse Käppler, welcher sich seil Neujahr im hiesigen Land- gerichts-Gesängniß behufs Abbüßung einer dreimonatlichen Ge- fängnißstrafe wegen Majestätsbeleidigung befand, ist am 9. März herzkrank und mit geschwollenen Füßen urlaubsweise von der Herzoglichen Staatsanwaltschaft aus dem Gefängniß entlassen worden. Dem Wunsche Käppler's, seine Strafe im Krankenhause ab- büßen zu können, wurde nicht stattgegeben. Seit der Entlassung hat sich der Zustand Käppler's wesentlich gebessert. Bei de» Gemeinderaths-TSahlen in Salza, Kreis Nord- Hausen, fielen von drei Sitzen, die neu zu besetzen waren, zwei den Sozialdemokraten zu; der dritte Genosse unterlag gegen eine Stimme Majorität. * Polizeiliches, Gerichtliche?«. — Groben Unfug soll die„Sächsische Ar- beiter-Zeitung" wieder einmal verübt haben. Es handelt sich um eine Boykottangelegenheit in Unterweißig. Der dortige Arbeiterverein nahm eine Resolution an, nach welcher sich die Mitglieder verpflichteten, bei einem Wirth — einem früheren Parteigenossen— nicht mehr zu ver- kehren. Ueber jene Versammlung berichtete die„Sächsische Arbeiter- Zeitung" in objektiver Weise und druckte die Resolution ab. In diesem Bericht aber, in dieser un- parteiischen, sachlichen Wiedergabe einer Thatsache erblickt das Gericht den Thatbestand des groben Unfugs. Genosse Eichhorn wurde mit einem Strasbefehl, über 6 Tage Haft lautend, bedacht. Gegen diesen Strafbefehl wurde richterliche Entscheidung beantragt und hatte sich nun das Schöffengericht mit der An- gelegenheit zu befassen. Es handelte sich lediglich darum, zu eiilsck)eide», ob schon die einfache Mittheilung, daß von einem .Verein unter den Augen ber Polizei— also in ganz legaler Weise— ein Beschluß auf Boykottirung eines Lokals gesccht worden ist, ohne daß man sich bei Mittheilung dieser Thatsache mit dem Beschluß selbst identifizirt, ihn weder gut heißt, noch kritisirt, ob also diese Mittheilung schon strafbar ist. Nach Ansicht des Staatsanwalts ist sie strafbar. Wenn, so führt er aus, auch der Beschluß eines Vereins, über jeniandeii den Boykott zu verhängen, leider nicht bestraft werden könne, so enthalte doch die Veröffentlichung dieses Beschlusses eine Belästigung des Publikums, in diesem Falle der Geschäfts- leute, die in der Befürchtung leben müßten, wenn sie bei dem boykottirten Gastwirty verkehren, auch boykottirt zu werden. In der Erzeugung dieser Beängstigung liegen die Merkmale des groben Unfugs. Genosse Eichhorn hielt dem zwar entgegen, daß, übereinstimmend mit den Urtheilen des Landgerichts und des Oberlandgerichts, doch wenigstens die Veröffentlichung die Form einer Aufforderung tragen müsse, um strafbar zu sein, daß aber unmöglich der Ver- fammlungsbericht eine solche Aufforderung sei. Es nützte jedoch nichts, das Gericht schloß sich der Ansicht des Staatsanwalts an und blieb bei der durch Strafbesehl ausgeworfenen Haststrafe von 6 Tagen stehen. Maßgebend für die Höhe der Strafe sei die Gemeingefährlichkeit eines solchen Beginnens und die graste Verbreitung der„Sächs. Arbeiter-Zeitung". Nach dieser neueste.'» Auslegung des groben Unfugs- Paragraphen wird es für Zei- tungen überhaupt bald nicht mehr möglich sein. über Vorgänge zu berichten, denn es werden sich immer Leute finden, die sich durch dies oder jenes belästigt fühlen. Man darf gespannt sein, wie die höheren Instanzen entscheiden werden. — Mainz, 14. März. Im Jahre 1392 fand im Dezember eine Versammlung von Arbeitslosen statt, in welcher von verschiedenen Rednern zu Gewaltthätigkeiten und direkt zum Diebstahl aufgefordert wurde, was die Auflösung der Versamm- lung zur Folge hatte. Die Einberufer und Redner waren so- genannte„Unabhängige". Nach der Versammlung kam es auf der Straße zwischen verschiedenen Rednern und der Polizei zu einem Zusanimenstoß, der zu Verhaftungen führte. Die damals Verbasteten sind bereits im vorigen Jahre abgeurthcilt worden und haben ihre Strafe verbüßt. Zu den Ausreißern zählte da- mals aber auch ein Schreiner namens Friedrich Twieg aus Berlin. Er flüchtete in die Schweiz, ivurde aber kürzlich aus- gewiesen und stellte sich, aller Mittel entblößt, selbst dem Straf- richter. Die Strafkammer verurtheilte heute denselben zu sechs Monaten Gefängniß. Dviekkapken dev Dedaktion. Wir bitten bei jeder Anträge eine Ehtfsre(Zwei Buchstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der dt« Antwort«rlheitt werden soll. C. B. Zu den Reichskags-Berhandlungen hat jedermann Zutritt. Wenn der Kolporteur die betr. Empfehlung dem„Bor- wärts" beigelegt hat, so that er es aus eigenen Stücken; beauf- tragt war er dazu nicht; übrigens kann es ihm juristisch auch nicht verwebrt werden. In dresem Fall wüßten wir übrigens nicht, daß der Mann sich eines besonderen Verstoßes hätte zt» Schulden kommen lassen., H. Berger. Wenn die Sachen Eigenthum Ihres Vaters waren, so haben Sie allein Anspruch darauf.— Waren dieselben Eigenthum Ihrer Mutter, so erben Sie und Ihr©tief- vater dieselben zusammen. C. B. 118. Ihnen kann gekündigt werden, Sie können nicht kündigen. B. Denner. Ihre Fragen sind unvollständig. Wiederholen Sie dieselben und geben Sie an, wann Ihre Braut die Wohnung bezogen hat, wieviel Miethe sie zahlt, ob sie dieselbe monatlich zahlt und ob sie auf eine bestimmte Zeit ge- miethet hat. K. 100. Der Kläger kann erst pfänden lassen, nachdem die Kosten vom Gericht durch Beschluß festgestellt sind. Eine neue Klage ist nicht nöthig. I. B., Bremen. Raummangel hat die verspätete Beröffent- lichung verschuldet. Lieguitz IS. Ja. R. Fragen Sie bei der Staatsanwaltschaft an, wie die Sache steht. Ihr Zeuge muß, wenn er vor das Gericht geladen wird, kommen. H. P. Es besteht keine Grenze. Der Reichstag kann stets von neuem aufgelöst werden. Zwei Wettende. 1. Nein. 2. Ja. Er ist zur Rücknahme der Maschine nicht verpflichtet. 3. Wenn die Schwiegereltern die Sachen auch dem Schwiegersohn geschenkt haben, nein. Kanarienvogel. Kaufe» Sie sich aus Reclam's Universal- bibliothek den Band 3159 für 20 Pf. R. Sch. 1860. So leicht geht es nicht mit der Verbesse« rung der Handschrift. Einiger Erfolg ist jedoch immer von einem Kursus zu erwarten. � P. T. 66. Das Adreßbuß enthält die Adresse derartiger Stiftungen. Sehen Sie dasselbe nach. H. A., Rixdorf und A. G. 80. Besuchen Sie»ms ge« fälligst in der Sprechstunde. H. P. 11. Jemand, der keine Schulden hat, kann seiner Frau oder seinen Kindern soviel zuwenden, wie er will.— An- 'echtbar und strafbar sind solche Handlungen, wenn sie geschehen, um. spätere Gläubiger zu benachtheiligen.— Die Anfechtunas- klage verjährt in zehn Jahren.— Rechtsgeschäfts zwischen Ehe- gatle», sowie zwischen Eltern und Kindern sind in den beiden ersten Jahren leichler anfechtbar, weil der mit der Anfechtung» klage belangte Theil seinen gute» Glauben beweisen muß. Für den Inhalt der Inierate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. American- Theater. Dresdener- Straße 55. 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Charley's Tante. Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch- realistisches Traumbild aus brecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen.„ Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des„ Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. Brunwald mit bewegter Vergangen heit Martin Bendix. Täglich Auftreten des Zahlstelle I Berlin. Den Mitgliedern, sowie dem Gesangverein Gemüthlichkeit hiermit zur Nachricht, daß der Kollege Karl Woyde nach langer Krankheit am 13. März, Abends 51/2 Uhr, verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonntag, d. 18. März, Nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle besten Bauchreduers d. Jchtzeit bes Elifabeth'- Stirchhofes( GeſundH. Blank. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix, sowie Engen Zocher. Sächsischer Driginal- Humorist, Alfred Bender. Anfang Wochentags 72 Uhr, Sonntags 62 Uhr. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten Borstellung und Konzert von nur Künstlern 1. Ranges. Auftreten der Ballet- Gesellschaft Columbia( 10 Damen), Balletmeisterin Rosa Fricka. Auftreten der Elite ParterreAkrobaten u. Pantomimentruppe Hermandez. Im Mädchen Pensionat. Komische Pantomime mit Ballet. The Willon's, Doppel- Jongleure. Joië di Dios, Kostüm: Soubrette. Geschw. Howala, Duettiſtinnen. G. Cordes, Gesangs- Humorist. Anfang: Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Entree Wochentags 50 Pf. A. Zimmermann. Passagebrunnen) aus statt. Um rege Betheiligung der Mitglieder bittet 249/15 Der Bevollmächtigte. Lodes- Anzeige. 467/9 Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker und dem Gefangverein Liedesfreiheit"( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Feftrede des Reichstags- Abgeordneten Vogtherr. Anfang 51/2 Uhr. Programm 20 f. Billets sind in beschränkter Zahl in den Zahlstellen des Vereins sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Um zahlreiche Betheiligung bittet Das Komitee. Achtung! Achtung! Bildhauer, Stuckateure n. verw. Berufsg. Große öffentliche Versammlung am Montag, 19. März, Abends präz. 8/2 Uhr, in Joël's Salon, Andreasstraße 21. Tagesordnung: Wie Bellen fich die Kollegen zur eventuellen Am Mittwoch, 14. d. Mts., Nach- Bentralisation der Orts- Krankenkaffen? Referent: Herr Schriftsteller Adler. Rorreferent: Rendant Lampe. mittags 41,2 Uhr, starb nach langem Das Erscheinen sämmtlicher Berufsgenossen ist dringend erforderlich. schwerem Leiden meine innigft geliebte Die Agitations- Kommission der Bildhauer Berlins. Frau Wilhelmine Forgbert, geb. J. A.: G. Winkler, Wrangelstr. 135 I.. Hoff, im 26. Lebensjahre. Dies zeigen betrübt an 148/20 Die trauernden vinter Allg. Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter. bliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. März, Nachmittags 4 Uhr, vom städtischen Krankenhaus Friedrichshain aus statt. Freunden und Bekannten zur Nach richt, daß am Mittwoch, den 14. d. M. unser Pfeifenbruder 2365b L. Herrmann verstorben ist. Rauchklub Arkona". Die Beerdigung findet am Sonntag. den 18. März, Nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause Sfaligerstr. 101 nach dem Emmaus- Kirchhof statt. Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß am 16. März, Morgens 51/2 Uhr, unser lieber Max nach schweren Leiden im Alter von 2362b 5 Jahren entschlafen ist. Die trauernden Eltern u. Geschwister. Richard Halffter. Die Beerdigung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause Lübbenerstraße 22 aus nach dem Emmauskirchhof statt. Allen Verwandten, Freunden und Panopticum. Belannten hiermit die traurige NachDie Glocke von Fr. v. Schiller. Mufit von Romberg. Dargestellt in 15 lebend. Bildern. Alcazar. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Großer Erfolg! Bummel- Fritze. Posse mit Gesang in 2 Bildern. Neue Debüts! Entree 15 Pf., reservirt 30 Pf. R. Winkler. Schwant in 3 At. v. Brandon Thomas Sanssouci", Vorher: Die Bajazzi. Parodistische Poffe mit Gesang in 1 Aft von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. ratweil'sche Bierhallen G Kottbuserstr. 4a. Sonntag, den 18. März 1894: Stettiner Sänger richt, daß meine liebe Frau Sophie Dittmann, geb. Müller, heute früh fanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 18. d. Mts., Nachm. 5 Uhr, von der Zeichenhalle des St. Markuskirchhofes in Wilheimsberg aus statt. Um stille Theilnahme bittet Berlin, 15. März 1894. 2354b Carl Dittmann, Maurer, Friedrichsbergerstr. 5. Parodie- Theater. Oranienstr. 52, am Moritzplatz. Täglich: Große Theater- und Spezialitäten- Vorstellg. Anfang 7 Uhr. Entree 25 Pf. Am Sonntag, den 18. März, Nachmitt. 32 Uhr: Gr. ExtraVorstellung, wozu jeder Besucher ein Kind frei einführen kann. Zweite Borstellung Ab. 71/2 Uhr. Während der Charwoche täglich 71/2 Uhr Vorstellung außer Char freitag. 2348b anfans Nur noch wenige Tage. 7 Uhr. Entree 50 Präuschers anat. Museum B Großartiges ULK Programm. Kommandantenkte.77-79.( Leste Soiree der Stettiner Sänger Montag, den 19.: Viktoria- Brauerei. Aelt. u. größt. Etablissem. Berl. vor Ostern.) Täglich abwechselnd. Programm bei freiem Entree der ersten Wiener Damenkapelle " Dittl" und Auftreten von Künstlern. Spezialitäten 1. Ranges. Täglich Auftreten ber Miss Webb, Taubenkönigin, mit ihren 24 dressirten Tauben. Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Pf. 3 Kegelbahnen. Stunde 60 Pf. 6 Billards, pro C. Koch, fr. Gambrinus. Bock- Brauerei Tempelhofer Berg:[ 2857b täglich von früh 9 bis 10 Abends für erwachs. Herren. Dienstag u. Freitag Damentag. unwiderruflich: Schluß sonntag, den 1. April. Circus Renz. ( Karlstraße.) ( E.. 29.) Filiale Berlin 1. Mitglieder- Versammlung Sonntag, den 18. März, Vormittags 102 Uhr, bei Poppe, Lindenstr. 106. Tagesordnung: 1. Rassenbericht. 2. Stichwahl zwischen May Fahrenwald, August Meyer und Ernst Harnisch. 3. Besprechung der Anträge des Vorstandes. 4. Verschiedenes.- Um zahlreichen Besuch ersucht Die Ortsverwaltung. J. A.: F. Boetticher. NB. Die Versammlung am 25. März findet nicht statt. 224/14 Achtung! Glasarbeiter. Achtung! Sonntag, den 18. März, Mittags 12½ Uhr: Große öffentl. Glasarbeiter- Versammlung im gr. Saale der Gräfl. Reischach'schen Brauerei zu Stralau. Tages- Ordnung: 1. Internationale Glasarbeiter- Union. Referent: Georg Horn Löbtau. 2. Jst die Einberufung eines deutschen Glasarbeiter Rongresses nothwendig? 3. Wie ist eine Lohn- und Arbeits- Statistik der Glasarbeiter durchzuführen? 4. Wahl eines Delegirten zur Gewerkschafts- Kommission. 5. Verschiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung halber ist die Anwesenheit aller Kollegen nothwendig. Die Kollegen von Berlin, Charlottenburg und Röpenick find hiermit besonders eingeladen. 497/4 Der Vertrauensmann. Deutscher Holzarbeiter Verband. Zahlstelle Berlin. Versammlungen: Schöneberg, West und Süd- West. Sonntag, den 18. März, Vormittags 10%, Uhr, in Lehmann's Lokal, Kreuzbergftr. 48. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Hierzu find Sie Kollegen der Wertstätte von Reddemann, Großgörschenstraße 16, besonders eingeladen. Friedrichsberg. 429/20 Dienstag, den 20. März, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Spitzig, Frankfurter Allee. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. Zu dieser Versammlung sind alle Holzarbeiter, auch NichtverbandsDie Ortsverwaltung. mitglieder, dringend eingeladen. Die nächste Sigung der Ortsverwaltung findet am Freitag, den 6. April statt. Fachverein d.Musikinstrumenten- Arbeiter. " Montag, den 19. März, Abends 8½ Uhr: Mitglieder- Derlammlung bri Deigmüller, Alte Jakobßtraße Nr. 48a. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. F. W. Förster, Direktor der Sternwarte, über: Moral und Religion im Lichte der Kulturentwickelung." 2. Diskussion. 3. Antrag des Vorstandes. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, die Billets vom Mastenball 981 Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. abzurechnen. n. Verein der Töpfer 474/16 Berufsgen. Deutschlands. Filiale Berlin). Am Sonntag, den 18. März, Vormittags 10. Uhr, in Philipp's Gaal, Rosenthalerstraße Nr. 38, Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über Gewerbegerichte. Referent: Kollege Jacobey. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Vorstand. Sonnabend, den 17. März rr.: 886/12 Abends 71/2 Uhr: 55. Bock- Saison. Auf auf zur fröhlichen Jagd! Täglich: Gr. Militär- Konzert. Parforce- u. Kaskadenritt. Ballet von 100 Damen. Meute von 40 Hunden. Außerdem: 4 arabische Vollblut Schimmelhengite, vorgeführt vom Di reftor Fr. Renz. Grand Quadrille de la haute équitation. Der faukasische Jockeyreiter Wassiliams. Die ifarischen Spiele in der Luft, ausgeführt von der Familie Daineff. Die Handakrobaten Neu! Gebr. Detroit 2c. Castan's Panoptikum. Neu! Eine Vision: Psammenit, Säle für Versammlungen der lebende Mumienkopf. und Festlichkeiten Sonntag: 2 Vorstellungen( Nachm. 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei). Grosse Komiker- Vorstellung. Abends 71/2 Uhr: Auf auf zur fröhlichen Jagd! Oranien- Bad, Oranienstr. 44 Dampfkasten- Bad. Ginpackung in feidenen Laken. Massage. Mitglieder sämmtlicher Vereine zahlen nur pro Bad mit Packung und Maffage 75 Pfennige. Außerdem Schwefel-, Sool- Sih- und Wannenbäder. 3 Wannenbäder mit Seife und Handtücher 1 Mark. Möbel, Spiegel und Polster- Waaren. * Ausstattungen in Mahagoni u. Nusbaum; Küchenmöbel empfiehlt; Preislisten auf Wunsch franco. Berlin S.0., Franz Tutzauer, köpnickerstr. 25. Fr. Renz, Direttor. Hietzig's Restaurant Schützenhaus. Eine Abbiegebant und Klempner Vereinszimmer für 120 Per Werkzeug kauft Theodor Kindt, ſind noch an verschiedenen Lagen Saal sonen frei Alte Jakobſtr. 88. Manjeinſtr. 6. an zu haben. 2370b Birkenwerder a. d. Nordbahn. Einziges Lokal für Arbeiter. E Freunden und Genossen bestens empfohlen zu Landpartien. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 57099* Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 64. Tokales. An die Arbeiter Berlins! Morgen, wo der ruhmreiche Gedenktag der Revolution wiederkehrt, werdet Ihr, wie seit Jahrzehnten, den gefallenen Helden der Märzschlacht Eure ernste Huldigung darbringen. Ihr werdet am Grabe der theuren Todten zeigen, daß die Saat der Freiheit, die sie am 18. März 1848 mit ihrem Blut gedüngt, dem Eiseshauch der Reaktion zum Trotz in Euch aufgegangen ist und in strotzender Fülle dem Tag der Ernte entgegen reift. Die Revue am Sonntag wird sich eindrucksvoll und würdig gestalten, wie es sich für die Arbeiterschaft in der Hauptstadt der Sozialdemokratie geziemt und es wäre eine beleidigende Anmaßung, Euch durch Ertheilung irgend welcher Verhaltungsmaßregeln schulmeistern zu wollen. Wohl aber bedarf es einiger Worte gegenüber jenen Lockspigeln, die nichts lieber gesehen hätten, als daß bereits am 18. Januar Euch zum Unheil das Gewitter losgebrochen wäre. Vor Jenen seid auf der Hut. Bewahrt allen Provokationen gegenüber eisige Ruhe und zeigt durch Eure Würde, daß Ihr das Testament der für die Freiheit gefallenen Todten nach Eurem Willen vollstrecken wollt. Mit der Anstellung je eines dirigirenden Arztes in den städtischen Krankenhäusern so wird uns von einem Laien geschrieben wird hoffentlich ein Uebelstand im Krankenhause am Friedrichshain verschwinden, der sich den Kranten der innern Abtheilung daselbst bisher sehr fühlbar gemacht hat, nämlich die Translokation man kann das Wort in diesem Falle sehr treffend mit Abschiebung übersehen der Retonvalescenten sowie derjenigen Kranken nach dem Krankenhause Moabit, bei benen ein längeres Krantenlager oder gar Siechthum in Aussicht steht, sofern es natürlich der individuelle Zustand zuläßt. Sonnabend, den 17. März 1894. 11. Jahrg. fich heftige Schmerzen bemerkbar, die Hand war angeschwollen, bei einem reellen Werthe von 5-6 Pf.