Nr. 147. flbonnemcntS'Bedlngungen! Rlonncmrntä■ Breis Srartumeranb«! Vierreijährl. 3.30 Ml. monatl. 1,10 Ml. wöchsmüch 25 Big. frei ins Haus. Einzeln- Nummer S Big. Sonntags- numMer mit illustrierter Senntägs- Beilqge.Die Neue Well' 10 P'a. Post» Wonnemeilt: 1.10 Marl Uro Monat, Eingetragen in die Post- Zeitung«- Brelsliiie. Unter Kreuzband für Deutichland und Oesterreich> Ungarn 2.50 Marl, tür das übrige Ausland « Mark pro Monat. Postabonnements p.eSmbn an: Belgien, Dänemarl, Holland, Italien. Luxemburg. Poriugal, »uolänien, Schweden und die Schwei» ttlcheiat täglich. 33. Jahrgang. vle Inlestlons-Sedllhi' keträgt für die fechsgesvaliene Kolonel- geile oder deren Raum BO Pfg,. für politische und gewerlschastliche Vereins- und Versamnilungs-Anzeigen 30 Ptg. „Kleine Mnreigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg. l zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellcnan- geigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort ö Pfg. W orte über lö Buch- staben zählen sür zwei Worte. Inserate für die nächste NunlMcr niüssen bis B Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition iji bis 7 Uhr abends geöffnet, Zerlinev VolksblÄkt. Delggranim- Adresse: „Sszlaldonolirat BerllD"« Zcntralorgan der Ibzialdemokratirchen Partei Deutfchlands. Neöaktion: EW. 6$, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplan, Nr. 131»0—131 97. Sonntag, den 99. Mai 1915. ikxpcöition: SM. HS, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Rr. 131 99—131 97. flbschluss der 4.Krieg$tagung de${Reichstages Die Meldung des Grohen Hauptquartiers. I Kriegsfragen und Kriegsziel. Amtlich. Großes Hauptquartier, den SS. Mai ISIS.vir bei Einnahme von Fcldschanzen iveitere 0e- fangenc, deren genaue Zahl noch unbekannt ist, und erbeuteten Material. Das gestern gemeldete deutsche Bombardement bei Ecurie, Rollinconrt dauerte die ganze Nacht fort, aber es fand kein Fnsanterieangriff statt. An den Rändern des Priester- w ald eS unternahmen wir gestern einen Angriff, welcher uns Geländegcwinn brachte. Wir machten sechzig Gefangene, darunter mehrere Offiziere. Von der übrigen Front nichts Bleues. Paris, 29. Mai.(W.T.B.) Amtlicher Bericht von gestern a b c n d. Die englischen Truppen erzielten Fort- schritte in Richtung La B a s s e e. Bei A n g r e s dauerten die deutschen Gegenangriffe mit wachsender Heftigkeit fort, aber alle mißlangen. Tagsüber erfolgten fünf, also mit den beiden von heute nacht sieben in weniger als 24 Stunden. Unsere Artillerie und Infanterie verwehrten dem Angreifer jeden Fortschritt. Alle unsere Stellungen wurden behauptet trotz uuuutcrbrochener Beschießung von äußerster Heftigkeit. Nord- lich Ecurie, tu dem besonders schwierigen Gelände des Labyrinths, rückten wir etiva 100 Meter vor. Auf der ganzen Front Angres— Arras war der Geschützkamps den ganzen Tag besonders heftig. An den Rändern des P r i e st e r w a l d e S erlaubte uns unser letzter Angriff, an zwei Stellen die Straße Fey-en-Hahe— Nerroy zu erreichen. Wir machten 150 Gefangene, darunter mehrere Offiziere, und erbeuteten ein Maschinen- gewehr. Im Elsaß rückten wir am Schncpfcnricthmassiv um mehrere hundert Meter vor. Die englischen verlusie. Loudou. 29. Mai.(ZI. T. B.) Die neueste Verlust- liste enthält die Namen von 33 Offizieren und 750 Mann. Gestlicher Kriegsschauplatz. Die rujsische Heneralsiabsmelüung. Petersburg, 28. Mai.(W. T. B.) Ter G e n e r a l st a b des Generalissimus meldet: In der G e g e n d v o n S z a w l e bemächtigten sich unsere Truppen am 28. Mai gegen Abend der starken Stellung von Bnbie und machten über 1000 Gefangene. An der unteren D u b i s f a sind hartnäckige Kämpfe im Gange. Am S a n dauern die Kämpfe mit derselben Heftigkeit an. In der Nacht zum 27. Mai begannen unsere Truppen eine energiichc Offensive gegen die feindliche Stellung nördlich und östlich von S i e n i a w a und fügten dem Gegner große Verluste zu. Im Laufe des folgenden TagcS nahmen wir feine Befestigungen auf der Front P i g a n y— I g n a c e, wo das dritte kaukasische Armeekorps gegen 0000 Oesterreicher. Ungarn und Deutsche gefangen nahm und sechs schwere und drei leichte Geschütze erbeutete. Allerdings gewann der Feind südlich und ö st I i ch v o n R a d h m n o infolge der beträchtlichen Ueberlegcnhcit seiner Artillerie ans beiden Ufern des San an Boden. Oestlich von G u s s a k o w bei Zlotkowice gelang es dem Feinde im Ver- laufe einer erbitterten Schlacht, die mehrere Tage dauerte, sich der Laufgräben von zwei russischen Bataillonen zu bemächtigen. Auf der von dem großen D n j e st r s u m p f e nach D o l n i a sich hinziehenden Front wurde der Feind, der am 25. Mai eine Reihe von Angriffen begonnen hatte, fast überall zurückge- worfen. Er hält sich nur noch in einigen Sektoren vor unseren Drahthindernissen, von wo er auch teilweise durch unsere Elegeuangriffe verdrängt worden ist. Nach den letzten Nachrichten hat das dritte kaukasische Korps, das in der Nacht zum 28. Mai zur Offensive überging, Sieniawa im Sturm genommen, dort über tausend Ge- fange ne gemacht und fünf Geschütze erbeutet. „dalip News* über öie galizischen Kämpfe. London, LS. Mai.(W. T, 58.) Der militärische Mitarbeiter der � D aily Ne w s" schreibt: Die Deutschen ver- setzten den Russen im letzten Monat einen schwereren Schlag als je. Der Angriff war dem Großfürsten?cikolai Nikolajewitsch und seinem Stabe eine völlige Ueberraschung. Diese glaubten, daß der deutsche Hauptangriff aus Ungarn durch die Karpathen kommen würde. Die Geheimhaltung der Vorbereitunzen und die Gründlichkeit der Konzentrierung, besonders der Artillerie, die Entschlofienheit des An- griffS am 28. April, der mit unermüdlicher Energie einen Monat fortgesetzt wurde, sind ein weiteres Zeugnis für die Macht der ge- wältigen militärischen Maschinerie, die Deutschland geschaffen hat. Der italienische Krieg. Die Seegefechte am 24.!Nai. Rom, 29. Mai.(W. T. B.) Meldung der Agenzia Stesani. Auf Gruud der bisher eingelaufenen Berichte erklärt der Gen c- ralstabschef der Marine, daß die Verluste der österreichisch-ungarischen Flotte am 24. Mai, abgesehen von der Episode von Porto Luso, folgendermaßen zusammengefaßt werden können: Das österreichisch- ungarische Torpedoboot 8 80, welches sich dem Kanal von Porto Corsini genäbert hatte, wurde von maskierten Batterien beschossen und so schwer beschädigt, daß es mit mehreren Lecken nach Pola zurückgeschleppt werden mußte. Ebenso wurde der Zerstörer Scharfschütze, welcher mit 8 50 zusammenarbeitete, beschädigt. Das Aufklärungsschiff N o v a r a mußte ihm zu Hilfe kommen. Tiefes letztere wurde während seiner Hilfleistung am Rumpf getroffen. Es hatte zahl- reiche Tote, darunter einen Schlffsleutnant. Der Zerstörer C s e- p e l, von dem modernen Typ Tatra, wurde schwer beschädigt, wäh- rcnd er unseren Zerstörer Turbine verfolgte. Alle diese In forma- tioncn finden ihre Bestätigung durch die feindlichen Berichte sowie durch feinen von uns aufgefangenen Tagesbericht. Eine weitere aus sehr glaubwürdiger, wenn auch nicht offizieller Quelle stammende Meldung mutz hinzugefügt werden, närnlich, daß der österreichisch-ungarische Zerstörer Helgoland während eines An. grifft gegen unseren Zerstörer N durch das Feuer unseres Marine- detachements schwer beschädigt wurde. Helgoland wurde später mit schwerer linker Schlagseite infolge eines Lecks in Begleitung eines anderen Zerstörers gesichtet. Gegenüber diesen schweren Verlusten des Gegners haben wir den eines kleinen alten Zerftö- r e r s. Hahrgang 1901 von 330 Tonnen, zu verzeichnen. Dieser Zer- störer befand sich am 24. Mai im AufklärungSdienst, als er den feindlichen Zerstörer bemerkte, sofort verfolgte und sich auf diese Weise von der Hauptmacht unserer Flotte entfernte. Tie Hagd hatte ungefähr eine halbe Stunde gedauert, als plötzlich vier weitere feindliche Kampfeinheiten auftauchten, drei Zerstörer und der leichte Kreuzer Helgoland. Unser Zerstörer zog sich zu seiner Abteilung zurück. Sein- Schnelligkeit wurde jedoch durch zwei Kesseltrefftr vermindert. Trotzdem setzte er den Kampf noch ungefähr eine Stunde fort. Trotz einer heftigen Feuersbrunst an Bord ordnete der Kommandant die Oeffnung der Untertvasserventile an, um das Schiff zu versenken, und nicht in die Hände des Feindes fallen zu lassen. Ter Zerstörer begann zu sinken. Trotzdem er aber das Feuer eingestellt hatte und sich die Mannschaften auf dem Hinter- deck versammelte, setzte der Feind die Beschießung aus geringer Entfernung fort. Ter bei Beginn des Gefechtes verwundete Kam« Mandant befahl den Matrosen, ins Meer zu springen. Tie öfter- reichisch- ungarischen Torpedobootszerstörer setzten Rettungsboote aus für die Schiffbrüchigen, bemerkten jedoch in diesem Augenblick die Ankunft des Teiles unserer Flotte, zu dem der versenkte Zerstörer gehörte. Sie zogen sich daher schleunigst gegen die österreichische Küste zurück. Unsere Schiffe überließen die Rettungsboote sich selbst und verfolgten den Feind. Sie eröffneten das Feuer aui einen Zerstörer vom Typ Tatra und auf die Helgoland. Beide wurden mehrfach getroffen und beschädigt. Neun Mann un- sercs Zerstörers wurden gerettet. Wie die uns be- kannten österreichischen Berichte erklären, sind 32 Matrosen und der Kommandant gerettet. Tie genaue Zahl der Geretteten und Toten wird baldmöglichst bekanntgegeben werden. Ter Ehestem- Mandant des Hafens von Venedig berichtet folgende Einzelheiten: Es bestätigt sich, daß ein Schiff durch Ueberraschung in den Hafen einfuhr, die Kaserne bombardierte und die L a n du n g s- siege sowie zahlreiche Motorboote vernichtete. Gestern überflog unser M a r i n e l u f t s ch i f f M. 2 Sc- b e n i c o und warf Bomben ab. TaS Luftschiff wurde lchbaft, aber erfolglos beschossen und kehrte unversehrt heim. Die fiussihreitungen in Mailand. Basel, 29. Mai.(T. UO Aus Ehiaiso melden die„Basler Nach- richten": Die Ausschreitungen, die in Mailand am Mitrwochmorgen mit einem Angriff auf das Hotel„Bietropole" und das Geschäft Münster auf der Galleria Vittoria Emmanuele eingesetzt hatten, wurden am Donnerstagmorgcn durch den Angriff auf die Anstalt SicmcnS-Tchuckert fortgesetzt. Gegen Mittag am 27. B/ai wurde in Mailand die Nachricht verbreitet, daß die Berliner Filiale des italienischen Konsumvereins geplündert, in Brand gesteckt und das Personal ermordet worden sei. Diese Nachricht hat das Volk sehr empört. Es bildeten sich Gruppen, die einen förmlichen Sturm auf die österreichischen Geschäfte unternahmen. Tie Waren wurden auf die Straßen geschleudert, zerstückelt und verbrannt. Dann wurden etliche deutsche Geschäfte gestürmt und völlig zerstört. Die Plünderer wandten sich auch gegen die Privatwohnungen und Villen. Me Möbel. Piaiws und Kunstgegenstände wurden zerstört. Der gesamte angerichtete Schaden wird auf mehr als eine Million Frank geschätzt. Zu einem ansehnlichen Teil fällt er zu Lasten der Einheimischen selbst. Die Exzesse wurden zum größten Teil von impulsiven Leuten und zum Teil von jenen Bevölkerungskrcisen ausgeführt, die jeden Anlaß benutzen, um zu plündern. Uebcr 300 verhaftete Personen wurden ins Gefängnis eingeliefert, weil sie im Besitz von gestohlenen Gegenständen waren. Hu den Mai- ländcr Kreisen beklagt man sich, daß die Polizei nicht sofort mit aller Energie eingriff, so daß noch einige Stunden die Anarchisten allgemein die Oberhand gewannen und die Ausschreitungen einen viel größeren llmfanq annahmen, als es von den ersten Urhebern vorausgesehen war. Am Freitag wurde die Stadt unter den Be- fehl von General Spingardi gestellt. Er hat die nötigen Maß- nahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung ergriffen. Um 4 Uhr nachmittags, als der Korrespondent Mailand verließ, herrschte Ruhe, trotzdem die Hauptstraße» noch von pöbelhaften Gruppen bc- sucht waren. Trnppenabteilungcn wurden an verschiedenen Punk- tcn der Stadt aufgestellt. der türkische Krieg. Noch ein englisches Schlachtschiff torpediert. Konstantinopel, 28. Mai.(W. T. B.) Ueber die Torpedierung eines weiteren englischen Schlachtschiffes liegt noch folgende ausführlichere Meldung vor: Gestern vor- mittag gegen 9 Uhr wurde bei Sigindere nördlich von Sedd ül Bahr von verschiedenen Stellen einwandfrei und unab- hängig voneinander beobachtet, wie ein englisches Linies1t4Mi.i torpediert wurde. Eine gewaltige Waffersäule stieg an der Bordwand auf. worauf das Schlacht- schiff sich stark auf die Seite legte und dann durch ein anderes Kriegsschiff in der Richtung auf die Insel Jmbros fortgeschleppt wurde. Gegen Mittag lag das beschädigte Linienschiff, das augenscheinlich der Agamemnonklasfe angehört, um- geben von kleinen Dampfern an der Südostküste der Insel Jmbros. Nach dieser neuen erfolgreichen Unternehmung deutscher Unterseeboote vor den Tardanellen hat der Gegner aus Sorge vor weiteren Bootangriffen alle Kriegs- schiffe mit Ausnahme einiger Torpedobootzerstörer vom Ein- gang der Tardanellen fortgenommen und hat seine Angriffs- flotte in Buchten des Aegäischen Archipels eingeschlosscu. Melöirng ües türkischen Hauptquartiers. Äonstantlnopcl, 29. Mai.(W. T. 33.) Aus dem Hauptquartier wird mitgeteilt: An der Tarda- nellenfront wurde heilte morgens bei Art Burnu der mittlere Teil der befestigten Verschanzungen des Feindes durch Bajonettangriff von unseren Truppen genominen. Die Ver- schanzungen wurden von uns für unseren Gebrauch befestigt. Bei Seddul Bahr rückte unser rechter Flügel in dem vom Feinde besetzten Abschnitte vierhundert Meter gegen die Küste vor. Einer unserer Flieger warf mit Erfolg Bomben auf die feindlichen Stellungen bei seddul Bahr. Das feindliche Panzerschiff vom Agamemnontyp, das vorgestern torpediert und nach Jmbros geschleppt worden ist. ist verschwunden. Man weiß nicht, was aus ihm geworden ist. An den anderen Fronten nichts von Bedeutung. Die Kämpfe auf Gallipoli. London, 29. Mai.(28. T. 83.) Das KriegSamt erhielt einen Bericht über die vom 6. bis 19. d. M. erfolgten Kämpfe auf der Halbinsel Gallipoli. In dem Berichte werden die schweren Verluste hervorgehoben und gesagt: Es hat sich deutlich erwiesen, daß die türkischen Verschanzungen stark gebaut sind und ihre Einnahme durch langsame systematische Methoden des VerschanzungSkriegeS erfolgen muß. Die Schwierigkeiten üer Daröanellenaktion. London, 29. Mai.«W. T. B.) Die„Daily News" schreibt in einem Leitartikel: Die letzten Nachrichten von den D a r d a- n e l l e n ermutigen nicht zu der Hoffnung auf eine baldige Eni- scheidung. Die Verluste waren sehr schwer, schwerer als letzthin in Flandern. Die Dardanellen weisen die gleichen Bedingungen des Krieges auf, wie in Flandern, aber find viel ungünstiger für eine Offensive. Die Verbündeten find auf die Benutzung von einigen offenen Buchten beschränkt; der Mangel eines guten Hafens als Basis ist ein ernstes Hindernis, das um so ernster seil Erscheinen feindlicher Unterseeboote geworden ist. Das Blatt betont, daß die Anforderungen, die die Expedition gegen die Dardanellen an die Flotte stellt, eine Wirkung auf die Stellung in der Nordsee aus» üben, wag nie vergessen werden dürfe. Das Blatt erblickt die ein- zige Hoffnung darin, daß es der Diplomatie der Verbündeten ge« länge, den Beistand Bulgariens zu gewinnen. Die Kämpfe im Kaukasus. Äonstantruopel, 29. Mai.(W. T. B.) Tie Agencc Müti erfährt aus Erzerum, baß Truppenabteilungen bes linken russischen FtügelS aus ihren Lerschanzungeil geworfen wurden und unter Znrücklassung vieler Toter flüchteten. Die türki- scheu Truppen erbeuteten eine Menge Gewehre und Munition. Am rechten russischen Flügel hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Der Krieg unö öie Kolonien. Die Kämpfe am Npanzasee. London, 29. Mai.(W. T. B.) Eine amtliche Mitteilung über die Operationen östlich deS NyanzafeeS aus N o i r o b i vom 6.?lpril meldet: Um die?lnstrcngungcn des deutschen Detachements, dos südlich von Karungn operierte, zu vereiteln, wurde eine klein« Truppe aus Artillerie, berittener Infanterie und Infanterie gegCl dieses Tetachement ausgesandt. Ihre Ausgabe war, die Deutschen in ihr eigenes Gebiet zu treiben. Der Feind, der das Gelände mit großer Hartnäckigkeit streitig machte, wurde südwärts über den Marasluß etwa 13 bis 20 Meilen weit über die Grenze getrieben. Ter allgemeine Kampf, der morgens 8 Uhr 42 Mumien begann, war heftig. Ter Feind machte verschiedene Versuche mit Gegen- angriffen, die jedoch abgeschlagen wurden. Wir hatten uns 3 llhc 30 Minuten endgültig auf der Zlikahöhe festgesetzt, die vorher der Feind innegehabt hatte. Die Mehrheit des Feindes begann den Rückzug unter unserem heftigen Feuer, aber ein Teil der feindlichen Truppen blieb trotz unserer Anstrengungen in teilweisem Besitz seiner Stellungen bis zum Tunlellverden. Eine am 10. März vor- genonrmene Rckognoszierung zeigte, daß der Feind südlich des Meftilffcs zurückgegangen war. Unsere Verluste waren durchweg schwer; sie betrugen drei Offiziere, einen Unteroffizier und zlvei- undzwanzig Schwarze. Eine starke Aufklärungsabteilung wurde am 28. März unerwartet bei der Salaitalsszhe in der Flanke und im Rücken angegriffen. Ter Rückzug wurde in Ordnung aus- geführt, /tos Sölgisch-Kongo. Rotterdam, 20. Mai.(T. U.) Aus Havre wird dem belgischen Hnformationsbureau gemeldet: Der Generalgouverneur vom bei- gischen Kongo, Felix Fuchs, hatte bei seiner Ankunft in Havre eine lange Unterredung mit dem Kolonialminister. Er erklärte, daß der ökonomische Zustand der Kolonie ausgezeichnet ist; der Handel bat nicht unter dem Kriegszustand zu leiden, selbst nicht die öffen!- licbcn Unternehmungen; ein glänzender Beweis dafür ist, daß kürz- lich die Eisenbahnverbindungen am Meer zustande gekommen sind. Betreffs des deutschen Handels in der Kolonie hat der General- gouverneur folgende Verordnung erlassen: Es ist verboten, Handel zu- treiben mitJäZersonen, welche aus feindlickiem Gebiete verbleiben: die laufenden Mmtrakie sind ungültig. Es ist verboten, den Unter- kauen seindlickier Länder Schulden zu bezahlen; man ist verpflichtet, in kurzer Zeit, wenn man durch Umstände nicht daran verhindert ist, an die Koloniawerwaltung zu bezahlen. Ter Import deutscher Güter ist verboten. Dann sind iwch einige weitere Bestimmungen. die beweisen, in welcher Weise die koloniale Dezentralisierung durch den Krieg zustande gekommen ist. Die Verordnung des General- gouverneurs droht auch mit strengen Strafen bei llebertretuug der Verbotsbestimmungen; diese Strafen betragen höchstens 2 Jahre Zwangsarbeit und 30 000 Fr. Geldbuße. Der Seekrieg. Die Zerstörung öer„princeß?rene*. Paris, 23. Mai.(W. T. B.)„Times" melden aus Sheerneß; Ter Hilfskreuzer„ P r i n c e ß Irene" ist durch eine innere Explosion zerstört worden. Tie Ur- fache ist imbekannt. Tie Gewalt der Explosion war furchtbar. www Lohnkämpfe in der englischen Textilindustrie. Auf eine Entfernung von mehreren Meilen wurden Fenster zer- Jeuropäischen Gedankens. Diese Männer und Frauen werden sich tien( Mukden) und Schantung vermehrt, so daß die Verhandlungen trümmert und stürzten Zimmerdecken ein. Augenzeugen sagen, von den Kriegshebern in allen Ländern Utopisten oder Friedens- unter dieser militärischen Drohung stattfanden. daß die Flammen 300 Fuß hoch stiegen. Zwei apostel schimpfen lassen. Sie werden Verleumdungen, Intrigen, Von dem Bestreben geleitet, den Frieden in Ostasien aufrechtFenersäulen stiegen auf, in wenigen Sekunden von dichten Hemmungen aller Art ausgesetzt sein und weiter arbeiten. Weil zuerhalten und Leben und Gut der chinesischen Bevölkerung und Wolfen weißen Rauches begleitet. Als sich nach einigen eine große Idee fic treibt. Man wird ihnen sagen, daß jezt im der Angehörigen der fremden Staaten in China vor Schädigung Minuten der Rauch verzog, war das Schiff verschwunden, Striege für solche phantastischen Weltbeglückungsprojekte kein und Vernichtung zu schüßen, sah sich die chinesische Regierung bewogen, die in dem japanischen Ultimatum gc= nur Brackstücke schwammen umher. Mehrere Leute an Bord Raumt sei; sie werden antworten dürfen: wenn nach einem stellten Forderungen anzunehmen. in der Nachbarschaft anternder Schiffe wurden durch umher-...... Sak im Frieden der Krieg vorbereitet werden müsse, fliegende Trümmer verlegt. Ein kohlender Hilfskreuzer ver- so wollen wir, die wir keine militärischen Tugenden anstreben, im Ior seinen Kran, der durch die Wucht der Explosion aus der Kriege zum Frieden rüsten. Und zwar zu einem Frieden, der Montierung gerissen wurde und ins Meer flog. Ein Teil Dauer verspricht, indem er die Interessen aller Nationen respektiert." des Kessels fiel auf ein eine halbe Meile entfernt liegendes Schiff. Wie„ Daily Mail" meldet, war die Besazung des Hilfskreuzers 337 Mann start, einer wurde gerettet. Die Prinzeß Frene" lag drei oder vier Bojen von dem Platz entfernt, wo der„ Bulwart" in die Luft geflogen war. Mehrere Barfen, die neben dem Schiff lagen, wurden ebenfalls zerstört. Das Unglück geschah in Port Victoria. " Zum Untergang der„ Nebraska". Rotterdam, 28. Mai.( W. T. B.) Der„ Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Der Kapitän des Dampfers„ Nebraska" erklärte in Liverpool, daß das Schiff von etwas getroffen worden sei. Niemand habe in der Umgebung ein Unterseeboot gesehen, obwohl der Hauptmaschinist auf der Steuerbordseite einen Schaumstreifen wahrgenommen zu haben glaubte.( 1) Die englischen Liberalen gegen die allgemeine Wehrpflicht. " London, 29. Mai.( W. T. B.) Westminster Gazette" polemisiert gegen die unionistischen Blätter, die für die allgemeine Wehrpflicht eintreten. Das Blatt schreibt: Wenn die Idee aufkommt, daß die Rekonstruktion der Regierung als ein Sieg der militärischen Richtung zu betrachten ist, die uns drängt, unsere Institutionen zu germanisieren und wenn es das Signal sein soll für eine neue von diesen Männern geführte Preßkampagne, so wird damit neues unglück gesät. Mobilmachung der ersten und dritten Division in der Schweiz. Bern, 29. Mai.( T. 11.) Der Bundesrat beschloß die Vom europäischen Staatenbund. bitmachung der erſten und dritten Diviſion zur Ablösung London, 29. Mai.( W. T. B.)„ Times" melden aus Manchester: Die Lage in der Textilindustrie wird ernst. Der Verband der Spinnereigewerkschaften überreichte den Arbeitgebern eine Forderung auf eine Striegszulage von zehn Prozent. Der Sekretär des Verbandes erklärt, daß die Arbeitgeber durch die Drohung mit allgenteiner Aussperrung das frühere Lohnabkommen gebrochen hätten. Der Arbeitgeberverband beharrt auf seiner Absicht, die Aussperrung zu erklären. Kriegsbekanntmachungen. Einstellung des Paketverkehrs nach Triest usw. Der Patetverkehr nach Triest und dem Küstenland, sowie der Paket und Geldbriefverkehr nach Orten der Bezirkshauptmanns schaften Ampezzo, Borgo, Cavalese, Cles, Mezolombardo, Primiero, Riva, Rovereto, Tione und Trient ist nach einer Mitteilung der österreichischen Postverwaltung eingestellt. Meldescheine über Militärtuche. Gegen die Imperialisten aller Länder, die zum Kriege hezten, zweier anderer Divisionen, die seit März an der Grenze stehen. Stunde nochmals darauf hingewiesen, daß auf Grund der Berund die nach diesem ersten punischen Kriege weitere Folgen sehen, richtet Wilhelm Herzog im neuesten Heft Das Forum" einen Aufsatz unter dem Titel: Weltkriege oder Staatenbund?" Zur Annahme des japanischen Ultimatums. American Embassy Relief Office, Petrograd, Galernaja 5, pon Geld und anderen Sendungen an die Gefangenen. Portofosten gehen zu Lasten der Absender, andere Kosten werden nicht berechnet. Der Anfragende oder Absender hat die genaue Adresse des Gefangenen anzugeben, wenn sie ihm bekannt ist; sonst dessen Tezte Adresse vor Kriegsausbruch. Das Wollgewerbemeldeamt. Berlin Amtlich. Berlin, 29. Mai.( W.T. B.) Es wird in letter fügung.. 1/5 ca. die Meldescheine über Militärtuche Stimmung in Rumänien. unbedingt bis zum 31. Mai 1915 eingereicht werden müssen. Jede Zürich, 29. Mai.( T. U.) lebertretung, also auch verspätete oder unvollständige Meldung, Eine führende Persönlichkeit der ist strafbar. Industrie, die aus Bukarest zurückkam, erklärt über die dortige StimHatten oder haben wir einen Haß gegen England?" fragt er. mung, daß zwar leidenschaftlich in Bukarest für die Teilnahme Auskunftsstelle über Zivilgefangene in Rußland. Gibt es den außer bei berufsmäßigen Zyrifern oder auf gleichem Rumäniens am Kriege gegen Desterreich- Ungarn getvorben werde, Berlin, 29. Mai.( W. T. B.) Bei der amerikanischen BotNiveau stehenden Intellektuellen? Wie sollten wir Engländer wie daß aber die Lage noch völlig ungeklärt sei, und daß auch von der schaft in St. Petersburg hat sich eine Auskunftstelle für Macdonald, Keir Hardie, Russel hassen, die furchtlos einem auf- Regierung jeder Aufschluß über die nächste politische Haltung die in Rußland internierten Zivilgefangenen geregten Publikum die Terminologie des Kriegsrausches abzuge- Rumäniens verweigert werde. Die Stimmung wechselt von Tag zu gebildet. Diese Stelle, deren Adresse: wöhnen suchen? Wir hassen weder das englische, noch das franzö- Tag. Es scheine aber, daß die Entscheidung hinausgeschoben werden fische, noch das russische Wolf. Wir hassen nur die, die diesen Strieg foll, bis die ersten Ergebnisse des italienischen Feldzuges vorlägen ist, befaßt sich mit der Auskunfterteilung über deutsche und öfterverschuldeten. Wir hassen sie, weil ihre brutale Schwäche unfähig und die militärischen Ereignisse in Galizien zu einem Abschluß ge- reichisch- ungarische Zivilgefangene, sowie mit der Vermittelung war, einen solchen Krieg zu verhüten, einen Krieg, bei dem jeder kommen seien. Staat nichts zu gewinnen hat. Ueberall gibt es verirrte Idealisten". Sie erschöpfen sich in Ausschweifungen nationaler Feindschaft. In England rufen sie:" Germaniam esse delendam!", in Frankreich: kein Friede ohne die Auflösung des Deutschen Reiches in seine Einzelstaaten. Gin Nachkomme des Victorien Sardou, ein Berlin, 28. Mai.( W. T. B.) Von bestunterrichteter Seite ernach Kulisseneffekten gieriger Politiker, forderte in einer„ Die Un- fahren wir folgendes: Am 18. Januar stellte Japan 21 Forabhängigkeit Europas" betitelten Broschüre Aachen, Köln, Düssel- derungen an China. Es wurde im einzelnen über die verAmtlich. Berlin, 29. Mai. Das Wollgewerbe meldeamt in des Kriegsministeriums dorf, Krefeld müßten belgisch, Elsaß- Lothringen und Rheinhessen, schiedenen Punkte verhandelt, wobei die chinesische Regierung der Elberfeld und Effen müßten französisch werden. Gustave Hervé ver- japanischen soweit wie möglich entgegentam. Bis zum 17. April. 48, Verlängerte Hedemannstraße 11) empfängt, wie die geTangt nur die Rückgabe Schleswig- Holsteins, Elsaß- Lothringens wurde über 6 Forderungen eine Einigung erzielt, und 9 Punkte fumte Kriegs- Rohstoff- Abteilung, wochentäglich von 12-2 Uhr Beund Deutsch- Polens. Analoge Forderungen wurden besonders bezüglich der Südmandschurei waren angenommen worden. Als sucher, die in irgendeiner Angelegenheit Auskunft wünschen. Zu zu Beginn des Kieges anderer Zeit kann das Wollgewerbemeldeamt wegen starter Arbeitsdie Verhandlungen soweit gediehen waren, wurden sie vom japain Deutschland laut. Nicht allein chau- nischen Gesandten plöklich ausgefekt, und die japanische Gesandt- belastung keine Besuche entgegennehmen. Um eine schnelle Abvinistische Politiker, sondern berühmte Forscher und Künstler, die schaft in Beting überreichte am 26. April einen revidierten wickelung des Schriftivechsels zu ermöglichen, wolle man sich nur im Frieden sich gern liberale Geister nennen hörten, Männer wie Entwurf der von Japan gestellten Forderungen. Dieser enthielt in wirklich dringenden Fällen schriftlich an das Wollgewerbemelde Haeckel und Ostwald suchten ihren Rausch auf eine Formel zu nicht mehr 21, sondern 24 Forderungen, wobei der japanische amt wenden. Der Wortlaut der Verfügung über Herstellungsverbot, bringen. Beschlagnahme und Bestandserhebung von Militärtuchen ist auf der Gesandte erklärte, daß dieser neue Entwurf das Höchstmaß von Nach zehumonatiger Flut imperialistischer Forderungen jedoch Entgegenkommen darstelle, welches Japan der chinesischen Regie- Rückseite der für die Bestandsmeldung zu benubenden Scheine vier sehen wir uns bereits heute einer Gbbe gegenüber. Man muß- rung entgegenzubringen in der Lage wäre. Trotzdem die ganze verschiedene Meldescheine für Tuche in einem Eazz) abgedruckt; die in England, in Frankreich, in Rußland, in Deutschland und wohl Fassung des Schreibens milder gehalten war, war der Inhalt der Meldescheine sind bei den Postämtern erster und zweiter Klasse er auch bald in Italien einsehen, daß die von berauschten Nationa- Forderungen doch derselbe geblieben. Die chinesische Regierung hältlich. fam Japan bis zum 1. Mai soweit wie möglich entgegen. Eine an das Wollgewerbemeldeamt gerichtete Anfrage eines listen geforderten Ziele nicht erreichbar sind, ja, daß Europa zum Bezüglich der Südmandschurei waren fast alle gestellten Meldepflichtigen entbindet nicht von der Verpflichtung, die MelSelbstmord als letzte Zuflucht täme, würden sie erreicht. Es gibt Forderungen angenommen worden. berdings fonnte China der bungen unter Benuzung der vorgeschriebenen Weldescheine ordfeine Möglichkeit mehr, in Europa als Weltherrscher zu trium- von Japan geforderten gemeinsamen Gerichtsbarkeit im Innern nungsmäßig und rechtzeitig( also bis zum 31. Mai 1915) einzus phieren. Steinem Staat gebührt diese theatralische Geste im der Südmandschurei seine Zustimmung nicht erteilen. 20. Jahrhundert, dessen Ideen von Gleichberechtigung, so schwer Bezüglich der Provinz Schantung hat China die seiDie Interessenten werden gebeten, sich aus der auf den Meldefie oft verlegt werden, immerhin so start sind, brutale Demüti- tens Japans gestellten Forderungen im Prinzip angenommen. Nun scheinen abgedruckten Verfügung nach Möglichkeit selbst zu unterist aber der Friede zwischen Deutschland und Japan noch nicht ge- richten. Auch wird genaue Beachtung der Bestimmungen ongungen einzelner nicht mehr zuzulassen. schlossen, und wenn auch China jetzt eine Uebertragung der deut- empfohlen, um Rückfragen des Wollgewerbemeldeamtes wegen fchen Recyte in Schantung an Japan vornimmt, geschieht dies doch falscher oder ungenügender Angaben zu vermeiden. nur unter der Bedingung, daß, falls beim Friedensschluß keine ge naue Verständigung über diese Rechte erzielt werden sollte, die Uebertragung durch die chinesische Regierung hinfällig wird. Ueber drei von den vier Forderungen bezüglich der Mon1= golei, auf welche Japan besonderen Wert legt, hatten sich die beiden Regierungen bereits geeinigt. Auch in bezug auf die Deutsche Staatsangehörige dürfen Italien nicht mehr verlassen. gehend erzielt worden, daß, wenn diese Gesellschaft späterhin mit wie den„ Baseler Nachrichten" gemeldet wird, die deutschen StaatsHanhehping- Gesellschaft war eine Einigung dahin- Basel, 29. Mai.( T. 11.) Seit Freitag 3 Uhr abends dürfen, Japan gemeinsam den Betrieb fortführen wollte, die chinesische Re- angehörigen nicht mehr aus Italien hinaus. Zum erstenmal mußtent gierung hierzu ihre Zustimmung zu erteilen bereit wäre. Desgleichen hatte China erklärt, es nicht zulassen zu wollen, daß eine die deutschen Staatsangehörigen, die mit dem 5- hr- Gotthard- Zug fremde Macht in der Proving Futien Marinestützpunkte errichte, Italien verlassen wollten, in Como aussteigen, gleichviel, ob sie oder daß solche seitens Chinas mit fremden Kapital errichtet Bässe hatten oder nicht. Am Freitag tam in Chiasso der Befehl an, würden. Der japanischen Regierung genügte dieses Entgegen- mehrere für die Schweiz bestimmte Gütersendungen anzuhalten. kommen Chinas jedoch noch nicht, und Japan schien bereit, die An- Ihre Ausfuhr fand nicht mehr statt. Der italienische Konjul in nahme sämtlicher Forderungen mit Waffengewalt zu erzwingen. Lugano Graf Marazzi kam nach Chiasso und ordnete an, daß die Amt in Peting den japanischen Gesandten, um ihm die Bereitwillig ausgeführt werden sollen, Am 6. Mai besuchte der Unterstaatssekretär im Auswärtigen leichtverderblichen Güter auf seine Verantwortung nach der Schweiz keit der chinesischen Regierung zu erklären, auch noch in den Buntten, auf die China bisher nicht eingehen wollte, Konzessionen zu machen. Der Gesandte lehnte jedoch ab, darauf weiter cinzugehen. Der deutsche Reichskanzler hat erklärt, dieser Krieg sei für Der deutsche Reichskanzler hat erklärt, dieser Strieg sei für Deutschland kein Eroberungskrieg. Alle unsere Feinde glauben das Gegenteil. Sie haben durch Verbreitung ihrer Ansicht die Leidenschaften ihrer Völker entfacht und das Mitgefühl fast aller Neutralen gewonnen. Also nur Mißverständnisse, die leicht aufgeklärt werden könnten? Beseitigen wir sie. Allerdings bleiben in allen Ländern die Kriegsheher übrig, die den Krieg an sich verherrlichen, und die sich von einem Weltfrieden, selbst wenn er möglich wäre, kein Geschäft versprechen. Das sind jene heimischen Helden, die ihrem Volke den Gedanken des Auserwähltseins einimpfen und es lehren, das andere Volk als minderwertig zu betrachten. Beginnen jedoch die Völfer, diese treibenden Kräfte als nicht ungefährlich für ihr eigenes Leben zu erkennen, so ist Hoffnung, daß wir zur Klärung in Europa kämen durch die Lösung des für den fünftigen Frieden, aber auch schon für seine Vorbereitung wichtigsten Problems: Staaten? Weltherrschaft einer Macht oder Bund der europäischen Die Feindschaft, die vor fünfzig Jahren zwischen Bahern, Desterreich und Preußen zu blutigen Schlachten führte, nahm ein Ende, als man der Erkenntnis Bismards sich nicht mehr verschließen konnte, daß man einander brauchte. als Am 7. Mai um 3 Uhr nachmittags übersandte Japan China Die Einheitsbestrebungen wurden verlacht, verpönt, cin Itimatum, welches etwa folgendes zum Inhalt hatte: Utopien verspottet, ihre Träger zwanzig Jahr vorher angetlagt, Der revidierten Liste vom 26. April enthalten waren, mit AusJapan verlangte die Annahme sämtlicher Forderungen, welche in verurteilt, schwer bestraft. Allen Verdunklungen und Verdächti- nahme des Verlangens, daß japanische Beiräte in der chinesischen gungen frozend brach diese große Idee durch, wurde Tat, und Verwaltung angestellt werden sollten, des Rechtes, in China Land touchs schließlich zu dem Organismus, in dem wir leben. Der zur Errichtung von Schulen und Krankenhäusern erwerben zu Bund der deutschen Staaten ist die Krönung einer über Millionen fönnen, der Forderungen, daß China Waffentäufe in Japan abSchwierigkeiten und Kämpfen triumphierenden Idee, deren Ver- zuschließen hätte, und daß der Betrieb der Waffenfabriken in China wirklichung nicht aufgehalten werden konnte, weil sie notwendig war. und Japan gemeinschaftlich geleitet werden sollte. Desgleichen wirklichung nicht aufgehalten werden konnte, weil sie notwendig war. wurde die japanische Forderung hinsichtlich der Jangtsebahnvor Bevor wir dem berauschenden Gedanken an die Vereinigten rechte und der Rechte, religiöse Missionen einzurichten, vorläufig Staaten von Europa weiter nachbängen, müssen wir uns zunächst zurüdgestellt. Diese Punkte sollte ciner späteren Verhandlung vor Klarheit zu verschaffen suchen, ob etwa in den einzelnen Völkern behalten bleiben. Die Frist des Ultimatums lief bis zum 9. Mai Auffassungen wie die über ein primitives Recht zum Aricge weit nachmittags 6 Uhr. Bei Nichtannahme würde Japan sofort die berbreitet sind und ob sie als Stimulantien bei passender Gelegen- nötigen militärischen Maßnahmen ergreifen. heit hervorgeholt. immer wieder vergiftende Wirkungen üben fönnen... reichen. Lezte Nachrichten. Stimmungsmache in Italien. Lugano, 29. Mai.