Nr. 136.- 32.Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljabrl 3.30 ML monatl. 1,10 wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Vig. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt 10 Big. Bost bonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Solland, Italien, Quremburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 60 Big., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedrudic Wort 20 Bfg.( zulässig 2 fettgedrudie Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Bort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplas, Nr. 151 90-151 97. Dienstag, den 18. Mai 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplag, Nr. 151 90-151 97. Ttalien vor der Entscheidung. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 17. Mai 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplay. Nördlich von Ypern, westlich des Kanals, bei Steenstraate und Het Sas gaben wir unsere vorgeschobenen Stellungen auf und zogen die dort tehenden schwachen Kräfte, um Verluste durch starkes feindliches Artilleriefeuer zu verhindern, in unsere Hauptstellungen am östlichen Kanalufer zurück. Südlich von Neuve Chapelle halten die Engländer noch die Teile unseres vorderen Grabens, die seit den vorgestrigen Kämpfen in ihrer Hand sind; das Gefecht dauert dort noch an. Nördlich von Arras, bei Ablain und Neuville, wiesen wir französische Angriffe sehr verlustreich für den Gegner ab. Bei Ailly und im Priesterwald haben sich geringfügigere Infanteriekämpfe entwickelt. Unsere Luftschiffe machten erfolgreiche Angriffe auf die Kriegshäfen Dover und Calais. Seftlicher Kriegsschauplatz. An der Dubissa in der Gegend Eiragola und Ezekiszi fowie füdlich des Njemen bei Mariampol und Ludwinow wurden feindliche Angriffe abgewiesen. Unter den bei Szawle gemachten russischen Gefangenen wurden Rekruten des Jahrgangs 1916 festgestellt, die eine nur vierwöchentliche Ausbildung hinter sich hatten. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unser Vormarsch zwischen Pilica und oberer Weichsel, ebenso wie auf der Front Sambor- Stryj- Stanislan wird fortgesezt. Bei Jaroslau und nördlich ist es an mehreren Stellen gelungen, den San zu überschreiten. Um Przemysl wird gekämpft. Der österreichische Generalstabsbericht. Oberste Heeresleitung. 1 Die Triumphatoren. Der König hat die Demission Salandras abgelehnt. Marcora und Carcano trugen kein Gelüst, in diesen schweren Stunden die Verantwortung eines italienischen Premiers zu tragen. Giolitti wollte oder konnte fein Kabinett bilden. Salandra weigerte sich, Sonnino fallen zu lassen und in eine teilweise Neubildung ohne diesen seinen alten Freund zit willigen. Und ein Kabinett Salandra- Sonnino bedeutet nach der Motivierung der Demission mit der Notwendigkeit der Eintracht und Zustimmung der konstitutionellen Parteien an gesichts der ernsten Lage" den Krieg, der unvermeidlich ist, wenn nicht in letzter Stunde das große Wunder geschieht. Zwar haben, Stampa" und" Tribuna" noch vor wenigen Tagen eine parlamentarische Mehrheit für Giolitti und die Neutralität ausgerechnet, aber alle Welt fennt den relativen Wert solcher Additionen, die nirgends nichtssagender als in Italien find. Hier gibt es feine Parteien mit scharf abgegrenzten Programmen, die offiziellen" Sozialdemokraten ausgenommen. Die Armut und Unwissenheit der Wähler erleichtert die Wahlforruption, die ein Kandidat um so leichter und besser praftigiert, je intimer er mit der Regierung ist. Der Kandidat. entwirft kein Programm, das verpflichtet, sondern erschöpft sich in in beglückenden Versicherungen. Der Abgeordnete folgt dem Minister, dessen Erfolg ihn anlockt und die rascheste Erfüllung der Wünsche der Wähler erlaubt. So zählt die Regierungspartei mehr als dreihundert Mitglieder, aber nicmand kennt genau das zahlenmäßige Verhältnis der Anhänger Giolittis und Salandras; beide entstammen derselben Barici, aus der Giolitti jetzt seine Opposition und Salandra seine Leibgarde bilden. Die furze, Meldung der Agenzia Stefani, der König habe die Demission des Kabinetts Salandra- Sonnino abgelehnt, schließt cine schwere Niederlage Giolittis ein. Er fam aus feiner freiwilligen Verbannung nach Rom, unt vor einem gefährlichen Abenteuer zu warnen. Die Regierung nahm seine Opposition zum Anlaß ihrer Demission und Salandra schlug ihn nach parlamentarischem Brauch dem König zum Nachfolger vor. Aber Giolitti nahm den Antrag nicht an. Die furzen Meldungen Tassen seine Motive nicht erkennen; vielleicht, weil er feinen Ausweg wußte, vielleicht, weil ihm die Kriegspartei zu start schien, vielleicht, weil er feine furagierten Mit arbeiter finden konnte. Er mußte den Antrag des Königs, ein Ministerium zu bilden, ablehnen, nachdem er das amitierende Stabinett gestürzt und die ZerKrieg, gegen welche die friedliche Majorität der BevölfeWien, 17. Mai.( W. T. B.) Amtlich wird verlaut- heben. Diesem Ton der Verzagtheit der Intellektuellen ist rung bisher nicht gewagt hat, ihrerseits die Stimme zu er bart 17. Mai mittags: Im Verhältnis zu den hart auch der geringe Teil der Bresse angepakt, der nicht mit rissenheit Italiens aller Welt offenbar gemacht hat. nädigen kämpfen der vergangenen zwei vollen Segeln im Fahrwasser der Kriegspartei schwimmt. Beweis großen Geschickes gegeben, und wird vielleicht auch Giolitti hat in einer fünfundzwanzigjährigen Praxis mancheit Wochen verlief der gestrige Tag an der ganzen Man kann kaum noch ein ernstes Wort gegen den Krieg in heute seine Geschicklichkeit erproben. Vielleicht? Vielleicht Front im allgemeinen ohne wesentliche Erden Blättern finden, und die Tatsache, daß heute die aber muß er sich gedulden, bis die schreckliche Wirklichkeit des eignisse. Die Armeen haben weiter nach vorwärts Tagesordnung für die auf den 20. angesetzte Strieges die berauschenden Phrasen der Kriegshezer Lügen Raum gewonnen. Die gegen den oberen Onjestr vorgerückten Stammer sig ung nicht verfassungsgemäß ber straft und eine erbitterte Menge ruft: A basso Sonnino! Kolonnen haben mit Teilen nun auch Drohobycz genommen, wiederum vertagt und ihr die Entscheidung öffentlicht wurde, deutet darauf hin, daß die Kammer Evviva Giolitti! Die erregte Zeit läßt heute Gerüchte auftauchen und weitere fünftausendeinhundert Gefangene über den Krieg entzogen wird. morgen in Vergessenheit versinken. Der in der Regel gut gemacht und acht Maschinengewehre erbeutet. informierte Avanti" berichtet, das Kabinett SalandraSonnino habe am 25. April mit dem Dreiverband das ABtommen getroffen, daß Italien losschlägt, es sei denn, daß bis zum 25. Mai eine Verständigung mit den Zentralmächten getroffen werde. Am 4. Mai habe aber Sonnino in Wien und Berlin den Dreibundsvertrag fündigen lassen. Dagegen versichert die Telegraphenunion aus guter Quelle, daß weder in Berlin noch in Wien eine Kündigung des Dreibundes erfolgt ſei. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Die italienische Krise. Die Heze der Kriegspartei. Keine Kündigung des Dreibundvertrages. In der Presse ist die Meldung aufgetaucht, daß Italien den Dreibundsvertrag gekündigt hätte. Diese Meldung entspricht den Tatsachen nicht, denn in Berlin wenigstens ist bis jekt von einer Kündigung nichts bekannt. Extrablatt- Heher. " Der Dreibund ist ein Werk der Geheimdiplomatie, die sein Geheimnis mit eifersüchtiger Aufmerksamkeit wahrt, unt Rom, 16. Mai.( W. T. B.) Der heutige Tag ist dem politischen Gegner das Maß der Verpflichtungen und die ohne ernstere 3 wischenfälle verlaufen, obgleich Mailand, 17. Mai.( W. T. B.) Den Zustand der italienischen Bedingungen des Bündnisfalles zu verheimlichen. Es ist nicht am Nachmittag eine große Volts versammlung auf dem Presse kennzeichnet folgender Aufruf an das italienische einmal das genaue Datum des Beitritts Italiens zum deutschPopolo- Platz stattfand; sie war ursprünglich als Protest. Volk, den der" Popolo d'Italia" am Sonntag in Hunderttausenden österreichisch- ungarischen Zweibund bekannt- man nimmt den von Gremplaren verteilen ließ: 1. Der Dreibundvertrag ist am 20. Mai 1882 an. Der Vertrag ist öfters erneuert worden, bersammlung gegen Giolitti gedacht und wurde, nachdem der 4. Mai gekündigt worden. 2. Am 15. April ist ein Kriegsabkommen das letztemal am 5. Dezember 1912 ohne jede Aenderung", Entschluß des Königs bekannt geworden war, Salandras mit dem Dreiverbande abgeschlossen worden, wonach Italien sich obwohl der Vertrag erst 1914 abgelaufen wäre. Zweck der Demission nicht anzunehmen, zu einer Ovation für das verpflichtet hat, Oesterreich- Ungarn bis zum 24. Mai anzugreifen. llebung war, in der ersten Balkankrise alle Welt von der Kabinett Salandra und für den Krieg. Die 8. Dieses Abkommen garantiert Italien die Befreiung aller un- Einigkeit und Geschlossenheit des Dreibundes zu überzeugen. Demonstranten zogen dann durch die Stadt und brachten zum erlösten Gebiete, die Herrschaft in der Adria und eine große Kom- Das Ablaufsdatum und die Kündigungsbedingungen sind Teil unweit des Quirinals Ovationen für das Kabinett pensation in Asien und Afrika. 4. Es ist bereits zur Ausführung ebenfalls unbekannt, um den rührigen Diplomaten nicht die ersehnte Gelegenheit zu Salandra dar, während ein anderer Teil der englischen Bot- dieses Planes geschritten worden, da Offiziere des italienischen des Dreiverbandes schaft bei der Porta Pia huldigte, wo die englische Botschafterin Generalstabes sich für eine einheitliche militärische Aktion in Paris bieten, mit heimlicher Minierarbeit hohe Drden ihrer und London betätigt haben. Folglich mar Giolitti, der dies dankbaren Souveräne zu erwerben. Erst das angekündigte Lady Renell Rodd den Demonstranten Kußhände und Blumen alles wußte, von Bülow, bezahlt. Er versuchte das Vaterland zu Grünbuch der italienischen Regierung wird wahrscheinlich, zuwarf; auf Wunsch der Demonstranten waren schon am Vormittag verraten und an Oesterreich auszuliefern. Angesichts der Majestät natürlich nur im Kriegsfall, den Dreibundsvertrag und die in den meisten Häusern die Fahnen herausgesteckt worden, und des italienischen Volkes beschuldigen wir Giolitti des Hochverrats Balkanabkommen im Wortlaut mitteilen. Erst dann wird sich selbst die Straßenbahnwagen waren beflaggt. Es war eine und überweisen ihn der Verachtung und öffentlichen Rache. Evviva ein wohlbegründetes Urteil über die Vertragstreue des südsorgfältig inszenierte Propaganda für den la guerra. lichen Dreibundgenossen fällen lassen. Bis dahin muß sich der gerechte Kritifer an die Borte Halter, die Fürst n. Bis mard in seinen Gedanken und Erinnerungen nieder geschrieben hat. Die Haltbarkeit aller Verträge zwischen Großjiaaten ist eine bedingte, sobald sie in dem Kampfe ums Dasein" auf die Probe gestellt wird. Keine große Nation wird je zu bewegen sein, ihr Bestehen auf dem Altar der Vertragstreue zu opfern, wenn sie gezwungen ist, zwischen beiden zu wählen. Das ultra posse nemo obligatur( niemand kann über sein können verpflichtet werden) kann durch feine Veriragsklausel außer Kraft gefeßt werden; und ebenso wenig läßt sich durch einen Vertrag das Maß non Ernst und Kraftanfwand sicherstellen, mit dem die Erfüllung geTeistet werden wird, sobald das eigene Interesse des Erfüllenden dem unterschriebenen Terte und seiner früheren Auslegung nicht mehr zur Seite steht. Es läßt sich daher, wenn in der europäischen Politik Wendungen eintreten, die für DesterreichUngarn eine antideutsche Politif als Staatsrettung erscheinen laffen, eine Selbstaufopferung für die Vertragstreue ebenso wenig erwarten, wie während des Krimfrieges die Einlösung einer Dantespflicht erfolgte, die vielleicht gewichtiger war als das Pergament eines Staatsvertrages." Bas Bismard hier von Desterreich- Ungarn sagt, gilt Italiens auf, bis zum Donnerstag seinen Willen den Abgeordneten| Südhängen der Lorettohöhe gestattete uns ein harter deutlich zum Ausdruck zu bringen. Das Blett erneuert gegen das Stampf mit Granaten einige Fortschritte zu machen. J Kabinett Salandra den Vorwurf, daß es die neutralistischen Kund- Neuville suchte der Feind vergeblich), uns die Häuser gebungen verhindere und die friegsluftigen begünstige, sowie daß wieder zu entreißen, welche wir am gestrigen Tage genommen auch im gleichen Sinne die Telegraphenzenjur tätig sei, um die Täuschung hervorzurufen, daß das ganze Land für den Krieg sei. hatten. Er konnte auch die Schüßengräben nicht wiederDie„ Stampa" hält es für möglich, daß das Kabinett Salandra erobern, welche wir ihm außerhalb des Dorses weggenommen mit der vollzogenen Tatsache der Teilnahme am Kriege vor das hatten. Von der übrigen Front ist nichts zu melden. Parlament treten werde.(„ Köln. 3tg.".) Der Aufruf der sozialistischen Fraktion. Die sozialistische Kammerfraktion hat sich nach der Berner Tagwacht" mit folgendem Aufruf an die Arbeiter gewendet: Arbeiter Italiens! Paris, 17. Mai.( W. T. B.) Amtlicher Bericht bon gestern abend. Am Nachmittag warfen wir in Steenstraate einen vierten deutschen Gegenangriff mit vollem Erfolg zurück. Wir behaupteten alle gestern eroberten Stellungen und befestigten unseren Gewinn, dessen Bedeutung durch die große Straftanstrengung des Feindes In der jetzigen schrecklichen Stunde empfinden wir das Be- unterstrichen wird. Weiter südlich brachten die englischen dürfnis, uns an euch zu wenden und die politische Lage in ihrem Truppen den Deutschen eine ernste Schlappe bei. Sie wahren Lichte, frei von den Zudungen und den Fälschungen, der nahmen südwestlich Richebourg- l'Avoué den Strieg des Arieges halber wollenden Preise, darzustellen. einen Kilometer Schüßengräben ein. Gleichzeitig kam nordöstlich Festubert Gegen alle diejenigen, die fich den mit Gewalttätigkeiten ein Gegenangriff in Richtung La Quinquerne voran und natürlich auch für Italien. Die italienische Regierung hat bet weiteres unterwerfen, wird ein Wort gebraucht:„ Verräter!" gewann auf einer Front von 600 Meter 1500 Meter in die der Geist des Dreibundvertrages und die Balfanabfommen un gut; auch wir Sozialisten, die nie mit derjenigen Neutralität Tiefe. Die deutschen Verluste sind schwer; der Fortschritt jede eigenmächtige Landesaktion eines Vertragsteiles verbieten etwas zu tun hatten, die Italien verschachert, wir, die die der englischen Truppen dauert noch fort. Im Abschnitte und daß Italien von der Aktion gegen Serbien nicht ver- Neutralität als Bedingung und Mittel zu einer nördlich Arras fuhren wir fort, unsere neue Front zu beständigt worden sei. erhabenen Friedensaktion, zu einer Aftion der inter festigen, indem wir den Feind aus mehreren Stellungen Die italienische Politik wird nicht nach der Wahrung der nationalen Gerechtigkeit betrachten und verfechten, wir rufen euch verjagten, wo er noch eingenistet geblieben war. Unsere Vertragstreue gerichtet werden, sondern nach ihrem Erfolg ebenfalls zu: Verrat! Truppen zeigten in diesem Kampf um jeden Fuß Gelände und dem Verhältnis des Erfolges zu den Opfern. Regierung, Verrat geübt haben diejenigen Anhänger des Krieges um des zähe Energic. Wir gewannen 200 Meter auf dem HöhenBarlament und Volt haben zu entscheiden, ob der Tod von Krieges willen, die ein Ministerium unterstützen, das vorgab, Unter vorsprung, welcher von der Lorettohöhe gegen die ZuckerHunderttausenden und die Verstümmelung von anderen redungen zu pflegen, und es unterſtützen mit dem einzigen Ziele, fabrik Souchez ausläuft. Wir nahmen weitere Häuser in Hunderttausenden ein niedriger Preis für einen zweifelhaften von ihm den Krieg zu erpressen, abgesehen von dem, was die Er Nordteile von Neuville ein und brachten einen deutschen Erfolg sind. Der Avanti" gegen die Kriegshehe. Dem B. T." wird aus Lugano telegraphisch gemeldet: Der sozialdemokratische Avanti" greift in einem Artikel " gebnisse der Unterredungen sein mögen. Berrat haben diejenigen Parteien geübt, die als Anhänger Fesselballon östlich davon zum Plazen. Den Bahnhof Somain einer bedingten Neutralität vom Hasse gegen den Sozialismus und ließen wir durch unsere Flieger bombardieren. In der von Voreingenommenheit gegen denselben geleitet, ihre Stimmen Champagne, westlich Ville- sur- Tourbe, brachte verschiedentlich Vertrauensvoten erhielt. denen der Befürworter des Krieges beigefelten, so daß die Regierung uns eine rein örtliche Kampfhandlung einen sehr glänzenden Erfolg. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag Verrat hat die Regierung geübt, indem sie allmählich in das sprengte der Feind eine Mine hinter der Front unserer ersten D'Annunzio scharf an. Er nennt ihn einen verbrecheri- ager der Befürworter des Strieges überging und vorgab, die für sie Linie; acht deutsche Kompagnien stürmten sofort gegen unsere schen Degenerierten, da der Dichter bekanntlich das Bolt abgegebenen Stimmen gäben ihr das Recht zu solch einem frechen Stellungen vor und faßten faßten in einem ausspringenden auffordert, sich Donnerstag vor Montecitorio aufzustellen und alle Frontwechsel. Verrat, und zwar den schlimmsten, haben die sogenannten Winkel Fuß. Wir machten sofort einen Gegenangriff und habent die sogenannten Winkel, the Parteien der Demokratie verübt, die, indem sie gegen die Eröffnung der nahmen einen Teil der verlorenen Stellung wieder, wobei Barlaments eine rege Agitation entfalten und die Verschiebung der wir 70 Gefangene machten, darunter 3 Offiziere. selben tatsächlich erzwungen haben, jetzt den König und die Regie- Tage unternahmen wir einen zweiten Gegenangriff. Dieser ung dazu zu veranlassen suchen, das Parlament vor eine vollzogene mit großem Schwung mit Bajonett und Handgranaten durcyTatsache zu stellen und so dem Parlament feine Entschließungs- geführte Gegenangriff verschaffte uns die ganze Stellung möglichkeit zu gewähren. wieder. Wie wir mit Sicherheit feststellen konnten, hat der Cliquen, von der Regierung beschützt und von der friegsfreundlichen in den Schüßengräben und auf den Brustwehren über 1000 Um dieses Ziel zu erreichen, schreden die von Kriegsgier trunkenen Feind ungeheure Verluste erlitten. In der Tat fanden wir Presse aufgehegt, vor feinem Einschüchterungsmittel, vor keinem feigen Presse aufgehegt, vor feinem Einschüchterungsmittel, vor feinem feigen tote Deutsch c. Außerdem machten wir 300 Ge Ueberfall zurüd. und friedensfreundlichen Abgeordneten anzugreifen und zu nergewaltigen. Dies sei Aufreizung zum Verbrechen in nergewaltigen. Dies sei Aufreizung zum Berbrechen in bester Form, ohne daß die Behörde dagegen einzuschreiten wagte. Söldner, der das italienische Bolt für Frankreich in 3 Berderben D'Annunzio sei der Schandfleck Italiens und ein französischer here.. Der ,, Avanti", das einzige größere Blatt, das den Krieg verdammt, sagt, daß die ungeheure Mehrheit des Landes vom Kriege nichts wissen will und lediglich das Opfer des blutigen Wahnsinns der Clique Sa landra Sonnino ist. Das Ministerium Salandra, das zuerst Frenchs Meldung.d Shunt Es ist Zeit, daß das Proletariat mutvoll seine Aftion zur Ber- fangene, darunter 9 Offiziere, und erbeuteten feierlich jede Berſchacherung der Neutralität als chrlos abwies, begehe teidigung des Vaterlandes und der Freiheit aufnimmt, es ist geit, 6 Maschinengewehre. Demnach blieb nahezu der heute den schamlosen Schacher der Erpressung. Es habe die Neuheute den schamlosen Schacher der Erpressung. Es habe die Neu- daß das Proletariat zu energischer Tat aufsteht, um sein Leben zu ganze Bestand der angreifenden Truppen in unseren Händen tralität entehrt, indem es Desterreich die Aufrechterhaltung verteidigen, um das allgemeine Wahlrecht zu verteidigen, dem oder auf dem Gelände. der Neutralität gegen Entschädigungen anbot. Es habe endlich geradezu Italien versteigert, indem es dem Wicistbietenden man die Möglichkeit zu entziehen sucht, über das Schicksal des Vaterlandes zu beschließen. dos beste Blut Italiens versprach. Der ,, Avanti" ist in der Lage, ... Auch in dieser schrecklichen Stunde arbeiten wir für eine London, 17. Mai.( W. T. B.) Feldmarschall French mieder eine Menge energischer Neutralitätstund Neutralität ohne Kuhhandel, für einen Frieden, der für meldet einen wohlgelungenen Angriff der ersten Armee gebungen zu registrieren. In zahlreichen Orten seien sogar die Freiheit aller unterdrüdten Böffer Bürgschaft ist. Arbeiten wir zwischen Richebourg- l'Avoué und Festubert, Soldaten und Reservisten über die Kriegsschreier hergefallen und für die Freiheit, für die Gleichheit, arbeiten wir für den welcher die Linie des Feindes auf dem größten Teile einer hätten sie niedergeschlagen. Die Reservisten eines nach Mailand Sozialismus. zwei englische Meilen( Dreieinviertel Stilometer) langen Front gehenden Militärzuges, ctwa tausend Mann, riefen gestern durchbrochen hat. Der Angriff hat um Mitternacht zumt stürmisch: ,, Nieder der Krieg, hoch die Revolution!" Der„ Avanti" genießt wegen seiner tapferen und prin16. Mai südlich von Richebourg- l'Avoué begonnen, wp die Engländer zwei hintereinander gelegene Schüßengraben- Linien zipiellen Haltung begreiflicherweise nicht die Gunst der KriegsDer französische Tagesbericht. si von 800 Yards Länge eroberten. Eine englische Meile davon heker. Wic der Münchener Post" aus italienischwurde bei Tagesanbruch ein Angriff unternommen, 1200 Yards sozialistischen Streifen geschrieben wird, wird dem„ Avanti" Baris, 17. Mai.