- zum Preise von 1 M und am Mittwoch hatte die Geschwulst auch den Arm ergriffen, verkauft. Das Mittel, welches angeblich aus einer nur in Rußso daß ärztliche Hilfe aufgesucht werden mußte. Der Arzt land vorkommenden Knöterichpflanze gewonnen wird, besteht aus erkannte sofort die große Gefahr, er sorgte für Ueberführung in einfachem Vogelfnöterich, der an allen Wegen und oft auch an ein Krankenhaus, und hier wurde Blutvergiftung festgestellt. weniger verkehrsreichen städtischen Straßen zwischen den PflasterNach furchtbaren Schmerzen ist der Aermste vorgestern gestorben. Steinen wächst. Eine spezifische Heilwirkung hat das genannte Fauftrecht. Ein bezeichnender Vorgang spielte sich jüngst Kraut nicht." in dem Restaurant eines der feinsten Hotels ab. Gin Fabrikant, Der Schlächtermeister F. Seyffert, Ratiborstraße 19, der regelmäßig in dem Hotel schon seit Jahren abgestiegen war, theilt uns bezüglich der gestern von uns veröffentlichten Notiz hatte mit seiner jungen Frau auf der Hochzeitsreise wieder das mit, daß die Emilie Bander, welche allerdings bei ihm als gewohnte Logis aufgesucht und nahm das Diner ein. Drei Dienstmädchen beschäftigt war, weder von ihm poussirt noch geHerren in Zivil, denen man indessen die„ Schneidigkeit" sofort prügelt worden sei. anmerkte, traten ins Lokal und ließen sich an einem Nebentische Werthlose Flitter. Die gesammte Theater- und Zirkus nieder. Der Wein schien den Herren trefflich zu munden und garderobe des früheren Hippodroms, deren Anschaffung einst auch die bekannte Spannkraft in der Brust mächtig zu üben, denn die Blicke der Herren fielen öfter, als dies gewaltige Summen verschlungen hatte, kam am Mittwoch aur sonst üblich, auf die junge Frau. Der Ehemann ließ dies Bersteigerung und ergab nur wahre Spottpreise. Für 6 Leibeinige Zeit gewähren, dann flüsterte er seiner Frau einige Worte röcke und 6 Hosen wurden z. B. 3 M., für 4 bessere Leibröcke in's Ohr und ging auf sein Bimmer, um bald darauf mit einem 2,60 m., für 12 schon etwas abgenutzte Fracks 3 M. gezahlt. Revolver zurückzukehren, den er etwas oftentativ neben sich legte. Bei der Versteigerung von zwei rothen Fracks wurden 20 Pf. Entsegen erfaßte den Oberfellner, welcher sofort den Wirth be- angeboten, mit Mühe wurden schließlich 1,80 M. dafür erzielt. nachrichtigte. Für ca. 100 Studenten- und Jockeimüßen wurden nur 2 Mark Aber mein Herr, was soll das bedeuten." Seien Sie ohne Sorge" erwiderte der Gast, die Ver- gezahlt. ficherung ist vorgeschoben." Aber wozu gebrauchen Sie denn die Waffe, die anderen Herrschaften sind schon unruhig geworden; Sie bringen mich ja um mein Renommee." " Ja wissen Sie, die Zeitungen brachten vor einiger Zeit Mittheilungen, nach welchen sich hier in Berlin einige sonderbare Gewohnheiten eingebürgert haben sollen, und da dachte ich, es wäre für alle Fälle doch gut im übrigen kann ich das Ding aber auch wegthun."" Sprach's und steckte die Waffe talt blütig in seinen Ueberrock. Ein armer Kupferschmiede- Lehrling hat' auf dem Wege von der Potsdamerstraße nach seinem, Schüßenstraße 32 wohnhaften Meister 32 Mart verloren. Vielleicht veranlaßt diese Notiz den ehrlichen Finder, das Geld dort abzuliefern, da der Lehrling das Geld ersetzen muß. In der Weinstube plöglich gestorben ist am Donnerstag Nachmittag um 2 Uhr der Ober- Postfekretär Viktor Hauser aus der Prinzenstraße 57. Kaum hatte er das Kempinski'sche Lokal betreten, als er leblos vom Stuhl fiel. Trotzdem wurde er nach einem Krankenhause gebracht, wo sich indeß jede Hilfe als vergeblich erwies. von Die drei Herren zahlten, ließen den Rest des Weines stehen und verließen das Lokal. Vergiftet. Viel Aehnlichkeit mit dem neulich aus der Ein Wucherprozeß, der den hannoverschen in den Schatten. Bei der Aufnahme der Kranken im Friedrichshain werden Müllerstraße gemeldeten Borfall, betreffend den plöglichen Tod 3 stellen geeignet, ist hier ſeit längerer Zeit im Entſtehen ber dieselben bis jetzt durch den betreffenden Assistenzarzt den ver- der unverehelichten Margarethe Knispel, hat ein Vorkommniß, griffen. Den Anstoß dazu hat ein Verfahren gegeben, das gegen schiedenen Pavillons zugetheilt, woselbst sie zunächst in den das der Striminalpolizei aus dem Hause Wrangelstr. 50 gemeldet den Bantier, Rentner und Hausbesitzer Treuherz aus dem Norden Parterre belegenen Räumen untergebracht werden; diese werden wird. Der kaufmännische Stellenvermittler Hermann Hülsberg, Berlins schwebt, der aus Rußland hier eingewandert ist und von Herrn Professor Fürbringer regelmäßig besucht und unter der seit etwa acht Tagen bei dem Kaufmann Fabrizius wohnte, mit mehreren Agenten sein Geschäft betreibt. stehen also die Kranken seiner Behandlung. Ist bei afuten febrte am 13. D. M., Abends gegen 10 Uhr, mit einer Drofchte schädigten sehen sich aus hochgestellten Persönlichkeiten ver Fällen die Krisis eingetreten oder hat sich die Krankheit als I. klasse trant nach Hause zurück. Der Grünframhändler Frank, fchiedener Art zuſammen, zu denen auch ein Prinz chronisch erwiesen, so wird der Patient in die obere AbH. theilung verlegt und von dem betreffenden Assistenzarzt weiter dessen Behausung auf demselben Flur belegen ist, nahm sich seiner. gehört, der früher bei den Basewalter Kürassiren stand. Als an und hörte, wie Hülsberg die Aeußerung that:„ Mit mir ist Geldmänner bezw. Vermittler werden eine ganze Reibel in behandelt; Herr Professor Fürbringer besucht diese Abtheilung ein Bubenstreich verübt, ich bin vergiftet worden". Fabrizius Namen genannt, die zum Theil in Charlottenburg, zum Theil in nur selten. Ließe sich hiergegen, soweit es die Rekonvaleszenten flößte dem Kranken Salzwasser ein und erzielte dadurch auch die Berlin wohnen. Dahin gehört ein Privatmann B., ein Dr. jur. betrifft, wesentlich nichts einwenden, so wird doch in den anderen beabsichtigte Wirkung. Außerdem wurden zwei Aerzte hinzu-., ein Herr Sp. aus der Gitschinerstraße, ein Herr B. aus der Kranten die Empfindung rege, daß ihnen die erforderliche gezogen, die aber ein endgiltiges Urtheil nicht abgeben fonnten. Prinzenstraße u. a. m. Es handelt sich in einzelnen Fällen um ärztliche Fürsorge mangele. Diese Empfindung wird aber Hulsberg verfiel dann in Tobsucht, sodaß ihm die Hände ge- Summen von 60 000 bis zu nahezu 100 000 m., die aus Dargesteigert, sofern sie nach Moabit übersiedeln müssen, ganz ab- bunden werden mußten und starb am nächsten Abend um dieselbe lehen von nur einigen Tausend Mark entstanden sind. Zeit. Die Leiche mußte mit bezug auf die Aussagen der vor- Polizeibericht. Am 15. d. M. Morgens wurde ein Schankgesehen von anderen Unbequemlichkeiten, die damit verbunden benannten Zeugen mit Beschlag belegt werden. Es entsteht nun wirth in feiner Wohnung, in der Chorinerstraße, erhängt vorfind, z. B. der seltenere Besuch ihrer Angehörigen, die Frage, wo Hülsberg sich am 13. d. Mts. aufgehalten hat gefunden. Vor dem Hause Brandenburgstr. 5 wurde Nachwelche nicht in der Lage sind, einige Stunden opfern zu können, und wem an seinem Tode gelegen sein tönne. Er hatte sein mittags ein vierjähriges Mädchen durch einen Arbeitswagen um den weiten Weg zurückzulegen. Komtoir in der Großen Hamburgerstraße 1, bei dem Gastwirth überfahren. Es erlitt einen Bruch des Oberschenkels.- Gegen Der Grund dieser Verlegung ist nun feineswegs im Inter: Rittelmann, hat mit diesem zwei Wirthschaften aufgesucht und Abend fiel ein Handwerker vor dem Hause kleine Hamburgerstr. 3 effe der Kranken selbst zu suchen, sondern darin, daß Platz für daselbst Bier und Schnaps verzehrt. Später hat Hülsberg allein beim Besteigen eines in der Fahrt befindlichen Omnibus zur Erde „ neue Fälle" geschaffen werden soll. Herr Professor Fürbringer ein Lokal in der Neuen Schönhauserstraße 6 besucht. An allen und erlitt eine erhebliche Verlegung am Kopfe.- Im Flur des ift medizinischer Schriftsteller und braucht dahre stets neues Stellen ist Auffälliges an ihm nicht wahrgenommen worden. Hauses Veteranenftr. 4 fiel ein Arbeiter infolge eines Fehltritts Krankenmaterial. Wir sind aber der Meinung, daß die Anstalten Endlich ist er, wie Fabrizius nachträglich ermittelt hat, in Ge- nieder und brach den Unterschenkel. Abends fand im Hause zuerst dem Interesse der Kranken zu dienen haben und jeder Kranke- sofern es nicht dem allgemeinen gesundheit sellschaft einer Frauensperson in der Nähe des Stettiner Bahn- Behrenstr. 11 ein leiner Brand statt. lichen Interesse entgegensteht das Recht habe, bis zu seiner hofes gesehen worden, dort hat ihn auch die Droschte aufEntlassung in dem von ihm aufgesuchten Krankenhause zu bleiben, genommen. Wie übrigens noch gemeldet wird, soll die Sache so folange es noch keine besonderen Rekonvaleszenten- Stationen stehen, daß sich für die Annahme eines Verbrechens wenig giebt; das Krankenhaus in Moabit kann als solche nicht be- Anhaltspunkte ergeben. Kopf Heute Abend fällt die Sprechstunde aus. 6 Uhr, im März und Oftober 12-5 Uhr, Februar und November 12 bis ganz Museum, Prinz Albrechtstr. 7. Geöffnet an den Wochentagen( Montags trachtet werden. Die Herren Standesbeamten, so schreibt die Volksztg.", Besuchszeit Hoffentlich erreicht dieser Zustand jeßt sein Ende, da jeder haben in letzter Zeit wiederholt von sich reden gemacht. Ihre verschiedener Museen und sonstiger Sehenswürdigkeiten. dirigirende Arzt wohl dagegen protestiren wird, daß ihm Geschäftspraxis inbezug auf die Namengebung bei Neugeborenen Altes und Neues Museum am Lustgarten. Besuchszeit täglich, mit Patienten überwiesen werden, die man in anderen Anstalten ist sogar zum Gegenstand parlamentarischer Grörterung gemacht Ausnahme des Montags in den 6 Wintermonaten von 10-3 Uhr, in den nicht will. worden. Wir selbst haben an dieser Stelle vor einiger Zeit 6 Gommermonaten von 9-3 Uhr: Sonntags im April- September 12 bis einen Fall mitgetheilt, in welchem der Standesbeamte in Schöne Dezember und Januar 12-3 Uhr( unentgeltlich). 6 Uhr, Oftober und März 12-5 Uhr, November und Februar 12-4 Uhr, Die National= Aerztlicher Brotneid? Es wird geschrieben: Gine Um berg sich weigerte, den doch gewiß gut deutschen Namen gallerie in der Museumsstraße. Besuchszeit Wochentags von 10-8 Uhr gestaltung der Sanitätswachen, welche jedoch als ein Rückschritt Gudrun einzutragen. Der Vater des Kindes, ein Verlags-( Montags ausgenommen). Sonntags im April- September von 12 bis im Sanitätswesen der Reichshauptstadt zu bezeichnen ist, steht bevor. Es wird geplant, die Sanitätswachen, welche sich in den buchhändler in der Solzstraße, hatte aber auch seinen uhr, Januar und Dezember 12-3 Uhr( unentgeltlich).Kunstgewerbesich und weigerte fich Händen von Heilgehilfen befinden und Tags über geöffnet, in entschieden, seinem Töchterchen einen anderen Namen zu geben. ausgenommen) im Sommer von 9-3 Uhr, im Winter von 10-3 uhr, eigens gemiethete Lokale zu verlegen, die nur bei Nachtzeit ge- Gs hieß nun einmal Gudrun ob mit oder ohne standesbeamt- Sonntags, April- September von 12-8 Uhr, Oktober und März 12-5 Uhr, öffnet sind. In Fällen, wo es sich um schwere, durch plötzliche liche Genehmigung, darauf kam herzlich wenig an. Das Wurm November und Februar 12-4 1hr, Dezember und Januar 12–3 Uhr( Unentgeltlich). Museum für Völkerfunde, Königgräberstr. 120. BefuchsUnglücksfälle hervorgerufene Verlegungen handelt, wurden gebieh sogar ganz prächtig; den Mangel eines standesamtlich zeit wie im Kunstgewerbe- Museum( unentgeltlich).- ygtene- Museum, bisher von den Patienten mit Vorliebe die SanitätsKlosterftr. 35. Besuchszeit Sonntags wie im Kunstgewerbe- Museum. Außer Museum für wachen aufgesucht; dadurch glaubten sich die Berliner angemeldeten und beglaubigten Namens schien es mit philo bem Dienstags und Freitags von 10-2 uhr( unentgeltlich). sophischem Gleichmuth hinzunehmen. Allerdings war es das Kind Naturkunde, Invalidenstr. 42. Besuchszeit Sonntags wie im KunstAerzte benachtheiligt und deren Agitation dürfte es zuzuschreiben sein, daß der Tagesdienst auf der Sanitätswache eines sozialistischen Verlegers; wäre sein Vater Nachtwächter oder gewerbe- Museum. Außerdem Montags und Gonnabends von 11-8 Uhr. Museum für deutsche Boltstrachten und Erzeugnisse des sonst eine Respettsperson gewesen, so würde es sich vielleicht sehr ausgewerbes, selosterstr. 36. Jeden Tag mit Ausnahme des Mittwochs am Görlizer Bahnhof aufgehoben ist und ebenso der Tages- gegrämt und die Annahme der Nahrung so lange verweigert von 11-2 Uhr geöffnet. Eintrittsgeld: Erwachsene 50 Bf., Kinder 25 Bf.. dienst in den übrigen Sanitätswachen, wie oben bereits erwähnt, verhindert werden soll. Im Publikum dürfte das Schließen der haben, bis demvorschriftswidrigen Namensmangel abgeholfen worden Bereine Gonntags 10 Pf. Nachdem nun einige Wochen ins Land gegangen waren, öffnet Sonntags 12-2 Uhr, Montags, Dienstags, Donnerstags, Freitags von 11-2 Uhr( unentgeltlich). Rathhaus, Königstraße. Geöffnet täglich Sanitätswachen eine weitgehende Verstimmung hervorrufen, um so mehr, als es zur Genüge bekannt, wie schwer es ist, außer ohne daß seitens des Vaters irgendwelche Annäherungsversuche außer Donnerstag und Freitag von 11-3 Uhr( unentgeltlich). Aussichtschurm an den gestrengen Herrn Standesbeamten gemacht wurden, 50 f. Kunstausstellung des Vereins Berliner Künstler, halb der Sprechstunden einen Berliner Arzt zu erlangen, während hielt dieser es für angezeigt, eine schriftliche Aufforderung zur Wilhelmstr. 92. Sonntage 11-3 Uhr, machentags 10 Sonnabends von 9 bis auf den Sanitätswachen Hilfe in kritischen Fällen in wenigen Anmeldung der Kleinen ergehen zu lassen. Der Vater begab sich 11 Uhr Vormittags. Urania, Wissenschaftliches Theater. Sternwarte. Minuten zu erreichen war. Prohibitive Preßfreiheit. Zu der Konfiskation der letzten Nummer des„ Sozialist" melden bürgerliche Blätter, daß die mit der Konfistation beauftragten Kriminalbeamten in der Druckerei auch sämmtliches vorräthige rothe Druckpapier mit Beschlag belegt haben. Auch soll der verantwortliche Redakteur Neeft verhaftet worden sein. Mehr kann man wirklich nicht von deutschen Polizeibeamten verlangen. " wäre, Stetchs post- Museum, Leipzigerstr. 15. Ge Sternwarte, Mittwochs und 50 Marine= Gerichts- Beifung. nunmehr im Beisein eines Zeugen nach dem Standesamt, wo- Invalidenstr. 57-62. Geöffnet von 5 Uhr Nachmittags bis 10% Uhr Abends. Aquarium, selbst er von einem Sekretär mit der Frage empfangen wurde, ob Entree 60 Pf. Zuschlag für Theater von 50 Pf. bis 2 M. Schadowstr. 14. Geöffnet von 9-6 Uhr. Entree Sonntags 50 Pf., an jedem er gegen die Weigerung des Standesbeamten, den Namen Gudrun legten Sonntag im Monat 25 Pf.- Caftan's Panoptitum, FriedrichUhr. Eintrittspreis 50 Pf. Paffage= in die Matritel einzutragen, den Weg der Beschwerde beschritten und straße. Geöffnet 10-10 Eintrittsprets Panoptikum 10-10 Uhr. Pf. welchen Bescheid er daraufhin erhalten habe. Dem jungen Mann Banorama, Am Lehrter Bahnhof. Sonntags von 9-9 Uhr. Entree mußte nun zunächst klar gemacht werden, daß in diesem Falle den 50 Bf. Neapel- Panorama am Bahnhof Thiergarten. Von 9 Uhr 8oologischer Garten, Lüßowufer. Sonntags Eltern wohl ein Beschwerderecht zustände, aber keine Beschwerdepflicht bis Dunkelwerden. obläge. Man weigere sich eben einfach, einen anderen Namen 50 Pf.- Borfig's Garten mit Palmenhaus, Alt- Moabit 85-86. Eintrittspreis 50 Pf. Die Polizei fährt fort in ihren Vorbereitungen zur März- anzumelden und warte die weiteren Entschließungen des Standesbeamten ruhig ab. Nunmehr entschloß sich der Standesbeamte, feier. Am Freitag Nachmittag konfiszirte sie in der Buchhandlung der nebenan vor seinem Schreibtische saß, selbst in die Verhanddes Vorwärts" die noch vorhandenen Exemplare der Nummer 6 Er murmelte zunächst einige nur halbdes Süddeutschen Postillon". Wir konnten nicht cr- verständliche Worte vor sich hin, denen der Vater des Eröffnung der Sitzung durch den Landgerichtsdirektor Boigt lung einzutreten. Prozeß Plack- Schweinhagen.( Fünfter Tag.) Nach fahren, welche Ursachen diese Liebesthat waren. Kindes die ihm nicht mehr ganz unbekannte Thatsache Bei den Gemeindewahlen in Brit, welche am Freitag entnehmen konnte, daß nach dem Code Napoleon der Name wird der Finanzminister Dr. Miquel auf Antrag des Angell. Black nochmals über den Briefwechsel zwischen Dir. Ottermann Trotzdem aber wollte er erfolgten, wurden in der dritten Abtheilung 147 Stimmen ab Gudrun durchaus unzulässig sei. gegeben. Davon fielen auf den sozialdemokratischen Kandidaten denselben nunmehr eintragen, nachdem in einem ähnlichen und dem Zeugen vernommen, welcher gestern Herrn Ottermann Gastwirth Dorn 74 Stimmen und auf den Gegner 73 Stimmen. Falle in diesem Sinne von der Beschwerde Instanz entschieden zu der Redewendung von dem„ Hallunken", um den es sich in Gs ist dies der erste Sieg, den die Sozialdemokratie bei den Ge- zu thun habe, blieb den direkt und indirekt Betheiligten völlig daß vor der Einleitung des Strafverfahrens gegen Gehlsen ein Unser Kandidat slegte also mit der Majorität von einer Stimme. worden sei. Was der Code Napoleon mit dieser Sache eigentlich dem Briefwechsel handelte, veranlaßt hatte. Finanzminister Dr. Miquel: Ich habe in Erinnerung, meinderathswahlen in Briß errungen hat. Die Gegner sind unverständlich. Der Name Gudrun wurde eingetragen. Man Mensch erschien, um dem Borstand der rumänischen Gesellschaft darf also in Deutschland- oder seien wir vorsichtig und fagen mitzutheilen, daß Joachim Gehlsen einen Artikel gegen die Gesellaußer sich. Neue deutsche Oper. Im Belle- Alliance- Theater will der wir lieber: Man darf alſo künftighin wenigstens in Schöneberg schaft ausgearbeitet habe. Der Mensch legte auch einen BürstenDirektor Mormiz mit Mitgliedern des früheren Kroll'schen seiner Tochter den poetischen Namen Gudrun unbeanstandet beiInstituts im nächsten Sommer Opernvorstellungen geben. Auf legen. Hoffentlich machen nunmehr recht viele Eltern von diesem abzug vor, wie es ja solche Revolver- Journalisten zu machen ihnen zustehenden Recht Gebrauch. Es würde das zur Folge pflegen. Es handelte sich also um eine einfache Erpressung. wie lange, erfährt man nicht. Infolge von Blutvergiftung starb vorgestern der Schloffer haben, daß die Thatsache der Zulässigkeit des Namens Gudrun Herr Ottermann, der den Menschen natürlich hinausgeworfen innerung nach, gesagt, daß, wenn der Artikel erscheine, gegen den Senf, in der Wienerstraße wohnhaft gewesen. Der Verstorbene sich dem Gedächtniß des Standesbeamten einigermaßen einprägen hat, ist dann zu mir gekommen, und ich habe ihm, meiner Erhatte am Sonntag einer Beerdigung beigewohnt, um nach Be Verfasser vorgegangen werden müsse. Ich werde wahrscheinlich auch gesagt haben, daß man eventuell die Verhältnisse aufklären müsse. Was daraus gefolgert werden soll, ist einfach unverständlich Angell. Black: Ich beantrage, da über den Prozeß Gehlsen verschiedene Behauptungen aufgestellt sind...- Präs.: Der Prozeß Gehlsen geht uns in seinen Ginzelheiten gar nichts an. würde. 0 endigung derselben einen Lorbeerfranz auf das Grab zu legen. Heilmittelschwindel. Der Polizeipräsident erläßt folgende Um denselben besser tragen zu können, hatte er den Handschuh Warnung:„ Unter der Aufschrift:" Lunge und Hals" wird ausgezogen, und so drang ihm bei einer plöglichen Bewegung die Spiße eines Drahtes, welcher sich am Kranze befand, in den Ballen der rechten Hand. Die Verlegung blutete nur wenig und wurde deshalb kaum beachtet. Bwei Tage später aber machten vielfach ein früher unter dem Namen„ Homerianathee" feilge haltener Brusithee als Heilmittel gegen Brust und Halstrant heiten von einem Agenten Ernst Weidemann in Liebenburg am Harz angepriesen und in Bäckchen von 60 Gramm Inhalt Anget: Dann werde ich in dieser Angelegenheit später 1 H " Anträge stellen.