Nr. 138.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: D bonnements Breis pränumerando: Bierteljährl 3,30 M, monatl. 1,10 ML wöchentlich 25 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Reue Belt 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungasn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Postabonnements rehmen an: Belgien, Dänemark, Solland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 60 Big., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Bort 10 Pfg., jedes meitere Wort 5 Pfg. Borte über 13 Buchstaben zählen für zwei Borte. Jnserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Donnerstag, den 20. Mai 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 151 90-151 97. Bor der Kriegstagung der italienischen Kammer. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 19. Mai 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. = Nördlich von Ypern nahmen die Kämpfe auf dem östlichen Kanalufer einen für uns günstigen Verlauf. Südlich von Neuve Chapelle setten die Engländer nach starkem Artilleriefeuer an einzelnen Stellen zu neuen Angriffen an. Sie wurden überall abgewiesen. Auf der Loretto Höhe nahmen wir einige feindliche Gräben und erbeuteten dabei zwei Maschinengewehre. Ein starker französischer Angriff gegen den Südteil von Neuville brach unter schwersten Verlusten für den Feind in unserem Feuer zusammen. Im Priesterwald versuchten die Franzosen um Mitternacht vorzubrechen, wurden aber durch unser Artilleriefeuer niedergehalten. Deftlicher Kriegsschauplay. Aus der Linie Shagorie- Frauenburg sind gestern stärkere feindliche Kräfte angetreten. Nördlich und füdlich des Njemen dauern die Kämpfe weiter an. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Ruffen versuchten gestern das weitere Vorschreiten unserer über den San ( nördlich Przemysl) vorgedrungenen Truppen durch Gegenangriff aufzuhalten. Alle diese Angriffe scheiterten unter schweren Verlusten für den Feind. Eine aus Hannoveranern und Oldenburgern bestehende Division hat in den lezten beiden Tagen bei den Kämpfen um den Sanübergang 7000 Gefangene gemacht sowie vier Geschüße und 28 Maschinengewehre erbeutet. Zwischen Pilica und oberer Weichsel sowie südöstlich Przemysl werden die Kämpfe fortgesetzt. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 19. Mai.( W. T. B.) Amtlich wird verlaut bart: 19. Mai 1915, mittags: Oberste Heeresleitung. Italiens Interessen gerichtete Balfanpolitif, Freiheit für Italien, seine Interessen im östlichen Mittelmeer gegen die Türkei gemeinsam mit den Dreiverbandsmächten wahrzunehmen und schließlich Handlungsfreiheit für den kommenden Friedenskongreß. Italien sich vorbehält, die Sache Serbiens und Belgiens zu unterstützen. Vor der Entscheidung. " 10 0 Köln, 19. Mai.( T. U.) Die„ Kölnische Zeitung" fchreibt zur österreichisch- italienischen Krise aus Berlin: Ein etwaiger friegerischer Ansturm gegen die Macht Deutschlands und DesterreichUngarns in einem Augenblick, da diese Macht mit nahezu einjähriger Kriegserfahrung auf der Höhe der Leistungsfähigkeit steht und gleichzeitig die Ohnmacht ihrer bisherigen Gegner erwiesen ist, würde nicht nur die günstige wirtschaftliche und finanzielle Entwidlung Italiens aufs schwerste gefährden und das Land um Jahrzehnte in seiner Entwicklung zurückwerfen, sondern auch seine bisBerige Machtstellung an und für sich einem Stoße aussetzen, von dessen Kraft sich die Führer der Kriegsbewegung wohl keine Rechenschaft geben. Dazu käme aber auch, daß Italien keine Hoffnung mehr behalten würde, sich, wie es vermöge der Fruchtbarkeit, Bewegung und Gesundheit seines Volkes seine Bestimmung ist ,, als gleichberechtigter Machtfaktor neben Frankreich zu stellen. Es würde freiwillig auf eine Zukunft verzichten, die nach Nordafrika verweist und welche die Herrschaft im Mittelmeer in ihrem Schoße trägt. Desterreich und Ungarn haben gesprochen, ein Angebot ist gemacht, das die Grundlage einer dauernden Freundschaft und weiteren glänzenden Machfentwicklung Italiens werden kann. Was die Verlodungen falscher Freunde und der Rausch der Kriegsbegeisterung den Verblendeten vorgaufeln: Leichterer Gewinn als die Zentralmächte bieten können, ist eine verhängnisvolle Täuschung. Beflagenswert wäre bas fleißige, hochbegabte Volt, wenn es im Taumel den falschen Weg gehe. Schwindelnachricht des ,, New York Herald". " " Köln, 19. Mai.( W. T. B.) Die Kölnische Zeitung" orten der Straße bemächtigt, beschimpfen die Boltsvertretung meldet aus Berlin zu der Nachricht des New York Herald" und möchten die Gewissens- und Preßfreiheit auf vom 1. Mai, Deutschland sei im Begriffe, der Schweiz fundheben. Gegenüber soviel Hebermut, welchen die Regierung ftüst zutun, daß, wenn Italien Desterreich- Ungarn den Strieg erkläre, es und pflegt. muß das Volk seine gewaltige Stimme erheben, sich gezwungen sieht, in schweizerisches Gebiet einDie auf das östliche Sau- Ufer vorgedrungenen ver- bevor das Parlament zusammentritt; während man in Rom zu fallen: Dieser Schwindel ist selbst für das amerikanischbündeten Truppen warfen gestern starke russische Kräfte, die mit allen Mitteln versucht, die Freiheit und den Willen französische Sensationsblatt zu plump. Man merkt die Absicht, sich nordöstlich Jaroslan neuerdings gestellt derjenigen Abgeordneten zu unterdrücken, welche sich dem einen Fall à la Belgien zu konstruieren, aber die Welt, soweit sie hatten, bis über die Lubaczowka zurüd. Kriege widersehen, dröhne von einem Ende bis zum anderen der nicht im Bann der Dreiverbandspresse steht, vor allem das SchweizerSieniawa wurde erobert. Der Uebergang über lienische Proletariat wird vielleicht heute, wo schon so viele Söhne steht, das seine Neutralität in zweideutigen Abmachungen mit einer Halbinsel der feierliche Protest des italienischen Volkes! Das ita- volt weiß, daß ein himmelweiter Unterschied zwischen Belgien beden San auch dort erzwungen; hierbei 7000 Gefangene bes Volkes die Uniform haben anziehen müssen, nicht mehr imftande Partei preisgab und vernichtete, und der Schweiz. die die Neutralität gemacht, acht Geschüße erbeutet. In den Morgen- sein, den Krieg zu verhindern, aber in seinen Versammlungen wird es mit unerschütterlicher Gewissenhaftigkeit nach allen Seiten wahrt. stunden versuchte feindliche Gegenangriffe wurden blutig zurück- noch einmal laut verkünden, daß es mit der im Dunkeln Die Schweizer kennen aber auch Deutschland, seine Gesinnung und geschlagen. ausgeheckten Unternehmung des Imperialismus Politit ihrem Lande gegenüber zu genau, als daß amerikanischDie Kämpfe am oberen Dujestr und in der Gegend keine Gemeinschaft hat und die Verantwortung französische Tendenzlügen irgendwelchen Eindruck auf sie machen von Stryj dauern fort. Unsere Angriffstolounen erstürmten für die Folgen derselben vollständig den Urheberu tönnten. nördlich Sambor mehrere Höhenstellungen der Russen über läßt. Proletarier Italiens, Mittwoch, den 19. Mai, alle zu und eroberten vom Feinde hartnädig verteidigte Ortschaften. den Bolksversammlungen zur Verteidigung des Friedens noch ein interventionistischer Schwindel. An der Pruth- Linie hat sich nichts Wesentliches Nieber mit dem Krieg!" wider den Krieg, wider den Imperialismus. ereignet. " Rom, 19. Mai.( W. T. B.) Die Agenzia Stefani" teilt mit: Die Nachricht von einem angeblichen Zwischenfall zwischen Kaiser und dent Botschafter Bollati, In Russisch- Polen wird im Berglande von Kielce Die Sozialisten für Ablehnung der Kriegs- Bilhelm gekämpft. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. bon Hoefer, Feldmarschalleutnant. Die italienische Krise. " Fredite. Basel, 19. Mai.( W. T. B.) Nach einer Meldung der Basler Nachrichten" aus Mailand beriet in Bologna der Borstand der sozialistischen Partei mit Vertretern des allgemeinen Arbeiterbundes und der sozialistischen Parlamentsgruppe über die Haltung, welche die Partei in der Kriegsfrage einzunehmen habe. Es wurde jeder Gedanke an einen Generalstreit U die in einigen Zeitungen veröffentlicht war, entbehrt jeder Begründung. Der Kaiser zeigte dem Botschafter taliens gegenüber die vollendetste Liebensürdigkeit. Zu spät?! Von den Morgenblättern gibt nur der Secolo" die „ Stampa" kündigt die Kriegserklärung an. fallen gelaffen. Eine Tagesordnung wurde angenommen, in Rede des deutschen Reichskanzlers wieder, zu der der die unerschütterliche Abneigung des Proletariats er sagt: Angesichts eines neuen Krieges hat es der Kanzler Mailand, 18. Mai.( T. U.) Die„ Stampa" behauptet, gegen die Teilnahme Italiens am Kriege bestätigt als notwendig erachtet, dem deutschen Volk den Eindruck bei daß Italien spätestens am Donnerstagmorgen den Zentral- und die parlamentarische Gruppe verpflichtet zubringen, daß die Verantwortung ganz auf der Seite Italiens mächten den Krieg erklären werde. Gleichzeitig wird das wird, gegen jede Kreditforderung für Kriegs- ist, welches sich anschickt, den Dreibundvertrag zu Stabinett sich durch einige Minister ohne Portefeuille ergänzen. zwede zu stimmen. Alle Organisationen werden zur Ab zerreißen, trotz des Versprechens österreichischer GebietsDas Parlament foll in seiner Eröffnungssigung sofort den haltung von neutralistischen Kundgebungen auf- abtretungen, das unter der formellen Garantie Deutschlands einzigen ihm vorzulegenden Gefeßentwurf über die Verleihung gefordert. gemacht würde. Natürlich hat der deutsche Reichskanzler nicht Saran erinnert, in welcher Stunde, in welcher Art dieses diplomatische Angebot Desterreichs der italienischen nur anzudeuten. Daß der größte Teil des italienischen follen, wie der frühere italienische Finanzminister Volfes mit Ausnahme der deutschfreundlichen Giolittianer Nationaltidende" mitteilte, wie folgt lauten: der unbegrenzten Gewalt an die Regierung und die budgetlose Verwaltung verabschieden. Man erwartet, daß nur die Die italienischen Forderungen offiziellen Sozialisten opponieren und den Kriegskredit ablehnen werden. an Oesterreich- Ungarn Regierung zufam. Es wäre ihm schwer gefallen, das auch Aufruf der italienischen Sozialdemokratie. uzatti dem römischen Storrefpondenten der Kopenhagener und Sozialisten, die der österreichisch- ungarischen VerhandlungsWie der 2. A aus Chiasso meldet, veröffentlicht der Avanti" einen Aufruf des Zentralvorstandes der sozialdemokratischen Partei an die Nation, in dem es heißt:„ Eine freche Minderheit von Narren und Gewalttätigen, im geheimen genährt von der Frankreich ergebenen Freimaurerclique und unterstützt von der Polizei und den unreinen Elementen, die diese aufzutreiben weiß, haben sich in einigen Hauptpolitik geneigt sind, diese Anerbietungen entrüstet zurückSofortige Besetzung von ganz Trentino, weist, brauchen wir nicht zu wiederholen. Istrien einschließlich Triest, Pola, Fiume, Warum die österreichichen Vorschläge in letter Stunde mehrerer Adria- Inseln, Abtretung Abtretung der unter dem Druck des unvermeidlichen Strieges nicht anMarinestationen an der dalmatinischen nehmbar sind? Sie lösen nicht das italienische Problem, Küste, Verzicht auf jede direkte und indirekte Einmischung das Problem der geographischen Grenze in die Angelegenheit Serbiens, Verzicht auf eine gegen und der endgültigen Sicherheit des Landes. Und ferner: Nur jest, aus Furcht vor dem Striege, spricht man die russischen Rückzugskämpfe Die Wiener Presse über Bethmann " Hollwegs Erklärungen. erweisen. teit in Galizien. gebracht, daß er alle Deutschen, die wir ge fangen genommen haben, erschießen ließ. Das geschieht bei uns sehr oft." い von der italienischen Universität, welche man uns hartnäckig verweigert hat. Nur jezt gibt man die Eristenz politisch Verfolgter zu und erkennt die Ansprüche der Italiener in den Dieser russische Armeeführer, der in seiner sinnlosen But unerlösten Ländern als. legitim an. Zu spät! Italien will über die erlittene Niederlage wehrlose Gefangene niedernicht um sein gutes Recht betteln, sondern es schickt sich an, Berlin, 19. Mai.( W. T. B.) Aus dem Großen Hauptschießen läßt, ist der typische Vertreter jener russischen Kriegsdieses Recht fraft feines freien Willens und mit quartier erhalten wir über den Fortgang der Opera partei, die Rußland in den Krieg hinein gehetzt hat und jetzt den Waffen durchzusehen. Es ist eine unverbrüch- tionen in Galizien folgendes Telegramm: die Führung des Heeres in Händen hat. Bei Truppen aber, liche Wahrheit, daß der Dreib und an jenem Tage, führet, in der Durchbruchsichlacht und während der anschließenden die schlechten Elemente in der Mannschaft Schändlichkeiten Nachdem Fürst Radko Dimitriem, der geschlagene russische Heer- die solche Führer aufweisen, kann es nicht überraschen, wenn als. Desterreich Ungarn und Deutschland den Krieg gegen Verfolgung der Verbündeten bis zum 12. Mai 140 000 Gefangene, aller Art begehen.( W. T. B.) Europa begannen, ohne uns zu benachrichtigen, zerrissen wurde. Unsere Interessen, unsere Würde wurden beleidigt. Befahl er den Rüdzug an den unteren San, der von Przemysl gegen 100 Geschüße und 300 Maschinengewehre eingebüßt hatte, Sie glaubten uns behandeln zu fönnen nicht wie ihresgleichen, an bis zur Mündung gehalten und aktiv verteidigt werden sollte. Japanische Kanonen für Rußland. sondern wie Diener, denen man einen Befehl auszuführen Hierzu hatte sich die Armee, wie gefangene Offiziere aussagen, auf gibt, ohne ihn zu rechtfertigen. Seit dem Tage, an dem wir dem westlichen Flußufer aufzustellen und bis zum äußersten zu richten an Stockholms„ Dagblad" foll Rußland von Japan Stockholm, 19. Mai.( T. U.) Laut zuverlässigen Nachuns empörten, existiert der Dreibund nicht mehr, und wir halten. Ausdrücklich soll in einem Armeebefehle auf angriffsweises haben die Handlungsfreiheit für unsere Verteidigung und unsere Borgehen gegen den Feind hingewiesen worden sein. Theoretisch zwölf 15-3entimeter- Stanonen erhalten haben, die nach der Zukunft wiedergewonnen. ( Voss. 3tg.") war eine solche Verteidigungsweise wohl möglich, nachdem die Russen Front geschickt würden; ferner sind zwei Striegsfabrzeuge mit während der vergangenen Monate im Weichsel- San- Bogen bei flachent Boden mit der Eisenbahn über Sibirien verschickt Sieniawa, dann bei Jaroslau und Radymno große start ausgebaute worden, um wahrscheinlich weiter ins Schwarze Meer beBrückentöpfe auf den westlichen Flußufer angelegt hatten. Die fördert zu werden. Ausführung des Befehls sollte sich aber praktisch als unausführbar Die Garnison von Wladiwostot, ungefähr Das Extrablatt" schreibt: Wir sind ehrlich bemüht 100000 Mann, wurde von unausgebildeten Refruten Die Truppe war durch die erlittene Niederlage und den Rückgewesen, durch weitgehende Bugeständnisse den durch zug so schwer erschüttert und durcheinander geraten, daß nur eine abgelöst und nach der Front geschickt. Diese Truppen Vertrag besiegelten Bund zu erhalten und zu befestigen. Auch die passive Verteidigung der Sanlinie möglich wurde, fanden doch unsere sind die bestbezahlten der russischen Armee. Garantiefrage ist gelöst worden, so wenig auch an den gegen den San vorrückenden Truppen unter den Gefangenen immer Toyalen Absichten Desterreich- llngarns jemals zu zweifeln war. wieder Versprengte aus allen möglichen Verbänden der russischen Militärgouvernements in dem okkupierten Gemeinsam bekundeten die beiden alten Freunde dem Dritten im Front, und berichteten diese Gefangeren doch übereinstimmend, daß Bunde ihre Entschlossenheit, nicht nur über die augenblicklichen Verbände die russischen Führer bestrebt seien, durcheinander gekommene Polen. Schwierigkeiten hinwegzukommen, sondern gleichsam auch den Grund Rangierung nach früherer Regimentszugehörigkeit. zu formieren ohne jede Rücksicht auf eine Wien, 19. Mai.