( W. T. B.) Amtlicher Bericht von Schützengraben erobert und dieser Erfolg noch 600 Yards die Friedenspropaganda in jeder Weise er gestern nachmittag. In Belgien unternahm der Feind weiter südlich ausgedehnt, indem längs der deutschen Schützen schwert. Zu dem Mittel, die warnende Stimme der Ver- heute nacht drei Gegenangriffe gegen Steenstraate und gräben Bomben geworfen wurden. Hier überschritten die nunft zu unterdrücken, zählt die Unterschlagung von umgegend, der dritte, bei Morgengrauen unternommene Engländer den Weg von Festubert nach la Quinquerne und ganzen Auflagen des Avanti" und die Ver war besonders heftig. Die Angreifer wurden zurückgeworfen brangen ungefähr eine englische Meile in die deutschen Linien zögerung seiner Auslieferung in der Provinz und erlitten schwere Verluste. Wir erbeuteten gestern sechs vor. Der Kampf dauert noch an und nimmt einen für uns günstigen Verlauf. durch Agenten der interventionistischen Par- Maschinengewehre und einen Minenwerfer. Nördlich von teten. La Bassée zwischen Richebourg- l'Aboué und La Quin " Westlicher Kriegsschauplah. Deutsche Flugzeuge über Amiens. Lugano, 17. Mai.( T. 11.) Der„ Avanti" beharrt auf der querne nahmen englische Truppen heute nacht mehrere deutsche Lyon, 17. Mai.( W. T. B.)„ Nouvelliste" meldet: Heber entschiedenen Oppofition der Sozialisten gegen den Krieg, den die Schüßengräben ein. Nördlich von Arras schlug man sich Amiens und Nancy wurden am Freitag verschiedene deutsche Mehrheit des Volkes nicht wolle, und fordert das Proletariat die ganze Nacht mit Erbitterung. Auf den Osthängen und Flugzeuge beobachtet. Auf Amiens wurde eine Bombe ge Die Seehafens-, Handels-, Fabrikund Badestadt Libau. Libau, den 10. Mai 1915. Besonders das Jungvolt zeigt sich ganz ungeniert. Die Bürger- den. Wie ich höre, sind die Arbeitsverhältnisse schlecht. Die Orwehr, in drei Rangstufen gegliedert, hat alle Hände voll zu tun, ganisationen der Arbeiter wurden besonders im letzten Jahre um Verkehrsstörungen zu verhindern. Die elektrische Straßen- rüdsichtslos verfolgt, gesprengt, unterdrüdt. Als ich mit einem bahn ist in Betrieb; fast alle Laden sind geöffnet und die meisten Mann von der Bürgerwehr darüber spreche, schaut er sich scheu um, merden nicht leer von Käufern. Wer es nicht weiß, fönnte schwer ob uns niemand hört: Man muß sehr vorsichtig sein, es gibt lich auf den Gedanken kommen, daß die Stadt erst gestern durch überall Spione." Wir verabreden eine Zusammenkunft in des Krieges Geschid unter andere Herrschaft gekommen ist. Die meinem Quartier. Das Verhältnis zwischen der starfgemischten Is ich gestern früh aus meiner Stoje hinausschaute, sah ich Stadt selbst ist bisher von nennenswerten Schäden bewahrt ge- Bevölkerung ist sehr gespannt. Auch hier regiert der Russe nach schon Pingisen mit angehängten Booten auf Ribau zusteuern. Sie blieben. Ein Artilleriegeschoß hat zwei kleine Häuser zerstört, von dem Grundsah: Teile und herrsche! Die Deutschen und Juden brachten Landungsmannschaften hinüber. Auf der bewegten See anderen Beschädigungen hörte und sah ich nichts. Kein Laden, fürchten besonders die Letten, die annähernd die Hälfte der Gesamthüpften die kleinen Fahrzeuge auf und ab. Schon in der Messe keine Wohnung ist aufgebrochen, verwüstet oder ausgeraubt worden. bevölkerung ausmachen und als ausgesprochen deutschenfeindlich erreichte mich die Mitteilung: Die Herren können nachher mit Einwohner und Bürgerwehrleute, die ich frug, versicherten: es sind gelten. Aber auch die Libauer sollen hier mit ihren Sympathien hinüberfahren!" Schnell standen wir sprungbereit. Es teine Ausschreitungen vorgekommen; die Soldaten haben sich gut mehr nach Rußland als nach Deutschland neigen. Die Juden leben føjtet nämlich einige Sprünge, um von unserem Kreuzer auf das benommen. Allerdings hatte man dem Kommen der Deutschen in ständiger Angst, fie fürchten Pogrome nach dem Kriege, ihre in den Wellen tangende Boot von hier aus in die Pinasse zu mit einigem Baugen entgegengesehen. Die russische Beamtenschaft, Reserve ist daher verständlich. Libau unterhält einen großen gelangen. Einen Schuß Seewasser mußte ich dabei mit in Kauf die reichen Kaufleute und Bantiers waren geflohen; den Zurüd- Umschlagverkehr, vornehmlich mit Grubenhölzern, die zumeist nach nehmen. Am Hafeneingang legte die Rugschale an, über die Ktai- gebliebenen hinterließen sie die Anfündigung: die Deutschen England verschickt werden. Neben dem Handel entwickelte sich ein mauer wanderten wir zur Stadt. Auch bei der einviertelstündigen verden furchtbar hausen, verwüsten und plündern... Sobald verhältnismäßig starkes gewerblich industrielles Leben. Zum großen Wanderung gab es noch verschiedene Sprißer. An einigen in man merkte, daß dergleichen nicht zu befürchten fei, fam jung und Teil wird es von 12 Aktiengesellschaften außer den Versiche die See gestürzten breiten Kaimauerblöden brachen sich die alt aus den Häusern und schnell blühte für die Ladeninhaber das rungsgesellschaften beherrscht. Unter den gewerblichen Aktienwütend anbrausenden Wellen, hochauf sprißste das Wasser, 3 bis Geschäft. Denn auch hier mußten Kriegspreise bezahlt werden. gesellschaften gibt es eine Fabrit für Anilinfabrikation, eine Zünd4 Weter hoch, und ficl klatschend über die ganze Breite der Der Gouverneur setzte den Preis des Rubels auf 1,60 M. feit.; die holzfabrik, eine Korb- und Linoleumfabrik, sowie zwei Eisen- und Mauer nieder. Bei aller linkheit mußten wir auch von diesem Wirte erhöhten die Preise um das Doppelte und mehr. Wir aßen Stahlwerke. Außerdem bestehen hier noch große Handwerksbetriebe, Segen noch etliche dide Tropfen mitnehmen. Aber wir waren im Strandhotel. Semand beſtellte eine Flasche Wein. Nach per deilen, Del-, Volz-, Papier- und Tabaffabriken, Sägemühlen, endlich in Libau, nicht ganz trocken zwar, jedoch ohne zu viel Starte fostete er 1,50 Rubel. Als bezahlt werden sollte, Metallwerke usw. 13 Banten und Kreditanstalten dienen dent Wasser im Leibe.. Ribau ist nach einer Erklärung von„ Liebe Au" verlangte der Kellner für Speisen und Getränke, die wir fünf Geldverkehr. Das Unterrichtswesen scheint gut ausgebaut zu sein. abgeleitet worden. zusammen verzehrt hatten, 13 Rubel, gleich 26 M. Als ihm Es gibt Gymnasien für Knaben und Mädchen, eine Realschule, eine „ Ribau schöner Ort! gefagt wurde: Der Rubel gilt 1,60 M.", verstand der bis dahin Stadtschule, zwei Pfarrschulen, eine Gemeindeschule, 29 städtische ganz gut deutsch sprechende Kellner uns plötzlich nicht mehr. Er Elementarschulen, cine Navigationsschule, eine Handelsschule, zivei mollie den Wirt rufen. Nach einiger Zeit tam er zurück, der jüdische Schulen, und außerdem über ein Dutzend verschiedene Wirt fei fortgegangen. Nun übernahm ein anderer Kellner die Privatschulen, denen teilweise städtische Schulfollegien vorstehen. Regelung und machte für jeden nach Wunsch eine besondere RechLibau gehört zur dritten Klasse der in Rußland eingeführten Vor der wissenschaftlichen Kritik soll diese Namenserklärung nung. Mit den Speisen famen wir glatt auseinander, aber die Wohnungssteuer. Wohnungen mit einem Mietpreis von unter nicht bestehen können. Doch sind die Gelehrten sich über diese Weintrinfer sollten bluten, 4 und 5 M. für die Flasche zahlen. 150 Rubel find ſteuerfrei. Bei einer Jahresmiete von 150 bis Frage nicht einig. Der eine leitet Libau von„ Eliwa" ab, der Man verwies auf die vorgelegte Weinkarte. Darauf erklärte der 180 Rubel beträgt die Steuer 2,50 Rubel. Sie macht mithin etwas andere von„ Seeburg", wieder ein anderer aus dem lettischen Kellner mit unschuldvollem Gesicht: Das sind die alten Preise, über 1½ Proz. der Miete ans. Dann steigt die Steuer um „ Reepaja" her, von einem Ort, wo Linden stehn". Mögen die Ge- die gelten nicht mehr! Von 1½ Rubel auf 4 M. ein netter 1% Rubel für die nächste Stafe, 180 bis 210 Rubel Miete usiv.; lehrten streiten, darüber kann kein Zweifel obwalten:„ Libau ist Kriegsaufchlag, eine gründliche Korrektur des neuen Rubelfurses. für jede um 60 Rubel höhere Wiete erhöht sich die Steuer un eine hübsche Sec-, Hafen-, Handels-, Fabrik- und Badeftadt mit Man weiß sich zu helfen. Ein Kutscher fordert von uns für eine 1½ Rubel. Die progressive Steigerung hört auf bei einer Miete einem herrlichen, langgestreckten, sanft in die See hineinlaufenden, Fahrt, die nach der bisherigen Tage 30 Kopeten foftete, mit von über 3000 Rubel, sie beträgt dann ohne weitere Erhöhung aus feinem weißen Sand bestehenden Strand. In der Stadt umfängt uns ein bewegtes buntes Leben. Sol- ſtoischer Ruhe 2 M. Gegen Einwendungen ist er taub, er versteht immer 10 Prog. des Mietbetrages. Ein großer Teil der Arbeiterschaft ist von der Mietsteuer frei. Sie ist zu arm, um 150 Rubel für die Miete aufbringen daten und Einheimische durcheinander bilden in den Straßen und gar nicht, was wir wollen... am Binnenhafen breit dahintreibende Ströme, mit Ufern von Ribau zählt ungefähr 100 000 Einwohner. Annähernd die zu können. In schlechten Wohnungen hausen fie mit ihren vielfach andern schauenden und staunenden Menschen. Sie stehen auf den Hälfte davon ist geflüchtet. Zurüdgeblieben sind die Fabrik- zahlreichen Familien. Die vielen Villen und prächtigen Anlagen Bürgersteigen, in den Türen der Läden, lugen durch die Fenster- arbeiter und die Ladeninhaber. In den jcht veripaisten Fabriken fünden den Reichtum ihrer Besizer. scheiben; überall Neugierige. Von Aengstlichkeit spürt man nichts. foll der Betrieb in den nächsten Tagen wieder aufgenommen wer- l lieb Au leber dir ist Segen, Lebe, liebe, herrsche fort, Liebe wird dich hegen." Düwell, Kriegsberichterstatter. worfen, welche ein Haus beschädigte. Sonst wurde tein Schaden an- wurde zurüdgeschlagen, wobei die Miierten etwa 1500 Mann ver-| Lima, Unterricht und bis zum Eintreffen des Ministers für gerichtet. Mißlungener Fluchtversuch deutscher 17 Kriegsgefangenen. " 7 Madrid, 17. Mai.( W. T. B.) Meldung der Agence Havas. loren. Die Landungsbrüden und improbijierten Magazine am auswärtige Angelegenheiten in Lissabon auch provisorisch ausStrand find durch seitliches Feuer der türkischen Artillerie größten wärtige Angelegenheiten: Jose Castro. Die neue Regierung teils zerstört. Die französische Landung beim Kum Kale, wird von allen Seiten unterstützt und im ganzen Lande herrscht die nach Reuter lediglich zur Jrreführung der türkischen Streitkräfte vollkommene Ordnung. Paris, 17. Mai.( W. T. B.) Der Temps" meldet: Drei Vertreibung der französischen Truppen. Die auf Kum tale beunternommen sein sollte, endete. mit alsbaldiger Vernichtung und deutsche Matrosen, welchen es gelang, aus dem Gefindlichen türkischen Kanonen konnten bereits am nächsten Tage fangenenlager in Marotto zu entfliehen, wurden in Gibraltar wieder festgenommen. Ihre deutschen Mitgefangenen mit ihrem Feuer in den Kampf bei Seddulbahr eingreifen. in Marokko, welche verdächtig waren, die Flucht der dret begünstigt Demonftration der Schwarzen- Meer- Flotte. Mitgefangenen wurden außerdem nach dem Innern Marotto 3 Petersburg, 17, Mai.( W. T. B.) Mitteilung des Großen Bombardement hörte Sonnabend infolge Munitionsmangels auf. gebracht, um die Wiederholung eines solchen Vorkommnisses zu Generalstabes. Am 15. Mai beschoß die Flotte des Schwarzen Meeres Sephten, Eregli und Kilimli. Sie vernichtete vier beladene Dampfer und 20 Segelschiffe. zu haben, wurden auf vierzehn Tage ins Gefängnis geschafft. Alle verhindern. Gestlicher Kriegsschauplah. Ungarn und Italien. Ministerpräsident Dato hat Journalisten erklärt, daß der Panzer " Espana" zum Schutz der Interessen der Spanier und Ausländer heute in Lissabon eintreffe. Wahrscheinlich werde noch ein zweiter aufständischen und den treu gebliebenen Truppen dauern fort. Das Die Zahl der Toten und Verwundeten ist groß. Die Häuser der Royalisten wurden angezündet und verwüstet. In Lissabon herricht völlige Anarchic. Es verlautet, daß England ein Kriegsschiff nach Lissabon entsenden wird. Banzer nach Bortugal gefchickt werden. Die Kämpfe zwischen den Berlin, 17. Mai. " Der erste Austausch diensiuntauglicher Kriegsgefangener hat zwischen Deutschland und Frankreich Anfang März d. J. stattgefunden. Bei den vorhergehenden Verhandlungen, deren Eröffnung von der deutschen Regierung ausging, ist deutscher der allgemeine Grundjaz aufgestellt worden, day feits für eine mili alle diejenigen entlassen werden sollten, die tärische Verwendung während der Dauer des Krieges nicht in Frage kommen. Da hiergegen von franzöfifcher Seite Ginwendungen nicht erhoben wurden. sind unter dent französischen Gefangenen die nach diesem Grundfas Dienstuntaug lichen ausgesucht und entlassen worden. Die endgültige Untersuchung ist, um die Einheitlichkeit der Auswahl sicherzustellen, in Stonstang durch eine besondere Untersuchungskommission erfolgt, ein Ver fahren, das, soweit hier bekannt ist, in ähnlicher Weise auch von französischer Seite zur Anwendung gebracht worden ist. Die deutsche Kommission hat sich bei der endgültigen Auswahl der zu Entlassenden ausschließlich von dem vorerwähnten GrundZum Austausch der Kriegsgefangenen. Der russische Generalstabsbericht. Budapest, 17. Mai.( W. T. B.) Im Abgeordneten allgemeine Zeitung schreibt: Ueber die Verband ( W. T. B.) Die„ Norddeutsche Petersburg, 15. Mai.( W. T. B.) Verspätet eingetroffen. Bericht des großen Generalstabs: Seit Mitte haus richtete heute der Oppositionelle Graf Andrassy Lungen zwischen Deutschland und Frankreic April waren uns Nachrichten über massenhafte Nachschübe an den Ministerpräsidenten die Anfrage: Entspricht die Nach- wegen des Austausches dienstuntauglicher Kriegsdeutscher Truppen von der Westfront und ihre Zusammen- richt der Berliner Blätter den Tatsachen, daß der gemeinsame gefangener find fürzlich von französischer Seite Breßmeldungen. ziehung in Westgalizien zugekommen. Die hierdurch ge- Minister des Auswärtigen dem Königreich Italien ein verbreitet worden, die das Verhalten der deutschen Regierung gänz schaffene Lage der Dinge nötigte uns, die Entwickelung unseres territoriales Anerbieten gemacht hat zur Sichelich entstellen. Namentlich wurde dabei der deutschen Regierung das Vorstoßes in der Richtung Mezoelaborcz und Uzsok anzuhalten, rung der endgültigen Neutralität? In der Begründung seiner Bestreben nachgesagt, die Verhandlungen zu verschleppen und sich den eingegangenen Verpflichtungen nachträglich zu entziehen. Die um unsere Stellung nicht noch weiter zu verlängern und die Anfrage hob Graf Andrassy hervor, daß er diesem Opfer nur erhobenen Vorwürfe sind, wie sich aus dem nachstehenden ergibt, Möglichkeit einer Verschiebung der verfügbaren Reserven an insofern zustimmen könnte, als dies nicht bloß der Ausfluß völlig unbegründet. den bedrohten Abschnitt unserer Front zu erhalten. Indessen eines momentanen Bedürfnisses, sondern die Frucht unserer waren die Kräfte, die der Feind neuerlich gegen unsere zielbewußten Politik sei, daß wir jenen Gegensatz, der sich Front geworfen hatte, so bedeutend, daß unsere dritte heute zeigt, in Zukunft ausschalten wollen, daß wir unser VerArmee ihren Vorstoß im Abschnitte Senczkovize Gorlice nicht hältnis zu Italien auf eine gesündere, sicherere Basis stellen aufhalten fonnte. Unermüdliche hartnädige Stämpfe und die Grundlage zu einem fünftigen Frieden legen wollen. und stürmische Gegenangriffe, die den Feind verhinderten, die( Lebhafte Zustimmung.) Meiner Ansicht nach, sagte der beabsichtigte Durchbrechung unserer Front ins Werf zu sehen, Redner, würde ein Zwist zwischen Italien und der Monarchic brachten es schließlich dahin, daß die feindliche Aktion auf beiden Staaten nachteilig sein; nur ein lachender Dritter Frontalangriffe gegen die Stellungen, welche unsere dritte würde daraus Ruben ziehen, nur der Panjlamismus, gegen Armee nacheinander einnahm, beschränkt wurde. Der begeisterte den wir jetzt einen blutigen Stampf führen, würde von diesem Mut unserer Truppen ermöglichte es, bei vollster Ordnung die Gegensatz Vorteil haben, und andere Faktoren würden die uns gestellten schwierigen Kampfprobleme zu lösen und dem Feind jeßige Gelegenheit dazu benutzen, um sich im Mittelmeere für ungeheuere Verluste zuzufügen. Die ganze dritte ewige Zeiten eine Vorherrschaft zu sichern. Armee wurde an ben San zurüdgebogen. Dem Ministerpräsident Graf Ziisa führte in seiner Erentsprechend waren wir genötigt, zu einer Umgruppie widerung aus: Geehrtes Haus! Die Zeitungsmeldungen, die rung der benachbarten Armeen zu schreiten, sich auf die seitens unserer Monarchie an Italien gemachten fag leiten Taffen. Die von ihr von dem Austausch aus um auch ihre Front damit in llebereinstimmung zu bringen. Vorschläge beziehen, sind selbstverständlich nicht authentisch, geschlossenen Gefangenen waren entweder tatsächlich nicht dienst Diese Umgruppierung ist bereits vollzogen. Wir waren und ich kann mich jest nicht in die ins einzelne gehende Er- unfähig oder operationsbedürftig oder nicht weiter transportfähig. wohl genötigt, uns aus diesen Gründen aus den karörterung der Frage einlassen, wo und inwiefern sie sich mit der Die französische Behauptung, daß deutscherseits versucht worden sei, pathen zurückzuziehen, haben aber gleichzeitig durch Wirklichkeit decken. Ich bemerke jedoch, daß sich aus ihnen im den verabredeten allgemeinen Austausch durch eine Auswechselung eine entscheidende. Offensive in Ostgalizien wesentlichen und in den Hauptzügen eine richtige Orientie- nach der Kopfzahl zu ersehen, wird schon durch die Tatsache wider wesentliche Erfolge an unserem linten Flügel rung über die Propofitionen der Monarchie gewinnen läßt, legt, daß von Deutschland 29 Offiziere, 160 Interoffiziere und rund 1520 Mannschaften, von Frankreich 5 Dffiziere, 20 Unteroffiziere erzielt, der den Desterreichern am Dujester eine empfind- nämlich darüber, was das Wichtigste an der Sache ist und und rund 830 Mannschaften herausgegeben worden sind. liche Niederlage auf einer Front von 150 Werst beibrachte. worauf sich die Frage des Herrn Abgeordneten bezieht. Diese Ebenso unrichtig ist die Behauptung, daß die deutsche Regierung Im Laufe von fünf Tagen vom 9. bis zunt 14. Mai machten Mitteilungen entsprechen der Wirklichkeit in dem Sinne, daß der Antwort auf einen französischen Vorschlag ausgewichen sei, bei wir in dieser Gegend an zwanzigtausend Ge- die Monarchie in der Tat territoriale Anerbietungen an der Auswahl der Auszutauschenden eine Liste der die Dienstuntangfangene und zwangen den Feind, sich in Unord- Italien gemacht hat zum Zwecke der Sicherung der dauernden lichkeit begründenden Gebrechen zugrunde zu legen. Eine solche nung jenseits des Pruth zurückzuziehen. Am Neutralität Staliens.( Bustimmung.) Zu diesem Schritte Lifte ist der deutschen Regierung zur Durchführung des ersten 14. Mai zerstreuten unsere weittragenden Batterien in find wir, die wir für die auswärtige Politik der Monarchie Austausches überhaupt nicht zugegangen. Nachdem dies Ende Przemysl eine feindliche Solonne, die vom Westen heran- verantwortlich sind, durch die Ueberzeugung bewogen worden, März d. 3. geschehen ist, hat die deutsche Regierung zunächst für fam und brachte ihr bedeutende Verluste bei. An den anderen daß die ständige Freundschaft zwischen unserer Monarchie und die von ihr in Vorschlag gebrachte monatliche Fortsetzung des Austausches die Beibehaltung des von ihr bei dem ersten Abschnitten des San und an den Osthängen der Kartalien sowohl den dauernden großen Lebensinteressent der Austausch zur Anwendung gebrachten weitherzigen Verfahrens pathen fand feine Aktion statt. Die österreichische Monarchie wie denjenigen Italiens entspricht.( So ist cs!) empfohlen, jich aber neuerdings zur Vermeidung fernerer BerArmee war am Dujestr geschlagen und konnte sich am 15. Mai Diese dauernden großen Lebensintereffen erfordern es, zögerung bereit erklärt, auch auf das französischerseits vorgeschlagene ant linten Ufer des Bruth nurinehr in der Gegend von Kolomea daß mir, selbst um den Breis schwerer Loter, die durch die istenverfahren einzugehen. Hiernach steht ein befriedigender Ab mit Hilfe von Verstärkungen, die mit der Eisenbahn Erschütterungen des gegenwärtigen Arieges euporgeworfe- fchluß der Berhandlungen und damit der ungestörte Fortgang des hingebracht wurden, halten. Sic sette ihre lekten Reserven, nen Reibungspunkte aus dem Wege des gemeinsamen guten Austausches in Bälde zu erwarten. dic aus Pionieren und einzelnen Abteilungen von geringem freundschaftlichen Verhältnisses zu räumen trachten müssen. Eine Entstellung. Gefechtswert bestanden, zum Stampfe an. Am selben Tage( lgemeine Zustimmung.) Da wir uns überzeugt haben, nahmen unsere Truppen in einem Handstreich Nadworna. daß die Beseitigung der Reibungspunkte, das Hervorrufen Berlin, 17. Mai.