Nr. 154. Abonnements- Bedingungen: • bonnements Breis pränumerande: Bierteljährl 3,30 m monatl. 1,10 M wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Reue Belt 10 Bia PostAbonnemen: 1.10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Postabonnements rehmen an: Belgien, Dänemart, Solland, Italien, Luxemburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich • Vorwärts Berliner Volksblatt. 32. Jahrgang. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für bolttische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Hnzeigen", das fettgeprudic Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedructe Borte), jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchftaben zählen für zwei Borte. Inseraie für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplat, Mr. 151 90-151 97. Sonntag, den 6. Juni 1915. Abgewiesener italienischer Angriff am Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 5. Juni 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Um die Reste der Zuckerfabrik bei Souchez wird weiter gekämpft, zurzeit ist fie wieder im Besiz der Franzosen. Die feindlichen Angriffe bei Neuville wurden abgewiesen. Der Flughafen Dommartemont bei Nancy wurde mit Bomben belegt. Deftlicher Kriegsschauplaz. Im Anschluß an die gestern bei Rawdsjany und Sawdyniki abgeschlagenen russischen Angriffe stießen unsere Truppen vor, warfen den Gegner, der den Brückenkopf Sawdyniki räumte, und machten 1970 Gefangene. Weiter nördlich fanden in Gegend Popeljany für uns erfolgreiche Reiterkämpfe statt. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Deftlich Jaroslau ist die Lage unverändert. Deftlich Przemysl befinden sich die Truppen des Generals von der Marwis im Verein mit österreichisch- ungarischen Kräften im Vorgehen in Richtung Moszyska. Die Armee des Generals von Linsingen hat den Feind auf Kalusz und Zurawno( am njeftr) zurückgeworfen. Oberste Heeresleitung. Luftschiffe haben die Südostund Ostküste von Der österreichische Generalstabsbericht. England heimgesucht und an verschiedenen Drten Wien, 5. Juni.( W. Z. B.) Amtlich wird verlautbart: 5. Juni 1915: Russischer Kriegsschauplah. Deftlich Przemysl vermochten die Russen bei Menka nicht standzuhalten. Die Verbündeten drangen bei Mosziska weiter vor. Im Gebiete des untersten San wurden mehrere Vorstöße des Feindes abgewiesen. Verbündete Truppen rückten von Westen her nahe au Kalusz und Zurawno heran. Bomben abgeworfen. Sie haben einigen Materialschaden angerichtet. Die Zahl der Unglücksfälle ist äußerst gering. Westlicher Kriegsschauplah. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 151 90-151 97. oberen Jionzo. Die Parteien nach dem Kriege. Der Weltfrieg hat seine eigene politische Literatur herborgebracht. Das deutsche Volf war, wie jede moderne Nation, gewöhnt, sich in der Presse über seine politischen Angelegenheiten zu verständigen. Dieser nüßlichen Betätigung haben der Burgfrieden und die Pressezensur eine Grenze gesetzt. Ueber die Kriegsziele und die Gestaltung der inneren Politif nach dem Friedensschluß, also über die wichtigsten politischen Zeitfragen, schweigt die Presse fast völlig. Deffnet sie angesichts des warnend erhobenen Zeigefingers der Zensur behörde gelegentlich einmal den Mund, dann bewegt sie sich in Andeutungen und vorsichtigen Wendungen, die der Masse der Zeitungsleser wenig oder nichts sagen. Der politische Meinungsaustausch ist damit jedoch nicht unterdrückt, sondern nur gezwungen worden, sich einen anderen Tummelplatz zu suchen: er ertönt zwar weniger in den Spalten der politischen Blätter, füllt dafür aber eine Flut von Broschüren. Während viele dieser Schriften vergessen sein werden, noch ehe der letzte Schuß in diesem Striege gefallen ist, sind manche doch so wichtig, daß sie nicht unbeachtet bleiben dürfen. Heute greifen wir eine von ihnen heraus, um sie ein wenig näher anzuschauen, sie führt den Titel Die Parteien nach dem Kriege" und hat den bekannten liberalen Publizisten Dr. Paul Harms zum Verfasser... " Die interessante Frage, was ist eine Partei, löst der Verfaffer im Sinne der Mittelparteien. Die Parteien der mäßigen Oppositionen, das sind eigentlich die richtigen Parteien. Er berbindet diese Untersuchung mit einer knappen Darstellung der Herfunft der deutschen politischen Parteien und ihrer Stellung zumi Staate. Der Liberalismus nur fordert nach Harms seine Reformen im Namen„ jener Staatsgesinnung, die in der Person des großen Friedrich den Hohenzollernstaat leibhaftig regiert... hatte". Diese Vaterschaft des alten Fritz zum Liberalismus interessiert uns nur, weil Harms auf der nächsten Seite mitteilt, daß der„ Sozialismus unleugbar das Kind des Liberalismus" ist, womit bewiesen wäre, daß wir Friedrich II. als so eine Art Großvater der Sozial. demokratie zu betrachten haben. Da dieses Moment von den Historikern des Sozialismus unseres Wissens bisher ganz unberücksichtigt geblieben ist, glaubten wir diesen Hinweis Der französische Tagesbericht. geben zu müssen. Im zweiten Punkte, der Stellung der Parteien zum Staate, sah es nach der Meinung des Herrn Paris, 5. Juni.( W. T. B.) Amtliche Meldung Harms vor dem Striege recht trostlos aus. Das wirtschaftliche bon gestern abend. Im Gebiete nördlich von Arras Erwerbsstreben hatte arge Verwüstungen in der„ urwüchfigdauert der Stampf an; unsere Angriffe kommen vorwärts. deutschen Staatsgesinnung" angerichtet. Und da hinein fuhr Nördlich der Zuderfabrik Souchez haben wir uns wie ein Sturmwind Gottes der Krieg und rückte mit einem eines feindlichen Schüßengrabens bemächtigt und dort etwa Schlage die verbohrtesten Köpfe zurecht. Staatsgesin. 30, Gefangene gemacht. In Neuville- St. Vaast nung, als unentbehrliche Vorausseßung alles politischen Italienischer Kriegsschauplag. wurde ein Versuch eines deutschen Gegenangriffes durch unsere Auf dieser Basis werden die Parteien nach dem Kriege ihre Tuns, ward in ihr halb vergessenes Recht wieder eingesetzt." Im Tiroler und Kärnter Grenzgebiet hat sich Handgranaten vereitelt. In dem sogenannten Labyrinth Neugruppierung wieder vornehmen. auch gestern nichts Wesentliches ereignet. Ein feindliches füdlich von Neuville haben wir noch etwa 100 Meter geBataillon, das sich im Gebiet des Stilfser Joches gewonnen. Für seine Darlegungen über die Stellung der Parteien Der Feind, welcher Verdun mit weittragendem nach dem Kriege hat der Verfasser zwei Drehpunkte aus zeigt hatte, wurde vertrieben. In Judicarien, im Geschütz beschoß, hat einige Granaten auf die Stadt abge- gewählt: die Wirtschafts- und die Militärpolitik. Die SteuerEtschtale, auf den Plateaus Folgaria- Lava- feuert, welche jedoch ihr Ziel nicht erreichten. Wir haben politif, die gerade für die von Harms so oft hervorgehobene rone und an mehreren Punkten der kärntnerischen unsererseits die Südfront des befestigten Lagers Staatsgesinnung ein unübertrefflicher Prüfstein iſt, ſtreift er Grenze wird der Geschützkampf fortgeführt. bon Met beschossen. Die Deutschen feuerten auch einige nur gelegentlich. Wir glauben indes, daß die SteuerGeschosse auf St. Dié ab, welche weder Verluste noch Sach- politik für die Gruppierung der Parteien von allergrößter schaden verursachten. Bedeutung sein wird. Gerade hier werden sich die Geister Die Kämpfe am Pruth dauern fort. Der Gegner griff hier an mehreren Stellen heftig an, wurde aber an den Fluß zurüdgemorfen. Im Küstenlande blieben bei einem blutig abgewiesenen Angriffe von vier italienischen Bataillonen auf unsere Stellungen nördlich Tolmein drei Offiziere und fünfzig Mann in unseren Händen. scheiden. Die Die Wirtschaftspolitik wird nach dem Friedensschluß eine andere sein müssen, als vor Ausbruch des Krieges. Auch Harms stellt als Ziel der neuen Wirtschaftspolitik dic Erweiterung des Wirtschaftsgebietes durch Zollunionen auf. „ Um eine Erweiterung des inneren Marktes also, nicht um die Angliederung oder Erschließung von möglichst vielen Auslandsmärkten" wird es sich handeln. " Zum Zeppelinangriff auf London. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. Haag. 5. Juni.( T. U.) Ein der behördlichen Prüfung entbon Hoefer, Feldmarschalleutnant. gangener Brief aus London bestätigt, daß der von den Zeppelinen angerichtete Schaden sehr bedeutend ist, was man schon aus der Versenkung eines russischen Minenkreuzers. böligen Geheimhaltung aller Veröffentlichungen durch die Regierung vermutete. Eine ganze Anzahl von Lagerhäusern und Stapelhäusern Luftbombardement von Harwich. geriet während der Nacht in Brand. Die Regierung suchte zwar die Diese durchaus beachtenswerten Ziele entsprechen wohl Amtlich. Berlin, 5. Juni.