( W. T. B.) Die italienischen Behörden erhoffen eine merfliche Beschwichtigung der Voltserregung durch den Bericht des Marincamts, der die österreichisch- ungarische FlottenSieg umzunvandeln verstanden hat. Einige Blätter arbeiten eifrig unternehmung vom 24. Mai in einen bedeutsamen italienischen daran, den Ruhm und die verheißungsvollen Erfolge" der italics nischen Flotte zu den höchsten Höhen zu erheben. Sie werden dafür von der dankbaren Regierung durch allerlei Nachrichten, gefällige Zenjurierung und die Erlaubnis zur be liebigen Ausgabe gehaltloser Ertrablätter begünstigt. Auch durch angebliche Freudenkundgebungen über die vollzogene Befreiung aus den besetzten kleinen Grenzorten wird Stimmung im Bolke gemacht; so mußte beispielsweise der Ortsvorstand von Cormons nach dem Dittat eines Karabinierileutnants sogleich an den König und den Bürgermeister von Rom Telegramme und Manifestc absenden. Durch solche Mittel und durch ein Entgegenkommen gegen ihre Lohnforderungen ist es geglückt, die Straßenbahnangestellten in No.it zur Einstellung des Ausstandes zu bewegen. Die Stimmung in Mailand wird auch gemäßigter. Die Verhandlungen haben im ganzen über 100 Tage gedauert, es hat eine große Reihe offizieller und halboffizieller BerhandEs ist notwendig, daß sich nach dem Kriege die Menschheit in lungen stattgefunden. Bei den sämtlichen Verhandlungen ist China Freilich rät der„ Avanti" der Regierung, ihre eigenen öffent zwei große Parteien teilt: in solche, die im Krieg an sich einen von dem Bestreben, den Frieden zu erhalten, geleitet worden. lichen Verlautbarungen der Zensur zu unterwerfen, damit fie Segen erblicken, und in solche, die allerdings den Zwed aller jenigen, welche die Souveränität, inabhängigkeit und Integrität der Provinzialrat ertlärte sich der Sozialist Sämtliche Forderungen wurden angenommen, mit Ausnahme der besser der Wahrheit entsprächen. Jm MailanPolitik nur darin erblicken, Garantien zur Ausschaltung des Chinas sowie das Prinzip der Gleichberechtigung der fremden, Na- Agostini für einen unbeirrbaren Gegner des Krieges, nachdem Krieges zu schaffen. Man laffe die Völker durch Plebiszite ent- tionen in China berühren. Noch kurz vor Ueberreichung des japa- der Vorsitzende Meda, der noch vor wenigen Wochen aufs biederste scheiden. Ueberall find Bestrebungen vorhanden, die nach vorheriger nischen Ultimatums ging der Unterstaatssekretär des Auswärtigen die Dreibundtreue gepredigt hatte, eine rührende Rede über die Durchbringung aller wirtschaftlichen, innerpolitischen Probleme mtes in Peking zum japanischen Gesandten, um ihm zu erklären, Moral dieses Krieges gehalten hatte. Aber auch die Regierung auf dieses Ziel hinauslaufen. Ich höre aus England Stimmen, daß China bereit sei, noch weiter der japanischen Regierung ent- Salandras weiß, daß eine entfesselte Volksmenge ein blindes und die vom europäischen Staatenbund als dem einzig möglichen Ziel gegenzukommen, und aufrichtig bemüht sei, eine vollständige Lösung leicht alle bürgerliche Ordnung gefährdendes Element ist, und wird dieses Krieges sprechen: teine Demütigung der deinde, sondern der Angelegenheit herbeizuführen. Die japanische Regierung hat ihr nunmehr sowohl in Mailand wie in den nur scheinbar aus nicht darauf reagiert, sondern vielmehr das Ultimatum ge äußeren mit dem Kriege zusammenhängenden Gründen dem Bestellt, die Verhängung des Kriegszustandes über die Halbinsel lagerungszustande unterworfenen Bezirken der revolutionsfreudigen Kuantung angeordnet und ihre Streitkräfte mobilisiert. Während Romagna und Emilia durch militärische Gewalt ernsthaft Schran der Dauer der Verhandlungen hat Japan seine Truppen in Fung- ten sehen. Gleichberechtigung. In Deutschland, in Holland, in der Schweiz wurden Organi fationen gegründet, die vorarbeiten wollen der Verwirklichung des H Nr.1. ArmeeLeuchtblatt- Uhr 1 Jahr Garantie Kriegspreis M. 550 Deutsche Armee- Uhren mit Radium- Leuchtblatt und Leuchtzeiger zu Kriegs- Ausnahmepreisen Sehr empfehlenswerte Taschenuhren Sehr empfehlenswerte Armband- Uhren Nr. 48. Armee- Armband- Uhr, mit Leuchtblatt, vorzügl. Ankerwerk m. Rubingängen, hochf. Gehäuse, 2 J. Gar., Kriegspr 11 12 10 Nr. 50. Armee- Taschenuhr mit Leuchtblatt, Ankerwerk, 2 Jahre Garantie....... Kriegspreis M. 8.mit K. Anker- Präzisionswerk, 3 Jahre Garant, Kriegspreis mit Rubingängen, 3 Jahre Garantie, Kriegspreis. 12.-Nr. 54. Armee- Armband- Uhr, mit Leuchtblatt, OEI Nr. 53. Armee- Taschenuhr mit Leuchtblatt, Präzi- 16.Ankerwerk, m. Rubingänge, 3 Jahre Gar. Kriegspr. 15.18.21.Nr. 52. Armee- Armband- Uhr, mit Leuchtblatt, la sions- Ankerwerk, 3 Jahre Garantie, Kriegspreis M. 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Deutsches Künstler- Theater 8 Uhr: Datterich Deutsches Opernhaus, Charlottenb. Voltsbühne, Theater am Bülowplat: 3 Uhr: Der Waffenschmied Röjides Geist. 7 Uhr: Parsifal Boltsbühne, Theater am Bülomplag: Montag bis Freitag: Rösides Geift. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater Sonnabend: Die Lokalbahn- Die 32 Uhr: Maria Stuart. Medaille. 8 U.: 0 diese Leutnants! Deutsches Theater Kleines Theater 8 Uhr: Schiller- Theater 0. 8 Uhr: Alt- Heidelberg Schiller- Th. Charlottenbg. 8 Uhr: Lumpacivagabundus Thalia- Theater 8Uhr: Alt- Berliner Possen- Abend: Das erste Mittagessen. Hermann und Dorothea. Guten Morgen, Herr Fischer! Theater am Nollendorfpl. 3 Uhr: Der Graf von Luxemburg. Scherz, Satire, Ironie 8% U.: Immer feste druff! Direktion: Max Reinhardt. u. tiefere Bedeutung Letzte Vorstellungen der Spielze it. 8 Uhr: Die Mitschuldigen. Das Jahr. Komische Oper marktsfest zu Plundersweilern. 810 U.: Der Opernball Montag: Die Mitschuldigen. Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern. Lessing- Theater Kammerspiele 8 Uhr: Im weißen Röss'l Letzte Vorstellungen der Spielzeit. Lustspielhaus Montag: Der Weibsteufel. 8 Uhr Ein Prachtmädel URANIA Taubenstraße 48/49. Sonntag 4 Uhr( halbe Preise): Der Kanal u. die Ostküste Englands. 8 Uhr: Flandern und der Krieg. Montag 8 Uhr: Theater des Westens 8 Uhr: Der brave Fridolin 11 Palast WINTERGARTEN Heute 2 Varieté- Vorstellungen 3 Uhr. 8 Uhr. Nachmittag jeder Erwachsene 1 Kind frei. Vorletzter Tag. des großen Mai- Programms. KI. Preise. Angen. kühl. Aufenthalt Voigt- Theater. Badstr. 58. Täglich: Badstr. 58. Carmen. Großes Ausstattungsstück in 5 Bildern. 99 8. 65 -Venus im Grünen". Operette in 1 Akt. Musik von Oskar Straus. Mitwirkende: Else Berna. Luttl Werkmeister vom ThaliaTheater, Berlin. Karl Bachmann. Julius Spielmann. Ferner: Der abwechselungsreiche Mai- Spielplan mit Rita Sacchetto Else Bötticher und 10 hervorragenden Kunstkräften. I Spezialarzt B 1. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. 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Sonntag: Großes Orchester und das glänzende Spezialitäten- Programm. Eröffnung der Kaffeeküche 2 Uhr. Anfang des Konzerts 3%, Uhr. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor), für Syphilis, Harn- u. Frauenleiden Ehrlich- Hata- Kur( Dauer 12 Tage), Blutuntersuchung. Schnelle, sichere schmerzlose Heilung ohne Berufsstörung. Teilzahlung. Sprechstund. 122-2, u. 62-82Berlin Oranienstr. 158. S. einfarbig und bunt 350-675 Similiseide, alle Farb. 4.85-8.35 Normal- Sommer Schlafdecken 135 200 375 viele 1000 Schlafdecken von der Heereslieferung erübrigt weit unt. Kostenpreis Berantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neuköln. Inseratenteil verantw. Zh. Glade, Berlin. Drudu. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl !!r. 146. 33. Z-Hrg. StDs KcilW des flr ZRm-Ww. 29. Mai 191S. Ms Groß-öerlin. Im Valüe. Das neue Grün der Eichen stößt die letzten graubraunen Blätter von den Aesten. Dichter und dichter wird das Blätter« werk. Nur an einzelnen Stellen noch dringt die Sonne nieder auf den Boden des Waldes. Es geht sich schön unter der grünen, kühlen Wölbung. Auf den umgehauenen Stämmen, auf der Schüttung der vorjährigen Blätter, auf einzelnen grünen Rasenflächen sitzen und liegen die Ausflügler. Da zwei, die sich lieben; dort ist der Mittelpunkt einer Gruppe ein Feldgrauer. Er ist braungebrannt im Gesicht, sieht der- wittert aus und sagt kein Wort. Trotzdem sitzen Frauen, Männer und Kinder um ihn her, hängen mit ihren Blicken an allen seinen Bewegungen. Da sitzen zwei Frauen auf einem Baumstamm, die eine im Trauergewande. Sie starren beide mit verlorenen Blicken, die Augen feucht schimmernd, gerade vor sich hin. Auf einer Lichtung sitzen, liegen und spielen junge Burschen und Mädchen. Frohes, sorgenloses Lachen schallt von ihnen durch den Wald. Aus den Eichen führt eine Birkenallee zum Kieferwald Die Birkenstämme winden sich in allen möglichen Krümmungen in die Höhe. Ihr junges Laub wölbt sich prächtig über den weißen Stämmen. Die dünnen Birkenzweige streben herab zur Erde. Die Kieferbüsche treiben zartgrüne Sprößlinge, die sich kokett vom alten grünen Busch abheben. An den Hochstämmen klopft geschäftig der Specht; von fernher ruft der Kuckuck; ein Pirol stößt einige hohe Töne hervor und schießt dann rasch von der Kiefer weg; aus einem dichten Holz schlag kommt das Gurren einer Wildtaube. Gedanken kommen und gehen. Weh zieht in das Herz Hier der Friede——— 1 Mit manchem Freund ist man dieses Weges gegangen— jetzt deckt ihn die Erde weit weg im fremden Lande. Ein beißender Qualm wird vom Winde hergetragen. In der Ferne dort steigen dünne, graue Schwaden auf. Der Waldboden brennt. Rings um das brennende Stück ist eine Furche gezogen. Der Boden glimmt weiter; manchmal loht ein kleines Flämmchen auf. Die Blätter der Eichbüsche haben sich wie im Todeskampf zusammengebogen. Die struppeligen Kronen der Kiefern schauen mit leichtem Wiegen auf das Bild der Zerstörung zu ihren Füßen, auf den schwarzen verbrannten Boden, wo der Brand ihre Wurzeln angreift und verdorrt. Wie soll das enden? Weiter führt die Birkenallee. Der Wald wird dünner. Auch hier lagern links und rechts des Weges die Menschen. Ein Lied erschallt. Ein Mann mit langem Gehrock taktiert mit einem Regenschirm. Frauen und Männer stehen um ihn herum und singen mit:„Großer Gott wir loben Dich." Auf der anderen Seite des Weges ist ein Tuch zwischen zwei Stämmen angebracht und darauf steht mit großen roten Buch- staben:„Waldgottesdienst". Auch hier erhebt man die Stimme und singt:„Ein' feste Burg ist unser Gott." Beide Chöre steigen, kämpfen mit einander in der Morgenluft. Es tvird ein Tönechaos, für menschliche Ohren nicht lieblich anzuhören. Der Specht, der bisher mit geflogen ist, eifrig hämmernd an den Bäumen, flieht; der Kuckuck bricht jäh seinen Ruf ab, die Tauben verstummen; das kleine Pipsen und Zwitschern in den Bäumen und Büschen hört auf und sogar der Wind rauscht sein einfaches Lied nicht mehr. Die Natur scheint nicht mitkonkurrieren zu wollen. Schnurgerade ist der Weg durch den Wald geschlagen. Stille umfängt wieder den Wanderer. Sie tut so wohl. Der Wald beginnt wieder sein geheimnisvolles, leises Leben. Es pipst in den Büschen, raschelt im dürren Laub, surrt und schnurrt in den Lüften; manchmal ein lauteres Klatschen von Flügeln; hie und da ein heller ängstlicher Ton, wie ein Warnungsruf: Der Mensch kommt! Eine Schaar junger Mädchen kommt des Weges daher, weit gebauscht die blauen Hosen, bloß die Arme, frei die Brust, blühend die Gesichter, strahlend die Augen, vom Wind zerzaust die Haare. Unaufdringlich, leise und fein ziehen Gitarrenklänge vor ihnen her, zu leise fast für daS Lied, das sich allmählich heraus- schält:„Auf, Sozialisten, schließt die Reihen." Gruß und Gegengruß. Gern sieht man der jungen frischen Schar nach, die mit vollgepackten Rucksäcken weiterzieht. Am Bahndamm bricht Weg und Wald jäh ab. Man lagert sich. Vollgepfropfte Züge rasseln vorüber. Grell scheint die Maiensonne. Die Rachegeister des Waldes stürzen sich auf den Menschen und versetzen ihm gewandt ihre Stiche. Rings um einem tanzen die Mücken, wie höhnende kleine Furien, jede Gelegenheit zum Angriff ausnützend. Der große, die Natur beherrschende Mensch flieht vor den kleinen Winzig- keiten der Natur. Langsam geht es den Weg zurück. Kinder spielen im Walde. Der Feldgraue sitzt jetzt halb aufrecht und erzählt dem lauschenden Kreis um ihn. Die beiden Frauen, die eine in Schwarz, sitzen noch auf dem Baumstamm und starren in die Ferne. Unter dem Eichbusch liegen die Liebenden und das Mädchen steckt mit Kiefernadeln Eichblätter zusammen. Ein einfaches Lied zittert durch den Wald, der überall so schön ist, wo der Mensch ihn genießt und ihm fern bleibt mit seinen grauen und gräulichen Theorien. Stadtverordneten- Ersatzwahl im zweiten Kommunal- Wahlbezirk. Am Sonntag, den 30. Mai, findet im zweiten Kommunal- Wahlbezirk der dritten Abteilung die Ersatzwahl für den zum Stadtrat gewählten Genossen Sassenbach statt. Die Genossen des zweiten Kommunal- Wahlbezirks haben den Kaufmann Jonas i-itahl zum Kandidaten für den Bezirk aufgestellt, und die hiergebliebenen Parteigenössischen Wähler werden ersucht, am Sonntag ihr Wahlrecht auszuüben. Die Wahl findet in der Zeit von 10 Uhr vormittags bis abends 6 Uhr statt. Es wird ersucht, das Wahlrecht möglichst schon vor 12 Uhr mittags auszuüben und dem Gcnoffen Jonas Stahl die Stimme zu geben. In der gestern hier mitgeteilten Uebersicht der Wahl- bezirksteile und ihrer Wahllokale ist folgendes zu be- richtigen: Von der Königgrätzer Straße heißt die nördliche Strecke jetzt Budapester Straße. Daher ist bei Teil 1 statt König- grätzer Straße 126— 141 einzusetzen: Königgrätzer Straße 126—129 und Budapest er Straße 13—22. Die Markgrafenstratze ist umnumeriert worden. Von ihr gehören nach der neuen Numerierung zu T e i l 1: Markgrafenstraße 28—54, zu Teil 2: Mark- grafenstraße 16—27. 55—70, zu Teil 3: Mark- grasen st raße 1—15, 71— 88, Rückkehr deutscher Flüchtlinge nach Belgien. Nach dem günstigen Ergebnis der Ende März d. I. von der„Berliner Hilfsvereinigung für die aus Belgien vertriebenen Deutschen" veranlaßten ersten Flüchtlings-Gruppenreise wurde Donnerstag abend vom Fernbahnhof Friedrichstraße aus eine von genannter Vereinigung herbeigeführte zweite Sammelreise angetreten, die 62 in Grotz-Berlin sich aufhaltende Flüchtlinge nach Brüssel und Antwerpen bringt, damit sie dort ihre An- gelegcnhciten ordnen und die notwendigste Habe zurückholen können._ Der Wafferstand auf den märkischen Wasserstraße» hat sich weiter verschlechtert. Auf dem oberen und mittleren Strom- lauf der Oder haben mehrere Hindernisse die Schiffahrt verlangsamt und die Fahrten erschwert. Die Berliner G e- Wässer dürfen jetzt wieder von 5 U h r morgens bis 1 U h r nachts befahren werden._ Leerung des Obdachs. Das Obdach der Stadt Berlin hat ein Jahr hinter sich, das wir zu den„günstigen" rechnen dürfen. Im Verwaltungsjahr 1914/16(1. April 1914 bis 31. März 1915) war wenigstens in der Abteilung für nächtlich Beherbergte die Besuchsziffer so niedrig, wie man es seit langem nicht mehr kannte. In 1913/14 wurden hier noch 1 184 229 Personen be herbergt, in 1914/15 aber zählte man nur 613 963 beherbergte Personen. Eine niedrigere Besuchsziffer als in 1914/15 hatte das Obdach zum letzten Male in 1906/07, wo sie sich auf 549 498 stellte. Von da stieg sie rasch und andauernd, so daß sie schon in 1910/11 mit 1021 494 die Million überschritt. Nachdem sie sich vier Jahre hindurch auf dieser be- deutenden Höhe gehalten hatte, sehen wir jetzt plötzlich in einem einzigen Jahre eine Verringerung auf etwa die Hälfte. Das Er- gebnis ist besonders den Wintermonaten zuzuschreiben, die 1914/15 eine beispiellos niedrige Besuchsziffer aufweisen. Beherbergt wurden in den Monaten Oktober bis März des vorletzten Jahres 73 982� 98 643, 127 953, 158 566, 133 046, 121 535, zusammen 713 725 Personen, in denselben sechs Monaten des letzten Jahres dagegen nur 54 557, 51021, 43145, 43 060, 24173, 21464, zusammen 237 420 Personen. Der vorletzte Winter zeigte die alljährlich wieder- kehrende gewaltige Steigerung der Besuchsziffer, im letzten Winter aber war die für die kältere Jahreszeit ganz un- gewöhnliche Erscheinung eines ununterbrockenen Rückganges zu beobachten. Die Besucher des Nachtobdachs sind zum allergrößten Teil männliche Personen; weibliche waren in 1914/15 unter 613 963 Personen nur 10 016, in 1913/14 unter 1 184 229 nur 11060. Die außerordentliche Minderung der männlichen Besucher nur aus der HeereSeinberufung zu erklären, iväre unseres Erachtens falsch. Wohl lvirkt hier ihr Einfluß mit. aber vielleicht mehr noch ist die Minde- rung der Gäste des Obdachs als Folge gewisser Maß regeln anzusehen. Nach Ausbruch des Krieges hat man im Obdach der Stadt Berlin sich bemüht, die Besuchsziffer herab- zudrücken. In dieser Hinsicht verdient Beachtung, daß die Ueberwei jungen an die Polizei sich im letzten Winter stark genrehrt haben. Daß bei Zunahme der Ueber- Weisungen der Besuch nachließ, haben wir ja oft genug und immer wieder beobachten können. Aus je 1000 Männern wurden in 1914/15 überwiesen im Oktober etwa 9, im November gleichfalls 9, im De- zember 11, im Januar 16, im Februar 40, im März 32. Hiermit vergleiche man, daß in denselben Monaten des vorhergehenden Winters überwiesen wurden aus je 1000 Männern im Okiober 9, im November 8, im Dezember 6, im Januar nur 4, im Februar 6, im März 7. Gewöhnlich zeigt sich vom Herbst wv bis zum Höhepunkt des Winters eine Abnahme der Uebcrweisungsziffer und daneben eine Zunahme der Besuchsziffer. Im letzten Winter haben wir bis zum Februar eine ganz ungewöhnliche Zunahme der Ueberweisungs ziffer und gleichzeitig eine so noch nie dagewesene Abnahme der Besuchsziffer gesehen._ Falsche Samariter. Auf dem Heimwege vom Tode überrascht und beraubt wurde in vorvergangener Nacht der 50 Jahre alte, aus Luckenwalds gebürtige Schriftsetzer Ferdinand Müller, der von seiner Frau getrennt lebte und in der Simeonstraße 27 ein möbliertes Zimmer bewohnte. Müller war zuletzt in einer Druckerei in der Lindenstraße beschäftigt. Von dort aus besuchte er Donnerstag abend eine Wirtschaft in der Alexandrinenstraße, um zu Abend zu essen. Als er bei Eintritt der Polizeistunde den Heimweg antrat, besaß er noch etwa 25 M. Auch seine Uhr hatte er bei sich. Heute morgen um 5 Uhr fand eine Frau, die Zeitungen austrug, unten im Flur des Hauses, in dem er im dritten Stock wohnte, ihn tot daliegen. Ein Schutzmann, den sie von der Ecke der Alexandrinenstraße holte, stellte fest, daß die Leiche schon kalt und starr war. Uhr und Portemonnaie mit Inhalt waren verschwunden, die Ausweispapiere befanden sich noch in der Rock- tasche. Spuren irgendeiner äußeren Gewalt waren an der Leiche nicht zu finden. Müller ist wahrscheinlich vor dem Hause vom Herz- schlag getroffen und dann von falschen Samaritern nach dem Flur gebracht und beraubt worden._ Bei einem Ausflug ums Leben gekommen. Auf einem Ausfluge tödlich verunglückt ist der 22jährige Expedient Richard Göhre ans Berlin. G. hatte mit Bekannten einen Ausflug nach Bernau und dem Liepnitzsee unternommen. Auf dem Waldwege zum See strauchelte er und fiel hin, wobei er sich eine Verschlimmerung einer vor kurzem erlitteuen Handverletzung zuzog. Später stellten sich heftige Schmerzen ein, die sich so verstärkten. daß der junge Mann plötzlich ohnmächtig wurde und zusammen- brach. Dabei schlug er mit dem Kopf auf einen Baumstamm auf und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung. Seine Begleiter schafften den Verunglückten nach dem Restaurant am Liepnitzsee, wo ein telephoniich hinzugerufener Arzt leider nur noch den inzwischen eingetretenen Tod feststellen konnte. Die Leiche wurde nach der Halle des Krankenhauses in Bernau geschafft. Kleine Nachrichten. Aus demKanalgelandetwurde am Elisabethufer die Leiche eines neugeborenen Mädchens, die in ein Stück dünnen schwarzen Kammgarnstoffes und graubraunes Packpapier eingeschnürt war. Die Revierpolizei ließ sie nach dem Schauhause bringen.— Einsam gestorben ist die 61 Jahre alte Direktrice Martha Becker, die für sich allein in der Möckernstr. 67 wohnte. Weil sie einige Zeit nicht mehr zum Vorschein gekommen war, so ließ gestern die Hauswirtin durch einen Schutzmann öffnen. Man fand die Mieterin tot auf dem Flur ihrer Wohnung sitzen. Wahrscheinlich hat ein Herzschlag ihrem Leben ein Ende gemacht.— In der Potsdamer Straße in der Nähe der Potsdamer Brücke wollte Donnerstagabend kurz nach 11 Uhr Frau Oelsner vor einem in der Richtung nach dem Zentralviehhof verkehrenden Straßenbahn- wagen der Linie 81 das Gleis überschreiten. Sie wurde jedoch von dem Bahnwagen erfaßt und umgestoßen und erlitt bei dem Sturz auf das Straßenpflaster einen Bruch des linken Oberarmes und eine Verletzung am linken Auge. Die Verunglückte fand im nahen Elisabeth- Krankenhause Aufnahme.— Aus Gram über den Tod ihres Bräutigams, der im Felde gefallen ist, hat die zwanzigjährige Ella Hoffmonn sich am Freitag das Leben gc- nommen. Das junge Mädchen, das seit längerer Zeit schon bei einer in der Berliner Str. 59 in Wilmersdorf wohnenden Familie als Stütze in Stellung war, hatte sich bei Kriegsausbruch verlobt und ihr Bräutigam war gleich in den ersten Tagen ins Feld gezogen. Vor kurzem erhielt die H. nun die Nachricht, daß ihr Verlobter in einer Schlacht gefallen ist. Diesen Verlust nahm sich das junge Mädchen so zu Herzen, daß sie beschloß, ihrem Geliebten in den Tod zu folgen. Freitagmorgen wurde die H. in ihrem Zimmer entkleidet auf dem Bette liegend leblos aufgefunden; sie hatte die Gas- hähne geöffnet und so den Tod gefunden. Wiederbelebungsversuche eines Arztes und der Samariter der Feuerwehr blieben erfolglos.— Ein aufregender Vorgang spielte sich am Donnerstagabend am Spandauer Schiffahrtskanal in der Nähe der Seestraßenbrücke ab. Leuten, die dort vorbeikamen, fiel gegen 9 Uhr ein Mann auf, der erregt hin- und herging. Plötzlich eilte der Mann vor ihren Augen die Böschung hinunter und stürzte sich in den Kanal. Die Leute machten sofort den Rettungskahn los, und es gelang ihnen auch nach einiger Zeit, den Lebensmüden, der wieder auftauchte, zu erreichen und ans Land zu bringen. Er war aber schon tot. Nach Papieren, die man bei ihm fand, ist er ein 36 Jahre alter Arbeiter Heinrich Schäfer aus der Blumcnstraße 5 in Spandau. Mus öen Gemeinden. Eröffnung der Neuköllner Luft- und Sonnenbäder. Die Luft- und Sonnenbäder des Stadtbades in der Ganghofer- siraße werden am Sonntag, den 30. Mai, eröffnet. Die Bäder sind für Männer und Frauen getrennt und können in der Zeit von vor- mittags 9 Uhr bis abends 7 Uhr benutzt werden. Die Preise sind die gleichen wie für die Schwimmbäder(Erwachsene 30 Pf.. Kinder 20 Pf., außerdem Fünfer-, Zehner- und Monatskarten); für nachherigc Benutzung des Schwimmbades sind 15 Pf. nachzu- zahlen._ Die WilmcrSdorfer Kricgs-Kunftausstellung in den Räumen der „Kunsthalle", Pariser Str. 45 I, ist nur noch Sonnabend, den 29. und und Montag, den 31. Mai, von 10—6 Uhr sowie Sonntag, den 30. Mai, von 12—2 Uhr geöffnet. Eintritt frei. Mus aller Welt. Panteleimo»— eine Erinnerung. In Erinnerung dürften noch das Revolutionsschiff der russischen Schworzmeerflotte von 1906, der„Fürst Potemkin", und seine Taten sein. Das schließlich den rumänischen Behörden übergebene Schiff kam an Rußland zurück, wurde„Panteleimon" getauft und liegt jetzt als Opfer des türkische« Unterseebootes auf dem Grund. Ein Wertbrief mit 89 SS« M. verschwunden. Nach einer Meldung des„Verl. Tagebl." ist bei der Beförderung mit einem Lokalzug Lowicz— Thorn auf dem Bahnhof Kutno ein Geldbriefbeutel mit einem Wertbrief auS Lodz über 89 326 M. verloren gegangen. Auf die Ergreifung des DiebeS sind 500 M. Belohnung ausgesetzt._ Ein Raubmord ist in Magdeburg an der 73 Jahre alten Witwe M. Ulrich verübt worden. Die Tote wurde mit drei Stichverletzungen und Schnittwunden an der linken Hand, vis auf einen Kampf mit dem Mörder hindeuten, aufgefunden. Die Be- hälter waren durchwühlt, doch ist noch nicht festgestellt, ob der Täter Wertgegenstände erbeutet hat. Drei Personen durch GaS vergiftet. In Linden bei Hannover fand am Donnerstagmorgen der Arbeiter Bartel beim Nachhause- kommen von der Nachtschicht seine Haushälterin und seine beiden Söhne im Aller von acht und zehn Jahren als Leichen in den Betten vor. Der Tod war durch Gasvergiftung erfolgt, da sich der Gas schlauch vom Kochherd gelöst hatte und der Haupt- hahn fahrlässigerweise nicht geschlossen war. Freireligiöse Gemeinde. Am Sonntag, den 30. Mai, vormittags g Uhr, Pappel-Allee 15—17; Neukölln,„Jdealpassagc": Tegel, Bahnhof- siraße 15, und Ober-Schönewcidc, Klarasw. 2: Freireligiöse Vorlesung. — Vormittags 11 Uhr, Kleine Frankjurter Str. 6: Vortrag des Herrn Dr. B. Wille über:„Harmonie".— Damen und Herren atS Gäste willkommen._ Briefkasten üer Neöaktion. Die lurislifche Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. Z, IV. Hof rechts, parterre, am Wontag bis Freitag von t bis 7 Nhr, am Sonnabend von b bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieskasten bestimmten Antrags ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine AbonncmentSquitlung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. Berträge, Schriftstückc und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. B. M. 25. Wenden Sie sich mit einem Anirage unter Darlegung Ihrer besonderen Bedürstigkeil an das BataillonSkommando in Kllstrin. — W. W. 10. Der Antrag ist öcim Bczrrkslommando zu stellen. — C. R. 77. Wegen übermäßiger Fettleibigkeit dienstuntauglich. Sic werden kailm noch ausgemustert werden.— E. E. 45. Das ist ein Irrtum. Sie haben keinen Anspruch auf Mictsunterstützung.— B. L. 126. Sie haben sich jetzt, nachdem Sie wieder gesund sind, beim Bezirks- kommando sojort zn meiden.— Willi 40. Ja, reklamieren Sie eventuell.— I. H. 100. Sic können trotzdem als Soldat eingezogen werden, nicht nur als Oekonomichandwerker. Die Ibtsallrenle wird weiter gezahlt. Sic müssen Ihrer Frau eine Vollmacht zur Abhebung der Rente ausstellen. Diese muß polizeilich beglaubigt werden. — A. S. 24. Die Rente kann Ihnen in diesem Falle nicht gänzlich ent- zogen werden.— R. B. 83. Nervenleiden, landsturmpflichtig.— A. M. Da Sie in Berlin wohnen, haben Sie Anspruch aus die Unterstützung in Berlin. Nach Ihren Angaben können Sic nicht mehr bcansprnche». An- trag aus Mielsunterstützung können Sie bei der Steuerlasse stellen.— Willi Gr. 60. Als Armierungsarbeiter haben Sie sicher Aussicht noch eingezogen zu werden.— E. Sch. 04. Ja.— St. H. 100. Eine Nachmusterung ist nicht ausgeschlossen. Wenn Loie dazu eine persönliche Aus- iordcrung bekommen, müssen Sie dieser Folge leisten.—.Hclcue 8384. Sic haben Anspruch aus Wöchncrinncuunterstützung.— H. N. 127. Sprachschier. — P. 75. Alle Ihre Fragen sind zu bejahen.— I. W. 40. 1. Ihre Frau wird beide Unterstützungen bekommen. 2. Wenn Sie den Kaus- vertrag nur allein unterschrieben haben, kaml gegen Ihre Frau nichts unternommen werden. 3. Zur näheren Prüfung der Sache müßte die Frau zu uns in die Sprechstunde kommen.— X~. Ja. — M. L. 6. 1. Die Unterstützung wird weitergezahlt. Die kommunale Unterstützuva kann aber in Wegfall kommen. 2. Das wird von Fall zu Fall entschieden. Bestimmend für die Gewährung der Unterstützung ist, wieviel Kinder vorhanden sind und ob die Frau irgendwelchen Erwerb hat. 3. Der Wirt kann nicht zum Mictsnachlaß gezwungen werden. Erhält er aber städtischen Zuschuß, so soll er verpflichtet werden, von der Miete etwas nachzulassen.— G. M. 86. 1. Krankheiten oder Verletzungen der unteren Gliedmaßen. 2. Eine vicrzchntägigc Kündigungsfrist ist unzulässig, es muß mindestens eine vierwöchige bestehen.— R. B. 7. Landsturm ohne Wage, Armienm-zssoldat.— E. E. 3. 3. Die Zeichen haben leine Bedeutung. Eingegangene Druckschriften. Zwischen Krieg und Frieden. Heft 23: Das deutsche Wirtschaftsleben im Kriege. Bon G. Stresemann. Heft 24: Buren, Engländer und Deutsche. Von A. Schowalter. Einzelheft 1 M. Deutsche Wehrkraft und kommendes Geschlecht. Von A. Matthias. Geh. 1 M. S. Hirzel, Leipzig. 25 Jahre Korbmacher Organisation. Herausgegeben von der 3 entralfommission der deutschen Storbmacher. 1 M. Berlagsanstalt des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes, Berlin SO. 16. Deutschlands Plak an der Sonne. Ein Briefwechsel englischer Politiker aus dem Jahre 1915. Herausgegeben ron Prof. F. Tönnies. 50 Pf. Vorratswirtschaft und Voltswirtschaft. Von Dr. H. Levy. 1 M. J. Springer, Berlin W. 9. 44 Karte des italienisch- österreichischen Kriegsschauplatzes. Nordund Mittel- Italien. Herausgegeben von Proj. J. Kettler. 1 M.-C. Flemming, Berlin W. 50. " Es gibt Fälle Couplet von F. Bermann.( Tert und Noten.) 1 M. Harmonie, Verlagsgesellschaft, Berlin- Halensee. „ Aus einem Tagebuch 1914". Von A. Hengeler. 5. Mappe: 6 Kunstblätter 4 M. C. Schnell, München. Gottt mit uns! Grüße an unsere Feldgrauen. Von D. Dryander, Oberhofprediger. 20 Pf. H. Hillger, Berlin W 9. Das Forum. 2. Jahrgang. Heft I. Herausgeber:. Herzog. Monatlich ein Heft. Halbj. 5 M. Selbstverlag, München, Leopoldstr. 10. MSchulmeister Herren Knaben Kleidung abuser Tor Sozialistische Monatshefte. Nr. 8. Herausgeber Dr. J. Bloch. I do. Ila 102-112; Schafe 105-118; do. Hol. 00-00. Schweinte fleisch Alle 14 Tage ein Heft, 50 Pf. Selbstverlag, Berlin W 35. Schweine, fette 00-00, sonstige 125-158, dän. Sauen 00-00, dän. Schweine Gehe- Stift. 7. Bd.. Heft 3.) 1 M.-B. G. Teubner, Leipzig. Das deutsche Volk und der Osten. Von D. Schäfer.( Bortr. d. 130-145, do. schwedische 00-00. Gemüse, inländisches: Kartoffeln, Dabersche 50 kg 0,00; meiße Staiserfronen 0,00; Magnum bonum 0,00; BoltStuttgarter Kriegsbilderbogen. Nr. 5: Die Schlacht der Neu- mann 0,00; Borree, Schod 0,80-1,50; Sellerie, Sod 5,00-12,00; Spinat Nr. 27: Woevregebiet und Priesterwald. 25 Pf.- Frandh, Stuttgart. Meerettich, Schock 6,00-14,00; Petersilienwurzel, Schodbund 4,00-6,00; zeit. Nr. 6: Der Schüßengraben. Einzelnummer 25 Pf. Relieffarte 50 kg 6,00-10,00; Mohrrüben, 50 kg 7,00-9,00; Stohlrüben, Schod 0,00-0,00; Deutsche Revue. 40. Jahrgang. Juniheft. Monatsschrift, heraus: Zwiebeln 50 kg 00,00-00,00; Radieschen, Schodbund 0,75-1,00; Baldmeister, gegeben von N. Fleischer. Jährl. 24 M. Die Kampfplätze in West Mandel 0,40. Gurken, Gorgaiter, 100 Std. 00-00. und Ost. Alphabetisches Ortsverzeichnis der friegerischen Begebenheiten 100 Bund 2,00-3,00, do. 100 Stangen 3,00-8,00, do. hiesiger 100 Bund Rhabarber, Hamb., nach amtlichem Material von Dr. E. Seeger. 1 M. Krieg. Heft 49: Wie steht es mit Polen? Von W. von Massow. Der Deutsche 1,00-2,00, do. Vierländer, 100 Bund 1,50-2,50. Tomaten, Gorgaster, Heft 50: Die Zukunft der deutschen Form. 1/2 kg 0,90. Spargel, Beelizer I 2 kg 0,35-0,45, do. Beeliger II 2 kg Einzelheit 50 Pf. Von H. Muthefius. 0,15-0,30, do. Beeliger III 1/2 kg 0,05-0,15, do. unsortiert, kg 0,20-0,25, Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart. do. Märkischer I 2 kg 0,25-0,38, do. II 2 kg 0,15-0,20, do. III 2 kg 0,05-0,08. Spruten, 50 kg 00-00. Salat, Schod 1,50-3,00. Rettiche, bayerische, 100 Stüd 10,00. Kohlrabi, Schod 2,00-3,00. Apfelsinen: Murcia 200 Std. 17,00-20,00, bo. 300 Std. 18,00-20,00. Spanische, 420 Std. 30,00-35,00, do. 714 Std. 38,00-46,00, do. 1064 Std. 40,00-13,00, do. 420 Std. large 40,00-45,00. 1 Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über den Großhandel in den Sentral- Martiballen.( Dhne Verbindlichkeit.) Freitag, den 28. Mai 1915. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, Dchienfleisch Ia 100-118, do. IIa 90-100, do. IIIa 75-90; Bullenfleisch Ia 100-110, bo. IIa 87-99; Stühe, fett 83-98, do. mager 70-82, do. dänische 85-95, Fresser 80-100, Fresser, dänische, 00-00; Bullen, dänische, Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis 88-95; Stalbfleisch, Doppellender 165-185; Mastfälber Ia 130-145, Sonntagmittag. Vielfach heiter, aber noch veränderlich, um Mittag warm, do. IIa 120-130; Sälber ger. gen. 75-100, do. dan. 80-100, do. holl. in der Nacht zu Sonntag wieder ziemlich fühl; nirgends erhebliche Nieders 00-00. Hammelfleisch: Mastlämmer 128-134; Hammel Ia 112-127, schläge. M. Schulmeister Dresdener Strasse 4 o Kottbuser Tor Solange der Vorrat reicht liefert die Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68 Lindenstraße 3 Beyer, C., Im Pharaonenlande. Reiseschilderungen aus Aegypten. Mit 25 Abbild. Gebd. statt 6 Mt. für 1,50 Mt. Buchta, R., Der Sudan unter ägyptischer Herrschaft. Nebst einem Anhang: Briefe Dr. Emin Paschas und Lupton Beys an Dr. W. Junker. Gebd. statt 6 Mt. für 1,50 Mt. Jadrinzew, N., Sibirien. Geographisch ethnographische und historische Studien. Mit zahlreichen Abbildungen. Gebd. statt 16 Mt. für 4 Mt. Keller, Prof.Dr.C., Reisebilder aus Ostafrika und Madagaskar. Mit 43 Holzschnitten. Geb. statt 7 Mt. für 2 Mt. Kennan, G., Sibirien. 3 Bände. Statt 9 M. für 3 Mr. Eine lehrreiche Darstellung von Land und Leuten Sibiriens und eine ergreifende Schilderung des trostlojen Lebens und der Leiden der russischen Berbannten. Kohn, A., Sibirien und das Amurgebiet. Geschichte und Steisen, Landschaften und Völker zwischen Ural und Behringstraße. Mit 70 Text- Abbildungen und drei Tonbildern. Gebd. statt 11 Mt. für 2,50 Mt. Krieger, Dr. M., Neu- Guinea. Mit vielen Vollbildern, zahlreichen in den Tert gedruckten Abbildungen und Karten. Gebd. statt 13,50 Mt. für 5 Mt. Dieses mit Unterstützung des Kolonial- Amts und der Deutschen Kolonial- Gesellschaft herausgegebene Wert ist in bezug auf seine folonialpolitischen Ausführungen kritisch zu lesen, kann aber sonst bestens empfohlen werden. Lausdell, Henry, Durch Sibirien. Eine Reise vom Ural bis zum Stillen Ozean. Mit 43 Holzschnitt- Illustrationen und einer Karte in Farbendruck. Gebd. statt 20 Mt. für 4 Mt. Lehmann, P., Länder- und Völkerkunde. 2 Bände, reich illustriert. Geb. statt 18 Mt. für 8 Mt. Gebd. statt 11 Mt. für 5 Mt. Eine Reiseschilderung durch Marotto, die Sahara und den Sudan. Die durch zahlreiche Juustrationen belebte Schilderung bon Land und Leuten fesselt den Leser ungemein. Lenz, Dr. O., Timbuktu. Marno, E., Reise in der ägyptischen Aequatorial- Provinz und in Kordofan in den Jahren 1874-1876. Mit zahlreichen Illustrationen und Tafeln. Statt 8 Mt. für 1 Mt. Regel, Prof. Dr. Fr., Kolumbien. Statt 8,50 Mt. für 3 Mt. Bahlreiche Abbildungen und Karten erläutern und vervollständigen den Legt des unterhaltenden und lehrreichen Wertes. Speke, J. S., Die Entdeckung der Nilquellen. Gebd. statt 20,40 mt. für 5 Mt. Tyndall, John, In den Alpen. Mit einem Vorwort von G. Wiedmann. Gebd. statt 8 Mt. für 2,50 Mt. Der Verfasser, ein Freund der Natur und Naturwissenschaften, schildert uns das Leben in den Bergen, die Gefahren für den Wanderer in den Hochalpen und den reichen Genuß, den die wechselnden Naturbilder bieten. Borstehende Werte sind mit Bezug auf ihre folonialpolitischen Ausführungen fritisch zu lesen, fönnen aber wegen ihrer flaren und padenden Schilderung der betreffenden Länder und ihrer Bewohner bestens empfohlen werden. DRUCK ARBEITEN Jackett- Anzüge 25 M. bis 58 M. Rock- Jacketts 40 M. bis 78 M. Lüster- Jacketts 450 M. 18 M. Leinen- Kleidung bis Zeitungs- Ausgabestellen und Inseraten- Annahme. Zentrum: Albert Habnisch, Aderstr. 174, am Stoppenplat. Geöffnet| Köpenick: Emil igler, Stiegerstr. 6, Laden. Geöffnet von bon 11-12 und von 4-7 Uhr. 2. Wahlkreis: S. und SW: Gustav Schmidt, Bärwaldstr. 42, an der Gneisenaustraße. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 8. Wahlkreis: St. Fri. Brinzenstr. 31, Hoj rects part. Geöffnet bon 11-12 und von 4-7 Uhr. 4. Wahlkreis: Dien Robert Wenge 13, Markusstr. 36. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Karl Melle, Petersburgerplay 4 ( Laden). Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 4. Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Laufiterplag 14/15. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 5. Wahlkreis: 2eo 8ucht, Immanuelfirchstr. 12( Hof). Geöffnet von 11-12 und von 4-7 Uhr. 6. Wahlkreis( Moabit): Salomon Jofeph, Wilhelmshavener Straße 48. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Wedding: J. Hönisch, Müllerstr. 34a Ede Utrechter Str., Laden Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: A. Bolgaft Battstraße 9. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Gesundbrunnen: Fischer, Bastianstr. 6, Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Greifenhagener Str. 22. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Adlershof: Karl Schwarzlose, Bismardstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt- Glienicke, Falkenberg: Bilhelm Dürre, Köpenider Str. 6. Baumschulenweg:. Hornig, Marienthaler Str. 13, I. Bernau, Röntgental, Zepernick, Schönow, Schönbrück und Buch: Heinrich Broje, Mühlenstr. 5, Laden. Bohnsdorf: Paul Gensch, Bohnsdorf, Genossenschaftshaus " Paradies". Charlottenburg: Guftab Sharnberg, Sesenheimer Str. 1. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Eichwalde, Schmöckwitz: D3far Mahle, Bismardstr. 4. Erkner, Neu- Zittau: Emil Jwang, Scharnweberstr. 10. Fredersdorf- Petershagen, Eggersdorf: Ujjenwasser, Petershagen. Friedenau, Steglitz, Südende, Groß- Lichterfelde, Lankwitz: H. Bernice, Aljenjtr. 5 in Steglitz. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Friedrichshagen, Fichtenau, Rahnsdorf, Schöneiche, Kl.- Schönebeck: Ernst Wertmann, Friedrichshagen, Köpenider Straße 18. Grünau: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal, Radow; Mag on four, Bartfig. 28 Karlshorst: Dstar Schaarschmidt, Auguste- Bittoria- Str. 18. Königs- Wusterhausen, Wildau, Niederlehme: Friedrich Baumann, Babnbojfir. 2, Eingang Beeskower Straße. morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Lichtenberg I. Friedrichsfelde, Hohenschönhausen: Otto Seitel, Wartenbergstraße 1( Laden). Geöffnet von 82-2 und von 4-7 Uhr. Lichtenberg II, Rummelsburg. Stralau: A. Rofen. franz, Alt- Borhagen 56. Geöffnet von 11-14, und von 4-7 Uhr. Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdorf: P. ejberg, Rauls. dorf, Ferdinandstraße 17. Mariendorf: August 2eip, Chausseestr. 29. Marienfelde: Emil Weinert, Berliner Str. 114 II. Neuenhagen, Hoppegarten: Gustav Bergmann, Königsallee Ede Gartenstraße. Neukölln: M. Heinrich, Nedarstr. 2, im Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr; Neukölln. Briz: Rohr, Siegfriedstraße 28/29. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Nieder- Schöneweide: Wilhelm Unruh, Brüdenstr. 10, II. Nowawes: Karl Krohnberg, Friedrichtirchplaz 27. Ober- Schöneweide: Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow, Niederschönhausen, Nordend, Frz.- Buchholz, Blankenburg: Rigmann, Mühlenstr. 30. Geöffnet bon 11-1, und von 42-7 Uhr. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: P. Gursch, Provinzstr. 56, Laden. Geöffnet v. 11-1, u. 4-7 Uhr Schenkendorf b. Sönigs- Wusterhausen: Chr. Hantschte, Dorfstr. 10 Schöneberg: Wilhelm Bäumier, Martin Lutherstr. 69, im Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Spandau, Nonnendamm, Staaken, Seegefeld und Falkenhagen: Stoppen, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends." Tegel, Borsigwalde, Wittenau, Waidmannslust, Hermisdorf, Hohen Neuendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Reinickendorf- West: Baul siena it, Borsigwalde, Näujchstraße 10. Geöffnet von 11-12 u. von 4-7 Uhr. Teltow: A. Schulze, Lindenstr. 17. Tempelhof: Joh. Krohn, Borussiaftr. 62. Treptow: Rob. Gramenz ,, Stiefholzstraße 412, Raden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weißensee, Heinersdorf: St. Fuhrmann, Sedanstr. 