Nr. 139.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: BierteljahrL 3,30 Mt monatl. 1.10 ML wöchentlich 25 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt 10 Pa. Bost Abonnement: 1.10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Beings Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 230 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat Bostabonnements rehmen an: Belgien, Dänemart, Holland. Italien, Curemburg. Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte 28ort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Morte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplak, Nr. 151 90-151 97. Freitag, den 21. Mai 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplats, Nr. 151 90-151 97. Parlamentarisches Kriegsvorspiel in Italien. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 20. Mai 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Trübes unsichtiges Wetter hemmte gestern in Flandern und NordwestFrankreich die Gefechtstätigkeit. Auf der Lorettohöhe machten wir kleine Fortschritte. Bei Ablain wurde ein nächtlicher feindlicher Vorstoß im Nahkampf abgewiesen. Zwischen Maas und Mosel war der Artilleriekampf besonders heftig. Gegen Morgen gingen die Franzosen östlich Ailly in breiter Front zum Angriff vor, der überall, zum Teil in erbittertem Handgemenge, von uns abgewiesen wurde. Oestlicher Kriegsschauplatz. Mit den aus der Linie Shagori- Frauenburg im Vormarsch gemeldeten stärkeren feindlichen Kräften ist es zu keiner Gefechtsberührung gekommen. An der Dubissa wurden russische Angriffe abgeschlagen, 900 Gefangene und zwei Maschinengewehre blieben in unserer Hand. Gestern griffen wir nördlich Podubis an, nahmen die Höhe 105 und machten weitere 500 Gefangene. Die südlich des Njemen vordringenden russischen Kräfte wurden bei Gryeszkabuda- Shutowth- Szaki völlig geschlagen. Die Reste des Feindes flohen in öftlicher Richtung in die Wälder, kleinere Abteilungen halten noch Sutti. Die blutigen Verluste der Russen waren sehr schwer, die Zahl der Gefangenen erhöhte sich deshalb nur auf 2200, ferner wurden 4 Maschinengewehre erbeutet. Südöstlicher Kriegsschauplah. Unsere über den San nördlich Przemysl vorgedrungenen Truppen wurden geftern nachmittag erneut von den Russen in verzweifelten Anstürmen angegriffen. Der Feind wurde überall unter sehr erheblichen Verlusten zurückgeworfen. Heute früh gingen wir auf einem Flügel zum Gegenstoß über und stürmten die Stellungen des Gegners, der eiligst flieht. Der österreichische Generalstabsbericht. Oberste Heeresleitung. und verletzte cô in der Sache, indem es darauf ausging, zu unserem Nachteile das empfindliche System territorialer Besikungen und Einflußsphären zu stören, das sich auf der Balkanhalbinsel heraus gebildet hatte. Aber mehr noch als der eine oder der andere besondere Punkt wurde der ganze Geist verlegt und sogar unterdrückt, der diesen Vertrag erfüllte. denn indem in der Welt der schrecklichste Krieg entfesselt wurde im direkten Gegensate mit unseren Interessen und unseren Gefühlen, wurde das Gleichgewicht zerstört, das das Bündnis sichern sollte und es erhob sich tatsächlich, aber unwiderstehlich das Problem der nationalen Unversehrtheit Italiens. Nichtsdestoweniger widmete sich die Regierung während langer Monate geduldig der Aufgabe, eine Ver ständigung zu suchen, die dem Vertrage seine Daseinsberechtigung, die er sonst verloren hatte, wiedergeben sollte. Diese Verhandlungen mußten indessen beschränkt sein nicht nur der Zeit nach, sondern auch durch die Würde, worüber hinaus die gesamten Interessen und die Ehre unseres Landes bloßgestellt worden wären. Infolgedessen und um diese höchsten Ziele aufrechtzuerhalten, sah die Königliche Regierung sich gezwungen, der Kaiserlichen und Königlichen österreichisch- ungarischen Regierung am 4. Mai die Zurücknahme aller ihrer Vertragsvorschläge, die Aufkündigung des Bundesvertrages und die Erflärung, daß sie sich Handlungsfreiheit vorbehalte, zu uptifizieren. Andererseits war es aber es aber nicht mehr möglich, Italien in ciner Isolierung ohne Sicherheit und ohne Ansehen zu lassen, gerade in dem Augenblick, wo die Weltgeschichte in eine entscheidende Phase tritt. Angesichts dieser Sachlage und in Erwägung der Schwierigkeit der internationalen Lage muß die. Regierung auch politisch vorbereitet sein auf jede noch so schwere Prüfung, und ersucht daher die Kammer durch den vorgelegten Gesehentwurf um die außerordentlichen Befugnisse, deren sie bedarf. Diese Maßnahme rechtfertigt sich nicht allein durch Präzedenzfall bei uns und in anderen Staaten jeder Regierungsform, sondern sie stellt auch die beste Ordnung und sogar die mildeste. Form derjenigen Befugnisse dar, welche unsere in Kraft stehende Gesetzgebung der Regierung auch in anderen Fällen zuweist, wo es sich um das höchste Gesetz handelt, nämlich um das Wohl des Staates. Ohne prahlerische Worte und ohne Stolz, aber mit tiefem Verfiändnis für die Berantwortung, die uns in dieser Stunde zufällt, haben wir das Bewußtsein, dafür Vorsorge getroffen zu haben, was die edelsten Bestrebungen und die vitalsten Interessen des Vaterlandes erforderten. Denn in seinem Namen und ihm ergeben richten wir bewegt unseren glühenden Appell an das Parlament und über das 4 Als die Kundgebung zu Ehren des Kammerpräsidenten endigte, trat Ministerpräsident Salandra in den Wien, 20. Mai.( W. T. B) Amtlich wird verlaut- Saal, hinter ihm der Minister des Auswärtigen Sonnino Parlament hinaus an das Land dahin, daß alle Meinungsbart: 20. Mai 1915 mittags: und die anderen Rabinettsmitglieder. Die verschiedenheiten beigelegt werden mögen und daß Deftlich Jaroslau und bei Sieniawa wurden starke ganze Versammlung steht; man ruft von allen von allen Seiten aufrichtiges Vergessen sich darauf herabſenke. Die russische Angriffe unter schweren Verlusten des Feindes zurüd- Seiten: Parteis und Klassengegensäte, die in gewöhnlichen geschlagen. Die verbündeten Truppen haben nach Ost und Es lebe der Krieg! Zeiten immer zu achtenden persönlichen Ansichten, selbst die Gründe, Südost Raum gewonnen. die dem Leben den täglichen fruchtbaren Kontrast der Bestrebungen In den Kämpfen am oberen Dujestr weitere m Zentrum ertönen Rufe: Es lebe der König! Die und Grundfäße geben, müssen heute verschwinden angesichts Dvation wiederholt sich, begleitet von immer mehr anwachsen- einer Notwendigkeit, die jede andere übertrifft, und einer Jdee, die 5600 Gefangen e. Die Russen wurden in einem Abschnitt dem Beifall. Unter Rufen: Es lebe Italien! erneuert sich mehr als jede andere begeistert, angesichts des Glücks und der nördlich Sambor aus ihrer Hauptverteidigungs die Sundgebung. Ministerpräsident Salandra bringt darauf Größe Italiens. Alles andere müssen wir von heute ab verstellung geworfen, eine Ortschaft zehn Kilometer süd- einen mestlich Moscista erstürmt. An der Pruthlinie ist die Situation unverändert. Nördlich Kolomea brachte ein furzer Gegenstoß vierzehnhundert Gefangene ein. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. bou Hoefer, Feldmarschalleutnant. Gesezentwurf ein, welcher der Regierung für den Fall des Krieges außerordentliche Befugnisse überträgt, und gibt darauf die Erklärungen der Regierung ab. einem einzigen Herz zusammenschließen, möge ein einmütiger Ministerpräsident Salandra Die Kriegssitzung der Kammer. Belt der Nationen als ein Faktor der Mäßigung, der Eintracht und neuen Geschichte anführt. Es lebe der König! Es lebe Salandras Rede wurde fast bei jedem Satz durch stürmischen Beifall unterstrichen und durch Rufe: Hoch Italien! Hoch der Krieg! unterbrochen. gessen und dürfen uns nur daran erinnern, daß wir alle Italiener sind und daß wir alle mit demselben Glauben und derselben Glut Italien lieben. Mögen die Kräfte aller in einer einzigen Kraft zusammengefaßt werden und die Herzen aller sich zu Wille zu dem beschworenen Ziele führen und Kraft, Herz und Wille ihren einzigen leidenschaftlichen und heldenhaften gab folgende Erklärung ab: Ausdruck finden in der Armee und Flotte Italiens und Seitdem Italien sich zur Staatseinheit erhob, hat es sich in der in dem erhabenen Führer, der sie zu den Schicksalen einer des Friedens bewährt. Und es kann stolz vor aller Welt verkünden, Italien! Rom, 20. Mai.( W. T. B.) Bei Eröffnung der daß es diese Aufgabe mit einer Festigkeit erfüllt hat, die sich nicht. Kammer ist der Saal ganz gefüllt, 480 Deputierte sind einmal vor den schmerzlichsten Opfern beugte. In der letzten Periode anwesend, die Tribünen gedrückt voll, einschließlich derer für von mehr als 30 Jahren hielt es ein System von Bünddas diplomatische Korps, die Senatoren und die ehemaligen nissen und Freundschaften aufrecht, die hauptsächlich zum Deputierten. Auf der Tribüne der Diplomaten bemerkt man und mit ihm den Frieden besser zu sichern. Angesichts der VornehmZwecke hatten, auf diese Art das europäische Gleichgewicht die Botschafter der Vereinigten Staaten, Englands, Frank- heit dieses Zieles ertrug Italien sogar nicht allein die Mängel der reichs, Rußlands und Japans. Auf einer Tribüne erscheint Sicherheit seiner Grenzen und ordnete diesem Ziele nicht nur seine Gabriele d'Annunzio, von lebhaften 3u heiligsten nationalen Wünsche unter, sondern es mußte auch mit rufen im Saal und auf den Tribünen unterdrücktem Schmerz den methodisch angewandten Versuchen zusehen, Italien aufgenommen. begrüßt. Nur die offiziellen Sozialisten den italienischen Charakter zu unterdrücken, welchen Natur und Salandra beantragte sodann die Einsehung einer beteiligten sich nicht an dieser Kundgebung. Geschichte diesen edlen Landen unauslöschlich aufgedrückt hatten. Sommission zur Prüfung des Gefeßentwurfs und bat, daß Alle hervorragenden Persönlichkeiten des Parlaments sind an- Das Ultimatum, das im Jahre 1914 Oesterreich- Ungarn die Kommission, deren Mitglieder von dem Präsidenten bewesend, außer Giolitti.- Um zwei Uhr tritt Präsident an Serbien richtete, machte mit einem Schlage die rufen werden sollen, noch heute zusammentrete und Bericht erMarcora in den Saal, begrüßt von stürmischem Beifall im strengungen zunichte, indem es ein Abkommen ver statte. Sein Antrag wurde angenommen. Saal und auf den Tribünen. Alle Deputierten, mit feste, das uns mit diesem Staate verband. Es verlegte dieses Sodann erhob sich Sonnino und legte das GrünAusnahme von 45 offiziellen Sozialisten, Abkommen durch das Verfahren, indem es unterlassen war, mit uns, buch vor, von Kammer und Tribüne mit einer langen erheben sich von ihren Plägen, ebenso wie das Publikum sei es eine vorgängige Berständigung zu treffen oder Sympathiekundgebung begrüßt. Der Kammerpräsident teilte auf den Tribünen und rufen: Es lebe der Präsident!" uns auch nur eine einfache Mitteilung zu machen, sodann die Namen der in die Kommission berufenen Depu Wirkungen unserer lange andauernden AnNur die offiziellen Sozialisten blieben ruhig und erhoben sich nicht von ihren Plätzen. Das Ende der Rede wurde mit einer stürmischen Rundgebung für die Armee, den König und tierten mit. Die Deputierten drängten sich um die Plätze der Minister, um ihnen die Hände zu schütteln. Die Regierung verläßt die Kammer, um ihre Erflärungen vor dem Senat zu wiederholen. bewahrt, wenn der andere zu den Waffen greife, um Interessen zu Mitteilungen werden systematisch da abgebrochen, wo auf den Vererreichen, die den Lebensinteressen seines Partners diametral ent- lauf einer Protestversammlung eingegangen wird. Der Versuch, das gegengesetzt sind. Trotzdem habe Italien sich bemüht, die freund- Volk als kriegsfreundlich auszugeben, geht so weit, daß, als vor schaftlichen Beziehungen zu den beiden Staaten wiederherzustellen, einigen Tagen ein junger Parteigenosse während einer Demonaber die Verhandlungen hätten nicht zu einem friedlichen Ergebnis stration in Mailand erschossen wurde, die demagogische Hezpresse geführt. Infolgedessen verkünde Italien kraft seines Rechtes, daß es ihn für einen Interventionisten ausgab, so daß der Vater des Geannimmt, und erklärt seinen Vertrag mit Desterreich- Ungarn für null Avanti" seinen Sohn gegen die Verleumdung in Schuh nehmen von diesem Augenblick an wieder volle Handlungsfreiheit töteten, ein überzeugter Parteigenosse und Gegner des Krieges, im mußte, was die Demagogen nicht daran hinderte, Krokodilstränen Die Kommission wird von folgenden Deputierten gebildet: Arlotta, Aguglia, Boselli, Luzzatti Coocortu, Leonardo Credaro, Compans, Baccelli, Guido Guicciardini, Barzilai, Bettolo, Bianchi, Dari, Turati, Meda Bissolati, Pantano, und nichtig. Finochtaro. Der Vorschlag der Regierung, dem Entwurfe die Dringlichkeit zuzuerkennen, wird in geheimer Abstimmung mit 367 gegen 54 Stimmen angenom m c. Die Kommission tritt sofort in einem Saale von Montecitorio zusammen. Mit Ausnahme Turatis sind alle Kommissionsmitglieder anwesend. Die Kommission ernennt zum Präsidenten und Berichterstatter Boselli als Aeltesten der Kammer und zum Sekretär Barzilai. Unterdessen wird die Sitzung der Kammer aufgehoben. Nach Wiederaufnahme der Sizung wird Boselli den Bericht der Kommission erstatten. Die Abstimmung. Rom, 20. Mai.( W. T. B.) Die Kammer hat unter großen Beifallskundgebungen mit 407 gegen 74, bei einer Stimmenthaltung, den Geseßentwurfangenommen, welcher der Regierung für den Fall eines Krieges außerordentliche Befugnisse überträgt. Salandra im Senat. Nom, 20. Mai.( W. T. B.) Auch die Straßen in der Mähe des Senatsgebäudes find durch Truppenketten gesperrt. Nur die Senatoren, die Deputierten, sowie die mit Tribünenkarten versehenen Personen werden durchgelassen. Auch im Senat sind der Sigungssaal und die Tribünen dicht bescht, über 230 Senatoren sind anwesend. Um 4 Uhr tritt Präsident Manfredi in den Saal und hinter ihm Salandra mit den übrigen Mitgliedern der Regierung. Salandra wird stürmisch begrüßt. Man rief: ... Es lebe Italien! Hoch der König! Hoch die Armee!" Sämtliche Senatoren erheben sich. Salandra ergreift das Wort und wiederholt die Erklärung, die er schon in der Kammer abgegeben hatte, und die häufig von lebhaftem Beifall unterbrochen wird und zum Schluß mit einer stürmischen Kundgebung beantwortet wird. Sodann wurde auf Vorschlag Salandras die Sigung auf morgen nachmittag 2 Uhr pertagt. Das Grünbuch. " " Diese Urkunde ist in Wien am 4. Mai vom Herzog von Avarna zu vergießen. dem Minister Baron Burian überreicht worden. SCHWEIZ DEUTSCHLAND Tirol Treating Mailand 10605 Wien ÖSTERREICH Budapest Trient Triest UNGARN Venedig Fiume Bologna Bosnien Nawigrad oflorenz A Zara Livorna Ancona Dalmatien: Monten. Rom Sardinien ALIE Cattaru Antivart MDulciano Burazzo Walona SERBIEN Als Teilnehmer an den Kriegsdemonstrationen werden regelmäßig die Studenten aufgeführt. Tatsächlich beteiligen sich die un mündigen Jünglinge in ausgiebigem Maße an den Demonstrationen, wobei bemerkt sein soll, daß diejenigen, die für Studenten gelten, in Italien nicht unter den Begriff derjenigen fallen, die in anderen Ländern als solche bezeichnet werden. Meistens sind es Gymna stasten oder aber ganz junge Burschen, die offiziell dadurch bekannt sind, daß sie zu allen Mitteln greifen, um sich ein paar Tage oder Stunden Ferien von den Professoren zu erzwingen, die sie auch als zum Lernen zu faule Schulkinder betrachten und behandeln. Viele Demonstrationen, die als interventionistisch ausgegeben wurden, werden von den Arbeitern in neutralistische verwandelt. An den kriegsfeindlichen Demonstrationen beteiligen sich vielfach auh Soldaten. So zum Beispiel, als sich am Sonntag in Verona ein paar Dugend„ Studenten" versammelten, um für den Krieg zu demonstrieren, erhielten sie von ein paar Soldaten den Rat, sich persönlich am Kriege zu beteiligen; es fam auch zu Tätlichkeiten. In Cremona, Lecco, Orvieto, Alba, Livorno, Macerata, Terni, Spoleto und vielen anderen Ortschaften haben die friegsfeindlichen Elemente die nationalistischen Demonstrationen verhindert und sie in sozialistische verwandelt. In Turin ift der worden, Generalstreik proklamiert und zwar zumt Protest gegen die Studenten und andere Schmarozzer, die die Abwesenheit der Arbeiter in den Fabriken ausnügen, um ihre Kriegsdemonstrationen zu veranstalten. In einer ganzen Reihe von Ortschaften, wie Cecina, Boggibonsi, Civitavecchia, Sesto Callende u. dgl. mehr, haben Demonstrationen der Einberufenen stattgefunden. Das alles wird verschwiegen: was bedeutet der Protest von Hunderttausenden von Proletariern int Vergleich mit dem theatralischen Auftreten eines d'Annunzio, dessen TONISCH.M.Erscheinen im aristokratischsten Theater Italiens die Tragödie des Neapel Tarent Brind hrinurit TYRRHENISCHES M Catanzaro Messina Palermo Biserta Tatania Tunis Malta 50 100 Km. Die Wünsche Italiens.. italienischen Wolfes zu einer dummen Komödie herabgewürdigt hat? Die Damen, die dem Poeten Beifall geklatscht haben, die werden selbstverständlich über das Leben und die Ehre der proletarischen Masse zu bestimmen haben. Der„ innere Feind" in Italien. De Felice Kriegsfreiwilliger. • Ein türkisch- italienischer Zwischenfall. Mailand, 20. Mai. Ueber die Ereignisse in Turin schreibt der ,, Avanti": Die königlichen Truppen haben die Arbeiter als inneren Feind betrachtet. Also ist die ,, nationale Einigkeit" und Die Haltung der italienischen Partei. patriotische Eintracht" in Italien eine alberne Phrase. Das Gerade in dem Momente, wo die Seriegsbeger alle Mittel an der Gutes und Böses gleichzeitig verspricht. Vorgehen gegen die Feinde in Turin ist ein Anfangserfolg, Für die er wenden, um ihren Willen durchzusehen, hat der italienische ParteiMailand, 20. Mai.( Drahtbericht der Franks. 3tg.") vorstand in Ausführung seines Beschlusses auf den 16. Mai nach bitterten Kämpfe, die nach drei Fronten auszufechten sind, Neber das Grünbuch bringen italienische Blätter folgende Mit- Bologna die Vertreter der Arbeiterfonföderation, der parlamentari- tann die Kriegsbegeisterung in Italien noch keineswegs als teilungen: Das Buch beschränkt sich auf die diplomatischen Ur- schen Fraktion und die Delegierten aller Parteisektionen zu einer einhellig bezeichnet werden. ( ,, Köln. 3tg." funden, die zwischen Oesterreich- Ungarn und Italien ge- Busammenkunft eingeladen und die folgende Resolution mit wechselt wurden, ohne die Verhandlungen mit der Entente zu be- der Aufforderung, am 19. Mai überall Protestversammlungen einrühren. Die Reihe beginnt mit der Depesche di San Giulianos zuberufen, einstimmig angenommen: Der Abgeordnete de Felice, ein bekannter Führer der an den Botschafter Avarna, worin der Botschafter aufgefordert Die Konferenz der Vertreter der sozialistischen Organi- irredentistisch und feiegerisch gesinnten Sozia wird, am Ballplatz mitzuteilen, daß der Vormarsch Desterreich- fationen, der Arbeiterkonföderation, der parlamentarischen Fraktion, Listen, ist als Freiwilliger in das 4. Infanterieregiment cin Ungarns in Serbien ein in Artikel 7 des Dreibundvertrages vor- angesichts der Drohung eines Entschlusses, der Italien dem schreck getreten. gesehenes Ereignis darstellt. Das zweite Dokument ist nach ita- lichsten Risiko aussehen könnte, lienischen Zeitungen die ablehnende Antwort Desterreich- Ungarns ist sich der Pflicht bewußt, auf den Betrug hinzuauf diese Mitteilung. Am 20. Dezember fängt Desterreich- Ungarn weisen, durch welchen mit Hilfe einiger großer Preßorgane, von der Konstantinopel, 20. Mai.( W. T. B.) Die Blätter veröffentfeine Haltung zu ändern an. Graf Berchtold stellt jedoch Vorbe- entgleisten Demokratie und dem Freimaurertum aufgehezt, man den lichen die folgende amtliche Mitteilung des Pressebureaus: Ein dingungen und macht Ausflüchte.( Juzwischen trat Berchtold zu Staat und seine höchsten Vertreter zu pressen sucht, indem man unterleutnant, der heute mit einer Truppenabteilung durch Pera kam, rück und Burian folgte ihm.) Am 22. Februar depeschiert Avarna Italien als dem Kriege freundlich gesinnt darstellt; stieß beim Gehen an eine Person. Es wurde festgestellt, daß diese nach Nom, daß man sich keinen Täuschungen hingeben solle, da sie bezeugt nochmals, daß das Proletariat in feiner Berson der italienische Botschafter war. Dieser bedauerDesterreich- Ungarn die Angelegenheit verschleppe. Baron Burian Gegnerschaft gegenüber dem Kriege unverrückbar dasteht aus Erliche, einer Unachtsamkeit entsprungene Zwischenfall wurde zur Bes willigt endlich am 9. März ein, über Entschädigungen auf Grund wägungen der nationalen Interessen und der erhabenen Ideale der friedigung des italienischen Botschafters geregelt. des Artikels 7 des Dreibundvertrages zu verhandeln. Sonnino Internationalen, stellt die Vorbedingung, daß alle Abtretungen sofort zu sie ist sich der enormen Verantwortlichkeit be- Amerika übernimmt Amerika übernimmt die Wahrung der erfolgen haben, was Burian nicht annimmt. Fürst Bilo to über- wußt, die das Proletariat und seine Organe vor der Geschichte nimmt am 20. März die deutsche Garantie für die Durch haben, in der Erwägung der Notwendigkeit, bis zum letzten Moment Interessen der Gesterreicher und Italiener. führung der Abtretungsverträge bei Friedensschluß. Sonnino er den echten Willen des Volkes zur Geltung zu bringen, damit die Washington, 20. Mai.( W. T. B.) Italien und Desterreich erwidert, er willige ein, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, falls Regierung ihrer konstitutionellen Pflicht gemäß mit dem Willen des suchtendie Vereinigten Staaten, ihre diplomatischen AngelegenWien konkrete Borschläge mache. Nach einer Woche meldet Baron Boltes rechnet und sich über die künstlichen Manifestationen und die heiten in Wien und Rom zu übernehmen, falls die Beziehungen Burian die folgenden Gegenforderungen Desterreich Fälschung der öffentlichen Meinung hinwegsetzt, Ungarns an: begrüßt die Konferenz den Beschluß der Fraktion abgebrochen würden. Die Regierung in Washington beauftragte den sie als unividerruflich betrachtet, gegen jegliche Kriegskredite zu ihre Botschafter in beiden Hauptstädten, dem Ersuchen Folge stimmen, und fordert das ganze Proletariat auf, in diesem ereignis- 8u leisten. vollen Moment die Neutralität, die die sozialistische Partei vertreten hat und noch vertritt, und die den erhabensten materiellen und ideellen Interessen entspricht und keinerlei Aehnlichkeit mit der erniedrigenden und schachernden Neutralität anderer Schichten hat, energisch aufrecht zu erhalten; 1. Wohlwollende Neutralität Italiens in politischer und wirtschaftlicher Beziehung während der ganzen Kriegsdauer, 2. Freie Hand für Oesterreich auf Balkan, dem 3. Verzicht Italiens auf fernere Entschädigung, 4. Berlängerung des Abkommens über Albanien. Dagegen macht Desterreich am 2. April folgendes Ander Arbeiterklasse, am 19. Mai gebot: Abgetreten wird: Das Gardaseegebiet, ferner Trient und das Gebiet von Borgo und Lavis. Am 8. April stellt Sonnino folgende Forderungen Italiens auf: = streichen. sich, für das Land, für die Geschichte, für Italien und der Internationale gegenüber ihre Pflicht erfüllt zu haben, ihre Verantwortlichkeit von der der herrschenden Klassen getrennt zu haben und für immer getrennt aufrechterhalten." Die Kündigung des Dreibundvertrags. ersucht alle wirtschaftlichen und politischen Organisationen dem Vorabend der Parlaments- Berlin, 21. Mai.