- Präs.: Dann stellen sie dieselben gleich. Jedenfalls will ich hier einmal hier einmal feststellen, daß ich zu beantragen und hiervon 4 Monate durch die lange UnterAngell.: Dann beantrage ich hier die in meinen Händen be- mit allen diesen Dingen, die er hier vorgebracht, nichts zu thun fuchungshaft in Abrechnung zu bringen. Dem Beleidigten, findlichen Attenstücke aus dem Prozeffe Gehlsen zu verlesen. gehabt habe und daß, felbft wenn Alles wahr wäre, was er Finanzminister Dr. Miquel, wird die Publikationsbefugniß zuErster Staatsanwalt Drescher: Jch beantrage den Antrag ab- behauptete, der preußische Staat in keiner Beziehung geschädigt zusprechen und außerdem die Beschlagnahme und Vernichtung zulehnen, weil doch hier die Broschüre als die Grenze der worden ist. Der Broschüre in allen vorhandenen Exemplaren sowie der Platten Beweiserhebung angesehen werden müsse. Ich hätte viel Dann folgt als Zeuge Staatsminister a. D. v. Maybach. und Form zu verfügen fein. leicht Veranlassung genommen, auf den Prozeß Gehlsen Derfelbe äußert sich über die Vorverhandlungen und das Zu- Hierauf nimmt der Erfte Staatsanwalt Drescher das zurückzukommen, wenn die Aften vollständig vorlägen. standekommen des Vertrages über den Verkauf der braun- Wort: Ich habe mich vorzugsweise mit den Angeklagten Dewald In den aus Effen hergesandten Aften fehlt aber bezeichnender fchweigischen Bahnen in aller Ausführlichkeit und ganz im und Schweinhagen zu beschäftigen. Ich nenne den letzteren so, Weife gerade das wichtigste Volumen, in welchem die Haupt- Anschluß an die Darstellung des Ministers Miquel. Von weil dies sein gesetzlich ihm zukommender Name ist und ich es fache, die Aussage des Herrn Ministers in dem Prozeß Gehlsen einer Schädigung des preußischen Staates tönne gar teine nicht liebe, wenn Leute, feien es Christen oder Juden, den ihnen enthalten war. Dieses Volumen ist und bleibt verschwunden Rede sein. Auch dieser Zeuge hat Gelegenheit, auf eine ganze gegebenen Namen willkürlich ändern. Bezüglich der Ansicht, daß Ich konstatire hierbei, daß der Angeklagte in der Vorunter- Reihe von Fragen des Angeti. Schweinhagen zu antworten und es sich hier absolut nicht um einen Prozeß von politischer Besuchung gesagt hat, daß er die Aften in dem Prozesse Gehlsen dessen Unterstellungen zurückzuweisen. Zahlreiche Fragen werden deutung handelt, schließe ich mich dem schon Gesagten durchaus bei dem Rechtsanwalt Munckel eingesehen habe. Nach kurzem von dem Vorsitzenden als absolut nicht zur Sache gehörig ab- an. Auch ich bin der Ansicht, daß diesem Prozeß keinerlei Bedenken bittet der Erste Staatsanwalt aber doch, die von dem gelehnt. Tarunter befindet sich eine Anfrage an den Minister, politische Bedeutung beizumessen ist, daß man den Angeklagten zu Angeklagten überreichten Akten aus dem Prozesse Gehlsen zu ver. was es mit dessen bekannt gewordenem Worte von dem„ Gift viel Ehre anthun würde, wollte man meinen, sie hätten sich von lesen, um einer Revision aus diesem Grunde vorzubeugen. Die baum der Börse" für eine Bewandtniß habe. großen politischen Gesichtspunkten leiten laffen. Wir haben es Verlesung soll demnächst erfolgen. Die beiden Minister und die braunschweigischen Zeugen nicht mit ernsten politischen Männern zu thun, sondern mit Angell. Black: Gestern sind zwei Sachverständige ver- werden entlassen und es folgt die Verlefung der umfangreichen ganz gewöhnlichen Ghrabschneidern, mit ganz nommen worden, welche behaupteten, daß gewisse Riesengruppen Erkenntnisse in dem Prozesse Gehlsen. gemeinen Beleidigungen. Vielleicht vor 20 Jahren auf grund eines zwischen ihnen bestehenden Geheimnisses im Nach Schluß der Beweisaufnahme ergreift Staatsanwalt konnte man dem gleichen Verleumdungsprozesse eine gewisse stande seien, die Kurse vorher zu bestimmen. Ich möchte an den Müller I das Wort und tritt zunächst der Anschauung entgegen, politische Bedeutung beimeffen, da damals der Reichskanzler die Beugen die Frage richten, ob ihm hiervon etwas bekannt ist. daß es sich hier um einen politischen Prozeß handle. Es handle Ehre seines Hauses zu vertheidigen hatte. Wir haben jetzt die Finanzminister Dr. Miquel: Ich vermag zwar nicht einzu- fich nur um Ehrabschneidungen ganz ordinärer Art. Bezüglich Ghre schmählich angegriffener Personen zu wahren und es läßt sehen, was diese Frage mit den gegen mich geschleuderten Ver- des Angeklagten Plack, so erklärt der Staatsanwalt, will ich vor sich nicht leugnen, daß das Vergehen haarscharf an den§ 187 Leumdungen zu thun hat, aber ich kann nur sagen, daß ich davon weg die Erklärung abgeben, daß ich mich streng und knapp inner- heranreicht, daß man sich fragen muß, ob nicht die Angeklagten nichts weiß und es auch nicht für möglich halte. Ich bin per- halb des Rahmens der Anflage halten und auf nichts eingehen ihre schändlichen Behauptungen wider besseres Wissen aufgestellt sönlich nie an der Börse gewesen, ich habe nie von einer derartigen werde von dem, was die Angeklagten in so überreichem Maße haben. Man wird vielleicht später wieder von gewisser Seite von Berechnung gehört. Die Angelegenheit scheint mir so bodenlos in die Verhandlungen hineingetragen haben. Ich kann auch gutem Glauben" und ,, bona fides" sprechen. Davon kann nicht die albern, daß ich mich darüber kaum auslassen kann. Es tommt mir wohl annehmen, daß dieses nicht für mich, sondern für außen Rede sein wir haben den Leuten blos nicht striftesten Beweis Dor wie die fabbalistischen Berechnungen, welche früher von bestimmt war. Ich werde auch nicht darauf antworten, wenn erbringen können, daß sie wider besseres Wissen gehandelt haben. Personen angestellt wurden, um zu bestimmen, wohin die Kugel der Angeklagte Black, was voraussichtlich geschehen wird, in Alles was in der Schandschrift erster Güte steht, ist im Roulette fallen würde. Derartige Berechnungen werden zu feiner Wertheidigungsrede darauf zurückkommt; die ein von A bis 3. von der ersten bis zur letzten Seite erlogen. Auch meist von solchen Personen angestellt, die ihr Geld im Spiele zige Antwort wird das Urtheil sein. Die Broschüre, nicht ein Titelchen der tollen Behauptungen ist erwiesen. Der verloren haben. Angell. Plack: Hält der Herr Beuge es für welche ja von Beleidigungen stroht, ist in erster Linie gegen den Angeklagte stützt sich auf die gestohlenen Akten, die er bereits möglich, den Stand der Kurse auf 6 bis 8 Tage vorher zu be- Finanzminister Miquel gerichtet, seine Person wird immer in den bearbeitet hatte mit einem Andern, mit dem wir uns hier nicht Stimmen? Beuge Dr. Miquel: Ich halte es nicht für mög: Vordergrund gestellt. Der ganze beleidigende Ton, die ganze zu beschäftigen haben. Ich will nicht darauf eingehen, wie Black lich, ich habe auch nie davon gehört. beleidigende Ausdrucksweise soll den Finanzminister treffen. in den Besitz dieser gestohlenen Atten gekommen ist. Diefelben Auf grund einer Anfrage des Ersten Staatsanwalts giebt Schon der Titel: Pharifäer und Heuchler" ist beleidigend. Nun sind schon früher einmal der Diskonto- Gesellschaft angeboten der Finanzminister sodann noch einmal eine eingehende Schilderung hat der Angeklagte Black sich in der Broschüre sowohl wie auch worden. Dieselbe hat hat aber den Kauf abgelehnt, weil Herr Plack von den Verhandlungen, wie sie in chronologischer Reihenfolge im Laufe der Verhandlung als ein Mann hingestellt, der sich man sich nicht gern mit Schmuh befaßt. stattgefunden haben. für ganz besonders befähigt hält, juristische Fragen zu beurtheilen. verschmähte diese Atten aber aber nicht, sondern benutte Finanzminister Dr. Miquel: Ich habe Gelegenheit ge- Gr behauptet, daß der Finanzminister nicht berechtigt sei, den sie schadenfroh zu seinen ungeheuerlichen Angriffen. Die nommen, die Aften der Diskontogesellschaft einzusehen. Daraus Strafantrag zu stellen, weil er nicht ihn allein, sondern Entlastungszeugen des Angeklagten haben nichts zu seinen ist zu entnehmen: Die Verhandlungen über den Verkauf der eine ganze Menge Personen beleidigt habe. Das ist Gunsten auszusagen vermocht, nicht einmal die beiden Sach braunschweiger Bahnen begannen schon weit vor meinem Eintritt doch eine ganz sonderbare juristische Anschauung. Der verständigen", die so wunderbare Entdeckungen über den Börsen in die Diskontogesellschaft. Sie wurden anfänglich geführt wollen mit dem Manne nichts zu thun haben." Wir schwindel gemacht und über die Möglichkeit, die Kurse schon auf zwischen der braunschweigischen Staatsregierung und der Darm Staatsanwalt geht nun dazu über, die einzelnen Beleidigungen acht Tage hinaus voraus zu berechnen. Der Angeklagte hat den Städter Bant. Später ist mit Genehmigung des Ministers für in der Broschüre herauszunehmen und zu kennzeichnen. Der Herrn Finanzminister einen blutigen Gründer genannt. Nirgends öffentliche Arbeiten die Potsdamer Bahn in die Verhand- Angetlagte bestreite, daß der Vorwurf, Herr Miquel habe sich fann wohl eine frivolere Behauptung aufgestellt werden. lungen eingetreten. Die Absicht ging dahin, eine Aktien- Ge- an blutigen" Gründungen betheiligt, eine Beleidigung sei. Er Wenn der Beleidigte in der That ein lediglich auf Raubsellschaft zu bilden, die in den Besitz der beiden Bahnen gelangen wolle den Ausdruck blutig" als einen in der Journalistik häufig gewinn ausgehender Mann gewesen wäre, dann hätte doch follte. Um die Gelbfrage zu sichern, sind dann viel später eine Reihe gebrauchten hinstellen. Als ob ein journalistischer Ausdruck nicht für ihn nichts näher gelegen, als seine sehr einträgliche Stelle von Bankhäusern in die Aktiengesellschaft eingetreten. Auf grund beleidigend sein könne. Mich ergreift Efel vor dem Lumpen zu behalten. Der Angeklagte wird wohl dagegen in seiner Vere Der weit vor meinem Eintritt liegenden Borverhandlungen ist gesindel, welches man Mensch nennt" sage der Angeklagte an theidigung mancherlei vorbringen. Ich erkläre schon hier: Ich dann ein vorläufiger Vertrag zwischen der braunschweiger Re- einer anderen Stelle. Er wolle auch diesen Ausdruck nicht auf werde den sämmtlichen drei Angeklagten absolut kein Wort ihrer gierung und der Darmstädter Bank zu stande gekommen und der einzelne Menschen, sondern auf die Gesammtheit bezogen etwaigen Ausführungen widmen, wenn es nicht absolut nothdefinitive Vertrag ist am 8. März 1870 geschlossen worden und wissen. Hoffentlich nehme perr Plack sich selbst von diesem wendig ist. Ich habe nicht die Aufgabe, diese Angeklagten zu zwar zwischen der braunschweigischen Staatsregierung, der Darm- Lumpengesindel aus. Als eine fernere schwere Beleidigung sei überzeugen, dazu müßte man doch Menschen vor sich haben, die städter Bant und der Bergisch- Märkischen und Potsdamer Eisen- die Behauptung aufzufassen, daß bei uns Macht vor Recht gehe noch nicht auf dem Boden so niedriger Gesinnung bahn. Ich bin erst später, als es sich um die Umwandlung in und daß der Finanzminister an diesem Zustande mitgearbeitet stehen, wie diese drei Herren. Das stelle ich aber hier eine Attiengesellschaft handelte und die Diskonto- Gesellschaft mit habe. Der Staatsanwalt geht die weiteren beleidigenden Säge, ausdrücklich fest und bitte den Gerichtshof, dies auch im Er anderen Bantinstituten zur Finanzirung in Attion trat, mit der die in der Broschüre enthalten sind durch und zeigt, daß die kenntniß zum Ausdruck zu bringen: Es ist von sämmtSache beschäftigt gewesen. Daraus erklärt sich wahrscheinlich der Beleidigungen theilweise in so ordinärer Weise vorgebracht sind, li chen thatsächlichen Behauptungen des An= Irrthum, der in meiner Erklärung im Reichstage zu Grunde lag. daß man bei dem Lesen der Broschüre einen Etel empfinden geflagten gegen den Finanzminister auch nicht Niemals hat es Wenn der Angeklagte behauptet, ich hätte den preußischen muß. Zu den vielen flobigen Beleidigungen gesellen fich dann das Mindeste erwiesen. Staat geschädigt, so ist dies geradezu lächerlich. noch einige Punkte, in welchen die Anklage den Thatbestand frivolere und unbegründetere Anschuldigungen Erster Staatsanwalt: Um die Sache nun gründlich als Verläumdung sieht. gegeben. Es ist wahrhaftig teine Kleinigkeit für einen Minister, zu erledigen, möchte ich den Zeugen noch darauf aufmerksam Der Staatsanwalt legt dann des Ausführlichen die Halt hier solchen Leuten gegenübertreten zu müffen, aber das ist machen, daß der Angeklagte fortwährend bemüht ist, der braun losigkeit des Inhalts der Broschüre Pharifäer und Heuchler" im gewiß: der Herr Minister verläßt diesen Saal schweigischen Eisenbahn Angelegenheit einen Anstrich zu geben, Ginzelnen dar und kommt zu dem Schluß, daß nicht nur in allen mit reiner, unangetasteter Ehre. Kein Titel. als ob dabei dynastische Interessen in Frage gefommen seien. zur Anklage stehenden Fällen der§ 185 des St.-G.-B. auf's chen, fein Schatten eines Verdachts ruht auf Ich bitte den Herrn Zeugen sich hierüber zu äußern. Beuge gröblichste verlegt ist, sondern auch, daß der Gerichtshof mit dieser Ehre. Alles, was der Angeklagte gesagt hat, sind die Der Staats Dr. Miguel: Die Behauptungen des Angeklagten sind cinfach mir annehmen wird, daß auch in der zweiten Serie der Beschmachvollsten, bodenlosesten Verleumdungen! aus der Luft gegriffen, leidigungen nicht in einem Falle der Beweis der Wahrheit als anwalt wendet sich dann dem Angeklagten Dewald zu; derfelbe Es wird darauf der frühere Bahnhofsvorsteher zu Kreiensen, erbracht anzusehen ist. Es erübrigt sich noch, die Frage des habe zwar mit dem Muth, der diesen Leuten eigen zu fein Herr Hummel, vernommen, welcher nebst dem Versicherungs- In Schußes des§ 193 zu erörtern. Von der Anwendung dieses pflegt", fein Geständniß widerrufen und behauptet fett, daß er Das spektor Ratterfeld aus Braunschweig telegraphisch geladen ist. Schutzes kann doch absolut nicht die Rede sein. Welches den Inhalt der Broschüre nicht gekannt habe. Auf die Frage des Präsidenten, ob dem Zeugen etwas Interesse fann denn wohl vorliegen, folche Sachen, sei aber eine von der Feigheit eingegebene unwahrheit. die vielen Jahren vorgekommen sind, davon bekannt sei, daß bei dem Verkaufe der braunschweigischen die Dor man Schon er gefehen der flüchtigsten Prüfung muß Eisenbahnen Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien, erwidert der schon damals auf's peinlichste untersucht hat und auf's peinlichste untersucht hat und die haben, daß es sich um die schamlosesten Beleidigungen, tenut, in diefer Zeuge verwundert: Unregelmäßigkeiten? Nein".( Bewegung Jedermann entstellten Form vorzu- von der Straße hergenommene Schimpfereien handelt. Ich hier liegt im Zuhörerraum.) Angefl. Schweinhagen: Ich wollte bringen? E3 absolut fein berechtigtes wende mich nun zum dritten Angeklagten, der der einfachen den Beugen noch fragen, ob Braunschweig nicht durch falsche Intereffe vor, sondern es handelt sich lediglich um ganz frivole Beleidigung in fünf Fällen und der schweren Beleidigung in Vorspiegelungen zum Verkaufe feiner Eisenbahnen veranlaßt Beleidigungen und Berleumdungen. Wenn man ganz unbefangen einem Falle beschuldigt ist. Der Erste Staatsanwalt hebt worden ist und ob die Landstände nicht der Ansicht waren, daß und ohne jede Kenntniß der Dinge die Broschüre liest, muß man hervor, daß er sich in Betreff der einfachen Beleidigungen furz die Bahnen in Privatbesitz übergehen würden. Beuge: Jch fich fragen: Wie ist es denn blos möglich, daß in unserem wüßte nicht, wie irgend jemand darauf kommen fönnte, daß Un Vaterlande solche Zustände existiren und wer ist denn dieser regelmäßigkeiten vorgekommen feien. Die Angelegenheit wurde Mann, dem es nun gelungen ist, solche Zustände aufzudecken. doch öffentlich im Landtage verhandelt und jeder war im stande, Und was ergiebt sich dann, wenn man sich die Person dieses die Verhandlungen zu verfolgen. Angefl.: Der Beuge hat edlen Mannes ansieht. Da sieht man einen Menschen, der schon derzeit mit etwa 80 anderen Beamten einen Prozeß geführt, weil 5 mal mit dem Gesetz sehr heftig in Konflikt gekommen ist, der sie sich dadurch getäuscht fühlten, daß sie nicht, wie sie geglaubt 3 mal wegen Unterschlagung und 2 mal wegen Urfundenfälschung sage ich: Schlecht ist der Mann, der sich seiner Bor hatten, von einer Privatgesellschaft, sondern von der preußischen vorbestraft ist. Dann wird man sich weiter fragen: Wenn eltern schämt, aber noch schlechter ist derjenige denn da Mann welcher die Voreltern Anderer herab. Regierung übernommen wurden. Beuge: Das war anders wirklich solche Zustände herrschen, giebt es Ich und andere Beamte hatten einen besonderen Prozeß mit der feinen intakten Menschen, der folche Dinge zur Sprache setzt!" Und der Angeklagte hat zweifellos nur die Absicht ge braunschweigischen Regierung, wir glaubten uns geschädigt und bringen kann. Es handelt sich in der That um Dinge, habt, den Finanzminister durch die Behauptung herabzusetzen, da beschritten deshalb den Klageweg; wir sind aber in die schon vor 18 Jahren bis aufs Zipfelchen widerlegt find. es sonst feinen Zweck hatte, sie zu thun. Es ist sehr leicht, den letter Instanz abgewiefen worden. Das ist alles, was und aus welchen Motiven hat der Angeklagte Plack gehandelt? Mund voll zu nehmen und Behauptungen in die Welt zu ich davon weiß, und es ist mir unverständlich, wes Von Patriotismus fann nicht die Rede sein, nur seine Sucht zu schleudern, um den Beifall der blöden, skandalliebenden Menge halb der Angeklagte sich auf mein Zeugniß berufen hat. schmähen hat ihm die Feder in die Hand gedrückt und außerdem hervorzurufen, aber es ist schwer, die Verantwortung dafür zu Der zweite von dem Angeti. Schweinhagen vorgeschlagene fonnte er auf einen größeren Absatz der Broschüre und infolge tragen. In einer zweiten Rede behauptet der Angeklagte, daß Zenge, welcher beweisen soll, daß bei der Uebernahme der dessen auf eine größere Einnahme rechnen, wenn er sie anfüllte es eine Schmach für Deutschland sein würde, wenn der Finanzbraunschweigischen Bahnen der preußische Staat geschädigt und mit sogenannten fenfationellen Enthüllungen und Verdächtigungen, minister der Nachfolger des Reichskanzlers würde. Kann es eine Braunschweig betrogen sein soll, ist der frühere Eisenbahnbeamte wie es ja leider der Fall ist, daß das Publikum mit Borliebe schwerere Beleidigung geben? Ketterfeld. Deffen Aussage fällt durchweg negativ aus. nach derartiger pikanter Lektüre greift. Der Angeklagte hat in Der Angell. Schweinhagen ist ein sehr hochtrabender, ftolzer" - Präs.: Wissen Sie etwas davon, daß die öffentliche feinem Buch einen Ton angeschlagen, der in gesitteter Gefell- Mann. Ein Blatt seiner Richtung hat ihn seinen Lesern in dem Meinung in Braunschweig getäuscht worden ist? Beuge: fchaft nicht üblich ist, er ergeht sich in Schimpfereien, die Stolze vorgeführt, den zu befizen er sich einbildet. Das Blatt Davon ist mir absolut nichts bekannt. Angefl.: Weiß der als pöbelhaft zu bezeichnen sind. Er stüßt seine Behaup spricht voll Begeisterung davon, mit welcher Ruhe und AufmerkBenge, daß die braunschweigischen Landstände nur des- tungen auf Schriftstücke, die durch Diebstahl in seinen Besitz famkeit das dicht gedrängte Publikum die hochpolitischen Reden halb ihre Zustimmung zu dem Verkauf der braunschweigischen gelangt sind, wenn er auch nicht an dieser Strafthat betheiligt verfolgt, die der muthige Rämpfer mit vielem Verständniß vorBahnen gegeben haben, weil sie glaubten, daß die Bahnen in ist. Er hat den Inhalt dieser Papiere aber gekannt und ge- bringt.