( W. T. B.) Die Norddeutsche II, Zags zuvor hatte unsere Kavallerie mit einem einzigen An- eines solchen Seelenzustandes, der die Vorausiebungen einer gemeine Seitung" schreibt unter der Ueberschrift Gine Sturnt die Befestigungen am Brüdentopf bont dauernden, aller Hintergedanken baren Freundschaft ist, ledig. Entstellung": Bor einigen Tagen meldeten Schweizer und Spiatyn genommen und bemächtigte sich dieser Stadt. lich um den Preis solcher territorialer Zugeständnisse erreicht italienische Blätter, daß der belgische Ingenieur genoir Bir sekten die Verfolgung fräftig fort. In der Gegend von werden fann, haben wir auch diesen Beg betreten, im vollent bon den Deutschen in Gent erschossen worden sei, weil er Pläne belgischer Eisenbahnen und Verzeichnisse belgischen Sch am I i entwickeln sich die Stämpfe für uns günstig. Wir Bewußtsein der Schwere des gebrachten Opfers, im vollen Eisenbahnmaterials nicht ausgeliefert habe. Diese Angaben ents schlugen mehrere Angriffe westlich von Schawli zurück und Bewußtsein der auf uns lastenden großen Verantwortung, sprechen in keiner Weise den wirklichen Tatsachen. Lenoir ist vielgriffen bei dem Dorfe Gruzdi mit Erfolg eine bedeutende aber nicht zu taktischen Zweden, nicht zur Ueberwindung mehr vom Feldgericht Gent verurteilt worden, weil er feindliche Kolonne an, die Schawli vom Norden umgehen von seinen Unteragenten ihm zugetragene Nachrichten über deutsche wollte. Wir schlugen den Feind zurück. Militärtransporte in das feindliche Ausland weitergegeben hat. Der türkische Krieg. Der Kampf um die Dardanellen. Letzte Nachrichten. Die amerikanische Note. Dic Kartoffelversorgung. dern von der Ueberzeugung durchdrungen, dadurch in Wahr heit den ständigen Interessen unseres Vaterlandes und damit der Monarchie zu dienen.( Zustimmung.) Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß dieses Vorgehen der Regierung die Zuftimmung der öffentlichen Meinung findet( So ist es!), schon deshalb, weil ich hoffe, daß auch die ungarische öffentliche MeiKonstantinopel, 16. Mai, 8 Uhr 5 Minuten abends.( W. T. B.) nung unser Interesse ebenso auffaßt, wie sie zu meiner großen Das Hauptquartier meldet: An der Dardanellenfront Freude der Herr Interpellant in einer mit unserer UeberBom Auswärtigen Amt ist in letter Stunde der Wortlaut ber bei Ari Burnu unternahmen drei feindliche Bataillone mit Genie- zeugung völlig übereinstimmenden Weise zum Ausdruck ge- amerikanischen Note befannt gegeben worden. Die amtliche Vertruppen gestern früh gegen die Stellung unseres rechten Flügels bracht hat; aber auch in der Ueberzeugung, daß aus den öffentlichung enthält zwar Verschiedenheiten der Uebersehung, der wiederholte Angriffe, durch die wir überrascht werden sollten. Die Herzen der ungarischen Nation die Gefühle der Sympathie Inhalt ist aber der gleiche wie in der Veröffentlichung der Agence Feinde wurden jedesmal mit Berluften zurüdgeworfen und durch und Freundschaft nicht Freundschaft nicht geschwunden find, die der Babas, die wir an der Spige der 1. Beilage bringen. unsere Gegenangriffe bis in ihre Hauptstellungen getrieben. Wir italienischen Nation gegenüber bei uns so Tange zählten 300 tote Feinde in der Umgebung dieser Stellungen. Der Beit hindurch bestanden haben. Ich hege die Gesamtverlust des Feindes bei diesen Angriffen beläuft sich auf 1500 Ueberzeugung, daß, wenn es gelingt, die vorhin er- Amtlich. Berlin, 17. Mai.( W. T. B.) Die Reichsstelle Mann. Wir erbeuteten 200 Gewehre sowie auch eine Menge sonstigen wähnten Reibungspunkte zu beseitigen und sichere Grund- für Kartoffelversorgung hat den Kommunalverbänden Kriegsmaterials. Unsere eigenen Verluste sind verhältnismäßig fehr lagen einer ständigen Freundschaft zwischen unserer Monarchie mitgeteilt, daß fic ihren Bedarf Kartoffeln, den gering. und Italien zu schaffen, die Sympathie der Seelen und die sie zur Ernährung der minderbemittelten Bevölkerung durch die Feindliche Schiffe beschossen gestern erfolglos unsere Annäherung der Gefühle zu neuer Straft gedeihen werden, Reichsstelle zu beziehen beabsichtigten und dessen Söhe bis zur näch Batterien am Eingang der Meerenge. Diefe Batterien die zwischen der ungarischen und der italienischen Nation softens zum 20. Mai anzumelden haben. Geht die An sten Ernte berechnet sein muß, der Reichsstelle bis spätefeuerten ihrerseits heftig auf die feindlichen Stellungen von Sedbul geraume Zeit hindurch gewaltet haben.( So ist es!) Ich meldung bis zu dem genannten Zeitpunkt nicht ein, so tann eine Bahr. Drei Gefchoffe trafen das englische Banzerschiff Vengeance". bitte das geehrte Haus, diese Antwort zur Kenntnis zu Dedung des Bedarfes durch die Reichsstelle nicht gewährleistet merUnfere Flieger warfen mit Erfolg Bomben auf den bei Seddul Bahr nehmen. den. Andererseits find die Kommunalverbände verpflichtet, dicstehenden Feind. Nach der Rede des Ministerpräsidenten erklärte Graf jenigen Kartoffelmengen, die sie als Fehlbedarf bei der Reichsstelle Am 1. Mai ließ das französische Panzerschiff„ Victor Hugo", das Andrassy, daß er sowohl als das ganze Abgeordnetenhaus angemeldet haben, auch unbedingt abzunehmen. im Golf von Ataba treuzte, ein Wasserflugzeug auffteigen, und die Nation darin übereinstimmen, daß wir, falls der das von unserem Feuer beschädigt, ins Meer stürzte. Am 2. Mai Kampf unvermeidlich sein sollte, unsere Pflicht männlich tun wollte dasselbe Panzerschiff in einer Schaluppe eine Abteilung an werden( Allgemeine Zustimmung), jedoch wenn irgend möglich, Land setzen. Die Schaluppe wurde aber mit einem Verluste von unser Verhältnis zu Italien inniger, freundlicher und auf fünf Toten und Verwundeten vertrieben. Der Victor Hugo" 30g richtiger gestalten wollen.( Allgemein lebhafte Zustimmung.) sich hierauf zurüd. Das Haus nahm hierauf einstimmig die Antwort des Grafen Tisza zur Kenntnis. " 1 Von den anderen Fronten ist nichts von Bedeutung zu melden. Die Kampflage an den Dardanellen. Revolutionäre Erhebung in Portugal. toffeln zur Verfügung. Die Landwirte drängen aus wirtschaftlichen Der Reichsstelle steht zurzeit ein sehr großes Angebot von StarGründen auf Abnahme. Um den Bedarfstommunalverbänden die fofortige Abnahme zu erleichtern, sollen diejenigen von ihnen, die in der Zeit von 17. Mai bis zum 31. Mai d. 3. die von ihnen bestellten Kartoffelmengen von den Ueberschuß- Stommunalverbänden abnehmen, einen Zuschlag von 1 M. für den Zentner der durch die Bermittlung der Reichsstelle gelieferten Menge als Reichszuschus erhalten. Dieser Zuschuß ist zum Ausgleich für die Mühe des Lagerns und Behandelns und für die Gefahr des Verderbens und des Schwun des, die bei sofortiger Abnahme zu Basten des BedarfsKommunalverbandes gehen würde, bestimmt. Bei diesem weitgehenden Entgegenkommen der Reichsfinanzverivaltung wird darauf gerechnet, daß der größte Teil der von den Fehlbedarfsbezirken benötigten Kartoffeln nunmehr sofort abgenommen werden wird. Bietet doch dieser Zuschlag den Bedarfs- Kommunalverbänden eine wesentlich erleichterte Möglichkeit, mit Hilfe des Handels oder Konstantinopel, 17. Mai.( W. T: B.) Die von Reuter über den Stand der Operationen bei den Dardanellen verbreiteten Meldungen, daß die Türken dort eingeschlossen sein sollen, entsprechen in feiner Weise den Tatsachen. Tatsache ist vielmehr, daß die Berlin, 17. Mai.( W. T. B.) Die hiesige portugiesische englische Stellung bei Seddulbahr ständig verkleinert worden ist Gesandtschaft erhält folgendes Telegramm aus Lissabon vom und nur noch etwa 2 Kilometer von der Südspike ins Land reicht. 16. Mai, 4 Uhr nachmittags: Eine revolutionäre Bewegung Dort steht auf den ersten Höhen in mehrfach befestigter Feld- hat in Portugal stattgefunden, die von der Marine aus auch auf eigene Gefahr die Lagerung der Kartoffeln innerhalb der stellung die türkische Armee in numerisch großer Uebermacht. Sie ging und von der Armee aufgenommen wurde. Das Mini Bedarfsfommunalverbände ohne Verluste vorzunehmen und sich beherrscht von dort vollständig in rüdwärtiger Richtung die Halb- fterium Pimento y Castrow hat seine Demission ge- andererseits die zur Ernährung der Bevölkerung nötigen Mengen insel Gallipoli. Die zweite Stellung der Alliierten befindet sich bei geben. Der Präsident der Republit hat das folgende bestimmt zu sichern. Maler Kuadfuß gestorben. wärts und ist von überlegenen türkischen Streitkräften umflammert. Justiz: Paolo Falcao, Finanzen: Barros Queiros, Arieg: Caffel, 17. Mai.( W. T. B.) Der Maler Hermann Anad Der am 15. Mai unternommene verzweifelte Verfuch einer englisch- Basilio Telles, Marine: Fernandez Costa, auswärtige An- fuß, Profeffor an der Königlichen Stunitatabemic in Cassel, ist fut australischen Landungsabteilung, bei Ariburnu durchzubrechen, gelegenheiten: Alves Veiga, öffentliche Arbeiten: Magalhaes 66. Lebensjahre heute nachmittag gestorben, Ariburnu. Sie reicht etwa einen halben Stilometer landein- Ministerium bestätigt: Vorsiz und Inneres: Joao Chagas, Leipziger Str. Königstraße Sonder- Preise A.WERTHEIM. DamenMatrosen- Hut aus Borten mit Seidenkopf 6.25 Matrosen- Hut aus Strohborten mit Taffetblenden und Phantasiepompen 8.25 Neue große Form mit Rips- oder Moirékrempe 9.75 und Pompon- Garnitur Groß. 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Bevölkerung der Vereinigten Staaten tatsächlich mit der Erklärung Es wird den Anhängern und Verteidigern der Vergeltungswandte, daß jeder Bürger der Vereinigten Staaten, welcher sein praris außerordentlich schwer halten, auch nur einen Fall aufzuRecht zu freien Reiſen auf den Meeren ausübt, es auf sein weisen, wo Kriege von Völkern, die über das primitive StammesRisiko und seine Gefahr hin tue, wenn er im Verlaufe leben hinausgelangt sind, durch Anwendung von VergeltungsGewässer begebe, in die Regierung über den Untergang ſeiner Reiſe ſich in die Bone bertemaer beetel Brose methoden bzw. Repreſſalien gewonnen wurden. Sie hat für die 11 der„ Lusitania". = ihre Unterseeboote gegen den Handel Großbritanniens und Frankreichs verwendet trok dem respektvollen, Entscheidung der Kriege niemals eine Rolle gespielt, aber aber sehr ernsthaften Protest der Regierung der Vereinigten stets dazu beigetragen, die ohnehin großen lebel des Krieges zu Staaten. steigern und seine schädlichen Nachwirkungen noch zu v'er= schlimmern. Die Note der amerikanischen Regierung über die Die Regierung der Vereinigten Staaaten führt diese Tat Lusitania" Angelegenheit ist, wie gemeldet, am Sonnabend sache nicht auf, um die Aufmerksamkeit der deutschen Regierung auf Das sich ins Gedächtnis zurückrufen, ist im gegenwärtigen in Berlin überreicht worden. Von deutscher amt die überraschende Regelwidrigkeit der Tatsache zu Moment die Pflicht aller, welche auf die öffentliche Meinung und licher Seite ist eine Veröffentlichung bisher nicht erfolgt. Der lenken, daß eine von der deutschen Botschaft in Washington stam- das Geschehen direkt oder indirekt Einfluß auszuüben in der Lage Agence Havas" zufolge soll die Note folgenden Wortlaut mende Mitteilung sich an die Bevölkerung der Vereinigten Staaten haben: durch die Vermittlung der Presie richtet. Die Regierung sind. Hier liegt eine Pflicht vor, von deren großen Bedeutung Angesichts der jüngsten, von den deutschen Behörden in Ver- der Vereinigten Staaten erwähnt diese Tatsache nur zum Zwecke, sich alle durchdringen lassen müssen, die solchen Einfluß ausüben legung der amerikanischen Seerechte begangenen Afte, von denen um darzutun, daß die Tatsache der Ankündigung, daß eine un- fönnen und damit auch für ihn verantwortlich sind. Bei der letzte die Torpillierung und Zerstörung des englischen Paket- billige und ungesetzliche Handlung begangen werden soll, in wem der Krieg den Sinn für Gerechtigkeit zurückgedrängt hat, der bootes Lusitania" am 7. Mai 1915 den Tod von mehr als keiner Weise als eine Entschuldigung oder als eine soll sich wenigstens Erwägungen der Vernunft unter dem Gehundert amerikanischen Bürgern zur Folge hatte, scheint es voll- Milderung dieser Handlung noch als eine Verringesichtspunkt des Nukens nicht verschließen. kommen vernünftig und wünschenswert, daß die Re- rung der Berantwortlichkeit ihrer Urheber ange- Wohin soll die Praris der Vergeltung noch führen? Welchen gierung der Vereinigten Staaten und die kaiserlich deutsche Re- sehen werden kann. Da sie seit längerer Zeit den Charakter der gierung zu einer klaren und vollkommenen Verstän kaiserlich deutschen Regierung und die erhabenen Prin- Nuben hat die Nation zu gewärtigen, welche sie auf die Spike treibt digung über die sich aus diesen Tatsachen ergebende ernste zipien der Billigkeit fennt, von welchen sie in der Ver- oder treiben läßt? Lage gelangen. Die Versenkung des englischen Dampfers gangenheit beeinflußt war, kann die Regierung der Vereinigten Die Stimmen, die aus denjenigen Ländern zu uns dringen, " Falaba" durch ein deutsches Unterseeboot am Staaten nicht glauben, daß die Kommandanten der Schiffe, welche welche bisher außerhalb des Weltkrieges geblieben sind, lassen dar= 28. März, welche den Tod des amerikanischen Bürgers Trasher verur- diese ungefeßlichen Handlungen begangen haben, es getan haben, über keinen Zweifel, daß in dem Maße, als die eine Seite der fachte, der Angriff auf das amerikanische Schiff ,, Tushing" am 28. April ohne sich getäuscht zu haben über die von den deutschen Marine- Kriegführenden die andere in Vergeltungsmaßnahmen überbietet, durch ein deutsches Flugzeug, die Torpillierung des amerika- behörden gegebenen Befehle. Sie vermutet, daß vor allen Dingen sie sich die stärkere Gegnerschaft jener Länder zuzicht. Bei den nischen Schiffes„ Gulflight" am 1. Mai durch ein deutsches in den Grenzen der praktischen Möglichkeiten dieser und ähnlicher Untersee boot, welche den Tod zweier amerikanischer Bürger Fälle man darauf wartet, daß die Kommandanten der Schiffe, selbst Völkern aber, gegen die die Vergeltungspraxis überboten wird, zum Ergebnis hatte, und schließlich die Torpillierung und Zer- diejenigen der Unterseeboote, nichts unternähmen, was das Leben wirkt sie nicht gegen, sondern für die Neigung, den Krieg bis störung des Paketbootes usitania" bilden cine Reihe von der Nichtkombattanten oder die Sicherheit der neutralen Schiffe aufs äußerste zu treiben. Ereignissen, welche die Regierung der Vereinigten Staaten mit in Gefahr bringt, selbst auf das Risiko hin, die Kaperung oder Ich spreche ein öffentliches Geheimnis aus, wenn ich darauf machsender Sorge, mit wachsender Beunruhigung die Zerstörung des in Frage stehenden Schiffes zu verfchlen. Sie hinweise, daß in den letzten Monaten in allen kriegführenden und wachsendem Bedauern beobachtet hat. hofft mit Vertrauen, daß die deutsche Regierung die Handlungen, Ländern Persönlichkeiten, die, ohne direkt zu den Regierenden zu Gingedenk der menschlichen und aufgeklärten Hal- über die sich die Regierung der Vereinigten Staaten beklagt, mig gehören, doch größeren Einfluß auf die Politik ihres Landes austung, welche bis jetzt von der kaiserlich deutschen Regierung hin- billige, daß Genugtuung gegeben werde, soweit eine Gesichtlich des Völkerrechts und besonders hinsichtlich der Freiheit mugtuung möglich ist, für die verursachten Schäden, daß sie ge- üben, sich ernsthaft mit der Frage beschäftigt haben, wie der Gefahr der Meere beobachtet worden ist, hat zu der Anerkennung ge- schätzt werden können, und daß sofort Maßnahmen ge- entgegengewirkt werden kann, daß dieser Krieg bis zur völligen führt, daß Deutschland bis jetzt immer hinsichtlich der inter- troffen werden, um die Rückkehr alles dessen zu Erschöpfung der an ihm beteiligten Völker getrieben wird. Hüben nationalen Verpflichtungen seinen Einfluß dahin verwendet, die verhindern, was offenkundig die Prinzipien des und drüben hat unter Leuten, die in der geschilderten Lage sind, Sache der Gerechtigkeit und Menschlichkeit zu ver- Krieges umstürzt, für welche die kaiserlich deutsche Re- Gedankenaustausch über diese so bedeutungsvolle Frage stattteidigen, und überzeugt davon, daß die von der kaiserlich deut- gierung in der Vergangenheit mit so viel Klugheit und gefunden, und in den neutralen Ländern besteht der dringende schen Regierung ihren Marineoffizieren erteilten Instruktionen von Festigkeit gekämpft hat. Die Regierung und die Bevölke- Wunsch, diesen Gedankenaustausch zu vermitteln. Ob der Zeitden gleichen Gefühlen der Menschlichkeit beseelt sein dürften, wie rung der Vereinigten Staaten wenden mit dem größten Ver- punkt schon gekommen war, wo er zum Ziele führen konnte, mag es die Seegeseze der anderen Nationen vorschreiben, könnte die trauen ihre Augen auf die kaiserlich deutsche Regierung, damit sic Regierung der Vereinigten Staaten nicht glauben und kann sich in dieser vitalen Angelegenheit mit Gerechtigkeit und Prompheit dahingestellt bleiben. Wohl aber ist zu befürchten, daß dieser Zeitauch jetzt noch nicht entschließen zu glauben, daß diese so vollkommen handelt, nicht allein, weil zwischen den Vereinigten punkt jedesmal von neuem hinausgeschoben wird, wo die Verden Regeln, Gebräuchen und dem Geist der Staaten und Deutschland geltungspraxis auf der einen oder anderen Seite eine neue SteigeMethoden des modernen Krieges widersprechen= besonders freundschaftliche Bande rung erfährt. Ein Blick in die Presse des Landes, wo er vielleicht den Akte die Billigung oder Genehmigung dieser großen bestehen, sondern auch weil für die Vereinigten Staaten und das die wärmsten und zugleich einflußreichsten Anhänger hatte, läßt Regierung haben könnten. Infolgedessen hält es die Regierung der Königreich Preußen ein Vertrag von 1882 besteht mit bedaran keinen Zweifel. Eine Woche hat die Aussichten auf Erfolge Vereinigten Staaten für ihre Pflicht, sich deswegen an die kaiserlich stimmten klauseln. Der Ausdruck des Bedauerns und das vielleicht um Monate zurückgeworfen. Mögen alle diejenigen, die deutsche Regierung mit der vollkommensten Freiheit und in der Angebot von Genugtuung im Falle der Zerstörung irrtümlich ver- nicht vergessen haben, daß ein in Maßlosigkeiten sich ergehender aufrichtigen Hoffnung zu wenden, daß sie sich nicht getäuscht hat, sentter neutraler Schiffe, wenn sie den internationalen Verpflich- Patriotismus schr gefährlich ist, das ernsthaft in Erwägung ziehen. wenn sie von seiten der kaiserlich deutschen Regierung eine Maß- tungen Genugtuung verschaffen können, wenn es keinen Verlust an nahme verlangt, welche die durch diese Tatsache verursachten, Menschenleben gab, können die Erzesse und die Praktiken, deren Sache. Und nicht diejenige Nation stellt sich das beste Zeugnis Nicht Maßlosigkeit in den Methoden beweist die Stärke einer schlechten Eindrücke auslöschen und aufs neue die Hal- natürliche und erzwungene Wirkung ist, die neutralen Nationen tung der deutschen Regierung bezüglich der geheiligten Meere recht- und Mächte neuen und ungeheuren Gefahren auszusehen, nicht aus, welche ihre Gegner in Vergeltungsmaßnahmen überbietet, fertigen wird. Die Regierung der Vereinigten Staaten ist von der kaiserlich nicht zu hoffen haben, daß die Regierung der Ver- Grenzen zu sehen. rechtfertigen. Die kaiserliche deutsche Regierung wird sondern diejenige, die es versteht, dem Hang zum Ucberbieten deutschen Regierung benachrichtigt worden, daß sie sich durch die einigten Staaten versäumen wird, zu refla= außerordentlichen Umstände des gegenwärtigen Krieges und durch mieren oder zu diesem zur Ausübung ihrer heiligen die von ihren Gegnern angewandten Maßregeln, sie jeden Handels- Pflicht notwendigen Akte Zuflucht zu nehmen, der verkehrs zu berauben, gezwungen sche, Repressivma Pflicht, die darin besteht, die Intereffen der Vereinigten Staaten nahmen zu ergreifen, welche die gewöhnlichen Sectricgsmethoden und ihrer Bürger zu unterstützen und die freie Ausübung der Gebedeutend überschreiten, und eine Kriegszone zu rechtigkeit und des Rechtes zu schützen." proflamieren, außerhalb deren sich zu halten sie die neutralen Schiffe gewarnt hätte. Die Regierung der Vereinigten Staaten hatte bereits Gelegenheit, die kaiserliche Regierung zu benachrichtigen, daß sie weder die Annahme derartiger Maznahmen, noch die Warnung vor der Gefahr des Operierens in dieser Zone zulassen könne und noch viel weniger im geringsten Grade eine Verminderung der Rechte der Kommandanten der amerikanischen Schiffe oder der amerikanischen Bürger, welche in berechtigter Weise als Passagiere an Bord von Handelsschiffen der kriegführenden Was diejenigen befürchten mußten, die den Ereignissen mit Nationalitäten reisen, und daß sie die kaiserlich deutsche Regierung den Augen des verantwortlichen Politikers und des Kenners der für jeden absichtlichen oder zufälligen Abbruch in diesen Rechten Seelenverfassung der Völker gefolgt sind, ist eingetreten. Die Verstrifte verantwortlich machen müsse. Die Regierung der Vereinigten Staaten kann sich nicht denken, senkung des Passagierschiffes Lusitania" als Steigerung daß die kaiserliche Regierung diese Rechte in Frage stellt, sie meint eine Reihe von Vorgängen verwandter Art und übelberatene Beim Gegenteil, daß die kaiserliche Regierung, wie dies natürlich ist, sprechungen dieser Vorgänge in deutschen Blättern haben in England Auf der Tagesordnung steht die Beratung über den Haushalt des Heute nachmittag um 2 Uhr tritt der Reichstag zusammen. die Regel annimmt, daß das Leben der Nichtkombattan- und auf seinen Kolonien sowie auch verschiedentlich in den Bereinigten ten, welche neutraler Nationalität sind, oder welche im Kriege be- Staaten von Amerika Ausschreitungen gegen Deutsche und der Schutzgebietes Kiautſchon aus dem Jahre 1909 sowie die Befindlichen Nationen angehören, in gesetzlicher und billiger Weise nicht durch die Kaperung oder Zerstörung eines nicht bewaffneten Sympathien mit Deutschland Verdächtige zur Folge gehabt, die ratung des Gesetzes zur Einschränkung der Verfügungen über Handelsschiffes in Gefahr gebracht werden kann, und daß die nicht nur auf das Schärfste zu verurteilen, sondern wir sogleich nach ihrem Eingang