( W. T. B.) Die„ Norddeutsche AIIeröffnung Versammlungen in ganz Jtalien zu veranstalten, unter gemeine 3eitung" veröffentlicht folgenden Artikel: Beibehaltung derjenigen Disziplin, Würde und ernstlichen Feierlich Die Kündigung" des Dreibundvertrags. feit, die dazu beitragen werden, den Gegensatz zwischen dem echten Der Dreibundvertrag bestimmte, daß der casus foederis gleichVolkswillen und den künstlichen Erpressungsveranstaltungen der zeitig für die drei Vertragsmächte einträte, wenn einer oder givei 1. Abtretung Südtirols mit allen zum alten Königreich Kriegsheger noch flarer zur Geltung zu bringen und zu unter- der Vertragschließenden ohne direkte Provokation ihrerseits von Italien im Jahre 1811 gehörigen Gebieten. zwei oder drei Großmächten angegriffen und in einen Krieg ver2. Abtretung von Ost Friaul, Malborget, Plezzo, Dadurch werden die sozialistische Partei, die proletarischen widelt würden. Als nach dem Attentat von Serajewo Oesterreich- Ungarn ge Tolmino, Gradica, Goerz, Monfalcone, Cosmons, Organisationen und die sozialistische Parlamentsfraktion, die sich Nabresina. bewußt sind, daß es ihnen nicht gegeben ist, in der kapitalistischen zivungen war, gegen Serbien vorzugehen, um der dauernden Be3. Triest, Capodistria, Pirano und die Inseln Lissa, Welt heute bestimmend einzugreifen, in der Zuversicht leben, für drohung seiner Lebensinteressen durch die großserbischen Umtricbe Lesina, Curzota und Lejosta werden ein von Oesterreich ein Ende zu bereiten, fiel ihm Rußland in den Arm. Während noch Deutschland auf Anrufen des Zaren bemüht war, den zwischen unabhängiger Staat. Wien und Petersburg drohenden Konflikt friedlich zu schlichten, 4. Desinteressement Desterreich- Ungarns in Albanien machte Rußland seine gesamte Militärmacht mobil und entfesselte und Anerkennung der italienischen Herrschaft in Valona. so den Weltkrieg. Die Provokation lag also auf russischer Seite. Vom 2. bis 13. April laufen beharrliche Gerüchte um von einem Gleichwohl erachtete die italienische Regierung mit der Beösterreichisch russischen Sonderfrieden, daher fordert die Consulta hauptung, daß Oesterreich- Ungarn aggressiv gegen Serbien poreine vorläufige Antwort, jedoch will Desterreich nur in Südtirol gegangen sei und dadurch das Eingreifen Rußlands veranlaßt habe, weitere Konzessionen machen, sich aber auf sofortige Abtretung nicht Der Berner Tagwacht" wird aus Mailand geschrieben: den casus foederis nicht für gegeben. Auch machte sie geltend, einlassen. Avarna depeschiert am 25. April, daß die Wiener Re- Die Vorgänge der letzten Tage in Italien beweisen, wie Stim- die österreichisch- ungarische Regierung habe sich, indem sie Italien gierung ihn mit unnüßen Diskussionen hinhalte, da sie nicht an mung gemacht wird, um die Volksmeinung zu unterdrücken. Sonst von dem beabsichtigten Ultimatum an Serbien vorher nicht in einen ernsthaften Kriegswillen Italiens glaube. Infolgedessen über- hat die sogenannte Minister, krisis" nichts Neues gebracht. Man Kenntnis gesetzt habe, eine Verletzung des Artikels VII des Dreireicht Italien an Desterreich die Kündigung des Bünd könnte fast vermuten, sie sei künstlich heraufbeschworen worden, um bundvertrages zuschulden kommen lassen. Dieser Artikel vernisses. Diese Urfunde besagt, Italien habe die Bündnispflichten innerhalb und außerhalb des Landes die Meinung zu begründen pflichtet Oesterreich- Ungarn und Italien zu vorheriger Verständitreu erfüllt, aber Desterreich habe die bekannte Note an Serbien oder zu stärken, das ganze Volt wolle den Krieg. Alles, was in gung und gegenseitigen Kompensationen für den Fall, daß sich eine überreicht, ohne Italien vorher zu unterrichten oder seine Rat- den letzten Tagen an Protestversammlungen abgehalten wurde, ist der beiden Mächte genötigt sehe, den Statusquo auf dem Balkan schläge zur Mäßigung anzuhören. Damit war der Ausgangspunkt von der 3ensur unterdrückt worden. Aus den Zeitungen des durch eine zeitweilige oder dauernde Okkupation zu ändern. Die Berufung auf Artifel VII wäre begründet gewesen, wenn zum Weltkrieg gegeben, der status quo am Balkan gestört und eine In- und Auslandes erfährt man von den großartigen nationalistischen Lage geschaffen, woraus Desterreich- Ungarn allein Nugen ziehen Demonstrationen, ohne daß aber von den friegsfeindlichen Oesterreich- Ungarn auf einen Machtzuwachs auf dem Balfan aus Wien hatte jedoch schon vor Kriegsausbruch in wollte. Diese Verlegung der Bündnispflicht hätte Italien auch eine auch nur eine einzige Zeile in die Presse kommt. Auch der gegangen wäre. wohlwollende Neutralität unmöglich gemacht. Vernunft und Gefühl Avanti" tann nur über das berichten, was er nachträglich aus Petersburg und auch in Rom erklärt, daß Oesterreich- Ungarn feine schlössen es aus, daß ein Verbündeter wohlwollende Neutralität Briefforrespondenzen erfährt: die telegraphischen und telephonischen Gebietserweiterungen auf Kosten Serbiens erstrebe. " Die kriegsfeindlichen Demonstrationen in Italien. Kitchener über die Kriegslage. Letzte Nachrichten. Die beiden im Krieg stehenden Zentralmächte wären daher tagsüber irgend eine Aftion statt. In der Nacht versuchten veranschlagt; die Staatsausgaben werden auf 198 159 529 r. feft berechtigt gewesen, die Einwände Italiens gegen seine Bündnis die Deutschen einen Angriff auf den Priesterwald, den gestellt. Ueber die Dedung des Defizits von 23 Millionen werden pflicht nicht anzuerkennen. Zu loyalem Verständnis für die nicht wir durch unser Feuer sofort aufhielten. später Anordnungen getroffen werden. Leichte innere und äußere Lage Italiens zogen sie es jedoch vor, cine cinseitige Auslegung des Dreibundvertrages hinzunehmen und sich mit der Erklärung wohlwollender Neutralität, zu der der VerLondon, 20. Mai.( W. T. B.) Im Oberhause gab trag unzweifelhaft verpflichtete, zu begnügen. Obgleich der Artifel VII auf Stompensationen nur für den Fall eines Macht- Kitchener eine Uebersicht über die Kriegslage. Die Vorgänge in der italienischen Kammer. zuwachses am Balfan abzielt, erklärte sich doch die österreichisch Er führte aus: Die französische Offensive südlich von 2 a Rom, 20. Mai.( W. T. B.)( Kammer.) Während der ungarische Regierung wegen der mit Ausbruch des Krieges ein- Bassée weist bereits einen völligen Erfolg auf und schreitet Bausen zwischen den Sizungen zerstreuten die Deputierten fich getretenen Möglichkeit einer Machtverschiebung grundsäßlich bereit, fort mit allen Anzeichen weiterer völlig befriedigender Re- in den Gängen, die Erklärungen der Regierung erörternd oder eventuelle Stompensationen ins Auge zu fassen. ſultate. Die britische Offensive gegen die Kuppe von mit dem Grünbuch beschäftigt; die Tribünen blieben gefüllt. Um Mehr und mehr stellte sich im weiteren Verlauf heraus, daß Aubers, die planmäßig vor sich geht, wird hoffentlich be- fünf Uhr erschien Präsident Marcora wieder im Sizungsjaal, cbenso die Minister. nach dem Tode des Ministers Marquis di San Giuliano in Italien deutende Ergebnisse erzielen. Die Russen halten nach Bor dicht gefülltem Hause ergriff Boselli als Berichtſtarke Kräfte am Werke waren, um für die Bewahrung der Neu- einent verzweifelten Widerstande gegen den österreichisch erstatter der Kommission unter lebhaftem Beifall das Wort und tralität noch einen besonderen Vorteil von der Donaumonarchie herauszuschlagen. Die italienische Regierung fing an zu rüsten ungarischen und deutschen Vormarsch jetzt eine starke Linie erklärte, die Kommission schlage einstimmig die Annahme und mit den Rüstungen stiegen die Forderungen der Irredentisten, von den Ostkarpathen bis zur Weichsel mit Przemysl als des Geschentwurfes über die außerordentlichen Vollmachten für die Regierung vor.( Lang anhaltender Republikaner, Freimaurer und sonstigen Franzosenfreunde. Balb Hauptbollwerk. Die Fortschritte der Truppen auf der Beifall.) Die Gründe dafür lägen auf der Hand, denn dieser Gesetzhandelte es sich nicht mehr um Forderung des Trentino, sondern Halbinsel Gallipoli sind wegen der großen Gelände entwurf sebe tatsächlich das Siegel auf das Werk der Regierung, um den Erwerb noch anderer alter österreichischer Erblande an den fchwierigkeiten natürlich langsame, aber die Türken werden welche die Stimme des Vaterlandes als Ratgeberin und das Gefühl südlichen Grenzen der Monarchie als Preis dafür, daß Italien allmählich aus ihren sehr starken Stellungen herausgeworfen, für die nationale Würde als Geleiter genommen habe.( Langden in heißen Kämpfen fechtenden Bundesgenossen nicht in den und obwohl der Feind beständig Verstärkungen heranzieht, anhaltender lebhafter Beifall.) In dieser Schicksalsstunde, welche Rücken falle. sind die Nachrichten durchaus befriedigend. Die Besetzung uns in einem einzigen Willen vereinigt, wird das Votum der In dem natürlichen Bestreben, Italien vom Kriege fern- indhuts zuhalten und die österreichisch- italienischen Beziehungen auf eine Windhuks hat den letzten Abschnitt des füdafrikani- kammer eine neue feierliche Bestätigung des unüberwindlichen und sicheren Glaubens an das Recht und an den Ruhm des Vaterneue freundschaftliche Grundlage zu stellen, hat die deutsche Re- schen Feldzuges eröffnet. Mesopotamien wird alllandes sein!( Sehr lebhafter Beifall.) Boselli fügte hinzu: Der gierung nichts unversucht gelassen, um eine Einigung zwischen mählich von von allen feindlichen Streitkräften gesäubert. Augenblick ist gekommen, unser den unerlösten Gebieten gegebenes Desterreich- Ungarn und seinem italienischen Bundesgenossen her- Die Herstellung von Munition hat zweifellos Versprechen zu erfüllen,( Beifall) und hob das Vertrauen auf die beizuführen. Die Verhandlungen kamen langsam in Gang. Er- eine beträchtliche Verzögerung erfahren infolge der beispiel- Armee, die Marine und den Herrscher, den Fortsetzer der ruhmvollen schwert wurden sie von vornherein durch das Verlangen der ita- Losen, fast unbegrenzten Anforderungen, die an die Hilfsquellen Ueberlieferungen seiner Familie, hervor. lienischen Regierung, daß die zu vereinbarende Gebietsabtretung und an die Industriellen gestellt wurden. Seitdent sind sehr Eine stürmische Kundgebung antwortete ihm, alle Deputierten sofort in Kraft gesezt werden müßte. Um den in diesem Ver- erhebliche Fortschritte in der Herstellung gemacht worden. Tangen liegenden Argwohn zu zerstreuen, wurde am 19. März Die Herstellung hocherplosiver Granaten für die Feldgeschütze 1915 die Garantie der deutschen Regierung für die Durch wurde bei Anfang des Krieges vorbereitet, und obwohl die führung der Vereinbarungen unmittelbar nach dem Kriege zuge fagt. Auf das erste bestimmte Angebot Desterreich- Ungarns von Neuartigkeit der Striegsmunition natürlich Verzögerungen und Ende März 1915, das bereits die Abtretung des italienischen Schwierigkeiten für die Industriellen mit sich brachte, werden Sprachgebiets in Süd- Tirol in Aussicht stellte, ging die italienische wir in sehr naher Zukunft in einer befriedigenden Lage beRegierung nicht ein, sondern gab ihre eigenen Forderungen erst treffs der Lieferung dieser Geschosse an unsere Armee in der am 11. April der österreichisch- ungarischen Regierung wie folgt Front sein. Bei unseren jüngsten offensiven bekannt: erhoben sich und applaudierten. Salandra und die anderen Minister Tribünen stimmte ein. Unter den Rufen: Hoch Italien! Es lebe der drückten ihm unter neuem Beifall die Hand, das Publikum auf den König! beglückwünschte auch der Kammerpräsident den Redner. Der Deputierte Barzilei erklärte darauf, jezt werde sich der oft geäußerte Wunsch der Regierung erfüllen, und schloß, die Kammer, welche der Regierung umfassende Handelsfreiheit gebe, habe volles Vertrauen zu ihr( Beifall.) Nach Barzilai sprach Turati und begründete ausführlich die abweichende Meinung der offiziellen Sozialisten. Der Republikaner Operationen erlitten unsere Truppen und Colajanni verzichtete auf das Wort mit dem Rufe: Es lebe die französischen schwere Verluste, aber die Italien!( Wiederholter Beifall!) Cicotti, Sozialist, sprach int Aufgabe der Armeen erheischte große Opfer. Der Geist und Namen der anderen Sozialisten und erklärte, als Bürger und Sie Moral der Truppen war nie höher.. Der türkische Krieg. Die absolute Preisgabe des Trentino auf Grund der im Jahre 1811 feſtgeſetzten Grenzen, d. h. mit Einschluß des weit außerhalb des italienischen Sprachgebiets liegenden urdeutschen Bozen, eine Grenzberichtigung zugunsten Italiens am Isonzo mit Einschluß von Görz und Gradiska und Monfalcone, die Umivandelung Triests mit seinem bis, an die Isonzogrenze vorgeschobenen Hinterland nebst Capodistria und Pirano in einen unabhängigen Freistaat, die Abtretung der Curzolari- Inselgruppe, mit Lissa, Lejina, Curzola, Die Flottenkämpfe an der Meerenge. Lagosta, Dazza und Meleda. Alle diese Abtretungen sollten sofort Dardanellen, 19. Mai.( W. T. B.) Vom Sonderbericht vollzogen und die aus den abgetretenen Landesteilen stammenden erstatter des W. T. B. Seit der Torpedierung des Angehörigen der Armee und Marine sofort entlassen werden. Goliath ist die Flotte der Alliierten nicht in die Meerenge Ferner beanspruchte Italien die volle Souveränität über Valona gedrungen. Stets kommen wenige Schiffe nur für eine kurze Frist und Saseno mit Hinterland und völliges Desinteressement Dester- über die Linie Sedd- ül- Bahr- Kum- Kaleh hinaus und suchen bei den reich- Ungarns in Albanien. Hingegen bot Italien eine Pauschal- ersten Schüssen der Küstenbatterien das Weite. Die Landkämpfe auf fumme von 200 Millionen Frank als Ablösung aller Lasten und die der europäischen Seite werden erfolgreich fortgesetzt. Die Landungslebernahme der Verpflichtung an, während der ganzen Dauer des truppen werden weiter zurüdgedrängt, mehrere ihrer Schügengräben Krieges neutral zu bleiben. Auf Geltendmachung von weiteren eingenommen. Kompensationsforderungen aus dem Art. VII des Dreibundvertrages wollte es für die Dauer des Krieges verzichten und erwartete von Oesterreich- Ungarn einen gleichen Verzicht in bezug auf die italienische Besetzung der Inseln des Dodekancs. " Der englische Dardanellen- Bericht. London, 19. Mai.( W. T. B.) Der amtliche englische Bericht über die Kämpfe an den Dardanellen lautet: Obwohl diese Forderungen über das Maß dessen weit hinaus- Die Brigade des Generals Cog schlug am 12. Mai einen Angriff gingen, was Italien selbst zur Befriedigung seiner nationalen mit schweren Verlusten für den Feind zurück. Am nächsten Tag Aspirationen verlangen konnte, brach doch die f. und f. Regierung fam eine Doppelkompagnie von Gurkhas eine halbe Weile vorwärts die Verhandlungen nicht ab, sondern versuchte weiter mit der und verstärkte das eroberte Gelände während der Nacht trog fehr italienischen Regierung zu einer Verständigung zu gelangen. Die heftiger Gegenangriffe. Am 16. Mai machte eine Division von deutsche Regierung tat alles, was in ihrer Macht stand, um die Lancashire Territorials beträchtliche Fortschritte. Ihre Haubizenitalienische Regierung zu einer Mäßigung ihrer Ansprüche zu be- batterie vernichtete eine Anzahl von türkischen Munitionswagen und wegen, deren bedingungslose Annahme die berechtigten Interessen eine türkische Kanone. Die feindlichen Schüßengräben mit der und auch die Würde der österreichisch ungarischen Monarchie schwer neuen Artillerieſtellung wurden ebenfalls vernichtet. Die Lage der englisch- französischen Truppen verbessert sich jeden Tag. Die türkischen Verluste sind schwer. verlebt hätte. Während die Verhandlungen noch schwebten, gab der italienische Botschafter in Wien am 4. Mai der österreichisch- ungarischen Regierung unerwartet die Erklärung ab, daß Italien den Bündnisvertrag mit Oesterreich- Ungarn als durch dessen Vorgehen gegen Serbien im August vorigen Jahres gebrochen ansehe. Gleichzeitig erklärte der Botschafter, daß er alle von seiner Regierung bis dahin gemachten Angebote zurückziehe. Diese sogenannte Kündigung des noch bis 1920 laufenden Vertrages ging also bis in die kritischen Julitage des vorigen Jahres zurück und stand im Widerspruch nicht nur mit wohlwollenden und freundschaftlichen Erklärungen des Königs von Italien vom August 1914 und seiner damaligen Regicrung, sondern auch mit den inzwischen von der gegenwärtigen italienischen Regierung auf den Art. VII des Vertrags künstlich aufgebauten Kompensationsansprüchen. Es muß dahingestellt bleiben, ob die maßgebenden Personen des italienischen Kabinetts stärkten Hinneigung zu den Feinden der mit Italien Verbündeten folgten oder ob sie dem Drucke der öffentlichen Meinung nachgaben, die sich unter dem fortgesetten Anfeuern der im fremden Solde stehenden Blätter immer mehr gegen die Zentralmächte erhitzt hatte. Dem Deutschen Reich gegenüber beschränkte sich die italienische Regierung darauf, die in Wien am 4. Mai abgegebene Erklärung in Berlin zur Kenntnis mitzuteilen. bei dieser Schwenkung einer inzwischen durch geheime Abreden verEin letter Versuch, den Uebertritt des bisherigen Bundesgenoffen in das feindliche Lager zu verhindern, wurde am 10. Mai mit den noch beträchtlich erweiterten Zusagen der österreichischungarischen Regierung gemacht, die der Reichskanzler am 18. Mai im Reichstage verlesen hat. Soweit der geschichtliche Hergang. Nach dieser sachlichen Darlegung wird kein Grünbuch etwas daran ändern können, daß, wenn die italienische Regierung zu den Waffen gegen die bisherigen Bundesgenossen riefe, sie dies unter Bruch von Treu und Glauben und um einen Machtzuwachs tun würde, der dem italienischen Bolle mit allen möglichen Garantien freiwillig und ohne Blutvergießen dargeboten war. Der Nachfolger d'Amades. Sozialist glaube er, der Aktion der Regierung feine tatsächliche oder moralische Hinderung bereiten zu dürfen.( Beifall.)„ Wir befinden uns angesichts eines Verteidigungskrieges!" Die Sozialisten, in deren Namen er spreche, hofften, daß ein erneuertes Europa aus diesem Kriege hervorgehen werde, und daß man zu der so sehr gewünschten Abrüstung kommen werde; sie wollten den Fortschritt der Zivilisation von seinen Hindernissen befreien.( Beifall.) Die Diskussion schließt. In geheimer Sitzung wurde der Gesetzentwurf, wie bereits ge= meldet, mit 407 gegen 77 Stimmen angenommen. Der Kammerpräsident ergriff das Wort, während die Minister und das Haus sich erhoben, und sagte, in dieser feierlichen historischen Sizung hätte die Kammer den geheiligten Glauben an die Erinnerungen Italiens wiedergefunden; sie eile, ihre Pflicht gegen das Vaterland in dem festen Glauben zu erfüllen, daß die Gintracht, die Festigkeit, die Tapferfeit von Armee und Marine die Einigkeit des Vaterlandes vollenden würden.„ Es lebe unser Stalien!"( Sehr lebhafter Beifall.) Der Präsident widmete dem König einige Worte und schloß mit einem Hoch, das von der Kammer mit wiederholtem begeisterten Beifall aufgenommen wurde. Auf Kammer sich auf unbestimmte Zeit. Nach Schluß der Antrag des Ministerpräsidenten Salandra vertagte die Sigung wurde d'Annunzio eine große Kundgebung bereitet. Alle Deputierten, dic Journalisten und das Publifum fangen das Mamelilied in unbeschreiblicher Begeisterung. Der Bericht des russischen Generalstabs. Petersburg, 20. Mai.( W. T. B.) Der Generalstab des Generalissimus feilt mit: In Gegend Schawli fanden am 17. und 18. Mai Teiltämpfe an der Front Kurschanh- Roffieny Espagola statt. In Gegend Espagola nahmen wir mehrere Stüßpunkte des Feindes, erbeuteten Maschinengewehre und Hunderte von Gefangenen. Ein deutscher Gegenangriff südöstlich Rossieny wurde unter großen Verlusten für den Feind zurückgeschlagen. Am linken Ufer des Njemcn fanden nur kleine Scharmühel Zürich, 20. Mai.( W. T. B.) Die Neue Zürcher Zeitung" statt. An der Front Narew und nördlich der Piliza herrscht meldet aus Genf: General Gouraud, der als Nach- Ruhe. Die Schlacht links der oberen Weichsel und auf der folger d'Amades den Oberbefehl über das ganzen galizischen Front ging weiter und erreichte allt französische Expeditionstorps übernimmt, ist bei In Gegend Opatow wurden starke Abteilungen des Feindes 17. Mai in vielen Gegenden eine ungeheure Heftigkeit. den Dardanellen eingetroffen. in Unordnung gebracht und zogen sich am 17. Mai schnell hinter Zwaniska zurück, von uns energisch verfolgt. Au der Front Tarnobez- Eghi- Pazivaduw und am unteren San wurden Die Kämpfe erfolgreich fortgesetzt. Im Abschnitt JaroslauRezakhow gelang es dem Feind, sich am rechten Sanufer festzusetzen. Südlich Jaroslau halten wir beide Flußufer. Im Abschnitt London, 20. Mai.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet Das Bombardement Przemysl wird fortgesetzt. zwischen Przemysl und den großen Dniestrümpfen warfen aus Cardiff über die Torpedierung des Schiffe3 wir neue erbitterte Angriffe des Feindes erfolgreich zurück. Drumcree": Die„ Drumcree" wurde gestern mittag in der Der Feind hatte dort unt jeden Preis Erfolge erzielen Höhe von Trevose Head torpediert. Der erste Torpedo versenkte das wollen. Nach hartnäckigem Kampf warfen wir die Deutschen Schiff nicht. Es wurde von einem norwegischen Dampfer ins aus den Schüßengräben hinaus, die sie am Tage vorher zweien Schlepptau genommen. Beide Schiffe wurden von einem Untersee- unserer Bataillone bei Guffafom weggenommen hatten. In der boot verfolgt. Der Norweger durchschnitt deshalb das Kabel und dampfte weg. Hierauf wurde ein zweiter Torpedo auf„ Drumcree" abgefeuert, der den Dampfer zum Sinten brachte. Das norwegische Schiff nahm die Besatzung an Bord, die dann von dem niederländischen Dampfer Magdalena" nach Cardiff gebracht wurde. " Der Seekrieg. Vom U- Bootskrieg. " London, 20. Mai.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Admiralität gibt bekannt: Der Dampfer Dumfries" wurde am 19. Mai morgens torpediert. Die Besatzung ist gerettet. Das Schiff treibt noch 25 Meilen südwestlich von Hartland Point. " Amerikanische Note an England. Gegend Drofobycz- Stryj- Dolina wirft der Feind trotz ungeheurer Verluste immer neue Massen zum Sturm gegen unsere Stellungen. machten Hunderte von Gefangenen. An der oberen Bistrita und Un mehreren Orten unternahmen wir gelungene Gegenangriffe und bei Delatyn und Kolomea verhielt sich der von den Mißerfolgen der Vortage erschöpfte Gegner am 17. Mai passiv. Dort machten wir neueriich Fortschritte. Die dort erbeuteten Gefangenen und Kriegsmaterialien wachsen ständig. Maßnahmen der Schweiz. Zürich, 20. Mai.( T. U.) Eine Verstärkung der. Mobilmachung des schweizerischen Heeres hat bes London, 20. Mai.( W. T. B.) Die„ Times" melden aus gonnen. Die im August v. J. cingezogenen Truppen waren Washington vom 18. Mai. Die Regierung erwägt der größtenteils wieder entlassen worden. In Anbetracht der verNew York Evening Post" zufolge eine neue Protest- änderten Lage find jetzt erneut Gestellungsbefehle in großer Zahl note an England über die Behandlung des an die Militärpflichtigen abgegangen. Man glaubt, daß das amerikanischen Handels. Die Note foll ebenso iligheer fast auf volle Stärke gebracht verden solle. Zahllose nachdrücklich sein, wie die Konterbandenote 3üge mit Soldaten sind nach der schweizerisch- italienischen Grenze vom Dezember. In amtlichen Kreisen wachse die Er- unterwegs. Alle Dörfer in diesen Gebieten wimmeln von Truppen. regung, da England trotz aller Versicherungen seine alte s find prachtvolle Soldaten mit vollendeter Ausrüstung. Eine Politik der Verschleppung fortsetze, so daß vierzig amerika- Reihe weiterer Maßregeln ist erfolgt, so daß erkenntlich wird, Paris, 19. Mai.( W. T. B.) Amtlicher Berichtnische Schiffe, darunter etwa 28 mit Baumwolle beladene, in daß die Schweiz trob ihrer großen Friedensliebe sich jeglicher Vervon heute nachmittag. Das schlechte Wetter dauert an englischen Häfen festgehalten seien. Baumwolle im Werte von lebung ihrer Neutralität mit äußerster Energic widersehen würde. 2 500 000 Pfund Sterling lagere in englischen Häfen. Es geht dies auch aus den heutigen Leitartikeln der großen Nachtsüber ereignete sich nichts auf der Front außer einigen Schweizer Presse mit Bestimmtheit hervor. Westlicher Kriegsschauplah. Der französische Tagesbericht. Kanonaden an verschiedenen Stellen und zwei durch unser Verordnung über den belgischen StaatsFeuer angehaltenen Angriffsversuchen des Feindes östlich Ypern. haushalt. Von einem U- Boot vernichtet. London, 20. Mai.( W. T. B.)„ Lloyds" melden aus FraserBrüssel, 20. Mai.( W. T. B.) Der Generalgouverneur erläßt burgh: Ein dänischer Segler hat die Besaßung des Trawlers Der amtliche Bericht vom Mittwoch abend im, Gesez und Verordnungsblatt" eine Verord- Lucerne" gelandet. Dieser ist von einem deutschen Untersec lautet: Das Wetter ist andauernd sehr schlecht. Es herrscht nung über das Budget für 1915. Hiernach werden die boot in die Luft gesprengt worden, als er sich am 20. Mai, früh, ein äußerst dichter Nebel. An keiner Stelle der Front fand Staatseinnahmen für das Rechnungsjahr 1915 auf. 175 159 529 Fr. 40 Meilen von Rattrayhead befand. Deutsches Theater URANIA Direktion: Max Reinhardt. Heute 72 Uhr: Neueinstudiert: Die Mitschuldigen. Zum ersten Male: Das marktsfest zu Plundersweilern. JahrSonnabend: Die Mitschuldigen. Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern. Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: Der Kanal u. die Ostküste Englands. Sonntag und Montag 2%, Ubr: Reichshallen- Theater Nachmittagsvorstellung( kleine Preise): Die deutschen Kleinstädter. Rose- Theater. 8 Uhr: Wie deutsche Helden sterben Walhalla- Theater. 8. Uhr: Die Jagd nach dem Glück. Stettiner Sänger. Anf. 8 U. Zuviel Steuern? Die Steuereinschätzungen gehen den Steuerzahlern in den nächsten Wochen zu. Deutscher Holzarbeiter- Verhand Verwaltung Berlin. Tel.- Amt Moritplak 10623, 3578. Kaufgesuche. Zahngebisse! Bruchgold! Silber sachen, Platingabfälle. Quedjilber, Bureau: Rungestraße 30. 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Jiation zum 2wed der Beendigung des Krieges Zentralregierung: eine Tatsache, die dem schlauen Diktator Hüanschikai sehr wohl bekannt ist. Rotterdam, 19. Mai.