( Heiterkeit int Publikum.) Ja, stolz und erhaben ist der Privatbejiz übergehen würden und daß dadurch der Uebergang an wußt, daß nichts von dem darin steht, was er in der Broschüre Mann auch hier aufgetreten, bis der Jammerinhalt des Briefes, Preußen verhindert werden würde.-8euge: Das ist mir nicht er- behauptet. Mit furchtbarer Frivolität hat der Angeklagte die in welchem er den Herrn Finanzminister um Zurücknahme des innerlich.( Heiterfeit im Bublifum). Angefl: Erinnert sich der Verleumdungen in die Welt geschleudert. Und wie war fein Strafantrages bittet, diesen Stolz in bengalischer Beleuchtung zeigte. Benge vielleicht, daß er mit mir persönlich gesprochen hat?-Beuge: Berhalten vor und während der Verhandlung? In maßloser Nun tam der Angeklagte dann mit seinen Beweis" anträgen. Der Mann ist eines Tages zu mir in meine Wohnung gekommen. Selbstüberhebung behandelt er die ganze Kommission des Reichs Gin früherer braunschweigischer Eisenbahn- Beamter und ein Ich möchte fonstatiren, daß ich weder vorher noch nachher mit tages, welche die Ahlwardt- Atten" zu prüfen hatte und die aus jetziger Versicherungsbeamter mußten per Telegraph geladen werdem Manne irgend etwas zu thun gehabt habe. Er war bestrebt, Barlamentsmitgliedern aller Fraktionen bestand, wie Schulbuben, ben. Ich fand die Geschichte im Anfang etwas tomisch, bin aber mich in ein Gespräch über die braunschweigischen Bahnen zu die nichts verstehen. Zur Kennzeichnung seines Verhaltens in der Ver- jetzt befriedigt, daß seinem Antrage stattgegeben wurde. Wir verwickeln. Was er mir gefagt hat, ist mir damals ganz unverhandlung genüge ein einziger Punkt. Als die Korrespondenz, haben ja gehört, wie die Zeugen den Angeklagten im Stiche ge= ständlich geblieben.( Heiterteit im Publikum.)- Angetl.: die zwischen dem Finanzminister und Herrn v. Hansemann ge- lassen haben und dieser Angeklagte ist der Mann, der in öffent Weiß der Zeuge, daß er mir sein Bedauern darüber ausgesprochen pflogen worden ist, verlesen werden sollte, fragte der Angeklagte, lichen Boltsversammlungen als Redner auftritt und hochpolitische" hat, daß Braunschweig in seinen Hoheitsrechten geschmälert wer die Briefe eingeliefert habe. Als ihm der Präsident er Vorträge hält! Wahrlich, diejenigen, die ihn jetzt noch hören wollen, worden sei? 3euge: Nein, das weiß ich nicht!( Heiterkeit). widerte:" Der Herr Finanzminister", da hatte der Angeklagte beneide ich nicht um ihren Geschmack!( Heiterfeit im Zuhörerraum.) Angell: Weiß der Berge, daß der frühere Generaldirektor die Stirn zu der Aeußerung: Nan, dann werden sie wohl Auch in der letzten Rede finden sich beleidigende Kritiken der. der braunschweigischen Bahnen, Herr v. Amberg, fich nicht auf foeben gemacht oder gefälscht sein." Wozu muß ein Mensch fähig Amtsthätigkeit des Reichstanzlers Grafen Caprivi, dem er voralle Berkaufsbedingungen wißig einließ, später aber große Un fein, der solchen Zeugen gegenüber an dieser Stelle der wirft, sich bei der Militärvorlage unmännlich, feige benommen annehmlichkeiten gehabt hat? Beuge: Nein, auch das weiß ich nicht. artige Aeußerungen macht? Ein Verleumder ist weit zu haben. Er hat dem Reichsfangler Furcht vor der Juden Ich bin doch blos Subalterribeamter gewesen. Anget.: schlimmer als ein Dieb. Welche Gemeingefahr schließt die preffe vorgeworfen und ihm nachgesagt, daß er aus dieser Furcht Dann habe ich keine weitere Frage. Bräf.: Und darum Handlungsweise des Angeklagten in sich, wenn ein derartiges heraus heute so und morgen fo fich zeigt. Das sind ganz gröbe müssen die beiden Herren bei Nacht und Nebel aus Braunschweig Bamphlet unter das Volk geschleudert wird, welches den liche Beleidigungen. Bezüglich des Strafmaßes treffe bezüglich hierher eilen? 3euge: Als ich gestern die Depesche erhielt, Inhalt nicht zu prüfen und zu beurtheilen versteht, was wird des Dewald alles was in objektiver Beziehung schon bei Blac war ich natürlich in höchsten Maße überrascht und aufgeregt. Das Ausland sagen, wenn es mit Staunen liest, was für hohe gefagt ist, zu. Alle Unfläthigkeiten der Broschüre hat Dewald mit zu verantworten. Erschwerend ist auch hervorzuheben, Angell. Schweinhagen: Jch darf dann also wohl annehmen, Beamte wir haben? er die Mittel geboten Ich trage kein Bedenken, gegen den Angeklagten Black die daß gerade Wittel geboten hat zur hat zur Verdaß sich die Herren der Dinge blos nicht mehr erinnern". ( Große Heiterfeit im Publikum.) Finanzminister Dr. Miquel: zulässig höchste Strafe- zwei Jahre Gefängniß- öffentlichung Broschüre. Wenn es nicht ehr. " " 1 fassen fönne, da der Angeklagte die beanstandeten Puntte in seinen öffentlichen Reden ja zugebe. Die Behauptung, daß der Finanzminister aus einer jüdischen Familie stamme, ist, gelinde ausgedrückt, erfunden. Der Finanzminister hat uns gesagt, daß fein wahres Wort daran ist, wenn er wirklich aus einer jüdischen Familie stamme, würde er sicher fein Hehl daraus machen. Nun " der vergessene Verleger gäbe, würde eskweuiger ehr vergessene Skribenten geben, welche solche Schandschriften schreiben. Erschwerend fällt doch auch ins Gewicht, daß der Angeklagte Dewald das Ansehen des deutschen Namens im In- und Auslande schwer geschädigt hat. Er ist es gerade gewesen, der die Schrift schleunigst ins Ausland dmgirt hat und den deutscheil Namen und das deutsche An- sehen geschädigt hat. Und dieser Mann will selbst ein Deutscher sein. Ich beantrage gegen Dawald 9 Monate Ge- s ä n g n i ß. Was den Angeklagten Schweinhagen betrifft, so muß man sich auch die ganze Person, seinen Charakter und seine Motive ansehen. Welche Motive hatte denn dieser Mann zu seinen Angriffen? Wer ist denn Herr Schwein- Hägen und welche Stellung nimmt er im Leben ein? Notorisch ist, daß er bisher bei fast allen politischen Parteien Unterschlupf zu finden gesucht hat und von allen Parteien, die ihn angenommen, vor die Thür gesetzt wordenist. Er war zuerst So- zialdemokrat, nachdem er in den Verdacht des Verraths ge- kommen war, ging er zur„Kreuz-Zeitung", welche ihn aber ent- fernte, nachdem man ihn erkannt, dann versuchte er es bei der .Staatsbürger-Zeitung", die ihn auch bald an die Luft setzte, schließlich macht er nur auf eigene Rechnung Geschäfte, er unternimmt es. große„hochpolitische" Vorträge zu halten! Thut er das etwa aus Patriotismus? Dieser Mann und Patriotismus?! Wer wird ihm das glauben? Der Angeklagte Schweinhagen betreibt die Politik lediglich als Geschäft, als Erwerb. Er ist ein Mann, der eine niedrige Ge- sinnung besitzt. Er muß sich bewußt gewesen sein, daß er durch sein öffentliches Auftreten eine große Gefahr für die Gesellschafts- ordnung ist. Durch seine Reden wird die öffentliche Meinung kvrrumpirt und das Ansehen des Staates herabgesetzt. Wirkt der Angeklagte Plack durch Schrift, so thut es der Angeklagte Schweinhagen durch Rede vom Mund zum Ohr, er spricht zu einer Menge» die gerade bei den schwersten Beleidigungen in einen Beifallssturm ausbricht. Man vergegenwärtige sich nur, wie ein Mann wie Schwein- Hagen in fünf Versammlungen einen unserer höchsten Be- amten mit Schmutz bewerfen kann und niemand in der Ver- sammlung hat den Muth zu fragen: Haben Sie denn auch Beweise für Ihre Behauptung? Wir leben ja leider im Zeitalter der Verleumdungen, es ist Mode geworden, unsere höchsten Be- örden in der dreistesten Art anzugreiien. Wohin soll das ühren? Die Gerichte haben die Pflicht, den gewerbsmäßigen Ehrabschneidern durch scharfe Maßregeln das Handwerk zu legen. Ich hoffe, daß diese Verhandlung dazu beitragen wird, daß es besser bei uns wird. Ich beantrage gegen Schweinhagen I Jahr S Monate Gefängniß und Anrechnung von S Monaten aus die Untersuchungshast. Auf Ersuchen der Angeklagten wird um ö1/« Uhr die weitere Verhandlung auf Sonnabend 9 Uhr vertagt. «Soziale Zkkcbcelickrk. Groß-Lichterfclde. Achtung, Wähler der S. Klasse! Laut amtlicher Bekanntmachung vom 10. d. Mts. sind bei der am 19. März, Nachmittags von S— 9 Uhr, stattfindenden Gemeindevertreter-Ersatzwahl je zwei Angesessene und Nichtangesessene zu wählen. Die Parteigenossen haben für die Bezirke folgende Kandidaten aufgestellt: Potsdamerbahnseite, Wahllokal: Restaurant Fichtel. Kandidat: Karl Schütz, Zimmermeister(Angesessener). Heinrich Lubasch, Gärtnergeh.(Nichtanges.)- Anhalterbahnseite, Wahllokal: Restaurant Hennig. Kandidat: Karl Behrend. Maurer(Angesessener). Albert Belling, Bau- Unternehmer(Nicht- Angesessener). Die Agitationskommission. Tie Fortsetzung des Boykotts seitens der Hanauer freien Krankenkassen gegen drei Apotheken wurde beschlossen, nachdem die Apothekenbesitzer sich geweigert haben, die den Kassen- Mitgliedern zugestandenen 20 pCl. Rabatt auch den Familien- angchörigen derselben zu gewähren. Die Steinsetzer bitten den Zuzug nach Stettin und Naumburg a. S. fernzuhalten. Tortmund. Die Schaffner der elektrischen Straßenbahn sind gestern in einen Streik getreten. Sie hatten statt des erwarteten Lohnes von 90 M. nur 75 M. erhalten. Dabei dauert die Arbeitszeit der Leute von Morgens 6lJt bis Abends 10V» Uhr. Die Wagen fahren daher nur noth- durstig alle 12 Minuten. Einige Wagen mußten am Montag Morgen ganz ausfallen. Die Schneider bitten den Zuzug zur Firma Landgraf in Halle a./S. fernzuhalten. Kiel, 14. März.(Ende des Schneider-Streiks.) In einer gestern Abend stattgehabten sehr zahlreich besuchten Ver- sammlung der Schneider in den„Zentral- Hallen" erstattete die vor dem Gewerbe-Schiedsgericht gewesene Kommission Bericht und empfahl der Versammlung, den Spruch des Gewerbegerichts an- zuerkennen. Eine Fortsetzung des Streiks wurde von einigen Rednern verlangt, während andere wieder sich dem Schiedsspruch fügen wollten. Die Versammlung gelangte nach mehrstündiger, sehr erregter Debatte zu dem fast einstimmigen Beschluß, den Streik auf grund der beiderseitig getroffenen Ad- machungen für beendet zu erklären. Die nach dem Einigungsamt beorderten Genossen wurden nunmehr beauftragt. heute morgen der Kommission der Arbeitgeber diesen Ver- sammlungsbeschluß zu übermitteln. Tie Versammlung beschloß sodann, über diejenigen Geschäfte, welche die vereinbarten Be- ' dingungen nicht anerkenne», die Sperre zu verhängen. In Zürich sind die Brauer in eine Lohnbewegung ein- getreten. Es ist sicher anzunehmen, daß schon in den allernächsten Tagen hauptsächlich in Süddeutschland Bierbrauer nach dort gesucht werden. Um den dortigen Arbeitern zum Siege zu verhelfen, möge kein Brauer diesen Verlockungen folgen. Zündhölzchen- und Wichse-Arbeiter sind notorisch schlecht entlohnt, was bei der schädlichen Arbeitsweise doppelt schwer in die Wagschale fällt. Daß ein Gleiches nicht auch auf die erren Fabrikanten bezw. Aktionäre zutrifft, geht aus dem echnungsabschlusse der diese Industriezweige beinahe als Mono- pol betreibenden Aktiengesellschaft„Union", vereinigte Zündholz- und Wichsefabriken in Augsburg, deutlich hervor. Deren Auf- sichtsrath hat dem„Schwab. M." zufolge beschlossen, der am 21. März l. I. zu haltenden Hauptversamnilung die Bertheilung einer Dividende von S pCt.(wie im Vorjahre) in Vorschlag zu bringen. Im übrigen ist beabsichtigt, zu beantragen, den be- stehenden Unterstützungskassen 12 000 M. zuzuwenden und den Gewinnrest von 107 289,53 M. zur Dotirung des Dividenden- Reservefonds und zu außerordentlichen Abschreibungen auf Ein- richtungskonti zu verwenden. Der für 1893 erzielte Reingewinn beträgt nach Berücksichtigung der statutengemäßen Amortisation und zuzüglich 10 205,25 M. Saldovertrag vom Vorjahre 203 289,53 M. auf ein Aktienkapital von 1 800 000 M.— Diese Ziffern reden eine ebenso deutliche Sprache, wie die abgemagerten, hohlwangigen Gesichter der betreffenden Fabrikarbeiter und Ar- beiterinnen. Die Gisenbahnarbeiter Sachsens hatten in der Zahl von 3400 eine Petition an den sächsischen Landtag gelangen lassen, in welcher sie um Aufbesserung ihrer Löhne, die in den meisten Fällen unter 2,50 M. betragen, sowie um Alterszulage bitten. De? Weiteren ersuchen sie um Anstellung nach 10 Dienst- jähren: heut» kommt es vor, daß Arbeiter, die 20, 30 und noch mehr Jahre im Dienste der Bahn gestanden, noch nicht fest an- gestellt sind. Im Landtag trat der Genosse Pinkau für die Petition in warmer Weise ein; der Berichterstatter G e» r g i hingegen beantragte aus„formellen" Gründen den Antrag P i n k a u, die Betition der Regierung zur Kenntniß zu über- weisen, abzulehnen, was gegen die Stimmen der Sozialdemo- kraten geschah. Die Babnarbeiter werden jedenfalls nicht unter- lassen, aus der Arbeiterfreundlichkeit dieser Herren die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Zur Arbeitseinstellung der Amsterdamer Zigarren- macher ist zu melden, daß dieselbe nocki unausgesetzt fortdauert. Die Haltung der Arbeiter ist eine durchaus lobenswerthe. Von allen Seiten werden sie unterstützt. Die öffentliche Meinung ist kür die Streiker. Die Fachpen offen opfern 10 pCt. ihrer Löhne für das Gelingen der Arbeitseinstellung.— Bravo! Bon der„todteu Hand". Die 18 417 öffentlichen Stiftungen im Königreich Bayern verfügten im Jahre 1891 über ein Ver- mögen von 442 036 342 M. Wer dächte da nicht an den Bibel- spruch:„Sie säen nicht— mit der Variation allerdings— sie erndlen doch." Auf grund de? ß des KraukenverstcherungS- Gesetzes in der Fassnng des Gesetzes vom 10. April 1392 ist folgenden Krankenkassen: 1. der Kranken- und Begräbnißkasse deS Gewerkvereins der deutschen Schuhmacher und Lederarbeiter(E. H.) in Berlin. 2. der Kranken- und Begräbnißkasse des Gewerkvereins deutscher Konditoren, Pfefferküchler und verwandter Berufsgenossen (E. H.) in Magdeburg. 3. der Krankenkasse der vereinigten Maurergesellen für Wandsbek und Umgegend(E. H.), 4. der Nationalen kaufmännischen Kranken« und Sterbekasse (E. H.) in Verlin von neuem die Bescheinigung ertheilt worden, daß sie, vorbehält- lich der Höhe des Krankengeldes, den Anforderungen des§ 75 des Krankenversicherungs-Gesetzes genügen. Ein Zeitbild. Vor einiger Zeit theilten wir mit, daß von 10 000 Diamantschleifern in Antwerpen und Amsterdam gegen 12 000 arbeitslos seien und daß die Verarmung durch die monatelange Beschäftigungslosigkeit immer mebr zunehme. Das Syndikat„De Beer's Diamond Mining Com- pany" hingegen hat nach dem letzten Jahresbericht in 1893 einen Gewinn von 7 720 475 Pfund Sterling erzielt. Dieses Syndikat hat in den 5'/» Jahren seit seiner Gründung 105 pCt. seines Stammkapitals ausbezahlt. Zur Lage der Handweberei. Vor einiger Zeit haben Er- Mittelungen stattgefunden, in wieweit die bisherigen auf die Hebung der Leistungsfähigkeit der Handweber im G l a y e r- und Eulengebirge gerichteten Maßnahmen schon jetzt auf die Erhöhung des Verdienstes der Handweber gewirkt haben. Zum Zwecke dieser Ermittelungen haben Feststellungen statt- gefunden: «0 wie hoch sich gegenwärtig der durchschnittliche Wochenlohn der mit der Zeltstoff-Fabrikation beschäftigten, sowie der übrigen mit verbesserten Webstühlen ausgerüsteten Hand- weder beläuft, b) wie sich diese Löhne im Verhältniß zu den in früheren Jahren gezahlten, sowie den gegenwärtig an solche Hand- weder gezahlten Löhnen stellen, deren Stühle noch keine Verbesserung erfahren haben, und o) wie hoch der durchschnittliche Wochenverdienst der nach ihrer ungefähren Anzahl anzugebenden, mit Nähen von Zeltstoffe» beschäftigten Frauen sich beläufl. Aus das Resultat dieser Statistik des„Weberelends" darf man gespannt sein. Ueber die Vertheilung der Betriebs- Unglücksfälle auf die einzelnen Wochentage in der Schweiz hat das eidgenössische statistische Bureau Erhebungen an- gestellt und zwar für die Zeit vom 1. April 1388 vis 31. März 1691. Das genannte Bureau zählte während dieser Zeit 04 300 Berufsunfälle und 17 100 Nicht- Berufsunfälle. Die meisten Berufsunfälle ereigneten sich im Juli und Dezember(5843 und 5533), die wenigsten im April(4441). Unter den Wochentagen zeigt der Montag die stärkste Frequenz; es folgen dann Dienstag und Sonnabend, sodann Mittwoch und treilag und mit den wenigsten Berufsunsällen zuletzt der Donnerstag. s ereigneten sich Betriebsunfälle am Montag.... 11 132 Dienstag..... 10 425 Mittwoch.... 9951 Donnerstag.... 9 570 Freitag..... 9 957 Sonnabend.... 10370 Von den gekämmten 81 572 Unfällen hatten 3572 den Tod, 3282 bleibende Erwerbsunfähigkeit zur Folge. Der größere Theil aller Unfälle bestand in Quetschungen u. f. w. Verla intnluttgen. Ter sozialdemokratische Wahlverein für den 3. Berliner ReichstagS-WaHlkreiS tagte am 13. März, Theodor Glocke hielt einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema:„Klassenkämpfe". Unter„Vereinsangelegenheiten" theilte der Vorsitzende K r ä k e r mit, daß der Vorstand beschlossen habe, wie alljährlich so auch in diesem Jahre am 18. März«inen Kranz mit Widmungsschleife auf den Gräbern im Fricdrichshain niederzulegen. Ohne Debatte gab die Versammlung ihre Zu- stimmung. La dem ig ersuchte die Mitglieder, sich mit ihren Familien rege an der am nächsten Sonntag Abend in den „Bürger-Sälen". Dresdenerstr. 90, stattfindenden G e d ä ch t n i ß- seier für die Märzgefallenen zu belheitigen. Billets ü 20 Pf. sind noch auf allen Zahlstellen und bei den bekannten Genossen zii haben.— Henke hatte inzwischen folgende Anträge auf dem Vorstandstisch niedergelegt: I.„Der Wahlverein:c. fordert den Parteivorstand auf, dem im Zentralorgan überhandnehmenden Rezensentenunwesen zu steuern. Das Ansehen der Parteipresse wird dadurch geschädigt und Zwietracht in die Reihen der Genossen getragen."— 2.