beim Reichstag besprochen haben, faiserliche Regierung ebenfalls, wie dies alle anderen Nationen auch unter politischen Gesichtspunkten im höchsten Grade mit einer äußersten Dringlichkeit Ein Mahnwort. An Alle die es angeht. Von Ed. Bernstein. Ich richte dieses Mahuwort, wie es in der Ueberschrift heißt, an alle, die es angeht. Darunter ist nicht nur der Leserkreis des Vorwärts" im Volfe verstanden, sondern sind auch seine Leser in der Presse und in den Kreisen der Politifer gemeint. " Wir leben in einer Zeit, wo die Gemüter aller durch die Kämpfe, in deren Mitte wir stehen, in die höchste Spannung versetzt sind und die Leidenschaften immer von neuem erregt werden. Da mag es dem einzelnen, der über das, was jenseits der Grenzen, seines Vaterlandes vorgeht, mehr zugetragen erhält als andere, denn auch gestattet sein, in einem kritischen Augenblick zugunsten politischer Erwägung seine Stimme zu erheben. Dieser Krieg wird nicht lediglich auf den Schlachtfeldern ent= schieden. Auch auf anderen Gebieten stehen für die Nationen Gewinne und Verluste in Frage. Reichstagssihung. Weit wichtiger Es tun, die Verpflichtung anerkennen wird, die gebräuchlichen zu bedauern sind. Sie sind zu verurteilen, weil sie sich gegen besizers über Miete und Pacht etwas einschränken. Dadurch soll verwill zugunsten der Hypothekengläubiger das Verfügungsrecht des HausMaßnahmen der Durchsuchung und Untersuchung Menschen richten, die für das Geschehene keinerlei Verantwortung hindert werden, daß die Mieten noch kurz vor der Beschlagnahme des zur Gewinnung der Ueberzeugung, daß ein verdächtiges Handels- tragen, es vielfach vielleicht nicht einmal gebilligt haben, und sie Grundstücks mit Rechtswirksamkeit von dem Hauseigentümer abschiff einer friegführenden Nationalität angehört oder wirkliche sind aus politischen Gründen zu beklagen, weil sie gehoben oder von seinen Gläubigern gepfändet und dadurch dem Kriegskonterbande unter neutraler Flagge führt, zu ergreifen. Die Regierung der Vereinigten Staaten wünscht infolgedessen anderes heißt, als der Weg zur Vervielfältigung der ohnehin tiefen durch diese Geſetzänderung eine Behebung der Schwierigkeiten, ein Glied mehr sind auf einer verhängnisvollen Bahn, die nichts Zugriff von Hypothekengläubigern entzogen werden. Man erhofft die Aufmerksamkeit der kaiserlich deutschen Regierung auf die Tat- Wunden, welche dieser Krieg der Zukunft Europas auf Genera- die auf dem Gebiete des Realkredits für Beschaffung von sache hinzulenken, daß der Einwand gegen ihr jetziges Verfahren, tionen hinaus zu schlagen droht. den Handel ihrer Feinde anzugreifen, in der praktischen UnmöglichHypotheken zweiter oder späterer Rangstelle beklagt werden. Es ist der Weg von Maßnahmen der über die Kriegsführung keit liegt, Unterſceboote für die Vernichtung des Handels zu ver- im eigentlichen Sinne hinausgreifenden Vergeltungen. Ein mag dahingestellt bleiben, ob dieſe Hoffnung durch den Entwurf wenden, ohne die Regeln der Loyalität, Vernunft, Gerechtigkeit und Weg, auf dem es, wenn er einmal betreten ist und seine Inan- ausüben, aber doch hier und da ein Mittel zur Hintertreibung un erfüllt werden kann; eine allzu große Wirkung dürfte er nicht Menschlichkeit zu mißachten, welche von der modernen Anschauung spruchnahme zur Gewohnheit wird, keine Grenzen gibt, auf dem reeller Schiebungen abgeben können. Freilich kann es auch reellen als gebietend angesehen werden. Es ist praktisch unmöglich für die Offiziere eines Unterseebootes, ein Handelsschiff auf See aber jeder neue Schritt weiter zurück in überwundene Kultur- Gläubigern, z. B. Handwerkern und kleinen Geschäftsleuten, deren zu durchsuchen und seine Papiere und Ladung zu prüfen. Es ist zustände führt. Alle Maßstäbe von Mensch zu Mensch und Volk Forderungen nicht eingetragen sind, Nachteile bringen, wenn ihnen für sie praktisch unmöglich, das Schiff als Prise zu nehmen, zu Volf, die wir als Errungenschaften der Kultur zu betrachten ge- die Hypothekengläubiger in noch weiterem Maße als heute vorund wenn sie nicht der an Bord des Schiffes befindlichen Besazung lernt haben, gehen verloren, der Sinn für sie erstirbt, und es erfich bemächtigen fönnen, können sie es nicht versenken, ohne die Be- stirbt das Gefühl für die Wirkungen unseres Tuns gehen. jagung und alles, was sich an Bord befindet, Wind und Wellen im weiteren völkerpolitischen Sinne. dringlicher wäre eine Aenderung in fleinen Schaluppen preiszugeben. Es versteht sich von selbst, des Pfandrechts des Vermieters gegenüber dem Mieter. daß die kaiserliche Regierung frei diese Tatsache zugeben wird. Wie aber im gewöhnlichen Leben der Völker der Gedanke und es herrscht lebereinstimmung darüber, daß unbedingt dafür Sorge Wir erfahren nun, daß bei den Beispielen, von denen wir gesprochen die Praris der Vergeltung im Strafrecht als irreführend getragen werden muß, daß die Mieter, insbesondere die Kriegshaben, man nicht einmal die erforderliche Zeit ge- erfannt worden sind und immer stärfere Einschränkung teilnehmer und deren Familien, gegen die Kahlpfändung und das währte, um die elementarsten Sicherheitsmaß haben erfahren müssen, so darf es auch im Kriege oder während gegen geschützt werden müssen, das wegen Mietrückstand genommen nahmen zu ergreifen, und daß in wenigstens zwei von diesen eines Krieges nicht anders sein. Denn diese Praris heißt weder wird, was sie oft durch mühsame jahrelange Arbeit sich an Hausangeführten Fällen keine vorhergehende Benachrichtigung erfolgt ist. Gerechtigkeit noch Nilichkeit in dem Sinne, der allein gerät erworben haben. Die schon im März von der sozialdemokratischen Es ist klar, daß die Unterseeboote nicht, wie in den letzten Wochen das Tun der Kulturmenschheit bestimmen darf. Während die Idee Fraktion zur Verhütung solcher Unbilligkeit gestellten Anträge sollten gegen ein Handelsschiff verwendet werden können, ohne unvermeidliche Verlegung der geheiligten Grundgesetze der Menschlichkeit der Vergeltung im gewöhnlichen Strafrecht eine persönliche Ver- in das Gesetz hineingearbeitet werden. Voraussichtlich wird der Gesetzund Gerechtigkeit. Die amerikanischen Bürger handeln antwortung der Menschen für ihr Tun zur Grundlage nimmt, die entwurf also einer Kommission zur Vorberatung überwiesen werden. innerhalb der Grenze ihrer unbestreitbaren Rechte, wenn sie ihre zwar vor der wissenschaftlichen Prüfung nicht Stich hält, über Eine Reihe anderer wichtiger Fragen werden den Reichstag Schiffe besteigen und überall hinreisen, wohin sie ihre berechtigten deren Möglichkeit aber immerhin noch gestritten werden kann, kon- sei es noch vor Pfingsten oder, wenn eine Vertagung bis unmittelbar Gesetze auf dem Meere rufen; und sie üben die Rechte in dem stituiert die Vergeltung im Kriege eine Verantwortung, die in der nach Pfingsten erfolgen sollte, dann wohl sehr berechtigten Vertrauen aus, daß ihr Leben nicht ge- übergroßen Mehrheit der Fälle nicht einmal behauptet greifen von diesen heraus die Frage der Herabsehung der - zu beschäftigen haben. Wir fährdet wird durch Afte, die in offensichtlicher Verlegung der all- wird. Es wird nur eine Haftbarkeit auf Grund der bloßen Zu- Höchstpreise für Nahrungsmittel, die Fürsorge für gemein anerkannten internationalen Verpflichtungen begangen werden und sicher auch in dem Vertrauen, daß ihre Regierung sie in gehörigkeit von Menschen zu einer größeren Vielheit zum Anlaß Kriegsverlegte und Kriegshinterbliebene, die Besserung der der Ausübung ihrer Rechte unterstüßen werde. genommen, einzelne oder selbst Massen für Handlungen Lage der Familien der Kriegsteilnehmer, die Aufhebung der Es ist kürzlich in den Blättern der Vereinigten Staaten eine anderer büßen zu lassen. Fällt damit selbst der Schein von Einschränkung der Preßfreiheit und vor allem die Beformelle Warnung Gerechtigkeit dahin, so ist auch der Nutzen solcher Vergeltung sprechung der politischen Lage und der Friedensaussicht. Alle erschienen, von der angenommen wird, daß sie von der deut- unter dem Gesichtspunkt des Zwecks des Krieges mehr als diese Dinge rufen nach schneller Erledigung, so daß sich dem Reichsschen Botschaft in Washington stammt, welche sich an die fraglich. tage nach Pfingsten ein reiches Arbeitsfeld bieten wird. = www Politische Uebersicht. Freiheit und Gleichheit. Im Anschluß an die schon von uns erwähnte Broschüre des Abg. v. De wiz( Das Deutsche Reich und der Staatsgedanke") schreiben die„ Berliner Neuesten Nach richten": " 1 ein täglicher Gottesdienst werden. Denn unermeßlich ist, was " Mob sie verfolgt, die Deutschen in die Konzentrationslager abschärffte gefchürten Austrittsbewegung beteiligt haben follte". geführt, wobei mancher bei uns zum erstenmal erfährt, daß die Mit dieser Begründung fiel das Ministerium schwer hinein. Seine meisten deutschen Kaufleute dort bisher noch gar nicht Wissenschaft über diese Versammlungsrede stüßte sich nämlich auf eingesperrt gewesen, sondern ins Geschäft oder zur Börse die Angaben des Berichterstatters des„ Geraischen Tageblatte", gegangen find. In Italien wich der König dem herantobenden der gar nicht in der Versammlung war. Der fragliche Redner war nicht der Rechtskonsulent, sondern ein Zigarrenmacher Hartmann. Striegsgeheul; Wahnsinn und bezahlte Gemeinheit mißhandeln jeden Nach dieser peinlichen Personenverwechselung mußte das Miniehrlichen Volksfreund, der noch vom Frieden spricht. sterium seine Entscheidung zurückziehen. Es kam aber dann aberDie Eigenschaften, die das deutsche Volk befähigen, unter mals zur Nichtbestätigung Hartmanns, weil dieser ein Gesuch an der Last der Opfer sein Leben im ruhigen Gleise fortzuführen, den Gemeinderat in Gera um Entfernung des Religionsunterrichts Mit Hunderten von Schlagworten wird der Krieg grausame finden sich nicht überall, nicht alle Organismen und nicht alle aus der Schule und Einführung eines glaubensfreien SittenunterMusterung halten." Freiheit" wird noch mehr als bisher Temperamente fönnen so ohne Störung diese Zeiten über- richts mit unterschrieben habe. In der Entscheidung wird in bezug zur Ein- und Unterordnung, Disziplin zur Gesinnung, Opfersinn winden, und auch wir wissen ja sehr genau und dürfen es auf die Eingabe gesagt, sie habe mit großer Selbſtüberhebung und die Behauptung der neuen Macht von uns fordern wird. in keinem Augenblick vergessen, wieviel unendlicher Kummer richts aus allen Schulen gefordert". bemerkenswerter Intoleranz die Entfernung des Religionsunters Gleichheit" aber ist uns nie anders als ein Hirn sich hinter den Sonntagsbildern verbirgt. Bor zwei Tagen Gegen diese Entscheidung des Ministeriums wurde Anfechtungsgespinst wider die Natur erschienen und wir freuen lag auf der grün sich niederwellenden Rasenfläche bei der klage beim Sächsischen Oberverwaltungsgericht in Dresden erhoben. uns des vollen Einklangs mit dem freikonservativen Führer, Hohenzollernbrücke am Kanal der Leichnam einer Frau, in Decken In der Anfechtungsklage wurde u. a. geltend gemacht, daß nach wenn er z. B. bei Erwähnung der preußischen Wahlrecht eingehüllt. Sie war zweimal ins Wasser gesprungen, zuerst von der Reußischen Gemeindeordnung die Bestätigung nur wegen„ Unregelung„ bedenkliche Schattenseiten" einräumt, um dann fort einem Schiffer gerettet worden und dann wieder zurückgekehrt. Es tüchtigkeit" des Gewählten versagt werden könne. Die von der zufahren: es sei aber nicht zu verkennen, daß die angebliche war eine Mutter, deren einziger Sohn gefallen war. Wie die angefochtenen Entscheidung behaupteten Tatsachen seien nicht geUnnatur, den Wert der Stimme nach Besitz, Bildung und Erfahrung festlegen zu wollen, sicher nicht größer ist, als die Un- Menschen, die heiter und lebensstark des Weges kamen, an der um- in Frage zu stellen. Die angefochtene Entscheidung verstoße ferner eignet, die Tüchtigkeit des Klägers für das Amt eines Stadtrats natur, das Ungleiche an Besitz, Bildung und Erfahrung gleich hüllten Toten vorübergingen, geht das Schicksal der Nationen heute gegen das Reichsgesetz vom 3. Juli 1869 über die Gleichberechti an all den zerbrochenen Einzelschicksalen vorbei. In Palermo haben gung der Konfeffionen, durch das die Religionsfreiheit geschützt Der vermeintliche, Mangel an Freiheit auch Studenten einen schwarzen Sarg herumgetragen, auf dem ge- werden solle, usw. das ist einer der Dewitschen Säge, die den Nachfahren ins Geschrieben stand, Giolitti und die Ehre Italiens lägen darin. Italien hirn zu hämmern sein mögen ist unserer Aufwärtsentwickelung und das Haus Savoyen werden, wenn nicht ein Wunder ihnen die jedenfalls nicht schädlich gewesen! Eine durch den Krieg gebrachte Statastrophe erspart, vielleicht bald an Särgen stehen, die weniger Klarheit. Ebenso wie der Sag, daß die ungeheure deutsche Kraft, die sich der Welt heute offenbart, unter einem monarchischen theatralisch sind. Man winkt dem italienischen Volte mit den Verfassungs- und unter dem Schutzzollsystem, mit der Bureau- 3 weifelhaften Glanzseiten des Krieges, der Beute fratie eines monarchischen Staates, mit den sittlichen und dem Ruhm. Aber die Mütter gehören auch dazu." Grundsägen der Sozialpolitik und vor allem mit einer demofratisch parlamentarisch unbeeinflußten Erekutive" gewonnen worden ist und nur so gewonnen werden konnte. machen zu wollen.".. Alle diese Erkenntnisse stehen einer demokratischen Fortentwicklung unserer Regierungsformen und einrichtungen schnur stracks entgegen. v. Dewig nimmt gleich uns eine fonservative Strömung an, die sich im Lande folgerichtig aus diesem Kriege ergeben müsse. Wir haben an dieser Stelle längst vor dem Feldzug einer Politik der antidemokratischen Sammlung das Wort geredet und sehen sie heute mehr denn je als eine aus der Gesamtlage mit zwingender Logik fließende Notwendigkeit an... Auch v. Dewig ist der Ueberzeugung, daß die Sozialdemokratie mit den Linksliberalen den sozialen Staat vorzugsweise im einseitigen Interesse auch weiterhin auszubauen und zu diesem Zweck die politische Macht zu gewinnen" bestrebt sein wird. Die Anfechtungsklage wurde in der Sizung des sächsischen Che verwaltungsgerichts in Dresden vom 17. April 1915 als unbegründet abgewiesen. In der Begründung wird u. a. gesagt, der Begriff„ TüchtigSprachgebrauch„ tauglich" oder„ geeignet". Der Kläger irre in der Anfeit" im Sinne der Reußer Gemeindeordnung bedeute nach dem damaligen nahme, daß die Bestätigung der Wahl wegen seines Bekenntnisses zu der monistischen Weltanschauung versagt worden sei, sie sei erfolgt wegen seiner Angriffe gegen die Landeskirche und die bestehenden Staatseinrichtungen, zu denen die Erteilung des christlichen Neligionsunterrichts in den Schulen gehöre. Unerheblich sei das Vorbringen des Klägers, daß seine Beteiligung an dem erwähnten Gesuch sich nur als Ausübung der jedem Staatsbürger zustehenden Rechte der Kritik an öffentlichen Einrichtungen darstelle. Wenn er damit behaupten wolle, daß die Ausübung dieses Rechtes nicht zur Begründung feiner Untauglichkeit für das Gemeindeamt habe dienen dürfen, so übersehe er, daß nicht die Ausübung dieses Rechtes an sich den Grund für die Nichtbestätigung Der Bundesrat hat zwei Verordnungen beschlossen, die ins- abgegeben, sondern daß das Ministerium die in dem Gesuche auch besondere für das deutsche Braugewerbe von Be- von dem Kläger vertretenen und dadurch betätigten Anschauungen deutung sind. als mit der Bekleidung des Gemeindeamtes unvereinbar angesehen habe. Der Vorwurf der Mangelhaftigkeit des Verfahrens sei da her unbegründet. Die polnische Sprache im Religionsunterricht. Eine Anzahl polnischer Familienväter in Gnesen war um die Einführung des Religionsunterrichts in polnischer Sprache für die Mittel- und Oberstufe der Volksschulen eingekommen. Der Kultusminister hat diese Bitte abgelehnt. Verkehr mit Malz und Gerste. Die erste Verordnung bezieht sich auf den Verkehr mit Malz. Die Bundesratsverordnung über die Regelung des Verfehrs mit Gerste vom 9. März 1915 hat eine Ungleichheit in Das ist der große Gegensatz, der sich mit voller Klarheit der Richtung gebracht, daß Bierbrauereien, die ihren Malz fonfulenten Hartmann, der ebenso wie sein Vater überzeugter Der Sohn des als„ untüchtig" erklärten Rechtsschon heute wieder heraushebt. Und wenn im übrigen auch dem bedarf von Mälzereien beziehen, ungünstiger gestellt sind, Reich die imperialistischen, den Einzelstaaten die als Brauereien mit eigener Mälzerei. Die neue Verordnung wil Moniſt iſt, ſteht als Offizierstellvertreter im Felde und ist mit Kulturaufgaben bleiben werden, deren Erfüllung durch die Mit diese Unbilligkeit dadurch beseitigen, daß durch den Deutschen dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. beteiligung des Reichs an der direkten Besteuerung nicht behindert Brauerbund E. V. in Berlin eine Malzausgleichung zwischen werden darf, so wird sich der Kampf um die politische den Brauereien, die mehr Malz befizen, als sie bis zum 31. DeMacht doch in aller Hauptsache um Preußen drehen. zember 1915 benötigen, und den Brauereien, denen für deren BeAngestellte oder Arbeiterin. Dessen Vormachtstellung bleibt Lebensbedingung auch des neuen darf his dahin noch Malz fehlt, vorgenommen werden soll. Es wird Eine Entschädigungsklage wegen Nichtinnehaltung der Reiches." demgemäß bestimmt, daß jedermann, der mit Beginn des 25. Mai Kündigungsfrist wurde gestern, nachdem sie seit Jahr und 1915 Darrmalz in Mengen bis zum 1. Juni 1915 dem Deutschen Brauerbund anzuwandert war, von der ersten Kammer des Gewerbegerichts Gewahrsam hat, die vorhandenen Tag zwischen den verschiedenen Instanzen hin und her gezeigen hat. Bei Brauereien erstreckt sich diese Anzeigepflicht entschieden. Der Sachverhalt ist folgender: auch auf Gerste, die mit Beginn des 25. Mai 1915 in der Verarbeitung begriffen ist. Außerdem haben Bierbrauereien dem Zeichnerin bei der Firma Salomon u. Kaminski beschäftigt. Sie Die Klägerin war für ein Monatsgehalt von 110 M. als Deutschen Brauerbund die Höhe ihres Malzfontingents vom hatte nach fertigen Damentostümen Zeichnungen für geschäftliche 1. April bis 31. Dezember 1915 und die Menge des vom 1. April 3wecke der Firma anzufertigen. Mit der Klägerin war eine achtbis 24. Mai 1915 bereits verarbeiteten Malzes anzugeben. Malz darf vom 25. Mai 1915 ab nur durch den Deutschen Brauerbund abgesetzt und ihm auf seine Aufforderung käuflich überlassen werden. Ausgenommen hiervon sind unter gewissen Bedingungen die Malzvorräte der Malzertrakt und Malzlaffeefabriken, ferner Malzvorräte, die zur Erfüllung von Lieferungsverträgen an Ver arbeiter benötigt werden; endlich Malzvorräte einer Brauerei, die sich innerhalb ihres Malzkontigents bis zum 31. Dezember 1915 halten. Die konservativen Parteien scheinen demnach nicht das mindeste im Striege zugelernt zu haben. Um so entschlossener werden die illusionsfreien demokratischen Elemente für die Erreichung ihrer Ideale zu kämpfen haben. Vom Abgeordnetenhaus. tägige Kündigungsfrist vereinbart. Als Arbeiterin hat die Firma die Klägerin nicht betrachtet, denn sie hat die Klägerin bei der Der Seniorenkonvent des Abgeordnetenhauses hat beschlossen, Angestelltenversicherung angemeldet und die Beiträge dorthin die erste Sigung nach der Vertagung am Dienstag, den laffen worden war, beanspruchte sie entrichtet. Als die Klägerin nach achttägiger Kündigung ent 1. Juni, nachmittags 2 Uhr, mit folgender Tagesordnung stattunter Hinweis auf ihre Angestelltenqualität eine einmonatige Kündigung und reichte finden zu lassen: 1. Beratung des Antrages der Abgeordneten Brütt eine Entschädigungsklage beim Gewerbegericht ein. Sie nahm aber und Genossen betreffend die Sicherstellung der Ernährung auf Anraten des Richters die Klage zurüd, der wohl von der des Heeres, der Flotte und des Volkes; 2. zweite Beratung des Ansicht ausging, die Klägerin sei eine gewerbliche Arbeiterin. In Entwurfs eines Wohnungsgesetes; 3. wiederholte Beratung Für das überlassene Malz ist der Einstandspreis zu zahlen. Die diesem Falle wäre die Klage allerdings aussichtslos gewesen. Dann des vom Herrenhauſe in abgeänderter Fassung zurückgelangten verfügbaren Malzvorräte hat der Brauerbund den Brauereien, wandte sich die Klägerin, in der Meinung, sie gehöre zu den kaufGefeßentwurfs betreffend die Abänderung des Gesetzes über Für deren Malzkontingent bis zum 31. Dezember 1915 nicht gedeckt ist, männischen Angestellten, an das Kaufmannsgericht. Diese Instanz forgeerziehung Minderjähriger vom 2. Juli 1900. auf deren Verlangen abzugeben; auch an Betriebe, die Malz- erklärte sich aber, weil die Klägerin teine kaufmännischen Arbeiten Nach den Vereinbarungen unter den Fraktionsvertretern wird hat der Brauerbund auf Verlangen Malz abzugeben, soweit Gewerbegericht. Nun sagte sich die Klägerin: Also soll ich doch wohl extrakt und ähnliche pharmazeutische Erzeugnisse herstellen, verrichtet habe, für unzuständig und überwies die Klage an das der Antrag Brütt und Genossen ohne Erörterung der verstärkten sie die zur Fortführung des Betriebes im bisherigen Umfange bis als gewerbliche Arbeiterin gelten? Wenn dies zutrifft, hatte ich Budgetkommission überwiesen und der Entwurf eines Wohnungs- zum 31. Dezember 1915 nötigen Malzmengen nicht besigen. Malz, nicht nötig, Beiträge zur Angestelltenversicherung zu zahlen. Die gesetzes ohne Erörterung zur nochmaligen Beratung in die Kommission das nach dem 15. Februar 1915 