105, part Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Paul Shubert, Wilhelmsaue 27. Zeuthen, Miersdorf: Ernst Hüttig Zeuthen, Miersdorfer Str. 14. Zossen: Matuschet, Marktstr. 5. Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werte werden geliefert Sonntags find die Ausgabestellen geschloffen. Berlin SO. 16. H.& P. Uder, Engel- afer 5. Feldbrief- Mappe Haupt- Niederlage der k. k. österr. Tabak- Regie. enthaltend 5 vorschriftsmäßig bedruckte Feldpost- Briefumschläge nebst Briefbogen, 5 vorschriftsmäßig bedruckte Postkarten Preis 10 Pf. Buchhandlung Vorwärts Brauereien HW.Adelung& A.Hoffmann: Akt.- Brauerei Potsdam Eig. Niederlag. Berlin SW., Tempelhofer Ufer 15, Brandenburg a. H., Wilhelmsdorferstraße 72. .Potsdam.StangenSpez.: bier Bürgerbråu. Brauerei W. Senst A. G. Potsdam Feinste Qualitätsbiere. Drogen, Farben und Lacke Drogerle Severin, Wilmersdorf Berlinerst.134, v.- a.- v. Butter- Klawe Lindenstr. 3. Erscheint wöchentlich elnmal. Zigarren Zigaretten Rauchtabake. Nur für Wiederverkäufer zu Originalpreisen, Alleinverkauf der Fabrikate der Firma F. J. 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Bekanntlich strebt Serbien nach einem Zugang zum Adriatischen Meer, den Besitz eines Küstengebietes, das es von der Umklammerung Desterreichs befreit und ihm gestattet, direkte Handelsverbindungen auf dem Wasserwege mit fremden Ländern anzuknüpfen, hat es doch in dem Zollkriege von 1906, dem sogenannten„ Schweinefriege", schmerzlich erfahren, wie schwer feine Wirtschaft durch den fehlenden Zugang zur See gefährdet werden kann. So hat der Anschluß Italiens an den Dreiverband die politische Gärung auf der Balkanhalbinsel bedenklich vermehrt und allerlei neuen Konfliktsstoff geschaffen, der leicht, je nachdem, welche Wendung die Dardanellenkämpfe nehmen, zu neuen„ Umgruppierungen" und neuen Explosionen führen kann. Der Krieg in Kamerun. Sonntag, 30. Mai 1915. Ich muß entschieden in Abrede stellen, daß in unseren Reihen fechtende Eingeborene vergiftete Waffen führen. Beweise für dieſe Ihre Behauptung sind nicht gegeben. Die Behauptung der engfischen Oberleitung, daß Eingeborene, die in unseren Reihen kämpfen, vergiftete Waffen führen, hat mir indessen Anlaß geEingeborenenunruhen herrührten." zwungen wird. Deshalb hat denn auch Italiens Beitritt und sichergestellt worden. Die Anklagen gehen dahin, daß bewaffzum Dreiverband, obgleich unzweifelhaft die große Mehrheit nete Eingeborene auf feiten der Deutschen mit vergifteten Pfeilen der griechischen Bevölkerung mit ihrer Sympathie auf seiten geschoffen haben, ferner, daß deutsche Truppen im Edea- Distrikt Englands und Frankreichs steht, in Griechenland eine gewisse unbewaffnete Nichtkämpfer sowie Frauen und Kinder durch Pfeile, Berstimmung hervorgerufen, die noch durch die Erwägung Speere und Wurfmesser arg verlegt hätten. Der Gouverneur von Kamerun hält nun in seinem Antwortgesteigert wird, daß, falls Italien seine Wünsche durchsetzt, schreiben die englischen Verstöße gegen Leben und Eigentum der es im Osten des Mittelländischen Meeres, unterstützt von Deutschen aufrecht und bestreitet entschieden, daß von Deutschen England, eine beherrschende Stellung erlangen könnte, die und farbigen Truppen in Gegenwart europäischer Führer Graufür Griechenlands dortigen Handel und für seine Ansprüche famkeiten verübt worden sind. Die englischen Berichte hierüber auf die Inselwelt an der kleinasiatischen Küste sehr gefährlich müßten als haltlose Verdächtigungen zurüdgewiesen werden. werden könnte. Weiter heißt es in dem Schreiben:" Den Truppen ist strengste führung kommende Straftat wird scharfstens geahndet. Wenn sich Manneszucht anbefohlen und jede zur Kenntnis der Truppentrotzdem nicht alle Uebergriffe vermeiden lassen, da nicht jeder farbigen Patrouille ein europäischer Führer beigegeben werden kann, so trifft die Verantwortung hierfür England und Frankreich, die es mit ihrer Stellung als europäische Kulturnationen glaubten ver In dem Anhang zu dem am 29. Februar 1912 geeinigen zu können, den europäischen Krieg auch ins Innere Afrifas schlossenen Bündnisvertrag zwischen Serbien und Bulgarien, zu tragen.... Die in Edea festgestellten Verivundungen beweisen dem im Oktober desselben Jahres die Kriegserklärung beider nichts, solange nicht einwandfrei ermittelt ist, von wem und unter welchen Umständen die fraglichen Eingeborenen verwundet wurden. Staaten, Griechenlands und Montenegros an die Türkei Zuverlässigen Meldungen zufolge sind von dem französischen Befolgte, wurde denn auch die Verteilung der erhofften LandesIn einer weiteren offiziösen Mitteilung werden jezt die in fehlshaber in Edea den Bakokos Preise ausgeseht für die Tötung beute derart vorgenommen, daß Südmazedonien bis westlich Samerun nach Ausbruch des Krieges eingetretenen Verhältnisse und Gefangennahme deutscher Soldaten. So ist die Bevölkerung zum Ochridasee an Bulgarien, Nordmazedonien und Albanien eingehend geschildert. Es wird u. a. gesagt: Ende Dezember v. Js. des Edeabezirkes systematisch zu hinterlistigen Ueberfällen und Mißmit Einschluß der albanischen Küstenstrecke an Serbien fallen befand sich der gesamte Küstenstrich von Rio del Rey bis Utoko unter handlungen gegen Angehörige unserer Truppen verleitet worden. follte. der Herrschaft feindlicher französischer Schiffsgeschütze. Rio del Rey, Wenn bei dieser, den deutschen Soldaten aufgezwungenen SelbstAls das Waffenglück gegen die Türkei entschied und der Victoria, Duala, Kribi und Ukoko waren vom Gegner bescht, ebenso hilfe Eingeborene verletzt sind, so trägt auch hier die Verantwortung Beuteverteilungsplan der slawischen Balkanstaaten Aussicht Buca- Soppo. In Kampo, das französische Kriegsschiffe bereits im lediglich derjenige, der diesen Volksfrieg" entfesselte. Oktober zusammengeschossen hatten, waren in den letzten Tagen Die verbündeten Streitkräfte haben von Anbeginn des Krieges auf Verwirklichung gewann, erhob jedoch Desterreich- Ungarn des Dezember englische Truppen gelandet worden. Nachdem be- an undisziplinierte Eingeborene bewaffnet und als Hilfsvölker durch den Grafen Berchthold Einspruch. Serbien, so hieß es, reits aus Groß- und Klein- Batanga, Longji und Plantation die gegen unsere Truppen verwendet. Den dort angeführten Fällen könne keinen Hafen an der Adria erhalten; Albanien müsse französischen Besatzungen verjagt worden waren, wurden in einem könnten zahllose weitere angefügt werden. Wenn schließlich auch der angestammten Bevölkerung als selbständiger Staat er- Gefecht an 6. Dezember die Franzosen bei Kribi geschlagen. Sie deutscherseits Hilfsvölker herangezogen wurden, so trifft auch hierhalten bleiben. Die albanische Nation habe als solche ein vermochten sich aber im Bereich der Schiffsgeschüße zu halten. Nach für die Verantwortung lediglich unsere Gegner, die uns zur VerRecht auf Selbständigkeit und dürfe nicht vergewaltigt werden. Eintreffen von englischen Truppen unternahmen die Verbündeten geltung zwingen. Und Italien, das sich eben durch einen räuberischen Ueberfall abermals Vorstöße, und zwar gleichzeitig auf den Straßen nach in den Besitz Lybiens gesezt hatte, unterstützte diese Politit olodorf und Nkomakat. Doch auch diese Unternehmungen scheiterund interessierte sich ebenfalls plöglich für die nationale und ten völlig. Seitdem ist der Gegner auf Kribi beschränkt, das nach Privatnachrichten aber von ihm auch wieder geräumt worden staatliche Autonomie der Albanesen. Sehr begreiflich. Da fein soll. Italien vorerst noch mit der Verdauung von Tripolis zu tun Ende Dezember 1914 überschritten starte englische Kräfte unter geben, die Waffen erneut untersuchen zu lassen. Vergiftete hatte, hielt die italienische Regierung zunächst mit ihren alten umgehung unserer an der Offidinge- Grenze aufgestellten Vor- Waffen sind nicht gefunden. Daß die Führung von Buschflinien Ansprüchen auf Südalbanien zurück und beschränkte sich truppen den Mun- Aja in Richtung auf Offidinge, während gleich mit gehadtem Eisen und Steinen völkerrechtlich unzulässig ist, darauf, die Verteilung der Küstengebiete bis zu einer späteren, zeitig unsere an der englischen Grenze bei Kentu und Esu stehen wird auch englischerseits nicht in Abrede gestellt werden können. ihren Wünschen günstigeren Gelegenheit hinauszuschieben. Ben Sicherungstruppen beschäftigt wurden, und am 29., 30. und Trotzdem fechten zahlreiche mit diesen in Artikel 23 des Vierten Dazu aber war nötig, daß weder Desterreich, noch Serbien, tundungsabteilungen auf den nach Mbo und Kikem führenden Waffen ausgerüstete Eingeborene in den englischen und französi 31. Dezember Vorstöße überlegener, von Artillerie unterstützter Er- Abkommens der zweiten Haager Friedenskonferenz verbotenen noch Griechenland an der albanischen Küste einen ent- Straßen stattfanden. Der Uebermacht weichend, räumte Haupt- schen Reihen. Es kann nicht bestritten werden, daß die übliche mann v. Sommerfeld Offidinge und zog sich nach Widekum zur Ladung eines Buschgewehrs in seiner Wirkung die des Pfeilgifts Der Erfolg dieser von österreichischer und italienischer Sicherung der nach Bali führenden Straße an den Rand des Hoch- an Grausamkeit bei weitem übertrifft. Des weiteren ist einwandSeite betriebenen Politik war die Errichtung eines felb- plateaus zurüd. Offidinge wurde am Neujahrstage von den Eng- frei festgestellt, daß englische und französische Truppen mit Dum Ständigen albanischen Staates, zu dessen Regenten ein bisher ländern besetzt. Am nächsten Tage erzwang der Gegner durch seine Dum- Geschossen verschiedener Art ausgerüstet sind. Die Beweise wenig bekanntes und genanntes Mitglied eines deutschen außerordentliche Uebermacht, die ihm immer wieder die Möglich- find in meinen Händen. Der als Parlamentär in Nsanakang anmediatisierten Fürstenhauses, Prinz Wilhelm von Wied, be- teit bot, unsere Stellungen zu umfaffen, und vor allem durch seine wesend gewesene englische Stabsoffizier hat auch nicht in Abrede Artillerie, die in dem übersichtlichen Gelände auf weite Entfernung stellen können, daß die englischen Truppen mit Dum- Dum- Geschossen stellt wurde. Serbien erhielt den begehrten Zugang zum die Straßen bestrich, den Aufstieg zum Plateau von Dichang bei versehen sind. Er hat den Gebrauch dieser völkerrechtlich verAdriatischen Meer nicht. Aber deshalb hat Serbien niemals Fong- Donera. An demselben Tage noch besetzte er Dichang, das botenen Geschosse nur damit zu entschuldigen versucht, daß diese auf seinen Seetraum verzichtet. Das Verlangen nach von unseren Truppen nach rechtzeitiger Bergung der Vorräte ge- berbotenen Patronen aus den Beständen zur Unterdrückung von einem an die Adria grenzenden Küstenräumt war. gebiet wurde nun erst recht zum Angel. In einigen Anlagen zu seinem Schreiben gibt dann der Im nördlichen Teil des Schuhgebietes, in Adamaua und im punkt der ganzen serbischen Politik. Und Tschadseegebiet, ist die Lage unverändert. Bei Mora und Garua Gouverneur von Kamerun dem englischen Oberbefehlshaber eine diese Bestrebungen fanden bei der 3arenregierung, zu deren halten sich unsere Truppen in befestigten Stellungen bedeutender kleine Ausleje der zahllosen Rechtsbrüche" zur Kenntnis, die England und Frankreich in diesem Striege sich fortgesetzt zuschulden Absichten auf Konstantinopel die Errichtung eines mit seinen Uebermacht gegenüber. Im Süden des Schutzgebietes vermochten die von bewaffneten kommen lassen, und er legt zum Schluß gegen alle die AusIntereffen nach der Adria gravitierenden, als Gegengewicht Eingeborenen unterſtüßten feindlichen Patrouillen im allgemeinen schreitungen der englisch- französischen Kriegführung, die schwere gegen Bulgarien und Rumänien verwendbaren Großserbiens nicht die Linie Sembe- Ngarabinsam- Mintebe zu überschreiten. Berlegungen des durch feierliche Verträge auch englischerseits anvortrefflich paßte, willige Unterstützung. internationalen Rechts enthalten, feierlich VerKleinere unentschiedene Gefechte fanden Anfang Januar bei erkannten Der jezige Beitritt Italiens zum Drei- Bissot südlich des Wolö- Ueberganges der Djemstraße statt. Von wahrung ein. bund greift aber in diese schönen Pläne Anfang März stammende Nachrichten von Kaufleuten besagen, daß und Hoffnungen rücksichtslos ein; denn der im Verlauf des Februar unsere Truppen sich vor der großen feindAnschluß Italiens an die Ententemächte ist, wie sich deutlich lichen Uebermacht auf Ambam zurückzuziehen begonnen hätten. Da mit würde allerdings Neu- Kamerun völlig den Franzosen überergibt, nur dadurch erreicht worden, daß Italien nicht nur lassen sein. Eine Beeinträchtigung der Gesamtlage würde die Triest, Istrien und Fiume, sondern auch der dalmatische und Preisgabe dieses Gebietes jedoch nicht zu bedeuten haben. Die gesamte bürgerliche Presse ist mit den Ausführungen nordalbanische Küstenstrich, wahrscheinlich südwärts bis Der Erfolg der vereinigten Engländer und Franzosen nach des Reichsfanglers über Stalien vollkommen einverstanden. Balona, das Italien ja bereits in Besitz genommen hat, ver- einer neunmonatigen Kriegsführung ist also trop des Aufgebots Den Hauptnachdruck legt auch sie, genau wie der Reichstag sprochen worden ist. Wenn sich aber dort Italien festsegt, einer gewaltigen Uebermacht und trotz der fast völligen Ab- Den Hauptnachdruck legt auch sie, genau wie der Reichstag dann ist es vorläufig mit den serbischen Hoffnungen auf den Schließung des Schutzgebietes von der Außenwelt durch eine Blockade bereits ſelbſt, auf die Stelle der Rede, wo der Kanzler das Zugang zur Adria vorbei, und auch später würden die groß- lediglich die Besetzung eines Teiles des Küstenstriches und Neu-" Durchhalten" bis zur Erringung aller nur möglichen serbischen Wünsche sich nur nach neuen schweren Kämpfen gliedert und wo die deutsche Verwaltung noch nicht in dem Maße empfahl. Kameruns, das erst fürzlich dem älteren deutschen Besitz ange- realen Garantien und Sicherheiten" für die Zukunft Wie wir schon gestern andeuteten, hat der durchsetzen lassen. Es ist daher nur allzu begreiflich, daß die Fuß zu fassen vermochte, wie in den älteren Landesteilen. Kanzler damit früheren von ihm gebrauchten Redevendungen serbischen Politiker von der italienischen Bundesgenossenschaft Die Versuche des Gegners, von der Batangatüste auf Jaunde über das Kriegsziel einen anderen Ausdruck gegeben, der wenig erbaut sind und sich verraten fühlen, hat doch der Drei- vorzustoßen, find gescheitert. Der Vormarsch von Duala entlang den Forderungen der rechtsstehenden Parteien weiter entgegenverband bei den Abmachungen gar nicht für nötig gehalten, der Nordbahn auf das Hochplateau von Dichang ist zwar unter fommt. Gewiß ist der Ausdrud„ reale Garantien" vieldeutig und Auch die russischen Regierungsfreise sind von dieser Engländer jedoch nicht zu erzielen, mußten sich vielmehr zur eiligen der Stanzler könnte darunter etwas anderes verstehen als die Wendung wenig entzückt, wie die Aeußerungen der offiziösen der Westgrenze den Großfluß aufwärts über Offidinge vordringende Aber daß der Kanzler jetzt absichtlich die Redewendung geZurüdziehung ihrer Truppen auf Duala entschließen. Auch die an Annexionspolitiker, die den gleichen Ausdruck gebrauchen. russischen Blätter beweisen. Aber man fühlt sich in einer englische Abteilung wurde zurückgenommen. Unsere Truppen folgen braucht hat, mit der in den bisherigen Debatten über das Zwangslage. Die wertvolle Bundesgenossenschaft Italiens den abziehenden Feinden. Jabassi ist wieder in unserem Besitz. Der Kriegsziel eine ganz bestimmte Absicht verbunden ist nun mal ohne eine solche Vergütung nicht zu haben, und nördliche Teil des Schutzgebietes wird von unseren Truppen ge- worden ist, gibt doch immerhin zu denken. so hat man alle Berufungen auf die nationalen Rechte Serbiens halten. Auf die Schwenkung in den Erklärungen des Kanzlers und der Serbo- Kroaten fahren lassen und schreckt selbst Die Kriegslage hat sich also nicht besonders zum Vorteil der bor der Abtretung jogenannter slawischer Berbündeten gestaltet, die Heldenmütigkeit unserer Truppen be- macht besonders die" Vossische Zeitung" aufmerksam. Gebiete nicht zurück. Der hehre Zweck der VerDer hehre 3wed der Ber- rechtigt vielmehr durchaus zu der Hoffnung, daß das Schutzgebiet schreibt: Es scheint, daß auch der deutsche Reichskanzler inzwischen gefernerhin gehalten wird. nichtung deutscher Barbarei heiligt eben jedes Mittel! AllerIn dem Briefe eines Deutschen werden die Zustände in Duala lernt hat, die Welt mit anderen Augen als denen des Philosophen dings nur einstweilen, weil nun mal Italiens Mit- noch wie folgt geschildert:" Eisenbahn, Werkstätten, Eisfabrik in anzusehen, der sich bemüht, alles zu verstehen und die Maßstäbe wirkung nicht anders zu erkaufen ist, will man ihm die Ost- Duala sind in ruhigem Betrieb; und fähe man nicht die zusammen- seiner Ehrlichkeit an das zu legen, was er von anderen erwarten küste des Adriatischen Meeres zugestehen stillschweigend genähte Flagge am Gouvernementsmast wehen, so dächte man nicht darf. Der Herr Reichskanzler scheint namentlich endlich eingesehen behält man sich vor, sobald sich später eine günstige Gelegen- an Krieg. Die Flagge ist auf der einen Seite französisch und auf zu haben, daß die politischen Notwendigkeiten, die heit bietet, eine Korrektur vorzunehmen und das sogenannte der anderen englisch, nur die Franzosen haben nichts zu sagen. Die der Krieg uns immer deutlicher aufzwingt, nicht ganz mit jenen Adria- Problem" in anderer Form zu lösen. Franzosen leben in Akwa, während die Engländer die besseren Grundsägen vereinbar sind, denen er früher angehangen hat. Er hat Quartiere bezogen haben; ebenfalls sind in den letzten Tagen die gestern gefagt, daß wir ausharren müssen, bis wir,„ uns alle nur So liegt, wenn es Italien gelingen sollte was freilich Sospitale getrennt worden. Woermannstraße, Hamburger möglichen realen Garantien dafür geschaffen haben, daß borläufig noch höchst fraglich erscheint sich in den Besitz Straße gibt es nicht mehr. Challengerroad, Churchill road, Dwarf- feiner unserer Feinde wieder einen Waffengang gegen uns wagen der dalmatinischen und nordalbanischen Küste zu sehen, in street, Cumberlandroad, King- Georg- Street heißt es jetzt. Nahe wird", und er hat hinzugefügt, daß wir unser aus um so solcher Besizergreifung bereits der sichere Anlaß zu neuen bei unserem Gefängnis ererzieren eingeborene Träger das Feld- fester bauen müssen, je wilder uns der Sturm umtobt. Wir beblutigen Kämpfen und neuen Balkanwirren. Aus dem nach geschüß zu zerlegen und rasch zu transportieren, worin sie große grüßen diese Worte mit aufrichtiger Genugtuung. Gerade der Hinzuitalienischen Rezept gelösten Adria- Problem" taucht sofort nicht die schwarzen Soldaten bezahlen, sondern sie durch Plündern daß wir auf Freundschaften nicht fürder rechnen können. Weder Fertigkeit befizen. Engländer schimpfen auf die Franzosen, daß sie tritt Italiens zum Chor unserer Feinde hat uns deutlich gezeigt, eine neue serbo- kroatische, mazedonische und albanische Frage und Raub entschädigen. Die Franzosen schimpfen aber noch mehr jetzt, noch in Zukunft.... Nicht mit Liebe für uns, sondern mit auf. Wie die vom Berliner Kongreß vorgenommene Stege- auf die Engländer, da sie alles fommandieren wollen. Nachdem der Furcht vor uns werden wir uns daher in den nächsten Jahren lung" der Balkanwirren das beste Mittel war, diese Wirren die deutsche Regierung wiederholt mit ihrer Langmut die Duala- durchſegen müssen. Und da wird in der Tat unser Haus doppelt zu vervielfältigen und neue Aufstände, neue Kämpfe und neue neger solange nicht aus der Stadt herausbekommen konnte, hat es fest und gut gefügt sein müssen. Keine Lücke darf da klaffen und Gebietsverteilungen heraufzubeschwören, so ist auch die Fest- der Engländer auf eine praktische Art sehr schnell fertiggekriegt, in feinen Schlupfwinkel darf es geben, in dem zu neuem Vernichtungsfegung Italiens an der dalmatinischen und nordalbanischen dem er nach mehrfacher Aufforderung einfach mit Maschinengewehr feldzug gegen uns Verrat gebraut werden kann. Das erkannt und öffentlich bekannt zu haben, war eine Tat des Kanzlers, die Küste das beste Mittel zur Aufzucht allerlei neuer Balkan- nachhalf. Der Erfolg soll augenblicklich gewesen sein." ihm weit über die Kreise seiner engeren politischen Freunde hinaus Konflikte. In der letzten Veröffentlichung wurde der Wortlaut eines Pro- Vertrauen im Volte schaffen wird." Wahrscheinlich käme schließlich zu den verschiedenen teftes gebracht, den der Gouverneur von Kamerun unter dem anderen dann auch noch eine griechisch- italienische Frage; 26. November 1914 über die Behandlung der deutschen Frauen und denn Griechenland erstrebt mit nicht minder heißem Ver- Kinder erhoben hatte. Den Empfang dieses Protestes hatte der langen wie Serbien die nördliche Ostküste, jenen Teil des Oberbefehlshaber der englischen und französischen Streitkräfte an über das eigentliche Epirus hinausreichenden südalbanischen der Küste von Kamerun, Brigadegeneral Dobell, im Dezember 1914 Küstenstriches, der den Busen von Valona einschließt. Es ist bestätigt; ferner hatte er die Vorwürfe zurüdgewiesen und seineraber nicht daran zu denken, daß Italien diesen an der Straße Truppen erhoben. Er behauptet, daß bei dem Abtransport der seits Anklage über die barbarische Kriegsführung" der deutschen bon Otranto liegenden Besiz jemals an Griechenland ab- Deutschen als Gefangene alle Rücksicht auf die Frauen genommen treten wird, wenn es nicht durch Waffengewalt dazu geworden sei. Auch sei das Eigentum der Gefangenen aufbewahrt Serbien auch nur zu fragen. schweren Verlusten geglückt, einen Dauererfolg vermochten die " Politische Uebersicht. Die Kanzler- Rede. Für uns besteht kein Zweifel, daß dieses Bekenntnis des Reichskanzlers in weiten Streisen des andere Empfindungen auslösen wird, als es die„ Voss. 3tg." Boltes wesentlich annimmt. Die Wahlrechtsfrage in Preußen. Der fortschrittliche Abgeordnete Hoff polemisiert im Berliner Tageblatt" gegen die Stellung, die der freifonjervative Führer Freiherr v. Jedlitz zu der Reform des preu Bischen Wahlrechts einnimmt. Abg. Hoff kommt zu dem Schluß: boraus." " Der südamerikanische Dreibund. nur für den Fall eines unprovozierten Angriffs auf Die drei wichtigsten südamerikanischen Staaten, Brasilien, die Vertragsgenossen durch andere Mächte eintrete, eine Hand" Nach alledem halte ich es für ausgeschlossen, durch Ab- Argentinien und Chile, haben sich zu einer Art südameri- babe bot. stufung des Wahlrechts nach dem Prinzip der Bildung irgend- kanischer Union zusammengeschlossen. Dieser Handhabe hat sich die italienische Regierung bedient, wie zu befriedigenden und haltbaren Resultaten zu kommen. Wie der" Temps" aus Buenos Aires meldet, setzt der nun pflicht mit der Behauptung in Abrede stellte, daß der Krieg eine indem sie bei Ausbruch des gegenwärtigen Krieges ihre BündnisWirklich befriedigen tann meines Erachtens nur die leber unterschriebene Vertrag zwischen Argentinien, Brasilien und Folge des aggressiven Vorgehens Oesterreich- Untragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen, die zu mindestens für alle diejenigen das Natürliche und Ge- Chile fest, daß Streitfälle, die auf diplomatischem garns gegen Serbien und damit gegen Rußland gewesen sei. gebene darstellen sollte, welche auf dem Standpunkt stehen, daß Wege nicht beigelegt werden können und nicht einem Schieds- Deutschland konnte auf diese Entwidelung gefaßt sein und war das gleiche Wahlrecht im Reiche sich bewährt hat. Was wir in gericht unterbreitet wurden, untersucht werden sollen, und daß daher militärisch wie politisch darauf vorbereitet, den von Rußland Zukunft dringend gebrauchen, ist eine einheitliche Führung der zu diesem Zwecke ein ständiger internationaler Aus- provozierten Krieg auch ohne die Unterstützung Italiens führen zu Politik in Preußen und Deutschland. Diese aber seht ein in schuß errichtet werden soll, der fallweise zu berichten hat. Keine wisse Vorteile, als sie uns eine wenn auch nur beschränkte Mögmüssen. Auch bot die Neutralität Italiens für uns insofern gebeiden Staaten im wesentlichen übereinstimmendes Wahlrecht der Vertragsparteien fann die Feindseligkeiten vor Ueber- lichkeit der Einfuhr von der See her gewährte. gabe des Berichtes des Ausschusses oder vor Ablauf einer einFreiherr v. Zedlit wiederum setzt sich in der„ Post" mit jährigen Frist eröffnen. Der Ausschuß soll in Monte- das Lager unserer Gegner geführt haben. Nur zu bald aber setzten die Stimmungen ein, die Italien in dem nationalliberalen Abg. Schiffer auseinander, der in einer video( Uruguay) tagen. Die Abwesenheit der Delegierten einer den Augenblid benußen wollten, wo beinahe die gesamte Streit Die Elemente, die jüngst in Frankfurt a. M. gehaltenen Rede fich für die ge- Regierung soll die Wirkung des Vertrages nicht aufheben. Der macht Desterreich- Ungarns gegen Rußland im Kampfe stand, um heime und direkte Wahl ausgesprochen hat. Darauf er- Ausschuß wird selbst auf Ansuchen einer einzigen Regierung in langgehegte nationale Wünsche zu verwirklichen, begegneten bei den widert Freiherr v. Zedlitz: Tätigkeit treten. Der Vertrag ist mit einjähriger Frist fündbar. maßgebenden Staatsmännern Italiens keinem Widerstand, sie guays wurde eine von den ABC- Mächten unterzeichnete Abschrift war der Erwerb des Landes am Isonzo ,, von Istrien, Triest, Dal Den Regierungen der Vereinigten Staaten und Uru- fanden dort vielmehr Ermutigung. Mit der Zeit steigerten sich die Begehrlichkeiten. Bald war es nicht nur das Trentino, es des Vertrages zugestellt. matien, den eine kleine Gruppe von Radikalen, Freimaurern und Nationalisten dem so leicht entzündbaren italienischen Volt als Preis für den Verrat an seinen Bunt esgenossen vorhielt. Die geheime Wühlarbeit der Entente und eine käufliche Presse taten das ihre, um allmählich einen Parorismus hervorzurufen, den abSalandra und Sonnino, nicht geneigt waren, so sehr sie dazu auch zukühlen die führenden Staatsmänner, insbesondere die Minister nach Lage der Verhältnisse imstande gewesen wären. Auf diesen beiden Männern ruht daher die ungeheure Verantwortung, Italien die Schrecktnisse des Krieges aufgebürdet zu haben, während und trotzdem das Land auf friedlichem Wege eine Befriedigung seiner nationalen Aspirationen in weitgehendstem Maße erlangen konnte. Matel des verächtlichsten Werrats, den die Welt je gesehen hat, unauslöschlich aufgeprägt wird." " Ich halte es für ganz ausgeschloffen, darüber, ob die Stimmen geheim oder öffentlich, indirekt oder direkt abgegeben werden sollen, anders als im Zusammenhange mit der Ordnung des Wahlrechts selbst Entscheidung zu treffen. Die geheime Stimmabgabe ermöglicht eine Abstimmung, die öffentlich vorzunehmen man sich schämen würde, bietet mithin den Anreiz zu verheßenden und zersekenden Agitationen. Dieser Anreiz wird noch verstärkt, wenn die Wahl zugleich direkt ist. Diese unleugbaren Schattenseiten der geheimen und direkten Wahl wird der Gesetzgeber über deren Vorzügen nicht außer acht lassen dürfen. Am wenigsten bei einer Wantreform unter dem Zeichen der Erhaltung der auf Vaterlandsliebe gegründeten Einigkeit unjeres Volkes. Für die Entscheidung ist es daher von größter Bedeutung, daß es gelingt, die Wirkungen der Kehrseite der geheimen und direkten Wahl wirksam einzuschränken. Daß dies Ziel durch eine sachgemäße Abstufung des Wahlrechts erreicht wird, bei der insbesondere Bildung und Besie nach ihrer wirklichen Bedeutung für das Staatsleben voll bewertet werden, liegt auf der Hand. Die Kreuz- 3eftung" schließlich ist überhaupt gegen jede Erörterung der Reform, solange nicht die Wiederher stellung der Preffefreiheit es der Sozialdemokratie gestatte, ihre Stellung zum Staate von neuem darzulegen. Böhme hatte geschrieben: Es bleibt abzuwarten, ob dieser Zusammenschluß, der zunächst nur den Ausbruch von Feindseligkeiten zwischen den drei Vertragsstaaten verhüten zu sollen scheint, auch wirtschaftliche und außerpolitische Folgen nach sich ziehen wird. Das Territorialgebiet der drei Staaten umfaßt zusammen zirka 13 Millionen Quadratkilometer( etwa 25mal soviel als das Deutsche Reich) und gegen 34 Millionen Einwohner. 23 Millionen entfallen davon allein auf Brasilien. Zur Geschichte des Dreibund- nen hat Italien es zu verdanken, wenn ihm in der Geſchichte vertrages. Aus der Partei. an der Spize ihrer ersten Ausgabe vom 30. Mat, gewissermaßen Die Norddeutsche Allgemeine 3tg." veröffentlicht als Ergänzung der Ausführungen des Reichs. anglers in der Reichstagssigung vom Freitag, noch nachstehen Eine amerikanische Stadtvertretung für die Maifeier. Der Stadtrat von Hamilton, Ohio, nahm in feiner letzten den Artikel über das nunmehr in die Brüche gegangene Bündnis Sigung eine Resolution an, die den 1. Mai als den Tag der Arbeit " Die bezeichneten Mindestforderungen könne niemand ab- mit Italten. feiert und den Mayor ersucht, an diesem Tage eine Festproflamation lehnen. Taten es nennenswerte Schichten dennoch, so sollten sie" Der Reichskanzler hat am Freitag im Reichstage die durch an die Arbeit namens der Stadt Hamilton zu erlassen. Gleichzeitig auch den Mut haben, zu gestehen, daß sie zwar Blutopfer den Abfall Italiens vom Dreibund geschaffene Lage gekennzeichnet wurden Schreiben an den Präsidenten, sowie die Kongreßleute von von dem gefamten Volte verlangen, ihm aber die lange vor und die Entwickelungen dargelegt, die diese herbeigeführt hat. Der Ohio gerichtet, durch die sie aufgefordert werden, für die Sanktio enthaltenen Rechte auch heute noch weigern". Beitritt Italiens zu dem deutsch- österreichi- nierung des 1. Mai als offiziellen„ Labor Day" einzutreten. Wie Zu diesen Ausführungen schreibt die Kreuzatg.":" Wir nehmen schen Bündnis erfolgte im Jahre 1882. Der damit ins Leben faum erwähnt zu werden braucht: die gesamte Stadtvertvaltung an, daß es auch unter den Barteigenoffen des Abgeordneten Böhme gerufene Dreibund wurde in den Jahren 1887, 1891, 1902 und von Hamilton befindet sich seit drei Jahren in den Händen der so manche geben wird, die es zurückweisen, daß dem preu- 1912 erneuert. Der Abschluß des Vertrages machte seinerzeit Bischen Volte Rechte vorenthalten" feien, weil es in einer Situation der Spannung ein Ende, die zwischen Oesterreicheiner der Steuerleitung entsprechenden Weise an der Mitwirkung Ungarn und Italien infolge der Treibereien det italienischen Frreim Staatsleben beteiligt ist. In den Gemeinden wenigstens, wo denta entstanden war. Der Gebanke, der den Fürsten Bismard die Lage entsprechend ist, haben wir bisher überhaupt nicht, wenig- dazu bewogen hat, den Anschluß Italiens an das deutsch- österstens nicht aus liberalem Munde, von einer solchen Vorenthaltung reichische Bändnis zu fördern, par, nach seinem eigenen Ausspruch, Böhme erscheint uns nicht zweckmäßig. Die Aenderung des preu- Desterreich in die Beine zu betßen". Sozialisten. Verlustlisten. 2. Garde- Ersatz- Reg.; Garde- Gren.- Reg. Franz; Grenadier, einer ganz ungeklärten Lage und können unmöglich aus einer über die österreichische Grenze. Dazu kamen in Italien starke Regimenter Nr. 1, 2, 4; Landwehr- Infanterie- Regimenter Nr. 2. von Nechten sprechen hören. Auch die Glle des Abgeordneten Italien zu verhindern, im Falle eines Krieges mit Rußland Verluste folgenber Truppen; Die Berluftliste Nr. 235 der preußischen Armee enthälf Bischen Wahlrechts ist in hohem Maße eine politische Frage. Drefunddreißig Jahre lang hat der Dreibund es bai, Infanterie-, baw. Fusilier- Regimenter 9. 5, 7, 15, 17, 18, Gerade burd) ben Krieg aber find unfere politischen Verhältnisse verhütet, daß, auch wenn reale Interenengegenfäße beider Länder 21, 22, 24, 30, 31, 41, 53, 54, 55, 56, 57, 59, 61, 63, 64, 65, 66, 67, 68, in Fluß gekommen. Und ihre neue Gestalt läßt sich zurzeit schon aufeinanderstießen, die Beziehungen zwischen der Donaumonarchie 89 ,, 71, 76, 80, 82, 84, 85, 91, 92, 95, 97, 98, 99, 109, 112, 113, deshalb nicht übersehen, weil der Kriegszustand eine und Italien ernstlich gefahedet wurden. Zugleich erwies sich ber 114, 128, 136, 137, 143, 144, 147, 148, 152, 158, 160, 161, 162, freie politische Betätigung ja nicht einmal, so Dreibund als außerordentlich starkes Gegengewicht gegen fran- 114, 128, 136, 137, 143, 144, 147, 148, 152, 158, 160, 161, 162, weit sie in Preffeäußerungen zum Ausdruck zöfifch- russische Angriffsgelüfte. Freilich wirkten die aus früherer 163, 169, 172, 174; Ref.-nf. Regimenter Nr. 5, 7, 8, 12, 15, 17, 163, 169, 172, 174; Ref.- Inf- Regimenter Nr. 5, 7, 8, 12, 15, 17, tommt, zuläßt. Erst der Fortfall der Benfur wird, um Beit überkommenen Gegenfäße zwischen der Habsburgischen Mon- 18, 19, 23, 26, 28, 30, 31, 53, 55, 56, 59, 60, 61, 65, 66, 67, 68, 71, nur das wichtigste hervorzuheben, einen ungefähren Ueberblick archie und Italien auch unter der Decke des Dreibundes fort. Die 72, 77, 82, 83, 92, 93, 94, 109, 130, 202, 209, 217, 219, 224, 254, über die Stärke der Richtungen in der Sozialdemokratie italienische Irredenta wurde, wie der Nationalismus in allen 255, 264, 266, 269, 272; Erfab- Inf.- Regimenter Gropp, Keller, und ihre Stellung zum Staate geben. Wir stehen deshalb vor Bändern, immer stärker und richtete immer begehrlichere Blicke von Kurnatowski und von Reinhardt; Neesrve- Ersatz- Infanterie solchen heraus Entscheidungen treffen, die die Zukunft für längere Strömungen, von den Nadikalen und der vom Pariser Orient ab- 8, 16, 24, 27, 31, 36, 53, 55, 66, 71, 77, 78, 81, 82, 87, 99, 109, Zeit festlegen würden." hängigen Freimaurerei genährt, die dem Dreibund ohne Sym- 110; Landwehr- Grfah- Inf- Reg. Nr. 1' sowie solches Nr. 7 der Land Die Fortschrittler wollen also, wenigstens nach den Dar- pathien, ja feindlich gegenüberhanden und in einer Annäherung wehr- Division v. Menges; Befaßungs- Reg. Nr. 4 Posen der Belegungen des Abg. Hoff, Uebertragung des Reichstagswahl an das lateinische republikanische Frankreich das Heil erblidten. fabungs- Brig. Nr. 4; Kombiniertes Grfaß- Bat. der Inf.- Regimenrets auf Preußen, die Nationalliberalen wollen die geheime Shon in das Jahr 1901 fallen Vorgänge, die ein Teife& ter Nr. 23 und 63; Brigade- Ersatz- Bataillone Nr. 144, 28, 37, 40, und direkte Wahl zugestehen unter Beibehaltung der Klaffen erkennbar machten. Es erfolgte der Abschus bes italic. n. Bataillone: 2. I Breslau, III und IV Darmstadt, II Munster, Abrücken Italiens pach der französischen Seite 43, 50, 55, 76, 79; Bandwehr- Brig.- Grfah- Bat. Nr. 25; Landsturmscheidung, die Freikonservativen verfolgen einen Plan, der auf nisch- französischen Mittelmeergblommens, in Neufalz a. O., II Oldenburg, Osnabrüd, VI Posen, III Botseine Verschlechterung des jezigen Zustandes hinausläuft. Die dem Frankreich und Stalien Bereinbarungen über ihre gegenseitige dam, Samter, Schlawe, II Schrimm, Thorn, 4. Trier, Wohlau; Konservativen verbergen ihre Abneigung gegen jede Reform Bolitit bezüglich Tripolis und Marokko trafen, und dessen Landsturm- nf.- Grjah- Bat. Arolsen; Jäger- Bataillone Nr. 3, hinter formalen Bedenken und das Rentrum hüllt sich in viel- solgen in der Haltung Italiens auf der Algeciraston. 1, 14; tes.- Jäger- Bataillone Nr. 6, 10, 15, 17, 18; Garde- Maschinengewehr- Abt. Nr. 1; Maschinengewehr- Abteilungen Nr. 1 und fagendes Schweigen. Die Aussichten auf eine vernünftige ferenz erkennbar wurden. Wahlreform beruhen also nach wie vor auf dem Willen der Schon damals lagen begründete Anzeigen dafür vor, daß neben 2; Festungs- Maschinengewehr- Abteilungen Nr. 1, 3, 7 und 8; breiten Schichten des Volkes, die staatsbürgerliche Gleich diesen, sozusagen tolonialen Vereinbarungen noch Abreden 2. Gray- Waschinengewehr- Komp. des 5. und 2. des 15. Armeekorps; zwischen beiben Mächten getroffen wurden, bie, wenn nicht mit dem Feld- Maschinengewehr- Büge Nr. 11, 107, 154. berechtigung zu erlangen. Wortlaut, so dech mit dem Geist des Dreibundes schwerlich 1. Garde- Dragoner; Dragoner Nr. 22; Ref.- Dragoner Nr. 1; Der bayerische Kronprinz über Gebietserweiterungen. im Gintlang tanden. Symptomatisch in dieser Hinsicht Husaren Nr. 16, 17; tej- Qufaren Nr. 9; Jäger zu Pferde Nr. 3, waren die großen Anstrengungen, die der italienische Minister des Feltavallerie- Reg. Nr. 1 bes 6. Armeetorps; tombiniertes München, 29. Mai.( T. U.) Der deutsche Reichstagsabge. Aeußeren, Herr Brinetti, bei den Verhandlungen über die Er- Bandwehr- Stavallerie- eg. der 1. Landwehr- Division jowie solches ordnete Dr, Maximilian Pfeiffer veröffentlicht in der baye- neuerung des Dreibundes im Jahre 1902 machte, um eine bände der Landwehr- Division v. Satobi; Landwehr- Galadron des rijchen Staatszeitung" eine Unterrebung mit dem bayeri- rung des Vertrages herbeiguführen oder doch wenigstens nach außen 1. Armeekorps fowie 3. des 2., 3. bes 7. und 8. des 20. Armeekorps. schen Kronprinzen Rupprecht in deffen Hauptquar- hin den Gindrud zu erwecken, als ob eine ben geänderten franzö- Regimenter Nr. 6, 10, 35, 37, 38, 42, 51, 54, 56, 58, 76, 76; Divi3. Garde- Felbart.- und Garde- Felbart.- Grjak- Reg.; Felbart.tier. Der Kronprinz gab der Ueberzeugung Ausdrud, daß von fisch- italienischen Beziehungen Rechnung tragenbe Revision des einem Frieden er st dann gesprochen werden darf, wenn die Vertragsteries erfolgt sei. Die kaiserliche Regierung stand damals fions- Felbart.- Reg. der Landwehr- Division v. Breugel; Ref- FeldErgebnisse des Krieges derart sind, daß wir inſtande find. Frage, ob sie bei dieser Lage der Dinge auf die Fortsegung 6, 8, 20; Ref.