( W. T. B.) Der Rotterdamsche Außerdem kommt die jeßige traurige finanzielle Lage Die Reichsregierung hat ein Weißbuch über die völkerrechts- Courant" meldet aus London: Man erwartet, daß bei der Chinas in Betracht, das im Verhältnis seiner sicheren Einwidrige Führung des belgischen Volksfrieges herausgegeben, das den Regierungen der neutralen Mächte mitgeteilt, auch der Presse Neubildung des Kabinetts auch Henderson als nahmen mit Staatsschulden überlastet ist und dessen Handelsdes Inlandes und Auslandes zugänglich gemacht wird. Das Weiß- Vertreter der Arbeiterpartei sowie Carson und buße erlitten hat, wie sich schon daraus ergibt, daß im Jahre verkehr zudem durch den europäischen Krieg eine starke Einbuch enthält eine Denkschrift, worin gegen das völkerrechtswidrige Redmond Size erhalten sollen. Redmond würde damit 1914 nach vorläufiger Berechnung die Zollerträge um Verhalten der belgischen Bevölkerung und der belgischen Regierung den alten Grundsak, daß kein irischer Nationalist Mitglied der 151 Millionen Mark hinter denen des Jahres 1913 zurückscharfer Protest erhoben wird. Der Denkschrift ist ein umfangreiches britischen Regierung sein soll, aufgeben. Material beigefügt, darunter vier Sonderberichte der im Kriegsgeblieben sind. Zwar haben nach offizieller Meldung die Einministerium gebildeten Militäruntersuchungsstelle über die Kämpfe London, 19. Mai.( W. T. B.)„ Times" schreiben über die nahmen der chinesischen Regierung im Jahre 1914 1,2 Milin Aerschot, Andenne, Dinant und Löwen. bevorstehenden Veränderungen im Ministerium: lionen Dollars mehr betragen als die Ausgaben, aber dieser Denkschrift und Sonderberichte werden in einer Sonderbeilage Die Aufteilung der Verantwortlichkeit muß mit der Verteilung der Ueberschuß ist lediglich dadurch erzielt worden, daß selbst der„ Nordd. Allg. 3tg." vom Donnerstagabend zum Abdruck gebracht. Macht Hand in Hand gehen. Die Opposition muß ebenso manche der nötigsten Ausgaben aufgeschoben, auf die kleineren Die Denkschrift sagt einleitend: „ Gleich nach Ausbruch des gegenwärtigen Krieges ist in start vertreten sein, wie die Liberalen. Noch vor Anleihen im Betrage von 40 Millionen Dollar, mit deren Belgien ein wilder Volkskampf gegen die deutschen Truppen ent- mehr als einer Woche sagte Asquith bei Beantwortung von Fragen Tilgung im vorigen Jahr begonnen werden sollte, kein Pfenbrannt, der eine flagrante Verlegung des Völkerrechts bildet und im Unterhaus, daß nicht an ein Koalitionskabinett gedacht werde. nig oder vielmehr kein Zi zurückgezahlt, dafür aber eine für das belgische Land und Volk die schwersten Folgen gehabt hat. Aber die Schwierigkeiten zwischen Fisher und Churchill haben die neue innere Anleihe im Betrage von 16 Millionen Dollar Dicer Stampf einer von den rohesten Leidenschaften beherrschten Krisis herbeigeführt. Auch das Fehlschlagen der Alkoholgesetzgebung, aufgenommen worden ist, die dann schließlich, da die 16 MilBoltsmenge hat während des gesamten Vormarsches des deutschen sowie die Schwierigkeiten mit den feindlichen Fremden haben die lionen Dollar nicht reichten, noch um 8 Millionen erhöht Heeres durch Belgien getobt. Als die belgische Armee nach hart- Stellung der Regierung geschwächt; dazu kommt noch die Frage der wurde. Der neue Etat für 1915 veranschlagt denn auch, obnädigen Gefechten vor den deutschen Truppen zurückwich, hat die Herstellung des Kriegsbedarfs.„ Daily Chronicle" gleich die Einnahmeposten erhöht worden sind, die Gesamtbelgische Zivilbevölkerung in den noch unbesetzten Teilen des Landes den deutschen Vormarsch mit allen Mitteln aufzuhalten schreibt: Vor 48 Stunden würden 999 von tausend Liberalen jede einnahme nur mit 401 Millionen Dollar, die Ausgaben hinversucht; sie hat sich aber auch an Drten, die längst von deutschen Zumutung, ein Koalitionsministerium zu bilden, entschieden zurüd gegen mit 445 Millionen Dollar, so daß die chinesische RegieTruppen besezt waren, nicht gescheut, durch feige und hinterlistige gewiesen haben. Heute werden sie vor eine Tatsache gestellt, die ung selbst für das laufende Jahr mit einem Fehlbetrag von Ueberfälle die deutsche Heeresmacht zu schädigen und zu schwächen." hinter ihrem Rücken zustande gekommen ist. Sie werden, so ver- 44 Millionen Dollars rechnet und diese Rechnung ist allem Anschein nach noch viel zu günstig. Für die Erbitterung und für die Wut, mit der die Zivil- muten wir, ihre Ansicht nicht ändern. Das an Naturschäzen so reiche China hat mit anderen Bevölkerung gekämpft hat, liegt nach den Angaben der Denkschrift London, 20. Mai.( W. T. B.)„ Daily News" schreiben in Worten kein Geld; es stedt in arger finanzieller Verlegenheit ein umfangreiches Material vor. Aus diesem zum Teil abgedruckten ihrem Leitartikel: Die Aufrechterhaltung der liberalen Regierung und an die Begebung einer ausländischen Anleihe, auf dem Material fei folgendes hervorgehoben: hätte den Burgfrieden zwischen den Parteien vorausgesetzt, Londoner oder New Yorker Geldmarkt, ist nicht zu denken. „ Männer der verschiedenen Stände: Arbeiter, Fabrikbesiger, der jedoch von einem Teil der Opposition gebrochen Zum Kriegführen aber gehört bekanntlich Geld. Was sollte Aerzte, Lehrer, sogar Geistliche, ja auch Frauen und Kinder sind mit worden ist. Der Zwed dieses Vorgehens war, der Regierung unter diesen Umständen die chinesische Regierung machen? Es den Waffen in der Hand ergriffen worden; in Gegenden, aus denen fich längst die belgischen regulären Truppen zurückgezogen hatten, Schwierigkeiten zu machen, und nur Deutschland hatte Vorteil von blieb ihr nichts anderes übrig, als nachzugeben, zumal die wurde aus Häusern und Gärten, von Dächern und aus Kellern, aus diesem Streit. Das Blatt glaubt nicht, daß die Leistungsfähigkeit englische Diplomatie zum Nachgeben riet freilich nicht zum Feldern und Wäldern auf die deutschen Truppen geschossen. In den des Kabinetts durch den Eintritt der Unionisten gestärkt würde, da Nachgeben in allen Punkten, sondern nur gegenüber solchen Kämpfen wurden Mittel benugt, die von einer regulären Truppe nur Balfour eine Größe ersten Ranges sei. der bereits eine Rolle japanischen Forderungen, die Englands Handels- und Machtficher nicht verwendet worden wären, wie denn auch große Mengen in der Kriegsführung spielte. Die Umbildung des Ra- interesse weniger berührten. Die in der deutschen und engvon Jagdgewehren und Jagdmunition von veralteten Revolvern und binetts habe teine sachliche Bedeutung und sei nur ein Zu lischen Presse erschienenen Meldungen über die chinesischPistolen vorgefunden worden sind; zahlreich waren dementsprechend geständnis an die Presse. Der Eindrud in neutralen Ländern müsse japanischen Verhandlungen geben nur ein unvollständiges die Verwundungen durch Schrotschüsse und ebenso durch Verbrühen selbstverständlich sehr ungünstig sein, da die Krise unvermeidlich als Bild des gegenseitigen Feilschens, immerhin zeigen sie, daß mit heißem Teer und kochendem Wasser. Nach alledem kann es feinem Zweifel unterliegen, daß in Belgien der Volksfrieg nicht nur 3eichen der Schwäche betrachtet werden würde. England gegen die von Japan geforderten Zugeständnisse in von einzelnen Zivilpersonen, sondern von breiten Massen der Be, Daily Chronicle" sagt in einem Leitartikel: Bei der den Provinzen Kirin, Schöngking und Tschili, sowie auch wölferung geführt worden ist." Einsetzung der Koalitionsregierung werden die Gegner auf den gegen den Uebergang der bisherigen deutschen Privilegien in Die Denkschrift setzt dann auseinander, daß dieses Eingreifen Bänken der Opposition verschwinden und damit Schantung an die Japaner ziemlich wenig einzuwenden hatte, der Bevölkerung in den Kampf den Bestimmungen der Haager Land- ein natürliches Organ der verantwortlichen also für die Interessen seines russischen Bundesgenossen in triegsordnung widersprach, weil die Kämpfenden weder verantwort- Stritit ausgeschaltet werden. Statt dessen wird under Mandschurei recht wenig Verständnis bewiesen hat, wähliche Führer hatten, noch ein äußerlich erkennbares Abzeichen trugen. verantwortliche Kritit entstehen und von allen rend es andererseits bezüglich der japanischen Forderungen, Daran ändere nichts, daß an diesen Unternehmungen anscheinend Seiten kommen. auch belgische Militärpersonen und Angehörige der belgischen garde Die Regierung wird jeder geregelten die das Vangtsetal und Fukien betrafen, China das Rückgrat civique" teilgenommen haben. Denn da diese Personen gleichfalls politischen Verantwortung enthoben. Die Zeit ist ungeeignet, das feine militären Abzeichen trugen, sondern sich in Zivillleidern erprobte Zweiparteiensystem versuchsweise ins Meer zu werfen. unter die kämpfenden Bürger mischten, könnten ihnen ebenso wenig Asquith hätte wie Salandra zurücktreten sollen. wie diesen die Rechte der Kriegführenden zugebilligt werden. Es wird dann ausgeführt: " zu steifen und zugleich Japan zur Mäßigung zu bewegen suchte. Tatsächlich hat denn auch, wie aus englischer Quelle gemeldet wird, Japan auf alle Eisenbahnkonzessionen im Yangtsegebiet verzichtet und sich mit dem Verlangen begnügt, daß China die Garantie für den Fortbestand der reiche Eisenerzgruben und Hüttenwerke in der Provinz Hanyang beübernimmt, auf die geplante Verstaatlichung dieses Unterfizenden Hanyehping- Gesellschaft als freie Privatgesellschaft nehmens sowie auf jede staatliche Beteiligung verzichtet, Japan die Kontrolle überläßt und nicht duldet, daß außer japanischent Asquith über die Neubildung des Kabinetts. ,, Durch unwiderlegliche Zeugnisse ist dargetan, daß in einer ganzen Reihe von Fällen die deutschen Truppen von der belgischen London, 20. Mai.( W. T. B.) Im Unterhause teilte Zivilbevölkerung bei ihrem Einzug scheinbar freundlich aufgenommen Asquith mit, daß man Schritte zur Neubildung des und dann bei eintretender Dunkelheit oder bei anderer sich bietender Kabinetts auf breiterer persönlicher und poliGelegenheit mit Waffen überfallen worden sind; solche Fälle haben tischer Grundlage tun wolle. Es sei noch kein endgültiger fich namentlich in Blegny, Esneux, Grand Rosière, Biévre, Gouvy, Villers devant Drval, Sainte- Marie, Les Bulles, Nichippe, Acoz, Beschluß gefaßt worden, aber um Mißverständnissen zuvor noch anderes fremdes Kapital in Besizungen und zukünftigen Aerschot, Andenne und Löwen ereignet. Alle diese lleberfälle ver- zukommen, wünschte Asquith jedermann klarzumachen, daß Erwerbungen der Hanyehping- Gesellschaft angelegt wird. stoßen offenbar gegen die Vorschrift des Völkerrechts, die Waffen erstens die geplanten Veränderungen die Stellungen des Ferner hat Japan sein Verlangen, daß fünftig China in offen zu führen. Was aber der belgischen Bevölkerung vor allem Ministerpräsidenten und des Staatssekretärs für auswärtige Fufien feiner fremden Macht außer Japan Bergwerks-, zur Last fällt, ist die unerhörte Verlegung der Kriegsgebräuche. An Dinant und Löwen sind deutsche Krieger hinterrüds ermorder Aenderung in der Politik des Landes im Hinblick auf die Anlegung von militärischen Stüßpunkten, Flottenstationen verschiedenen Orten, z. B. bei Lüttich, Herve, Brüssel, in Aerschot, Angelegenheiten nicht berühren würden, daß zweitens keinerlei Eisenbahn- oder Hafenrechte einräumen dürfe, dahin ermäßigt, daß keine Landabtretung( Bachtung) zum Zweck der Fortsetzung des Krieges mit aller Energie und allen Mitteln oder irgendwelchen anderen Befestigungen erfolgen dürfe. Endlich steht unzweifelhaft fest, daß deutsche Verwundete von der beabsichtigt sei, daß drittens jede Neubildung des Kabinetts, Im übrigen rechnet man, wie es scheint, in England belgischen Bevölkerung ausgeraubt und getötet, ja jogar grauenhaft die um des Kriegszwecks willen geschieht, nicht als ein Auf- damit, daß Japan infolge seines Kapitalmangels und feiner verstümmelt worden sind, und daß selbst junge Frauen und Mädchen an solchen Schandtaten teilgenommen haben. So sind deutschen Ver- geben der politischen Ideale irgendeiner Partei ausgelegt ungünstigen finanziellen Lage gar nicht im Stande sein wird, wundeten die Augen ausgestochen, Ohren, Nafe, Fingerglieder und werden soll. Asquith bekräftigte die Erklärung Bonar Laws allent werde ihm das Geld zur Ausführung der geplanten die erpreßten chinesischen Konzessionen auszunußen. Vor der Geschlechtsteil abgeschnitten oder der Leib aufgeschlißt worden, und sagte, die Opposition würde lediglich von der Erwägung großen Eisenbahnbauten in der Mandschurei sowie den in anderen Fällen sind deutsche Soldaten vergiftet au Bäumen aufgehängt, mit brennender Flüssigkeit übergossen oder sonst verbrannt geleitet, welches die beste Methode zur erfolgreichen Beendigung Provinzen Tschili und Schantung fehlen, so daß es sich geworden, so daß sie einen besonders qualvollen Tod erlitten haben. des Krieges sei. zwungen sehen werde, den englischen Geldmarkt in Anspruch Unter diesen Umständen fonnte die belgische Zivilbevölkerung, noch immer seine Bedingungen für die Ueberlassung der führenden gebührt, selbstverständlich keinen Anspruch machen. Es war neuen Unternehmungen sichern. nötigen großen Kapitalien stellen und sich einen Anteil an den worden." die fich am Stampfe beteiligte, auf eine Behandlung, wie sie Krieg Die Arbeiterpartei tritt ins Kabinett ein! China und Japan. zu nehmen, dann aber, wenn es so weit ſei, könne England Politische Uebersicht. vielmehr im Interesse der Selbsterhaltung des deutschen Heeres un- die Arbeiterpartei, daß sie das Angebot Asquiths, London, 20. Mai.( W. T. B.) Im Unterhause erklärte bedingt erforderlich, gegen diese Freischärler die schärfsten Maßnahmen zu ergreifen. Personen, die den deutschen Truppen kämpfend im Kabinett vertreten zu sein, annehmc. Wieweit diese Kalkulationen sich als richtig erweisen entgegentraten, mußten deshalb niedergemacht werden; Gefangene werden, läßt sich schwer beurteilen. Aber selbst wenn später waren nicht wie Kriegsgefangene nach Striegsrecht, sondern England als Geldgeber Japans Gelegenheit finden sollte, an wie Mörder nach Kriegsgebrauch zu behandeln. Immerhin den erhofften hohen Profiten teilzunehmen, die Beeinträchtisind dabei, soweit Kriegsnotwendigkeit nicht entgegenstand, gung, die sein Ansehen in China erlitten hat, wird es nicht die Formen der Rechtsprechung gewahrt worden; die Gefangenen Es ist gekommen, wie es kommen mußte: nachdem China so leicht wieder auszugleichen vermögen. Und sicher wird sich wurden, tenn es die Umstände irgend erlaubten, erst nach ordnungsmäßigem Berhör oder nach Aburteilung durch oder nach Aburteilung durch monatelang die Verhandlung über die von Japan geforder- Japan Englands Einmischung in seine ostasiatischen Geschäfte ein Kriegsgericht erschossen. Greise, Frauen und Kinder wurden, ten Konzeffionen hinauszuzögern gewußt und sich um eine nur so lange gefallen lassen, als es Englands Geld notwendig selbst wenn sie dringend verdächtig waren, in weitestem Umfange flare Entscheidung herumzudrücken versucht hatte, hat es sich braucht. Sobald es einen anderen Geldgeber findet oder zu geschont; ja, die deutschen Soldaten haben, obwohl ihre Geduld schließlich doch auf das Ultimatum Japans hin zum Nach der Ansicht kommt, es brauche die teure Hilfe Old Englands durch die tückischen Angriffe auf eine außerordentlich harte Probe geben verstehen müssen. Abgesehen von verschiedenen das nicht mehr, wird es diesem ungeniert einen Fußtritt veṛgestelt war, für solche Personen, soweit irgend möglich, manchmal Yangtsetal und Fukien betreffende nForderungen, zu deren sezen. Falsche Sentimentalität ist keine Schwäche des japaniin geradezu aufopfernder Weise gesorgt, indem sie gefährdete Hilf- Abschwächung sich nach einigem Sträuben Japan bereit er- schen Nationalcharakters! lose unter ihren Schutz nahmen, mit ihnen ihr Brot teilten, auch klärt hatte, hat es fast das ganze schöne Wunschprogramm", Schwache und Kranke in Fürsorge gaben." Die Schuld an all diesen Borgängen treffe die belgische Ne- das Japan aufgestellt hatte, apportieren und das ihm aufgierung. Ihr Versuch, sich von dieser Verantwortung durch die Bes Regierungsmachthabern der jungen chinesischen Republik, an gezwungene Abkommen akzeptieren müssen. Es mag den Hauptung zu entlasten, daß diese Ereignisse durch die Zerstörungswut Zur Reform des preußischen Wahlrechts. der deutschen Truppen entstanden wären, sei völlig mißlungen. Die ihrer Spize Müanschikai, nicht leicht geworden sein, sich unter Ausführlichere Mitteilungen über die Rede des nationalvon der belgischen Kommission zusammengestellten Erzählungen von das japanische Joch zu beugen, da ihre Nachgiebigkeit sie liberalen Abgeordneten Schiffer ergeben, daß Schiffer sich Flüchtlingen, die als das Ergebnis peinlich unparteiischer Unter- gerade der Sympathie der von der europäischen Kultur be- für Abstufung des Wahlrechts bei der„ Neujuchungen bezeichnet werden, trügen den Stempel der Unglaubwürdig- leckten fortschrittlich- nationalen Kreise beraubt aber was orientierung" der inneren Politik ausgesprochen hat. Herr feit, wenn nicht böswilliger Entstellung an sich. Die Kommission sollten sie machen? Die Japaner hatten die Gelegenheit für v. 3edlik, der sich ebenso wie die fonservative Presse sei nach Lage der Verhältnisse gar nicht imstande, die ihr zu ihre Pressionspolitik sehr gut gewählt. Von England und gegen Schiffer ausgesprochen hatte, ist über diese Berichtigung getragenen Gerüchte auf ihre Richtigkeit zu prüfen und den Zu- Rußland, das stellte sich immer deutlicher heraus, hatte China egen Schiffer ausgesprochen hatte, ist über diese Berichtigung fehr erfreut. Er schreibt dazu in der„ Post": ſammenhang der Ereignisse zu erfassen. Ihre Anklagen gegen das keine Hilfe zu erwarten; ebensowenig von den Vereinigten sehr erfreut. Er schreibt dazu in der„ Poſt": deutsche Heer seien daher nichts anderes als niedrige Verleumdungen, Staaten von Amerika, deren Bank- und Industriebourgeoisie die durch das vorliegende Urkundenmaterial ohne weiteres entkräftet zurzeit genug damit zu tun hat, die durch den Krieg geschaffene Als Anlagen sind dann die Berichte der im Kriegsministerium wirtschaftliche Lage in ihrem Profitinteresse auszunuzen. errichteten Militäruntersuchungsstelle für Verlegungen des Kriegs- Selbst seine staatliche Selbständigkeit zu verteidigen, ist aber rechts beigegeben, in denen das Ergebnis der gerichtlichen Unter- China unter den bestehenden Verhältnissen nicht im Stande. suchungen niedergelegt ist. Es hat lediglich ungefähr 150 000 Mann in europäischer Weise ausgebildeter Truppen, und diesen gebricht es nicht nur völlig an geeigneter friegstüchtiger Führung, sondern auch an einer kampffähigen Waffe macht. Zudent aber können diese London, 19. Mai.( W. T. B.) Bonar Law hat in der Guild- Truppen aus ihren Standorten nicht zurückgezogen und gegen hall eine Rede gehalten ,. in der u. a. sagte, es liefen Gerüchte über einen äußeren Feind geführt werden, wenn nicht alsbald in politische Veränderungen und Kombinationen von Poli- verschiedenen südlichen Provinzen die Revolution ausbrechen titern und Staatsmännern um. Solche Kombinationen wären zweck- soll; denn der Widerstand gegen den mandschurischen Norden los, ja mehr als zwecklos, außer wenn sie zum Zusammen- ist durchaus nicht gebrochen. Es gährt im Stillen weiter, und schluß der ganzen Nation und deren Organizmur gezwungen gehorchen diese Landesteile der Pefinger werden. Zur Ministerkrise in England. England. aud on jenem selbstbewußten Geist, der Truppen allein zu " Im übrigen scheint man sich auch in lintsliberalen Kreisen mit dem Gedanken der Abstufung des Wahlrechts tatsächlich abfinden zu wollen. Wenigstens erklärt Abg. Hoff im„ Tag", daß, wenn man überhaupt ein abgestuftes Wahlrecht einführen oder befürworten wolle, eine Abstufung nach der Bildung grundsäglich und persönlich am erträglichsten wäre. Wenn er sogleich auf die großen Schwierigkeiten einer befriedigenden Lösung des Problems hinweist, so ist anzuerkennen, daß eine in der Brayis richtig wirkende Abstufung des Wahlrechts nach der Bildung eine der schwierigsten Aufgaben ist, welche der Gesetzgebung ge stellt werden können. Auf der anderen Seite mehren sich die Anzeichen, daß die Einführung des Bildungsmoments in die Bewertung der Wahlstimme von größter Bedeutung für die Ueberbrückung der Gegensätze für die Wahlreform und demzufolge für die Erhaltung der Einmütigkeit in der Vaterlandsliebe nach Friedensschluß sein würde." Herrn von Zedlis' Anschauungen über diese Art der„ Neuorientierung" sind ja zur Genüge bekannt. Interessant wäre eZ aber, wenn wirklich auch die Liberalen sich mit der Abstufung des Wahlrechts„abfinden" wollten. Wir vermögen das— trotzdem der Krieg im„Umlernen" geradezu über- raschende Ergebnisse gezeitigt hat— noch nicht recht zu glauben. Bestrafungen wegen deutschfeindlicher Gesinnung. Die„Kreuz-Zeitung" schreibt: Aus den Berichten der elsatz-lothringischen Zeitungen über die Tagungen der außer- ordentlichen Kriegsgerichte geht hervor, daß Bestrafungen wegen Bekundung deutschfeindlicher Gesinnung n a ch w i e vor in sehr großem llm fange stattfinden. Mit Rück- ficht auf die Häufung derartiger Fälle hat kürzlich der Vor- sitzende eines Kriegsgerichts verkündet, daß in Zukunft für derartige Vergehen nur noch die höchst zulässige Strafe ausgesprochen wird. Das Gemeindebudget abgelehnt. In Offenburg sVaden) stimmten unsere Genossen, die im Stadt- parlanient sitzen, gegen den städtischen Voranschlag für ISIS. Sie protestierten damit gegen die der Arbeitervertretung durch die bürger- liche Mehrheit zuteil gewordene Beschränkung ihre» Rechts als Stadtverordnete. Kurze Anfrage im Reichstag. Einige Zentrumsabgeordncte, Vertreter von Weinbaugebieten, haben im Reichstag folgende Anfrage eingebracht: „Der deutsche Weinbau ist durch den Einzug seiner brauchbarsten Arbeitskräfte zum Heeresdienst in seiner Existenz gefährdet, weil nicht genügender Arbeitsersatz sich findet, da zu den in den Monaten Mai und Juni nötigen Umgrabungen und mehrmaligem Bespritzen der Weinberge gegen Schädlinge ältere Männer und Frauen nicht verwendet werden können. Wäre der Herr Reichskanzler nicht ge- willt, mit der Heeresleitung ins Benehmen zu treten, daß ein- gezogenen Landwehr- und Landsturmmännern, wenigstens solchen, die eigenen Weinbergbesitz haben und zur Durchführung dieser Arbeiten keinen oder nicht genügenden Ersatz finden können, auf Ansuchen hin für den Monat Juni Urlaub gewährt werde? Bei der Geschäftslage des Hauses erbitten wir schriftliche Beantwortung." Landtagsersatzwahleu. Bei der Landtagsersatzwahl im 8. nassauischen Wahlkreise (Wiesbaden- Land- H ö ch st) wurde an Stelle des verstorbenen nationalliberalen Abgeordneten Wolff-Biebrich von den 211 er- schienenen Wahlmännern Justizrat Adolf Häuser, Vorstands- Mitglied der Höchster Farbwerke, einstimmig gewählt. Die gegnerischen Parteien, Zentrum, Fortschrittliche Volkspartei und Sozialdemokraten hatten sich der Wahlbeteiligung enthalten. Im Wahlkreis Frankfurt-Lebus ist der fortschritt- liche Stadlrat Meyer- Charlottenburg in den preußischen Land- tag gewählt worden. Konservative und Sozialdemokraten hatten Wahlenthaltung geübt._ Abg. Dr. Krüger-Marienburg f. Der konservative Landtagsabgeordnete Professor Dr. Karl Krüger, Vertreter des Wahlkreises Elbing-Marienburg(seit 1S03) ist in Marienburg im Alter von 66 Jahren gestorben. Der Verblichene war am 18. Februar 1849 in Tannebuhr im Hommerschen Kreise Kammin geboren._ Schlachtungen in Preusten. Nach der amtlichen Statistik sind im e r st en V i e r t e l j a h r ISIS die Rinderschlachtungen nennenswert nur bei Ochsen zurück- gegangen. Diese betrugen nur 44 072 Stück gegenüber 67 826 im vierten und 63 083 im ersten Vierteljahr 1914. Dahingegen haben sich die hohen Schlachtzahlen der anderen Viehgattungen, wie sie im letzten Vierteljahr 1314 erreicht wurden, durchaus behauptet, so daß die Gesamtrinderschlachtungen mit S68 493 Stück um nur 28 621 Stück hinter dem letzten Vierteljahr 1314 zurückbleiben. Dabei haben die Kälberschlachtungen aber einen außerordentlichen Umfang angenommen. Es wurden 614 800 Stück geschlachtet gegen nur 866 239 Stück im letzten und 803 694 Stück im ersten Vierteljahr 1314. Bei dem großen Rinderbestand kann indes auch diese Inanspruchnahme nicht etwa als eine Schwächung gedeutet werden. Außerordentlich groß waren weiterhin d i e S ch w e i n e s ch l a ch t u n g e n. Es wurden allein in Prerißen 8 Millionen Stück geschlachtet. Die Schweineschlachtungen waren noch etwas größer als im vierten Vierteljahr 1914 und über 700 000 Stück größer als im ersten Vierteljahr 1914. Sie waren überhaupt die größten bisher verzeichneten. Die Sckmsschlachtungen waren, der Jahreszeit angemessen, gering. Sie betrugen nur 224 314 Stück gegen 388 812 und 286 901 Stück im letzten und ersten Viertel- jähr 1914._ Zur allgemeinen Wehrpflicht in Holland. Die anhaltende Mobilisation hat auch in Holland die mili- täuschen Ansprüche geweckt. Davon zeugt in Aufsehen erregender Weise eine Petition an die Zweite Kammer, die von zweiundzwanzig der angesehensten Holländer, darunter drei Kriegsminister a. D., drei Generäle a. D., von den drei einflußreichsten Großindustriellen, einer Reihe von Professoren und von den Größen der Finanzwelt unterzeichnet ist und in welcher die sofortige Einführung der„allgemeinen militärischen UebungSpflicht" gefordert wird mit der Begründung,„daß das die Würde des Staats erfordere, daß man während dieses Krieges und bei den darauffolgenden Friedensverhandlungen in jedem gewollten Augenblick über alle gesunden und kräftigen Männer in wehrbarer Verfassung verfügen könne. Die großen liberalen Zeitungen unterstützten diese Forderungen schon am Tage nach der Publikation der Petition, die ganz nach dem Herzen des Groß- bürgertums zu sein scheint. Und am Dienstag hat der Kriegs- minister in der Zweiten Kammer auch Ordre pariert; er teilte mit, daß eine Gesetzesvorlage im Sinne der Petition schon in Vor- beieitung sei. Zus öer Partei. Eine unsinnige Behauptung. Genoffe Scheidemann schreibt dem Pressebureau: In der„Gazette de Hollande vom 11. d. M. wird ein Interview mit dem holländischen Genossen Vliegen wiedergegeben. Da- nach soll Vliegen u. a. gesogt haben, ich hätte— und zwar kurz vor dem Kriege(peu avaut la guerre)— ihm gegenüber mich wie folgt geäußert: „Wir werden Holland doch bald annektieren und dann sind Sie aus Ihren Mühseligkeiten heraus." Vor den deutschen Genossen brauchte ich nicht erst zu versichern, daß ich derartiges niemals gesagt habe. Wenn ich den Unsinn, von dem ich annehme, daß man ihn auch dem Genossen Vliegen fälschlicherweise in den Mund gelegt hat, dennoch ausdrücklich ab- schüttele, so deshalb, weil die ausländische Puffe damit krebsen geht. „Wahre" Sozialisten und wahrer Sozialismus. In England hat sich, wie schon kurz in der deutschen Preffe mit- geteilt wurde, ein Nationales Verteidigungskomitee von Sozialisten(Locialist National Defence Committee) gebildet, das eine ausgesprochen deutschfeindliche Politik verfolgen will. Nichts Deutsches findet vor den Augen dieser neuen Organisation Gnade, selbstverständlich auch nicht der deutsche Sozialismus.