Nr. 133.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerands: Bierteljährl. 3,30 M, monatl. 1,10 wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pia. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Postabonnements rehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. für NOS W Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. und Stellengesuche Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 151 90-151 97. Sonnabend, den 15. Mai 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 151 90-151 97. Regierungswechsel in Italien. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 14. Mai 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Starke englische Angriffe gegen unsere vor Ypern neu gewonnene Front scheiterten unter schweren Verlusten für den Feind. An Straße Menin- Ypern gewannen wir in Richtung Hooge weiter Gelände. In der Gegend südwestlich Lille griff der Feind nach starker Artillerievorbereitung nur an einzelnen Stellen an, Alle Angriffe wurden abgewiesen. An der Loretto- Höhe und nördlich Arras verlief der Tag verhältnismäßig ruhig. Größere Angriffe des Feindes fanden nicht statt. Unsere Verluste bei der Wegnahme von Carench durch den Feind betragen 600 bis 700 Mann. Ein weiterer Angriffsversuch des Feindes, uns das nordwestlich Berry- au- Bacad genommene Grabenstück wieder zu entreißen, scheiterte abermals. Zwischen Maas und Mosel brach ein feindlicher Vorstoß im Priesterwalde vor unseren Stellungen in unserem Feuer zusammen. Die Insassen eines bei Hagenau zum Landen gezwungenen französischen Doppeldeckers wurden gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplah. Bei Szawle sind die Kämpfe auch gestern noch nicht abgeschlossen worden. Nördlich des Njemen an der unteren Dubissa machten wir bei einem nächtlichen Vorstok 80 Gefangene. Westlich Prasznyiz gelangten Teile des ersten turkestanischen Armeekorps nach viermaligem vergeblichen Ansturm bis in unsere vorderen Gräben. Am Abend war der Feind überall wieder hinausgeworfen. Er hat schwere Verluste erlitten. 120 Gefangene blieben in unserer Hand. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Vortruppen der Armeen des Generalobersten v. Mackensen stehen vor Przemysl und am linken Ufer des unteren San. Rechts und links anschließend sezen die verbündeten Truppen die Verfolgung in Richtung Dolina- Dobromil einerseits und über Polaniec( an der Weichsel)- Kielce andererseits fort. Auch von Kielce bis zur Pilica bei Inowlodz haben die Russen ihre Stellungen nicht zu halten vermocht und sind im schleunigen Abzug nach Osten. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 14. Mai.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Oberste Heeresleitung. Die italienische Krise. Demission des Kabinetts. Die Wendung. Nachdem eine Woche hindurch alle Welt geradezu Bon Stunde zu Stunde mit dem Eintreten Italiens in den Krieg auf der Seite des Dreiverbandes gerechnet hatte, geschieht plötzlich das Unerwartete: das interventionistische Ministerium Salandra reicht seinen Abschied ein. Wir möchten noch immer bezweifeln, daß die Wendung wirklich auf die Rechnung der starten Persönlichkeit des ehemaligen und vermutlich zukünftigen Ministers Giolitti gesetzt werden muß, und nur das können wir ohne weiteres zugestehen, daß Giolitti mit außerordentlicher Geschicklichkeit für sein Auftreten den Moment gewählt hat, an dem die Vorbereitungen für einen Erfolg beson ders günstig waren. Gerade die Tage, an denen das Losbrechen des Krieges nach allgemeiner Meinung nur noch eine Frage von Stunden war, und an denen die Interventionisten den Sieg crrungen zu haben glaubten, brachten viele zur Besinnung. Man merkte plötzlich, daß man unmittelbar vor dem Abgrunde stand, und die Gefahr, mit der man bisher gespielt hatte, erhob jetzt drohend ihr Haupt. Die Anhänger der Neutralität gewannen Boden, und weitere Kreise legten sich ernsthaft die Frage vor, ob es denn eine vernünftige Politik sei, sich in einen Krieg zu stürzen, wenn ohne einen solchen Italien zum mindesten einen großen Teil der Ansprüche befriedigen könnte, zu denen es sich int Hinblick auf die europäische Situation berechtigt glaubte. Es ist ja niemals wahr gewesen, daß das italienische Volf in seiner Maffe den Krieg gewollt hat. Die Schreier in den großen Städten, besonders in denen des Nordens, waren nicht das Volk. Die Masse war und ist weit entfernt von dem Wunsche, am eigenen Leibe zu erfahren, was sie mit Schaudern neun Monate hindurch bei ihren Nachbarn gesehen hat. So fanden die Freunde der Neutralität, an deren Spize dic Sozialisten standen, für ihre Arbeit überall einen günstigen Boden, und mochte ihr abasso la guerra( Nieder mit dem Krieg) auf den Straßen und Pläßen Mailands auch durch das Geschrei der Gegner übertönt werden, so hatten sie doch in der Masse der arbeitenden Bevölkerung eine gewaltige Zahl von Anhängern. Mit einem Male erinnerte sich Italien auch an sein Parlament. Und nun wurde ausgerechnet, daß sich in ihm ja gar keine Mehrheit für den Krieg finde. Die große Mehrzahl der Senatoren ist für die Beibehaltung der Neutralität. In der Deputiertentammer sind fünfzig Sozialisten und fünfzig Klerikalkonservative einem Eingreifen abgeneigt. Giolitti mustert ungefähr 200 Anhänger, so daß bei 508 Mitgliedern hier ungefähr eine Zweidrittelmehrheit für den Frieden vorhanden ist. Kein Zweifel, daß das Stimmenverhältnis verschoben worden wäre, wenn das Kabinett die Volksvertretung vor eine vollendete Tatsache gestellt hätte. Der Rausch der ersten Kriegstage pflegt ber= hängnisvoll zu wirken. Die Demission Salandras bedeutet noch feineswegs die endgültige Neutralität Italiens. Die Gefahr ist 14. Mai 1915 mittags: Der Rückzug des Feindes in Rom, 13. Mai.( W. T.B.) Die Agenzia Stefani durchaus noch nicht vollständig gebannt. Jeden AugenRussisch- Polen dauert fort, er übergreift auch auf die gibt bekannt: Der Ministerrat hat in Anbetracht, daß er blick muß mit neuen Komplikationen gerechnet werden. Abschnitte der bisherigen Pilicafront. Von östlich in bezug auf die Richtlinien der Regierung in der inter- Aber auf alle Fälle wissen wir jetzt, daß es möglich ist, auch solche Petrikau bis zur oberen Weichsel verfolgen die verbün- nationalen Politik der Eintracht und der Zustimmung der Streitfragen, die die nationale Ehre eines oder mehrerer deten Armeen Wohrsch und Dankl den zurück- konstitutionellen Parteien entbehrt, die angesichts des Ernstes Länder berühren, auf dem Wege von Verhandlungen, gehenden Gegner. Ihre Truppen haben im Berglande der Lage erforderlich wäre, beschlossen, dem König seine auf dem Wege von beiderseitigen Zugeständnissen zu lösen. Aller nordöstlich Kielce Fuß gefaßt. Demission zu überreichen. Der König hat sich Wahrscheinlichkeit nach wird das italienische Königreich auch ohne seinen Beschluß vorbehalten. zum Schwerte zu greifen, einen nicht unbeträchtlichen GebietsVor der Armee Erzherzog Josef Ferdinand ziehen sich die Russen in Mittelgalizien über den San zu rück und weichen aus dem Raume Dobromil- Stary -Sambor vor den Teten der Armeen Boroevic und Boehm Ermolli in nordöstlicher Richtung. Unsere Boehm- Ermolli Truppen haben die Höhen südwestlich Dobromil und Stary Sambar unter Nachhutkämpfen erreicht. Dem allgemeinen Vorgehen haben sich nun auch die verbündeten Truppen der Armee Linsingen angeschlossen, die über Turka und Skole vordringen. = Die Schlacht in Südostgalizien dauert an. Starke russische Kräfte sind bis über Obertyn bis nördlich Sniatyn und bis Mahala vorgedrungen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Rom, 13. Mai.( W. T. B.) Meldung der Agenzia zuwachs erwerben können, und Oesterreich findet sich, um einen Stefani. Als Ministerpräsident Salandra heute vormittag Krieg mit Italien zu vermeiden, zu Zugeſtändnissen bereit, die, gelegentlich der Unterzeichnung von Dekreten durch den König wie man sich in der Regel auszudrücken pflegt, die Lebensfrage des mit den Ministern zusammentraf, berief er persönlich einen Staates berühren. Das ist eine Lehre nicht nur für die unmittelMinisterrat auf 3½ Uhr nachmittags. Dieser Ministerrat bar Beteiligten, sondern für die gesamte Welt, eine Lehre vor beschloß die Demission des Ministeriums. Salandra teilte allem für die Staaten, die jetzt in den Krieg verwickelt sind. Ist diesen Entschluß dem König um 7 Uhr abends mit. es nicht möglich, sich in friedlicher Verhandlung über das zu verständigen, was heute zwischen den Nationen noch strittig ist? * Rom, 14. Mai.( W. T. B.) Meldung der Agenzia Stefani. Im Laufe des Vormittags empfing der König der Reihe nach den Senatspräsidenten Manfredi, den Kammerpräsidenten Marcora und Giolitti. Salandra und Marcora beim König. Rom, 14. Mai.( W. T. B.) Wie die Agenzia Stefani meldet, hat der König heute nachmittag nach einander Salandra und den Kammerpräsidenten Marcora empfangen. Das Programm Sonninos. In Depeschen aus Lugano und Zürich teilt die„ Köln. Zeitung" über die Haltung Italiens mit: Sonnino habe am 7. Mai im Ministerrat die Entscheidung über den endgültigen Abbruch der Verhandlungen mit Wien und den förmlichen Abschluß mit dem Drei verband gefordert, sei aber- nach einer Mitteilung des ,, Avanti" in der Minderheit geblieben. Die Folge davon war der Beschluß, das Parlament zu vertagen und Giolitti nach Rom zu berufen. Das Blatt meint, die Diktatur der friegslustigen Minderheit räume das Feld vor dem Recht und den v. Bülow zu Berhindern, der übrigens, wie die Zeitungen HerborBefugnissen der Mehrheit des Parlaments. Die letzten italienischen heben, seine gewohnten Besuche, Ausfahrten und Spaziergänge Meldungen befestigen die Meinung, die Neutralität Italiens fortscht. Aus verschiedenen Städten Ober-, Mittel- und Unterfönne erhalten bleiben. Man scheint damit zu rechnen, daß italiens werden ähnliche Demonstrationen gemeldet. die Mehrheit des Parlaments für die Annahme der weitgehenden österreichischen Zugeständnisse sei. Die Mehrheit der Kammer für die Neutralität. meldet: 0 , Oesterreichische Presse- Stimmen. die Konsequenzen aus der selbstgeschaffenen Zwangslage gezogen. Neue Gefechte in Tripolis. verwundet worden. Westlicher Kriegsschauplah. Der französische Tagesbericht. ergaben sich hierauf dem Korps Emmich. Nach viertägigem Umherirren in den Karpathen ergab sich der General der Infanterie reichischen Truppenteile. Am 8. Mai hatte die österreichische dritte Korniloff am 12. Mai samt seinem ganzen Stab einem öfterArmee Boreovic bereits zwölftausend Gefangene in ihren Händen. General ven Emmich konnte an diesen Tage viertausendfünfhundert melden. Eine schwache ungarische Eskadron hatte schon an 6. Mai, unterstützt von einer deutschen Radfahrabteilung, drei russische Eskadrons aus Krosno hinausgeworfen und damit den ersten Wislofübergang( nicht zu verwechseln mit der Wisloka) in die Hand genommen. In der Stadt wurde viel Sanitätsmaterial und Verpflegung um überhaupt noch den Abzug aus der langen Karpathenfront int Als am 6. Mai die Armee Mackensen die Wislofa überschritter und die erzherzogliche Armee nach der Einnahme von Tarnow den Feind zur Räumung der ganzen Dunajeclinic bis zur Weichselmündung gezwungen hatte, konnte die Durchbruchsschlacht von Gorlice- Tarnow als beendet angesehen werden. Auf einer Frontbreite von hundertsechzig Kilometer war der Feind im Rückzuge; Tripolis, 14. Mai.( W. T. B.) Meldung der Agence Ste- die durchbrochenen Stellungen der Russen lagen schon dreißig Kilofani. Vorgestern nachmittag wurde in der Gegend von Misurata meter hinter dem Sieger, der auf der ganzen Linie die Verfolgung cine aus Infanterie und Kavallerie zusammengesezte Abteilung durch aufgenommen hatte. Diese zeitigte auf der weiten Front die Dem Berl. Tageb1." wird aus Lugano vom 14. Mai ge- Auf italienischer Seite find elfSoldaten gefallen und an den rechten Flügel Mackensens vorgehende österreichische Korps Aufständische heftig angegriffen. Der Angriff wurde abgeschlagen. schönsten Früchte. Am 6 Mai nachmittags stellte das im Anschlusse Die Giolitti Organe ,, Tribuna“ und„ Stamba" drei Offiziere und neunundzwanzig Soldaten in dem Karpathendorfe Thalia die russische 48. Division, machte melden, über dreihundert Abgeordnete und hundert dabei einen General, einen Obersten und gegen dreitausend Mann Senatoren hatten Giolitti ihre Zustimmung zur zu Gefangenen und nahm dieser Division sechzehn Feldkanonen, Friedenspolitik erklärt. Da die Kammer fünfhundertundacht sechs ganz neue Feldhaubizen, zahlreiche Munitionswagen und Kriegsgerät aller Art ab. Am 7. Mai erschienen die Reste dieser Mitglieder zählt, steht also bereits weit über die Hälfte auf der Seite der Neutralität. Die ,, Stampa" berechnet soDivision auf der Höhe von Hyrowa Gera vor den Truppen des Generals v. Emmich. Von einem deutschen Parlamentär aufgegar, daß drei Viertel der Kammer für Giolitti seien. Mittlerweile Paris, 14. Mai.( W. T. B.) Amtlicher Bericht fordert, sich zu ergeben, erklärte der Divisionskommandeur, dies ventilieren die Sozialdemokraten die Absicht, beim König von gestern nachmittag. Nördlich Arras haben könne er nicht tun, legte sein Kommando nieder und verschwand eine Audienz zu erbitten, um den König persönlich über das wir am Mittwoch abend und in der Nacht vom Mittwoch mit seinem Stabe in den Wäldern. Dreitausendfünfhundert Mann Friedensbegehren des Bolles aufzuffären. Der Sozialist Enrico Ferri war bereits beim König in Rom. Bisher sind drei- zum Donnerstag einen glänzenden Erfolg davon hundert und fünfzig Deputierte in Rom cinge- getragen. In Notre Dame de Lorette, wo wir Herren einer troffen. Geheime Kräfte, deren Identität für den Kenner der Feldschanze und der Kapelle sind, hatten wir in einem großen Verhältnisse aber nichts weniger als ein Geheimnis ist, waren Viereck von Schüßengräben und Schanzarbeiten, welches füdinzwischen int ganzen Lande in fieberhaftester Bewegung, lich der Kapelle liegt, einen sehr heftigen Gegenangriff aus um eine Volksstimmung zu schaffen, die der Regierung eine scheinbare zuhalten. In dem Viereck entspann sich ein erbitterter Kampf, Basis für extreme Entschlüsse im Kriegssinne bieten soll. Der eng der die ganze Nacht dauerte. Am Vormittag blieben wir lische Botschafter Rennel Rodd brachte den ganzen Tag auf gänzlich Herren des Vierecks, nachdem wir dem Feinde äußerst der Konsulta zu. Er hielt Sonnino förmlich unter Sequester, während die bekannten Ententeagenten die Presse mit verzweifelter Energie hohe Verluste beigebracht hatten. In der Nacht erstürmten bearbeiteten. Die Ententeleute und ihre Freunde wissen, daß es, wir ebenfalls das gesamte Carency und das Gehölz nördlich nachdem gegen alles Erwarten eine starke neutralistische Bewegung der Höhe 125. Das Dorf und das Gehölz waren besetzt von erbeutet. In engster Zusammenarbeit mit deutschen Truppen erwacht ist, von den allernächsten Tagen abhängt, ob Italien gegen einem Bataillon des 109. und einem Bataillon des 136. In- wurden dem Feinde am 8. Mai auch die das Ostufer des Wislok uns marschieren wird oder nicht. Um Italien mitzureißen und die fanterieregiments, sowie einem bayerischen Jägerbataillon und beherrschenden Höhen entrissen. Die Garde fand auf ihrem Vorneutralistische Bewegung zu überrennen, bedarf es aber eines förm sechs Pionierkompagnien zu 300 Mann. Diese Truppen hatten marsch zum Wislof neun russische Geschüße und einundzwanzig lichen Bürgerkrieges. Allerdings würden sich die Interventionisten aus Carency und dem Gehölz am Hügel 125 eine furchtbare Munitionswagen, die der Feind auf seiner eiligen Flucht stehen keinen Augenblick scheuen, des äußeren Krieges megen den Bürgerkrieg Schanze gemacht. Obwohl der Feind durch die Verluste der gelassen hatte. Die Besatzung von Odrzhken, die der Garde den zu entfesseln vorausgesetzt, daß ihnen Giolitti keinen Strich durch vorigen Tage an Toten, Verwundeten und Gefangenen start lebergang über den Fluß streitig machen sollte, ergab sich. Die die Rechnung macht. geschwächt war, leistete er doch die ganze Nacht in dem Zahl der Gefangenen betrug am 8. Mai 3000. Am nächsten Tage „ Tribuna" mahnt zur Besonnenheit. Labyrinth von Blockhäusern und Gräben verzweifelten Wider ergaben sich einem Garderegiment, das bei Tropic überraschend Rom, 14. Mai.( W. Z. B.) In Besprechung der Krise fordert stand. Mit Tagesanbruch war der Widerstand gebrochen. Offiziere, dreitausend Mann und sechs Geschüße wurden genommen; T. einer feindlichen Nachhut in den Rücken gekommen war, zwölf " Tribuna" jedermann auf, das edle Opfer der Mäßigung Wir waren Herren der Stellung. Unsere Truppen töteten im Zu dieser Tagesbeute traten an anderer Stelle zweitausend weitere Offiziere, dreitausend Mann und sechs Geschüße wurden genommen; au bringen und alles Heftige und Maßlose im Ausdruck der Mei- Bajonettkampf etwa 100 Deutsche und machten 1050 zu Ge- Gefangene, acht Maschinengewehre, ein Geschütz und mehrere genungen zurückzudrängen, damit eine vernünftige Erwägung der fangenen, darunter etwa dreißig Offiziere, einen Obersten füllte Patronenwagen. Bei der Armee des Erzherzogs stieg die Lage ermöglicht und die moralische Einheit des Landes nicht gestört sowie den Kommandeur des Jägerbataillons. Am Süd- Gefangenenzahl bis zum 9. Mai abends auf zwanzigtausend Mann. merde, die, auch im heftigsten Streit der Meinungen, um der ausgang von Souchez wurden unsere Stellungen vom Vor der Armee Boroevic ging der Feind aus den Karpathen eiligit Sicherheit, der Größe und der Zukunft des Vaterlandes willen auf- Feinde heftig angegriffen; wir behaupteten sie. In Neu- in nordöstlicher Richtung zurück. Er hatte also auch seine anfängrecht erhalten bleiben müsse. ville schritten unsere Angriffe im Dorfe und nördlich davon lich bestandene Absicht, die Wisloklinie zu halten, unter dem Druck merklich fort. der unaufhaltsamen Verfolgung der Verbündeten aufgeben müſſen. Im Norden bemächtigten wir uns des Weges wenn es am 9. und 10. Mai bei der Armee Madenſen noch zu Wien, 14. Mai.( W. T. B.) 3um Rüdtritt Salandras schreiht an den Steinbrüchen von Neuville nach Givenchy und ge einem größeren russischen Angriffe fam, so erfolgte dieser nur, das„ Neue Wiener Abendblatt": Das Ministerium hat wir gestern früh nur den südlichen Teil. Durch unseren An- Flusse halten zu können. In der Gegend von Sonok zogen die wannen so einige hundert Meter. Jm Dorfe selbst hielten Der Rücktritt scheint die Möglichkeit einer freundschaftlichen Aus- griff nahmen wir spät am Mittag das Ortszentrum Haus um Ruffen zwei eilig zusammengeraffte Divisionen zusammen, mit einandersetzung mit Italien auf dem Wege von Zugeständnissen zu Haus. Die Deutschen sind an das Nordende zurückgeworfen, denen sie am 9. und 10. Mai zum Angriff auf Besko und die dortiverstärken. Die öffentliche Meinung Oesterreich- Ungarns bringt welches wir umschließen. Der Mut und die Ausdauer unserer gen Höhen schritten, während sie weiter nördlich etwa eine Division, dem Werte der Friedenserhaltung und den Notwendigkeiten der Lage Truppen war bewindernswert. Im Priesterwald nahmen dabei zwei Regimenter der Festungsbefazung von Przemysl, zu des Volkes volles Verständnis entgegen. Die Neue Freie wir gestern eine neue Reihe deutscher Schüßengräben. einem Gegenstoß gegen österreichisch- ungarische Truppen ansetten. Bresse" sagt: Die Demiffion darf als ein Zeichen für die ErstarParis, 14. Mai.( W. T. B.) Amtlicher Bericht griffs, war ein völliges Miglingen, wobei einem der aus Przemysl Das Ergebnis dieses letteren, in Richtung Krosno geführten Anfung der Friedenskräfte in Italien gelten. Die Entente wird noch jetzt alle Hebel in Bewegung seken, um Italien in ihr Lager hinüber von gestern abend: Die belgische Armee wurde ver- gekommenen Regimenter achtzehnhundert Gefangene und zwanzig zuziehen. Wir hoffen jedoch, daß dies nicht gelingen und daß die gangene Nacht auf dem rechten serufer vieder angegriffen, Maschinengewehre abgenommen wurden. Die russischen Angriffe äußerst wichtigen Entscheidungen der nächsten Tage den Glauben sie warf aber den Feind zurück, welcher beim Rückzug mehrere auf Besto endeten mit schwerer russischer Niederlage. Nachdem an eine friedliche Lösung nicht erschüttern werden. In änhlichem hundert Tote auf dem Gelände zurückließ. Nördlich von der Ansturm abgeschlagen war, 500 tote Ruffen vor der Front Sinne schreiben auch die übrigen Blätter. Arras erzielten wir neue bedeutende Ergebnisse. Die Ein- lagen, gingen die Truppen des Generals von Emmich zum Angriff Studententumulte im Vorsaal der Kammer.nahme von Carency ließ viel Material in unsere Hände fallen, über.k welches noch nicht abgeschätzt werden kann. Man zählt darunter Völlig geschlagen wichen die Russen nunmehr eiligst auf Rom, 14. Mai.