aus dem Ausland eingeführt ist, Klägerin beantragte also Rückzahlung der geleisteten Beiträge. Inzurückgewiesen werden. Am Schlusse der Sitzung wird der Präsident bleibt außerhalb der Regelung. Auf ein Zuwiderhandeln gegen folgedessen kam die Angelegenheit vor den Rentenausschuß. Che dem Hause vorschlagen, ihn zu ermächtigen, eine weitere Plenar- die Vorschriften der Verordnung sind hohe Geld- und Freiheits- fich das Gewerbegericht erneut mit der Klage beschäftigte, entschied fizung selbständig, aber nicht vor Montag, den 7. Juni, anzu- strafen vorgesehen, auch ist ein Generalpardon für diejenigen der Rentenausschuß: Die Klägerin ist keine kaufmännische Anberaumen und die Tagesordnung dafür zu bestimmen. Das gewährt, die bei der Aufnahme der Malzvorräte vom 27. März 1915 gestellte, auch keine gewerbliche Arbeiterin, sondern eine mit höheren technischen Dienstleistungen betraute gewerbliche Angestellte im Fischereigesetz wird voraussichtlich in der zweiten Sigung nach Walzvorräte verfchwiegen haben, sie aber jetzt angeben. Die zweite Verordnung bringt eine Aenderung der Verordnung Sinne des§ 133a der Gewerbeordnung. Deshalb ist auch die Ander Vertagung beraten werden. über die Regelung des Verkehrs mit Gerfte vom 9. März gestelltenversicherung für sie zuständig und die Beiträge mußten 1915, indem sie die bisher den Brauereien zugestandene Begünstigung gezahlt werden. zur Vermälzung ihrer Gerstenvorräte beseitigt. Beide Verordnungen treten sofort in Straft. Aufgehobenes Verbot. Die am Sonnabend bis auf weiteres vom Oberkommando verbotene Post" erscheint bereits seit Montag wieder. " Kriegs- Preßgesek. Der Landesverband der Sächsischen Presse, der am Sonntag in Dresden tagte, hat einem Antrag zugestimmt, der besagt: Der Landesverband der Sächsischen Presse ersucht den Reichsverband der deutschen Presse, nach Beendigung des Krieges möglichst bald auf Grund der während der gegenwärtigen Kriegszeit gesammelten Erfahrungen auf die Schaffung eines Kriegszustandgefezes für die Presse hinzuwirken, das mit dem Augenblick einer Kriegserklärung ohne weiteres in Straft treten würde und die Rechte und Pflichten der Presse in flare und unzweideutige Bestimmungen faßt. Ebenso ist die Einrichtung einer politisch- militärischen Ausfunftsstelle für die deutsche Presse dringend notwendig." Was der Krieg dem Volke bringt. Angesichts des drohenden Eingreifens Jtaliens in den Krieg findet auch die bürgerliche Presse eindringliche Töne über die Leiden des Krieges. So schreibt das„ Berliner Tageblatt": Abg. Genoffe Glöckel verhaftet. Eines der bekanntesten Mitglieder des deutschen sozialdemokratischen Verbandes im österreichischen Abgeordnetenhause, Genosse Otto Glöckel, früherer Wiener Volksschullehrer, wurde in Wien verhaftet. Er wird beschuldigt, in einer in Platten, seinem erzgebirgischen Wahlbezirk, gehaltenen Rede das Verbrechen der Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung begangen zu haben. Straferlaß. Dem verantwortlichen Redakteur der" Breslauer Volkswacht", Genossen Franz Förster, sind die ganzen ihm vor dem Kriege festgesetzten Strafen von zwei Monaten zwei Wochen Gefängnis auf Beschluß des Staatsministeriums erlassen worden. Einschränkung des Fleischkonsums in Desterreich. Nach einer Verordnung des Statthalters von Niederösterreich ( mit Wien) dürfen Dienstag und Freitag jeder Woche weder Fleisch noch Fleischspeisen verkauft werden Soziales. Auf diese Entscheidung des Rentenausschusses stükte sich die Klägerin bei der erneuten Verhandlung vor dem Gewerbegericht. Denn nach§§ 133a und 133aa der Gewerbeordnung steht ihr eine Kündigungsfrist von sechs Wochen zum Quartalschluß, oder, wenn etwas anderes vereinbart ist, mindestens eine monatliche Kündigung zu. Vor dem Gewerbegericht erkannte der Vertreter der beklagten Firma die Entscheidung des Rentenausschusses als zutreffend an. der Kammer, Magistratsrat Dr. Leo, meinte dagegen, das bloße Er hat auch keinen Einspruch dagegen erhoben. Der Vorsitzende Nachzeichnen von Mustern sei feine höhere technische Dienstleistung. Das Gericht verurteilte die beklagte Firma zur Zahlung eines Monatsgehalts von 110 M. Zur Begründung führte Magistratsrat Dr. Leo aus: Es ist kein Zweifel, daß die Feststellungen des Rentenausschusses falsch sind. Eine Zeichnerin von der Qualität der Klägerin, die keine Entwürfe machte, sondern nur eine rein mechanische Tätigkeit ausübte, tann nicht als unter§ 133a der Rentenausschusses hätte durch Berufung angefochten werden können. Gewerbeordnung fallend angesehen werden. Die Entscheidung des Da dies nicht geschehen ist, hat die Entscheidung Rechtskraft erlangt, sie ist auch von der Beklagten tatsächlich anerkannt worden. Daraus mußte der Gerichtshof seine Feststellungen herleiten. Es ergibt sich also, daß die Klägerin zu den Angestellten im Sinne des § 133a der Gewerbeordnung gehört. Sie hatte deshalb, da die vereinbarte achttägige Kündigung dem§ 133aa der Gewerbeordnung zuwiderläuft, Anspruch auf eine Kündigungsfrist von sechs Wochen zum Quartalsschluß. Die Klägerin verlangt das aber nicht, sondern sie beansprucht nur ein Monatsgehalt. Ueber den Antrag der Klägerin kann das Gericht nicht hinausgehen, es fonnte nur ihre Forderung anerkennen. Klägerin ist ja schließlich zu ihrem Recht gelangt. Der Fall zeigt aber wieder eindringlich die Notwendigkeit einer Einheitlichkeit des Arbeiterrechts. „ Während in Rom Entschlüsse gefaßt wurden, die zu neuer Massentötung führen können, hatten wir wieder einen Sonntag mit Frühlingsstimmung und Sonnenschein. In warmer Behaglichkeit sonnte sich das Leben, entschlossene Nichtkämpfer versicherten beim dritten Glase, sie gäben die offupierten Gebiete niemals wieder heraus, und Musikanten in schwarzen Feiertagsröcken spielten das Die englischen Genossenschaftsangestellten im Krieg. Siegfriedsidyll. Draußen, jenseits der deutschen Grenzen, ist die Gleichberechtigung in Reuß i. 2. Dem foeben erschienenen Bericht der englischen GenossenHölle losgelassen. Millionen unserer tüchtigsten Männer, unserer Die kommunalpolitische Rückständigkeit und Ungleichheit schaften, welcher dem kommenden Kongresse in Leicester am 24. bis liebenswertesten Jünglinge leben nur noch im Granatenhagel, wird durch nachfolgenden Fall aus Reuß i. 2. illustriert: 26. Mai vorgelegt werden soll, entnehmen wir, daß 9407 Genossenstürzen sich todverachtend gegen die feindlichen Bajonette, Weit über die Grenzen des Landesstaates Reuß i. 2. hinaus schaftsangestellte freiwillig ins Heer eingetreten sind. 273 der anviele fallen und stehen nicht wieder auf. In Galizien und machte seinerzeit die Nichtbestätigung des zum unbesoldeten Stadt- geschlossenen Genossenschaften zahlen ihren bisher eingetretenen Anden Karpathen, in einer Welt, die den meisten fremd ratsmitgliedes in Gera gewählten Rechtskonsulenten Hartmann gestellten einen Teil des Lohnes weiter, 44 Genossenschaften zahlen und fern schien, jagen die deutschen Soldaten gemeinsam Aufsehen. Das Ministerium versagte die Bestätigung, weil Hart- den vollen Lohn weiter nach Abzug der staatlichen Unterstüßung. mann in einer Kirchenaustrittsversammlung als Redner auf- 2248 Pferde und 291 Fahrzeuge wurden der Militärbehörde zur mit den Bundesgenossen die russischen Heere von Ort zu Ort, von getreten und unter Bekämpfung der im Fürstentum auf religiösem Verfügung gestellt. Für die verschiedenen mit dem Kriege zuFluß zu Fluß, und bei Lille und Arras und Opern ringt man er- Gebiete erfolgten und geplanten gesetzlichen und behördlichen Maß- sammenhängenden Unterstützungseinrichtungen haben die Genossenbittert Tag und Nacht um ein zerschossenes Haus, um ein längst nahmen zum Austritt aus der Kirche aufgefordert und sich dadurch schaften 1800 000 m. bewilligt, ferner für rund 135 000 m. mit Zeichen gefülltes Grabenstück. In England werden, weil der in besonderer Weise an der zurzeit von den Kirchengegnern aufs Nahrungsmittel und Bekleidungsgegenstände. GewerksthsMches. S erlin und Umgegend. Das Jubiläum der Berliner Gewerkschaftskommisfion. Am 12. Mai gedachten wir im„Vorwärts" des Jubiläums der Berliner Gewerkschastskommission. Der vergangene Sonnabend brachte im Gewerksckaftshauss eine zwanglose Feier des Geschehens, zu der nur geladene Gäste erschienen waren. Neben den Gewerkschafts- vorständen, der Generalkommission und den Mitgründern der seiner- zeitigen„Strcikkontrollkommission" waren erschienen Vertreter der 51onsumgeiiossenschast, der Berliner Partei und des Parteivorstandes. Genosse K ö r st e n empfing die Erschienenen mit einer An- spräche, in der er die Geschichte und die Bedeutung der Berliner Gewerkschastskommission kurz skizzierte. Dann trat eine längere Pause ein, welche der persönlichen zwanglosen Aussprache gewidmet war und in der man den Schätzen aus Küche und Keller des Ge- werkschaftshauseS zusprach, die sich auch vor den strengsten Kritikern als erstklassig bewährten. Danach dankte Döblin, der Vorsitzende des Buchdruckerverbandes, launig für den Empfang. Ihm folgte Mirus, der Vertreter der Konsumgenossenschaftsbewegung, und schließlich sprach Genosse Eberl vom Parteivorstand, der auf Bömelburgs bekanntes Wort verwies, daß Partei und Gewerk- schaften eins seien. Die kleine Feier fand dann ein allmähliches Ende in später Nacht, wie es sich durch die Verordnungen über den Schluß der Wirlschaftsbetriebe und die verringerten Berliner Verkehrsmöglich- keilen gebot. Durch kein Programm reglementiert fanden sich die Erschienenen um so herzlicher und zwangloser zu einander. Manche Erinnerungen wurden ausgetauscht und ohne Pathos viele Wünsche für das kommende Gedeihen der Gewerkschaftsbewegung ausgesprochen. Tie Lohnverhältnisse der Rohrleger. Von den bisher im Rohrlegergewerbe tätig gewesenen Arbei- lern haben viele in den verschiedenen Zweigen der Kriegsindustrie Beschäftigung gefunden, wo meist höhere Löhne erzielt werden als im Rohrlegergetverbe. Dadurch hat sich der Arbeitsmarkt für die noch als Rohrleger und Helfer tätigen Arbeiter so günstig gestaltet, daß mit einer Arbeitslosigkeit kaum noch zu rechnen ist und Rohr- leger sowie Helfer zu den tariflichen Mindestlöhnen nicht mehr arbeiten, sondern etwas höhere Löhne erwarten. Wie am Sonntag in der Branchenversammlung der Rohrleger und Helfer berichtet wurde, haben die Unternehmer in der Schlichtnngskommisiion den Arbeitervertretern die Frage vorgelegt, wie sich der Metallarbeiter- verband zu den„unmenschlichen Forderungen" stelle, die jetzt von den Rohrlegern, besonders aber von den Helfern erhoben würden. Die Verbandsvertreter haben darauf geantwortet: Die Lohnsätze sind im Tarif ausdrücklich als Mindestlöhne bezeichnet. Weniger darf nicht gezahlt werden. Wenn aber der einzelne einen höhern Lohn bekommen kann, so ist das seine Sache. Der Verband hat damit nichts zu tun. Angesichts der günstigen Lage »es Arbeitsmarktes und der ungeheueren Teuerung der Lebens- mittel kann den Rohrlegern und Helfern nicht zugemutet werden, für den Mindestlohn zu arbeiten. Ein gemeinsames Vor- gehen zur Erreichung höherer Löhne oder gemeinsame Arbeits- niederlegungcn billigt der Verband natürlich nicht, denn das würde rtn Verstoß gegen den Tarif sein. Tie Mitglieder dürfen nichts unternehmen, was gegen den Tarif verstößt. Wenn aber der einzelne nicht für den Mindestlohn arbeiten kann, so ist das kein Tarifverstotz.— Die Unternehmervertreter in der Schlichtungs- komniission verlangten, daß den Rohrlegern, welche jetzt in anderen Berufszweigen arbeiten, der Arbeitsnachweis der Rohrleger gesperrt werde. Sie nahmen aber von diesem Verlangen Abstand, nachdem ihnen die Arbeitervertreter erklärt hatten: Wenn im Rohrleger- gewerbe eine schlechte Konjunktur herrscht, dann müssen die Rohr- leger in anderen Gewerben Beschäftigung suchen. Man kann also nicht verlangen, daß die Rohrleger, welche-etzt in anderen Berufs- zweigen mehr verdienen, sich dem Arbeitsnachweis der Rohrleger zur Verfügung stellen._ Taufende von HandlungSlehrlingcu haben wieder ihre Lehrzeit beendet und viele junge Mädchen find als jugendliche An- gestellte in kaufmännische Geschäfte eingetreten. Da ist es Zeit, dafür zu sorgen, daß die jungen Leute nicht inS Lager jener kauf- männischen Vereine übergehen, die die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft bekämpfen. Heute kann man leider noch sehr oft be- obackiten, daß auch Arbeitersöhne und-töchter, die als Handlungs- gehilfen tätig sind, sich aus Unerfahrenheit von jenen Vereinen ins Schlepptau nehmen lassen, die nicht auf dem Boden der freigewerk- schastlichen Arbeiterbewegung stehen. Die Arbeiter sollten daher die Gelegenheit nicht versäumen, ihre Kinder und Geschwister auf- zuklären, daß, soweit sie als männliche und weibliche Handlungs- gehilien tätig sind, nur der Zentralverband der Handlungsgehilfen als Organisation in Frage kommen kann. Dieser Verband kämpft für die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage seiner Berufsgenossen, und zwar Schulter an Schulter mit den Arbeitern anderer Berufe. Anmeldungen nimmt entgegen: Zentralverband der Handlungs- gehilfen, Bezirk Berlin, Geschäftsstelle C 25, Münzstr. 20, vorn II Deutsches Reich. Eisenbahnen und Metallarbeiterverband. Dem Ortsleiter des Deutschen MetallarbeiterverbandeS in Breslau wurde auf eine Anfrage vom dortigen Eisenbahnpräsidium eröffnet: „Seit Ausbruch des Krieges werden den Arbeitern und Handwerkern der Königlich Preußisch-Hessischen Eisenbahn- Werkstätten wegen ihrer Zugehörigkeit zum Metallarbeiterverband keinerlei Schwierigkeiten mehr bereitet." Die Form dieser Erklärung schließt gewisse Eingeständnisse für die Vergangenheit in sich, ist aber im ganzen gerader und offener als die ausweichenden Antworten des bayerischen Ministeriums auf ähnliche Anfragen. Ausland. Der Schweizerische Metallarbeiterverband hatte im Jahre 1S14 eine Einnahme von 405 943,85 Fr.(1913: 547 939,58 Fr.), um 142 025.73 Fr. weniger als im Vorjahre. Die Gesamtausgaben be- liefen sich auf 406 860,34 Fr.(1913: 405 770.03 Fr.), um 1090,31 Fr. mehr als im Vorjahre. Davon wurden für Unterstützungen aus- gegeben: Kranken- und Sterbeunterstlltzung 166 203,49 Fr.(189 899,41 Frank), Arbeitslos enunierstützung 73 083,40 Fr.(54 369,15 Fr.), Notunterstützung an Arbeirslose 19 887 Fr., außerordentliche Unter- stützungen 11 788,20 Fr.(9222,15 Fr.), Streiks und Maßregelungen 28 162,40 Fr.(14 498.30 Fr.). Die Reduktion der Unterstützungssätze halle zwar eine Verminderung der Kranken- und Sterbeunlerstützung zur Folge, dagegen stiegen trotzdem die Ausgaben für die Arbeits- losenunterstützung. woraus der große Umfang der vorhandenen Arbeitslosigkeil infolg; des Krieges hervorgeht. Dagegen waren die Ausgaben für Streiks usw. trotz des Krieges noch einmal so hoch als 1913, immerhin aber trotzdem an sich nicht sehr bedeutend. Das gesamte Verbandsvcrmögen betrug am 1. Januar 1915 664 545,08 Fr. gegen 665 462,11 Fr. am 1. Januar 1914, so daß es nur um 917,03 Fr. zurückgegangen ist. Das Verhältnis erscheint aber etwas anders, wenn man den Vermögens- bestand des Verbandes vor Kriegsausbruch zum Vergleich heranzieht. Er betrug am 1. Juli 1914 713 000 Fr. und demgegen- über ergibt sich eine Vermögensverminderung von rund 50 000 Fr. Auch das Vermögen der Sektionen ist um 12 733 Fr. auf 194 000 Fr. zurückgegangen. Der Verbandsvorstond bemerkt dazu, daß mit den Sektionen zusammen im ganzen 108 000 Fr. als Arbeitslosenunter- stützung ausbezahlt wurden und daß bei fortdauernder teilweiser Arbeitslosigkeit der Verband ebensoviel wird ausgeben müssen, wenn nicht Gemeinde und Staat mehr für Arbeitsbeschaffung oder Arbeitsloseuunterstützung tun als bisher. Von den englischen Gewerkschafte«. Die englischen P o st a n g e st e l l t e n haben infolge recht wirk- samer Agitation in der Oeffentlichkeit einen Erfolg errungen. Auf ihre vielen Vorstellungen und Deputationen hatte der Postminister bisher nur ein glattes„Nein!", obwohl sie ihm zahlenmäßig nach- weisen konnten, daß die von ihnen geforderte geringe Kriegszulage angesichts der Teuerung sehr berechtigt sei, besonders für die weniger Entlohnten. So gibt es nicht weniger wie 59 000 Post- angestellte, deren Lohn den Betrag von 20 M. in der Woche nicht übersteigt! Die Frage der Lohnerhöhung oder eines Kriegs- Zuschlages soll jetzt, wie die Regierung im Parlament erklären ließ, durch ein Schiedsgericht erledigt werden. Andere Arbeiter im Regierungsdienst erhalten schon eine derartige Kriegszulage, die gewöhnlich zwischen 2 und 3 M. in der Woche schwankt. Tie Eisenbahner erhalten ebenfalls eine solche Zulage. Bekanntlich gehören sämtliche englischen Bahnen Privatgesellschaf- ten, die auch seit Beginn des Krieges in gewisser Beziehung nationalisiert wurden. Die Regierung kam den Bahngesellschaftcn in der Frage der Kriegszulage für die Arbeiter sogar soweit ent- gegen, daß sie sich entschloß, den größeren Teil dieser Zulage für die Arbeiter auf den Staatssäckel zu übernehmen. Auf diese Weise machen die Aktionäre der Gesellschaften natürlich ein doppeltes Geschäft. Die Londoner Bauarbeiter, die seit mehreren Jahren die heftigsten Kämpfe um Verbesserung ihrer miserablen Verhält- nisse führen, sind ebenfalls an die Unternehmer herangetreten, um angesichts der Teuerung eine Kriegszulage zu erhalten. Die Unternehmer gaben ihnen die typische Antwort, daß sie eine Lohn- erhöhung leider nicht bewilligen könnten, den Arbeitern jedoch gestatten würden, Ueberstunden zu machen, damit diese auf solche Weise ihren Verdienst vergrößern könnten. Mus der Partei. Die„Bergische Arbeiterstimme" feierte am 13. Mai da» erste Vierteljahrhundert ihres Bestehens. Ihre Vorläuferin war die im Jcchre 1877 erschienene„Solinger Freie Presse", die dreimal wöchentlich herauskam. Das Sozialisten- gesetz machte diesem Blatte ein Ende und brachte den Redakteuren 1 Jahr 6 Monate und 3 Wochen Gefängnis ein. Für Elberfeld- Barmen. Solingen und Remscheid-Lennep-Mettmann wurde im Jahre 1883 die„Freie Presse" in Elberfeld gegründet, der nach 18tägigem Erscheinen da» Lebenslicht ausgeblasen wurde. Der „Bürgerzeitung" passierte bald darauf das gleiche. Erst nach dem Elberfelder Gcheimbundprozeß wurde wieder daran gedacht, nach- dem mehrere Blätter aus Elberfeld nur geringen Einfluß fanden, eine neue Zeitung zu schaffen. Das Blatt, die„Bergische Arbeiter- stimme", erschien zunächst dreimal wöchentlich und hatte sofort 3000 Abonnenten. Seitdem führte der Weg vorwärts und auf- Ivärts trotz Stürmen von innen und außen. Die politischen Gegner lauerten geradezu darauf, das Blatt durch Prozesse mürbe zu machen. Heute ist die„Bergische Arbeiterstimme" das meistver- breitete Blatt im Wahlkreis. In ihrer Druckerei, die auf eigenem Grund und Boden steht, wird auch die„Remscheider Arbeiter- zeitung" gedruckt._ Aus de« Organisationen. In der Generalversammlung des Sozialdemokratischen Vereins Karlsruhe stellte Genosse Sigmund im Geschäftsbericht fest, daß zurzeit noch zirka 1300 Mitglieder vorhanden seien, 728 ständen im Felde. Im Vorstande sei man mit Ausnahme einer Stimme mit der Haltung der Reichstagsfraktion einverstanden. Wenn auch zugegeben werden müsse, daß jetzt während des Krieges die Agitation eine sehr schwierige ist, so dürft« man doch auch in jetziger Zeit etwas mehr Hingebung an die Partei erwarten. Dieselbe erfülle auch jetzt in Kriegszeit ihre soziale Mission, was insbeson- dere darin zum Ausdruck komme, daß unsere besten Kräfte in den verschiedenen staatlichen und städtischen Kriegskommissionen zur Linderung der wirtschaftlichen Not eifrig mitarbeiten. * Eine Funktionärversammlung des 10. sächsischen Wahl k re i s e s nahm einstimmig folgende von dem Abgeordneten des Kreises. Genossen Pinkau, vorgelegte Resolution an: „Der Ausschuß der Organisation des 10. sächsischen Reichs tagsloahlkreises empfiehlt den Genossen, alle auf den Krieg und die Haltung der Sozialdemokratie in den verschiedenen Ländern gelieferten Nachrichten genau zu studieren und vor allen Dingen zu sammeln, um sich eine richtige Unterlage zur Beurteilung der Streitsrage— Kreditbewilligung— innerhalb der Partei zu ver schasffen. Nur durch Prüfung aller in Frage kommenden Kund. gedungen kann später ein zutreffendes Urteil gefällt werden. Die jetzt in verschiedenen Wahlkreisen gefaßten Beschlüsse sind meistens übereilt und beruhen auf unvollständiger Information, infolge- dessen sind sie wertlos. Die Funktionäre bedauern ferner, daß Leute wie Julian Borchardt und Radek von einem Teile der Minderheit der Partei als willkommene Mitkämpfer betrachtet und benutzt werden. Die größte Reserve wäre hier dringend ge- boten, denn die Partei kann dadurch nur verlieren, aber nie ge- Winnen.... Mus Industrie und Handel. Die Sorge um die Wehrkraft. Auf der Generalversammlung der Köln- Rottweiler Pulverfabriken erbat ein Aktionär Aufklärung über der- schiedene Posten der Bilanz. Der Aufsichtsratsvorfitzende beant- wartete nur einige Fragen und wies nach dem„Berliner Tageblatt" im übrigen auf die, vaterländische Pflicht" hin, die noch über dem Interesse der Aktionäre stehe und der Verwaltung per- biete. Interna bekanntzugeben, die dem Auslände von Nutzen sein könnten. Die Aktionäre sollten sich daran genügen lassen, daß die Bilanz nach den solidesten Grundsätzen aufgestellt sei und die Ge- währ biete, daß die Dividende von 25 Proz. nicht nur eine einmalige Erscheinung bleiben würde. Gerade die weit- gehende Reservcnpolitik habe es der Verwaltung ermöglicht, die jetzigen hohen Dividenden auszuschütten und darüber hinaus dafür zu sorgen, daß die Wehrkraft des deutschen Volkes— der Krieg könne so lange dauern wie er wolle— nicht geschmälert werde. Selbst der fragende Aktionär konnte eS nicht begreifen, daß Un- klarhsiten in den Gewinnangaben„vaterländische Pflicht" der Ge- sellschaft sind, und bezeichnete den Hinweis des Borsitzenden als nur vorgeschützt. In der Tat sprechen ja ganz andere Rücksichten für die Zurückhaltung der Verwaltung. Kriegsgewinnc. In der letzten wirtschaftlichen Wochenübersicht schreibt daS „Berliner Tageblatt" u. a.: Größere Einbußen treten(im Kriege) fast gar nicht in Erscheinung, wohl aber eine.Neugruppierung der Vermögen". Dieses Wort ist letzthin in der Generalversammlung eines Berliner Terrainunter- nehmenS, das an der Oberspree Eigentum hat, gesprochen worden. Der leitende Direktor jener Gesellschaft gebrauchte es in Verbindung mit der Feststellung, daß die kritische Zeit eine ganze Anzahl von Leuten in den Stand gesetzt habe, Villenbaugrundstücke zu erwerben. Der Krieg hat, das ist der Sinn der Worte, einem Teil der Be- völkerung zur Besserung ihrer ökonomischen Lage, wenn nicht gar zum Wohlstande verholfen.... An der„Neugruppierung der Vermögen" partizipieren neben der Industrie und dem regulären Handel auch gewisse Spekulanten, die cS verstanden haben, Lebensmittel oder andere Bedarfs- erzeugnisse aufzukaufen und Preistreibereien herbei- zuführe n. Die auf diese Weise erzielten Gewinne sind zu- meist auch dadurch nicht wesentlich geschmälert worden. daß auf verschiedenen Gebieten die Beschlagnahme der Bor- räte oder ähnliches angeordnet wurde. Denn Maßregeln der gedachten Art wurden zumeist erst so spät getroffen oder unter solchen Modalitäten, daß die Pläne der Skrupellosen nicht vor- eitelt werden konnten. Endlich hat der Krieg einer, wenn auch nicht großen Zahl von Börsenspekulanten hohen Nutzen gebracht. Es sind das solche Leute, die mit schnellem Blick herausfanden, welche der auf Aktien aufgebauten Kriegsmaterialerzeuger lohnende Umsätze erzielen würden."