„Der deutsche Sozialismus", heißt es in ihrem Aufruf,„ha: allezeit seine Grenzen gefunden in politischer Unreife und bureau- kratischen Idealen. Welches ist die klare Wahl, vor die jeder Sozialist durch diesen schrecklichen Krieg, den entscheidendsten Krieg und gleichzeitig den verheerendsten Krieg aller Zeilen gestellt ist? Es ist die Wahl zwischen organisierter Freiheit und reiner Organisation". Fast so verächtlich wie der deutsche Sozialismus ist dem nationalen Verteidigungskomitee die Unabhängige Arbeiterpartei Englands. Sie wird' nicht ausdrücklich genannt, aber der Aufruf zielt auf sie, wenn er sagt: „In dieser Stunde äußerster nationaler Gefahr, in der die Unabhängigkeit der Völker brutal bedroht und das öffentliche Recht und die Freiheiten Europas erbärmlich verletzt werden, brechen eine Handvoll Pseudosozialisten in diesem Lande die nationale Solidariiät und schwächen angesichts des Feindes die nationale Stoßkraft. Es ist Pflicht der wahren britischen Sozialisten geworden, die Irrtümer dieser Träumer darzulegen und zurückzuweisen. Einige von ihnen sind extreme Pazifisten, andere sind ihrer Geburt, ihrem Blute und ihrenr Empfinden nach Fremde, alle sind, bewußt oder unbewußt, Agenten des deulschen Kaisertums und Verräter an den unvergänglichen Idealen der Freiheit und der Demokratie, die das freie Britannien, das unabhängige Belgien und das republikanische Frankreich zu einem unlöslichen und ruhmreichen Bunde vereinigt haben." Es ist ein recht merkwürdiger Sozialismus, der von den Leuten der Nationalen Verteidigung gepredigt wird. Aber wenn wir uns die Unterzeichner des Aufrufes näher ansehen, so erkennen wir als- bald, daß wir von diesen„wahren Sozialisten" Englands für die Internationale nicht allzuviel zu fürchten haben. Die bekanntesten unter den Unterzeichneten sind Robert Blatchford und H. G. Wells, jener der Herausgeber des„Clarion", dessen Chauvinismus beinahe sprichwörtlich ist, dieser der moderne Utopist, der weder dem wissenschaftlichen Sozialismus noch der sozialistischen Politik jemals besonders nahe gestanden hat. Die Literatur spielt in diesem Kreis überhaupt eine recht große Rolle. Eine Reihe mehr oder weniger unbekannter Novellisten, die nebenbei mit dem Sozialismus ein wenig kokettieren, haben dem Aufruhr ihre Namen geliehen. Dazu kommen noch ein paar Leute, die aus dem geistlichen Stande hervorgegangen sind, ferner A. M. Thompson, ein Redakteur des„Clarion", der den Vorsitz der Organisation übernommen hat, und endlich auch ein paar Mitglieder der parlamentarischen Labour Party(Chas Duncan, John Hodge und Geo. H. Roberts), deren Namen auch nicht über einen gewissen beschränkten Kreis hinausgedrungen sind. Da hat die Unab- hängige Arbeiterpartei doch schon andere Kerls aufzuweisen, und wir können vom Standpunkt der Internationale aus den Aus- einandersetzungen zwischen den„wahren" Sozialisten und denen, die wahren Sozialismus vertreten, unbesorgt entgegensehen. Aus den Organisationen. In der Generalversammlung des Wahlkreises H ö ch st- H o m- bürg- Usingen teilte der Kreissekretär Genosse Walter mit, daß bereits neun Filialen eingegangen, von einer sämtliche Mit- glieder, von 38 Filialen 80 bis 96 Proz. zum Heeresdienst ein- berufen worden seien; nicht mehr als 20 Filialen hätten so gut wie gar kein Parteileben mehr aufzuweisen. Durch Wegzug, Arbeitslosigkeit, Verweigerung der Beitragszahlung usw. habe die Organisation rund 300 Mitglieder verloren, darunter allein 300 weibliche. Im' Bericht wurde festgestellt, daß die Organisation noch 1800 männliche und 360 weibliche Mitglieder besitzt; 2800 sind bei den Fahnen. Bis jetzt sind von den zum Heeresdienst einberufenen Genossen 100 als gefallen gemeldet. Trotz dieser schweren Verluste sei das Vermögen der Organisation seit 1. April 1914 nur um 300 M. geringer. Mit Rücksicht auf den Verlust der vielen weiblichen Mitglieder soll denjenigen, die nicht in der Lage sind. Beiträge zu zahlen, die „Gleichheit" für die Folge unentgeltlich geliefert werden. Da- mit hofft die Generalversammlung das geistige Band, insbesondere auch mit den Frauen der im Felde stehenden Genoffen aufrecht zu erhalten. An den Bericht schloß sich eine längere Diskussion, in der be- sonders der Lebensmittelwucher besprochen wurde. Einstimmig angenommen wurde eine Resolution, in der sich die Versammelten scharf gegen den Lebensmittelwucher wenden und vom Reichstag energisch Abhilfe verlangen. Gerichtszeitung. „Ehrengeschenk" oder Schweigegeld. Vor der 8. Zivilkammer des Landgerichts München I klagte der Schriftsteller Ludwig Klebinder gegen die Prin- zessin Louise von Belgien auf Zahlung eines Honorars von 10 000 Krönen. Da sich die Prinzessin seit längerer Zeit in München aufhält, erwirkte Klebinder Arrestbeschluß über das Vermögen der Prinzessin. Als der Gerichtsvollzieher der Prinzessin, die mit ihrem Gefolge im Parkhotel eine Flucht von 18 Zimmern bewohnt, einen Besuch abstaltete, mußte er unverrichteter Dinge wieder abziehen mit dem Vermerk im Pfändungsprotokoll: Pfändung erfolglos. Die Prinzessin erhob gegen den Arrestbeschlutz Widerspruch. Deshalb wurde über die Sache mündlich verhandelt. Seinen Älagcanspruch auf 10 000 Kronen be- gründet der Kläger wie folgt: Er sei im Jahre 1911(als die Prinzessin um das Erbe ihres verstorbenen Vaters, des Königs Leopold prozessierte) beauftragt worden, Artikel gegen die Be- klagte und ihren Begleiter Geza Mattachich zuschreiben. Die Prinzessin habe davon erfahren und habe ihm nach Paris berufen. Dort sei er auf verschiedene Weise für die Prinzessin tätig gewesen, die ihm dafür ein Honorar von 10 000 Kronen versprochen habe. Ihr Begleiter Geza M a t t a ch i ch habe darüber später eine Urkunde ausgestellt, worin die 10 000 Kronen allerdings als„Ehrengeschenk" bezeichnet sind.— Bisher seien ihm auf diese Forderung nur 800 Kronen bezahlt worden. Die Prinzessin Louise beantragte durch ihren Vertreter, den Arrestbeschluß aufzuheben. Richtig sei. daß sie den Kläger nach Paris berufen habe, für seine Tätigkeit sei er aber bereits mit 3200 Fr. entlohnt worden. Später, als sie sich in Wien aufgehalten habe, sei der Kläger an sie heran- getreten als„Komponist" und habe sie um ihre Protektion gebeten. Sie babe sich hierauf herbeigelassen, ihm ein„Ehrengeschenk" von 10 000 Kronen in Aussicht zu stellen, sobald ihre Geldangelegen- heilen mit dem belgischen Staat geordnet seien. Ausländerin sei sie als die geschiedene Gattin des Prinzen von Koburg nicht, der deutscher und ungarischer Staatsangehöriger sei.— Der Vertreter des Klägers erklärte, daß dieser nur geringfügige Beträge erhalten habe, die lange nicht seine Kosten gedeckt hätten. Er habe dann ein Honorar von 10 000 Kronen verlangt, die ihm von Mattachich ausdrücklich zugesichert worden seien. Als er dann Mattachich einen Wechsel über diese Summe vorlegte, habe sich M. geweigert, ihn von der Prinzessin unterschreiben zu lassen. Hierauf sei vereinbart worden, eine Urkunde auszustellen, in der der Betrag nicht als Honorar, sondern als Ehrengeschenk bezeichnet wird. Das Gericht bestätigte den Arrestbeschluß. Es ist der Anschauung, daß der Kläger seine Arreslforderung genügend glaubhast gemacht habe. Es dürfe angenommen werden, daß die Prinzessin Wert daraus gelegt hat. den Kläger für sich zu ge- Winnen und davon abzuhalten, gegen sie zu schreiben. Die Summe von 10 000 Kronen erscheine ja auf den ersten Blick etwa» hoch. Es sei aber zu berück- sichtigen, daß gerichtsbekannt die Beklagte und ihr Begleiter Matiachich sehr verschwenderisch mit dem Gelde umgehen. Bei der Prüfung des Arrestgrundes sei berücksichtigt, daß sich bei der Vollstreckung des Arrestbefehls gezeigt hat, daß die Beklagte in der Tat darauf aus- geht, ihrem Gläubiger die Zwangsvollstreckung unmöglich zumachen. Die Beklagte bewohnt mit ihrer Begleitung im Parkhotel in München 18 Zimmer. Der Gerichtsvollzieher fand in dielen 18 Zimmern nichts Pfändbares. Es sei nun ausgeschlossen, daß die Beklagte monatelang in einem guten Hotel wohnen kann, wenn sie ihre Woh- nung und ihre Zehrung nicht bezahlt. Sie müsse also Geldmittel zur Verfügung haben, und es sei zweifellos, daß sie diese in einer Weise versteckt, daß sie dem Zugriff des Gläubigers eingehen. Bei der Entscheidung im Hauptprozeß wird wohl ein- gehend die Frage geprüft werden, ob der vom Kläger be- hauptete Vertrag nicht gegen die guten Sitten verstößt und deshalb nichtig ist._ Kriegsschwindler. Als angeblicher ostpreußischer Flüchtling hatte der Friseur Gustav Narusi, der gestern unter der Anklage des Dieb- stahls vor der vierten Strafkammer des Landgerichts Berlin I stand, sich auf eine Annonce des Theaterfri'seurs Hoffmann hin bei diesem als Aushelfer eingeschmuggelt. Herr Hoffmann ist Thealerfriseur für das Luisentheater; er nahm den Angeklagten an, wobei dessen rührsame Erzählung von der Ermordung seiner Frau durch die Russen und seine Flucht aus Ostpreußen befürwortend mitwirkten. In Wahrheit aber hat Narusi weder Ostpreußen noch die Russen gesehen, er ist vielmehr ein wegen Bodendiebstähle und anderer Verbrechen schon wiederholt vor- bestrafter, arbeitsscheuer Mensch. Als der Theaterdireklor Ritterfeldt eines Abends seine Garderobe verlassen halte, mußte er die unan- genehme Entdeckung machen, daß seine goldene Uhr nebst Kette, die er in der Garderobe zurückgelassen halte, verschwunden ivaren. Gleichzeitig war der Angeklagte, der an jenem Abend aushilfsweise im Thealer tätig war, verschwunden. Der Angeklagte konnie nur der Dieb ge- Wesen sein, doch bestrüt er bei seiner Festnahme hartnäckig, von der ganzen Angelegenheit irgend etwas zu wissen und behauptete, daß hier überhaupt eine vollständige Verwechselung seiner Person mit einem andern, der bei Herrn Hoffmann tätig gewesen sein müsse, vorliege. Im gestrigen Termin wurde er jedoch von den Angcstelllen des Luisentheaters, die als Zeugen vernommen wurden, mir Be- stimmtheit wiedererkannt. Der Gerichtshof verurteilte ihn zu lstz Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust. Zwei andere Angeklagte, die die Kriegslage zu Schwindeleien benutzt hatten, wurden zu Istz Jahren Gefängnis respektive 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Ter eine hatte den Vaterländischen Frauenverein betrogen und sonstiges als„Heils- armeesoldat" zusammengescharrt, der andere halte sich in Bettel- bliesen Söhne, die im Felde ständen, zugelegt. Gastwirte und Krieg. Gegen Gastwirte, welche gegen die Kriegsgesetze verstoßen, wird seit einiger Zeit von den Gerichten mit unnachsichtlicher Strenge vorgegangen. In fast allen Fällen wird, auch wenn das Gesetz Geldstrafe zuläßt, auf Gefängnis erkannt. Vor der 8. Strafkammer des Landgerichls I hatte sich gestern der Schanklvirt Paul Brunn wegen Vergehens gegen die Ver- ordnung des Oberbefehlshabers in den Marken vom 12. Februar d. I. betr. das Verbot des Schnapsausschanks an Mili- tärpersonen zu verantworten.— Der Angeklagte hatte an einen aus dem Felde zurückgekehrten Soldaten auf dessen Bitten hin einen Kognak verkauft. Die Sache kam zur Anzeige und die Folge war die jetzige Anklage. Da das Gesetz nur Gefängnisstrafe zuläßt, erkannte die Strafkammer gegen B. auf zwei Tage Gefängnis. Wegen eines anderen Verstoßes gegen eine Kriegsverordnung war die Schankwirtin Emma Neubauer aus Lichtenberg vor der 4. Strafkammer angeklagt. Die Angeklagte, welche in der Gryphiusstraße eine Schankwirtschaft betreibt, war schon einmal von Polizeibeamtcn abgefaßt worden, wie sie ihr Lokal noch lange nach 12 Uhr geöffnet hatte, obwohl sie nur bis 11 Uhr Konzession hatte. Die ihr erteilte Warnung fruchtete jedoch nichts. Einige Tage später stellte ein Schutzmann sest, daß sich auch noch nach 1 Uhr in dem Lokal Gäste befanden. Die Folge war die zeitweise Schließung und die Erhebung der jetzigen Anklage.— Die Strafkammer verurteilte die Angeklagte zu zwei Tagen Gefängnis. Eingegangene Druckschristen. Heft 8 der„Neuen Keit-- vom Lt. Wai hat solgcnden Inhalt: WI. Kossowsky: Zur Wiederherstellung der Internationale.— K. K a u t s k y: Nochmals unsere Illusionen.— E. Varga: Der Plan eines deulsch-österreichisch-ungarichen Zollverbandes.— Heinrich C u n o w: Lamprecht als Historiker.— Literarische Rundschau: Guglielmo Ouadrotta, II Papa, l'Italia e Ja Guerra.— Notiz. Arbeitsloseufürsorge. Die Unterstützung der Erwerbslosen durch das Reich, die Bundesstaaten, Versicherungsanstalten sowie durch die®e> meindcn. Bearbeitet und herausgegeben vom Vorstande des Deutschen Metallarbeiterverbande-?. L24 S.— Verlag: A. Schlicke u. Etc., Stuttgart. Das österreichische Wunder. Von H. Bahr. 60 Pf.— Unsere koloniale Zakunftsarbeit. Von P. Robrbach. 80 Ps.— Um den Völkerfrieden. Von H. Lhotzky. 80 Ps.— Verlag:„Die Lese", Stuttgart. lieber die Benutzung von Blut als Zusatz zu Nahruugs- Mitteln. Von Prof. R. Kobert. 56 S.— H. Warkentien, Rostock. Sonntagskinder. Novelle von Heoda o. Schmid.(Büchersch. 1006.) 20 Ps.— H. Hillger, Berlin W. 9. Urber den Sinn des Krieges. Vortrag, gehalten vor der Züricher Freistudentenschast von Professor L. Ragaz. 80 Ps.— Art. Institut Orell Füßli, Zürich. Transte» im Felde. Neue ZWegsgedichte von H. Bredow. 20 Ps. — E. E. Behrens, Hamburg. Wctteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonnabendmittag. Im Norden, besonders an der Küste, vorwiegend heiter, im Süden noch meiil bewöllt� in den Tage- stunden überall ziemlich warm; nirgends erhebliche Niederschlage. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direltion über den Großhandel in den Zentral-Martthallcn.(Ohne Verbindlichkeit.) Donnerstag, den 20. Mai 1915. Fleisch: Rindfleisch per 50 Kg, Ochsen- fleijch la 96—112, do. IIa 85-95, do. lila 70-84; LullenNeisch la 98—105, do. Öa 85—95; Kühe, seit 83—98, do. mager 70—82, do. dünische 00—00, Fresser 80—100, Fresser, dänische, 00—00; Bullen, dänische, 85— 95; Kalbfleisch, Doppellender 165— 185; Masttälber Ja 130—145, do. IIa 120— 130; Kälber ger. gen. 75— 100, do. dän. 00—00, do. Holl. 110— 130. Hammelfleisch: Masliäinmer 120— 130; Hammel la 110— 119, do. IIa 100—109; Schafe 105— 118. Schweinefleisch: Schweine, sette 00—00, sonstige 110—155. dän. Sauen 00—00, dän. Schweine 120— 128, do. holländische 120—130. Gemüse, inländisches: Kartoffeln, Dabersche 50 bg 0,00; weiße Kaiserlronen 0.00; Magnrun bonum 0,00 Wolt- mann 0,00; Porree, Schock 0,80—1,50; Sellerie, Schock 5,00—12,00; Spinat 50 kg 5,00—8,00; Mohrrüben, 50 kg 7,00— 9.00; Kohlrüben, Schock 0,00— 0,00; Petersilienwurzel, Schockbund 4,00—6,00; Zwiebeln 50 kg 00,00—00,00; Radieschen, Schockbund 0,75—1,00; Waldmeister, Mandel 0,40. Morcheln, 50 kg 0,00— 0,00. Gurten, Gorgaster, 100 Stck. 00—00. Rhabarber, Hamburger, 100 Bund 2,50— 3.00, do. 100 Stangen 6,00— 11,000, do. hiesiger 100 Bund 1,00— 2,00, do. Vierländer, 100 Bund 1,50— 2,50. Spargel, Beelitzer I l/, kg 0,40— 0,45, do. Beelitzer II'/, kg 0,25— 0,30, do. Beelitzer III kg 0,10—0,18, do. unsortiert'/, kg 0,00, do. Märkischer I*1, kg 0,40—0,45, do. II kg 0,20—0,25, do. III'/, kg 0,10—0,15. Spruten 50 kg 10—15. Salat, Schock 1,50—2,50. Rettiche, bayeiische, 100 Stück 10,00. Apfelsinen: ital, 50 kg 23— 28, do. 200 Stck. 13—14, do. 300 Stck. 13—16, Murcia 200 Sick. 17,00—20,00, do. 300 Stck. 18,00— 20,00, Melsiua 160 Stck. 11,00-14,00, do. 200 Stck. 12,00-14,00, do. 300 Stck. 12,00—15,00. Mesfina. Blut 80 Stck. 8,50—9,00, do. 100 St. 8,00-10,00, do. 150 Stck. 8,00—11,00. Spanische, 420 Stck. 30,00-35,00, do, 714 Sick, 38,00-46,00, do. 1064 Stck. 40,00-43,00, do. 420 Stck. karge 40,00—45,00. Gewerkschaftliches. die berliner Gewerkschasten im Kriegsjahr 1914. Das Jahr 1914 war für die Gewerkschaften ein besonders kritisches. Die ersten 6 Monate standen sichtlich unter dem Druck wirtschaftlicher Depression. Dann machten sich An- zeichen bemerkbar, die zu der Hoffnung berechtigten, daß sich das wirtschaftliche Erwerbsleben wieder beleben würde. Da kam die Kriegsfurie dahergerast. Der Ausbruch des Krieges zerstörte all diese Hoffnungen. Eine Lähmung des gesamten Wirtschaftslebens trat ein, erst nach rind nach wurde die Arbeitsgelegenheit günstiger, da Tausende in der Produktion für den Heeresbedarf Arbeit fanden. Man kann trotzdem mit dem Berliner Gewerkschaftsleben im Kriegsjabr 1914 zufrieden sein. Vor allem zeigte sich eine innere Konsolidierung der Gewerkschaften. Das ergibt auch der soeben erschienene Jahresbericht der Berliner Gewerkschastskommission über das Jahr 1914. In der Berliner Gewerkschaftskommission sind 46 der der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands an- geschlossenen Zentralverbände vertreten. Diese zählten am Jahresschluß 237 151 Mitglieder. Das Jahr 1913 schloß mit einem Mitgliederbestande von 391 986 ab. Das ist ein Ver- lust von 64 835 Mitgliedern— 21,2 Proz. im Jahre 1914. Der Verlust beträgt bei den männlichen Mitgliedern 69 199 oder 22,7, bei den weiblichen Mitgliedern 3572 oder 12,7 Proz. Von den männlichen Mitgliedern dürften am Jahresschluß wahrscheinlich mindestens 56 999 zum Kriegsheere eingezogen sein. Der tatsächliche Verlust ist somit unter Berücksichtigung der Gesamtverhältnisse nicht so erheblich. An dem Verlust der weiblichen Mitglieder sind die Verbände der Buchbinder, der Buchdruckereihilfsarbeiter, Schneider und Transportarbeiter beteiligt. Die Verbände der Fleischer, Handlungsgehilsen und Sattler haben dagegen eine Zunahme der weiblichen Mitglieder zu verzeichnen. An dem Gesamtverlust der Mitglieder sind— abgesehen von den Verbänden der Handlungsgehilfen und Metall- arbeiter, die sogar eine Zunahme von 195 bzw. 199 Mitgliedern verzeichnen— alle übrigen Verbände beteiligt. Durch- schnittlich beträgt der Verlust bei den Verbänden 21,2 Proz. Der Durchschnittsverlust wird von 32 Gewerkschaften über- schritten. 18 Gewerkschaften verzeichnen einen Verlust bis 39: 13 von 39 bis 59 und 3(Glasarbeiter 63,8: Gärtner 56,6 und Glaser 55) ü b e r 59 P r o z. 11 Gewerkschaften bleiben unter dem Durchschnittsverlust. Eine Betrachtung der Größenverhältnisse der Berliner Gewerkschaften ergibt, daß die 19 größten Verbände rund 199 678— 89,45 Proz. aller Mitglieder zählen. Am Jahres- schluß zählten diese Verbände Mitglieder: absolute Prozent- Ziffer ziffer Metallarbeiter SS 829 37,22 Transportarbeiter.... 33 175 14,— Holzarbeiter...... 20 011 8,45 Buchdrucker...... 9 688 4,08 Bauarbeiter...... 7 967 3,35 Schneider....... 7 169 3,12 Gemeindearbeiter.... 6816 2.87 Fabrikarbeiter..... 6 498 2,73 Buchbinder....... 6 193 2,61 Vuchdruckereihilfsarbeiter.. 4 334 1,92 Ml' zehn kleinsten Gewerkschaften zählen 1891— 9,8 Proz. der Eesamizisser. Der übrige Teil fällt auf die mittleren Ge- werkschaften. Die Werbearbeit der Gewerkschaften zeigt trotz der schweren wirtschaftlichen Depression in der ersten Hälfte des Jahres und trotz der 5 Kriegsmonate doch ein recht erfreuliches Ergebnis: Insgesamt wurden von sämt- lichen Gewerkschaften 57 332 neue Mitglieder aufgenommen. Am wirksamsten war die Werbearbeit unter den männlichen Personen. Die finanziellen Leistungen der Berliner Ge- werkschasten zeigen im Berichtsjahr eine Gesamteinnahme von 16 678 516 M. Gegen 1913 ein M e h r von 139 148 M. — 9,83 Proz. Die Gesamtausgaben betrugen 12 684 372 M., gegen das Vorjahr ein Mehr von 348 466 M.— 2,9 Proz. Die durchschnittliche Ausgabe pro Kopf betrug im Berichts- jähr 53,5 gegen 49,9 M.(1913): das ist ein Mehr pro Kopf von 12,6 M. Die Ausgaben in allen Unterstützungszweigen der Ge- werkschaften haben sich vermindert mit Ausnahme der Arbeitslosen-, Invaliden- und besonderen Unterstützung. In diesen drei Zweigen ist eine außerordentliche Steigerung zu verzeichnen, wie aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich ist: Art der Unterstützung Ausgaben 1913 Ausgaben 1914 Mehr in Prozenten 36,3 5,3 59,8 Weniger in Prozenten 20.— 25,1 34- 17,7 0,42 Streik....... 1118 802 895 165 Matzregelung.... 198 975 149 172 Reise....... 71 744 47 624 Arbeitslosen..... 3 468 979 5 450 429 Kranken...... 2 004 129 1 648 578 Sterbe....... 162 817 162 124 Invaliden...... 188 172 198 784 Besondere...... 271 303 673 853 Summa... j 7 484 921| 9 225 729 18,9 Die Minderausgaben resultieren aus den Maßnahmen, weP'- die Gewerkschaften bei Ausbruch des Krieges ergreifen mußten. Fast in allen Verbänden wurde die Krankenunter- stützung mit Ausbruch des Krieges aufgehoben: die Streiks- hzw. Lohnbewegungen mußten abgebrochen werden usw. Die erste Fürsorge der Gewerkschaften galt ihren arbeitslosen Mit- gliedern und den Angehörigen der zum Kriegsdienst Einge- zogenen. Bei den Ausgaben für Arbeitslosenunterstützung stehen die Holzarbeiter mit 1 157 299 M., die Buchdrucker mit 995 967 M. und die Metallarbeiter mit 1 776 227 M. an erster Stelle. Pro Mitglied und Jahr verausgabte der Buchdruckerverband 192,73, der Holzarbeiterverband 56,82 und der Metall- arbeiterverband rund 29 M. Demnach hat der Buchdruckerverband mehr als fünfmal und der Holzarbeiter- verband nahezu dreimal soviel als der Metallarbeiterverband ausgegeben. Von den Gesamtausgaben der Unterstützungen entfallen 6 124 282 M.— 66,38 Vroz. auf die Arbeitslosen- und besondere Unterstützung. Auf diese von geWerk- schaftlicher Solidarität getragenen Leistungen können die Ge- werkschaften mit Stolz blicken, und jeder vernünftige Sozial- Politiker wird beim Blick aus diese Zahlen anstandslos die hohe Bedeutung der Gewerkschaften für unser gesamtes Wirt- schaftsleben anerkennen. Aber noch im demselben Berichts- jähr erklärte der Polizeipräsident einige Verbände als poli- tische Verbände. Von der Gesamtunterstützungsausoabe von 9225 729 M. entfallen auf die Streik Unterstützung 9,76, Gemäß- regelten- 1,67, Reise- 9,57, Arbeitslosen- 58,69, Kranken- 17,94, S t e rb e- 1,81, Invaliden- 2,21 und besondere Unterstützung 7,44 Proz. Am Jahresschluß verfügten die Berliner Gewerkschaften über ein Vermögen von 3 933 873 M., gegen 1913 ein Weniger von 232 431 M.