( W. T. B.) Am 4. Juni hat ein Brände auf Brandstiftung zurückzuführen, es ist aber öffentliches Ge- den Wünschen der kleinen und mittleren Industrie- und beutiges Unterseeboot einen russischen Minen heimnis. daß die Brände durch die Zeppeline verursacht worden sind. Handelsbourgeoisie, deren Ideal ein gesicherter Warentreuzer der Amur- Klasse bei Baltisch port versenkt. In den Tilbury- Dods fiel ein großes Lagerhaus mit Jute gefüllt absah und im übrigen ein ruhiges Leben ist. Die GroßIn der Nacht vom 4. zum 5. Juni führten unsere Marine- den Flammen zum Opfer, da die Feuerwehr zur Stelle war, ver- industriellen und finanzkapitalistischen Träger des wirtschaftLuftschiffe Angriffe gegen die befestigte Hum bermündung brannte nicht das ganze Gebäude. 2 Bomben durchschlugen das lichen Imperialismus verfolgen jedoch ganz andere Ziele. Sie und den Flottenstütung Harwich aus. Die Hafenanlagen von Dach und das oberste Stockwerk des Gebäudes. Der Rest der durch erwarten vom Kriege erhebliche Erweiterungen der MöglichHarwich wurden ausgiebig und mit gutem Erfolg mit Bomben be- Feuer verschont gebliebenen Jute hat durch Waffer schwer gelitten. feit zur Sapitalausfuhr, also" Angliederung oder Erlegt. 3ahlreiche starte Brände und Explosionen, Ein in den Indian- Dods liegender 6000 Tonnen großer Dampfer schließung von möglichst vielen Auslandsmärkten"." Das läßt darunter eine besonders heftige von einem Gasbehälter oder ging in Flammen auf. Die Kommandobrücke und das Vorschiff sich durch manche Aeußerung berufener publizistischer Vertreter einem Deltant herrührend, wurden beobachtet. Ferner wurde wurden völlig zerstört. In der Upperthames brannte ein sieben eine Eisenbahnstation mit Bomben beworfen. Unsere Luft- stöckiges Warenhaus ab. schiffe sind heftig durch Land- und Schiffsgeschütze beschossen, aber nicht getroffen worden. Sie sind wohlbehalten zurückgekehrt. Die letzte englische Verlustliste. dieser Strömungen belegen. Sie betrachteten aber die alte Wirtschaftspolitik von jeher als Basis für ihre Bestrebungen. Das muß betont werden, um nicht den Irrtum aufkommen zu lassen, als stünde hinter jener alten Wirtschaftspolitif nur London, 5. Juni.( W. T. B.) Die letzte Verlustliste das Großgrundbesizertum preußischer Spielart. Schulter an führt 150 Offiziere und 2582 Mann auf. Schulter mit ihnen stehen Großindustrielle und FinanzkapitaLondon, 4. Juni.( W. T. B.) Nach den„ Times" be- listen auf dem gleichen wirtschaftspolitischen Boden. Und mit London, 5. Juni.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen tragen die englischen Verluste seit dem 29. Mai elf- den Großgrundbesigern betrachten sie Preußen mit seiner Ver Bureaus. Das Pressebureau teilt mit: Feindliche tausend Mann. Ho fassung als eine starte Stellung", wie Harms es ausdrückt. Der Stellvertretende Chef des Admiralstabes der Marine: gez. Behnde. Der Reichsaedan?e, meint Herr Dr. Harms allerdings, wird nach dem Kriege so stark sein, daß er die Kon- iervativen— zu denen wir nach unseren obigen Ausführungen noch allerlei andere Leute legen müssen— zwingen kann, mehr in den„Boden des Reiches hineinzu- wachsen". Wir tvissen wohl, was Hanns unter diesem Hineinwachsen in den Boden des Reiches versteht, glauben"jedoch nicht, daß alles das mit einer Handbewegung und durch sreundliches Zureden zu erreichen ist. Wie sich Herr Hanns die Militärpolitik nach dem Friedensschluß denkt, sagt er nirgends deutlich. Aber mau be- kommt eine Ahnung von den Erwartungen dieses liberalen Herrn, wenn man liest, daß er nach einer Bußpredigt gegen einen angeblich existierenden Ibsen-, Shaw-, Wilde- usw. Kultus erklärt, der Krieg habe den Liberalen, die ihn einst als„Un- lnltür" verdammten, gezeigt, daß Hindenburg„für das Deutschtum einen stärkeren Kulturfaktor" bedeutet, als Tolstoi, Ibsen und Shaw zusammengenommen. In Verbindung da- nnt macht Harms einige recht verächtliche Bemerkungen über „Allerlvelts-Friedehskongresse". Alle diese Erscheinungen, denen Harms den in höhnisch grinsende Gänsefüßchen gekleideten Sainmeltitel Knlturliberalismus verleiht, werden als„Iremd- heit gegenüber der nrdentschen Geistesarbeit unserer Militärs" abgetan. Die Militärschriftsteller stellt unser Verfasser der ganzen deutschen Schriftstellerwelt als„geradezu klassische" Vertreter der deutschen Sprache vor und den deutschen Par- lamentariern empfiehlt er ihre Leistungen auf dem Gebiete „positiver Kritik" als Beispiel. Der Liberalismus, legt Harms dar, müsse sich mehr auf die durch die Militärs und nebenbei durch Wagner und Böcklin repräsentierte eigene deutsche Kultur stützen, er müsse mehr „Eisen inS Blut" bekommen. Damit sei auch wieder die Grundlage für einen dauernd einigen Liberalismus gegeben. Allerdings fordert er von den Vertretern des also verjüngten Liberalismus im Parlament, daß sie nicht alles unbesehen richtig finden, was ihnen von den Tischen der Regierung gesagt wird. Aber—„positiv" muß die Kritik sein! Ob dieser Liberalismus geeignet sein wird, die„feste Stellung" in Preußen erschüttern zu helfen? Zu guter Letzt kommt Herr Harms auch auf die Sozial- demokratie zu sprechen. Mit bewegten Worten mahnt er, man möge sie recht staatsniännisch klug behandeln. Man dürfe die Hofsnungen mancher Sozialdemokraten, die— soweit Herr Hanns sehen kann— seit Kriegsausbruch die Politik der Partei bestimmen, nicht zu arg enttäuschen. Das würde sie in Gefahr bringen, vonihrer während des Krieges gewonnenen Stellung zurückzuweichen und zugunsten der einer anspruchsvolleren Tonart abzudanken. Nun sagt Herr Harms auf Seite il: „Einmischung von außen, namentlich Einmischung der Staatsgewalt, würde es der Partei ohne Zweifel erleichtern, geschlossen über die Krise(die Herr Harms zu sehen glaubt) hinwegzukommen; würde ihre Entwicklung zu einer mit- arbeitenden Partei des Gegenwartsstaates aber auch empfind- lich hemmen. Bleibt sie sich selbst überlassen, so ist eine Spaltung, oder, wenn man will, die Absplitterung einer größeren oder kleineren Gruppe, wohl das wahrscheinlichere. Erst der nächste Parteitag wird darüber Aufklärung schaffen tonnen, wie die Massen sich hinter den einzelnen Führern ver- teilen, die jetzt allein das Wort haben, lind selbst wenn die innere Auseinandersetzung sich zunächst ungestört vollziehen könnte— mit den Aufgaben der Neuordnung nach dem Kriege wird die Außenwelt au die Partei herantreten und ihr Entscheidungen aufzwingen, die die vorläufigen Ergebnisse des inneren Meinungs- lampfes wieder übern Haufen werfen würden." Harms stellt der Sozialdeinokrate die Aufgabe, zu den Wirtschafts-, Finanz- und Militärfragen„eineStellung zu finden, die nicht in derZeit hinterm Kriege begründet ist." Das versteht wohl jeder ohne Kommentar! Noch deutlicher er- kennen wir jedoch den Charakter dieser von uns verlangten Stellungnahme, wenn wir erfahren, daß sie in diesen Fragen eine Mehrheit von Haase bis weit über Bassermann hinaus möglich machen soll. Dann sind die Konservativen isoliert und damit einflußlos. Folgt die Sozialdemokratie diesem von Herrn Harms vorgezeichneteu Wege nicht, bleibt sie eine Partei des„Demonstrierens" und„FahnenhochhaltenS", dann tvird die Regierung die Konservativen für die Bildung ihrer Mehr- heiten brauchen und„wer unentbehrlich ist, kann Ansprüche stellen". Komisch ist daran nur, daß gerade die Sozialdemokratie ihre Ansprüche zurückstellen soll. Im übrigen ist es das alte Lied, das vom Chor der Liberalen gesungen wird, so lange es eine Sozialdemokratie gibt: die radikale Haltung der Sozialdemokratie stärkt die Reaktion. Wir ersehen daraus, daß die Liberalen lvenig geneigt sind,„umzulernen". Während Herr Dr. Harms von uns ein nahezu völliges Aufgeben unseres Wesens und unserer Ziele verlangt, erhebt er selbst eine alte politische Formel des Liberalismus zur Richtschnur für die Haltung der Fortschrittler zur Sozialdeniokratic nach dem Kriege. Es freut uns, daß wir das jetzt schon erfahren. §rsnchs Meldung. London, 3. Juni.(W. T. B.) Feldmarschall F r e n ch meldet: Seit der Eroberung einiger Nebengebäude und Gcländeflächen des K a st e l l s H o o g e, drei Meilen östlich von Apern, in der Nacht vom 30. Mai, wurden unsere dortigen Laufgräben heftig beschossen. Nachdem wir zunächst genötigt worden waren, die Gebäude zu räumen, besetzten wir sie in der letzten Nacht wieder. Nordöstlich G i v e n ch y ivarfeu wir den Feind auf einer Strecke von 200 Meter aus den Laufgräben, Ivobei wir 48 5lriegsgefangenc machten. Bei Anbruch des Tages wurden wir aber durch das feindliche Feuer gezwungen, die Laufgräben iviedcr zu räumen. Ersetzung belgischer Truppen üurch Senegalesen. Zürich, 5. Juni.