( W. T. B.) Aus dem Kriegspressequartier wird zu dauernder Freundschaft zu legen. An Italien liegt es verschiedensten Kriegsschaupläßen her wurden die entbehrlich von Militärgouvernements in den besetzten Gebieten Bon den gemeldet: Das Armecobertommando verfügte die Schaffung nun, davon Gebrauch zu machen. scheinenden Teile herangezogen und mit der Bahn an den unteren Das Neue Wiener Journal bemerkt, das Anerbieten San gebracht, so daß sich an dieser Flußlinie den Verfolgern nicht Russisch- Polens. Aus dem bisherigen Verwaltungsbereich des einen der Monarchie und die Garantien Deutschlands müßten unbedingt weniger als 23 verschiedene Infanterie- Divisionen Armee- Etappenkommandos( mit den Kreisen Dombrowa, Olfusch, wenn man mit politischer Raison rechnen könnte, den Frieden entgegenstellen sollten. Radko Dimitrie mußte aber wohl in- Miechow, Włoszczowa, Pinczow, Stopniza und Kielce) wird das f. sichern. Jedenfalls sei Bereitsein für die Monarchie und ihren zwischen das Vertrauen in die Widerstandskraft eines großen Teils und 1. Militärgouvernement Kielce, aus dem bisherigen werfeiner bei Gorlice- Tarnow beteiligt geinesenen Truppen verloren waltungsbereich des anderen Armee- Etappenkommandos( mit den treuen Bundesgenossen Deutschland alles. Die Arbeiteraeitung" sagt: Das glorreiche Bei- zurüdgenommen haben. Denn unsere Flieger meldeten am 12. und Militärgouvernement Piotrkow gefchaffen. und die am schwersten erschütterten Verbände weit hinter den San Kreisen Noworadomst, Piotrkow, dann vorläufig Opocno und Konslie) das ipiel unserer tapferen italienischen Genossen, 13. Mai den Rückmarsch langer russischer Kolonnen vom unteren San behörde, die als Verwaltungsbehörde und Zivilgerichtsbehörde Die Gouvernements die alles dafür einsetzen, um das Land bei der Neutranach Osten und Nordosten. Iität festzuhalten, bestärkt uns in dem Borsag, den Frieden Es blieb demnach im wesentlichen Aufgabe der neuangekommenen weiter Instang fungiert, hat für das Militärgouvernement Kielce mit Stalien zu verteidigen und die Hoffnung nicht aufzugeben, daß Verstärkungen, den San zu halten, besonders den Brüdenkopf von ihren Sig vorläufig in Miechow, später in Kielce, für das Militärsich Italien fernhalten werde, dem Weltkriege, der schon im Ab- Jaroslau, auf defsen Behauptung der russische Armeeführer viel Wert gouvernement Piotrkow in der Gouvernementshauptstadt. Die beiden Löschen ist, neue Scheite zuzutragen. zu legen schien. Am 14. Mai begannen die Verbündeten, die Militärgouvernements sind dem Armeekommando unmittelbar Przemysl von Süden her abgeschlossen und längs der ganzen unterstellt. Sanlinie bis nahe an den Fluß und dessen Brückentöpfe herangerückt waren, mit dem Angriff auf Jaroslau. Der Feind hatte Man erwartet die Anwesenheit von rund 450 Depu die Höhen westlich dieser Stadt zu einer Art Festung ausgebaut. tierten in der Kammersizung. Nur die Sozialisten Bon langer Hand vorbereitet zogen sich hier die Schützengräben Wien, 19. Mai.( W. T. B.) Vom Armee Oberfom= merden Opposition gegen die Regierungspolitif machen, voraussichts in weitem nach Westen gerichteten Bogen vom Flusse durch mando wird mitgeteilt: Am 16. d. M. erschien in Rußland eine lich in maßvoller Form. Der Druck des Grünbuches ist fast Grafen von Schimiensli und durch den Bark zur Jupajowka- Höhe, it en Flügel der Schlachtfront zwischen Dnjestr und Pruth lich in maßvoller Form. Der Drud des Grünbuches ist faft die westlichen Vorstädte nach dem Meierhof und Schlosse des amtliche Darstellung der jüngsten Ereignisse, die sich am äußervollendet. Die Setzer der Kammerdruckerei wurden unter An- die mit Schloß und Meierhof den Schlüsselpunkt der Stellung abgespielt haben. In schwazhafter Uebertreibung der gegen die drohung schwerer Freiheitsstrafen vor jeder Indiskretion gewarnt. bildete. Regimentern der preußischen Garde und des sechsten öfter großen Siege in West- und Mittelgalizien ganz unbedeutenden Gr Wie die Tribuna" wissen will, werden die Dokumente be- reichisch ungarischen Armeekorps war es vorbehalten, sich in den Be- folge in einem Flügelabschnitt benutzt diese Darstellung nicht nur die weisen, daß Desterreich- Ungarn seit Kriegsbeginn wußte, Italien sig von Stadt und Brückenkopf Jaroslau zu setzen. Die russischen vergangenen Kämpfe, sondern hat, was gewiß für amtliche Vererachte sich als von den Bündnispflichten befreit Verteidiger bestanden aus der 62. Division, zu deren Unterstützung Teile und werde seine nationalen Forderungen um jeden Preis durch der 41. und 45. Division beschleunigt herangeführt wurden, welche schmückung und zum Aufpuh dem Ganzen phantasievoll eingefügt. öffentlichungen gänzlich neu ist, auch zukünftiges zur Aussehen. Der Kriegsminister erklärte, Freiwillige würden unbegrenzt die dortigen Befestigungsanlagen besetzten und durch Neuanlage von schmückung und zum Aufpus dem Ganzen phantasievoll eingefügt. bei allen Waffen angenommen, aber keine Freiwilligen- Drahthindernissen in aller Gile noch weiter zu verstärken suchten. So wird hauptsächlich mit Annahmen und mit Erfolgen, die angeb torps gebildet werden, wie die Garibaldiner, Republikaner In zweitägigen Kampfe entriß die Garde dem Feinde die Stadtlich zu erwarten seien, gearbeitet und das tatsächlich Erreichte, das Jaroslau und warf ihn hinter den Fluß zurück; die Regimenter für eine schwungvolle Schilderung zu wenig Material liefert, ge= und Reformsozialisten gewünscht haben. Elisabeth und Alexander erstürmten, untermischt mit österreichisch räuschvoll ausposaunt. Aus unseren offiziellen Mitteilungen ist ungarischen Truppen, im Nachtangriff Meierhof und Schloß samt jedermann bekannt, daß wir unsere Streitkräfte am südöstlichen Barl, dessen uralte Bäume von den Granaten gleich Streich Flügel der Schlachtfront bont Dnjeste an den Pruth zurüdgenommen hölzern gehidt, während die umfangreichen Schloßbauten in haben und daß unsere Truppen Zelesschti, das sie vorher erobert Schutt und Aichegelegt wurden. Das ofterreichische Linien hatten, geräumt haben. Die in der russischen Darstellung auf regiment Nr. 56 und Honved entrissen dem Feinde den Gipfel der Jupajowka Höhe. Bei diesen Kämpfen fielen pofaunte Niederlage würde wohl selbst dann kaum die wie es etwa 4000 unverwundete Russen in Gefangenschaft, einzelne Regi- im Bericht heißt von den Verbündeten erreichten Erfolge in menter, wie z. B. das 247., wurden so gut wie aufgerieben und be- Westgalizien zunichte machen", wenn sie wahr wäre. stehen nicht mehr. " Das Grünbuch. Westlicher Kriegsschauplah. Eine österreichische Richtigstellung. Ite Bäume von den Granatengbauten in Streich- Flügel vom = Der Seekrieg. Zur Torpedierung der Lufitania". " Der französische Tagesbericht. Baris, 19. Mai.( W. T. B.) Amtlicher Bericht vom Dienstagnachmittag. Auf dem von uns gestern und vorgestern eroberten Gelände westlich des serfanals Am Abend des 15. Mai tvar Jaroslau und der ganze ließen die Deutschen etwa 2000 ote und eine große Zahl Brüdentopf in der Hand der Verbündeten. Die geräumige Stadt Gewehre zurück. Im Laufe der gestrigen Unternehmung mit ihren alten polnischen Renaissancebauten und der prächtigen machten wir wieder einige Gefangene. Destlich des neuen, in byzantinischem Stile gehaltenen Kirche war erhalten ge Ranals befestigten wir die kürzlich von uns eingenommenen blieben. Die Russen brannten die Brüden hinter sich ab, nachdem fie auch die Bahnhofsanlagen den Flammen übergeben hatten. London, 19. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bu Stellungen. Nachtsüber versuchten die Deutschen nach voranreaus. Kapitän Wood vom Dampfer, Etonia" erklärte, gegangenent Bombardement und Bombenbewerfung einen beder Dampfer sei ungefähr 40 Meilen von Kinsale entfernt ge sonders heftigen Gegenangriff. Sie wurden zurückgeworfen. Meldung des russischen Generalstabs. wesen, als er das Notsignal der Lufitania" empfing. In dem Gebiet nördlich der Lorettohöhe auf der Straße Petersburg, 19. Mai.( W. T. B.) Der Generalstab des Signal empfangen. Sie fuhren vor der„ Etonia" in der Richtung Auch die Dampfer„ City of Greter" und" Naragansett" hätten das Air- Noulettes Souchez hielten wir sofort durch unser Feuer Generalissimus gibt folgenden Bericht aus: Seit dem Morgen der Lufitania". Plöglich sah ich, fuhr der Stapitän fort, das awei feindliche Gegenangriffe an. Unsererseits eroberten wir des 16. Mai entwickelten sich die Stämpfe in der Gegend von Beristop eines Unterfeebootes gerade vor uns. Ich durch eine Unternehmung bei Nacht Häusergruppen in der Sza tol e andauernd sehr günstig für unsere Truppen, die, ließ Volldampf geben. Das U- Boot verschwand, tauchte Nähe des Friedhofs von Ablain. Auf der Front nördlich nachdem sie die Dubissa überschritten hatten, die Deutschen an einige Augenblide später hinter unserem Schiffe auf und Arras dauert der Artilleriekampf Tag und Nacht an. Die griffen, sich einiger Schüßengräben bemächtigten und 8 Geverfolgte die Etonia" zwanzig Meilen weit. Deutschen beschießen besonders wütend Arras. In dem Gebiet schüße erbeuteten. Bei Chelnew, Russkibrod und die„ Etonia" vermochte aber durch ihre höhere Geschwindigvon Ville- au- Bois bei Berry- au- Bac versuchte der Feind einen Suched new fügten unsere plöglichen Gegenangriffe der feit zu entkommen. Später sah ich ein anderes Periskop an der neuen Angriff, der leicht zurückgewiesen wurde. feindlichen Vorhut schwere Verluste zu. In der Gegend Steuerbordseite und ich ließ wenden. Die Naragansett" Paris, 19. Mai.( W. T: B.) Amtlicher Abend bericht. zwischen Wierzbruck und Opatow sowie füdlich von auf sie abgeschossen habe, welcher um nur acht Fuß meldete drahtlos, daß das Unterseeboot einen Torpedo Der Regen, welcher seit Montagabend ohne Unterbrechung Opatow warfen unsere Truppen am 16. Mai in ungeſtümen fehlging. Sie riet mir, der Lusitania" nicht zu Hilfe zu fiel und dichter Nebel, welcher verhinderte auch nur 100 Meter Angriffen die Spigen feindlicher. Solonnen in einer Entfernung tommen. meit zu sehen, machte jede Aktion unmöglich. Auf der Front von über 10 Werst Tiefe zurück. Notiz des W. T. B.: Hierzu erfahren wir von zuständiger fand fein Kampf statt; selbst die Kanonade war sehr schwach. Am San herrscht heftiges Artilleriefeuer von der Mün- Stelle, daß die Angaben des Kapitäns Wood nachdung des Wislof bis Przemysl. In der Richtung auf Stozi weislich unwahr sind und jeglicher fachlicher und Dolina machte der Feind vergebliche Angriffe gegen Stimmung gegen uns machen oder der Dampfertapitän macht fich Unterlage entbehren. Entweder will Reuter wieder mal Die amtlichen Veröffentlichungen des Generals French heben die von uns fürzlich eingenommene Front, wobei er große einer bewußten Züge schuldig. dauernd die dem Feinde beigebrachten ungeheuren" Verluste her- Verluste erlitt. Hier machten wir auch mehrere hundert Gebor. Es hat den Anschein, als ob der englische Oberbefehlshaber fangene. dadurch die Aufmerksamkeit von den lezten Mißerfolgen im pern- Am Pruth unternahm der Feind am 15. Mai wiederbogen ablenken und vor allem über die eigenen großen Verluste holte Angriffe in dichten Stolonnen von Delatyn und Kolmea hinwegtäuschen will. aus, die erfolgreich abgewiesen wurden. Wir erbeuteten noch vier schwere Haubigen und warfen unsere vorgeschobenen ruppenteile über den Pruth. Die englischen Verluste. Obgleich die englische Frontlinie sich in den letzten vier Monaten durch Herausnehmen französischer Kräfte nur um etwa 16 Kilometer verlängert hat, haben sich die Offiziersverluste in unverhältnis mäßiger Weise gesteigert. Sie betrugen nach den amtlichen eng lijchen Veröffentlichungen im Januar 254, im Februar 397, im März 1184, im April 1300. " ,, Transsylvania" von einem U- Boot verfolgt? meldet, teilen Fahrgäste der Transsylvania", die in Glas Haag, 18. Mai.( W. T. B.) Wie der Nieuwe Courani" gow antamen, mit, daß fie, als das Schiff in die Striegszone fam, 300 yards hinter dem Schiff ein Untersee boot bemerkten. Die„ Transsylvania" fuhr zuerst im Zidzad und flüchtete, dann Torpedierter Dampfer. Taten eines russischen Armeeführers. unter Bolldampf. Berlin, 15. Mai. Zu den immer wiederholten VersicheDie hohen Verluste im März wurden durch die Kämpfe bei rungen des russischen Generalstabes, daß die russische Armee Neuve Chapelle, deren Erfolg ein kaum nennenswerter Gelände- feine Niederlagen erleide und die Russen sich feine Striegsgewinn war, die im April durch die Kämpfe im Opernbogen rechtsverlegungen zu schulden kommen ließen, bildet der folbewirkt. London, 19. Mai.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet, daß der Dampfer Drumcree", der gestern Barry vergende Brief eines russischen Soldaten, der in die Hände der ließ, torpediert worden ist; die Besakung wurde gerettet. Der türkische Krieg. Beschädigung des Panzers Albion". Für den Monat Mai scheint die Verlustzahl gewaltig empor- Desterreicher fiel, einen beredten Kommentar: Schreiber des auschnellen. Eine Zusammenstellung der Offiziersverluste vom Briefes ist der russische Landsturminfanterist M. Rejzin beim 1. bis 11. Mai übersteigt. schou die Gesamtzahl vom April; sie Rücklaßdetachement des VIII. Armeekorps. Der Brief ist beträgt 1478, von denen 289 tot, der Nest verwundet oder ver-( Feld post 106) unter dem 10. Februar 1915( a. St.) an mißt sind. Moses Gulfis in Ziuryce( Gouv. Bessarabien) gerichtet. In dem Briefe heißt es: Unser Regiment ist am 5. Februar ganz vernichtet worden. Seit dem 3. d. M. stand es im Feuer unter persönlichem Kommando des Armeeführers. Jnnerhalb drei Stunden 865 Mann An der Dardanellen front gestern zu Lande keine gefallen, außerdem gab es unzählige Verwundete. Ein ganzer Berg von Leichen, darunter aber aur 200 deutsche Soldaten. Veränderung. Auf dem Meere beschossen feindliche Schiffe fannst Dir das denken, wenn von 4000 Leuten faum 1800 ge- von weitem ohne Erfolg unfere am Eingang der Meerenge blieben sind. Unser Kommandant war derart auf aufgestellten Batterien. Das Panzerschiff„ Albion, Die Ursachen für diese hohen Ziffern sind die verlustreichen Kämpfe auf der Jusel Gallipoli und die englischen Angriffe südwestlich Lille. In diesen Kämpfen sollen nach Aussage von Gefangenen die Verluste weit höher sein, als bei Neuve Chapelle. Die Gesamtzahl der, englischen Offiziersverluste bis zum 1. Mai beträgt 8957, die Verluste der Marine zur See sind in dieser hohen Zahl nicht einbegriffen. Du Konstantinopel, 18. Mai.( W. Z. B.) Das Haupt. quartier teilt mit: wurde von einem unserer Geschosse g s-t ro f f e n.-Unsere Flieger sührten ersolgreiche Flüge über Sedulbahr aus. Auf der übrigen Front hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Sie Versenkung ües englischen U-Sootes A E 2 bestätigt. London, 19. Mai.«W.T.B.) Die Admiralität bestätigt den türkischen Bericht über die Lcrsenkung des II � B o o t e s E 2. Von drei Offizieren und 29 Mann, die sich an Bord befanden, find die Offiziere und 17 Mann kriegSgefangen. Der Krieg und Sie Kolomen. Die Kämpfe in Deutjch-westafrika. Von der holländischen Grenze, 18. Mai.(X U.) Aus K a p st a d t wird unterm 17. gemeldet: Oberst Mentz, der östlich von Wind hu k vorgeht, hat 140 Gefangene gemacht und 25 Wagen mit Lebensmitteln er- beutet. Sie Revolution in Portugal. Lyon, 18. Mai.