\ Ur. 153.- 33. Jalfrg. Rbonnements-Rcdlngungen: Rbonnementä■ Vrcis ttdnumeranbss Vierleljährl. 330 Ml. monatL 1,10 Ml. wöchenllich 25 Pig. ftci inZ HauZ. Einzelne Nnininer S Pfg. Sonnlags- nummer mit illustrierter Sonntags» Beilage.Die Neue Welt" 10 P- Zeirungs» Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2,50 Marl, sür das übrige Ausland « Marl xro Monal Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. Siumümcn. Schweden und die Schweis V!ide>lit Isgllch. VJ Verliner Volksblnkt. ( 5 Pfennig j Sie MertionS'GebSbr Betrügt sür die sechs-gospaltene Kownel» zcile oder deren Raum M Psg., für politische und gewerkschaftliche BcreinS» Mtd LersmnmIungs.Aiizeigcn 30 Psg, „Aleine Rnrcigcn", das fettgcdrurfle Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes lvcitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlnfstellcnan. zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort ö Pfg. Worte über 15 Buch- Stäben zählen für zwei Worte. Injernle är die nächste Numnier müssen bis » Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Exveditio» ist bis 7 Uhr abends geoffiict. Telegramm- Sldrcsso: „ZdgiüiiicmdMl Rcriia", Zcntralorgan der rozialdcmokratifcben partd Dcutfchlands. Redaktion: SÄ). 68, Linöenstraße 3. Fernsprecher; Amt Morinplatz. Nr. 151. 90—151 37. Sonnabend, den 5. Juni 1915. Expedition: SW. 68, Linüenstraße 3. Fernsprecher: Amt MoritzPlaN. Nr. 15133—15137. erfolgreicher Uorfto$$ m Süden von IPrzanyfi Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 4. Juni IS 15.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Schloß und Ort Hooge(östlich Upern) ist bis auf wenige Häuser am West- rande von uns gestürmt, englisch«? Gegenangriffe wurden blutig abgewiesen. Oestlich G i v e n ch y gelang es gestern abend englischen Truppen, in unsere Stellung einzudringen, ein Gegenangriff warf den Feind unter schweren Verlusten wieder hinaus. Drei englische Maschinengewehre blieben in unserer Hand. Die Stellung ist lückenlos in unserem Besitz. Die Zuckerfabrik Souchez ist nack) hin und her wogendem Kampf von uns bc- setzt, an der Bahn westlich von Souchez ist der Kampf noch im Gange. Ein starker feindlicher Angriff auf unsere Gräben bei und nördlich Neuville brach im Artillericfeucr zusammen. Südlicki Neuville sind seit heute nacht Nahkämpfe im Gange. Im Priester wald ist der Kampf abgeschlossen. Es ist uns gelungen, den größten Teil der verlorenen Gräben wiederzugewinnen. Oestlicher 5lriegsschattplatz. Russische Abteilungen wurden durch unsere Kavallerie aus den Ortschaften'Lenen und Schrunden, KS und 7S Kilometer östlich Libau, vertrieben. In Gegend Rawdsjany westlich Kurschan y und bei Sawdyniki an der Dubiffa scheiterten feindliche Angriffe. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Unsere Truppen haben nach Kampf die Orte östlich von Przemysl und nach Nordosten anschließend die Linie Boleftraszyc e— T ort i— P odziac s— S ta rz aw a erreicht. Die Beute aus dem Fall von Przemysl ist noch nicht festgestellt. Es ergibt sich ans den Aussagen von Gefangenen verschiedenster Truppenteile, daß die Russen sür die Nacht vom Ä. zum 5. Juni, in der Przemysl gestürmt wurde, gegen die ganze Front der Armee des Generalobersten v. Mackensen einen allgemeinen Angriff ein- geleitet hatten. Diese Offensive ist schon in ihren Anfängen vollkommen gescheitert. ÄS Kilometer östlich Przemysl stürmten deutsche Truppen unter General von der Marwitz die Höhen beiderseits M y s l a t y c z e. Die Armee des Generals v. Linsingen ist im Begriff, den Unterlauf des Stryj, nordöstlich des Ortes gleickzen Namens, zu überschreiten. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wie», 4. Juni.(W. T. L.) Amtlich wird ver» lautbart: 4. Juni 1915: Russischer Kriegsschauplatz. Im Laufe des Tages wurde Przemysl vom Feinde gesäubert, der in östlicher Richtung zurückging und auf den Höhen südwestlich Medyka durch Nachhuten Widerstand zu leisten versucht. Dort greifen jetzt die verbündeten Truppen au. Unterdessen ist es der Armee Böhm-Ermolli gelungen, von Süden her, die russische Berteidigungs- stelluug zu durchbrechen und in der Richtung auf M o S c i s k a vorzustoßen, von welchem Ort unsere Truppen nurmehr wenige Kilometer entfernt stehen. Bei diesen Kämpfen fielen zahlreiche(ii e f a n g e n e in die Hände der Sieger. Auch der Angriff der Armee L i n s i n g e n hatte neuen Erfolg. Die Russen sind seit heute früh vor dieser Armee in vollem Rückzug. An der Pruthlinie haben sich in Rückwirkung der Ereignisse am San und oberen Dusestcr neue Kämpfe entwickelt. Wo der Gegner Augriffe versuchte, wurde er unter starken Verlusten abgewiesen. Neunhundert Mann wurden zu Gefangenen gemacht. Tie sonstige Lage am unteren San und in Polen ist unverändert. Italienischer Kriegsschauplatz. Im Tiroler Grenzraum sind keine wesentlichen Ereignisse zu verzeichne». Oestlich des Kreuzberg-Sattels nahmen unsere Truppen zwei Gipfel, die die Italiener vorübergehend stark besetzt hatten.— An der Kärntner Grenze hält der Gcschützkampf stellenweise an.— Im Küstenlande wird im Raum von K a r f r e i t gekämpft. Der Stcllve—— ter des Chefs des Gcncralstabcs. von Hoefcr, Feldmarschallcutnant. stbermals zwei Kreuzer torpeüiert. Frankfurt a. M., 4. Juni. Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus Konstantinopel unter dem 3. Juni: Nach mehrtägiger Pause sind wieder zwei Taten deutscher llntcrsec- boote vor de» Dardanellen zu verzeichnen: Am 31. Mai versenkte ein deutsches Unterseeboot bei den Strato-Jnfeln einen eng- tischen, 12 003 Tonnen fassenden Hilfskreuzer', von dessen 800 Mann zählender Besatzung wurden 120 Mann durch den englischen Dampscr„Spy" gerettet und nach der Bucht von Mudros ge- bracht. Am 2. Juni torpedierte ei» Unterseeboot einen englischen Linienschifsskreuzer bei TencdoS. Uebcr das Schicksal dieses Schiffes fehlen vorläufig nähere Daten. Deutschland und Amerika. London, 4. Juni.(W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet aus W a f h i il g t o»n: Wie verlautet, wird gleichzeitig mit der Absenduug der amerikanischen Note an Teutschland ein persönlicher Vertreter des deutschen Botschafters Grafen Bernstorsf nach Berlin reisen, um dem Kaiser den Inhalt der Konferenz mit dem Präsidenten Wilson vom letzten Mittwoch und den wahren Stand der amerikanischen öffentlichen Meinung bezüglich des deutschen Unterseeboots- krieges darzulegen. Präsident Wilson hat auf Ersuchen des Grafen Bernstorsf dem Abgesandten freies Geleit vermittelt. Die amtlichen italienischen Kriegsberichte. Zürich, 4. Juni.(W. T. B.) Wie die„Neue Zürcher Zeitung" aus R o in meldet, hat sich der italienische Große Generalstab entschlossen, amtliche Kriegsberichte nur nach fertigen Operationen zu veröffentlichen, so daß sie nicht regelmäßig erscheinen. Man könne desbalb nicht täglich einen Bericht erwarten. Amtliche Berichte über die Operationen der Marine sollen in noch größeren Zwischenräumen erscheinen. privathanöel oöer staatliche Regelung i Wir haben es bitter erleben müssen, daß trotz der be- hördlichen Höchstpreise und trotz des Wirkens der Kriegs- getreidcgesellschaft die Lebensmittelpreise seit Beginn dcS Krieges unerhört gestiegen sind. Die in Frage kommenden Händler und Produzenten haben ein außergewöhnlich glänzendes Geschäft erzielt, die Gewinne sind durchweg höher, als in Friedenszeiten. Und doch sind die produzierenden und handelnden Kreise mit dem bisherigen, beispiellos guten Geschäftsrosultat nicht zufrieden. Sic machen schon eifrig Vorschläge, die alle darauf hinzielen, die eigene Position noch zu bessern. Der Deutsche Landwirtschaftsrat hat bor einiger Zeit damit den Anfang gemacht. Er will die Kriegsgetrcidcgesellschaft nmgelvandelt wissen in eine Zentralausglci6)Sstellc, die van staatlichem Einfluß befreit der Aussicht van Vertretern der Landwirt- schaft, der Industrie, des Handels und des Handwerks unter- stellt iverden soll. Die Mitwirkung der großen Masse des Volkes, der Arbeiterklasse, wäre dabei von vornherein aus- geschlossen. Welche Tätigkeit diese Vertretung entfalten würde, darüber kann nicht der geringste Zweifel bestehen. Denn es ist bekannt, daß die Wortführer hohe und höchste Preise als das beste Mittel zur Regelung der VolkScrnährung ansehen. Herr v. Oldenburg-Jannschau gab ja zu Anfang des Krieges der Regierung den guten Rat, den Verkaufspreis fiir die Tonne Roggen auf 250 M. und für die übrigen Getreidearten entsprechend höher festzusetzen, womit die Gefahr der Aushungerung radikal beseitigt sei. Also die Absichten und Ziele gewisser landwirtschaftlicher Kreise liegen klar zutage. . Zu der Aktion des Deutschen Landivirtschaftsrates gesellt sich das Vorgehen des Vereins Berliner Getreide- und Pro- duktenhäitdler j er hat an den Deutschen Handclstag eine Eingabe gerichtet, die ebenfalls eine Beseitigung oder prinzipielle Umwandlung der Kriegsgetreidegesellschast verlangt. Wie. die Grundbesitzer beweisen natürlich auch die Händler, daß in ihren Händen des deutschen Volkes Wohl am besten auf- gehoben seilt wird. Wie berichtet wird, hat der HandelStag die Petition der Händler nach mehrstündiger Diskussion dem Bundesrat überwiesen. Die Forderungen der Grundbesitzer und der Getreide- Händler stehen aber nicht allein da. Auch die Industrie er- hebt ihre Stimme. Sie lvill hinter dem entschiedenen Auftreten der beiden anderen nicht untätig zurück- stehen. In den letzten Mitteilungen des Kriegsausschusses der deutschen Industrie, der den Zentralverband und den Bund deutscher Industrieller vereinigt, schreibt dessen Geschäftsführer Dr. Schweighofser:„Die Ansicht, daß die Aufrechterhaltung des Wirtschaftslebens im Kriege� in erster Reihe den Maß- nahmen und Anordnungen der Staatsgewalten zu verdanken sei, die dasselbe„geführt" und„befruchtet" habe, deckt sich in keiner Weise mit der Tatsache, daß die wirtschaftlichen Verbände für ihr Teil auf diesem Gebiete vielfach die Initiative ergriffen haben und zeugt nur von einer gänzlichen Ver- kennung der Verhältnisse. Da weder im gegenwärtigen Kriege die Aufgaben der Kriegswirtschaft und die Durchführung des Wirtschaftskrieges bereits gelöst sind, noch in Zukunft der planmäßigen Vorsorge auf diesem Gebiete werden entraten können, so wird es insbesondere die Aufgabe des Zentralverbandes deutscher Industrieller und des Bundes der Industriellen sowie des beide vereinigenden Kriegsausschusses der Deutschen Industrie sein, angesichts der obenerwähnten Widersprüche in der öffentlichen Erörterung der Vorschläge für eine kriegswirtschaftliche Zentralorganisation Aufklärung zu schaffen über die zweckmäßigste Form dauernder Lösung des in Rede stehenden Problems und zugleich dauernder Sicherung des Anteils der führenden wirtschaftlichen Verbände an der weiteren Vorbereitung und Durchführung aller kriegswirt- schaftlichen Maßnahmen." Mit dürren Worten wird also erklärt, daß die Industriellen bereits die erforderlichen Vorbereitungen treffen, der Regierung den jetzigen geringen Einfluß auf das Wirtschaftsleben zu nehmen. Sic lvollen für sich völlige ökonomische BelvegungÄ- freiheit. Sie sind fest entschlossen, das Wirtschaftsleben auch während des Krieges nur gemäß den eigenen Interessen zu gestalten. Welche Folgen daS unter den gegenwärtigen Ver- Hältnissen haben wird,' wo Deutschland vom Weltmarkt hermetisch abgeschlossen, die ausländische Konkurrenz radikaler wie durch die höchste Zollmauer beseitigt ist, kann nicht Zweifel- Haft sein: weitere intensive Preissteigerung! Die Gefahr, die hier den Volksintcrcssen droht, darf nicht unterschätzt werden. Die Macht und der Einfluß jener Kreise ist groß. ES wird von ihnen jedenfalls alles aufgeboten werden, die gestellten Forderungen zu verwirklichen. Dem Wohle des Volkes und der Nation würde es aber dienlicher sein, den staatlichen Ein- flufj, vor allem auf die Preisgestaltung, nicht zu beseitigen, sondern auszudehnen und ivirt'ungSvoll zu verstärken. Wenn nicht vorgebeugt wird, sind auf die Taucr ernste Schäden und Gefahren unvermeidlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris,-l. Juni.(W. T. S.j A in t l i ch e r Kriegsbericht von gestern nachmittag. Im Gebiet nördlich von A r r a s dauert der Artilleriekampf an. Während der Nacht spielten sich einige sehr heftige Jnfantcriekämpfc nordwestlich von L o r e t t o ab,>vo die beiderseitigen Stellungen sich nicht veränderten, sowie im Gebiet dcS Labyrinths, wo wir einige Fortschritte erzielten. Die Gesamtzahl der seit dem 31. Mai im Labyrinth gemachten Gefangenen beträgt 800, darunter Offiziere und etwa 50 Unteroffiziere. Wir eroberten auch zwei Maschinengewehre. Von der übrigen Front wird nichts gemeldet. Kämpfe bei LZpern. Ein Offizier der Gardcreitcr schreibt in einem Brief von der Front in der„ tvi o r n i n g Po st" vom 21. Mai wie folgt: Wir vattcn eine schauderhafte Jeit. Für mich ist c-Z ein Wunder, wie ilbcrhauvt jemand lebend ans der Hölle des GranaiseuerS herauskam. Sie haben ganz recht, wir hatten keine richtigen Geschütze zur Unterstützung; was wir hatten, waren Feldgeschütze und zwei Scchzigpsünder. Aber die schweren deutschen Geschütze konnten nach Belieben feuern von 4 Uhr morgens bis in die Nacht. Jetzt ist natürlich eine Anzahl schwerer Geschütze und Haubitzen herangebracht, aber zu spät, um unsere armen Leute zu retten. Wir befinden uns jetzt als mobile Reserve bei Ipern, und das, was von uns noch bleibt, wird wahrscheinlich lvieder in die Schützengräben kommen. Ich vermute, daß die Kavallerie diese Linie über- nommen hat, damit die Infanterie ausruht, iv eiche eine schreckliche Zeit hinter sich hat und total ge- brachen ist. In einigen Fällen befanden sich die Schützengräben 2l Tage lang unter schrecklichem Granatfeuer, welches mit Gas- und Gegenangriffen abwechselte. Das 6. Einque Ports Territorial Bataillon deS Royal Sussex Regiment litt schwer im Gefecht vom 0. Mai. Kapitän G. L. Court- bope jParlamentsmitgliedj berichtet an den Bikar von Wadhurst, daß die Kompagnie 4Offiere und 120 Unteroffiziere und Mannschaften von annähernd lag am Gefecht teilneh- menden verloren hat. Major F. G. Langham, Kommandeur des Bataillons, wurde verwundet und sagt in einem Brief: Nach einem Bombardement von -ig Minuten begann der Vorstoß. Dann wurde das mörderische Gewehr-, Maschinengewehr« und Schrapncllfcuer eröffnet, und keiner konnte vor oder zurück. Die Leute sagen, daß das Feuer von MonS und Apern im Vergleich hierzu nichts war. Unsere Leute waren tapfer, aber hilflos, sie»rußten einfach darauf warten, getötet zu werden. Nach beträchtlicher Zeit erhielten wir Order zurückzugehen, aber das ivar leichter gesagt, als getan. Manche Leute waren o00 IardS vor unserem Schützengraben, die meisten verivundet. Wir wurden daim zurückbeordert, um einen Schützengraben zu halten. ES bieß, ivir sollten nach 3 Stunden um 12,30 wieder angreifen. Diese Befehle wurden von Zeit zu Zeit geändert. Schließlich kamen wir in einen anderen Graben, wo uns gesagt wurde, ivenn nötig Truppen zu unterstützen, Ivelche mir 4.4ü angreifen würden- Während der ganzen Zeit war wahnsinniges Arlilleriefeuer. Wir wurden von 8 Haubitzen beschossen. Die Black Watch und 1. Ca- merous griffen dann an. Es ging ihnen genau so schlecht wie uns. Wenn einige hinüberkamen, so war es doch nur. um bajonettiert zu werden. Mehrere unserer noch lebenden Leute vereinigten sich mit ihnen im Angriff. Leider konnte ich nicht feststellen, ob irgendeiner dieser Tapferen heil zurückkam. Ausschluß aus üer ßremüenlegion. Paris, 4. Juni. sW. T. B.) Der Senat hat einen Gesetzantrag Henry Bvrcnger angenommen, wodurch in Frankreich nicht natura- Iisierle Angehörige von mit Frankreich und seinen Verbündeten im Kriegszustand befindlichen Mächten, welche sich seit dem 1. August 1014 in der französischen Armee zum Dienst in der Fremdenlegion ge- stellt haben, aus der Fremdenlegion ausgeschlossen werden. Tschechen, Polen und Elsaß-Lothringer unterstehen dem neuen Gesetz nicht. voriäusig keine �ntsenüung von Süü- afrikanern nach Europa. Kapstadt,-1. Juni.(W. T. B.) Meldung des Reuter- schon Bureaus. Gencralgouverneur Lord B u x t o n sagte in einer Rede in Port Elisabeth, obschon die Truppen der Union die H a u p t st a d t und den g r ö ff t o n T c i l von D c u t s ch- S ü d w e st a f r i k a besetzt hätten, sei die deutsche Armee noch nicht eigentlich in Aktion getreten. Es sei daher verfrüht, von der Entsendung eines südafrikanischen Kontingents nach Europa zu sprechen. Gestlicher Kriegsschauplatz. Der Rückzug üer Russen aus Przempsl. Wie», 4. Juni.(W. T. B-) Die Truppen drangen gestern rasch nacheinander von allen Seiten in die Stadt P r z e m y s I ein. Mit den Bayern trafen sich die Reiter der Kavalleriedivision Bcrndt auf dem Marktplätze. Bald darauf langten auch die Fufftruppcu deS 10. Korps an. Es herrschte unendlicher Jubel; alle Straffen waren voll Menschen, die Blumen streuten, Fahnen schwenkten und solche an den Häusern befestigten. Die Stadt hat nicht gelitten. Groffe Vorräte sind in den Magazinen zurückgeblieben und auch sonstiges Kriegsmaterial befindet sich noch viel in der Festung. Die Truppen konnten sich aber in der Stadt nicht aufhalten, da sie sofort dem abziehenden Gegner nachdrängten, der zum Schutze seines Ab- m a r s ch c s auf den Höhen östlich der Stadt Nachhut- stellu ngen bezog' und diese ziemlich hartnäckig vcr- teidigte. Langsam drängten unsere Truppen den Feind von Stellung zu Stellung aus dem FestungsrayoN hinaus. Tie Fahl der Gefangenen ist noch nicht ermittelt. Rusiisch-amtliche Darstellung der Räumung von Przempsl. Petersburg, 4. Juni.(W. T. B.) Mitteilung des G r o ff c n G c u e r a l st a b e s. Arn 1. Juni dauerte die Schlacht in G a l i z i e u im* derselben Heftigkeit auf der ganzen Front von der WeiäH» bis in die Gegend von Nadworna fort. Auf dem linken Ufer des unteren San drängten unsere Truppen nach einem kräftigen Vorstoß die feindliche Auf- stellung am 2. Juni endgültig zurück und bemächtigten sich eines wichtigen Abschnittes der befestigten Stellung des Geg- ners in der Umgegend von R u d n i k, wo wir ungefähr viertausend Gefangene machten, Kanonen und viele Maschinengewehre erbeuteten; unsere Offensive auf dieser ganzen Front bis zur W i s l o k a m Ü n d u n g dauert erfolgreich fort. Angesichts der Tatsache, daß P r z e m y s l bei den: Zu- stände seiner Artillerie und seiner von den Oesterreichern vor der Uebergabe zerstörten Werke als unfähig zu selbständiger Verteidigung anerkannt wurde, war seine Festhaltung für uns ein angemessenes Ziel nur so lange, als der Besitz der Stellungen, welche diese Stadt im Norden und Westen umgeben, uns den Kampf am San erleichterte. Da der Feind I a r o s l a u und R a d y m u o g e n o m m c n hatte und sich auf dem rechten Sanufer ausdehnte, so zwang die Festhaltung der genannten Stellungen unsere Truppen, auf einer gleichmäßigen und sehr schwierig zu verteidigenden Front zu kämpfen, welche durch diese Stellungen um 35 Werst verlängert wurde und die Truppen, die in ihnen standen, dem konzentrierten Feuer der zahlreichen schweren Artillerie des Feindes aussetzte. Aus diesem Grunde begannen wir vor einiger Zeit, das verschiedenartige Material, das Ivir den Oeftcrreichcrn ab- genommen hatten, nach und nach aus dem Punkte wegzuführen. Nach Beendigung dieses Transportes entfernten wir am 2. Juni die letzten Batterien, und in der folgenden Nacht räumten unsere Truppen gemäß den ihnen zugegangenen Befehlen die Nord- und Westfront der Przemysl umgebenden Stellungen und nahmen weiter östlich eine dichtere Aufstellung. Feindliche Angriffe zwischen Przemysl und dem Dnjestr am 1. Juni wurden abgewiesen. Im Gebiete jenseits des D n j e st r gelang es dem Feinde, welcher sehr starke Kräfte an den Zugängen zu der Stadt lstrys versammelt hatte, auf der Front zwischen Tysmienice und dem Stryjfluff vorzudringen, wobei er allerdings sehr groffe Verluste erlitt und bei unseren Gegenangriffen tausend Gefangene in unseren Händen ließ. An den Ufern der Swica und Lomnica bedrängten wir am 1. Juni den Feind und wissen an der Bistrica seine Augriffe erfolgreich ab. Auf den anderen Teilen der großen Front ist die Lage unverändert. Narterung üeutscker Gefangener. Ein in der G e g e n d westlich von Warschau gesangeu genommener russischer Soldat hat bei seiner Vernehmung ausgesagt, er wisse aus einem Tagesbefehl seines Koni- pagnieführers, des Hauptmanns Kepp vom 64. In- fauterieregim e�n t s16. Infanteriedivision, 6. Armeekorps), daß K o s a k e n deulsche Soldaten durch Verstümmelung zu Aussagen hätten zwingen wollen, aber ohne Erfolg. Auf das t a p f e r s Verhalten jener deutschen Verwundeten seien die Gruppenführer durch ihren Hauptmann hingewiesen worden. Welch eine mittelalterliche Gefühlsroheit spricht aus diesem Ver- fahren der Kosaken, welch eine Schamlosigkeit aus seiner Erwähnung in einem russischen Tagesbefehl! Nun wissen wir endlich, wie die Russen zu den Lügenberichten über angebliche Mißhandlungen an russischen Gefangenen gekommen sind: sie haben auch hier wiederum ihre eigenen Schändlichkeilen den deutschen Truppen angedichtet. Die russischen Völkerknechter schließen sich würdig der Reihe der entmenschten Wilden an, die man im Namen der Kultur gegen Deutschland losgelassen hat. sW. T. B.) ver Seekrieg. vom U-SootsÜrieg. Stavangcr, 4. Juni,(SB. T. B.) Der Kapitän und achtzehn Mann von, Dampfer„CyruS" aus Kopenhagen sind hier gestern nachmittag mit dem hier beheimateten Dampfer„Jotun" eingetroffen. Der„CyruS",' der mit Kohle von Burnt Island »ach Kopenhagen unterwegs war, wurde v o r g e st e r n nach- mittag torpediert. Der Kapitän sah den Schaumstreifen eines Torpedos und machte den Steuermann darauf aufmerksam; auch der Ausguckmann sah den Torpedo. Gleich darauf erfolgte eine furchtbare Explosion. Menschen winden dabei nicht verletzt. Die Mannschaft verließ unter Mitnahme dcS Schiffsjournals den Dampfer. Die Boote trafen einen holländischen Fischkutter, der die Mannschaft aufnahm. Sie wurde später vom Dampfer„Jotun" übernommen und nach Stavangcr gebracht. Der Kapitän ist über- zeugt, daß der Dampfer torpediert wurde, hat das Unterseeboot jedoch nicht gesehen. An Bord der„Jotun" war kurz vorher ein Unterseeboot gesichtet worden. London, 4. Juni.