(23. T. B.) Nach einer Meldung der„Neuen Züricher Zeitung".wurde der größere Teil des belgischen HeereS zur Erholung von der flanderischen Kampffront zurückgezogen und durch französische S e n o g a l- N e g e r ersetzt. Gestlicher Kriegsschauplatz. Der rutsche Generalstabsbericht. Petersburg, 3. Juni(W. T. B.) Der Stab des Generalissimus teilt folgendes mit: In der Gegend von S z a w l i fanden am 2. und 3. Juni Scharmützel statt. welche für beide Parteien fast ergebnislos waren. Am Bobr dcichotz der Feind am Abend des 2. Juni Offowiec mit schwerer Artillerie. Von der N a r e w f r o n t und dem linken Weichseluser nichts Neues. � In G a l iz i e n hatten wir am linken Sanufer aufwärts der Wislokmündung neuerdings einigen Erfolg, besonders bei dem Dorfe Nowoselec, westlich von Rudnik: unsere Truppen trieben den Feind ani 3. Juni weiter in ungeordnetein Rück- zug zurück. Auf dem rechten Sannfer setzte der Feind seinen Angriff ini W i s z n i a tale fort; der Kampf dauert noch an. Zwischen P r z e m y s l und dem D n j c st r in der Gegend von Krukenica warfen wir den Feind von neuem zurück und brachten ihm ungeheuere Verluste bei. Zwischen den Flüssen Thsmienica und S t r y j gingen unsere Truppen, indem sie die Fortschritte des Feindes aufhielten, auf die Brückenköpfe am Dnjestr zurück. In der Nacht zum 3. Juni versuchte der Feind einen Einbruch in diese Verschanzuugen, indem er unseren Truppen aus deni Fuße folgte, wurde aber überall zurückgeworfen und ließ Haufen von Leichen vor unseren Verschanzuugen zurück. Während der Nacht machten wir bei Gegenangriffen 700 Gefangene, darunter 17 Offiziere, und erbeuteten einige Maschinen- gewehre. Englische Besorgnis um Lemberg. London, I.Juni.(W.T.B.) Ein Leitartikel der„Daily N e w s" drückt die Befürchtung aus, daß die Russen durch den von zwei Seiten, von Przemysl und von Stryj, kommenden Angriff zur Räumung ganz Galiziens gezwungen werden könnten und daß selbst Lemberg fallen könnte. Manchester, 4. Juni.(W. T. B.) Der„Manchester Guardian" schreibt schon vor dem Fall von Przemysl: Was besondere Besorgnis erregt, das sind die sehr schweren Verluste der Russen an Menschen und Waffen im letzten Monat. Wir wissen nicht, wieweit sie diese Verluste haben wettmachen können. Die Ursachen öer galizischen Erfolge. Bukarest, 5. Juni.(28. T. B.) Die„Jndependance" sagt, die strategische Bedeutung des Falles von Przemysl werde wahrscheinlich darin bestehen, daß die Russen Galizien werden räumen müssen. Mit Rücksicht auf die großen Verluste der Russen sei es heule fraglos, daß sie nicht zu einer Offensive fähig seien. Die Ursache der Niederlagen der Russen auf der ganzen Linie liege in dem Mangel an schwerer Artillerie sowie an Munition. Dos erstemal sei die Festung durch Hunger be- zwungen worden, diesmal durch schwere Kanonen und Berge von Munition. Der türkische Krieg. Die Meldung des türkischen Hauptquartiers. Äonstantinopel, 5. Juni.(W. T. B.) Der General- st a bsteilt mit: An der D a r d a n e l l e n f r o n t im Gebiete von �oeddul Bahr greift der Feind, gestützt auf Verstärkungen, die er in den letzten Tagen erhalten hat, seit gestern nach- mittag heftig an. Er ivnrde durch unsere Gegenangriffe zurückgetrieben. Bis jetzt haben wir fünf Maschinengewehre erbeutet. Unsere Küstenbatterien auf der anatolischcn Küste beschießen mit Erfolg, sobald der Augenblick ihnen günstig ist, die Angriffskolonnen und Artillerie des Feindes ebenso wie seine cschisfe, wenn sie sich zeigen. Eine Granate traf den „Bruix". Bei Art Burnu keine bedeutende Aktion. Am 30. Mai hat ein deutsches Unterseeboot in der Nacht ein feind- liches Schiff nahe der Stratos-Jnseln, südlich von Leinnos torpediert und versenkt. Von welchem Typ das versenkte Schiff war, konnte nicht festgestellt werden. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni ging ein französischer M Gl e n s u ch e r zwischen den Inseln Kensten und Hekim vor Smyrna durch eine Erplosion unter. Seine Trümmer wurden an die Küste von Smyrna geworfen. Auf den übrigen Fronten nichts von Bedeutung. �nr Torpeüierung ües Majeftic�. Athen, 4. Juni.(W. T. B.) Eine Depesche aus Mhtilene bestätigt die Versenkung eines englischen Linienschiffes voni Typ des„Majestic" und behauptet, im Gegensatz zu der englischen Nachricht, daß ein großer Teil der Besatzung umgekommen sei. ES handelt sich um das Linienschiff„Majestic", von denen nach amtlicher Bekanntmachung der englischen Admiralität nur 49 Mann tot bezw. vermißt sein sollen. Das Auftauchen großer deutscher oder ö st e r r e i ch i sch- u n g a r i sch e r Unter- s c e b o t e vor den Dardane llen erregt hier größtes Aufsehen. Man ist der Ansicht, daß, falls es sich um eine größere Anzahl von U-Booten handelt, das ganze DardanellAi- unternehmen der Alliierten aufgegeben werden muß. Die Kämpfe im Kaukasus. Petersburg, 3. Juni.(W. T. B.) Der Stab der Kaukasusarmce hat gestern folgendes mitgeteilt: Im Küstengebiet hat unsere Artillerie durch genaues Schießen Unterstände und Verschanzungen des Feindes zerstört. In der Richtung O l t i imbedeutendes Gewehrfeuer in der Gegend von Tewc. In der Gegend von Meliazghert haben Türken und Kurden das Dorf Derik angegriffen, aber in Front und Flanken angegriffen und über den Haufen geworfen, ließen sie ungefähr vierhundert Tote auf dem Platz. Auch die Offensive der Türken, welche von A d u l d s ch e w a z zugleich gegen Karali und Liater vorstieß, wurde zurückgewiesen; unsere Kavallerie drang in Aduldschewaz ein und säbelte dort an hundert Kurden nieder. In der Richtung auf Man greifen unsere Truppen die Türken an, welche Höhenstellungen südlich von Rakor auf den dreitausend Meter hohen Pässen der Dschawlabakette innehaben. * Petersburg, 5. Juni.(W. T. B.) Ter G c n e r a l st a b der Kaukasnsarmee gibt bekannt; Am 3. Juni fand an der Küste das gewohnte Geschütz- und Gewehrfeuer statt. In der Gegend von Olty fanden Vorhut- uud Vorposten- gefechte statt. Ein Versuch der Türken, bei Arkins vorzu- gehen, wurde von unserem Feuer unterdrückt. Wir bedrängten ebenfalls türkische Bedeckungsabteilungen bei Wus und West- lich von Jchkan. In der Richtung auf den Oltytschai und Sevrhkhai ivurden türkische Vorstoßversuche abgewiesen. Bei Sarykamisch und bei Khorassan warf eines unserer Be- deckungsdetachements den Gegner zurück, der vorzugehen ver- suchte. In der Gegend von Meliazgherd drängten unsere Truppen die Kurden von Pschai in westlicher Richtung zurück, nachdem sie etwa 00 Mann medergemacht hatten. Die aus der Gegend südlich von Meliazgherd gegen Khanyk zurück- geworfenen Türken wurden bei Deryk zum Rückzug ge> zwungen. In der Gegend von Man dauern die Kämpfe um die Bergkette von Djavlaba fort, Der Seekrieg. vom l�Dootskmg. Lissabon, 4. Juni.(28. T. B.) Meldung der Agence Haväs. Nach Blättermeldungen hat der Postdampfer„ D o m a r a r a" auf der Fahrt von Liverpool nach Lissabon das Periskop eines Unterseebootes, welches ihn verfolgte, beschossen. TaS Unterseeboot verschwand sofort. London, 5. Juni.(W. T- 23.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer„ I n t i m" ivnrde bei Kap Lizarb torpediert und versenkt. Tie Besatzung von vierzig Mann ivnrde gerettet. London, 4. Juni.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der schwedische Dampfer ,, L aplan d", nach Middlesborongh unterwegs, ist 55 Meilen von Peterhead ge- funken. Die Besatzung von neunzehn Mann und vier Frauen wurde in Peterhead gelandet. Rotterdam, 3. Juni.(W. T. B.) Ter„Nieuwe Rotter- dänische Courant" meldet: Ein deutsches G-Boot bohrte Mitt- woch bei den ScillyinsLln den belgischen Fischdampfer „Delta" durch ungefähr 40 Kanonenschüsse in Grund. Tie Besatzung von elf Mann wurde in St. Marys gelandet. Brest, ö. Juni.(28. T. B.) Meldung der Agence Havas. Der Dampfer„Penfeld" aus Brest ist gestern mittag von einem Unterseeboot im Aermelkanal versenkt worden. Die Besatzung wurde gerettet. London, 6. Juni.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Dampfer„Jona", 3344 Tonnen groß, und der Segler„ E h r y s o ph a s" wurden am Donnerstag bei der Insel torpediert. Die Besatzungen sind in Kirkwall angekommen. Zwei Segler aus Lowestoft wurden Donnerstag in der Nordsee torpediert. Die Besatzungen sind in Lowestoft eingetroffen. Kristiania, 5. Juni.