(W. T. B.) Der„Progres" meldet aus Lissabon: Die Zahl der Opfer des Aufstandes betrug bis zum Abend des 17. Mai über 200 Tote und 500 Vcr- wandet e. Die Mehrzahl der Opfer gehört der r e p u b l i- konischen Garde an. Admiral kavier Brito ist ein» gekerkert worden. Er wird beschuldigt, dem Unterseeboote „Espadarte" den Befehl gegeben zu haben, die Schisse zu ver- senken, die die Stadt beschossen. Man berichtet, daß der Plan zu der Revolution drei Tage nach der Bildung des Äabinetts Castro ausgearbeitet worden sei. Dr. Alvaro Castro übernahm den niilitärischen Tcil: der Postminister, der bereits anläßlich des Sturzes der Monarchie die Organisierung der Earbonari ge» leitet hatte, übernahm die Gruppierung der Zivilisten, wäh- rend Äapitän Rego die Organisation der Revolution in der Marine durchführte. Räch seiner ersten Sitzung hat der neue Ministerrat eine Note erlassen, in der er dem Lande seinen Dank für die Unterstützung beim Sturze der Diktatur ausspricht und die Bevölkerung auffordert, Ruhe zu bewahren, da das Ziel des Auf st an des er» reicht sei. Wer die Ruhe wieder störe, werde alS Vaterlandsverräter betrachtet werden. englischer SurgfmSe. Die englische Regierung vertritt bekanntlich den Standpunkt, daß die T r u n k s u ch t der Arbeiter die Munitionsfabriken daran hindere, ihre Leistungen auf das notwendige Maß zu steigern. Lloyd George, der in dieser Beziehung die Führung de-S Kabinetts übernommen hat, formulierte den Gedanken so:„England hat drei Feinde: Teutschland, Oesterreich imd das Trinken." . Ilm den dritten Feind wirksam zu bekämpfen, schlug Lloyd George bestimmte Maßregeln zur Einschränkung der Herstellung und des Bertrieb es geistiger Getränke vor. Aber siehe da, die patriotische Mehrheit des englischen Parlaments lehnte feine Gesetze fast voll- standig ab. da sie die Interessen der großen Brauer und Brenner und der kleinen Wirte und Schnapöhändlcr nicht verletzen wollen. Zu diesem Fiasko äußert sich der„ L a b o u r L e a d c r" mit bitterem Spott: „Während die Regierung stark genug sein mag, die Heere Deutschlands und Oesterreichs niederzuwerfen, ist sie wie ein Kind gegenüber einem Riesen, wenn sie es mit den Kapitalsinteressen zu tun hat. Seit dem Beginn des Krieges hat der Burg- friede geherrscht. Wenn die Arbeiter höhere Löhne ge- fordert haben, klagte man sie an, daß sie die Einigkeit der Nation zerstörten. Aber wenn die K a p i t a l s i n t e r c s s e n be- droht sind, dann tun dieselben Leute, die uns verurteilt haben, so, al» wenn der Burgfriede von gar keiner Bedeutung wäre. Die einzige Gelegenheit, bei der eine Abstimmung im Ilnterhause statt- gefunden hat, war bei den Getränkevorschlägen der Regierung. Die Opposition machte es dem Ilnterhause klar, daß sie, ob europäischer Krieg oder nicht, mitZähnen und Klauen gegen eine Gesetzgebung kämpfen werde, die den Handel mit Getränken ernstlich beschränke. Britanniens Sache auf dem Kontinent ist gut und gerecht, aber heiliger ist die Sache der K a p i t a l s i n t e r e s s e n' An diese Sache darf nicht gerührt werden. Ilnd wenn auch der Schatzkanzler und seine Beamten versichern, daß das Trinlen die Stoßkraft der Nation schwäche,— was hat das zu bedeuten, wenn die BierlordS von den Borschlägen der Regierung nichts wissen wollen. Und so mußte Lloyd George sich besiegt zurückziehen. Nun, wenn die Augen des Volkes durch diesen Borfall nicht ge- öffnet werden, dann sind sie wahrhaftig fest geschlossen.... Die großen kapitalistischen Interessen haben der Nation von Beginn des Krieges an/Trotz geboten. Die Bier-Herren sind nicht schlimmer gewesen als die Land-Herren, die Bcrg-Herren und die Industrie- Herren. Während das Volk gelitten hat, haben sie aus seinen Leiden Reichtümer geerntet." Man sieht, die englischen Arbeiter verstehen es auch im Kriege, ihre Sache zu vertreten. Die wuchtigen Angriffe des„Labour Leader" sind gleichzeitig auch ein Beweis dafür, daß in England Burgfrieden und Zensur nicht dasselbe bedeuten. Ministerkrise in Cnglanö. London, IS. Mai. stS. T. Bs Der Parlamentskorrespondent der .Times" meldet: Man erfährt, daß Lord Fisher an den beiden letzten Tagen die Admiralität nicht be« fachte. Dies, in Verbindung mit einer längeren Unterredung Churchills mit A S g u i t h am Sonnabend, hat vielerlei Gerüchte veranlaßt. In politischen Kreisen herrscht große Be- tvegüng..Die„Times" ichreiben hierzu in einem Leitartikel: Die obige Mitteilung bestätigt den in dem Volke herrschenden Eindruck, daß die Regierung einen ruhelosen UebergangSzustand erreicht hat. Die Nation ist besorgt; sie sieht auf jedem Kriegsschauplatz den Kampf heftiger und vielleicht unentschiedener werden und hört von gewaltigen Verlusten sowohl in Frank- reich als an den Dardanellen. Zugleich herrscht tiefe Unzufriedenheit über hie Lieferung von Munition, deren Mangel niemand leugnen kann. Das Blatt kritisiert Churchills eigenmächtige Tätigkeit in der Admiralität und wünscht, daß LorbFisheranseineStelletretc. London,- 13. Mai.- sW. T. B.) Die„Morning Post" wendet sich gegen den Gedanken einer K o a Ii tio n S r e gi e» rung. Die Opposition schweige zwar, aber daraus folge, nicht, daß sie die Kriegspolitik der Regierung in allen Punkten billige. Wenn Unionisten in das Kabinett einträten, so würden sie dort in der Minderheit bleiben und könnten über- stimmt werden. Die Regierung wäre dann nicht einmal mehr durch die Drohung einer wirksamen Opposition in Schranken zu halten. Nur wenn die Regierung eine Koalition auf der Basis der unioni- stifchen Forderungen, wie der allgemeinen Wehrpflicht annehme, sei die Koalition möglich. Kriegsfragen vor öem englischen Unterhaus. London, 19. Mai.(W. T. B.) Im Unterhaus erklärte Untersekretär Mac Nama.ra auf eine� Anfrage: Das deutsche Luftschiff, das am Sonnabend S o u t h c n d beschoß, wurde zuerst um Uhr und zuletzt um i'/a Uhr früh gesehen. Die Admiralität wurde beuach- richtigt und in wenigen Minuten stieg eine Anzahl Flugzeuge von verschiedenen Luftstationen des Be- zirks auf, aber dichtes Gewölk behinderte die Verfolger. Mac Nainara lehnte es a b, die an Churchill gerichteten Fragen zu beantworten, o b bei dem Untergänge der„Lusitania" verschiedene Kriegsschiffe, die sich in Oueenstown und Milford Häven befunden hätten, zur Stelle sein konnten.— Der Minister d es Inn cm Mac Kenna sagte, daß bei den deutschfeindlichen A n S- s ch r e i t u n g e n in London 257 P c r s o n e n, d a r u n t e r 107 Polizeibeamte, verletzt worden seien. 866 Personen seien vcrhwftet worden. Der Umfang des Sachschadens sei noch nicht ermittelt. I o y n s o n H i ck s(Opposition) fragte den Premierminister Asquith unter Bezugnahme auf diaj)eutschen Berichte, o b ein-Schlacht- kreuzer oder Schlachtschiff oder ein anderes Kriegsschiff während der letzten drei Monate verloren gegangen oder vom Feinde zerstört worden sei, außer denjenigen, deren Namen die Admiralität veröffentlicht habe. Asquith erwidert, die Admiralität habe die deutschen Berichte dementiert. ASquith bezog sich übrigens auf seine Erklärung vom 22. April über die Zensur. Markham (liberal) fragte:� Darf das Haus nicht wissen, was man auf der Straße weiß? Asquith: Dann weiß das Haus eS auch. Markham warf ein: Aber nicht offiziell! Johnson Hicks fragte- dann, ob der Premierminister seine Antwort nicht nochmals in Erwägung ziehen wolle. Asquith erwiderte hierauf: Ich bedaure, daß ein Abgeordneter derartig drängt. Zum Schluß der Sitzung bei schwach besetztem Hause traten Sir R. Co op er und Sir H. D a l z i c I dafür ein, daß die Debatte über die Munittonsfragc die Zustimmung finde. Die„deutschen Greuel in Belgien. Die englische Bryce-Kommission hat ihren Bericht über ihre Unicrsuchung der„deulschen Greuel" in Belgien fertiggestellt. Nach einem Artikel der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" scheint dieser Bericht, auf dessen Inhalt nicht näher eingegangen wird, eine Zu- sammenstellnng von haarsträubenden Erzählungen zu sein.- Welchen Wert Feststellungen haben, die ganz einseitig' tgetroffen sind,, darüber- kann kein Zweifel bestehen. Auf die OnMät dieses.Berichtes deutet folgende-Bemerkung der„Norddeutschen Allgem. Zeituhg" hin: „Die Erzählungen, die da einem gläubigen oder ungläubigen Publikum aufgetischr werden, übertreffen die berühmten Geschichten der englischen Wärterin Grace Huine um ein bedeutendes. Die englische Kommission wird die eine Genugtuung bei ihrem Werke gehabt haben, daß das, was sie geschrieben hat, rächt mehr über- troffen werdeir kann. Abgehackte Frauenbrüste, vergewaltigte und verstümmelte Babys, gekreuzigte Kinder, deutsche Soldaten, die auf Piken die abgeschlagenen Köpfe ihrer Feinde triumphierend durch die Siraßen der belgischen Städte tragen, deutsche Brandkommandos, die unter der Devise„Gott mit uns" zur planmäßigen Einäscherung der Häuser schreilen, gehören zu den Perlen dieses Schreckens- kabinetts." Das offiziöse Blatt bemerkt dazu: „Wir möchten der englischen Regierung, die sich nicht scheut, dieses traurige Machwerk in die Welt hinauszuschicken, daS Sprich- wort ins Gedächtnis rufen:„Ein jeder kehre vor seiner Türe". Eine Regierung, die es duldet, daß in ihrer Hauptstadt vor den Augen der Polizei, der wilde Mob Hunderte von wehrlosen Deutschen beraubt und plündert, eine Regierung, die die Konzentrationslager in Südafrika mit ihren Schrecknissen gegen Frauen und Kinder auf ihrem Gewissen hat, sollte nicht andere bezichtigen und es ver- meiden, sich zum Anwalt eines Volkes zu machen, dessen Unglück sie zum größten Teil mitverschuldet hat. Sic sollte auf ihre eigene Geschichte zurückblicken und— schweigen." Eine Stimme öer Vernunft. Gegen den Lärm der Stimmen, die wegen der Versenkung der „Lusitania" Haß gegen das- deutsche Volk predigen und zu Gegen- maßregeln aller Art auffordern, heben sich wohltuend die ruhigen Bemerkungen ab, die der„Labou« Leader", das Blatt der Unabhängigen Arbeiterpartei, zu der traurigen Angelegenheit macht. Er wirft die Frage auf, ob der Vorteil, den Deutschland durch die Torpedierung errungen habe, wohl den mannigfachen Nachteilen entsprechen werde, die sein Vorgehen im Gefolge habe.„Aber", so fährt er fort,„wir müssen uns davor hüten, daß unser Schmerz sich in Haß gegen das deutsche Volk verwandelt und in den Entschluß zu erbarmungsloser Vergeltung." „Wir sind sicher, daß weite Kreise des deutschen Volkes.... ebenso erschreckt sind wie wir, und es hieße das Uebel vergrößern und nicht es heilen, wollten wir die Brutalität deS Kriege» er- höhen.... Auch müssen wir uns davor hüten, dieses... Ereignis von den Gräßlichkeiten de» K-ricgcs selbst zu scheiden.... Die Angriffe, die in diesem Lande auf deutsche Bewohner gemacht worden sind, werden sicher Vergeltungsmaßregeln gegen britische Untertanen in Deutschland zur Folge haben. So wächst das Haßgefühl. Wir aber, die wir grundsätzlich dem Krieg widerstreben, wollen unserm Schrecken und unserm Zorn nicht in- Angriffen auf die deutsche Natio» Luft machen, sondern in neuen Anstrengungen, den Uebeln ein Ende zu bereiten, die den Krieg gebären." Das sind Worte, wie sie einem Sozialisten geziemen. Englische Sergleute im Msftanö. London, 18. Mai.(W. T--B.) Zweitausend Bergleute in Süd-Staffordshirc sind gegen den Rat ihrer Führer in den A u s st a n d getreten. Illach der„Times" haben, da die geforderte Kriegszulage von 10 Proz. abgelehnt wurde, die Spinner einer Fabrik in ipldham für Mittwoch den Streik verkündet. Man besorgt einen großen Umfang des Streiks, da die Arbeitgeber nicht nachgeben wollen. Man nimmt ein Eingreifen der Regierung an.... Spionageprozeß in Lonöon. London, 19. Mai.(W. T. B.) Gestern begann vor dem Kri- minalgericht der Spionageprozeß gegen Küpferle, der mit zwei anderen im Februar verhaftet wurde. Der Gerichtshof setzt sich aus drei Richtern, unter ihnen der Lord-Oberrichter,- zu- sammen. Der Generalanwalt begründete die Anklage mit der Er- klärung, daß Küpferle einen scheinbar harmlosen Brief ins Ausland geschrieben habe, zwischen dessen Zeilen von der Zensur mit unstcht- barer Tinte geschriebene deutsche Mitteilungen über die britische Flotte entdeckt worden seien. Der Prozeß wird öffentlich geführr, doch können die Verhandlungen, wenn notwendig, geheim erklärt werden._ Kriegsbekanntmachungen. Der Poftdicnst in Belgien. Berlin, 19. Mai.(W. T. B.I Die Wiedereröffnung des Post- dienst es innerhalb des Gebietes des kaiserlich deutschen General- gouvernements in Belgien ist nunmehr vollendet. Sämtliche Orte und Wohnstätten in diesem Gebiet sind an da» neu geschaffene Postnetz der deutschen Post- und Telegraphenberwaltung in Belgien angeschlossen. Das Gebiet umfaßt die Provinzen Antwerpen, Brabant, Limburg, Lüttich, Luxemburg und N a m u r sowie die Provinz H e n n e g a u mit Ausnahme de» Kreises Tournai. In das Gebiet einbezogen sind außerdem die fran- zösischen Landesteile von Gib et und Fumay mit den Postorten Aubrive», Fumay, Givet, Hargnies, Haybes und Vireux- Molhain. Nicht einbezogen ist Maubeuge mit Umgebung.- Dieser französische Landesteil, der dem Generalgouvernement in� Belgien zugeteilt ist, gehört ebenso wie die Provinzen Ost- und Westflandern und der Kreis Tournai noch zum Bereiche der Feldpost der West- armecn.__ Letzte Nachrichten. Ter KriegStaumel in Rom. Rom, 19. Mai.(W. T. B.) Nachdem am Sonntag der König die Leibkürassierc besichtigt hatte, die die neue graugrüne Kriegs- uniform zum ersten Male trugen, hat er gestern verschiedene andere Truppenteile besichtigt und ist von der Bevölkerung bei seinen Fahr-. ten durch die Stadt, auch in den Arbeitervierteln, mit- Enthusias- mu» gegrüßt worden. Gegen abend fand eine große Demonstration auf dem Kapitol statt, an der mehrere tausend Menschen teilnah- men; dabei hielt Principe Colonna, der Bürgermeister von Rom, umgeben von allen Assessoren und Stadträten, von der Höhe der berühmten Doppeltrcppe des mit Fahnen geschmückten Senatoren- palastcS eine patriotische, aber im Gegensatz zu manchen anderen Reden der letzten Tage maßvolle Ansprache. U. a. sagte er:„Wir müssen den Blick auf unseren jungen König richten und uns daran erinnern, daß, wenn er uns eine Bahn weist, wir die Pflicht haben, ihm vertrauensvoll zu folgen." Fürst Colonna endigte seine Rede mit einem begeistert aufgenommenen:„Vive il Rc!" Dann ergriff der sozialistische Abgeordnete Podrecca das Wort zu einer Lobrede auf Marine und Heer, die jedoch durch die Ankunft d'Annnpzios unterbrochen wurde. Letzterer trat neben den Bürgermeister und sprach seinerseits zum Volk, indem er unter lautem und stet» er-. neutem Beifall den Entschluß deS Königs fcicric. Nach d'Annunzios Rede zogen die Demonstrationen unter Abfingen von National biedern, während die große Glocke...de» Kapitolturmc» er- tonte, bie sonst nur an nationalen Feiertagen gelautet, wird, zur .-französischen. Botschaft, wo-die französische Fahne aufgezogen- Iva Diese wurde von der Menge unter Neigung ihrer' Fahnen' mit Hochrufen begrüßt. Der französische Botschafter Barrere erschien auf dem Balkon des Palais Farnese und warf mit dem„Evviva I'Jtalia" Blumen auf die huldigende Menge. Dann hielt er eine französische Ansprache, in der er sagte, daß er in der Demonstration de» römischen Volkes die erfreulichen Auspizien für den geincin- samen Sieg für Franzosen nno Italiener sehe. Auf seine er- ncuten Rufe„Evviva l'Italia" wurde mit lebhaften Hochrufen auf Frankreich geantwortet, die in nichts der Begeisterung nach- standen, die sich bei der letzten Kundgebung box der englischen Botsthaft gezeigt hatte, als der englische Botschafter Rodd und Frau der Menge Blumen und Kußhäiede zuwarfen. Illach einem Vorbeimarsch am Ministerium des Innern, wo Herrn Salandra lebhafte Ovationen dargebracht wurden, löste sich der Demonstrantenzug, ohne Zwischenfälle auf. Fürst von Bülow hatte mit Herrn Eonuino eine längece Unterredung. Villa Malta und Palazzo Cafar'lli werden bewacht. Die revolutionäre Presse richtet gegen den Fürsten von Bülow nach wie vor heftige Angriffe, die übrigens trotz de» Kriegssiebers in vielen Kreisen mißbilligt und bedauert werden. Selbst der radikale-„Mcssoggero" crmahnt seine Ge-- sinnungsgenossen, nicht zu vergessen, daß Fürst von.Bülow seine Pflicht tue, indem er das Interesse seinc» Vaterlandes verteidigt, ♦ Paris, 19. Mai.(W. T. B.) Ter„Matili" meldet aus Rom: Tic Botschafter von Deutschland und Oesterreich- Ungarn haben dem Minister des Amßern Sonnino eine Verbalnote überreicht. In diplomatischen- Kreisen hält man den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen fallen und den Zentralmächten für bevorstehend. Genf, 19. Mai.(W. T. B.) Das„Journal de Geneve" berichtet aus Rom: Im gestrigen Ministerrat, wurden alle für den Kriegszustand notwendigen Maßnahmen ge- troffen. Das ganze Gebiet nördlich von Bologna wird voraussichtlich als Kriegszonc erklärt werden. Die Tätigkeit der englisch-französischen Flotte. Konstantinopel, 19. Mai.(W. T. B.) Die englisch- französische Flotte hat gestern keine Aktion gegen die Dardanellen unternommen. Seit einigen Tagen bemerkt man bei den französischen Kriegsschiffen in den Gewässern südlich der Wilajets Sinyrna und Koma lebhafte Tätigkeit. Ter Panzer- kreuzer„I e a n n c d' A r c" lief am 15. Mai in den Hafen von Märmaras ein. beschlagnahmte die Flaggen mehrerer Barken und führte zivei Barken weg, darunter eine mit Holz beladernv Auch im Golf von Adalia beschlagnahmte derselbe Kreuzer einige Barken. Ein anderer Kreuzer landete Soldaten im Hafen von Tschaguil bei Fenike. um Vieh und Geflügel zu' requirieren. Gendarmen, und Miliz verjagten den Feind. Bei der Abfahrt gab der Kreuzer 150 Schüsse gegen den Ort ab. Revolutionäre Kämpfe in Lissabon. Lyon, 19. Mai.(W. T. B.)„Progres" meldet au» Mq d r i d: Die portugiesischen Kriegsschiffe haben erneut Lissabon beschossen. Etwa hundert Personen wurden getötet, darunter mehrere Spanier. Der Kampf in den Straßen dauerte den ganzen gestrigen Tag an.- Di« Lage soll entgegen anderen Meldungen sehr ernst sein. Deutsches Theater Theater für Donnerstag, den 20. Mai. Direktion: Max Reinhardt. 8 Uhr: Schluck und Jau. Berliner Theater Freitag 7%, Uhr: Neueinstudiert: 8 Uhr: Extrablätter! Die Mitschuldigen. Zum ersten Male: Das Jahr- Deutsches Künstler- Theater marktsfest zu Plundersweilern. Sonntag und Montag 2 Uhr: Nachmittagsvorstellung( kleine Preise): Die deutschen Kleinstädter. URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Flandern und der Krieg. 10 11 WING BARTEN ભ[ Rita Sacchetto Else Bötticher Rosa Felsegg Julius Spielmann sowie der abwechslungsreiche Mai- Spielplan. Reichshallen- Theater Stettiner Sänger. Anf. 8 U. Zum Schluß: Im Schützengraben Militärisch. Zeitbild von Mensel. Militärpersonen u. deren Angehörigen vollkommen freier Zutritt zu d.Stett. Sängern. Voigt- Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. Bom 1. Pfingstfeiertag ab täglich im Garten: Gr. Theater- n. Spezialität.Vorstellung. Kasseneröffnung 2 Uhr. Anf. 4 Uhr. Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. 1. und 2. Pfingst- Feiertag: Große Extra- Frühvorstellung. Theater und Spezialitäten. Anfang 6 Uhr. Eintritt 20 Pf. Rose- Theater. 