(W. T. B.) �Meldung deS Rcuterschen Bureaus.) Vier Ucberlcbende des versenkten Fischdampfers„V i c t o- r i a" aus Milford, die in Bulford gelandet sind, erzählten, daß die „Victoria" am Dienstag abend 130 Meilen von Stannfhead von einem Unterseeboot angegriffen und beschossen wurde, wobei der Kapitän und zwei Mann der Besatzung getötet und vier andere ernstlich verwundet wurden. Die übrigen wurden an Bord des Unterseebootes genominen, wo sie die Nacht zubrachten. Am fol- gendcn Morgen wurden sie in ein kleines Boot eines anderen Fisch- dampfers gesetzt und trieben bei Regenwetter 24 Stunden auf der See, bis sie schließlich von einem Dampfer aufgenommen wurden. London, 4. Juni.(W. T. B.) Wie das Reutersche Bu- reau meldet, wurde der Fifchdainpfer„H e r o l d" aus Cardiff 150 Meilen westlich der Lundyinsel von einem deutschen Unter- fceboot zum Sinken gebracht. Tie Besatzung wurde in Bul- ford gelandet. Eine amerikanische Erfindung zur Bekämpfung üer Tauchboote. Lyon, 4. Juni.(T. II.) Laut Lyon er Blättermeldungen stellt dir amerikanische Regierung gegenwärtig Versuche an. um die Tauch- boote zu bekämpfen. ES sei bekannt, daß Flugapparate die Unter» seeboote selbst in ziemlicher Tiefe unter Wasser bemerkten, und cS fei nicht schwer, diese mit Geschossen zu versehen, die bei Berührung mit dem Unterseeboot oder in dessen Nähe explodieren. Man glaubt in den Vereinigten Staaten, das Problem gelöst zu haben, und zwar mittels kleiner Luftschiffe von 60 Metern Länge und einer Ge- schwindigkeit von 40—50 Kilometern pro Stunde, die jedoch fähig seien, auch langsamer zu fahren. Diese Luftschiffe könnten Tauck! booten über dem Waffer folgen, einen Hagel von Bomben auf sie abwerfen und unschädlich machen, bevor sie in zu großer Tiefe vcr- schwinden. der türkisthe Krieg. Die Meldung des türkischen Hauptquartiers. Äonstantinopel, 4. Juni.(W. T. B.) Das Hauptquartier teilt mit: AnderDardancllcnfront gestern schwaches Artillerie- und Jnfanterieseuergefecht. Unsere Batterien an der asiatischen Küste beschossen mit Erfolg die feindlichen Cetcllungen bei Sedul Bahr. Auf den übrigen Fronten hat sich nichts Bedrut- fames ereignet. Zur Lage auf Gallipoli. London, 3. Juni.(W. T. B.)„Evening News" meldet aus Athen: Die Türken haben auf G a l l i p o I i 250 00 OManu in ausgezeichnet befestigten Stellungen stehen. Die Kämpfe bestehen auS einer Reihe von Angriffen und Gegeuangriffeu. Am Tage greifen die Alliierten unter dem Schutze der Kriegsschiffe an, aber nachts, wenn die Flotte nicht imstande ist, am Kampfe teil- zunehmen, weil sie die eigenen Truppen nicht treffen will, unter- nehmen die Türken furchtbare Gegenangriffe in geschlossenen Formationen. * Koilsta»tmopel, 4. Juni.(23. T. 23.) Dia„ A g e n c e M i l l i" schreibt: Die englische Presse fährt fort, das Publikum mit falschen Nachrichten über unsere Lage zu läuswen, während die Bevölkerung von Konstantinopel die Tapferkeit einer unserer Divisionen hat bewundern können, die kürzlich hier durchgezogen ist, ehe sie sich zur Front begab. Die Engländer meldeten, daß diese Division sich im Zustande vollkommener Auflösung befinde. Man übertreibt auch unsere Verluste an den Dardanellen, die mau mit 6000 beziffert. Sie erreichen in Wahrheit nicht ein Drittel dieser Zahl, selbst wenn man die Leichtverwundeten hinzuzählt. Unsere Lazarette haben schon 5000 Leichtverletzte nach ihrer vollständigen Ausheilung an die Front zurückgesandt. Kämpfe in Mefopotamien. London, 4. Juni.(W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet amtlich: Die brilischeu Truppen in Mesopotamien haben anr 31. Mai die Türken nördlich von K u r n a geschlagen, 250 Mann gefangen genommen und drei Kanonen erbeutet. Bei der Verfolgung am 1. Juni wurden noch drei Kanonen erobert und 300 Mann gefangen genommen. ver italienische Krieg. Die italienifche Generalfiabsmeldung. Rom, 4. Juni.(W. T. V.) Meldung der Agenzia Stefan!. DaS Hauptquartier meldet vom 3. Juni: Längs der ganzen Grenze dauern die Bewegungen und vor- bereitenden Kämpfe an, die sich immer zu unserem Vorteil entwickeln. Besonders muff man die günstige, wenn auch langsame Fortdauer der Angriffsbewegung unserer Truppen erwähnen. Nachdem sie sich in den letzten Tagen des Kammes des Monte Nero auf dem linken Ufer des Jsonzo bemächtigt hatten, entwickeln sie ihre Aktion auf den steilen Hängen des linken Ufers und au der Talsohle und kämpfen mit Schwung und Zähigkeit gegen die stark verschanzten, durch mächtige Artillerie gestützten Oesterreicher. In Kärnten gehen die Ocsterreicher mit besonderer Heftigkeit immer wieder gegen unsere Alpintabteilungen am Monte Crocc vor. Die Oesterreichcr werden jedesmal zurückgeworfen. Kriegsverfügungen der italienifchen Regierung. Lugano, 4. Juni. lW. T. B.) Die italienische Regierung hat folgende Verfügungen erlassen: 1. Da wegen des Kriegszustandes der Handelsvertrag mit O c st e r r c i ch- ll n g a r u außer Kraft getreten ist, aber die HandelSbczickmngen mit den neutralen und befreundete» Staaten den Folgen dieses'Außerkrafttretens cnl- zogen werden sollen, wird bestimmt, daß die Festsetzungen diese- Handelsvertrages noch bis auf weiteres'Anwendung finden auf die Beziehungen mit Nationen, die zur Meistbegünstigung zugelassen sind. Die gleiche Behandlung wird den Waren österreichisch- ungarischer Herkunft zuteil, die am 3. Juni sich in italienischen Zolldcpots, Freihäfen oder Magazinen befanden, vorausgesetzt, datz� sie nicht Eigentum österreichischer oder ungarischer Untertanen ge- blieben sind. 2. Ten Waffen Händlern in Italien wird der Besitz und Verkauf nur kleiner Waffenmcngen gemäß dem Gutachten der Polizei gestattet. 3. Die M i e t s z a h l n n g e n in den Städten werden gestundet und für Kriegerfamiticn um die Hälfte ermäßigt. Gegen die Desertionen. Lugano, 4. Juni.(W. T. B.) In Italien ist eine Polizei- Verfügung erlassen worden, die vor der in großem Umfange ivahr- genommenen Propaganda zur Förderung der Desertion vom Heeresdienste warnt. Die Antwort Salanöras. In seiner Rede am Donnerstag in der italienischen Kammer, deren ersten Teil wir in der gestrigen Nummer gebracht haben, führte Ministerpräsident Salandra noch aus: Ihre Herrscher und ihre Minister für auswärtige'Angelcgcnbeiten sprachen von dem Bündnis, das wir gekündigt haben, nachdem sie eS tatsächlich gebrochen hatten, diesem Bündnis, in dem Italien so lange Jahre gelebt habe und das Italien gestattet habe, sich wir!- schaftlich zu entwickeln und sein Gebiet zu vermehren. Ich will die Wohltaten dieses Bündnisses nicht leugnen, doch waren die Vorteile nicht einseitig. Lille Bcrtragscbließende.n hatten ihren Teil daran, wir vielleicht nicht mehr als andere. Wäre dies nicht der Fall gewesen, so hätten die Zentralmächte das Bündnis nicht gewollt und nicht erneuert. War Fürst Bismarck vielleicht eine empfindsame, für Italien schwärmende Natur? Waren die Prinzen und Minister Oesterreich-Ungarns immer zärtlich zu uns? Man muß wissen, wie wir zu unserer einzigen GebietSver- grötzerung gelangt sind, um zu beurteilen, wie notorisch die A n g r i f f S a b s i cht c n O c st c r r c i ch- II n g a r n s gegen Italien gewesen sind. Wir haben hierfür authentische Beweise. Ter GcncralstabSchcf Conrad von.Hoctzendorf hegte immer den Gedanken, daß ein Krieg gegen Italien unvermeidlich sei, sei eS bezüglich der irredentistischen Provinzen, sei es wegen der Eifer- sucht Italiens auf das, waS Oesterreich auf dem Balkan und im östlichen Mittelmcer unternehme. Hoctzendorf erklärte, daß Italien sich zu vergrößern beabsichtige, sobald cS bereit fein werde, aber daß es sich allem widersetze, was Ocsterrcich-Uugarn auf dem Balkan unternehmen wolle. Man müsse eS also niederschlagen, um die Hände frei zu haben. Hoctzendorf beklagte, daß Oesterreich im Jahre 1007 Italien nickit angegriffen habe. Der österreichisch- ungarische Minister dcS'Acutzcrcn erkannte selber an, daß in der Militärpartei die Meinung verbreitet sei, man müsse das König- reich Italien durch einen Krieg zerschmettern, weil auS diesem Königreiche die'Anziehungskraft für die italienischen Provinzen der Doppelmonarchie herrühre. Durch einen Sieg über das König- reich Italien und durch feine politische Vernichtung würden sich die Jrredentisten jeder Hoffnung beraubt sehen. Indem man den Augenblick des Kriegsausbruches, dessen Eintreten mau mit allen Mitteln beschleunigen sollte, abwarte, sollte man die italienischen Provinzen durch strafrechtliche schärfste Matznahmen und indem man sich jedem Wunsche bezüglich der Kulturftagcn widersetze, unterdrücken. Selsen tote jeht auf Grund der amtlichen Aktenstücke, tote dte Bundesgenossen uns in der Unternehmung gegen Libyen gc- Holsen haben. Die bom Herzog der Abbruzzen gegen türkische Torpedoboote bei Prcvezza begonnenen Seeoperationen wurden auf eine schroffe und unduldsame Weise von Oesterrcich-Ungarn aufgehalten. Aehrenthal benachrichtigte am 1. Otober unseren Botschafter in Wien, daß unsere Operationen auf ihn einen pein- lichen Eindruck gemacht hatten, daß er ihre Fortsetzung nicht zu- lassen könne und daß es dringend erforderlich sei, ihnen ein Ende zu machen und die nötigen Befehle zu erlassen, damit verhindert werde, daß sich diese Kriegshandlungen in den Gewässern der Adria und im Ionischen Meere erneuerten. TagS darauf benachrichtigte der deutsche Botschafter in Wien vertraulich unseren Botschafter in noch drohenderen Ausdrücken, daß Aehrenthal ihn gebeten habe, seiner Regierung zu telegraphiere», sie möge der italienischen Re- gierung zu verstehen aeben, daß diese unmittelbar mit Oesterreich- Ungarn zu tun gehabt hätte, wenn sie ihre Seeoperationen in der Adrig und im Jonischen Meere sortgesetzt hätte.(Unruhe.) O estcrreich lähmte nicht nur unsere Tätigkeit in den adriatischcn und jonischen Gewässern, sondern Aehrenthal benachrichtigte auch am 5. November den Herzog von Avarna davon, daß er erfahren habe, daß italienische Kriegsschiffe in der Nähe von Sölum gesehen worden seien, Ivo sie Operationen niit elektrischen«cheinwerfcrn vorgenommen hätten.(Heiterkeit.) Aehrenthal erklärte ferner, daß unser Vorgehen an den Küsten der europäischen Türkei und an den Inseln dcs� Aegäischcn Meeres weder von Oesterrcich-Ungarn »och von Teutschland zugelassen werden könne und daß es"dem Vertrage des Dreibundes entgegengesetzt sei. Im März 1912 erklärte Graf Bcrchtold, der inzwischen Nach- folger Aehrenthals geworden war, dem deutschen Botschafter in Wien, daß er bezüglich unserer Operationen gegen die � ü st c n der europäischen Türkei und die Inseln des Aegäischcn Meeres dem Standpunkte Aehrenthals treu bleibe, wo- nach diese Operationen von der österreichisch-ungarischen Regierung als den von uns im Artikel VII des Dreibundvertragse übernommenen Berpflichtungen zuwiderlaufend erachtet würden. Unsere Operationen gegen die Tardanellen betrachte er als im Widerspruch stehend erstens mit unserem Versprechen, keinerlei Handlungen vorzunehmen, die den Statusquo auf dem Balkan gefährden könnten, und zweitens mit dcnt Sinne des Vertrages, der sich auf die Erhaltung des Statusquo gründete. Als später unser Geschwader vor den Dardanellen beschossen wurde, das Feuer erwiderte und das feuernde Fort beschädigte, beschtoertc sich Graf Berchtold über das, was geschehen war, da er es im Widerspruch mit den gemachten Versprechungen stehend fand. Er erklärte, wenn die italienische Regierung ihre Handlungsfreiheit wiederzugewinnen beschlösse, so würde die österreichisch-ungarische Regierung dasselbe tun können.«Unruhe.) Er fügte hinzu, er habe nicht zulassen können, daß wir künftig derartige gewissermaßen mit seinem Gc- sichtspunkt im Widerspruch stehende Operationen unternehmen würden. Ebenso wurde uns die geplante Besetzung von Ebtos ver- boten. Es ist überflüssig, darauf hinzuweisen, wie viele Leben italienischer Soldaten, wie viele Millionen uns dieses Verbot ge- kostet hat, das unser ganzes Vorgehen gegen die Türkei lahm legte, die sich durch unsere Bundesgenossen vor jedem gegen die wichtigsten Teile gerichteten Angriff geschützt toußtc. Man hat uns bitter vorgeworfen! daß wir die i n d c n l e tz t e n Zeiten gemachten Angebote nicht angenommen haben. Aber waren diese Angebote in gutem Glauben gemacht?(Heiter- kcit, Zustimmung.) Gewisse Dokumente lassen vermuten, daß dein nicht so war. Kaiser Franz Joseph erklärte, daß Italien gierige Blicke auf das Erbteil seines Hauses werfe. Bethmann Hollwcg sagte, daß man durch diese Konzessionen unsere Neutralität zu er- kaufen beabsichtigt habe. Jetzt, meine Herren, klatscht uns doch Beifall, daß wir das nicht angenommen haben!«.Sehr lebhafter Beifall.)� UcbrigenS entsprachen diese Zugeständnisse in ihrer letzten und verspäteten Form keineswegs den sachlichen Zielen der italieni- scheu Politik, nämlich erstens der Verteidigung der italienischen Rationalität, die die größte unserer Pflichten ist, zweitens der Sicherung militärischer Grenzen, welche diejenigen ersetzen sollen, die uns 1860 aufgezwungen worden sind und durch welche alle Türen Italiens unseren Gegnern offen stehen, drittens der Er- zielung einer minder gefährlichen strategischen Lage in der Adria, als es die augenblickliche Lage ist, deren Wirkung Sic in diesen sagen noch gesehen haben. Alle diese hauptsächlichsten Vorteile wurden uns m aller Form perweigert. Im Grünbuch findet stck) ein ö'tereichisches Dokument, das eine gewisse Naivität bezeugt, in- dem es ungefähr besagt: Dies können wir nicht geben, weil es die strategische Grenze verändern würde. Aber es handelte sich nicht um eine Vcrtcidigungsgrcnze für Oesterreich, sondern um eine An- griffsgrenzc gegen Italien. Auf unser Mindestansuchcn, Trieft die Unabhängigkeit zu geben, erwiderte man, indem man für Trieft die Selbstverwaltung anbot.(Protcstrufc.) Tie Frage der Aus- führung dieser Versprechungen war gleichfalls sehr wichtig. Man sagte uns, daß wir an der Ausführung dieser Versprechungen nicht zweifeln dürften,� weil wir die Bürgschaft Deutschlands hätten. Aber Ivclches wäre unsere Lage gewesen, wenn Deutschland am Ende des Krieges nicht imstande gewesen wäre, das gegebene Wort zu halten? Nach diesem Abkommen bätte es jedenfalls einen erneuerten Drei- bniid gegeben, aber zu bedeutend ungünstigeren Bedingungen, da es einen souveränen und zwei untergebene Staaten gegeben hätte. (Unruhe.) An dem Tage, da eine der Vertragsklauseln nicht auSgeftthrt worden wäre, an dein Tage, da die städtische Selbstverwaltung von Triest durch irgendeinen Erlaß oder durch irgendeinen Statt- balter aufgehoben worden wäre, an wen hätten wir uns da wenden können? An den gemeinsamen Ober Herrn, an Teutschland?«Heiterkeit.) Ich will nicht von Deutschland ohne Achtung und Respekt sprechen. Ich bin italienischer Minister- Präsident und nicht deutscher Reichskanzler, und verliere nicht den Verstand.(Lebhafter Beifall.) Aber bei allem Respekt für die Macht und Größe Teutschlands, das ein bewundernswertes Bei- spiel von Organisation und Widerstand bietet, erkläre ich im Namen Italiens: Wir wollen niemand unterjochen, noch über irgend jemand eine Schntzherrschaft aus- übe n.«Lebhafter Beifall.) Der T r a um von W elt h e r r- s ch a f t ist gebrochen. Die ganze Welt i st a u f g e- st a n d e n. Der Friede und die Zivilisation der zukünftigen Menschheit müssen auf der Achtung der nationalen Selb- st ä n d! gt e i t begründet sein. Unter den selbständigen Völkern wird Deutschland als mit den anderen gleichgestellt, aber nicht als Herr der anderen an- gesehen werden müsse n.(Lebhafter Beifall, Zustimmung.) Aber eines der bemerkenswertesten Beispiele des maßlosen Stolzes, mit dem die Führer der deutschen Politit die anderen Völker be- trachten, liegt in dem Bilde, das sich Bethmann Hollweg von der politischen Well Italiens gemacht hat. Salandra verliest sodann den Absatz der Rede Bethmann Holl- Wegs, auf den er anspielt und fährt fort: Ich weiß nicht, ob in diesem von Zorn verblendeten Mann die Absicht lag, meine Kollegen und mich persönlich zu beleidigen. Wenn dem so wäre, so würde ich den Fehdehandschuh nicht ans- heben. Wir, deren Leben Ihr kennt, sind Männer, die dem Staate diS zum vorgerückten Alter gedient haben, Männer von makellosem Rufe, Männer, die ihrem Lande das Leben ihrer Kinder gebeit. (Lebhafte Znsiiminung und Beifall.« Aber denket nicht an uits, denket im Gegenteil an die schreckliche Beleidigung, welche dieses Stück Prosa gegen den König, gegen das italienischc Bolk, die Kammer, den Senat und selbst gegen Politiker schleudert, die eine von unserer politischen Anschauung verschiedene politische Meinung haben. Salandra hebt sodann hervor, daß die Quellen, auf die sich das Urteil Bethmann Hollwegs stütze, von dein Reichskanzler demjenigen Manne zugeschrieben würden, den er den besten Kenner der italienischen Tinge nenne und sagt weiter: Das kann nur eine Anspielung auf B ü. l o w sein, mit dem brüderlichen Wunsche, cineii Teil der Vcraittwortlichkcit ans ihn abzuwälzen. Ich möchte jedoch nicht, daß Sic die Absichten BülowS falsch beurteilen. Ich glaube, daß er Sympathieit für Italien balle und daß er das Menschenmögliche tat, um zu einer Verständigung zu gelangen. Aber wieviele Fehler beging er Nicht, indem er seine guten Ab. sichten bertoirklichen wollte. Er bermutcte, Italien könne um einiger falsch ausgegebener Millionen willen und uittcr dem Einfluß einiger Persoiten, welche jede Fühlung mit der Nation verloren hatten, und durch Kollusionen, welche er bei Politikern versuchte, aber welche, wie ich hoffe und glaube, nicht zum Abschluß käme», von seinem Wege abirren. Die gegenteilige Wirkung wurde erzielt, ein luigchcnrsr Entrüstungsschrei verbreitete sich in ganz Italien und nicht nur im niederen Volke, sondern auch in den wirklich höher steheliden Schichten, in allen edlen Herzen, bei allen denen, welche für die Landesvertetdigung begeistert sind, und in der ganzen Jugend, welche bereit ist, ihr Blut für das Vaterland hinzugeben. Dieser Entrüstungssturm cntsachtc sich infolge des Verdachtes, daß ein fremder Botschafter sich zwischen die Regierung und das Parlament des Landes stelle. In kurzer Zeit verschwand der Zwiespalt, die ganze Nation schloß sich in wunderbarer moralischer Einigkeit zu- sammen, welche unsere größte Stärke in dem harten Kampfe sein wird und welche uns durch unsere Tugend und nicht durch wohl- wollende Konzessionen anderer zur Erfüllung der höchsten Geschicke des Vaterlandes führen soll.