(28. T. Bh Nach einem Telegramm an die Reederei Wilhelmsen soll der Führer des deutschen Untersee- bootes, das den norwegischen Dampfer„Cubano" vor- senkte» gegenüber dem Kapitän erklärt haben, daß der Dmnpfcr ein englisches Schiff sei. Die Besatzung von 33 Mann erhielt Zeit, in die Boote zu gehen. Sie brachte 22 Stunden im Sturm zu, ehe sie auf den Hebriden landete. Zum amerikanisch- deutschen Notenaustausch. London, 4. Juni.(W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet aus New Jork: Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin, Gerard, hat dem Staatsdepartement den Inhalt der deutschen Note übermittelt, in Ivelcher Schaden- e r s a tz für die Beschädigung des amerikanischen Dampfers „ G u l f l i g h t" zugesagt wird. Die Note besagt, daß der Kommandant des deutschen Unterseebootes die amerikanische Flagge er st gesehen habe, als der Torpedo schon abgefeuert war. Die Note gibt dem Bedauern der deutschen Regierung über'den Vorfall Ausdruck. Drei Monate llnterseebootskrieg. Am 18. Mai waren es drei Monate, feildem der deutsche Handelskrieg durch Unterseeboote währte. In dieser Zeit wurden insgesamt von deutschen Unterseebooten III feindliche Fahrzeuge aufgebracht resp. versenkt. Im ersten Monat 29. im zweiten 30, im dritten 42 Fahrzeuge. Im ersten. Monat betrug die Tonnage der erbeuteten Fahrzeuge 82 310, im zweiten 73 712, im dritten 73 217 Tonnen. Die bisherigen Verlufte an Kriegsschiffen. Große Flotten sind in dem nun zelm Monate währenden Ringen in den Ozeanen versunken. Von Woche zu Woche wachsen die Verluste an Kriegsschiffen. Sie steigen jetzt an den Dar- danellen rasch an, seitdem die feindlichen Flotten dort einzudringen versuchen. Bisher haben Engländer und Franzosen dort 8 große Kriegsschiffe verloren ohne die vielen kleinen Kriegsfabrzeuge, deren Verlust nicht immer festzustellen war, weil die Feinde, darüber nur reden, wenn es nicht mehr zu umgehen ist. Wir wollen nach- stehend versuchen, eine Uebersicht über die Verluste an Äriegsscc- uhrzeugen zu geben. Leider kann auch diese Aufstellung nur unvollständig sein, weil viele Verluste verborgen bleiben. So sind darin nicht die beiden englischen Kreuzer enthalten, die in dcr Schlacht bei Bergen in der Nordsee gesunken sein sollen, als sich englische Schiffe aus Irrtum gegenseitig beschossen. Zluch über andere Verluste in der Nordsee, an den französischen Küsten und in der Adria sowie an den Tardanellen schweigen sich die Treiver- bändler aus. Erst nach Jahren oder vielleicht gar nicht wird dar- über eine Meldung. durchdringen. Unsere 2lusitellung endet mit dem Verlust deS„Agamemnon", der am 28. Mai so schwer beschädigt ivnrde, daß er vielleicht wie der„Gaulois" erst aus dem Wege zum AuSbesserungshafen ge- ünken ist. Soweit sich ersehen läßt, haben bisher verloren: Eng- l a n d 9 Linienschiffe, 8 Panzerkreuzer, 5 Kreuzer, also 20 größere Kriegsschiffe, 12 Torpedoboote, 8 Tauchboote, 6 Hilfskreuzer und 3 andere Schiffe, zusammen 49 Kriegsschiffe. Frankreich 2 Linienschiffe, 1 Panzerkreuzer, 5 Torpedoboote, 2 Tauchboote, 1 Hilfskreuzer, zusammen 11 Kriegsschiffe, Außerdem beide Flotten vor den Dardanellen 4 Torpedoboote. Rußland hat bisher verloren l Linienschiff, 1 Panzerkreuzer, 1 Kreuzer, 2 Tor- pedoboote, l Hilfskreuzer, 2 andere Kriegsfahrzcuge, zusammen 8 Kriegsschiffe. Japan verlor 1 Panzerkreuzer, 1 Kreuzer, 1 Torpedoboot, zusammen 3 Kriegsfahrzeuge. Die G e s a in t v e r l u st e der feindlichen Länder sind: 20 Panzerkreuzer, 11 Kreuzer, 24 Torpedoboote, 7 Tauchboote, 8 Hilfskreuzer, 7 andere Kriegsschiffe, zusammen 77 Kriegsschiffe. Die wirklichen Verluste sind viel größer als man weiß. In dieser 2lufzeichnung sind nur solche Schiffe cnhalten, die gesunken sind. Beschädigte Kriegsschiffe sind nicht aufgenommen. Daß die deutschen Kreuzer, die beim Beginn des Krieges in Auslands- stationen waren oder ausliefen, um den Handel der feindlichen Staaten zu schädigen, alle vernichtet wurden, kann nicht wundern. Haben sie doch alle großen Uebermachten gegenübergestanden und ohne jeden Stützpunkt. Ohne diese ungünstigen Umstände wären die Schiffsverluste viel geringer. Noch anschaulicher wird die Einbuße der feindlichen Flotten, wenn man die Tonnenzahl vergleicht. Es haben verloren: England 49 Kriegsschiffe mit mehr als 277 000 Tonnen, Frankreich 19 Kriegsschiffe mit mehr als 38 590 Tonnen, die beiden Mächte außerdem 6 Fahrzeuge mit 2000 Tonnen; R u ß- l a n d 9 Kriegsschiffe mit 24 590 Tonnen, Japan 3 Kriegsschiffe mit 13 300 Tonnen, zusammen 77 Kriegsschiffe mit mindestens 3 5 5 3 0 0 T o n n c n. Es haben, soweit bekannt, ohne die während Kämpfen auf Krieg?« schiffen Getöteten, nur durch sinkende Schiffe verloren an Men- scheu: England 10 300, Frankreich 1500, Rußland 1436, Japan 300, andere Fährzeuge Englands und Frankreichs 120, zusammen 13656Tote. Die Gesamtübersicht ist also: Die Feinde verloren zu- sammen 77 Kriegsschiffe, davon 31 Kreuzer, mit einem Gesamt- tpnnengehalt von 355 300 und 13 656 Menschen. ES sind fürchterliche Zahlen, die alle Vorstellungen von den Schrecken des Seekrieges weit überragen. Und ungeachtet des Grauen'baften. das aus ihnen spricht, enthalten sie nicht die Verluste an Handelsschiffen und an Menschen» die mit ihnen umkamen, Welche ungeheuren Werte damit zugrunde gingen, läßt sich derzeit gar nicht ermessen. Bisher hat dieser fürchterliche Krieg ganze Flotten verschlungen. genommen und beurteilt würden, gaben die Veranlassung, daß hier stimmt werden, zu verlassen, ausgenommen sind nur aktive und vers. in gebildeten und informierten Streifen Rumäniens eine Meinungsabschiedete Offiziere, sowie Personen, die wegen gemeiner Verbrechen änderung eingetreten ist, welche vielleicht zu einer veränderten verfolgt und verurteilt sind. Die Abreisenden haben das Recht, ihr Stellungnahme des Landes führen wird. Dank der eifrigen BeDer Krieg und die Kolonien. mühungen des französischen Gesandten sind die Verhandlungen persönliches Eigentum mit sich zu nehmen, soweit die Ausfuhr nicht Gefecht in Kamerun. London, 4. Juni. Amtlich.( W. T. B.) Die eng Itsch französischen Streitkräfte in Kamerun haben am 29. Mai den Feind aus einer starken Stellung bei Njot vertrieben. Die Verluste der Alliierten sind nicht schwer. Scharmützel an der Ugandabahn. London, 4. Juni.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau erhält einen brieflichen Bericht aus Ostafrika, daß eine deutsche Abteilung von 15 Weißen und einem Askari am 20. April eine Brücke der Ugandabahn zwischen den Stationen Maindu und Simba an gegriffen habe, welche von einer Abteilung des 98. Infanterie- RegiDie Deutschen tamen, ohne gesehen zu werden, kriechend durch den Busch heran, überrumpelten die Abteilung und nahmen sie gefangen. Die Brüde wurde beschädigt, aber der Verkehr konnte schon am nächsten Tage wieder aufgenommen werden. Deutsch- Ostafrikanische Friedensarbeit im Kriege. Man schreibt uns: Wie glänzend sich Deutsch- Dstafrita der auf drei Seiten andrängenden Feinde erwehrt, ist bekannt. Soeben erhalten wir nun eine Nachricht, die beweist, daß auch die friedliche Kulturarbeit in unferer größten Kolonie nicht stillsteht, Nach einer hier eingetroffenen Mitteilung ist nämlich bereits Anfang Februar der Dampfer " Götzen" in Kigoma am Tanganjitasee glücklich vom Stapel gelaufen. werden. Die Deutschen it zivischen Butareit und Petersburg neuerdings wieder in Gang ge- nach allgemeinen Bestimmungen verboten ist. kommen, jedoch scheinen auf beiden Seiten feine allzugroßen Hoff- Italien und die Italiener in Deutschland unterliegen auch weiterhin nungen zu bestehen, daß dieselben zu einem baldigen Resultat einem Genusse ihrer Privatrechte, sowie der Befugnis, ihre Rechte sehr weitgehend. Rumänien würde für den Fall eines Bünd- feiner Art von Sequestration oder Liquidation unterworfen, außer Ihr Privatunternehmen wird daher führen werden. Einmal sind die Ansprüche, welche Rumänien stellt, gerichtlich geltend zu machen. nisses mit der Entente außer der Bukowina und Siebenbürgen den durch die bestehenden Gesetze vorgesehenen Fällen. Auch sollen russischen Versprechungen nicht recht und verlangt Garantien, ohne Batente oder sonstige Schutzrechte, die Deutschen in Italien oder auch das Banat verlangen, andererseits traut Rumänien den sie nicht gezwungen werden, ihr Grundeigentum zu veräußern. daß bisher klar geworden ist, worin diese bestehen müssen. Rußtalienern land behandelt unterdessen Rumänien mit der gewohnten Arroganz Italienern in Deutschland zustehen, werden nicht als nichtig erklärt und scheint kein Verständnis für die rumänische Auffassung zu haben, daß das rumänische Schwert diejenige Schale zum Einken Die Staatsanwaltschaft welche auch unsere letzten großen Erfolge in Galizien noch nicht bringen wird, in welche es geworfen wird, eine Auffassung, gegen die Plünderer von Mailand. völlig beseitigt haben. Angesichts dieser Schwierigkeiten kann mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, daß die rumänische ReMailand, 5. Juni.