__ Vom Kohlensyndikat. Der rechnungsmäßige Kohlenabsatz betrug im Monat April 1915 bei 24(im Vormonat 27, im April des Vorjahres 24) Arbeitstagen 4 685 841(Vormonat 4 955 637, Vorjabr 6 347 946) Tonnen, oder arbeitstäglich 195 243(Vormonat 183 542, Vorjahr 264 498) Tonnen. Die Förderung stellte sich insgesamt auf 5 751089(Vorjahr 7 912 557) Tonnen, oder arbeilsläglich aus 239 629(Borjahr 329 690) Tonnen und im März 1915 auf 6 368 97 1 Tonnen, oder arbeitstäglich auf 235 888 Tonnen. Buchhandlung I Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 i MM des MMiM Hefi 1. Das Zarenreich, 75 Pf., Vereinsausg. 20 Pf. „ 2. Die Türkei und Aegypten, von Heinrich Cunow, 75 Pf., Vereinsausgabe... 30 Pf. „ 3. Oesterreich-Angarn.......... 75 Pf. Vereinsausgabe 30 Pf. MMM M«M 1911 Herausgegeben von Eduard Bernstein. Heft 1. Das deutsche Weißbuch..... „ 2. Das englische Blaubuch 1.... » 3.„„» 2.... „ 4. Das russische Orangebuch«... 5. Das belgische Graubuch. Gelbbuch Frankreichs 1 6. Das 7. 30 Pf. 30 50 30' 30' 30 Pf. 30 Pf. Die deutsche Sozialdemokratie und derWelt- krieg. Von Dr. Paul Lensch.. 1,— Mk. Vereinsausgabe 40 Pf. Partei-Zusammenbruch? Ein offenes Wort zum innerenParteistreit. VonÄeinrich Cunow 75 Pf. Vereinsausgabe 30 Pf. Krieg und Sozialdemokratie. Von Konrad Äaenisch............... 25 Pf. Sozialdemokratie und Vaterlandsverteidi- gung. Von Dr. Eduard David... 20 Pf. Die Znteruationalität und der Krieg. Von Karl Kautsky, 50 Pf., Vereinsausg. 20 Pf. Imperialismus».Demokratie. Von Heinrich Laufenberg und Fritz Wolffheim.. 30 Pf. Demokratie und Organisation. Von Keinrich Laufenberg und Fritz Wolffheim.. 50 Pf. ZweiReden. 1. Die Kriegssitzungend.Deutschen Reichstags. Von Karl Äildmbrand. 2. Die politische Zukunft Deutschlands und die Sozial- demokratie. Von Wolfgang.Seine. 20 Pf. Das deutsche Volk im Kriege. Von W. Keil. 15 Pf. Kultur und Nation. Von W. Seine 15 Pf. Deutsche Sozialdemokrate«— Sozialdemokratische Deutsche. Von Konrad Saenisch. 15'' Die sozialistischen Errungenschaften Kriegszeit. Von Sugo Seinemann 15 Pf. Gegen die Quertreiber! Von W. Seine 20 Pf. Deutsch-Frauzösisch. Sprachbüchlein für Feldsoldaten, von Georg Davidsohn... 15 Pf. Deutsch-Polnisch. Sprachbüchlein für Feld- soldaten............... 15 Pf. Kriegführung, Heer und Flotte. Militärische Fachausdrücke, von E. Däumig... 10 Pf. Das Recht während des Krieges.. 30 Pf. Die Versorgung der Kriegsteilnehmer, ihrer Familien und ihrer Sinterbliebenen 30 Pf. Kommunale Kriegsfürsorge. Von Paul Sirsch 1,— Mk. Vereinsausgabe 50 Pf. Kriegsfürsorge in Berlin und Vororten. - 30 Pf. Diese Schriften sind auch durch die vorw ärlsausgabeslellen zu beziehen. Lltlc avsfchneldea und aufbewahren: er Tod ü; Teufel t T t Reichel'» Spezialmittel sind von ungeheurer Stärke und wirken mit vernichtenden Kraft. 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Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Gnaden- Kirchhofes in der Barfusstraße aus statt. 2. Abt. Bez. 491. Am Sonnabend, den 15. Mai, verstarb unser Genosse, Schlosser Ludwig Maus Brunnenstr. 8. der Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. Mai, nachmittags 3, Uhr, von der Zeichen: halle des städtischen Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 225/4 Der Vorstand. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß Sonnabend früh 8 Uhr meine liebe Frau, unsere gute Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Lante Anna Schulz geb. Schulz nach langem, schwerem Leiden im 40. Lebensjahre fanft ent schlafen ist. 69A Dies zeigen tiefbetrübt an der trauernde Gatte am Ernst Schulz und Angehörige. Berlin, Prinzenallee 10. Die Beerdigung findet Dienstag, den 18. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des alten St. Pauls- Kirchhojes, Plökensee, Seestraße, aus ſtatt. Am 15. Mai starb nach kurzem, aber schwerem Krankenlager unser Kollege [ 113/18 Ludwig Maus Angestellter des MetallarbeiterVerbandes. Wir werden sein Andenken in Ehren halten! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. Mai, nachmittags 3, Uhr, von der LeichenHalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Die Angestellten des Deutschen Metallarbeiter Verbandes. Verwaltungsstelle Berlin. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Paul Sternitzke am 14. Mai gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 18. Mai, nachmittags 3 Uhr, der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. bolt Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Werkzeugmacher Ludwig Maus am 15. d. Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. Mai, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 113/17 Die Ortsverwaltung. Turnverein„ Fichte" Berlin. ( Mitglied des ArbeiterTurner- Bundes.) Am 16. Mai verstarb im Garnisonlazarett Tempelhof unser Turngenoffe Paul Krasuski Mitglied der II. Männerabteilung. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet statt am Mittwoch, den 19. Mai, nachmittags 32 Uhr, auf dem Garnison- Friedhof, Hasenheide. Rege Beteiligung der Mitglieder erwartet Der Vorstand. 5. Preußisch- Süddeutsche ( 231. Königl. Preuß.) Klaffenlotterie 5. Klasse 8. Biehungstag 17. Mai 1915 Vormittag Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 Mt. find in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-A. f. 8.)( Nachdruck verboten) 178 230 40 534 76 720 41( 3000) 883 1249 56( 600) 77 494 621 717 823 68 999 2006 34 229 65 407 576 687 729( 500) 70 816 3096 109 465 91 508 767 829 32 900 4350 406 14 698 805 29 96 98 900 81 5060 277 343 417 53 562 608 850( 500) 95 99 972 6050 103 20 34 226 31 65 79( 1000) 85 450 93 601 44 858 60 940 7168 365 440 642 68 775 861 8370 479 824 29 35( 500) 39 65( 500) 9020 25( 500) 222 35 89 307 576 654 711 810 55 73 974 10050 309 83 421 60 659 70 914 35 11274 461 543 647 64 713 12074( 500) 125 312 19 529 677 798( 1000) 815 937 48 13016 184 326 34 414( 500) 573 733 96 14054 161 73 250 522 719 817 15433 775 894 97 16427 622 929 17477 953 18001 ( 500) 7 118 554 55 620 715 839 19021 207 346 640 843 20027 162 308 48 858 914( 500) 21035 133 289 389 451 645 857 900 22011 207 411 54 667 947 23207 380 440 49 521 603 842 46 985 24447 579 654 725 72 25114 61 67 330 70 473 97 685( 3000) 727( 1000) 95 841 26101 245 48 305 93 96 603( 1000) 918 69 27090 174( 500) 224 96 309 611 32 653 731 32 28214 29 314 502 676 95 98 803 63( 1000) 29130 ( 1000) 96 228 341 460 70 794 828 44 30095 238 56 80 92 836 920 49 31355 59 467 84.578 638 43 776 82037( 3000) 100 16 220 47 50 54 409 22 34 76 81 549 90 651 72 721 48 33235 310 625 704 69 973 34056 71 ( 3000) 132 388 587 769 77 849 35028 165 233 77 318 94 448 602 43 696( 500) 817 30 981 97 36144 231 323 681( 500) 977 37150 254( 1000) 614 720 936 38096 113 228 79 389 97 426 503( 600) 82 612 25 45.760 39065 157 277 322 501 813 945 40115 347 480 786 807 20 41200( 500) 34 383 597( 3000) 974 42196 391 96 438 547 722 931 93 43034 55 176 246 87 363 671 686( 1000) 856 79 97 928 61 44118 336. 62 410 25 ( 500) 633 743 816 37 910 32 45074 354 747 830 71 46056 71 107 431 37 63 641 762 47335 60( 500) 624 25 763 977 48110 338 711 846 47 90 49059( 3000) 136 296 405 690( 500) 635 85( 1000) 960 50479 673 668 946. 51196 246 47( 3000) 351 434 74 535 894 921 52039 50 371 93 482( 1000) 699 659 777 850 89 53148 84 268 472 653 91 710 84 95 800( 500) 78 964 54032 427 514 762 995 55178 79( 500) 380 412 14 547 91 739 881 922 58055 418 30( 1000) 646 74 96 796 57189 205( 1000) 484 870 964 58144 428 67 679 616 753 973 59010 126 46 410 589 629 711 31 821 82 60166( 1000) 375 76 438 44 658 673( 500) 784 810 61138 46( 500) 262 342 46 469 579 617 45 794 864 67 976( 500) 62157 ( 500) 263 348 512 19 62 64 985 63194 280 323 84003 26 327 29 49( 1000) 95 422 564 694( 500) 828 974 95 65153 334 47 65 570 92 672 705( 500) 97 877 903 38 46 66034 45 308 16 97 429 634 771( 500) 932 67098 582( 1000) 95 629 844 987 68018 68 104 336 408 29 799 957( 1000) 69374( 1000) 468 ( 3000) 614 70417 681 610 42 708 955 71182 297 388 687 741 966 63 72060 90 290 364 472( 5000) 553 657( 500) 974 73188 243 ( 3000) 337 69 435 890 948( 1000) 74066 72( 1000) 113 237 554 809 32 980 75070 146 65 341 62 628 49 97 835 986 96 76120 91 727 967 77033 444 785 928 40 95 98 78128 69 233 51( 3000) 74 491 629( 500) 30 37( 3000) 715 850 75 908 79173 209 22( 1000) 620 729 801 80285 714 27 975 81128( 500) 68( 1000) 213 62 558 86 726 808 21 37( 500) 65 82023 43 110 38 76 240 341 75 411 18 98( 500) 627 76 886 83214( 600) 392 578 769 825 902 ( 1000) 67( 500) 84105 36 331 86 448 652 757 818 46 98 911 81 85279 338 43 80 651 739 81 86110 263 341( 1000) 87 423 59 89 625 756 69 821( 1000) 945 87175 267 96( 500) 673 715 97 88061 133 46 346 406 559 703 56 89008( 1000) 63 205 368 419 506 811 912 30 80 90321 415 64 582 648 68 783 88 853( 500) 923 27 01042 108 53( 500) 87 201 52 88( 500) 319 558 972 92087 489 549 71 716 93218 35 332 719 815 945 94166 69 209 541( 1000) 799( 1000) 950 84 95036 367 93 677 778 825 925 91 96014 20 231 385 93 436 811 97098 145( 500) 315 80 409 688 800 ( 500) 54 97 979 98195 440 68 96 684 734 99148 70 274 356 621( 3000) 32 966 83 100083 94 172 231( 3000) 456 68 629 78 81 680 716 884 928 101072 138 259( 3000) 307 639 53 764 848 49 102006 ( 3000) 23 125( 500) 245 489 625 88 729 967 103475 87 598 664 728( 3000) 104243 71 405 36 765 811 47 959 105008 66 182 234 54 84 95( 1000) 339 75 882 958 108107 205 81 344 832 37 107217 317 618 744 62 108159 203( 500) 28 393 405 35 608 23( 500) 43 68 88 730 805 39 996 109078 184( 500) 344 49 469 637( 1000) 857 952 Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Rudolf Hempel am 13. d. M., im Alter von 38 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 64/1 Die Bezirksverwaltung. Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Bezirk Schmargendorf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Hilfs. arbeiter Otto Giesler am 14. Mai verstorben ist. Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags Uhr, von der Halle des Schmargendorfer Gemeinde- Friedhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 140/11 Der Vorstand. Am 15. Mai verstarb mein geliebter Mann, unser guter Vater, der Gastwirt Wilhelm Sporn am im Alter von 43 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Marie Sporn und Kinder. Die Beerdigung findet Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, bon der Halle des Kirchhofes der Gnaden- Gemeinde in der Barfusstraße aus statt. 17265 Allen Bekannten die traurige Nachricht, daß der Backofenmaurer August Braun 63A im 68. Lebensjahre plöhlich ver= storben ist. am Die Beerdigung findet Dienstag, den 18. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Zeichenhalle des Gethsemanefrieds hofes in Nieder- Schönbausen aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Bestattung meines lieben Mannes sagen wir allen Kollegen der Firma Solon, sowie Bekannten und dem Verband der Maler und Ladierer und dem dritten Wahlkreis unseren herzlichsten Dank. Witwe Gerland und Sohn. Todesanzeige. Am Freitag, den 14. Mai, verstarb nach furzem Krantenlager der langjährige Rendant der früheren Ortstrantentasse für das Goldschmiedegewerbe, Herr Louis Henning im 79. Lebensjahre. Der Verstorbene war der Kasse 27 Jahre ein pflichttreuer und gewissenhafter Beamter. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 19. Mai, nachmittags 4%, Uhr, von der Zeichenhalle des Andreas- Kirchhofes in 268/6 Wilhelmsberg aus statt. Der Vorstand der Jnnungskrankenkasse der Juweliere, Gold- u. Silberschmiede Berlins. Berlin SO. 16. H.& P. Uder, Engel- afer 5, Haupt- Niederlage der k. k. österr. Tabak- Regie. Zigaretten Rauchtabake. Nur für Wiederverkäufer zu Originalpreisen, Alleinverkauf der Fabrikate der Firma Zigarren F. J. Burrus St. Kreuz Größte deutsche Rauchtabakfabrikation. fahresproduktion über 5 000 000 Pfd. Rauchtabake Zigaretten- Spezialität:' Algerienne. Kopfläuse mit Brut vernichtet radikal Goldgelst. W. Z. 75 198. Farb- u, geruchlos. Reinigt d. Kopfhaut v. Schuppen u. Schinnen, beförd. d. Haarwuchs, verhütet Krankheit d. Kopfhaut, Haarausfall u. Zuzug neuer Parasiten. Wichtig f. Schulkinder. Tausende v. Anerkennung. Echt nur in Kartons à 1.00 u. 0.50 M., niemals offen ausgewogen. In Apotheken u. Drogerien Man weise Nachahmungen zurück, die z. Zwecke der Täuschung vielfach ähnlich klingende Namen tragen, und achte genau auf die Firma d. alleinig. Fabrik. Rademacher& Co., Siegburg, und d. 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Mar Gouschur, Partſtr. 23 entschlief nach langem Leiden mein lieber Mann, unser Vater, Schwieger- und Großvater Reinhold Zschoche im 69. Lebensjahre. Dies zeigen, um stille Zeil, nahme bittend, ant Witwe Marie Zschoche geb. Kaah. Die Beerdigung findet ant Dienstag, den 18. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Georgen- Friedhofes, Landsberger Allee, aus statt. 76A 110061 65 75 134( 1000) 83 236 43 55 68 420 81 726 27 69 914 32 111150 54 207 470 668 78 731 908 81 112095 98 193 538 55 625 751 61 832( 500) 50 113003 25 103& 15 360 673 93 664 75 707 41 74 816 114098 203 347 59 66 90 410 28 69 686 624( 3000) 70 72 722 115292 496 667 626 116029( 500) 216 47 361 64 548 77 95 683 965 117164 93 631 640 90 711 21 870 951 118078 257 98 361 710 848 119246 362 81 462 545 97 717 32 882 930 120082 165( 500) 267( 3000) 387 722 816 916 121102 379 ( 1000) 464 615 55( 1000) 122035 70 88 194 239 386 556 65 70 75( 1000) 94 673( 1000) 123124 71 75 239 417 61 542 638 704 12 848 124043 234 398 695 741 69 830 931 44 125029 164 252 91 477 513 52 61 682 764 84( 1000) 957 126028 97 336 555 807 127027 64 202 351 533 92 686 806 128033 200 16 385 92 618 705 20 73 843 938 129015 26 42 172 475 86 542 88( 500) 807 944 130000 46 52( 1000) 115 219 24 85 344 96( 3000) 626 33 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St.-A. f. 8.)( Nachdruck verboten) 464 86 627( 500) 786 98 1029 263 80 410 66 91 532 63 770 2055 632 797 990 3042 114 748 66 845 4123 204 82 92 535 73 87 621 48 740 71( 1000) 861 64 95 908 5016 218 59 342( 1000) 66 82 447 589 811 33 37( 1000) 89 942 6217 42 73 315 720 823 99( 500) 949 83 7077 98 260 429 8001( 1000) 69 128( 500) 330 672 938 9137 455 98 854 912 10289 301( 3000) 424 717 59 812( 500) 28 68 12185 237 60 450 59 519 42( 500) 60 80 841 13189 324 31 413 44 49 539 48 780 14014 48 202 374 82 95 494 744 959 15005 61 345 527 793 16013 47 54 95 136 278 488 626 52 712 45 961 95 17006 38 196( 500) 228 46 406 14 67 526 28 707 816 30 65 18026 55 57 143 229 384 535( 3000) 655 887 93 934 19121 43 250 372 519 89 757 863 20030 34( 500) 85 95 255 385 88 99 21235 490 631 39 65 720 39 45 684 929 22070 174 258 355 518 80 642 44 732 23094 695 916 24315 755 930 31 25320 478 610 71 774 98 972 26020 37( 500) 232 339 413 53 514 835 999 27277 305 404( 1000) 684( 500) 613 815 28152 243 85 450( 3000) 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153112 317 410 32 506 37 727 59( 500) 896 154044 117( 3000) 251 498 586 891 155152 77 445 581( 1000) 673 710 826 913 156188 265 340 421 614 676( 1000) 780 813 157007 476 515 798 883 158187 285 417 629 34 76( 500) 804 9 159146 403 8 87 566 731 79 964( 500) 83 160105 219 322 74( 3000) 572 618 34 181070 162 558 72 910 31 162263 317 489 742 74 986( 1000) 163132 600 707 47 64 839 164195 225( 500) 375 404 15 561 73 645 84 746 837 68( 1000) 165067 115 74 80 268 400 99 714 21 32 985 166156 58 62 83 211 362 516 837 952 167133 79 85 339 43 459( 500) 764 871 168149 50 250 359 67 95 480 822 44 905( 500) 169009 15 28 49 218 323 85 563 81 170208 322 32 171033 40 74 150( 3000) 217 356 518 ( 3000) 675 854 908 92 172275 394 629 53( 500) 666 792 173041 143 210 400 56 84 552 74 736.68 950 174236 56 417 650 844 175211 315 86( 500) 499 543 82 91 706 176078 323 89 413 67 97 551 600 177232 66 313 401 546 93 707 835 178083 191 291( 15 000) 533 38( 500) 933( 500) 179045 68 126 343 68 641 617 717 96 962 180014 204( 500) 335 72 432 97( 3000) 620 753 181004 191 203 56 457 636 945 182201 324 32( 5000) 415 48 66 99( 500) 500 613 37( 500) 92( 3000) 730 836 64 900 183024 261 346 661 793 184086 100 251 441( 1000) 793 965 185026 122 285 320( 1000) 452 79 85 966 186551 705 187035 81 93 208 365 446 687 742 188078 806 189009 237 63( 1000) 476 648 97 748 804 914 91 190118 206 43( 1000) 73 378 431( 1000) 563 629 64 926 77 191031 357 651 770 893 932 192163 201 27 51 425 60 75 594 610 43 804 27( 1000) 76 928 193001 92 123( 3000) 32( 1000) 67 330 96 437 686 752 75 194018 135 223( 1000) 30 406( 1000) 532 923 66 195012 80 115 234 390 608( 500) 38 69 196000 7 372 593 607 17 769 803 197177 83 86 245 442 87 90 632 717 58 60 78 946 198064 148 84 277 314( 500) 61 674 785 998 199063 89 135 84 246 339 515 808 74 968 200018 48 160 96 222 56 345 48 415 20 70 667 707 64 ( 500) 86 907 20 201284 477 543 669 729 836 41( 1000) 202009 ( 3000) 260 304 31 89 529 775 88 203107 40 345 402 29 42 679( 1000) 644 802 70( 500) 204018 189 350 432 590 605 792 909 205077 90( 500) 203 347 99 406 63 70 87 506 818 35 93 985 206001 248 358 479( 500) 87 562 655 83 740 863 207006 160 61 280 334 76 436 567 91 94 612 76 737 885 925 208008 165 213 367 534( 500) 616 209026 181 97 752 62 985 93 210166 250 360 542 98 884( 500) 211011 50 101 11 391 634 42 899 212003 105 209 310 29 419 36 59 620 717 92 859 213017 171 281 389 568 214234 77 97 344 50 81 414 65 74 568 845 88 947( 500) 215217 428 573 611 717 927 216066 ( 3000) 172 290 500( 500) 16 82( 1000) 649 839 217103 382 630 39 821 39 218527 644 82 704 922 219156 85( 1000) 222 37 ( 3000) 314 683 775 845 969 89( 1000) 96 246 220076 287 425 87 531( 500) 618 854 221062( 500) 188 246 356 559 626 75 222057 70 408 47 518 74 655 82 707 12 88 827 900 223289 329 554 821 30 701( 1000) 34 949 224035 187 236 375 623 738 78( 500) 834 37( 3000) 61 82 65 904 225282 626 70 690 706 812 226043 87 162 238 81 416 48 ( 3000) 524 37 618 31 45 46 729 878 968 227067 120 89 583 600 29 70 847 922( 500) 228034 176 342 69 428 70 77 654 838 913 229490 553 627 43 739 806 976 230002 149 67 281 99 433 571 582 708 231044 231 331 ( 1000) 425( 500) 53 64( 1000) 501 704 68 98 835( 1000) 978 98 232068 71 322 94 467 604 723 97 884 233231 72 461 540 68 651 769 911 234000 Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW Nr. 136. 32. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 225 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: 98, 99, 109, 110, 111, 113, 114, 115, 116, 128, 131, 135, 140, Nr. 33. Dienstag, 18. Mai 1915. maschine bis zur Rechen- und Frankierungsmaschine vor- Schöffengericht Berlin- Mitte wegen Nahrungs handen. Bemerkenswert ist hier schon die Arbeitsgliederung mittelverfälschung zu verantworten hatten. in zahlreiche Abteilungen unter je einem Abteilungsvorsteher. Die Anklage legt ihnen zur Last, angeordnet zu haben, daß fettIn den mächtigen Betriebs- und Lagerräumen hinter reiche Vollmilch entrahmt wurde, wodurch der Fettgehalt bis auf das der Straßenfront stürmt eine derartige Fülle von neuen Ein- noch zulässige Mindestmaß verringert worden sei. Der Angeklagte 1, 2. und 3. Garde- Reg. 3. F.; 1. Garde- Ref.- Reg.; Gren.- richtungen auf den Besucher ein, daß hier nur das Wichtigste Strause erklärte, daß er nichts Derartiges angeordnet habe. In dem bzw. Inf. bzw. Füs.