-Salandra hob sodann die in die Augen fallenden Anzeichen der moralischen Einigkeit des Landes berbor, welche sich in den Werken deS Friedens wie denen des Krieges bei denen, die käinpseii, wie bei denen, die daheimblcibcn, offenbarten. Da wir in die große Krisis eingetreten sind, fuhr Salandra fort, dürfen wir nicht�nter den den Alliierten feindlichen Völkern stehen. Vom König, welcher als Dolmetscher der Gefühle des Volkes und der nationalen Wünsche an der Front weilt«Leb- haftcr Beifall. Rufe:„Es lebe der König!"), bis ziim cinsachsten Arbeiter und bis zu den Frauen und jungen Leuten haben wir alle das Vertrauen, daß wir durch diese höchste Anstrengung den künftigen Generationen ein vollständigeres, ehrenrcichercS und stärkeres Italien geben werden, welches im europäischen Konzert Milcht als unterworfenes oder protegiertes Land, sondern unter«Sicherheit seiner natürlichen Grenzen seinen Platz findeli wird, und welches zu fruchtbarcit FriedcnSarbeiteii zurückkehren wird, indem cS, wie es bisher immer tat, die Freiheit und Gerechtigkeit in der Welt hochhält. iSehr lebhafter Beifall.) Da das Schicksal unserer Gc- ueration die fruchtbare und hohe Aufgabe zugeteilt hat, das Ideal ei u es Großitaliens zu verwirklichen, dessen Erfüllung die Helden des Risorgimentos nicht erblicken konnten, wollen wir diese Aufgabe mit unerschütterlicher Festigkeit und mit der Bereitwilligkeit auf uns nehmen, unserem Vaterlandc alles zu geben, wa-s wir sind, und alles, was wir haben. Vor den drei Farbe», die am Lager und in der Nähe der heiligen Person deS Königs flattern, sollen alle Fahnen sick neigen und alle Stimmen der Eintracht sollen in unserem Geiste sich vereinigen. Dann werden wir siegen.«Rufe:„Es lebe Italien, es lebe der 5lönig!" Langanhaltender Beifallssturm.) die �ttoröüeutsche �llßemerne Zeitung" zur Reöe SalanZras. Berlin, 4. Juni.(33. T. B.) Tie„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt zur Rede Salandras: Einem Bericht der„Frankfurter Zeitung" und des„Berliner Lokalanzeigers" aus Lugano entnehnien wir folgendes: Salandra verlas den Teil der Rede des Reichskanzlers, den die Blätter bisher verschwiegen hatten, ilnd darin eine Stelle, die angeblich behaupte, daß das italienische Kabinett durch ausländisches Geld bestochen worden sei, und diese kleine Fälschung gab ihm Veranlassung, den Reichskanzler als einen vor Wut um seinen Verstand gekommenen Atann zu bezeichnen. Der Reichskanzler hat solchen Vorwurf gegen das Kabinett natürlich nie erhoben, sondern nur gesagt, die Straße sei mit deni Gelde der Tripleentente bearbeitet worden, eine Tatsache, die die Spatzen von allen Dächern Roms pfiffen. Ob ein Ucbersetzungsfehler oder eine Fälschung zugrunde liegt, wissen wir nicht. Jedenfalls hat der Reichskanzler an der betreffenden Stelle seiner Rede in Wirklichkeit gesagt: „Die Vernunft kam nicht mehr zum Wort. Es herrschte allein die Straße. Und die Straße war unter der wohl- wollenden Duldung und Förderung der leitenden Männer des italienischen Kabinetts(Sehr richtig!), bearbeitet von dem Golde der Tripleententc(Erneute Zustimmung), und unter der Führung gewissenloser Kriegshetzer in einen Blutransch versetzt worden, der dem Könige Revolution und allen Gemäßigten, die sich noch ein nüchternes Urteil bewahrt hatten, Ucberfall und Mord androhte, wenn sie nicht in die Kriegs- trompete mit stoßen wollten." Zu öen Sonöerfrieüensgerüchten im italienischen Grunbuch. Tie von uns nach der„Vossischen Zeitung" wieder- gegebenen Telegramme der diplomatischen Vertreter Italiens aus dem itallenischen Grünbuch über Separatfriedensver' Handlungen zwischen den Zentralmächtcn und Rußland, die setzt in der russischen Presse wiedergegeben werden, gewinnen int Anschluß an die uns setzt vorliegenden Acitßerungcn der führenden russischen Blätter ein besonderes Interesse. So schreibt die„Retsch", das liberale Hauptorgan, in ihrer Wochcnrundschau vom 24. Mai: „Das soeben veröffentlichte„Grünbuch" bestätigt den Eindruck, den die italienische Presse in der letzten Zeit machte, und überzeugt endgültig, daß der Hauptgrund, der Italien Ueran laßt hat, sei neEntscheidungzubeschleuni- gen, in der B e s ü r ch t uzt g b e st a n d, Oesterreich- Ungarn könnte einen Separatfrieden mit dem Dreiverband schließen und so Italien aller Chancen be- rauben, seine nationalen Aufgaben zu verwirklichen. Die im „Grünbuch" veröffentlichten Dokumente beweisen in der Tat, daß die vor anderthalb Monaten in die Presse gedrungenen Gerüchte von der Möglichkeit cincS Separatfriedens eine gewisse reale Grundlage besessen haben." Nach der Wiedergabc der erwähnten Telegramme der diplomatischen Vertreter Italiens laut der Meldung der Petersburger Telcgraphcnogcntur fährt das Blatt fort: „Wenn wir uns einiger Bctrachtungeit unserer rechtssteheudeu Blätter, beginnend mit der„Novoje Wremsa", bis zur„Semscht- schtna", erinnern, so wird die Wirklichkeit der hier gemachten Enthüllungen noch verständlicher. Es kann kaum ange- n o nt M e n werden, daß d i e Gerüchte über einen Separat ßricden absichtlich inszeniert worden sind, u m Italien und andere neutrale Staaten zu b e e i n s tu s s c n. Handelte es sich aber, wie jetzt ersichtlich ist, um einen„ernsten Versuch" Oesterreichs und sogar Deutsch- lands, so kann man sich nur freuen, daß die ungeschickte Diplo- matic der uns feindlichen Staaten noch einmal gegen ihre eigenen Jiitcrcsscn und zu unseren Gunsten gearbeitet Hai." Wir wollen uns über den Ton nicht aufregen, den das russische liberale«Organ, das jetzt im Schlepptau der russischen Kriegspartei segelt, gegen diu deutsche und österreichische Diplomatie anschlägt. Wichtig erscheint uns vor allem die Feststellung, daß eS sich bei den Separatfriedensgerüchten in der Tat um einen„ernsten Versuch" gehandelt hat. Entsinnt man sich aber der Prcsscdisknssion, die um die fragliche Zeit einsetzte, so muß man mehr und mehr zu der lleberzeugung gelangen, daß die Stimmen in der konservativen und einem Teile der libekalcn Presse, die gegenüber der Forderung einer Annäherung an den Westen für eine Annäherung an den O st e n eintraten, unter den gegebenen Verhältnissen der Sache des Friedens keinen besonderen Dienst erwiesen haben. Lorü ltrewe über Italiens Eingreifen. London, 4. Juni.(33. T. B.) Im Oberhaus erklärte L o r d C r c w c bei Besprechung der Intervention Italiens, daß diese ein höchst belangreiches lizeigiüs sei. Sie beweise. daß eine Bnndesgenossenschaft, die ans politischen Forderungen und nicht ans nationalen Sympathien und übereinstintmenden Idealen beruhe, nicht imstande gewesen, eine Krisis. wie sie in Italien eingetreten sei, zu überivinden. Dagegen, stehe das Bündnis Italiens mit England auf einer viel stärkeren Grundlage. Lord Crewe gab der Ansicht Ausdruck, daß die zwei Nationen schließlich einen großen Endsieg erkämpfen würden. was wirb aus üem Papst? Im„Tag"(Rr. 128 vom 4. Juni 1015), beschäftigt sich TV. Bachem mit der Einwirkung des Weltkrieges auf die Stellung des Papstes, eine Frage, die durch den Eintritt Italiens in den Weltkrieg besonders aktuell geworden ist. Er führt n. et. aus: „Das Papsttum darf um seiner selbst willen nicht dem Ein- fluß eines Staates unterliegen, am wenigsten, wenn dieser Staat, wie jetzt Italien, in einen mit größter Erbitterung ans Tod und Leben geführten Weltkrieg, verwickelt ist. Ter Papst hat seinen Sitz in Rom, der Hauptstadt des mit dem Dreiverbände alliierte u Italiens. Da ist die Perlockung zu dem Versuche stark, sich die große moralische Macht des Papsttums irgendwie zu wcUlichcu Zwecken dienstbar zu machen, lind Italien hat dem Papsttum gegenüber gerade in seiner neueren Geschichte eine abgeneigte, wiederholt geradezu feindselige Stellung eingenommen, indem es der alten terrritorialen llnabhängigkeit und Selbständigkeit des Papstes mit Waffengewalt ein Ende machte. Wird dieses Italien in der gegenwärtigen schweren Krise die Unabhängigkeit und Selb- stäitdigkcit des Papsttums respektieren wollen? Tie Elemente, welche die Regierung zum Kriege getrieben haben, in erster Reihe die Freimaureres, sind ausgesprochen kirchcu- und papstfeindlich. Ilnd selbst, wenn sie wollte, wird die Regierung imstande sein, die Stellung des Papstes und auch nur die llnantastbarkeit der Person des Papstes zu schützen und zu verbürgen, nachdem sie ein solches Maß von Schwäche gegenüber den zum Kriege drängenden Mächicn des Umsturzes im eigenen Lande an den Tag gelegt, sich der Revolution mit Haut und Haaren verschrieben hat? Man braucht nur diese Fragen zu stellen, um sich klar darüber zu werden, daß die Situation des Papstes in Rom eine unmögliche ist, und zwar keineswegs bloß vom kirchlichen, sondern ebenso sehr vom intcntational-staatspolittscheu Standpunkt. Man kann dem- gegenüber auch nicht auf die sogenannten Garantiegesetzc ver- weisen, welche die Unabhängigkeit der kirchlichen Wirksamkeit deS Papstes sichern sollen. Abgesehen davon, daß cS sehr zwei seihast ist, ob die italienische Regierung auch nur gewillt und imstande sein wird, diese Gesetze aufrechtzuerhalten, treffen diese keinerlei Vorsorge für den jetzt eingetretenen Fall der Teilnahme des Königreichs Italiens an einem Weltkriege. Schot! jetzt haben nicht nur zahlreiche deutsche und vstcr- reichisch-nngarische hohe kirchliche Würdenträger, insbesondere Ordcnsobcre und Vorsteher wichtiger kirchlicher Anstalten, Rom verlassen; auch die beim Vatikan beglaubigten Gesandten Oester- reich-Ungarys, Preußens und Bayerns haben ihren Wohnsitz an die schweizerisch-italienische Grenze verlegt, weil sie sich und ihre Wirksamkeit in Rom ni«ht mehr für ungefährdet erachten konnten. Werden sie von dort aus unbehindert und wirksam ihre wichtige diplomatische Tätigkeit ausüben können?" Bachem schließt seinen Artikel:„So hat denn der Weltkrieg zu den vielen anderen Fragen auch die römtsche Frage nit erneuter Schärte wieder ausgcuvorfcn. Auch ii: wird eine internationale Lösung finden müssen, welche Sicherheit und Dauer verspricht." Und wir können hinzufügen, daß es Kreise gibt, die ernsthaft damit rechnen, daß der Krieg auch de m Papste die weltliche Macht wiederbringen werde. Neue französische Kriegskreöite. Paris, 3. Juni.(38. T. 33.) Meldung der Agence HavaS. Der F i n a n z m i n i st e r R i b o t hat in der Kammer einen Gesetzes- a n tr a g eingebracht auf Eröffnung provisorischer Kredite für das dritte Vierteljahr l0l 5. Die Kredite betragen ungefähr S<300 Millionen Frank. Seit Ausbruch des Krieges betragen die vom Parlament ongenommeneit Kredite 24 Milliarden, einschließlich der für die letzten fünf Monate des Budgets von 1914 bewilligten Ergänzungskredite. Kein Mentat auf öen König von Griechen- lanö. Wiev, 4. Juni.(T. U.) Die hiesige griechische Gesandtschaft teilt mit, daß die im Auslände verbreitete Meldung von einem Attentat auf den König Konstantin erfunden sei. Rusiische Zensur. Die sibirische Zeitschrift„Nafcha Tclo", die von dem Verbände der wirtschaftlichen Genossenschaften herausgegeben wird, ist für die Dauer des Krieges verboten worden. Kriegsbekanntmachungen. Korrespondcnzvermittelung nach dem feindlichen Ausland. Genf, 4. Juni.(W. T. B.) Die von dein Internationalen Komitee des Roten Kreuzes eingerichtete Internationale Llgentur für Kriegsgefangene in Genf will die Weiter- leiiung der auch für andere Personen als Kriegsgefangene be- stimmten Korrespondenz übernehmen. Die betreffende Korreipondeiiz muß an das Komitee gerichtet werden und es muß der tsendnug ein internationaler Antwortschein beigegeben werden, denn Porto- freiheit besteht nur für Kriegsgefangene. Letzte Nachrichten. Der französische Tagesbericht. Paris, 4. Juni.(W. T. B.) Der gestern N a ch t aus- gegebene amtliche Bericht lautet: Llußer neuen Fortschritten unserer Truppen im Labyrinth südöstlich von Neu- villc— Saint Bast ist nichts zu melden. 2ö französische Flug- zeuge belegten morgens zwischen 4 und 3 Uhr das Hauptquartier des Kronprinzen mit 178 Geschossen, von denen viele ihr Ziel erreichten, sowie mit mehreren tausend Fliegerpfeilen. Die Flugzeuge wurden heftig beschossen, kehrten aber alle wohlbehalten zurück. (Anmerkung des W. T. B.: Wie wir ans Anfrage an zu- ständiger Stelle festgestellt haben, sind durch den Bombenabwurf mehrere Mannschaften getötet worden. Weiteren Er- folg hat der Fliegerangriff nicht gehabt.) .« 5 z ßssEiiificlier J Reinleinen, gesäumt und gebändert 95p. 1 Rolltacli mit Kante 9Sp. 1 Handltich J aus weiss. Kräi�sel- | Stoff, mit Kante und Buchstabon 95 p. 1 Badekappe ■rummis en, viele 95 p. j aus Gummistoff, lüi I Damen, viele Farben (1 Schlafdecke mit Kante 95 p. 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Berlar: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanjtatt Paul Singer&®o., SSerlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Nr. 153. 32. Jahrgang. tiliijf des Jwiittf Sftliiitt MksdIM. Zonnabtud, 5, Juni 1915. Seiner Majestät Opposition. Von Eduard Bernstein. Ter Krieg hat in England zur Bildung einer K u a l i t i o n s r c g i c r u n g geführt. Führer der konservativ- nnionistischcii Opposition und zwei Mitglieder der Arbeiterpartei — der eine Artur Henderson, als Kabinettsinitglied, der andere W. Bracc, als Untcrstaatssekrekär— sollen der bisher ans liberalen und Radikalen zusanliliengesetzten Regierung die zur Führung des Staatsschiffes iin Weltkriege als notwendig er- achtete Kraftsteigernng verleihen. Auch dem Fiihrcr der irischen Nationalisten, John Redinond, ivar ein Posten iin Kabinett angeboten. Er hat ihn aber ausgeschlagen, iveil von Parnells Seiten her die 3kationalistcn sich das Wort gegeben habe», keinen Posten in der RcichSrcgicruiig anzunehmen, so lange Hoincrnle inck?t Tatsache gclvordcn ist. und von diesem Grundsatz auch jetzt nicht abweichen wollen,> bwohi sie in Sachen des Krieges selbst dieSmalS ans feiten Englands stehen. England hat schon mehrmals Koalitionsregierungen ge habt, aber mit einer Ausnahme gehören sie der Zeit des alten, unreformiertcn Parlaments an, lvo das Haus der Gemeinen ausschließlich ans Bertrctern der Oligarchie der Besitzenden bestand, die sich um bestimmte Führer gruppierten, wie Söldncrtruppen um ihre Hauptleute. Die eine Ausnahme aber, das 1852 gebildete Koalitionsministcrinm Aberdecn- Nnssell- Palmcrston, setzte sich anS zwei ohnehin einander riahestehcndcn Parteien(den Whigs und den von der Tory- Partei ausgetretenen Anhängern Robert Peels) znsamnicn, während eine dritte Partei, die alten Tories, Opposition blieben. Der jetzigen Koalition aber würde keine Opposition von irgendwelcher nennenswerten Stärke gegenüberstehen. Das aber ist cinc Aussicht, die von vielen, der gegen- wältigen Regierung durchaus nicht oppositionell gegenüber- stehenden Engländer n als außerordentlich verhängnisvoll betrachtet wird. Sic fürchten, daß damit dem Haus der Gemeinen divaS verloren geht, was zum Leben eines gesunden Par- lamentarisnins unerläßlich ist, nämlich cinc kraftvolle Oppositon, bie sich dessen bewußt ist, unter Umständen dazu berufen zu werden, anstelle der im Amt befindlichen Partei selbst die Regierung zu bilde», und von diesem Gedanken getragen Kritik übt. Eine solche Opposition wird für so notwendig er- achtet, daß ihre Existenz in allem Ernst für ein wichtiges Stück Verfassung gilt und die Geschäftsordnung des Parlaments ihr besondere Rechte einräumt. Man hat daher für sie uach dem Vorbild des Wortes„Seiner Majestät Regierung" das Wort gebildet Seiner Majestät Opposition und braucht es ohne jede iroitisicrendc Nebenbedeutung. So schrieb, als die Abmachung über die Bildung ciucs Koalitions- Ministeriums bekannt Ivurdc, ein liberaler Abgeordneter, der keinen Führerpostcn innc hat, dem„Dailv Chronicle" in einem Artikel, worin er die Aufnahme der Nachricht in den breiteren Kreisen der Partei schildert: „ stllm ersten Mal seil die parlamentarische Geschichte, wie wir sie jetzt teimen. begann, sollen wir ohne Seiner Majestät Opposition sein, aber die Regierung wird der Kritik nicht entgehen. Diese Kritik wird indes nicht in dem Sinne Stimme der Nation sein, wie sie cS lätte icin lönnen, wenn sie unter anderen Bedingungen zur Zeit der Kriegserklärung gebildet worden wäre." l„Tailh Chronicle" vom 19. Mai.) And einen Tag später schrieb die Redaktion des„Daily Ehroniclc" selbst in ihrem Leitartikel: „Das britische System parlamentarischer Negierung beruht darin, daß nicht nur eine bestimmte und gemeinsam verantwortliche Zahl von Leuten im Amt sind, sondern daß auch eine ähnliche Gruppe von Leuten draußen steht, die bereit sind, deren Stelle einzunehmen. Die Kritik der vorderen Bank der Opposition ist gerade deshalb „Verantwortliche" Kritik, weil die Personen, die sie äußern, in letzter Instanz für sie einzustehen haben durch Bildung einer anderen Negicrung. Bei einem Koalitionsministerinm, wie man es jetzt vor- schlägt und mit dein überhaupt keine frühere Koalition in unserer parlamentarischen Geschichte eine wirkliche Parallele darbietet, wird es keine Regierung geben, zu der man an Stelle jener greifen kann. Ein solches Ministerium kann leicht und wird wahrscheinlich die Zielscheibe unverantwortlicher Angriffe von allen Seilen sein und wird dochv c g e. Die imperialistischen Bestrebungen zielen nicht in letzter Linie auch ans solche Uebcrland- Verbindungen ab und die neueren Konflikte der Staaten untereinander sind wesentlich mit auf den Wettstreit um diese Gebiete zurückzuführen: „Besonders bemerkbar war dieses Streben nach kolonialen Ileberlandverbindungcn in der letzten Zeit vor dem Weltkrieg gc- worden; ja man wird den unlöslichen Wettbewerb verschiedener kolonialpolitischer Uebcrland- Wegpläne ohne weiteres niiteiiizureiben haben in die Kriegs- gründe. Das ist keine nachträgliche Entdeckung, sondern auch vor Ausbruch des Krieges schon oft genug anSgesprochen worden." Als Beispiel für die Kreuznngspunktc kolonialpolitischer Ueberlandivegc behandelt Dix die Konkurrenz Deutschlands und Englands um die Linie Kap-Kairo(in Afrika) und Kairo- vom Dunajec zum San. Von Hugo Schulz- Wien. den 28. Mai 19lö. V. Einzug in Jaroslau. Tagwache um 6 Uhr morgens. Ich horchte hinaus ins Freie. Rur ferne, leise Donnerschläge dringen an mein Ohr. Das Gewitter der schweren Geschütze,"dessen höllisches Gekrache noch fast bis Mitternacht in unserer unmittelbarsten Nähe tobte, muß sich also schon nach Osten verzogen haben, und das bedeutet, daß Jaraslau bereits in den Händen der Unserigen ist. Bald erhielten wir ge- naiicrc Kunde. Nachts hatten die Russen noch einen verzweifelten Versuch gemacht, die beherrschende Höhe 264 wieder zu nehmen, und es war ihnen auch gelungen, sich aus dem Kamm einzunisten. Ein neuerlicher Vorstoß, der ihre letzte Kraft aus sich schöpfenden 56er, die von einem eben angekommenen Marschbataillon und von den Honvcd der Nachbacdivision Hadfh unterstützt wurden, fegte die Feinde wieder den Abhang hinab und zerknickte alles, was ihrem Willen noch Halt gab und das gelockerte Gefüge ihrer Bataillone noch zusammenhielt. Eine zermürbte und zermorschte Masse war es, die in