( W. T. B.) Corriere della gierung vorläufig keine Alenderung in ihrer Stellungnahme ein- Sera" berichtet: Die Staatsanwaltschaft hat auf treten lassen wird. In den letzten Tagen spricht man viel von Grund der Ergebnisse der Untersuchung der Ausschrei einer Annäherung zwischen Rumänien und Bulgarien, worüber tungen in Mailand gegen etwa zweihundert Bresse verhehlt ihre Freude über die Versuche einer Annäherung ach beschädigung erhoben. Weitere achtzig, zumeiſt neuerliche Verhandlungen im Gange sein sollen. Die russophile Personen Anklage auf Plünderung und zwischen diesen beiden Ländern nicht. noch nicht achtzehnjährige Personen, sind wieder freigelassen. worden. Holländisches Seerüsten. " " Haag, 5. Juni.( W. T. B.) Vaterland" meldet, daß der Marineminister sehr bald eine Gesezvorlage einbringen werde, in der der Bau von zwei Kreuzern und vier U- Booten vorgesehen wird. Ausdehnung der Landsturmpflicht in Holland. Als erste Wirkung der veränderten Auffassung der Lage kann ein gewisses Nachgeben in der Exportfrage aufgefaßt werden. Man hatte durch willkürliche Maßregeln und schitanöse Bestimmungen die Interessen der Zentralmächte mit einem Gifer, der einer weit befferen Sache würdig gewesen wäre, zu schädigen gesucht, dabei aber gleichzeitig weif größere Interessen von Tausenden von rumänischen Landwirten und Industrielsen empfindlich verletzt. Auch in anderen Streifen gährt es allmählich und das sonst so geduldige rumänische Volf beginnt sich gegen die Schreckensherrschaft der russophilen Kriegsheber aufzulehnen. Bereits vor längerer Zeit fingen Sozialisten und Arbeiter schüchtern an, gegen die Teilnahme Rumäniens an dem Kriege zu protestieren. Diese Manifestationen, Gößen" ist der erste der drei großen Dampfer, die nach der welche die Regierung nicht zu verhindern suchte, mehrten sich in Denkschrift für den Bau der Reststrecke der Tanganjikabahn der letzten Zeit, um eine schärfere geschlossene Form zu gewinnen. betreffend die Ausdehnung des LandsturmAmsterdam, 4. Juni.( W. T. B.) Ein Gefehentwurf Dar es Salam- Kigoma- im Anschluß an diese Bahn den Schiffahrts- 3u Ausschreitungen ist es bisher noch nicht gekommen. Bei der dienst auf dem See versehen sollen. Der zweite Dampfer zunehmenden Erregung ist es nicht ausgeschlossen, daß es schließlich dienstes in der niederländischen Arme o ist Rechenberg" befindet sich auf der Schiffswerft von Jof. 2. Meyer zu Zusammenstößen mit den unter russischem Einfluß stehenden veröffentlicht worden. Er ermöglicht, den. Teil des in Papenburg, die auch den„ Gözzen" geliefert hat, im Bau. Kriegsheßern kommen wird. Die russischen politischen Agenten, Volkes für den Kriegsdienst zu verpflichten, der, obwohl Als ein Beweis der hervorragenden Umsicht und Geschicklich die das Land mit einem Nek überspannen, fahren fort, aus dem tauglich, bisher nicht unter die Waffen gerufen werden kann. feit der Ingenieure darf es bezeichnet werden, daß es überhaupt ge- Dunkeln, worin sie sich versteckt hatten, mit allen Kräften ihre Die Regierung beabsichtigt, die Eingeschriebenen, die vom lungen ist, den Dampfer vom Stapel zu lassen, trotzdem wichtige Arbeit zu verrichten, aber das Mißtrauen gegen Rußland wächst Milizdienst befreit oder freigelost wurden, nacheinander zum Teile der Ablaßvorrichtungen bei Beginn des Strieges noch unter- und ihre Arbeit wird von Tag zu Tag sahwerer. Hierin dürfte Landsturm einzuziehen und mit dem jüngsten Jahrgange u wegs waren. Damit ist auch die voreilig aufgestellte Behauptung vor allen Dingen der Grund zu einer gewissen Nervosität liegen, feindlicher Blätter, daß der Dampfer nicht werde zu Wasser gelassen der diese Kreise ergriffen hat, die sich bis in die Spitzen der beginnen. werden können, hinfällig geworden. offiziellen Vertretung des Dreiverbandes erstreckt. Die Nervosität Wir geben der Hoffnung Raun, daß es bald gelingen möge, geht soweit, daß sich der französische Gesandte hat hinreißen lassen, Der dänische König unterzeichnet das neue vor einer Anzahl Mitglieder des Jockeiklubs zu erklären, wenn Verfassungsgesetz. Frankreich wolle, daß Filipescu Minister werde, so würde er dies den Dampfer vollkommen fertigzustellen. Bei seiner Größe( er ist 69 Meter lang, 10 Meter breit, bei 480 Tonnen Ladung 2,3 Meter tiefgehend) wird das Schiff einen nicht unbeträchtlichen Machtzuwachs einfach werden, darüber gäbe es keine Diskussion. Derselbe Kopenhagen, 5. Juni.( W. T. B.) Der König hat heute darstellen und im Verein mit den beiden fleinen deutschen Diplomat soll vor einigen Tagen auch dem Ministerpräsidenten das vom Reichstag angenommene neue VerfassungsDampfern Hedwig von Wissmann" und Kingani", welch letzterer gegenüber so zudringlich und formlos geworden sein, daß dieser ihn gesetz, das in einem Jahr in Kraft tritt, utter früher an der oftafrikanischen Küste als Bollfreuzer tätig war und in sehr höflicher Weise aufforderte, in Zukunft seine Mitteilungen crst bei Kriegsausbruch mit der Bahn hinaufbefördert wurde den schriftlich zu formulieren. zeichnet. See mit feiner 1500 Kilometer langen Küste beherrschen. Die bisher auf dem Tanganjika laufenben feindlichen Schiffe find in den in Ein Bündnis Rumäniens mit den Zentralzwischen erfolgten Kämpfen vernichtet worden. he in Der Stapellauf des Dampfers, Gözen" bezeugt uns von neuem, daß das Wirtschaftsleben im Lande trotz der äußeren Absperrung seinen ruhigen Fortgang nimmt. mächten? Die Bossische Zeitung" erhält von„ besonderer Seite" einen Situationsbericht aus Bufarest, in dem es unter anderem heißt: Kriegsbekanntmachungen. Zur Beachtung bei Feldpostsendungen. Während der warmen Jahreszeit dürfen Leicht schmelz= bare Stoffe, wie Butter, Fett, Honig usw. mit der Feldpost nur in sicher verschlossenen Blechbehältern Die eingeweihten Politiker wissen es ja längst, daß verschickt werden. Die Versendung in bloßen Pappfaften ist durchaus Französische Sozialisten für den Frieden. seit dem Jahre 1883 ein Bündnis zwischen ungeeignet, weil der geschmolzene Inhalt durch die Umhüllung dringt Der Züricher orrespondent des Berliner Rumänien, Oesterreich- Ungarn und Deutsch- und andere Sendungen beschmutzt und beschädigt. Besonders voni weft Tageblatts" telegraphiert dieser Zeitung: Land besteht, das schriftlich niedergelegt und wiederholt lichen Kriegsschauplatz, wo sich bereits eine hohe Tageswärme geltend ,, Gustave Hervé teilt in einem Leitartikel der„ Guerre erneuert worden ist. Dieses Bündnis ist und bleibt in Straft, macht, wird über solche Beschädigungen lebhaft lage geführt. je wenn es nicht vertragsgemäß mindestens ein Jahr vor Ab. Bostanstalten sind angewiesen, Feldpoftfendungen mit leicht schmelz Sociale" mit, ein Teil der franzöfifchen Sozialauf gekündigt wird. Die jüngste Erneuerung des Bündnis. baren Stoffen in ungeeigneter Berpadung während der warmen Iisten wünsche, daß Frankreich Frieden Vertrages aber läuft bis zum Jahre 1920. Dieser Ver- Jahreszeit unbedingt zurückzuweisen. Butter und Fett gehören schließe. Diese Gruppe werfe den sozialistischen trag ist bis auf den heutigen Tag nicht gekündigt worden, in übrigens zu den leicht verderblichen Waren, von deren Versendung Ministern und der Leitung der Sozialisten ihm ist auch kein so dehnbarer Kautschuk- Paragraph, wie der ins Feld selbst bei ausreichender Verpackung während der warmen partei vor, daß sie chauvinistische Politik treiben, Paragraph VII des Dreibund- Vertrages, enthalten. Die Jahreszeit dringend abgeraten wird. weil sie für Fortseßung des Krieges eintreten. Hervé erklärt, Neutralisten in Rumänien haben damit gegen die Straßen- Kriegsausschuß für warme Unterkleidung. er verstehe und schätze die Leute, die des schrecklichen Politiker einen starken Trumpf in der Hand, den sie hoffent- Berlin, 5. Juni.( W. T. B.) Die Stellung des KriegsMordens müde sind, führt dann aber aus, seiner Ansicht nach lich mit Erfolg ausspielen werden, wenn es hart auf hart ausschusses für warme Unterkleidung, Berlin- Reichstag, zur freis fönne vor Befiegung Deutschlands von Frieden keine Rede kommt." willigen Krankenpflege hat, wie wir hören, neuerdings eine endfein." Wenn diese Nachricht zutrifft, so entbehrt sie nicht eines gültige Regelung erfahren. Damit soweit es sich um LiebesDas Werben um Rumänien. gewissen Interesses. Den Optimisinus des Berichterstatters gaben handelt eine gleichmäßige, möglichst wirtschaftliche jedoch hinsichtlich der Bedeutung dieses Vertrages für den jeglicher Verschwendung erzielt wird, ist der Kriegsaus Versorgung der Truppen mit Wollsachen unter Vermeidung Paris, 5. Juni.