„Der Wahlverein des ec. fordert den Parteivorstand auf, Einrichtungen zu treffen, welche die unparteiische Prüfung literarischer Arbeiten für die Parteipresse gewährleisten, um den zahlreichen, in den Arbeiterkreisen vorhandenen Kräften Gelegenheit zu geben, mit den Berufsliteraten in Konkurrenz zu treten. Der Verein empfiehlt hierzu die Wahl einer Kommission, welche die vierteljährlich ein- laufenden Arbeiten nach dem bei Preisausschreiben üblichen Ver- fahren prüft und zur Annahme bestimmt oder ablehnt." — Zur Begründung führte der Antragsteller an: Die Anregung aus Hamburg und Niederbarnim, dem Parteivorstand aufzugeben, für eine gute sozialistische Jugend- literatur Sorg« zu tragen, habe Genosse Auer auf dem Kölner Parteitag durch eine elegante Handbewegung wieder auf 1 Jahr hinausgeschoben. Für ihn(Redner) war es daher erfreulich, als kurz vor Weihnachten die Bilder- und Märchenbücher aus dem Dietz-, Hoffmann- und Baake'schen Verlag erschienen. Elftere waren jedoch für den Arbeiter zu theuer. während die aus dem Verlage von H o f s m a n n und Vaake hervor- gegangenen Bücher ganz nette Sachen enthielten. Run seien aber die Skribenten des„Vorwärts" gekommen, die das nicht wahr haben wollten. Redner präsentirte sich als„ärgsten Feind alles Rezensenten-WesenS". Nach G ö t h e' S Ausspruch sei die Beschäftigung der Rezensenten«ine schmutzige und er werde sie so lange bekämpfen, bis der„Vorwärts" von seiner Impotenz geheilt ist und selbst derartige Jugendliteratur produzirl. Die Rezension sei gleichbedeutend mit Zensur. Gegen die„Freie Volks- bühne" übe der„Vorwärts" die größte Nachsicht(Redner will dies durch Verlesung einer Kritik über„Sodoms Ende" beweisen), eine Kunst, die den ungeschulten Arbeiter nicht zu fesseln und mit sich fortzureißen vermöge, sei keine Kunst. Vielleicht sei er im �zrr- thum, dann lasse er sich gern belehren. Börner erklärte zur Geschäftsordnung die Beschlußfassung über dies- Anträge inner- halb des Wahlvereins für unzulässig. Der Wahlverein als solcher habe mit dem Parteivorstand nichts zu schaffen, eine Ueberweisung dieser Anträge nach etwaiger erfolgter Annahme, die er übrigens bezweifle, an den Parteivorstand bringe diesen und den Verein in Kollision mit dem§ 3 des Vereinsgesetzes. Er beschied den Genossen Henke, mit diesen Anträgen sich an eine öffentliche Versammlung der Parteigenossen zu wenden. (Allseitige Zustimmung.) Aus Wunsch vieler Genossen wurde nicht in eine Berathung der Anträge(die der Antragsteller übn- gens zurückzog) wohl aber in eine Besprechung der in ihnen ent- halten«» Materie eingetreten. Hoch begrüßt es und wie er hoffe. Tausende von Partei- genossen mit ihm, daß der„Vorwärts" sich endlich an die Rezension der nach dem Fall des Sozialistengesetzes den Bücher- markt schier überschwemmenden Machwerke sehr zweifelhaften Werthes herangewagt habe. Ihm war die richtige Beurtheilung der„gekrönten Häupter" u. f. w. von Vaake noch lange nicht „stark" genug. Hoffmann-Pankow habe Broschüren in die Welt gesendet, die er aus dem„Zeitzer Volksboten" abgeschrieben habe; das könne man fast mit dem Ausdruck Schwindel be- zeichnen. Der Schund sei eben billig, aber unsere guten Partei- broschüren bleiben liegen. Die Mahnung an die Redaktionen unserer Partei-Organe seitens des Genossen Dr. Lütgenau, die literarischen Waschzettel der Verlagsanstalten nicht ohne Krrtlk abzudrucken, war sehr am Platze.(Beifall.) F r i tz nannte Henke den schlimmsten Rezensenten.(Sehr richtig.) Die Bücher, welche er für gut halte, seien nur berechnet, dem Arbeiter den letzten Groschen aus der Tasche zu ziehen. Borchardt bestritt, daß, wie tenke annehme, Liebknecht in der„Emser Depesche' den tandpunkt der materialistischen Geschichtsauffassung verlassen habe. Im übrigen war er der Ansicht, daß der„Vorwärts der„Freien Volksbühne" zu sehr schmeichele. Gute Jugend- literatur schreiben, sei sehr schwierig; durch Submissionen lasse sich dabei auch nichts erreichen. Henke erklärte die sozral- demokratische Partei noch nicht für bankrott; durch Wettstpeit würden die Geister angeregt. Für den„Vorwärts" bedeute es ein trauriges Zlrmuthszeugniß, daß der„Lokal-Anzeiger über 100000 Abonnenten besitze. Die„Reue Welt" bringe soviel„Kohl", seine Arbeit habe der Redakteur Kokosky jedoch zurückgewiesen. K o h l h a r d t will sich als Kolporteur auch ein Urtheil in dieser Sache erlauben. Es wäre traurig, wenn es keine Rezensionen gebe. Er habe die„Gekrönten Häupter" beispielsweise gar nicht führen wollen, da ist aber die Polizei dem Verleger zu Hilfe gekommen und hat ein Heft(die Katharina) verboten und seit dieser Zeit wurden sie unausgesetzt verlangt; auch er mußte sich„den Mist" anschaffen, die Polizei war schuld. Gute Broschüren ließen sich leider sehr schlecht verkaufen, an dem Schund verdiene der Kolporteur mehr, deshalb liefen so viele damit herum.(Beifall.) Die Genossen Kahlen und Wagner äußerten sich im Sinne der Vorredner und riethen dem Genossen Henke, sein„Werk" gleichfalls dem„Vorwärts" zur Rezension einzureichen, dann werde man ja sehen, ob's etwas werth ist. (Heiterkeit.) Der Einzige, welcher Henke seine Unterstützung lieh, war Genosse Apelt, der einen Mangel an Jugend- schriften auch empfindet und zum Theil den„gekrönten Häuptern" das Wort redet. „Papst Alexander VI." wirke in katholischen Gegenden sicher» lich agitatorisch. Henke's Humoreske hätte auch Ausnahme finden könne», schlechter als manches andere in der„Reuen Welt" und im„Vorwärts" würde sie kaum sein. Der letztere sei auch nicht unfehlbar. Nach einer persönlichen Bemerkung des Genossen Henke wurde die Versammlung gegen 12V, Uhr geschlossen. Eine Bersnmmluug der Schneider und Schtteiderimte« vom 14. d. M. beschäftigte sich mit der Stellungnahme zu den auswärtigen Streiks in dieser Branche, welche in diesem Früh- jähr besonders zahlreich ausgebrochen sind. Kollege Timm bemerkte in seinem einleitenden Referat, daß den Kämpfenden mit bloßen Sympathiekundgebungen wenig gedient sei, vor allem sei neben materieller Hilse dafür Sorge zu tragen, daß die Arbeit, ivelche die Streikenden anderer Städte zurückgewiesen haben, nicht hier angefertigt werde. Hierbei sei zunächst Kiel inbetracht zu ziehen, wo die Unternehmer sich große Mühe gaben, diese Maß- nähme illusorisch zu machen. Redner empfiehlt die AnnahtN« folgender Resolution:„Die Kollegen Berlins haben die Pflicht alle Arbeiten, welche von außerhalb aus den Orten, wo Streiks ausgebrochen sind, kommen, unbedingt zurück« zuweisen und unserem Bureau, Schützenstraß« 18/19, unverzüglich hiervon Mittheilung zu machen, um wertere Stellung» nähme gegen die Geschäfte, welche diese Austräge übernommen haben, zu veranlassen. Kollege R o l o f f gab bekannt, daß nach einem ihn: übermittelten Brief die Situation für die Arbeiter günstig sei, falls eS gelingt die Anfertigung der Kieler Arbeit, die der hiesige„Offizierverein" wie festgestellt ist, thatsächlich, und zwar zu tarifmäßigen Preisen, vornehmen läßt, einzudämmen. Als erste Rate haben die Militärschneider 30 M. nach Kiel ab- gesandt. Die folgende Debatte dreht sich meist um die Aussichten des gegenwärtigen Lohnkampfes in Berlin bezw. um die Frage der Organisation und die Kompetenz zur Einberufung der Ver« sammlungen. Die oben erwähnte Resolution wurde einstimmig angenommen und die Versammlung mit dem Hinweis aus die am kommenden Montag stattfindende große öffentliche Versammlung geschlossen. Die Arbeiter in Gasanstalten hielten am 14. März eine öffentliche Versammlung ab. Aus spezielle Einladung hin hatten sich auch die Unterbeamten der städtischen Gasanstalt Ii(Git- schinerstraße) eingefunden. Der Referent Wilh. S ch w a r tz» besprach die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Gasarbeiter, wo- bei er konstatirte, daß die Arbeiter in den städtischen Gasanstalten bei geringeren Löhnen und inhumaner Behandlung seitens ihrer Vorgesetzten ein ungleich größeres Arbeitspensum zu leisten hätten. als ehre Kollegen in den Anstalten der englischen Aktiengesell» schoflen. Organisirte Arbeiter suche man gänzlich aus dem Betrieb fern zu halten. So sind binnen einigen Monaten über 20 dem Fachverein der Gasarbeiter Angehörende entlassen. Einige Redner ergingen sich in der heftigsten Weise in persönlichen An- schuldigungen gegen die Verwaltung und die Unterbeamten. Herr Heuer und Gasmeister Schmähling suchten in der Dis- kussson die Ausführungen zu widerlegen. So meinte Herr Heuer, der Referent habe sich alles das. waS er hervorgebracht habe, wohl erst in den Destillationen zusammengesucht; die Ar- beiter hätten keine Ursache zu klagen.(Lebhaster Widerspruch.) Herr Schmähling gestand ein:„Ihm wird vorgeschrieben, ivas er produziren muß, für die Treiberei ist er nicht verantwortlich". Die Diskusston bewegte sich hierauf nur noch auf persönlichem Gebiet, dabei werden von beiden Seiten Schimpsworte in Anwendung gebracht, wie sie sonst nur in antisemitischen-Ravauversammlungen üblich sind. Tischler König nahm hieraus Veranlassung, so- wohl die Herren Unterbeamten als auch die Arbeiter auf das Ungehörige ihrer Handlungsweise aufmerksam zu machen. Durch gemeine Schimpfereien werde gar nichts erreicht. Nach dem Schlußwort des Referenten, der dem Vorredner vollständig bei- pflichtete, gelangte folgende Resolution(die Beamten enthieltet sich der Abstimmung) zur einstimmigen Annahme:„Die«. Ver- sammlung hat aus den Ausführungen des Referenten und der übrigen Redner die Ueberzeugung gewonnen, daß die Arbeits- und Lohnverhältnisse in den städtischen Gasanstalten dringend einer Aufbesserung bedürfen. Sie ersucht die sozialdemokratischen Stadtverordneten beim Magistrat dahin vorstellig zu werden, daß den Arbeitern seiner Betneb« eine vernustgemäße Arbeits« zeit festgefeßt und ihnen ferner genügender Lohn und anständige) Behandlung seitens der Unterbeamten zu theil wird. Die Vers fanimelten verpflichten sich Mann für Mann dem Fachverein der Gasarbeiter anzuschließen, um so in der Lage zu sein, gegen menschenunwürdige Behandlung und Ausbeutung bei gelegener Beit energisch Front machen zu können." Nach einer Pause zur Aufnahme von Mitgliedern in den Fachverein wählte die Versammlung den Kollegen Schwarze als Delegirten zur Gewerkschaftskommission und beschloß den 1. Mai durch eine Verfammlung mit darauffolgendem gemüthlichen Beisammensein zu feiern. Der Verband der Bauarbeiter( Bahlstelle Berlin) debattirte in feiner legten Mitgliederversammlung des längeren über die Referentenfrage. No ad sowie Rennthaler sprachen fich sehr mißliebig darüber aus, daß einige Referenten eine Bezahlung für ihre Vorträge beanspruchen. Für den Westen soll in nächster Zeit eine öffentliche Versammlung einberufen werden Verein ehemaliger Schüler der 30. Gemeindefdule. Sonnabend, ben 17. März, Abends 9 Uhr, im Restaurant Richet, Koppenftr. 65: Gigung mit Damen. Vortrag des Zahnartes Herrn Robert Wolf: Ueber die Pflege unferer Zähne. Verein Berliner Schirmmacher. Sizung am Sonnabend, den 17. März, Abends 9 Uhr, bet Triefchmann, Jüdenstr. 55. Achtung, Schäftebranche. Heute, den 17. März, Abends 9 Uhr: Deffent: liche Bersammlung Wallstr. 20. 1. Bortrag. 2. Maifeier. Agitationsverein des Arnswalde- Friedeberger Wahlkreises. Sonnabend, den 17. März, Abends 8 Uhr, Bersammlung. Fruchtstraße 36a. Vortrag über: Die Bedeutung des 18. März. Referent Genoffe Lehrer E. Horden aus Hamburg. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter.( Filiale Berlin 3.) Mitgliederversammlung am Sonnabend, den 17. März, Abends 8% Uhr, Manteuffelftr. 46. Stehe Inserat. Neuer Berliner Handwerkerverein. Sonnabend, den 17. März, Abends 9 Uhr, Vereinsversammlung Rofenthaserstraße 38. Tagesordnung: Bortrag des Herrn Rechtsanwalt Steinschneider. Thema: Thomas Morus ,, Utopia". Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter.( E. S. 29, Hamburg). Berlin Filiale 5. Sonnabend, den 17. März, Abends 9 Uhr, Mitgliederversammlung bei Reimann, Alte Schönhauserstr. 42. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Stichwahl zur Generalversammlung. Tischlerverein. Abends 9 Uhr, Melchiorstr. 15: Bersammlung. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Gonntag, den 18. März, Vormittags 10 Uhr, bei Ehrenberg, Annenstr. 16: GeneralVersammlung. Tagesordnung: Aufnahme neuer Vereine. Vorstandswahl. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter.( G. H. 29, Hamburg.) Filiale Berlin 6. 2 Mitgliederversammlungen und zwar Sonnabend, den 17. März, Abends 8 Uhr, Bergstr. 36, bet Galle, Stichwahl, und Sonntag. ben 18. März, Vormittags 10 Uhr, Bergstr. 68 bet Keller. Abrech nung pro Januar- Februar. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter.( E. S. 29.) Filiale Berlin 1. Bersammlung am Sonntag, den 18. März, Bormittags 10% Uhr, Lindenstr. 106, bet Poppe. Coulante, streng reelle Bedienung! 1 1 Bühnenverband Normania jeben legten Gonnabend im Monat bet Vergnügungsklub Berolina". Sonntag, Sigung mit Damen von Privattheatergesellschaft Schneeglöckchen, Theaterverein Berliner Abends 9 Uhr bei Schulz, Brunnenstr. 116. 5-6 Uhr, in den Parlamentshallen, Landsbergerstr. 88, Hof rechts, 1 Treppe. Leichnis, Königsbergerstr. 24. Freireligiöse Gemeinde, Sonntag, den 18. März, Vormittags 10 Uhr, Bar jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. Abends 9% Uhr, KöpenickerTheaterverein Lessing. Jeden ersten und legten SonnAufnahme neuer Mitglieder. Tanz und Vorträge. Privat im Konzerthaus, Leipzigerstr. 48: Feier der Jugendaufnahme Feftrede über Straße 55a. Theatergesellschaft Veneta, Sigung mit Damen jeden Sonnabend Abend beiligteit".- Montag, den 19. März, Abends 8 Uhr, Rosenthalerftr. 38: abend im Monat 9 Uhr Abends Sigung bei Rudolph, Krautstr. 6. Beschließende Versammlung. bei Pape, Kolbergerstr. 22. Theatergesellschaft Edelweiß, Große öffentliche Versammlung der Schlächtergesellen Berlins und 9 Uhr umgegend. Sonntag, den 18. März, Nachmittags 5 Uhr, in Cohn's Fest: Sonnabend 9½ Uhr, Sigung mit Damen bei Ravul Adree, Chorinerstr. 53. Bultania, 9 Uhr, Sigung in Täger's Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13-14. Verein Morgenstern, 9 Ubr, Sigung mit Damen im RestauTheate fälen, Beuthstr. 22. Der 18. März. Referent B. Stabernaά. Sozialdemokratischer Wahlverein des 3. Berliner Reichstags- Fidelitas. Wahlkreises. Sonntag, den 18. März, Gedächtnißfeter bestehend aus Konzert tant von Krone, Wörtherstr. 11. Nach der Sizung Fidelitas. verein Bohemia bei Kummer, Ackerstr. 13, Sigung und Aufnahme neur und Gesangsvorträgen in den Bürgerfälen, Dresdenerstr. 96-97. Borussia, Sigung 8% Uhr, bet Schröder, Wienerstr. 31. Vergnügungsverein ,, Einigkeit". Nächste Sigung, Sonntag, den Mitglieder. Gefelliger Verein Freundschaft, jeden Sonnabend Abend 9 Uhr im 18. März, Nachmittags 5 Uhr, im Englischen Hof, Neue Roßstr. 8. Fidelitas, Restaurant Bauß, Blumenstr. 10, Sigung mit Fidelitas. Gäste willkommen. Bergnügungsveretn Azalia 9% Uhr bei D. Heindorf, Barnimstr. 16. Ethische Gesellschaft. Gonntag, den 18. März, Abends 6% Uhr, 2 BerVergnügungsverein Lustige Becher Abends fammlungen. 1. In Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79: Vergnügungsverein Lustige Jugend Abends 9 Uhr, im Restaurant Referent Herr Stadtverordneter Theodor Megner. 2. Bet Seefeldt, Grenadier: Gründer, Köpnickerftr. 100.Bergnügungsverein Carmen Sylva Sigung Geselliger Verein straße 33. Referent Herr Dr. Pinn. Thema in beiden Berfammlungen: Der 9% Uhr Mendelssohnſtr. 9. Ber18. März und seine Bedeutung. Nach den Versammlungen gemüthliches Bet- 9 Uhr im Restaurant von D. Wits, Mariannen- Ufer 2. Linde jeden Sonnabend 9 Uhr bei Grame, Brunnenftr. 147. sammensein. gnügungsverein harmlos, Sigung mit Damen Sonnabend, Abends 9 Uhr, Theaterverein Freundes Vergnügungsverein Blumenstr. 46 bei Went. Mitglieder pünktlich. freis 9 Uhr, im Restaurant Razorfe, Solmsstr. 1.bei Falbe, Reichenbergerstr. 149. Lustig, Sigung Abends 8 Uhr, Rauchklub Dornröschen, Sigung Abends 9 Uhr, bei Krüger, FennRauchtlub Blaue Quaste, Sonnabend 9 Uhr bei Mücke, N., Wöhlertstr. 2. Rauchklub Weiße Wolte, Bernauerstr. 14, bet Henoch. Straße 5. Schieß- Klub Fein- Korn, köpRauchtlub Rauchklub Eiserne Pfetfe, Mittwoch und Sonnabend Sizung bei Weinert, Adolfstr. 20, Abends 8 Uhr. niderftr. 23a, Restaurant Haun, tagt Sonnabend und Montag. Rothe Nette, Abends 9 Uhr bei Steuer, Weinstr. 22. Stattlub Gordischer Knoten, jeden Sonnabend 9 Uhr bei Karl Verein ehemaliger Schüler der Schilling, Pücklerstr. 55. 30. Gemeindeschule, Abends 9 Uhr, Reftaurant Freitag, Roppenftraße 65. Geselliger Ver ein Italia, jeden Sonnabend im Restaurant Boife, Kolbergerftr. 23. Sta ttlub Kreuzbube bei Steuer, Weinftr. 22.- Sfatflub Revolution Kartenflub Nulle tagt Abends Reichenbergerstr. 73, bet Faustmann. jeden Sonnabend und Montag im Restaurant Humboldhein, Hochstr. 32a. Stattlub Blaue Blouse, jeden Sonnabend bei Wuttte, Graudenzer Stattlub Ginigteit bei Grube, Mariendorferstraße, Ecke ftraße 2. Solmsstraße. Touristenverein Wanderlust Abends 9 Uhr im Restaurant Märkischer Hof, Admiralftr. 18c Rue St. Arbeiter Bildungsschule. Sonnabend, Abends 8-10% Uhr. Oft Saule, Markusstraße 31: Unterricht in Rechnen. Süd- Ost Schule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in: Boltsthümliche Medizin. In allen Unterrichtsfächern fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jest im Laufe des Semesters, eintreten. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann. Alle Wenderungen im Vereinskalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Sonnabend, Abends 9 Uhr: Uebungsitunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Grüne Eiche, Rirdorf, Hermann- u. Snesebec ftraßen- Ecke bei Beyerle. Lyrania, Landsbergerstraße 31 bei ebe Ganges C Echo, Naunynstraße 86, bei Zubeil. Musehold. Glück zu Freundschaft 2, Friedenstraße Nr. 48 bet Tollfühn. Prinzen- Allee 57.- Esmeralda, Fruchtstr. 70 bei Ritsche.- Lieder: franz in Brandenburg, Mengert's Boltsgarten. Hand in Hand 2, Gesundbrunner Friedrich sberg, Friedrich Karlstr. 11 bei Heinecke. Frisch auf, Männerchor, Gesundbrunnen, Prinzen Allee 10. Borwärts 7, Friedrichsberg, Rummelsburgerfiraße bei Deckert. Immer Rummelsburg, Goethe- und Kantstraßen- Ede bet Greinert. Frisch auf 2, Schönwalde in grün, Tegel, Spandauerstr. bei Rentner. Lorbeerzweig, Swinemünder: der Mart bei Restaurateur Schulz. straße 35 bei Queitsch. Freie Glocken, Staligerstr. 104, bei Winter. Sangesfreund, Dragonerstr. 32, bei Kamlowsty.- Deutsche Eiche 2, Brandenburg a. H, Hauptstraße, Wintal's Salon. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend Alle Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend sind zu richten an: P. Sentel, Bergmannstr. 14, Hof 2 Tr. Sonnabend: Theaterverein Aurelia, Mendelssohnstr. 9 bei Miethe Abends 9 Uhr. Vergnügungsverein Ginigtett, Manteuffelstr. 67, Abends 9 Uhr. Geselliger Verein Deutsche Eiche, Kohlen- üfer 2, bet Pech. Gemüthlichkeit, Lindenstr. 105, im Bürgergarten. felligteit, Prenzlauer Allee 26, bei Drühler, alle 14 Tage. Lessing. Langeitr. 9, bei Kiezemsti. 1 Deutscher sozialdemokratischer Leseklub in Paris. Honore 314 Cafe du Lion de Belfort. Jeden Sonnabend öffentliche Berfammlung; reiche Bibliothet, Zeitungen, franzöfifcher Unterricht. London. Der einzige hiesige sozialdemokratische Verein Londons, der alte, von Karl Marr und Friedrich Engels 1840 begründete Bitherflub Kommunistische Arbeiter: Bildungsverein befindet sich nach Nordtlub Gewie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Theaterverein Fachverein der Photographen. Jeden Sonnabend bei Knoblauch, Kommandantenstr. 15, Abends 9 Uhr. Paul Dansk Forening Freja", Dranienftr. 61. Gelang- Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Nickel'scher Musikverein Allegro bei Spindler, Reichenbergerstraße 118, I 9. 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Heyl zu Herrnsheim( ntl.): Die Gründe, die die Regierung vorgebracht hat, sind für uns nicht überzeugend. Wir betrachten die agrarischen Interessen. als so tief ernste, daß wir unsere Sorge mehr auf die bereits vorhandenen Schäden, als auf die in Aussicht stehenden Vortheile glauben richten zu müssen. Daher werden wir gegen den Vertrag stimmen.