wirrer überstürzter Flucht den Ufern des Sanflusses zu- strebte. Aber trotzdem war noch nicht alles getan, denn mit eherner Beharrlichkeit behaupteten sich die Verteidiger des Schlosses und des Meicrhoscs in ihren starken Befestigungen. Schloß und Meierhof waren nur mehr ein Chaos von rauchenden Trümmern, aber in den Schützengräben, die den Schloßpark und das Randgebege des Meier- böses einfaßte, ward trotz aller sengenden Glutcn, die die schweren Granaten in der Nähe entfachten, das zähe Erz des Verteidiger- willens noch immer nicht zur Schlacke ausgebrannt. Sa mutzte denn das preußische Gardcrcgimciit, dem dieser Gcfcchtsabschnitt zugc- wiesen ward, iiachdein es sich nachts bis in Sturmstelliing vorgc- arbeitet hatte, in früher Mvrgeiistundc mit dem Bajonett das letzte tnii. Das war uun geschehen, und nach mörderischem Kampf hatten die Verbündeten Truppen nm 7»hr früh nicht blaß die Stützpnnktc, sandern auch die Stadt selbst, die nicht weiter verteidigt wurde, im Besitze. Eine Stunde später setzten auch wir uns in Marsch, um uns vom Strome der bisher noch in Reserve befindlichen Bataillone tragen zu lassen. Besser gesagt— von einem der Ströme, die sich nun von allen Seiten und wie ans allen Rinnsalen in das wieder- eroberte Jaroslau ergossen. Ilm rascher vorwärts zu kommen, schlugen wir alsbald einen Seiicnpsad ein, der durch einen Wals führte, über den jich tags vorder ein Schrapiiellrcgen ausgegossen hatte. Hinter dem Wald lag noch eine Anhöhe, und da lag schon breit und eben das Santal zu uiiscren Füßen. Mitten ans dem grünen Gefilde stiegen mächtige Rauchschwaden ans, einige noch rotgeädert von züngelnden Flammen. Dort, wo diese Feuerfahnen wie zum Gruße wehten, hatte es gestern noch ein prunkendes Schloß gegeben und weit ausgedehnte Wirtschaftsgebäude nnd Stallungen und eine große Fabrik. Das war nun nicht-mehr, die Stadt IaroSlan hatte dieses Vorwerk ihres Weichbildes der Befreiung zum Opfer bringen müssen. Sie selbst aber lag unvetsöhrt im Hinter- gründe, und ibrc blanken Kirchciiknppcln funkelten im Maienlicht. Tiefster Friede schien ihre Gipfel einzuspinnen, nnd nicht einmal die Schrapncllwölkchcn, die, vom jenseitigen Sannfer herüber- geblasen, immer wieder aufschimmerten, vermochten diesen Eindruck zu verscheuchen. Dieser Eindruck verschwand aber sofort, als der Blick, von den Umrissen und Hintergründen des Gemäldes zurück- kehrend, die nahen Dinge scharf erfaßte. Wir schritten über ein Schlachtfeld und merkten es alsbald mit Schaudern. Ein Bauernhaus stand am Wege, dessen Strohdach von einer Granate eingedrückt und leicht angebrannt war. Der armselige Hausrat lag im Freien, der Bauer hatte ihn hinausgeschafft, als die Schlacht begann, um wenigstens das Notdürftigste zu retten. Dann hatte er sich auf der Wiese cincii schmalen Erdschacht gebohrt, einen eigenen Schützengraben, in dem er samt seiner Fainitie, während darüber weg die Geschosse pfiffen, Deckung gesucht hatte. Unweit von diesem kleinen Gehöft lagen schon die ersten Leichen. Einige in den Deckungen, einige Schritte davon entfernt. Die meisten mit erstarrter Gebärde, aber mit friedlichem Ausdruck im Gesicht. Sic mutzten jäh und schmerzlos hinübergegangen sein. Grausigen An- blick boten nur einige russische Tote auf Höhe 264, wo unsere schwere Artillerie Verheerungen gestiftet hatte. Eine Granate hatte ihren Weg in eine unterirdische Telephonzelle gefunden, in der sich zwei Offiziere befanden. Wir schritten über die Trümmer des Meierhofes und des Schlosses. Unheimlich bizarre Bilder der Zerstörung, besonders im Schlosse, dessen Ruinen ein grauenhaft groteskes Durcheinander von Schutt und Trümmern, von stehengebliebenen Fassaderestcn, verbrannten Einrichtungsgegenständen, zerbogeucn Eisenplatten, durchlöchertem Wellblech, freigelegten Sparren und Traversen bildeten. Ein Nebengebände brannte noch, aber auch dort, wo keine Flammen mehr züngelten, stiegen noch dicke, wcitzgrauc Ranch- säiilen zum Himmel auf. Ringsherum die verlassenen russischen Schützengräben, die nach allen Regeln der Kunst ins Erdreich ein- gebaut und ausgestaltet worden waren, um einen festen starken Iiisaiitcriestützpniikt zu bilden. Sie sind voll von Fetzen nnd Lumpen, von balbentleerten Miiiiitionsvcrschlägen, durchlöcherten Feld- slaschen und Eßgeschirren, Stiefeln und zerrissenen Feldpostkartcn. Dazwischen überall die Leichen gefallener Russen, aber vor den Brüstungen und insbesondere vor den zerrissenen Stacheldrähten lag auch mancher deutsche Soldat, den unmittelbar vor dem Ziele dm Tod ereilt hatte, lieber alle dem lag cinc atcmbeklemmende Atmosphäre, eine Atmosphäre, die pädagogisch wirken tönntc, wenn sie einmal statt den Helden des Krieges den Aesthcten des Krieges in die Nase stiege. Wir wandelten recht vorsichtig über Ruinen und Leichen, ins- besondere von dein Augenblicke an, da etwa 56 Schritte von uns entfernt auf dem Vorfeldc eines halbkreisförmigen russischen Jnfantcriestützpnnktes unter höllischem Krachen eine Flattermine aufflog. Bald hatten wir uns wieder mit dein Strom der mar- schierendcn Truppen vereinigt, der auf der Straße, die sich im Bogen um diese Trümmerstätten windet, der eroberten Stadt zu- strebte. Ein Hauptmann, der an der Spitze eines Bataillons ritt, winkte uns freundlich zu. Wir erkannten ihn. Gestern abend war ei� mit seinem Marschbataillon beim Dibisionskommando cinge- troffen. Die Truppen hatten 66 5iiloiiieter zurückgelegt und Feld- marschalleutnant K. sagte daher zu ihrem Kommandanten:„Na, ruht Euch mir ans, wir werden Euch hoffentlich heute nacht nicht mehr brauchen!" Es war aber anders gekommen. Der Kampf nm die Höhe 264 erforderte auch den Einsatz dieser frisch angelangten Reserve. So hatte es nach 66 Kilometer Tagesmarsch noch einen schwierigen nnd blutigen Sturmangriff um Mitternacht gegeben. ..Wir waren also docki schon im Kampfe heut nacht," rief uns der Hauptmann zu, als er unser ansichtig geworden war und uns be- grüßt hatte.„Haben auch schon Tote und Verwundete!" Zu merken war davon nichts, denn die«oldaten dieses Hauptmanns, die nach 66 5llloinetcr Tagesmarsch die Nacht liindnrch erbittert gekämpft hatten, marschierten wie vom Exerzierplatz in die Kaserne und sangen. Sie saugen ein polnisches Lied, das folgeiidermaßen an- bebt:„Herr Hauptmann, Herr Hauptmaini, wir geben Ihnen be- kannt, daß wir endlich einen schönen Sturm wollen machen ans die Moskalen...." Hinter dem Schloß zieht sich die Straße noch über einen Kilo- nieter über freies Gelände, ehe sie in die Stadt einmündet. Vom jenseitigen Ufer des San schössen die Russen herüber, und zu beiden Seiten der Straße sah man zeitweilig Schrapnellwöltchen anf- schäumen und langsam zerrinnen. Hier und da wuchs auch aus einem Acker, wie der aufschießende Strahl eines Spriiigbrniinens, die schwarze Rauchpappel einer Granatexplosion jäh empor. Das ge- scha aber alles in beträchtlicher Eiitfernuiig, und darum sangen die marschierenden polnischen Soldaten unbelümmert ihr Lied weiter. Einmal aber verstummte der Gesang, denn da zeigte sich etwas, was die Seelen tiefer erschütterte als das Heulen von Geschossen, die furchtbaren Spuren eines Volltreffers. Jaroslau mutz in friedlichen Zeiten eine schöne und durchaus reinliche Stadr gewesen sein, nun aber starrte sie von Schmutz, Kehricht und Abfällen. Ilcberall Spuren der Plünderung, anfge- brochene und völlig ausgekramte Geschäftsläden, zerschnittene oder aufgerissene Nollbalken. Die Bevölkerung belebt überall die Straßen, die einrückenden Befreier freudig begrüßend; nm uns drängen sich ganze Scharen von Männern, die uns von ausgestan- denem Leid erzäbleii. Die Vcrbältnissc lagen unter der Russen- Iicrrscbaft ganz ähnlich wie in Tarnow. Im allgemeinen hielt die russische Verwaltung Ordnung, aber als der allgemeine Rückzug in der Luft lag, begann sie ihre Plüiidercrhordcn zu entfesseln. Be- sonders gestern hatten sie arg gebanst und waren auch in Wohnungen eingedrungen, um die Schränke aufzubrechen und alles, was ihnen nutzbar erschien, herauszureißen. Auch Geld hatten sie mit- gehen lassen, wo sie es vorfanden. Die Hauptopfer dieser Plünde- rniigen bildeten natürlich die Inden, aber auch die Polen blieben nicht verschont. Wir besuchten eine Gastwirtschaft, die die Russen ihrem Besitzer einfach weggenommen und einem russischen Pächter übergeben hatten, der natürlich, als der Rückzug begann, unter Mit- nähme aller Geschirre und Eßbestecke, ja sogar der Schlüssel, das Weite suchte. Erst vor drei Stuiiden, als die ersten deutschen Helme in der Stadt auftauchten, hatte der Eigentümer sich wieder in Besitz der verbliebenen Reste seines Eigentums setzen können. Singapur(Afrika-Acghpten-Jndien). Das Bestreben Englands nach Beherrschung beider Länder hält Dix„für außerordent- lich lehrreich" und er schwingt sich zu einem begeisterten Lob Englands als Lehrmeister Deutschlands für derartige Ileber- landverbindungspläne auf: „Wir(d. h. Deutschland), die wir nicht unmittelbar an den offenen Ozean grenzen, haben ja doch noch viel mehr Anlaß, dem Problem kolonialpolitischer Ueberlandwege nachzuhängen, auch ivenn in normalen Zeiten Kolonialpolitik an den Seeweg geknüpft ist und bleibt. � Da-° so außerordentlich großzügige Beispiel der angeblichen Pläne Kap-Kairo-Singapur vermag uns sehr bemerke ns- lverte Fingerzeige zu geben. Der Wellkrieg hat Zentral- curopa zusammengeschweißt und viel dazu getan, daß der vor dem Kriege höchst theoretische Gedanke Berlin— Bagdad recht greifbare Form angenommen. Auch daS Problem„Aegypten" ist in den Weltkrieg hineingezogen worden: über Aegypten aber führt nilaufwärts der Weg in das Herz Afrikas: m jene Ländergebiete, die eingelagert sind zwischen die verschiedenen deutschen Kolonien in Oft- und Westafrika. Aegypten und sein Hinterland aber wieder im Besitz der Deutschland verbündeten Türkei: im Herzen Afrikas die vor dem Kriege so viel besprochenen deutschen Berbindungsmöglichkeiten verwirklicht— am politischen Horizont sehen wir das Zukunftsbild Kap-Kairo- Singapur verblassen, das Zukunftsbild Hamburg-Damaskus-Lüderitz- bucht neu auftauchen I Kolonialpolitische Ueberlandwege, neue, ungeahnte Möglich- leiten! Ritterlich salutieren wir dem Feinde England als Erzieher zu Gedanken, die wir früher kaum zu hegen gewagt." Auch wir halten die Zukunftswünsche des Herrn Dix und seiner zahlreichen Anhänger für äußer st lehrreich — allerdings in anderem Sinne, als er es meint I Haussuchung. In den Räumen der Buchhandlung der„Bremer Bürger- zcitung" und der Redaktion der„Bremer Bürgerzeitung" wurde von der Polizei eine Haussuchung nach der Aprilnummer des „Kampf" abgehalten. Der„Kampf" ist das wissenschaftliche Organ der österreichischen Sozialdemokratie. Gegen den Lebeusmittelwucher. Die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraltion in Breslau hat die kürzlich in einem Beleidigungsprozeß gegen den Obermeister der Breslauer Fleischerinnung gemachte Feststellung, daß Bich- Händler an einzelnen Stücken Vieh Gewinne von 175 bis 300 M. machten, zum Anlaß genommen, einen dringenden Antrag im Stadtverordnetenkollegium einzubringen, der schleuniges Einschreiten der staatlichen und städtischen Behörden gegen diesen Lebensmittel- Wucher fordert. Der Antrag ist dem Ausschuß zur Vorberatung überwiesen worden. Ein anderer Antrag der sozialdemokratischen Stadtverordneten- fraltion fordert Erhöhung der Familiennnterstützung für Wehr- männer. Ausdehuuug der Branntweinbrennerei. Um die Kartoffeln für die menschliche Nahrung zu erhalten, ist die Branntweinbrennerei ganz erheblich eingeschränkt worden. In der„Deutschen Tageszeitung" tritt nun der Oekonomierat Schiftan- Lindow dafür ein, das Brennrecht um 16 Proz. zu vergrößern und die Brennkampagne bis zum 16. Juli zu verlängern. Zur Begrün- duug seines Vorschlages führt Herr Schiftan aus: „Ter Speisekartoffelbedarf im Deutscheu Reiche erscheint un- zweifelhaft bis zur neuen Ernte gedeckt. Es ist festgestellt. daß noch bielfach im Deutschen Reiche erhebliche Mengen von Kar- toffeln der Verwendung harren. Die von den Kreiskommunal- verbünden festgelegten Kartoffeln werden nur sehr schleppend ab- genommen, teilweise wird die Abnahme nur auf dem Prozeßwege zu erstreiten sein. Die Trocknungsanstalten können die außer- gelvöhnlich großen Kartoffelzufuhren nicht bewältigen. Die Qualität der Kartoffeln wird naturgemäß von Tag zu Tag geringer." Im Anschluß daran kann die„Deutsche Tageszeitung" mit- teilen, daß diesem Vorschlag entsprochen wird.— Den Winter hin- durch mußten von der Bevölkerung enorm hohe Preise für Kar- toffeln bezahlt werden und jetzt muß man die Kartoffeln in Spiritus verwandeln, damit sie nicht völlig wertlos werden I Wir gingen in die Flußniederung hinunter, um die brennende Sanbrücke zu sehen. Das Mittelfeld der Holzkonjtruttion war bereits eingestürzt, und die verkohlten Sparren ragten aus dem Waiser empor. Nur ganz kurze Zeit währte unser Aufenthalt am Fluhufer, denn dort war es nicht geheuer, besonders in der un- mittelbaren Nähe der Brücke gingen unaufhörlich Schrapnells nieder, und manchmal zischten auch Gewehrgeschosse herüber. In einem Garten, der durch vorgebaute Häuser gedeckt Ivar, lagerten deutsche Truppen. Die braven Krieger verzehrten voll Heißhunger ihr Mittagessen, aber auf ihren Mienen lag tiefer Ernst. Der Kampf um den Meierhof und das Schloß hatte empfindliche Lücken in die Rethen von zwei ihrer Kompagnien gerissen, und die Ueber- lebenden gedachten, während sie des Leibes Notdurft stillten, voll Wehmut der toten 5iameraden. Wir gingen in die Stadt zurück, sahen zu, wie die Patrouillen zurückgebliebene Russen zusammenfingen, sprachen mit einigen leichtverwundeten russischen Soldaten, die, ihres Geschickes harrend, in einer Ecke kauerten und tiefbeglückt schienen, wenn man ihnen Zigaretten spendete. Während der frühen Nachmittagsstunden schwieg der Kanonendonner, aber um 6 Uhr abends ging der Höllen- tanz von neuem los. Unsere schweren Batterien hatten sich in- zwischen fast ganz an die Straße, die von Jaroslau nach Rzeszow führt, herangeschoben und fegten mit ihren rollenden Salven die Bahn frei für den neuerlichen Angriff der Deutschen, die inzwischen unterhalb Jaroslau das rechte Flußufer gewonnen hatten. Da die Russen aus schweren Geschützen das Feuer erwiderten, loar es nicht ganz angenehm, uni diese Stunde die Rückfahrt anzutreten. Es blieb uns aber keine andere Wahl, und so fuhren Wir denn unier gelindem Gruseln in der Richtung auf Rzeszow aus der Stadt hin- aus. Die Kutscher taten auch im eigenen Interesse ein UebrigeS, die Pferde anzutreiben. Zu besonderer Eile spornte der Anblick einer brennenden Bauernhütte, die fast unmittelbar am Straßen- rande lag. Es konnte keine halbe Stunde verstrichen sein, seit die zündende Granate ihren Weg in die Dachsparren dieses arm- seligen Häuschens gefunden hatte. Allmählich blieb das Artillerie- feuer hinter uns, und statt dröhnenden Donners schlug nur noch ein leises fernes Grollen ans Ohr. Zur Rechten hinter uns sahen wir das große Dorf Polkinje in Flammen aufgehen. Lichterloh brannte es. und rasch anschwellend wuchs der blutrote Fanal zum Himmel empor. Auf dem Kamm einer sanften Anhöhe neben der Straße zeichneten sich schwarze Silhouetten vom dämmernden Horizonte ab. Wir sprangen aus dem Wage», erstiegen den Hügel und fanden dort eine Gruppe von polnischen Bauern, die schweigend tnid mit bangen Mienen aus das brennende Polkinje hinstarrten. Da fiel mir ein Bild ein, das gerade nicht zu den grotzeit Kunst- werken zählt: auf einer Anhöhe stehen allegorische Frauengestalten, He die europäischen Nationen darstellen, und blicken genau so schrcckcncüarr wie hier die polnischen Bauern auf ein heran- woiendes Fcncrmeer, das die mongolische Gefahr versinnbildlichen soll Dar'.:: cor aber steht geschrieben:„Völker Europas, wahrt eure he'.Ugf.u, Guter!" Das Gesetz über Mietzinsforderungen. In der gestrigen Sitzung des Bundesrats wurde dem vom Reichstage angenommenen Entwurf eines Gesetzes zur Einschränkung der Verfügungen über Miet- und Pachtzinsforderungen zugestimmt. Zur Annahme gelangten die Vorlage, betreffend Aus- führungsbestimmungen zu den Vorschriften über die zollfreie Ab- lassung ausländischen Branntweins, die Vorlage betreffend Betriebs- aufläge für den Sommerbrand in landwirtschaftlichen Brennereien und die Vorlage betreffend Zulassung von Strafbesehlen bei Ver- gehen gegen Vorschriften über wirtschaftliche Maßnahmen. Freikonservative Borschlägc für eine Kriegs- gewinnsteuer. In der freikonservativen„Post" beschäftigt sich Freiherr v. Zedlitz mit dem Plan der Reichsfinanzverwaltung, eine Kriegs- gewinnbesteuerung einzuführen, und mit den im preußischen Land- tag eingebrachten Anträgen auf Besteuerung der Kriegsgewinne. Er empfiehlt, zu erwägen, ob bei dem weiteren Versolg des frei- konservativen Antrages nicht eine Beschränkung auf die für 1916 veranlagte Einkommensteuer sich empfiehlt. Im übrigen schlägt er vor, einem Gesetzentwurf folgenden Inhalt zu geben: „Steuerpflichtige mit einem steuerbaren Einkommen von mehr als 10 000 M., welche für das Rechnungsjahr 1916 zu einem höheren Einkommen veranlagt sind, als nach dem Durchschnitt der letzten drei Jahre, haben zum Besten der Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer von dem Mehrbetrage eine besondere Steuer von zehn Prozent zu entrichten. Bei Steuerpflichtigen, deren Einkommen nach dem Durchschnitt der letzten drei Jahre veranlagt ist, wird der Besteuerung das Einkommen des letzten Geschäftsjahres, das für die Veranlagung in Betracht gekommen ist, zugrunde gelegt. Die Steuer wird nicht erhoben, a) wenn die Einkommensvermehrung weniger als 2000 M. beträgt, b) lvenn die Einkommensvermehrung aus Erbschaft oder einer anderen vom Kriege ebenso unabhängigen Einkommens- quelle herrührt. Zum Schluß sagt Freiherr v. Zedlitz: „Wenn nach dem Vorgange im weiteren Verlauf der Reichs- gesetzgebung auch das Einkommen bei der Besteuerung der Kriegs- gewinne herangezogen werden sollte, so wäre gleichwohl eine Doppelbesteuerung der bereits durch die Landesgesetzgebung be- lasteten Einkommen dadurch zu vermeiden, daß man die landes- gesetzlich gezahlten Steuerbeträge auf die Reichssteuer anrechnen Uetze." Der Kamps um die Vertagung des Landtags. Die preußische Regierung scheint auf der Schließung des Land- tagS beharren zu wollen. Die„Freisinnige Zeitung" macht nun einen Vermitilungsvorschlag, wonach der Landtag bis zum Früh- herbst vertagt, dann aber geschlossen werden soll. Diesem Vorschlage schließen sich auch die Freikonservativen an. Landtagstvahl. Bei der Landtagsersatzwahl in Torgau-Liebenwerda wurde der freikonservative Oberstleutnant z. D. Rittergutsbesitzer Pfeffer in Kranichau bei Torgau mit 229 Stimmen gewählt. �us öer Partei. Wie eine Berstäudigung innerhalb der Internationale erschwert wird. Die„Chemnitzer Volksstiinme" druckt aus der bekannten„Jnter- nationalen Korrespondenz" folgende Notiz ab: „Dem Briefe eines sozialistischen Deutsch-Amerikaners, der seit neun Jahren in New Dork wohnt und für die Partei, besonders die deutsche Sektion, und die„New Aorker VolkSzeitung" hervorragend tätig gewesen ist(auch als Parleibeamter), entnehmen wir folgende allgemein interessierende Stelle: „Im allgemeinen, ja fast ohne Ausnahme, besteht hier in allen deutschen Kreisen die felsenfeste Ueberzeugung, daß wir siegen werden. Was dieses feste Vertrauen auf den endgültigen Sieg aber besagen will, daß könnt Ihr erst ermesse», wenn Ihr die ständigen Lügen- berichte von den Siegen der Alliierten in allen hiesigen englischen Zeitungen ständig zu Gesicht bekämet. Man muß es anerkennen, was in diesen unendlich schweren Zeiten die hiesigen deutsche» Zeitungen leisten, mit Ausnahme unseres Blattes, der„New Dorker Volkszeitung", die meiner Tätigkeit Hunderte von Abonnenten verdankt. Sie übertrifft oft ni als noch an Schamlosigkeit die ge- kauften englischen Zeitungen. Sollte die„VolkSzeitung" in der einen oder auderen Sache von Eurer Parteipresse vielleicht einmal zitiert werden, so dürft Ihr Euch keineswegs der Meinung hingeben, daß sie die Ansichten der deutsch- amerikanischen Sozialisten wiedergibt. Die weitans größte Masse der hiesigen deutschen Sozialisten hat absolutes Vertrauen zu Euch deutschen Sozialisten. Wir wissen, daß wir Euch nichts lehre» können. Die Ansichten der hiesigen Soziali st en über den Krieg und das Verhalten der Genossen in den einzelnen Ländern gehen weit ausein- ander. Das hat unsere Organisation schon schwer geschädigt." Wir bedauern es im böchsten Grade, daß eine solche Anrempe- lung unsere? New Aorker Parteiblattes in der deutschen Parteipresse Eingang finden konnte. Diejenigen, die solche Gehässigkeiten geflissentlich verbreiten, ohne auch nur den Schatten eines Beweises sür ihre Anklagen vorzuführen, schädigen den Wiederaufbau der Internationale in hohem Grade und erweisen auch der deutschen Arbeiterllasse einen fchlechten Dienst. Ein dänisches Tendenzurteil. DaS Kopenhagener Hof- und StaatSgericht verurteilte am Montag den Genossen Borgbjerg in feiner Eigenschaft als verant- wortlicher Redakteur des ZentralorganS unserer dänischen Bruder« parier zu drei Monaten Gesängnis wegen Beleidigung eines Richters. Der Verfasser des betreffenden Artikels. Genoffe M. Wulff, der Mit- arbeiter an»„Sozialdemokraten" ist und den Artikel mit seinem vollen Namen gezeichnet hat. erhielt ebenfalls drei Monate. Dieses Urteil ist ein reines Tendenzurteil, denn daß einige in dem Artikel aufgestellte Behauptungen nicht ganz zutrafen, berechtigt nach dänischen Rechtsbegriffen noch lange nicht eine solche drakonische Strafe. Weit merkwürdiger bei diesem Prozeß ist aber die Tat- fache, daß man. ganz gegen alle bisherigen Gepflogenheiten, neben dem infolge seiner Namensunterschrift bekannten Verfasser auch noch den Redakteur zur Veranlworlung gezogen und dadurch eine doppelle Bestrafung erzielt hat. Diese Praxis ist in der dänischen Rechlsprechung so ungewöhnlich, daß sie allgemeines Aufsehen er- regt, und jedenfalls wird das Höchste Gericht, dem das Urteil unterbreitet werden wird, dasselbe kassieren müssen. Das Däne- mark im Zeitalter der demokratischen Verfassung ist nicht mehr dasselbe Land Wie vor einem Vierteljahrhundert, wo derartige tendenziöse Urteile nicht zu den Seltenheiten gehörten.