( T. U.) Die Blätter berichten, daß ru- Kampf der Neutralisten gegen die Interventionisten in Ru- schuß für warme Unterkleidung unter anderem als 3entralmänische Staatsmänner mit Desterreich und Rußland vermänien vermögen wir nicht zu teilen. Wenn irgendein Berteilungsstelle" für alle in den Heimatdepots handeln. Während von ersterem nicht viel zu erhoffen ist, Glaube durch den Weltkrieg gründlich zerstört worden ist, so( Abnahmestellen) und Liebesgabenabteilungen der Sammelſtationen scheint eine Uebereinstimmung mit letzterem nicht ausgeschlossen. ist es der Glaube an die Heiligkeit der Verträge, die von der und besonderen Wolldepots des Etappengebiets lagernden Wollsachen Allerdings habe Rumänien großen Appetit; es fordere einen Geheimdiplomatie der europäischen Staaten abgeschlossen eingesetzt worden. Man darf diese durch den Kaiserlichen Kominissar bemerkenswerten Teil von Bessarabien und alle von natio- worden sind. und Militär- Inspekteur im Einverständnis mit dem Kriegsministerium nalen Rumänen besetzten Gebiete von Transsylvanien. Bezügerfolgte Anordnung wohl als einen erfreulichen Beweis für die er lich der Bukowina sei die Frage gelöst! folgreiche Tätigkeit des Kriegsausschusses für warme Unterkleidung und als Anerkennung desselben ansehen, die dazu beitragen dürfte, Bessarabiens aber entstand ein Konflikt mit RußLondon, 4. Juni.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen die Gebefreudigkeit weiter Streise für den Kriegsausschuß erneut anIand und mit Serbien wiederum wegen einiger Romitate Bureaus. Der Prozeß gegen die beiden wegen Spionage suregen und zu fördern. von Transsylvanien. Immerhin nehmen die Verhand- angeklagten Deutschen Müller und Hahn vor dem Lordlungen einen Verlauf mit dem gegenseitigen Bestreben, zu Oberrichter und zwei anderen Richtern endigte heute nachmittag ciner Verständigung zu gelangen. Die Bukarester damit, daß beide schuldig befunden wurden. Müller wurde Diplomaten sind zu gescheit, als daß sie nicht voraussehen zum Tode durch Erschießen verurteilt, kann jedoch würden, daß, was auch eintreffen möge, sei es mit oder ohne Berufung beim Sriminalgerichtshof einlegen, Hilfe Rumäniens, der Strieg mit dem Niederringen der Hahn erhielt 7 Jahre Zuchthaus. Zentralmächte beendet sein wird, so daß sie also eine für sie günstige Gelegenheit, ihre Ansprüche zu befriedigen, nicht vorübergehen lassen wollen. Hinsichtlich Prozeß gegen deutsche Spione". wicht vor. Die inneren Verhältnisse in Rumänien. Von einer mit der rumänischen Politik vertrauten Seite geht der Frankfurter Zeitung" aus Bukarest die folgende in den legten Maitagen abgefaßte Schilderung zu: Mean hatte erwartet, daß der von England finanzierte Treu bruch Italiens argendwelchen Widerhall in Rumänien finden würde und war erstaunt, daß dieses Ereignis ohne weitere Konsequenzen zunächst nur einfach zur Kenntnis genommen wurde. Infolge der Versprechungen berufener und unberufener Vermittler hatte man sich hier in der Hoffnung gewiegt, daß Italien bei seinen Verhandlungen mit den Mächten des Dreiverbandes auch die Die italienische Anleihe in England. Lugano, 5. Juni.( W. T. B.) Nach anscheinend. zuberlässigen Informationen aus Italien beträgt das Darlehen, das England Italien gewährt, 60 Millionen Pfd. Sterl. und ist zu 5 Proz. verzinsbar. Deutsch- italienische Vereinbarung. Von der schweizerischen Greuze, 3. Juni.( T. U.) Der Berner Bund" teilt folgende Verständigung zwischen Deutschland und Italien be treffend Behandlung der beiderseitigen Staatsangehörigen und ihr Eigentum während des Kriegszustandes mit: Zwischen Deutschland und Italien ist eine Vereinstimmt wird: " Letzte Nachrichten. Die Ladung der„ Lusitania". Köln, 5. Juni.( W. T. B.) Die Kölnische Zeitung" bringt folgendes Berliner Telegramm: Das hochangesehene amerikanische Fachblatt The Journal of Commerce" vom 18. Mai veröffentlicht authentische Mitteilungen über die Ladung der Lusitania", die eine so vollkommene Rechtfertigung des deutschen Vorgehens darstellen, daß damit jeder weitere Streit erledigt ist. Diese Mitteilungen sind der auf dem Zollamt niedergelegten Ladeliste der„ Lusitania" entnommen. Nach dieser Liste hat die Lusitania" für 200 000 Dollar Munition, für 112 000 Dollar Kupfer, Messing und Eisen und für 67 000 Dollar militärische Gegenstände an Bord gehabt. Wie die genannte Zeitung feststellt, spielen unter der Ladung eine Hauptrolle Kupfer, Kupferdraht, Messingplatten und andere Metalle, dic, barung getroffen worden, in der im wesentlichen folgendes be- wie das Blatt ſagt," offenbar zum Gebrauch bei der Munitionserzeugung bestimmt" waren. Westindische Hilfstruppe... Interessen Rumäniens wahrnehmen werde, und war recht schmerzlich berührt, daß das egoistische Rom nur an seinen eigenen Borteil gedacht hat. Man sah, daß selbst die geringsten nationalen Bestrebungen Serbiens beiseite geschoben worden sind, trotz des Den Deutschen in Italien und den Italienern in Deutschland Dankes, welchen der Dreiverband diesem schwer geprüften Bundes- wird der Schuh ihrer Person und ihres Eigentums genossen für die im allgemeinen Interesse geleistete Blutarbeit nach Maßgabe der in beiden Staaten bestehenden London, 4. Juni.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. schuldet. Der Ersatz im Banat, den man in Serbien für seine Gefeße und Rechtsgrundsäge gewährleistet, sie Jamaika hat 500 Mann Fronttruppen aufgestellt; Trinidad, zerstörten Hoffirungen auf die Tür an der Adria bietet, kollidiert dürfen sich weiterhin im Lande frei aufhalten, ausgenommen Barbados und Englisch- Guayana werden dem Vorbilde folgen. aber mit den rumänischen Ansprüchen auf diesen Teil der Haut in den von den zuständigen Behörden bezeichneten Gebieten und Man erwartet, ein westindisches Bataillon von 1500 des noch recht wilden Bären. Auch die Hoffnungen, die Rumänien Ortschaften, sowie vorbehaltlich der Beschränkung von Polizei- Mann an die Front schicken und vollständig erhalten zu können. auf das Entgegenkommen Rußlands sezte, scheinen nicht erfüllt zu werden. Die Bekanntgabe der russischen Absichten auf die Mono- maßnahmen, die ihnen gegenüber im Interesse der Staatssicherheit polisierung des Schwarzen Meeres und der Donaumündungen, und öffentlichen Ordnung und im Interesse ihrer persönlichen welche bei dem Angriff auf die Dardanellen bekannt und erwiesen Sicherheit etwa zur Anwendung gebracht werden. Sie erhalten die Baris, 5. Juni.( W. T. B.) Der Radifale Senator für murden, die miẞachtende Art und Weise, mit welcher die Geltend- Erlaubnis, das Land innerhalb der gegebenen Frist und auf den Bouches du Rhone und ehemaliger Marineminister Camille machung der nationalen Ansprüche Rumäniens in Petersburg auf- Wegen, die von den zuständigen Behörden nach ihrem Ermessen be- Pelletan ist an einem Herzleiden gestorben. Camille Belletan gestorben. BERLIN Leipziger Str. Königstraße A.WERTHEIM Seidenstoffe Louisineseide schwarz... Meter 1.15 Taft deutsches Fabrikat..... 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Mitwirkende: Else Berna. 8 Uhr: Wohltäter der Menschheit Lotte Werkmeister vom ThaliaThalia- Theater 8Uhr: Alt- Berliner Possen- Abend: Das erste Mittagessen. Hermann und Dorothea. Guten Morgen, Herr Fischer! Theater am Nollendorfpl. Sonnt. 3, U.: Der Graf v. Luxemburg 8 Uhr: Immer feste druft! 8 Uhr: 0 diese Leutnants. Theater des Westens Kleines Theater Scherz, Satire, Ironie 8 Uhr: Der brave Fridolin 8, U.: u. tiefere Bedeutung Theater in der Königgrätzer Straße Lustspielhaus 8 Uhr: Rausch 8. U. Herrschaftl. Diener gesucht Montis Operetten- Theater 8 Uhr: Hoheit tanzt Walzer Schiller- Theater 0. 8 Uhr: Alt- Heidelberg. Palast Theater Am Zoo Heute 2 Vorstellungen 3, und 8 Uhr. Nachm. jeder Erwachsene 1 Kind frei. In beiden Vorstellungen das ungekürzte Programm mit Robert Steidl- Adelmanns ? Paini? usw. Kleine Preise! Angenehm kühler Aufenthalt. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Im SchükenZum Schluß: graben. Militärisches Zeitbild von Mehsel. Anfang 7, Uhr. Trianon- Theater 32 Uhr: Die Waise aus Lowood. 8 Uhr: Die Heiratsschule. Volksbühne.Theater am Bülowplatz 8 Uhr: Rösickes Geist 3 Uhr: Rösickes Geist Rose- Theater. Uhr Wie deutsche Helden sterben Gartenbühne 28: D. Försterchrist'l. Walhalla- Theater. 8 Uhr: Eine Meile in der Minute. Gartenbühne: Apollo- Sänger. Voigt- Theater. Badstr. 