( W. T. B.) Meldung der Agenzia Stefani. givei 77- Millimeter- Geschüße, eine 105- Millimeter- Haubige, zwei bündeten große Ereignisse zeitigte. An vielen Stellen ergaben sich Sanok zurück, wobei die Verfolgung durch die Kavallerie der VerHeute vormittag versammelten sich einige Sundert inter 210- Millimeter- Mörser, ein Dutzend Minenwerfer, eine große die Russen, so vor allem auf den Höhen und in den Wäldern jüdventionistisch gesinnte Studenten in der Universität, begaben sich nach der Piazza di Monte Citoria, brangen in den Zahl Maschinengewehre, 3000 Gewehre und große Vorräte lich Besfo. Das Kampffeld bot hier noch in den nächsten Tagen Vorsaal der Kammer ein und zertrümmerten die von Granaten und Patronen. Im Gehölz des Hügels 125 ein düstercs Bild. In ununterbrochener Reihe zogen sich hier die Scheiben der Eingangstüren und die Fenster der fanden wir die Leichen dreier von unserer Artillerie ver- start ausgebauten russischen Schüßenlöcher hin. In jedem dieser Vorderseite. Den anwesenden Abgeordneten und Dienern der nichteter Kompagnien. Nachmittags beschoß der Feind er vielen Hunderte von Löchern lag, teilweise noch horizontal angeKammer gelang es, den Borsaal der Kammer von den Demonstranten gebnislos Carency; im Besitz von Carency rückten wir schlagen, je ein Gewehr mit dem aufgepflanzten Bajonett, in der zu säubern, worauf diese sich entfernten. Infolge dieser Vorfälle gegen Norden vor, wo wir uns Ablains und Saint Brustwehr waren umgekehrt eingesteckte Gewehre zu sehen, an deren wurde der Polizeikommissar, dem die Bewachung des Nazaires bemächtigten, welches wir ganz inne haben Schaft weiße Feßen gebunden waren. So hatten ganze Bataillone Palastes der Kammer obliegt, auf Weifung des Ministers des außer einigen Häusern am Dstrande, tapituliert. 6200 Gefangene, 6 Geschüße, 7 Munitionswagen fielen am Dstrande, in welchen der in die Hände der dort siegreichen Truppen der Verbündeten. Die Innern seines Amtes enthoben. Sein Dienst wird vom Kampf fortdauert. Wir machten mehrere Hundert Ge- Russen waren jetzt in vollen Rückzuge nach dem unteren San. Quäftor persönlich übernommen werden. fangene. Der Feind ſteckte, indem er sich zurück Die ganze 8. russische Armee räumte die Karpathen; aber auch nörd zog, die Hälfte des Dorfes in Brand. In Neu- lich der Weichsel wichen die Russen von der Nida in östlicher Richville St. Vaast nahmen wir neue Häusergruppen im fung zurück. Die Wirkung des gelungenen Durchbruchs machte nördlichen Teil des Dorfes ein. Die Zahl der er sich jetzt bereits auf einer Frontbreite von über 300 Kilometerit Rom, 14. Mai.( T. 11.) Der Abgeordnete Bertolini, beuteten großfalibrigen Geschütze und Haubigen beträgt 17. geltend. Während die Nachbararmeen ihren Rüdzug noch in verStolonialminister im legten Kabinett Giolittis, jezt Giolittis In den Argonnen bei Bagatelle Bagatelle warfen wir zwei hältnismäßiger Ordnung vollziehen konnten, hatte die Auflösung Vertrauter und Gesinnungsgenosse, wurde gestern von der Volksmenge, die ihn in einem Straßenbahn- deutsche Angriffe zurück, einen des Nachts, den andern einen hohen Grad erreicht. Völlig durcheinandergeraten wälzten der geschlagenen Armee Radko Dimitricws am Tage. Letzterer war sehr heftig. Die heute mittag sich deren Reste in nordwestlicher Richtung zurück. Die 49. russische gemeldeten Erfolge im Priesterwalde brachten uns in Division vermochte von ihrem ganzen Bestande nur mehr 4 Ge Besitz der letzten deutschen Organisation, welche in diesem Walde schüße zu retten, eine faufajische Division brachte von 36 Stanonen noch Widerstand leistete. Die Gesamtheit der Stellung ist in noch 9 zurüd. Dazu waren die russischen Verbände völlig durch unseren Händen. einander geraten, da die Befehlsführung und die Aufrechterhaltung der Verbindung der Truppenteile untereinander gänzlich versagt hatte. Das rechte Flügelforps der Armee des Erzherzogs Joseph London, 14. Mai.( W. T. B.) General French meldet: Der Ferdinand stellte an einem einzigen Verfolgungstage Gefangene Stampf östlich 9pern dauert fort. Durch das heftige Bombon 51 verschiedenen russischen Regimentern fest. Am Abend des Rom, 14. Mai.( W. T. B.) Anläßlich der Ankunft d'Annunzios bardement, das heute auf den nördlichen Teil des Wegs nach Meenen 10. Mai war die Gesamtzahl der Gefangenen, die die verbündeten hatte sich eine mehrtausendföpfige Menge am Bahnhof versammelt. gerichtet wurde, wurden einige unserer Laufgräben vernichtet, was eere in Westgalizien gemacht hatten, auf über 100 000 gestiegen; Bia Cavour, wo die Wohnung Giolittis liegt, war zwar abgesperrt, eine zeitweilige Verlegung unserer Linie nötig die Zahl der genommenen Geschüße betrug eftva 80, die der erbeuteten Maschinengewehre über 250. allein den Demonstranten gelang es, die aufgestellten Truppen zu macht. Inzwischen ist die 2inie jedoch wiederhergestellt. beuteten Maschinengewehre über 250. durchbrechen und vor dem Hause Giolittis eine lärmende Demonsiration zu veranstalten. Um die Menge zu zerstreuen, wurde Nüchterne Auffassung in England. Kavallerie herbeigerufen, die, gegen die Demonstranten losstürmend, London, 14. Mai.( W. T. B.) Die Daily Mail" schreibt: von diesen umringt und bejubelt wurde. Die Polizeioffiziere grüßten Einige wenige von uns beginnen einzusehen, daß unsere gegenmit gezogenem Säbel. Vor dem Hotel„ Regina", wo d'Annunzio wärtige ungeheure Aufgabe nicht ist, die Deutschen zurückzudrängen, Petersburg, 13. Mai.( W. T. B.) Der Große Am 11. Mai folgten unsere abgestiegen war und von dessen Balkon er zu der Menge sprach, sondern uns zu behaupten, wo wir sind. Augenblicklich ist Truppen in der Gegend von Szamle dem Feinde weiter die nach Aussage von Teilnehmern etiva siebentausend Personen Deutschlands Stern im Steigen. Das Blatt ſagt weiter: auf den Fersen, der sich im Rückzuge befindet und in südwestbetrug, scheint fein besonderer Zwischenfall vorgekommen Tatsächlich sind die Berichte des deutschen Hauptquartiers in der licher Richtung aus der Stadt Szawle zurüdgeworfen wurde. Auf dem Wege nach der Wohnung Salandras, Regel wahrheitsgemäß; außerdem werden sie mit großer Pünktlich- Auf dem linken Ufer des Niemen und auf der Front des wo sich den Demonstranten ebenfalls vergeblich Truppen entgegen- feit ausgegeben. Die deutschen Angriffe beginnen gewöhnlich Narews herrscht fast allgemeine Ruhe. gestellt hatten, verwundete einer der Demonstranten einen Polizei- bei Tagesanbruch, und abends werden die Berichte durch die Welt agenten. Dagegen gelang es der Menge nicht, den Weg nach dem telegraphiert. Quirinal zu erzwingen. Auf dem Wege nach der Piazza Venezia, wo die österreichische Botschaft beim Vatikan liegt, kam es zu Ausschreitungen von Studenten und anderen jugendlichen Elementen, aber auch hier war es den Demonstranten nicht möglich, ihr Ziel zu erreichen. Die Piazza Colonna war bis Mitternacht abgesperrt. In der Umgebung der Villa Malta waren starke Kavallerieabieilungen aufgestellt, um Demonstrationen gegen das Palais des Fürsten Belästigung des früheren italienischen Kolonialministers. magen bemerkte, angegriffen und schwer mißhandelt. Bertolini wurde schließlich von einem Offizier aus der Lebensgefahr gerettet. d'Annunzios Ankunft in Rom. Rom, 14. Mai.( T. U.) Gabriele d'Annunzio traf vorgestern abend hier ein und wurde von einer wohlvorbereiteten Demonstration der Interventionisten empfangen, die Hauptsächlich einen Giolitti feindlichen Charakter trug. zu sein. Frenchs Bericht. Die russischen Meldungen. Generalstab meldet: Auf dem linken Ufer der Weichsel südlich von Sochatschem ging in der Nacht eine russische Infanterieabteilung über die Bzura, eroberte nach Bajonettkampf mehrere deutsche Schüßengräben und machte einige Gefangene, darunter einen Offizier. Deutsche Versuche, unsere Truppenverschiebung in den Gegenden füdlich Skierniewice und an der Rawa aupt- anzugreifen, wurden abgeschlagen. Die Kämpfe in Westgalizien. Berlin, 14. Mai.( W. T. B.) Aus dem Großen quartier wird uns über den weiteren Verlauf der Operationen der Verbündeten in Westgalizien folgendes geschrieben: In West galizien zogen sich unsere Truppen am 10. Mai weiter nördlich zurück in der Richtung auf Ruoato " vizk(?) bis zu den ihnen vorgeschriebenen Stellungen. Die Schwere japanische Artillerie für Rußland.eneight boch ernſte Bolitifer ſein, benen er antworten sollte. Leider ausdrückten, habe er gedacht, die beiden Briefschreiber könnten feindliche Offensive wird durch unsere Gegenangriffe gehindert. Paris, 14. Mai.( W. T. B.) Der ( W. T. B.) Der Temps" erfährt aus hätten die Herren vergessen, Namen und Adresse beizufügen. Er In der Richtung des Uszoker Passes und am Stryi wurden österreichische Angriffe mit großen Verlusten autorisierter Quelle, daß Japan schwere Geschütze moderner tönne daher die Antwort nur öffentlich erteilen. Der Gesandte erklärte dann:„ So sehr ich die Beweise treuer für den Feind zurückgeworfen. Bei der unteren Rojanka Bauart an die russische Front sandte. Das Geschütz, welches sprengte der Feind mehrere Minen in der Nähe von unseren von Oberst Ogata erfunden ist, kann in vier Teile zerlegt werden, Freundschaft für Deutschland schätze, denen ich hier täglich begegne, Schüßengräben und unternahm dann eine Offensive gegen welche von je vier Pferden gezogen werden können. 29 japanische fo fern liegt es mir, Leute, die anders denken, in ihrer inneren die benachbarten Abschnitte. Es gelang ihm, einen Teil des Artillerieoffiziere begaben sich zur Bedienung der Ueberzeugung beeinflussen zu wollen und um ihren Beifall zu Erdtrichters zu besetzen. Durch einen wuchtigen Angriff ge- Geschütze nach Rußland. lang es unseren Truppen, die Desterreicher dort zu verjagen. Sie flüchteten in Unordnung unter Zurücklaffung von mehreren hundert Toten. Wir machten zahlreiche Gefangene. Der türkische Krieg. Die Ueberlebenden des„ Goliath". Amsterdam, 14. Mai.( W. T. B.) Hiesige Blätter melden dem Haag, daß 20 Offiziere und 150 Mann von dem englischen Panzerschiff„ Goliath" gerettet wurden. aus werben. Wir führen diesen Krieg nicht für die Zuschauer, sondern um unsere Eristenz gegen einen an Zahl vielfach überlegenen, mit Wilden aller Erdteile verbündeten Feind zu sichern. Die Mittel, zut denen wir greifen, werden uns von der Notwendigkeit vorgeschrieben. In der Gegend der Gebirgsfette Javonif westlich der Alle Ereignisse können von zwei Seiten betrachtet werden. Das Lomnica ergänzten wir unseren Erfolg durch eine ener sollten Nachdenkende beachten, che sie ihr Urteil fällen. So wäre gische Offensive. Der Feind erlitt dort zahlreiche Verluste es vielleicht flüger und gerechter, mit der Entrüstung über die und ließ mehr als 5000 Tote auf den Hängen der GebirgsTorpedierung der„ Lusitania" zurüdzuhalten, bis die Untersuchung fette zurück. vollendet. Wer über den Untergang der„ Lusitania" urteilen will, In der Gegend jenseits des Dniestr auf der Front der sollte den Hungerkrieg nicht vergessen, der gegen unsere Frauen Obertyn Czernowiß, auf einer Breite von mehr als 60 Werst und Kinder geführt wird und dem zu begegnen wir kein anderes gingen unsere Truppen zur Offensive über und schreiten mit Mittel haben, wie den Unterseekrieg. Er sollte auch die deutschenr großem Erfolge fort, indem sie dem Feinde große Berluste Erklärungen über die Armierung des Dampfers und die erwiesene zufügen und seine zahlreichen Versuche, uns durch GegenAngabe, daß er 5400 Kisten Munition an Bord hatte, nicht einfach ongriffe aufzuhalten, abschlagen. Wir machten hier viele ad acta legen, weil sie von einer anderen Seite bestritten werden. Gefangene. Im Laufe des 10. Mai zählten wir mehr Amtlich. Berlin, 14. Mai 1915.( W. T. B.) Aus Die Neutralität verpflichtet nicht dazu, alles, was von unseren als 5000 Mann; außerdem nahmen wir 6 Ge- dem Bericht des Untersee bootes, das die Lusi- Gegnern fommt, gläubig hinzunehmen und charaktervoll zu vers schüße, 8 Maschinengewehre sowie viel tania" zum Einken gebracht hat, ergibt sich folgender Sach- treten." Kriegsmaterial. Der Feind räumte in seinem eiligen verhalt: Das Boot sichtete den Dampfer, der keine Flagge Rückzuge das ganze linke Ufer des Dnjestr und wich seitlich führte, am 7. Wai 2 Uhr 20 Minuten M.- E.- 3. nachmittags, Antideutsche Exzesse in Johannesburg Zur Lufitania"-Affäre. Wie die Torpedierung erfolgte. der Stadt Zalesczyki aus. Petersburg, 13. Mai.( W. T. B.) Der Große General- an der Südküste Irlands bei schönem, flarem Wetter. Um sta b gibt bekannt: Die Deutschen beschränken sich nicht mehr dar- 3 1hr 10 Minuten gab es einen Torpedoschuß auf„ Lufiauf, die Tatsachen zu entstellen, sondern sie erfinden sie von Grund tania" ab, die an Steuerbordseite in Höhe der Kommandoaus. Man kann nicht verstehen, wie die Deutschen behaupten brücke getroffen wurde. Der Detonation des Torpedos folgte fönnen, daß sie bei Swedniti am Niemen vier bis fünf unmittelbar eine weitere Explosion von ungemein starker russische Bataillone umzingelt hätten, nachdem sie ihnen eine Nieder- Wirkung. Das Schiff legte sich schnell nach Steuerbord über lage beigebracht hatten. Die Wahrheit ist, daß der sich in der und begann zu sinken. Die zweite Explosion muß auf eine Gegend der Dubiza vollkommen passiv verhaltende Feind sich Entzündung der im Schiffe befindlichen Munitionsmengen zuSwedniki näherte, wo es feine besiegten russischen Bataillone gab, rückgeführt werden. sondern Truppen, die noch gar nicht gefochten haben. Ebenso falsch ist die deutsche Meldung, wonach die Deutschen einen mit starken Kräften an der Pilica unternommenen russischen Angriff abgewiesen haben wollen. In dieser Gegend herrschte vollkommene Ruhe. Es ereignete sich dort nur ein erfolgloser Versuch der Deutschen, den Fluß bei Koslowo zu überschreiten. Der stellvertretende Chef des Admiralstabes. gez. Behn dc. Das Unterhaus über die Internierung der Ausländer. und Kapstadt. Johannesburg, 14. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reuterscher Bureaus. Gestern vormittag begann die Menge wieder Kundgebungen gegen die Deutschen zu veranstalten. Die deutschen Juwelierläden wurden geplündert und zerstört. Erst am Nachmittag hörten die Unruhen wieder auf. Der Justizminister erließ einen Aufruf an die Bürger, in dem er erklärte, er verstehe die Ursachen für den Ausbruch der Unruhen vollständig; er ersuche aber die Be völkerung, vernünftige Selbstbeherrschung an den Tag zu legen und die Regierung bei der Wiederherstellung der Ordnung zu unters ſtützen. Rabitabf, 14. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Auch hier fam es gestern zu deutschfeindlichen Kundgebungen. Ein halbes Duhend deutscher Läden wurde angegriffen und in Brand gestedt. Die Polizei war Glaubwürdiger ist der österreichisch- ungarische Heeresbericht London, 14. Mai. Unterhaus.( W. T. B.) Premierminister dem Mob gegenüber machtlos. Die Menge hält selbst Ordnung, über den österreichisch- ungarischen Erfolg bei Zaleszchdi am Asquith teilte mit, daß noch 40000 Ausländer, darunter nur in einem Falle versuchten Farbige zu plündern. Der Versuch Dniestr, obwohl er auch die Zahl von etwa hundert Gefangenen 24 000 Männer aus feindlichen Ländern, sich in Eng- wurde sofort vereitelt. Die Regierung erließ eine Erklärung, daß und Verletzten auf 3500 erhöht. Indessen ist es doch notwendig, land frei bewegen. Die Regierung beantrage, alle erwachsenen fie Maßregeln erwäge, um der neuen Lage gerecht zu werden, fie ihn durch die folgenden Angaben zu ergänzen: Schon am 10. Mai männlichen Personen wegen der Sicherheit des Landes zu inter- müsse aber erst die Reichsregierung befragen. ergriffen unsere Truppen die Offensive und nahmen Zaleszcydi. Die Russen errangen einen beträchtlichen Erfolg nieren oder, wenn sie das militärische Alter überschritten haben, nach an der Lomnica, wo sie die feindliche Offensive an der Bergkette von der Heimat zurückzuschicken. Frauen und Kinder würden, Internierung aller männlichen Ausländer. Jawornik anhielten. In der Nacht vom 10. zum 11. Mai wurde wenn es die Umstände gestatten, nach Hause geschickt werden. In Loudon, 14. Mai.( W. T. B.) Der Parlamentseine der Divisionen des Feindes bei seinem überhafteten Rückzuge vielen Fällen würde es ein Gebot der Gerechtigkeit und der Mensch korrespondent der„ Daily News" meldet, daß das kabinett vollkommen vernichtet. Unsere Kavallerie trug an der Grenze der lichkeit sein, ihnen zu gestatten, im Lande zu bleiben. Bukowina auf dem rechten Ufer des Dnjestr einen glänzenden Er- Es werde eine besondere Kommission gebildet werden, um die An- beschlossen habe, alle feindlichen Männer zu interfolg über die feindliche Infanterie davon, die eine befestigte Stel- sprüche auf Befreiung von der Repatriierung zu erleben. Wannieren. Frauen und Kinder sowie Naturalisierte sollen nicht lung innehatte. Bei Tagesanbruch bahnten sich die Dontosaten am denke nicht daran, die Naturalisierten, die etwa 10. Mai einen Weg durch die Drahtverhaue und jagten die Oester- achttausend Mann zählen, zu internieren. Ausnahme= interniert werden. reicher aus drei Linien von Schüßengräben. Inſere Kavallerie fälle würden besonders behandelt und die Möglichkeit Der Krieg und die Kolonien. machte 2000 Gefangene und erbeutete eine Batterie, Maschinen- au internieren. Bonar Law hieß die Vorfüge deraman Botha erklärt die Besehung von Deutschbohrte sich in die auf dem Rückzug befindlichen feindlichen Massen, geschaffen werden müssen, in Fällen von Notwendigkeit und Gefahr Vorschläge Regierung gewehre, mehrere Minenwerfer und einen Zug von Munitions- gut und sagte, es sei klar, daß das Land erregt sei daß wagen. leicht die Kontrolle über dasselbe verlieren könnte. Niemand wünsche ungerecht mit dem Feinde zu verfahren, aber das Land müsse fühlen, daß die Frage behandelt werde. Nach der Niederlage der Deutschen in der Gegend von Mitau und Rossienii läßt sich die strategische Lage bei Szawle genauer bestimmen. Die bei Mitau, Bonioweg und Kowno begrängten Deutschen entschlossen sich zu einer verzweifelten Maßnahme. So faßten fie den Plan einer entscheidenden Offensive in der Gegend von Szawle, während sie gleichzeitig am 8. Mai den Bahnhof von Jeimh besetzt hatten. Nachdem unsere Kavallerie am Abend des gleichen Tages mit der bayerischen Kavallerie einen Zusammenstoß gehabt hatte, schlug sie diese in wilde Flucht und holte sie am 9. Mai mittags an dem Uebergang bei Kratimom ein, nachdem sie fünfzig Werft zurückgelegt und zwei Gefechte geliefert hatte. Das Scheitern des deutschen Ueberfalls in unserem Rücken wird notgedrungen den Gang der Operationen in der Gegend von Szawle beeinflussen. Die deutsche Niederlage bei Jeimy läßt den Glauben zu, daß die Deutschen sich in der Gegend von Szamle noch verstärken werden. Die Entdeckung, daß hier ein Regiment preuhischer Garde festgestellt wurde, läßt vermuten, daß ein ganzes Gardekorps aus dem Elsaß hierher gesandt werden wird. Ausschreitungen gegen die Deutschen in England. Südwest für gesichert. London, 13. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus.) In Windhuf wurde umfangreiches Eisenbahnmaterial erbeutet. Nach Hissung der englischen Flagge wurde für das ganze eroberte Gebiet das Kriegsrecht proklamiert. Dann dankte General Botha den Truppen für ihre Selbstaufopferung und legte ihnen die Verantwortung, die auf ihnen ruhe, ans Herz. Er sagte, die Errungenschaften seien von größter Bedeutung für das Reich, da der Besik von ganz Deutsch- Südwest- Afrika faktisch ge= sichert sci. * Gefecht in Deutsch- Ostafrika. Die internationale sozialistische Frauenkonferenz. In der Zeitschrift Labour Woman"( Arbeiterfrau) ers London, 14. Mai.( W. T. B.) Die Ausschreitungen gegen die Deutschen, die in London am Dienstag begannen, wurden gestern mit vermehrter Gewalttätigkeit fortgesetzt und ereigneten fich ins besondere in zahlreichen Stadtvierteln des östlichen und nördlichen London. Hunderttausende von Menschen nahmen daran teil oder waren mit den Ausschreitungen sympathisierende Zuschauer. In einigen Seitenstraßen der Commercial Road Windhuk, 14. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen wurde kaum ein Laden verschont. Der angerichtete Schaden wird Bureaus. Die deutschen Streitkräfte zogen sich auf 20 000 Pfund Sterling geschäßt. Der Mob war nicht zufrieden nach Nordwesten zurück. Der Siz der Hauptstadt damit, die Türen und Fenster einzuschlagen, sondern verwüstete wurde nach Grootfontein verlegt. auch das Innere der Häuser. Die Treppen wurden in Stücke zerhackt, die Wände und Zimmerdecken zerstört, die Läden gänzlich Petersburg, 13. Mai.