— Uebri- gens ist es eine Ironie des Schicksals, daß gerade an dem Tage. wo der neue Reichstag zusammentritt, um die sreieste und demo- kratischste Verfassung der Welt zu bestätigen, der eifrigste und un- ermüdlichste Vorkämpfer derselben auf drei Monate hinter Kerker- mauern gesteckt werden soll._ Demonstratio» der Züricher Arbeiter gegen die Teuerung. Am Mittwochabend demonstrierten zirka 6000 Arbeiter und Arbeiterinnen in einer auf freiem Platz abgehaltenen Protest- Versammlung gegen die außerordentliche Lebensmiltelteuerung. die auch in der Schweiz seit langer Zeit vorherrscht. Vor kurzem schon hatten auch in Bern, Basel und Biel ähnliche Protestkundgebungen stattgefunden. Aus den Organisatlonen. Der Wahlvereiii Jena nahm in seiner letzten Generalvcr- sammlung den Geschäftsbericht für das abgelaufene Geschäftsjahr entgegen. Danach zählte der Verein am 1. April 1914 3030 Mick- glieder, davon 404 weibliche. Am 31. März 1915 waren nur noch 2800 Mitglieder vorhanden, so daß ein Verlust von 230 Mitgliedern entstanden ist. Bis zum Sckstuß des Geschäftsjahres waren 991 Parteigenossen eingezogen, von denen bereits 60 gefallen sind. Mitgliederversammlungen fanden 9, öffentliche 3 und Bezirksver- sammlungen 19 statt. Die Veranstaltungen des Jugendausschusses waren durchweg gut besucht; an den Jugendabenden erschienen durchschnittlich 80 Jugendliche. Die„Arbeiter-Jugend" hatte am Schluß des Berichtsjahres 363 Abonnenten. Ten Schluß des Berichts bildete eine Uebersicht über die Finanzverhältuiffe der Ortsgruppe. Während im vorigen Jahre eine Einnahme von gegen 16 000 M. zu verzeichnen war, beträgt dieselbe in diesem Jahre nur 10 004,86 M., die Ausgabe 9490,97 M., am«chlusse des Geschäftsjahres verblieb ein Kassenbestand von 573,38 M. Tie Berichte wurden ohne erhebliche Debatte entgegengenommen. Tie Neuwahlen erledigten sich schnell. Die iCarteileitung blieb in Rücksicht auf die Kriegsverhältnisse in der alten Besetzung; ebenso wurden die Parteivertreter zum Bildungs- und zum Jugendaus- schuß, sowie die bisherigen Revisoren wiedergewählt. Ein Antrag, auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung einen Vortrag über die Stellung der Arbeiterklasse zum Kriege zu setzen, fand keine Mehrheit, weil die meisten Genossen die Auffassung des Vorstandes teilten, daß in der heutigen Zeit eine gründliche Erörterung dieser Frage öffentlich nicht möglich ist. »- Der Wahlverein Kassel nahm in seiner letzten Mitglieder- Versammlung ein Referat des ReichstagSadgeordneten Genossen Hüttmann entgegen. In der Frage der Kreditbewilligung vertrat er die Auffassung der Rkajorität der Fraktion und kritisierte dann die absolut ungenügenden Maßimhmen in der Ernährung?- frage. Er betonte, daß in der Frage der Lebensmittelfürsorge, der Zensur und des„Burgsriedens", sowie in der Ablehnung jeder Eroberungsabsicht die Reichstagsfraktion durchaus einig sei. Dem reichen Beifall folgte eine kurze Diskussion, in der alle Redner den Referenten beauftragten, mit allem Nachdruck für eine Verbilli- gung der Lebensverhältnisse einzutreten. Als Nachdruck ihrer Ueberzeugung nahm die Versammlung nachstehende Resolution ein- mütig an: „Die Versammlung spricht den ftn Felde Stehenden für ihre Tapferkeit und ihre Aufopferung den wärmsten Dank aus. Sie erklärt sich mit der Haltung der Reichstagsfraktion dri allen ihren Abstimmungen und mit der Stimmabgabe des Genossen Hüttmann voll und ganz einverstanden. Sie halt diese Abstim- nmngen aus der gegebenen Situation für notwendig und im Ein- klang stehend mit den Parteigrundsätzen und den Veröffentlichungen der Partei vor dem Kriege. Die Versammlung erwartet, daß in der Frage der Volks- ernährung, der Preisbildung und der sozialen Fürsorge den Forderungen der Arbeiterschaft und ihrer Vertretung Rechnung getragen wird. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, erklären die Genossen, mit allem Eifer an dem Ausbau der Organisation arbei- teil zu wollen."_ Totenlifte der Partei. Genosse Ernst Kräuter, Freiburg i. Breisgau, ist plötzlich am Donnerstagabend an Herzschlag gestorben. Kräuter ge- hörte zu den Alten der Partei; er hat 30 Jahre ihre Kämpfe und Erfolge in Baden teilen helfen. Als Vertreter der Stadt Freiburg gehörte er acht Jahre lang dem badischen Landtag an und war auch mehr als ein Dutzend Jahre Stadtverordneter in Freiburg. Die Ortskrankenkasse in Freiburg wählte ihn zu ihrem Vorsitzenden, welchen Posten er auch fast ll/3 Jahrzehnte bekleidete. Wiederholt kandidierte er zum Reichstag. Seitdem die Genossen in Freiburg sich ein eigenes Organ in der„Volkswachl" schufen, besorgte Kräuter die Expedition hierfür. Wie diese wenigen Daten zeigen,— ist in dem Genossen Kräuter, der im März d. I. das 00. Lebens- jähr vollendete, einer der rührigsten und eifrigsten von den alten badischen Kämpfern dahingegangen. Die Partei wird ihm ein treues Andenken bewahren. » Der jüngste Redakteur des„Bochumer Volksblattes", Genosse Karl Klotz, ist im Aller von 30 Jahren gestorben. Aus klein- bäuerlichen Verhältnissen hervorgegangen hat er sich nach Erlernung des Buchdruckerhandwerks frühzeitig der gewerlschaftlichen und politischen Tätigkeit gewidmet. Im Geschäft des„Volksblattes" und in dem Verein des Bochumer Kreises war er schon seit 1906 tätig und gehörte jetzt dem Zentralvorstande und Bildungsausschuß an. Auch als Referent ist er häufig in Versammlungen ausgetreten. Das „Bochumer Volksblatt" verliert in ihm einen tüchtigen Mitarbeiter und lieben Kollegen. /ins Industrie und Kandel. Berdrängung des deutsche» Handels aus Chiua. Wie ein Eigenbericht dem„Daily Telegraph" aus Peking meldet, brachten die auf Verdrängung des deutschen Handels gerichteten heftigen Bestrebungen es zustande, daß allmählich die Handels- Vertretungen Englands sämtlich britischen Firmen übertragen wurden. Die dadurch schwer geschädigten deutschen Häuser werden kaum noch länger als ein Jahr bestehen können. Eine Ausdehnung dieses wirtschaftlichen Krieges aus die Küstenschiffahrt steht bevor. zumal Japan auch strengste Maßregeln zur Verhinderung des Handelsverkehrs mit den Feinden treffen will. Diese Vorgänge werden auf die öffentliche Meinung in China in vieler Beziehung tiefen Eindruck machen und dem deutschen Handel im serneren Osten bis 1910 schwere Schläge versetzen, von denen er sich wohl nie wieder erholen wird. Zur Liquidation deutschen Grundbesitzes in Rußland. Das russische Ministerium des Innern hat, wie„Birshewija Wjedomofti" meldet, einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, nach welchem die Wirkung des Gesetzes über die Zlvangsliquidation von deutschem Grundbesitz auf das Gouvernement von Nowgorod ausgedehnt werden soll, in dem ein deutscher Bodenbesitz nicht er- wünscht ist. Die russischen Bauern des genannten Gouvernements haben das Ministerium des Innern gebeten, das Liquidationsgcsctz auf das ganze Gouvernement auszudehnen. Das Handelsministe- rium, dem der Gesetzentwurf zur Begutachtung vorlgelegt worden ist, hat sich dahin geäußert, daß eine Ausdehnung des Gesetzes auf das ganze Gouvernement Nowgorod nicht erwünscht sei, daß aber der Bodenbesitz feindlicher Staatsangehöriger in der Nähe des Baltischen Meeres zwangsweise liquidiert werden müsse. Ausschaltung des spekulativen Handels in Brotgetreide. Der„Deutschen Tageszeitung" wird geschrieben: „In Oesterreich und Ungarn haben die Regierungen bereits eine Verordnung erlassen, durch die Vorverkäufe auf die nächste Ernte von Brotgetreide verboten sind. Ein ähnliches Verbot dürfte auch in kurzer Zeit für das Deutsche Reich erlassen werden. Es ist erforderlich, um zu verhindern, daß auch nur über einen Teil der künftigen Ernte von privater Seite verfügt wird. Da das bevorstehende Verbot rückwirkende Kraft erhalten wird, sind Vorverkäufe irgendwelcher Art völlig zwecklos, denn der Verkäufer wird nicht in die Lage kommen, seinen Vertrag zu erfüllen." Gewerksihastliches. Berlin und Umgegend. Kirchengemeinden und Kriegszulage. Bekanntlich find die Friedhöfe für die einzelnen Kirchengemeinden eine gute Einnahmequelle. Das ist auch jetzt in der Kriegszeit so. Nur wenige Angehörige der Versrorbenen lassen die Grabstellen nicht mehr so Pflegen, wie vor dem Kriege. Auch die Preise für die Pflege der Grabstellen sind dieselben geblieben. Die Pflanzen selbst sind vielleicht etwas im Preise gestiegen. Da die meisten Kirchen- gemeinden auch eigene Anzuchtgärtnereien besitzen, so bedeutet das aber für sie sogar einen Gewinn. Nun wurden hauptsächlich zum Bepflanzen und Gießen der Grabstellen von April bis Oktober ein großes Teil Arbeitskräfte eingestellt. Die Löhne, die hier gezahlt werden, ließen schon immer zu wünschen übrig. Die Beschäftigten rechneten aber mit einigen Groschen Trinkgeld, die die Leidtragenden meist gaben. Die Trink- gelber sind aber während des Krieges natürlich seltener geworden, da jeder genug mit sich selbst zu tun hat. Die auf den einzelnen Friedhöfen Beschäftigten baten nun durch Eingaben um eine Kriegszulage. Einige Friedhöfe haben diese bereitwilligst gewährt. So bezahlt die Jerusalem-Gemeinde den Beschäftigten aus den Friedhöfen eine tägliche Zulage von 50 Pf. Die Freireligiöse Gemeinde zahlt heute sogar einen um(3 M. höheren LSochenlobn als vor dem Kriege. Was die eine Gemeinde kann, noch sogar arme Gemeinden, könnten nun reichere Gemeinden auch tun. Das sollte man annehmen. Aber weil gefehlt. Die auf den Fried- Höfen der Luiienstadt-Gemeinde sBegräbnisplätze in der Bergmann- straße und Neukölln, Hermannstraße) Beschäftigten machten am 25. März an den Kirchenrat eine Eingabe wegen Kriegszulage. Ant- wort ist bis heule noch nicht erfolgt. Ob ablebnend oder zustimmend, könnte bald gleich sein, aber einer Antwort sollten auch die Arbeiter würdig sein. Man beruft sich immer auf das noch bestehende „patriarchalische" Verhältnis. Hier hieß es aber:„Wems nicht paßt, kann gehen". 12 Arbeiter machten davon auch Gebrauch. Das ist erklärlich, denn mit 4 M. Tagelohn kann bei den heutigen Lebens- mirtelpreisen kein Mensch eine Familie ernähren. Zurzeit klebt nun ein Plakat am Friedhofseingang in der Berg- mannstraße:„Arbeiter werden eingestellt". Infolge des niedrigen Lohnes ist nun ein fortwährendes Kommen und Gehen. Jetzt wird auch ein Teil Frauen beschäftigt. Die Grabstellenbesitzer müssen den gleichen Gießbetrag wie früher zahlen; gegossen wird aber bedeutend weniger. In Wirk- lichkeit müßle bei der anhaltenden Trockenheit eher mehr gegossen werden. Aus Mangel an Arbeitskräften, oder richtiger gesagt, weil es für einen Tagelöhn von 4 M. keine Arbeiter gibt, wird nun ein- fach weniger gegossen. Der scheinbare Mangel an Arbeitskräften bedeutet also für die Kirchengemcinde sogar eine Mehreinnahme. Die Lackierer beschäftigten sich in ihrer Branchenversammlung am Donnersrag mit der Frage, ob es nicht möglich sei, eine Lohn- aufbesserung zu erzielen. Daß eine solche notwendig ist, bedarf im Hinblick auf die gegenwärtigen Teuerungsverhältnisse keiner Be- gründung. Eine allgemeine Lohnbewegung erscheint aber zurzeit nicht durchführbar. Dagegen empfiehlt die Branchenleitung den Berussangehörigen, sich in den einzelnen Betrieben mit dieser An- gelegenheit zu beschästigen und wo eS nach Lage der Verhältnisse irgend möglich ist, eine angemessene Aufbesserung zu fordern, sei es in Form einer Lohnerhöhung oder in Form einer Teuerungszulage. Ein derartiges Vorgehen erscheint umsomehr begründet, als auch, wie mitgetcilr wurde, die Lackiererinnung ihren Kunden eine Preis« erhöhung angekündigt hat und die nicht zur Innung gehörenden Unternehmer wohl das gleiche tun werden. veutfches Neich. von 100 Mitgliedern im f�elde! Im Fleischervcrbande wurde durch die Statistik vom 30. April festgestellt, daß 84 Proz. der männlichen Mitglieder sich im Kriegs- dienst befinden. Die Aufnahme der ersten Statistik, Ende September 1914, ergab, daß 3654— 54,8 Proz. der männlichen Mitglieder eingezogen waren. Die zweite Statistik vom 36. Oktober 1914 zeigte, daß diese Zahl sich auf 4961— 55,2 Proz. erhöht hatte. Wie die Statistik vom 30. Januar 1915 ergab, war die Zahl der Eingezogenen auf 4699— 70,3 Proz. gestiegen, und die Statistik vom 30. April 1915 weist sogar 5573— 84 Proz. eingezogene Mit glieder auf. Dieser hohe Prozentsatz ist besonders dadurch erklär lich, daß das Durchschnittsalter der Mitglieder, wie überhaupt aller im Fleischerberufe Beschäftigten, das 30. Lebensjahr nicht übersteigt, auch fast lauter kräftige Personen in Frage kommen. Der Mitglicderstand des Fleischerverbandes betrug am Schluß des 2. Quartals 1914 6944 Mitglieder. Vom Kriegsbeginn bis zum 30. April 1915 wurden dank der regsamen Agitation 3544 Neu- aufnahmen gemacht. Allerdings sind von diesen wieder ein Teil verloren gegangen dadurch, daß die Konservenfabriken, desgleichen die Wurstfabriken ihre Aufträge an die HeereS- sowie Stadt- und Gemeindeverwaltungen und Privatunternehmungen größtenteils er- ledigt haben. Entlassungen sind die Folge und damit entsteht der Uebergang in andere Industriezweige. Der Mitgliederstand betrug am 30. April noch 2935. Durch die weitere Einziehung auch des Landsturms wird sich die Mitgliederzahl aber noch verringern. Die Organisation hat bis zum 30. April allein 22 904 M. Unter- stützungen an die Angehörigen der Kriegsteilnehmer ausgezahlt, dazu kommen 946,50 M. Arbeitslosen- und 611 M. sonstige Unter- stützungen, Leistungen, die keine andere Fleischergesellenvereinigung aufweisen kann._ Keine Teuerungszulage. Die Kasseler Holzarbeiter haben an den Obermeister Kniest der dortigen Schreinerinnung den Antrag auf Gewährung einer Kriegszulage gestellt, welcher Antrag mit Hinweis auf dre Ver- teuerung aller Lebensmittel begründet wurde. In der JnnungS- Versammlung, in welcher dieser Antrag zur Sprache kam, bezeichnete her Obermeister die Wünsche der Arbeiter als„keineswegs gänzlich unberechtigt" und erteilte zur Begründung des ArbeiterstandpunkleS dem Vorsitzenden der Zahlstelle des Holzarbeiterverbandes daS Wort. In der Debatte wurde seitens zahlreicher Meister zugestanden, daß daS Verlangen der Gesellen nach Kriegszulage an sich berechtigt sei. Die überaus schwere Lage des selbständigen Schreinergewerbes in Kassel ermögliche es aber leider nicht, diesem Verlangen entsprechen zu können, da es keinerlei Unterstützung durch Zuweisung gutbezahlter Arbeiten von feiten der größeren Auftraggeber erhalte und sich sehr schwer durchringen müsse. Der Antrag, den Arbeitern eine außer- ordentliche Kriegszulage für die Dauer der Teuerung zu bewilligen, wurde darauf mit Rücksicht auf die gedrückte Geschäftslage ab- gelehnt. Tiuslnnd. Bon den französischen Bergarbeitern. Die„Bataille Syndicaliste" verficht in mehreren Artikeln die Sache der Bergarbeiter. Das Unternehmertum hat sich trotz der er- höhten Verkaufspreise die Situation gründlich zunutze gemacht und überall Lohnkürzungen und andere Verschlechterungen durchgedrückt. Einige Gewerkschaften der Bergarbeiter haben dagegen schon energisch protestiert, doch hat all das bisher nichts gefruchtet. Die größte Un- Zufriedenheit aber wird dadurch hervorgerufen, daß das erst seit kurzer Zeit in Kraft getretene PensionSgesetz für die Bergarbeiter nicht dem Sinne und Wortlaut des Gesetzes nach durch- geführt wird. Die verschiedenen, durch das Gesetz vor- gesehenen Instanzen sehen zwar auch Arbeitervertreter vor, doch sind die Vertreter der Regierung und der Unternehmer natürlich in der Mehrheit und daher kommt es. daß die Bergarbeiter ver- gebens auf die vollen Vorteile des Gesetzes warten. Die Federation der Bergarbeiter des Loire-Reviers hat schon die verschiedensten Schritte unternommen, bisher allerdings ohne Erfolg. Das Ver- hallen von Regierung und Unternehmertum ist um so verwunder- sicher, als der größte Teil des französischen Bergbaues in dem von den Deutschen besetzten Gebiete liegt, so daß der unter der franzö- fischen Herrschaft stehende Teil sür das Land um so notwendiger ist. Es bleibt abzuwarten, ob die jetzige Preßkampagne der Bergarbeiter Regierung und Unternehmer zum Einlenken veranlassen wird. Gerichtszeitung. Turf das eingebrachte Gut einer Äriegerfrau versteigert werden? Wiederholt haben wir die Ansicht vertreten, daß das ein- gebrachte Gut der Frau eines Kriegers der Versteigerung nicht unterliegt. Tie Praxis der unteren Gerichte schwankt hin und her. Wie wir unserem Rostocker Bruderorgan entnehmen, hat das O b e r l a n d e s g e r i ch t Rostock in einer jetzt veröffentlichten Entscheidung im Gegensatz zu dem Landgericht die Unzulässigkeit der Versteigerung des eingebrachten Gutes anerkannt. In einer Zwangsvollstreckungssachc gegen die Ehefrau eines Kriegers, die ein Handelsgeschäft betreibt, waren vom Gerichts- Vollzieher eine Schreibmaschine und ein Aktenschrank gepfändet. Gegen die beabsichtigte Versteigerung der Sachen wurde beim Amtsgericht Erinneruna eingelegt und dieses untersagte aucb die Versteigerung,„da nach§ 5 Abs. 2 des Kriegsschutzgesetzes vom 4. August 1014 eine Versteigerung von Sachen der Ehefrau, deren Mann sich im Felde befindet, unzulässig" sei. Das Landgericht dagegen war als Beschwerdeinstanz der Ansicht, daß die Zwangs- Vollstreckung in keiner Weise die Vermögensrechte des Ehemannes der Schuldnerin berührte und daher der§ 5 Abs. 2 des gedachten Gesetzes nicht Platz greife. Das Oderlaudesgericht Rostock hat die Ansicht des Landgerrichts für falsch erklärt und begründend ausgeführt: Nach der gesetzlichen Regel des 8 1363 B.G.B, wird bei dem gesetzlichen Güterrecht das Vermögen der Frau druch die Ehe- schlietzung eingebrachtes Gut, d. h. der Verwaltung und Nutz- nießung des Mannes uiiterworfen. Dafür, daß die gepfändeten Sachen ausnahmsweise Vorbehaltsgut sind, auf das sich die Ver- waltung und Nutznießung des Ehemannes der Schuldnerin nicht erstreckt, ist von der behauptungs- und beweispflichtigen Gläu bigerin nichts vorgebracht und liegt auch sonst nichts vor. Es isl daher anzunehmen, daß sie nach der Regel zum eingebrachten Gut gehären. Die gegen die Schuldnerin gerichtete Zwangsvollstreckung in die gepfändeten Sachen berührt daher die ihrem Manne ans Grund des ehelichen Güterrechts zustehenden Vermögensrechte. Demnach mutz hier, da der Ehemann der Schuldnerin unbe- strittenermaßen im Felde steht und deshalb zu den im ß 2 des gedachten Gesetzes bezeichneten Personen gehört, der 8 5 Abs. 2 Anwendung finden. Nach dieser Entscheidung des Oberlandesgerichts unter- liegen also auch bei einer Zwangsvollstreckung gegen die Ehe- frau des Kriegers deren Sachen, soweit sie„e i n g c- b r a ch t e s Gut" sind, dein Schutze des Gesetzes vorn 4. August 1914.