58. Täglich: Badstr. 58. Carmen. Großes Ausstattungsstüd in5 Bildern. Erstklassiges Varieté Staffeneröffnung 10 Uhr. Anf. 4 Ubr. Mentes Volksgarten Röderstr. 28, an der Landsberger Allee. Heute Sonntag: Konzert und Varieté. Glänzende Spezialitäten. Anf. 3, Uhr. Eröffn. d. Kaffeeküche 2 Uhr Theater, Berlin. Karl Bachmann. Julius Spielmann sowie der glänzende neue Spielplan. Spezialarzt $ f. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beintrante jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in u. Co. fonz. Laborat. j Bluts untersuchung., Fäden i. Harn usw. Dr. Homeyer Friedrichstr. 81, gegenüber Panoptikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. 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Unionistische Minister drängen im Kabinett darauf, daß alle Es sind Männer, die das, was sie als ihre Pflicht gegen ihr Arbeiter, die bei der Herstellung von Vorräten und Munition Land fühlen, in Ehren tun, die dies überall getan haben und oder in Bergwerken und Eisenbahnen beschäftigt sind, unter tun werden- ob Krieg oder nicht." die direkte Kontrolle der Regierung, d. h. unter Kriegs. Man kann zweifeln, ob der humane Jdcalismus, der recht gestellt würden. Arbeiterführer, welche die Regierung zweifellos aus diesen Zeilen spricht, wirklich bei so vielen befragte, sagten, die praktischen Schwierigkeiten würden ernst Bürgern, wie der Briefschreiber glaubt, bis zum Märtyrertunt Henderson ist nicht das einzige Mitglied der Arbeiterpartei, das sein und vielleicht die theoretischen Vorteile überwiegen. Ein gehen würde. Aber daß eine Zuschrift wie diese in einer in der neuen englischen Regierung ein Amt erlangt hat. Der bekannter Gewerkschaftsführer erklärte, die Anwendung Tageszeitung erscheinen darf, in einem Augenblick, wo sich das Bergarbeiterabgeordnete Brace, früherer Präsident des Berarbeiterstaatlichen Zwanges auf Eisenbahner und Bergleute Land sicher in einer ernsten Lage befindet, ist jedenfalls ge berbandes von Südwales und Vizepräsident der Arbeiterpartei, ist würde sehr gefährlich sein. Ein anderer sagte, die Arbeiter eignet, die Anschauungen, die viele Leute bei uns über die zum Unterstaatssekretär im Home Office ernannt worden und der unter Kriegsrecht stellen, hieße die Hölle entfesseln. Das neue Schreckensherrschaft der Zensur in England haben, cinigerAbgeordnete von Norwich G. H. Roberts zum Lord Commissioner Kabinett steht daher gleich bei Beginn vor einer ernsten maßen zu berichtigen. des Schazamts. inneren Streitfrage. Ernährungsfragen. Am legten Sonnabend sprach Henderson vor seinen Wählern in Rotterdam, 4. Juni.( W. T. B.) Der„ Rotterdamsche Courant" Durham anläßlich der durch seine Ernennung notwendig gewordenen meldet aus London: Der Minister für Kriegsmunition Lloyd neuerlichen Parlamentskandidatur. Er wies auf die völlig ver- George sagte in seiner legten Rede noch über die allgemeine änderte Situation hin, unter der er diesmal kandidiere. Die Politik, Wehrpflicht, daß er sie keineswegs für undemokratisch halte. Er Abgeordnetenhauses begann am Freitag mit Erörterungen Die Beratung der verstärkten Budgetkommission des auf Grund deren er jegt um die Stimmen der Wähler werbe, habe sprach mit Anerkennung von den bisherigen Erfolgen des Frei- über Volksernährung. Der Berichterstatter Abg. Dr. Hoeschnicht die volle Zustimmung der ganzen Mitgliedschaft der willigensystems und sprach die Ansicht aus, daß eine Dienst Neukirchen führte aus: Die Verordnungen des Bundesrats und der Arbeiterpartei und aller Zweige der Arbeiterbewegung pflicht auf industriellem Gebiete noch einmal nötig Zentralbehörden hätten die Ernährung des Volkes sichergestellt. Bei erhalten. Er sei indes mit der Mehrheit der nationalen und der werden könnte. Die kurze Erfahrung in seinem neuen Amte habe Futtermitteln seien die Verordnungen manchmal leider zu spät gcparlamentarischen Parteiegekutive in allen Stadien des Krieges im ihm gezeigt, daß das Land nicht die Hälfte seiner industriellen kommen, hätten auch eine übermäßige Erhöhung der Preise nicht Ginklang geblieben. Welche Stellung man auch in den letzten Reistungsfähigkeit angewandt habe, um den Krieg zu gewinnen. mehr verhindern können. Im übrigen hätte die Entwickelung der Juli- und ersten Augusttagen eingenommen habe, die heutige Wir waren, sagte der Minister, vor dem Kriege das am schlechtesten Situation sei so ernst, die Gefahr so groß, daß wer des britischen organisierte Volk der Erde. Namens wert sein wolle, alles für die Einigkeit und die Verstärkung Der Kräfte im Feld wie in der Fabrik tun müsse. Als der Ministerpräsident ihn aufgefordert habe, in das Koalitionsministe= rium für die Kriegsaufgaben und nur für diese, ohne Präjudiz für die Haltung der Arbeiterpartei, einzutreten, habe er diese Botschaft der Nationalexekutive und der Fraktion unterbreitet, die beide mit Mehrheit beschlossen hätten, die Einladung an zunehmen. Eine seiner Aufgaben sehe er darin, die Regierung zu beraten, um Konflikten in der Industrie zuvorzukommen, was bei richtiger Organisation nicht schwer sei. Gegen die allgemeine Wehrpflicht. Nationalistische Hetzversuche in englischen verbieten. Gewerkschaften. Der Gleichmut, womit viele englische Arbeiter ihr Bestreben fortiezen, in einer Zeit fetter Kriegsprofite nicht ihre Lebenshaltung heruntersetzen zu lassen, bringt manche auf die Koalition mit den " Politische Kritik in England. letzten Zeit gezeigt, daß wir im Lande Kornkammern brauchten, die ihren Ueberschuß an Getreide an die dichter bevölkerten Teile des Landes abgeben fönnten. Auch die Viehzucht müsse zu Ueberschüssen in einzelnen Teilen des Landes hochgezogen werden. Bei der Ernte 1915 müsse man mit Schäßungen sehr zurückhaltend sein, einmal, London, 4. Juni.( W. T. B.) Die Westminster Gazette" mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten der Bestellung, dann aber auch schreibt: Unsere Verbündeten sind entsetzt, daß eine öffentliche Er- mit Rücksicht auf die bisherige Trockenheit. An der Verwaltung der örterung der Munitionsfrage gestattet worden ist. Solche Erörte- Organisationen müßten Verbraucher und Erzeuger gleichmäßig berungen müssen fünftig aufhören. Keine Regierung, die ihren Ver- teiligt sein. stand behält, wird sich in die allgemeine Wehrpflicht stürzen, ehe ſie gab nochmals in großen Zügen eine Darstellung der gesamten ErDer Vizepräsident des Staatsministeriums Dr. Delbrüd vollständig überzeugt ist, daß die notwendigen Ergebnisse nicht mit nährungspolitik. Er erklärte der Kommission, daß die Ernäh dem Freiwilligensystem erreicht werden können. Abgesehen von der rungsfrage als gelöst anzusehen sei. Die letzten ErGefahr einer Spaltung der Nation würden mecha- hebungen über unsere Mehlvorräte haben ergeben, daß nach unseren nische Schwierigkeiten einen derartigen Wechsel während des Krieges früheren Berechnungen eine Reserve bon 4 692 732 Doppelzentnern vorhanden sein sollte, während sich tatsächlich nunmehr ein leberschuß von 6 965 929 Doppelzentnern ergebe. Ein gleich Die Unabhängige Arbeiterpartei für einen günstiges Bild ergab die Kartoffelstatistik vom 15. Mai 1915. Den fünftigen Wirtschaftsplan müsse man auf die bestehenden Einrich baldigen Frieden. tungen aufbauen und so gestalten, als ständen wir vor einem weiLondon, 4. Juni.