( W. T. B.) Meldung der ausgeplündert, ehe die Polizei erschien. Alle bewegliche Habe, Petersburger Telegraphen- Agentur. In den Kämpfen Pianinos, schwere Möbel, Betten und Bilder, selbst Kleider wurden London, 14. Mai. Das Reutersche Bureau meldet aus Livingzwischen Weichsel und den Karpathen am 8. und geraubt und in Wagen, Handkarren und Kinderwagen fortgeschafft. it one vom 11.: Eine Abteilung nordrhodesischer Schüßen 9. Mai auf einer Front von 55 Werst zwischen Wielonol und Die Läden und Häuser wurden unter einem Steinhagel gestürmt, und eine Polizeitruppe griffen am 17. März eine deutsche Nowotanies beabsichtigten die Deutschen unsere Front zu die Türen in kürzester Zeit eingeschlagen. Oft war das Haus Patrouille schwarzer Truppen ohne deutsche Offiziere in durchbrechen. Der Plan war einfach und beruhte auf der innerhalb zehn Minuten vollständig ausgeraubt. Unter den Ge- einem mit Pallisaden versehenen Dorfe siebzehn Meilen von Fife außerordentlichen Geschwindigkeit des Handstreichs. Ein Keil plünderten befanden sich viele Deutsche, die seit Jahrzehnten in entfernt an. Der Feind leistete mutigen Widerstand, wurde aber follte in der Gegend von Krosno durch sieben Divisionen deut- der Nachbarschaft wohnten. Es wurde kein Unterschied zwischen überwunden und verlor achtzehn Tote und dreißig Gescher Elitetruppen auf einer Breite von 20 Werst eingeschlagen deutschen Staatsbürgern und Naturalisierten gemacht. Au fangene. merden, nach starker Vorbereitung durch schwere Artillerie. biele englische Läden wurden geplündert. Die Polizei war anfangs Außerdem befanden sich für diese Operationen und als Ersaß machtlos. Niemand hinderte die Plünderer, mit ihrem Raube abzuauf dieser Front sechs andere Divisionen. Unsere Armee stand ziehen. Tausende von Männern, Frauen und Kindern zogen von vor einer erdrückenden feindlichen Uebermacht 2aden zu Laden. Erst der berittenen Gendarmerie gelang es, die mit denselben Kräften wie vorher. Die Gesamtfront, 8 Tage Aufrührer zu zerstreuen. Nachts wurden die Angriffe im Osten scheint ein ausführlicher Bericht über die internationale Konferenz nach dem Beginn dieser Operationen, hatte eine Breite von Londons erneuert. Ein Laden soll dort in Brand gesteckt worden ungefähr 60 Werst. Unsere Feinde zogen drei Viertel der fein. Unter den Plünderern im nördlichen London befand sich eine sozialistischer Frauen, die bekanntlich Ende März in Bern stattöſterreichischen Armee und den neunten Teil sämtlicher deut- beträchtliche Zahl von Soldaten des Arish- Service- Corps. Der in gefunden hat. Die Berichterstatterin Dr. Marion Phillips schen Reservetruppen erster Linie sowie die Hälfte sämtlicher Liverpool an den Gebäuden angerichtete Schaden wird auf fügt die folgenden Bemerkungen hinzu: deutschen Reserven der zweiten Linie zusammen; in derselben 40 000 Pfund Sterling geschäßt. Nachmittags wurden 150 Deutsche Kameradschaft zu geben, die den ganzen Kongreß durchdrang. Es ist „ Es ist nicht leicht einen Begriff von dem lebhaften Gefühl der Gegend wurden noch acht Divisionen, welche früher an der weds Internierung verhaftet. Auch in Newcastle fanden Ausfonderbar und doch ist es absolut wahr, daß es niemals ein so allAus- Kameradschaft zu geben, die den ganzen Kongreß durchdrang. Es iſt serbischen Front standen, heraufgeführt und mehrere neu- schreitungen statt. Die Londoner Polizeigerichte verurteilten die gemeines Gefühl der Freundschaft und solche Einmütigkeit unter den sonderbar und doch ist es absolut wahr, daß es niemals ein so allgebildete österreichische Divisionen. Außerdem wurden von dem westlichen Kriegsschauplaz auf den östlichen 20 Infanterie- meisten zu Geldstrafen und verpflichteten sie, sich künftig gefeßlich zu Arbeiterfrauen und sozialistischen Frauen der europäischen Länder dem westlichen Kriegsschauplak auf den östlichen 20 Infanterie- verhalten. In einem Falle wurde eine kurze Haftstrafe mit Zwangs gegeben hat, als wir sie während dieser Woche empfanden.... Divisionen, 8 neugebildete Divisionen und 9 Divisionen herübergeschickt. Unsererseits nahm auf einer arbeit verhängt. Auch im Süden und Südwesten Londons tam es Kein Lob könnte hoch genug sein für die freundliche Hilfsbereitschaft Front, deren Breite auf ein Fünftel der Gesamtfront zu zum Aufruhr gegen die Deutschen. Großen Anteil an der Berber Bertreterinnen der neutralen Nationen, aber wir fühlten un= schäßen ist, an dem Hauptschlag eine einzige von unseren störung und Plünderung hatten die Frauen und Kinder. Armeen teil. Die Deutschen errangen feinen taftischen Erfolg. Daily News" ist das einzige Blatt, das den Mut besitzt, bedingt den größten Wunsch, denen aus dem feindlichen DeutschDer Schlag, den unsere Reservetruppen in der Gegend von mit aller Schärfe gegen diefe pogroms gegen die and unsere Freundschaft zu bezeugen, und mit ihnen fraterniSarmiez gegen die feindliche Flanke führte, gestattete glück- Deutschen aufzutreten. Sie macht die Hege eines Teils der Bresse fierten wir natürlich am meisten. Denn es wird der Tag kommen, licherweise unserer Armee, eine vorteilhafte Stellung ein- dafür verantwortlich. Diese sei eine öffentliche Gefahr und dürfe und wir hoffen, er wird bald tommen, daß wir mit der deutschen zunehmen. Es gelang uns, unsere Umgruppierung von der Regierung nicht geduldet werden. Das Blatt erflärt die Nation Frieden machen werden, und von unserem gegenseitigen Verständnis und unserer Sympathie wird die Wohlfahrt Europas in zu vollziehen und Stellungen einzunehmen, welche die Internierung aller Deutschen für unmöglich. hohem Maße abhängen." Furcht vor einem späteren Rückzuge vollständig ausschließt. Unsere Armee hat erhebliche Verstärkungen erhalten und ist Eine Zurückweisung norwegischer Presse= bollkommen bereit, eine gute Stevanche zu nehmen. Der R ii dzug unserer Truppen einschließlich der Trainkolonnen bollzog sich in vollster Ordnung. Die feindlichen Verluste sind sehr groß und übersteigen 100 000 Mann. Man muß be- von Oberndorff hat der norwegischen Presse eine Bern, 14. Mai.( W. T.B.) Die eidgenössische Staatsrechnung für 1914 merken, daß zur Zeit, wo unsere Truppen die Gebirgs- Mitteilung zugehen lassen, worin er darauf hinweist, er habe ergibt rund 78 Millionen Einnahmen und 101 Millionen Ausgaben, abschnitte besetzt hielten, welche der Feind heute besitzt, die in den letzten Tagen zwei Schmähbriefe erhalten. Er sei schon mithin ein Defizit von 23 Millionen Franten. Darin feindlichen Communiqués diese Abschnitte als ohne Bedeu- versucht gewesen, fie im Papierkorb verschwinden zu lassen. Als er find die Mobilmachungskosten nicht enthalten, die tung bezeichneten. aber gesehen, daß einzelne angesehene norwegische Blätter sich bis Ende 1914 rund 100 Millionen Franken erreichten. angriffe. Kristiania, 14. Mai. Der kaiserlich deutsche Gesandte Graf I " Die Rolle, die den Frauen bei der Friedensarbeit zufällt, ist hier richtig gekennzeichnet. Defizit im schweizerischen Budget. Todes- Anzeigen Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau des Kollegen Netzker, Berta, geb. Krusch Andrasstraße 40, Bezirk 4 verstorben ist. 73/11 Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmittags 2 Uhr, von der Zeichenhalle des Markustirchhofs in Wilhelmsberg aus ſtatt. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Paul Putkunz Adolfstr. 8, Bezirk 2 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes, Müllerstraße Ecke Seestraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 73/11 Die Ortsverwaltung, Gesangverein Birkenwerder. ( M. d. D. A.-S.-B.) Als Opfer des Weltkrieges ist unser treuer Sangesbruder Paul Bautz am 6. Mai im Alter von 38 Jahren gefallen. Stumm schläft der Sänger in Feindesland. Leicht sei ihm die Erde! 17115 Der Vorstand. Ilgemein- Verfchiedenes ATruftreie Cigarettenfabrik. MANOLI ZIGARETTEN Deutschlands führende Marke BOSNIA CIGARETTEN Etwas ganz Besonderes MAL- KAH Company Berlin N. 20 Pankstr. 65. Fordert nur Verband der Bureauangestellten Ortsgruppe Groß- Berlin Am 11. Mai verstarb plöglich unser Kollege Max Dochow ( Abteilungsvorsteher bei der Lagerei- Berufsgenossenschaft). Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 15. Mai, nachmittags 4 1hr, von der Kapelle des Südwest- Kirchhofes in Stahnsdorf aus statt. Um zahlreiche Beteiligung der Kollegen ersucht Die Ortsverwaltung. Gesangverein ,, Gesundbrunner Harmonie". Am Dienstag, den 11. Mai, verstarb unser Sangesbruder, der Gastwirt Paul Putkunz Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter August Mausolf am 12. d. Mts. im Alter von 67 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Reich enhalle des Jakobi- Kirchhofes, Hermannstraße aus statt. 63/17 Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern die traurige| Nachricht, daß unsere Kollegin, die Albumarbeiterin Anna Beuster nach schwerem storben ist. am Die Beerdigung findet Sonnabend, den 15. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes, Seestraße, Ecke Müllerstraße, aus statt. 58/14 Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung unserer lieben Tochter und Schwester fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere den Leiden ge= am Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 15. Mai, nachmittags 22 Uhr, von der Halle des Emmaus- Kirchhofes, Neutölln, Hermannstraße, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 23/4 Die Ortsverwaltung. Möbelfabrik ,, Fortuna" Eingetragene Genossenschaft mit be schränkter Haftpflicht SO 36, Heidelberger Str. 75/76. Laut Beschluß der außerordentlichen Generalversammlung vom 7. Mai cr. löst sich unsere Genossenschaft auf. Gläubiger haben ihre Forderungen einzureichen. 103/5 Die Liquidatoren. Gustav Berger. Gustav Schön: burg. Richard Wolf. Pfingst- Angebot Grosse Posten Sommer- Ulster zu ganz besonders billigen Preisen. Auch Elegante Anzüge fertig und nach Mass Teilzahlung gestattet! Julius Fabian Schneidermeister Gr. Frankfurter Strasse 37 II Turmstrasse 18 I Kottbuser Str. 14 II Verband der Sattler u. Portefeuiller Ortsverwaltung Berlin. Da das Lokal von Bartsch, Neukölln, HermannLehrerinnen und Mitschülerinnen straße 49( früher Hoppe) im Laufe der letzten Woche sowie den Mitgliedern der 8. M.- A5t. geschlossen wurde, haben wir die Zahlstelle für Neudes Turnvereins" Fichte" unseren kölln nach dem Lokal von herzlichsten Dank. A Wilhelm Gunst nebst Frau und Kind. 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Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen n. Unterhaltungsbl. Dr. 133. 33. Iahrgaug. KeilM des LswSck" Kerlaer DsldsdlM. Zonnadknd, 15� Ma: 19!5. La grande Italia. Das Jahr 1870 hat in Italien anders als in Deutschland die nationale Einheitsbewegung nicht zum Abschluß gebracht. In Savoyen und Nizza, im Kanton Dessin, auf Malta und in Südösterreich leben zwar viel weniger Italiener als Deutsche in Oesterreich-Ungarn, Rußland und der Schweiz. Trotzdem blieb der Jrredentismus besonders in Norditalien und in der akademischen Jugend lebendig. Sein Ziel ist die Befreiung der Italia irredenta, des unerlösten Italiens, vom Joche der Fremdherrschaft. Er richtet sich viel weniger gegen Frankreich als gegen O e st e r r c i ch- U n g a r n.� Tiesem hatte der Wiener Kongreß die Vormachtsstellung in Italien eingeräumt. Venezien und die Lombardei waren österreichische Provinzen, in Parma, Modena, Toskana residierten öfter- reichische Erzherzöge. Wie diesseits der Alpen niußtc auch jenseits die nationale Bewegung die österreichische Vorherr- scbast zertrümmern, um den Einheitsstaat zu griinden. Wäh- rend sich aber Deutschland und Oesterreich-Ungarn vollkommen versöhnten und einen Bund schlössen, der den Namen in Wahr- heit verdient, ist Italien, das nach der Besetzung von Tunis durch die Franzosen dem Dreibund am 20. Mai 1882 beige- treten war, stets ein loser Geselle gewesen, der einen Flirt mit der schönen Marianne mehr als einmal in all seiner Süßig- keit vorkostete. Tie Erinnerung an die Herrschaft des öfter- mchischen Polizeistaates verlor sich nicht leicht aus dem Ge- dächtnis und hinderte die Einbürgerung des Dreibundes in der öffentlichen Meinung. Aber am stärksten befruchtete den Jrredentismus das Streben nach der sichernden Grenze. Das Trientiner Land springt wie eine Bastion in die lombardische Tiefebene vor, durch das Frisulcr Loch sind Kelten, Germanen und Hunnen eingebrochen und können auch heute noch öfter- reichische Armeen eindringen, die italienische Ostkiiste hat keinen einzigen natürlichen Kriegshafen und bietet die schön- sten Landungsgelegenheiten. Zwar ist auch Biserta, die tune- fische Seefestung Frankreichs, sehr fatal. Es sperrt ebenso, wie das englische Malta, die Passage aus dem westlichen in das östliche Mittelmeerbecken. Aber die Erinnerung an die fran- zöstsche Kriegshilfe im Jahre 1859, die stammverwandte Kultur und Sprache, die Gemeinsamkeit vieler politischer Jnsti- tutionen milderten nicht selten auftretende. Gegensätze. Dazu schien Oesterreich die Linie des geringeren Widerstandes an- zudeuten. In der Diskussion über Salandras erste Regie- rungserklärung zur europäischen Krise rief der bekannte Pro- fessor der Nationalökonomie an der Neapolitaner Universität, Arture L a b r i o l a, aus:„Illusionen sind wahrlich nicht am Platz: Italien ist eine wunderbare ethnische und nationale Einheit! aber zum Unglück fehlen ihm die militärischen Gren- zan. Man kann sagen, der Eingang zu unserem Haus ist nicht in unseren Händen. Biserta, Malta, Cattaro und Pola um- fassen Italien, das gleichsam blockiert ist." Ter Jrredentismus, der Tricnt und Trieft für Italien fordert, ist heute noch eine kräftige politische Tendenz. Aber er ist im letzten Jahrzehnt nur ein Teil des neuen ita- lienischen Nationalismus geworden, der nicht mehr allein im Namen des nationalen Naturrechtes die Ein- gliederung aller Italiener in den nationalen Staat verlangt, sondern bewußt das nationale Prinzip der alten guten Zeit in den Hintergrund drängt, die Ausdehnung Italiens ohne Rücksicht auf die Sprachgrenzen begehrt und dafür neue Argu- mente ins Feld führt. Italien ist eins der dichtest bevölkerten Länder Europas. Auf einen Quadratkilometer kommen in Italien 121, in Deutschland nur 120, in Oesterreich-Ungarn gar nur 76 Einwohner. In Europa sind nur Belgien, Holland und Großbritannien dichter bevölkert. Tie Auswanderung -ist kolossal. Im Jahre 1912 suchten 710 000 Italiener in der Fremde das tägliche Brot, das ihnen die Heimat versagte. Zwar kehren viele nach harten Arbeitsjahren in ihr Vater- land zurück, aber die Zahl der ausgewanderten Italiener, die, über die ganze Erde verstreut, in der Fremde dauernd seßhaft geworden sind, beträgt über 5 Millionen, weit mebr als in allen Provinzen der Italia inmdsnta wohnen. Der neue italienische Nationalismus will diese Millionen Auswanderer dem Vaterland erhalten. In Deutschland ist die Auswanderung sehr ringe- schrumpft. Die industrielle EntWickelung hat immer mehr Arbeiter absorbiert und Deutschland sogar aus einem Aus- Wanderer- in ein Einwandererland verwandelt. Italien hat nicht die Wahl des Caprivi-Wortes:„Wir müssen Menschen exportieren oder Waren." Italien kann keine Waren in so großen Mengen exportieren, um sich seinen Ueberschuß an Menschen zu erhalten, weil es weder Kapital noch Kohle hat, die Ausnützung der Bergflüsse für die Gewinnung motori- scher Kraft vielleicht nicht ausreicht, jedenfalls aber der In- vestition großer Kapitalien bedarf, die nur aus dem Ausland zufließen können. Bleibt die Kultivierung der brachliegenden Ocdflächen und die Steigerung des Fruchtertrages durch Anwendung aller Mittel der modernen Agrikulturchemic. Vor wenigen Tagen zeigte der„Avanti" unter der Spitzmarke:„Das un- erlöste Italien" Garibaldi auf dem weiten Campo Romano stehend, den Späten in der Hand, wehmütig auf das öde Land blickend. Großzügige soziale Meliorationen verlangen aber viel Zeit, und Geld, und der politische und soziale Widerstand der besitzenden Klassen macht sich geltend. Immer ist' von diesen die Expansion vorgezogen worden, um den Zwang zur sozialen Reform im Inland auszuschalten. Der glorreiche tripolitanische Feldzug war der erste Triumph des Nationalismus. Italien gewann aber im Kriege mit her Türkei mehr, als eS ursprünglich wollte: Wichtige In- seln im Aegäischen Meer, deren Besitz nur vorübergehend sein sollte, aber dauernd geworden ist, und die Stellung Italiens im östlichen Mittelmeerbecken sehr verstärkt hat. Im Dezember 1314 erfolgte die Besetzring Valonas, die ebenfalls so gut wie definitiv ist. und deren Bedeutung gar nicht unterschätzt wer- den kann. Italien hat damit auf dem Balkan Fuß gefaßt und die. Kontrolle üb�x das Adriatische Meer gewonnen. Tie Sehnsucht der Nationalisten gebt aber weiter: Sie spielen mit dem Gedanken einer Neugriindung des Balkanbundes nach berühmtem Vorbild, aber mit Italien als Vormacht, und sehen in Kleinasien das langbegehrte Siedelungsland. Denn auch die leidenschaftlichen Enthusiasten kann Lybien nicht voll befriedigen. Ter italienische Nationalismus hat, darin liegt seine Stärke, eine soziale Note. Klassisch hat Corradini seinen Ideengehalt formuliert:„Was der Sozialismus für das Pro- letariat, bedeutet der Nationalismus für das Jtalienertum: Die Waffe zur Befreiung von unerträglichem Druck. Was dem Proletariat die Bourgeosie ist, das sind uns, ohne Unter- schied, die Franzosen, die Deutschen, die Engländer und die Amerikaner, die Argentinier wie die Dankees: die Reichen, unsere Feinde." Der Alt-Jrredentismus kann durch das österreichische An- gebot befriedigt werden; der neue Nationalismus nicht. Bleibt Italien bei seiner Neutralität, so siegt, paradox gesagt, der Jrredentismus; tritt es in den europäischen Kon- flikt ein, so triumphiert der Nationalismus. Die Eroberung Lydiens hat die Sozialdemokratie ge- spalten. Die extremen Reformisten sind unter B i s s o l o t i, B o n o in i und De F e l i c e 1912 auf dem Parteitag von Reggio Emilia wegen ihrer Billigung der gouvernementalen Kolonialpolitik aus der Partei ausgeschlossen worden. Sie gehören auch heute zu den eifrigsten Lobrednern des Krieges. Sie sehen in Deutschland und Oesterreich-Ungarn die Ver- körperung der Reaktion und des Militarismus, schreiben Ita- lien die Rolle eines Befreiers Europas zu und erhoffen vom Gewinn neuen Siedelungslandes einen immensen Vorteil für die Auswanderer, die nicht mehr im Auslande alle Bitter- nisse der Fremde auskosten müssen. Die linksreformistischen Sozialdemokraten, wie T u r a t i und T r e v e s, lehnen die Unterstützung einer bürgerlichen Regierung und den Ministe- rialismus nicht grundsätzlich ab, wollen aber Exponenten einer sozialen Macht sein und ihre spezifisch proletarische Note, in diesem Fall die Verurteilung jeder Gewalt und Kolonial- Politik, nicht verleugnen. Sie bilden mit den Radikalen der italienischen Sozialdemokratie ziisainmen die unbedingt neutralistische Fraktion der offiziellen Sozialdemo- k r a t e n. Sie lehnen die Kolonialpolitik des neuen Nationa- lismus ab, weil sie den Militarismus und Marinismus im eigenem Lande entwickelt, die innere Reform hemint, die finanziellen Lasten berghoch türmt und das Gegenteil von dem erreicht, was sie will: Die Auswanderung fördert, statt sie einzuschränken._ Pressezensur- Zoll peirotes- Abgeordneten- Immunität vor der Budgetkommifsion. Abg. Scheide mann: Trotz aller entgegenkommenden Er- klärungen der Regierung treibt die Zensur immer weiter merkwürdige Blüten. Am schlimmsten ist es in den Reichslanden und im Bezirk des VII. Armeekorps. Redner trägt markante Beispiele dafür vor; so aus dem Bezirk Rüstringen. Dort hat man die Weiter« Verbreitung amtlicher Meldungen verboten; die Verbreitung der gleichen Nachrichten ist aber in den anderen Städten erlaubt worden. Man verbietet den Zeitungen, weiße Stellen im Blatt zu lassen, damit das Walten der Zensur nicht in die Erscheinung tritt. Der Redner erörtert dann das Vor- gehen der Zensur gegen die„Bergische Arbeiterstimme". Besonders unangenehm treibt es die Zensur in Straßburg, die sogar die Ver- breitung von Nachrichten über Verteuerung der Milch unterdrückt hat. Ueberaus schlimm liegen die Dinge in Düsseldorf und in Dortmund. In letzterem Ort har man das Parteiblatt unter Präventivzensur gestellt, weil es einen Artikel des Professors Brentano gebracht hat. Die Regierung hat die Pflicht, schleunigst dafür zu sorgen, daß dieser Zustand beseitigt wird. Staatssekretär D e l b r ü ck hält eine besonders scharfe Zensur für unklug. Wenn berechtigte Beschwerden zur Kenntnis der Re- gierung kommen, dann erfolgt Abhilfe. Die Generalkommandos sind aber der Zivilverwaltung nicht unterstellt. Mindestens muß die Zensur aber den Zeitungen technische Schwierigkeiten ersparen. Im Bezirk Rüstringen scheint ein Ungeschick vorzuliegen. In Elsaß- ttothringen liegen die Dinge besonders schwierig. Die kommandierenden Generale haben dort oft geweckn'elt. Bei Besprechung der KriegSzicle muß mit gleichem Maße gemessen werden. Abg. H a a s e: An dem guten Willen des Staatssekretärs Delbrück ist nicht zu zweifeln— aber er hat offenbar mit seinem Bestreben wenig Erfolg. Für die Presse ist der jetzige Zustand geradezu unerträglich. Tatsächlich wird mit verschiedenem Matze ge- messen. Die Anordnungen des Generals v. Gayl sind einfach un- verständlich. In S t r a ß b u r g hat man unserem Parteiblatt das Verbot angedroht, weil es eine im Reichstag gehallene Rede ver- öffentlichen wollte. Die Regierung hat ihre ganze Gewalt an das Militär abgegeben. Nach der Reichsverfassung ist es nicht zulässig, über das ganze Reich den Belagerungszustand zu verhängen. Die Gesetze können durch einen Akt der Militärbehörden nicht außer Kraft gesetzt werden. Abg. O e r t e l glaubt nicht, daß dieser Zustand zu ändern ist. Die Zensur mutz nur etwas eutgegeukommender werden. Die ?ensur wurde aber momentan vor ihr völlig fremde Aufgaben ge- cllt. Insbesondere mutz die Zensur rascher arbeiten. Die techni- schen Schwierigkeiten der Presse müssen mehr beachtet werden. Militärische Nachrichten müssen noch schärfer zensiert werden. Der Artikel Brentanos durste nicht durchgelassen werden. Die Zensur ist zu sehr entgegenkommend, wenn es sich um die Erörterungen negativer Kriegsziele handelt. Abg. Schiffer snatl.t wünscht, datz man die Erörterungen der Kriegsziele freigeben solle. Datz die Zensur kein Verständnis für technische und wirtschaftliche Schwierigkeiten hat, ist be- dauerlich. Staatssekretär Delbrück: Alle amilichen Stellen sind davon überzeugt, datz die Presse aller Parteien sich glänzend gehalten hat. Deshalb soll auch die Zensur zurückhaltend und gleich- mähig sei». Der Fall Peirotes. Abg. E b e r t: Der Abg. Peirotes wurde am 20. April ausgctviesen. Als Ausenthallsort wies man ihm Hannoverisch- Münden an. Die Gründe siir dieses Vorgehen sind mcht bekannt. Der Polizeimeister verweigerte jedwede Auskunft, jllndere Ausgewiesene konnten ihren Aufenthalt selbst wählen. Schlietzlich hat ihm der Gouverneur erklärt, datz er wegen seiner franzosenfreund- lichen Gesinnung habe ausgewiesen werden müssen. Beweise fehlen. Als Hauptgrund gab man dafür an seine Freundschaft zu Dr. Weill. Peirotes erwiderte dem Gouverneur, datz dieser dein Dr. Weill näher gestanden habe als er. Außerdem wurde gegen Peirotes geltend gemacht, er habe i» seinem Blatt über einen Artikel in der „Humanits" günstig geurieilt. Peirotes hatte mit der Sache aber gar nichts zu tun. F» Hannöberisch-Müitden mutzte sich Peirotes jeden Tag beider Polizei melden, seine Po st- lachen wurden geöffnet. Die von ihm eingelegteir Beschwerden wurden abgewiefen. Jetzt ist die Ausweisung wieder auf- gehoben worden. Wie mag man in den Reichslanden mit gewöhnlichen Bürgern umgehen, wenn solches einem Abgeordneten geschieht. Rkit dieser Politik wird man Resultate erzielen, an denen die Regierung leine Freude haben wird. Glaubt man denn, datz mit dem Belagerungs- zustand auch die Abgeordneten- Immunität aufgchoöen' ist? Am 1. März sind in Mülhausen einige sozialdemokratische Gemeinderäte verhaftet worden, darunter der Landtagsabgeordne'-e Martin. Dieser ist nicht einmal zu Verhau o lungen des Landtages entlassen worden. Di: Verhafteten wissen noch nicht, was gegen sie vorliegt. Das ist ein Zustand der Rechtlosigkeit, der sofort beseitigt werden muß. Staatssekretär Delbrück: Die Immunität der Abgeordneten darf auf keinen Fall verletzt werden. Man konnte streitig sein darüber, ob auch eine S ch u tz h a f t eine Verletzung der Immunität ist. Ich persönlich bin dieser Meinung. Die Verantwortung für das Vorgehen gegen den Abg. Peirotes hat die Militärbehörde zu tragen. Das Recht zur Aus � Weisung von bestimmten Personen aus einer Festung hat der?:- Kommandant unstreitig. Dagegen war die Verweisung an eine: bestimmten Ort nicht zulässig. Die Regierung hat sofort Schritte getan, um diese Matznahmen rückgängig zu machen. Bei dem Land tagsabgeordneten Martin handelte' es sich nicht um ein Strai verfahren, sondern um eine Schutzhaft. Auch hier sind bereits Schritte seitens der Regierung getan worden. Abgeordneter H a a s e: Die Fälle Peirotes und Martin bc deuten einen Verstotz gegen Artikel 31 der Reichsverfassung. Mai hat gegen Peirotes nicht den mindesten Beweis vorbringen können. Der Reichstag mutz der Verfassung zu ihrem Recht verhelfen. Martin ist Landtagsabgeordneter und mutzte während der Tagung in Hast bleiben. Die Untersuchungshaft wurde schnell aufgehoben und im Anschluß daran die Schutzhaft angeordnet, dann, als der Landtag geschlossen war, trat wieder die Untersuchungshaft ein. Das war eine Verletzung der Immunität.