= 5,5 Proz. Lohnbewegungen und Streiks fanden im Be- richtsjahr 328 statt. Daran waren 49979 Personen beteiligt. Den größten Raum nehmen die Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung ein. Es fanden 199 Lohnbewegungen statt. An diesen waren 35292 Personen beteiligt. In 163 Fällen endete die Lohnbewegung mit einem vollen, in 32 Fällen mit einem t e i l w e i s e n Erfolg. Augriffs st reiks sanden 52 statt. An diesen waren 13 Gewerkschaften mit 3182 Personen beteiligt. Das Ergeb- nis war in 43 Fällen ein voller, in 7 Fällen teilweiser Erfolg. Abwehr st reiks fanden 77 statt: an diesen waren 18 Gewerkschaften mit 19 695 Personen beteiligt. Das Er- gebnis war in 52 Fällen ein voller, in 9 Fällen ein teil- weiser Erfolg. So haben die Gewerkschaften auch im Berichtsjahr trotz der schweren wirtschaftlichen Depression es verstanden, nicht nur Verschlechterungen der Lohn- und Arbeitsverhältnisse abzuwehren, sondern konnten in zahlreichen Fällen eine Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse erfolgreich durchsetzen. Das zeugt von dem energischen Willen der Gewerkschaf- ten, ihre vornehmste Aufgabe— die Verbesserung der Lebens- Haltung ihrer Mitglieder— trotz aller Schwierigkeiten zu er füllen. Auch bei den Kriegsmaßnahmen der Stadt Berlin und der Vororte spiegelt sich eine recht erhebliche Mitarbeit der Berliner Gewerkschaftskommission bzw. deren Ausschuß mit den städtischen und Gemeindebehörden wieder. » 4- » Das BerlinerArbeitersekretariathat seinm Bericht dem der Gewerkschastskommission mitangefügt. Das Sekretariat hat auch im Kriegsjahr 1914 eine segensreiä e Tätigkeit im Interesse der rat- und recht suchenden Arbei- ter ausgeübt. Das Sekretariat wurde von insgesamt 28 997 Ratsuchenden angerufen, an diese wurde in 35 119 Fällen Auskunst erteilt. An 1231 Personen wurde in 1391 Fällen schriftliche Auskunft erteilt. Von den Ratsuchenden gehörten 27 999 Personen— 96 Proz. den gewerkschaftlichen Ver- bänden an. Schriftsätze wurden 7148 angefertigt. Davon entfallen auf die Arbeiterversicherung 4589, auf den Arbeits- und Dienstvertraq 268: aus bürgerliches Recht 275, auf Strast'echt 46, auf Gemeinde- und Staatsangeleaenheiten 276, auf die Privatangestelltenversicherung 27 und aus Steuer und ion- stige Sachen 1942. Von den Auskünften entfallen: auf die Arbeiterversicherung 26 289 oder rund 75 Proz. aller Aus- künfte: hiervon kommen auf die Unfallversicherung 16 153 — 61 Proz., auf die Krankenversicherung 3226 oder 12.27 Prozent, auf die Invalidenversicherung 6529 oder 24,84 Pro-. Die persönliche Vertretung erfolgte in 342 Millen mit 397 Terminen. Davon entfallen vor dem Oberversicherungs- amt 77, vor dem Reichsversicherungsamt 246, vor den Amts- oerichten 12, vor den Versicherungsämtern 5 Fälle. Der Ausgang des Rechtsstreits wurde dem Sekretariat in 678 Fällen bekannt. Das Ergebnis war folgendes: 549 Fälle waren für die Arbeiter bzw. Arbeiterinnen erfolgreich und 129 erfolglos. In den letzteren sind auch die am Jahresschluß noch nicht erledigten Fälle eingerechnet. Von den mit Erfolg erledigten Fällen, nach der Art des Rechtsstreits gegliedert. entfallen auf die Unfallversicherung 492, auf die Invaliden- und Hinterbliebcnenversicherung 191, auf die Kranken- und Knappschaftsversicherung 25, auf den Arbeits- und Dienstver- trag 2 und auf die Schadenersatz- bzw. Haftpflichtversicherung 19 Fälle. veutsches Reich. Ter Verband der Maler im Jahre 1914. Nach der allgemeinen Aussperrung im Vorjahre sollte da? Jahr 1014 dem Verbände wieder einen größeren Mitgliederzuwachs und eine Stärkung seiner Finanzkraft bringen. Die im Frühjahr planmäßig eingeleitete umfassende Agitationstätigkeit brachte auch tatsächlich einen recht guten Erfolg, sicher wären die gehegten Er- Wartungen trotz des zunächst keineswegs günstigen Geschäftsganges in Erfüllung gegangen. Der Kriegsausbruch traf den Malerverband in einem höchst ungeeigneten Moment und setzte dessen erfreulicher Entwicklung plötzlich ein Ziel. Trotzdem und obwohl er nahezu un- beteiligt ist an den Vorteilen, die die Produktion für den Heeres- bedarf' manchen Gewerben und deren Organisationen brachte, hat er seine Position behaupten können. Bis Jahresschluß verlor der Verband nicht weniger als 14 685 Mitglieder durch Einberufung zum Kriegsdienst: nicht gerechnet jene, die in der Aufregung der ersten Kriegswochen ihre regelrechte Ab- meldung unterlietzen. Weiter wirkte das starke Abwandern vieler Berufsangehörigen in die mit Militärlieserungen bedachten Gewerbe auf ihn sehr nachteilig. Er besaß am Schluß des Jahres 1S14 noch 22 610 Mitglieder, wobei jedoch zu beachten ist, daß in dieser Zeil der Malerberuf alljährlich seine schlechteste Saison hat. Die Mit- gliederzahl im Jahresdurchschnitt betrug 34 928 gegen 47 611 in, Jahre 1913. Von den zum Militär einberufenen Mitgliedern mußten schon vor Monaten über 500 im Organ des Verbandes als gefallen registriert werden. Die Einnahmen betrugen 1 219 447 M., die Ausgaben 1 172 136 M.: das Vermögen der Hauptkasse 606 500 M., das des Gesamtverbondes 729 474 M.> gegenüber 720 117 M. am Schlüsse des Jahres 1913. Danach haben die Kriegsfolgen der finanziellen Stärke des Verbandes nichts anhaben können, und zwar, trotzdem er sein Statut zugunsten besonderer Kriegsmaßnahmen ganz erheblich erweiterte. Es wurden ausgegeben: 175102 M. besondere, nicht im Statut vorgesehene Arbeitslosenunterstützung und 57 646 M. Unterstützung an die Familien der Kriegsteilnehmer. Bis Kriegsausbruch wurden ferner gezahlt an kranke Mitglieder 333 240 M., für Reise- Kranzspenden sowie sämtliche ßlumenarrangemcnts liefert schnell und billig Ciross, Uindenstr. 69, Tel.Mpl.7203. Monats-Garderobe! 4-500 getragene Anzüge f. Herren: Smoking, Frack- u. Wehrock-Anzüge(auch z. verleihen), Sommerpaletots und Ulster sowie von Kavalieren getragene, jast neue Sachen(a.Seide). s. jed. Figur pass. in groBter Auswahl z. unübertroff. billigen Preisen. ITr., deshalb billiger wie i. Laden. Vlasserior- Straße 12 13 I. 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Es wurden geführt tarife wurden im Vorjahre 34 für 790 Betriebe mit 2267 Beschäf30 Lohnbewegungen ohne Kampf für 636 Betriebe mit 1960 Be- tigten( darunter 1436 Mitglieder des Malerverbandes) abgeschlossen. schäftigten und 44 Lohnbewegungen für 144 Betriebe und 1091 Be- Dabei handelte es sich um 12 Neuabschlüsse und 22 Erneuerungen. fchäftigte mit Kampf. Unter diesen waren 18 Angriffs, 8 Abwehr- 30 Tarife wurden friedlich, darunter sieben auf Grund des Reichsstreits und 3 Aussperrungen. Die Lohnbewegungen erforderten eine tarifvertrages vereinbart. Es bestanden am Schlusse des Jahres Ausgabe von 66 731 M. gegenüber 2 268 976 M. im Jahre 1913. unter Einrechnung der örtlichen Tarife innerhalb des Reichstarifs Erreicht wurden dadurch im Berichtsjahre für 1032 Gehilfen vertrages 362 Tarife für 15 890 Betriebe mit 55 620 Berufs2451 Stunden Arbeitszeitverkürzung und für 2415 Gehilfen angehörigen; von letteren waren 39 526 organisiert. 4170,70 M. 2ohnerhöhung pro Woche. Abgewehrt wurde für Vom 1. April d. J. an hat der Malerverband sein Statut 222 Gehilfen für die Woche 439 M. Lohnherabsetzung und für wieder mit geringeren Einschränkungen in Kraft gesezt und gleich62 Gehilfen eine Arbeitszeitverlängerung. Einen großen Anteil zeitig die vor zwei Jahren unter günstigeren Verhältnissen bean den Lohnbewegungen hatten die Lackierer. Besonders hervorzu- fchloffene Neueinführung einer Arbeitslosenunterstützung trotz des heben ist der Kampf in den Linte- Hofmann- Werken in Breslau, Kriegszustandes verwirklicht. ferner einige lokale Differenzen in Rheinland- Westfalen zur Einführung des dort von den Unternehmern immer noch bekämpften Reichstarifvertrages. Das Tarifverhältnis mit dem Arbeitgeberverband hat sich seit der legten großen Lohnbewegung wesentlich gebessert, denn die vielen oft um die kleinlichsten Objekte geführten Tarifftreitigkeiten während der ersten Reichstarifperiode, die von einer verhältnismäßig fleinen Gruppe unter den Unternehmern herbeigeführt wurden, sind in der jezigen Tarifperiode außerordentlich zurückgegangen. Dazu haben nicht allein das nach und nach gesteigerte Verständnis und gewisse Erfahrungen, sondern auch die beim letzten Tarifabschluß geschaffene Vereinfachung des Instanzenganges für Tarifstreitigkeiten beigetragen. Gewerkschaftlicher Burgfrieden. Das Hirsch- Dunckersche Gewerkschaftsblatt„ Regulator" hat den Wunsch ausgesprochen, daß die Gewerkschaften verschiedener Rich tung auch nach dem Kriege sozusagen„ burgfriedlich" zusammenarbeiten möchten. In seiner letzten Sigung hat sich nun auch der Zentralrat der Deutschen Gemerfvereine( H.-D.) mit der Angelegenheit beschäftigt und einstimmig folgende Resolution an genommen: „ Eines der erfreulichsten Ergebnisse, die dieser sonst so furcht bare Krieg gezeitigt hat, erblickt der Zentralrat der Deutschen Gewerkvereine in dem gemeinsamen Arbeiten der verfchiedenen Organisationseinrichtungen, mie es auf dem Gebiete der Arbeitslosenfürsorge, des Arbeitsnachweisewesens, der Hinterbliebenen- und Kriegsbeschädigtenfürsorge, der Sicherung der Voltsernährung und sonst bei der Vertretung der Arbeiterinteressen während der ganzen Dauer des Krieges durchgeführt worden ist. Er spricht die zuversichtliche Erwartung aus, daß bei aller Wahrung der Eigenart der verschiedenen Richtungen auch nach Friedensschluß ein solches Neben- und Miteinanderarbeiten möglich ist im Interesse der Arbeiterschaft und des deutschen Wirtschaftslebens. In der Erkenntnis, daß zurzeit die einheitliche Arbeiterorgani sation auf neutralem Boden, wie sie als Jdeal den Deutschen Gewerkvereinen vorschwebt, nicht zu verwirklichen ist, macht sich der: Zentralrat die im„ Regulator" vertretenen Anschauungen zur eigen. Da diese Anschauungen auch in der Presse der anderen gewerkschaftlichen Organisationen zum Teil völliger Zustimmung, nirgends aber grundsätzlicher Ablehnung begegnet sind, bringt der Zentralrat seine Bereitwilligkeit zum Ausdruck, alle Bestrebungen zu unterstützen, die darauf abzielen, auch nach dem Kriege ein erträglicheres Verhältnis zwischen den verschiedenen Organisationen aufrechtzuerhalten und in allen die gesamte Arbeiterschaft betreffenden Fragen ein gemeinsames Bor gehen zu ermöglichen." Ausland. Ueber 400 000 kronen an Arbeitslose ausbezahlt hat die Union der Textilarbeiter Desterreichs im Jahre 1914; insgesamt wendete sie 478 000 Stronen zur Unterstützung ihrer Mitglieder im ersten Kriegsjahre auf. Seinen ist modern! 360 360 3.90 25-26370 490 17-21 225 27-28429-30440 1922250 Fleckabsatz 31-33480 2324325 3435520 36-39590 25-26375 veil leicht, Luftdurchlässig. bequem und hervorragend preiswert. Außer den hier abgebildeten Artikeln führen wir: Damen Stoff- Schnürstiefel 690 weiß, hochelegant. Herren Stoff- Schnürschuhe 750 weiß, Derbyschnitt.... 440 5.90 6.90 Leinen- Sandalen weiß Stoff, für Kinder u. Mädchen Gr.21-24 25-26 27-30 31-35 3.25 3.50 4.- 4.50 31-33490 34-35 30 36-405-90 625 6.90 475 190 59 650 5.90 Jahres- Umfaß über 3 Millionen Paar Schuhwaren Schuhwarenfabrik 27-28 400 29-30 4.50 Conrad Tack& Cie. 141 Berkaufsstellen im Reich, davon 21 in Berlin u. Umgegend: 5. Preußisch- Süddeutsche ( 231. Königl. Preuß.) Klaffenlotterie 5. Klasse 11. Biehungstag 20. Mai 1915 Vormittag Auf jede gezogene Nummer find zwet gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Stur die Gewinne über 240 M. find in Slammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-A. f. 8.)( Nachdruck verboten) 169 310 41 1072 176 99 332 416 30 59 63 658 748 99( 3000) 2007 25 262 96 528 600 866 3142( 500) 206 734( 1000) 903 4023 245 66 70 385 97 500 629 751 831-996 5014 160 215 29 433 672 719 814 18 94 912 6058( 1000) 117 446 628 64 889 906 31 44 7078 151 256 388 463 587 616 733 81 926( 500) 8025 58 61 199 210 28 314 554 70 686( 500) 772 901( 500) 44 9086 130 34 46( 100G) 404 18 558 88 614 48 709 54 70( 500) 10049 183 472 82 588 885 926 11299 301( 3000) 30 45 66 568 12214 330 620 685 92 94 13065 181 228 957 14005 16 49 323 738 15198 807( 1000) 979 16163 269 300 420 644.827 959 17180 83 85 216 317 411( 3000) 701 18120 355 451 602 675 703( 500) 46 72 923 19507 790 987 20237 44 406 21080 295( 500) 600 38 63 70 704 949 22013 65 189 461 76 564 94 608( 3000) 710 35 820 21 78 957 23065 206 42 319 20 68 584 750 78 8 27 94 935 24076 211 632 40 94 754 915 25302 600 20 822 74( 1000) 26021 ( 1000) 29 161 67 79( 1000) 775 83 450 612 600 64 744 884 27061 217 41 65 349 509 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78 87 194 665 706 925 61 105350 64 674 756 85 884 106134 849 67 496 623 829 43 107034( 3000) BO( 500) 115 59( 1000) 90 348 87 473 731 108043 108 16 33 84 205 454 578 626 60 109162 223 459 68 751 946 85 Actiengesellschaft &, Spittelmarkt 15 C, Rosenthaler Straße 14 W, Potsdamer Straße 50 W, Sillstraße 16 NW, Zurmfiraße 41 NW, Wilsnader Str. 22 NW, Beuffelstraße 29 N, Friedrichstraße 127 110123 225 330 401 593 608 52 818 76 948 111290 321 603 57 732( 1000) 67 813 112114 413 38 75 784 90 804 35 36 113054 77 394 404 65.604 9 15 114128( 1000) 138 245 86 403 541 45 617 712 28 68 939 115072( 500) 256( 500) 75 312( 3000) 65( 1000) 66 483( 3000) 547 48 616( 500) 705 850 116196 97 269 387 648 846 981 86 117006 89 248 71 309 13 401 26 546 56 65 620 31 809 66 77( 500) 908 34 118174 274 78 504 47 674 837 905 47 119329 30 476 691 794 884 120213 319 518 717 51 63 814 19 953 121487 514 20 692 976 122008 339 75 487 633 770 815 26 909 49( 1000) 123122 817 124003 88 152 204 674 718 68 125241 307 67( 3000) 59 ( 600) 657 98 817 32 981 88 126039 100 258 412 35 549 81 603 54 957 127079 95 134 70 303 560 79 625 53 95 753 999 128004 49 188 284 335 436 70 663 933 129099 194( 500) 98 ( 500) 455 130182 339 484( 1000) 131358 540 774 82 819 46 132005 187( 5000) 477 639 79 646 759 908 54 88 99 138183 85 89 334( 1000) 551 90 97 693 733 95( 1000) 134056 69 156 256 333( 1000) 43 431 762( 3000) 908 135079 260 332 402 27 938 ( 500) 136011 188 659( 1000) 63 789 835 187117 307 10( 500) 15 405 29 685 750 826 65 138332( 500) 644 745 816( 3000) 70 139123 284 369 441 538 44 79 682 804 13( 3000) 51 140049 63 277( 3000) 374 606 656 957 141302 531 624 866 142427 564 614 25 31 62 64 72 923 143051 63 210 98 99 340( 5000) 448 52 56 541 908 12 144300 88 661 907 36 45 ( 1000) 77 145036 61 152 289 334 74( 500) 420 44 58 605 799 812 916 94 146048 146 223 322 75 459 651 848 147170 321 56 596 642 735 76 839 80 148042( 1000) 47 124 36 82 279 393 557 606 827 47 978 149237 89 321 615 21 621 748 98 902 44 150087( 500) 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Sonder Maschinen SO, Brangelstraße 49 SW, Friedrichstr. 240-241 Charlottenburg: nur. Wil mersdorfer Str. 122-123 5. Preußisch- Süddeutsche ( 231. Königl. Preuß.) Klaffenlotterie 5. Klasse 11. 8iehungstag 20. Mai 1915 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I n. II. Nur die Gewinne über 240 Mt. find in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-A. f. 8.)( Nachdruck verboten) 3 113 47 307 16 637( 1000) 48 7471041 123( 500) 204 414 71 562 67 614 737 835 2214 47 396 410 31 511 66 886 956 3116 231 60 308 48 69 564 781 4136( 500) 516 620 67 70 5063 135 38 294 800 6 980 6167 75 240 70 90 317 98 432 586 600 739 828 66 7067 106 213 395 714( 1000) 94 948 55 8046 262 321 667 763 850 985 9066 105 41( 1000) 238 304 89 424 67 94 550 636( 1000) 702 84( 500) 91 852 70 99 10046 124 86 434( 500) 88 547 624 706 922 91 11130 309 36 453( 500) 565 640 788 12166 311 720( 500) 833( 3000) 49 ( 500) 78( 500) 79 936 54 65 13027 103 290 422 24( 1000) 605( 500) 594 605 44 834 69 949 14082 136 378 546 647 56 764( 3000) 897 15044 139 274 470 507 673 88 910 99( 500) 16604 80 890 910( 500) 63 78 17046 152 489 697( 3000) 722 961 18040 647 816 19156 453 842 20022 195 260 70 351 424 758 87 834 35 21023 34 184 304 446( 500) 640 705 88 22230( 3000) 39 430 525 708 46 23009 179( 500) 200 430 633 61( 5000) 607 844 63( 1000) 961 24262 84 379 437 694 727 859( 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1000) 66 97 685 918( 1000) 22 149110( 500) 69 386 733 820 73( 3000) 150235 357 62 92 93 483 732 937( 1000) 74( 500) 151024 408( 1000) 31 523 26 66 608 798 817 68 93 152094 192 278 698 636 717 74 804 6 901 153379 417 40( 500) 531( 1000) 43 67 72 655 73 978 154012 220 314 32 410 753 862 908 43 155179 97 256( 3000) 379 408 84 549 62 65 907 37 89( 500) 156230 621 825 157038 100 28 71 390 444 48 523 629 819 97 936 89 158073 338 57 603 764 66 72 159038 75 88 117 240 94 300 454 881 100084 157 766 68 820 70 900 161003 41 99( 500) 243 ( 500) 328 472 756 859 162001 29 39 104 73 274 90 363 769 939 183202 3 69 324 35 455 66 608 164190 203 369( 500) 493 165142 82 83 261 491 621 27 67 99 750 831 166012 69 141 76 242 467 90 647( 1000) 818 76 946 59 74 167041 160 237 64 404 504 86 690 780 168039 212 371 650 808 959 169270( 500) 412 592 667 91 719 170037( 1000) 54 262 82 368 74 578 858 73 909 171114 324 464 583 627 70 913 30 172042 332 679 652 715( 10 000) 77( 1000) 173036 61 86( 500) 160( 1000) 91 217 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199083 226 87 403( 500) 8( 500) 89 691 865 84 959 200039 729 30 845( 500) 991 201139( 500) 282( 1000) 319 505 620 48 98 900 66 76 202325( 3000) 37 94 446 562 630 74 724 42 203240.90( 1000) 335 626 835 992 204066 201 48 65 551 94( 1000) 686( 500) 205112 302 16 72 490 652 786 833 72 206030 179 383 584 90 621 91 725 919 207345 448 95 785 882 208049 100 39 59 273 83 378 447 672 979 209058 65( 500) 81( 1000) 194 297 315 38 403 666 801 39 210053 65 340 96 434 553 653 62 774 842 91 211135 378 90 883 951 76 98 212083 295 348 602 703 4( 500) 9 818 27 213038 39 229( 1000) 32 334 518 800 52 933 71 214406 67 797 814 215132 219 28 305 34 40( 3000) 507 50 72 731 93 843 216124 276 309( 1000) 482 572 955 90 217013( 3000) 112 20 39 351 59 495 522 90 675 218024 174 319( 3000) 434 616( 3000) 95( 1000) 747 219048 122 97 219 769 805 910 220040 227 348 507 774 874 221116 272 316 470( 500) 633 719 48 925 94 222110 87 297 370 493 825 42 79 983 223077 618 75 224076 107 34( 3000) 201 86 329 494( 500) 543 770 808 944 225035 62 100( 500) 256 61 471 774 839 995 226014 23 40 197 246 496 97 741 817 53 913 227419 625 819( 30000) 61 62 947 228026 90 191 348 53 88 401 5 616 687 95( 500) 229226 324 55 425 580 608 784 958( 500) 230097( 3000) 205 94 344 525 785 231028 71 221( 500) 71 369 447 927 232303 27 476 620 21 736 934 233111 390 98( 500) 405 23 574 99 620 28 76( 500) 787 811 90 908 47 74 Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW st 139. 32. z-dtM. 2. Keilkge des„Igmärts" Kerliner Ulllksdllltt. kmw. A. W.i MS Etwas über Wesen unö Werben der englischen Verfassung. Von Ed. Bernstein. Nichts überrascht heutzutage bei Unterhaltungen über den Krieg und was damit zusammenhängt mehr, als die hochgradige Unkennt- nis, der man selbst in Kreisen, die sich als«die gebildeten" be- zeichnen, über den Aufbau, die Parteien und den Organismus des politischen Lebens derjenigen Länder begegnet, mit denen Deutsch» land heute im Kriegs liegt. Unbestimmte Begriffe, die von irgendwoher übernommen sind, werden für genügend gehalten, über jede genauere Bekanntmachung mit den Talsachen hinwegzuhelfen. Die Folge ist, daß das Publikum auf das leichteste von Sensations- schriftstellern zu grundfalschen Urteilen über die treibenden Kräfte in der Politik dieser Länder irregeführt werden kann. Es ist in Leserkreisen des„Vorwärts" der Wunsch geäußert worden, hierin nach Möglichkeit Abhilfe zu schaffen, und speziell an mich ist die Einladung ergangen, über das Land, mit dem das Zer- würfnis Deutschlands zurzeit am stärksten ist, England oder, um es korrekter auszudrücken, das großbrilische Reich, so viel Tatsächliches mitzuteilen, als nötig ist, Schlüssel für die Beurteilung des heute stch dort Vollziehenden oder von dort aus Berichteten zu gewinnen. Ich will versuchen, dieser Anregung nach Maßgabe meines Wissens und Könnens zu entsprechen und mit einer Kenn- Zeichnung, des Wesens der politischen Verfassung Englands be- ginnen. Das britische Weltreich besteht aus dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland samt dessen überseeischen Kolonien und Besitzungen. Das Vereinigte Königreich selbst, bei uns im Sprach- gebrauch, dem auch wir weiterhin folgen wollen, kurzweg England genannt, setzt sich aus den drei Königreichen England im engeren Sinne, Schottland und Irland samt dem Fürstentum Wales zu- sammen und war oder ist seit dem Zustandekommen der Union mit Irland— 1801— ein Einheitsstaat. Denn das vielumfoch-, tene Homerulegesetz, das Irland ein eigenes Parlament geben soll, ist zwar im vorigen Jahre rechtskräftig verkündet, aber noch nicht in Kraft gesetzt worden, so daß einstweilen auch noch Irland boll- ständig vom Parlament in Westminster aus regiert wird. Indes würde selbst die Inkraftsetzung dieses Homerulegesetzes nur erst eine Bresche in den Einheitsstaat legen, ihn aber nicht aufheben. Denn Irland bekommt durch es wohl Selbstregierung in seinen inneren Angelegenheiten, aber keine Regierung, die als solche ein Mit- bestimmungsrccht in Reichsangelegenheiten hätte, wie es nach der Verfassung des Deutschen Reiches etwa selbst, dem Fürstentum Schaumburg-Lippe zusteht. Mit anderen Worten, das Vereinigte Königreich wird durch die Verleihung der Seldstregierung an Jr- land noch nicht zum Bundesstaat. Der Begriff„verbündete Re- gicrungen" wird durch Homerule noch nicht in das englische Ver- fassungsleben eingeführt. Fragen wir nun nach dem Wesen der politischen Verfassung Englands, d. h. des Vereinigten Königreichs im oben entwickelten Sinne, so ist eine deren Eigentümlichkeiten die, daß sie nicht in einer Bersassungsurkunde Niederschlag gefunden hgt, wie das auf dein Festland durchgängig der Tall ist. Wer in England in einem Buchladen ein Exemplar der/ englischen Verfassung fordern wollte, den würde der Buchhändler für nicht ganz normal ansehen. Das Land mit dem ältesteingewurzelten und stärksten Verfassungsleben hat keine paragrophische Verfassung, kommt ganz gut ohne eine solche aus, und die meisten Engländer sind obendrein stolz darauf, daß dem so ist. Sie folgen da einem Gedankengang, wie ihn ähnlich und mit der ihm eigenen Schärfe des Unterscheidens Ferdinand Lassalle in seinem glänzenden Vortrag über Verfassungswesen ent- wickelt hat. Eine Verfassung ist etwas Lebendiges, beständig mit den Aenderungen der Grundlagen und Bedürfnisse der Nation sich Entwickelndes, und daher läuft eine geschriebene Verfassung, die das Ganze der. staatsrechtlichen Beziehungen und Einrichtungen der Nation umfaßt, die Gefahr, entweder auszusprechen, was nicht wirklich. ist, oder aber von der EntWickelung überholt zu werden und so doch der Abänderung zu bedürfen. Die englische Verfassung als Rechtswerk ist nicht das zu einer bestimmten Zeit und nach bestimmten Grundsätzen systematisch aus- gearbeitete Erzeugnis einer gesetzgebenden Körperschaft oder von vereinbarenden Gesetzgebungsfaktoren, sondern sie ist etwas im Lauf der Jahrhunderte geschichtlich Gewordenes. Sie ist, wie das Negermädchen Topsy in Onkel Toms Hütte von sich sagt, ,.g e w ä ch s c n". Sie besteht aus einer Reihe vonllrkunden, die zusammen als das Grundgesetz der Nation Geltung haben, von Zeit zu Zeit durch neue Grundgesetze ergänzt werden, und von denen man sagen kann— worauf wiederum die Engländer gern mit Genugtuung hinweisen— daß sie ohne Rückschritte eine bestimmte Entwickelungslinie einhalten, die Einschränkung der Rechte von Gewalthabern, Erweiterung und Sicherung von Volksrechten heißt. Die erste dieser Urkunden ist der berühmte große Frei- brief— oft unter seinem lateinischen Namen magna carta (englisch: The great Charter) zitiert, den die englischen Barone im Jahre 1215 dem König Johann ohne Land abzwangen. Ihre wichtigsten Bestimmungen sind: 1. daß keine Abgaben oder Kriegs- steuern erhoben werden dürfen, die nicht vom Rat der Nation be- Willigt worden sind, und 2., daß niemand eingesteckt, gebüßt(?), geächtet oder sonst bestraft werden soll, wenn es nicht durch ein Tribunal seiner Standesgenossen oder nach dem Gesetz des Landes geschieht. In den„Rat der Nation", der zunächst nur aus den feudalen Baronen, dem oberen Klerus und den Vertretern der Edelleutc bestand, werden bald Vertreter der Freisassen in den Grasschaften und der Vollbürger oder der Gilden in den Städten, sowie des niederen Klerus hinzugezogen und tagen vom Jahre 1332 ab gesondert. Sie werden die Commons genannt — wörtlich Gemeinden, aber heute richtiger mit Gemeinen über- setzt, d. i. die Vertreter des breiten gemeinen Volks als unter- schieden vom hohen Adel und dem oberen Klerus. Vom Jahre 1407 ab wird bestimmt, daß nur die Commons über Geld- bewilligungen zu' beschließen haben, was erkennen läßt, welche Bedeutung die von diesen vertretenen Klassen gegenüber dem Feudaladel inzwischen erlangt hatten. Die große Schwächung des letzteren durch die im lö. und 16. Jahrhundert spielenden Kriege der Häufer Lancaster und Aork— die weiße und die rote Rose— führten aber zunächst zu einer neuen Stärkung der Königs- gewalt, die Dynastien der T u d o r s und der Stuarts suchen den fürstlichen Absolutismus herzustellen, bis im Jahre 1628 das Haus der Commons dem König Karl I., der Geld zu einem Krieg mit Frankreich braucht, unter Ausnutzung dieser Zwangslage ein neues Grundgesetz abnötigt. Dieses neue Grundgesetz erhielt den Namen iLetition of Right — Rechtsforderung. Es machte dem inzwischen von den Königen eingeführten System der erzwungenen„Liebesgaben"—. mit ziemlicher Willkür auferlegte Zwangsabgaben für Kriegs- oder Rüstungszwecke— ein Ende, schaffte neue Sicher- heiten gegen Einkerkerungen und bestimmte ferner, daß S o l- baten nicht durch besondere Kriegsgerichte ab-� geurteilt werden dürfen. Versuche, diese Rechte teils zu umgehen und teils