8 Uhr: Wie deutsche Helden sterben Walhalla- Theater. 8 Uhr: Die Jagd nach dem Glück. 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Tredit in der Höhe von 50 Millionen Gulden angenommen und außer trat gestern abend in Magistratssigungssaale des Berliner remplare. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Wermuth- Berlin Schrift zu beschlagnahmen. Gefunden wurden einige hundert dem der Regierung die Vollmacht erteilt, den Jahrgang 1916 vor Mathauses der Vorstand des Deutschen Städtetages zusammen. nicht vor. Eine Begründung der Beschlagnahme liegt noch der Zeit unter die Waffen zu rufen. Die Regierungsvorlage ver- Die Beteiligung war sehr stark. Gegenstand der Tagesordteidigte Kriegsminister Bor boom in einer Rede, worin er die finanzielle und militärische Situation ausführlich darlegte. Wenn nung waren die Beschlüsse des Deutschen Landwirtschaftsrates Holland auch von den furchtbaren Lasten und Verlusten der krieg betreffend Lebensmittelversorgung für das nächste Erntejahr. führenden Länder freigeblieben ist, so hat es immerhin dem Milita- Die Redner äußerten sich übereinstimmend, daß die Vor- ägl. Rundschau" in der Morgennummer vom Mittwoch rismus einen schweren Tribut zu zollen. Sein genaues Ausmaß ist schläge des Landwirtschaftsrats den Inter- fertig, fich folgende Beschimpfung unserer italienischen Gc wider- nossen zu leisten: wohl nicht anzugeben. Die Mobilisation kommt nach früheren Vor- essen der städtischen Bevölkerung wideranschlägen auf etwa 10 Millionen Gulden monatlich zu stehen. Herr sprechen, da sie geeignet sind, die Brotversorgung für das Borboom teilte sogar mit, daß von den bisher bewilligten 100 Mil- nächste Jahr in Frage zu stellen. Bestimmte Beschlüsse werden lionen noch etwa 15 Millionen übrig seien. Das„ Allgem. Handels- erst heute veröffentlicht werden. Die Verhandlung ist nicht blad" erinnert allerdings daran, daß die Regierung bei öffentlich. ihrem Anleiheentwurf die Kosten für das Heer allein Außerordentlicher Landtag in Sachsen. „ Tatsächlich fällt es auf, daß gegenüber dem maßlos anschwellenden Geheul der Kriegspresse die für Neutralität eintretenden Blätter eher verstummen, als zu stärkerem Tone sich aufraffen. Hat man da wirklich schon endgültig verzichtet? Dann blieben nur noch die Kundgebungen der Sozialisten; das würde in hohem Maße bedeuten: die Gasse gegen die Gasse. Und aus solchem unsauber kreisenden Chaos soll ein neuer Stern Italiens jich gebären? Ein neuer Glanz der Krone Savoyen?" bis April auf 130 Millionen veranschlagt hat, so daß sich eine ungeahnte Ersparnis ergäbe. Vorsichtige Leute werden indesweiten Kammer des Landstags und Mitgliedern der Ersten Kammer Die sächsische Regierung hielt mit den Fraktionsvertretern der heutzutage faum geneigt sein, ministerielle Ziffern ohne ein Störnchen eine Besprechung ab, in der die Frage der Verlängerung des LandEs ist uns schlechterdings unverständlich, wie die„ Tägl. RundSalz zu nehmen. Der Minister, der durch einen jovialen Ton fichtlich alle Kritifer tags und Hinausschiebung der Wahlen auf zwei Jahre erörtert wurde. Schau" im kritischen Augenblick durch derartig törichte AusMan einigte sich dahin, zunächst einen außerordentlichen lassungen die Sympathien der italienischen Friedensfreunde für zu versöhnen bemüht war, suchte darzulegen, daß die Regierung für 2andtag einzuberufen, dem die Regierung ein Gesetz auf Ver- Deutschland zu erhöhen glauben kann! die Landesverteidigung das Möglichste getan habe und dabei auf längerung vorlegen wird. Dieser außerordentliche Landtag soll in die Erhaltung eines befriedigenden wirtschaftlichen und sozialen Zu der zweiten Hälfte des Juni zusammentreten, er wird sich auch mit Landtagserfahwahl. standes und Vermeidung unnötigen politischen Drucks bedacht ge- der Frage der Lebensmittelversorgung und mit Maßregeln gegen die Bei der Wahl zum Hause der Abgeordneten im Regierungsblieben sei. Er bekannte, daß die militärische und administrative euerung zu befassen haben. In der Besprechung wurde verlangt, bezirk Allenstein, Wahlort Sensburg, Wahlbezirk Nr. 4 Vorbereitung im Augenblick des Kriegsausbruches bedenklich rück- besonders auch von sozialdemokratischer Seite, daß Vorkehrungen wurde Freiherr von der Goltz walichoewen( dk.) ge ständig gewesen sei, feither sei sie wesentlich verbessert worden, so getroffen werden, damit bei den nächsten Wahlen im Jahre 1917 wählt. Die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen betrug 227. namentlich in bezug auf den Offiziersersatz. Was die Familien- feine Stimmrechtsverluste infolge der durch den Krieg verursachten unterstützung betreffe, so werde werde die Regierung die Bürger Ginkommensverminderungen eintreten. Die Regierung sagte das zu. meister noch einmal ermahnen, nicht Eine seltsame Rundfrage. zu farg zu ſein, Bon sozialdemokratischer Seite wurde als die beste Lösung dieser aber im allgemeinen seien die seien die Leistungen genügend, so Frage die Einführung des allgemeinen, gleichen in diesen Tagen verschiedene dänische Firmen von deuiNach der dänischen Zeitung Hovedstaden" haben daß viele Frauen sogar gesagt hätten, daß fie nun besser hätten, als wenn der Mann zu Hause sei. und direkten Wahlrechts bezeichnet, eine Forderung, die in E3 dem im November zusammentretenden verlängerten ordentlichen einen Fragebogen erhalten, auf dem angegeben werden soll, wie weit schen Geschäftsleuten, die mit jenen in Verbindung stehen, Landtag gestellt und mit Nachdruck vertreten werden soll. Von bürgerlicher Seite wurde erklärt, daß die Frage einer Ber- im neutralen Ausland bemerkbar mache, ob während des Krieges befferung des Wahlrechtes ernste Beachtung" verdiene. Irgend- die Stimmung zugunsten Deutschlands umgeschlagen sei und welche und in welcher Art sich eine ausgesprochene antideutsche Propaganda welche Bedeutung haben solche Bemerkungen natürlich nicht. Der die Stimmung zugunsten Deutschlands umgeschlagen sei und welche außerordentliche Landtag im Juni wird von nur kurzer Dauer fein. dem dänischen Blatte sollen die deutschen Firmen in ihrem Ersuchen Propagandamittel in Zufunft in Anwendung zu bringen seien. Nach Das Stickstoff- Handelsmonopol. ausdrücklich hervorgehoben haben, daß diese Fragen seitens der Die Stidstofffommission des deutschen Regierung aufgegeben" seien mit der Aufforderung, fie an Die dänische Zeitung fragt num:„ Ob wirklich die deutsche Regierung wird wohl viele Leute geben, denen diese Begabung abgeht, die Dinge so rosenfarben zu sehen. Die Fraktion der Arbeiterpartei hat, der auf dem Parteitag in Arnheim beſchloſſenen Reſolution entsprechend, für die Vorlage gestimmt, jedoch nicht, ohne das Recht auf Kritik des herrschenden militärisch- politischen Systems in der viertägigen Verhandlung aus geübt zu haben. Der vom Genossen Ter Laan eingebrachte Beschlußantrag, der sich auf die Aufrechterhaltung der politischen Freiletzten Tag zurüdgezogen. M gungsgesetzes zur Einführung eines Stidstoff- handels" " Nachträgliches Heit der Einberufenen bezog, wurde indes vom Antragsteller am dem Reichstage zugegangene Entwurf eines Ermächti nahe Geschäftsfreunde im neutralen Ausland weitergehen zu lassen. Der zweite Teil der vierſtündigen Rede des Kriegsministers war mono po 13 überwiesen ist, beschäftigte sich am 17. und 18. Mai und ihre Wortführer von dänischen Männern Antwort auf dieſe Hauptsächlich den ſozialiſtiſchen Beschwerden gewidmet. Auch hier be- mit den Grundzügen der Vorlage, wobei der Reichsschazsekretär Fragen erwarten?" wahrte der Minister den versöhnlich- gemütlichen Ton. Trotzdem meint das elffer ich wichtige Mitteilungen machte, die für streng ber- Die dänische Zeitung hätte hinzufügen können, daß eine Be Hierauf antwortet die Nordd. Allgem. 3eitung": liberale„ Allg. Handelsblad", daß der Minister in den wesentlichen traulich erklärt wurden. Da die Geschäftsleitung des Reichstagsfeiligung der deutschen Regierung bei dieser naiven Buntten wenig entgegenkommend gewesen sei, und ein bürgerlicher Ab- fontradiktatorische Verfahren nicht zuläßt, wonach Nicht- Reichstags- Rundfrage von keinem urteilsfähigen Menschen geordneter, Herr Bos, hat dies auch in der Kammer erklärt. Der mitglieder zu den Beratungen der Kommission hinzugezogen werden Minister flagte über„ Het Volt", dessen scharfe Kritik die Aufrecht können, andererseits es aber von großer Wichtigkeit für die Beurteilung deutsche Häuser, die im Geschäftsverkehr mit Dänemark stehen, unterstellt werden kann. Wir wissen nicht, ob wirklich erhaltung der Disziplin erschwere. Er bestritt aber, daß die der Vorlage ist, auch die Meinung der Interessentenkreise zu hören, hatte ein solches Ersuchungsschreiben versandt haben. Auf keinen Lektüre dieses Blaites irgendwo verboten worden sei. Von den der Vorsitzende der Kommission, Genosse Wurm, mehrere Vertreter 620 Kommandanten habe kein einziger den Soldaten das Lesen des der chemischen Großzindustrie, und zwar Produzenten und Verbraucher& all würden fie sich bei einem so verfehlten Vorgehen auf Bolt" untersagt, nur siebzehn" hätten die Verbreitung von Stidstoffverbindungen, ferner Vertreter der Düngerfabrikation einen Wunsch der deutschen Regierung berufen erschwert. lleber die Bekanntgabe des geheimen Rundschreibens und des Düngerhandels, sowie einige Fachchemifer zu einer Be- fönnen." gegen die„ Mobilisationsklubs" durch het Volt" zeigte sich der sprechung mit den Kommissionsmitgliedern eingeladen. Minister sehr gefränft und erklärte, daß die Absicht und Tragweite dieses Dokuments falsch dargestellt worden sei. Er verlas auch den ganzen Beteiligung des Reichsschazsekretärs stattfanden und wesentlich zur Die Berhandlungen, die am Montag und Dienstag abend unter Text, um zu beweisen, daß es sich nicht gegen die genannten Organi- Aufklärung über die in der Stickstoffindustrie obwaltenden Verhältnisse wie sie an einem Drt durch die Vorlesung des Dramas Der Panzer" von Heyermans betrieben worden sei. Was die in einige Fabriken, die sich mit der Herstellung und Verarbeitung von Kommission gedruckt zugehen. Nach Pfingsten wird die Kommission Gebieten des Belagerungszustandes sozialistischen Versammlungs- Stickstoffprodukten beschäftigen, besichtigen und dann die Kommissions. im Haag gefällten Urteile miteinander zu vergleichen. In der rednern abverlangten Verpflichtungen anlangt. das Versprechen, beratungen fortsegent. die Königin nicht zu beleidigen und die öffentliche Autorität nicht anzutasten meinte der Minister, daß jedermann fie doch leicht annehmen könne. Herr Bos hat dagegen eingewendet, daß das Stellen solcher Bedingungen unter der Würde der Regierung sein Bydgoski" ist laut„ Kreuz- Zeitung" auf fünf Tage verboten Die in Bromberg erscheinende polnische Tageszeitung Dziennit follte. Und das Handelsblad" sagt, daß diese Vorschrift die worden. militärische Zensur der Versammlungen mit sich bringe und das durch völlig unerfahrene und undefugte Personen.... So hat im ganzen die Debatte bestätigt, daß die bloße Tatsache des Vorrangs militärischer Interessen und Gewalten selbst in einem Land mit so befestigten bürgerlichen Freiheiten eine Schwächung der Demofratie bedeutet. fationen ſelbſt richte, ſondern nur gegen antimilitariſtiſche Propaganda, beitrugen, wurden protokolliert und werden den Mitgliedern der zum Frauenkongreß im Haag. Infanteristen als Zuschauer Verbotene Zeitung. Haussuchung und Beschlagnahme. " Es ist interessant, die über den Internationalen Frauenfongres Artilleriearbeit- Gefangenentransport. u opfern. Söher wird der Wall der zerschmetterten Leiber, immer sind verwundert über deren Durstgefühl. Sie können sich auch deutschen bürgerlichen Presse ist er fast vollkommen totgeschwiegen worden. Die„ Vossische Zeitung" brachte einige kurze Berichte, die den Gang der Verhandlungen durchaus nicht richtig wiedergaben, Diskussionsreden heraus, die ihnen die besten Handhaben zu einige rechtsstehende Blätter suchten sich diejenigen Vorschläge oder Angriffen gegen die Frauenbewegung zu bieten schienen; das„ Ber liner Tageblatt" brachte so gut wie gar nichts, offenbar, weil seine Bearbeiterin der Frauenfragen die Boykotterklärung des Die Bezirksleitung der sozialdemokratischen Partei am Bundes Deutscher Frauenvereine gegen die Teilnehmerinnen an dem Niederrhein hatte dieser Tage eine Nummer ihrer Monats- Kongreß genau befolgt. schrift, Morgenrot" herausgegeben, die, wie das Geleit- In der„ Germania" gibt zwar Hedwig Dransfeld, eine der wort sagt, dem Gedanken des Friedens dienen soll. Am Führerinnen des Katholischen Frauenbundes, Gertrud Bäumer recht furchtbaren Ernte des deutschen Granatenregens zu. Wie die Nach zwei Stunden folgt eine Ruhepause von einer halben Stunde. Meereswellen aus der Unendlichkeit, so werden ständig neue Wiederum das gierige Suchen nach Wasser. Fast alle Russen legen Menschenmassen in das Feuer hineingedrückt. Fast könnte man sich im Straßengraben oder auf der Straße nicder. Die Begleitglauben, Rußland sei verpicht darauf, Hekatomben von Soldaten mannschaften, die nicht mehr zu trinken bekamen als die Russen, breiter und blutiger das Leichenfeld. Nur eine Rettung gibt es: nicht niederlegen, haben auch kaum Neigung dazu, obwohl sie mit Ost presse quartier, den 13. Mai 1915. Gefangenschaft! Keuchend, schreiend, mit von Angst und Grauen dem Gewehr schwerer bepackt sind als die Gefangenen. Der Man weiß: in diesem Kriege muß die Infanterie schwere verzerrten Gesichtern rennen die nicht von Geschoßsplittern Nieder- Marsch geht weiter. Man kommt in Nidukki an. Die Kirchenglocken blutige Arbeit leisten! In den meisten Fällen hat sie die letzte Ent- geworfenen den deutschen Infanteristen in die Arme, in die rettende läuten. Andächtige wandern zur Kirche. Frauen weinen, als sie scheidung herbeizuführen. Aber es kommt auch vor, daß In- Gefangenschaft. Allein an dieser Stelle waren es über 3000. Die die Gefangenen sehen. Sie werden aufgefordert, für die Gefanteristen einem Gefecht sozusagen mit verschränkten Armen zu Zahl der toten Russen soll nicht geringer gewesen sein. Sanitäter, fangenen Wasser zu holen; es dauert aber ziemlich lange, che sie schauen können. In dieser Lage befand sich das rte Regiment in dem die seit Beginn des Krieges im Felde stehen und die schwersten es herbeischaffen. Wie halb verdurstet, reißen sich die Russen unt Gefecht bei Rossienh am 7. Mai. Von Kowno aus schoben die Gefechte mitgemacht haben, versichern, noch niemals eine so furcht die Gefäße. Noch läuten die Glocken, da ertönt Gesang. Ein Trupp Russen starke Abteilungen frischer Kräfte vor, die zum ersten Male bare Wirkung des deutschen Artilleriefeuers erlebt zu haben, wie Armierungsarbeiter marschiert singend vorbei. Das ist den Russen ins Feuer hineinkamen. Leute aus Sibirien waren dabei, die an diesem Tage bei Rossieny. Auf deutscher Seite wurden bei etwas ganz Ungewohntes, sie schauen dem Zuge nach, tauschen nach kurzer Zeit Ruhe in Kowno, der wiederum Eisenbahnfahrten diesem blutigen Ringen nur ungefähr 30 Mann verwundet... untereinander ihre Meinung darüber aus. Einige deutschund Märsche seit Anfang März voraufgegangen waren, nun die Bei den schlechten Verkehrsverhältnissen in Rußland und den sprechende Gefangenen bekunden den Begleitmannschaften ihr GrDeutschen aus den Stellungen bei Rossieny hinauswerfen sollten. großen Massen von Gefangenen ist deren Abtransport oft mit staunen darüber, daß Soldaten mit Gesang ins Feld ziehen. Bald Auf der Linie, die bis Georgenburg hinabreichte, drängten die nicht unerheblichen Schwierigkeiten verbunden. Große Marsch geht es wieder vorwärts. Bei jeder kurzen oder längeren Bause Deutschen gegen einen Höhenzug vor. Auf diesem begann unsere leistungen sind meistens nicht zu vermeiden. Der Offizierstell- wiederholt sich das Suchen nach Wasser und das sofortige HinInfanterie mit Befestigungsarbeiten. Weiter nördlich, bei Rossieny, vertreter mit einem Kommando von drei Unteroffizieren und werfen, um sich auszuruhen. Im Dorfe Nemofschty wird eine hatte deutsche Artillerie sich eingebaut. Auf diese warfen die Russen 35 Mann erhält den Auftrag, von Rossieny einen Transport von Stunde Mittagsrast gemacht. Die Einwohner bringen für die Geein heftiges Feuer. Unaufhörlich heulten die Granaten heran, 50, 420 gefangenen Russen nach Tilsit zu geleiten. Die Gefangenen fangenen Wasser und Brot herbei; um dessen Besitz entsteht fait 60, immer noch meht; was sie suchten, die deutsche Artillerie, fand sind in der Synagoge untergebracht. Am 9. Mai, morgens 5 Uhr, eine Rauferei. Das Durstgefühl der Russen scheint unstillbar zu feine von ihnen. Sie schwieg beharrlich, erwiderte das Feuer nicht. übergibt der Plakkommandant die Gefangenen. Sie werden zu sein. Die Begleitmannschaften bekommen noch nichts zu essen, sie Wahrscheinlich glaubten die Russen, den Gegner gefunden und zum vieren aufgestellt und abgezählt; es find 420 Mann. Der Führer müssen noch warten. Die Rast ist vorbei, der Zug formiert sich Schweigen gebracht zu haben. Sie ließen daher Infanteristen vornimmt die Bescheinigung entgegen; der Zug setzt sich in Bewegung. wieder, Weitermarsch. Eintönig geht es weiter; die kurzen Ruhegehen. In ganz dünnen weitgezogenen Linien schieben sie sich zwei Unteroffiziere voraus, an den Seiten die Mannschaften mit pausen bieten immer wieder dasselbe Bild... Gegen 5 Uhr ist borwärts. Immer noch Ruhe bei den Deutschen. Und nun tauchen aufgepflanzten Bajonetten. Den Schluß bildet der Transportleiter Stadwile erreicht, 35 Kilometer hatte man zurückgelegt. hinter den Schüßenlinien dichte Kolonnen russischer Infanterie auf. mit einem Unteroffizier. Vorher waren die Gefangenen über ihr Gefangenen wird eine Feldküche zur Verfügung gestellt; dazu be= Mittlerweile waren die ersten Linien, von unserer Infanterie un- Verhalten unterrichtet worden. Ein Pfeifensignal bedeutet: Halt! kommen sie Fleisch und Graupen, um sich selbst ihre Hauptmahlbelästigt, bis in die Nähe unserer Maschinengewehre vorgedrungen. 