— Gegen den Abgeordneten Liebknecht ist ein Verfahren wegen politischer Kundgebung eingeleitet worden, ohne den Reichstag zu fragen. Dieses Verfahren nimmt bei dem Militärgericht seinen Fortgang. Seinen Kameraden ist bei Strafe verboten, mit ihm zu vorkehren. Staatssekretär D e l b r ü ck: Der Fall Liebknecht fällt unter Artikel 31. Dieses Verfahren durste nicht ein- geleitet werden. Das militärische Gericht hatte sich ein Gut- achten anfertigen lassen. Die Regierung griff sofort ein und dn> Vorfahren ist jetzt eingestellt. Die Schutzhasi gegen eilten Abgeordneten widerspricht dem Ar- tikel 31 der Verfassung. Man kann im Zweifel sein, ob der Belagerungszustand überall notwendig ist, auf jeden Fall aber in Elsaß-Lothringen.Die Verhängung des Belagerungszustandes ist nach der Verfassung zulässig. Die Regierung war zuerst der Meinung, daß nach dem Aufmarsch der Belagerungszustand wieder aufgehoben werden kann. Die Mobilmachung dauert aber eigentlich fort. Die Zensur ist nötig wegen des Auslandes, denn wir stehen mit dn- ganzen Welt im Krieg. Auch auf die persönliche Freiheit kann nicht immer Rücksicht genommen werden. Der Artikel 31 de� Verfassung soll unter allen Umständen geachtet werden, auch die gegen einen Abgeordneten verhängte Schutzhaft ist mit der Verfassung nicht vereinbar. Abgeordneter T r a m c s i n s k i führt Beschwerde, daß Briefe in polnischer Sprache nicht zugelassen werden, sondern»ur englische, französische, italienische usw. Der Kriegsmimster hat ein Eingreifen abgelehnt. Im 5. Armeekorps ist polnischen Soldaten verboten, mir ihren Kameraden polnisch zu sprechen oder an ihre Angehörigen polnisch zu schreiben, Abgeordneter Gröber teilt mit, daß er einen Brief bekommen habe, wonach Soldaten und Mannschaften in Russisch-Polen durch Armeebefehl verboten ist, an einer stillen Messe teilzunehmen, wenn ein polnischer Geistlicher sie celebriert. Kriegsminister v. Wandel: Man hat sich geinigt, die Sprache im Verkehr mit dem Ausland zuzulassen, die als HaudelSsprachen nötig sind. Von einem Verbot der Unterhaltung in polnischer Sprache ist ihm nichts bekannt. Auch von der von Gröber vorgebrachten Sache ist nichts bekannt. Vielleicht handelt cS sich um einen Mißgriff einer untergeordneten Stelle. Abg. E b e r t bespricht die Paßschwierigkeiten nach Elsaß-Loth- ringen. Gewerkschaftsführer hat man nicht zugelassen, die im Interesse ihrer Organisation tätig sein wollten In L o d z hat man fünf Vertreter der organisierten Arbeiterschaft verhaftet und nacb Deutschland transportiert. Die Leute haben weiter nichts getan, als daß sie eine Vertretung im Bllrgcrkomitce haben wollten. Abg. Soyda beinängelt, dap bei den denlschen Gerichten r Polen die Gerichtssprache deutsch ist. Abgeordneter L i e s ch i n g bespricht die Erschwerungen, die der dänisch sprechenden Bevölkerung bereitet werden. Abgeordnelcr Ledebonr hält daS Verfahren in Russisch- Polen für völlig verfehlt. In Lodz hat man die Abhaltung von Versammlungen einfach verboten und die fünf Veranstalter nach Deutschland transportiert. Die Reichsleitung müsse dafür sorgen. daß solche Dinge nicht vorkommen. Die österreichische Verwaltung hat den Gebrauch der polnischen Sprache nicht verboten; von bor' komnien auch polnisch geschriebene Briefe nach Deutschland. Der Grund, daß man nicht genügend Leute habe, die die Zensur polnisch geschriebener Briefe besorgen können, sei absurd in einem Lande, m dem Millionen Polen wohnen. Kriegsminister v. Wandel versucht, die kritisierten Maß nahmen mit der Spionagcgefahr zu begründen. Die Ausweisungen aus Lodz sind jedenfalls erst nach genauer Prüfung erfolgt. Staatssekretär Dr. Delbrück rechtfertigt gegenüber ver- schiedenen Angriffen die Maßnahmen, die in den besetzten Gebieten zur Rechtspflege ergriffen worden sind. Die Ernährungsfrage. Iii der Nachmittagssitzung befaßte sich die Kommission mit der künftigen Regelung der ErnährungSfrage. Graf Westarp wünscht, daß im allgemeinen an der jetzigen Organisation festgehalten werden soll.— Staatssekretär Delbrück stimmte dem zu, und er bemerkte noch, daß Brotgetreide�und Hafer unbedingt beschlagnahmt werden müssen.' DaS System der Brotkarte bleibt, aber das Quantum wird erhöht. Für Gerste dürste sich ein Handelsmonopol empfehlen. Die Regelung der Mehlpreise verlangt, daß Höchstpreise nach Produktion: gebieten festgesetzt werden. Der Verkauf von Mehl ist den Kommunen zu übertragen. Von der hohen Ausinahlung kann man absehen, un: bessere Kleie zu bekommen. Höchstpreise für Futiermiirel und für künstliche Tüngemittel müssen erwogen werden. Die Orgamsanoi sieht zunächst die Kommunalverbände al« Unterbau vor, dann folgen die Provinzen. An der Spitze muß ein Institut stehen, das nach kaut- männischen Grundsätzen arbeiter. Dieses Institut soll auch da'n sorgen, daß die erforderliche Geireidereserve geschaffen wird. einem solchen Institut soll die Kriegsgetrcidegesellschait umgewandei: werden mit einer beamteten Leitung nach dem Muster der Reiche bank. Die kleinen Mühlen sollen wcitgehcndsi.berücksichtigt werden. Der Vorverkauf von Getreide wird durch ein Gesetz verboten. Die RcichsvertciliingSstclle ist künftig entbehrlich dagegen bleiben der Zentraleinkauf, die BezugSvereinigung, die Bc- schaffungsfielle für Heereöbedarf und die Getreidebaus, die sämtli ch einer Abteilung im Reichsamt des Innern unterstehen. Soweit? i; jetzt übersehen läßt, reicht der Vorrat aus, um die Brotversorgung zu sichern. Auch die Kartoffelvorräte reichen völlig aus; die Bor- rate sind so groß, daß man n i ch: iv e i ß, wohin damit. Die Schwoinepreise werden wieder sinken, nachdem die Gemeinden von der Pflicht befreit worden sind, Dauerwarcu cr- zuschaffen. Abgeordneter P fle g er iZentruny rügt die Unzweckmäßigkcit der Anordnungen über die Schweinehaltung und über die An- schaffung von Dauerwaren. Erreicht hat man damit weiter nichts als eine sprunghafte Steigerung der Preise, und Unmengen Fleisch jind durch unzweckmäßige Aufbewahrung verdorben. Redner fordert Beschlagnahme der Gerste imd Höchstpreis« für Malz.— Abgeordneter Hoch hebt hervor, daß ti nicht damit getan ist, daß die entsprechenden Mengen vorhanden sind; es müssen auch die Preise erschwinglich sein. Die Liegierung scheint gar nicht zu wissen, welche Not in der Bevölkerung herrscht. Die ganzen jetzigen Verhandlungen sind zwecklos, wenn es nicht gelingt, die Preise herabzusetzen. Die Preisbildung bei den Kartoffeln ist völlig verfehlt. Weshalb setzt man nicht wenigstens jetzt die Höchstpreise herab? Wir wissen, unter welch schwierigen Verhältnissen die Bevölkerung heute lebt. Bei den Schweine- preisen sind die Kommunen schwer benachteiligt worden. Die Zentralstelle war ihrer Aufgabe offenbar nicht ge- wachsen. Die Vorschriften über die Verteilung von Mehl waren praktisch gar nicht erfüllbar. An den Bedarf der Teigwaren- und Keksfabriken hat man offenbar nicht gedacht. Den Gemeinden muß größerer Spielraum in der Festsetzung der Brot- raiionen gegeben werden. Unterstaatsekretär Richter gibt zu, daß manche Fehler gemacht worden sind; das lag aber mit an der schwierigen Situation, vor die man sich gestellt sah. Das Ziel der Regierung war stets, die Preise für Lebensmittel erschwinglich zu gestalten. Hierauf wurde die Sitzung auf Sonnabend vertagt. politische Ueberflcht. Verfassung und Belagerungszustand. In der gestrigen Budgetkommisfion kamen, wie wir an anderer Stelle ausführlicher berichten, mehrere Fälle von Verletzung der Berfaffung durch Handhabung deS Belagerungszustandes zur Sprache: die Ausweisung des Reichstagsabgeordneten Genoflen P e i r o t e s aus Straßburg und seine Einweisung nach Münden in Hannover, die Jnternierung des elsäsfischen Landtagsabgeordneten Martin und seine Fernhaltung von der Sitzung des elsäsfischen Landtages sowie die Einleitung einer militärischen Untersuchung gegen den Reichstagsabgeordneten Genossen Dr. Karl Lieb- k n e ch t wegen vermeintlichen Ungehorsams gegen einen Dienstbefehl. Auch vom Staatssekretär Delbrück wurde anerkannt, daß ein Verfahren gegen einen Abgeordneten und auch die»Schutz- Haft' gegen einen solchen mit Artikel 31 der Reichsverfassung un- vereinbar ist. Von keiner Seite wurde eine gegenteilige Ansicht gut geheißen. Die Militärbehörde hatte sich ein Gutachten über die staatsrechtliche Frage erstatten lassen, das für die Zuläsfigkeit eines militärgerichtlichen Verfahrens sich aussprach. Seine Gründe müssen eigener Art sein. Denn Art. 31 der Reichsverfassung und die ent- sprechenden Artikel der einzelstaatlichen Verfassungen lassen weder nach ihrem Wortlaut noch nach ihrem Zweck und ihrer Entstehungs- geschichte eine andere Auslegung als die zu: die parlamentarische Immunität verbietet eine Verhaftung irgendeiner Art gegen einen Abgeordneten. Art. 31 der Reichsverfassung lautet: Ohne Genehmigung des Reickstages kann kein Mitglied des- selben während der Sitzungsperiode wegen einer mir Strafe be- dachten Handlung zur Untersuchung gezogen oder verhaftet werden, außer wenn es bei Ausübung der Tat oder im Laufe des nächst- folgenden Tages ergriffen wird. Gleiche Genehmigung ist bei einer Verhaftung wegen Schulden erforderlich. Auf Verlangen des Reichstages wird jedes Strafverfahren gegen ein Mitglied desselben und jede Untersuchungs- oder Zivil- hast für die Dauer der Sitzungsperiode aufgehoben. Dieser Artikel ist der preußischen Verfassung entnommen. In diese kam der verstärkte Schutz der persönlichen Freiheit eines Ab- geordneten, der in allen Ländern mit Parlamenten gegeben ist, aus Anlaß der Verhaftung des oppositionellen Abgeordneten Valdevaire im Jahre 1848 hinein. Es wurde später wiederholt auf Grund „juristischer Gutachten' versucht, dem Artikel entgegen zu handeln, Solchen Versuchen trat das Reichsgericht im Jahre 1891 entgegen, als der Abgeordnete Genosse Schmidt(Burgstädt) vom Chemnitzer Landgericht zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt war. Es hob das Urteil auf und stellte das Verfahren als ein verfassungswidriges ein. Diesem von Schmidts Verteidiger gestellten Antrag trat auch der damalige, bekannte Oberreichsanwalt Tessendorf bei. Auch späteren Urteilen und Beschlüssen gegen den Genossen Kunert, die an der klaren Absicht des Artikel 31 zu deuteln und zu rütteln suchten, trat das Reichsgericht in gleicher Weise entgegen. Die klar in der Verfassung zum Ausdruck gelangte Absicht des Gesetzgebers ist, das Parlament und seine Mit- glieder gegen jeden Eingriff zu schützen. Dieser Schutz der Volks- Vertretung ist insbesondere während der Kriegszeit erforderlich. Im Fall Peirotes und Liebknecht wird ja Remedur geschaffen. Aber ein dauernder, ausreichender Schutz gegen eine Verletzung der Immunität ist ebenso wie eine Vermeidung von Unbilligkeiten, die die Zensur der Presse und der Allgemeinheit zufügt, nur von einer Aufhebung des Belagerungszustandes zu erwarten. Hoffentlich wird der Reichstag nicht mit einer einfachen Kenntnisnahme von den Ver- Ictzungen der Immunität und von der Aufhebung der Beschränkung der persönlichen Freiheit der genannten Abgeordneten die Sache für erledigt betrachten._ Kriegswirtschaftsplan. Der Land Wirtschaftsrat trat am Freitag im Herren- haus zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um einen Kriegswirtschaftsplan für daS Erntejahr 1915/16 aufzustellen. Den Vorsitz führte Graf Schwerin-Löwitz. Anwesend waren unter anderem Landwirtschaftsminister von Schorlemer, Vertreter des Preußischen Ministeriums des Innern, der Bayerische Bundesrats- bevollmächtigte Graf Lerchenfeld, Generaloberst v. Kessel.— Graf Schwerin-Löwitz sang in seiner Eröffnungrede der deutschen Land- Wirtschaft ein Loblied. Das erste Referat hielt Mehnert- Dresden, der Vorfitzende des sächsischen Landeskulturrats. Er hob hervor, daß die zu starke Zentralisation vielfach eine erschwerende und hemmende Wirkung auf die Volks- und Heeresverwaltung und auf das gesamte Erwerbsleben ausgeübt habe. Nachdem der Landwirtschaftsminister und der Vertreter der bayerischen Regierung sich für die Dezentralisation bei Aufstellung eines Kriegswirtschaftsplanes für 1916/16 erklärt hatten, wurde eine Anzahl Bestimmungen angenommen, nach welchen in der Hauptsache die Verteilung in die Hände der Kommunalverbände gelegt wird, außerdem die Beschlagnahme, die Feststellung des Be- darfs. die Verteilung der Vorräte, die Festsetzung der Höchstpreise. die Streckung des Brotgetreides, die Beschäftigung der Mühlen, die Verteilung der Kleie und die Regelung der Zentral- einkaufsgesellschaft bestimmt wird. Ferner wurde beschlossen, Vorverkäufe von Getreide der Ernte 1916, mit Ausnahme von Saatgut, sind ungültig. Die Anschaffung von Saatgut ist zulässig. Die Ausfuhr von Weizen, Roggen. Hafer, Gerste, Hülsenfrüchten, Mehl. Kleie, Kartoffeln, Heu und Futtermitteln ist zu verbieten, eine angemessene Ansammlung von Getreidevorräten und von Futtermitteln zur Sicherung der Volksernährung sowie zur Versorgung von Heer und Marine ist erforderlich. Da die Heeres- Versorgung in der Hauptsache aus Erzeugnissen der heimischen Land- Wirtschaft erfolgt, können die Interessen der Landwirtschast nur da- durch geuügend gewahrt werden, daß bei allen die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Erzeugnisse betreffenden Bestimmungen die Ent- jcheidung in die Hände der bei den LandeSzcntralbehörden bestehen- J den laudwtrstchastkich« Verwaltungen gelegt wird. Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten erfolgte Schluß der Tagung. Mehr Weizenbrot. Die KriegSgetreide-Gesellschast hat bei ihrer fast vollendeten Organisationsarbeit festgestellt, daß die Weizenvorräte im Verhältnis zu den Roggenvorräten reichlicher find, als man ur- sprünglich angenommen hat. Es ist daher zu erwarten, daß das Weizenmehl und Weizenbrot und selbst Kuchen von nun an wieder häufiger im HauShalt werden verwendet werden können als in den letzten Monaten. Es wird also künftighin kein„unpatriotisches Ver- brechen' mehr sein, Weizenbrot zu genießen. Sitz der Zivilverwaltung in Polen. Posen, 14. Mai.(W. T. B.) Der Sitz der Zivilverwaltung für Russisch-Polen wird am Sonnabend, den 16. d. Mts., von Posen nach K a l i s ch verlegt. Alle Eingaben find in Zukunft zu adressieren an die Kaiserlich deutsche Zivilverwaltung für Russisch-Polen in Kaiisch._ Verlängerung der Legislaturperiode in England. Manchester, 14. Mai.(W. T. B.) Wie der»Manchester Guardian' aus London meldet, hält die Regierung Neu- Wahlen im nächsten Jahre, falls der Krieg länger dauern sollte, für undenkbar und beabsichtigt, die Legis- laturperiode gesetzlich verlängern zu lassen, so lange der Krieg dauert. Ein Kritiker öes„vorwärts". Wir erhalten folgende Zuschrift: Nach der Begründung, die die„Vorwärts'-Redaktion ihrer Behauptung gibt, daß ein Teil der Gewerkschaftsführer revisioni- stische Illusionen und politische Schrullen habe, und die GeWerk- schaftsmitglieder vor den politischen Irrungen gewisser Gewerk- schaftssührer gewarnt werden müßten, kann die Angelegenheit nicht als erledigt gelten. Die Redaktion behauptet, diese Erklärung wäre ihr von Winnig aufgedrungen, W. habe sich selbst als der Wortführer des Teils der Gewerkschaftsführer präsentiert, die von der Redaktion gemeint sind. Daraufhin habe ich die Artikel des Genossen W. Wort für Wort durchgesehen, wodurch sich meine Erwiderung einige Tage verzögerte. Nunmehr mutz ich feststellen, daß W. weder im Namen der Gewerkschaften noch in dem eines Teils der Gewerkschaftsführer spricht, sondern ausschließlich seine persönliche Ansicht vertritt. Den Artikel im„März' vom 28. No- vember 1914 zeichnet er als Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, somit als Vertreter der Partei. Ueberigens ist in diesem Artikel das Wort Gewerkschaften nur einmal, und zwar in dem vom„Vor- wärts' in Nr. 117 zitierten Absatz enthalten. In dem gegen den „Vorwärts" gerichteten Artikel der„Sozialistischen Monatshefte' wendet Winnig die auch vom„Vorwärts' sehr beliebte Redewen- dung„wir" bei der Erhebung seiner Forderungen an. Damit ist nach journalistischem Brauch nicht gesagt, daß der Artitelschreiber die Ansichten einer Organisation oder einer bestimmten Gruppe zum Ausdruck bringt oder in deren Namen spricht. Die.Vorwärts'- Redaktion hat somit in der Polemik gegen die Ansichten des Partei- genossen, nicht des Gewerkschaftsführers Winnig eine durch nichts be- gründete Verdächtigung gegen einen Teil der Gewerkschaftsführer und gegen„gewisse" Gewerkschaftsführer ausgesprochen, zu deren Zurücknahme sie sich nach den Ausführungen in Nr. 124 nicht ver- stehen kann. Diese Tatsache darf bei der späteren Beurteilung der Sache mcht außer acht gelassen werden. Der„Vorwärts" stellt in seiner Erwiderung auf meine Aus- führungen durchaus richtige Grundsätze für das Verhältnis zwischen Partei- und Gewerkschaftsorganisation auf. Die„klare Trennung der Person vom Amt, des Politikers vom Gewerkschaftsfunktionär und der Partei- von der GewerkschaftStätigkeit' müsse gelten. Nur schade, daß diese Grundsätze seitens der„Vorwärts'-Redaktion so- Wohl in dem Artikel in Rr. 117 wie in den Ausführungen in Nr. 124 aufs gröblichste verletzt find. Es werden dort politische Illusionen und Schrullen nicht Parteigenossen, die gleichzeitig Ge-> Werkschaftsfunktionäre sind, sondern einem Teil der Gewerkschafts- führer vorgeworfen. Nicht die Parteigenossen, sondern die Ge- Werkschaftsmitglieder werden vor den politischen Irr- wogen gewisser in den Gewerkschaften tätigen Parteigenossen ge- warnt. Das steht in direktem Gegensatz zu dem, was die„Vor- Wärts'-Redaktion für die Abgrenzung der Tätigkeit von Partei und Gewerkschaften, für die Trennung der Person vom Amt, empfiehlt. Das gab mir Veranlassung, mich gegen den Artikel in Nr. 117 zu wenden. Die Warnung ist an die Gewerkschaftsmit- glieder gerichtet. Diese sollen doch nicht mit dem Warnungs- ruf des„Vorwärts" in der Tasche in die Gewerkschaftsversamm- langen gehen, sondern sie auch befolgen. Nach logischen Begriffen kann eine solche Warnung nur den Zweck haben, die betreffenden Parteigenossen an der Stelle zur Rechenschaft zu ziehen, wo dies allein in ihrer Eigenschaft als Gewerkschaftsführer geschehen kam,, d. h. innerhalb der Gewerkschaften. Ist dies nicht die Absicht, so hätte die Warnung des„Vorwärts" keinen Sinn. Niemand wird es dem„Vorwärts" verübeln, wenn er sich gegen Angriffe wehrt. Der Partei dient er jedoch zweifellos nicht, wenn er bei dieser Abwehr sich nicht gegen den Angreifer, sondern gegen dessen vermeintliche Gesinnungsgenossen wendet, ohne diese zu nennen. In diesem Falle handelt es sich um Personenkreise, deren aktive Mitarbeit von der Partei stets verlangt wurde und für die Partei nicht gleichgültig fein kann. Soweit die Polemik in Nr. 124 sich gegen mich richtet, nur einige Bemerkungen. Es wird mir der Vorwurf gemacht, auS einem 2% Spalten langen Artikel ein Zitat von 6 Druckzeilen herausgerissen zu haben. Von einem Herausreißen kann keine Rede sein. Der Artikel war den Lesern im vollen Wortlaut be- kannt. Was ich zitierte, war eine in sich abgeschlossene Schluß- folgerung. Ob diese eine Begründung von 2)4 oder 6 Spalten hatte, war bei ihrem klaren Wortlaut nicht entscheidend. Im Gegenteil, in diesem Falle war sie konstruiert, ohne durch die Äc- gründung, durch die Polemik gegen die Ansichten eines Partei- genossen, gerechtfertigt zu sein. Die„Vorwärts'-Redaktion empfiehlt mir, zu prüfen, ob das gegen Winnig Gesagte auf mich zutrifft und danach selbst zu be- stimmen, ob ich zu einer„gewissen" Gruppe von Gewerkschafts- führern gehöre. Der betreffende„Vorwärts'-Redaktcur vermeint sicher, einen Witz gemacht zu haben. Leider ist es kein Witz, son- dern das, was der„Vorwärts"„Verkriechen" nannte. Noch einmal stelle ich deshalb die Frage: Wer ist der Teil der Gewerkschafts- führer mit revisionistischen Illusionen und politischen Schrullen, welches sind die„gewissen" Gewerkschaftsführer, vor deren poli- tischen Irrwegen die Gewerkschafts Mitglieder gewarnt werden müssen? Die Beantwortung oder auch die Nichtbeantwor- tung dieser bestimmten Frage dürfte für die Parteiorganisation bei späteren Erörterungen nicht ohne Bedeutung sein. Berlin. 