„Eingebrachtes Gut" ist aber das von der Ehefrau mit in die Ehe gebrachte und das von ihr während der Ehe erworbene Vermögen mit Ausschluß des sogenannten Vorbehaltsgutes. Vorbehaltsgut sind aber nur die ausschließlich zum persönlichen Gebrauche der Frau be- stimmten Sachen, insbesondere Kleider, Schmucksachen, Arbeitsgeräte, weiter das, was die Frau durch ihre Arbeit oder durch den selbständigen Betrieb eines Erwerbsgeschäftes er- wirbt und endlich, was durch Ehevertrag oder bei Erbschaften als Vorbehaltsgut erklärt worden ist. iwim Kaimt& Hertzer-S'v 'Bis aus weiteres Zlllllpftt- EMflihrten: I. Ab �V»i«eiibrttclte: W Sstt 1 Teoitt"ST!»>-» m* i* ) Krampenburg ftä I 50* Jed. Montag, Donners-) lirjuiipeii- j�[[}|]|g|-'■"fl 7innA»l.nl» l Auvüd'SNf- tag und Freitag/ kiii-jx. ! KrampenbuFg-Zlegenlials(rüi' Jeden Dienstag) und Mittwoch I iu AIUJJCUUUI IJ'iUCy CUUdlO I Kind. 25 Ps. Ab Lato tvssn(Schles. Brücke) Abfahrt je'/. Stunde später. II Ab KcicIiNtassarer direkt am Bahnoof Fricdnchstraße. w„d„ Wnu."-- III Ab XenkUUn: Inrl tznnntuif 8 u. 2 Uhr ab Kaiier-Friedrich- Brülke cktül. üUiliUat} 8'/, u.B/.UHr ab Witdenbruchbrücke nach Hirt und zurück 1 M., einfach 50 Pf.— Kinder 50 resp. 25" Pf. Die Rückfahrt der Sonntagstonr endet abendS nn Cafö Alse» resp. Watsenbrücke. !,5() M. Bon der QberbaunibrückeaäA im- wuUitöta-fäilUdhtM/ 1 Todes-Anzeigen I Am Dienstag, den 2. Juni, starb nach kurzem schweren Leide» mein heißgeliebter Mann, unser guter Schwiegersohn und Schwager Eugen Linke im blühenden Aller von 36 Jahren. DicS zeigt tiesbetrübt an im Namen der Hinterbiiebenen Frida Linke 47/11 geb. Lange. Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 5. Juni, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- des Philippus- Apostel-Kirchholcs nach�dem städtischen Friedhof in der Seeslraße, Ecke Müllerstraße, aus statt. kiaMeinM. Kreiswablverein Hieiierhapnim. Bezirk LJchtcnberg. Am Donnerstag früh 5 Uhr verschied unser Genosse, Auge- fiellter der OriSlranlentasse Neu- kölln Max Peine Pfarrstr. 33, Lichtenberg(Gr. 59) im Alter von 35 Jahren. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 6. Juni, nachm. 3 Ubr, aus dem BegräbinSplatz in Marzahn statt. Rege Betelligung erwartet 13/1 Die Bezirksleitung. Am Donnerstagmorgen 5 Ubr verschied nach langem schweren Leiden mein lieber Mann Max Peine Angestellter der Ortskrantenkasse Neukölln, im Alter von 35 Jahren. Um stille Tellnahme bitten Die trauernde Gattin, Elter« und Bruder. _ Die Beerdigung findet am Sonntag, den 6. Juni, nach- mittag» 3 Uhr, aus dem Fried- Hose in Marzahn statt. 48A vellMdekliletallai'keitek-Vei'tiaiill Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechaniker Emil Fleischauer am 2. Juni gestorben ist. Ehre seinem Andenken! _ Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 5. Juni, nadi- iniltags 3'/, Uhr, von der Leid>en- Halle des Elisabeth-KirchhoscS in der Priuzen-Alles aus statt. Rege Beteiligung erwartet 113/11 Die Ortsverwoltnng. Am 2. Mai siel aus dem Schlacht- iclde unser guter Sohn, Bruder, Schwager, Neffe und Bräutigam. der Musketier 1835b Willi Kindler im 22. Lebensjahr. Dies zeigen itesbetrübi an Familie Fnnl Kindler, Familie Clcorg Kindler, Familie Kalipke, Anna Kalipke als Braut. Leicht sei ihm die siemde Erde I Kranken Jterhe- ii. Zuschußkasse {iir männl. Personen aller Berufe KroB-Uerlin. Am Mittwoch, den 2. Juni, verstarb das Mitglied Wilhelm Kühne Gerber, Thaerslraße 9. Ehre seinem Andenken: 282/3 Der Borstand. Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmiitags 4 Uhr, von der Halle des Zenttal-Fried- hosS in Friedrichsfetde aus statt. Artistenverein Einigkeit. Wir erfüllen hiermit die schmerz- liche Pflicht anzuzeigen, daß unser lieber Vereinskollege Emil Zielinski ein Opfer des Wellkrieges gc. worden ist. Er fiel am 18. Mai. Sein humorvoller Charakter und seine allgemeine Beliebtheit wird uns in dauernder Eriimc- rung bleiben. Ruhe saust in fremder Erdet 282/4 Der Vorstand. In der Nacht zum 2. Juni ver- starb nach kurzem Leiden mein lieber Mann, Batcr, Sohn und Bruder 69A Emil Eleischaner im 33. Lebensjahre. Die« zeigt schmerzersülli an im Namen der Hinterbliebenen Martha Fleischauer. �Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmittags 3'/, Uhr, vom Elisabcth-Friedhos, Prinzen- Allee, aus statt. Nach kurzem schweren Leiden verschied mein lieber Mann, guter Vater. Schwieger- und Großvater, der Klempner 6A Benjamin Sauermann im 69. Lebensjahre, Dies zeigen tiesbetrübt an Die trauerniien Binterbliebenen. Die Beerdigung findet am Montag, den 7, Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zenlralsriedhoses in Friedrichs- selde aus statt, Für die vielen Beweise herzlicher Tcitnahine und die Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben, un- vergeßlichen Mannes 71A Paul Welte sagen wir allen daran Beteiligten ! unseren herzlichsten Dank, t Witwe Marie Weite nebst Kindern, Hr. 158. 32. Jahrgang. 2. Kküaze ks Jomörtf ßtrlintt llollislilult. Solmalieud. 5. Juni 1915. Vollmilch' Streckung. Der Milchplan scherei-Prozetz, in dem die I n t e r- essen-Gemeinschaft märkischer Milchproduzenten eine Rolle spielt, wurde gestern vor dem Schöffengericht Berlin- Mitte auss neue verhandell. Auf der Anklagebank mufften Platz nehmen der bei der Interessen- gemeinschasr angestellte Molkereidirektor Fried r. Krause und sein Oberinspektor Max Schlobich, die fortgesetzt und gemeinschafllich eine strafbare Nahrungsmittelversälschung be- gangen haben sollen. Ihnen wird zur Last gelegt, in dem Betrieb der Jnlexessengemeinschast angeordnet zuhaben, daff fettreiche Vollmilch durch Entrahmung und Zusatz von Magermilch verdünnt und dieses Produkt mit einem noch innerhalb der zulässigen Grenze liegenden Fettgehalt in den Handel gebracht wurde. Ein früherer Termin endete mit Vertagung, weil belastende Aussagen zweier Angestellten der Interessengemeinschaft durch Ver- nehmung noch anderer Zeugen geprüft werden sollten. Damals versicherte der Angeklagte Krause, nichts Derartiges angeordnet zu haben, und sprach von Unregelmäffigkeiten eines Oberinspektors Revp, der deshalb entlassen worden sei. Auck Angeklagter Schlobich erklärte sich für nichtschuldig und behauptete, von Milchverfälschungen gar nichts zu wissen. Gestern eröffnete Vorsitzender Amtsgerichtsrat v. d. Schulenburg die Verhaudlung mit der überraschenden Mitteilung. Schlobich habe inzwischen durch Schreiben an das Gericht ein Geständnis abgelegt, wolle aber als Laie nur eine Anordnung des Direktors Krause befolgt haben. Schlobich wiederholte vor Gericht sein Geständnis. Ihm, der nur das Arbeitspersonal zu beaufsichtigen harte, habe Krause gesagt, daff„die Milch so sehr fettreich" sei und doch gar keine Veranlassung vorliege, mehr als die nach Polizeivorschrifl genügenden 2,7 Proz. Fettgehalt zu liefern. Von Liepp, seinem Vorgänger im Amt des Oberinspektors, wisse er, daff unter diesem die Dinge schon zwei Monate hindurch gemacht worden waren. Ein Milchhändler Spekowski habe Magermilch geliefert, auch sei im Betrieb selber Milch entrahmt worden— die Sahne habe man verbuttert— und die Magermilch werde dann wohl zur Vollmilch zugesetzt worden sein, wenigstens habe er diese ihm von Direktor Krause erteilte Anordnung weitergegeben. Krauses Ver- leidiger, Justizrat Brückmann, der bei der Interessengemeinschaft »Syndikus ist, hielt dem Angeklagten Schlobich vor, daff er in einer Sitzung des Äufsichtsrates auf das Be- stimmteste für sich und für Krause und für andere Personen alles in Abrede gestellt habe. Der Auisichtsrat habe den Zusatz von Magermilch streng untersagt und damals, nachdem ihm die Be- schuldigungen zu Ohren gekommen waren, die Angelegenheit unter- sucht. Schlobich gestand jetzt, Krause habe ihn vor dem Verhör beim Aufsichtsrat gebeten:„Nicht wahr, Herr Schlobich,— ich ver lasse mich daraus— Sie sprechen nicht darüber?" Nach all diesen Geständnissen wurde auch dem Angeklagten Krause vom Vorsitzenden nahegelegt, seine Schuld zuzugeben. Krause sah eine Weile unschlüssig vor sich hin und erklärte dann plötzlich mit fester Stimme:„Ich kann nur meine An gaben aus dem ersten Termin aufrecht erhalten." Auf Vorhalten räumte er ein, daff„so etwas gemacht" worden sei, aber er blieb dabei, veranlafft habe er es nicht. Als er Briefe er- halten habe, die sich auf die Angelegenheit bezogen, habe er Justizrat Briickniann gefragt, ob er, falls derartiges vorgekommen sei. Straf- barkeit annehme. Krause versicherte dem Gericht immer wieder, die Milch habe ja noch mindesteus die zulässigen 2,7 Proz. Fett- gehalt gehabt. In der Kriegszeit sei aus Landwirtskreisen eine Herabsetzung dieses Minimums gefordert worden, weil man jetzt schwer einen so hohen Fettgehalt erzielen könne. Die Dinge seien ja auch„erst in der Kriegszcit geschehen, in dieser unglücklichen Zeil,"— das wolle er zugeben, doch früher sei bei ihm niemals etwas Unlauteres vorgekommen. Im Oktober sei Milch knapp geworden: die Interessengemeinschaft habe aber groffe Lieferungen leisten müssen, zum Beispiel auch an die Konsumgenossenschaft, da habe er sich nicht anders zu helfen gewufft. Die Interessengemeinschaft habe Magermilch gekauft und auch im eigenen Betriebe erzeugt; von dieser an Gefängnisse zu liefernden Milch sei„etwas übrig geblieben" und das sei der Vollmilch beigemengt worden, die aber dann immer noch 3 Proz. Fettgehalt gehabt habe. So hatte endlich auch Direktor Krause sich ein Gestand- n i s, wenn auch unter Einschränkungen, abgerungen. In der B e w e i s e r h e b u n g, die das Gericht noch für nötig hielt, wiederholte der bei der Jnteressengemeinschafr angestellt ge- wesene Zererrifugennieister M e w e s seine früheren Aussagen. Regel- sräffig sei Vollmilch entrahmt und BoLmilch mit der Magermilch vermengt worden, und zwar habe Oberisnpektor Repp ihm gesagt, daS„komme von oben", vom Herrn Direktor sei es so bestimmt worden. Später habe Schlobich als Nepps Nachfolger die Anweisungen gegeben, und als Mewes von der Zentrifuge wegkam, habe Schlobich es mit Wiegemeister Schröder weitergemacht. Täglich seien anfangs etwa 1S Liter, zuletzt bis 3003 Liter Magermilch zugesetzt worden, bei einer täglichen Milchliescrung von 28—30 000 Liter. Der bei der Jmeressengemeinschaft tätig ge- wesene Chemiker N i l g e s, der bei wiederholter Untersuchung von Proben aus derselben Milchmenge hinter dieses Treiben gekommen war. bekundete, er habe Repp erfolglos verwarnt und schliefflich sich an Krause selber gewandt, der aber habe die von Nilges behauptete Strafbarkeit bestritten. Der Fettgehalt des Milchgemisches sei in der Regel mit über 2,7 Proz. ermittelt worden, einmal aber mit nur 2.2 Proz., freilich in anderen Fällen auch sehr viel höher, so- gar mal mit 0 Proz. und 8 Proz. Krause habe das aus Mängeln des Röhrenwirkes erklärt. Gegen diesen Zeugen, der seine Stellung bei der Interessengemeinschaft freilvillig aufgegeben hat. führte die Verteidigung den erwähnten Wiegemeister Schröder ins Feld. Die Magermilch sei vor der Bei- mengung noch über den Sahnenkühler geleitet worden und habe dabei die angefrorene Sahne aufgenommen. Milchhändler Möller, Vorsitzender des Vereins der Milchhändlec des Ostens, der freiwillig seine Milch kontrollieren läfft, wuffte von einer Fest- stellung, daff in einem Fall die von der Interessengemeinschaft ge- lieferte Milch nur 2,5 Proz. hatte. Auf Vorhalten habe Krause ihm gesagt:„Die Milch wird bei uns auf ein gutes Polizeimaß g c st r e ck t, da kann bei Ihren Mitgliedern keine Milch von uns unter Polizeimaff gefunden werden". Man dürfe ja gar nicht Milch „auf Polizeimaff" stellen, habe er. Zeuge, ihn belehrte Da habe Krause erklärt:„Davon steht nichts in der Polizeiverordnung, daff man das nicht darf. Uebrigens können wir jetzt nicht Milch mit 3 Proz. zu 16 Pf. liefern". Chemiker Aufrecht konnte nur bekunden, daff er bei der Interessengemeinschaft Milch lediglich auf hygienische Beschaffenheit untersucht hatte. Den Fettgehalt hat er nicht untersucht, aber stets für gut gehalten. Gegen alle Zeugen der Anklagebehörde brachte Krauses Verteidiger allerlei Einwendungen vor, wie Entlassung von der Interessengemeinschaft, Prozesse mit ihr, Agitation gegen sie.. Auch mit der immer wiederholten Erwähnung von Erpresserbriefen, die eingegangen seien, suchte er zu wirken. Pros. Jucke nack, Sachverständiger der Anklagebehörde, machte darauf aufmerksam, daff Milchknappheit doch nicht durch Entrahmung der Milch beseitigt werde. Die Magermilch könne auf dem Sahnenkühler nur wenig Fett gewonnen haben. Der Zusatz von Magermilch sei eine Ver- schlechterung, eine Nahrungsmittelversälschung. Der Amtsanwalt beantragte gegen Krause als„die Seele des Ganzen" zwei Monate Gefängnis und 600 Mark Geld- strafe, gegen den minder schuldigen Schlobich nur 200 Mark Geldstrafe. Monate hindurch sei durch Magermilchzusatz in groffer Menge das Publikum ganz unerhört geschädigt worden. Für Krause forderte sein Verteidiger Justizrat Brückmann die Freisprechung. Nicht für sich habe Krause einen Nutzen erzielt oder auch nur er- strebt. Nur die Not der Zeit habe ihn dazu gedrängt, daff er eine Streckung der Milch duldete. Zugegossen habe man ja nicht Wasser, sondern Milch, wenn auch Magermilch. Professor Rübner habe diese für ein sehr wertvolles Nahrungsmittel erklärt. Schaden habe niemand gehabt, der Fettgehalt sei immer nock inner- halb der vorgeschriebenen Grenze geblieben. Von Täuschung könne nicht die Rede sein, man habe ja nicht den Eindruck erwecken wollen, daß die Milch besser sei als sie war. Daff „Marktmilch�— denn nur von solcher und nicht von„Vollmilch" spreche die Polizeiverordnung— nicht mehr als 2,7 Proz. zu haben brauche, habe er selber, Justizrat Brückmann, dem Direktor Krause gesagt. Gemischt werde Marktmilch ja doch, da sei es gleichgüliig, ob man Milch von verschiedenem Fettgehalt oder„Vollmilch" und „Magermilch" mische. Rechtsanwalt Ballien beantragte für Schlobich, der als„vollkommener Laie" sich auf seinen Direktor ver- lassen habe, gleichfalls Freisprechung. Das Gericht sprach beide Angeklagte schuldig, verurteilte aber Krause nur zu 500 Mark Geldstrafe und Schlobich zu 5 0 Mark Geldstrafe. Erwiesen sei der Zusatz von Magermilch, er- wiesen auch, daß beide ihn nicht nur duldeten, sondern anordneten. Die Sache sei in einer Zeit geschehen, wo„eine besondere Notlage in unserem Vaterlande" bestand und auch andere Streckungen vorgenommen wurden, die aber von oben angeordnet worden seien. Aber die Not der Zeit entschuldige die Angeklagten nicht. Eine Verfälschung der Milch liege vor, weil Entrahmung und Magermilchzusatz eine Verschlechterung bedeuten. Es handle sich aber nicht um ein sensationelles Vorkommnis, nicht um eine schlimme Milch planscherei der sonst üblichen Art, darum sei von einer Freiheits strafe abgesehen worden. Bemerken wollen wir, daff die ärmere Bevölkerung an dem Verbrauch von Magermilch gehindert worden ist, indem die sehr viel billigere Magermilch zu der viel teureren Vollmilch um- gem— ünzt, worden ist. Aus diesem Grunde haben wir schon vor Monaten die Frage ausgeworfen:„Wo bleibt die Magermilch?" Jetzt haben wir die Antwort auf diese Frage. Mus Groß-öerlin. Dm Müggelsee. Ter Müggelsee gehört seit langen Jahren zu den Volks- tümlichsten Zielpunkten der Berliner Ausflügler. Es hieße beinahe Eulen nach Athen tragen, wollte man beschreiben, wie er zu erreichen ist. Jedermann weiß, daß die Züge nach Friedrichshagen über die Stadtbahn einander in ziemlich kurzen Abständen folgen, so daß man kaum nach dem Fahr- plan zu sehen braucht, nnd daß man vom Nord- oder Süd- ring her den Anschluß in Stralau-Rummelsburg erreicht. Hier geht man den E-Balstrsteig hinunter, um den Friedrichs- hageiter Bahnsteig zu erreichen. Wer die Hoch- und Unter- grundbahn benutzt, muß sich allerdiitgs immer wieder merken, daß die Friedrichshagener Züge an der„Warschauer Brücke" nicht halten. Vom Bahnhof in Friedrichshagen gehen wir in reichlich zehn Minuten die breite Hauptstraße rechts ab bis zur Fähre hinunter(man kann die Strecke auch mit der Straßenbahn durchfahren), wo wir uns gegen Erlegung von 5 Pf. über die Spree setzen lassen, denn wir wollen heute nicht das sandige Noxdufer mit seinein Freibad besuchen, sondern das grüne West- und Südufer. Es ist in seiner ganzen Ausdehnung von einem schmalen Sumpf- und Wicsenstreifen umgeben, an dessen Rande der Fußpfad läuft, der seinerseits, an mehr oder minder steilen Hängen entlang, stetig vom Kiefernwald be- gleitet wird. Die vielen grünen Erlen und Weiden und anderes Gebüsch, das sich im feuchten Boden wohlfühlt, mildert die Einförmigkeit des Kiefernwaldes in so hohem Grade, daß man sich fast in einen Laubwald versetzt fühlt. Die Musik ist freilich etwas verschieden von der unter Buchen und Eichen gewöhntem Denn sie wird hier ganz Überwiegeltd vom Rohrsänger(gewöhnlich Rohrspatz genannt, und von phantasievollen Leuten auch gern kür die Rohrdrommel genommen) geliefert. Er lebt am ganzen Ufer entlang im Schilf, das sich schon kräftig in die Höhe mausert, und wenn»tan erst auf seinen aus Geknarr und Geflöte sonderbar gemischten, lauten, aber inehr drolligen als schönen Gesang aufmerksam geworden ist, so kann man ihn bei einiger Geduld auch zu Gesicht be- konunen, wie er sich auf einem Schilsstengel wiegt. Bei der großen Länge des Uferweges und dein Reichtum an Lokalen, die zur Einkehr locken, kommt ein großer Teil der Ausflügler nicht allzu weit. Viele lagern sich im Grünen, und weiterhin tauchen malerische Gruppen auf, die abwechselnd baden, sich mit ihren Ruderbooten beschäftigen, Sonnenbäder nehmen und schlafen. Wir lasse» ein Lokal nach dem anderen hinter uns: ihre Abstände werden immer größer, und die Wirkung des prächtigen Sees wird damit— wer will's leugnen— tiur immer größer. Bald haben wir die Müggel- berge weit hinter uns und wir nähern uns dem Ostrande des Sees. Mit Hilfe der häufig zu Rate gezogenen Karte gehen wir südlich am kleinen Müggelsee vorbei, indem wir den nach links zeigenden Wegtociser» nach Ueberfahrtsstellen zunächst keine Beachtung schenken. Hier, in der Gegend von Rahnsdorf und Hessemvinkel, setzt eine breite Sumpfniede- rung, von der Müggelspree durchflössen, den See noch Osten fort, richtiger gesagt, zeigt sie die Gegend, die der See einst ebenfalls ausgefüllt haben muß. Wir wandern südöstlich in der Nähe des Waldrandes weiter und stoßen auf die Aus- läufer der Krummen Lake, nicht zu verwechseln mit der Krummen Lankc im Grunewald.