3wei Signale: Ruhepause! Der Haltepfiff ertönt. Ein Dolmetscher zeit zu bereiten. Fir machen sie sich an die Arbeit. Während Ihr plöblich in die Schüßenkette hineinpraffeludes Feuer wirkt wie tritt vor und macht im Auftrage des Transportführers bekannt: das Essen kocht, liegen die meisten Gefangenen wieder am Boden. ein furchtbarer Hagelschauer auf einem Felde jungaufsprießender Bei jedem Fluchtversuch wird sofort von der Schußwaffe Gebrauch Mit fabelhafter Geschwindigkeit lassen sie nachher das Essen verSaat. Alles liegt vernichtet am Boden. Nun schwärmen die gemacht!" schwinden. Die Begleitmannschaften sollen von der Etappe verdichten, austürmenden Kolonnen aus, um die Maschinengewehre Der Zug setzt sich wieder in Bewegung; man hat den Auftrag, pflegt werden, die Vorräte sind jedoch ausgegangen. Man muß im Anlauf, über die Leiber der Gefallenen hinweg, zu über- heute bis Stadwile zu marschieren. Teilnahmslos ziehen die sich mit Kaffee und Brot begnügen. Als Zufost gibt es Musif. rennen. Da kracht und donnert und heult und brüllt es los! Die meisten Russen dahin. Nur wenige unterhalten sich. Nach einer Einige Stimmen fallen ein.„ Es war in Schöneberg, im Monat deutsche Artillerie feuert mit verheerender Wirkung in die Kolonnen Stunde Marsch ertönt die Pfeife: Kurze Rast! Auffällig viele Mai." Wieder kommt ein Armierungsbataillon vorbei, dieses mit hinein. Kein Stürmen, kein Zurückweichen hilft. Die Geschosse der Gefangenen suchen nach Wasser. Ganz gleich, wo sie es finden einem Musifforps an der Spiße. Neues Staunen und Verwundern fallen mit unheimlicher Sicherheit in die Massen der verirrten und von welcher Beschaffenheit es ist, fie schlürfen cs, oft auf dem bei den Russen. Wie elektrisiert springen sie auf. Es bilden sich Menschen hinein. Auf dem Höhenzug, zwischen der feuernden Bauche liegend aus jeder Pfütze. Einige haben Konservendojen, kleine Gruppen, die das Ereignis besprechen. Gesang und Musik Artillerie und den Russen, steht deutsche Infanteric und schaut der die fic als Trinkbecher benuhen... Der Marsch wird fortgesetzt. im Krieg, das wollte den meisten von ihnen nicht einleuchten. Den deutlich zu verstehen, daß der Bund Deutscher Frauenvereine noch Imir unerfindlich. Tatsache ist, daß sich die Frankfurter Partei- werk zu decken. Vor dem Erwerb der Kohlenfelder war indes auch lange nicht die Zusammenfassung der deutschen Frauenbewegung" mitgliedschaft zum erstenmal in den verflossenen drei Mitglieder festgestellt worden, daß für den Fall des Nichtzustandekommens der sei, denn der Katholische Frauenbund mit seinen 90 000 Mitgliedern bersammlungen eingehend mit der Haltung der Fraktion beschäftigt Fernleitung der Besitz der umfangreichen Kohlenfelder mit ihren stehe außerhalb des Bundes. Aber im übrigen erklärt sie sich mit der hat. Ich streite nicht über die Motive, die jene Genossen zur Zurück günstigen Gewinnungsverhältnissen eine so billige Stromerzeugung Absage an den Kongres vollkommen einverstanden und kritisiert ziehung ihrer Resolution veranlaßten, nachdem ich den Antrag auf ermöglicht, daß fich hier große und wichtige induſtrielle Unternehmungen in einem drei Spalten langen Artikel den Stil der Einladungen, Uebergang zur Tagesordnung gestellt. ansiedeln lassen, für die die Versorgung mit billiger Elektrizität und An der Stimmung, die in den letzten drei Parteibersammlungen Wärme eine Eristenzfrage ist, und deren Strombezug eine andie vorgeschlagenen Resolutionen, die Art der Organisation des zum Ausdruck tam, ändert das nichts. Die Parteifreunde, die gegen gemessene Rentabilität des Kraftwerkes gewährleistet. Nach dem AbStongresses. Dem Ergebnis werden ganze 15 geilen gewidmet. Die Zustimmung von Krediten und Budget waren es gab eine fommen betreffe der Braunkohlenwert Golpa- Jeßniz Aktiengesellschaft Um so mehr Beachtung fand der Kongreß im Ausland, im neu- Zeit, da spöttelte man über ein Bäckerdugend" fann es nur stehen den B. E.-W. für den Betrieb eines großen Elektrizitätstralen so gut wie im feindlichen. Abfällige sowie zustimmende beiter stimmen, wenn sie hören, daß die Zurückziehung der Resolution wertes die Braunkohlenfelder zur Verfügung, deren Gesamtfläche Kritiken erschienen in der Presse, je nachdem sie einen nationalistischen für Kredite und Budget erfolgte, obwohl deren Annahme un- etwa 1000 Hektar mit einem Kohleninhalt von über 1 Milliarde Standpunkt einnahm oder die Dinge vom Gesichtspunkt der all- zweifelhaft feststand". Hektoliter beträgt, der mit dem in neuester Zeit noch durch Zukäufe gemeinen Menschlichkeit aus betrachtete. Die sozialistischen Zeitungen Die Voltsstimme" bemerkt dazu, daß sie ihre Säge völlig auf- vermehrten Befiz den Maximalbedarf an Kohle für länger als und Zeitschriften, insbesondere„ Het Volt“ und„ De Proletarische 30 Jahre deckt. De Proletarische rechterhalte. Brouw" erklärten durchweg, daß zwar die Behandlung der durch den Krieg geschaffenen Lage nicht tiefgehend gewesen sei, daß die Worte an der Oberfläche haften blieben, aber sie zeigten auch, daß das nicht anders sein konnte wegen der großen Verschiedenartigkeit der Kongreßteilnehmerinnen. Hier waren die mannigfaltigsten Geder Kongreßteilnehmerinnen. Hier waren die mannigfaltigsten Gesellschaftsschichten und Barteiauffassungen vertreten, da konnten nur ganz allgemein gehaltene Neden zugelassen und Resolutionen beschlossen werden. Aber darauf kommt es ja auch gar nicht so sehr an. Der Wert des Kongresses liegt in der Tatsache selbst, daß er stattfinden fonnte. Taß es in allen Ländern Frauen gibt, die sich zusammenfanden auch als ihre Organisationen die Beteiligung abgelehnt hatten und die durch ihr Erscheinen den Willen kundgaben, trotz des Strieges freundschaftliche Beziehungen aufrecht zu erhalten. " " = 1 Der Golpa Jeßniz Aktien Gesellschaft, die zufünftig Elektrowerke A.-G." firmieren wird, hat mit der Baherischen Stickstoff- Werke A.-G. einen Vertrag geschlossen, nach dem sie sich verpflichtet, Elektrizität mit einer Spannung von 80 000 Volt zunächst auf die Dauer von 15 Jahren mit dem Rechte des Ahunter gleichen Bedingungen zur Herstellung von Kaltstickstoff aus der nehmers auf Verlängerung des Vertrages um weitere zehn Jahre Luft zu liefern. Die Gegenpartei verpflichtet sich zur Abnahme einer jährlichen Strommenge von 500 Millionen Kilowattstunden. Die Aufnahme des Betriebes wird Ende dieses Jahres erfolgen. Aehnliche Unternehmen mit großem Stromverbrauch sind auf dem umfangreichen zur Verfügung stehenden Gelände vorgesehen. Die schweizerische Sozialdemokratie gegen die Teuerung. Die Geschäftsleitung der schweizerischen sozialdemokratischen Partei hat eine Massenbewegung für eine Petition an den Bundesrat gegen die Teuerung organisiert. Die Petitionsbogen zirkulieren im ganzen Lande zur Unterschriftensammlung. Sie richten die Bitte an den Bundesrat, er möchte das Volkswirtschaftsdepartement ersuchen, die Ausfuhr von wichtigen Lebensmitteln noch stärker einzuschränken, wirklich ausreichenden Mengen ins Land kommen und die Proauch sonst geeignete Maßnahmen zu treffen, damit die Produkte in Duzenten und Händler verhindert werden, die jetzt in den frieg führenden Staaten erzielten hohen Ausnahmepreise fortgesetzt zur Steigerung der Inlandspreise zu benutzen. Vor mehreren Wochen schon hatte der sozialdemokratische Parteivorstand durch Einschließlich des Selbstverbrauches würde nach Ausführung der Resolution gegen die Teuerung Stellung genommen. Er protestierte Unternehmen das im Bau befindliche Straftwerk mit einer jährlichen gegen die fortgesetzten bäuerlichen Preistreibereien, die der schweize- Abgabe von zirka 1 Milliarde Witd. zu rechnen haben. Die Kohlen rische Bundesrat durch zu weitgehende Ausfuhrbewilligungen geradezu gelangen von der Grube zur Feuerung automatisch ohne jede Bebegünstigte und er forderte schließlich die Arbeiter auf, die Berührung mit der menschlichen Hand. strebungen der Genossenschaften mit allen Kräften zu unterſtüßen, um als Konsumenten Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung zu als Konsumenten Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung zu erlangen. Maiwünsche der spanischen Sozialisten. zur Unterbringung zahlreicher Angestellter und Arbeiter sollen nach bewährten Mustern eigene Stolonien angelegt werden, deren Einrichtungen die Seßhaftigkeit der Ansiedler fördern. Die angenommenen Resolutionen sind bisher noch nicht vollständig zum Abdruck gelangt; man wird also noch einen offiziellen Bericht darüber abwarten müssen. Der Kongreß hat schließlich ein Komitee gewählt, das die Beschlüsse den Regierungen der frieg wird die Gesellschaft aus der ihr von der Stadt zu zahlenden Was die finanziellen Verhältnisse der B. E.-W. selbst angeht, so führenden und der neutralen Länder unterbreiten soll. An der aufiumme von rund 128 Millionen Mart am 1. Oktober rund Spize dieses Komitees steht Jane Addams,„ Chicagos größter wird die Gesellschaft aus der ihr von der Stadt zu zahlender und erster Bürger", wie sie in ihrer Heimatstadt genannt wird. 12 Millionen zur Abnahme der von der Elektrobant seinerzeit für Jane Addams hat diesen Namen verdient, sie hat ihr ganzes Leben und die B. E.-W. zu 162 Broz. bezogenen 7 413 000 M. Attien der ihre volle Arbeitskraft dem Volt, und zwar hauptsächlich den unteren Elektrizitäts- Lieferungs- Gesellschaft verwenden. Ferner beabsichtigen Es ist in Spanien Brauch, daß die sozialistische Arbeiterpartei die B. E.-W. ihrer Bankgruppe den Vorschuß für Braunkohlenwerk Volksschichten gewidmet. Sie ist die Begründerin der Settlements- in jedem Jahre am 1. Mai dem Premierminister eine Petition über- Golpa- Jeßnitz zurückzuerstatten und werden alsdann das gesamte bewegung in Chicago, sie hat mit ihren Mitarbeiterinnen das weit reicht. In diesem Jahre enthielt die Petition folgende Forderungen Grundkapital der Gesellschaft befizen. Die Mittel für die Errichtung berühmte Hull- Haus" geschaffen, das sich aus kleinen Anfängen aus unserer spanischen Genossen: des Großkraftwerkes sollen von den B. E.-W. in Form eines Darwenigen Zimmern zu einem Riesent̃ompleg von Gebäuden ent- Achtstundentag als Hauptpunkt des Arbeiterschutzgesetzes; Aus- lehens aufgebracht werden und der Gesellschaft allein die Erträge wickelte, die alle dem Volk zur Erholung und Belehrung dienen. dehnung der öffentlichen Arbeiten zur Versorgung der Arbeitslosen; aus dem Unternehmen zufallen. Ferner ist beabsichtigt, aus den Jane Addams hat sich und ihre Schöpfung im heftigen, unerbitt- Stampf gegen die Monopole zum Zweck der Herabſegung der Preise vorläufig noch nicht für neue Unternehmen zu verwendenden Barder notwendigsten Bedarfsartikel; Einstellung des Krieges in mitteln der den B. E.-W. nahestehenden Elektrizitäts- Lieferungs- Gelichen Kampf gegen die Behörden und gegen die Korruption durch- Marotfo; Gleichstellung der Söhne der Armen und der Reichen sellschaft bis auf weiteres einen Vorschuß zu einem den Zeit setzen müssen. Es ist ihr gelungen. Heute ist sie die vielgefeierte in bezug auf den Militärdienst; Aufhebung des Gesetzes, das Zivil- verhältnissen angemessenen Zinsfuß einzuräumen. und verehrte Frau, die allein durch ihre Teilnahme an einer Be- personen wegen Kritik an der Armee den Kriegsgerichten unterstellt; wegung dieser schon eine gewisse Wertschätzung sichert. Ausdehnung des Unfallversicherungsgesetzes auf die Landarbeiter und die Dienstboten; Aufhebung der Nachtarbeit in den Bäckereien; Einführung des Gesezzentwurfes vom 24. August 1913, betreffend die Arbeitszeitserkürzung der Weber und Spinner; Einführung der von den Arbeitern in den Kohlengruben geforderten Gesetze; Amnestie für alle politischen Gefangenen. Wie wir hören, beabsichtigt Jane Addams in kurzer Zeit nach Berlin zu kommen, um hier den Versuch zu unternehmen, die Wünsche des Internationalen Frauenkongresses der deutschen Regierung zu unterbreiten. Aus der Partei. Zum irreführenden Vorwärts"-Bericht. " Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht die Frankfurter Boltsstimme" eine Zuschrift des Genossen Dißmann, die wir, weil sie sich inhaltlich zum Teil auch gegen die in unserer gestrigen Nummer enthaltene Richtigstellung des Genossen Kirchner wendet, unseren Lesern in ihrem wesentlichen Inhalt nicht vorenthalten möchten. Genosse Dißmann schreibt: " Aus Industrie und Handel. Die Kriegsgewinne. übeder Maschinenbaugesellschaft, die zum Konzern der Orenstein u. Koppel A.-G. gehört, steigerte ihren Fas brikationsgewinn von 1,79 auf 1,84 Millionen Mart, ihren Steingewinn nach erhöhten Abschreibungen von 0,48 auf 0,66 millionen Mark. Die Dividende für die Vorzugsaktionäre beträgt wie im Vorjahre 6 Proz., die an die Stammattionäre wird um 2 Proz. auf 8 Proz. erhöht. Verlustlisten. Verluste folgender Truppen: Die Verlustliche Nr. 227 der preußischen Armee enthält 3. Garde- Reg. zu Fuß; 1. Garde- Res.- Reg.; Garde- GrenadierRegiment Augufta; Garde- Füsilier- Reg.; Grenadier-, bzw. Infana terie- bzw. Füsilier- Regimenter Nr. 5, 8, 9, 11, 21, 24, 33, 36, 37, 41, 42, 45, 47, 48, 51, 54, 55, 56, 57, 59, 61, 62, 69, 70, 72, 74, 76, 80, 81, 85, 86, 91, 96, 97, 98, 109, 111, 113, 114, 115, 128, 136, 137, 138, 141, 142, 146, 148, 150, 151, 153, 160, 162, 164, 165, 166, 167, 169, 172, 173, 174, 175; Ref.- Inf.- Regimenter Nr. 18, 19, 20, 25, 38, 33, 68, 71, 75, 79, 80, 81, 84, 86, 94, 111, 116, 205, 206, 209, 218, 221, 223, 227, 229, 231, 233, 234, 251, 253, 254, 256, 257, 259, 262, 266; Ersab- nf.- Reg. der 41. Jnf.- Division sowie Ersatz- Inf.Nr. 3 und 4; Landwehr- Inf.- Regimenter Nr. 8, 18, 24, 31, 34, 36, Regimenter Königsberg I und III; Res- Ersab- Inf.- Regimenter Sie nennen den Vorwärts"-Bericht eine grobe und gewollte 55, 61, 72, 75, 77, 78, 81, 82, 84, 85; Besatzungs- Reg. Nr. 6 Pojen Frreführung der Parteiöffentlichkeit". Auch ich bedauere, daß der Bericht des Vorwärts", dem ich fernstehe, nicht den Wortlaut der der Besatzungs- Brig. Hoffmann; Landwehr- Bat. Scheer ber Die Lederfabrik Hirschberg vorm. H. Knoch erhöht Truppen- Abt. Jacobi, Brig.- Ersatz- Bataillone Nr. 8, 32, 44, 49; drei angenommenen Resolutionen an Stelle des mißzudeutenden Schlußsages gebracht hat. Wie steht es aber mit den Zeilen, die ihre Dividende von 10 auf 12 Proz. Der Reingewinn stieg bei er- Landsturm- Inf.- Bataillone: I Allenstein, Calau, II Darmstadt, Sie dem Vorwärts"-Bericht beifügen? Greifen wir nur einige höhten Abschreibungen von 0,91 auf 1,38 Millionen Mart. Laut Glab, Goslar, II Königsberg( I. 12.), I Kosten, Offenbach, Punkte heraus. Die Annahme der zurückgezogenen Resolution, die Geschäftsbericht setzte bei Striegsausbruch infolge des großen Militär- II Ostrowo, 1. Stodach, I Tiljit, 4. Trier, Wetzlar; Landsturmdie Bewilligung von Krediten und Budget billigte, soll unzweifel- bedarfs eine sehr lebhafte Nachfrage ein. Inf.- Erjazz- Bataillone: II Darmstadt, II Gießen, 2. Meiningen, Stralsund; Jäger- Bataillone Nr. 8, 10; Res.- Jäger- Bataillone haft festgestanden" haben. Das habe eine unmittelbar voraufgegangene Nr. 8, 15, 21; Inf.- Radfahrer- Komp. der 1. Kavallerie- Division; Abstimmung gezeigt. Wahrheit ist, daß sich diese Abstimmung ledigDie Zukunft der Berliner Elektrizitätswerke. Garde- Maschinengewehr- Abt. Nr. 1; Festungs- Maschinengewehrlich auf einen Antrag auf Schluß der Debatte bezog. Tatsache ist, daß für diesen Schlußantrag, der in der dritten Versammlung In der am 18. d. M. stattgefundenen Aufsichtsratssitzung der Abteilungen Nr. 3, 8, 9 und 15; Maschinengewehr- Komp. Reichelt; nachts um 20 Minuten vor 12 Uhr angenommen wurde, auch ein B. E.