( Leb: hafter Beifall rechts.) Sonnabend, den 17. März 1894. 11. Jahrg. daß den Junkern das Rückgrat gebrochen werden möge; das ist| Möglichkeit genommen worden, eine Aeußerung des Abg. Lieber aber mißlungen.( Heiterkeit links.) Rußland ist die Vormacht richtig zu stellen. Die Redewendung, daß der Weg nach KonEuropas geworden; das müssen wir uns 25 Jahre nach dem stantinopel durch das Brandenburger Thor führe, ist nicht zu der großen Kriege, welcher Deutschland einigte, sagen lassen! Beit, wo ich im Auswärtigen Amt beschäftigt war, von seiten des Ueberall im Lande wächst der Partikularismus und die Un- damaligen Reichstanzlers gefallen. Die Politit des früheren Reichszufriedenheit. Das weiß jeder, nur die Regierung nicht. Was tanzlers ist vielmehr seit seiner Bundestagsgefandtenzeit immer diewill man thun, um der Landwirthschaft die Möglichkeit zu ge- jenige gewesen, es zu prüfen, daß Deutschland für seine ungünstige währen, die Krisis zu überstehen. Die Währungsfrage wäre dazu geographische Lage in Europa eine Kompenſation darin habe, zu rechnen; in den Motiven zu dem Gesetz über die Landwirth daß es am Mittelmeer und Orient fein direktes Interesse habe. schaftskammern sind grundlegende Reformen angefündigt. Aber Jene Aeußerung ist, soviel ich aus den Zeitungen ersehen habe, wird die Landwirthschaft nicht bis zur Durchführung derselben von dem jezigen Reichskanzler gefallen, wobei es mir nur etwas schon verblutet sein? fraglich erschien, ob sie zutreffend ist, weil ja das Brandenburger Abg. Lieber( 3.): Die Landwirthe waren Freihändler Thor auf der anderen Seite liegt, nach Westen führt, nicht nach so lange sie exportirten, die Industrie sucht sich von den Banden Often. Da bisher von anderer Seite eine Richtigstellung nicht des Schutzzolles ein wenig zu befreien, um besser exportiren zu erfolgt ist, so hielt ich mich im Interesse der historischen Wahrtönnen. Die Solidarität der Industrie und der Landwirthschaft heit für verpflichtet, dies nachträglich selber zu thun. Auf den wird dadurch nicht gebrochen. Ich habe für den 5 M. Getreide- Vertrag einzugehen, ist überflüssig, da meine Stellung zu den Abg. v. Heereman( 3.): Die verbündeten Regierungen zoll nur gestimmt, weil der Vorsitzende unserer Fraktion damals Handelsverträgen durch meine Dezemberrede hinlänglich präzisirt haben aus den Verhandlungen ersehen, daß die Mehrheit den erklärte, daß dies der Anfang zur Vertragspolitik sein solle. worden ist. Handelsvertrag mit Rußland nur mit schwerem Herzen bewilligt Fürst Bismarck hat die landwirthschaftlichen Zölle nur einWenn die Landwirthschaft Opfer bringt für das Allgemeinwohl, geführt, um ein Ausgleichsobjekt für Handelsverträge zu haben. dann muß fie gefördert werden auf allen Gebieten, namentlich in Die Landwirthschaft, welche noch 50 Pf. 3oll mehr erhält, als bezug auf das Kreditwesen, in bezug auf die Erbfolge u. f. 1. vor 1887, kann daher nicht sagen, daß sie die Opfer bringen Eine unbegrenzte Erhöhung der Schutzölle ist nicht möglich; es muß. Gegenüber der Geringschäzung der Aufhebung des ist nur möglich, durch Handelsverträge ein gedeihliches Ver- Identitätsnad, weises kann ich sagen: Die einzigen Leute, welche hältniß herbeizuführen, wobei allerdings die Interessen der für die Landwirthschaft wirklich etwas thun, find diejenigen, Industrie und der Landwirthschaft, den konsumirenden und welche für den russischen Handelsvertrag stimmen.( Lebhafter produzirenden Ständen, gegen einander ausgeglichen werden müssen. Widerspruch rechts.) Darüber werden wir uns doch nicht durch das Brandenburger Thor, als einen meiner Ansicht entIn diesem Sinne geben wir der Vorlage unsere Zustimmung. Wir hoffen, daß die Landwirthschaft bald wieder ihren früheren Stand einnehmen wird, sonst würden wir nicht für den Vertrag ftimmen.( Zustimmung im Zentrum.) einigen. " " Abg. Siegle( ntl.) fragt bei dem Staatssekretär des Auswärtigen an, ob nicht Versuche gemacht worden sind, mit Rußland zum Abschluß einer Literarkonvention zu gelangen. Die Erzeugnisse der Kunst und Literatur find in Rußland in keiner Weise geschüßt und unsere Autoren und Verleger dem russischen Nachdrucke bisher schutzlos preisgegeben. Reichskanzler Graf v. Caprivi: Der Abg. von BismarckSchönhausen hat den Satz, der Weg nach Konstantinopel führe sprechenden Ausspruch hier zitirt. In der Sitzung der Kommission Abg. v. Manteuffel( dk.): Daß die Erhöhung des Getreide- für die Militärvorlage habe ich und das ist in der offiziösen zolles auf 5 M. später als Kompensationsobjekt für Handelsver: Presse auch klar gestellt diese Aeußerung als aus einer träge benutzt werden sollte, bestreite ich ganz entschieden. In russischen Quelle kommend dargestellt. Ich bitte den Herrn AbAbg. von Hammerstein( dk.): Der persönliche Hochdruck den Motiven der damaligen Vorlage heißt es:" die Nothlage der geordneten, wenn er mich belehren will, sich besser zu informiren. hat seine Schuldigkeit für den Vertrag gethan.( Beifall rechts.) Landwirthschaft erfordert es, daß die Hilfe, welche durch die Abg. Graf v. Bismarck- Schönhausen: Der Herr ReichsEine unbefangene Würdigung des Vertrages hat noch nicht statt- Vorlage vorgeschlagen wird durch Erhöhung des Bolltariis, unver- tanzler ist nicht anwesend gewesen, als ich sprach, ich würde gefunden. Den Identitätsnachweis hebt man auf, aber die ge- züglich eintritt"( hört! rechts). Damals hatte die Regierung auch von seiner Loyalität erwarten, daß er mir meine Worte mischten Transitläger behält man bei und die Staffeltarife hebt einen 6 m. 3oll vorgeschlagen, würde sie heute eine Bollerhöhung nicht umkehrt. Ich habe ausdrücklich erklärt, Herr Lieber habe man auf. Der Handelsvertrag mit Rußland soll nach Herrn für nothwendig halten bei der gesteigerten Nothlage der Land- diese Worte angeführt als die des früheren Herrn Reichstanzlers v. Marschall ein Markstein sein; aber das Fundament dieses wirthschaft, so würde sie wohl noch darüber hinausgehen. Der und es scheine mir nicht recht glaublich, daß von ihm diese Gebäudes ist von den Erbauern selbst erschüttert, und wir wollen Schwerpunkt der russischen Politit liegt wahrlich nicht in der Aeußerung herrührt, schon wegen des geographischen Fehlers. die Verantwortung nicht auf uns nehmen, daran mitzuwirken. Gröffnung des Handels nach dem Westen, es sei denn, Es stand dies aber in der offiziösen Presse. Ich habe auch aus( Beifall rechts.) Man sagt allerdings, unsere Opposition sei nur daß man durch eine solche Handelspolitik nachher drücklich betont, daß ich dies nur ausgeführt habe im Interesse deshalb vorhanden, weil die Mehrheit gesichert wäre. Machen Sie die andere Politit mit mehr Nachdruck durchsehen will. der historischen Wahrheit. Ich will nicht geschwiegen haben, ( links) doch die Probe darauf, tommandiren Sie die entsprechende Wir müssen diese Handelspolitik bekämpfen. Die Industrie ist damit es nicht heißt, qui tacet, consentire videtur. Zu dem Anzahl ab, sodas ohne uns die Mehrheit nicht mehr geschaffen nicht einmal vollständig zufrieden. Etwas angenehmer berührte Ausfall des Herrn Reichskanzlers gegen mich war gar keine werden könnte; Sie werden erleben, daß wir den Vertrag ablehnen. uns der Ausspruch des Reichskanzlers, daß er jede Vorlage auf Veranlassung, ich wollte mich nur mit dem Herrn Abg. Lieber Der Reichstanzler wird nicht im stande sein, mit der Handels- ihre Wirkung in bezug auf die Sozialdemokratie prüfen wolle. wegen dieses Fehlers, der vielleicht nur ein lapsus linguae war, vertragsmehrheit die Politik des Reiches weiter zu führen. Wir Diese Gepflogenheit hat der Reichsfangler wohl etwas vernach- auseinandersehen. werden unsere Politik weiter verfolgen. Die Solidarität der lässigt. Die Sozialdemokratie würde nicht für die Handels- Generalkonsul v. Lamezan: Bereits 1890-91 ist von Industrie und der Landwirthschaft ist gelockert worden und zwar verträge stimmen, wenn sie ihr schädlich sein würden. Der französischer Seite der Versuch gemacht worden, mit Rußdurch Schuld der Industrie. Ein Markstein wird der Handels: Vorwärts" hat ja schon die Marschroute für später vor land eine Literarkonvention abzuschließen. Vorbesprechungen vertrag allerdings sein, aber ein Leichenstein; auf der einen geschrieben; die Sozialdemokraten werden fruchtbaren Boden finden führten nicht zum Ziele. Rußland hat dem Anschein Seite wird stehen: Hier wurde die deutsche Landwirthschaft zu für ihre Thätigkeit, weil der Bauernstand und mit ihm das nach absolut teine Neigung, auf eine Literarkonvention Grabe getragen, die andere Seite wird eine Zeit lang leer bleiben Kleingewerbe durch die Handelsverträge geschädigt wird. Die mit dem Westen einzugehen, wahrscheinlich von dem Gedanken und dann die Inschrift erhalten: Die deutsche Industrie folgte verbündeten Regierungen müssen doch ein gewisses Grausen vor geleitet, daß es von der ausländischen Literatur viel zu beziehen ihr nach!( Große Heiterkeit.) ihren Bundesgenossen haben. Ich habe bei den Aeußerungen habe. Und so berühmt und beliebt auch die russischen SchriftAbg. Fürst Radziwill( Pole): Der Abg. v. Standy hat in des Herrn Singer das Gefühl gehabt, daß die Herren eigentlich steller sind, ist ihre Zahl doch klein. Es handelt sich namentlich der Rede des Herrn v. Koscielski über den russischen Handels- garnicht im Reichstage sitzen dürften( Lebhafte Zustimmung für Rußland auch darum, die wissenschaftlichen Werke deutscher, vertrag einen Angriff gegen die konservative Partei erblickt, aber rechts), denn sie wollen ja von den Intereffen des Reichs gar- franzöfifcher, englischer 2c. Autoren in seine Sprache übersetzen eine Erwiderung abgelehnt, weil jener Herr nicht mehr Mitglied nichts wissen. Von allen Reden der Regierungsvertreter hat zu können und seiner studirenden Jugend und den Gelehrten die des Hauses sei. Um so mehr fühlen wir uns verpflichtet, uns mir die des Finanzministers Miquel am besten gefallen.( Große Preise dafür nicht zu hoch anzusetzen und durch Autorenhonorare mit den Aeußerungen unseres früheren Mitgliedes für solidarisch Heiterkeit.) Ja, Sie können es uns doch nicht verdenken, daß zu vertheuern. Kurz und gut, wir waren von vornherein von zu erklären, als seine Mandatsniederlegung- was ich ad usum wir uns darüber freuen, daß er ein so großer Freund der der Erfolglosigkeit, mit Rußland eine Litterarkonvention zu der Mitglieder dieses Hauses, der Presse, auch der auswärtigen, Landwirthschaft geworden ist. Er hat trotz der Anerkennung schließen oder Bestimmungen darüber in diesem Vertrage zu berühren möchte unnöthig viel Staub aufgewirbelt hat. Wir der Nothwendigkeit des russischen Vertrages auch anerkannt, daß treffen, überzeugt und haben auch die Sache deshalb gar nicht bedauern, daß wir diesen Herrn nicht mehr unter uns haben, die Landwirthschaft sich in einer Nothlage befindet. Zeigen die angeregt. Das wird aber weiter nicht hindern, wenn später aber die fanguinischen Konsequenzen, welche Freunde und Feinde von ihm angeführten Zahlen nicht, daß die Landwirthschaft Rußland geneigt sein sollte, eine Konvention auf einer annehmau diese Mandatsniederlegung geknüpft haben, werden durch sich in einer schrecklichen Lage befindet? Von einer glück- baren Basis zu schließen, den angedeuteten Weg zu beschreiten. die weitere Entwicklung nicht gerechtfertigt werden. Unserem lichen Lösung des Agrarrechts hängt nicht allein das Wohl Abg. Hirschel( Deutsche Reformp.) verweist ebenfalls auf früheren Mitglied wie uns liegt es gleichmäßig sehr fern, einen der Landwirthschaft, sondern das des ganzen Staates ab. Die den Artikel des Vorwärts", der als eine Folge des HandelsStreit mit der fonservativen Partei provoziren zu wollen. Kompenfationen, welche gewählt sind, genügen uns feineswegs. vertrages die Zunahme der russischen Einwanderung bezeichnet. Abg. von Kardorff( Rp.): Die Haltung der Sozialdemo- Die Aufhebung des Identitätsnachweiſes ist ein Nußen für den Herr Lenzmann hat in der Kommission die russischen Juden als fratie bei der Denkmalsfrage rechtfertigt es, daß wir auch nach Often, aber der größte Theil des Nukens wird wieder fort- eine Landplage bezeichnet. Also die Zunahme der Einwanderung dieser Seite hin mit schwerem Bedenken in die Zukunft sehen genommen durch die Aufhebung der Staffeltarife. Es ist zu aus Rußland, das ist das Ergebniß der Politik des neuen müssen. Niemals ist mit diesem Nachdruck betont worden, daß bedauern, daß die preußische Regierung, der Noth gehorchend, Kurses! sie eine antimonarchische, eine republikanische Partei ist.( 3uruf nicht dem eigenen Triebe, in dieser Frage nachgegeben hat. Ich Abg. Lenzmann( frs. Vp.): Der Abg. Hirschel kam auf die durch der Sozialdemokraten: Immer!) Niemals ist das so offen aus will hier gleich bemerken, ehe die Staffeltarife aufgehrben sein die antisemitische Presse verbreitete, durch den Abg. Richter gesprochen worden wie jetzt. Die internationale Regelung der werden, wird man genöthigt sein, für die durch den Windbruch bereits am Montag widerlegte Behauptung, daß ich in der KomWährungsfrage wäre ein Weg gewesen, um der Landwirthschaft niedergelegten Holzmengen einen Nothstandstarif einzuführen, mission die russischen Juden für eine Landplage erklärt hätte, zu helfen, und in dem Augenblick, in welchem die Regierung damit das Holz billig nach dem Westen geschafft werden kann. zurück. Ich kann die Angaben des Abg. Richter nur bestätigen. diesen Weg einschlagen zu wollen scheint, da wird eine Maßregel Der Landwirthschaftsminister von Heyden hat hinter dem Finanz- Ich habe in der Kommission die ruffifchen Juden nicht als Landergriffen, die im Widerspruch mit einer internationalen Regelung minister erklärt, daß der Reichskanzler Hilfsmaßregeln für den plage bezeichnet, vielmehr erklärt, daß ich diese Bezeichnung nicht der Währungsfrage steht. Sie können sich deshalb nicht Often zuerst angeregt hat.( Auf der rechten Seite des Hauses als richtig anerkennen fönne; wäre sie aber richtig, so würde wundern, wenn wir in unserem ablehnenden Votum beharren! entsteht eine gewisse Unruhe; der Abg. Hahn, der sein der Handelsvertrag eine Verschlechterung der Situation nicht Abg. Thomsen( frs. Vgg.): Schon aus materiellen Gründen Hofpitantenverhältniß zu den Nationalliberalen gelöst hat, erscheint herbeiführen. Es ist also das Gegentheil von dem richtig, was stimmen wir für den Vertrag. Der Großgrundbesitz giebt sich mit seinem Tischkasten auf der Rechten und nimmt dort in den die antisemitische Presse mir nachgesagt hat. hier immer für den Vertreter der Interessen des kleinen Bauern- Reihen der Konservativen Platz; er wird von zahlreichen Kon- Artikel 1 wird darauf angenommen; ebenso ohne Debatte die standes aus. Aber den 5 Millionen fleiner Besitzer stehen ſervativen und auch von den antisemitischen Abgeordneten begrüßt Artikel 2-5, 8-18. 2500 Großgrundbesitzer gegenüber, welche Millionen von und mit vereinzelten Bravorufen empfangen.) In bezug auf den Beim Artikel 19 greift Abg, Graf Mirbach auf die zweite Hettaren befizen. Darin besteht die tiefe Kluft zwischen beiden: Abschluß eines einjährigen Vertrages und in bezug auf die Berathung zurück und bleibt dabei, daß die Aufhebung der der Bauernstand ist schon durch seine ungeheuere Population an Deckung der Zollausfälle hat die Regierung geschwiegen. Die Staffeltarife eine Folge des russischen Handelsvertrages sei. die Scholle gebunden. Weshalb bestehen die Patronate noch, Herabsehung des Bolles für Getreide ist nicht das wesentlichste; Preußen habe seine Staffeltarife aufgeben müssen und Bayern weshalb die Lasten der Armenpflege? Wohin man durch eine das wesentlichste ist die lange Frist. Vielleicht hat die Industrie behalte die feinigen bei, ja man habe sogar für die Durchfuhr falsche Agrarpolitik gelangt, zeigt Mecklenburg. Wir stimmen der eine kurze Blüthezeit; aber ich glaube, es wird ein langer Kaßen- von Baumwolle nach Bayern von der preußischen EisenbahnVorlage zu in der Voraussetzung, daß die Regierung den jetzt jammer nachkommen. Man kann eben mit Rußland nicht so verwaltung neue Staffeltarife verlangt. bestehenden Rollschuß für die Landwirthschaft aufrecht erhält, fontrahiren, wie mit einem andern Staat. Alles steht in Abg. Hammacher( natl.) weist darauf hin, daß die Abso lange die Industriezölle nicht ermäßigt werden. Rußland auf zwei Augen und dazu kommt noch die schaffung der Staffeltarife nicht blos von nicht- preußischen, Abg. Liebermann v. Sonnenberg( A.): E3 fommt hier nicht schwankende Valuta, die jede 3ollermäßigung illusorisch macht. sondern auch von preußischen Interessenten verlangt wurde; der auf Schutzzoll oder Freihandel an, sondern darauf, ob der Zeit- Ich beneide die Leute, welche für den Handelsvertrag stimmen, Antrag Eckels würde wohl im Abgeordnetenhause die Mehrheit punkt für die Handelsvertrags- Politik richtig gewählt war. nicht um die Verantwortung, die sie damit übernehmen.( Bu- auf sich vereinigt haben. ( Buruf rechts: Nein! Zuruf links: Ja!) In dem Augenblicke, stimmung rechts.) wo die Regierung die Heeresreform durchführen wollte, wo Abg. von Stumm( Rp.): Ich bin nicht der Ansicht des große Mehrausgaben bevorstanden, da war es nicht richtig, eine Herrn von Manteuffel, daß die kompensationen der Aufhebung Vertragspolitik durchzuführen, welche Einnahme- Ausfälle herbei- des Identitätsnachweises und der Staffeltarife nichts bedeuten. da alles dazu bereit ist, am 20. März 8 Uhr morgens in Kraft führt. Ist eine Regierungspolitik weise, welche das Geld weg- Für mich sind alle Bedenken geschwunden; in diesen Maßregeln treten. giebt, wo sie daffelbe braucht, die Unzufriedenheit schafft in der liegt ein Ausgleich für alle Schädigungen, die der Vertrag mit Auf eine Anfrage des Abg. v. Hammacher erklärt der Landwirthschaft, dieser festen Säule der Monarchie, die vertraut sich bringen kann. Die Aufhebung des Identitätsnachweises hat Geheimrath Seule, daß mit zwei Ausnahmen Ursprungsder Industrie, der schwächsten Stüße der Staaten? Wir brauchen Herr von Buttfamer gewürdigt durch die Worte: Damit schlägt zeugnisse nicht mehr gefordert werden; für Getreide fallen Bauernheere zur Vertheidigung. Gebe Gott, daß diese Quadern die Stunde der Erlösung für die Landwirthschaft des Ostens. fie fort. unserer Wälle nicht zerbröckelt werden!( Bustimmung rechts.) Die Industrie verlangt keine Vortheile auf Kosten der LandDie Sozialdemokratie hat ihre Negation aufgegeben; sie hat sogar ihre herzliche Abneigung gegen Rußland aufgegeben, sie hat dem Abg. Graf Kanik( dk.): Ich hatte mich eigentlich mit einer Reichskanzler Lobsprüche gespendet. Wir haben den Eindruck, Abg. Singer: Herr v. Manteuffel hat sich darüber beklagt, längeren Rede bewaffnet( Große Unruhe und Gelächter), bedaß die Sozialdemokraten glauben, mit einem unzufriedenen daß ich vorgestern hier antimonarchisch- republikanische Anschauungen schränke mich aber wegen der Geschäftslage auf zwei Punkte. Bauernstande eher fertig werden zu können. In einer Versamm zum Ausdruck gebracht habe und gemeint, daß es eigentlich un- Ich habe schon einmal darauf hingewiesen, daß die Ueberschrift lung in Cottbus hat ein Sozialdemokrat, natürlich ein begeisterter erhört sei, daß Leute dieser Auffassung hier im Reichstag an Artikel des deutschen Tarifs( nach der vom 1. Februar 1892 Anhänger des Grafen Caprivi, es offen ausgesprochen, die sozial- wesend sein tönnen.