(Der Sinn beider Be- Zeichnungen ist derselbe. Die vielen Laken und�Lanken in der Mark deuten auf das lateinische„lacus", der See: krumm sind die meisten dieser Wasserbecken, wenn sie auch nicht alle auf denselben Namen getaust werden konnten. Auch däs deutsche Wort Lache, Wasserlache, hat denselben Ursprung.) Wir gehen an der grünen, nassen Wiese südlich entlang und erreichen bald den eigentlichen See, der sehr hübsch im Grünen liegt. So einsam es hier ist, so hat die Gegend doch schon ihre Liebhaber gefunden, die am Ufer lagern, angeln oder baden. Nachdem wir uns an der Gegend erfreut haben, wenden wir wieder zurück, um diesmal auf die Tafeln zu achten, die uns in der Nähe von Rahnsdorf zur Ucberfahrt einladen. Das wird bei Neu-Helgoland mit wenigen Ruderschlägen für einen Nickel besorgt. Dann geht's durch das idyllische Rahnsdorf hindurch, bei der Rahnsdorfer Mühle wieder in den Wald hinein und durch diesen weiter bis zum Bahnhof Rahnsdorf, von wo wir die Rückfahrt antreten. Bei besonders schönem Wetter aber wird man es vorziehen, bis zur nächsten Dampferanlegestelle zu gehen und über den herrlichen See nach Fricdrichshagcn zurückzufahren. Für den Naturfreund ist diese Fahrt ein Fest._ Klagen der Gärtner. Ein Blick auf die Berliner Balkons zeigt, daff die Klagen der Gärtnereibesitzer über den gegen das Vorjahr erheblich verringerte» Abiatz wohl zutreffend sind. Sonst waren um diese Jahreszeit schon fast sämtliche Groff-Berliner Balkons mit Blumen dicht besät. Im gegenwärtigen Sommer wird die für so viele Einwohner notwendige Sparsamkeit und Einschränkung auch auf die Balkons ausgedehnt. Tausende von Balkons zeigen gar keinen oder nur sehr dürftigen Blumenschmuck. Die Männer stehen im Felde, die Frauen haben zu tun, um mit den geschmälerten Einnahmen auszukommen. Da bleibt für den„hängenden Garten", in dem sich früher soviel Natur- freude verkörperte, nicht viel übrig. Auch in besseren Berliner Wohnvierteln und in den Vororten, die sonst durch herrlichen Balkon- schmuck hervorragten, ist der Mangel an Blumen ganz auffallend. Vielfach mag auch die Trauer um einen Gefallenen, die Sorge um einen Verwundeten dazu beitragen. Man hat leinen Sinn, das Haus zu schmücken, wenn die Freude nicht in ihm wohnt. Daneben sind auch die Preise für heimische Blumen merklich in die Höhe gegangen. Will man den Balkon mit ziemlich ausgewachsenen Blumen bestellen, so erfordert das eine nicht geringe Ausgabe. Man kann sich das bedeutend verbilligen durch Aussaat oder Beschaffung ganz junger Pflanzen, die dutzendweise erhältlich und um das Zehnfache billiger sind als Topfblumen. Die Blüte kommt natur- gemäff später heraus, meist erst im Juli, aber dafür bleibt sie auch länger und verschafft gröfferen Genuff. Die schon Anfang August abgeblühten Balkons sind nicht die schönsten. Von der Aussaat von Gemüse, Gurken und dergleichen auf Balkons, wie in der ersten Besorgnis vor Mangel an Nahrungsmitteln angeraten wurde, hat man wohl überall Abstand genommen. Es wäre ja auf beschränktem Balkonraum doch nur eine Spielerei geblieben, hätte die Dlühe nie- mals lohnen können._ Kriegsinvaliden als Heiratsobjekte sind jetzt in den Spalten der Heiratsanzeigen bürgerlicher Blätter sehr gesucht, wie sich überhaupt infolge des augenblicklichen Mangels an verfügbaren Männern die Zahl der Heiratsanzeigen gewaltig vermehrt hat. Einen Mann um jeden Preis l Das scheint die Losung vieler Mädchen zu sein, die bis zum Frieden nicht warten wollen. Ilmgekehrt werden vielfach„Kriegsinvaliden" verlangt. Wir haben ja schon einzelne Heiratsinstitut« festgenagelt, die so gewissenlos sind. sich Kriegerwitwxn. deren Namen sie auf irgendeine Weise erfahren haben, mit Heirats- angeboten zu nähern. Auf den gleichen Tiefstand der Moral sind die nach Kriegsinvaliden verlangenden Zeitungsinserate zu verweisen. Bekanntlich geben ja auch viele dieser Inserate unter erfundenen Angaben von Heiratsvermittlern aus, um die Namen von Heirals- lustigen und deren Verhältnisse kennen zu lernen. Hilfswerk zur Unterstützung armer Russen. In Ergänzung des Berichtes über die Kriegssitzung des Hilfs- vereinS der deutschen Juden ist noch hervorzuheben, daff das Unter- stützungskomitec für bedürftige Russen sich Ende August 1914 aus interkonfessioneller Grundlage gebildet hat. Vor seiner Gründung haben der Hilfsverein der deutschen Juden, eine Gruppe von der sozialistischen Partei nahestehenden Personen und eine solche, die sich insbesondere für die Balten interessiert, sich selbständig des Schicksals der in Not geratenen Russen nach Maßgabe ihrer eigenen Mistel angenommen. Natürlich haben auch russische Staatsangehörige an allen diesen humanitären Bestrebungen mitgewirkt. Nachdem alle drei Gruppen sich wegen einer festen Organi- sierung des Hilfswerks mit den zuständigen Zivil- und Militär- behörden in Verbindung gesetzt hatten, kam unter Zustimmung der Behörden das interkonfessionelle„Komitee zur Unterstützung der Russen" zustande, in das die Tätigkeit der drei Gruppen nunmehr zu gemeinsamer Arbeit übergeleitet wurde. Dem Komitee gehörten auch eine Anzahl russischer Herren an, von denen aber nur Für st Bebutow noch hier verblieben ist. Die sonstigen Mitglieder des Komitees sind außer dem Vorsitzenden Herrn Justizrat Dr. Bernhard Breslauer die Herren: Schriftsteller Eduard Fuchs, Dr. Bernhard Kahn, Dr. Paul\ Nathan, Bankier Hugo Simon, Rechtsanwalt v. F e h und N. H. Witt._ Im Zentralwolldcpot. Im Zeniralwolldepot herrscht gegenwärtig sommerliche Stille, wenn auch in einzelnen Räumen noch lebhafte Tätigkeit entfallet wird, um die umfangreichen Rcstbesiände der Wollsammlungen ordnungsgemäß zu verarbeiten. Der Versand von Decken und anderen Wvllsachen für die Soldaten hat sich allerdings in letzter Zeit in mäßigen Grenzen gehalten, da der Bedarf in den meisten Fällen gedeckt ist. Die Anzahl der Heim- arbeiterinnen hat gleichfalls eine Einschränkmig erfahren müssen, aber für den Herbst dieses Jahres wird eine Vermehrung der- selben wiederum erfolgen. Welchen Ilmfang die Vorbereitungen für die Versorgung der Truppen mit Wollsachen zum Winter 1915/1916 annehmen wird, steht heute noch nicht fest. Die erfolgreiche Sammel- tätigkeit und fachtechnische Verarbeitung im Zentraldepot im letzten Winter hat eine derart gute Grundlage geschaffen, daff die Weiter- Ailsemeln-uerrchledsnes Trudrsie CigarenenfasriH. M Ä N O L i ZIGARETTE N Deutschlands führende Marke Erscheint 2 mal wöchentlich. Untenstehende Geschäfte empfehlen sich b. Einkauf. 2lie aCLie 3*3 QtuiKtöts- 'ßigaOMe. BOSNIA C1GABETTEN Etwas ganz Besonderes Company Ni2 Berlin N. 20 Pankstr. 65. 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DaS Krollsche Etablissement wird für die Zwecke deS WollzentraldepotS immerhin»ach geraume Zeit zur Verfügimg stehen, da eZ sich heute noch nicht absehe» lüBt, ob die Sammeltätigkeit im August und September vielleicht nicht wieder in erhöhtem Umfange aufgenommen werden wird. Wer fid) impfen lassen will. Bei den guten Erfolgen, die nach den bis jetzt vorliegenden Mitteilungen bei unseren im Felde stehenden Truppen mit den Schutzimpfungen gegen Cholera und Typhus erzielt morden sind, erscheint es münschenstvert, auch der Zivilbevölkerung die Möglichkeit zu geben, nötigenfalls solche Impfungen durch die praktischen Aerzte an sich ausführen zu lassen. Das Königliche Institut für Infektionskrankheiten „Robert Koch" in Berlin N 39, Föhrerstr. 2, hält die Impfstoffe zu folgenden Einheitspreisen(einschließlich Gebrauchsanweisung, Packung und Porto) vorrätig: 19 Kubikzentimeter 1 M., 29 Kubikzentimeter 1,59 M., 199 Kubikzentimeter 4 M., 599 Kubikzentimeter 12 M., 1909 Kubikzentimeter 20 M._ Ter falsche Sammler. Endlich erwischt wurde der Schwindler, der sich als Abgesandten der Moonschen Blindenvereine aufspielte und bei angesehenen Leuten wertvolle Sachen abholte unter der Vorspiegelung, datz er sie in der Blindenanstalt wolle ausbessern oder fertigstellen lassen. So er- beutete er Stühle, kostbare Kissen, die mit Monogrammstickerei der- sehen werden sollten usw. und verkaufte alles zum Besten seiner eigenen Tasche. Der Schwindler, der jetzt von der Kriminalpolizei verhaftet wurde, ist ein 37 Jahre alter halbblinder Korbmacher Karl Jacksch, der schon früher ähnliche Betrügereien verübte und deshalb wiederholt bestraft wurde. Er hauste zuletzt am Nonnendamm in Charlottenburg. Gestern tauchte er in der Landsberger Straße auf und wurde dort erkannt und festgenommen. Hundesperre. Der Berliner Polizeipräsident hat die Hundesperre mit Maul- korb und Leinenzwang für den Landespolizeibezirk Berlin bis 27. August d. I. einschließlich angeordnet. Der Landespolizeibezirk umfaßt außer der Stadt Berlin die Städte Charlottenburg, Schöneberg, Wilmersdorf, Neukölln und Lichtenberg. Verbrüht. Ein schrecklicher Unglücksfall trug sich am gestrigen Freitag- nachmittag gegen s Uhr im Friedenauer Ortsteil von Schöneberg zu. In der Wilhelm-Hauff-Str. 18 fiel das S'/z Jahre alte Töchterchen der Anuthschen Eheleute in eine auf dem Fußboden der Küche stehende Waschbütte, die mit siedend heißem Wasser gefüllt war. Auf das Geschrei des Kindes eilte die Mutter, die sich auf einen Augen- blick ins Nebenzimmer entfern Hatte, hinzu und riß das unglückliche Kind aus dem kochenden Wasser. Die Kleine wurde sofort nach dem Schöneberger Krankenhause geschafft, wo sie bald nach der Einliefe- rung ihren Verletzungen erlag._ Am ganzen Körper verbrannt wurde gestern mittag eine Frau Gursch in ihrer Wohnung in der Litauer Str. 13. Frau G. war mittags in ihrer Wohnung mit Waschen beschäftigt und soll angeblich mit ihren Kleidern einem Kochtopf mit Wäsche, die Feuer gesangen hatttc, umgestoßen haben, wodurch die Kleider sofort Feuer fingen. Noch bevor Hausbewohner und Feuerwehr auf das Hilfegeschrci der Frau zur Stelle waren, hatte die Aermste solche Brandwunden am ganzen Körper erlitten, daß sie gleich »ach dem 5trankcnhaus am Fricdrichshain geschafft werden mutzte. Dort ist sie inzwischen von ihren schrecklichen Qualen erlöst Ivor- den. Ter entstandene Brand konnte auf seinem Herd beschränkt werden. Berliner Asylverein für Obdachlose. Im Monat Mai nächtigten im Männer-Asyl 19691 Per- sonen, im Frauen-Asyl 2321 Personen. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer und Frauen Wiesenstr. 55/59. Aon der Tätigkeit der Feuerwehr. Am Freitag früh um 6 Uhr spielte sich in der Philippstr. 21 eine recht aufregende Szene ab. Im S. Stock der dortigen Frauenklinik war Plötzlich eine kranke Frau (Heim) tobsüchtig geworden. Die Aermste hatte die Tür rhres ZnnmerS von innen verschlossen und verbarrikadiert. Sie war dann auf das Fensterbrett gestiegen, wirre Reden haltend. Da Zureden nutzlos war, holte man die Feuerwehr, die sofort ein Sprungtuch unter dem Fenster aufspannle. Als ein Oberfeuermann dann ver- suchte, die Zimmerlür auszusprengen, um die Kranke am Abspringen zu hindern, stürzte die Frau in die Tiefe und fiel anscheinend nur unbedeutend verletzt in das Sprungtuch. Man brachte sie nun sofort zur nahen Charitö. Zweimal wurde die Wehr nach dem Kohlenbahnhof am Wedding gerufen, wo Preßkohlen in größerer Ausdehnung brannten. In der Wörther str. 21 stand ein Möbellager in Flammen. Böswilliger- weife ivurde die Wehr nach dem Karlsplatz alarmiert. Der Täter wurde der Polizei übergeben. Verloren hat am Mittwoch abend zwischen 7—8 Uhr von der Ecke Urbanstroße bis Bärwaldstr. 51 eine Arbeiterfrau ihr Portemonnaie(schwarz), das ein goldenes Armband, zwei Ringe und etwas Geld enthielt. Der Finder wird unr Abgabe gebeten an Burkert, Bärwaldstr. 51, 1. Eingang, Hof II rechts. Verlöre». Bei einem Ausflug nach Baumwerder-Tegel sind am letzten Sonntag zwei Sporttaschen, eine Ledertasche und eine Segel- tuchtaschc mit Inhalt unlerwegS stehen geblieben. Dieselben sind ab- zugeben bei Kolander, Tegel, Bahnhofstr. 18 II. Kleine Nachrichten. Aus dem Schlachtenlee gelandet wurde vor acht Tagen die Leiche einer Frau, deren Persönlichkeit noch nicht festgestellt werden konnte. Die Erlrunkene, die wohl schon vier Wochen im Wasser gelegen hatte, ist etwa 35—40 Jahre alt und klein. Sie hat rötliches, kurzgeschnitlenes Haar, einen sogenannten Tituskopf, und ein volles, ausgedunsenes Gesicht und trug ein grau- grünes Kostüm, eine fchwarzweiß gestreifte Bluse, Umerzeug aus iveißein Leinen, einen weißen Unterrock, eine Trikotuntertaille, schwarze Schnürstiefel und eine Halslette. Hemd und Beinkleid sind Zll. K. gezeichnet. Eine Kopfbedeckung wurde nicht gefunden.— Der 7 Jahre alte Sohn Erich des Briefträgers Rudat aus der Wilhelms- haveuer Straße 43 ging vorgestern nachmittag mit mehreren anderen Knaben»ach dein Plötzensee hinaus, unr dorl heimlich ein Bad zu nehmen. Hierbei geriet er in eine Tiefe, die er nichr kannte. ging unter und erlrank. Seine Gespielen konnten ihn nicht retten. Die Leiche wurde erst gestern abend gefunden und geborgen.— Am gestrigen Freitagnachmitlag fand die Frau des 31 Jahre alten Ver- ficherungsbeamten Paul Schönfeldt in Schöneberg, Eranachstraße 43 wohnhaft, ihren Gatten auf seinem Bette liegend tot vor. Sch. hatte, während ferne Frau einen kurzen Gang besorgte, sämtliche Hähne der Gaskrone geöffnet und so den Tod gefunden. Das Motiv zur Tat ist bis jetzt noch nicht aufgeklärt. Mus öen Gemeinden. Tie Kriegsmaßnahmen der Ztadt Charlottenburg. Wie die Magistrate anderer Städte so hat auch der von Char- lottenburg jetzt eine ausführliche Denkschrift über die bisherigen KriegSmaßnahmen veröffentlicht. Wir entnehmen daraus u. a., datz die Zahl der unterstützten Kriegerfamilien von Ende August 1014 bis Ende März 1015 von 7920 auf 15 120 gestiegen ist und infolge der fortgesetzten Einberufungen ständig weiter steigt. Bezahlt wurden bis Ende März aus Reichsmüteln 1674 200 M.. aus städtischen Mitteln— einschließlich der Aufwendungen für Naturalien— 2 567 100 M. Hierin sind rund 861 000 M. Mielbeihilfe, für den Monat März allein 176 140 M. enthalten. Die Kosten für Hebaininenhilfe. ärztliche Behandlungen usw. sind zunächst aus Armenfonds beglichen, werden aber später aus dem Kriegshilfsfonds übernommen. Die bis jetzt gezahlte» städti- ichen Zuschüsse einschließlich Aufwendungen für' Naturalien, entsprechen einem Zuschlag von 153 Proz. zu der Reichs- Unterstützung. Mit Rücksicht darauf, daß zahlreiche Söhne unter- stiitzringsbedürsliger Eltern, die in FriedenSzeitcn ihrer aktiven Dienstpflicht häuslicher Verhältnisse halber nicht hätten genügen brauchen, jetzt zum aktiven Dienst herangezogen weiden, hat'die Stadt auch den Angehörigen aktiver Soldaten Unterstützungen aus städtischen Mitteln nach ähnlichen Grundsätzen Ivie für die � sonstigen Kriegerfamilien gewährt. Die Ausgaben hierfür betrugen bis Ende März 2508 M. Für diejenigen Krieger- familien, die während des Krieges ihre Wohnung aufgeben und sich zu ihren Verwandten nach außerhalb begeben, sind städlische Räume bereitgestellt, wo sie ihre Möbel für die Dauer des Krieges aufbewahren können. Die Feuerversicherung dafür wird von der Stadt bezahlt. Für die Angehörigen von Familien städtischer Angestellten und Arbeiter, die zu den Fahnen einberufen sind, sind bis Ende März 431101 M. aufgewendet worden. Verhältnis- mäßig gering sind die Ausgaben für die Unter- stützung der Arbeits- und Erwerbslosen, sie bc- trugen bis Ende März nur 341 000 M., und darauf find von der Provinz für die Zeit vom 15. September bis Ende Januar bereilS 63 850 M. erstattet worden. Die Ursache für die geringe Höhe der Aufwendungen ist nicht nur in der Besse- ung des Arbeitsmarktes zu erblicken, sondern vor allem darin, daß die Grundsätze der städtischen Körperschaften ein Musterbeispiel dafür sind, wie eine Erwerbslosenunterstütznng nicht gestaltet sein soll. Wir haben diese Grundsätze wiederholt erläutert, es erübrigt sich also, an dieser Stelle darauf zurück- zukommen.— In den ofsenllichen Speiseanstalten sind in den ersten acht Kriegsmonaten rund 180 000 Portionen verabfolgt worden. Die Kosten sind zum größten Teil von privater Seite aufgebracht, aus öffentlichen Mitteln blieben nur rund 20000 M. zu decken. Ein be- fondereS Interesse beansprucht die erweiterte Schulspeisung. Die c-chulspeisung ist sofort mit Ausbruch des Krieges auf die kleinen Ge- fchwifter bedürftiger Schulkinder ausgedehnt worden; ferner wurden allen Gemeindeschulen Horte angegliedert, in denen ein großer Teil der der Schulspeisung zugewiesenen Kinder Aufnahme findet. Bis Ende Juli 1014 wurden in sechs Speisungsstellen täglich 850 Kinder gespeist, während seit Kriegsbeginn in 15 Speisungs« stellen täglich 1875 Kinder gespeist werden. Von den auf dein Gebiete der Fürsorge für die Äolksernährung getroffenen Maß- nahmen sei hervorgehoben, daß die Stadtverordnetenversammlung der Deputation bisher einen Kredit von 3 Millionen M. zum An- kauf von Lebensmitteln zur Verfügung gestellt hat. Angesichts des großen Umfanges der überwiesenen Aufgabe reichen die 3 Millionen jedoch nicht aus. An der Kriegsgetreidegesellschaft hat sich Charlotten- bürg mit einer Stammeinlage in Höhe von 550 000 M. beteiligt. Zwecks Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch ist mit einem großen Berliner Unternehmen ein Abkommen auf Lieferung und Lagerung bedeutender Mengen von Speck, Schinken, geräuchertem und gc- pökeltem Schweinefleisch, Gefrierschweinen und Schweinefleisch- konserven geiroffeu worden. Außerdem wurde eine leistungsfähige Fleischwarenfabrik in Pommern mit der Lieferung eines großen Postens geräucherten Speck und Schinken betraut. Die bisher ein- gegangenen Lieferungsverträge erfordern einen Kostenaufwand von elwa 1 900 000 M. Die Bereitstellung geeigneter Gefrier- und Kühlräume zur sachgemäßen Aufbewahrung der Fleischwaren ist durch einen Vertrag mit der Firma Borsig über die Anmietung der von dieser Firma einzurichtenden Kühlräume in der Nordhausc!»� Straße sichergestellt. Auf die zur Hebung des Wirtschaftslebens getroffenen Maß« nahmen kommen wir in einem besonderen Artikel zu sprechen. Slrbeitsnachwcis für Tempelhof. In der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag wurde über die Einrichtung eines lommunalen Arbeitsnachweises verhandelt. Vom Gemeindevorstand ivurde mitgeteilt, daß man sich schon seil längerer Zeit mit dem Gedanken trage, einen Arbeitsnachweis ein- zurichten. Leider sei dieses Vorhaben immer wieder an der Raumfrage(?) gescheitert. Jetzt habe ein Einwohner Räume in seiner Villa für diesen Zweck zur Verfügung gestellt und die Verwirklichung des Planes könne jetzt durch- geführt werden. Es sei dies um so notwendiger, damit den aus dem Felde heimkehrenden Kriegern Gelegenheit aeboien werde. recht bald wieder Arbeit zu erlangen. Ein Teil der Unkosten könne durch die Ersparnis beim Armenelat ersetzt werden. Der Nachweis soll nach denselben Grundsätzen, wie in anderen Gemeinden ein- gerichtet werden. Genosse Müller beantragte, die Vorlage einer Kommission zu überweisen, die die Grundsätze für die Leitung des Nachweises näher zu bestimmen habe. Die Arbeiterschaft hätte gerade in dieser Frage verschiedene Wünsche, die berücksichtigt werden müßten. Dieser Antrag wurde aber abgelehnt und im Prinzip die Ein- richlung des Nachweises beschlossen. Die Einzelheiten wurden dem Gemeindevorstand überlassen. Die einmaligen Kosten für die Ein- richtung sind auf 500 M. veranschlagt. Einem Antrage, von den zum Militär eingezogenen Polizcibeamten die bereit? ausgezahlten Kleidergelder nicht zurück zu verlangen, wurde zugestimmt. Genosse Müller sprach bei dieser Gelegenheit den Wunich aus, ebenso liberal auch bei den Kriegerfrauen zu verfahren, die mit den er- haltenen Unterstützungen ihre Familien nicht ernähren können. Als dringlicher Antrag ivurde noch einer Polizeiverordnung zugestimmt. die die Erhöhung des Tarifs für Pferdedroschken und Automobile vorsieht._ Kartoffelvcrkauf in Alt-Glienickc. Die Kartoffelpreise sind jetzt auf 5 M. pro Zentner herabgesetzt worden. Der Verkauf findet in Mengen von einem Zentner an statt in der Mädchenschule in der Rudower Straße, Freitags von 4 bis 5 Uhr. und für kleinere Mengen von Zentner an, Sonnabends von 5 bis 7 Uhr, an derselben Stelle: außerdem noch bei Henniq- Falkcnberg._ Sriefkasten üer Reüaktion. Die lurisliloe Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenftr. 