-W. erstattete der Vorstand Bericht über die Schlußberhand- 1. Ersatz- Maschinengewehr- Komp des 20. Armeekorps; FestungsTeil von Genossen stimmte, die gegen Bewilligung von Krediten lungen mit dem Magistrat der Stadt Berlin und legte zugleich Inf- Ersatz- Bataillone: II Darmstadt, II Gießen, 2. Meiningen, Maschinengewehr- Zug Nr. 35; Festungs- Maschinengewehr- Trupp und Budget waren. Die Abstimmung über den Schlußantrag der das zukünftige Arbeitsprogramm der Gesellschaft vor. Nr. 6( Thorn). Debatte scheidet als Beweismittel aus. Doch Anhänger der Kredit- Die Verwaltung der Gesellschaft, der die bisherige Firma und bewilligung sollen um Zurückziehung der Resolution ersucht haben, Struktur, im wesentlichen auch die bisherige Leitung erhalten bleibt, ist Res.- Reiter Nr. 2; Grenadiere zu Pferde Nr. 3; Dragoner Nr. 2, Regiment der Gardes du Corps; Kürassiere Nr. 3, 4; Schwere dieweil bereits eine Parteiversammlung und zwei Verfeit Jahren bemüht gewesen, Vorbereitungen für die Weiterführung 13, 23, 24; Susaren Nr. 1; Res.- Husaren Nr. 1; Ulanen Nr. 16; trauensmännerfizungen die Abstimmung der Reichstagsfraktion der geschäftlichen Tätigkeit zu treffen. Ihr HauptsächlichJäger zu Pferde Nr. 3; 3. Landwehr- Eskadron des 2. Armeekorps. gebilligt hätten. Nichtig ist, daß sich besagte Bersamm- stes Interesse hat fie in neuerer Zeit der Errich 3. Garde- Feldart. und 3. Garde- Ref.- Feldarf.- Reg.; Feldart.Tungen mit den bekannten be- tung eines Großkraftwertes in Bitterfeld zuge Regiment Nr. 7, 9, 22, 42, 43, 45, 47, 50, 52, 59, 81, 221; Stes.Pressedifferenzen schäftigten und ihre Verhandlungen und Beschlüsse auf diese wandt. Die hierfür bestimmten Braunkohlenfelder in den GeFragen zugespitzt waren. Wie jene Versammlungen im De- martungen Golpa und Zichornewitz hatten die B. E.-W. mit einer eldart.- Regimenter Nr. 16, 22, 51, 52. Fußart.- Regimenter Nr. 5, 10, 13, 17; Lehr- Reg. der Fußart. zember 1914 reip. Januar 1915 bereits ihr Votum über die Haltung befreundeten Gruppe anfänglich zu dem Zweck erworben, den Schießschule; Res.- Fußart.- Regimenter Nr. 1, 2, 6, 13; upart. der Reichstagsfraktion vom März d. J. abgegeben haben sollen, ist Elektrizitätsbedarf von Berlin und Umgegend durch ein Fernkraft- Ersaz- Reg. Nr. 14; Fußart.- Bat. Nr. 38; Landwehr- Fußart.- Bat. Nr. 16; 1. Res.- Fußart.- Batterie Nr. 22. Man kann doch nur traurig sein im Krieg! Ja, im Beten| Uebersicht wegen, damit keiner unbemerkt entweichen kann. Sie Pionier- Regimenter Nr. 20, 25, 29, 30, 31; Pionier- Bataillone: waren diese Menschen mit wenigen Ausnahmen stark und un- bleiben alle; wahrscheinlich hat niemand daran gedacht, aus der I. Nr. 2, II. Nr. 3, II. Nr. 4, II. Nr. 6, I. und III. Nr. 16, ermüdlich. Die Müdigkeit mancher von ihnen am Tage mag seine rettenden Gefangenschaft zu flüchten. In Tauroggen wird nun I. Nr. 17, I. und II. Nr. 21, I. Nr. 27, III. Nr. 28; Res- PionierUrsache in Anstrengungen bei den religiösen Uebungen haben. etwas längere Rast gemacht, aber die Verpflegung ist heute reich Kompagnien Nr. 52, 55; Leichter Festungs- Scheinwerferzug Nr. 2; Heute wird nicht mehr Schusters Rappen gefattelt. In Skadwile lich dünn; hier bekommt man noch nichts. Zwischen den Trümmern Mittlere Minenwerfer- Abt. Nr. 188; Schwere Minenwerfer- Abbleibt der Transport zur Nacht; die katholische Kirche ist ihnen der Stadt suchen Frauen und Kinder herum, vornehmlich nach teilungen Nr. 11 und 41. als Quartier angewiesen worden. Um 8 Uhr fann jeder sich zur Salz. Daran soll es sehr mangeln... Ruhe begeben, könnte es, wenn nicht Herzensbedürfnis erst noch" Borwärts!" ertönt das Kommando. Um 4 Uhr kommt der Nr. 5; Armee- Telegraphen- Abteilungen Nr. 4 und 10; FeldfliegerEisenbahn- Betriebskompagnie Nr. 5; Eisenbahn- Arbeiter- Bat. zu religiösen Uebungen zwänge. The die Nussen das Gotteshaus Bug in Laugagen an. Hier soll auch genächtigt werden. Aber es truppe; Kraftfahr- Truppen der 4. Armee. betreten, fnien sie vor dem Eingangstor nieder und verharren fehlt an Räumen dafür. Da die Bewachung der Gefangenen auf Train- Abt. Nr. 10; Train- Ersatz- Abt. Nr. 6; Proviant- Kolonne einige Minuten im Gebet. Es nimmt sie so stark gefangen, fie freiem Felde an die Begleitmannschaft zu große Anforderungen Nr. 1 des I.; Leichte Proviant- Kolonne Nr. 1 bes 17.; Fuhrparksind darin so vertieft, daß fie der Welt und ihrer engeren Um- stellt, beschließt der Transportführer, nach einer längeren Rast Kolonne Nr. 5 des 20. und Etappen- Fuhrpark- Kolonne Nr. 144 gebung gänzlich entrückt zu sein scheinen. Trotzdem werden die und Einnahme der Hauptmahlzeit, weiter, bis nach Tilsit zu mar- des 11. Armeekorps; Feldbäckerei- kolonnen Nr. 1 und 15 des Beter sicherlich auch ihr und ihrer Familien irdisches Wohl in schieren. Die Gefangenen empfangen Brot, Speck und Tee; die 18. und Etappen- Hilfsbäckerei- Kolonne des 17. Armeekorps. ihre Fürbitten einschließen. Immer nur eine nicht große Anzahl Begleitmannschaften, Rum, Schinken, Brot und Zigarren. Inf.- Munitionsfolonne Nr. 1 des 4. Armeekorps;( F) Art.kann auf dem kleinen Platz vor der Kirche niederfnien; geduldig Kurz nach 8 Uhr jetzt sich der Zug nach Tilfit zu in Bewegung. Munitionsfolonne Nr. 4 des 14. Armeekorps. warten die anderen. Auch die Juden unter den Gefangenen fügen Beim Ueberschreiten der Grenze nehmen die Gefangenen die Mühen Sanitäts- Kompagnien Nr. 1 des Garde- Res- Korps, Nr. 2 des sich ruhig. Keiner drängt sich vor, um vielleicht einen besseren vom Stopf, bekreuzigen sich und schauen zurück nach Rußland; ein 1., Nr. 1 bes 7. und Nr. 1 bes 11. Armeekorps sowie der 10. ErsakRuheplatz in der Kirche zu erwischen. 1½ Stunden vergehen, bis russischer Unteroffizier ruft:„ Gott sei Dank, nun kann uns Ruß- Division; Res.- Sanitäts- Kompagnien Nr. 5 des 5. Armeekorps; die letzten Beter sich draußen von den Knien erheben. So gut land nichts mehr machen, wir sind in Deutschland." Gegen 9 Uhr Nr. 45 des 23. und Nr. 57 des 39. Reserveforps, Feldlazareti es geht, lagert jeder sich in der ausgeräumten Kirche auf den war Biftupönen erreicht. Allgemeine Müdigkeit, weiter der Um- Nr. 3 der 50. Inf.- Division; Nes- Lazarett Nr. 2 Bonn. Fliesen. Nicht alle; eine große Anzahl von den Gefangenen sinkt stand, daß der Transport bei Nacht schwer zu übersehen ist, und auch in der Kirche nieder, betet weiter, verweilt stundenlang im vor allem das Auffinden einer geräumigen leeren Scheune, verinbrünstigen Gebet. Die ganze Nacht hindurch entringen sich dem anlaßten den Führer, hier doch zu übernachten. 56 Kilometer beHerzen manches Tiefbedrückten und Tiefbekümmerten heiße an- trug die heutige. Marschleistung. Die Gefangenen warfen sich jodachtsvolle Wünsche. Stille wird es nicht in der Kirche. Die fort nieder, die Begleitmannschaften müssen wieder abwechselnd Gefangenen scheinen fast alle frank zu sein; sie husten und räuspern wachen. Früh um 6 Uhr, am anderen Morgen, wird Kaffee ge= Die sächsische Verlustliste Nr. 148 bringt Verluste der sich beinahe ununterbrochen... Je weiter die Stunde vorrückt, um focht. Es ist das gemeinschaftliche Frühstück der Gefangenen und 45. Inf.- Brigade; Inf.- Regimenter Nr. 104, 107, 108, 133, 178; so unangenehmer wird die Luft in dem Raume; üble Ausdünstungen ihrer Wächter; Brot muß man sich vorläufig noch dazu denken. Res.- Inf.- Regimenter Nr. 101, 102, 104, 107, 133, 241; Landwehrmachen sich schwer erträglich. Die Begleitmannschaft kampiert eben- um 7 Uhr Abmarsch. Unterwegs befunden die Gefangenen Ver- Inf.- Regimenter Nr. 100, 101, 102; Grfat- nf.- Regimenter Nr. 23, falls in der Kirche, sie hat kein anderes Ruhelager als die Ge- wunderung und Entzücken über die schönen Häuser, die herrlichen 24, 32, 40; Ersatz- Inf.- Reg. Nr. 9; Landwehr- Brig.- Ersatz- Bat. fangenen und anstatt mit Beten, lösen sie sich im Wachtdienst ab. Felder und Gärten, die guten Straßen, Eisenbahnen und über Nr. 48; Landwehr- Erjab- Reg. Nr. 5; Ersatz- Bataillone: Inf.- RegiSie haben es schwerer als die von ihnen Bewachten; abwechselnd den Eifer, mit dem man überall dabei ist, Zerstörungen und Ver- menter Nr. 107, 108, Ersah- Reg. Nr. 6, Ref.- Inf.- Reg. Nr. 102, müssen jedesmal 12 Mann zwei Stunden lang Wache halten... wüstungen wieder auszuheilen... Hier schöner als Rußland", Landwehr- Inf- Reg. Nr. 104, Inf. Reg. Runge, Inf.- Bat. Nordost, Morgens um 5 Uhr wird der Weitermarsch angetreten. Vorher hört man von den Erstaunten. Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 107; Feld- Maschinengewehr- 3ug Nr. 68; bekommen die Gefangenen Brot und Kaffee, die Begleitmann- Um 10 Uhr konnte der Transportleiter die Gefangenen dem Feldbart.- Regimenter Nr. 48, 64, 68, 77, 78; Res.- Feldart.- Regimenschaften dasselbe und noch etwas Käse hinzu. Ein Gefangener Kommandanten in der Infanteriefaserne übergeben. Sofort gab ter Nr. 53, 54; Ersatz- Abteilung, Feldart.- Regimenter Nr. 48, macht dem Transportführer die Mitteilung, daß einige von den es Mittagessen. Nachher folgte die große Reinigung von totem 77; Armierungs- Bat. Nr. 21. Russen in den tiefen Wald zwischen Skadwile und Tauroggen und lebendigen Unrat.- Auch die Begleitmannschaften können nun Die württembergische Verlustliste Nr. 181 enthält Verhineinflüchten wollen. Die Gefangenen hören noch einmal die für ihres Leibes innere und äußere Bedürfnisse sorgen; bielen von lufte des Jnf.- Reg. Nr. 120; Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 120; FüsilierWarnung:„ Bei jedem Fluchtversuch wird geschossen!" Dann ihnen wintt heute seit langer Zeit die Aussicht auf. Nachtruhe in Reg. Nr. 122; Grenadier- Reg. Nr. 123; Inf.- Reg. Nr. 127; Res. sezt sich der Zug in Bewegung. Dieselben Szenen wie gestern einem Bett. So wird für sie ein Transport Gefangener, trok Inf.- Reg. Nr. 248; Feldart.- Reg. Nr. 13; I. Erfahabt., Feldart.unterbrechen das Ginerlei des Marsches. Nur dürfen diesmal der damit verbundenen Beschwerden, zu einer Erholung. Reg. Nr. 29; Feldart.- Reg. Nr. 49; Res.- Feldart.- Reg. Nr. 54; die Gefangenen bei dem Rasten nicht im Walde lagern; der besseren Düwell, Kriegsberichterstatter. 12. Feldpionier- Kompagnie. Armierungs- Bataillone; Straßenbau- Komp. Nr. 28. Gefangenenlager Crossen. Kriegsbekleidungsamt des 1. Armeekorps. * * Nr. 138. 32. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 20. Mai 1915. Ein Arbeitslosen- Nepper. gegen hatten die Monate Januar und Februar diesmal Bett gelegt hatte. Inzwischen hatte aber die Ehefrau den Verlust etwas mehr Eheschließungen als im vorigen Jahre: im des Knaben bemerkt und erfahren, daß ihn der Ehemann abgeholt vorigen Jahre nur 984 und 1126, in diesem Jahre 1146 habe. Sofort begab sie sich nach dessen Wohnung. Als sie an der Der Direktor Friedrich Bartum aus Kreuz an der Ost- und 1219. Hier ist wohl die Mehrung den Kriegstrauungen Tür den starken Gasgeruch wahrnahm, ließ sie die Wohnung öffnen. bahn", dessen sonderbares Anwerben von Erdarbeitern seiner zuzuschreiben, an denen es infolge der Einziehung von Land- Großmutter und Enkel waren noch bei vollem Bewußtsein, während zeit großes Aufsehen erregte, stand in der Person des vielfach sturmleuten auch in den Wintermonaten nicht gefehlt hat. Der Vater bereits bewußtlos war. Es gelang bald, ihn ins Leben vorbestraften Mechanikers Friedrich Deiner vor der sechsten Gegenüber dem Mehr aus Januar und Februar ist aber das zurückzurufen. Die Polizei verhaftete 9. sowie seine Mutter. Den Straffammer des Landgerichts I unter der Anklage des Be- Weniger aus März und April so bedeutend, daß für die vier Knaben nahm die Ehefrau wieder zu sich. truges. Der Angeklagte wandte sich am 1. November 1913 Monate zusammen das diesjährige Ergebnis sehr merklich unter dem Namen„ Direktor Friedrich Bartum" an die Ver- hinter dem vorjährigen zurückbleibt. In der Zeit von An- Ein Dreizehnjähriger aus dem Fenster gesprungen. waltung der Stadt Reichenbach in der Oberlausitz und teilte fang Januar bis Ende April heirateten im vorigen Jahr In der Rheinsberger Straße sprang gestern ein dreizehnjähriger mit: das von ihm zu begründende, 3entralbureau für 6909 Paare, in diesem Jahr nur 5792 Paare. Offenbar sind Knabe aus dem Fenster des dritten Stockwerkes auf den mit Ziegeln Volksfürsorge" wolle in Reichenbach ein Hauptindustrie- durch die sofort nach Ausbruch des Krieges ein- gepflasterten Hof hinab. Im Fallen berührte er mit den Füßen ein werk errichten, das viele tausend Arbeitslose mit Bauarbeiten segende gewaltige Hochflut von Kriegstrauungen Blumenbrett an einer Wohnung im zweiten Stock. Dadurch wurden beschäftigen könne; dazu sei ein Blag von 120 Morgen Größe auch viele Eheschließungen vorgenommen worden, die erst für dieses die Wohnungsinhaber aufmerksam. Sie benachrichtigten die Mutter notwendig, den die Stadt zur Verfügung stellen müsse. Bei der Jahr geplant waren. Sie beeinträchtigten starkt die Heiratsziffern des Knaben, die nun hinuntereilte und ihren Sohn noch lebend an persönlichen Rücksprache gab der Angeklagte als seine Wohnung der Herbstmonate, aber auch jetzt in den Frühlingsmonaten ist traf. Sie ließ ihn gleich nach dem Lazarus- Krankenhause bringen, Berlin- Schöneberg, Sedanstr. 24, an; er erklärte, wiederholt ihr mindernder Einfluß noch zu erkennen. Seit Kriegsausbruch wo er aber bald nach der Aufnahme starb. Der Junge, dessen im Eisenbahnministerium in seiner Angelegenheit heirateten in 1914/15 im August 5793 Paare, im September Vater im Felde steht und der noch drei schulpflichtige Geschwister verhandelt, ferner beim Deutschen Kaiser in Rominten bis Dezember 5835 Paare, im Januar bis April 5792 Paare. hat, schwänzte in letzter Zeit oft die( Schule. Die Mutter wollte Audienz gehabt zu haben, wobei ihm dort 28 Morgen Land Dagegen war in denselben Monaten von 1913/14 das Er ihren Sohn gestern früh selber zur Schule bringen. Während sie umsonst für Zwecke der deutschen Volksfürsorge zur Verfügung gebnis für Auguſt nur 1309 Paare, aber für September bis sich anzog, nahm der Junge seine Schulmappe, ging aber nach der gestellt seien; mit zwei verabschiedeten Offizieren bearbeite er Dezember 8265 Paare, für Januar bis April 6909 Paare. Küche und sprang aus dem Fenster. auf Veranlassung des Kriegsministers das Projekt. Der Doch haben im ganzen die neun Kriegsmonate von Magistrat von Reichenbach fand diese Erzählungen des An- 1914/15 mit zusammen 17 420 Eheschließungen immer noch Der Muttermörder Vogel ist bereits gestern nach Dresden gegeklagten etwas sonderbar, sah sich aber doch veranlaßt, bei ein Mehr von ziemlich 1000 gegenüber denselben bracht worden. Zwei Dresdener Kriminalbeamte holten ihn vom den zuständigen Stellen Erfundigungen einzuziehen. neun Monaten von 1913/14 mit nur 16 483 Eheschließungen. Untersuchungsgefängnis ab und brachten ihn nach dein Amtsgerichtsgefängnis in Dresden. Eine Gold- und Silbersammlung. Inzwischen war der Angeklagte nach Berlin gegangen und erschien am 17. November im Zentralarbeitsnachweis in der Gormannstraße, wo er sich als Beauftragter eines Unternehmens in der Nähe Eine Sammlung von entbehrlichen Gold- und Silbergegens von Reichenbach ausgab und fragte, ob er für Erdarbeiten usw. etwa ständen zugunsten der Nationalstiftung für die Hinterbliebenen der 80 Arbeiter bekommen könnte. Er gab an, daß er schon mit dem im Kriege Gefallenen wird der„ Vaterlandsdant" in der Zeit vom Reichsamt des Innern wegen des zu überlassenden Eisenbahnzuges in Verbindung stehe, aber von jedem der angeworbenen Arbeiter den Fahrkostenbetrag von 5,50 M. im voraus verlangen müsse. Am nächsten Tage verlangte er dann 1000 Arbeiter. Wie die Beweisaufnahme ergab, ist die Sache dadurch zum Klappen_gekommen, daß der Angeklagte im Arbeitsnachweis außer den männ lichen auch noch 300 Frauen und Mädchen verlangte, die an Ort und Stelle wohnen müßten. Die Vorsteherin der weiblichen Abteilung schöpfte den Verdacht, daß es sich vielleicht um unfittliche Zwecke handelte, sie telephonierte nach Reichenbach. Dort hatte man inzwischen den negativen Bescheid seitens der betreffenden Behörden, mit denen sich in Verbindung zu setzen der Angeklagte in der Tat versucht hatte. Man verständigte sofort Eisenbahn, Arbeitsnachweis und Polizei telegraphisch dahin, daß es sich offenbar um einen Schwindler handelt. Als ein Teil von Arbeitern, die das Reisegeld aufgebracht hatten, sich zur Reise nach Reichenbach auf dem Görliger Bahnhof einfanden, suchten sie vergeblich nach dem Angeklagten. Dieser hatte inzwischen erfahren, daß etwas gegen ihn sich vorbereite und hatte sich aus dem Staube gemacht. Anfang 1914 