10. Mai 1916. C. Legien. Diese neue Zuschrift beweist, daß es Genossen gibt, denen man es überhaupt nicht recht machen kann. Wehrt man Angriffe von Genoffen ab, indem man sie als Personen für ihre Ausftihrungen haftbar macht, so ist das eine„persönliche" Kampfesweise. Be- handelt man die Angreifer als Träger von Anschauungen, die einer größeren Anzahl von Genossen gemeinsam sind, weil sie zum Teil aus einer bestimmten Richtung ihrer Tätigkeit erwachsen, so„ver- dächtigt" man wiederum, angeblich zu Unrecht, ganze Richtungen, macht sich also unzulässiger Verallgemeinerungen schuldig. Man mag sagen was man will— gegen Silbenstechereien und Spitz- findigkeiten ist man wehrlos. Sie werden aber von der Masse der Genossen sicherlich richtig gewürdigt werden. So ist es nichts als unerquickliche Silbenftechereft wenn der Genosse Legre« nach mühseligen textkritischen Untersuchungen„fest- stellt", daß Winnig sich nicht mit dürren Worten als Wortführer eines Teiles der Gewerkschaftsführer„präsentiert" habe. Wenn ein angesehener Gewerkschaftsführer ein umfangreiches gewerk- schoftliches und politisches Programm aufstellt(Legien mag sich hier getrost wieder an das Wort Programm klammern), so ver- steht es sich für jeden verständigen Leser von selbst, daß er auch als Gewerkschaftsführer spricht. Und wenn er sich in einer Form äußert, die es für jeden normalen Leser evident macht, daß er nicht nur für seine Person spricht, sondern auch für ihn bekannte und befreundete Kreise seiner Ge- sinnungsgenossen, so darf man wohl ohne die geringste Uebcrtrei- bung und verdammenswcrte Generalisierungssucht sagen, daß er sich auch als Wortführer eines Teiles der Gewerkschaftsführer präsentiert. Wer scholastische Neigungen verspürt, mag am Aus- druck mäkeln— der minder wortklaubcrische Leser weiß, was gemeint ist. Damit erledigt sich auch Legiens scharfsinnige Untersuchung darüber, ob er sechs Druckzeilen aus dem Gesamtinhalt unseres Artikels herausgerissen habe oder nicht. Ein paar Sätze, die man aus 2% Spalten herausgreift und für sich gesondert betrachtet, beweisen nicht das geringste. Sie erhalten ihren Sinn und ihre Bedeutung erst durch den Zusammenhang. Dieser Zusammenhang war aber ganz unverkennbar der, daß Winnig zu Unrecht den „Vorwärts" der Unfreundlichkeit gegen die Gewerkschaften geziehen habe, daß er vielmehr als Unfreundlichkeit empfinde, was nichts anderes sei, als die Ablehnung einer politischen Auffassungsweisc, die zwar von Winnig und gleichgefinnten Gewerkschaftsführern ver- treten würde, aber von den Grundsätzen der Sozialdemokratie be- dauerlich abweiche und den wahren Interessen der Gewerkschaften keineswegs diene. Für Legien persönlich lag um so weniger Anlaß vor, in die Debatte einzugreifen, als er weder genannt noch die Gesamtheit der Gewerkschaftsführer von uns mit den Auffassungen Winnigs identifiziert worden war. Zudem hatte gerade Genosse Legien um so weniger Ursache, sich mit übertriebener Empfindlichkeit gegen eine Warnung des„Vorwärts" vor politischen Abwegen eines„Teiles der Gewerkschaftsführer' zu verwahren, a l s er doch selbst seinerzeit in einer Versammlung von Gewerkschaftsfunktionären politische Fra- gen, sogar interne parteipolitische Streitfra- gen, erörtert hatte, die innerhalb der Partei selbst und von den dazu berufenen Parteiinstanzen zum Austrag zu bringen sind! Winnig, doch ein Gewerkschaftsftihrer von Ruf, konnte schreiben was er wollte, da? rührte Legien nicht, als aber der„Vorwärts" sich seiner politischen Pflicht gemäß gegen Winnig und seine Ge- sinnungsgenossen wandte, erfreute uns Legien sofort mit einer Zuschrift. Wenn Legien uns schließlich mit einer Retourkutsche„Ver- kriechen' vorwirft, weil wir ihm die naheliegende Antwort gaben, er könne doch sicherlich selbst darüber am besten Aufschluß geben, ob er Winnigs Ansichten teile, so legen wir diese Liebenswürdig- kcit gelassen zu anderen Freundlichkeiten Legiens. Was wir als „revisionistische Illusionen und politische Schrullen' kennzeichnen wollten, haben wir deutlich genug gesagt und werden wir nötigen- falls stets mit gleicher Deutlichkeit wieder sagen. Wir würden, wenn der Anlaß dazu vorläge, auch Legien gegenüber mit unserer Meinung wahrhaftig nicht mehr zurückhalten als gegenüber Winnig. Statt sich über die angebliche Quertreiberei des„Vorwärts" zu entrüsten, sollte Legien vielmehr jene Mahnungen beherzigen. die das.Schuhmacher-Fachblatt' in der Nummer vom 2. Mai d. I. unter dem Titel„Besonnenheit' an manche Gewerkschaftler richtet. In diesem Artikel des genannten Gewerk- schaftsblattes heißt es: „Aus alledem geht hervor, daß den Gewerkschaften schwere Kämpfe bevorstehen, und um diese führen zu können, ist deren Einheit und Geschlossenheit erste Lebensbedingung. Es wird deshalb von den Gewerkschaften alles fern zu halten sein, was ihre Kräfte lähmt, ihre Entwickelung hindert und deren Einheit stört. Es ist deshalb unbegreiflich, wie eine große Anzahl G e w e r k sch a f t s b l ä t t e r sich in den Streit der sozialdemokratischen Partei mischen, und alö ob es gar nichts wichtigeres zu tun gäbe, ihre Spalten mit langen Erörterungen füllen, ob die Haltung der Mehrheit oder Minder- heit der Fraktion in der ganzen Kriegsfrage die richtige ist. Wir haben bis heute in unserem Blatte keine Stellung zu dieser Frage genommen und zwar aus obigen Gründen. Nach- dem aber der Kampf sich immer schärfer zuspitzt, halten wir cS für dringend nötig, zur Besonnenheit zu mahnen. Wir meinen, die Austragung des Zwistes wäre z u- nächst Sache der Partei und gehe die Gewerkschaften jetzt direkt nichts an. Und wo bleiben dann in dieser Frage die Neu- tralitätsfexe? Aber man befürchtet, so sagt man, daß ein halbes Dutzend„Quertreiber",„Illusionäre",„politische Irrlichter". „Phrasendrescher",„theoretische Hanswürste" usw. es darauf av- gesehen hätten, die Partei in Grund und Boden zu verderben, zu vernichten und den Angehörigen der Partei die Köpfe unheilbar und mit teuflischer Gewalt mit ihren verrückten Illusionen zu imprägnieren. Um diese Gefahr abzuwenden, stürmen die Politiker Heine, Heinemann, Südekum und der größte Teil der Partei- und G e w e r k s ch a f t s p r e s s e gegen das halbe Dutzend Quertreiber an, und die Parteiinstnnzen und die Generalkommission belegen dieselben mit dem Bannstrabl ewiger Verdammnis, nachdem sie dieselben vorher noch mit dem Geruch der Anarchisterei parfümiert haben. Wir fragen uns, ist ein solches Aufgebot von Anstrengungen wirklich um ein halbes Dutzend„Querköpfe" nötig? Oder hat die Sache noch einen anderen Grund. Uns dünkt das letztere der Fall zu sein. Es ist bekannt, daß außer diesem halben Dutzend sogenannter Ouertreiber noch einige Dutzend Abgeordnete in der sozialdemo- kratischcn Fraktion sind, welche sich in Opposition gegen die Mehrheit der Fraktion hefinden. Diese können zur Zeit der de- stehenden Zensur weder durch Wort noch Schrift so für ihre Ansichten kämpfen, wie es die Mehrheit kann, und welche illoyaler Weise diesen Zustand benutzt und der Opposition, die sich nicht wehren kann, auf den Leib rückt. Nun haben die ftihrenden Größen der Fraktionsmehrheit schon öfter zu verstehen gegeben. daß sie hinter ihrer Politik die Gewerkschaften haben. So weit dies die Generalkommission und einen großen Teil der Gewerk- schaftspresse betrifft, scheint dies der Fall zu sein, ob bei deit Massen der Mitglieder, scheint fraglich, mindestens läßt sich das zurzeit nicht einwandfrei konstatieren. Es wäre aber und ist ein Verbrechen an den Gewerkschaf te n, den Streit der Partei in diese hineinzutragen. Denn selbstverständlich gibt es Anhänger beider Rich- tungcn in den Gewerkschaften, und keine Rich- tung wird der anderen gutmütig das Feld räumen. Mit dem Kampf in den Gewerkschaften wäre aber deren Macht gebrochen. Hoffentlich besitzen die Gewerkschaftsmitglieder Kraft und Willen genug, jeden Versuch, den Streit der Partei von sich kräftigst abzuwehren; den mag die Partei austragen. Die führenden Gewerkschaftskämpen in diesem Streit mabnen wir zur Besonnenheit. Vertreter und Beamte, die an einer so ungeheuer verantwortungsreichen Stelle stehen, wie die General- kommission, müssen mit der allergrößten Vorsicht und Ilmsicht zu Werke geben, um jede Störung von den Gewerkschaften ab- zuwenden. Das Verhalten einiger der Kollegen entspricht dem nicht. i Die Gewerkschaften brauchen ihre Machtund I Einheit zu besseren Dingen." Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metallarbeiterverbandes hielt dieser Tage ihre ordentliche Generalversammlung für das erste Quartal 1915 ab. Aus dem gedruckt vorliegenden Kassenbericht geht hervor, daß die Einnahmen der Haupttasse influsive eines Kassenbestandes von 78734,12 M. insgesamt die Summe von 555 680,62 M. betrugen. Unter den Ausgaben befinden sich 61 668,05 M. für Arbeitslosenunterstüßung. Im ersten Quartal 1914 mußten für die Arbeitslosenunterstützung 445 277,20 Mart ausgegeben werden. Unter den Ausgaben der Hauptkasse bes findet sich weiter die Summe von 300 763,62 M., die an die Haupt. tasse in Stuttgart überwiesen wurde. Die Lokaltasse weist in klusive des Bestandes von 1666 380,57 M. eine Einnahme von 1880 779,21 W. auf. Unter den Ausgaben der Lokaltaſſe befinden sich nennenswerte Summen nicht, was durch die gegenwärtige Situation erklärt wird. Der Kassenbestand der Lokaltasse am Schluß des 1. Quartals betrug 1790 491,98 m. männliche weibliche Mitglieder Mitglieder Summa am 81. März 1914.. 260 209 469 80. Juni 1914 252 154 406 " " 80. September 1914 478 485 908 OP 81. Dezember 1914 329 445 774 [ bie nationale, bürgerliche und pofftife Gleichberechtigung der Juden in den friegführenden Ländern Europas zu fämpfen. Zum Komitee gehören die Vertreter 1. des Verbandes der jüdischen Gewerkschaften, 2. der jüdischen sozialdemokratischen Föderation, 3. des Arbeiter- Rings", 4. der Assoziation des jüdischen Tageblatts " Vorwärts". Das genannte Komitee hat zum 25. April die erste Wenn auch nach Kriegsausbruch neue Bewegungen zur Er Konferenz der jüdischen Arbeiterorganisationen nach New York einreichung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen nicht eingeleitet berufen. Ein Bericht über die Ergebnisse dieser Konferenz liegt uns werden fonnten, so gab es desto mehr Arbeit, Verschlechterungen zurzeit noch nicht vor. des Arbeitsverhältnisses abzuwehren. Zwar ist anzuerkennen, daß manche Firmen ihren Angestellten als Kriegsteilnehmer einen Teil ihres Gehaltes weitergezahlt haben. Viele andere Unternehmer aber find zu sehr auf ihren eigenen Vorteil bedacht gewesen und haben beträchtliche Gehaltskürzungen bei den weiterbeschäftigten Angestellten vorgenommen, wogegen sich der Verband teilweise mit Erfolg gewendet hat. daß Zentralverband Deutscher Metallarheiter- Verband der Bandlungsgehilfen die Kriegszeit bisher unerschüttert überbauert, Verwaltungsstelle Berlin N 54, Linienftr. 83–85. dabei sich aber auch die Anerkennung der Berufsgenossen erworben hat, da er ihre Interessen nach Kräften gewahrt hat. Ausland. Der lette Mann im Kriege. Aus der Partei. Die Frankfurter Parteigenoffen und der Krieg. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9-1 1hr und 4-7 Uhr. Morgen Sonntag, den 16. Mai, von 12 Uhr mittags bis 4 Uhr nachmittags, findet die Wahl von 31 Delegierten zum Verbandstage in Berlin statt. Für die Ende Juni stattfindende Verbandsgeneralversammlung wurden 63 Kandidaten aufgestellt. Zu wählen sind 31 Delegierte. Die Wahlen selbst finden am 16. Mai statt. Die Zeit der Wahl sowie die Wahllokale werden im Inseratenteil des„ Vorwärts" Jn Züri haben sämtliche Mitglieder des Deutschen Bäderbefanntgegeben. gehilfenverbandes( feine freie Gewerkschaft) als Militärpflichtige in Sodann teilte Cohen mit, daß es notwendig sei, daß die den Krieg ziehen müssen und auch nicht ein einziges von ihnen ist Mitglieder, besonders aber die Funktionäre, zwei gegenwärtig sehr zurüdgeblieben. Der letzte Mann, der dieser Tage als Landsturmaktuellen Fragen ihre Aufmerksamkeit widmen. Es sei das zunächst mann hat einrüden müssen, hat daher das gesamte Archiv und Ver die Frage der Unterbringung der Kriegsvereinsvermögen dem Wirt des bisherigen Vereinslokals zur AufIekten. Für diese werden gegenwärtig Vorbereitungen getrof- bewahrung übergeben bis zur eventuellen Rückkehr von Mitgliedern fen. Diese Vorbereitungen sind für uns von äußerster Wichtig aus dem Kriege. feit. Es sei selbstverständlich, daß die Arbeiter den Kriegsverletzten, die in die Betriebe kommen, in tameradschaftlichem Geiste entgegenkommen und sie bei ihrer Arbeit unterstüßen. Aber ebenso In folgenden Lokalen wird abgestimmt: selbstverständliche Voraussetzung sei auch, daß man dafür sorgt, Kaczorowskis Restaurant, Ravenéstr. 6. daß diese Kriegsverlegten nicht etwa als Lohnbrüder auftreten. Wenn man auch gegenwärtig diese Möglichkeit in Unternehmerfreiſen entrüstet zurüdweist, so zeigt sich doch jetzt bereits, daß man fratischen Vereins Frankfurt a. M. beschäftigten sich die Barteimit Gliesches Restaurant, Ropenhagener Str. 74. In drei überfüllten Mitgliederversammlungen des Gogialdemo- Büttners Festsäle, Swedter Str. 23–25. tatsächlich mit dieser Gefahr rechnen muß. In einer Waggonfabrit trat ein Kriegsinvalide nach seiner Entlaffung aus dem Lazarett ber 8 ustimmung zum Reichsetat. Die erste Verfamm- Frankes Festsäle, Badstr. 19. glieder mit der Bewilligung der Kriegskredite und wieder ein und wurde ihm dieselbe Arbeit übertragen, die er bordem in der Fabrit verrichtet hatte. Der Arbeiter war an der lung wurde ausgefüllt mit einem Referat des Abgeordneten für linken Hand ſehr erheblich verlegt, so daß ihm die alte Arbeit schwer Frankfurt a. M., Genossen Dr. Quard, der die Saltung der Nebels Restaurant, Magstr. 12. fiel. Er wandte sich deshalb an die Direktion mit dem Ersuchen, Mehrheit der Reichstagsfraktion rechtfertigte. Nach Anhörung des Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47-49. Referats wurde beschlossen, den Genossen Haase- Berlin als ihm leichtere Arbeit zu geben. Die Direktion sandte ihm daraufhin folgenden Bescheid:" Wir lehnen es ab, Ihnen leichtere Arbeit Vertreter der Minderheit der Reichstagsfraktion zu hören. Diese Wiemers Festsäle, Bülowstr. 58. zu überweisen. Falle Ihnen die Arbeit nicht gefällt, steht es Ihnen Mehrheit der Ansicht des Genossen Haase huldigte, konnte wiederum Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Versammlung, die überaus stark besucht war und in ihrer übergroßen frei, die Papiere zu nehmen. Bemerken wollen wir noch, daß nicht zu Ende geführt werden. Ihnen die Rente von dem Verdienst in Abzug gebracht wird." Es ist deshalb notwendig, daß Einrichtungen, und zwar mit beAm Dienstag, den 11. Mai, fand nun die dritte Versammlung Fröhlichs Restaurant, mustauer Str. 1. hördlicher Hilfe geschaffen werden, um den Kriegsverletzten ständig statt, in der neben dem Reichstagsabgeordneten Genossen Bühne Schünemanns Restaurant, Alte Jakobstr. 144. mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können. In den hierzu einzusehenden Körperschaften müssen Arbeitervertreter in genügender warm eintraten. Nur zwei Vertreter aus der Werkstatt und eine Blenkle, Bopptr. 1, Ede Schönleinstraße. Zahl vorhanden sein, um so, wie es notwendig ist, die Rechte der lifte ihre antgegengesetzte Ansicht darlegen. Ihre Ausführungen Späths Restaurant, Georgenkirchstr. 65. Genossin konnten wegen der ungünstigen Gestaltung der RednerKriegsverlebten wahrnehmen zu können. Auch sollen die Kriegs- fanden großen Beifall. Die Versammlung verlief zuweilen recht verletzten zu diesen Einrichtungen Vertrauen gewinnen, und das noch sieben bekannte Redner für die Mehrheit der Reichstagsfraktion ist nur möglich, wenn die friegsverlegten Arbeiter sehen, daß ihre stürmisch. In der dritten Versammlung war vom Genossen Kirschner Comenius- Säle, memeler Str. 67. ist nur möglich, wenn die kriegsverlegten Arbeiter sehen, daß ihre eine Resolution eingelaufen, die dem Abgeordneten von Frank Heinrichs Restaurant, Große Frankfurter Str. 30. Interessen in diesen Einrichtungen von Vertrauensleuten wahrge- furt a. M. nommen werden können. Zur Aufnahme der Kriegsverlebten seien furt a. M. und der Mehrheit der Reichstagsfraktion das Vertrauen ausspricht sowie die Abstimmung billigt. Nachdem Genosse Di B Rott, Straßmannstr. 29. in erster Linie staatliche und kommunale Betriebe zu verpflichten mann beantragt hatte, diese Resolution mit Uebergang solvie solche Betriebe, die staatliche und kommunale Lieferungen haben. Alles dieses mache eine entschiedene Stellungnahme der Behörden notwendig, und könne man die Erledigung des Ganzen nicht der Privattätigkeit überlassen. Der Tagesordnung zu erlebigen, og der Antragsteller Neukölln, Gauter, Sarzer Str. 88. Kirschner seine Vertrauensresolution zurüd. Kirschner seine Vertrauensresolution zurück. Angenommen wurde eine längere Resolution, die den vom Genoffen Haase entwidelten Gedankengängen entsprach. Zur Erklärung des Genoffen Legien. " 99 Rückheim, Bergstr. 97. 99 Schwengel, Glbestr. 8. „ Iden, Boddinstr. 58. Kremp, sermannstr. 174. Ein weiterer Punkt von aktueller Bedeutung sei die Frage der Vorbereitung zur Unterbringung der aus dem Kriege zurüdkommenden Kriegsteilnehmer. Gewiß sei es im Augenblid noch nicht soweit, aber es bedürfe doch hierzu großer Vorbereitungen, Die Erklärung des Genossen Legien in Nr. 131 des Vorund die müssen früh genug in Angriff genommen werden. Auch wärts" enthält den Sat:" Auch davon will ich ſchweigen, was mir die hierzu gehörende Unterfrage, was mit den Kriegsteilnehmern der jebige Vorsitzende des Bildungsausschusses von Niederbarnim werden soll, die zurüctehren und nicht sofort Beschäftigung finden, über das Referentenmaterial geschrieben hat." Dieser Satz könnte Schöneberg, Groß, ebanitr. 17. sei wichtig, denn man könne doch diese Leute nicht ohne Unterstüßung zu Mißdeutungen Anlaß geben. 99 lassen, und daß man die Unterstübung der zunächst arbeitslos Ich stelle daher fest, daß ich mit April an Stelle des zum Baumschulenweg, Boches Restaurant, Baum schulenstr. 37. Köpenick, Wilhelminenhofbleibenden Kriegsteilnehmer wieder so ungeregelt läßt wie die Militär einberufenen Genossen Otto Gäbel vertretungsweise die Tempelhof, Grützmacher, Berliner Str. 160. Unterstübung der Arbeitslosen zu Beginn des Krieges und sich in Geschäfte des Vorsitzenden vom Kreisbildungsausschuß Niederder Hauptsache auf den guten Willen der Gewerkschaften verläßt, barnim übernommen habe. In dieser Eigenschaft habe ich dem Ge- Charlottenburg, Volkshaus, Rosinenftr. 3. sei doch unmöglich. Die Gewerkschaften können auch gar nicht so nossen Legien gar nichts geschrieben, hatte aud feinen Gerak Köpenick- Friedrichshagen, Bahnhoffer,' 44. auch Anlaß dazu. leichtfertig sein, die Erledigung dieser Frage allein zu übernehmen. Im Februar, als das„ Correspondenzblatt der GeneralfomZur Erreichung ihrer gewerkschaftlichen Zwede müssen die Gewerk- miffion" den ersten Bericht der Legienschen Rede vom 27. Januar Stralau- Rummelsburg, Blume, alt- Boghagen 56. schaften nach dem Kriege finanziell gerüstet sein. gebracht hatte, schrieb ich dem Genossen Legien. Anlaß gab mir die Aber auch ganz abgesehen davon, muß es als eine selbstver- Stelle der Rede über das vom Niederbarnimer Bildungsausschuß Lichtenberg, Kurkowsky, Pfarrstr. 