- Fußart.- Reg. Nr. 14; Nej.- Fußart.- Bat. Nr. 27 Landebenso wie bei den späteren Grneuerungen des Vertrages bor der artillerie- Regimenter Nr. 22, 59, 60. 1. und 2. Garde- Fußart.- Neg.; Fußart.- Regimenter Nr. 8, 4, diesen Frieden nach unseren Bedürfnissen und den Forde- des Bundesverhältnisses mit Italten verzichten oder dem rungen der Wohlfahrt des Vaterlandes zu gestalten. Staats- Königreiche die großen Vorteile auch noch weiter fortgewähren solle, wehr- Fußart. Bat. Nr. 6; Artillerie- Brüfungstommiffion. notwendigkeiten verschiedener Art müssen dabei ausschlag- die ihm durch das Bündnis geboten wurden. Pionier- Regimenter 9r. 23, 24, 25, 29, 31; Pionier- Bataillone: gebend sein, niemals aber irgendein Gefühl oder auch nur eine Die Frage ist in allen Fällen aus dem Grunde bejaht wor- II. Nr. 1, I. Nr. 2, I. und II. Nr. 5, I. Nr. 6, 1. Nr. 10, II. Nr. 11, Anwandlung von Kriegsmüdigkeit daheim im Lande den, weil sonst die Gefahr dorlag, daß Italien vollständig in II. Nr. 15, L. und II. Nr. 21, II. Nr. 27; Pionier- Grfaz- Bataillone Nr. 4, 10; Bionier- Rompagnien Nr. 221, 229, 287; 9tes.- Pionieroder die Stimmung, daß der Opfer nunmehr genug das gegnerische Bager übergeben und damit Defter Kompagnien Nr. 46, 52; 1. Banbwehr- Pionier- Komp. des I. und gebracht seien. Unsere Gegner können dabei überhaupt könnte, die ihm das Bündnis gewährleistete, solange es gehalten Mittlere Minenwerfer- Abteilungen Nr. 101 und 180; Schwere reich- Ungarn die Rüdenbedung berlieren 2. des 18. Armeekorps; Beichter Feftungs- Scheinwerferzug Nr. 2; niemals mitsprechen. Wie sich die Grenzen unseres Vater- wurde. landes in der Zukunft gestalten müssen, kann dieser überlassen bleiben. Wird das Gebiet des Reiches erweitert, so wird die entscheidende Benbung in per englischen Politit, b. h. der Ab Die Richtigkeit diefer Politik erties sich, als im Jahre 1904 Deinentwerfer- Abteilungen Nr. 8 und 56. Eisenbahn- Neg. Nr. 3; Gisenbahn- Bautompagnien Nr. 24, 29; es der klugen Vorsicht der Staatsmänner anheimgestellt schlug der englisch- franaojiiden Entente er- Fernsprech- Abt. des 21. Armeekorps; Feldfliegertruppe. werden müssen, den Anpassungs- und Verschmelzungsprozeß folgte, indem sie tros des vorliegenden französisch- italienischen Nr. 2, 3 und 6 des 7. Armeekorps; Fuhrparkfolonnen Nr. 2 und Feld- Train- Eskadron des 7. Armeekorps; Proviantkolonnen weise zu fördern. Dafür sind verschiedene Möglichkeiten und Mittelmeerabkommens Italien in einem Zustande der Neutralität 7 des 7. Armeekorps. Wege vorhanden. Jedenfalls muß aber dafür gesorgt werden, erhielt, die zwar, wie auf der Konferenz von Algeciras, schwerlich Inf.- Munitionsfolonne Nr. 4 des 4. und Art.- Munitionsdaß für die Aufwendungen des Krieges ein Ersatz geschaffen eine wohlwollende war, immerhin aber Frankreich und England tolonne Nr. 7 des 3. Armeekorps. wird, der vollkommen ausreichend sein muß. Am Schlusse au forcieren. Auch darf nicht übersehen werden, daß die italie- torps; Gtappen- Sanitätsdepot der 5. Etappen- Inspektion. verhinderte, schon damals in der marokkanischen Frage die Note zu italie- torps; Sanitäts- Komp. Nr. 1 und Feldlazarett Nr. 6 des 7. Armeeder Unterredung betonte der Kronprinz: Die Anforderungen nischen Staatsmänner stets einer hppnotischen an das Heer sind ungeheuer groß. Die treue Befundung un- Furcht vor einem etwaigen Angriff der eng Armierungsbataillone. erschütterlichen Vertrauens zu dem Heer in der Heimat mußischen Flotte auf die italienischen Stiften erfüllt waren. mithelfen, den großen Sieg zu gewinnen. Versammlungsverbot. Am Sonntag, den 30. Mai, vormittags 11 Uhr, follte im Restaurant Groß in Essen eine Bergarbeiter- Versammlung stattfinden mit dem Thema:„ Teuerungszulage oder Lohnerhöhung". Diese Versammlung ist von der Behörde nicht genehmigt worden. b. Sieraus erklärt es sich, daß in dem Maße, wie die Entfremdung Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 185 bringt zwischen Deutschland und England zunahm, das Bestreben der Verluste der Res- Inf.- Regimenter Nr. 10, 11, 14, 17, 18, 20, 21; italienischen Politit sich atzentuierte, mit den Ententemächten, Ref.- Radfahrer- Komp. Nr. 8; Landwehr- Inf- Regimenter Nr. 2, insbesondere auch mit Rußland, engere Fühlung zu suchen. Die 5, 6, 12, 15; Brig.- Ersatz- Bataillone Nr. 2, 7, 11, 12; 4. ChebauBegegnung von Racconigi im Jahre 1908 brachte Bereinbarungen legers- Reg.; 2., 5., 8., 9. und 11. Feldart- Reg.; Ref- Feldart. zwischen Rußland und Italien hervor, die sich nach den der taiser- Regimenter Nr. 1, 8; IV. Ersab- Feldart.- Abt.; 1., 2. und 3. Fußlichen Regierung darüber vorliegenden Nachrichten auf den Baltan artillerie- Reg.; Ref.- Fußart.- Regimenter Nr. 1, 3; Landwehr- Fußart.- Bat. Nr. 2; 2. und 3. Pionier- Bat.; Pionier- Kom. Nr. 20; und andere Fragen erstreckten. In den folgenden Jahren hatte die kaiserliche Regierung Pionier- Part- Komp... 1. Armeetorps; 1. Munitionstolonnen- Abt. bes twiederholt die Beachtung machen müssen, daß Interna der 2. Armeekorps; Res.- Munitions tolonnen- Abt. Nr. 5; SanitätsPolitik der Dreibundmächte auf dem Wege über Komp. Nr. 2 und 3 des 3. Armeekorps; Res- Sanitäts- omp. Gegen betrügerische Heereslieferanten. Rom nach Petersburg gelangen und zwischen der italie- Nr. 8. Das preußische Justisministerium hat eine allgemeine Verfügung nischen und der russischen Diplomatie politische Fragen in einer Die württembergische Verlustliste Nr. 189 enthält folgenden Inhalts erlassen: Weise erörtert wurden, die mit dem Geist der Loyalität, wie er Verluste des Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 120. Die Strafverfolgungsbehörden haben über jedes während des zwischen Verbündeten obwalten sollte, taum noch in Einklang zu Die württembergische Verlustliste Nr. 190 bringt Ber Arieges anhängig getvordene oder noch anhängig werdende Straf- bringen war. Die kaiserliche Regierung hat unter diesen Um- lufte der Inf.- Regimenter Nr. 120, 121; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 121; verfahren wegen mittelbarer oder unmittelbarer Bieferung minder- rechnet, daß im Falle des Eintritts des casus foederis Italien 125, 126; Landwehr- nf.- Reg. Nr. 126; Inf.- Regimenter Nr. 127, ständen schon lange mit der Wahrscheinlichkeit ge- Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 121; Füfilier- Reg. Nr. 122; Inf.- Reg. Nr. wertiger Ware an die deutsche oder die österreichisch- ungarische Heeres- sich der ihm obliegenden aktiven Vertragspflichten entziehen 180; Ref.- Inf.Reg. Nr. 248; Landsturm- nf- Bat. Hall; Res.. verwaltung alsbald unter furzer Mitteilung des Sachverhalts an werde, wozu die, wie in den meisten Bündnisverträgen, so im Drei- Feldart.- Reg. Nr. 26 und 54; 3. Landwehr- Pionier- Komp.; Freimich zu berichten." bundvertrage angewandte elastische Formel, daß die Bündnispflicht willige Sanitäts- Kraftwagen- Kolonne A Gewerkschaftliches. Die Zahl der Arbeitslosen im April. Die Gesamtjahreseinnahme 1914 бetrug 181 782 M., bie Aus- Referat bas Borgehen der Kampfesorganisationen auf sozialpolitischem gabe 278 002 m., der Vermögensstand in der Bentraltasse und in Gebiet während der Kriegszeit. Er kam dabei auf die Stellung den Lokalkaffen 103 660 M. gegen 199 880 M. Ende 1918. Die der Gewerkschaften zum Arbeitsnachweiswesen, zur fommunalen höchste Ausgabe berursachte die Arbeitslosenunterstützung am Drte Arbeitslosenversicherung, zu den Einigungsämtern im Bergbau, zu Zu Ende April 1915 wurden in 33 Organisationen mit Lohnbewegungen ohne Streit wurden 78 888 M. berausgabt. und auf der Reise mit 104 948 M., für Streits, Aussperrungen und der Aufhebung der Koalitionsbeschränkungen der landwirtschaftlichen und staatlichen Arbeiter, der Rechtsfähigkeit der Berufs1045 589 befragten Mitgliedern insgesamt 30 292 Arbeitslose Sofort nach Ausbruch des Krieges wurde die Kranken- und vereine, zur Anerkennung der unabhängigen Berufsvereine als gezählt, und zwar 17 499 männliche und 12 793 weibliche. Sterbeunterstützung sistiert, die Bezugsdauer bei der Arbeitslosen gegebene Vertretung der Arbeiterflaffen auf allen Gebieten des Berglichen mit dem Ergebnis des Vormonats bedeutet das unterstügung um 14 Tage gekürzt. Trogdem stieg die Ausgabe für wirtschaftlichen und fozialen Lebens gegenüber den Behörden und eine Abnahme von 8407 männlichen und eine Zunahme von Arbeitslose in den ersten beiden Kriegsmonaten allein aus der der Regierung zu sprechen und erläuterte den Standpunkt der wirt498 weiblichen Arbeitslosen. Diese Steigerung der weiblichen Sentraltasse auf 86 882 M. gegen 11 613 M. im ganzen dritten fchaftsfriedlichen Arbeiterbewegung zu diesen Fragen. Es ist be Arbeitslosenzahl, die übrigens während des Krieges das erste gefamt wurden seit Striegsausbruch bis Ende des ersten Quartals Stellungnahme zu den sozialpolitischen Maßnahmen während des Quartal 1918 und 6669 M. im ganzen dritten Quartal 1912. Jns- mertenswert, daß die gelben Organisationen es ablehnen, ihre mal zutage tritt, ist auf die erhöhte Arbeitslosigkeit in der Dieses Jahres für Arbeitslose verausgabt 71 453 M., babon Krieges und nach demselben vor aller Deffentlichkeit zu präzisieren. Textil- und der Hutindustrie zurückzuführen. Stieg 11 597 M. extra für Ausgesteuerte, außerdem aus den Lokaltafien Deffentliche Mitteilungen hierüber verböten sich im Zeichen des doch in beiden in Frage kommenden Verbänden die Zahl der 7777 M. für ausgesteuerte Arbeitslose und Angehörige von Ein- Burgfriedens! weiblichen arbeitslosen Mitglieder von 3675 zu Ende März gezogenen. auf 4852 zu Ende April, also um 1177. Auf 100 Mitglieder berechnet stellte sich die Arbeitslosenziffer auf: im Jahre 1915 zu Ende männl. weibl zuf. Januar 5,8 im Jahre 1914 männl. meibl zuf. 11,1 6,5 5,0 2,4 Februar 4,5 9,4 5,1 3,9 2,1 4,7 3,7 März April 2,6 8,3 3,3 2,9 1,9 1,9 9,1 2,9 2,8 2,8 den andern ab. Troz des Burgfriedens! Die gelbe Bewegung stellt uns also durchaus nicht vor ein Mätsel, wenn sie über die Neden und Beschtusse in Bern schweigt. Wenn der Frieden da sein Intereffen der Arbeiter von den gelben Wertvereinen bertreten wird, werden wir an der Hand von Tatsachen zeigen, wie die uns teine gweifel. worden sind. Was die Gelben dabei ernten, darüber bestehen bei Ausland. beweging. Jm späteren Verlauf der Verhandlungen wurde ausgesprochen, Die Arbeitslosigkeit ist von 50,7 Broz.( der nicht eingezogenen daß die gelben Wertvereine es ablehnen, auf fozialem Gebiete in Mitglieder) nach Kriegsausbruch auf 10,2 Proz. Ende Apel zurüd ein Wettrennen mit den Gewerffchaften einzutreten". Nun, was die gegangen, aber nur, weil die größte Zahl der Arbeitstofen fich Getvertichaften auf fozialem Gebiete verlangen, sind Gemeinwünsche bietende Arbeit in anderen Gewerben annahm. Es arbeiten zur aller Organisationen in Deutschland, die an dem Ausbau der zeit außerberufft, überwiegend auf Striegsbedarfsartitel, 882 gegen fozialen Gesetzgebung im Interesse der Arbeiter arbeiten. Das 600, die im Beruf beschäftigt sind; arbeitslos find 171 in ganz gemeinfame Vorgehen der Gewerkschaften aller Richtungen, die Deutschland. Das Kunstgewerbe liegt noch immer gänzlich danieber, Ünterfehung der Forderungen durch weite Bürgerliche Kreise, durch 2,9 1,7 die wenigen öffentlichen Bauten, deren Fertigstellung zugefagt wurde, bürgerliche Sozialpolititer, Volkswirtschaffter und Parteien und benötigen nur eine sehr geringe Anzahl Bildhauer. schließlich auch bie nach mancher Seite hin gemachten Zugeständnisse Der Stand der Arbeitslosigkeit wäre demnach im April Anfang Mai ist die Kranken- und Sterbeunterstützung wieder und Anestennungen der Stegierungen zeigen, daß es sich um Reformen 1915 immer noch um ein geringes höher als in der gleichen in Kraft gefekt worden mit der einzigen Beschränkung, daß die handelt, die berechtigt find. Soweit fie schon zur Durchführung Zeit des Vorjahrs, wobei noch zu berücksichtigen ist, daß zur Bezugsdauer bei der Arbeitslosen- und Krantenunterfügung bis gelangt find, hat sich ihr Segen für die Arbeiter und ihre Familien zeit über zwei Fünftel der Gewerkschaftsmitglieder im Felde auf weiteres noch verkürzt bleibt: statt bis zu 42, 56 und 70 Tagen genügend gezeigt. Wir erinnern an die Arbeitslosenunterstützung stehen und sehr viele Frauen Männerarbeit verrichten. Den bis zu 28, 42 und 56 Tagen, je nach der Dauer der Mitgliedschaft. burch Staat, Gemeinden und Gewerkschaften. Dennoch, die Gelben Durchschnittssak von 2,9 überschreiten im Berichtsmonat Durch Extrabeiträge wurden seit Striegsausbruch zirka 100 000 m. lehnen das Wettrennen mit den Arbeiterorganisationen ab. In 14 Verbände. Von diesen weisen die Organisationen der aufgebracht, seit Anfang Mai werden Extrabeiträge nicht mehr ihrer Presse löste bei Besprechung der vorgenannten Fragen ein Hutarbeiter mit 23,6, Porzellanarbeiter mit 12,8, Glaser mit erhoben, der normale Beitrag beträgt 86 beat. 60 Pf. pro Woche. gehäffiger Artifel gegen die Getverfchaften und ihre Forderungen 11,6, Bildhauer mit 10,9, Buchbinder mit 10,0, Lithographen mit 6,1, Holzarbeiter und Buch- und Steindruckereihilfsarbeiter Der Zentralverband der Bäcker im 8. Kriegsmonat. mit je 5,6, Lederarbeiter mit 5,0 und Textilarbeiter mit 4,8 zum Seeresdienst eingezogen; insgesamt stehen nunmehr 18 648 Im Monat März wurden noch 2629 Mitglieder des Verbandes die höchsten Arbeitslofenziffern auf. Verhältnismäßig die wenigsten Arbeitslosen hatten folgende Verbände: Gemeinde- nannien Monats noch 12 989 Mitglieder, darunter 2920 weibthhe. glieber beim Militär. Der Berband hatte am Schlaffe des geund Staatsarbeiter mit 0,3, Graphisches Gewerbe( Chriffl.), Unter den Eingezogenen find 8834 verheiratete mit 11 216 Kindern. Tabadarbeiter und Brauerei- und Mühtenarbeiter mit je Neuaufnahmen fonnten im März 326 gemacht werben gegenüber 871 0,9 Proz. im Bormonet. An Beiträgen wurden faffiert 48 997 gegen 58 455 Muffifche Scharfmacher als Gönner der GewerkschaftsJm Reichsarbeitsblatt" werden auch die Ergeb- im Februar. Die Einnahmen der Hauptkaffe bezifferten sich auf nisse der Arbeitslosenzählungen nach Landesteilen veröffent- 28 111 M. gegen 28 667 M. Die Ausgaben verringerten bes Der Ausschuß des allmächtigen Zentralverbandes russischer Inlicht. Nach diesen Stathuken hat zu Ende März 1915 das fonders infolge Wegfalls der Familienunterstitzung auf 26 867 buftrieller erftet offiglos, daß er fich genötigt febe zu den gegen Königreich Bayern mit 6,2 Proz. den höchsten und die Provinz gegen 39 676 M. im Februar. Neben der immer noch erfreulich ihn gerichteten Vorwürfen über seine Bolist ber Arbeiterbewegung Westfalen mit 1,0 Proz. den niedrigsten Stand der Arbeits- werben konnten, ist es bemerkenswert, daß die Beiträge det mit gegenüber Stellung zu nehmen. Diese Vorwürfe feien ungerechten Zahl der Neuaufnahmen, die in allen Kriegsmonaten gemacht losigkeit zu verzeichnen. Berlin und Brandenburg steht unter gleder regelmäßiger eingehen, als in den Friedenszeiten. Während im Stereffe der gesamten Voltswirtschaft, fie müsse aber allmählich fertigt. Die Hebung des Wohlstandes der Arbeiterschaft liege auch den 13 angeführten Landesgebietsgruppen mit 2,1 Proz. an im Durchschnitt der Monate Januar bis Juli 1914 auf je ein Mit- und in einer rubigen, gefchäftsmäßigen intosphäre vor sich gehen. achter Stelle. glted 3,20 Beiträge entfielen, hat sich diese Verhältniszahl später Das gegenseitige Intereffe der Arbeitgeber und Arbeitnehmer faft regelmäßig gesteigert und betrug im März d. J. 3,77. Gin verlange, daß in ihre Beziehungen sich feine Vermittler einBeweis, daß die Wettglieder sich der ernſten Zeft bewußt sind und milthen, welche der Sache aubertaufenbe Swede berfolgen. effeig bestrebt find. ihren Verpflichtungen gegenüber der Organisation nachzukommen Die Verständigung würde sich am besten dann erzielen laffen, wenn die Arbeiter die Möglichkeit hätten, sich in gewerkschaftlichen Arbeiterverbänden frei zufammenzufchließen. Die Bragis habe gezeigt, daß dieser Weg der Verständigung die StabiWie bekannt wird, hat Mitte Mai in aller Stille in Berlin die lität der Bestehungen zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern Jahrestagung des Hauptausschußes nationaler Arbeiter und Be- gewährleiste rufeverbände Deutschlands stattgefunden. Dem Bericht, der über Behn Jahre egiffiert die Zentralorganisation der russischen diese Tagung in gelben Werkvereinsorganen erschienen ist, ent- Scharnager. Nicht nur, daß sie zufah, sondern unter ihrem Beinehmen wir, daß die Teilnehmer der Tagung von Herrn General fall und Gegen tehrte die ruche Regierung mit eisernem Besen bon Loebell begrüßt wurden. Die gelben Führer Heuer, fast alle Spuren der Arbeiterorganisationen aus. Und jetzt beBrodnow und wisnöwsti waren in feldgrauen Uniformen finnen sich die Herren, daß die Organisationen ihnen„ Suhe und erftenen; fie waren für die Tagung besonders beurlaubt worben. Stabilität der Beziehungen" gewährleisten würden. Nach den bisJm Mai 1914 haben die Gelben in ihren Reihen 209 000 Mitglieder herigen Erfahrungen muß man sehr begveifeln, daß die Industriellen gezählt, von denen jegt über ein Drittel im Felde steht. An fehr bemüht sein werden, ihren angeblichen wohlwollenben Standder internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Grapbit in punkt bei der Regierung durchzusetzen. Nicht umsonst reden fie Seipzig fonnte sich der Hauptausschuß mit 18 eigenen Beitungen von den fremden Vermittlern", bie ihre eigennügigen Interessen feiner Bewegung beteiligen. Herr Rupp beleuchtete in seinem verfolgen! Berlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter! Die Konferenz der Vertrauensmänner der Nordenbezirke findet am Mittwoch, den 2. Juni, abends 6 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, statt. Die Ortsverwaltung. Deutsches Reich. Der Bildhauerverband im Jahre 1914. Die Stärke der deutschen Gewerbschaftsbewegung zeigt sich auch darin, daß selbst die kleinen der Generalkommiffion der Getvert schaften Deutschlands angeschlossenen Verbände den Krieg überstehen und damit den aus dem Felde zurückkehrenden arbeitsfähigen Wiit gliedern einen Rückhalt bieten. Einer diefer fleinen Verbände ist Der Zentralverein der Bildhauer. Zu Beginn des Jahres 1914 belief fich die Mitgliederzahl auf 8606, am Ende des 9. Kriegsmonate auf 1674. Zum Kriegs- und Heeresdienst eingezogen wurden 1481 Mitglieder, davon 688 verheiratete. Die Zahl der Verwaltungsstellen ist von 98 bei Striegsausbruch auf 67 Ende April d. J. zurüd gegangen. Beredtes Schweigen. Weis Leinen: 4,50 5,90 690 7,00 Leinen Schuhe Sandalen Turnschuhe Tennisfchuhe Weiß Leinen: 5.90 Leiser In allen Verkaufoffellen große Spezial Abilg für Kinder- åffl 0000 Kinder 27-30 31-35 6,90 7,90 36-39 9,50 Friebriftraße 179 Zauenßienstraße 20 Raigftraße 34 Leipziger Straße 65 Dranicaßraße 47a Moabit, Turmstraßeso Otterfraße sa Oranienstraße 36 Reutsjin, Bergftt, 7/8 Friebenau, Rheinße 14 HAC Herren Chevreau a Boxcalf m a ohne Lackkan Mk 12,50 _A.WERTHEIM Leipziger Str. Königstraße Blusen, Bluse ausleinenarlig.Stoff, Sportform, 3.20 offen u. geschlossen zu tragen aus bunt gemustertem Schleier- 3.75 Sonder- Preise Montag bis Mittwoch G. M. BERLIN Rosenthaler Str. B. Moritzplatz H. Kostümröcke u. Damen- Kleider aus getupft. 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Königl. Vreuk.) Klaffenlotterie 5. Plaffe 18. Biehungstag 29. Mai 1915 Vormittag Auf jede gezogene Nummer find zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 m. find in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-. f. 8.)( Nachdruck verboten) 30 139 48 354 439 43 808 1112 409 697 774 2011 221 ( 1000) 69( 3000) 312 666 716( 500) 3077 188 92 222 467( 1000) 80 521( 500) 802 91 4253 328 90( 1000) 423 601 607 796 914 45 68 5088 106 41 223 65 399 423 655 609 716 50 81 822( 1000) 950 69 62 65( 3000) 6220 397 425( 1000) 64 777( 3000) 95 848 87 7049( 1000) 74 342 67 87 409 624 628 776( 1000) 97 885 998 8015 27 82 83( 500) 136 234 65( 500) 75 78 720 960( 1000) 83 9098 262 322 65 410 677 727 60 816 85( 500) 10324 417 79 85 883 971 11100 18 38 65 252 68 397( 3000) 645 840 51 65 74 12007 9 149 51 661 708( 500) 89 825 983 13092 121 254 388 746 895 14004( 500) 181 85 470 535( 1000) 611 32 714( 500) 15 863 85( 1000) 966 15091 128 210 324 407 32 544 67 749 913 24 18002 222 23 89( 1000) 364 596 746( 500) 800 975( 600) 17213 365 476( 500) 86 625 868 18010 14 252 97 610 676 734( 500) 19033 135 430 621 704 984 20011 73 76 106 65 247 324 803( 1000) 45 21180( 500) 265 372 431 48 64 548 680 865 910 70 22043 58 171 231 37 347 627 682 707 23 58 23136 202 337 493 640 666( 1000) 744 878( 500) 81 927 47( 500) 24059 536( 500) 96 611 45 82 858 25089 191 490( 1000) 595 804 910 55 26398 608 880 939 54 ( 3000) 86 27063 139 342 638 82 834 28092 201 375 423 761 875( 600) 89 936 29134 88 200( 1000) 64 371 444 73 527( 600) 623 94 994 30042 352 410 93 653( 1000) 896 984 31085 169 287 371 414 726( 3000) 46 82075 86 94( 600) 195 281 336 653 33129 30 43 56 76 200 90 96 368 872 942 34050 111 404( 1000) 78 781 35019 47 171 570 92 901 4 36271 599 600 20 849( 1000) 91( 1000) 905 87000 43 48 81 127 416 42( 500) 596 642 89 889 88289 562 636 39061 99 426 766( 3000) 988 40120( 500) 63 325 432 641 51 804 93 41323 450( 500) 74 84 42117 59 216 521( 500) 603 11 43179 220 61 427 691 705 44414 43 541 609 49 725 811 86 45070 228 57 356 ( 500) 414 689 869 918 62 46003 277 441 67( 1000) 98 683 910 60( 1000) 47002 15 369 504 18 614 73 765 851 89( 500) 48044 219 358 60( 3000) 404 6 79( 500) 569 757 803 993 48070 89 379 400 580 724 64 84 810 62 70 94 50072 266 310 31( 500) 629( 500) 878( 500) 949.92 51083 237 634 792( 500) 925( 1000) 52190 208 424 588( 3000) 690 742 829( 3000) 68 994 53000 58 74 127 80 244 718 81 54314. 441 573 717( 500) 811 55000 324 615 60 74 799 899 946 56371 434 71 647 76 78( 500) 693 99 863( 500) 930 58 57037 83 95 134 49 63 70 596 684 829 977 58001 19 246( 1000) 355 90 617 682 98 877 993 59020 32( 5000) 148 213 36 95 332 443 631( 3000) 606 9 23( 500) 60106 26 305 426( 1000) 720 61066 126 235 62 314 497 660 656 806 27 79 62413 63586 787 909 64199 244 74 88 334 416 27 80( 3000) 568( 500) 97( 1000) 672 809 73( 1000) 969 65220 424 504( 500) 618 723 78 803 47 66497 639( 3000) 55 65 753( 3000) 817( 500) 978 91 67323 26 404 68070 168 210 38 367 656 664 705 87 69111 216 68 78( 1000) 365( 1000) 411 ( 500) 63 585 604 70 841 55 63 70030 251 371 554 741( 500) 839 72 928 71382 89 481 629 767 839 980 72089 249 315 97 683 761 E6 891 73130 206 85( 500) 464 98 548 616 74077 218 324 67 532 618 55 60 777 023 75367 842 68 94( 1000) 76070 117 249 458 61 82 500 608( 1000) 744 843 90 77077 126 513 742( 500) 63 78164 383 630 665 754 79109 83 320 544 789( 1000) 80195 330 484 560 627 93 81222 476 626 772 823 918 32 82044( 1000) 99 171 237 41 47( 500) 440 668 744 947 83006 16 27( 600) 368 633 909 69 84155 250( 500) 610 763 883 ( 1000) 988 85039 126 278 370 79 464( 500) 699 740 831 88218 87 353 505 70( 500) 664 809 970 87196 263 339 415 82 638( 1000) 93 773 821 39( 600) 96 88079 122 76( 1000) 364 649( 1000) 727 43 867 89025 41 83 116 412 513 881 90002 47 402 72 504 618 30 53 742 80 938 91 91148 60 475 80 670 71 600 92072 135 325 521 740 60 947 84( 1000) 94019 141 224( 3000) 50 93140 312 78 504 659 61 778 981 95110( 1000) 88 207 360 411 89 571 96066 115 285 462 676 97 97121 257 98115 67 208 485 97 603 763 844 941 84 358 413 90 893 906 606 38 903 36 39 83 415( 500) 30 654 797 99270 418 88 100072 125 60 211 87 393( 500) 450 528 745 844 923 101011 71 96( 500) 194( 3000) 248 315 91 511 26 631 99 704 77( 500) 98 818 102003 611 42 50 815 103510 646 760 866 955 65 104021 28( 500) 110 283 415 643 45 880 86 907 82 105098 120 218 351 406 39 525 92 754 874 908 106048 50 96 195 283 877 107023 148 342 440 509 72 913 108010 19 71 351 442 703 825 994 109102 13 295 411 633 95 99 741 912 26 64 110000 25 86 272 412 567 841 963 111427 64 649 784 89 112076 93 103 58 251 369 429 526 44 615 912 113037 122 Meter Ein Posten Taffet- Radium gemustert, 110 cm breit, in verschiedenen Farben.... 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710 925( 500) 232356 483 724 858 925 90 233042 622 30 85 736 45 69 809 967 75 5 M. Jede weitere Grösse 10 Pf, mehr. Sport- Beinkleider 1.80 aus blauem 1.60 Knaben- Satin, mit Gürtel, für etwa 5 bis 7 Jahre... für etwa 8-10 Jahre 2 M. 11-14 Jahre 2.50 M. Waschstoffe Bedruckte Perkal etwa 80 cm breit... Meter 45 PL Wasch- Krepon weiß, etwa 100 cm breit.. Meter 85 pt. Schleierstoff weiß, etwa 110 cm breit..... Meter 1.25 Kräuselstoff schwarz- weiß kariert, etwa 110 cm 2.10 Bestickte Schleierstoffe etwa 115 cm breit 2.70 breit... 5. Preußisch- Süddeutsche ( 231. Königl. Preuß.) Klaffenlotterie 5. Klasse 18. Biehungstag 29. Mai 1915 Nachmittag Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 240 M. find in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr A. St.-A. f. 8.)( Nachdruck verboten) 80 296 623 44 640 49 85 708( 1000) 827 932 1023 324 442 657 68 91 638 710( 1000) 39 96 901( 500) 2073 267 662 70 74 90 95 743 882 3051 110 204 67 423 641( 1000) 727 46 904 4337 87 460( 500) 955 82( 500) 5024 256( 500) 62 92 606 835 993 6171 266 78( 1000) 498 729 943 7038 96 134 46( 3000) 803 512 985 8086 354 438 545 72 78 603 61 866 9132( 3000) 80 245 99 430 602 720 892 948 10326( 1000) 464 535 94 658 730( 1000) 802 950 11052 ( 3000) 160 374 793 981 12029 112 206 24 87 404 36 676( 500) 81 781 806 931 13099 187 622 54 840 60 94 958 14115 260 ( 500) 349 474 669-78 960 15536 56 59 744 882 16084 156 57 76 219( 500) 366 429 608 24 68 77 852 17108 352 415 551 646 18169 328 736( 1000) 852 927 49 19176( 500) 256 475 539 602 776 859 83 935 20063 91 93 263 376 87 520 50 89 611 31 63 70 805 15 990 21072 339 61 92 488 597 711 849 74 22073 140 67 246 69 73 319 76 87 94 428 792 23067 139 348 691 973 24064 85 195 296 323( 1000) 735 76 805 62 25084 188 253 88 625 675 26127( 500) 37( 500) 237 551 94 859 82 912 27059 178 442( 500) 612 703 80 803 907 12 28074 151 68 288 62 313 419 26 928 79 86 29136 92 201( 1000) 311 57 437 832 80190 341 71 77 78( 1000) 631 68( 500) 744 31033 240 449( 10000) 645 724 32234 87 92 486( 1000) 602 73 707 839 33071 136( 500) 51 78 79 201 88 634 837 91 34341 413 ( 1000) 40( 1000) 600 930 35042 66 181( 5000) 230 44 94 349 470 666 795( 1000) 36130 278 399 533 660-( 600) 945 48 98 87136 83 827 55 900 9( 1000) 38029( 1000) 58 81 198 212 890 431 600( 500) 20( 500) 36 857 938 45 46 39096 264 78 402 93 521 606 719 839 56 948 40090 141 294 343 84( 500) 435 669 839 914 41438 65 723 42065( 500) 93 201 338 61 496 608 49 89 816 18 43006 21 136( 500) 319 81( 500) 736 95 818 50 904( 1000) 44050 151 67 88 208 69 583 640 74 87 45006 66 102 60 237 52 96( 1000) 463 66 558( 500) 74( 500) 857 917 21 46013 19 105( 1000) 10 66 83 233( 1000) 50 82 438 533 769 915 67 47084 282 501 25 66 99 688( 1000) 735 823 87 90 945 48179 256 832 49216 417 628 878 50014 210 320 809 958 51106( 500) 72 660 771 931 52255 366 85 432 649 62 608 70 96 719 65( 600) 53095 118 267 80 329 503( 1000) 16 643 75 745 817 44 979 54386 402 694( 3000) 632 817 913 48 55048( 1000) 71 124 52 222 24 801 64 97 497 838( 1000) 53 70 84 915 84 56296 639 629 849 62( 500) 76 924 31 57 57061 81 113 66 451 527 687 830 ( 1000) 65 58460 645( 500) 982 59109 35 80 294 460 90 ( 3000) 611 819 41 997 60238 69 80 398 440 66 732 980 98 61053 69 229 66 306 416( 1000) 851 942( 500) 62154( 3000) 370 410 39 501 675 893 913 63255 84 616 38 829( 500) 64090 119 28 202 9 36 ( 1000) 55 336 406 60 72 575 600 777 881 65034 231 441 90 666 80 915 69 80 66141 46 248( 500) 71 75 94 361 513( 500) 87 772 896 67103 834 81 96 649 786 922 68224 62 67 94 626 804 33 948( 500) 53 69010 60 251 75 331( 500) 61 90 473 646( 3000) 55 664 723 32( 1000) 42 80 845 905 70003 13 246 69( 1000) 303 85 89 701 14 975 71030( 3000) 364 605 64 72108 12 83( 500) 322 66 494 618( 1000) 735 842 911 29 64 73037( 3000) 55 87 167 85 205( 1000) 503 32( 3000) 676( 500) 722 39 67 841 93 976 74014 291( 500) 343 446( 3000) 528 78( 3000) 876( 3000) 989 75002 77 86 120( 500) 568 76199 265 394 401 748 59 936( 500) 77236 49 330 32 87 504 7 69 603 64( 500) 708 32( 3000) 80( 500) 812 39 73 97 101 77 205 67 512( 500) 80 85 628 808 54 944 74 238 54 644 753 900( 500) 4 10( 500) 36 78009 62 79099 188 80257 317 411 534 642 54 68 724 894 81079( 3000) 164 95 319 47 651 68 81 612 19 727 982 94 82011( 1000) 93 223 320 578 687 994 83063 137 43. 449 504 20 661 86 764( 500) 813 948 64 84082 180 264 322 30 62 425( 1000) 527 39 671 93 702 19( 500) 85316( 500) 28 669 618 77 794 921 80 86232 317 36 49 411 784 899 927 87173 358 480 567 667 995 88338 440 639 824( 3000) 42 98 993 89195 344 436 761 87 998 90197 233 573 886 913 81103 79 209 620 30( 500) 57 775 844( 500) 974 75 92190 237 388 412 524 647 65 753 70 71 937 71 93022 69 459 74 771 83( 1000) 829 94080( 1000) 258 607 69 992 95109 84 246 48( 10 000) 338 422 35 513 664( 500) 849 914 47 96209 383 404 61 533 783 841 977 79 97174 328 543 66 713 18 34 842( 500) 98015 70 526 948 50 99038 104 379 508 100066 192( 1000) 223( 1000) 374 419 25 518 645 706 812 80 101036 234 39 468 614 67 677 820 63 90 993( 3000) 102188 229 73 360 786 103053 69 148 79 261 306 626 84 736 42 ( 1000) 184145 49 213 76 627 609( 500) 790 923 47 78 105020 275 435 932 36 106091 106 223 34 420 651( 3000) 723 107211 70 611 108087 172 374 85 689 624 37 717 936 109007( 500) 22 148 221 74 90 91 387 684 832 Meter .. Meter 110003 60 350 478 595 768 89 111014( 15 000) 113 328 472 90 515 61 67 73 647 938 112074 318 57 686 634 958 93 113165 224 691 905 114313 98 669 806 77 115045 71( 1000) 172 222 334 601 749 876 116211 87 600 13 56 845 618( 500) 926( 500) 118034 369 427 707 68 886 980 161 364 487 651( 1000) 687 769 846 117184 119025 120109 86 200 66 351( 500) 489( 500) 94 657 784 839 ( 500) 96 959 121281 369 81 96 667 709 72( 500) 935 88 123077 81 312 122146 50( 1000) 76 84 243 351 71 401 781 37 50 66 685 730 67 822 124103 65 97 511 851 96 911( 500) 125085 165 84 229 445 55( 3000) 581 673 74 772 97 872 971 126012 179 468 78 575 680( 500) 127004 53 144 67 265 379 557 770 79 858 997 128014( 3000) 256 486 655( 1000) 602 759( 500) 884 948 129087 201( 1000) 367 419 76 569 621 711 890( 500) 948( 1000) 18 130257 89 369 458 639 60( 1000) 601 897 131035 154 415 69 513 68 791 961 182190 371 73 413 769( 1000) 77 806 134043 159 7 138085 192 291 527 689 742( 1000) 854 977 221 67 324 492 502 64 672( 500) 739 135028 668 89( 1000) 806 71 963 136253 329 43 731 62 69 829 79 83 976 137133 823 74 923 63 138020 127 64 225 319 53 422 515 60 646 98 768 854 911 94 139135( 3000) 60 252 75( 3000) 79 378( 500) 428 633 141034 185 388 670 140091 229 65 622 71 738 64 143049 453( 500) 607 13 142090 302( 500) 485 851 64 935 76( 500) 936 144176 261 359 401 611 795 810( 1000) 966 145111 33 34 310 15 89 468( 500) 536 724 69 91 972( 1000) 84 146284 90 488( 500) 505 95 624 49( 1000) 772 89 99 841 949 147071 109 371 452 659 700 840 46 972 95 148007 151 780 890 92 149018( 500) 82( 500) 362 68 512( 500) 894 977 150098( 1000) 160 64( 1000) 230 374 479 606 80 699 890 959 66 75 151802 909 11 152070 175 220( 1000) 436 886 90 153253 339 78 427 30( 500) 532 630( 500) 986( 1000) 154212 330( 600) 427 53 636( 500) 59 613 75( 1000) 741 800 964 155029 63( 3000) 165 98 218 76( 500) 316 25 44 421 22 65 517 625 49 701 24 87 803 999 156110 66 67 332( 3000) 427( 500) 731 93 ( 500) 157056 60( 500) 82 215 65 405 21 525 37 931 158019 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800 81 944( 1000) 186124( 500) 208 82 374 600 736 93 852 942 187026 67 225 409 31 611 726 893 188034 39 88 154 91 222 349 90( 1000) 550 775 87 868 74( 500) 963 189018 41 203 75 417 650 711 69 825( 600) 27 190103 25 50 480 573( 1000) 719 191035 123 272 336 470 614 683 721 192012 46 78( 8000) 340 494 569 663( 500) 701 802 907 64 193084 119( 500) 264 322 424 508 71 79 603 11 750 194095 350 416 72 525 29 636 75 748 67 71 955 60 91 195134 85 419 910 196023 58 62 94 205 66 350 530 933 197569 76 797 198021 72 669 643 721 96( 3000) 844 926 199155 315 494 581( 500) 200178 94 453 551 790 990 201014 108 222 81( 500) 350 424 92 872 943 46 202175 76 804( 500) 54( 1000) 959 203045 342( 1000) 428 57 534 674 98 755 98 899 204039 157 227 305 409 34 691 807 17 944 69 72 205186( 500) 366 400 613 18 45 763 946 206024 88 99 212 31 47 357( 500) 404 56 599 609 15 22 26 98 771( 3000) 885 207217 69( 3000) 338 409 846 996 208039 111 314 647( 500) 904 75 77 209190 235 343 645 210128 258 378 99 473 76 651 74 776 211069 106 13 418 ( 500) 764 849 929 59 212099 222 38 338 98 506 15 74( 500) 213047 173( 1000) 284 359 62 730 78 987 214339 658 710 60 841 67 215068 78 104 8 237 83 418 97 807 932 51 216035 62 136 225 45 339 430 46 728 841 217418 71 514 68 623 35( 1000) 58 60 805 218139 57 733 837 929 219189( 500) 750 61 814( 1000) 963 705 836 742-925 220002 68 123 210 408 88 500 631 726 76 825 221059 182 209 447 56 505 632 84( 500) 222075 169 217 337 60 455 628 62 622( 500) 29 95 223082 206 79 311 626 31 92 690 ( 3000) 968 224005 20 108 98 244( 500) 311 411 78 507 46 754( 3000) 914 225161 64( 500) 330 401 93 614 881 226021 284 85 854 81 403 519 38 886 922( 3000) 84 227269( 500) 350 472 631 98 673 701 5 55 75 810 919 228042( 1000) 92 108 53 287 311 601 30 89 98( 500) 819 65 229109 320 410 ( 1000) 38 952( 500) 67( 500) 230196 214 557 700 19 65 992 231216 52 61 400 79 534 685 740 824 90 232136 351 581( 500) 671 784 834 931 233011( 500) 139 89 262 372 504 625( 500) 701 68( 500) 810 ( 500) Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruckerei u, Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 147. 32. Iahrgasg. 2. KeilM des Jumärtü" fctlinct Dollielilatt Sonntag, 30. Mai 1915. Reichstag. 12. Sitzung, Sonnabend, den A. Mai ISlv. Am Bundesratstisch: Delbrück, Helfferich. Präsident Dr. K a e m p f eröffnet die Sitzung um 10V« Uhr. Die Etatsüberschreitungen und autzeretalsmäsiigen Ausgaben der Schutzgebiersrechnung 1912 werden vorbehaltlich der gesetzmäßigen Entlastung genehmigt. Von der Anleihedenkschrift für die Schutzgebiete 1913 wird Kenntnis genommen. Es folgt die zweite Lesung des Gesetzentwurfs zur Einschränkung der Verfügungen über Miel- und Pachtzinsforderungen. Die Kommission beantragt die unveränderte Annahme des Ge- setzenlwurfs sowie die Ueberweisung folgenden Antrages an den Reichskanzler zur Erwägung und eventuellen Regelung im Wege der Kriegsverordnung: Dem ß 869 B. G.-B. wird hinzugefügt:„Der Tod eines zum Kriegsdienst Eingezogenen berechtigt seine Erben bei Mieten bis 1090 M. jährlich den Mietvertrag zum Schluß des auf den Tod folgenden Monats, bei Mieten über diesem Betrag mit drei« monatiger Frist zum Schluß des Kalendervierteljahres zu kündigen. Eine entgegenstehende Vereinbarung ist nichtig." Von der sozialdemokratischen Fraktion liegen fol- gende Anträge vor: 1. Ein Antrag, daß der Mieter oder Pächter über die Rechts« folgen der Beschlagnahme hinsichtlich der Zahlung des Miel- oder Pachtzinses belehrt werden soll. 2. Ein Antrag, wonach sich das Pfandrecht des Vermieters nicht aus die Haushaltungsgegenstände und Möbel des Mieters im Werte bis zu 2000 M. erstreckt. 3. Ein Antrag, dem Z 569 B. G.-B. folgenden Absatz hinzu- zufügen: Stirbt ein zum Kriegsdienst eingezogener Mieter, so sind seine Erben, wenn der Mietzins den Betrag von 1000 Mark jährlich nicht übersteigt, berechtigt, das Mietverhällnis zum Schlüsse des auf den Tod folgenden Monats, wenn der Miet- zins höher ist. zum Schlüsse des auf den Tod folgenden Kalendervierteljahrs zu kündigen; ist nach§ 565 des Büger« lichen Gesetzbuches oder nach dem Mietvertrag eine kürzere Kündigungsfrist zulässig, so bleibt sie bestehen. Eine ent- gegenstehende Vereinbarung ist nichtig. Abg. Landsbcrg(Soz.) begründet den ersten_ sozialdemokratischen Antrag. Gegen den Grundgedanken des Gesetzentwurfs erheben wir keinen Widerspruch. Allerdings sind wir überzeugt, daß die Intelligenz der Schieber auch dem neuen Gesetz überlegen sein wird(Heiterkeit.) Unser An- trag will verhindern, daß durch die Fassung des§ ö7b der Vorlage auch gutgläubige anständige Menschen geschädigt werden können. Daß eme solche Schädigung möglich ist, hat auch die Regierung in der Kommission zugegeben. Die Regierung hat daraus hingewiesen, daß in das Beschlagnahmeformular ein Hinweis auf die Rechts- solge aufgenommen werden könnle. Mit einer solchen Erklärung darf sich der Reichstag aber nicht zufrieden geben. Ich hoffe, daß auch die Freunde des Herrn Schiffer, der seit Jahren die Forderung erhoben hat, daß in die Gesetze Bestimmungen ausgenommen werden, durch die das Laicnpublikum über die Fußangeln der Gc« setze aufgeklärt werde, unserem Antrage zustimmen werden. Da von allen Seilen in der Kommission die Möglichkeit der Schädigung durch das Gesetz zugegeben wurde, ist es Pflicht des Reichslags, von sich aus diese Möglichkeit zu beseitigen.