wurde der Angeklagte, der auch in anderen Straf fachen gesucht wurde, in München verhaftet. Das schamlose Vorgehen des Angeklagten faßt die Staatsanwaltschaft als versuchten Betrug auf, da das Endziel doch nur gewesen sein könne, die angeworbenen Arbeiter um die von ihnen im voraus verlangten 5,50 M. zu prellen. Neben diesem Hauptfall laufen noch drei Fälle des versuchten Betruges, wobei es sich um Zechprellerei gegen einen Hotelier, bei dem er sich eingemietet hatte und um einen kleinen Schwindel gegen ein Dienstmädchen, mit dem er eine Liebelei an geknüpft hatte, handelt. Versuchtes Sittlichkeitsverbrechen. Vor einigen Tagen versuchte ein Mann sich Einlaß zu verschaffen bei einer Frau in der Oppenstraße in Adlershof. Nachdem der Eindringling das öffnende Kind der Frau zur Seite gedrängt hatte, zu befreien. Der Inhold konnte leider nicht ergriffen werden. Er versuchte er sich an der Frau zu vergehen. Es gelang ihr aber, sich ist zirka 40 Jahre alt und war bekleidet mit grauem Anzug und schwarzem steifen Hut. 17. Mai bis 17. Juni im Reiche veranstalten. In einem vom Minister des Innern gezeichneten Schreiben heißt es über diese Sammlung: „ Der Vaterlandsdank hat in besonderen Schreiben ausdrücklich hervorgehoben, daß es sich nicht um eine Sammlung ähnlich den Gold gab ich für Eisen" Opfern in den Freiheitskriegen handle, Wer ist der Tote? Aus dem Verbindungskanal gelandet wurde zu denen bei der günstigen Kriegs- und Wirtschaftslage fein An- an der Seestraße gegenüber dem Westhafen ein Mann von etwa laß gegeben wäre, sondern um die Nutzbarmachung jetzt ungenutzt 40 Jahren, der augenscheinlich dem Arbeiterstande angehörte. Irgend liegender Werte für das Liebeswerk der Hinterbliebenen- Fürsorge. welche Anhaltspunkte zur Feststellung der Persönlichkeit wurden bei Aus diesem Grunde wird die Schenkung von Trauringen nicht gefunden. Der Tote ist etwa 1,65 Meter groß und schwächlich nicht gewünscht, da diese den meisten sehr werten Erinnerungsgebaut, hat dunkelblondes Haar und einen Anflug von Glaze, eine zeichen als entbehrliche" Gegenstände nicht anzusehen sind. Durch Hohe Stirn, eine breite Nase und große Ohren und trug eine blaue die für die Sammlung erbetene Hingabe von entbehrlichem Monteurjacke, schwarze Weste und Hose und ein rotgestreiftes Barchents Schmuck und Edelmetallgerät aller Art werden die Pietät und die hemd. wirtschaftlichen Verhältnisse der Geber wenig berührt, und doch -für den vaterländischen Zweck nicht unerhebliche Mittel gewonnen Kleine Nachrichten. Ein Zusammenstoß auf der Straßenbahn werden. Im allgemeinen ist die Verwertung der eingehenden ereignete sich Dienstagabend vor dem Grundstück Altonaer Str. 37. Gegenstände durch Einschmelzung in Aussicht genommen; da Hier lief ein Wagen der Linie 11 auf einen Wagen der Linie 17 aber erfahrungsgemäß bei solchen Sammlungen häufig auch mit großer Wucht hinten auf. Die Schaffnerin des angefahrenen Sachen fortgegeben werden, die zwar für den Besizer entbehr- agens und drei Fahrgäste wurden leicht verletzt. Die hintere lich sind, die aber aus funstgeschichtlichen, kunsttechnischen Plattform des ersten und die vordere des zweiten Wagens wurden und anderen Gründen wert sind, erhalten zu bleiben. so ist durch schwer beschädigt. Beim Glase Bier vom Tode überrascht wurde die gewonnene Mitwirkung hervorragender Sachverständiger auf Dienstagabend in der Breiten Straße der Kaufmann Siegfried diesem Gebiete für die Aussonderung solcher Gegenstände Sorge Strüger aus der Petristr. 25. Der Mann brach plötzlich bewußtlos getragen. Durch ihren Verkauf an Museen und Liebhaber wird zusammen und verstarb kurze Zeit darauf. nicht nur ein weit höherer Ertrag erzielt werden, sondern es werden auch unseren Nachkommen Zeichen früherer Kultur- und Kunstauffassung erhalten bleiben, die in Gefahr stehen, für die Algemeinheit verloren zu gehen. Keine Erweiterung der Landsturmpflicht. Arbeiter- Bildungsschule. abends 19 Uhr, setzt der Genosse Eduard Bernstein seine Heute Donnerstag, den 20. Mai, Vorträge im Hörsaal, Lindenstr. 3, IV. Hof, rechts 3 Tr., fort. Der aus Bayern stammende Angeklagte verbüßt zurzeit in einem So sehr die gute Absicht, den Hinterbliebenen der im Kriege reich gesegneten Gefilde Flanderns führte ein neuer Vortrag Flandern und der Krieg. In die mit Kultur- und Kunstschätzen bayerischen Gefängnis eine ihm wegen Betruges in 13 Fällen auf Gefallenen zu helfen und zu nügen, anzuerkennen ist, so muß doch Dr. Paul Fechters am Dienstagabend die zahlreich erschienenen erlegte fünfjährige Gefängnisstrafe. Er hat ein viel nach wir vor von neuem mit aller Entschiedenheit die Pflicht des Besucher der Urania. Was der Vortragende an diesem Abend tat, bewegtes Leben hinter sich und tut jetzt so, als ob er sich eifrigst mit sozialpolitischen Problemen beschäftige und viele Verbindungen Reiches betont werden, den Hinterbliebenen ausreichende Hilfe zu war mehr als eine chronologische Aneinanderreihung der Kriegsmit sozialdemokratischen Kreisen angebahnt habe; er habe dem sozial- gewähren und die Familien der im Kriege Gefallenen nicht der ereignisse in Belgien. Er läßt vielmehr von präätigen Lichtdemokratischen Antrag auf Einführung einer Arbeitslosenversicherung Wohltätigkeit zu überweisen. Erfreulicherweise scheint ja auf dieſem bildern unterstützt die alten belgischen Stunstwerke lebendig vor entgegentreten wollen. U. a. erzählt er auch eine wüste, abenteuerliche Gebiete diese hier geäußerte Ansicht auch in der Volksvertretung den Augen der Zuhörer erstehen. Löwen, Mecheln und Antwerpen Geschichte von französischen Agenten eines anarchistischen Klubs, mit geteilt zu werden, und hoffentlich läßt es die Regierung nicht an der mit ihren herrlichen Bauwerken werden vom Gesichtspunkt der dem er durch Zufall in Mülhausen Fühlung bekommen habe und die nötigen Weitherzigkeit fehlen. architektonischen Kunst im ersten Teile des Vortrages gewürdigt. ihn für ihre Spionagedienste hätten einfangen wollen. Er sei auch Dabei zeigt der Vortragende, wieweit diese Bauten durch den Krieg anscheinend darauf eingegangen, aber in der Absicht, in Wirklichkeit vernichtet resp. iu Mitleidenschaft gezogen sind. Im zweiten Teil seinem Vaterlande dienen zu wollen. Er habe in dem Klub die Es tauchen erneut Gerüchte auf, daß eine gefeßliche Er- des flandrischen Landes bekannt gemacht. Die Dünen und Dämme des Vortrages wurden die Zuhörer mit den Eigenarten und Reizen trug, weiterung der Landsturmpflicht beabsichtigt sei. nach Berlin begleitet, da dieser den Auftrag hatte, bahin unterrichtet, daß eine solche Absicht nicht besteht. Wir sind liegen in naturgetreuen Bildern vor uns. Das tote Brügge mit seinen malerischen Anlagen und Bauten, Gents Kathedrale St. Bavo, die Tuchhallen und der Belfried, Ostende und Blankenberghe und Ypern, die Totenstadt, werden eingehend gewürdigt. Der Vortragende hatte am Schlusse seiner Vorführungen ein sehr dankbares Publikum. Volkskonzert des Philharmonischen Orchesters. findet am Sonnabend, den 29. Mai, in den Konkordia- FestDas nächste Volfskonzert des Philharmonischen Orchesters sälen, Andreasstraße 64, statt. Nummer 212 erhalten und habe einen Mann, der die Nummer 51 Junge Weltreisende. sich als Bildhauer ins Königliche Schloß einzuschmuggeln, wo bauliche Beränderungen vorgenommen worden seien. Nr. 51 Habe den Auftrag gehabt, sich über die Räumlichkeiten in Schloß für zukünftig auszuführende verbrecherische Pläne zu orien tieren. Der Angeklagte will dann an das Zivilkabinett und das und unterstützt durch blutrünstige Kriegsliteratur manches Unheil Der Krieg hat in den Köpfen vieler phantasiebegabter Kinder Reichskanzleramt Mitteilung gemacht haben. In Sachen der Arbeitslosenfürsorge bestreitet der Angeklagte jede betrügerische Absicht. angerichtet. Es ist eine alltägliche Erscheinung, daß 12-14jährige Er entwidelte in langem Vortrage sozialpolitische Projekte, die Knaben auf eigene Faust eine Weltreise oder eine Reise nach den darauf hinausgegangen feien, das Problem der Arbeitslofig- Kriegsschauplägen antreten. Weit kommen sie dabei allerdings nicht, feit zu lösen. Sein Plan sei ein sehr ernster und nicht auf denn die Mittel, die sie meistens den Eltern fortnehmen, find bald Schwindel beruhender gewesen, das beweise schon, daß er wieder zu Ende. " holt mit Herren der Eisenbahnbehörde über sein Projekt ge= Gestern wurde ein solcher Weltreisender" im Alter von zwölf sprochen und versucht habe, für die nach Reichenbach zu be- Jahren im Passagepanoptikum angehalten. Einem Beamten fiel ein fördernden Arbeiter, die dort Gelegenheit zur Arbeit be- Dreitäsehoch auf, der, mit einem Rudsad und einem kleinen Handtommen sollten, billige Sonderzüge zu erreichen und den Arbeitern freie Fahrt auszuwirken. Das sei ihm leider nicht gelungen, sondern foffer belastet, sich das Panoptikum ansehen wollte. Er knüpfte eine er habe nur eine Fahrpreisermäßigung durchsetzen können. Er habe unterhaltung mit ihm an, fragte ihn nach seiner Herkunft und dem sich nach Leipzig begeben und die Absicht gehabt, dort in einem Ziel seiner Reise und erfuhr so zunächst, daß er gegen den Willen Vortrage sich gegen alle gegen ihn erhobenen Verdächtigungen und ohne Wissen der Eltern heimlich aus Liegnig abgefahren war. zu wehren und seine sozialpolitischen Pläne vor das Volk zu Nach der Quelle seiner Mittel ausgeforscht, mußte der Kleine bringen. Staatsanwalt Lanzenberg hielt die Fälle des gestehen, daß er sie seinem Großvater entwendet hatte. Die vollendeten Betruges für zweifellos erwiesen, ebenso zweifellos er- Eltern hatten, wie er erzählt, alle seine Bitten um eine kleine Rund scheine es ihm aber auch, daß es dem Angeklagten bei seinem au- reise abgelehnt. Darauf war er zum Großvater gegangen und hatte geblichen Projekt der Arbeitslosenfürsorge ausschließlich darauf anfich um einen ganz groß angelegten Schwindel und ein sehr gefähr- Reisende" nach Berlin. Hier kaufte er sich einen photographischen gekommen sei, den Arbeitern das Reisegeld abzunehmen. Es handle ihm 180 m. entwendet. Mit Rucksack und Koffer ausgerüstet fuhr der liches Beginnen, so daß eine Zusak strafe von 22 Jahren Apparat und eine Armbanduhr. Dann reiste er nach Hamburg und zu der fünfjährigen Gefängnisstrafe angebracht jei. R.-A. Dr. Bremen. Nach Besichtigung der beiden Handelsstädte, in denen er Alsberg beantragte die Freisprechung. Das Gericht hielt mit dem mehrere photographische Aufnahmen machte, kehrte er nach Berlin Staatsanwalt dafür, daß hier ein großzügiges Schwindelunternehmen zurück, um sich jetzt auch die Reichshauptstadt näher anzusehen und des Angeklagten vorliege. Selbst angenommen, daß man ihm seine sich auch hier als Liebhaber- Photograph zu betätigen. Ueber das Projekt dem sozialdemokratischen Antrage auf Arbeitslosenversicherung alter Schüler Walter E. sehr betrübt. Die Polizei benachrichtigte Versicherung glauben könnte, er habe die Absicht gehabt, durch sein unerwartete Ende seiner Reise war der Angehaltene, ein 12 Jahre ein Baroli zu bieten, so habe doch der Angeklagte seinen phantastischen Plan vorwiegend dazu ausnutzen wollen, sich in den Besiz des alsbald seine Eltern, die ihn jetzt nach der Heimat zurückholen. Fahrgeldes zu setzen, das die Arbeiter mitbringen sollten. Der Ob die Erzählung mit den Tatsachen übereinstimmt, ist noch die Gerichtshof erkannte auf eine 3 usagstrafe von 2 Jahren Frage, aber daß der Junge schon nach Berlin gelangt ist, genügt Gefängnis. schon für den Unternehmungsgeist des Weltreisenden. " Verzweiflungstat eines Vaters. Billetts hierzu sind bei der Gewerkschaftskommission, Engelufer 15 1, Zimmer 13, erhältlich, ebenso im Zigarrenladen bei Horsch. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pf. Das Bureau der Gewerkschaftskommission ist vormittags bon 8-12 und nachmittags von 4-6% Uhr geöffnet, außer Sonnabends nachmittags. bittet davon Kenntnis zu nehmen, daß die Abteilung für unDer Zentralverein für Arbeitsnachweis, Gormannstr. 13, weitiger Mitbenutzung der Räume für die Folge um 3 Uhr gelernte Arbeiter, Hausdiener und Kutscher anläßlich anderFernsprecher: Amt Norden 11040-11 047, 3791-3797, geschlossen wird. Bestellungen für den nächsten Tag werden jedoch von der Telephonzentrale auch nachdem angenommen. 3691, 3692 und 9764.) Es empfiehlt sich, von diesen Vorbestellungen so viel wie möglich Gebrauch zu machen. Gesperrt. Die Potsdamer Straße wird zwischen Lüßowstraße und Kurfürstenstraße wegen der Erneuerung der Straßenbahngleise bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehr mit Ausnahme der Omnibusse gesperrt. Aus den Gemeinden. Krankenhaus für Geburtshilfe. In Charlottenburg besteht, wie vielleicht noch nicht allgemein bekannt ist, ein besonderes Krankenhaus für Geburtshilfe, das sich als sehr segensreich erwiesen hat. Schon im Herbst 1904 einAus Groß- Berlin. Eine Familientragödie hat sich am Montag in der Flemming Berlins Eheschließungen in der Kriegszeit. Straße zu Köpenick abgespielt. Der dort mit ſeiner Mutter wohnende gerichtet, wurde im November 1913 der umfangreiche Neubau SophieBuchhalter Reising war durch mißliche Verhältnisse in Schulden ge- Charlotte= Straße 116 dem Betrieb übergeben. Die anDie Frühlings hochflut der Heiraten war in Berlin raten und faßte den Entschluß, aus dem Leben zu scheiden. Seinen fangs vorhandenen 113 Betten mußten schon im folgenden diesmal nur mäßig. Jm vorigen Jahre brachten sechsjährigen Sohn, der sich bei der von ihm getrennt lebenden Ehe- Jahre auf 125 vermehrt werden. Im Jahre 1914 März und April 1803 und 2996 Eheschließungen, in diesem frau befand, wollte er mit in den Tod nehmen. Er holte den wurden 2393 Erwachsene aufgenommen und davon 1516 entJahre wurden in denselben beiden Monaten nur 1680 und Senaben mittags von der Schule ab und offenbarte dann fester scheidung. In Fällen, wo die Aufnahme sich noch nicht als bunden. Die Aufnahme ist abhängig von der ärztlichen Ent1747 Ehen geschlossen. Für die beiden Frühlingsmonate zu- Mutter den gefaßten Entschluß. Auch diese war damit einverstanden. bringend erweist, werden die Betreffenden nicht entlassen, ohne daß sammen stellte sich das Ergebnis im vorigen Jahre auf Reising öffnete dann abends die Gashähne und erwartete, mit seinem für eine stimmte Unterkunft für sie gesorgt ist. Pflegebedürftigen 7499, in diesem Jahre auf nur 3427 heiratende Paare. Da Sohn auf dem Sofa sigend, den Tod, während die Mutter sich ins Frauen und Mädchen wird auch vor und nach der Entbindung kostenfreie Verpflegung gewährt, die vis auf drei Monate ausgedehnt werden kann. Die Pfleglinge haben, soweit eS ihr Zustand �ulagt, leichte HauS- und Handarbeil zu verrichten. Diese kostensreie Per» pflegung für längere Zeit, für die seit Kriegsbeginn 14 Betten zur Verfügung stehen, ist seit dem 1. April 1007 insgesamt 707 Mädchen und Frauen zuteil geworden, und zwar nicht ausschließlich Ein- Wohnerinnen von Charlottenburg, sondern, soweit irgend angängig, auch Auswärtigen. Kriegsbeschädigten- und Llrbeitslosenfürsorge in Neukölln Entsprechend den Grundsätzen der Provinzialvetwalinng über die Fürsorge für Kriegsbeschädigte, unterbreitete der Magistrat der >Ltadiverordnetcnversammlnng eine Vorlage. Nach dieser soll als K'reisbcirat für die Kriegsbeschädigten eine besondere Deputation gebildet werden, die sich aus Mitgliedern der Gewerbedeputalion und einigen Aerzten zusammensetzt. Der Deputation soll außerdem das Recht eingeräumt werden, weitere Vertreter aus den Kreisen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer heranzuziehen. Zur Durchführung der Beratung und Fürsorge in Einzelfällen soll eine Beratnngs- und Fürsorgestelle, in, städtischen Arbeilsnachlveis eine besondere Abteilung für Kriegsbeschädigte eingerichtet werden. Gegen Einzelheiten der Vorlage erhoben Stadtv. K lo th sSoz.) und T h u r o w(Soz.) Bedenken und beantragten die Ueberweisung der Vorlage zur näheren Prüfung an einet- Ausschuß. Beschlossen toiirde, die Vorlage an den Sonderausschuß III der Kriegswohl- fahrtsko», Mission zu verweisen. Ilm eine möglichst einheitliche Art der A rb e i t S l o s e n fü r- sorge in Groß-Berlin herbeizuführen, beantragte die sozialdemo- kratische Stadtverordnetenfraktion auch für Neukölln die Grund- fätze zu beschließen, die in Berlin, Schöneberg und anderen Gemeinden bereits Geltung haben. Stadtv. G r o g e c(Soz.) führte begründend aus, daß seinerzeit gegen diese Art der Arbeitslosenfürsorge geltend gemacht wurde, die Provinzial- Verwaltung könnte die Erstattung eines Teiles der entstehenden Kosten ablehnen, da sie in ihren Grundsätzen bekanntlich für die strikte Er- stattung der geleisteten Arbeitslosenunterstützung die Prüfung der Bedürftigkeit verlange. Die Gemeinde Schöneberg habe nun ein Uebcreinkommen mit dem Provinzialausschuß getroffen, wonach auch der Stadt ein bestimmter Beitrag zu den Kosten ihrer Arbeitslosen- Versicherung zurückerstattet wird. Der jetzige Zeitpunkt, wo wenig Arbeitslose vorhanden seien, könne für die Umgestaltung und das Hinein- wachsen in die neu zu schaffende Organisation am besten benutzt werden. Esgelte schonjetzt Vorbereitungen und umfassendeMaßnahmenzutreffen gegen die zu erwartende große Arbeitslosigkeit nach dem Kriege.