offen zu mißachten, haben die große Re- Volution von 1641 bis 1660 zur Folge, mit Enthauptung Karls L und zeitweiliger Einführung der Republik, die sich aber nicht halten kann. 1662 wird das Königtum wiederhergestellt—„restauriert", daher das Wort Restauration, englisch Restoration, Aber schon 17 Jahre später wird wieder eine Verlegenheit des Königs zur Er- langung eines wichtigen Grundgesetzes ausgenutzt. Es sind dies die Hadeas Corpus Acte von 1679. Die Hauptbestimmungen dieser ebenfalls sehr berühmt gewordenen, weil für ihre Zeit re- volutionären Akte, sier, daß niemand ohne richterliche An- klage in Hast gehalten werden darf, niemand loegen desselben Vergehens zweimal angeklagt werden darf, und daß UntersuchungS- gefangene gegen vernünftige(reasonadle), d. h. seine Verhältnisse nicht übersteigende und zur Größe des behaupteten Vergehens im Verhältnis stehende Bürgschafft auf freien Fuß zu setzen sind. Auch diesen Schutz der Bürger sucht das Königtum, gestützt auf das Militär, bald wieder durch Willkürakte unwirksam zu machen. Dies und die Versuche, die römische Kirche wiederherzustellen, haben 1688/89 die zlveite— die„glorreiche" Revolution zur Folge; die Dynastie der Stuarts wird verjagt, und drei neu« Grundgesetze werden geschaffen, nämlich: I. Die vsolaration of Rights—„Aufstellung der Rechte"— von 1689. Ihre vornehmsten Bestimmungen sind: a) Die Außerkraftsetzung von Gesetzen durch Regierungsdekrete wird für ungesetzlich erklärt; h) Das Halten eines stehenden Heeres darf nur auf Grund von Bewilligung durch das Parlament geschehen; o) Die Ausübung der Wahl zum Parlament und die Rede im Parlament dürfen keiner Freiheitsbeschränkung unterworfen werden; ä) Dem Volk wird das Recht des Petitionierens gesichert(damals sehr wichtig als Mittel der Agitation); e) Es dürfen keine unmäßigen Geld st rasen ver- hängt werden; f) Zwischen den Parlamentstagungen dürfen keine langen Pausen eintreten. II. Das Meuterei-Gesetz von 1689. Enthält die von Lassalle in ihrer Bedeutung sehr anschaulich geschilderte Bestimmung, daß dieses Gesetz jedes Jahr durch Parlamentsbeschluß erneuert werden muß. Verweigert also das Parlament die Erneuerung, so hört jede gesetzliche Gewalt der Regierung über das Heer auf, kann kein Soldat oder Truppenteil wegen Widersetzlichkeit oder offene Meuterei bestraft werden. HI. Das Thronfolgegesetz von 1701(„act of settle- ment") setzt die dynastische Thronfolge fest mit der Bestimmung, daß der Inhaber der Krone Protestant sein, die römische Kirche feierlich abschwören und. die Geffetz e drs" Landes beschwören muß. Obwohl dieser Parlaments alt formal amBegriff deS GottesgnadentumS festhält, indem er did Thronfolge auf Grund von Geburtsrechten regelt, bedeutet er doch faktisch die Festsetzung deS Königtums von Parlaments Gnaden. Dies sind die wichtigsten Grundgesetze Englands, die das Ver- hältnis zwischen Königtum und Parlament und den äußeren Ausbau des letzteren regeln. Kraft ihrer ist in England das Königtum außerstande, gegen eine geschlossene Parlamentsmehrheit irgendeine Regierungshandlung zu vollziehen, erkämpft sich das Parlament das Recht, das Ministerium zu bestimmen, dessen Mitglieder nur formal Beamte der Krone, faktisch aber ein Ausschuß des Parlaments sind. Trotzdem vermag auch heute noch das Königtum einen Einfluß auf die Politik des Landes auszuüben, die sich namentlich dann stark geltend mackien kann, wenn das Parlament oder das Ministerium keine feste Mehrheit haben oder es auf einen Konflikt mit dem Träger der Krone nicht ankommen lassen wollen. Das Gewicht der Krone wird noch dadurch erhöht, daß ihr Träger von den wechseln- den Parteiministcrien die Stetigkeit(Kontinuität) der Amtierung und allerhand persönliche Verbindungen voraus hat, was ihm je nach der Persönlichkeit eine bedeutende moralische Autorität ver- schafft. Jndeß ist das alles umgrenzt, liegt doch sozusagen für das Königtum der Knüppel beim Hunde. Jedesmal, wenn das Königtum besondere politische Konstellationen dazu auszunutzen suchte, die Macht des Parlaments wieder herabzudrücken, ist es sehr bald einem Widerstand begegnet, vor dem es wieder zurückweichen mußte, nicht ohne daß gelegentlich durch neue Dekla- rationcn oder maßgebende Handlungen die Machtsphäre des Parla- ments noch erweitert wurdet) Im übrigen aber findet nun die Weiterbildung der englischen Verfassung statt 1. durch Ausbau der Geschäftsordnung des Parlaments, stets ein sehr bedeutsames Stück der Verfassung, 2. durch Reform des Wahlrechts für das Haus der Gemeinen, das im 18. Jahrhundert infolge verschiedener Um- stände eine reine Oligarchie der Grundbesitzer in Stadt und Land geworden war, und 3. durch Eindämmung solcher Rechte der Kammer der erblichen und von der Krone er- nannten„Herren"— des Hauses der Lords— durch welche■ dieies Haus Beschlüsse der gewählten Kammer ver- schleppen oder eS ihnen schlechtweg unmöglich machen konnte, Gesetz zu werden. Zu Parlamentsakten der letzteren Art gehört das bedeutsame Gesetz vom Jahre 1911, das nach vielen harten Kämpfe» mit zweimaligem Appell an die Wähler Gesetzeskraft erlangt hat. Es nimmt dem Hause der Lords die Möglichkeit, das Zustandekommen eines vom Hause der Gemeinen beschlossenen Gesetzes zu vereiteln, sobald dieses im letzteren in einer Legislaturperiode dreimal mit Pausen von je einem Jahr die Mehr- heit der Stimmen erhalten bat. Die Bestimmungen, welche die Macht des Parlaments dem Königtum gegenüber feststellen, haben mit Demokratie direkt nichts zu tun. Sie haben im Gegenteil lange Zeit die Klassenherrschaft von Landjunkern und Großkapitalisten über das. Volk bedeutet. Erst die Umwälzung des Parlaments durch die Reformen des Wahlrechts brachten eine Entwicklung Englands zur Demokratie. Mit ihr wollen wir uns in einem besonderen Artikel beschäftigen. •) Ein sehr berühmter Beschluß deS Hauses der Gemeinen gegen die Krone war die 1780 beschlossene Annahme der vom Abgeordneten D u n n i n g beantragten Entschließung,„daß die Macht der Krone gewachsen ist, noch wächst und verkürzt werden muß". die Fürsorge für Sie Kriegs- beschädigten. Mit dieser Angelegenheit beschäftigte sich am Mittwoch eine von der Gewerkschaftskommisston einberufene Konferenz von Ver- tretern der freien Gewerkschaften, der Hirsch-Dunckerschen GeWerk- vereine, der christlichen Gewerkschaften und einer Reihe von An- gestelltenorganisationen. Der Referent, Genosse Adolf Cohen, führte ungefähr folgendes aus: Ueberall hört man jetzt, daß für die Kriegsbeschädigten gesorgt werden soll. Aber wie es geschehen soll, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Von ver- schiedenen Seiten ist diese Frage behandelt worden. Leider ist bis jetzt versäumt worden, diese Angelegenheit durch die Behörden energisch in Angriff zu nehmen. Eine große Zahl von Kriegs- verletzten sind bereits soweit ausgeheilt, daß sie einer passenden Berufsarbeit zugeführt werden könnten. Es müßte deshalb schon jetzt eine Einrichtung vorhanden sein, durch welche die Verletzten an geeigneten Plätzen untergebracht werden könnten. Aber daran fehlt es noch.— Es wird gesagt, wir haben den Kriegsbeschädigten gegenüber eine Pflicht der Dankbarkeit, die schon dahin führen wird, daß in geeigneter Weise für die Verletzten gesorgt werde. Aber es ist noch nichts geschehen, um diese Pflicht in die Tat um- zusetzen. Es mag sein, daß das Gefühl der Dankbarkeit gegenüber den Kriegsbeschädigten einige Jahre vorhält. Aber nach 10 bis 15 Jahren wird man die Dankespflicht allgemein vergessen haben. Es mutz deshalb durch behördlichen Druck nachgeholfen werden, daß diese Pflicht erfüllt wird. Die Möglichkeit, mit einem solchen Druck einzusetzen, müssen wir jetzt schon schaffen. In 10 bis 15 Jahren wird es schwieriger sein.— Es gibt heute schon Bei- spiele dafür, daß Kriegsverletzte beschäftigt werden, denen die Rente vom Lohn abgezogen wird. Selbst wenn das nur Einzelfälle sein sollten, so mutz durch Gesetz der Möglichkeit solcher Lvhndrückerci vorgebeugt werden.— Die vornehmste Fürsorge für die Verletzten ist passende und lohnende Arbeit. Um diese Fürsorge durchführen zu können, mutz eine Organisation geschaffen werden, welche de» Arbeitsnachweis und die Fürsorge für die Verletzten in sich zu- sammenfaht. Es muß verlangt werden, daß jeder Betrieb die Verletzten, die er vor dem Kriege als gesunde Arbeiter beschäftigte, wieder aufnimmt. Für die Kleinbetriebe wird man Ausnahmen zugestehen können. Für die Großbetriebe ist das nicht nötig, denn sie sind in der Lage, die Kriegsbeschädigten zu beschäftigen. Die Großindustrie, sowie die staatlichen und kommunalen Betriebe können in erster Linie zur Beschäftigung der Kriegsbeschädigten herangezogen werden. Eine Organisation, welche Arbeitsnachweis und Fürsorge zu- sammenfaßt, wird für die Unterbringung der Kriegsbeschädigten prak- tisch wirken können. In dieser Organisation müssen Vertreter der Arbeiter und der Arbeitgeber sitzen, auch die Möglichkeit einer be- hördlichen Vertretung und die Mitwirkung eines medizinischen Sachverständigen mutz gegeben sein. Die Organisation könnte so aufgebaut sein, daß Bezirks- und örtliche Instanzen geschaffen werden, zu deren Ueberwachung eine Reichszentrale eingerichtet werden könnte. Im Rahmen einer solchen Organisation könnte auch noch eine Gliederung nach Jndustriegruppen vorgesehen wetbeit.''..... Aufgabe dieser— Organisation würde es sein, die Kriegs- beschädigten an geeigneten Arbeitsplätzen unterzubringen und darüber zu wachen, daß ihnen eine ihrem Zustand entsprechende Behandlung zuteil wird. Der Verletzte darf niemals die Emp- findung haben, daß er nur im Betriebe geduldet wird. Er muß als vollwertiger Arbeiter behandelt werden, der lediglich seiner Arbeitskraft wegen beschäftigt wird. Damit er Verletzungen seiner Rechte gegenüber nicht wehrlos dasteht, muß eine Instanz geschaffen werden, wo er Beschwerde führen kann.—- Nur selten werden die Verletzten bei der Arbeit ohne die Hilfe und Unterstützung ihrer gesunden Kollegen auskommen. Auf diese Hilfe können sie nur dann mit Sicherheit rechnen, wenn die gesunden Arbeiter die Ge- währ haben, daß die Verletzten nicht als Lohndrücker benutzt wer- den. Diese Gewähr haben sie, wenn in den Instanzen Vertreter sitzen, die ja auch die Vertreter der Verletzten sind. Wenn diese Bedingung nicht erfüllt wird, dann wird Mißtrauen gegen die Beschäftigung der Verletzten Platz greifen. Es steht fest, daß die Behörden in der Organisierung der Fürsorge für die Kriegsbeschädigten sehr zurückhaltend sind. Wenn man dazu noch sieht, wie die Angelegenheit jetzt in Berlin und der Provinz Brandenburg behandelt wird, dann kann man sich nicht wundern, daß die Sache keine praktische Gestalt annimmt. Von drei verschiedenen Seiten wird die Sache in Berlin und der Provinz Brandenburg angefaßt, aber alle drei sind unzulänglich. Ge> plant ist neben der Fürsorgeorganisation für die Provinz Branden- bürg einschließlich der Berliner Vororte eine besondere Organi- sation für die Stadt Berlin ohne Vororte. Das ist verfehlt. Auch eine Organisation, welche Berlin und die Vororte zusammenfassen würde, ist nicht praktisch. Das beste ist, daß eine Organisation für die Provinz Brandenburg einschließlich Berlin geschaffen wird. Einrichtungen zum Ausgleich zwischen Berlin und seinen Vor- orten könnten in diesen Rahmen eingefügt werden. Mit einer Trennung zwischen Berlin und der Provinz Brandenburg können wir nicht einverstanden sein. Wir verlangen eine klare, einheit- liche Organisation, die möglichst bald praktische Arbeit leisten kann, damit die Verletzten so bald als möglich ihrem Beruf wieder zu- geführt werden. In beiden Vorlagen, sowohl in der für Berlin als auch in der für die Provinz fehlt in der anordnenden Instanz eine Ver- tretung der Arbeiter und der Arbeitgeber. Wenn man uns Plätze in den unteren Instanzen zuweist, so ist das nicht zweckmäßig, denn da würden wir ja Anordnungen von einer Stelle bekommen, die nicht sachverständig ist. Der Vorstand des Verbandes märkischer Arbeitsnachweise, dessen Vorsitzender Dr. Freund ist, bezieht sich in einem Rundschreiben vom 8. Mai auf eine Konferenz, die sich für Schaffung einer Zentralstelle der Vcrlctztcnfürsorge ausgesprochen hat, und emp- fiehlt sich selbst als derartige Zahlstelle. Diese Konferenz hat sich mit der Fürsorge für die Kriegsbeschädigten überhaupt nicht beschäftigt und wollte sich auch damit nicht beschäftigen. Sie befaßte sich mit der Arbeisbeschaffung für die heimkehrenden gesunden Kriegsteilnehmer. So hat die Konferenz, an der auch ich teilgenommen habe, auch nicht gemeint, daß der Vorstand des Verbandes märkischer Arbeitsnachweise die Zentral- stelle sein soll, sondern für alle Arbeitsnachweise soll die Zentral- stelle gebildet werden. Der Verband märkischer Arbeitsnachweise kann schon deshalb nicht als Zentralstelle fungieren, weil er auf die Berufsarbeitsnachweise keinen Einfluß hat. Berufsarbeiter kann er gar nicht vermitteln. Eine Zentralstelle ohne die Berufs- arbeitsnachweise hat ihren Zweck von vornherein vcrfeblt all. Wie groß die Zahl der Kriegsverletzten sein mag, darüber gehen die Ansichten auseinander. Ein auf diesem Gebiet sachkundiger Arzt gab die Zahl schon vor einigen Wochen auf 140 000 Wie hoch die Zahl auch sein mag, sie ist groß genug, um das Verlangen zu rechtfertigen, daß die Fürsorge für die Berlegten mit Ernst und Energie betrieben wird. Die Verpflichtung, die wir den Kriegsbeschädigten gegenüber haben, muß erfüllt werden, wenn nicht alle schönen Worte, die darüber gesagt worden sind, inhaltlose Phrasen bleiben sollen. Nachdem sich zwei Diskussionsredner im Sinne des Referenten geäußert hatten, ernannte die Konferenz eine aus fünf Vertretern der beteiligten Organisationen zusammengesetzte Deputation, welche dem Oberbürgermeister die gestern von uns abgedruckte Eingabe überreichen soll. Stadtverordnetenversammlung. all engagiert werden foll, unſere Werſammlung nicht un14. Sibung vom Donnerstag, den 20. Mai 1915, nachmittags 5 Uhr. Die Sizung wird von Vorsteher- Stellvertreter Caffel nach 5½ 1hr eröffnet. Zur Verhandlung steht zunächst der Ausschußbericht über die Beratung der Vorlage wegen Neuregelung der Mietbeihilfe an die Kriegerfamilien und die alleinstehenden Kriegsteilnehmer. durch Krankheit am Arbeiten verhindert ist. nicht mehr geben darf und auch nicht mehr zu geben braucht. 1 Die Zahlungsfähigkeit des Landes hat durch den starken Glauben Sie nicht, daß die städtische Verwaltung zugewartet hätte, Einnahmeausfall der Fremdenindustrie und durch die von England bis die Form fich fand, die für die Organisation der Kriegs- vorgeschriebenen Ausfuhr- und Durchfuhrverbote schweren Schaden beschädigtenfürsorge dauernd als wünschenswert sich erweist; im gelitten, was ja übrigens aus der Entwickelung der Wechselkurſe Gegenteil, die Praxis hat überall da zugegriffen, wo es des Zu- hervorgeht. Italien wird nun seine Hoffnung auf England und greifens ohne langes Befinnen zu bedürfen schien; die Nachbe- Frankreich sehen, welche beiden Länder infolge der ungeheuer handlung in den Lazaretten ist im Gange, und auch der Arbeits- wachsenden Belastung durch die Kriegsfinanzierung wohl kaum im nachweis ist nicht müßig gewesen. Aber jetzt ist es Zeit, die Organe stande sein werden, erhebliche Summen für Italien aufzubringen. zu schaffen, in welchen die an diesen Bestrebungen Interessierten Italien wird sich daher, wenn es sich für den Krieg sich zusammenfinden. Jeht und vorerst gilt es, nicht zu rechnen entscheiden sollte, in eine finanziell außerordentli und zu rechten, sondern zu handeln, damit nicht die unmittelbar schwierige Lage begeben. Denn wenn man Krieg führen will, Beteiligten unwiderbringlichen Schaden erleiden.( Rebhafter so muß man sich auf die Kräfte seiner eigenen Volkswirtschaft und Beifall.) seine Finanzreserven verlassen können und darf sich nicht in finanzielle der Borlage, halten aber doch Ausschußzberatung für sehr zived- Deutschlands, wie groß der Vorteil eines Landes ist, das im Kriege Stadtv. Sonnenfeld: Wir billigen durchaus die Tendenz Abhängigkeit seiner Gläubiger begeben. Man sieht an dem Beispiel mäßig. Sowohl die finanzielle Verpflichtung der Stadt, wie die auch seine auf materieller Wohlhabenheit beruhende Unabhängigfen Organisation selbst scheinen uns noch weiterer Klärung bedürftig. wahren kann. Es scheint uns zum Beispiel wünschenswert, daß dort, wo Berlin beachtet beiseite gelassen werden darf. Wir sind auch recht wißjeit Kriegsbeginn die dritte begierig, vom Magistrat zu erfahren, weshalb nach seiner Meinung Höhe von 1 Milliarde Rubel wird vorbereitet, nachdem die ersten die Versammlung auch hier auf ihre natürlichen Rechte verzichten beiden/ Milliarde betragen hatten. Sie wird wie„ Economist" soll. Das Streben, das Ziel des Magistrats heißen wir durchaus erfährt, etwas anders aufgelegt als ihre Vorgängerinnen, nämlich zu gut. Gine Betition, die wir alle erhalten haben, wünscht den 51%, Proz. bis zum 1./14. Mai 1921. Dann wird sie eine gewöhnliche Anschluß der Stadt an die schon vorhandene Organisation der 5 Broz. langfristige Anleihe. Ein Bantensyndikat hat bereits 600000 Provinz Brandenburg. Dieser Wunsch hat viel innere Berechti- Rubel fest übernommen. Mit dieser Anleihe wird die bekannte Forre gung, aber Berlin stellt eben einen Provinzialverband für sich der Anleihe von 1905 zu 4½½ Proz. eingelöst, die damals ein Erfø'g Sar. Jedenfalls wird ein Arbeiten in engem Kartellverbande mit für die Regierung war. Die neue Anleihe soll vor Ende Mai auf der Provinz sehr erwünscht und erstrebenswert sein. gelegt werden. aus dem Grunde, weil auch uns gewisse Aenderungen im MaStadtv. Ritter( Soz.): Wir haben Ausschußberatung beantragt Naturalisierte Mitglieder der Londoner Börse. Die Londoner gistratsvorschlage notwendig scheinen. Eine Einheitlichkeit in der Börse zählte bisher nach der„ Morning Post" vom 5. Mai folgende Fürsorgetätigkeit der Stadt Berlin mit der Provinz herbei- naturalisierte Engländer als Mitglieder: 146 Deutsche, zuführen, wird ja gewiß Schwierigkeiten haben, diese 17 Holländer, 16 Desterreicher, 7 Amerikaner, 6 Schweizer, 3 Belgier, müssen aber im Interesse der Kriegsverlegten unter allen 3 Franzosen, 2 Griechen, 2 Nussen, 2 Jtaliener, 1 Türken und behoben werden, Umständen Davon werden sich bei dieser Gelegenheit auch die höheren Stellen fie fönnen das auch. 1 Venezuelaner. und Arbeiterverbänden geht davon aus, daß die große organisatorische überzeugen. Die erivähnte Resolution einer großen Zahl von Die neue russische Anleihe. Eine neue innere Anleihe Soziales. in Die bishergen Höchstjähe von monatlich 15, 12,50, 10, 7,50 und 5 M. für Frauen ohne Kinder, mit 1, 2, 3 und 4 oder mehr Kindern will der Magistrat bei Frauen mit 2 Kindern auf 12,50 M., bei Frauen mit 3 und mehr Kindern auf 10 M. erhöhen, außerdem soll die Beihilfe für Frauen ohne Kinder auf 20, M., für Frauen mit 1 Kind auf 15 M. erhöht werden können, wenn die Frau Der Ausschuß hat mit 11 gegen 4 Stimmen diese Einschränfung gestrichen und beantragt demnach, die Höchstsäze auf 20 M. für Frauen ohne Kinder, 15 M. für Frauen mit 1 Kind, 12,50 M. Der Rückgang der Kleinmühleu. für Frauen mit 2 Kindern, 10 M. für Frauen mit 3 und mehr Arbeit, die in Berlin zum zweiten Wale gemacht werden müßte, Einfuhrscheinsystems in bedrängter Lage, da das deutsche Getreide Schon bisher waren die Kleinmühlen im Osten infolge des Kindern festzusehen. Den übrigen Vorschlägen des Magistrats in Fortfall kommen könnte, wenn man an die schon vorhandene zum Teil in Rußland gemahlen wurde. Der Krieg hat den empfiehlt der Ausschuß beizutreten. Referent ist Stadtv. Liebenow( L.) der Provinz anknüpft. Der Berliner Magistratskommissar wird Kleinmühlen besonders mitgespielt. So find in Ostpreußen viele Stadtrat Franz: Der Ausschuß ist über die Vorschläge des allem Anschein nach eine sehr unglückliche Rolle spielen; er dürfte Mühlen zerstört. 200 Müller haben die Flucht erMagistrats weit hinausgegangen. Wir sind bereit, soweit entgegen gegen gewiſſe Selbstherrlichkeiten gewisser Mitglieder des Aus- greifen müssen und ihr Gewerbe nicht ausüben können. Die zukommen, daß wir die Erhöhung bei Frauen mit 1 sind auf 15 M. Schusses ohumächtig sein. Daß ein Vertreter des Zentralarbeits- Bermahlung des Getreides ist im wesentlichen den Großmühlen zugestehen und die Bedingung der Krankheit fallen lassen; eine nachweiſes in den Ausschuß kommt, daran liegt meinen Freunden übertragen worden, die durch den Krieg in bessere Verhältnisse geErhöhung für kinderlose Frauen können wir aber höchstens bis sehr viel. Was den Beirat betrifft, so wünsche ich persönlich auch kommen sind. So fonnte die Walzmühle in Königsberg an ihre Grhöhung für kinderlose Frauen können wir aber höchstens bis die Delegierung eines Nervenarztes in denselben; wir werden auch Aktionäre 12 Broz. Dividende verteilen, während sie im Vorjahre 18 M. zulassen. Stadtv. Löser( Linke) bringt einen entsprechenden Antrag ein mit Krüppeln zu tun haben, die durch innerliche Erkrankung zu nichts erhalten haben. und empfiehlt ihn dringend zur Annahme. Der Magistrat müsse solchen geworden sind. Wir meinen ferner, daß ein ganzes Nez. darauf hinwirken, daß tunlichst noch in dieser Woche die Vor- on Unterkommissionen, insbesondere bei der Berufsberatung, in Tätigkeit zu treten hätte. bereitungen zur Auszahlung der erhöhten Unterstützungen beendet daß nicht späterhin die Krüppel als eine ungesunde Konkurrenz Es muß auch darauf geachtet werden, werden, um die Kriegerfrauen nicht in Verlegenheit zu bringen. Stadtv. Leid( Soz.): Der Berichterstatter hat erwähnt, eine der sich schon jetzt in einer mitteldeutschen Stadt zugetragen hat, der übrigen Arbeiterschaft ausgenutzt werden; ein krasser Fall Lohnkürzung und Entlassung während der Kriegszeit. große Anzahl von Frauen erklärten die Mietzahlung in Kriegs- ist nur zu sehr dazu angetan, als Warnungssignal zu dienen. Wenn während des Krieges eine Lohnkürzung vereinbart zeiten für Lurus. Mir ist nicht bekannt, daß im Ausschusse eine folche Ausführung gemacht worden wäre; sie würde sonst nicht tretung der Organisationen gedacht, die zunächst die Mittel aufzu- aus, er werde während des Krieges nicht entlassen werden. Stadtrat Dr. Preuß: Der Ausschuß ist lediglich als eine Ver- ist, so geht bei der Vereinbarung der Arbeiter von der Ansicht ohne Widerspruch unsererseits geblieben sein. Wir halten den bringen haben; er ist nichts als eine Art von Clearingstelle. Mit Wird er dennoch entlassen, so steht ihm nach den Grundsätzen Beschluß des Ausschusses über die Mietbeihilfen sachlich für voll- der Verwaltung hat er gar nichts zu tun; es tönnen ihm nicht von Treu und Glauben ein Anspruch auf Nachzahlung zu. fommen gerechtfertigt, können auch die Bedenken des Magistrats Kompetenzen zugewiesen werden, die keine gesetzliche Grundlage über die weitgehende finanzielle Wirkung dieses Beschlusses nicht als haben, und um Majoritätsbeschlüsse handelt es sich in diesem Diesen aus der Auslegung von Willenserklärungen folgenden berechtigt anerkennen. Man darf nicht vergessen, daß nicht alle Ausschusse überhaupt nicht. Die eigentliche Arbeit wird im Zu- Grundfah bestätigte auch gestern das Gewerbegericht. Kriegerfrauen, die Kriegsunterstüßung bekommen, auch Mietunter- fammenwirken des Ausschusses mit dem Beirat erfolgen, und diesen Nachdem bei Ausbruch des Krieges die Theaterdekorations stüßung erhalten. Es wäre erwünscht, eine Uebersicht darüber zu dürfen wir nicht zu groß gestalten. Wenn wir alle Wünsche, die arbeiten der Firma Hugo Baruch u. Co. ins Stocken geraten bekommen, welche Familien Kriegsunterstützung und welche nur schon an uns herangetreten sind, wegen Zulassung zur Mitarbeit waren, vereinbarte sie mit den Arbeitern. eine Herabsetzung der Mitunterſtübung erhalten; es würde sich daring ergeben, daß die im Beirat berücksichtigen wollten, kämen wir auf ein Parlament Löhne bis auf die Hälfte. Dagegen wurde den Arbeitern die Zufinanzielle Belastung keineswegs so sehr erheblich ist. Die heutige von 100 Mitgliedern. Je nach Bedarf soll und wird sich ja der sicherung gegeben, daß sie, solange der Krieg dauert, nach Möglich Erklärung des Magistrats würde nun eventuell zu einem Konflikt Beirat durch Kooptation ergänzen können, z. B. auch durch einen feit beschäftigt werden würden. Ein Arbeiter, der trotzdem nach führen, dem wir unsererseits aus dem Wege gehen wollen, weil Nervenarzt. Mit der Provinz und ihrer Organisation wird sich, erfolgter Kündigung am 1. März entlassen wurde, klagte beim wir in der Frage der Kriegsfürsorge bisher vollkommen einträchtig wie wir hoffen, ein ersprießliches Zusammenarbeiten ergeben; die Gewerbegericht auf Nachzahlung der Differenz zwischen seinem vollen mit deur Magistrat zusammengearbeitet haben; es würde dann ja Schwierigkeiten liegen in der Unzulänglichkeit der kommunalen und dem herabgesetzten Lohn. Die Forderung beläuft sich auf auch seine Erhöhung einstweilen überhaupt nicht Plat greifen Organisation von Groß- Berlin überhaupt. 