(Bravo I bei den Sozialdemokraten.) Staalssekrelär Dr. Lisco(aus der Tribüne unverständlich) legt den ablehnenden Slandpunkr der Regierung dar. Abg. Waldstein(Vp.) stimmt dem Antrage der Sozialdemokraten zu. Wir können uns unserer Pflicht als Gesetzgeber nicht entziehen, weil die Verwaltung sagt, sie werde schon das Nötige tun. Abg. Dr. Arendt(Rpt.): Db der Antrag der Sozialdemokraten angenommen wird oder nicht, hat keine große Bedeulung. daher halle ich es für zweck- mäßiger, es bei dem Kommissionsbeschluß zu belassen. Doch müssen auch die Hausbesitzer für solche Aussälle entschädigt werden. ES müßte überhaupt ein Mietrecht geschaffen werden, das beiden Teilen gerecht wird. Die Not des städtischen Grundbesitzes, die vor dem Kriege schon groß war. ist jetzt noch gesteigert worden. Es läuft ein Antrag Wald st ein»'Landsberg ein, den Antrag Albrechi wie folgt abzuändern: „Dem Beschluß soll eine Belehrung über die Bedeutung der Beschlagnahme für Mieter und Pächter beigefügt werden." Abg. Stadthagen>.Soz.): Zugunsten dieses Antrags ziehen wir unseren Antrag zurück. Beide wollen dasselbe. Warum sollen wir die Belehrung, deren Notwendigkeit von allen Rednern anerkannt wird, nicht in das Gesetz hineinbringen? Warum sollen wir nicht versuchen, schwere Schädi- gungen des gutgläubigen Mieters nach Möglichkeit abzuwenden. Kommt nur eine verwaltungsgesetzliche Regelung, dann bat der ge- schädigte Mieter keinerlei Recht. Unterbleibt aber die gesetzlich vor« gesehene Belehrung und wird der Mieter dadurch benachteiligt, dann hastet der Fiskus. Ich kann sehr wohl begreifen, daß der Staats- sekretär den FiskuZ nicht haften lassen will, und daß er meint, der Mieter möge es lieber tragen. Aber das wäre ungerechtfertigt. Wir wollen nicht ein Gesetz machen zugunsten kapitalkräftiger Gläubiger, sondern wir wollen eine Bestimmung hineinschreiben, die den Kauf» mann, den Handwerker vor Schaden bewahrt. Die Nationalliberalen erinnere ,ch daran, daß der Herr Abg. Schiffer es gewesen ist. der als Grundsatz für die ganze Gesetzgebung in seinem Antrag auf- gestellt hat. überall die Belehrungspflicht aufzunehmen. Tun wir es also auch hier.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Bell(Z.): Die Aufnahme einer instruklionellen Vorschrift würde einzig da« stehen. An sich wünschen auch wir. daß eine Belehrung an" den Mieter erfolgt. Aber ich glaube, wir können uns mit der Erklärung des Herrn Staatssekretärs begnügen. Sollten sich in der Praxis trotzdem Mißstände herausstellen, so können wir sie bei der Beratung des Etats des ReichsjustizamtS zur Sprache bringen und eventuell später immer noch eine Aenderung treffen. Hierauf wird der sozialdemokratische Antrag in der Fassung Wald st ein angenommen. Abg. Landsberg(Soz.) begründet die beiden anderen sozialdemokratischen Anträge. Die heutig« Gesetzgebung gewährt dem Mieter und seinem Eigentum nicht den genügenden Schutz, die gesetzlichen Bestimmungen dienen in der Hauptsache den Interessen der Hausbesitzer. Sre werden doch zugeben, daß der Krieger von seiner Löhnung kerne Ersparnisse machen kann. Es ist dringend notwendig, kür die Hunderttausende Fürsorge zu treffen. die bei ihrer Rncnehr aus dem Felde in eine ungünstige materielle Lage geraten und den der Hausbesitzer dann fast alles nehmen kann. Bedenken Sie. welche Unsumme von Bitterkeit dadurch angehäuft wird. Was den letzten Antrag betrifft, so ist der darin für die Erben eines im Felde gefallenen Kriegers geforderte Schutz durchaus nötig. Vor allem aber legen wir Gewicht darauf, daß die gesetzlichen Be« stimmungen durch entgegenstehende Vereinbarungen nicht für nichtig erklärt werden können. Wenn heute ein Mann, dem das Vaterland zu Dank verpflichtet ist. fern Leben auf dem Schlachtfelde hingegeben hat, so muß unter Umständen seine Familie noch Jahre über denTod des Ernährers hinaus an den Hauswirt einen Mielszins zahlen, den sie einfach nicht aufbringen kann. Es ist klar, daß dadurch ein vollständiger wirtschaftlicher Ruin der Familie eintreten muß, die sich durch den Tod des Ernährers an sich schon in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen befindet. Wir müssen Fürsorge treffen, um zu verhindern, daß die Schutz- bestimmungen durch Privaivertrag abgeändert werden.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär Lisco erklärt die sozialdemokratischen Anträge für überflüssig. Wie aus den Denkschriften über die aus Anlaß des Krieges getroffenen Wirt- schaftlichen Maßnahmen hervorgehe, lasse sich die Regierung schon jetzt den Schutz der Kriegerfamilien angelegen sein. Abg. Waldstein(Vp.): Wir lehnen die sozialdemokratischen Anträge ab. Wenn man schlechthin Möbel usw. bis 2000 Mark pfandfrei machen wollte, so kann das zu großen Uebelständen gerade im Sinne der Antragsteller führen. Der Schuster, der seine Rechnung von einem Junggesellen daraufhin nicht bezahlt bekommt, der sich seinerseits Möbel im Werte von 2000 Mark angeschafft hat, wird den Antragstellern wenig dankbar sein. Vor allem aber würden wir dies kleine Gelegenheits- gesetz in die größte Gefahr bringen, wenn wir es mit solchen Be« stimmungen bepacken wollten. Damit schließt die Debatte. Die sozialdemokratischen An- träge werden abgelehnt, die Kommissionsfasiung angenommen, ebenso der Rest des Gesetzes nach den Kommissionsbeschlüssen sowie die Resolution der Kommission. Es folgt der Bericht der Kommission für den Reichshaushalts« etat über das Gesetz, betreffend die Versorgung der Personen der Unterklassen des Reichsheeres, der Marine und der kaiserlichen Schutz- truppen, sowie über das Militärhinterbliebenengesetz. Abg. Hoch(Soz.): Mit Recht ist in der Kommission verlangt worden, die dringend notwendigen Veränderungen der Gesetze in die Gesetze selbst hinein zu verarbeiten. Leider waren die verbündeten Regierungen und ein Teil der bürgerlichen Parteien nicht dafür zu haben. Daß die Ver- hällnisse sich noch nichr übersehen lassen, wissen wir auch. Das eine aber wissen wir genau, daß die Zahl der zu versorgenden Familien sehr groß ist und daß wir die größte Sparsamkeit üben müssen. Mit unseren Anträgen wollten wir nicht über das hinausgehen, was unbedingt notwendig ist. Eine durchgreifende Aenderung des Gesetzes, die an sich wünschenswert wäre, kam vorläufig nicht in Frage. Des- halb ist es auch verständlich, wenn Stimmen laut werden: was jetzt ge- schieht, komme nur darauf hinaus, die Sache wieder auf die lange Bank zu schieben. Wenn es nun auch nicht gelungen ist, die unbedingt notwendigen Reformen im Gesetz festzulegen, fo hoffe ich doch, daß das Versprechen, das der Staatssekretär in der Kommission abgegeben hat, auch eingehalten wird. Ueber das, was zu geschehen hat, herrschen ja keine Meinungsverfchiedew heiten. Die Ansichlen gehen nur darüber auseinander, ob die Aen derungen im Gesetz festgesetzt werden oder ob man es der Regierung überlassen soll, im Verwalrungswege das Erforderliche zu tun. Nach. dem aber die Regierung erklärt hat, daß sie sich bemühen will, den Forderungen gerecht zu werden, können wir, glaube ich, mit Sicher heit darauf rechnen, daß sie das Versprechen einlöst. WaS für ein Sturm der Entrüstung würde sich erheben, wenn dies Versprechen nicht ein- gehalten würde. Bei den Verbesserungen kommt zunächst in Belracht, daß der Kreis der anspruchsberechtigten Personen er- Weilerl werden mutz. Es Handell sich da zunächst um die unehrliche» Kinder. Wir haben ja bereits bei dem Gesetz betreffend die Unter- stützung für Kriegerfamilien gesehen, daß die Regierung mit Erfolg bemüht war, die Lücken auszufüllen. In ähnlicher Weise wird sie hier vorgehen müssen. Sehr schwer ist ferner die Regelung des Anspruchrechtes der Eltern des Gefallenen. Nach dem jetzigen Gesetz �haben die Eltern nur Anspruch auf Ent schädigung, wenn der Sohn sie bereits vorher unterstützt hatte. Nun kommen doch aber Fälle vor, daß die Eltern bald auf die Unterstützung des Sohnes rechnen konnten, der Sohn ist gefallen, auch die Gesundheit der Eltern wird durch den Krieg zerrüttet, sie können nicht mehr für sich sorgen, bekommen aber keine Entschädigung obwohl sie doch zweifellos geschädigt sind. Hätte der Sohn gelebt, dann wäre er sogar rechtlich verpflichtet gewesen, seine Eltern zu unterstützen. Wo derartige Fälle auftauchen, sollte deshalb schon jetzt die helfende Hand angelegt werden. Bezüglich der Erhöhung der Unterstützung mit Rücksicht auf das frühere Arbeits« einkommen des Gefallenen bat ja der Schatzsekretär bereits ausdrücklich erklärt, daß schon jetzt bis zum Erlaß des Gesetzes solche Unlerslützungen gewährt werden sollen. Ich habe aber in letzter Zeit häufig die Befürchtung hören müssen, die Zuschußrenten würden nur den bessergestellten Kreisen zuteil, nicht aber auch Arbeitern, kleinen Bauern oder kleinen Geschäftsleuten; in diesen Fällen würde man einfach sagen, die Frauen können ja arbeiten. Demgegenüber darf ich wohl feststellen, daß in der Kommission von keiner Seite, auch nicht im mindesten derartige Andeutungen gemacht sind. Ein solcher Unterschied darf unter keinen Umständen gemacht werden, denn je trauriger die Erwerbsverhällnisse einer Familie an sich sind, um so schwieriger trifft sie jede Einbuße an Einkommen. Die Sätze, die meine Freunde vorgetragen haben, sind das aller- mindeste; ich bitte den Schatzsekreiär dringend, nicht darunter zu gehen.(Bravo!) Ganz besonders schwer wird die Frage sein, wie die Rente abgestuft werden soll bei denjenigen Personen. die nicht ganz arbeitsunfähig, sondern nur teilweise arbeitsunfähig sind. Man darf die'Rente solcher Personen nicht etwa deshalb kürzen, weil sie etwas mehr verdienen, sondern in, Gegenteil, man sollte ihnen die Rente auch dann lassen, wenn ihr Verdienst etwas höher ist, denn das bedeutet einen Ansporn, sich mehr um Arbeit zu be- mühen.(Sehr richtig I) Vor allem muß dafür gesorgt werden, daß die weitesten Kreise genügend darüber unterrichtet werden, welche Ansprüche sie zu stellen haben. Voraussichtlich werden die Anträge wieder bei der Polizeibehörde gestellt werden müssen. Auf Grund der Erfahrungen, die aber damit in kleinen Städten und namentlich in Landgemeinden bei der Unfallversicherung gemacht worden sind, sollte dafür gesorgt werden, daß diese Be- Hörden solche Fälle weiterzugeben haben an die zuständigen Stellen. Auch bei der Prüfung der Frage, inwieweit ein erwerbs« unfähig gewordener Kriegsteilnehmer seine Arbeitsfähigkeit behalten hat, sollten die Erfahrungen bei der Unfallversicherung berücksichtigt werden. Sehr wichtig ist da die Bestimmung, die wir in das Gesetz hineingebracht haben, daß den Verletzten im Laufe des Versahrens Gelegenheit gegeben werden muß, ein Gutachten von dem Arzt einholen zu lassen, zu dem er Vertrauen hat. Die Frage, ob bei der Rentenfestsetzung auch Leute hinzugezogen werden sollen, die das Vertrauen lzer Arbeiter genießen, kann natürlich erst bei der endgültigen Regelung der Materie näher geprüft werden.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Reichsschcchsekretär Dr. Helfferich: Angesichts des ausführlichen Berichts durch Abg. Meher- Herford darf ich mir wohl versagen, auf Einzelheiten aus der Rede des Abg. Hoch einzugehen. Ich möchte nur auch hier, im Plenum des Reichstages, feststellen, daß die Verbündeten Regie- r u n g e n mtt dem Reichstage durchaus eins sind in der An« erkennung der Ehrenpflicht, nach bestem Können für die Kriegsinvaliden und Hinterbliebenen zu sorgen. In diesem Punkte besteht zwischen den Verbündeten Regierungen und dem Reichstage und auch bei den einzelnen Parteien volle Ueberein- stimmung. Die Meinungsverschiedenheiten in der Kommission galten nur den Fragen der finanziellen und technifchen Durchfüh- rung. Zugesagt wurde, daß entsprechend den in der Kommission geäußerten Wünschen, die ihren Niederschlag in den Beschlüssen gefunden haben, bei der künftigen Regelung das Arbeitseinkommen in einer Zusatzrente neben' der normalen Rente berücksichtigt werden soll, wobei wir das Arbeitseinkommen gar nicht kleinlich auffassen wollen. Zugesagt ist ferner, daß aus dieser prinzipiellen Uebereinstimmung die Verbündeten Regierungen die Konseauenzen ziehen werden, nämlich, daß sobald als möglich eine Vorlage an den Reichstag gelangen wird, um die Materhe endgültig zu regeln und rn Ordnung zu bringen. Weiter ist zugesagt, daß bi? zur Erledigung dieser Frage in der ersten Tagung des Reichstages nach Friedensschluß, die Grundsätze, über die Uebereinstimmung besteht, auf Grund des der Regierung bewilligten Fonds zur Ausgleichung von Härten in weitestem Matze Anwendung finden sollen. Endlich ist zugesagt, daß alle Anregungen, die hei der Be- ratung dieser ganzen, schwierigen und sehr komplizierten Materie hervorgetreten sind, geprüft werden.(Beifall.) Abg. Licsching(Vp.): Das beste Geschenk, das wir den Verwundeten geben können. ist die Möglichkeit, weiterzuarbeiten. Die Krüppelfürsorge, die bisher dem Roten Kreuz überlassen war, sollte von der Militär- Verwaltung in die Hand genommen werden. Für die Untsrbrin- gung der ganz Erwerbsunfähigen müssen zentrale Anstalten ge- schaffen werden. Die Hauptsache für die Verletzten ist natürlick die finanzielle Entschädigung. Natürlich ist es unmöglich, jetzt mitten im Kriege über die Höhe der Renten bestimmte Beschlüsse zu fassen. Neben der Höhe des früheren Arbeitseinkommens muß auch eine etwa eingetretene Vermögensschädigung berücksichtigt werden. Bei der Feststellung der Rente muß der Rechtsweg zuge- lassen werden, es darf nicht die ganze Verantwortung wie heute einem Militärarzt überlassen werden.-- Abg. Graf Westarp(?.): Wir haben in der Kommision mit den Nattonalliberalen bean- tragt, wenigstens die Fürsorge für die Witwen und Waisen der Kriegsteilnehmer sofort zu regeln und haben im Interesse vesonders der Hinterbliebenen gehobener Arbeiter, Privatangestellten usw.. Berücksichtigung des Arbeitseinkommens bei der Festsetzung der Rente verlangt. Das Gesetz war leider nicht zu erreichen. Die Berücksichtigung des Arbeitseinkommens ist uns erfteulicherwe'se zugesagt worden. Damit schließt die Debatte. Entsprechend dem Kommissionsantrag werden die in der Kom- Mission gestellten Anträge dem Reichskanzler sowohl für die Ausarbeitung des späteren Gesetzes wie für die Zuwendungen auS dem Dispositionsfonds mit der Matzgabe zur B e r ü ck s i ch t i- gung überwiesen, da dem zukünftigen Gesetze rückwirkende Kratt für sämtliche Teilnehmer am Kriege und ihre Hinterbliebenen ge- geben werden soll. Es folgt der Bericht der Kommission für den Neichshaushaltsetat über einige weitere Fragen �Aenderung des§ 51 des Versicherungs- gesetzes für Angestellte, Aufstellung eines Kriegswirtschaftsplanes für das Erntejahr 1915/16). Auf Antrag des Abg. H a a s e(Soz.) werden die hierzu vor- liegenden Petitionen vorweg beraten. Es sind dies zwei Petitionen. die sich mit den Kriegszielen beschäftigen, und über welche die Kom- Mission Uebergang zur Tagesordnung beantragt. Abg. Ebert(Soz.): Nach den Erklärungen des Herrn Reichskanzlers sind von Oesterreich-Ungarn und von Deutschland die größten Anstrengungen gemacht worden, um den Krieff mit Italien zu verhindern. Oesterreich-Ungarn hat sehr weitgehende Zugeständnisse gemacht, Zugeständnisse, die den ernstesten Friedenswillen stark zum Aus- druck brachten. Bei einigermaßen gutem Willen Italiens hätte der Frieden erhalten werden können(Lebhafte Zustimmung), aber man wollte den Krieg. Das bisher mit uns verbündete italienische Volk ist frivol in die Schrecknisse des Kriege? hineingestürzt wor- den. iSehr wahr!) Man wollte nicht nur die Angliederung der italienischen Sprachgebiete Oesterreichs an Italien, die man ja ohne Schwertstreich haben konnte, man wollte Wetter darüber hinaus Machterweiterungen sogar mit Vergewaltigung fremdsprachiger Völker. Italien führt also keinen Verteidigung«-, sondern einen Angriffs- und Eroberungskrieg. In dieser Auffassung befinden wir uns in Uebereinstimmung mit unseren tapferen Parteigenossen in Italien, die alles taten, auch im Parlament, um das Unheil des Krieges von ihrem Lande und ihrem Volke fernzuhalten und Italien zu einem Friedensfaktor für Europa zu machen.(Lebhafte Zustiw- mung bei den Sozialdemokraten.) Nun werden neue Hundert- taufende auf die Schlachtfelder geführt, unser Land, das schon seit jeher gegen«ine Uebermacht zu Lande und zu Wasser stand, wird vor eine neue blutige Machtprobe gestellt. In dieser Stunde ge- steigerter Gefahr bekennen wirunsrückhaltloSzudem, was wir am 4. August und später hier erklärt haben.(Lebhaftes Bravo!> Wir stehen zu unserem Volk. (Bravo!) Einmütig wird daS Volk alles einsetzen, um dieser neuen Gefahr Herr zu werden und unser Land zu schützen. Aber wir be- klagen es tief, daß mit dieser Erweiterung und Verschärfung de» Krieges die aufkeimenden Hoffnungen aaf baldigen Frieden* in weitere Fernen gerückt sind. Unerhört sind die Opfer an Menschenleben in allen Ländern, und unermeßliche Kulturgüter sind vernichtet. Mehr und mehr macht sich überall daS verlangen geltend, dem Entsetzen endlich ein Ende zu machen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Aber trotz dieser verschärften Situation glauben wir, getreu unserer" sozialistischen Weltanschauung, auch heute dieser.. Friedenssehnsucht i Ausdruck geben zu sollen. Wir wissen uns darin in Ueberein- stimmung mit den Gefühlen großer Schichten aller Böller, die mit uns erstreben einen Frieden ohne Vergewaltigung eines anderen Volkes, ein Frieden, der ein dauerndes Zusammenwirken aller Kulturvölker wieder ermöglicht.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Darum wenden wir uns mit Entschiedenheit gegen diejenigen Bestrebungen, die den Frieden abhängig machen wollen von allerlei Eroberungen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir haben von Ansang an den Standpunkt eingenommen, daß wü: jeden Eroberungskrieg verurteilen. An ihm halten wir fest.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Angesichts der glänzend betätigten wirtschaftlichen und militärischen Widerstandskraft unseres Volkes, angesichts des durch unsere tapferen Volksgenossen erkämpften günstigen Standes des Krieges kann dieses Aussprechen unserer Friedensbereitschaft von niemandem als Schwäche gedeutet werden. (Erneute Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Unser Volk hat Gewaltiges in diesem Kriege geleistet. Draußen vor dem Feinde und daheim hat eS alles darangesetzt, um seine Pflicht zu erfüllen. All« Heerführer bekunden ihre unbedingt« Hochachtung vor der Masse, so schrieb ein bürgerlicher Kollege kürzlich. Und ein anderer Kolleg« sagte in einer Versammlung:„Das ganze. Volk ist ein Orafoj) Steine Herren, einem solchen Volle, darf nicht länger vorenthalten werden, worauf eS schon längst berechtigten Anspruch hat, die- volle bürgerliche Gleichberechtigung a�rf � allen Gebieten(Lebhafte Zustimmung bei den Sozjaldemo- lraten), gleiche Entwickelungsmöglichteiten für jeden.(Erneute Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Nur so wird es möglich sein, unserem innerpolitischen Leben eine gesunde Basis zu geben, nur so wird es allen Volksgenossen möglich sein, freudig mitzu- arbeiten an den gewaltigen Aufgaben auf wirtschaftlichem, sozialem und kulturellem Gebiet, die das deutsche Volk nach dem Kriege zu erfüllen hat.(Wiederholter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Entschlossen, unser Vaterland-in diesem Sinne zu einem wohn- lichen Haus für alle auszubauen, wehren wir jede Gefahr von autzen mit allen Kräften ab. Niemals haben wir Sozialdemokraten einen Zweifel gelassen, daß wir mit unserem Volke für unsere volitische und wirtschaftliche Selbstbehauptung alles einsetzen wer- den.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das gilt ganz de- sonders heute, wo durch den Beitritt der letzten europäischen Groß- niacht zu der Koalition unserer Feinde dieser Krieg zu einem Riesenkampf für die Selbständigkeit und Unabhängigkeit des deut- schen Volkes geworden ist,(Stürmischer Beifall bei den Sozial. demokraten.) Graf Westarp(k.): Meine Freunde verzichten darauf, im gegenwärtigen Augen- blick auf die Vorgeschichte der italienischen Kriegserklärung ein�u» gehen. Der Reichskanzler hat das gestern in so klarer und ein- gebender Weise getan, daß sich jedes Wort darüber erübrigt. WaS mich dazu zwingt, gegen unsere Absicht das Wort zu ergreifen, ist der Umstand, daß die Herren Sozialdemokraten den heutigen Tag für geeignet erachten, von neuem ihren Standpunkt auszusprechen, nach welchem der Friede unter keinen Umständen von Eroberungen, wie sie es nennen, also von Gebietserwerbungen, abhängig gemacht werden soll. Warum dieser Standpunkt heute ausgesprochen werden mußte, ist mir nicht klar ersichtlich.(Sehr richtig! rechts.) Der Standpunkt war bekannt, die Wahl deS Augenblicks aber, in dem die Sozialdemokraten es für notig ge- halten baben, ihn noch einmal hier auszusprechen, bedauern wir. Mr sino der Ansicht, daß dieses Aussprechen in der gegenwärtigen ernsten Stunde alles andere eher fein kann als nützlich.(Wider- ipruch bei den Sozialdemokraten, Zustimmung rechts.) Die Herren Sozialdemokraten haben in früheren Erklärungen gesagt, daß sie diesen Standpunkt einnehmen in Uebereinstimmung mit der Internationale. Ob sie noch heute der Ansicht sind, daß solche voll« Uebe» einstimmung mit der Internationale auch in den uns feindlichen Ländern besteht, das will ich ihrem eigenen Urteil überlassen.(Sehr gut! rechts.) Das eine aber glaube ich aussprechen zu muffen, nach unserer Auffassung sind die Grundsätze der Jnter- nationale im heutigen Augenblick für derartige Fragen absolut gleichgültig, absolut unver- srändlich. Wir stehen der Internationale noch genau so gegen» über wie vorher. Die Aeußerungen der Herren Sozialdemokraten aber zwingen uns, unsere gegensätzliche Auffassung zum Ausdruck zu bringen. Solche Dinge, wie wir sie in Ostpreußen und im Elsaß erlebt haben, können wir unter keinen Umständen wieder zulassen.(Lebhafte Zustimmung rechts und bei den Naiionallibe- raten.) Wir haben uns vollkommen auf den Stand- Punkt der gestrigen Erklärung des Reichskanz- lerS zu stellen, daß«S darauf ankommt, alle nur möglichen realen Garantien und Sicherheiten zu beschaffen und unser HauS fester als vorher zu machen.(Bravo!) Wir sind der Auf- tässung, daß dieS Ziel nur erreicht werden kann, wenn auSschließ. Ach die eigenen militärischen, wirtschaftlichen und politischen Jnter- essen des Reichs maßgebend sind, und daß wir auch vor Gcbietserwerbunge» nicht zurückschrecken dürfen, die für die dauernde Sicherheit des Landes notwendig find. iBravo! rechts und bei den Nationalliberalen, Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) Auch die Ausführungen deS Abg. Ebert üb e r innerpoli t ische Fra ge n können wir nicht für zeitgemäß halten. Die immer wiederholte Forderung, es möge nun endlich die volle Gleichberechtigung allen Volkskreisen gegeben werden, könnte im Auslände der Vermutung Raum geben, als bestände in unserem Volke Unzufriedenheit und als fei ihm die Gleichberechtigung versagt. (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Das stimmt auch!) Wir naben mit diesen Auseinandersetzungen nichts gewonnen, wir sind dazu gezwungen worden, wir lehnen jede Verantwortung dafür che. Im übrigen handelt eS sich bei den Auseinandersetzungen um Fragen der Zukunft. Das eine aber steht fest, und das wird auch durch diese Auseinandersetzung nicht geändert, daß auch der italie- nische Krieg nichts weiter ist als ein Hammerschlag, mit dem unser fester und unbeugsamer Wille zum Siege stahlhart gehämmert wird.(Lebhafter Beifall rechts.) i Abg. Schiffer(natl.): Der Vorredner hat mit der Betonung der vollen Einmütig- kert unseres deutschen Volkes geschlossen. Ich habe aus der Rede des Abg. Ebert in der Hauptsache auch nichts andere» heraus- gebort.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Sozial- demvkratie hat Veranlassung genommen, vor dem Auslände und dem Inlands festzustellen, daß sie an ihrer Haltung vom 4. August nichts zu ändern hat, sie hat damit erwiesen, daß dies« Haltung und Ueberzeugung nicht der Ausdruck einer momentanen Stimmung war, sondern daß sie begründet ist mit der Auffassung, die sie jetzt betätigt hat.(Sehr richtig!) Das ist eine Erscheinung, die trnr mit Freuden begrüßen können und begrüßen. Das ist das, was sich setzt als der Geist unseres ganzen Volkes kennzeichnet. Unser Volk ist sich selbst getreu. Die Begeisterung der ersten Tage des Weltkrieges, die Millionen fteiwillig zu den Fahnen trieb, war gewiß etwas Bewunderungswürdiges. Aber noch größer ist die Stärke und stille Entschloffenheit, die sich in unserem Volke in allen Wechselfällen diese? Krieges so herrlich gezeigt hat, und es gibt vielleicht nichts Ergreifenderes, als der würdevolle Stolz, die tiefe Ruhe, womit unser Volk jetzt die italienische Kriegserklärung aufgenommen hat.(Lebhafte Zustimmung aus allen Seiten.) Es ist bei uns nicht zu leichibegreiflichen Aus- schreitungen gekommen, wir haben Achtung vor fremdem Eigen- tum gezeigt, wir haben kerne derartigen Ausschreitungen zu ver- zeichnen, wie wir sie zur Schande der Menschheit jetzt Tag für Tag in Italien erleben.(Erneute lebhafte Zustimmung.) Das ehrt un?er Volk in seiner Auffassung von Vaterlandsliebe und Pflicht- bewußtsein. Das zeigt, daß wir nicht von Stimmungen abhängig sind, sondern daß wir den Leidensweg, den wir in diesem Kriege beschreiten mußten, beschritten haben aus der tiefinnersten lieber- zeugung unseres.Herzens heraus: Wir müssen diese Opfer bringen, und wir werden sie bringen, bis das Ziel erreicht ist.(Lebhaftes Bravo!) Bezüglich dieses Zieles allerdings besteht zwischen der Auffassung, wie sie heute angedeutet ist, und der unseligen eine Kluft. Nachdem es einmal ausgesprochen ist, werden auch wir es aussprechen. Gewiß, wenn von Eroberungskriegen gesprochen ist, die die Sozialdemokratie verwirft, so ist das ganz und gar unser Standpunkt. Auch wir führen keinen Eroberungskrieg, wir würden die Opfer nicht verantworten können, wenn sie um Eroberungen willen gebracht worden wären.(Sehr richtig!) Aber davon ist ja gar nicht die Rede, daß wir nach napoleonischen Tendenzen Eroberungen verfolgen. Wir sagen, daß die unerhörten Opfer an Blut und Gut ein Entgelt verlangen, aber nicht als ob irgendein Landerwerb jemals Entgelt sein könnte für das Blut, das geflossen ist, sondern in dem Sinne, daß uns diese Opfer die Verpflichtung auferlegen, reale, greifbare Garantien dafür zu schassen, daß die. die gefallen sind, nicht umsonst gefallen sind. i Lebhafter Beifall.) Die Gefallenen werden aufstehen und uns kragen: Wollt Ihr Euch mit Hoffnungen und Versprechungen be- güügenZ Wir sind es unseren teuren Gestorbenen schuldig, daß wir wenigstens kommenden Geschlechtern einen festen Wäll gegen- über allen denen aufrichten, die uns jetzt überfallen haben. Das ist der Unterschied, oaß wir nicht in die alte Träumerei zurück- fallen wollen, daß wir nicht um irgendwelcher Theorien von Völkerfreundschaft willen, mit denen wir jetzt so bittere Erfahrungen gemacht haben, auf irgend etwas verzichten, was uns durch die militärische» Operationen in die Hände gegeben ist. (Stürmischer Beifall.) Keiner von uns denkt daran, mehr aus einer militärischen Situation herauszuholen, als darin steckt, aber die militärische Situation auszuschöpfen, das mutz unsere Aufgabe sein. Die Realisierung der Sicherheiten für einen dauernden Frieden, das allerdings muß unsere Aufgabe sein, und wenn diese Reali- siermig der Sicherheiten eine Erweiterung unserer Grenzen ver- langt, ivenn militärische Notwendigkeiten es erforderlich erscheinen lassen, diese Grenzen anders zu gestalten, um besser gerüstet zu sein gegen Angriffe, um weniger Blutopfer bringen zu müssen, so halten wir es für eine fteffittliche Pflicht, darauf zu dringen, daß eine solche Grenzerweiterung erfolgt.(Sturmischer Beifall. Wider- spruch bei den Sozialdemokraten. Abg. Dr. Liebknecht: Kapitals- inte r essen!— Großer Lärm und vielfache Pfuirufe!) Wer eS wagt, hier, wo es sich um ungezählte Opfer des ganzen Volkes hau- delt, von Kapitalsinteressen zu sprechen, der bekundet damit eine Auffassung, die mir einfach unfaßbar ist.(Lebhafte Zustimmung.) Präsident Dr. Kaempf: Ich habe den Zuruf..Kapitalsinteressen" gehört, aber nicht, von wem er gefallen ist. Ich fordere den Herrn Abgeordneten auf, sich zu dem Zuruf zu bekennen.(Abg. Tr. Liebknecht: Ich habe das Wort ausgesprochen.— Erneuter Lärm und Zurufe: Schämen Sie sich, Gemeinheit! Laßt doch den Narren reden!) Ich rufe den Herrn Abg. Liebknecht zur Ordnung. Abg. Schiffer(fortfahrend): Wir wollen uns durch das Verhatten eines Einzelnen nicht irre machen lassen. Das Volk wird wissen, was eS davon zu halten hat. Wir wollen, daß das ganze Volk nach wie vor keine Parteien kennt dem Auslande gegenüber, sondern in Blut und Not und Tod fteudig zusammensteht. Wenn später Meinungs- Verschiedenheiten über das, was zu dem gemeinsamen Ziele führt, entstehen, wenn wir vielleicht verschiedene Weg« werden gehen müssen, das werden wir tragen müssen. Vorlaufig können wir uns den Luxus dieser Verschiedenheit der Meinungen, dieser ver- schiedenen Wege noch nicht gestatten. Bis zu diesem Ziele, bis zum Siege, den wir erringen werden— unter dem kategorischen Jmpe- rativ des Sieges kämpfen wir ja— ist vielleicht noch ei» langer, ein blutiger Weg, aber diesen langen blutigen Weg, den wollen wir allesamt in deutscher Treue zusammen gehen.(Stürmischer Beifall.) Abg. Scheidemann(Soz.): Ich war gestern der Meinung, daß nach der Rede deS Reichs- kanzlerS sich jedes Wort unsererseits erübrige. Wie bei früherer Gelegenheit, so weise ich auch heute die Rolle, die Graf Westarp sich wiederholt uns gegenüber angemaßt hat, als Lehrer— ich will kein anderes Wort gebrauchen— ganz entschieden zurück. Was wir zu sagen haben, entscheiden wir nach unseren besten Begriffen und können kein« Rücksicht darauf nehmen, ob ei dem Grafen Westarp angenehm ist oder nicht.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wenn wir heute das Wort ergreifen, so ist das nicht in letzter Linie darauf zurückzuführen, daß außer. halb dieses Hauses Reden gehatten worden sind, die wir für sehr törichte Reden gehalten haben, die uns im Auslände nur schaden können und die hier zurückgewiesen werden müssen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ter internationale Standpunkt, von dem Graf Westarp sprach, der darin gipfelt, daß wir das Selbstbestimmungs-recht eine? jeden Volkes hoch achten und nicht angegriffen wissen wollen, rechtfertigt sich meines Erachtens auch im nationalen Interesse aus daS Beste. Wenn das Wort gefallen ist, daß im Augen» blick internationale Grundsätze keine Geltung haben können, so muß ich auch daS zurückweisen in dem Bewußtsein, daß daS, was wir als internationalen Grundsatz aufstellen, gleichfalls im höchsten nationalen deutschen Interesse liegt.(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.) Ich hatte ei für sehr beschränkt, zu sagen, daß jetzt von internationalen Dingen kein« Red« sein könne. Glauben Sie etwa, daß auf lange Zeit hinaus all die internationalen Fäden auf dem Gebiete der Kunst, Jfcr Wissenschaft wie aller kulturellen Fragen zerrissen werden könnten? Daran kann doch kein ver- nünstiger Mensch denken.(Sehr richtig! bei den Sozialdemo- kraten.) Dann hat Graf Westarp den Reichskanzler ge- wissermatzen für seine Anschauungen reklamiert, ob mit Recht, kann ich nicht wissen. Ich für meine Person glaube, daß er es mit Unrecht getan, denn ich nehme an. daß der Reichs- kanzler heute noch zu demsteht, was in der Thron» rede gestanden hat: Wir führen keinen Eroberungskrieg! (Widerspruch rechts.) Mit Recht hat Kollege Schiffer, mit dessen sonstigen Ausführungen ich nicht in allem einverstanden sein kann, eine ganze Anzahl von Aeußerungen des Grafen Westarp direkt abgeschüttelt in einer Weise, für die wir ihm unsere volle Anerkennung aussprechen. Wir bekennen uns auch heute noch zu dem, was wir am 4. August gesagt haben: daS höchste und wettvollste Recht für jedes Volt ist in unseren Augen das Recht der Selbstbestimmung, und wir sind dafür, daß, sobald das Ziel der Sicherung erreicht ist und der Gegner zum Fttsden geneigt ist, selbstverständlich Frieden gemacht werden kann. Wenn hier gesprochen wurde von Wällen, die aufgettchtet werden müssen, um unser Land zu schützen, so ist nach meiner ehrlichen Ueberzeugung der beste Wall, der zum Schutze unsere? Volles ausgerichtet wer- den kann, abgesehen von der Entschlossenheit des ganzen Volles, daS Land zu verteidigen, für unser Vaterland einzustehen, die Möglichkeit, in Zukunft dauernd i» Frieden zu leben mit unseren Nachbarn, und das ist nur möglich, wen« man sie nicht vergewaltigt hat, wenn man ihnen das Selbstbestimmungsrecht beläßt. Ich muß da noch auf eine der unerfreulichsten Be- gleiterscheinungen dieses Krieges kommen, auf die Zensurfrage, die von großer Bedeutung ist auch für die Einheit und Geschlossen» heit des deutschen Volles.(Sehr wahr!) Ich will nicht Anklage erheben gegen unser eigenes Volt und dabei vergessen, wie es draußen aussieht. Die gleichen Beschwerden wie bei uns hören wir aus Frankreich, aus England, von Rußland ganz zu schweigen. Wir geben ohne weiteres zu, daß bestimmte Beschränkungen in bezug auf die Erörterung militärischer Fragen im Kriege für die Presse notwendig sind. Aber dazu hätte das Spionage- gesetz vollständig ausgereicht.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das, was wir als eine Folge der geradezu unbeschränkten Machtbefugnisse, die den Kommandierenden Gene- rälen eingeräumt worden sind, erlebt haben, geht in vielen Fällen tatsächlich über die Hutschnur und es ist ein schlechter Trost, daß es im Ausland genau so ist. In England wird übrigens die Zensur in politischen Fragen relativ liberal gehandhabt, wenn es auch dort schlimm genug zugeht, unter Umständen noch schlimmer als bei uns. Hat man doch in Irland ein oppositionelles Blatt einfach unterdrückt und sogar die Druckmaschinen konfisziert. In Frankreich ist sogar ein ganzer Leitartikel der.Humamts" über die Brotfrage gestrichen worden. Damit ist natürlich die Nahrung?- frage in Frankreich auch nicht gelöst.(Heiterkeit.) Auf dem Ge- biete der Lebensmittelversorgung ist übrigens bei uns seitens der Regierung mit verblüffender Offenheit gearbeitet worden. Gerade das beweist, wie irrig die Auffassung ist, daß uns eine solche Offenheit im Auslande schaden könnte.(Sehr gut!) Vielfach ent- behrt die Handhabung der Zensur bei uns jeder rechtlichen Grund- läge. Einigermaßen geregelt ist die Frage überhaupt nur in Bayern. Es handelt sich bei uns einmal um eine unangebrachte Strenge, die oft nur komisch wirke» kann. Dann um eine Hand- h a b u n g der Zensur, die zum Zorn reizen mutz, weil sie außer- ordentlich dumm ist und zum dritten um willkürliche, direkt parteiische Handhabung der Zensur. Sogar in dem amtlichen Bericht des Großen Generalstabs hat man Stellen korrigiett. In anderen Fällen hat man bei der Vorzensur gewisse Artikel genehmigt und sie hinterher doch gestrichen. Aeußerst kleinlich ist es, wenn in Straßburg z. B. ein Artikel mit Erörtc- rungen über die Milchpreffe gestttchen wurde. Ein Reklameplakat für den „Vorwärts", eine Meisterleistung der graphischen Kunst, ist verboten worden. weil an der phrygischen Mütze des Bären, der darauf abgebildet war, die deutsche Kokarde saß. Das ist auch etwas kleinlich. Wie hätte es wohl gewirkt, wenn der Künstler dem Bär etwa eine Pickelhaube aufgesetzt hätte.(Heiterkeit.) Ganz besonders will- küttich ist die Handhabung der Zensur im Bereich des siebenten Armeekorps. Verantwortlich dafür ist der kommandierende General v. Gaul. aber ich will ihn nicht persönlich verantwortlich machen, sondern ferne Ratgeber. In der„Düsseldorfer Volkszeitung" erschien ein Artikel über Schutzzoll und Brotversorgung, verfaßt von dem Biblis- thekar des österreichischen Abgeordnetenhauses Dr. Renner, der vorher erschienen war in der„Wiener Arbeiterzeitung", die unter der Zensur zu leiden hat, wie kein anderes Blatt vielleicht in der ganzen Welt. Ausgerechnet in Deutschland wurde dieser Artikel unter den schwersten Androhungen verboten.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Herr Zimmermann macht in einem Artikel des„Tag" Front gegen das Maulheldentum, das vom grünen Tisch aus auf Eroberungen auszieht, Brentano sprach sich in einem anderen Arttkel ähnlich aus. Beide Artikel wurden über- nommen in sozialdemokrattsche Blätter. Sofort wird über die Zer- tungen die Vorzensur verhängt und die schwersten Maßnahmen an- gekündigt. Im Bereich des siebenten Armeekorps haben ver- schieden« Mitglieder dieses Hauses geredet. Nattonalliberale Herren haben im Sinne des Grafen Westarp über Dinge gesprochen. die vorher hier eröttert wurden. Ich habe in demselben Bezirk dagegen Stellung genommen. Darauf wurde den Zeitungen ver- boten, über diese Reden irgend etwa» zu dettchten, und es ist jetzt im Bureau des Herrn General v. Gay! eine schwarze Liste aufgehängt,— auch mein Name befindet sich unter diesen zweife!- haften Elementen—(Heiterkeit) von Leuten, denen es verboten ist, im Bezirk des siebenten Armeekorps noch zu reden,(Höttl hört!) Und wie politisch unklug ist manchmal die Zenfut. Da wird den Zeitungen anbeföhlen, die Verfügung des Generalkommandos an der Spitze des Blattes zu veröffentlrchen, in der davon die Rede ist, daß gewisse Stellen, die gestrichen werden mutzten, geeignet gewesen seien, zum Landes- verrat aufzufordern(Hütt, hört!), daß sie eine Anreizung zum Militärischen Ungehorsam darstellten.(Hört, hört!) Es handelt sich um ganz ha rmlose S teilen, und erst durch diese Ver- ' offen tlichüngen' der' Zensurbehörde wird der Anschein erweckt, als wenn hochverräterische Ding« in der deutschen Presse wirklich er- örtext worden seien.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) In Elberfeld ist seit zwanzig Jahren eine Monatsschrift„Das Morgenrot" erschienen im Verlage von Mollenbnhr. Das Blatt ist wie viele andere Zeitschriften in den ersten KriegSmonaten nicht erschienen. AlS dann wieder eine Nummer herausgegeben wurde, wurde daS Blatt sofort unterdrückt, weil die Friedensfrage dattn eröttert wurde. Mit der Begründung, eS handele sich um ein neues Blatt(Hört, hört!), das nicht angemeldet sei, ist der ver- antwortliche Redakteur eingesperrt worden.