8, IV. Hos rechts, parlcrre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Upr, am Eonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder stir den Ä r t e f t a st e n bestimmte» Ansrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merlzeichen beizufügen. Brieslicha Antwort wird nicht erteilt. Ansragen, denen leine Abonnemcnlsquittung beigesügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Brrtragc, Echrislstuckc und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. B. M. 27. Ter Wchrmann muß Unterstützung sür die Kinder er- balten; er toll«ich bcschwerdesührcnd an den Berliner Magistrat wenden. O. Z. ,50«». Sie gelten nicht als Krieossreiwilliger. Ihre Frau hat An- spruch aus Unterstützung.— Kanonier 30. 1. Tie vorgeschriebene» Bei- pflegungssätzc im Felde sind: 750 Gramm Brot. 375 Gramm rohes Fleisch nebst 60 Gramm Fett oder 200 Gramm geräuchertes Fleisch. Speck. Wurst und dergl. oder 200 Gramm Fleischkoniervc», 125 Gramm Reis, Graupe, Grütze und dergl. oder 250 Grainni Hülsenfrüchte oder 60 Gramm Törr- gemüsc oder 1500 Gramm Kartoffeln oder 150 Gramm Gemüsekonserven. 25 Gramm Salz, 25 Gramm ungebrannten oder 30 Gramm gebraiinicii Kasfec oder 3 Gramm Tee nebst 17 Gramm Zucker. 2. Sic könnten die instanzcnmäßige Beschwerde einlegen. 3. Es ist uns bekannt, daß jetzt leider vicliach die Putzzulage bei den Fabrcrn in Abzug kommt. Wir sind bereits dabei, an zuständiger Stelle dafür zu wirken, daß das nicht mehr geschieht.— 696 Baumschuleiiweg. 1. und 3. Nein. 2. und 4. Ja. SSettcrauSsichte» für das mittlere Norddeutschland bis Lonntagmittag. Warm. Zunächst trocken und vorwiegend heiler. Später im Nordwesten und längs der Küste vorübergehende Trübung und strichweise leichte Gcivittcr mit etwas Abkühlung. .................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................. 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Jahrg. Wks-KeilM kö Joiwtts" fit SlknUlffitii. 5. Juni 1915. Verlustlisten. Tie Verlustliste Nr. 2-K> der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Lvcrkonimando der 9. Armee(siehe Höheres Kavallerie-Kommando Nr. 1). Stab der tl. Jns.-Tiv., der 1. und 43. Res.-Tiv. sowie der 193. Res.-Jnf.-Bria.; 1., 2., 4. und 5. Gardc-Reg. z. F.; 2. Gardc- Rcs.-Reg.; Gren.-Regimentcr Alexander(siehe Gardc-Grcn.-Rcg. Franz) und Franz; Gardc-Füs.-Reg.; Lchr-Jnf.-Rcg.; Gren.- bzw. Ins.- bzw. Füs.-Regimentcr Nr. 3. 8. 11. 12, 13, 17, 18, 19(siehe Bes.-Ncg. Nr. 3 Posen der Bes.-Brig. Nr. 2), 20, 23. 24, 39, 37, 41, 43 i siehe Ers.-Jnf.-Reg. Lcimbach-Zerener), 47, 48. 51, 53, 55. 57. 58, 59. 32, 33, 34, 37, 73, 73. 79, 89. 83, 83, 87. 89. 99, 91. 92. 93, 95. III, 112, 113, 114, 113, 117, 128, 144, 146, 147, 159. 153, 154, 153, 159, 139. 131, 134, 138, 172, 174, 173; Res.- isinf.. Regimenter Nr. 2, 3, 3, 13, 18, 19, 29, 22, 24, 23, 27, 37, (siehe Ers.-Jnf.-Reg. Leiinbach-Zcrcncr), 48, 53, 59, 31, 38, 73, 79. 83. 83, 87, 92, 113, 139, 294, 293. 211, 213, 219, 224, 227, 228, 229, 239, 232. 234. 238. 249, 259. 254, 255, 259, 231. 233, 234, 235, 233, 238, 272; Ers.-Jnf.-Regimcntcr Königsberg III und Leimbach-Zerener; Landw.-Jnf.-Regimentcr Nr. 2, 3, 8, 9, 11, 12, 18, 19(siehe Bes.-Reg. Nr. 3 Posen der Bes.-Brig. Nr. 2), 21, 29, 49, 51(siehe Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 7 der Landw.-Div. v. Mcnges), 52(siehe auch Bes.- Reg. Nr. 7 Posen der Bes.-Brig. Nr. 3). 31. 71. 75. 73. 77. 85(s. Res.-Jnf.-Rcg. Nr. 79), 113; Landw.- Ers.-Jnf.-Rcgimcnter Nr. 5 u. 7 der Landw.-Div. v. Mcnges; Bes.- Regimenter Nr. 2, 3, 4 und 7 Posen der Bes.-Brig. Nr. 1 bzw. Nr. 2 bzw. Nr. 4 bzw. Nr. 3; Landw.-Jnf.-Bat. Scheer der Truppen- Abt. Jacobi; Uebcrplanmäßigc Landw.-Jnf.-Bataillonc Nr 1. und 3 des 4. Armeekorps; Landw.-Ers.-Jnf.-Bat. Kulm; Brig.-Ers.- Bataillone Nr. 11(stehe Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 5 der Landw.-Div. v. Mcnges), 14 und 13; Landst.-Jnf.-Bataillone Bartcnstcin, I Cöln. l Dcutsch-Eylau, 1. Deutz(VIII. 13.), III Frankfurt a. O.. I Görlitz. II Halle a. S., Hohcnsalza, Kattowitz(siehe Bes.-Reg. Nr. 7 Posen der Bes.-Brig. Nr. 3), I Lützen, Marienburg, Neu- Münster, I Ncustrclitz, 5. Posen, Soest, Samter, 2. I Trier(letztere beiden siehe Bes.-Reg. Nr. 4 Posen der Bes.-Brig. Nr. 4), II Wahn und Nr. 52(sickc Bes.-Reg. Nr. 7 Posen und Bes.-Brig. Nr. 3); 3. Landst.-Jnf.-Ers.-Bat. Heidelberg und 18. des 7. Armeekorps (Wesel); Garnisondienstfähiges Jnf.-Bat. Graudenz in Soldau; >. Rekrutcn-Bat. der 7. Jnf.-Div.; Jäger-Bat. Nr. 4; Rcs.-Jägcr- Bataillone Nr. 4, 11, 19; Fcldmaschinengew.-Zug Nr. 38(siehe Res.-In f.-Reg. Nr. 2381. Höheres Kav.-Kommando Nr. 1; Kürassiere Nr. 2, 3; Dra- goner Nr. 8; Rcs.-Drag. Nr. 4; Husaren Nr. 11, 15; Rcs.-Husaren Nr. 2; Ulanen Nr. 2, 9; Rcs.-Ulanen Nr. 5(siehe Pion.-Ncg. Nr. 23); Jäger zu Pferde Nr. 3, 4; Regiment v. Schlothcim; 1. mobile Ers.-Esk. des 5. Armeekorps(siehe Reg. v. Schlothcim). Feldartillcrie: Stab der 4. Brig.; 2. Gardc-Reg.; Regimenter Nr. 2. 18. 22, 33. 34. 38. 45, 57, 33. 197, III; Rcs.-Rcgimcntcr Nr. I(siehe Stab der 1. Res.-Tiv.), 11 und 13. Fußartillcric: Regimenter Nr. 3, 8, 19, 11, 29; Rcs.-Regi- menter Nr. 7, 19, 13. 15. 18, 29; Bataillone Posen 1 und Nr. 21; Res.-Bat. Nr. 23; Ers.-Bat. Nr. 24 Isicbe Fußart. Reg. Nr. 11). Pioniere: l. Garde-Bat.; Regimenter Nr. 23, 24, 25, 29, 31; Bataillone I. Nr. 5. I. Nr. 3. l. Nr. 9. I. Nr. 13. I. und>1. Nr. 23, l. und II. Nr. 27; Ers.-Bataillonc Nr. 3, 8, 11; Res.-Bat. Nr. 39; Kompagnien Nr. 194 und 211; Res. Kompagnien Nr. 43 und 79(siehe Res.-Pian.-Bat. Nr. 39); 1. Landst.-Komp. des 8. und 3. des 18. Armeekorps; Scheinwcrfcrzug des 7. Armeekorps; Schwerer Festung»-Schein wcrferzug Nr. 43; Mittlere Mincnwcrfcr- Abt. Nr. 115; Schwere Mincnwerfer-Abt. Nr. 42. Garde-Train-Abteilung. Feldlazarett?tr. 2 des 29. Armeekorps. Artillcriewerkstatt Lippstadt. KriegSbcklcidungsamt des 3. Armeekorps. ** Die bayerische Berlustlistc Nr. 187 meldet Verlnstc des 1.. 2.. 5., 6., 8., 9.. 19., II.. 13., 14., 13., 17.. 18., 19., 29., 21.. 23. Jnf.-Rcg.; 2. Jäger Bat.; 1. Mttschinengew.-Abt.; 11. Rcs.- Jnf.-Brig.; Res.-Jnf. Regimenter Nr. 4, 6. 7, 14, 17, 18, 19, 20. 22, 23; Landw.-Jnf.-Rcgimcnter Nr. 2, 3, 4, 5, 12, 15; Brig.- Ers.-Bataillonc Nr. 5, 3, 7, 8, 19; Lndst.-Jnf.-Bataillone Bamberg. BaNreuth. Nürnberg II; Landst.-Hilfsdienst-Kompognic; 2. Schweres Reitcr-Rcg.; 3. Ebevaulegers-Reg.; Res.-Kav.-Regi- menter Nr. I. 5; 1. und 5. Feldart.-Rcg.; Feldart.-Reg. Nr. 29; Rcs.-Feldart.-Reg. Nr. 1; HI. Ers.-Fcldart.-Abt.; 1., 2., 3. Fußart.- Reg.; Res.- Fußart.-Regimenter Nr. 1, 3; Landw.-Fußart.-Bat. Nr. 3; Pinn.-Reg.; 2. Pion.-Bat.; Pion.-Komp. Nr. 19; Schwere Minenwerfer-Abt. Nr. 7(2. Armeekorps); Res.-Pion. Bat. Nr. 3; Res.-Ferusprcch-Abt. 1; Res. Munitions-Kol. Abt. Nr. 5; Sanitäts- Komp. 1, 2. Armeekorps; Res.-San.-Komp. 5; Etappen-Äraftwagen- Park 3; Etappen-San. Kraftwagcn-Abt. 3 A; Etappen-Hilfs-Äomp. Nr. 2; Berichtigung früherer Verlustlisten. Die sächsische Verlnstlistc Nr. 154 vcröffeutlicht Verluste der 195. Res.-Jnf. Brig.; Jnf.-Regimenter Nr. 193, 197, 133, 139, 182; Res.-Jnf.-Rcg. Nr. 243; Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 191; Jäger- Bat. Nr. 13. Soziaies. flirwerbeurdnung und Geurralkommando. Unter den sehr zahlreichen Verfügungen des Generalkomman- dos vom 7. Armeekorps befand sich auch eine, durch die ein Teil der Gewerbeordnung außer Krast gesetzt wurde. Das Gesetz beschränkt die Arbeitszeit für weibliche Personen bis 7 Uhr abends, an Samstagen bis 5 Uhr nachmittags. Das Generalkommando vcr- fügte, daß für Hccrcslieferantcn diese Bestimmung keine Anwcn- duiig findet. Die Hccrcslieferantcn ließen sich das natürlich keine zweimal sagen, und eine schrankenlose Arbeitszeit war die Folge. Die Gcwcrbcinspcktiou schritt dagegen ein, und bald mußte das Generalkommando seine Verfügung dahin erläutern, daß Gc- nehmigungögesuchc für eine längere Arbeitszeit an die Gewerbe- inspcktion zu richten seien, wo sie sicherlich wohlwollend beurteilt würden. Um eine prinzipielle Entscheidung darüber herbeizuführen, ob das Generalkommando kraft der ihm verliehenen Ausnahmegewalt bestehende Gesetze suspendieren kann, wurde gegen eine Anzahl Heereslieferanten Strafantrag gestellt. Die Staatsanwaltschaft in Elberfeld erhob Anklage, und gegen einen Lieferanten wurde Termin angesetzt. Der Staatsanwalt beantragte 19 M. Geldstrafe, das Gericht sprach frei. In der Begründung heißt e», das Generalkommando habe in Ueberschreitung seiner Befugnisse jene Verfügung erlassen und dadurch die Auffassung hervorgerufen, als od nunmehr für Kriegslieferantcn die Bestimmungen der Gc- Werbeordnung ausgeschaltet seien. Tatsächlich könne der Reichs- kanzlcr oder eine andere höhere Verwaltungsbehörde Befreiung von bestehenden gesetzlichen Bestimmungen gewähren, und der An- geklagte habe annehmen können, daß die Verfügung des General- koinmandos eine Anordnung einer höheren Verwaltungsbehörde ist. Die richterliche Nachprüfung mancher Verfügungen von Generalkoinmandos wäre sehr erwünscht. Seit zehn Monaten besteht eine große Rechtsunsicherheit. Bei Verhängung dieses Zustandes hat zweifellos niemand daran gedacht, daß mehr als wenige Wochen bis zur Herstellung solch normaler Verhältnisse vergehen würden, wie sie eben im Krieg normal genannt werden können. Der Ausnahmezustand ist zum Dauerzustand geworden ohne daß in allen Fällen klar ist, was nun Recht ist. Geschlechtskrankheit und Krankenkasic. Wie wenig Verständnis noch immer einige Kassen für die Notwendigkeit der Heilung von Geschlechtskrankheiten haben, zeigte ein vor dem Oberversicherungsanit in Potsdam der- handeltcr Fall. Gegen die Allgemeine Ortskrankcnkasse in Luckenwalde klagte ein Bäcker auf Auszahlung des Krankengeldes für 4 Tage. Der Kläger wurde am 27. Oktober v. I. ins Krankenhaus ausgeuom- men, da er an Gonorrhoe litt. Die Verwaltung hatte mancherlei Bcschtverden über ihn und man beschuldigte ihn der Verletzung des Rauchverbotes und anderer Zuwidcrhandlimgen. Er wurde deshalb vorzeitig und wie der Arzt angab, uiigchcilt, entlasten. Ein Arzt bestätigte ihm seine fernere Arbeitsunfähigkeit; die Kasse verweigerte jedoch die Auszahlung des Krankengeldes, da» für 4 Tage strittig wurde. Sie stellte sich auf den Standpunkt, daß K. die ihm gewährte Pflege durch Widersetzlichkeit verwirkt habe. Ein anderer Arzt erklärte, daß K. wohl allgemein arbeit»- fähig sei, jedoch bei der Art seines Leidens ungeeignet sei, im Bäckercigcwerbe tätig zu sein. Das Versicherungsamt billigte die Auffassung der Krankenkasse und versagte dem Kläger das Kranken- gcld. Vor dem Obcrvcrsicheruugsamt bemerkte zunächst der Gc- richtsarzt, daß vom medizinischen Standpunkt betrachtet, ein mit Gonorrhoe Behafteter in der Regel als ein Arbeitsfähiger angc- sehen werden müsse, wenn nicht die Natur des Leidens eine Be- schäftigung in einem bestimmten Berufe aus hygienischen Grün- den verbiete. TaS sei hier der Fall. Man könne den Kläger als berufsinvalide für die jtrankycitsdaucr gelten lassen. Das Oberversicherungsamt war derselben Meinung und ließ die Ei»- Wendungen der Beklagten außer Betracht; denn wer krank ist und Krankengeldanspruch besitzt, kann ihn nicht strafweise verwirken. Es wurde die Vorentscheidung aufgehoben, dem Kläger wurde das Krankengeld in Höhe von 7 M. zugesprochen und der Kasse wurde eine Entschcidungsgebühr von 2 M. auferlegt. Wo bleibt das Wohlwollen? Erst kürzlich hat der Bundesrat den Kreis der Kriegs- iintcrstiitzungseiiipfänger erweitert und den in Betracht kommenden Instanzen erneut zur Pflicht gemacht, die Frage der Bedürftigkeit wohlwollend und nicht engherzig zu prüfen. Selbst da, wo noch ein kleines Vermögen, ein kleines Geschäft, ein kleines Anwesen mit Acker und Vieh ist, soll die Unter- stütznng gezahlt werden. Der L a n d r a t des Kreises I n st e r b n r g hat eS aber für angebracht gehalten, im Kreis- blatt folgende amtliche Bekanntmachung zu erlassen: „Die Verhältnisse im hiesigen Kreise haben es mit sich gebracht, daß bei der Bewilligung der gesetzlichen Familienunterstützungen au die Angehörigen der Kriegsteilnehmer zunächst mit einem Wahlivollcn versabrcn ist, dessen Beibehaltung sich nach Beendigung des Borcntschädigungsverfahrens fernerhin nicht mcbr rechtfertigen läßt. Tic Herren Gemeinde- und Gutsvorstehcr wollen mir daher bestimmt binnen drei Tagen berichten, in welchen Fällen die Untcrstiiftnng nnnnicyr entzogen werden kann. Sic wollen dabei davon ausgebe», daß nur diejenigen Anspruch auf die gesetzliche Familicnimtcrstützung haben, die ohnc die unter Berücksichtigung der durch den Krieg geschaffenen Lage nicht imstande find, sich und ihre Familicnangcyörigen zu ernähren. Anzeige ist auch dann zu crstaltcn, wenn Vorschläge nicht zu machen sind." Die Goiicindc- und Gutsvorsteher sind im wesentlichen Landwirte, die ein Interesse daran haben, Frauen und Kinder der Landarbeiter zu beschäftigen. Manche von ihnen könnten nur zu leicht von Landarbeitcrfamilicn berichten, daß sie im- stände sind, sich durch Arbeit zu ernähren, so daß dann diesen Familien die Kriegsuntcrstützung entzogen wird. Sic wären dann nur auf den sehrgcringenLohn angewiesen, den sie in der Landwirtschaft verdienen, ganz abgesehen davon, daß viele Frauen dauernd Erwerbsarbcit nicht leisten können. Lohnanspruch für die Quarantänezeit. Ein Zimmerer, der für die Berliner Firma Engel- mann beim Baracke»bau an der O st g r c u z c beschäftigt war, forderte in einer Klage beim Gewcrbcgcricht unter anderem auch Lohnzahlung für 1 1 Tage, die er auf behördliche Anordnung vor Antritt der Rückreise in der Quaranlänestatioii zubringen mußte. Ter Kläger begründete seinen Anspruch so: Die Arbeiten wurden im Gcfaiigcuculager verrichtet, und gcfaugcuc Russen mußten uns bei der Arbeit helfen. Dadurch, daß mich die Firma mit scuchcnvcrdächtigrn Russe» in Berührung gebracht hat, bat sie c» vcrscknildct. daß ich die Quarantäne durchmachen mußte. Also muß mir die Firma den Lohn für die Ouarautäuezeit zahlen.— Der Vertreter der Firma bestritt ein Verschulde». Die Gefangenen feie» nicht auf Veranlassillig der Firma, sondern auf Verlangen der Militärbehörde beschäftigt worden. Die Kammer 3 des Gcwcrbcgcrichts wies den Anspruch des Klägers ab mit der Begründung: Für de» durch die Quarantäne verursachten Lohnausfall würde die Firma nur dann hastbar sein, wci.n durch ihre Sckmld die Quarantäne nolwcndig geworden wäre. Das fei aber nicht der Fall. Mus aller Welt. Unverhofftes Glück als Todesursache. Wie Warschauer Blätter berichten, hat sich jüngst in einer Warschauer Bank eine erschütternde Szene abgespielt. In der Bank erschien eine ältere Dame, um ein Los. das sie dort versetzt hatte. auszulösen und es dann, da sie einen Käufer bereits gefunden hatte, um 159 Rubel zu verkaufen. Der Bankbeamte, der da» Lvs aus- folgen sollte, sah. bevor er das Papier herausgab, zufällig in der letzten Ziehungsliste des betreffenden Loses nach und entdeckte, daß die Eigentümerin des Papieres 499 999 Rubel gewonnen hatte. Als er der allen Danie von dem Treffer, der ihr so unverhofft zugefallen war, Mitteilung machte, fiel diese in Ohnmacht und verschied nach wenigen Minuten infolge eines Herzschlages._ Zwei Schweizer Flieger tödlich verunglückt. Bei Fällanden(Schweiz) stürzte ein Doppeldecker auS 2990 Meter Höhe ab. Das Flugzeug wurde zertrümmert und die beiden In- sasien, Leutnant Vollen weider aus Bern und sein Bc- gleiter Korporal Prob st aus Basel wurden sofort gc- tötet.__ Arbeiter Samariterbund. Lehrstundcn haben: Kolonne Berlin 2. Abt. Montag, den 7. Zuni. abends 8';. Uhr, Swincmünder Str. 42. ü. Abt. Freitag, den tl. Juni, Neukölln,'Ideal- Passage. Wcichsclstr. 8. Kolonne Rosenthal- Reinickendorl. Montag, den 7. Juni, und Donnerstag, den 19. Juni, abends 8'/. Uhr, Rcinickendors-Ost, Provinz- straße 74 bei Brückner._ Zlllgemeinc R ranke»- und Sterbekanc der Metallarbeiter (B. a. 33.) zönniburg. Filiale Berlin 9. Sonntag, den 6. d. M., vonniilags 19 Uhr, Versammlung bei Scheel, Bcrlichingcnfw. 14. Neuwahl der Ortsverwallung. Frcireligtöic ivcmeinde. Am Sonnlag. den 6. Juni, vormittags 9 Uhr, Pappel-Allee 15—17; Neukölln,.Jdcnlpassagc"; Tegel. Bahnhof- slraßc 15, und Ober-Schöncweidc, Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung. — VonnillagS 11 Uhr. Kleine Frankfurter Str. 6: Vortrag des Herrn Dr. 3. Schmidt:„Kirche und Sekte."— Damen und Herren als Gäste willkommen._ Eingegangene Druckschriften. Die Entwertung»userer Nahrungsmittel durch Eiweist- Vergeudung in der Küche. Von M. Lloll. 40 Pf. C. 21. Walter, Delitzsch. Friedrich und die grosse Koalition. Von Th. Mann,(samml. z. Zcitgcsch Bd. 5.) 1 M.— Sommerfveude». Roman von H. Bang. 2,59 SN., geb. 3.59 M. S. Fischer, Berlin, Vülowslr. 99. Ter Seekrieg 1914/l.'». Schisssposl- und Fcldpostbricse. heraus- gegeben von Bizc-2tdni. H. Kirchhoff. 2,59 M.. geb. 3 M.— SKir„Barbaren-. Anckvoten und Bcgcbenhciicn aus dem Weltkriege, herausgegeben von K. Ouenzcl. 1,59, geb. 2 M. Hesse n. Veto. Leipzig. Der neue Dreibund. Politisches Slrbcilsprogrninm von F. Köhler. Brosch. 2 M. I. F. Lehmanns Verlag, München. Krieg und Volkswirtschaft. Heft I: Krieg und Sozialpolitik. Von Pros. W. Zimmermann.— Heft 5: Krieg nud Versicherung. Von Dr. Bruck. Jährlich 8 Hefte 3 M. Einzelh. 1 M. L. Simion, Berlin W 57, Neue Welt Kriegskartc. Volksausgabe 59 Pf. I. Brand u. Co., Wien 6. Tie Front. Nr. 17. Kricgsausgabe von Licht und Schatten. 10 Ps. — Verlag: Licht und Schatten, Berlin W. 9. Zolltrennung nud Zolleiuheit. Die Geschichte der östeeeichisch- ungarischen Zivischeiizoll-Linic. Nach den Akten dargestellt von Dr. N. Siegharl. 19,29 M.. geb. 12,89 M.— Maitz, Wien. Ter Krieg in PlZort und Bild Ii!l4(I5. Hesi 27—29. Jede Woche ein Heft. 30 Ps. Bong u. Co.. Berlin IV 57. Karte des italienisch-östcrreichischcn Grenzgebiets. 89 Ps. H. Wagner u. E. TebcS, Leipzig. Karte der österreichisch-ungarischrn Küstenlünder. IM.— Karte des österreichisch-nngarischen Grenzgebiets. 1 M. G. Frey- lag u. Bcrndt, Wien 7. Ter Gespcuslcrkricg. Mit Beiträgen von G. Mehring, K. H. Strobl u.a. 1,59 M.„Die Lese", �tuttgarl. Ter Todesstoss gegen den 4?aeckel schon Monismus oder de» wissenschaftlichen Materialismus. Von H. Hertzsch. 69 Pf. Selbstverlag in Leipzig, Elstcrstr. It. Bor Adam. Von Jak. London, Deutsch von E. Utilermatm. 1,89 M., geb. 2,89 M. Geschichte der schweizerischen Eidgenossenschaft. Von I. Schassncr, 2,25 M., geb. 3 M. Franckhsche Berlagshattdluttg, SInltgart. BcrwaltungSbericht der Allgemeine» OrtSkrankenkasse in Remscheid 1913/11. 88 S. Selbstverlag. Amtlicher Marktbericht der städlilchett Marktkallcti-Dircktion über den Großhandel in den Zettlral-Markihalleti.(Ohne Verbindlichkeit.) Freitag, den 4. Juni l9l5. Fleisch: lliindtteisch, per 59 üx. Schien- fleisch la 199—1 18, do. IIa 99—109, do. lila 75—90; Bullenslcisch la 100—119. da. IIa 87—99; Kühe, jett 83—98. do. mager 79—82, do. dänischc 85—95, Fresser 80—190, Fresser, dänischc. 99—99: Bullen, dänische, 85—95: Kalbilcisch. Toppcllcttdcr 165—185; Mastkälber la 128—142, do. IIa 118—128; Kälber gcr. gen. 75—199, do. dän. 75—199, do. Holl. 00�00.»ammclsleiich: Wastlänuner 125—130; Hammel la 110—121, do. IIa 102—110; Schale 102—115; do. Holl. 09—00. Echwemeslcisch, Schweine, fette 99—99, sonstige 145— 168, dän. Saue» 99— 99, dän. Schweine 139—159, do. schwedische 149—150. do. holländische 149—155. Kemüle, inländisches: Karloffcltt. Taberschc 50 kg 0,90; weiße Kaiserkronen 0,09; iMa--nuin bonuui 9,00; Wollmann 0,00; Porree. Schock 0,60—1,20; Scllcric, Schock 5,00— 14,00; Svinat 50 kg 10,00—20,09; Mohr. rüben. 50 kg 7,90— 10,00; Kohlrüben, Schock 0,00—0,00; McerrcUich, Schock 6,00 14,00; Pelerstlienwurzel, schvckbimd 4,00—6,00: Zwiebeln 50 kg 38,00—10,00; Radieschen, Schockbund 1,00—1,50; Waldmeister, Mandel 0,09—9,09. Gurtet,. Gorgasicr, 199 Stck.»,99. 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