290 M. nebst 4 Proz. Zinsen. können. Wir stimmen daher heute für den Antrag Löser. Auch wir wünschen, daß unsere Beschlüsse mit Wirkung vom 1. Mai ab sofort in Kraft gesezt werden möchten. Nachdem auch Stadtv. Dr. Kuhlmann( Fr. Fr.) und Stadtv. Ladewig( Linke) sich unter den obwaltenden Umständen für den Antrag Löser erklärt haben, wird dieser einstimmig an genommen. Stadtv. Dr. Nathan( Fr. Fr.): Auch nach den gehörten Erflärungen besteht noch keine volle Klarheit über die Kompetenz des Ausschusses. namentlich hinsichtlich der finanziellen Verpflichtung der Stadt. Darum müssen in diesen Ausschuß auch Stadtverordnete hinein. Wie der Vertreter der bellugten Firma vor dem Gewerbegericht ausführte, beschäftigt sie eine große Zahl von Arbeitern auf Heeres ausrüstungsartikel und erwartete von denen, die in den anderen Abteilungen des Betriebes nicht genug zu tun haben, daß sie sich zu den Heeresarbeiten meldeten. Das hat der Kläger nicht getan, er Stadtv. Ritter: Die Diskussion hat die Notwendigkeit der ist aber auch nicht dazu aufgefordert worden, also blieb er in der Ausschußberatung überzeugend dargetan. Läge die Sache so, wie Theaterdekorationsabteilung, wo wenig zu tun war, dafür aber auch der Stadtrat Preuß ausführte, dann brauchten wir ja nur den verkürzter Lohn gezahlt wurde. Als der Chef eines Tages den Kläger Versicherungsanstalten usw. die 100 000 M. zu überweisen und in einem entlegenen Arbeitsraum müßig fizzend traf, ordnete er die hätten dann eine weitere Arbeit nicht. So aber haben wir uns sofortige Kündigung an und äußerte sich aufgebracht: Es sei eine die Organisation nicht gedacht. furchtbare Faulenzerei, sich da hinzuseßen, anstatt sich in der Tornisters abteilung zu melden, wo der Arbeiter viel mehr als seinen vollen Lohn verdienen könne. Die Magistratsvorlage wegen Umgestaltung der Enteisenungsanlage und Vollendung des dritten Rohrbrunnens beim Voltsbade Bärwaldstraße ist in der Ausschußberatung cinstimmig angenommen worden. Gleichzeitig schlägt der Ausschuß vor in einer Resolution den Magistrat zu ersuchen, genaue Ermittlungen darüber anstellen zu lassen, wie sich in den verschiedenen städtischen Anstalten die Kosten der eigenen Wassergewinnung gegenüber den entstehenden Kosten bei der Entnahme von Wasser aus den städtischen Werken stellen, und der Verjammlung eine entsprechende Vorlage zu machen. Ohne Debatte tritt die Versammlung den Ausschuß- wird. anträgen bei. " " " Nachdem noch Stadtv. Sonnenfeld gegenüber den Darlegungen des Stadtrates darauf hingewiesen, daß nach dem Wortlaut der Vorlage der Ausschuß unter der Leitung" des Magistrats- Nach erfolgter Kündigung wurde der Kläger am 1. März entkommissars stehen und diesem die Leitung der Fürsorgetätig- lassen und trat sogleich bei einer anderen Firma in Arbeit. Nun keit" obliegen solle, wird die Vorlage an einen Ausschuß von kamen der Firma Hugo Baruch u. Co. Bedenken wegen der Ent15 Mitgliedern überwiesen, der sofort vom Vorstande ernannt lassung. Denn sie erinnerte sich, daß das Gewerbegericht in derartigen Fällen dem Kläger die nachgeforderte Lohndifferenz zu Für Zwede der Vorratsermittelung an Getreide gesprochen habe. Die Firma schrieb also dem Entlassenen, er fönne Der Entwurf eines Gemeinde beschlusses über die Ein- und Wehr am 9. Mai, sowie Aufnahme der Kartoffel- fofort wieder anfangen. Das tat er aber nicht, weil er richtung der Städtischen Elektrizitätswerke Ber- vorräte am 15. Mai 1915 werden 10 000 M. bewilligt. bereits andere Arbeit hatte. Dadurch glaubt sich nun die lin" ist im Ausschusse in drei Sizungen durchberaten und mit Die Leistungen auf Grund der vom Bundesrat am 23. April Firma gegen die Ansprüche des Klägers gesichert zu haben. ciner Reihe von Aenderungen von untergeordneter Bedeutung bekanntgemachten Ausdehnung der Wochenhilfe auf Das Gericht verurteilte die beklagte Firma angenommen worden. Die Befugnisse des Ausschusses", der die Kriegsteilnehmerfrauen, die nicht in einer Krankenkasse versichert zur Zahlung der vollen geforderten Summe nebst Bezeichnung Aufsichtsrat" erhalten soll, sind etwas erweitert wor- find, aber als minderbemittelt zu gelten haben, sollen von der 3insen. Zur Begründung des Urteils wurde gesagt: Die Firma den, auch sollen ihm neben vier Magistratsmitgliedern sieben( statt Stadt, vorbehaltlich der Erstattung durch das Reich, zunächst vor- hat dem Kläger versprochen, ihn nach Möglichkeit während der sechs) Stadtverordnete und drei( statt zwei) Bürgerdeputierte an- schußweise erfolgen. Ferner sollen die Gemeinde zuschläge ganzen Dauer des Krieges zu beschäftigen. Diese Möglichkeit ist gegehören. auch denjenigen Angehörigen Aktiver gewährt werden, welchen der geben, denn die Firma hat ja genug Arbeit. Also durfte sie den Referent ist der Stadtv. Sonnenfeld( Linke). Nach seiner ein- Bundesrat am 28. April den Anspruch auf Kriegsunter- Stläger nicht entlassen. gehenden Darlegung der Ausschußbeschlüsse und ihrer Tragweitest ühung zugestanden hat; es sind dies die erwerbs= gelangen diese einstimmig ohne Diskussion zur Annahme.. unfähigen Eltern und Großeltern solcher Aktiver, Durch das Ausscheiden von Sassenbach sind in sieben Aus- die als einzige Ernährer derselben reklamiert, aber den Briefkasten der Redaktion. schüssen und Deputationen Stellen frei geworden. Es werden noch sofort oder später eingezogen oder eingestellt worden sind Am Pfingstsonnabend und am dritten Pfingstfeiertag durch Zuruf gewählt: in den Rechnungsausschuß Barthel- oder werden. mann, in die Deputation für das Fach- und Fortbildungsschul- Die Versammlung stimmt den Magistratsvorschlägen ohne wesen Woldersky, in die Finanzdeputation inte, in die weiteres zu. Deputation für die Gaswerke Schulz II, in die Deputation für Reformen in der inneren Verwaltung Manasse, in die Deputation zur Versorgung Berlins mit Lebensmitteln Hinze, in den Ausschuß für die Neueinteilung der Gemeindewahlbezirke I. und II. Abteilung Stadthagen. Alle Gewählten gehören der sozialdemokratischen Fraktion an. Die Fürsorge für die Berliner Kriegsverlegten Schluß der öffentlichen Sitzung 28 Uhr. Aus Industrie und Handel. Ist Italien wirtschaftlich gerüstet? " fällt die juristische Sprechstunde aus. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 uyr, am Sonnabend bon 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsquittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. Verträge, Schriftstüde und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. F. H. i. Westen. Besten Dank für Ihren anerkennenden Brief. Eine Es ist nicht abzustreiten, sagt die Zürcher Post" bom offizielle Kriegserklärung ist in dem von Ihnen erwähnten Falle nicht soll nach der Absicht des Magistrats durch eine umfassende Or- 15. Mai in einem längeren Artikel, daß es Stalien in den letzten erfolgt. Nach Nichtbeantwortung eines an Fr. gerichteten Ultimatums S. J. 1. Nein. ganisation in Angriff genommen werden, zu deren einmaligen Dezennien gelungen ist, einzelne Industrien, wie beispielsweise die wurden die Feindseligkeiten von beiden Seiten eröffnet. 29. 3. 24. 1. Sie müssen versuchen, mit der Firma eine Natenzahlung und laufenden Ausgaben ein Kredit von zunächst 100 000 m. er- Automobil- und Schiffahrtindustrie hochzubringen, aber es machte Die zu vereinbaren. Der Vertrag hat auch während der Striegszeit in vollem forderlich ist. Zur Zeitung der Fürsorgetätigkeit soll ein dies, auf die gesamte Volkswirtschaft verteilt, wenig aus. Magistratskommissar berufen sein, dem ein Ausschuß und ein Durchführung seiner wirtschaftlichen Reorganisation ist dem Umfange seine Gültigkeit. 2. Erwirken Sie durch die Polizei oder durch einen Arzt ein Attest darüber, daß die Wohnung gesundheitsschädlich ist. Beirat zur Seite treten. Der Ausschuß soll aus je einem Lande noch nicht gelungen. Die Entwickelung der Volts- Läßt der Birt Sie dann nicht ausziehen, so müssen Sie auf Lösung bes wurde überdies durch den tostspieligen Krieg Bertrages flagen. Vertreter der Landesversicherungsanstalt, der Reichsversicherungs- wirtschaft R. 5. 100. Striegsverwendungsfähig. 5. R. 16. die große Werte zerstörenden Erd- Infanterie, garnisondienstfähig. anstalt, der Militärmedizinalverivaltung, des Roten Kreuzes und in Tripolitanien M. M. 30. Ihr Fall interessiert uns des Zentralarbeitsnachweises bestehen. Der Beirat hat insbesondere beben jäh unterbrochen. Hohe Ausgaben veranlaßten die besonders, mir bitten Sie daher, doch in unsere Sprechstunde zu kommen. seit Ausbruch des europäischen 3. 49. Herzfrant, zurückgestellt. Sie sind also noch nicht militärfrei. bei der Berufsberatung und Nachbehandlung mitzuwirken; ihm eeresaufwendungen sollen außer den Ausschußmitgliedern und weiteren Mitgliedern Krieges, schon für die Mobilisationskosten gehen die Schäßungen Wann die nächste Musterung dort ist, wissen wir nicht.- S. T. 26. Diese Verordnung hat auf die Pfändung für Alimente überhaupt keine der beiden städtischen Körperschaften noch angehören: ein Chirurg, sehr hoch. In dem mit ebenso großem Aufwande wie Geltung. H. 36. Die Forderung ist verjährt. Sie müssen aber ein Orthopäde, der Gewerberat des Polizeipräsidenten, Vertreter Planlosigkeit geführten Inbischen Kriege waren die Vorräte an innerhalb einer Woche Widerspruch gegen den Zahlungsbefehl erheben. der Handels- und Handwerkskammer, des Vaterländischen Frauen- Kriegsmaterial sozusagen aufgebraucht worden, ohne daß für ge- B. 27. 1. und 2. Ja. 3. Sie tonnen dann eventuell Schadeners vereins, des Nationalen Frauendienstes, sämtlicher Gewerkschafts- nügenden Ersaz gesorgt wurde. Die Wehrfähigkeit mußte somit neu ansprüche durch Klage geltend machen. G. Sch. 75. Die Zahleu organisationen, der Berufsgenossenschaften, des Werkmeister- und geschaffen werden. Es unterliegt feinem Zweifel, daß das Land deuten: 1. Krampfadern. 2. Plattfuß; die Buchstaben bedeuten: land5. K. 29. Da der Sohn aktiv dient, haben Sie keinen des Technikerverbandes; auch der Verein der Arbeitgeberverbände, heute auf finanziell geschwächter Grundlage in den Krieg eintreten sturmpflichtig. 5. S. 100. Wegen Fettleibigkeit dienstuntauglich. sowie der Ausschuß des Kaufmannsgerichts( dieser durch einen würde. Das trifft auch für seine Volkswirtschaft zu, deren Er- Anspruch. 2. 3. Wegen ansteckender Erkrankungen der Haut dienstunfähig. Handlungsgehilfen) sollen vertreten sein, dem Beirat soll auch das trägnisse unter dem Niveau normaler Zeiten stehen. Einen großen G. K. 65. Landsturm ohne Waffe, Krampfadern.. 4. 1. An das Teil seiner Einfuhr mußte das Land sehr teuer bezahlen und es ist Bezirksfommando. 2. Das Gesuch hat wenig Aussicht auf Erfolg. 3. Die Oberbürgermeister Wermuth: Die Vorlage will mitwirken zur anzunehmen, daß die Deckung der Kriegsbedürfnisse dem Staate Einreichung eines Gesuches vor der Musterung erscheint uns ebenso ausErfüllung des Wortes, daß es Krüppel im alten, traurigen Ginne außerordentliche Zaften auferlegt. Recht der Zuwahl zustehen. fichtslos. Nr. 139. 32. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Notwendigkeit sozialer Fürsorge für schwerhörige Arbeiter. Uns wird geschrieben: Freitag, 21. Mai 1915. Mürasfiere Nr. 1, 5, 6; Dragoner Nr. 8, 9, 14; Hufaren Nr. 6; bei diesen die Mieteausfälle meist nur unbedeutend waren. Ulanen Nr. 5, 12; Jäger zu Pferde Nr. 3, 4. Felbart.- Regimenter Nr. 1, 5, 6, 20, 26, 41, 44, 51, 54, 58, 59, Mart heraus, die der Gesamtheit der Hauseigen Doch Herr Ladendorff bringt an Mieteausfällen 4034 Millionen. 60, 66, 80, 99; Res.- Feldart.- Regimenter Nr. 10, 14, 43, 44, tümer Berlins in sechs Monaten entgangen seien. Bei 48, 51, 52. 2. Garde- Fußart.- Reg.; 1. Garde- Res.- Fußart.- Reg.; 2. Garde- einer Kriegsdauer von zwölf Monaten habe sie, sagt er, Landw.- Fußart.- Bat.; Fußart.- Regimenter Nr. 2, 5, 6, 7, 9, 10, mindestens 81 Millionen Mark Mieteausfälle zu tragen, er Wie unzulänglich die staatliche und kommunale Fürsorge für die 14, 20; Res.- Fußart.- Reg. Nr. 18; Fußart.- Bat. Nr. 27; Fußart.- will aber die durch den Krieg selber verurarbeitende Bevölkerung ist, zeigt sich unter anderm auch in ihrer Grs.- Bat. Nr. 27; 1. Res.- Fußart.- Batterie Nr. 22; 6. Fußart.- fachten Ausfälle für zwölf Monate mur mit Rückständigkeit für schwerhörige Arbeiter. Es sind nicht alle Fälle Bark- Komp. der 54. Inf.- Div. 60 Millionen Mart ansehen. von Schwerhörigkeit heilbar und ist für diese Kategorie Leidender Pion.- Regimenter Nr. 23, 24, 29; Pion.- Bataillone: I. Nr. 4, das tägliche Leben eine stete Qual der Entbehrung in geistiger I. Nr. 5, I. Nr. 15, I. Nr. 16, Ref.- Pion.- Bat. Nr. 33; Pion. Rechenerempels ergeht Herr Ladendorff sich in Klagen über Im Hinblick auf dieses Resultat seines sehr anfechtbaren wie körperlicher Hinsicht. Vermittelt uns doch das Ohr Kompagnien Nr. 99, 104, 112, 221; Ref.- Pion.- Rompagnien Nr. 43, durch die Aufnahme der Sprache das menschlichste im mensch 44, 45, 48; 2. Landw.- Pion.- Komp. des 2., 1. des 6., und 1. des die Bedrängnis der Hauseigentümer. Die Gemeindebehörden lichen Leben, den Umgang mit unseren Mitmenschen. Es erschließt 10. Armeekorps; Mittlere Minenwerfer- Abt. Nr. 165; Schwere überhäuft er mit Vorwürfen, weil sie die„ gerechten uns eine der hehrsten idealen Welten, die Welt der Töne, Minenwerfer- Abteilungen Nr. 42, 51, 58. Forderungen der Hausbesizer" nicht restlos erfüllen. In der die mit Macht des Menschen Herz in seinen Tiefen zu erschüttern Eisenbahn- Bautomp. Nr. 10; Res.- Eisenbahn- Baukomp. Nr. 8 Einleitung seines Vortrages sagt er:... wenn, mit ganz und zu erfreuen vermag. Zu den unheilbaren Fällen der Schwer- und 10; Eisenbahn- Betriebs- Komp. Nr. 21; Stappen- Telegr.- Dir. vereinzelten Ausnahmen, unsere Vertreter im Stadtparlament hörigkeit zählt insbesondere die fortschreitende Schwerhörigkeit" Nr. 2; Feldluftschiffer- Abt. des 23. Reserveforps; Festungs- Luft- die Forderungen des Bundes bezw. des organisierten Grund( Otosklerose Ohrenverknöcherung). Das Leiden tritt ohne vor schiffertruppe; Feldfliegertruppe. herige entzündliche Erkrankung des inneren Ohres von selbst auf. Die Schwerhörigkeit stellt sich langsam und schleichend ein und er- Nr. 38 der 8. Armee; Magazin- Fuhrpark- Kol. Nr. 53 der 8. Gr. Gegenüber den Mieteausfällen, die er da angibt, hält er die Garde- Train- Erf.- Abt.; Train- Ers.- Abt. Nr. 7; Brüdentrain nicht das jetzige Elend über die Hausbesizer hereingebrochen." besizes mit stärkerem Nachdruck vertreten hätten, dann wäre reicht erst nach Jahren einen hohen Grad. Charakteristisch für dieſes Div.; Festungs- Fuhrpark- Kol. Nr. 2 Köln; Stappen- Fuhrpark- Kol. bisher gezahlten Mietebeihilfen für„ kläglich", zumal bei dem Leiden ist die Vererbung, die bei Verwandtenehen eine doppelt große Nr. 144 des 21. Armeekorps; Zentral- Pferdedepot Nr. 1. ist. Seine Grundlage hat das Leiden in einer knöchernen Befestigung Inf.- Munitions- Kol. Nr. 2 des 7. und Art.- Munitions- Mol. 3wang des Mietenachlasses. Hier muß eine wirtdes Steigbügels, eines im Mittelohr befindlichen Gehörknöchelchens, Nr. 4 des 1. Armeekorps; Feldart.- Munitions- Kol. Nr. 2 der samere Aktion einsehen", erklärt er. Nach Kriegswodurch die Luftleitung unterbrochen wird. Abgesehen von den Landw.- Div. v. Bredow. Beschwerden und Nachteilen, die jede hochgradige Schwerhörigkeit ausbruch forderte der organisierte Grundbesitz": Ersatz von San.- Komp. der Garde- Ers.- Div.; San.- Komp. Nr. 1 des 75 Prog. der kontraktlich vereinbarten Miete. Mehr nicht! mit sich bringt, haben diese Bedauernswerten oft darüber zu klagen, 7. Armeekorps und San.- Komp. Nr. 115; Res.- San.- Komp. Nr. 44 daß sie beständig Ohrengeräusche hören, die sie zur Verzweiflung des 22. und Nr. 60 des 40. Reservekorps; Feldlazarett Nr. 9 des treiben tönnen. Einer Besserung des Leidens steht die ärztliche 3., Nr. 2 des 5., Nr. 2 des 21. Armeekorps sowie Nr. 10 des Kunst noch vollständig hilflos gegenüber. Schreibt doch selbst 24. Reservekorps. Professor Dr. H. Walb- Bonn im Handbuch der Ohrenheilkunde von Professor Dr. H. Schwarze: = operatives." Armierungs- Bataillone; Straßenbau- Abt. der Armee- Abt. Wohrsch; Straßenbau- Komp. Nr. 33 des 7. Referveforps. Gefangenenlager Langensalza. ** Bei keiner Krankheit wird mehr von den Aerzten gesündigt, wie bei der Sklerose. Wochenlange Kuren mit Katheter und Luftpumpe, Einschnitte ins Trommelfell, Einsprißungen von Medikamenten, Elektrizität: immer dieselbe Leidensgeschichte bei diesen Die bayerische Verlustliste Nr. 183 bringt Verluste des Patienten. Und der Effekt?- Jedenfalls feine Besserung, oft Inf.- Leib- Reg.; 2, 5., 6., 7., 9., 11., 12., 13., 15., 16, 17., genug eine rapide Verschlimmerung des Leidens. Gewiß ist, daß 18., 19., 21. Inf.- Reg.; 2. Jäger- Bat.; Schneeschuh- Bat. Nr. 1; für die Sklerosen tein Heilmittel gefunden worden ist, auch kein Res.- Inf.- Regimenter Nr. 2, 3, 4, 6, 7, 12, 14, 18, 20. Um nun diesen chronisch Schwerhörigen ihr Leiden zu erleichtern, Luste der Inf.- Regimenter Nr. 121, 125, 126, 180; Ref.- Inf.- Reg. Die württembergische Verlustliste Nr. 182 bringt Berhaben einschlägige Firmen unter Zuziehung von Ohrenärzten Nr. 247; Ulanen- Reg.- Nr. 20; 3. Feldpion.- Komp.; Res.- Proviantverstanden, die Elektrizität dem Dienste der Schwer- Kolonne Nr. 2. hörigen nugbar zu machen. Es werden Hörapparate in Gestalt eines kleinen Taschentelephons Hergestellt, deren praktische Anwendung ergeben hat, daß sie ein gutes Hilfsmittel darstellen, dem Schwerhörigen den teilweisen Verlust des Ges hörs zu ersetzen. Die Preise dieser Apparate sind Aus Groß- Berlin. " Kriegsfamilien- und Kriegsbeschädigtenfürsorge. Die Berliner Stadtverordnetenversam mIung hatte gestern wieder über zwei Kriegsfürsorgemaßregeln zu beschließen. Der Magistratsantrag über eine Erhöhung der Miets beihilfen tam aus dem Ausschuß in noch erweiterter Form zurück, aber dem Magistrat war das des Guten zu viel. Nur zum Teil wollte er, wie Stadtrat ſo ranz ankündigte, auf die gemachten Vorschläge eingehen. Ein vermittelnder Antrag oefer, der die Wünsche etwas ermäßigte und so dem Magistrat die Zustimmung möglich Fraktion. Daß die Bedenken des Magistrats gegen die volle machte, fand auch die Unterstüßung der sozialdemokratischen Durchführung der Vorschläge des Ausschusses nicht berechtigt find, hob Genosse Leid hervor. Es blieb aber nur übrig, sich mit den kleineren Zugeständnissen zu begnügen, um nicht die notwendige Erhöhung der Mietebeihilfen zu verzögern. Mit dem abändernden Antrag Loeser wurde der Ausschußbeschluß an aber sehr hoch; ein guter, brauchbarer Hörapparat stellt Die Mieteausfälle der Hauseigentümer. genommen. sich auf annähernd 150 M. Da der Durchschnitt der schwerhörigen Den Plan einer Kriegsbeschädigten fürsorge Arbeiter in der Entlohnung noch schlechter gestellt ist, wie der Ge Die Hauseigentümer Berlins geben sich Mühe, immer der Gemeinde legte der Magistrat gestern vor. Die funde, wird man es verstehen, daß den Schwerhörigen die An- wieder auf den Schaden hinzuweisen, den ihnen der Krieg Stadt Berlin will helfen, den Kriegsbeschädigten die Arbeitsschaffung derartiger guter Hilfsmittel auf eigene Kosten schier un- bringt. Der Bund der Berliner Grundbesizervereine hat über fähigkeit und Arbeitsfreudigkeit wiederzugeben. Nachmöglich ist. Die Kranken- und Unfallversicherungstassen lehnten die in den Kriegsmonaten vorgekommenen Miete- behandlung, Berufsberatung, Berufsumbisher selbst Beihilfen zur Anschaffung von Hörapparaten ab, weil ausfälle schon zweimal für die Zeit vom August bis schulung, diese nicht als Heilmittel, sondern nur als ein Hilfsmittel zum Oktober und dann vom November bis Januar- Umfragen wesentlichen Arbeitsvermittelung werden im besseren Hören angesprochen werden können. die Aufgaben sein, die ihr für ihre Auch auf pädagogischem Gebiete sind seit einigen Jahren An- veranstaltet, durch die er den Beweis liefern will, daß die Mitwirkung sich bieten. Die Stadt wolle, fäße vorhanden, um die Schwerhörigen über ihr Zeiden hinweg zu Hauseigentümer jetzt mehr als je zu den Notleidenden ge- fagte Oberbürgermeister Wermuth, zunächst nicht helfen. Die Königl. Charité- Dhrenklinik( Berlin) unterhält in ihren hören und dringend der Hilfe bedürfen. Sie klagen, daß zu den mit dem Reich wegen der Fürsorgepflicht rechten, Räumen einen für Unbemittelte unentgeltlichen Absehkursus. Aber regelmäßigen Verlusten aus Nichtvermietungen von Wohnungen sondern einstweilen handelnd eingreifen. Stadtverordneter diese Einrichtung allein reicht bei weitem nicht aus, um den jetzt im Striege noch viele Mieteausfälle kommen, die durch Ein- Sonnenfeld bemängelte, daß in den Verwaltungskörpern, Tausenden von Schwerhörigen zugänglich zu sein, noch viel weniger berufung der Mieter zum Heeresdienst oder durch Eriverbs- denen nach dem Entwurf des Magistrats ein Einfluß auf die ihre soziale Lage zu bessern. losigkeit nicht einberufener Mieter verursacht sind oder auch Leitung dieser Fürsorgetätigkeit gewährt werden soll, die Den Krantentassen sollte das Recht eingeräumt werden, Abseh- nur auf Böswilligkeit beruhen sollen. Besonders verdrießt es Stadtverordnetenversammlung unvertreten sein würde. Für furse für Schwerhörige obligatorisch einzuführen und die Kosten oder sie, daß bei der von der Stadt Berlin zu zahlenden Miete- die beantragte Ausschußberatung gab Genosse Ritter eine mindestens Beihilfe zu den Kosten bei Anschaffung von Hör apparaten zu bewilligen. Beide Hilfsmittel stellen auf Grund beihilfe, die ja nicht nur dem Mieter die Schulden mindert, Reihe wichtiger Anregungen, die den Wünschen der Anärztlicher und pädagogischer Gutachten wesentliche Faftoren zur sondern auch dem Wirt die Mieteausfälle eindämmt, ihm ein gestellten- und Arbeiterorganisationen die Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit dar. Bei größeren Aufträgen Mietenachlaß zur Bedingung gemacht wird. Zahlen aus gebührende Berücksichtigung sichern wollen. Die von den an Hörapparaten durch die Krankenkassen würden sich die Preise den Mieteausfall- Umfragen wurden für einzelne der Gewerkschaften vorgeschlagene Verbindung bedeutend niedriger stellen, als der, eines einzelnen Apparates. Die Grundbesitzervereine bereits im der Kriegsim Vorwärts" mitgeteilt, beschädigtenfürsorge Berlins mit derjenigen der Provinz BrandenAusgaben hierfür würden aber durch die Ersparnis an Aerztehonoraren um an den eigenen Angaben der Hauseigentümer zu burgs werde sich sehr wohl durchführen lassen, wenn man einreichlich ausgeglichen werden. Läuft doch der Schwerhörige, tros der zeigen, wie wenig ihre Klage über Böswilligkeit der sehen wolle, daß im Interesse unserer Kriegsbeschädigten die Aussichtslosigkeit auf Befferung seines Leidens, immer und immer wieder Mieteschuldner berechtigt ist. zum Arzt und sind die Kosten, die den Krankenkassen dadurch entstehen, Gebiet des Bundes der Berliner Grundbesitzervereine fich forderte auch, Vorkehrungen zu treffen, daß nicht etwa die Aus einer auf das ganze bestehenden Schwierigkeiten behoben werden müssen. Ritter zwecklos. Zu alledem fallen gerade die Schwerhörigen Betrügern, die sich ihr Tätigkeitsfeld mit Vorliebe unter der leidenden Menschheit erstreckenden Zusammenstellung der Ergebnisse beider Um- Erwerbsarbeit der Striegsbeschädigten eine ungesunde Konwählen, sehr oft zum Opfer und geben in der Hoffnung, ihr Leiden fragen hat der Vorsitzende des Grundbesizervereins vom furrenz für andere Arbeiter wird. Nach einer Erklärung des doch noch zu bessern, ihren letzten Groschen her. Die lebernahme Bezirk Stralauer Tor und Umgebung, Reichsbankkalkulator Stadtrats Preuß, die wider seinen Willen die Notwendigder sozialen Fürsorge für Schwerhörige durch die Krankenkassen würde Karl Ladendorff, für die Gesamtheit der Hauseigentümer feit der Ueberweisung an einen Ausschuß dartat, wurde auch diesen Betrügern ihr Handwerk wenn nicht ganz, so doch zum Berlins ein Gesamtergebnis an Mieteausfällen heraus- diese beschlossen. größten Teil legen. Gerade der Schwerhörige ist bedrückt bur sein gerechnet, das er in der letzten Bundesversammlung vortrug, Am Pfingstsonnabend und am dritten Pfingstfeiertag Gebrechen ein williger Arbeiter; die Erfahrung hat gelehrt, um hiermit eine allgemeine Notlage der Hauseigentümer zu daß der teilweise Mangel des Gehörs die geistigen Fähigkeiten eher schärft als lähmt. Schon deshalb wäre es ein Gebot der Humanität, beweisen und daraus die Notwendigkeit einer wirksameren daß die sozialen Einrichtungen in Reich, Staat und Kommune auch Hilfe zu folgern. auf die chronisch schwerhörigen Arbeiter zeitgemäße Anwendungen finden. Verlustlisten. " und fällt die juristische Sprechstunde aus. Neue Ernährungsmethoden. Für die drei Monate August bis Oktober und für die drei Monate November bis Januar betrugen Der Krieg hat auf dem Gebiete der Voltsernährung tief einnach den eigenen Angaben der an den Umfragen beteiligten gegriffen. Nicht zuletzt hat die Spekulation auf hohen Gewinn die Hauseigentümer die Mieteausfälle: wegen Einberufung zum Preise der notwendigsten Lebensmittel, wie Kartoffeln, Brot und Heeresdienst 1 623 263 M. und 1849 354 M., zusammen Fleisch, eine Höhe erreichen lassen, die der breiten Masse der Be 3 472 617 M., wegen Eriverbslosigkeit durch den Krieg völkerung die Ernährung aufs schwerste beeinträchtigt. Die Verlustliste Nr. 228 der preußischen Armee enthält 2 898 824 M. und 2520 019 M., zusammen 5 418 843 M., einige Lebensmittel festgesetzten Höchstpreise haben dazu geführt, daß Berluste folgender Truppen: wegen Böswilligkeit 553 952 M. und 447 354 M., zusammen diese Höchstpreise Normalpreise getvorden sind, während andererseits Stab der 25. Inf. und der 8. Ers.