(Hört, hött!) Dabei ist daS ein verheirateter Mann, bei dem nicht die Spur von Verdacht vorliegt, daß er sich etwa einem Prozeß durch die Flucht entziehen wolle. Ich hoffe, daß nunmehr die Verhaftung schleunigst ausgehoben wird. Solche Dinge müssen natürlich draußen böses Blut machen(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten), weil das Volk das Gefühl hat, hier wird ungerecht verfahren, hier geschieht dem Sozialdemokraten, was einem anderen nicht passieren würde. Dazu kommt, daß der Druckerei, in der das Blatt hergestellt wird, verboten worden ist, außer der unter Prä» sentwverbot stehenden„Freien Presse" irgend etwas anderes zu drucken, jeder Druckauftrag ist ihr entzogen worden.(Abg. Heine: Reine Gewalt, direkte Ge se tz e s v e r le tz u ng!) Die Druckerei wird sonst auch beschäftigt mit städtischen Drucksachen: all da? ist ihr einfach verboten worden.(Hött, hörtl) So etwas kann man nur als Parteilichkeit und Willkür bezeichnen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Das wirkt nicht nur politisch verbitternd, sondern ist auch geeignet, blühende gewerbliche Unter- nehmungen direkt zu ruinieren. In Münster verlangte die Zensurböhörde von dem Redakteur eine Berichtigung in der Form: „Zu unserem Bedauern haben wir unS überzeugen müssen, daß das, was wir mitgeteilt haben, falsch ist." Dabei wußte der Rc- dakteur daß die Mitteilung richttg war. Es bedurfte tagelanger Verhandlungen, bis ihm gestattet wurde, in der Form zu berichti- gen:„Es wird uns mitgeteilt, daß daS und das falsch ist." Ueber den Prozeß der Frau Hamm sind ausführliche Berichte in der Presse erschienen, die alle vor ihrem Abdruck der Zensurbehörde vorgelegen haben. Unser Genosse D i t t m a n n wollte sie in einer Broschüre zusammenstellen. Das ist ihm verboten worden mit der Begründung, daß unter Umständen dadurch da? Vertrauen der Be- völkerung in die Rechtspflege erschüttett werden könnte.(Hört, hört!) Was hat das abgesehen von allem anderen mit dem Burg- fr i e d e n zu tun!(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Dann noch ein drastisches Beispiel vom Vorgehen der Behörden gegen die „B e r g a r b e i t e r z e i t u n g". Sie hat während der ganzen Dauer des Krieges niemals Anlaß zum Eingreifen gegeben. Run ist im Ruhrgebiet sehr viel Törichtes geredet worden von Leuten, die man jetzt in der Zeit des Burgfriedens nicht näher charaktcri- sieren darf, die geredet haben in einer Weise, daß sich die Berg- arbeiter empött haben. Die„Bergarbeiterzeitung" gab eine Pro- pagandanummer heraus, in der die Bergarbeiter zur Ruhe er. mahnt und gleichzeitig ausgefordert wurden, sich der Organisation anzuschließen, weil die erwähnten Reden deutlich genug zu er- kennen gegeben hätten, daß nachher wieder schwere Kämpfe bevor- ständen. Die Absicht, eine solche Propagandanummer herauszu- geben, muß denunziert worden sein, denn schon vorher hat die Zensurbehördc verboten, eine solche Nummer vor ihrer Vorlegung herauszugeben. Die Aufforderung an die Bergarbeiter zum Ein- � tritt in-dix Organffation hat man dann stehen gelassen, aber htt Hinweis auf die fcharfmacherifche Rede wurde gestrichen� (Höitt! Hort!) Bielfeich brauchte auch die Zensur sehr lange Zeit, d'.s sie eingereichte Artikel zurückgibt. Unter Präventiv� zensur stehen nur sozialdemokratische Zeitun- gen. sHßrt! hört! b. d. Soz. Zuruf: Auch polnische!)— das mag sern! Run kommt es vor. daß die Zensurbehörde Artikel nach Schema F behandelt und erst in 8 Tagen zurückgibt, dann kann das sozialdemokratische Blatt Notizen bringen, die lange vorher in der. bürgerlichen Presse gestanden haben. Bei unseren Beschwerden haben wir bei den Zivilbehörden in Berlin immer großes Ent- gegenkommen und Verständnis gesunden, aber diese sind gegen- über den kommandiereneu Generälen machtlos. In einem Falle bat ein kommandierender General sogar gesagt: Glauben Sie nicht, daß, weil Sie Reichstagsabgeordneter sind und sich in Berlin beschweren können, uns das rührt, uas hat niemand etwas zu sagen. Grzellenz entscheidet, und damit ist die Sache erledigt. sZuruf K. d. Soz.: Skandalös I) Daher muß der Reichstag dafür sorgen, daß in Berlin eine Stelle über den kommandierenden Generälen geschaffen wird, die wenigstens die größten Ungerechtigkeiten schleu- mgst aus der Welt schaffen kann. Mindestens müßte den Herren die Machtbefugnis genommen werden, eine Zeitung überhaupt zu verbieten. Dazu muß die Zustimmung des Reichskanzlers not- wendig sein. Die kommandierenden Generäle berufen sich darauf, daß über ihnen niemand als der Kaiser steht. Das ist ja schließlich richtig, weil die Zwilbehörde» st» leider die Macht haben ouS der Hand nehmen lassen. Wir können daher nur den Wunsch an die Zivilbehörden aus- sprechen, daß sie sich an den Kaiser wenden mögen, damit dieser den kommandirenden Generälen sagt, sie sollten sich nicht gar zu- viel böse Geschichten von ihren Beratern einbrocken lassen. Die Auswahl der Berater ist oft von sehr kurzsichtigen Gesichtspunkten erfolgt. Ich will keine Namen nennen, ich habe ja schon gesagt, daß es im VII. Armeekorps am schlimmsten ist. Ja anderen Fällen, in Bayern und in Straßburg, ist es gelungen, solche Zensoren, die keine Ahnung von ihrer undankbaren Aufgabe hatten, und die aus ihrer Parteihaut nicht herauskamen, auszuschiffen. Die verbündeten Regierungen sollten nicht unterschätzen, ei» wie grosses Maß von Verbitterung durch das von mir gekennzeichnete Verhalten hervorgerufen wird, wieviel da gesündigt wird an der Geschlossenheit des Volkes. Rück- sichtnahme auf militärische Dinge ist, wie gesagt, selbstverständlich, im übrigen aber muß für Freiheit der Rede und Freiheit der Presse gesorgt werden.(Lebh. Beifall d. d. Sozialdemokaten.) Ter Antrag der Kommission wird angenommen. Es folgt die Beratung der Anträge der Kommission betr. die Aenderung des BersscherungsgesetzeS für Angestellte und die Auf- stellung eines Kriegswirtschaftsplaues für das Erntejahr IM/IK. Abg. Sachse(Soz.): Dem Antrag der Kommission, die militärische Dienstzeit der Prioatangeslellten als Beitragsmonate anzurechnen, bitte ich zuzu- stimmen. In der Kommission sind auch andere Fragen erörtert worden, so die Tatsache, daß verschiedene Fabrikanten bei Liefe- rungen für das Heer abgelehnt haben, Tariflöhne zu zahlen, solange solche nicht allgemein obligatorisch eingeführt werden. Ferner ist festgestellt, daß die P o st in Dresden an Hilfsarbeiter Tagelöhne von 3 M. bezahlt, während der ortsübliche Tagelohn .1.80 M. beträgt. Auch gegen die einzige soziale Errungenschaft während des Krieges, daS Verbot der Nachtarbeit in Bäckereien, wird jetzt wieder Sturm gelaufen mit der Begründung, es lasse sich dann nur gesundheitsschädliches Brot herstellen. Vor allem sind auch viele Beschwerden der Bergarberter zu verzeichnen. Sie klagen Über schlechte Behandlung, über Drnhnngen mit dem Schützengraben, wenn sie nicht alles ruhig hinnehmen,, über Neberschiebren, willkürliches Wagennullen usw. Die Löhne find gegenüber denen von 1913 um zirka 4S Pf. schlechter geworden. Daß bei der ungeheuren Teuerung dadurch große Erregung in den Berg- arbeiterkreisen hervorgerufen wird, ist selbstverständlich. iSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Von allen vier Bergarbeite» verbänden ist eine Eingabe gemacht worden, daß während des Krieges Einignngsämter für die Bergarbeiter geschaffen werden sollen. Das haben die Bergherren aus prinzipiellen Gründen ab- gelehnt.'Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dann haben die vier Verbände Teuerungszulagen verlangt. Teilweise soll die Zulage gewährt, aber in ganz unzureichender Höhe von 19 bis 10 Pf., werden. Nach der bekannten Rede Kirdorfs wurden bereits bewilligte Zulagen wieder zurückgezogen.(Hört! hört!) Tief bedauert haben wir, daß in einer Besprechung mit der Be- Hörde der Berghauptmann v. Velsen sogar die Aufrechterhaltung der Sperren verteidigt hat. Auf den ftskalischen Gruben hat man trotz der ftüheren Versprechungen auch bisher noch nichts von Tenerungs- zulagen gehört. Es ist erfreulich, daß setzt der Handelsminister zugesagt �hat, daß in Westfalen Lohnerhöhungen gewährt werden sollen. Die Bergarbeiter haben den Burgfrieden nach jeder Rich- tung gewahrt, aber sie werden ständig von den Bergherren brüskiert. Auf der Zeche Äönigsborn wurde verlangt, daß die Arbeiter nach Leistung einer Ueberfchicht am Sonnabend am Sonntag abend wieder Nachtschicht machen sollten. Ein Teil tat es nicht, sondern kam am Montag früh zur gewöhnlichen Schicht. Da wurde ihnen verboten anzufangen. Einige blieben trotzdem da und durften dann anfangen. Diejenigen aber, die entsprechend dem Verbot gc- gangen waren, wurden dann noch mit 2 M. bestraft. Wenn solche llxigerechtigkeiten die Arbeiter nicht empören sollten, müßten sie keine Menschen sein.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der größte Wirrwarr herrscht in der Regelung der Brotkarten, alle Beschwerden dagegen haben nichts geHolsen. Die Bergarbeiter haben alle Ursache, unrubig zu sein, aber kein Mensch im Hause wird auftreten und die Gewerkschaftsfübrer beschuldigen können, die Bergarbeiter aufgehetzt zu Jjaben. Die Wünsche der Berg- arbeiter sind berechtigt, sie müssen berücksichtigt werden. Sogar gegen den Erlaß des preußischen Handelsministers, der den Arbeiter- ausschüssen erweiterte Befugnisse zugestehen will, lausen die Unter- nehmer Sturm. Jbre Organe bezeichnen diesen Erlaß als unge- etzlich. Wenn alle Mahnungen der Regierungen in den Wind ge- chlagcn werden, wenn die Arbeiter nicht ruhig bleiben, dann tragen nicht wir die Verantwortung, sondern die Herren, die den Burg- frieden, gestört haben.(Sehr gut! und Bravo! bei den Sozialdemo- traten.) Staatssekretär Dr. Delbrück: Auf die von dem Abg. Sachse heute zum ersten Male vorgetragenen Einzelfälle war ich nicht vorbereitet und kann deshalb nicht darauf eingehen. Der preußische Handelsminiftcr hat bereits Schritte zur Beseitigung aller Uebelstände im Bergbau getan, der Reichskanzler wendet diesen Fragen persönlich die größte Aufmerk- samkeit zu, begründeten Beschwerden wird abgeholfen iverden. iBravo!> Unter diesen Umständen kann man zweifeln, ob es not- wendig und nützlich war, diese Fragen in dem Umfang hier öffent- lich zu verhandeln. Ich bin überzeugt, daß Abg. Sachse mit seiner Rede Abhilfe und unter den Bergarbeitern nicht Unruhe, sondern Beruhigung schaffen wollte. Ich will hoffen, daß ihm das gelungen ist. Er sollte immerhin dedenken, daß solche Ausführungen falsch verstanden werden könnten im Ausland, in England, wo die Ver- Hältnisse im Bergbau sehr viel ungünstiger liegen als bei uns, und wo man geneigt sein konnte, aus der Rede des Abg. Sachse Schlüsse auf die Verhältnisse bei uns zu ziehen, die der Wabrheit nicht ent- sprechen. lSehr richtig!) Mit Rücksicht hierauf stelle ich das folgende fest: Arbeitnehmer- und Arbcitgeberorganisationcn haben mit Kriegsausbruch die schwebenden Kämpfe eingestellt, Arbeiter wie Arbeitgeber haben rn jeder Weise ihre patriotische Pflicht erfüllt. «Bravo!) Die Arbeiter haben willig die nötige Mehrarbeit auf sich genommen im Interesse des Vaterlandes; überall ist es gelungen, die Lohndifferenzen zu schlichten, in vielen Fällen die Löhne der teurer gewordenen Lebenshaltung anzupassen. Auch die Berg- arbeiterlöhne, besonders die der Häuer, sind gestiegen, auf die Form, in der die Lohnzulageu zuerkannt werden, kommt es nicht an: ob durch einen Beamten, einen Unparteiischen oder eine Kommission. Uns allen kann es nur darauf ankommen, daß auch hier Verhältnisse eintreten, wie sie die Lage des Vaterlandes erfordert. D i c A r b e i t im Bergbau i st v a t e r l ä n d i s ch c Arbeit, sie ist während dieses Krieges so wichtig und hochwertig, wie die Arbeit draußen auf dem Schlachtfeld. Ich bin überzeugt, daß Arbeitgeber und Arbeiter bereit sind, dem Rechnung zu tragen. Und wenn meine Ausfüh- rungen im Anschluß an das, was Abg.«Sachse sagte, hierzu bei- tragen, so wird dieses Ziel erreicht werden und die Rede des Abg. Sachse die beruhigende Wirkung haben, die er von ihr erhofft. (Beifall.) Die weitere Debatte dreht sich um dev Kriegswirts chaftsplou für das Jahr 1915/16. Die Budgetkommission beantragt, den Reichskanzler zu ersuchen. bei der Aufstellung des Planes 1. zum Zwecke einer wohlfeilen Kartofselver sorgung der weniger bemittelten Beoölke- rungsschichten eine ausreichende Menge von Kartoffeln sicherzustellen. 2. Soweit hierzu eine Beschlagnahme nötig ist, Vorzugs- weise Betriebe von über 19 Hektar Karwffelland heranzuziehen. «Seitens der sozialdemokratischen Fraktion liegt ein Antrag vor, der die Verbündeten Regierungen ersucht, ange- sichts der für die weitesten Volkskreise unerschwinglichen Lebens- mittelpreise, die bei dem günstigen Stande der Nahrungsmittelver- sorgung Deutschlands in keiner Weise gerechtfertigt sind, schleu- nigst die Höch st preise für Getreide, Mehl, Brot und Kartoffeln wesentlich herabzusetzen und für Hülsenfrüchte, Vieh, Fleisch und Schmalz sofort niedrige Höchst- preise festzusetzen. Weiter verlangt der Antrag, daß die dem Bun- desrat erteilten Befugnisse, soweit sie sich auf Festsetzungen von Höchstpreisen für Lebensmittel beziehen, am 1. August aus einen Ausschutz für Lebensmittelversorgung übergehen, der aus 12 vom Bundesrat, 12 vom Reichstag ernannten Mitglie- dern und einem vom Reichskanzler ernannten Vorsitzenden besteht. Ein anderer Teil dieses Antrages fordert, daß die«sicherstellung der Nahrungsmittel Versorgung einer Reichsstelle für Lebens- mittelversorgung übertragen wind, die u a. das Recht der Beschlagnahme von Getreide, Kartoffeln, Zucker. Hülsenfrüchten und Vieh, sowie deren Erzeugnissen erhalten soll. Die Verwendung von Brotgetreide zur Verfütterung soll verboten werden, ebenso die Er- zeugung von Branntwein aus Getreide, Startoffeln, Obst und Beeren, soweit diese als Nahrungsmittel zu verwenden sind. End- lich verlangt der Antrag, daß die Einschränkung der Malzverwen- dung in den Bierbrauereien auf 69 Proz. des Durchschuittsatzes weiter bestehen bleibt. Abg. Wurm(Soz.): Meine Freunde haben aus der Verhandlung der Budgetkom- Mission die Ueberzeugung gewonnen, daß die vorhandenen Nahrungsmittel vollkommen ausreichen. Um so unerträglicher und unerfreulicher ist der Nahrungsmittelwucher. Die Verteuerung der Lebensmittel ist ja vor allem dadurch hervorgerufen, daß man viel zu spät und viel zu wenig planmäßig vorgegangen ist.(Sehr richtig! links.) Wir haben am 4. August dem Bundesrat Voll- machten gegeben, wie er sie noch niemals seit Bestehen des Reichs gehabt hat. Er hatte absolute diktatorische Vollmachten, zu tun, was ihm beliebte, der Reichstag ist bis auf den heutigen Tag aus- geschaltet gewesen, die Presse steht unter Zensur. Versammlungen gegen die Lebensmittelverteuerung wurden verboten, die Konsu- menten haben keine Möglichkeit, sich zu wehren. Um so größer ist die Verantwortung der Regierung. Ter Vorstand der sozialdemo- kralischen Partei und die Generalkommission. der Gewerkschaften haben bereits am 39. August und dann noch zu wiederholten Molen bis ins einzelne gehende Vorschläge dem Dundesrat Unterbreitet, der Städtetäg hat sich gerührt, aber alles, wcts geschehen ist, giiig so langsam, vielfach War es auch zu spaü Teilwerse hat man sich auf den Boden gestellt, hohe Höchstpreise sind notwendig, um das Volk zum Sparen zu erziehen.(Hörr! hört!) Der Gedanke ist zum Ausdruck gebracht von dem Ministerialdirektor v. Braun, der da sagt, der Zwang zum Sparen werde am besten durch hohe Preise ausgeübt. Kollege Fatzbender schreibt in einem Kriegsdüchlein: „Esst weniger, dann kommt man mit weniger aus, seid sparsam!" Ja, sehen Sic sich einmal im Volke um. Der Berliner Physiologe Professor Flügge hat in der..Frankfurter Zeitung" geschrieben:.Nur etwa 5 Proz. unserer Bevölkerung haben ein Einkommen von über 2999 M. Die Mahnung zur nötigen Sparsamkeit bei der Ernährung richtet sich also eigentlich nur an diese aus etwa 6 Proz. bestehende Minder- heit. Aber die Mahnung zum Sparen und zum weniger essen ist geradezu ungeheuerlich, soweit sie an die 95 Proz. gerichtet wird, die nicht in Ueberfluß schwelgen, sondern von denen zweifei- los schon viele unterernährt sind.(Hört! hört! links.) So sprichl ein Mann der Wissenschast. Wie war es denn mit den Kartoffeln? Der Bundesrat hatte zunächst im Dezember Höchstpreise festgesetzt, die ungefähr den Verhältnissen entsprachen. Aber die Landwirte haben die Kartoffeln zurückgehalten und aus höhere Höchstpreise gewartet, sie waren ahnungsvolle Engel, wie das ja auch auf anderen Gebieten zu ver- zeichnen ist.(Heiterkeit und«Sehr gut! links.) Aber auch die neuen Höchstpreise genügten den Landwirten nicht, sie warteten auf immer habere Höchstpreise. Es kam dann die neue Verfügung im April dieses Jahres mit der Reichsstellc für Kartoffelversorgung. Diese Stelle hat den Grundsatz aufgestellt, man müsse den Landwirten einen Anreiz zum Verkauf geben, damit sie die Kartoffeln nicht verfüttern. Einen solchen Anreiz erblickte man in steigenden Zu- schlägen, sogenannten Reports. Auf deutsch Liebesgaben. (Heiterteit und Sehr gut! links.) Soundsoviel Sbartoffeln sind ver- darben, weil sie von denen, die nicht genügend hohe Preise be- kommen konnten, zurückgehalten worden sind. Man hat die Be- rechnungen über die Menge der vorhandenen Kartoffeln als falsch dezeichnet, man hat sogar gesprochen von einer Blamage der Wissen- schast. Ach es war eine Blamage der Verwaltungsbehörden, die nicht imstande Ovaren, eine richtige Statistik aufzunehmen.«Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Jetzt sollen die Kommunen den Minderbemittelten die Kartoffeln etwas billiger abgeben. Wie will man heute feststellen, ob eine Familie minderbemittelt ist oder nicht. Wir müssen verlangen, daß das Reich die Last trägt und daß die Grenze von 2499 M. ausgehoben wird.(Sehr richtig! links.) Wir müssen aber auch eine Herabsetzung der Höchstpreise verlangen, denn die heutigen Höchstpreise sind festgesetzt zu einer Zeit, wo man annahm, daß nicht genug Kartosfeln da sind. Jetzt kommt die Reichsstelle den Gemeinden mit dem schönen Vorschlag: Kaust soviel Ihr könnt, wir geben Euch eine Mark zurück für das Risiko, das durch das Lagern entstanden ist. Die Kommunen de- kommen eine Mark, aber der Landwirt, der die Kartoffeln länger liegen läßt und sie später verkauft, erhält für dasselbe Risiko vier Mark.(Hört, bört!) Und wie steht es mit den Mehlpreisen? Von 1914 aus 1915 ist der Weizenniehlpreis von 56 ans 183 M, der Roggenmehlpreis von 47 auf 222 M. gestiegen.(Hört, hört!) Kein Wunder, daß dann die Grossmühlen 12 bis 18 Proz. Dividende zahlen. Aber ob das Volk dabei auf seine Kosten kommt, das ist eine andere Frage.(Sehr gut! bei den Sozialdemokralen.) Und wie hat die Verfügung gewirkt, wonach die Gemeinden auf den Kopf der Bevölkerung bis zu 15 M. Dauerware kaufen müssen? Tic Händler schmunzelten, die Produzenten schmunzelten, die Preise stiegen unge- heuer in die Höhe.«Sehr richtig! links.) Und wie erklärt es sich, daß jetzt die Preise nicht sinken? Die Landwirte werden angereizt, Kar- ioffeln zurückzuhalten, sie füttern wieder kleine Schweine auf, sie bringen infolgedessen weder Kartoffeln noch Schweine aus den Markt. Wir verlangen deshalb, daß sofort Höchstpreise auch sm- Fleisch festgesetzt werden, damit diesem Zustand ein Ende gemacht wird. Weiter haben wir deantragt, daß Matznahmen zur Sicherung. der nächsten Ernte im weftgehendstcn Maße getroffen werden. Wir schlagen die Einsetzung eines Ausschusses für Lebensmittelver- sargung vor. � Jetzt ig der Reichstag ausgeschaltet, er erfährt nur nachträglich,>nas geschehen ist, aber er kann niemanden zur Per- antwortung ziehen.«Hört! hört!) Wir brauchen eine planmäßige Regelung des Verbrauchs, plaumätzige Mittel gegen eine Auswuchc- rung und Verteuerung. Jtu Gegensatz zum Deutschen Landwirt- schaftsrat brauchen wir eine Zentralstelle, bei der sämtliche Fäden zusammenlausen. Die Landwirtschaft mutz unter der Kontrolle der Allgemeinheit stehen.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemo- kraten.) Wenn irgendwo die S o z i a l i s i e r u n g sich als dringend notwendig erwiesen bat. so gerade auf diesem Gebiete, wo es sich gezeigt bat, wie die Lebensmittelversorgung des Volkes beschnitten werden kann, wenn es nicht die Verfügung über seinen eigenen Boden bat. Das Programm des. Deutschen Landwirtschaftsrats aber geht dahin, daß die Landwirtschaft der Herr ist, dem sich die Konsumenten unterzuordnen haben. Erst hieß es, man darf keinen Weizen essen, jetzt hat sich herausgestellt, daß genug Weizen vor- handen ist. aber sofort verlangen die Bäckermeister die Aufl.ebung des Nachtbackverbots.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ich hoffe, daß dieser endlich errungene soziale Fortschritt, dieser Bäckerei- arbciterschutz, beibehalten wird.«Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Die Kriegsgetreidegesellschast ist nach dem Statut eine gemein- nützige, die Ueberschüssc sollen an das Reich abgeliefert werden für gemeinnützige Zwecke. Der Zweck ist gut, aber es geht nicht, daß die Armut zahlen soll für die Armen. «Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Etwaige Ueberschüsse müssen so rasch wie möglich durch eine Herabsetzung des Preises beseitigt werden. Wir müssen verlangen, daß die Kriegsgetreidegesellschast ihre Preisherabsetzung auf einige Wochen zurückdatiert. Notwend«? ist es auch, der schwer arbeitenden Bevölkerung mehr Brot zur Verfügung zu stellen. Der Deutsche Landwirtschaftsrot verlangt jetzt schon wiederum eine Erhöhung der Höchstpreise, ob- wobl sich das Ergebnis der neuen Ernte noch gar nicht übersehen läßt.(Hört! hört!) Das freie Spiel der Kräfte, dem von anderer Seite das Wort geredet wird, hat gerade die heutigen Mißstände er- zeugt/ Schon jetzt ist ja ein wildes Spekulantentum wieder. im Be> griff. Vorankäufe an Getreide zu machen. Es ist höchste Zeit, daß die Regkrung diese Ankäufe für nichtig erklärt. Gegen diese? Schmarotzertum, gegen diesen verderblichen Zwischenhandel hälft nur planmäßige Organisation und zweckmäßige Beschlagnahme durch eine unab- häirgige Behörde. Ganz ungerechtfertigt sind auch die hohen Zucker- preise, denn Deutschland ist das Zuckerhandelsland der Welt, wir. hatten in diesem Jahre weit mehr Zucker als sonst. Aber trotzdem sind'die Preise in die Höhe gegangen. Die übrigen Forderungen unseres Antrags sind selbstverständ- lich. Nichts, was zur menschlichen Nahrung dienen kann, darf zur Alkoholerzeugung verwandt werden. Schützen Sie die Frauen und Kinder derer, die draußen ihr Leben opfern, vor dem Hunger, schützen Sie das Volk gegen die Betrüger, die ibm am Lebensmark saugen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Fischbeck(Dp.): Meine Freunde waren schon im Dezember für eine durch- greisende Regelung der Lebensmittelversorgung. Ein schwerer 'Fehler der Kriegsgetreidesellschcrft ist es gewesen, daß sie nickt rechtzeitig für eine richtige Relation der Mehl- und Getreidepreise gesorgt hat.(Sehr richtig!) Viele Klagen des Vorredners wären hinfällig geworden,, wenn man besser für. Durchführung der..Höchsi• . preise gesorgt hätte. Wir erwarten, dgß die Regierung zur. Sicbe rung der. nächsten Ernte planmäßig vorgeht und eine festere Hand deweist als bisher. Die sdiochig« Herabsetzung der Höchst- presse für Getreide,. Mehl, Brot und Kartoffeln halten wir. aller- dingS nicht für möglich. Ein Höchstpreis für Wurst usw. ohne Berücksichtigung der Qualitäten ist ebenfalls undurchführbar. Da- gegen, daß in die Organisation, die die Verwaltung des Getreides in die Hände bekommt, auch erfahrene Landwirte kommen, haben wir nichts. Aber die Gerechtigkeit erfordert, daß auch die Konsu- menteninteressen von dieser Behörde wahrgenommen werden.(Leb- 'hafte Zustimmung.) Abg. Dr. Roesicke(k.): Herr Wurm hat wieder wie in Friedenszeiten den Bauern als Prügeltnaven benutzt. Tagegen protestieren wir mit allem Nachdruck.(Abg. Wurm: Ich auch!) Dann haben Sie etwas anderes� gesagt, als Sie gemeint haben, oder wir auf der Rechten haben Sie vollständig mißverstanden.— Die Vertretung der deui- scheu Landwirtschast ist von Anfang an dafür eingetreten, daß dem deutschen Volke das Brot nicht verteuert werde, daß die Gc. treidepreise auf ein bestimmtes Matz zurückgeschraubt werden sollen. Im Interesse des Geldbeutels der Landwirte hätte es ge- legen, der Spekulation zur Erhöhung der Preise, die bereits ein- gesetzt hatte/ freien Lauf zu lassen.«Sehr wahr! rechts.) Herr Wurm hat von hohen Profiten der Landwirtschaft gesprochen. Ich behaupte, daß es keinen Beruf gibt, dem so mitgespielt worden ist, wie der deutschen Landwirtschaft.(Sehr gut! rechts.) ES hätte längst vor dem Kriege die wirtschaftliche Mobilmachung erfolgen müssen, dann wären all die Fehler, unter denen die Landwirt- schast hat leiden müssen, vermieden werden.(Sehr richtig! rechts.) Werden die Viehpreise herabgesetzt, so kann, der Landwirt nicht mehr mästen und die Folge wird eine Teuerung sein, wie wir sn noch nicht erlebt haben. Auch die Kartoffeln müssen einen bestimmten Preis behalten, wenn all die Aufwendungen, die der Landwirt für sie machen muß, sich bezahlt machen. In dem von den Sozialdemokraten geforderten Ausschuß für Lebensmittelversorgung vermissen wir eine genügende Vertretung der Landwirtschaft.— Wir dürfen uns in dieser schweren Zeit nicht gegenseitig angreifen, sondern müssen gemeinsam wirtschaftlich durchhalten. Staatssekretär Dr. Delbrück: In der Kommission ist an den Maßnahmen der Regierung Kritik geübt worden. Ein Teil der Kritik ist von uns erledigt worden, im allgemeinen möchte ich behaupten, daß wir vor der Ge- schichte bestehen werden, die Regierung, die Arbeitgeber und die Arbeiter! Auf keinen Fall sollten wir uns die Freude an dem Bestehenden vergällen durch gegenseitige Vovlvürse.«Sehr richtig!) — Gegenwärtig wird geprüft, ob unsere Gctreidereserven so groß sind, daß eine Vergrößerung der Brotrationen für deren besonders bedürftige Bevölkerungskreisc erfolgen kann. Wenn Herr Wurm die Höhe unserer Preise kritisiert hat, so stelle ich fest, daß die Preise in Deutschland niedriger sind als in dem Ausland, mit dein wir Krieg sührcn. Ohne Beschlagnahme sind Höckftpreise nicht durchführbar, aber nützt alle Waren eignen sich zur Beschlag- nahinc. Dazu gehören z. B. die Kar tos sein. Aus den Er- fahrungen mit den Höchstpreisen folgt, daß wir das Mehlhandcls- Monopol auf jeden Fall aufrechterhalten müssen. Mit der Bildung der beantragten Kommission würden wir den verfassungsmäßigen Boden vollständig verlassen. Bisher sind alle Mahnahmen der Regierung getroffen unter dem Gesichtspunkt: Was ist notwendig nicht im Interesse einer bestimmten Gruppe, sondern vom Stand- Punkt des Wohles des Ganzen. Das würde bei einem solchen Ausschutz naturgemäß anders werden.— Mit den Maßnahmen der Kriegsgetreidegnellschaft bin ich auch nicht immer ciuverstaiiden gewesen, aber ich halte es zur Ehrenrettung dieser'Gesellschaft für angebracht, zu erklären, daß ihre sührenden Männer stets nach bestem Wissen pflichtgemäß gehandelt haben.«Bratw!) l! Abg. Dr. David sSoz.): Hirr Tr. Nösicke hat es so vaigestellt. als ob Kollege Wurm die Ehre bes Bauernstände? angegriffen. DaS weifen wir mit aller Entschiedenheit zurück. Der Bauernstand steht für uns ebenso hoch wie jeder andere arbeitende Stand, aber höher als der Bauern« stand steht die Gesamtheit. Tie Masse des Volkes muß in der Lage bleiben, sich ausreichend zu ernähren. Die hohen Preise haben der großen Masse des Volkes schwere Entbehrungen auferlegt und kleinen Kreisen unberechtigt hohe Gewinne gebracht. iSehr wahrl bei den Sozialdemokraten.) Wir sagen nicht, daß die Gesamtheit der agrarischen Produzenten daran Schuld trägt, aber Herr Rösicke darf auch nicht behaupten, daß es unter den agrarischen Prodw zenten keine Schuldigen gibt.«Sehr wahr! bei den Sozialdemw traten.) Gegen das ungesunde Zwischenhändlertum, das nur auf Wucherpreise ausgeht, kann nicht scharf genug eingeschritten werden. Wir Reichstagsabgeordnete sind heute mit verantwortlich, obwohl wir keinen Einfluß haben. Das ist ein ungesunder Zustand, dem wir durch die Zentralstelle ein Ende machen wollen. Parteipolitische Tendenzen verfolgen wir nicht, die wirtschaftlichen Sonderinteressen aber müssen ausgeschaltet werden. Verfassungsrechtliche Bedenken können nicht in Frage kommen. Daö Reich verlangt, daß der einzelne kein Leben für das Vaterland läßt, und da sollte es nicht verlangen, >aß der einzelne auf Sondervorteile verzichtet? Im Krieg darf niemand höheren Gewinn in Anspruch nehmen, und im Krieg muß jeder bereit sein, materielle Opfer zu bringen. Das ist der Kern unsere? Antrages. lBravo! bei den Sozialdemokraten.) Hiermit schließt die Debatte. Persönlich verwahrt sich Wg. Wurm sSozJ gegen den Vorwurf, den Bauernstand in seiner Gesamtheit in seiner Ehre herabgesetzt zu haben. Der sozialdemokratische Antrag wird bis auf die Vunkte. die sich auf die Verfütterung von Brotgetreide und auf die Einschränkung der Malzverwendung beziehen, in seinen einzelnen Teilen abgelehnt. Die Anträge der Kommission werden gutgeheißen. Ein weiterer Antrag der Kommission, daß sämtliche Mann- fchaften während der Dauer des Krieges bei Beurlaubungen freie Eiseobahnfahrt erhalten sollen, wird ein st immig ange- no m m e n. Eine Petit ton auf Verwendung von Kriegsinvaliden in Reichsbetriebe wird dem Reichskanzler zur Berücksichtigung über« wiesen. Schließlich wird der Antrag betr. Vertagung des Reichstags bis zum 1l>. August 1915 angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Nach Verlesung der Kaiserlichen Verordnung betr. die Ver» tagung spricht Präsident Kaempf die Schlußworte, die in ein Hoch auf Kaiser, Volk und Vaterland ausklingen. Schluß: 9 Uhr. Ms Inöustrie und Handel. Lebensmittelmangel in Rußland. Nach.Rußkoje Slovo* sind die elf nördlichen Gouvernements vollständig von Getreide entblößt. Amtlich ist mitgeteilt worden, daß für die Heeresbedürfnisse genügende Mengen requiriert worden sind, so daß die noch vorhandenen Vorräte nunmehr für die Zivil« Bevölkerung freigegeben werden. Die Gouvernementsstädte Odessa und Nischni Nowgorod sind gleichfalls so von Lebensmitteln entblößt, daß fich Komitees zur Regelung der Zufuhr an solchen gebildet haben. Sie find an die Regierung mit der Bitte um Gewährung der erforderlichen Anzahl Güterwagen herangetreten. Jm Gouverne- ment Astrachan ist kein Holz vorhanden, weil infolge des Herr- schenken Arbeitermangel» Holz nicht berangeflößi werden kann. Auch in der Stadt Wologda besteht völliger Mangel an Holz. Es ist dort versucht worden, den Betrieb der städtischen Werke mir Tors« feuerung aufrecht zu erhalten. Nachdem„Rjelsch� besteht infolge des ArbeiiermangelS in Süd- rußland vollständiger Mangel an raffiniertem Zucker. Die größte Gefahr für die nächstjährige Zuckerversorgung besteht darin, daß an die Raffinerien Kohlen überhaupt nicht geliefert werden dürfen und anderweitiges FeuerungSmaterial nicht zu beschaffen ist. Soziales. Wcchsclfrlstc». Der Bundesrat hat durch Bekanntmachung vom 17. Mai be- ftrmmt, daß die dreißigtägige Verlängerung der Fristen des Wechsel. 'rnd GcheckrechtS am 30. Juni 1915 außer Kraft tritt, und die Protestfrist für Wechsel, die in Elsaß. Lothringen und in einzelnen Teilen der Provinz Ostpreußen zahlbar sind, frühestens mit dem 31. Juli 1915 statt mit dem 31. Mai 1315 achläuft. Daraufhin ist auch die Postordnung vom 20. März 1900 entsprechend geändert worden. Danach werden Postprotestaufträge mit Wechseln in Fällen, in denen der Auftraggeber nicht eine zweite Vorzeigung ausgeschlossen hat, an folgenden Tagen noch« mals zur Zahlung vorgezeigt: 3) wenn der Zahlungstag deS Wechsels in der Zeit bis zum 37. Mai 1315 einschließlich eintritt, am dreißigsten Tage nach Ablauf der Protestfrist des Art. 41 Abs. 2 der Wechselordnung; bj wenn der ZahlungStag des Wechsels in der Zeit vom 2L. Mai 1915 bis einschließlich 28. Juni 1915 eintritt, am 30. Juni 1915; c) wenn der Zahlungstag des Wechsels am 23. Juni 1315 oder später eintritt, am zweiten Werktage nach dem Zahlungstage. Pojtprotestaufträge mit Wechseln, die in Ekfaß-Lothringen oder in Ostpreußen in den Regierungsbezirken Gumbinnen und Allenstein sowie in den Kreisen Gerdauen und Memel zahlbar sind, werden bis auf weiteres frühestens am 31. Juli 1915 nochmals zur Zahlung vorgezeigt. Da? gleich« gilt für die in anderen Teilen Ostpreußens zahlbaren gezogenen Wechsel, wenn sie als Wohnort deS Bezogenen einen Ort angeben, der in den Regierungsbezirken Gumbinnen und Allenstein oder in den Kreisen Gerdauen und Memel liegt. Bei den Postprotestaufträgen mit Wechseln, die im Regierung? bezirk Königsberg ausschließlich der Kreise Gerdauen und Memel oder in einzelnen Teilen Westpreußens zahlbar sind, endet die Protestfrist mit dem 31. Mai 1915, soweit sich nicht aus anderen Porschriften ein späterer Ablauf ergibt. Als Zahlungstag gilt der Fälligkeitstag oder, wenn dieser ein Sonn- oder Feiertag ist, der nächste Werktag. Gerichtszeitung. Ans dem Gebiete des militärischen Strafrechts. Im Briefkasten der neuesten Nummer des„Deutschen Offiziersblattes" findet sich eine militärrechtliche Ab- Handlung, die für unsere Leser aus mehr als einem Grunde Interesse haben dürfte. Es heißt da: Frage 3700: Betr. Verhängung des strengen Arrestes szu s 1 DStO.,§ 22, Abs. 3 MStGB.,§ 3 EG. z. MStGB.) Ein Komp.-Führer bestraft den Wehrmann Z. mit drei Tagen strengen Arrest, weil er ein Urlaubsgesuch unmittelbar dem vorgesetzten Bataillon vorgelegt hatte ohne Wissen des Komp.-Führers, der den Urlaubsantrag vorher abschlägig beschieden hatte. Z. war nicht vorbestraft, strenger Arrest er- schien dem Komp.-Führer jedoch unter besonderer Berücksichti- gung des Falles und der Führung des Mannes als geboten. Der Bataillonskommandeur befiehlt dem Komp.-Führer unter Hinweis auf§ 22, Abs. 3 MStGB., die Strafe in mittleren Arrest umzuwandeln. Der Komp.-Führer hält diese Maß- nähme für bestimmungswidrig. KriegZgerichtsrat Dietz gibt daraus folgende Antwort: Antwort: 1. Bei sog. DiSziplmarübertretungen(Verstöße gegen die militärische Zucht und Ordnung im Sinne des Z 1, Ziff. 1 DStO.) kann der Disziplinarvorgesetzte ohne weiteres auch wegen der ersten Straftat strengen Arrest verhängen(anders Mar.D.StO.). Daß es sich der Regel nach nicht empfiehlt, diese Strafart gegen unbestrafte Leute zu verhangen, ergibt sich aus den§§ 39 ff. vor allem 42 der DStO. Der Disziplinarvorgesetzte muß mit seinen Strafmitteln haushalten. Rechtlich zu beanstanden aber ist bei TiSziplinarübertretungsn die sofortig« Berhangung des strengen Arrestes nicht; es muß anerkarmt werden, daß es Fälle gibt, in denen mit diesem scharfen Strafmittel zugegriffen werden muß. 2. Bei sog. Disziplinarvergehen(Z 1, Ziff. 2 DStO.,§ 8 EG. z. MStGB.) ist die Rechtslage anders. Wenn ein solches militärisches Vergehen vorliegt, so muß auch der Disziplinar. vorgesetzte, ebenso wie der Richter, dessen Stellvertreter er ist, den § 22, Abs. 3 deS MStGB. beachten; das ist auch in§ 1 Abs. 2 DStO. ausdrücklich bestimmt. M. a. W., es darf der Disziplinar- vorgesetzte bei solchen Vergehen strengen Arrest nur dann ver- hängen: a) wenn das anzuwendende Gesetz ihn ausdrücklich androbt, d. i. nur der Fall bei§ 141(Wachvergehenh bei§ 146 im Felde(Verlässen der Wache usw. ohne Erlaubnis), bei 8 151 MStGB.(Trunkenheit im Dienst); d) bei allen anderen Disziplinarvergehen, z. B.§ 64(einfache unerlaubte Entfernung),§ 89, Abs. 1 i einfache Achtungsverletzung),§ 90 �Belügen),§ 92(Ungehorsam) darf nur dann strenger Arrest verhängt werden, wenn der Täter wegen eines militärischen Verbrechens oder Vergehens im Sinne deS Militärstrafgesetzbuchs schon bestrast worden ist«es ge- nügt Disziplinarstrafe). Der Ausdruck„bestraft" schließt Verbüßung(oder Erlahi der Strafe in sich. Hiernach ist im vorliegenden Falle zunächst zu prüfen: Ist die Nichtbefolgung des Dienstwege? eine Disziplinar- U e b e r- rretung oder ein Disziplinar-V er g eh e n? Daß dienstliche Gesuche und Anträge, außer wenn es im Einzelfalle anders bestimmt ist, grundsätzlich bei dem nächsten Disziplinarvorgesetzten angubrin- gen sind, weiß jeder Soldat. Das ist ein bekannter Militärdienst- licher Grundsatz, der auch in Dienstvorschriften enthalten ist und durch Instruktion den Soldaten immer wieder eröffnet wird. Da hier für bestimmt« Fälle dem Soldaten ein ganz bestimmte? mili- tärischeS Verhalten befohlen wird, handelt es sich um einen Befehl in Dienstsachen. Seine Nichtbefolgung ist Ungehorsam nach 8 32 MStGB. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die allgemein herrschende Lehre. Z. war wegen militärischen Vergehens noch nicht vorbestraft, es durfte also strenger Arrest nicht gegen ihn oerhängt werden. Der Bataillonskommandeur ist daher in der Lage und, wenn er diese Rechtsauffassung teilt, verpflichtet, die strenge Arrest- träfe aufzuheben und sie durch eine andere, etwa Mittelarrest zu ersetzen(§ 54, 65, Ziff. DStO.). Dies« Verfügung trifft er kraft eignen Rechtes und ordnet dementsprechend die Bekanntgabe an den Bestraften und die Neueintragung im Strafbuche an. Gegen die Form:„Ich wandle die strenge Arreststrafe in Mittelarrest um" ist im vorliegenden Fall nichts einzuwenden; die Umwandlung ist be- grifflich meist Aufhebung der Strafe und Ersetzung durch eine neue. Regelmäßig empfiehlt sich die Form: Ich hebe auf... ich bestrafe. Ein Befehl an den unterftelllen Disziplinarvorgesetzten. die von diesem verhängte Disziplinarstrafe vachträglicb umzu« wandeln, ist unzulässig. Der Disziplinarvorgesetzte, der �richtiger: die Dienststelle, die) eine Strafe ordnungsmäßig verhängt hat(mit der dienstlichen Bekanntgabe ist die Strafe verhängt), kann daran nichts ändern. Die Zuschrift:„Die gegen Z. ausgesprochene Strafe ist in Mittelarrest umzuwandeln" soll wohl auch nicht die Bcdeu- tung eines Befehls haben, sondern vielmehr nur zum Ausdruck bringen, daß die vom höheren Vorgesetzten vollzogen« Umwairdlung im Strafbuch zu vermerken und, sofern der streng« Arrest noch nicht verbüßt ist, mittlerer Arrest zu vollstrecken sei. Bestrafte Nervosität. Bewegliche Klagen über angebliche postalische Mißgriffe, die„einen normalen Menschen völlig nervös machen" können, brachte der Besitzer einer großen Gastwirtschaft im Norden Berlins, der den Sammelnamen Schulz führt, gestern vor dem Schöffengericht Bcrlin-Mitte zum temperamentvollen Vortrag. Herr>schulz und seine Gattin hatten sich wegen Beleidigung der Beamten der Reichspost zu verantworten. Der Angeklagte, der mit Stolz darauf hinwies, daß er eine Jahresmivte von 7000 M. zahle, scheint durch allerlei Vorkommnisse in eine Arl postalischen Blaukollers hneingetrieben worden zu sein. Er will sich schon oft darüber geärgert haben, daß nach seinen Wahr- nehmungen PostauSträger mehr als sorglos in der Beförderung der Briefschaften seien, oft ganze Sendungen, Reklamebriefe u dgl.. die gar nickt an seine Adresse gerichtet seien, ihm einfach auf den Ladentisch werfen und daß häufig Briefe, die für ihn bestimmt seien, ihren Weg zu anderen Personen seines Familiennamens nähmen und auch das umgekehrt der Fall sei. Dem Faß wurde aber der Boden ausgeschlagen, als eine Depesche, die der seit Monaten im Felde stehende Schwiegersohn der beiden Angeklagten an diese aufgegeben hatte, um fast einen Tag verspäte! bestellt wurde, Werl der Postbote angeblich den Adressaten nicht gleich ermmeln konnte. Dadurch war die Hoffnung, den«Schwiegersohn vorübergehend in Dresden begrüßen zu können, vereitelt worden. Der Angeklagte war durch dieses Vorkommnis in große Erregung versetzt und er rickstete eine geharnischte Beschwerde an die Postbehörde. Letztere schickte ihm zur weiteren Feststellung des TatabestandeS einen Be- amten ins HauS. Bei den Verhandlungen mit dresem ging dem Angeklagten die Galle über und er ließ sich zu der Bemerkung bin- reißen:„DieLeute.diediePostheutzutagebeschäf- tigt, sind zu dumm, um lesen und schreiben zu können und zu faul, um Treppen zu steigen." Und die angeklagte Ehefrau spielte noch einen stärkeren Trumpf aus und erklärte mit Nackdrnck: „Es ist vorgekommen, daß ein Briefträger, der Brieffchaften auf der Straße hat fallen lassen, zu faul war. um sie aufzuheben, sondern sie einfach in den Schmutz getreten hat; ich habe selbst einmal gesehen, daß ein Briefträger Brieffchaften in dem Ofen einer Waschküche verbrannt hat." Beide Angeklagte bestritten die Absicht der Beleidigung. Tai Ehemann nahm den Schutz d«Z 8 133 St-GiB. in Anspruch und er- klärt« eS für unglaublich, daß ein Mann, der 7000 M. Miete zahlt, nicht prompt zu ermitteln gewesen sein sollte. Die Ehefrau konnte für ihre Behauptung einen Wahrheitsbeweis nicht antreten, da die Vorgänge, die sie beobachtet haben will, fast 20 Jahre zurückliegen. — Das Gericht hielt den Angeklagten zugute, daß sie durch einige postalische Unstimmigkeiten, die sich infolge des Einstellens von AuShelfern hier und da zeigen mögen, in erne große Erregung ver- fetzt worden waren, bestritt ihnen aber daS Recht, ihrem Unwillen durch so allgemeine Beleidigungen der gesamten Beamtenschaft Ausdruck zu geben. Immerhin sah der Gerichtshof die Sacbe febr milde an, indem er den Ehemann nur zu 5 Mark, die Ehefrau zu 10 Mark Geldstrafe verurteilte. Schmiergelder. Infolge eine» Strafantrags des Vereins gegen das Bestechung!- Unwesen, Sitz Berlin, verhandelte die Strafkammer zu Eisleben gegen den Direktor Reimer der Bau-Jndustrie-Gesellschaft m. b. H. in Magdeburg wegen Bestechung. Der Angeklagte hatte sich für seine Firma um die Lieferung einer umfangreichen Schornstein- anlage für die Schachtöfen der Schraplauer Kalkwerke Aktiengesell- schaft beworben und versuchte seinen Mitbewerbern dadurch den Rang abzulaufen, daß er dem Direktor der Schraplauer Kalkwerke ein"Schmiergelb von 1500 M. anbot. Die Strafkammer ver- urteilte den Angeklagten unter weitestgehender Berücksichtigung seiner bisherigen Unbescholtenheit zu einer Geldstrafe von 190 M, hilfsweise zu zehn Tagen Gefängnis. Abnahme der Beleidigungsprozesse infolge des Krieges. Einer Uebersicht über die Tätigkeit der Schiedsmänner iri Preußen im Jahre 1914 entnehmen wir folgende Angaben: Die Zahl der Beleidigungen und Körperverletzungen war seit 1310 fortwähred im Steigen. Sie hatte in den Jahren 1910 b:s 1913 betragen 215 806, 220 974, 218 107, 224 218. Im Jahre 1914 betrug diese Zahl dagegen nur noch 171 398. Läßt man den Ober- landesgericktsbezirk Königsberg, dessen Zahlen nicht vollständig sind, außer Betracht, so siel die Gesamtzahl der Beleidigungen usw. von 1918 auf 1914 von 210 813 auf 165 295. Es fand also ein» Abnahme von 45 524 derartigen Streiwerfahren statt, die in den fünf Kriegsmonaten sich zeigten. Obne Königsberg erschienen beide Teile zur Sühneverhandlung in 97 741 Sachen. Durch Ver- gleich erledigt wurden 60 721 Sachen. Die Zähl der bürgerlichen RechtSstreitigkeiten ist im Vergleich zu den Beleidigungen stets ge- ring. Sie hatte 1913 nur noch 4087 betragen und ging 1914 auf 3134 zurück, ohne Königsberg auf 3088, oder 892 weniger. Die Zahl der Schiedsmänner fiel im Laufe deS Jahres 1914 von 18 45? auf 18 309. Ohne Königsberg stieg sie dagegen von 17 619 auf 17 636. nr. 147. 32. 3. Keilllgt des„NWlllts" berliner AldsblM. M.».z Montag, Äen ZI. Man frauen-Lekabenä für Groß-IMn. Kommunalwahl im 2. Gemeinde-' Wahlbezirk. Die Wähler der dritten Abteilung des 2. Gemeindewahl- bezirks werden erneut darauf hingewiesen, daß heute Sonntag, den 30. Mai,.die Stadtverordnetenersatzwahl für den zum Stadtrat gewählten Genossen Sassenbach stattfindet. Die Wahlzeit ist von 10 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags festgesetzt. Es ist aber erwünscht, möglichst frühzeitig zur Wahl zu gehen, um unseren Genossen unnötige Arbeit zu er- sparen. Wahlberechtigt sind alle Wähler, die im Vorjahre in dem Gcmcindcwahlbczirk gewohnt haben, auchfalls sieverzogen sind, wenn sie in der Wählerliste stehen. Als Legitimation dient die amtliche Wahlkarte, andernfalls Mietskontrakt, Invalidenkarte, Steuerquittung. Alleiniger Kandidat unserer Partei ist der Kaufmann Jonas Stahl. Das Wahltableau ist in der Nummer 145 des„Vor- wärts" vom F�itag veröffentlicht. Jeder Wähler ist zur Ausübung seines Wahlrechts verpflichtet! Für die Wahlhilfe kommen folgende Sammelstellen in Betracht: Löwe, Holzgartenstr. 6, Zentrum 7908. Reck, Wilhelmstr. 119/120, Lützow 9931. Sebastian, Alte. Jakobstr. 7, Moritzplatz 1912. Zentrale: Zickenrott, Zimmerstr. 59, Zentrum 8794. Die Lohn- unö /lrbeitsverhaltnijle in öer Militarsthneiöerei. UnS wird geschrieben: In einer hiesigen Tageszeitung war eine größere Anzahl von Fällen aufgeführt, in denen Heimarbeitern für Militärfchneidcr- anfertigungen überaus geringe Macherlöhne gezahlt wurden. Die zuständigen Militär- und Polizeibehörden haben diese Fälle unter völliger Geheimhaltung der Namen der Arbeiter ein- gehend nachgeprüft. DaS hiesige Kricgsbeklcidungsamt des GardekorpS, Berlin NW. 5, Lehrter Straße 57, legt Wert darauf, festzustellen, daß es sich— soweit sich bei dieser Prüfung ermitteln ließ— in leinem einzigen Falle um Aufträge dieses Amtes handelte. Dasselbe hat von jeher durch sachgemäße Auswahl der Anferti- gungsstellen, reichlich bemessene Macherlöhne(s. nächst. Ziffer 2), entsprechende Auftragsbedingungen(s. nächst. Ziffer 3), häufige eingehende, persönliche und schriftliche Nachprüfungen und nötigen- falls auch durch energisches Einschreiten mit Eifer und bestem Er- folg dahin gewirkt, daß die mit seinen tschneideranfertigungen be- auftragten Arbeitnehmer sSchneider, Nähfrauen) angemessene Be- zahlung erhalten, so daß hinsichtlich der Schneideraufträge dieses Amtes Abweichungen bereits zu den größten Seltenheiten gehören. Soweit seine Schncideranfertigungen nicht auf den eigenen Werkstätten oder den ihm zugewiesenen Strafanstalten ausgeführt werden können, werden sie an eine große Anzahl in Groß-Berlin befindliche Anfertigungsstellcn vergeben. Diese setzen sich zurzeit zusammen: s) zum größten Teil aus kleinen Schnerdermeistern(selbstän- digen Handwerkern, die Hilfspersonal beschäftigen), d) aus gemeinnützigen Anstalten, Notstandsuntcrnehmungen u. dergl., c) aus Verbänden, Innungen, Genossenschaften des Schneider- gewevbes und 6) aus einigen wenigen Großfirnren des Schneidergewerbes. Das genannte Amt ist übereinstimmend mit uns der Ansicht, baß eins der wirksamsten Mittel zur Bekämpfung der Lohndrücke- reien� in einer möglichst weitgehenden Bekanntgabe der Lohnsätze der Heeresverwaltung und der zugehörigen Borschriften und Auf- tragsbedingungen besteht und stellt daher folgende Mitteilungen zur Veröffentlichung zur Verfügung: 1. Sämtliche unter preußischer Verwaltung stehenden 20 Be- kleidungsämter sind angelviesen, bei allen Vergebungen von Schneideranfertigungen— also auch im eigenen Geschäftsbereich— die Höhe der Macherlöhne entsprechend demjenigen Bekleidungs- amt� zu bemessen, in dessen Geschäftsbereich die Schneideraufträge tatsächlich ausgeführt— nicht nur angenommen— werden. _ Für sämtliche von preußischen Bekleidungsämtern im Ge- schäftSbereich des Kriegsbokleidungsamts des Gardekorps, also in Groß-Berlin erfolgenden Anfertigungen der in nachstehender Zu- sammcnstellung(s.� Ziffer 2) aufgeführten Bekleidungsstücke sind also nur die Lohnsätze und die auf diese bezüglichen AuftragSbedin- gungen des hiesigen Amtes zuständig(f. nächst. Ziffern 2 u. 3). Es liegt im Interesse der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, daß Knerbietungcn auf Anfertigung dieser Bekleidungsstücke zu nie- drigeren als den vorgenannten Lohnsätzen von vornherein unbc- dingt abgelehnt werden. 2. Aus folgender Zusammenstellung sind sowohl diejenigen Macherlöhne, welche das Kriegs-Bekleidungsamt des GardekorpS für die nicht auf seinen eigenen Werkstätten er- folgenden Schneideranfertigungen bis auf weiteres bezahlt, als auch diejenigen Macherlöhne ersichtlich, die dementsprechend den mit der handwerksmäßigen Arbeit betrauten Arbeitern rn Groß- Für das Anbringen � der Feldwebel- oder Wachtmeisterborte an den Mänteln werden 10 Pf. und für das Umlegen der Schnitt- flächen bei fransigem Tuch 20 Pf. vom Amte an seine Auftrag- nehmer bezahlt, wovon den. Arbeitern 8 bzw. 15 Pf.. zustehen. «ämtliche vorstehende Löhne beziehen sich auf. BekleihungS- stücke neuester Anfertigungsart(«tiefelhosen,. Mäntel,- Waffen- röcke). � Sie sind rund 20 Proz. höher als die vom Amte vor Kriegs- beginn gezahlten entsprechenden' Löhne. In erstcren. Löhnen ist also bereits eine nicht unbeträchtliche Kriegsteuerungszulage cnt- halten... 3. Im Interesse der mit der handwerksmäßigen Arbeitsaus- führung beschäftigten Arbeiter hatte das hiesige Amt bis eüixr Ende 1014 seinen Schneideranfertigüngsstellen die. Bezahlung, orts- üblicher Löhne vorgeschrieben. Da es sich jedoch in verschiedenen Fällen als wünschenswert zeigte, die Verteilung der vom Amte ge- zahlten Macherlöhne, auf Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch ge- nauer zu regeln, schreibt das Amt seit etwa Anfang. 1915 bei Ver- gebung von Schneideranfertigungen allgemein vor, daß den Ar- beitern 75 Proz. der vom Amte gezahlten Macherlöhne unbedingt zu zahlen sind(vgl. vorstehende Zusammenstellung der Löhn«) und daß alle zwischen dem Amte und den letzten Arbeitern befindlichen Stellen sich lediglich in die übrigen 25 Proz. zu teilen haben. Durch diese Maßnahme ist es dem Amte gelungen, das höchst unerwünschte Weiterschieben der Aufträge durch zahlreiche Hände und die hier- durch bedingte Schädigung der Arbeiter erfolgreich einzuschränken. Die hierauf bezüglichen Ziffern der jetzigen bis auf weiteres gültigen Auftragsbedingungen lauten wie folgt: 6. Der unterzeichnete Auftragnehmer verpflichtet sich, an die Arbeiter nicht mehr und nicht, weniger als 75 v..H. der vom Bekleidungsamt gezahlten Macherlöhne ohne jeglichen Abzug zu zahlen, mit Ausnahme der. in Ziffer. 3 erwähnten Selbstkosten der Nähmaterialien sowie der für den Arbeitnehmer gesetzlich vor- geschriebenen Abzüge zur Kranken« und Invalidenversicherung. 7. Jede nicht unmittelbar an die Arbeiter, erfolgende Weitergabe der Anfertigung darf nur geschehen, nachdem die nächst- folgende Stelle vorher der weitergebenden Stelle gegenüber in einer jeden Zweifel ausschließenden Weise sich schriftlich ver- pflichtet hat, den Arbeitern den Lohn zu 6— also nicht mehr und nicht weniger als 75 v. H. der vom Bekleidungsamt ge- zahlten Macherlöhne ohne weiteres als die in Ziffer 6 genannten beiden Abzüge— zu zahlen. 8. Die Anfertigungen dürfen nur durch Arbeiter in Groß- Berlin oder in den vom Bekleidungsamte des Gardekorps vorher ausdrücklich zugelassenen Anfertigungsorten, nicht aber durch Ge- fängnisse, Strafanstalten oder Kriegsgefangene ausgeführt werden. 9. Unter.„Arbeitern" im Sinne der Ziffer 6 bis 8 sind die in Betracht kommenden Personen(Arbeitnehmer, sog. Zwischen- meister usw.) nur infoweit anzusehen, als sie die handwerksmäßige Arbeit(Einrichten, Nähen, Sticken, Bügeln u. dergl.) allein— ohne bezahlte Hilfskräfte— ausführen.'' Aus diesem Wortlaut der Bedingungen geht hervor, daß solche zwischen dem Amte und den Arbeitern befindlichen Stellen (Zwischennicister), die teils die Anfertigung weitergeben, teils selbst ohne bezahlte Hilfe ausführen, für erstere Tätigkeit lediglich einen Anspruch auf entsprechende Beteiligung an den 25 Proz. besitzen, für letztere Arbeit dagegen sich aus den. 75 Proz. bezahlt machen können, wobei sie natürlich ihre eigene Arbeit nicht nach einem höherem Maßstabe beurteilen dürfen als diejenige ihrer Arbeiter. 4. Für die Anbringung von Beschwerden über Bezahlung un- genügender Macherlöhne für die Anfertigung(hgn»Militär- Bekleidungsstücken kommen folgende Sellen in Beträcht: a) dasjenige Bekleidungsamt, welches die in Betracht'kommen- den Anfertigungen vergeben hat. Da die Aemter nicht berechtigt sind, in den Geschäftsbereich anderer Aemter, Behörden oder Truppenteile einzugreifen, so kann das hiesige� Amt nur solche Beschwerden nachprüfen und erledigen, die sich auf die von ihm selbst erteilten Aufträge beziehen. b) Die Schlichtungskommission für Militärfchneidcr im Ge- werbcgericht zu Berlin SW. 68, Zimmerstr. 90/91. Diese Kommission ist im September 1914 auf Grund von Verhandlungen zwischen Arbeitgedern und Arbeitnehmern des Ber- liner Schneidergewerbes im Beisein, und auf Anregung eines vom Oberkommando in den Marken entsandten Offiziers des Kriegs- Bekleidungsamtes des Gardekorps— Major v. Estorff— errichtet worden. Sie ist aus der gleichen Anzahl von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzt und hält ihre Sitzungen unter dem Vorsitz des ersten Vorsitzenden des hiesigen Gewcrdegerichts— Magistratsrat von Schulz— und unter Mitwirkung deö vorgenannten Offiziers ab. Ihre Täfigkeit erstreckt sich auf die Btacher- löhne für alle in vorstehender Zusammenstellung aufgeführten, probemäßigen Militär-Äekleidungsstücke, soweit sie von den unter preußischer Verwaltung stehenden Bekleidungsämtern vergeben sind. Die sachliche und eifrige Arbeit dieser Kommission kann als überaus erfolg- und segensreich bezeichnet werden und hat bereits in sehr erfreulicher Weise zur Beseitigung von Lohndrückereien und zur Beruhigung des Groß-Berliner Schneiderarbeitsmarktes bei- getragen. c) Die für die beschuldigte Firnia zuständige Königliche Gewerbeinspektion, soweit es sich um. Fälle krasser Lohndrückerei seitens einer Firma usw. im Landespolizeibezirk Berlin handelt. 5. Bei allen Beschwerden ist soweit als möglich anzugeben, a) welches Bekleidungsamt oder welche sonstige Militärbehörde die in Betracht kommende Arbeit vergeben hat, b> welche Zwischenstellen die Vermittelung der Anfertigung vom Amte bis zum Beschwerdeführer ausgeführt haben, c) ob es sich um die Anfertigung völlig probemäßiger Be- kleidungsstücke oder solcher einfacherer Art(z. B. Bozener Mäntel, Hosen ohne Biesen, Hemde» und Unterhosen einfacher Art) handelt und ä) welche Teilarbeiten von der gesamten handwerksmäßigen Anfertigung(Einrichten, Nähen, Anfertigen der Knopflöcher und Riegel, Bügeln usw.) vom Beschwerdeführer nicht ausgeführt find. 6. Alle gemäß vorstehender Ziffer 4a an das hiesige Kriegs- BekleidungSamt gerichteten Briefe, die eine deutliche, genaue sowie zutreffende Unterschrift und Adresse des Schreibers nicht enthalten, werden als anonym betrachtet und bleiben daher unberücksichtigt. Nicht anonyme Schreiben werden vom hiesigen Amt durchaus ver- traulich behandelt, so lange dieses nicht die Ueberzeugqng ge- Wonnen hat, daß die Angaben wissentlich oder leichtfertig falsche sind. 7. Eine Einwirkung der Heeresverwaltung auf Bezahlung angemessener Löhne ist in allen- bei Lohnbeschwerden ersahrungs- gemäß häufigen Fällen nicht, möglich, in denen die betreffenden Stücke ohne Auftrag oder Wissen der Heeresverwaltung vergeben sind. Hierher gehören z. B. die von Wohlfahrts- und Notstands- einrichtungen, Firmen und Einzelpersonen in Auftrag gegebenen freiwilligen Hecresspenden und Liebesgaben, ferner die ohne jeden Auftrag der Heeresverwaltung zu Spekulatwnszwccken zur Anferti- gung vergebenen Stücke._ Mus Groß-öerlin. Für Kartoffel, und Gemüseanbau nicht zu haben? In dieser Kriegszeit ist gegenüber den dekannten Aus- hungerungSabsichten auch zu dem Hilfsmittel gegriffen worden, möglichst viel brach liegende Ländereien für den Anbau von Kar- tofscln und Gemüsen nutzbar zu machen. Trotz Laubenkolonien war es noch für so manche Familie, ein unerfüllter Wunsch, ein Stückchen Land beackern zu dürfen, um durch eigene Arbeit einen Teil der notwendigen Lebensmittel zu erzeugen. Für den Ge- danken, diesem Bedürfnis jetzt in der Kriegszeit besonders ent- gegenzukommen, hat die minderbemittelte Bevölkerung, die sich der Lebensmittelteuerung auf jede Weise zu erwehren suchen muß, so- fort das erwartete Verständnis gezeigt. In Groß-Berlin hat der Kriegsausschuß der Laubenkolonien bisher schon 3500 Familien auf Kartoffel- und Gemüseland ansetzen können, wo- bei es zwar manchmal Mühe kostete, die Verfügung über solches Land zu erhalten, aber immer mühelos war, Familien zur lieber- nähme der Landstücke zu finden. Wie lebhaft noch immer das Verlangen nach dilligstem oder ganz unentgeltlichem Kartoffel- und Gemüseland ist,-zeigen uns wieder ein paar Zuschriften, die aus dem Stadtteil Wedding uns zugegangen sind. Von verschiedenen Seiten werden wir in Aus- drucken des Unwillens darauf aufmerksam gemacht, daß ein um- fangreiches Gelände zwischen Trift-.und Li vi- Hurger Straße seit Jahren ungenutzt daliegt und auch jetzt nicht für Anbau von Kartoffeln und Gemüsen her- gegeben werden soll. Ein Teil dieses Geländes dient seit einigpr Zeit dem Militär als Uebungsplatz, aber freigeblieben ist noch eine reichlich große Fläche, die Raum genug für viele nach Acker- und Gartenbau verlangende Familien bieten könnte. Vor 14 Tagen verbreitete sich da.draußen plötzlich die frohe Botschaft, daß endlich auch dieses Land, nach dem sich längst mancher sehnsüchtige Blick gerichtet hatte, zum Anbau von Kartoffeln und Gemüsen verwertet werden solle. An dem schon ziemlich altersschwachen Zaun sah man Zettel hängen, auf denen zu lesen stand, daß durch den Kriegsaus- schuß der Laubenkolonien hier Gemüse- und Äartoffelland umsonst zu haben sei. Diese Ankündigung brachte, wie sich denken läßt, nicht wenige von den Bewohnern der umliegenden Sraßen auf die Beine, und manche sollen ihren Drang, möglichst bald ein Land- stück in Arbeit zu nehmen, sehr lebhaft geäußert haben. Schon war auf dem Gelände ein Vertreter des Kriegsausschusses anwesend, der Meldungen entgegennahm— aber, ach! die Freude dauerte nicht lange. Am nächsten Tage untersagte die Verwalterin des Geländes weiteren Zutritt, wobei sie gegenüber einem Melde- lustigen erklärte, dem Besitzer, sei ja gar nichts bekannt, die Zettel habe man ohne sein Wissen ausgehängt, er werde auch sein Land nicht zu der beabsichtigten Verwendung hergeben. Nebenbei' be- merkt: Besitzer sind die Burchardtschen Erben, aber als ihr Haupt darf man einen Rentier E. Burchardt ansehen. Dieser Herr E. Burchardt, Unter den Linden 14, ist den Lesern des„Vorwärts" nicht unbekannt. Er ist derselbe Rentier Burchardt, über den wir vor kurzem berichteten, daß er für seine Vorortvilla ein kinderloses Gärtner-Ehepaar suchte. Kinderlos mußten die Leute sein, weil Herr Burchardt, wie er sagte, nicht«anderer Leute Kinder er- nähren" wollte. Daß der Besitzer sein Land nicht für den Kriegsausschuß der Laubenkolonien hergeben will, trifft zu. Falsch wäre aber die An- nähme, daß er von der Sache gar nichts gewußt hätte. An Herrn E. Burchardt wandte sich im Frühjahr der Kriegsausschutz mit der schriftlichen Bitte, das Gelände für die Kriegszeit oder wenigstens für diesen Sommer z u l a n d wir l s ch a f k l scher Ben u tz ü n g zu überlassen,'falls es sich hierzu eigne: Die Bitte,'die ausdrücklich auf das„vaterländische Interesse" hinwies, wurde, ab» geschlagen durch den Rechtsbeistand des Besitzers, und zwar mit der Begründung, daß dieses Land schon dem 4. Garde-Regiment z. F. als Uebungsplatz für ein Bataillon überlassen worden sei. Hinzu- gefügt wurde aber:„Sollte dasselbe nicht in voller Ausdehnung für diese Zwecke benutzt werden und der verbleibende Teil noch irgendwelchen Wert für' Sic haben, so bin ich gern bereit, einem etwaigen Wunsch auf dessen Ueberlassung näherzutreten." Nach dieser verheißungsvollen Antwort setzte der Ausschuß sich mit dem Bataillon in Verbindung, und bald hatte er die Freude, daß ihm der Bescheid wurde, ein zu den Uebungen nicht benutzter Teil des Geländes sollte ihm unentgeltlich überlassen werden. Bedurfte es da noch weiterer Verhandlung mit dem Besitzer? Gewiß wäre es richtiger gewesen, ihm noch zu schreiben: Das Bataillon gibt uns Land, und nun nehmen wir Dich beim Wort. Aber es schien ja zweifellos, daß es ihm gleichgültig war, ob das Bataillon oder der Kriegsausschutz den Geländeteil' benutzte. Auch war der Frühling schon vorgerückt, so daß Eile nottat, darum wurde sofort die Ver- teilung des Landes eingeleitet. Ein Vertreter des Ausschusses wies der Verwalterin das Schreiben vom Bataillon vor und ging daran, sich auf dem Gelände einzurichten. Dann aber geschah plötzlich das Unerwartete, daß die Verwalterin den Zutritt untersagte, weil die Genehmigung des Besitzers fehle. Als der Ausschuß hiervon erfuhr, holte er schleunigst das Versäumte nach und bat in aller Form um Genehmigung. Gleichzeitig erbot er sich zu Entschädi- gung für ein Weiderecht, das noch an dem Land haften soll. Ant- wort kam wieder von dem Rechtsbeistand des Besitzers. D i x G c- nchmigung wurde versagt! Gegenüber Herrn Burchardt will nun der Äriegsausschuß der Laubenkolonien nicht sogleich die Waffen strecken. Auf Grund der Bundesratsverordnung vom 31. März 1915 erwartet er, auch gegen den Widerstand des Besitzers doch noch das Recht der Benutzung des Geländes zu erlangen. Er hat das in der Bundesratsverordnung' vorgesehene E n t e i g n u n g S- verfahren beantragt. Hoffentlich. wird durch die Entscheidung im Sinne des Kriegsausschusses über das Burchardtschc Gcländc versügt. Um Irrtümern vorzubeugen, sei bemerkt, daß der Kriegsaus- schuß für Laubenkolonien eine gesonderte Organisation ist und nichr verwechselt werden darf mit der für Kartoffelanbau gegründeten Organisation, an der die Berliner Gewerkschaftskommission be- teiligt ist. Schlecht informiert. Die.Berner Tagwacht" hat kürzlich unter der Ueberschrift «Nicht zu übertreffende Schmach" die Talsache besprochen, daß der zum unbesoldeten Stadtrat gewählte Genosse Sassenbach bei seinem Eintritt in den Berliner Magistrat den vorgeschriebenen Beamteneid geleistet habe. Sie knüpfte an diese Mitteilung die Bemerkung, daß größer die„Schmach für eine republikanische Partei wohl nicht sein könne". Genosse Heiman» als Vorsitzender der sozialdemo- kratischen Stadtverordnetenfraktion legt in einer Zuschrift dar. daß nach dem Bericht des Parteivorstandes in Jena 1913 die deutsche Partei über 231 Landtagsabgeordnete ver- fügte, die sich aus 22 Landtage verteilten und daß die Voraussetzung für die Ausübung des Mandats in fast allen Landtagen die Ab- legung dieser Eide ist, durch den die neugewählten Abgeordneten dem betreffenden Landesherrn Treue-und Gehorsam zu schwören haben,- Der Speisezettel in Gastwirtschaften. 1. Das feste Gedeck( Menu) fällt fort. Es gibt nur noch Speisen nach der Karte. 2. Die Gemüsekost ist in den Vordergrund zu stellen; vor allem ist auf gut zubereitetes Gemüse besonderer Wert zu legen und darauf zu halten, daß mehr Gemüse und weniger Fleisch gegeben wird. 3. An Stelle des gebratenen Fleisches soll mehr gefochtes Fleisch angeboten werden. 4. Der Fettverbrauch ist einzuschränken. 5. Der Kartoffelverbrauch ist auf das Mindestmaß zu beschränken. Es sollen nur Salz und Bratkartoffeln berabfolgt werden. werden. 6. Das Borlegen der Speisen durch den bedienenden Sellner fällt fort. 7. Die deutsch- feindlichen neutralen Zeitungen sollen abbestellt Diese Beschlüsse treten am 1. Juni 1915 in Kraft. Die Gast wirte Groß- Berlins sind von diesem Tage ab an diese Beschlüsse gebunden. Das Polizeipräsidium legt besonderen Wert darauf, daß diese Beschlüsse vom genannten Tage ab in Groß- Berlin ausnahms Ips durchgeführt werden und gibt der Erwartung Ausdruck, daß auf diesem Gebiete keinerlei behördliche Maßnahmen sich als notwendig erweisen möchten." Der Wahrsageschwindel blüht. Lebensmittelverkauf in Nieder- Schönhausen. baß insbesonders auch alle Abgeordnete im preußischen Zandtage 1 teile enthalten sollten. Bei Kisten, die bei ihm im Schuppen standen, Steuerzahlung in Schöneberg. diesen Eid geleistet haben. enthielten auch Maschinenteile, 11, Meter lange Webebäume von Die Berner Tagwacht" hätte gut getan, fidh erst über die 25 Zentimeter Durchmesser. Diese Bäume, 6 in jeder Kiste, waren es nicht möglich, den Steuerpflichtigen der Stadt Schöneberg die Infolge des durch den Krieg eingetretenen Beamtenmangels war deutschen Verhältnisse genauer zu informieren, che sie sich zu ihrem gut gearbeitet und mit allen zugehörigen Eisenteilen versehen. Frei- Veranlagungsbenachrichtigungen( Bahlfarten) für das Steuerjahr 1915 geschmacklosen Ausfall entschloß. berger erklärte, daß er den Vertrieb solcher Webebäume von einer fo rechtzeitig zuzustellen, daß sie die fälligen Beträge bis zum norFabrit für Schlesien übernommen habe. Der Kriminalkommissar malen Termin, den 16. Mai 1915, zahlen fonnten, Aus diesem aber begnügte sich mit dieser harmlosen Erklärung nicht, nahm viel- Anlaß hat der Magistrat genehmigt, daß die Fälligkeit der Steuern Abbestellung deutschfeindlicher Zeitungen. mehr einmal einen der Webebäume auseinander und fand, daß er für April/ Juni 1915 und die Gültigkeit der Hundesteuermarken für Der Speisezettel in den Gastwirtschaften soll der Kriegszeit an- einen Hohlraum von 10 Zentimeter im Geviert hatte. Diesen 12. Juni 1915 ausgedehnt wird. Die Zahlung fann bis dahin das verflossene Steuerjahr bis einschließlich Sonnabend, den gepaßt werden. Hierüber geht uns folgende Notiz zu: Hohlraum füllte eine 1 Meter lange Zinkblechhülfe aus und bei den sämtlichen in den Zahlfarten bezeichneten Steuerkassen und Bei der am 26. Mai d. J. auf dem Polizeipräsidium mit den diese war ganz mit Saccharin gefüllt. Den Verschluß dieses Bantinstituten erfolgen. Nach dem 12. Juni 1915 trift die kostenVertretern des Gastwirtsgewerbes Groß- Berlins stattgefundenen Er- schönen geheimen Behälters bildeten die Eisenteile des Webe- pflichtige Anmahnung der mit der Zahlung im Rückstande verblie örterung der Frage, wie der Verschwendung von Nahrungsmitteln baums, die so regelrecht und forgfältig ausgearbeitet benen Pflichtigen ein. in den Gasts und Speisewirtschaften entgegengewirkt werden kann, waren, daß man fie jeden Augenblick in das Getriebe wurden folgende Beschlüsse einstimmig gefaßt: einer Maschine hätte einfügen fönnen. Schöneberger Frauenchor. Das erste Stiftungsfest des Chors diesem Geheimnis und dem Inhalt der Webebäume keine Ahnung straße 5. Der Schöneberger Männerchor wirkt bei dem Feste mit. Freiberger wollte von beginnt heute nachmittag 4 1hr in Lehmanns Vereinshaus, Haupthaben. Die Ermittelungen auf den Bahnhöfen in Schlesien aber ergaben, daß er von diesen Webebäumen Hunderte bekommen und wieder versandt und auf diesem Wege eben so viele Hunderte Bentner Saccharin verhandelt hat. Nach den Spuren, die bisher auf- Am 1. Juni d. J. beginnt der Verkauf der von der Gemeinde gedeckt werden konnten, ist der Süßstoff aus der Schweiz eingeschmuggelt angeschafften Lebensmittel. Beschafft wurden 2177 Pfund Neis, worden. Dorther scheint auch ein Reisetoffer mit zwei Zentner 110 000 Volheringe, 9600 Dosen kondensierte Milch, 10 000 Pfund Saccharin gekommen zu sein, der vor einigen Tagen auf dem Schweinefleischtonferven, 55 000 Pfund magerer Sped, 5000 fund Corned beef, 5000 Pfund Rindfleischkonserven, 25 000 Pfund Schlesischen Bahnhof beschlagnahmt wurde. Er war dort schon fetter Speck, 40 000 Pfund Dosenschinken, 16 000 Pfund Schmalz. Mitte April in Verwahrung gegeben, aber nicht wieder abgeholt Insgesamt betragen die Aufwendungen für Lebensmittel 248 570- M. worden. Der Verkauf wird im Laden des Hauses Treskomstr. 63/64, wochentäglich von 2-7 Uhr vorgenommen; verkauft wird nur an Gemeindeangehörige gegen Vorzeigung einer Berechtigungskarte, die allen Eine wahrsagende" Zigeunerin wurde endlich einmal erwischt Haushaltungen zugestellt wird. Die Preise der Waren find und hinter Schloß und Riegel gebracht. Sie hatte sich fürzlich in folgende: Vollheringe, Stück 10 Pf.( Verkauf nur bis zu Reis Pfund 50 f.; der Maske einer Händlerin bei einer Frau eingeführt, deren Mann 10 Stück und nur von 2-3 Uhr); im Felde steht. Die Frau selbst lag frank. Das Dienstmädchen kondensierte Milch Dose 55 Pf.; Corned beef 1,25 m. pro Bfund; ließ sich zunächst die Karten legen. Dann entschloß sich auch die Pfund; Schweinefleischkonserven 1,60 M. pro 1- Pfund- Dose; magerer Rindfleischkonserven( gekochtes Rindfleisch ohne Knochen) 1,70 M. pro franke Frau dazu, weil sie zu gern gewußt hätte, ob ihr Mann Speck 1,75 M.; fetter Sped und Karbonadenfped 1,85 M. pro Pfund; gesund aus dem Kriege heimkehre. Die Zigeunerin brauchte für ihre getochter Schinken nach Prager Art in Dosen 2,20 M. pro Bfund; Kunst, die, wie sie sagte, nicht bloß die Zukunft enthüllen, sondern Schmalz das Pfund 1,60 M. Der Verkauf von Speisekartoffeln auch die Frau wieder gesund machen sollte, alles Geld, das sich in findet von jetzt ab täglich nachmittags von 3-6 Uhr in der Turnder Wohnung befand. Die Hausfrau brachte 110 M. zusammen, das halle Charlottenstr. 19/22 statt. Der Preis beträgt 6,50 M. pro Dienstmädchen 38 M. Die Zigeunerin packte alles in Papier, nähte Bentner. es dann in einen Lappen ein und legte ein Pädchen auf den Ofen. Dort sollte es mindestens zwei Stunden unberührt liegen bleiben. Wenn die Stranke, so drohte die Zigeunerin, es vorher öffne, so werde sie nicht genesen, und auch das Mädchen werde von Krankheit Man wird um so freier hierüber urteilen dürfen, als es sich befallen werden, wenn sie es anrühren sollten. So warteten denn vorläufig durchaus nicht um Maßnahmen des Oberkommandos beide auf die Rückkehr der Zigeunerin, die sich aber nicht wieder handelt, wenn diese auch angedroht find für den Fall, daß fehen ließ. Als sie das Päckchen endlich öffneten, fanden sie darin die Maßnahmen der Gastwirte nicht in die Tat die Tat umgesetzt nur Papierschnigel. Das Dienstmädchen machte sich nun auf den werden. Die polizeiliche Bevormundung der Speise- Weg, um das betrügerische Weib zu suchen, traf es auch auf der farte dürfte gemeinhin feine allzugroße Zustimmung finden, um Straße und ließ es festnehmen. Die Verhaftete, die nicht leugnen so mehr, als der Beweis für ihre Notwendigkeit noch gar nicht erbracht ist. Da lesen wir z. B. von der notwendigen, aufs äußerste fann, nannte sich Alma Weiß, wurde aber von der Kriminalpolizei durchzuführenden Kartoffelersparnis. Nach Urteilen der Fachleute ist festgestellt als eine 35 Jahre alte Alma Steinbach, die auch wegen es durchaus falsch, daß eine Kartoffelnot herrscht oder im Anzuge Ladenkassendiebstahls und Wechselfallenschwindels schon wiederholt ist. Die Reichsverteilungsstelle schwimmt vielmehr im Ueberfluß; bestraft ist. sie hat zurzeit 5 Millionen Zentner zur Verfügung, die nicht ab= gefordert werden, und auch der Gemeindeverband Berlin hat noch 300 000 Zentner gut. Unter diesen Umständen können wir ruhig einmal Duetschkartoffeln statt der in dem Gastwirtsulas vorgefchriebenen Salz- und Bratkartoffeln essen... Die Abschaffung des festen des rechnerischen Betriebes; ob aber der Gast, der sich hierbei Gedeckes in den Gastwirtschaften liegt sicherlich im Interesse an den kleinen Zutaten als Kompott, Käse, Speise, gütlich tat, hierbei beffer fortkommt, ist eine andere Sache. Im übrigen wird es auch hier heißen, daß Probieren über Studieren geht. Das Publikum wird sich die Sache einmal eine Zeitlang ansehen und hiernach sein Urteil abgeben. Gute Patrioten find wir alle; allzusehr wollen wir uns aber ohne Not nicht Beschränkungen unterwerfen, die immer auf Rechnung des Krieges gefetzt werden, ohne daß dies glaubhaft gemacht wird. Der Vater des Gedankens ist der Herr Eisenbahnminister, der zuerst in Bahnhofswirtschaften und Speisezügen das feste Geded abgeschafft und auch fonst allerlei Beschränkungen gegen den Magentisel erlassen hat. Was aber der Fistus in seinem Hause tut, braucht der Privatmann noch lange nicht nachzumachen..." Die getroffene Reglementierung der Speisekarte wird vielfach verschnupfen und manche Kritik heraufbeschwören. Selbst im LofalAnzeiger" kann man Worte der Kritik über diese neueste Kriegsmaßnahme lesen. Es heißt da u. a.: In der Panke ertränkt. In der Panke ertränkt hat sich der 62 Jahre alte Arbeiter August Badhaus aus der Kolberger Straße 24. Der Mann litt feit deshalb auch nicht mehr. Vor einigen Tagen ging er morgens zur einiger Zeit unter Erscheinungen von Schwachsinn und arbeitete gewohnten Zeit von Haufe weg, um, wie er stets tat, einen Spazier gang zu machen. Diesmal aber fehrte er nicht wieder zurück. Drei Tage lang irrte der Krante plantos umher. Dann sprang er in der Nähe der Uferstraße in die Pante. Leute, die sein Beginnen fahen, holten ihn aus dem Wasser heraus und brachten ihn nach dem rankenhause Moabit. Dort starb er jedoch bald nach der Aufnahme. Die Finanzlage Potsdams. Rauscher, die Mitteilung, daß die Finanzlage der Stadt sich so In der letzten Stadtverordnetensißung machte Bürgermeister erfreulich gestaltet habe, daß die Gefahr einer Steuererhöhung auf Jahre hinaus beseitigt sei. Die von der Stadthauptkasse im abgelaufenen Rechnungsjahre erzielten lleberschüsse haben 272 227,77 Mark im Ordinarium und 14 117,37 M. im Ertraordinarium, ins gesamt also 286 945,14. betragen. Die Ueberschüsse des Dr dinariums find in ihrer Höhe gleichbedeutend mit 31 Prozent des Gemeindeeinkommensteuersolls. Aus diesem Ers gebnis wurden einstimmig 10 000 M. als Grundstock zur Gründung Dubeningten, für die Potsdam beim Wiederaufbau die Patenschaft übernommen hat, bewilligt. Im weiteren Verlauf der Beratung wurde eine Ergänzung der Anweisung über Tagegelder und Reisekosten für die Beamten beschlossen. Es wurde die Gewährung von Tagegeldern an technische Beamte auch dann für zulässig erklärt, wenn die Entfernung geringer als 2 Kilometer ist, dagegen wurde ausdrücklich betont, daß die Gänge eines Beamten zwischer seiner die Stadt Spandau in den Vorortfreis einbezogen. Die Versamm ohnung und der Dienststelle nicht als Dienstreise angesehen werden sollen. Schließlich wurde auch lung erklärte hierauf in weiterer Erledigung der Tagesordnung einstimmig die Annahme eines Legates der Partickschen Eheleute, die 20000 M. der Stadt mit der Verpflichtung hinter ließen, am 22. Mai alljährlich an alte, bedürftige Ehepaare Geldgefchenfe nicht unter 10 M. aus den Zinsen des Vermögens zur Auszahlung zu bringen und für die Instandhaltung des Erbbegräb nisses zu sorgen. Die Mitteilung des Berichterstatters über die Ueberschüsse der Sparkasse aus dem Rechnungsjahre 1914 nahm die Im Zoologischen Garten ist jetzt ein australischer Staffelschwanz Bersammlung zustimmend zur Kenntnis. Sie erreichten 182 561,43 D. zu sehen in einem der Glaskäften des großen Vogelhauses, die und wurden bis auf 53 596,85 M. beschlußgemäß verwendet. Dieser immer besondere Seltenheiten und ornithologische Kabinettstüde, Restbetrag wird dem Magistrat zur Deckung der Ausgaben für auch in gegenwärtigen Kriegszeiten nicht weniger als sonst, ent- Liebesgaben zur Verfügung gestellt, für die 60 000 m. bewilligt halten. Die Staffelschwänze sind Verwandte der Zauntönige und worden waren und aus einer Anleihe beschafft werden sollten. sozusagen ihre australischen Vertreter. Das zeigt sich auch an ihrem hierzu die Genehmigung von der Regierung nicht zu erlangen tvar, Französische Gefangene in den Straßen Berlins. tecken, flinken Wesen, nur daß sie noch puziger aussehen, als der all- griff man auf die Sparkassenüberschüsse zurück und bezüglich des Das trotz der ungeheuren Anzahl von Gefangenen in Deutsch- bekannte heimische Vogelzwerg, weil sie einen langen Schwanz Restes von 6403,15 M. ist weitere Beschlußfassung vorbehalten. land in Berlin sehr seltene Schauspiel eines Gefangenentransportes haben, diesen aber genau so unternehmend aufgerichtet tragen, wie bot sich gestern am frühen Vormittag am Potsdamer Bahnhof. Staffelschwänze sind staffelartig von verschiedener Länge, was ihnen unser Zauntönig sein kurzes Schwänzchen. Die Schwanzfedern der Etwa 40 französische Gefangene waren aus dem Lager bei Boffen auch ihren Namen gegeben hat. angekommen und wurden über den Potsdamer Platz nach dem Arbeiter- Bildungsschule. Heute Sonntag, den 30. Mai, findet Leipziger Platz geführt. Das Publikum, zumeist aus Fahrgästen der im Hörsaal, Lindenstr. 