74. ständliche Pflicht des Reiches und des Staates bezeichnet werden, versandte Referentenmaterial. Nach dem Bericht hat Genosse daß für die heimkehrenden Kriegsteilnehmer, die nicht sofort in Legien gesagt:„ Die Sache ist charakteristisch für die Art, wie hier Steglitz, Schellhases Festsäle, pornstr. 15a. Arbeit treten können, etwas getan wird. Diese Frage ist auch anarchistische Elemente darauf aus sind, die geschlossene, so mühsam nur durch geſetzgeberische Maßnahmen zu regeln. Das hierzu not aufgebaute Organisation zu zerstören." Ich teilte, da ich im Streis- Oberschöneweide, Warnicke, the 18. wendige Geld müsse aufgebracht werden und könne auch aufgebracht bildungsausschuß das einzige Mitglied bin, das früher Anarchist werden, wenn nur der gute Wille vorhanden ist. In erster Linie war, dem Genossen Legien mit, daß ich mit der Abfaffung und dem Adlershof, Restel, Friedenstr. 14. fei allerdings darauf zu sehen, daß die Zurüdkehrenden möglichst Versand des Referentenmaterials persönlich nicht das geringfte au Weißensee, Peukert, Berliner Allee 251. schnell in Arbeit kommen. Dier hierfür notwendigen Einrichtun- tun hatte. Ich wollte damit von vornherein das Aufkommen der gen, Arbeitsnachweis usw., müssen wiederum den Vertretern der Fabel vom anarchistischen Element" im Reime erstiden. Tegel, Müllers Restaurant, Berliner Str. 84. Arbeiter die Möglichkeit geben, darauf zu achten, daß bei Unter- Das ist mir leider nicht gelungen. Genosse Legien würdigte bringung der Heimkehrenden nicht die gewerkschaftlichen Inter- mich natürlich keiner Antwort, wiederholte aber in seiner später Reinickendorf, Kohn, billingstrake, Ede Augustaessen der in Arbeit Stehenden verlegt werden, so daß also alle broschiert erschienenen Rede:" Anarchistische Elemente sind es, die für die Erledigung dieser Fragen notwendigen Einrichtungen in gegenwärtig den Versuch machen( Sehr richtig! und Widerspruch), Spandau, Wilke, eindenufer 17. paritätischer Weise durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu besetzen anarchistische Elemente find es, die gegenwärtig den Versuch machen, Pankow, Rozycki, reusſtr. 3/4. find. eine festgefügte demokratische Organisation zu sprengen." Die Versammlung stimmte den Ausführungen zu. Schließlich Nachdem so Genosse Legien, troh besseren Wissens, erneut den hat dann die Versammlung sich zustimmend dazu erklärt, daß den anarchistischen Schrecklappen schwang, verzichtete ich darauf, weiter Angestellten des Verbandes eine Teuerungszulage gegeben werde. hin brieflich bei ihm den Versuch zu machen, die Wahrheit zum Höhe und Dauer sowie die sonstigen Einzelheiten wurden der Durchbruch zu bringen. mittleren Ortsverwaltung zur Erledigung übertragen. Deutsches Reich. Der Zentralverband der Handlungsgehilfen im Jahre 1914. Zu Beginn des verflossenen Jahres zählte die Organisation 24 809 Mitglieder; diese Zahl stieg bis zur Jahresmitte auf 26 054. Sie fiel infolge des Krieges bis zum Jahresschluß auf 25 848, und zwar 11 413 männliche und 14 435 weibliche. Zum Militär sind 2674 eingezogen; im Felde gefallen bisher 115. Sepp Derter. Zur sozialistischen Friedensaktion. Aus Amsterdam schreibt man uns: Der Parteivorstand der Arbeiterpartei hat am 8. d. M. über den Vorschlag der schweizerischen sozialdemokratischen Partei, an einer Konferenz der Neutralen am 30. Mai in Zürich teilzunehmen, beraten. Es wurde beschlossen, die Konferenz nicht zu beschicken, und zwar aus folgenden Gründen: Viktoria Allec. Ohne Mitgliedsbuch Ffann niemand abstimmen! Die Stimmzettel werden am Eingang zu den Wahllokalen verteilt. Wahlleiter ist der Kollege Wilhelm Siering, Linienftraße 83-85. 113/ 13* Die Ortsverwaltung. MA Von der Oberbaumbrücke( Faldensteinstraße) jeden SonnDer erste Versuch, die sozialistischen Parteien der neutralen tag und Feiertag Länder zu einem Auftreten gegenüber dem Krieg zu vereinigen, hat zur Kopenhagener Konferenz geführt. Diese KonDampfer- Extrafahrten Die Gesamteinnahme des Verbandes belief sich im Jahre 1914 ferenz hat ein Programm einer Friedensaktion ent- nach Neu- Heringsdorf. auf 437 581 M., die Gesamtausgabe auf 393 308 m., fo daß eine worfen und das Internationale Bureau ersucht, das Werk fort- bf. vormittags 9 Uhr, 12 Uhr und 3 Uhr nachmittags. Fahrgeld hin und Mehreinnahme von 44 273 m. verblieb. An ordentlichen Verbands- zusehen. Das Internationale Bureau hat diesen Wünschen Folge zurüd 60 Pf., Kinder 30 Pf. Morgen Sonntag: Letzte Blütenfahrt beiträgen sind im ersten Halbjahr 193 313 m., im zweiten gegeben, doch sind die Versuche, die Parteien der kriegführenden nach Werder. Abfahrt von der Marschallbrüde, beim Reichstagsgebäude, Halbjahr nur 168 844 m. vereinnahmt worden. An Unter- Länder zusammenzubringen, nicht gelungen. Unter diesen 9 Uhr. Charlottenburg, Tegeler Weg, nabe Bahnhof Jungfernheide stüßungen wurden dagegen im ersten Halbjahr 25 979, im zweiten Umständen hat eine neue Konferenz von Neutralen, die nur das 9 Uhr. Fahrgelb hin und zurüd 1 M., Kinder 50 f. Halbjahr 48 919 m. gezahlt. In lezterem Betrage find 12 179 M. wiederholen fönnte, was in Kopenhagen geschehen ist, feine Aus- Reederei Kieck, Faldenfteinstr. 48, Telephon Mpl. 8197. inbegriffen, die aus freiwilligen Sammlungen an die Angehörigen ficht auf irgendeinen guten Erfolg. Die sozialdemokratische Arbeiterder Kriegsteilnehmer gezahlt werden konnten. Das Anschwellen der partei ist jedoch bereit, sobald ein günstiger Augenblid gekommen Unterstüßungen im zweiten Halbjahr trat nach Kriegsausbruch ein, ist, jeden Versuch des Internationalen Bureaus, um die interobwohl der Verbandsvorstand die Unterstützungssäge ab 23. August nationalen Verbindungen zugunsten des Friedens in Anwendung herabgesetzt hatte. Da das Wirtschaftsleben sich nach den ersten zu bringen, zu unterstützen und auch an einer solchen KonKriegswochen hob, wurden ab 1. November auch die Unterstützungs- ferenz teilzunehmen. säge wieder erhöht. Seit 15. Januar 1915 werden sie im vollen fagungsmäßigen Betrage gezahlt. Durch den Verband erhielten im Jahre 1914 insgesamt 918 Mitglieder Stellung, und zwar 428 männliche und 490 weibliche. Als arbeitslos waren gemeldet: Wo? ist der schönste Ausflugsort? Immer noch Pichelswerder, an der neuen beim Alten Freund. Heerstraße Ertner Ein jüdisches Arbeiterkomitee in den Vereinigten Staaten. Heideschloß Hohenbinde Station „ Nowy Mir"( Neue Welt), unser russisches Parteiblatt in dhulische Sommerfrische X Zum Gutenberg". X Amt Erkner 293. New York, berichtet, daß sich in den Vereinigten Staaten ein NatioEmpfehle mein romantisch an Spree und Wald gelegenes Lokal( 2 Säle, nales Arbeiterkomitee gebildet hat, das sich zur Aufgabe stellt, für 2 Stegelbahnen) zu Ausflügen, Vereinspartien usw. Alb. Lehmann. kaufen Sie von Kavalieren wenig getragene sowie im Versatz gewesene Jackett- und Rockanzüge, Paletots, Ulster, Serie I: 10-18 M., Serie II: 20-30 M., größtenteils auf Seide. Ferner Gelegenheitskäufe in neuer Maßgarderobe, enorm billig. Riesenposten Kleider, Kostüme, Mäntel, auf Seide, früher bis 150, jetzt 20-35 M. Extra- Angebot in Lombard gewesener Teppiche, Gardinen, Portieren, Betten, Wäsche, Brillanten, Uhren und Goldwaren zu enorm billigen Preisen. Vorwärtsleser erhalten 10% extra. Leihhaus Moritzplatz 58a 2.45 Grüne Gurken Stück 35,45 P Pf. A.Jandorf& C Spittelmarkt Belle- Alliancestr. Gr. Frankfurterstr. Brunnenstr. Wilmersdorferstr. Kottbuser Damm Sonntag den 16. 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St.-. f. 8.)( Nachbrud verboten) 15( 1000) 34 289 381 961( 600) 1148 72 78 200 7 553 749 876 976 2049 291 320 67 488 642 92 722 814 21 987( 500) 3089 265 523 711 21 841 912 87 95 4031 234 538 41 79 649 701 75( 1000) 5104 208 34 314( 3000) 493 634 633 713 930( 500) 65 6045 619 705 54( 500) 850 955 61 7161 221 43 446 649 68 666 771 79 8250 93 99 358 68 96( 500) 466 579 899( 500) 9011 73 124 67 381 466 551 615 16 63 80 787 93 10250 74 670 504 48 65( 1000) 731 36 11195 248( 1000) 597 830 920 12343 496 679 910( 1000) 13063 145 88 232 66 338 95 439 692 663( 1000) 56 708 42 828 71 88 14118 51 65 272 403 503 82( 1000) 737 49 15283 401 584 715 832 16291 ( 1000) 324 817 17018 26 275( 1000) 80 90 637 65 977 218 73 443 668 683 926( 1000) 95 19086 236 371 528 607 11 91 755 70 817 907 32 34 56 18041 371 628 607 17 20056 89 119 42 295 461 646 74 806 25( 1000) 70 997 21118 85 236 401 689( 1000) 752 882 22121 213 308 614 62 604 808( 1000) 966 23008 47 89 122( 500) 382 475 86 551 626 24304 43 73 507( 1000) 691( 600) 25013 29 61 216 425 36 724 820 917 858 28030 671 731 27326 97 418 82 508 620 28097 339( 1000) 85 418 819 988 29000( 500) 297 604 645 84( 600) 753 941 133002 539 458( 500) 904 6 132072 568 699 837 87 924 134032 48 264 413 71( 10 000) 76 553 74 635 943( 500) 135583( 1000) 848( 500) 65 136001 441( 1000) 598 604 137074 115 241 318 430( 1000) 85 99 626 36( 500) 885 920 54 138325 82 91 416 556 717( 500) 859 139009( 500) 73 92 141 59 334 442 720 857 140207 317( 500) 409 20 608 67( 500) 727 37 849 83( 500) 909 35 141036 77 217( 500) 342 626 57 714 22 28 61 829 45 909 41 142145 73 228 30 68 394 549 604 60 143005 81 34 372 94 763 812 910 144021 68 143 70 212 716 868 988 145063 124 322 23 628 69 665( 1000) 800( 1000) 926 34 36 148001 289 369 433( 500) 64 65 90 681 87 863 901 77 218 20 24( 1000) 533 36 88 633 723 98 802 10 30 147119 148216 74 433( 1000) 619 28 880 924( 1000) 33 66 90 98 149008 226 480( 500) 649 821 948 150109 78 429 57 58 594 881 99 983 151076 405 631 45 46 57 840 941 68 80 152006 195( 500) 95 277 424( 500) 771 816 70 950 153170 261 337 67 624 610 63( 500) 86 746 52 155227 61 415 154413( 1000) 58 605( 1000) 81 766 818 911 ( 500) 36 857 944. 158066 287 90 351 624 720 52 67 952 157046 71 151 228 61 427 32 67 73 566 750( 500) 927 63 ( 500) 35 93 31120 15-3025 72 169 324 621 634 15 9005 33( 600) 227 318 670 764 80034( 3000) 174 297 469 70 780 835 907( 500) 35 93 31120 299 315 661 779 911 32038 55 124 231 405 82( 500) 502 7 33006 182 341( 500) 92 514( 500) 78 93 795 846 68 34023 102 200 11 44( 1000) 63 338 48 49 467 523 31 792 807 37 85 35148 66 255 691 606 727 38 63 823( 3000) 927 36249 318 34 64 85 428 38 744 61 813 37139( 1000) 209 93 630 93 672 88 763 38109 35 347 401 606 778 817 981 39069 98( 3000) 135 308 65 514 825 927 92 40040 155 318 35 480 611 716 805 41018 161 74 201 330 67 608 42022 23 74 85 161 202 28 67 370 468 604 25 42 45 911 43069 84( 3000) 442 73 636 753 866 75 960 70 44059 103 227 384 576 638 729 36 45194 323 46 440 74 94 516 766 70 48212 318 87 412 615 631( 500) 820 62 70 931 66 92 47206 19 620 91 701 48178 246 399 414 46 698 869 49066 160 233 39 485 856 89 990 91 96 808 17( 10000) 160147 92 446 814 82 181183 431 68 507 182194( 500) 334 490 647 88 896 922 32 58( 500) 163092 189 254 435 806 16 31 50 774 861 164114 459 76 80( 1000) 517 25 75 907 25 ( 500) 86 185211 25( 500) 310 570( 500) 633( 1000) 818 34( 500) 986 166050 200 314 41 413( 1000) 68 641 979 167082 197 ( 3000) 229 85( 3000) 651( 3000) 84 709 934 168051 130 282 92 382 612 69 88( 1000) 755 800 52 169168 207 67 614 818 66 99 170153 76( 500) 215 346 64 459 738 973 86 171177 228 ( 500) 50( 3000) 60 359 73 547 69 94 653( 3000) 172168 98 225 41 81 349 60( 500) 546 75 906( 3000) 173026 37 117 39 349 618 82 936( 500) 174082 66 67 208 46 76 328 629 630 91 806 54 914 96 175165 75 233 301 9 477 620 81( 1000) 668 767 980 176038 855( 500) 177061 66 182( 600) 893 178054 91( 3000) 171( 500) 246 305( 500) 12( 1000) 63 657 726 884 94 964 179217( 3000) 349 407 622 69 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49 56 850 909 5. Preußisch- Süddeutsche ( 231. Königl. Preuß.) Klaffenlotterie 5. Klaffe 6. Biehungstag 14. Mai 1915 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-A. f. 8.)( Nachdruck verboten) . Backobst Pfund 68 Pt. Zitronen Dutzend 40 Pf. 110055 204 416( 1000) 30 72 588 665 95 721 24 94 885 983 111133 82 848 807 37 112077 96 149 328 478( 1000) 530 685 92 785 818 61 113140 256 70 636 38( 1000) 755( 3000) 845 79( 500) 939 91 114127 47 291 418 572( 500) 616 60 816 115179 325 433 533 769 930 116001( 1000) 69 473 93 536( 500) 40 623 919$ 17099 292 324 758 867 81 982( 500) 118145( 500) 89 304 42 80 899 119220 50 407( 500) 643 60( 600) 900 120100 32 92 322 55 484( 1000) 619 881 121008 205 85 737 864 66( 500) 945 64 122202 340 507 750 801 64 905 16 67 72 123056( 500) 410 507 733 827 43 980( 1000) 124187 220 347 637 913( 10000) 125002 8 134 80( 1000) 339 73 400 588 946 126088 219 420 63 639 71( 1000) 90 730 821 84 128052 967( 600) 73 127029 122 251 385 434 541 856 943 77 79 82 393 98 499 504 62 601 910 28 128012 149 91 458 68 585 608 708 16 980 29 130 51 236 77 94 471 615 60 837 72( 3000) 1078 187 228 83( 500) 374 76( 500) 550 98 635 71 2141 253 388 537 680 130040 333 73 406 40 90 503 6( 3000) 61 74 703 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426 641 707 ( 500) 203122 26 250 642 714 88 836 923 204013 15 102 287 712 19 27 41 93 906 39 58 205062 164 221 850( 500) 57 437 841 206037 278 319 647 49 989 207038 283 440 519 889 956 78 208034 452 693( 3000) 625 209018 40 64 167 341 465 534 771 210233 43( 3000) 327( 3000) 80 621 72 88 857 211001 104 65 242 43 657 700 60 836 40( 1000) 42 71 212042 185 268 316 560 681 734 213098 116 85 201 76 352 691( 500) 709( 500) 843 903 92 99 214054 56 132 64 366 80 87 430( 500) 57 76 858 215151 225( 500) 51 68( 500) 91 594( 500) 673 74 901 216004 120 253 58 217007 36 56 234 82 86 96 381( 1000) 654 786 218047 355 520 656( 500) 63 68( 500) 746 865 80( 3000) 995 219188 91 250 83 400 520 23 28 734( 5000) 31 935( 500) 87 220097 330 611 763 931 221061 122 421 599 732 813 934 222114 251 423 658 88 939 64 223037 84 253 341 92 431 510 680 799 877 95 960 224077 359 69 92 485 571 736 68 870( 1000) 77 79( 500) 225005 30 96 174( 500) 211 495 550 94 773 949 69 226026 47 108 316 402 88 617( 1000) 684 738 50 860 935 76 227215 344 406 613 748 89 884( 600) 228067 264 347( 1000) 461 6534 632 847 63 990 229009 168 215 552 79 613 701 16 75 825 905 92 100064 132 97 269( 500) 73 85 380 486 585 92 620 792 879 87 34( 3000) 101064 120 89 95 260 88 332( 1000) 521 670 793 847 102103 12 300 502 5 665 748 986( 500) 108140( 500) 216 432 621 994( 1000) 104030 111 270 701( 500) 23 46 862 ( 500) 946 105040 155 471 74( 3000) 937 74 106049 222 317 88( 500) 681 641.736 79 893 949( 1000) 107143 255 67 354 64( 500) 576 878 920 69 85 108240 363 404 34 509 67 702 8 04 34 609 67 914 92 109185 89 203 87 430 713 49 916 110012 103 55 340 71 619 715 880( 600) 92 111220 455 647 712 26 53 112145 52 292 668 767 849 952 113234 74 388 616( 3000) 48 775 813 906 8 17 114031 90 95 159 342 644 ( 1000) 740 826 986 115207 42 63 81 322 59 67 594 618 736 Berantwortlicher Redakteur: Alfrep Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u, Berlag: Borwärts Buchdruckerei u, Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 230069 297( 1000) 302 14 400 73 703 26 862 94 231080 185 224( 1000) 36 641 732 801 36 88 232108 398 462 656 85 810 97 233048 143 263 64 305 434( 1000) 558 716 807 35 79 923 71 230071 83 241 68 542( 3000) 43 606 848 963 231149 319 405 540 85 620 38 99 742 77 839 232005 16 31 70 106( 500) 13 25 252 846 81 910 233028 248 459 581 878 949 " Nr. 133. 32. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts“ Berliner Volksblatt. Sonnabend, 15. Mai 1915. Aus Groß- Berlin. Fleischwucher. Unter dieser Ueberschrift beschäftigt sich eine Notiz in der Täglichen Rundschau" mit den hohen Fleischpreisen. Auch in besser situierten Streisen erregen die hohen Fleischpreise schwere Bedenken. Ein Dr. D. schreibt in dem genannten Blatte in der Donnerstagnummer: ordentlichen Unterstützungen in Notstandszeiten immer wieder be- hinab und starb auf der Stelle an einem Schädel- und Genickbruch. obachtert. Das Verwaltungsjahr 1914/15 brachte eine weitere Der Hauspförtner, der den dumpfen Aufschlag hörte, fand sie tot Mehrung der regelmäßig Unterstüßten; bei den Almosen- daliegen. empfängern begann sie im September, bei den Pflegegeldempfängern hatte sie schon im Juni begonnen. Im März 1915 murden gezahlt 37 396 Almosen und 13 533 Pflegegelder, gegenüber 36 339 Almosen und 13 265 Pflegegeldern im März vorhergehenden Jahres. Um die Biersteuerordnung in Reinickendorf. Raubanfall auf einen Kassenboten. Ein dreister Ueberfall auf einen Kassenboten der Commerz und Diskontobank ist am gestrigen Freitagvormittag in dem Hause Die Ausgaben für die Unterstüßungen betrugen im ganzen Frankfurter Allee 30 verübt worden. Dort hat die Filiale T der Verwaltungsjahr 1914/15 bei den Almosen rund 8084 000 M., bei den Pflegegeldern rund 1473 000 M., bei den für Almosen- und Commerz- und Diskontobant ihre Geschäftsräume. Der bei dieser " In Schlächterläden der westlichen Stadtteile werden zurzeit Pflegegeldempfänger gezahlten Zusaßunterstüßungen rund 298 000 Filiale angestellte 53jährige Kassenbote Michael Wichrowski hat verlangt für ein Pfund: Kalbskotelett 2,80, Schweinefotelett 2 bis Mart, bei den außerordentlichen Unterstübungen rund 2 174 000 täglich von der Hauptkasse Geld für die Filiale abzuholen. Als W. 2,20, Schweinekamm 1,80 M. Forscht man nach den Ursachen Mark. Durch den Voranschlag waren bewilligt für Almosen am gestrigen Vormittag, gegen 3/411 Uhr, mit einem größeren Bedieser unerhörten Preistreiberei, so wird geantwortet:„ Das macht 7700 000 m., für Pflegegelder 1 450 000 M., für außerordentliche trage von der Hauptkasse zurückkommend den zu den Geschäftsräumen die Spargelzeit!" Dieses Gemüse wird gegenwärtig reichlich an- Unterstützungen( einschließlich Zuſahunterſtüßungen) 1700 000 m. der Filiale führenden Eingang Warschauer Straße 1 betrat, stürzte geboten, und zwar zu mäßigem Preise. Allgemein nimmt man Diese Ueberschreitungen des Voranschlags sind verursacht worden sich ihm ein etwa 20jähriger Mensch entgegen und versuchte ihm an, daß der Preis von Spargel eher noch im Preise fallen als durch notgedrungene Mehrung der Unterstüßten, nicht durch ErDer Kassenbote beugte sich steigen werde, weil die Stonservenfabriken beim Mangel an Blech höhung der Unterſtüßungsbeträge. An den Unterstützungsbeträgen Pfeffer in die Augen zu streuen. dosen nicht in der Lage seien, dem Markte gegenwärtig große hat man trop der Lebensmittelteuerung- wenig nach der Seite, so daß ihm nur ganz wenig Pfeffer in das linke Mengen zu entziehen. Der Schlächter erachtet diese Gelegenheit geändert. Beispielsweise war im März dieses Jahres( gegenüber Auge flog. Als sich der Ueberfallene von dem ersten Schreck erfür günstig, um seinerseits die Kundschaft zu schröpfen. Eine März vorigen Jahres) der Durchschnitt bei den Almosen 18,42 M. holt hatte, versetzte er dem Räuber einen Faustschlag und rief um vorübergehend verstärkte Nachfrage nach Kotelettfleisch wird( gegenüber 18,15 M.), bei den Pflegegeldern 9,40 M.