( Sehr richtig! rechts.) Das letztere faise ab geltenden Faffung)" fehlerhaft ist, weil es sich nur um demokratischen Führer hielten den Grafen Caprivi ganz für den ich als ein schmeichelhaftes Zeugniß für mich auf, daß es mir oft einen Vertragstarif, einen Ausnahmetarif handelt und weil Mann, wie sie ihn brauchen tönnten. Die Junter haben Rück gelingt, die Kreise des Herrn v. Manteuffel mit Erfolg zu stören. hierin mehrere Zugeständnisse enthalten sind, die keines grat gezeigt, das ist gut für die Junker und für die Regierung, Seine erste Aeußerung begreife ich um so weniger, als hier am wegs bereits am 1. Februar 1892 in Kraft getreten denn wenn es ihnen an Rückgrat fehlte, würden sie eine schlechte Bundesrathstische Herren fizzen, welche auf die Republik ver- find. Ich würde die Abänderung beantragen, wenn Stüße für die Regierung sein. Der Vorwärts" meint, die eidigt find.( Beifall und Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) nicht alle Anträge von uns abgelehnt würden, auch Blüthe der Industrie infolge des Vertrages würde von kurzer Die Abgg. Mehner Neustadt( 3entr.), Herbert( Soz.), wenn sie begründet sind.( Unruhe links.) Dieser unser Protest Dauer sein, aber die Arbeiter würden nach dem Westen streben; im v. Viereck und Kruse( Zentr.) beklagen, daß sie durch den soll aber in das Sigungsprotokoll kommen, damit man sich Often würde das slavische Element zunehmen, und dieses müsse dann Schluß der Debatte nicht mehr zum Worte gekommen sind. später darauf berufen kann. Im Militäretat haben wir dies durch die Agitation der Sozialdemokratie bearbeitet werden. Bei der Spezialdiskussion des Artikel 1 erhält das Wort mal den Fonds für Reparaturen und kleine Retablissements von Eine schwere Krisis werde dann folgen. Das sind die Hoffnungen Abg. Graf v. Bismarck: Ich bitte nur für wenige Minuten Kasernen abgelehnt. Zum ersten Mal haben konservative Abder Sozialdemokratie. Auch die Partei des Herrn Richter hofft, um Geduld. Durch den Schluß der Generaldebatte ist mir die geordnete eine Forderung im Ordinarium des Militäretats ab= 11 0 wirthschaft. Darauf wird die Debatte geschlossen. Artikel 19 wird angenommen. Beim Artikel 20 fragt Abg. Nösicke, wann der Vertrag in Kraft treten würde. Preußischer Gesandter v. Thielmann: Der Vertrag wird, Darauf wird Art. 20 genehmigt. Beim Art. 7 und dem anliegenden Tarif bemerkt " gelehnt, obwohl es uns schwer wurde eiuem Minister gegenüber, I mangelhafte sein tönne. Dem beifällig aufgenommenen Vortrage 2. Die Versammlung erwartet, daß die Firma Siemens u. der unser vollstes Vertrauen hat.( Lebhafter Beifall rechts.) folgte eine sehr anregende Diskussion. Reinhard ging in Halste die gerügten Mißstände beseitigt, die lange Arbeitszeit Wir sind aber durch die neue Handelspolitik in eine so mißliche längerer Rede auf das Referat ein, während Freiwald an abschafft, durch welche die Arbeiter physisch und geistig geschädigt Situation gekommen, und es ist uns nicht gesagt, woher die Mittheilungen persönlicher Erfahrungen die schlechte Lage der werden. Die Versammlung erwartet ferner, daß die Firma der Ausfälle der sicheren 3olleinnahmen gedeckt werden sollen. An- Landarbeiter im Speziellen erläuterte. Kun tel meinte, wenn fortwährenden Lohndrückerei und in der Behandlungsweise, die gesichts dieser finanzpolitischen Lage haben wir die Forderung man diese Kreise für unsere Bestrebungen gewinnen wolle, jolle die Arbeiter von seiten der Beamten und Meiſter ju ertragen zu unserm großen Bedauern ablehnen müssen. man möglichst das Gebiet der Religion unberührt lassen. Frau haben, Aenderungen eintreten läßt. Zum Schluß fordert die Nachdem unter großer Unruhe und Unaufmerksamkeit des Rohrlack sprach über die Gesinde- Ordnung und ihre herr- Versammlung die Firma energisch auf, für beffere hygienische Haufes der Abg. Holy( Rp.) gegen den Vertrag gesprochen und lichen Bugeständnisse an die Besitzenden. Bila schildert einige Zustände in ihrem Etablissement zu sorgen, da sich eine ganze darauf hingewiefen, daß die ganze Landwirthschaft gefchloffen örtliche Misstände und theilt mit, daß eine hiesige sogenannte Reihe von Werkstätten in einer geradezu polizeiwidrigen Verdemselben gegenüberstehe, bemerkt Hausfegen- Fabrit ihren Arbeiterinnen den durchschnittlichen faffung befinden. Reichskanzler Graf Caprivi: Ich weiß nicht, ob ich mich Wochenlohn von 4,30 M. zahlt. Frl. Löwenherz gab sodann 3. Die Versammlung protestirt gegen das Vorgehen einiger in einem fundamentalen Frrthum befinde oder der Graf Kanig. Auskunft über den Zweck und die Ziele des Vereins. Eine vom Getreuen des Kapitals, die unter der Protektion der Firma eine Der Kriegsminister hatte gestern den Wunsch geäußert, für die Genossen Runtel eingebrachte und einstimmig angenommene Protest"-Bersammlung gegen die Beschlüsse der Versammlung Unterhaltung der Magazingebäude u. f. w. eine gewisse Summe Resolution versprach das fräftige Eintreten der Versammelten vom 27. v. M. unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zu bekommen und war dafür bereit, eine andere Summe zu für die Interessen des Vereins und überhaupt der Frauen des einberufen haben. Diese Versammlung ist werthlos, da kein opfern, und nun stellte sich das merkwürdige Resultat heraus, Proletariats. Arbeiter der Firma es wagen darf, Mißstände aufzudecken, ohne daß er 760 560 M. geopfert und 789 300 M. bekommen hat. Er hat also dabei ein gutes Geschäft gemacht.( Heiterkeit und Zu Der öffentlichen Versammlung aller im Handels erflärt es vielmehr als die Pflicht aller Arbeiter und Arbeite Gefahr zu laufen, gemaßregelt zu werden. Die Versammlung stimmung links.) gewerbe beschäftigten Hilfsarbeifer und Abg. Graf Kanih: Ich für meine Person habe mich auf Arbeiterinnen( Haus- und Geschäftsdiener, Packer, Backe- innen, sich der Gewerkschaftsorganisation anzuschließen, da nur dieses Tauschgeschäft nicht eingelaffen, ich habe sogar aus der rinnen 2c.), welche, einberufen vom Vertrauensmann Barnewitz, dadurch den gestellten Forderungen ein größerer Nachdruck verliehen wird. Erklärung des Kriegsministers, daß er die eine Forderung eher am 13. bd. M. tagte, lag es ob, Stellung zu nehmen zu der von Mit allen gegen eine Stimme nahm man den Antrag an, missen könne als die andere, den Schluß gezogen, daß man beide der Agitationskommission vorgeschlagenen provisorischen Tages diese Resolution dem Herrn Arnold von Siemens, sowie dem Forderungen ablehnen müsse. Ich bin also über das Rechen- ordnung des ersten Berufskongresses zu Halle a. S., die Wahl dieſe Reſolution dem Herrn Arnold von Siemens, sowie dem Direktor Jakobi zu übersenden. exempel vollkommen im Klaren gewesen. Unser Standpunkt ist der Delegirten zum Kongreffe zu vollziehen, wie auch Beschluß vielmehr, daß wir bestrebt sein müssen, Ersparnisse, wo sie auch faffen über die Feier des 1. Mai. Der vorgedachte Kongreß Reinickendorf. Am Sonntag, den 11. März, fand hier zu finden sind, eintreten zu lassen, nicht blos beim Militäretat, findet statt am 13. und 14. Mai. Die provisorisch vorgeschlagene eine öffentliche Wählerversammlung statt, in welcher der Gesondern auch bei anderen Etats; auch die preußische Kanal: Tagesordnung wurde vom Kollegen Mett- Hannover auf ihre meindevertreter Otto Knauf über tommunale Angelegenvorlage wird von uns rund abgelehnt werden einfach mit Rück- 3weckmäßigkeit hin in einem Vortrage begründet. Gegen die heiten referirte. Redner schilderte die Mißstände in der Geficht auf unsere Finanzlage.( Sehr gut! links.) provisorische Tagesordnung wurden Einwendungen nicht er meinde und forderte am Schluß seiner Ausführungen die Verhoben, jedoch fand eine Spezialdebatte über die Punkte 4 und 5: sammlung auf, nur für die sozialdemokratischen Kandidaten zu Beschlußfaffung über die Form der Organisation und Agitation" ftimmen. Die Diskussion gestaltete sich zu einer recht lebhaften. und Fachpresse" statt. Die Versammlung erklärte sich in einer Hierauf nahm die Versammlung einen Antrag an, der die EinResolution mit der provisorischen Tagesordnung des Rongresses berufung einer Volksversammlung am Abend des 1. Mai vereinverstanden, beauftragte die Delegirten, auf dem Kongreffe für langt. Nach einem Beschluß, auf den Gräbern der Märzden Ausbau der Organisation und der Fachpresse einzutreten gefallenen einen Kranz niederzulegen, wurde die Versammlung und beschloß, denselben kein gebundenes Mandat zu über geschlossen. tragen. Die Zahl der zu entfendenden Delegirten wurde auf fünf feſtgefeßt und als solche gewählt die Kollegen Pinzer, Grauer, Barnewiz, Poliz und Alboldt. Bezüglich der Maifeier wurde beschlossen, sich den Wahlvereinen anzuschließen, einen Theil des Arbeitsverdienstes an die AgitationsKommission abzuführen und zu diesem Zwecke Maimarken drucken zu laffen. Als selbstverständliche Pflicht eines jeden, dem es möglich sei am 1. Mai zu feiern, wurde es erachtet, dies zu thun. Nachdem erstattete Kollege Polis Bericht über die Thätigkeit der Gewerkschaftskommission und wurden zum Schlusse verPreußischer Gesandter v. Thielmann bejaht diese Frage. schiedene gewerkschaftliche Angelegenheiten verhandelt. Kollege Das Schlußprotokoll wird genehmigt. Damit ist die dritte Carl Alboldt gab folgende Erklärung ab:" In Nr. 36 des Berathung erledigt. Ohne namentliche Abstimmung wird der Vorwärts" vom 13. Februar heißt es in dem Versammlungsrussische Handelsvertrag darauf mit der bisherigen Mehrheit ge. bericht, daß mir von einzelnen Bereinigungen Gelder zu Agitations russische Handelsvertrag darauf mit der bisherigen Mehrheit gewecken verabfolgt worden sind. Ich habe hierzu die Erklärung nehmigt. Das Haus nimmt darauf den Etat für 1894/95 in der abzugeben, daß mir für die Berliner Agitation niemals Gelder Schlußabstimmung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten an. von den Vereinigungen ausgehändigt worden sind. Das Geld, Schluß 23/4 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag, den welches die Vereine auf meinen Antrag hin bewilligt haben, hat 5. April, 2 Uhr.( Interpellation Ofann, betreffend den gewerb die Agitationskommission der Hausdiener zc. Deutschlands erlichen Sonntagsunterricht, Interpellation v. Kardorff, betreffend halten und sind diese Gelder in meiner Abrechnung nicht mit die Ausprägung von Silbermünzen und zweite Lesung des Börsen- aufgeführt." fteuergefeges.) Abg. Hammacher findet es begreiflich, daß Graf Kanik die Abstimmung seiner Freunde zu entschuldigen versuche. Abg. v. Manteuffel weist eine solche Anmaßung des Vorredners zurück. Abg. Hammacher macht den Präsidenten darauf aufmerksam, daß Herr v. Manteuffel von Anmaßung spreche. Präsident v. Levehow: Ich habe das nicht gehört, sonst würde ich den Ausdruck gerügt haben. Abg. Graf Kanik: Ich habe unsere Abstimmung nicht entschuldigt oder gerechtfertigt, sondern nur motivirt. Abg. Hammacher: Ich kann keinen großen Unterschied darin erkennen.( Widerspruch rechts). Die Tarife werden genehmigt. Beim Schlußprotokoll fragt Abg. Rickert, ob die Bestimmung, daß die zur Zeit bestehenden besonderen Bestimmungen zur Regelung des Wettbewerbs zwischen Königsberg und Danzig in Kraft bleiben, für die Dauer des Handelsvertrages gilt. Abgeordnetenhaus. 38. Sigung vom 16. März, 11 Uhr. Am Regierungstische: Thielen und Kommissarien. Gingegangen ist ein Antrag des Abg. KrauseKönigsberg( natl.) auf Annahme eines Gefeßentwurfs betreffend die Gleichstellung der Notare mit den anderen Beamten bezüglich der Strafen wegen Nichtanwendung der tarifmäßigen Stempel. In dritter Berathung wurden ohne Debatte angenommen die Gefeßentwürfe betreffend die Errichtung eines Amtsgerichts in der Stadt Ronsdorf, und betreffend die Geltung des Ausführungsgesetzes zum deutschen Gerichtsverfassungs- Gesetz in Helgoland. Es folgt die dritte Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend den Handel mit Antheilen und Abschnitten von Loosen zu Privatlotterien und Ausspielungen. Abg. Arendt( frk.): Al die kleinen Strafgesetze, die wir in den letzten Jahren gegen den Zwischenhandel mit Loosen gemacht haben, sind Flickwerk und beseitigen nicht die Mißstände auf dem Gebiete des Lotteriewesens. Das Lotteriewefen muß des halb gänzlich durch die Gesetzgebung reformirt werden, und zwar nicht nur von Preußen, sondern durch das Reich. Ebenso muß der unwürdige Zustand, der durch die einzelstaatlichen gotterien herbeigeführt ist und dem Rechtsbewußtsein des Volkes wider spricht, durch Schaffung einer Reichslotterie beseitigt werden. Der Gefeßentwurf wird nach einer Polemik zwischen Arendt und von Eynern angenommen. Vorlage, die nach längerer Debatte angenommen wird. Briefkaffen der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( 3wet Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. S. S. Es ist uns nicht bekannt, daß die Sterbekasse Heinau hier eine Filiale hat. Pachlinsch. Die Redaktion wird auch Ihre weiteren Wünsche thunlichst zu berücksichtigen suchen. Aber der Raum! Kreisphysikus. Besprechen Sie die Angelegenheit mit einem sozialdemokratischen Stadtverordneten. Mariannenstr. 2. populi voluntas suprema lex. Münch. Ihr Eingesandt ist doch kein Aufruf. Bringen Sie die Angelegenheit im Verein zur Sprache. Volldampf voraus. 1. Nur mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts. 2. Beschwerde beim VormundschaftsBenthen. Nein. Weisen Sie dem Administrator Ihren C. G. 155. Sier unbekannt. Fragen Sie Ihren ArbeitHausindustrieller 99. 1. ja. 2. ja. richter. Bertrag vor. geber. E. Högel. 1. nein, nicht gesehlich aber moralich. 2. nein. N. N. Nein. Sie machen sich möglicherweise wegen Kuppelei strafbar, wenn Sie das wissentlich dulden. W. S. 66. Der Eigenthümer ist für den Schaden haftbar, wenn er die Bösartigkeit des Hundes fannte. Rob. Scharru. Wenden Sie sich mit Ihrer Frage an den deutschen Generalkonsul in Konstantinopel. deutschen Generaltonful in Konstantinopel. 111. Ja. 6. B. 45. Betreiben Sie die Zwangsvollstreckung. Evs. 270. 1. Nein, wenn sie nicht wissentlich Beihilfe leisten. 2. Nein. 3. Der Wander Gewerbeschein ist Minderjährigen in der Regel zu versagen. 4. Nein. Die Maler, Lackirer und Anstreicher hatten am 13. März eine öffentliche Versammlung nach den Arminhallen einberufen. Der Kollege in referirte über:" Die Werkstellen- Organisation im Malergewerbe". Redner giebt einen Rückblick auf die 1889er Lohnbewegung, die nach Meinung des Vortragenden manche wichtige Bortheile für die Berufsgenossen gebracht hat. Leider wird gegenwärtig in allen großen Werkstätten der 1889 errungene Lohn nicht mehr gezahlt. Um möglichste Besserstellung der Malergehilfen herbeizuführen, resp. das feit dem 1889er Streit Verlorene wieder zu erobern, ist es eine Hauptbedingung, daß hinter diesen Forderungen das Gros der Malergehilfen steht. Redner schlug vor, daß von den Kollegen der einzelnen Wertitellen je ein Vertrauensmann zu wählen sei, der dem Haupt- Vertrauensmann die Mißstände zu unterbreiten habe, um mit demselben über die Art der Forderungen zu berathen. Ebenfalls liegt das Sammeln zum diesem Werkstellen Vertrauensmann und Streif der Agitationsfonds in ob. Werkstelle Kollege Schweiger hält die heutige Versammlung nicht für kompetent, in dieser wichtigen Angelegenheit bindende Beschlüffe ab. für die ganze Malergehilfenschaft zu fassen und beantragt Schluß der Versammlung. Nach kurzem Für und Wider wurde der Antrag Schweizer angenommen. Am Montag, den 2. April findet in den Arminhallen eine öffentliche Versammlung mit der gleichen Tagesordnung statt. = A. R., Noftizftr. 42. Die Klage ist verjährt. 3., Rudolstadt. Fragen Sie einen dortigen Juristen. Gesuch. 1. Ja. 2. Eine besondere Form ist nicht vorgeschrieben. Jede klare Sachdarstellung ist genügend. R. Schlettner. 1. Das Gericht zieht die Forderung nicht 2. Diefelbe ist nicht verjährt. Oranienstr. 38. 1. Nem. 2. Nein. 8. 5. B. 1. Nein. 2. Groß- Görschenstr. 40. 1. G. 100. 1. Der Vertrag ist sofort nach Abschluß giltig. 2. Ja. R. 5. 68. 1. Ja. Wenn Sie für den schuldigen Theil erklärt werden, sonst nein. 2. Nein. D. 3. Strafbar mit Zuchthaus bis zu 15 Jahren. M. 90, Spandau. 1. Ja. 2. Der Wochenlohn haftet bedeutend. Sonntags Vormittag von 10-12 Uhr bei Sparr in der Kollege Lint giebt bekannt, daß er jeden Abend und Stalizerstr. 128 anwesend ist, um Marken und Karten zum nicht. 3. Die Gerichtskosten verjähren in 4 Jahren. 4. Ja. Streit- und Agitationsfonds auszugeben resp. Sammlungen in Die bis zur Rücknahme entstandenen Kosten sind aber ganz unEmpfang zu nehmen. Ohne Debatte werden in dritter Berathung angenommen die Eine gutbesuchte Metallarbeiter- Versammlung tagte Verden. Schicken Sie nur von der Bremer Bürger- Beitung" Gefeßentwürfe, betr. die Abänderung von Amtsgerichtsbezirken, betr. das Ruhegehalt der Lehrer und Lehrerinnen an den öffent am 14. März in Martens großem Saal in der Friedrichstraße. die Exemplare an die juristischen Personen. Sie erreichen damit lichen nichtstaatlichen mittleren Schulen und die Fürsorge für Firma Siemens und Halste, sowie die Herren Willy und Arnold Zu derselben waren sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der denselben Zweck. May H., Prinzen- Allee. Was Ihre Frau mit in die Ehe ihre Hinterbliebenen, und betr. die Abänderung des§ 211 des v. Giemens, Herr Jakobi und die beiden Obermeister aus Char- gebracht hat, haftet nicht für Ihre Schulden, wohl aber für alte Allgemeinen Berggesetzes vom 24. Juni 1865. Es folgt die dritte Berathung der Sekundärbahn eines umfangreichen Beweismaterials, welches ihm von den Ar- Hauswirth aber ein Pfandrecht an den Mobilien der Frau, wenn Verschiedene Petitionen, für Sebung und Entwickelung fammlung zugegangen war, ein Bild von den Lohn- und Ar- geschlossen ist. Dieser kann vor der The notariell, nach der Ghebeitern und Arbeiterinnen genannter Firma seit letzter Wer- bas Nießbrauchrecht des Mannes nicht durch Vertrag ausdes gewerblichen Unterrichtswesens im Sinne der Denkschrift vom beitsverhältnissen bei Siemens und Halske. Seinerzeit gab der Schließung nur gerichtlich gemacht werden. April 1891 Sorge zu tragen, werden der Regierung zur weit verstorbene Werner v. Siemens, der damals mit ihm wegen des ohne Gefahr nicht vor Gericht erscheinen kann, darf sie bean.. 100. 1. Nur wenn ihr Zustand so ist, daß sie möglichsten Berücksichtigung überwiesen. Neunstundentages unterhandelte, der Kommission die Erklärung Die Petition des Zeichenlehrers Koppenh in Viersen ab: sei erst die englische Arbeitszeit eingeführt, würde die Eintragen, in ihrer Wohnung vernommen zu werden. Dem Antrage wegen Ausdehnung des Normaletats für Zeichenlehrer wird der führung des Achtstundentages bald folgen. Dem gegenüber er- ist ein ärztliches Zeugniß beizufügen. Da Sie nicht angegeben flärte nochmals Herr Jakobi, daß jene in Aussicht gestellten Ein- baben, ob die Vernehmung in einer Straffache oder Zivilsache richtungen nicht eingeführt werden können, weil sie ein geschieht, können wir das Gefeß nicht angeben. 