3, IV. Hof, rechts 3 Tr., der letzte Vortrag eben angekommenen Vorort- und Ringbahnzüge bestehend, nahm des Zyklus Einleitung zum Verständnis von Kunstvon dem Vorgang mit größtem Interesse, aber erfreulicher- werten"( Mufit) statt. Vortragender eo Kestenberg. Auch weise ohne irgendwelche Kundgebung Kenntnis. Die Ge- dieser Vortrag wird reich mit Erläuterungen am Flügel ausgestattet fangenen, von mindestens sechs verschiedenen Infanterie- sein. Anfang 19 Uhr abends. Eintrittspreis 10 Pf. regimentern, im roten Käppi und der roten Hose, Gepäck Die Direktion des Wintergarten hat ab 1. Juni Guido Thielscher auf dem Rücken, waren fräftige Männer in Mittelgröße und dar- vom Metropol- Theater für ihre Varietébühne verpflichtet. über, in den zwanziger und dreißiger Jahren, sämtlich blond, von stilleni Gesichtsausdruck; der dunkle Typus, den wir als den eigentlich französischen anzusprechen gewöhnt sind, fehlte vollständig. Die Leute schienen ohne Rücksicht auf die Truppenangehörigkeit nach Stammes oder Berufsangehörigkeit für einen bestimmten Zweck ausgesucht und zusammengestellt zu sein. Unter Bewachung weniger Landsturmleute und umgeben von einigen Schuhleuten ging der Transport zur elektrischen Bahn, mit welcher er nach einem nördlichen Vorort weiter befördert wurde. Saccharinschmuggel. " Aus aller Welt. Die taltlächelnde Henne. In der Münchener Post" lesen wir: Da Bauer wegen Sachbeschädigung zu verantworten, weil er eine Henne Am Schöffengericht München hatte sich am 24. Mai eint aus einem Nachbaranwesen, die auf seinem frisch besäten Grundstüc scharrte, mit einer Mistgabel erschlagen hatte. Zu seiner Verteidigung hatte sich der Angeklagte einen noch jugendlichen Anivalt verschrieben, der mit mehr Temperament als juristischer Schulung und Kleine Nachrichten. Ein schwerer Automobilunfall hat sich am Gewandtheit der Sprache die Sache feines Klienten führte. Er Sonnabend gegen 3 1hr nachmittags am Elisabethufer zugetragen. fam nach einigen einleitenden Sätzen über Unarten des Hühner Dort geriet vor dem Hause Nr. 21 die Ehefrau des in der Admiral- volts im allgemeinen auf die Streiche des gemordeten Huhnes im straße 14 wohnenden Buchbinders Pflaum beim Ueberqueren des speziellen zu sprechen, das offensichtlich provozierend Fahrdammes an ein Postautomobil. Der Führer des Kraftwagens auf dem Acker feines Klienten herumgestiegen sei, und meinte dann versuchte zwar im legten Augenblick noch den Wagen zur Seite zu wörtlich:" Das Tier dachte sich zweifellos, nachdem es einige reißen, fonnte jedoch das Unglück nicht mehr verhüten. Frau Pflaum Tage straflos in dem Felde des Angeklagten herumgelungert wurde von dem Kraftwagen erfaßt und umgerissen und erlitt bei war: a bah, der sieht mir nicht danach aus, der traut dem Sturz auf das Straßenpflaster einen Schädelbruch und schwere sich ja doch nicht ordentlich zuzuschlagen. In dieser Erwägung innere Verlegungen. Die Verunglückte erhielt auf der nächsten Un- fragte und scharrte das Huhn talt lächelnd weiter. Da frage fallstation die erste ärztliche Hilfe und wurde in besinnungslosem ich Sie denn boch, meine Herren, ob es dem Huhne erlaubt sein soll, Zustande nach dem Urban- Krankenhause gebracht. Auf einen straflos in dem saueren Schweiß des Angeklagten Schwindler in Militäruniform fahnden die Polizeibehörden Groß zu wühlen." Sichtlich stolz auf sein Plädoher beantragte der Einem umfangreichen Saccharinschmuggel ist die hiesige Berlins. Zuletzt trat der Gauner in Schöneberg unter dem Namen redegewandte Herr zum Schlusse die Freisprechung feines Mandanten, Kriminalpolizei wieder auf die Spur gekommen. Ein Schreiben Karl Schmidt und in der Uniform des Infanterie- Regiments Nr. 18 für den er den Notwehrparagraphen geltend machte. Das Gericht ohne Namen verdächtigte einen Spediteur im Norden der Stadt, daß auf. Er gab an, er fei seiner Verwundung wegen beurlaubt und sprach den Hühnertöter auch frei; allerdings aus anderen Erer an einem schwunghaften Handel mit dem teueren Süßstoff be- seine Frau sei trant und mittellos. Soweit bekannt, erhielt er auf wägungen als den mit so vielem Geschick vorgetragenen. teiligt sei. Längere Beobachtungen lieferten keinen Beweis für eine feine Bitten überall Unterstügungen. In Begleitung des Schwindlers schuldhafte Teilnahme, zeigten aber, daß bei dem Spediteur tat- befand sich ein vier Jahre alter Knabe. Der Betrüger ist etwa sächlich große Menge Saccharin in Verwahrung gegeben wurden. 35 Jahre alt, mittelgroß, fchlant, hat schwarzes Haar, dunklen Verschiedene Leute ließen von ihm Reiseförbe und Koffer von den Schnurr- und Spitzbart und ein längliches, gelbes Geficht. Bahnhöfen abholen mit der Weisung, sie wieder auszuhändigen, wenn jemand mit einem Ausweis des Auftraggebers tomme und sie verlange. So brachte dann der Spediteur Koffer und Körbe auch nach verschiedenen Bahnhöfen zurück. Die Behältnisse sahen aus wie Reiseförbe, wie Dienstmädchen sie wohl mitbringen, wenn sie vom Der Verkauf der städtischen Kartoffeln durch die Händler ist der Lande nach Berlin kommen, um Stellung zu suchen, die Koffer wie artig zurüidgegangen, daß sich die Lebensmittelkommission erneut Musterkoffer von Geschäftsreisenden. Sie enthielten aber nichts mit der Frage der Kartoffelverteilung beschäftigen mußte. Fast einanderes als Saccharin. Es fonnte festgestellt werden, daß auf diese stimmig war man jezt der Auffassung, daß man zur Räumung der Weise von Berlin aus etwa 20 Zentner von dem Süßstoff nach großen Bestände die Kartoffeln direkt an die Konjuenten abgeben Breslau, Hirschberg und anderen Städten gesandt wurden. müsse. So sollen außer den beiden jetzt bestehenden städtischen 11nter beschlagnahmten Schriften fand sich ein Brief, nach dem ein Verkaufsstellen in der Steinmetzstr. 12 und Weserstr. 203 noch drei Der Preis der KarHandelsmann Freiberger aus Krummenau bei Hirschberg, Hunderte weitere Verkaufsstellen eingerichtet werden. Zentner nach Deutschland und zum Teil nach Berlin gebracht und toffeln beträgt vom Montag ab 55 Pfennig für 10 Pfund. hier in Berwahrung gegeben hatte, jedenfalls weil er mit seinen Ber Startoffeln von der Bahn gentnerweise entnimmt, erhält dieselben für 4,75 M. Abnehmern nicht gleich einig geworden war. Der Untersuchungsrichter sandte nun den hiesigen Kriminalkommissar, der den Süßstoff- Herabsetzung der städtischen Fleischpreise in Wilmersdorf. schmuggel bearbeitet, nach Krummenau, damit er dort und weiter in Die Städtische Fleischhalle Wilmersdorf veröffentlicht mit der ber Provinz den Spuren nachgehe. Die Beobachtungen ergaben, daß Wirkung vom 1. Juni ab ein neues Preisverzeichnis mit nennens Freiberger viele Kisten bezog, die nach der Erklärung Maschinen- wert ermäßigten Fleischpreisen. Aus den Gemeinden. Kartoffelverkauf in Neukölln. Ein französischer Postdampfer gescheitert. Einer Meldung der Agence Havas" zufolge ist der Postdampfer Champagne" vor Saint Nazaire gescheitert. Die 900 an Bord befindlichen Bassagiere wurden ausgeschifft. Das Schiff soll schwer beschädigt sein. Leichtsinniger Umgang mit Sprenggeschoffen hat am Donners tagmittag in Szirgupönen ein schweres Unglück herbeigeführt. Ein 17 jähriger Arbeiter warf eine aufgefundene Granate, einen sogenannten Blindgänger, gegen eine Mauer. Das Geschoß erploSierte und tötete auf der Stelle drei von den um= stehenden Personen, während acht schwer verlet wurden. Parteiveranstaltungen. Schöneberg. Dienstag, den 1. Juni, abends 84, Uhr, in den Neuen Rathausfälen, Martin- Lutherstraße: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen A. Ritter über Kriegsfürsorge". 2. Distuffion. 3. Ausstellung eines Kandidaten zu der bevorstehenden Stadtverordneten- Ersatzwahl. Niederschönhausen- Nordend. Dienstag, den 1. Juni cr., abends 81, Uhr, bei Rettig, Blankenburger Str. 4, Mitgliederversammlung. Lagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Dr. Dunder:„ Die Arbeiterklasse und der Krieg". 2. Bericht aus der Lebensmittelfommission. # Oberschöneweide. Dienstag, den 1. Juni, abends 8, Uhr, im Schloßpart Wilhelminenhof": Mitgliederversammlung. Referenten sind die Genossen Schriftsteller. Ströbel und Rechtsanwalt Wolfgang Heine. Thema: Der Beltkrieg. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. -S Bankow. Dienstag, den 1. Junt, abends 8 Uhr, im Restaurant Mariendorf. Bei Benfched, Chauffeeftr. 27. Bortrag. Zum Kurfürsten", Berliner Str. 102: Mitgliederversammlung. Tages. Neukölln. In folgenden Lokalen: 1. Bez. bei Neugebauter, Sander ordnung: 1. Erstattung des Jahres und Kaffenberichts. 2. Drtsangelegenstraße 11.- 2. Bez. bei Krüger, Reuterstraße 62. 3. Bezirk bei Meizel, heiten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Bannierstr. 59. 4. Bez. bei Krämer, Weserstr. 41. 5. Bez. im JdealNiederschöneweide. Die Bibliothet des Wahlvereins befindet sich jetzt Stafino, Weichselstraße 8. 6. und 7. Bez. bei Schwengel, Elbeftr. 8. beim Genossen Wüsthof, Brüdenstr. 11. 8a. Bez. bei Gauter, Harzerstr. 88. 8b. Bez. bei Kaiser, Wildenbruchstraße 86. 9. Bez. bei Bergemann, Goethestr. 7. 10. Bez. bei Schulze, Richardstr. 35.- 11. Bez. bei Busch, Böhmischestr. 13. 12. Bez. bei Müller, Thüringer Straße 5. 13. Bez. bei Laube, Bendaftr. 20. 14. Bez. bei Mebes, Emser Str. 94/96. 15. Bez. im Jugendheim, Nogatstr. 15. 16a. Bez. bei Miehlig, Okerstr. 9. 16b. Bez. bei Meher, Barthestr. 46. 17. Bez. bei lid, Jonas, Ede Bodestraße. 18. Bez. bei Lohde, Steinmetz, Ede Faltstraße. 19. Bez. bei Tappert, Steinmeftr. 114. 20. Bez. bei Müller, Zietenstr. 29. 21. u. 22. Bez. bei Hentschel, Herrfurthstr. 27. 23. Bez. bei Müller, Mainzerstr. 17. 24. Bez. bei Simon. Bissmannstr. 17. Tagesordnung: Vortrag, Vorlesung und Erledigung sehr wichtiger Angelegenheiten, die das Erscheinen aller Genossinnen unbedingt notwendig machen. Oberschöneweide. Bei Pamp, Bilhelminenhofstr. 42. Vortrag der Genoffin Tony Breitscheid. Stralau. Bei Schleif, Markgrajendamm 3. Bortrag des Genossen Sepp Derter. Jugendveranstaltungen. Steglis. An Stelle der Spielnachmittage im Jugendheim finden jegt Spoziergänge und Spiele der Kinder im Freien statt. Nächster Spazier gang am Mittwoch, den 2. Juni. Treffpunkt um 2 Uhr am Bahnhof Steglit. Mundvorrat ist mitzubringen. Lankwiz. Heute nachmittag 4 Uhr: Spiele auf dem Felde hinter der Bietenstraße. Abends 7 Uhr im Heim, Kaiser- Wilhelm- Straße 35( Dohn) Eingang Seydligstraße. Bortrag des Herrn Sepp Derter über: Romantik der Landstraße". Die Arbeiterjugend und die Arbeitereltern find hierzu herzlichst ein geladen. Eintritt frei. Mtitwoch, den 2. Juni, von 7 Uhr ab Spiele auf dem Felde. Frauen- Lefeabende. Montag, den 31. Mai, abends 8%, Uhr: Zweiter Wahlkreis. In folgenden Lotalen: Wiemers, Bülowoftr. 58: Bortrag der Genoffin Grumach. Saz, Hornstr. 2: Vortrag der Genoffin Burm. Fröhlich, Blücherstraße, Ede Fontanestraße: Bortrag der Genoffin Baader. Lörisch, Markgrafenstraße 73: Vortrag des Genossen Dr. Hanquer. Dritter Wahlkreis. Jm Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Vortrag des Genossen Dunder. " Vierter Wahlkreis. In nachstehenden Lokalen: Für das Görliger Viertel: Reichenberger Hof", Reichenberger Str. 147. Referent: Reichstags: abg. Gen. F. Zubeil. Köpenider Viertel: Süd- Ost", Baldemrrstr. 75. Vortrag der Genossin Bohm- Schuch über: Die Erziehung der Kinder". Stralauer und Frankfurter Viertel: Andreas Festfäle", Andreasstr. 21. Bortrag der Genossin Martha Demmning. Frankfurter Viertel: Boeker, Weberstr. 17. Vortrag der Genoffin Fabrenwald über: Die Erziehung der meiblichen Jugend". Stralauer Biertel: Comenius- Säle", Memeler Straße 67. Bortrag des Reichstagsabg. Gen. Otto Büchner. Peters burger Viertel: Prachtsfäle des Ostens", Frankfurter Allee 48. Vortrag des Gen. Klinger über: Die Versorgung der Striegsteilnehmer und der Hinterbliebenen". Landsberger Biertel: Elysium", Landsberger Allee. Bortrag des Genossen Franke über: Bier Daten in der preußischen Ge schichte". Charlottenburg. I. Gruppe: Königin- Elisabeth- Str. 7b bei Gutsche. II., V. u. VI. Gruppe: Jm Boltshaus", Rosinenstr. 3. III. Gruppe ( Kiek): Kaiserin Augusta Allee 52 bei Bade. III. Gruppe( Moabit): Reuchlinstr. 6 bei Ernst. IV. Gruppe: Suarezstr. 4 bei Zidtke. VII. Gruppe: Wielandsir. 4 bei Tunat. Friedenau. Bei Klabe, Handjergstr. 60/61: Bortrag. Hermsdorf. Bei Eggebrecht, Albrechtstr. 1: Vortrag des Genossen Luscher über:„ Ursachen und Wirkungen des Krieges". Lichtenberg. In folgenden Lofalen: 1. Viertel bei Rieneder, SimonDachstr. 39. Referent: Gen. Alfred John über: Religion und Krieg". 2. Biertel bei Schulz, Stronprinzenstr. 47. Referent: Gen. A. Richter über: Entstehung der Religion". 3. u. 4. Viertel bei D. Blume, Alt Borhagen 56. Referent: Gen. Th. Ritter über:" Reichsversicherung mit be sonderer Berücksichtigung der Krankenversicherung". 5. Viertel bei Schulz, Wagnerstr. 1. Referent: Gen. P. Brühl über: Unsere Drganisation". 6. Biertel bei Hoffmann, Möllendorfstr. 53/54. Referent: Gen. Kern über: Rüdblid und Ausblick". Tegel. Bei Mefferknecht, Schlieperftr. 64. Vortrag der Gen. Ruben über: Strieg und Sozialismus". Tempelhof. Bel Beder, Berliner Str. 86/87. Borttag des Genoffen Mar Groger über: Die Rechte der Verwundeten und die der Angehörigen der Gefallenen". Dienstag, den 1. Juni, abends 8 Uhr: Erster Wahlkreis. 1. bis 5. Abt. bei Dreßler, Altonaer Str. 20. Bortrag der Gen. Martha Demmning über: Die Frauen und der Strieg". Johannisthal. Bei Heidrich, Friedrichstr. 10a. Vortrag der Genoffin Luise Kähler über: Mutterschutz und Säuglingsfürsorge". Köpenick. Bei Golnow, Rosen-, Ede Kirchstraße. Besprechung über Ferienspiele. Reinickendorf: Weft. Im Jugendheim, Wachholderstr. 44. Vortrag der Genossin Ruben über:" Sozialdemokratie und Krieg. Mittwoch, den 2. Juni, abends 8, Uhr: Niederschöneweide. Im Restaurant von Bengsch, Brizer Str. 17. Referentin: Genossin Demmning. Wilmersdorf. Vortrag der Genoffin Hanna über: Frauenhilfsarbeit in der kommunalen Fürsorge". Borsigwalde Wittenau. Der Frauen Leseabend findet umständehalber erst Dienstag, den 8. Junt, abends 8, Uhr, in den Borfige walder Festsälen", Spandauer Str. 42/43, statt. Bortrag der Genossin Regina Ruben. Arbeiter- Samariterbund, Kolonne Groß- Berlin. Lehrstunden haben am 31. Mai, abends 8, Uhr: 2. Apt. im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. 4. Abt.: Lichtenberg, Scharnweberstr. 60( Bidenhagen). 3. Abt.: 4. Juni, Schöneberg, Borbergstr. 11( Saendel). Der Arbeiter- Wanderverein„ Berlin veranstaltet am Sonntag, den 13. Juni, eine Spreewaldfahrt. Teilnehmerfarten a 5,65 und ausführliche Prospekte find bei Wählisch, Stalizer Str. 22, und bei Weihnacht, Grünfir. 21, bis Donnerstag, den 10. Juni, zu haben. Der Arbeiter Turnverein Weißensee veranstaltet heute nachmittag 4 Uhr auf seinem Spielplatz, Weißensee, Faltenberger Str. 152, Wettkämpfe gegen die 17. Abteilung des Turnvereins Fichte" im Faustballspiel, Stafettenläufe und Fußballspiel. Gäste willkommen. Eintritt frei. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Montagmittag. Ueberall warm und vielfach heiter, aber veränderlich; Sozialdemokratischer Wahlverein Deutscher Holzarbeiter- Verband Charlottenburg. Dienstag, den 1. Juni, abends 8½ 1hr, im Bolkshause, Rosinenstraße: Verwaltung Berlin. Tel.- Amt Morigplak 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30. Mitglieder- Versammlung Branchen- Versammlungen: Tagesordnung: 250/18 Kriegsetat und Fürsorge der Stadt Chartottenburg. Referenten: Genossen Stadtverordneten Ahrens und Gebert. Die Wichtigkeit des Gegenstandes erfordert zahlreichen Der Vorstand. Besuch. Vergolder! Montag, den 31. Mai 1915, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 1. Tagesordnung:. 1. Lichtbildervortrag des Genoffen Ernst Däumig: Die angelegenheiten. Portefeuiller Baantiege ſeit 1912. Verband der Sattler u. Portefeuiller Balkankriege seit 1912. 2. Verbands- und BranchenOrtsverwaltung Berlin. Achtung! Militärbranche! Mittwoch, den 2. Juni, abends 7 1hr, in der ,, Alhambra", Wallner- Theater- Str. 15: Branchen- Versammlung. Tagesordnung: 1. Ausschlußantrag der Spandauer Kollegen gegen das Mitglied Richard Schwarz. 2. Wahl eines Ersagmannes zur Schlichtungskommission. 3. Unsere Stellungnahme zur Schlichtungsfommission. 4. Branchenangelegenheiten. 83/13 Zu dieser Versammlung werden alle, auch die jetzt nicht in der Branche arbeitenden Kollegen und deren Frauen, ersucht, zu erscheinen. Rahmenmacher! im Süftengebiet an den meisten Drten etwas Stegen, im Binnenlande ftrich weise Gewitter. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Zinbenstr. 3, IV. Sof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Sahl als Mertzeichen betzufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnements quittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstüde und bergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. ―WO W. B. 63. Wenn der Arbeiter zur Ausführung einzelner Arbeiten bon geringer Dauer vom Unternehmer nach außerhalb geschickt wird oder wenn er einzelne Arbeiten abwechselnd im Bezirk verschiedener Drts- oder Landkrankenkassen ausübt, so ist der Ort, an dem sich der ständige Betrieb befindet, für die Versicherungspflicht zuständig. Sm allgemeinen ist man versichert an dem Ort, in dem die Beschäftigung tatsächlich stattfindet. Sie wären also, soweit es aus Ihrem Schreiben ersichtlich ist, bei der Krankentasse in Spandau versicherungspflichtig. R. B. 7. Sie sind jezt als Landsturm ohne Waffe, Armierungsfoldat angefeßt. 6. G. 1877. Sic werden sicher nicht mehr nachgemustert. M. 16. Der Wirt muß die Reparaturen auf seine Stoften madjen laſſen. B. 51. Sie können noch ausgemustert werden. Sch. 1894. Das Teftament ist gültig. Die Frau muß aber den auf sie bezüglichen Teil eigenhändig schreiben, nicht bloß unterschreiben. Die Stieftochter fann als Erbe in dieses Testament eingeschlossen werden. Stempel ist nicht nötig.. 5. 100. Die Versicherungsgesellschaft tann gegen Sie nicht flagbar werden. Wenn Sie die Prämie aber nicht zahlen, haftet die Gesellschaft auch nicht für einen eventuellen Schaden. N. 42. 1. Das muß der Erde beigemischt werden. 2. Fahrer. Trude 66. Der Unternehmer hat dazu fein Recht, aber er wird dann die Ausstellung des Lohnauszuges verweigern. E. B. A. 12. Sie fönnen durch ein gegenseitiges Testament fich beide als allemige Erben einsehen. S. 203. 1. Wenden Sie sich an den Nationalen Frauendienst, wenn Sie nicht auf Grund Ihrer geflebten Invalidenmarken Antrag auf ein vorbeugendes Heilverfahren bei der Landesversicherungsanstalt stellen können oder wollen. 2. Ja. O. H. 22. Ihre Frau muß trotzdem Unterstüßung bekommen. Das Geld wo anders anzulegen steht in Shrem Belieben, hat aber sonst auf die Unterstüßung feinerlei Wirkung.- R. Duy 1915. 1. Wegen Herabjegung der Sebschärfe entlassen. 2. Sie können noch eingezogen werden. 3. Betrachten Sie die Sache als vorläufig erledigt. B. B. 10. Wird angenommen. 23. 78. Geringe Schwerhörigkeit, dienstfähig; Formseränderung der Füße, dienstjähig. 2. 3. 100. Schwerhörig, Randfarm ohne Waffe. Armierungssoldat. Im Falle Shrer Einziehung fönnten Sie ein ärztliches Attest vorlegen. F. K. 200. Sie können nicht ohne weiteres ausziehen. Wir würden Ihnen raten, auf Lösung des Vertrages zu klagen. A. K. 75. Wenden Sie sich auf Grund der neueren Bundesratsverordnung beschwerdeführend an den Kreisausschuß. F. K. 19. Wir würden empfehlen, ein solches Gesuch jest schon einzureichen, und zwar an den Kommandeur des betreffenden Truppenteils, in dem der Sohn dient. 2. B. 99. Zur Beurteilung der Sache müßten Sie mit der Klage in unsere Sprechstunde kommen. D. R. 209. Die staatliche Unterſtügung beträgt monatlich 12 Mart, die kommunale ebensoviel. Der Wirt müßte 25 Broz, der Miete nachlassen. W. W. Ja. E. S. 58. Wenn Ihnen das Geld von den Mitspielern nicht so ausgezahlt wird, müssen Sie eine Bollmacht Ihres Mannes vorlegen. A. 58. 1., 2., und 3. Nein. 4. und 5. Ja. St. 70. Unterleibsbrüche, dienstuntauglich. Das zweite Zeichen kennen wir nicht, es ist jedenfalls nicht richtig wiedergegeben. Nr. 43. Die Kündigung des Mietsvertrages fann erfolgen, auch wenn der Mann im Felde steht. 6. 3. 31. Wenn im Bertrage steht, daß die Kündigung an den einen Mieter auch für den anderen gilt, so braucht die Kündigung nicht an Ihren Mann zu erfolgen, sondern Sie können gefündigt werden und müssen dann auch die Wohnung räumen. K. G. 817. Ja. R. G. 87. Wegen starker Kurzsichtigkeit dienstuntauglich. 2. M. 14. Meldungen im Bureau, Berlin SW 12, Friedrichstr. 207, of rechts II. Zwischen 10 bis 1 hr. B. N. 69. Dr. Schünemann, Dranienstraße 139. C. M. 14. Melden Sie fich im Bureau der Großen Berliner Straßenbahn, Leipziger Plaz 14. Ich habe meine Praxis wieder aufgenommen. Dr. C. Marks, 44/ 2* 1 Berlin- Schöneberg, Gustav- Müllerstr. 48, Ecke Kolonnenstraße. Ziehung schon B., 9., 10., 11. u. 12. 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Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 Uhr. Die Konferenz der Vertrauenspersonen der Norden- Bezirke findet am Korbmacher! Mittwoch, den 2. Juni, abends 8 Uhr, bei Krause, Mariannenplatz 8. Kistenmacher! Mittwoch, den 2. Juni, abends 81, Uhr, bei Dannenberg, Holzmarktstraße 21. Jede Werkstatt muß durch einen Vertrauensmann vertreten sein! 83/16 Die Ortsverwaltung. Mittwoch, den 2. Juni 1915, Gröbelabends 6½ Uhr, Oberlin- Inftitut Berlin, Wilhelmstr. 10. im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Str. 11/12, Haushaltungsschule und Pensionat, statt. 114/ 11* Die Ortsverwaltung Inh.: Poliak vorm. Grauenhorst. Grösste Fachlehranstalt. Unterricht in Anstand, feinem Benehmen, Kochen, Schneidern u. allen häuslichen Arbeiten. Abtg. B. Ausbild. für den herrlungfer. Hausmädchen. Prosp. gratis J. Baer Badstr.26 Prinz- Allee Ecke Herren- und KnabenModen, Berufskleidung. Elegante Paietots, Elegante Anzüge in jeder Preislage. H.C. Kröger BERLIN W8, Friedrichstr. 193a BΣ fowie sämtliche Blumenarrangements liefert schnell und billig Paul Gross, Lindenstr. 69, Tel.p.7203 Todes- Anzeigen| R Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Schöneberg. 9 Often II. Neulon. . Weften. Nordosten. Jm Felde find folgende Kollegen gefallen: Baltruschat, Max, Maurer, Bezirk Westen. Bosch, Josef, Stuffateur, Bowatscheck, Willi, Maurer, Brillant, Richard, Maurer, Kapczynski, Lorenz, abb Marten, Richard, Berfeter, Mell, Heinrich, Ginschaler, Schulze, Richard, Maurer, Strasas, Martin, Maurer, Heute Sonntag, den 30. Mai 1915, mittags 12 Uhr, schaftlich. Dienst als Kinderfel., Stütze Gr. Stofflager z. eleg. Maßanfertigung. Voigt, Heinrich, Maurer, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15( großzer Saal): Versammlung aller bei der Firma Daimlermotoren Gesellschaft beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: Stellungnahme zu dem Ergebnis der letzten Verhandlung. Das vollzählige Erscheinen aller Beschäftigten ist dringend erforderlich. Die Ortsverwaltung. Statalog 101. franto Billigste, feste Preise. Egr.- A.: Gardinenhaus, Berlin. Gardinen Spezialfirma: Gardinenhaus Bernhard Schwartz Berlin C, Wallstr. 13( Spindlershof). arbeiter, Tegel Schmargendorf. Lichterfelde. Wedding. By Weddi Wedow, Paul, Maurer, Wegener, Albert, Rabitputer, Haberstroh, August, Buter, Ehre ihrem Andenken! 140/15 Wedding. Norden I. Gesund 5 • Gesundbrunnen. Die örtliche Verwaltung. Scied Dem Andenten unserer auf dem Kriegsschauplaz gefallenen Genoffen! Am 8. Mai starb infolge seiner schweren Verwundung im Lazarett der Genosse 204/6 209/6 Wilhelm Kaeding Bezirk 215. Ferner fiel auf dem Schlachtfelde der Genosse Wilhelm Kroll Bezirk 215. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkr. Im Felde fiel unser Genosse Albert Reier. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 3. Berl. Reichstagswahlkr Auf dem Schlachtfelde fiel der Böttcher Fritz Schubert Rüdersdorfer Str. 6. Bezirk 311. Am 24. Mai starb im Lazarett infolge einer Verwundung der Gastwirt Ernst Eichberg Memeler Str. 74/75. Bezirk 325. Am 19. Mai fiel der Schlosser Karl Goertz Mirbachstr. 39. Bezirk 369 L Am 2. Mai fiel in Galizien der Schriftsezer 212/12 Gustav Kanikowski Grüner Beg 21. Bezirk 262. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr Am 8. Mai fiel der Arbeiter Otto Hasse Hennigsdorfer Str. 6. 20. Abt. Bez. 783a Desgleichen fiel im Felde der Rabikputer Albert Wegener Finnländische Straße 16. 6. Abt. Bez. 566. Im April fiel durch einen Granatsplitter der Rohrlegerhelfer Karl Zollchow Rostoder Str. 25. 14. Abt. Bez. 693. Am 4. Mai fiel bei einem Sturmangriff der Schloffer Artur Pahl * Brunnenft. 79/80. 10. Abt. Bez. 620. 225/11 237/9 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Es fiel im Felde der Arbeiter Max Altmann Friedelstr. 48. 2. Bez. Am 16. Mai gefallen der Klempner Edmund Palm Knesebecstr. 117. 14. Bez. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Im Feftungslazarett Straßburg starb infolge Strankheit am 21. Mai unser Genoffe Walter Eim Blumenthalftr. 16. Jun Lazarett verstarb der Straßenreiniger 2003 Karl Schulz Kronprinzenstr. 37/38. 36. Gruppe. 12/20 Sozialdemokrat. Kreis- Wahlverein Niederbarnim, Bez. Lichtenberg. Bei den Kämpfen am 5. Mai fiel der Monteur E. Meinicke. 243/16 Sozialdemokr. Kreiswahlverein Niederbarnim. Bez. Pankow. Gruppe 17. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 12. Abt. Bez. 738. Am Montag, den 24. Mai, verstarb unser Genosse, der Hobler Ernst Rösener Heideftraße 32. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 31. Mai, nachmittags 43 Uhr, nom Leichenschauhause aus nach dem Gnaden- Kirchhof in der Barfusstraße statt. Im rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Stollege, der Tischler 83/15 Leonhard Paul Landsberger Allee 7 im Alter von 45 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 31. Mai, nachmittags 2 Uhr, von der Halle des Bentral Friedhofes in Friedrichs. felde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband 64/9 Bezirk Groß- Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Anton Barwinski, Arbeitstutſcher Robert Flöge, Industriearbeiter Gustav Geserick, Geschäftsdiener Bernhard RIB, Straßenbahner Otto Schubert, Straßenbahner Oskar Tietz, Geschäftsdiener Ehre ihrem Andenken! Die Bezirksleitung. Deutsch.Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Es starben folgende Mitglieder im Felde: Eduard Schwarz, Metallarbeiter geb. 19. 9. 1884 in Berlin Ernst Mock, Former geb. 31. 8. 1889 in Berlin Karl Kliemsch, Graveur geb. 11. 7. 1884 in Berlin Adolf Schult, Helfer geb. 10. 11. 1882 in Berlin Paul Krüger, Schmied geb. 3. 8. 1891 in Berlin Artur Pahl, Schloffer geb. 9. 1. 1893 in Berlin Alfred Behrens, Former geb. 23. 9. 1894 in Neukölln Edmund Palm, Klempner geb. 4. 11. 1882 in Betschau Berthold Vannier, Metallarbeiter geb. 6. 11. 1893 in Berlin Karl Lange, Schloffer geb. 5. 5. 1883 in Berlin Franz Böttge, Dreher geb. 25. 12. 1869 in Zerbst Karl Mälzer, Dreher geb. 28. 8. 1891 in Berlin Fritz Hoffmann, Schloffer geb. 29. 4. 1886 in Frankfurt Fritz Rißmann, Schloffer geb. 15. 4. 1892 in Berlin Karl Zollchow, Helfer geb. 2. 9. 1887 in Berlin Felix Klubach, Schloffer geb. 21. 6. 1888 in Berlin Karl Görtz, Schloffer geb. 5. 10. 1882 in Gremborzgen Erich Wienecke, Gürtler 114/13 geb. 11. 2. 1890 in Berlin Ehre ihrem Andenken! Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Frankfurter Viertel. Bez. 275. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Tischler Leonhard Paul Landsberger Alec 7 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 31. Mai, nachmittags 24, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 11 Um rege Beteiligung ersucht 212/11 Der Vorstand. Arbeiter- Jugendheim I, Brunnenstr. 70. Mitte Mai fiel als erstes Kriegsopfer aus dem Heim Artur Pahl. Derselbe war seit dem Jahre 1910 ein fleißiger, braver Heimbesucher und ein stets pflichteifriger Helfer in der proletarischen Jugendbewegung, dem wir auf diesem Wege nochmals unseren Dant entgegenbringen. 17836 Wir werden ihn in bester Erinnerung behalten. Am 9. Mai fiel auf dem Felde der Ehre unser heißgeliebter und herzensguter Sohn Bruder, Schwager, Onkel und Cousin Max Baltruschat Erf.- Res. im Inf. Reg.111, 5. Stomp. im 26. Lebensjahre. 17895 In tiefstem Schmerze Heinrich Baltruschat. Auguste Baltruschat geb. Herz als Eltern. Frik Baltruschat als Bruder. Anna Kanehl geb. Baltruschat als Schwester. Karl Kanehl als Schwager, 3. 3. in England. Martha und Grete Herz als Cousinen. Willi Boeke als Freund. Familie Mally( Freund). Dem Auge fern, dem Herzen ewig nah. Am 21. Mai fiel unser lieber Genosse Karl Zolchow im Alter von 27 Jahren. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Genoffen des Bez. 693 6. Wahlkreis. 592 Die Ortsverwaltung. In Erfüllung seiner Pflicht starb am 16. Mai durch Brustschuß mein inniggeliebter Mann, guter Bater, Bruber, Schwager, Schwiegersohn und Onkel, der Wehrmann Edmund Palm Neukölln, Knesebecstr. 117. In tiefstem Schmerz zeigt dies an Frau Anna Palm. Wie schwer war Dir das Scheiden Von uns, geliebtes Herz, Weißt nicht, was wir jett leiden, In tiefem, großem Schmerz. Wir baten alle Tage, Ach kehre bald zurüd. Doch jezt nur eine Klage, Borbei ist unser Glüd. Ein jeder, der Dich hat gekannt, Dich und Dein gues Herz, Der reicht uns nur noch stumm die Hand In diesem großen Schmerz. Es starb am 16. Mai den Heldentod unser lieber Sohn, Bruder und Schwager, der Reservist im Lehr- Infant.- Regt., 5. Kompagnie Friedrich Probst im Alter von 28 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Familie Louis Probst. Familie May Balke. Berlin- Lichtenberg, Qüdstr. 46. Fern von seinen Lieben als Opfer des Weltkrieges fiel bei einem Sturmangriff am 23. April unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Neffe, der Musketier Karl Lambrecht Ref.- Inf. Reg. 213, 7. Komp. Dies zeigen an in tiefem Schmerz die trauernden Hinterbliebenen Otto Lambrecht fen. u. Familie. Otto Lambrecht jun., zurzeit im Felde, und Frau. Julius Lambrecht, zurzeit im Felde, und Frau. Emil Lambrecht, als Dnkel. Berta Wekel, als Tante. Familie Schmelz. Du sankst dahin, wie die Rosen finken, Wenn sie in voller Blüte stehn, Und heiße, bitt're Tränen fließen, Weil wir uns nicht mehr wiedersehn. Schlummere sanft, Du vielgeliebtes Herz, Du hast jetzt Frieden, wir den Schmerz. 220 Leicht sei ihm die fremde Erde! Am Völkerverbrüderungstag fiel auf dem Kriegsschauplaz( 23 Jahre alt), der Parteigenosse und Mitglied der Freien Turnerschaft Theodor Lauf. Ein ehrendes Andenken werden bewahren 194/19 Wahlverein Bohnsdorf. Freie Turnerschaft Bohnsdorf. Männerchor„ Norden" M. d. D. A.-S.-B. Gau Berlin. Als erstes Opfer des Weltfrieges fiel unser treuer Sangesbruder Walter Kaffanke. Sein Andenken wird uns un vergeßlich bleiben. Möge ihm die fremde Erde leicht sein. 59/3 Stumm schläft der Sänger. Berliner Ruderverein Freiheit“. 99 Am 19. Mai verstarb infolge seiner schweren Verwundung im Lazarett in Hannover unier langjähriges Mitglied, der Kaufmann Julius Schimke. Sein aufrichtiger, ehrlicher Charatter sichert ihm allzeit ein ehrendes Andenken! 17885 Der Vorstand. Fern von seinen Lieben, als Opfer des Weltkrieges, fiel bei einem Sturmangriff am 4. Mai unser unvergeßlicher, herzensguter Sohn und Bruder Artur Pahl Musketier im Ref.- Inf. Rgt. 269, im blühenden Alter von 22 Jahren. Die tiefbetrübten Eltern Gustav Pahl und Frau, Margarete Pahl als Schwester, Brunnenstraße 88. Wir trauern, flagen. Ach, es ist bergebens. Nichts bringt Dich Guter, Braver mehr zurüd, Du warst die Hoffnung und die Freude unsres Lebens, Im weiten, fremden Land vollzog sich Dein Geschid. Dem ewig Gram, der diesen Krieg herausbeschworen, Der Dich nun trennt so früh von all den Deinen; Nur wer Und w h fannte, weiß was verloren, arum wir weinen weinen. 63A Als Opfer des Weltkrieges sfarb am 5. Mai fern von seinen Lieben und der Heimat, mein inniggeliebter Mann und Vater meines Sohnes, unser unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Max Schulz Ref.- Inf. Reg. 269, 1. Stomp., im 24. Lebensjahre. Dies zeigt in tiefer Trauer an Frau Charlotte Schulz geb. Gölling und Sohn. Familie Elsner als Eltern. Familie Gölling. Wir trauern, flagen. Ach, es ist bergebens. Nichts bringt Dich Guter, Braver mehr zurüd, Du warst die Hoffnung und die Freude meines Lebens, Im weiten, fremden Land vollzog sich Dein Geschic. Dem ewig Gram, der diesen Krieg heraufbeschworen, Der Dich nun trennt so früh von all den Deinen; Nur wer Dich kannte, weiß was wir verloren, Und weiß, warum wir weinenweinen. Am 11. Mai fiel im Weltkrieg unser jüngster, unvergeßlicher Sohn und Bruder, mein lieber Mann und Bater meines Sohnes, Schwager, Schwiegersohn, Dnfel und Neffe, der Polierer Wilhelm Weithaase im 24. Lebensjahr. 13A Im bitteren Schmerz: August Weithaase u. Frau als Eltern. Ella Weithaase geb. Fuchs als Frau. Otto und Franz als Brüder, zurzeit im Felde. Leicht sei Dir die fremde Erde. Ein Opfer des Weltkrieges wurde am 2. Mai unser einziger lieber, unvergeßlicher Sohn und Bruder 13A Emil Dibbern ( 84. Ref. Pionier- Komp.) im blühenden Alter von einundzwanzig Jahren. In tiefstem Schmerz: Ehr. Dibbern und Frau als Eltern. Emma und Frida als Schwestern. Lichtenberg, Gürtelstr. 31. Ruhe sanft, Du treues Herz, Dir der Friede, uns der Schmerz. Am 21. April fiel mein lieber, guter Mann, unser guter Bruder, Schwager, Onkel, Schwiegersohn und Neffe, der Ersatzreservist Karl Zollchow im blühenden Mter von 27 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen Anna Zollchow geb. Benzin. Wie schmerzlich war Dein Scheiden Von uns, geliebtes Herz. 59A Weißt nicht, was wir jetzt leiden In diesem tiefen Schmerz. Wir baten alle Tage, Ach tebre doch zurüd; Nun aber eine Klage, Vorbei ist unser Glüd. Nun ruhe sanft, geliebtes Herz, Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Wir konnten Dich nicht sterben ſebn Und nicht an Deinem Grabe stehn. Deutscher Transportarbeiter Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Autoführer Robert Braun von der Firma Waske, Schöne berg, Ebersstr. 12, am 21. d. Mits. im Alter von 35 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 64/8 Die Bezirksverwaltung. Alleu Verwandten, Freunden und Genossen hierdurch die trau rige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwie germutter Marie Hornig am am 28. d. M. verstorben ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 1. Juni, nachmit tags 5 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen- Kirchhofes, Fürstenbrunner Weg, aus statt Am Donnerstag, den 27. Mai, nachmittags 31 Uhr, entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber guter Mann, Bruder und Onkel, der Maurer Gustav Bugge im 70. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Johanna Bugge geb. Niebe. Die Einäscherung findet am Montag, den 31. Mai, tach mittags 4 Uhr, im Strematorium, 59A Gerichtstr. 37/38, statt. Am Mittwoch, den 26. Mai, entschlief unerrvartet nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber, guter Mann und treusorgender Bater, der Tischler Leonhard Paul im 45. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Montag, den 31. Mai, nach mittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 76A Dies zeigen in tiefer Be trübnis an Berta Paul geb. Schroeder und Kinder. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Schneidermeisters 18016 August Zander sagen wir allen Berwandten, Be tannten und Freunden, insbesondere dem 5. Wahlverein, dem Verband der Schneider und Schneiderinnen, dem Freundschaftsklub" Selette" und den Sängern unseren innigsten Dant. Wifwe Luise Zander nebst Kindern. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und meines guten Vaters, des Schuh. machermeisters Otto Monek sagen wir allen Freunden und Be fannten, sowie meinen Mietern Sol diner Str. 43, und auch dem Gesangverein Gesundbrunner Harmonic und dem Laubenkolonistenverein Klein- Werder unseren innigsten Dant. Die trauernde Witwe nebst Sohn Oskar. 69A Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Vaters Emil Schütze sagen wir allen daran Beteiligten unsern herzlichsten Dank. Witwe Ernestine Schüße nebst Kindern. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u.Berlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 592