- Div.; Feld- Intendantur der 1001 306 M., wegen Leerstehens der Räume 2835 713 M. die Fleischpreise für die große Masse unerschwinglich genannt werden 79. Res.- Inf.- Div.; 5. Garde- Reg. 3. F.; Garde- Gren.- Regimenter und 3 590 215 M., zusammen 6425 928 m., das sind im müssen. Von verschiedenen Seiten werden Versuche gemacht, durch Franz, Augusta und Nr. 5; Garde- Füs.- Reg.; Lehr- Inf.- Reg.; 7911 752 M. ganzen Gren. bzw. Inf.- bzw. Füs.- Regimenter Nr. 1, 5, 6, 9, 11, 12, 8 406 942 M., zusammen Erteilung von Rezepten und durch Hinweise auf andere Nährmittel 17, 21, 22, 23, 24, 26, 30, 31, 32, 33, 34, 43, 44, 45, 46, 47, 16 318 694. Diese Zahlenangaben, die wir einem Bericht mildernd zu wirken. Dabei wird aber recht oft fehlgegriffen, weil 50, 51, 53, 55, 56, 57, 61, 62, 64, 65, 67, 69, 70, 71, 72, 73, 75, des Hauswirteorgans Grundeigentum" über den Vortrag die vorgeschlagenen Ersatzmittel vielfach gar nicht oder doch zu 76, 81, 83, 84, 85, 86, 87, 89, 90, 91, 92, 94, 95, 99, 110, 113, Ladendorffs entnehmen, betreffen nur 10 800 Mietshäuser, rund Preisen erhältlich sind, die eine Verbesserung der Ernährung nicht 115, 116, 117, 118, 128, 130, 131, 135, 136, 137, 138, 141, 144, zwei Fünftel aller Mietshäuser Berlins; die bringen können. 145, 147, 148, 150, 152, 155, 156, 158, 159, 160, 162, 164, 167, Eigentümer der anderen drei Fünftel waren an den Umfragen 168, 169, 170, 171, 173, 174, 175, 176; Res.- Inf.- Regimenter Nr. 1, nicht beteiligt. Auch das zusammengefaßte Ergebnis ist, wie Fleischsorte unter dem Namen De De Fleisch gezeigt und probiert, Gestern wurde im Viktoriagarten in Wilmersdorf eine neue 2, 3, 5, 9, 10, 12, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 25, 26, 28, 30, 31, 34, man sieht, wenig geeignet, das" Böswilligkeits"-Geschrei der dem nachgerühmt wird, halb so viel als Fleisch von Säugetieren zu 37, 48, 49, 53, 56, 57, 59, 61, 64, 66, 68, 69, 71, 74, 76, 80, Hauseigentümer als so sehr berechtigt erscheinen zu lassen. tosten, einen höheren Eiweißgehalt als anderes Fleisch zu haben, gut 82, 84, 86, 87, 91, 94, 109, 111, 205, 209, 219, 221, 223, 225, 226, 227, 228, 230, 233, 234, 236, 237, 239, 240, 254, 256, 257, Bei Mieteausfällen von einer Million Mark gegenüber einem zu schmecken und sich wochenlang, nachdem es angeschnitten ist, frisch 261, 262, 266; Grs-- Inf.- Regimenter Nr. 28, 29, Steller, Stönigs- Gesamtbetrag der Mieteausfälle von ziemlich 16 Millionen zu halten. Das De De Fleisch jetzt sich zusammen aus bem Fleisch berg I und III, v. Kurnatowski und Leimbach- gerener; Landw. Mark nehmen die Hauswirte eine Böswilligkeit an, d. h. bei des Klippfisches und aus Schweinefleisch mit frischen aromatischen Inf.- Regimenter Nr. 3, 5, 7, 9, 10, 12, 18, 19, 22, 23, 24, 26, 6 Proz. aller Mieteausfälle, macht für jede Mark der Mieteausfälle Gewürzen und Fett. Das Fleisch ist fertig gefocht und fann in der 27, 29, 30, 31, 34, 35, 46, 47, 48, 49, 51, 52, 61, 66, 71, 76, ganze 6 Pf. Wie weit die Mieteausfälle aus Nichtvermietung Küche in wenigen Minuten zu Brat- oder gekochten Speisen fertig 77, 80, 84, 87, 110, 116, 118 und Trek; Landw.- Ers.- Inf.- Regi- etwa durch den Krieg gesteigert worden sind, ist unklar. In dem angerichtet werden. Es wird in Padungen geliefert bei einem Preise menter Nr. 1 und 2 sowie solche Nr. 4, 7 und 8 der Landw. Bericht fehlt eine Angabe darüber, wie hoch die Mieteausfälle dieser von 200 Gramm zu 50 Pf., 400 Gramm tosten 95 Pf. Angeblich Div. v. Menges; Landst.- Inf- Reg. Nr. 1; Besatzungs- Reg. Nr. 1 Art in denselben Monaten der vorhergehenden Jahre waren. soll die Menge von 200 Gramm für drei Personen reichen. Nun Bosen der Besabungs- Brig. Douffin, Nr. 3 Posen der Besazungs- Vergleichen Brig. Rüdiger, Nr. 7 der Besakungs- Brig. Hoffmann; Ueber- Vergleichen möchte man auch die Summe aller Mieteausfälle sind die Geschmäcker ja sehr verschieden. Nach den von uns geplanmäßiges Landw.- Inf.- Bat. Nr. 1 des 4. Armeekorps; Brig.- Ers.- mit der Summe des ganzen Mietesolls, das aus den 10 800 nommenen Kostproben schmeckt bei De De Fleisch Bataillone: 1 und 2 Nr. 5., Nr. 7, 12, 13, 14, 15, 17, 26, Häusern bei voller Vermietung und voller Zahlung den Eigen- nehmlich 34, 36, 38, 39, 41, 42, 55, 56, 58, 83, 84; Landw.- Brig.- Ers.- tümern hätte zufließen müssen. Der Bericht sagt hierüber durch die Zusammensetzung lediglich der bisher nicht recht zur Eindas Fischfleisch vor, und es scheint, als ob Bataillone Nr. 14, 27, 29, 30 und 41; Landst.- Inf.- Bataillone: nichts. Dafür bringt er gewissenhaft die Zahlen, die Herr führung gekommene Klippfisch mehr Verbreitung finden soll. Beim I Bitsch, 3. Frankfurt a. D., Goldap, I Hagenau, I und II Halber- Ladendorff aus den Ergebnissen der Zweifünftelumfragen sich Braten dieses Fleisches entströmte der Bratpfanne ein wenig an stadt, 2 Heidelberg, II Insterburg, Kattowik, II Löhen, II Münster, für die Gesamtheit der Hauseigentümer Ganz- Berlins heraus- genehmer Geruch, an dem manche Hausfrau schon allein satt werden Musfau, Rastenburg, Schlawe, II Stolp, II Tilsit; Landst.- Inf.Ers.- Bataillone: 2. Freiburg i. Baden, 8. Gardelegen, Leer, Stral- gerechnet hat. Er hat dabei ohne weiteres angenommen, daß dürfte. Ob diese neue Fleiſchart sich für die große Maſſe der Desund; Jäger- Bat. Nr. 9; Res.- Jäger- Bataillone Nr. 6, 10, 11, bei den nicht beteiligten Eigentümern die Dinge genau so völferung für die sie in erster Linie bestimmt ist- einführen 15, 22; Inf.- Radfahrer- Komp. der 1. Kav.- Div.; Res.- Festungs- liegen wie bei den beteiligten. Viel eher läßt dürfte, erscheint uns sehr zweifelhaft. Maschinengew.- Abt. II; 1. Ers.- Maschinengew.- Komy, des 1. Armee die von den Grundbesitzervereinen beklagte Gleichgültigkeit torps; Feld- Maschinengew.- 3üge Nr. 24, 64, 102, 103, 115. Jm Abgeordnetenhause fand gestern die Eröffnung einer Kriegsso vieler Hauswirte gegenüber der Umfrage vermuten, daß Kochkunstausstellung statt, die von einigen Frauenvereinen veran bor staltet worden ist. Es gelangen neue Mehlsorten zur Anwendung. I zwungen sind. Auch erleiden sie durch überlanges Warten einen Samengrund- Strausberg. Abfahrt 5,47 Uhr Bahnhof Lichtenberg- Fried wie das neue Agumamehl, das aus der entbitterten Sojabohne her- beträchtlichen Verlust an Zeit, der ihnen die Arbeits- und Erwerbs- richsfelde. Fahrgeld 1,10 M. Abfahrtszeiten werden pünktlich eingehalten. - Liederbücher mitbringen! gestellt ist. Ferner sind Speisen mit Tapiokamehl und Maronen- möglichkeit schmälert. mehl zubereitet. Allgemein aber wird die Verwendung der Gelatine zu den verschiedensten Speisen für die gutbürgerliche Küche gezeigt. Die Ausstellung ist noch heute von 11-7 Uhr geöffnet. Frühkonzerte an den Feiertagen. Für die Pfingstfeiertage sind mehrfach neben den Frühkonzerten, gegen welche Einwendungen nicht zu erheben sind, Veranstaltungen, die über den Rahmen der Instrumentalfonzerte hinausgehen, geplant. Es wird daher vom Polizeipräsidium Berlin angeordnet: Gesangs und deflamatorische Vorträge oder sonstige Darbietungen, die der Erlaubnis aus§ 33a St. G. D. bedürfen, sind für die Früh und Vormittagsstunden der Sonn- und Feiertage berboten. § 33a der Reichs- Gewerbeordnung lautet: Wer gewerbsmäßig Singspiele, Gesangs- und deklamatorische Vorträge, Schaustellungen von Personen oder theatralische Vorstellungen, ohne daß ein höheres Interesse der Kunst oder Wissenschaft dabei obwaltet, in seinen Wirtschafts- oder sonstigen Räumen öffentlich veranstalten oder zu deren öffentlicher Veranstaltung seine Räume benugen lassen will, bedarf zum Betriebe dieses Gewerbes der Erlaubnis ohne Rücksicht auf die etwa bereits erwirkte Erlaubnis zum Betriebe des Gewerbes als Schauspielunternehmer. Der§ 33a führt dann noch die Fälle an, in denen die Erlaubnis versagt werden kann. Kinderlose Familien. Manche Leute sind wahre Kinderfeinde. Diese Feindschaft gegen Familien mit Kindern findet man nicht nur bei bestimmten Hausbesitzern, sondern auch bei Personen, die Ehepaare in ihre Dienste nehmen. Häufig sind es Besizer von Villen, welche einen verHeirateten Gärtner suchen, die Wert auf ein kinderloses Ehepaar legen. Vor einiger Zeit haben wir in unserem Blatt eine Zusammenstellung von Stellengesuchen veröffentlicht, in denen Wert auf das Kinderlose Ehepaar gelegt wird und in der Allgemeinen Deutschen Gärtnerzeitung" werden solche Gesuche noch heute öfter niedriger gehängt. Recht bezeichnend ist folgende Notiz, die wir in der Nummer vom 15. Mai d. J. des genannten Gewerkschaftsblattes finden. Dort heißt es: " Ein Berliner Stellennachweis für Gärtner wird( es war Ende März d. J.) telephonisch angerufen:" Hier E. Burchardt, Berlin, Unter den Linden 14. Ich brauche einen Gärtner, und zivar ein kinderloses Ehepaar, für meine Villa in einem Berliner Vorort. Können Sie solchen zuweisen?"" Hm, linderKonditoreien. Feiertagsruhe in Bäckereien und Backware herstellenden Unter Bezugnahme auf die Verfügung vom 31. März dieses Jahres wird daran erinnert, daß am zweiten Pfingst. feiertage die Bekanntmachung vom 16. Januar 1915 betreffend die Beschäftigung in Bäckereien und Konditoreien an Sonnund Festtagen außer Kraft gesezt ist. Am zweiten Feiertag Pfingstfeiertage- dürfen also auch während der Zeit von 7-12 Uhr Backwaren nicht her. gestellt werden. Brand einer Gummifabrik. Die Berliner Feuerwehr hatte in der Nacht zum Donnerstag in der Mühlenstraße 73/77 am Oberbaum ein großes Schadenfeuer zu löschen. Auf dem Grundstück befinden sich die Fabrikräume der 3. Stod in Flammen standen, und in der nächtlichen Stunde weitVerwertungsgesellschaft für Altgummimaterial", die vom 1. bis zum hin sichtbar waren. Auf zahlreichen Alarm rückte die Wehr sofort mit fünf Löschzügen an, denen noch mehrere folgten. Infolge der Lage des Grundstückes und der enormen Hize war die Bekämpfung des Feuers nur von einer Seite möglich. Erst nach mehrstündiger Arbeit gelang es der Wehr, des Feuers Herr zu werden. Donnerstag früh konnte ein Teil der Züge abrücken, während die übrigen die Aufräumungsarbeiten vornahmen. Der Schaden ist bedeutend. Ueber die Ursache des Brandes konnte noch nichts festgestellt werden. Fleischdiebe find an verschiedenen Stellen aufgetreten. In der Nacht zum Sonnabend, den 15. d. Mts., wurden einem FleischerSped, Schinken und Wurst, lauter Dauerware, gestohlen. Einem meister in der Berliner Straße zu Friedrichsfelde für über 1000 m. Fleischermeister in der Invalidenstraße wurde die Räucherkammer ausgeräumt und dabei für 2000 m. Fleischwaren entwendet. Für 3000 M. Schinken und Schinkenwurst erbeuteten Einbrecher bei einem Fleischermeister in der Wilhelmstraße zu Lichtenberg. Das Märkische Museum ist am Pfingstfonntag geschlossen, am Pfingstmontag von 10-3 Uhr, wie alltäglich( außer Sonnabends) zur Besichtigung geöffnet. Arbeiterbildungsschule. Der in dieser Woche fällige Vortrag des Genossen Eichhorn( Kursus: Wirtschaftlicher, sozialer und politischer Aufbau der friegführenden Staaten) findet nicht Sonnabend, sondern heute Freitag, abends 1/29 Uhr statt. Schullokal: Sizungszimmer, Lindenstr. 3, IV. Hof rechts III. = Pankow- Niederschönhansen. 8 weitägige Pfingst wanderung nach Dannenwalde- Himmelpfort- Fürstenberg- Lychen- Templin. Nordbahn. Abfahrt von Gesundbrunnen 5 Uhr 42 Min. Fahrgeld 4 M. Treffpunkt: Sonntag, den 23., morgens 5 Uhr PankowSteglih- Friedenau. Freitag, den 21. Mai, abens 8 Uhr, im Heim": Vortrag. Sonnabend, den 22. Mai, abends 7 Uhr, am Bahnhof Steglitz: Treffpunkt der Teilnehmer für die dreitägige Pfingstwanderung nach dem Sarz". Kosten für Fahrt und Nachtlager 13 M. Sonntag( 1. Feiertag) Birkenwerder- Dranienburg. Abmarsch vom Jugendheim 6 Uhr früh. bleibt das Heim geschlossen. Montag( 2. Feiertag): Tagespartie nach Mittwoch, den 26. Mai, abends 8 Uhr: Fragefaitenbeantwortung". cieln Dem Undenten unserer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Genossen! 222/6 Am 9. Mai fiel unser Mitglied, der Schlosser Fritz Rißmann 23 Jahre alt. Sozialdemkr. Wahlverein f. d. 5. Berliner Reichstagswahlkreis, 7. Abt. Am 5. Mai fiel der Eisendreher 243/13 Franz Rosseck. Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Reinickendorf- Ost. Gefallen auf dem Schlachtfelde 18/3 Michael Panstruga. Sozialdemokr. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Weissensee. Am 17. März fiel unser braver Genosse, der Schriftgießer Paul Geßner im Alter von 45 Jahren. 194/14 Sozialdemokratischer Wahlverein Mariendorf.( Bezirk 5) Am 1. März fiel unser Genosse 194/11 Ernst Grabsch. Sozialdemokratischer Wahlverein Adlershof. Der Männer- und Frauenchor Neukölln veranstaltet am zweiten Pfingstfeiertag in Happoldts Brauerei, Hasenheide, zum Besten der im Felde stehenden Sangesbrüder, unter Mitwirkung des Neuen los? Eigne Sache. Und das in der jezigen Zeit. Vielleicht Berliner Tontünstler- Orchesters, ein Frühkonzert. würden Sie auch jemand mit Kindern einstellen."„ Nein, Im Metropol Theater kann die Wiederaufnahme der Vornein." Gehalt?" 80 bis 90 Mark den Monat."" Allerstellungen des Hochtourist" mit Guido Thielicher in der Hauptrolle Deutscher Metallarheiter- Verhand dings recht wenig." Dazu aber noch freie Wohnung." wegen Krankheit des Künstlers erst am Sonnabend erfolgen. „ Wenn auch." Mag schon stimmen. Ich will deshalb auch ein finderloses Ehepaar. Wozu soll ich denn anderer Leute Kinder ernähren!"? " " " -Wie das Berliner Adreßbuch ausweist, ist Herr E. Burchardt Befizer des Hausgrundstüdes Unter den Linden 14. Dazu Villenbesizer in einem Berliner Vorort. Jut Schiffahrtskanal ertrunken. Beim Fischefangen" ertrunken ist gestern ein sechs Jahre alter Knabe Karl Kluger aus der Seestraße 117. Der Knabe spielte am Spandauer Schiffahrtskanal und ging vor dem Hause Kieler Straße 20 die Uferböschung hinab, um nach den kleinen Fischen, die dort schwammen, zu haschen. Bei dem Versuch, sie mit der Hand zu greifen, verlor er das Gleichgewicht, fiel ins Wasser und erirant. Als man ihn landete, war er schon tot. Auf der Heimreise gestorben. Während der Heimfahrt vom Osten vom Tode überrascht wurde ein 50 Jahre alter Maurer Hermann Hundt aus Greifswald. Der Mann hat wahrscheinlich früher als Schipper gearbeitet. Jezt wurde er in der Festung Lögen angehalten, wo er sich aufhielt. Er erhielt eine Freifahrtkarte nach der Heimat und fuhr mit dem Zug über Thorn nach Schneidemühl zunächst nach Berlin. Hier fand man ihn gestern bei der Ankunft auf dem Schlesischen Bahnhof in seinem Abteil tot auf. Nach dem Gutachten des Arztes ist er infolge eines inneren Leidens an Herzlähmung gestorben. Verloren wurde am 8. Mai zwischen Eberth- und Straßmannstraße ein braunes Portemonnaie mit Inhalt und Konsumfarte. Der Finder wird gebeten, Portemonnaie und Karte in der Vorwärts". Spedition Klann, Petersburger Platz 4, abzugeben. " Aus den Gemeinden. Billigere Kartoffeln in Pankow. mit der Kartoffelversorgung durch die Gemeinde. Es hat sich als Auch die letzte Gemeindevertreterfißung beschäftigte sich wiederum notwendig herausgestellt, einen schnelleren Abfaz der Kartoffeln zu erzielen, um einem etwaigen Verderben derselben vorzubeugen. Da der bisher festgesezte Preis wegen seiner Höhe diesem Bestreben hinderlich war, beschloß die Vertretung eine Ermäßigung sowohl für Private wie für Händler vorzunehmen. Neben dem direkten Verkauf durch die Gemeinde soll der Vertrieb bauptsächlich durch Pantower Händler geschehen. Der Bezugspreis für Händler wurde auf 5,75 M. pro Zentner frei Haus als Grundpreis festgesetzt. Außerdem erhalten die Händler eine Umfagprämie. Diese beträgt bei einem nachweislichen Umsatz von 25 Zentnern in 15 Tagen 10 Pf., bei einem folchen bon und 50 Zentern 25 Pf. bet 100 gentnern 40 Bf. pro Zentner. Der Verkaufspreis an das Publikum darf 6,50 m. pro Zentner refp. 65 Pf. pro 10 Pfund nicht übersteigen. Für Ortsangehörige mit einem Einkommen bis 2400 M. sowie für Angehörige von Kriegsteilnehmern sind die Kartoffeln zum Preise von 6 M. pro Zentner resp. 60 Pf. für 10 Pfund abzugeben. Die Preisdifferenz von 50 Pf. erhalten die Händler von der Gemeinde bergütet. Ferner werden von der Gemeinde auch an Pankower Vom städtischen Kartoffelverkauf. Gastwirte und Speisewirtschaften bei Entnahme von mindestens fünf Gegen den städtischen Kartoffelverkauf wird von interessierter Bentnern Startoffeln für 5,75 M. pro Zentner frei Haus abgegeben. Seite geflissentlich verbreitet, daß der Magistrat die Abgabe von Die Gemeindevertretung bewilligte dann noch 700 M. für BeKartoffeln an Kleinhändler eingestellt habe. Demgegenüber sei fest- schaffung einer weiteren Feueralarm- Sirene und 40 000 m. für Ergestellt, daß die Stadt hinreichend versorgt ist, um dem Handel richtung einer Militärbarade auf dem Krankenhausgrundstück. ständig Kartoffeln zuführen zu können. Kleinhändler, welche sich am Berkauf der städtischen Kartoffeln beteiligen wollen, können die Adressen von Großhändlern, denen der Vertrieb übertragen ist, im städtischen Bureau für Kartoffelversorgung Stralauer Str. 3-6, 1 Treppe, erfahren. Arbeiterinnen- Abfertigung. N Kriegsfürsorge in Treptow. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sizung, bei der Gewährung von Mieisunterstüßung an Striegerfrauen einen Arbeitsverdienst bis zu 30 M. und Unterstützung durch den Arbeitgeber oder Korporationen bis zur Höhe von 15 M. nicht anzurechnen. Ferner wurde beschlossen, den Beamten unter 2000 m. Gehalt eine Teuerungszulage zu gewähren. Ist dieses Gehalt annähernd erreicht, so beträgt die Teuerungszulage nur soviel, bis 2000 m. erreicht werden. Die Arbeitslosenunterstützung wird solange aufrecht erhalten, wie die Provinz Zuschüsse leistet. Aus aller Welt. Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Johann Brandt am 18. d. Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von derzeichenhalle der Landesirrenanstalt Ebers walde aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Emil Casprich am 18. d. Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Philippus ApostelKirchhofes, Müllerstraße 44/45, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Heinrich Donath am 15. Mai gestorben ist. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Goldschmied Louis Henning am 14. Mai gestorben ist. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Hugo Larisch am 16. Mai gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 114/1 Die Ortsverwaltung. Verband der Tapezierer Filiale Berlin. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 5. Mai unser Stollege Hermann Viedt. Ehre seinem Andenken! 178/3 Die Ortsverwaltung. Berliner Volks- Chor. Am 7. April fiel unser wertes Mitglied Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Sollege, der Tischler August Gauger ( Fürbringerstr. 25) im Alter von 71 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Heilig Kreuz Kirchhofes in Mariendorf aus statt. # 83/5 Die Ortsverwaltung. Verband der Steinsetzer, Pilasterer u.Berufsg. Deutschlands Filiale Berlin. Nachruf. Am 17. Mai verstarb in einem Feldlazarett unser treues Mitglied, der Steinjeker Wilhelm Bathe im Alter von 27 Jahren an seinen 175/1 schweren Wunden. Ehre seinem Andenken! Der Filialvorstand. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Monteur Albrecht Lang am Dienstag, den 18. Mai, nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. 17376 Dies zeigt tiefbetrübt an Auguste Lang geb. Schwartz. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. Mai, mittags 1 Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Gemeinde- Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Dienstag, nachmittags 5, Uhr, nach langem, schwerem Leiden im 43. Lebensjahre mein lieber Mann, der Drehei Hans Brandt entschlafen ist. In tiefster Trauer Frau Klara Brandt. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. Mai, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Anstalts Kirchhofes in Eberswalde aus statt. Abfahrt: mittags 1 Uhr vom Stettiner Bahnhof. 17435 Mehr Rücksichtnahme gegenüber Heimarbeiterinnen wird in Klagen gefordert, die uns über eine Deutsche Planen Fabrik"( Belle Alliance Straße) zugehen. Dieses Unternehmen hat jezt bedeutende Aufträge auf Sädelieferung, zu deren Ausführung es viele Hunderte von Heimarbeiterinnen beschäftigt. Um Werkstättenräume braucht die Firma sich nicht groß zu sorgen, weil ja jede Heimarbeiterin ihre eigene Wohnung als Werkstätte benutzen muß. Wie steht es aber mit den Der Lebensmüde als Betriebsstörung. Räumen für die Abfertigung all der Arbeiterinnen, die ihr Arbeitspensum abliefern, neue Aufträge entgegennehmen und Die Bewohner eines Teiles des Kreises Weststernberg und der fich ihren Lohn auszahlen lassen? Für den Andrang, der da zeit- Kreise Landsberg und Soldin waren an einigen Tagen plöglich auf weise herrscht, scheinen die Räume durchaus unzulänglich zu sein. längere Zeit ohne elektrischen Strom und damit zum Teil ohne Licht. Die Ueberlandzentrale Neumark, die für diese Gegenden den elef Bon verschiedenen Seiten wird uns die Klage vorgetragen, daß trischen Strom liefert, befizt in Leissow bei Frankfurt a. D. eine Arbeiterinnen mehrere Stunden auszuharren große Transformatorenstation. Der dort tätige Hilfsmonteur 3. hatten, ehe sie abgefertigt werden konnten. Einen war abends mit einem Arbeitskollegen in Streit geraten und so großen Teil dieser Wartezeit mußten sie, mit schweren Paketen be- in Aufregung geraten, daß er sich das Leben nehmen wollte. Er laden und im Gedränge stehend, auf dem Hof zubringen und zwar erkletterte zu diesem Zweck einen Mast, um durch Berühren auch bei" Regenwetter, wie wir es noch vor einigen Tagen der hochgespannten Leitung den Tod zu finden. Das Vorhaben des Es ist vorgekommen, daß infolge der Anstrengungen, Monteurs wurde jedoch von seinem Widersacher bemerkt und ehe 3. die den stundenlang wartenden und umherstehenden Frauen die Spize des Mastes erreicht hatte, war es ihm gelungen, den Strom auszuschalten. Troßdem war 8. nicht zu bewegen, feinen zugemutet wurden, sich Uebelkeit und Ohnmachten einstellten. Luftigen Sig zu verlassen. Es blieb schließlich nichts anderes übrig, 8war sind zur Verhütung allzugroßen Andranges als die Feuerwehr aus Frankfurt a. D. herbeizurufen, die den Arbeiterinnen für die Lohnzahlung usw. in Gruppen den einzelnen Monteur herunterholen mußte. Durch die Ausschaltung des Stromes Wochentagen zugewiesen, es scheint indes, daß dabei doch nicht mit war für die Dauer fast einer Stunde ein großer Teil des Speisungsder nötigen Umsicht verfahren wird. Die Mißstände haben sich nur gebietes stromlos. an manchen Tagen gezeigt, sie sind aber da als überaus lästig Eine Frau berichtet uns, daß sie vom VorTabak- Großhandlung und Tabakfabrik. empfunden worden. Rauch-, Kau-, Schnupitabake, Zigarren, Zigaretten. mittag bis zum Abend gewartet habe und schließlich doch nicht mehr herangekommen sei, so daß sie an dem Tage ohne Lohn weggehen Lichtenberg. Pfingstpartien. I. Am 23. Mai findet eine Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Bei- Tage- Tour nach Fürstenberg- Rheinsberg( Nachtlager)-Neu- Ruppin Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Man bedente, daß solche Heimarbeiterinnen oft zu Hause Ratt. Fahrgeld und Nachtlager sirta 4,50 W. Abfahrt pünktlich 5 Uhr Sämtliche be- Zigaretten Amt Mpl., 3014. zu Originalpreisen. ihre Kinder zurüdlaffen und dann viele Stunden wegzubleiben ge- Bahnhof web pagerinam Mai: Zagestour defensee kannten Marken Frankfurter Allee. II. Am 23. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. hatten. mußte. die Jugendveranstaltungen. Alex Welsch. Am 2. Mai bei einem Sturmangriff unser langjähriges Mitglied Ernst Neumann. Ehre ihrem Andenken! 58/17 Der Vorstand. Blumen- und Kranzbinderei von Robert Meyer, Inh.: P. Golletz Marianneustr. 3. Tel. Mpl. 346 Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5.