( gegenüber Hilfe, worauf der Fremde schleunigst die Flucht ergriff. Der Kassensofort benutzt, um die Preise schamlos zu steigern, obwohl ihm 9,24 M.), bei den außerordentlichen Unterstützungen 13,10 M. bote nahm aber sofort die Verfolgung des Flüchtlings auf, der sich beim Einkauf am Schlachtviehhof so gut wie gar keine Mehr-( gegenüber 13,76 M.). Der Durchschnitt hat bei Almosen und schließlich im Keller des Hauses versteckte. Dort wurde er nach ausgaben entstanden sind. Sehr merkwürdig ist dabei auch, daß Pflegegeldern sich nur um ein paar Pfennige pro Monat erhöht, heftiger Gegenwehr überwältigt und der Polizei übergeben. Auf Stalbsschnigel um 60 bis 80 Pf. höher im Preise bemessen werden bei den außerordentlichen Unterſtüßungen aber iſt er ſogar noch der Revierwache verweigerte der Verhaftete hartnäckig jede Auskunft als Schweineschnitzel, obwohl doch der Schweinepreis um etwa geringer geworden. über seine Person, wurde aber dann festgestellt als ein Student 30 M. für den Zentner Lebendgewicht höher steht als der KälberBoris Pantscheff, der am 28. Dezember 1892 in Sofia geboren ist preis. Wo bleibt da die Vernunft? Oder will man uns etiva einwenden, was angesichts der hohen Schweinepreise beim Klein- Die Gültigkeit der Reinickendorfer Biersteuerordnung war und zu Charlottenburg in der Kantstraße 24 wohnte. P. erklärte, verkauf des Schweinefleisches zu wenig, müsse bei dem Verkaufe streitig in dem Rechtsstreit des Schankwirts Weding gegen den daß augenblickliche Mittellosigkeit ihn zu der Tat getrieben habe. anderer Fleischsorten mehr verdient werden? Damit würden die Gemeindevorsteher der Gemeinde Berlin- Reinickendorf. Er war Er ſei vor 1½ Jahren nach Berlin gekommen, um das IngenieurSchlächter eine höchst bedenkliche Bahn betreten. Es wird nicht für einen bestimmten Monat mit einem bestimmten Sah zur fach zu studieren. Bei seiner Wirtin war er die Miete für sechs lange mehr dauern, bis die Schlächter auch die Preise für Hammel- Biersteuer für eingeführtes Bier herangezogen worden und hatte Monate schuldig und außerdem ein Darlehen von 30 M. Ferner fleisch wieder beträchtlich erhöhen werden mit der Begründung auf Aufhebung der Heranziehung geklagt, weil die in Frage hatte er sich von einem jungen Mädchen, das ebenfalls bei seiner Hammelfleisch und grüne Bohnen sind doch ein schönes Gericht." fommende Bestimmung der neuen Biersteuerordnung für Wirtin wohnte und mit dem er verlobt war, ein über 1200 W. Das faufende Publikum sollte geschlossen gegen solche völlig unberechtigte Ausbeutung vorgehen und sich lieber einige Entfagung Reinickendorf vom Jahre 1910 ungültig sei. Diese Bestimmung lautendes Sparkassenbuch aushändigen lassen, das er angeblich gegen auferlegen. Spargel kann auch ohne Kalbsschnigel genossen im§ 5 schreibt vor, daß von dem im Gemeindebezirk ein- 150 M. Darlehen beim bulgarischen Konsul verpfändet haben will. werden und Bohnengemüse ohne Hammelfleisch. An Ersatz für geführten Bier eine Steuer von 65 Pf. für das Hektoliter Gestern vormittag ging Pantscheff von Hause weg mit dem Bcdiese Fleischsorten fehlt es wahrlich nicht. erhoben werde. Es wird kein Unterschied zwischen alkohol- merken, daß er den Konsul aufsuchen wolle, um mit seiner Hilfe Selbstverständlich richten sich unsere Angriffe nur gegen die haltigem und alkoholarmem Bier gemacht. Darauf stüßt sich noch Geld zu erhalten. Von diesem Ausgange kehrte er nicht zurück. allerdings zahlreichen Vertreter des Schlächtereigewerbes, die an der Einwand des Klägers. Er beruft sich auf§ 58 Absatz 2 Was an seiner ganzen Erzählung wahr ist, bedarf noch der Aufder Bewucherung der Verbraucher ihr höchſtes Gefallen finden und des Brausteuergesetzes vom 15. Juli 1909, wo bestimmt ist: flärung. Der überfallene Kaffenbote konnte seinen Dienst wieder die nicht die Großeinkaufspreise des Viehes in ein rechtmäßiges „ Die Grenze, bis zu der das Bier von Gemeinden be- aufnehmen.Bhd Verhältnis zu den Kleinverkaufspreisen des Fleisches zu setzen wissen. Um das große Heer der Konsumenten einigermaßen vor steuert werden darf, wird auf 65 Pf. für das Hektoliter Bier Ausbeutung zu bewahren, dürfte sich eine Verordnung empfehlen, festgesetzt. Für Bier mit einem Alkoholgehalt wodurch die Schlächter verpflichtet werden, außerhalb des Ladens von höchstens 13 Prozent der Menge darf Ein 21 Jahre altes Mädchen, das in Zehlendorf dient, wurde eine Breistafel anzubringen. In Süddeutschland hat sich diese die Abgabe nicht mehr als 30 Pfennig für vor einigen Tagen in der Nacht zwischen 11½ und 12 Uhr auf dem Maßnahme, wie anerkannt wird, wohl bewährt." das Hektoliter betragen." Heimwege vom Bahnhof Thielplatz nach der Wohnung von einem In den von Arbeitern bewohnten Gegenden des Nordens Der Kläger betonte, daß das in seinem Falle in Frage Mann in mittleren Jahren hinterrüds angefallen. Der Wegelagerer und des Ostens und der Vororte bietet sich dasselbe Bild. kommende Bier zu den alkoholarmen gehörte. Nun bestimme schlug die Ueberfallene mit der Faust nieder, warf ihr eine Schnur Die hohen Preise für Fleisch sind für Arbeiterfamilien uner- allerdings der zitierte§ 58 in seinem Absatz 3:" Soweit auf um den Hals, schleppte sie in ein Roggenfeld, vergewaltigte sie und schwinglich geworden und haben schon längst zur Entsagung Grund der bisherigen Vorschriften Gemeinden" höhere Ab raubte ihr das Portemonnaie mit 1 M. und 45 Pf. So lautet die vom Fleischgenuß genötigt. Aber auch Schmalz und Butter gaben von den Braustoffen oder dem Bier erheben, dürfen alten mittelgroßen schlanken Mann, dem Anschein nach Arbeiter, mit Anzeige der Ueberfallenen, die den Täter als einen etwa 40 Jahre haben eine Höhe erreicht, die Schwindel erregen muß. Daß diese höheren Abgaben bis zum 1. Oftober 1915 fort erhoben verwittertem Gesicht und herunterhängendem Schnurrbart beschreibt. lediglich die Schlächter schuld an den hohen Preisen sind, wie werden." Auf diese Bestimmung könne sich der Gemeindedas der Verfasser der Notiz in der„ Täglichen Rundschau" vorsteher aber nicht berufen, wenngleich die frühere Bierdarlegt, ist irrtümlich. Aber ein ruhiges Zusehen dieser Preis- steuerordnung der Gemeinde Reinickendorf, die durch die Um 20 000 Mark geschädigt wurde die Reichsmetallsammelstelle treiberei auf dem Lebensmittelmarkte ist unmöglich. Hier Ordnung von 1910 ersetzt sei, allgemein den Satz von für Kriegsnot, Unter den Linden, von zwei ungetreuen Kutschern. muß die Reichsregierung helfend eingreifen. 65 Pf. für das Hektoliter hatte. Denn der Absatz 3 des§ 58 mehrere Kutscher hatten den Auftrag, Edelmetalle von dieser Sammelhabe nur die Fälle im Auge, wo dieselbe Biersteuer- stelle zum Einschmelzen nach einem Hüttenwerk in Niederschöneweide Ausfuhrverbot für Heu. ordnung aus der Zeit vor dem Inkrafttreten des neuen zu bringen. Die Kutscher Karl Guschte aus Köpenick und Johann Amtlich. Berlin, 14. Mai 1915.( W. T. B.) Auf Grund Brausteuergesetzes bestehen geblieben und höchstens Tombat aus der Görliger Straße mißbrauchten nun das in sie geder§§ 4 und 9 des Gesezes über den Belagerungszustand in einigen Punkten geändert sei. Bei der Ordnung von fette Vertrauen und benußten die Gelegenheit, sich an dem gevom 4. Juni 1851( Preußische Gesetzsammlung S. 451 ff.) be- 1910 handele sich es um eine vollständig neue Biersteuer- fammelten Gute zu vergreifen. Sie fanden einen Abnehmer an dem Händler Wilhelm Hagen aus der Stallschreiberstraße. Wiederholt stimme ich: Aus dem Bezirk des 3. Armeekorps, welcher die ordnung. Durch diese dürfte, auch nicht bis zum 1. Oktober schafften sie größere Mengen des Metalls nach seiner Wohnung. In Provinz Brandenburg mit Ausnahme von Groß- Berlin und 1915, alkoholarnies Bier nicht mit 65 Pfennig Steuer belegt anderen Fällen unterrichteten sie Hagen von bevorstehenden Fuhren, und er fand sich dann an vorher vereinbarten Stellen mit seinem den Landkreisen Teltow, Niederbarnim und ZüllichauDer Bezirksausschuß wies jedoch gleich dem Kreis- Handwagen ein, um auf diesen von den Wagen der Kutscher Metall Schwiebus umfaßt, darf vom 17. Mai d. 3. ab bis auf weiteres Heu weder mit der Bahn noch mit der Achse oder auf ausschuß die Klage ab und führte aus: Da auch alkohol- überzuladen. Die Neuköllner Kriminalpolizei entdeckte das Treiben dem Wasserwege von Privatpersonen ausgeführt werden. arme Biere nach der alten Steuerordnung von 1894 der und nahm jetzt die beiden Kutscher und den Hehler, Männer von 47, Die Ausfuhr ist nur zulässig auf Grund einer Bescheinigung höheren Steuer von 65 Pfennig unterlagen, so habe die neue 31 und 30 Jahren, fest. Nach ihren bisherigen Ermittelungen haben sie für die obengenannte Summe Metall veruntreut. der stellvertretenden Intendantur des 3. Armeekorps oder Ordnung den Satz auch für alkoholarme Biere bis zum 1. Ottober 1915 beibehalten fönnen. Denn nach§ 58 Abder ihr untergeordneten Proviantämter sowie auf Grund von fat 3 des zitierten Gesetzes tönne die höhere Steuer bis zum Hühnel aus der Hagelberger Str. 37/38 in den Tod getrieben. Schwere Krankheit hat den 52 Jahre alten Händler Albert Frachtbriefen, die von einer dieser Dienststellen abgestempelt Oftober 1915 beibehalten werden, wenn bisher über Der Mann litt schon seit 10 Jahren an Atemnot. Als er jetzt auch sind. Zuwiderhandlungen werden, soweit die Geſetze nicht Zuwiderhandlungen werden, soweit die Geseze nicht haupt eine höhere Steuer erhoben worden sei. Unerheblich noch von einer Bruſtfell- und Lungenentzündung befallen wurde, höhere Strafen vorsehen, mit Gefängnis bis zu einem Jahre sei, daß die fragliche frühere Ordnung durch eine neue ersetzt griff er zum Revolver und erschoß sich Donnerstagabend in seiner worden sei. Die neue Ordnung habe eben den bisherigen Wohnung. höheren Satz für alkoholarme Biere bis zum 1. Oktober 1915 beibehalten können. Die Auslegung des Klägers sei irrig. bestraft. Der Oberbefehlshaber in den Marken: von Kessel, Generaloberst. werden. Das Oberverwaltungsgericht verwarf die noch vom Kläger eingelegte Revision und bestätigte die Vorentscheidung als zutreffend. Ebenso wurde in einem Prozeß des Schankwirts Pahl entschieden. Ueberfallen und vergewaltigt. Die Freie Turnerschaft Tempelhof- Mariendorf veranstaltet für das am Sonntag, den 2. Mai, verregnete Anturnen ein neues Anauf dem Spielplatz Teile- und Germaniastraße( gegenüber Schoturnen am Sonntag, den 16. Mai, beginnend nachmittags 2 Uhr, foladenfabrik Sarotti). Gäste willkommen. -Aus der Berliner Armenpflege. Die offene Armenpflege der Stadt Berlin stand im Verwaltungsjahr 1914/15( 1. April 1914 bis 31. März 1915) unter dem Die Berliner Feuerwehr wurde am Himmelfahrtstage nach der Einfluß des Krieges. Sogleich nach Kriegsausbruch beReinickendorfer Straße 26/27 gerufen, wo in einem Kino Films in gann eine sehr fühlbare Mehrung der Hilfsbedürftigen, und rasch Vorläufig noch keine Herabsetzung der Mehlpreise! einem Apparatraum sich entzündet hatten. Der Vorführer Hatte dasteigerten sich die Ansprüche an die Armenkommissionen. Daß aber Aus dem Rathause wird berichtet:„ Nachdem die Kriegs- bei Brandwunden im Gesicht und beiden Händen erlitten, die ihm die geleistete Hilfe ins„ uferlose" gegangen wäre, läßt sich nicht behaupten. Das Verwaltungsjahr liegt jetzt abgeschlossen hinter uns, getreidegesellschaft vom 15. d. M. ab die Mehlpreise herab- von Samaritern der Feuerwehr verbunden wurden. Die Gefahr für Zu spät wurden Samaund man kann nun übersehen, was die Armenfommissionen getan gesetzt hat, wird diese Ermäßigung, wie sich aus zahlreichen das Kino konnte bald beseitigt werden. haben. Selbstverständlich reichten die ihnen durch den Voranschlag Buschriften ergibt, auch bei der Mehlabgabe durch die Ge- riter nach der Simmerstr. 46 gerufen, wo sich ein Kaufmann P. E. zur Verfügung gestellten Mittel nicht aus, aber die Kommissionen meinden erwartet. Die Gemeinden sind aber überwiegend zu als die Samariter erschienen, war der Tod bei G. schon eingetreten. mit Gas vergiftet und andere Personen in Gefahr gebracht hatte. waren nach Kräften bemüht, sich nach der Decke zu streden und einer Herabsetzung des Preises noch nicht in der Lage, da Zur Rettung mehrerer Personen rückte die Wehr nach der Michaelsie nicht allzu sehr zu verlängern. sie zunächst noch die teurer aufgekauften Bestände absetzen firchstraße 7 aus. Sie waren in einem Fahrstuhl eingeschlossen. Es Da es sich um einen plöblich eingetretenen Notstand handelte müssen." gelang, alle in Sicherheit zu bringen. Durch die Explosion einer und die durch ihn hervorgerufene Hilfsbedürftigkeit als eine vor- Mit der weiteren Herabsetzung der Mehlpreise wird Petroleumlampe entstand in der Antonſtraße 6 abends ein Brand. übergehende angesehen werden durfte, so war in erster Linie durch Gewährung ein- oder mehrmaliger außerordentlicher hoffentlich auch eine Herabsetzung der Brotpreise eintreten. Wohnungebrände wurden vom Weidenweg 82 und anderen Stellen Unterstübungen einzugreifen. Im ersten Kriegsmonat blieb Bei dieser Gelegenheit sollte der Magistrat auch erwägen, daß gemeldet. die Zahl dieser Unterstützungen noch auf derselben mäßigen Höhe Gewicht und Preis der Semmeln troß Herabsetzung der Mehlwie in den vorhergehenden Monaten: sie war im April, Mai, Juni, preise eine Aenderung nicht erfahren haben. Juli: 10 903, 9314, 9395, 9472 und im August 9362. Darauf aber schnellte sie im September plöhlich auf 21 974 empor, im Oktober hielt sie mit 21 536 sich auf ungefähr gleicher Höhe, und erst der November brachte wieder einen merklichen Rückgang, auf 17 017. In den folgenden Monaten sank dann die Zahl dieser Unterstütz- 52 Jahre alte Arbeiterfrau Emilie Heckmann aus der Gneisenauungen weiter, im Dezember und Januar auf 15 962 und 14 184, straße 26 das Leben genommen. Heckmann lebt schon seit zwanzig seinen Betrieb. Trotzdem der Eröffnungstermin ein sehr früher war, im Februar und März auf 12 313 und 11 499. Schon Februar Jahren in Amerika, hatte aber immer noch Verbindung mit seiner und März zeigten bezüglich der außerordentlichen Unterstützungen Familie. Erst seit Ausbruch des Strieges hörte diese nichts mehr von stieg die Besucherzahl schon im Laufe des ersten Tages recht hoch. nichts Ungewöhnliches mehr, ja sie blieben mit ihren Unterſtüßungs- ihm. Seine Frau wohnte feit sechs Jahren mit einer Tochter in der Das Bad hat jezt eine Strandlänge von zirka 160 Meter und Jahres zurück, in denen 12 667 und 12 427 außerordentliche Unter- Gneisenaustr. 26 im zweiten Stock des Vorderhauses. Eine andere foll noch um 80 Meter verlängert werden. stübungen gegeben worden waren. In derselben Weise, wie die Tochter ist mit einem Gendarmen in Osipreußen verheiratet. Der ein- nugten am Donnerstag Tausende von Besuchern das Freibad. Zahl der außerordentlich Unterstüßten, stieg und sank auch der Ge- zige Sohn steht im Felde und ist schwer verwundet. Der Schwiegersohn famtbetrag der außerordentlichen Unterstützungen. Dieser war im wurde von den Russen gefangen genommen und weggeführt. Der Tochter Kartoffel und Heringsverkauf in Neukölln. April vorigen Jahres 149 628 M., jant bis August auf 128 054 M., gelang es zu entfliehen. Sie kam zur Mutter nach Berlin. Ihren schnellte im September auf 292 626 M. empor, ermäßigte sich im Mann hielt sie für verloren, weil es hieß, daß die Russen ihn er- Vom Montag, den 17. Mai dieses Jahres ab Oktober auf 278 754 M. und ſant dann weiter bis zum März auf schossen hätten. Erst kürzlich kam die Nachricht, daß er lebe. Seine ſollen außer in den städtischen Verkaufsstellen Steinmetzſtr. 12 und nur noch 150 593 M., gegenüber dem März vorhergehenden Jahres Frau kehrte deshalb nach Ostpreußen zurück. Alle diese Verhältnisse Weserstr. 203 wieder städtische Kartoffeln und Heringe durch die Ein anderes Bild ergibt sich bei den regelmäßigen machten Frau Hedmann nervenfrank. Ihre Ueberreizung raubte ihr Der Verkaufspreis beträgt: für 10 Pfd. Kartoffeln 65 Pf., für Unterstützungen. Hier kann man natürlich nicht ein rasch zuletzt jeden Schlaf. In der Verzweiflung sprang sie gestern früh einen Hering 13 Bf., für zwei Heringe 25 Pf., für drei Heringe wechselndes Auf und Ab erwarten, wie wir es bei den außer kurz vor 5 Uhr aus dem Küchenfenster auf den asphaltierten Hof 35 Pf. und für jeden weiteren Hering je 10 Pf. mehr. ziffern sogar hinter denselben Monaten des vorhergehenden mit 171 011 M. Ein Todessprung. Durch einen Sprung aus dem Fenster hat sich heute früh die Aus den Gemeinden. Eröffnung des Freibades Adlershof. Am Himmelfahrtstage begann das Adlershofer Freibad wieder Grünframhändler verkauft werden. Auch in Wannsee be Die Kartoffel und Gemüsehändler, welche ftädtische Kartoffeln und Heringe verkaufen, haben in ihren Geschäftslokalen Blatate aus zuhängen, auf welchen die vorstehenden Preise vermerkt find. Ste dürfen nur städtische Kartoffeln führen und für sämtliche in ihren Läden zum Verkauf kommenden Kartoffeln den Einheitspreis von 65 f. je 10 fd. fordern. Die Kartoffelausgabe für Händler findet auf dem städtischen Grundstücke Drorystraße, Eingang Böhnische Straße, die Ausgabe der Heringe auf dem städtischen Grundstücke Berliner Straße 35/39 vom Sonnabend, den 15. Mai d. J., werktäglich in der Zeit von 8 Uhr vormittags bis 1 1hr nachmittags und von 3-6 Uhr nach mittags wie früher gegen sofortige Barzahlung statt. Der Kauf preis für Händler beträgt für Kartoffeln 5,75 m. je Zentner und für Heringe 38 M. je Tonne. verübt, die sich durch Zimmervermieten ihren Lebensunterhalt| Zeichen wohl gegeben wäre, wenn das Zeichen der Beklagten auch verschafft. für ein Abführmittel Verwendung fände. Das sei nicht der Fall; Wegen Betruges in strafschärfendem Rüdfall hatte sich 8. gestern mithin könne von einer Verwechslungsgefahr nicht gesprochen vor der dritten Straffammer des Landgerichts I zu verantworten. werden, denn wenn jemand ein Abführmittel faufen will, lasse er Der Angeklagte erschien eines Tages bei der Zimmervermieterin fich feine Appetitbonbons aufhängen. Das Reichsgericht hat Witwe. und mietete bei dieser ein Zimmer. Er gab an, er sei am Dienstag dieser Entscheidung auf die Revision der Klägerin foeben nach Berlin gekommen, da er das Feldpilotenegamen gemacht widersprochen, das Urteil des Oberlandesgerichts aufgehoben habe und demnächst von Johannisthal aus als Militärflieger ins und das Urteil des Landgerichts Stuttgart, das Feld fomme. Er ließ sich dann ein ordentliches Frühstück auftragen die Beflagte zur Löschung verurteilt hat, wiederund versuchte unter dem Vorgeben, er erhalte erst am nächsten Tage hergestellt. per Bostanweisung Geld, die Frau mit sechs Mark anzuborgen. Da sie sich weigerte, nahm er auch mit einer Mark vorlieb und ver schwand dann an demselben Tage unter Mitnahme eines der Frau gehörigen Lederkoffers. Das Gericht war der Ansicht, daß der Angeklagte zu der besonders strafwürdigen Verbrecherart der Kriegs- rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend schwindler gehöre, und erkannte gegen ihn unter Einrechnung einer von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage in Altona verhängten Gefängnisstrafe auf drei Jahre Geist ein Buchstabe und eine 8ahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Zum Bezuge sind nur hiesige Gewerbetreibende gegen Vorlegung der ihnen ausgefertigten Ausweisfarten berechtigt. Gewerbetreibende, welche nicht mehr im Besize solcher Karten find, fönnen die Ausfertigung derselben im Rathause, Eingang Schönstedtstraße, fängnis. 1 Treppe, Zimmer Nr. 142, beantragen, wo auch Plakate in Empfang genommen werden können. Musterung im Kreise Teltow. Das Verschweigen von Hafervorräten twurde der Speditionsfirma Hofterbach in Elberfeld mit 2000 m. Geldstrafe geahndet. Der Spediteur hatte seinerzeit bei der Auflaffen, wonach diejenigen Militärpflichtigen, die wegen zeitiger Uns in seinen Betriebsräumen berstedt gehalten wurde, verschwiegen. Der Landrat des Streifes Teltow hat eine Bekanntmachung er- nahme der Haferbestände einen Vorrat von 200 Zentnern Hafer, ber tauglichkeit zurüdgestellt oder bei der letzten Musterung gefehlt Die Sache fam aber heraus. Der Hafer wurde beschlagnahmt, was haben, aufgefordert werden, sich einer neuen Musterung zu unter dem schweigsamen Mann 3300 M. Schaden verursachte. Jetzt hat ziehen. die Strafkammer die obenerwähnte Strafe hinzugefügt. Die Bekanntmachung umfaßt den Aushebungsbezirk Teltow I, für Teltow II werden die Termine später veröffentlicht. Die Mufterung beginnt am 7. Juni und endigt am 15. Juni d. J. Am 9. Juni werden die Gestellungspflichtigen aus Berlin- Lichterfelde, am 10. Juni die aus Nowawes, am 11., 12. und 14. Juni die Gestellungspflich tigen aus Steglig, am 15. Juni die aus Friedenau und an den ersten beiden Tagen die aus den fleineren Orten des Bezirks gemustert. Musterungsort ist Groß- Lichterfelde Oft, Restaurant Henning. # Beratungsstelle für Kriegerfrauen selbständiger Gewerbetreibender. Der Hauptausschuß für freiwillige Kriegshilfe in Schöneberg hat in den Räumen des städtischen Arbeitsamtes, Grunewaldstr. 19, eine Auskunfts- und Beratungsstelle für selbständige Handel und Gewerbetreibende eröffnet, die besonders den Ehefrauen der im Felde stehenden Handwerker und Geschäftsinhaber dienen will. Sprechstunde Montags 18 bis 10 Uhr abends. Gerichtszeitung. Ein Kriegsschwindler. In der Rolle eines zum Feldpiloten ausgebildeten Flug zeugführers hat der vielfach wegen Betruges vorbestrafte Maler Heinrich Zeuner einen Betrug gegen eine arme Witwe Verkäufe. Zehn Prozent Rabatt Vorwärts. Tefern. Borjährige Herrenanzüge aus feinsten Magstoffen 14-38 Mart, Baletots 12-36, Beinkleider 4-10, Burschenanzüge, Baletots sehr billig. Deutsches Garderobenhaus, Große Frankfurterstraße 116 I. Sonntags geöffnet. 72 Steppdecken, Similifeide, vor- Monatsgarderobe von Herrschaften, nehme Ausführung 8,75, 4,85, 5,75, 6,50, 7,85, 9,50, 12,50, 14,50 usw. Große Frankfurterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik. Löschung eines Warenzeichens. Das durch die Eintragung eines Warenzeichens erlangte Recht der alleinigen Benutzung erstreckt sich nach§ 20 des Warenzeichen gesetzes auch auf solche Zeichen, die dem zuerst eingetragenen so ähnlich sind, daß sie im Verkehr verwechselt werden können. Ausschlaggebend für die Annahme der Verwechslungsfähigkeit von zwei verschiedenen Warenzeichen ist die Ansicht des Gerichts über die Auffassung der betreffenden Verkehrstreise. Für die Firma Riebel in Berlin, die medizinische Präparate herstellt, ist im Jahre 1901 das Wort Apertol für ein Abführmittel eingetragen worden. Jm Jahre 1912 meldete die Firma Kaiser in Stuttgart für medizinische Bonbons das Wortzeichen Appetifol an und erhielt es auch trop Widerspruchs der Firma Riedel eingetragen. Die Firma R. Hat deshalb gegen die Stuttgarter Firma klage auf 2öschung des Warenzeichens Appetito!" wegen Verwechslungsfähigkeit des Zeichens mit ihrer Eintragung Apertol erhoben. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnements quittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. O. B. 1915. Unteroffizierschulen befinden sich in Annaburg, Bartennäheren Bedingungen zu erfahren sind. sein, Greifenberg i. Pommern, Jülich, Sigmaringen, Weilburg, Wohlau. Die Ausbildung erfolgt unentgeltlich. Meldung beim Bezirkskommando, wo die fäge für mobile Mannschaften, gleichviel ob im Westen oder Diten, sind C. 2. 