- Regimenter Nr. 1, 2, 5, 6, 8, 11, 12, 13, im Fluge gestreift werden kann. Die alte Bäckerei mit ihren Betrieb der Interessengemeinschaft würden pro Tag 30-35 000 Liter 14, 15, 17, 18, 19, 22, 24, 31, 37, 39, 41, 42, 43, 45, 49, 52, 53, 54, plakraubenden Zwischenpfeilern genügte den Ansprüchen schon Milch angeliefert. Täglich werde die Milch jedes einzelnen Liefe 55, 57, 59, 62, 63, 67, 68, 69, 70, 73, 75, 82, 87, 89, 94, 96, längst nicht mehr. Mitte Dezember 1913 ist eine ranten untersucht, wobei sich mitunter ein zu geringer Fettgehalt 141, 142, 143, 146, 147, 151, 152, 154, 156, 160, 165, 167, 170, weite Bäckerei, tatsächlich eine vorbildliche Einrichtung, herausstelle. Gehabt habe man meist Ergebnisse von mehr als 172, 174, 175; Res.- Inf.- Regimenter Nr. 3, 6, 7, 9, 10, 11, 12, in Betrieb genommen worden. Die 53 Meter lange 3 Proz., aber auch Ergebnisse von weniger als 2 Proz., ja, kürzlich 16, 17, 18, 21, 23, 28, 29, 30, 35, 37, 38, 40, 48, 52, 56, 59, und 10 bis 12 Meter tiefe Halle weist nicht einen einzigen sei sogar ein Ergebnis von nur 0,7 Proz. vorgekommen.„ Das 61, 65, 67, 71, 72, 76, 77, 79, 88, 90, 93, 118, 204, 206, 209, Zwischenpfeiler auf. Zur Entlüftung dieses imposanten Hallen- ist ja beinahe Wasser!" bemerkte kopfschüttelnd der Vorsitzende. 213, 219, 223, 226, 231, 235, 254, 262, 265, 266; Ers.- Inf.- Regi- baues, der im Interesse des Backprozesses stets unter einer Krause gab weiter an, die nach den Einzeluntersuchungen menter Nr. 28 und Königsberg 11; Res.- Ers.- Reg. Nr. 1 und 4; bestimmten Wärme gebalten werden muß, sind Doppeldecken in ein Sammelbassin geleitete Milch werde dann im ganzen Land.- Inf. Regimenter Nr. 4, 7, 9, 12, 13, 15, 22, 25, 31, 36, eingebaut. Durch den so gewonnenen Zwischenraum wird die nochmals untersucht. Dabei finde man regelmäßig einen Fett58, 66, 76, 87, 109, v. Gundlach und Mohs; Landw.- Ers.- Regi- heiße Luft nach dem Hof abgesogen. In der neuen Bäckerei gehalt, der zwischen 3,05 Proz. und 2,8 Proz. schwanke. Auf die menter Nr. 5 und 9 der Landw.- Div. v. Menges; Bejagungs- Reg. find 16 Doppelauszugsöfen aufgestellt, dazu kommen 18 eben Vorhaltung, daß Entrahmungen vorgenommen worden seien, be Nr. 2 der Besatzungs- Brig. Doussin, Nr. 4 der Besazungs- Brig. v. Reizwik, Nr. 8( Stroebel) der Besatzungs- Brig. Rüdiger; Inf.- solche Defen in der alten Bäckerei, 4 Konditoröfen und ein zeichnete Angeklagter Krause das als möglich. Daß aber er selber Bat. Freiherr v. d. Horst; Landiv.- Inf.- Bat. Altenburg; Heber- Röſtofen. Alle 34 Doppelauszugsöfen, deren jeder in 50 bis Anweisung dazu gegeben habe, müsse er aufs bestimmteste beplanmäß. Landw.- Inf- Bataillone Nr. 3 und 6 des 4. Armeekorps; 60 Minuten 100 Brote backen kann, find, abgesehen von der auf das streiten. Er sprach von Unregelmäßigkeiten, die ein Angestellter beBrig.- Ers.- Bataillone Nr. 6, 36, 40, 56, 79; Landst.- Inf.- Bataillone: Nachtbackverbot entfallenden Zeit, ständig im Betrieb. Der einzelne gangen habe, so daß er entlassen worden sei. Auf Befragen III. Koblenz, Neusalz, II Prenzlau, 4. Trier; Jäger- Bat. Nr. 14; Ofen kostet mit Zubehör rund 6000 M. Die erzeugte Bac- nannte er den früheren Oberinspektor Repp. Der Angeklagte Ref.- Jäger- Bataillone Nr. 18, 20, 22; Feld- Maschinengew.- Bug temperatur wird durch mit Wasser gefüllte, fest verschlossene Schlo bich erklärte furz, erklärte furz, von keiner Milchverfälschung zu Kürassiere Nr. 2, 5; Drag. Nr. 17; Jäger zu Pferde Nr. 10; Rohre gleichmäßig in den ganzen Ofen verteilt, so daß wissen. Er ist erst nach Repp in das Amt des Oberinspektors aufLandw.- Kav.- Reg. Nr. 1'des 5. Armeekorps; Ref.- Kav.- Abt. Nr. 80. Unsauberteiten durch Ruß, Asche und dergleichen gänzlich gerüdt. Felbart.- Regimenter Nr. 34, 36, 42, 45, 52, 66, 70, 74; ausgeschlossen sind. Man hat auch schon an das Backen auf In der Beweisaufnahme bekundete ein Angestellter BiederFeldart.- Reg der Landw.- Div. v. Breugel; Res- Feldart.- Regi- elektrischem Wege gedacht, doch wäre dieser Backprozeß selbst mann, daß der Zentrifugenmeister Mewes der Vollmilch einen menter Nr. 20, 50, 51, 63. bei der einstweilen ganz aussichtslosen Verbilligung 3 usaz von Magermilch gegeben habe. Mewes selber habe 1. Garde- Res- Fußart.- Reg.; Fußart.- Regimenter Nr. 1, 3, 15; der Kilowattstunde auf 5 Pf. noch immer zu kost- ihm das erzählt und dabei gesagt, das sei angeordnet worden. Er, Res- Fußart.- Reg. Nr. 1; Res.- Fußart.- Bat. Nr. 27; Landw.- spielig. Sonst wird jede Neuerung, die berufen ist, Biedermann, wisse nicht, wer es angeordnet haben sollte. Weil er Fußart.- Bataillone Nr. 2, 3; 1. Res.- Fußart.- Batt. Nr. 26. unser alltäglichstes Nahrungsmittel in denkbar ein- mit der Sache nichts zu tun haben wollte, habe er sich nicht weiter Bion.- Regimenter Nr. 24, 25, 29; Bion.- Bataillone: II. Nr. 1: wandfreiester Weise herzustellen, von der Verwaltung erprobt. darum gekümmert. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob hierzu I. Nr. 5, 1. Nr. 8, I. Nr. 9, I. Nr. 14, II. Nr. 27, I. Nr. 28; So ist eine neue Maschine angeschafft worden, die neben dem Magermilch gekauft worden sei, nannte Beuge einen Milchhändler Bion. Komp. Nr. 108; Res.- Pion.- Romp. Nr. 46; 2. Landw.- Pion.Komp. des 4. Armeekorps; Ref.- Scheinwerferzug Nr. 23; Schwerer Teig- Wirt und Teilapparat und neben der automatischen Spefowsti als Lieferanten von Magermilch. Der habe nur sechs Festungs- Scheinwerferzug Nr. 39; Schwere Minenwerfer- Abt. Rippvorrichtung auch noch einen Langrollapparat hat, wodurch Wochen hindurch, warf Angeklagter Krause ein, Magermilch geliefert, der Teig überhaupt nicht mehr mit Menschenhänden in Be- die von der Interessengemeinschaft an Gefängnisse abgegeben worden Fernspr.- Abt. des 6. Reserveforps; , Fernspr. Doppelzug rührung kommt. Die langgerollten Teigstücke werden in sei. Zeuge Biedermann gab an, auch im Betriebe der InteressenNr. 113; Feldluftschiffer- Abt. des 23. Reserveforps; Feldflieger- Störben aus Pappmaché aufgefangen, auf den Gärwagen ge- gemeinschaft werde Magermilch mit der Zentrifuge hergestellt. Von truppe. legt und von da auf die Ofenplatten geschoben. Der Brot- einer Anweisung des Direktors, die Vollmilch durch Magermilch zu Ref.- Div.- Brückentrain Nr. 52; Proviantkolonne Nr. 2 der bedarf ist gewaltig, beläuft sich in normalen Zeiten auf über verdünnen, sei ihm nichts bekannt. Zentrifugenmeister Mewes, Armierungs- Bataillone II Barglow und Nr. 28. 500 Zentner Mehl täglich. In den mit ordentlichster Sorg- der jetzt nicht mehr bei der Interessengemeinschaft ist, wurde unter falt gegen Ungeziefer geschützten Silos lagern regelmäßig Aussetzung der Vereidigung vernommen. Er habe, bekundete er, 1200 bis 1500 Sad Mehl, die ungefähr eine Woche aus- tatsächlich M agermilch zur Vollmilch zusehen müssen. Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 182 bringt reichen. Zunächst sei das von Repp angeordnet worden und die zugesetzte Verluste des 21. und 23. Jnf.- Reg.; Schneeschuh- Bat. Nr. 1; Res.Der Betrieb der Konditorei hat sich so gut entwickelt, Magermilchmenge habe sich damals auf etwa 1500 Liter pro Tag Inf.- Reg. Nr. 3, 5, 6, 7, 10, 11, 12, 17, 18, 19, 22; Landw.- Juf- Reg. daß eine große Reihe neuer Arbeitsmaschinen beschafft werden gestellt, später habe auch Schlobich eine solche Anordnung gegeben Nr. 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 10, 12; Brig.- Ers.- Bat. Nr. 2, 3, 4, 6, 12; mußte und auch eine Statesbäckerei angegliedert wurde. Zum und jetzt sei die Menge sogar bis anf 3000 Liter pro Tag geLandst.- Inf.- Bat.: Augsburg III, Passau I; 2. Chevaurlegers- Reg.; letzten Weihnachtsfest wurden nur an Honigkuchen für stiegen. Res- Kav.- Reg. Nr. 1, 5; 1. Landw.- Eskadron, 3. Armeekorps; 150 000 m. hergestellt. Selbst eine Aepfelschäl- und Ent- habt, Schlobich aber habe ihm gesagt, das gehe von oben Er, Mewes, habe sich gewundert und Bedenken ge1., 2., 5., 7., 9., und 11. Feldart.- Reg.; Res.- Feldart.- Reg. Nr. 1, 6; fernungsmaschine sowie ein Vakuum- Dampfkochapparat zum her ab". So habe früher auch Repp sich geäußert. Schlobich habe 1. Ers.- Feldart.- Abt.; 1., 2. und 3. Fußart.- Reg.; Res.- Fußart.- Reg. Einkochen von Marmeladen und Gelees fehlt nicht. Nr. 1 und 3; Pionier- Reg.; 2. und 3. Pionier- Bat.; Pionier- Komp. gesagt, daß die Milch nur 2,7 Pro3. Fettgehalt zu Nr. 20; Eisenbahn- Bautomp. Nr. 1; Fernsprech- Abt. Nr. 2; Res.Mit den schier endlosen Räumen, durch die wir unter haben braucht. Mit Pumpen sei die Magermilch durch eine Pionier- Bat. Nr. 3, 4; 1. und 2. Landw.- Pionier- Komp., 3. Armee- fortgesetzter Bewunderung der überall herrschenden peinlichen Rohrleitung in die Vollmilch hineingedrückt worden. Zeuge habe forps; Etappen- Flugzeugpark Nr. 2; 1. Munitionsfolonnen- Abt., Ordnung und Sauberkeit wandern, wechseln die Gerüche. Hier vom 23. November v. J. bis in den Februar d. J. hinein täglich 2. Armeekorps; Ref.- Munitionskolonnen- Abt. Nr. 5; Fuhrpark- duftet es nach frischgerösteten Kaffeebohnen, dort nach Schinken, nach der ihm gegebenen Anweisung die Magermilch zugesetzt, bis er Kolonne Nr. 1, 3. Armeekorps; 2. Sanitäts- Komp, 3. Armeekorps; Speckseiten und Wurst, in einem großen Lager sogar nach dem infolge einer Erkrankung aufhören mußte. Nach seiner Genesung Landw. Sanitäts- Komp. Nr. 3; Etappen- Hilfsbäderei- Koienne, Bedernholz der Zigarrenkisten, den Käsevorrat nicht zu ver- habe er diese Dinge nicht weiter machen wollen und sei dann an 1. Armeeforps; Feld- Gendarmerie- Truppe, 1. Res.- Korps. Die sächsische Verlustliste Nr. 147 enthält Berluste der geffen. Immer wieder stoßen wir auf die Kunst der Maschine. die Butterei überwiesen worden. Nun habe Oberinspektor Schlobich Inf. Reg. Nr. 101, 179; Rej. Inf- Reg. Nr. 100, 241, 242, 243, 244, Selbst an den zwölf Kaffeeverleſetischen ist der Antrieb die Sache mit einem Meier Morgenthaler fortgesetzt, und als auch 245; Eri.- Bat., Inf.- Reg. Nr. 179; Feld- Maschinengewehr- Zug maschinell, so daß die Verleserin nichts weiter zu tun hat, als der nicht mehr mittun wollte, habe Schlobich es mit dem WiegeNr. 69, Feldart.- Reg. Nr. 12, 32; Res.- Feldart.- Reg. Nr. 23, 24; nur immer zuzugreifen und das herauszulesen, was in den meister Schröder gemacht. Ers.- Abt., Feldart.- Reg. Nr. 32. Kaffee nicht hineingehört. Ein wahres Wunder der Diese aufsehenerregenden Bekundungen veranlaßten den AmtsTechnik aber, aber, das schon auf der lezten Brüsseler anwalt, zur weiteren Aufklärung die Ladung von noch mehr Zeugen Weltausstellung Staunen erregte, ift die für die zu fordern. Auch Krauses Verteidiger hielt dies für nötig, und das Kleinigkeit bon 20 000 Mart neuangeschaffte Kaffee- Gericht beschloß dann Vertagung. Geladen werden sollen außer verpackungsmaschine. Sie macht aus blankent Papier und den bisherigen Zeugen noch der frühere Oberinspektor Repp, der zum Staffee in einer einzigen Stunde mehr als 3000 Pakete Heere einberufen ist, ferner der Wiegemeister Schröder, der Meier versandfertig. Morgenthaler, der Meier Kamin, der Maschinenmeister Rödel. Der Schwimmer ohne Arme. Nr. 37. 113. Inf.- Div. * * Aus Groß- Berlin. In der Zentrale der Konsumgenossenschaft. Pr Wer vor einigen Jahren den Betrieb der Konsumgenossenschaft für Berlin und Umgegend in der Lichtenberger Ritter Konsumgenossenschaft nicht unwesentlich beeinflußt. Der Krieg hat selbstverständlich auch den Betrieb der Ebenfo gutstraße besuchte und besichtigte, wird einen bleibenden Ein- selbstverständlich hat sie die wüste Profitmacherei nicht mitdruck von der organisatorischen Schaffenskraft der Groß- Berliner gemacht, alte Lagerware zu den alten Preifen verkauft, bei In der Schwimmhalle des Neuköllner Stadtbades produzierte Arbeiterschaft empfangen haben. Schon damals fonnte das, der notwendigen Ergänzung der Läger die Lieferanten in fich gestern der bekannte ohne Arme geborene Stünstler Unthan, der was hier in zäher Arbeit auf dem Gebiete des Wirtschaftslebens angemessene Schranken verwiesen und sich dadurch, mit sich kürzlich schon vor verwundeten Kriegern in der Brauerei Königgeleistet worden ist, sich auch vor den vielen Gegnern sehen Hilfe ihrer starken Organisation, viele neue Freunde erworben. stadt produzierte. Unthan ist auch auf dem Gebiete des Schwimmens lassen. Die schwersten Stunden mit zahlreichen wirtschaftlichen Mögen sie der Ueberlegenheit konsumgenossenschaftlicher Orga- zu Hause, wie er als Geigenvirtuose Tüchtiges leistet. Er schwimmt Krisen und schwankender Mitgliederzahl liegen heute hinter dem nisation auch treu bleiben, wenn der Krieg vorüber und das und taucht, wie ein normal gebauter Schwimmer es nicht besser gewaltigen Unternehmen. In den letzten Jahren ist es mit Wirtschaftsleben wieder in geregelte Bahnen gelenkt ist! fann. Unthan hat natürlich seine Tätigkeit von Jugend auf geübt, er kann aber den der Arme beraubten Kriegern manche Anregung bieten. Wie wir hören, ist Unthan auch zu diesem Zwecke nach Berlin gebeten worden, ohne daß man ihn materiell sicher gestellt habe. Die Schwindlerin in Schwesterntracht. " Riesenschritten vorwärtsgegangen. Neue Betriebsanlagen im Werte von Millionen sind geschaffen worden. So konnten die Vertreter von Gartenstadtgesellschaften, Baugenossenschaften Zur Beschaffung von Bade- nnd Desinfektionswagen für und ähnlichen Siedelungsunternehmungen, die am vorigen das Ostheer hat sich ein Ausschuß gebildet, um den Truppen Sonnabend den Betrieb auf Einladung der Geschäftsführung Gelegenheit zur Reinigung und Bekämpfung des Ungeziefers besichtigten, nach mehrstündigem Rundgang mit vollster An- zu geben. erfennung fagen: Die Berliner Genossenschaftsbewegung darf Eine Schwindlerin in Schwesterntracht wurde von der Neuköllner stolz sein auf dieses aus eigener Straft gestaltete Wert, das in Eröffnung der dritten Kinderlesehalle. Kriminalpolizei verhaftet. Bei einer Frau in der Kaiser- Friedrichfeiner Art jetzt wohl das größte in ganz Deutschland ist! Durch den Vorsitzenden der Berliner städtischen Bibliothet- straße, deren Mann im Felde steht, erschien eine„ junge Schwester", Das Interesse der Besucher wandte sich zunächst dem an verwaltung, Bürgermeister Dr. Reide wurde am Sonnabend nach die erzählte, daß sie soeben mit Verwundeten vom östlichen Kriegsder Straßenfront vor den bekannten Genossenschaftswohn- mittag im Norden Berlins die dritte Kinderlesehalle eröffnet. Die schauplage gekommen sei. Sie berichtete, daß sie zufällig auch den häusern mit einem Aufwand von 450 000 m. für den Bau beiden ersten in der Ehrenberg- und Seleinen Frankfurter Straße ge- Mann in Ostpreußen getroffen habe. Es gehe ihm gut, nur fei er und 250 000 M. für die Innenausstattung errichteten wunder- legenen Hallen erfreuen sich solchen Zuspruchs und haben sich so sehr etwas schwach und es wäre erwünscht, wenn er sich eine kleine Stärschönen Verwaltungsgebäude zu. Ohne Brunt erhebt es sich als ein dringendes Bedürfnis der Großstadt erwiesen, daß die Ver- fung gönnen fönnte. Die Frau übergab der Schwester zur Uebertruzig in schönen Linien. Was auf den ersten Blick manchem waltung durch diese Erfahrungen ermutigt auf dem eingeschlagenen mittelung 3 M. Dann stiegen ihr aber doch Bedenken auf. Sie vielleicht zu elegant oder raumverschwendend erscheint, ist nur Wege fortzuschreiten gedenkt. ging zur Kriminalpolizei, diese ermittelte die Schwester" und entGediegenheit ohne jede Proßerei und weise Vorausberechnung für Die Kinderlesehalle befindet sich in der Edinburger Str. 16, im larvte sie als eine 21 Jahre alte Arbeiterin Klara Schilling, die sich die Anforderungen der kommenden Jahrzehnte. Gesuchte Ein- ersten Stockwert des neuen in der Dfener Straße gelegenen schon wiederholt von Kriegerfrauen bei lleberbringung erdichteter fachheit wäre verfehlt. Warum soll nicht auch die Arbeiterschaft Schulgebäudes, dessen einer Flügel nach der Edinburger Straße burch- Grüße von Männern Geschenke erschwindelt hat. ihren fünstlerischen Genuß haben an dem, was die moderne geht. Unter den Fenstern der sehr einfach, aber geschmackvoll einArchitektur in solid vornehmem Stil ohne Aufdringlichkeit zu gerichteten Räume rauschen die Bäume des Schillerparts. GegenTeisten vermag? In diesen durch das Erdgeschoß und zwei über liegen sehr nahe einige Spielpläge. Es ist anzunehmen, daß Stockwerken führenden Räumen, die sozusagen das Gehirn beides seine Anziehungskraft auf die Jugend nicht verfehlen wird. des Ganzen darstellen sollen, wollen und sollen ja auch die Schon zur Eröffnungsstunde hatte sich eine stattliche Zahl der kleinen geiftigen Mitarbeiter sich wohl fühlen und die Freude ernten Besucher eingestellt, die nach sorgfältiger und bisweilen wohl unfür ihre Tätigkeit. Unendlich viele große bürgerliche Ge- gewohnt gründlicher Händewaschung sich über die um sie herum aufschäfts- und Wirtschaftsbetriebe, über deren ungesunde Raum- gestellten Schäße an Bildern und Geschichten hermachen durften. Zum ausschlachtung zum schweren Schaden der Angestellten oft genug Serbst wird laut Gemeindebeschluß die 4. Kinderlesehalle in der Badgeflagt worden ist, können sich hier ein Beispiel nehmen, wie straße eröffnet werden. es sein muß, wenn man die schaffenden Menschenkräfte gefund, leistungsfähig und arbeitsfreudig erhalten will. Dieser schöne Zug der gesundheitlichen Fürsorge weht durch das Gegen die Interessengemeinschaft Märkischer halten hatte, ließ nun die Haltestelle scharf beobachten. Da fiel es ganze Berwaltungshaus und überhaupt durch den Milchproduzenten" wird der Vorwurf der Milchplanscherei den Beamten auf. daß eine Frau sich oft mitten in dem Gedränge gesamten Betrieb. Er kommt nicht nur in den hohen, erhoben. In ihrem Betrieb soll längere Zeit hindurch, wird be- zu schaffen machte, dann rasch mit der Straßenbahn abfuhr und hellen und luftigen Arbeitsräumen aller Art, sondern hauptet, Vollmilch verdünnt worden sein und zwar mit Wissen und schon nach kurzer Zeit wieder kam, um von neuem das Gedränge auch in den Bade- und Waschräumen, in den Garderoben und Willen des Direktors. Auf Anzeige eines Unbekannten schritt die aufzusuchen. Nachdem sie sich jetzt wieder einmal so bewegt hatte, Kantinen zum erfreulichen Ausdruck. Selbstredend find Staatsanwaltschaft ein, so daß der bei der Interessengemeinschaft sprang ihr ein Kriminalbeamter auf den Straßenbahnwagen nach, in den Kontoren entsprechend dem Bedarf für Massenerledigung angestellte Mollercibirettor Friedr. Krause und mit ihm und als sie schon an der nächsten Haltestelle abstieg, folgte er ihr alle Hilfsmittel der modernen Bureautechnik von der Schreib- sein Oberinspettor Mar Schlobich sich gestern vor dem und nahm sie furzerhand fest. Auf der Wache entpuppte sich die Eine Milchplanscherei- Anklage. Die Taschendiebin an der Haltestelle. Eine gewandte Taschendiebin ist durch die Aufmerksamkeit eines Bürgers unschädlich gemacht worden. Dieser fuhr an mehreren Sonntagen hinter einander von der Haltestelle an der Ede der Andreas- und Breslauer Straße mit der Straßenbahn. Wegen des Andranges von der Hochbahn und von der Stadtbahn her mußte er jedesmal länger warten. So hörte er denn wiederholt, daß Frauen und Mädchen sich über den Verlust ihrer Handtaschen oder Portemonnaies beklagten. Sie konnten ihnen nur in dem Gedränge gestohlen worden sein. Die Kriminalpolizei, die der Mann auf seine Wahrnehmung aufmerksam machte, die aber erst wenige Anzeigen er Verhaftete als eine 85 Jahre alte Hedwig Lewin aus der Triftstraße. Sie hatte noch fünf Portemonnais bei sich, die zum Teil noch ge- füllt, zum Teil aber von ihr schon geleert waren. Auf dem Polizei- Präsidium, Ivo sie von einer Frau noch näher untersucht wurde, fand man bei ihr in den Strümpfen und in besonderen DiebcStaschen in den Kleidungsstücken noch eine größere Menge Geld in harten Münzen und Papier. Die Verhaftete betäiigte sich schon früher als Taschendiebin an den Straßenbahn- und OmnibuS-Haltestellen. Wahrscheinlich ist sie nach der Ecke der Andreas- und Breslauer Straße erst gekommen, nachdem sie vorher schon andere Stellen unsicher gemacht hat. Alle, denen an solchen Haltestellen Handtaschen oder Portemonnaies weggekommen sind, können sich bei der Kriminal- Polizei im Zimmer 326 des Polizeipräsidiums melden. Das Gerücht von einem Verbrechen war Sonntag in Wilmers- darf verbreitet. Veranlassung dazu gab der Umstand, daß in dem Hause Braudenburgische Straße 83 der dort wohnhafte 73jährige Karl Schutz in einer großen Blurlache liegend tot ausgesunden wurde. Man nahm zuerst an, daß es sich um ein Verbrechen an dem alten Manne handele und benachrichngte die Polizei. Ein von dieser hinzu- gezogener Arzt konnte aber einwandfrei feststellen, daß der Greis einem Blutsturz erlegen war. Kleine Nachrichten. Aus Gram über den Tod ihrer Verlobten haben zwei junge Mädchen sich das Leben genommen. Die 23jährige Luise Müller aus der Wiesbadener Str. 83 in Wilmersdorf hatte vor kurzem die Nachricht erhalten, daß ihr Bräutigam auf dem öst- lichen Kriegsschauplatz an den Folgen einer schweren Kopswunde ge- storben ist. Den Tod ihres Geliebten nahm sich das junge Mädchen so zu Herzen, daß es sich am Sonntag aus der Höhe des dritten Stockwerkes auf den gepflasterten Hos hinabstürzte. Mit schweren äußeren und inneren Verletzungen wurde der Lebensmüde nach dem nächsten Krankenhause geschafft, starb aber bereits auf dem Trans- Port dorthin. Vergiftet bat sich die 18jährige Emma Wölfl auch der Eisenacher Straße 16 in Schöneberg. Das junge Mädchen hatte sich kurz vor Kriegsausbruch verlobt und ihr Bräutigam mußte gleich in den ersten Tagen nach der Mobilmachung ins Feld rücken. Nachdem er zahllose Gefechte glücklich überstanden hatte, fand er vor kurzem bei Dpern den Heldentod. Der Verlust des Geliebten traf das junge Mädchen so schwer, daß es Gift nahm. Sonntag wurde es tot im Bette liegend ausgesunden._ Verlegung der Steuerkasse Xl. Die für die Stadtbezirke 255— 268 und 272—278 zuständige Steuerkasse XI wird am 25. Mai von der Watt- strahe 16 nach Watt st ratze 14 verlegt werden und dort vom 26. Mai ab werktäglich von 9—1 Uhr für das steuer- zahlende Publikum geöffnet sein. Am Umzugstage bleibt die Kasse für Steuerzahlungen geschlossen. Die Kriegsuntcrstützungs-Abteilung verbleibt in den bis- herigen Kassenräumen im Schulhause Wattstratze 16. Kinderspiele in Mariendorf. Die Kinderspiele finden wieder am Mittwochnachmittag von 3 bis 6 Uhr auf dem Spielplatz Kurfürsten-, Ecke Rathausstraße statt. Ms öen Gemeinden. Molkenbuhr als Stadtrat bestätigt. Die Wahl des Genossen Molkenbuhr zum unbesoldeten Stadtrat in Schöneberg ist vom Regierungspräsidenten in Potsdam bestätigt worden._ Lebensmittelsürsorge in Neukölln. Die Lebensmittelkommission beschloß in ihrer gestrigen Sitzung. bei dem Vertrieb der Kartoffeln auch die hiesigen Großhändler zu berücksichtigen. Jeder Händler, auch Kleinhändler, die Kartoffeln in ganzen Waggons beziehen, erhalten den Zentner für 3,35 M.. in Zentnern ausgewogen für 5,75 M. Der Verkaufspreis für die Kon- sumenten beträgt 65 Pf. für 10 Pfund. Lebhaftes Befremden er- regte die Mitteilung, daß Neukölln die bestellten Schweinelieferungen nicht bekomme. Wiederholt ist die Stadt von der Regierung aus- gefordert worden, sich mit Schweinefleisch einzudecken. Diesem wiederholten Drängen nachgebend, hatte die Kommission beschlossen, in größeren Mengen Schweine einfrieren zu lassen. Zu diesem Zweck wurde das städtische Eiswerk ausgebaut und mit Schlächterei versehen. Die Aufwendungen für diese Einrichtungen betragen 75- bis 80 000 M. Jetzt, da die Einrichtung schon seit einiger Zeit fertig ist, können die Schweine nicht geliefert werden, so daß Neukölln diese Aufwendungen in der jetzigen Zeit unnütz gemacht hat. An Fleisch- konserven stehen für 323 000 M. zur Verfügung. Die Konnnission beschloß ferner, dem von Charlottenburg gestellten Antrage auf Ge- Währung von Zusatz-Brotkarten zuzustimmen. Ferner wurde ver- langt, daß mit der Verbilligung des MehleS auch eine Herabsetzung der Brotpreise vor sich gehe._ Musterung im Kreise Teltow. Der Landrat des Kreises veröffentlicht jetzt die Termine für die Musterung des AuShebungsbezirls II. Die Musterung beginnt am 7. Juni und endet am 18. Juni. Musterungsorte sind Marien- d o r f, Restaurant Karlshöhe, Tempelhofer Str. 70, und Grünau, Restaurant Buchholz. Friedrichstr. 