— Stadtv. Emn, eluth sKommunal-Fortschr.) hat gegen die Vorlage insofern Bedenken, als die Fürsorge für die Unorganisierteir nach seiner Meinung nicht genügend berücksichtigt sei. Die Vorlage wurde an eine Kommission verwiesen.— Das gleiche Schicksal erfuhr der Antrag des Magistrats zur Anlegung eines Ehrenfricdhofes. — Tie Friedhossgebübren ordnung wurde hinsichtlich der reservielten Wahlstellen in einigen Punkten abgeändert. dem Inkrafttreten der Verordnung erfolgte Aufrechnung, Abtretung oder Verpfändung. Berlin, den 17. Mai 1015. Der Stellvertreter des Reichkanzlers. Delbrück. Jnteressenpolitikev in Tegel. Die letzte Sitzung der Gemeindevertretung zeitigte eine sehr ausgedehnte und teilweise auch recht temperamentvolle Debatte, deren Ursache abermals drei Vorlagen waren, die die Firma B o r s i g betrafen und deren Erledigung fast die ganze Sitzung ausfüllte. Verhandelt wurde ein Antrag auf Genehmigung der Durchguerung der Schöneberger Straße mit einem Rohrgraben, serner unr die Genehnrigung zur Ueberguerung derselben, ein Gleis enthaltenden Straße mit zwei Gleisen, und drittens die Verspannung des großen Schornsteins der hydraulischen Presse durch Drahtseil über dieselbe Straße hinweg. Vor Eintritt in die Verhandlungen dieser An- träge gab es eine lebhafte Auseinandersetzung zwischen unseren Genossen und den drei Vertretern der Finna Borsig. Unsere Genossen erklärten, daß auf Grund des§ 103 der Land- gemeindeordnung, der von der Behandlung widerstreitenderIJnteressen handele, eine Teilnahme des Mitinhabers der Firma, Geheimrats Ernst v. Borsig, an den Verhandlungen oder an der Abstimmung nicht angängig wäre. Die Gemeindevertreter v. Borsig, Direktor Unger und Marscheider wandten sich gegen unsere Genossen, bei denen sie noch andere als die dargelegten Motive für ihr heutiges Vorgehen vermuteten. Mit Nachdruck wurde von ihnen bestritten, daß die Firma in dem behaupteten Maße bei den Vorlagen inter- essiert sei, die Gemeinde habe vielmehr durch die WcrkSerweilerungen und größere Arbeiterbeschäftigung lediglich Vorteile, insbesondere in steuerlickier Beziehung. Unsere Genossen wehrten sich energisch gegen die Unterstellung, aus nicht dargelegten Motiven gehandelt zu haben, auch der juristische Beirat des Gemeindevorstandcs, Herr Assessor L a e g e l erläuterte die gesetzlichen Bestimmungen, wonach 'n dem vorliegenden Falle der Firmenträger nicht an der Ab- uimmung eigener Anträge teilnehmen könne. Unter Verwahrung gegen die gegnerischen Ausführungen verzichtete schließlich Herr v. Borsig auf weitere Teilnahme an der Debatte und ebenfalls an der Ab- stimmung über seine Anträge. Die zu dem ersten Antrage sRohr- graben) von der Gemeinde verlangte Anerkennungsgebühr von 500 M., die so hoch bemessen worden war. weil auf Veranlassung unserer Genossen der wesentliche wirtschaftliche Wert dieser An- läge für die Firma in Betracht gezogen war, wurde ebenfalls von denselben Herren als außergewöhnlich hoch lebhaft bekämpft. Der Einwand, daß so hohe Gebühren die Existenz der Industrie er- schwelten, wurde nicht anerkannt. Die 500 M. Anerkennungsgebühr wurden im Vertrage aufrechterhalten, der sonst in der vorgelegten Fassung mit einer kleinen Aenderung bei der Abstimmung mit zehn Stimmen angenommen wurde. Ebenfalls Annahme fanden die beiden anderen Anträge der Firma Borsig. Eine Bestimmung, daß sogenannte Probefahrten von Lokomotiven auf den betr. Gleisen nicht stattsinden sollten, mn den dort vorhandenen starken Verkehr der Schulkinder nicht zu gefährden, wurde mit Stimmengleichheit, bei der der stellverlrelende Vorsitzende Herr Reicbelt den Ausschlag gab, abgelehnt, da man die bahnpolizeilichen Bestimmungen für ausreichend hielt. Aus den übrigen Verhandlungsgegenständen sei noch ertvühnt die Wahl des Genossen Schäfer in die Unter- stützungSkommission an Stelle des ausscheidenden Genosien Halses, und des Direktors Röder vom Strafgefängnis Tegel zum stell- vertretenden Vorsitzenden des MieteinigungsamteS. Soziales. Lohubeschlagnahmevcrordnung. Der gestrige„Neichsanzeiger" gibt den Wortlaut der von uns dem Inhalt nach bereits mitgeteilten BundeSratsverord- nung vonl 17. Mai bekannt, durch die die Grenze der Un- pfändbarkeit des Lohnes usw. von 1500 auf L000 M. erhöht ist. Die Verordnung lautet: Der Bundesrat hat auf Grund des§ 3 des Gesetzes über die Ermächtigung des Bundesrats zu wirtschaftlichen' Maßnahmen usw. vom i. August 1914(Reichs-Gesetzbl. S. 327) folgende Beiordnung erlassen: z 1. An die Stelle der im K 850 Abs. 2, 3 der Zivilprozeßordnung und im Z 4 Nr. 4 des Gesetzes vom 2l. Juni 1369 iBuudeS-Gesetzbl. 1869 S. 242 und 1871 S. 63, Reichs-Gefetzbl. 1897 S. 159, 1898 S. 332) vorgesehenen Summe von eintausendfünf- buiidert Mari tritt bis auf weiteres die Summe von zweitausend Mark. K 2. Diese Verordnung tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kraft. Den Zeitpunkt des Außerkrafttretens beftimmi der Reichs- kanzler. Ist ein Anspruch der im Z 850 Abs. 1 Nr. t. 7, 8, Abs. 3 der Zivilprozeßordnung bezeichneten Art vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung gepfändet, so verliert die Pfändung hinsichtlich später fällig werdender Bezüge ihre Wirksamkeit, soweit sie bei Anwendung des§ 1 unzulässig sein würde. Dies gilt entsprechend für ci»c vor Kündigung im Krieg nach Gehaltsaufbesserung. Wenn die Gehilfen mit Recht die Forderung aufstellen, daß ihnen nach der Gehaltsminderung während der Kricgszeit nicht gekündigt wird, so können sie anderseits nach einer Gehaltsaufbesserung nicht selber die Stellung kün- digcn. In ähnlichem Sinne entschied jetzt die 2. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts. Der Kläger hatte sich während seiner Tätigkeit bei beklagtem Kaufhaus Hahn um eine andere Stellung bemüht. Durch eine An- frage war das zur Kenntnis der Beklagten gekommen. Als sie dann hörte, daß E. mit feinem Einkommen nicht zufrieden fei. erklärte sie ihm, daß sie ihm 30 M. monntlich zulegen wolle; ob er damit zufrieden fei. Der Kläger war damit einverstanden, nahm aber dessennngeachiet zum nächsten Termin der Auflösung des Dienst- Verhältnisses eine neue Stellung an. Mit der Kündigung war die Beklagte zwar einverstanden, sie hielt sich aber unter diesen Um- stände» auch an das Versprechen der GehaltSaufbesierung nicht mehr für gebunden. Wenn sie, so führte sie in der Verhandlung aus, dem Kläger 30 M. monatliche Mehreinnahme geboten habe, so tat sie das unter der selbstverständlicben Voraussetzung, ihm damit aufs neue a» ihr Unternehmen zu fesseln. Es werde doch auch lein Chef einem abgehenden Gehilfen im letzten Monat zulegen. Ein Zeuge bekundete nocb, daß bei der Zulage beiderseits Einverständnis darüber herrschte, daß E. wieder bleibe. Das Kaufmannsgericht hielt den Anspruch des Klägers auf die Zahlung der Anlage von 30 Mark für unberechtigt. Nachdem E. zwölf Tage nach der Gehalts- aufbesserung gekündigl habe, sei nach dem Ergebnis der Beweis- ausnähme seine Forderung in keiner Weise begründet. Zur Wochenhilfe. Folgende interessanten und zutreffenden Ausführungen sendet uns der Krankenunterstützungsbund der Schneider: „In Nr. 134 des„Vorwärts" vom 16. Mai 1915 veröffentlichten Sie unter„Soziales" einen„Wochenhilfe anKriegerfrauen von frei- willig Versicherten" überschriebenen Zlrtikcl, welcher sich mit der Frage der Wochenhilfe an Frauen nichtversicherungspflichtiger Mit- glieder von Ersatzkaßen beschäftigt. In dem Artikel heißt es, daß verschiedene Ersatzkassen die Zahlung der Wochenhilfe verweigerten, weil es sich nicht um Zwangsversicherte handle und bemerkten zum Schluß, nachdem vorher angeführt, daß die Versichcrungsämter Neu- kölln und Hamburg auf Grund einer Klage den Wöchnerinnen die Wochenhilfe zugesprochen haben, hoffentlich bereiten die Kranken- kassen den bedrängten Kriegerfrauen in Zukunft nicht derartige Schwierigkeiten. Nach Erlaß der Bundesratsverordnung vom 3. Dezember 1914 war es für die Ersatzkassen im allgemeinen, speziell aber für unsere Kasse, welcher sehr viele selbständige Kleinmeq'ter als Mitglieder angehören, zweifelhaft, ob auf Grund des§ 1 Abs. 2 genannter Verordnung Frauen von nichtversicherungspflichtigen Mitgliedern Anspruch auf Wochenhilfe haben, da es ausdrücklich heißt: Vor Eintritt in diese Dienste auf„Grund der RVO." usw. versichert waren. Da das Reich den Kassen nur diejenigen Beträge zurück- erstattet, welche vom Versicherungscnnt nicht beanstandet werden, so wandte sich der Vorstand unserer Kasse um eine Aeußerung in dieser Frage an das ReichSamt des Innern und erhielt daraufhin folgenden Bescheid: „Der Ausdruck in Z 1 der Bundesratsverordnung vom 3 Dezember 1914 iReichsgesetzblatt S. 492)„auf Grund der O. gegen Krankheit versichert waren", ist dem Z 313 der RVO. entnommen und hat die gleiche Bedeutung, wie an der genannten Stelle. Er umfaßt alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen im Sinne des K 225 der RVO., also sowohl die Versicherungs- Pflichtigen, als auch die freiwillig Versicherten. Mit den Mit- gliedern der Ersatzkassen befaßt sich die RVO. nur soweit und solange, als sie versicherungspflichtig sind. Personen, die nach Aufhören ihrer Verficherungspflicht Mitglieder einer Ersatzkasse bleiben oder erst dann in eine solche eintreten, gehören mithin nicht zu den Personen, die„nach der RVO." versichert sind. Hieraus folgt, daß die Ehefrauen von Kriegsteilnehmern, die nicht während der in§ 1 der Bundesratsverordnung be- �zeichneten Zeit versicherungspflichtige Mitglieder einer Ersatzkasse waren, keinen Anspruch auf die Reichs-Wochenhilfe haben. Der Entscheidung der zuständigen Spruchinstanzcn soll durch diese Darlegung natürlich nicht vorgegriffen werden." gez.: Caspar. Zur Klärung der Sache veranlaßten wir an verschiedenen Orten die Frauen, Klage auf Zahlung der Wochenhilfe gegen unsere Kasse anzustrengen. Wie Sie ganz richtig anführen, ist die Kasse zu unserer Freude an vielen Orten verurteilt worden, die Wochen- Hilfe zu zahlen. Dem stehen leider auch Vorbescheide der Ver- sicherungsämter Berlin und Bochum gegenüber, woselbst die Klagen der Frauen abgewiesen wurden mit der Begründung, daß die Mitglieder nicht aus Grund der RVO. versichert waren. Wir haben den Frauen den Rat erteilt, gegen diese Vorbescheide Bc- rufung einzulegen. In unserer Zahlstelle haben wir nun das Kurio;um zu verzeichnen, daß in Neukölln wohnende Fxauen die Wochenhilfe laut Urteil erhalten, während wir an in Berlin wohnenden Frauen auf Grund des Vorbescheides die Wochenhilfe nicht auszahlen können. Die neueste Bundesratsverordnung vom 23. April 1915 bringt zwar im Jj 20 für die Frauen der nichlvcrsicherungspflichtigen Mit- glieder insoweit eine Verbesserung, als es denjenigen Frauen, deren Männer vor Eintritt in die Kriegs-, Sanitäts- oder ähnlichen Dienste ein Jahr hindurch ununterbrochen Mitglieder einer Ersatz- kaffc waren, die Wochenhilfe zuspricht. Diese neueste Verordnung hat aber leider den Fehler, daß sie erst mit dem Tage der Ver- öffcntlichnng in Kraft tritt, und daß sie nicht rückwirkende Kraft ab 3. Dezember 1914, dem Tage der Veröffentlichung der ersten Verordnung, hat. AuS alledem ist wohl ersichtlich, daß das Verschulden nicht auf feiten der Ersatzkassen, sondern in dem Wortlaut der ersten Bundes- ratSvcrordnung liegt, und daß wohl alle Ersatzkassen es mitJFreyden begrüßen würden, wenn cS heißen würde, daß die Frauen sämtlicher versicherter Mitglieder Anspruch auf Wochenhilfe hätten." Bemerken möchten wir hierzu, daß auch Frauen mit über 2500 M. versichert sind. Die Frauen aller Kriegsteilnehmer mit einem Einkommen bis zu 2500 M. haben Anspruch auf Wochenhilfe. gleichviel, ob sie oder ihr Ehemann versichert ist oder nicht. Für die Nichtversichertcn hat der Lieferungs- verband einzutreten. Gerichtszeitung. Ein Kriegsschwätzer. Wegen Beleidigung von Angehörigen der deutschen Armee wurde gestern der Fuhrunternehmer Otto Lieb au verurteilt. Der Angeklagte befand sich eines Togos in einem Schantlokal und machte dort, obwohl er nicht angetrunken war, in Gegenwart eines Feldwebels und eines Schutzmanns Bemerkungen, die schwere Beleidigungen der Feldwebel und Osfiziere enthielten und allgemeine Eutrüstung hervorriefen. Das Schöffengericht Berlin- W e d d i n g unter Borsitz des AmtSgerichtSrat O l l e n r o t h ver- urteilte den Angeklagten zu einem Jahr« Gefängnis und ordncle seine sofortige Verhaftung an. Ms aller Welt. Bei einem Zusamvlenstoß eines Güterzuges mit einem Leer- wagenzuge wurde, wie aus Buchen gemeldet wird, ein Aushilfs- schaffner getötet, zwei Beamte und ein Wehrmann verletzt. Sieben Wagen entgleisten. Zu dem Raubanfall im Eilzuge zwischen Bremen und Rothenburg am 17. d. Mts. wird noch mitgeteilt, daß der in Bremervörde fest- genommene Reisende die Tat eingestanden bat. Die Personalien sind noch unbekannl. Dem Täter war es möglich, von seinem Abteil aus durch die Aborttüren in das Abteil der über- fallenen Frau zu gelangen, weil die Aboritür von letzterem Abteil aus nicht verriegelt war. Eingegangens Vruckfchristen. Reliefkarte der Ostsee von Tanzig bis Petersburg. 25 Ps.— Franckd', Stullgart. Die Bräutigams der Babette Bomberling. Roman von Alice Berend.(Roman-Bibl. 6. R. 8.). 1 M., geb. 1,25 M.— S. Fischer, Berlin, Bülowstr. 99. Belgiens Schuld. Zugleich eine Antwort an Pros. Waxweiler von R. Graßhos. 1 M.— G. Reimer, Berlin W. 10. Sriefkaften der Redaktion. Die luriftifclis Evrechslunde findet für Abonnenlen Liudenstr. 3, lV. Hos rechts, varlerre, am Msnlag bis Freilag von 4 bis 7 Ugr, am Sonnabend von S bis 6 Uhr ftalt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl alz Merlzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nichl erteilt. Ansragen, denen keine Abonnementzauitlung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrechstund» vor. Beitrage, Schrisisiü-te und dcrglcicheu bringe man in die SPrechstunde mit. R. B 20. Jedenfalls ist die Deutsche Bank eine der sichersten. Da aber alle diese Institute Privatunternebmungcn sind, so können wir keine bestimmten Empfeblungen geben.— A. P. 482. 1. u. 2. Dabei können Sie sich nur beim Arzt Rat holen.— H. A. 28. Solches Rezept ist uns leider nicht bekannt. Beim Drogisten oder Friseur dürsten Sie jedoch Auskunst erhalten.— Helene 33. Tut mir weh.— T. l. Ja. — A. M. 100. Ja.— I. K. 101. Wenden Sie sich mit Ihrem Anspruch an die Stenerkasse.— O- H. 200. Die Tochter müßte zum mindesten süc das Kind Unterstützung bekommen. Sie soll sich beschwerdeführend an den Magistrat weiidcu.— K.®. 31. Wenn kein Testament vorliegt, erbt die Mutter zur Hülste.— G. B. 7. Der Erfolg einer Klage erscheint uns zwciselhaft, da Ihr Sohn mit dem Aussetzen sich einverstanden erllärt hat. — M. W. 100. 1. Das ist nicht ausgeschlossen. Eine Nachmusterung ge- schiebt jetzt vielfach. 2. und 3. Erkundigen Sie sich bei der Bank.— H. 34. Landsturm ohne Waste. Geringer Forinschlcr der Wirbelsäule. Zur Ersatz- rcseroe dienstfähig.— M. 31. R. 25. Ihr Anspruch aus Wochcnhilse müßte durch Beschwerde beim Vcrsicherungsamt geltend gemacht werden.— R. BS. 159. Sie haben einen Anspruch aus eine einmalige Unterstützung. Dieser Antrag muß an den Liescrungsverband, also an die Stcucrlassc, gestellt werden.— W. M. 100. Ist nach Berichten unwahrscheinlich. — K. T. 43. Der Mictszuschuß kann Ihnen in diesem Falle leider ver- weigert werden. Der Wirt kann Sachen einbehalten. Zur Zahlung der Miele sind Sie verpflichtet. Bei Nichtzahlung würde der Mann für die aus- gelausene Mietsschuld nachher auskommen müssen.— O. P. 77. Ja.— H. I. 3. Vom 79. Lebensjahre ab.— B. 65. 83. Kriegsvcrwendungs- sähig.— M. T. 13 268. 1. und 2. Ja.— M. M. L. 1. Wegen Ver- letzung der Hand zurückgestellt. 2. Ihre Frau muß mindestens 299 Marken geklebt haben.— OstfrieSland. Die Auskunft des Beamten ist nicht richtig. Die Frau soll Antrag auf AusivandSentschädigung stellen.— H. 5k. 28. 1. und 2. Ja. 3. Mictszuschuß wird Ihnen voraussichtlich gewährt werden.— 49. Ja. Lassen Sie sich von Ihrem Sohne eine Vollmacht zur Abhebung der Rente ausstellen.— St. P. 20, Rosenthal. Wenden Sie sich zunächst an die Polizei, eventuell muß durch Klage Aus- stellung des Zeugnisses erwirkt werden.—