666. Die Verpflegungsfolgende: a) Die Brotportion besteht aus 750 g Brot, oder 500g Feldzwieback, oder 540 g Mehl zur Brotportion und 6 g Badsalz, oder 400 g Eierzwiebad; b) die Belöstigungsportion besteht aus: 375 g rohem Fleisch, frisch, nebst 60 g Fett( soweit der beim Schlachten gewonnene Vorrat reicht), gefroren oder gesalzen, oder 200 g geräuchertent Dauerwurst, oder 200 g Fleischkonserven( Büchsenfleisch), 125 g Reis, Grauven, Rinds, Schweine oder Hammelfleisch, Sped, geräucherter Fleisch- oder Grüße( Hafer-, Buchweizen- oder Gerstengrüße), oder 250 g Hülsenfrüchten ( Erbsen, Bohnen, Linsen) oder Mehl, oder 60 g Dörrgemüse, oder 1500g Startoffeln, oder 150 g Gemüsekonserven( ohne Fleischzusat), oder der Hälfte der voraufgeführten Bortionssäge für trockene Gemüse nebst 750 g Startoffeln, oder 75 g Gemüsekonserven und 750 g Sartoffeln, 25 g Salz, 25 g Staffee gebrannt, oder 30 g Kaffee ungebrannt, oder 3 g Zee nebff 17 g 3uder. fuß; dienſtfähig. Abel 100. Formveränderung der Füße, z. B. unausgebildeter Blatt H. S. 25 und. H. 394. Kriegsdienstfähig. .' T. 40, Charlottenburg. Sie selbst haben Anspruch auf Witwenrente, wenn Sie dem Sinne des Gesezes nach invalid find. Für die Kinder erhalten Sie Baisenrente; stellen Sie einen Antrag unter Vorlegung der Quittungsfarten Ihres Ehemannes beim Versicherungsamt. P. S. 38. Erbitten Sie doch vom Kriegsausschuß Ihren Schein zurüd.- I.. 100. Das beiderseitige Einverständnis genügt allein nicht für die gerichtliche Ehebaß die Kündigung des einen Mieters auch rechtsverbindlich für den 2. 2. 48. Ja.-B. 20. 1. Wenn im Mietsvertrag steht, scheidung. andern Mieter ist, so ist die Sündigung an die Frau allein gültig; im andern Falle muß sie auch dem Manne zugestellt werden. Zur Räumung der Wohnung sind Sie verpflichtet, auch wenn der Kriegszustand nicht beendet ist. 2. Wenden Sie sich an den Vorsteher der betreffenden Schule. Das Landgericht Stuttgart hat der Klage stattgegeben und die Beklagte verurteilt, in die Löschung ihres Zeichens Appetitol zu willigen, weil die Aehnlichkeit der Zeichen in dem Wortbild und im Klange so groß sei, daß bei der Berwechslungsgefahr besteht. gewöhnlichen Betrachtung der Zeichen durch das Publikum eine Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland big Das Oberlandesgericht Sonntagmittag. Zunächst auch im öftlichen Küstengebiet Gewitterregen. Stuttgart hat auf die Berufung der Beklagten die Klage ab- Dann oftwärts fortschreitende langsame Aufheiterung. Dazwischen noch gewiesen und ausgeführt, daß eine Verwechslungsfähigkeit der leichtere Regenschauer. Weitere Abfühlung. Geld Geld! sparen Sie, wenn Sie im Leihhaus Nosenthaler Tor, Linienstraße 203/4, Ede Rosenthaler straße, taufen. Im Versaz gewesene Anzüge, Baletots, Ulster sowie neue Maßgarderoben zu staunend billigen Kriegspreisen. 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Die Berlust liste Nr. 223 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Aus Industrie und Handel. Milch und Butterboykott in Breslau. 15. Mai 1915. die Ausfuhr italienischer Waren, von denen die wichtigste, Scibe im Werte von zirka 500 Millionen Lire, besonders große Bedeutung hat, unter einem Kriege schwer leiden. Aber auch andere Erzeugnise der italienischen Warenherstellung werden im Auslande den biss herigen Absahmarkt verschlossen und leinen Ersatz finden, wodurch gerade in Italien sehr rasch Notlagen entstehen werden, denen vor zubeugen faum möglich sein wird. In den letzten Jahren gestaltete fich der Warenhandel stalicus mit dem Auslande, unter Ausschluß des Edelmetallverkehrs, wie folgt: Einfuhr Ausfuhr Deutschland Großbritannien • • 1911 1912 Millionen Lire 1913 . 3389 3701 3 637 2 204 2396 2503 Einfuhr in Millionen Zirc 1912 626 284 577 130 Unterschied 13 825 +23 961 Zu den Orten, in denen die Preissteigerung der wichtigsten 1., 2., 3. und 5. Garde- Reg. z. F.; 1. Garde- Res.- Reg.; GrenaLebensmittel unerträgliche Formen annimmt, gehört auch Breslau. dier- Regimenter Franz und Nr. 5; Garde- Füsilier- Regiment; Garde- Jäger-, Garde- Schüßen- und Garde- Reserve- Schüßen- Bat.; Der Preis für Schweinefleisch ist auf 1,60 M. pro Pfund, für Kar Lehr- Inf.- Regiment; Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- toffeln auf 6 f., für Milch von 14 auf 24 Pf. hinaufgeklettert und Regimenter. Nr. 2, 3, 4, 5, 6, 9, 13, 18( siehe auch Ers.- Inf.- Reg. foll auch jetzt im Frühling auf dieser Höhe bleiben. Nun hat der n. Reinhard), 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 31, 34, 37, 41, 44, 53, 56, 57, Kriegsausschuß für konsumenteninteressen eine Be58, 60, 61, 62, 63, 64, 66, 70, 72, 75, 76, 81, 86, 87, 89, 91, 92, wegung entfacht, um diesen Preistreibereien entgegenzutreten. Die 93, 94, 95, 96, 97, 111, 112, 113, 116, 131, 140, 142, 143, 144, 145, Sartoffelpreise dürften unter Mithilfe der städtischen Vorräte vor Die Handelsbilanz ist also start passiv, und der Ausgleich wird 147, 148, 149, 150, 151, 152, 155, 156, 157, 158, 160, 162, 165, 166, weiterer Steigerung bewahrt bleiben. Auf die Ankündigung eines zu einem großen Teil nur durch Ersparnisse bewirkt, die die italieni169, 172, 173; Res.- Inf.- Regimenter Nr. 1, 3, 5, 13, 17, 20, 21, 26, 27, 28, 30, 32, 40, 52, 53, 56, 61, 66, 72, 74, 75, 77, 79, 81, 86, 90, ilchboykotts gingen die Händler um 1 Pfennig pro Liter herunter; da fchen Auswanderer und Wanderarbeiter durch ihre Beschäftigung im Auslande erzielen Summen, die schon im vorigen Jahre zu 92, 93, 99, 109, 111, 116, 202, 203, 208, 217, 218, 219, 220, 227, bies ganz ungenügend ist, beschlossen am Dienstagabend sieben einem großen Teil wegfielen und dieses Jahr noch mehr beschnitten 228( beide letteren fiche Inf.- Pionier- Komp. der 49. Ref.- Division), riesig besuchte und zum Teil polizeilich abgesperrte Versammlungen werden. Der Warenverkehr mit den wichtigsten Staaten stellte sich Butter 1912 und 1913 wie folgt: 229, 231, 240, 249, 250, 251, 257, 259, 261( siehe auch Res.- Inf.- Reg. die fräftige Durchführung eines Milch- und Nr. 263), 262, 263, 264, 265, 269; Erf.- Inf.- Regimenter Königsberg I, boykotts, bis die Preise auf ein erträgliches Maß gesunken sind. III und v. Reinhard; Res.- Ers.- Reg. Nr. 4; Landw.- Inf.- Regimenter An den Versammlungen beteiligten sich Angehörige der verschiedensten Mr. 4, 7, 12, 17, 18, 19( fiche auch Bes. Reg. Nr. 3 Posen der Be- Gesellschaftsschichten. In den Versammlungen wurde ein Fleischjagungs- Brigade Rüdiger), 23, 24, 25, 28, 31, 39, 60, 61, 65, 75, 5oytott als Fortsetzung des Milchboykotts verlangt, sobald die 76, 77, 80, 81, 116; Landwehr- Ers.- Reg. Nr. 2; Besazungs- Reg. Nr. 2 Posen der Besatzungs- Brigade Douffin, Nr. 3 Posen der Aufgabe gelöst ist. Gegen die Preistreibereien auf dem Viehmarkt Bejazungsbrigade Rüdiger; 2. Westfälisches Landw.- Inf.- Bataillon hatte sich bekanntlich der Magistrat von Breslau selbst für machtlos Breslau; Ueberplanmäßige Landwehr- Inf.- Bataillone Nr. 1, 3 und erklärt. 5 des vierten Armeekorps( letzteres siehe Landw.- Inf.- Reg. Nr. 17); Brigade- Ersatz- Bataillone Nr. 5, 6, 17( siehe Landw.- Inf.- Reg. Im Gegensatz zur Abnahme der Einfuhr ist die Ausfuhr insRr. 23), 25, 26, 32, 34, 38, 41, 44, 49, 86; Landw.- Brigade- Ers.Um beim Wiederaufbau in Ostpreußen mit dem Großlapital gefamt und nach den wichtigsten Verkehrsländern gestiegen. Sie Bataillone Nr. 14( siehe Landw.- Ers.- Reg. Nr. 2) und 38; LandSturm- Inf.- Bataillone Burg, 2. II Cöln, III Darmstadt, II Dort- fonkurrieren zu können, rüstet das Handwerk seit längerer Zeit. Jetzt betrug: mund, II Hagenau, III Heidelberg, Hildesheim, I Kosten, Meschede, ist beschlossen worden, eine Verdingungsstelle der HandII und III Münster, Dels, Stendal, I Stodach; Landsturm- Inf. wertstammern einzurichten. Die jährlichen Kosten werden auf Ers.- Bataillone 4 des 15. Armeeforps und 3. Rastatt; Jäger- Ba- 12-20 000 m. geschätzt. Diese Verdingungsstelle soll Auskünfte über taillone Nr. 1 und 16; Reserve- Jäger- Bataillone Nr. 3, 8, 11, 14, lebernahme von Leistungen und Lieferungen erteilen, Handwerks18, 20, 21( siehe auch Inf.- Pionier- Komp. der 49. Res.- Division), 22; Radfahrer- Komp. der 6. Reserve- Division und der Landwehrzeuge, Maschinen und Rohstoffe vermitteln, Musterläger einrichten, Division Gr. v. Bredow; Festungs- Radfahrer- Komp. Neubreifach; die Gründung von Genossenschaften und Lieferungsverbänden förFestungs- Maschinengewehr- Abteilung Nr. 14 Meß und Abteilung dern, eine technische Beratung für Wiederaufbauarbeiten in die Hand Neubreisach; Festungs- Maschinengewehrtrupp Nr. 17( siehe Land- nehmen, Arbeitsfräfte vermitteln, Streitigkeiten gewerbwehr- Inf.- Reg. Nr. 65). licher Art schiedsgerichtlich regeln und das Handwerk in Fragen des Wiederaufbaues bertreten. Kürassiere Nr. 1; Schweres Reserve- Reiter- Regiment Nr. 3; Tragoner Nr. 10, 14; Ulanen Nr. 11, 14; Jäger zu Pferde Nr. 1, 4, 10; Res.- Kavallerie- Abteilungen Nr. 46 und 52. Felbartillerie: Stab der 42. Feldart.- Brigade; Regimenter Nr. 9, 11, 14, 19, 22, 33, 38, 43, 50, 54, 56, 63, 71, 73, 81, 82, 84; Referbe- Regimenter Nr. 15, 19, 45, 49, 51, 56, 58. Fußartillerie: Regimenter Nr. 2, 3, 6; Reserve- Regiment Nr. 11; Landsturm- Bat. des 5. Armeekorps. Pioniere: Regimenter Nr. 18, 19, 24( siehe auch Pionier- Vers.Komp.), 30( fiehe Pionier- Vers.- Komp.); Bataillone I. Nr. 4, I. Nr. 5( fiche Schwere Minenwerfer- Abt. Nr. 57), I. Nr. 6, II. Nr. 9, I. und II, Nr. 15, III. Nr. 16, I. Nr. 28; Ers.- Bat. Nr. 3; Verfuchs Komp.; Res.- Kompagnien Nr. 49, 50, 55, 76, 82, 87; nf. Bionier Romp. der 49. Ref. Div.; 3. Landwehr- Komp. des 6. Armeeforps; Mittlere Minenwerfer- Abt. Nr. 157; Schwere MinenwerferAbteilungen Nr. 7, 8, 57. Fernsprech- Abt. des 20. Armeekorps und des 23. Reservekorps; Kraftfahr- Bataillon. Felbart.- Munitionskolonne Nr. 4 des 2. Armeekorps. Armierungs- Bat. Nr. 10 Küstrin und Bat. Rr. 44. Referbe- Sanitäts- Komp. Nr. 46. Handwerk gegen Großkapital. In der Vollversammlung der Königsberger Handwerkskammer wurde gesagt, für das Baugewerbe lomme eine glänzende Zeit und in Berlin ständen viele Großunternehmer bereit, um die Ernte einzuheimsen. Kriegsgewinne. 1913 612 459 601 091 Ber. Staaten v. Amerika Frankreich 515 347 505 618 www 289 591 280 875 Desterreich- Ungarn 294 479 264 120 9 Argentinien. 150 405 173 853 Schweiz. 84 708 88 521 Deutschland 9 729 8716 30 359 +23 448 +3813 Ausfuhr in Millionen Lire 1912 1913 328 236 338 338 Unterschieb +10102 261 938 257 677 4 261 264 406 261 112 2 294 • 219 191 218 839 222 570 230 880 181 111 190 258 218 910 248 632 Ver. Staaten v. Amerifa Großbritannien. Desterreich- Ungarn Frankreich Argentinien. Schweiz 352 + 8310 +9147 +29 722 Die Lieferungen Italiens nach Deutschland waren bis vor dem Kriege in starkem Steigen begriffen. Die englische Ausfuhr im April hat den„ Times" zufolge gegenüber dem Bormonat um 2000 000 fund Sterling zugenommen, steht aber gegen April 1914 noch um 7 777 000 Pfund zurüd. Soziales. Die Automobil und Aviatik A. G. in Mülhausen ( Elsaß) fann wegen der Verkehrs- und Baßschwierigkeiten eine Haftpflicht des Arbeitgebers bei Unfällen. ordentliche Generalversammlung nicht abhalten. Ueber den Ges schäftsgang berichtet die Verwaltung des Unternehmens, daß das Die Beobachtung der Unfallverhütungs- BorGeschäft durchaus zufriedenstellend ist, und daß die für das verfchriften der Berufsgenossenschaft ist unbedingte gangene Geschäftsjahr zu erwartende Dividende die des Vor- Pflicht der gewerblichen Unternehmer. Liegt in dieser Bejabres übersteigen wird. Im Vorjahr wurden 8 Proz. auf das ziehung eine Fahrlässigkeit des Unternehmers im 1 Million Mark betragende Aktienkapital gezahlt. strafrechtlichen Sinne, eine Außerachtlassung der Die Zuderfabrik Körbersdorf A. G. crhöht ihre jenigen Aufmerksamkeit, zu der er vermöge seines Berufes Dividende von 4% auf 12 Broz. oder Gewerbes besonders verpflichtet ift, vor, so ist er, wenn die Fahrlässigkeit die Ursache für den Unfall eines Arbeiters war, nach den Bestimmungen des Italiens wirtschaftliche Stellung. Gewerbeunfallversicherungsgesetzes der Berufsgenossenschaft Italien wird im Falle eines Krieges große Schwierigkeiten gegenüber zum Ersatz der von dieser gemachten Aufhaben, um seine Bevölkerung zu unterhalten und den Betrieb der wendungen( Heilungskosten und Unfallrente an den Arbeiter Die sächsische Verlustliste Nr. 146 melbet Berlufte der Inf. industriellen Etablissements fortzuführen. Auch die Versorgung der oder seine Hinterbliebenen) verpflichtet. Namentlich sind die Regimenter Str. 103, 104, 108, 133, 139, 178, 182; Ref.- Inf. Regi- Kriegs- und Handelsflotte mit Kohlen dürfte nicht leicht sein. oder feine Hinterbliebenen) verpflichtet. Namentlich sind die menter Nr. 103, 106; Landwehr- Inf.- Regimenter Nr. 100, 101, Stalien muß für nicht weniger als zirka 370 Millionen Lire Ge- Bestimmungen über die Beschäftigung jugendlicher Ar102; Erfaz- Inf. Reg. Nr. 40; Ersaß- Bat. Landwehr- Reg. Nr. 101; treide einführen, während es außer Reis feine Ausfuhr von beiter an gefährlichen Maschinen zu beachten. Hierzu interReserve Jäger- Bat. Nr. 26; Feld- Maschinengewehr- Bug Nr. 71. Getreidefrucht hat. Die Ausfuhr von Reis macht aber nur zirka effiert folgender, am Montag vor dem Reichsgericht ver8. Aan.- Division; Garde- Reiter; Starabinier- Reg.; Ülanen Nr. 17, 22 Millionen Lire aus. Kohle führt Italien für etwa 260 Millionen handelter Rechtsstreit: In der Papierfabrik des Kommerzienrats H. in Hütten 21; Reserve- Husaren. Ref.- Kompagnien Nr. 53, 54; Landwehr- Lire ein, in der Hauptsache aus England. Die Einfuhr deutscher Kompagnien 12., 19. Armeforps; Reserve- Eisenbahn- Baukomp. Kohle macht noch nicht 10 Proz. der gesamten Kohleneinfuhr aus. bci önigstein verunglückte eines Tages der damals noch nicht Nr. 7; Armierungs- Bat. Nr. 23. Nun ist aber die Ausfuhrtätigkeit Englands in Kohle gegenwärtig 15jährige Arbeiter M. an einem Prägelalander. Diese Maschine, Die mürttembergische Verlustliste Nr. 177 veröffentlicht so beschränkt, daß man vom 15. Mai ab ein Ausfuhrverbot eintreten die zum Eindruden der Wasserzeichen in das fertige Papier dient, Verluste des Infanterie und Landwehr- Inf.- Regiments Nr. 121; läßt. Von diesem wird Italien im Falle seines Anschlusses besteht aus zwei eisernen Walzen, die durch starken Federdruck mit Grenadier- und Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 123; Inf.- Regimenter an den Dreiverband direkt zwar nicht betroffen, indirekt großer Gewalt zusammengepreßt werden und den Prägesatz durchRr. 125, 127; Reserve- Inf.- Regimenter Nr. 246, 247, 248; I. Er macht sich aber die Wirkung doch bemerkbar, weil England schleifen. An dem Kalander befindet sich ein hölzernes Schutzeine Deffnung ist, durch die fazabteilung Feldart.- Reg. Nr. 65; Artillerie- Munitionsfolonne außer seiner eigenen Marine, Industrie und seiner Eisenbahnen auch brett, in dessen Mitte an die Walzen herangehalten wird. Nr. 1; Landwehr- Inf- Munitionskolonne Nr. 3; Magazinfuhrpark- für Frankreich, Italien und Rußland liefern soll. Das ist bei der Prägesak hindurch und die Walzen in und außer Kolonne Nr. 53; Verluste durch Krankheiten. Berichtigungen gegenwärtigen Förderungsleistung der englischen Zechen eine äußerst Durch einen Hebelgriff werden früherer Verlustlisten. schwer zu bewältigende Aufgabe. Auf der anderen Seite wird aber Bewegung gesetzt: Wird der Hebel hochgedrückt, so stehen die Sonntag, den 16. Mai geöffnet Pfingst- Verkauf Garnierte Damen- Hüte Verkaufszeit 8 bis 10 und 2 bis 6 Uhr Grosser Rundhut Modern.gerader Hut Neuheit Gr. fescher Rundhut Grosser Matelot Jugendliche Glocke feine Litze, mit Aehrenkranz und Beerentuff 850 mit Margueriten in aparten 50 Farben und Band garniert. weiss, mit geklebtem Feder- 1275 bandeaux und Bällchen. 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Die Walzen fegten sich aber plötzlich in Bewegung( auf welche Weise ist nicht aufgeklärt), dem M. wurde dadurch der linke Unterarm bis zum Ellbogen abgequetscht, so daß ihm der ganze Arm abgenommen werden mußte. Die Papiermacher Berufsgenossen= schaft in Mainz zahlte die Kosten der Heilung und gewährt dem M. eine monatliche Unfallrente von 23 M. Sie verlangt Erja z dieser Beträge von dem Kommerzienrat H., weil dieser fahrlässig durch Außerachtlaffung der ihm zufolge seines Gewerbes besonders obliegenden Aufmerksamkeit den Unfall verschuldet habe. An dem Prägetalander hätten nach§ 31 der Unfallverhütungsvorschriften Arbeiter unter 16 Jahren nicht beschäftigt werden dürfen, weil der Kalander eine gefährliche Maschine sei; ferner müsse nach§ 23 der Vorschriften der Ausrückhebel automatisch feststellbar sein, was hier gleichfalls nicht vorlag, und schließlich sei der Hebel überhaupt in fofern mangelhaft gewesen, als er so locker und ausgeleiert gewesen fei, daß er häufig von selbst aus der Ruhelage heruntergefallen jei und so die Maschine in Gang gesezt habe. liche Rundschau. Von H. F. Sozialistische Notizenteil: Burgfrieden. Frauenbewegung im Ausland. Frauenstimmrecht. Für den Frieden. Familienrecht. Verschiedenes. Für unsere Mütter und Hausfrauen: Auf Posten. Bon May Barthel.( Gedicht.) Walter Crane. Von H. S.- Der Seelenglaube. Von B. Sommer.( Fortsetzung.) Sternenlicht. Von Adalbert Heft 7 der„ Neuen Zeit“ vom 14. Mai hat folgenden Inhalt: Stifter. Feuilleton: Brand. Ein dramatisches Gedicht von Henrif August Erdmann: Lehren des Krieges. Heinrich Cunow: Illusionen: Jbsen. Die törichten Bauern. Zwei Schwänke aus álter Zeit. Bon Kultus. Eine Entgegnung auf Stautstys Kritik meiner Broschüre Partei- Frik Elsner. Zusammenbruch?"( Schluß.) Spectator: Der Kampf um die Meerengen. Für unsere Kinder: Der Mond. Von Heinrich v. Reder. Hermann Molfenbühr: Die Rechenschler in der Witwen- und Waisen-( Gedicht.) Die Welle. Von Helene Scheu- Rieß. Der SchornsteinfegerLiterarische Rundschau: James Guillaume, Karl Marx junge. Von H. C. Andersen. Wie wohl die Welt entstanden sein kann. Anzeige. pangermaniste. Bon Felix Linke.( Schluß.) Sankt Peter und das Bäuerlein. Ein Märchen von Chr. Fr. Daniel Schubart.( Gedicht.) Die Tiere und der Mensch. Ein arabisches Märchen.( Schluß.) Frühling auf Besuch. Von Hammers dorff.( Gedicht.) versicherung. Von der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ist uns soeben die Nr. 17 des 25. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Zwei Grundfragen der sozialen Fürsorge für Kriegerwitwen und Striegerwaisen. I. Zwei Kundgebungen sozialistischer Genossinnen. Konferenz zur sozialen Fürsorge für StriegerAusländische Urteile über die Internationale witwen und Striegerwaisen. Frauenpetition gegen die Teuerung an den Reichstag. Sozialistische Frauenkonferenz zu Bern. Aus der Bewegung: Eine Gegen und für Brauereien Das Landgericht und Oberlandesgericht Dresden haben die Klage abgewiesen. Das Oberlandesgericht führt in seinen Entscheidungsgründen aus, daß der Kalander nicht als eine gefähr liche Maschine im Sinne der Unfallverhütungsvorschriften angesehen werden könne, da er infolge des vorhandenen Schutzbrettes bei W.Adelung& A.Hoffmann ordnungsmäßiger Bedienung den daran beschäftigten Arbeiter nicht gefährde. Das Wegwischen des Dels von den Walzen habe nicht zu den Obliegenheiten des M. gehört, jei diesem vielmehr aus brücklich verboten gewesen; wenn sich Del zeigte, hätte M. nach seiner Akt.- Brauerei Potsdam Eig. Niederlag. Berlin SW., Tempelhofer Ufer 15, Brandenburg a. H., Wilhelmsdorferstraße 72. Erscheint wöchentlich einmal. Vom Wahren Jacob ist soeben die 10. Nummer des 32. Jahrganges erschienen. Der Preis der Nummer ist 10 Pf. Probenummern find jederzeit durch den Verlag J. H. W. Diez Nachf. G. m. b. H. in Stuttgart sowie von allen Buchhandlungen und Kolporteuren zu beziehen. Bezugsquellen- Verzeichnis Untenstekende :: Berlin- Westen:: Grammophone Schröter, Spandau, Potsdamerstr.50 Uhren und Goldwaren Anweisung dem Saalmeister Mitteilung machen müssen. Die Ausrüd- pez Potsdam- Stangou Spz. Fahrräder Reparatur. 8. Systeme J. G. Smolla Zehldrf., Hauptstr. 6. vorrichtung sei allerdings insofern mangelhaft gewesen, als der Hebel nicht feststellbar im Sinne der Vorschriften, und obendrein so locker gewesen sei, daß er von selbst herunterfiel Indessen sei nicht bewiesen, daß der Beklagte diesen Mangel, fannte oder infolge Nachlässigkeit nicht fannte. Es fehle aber außerdem auch an allem Nachweis dafür, daß der Unfall auf dem Mangel beruhte. Der Hergang des Unfalls sei nicht aufgeklärt; es sei deshalb sehr wohl möglich, daß M. den Hebel in der rechten Hand behalten und verhabe. sehentlich durch einen leichten Druck die Walzen in Bewegung gesetzt Mit der hiergegen eingelegten Revision machte die Klägerin geltend, daß der Kalander nach dem vom Oberlandesgericht unberücksichtigt gelassenen Gutachten des Sachverständigen unzweifelhaft eine gefährliche Maschine sei; der noch nicht 16jährige M. Hätte deshalb nicht an der Maschine beschäftigt werden dürfen; mit einer Beklagte rechnen müssen; wäre ein automatisch einschnappender Uebertretung des Verbots, das Del selbst wegzuwischen, habe der Hebel vorhanden gewesen, so würde der Unfall nicht haben eintreten Charlottenburg. Mein seit 18 Jahren bestehendes Zigarrengeschäft Wilmersdorfer Straße 130, habe ich jekt nach Rosinenstraße 4, Krantentassenhaus, verlegt. 2978* Franz Schmidt. Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Rg bier Bürgerbräu.H Brauerei W. Senst A. G. Potsdam Feinste Qualitätsbiere. Drogen, Farben und Lacke Drogerle Severin, Wilmersdorf Berlinerst.134, v.- 8.- V. Butter- Klawe Turmstraße 37 Kaffee- Versand Gerold KAFFEE Fleisch- und Wurstwar. Bei gemeinsamem Bezug W. Ball. Teisch- u.Wurstw. Georg Dabelow Strasse 76b. Potsdamer Pestalozzistr. 93. Preisermässigung Berlin, Lützowstr. 94. Verlangen Sie Preisliste. Kolonialwar. Wilhelmshavener Str. 46 21 Fr. Triest, Gotzkowskystr. 7. 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