27. Lebensmittelverkauf in Steglitz. Der Kartoffelverkauf der Gemeinde findet bis auf weiteres im Schuppen der gleislosen Bahn in der Bergstraße, Ecke Ringstraße, statt, und zwar wochentags von 2—7 Uhr. Der Preis beträgt 65 Pf. für 10 Pfund. Der Verkauf von Dauerwurst, Schinken jauch in Teilens, Schmorfleisch(Rindfleisch im eigenen Saft) und Cornedbeef in Büchsen zu einem und drei Pfund findet in der Turnhalle, Jahnstraße 2g. in der gleichen Zeit statt. Die Preise sind folgende: Dauerwurst 1,85 M., Schinken 1,90 M., Schmorfleisch und Cornedbeef 1,30 M. pro Pfund. Die Lage der Verkaufsstellen im äußersten Osten und im äußersten Westen des Ortes ist leider sehr ungünstig. Hauptsächlich der Karioffelverkauf in der Bergstraße er- fordert von den Frauen des westlichen Ortsteils ein Zeitopfer von über einer Srunde. Dadurch wird der Vorteil des billigeren Einkaufs in den meisten Fällen wieder aufgehoben. Auch auf dem Rathause dürfte doch bekannt sein, daß die Krieger- frauen genötigt sind, durch Beschäftigung mit zum Lebensunterhalt beizutragen, da die Unterstützungen bei den jetzigen Lebensmittel- preisen auch nicht im entferntesten Maße ausreichen den Lebens- unterhalt zu bestreiten. Der Verlust einer Stunde Arbeitszeit trifft aber diese Frauen besonders schwer. Da die amtlichen Bekannt- machungcn nur aus„einstweilige" Verkaufsstellen lauten, so ist zu hoffen, daß bald Abhilfe geschaffen wird. Zahnklinik der Steglitzer Ortskrankenkasse. Diese Einrichtung einer eigenen Zahnklinik dürste von den Mitgliedern der Allgemeinen Ortskrankenkasse freudig begrüßt werden, nachdem man in anderen Orten die besten Erfahrungen damit ge- macht hat. Die Klinik befindet sich K ö r n e r st r a ß e 35(zwischen Althoff- und Bergstraße) und untersteht der Leitung des Herrn Sanitätsrats Dr. med. Ravoth. Sprechstunden wochentags Lftz— 11 und 4— ß'/a Uhr. am Sonnabendnachmittag jedoch von 3—4 Uhr, und zwar nur für dringende Fälle. Sonntags ist die Klinik ge- schlössen. Es ist selbstverständlich, daß nunmehr die gesamte zahn- ärztliche Behandlung der Mitglieder nur in der eigenen Klinik erfolgt. Aus der Kaulsdorfer Gemeindevertretung. Die letzte Sitzung beschäftigte sich mit der Wahl von Mitgliedern der Armenkommifsion, da infolge des Krieges mehrere Mitglieder verhindert sind, ihr Amt auszuüben. Gewählt wurden: Genossin Buchmann, Magistratssekreiär Herzog, Tischlermeister Herzog.— Betreffs Uebernahme einer Meldestelle für die Ortskrankenkasse be- schloß die Verirelung. diese Stelle zunächst nur während der Dauer des Krieges zu übernehmen.— Der Punkt: Uebernahme eines Äostenbeitrages von 41 723 M. zum Bau der Durchgangsstraße Friedrichsfelde— Dahlwitz wurde einer Kommission übertragen, die mit den Anliegern und Jnteresiemen Verhandlungen über Landabtretung und Kostenbeteiligung führen soll.— Die vorgetragenen Beschwerden über die infolge der N:ederschlagswässer entstandenen Ueberschwemmungcn wurden' der Be- und Elttwäsferungskommifsion überwiesen._ Gerichtszeitung. Die Millionenbraut. „Frau Mediziualrätin" Ottilie K r e y und Fräulein Tochter Frida, deren Cochwindeleien erst vor kurzem die Ge- richte beschäftigt haben, wurden gestern wiederum aus dem Gefängnisse der 7. Strafkammer des Landgerichts I vorge- führt, da sie sich auf den Heiratsschwindel gelegt hatten. Frau Krey, ein altes, verhutzeltes und unansehnliches Weib, ist die Witwe eines in Stargard verstorbenen armen Leinewebers, die init ihrer jetzt 22jährigen Tochter Frida vor einigen Jahren nach Berlin gekommen ist und hier es verstanden hat, ihr unhcim- liches Schwindeltalent in geradezu grotesker Weise auszunutzcu. Sie spielte sich als eine verwitwete„Frau Medizinalrätiu" auf und wußte das Märchen zu verbreiten und auch gläubige Seelen dafür zu finden, daß ihre Tochter Frida die von einem Verstor- benen Onkel als Erbin eingesetzte glückliche Besitzerin von einer halben Million Mark sei und daher eine glänzende Partw für Heiratslustige darstelle. Auch sich selber schilderte Frau Kreh in Gesprächen als eine sehr reiche Dame und sprach viel von„ihrem Rittergut in Schlesien". Sie trat mit verschiedenen Heiratsoer- mittler:: und-Vermittlerinnen in Verbindung, um für das Gold- kind Frida einen paffenden Mann zu finden, wobei sie ihrer Phan- taste bei ihren Angaben über ihre Vermögenslage und ihre sonstigen Verhältnisse den freiesten Spielraum gewährte. Frl. Frida, die eine Volksschule bis zur zweiten Klasse besucht und dann als Hausmädchen bis zu dem Zeitpunkt gedient hatte, wo sie durch ihre Mutter in die„höheren Sphären" gehoben wurde, gefiel sich sehr bald in der ihr von der Mutter aufgedrungenen Rolle der „Millionenbraut", erzählte mit dem gewisien äußerlichen Schick, den sie sich angelernt hatte, die Märchen der Mutter eifrigst nach und glaubte berechtigt zu sein,„mindestens auf einen Offizier", am liebsten auf einen Freiherrn, oder Hauptmann, oder Major Anspruch zu erheben. Schließlich aber wollte sie sich, wie den Vermittlern bedeutet wurde, im Notfalle auch mit einem„sehr feinen Zibilherrn" begnügen, sonderbar war die den Vermitilern gestellte Bedmgung, daß der betreffende Bewerber„korpulent" sein nüisse. Nebenbei wurde von der Mutter noch verbreitet, daß sie ihrer Tochter gleich 300 000 M. bar in die Ehe mitgebe. Nun wurde Frida Krey von Heiratslustigen, die von den Vermittlern scharf gemacht wurden, arg umschwärmt und hatte das Vergnügen, Herren aus der besten Gesellschaft als Freier zu begrüßen. Der erste der Offiziere» der mit ihr in Verbindung gebracht wurde, hatte dem Heiratsvermittler bald erklärt:„Er nähme Frl. Frida nicht und wenn sie eine Million hätte, denn für einen aktiven Offizier würde eine solche Verbindung ganz unmöglich sein." Ein Architekt verlobte sich wirklich mit ihr und gab dem Vermittler im voraus als Provision ein Wechselakzept über 8000 M. Die Verlobung ging aber bald auseinander, da Frl. Frida plötzlich wieder darauf bestand, daß sie einen aktiven Offizier haben wolle. Auch mit einem Domänenpächter war sie heimlich verlobt. Sie fand auch reichlich Gelegenheit, die heiratslustigen Herren, die mit ihr in Verbinirnng traten, unier allerlei phantastischen Vorspiegelungen anzuborgen. Bei dem letzten Verlobten der Frida, einem Kaufmann, der seinem Bräutchen mit Vergnügen bei augenblicklicher Verlegenheit kleinere Summen„vorstreckte", versuchte Mutter Krey einen größere:: Pump in Höhe von 20 000 M., angeblich zur Uebernahme einer Bürgschaft. Der Versuch mißglückte aber. Die Verlobung ging auseinander und nun erfolgte ein Schurkenstreich, indem eine Strafanzeige gegen den ehemaligen Bewerber erfolgte, die die wissentlich unwahre Beschuldigung eines Verbrechens gegen§ 220 des Strafgefetzbuchs enthält.— Frau Krey wurde zeitweise auch „fromm". Sie erschien regelmäßig in tiefer Trauer in einer hiesigen Kirche und erweckte das Interesse des Geistlichen. Eines Tages erschien sie bei diesem und versuchte, ihn zur Hergabe einer Summe zu bewegen, wobei sie sagte:„Der liebe Gott hat mir gesagt, daß ich von Ihnen das Geld erhalten soll." Der inzwischen schon von dritter Seit« gewarnte geistliche Herr erwiderte aber mit stoischer Ruhe:„Liebe Frau, wenn dies ivahr wäre, würde auch mir der liebe Gott gesagt haben, daß ich Ihnen das Geld zahlen soll."— In der Verhandlung ziehen sich Mutier und Tochter fort- gesetzt der Lüge. Das Gericht sah die Tochter als die Haupt- schuldige an und verurteilte sie zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis, die Mutier zu 4 Monaten Gefängnis. Beiden wurde ein Teil der Untersuchungshaft angerechnet�_ Strafverfahren wegen schlechter Behandlung russisch-polnischer Landarbeiter. Bekanntlich dürfen die ruffisch-polnischen Landarbeiter im Deutschen Reiche ihre Arbeitsstelle ohne polizeiliche Genehmigung nicht verlassen. In Barendt waren ausländische Lmrdarbeiterinnen vom Gutsbsitzer Conrad so schlecht behandelt worden, daß sie sich in ihrer Rot an das Landratsamt wandten. Dieses gab ihnen den Rai, sich eine neueArbeitsstelle zu suchen. Das taten die Frauen auch. Sie wurden jedoch von Eonrad wegen angeblichen uilbefugten Ver- lassens der Arbeit angezeigt und kamen vor Gericht. Das Gericht sprach sie aber frei. In der Urteilsbegründung wurde betont, daß für die Frauen eine Gefahr für Leib und Leben, also eine Not- wehr vorgelegen hätte. Sie hätten sich auch ohne Erlaubnis«nt- fernen dürfen. Es könnte ihnen nicht zugemutet werden, bei ent- würdigender und schlechter Behandlung zu bleiben. Eigentlich mußte der Gutsbesiber auf die Anklagebank kommen. Gegen ihn und einen anderen Besitzer soll auch das Strafverfahren wegen schlechter Behandlung der Landarbeiter eingeleitet werden. Ms aller Velt. Ein ostpreuhischer Landwirt als russischer Soldat. Aus Ostpreußen wird dem„Berliner Tageblatt" geschrieben Merkwürdige Schicksale hat der Landwirt Jakob Linker ans K o suchen. Kreis Johannisburg in Ostpreußen, erlebt. Der 75jährige Mann, der die Feldzüge 1866 und 1870/71 mitgemacht hat, wurde auch in dem jetzigen Kriege Soldat, aber auf— russischer Seite. Linker geriet im August 1914 den Russen in die Hände. Man benutzte ihn und sein Fuhrwerk, um Verwundete nach den Lazaretten zu fahren. Da der alte Mann diese Arbeit zur vollsten Zufriedenheit der Russen besorgte, behielt man ihn dauernd im russischen Heeresverband als T r a i n s o l d a t. Monate- lang hatte Linker, den die Soldaten„Papajeck" nannten, Dienst in einer Fuhrkolonne getan. Seine Kameraden und Vorgesetzten be- handelten ihn mit aller Achtung, trotzdem war es ihm bei den Feinden nicht wohl. Um aus dem Dienst zu kommen,� schützte der Deutsche eine Augenerkrankung vor und erreichte ei, daß er in ein Lazarett kam. Das Lazarett, in dem sich Linker besaud, erhielt eines Tages den Besuch des Zaren. Der Zar ließ sich„Papajeck" vorstellen, fragte ihn in deutscher Sprache nach seinen Erlebnissen und nach seinen Feldzügen. Als Linker dem Zaren erzählte, daß er auch die polnische Revolution 1863 mitgemachr habe, klopfte ihm der Zar auf die Schulter und sagte einige anerkennende Worte. Linker benutzte die Gelegenheit, um den russischen Herrscher um seine Enllassung zu bitten, zugleich aber auch um Rückerstattung seines Fuhrwerks zu ersuchen. Die Freiheit und das Fuhrwerk wurde vom Zaren sofort bewilligt, so daß Linker, der mit der Zarenfamilie photographiert wurde, nach Deutschland zurückkehren konnte. In Kosuchen traf er freilich seine Familie nicht mehr vor, dafür aber russische Ein- quarnerung, die ihn gut behandelte. Die Zarenpferde nahmen die Russen dem alten Herrn freilich wieder ab. Die ausgedachte Majcstätsiclcidigung. Vor dem Prager Land- wehrdivisionsgerich: stand letzthin ein Gastwirt, den ein guier Freund wegen Majestätsbeleidigung angezeigt hatte. In der Verhandlung stellte sich die Beschuldigung als falsch heraus und der Anzeiger gab zu, sich die unter Anklage stehende Aeußerung ausgedacht zu haben. Dafür bekam er wegen Majestätsbeleidigung zweieinhalb Jahre schweren Kerker und wegen Verleumdung des freigesprochenen Gastwirts noch sechs Monate dazu. Auch eine Kriegslieferung! In Ungarn wurde der Heeresgroßlieferant Jgnaz Pollack verhaftet, ein Millionär, der mit seinen Helfern neben anderen Gaune- reien auch den grandiosen Streich geleistet hat, vor der zweiten Belagerung Przemyjls zwei bereits bezahlte Fntiermitiel-Lastzüge von je 50 Wagen zu unterschlagen und ihren Inhalt noch einmal an das Militär zu verkaufen. So meldet die unter Vor- zensur erscheinende Wiener„Reichspost". Erklärung. In unserer Nr. 329 vom 2. Dezember V. Js. haben wir die Behauptung der„Mecklenburgischen Schulzeitung" wiedergegeben, daß Herr Ministerialrat a. D. v. Heyden auf Bredenselde seinen Kutscher zum Lehrer vorgeschlagen habe. Wir haben uns inzwischen überzeugt, daß diese Behauptung in allen Punkten unrichtig ist und nehmen sie deshalb mit dem Ausdruck aufrichtigen Bedauerns zurück._ Parteiveranstaltungen. Vierter Kreis, Jugeudscktion. Mittwoch, den 19. Mai, abends S'/j Uhr, findet in den Andreassestsälen, Andreasstr. 21, eine Zusammen- kunji der jugendlichen Wahlvereinsmltglieder im Alter von 18—21 Jahren stall, Tagesordnung: Forlsetzung des Vortragskursus der Genossin Käthe Duncker über:„Das jüngste Entwicklungs- stadium des Kapitalismus". Johannisthal. Heute abend Sli, Uhr: Mitgliederversammlung des Wahlvcrcins im Restaurant Lindenhoj, Friedrichstr, 61. Vortrag:„Eng- lands politische Verfassung". Referent: Genosse Dr. Rud. Breitscheid. Mariendorf. Die Mitgliederversammlung findet am Mittwoch, den 19, Mai, abends 8 Uhr, in: Restaurant Preuß, Kurfürsten str, 41, statt. Aus der Tagesordnung steht u, a, Vortrag des Genossen Sepp O e r t e r. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches, Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Glienicke(Nordbahn). Mittwoch, den 18. d. Mis., abends 8 Uhr, im Gemeindebureau zu Glienicke, Hauptstr. 18. Etatsberatung. Diese Sitzungen find öfscutlich. Jever Gemeindcangehünge ist be- t echtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Briefkasten öer Redaktion. Tie lunstische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 8, IV. Hof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 1 bis 7 Uiir, am Sonnabend von ü bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieslaften bestimmten Anfrag» ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merlzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteitt. Anfrage», denen leine Abonnementsquitlung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor, Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. M. Fch. 45. 1. An das Bolizeipräsidium in Berlin, Alcxanderplatz. 2. Für den Fall Ihrer Einberufung wird die Armendireliion der Stadt Berlin die Kosten tragen. Das Gehalt, das Ihnen der Unternehmer zahlt, wird aber dafür sicher in Anspruch genommen,— H. L. 51. Kranlcngeld wird nicht zum steuerpflichtigen Einkommen gerechnet. Vom Jahres- einkommen sind Versicherungsbeiträge in Abzug zu bringen.— E. M. 75. Der Wirt kann zur Lösung des Vertrages nicht gezwungen werden. Sie können den Vertrag auch nicht ohne weiteres lösen. Der Lohn tönnte Ihnen gepfändet werden, aber erst, wenn der Wirt durch Klage dl« Forde- rung gegen Sie bewirkt hat. Selbst wenn Sie einen Miete» Tillen, ist der Wirt nicht verpflichtet, Sie vom Vertrage zu entbinden,— O. M. 44. 1. Das richtet sich nach dem Verdienst. Wahrscheinlich aber werden Sie die niedrigste Lohnklasse kleben müssen. Unter Beilegung eines ärztlichen Attestes, in dem bescheinigt wird, daß Sie nicht schwanger sind, könnlen Sie Bcsreiung von der Wartezeit durch Antrag beim Amtsgericht bewirken. — A. M. 2. Wegen Lungenleidens zurückgestellt. Die zweite Ziffer be- deutet: Krampsadern; die dritte: Steifheit oder Krümmung eines Fingers. — O. G. 43. Sie sind zur Infanterie nicht gebrauchsfähig. Wenn Sie einberufen werden könnten, wissen wir nicht.— M. P. 76. 1. Für die Frau 21 M., für das Kind 12 M. monatlich. Mietszuschuß wird bis zu 50 Proz. gewährt. 2. Ja.— R. 3, FriedrichSselde. Ja, wenn das Statut eine solche Bestimmung enthält.— F. 0. 1. Sie sind ausgemustert. — K. Cf. 4, Dagegen wird nichts zu inachen sein. Sie dürfen keinen Abzug von der Miete machen.— Zl. S. 2S4. Die Zeichen, die wir nicht kennen, haben sicher rein miliiärifche Bedeutung.— M. 8. III. Zurückgestellt wegen Krantbeiten oder Fehler der Bewegungsorgane, Knochen oder Muskeln.— E. F. 10. Die Zeichen bedeuten jedenfalls selddienstsäbig.— M. ft. 24. Sie haben Anspruch aus Wöchnerinnenunterstützung.— Kicnlc. Wenn Sie eine persönliche Gestellungsorder bekommen, müssen Sie sich melden,— W. ffi. 101. Da eine Befriedigung der Gläubiger, die be- vorrechtigte Forderungen haben, im Konkursverfahren vorweggeht, so dürsten Sie leer ausgehen. Dagegen wird nichts zu machen sein.— E. M. 33. Sie Haien keinen Anspruch aus Unterstützung während dieser Zeit. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direktton über den Großhandel in den Zeniral-Martthallcn.(Ohne Verbindlichkeit.) Montag, den 17. Mai 1915. Fleisch: Rindfleisch per SO üx, Ochsen- fleisch la 96-112, do. Da 85-95, do. Dia 70-84; Bullenfleisch la 98—105, do. IIa 85—95; Kühe, seit 83—98, do. mager 70— 82, do. dänische 00— 00; Fresser 80— 100, Fresser, dänische, 85—100. Bullen, dänische, 85— 95; Kalbfleisch, Doppellender 160— 170; Mastkälber la 125— 140, do. IIa 110— 120; Kälber ger. gen. 70—90, do. dän. 00—00, do. Holl. CO— 00. Hammelfleisch: Mastlännner 115—125; Hammel la 106—114, do. IIa'98—114; Schafe 100— 110. Schweinefleisch: Schweine, fette 00—00, sonsttge 105—148, dän. Sauen 00—00, dän. Schweine 00—00. Gemüse, inländisches: Kartoffeln, Dabersche 50 sex 0,00; weiße Kaiser- krönen 0.00; stlaxnnm bonuin 0,00; Woitmann 0.00; Porree, Schock 0,80—1,50; Sellerie, Schock 5.00—12,00; Spinat 50 kg 5,00—10,00; Mohrrüben 7,00—9,00; Wirsingkohl Schock 0,00-0,00; Wirsingkohl 50 kg 0,00—0,00; Weißkohl Schock 0,00—0,00. Weißkohl 50 kg 00,00-00,00; Rotkohl, Schock 0,00—0.00; Rottohl 50 kg 0,00 bis 0.00; Kohlrüben Schock 6,00—14,00; Märkische Rüben 50 kg 0,00—0,00. Rosenkohl 50 kg 00,00—00,00, Meerrettich Schock 6,00—14,00; Pelerfiiienwurzel Schockbund 4.00—6,00; Zwiebeln 50 kg 00,00—00.00, Radieschen Schockbund 1,00— 1,50. Waldmeister Mandel 0,00— 0,00. Morcheln 50 kg 00—00. Gurken, Gorgaster, 100 St, 00—00. Rhabarber, Hamburger, 100 Bund 3,00—6,00, 100 Stangen 7,00—12,00, hiesiger 100 Bund 2,00 bis 4,00, Hamb. Frciland 100 Bund 2,50—3,00. Spargel, Beelitzer I ff, kg 0,40-0,50, Beelitzer II'L kg 0,25—0,30, Beelitzer III"/, kg 0,10-0,18, unsort. ,/3 kg 0,00, Märkischer I'l2 kg 0,40— 0,45, II kg 0,25— 0,30, HI kg 0,10—0,15. Spruten 50 kg 10— 15. Salat, Gubener, schock 4— 4,50. Äpfelstnen: ital., 50 kg 23—28, dito 200 St. 12—14, dito 300 St. 13—16, Murcia 200 St, 16,00—20,00, dito 300 Stück 16,00—20,00, Messina 160 St, 11,00—14,00, 200 St, 12,00—14,00, 300 St. 12,00—15,00. Messina Blut- HO St, 8,50—9,00, do, 100 St. 8,00-10,00, do. 150 St. 8,00—11,00. Spanische 420 St. 30,00—35,00, do. 714 St. 38,00—46,00, do. 1064 St. 88 00— 48,00, do. 420 St. large 33,00—45,00. BSetteraussichten für das mittlere NorddeutsÄland bis Mittwochmittag. Ein wenig kühler, in: Norden vielfach heiter, aber veränderlich; im«üd-n größtenteils bewölkt und au den meisten Orlen etwaS Regen; strichweise Gewitter.