2. Nein. Dieser eine Bug F. N. 1 und 2 Ja. Bugeständniß an den Sozialismus bedeuten. Willi 22. 1. Alles gehört dem Manne. 2. Die Ver charakterisirt den Geist, in dem sämmtliche Siemen'sche Werke Abg. Sack( t.) bedauert, daß der Etat verfaffungswidrig verwaltet werden. Biele der zur Berlesung gebrachten Zuschriften mögensauseinandersetzung muß in einem besonderen Prozesse bewiederum nicht vor dem 1. April fertiggestellt werde." Präsident v. Köller: Das Bedauern theilen wir wohl alle, behandelten die fortwährenden Lohnabzüge, die Verlängerung der antragt werden, falls sie nicht gütlich geschieht. In dem Eheaber im Augenblick läßt sich das nicht ändern. Arbeitszeit, die unwürdige Behandlung, ungerechtfertigte Entscheidungsverfahren ist es nicht zulässig. 3. Die Kosten werden Abg. Arendt wünscht eine frühere Einberufung des Land- laffungen, sowie die ganz unverantwortlichen fanitären und zwischen den Parteien getheilt. Abg. Arendt wünscht eine frühere Einberufung des Land- bygienischen Mißstände. Die Kritik, die der Referent an allen einreichen? Wir haben keine Ahnung, ob ein solches Gesuch G. R. 28. Ronnten Sie Ihre Frage nicht etwas früher tages. diesen Zuständen übte, wurde durch wiederholte zustimmende einreichen? Zwischenrufe und lebhafte Bravos unterbrochen. Nach einer Erfolg verspricht. Versuchen Sie es, es toftet ja nichts. Regierung als Material überwiesen. Präsident v. Köller theilt mit, daß die Interpellation des Abg. Arendt( frt.) über die Ausprägung von 22 Millionen Mart Silbermünzen eingegangen ist. Schluß 12½ Uhr. Nächste Sizung Dienstag, den 3. April, 12 Uhr( Kleinere Borlagen, Anträge, Petitionen). Derlammlungen. 10 Minuten langen Pause, bestimmt zur Aufnahme neuer Mitglieder, nahm Herr Kramer das Wort. Unter großer Heiter feit betheuerte er, schon 28 Jahre in der Bewegung zu stehen, jedoch habe er sich seit 1871 nicht mehr um dieselbe bekümmert. Die Bildhauer hielten am 11. März eine öffentliche Ver- aus eigenem Antriebe, so bemerkte Redner, wolle er auch die Dem entgegen aber fammlung ab. Der Kollege Winkler giebt den Anwesenden guten Seiten bei der Firma betonen. zunächst bekannt, daß am 1. Mai Vormittags eine Bildhauer- an der Hand der Maurer- Abrechnung aus dem Vorwärts" be Bersammlung stattfindet. Weiter ersucht er, die streifenden weisen, wozu die gesammelten Groschen der Arbeiter verwendet Steinbildhauer der Firma Schilling noch Kräften zu unterstützen. werden. Gerechte Unmuths bezeugungen, die feine daran geübte Nachdem Kollege Meyer auf die am 2. Osterfeiertag in" Sans- Kritik begleiten, veranlassen ihn, seine Rede zu schließen. Da fouci" stattfindende Matinee aufmerksam gemacht hatte, gab der sich auf wiederholte Aufforderung weder Vertreter noch die Chefs Genoffe Hoffmann die Fortsehung von seinem Vortrage: ber hiesigen und ein Arbeiter der Wiener Werke die im Referat der Firma felbst zum Worte melden, bestätigen einige Arbeiter Die zehn Gebote und die besigende Klasse". aufgestellten Behauptungen. Der Frauen und Mädchen Bildungsverein( Filiale Nachdem ein Antrag angenommen wurde, die Tellersammlung Nord) hielt am 11. d. M. eine Wanderversammlung in Bankow, fortzusetzen und den Ueberschuß den ausständigen Wiener Kollegen Wollantstr. 113, ab. Der Referat über das Thema:" Aus- zu überweisen, wurden folgende Resolutionen einstimmig anbeutung und Erziehung" hatte Frl. Schley übernommen. Die genommen: Vortragende gab einen Ueberblick über den Umfang der Aus- 1. Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des nuzung der Kräfte des städtischen und ländlichen Proletariats Referenten einverstanden; sie erblickt in der Ueberstundenarbeit durch ihre Arbeitgeber resp.„ Herren", und führte aus, daß unter eine schwere Schädigung der Interessen der Arbeiter und Arden obwaltenden Mißständen die Zeit und Kräfte der Eltern so beiterinnen. Will die Firma die Meinung ihrer Arbeiter und ungebührlich in Anspruch genommen werden, daß die Gr Arbeiterinnen ohne Beeinflussung hören, so mag sie dies durch ziehung der proletarischen Kinder nur eine höchst eine geheime Abstimmung bewirken. N. 70. 1. Ja. 2. Für jede 15 M. 3. Alles muß an= gegeben werden, auch was der Pfändung nicht unterliegt. Trauringe find übrigens pfändbar. C. Sch. Ch. 1. Vom Tage des Buschlages ab. 2. Nein. 3. Ja. 4. Wenn die Stundung sich beweisen läßt, nein. Die von Ihnen gestellte Frist war viel zu kurz. Es ist nicht möglich, alle Fragen in nächster Nummer zu beantworten. .K. P. 41. Ihrer Frage ist nicht anzusehen, ob die Eltern noch leben oder nicht, ob sie ein Testament zu gunsten der Schwester gemacht oder ihr jetzt schon die Wirthschaft aufgelaffen haben. Wenn die Eltern noch leben, müssen sie auf müssen Sie vollstrecken. Rückzahlung des Geliehenen bald flagen. Aus dem Urtheil Stuckateur, Schöneberg. Melden Sie den Fall der Lokaltommission. E. G. O. 24. Sie können den Lohn fordern. Die Herr fchaft darf aber ausgelegte Kurkosten davon abziehen. fchaft darf aber ausgelegte Rurkosten davon abziehen. Winkler Wiesenstr. Beschweren Sie sich beim Vormundschaftsrichter und beantragen Sie, daß Ihr Mann an Stelle des jezigen als Vormund bestellt werde. Briefkaffen der Expedition. F. R. Fil. 8. R. 2,60. BUTZ- MARK DER PABAKINDUSTE Arbeiter! Genossen! Kauft nur Cigarren mit der Kontrollmarke der Tabakarbeiter. Nachfolgend verzeichnete Fabrikanten und Händler führen nur Gigarren mit der Kontroll- Schuhmarke der Tabakarbeiter. Händler können nur veröffentlicht werden, wenn dieselben ausschließlich Zum 18. März! Nr. 10 Dr. Lux, Louis Philipp v. Frankreich. Gefronte Häupter. Hente 26 erscheint Gekrönte Häupter Nr. 1( Katharina II. von Rußland). Preis: 20 f. Konfiszirt gewes. Nr. 2( Auguſt der Starke v. Sachsen). Preis: 20 Pf. Wieder freigegeb. Nr. 3( Papst Alexander VI.) 64 Seiten. Preis 20 Pfennig. Nr. 4( Carl Leopold von Mecklenburg) 64 Seiten. Preis 20 Pfg. Nr. 5( Ludwig XIV. von Frankreich) 64 Seiten. Preis 20 Pig. Nr. 6( Philipp II. von Spanien) 64 Seiten. Preis 20 Pfg. 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Zahlstelle Berlin. in 432/9 Vertrauensmänner- Versammlungen: Norden: Mittwoch, den 14. März, Abends 81/2 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Osten: Montag, den 19. März, Abends 81/2 Uhr, bei Keller, Bergstr. 68. Montag, den 19. März, Abends 81/2 Uhr, in den KonkordiaFestsälen( oberer Saal), Andreasstr. 64. Tages- Ordnung in allen diesen Versammlungen: Besprechung über Lohn- und Arbeitsverhältnisse in unserem Gewerbe. Bezirks- Versammlung für Süd- Ost Montag, den 19. März, Abends 81/2 Uhr, bei Hoffmann, Oranienstr. 180. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Verband der in Buchbindereien, der Papier- und Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäft. Arbeiter und Arbeiterinnen, Mitgliedschaft Berlin. Montag, 19. März, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Bolt, Außerordentliche General- Versammlung. Alte Jakobftr. 75( oberer Saal): Tagesordnung: 1. Der Werth der Berufsstatistik. 2. Beschlußfassung in Sachen des Kollegen Schneider. 3. Mitgliedschaftsangelegenheiten(§ 32 Abs. 4 des Statuts). Für Nichtmitglieder kein Zutritt. Mitgliedsbuch legitimirt. 458/16 Der Vorstand. U.S. W. Filiale Berlin. Montag, den 19. März 1894, Abends 81/2 Uhr, bei Scheffer, Inselstr. 10: Monats versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über„ Die Schädlichkeit des denaturirten Spiritus im Vergoldergewerbe". Ein Beitrag zu der vom Bundesrath in dieser Frage veranstalteten Enquete. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme z. Feier des 1. Mai. 4. Stellungnahme zur Lohnfrage. 5. Die Reorganisation der Bibliothek. 6. Gewerkschaftliches u. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist pünktliches und zahlreiches Erscheinen 356/10 unbedingt erforderlich. Die Ortsverwaltung. Korbarbeiter! Deffentl. Versammlung für Männer u. Frauen am 18. Märs, Abends 6 Uhr, bei Boltz, Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: " 1. Fortsetzung des Vortrags über: Die zehn Gebote" vom Genossen A. Hoffmann( Pankow). 2. Diskussion. Nachher: Gemüthliches BeisammenVerein der Maschinisten und Heizer Berlins. finanz. Sonntag, den 18. März, Nachmittags 5 Uhr, in den Armin- Hallen, Kommandantenstraße Nr. 20. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Pinn, Thema wird in der Versammlung be fannt gemacht. 2. Verschiedenes. 3. Aufnahme neuer Mitglieder.- Gäste willkommen. Der Vorstand. J. A.: H. Holz, Mulachstr. 21. und Gäste herzlich willkommen. 203/11 Der Einberufer. Allgem. Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter. ( Filiale Berlin III.) 298/12 Mitglieder Versammlung Maler, Ladirer und Anstreicher. Oeffentl. Versammlung am Sonntag, den 18. März, Vormittags 91/2 Uhr, im Louisenstädtischen Concerthause, Alte Jakobstraße Nr. 37. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März für das Proletariat. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 235/9 Der Vertrauensmann. G. Link. Achtung! Rixdorf! Parteigenoffinnen und Genossen! Am Sonntag, den 18. März 1894, Vorm, 10 Uhr, im Lokale des Herrn Runge, Bergstraße Nr. 133, am Sonnabend, den 17. D. M., Abends 82 Uhr, Manteuffelstr. 46. Tages- Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Delegirtenwahl. 3. Die Beschuldigungen des Mitgliedes König gegen die Ortsverwaltung. 4. Verschiedenes. 2366b E. König ist zu dieser Versammlung brieflich eingeladen. Mitgliedsbuch legitimirt. Die Ortsverwaltung. Achtung, Often! Zur gefl. Beachtung, daß ich 3 MarkHüte in allen Farben, weich und steif, in guter Qual, besser wie in jedem Bazar oder sog. Engros- Verkauf stets am Lager habe. Montag, 26. März( 2. Ofterfeiertag), Vorm. 11 Uhr, im Konzerthaus Saussonci", Kottbuserstraße Nr. 4a: Große Matinee unter gütiger Mitwirkung des Opernfängers Herrn Scheer, des beliebten Humoristen Herrn Baltruschat und einer größeren Anzahl von Künstlern der Meyder'schen Kapelle. Der Ueberich Der Ueberschuß soll zu wohlthätigen Zwecken verwendet werden. Billets à 40 Pf. sind bei Meyer, Streligerstraße 28, 4 Zr.; Stötzer, Waldemarstraße 65, 2 Tr.; im Vereinslofal, Annenstraße 16, sowie in allen mit Plakaten belegten Handlungen und am Tage der Matinee an der Kaffe zu haben. Buchhandlung des„ Vorwärts" Berlin SW., Beuth- Straße 2. Empfehlenswerthe Schriften für die März- Tage. Agitations- Schriften: Bortheim, Mordspatrioten, Zur| Liebknecht, Hochverrath u. Revolu Erinnerung an die deutschention. 148/19 30 Pfg., Porto 5 Pfg. -Robert Blum u. seine Zeit. 6.Sefte à 25 Pfg, geb. 2 Mt., Porto 20 Pfg. Bum 18. März und Verwandtes. 20 Pfg., Porto 3 Pfg. Mary, Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte( Napoleons Staatsstreich am 2. Dez.). 1 Mt., Porto 10 Pfg. Bürgerkrieg in Frankreich.( Rommune 1871.) 30 Pfg., Porto 5 Pfg. Kommunistenprozeß zu Köln, Enthüllung. über- 25 Pfg., Porto 5Pfg. - Karl Marr vor den Kölner Geschwornen, 9. Februar 1849. 15 Pfg., Porto 3 Pfg. Mary- Engels, Kommunistisches 15 Bfg., Porto 3 Pfg. Wolff, Schlesische Milliarde( welche die schlesischen Junker bei Ablösung der Feudalrechte von den Bauern erschwindelt hatten. 20 Pfg., Porto 5 Pfg. 25 Pfg., Porto 5 Pfg. Chartistenbewegung in England. 25 Pfg., Porto 5 Pfg. Deville, Verschwörung Babeuf's. 25 Pfg., Porto 5 Pfg. Kaler, W. Weitling, seine Agitation und Lehre. 40 Pfg., Porto 5 Pfg. Kautsky, Klassen- Gegenfähe von 1789. 50 Pfg., Porto 5 Pfg.Lassalle, Assenrede von 1849 gegen die Anklage, die Bürger zur Bewaffnung gegen die Königliche Gewalt aufgefordert zu haben. 40 Pfg., Porto 5 Bfg Ueber Verfassungswesen.- Was nun? Macht und Recht. 35 Pfg., Porto 5 Pfg. Die franzöfifchen National- Werk- Manifest. ftätten von 1848 und andere kleinere Aufsätze. 15 Pfg., Porto 3 Pfg. Kommune- General Dombrowski, Leben und Thaten des 80 Pfg., geb. 1,50 Mt., Porto 10 Pfg. Siftorische Schriften: Badische Revolution v. 1849. Authen-| Buckle, Geschichte der Civilisation tische Aufschlüsse über die- in England. 2 Bb., brosch. 13,50 M. 1,50 Mt., Porto 10 Pfg. geb. 16,- Mt., Porto 50 Pfg. Becker, Revolutionäre Pariser Jacoby, J. Gef. Schriftenu. Reden. 4 Bd., brosch. 6 Mt., Porto 50 Pfg. Kommune. 1789-94. 58012* Rautsty, Thomas Moore und seine Utopie. brosch. 2 Mt., geb. 2,50 Mt., Porto 30 Pfg. Kolb, Kulturgeschichte der Menschheit. brosch. 16 Mt., geb. 19,50 Mt., Porto 50 Pfg. Lissagaray, Geschichte der Kommune 1871. brosch. 2,50 Mt., Meine besseren Qualitäten wie bisher, nur rrelle Waare zu soliden Breifen. Cylinderhüte, eigenes Fabritat, 6, 8, 10, 12 Mart. 0., Franz Haupt, Hutmacher, Grosse Volks- Versammlung. Grosse Frankfurterstrasse 145. Tages Ordnung: 1. Der 18. März und seine Bedeutung für die arbeitende Klasse. Ref.: Reichstags- Abgeordneter Genoffe Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zur Maifeier. Es ist jeder Parteigenossin und jedes Genossen Pflicht, daß sie in dieser Versammlung erscheinen. 479/19 Die Vertrauensperson. Rob. Köppen. Schöneberg. Sonntag, den 18. März, Vormittags 11 Uhr,' in der Schloß- Brauerei, Hauptstraße 112-114: Große öffentliche Volts- Versammlung für Frauen und Männer. Tages- Ordnung: Vortrag über: Die Bedeutung des 18. März. Referentin: Frau Ihrer Belten. Diskussion. 479/15 Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Der Vertrauensmann. Johannisthal, Nieder- Schönweide und Umgegend. Morgen, Sonntag Nachmittags 3 Uhr, in der Borussia- Brauerei, Nieder- Schönweide, Gr. Volksversammlung für Männer und Frauen. Bitte genau auf Nr. 145 zu achten! Schirme, Müßen, Cravatten, Spazierstöcke. E Die Beleidigung, welche ich gegen Herrn Buying ausgestoßen, nehme ich zurück und erkläre denselben für einen Ehrenmann. 2369b Frau Cuhrt. Artushof, Perlebergerstraße 23( Moabit) steht den geehrten Vereinen zu Fest lichkeiten und Versammlungen zur unentgeltlichen Verfügung. 2364b F Fuchshöhle! Sonntag Vormittag 10 Uhr: Fr. Zwiebelkuchen, ff. Kaffee, Weiß- und Bairisch Bier. Täglich von früh 4 Uhr an geöffnet. R. Bach, 2353b Straußbergerstr. 34 im Keller. Frisch. Kalbfleisch! Keule( ohne Bein) 5-51%, M., Vorderviertel( Bruft u. Cotelettes) 31/ 2-4 M. 9 Pfd. netto inkl. Verpackg. frco. S. de Beer, Emden ( Ostfriesland). Gefl. Aufträge zu Ostern frühzeitig erbeten. 63/6 Allen Kollegen, Freunden u. Genossen zur Nachricht, daß ich Lothringerstraße 41 ein 57882* Weiss- u. Bairisch- Bierlokal 1 Mt., Porto 20 Pfg. Bibliothek politischer Reden( aus der französischen und 48er Revolution). brosch. 1 Mt., dot geb. 1,30 mt., Porto 30 Pfg. Blos, Französische Revolution. brosch. in 20 Heften à 20 Pfg. Prachtbd. 5,50 Mt., Porto 50 Pfg. - Deutsche Revolution. 1848-49. brosch. in 21 Heften à 20 Pfg. Brachtbd. 5,70 Mi., Porto 50 ẞfg. Großer deutscher Bauernkrieg. Prachtbd. 6,80 Mt. Porto 50 Pfg. geb. 3 Mt., Porto 30 Pfg. Mignet, Französische Revolution 1789-1814. geb. 2M., Porto 30 Pf. Schoenlant, Soziale Kämpfe vor 300 Jahren. 4 Mt., Porto 30 Pfg. Gedichte, Romane, Büchner, G., Dantons Tod. 40 Pfg., Porto 5 Pfg. Deutsche Arbeiterdichtung. Gedichte 4 Bände: deutscher Proletarier. 1. Hafenclever, Frohme und Lepp. 2. Audorf. 3. Lavant. 4. Regel. 5. A. Scheu. Dramatisches: Heine, Atta Troll.- Deutschland. geb. 60 Pfg., Porto 5 Pfg. Hendell, Buch der Freiheit. 2 Bd. brosch. à 1,75 m., Prachtbd. 5 Mt., Porto 30 Pfg. Herwegh, Gedichte eines Lebendigen. 4,40 Mt., Porto 20 Pfg. pr. Bd. geb. 1 Mt, Porto à Bd. 10 Pf. Heue Gedichte. 5 Mt., Porto 20 f. Dickens, Bwei Städte. Roman. Regel, Lichtstrahlen der Poesie. 1.20 Mt., Porto 20 Pfg. 3,50 Mt., Porto 20 Pfg. Diederich, Winterfonnenwende. Sozialdemokratisches Liederbuch. 25 Pfg., Porto 3 Pfg. 40 Pfg., Porto 3 Pfg. Dult, Gedichte. Eleganter Pracht Liebknecht, Josua Davidsohn, band 1,50 Mt., Porto 10 Pfg. wahrhaftige Lebensgeschichte. Freiligrath, Gesammt. Dichtungen. 30 Pfg., Porto 10 Pfg. 6 Bde. geb. 13,- Mt., Porto 50 Bfg. Scavola, Französische Revolution. -Gedichte. geb. 4,40M., Porto 20 f. 10 Bfg., Porto 3 Pfg. Heine's Werke, Voltsausgabe. 12 Jahre der Verbannung. 4 Bde. 6 Mt., Porto 50 Pfg. 10 Pfg., Porto 3 Pfg. herausgegeben von Bölfche.-12 Richtdruckbilder in roth. Mappe 6 Bde. 13,50 Mt., Porto 50 Pfg. mit Zert. 1,50 Mt., Porto 30 Pfg. Bei kleineren Bestellungen bitten wir den Betrag in Briefmarken gleich beizufügen, bei größeren per Poftanweisung einzusenden. -UGO Achtung! Putzer und Präger. Achtung! Tagesordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März. Referent: Genoffe eröffnet habe. Gleichzeitig empfehle ich Jahn- Berlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.- Bur Deckung der Unkosten allen Männern der Arbeit meinen träfZur Deckung der Untoften allen Männern der Arbeit meinen träf wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Um zahlreiches und pünktliches Ertigen Frühstücks-, Mittags- u. Abend: Montag, den 26. März( 2. Osterfeiertag), im Lokale des Herrn Der Vertrauensmann. scheinen ersucht tisch. Auch steht den werth. Freunden mein Vereinszimmer, 40-50 Personen Achtung! 2349b Friedrichsberg. Achtung! faffend, zur Verfügung. Große Volks- Versammlung für Männer und Frauen Bam Sonntag, den 18. März 1894, Nachmittags 5 Uhr, im Saale des Herrn Westphal, Frankfurter Chauffee 120. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Der 18. März und seine Bedeutung. Referent: Gen. Franz Berndt. 2. Diskussion. 3. Die bevorstehende Stichwahl. Dasse, Brunnenstr. 154: Grosse Matinée Julius Brüss. für den erkrankten Genoffen Franz Riemer, Präger, und die Familie des Buzzers Carl Woyde. Ein gutgehendes Materialgeschäft mit Rolle sofort zu verkaufen. 58022* R. Dorn, Maybachufer Nr. 1. Achtung! 2359b Achtung! Königsbank. Musikinstrumente. Große Frankfurterstr. 117.( Haase's Salon.) Große Frankfurterstr. 117. AlleBlas-, Streich- u.Schlag339/19 Der Vertrauensmann. instrumente, Spieldosen, 3. Drehen u. felbstspielend, Der Sozialist. Organ aller Revolutionäre. Sonntag, den 18. März 1894( Palmsonntag) 20. Stiftungsfest Mujit- Automaten des Karthaus'schen Gesangvereins( Mitgl. d. Arb.-5.-B.) Grosses Vokal- und Instrumental- Concert, fertigt Aug. Kessler, ausgeführt von der Freien Bereinigung der Zivil- Berufsmusiker unter Leitung 51. Lausigerstr. 51. des Herrn Gartmann, sowie unter Mitwirkung bewährter Spezialitäten. Entree 25 Pfennige. Da uns die März- Nummer( Nr. 11) konfiszirt wurde, so machen wir Polsterwaaren und Möbel, unsere geehrten Leser darauf aufmerksam, daß von heute, Sonnabend Mittag an eine neue Nummer in unserer Expedition zur Ausgabe gelangt. Festrede. Anfang präz. 5 Uhr. Nach dem Concert großer Ball. solide Arbeit, in eigener Werkstatt gefertigt. 5625 Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Billets find in allen A. Hierzu ladet 74( n. d. Morigplay). Freunde und Gönner freundlichst ein. Das Komité. Expedition des„ Sozialist", Alte Jakobstr. 91, Hof 3 Tr. Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin, Drud und Verlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Prinzen, Tapezier und Dekorateur, mit Plakaten belegten Handlungen und an der Kaffe zu haben. 447/13