( W. T. B.) Labour Leader" teren vollen Kriegsjahr. Festzuhalten sei grundsäßlich am Prinzip beiden bürgerlichen Parteien eingeschworene Arbeiterparteiler in teilt mit, daß der daß der Vorstand der Unabhängigen getreide und Hafer. Für Gerste sei zu erwägen, ob ein HandelsVorstand der Unabhängigen der Höchstpreise und an der Beschlagnahme, insbesondere bei Broteinige Verlegenheit. Aber auch das politische Urteil eines Arbeiterpartei einen Aufruf gegen die Einführung monopol für eine der bestehenden Kriegsgesellschaften zu schaffen ansehnlichen Teiles der Arbeiterschaft erregt bei ihnen Mißmut. Wir der allgemeinen Wehrpflicht veröffentlicht, und unter den sei. Für Kartoffeln seien vorläufig besondere Maßregeln haben schon von dem gegen die Unabhängige Arbeiterpartei und die Gewerkschaften und sonstigen Arbeiterorganisationen zu ver- nicht ins Auge zu fassen. Eine Beschlagnahme käme, wie bisher, fozialistische Opposition gegen den Krieg arbeitenden neuen sozia- breiten beabsichtigt; er fordert darin alle Parteimitglieder und des Branntweins könne man im wesentlichen an der bisherigen so auch fünftig nicht in Frage. Hinsichtlich Zucker, Düngemitteln listischen" Patriotenfomitee gesprochen. Ob diese Propaganda Erfolg auf, die allgemeine Wehrpflicht zu bekämpfen, und sagt: Es Regelung festhalten. Bei der Frage der Futtermittel schwebten Er. haben wird, bleibt abzuwarten. Von der Methode, die die im Re- ist unnüß, die allgemeine Wehrpflicht zu bekämpfen, wenn wir wägungen. gierungslager stehenden Arbeiterparteiler anwenden, gibt eine mit der Fortdauer des Krieges einverstanden sind. Wenn wir In der Besprechung wurde unter anderem ausgeführt, die Resolution einen Begriff, die die Sektion West Ham des unter dem Einfluß des regierungstreuen Abg. Thomas stehenden Eisenbahner- eine kriegerische Politik nach außen mitmachen, so ist Militaris- Reglementierung des Verbrauchs treffe manchen schwer, sei aber unentbehrlich. Von einigen Rednern wurden möglichst niedrige Verbandes angenommen hat. Sie wendet sich gegen die Union mus, Krieg und allgemeine Wehrpflicht unvermeidlich. Unsere Mehlpreise gefordert und auch darauf hingewiesen, daß der Brot. für demokratische Kontrolle und fordert von ihrem Sekretär positive Politik muß sein, furchtlos für einen baldigen und preis ungebührlich hoch gegenüber dem Getreidepreise erscheine. & D. Morel eine Erklärung darüber, warum ihre ganze Tätig-| dauernden Frieden zu wirken. Auch müsse die Niedrighaltung der Lebensmittelpreise nach Mögteit„ die deutschen Interessen begünstige". Sie erklärt weiter, daß lichkeit angestrebt werden. ein Mann, der Kollege Sir Roger Casements in der Auf verschiedene Anfragen führte der Landwirtschaftsminister aus: Bei der Versorgung der Bevölkerung während des Rongo- Agitation war, Marokko unter deutschen Einfluß zu bringen Die Daily News", die den Kampf gegen die all- Serieges sei weniger ein Mangel an Brotgetreide als an Futter bersuchte und in diesem kritischen Augenblick die Tätigkeit des britischen gemeine Wehrpflicht energisch fortsetzen, veröffent mitteln hervorgetreten, und auch im nächsten Jahre werde hierin Auswärtigen Amis verunglimpft, kein Anrecht auf das Vertrauen licht am 30. Mai eine merkwürdige Zuschrift aus Orforder voraussichtlich keine Aenderung eintreten. Es sei daher nötig, alles organisierter Arbeiter habe". Universitätskreisen. Der Verfasser, der sich„ Universitäts- zu tun, um die Ernährung der Bevölkerung und des Viches zu Bekanntlich verfolgt die Union für demokratische Kontrolle die leftor" zeichnet, erklärt zunächst, daß der Dienstzwang wohl sichern. Was die Fleischteuerung betreffe, so seien die Verhältnisse Abschaffung der Geheimdiplomatie und die Begrün- die Quantität, aber nicht die moralische Qualität der Soldaten im Jahre 1912 ähnlich gewesen. Da die Zufuhr abgeschnitten sei, dung eines dauernden Friedens. Dieses Streben mit einer Besorgung verbessern und daß seine Einführung eine sehr ernste Handels- verbleibe als einziges Mittel die Förderung der Aufzucht der deutscher Interessen gleichzustellen, ist eine niedrige Verdächtigung, und Finanzkrise zur Folge haben würde. Sie würde aber wiesen sei, z. B. bei Kartoffelmieten und ungedroschenem Getreide, Schweine. Solange man bei der Statistik auf Schätzungen ang für die die englischen Arbeiter wohl ebenso wenig Empfänglichkeit auch die nationale Einheit unwiederbringlich vernichten. könne kein zuverlässiges Ergebnis erzielt werden. Ueber die Kultihaben werden, wie für die Zumutung, sich über Morels Eintreten Hunderttausende würden sie als einen Geschäftskniff des Lord vierung von Oedland habe man bereits früher gesagt, daß es vorfür die mißhandelten Stongo- Neger nachträglich zu entrüsten, weil Northclisse( des berüchtigten Kapitäns der Heßpresse) ansehen aussichtlich nicht möglich sein werde, in solchem Umfange Dedland jetzt auch der belgische Kapitalismus engelrein dastehen und unter dieser Fahne nicht kämpfen wollen. Aber der zu bestellen, daß eine für die Ernährung der Bevölkerung wesentfoll. Daß organisierte Arbeiter irgendeines Landes verpflichtet sein Briefschreiber macht noch einen anderen Umstand geltend: liche Vermehrung der Vorräte herbeigeführt werden könnte. In den follen, mit der Auslandspolitik ihrer Regierung durch dick und dünn zu In diesem Land gibt es eine große Anzahl von Männern besezten Gebieten des Westens seien 80 Proz. der Ackerfläche durch gehen, ist eine Auffassung, die vermutlich überall eher Boden ver- gar manche von ihnen gehören zu seinen besten Bürgern unsere Truppen mit Winterweizen, Frühjahrsgetreide und Karlieren als gewinnen wird. Der Versuch aber, Morel und die Union denen ihr Gewissen nicht erlaubt, attiv an einem Rampf teil- toffeln bestellt. Bei den Erörterungen darüber, daß die Produttionskosten der Landwirtschaft durch die Teuerung der Düngemittel, durch die Zusammenkoppelung mit dem Namen des" Hochverräters" zunehmen. Was wird die Regierung mit den Futtermittel, Kohlen usw. erhöht würden, wurde aus der KomCasement zu kompromittieren, ist eine Schäbigkeit, wie man sie sonst Tolstoianern, den" Friends"( Quäkern), den mission hervorgehoben, dann müsse eben versucht werden, die Preise nur bei den Feinden der organisierten Arbeiterschaft findet. Es ist friegsfeindlichen Sozialisten, den Geistlichen der Lebensmittel durch eine Förderung und Unterstützung der Probemerkenswert, daß diese Resolution, die einer Arbeiterorganisation anfangen, die an ihrer Tradition festhalten, was mit den duftion herabzudrücken. wenig Ehre macht, im Arbeiterblatt„ Daily Citizen" abgedruckt ist, widersezigen Irländern und was mit der Masse von In der Sonnabendsizung wurde ausschließlich über die in dem man im übrigen Nachrichten über die politischen Regungen Liberalen, die der Geschäftspolitik in der Kriegsführung Kriegsgetreidegesellschaft und den Organisationsplan der Arbeiterschaft vergebens suchen wird. Widerstand leisten werden? Ich weiß was ich sage, wenn für die künftige Brotversorgung verhandelt. Einleitend führte der Berichterstatter Dr. Hoesch- Neukirchen ich Ihnen versichere, daß es im ganzen Land eine aus: Vor allem sei eine verstärkte Dezentralisation vonnöten, die große Zahl von verantwortlichen und erstklassigen Bürgern Abnahme, Bezahlung und die Disposition der ersten geschäftlichen gibt, die eher ins Gefängnis gehen werden, Maßnahmen in die Hände der Kommunalverbände zu legen habe, als daß sie sich zwingen lassen, zu kämpfen. welche den Produzenten, aber auch einem großen Teile der KonsuEuropa erschüttert, um so gewaltiger seien die Opfer, die das Land| Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, im gleichen nachher zu tragen haben werde. Es sei falsch und verderblich, noch Geiste tätig gewesen seien. länger Hoffnungen nachzujagen, die sich ganz unzweideutig als Um die Lücken im Offizierkorps auszufüllen, habe man durch Illusionen erwiesen. Die Bauern hätte man für den Krieg be- eine Proklamation die Schüler höherer Schulen aufgefordert, sich geistert, indem man ihnen sagte: In Ostpreußen könnt Ihr Euren zur Militärschule zu melden. Hier sollten sie vier Monate ausge= Landhunger befriedigen! Gefangene Russen hätten darüber eine bildet werden und dann gleich das Offizierspatent erhalten. Diesem Jm nachfolgenden gebe ich Mitteilungen wieder, die aus zwei ganz naive Meinung befundet. Sie wären der Ansicht gewesen, lockenden Angebot sei eine nur ganz geringe Zahl von Schülern geverschiedenen Quellen stammen, welche ganz unabhängig vonein- daß sie nur nach Deutschland marschieren, dort Land zu erobern folgt, ein deutlicher Beweis dafür, daß die Abneigung gegen den ander ihre Informationen aus solchen russischen Streisen erhielten, brauchten und dann könnten sie sich ein passendes Pläßchen aus Krieg in diesen Schichten ziemlich allgemein sei. Große Sorge bederen Verbindungen bis direkt in die Regierung hineinlaufen. Die suchen, den Kriegsrock ausziehen und auf dem so gewonnenen Boden reite die nächste Ernte, die infolge falscher Maßnahmen in manchen eine Persönlichkeit wohnte fast zwei Jahrzehnte lang in Rußland, als unumschränkte Herren wirtschaften. Bei den Vernehmungen Bezirken sehr fümmerlich ausfallen werde. Das von der Regierung nicht als Privatperson, sondern als Inhaber einer sehr einfluß machten verschiedene Gefangene dem Herrn, den sie für einen Russen erlaffene Getreideausfuhrverbot habe auch einen Ausgleich im Lande reichen wirtschaftlichen Stellung. Diese Stellung und verwandt- hielten, ganz genaue Angaben über das Land, das sie sich bereits selbst verhindert. Der Ueberfluß des einen Bezirks gelange nicht schaftliche Beziehungen brachten die erwähnte Persönlichkeit in als dauernden Wohnsiz ausgesucht hatten. Sowie den Bauern die dorthin, wo es an Getreide mangele. Hier sei dann das Saatdauernde Fühlung mit sogenannten ersten Gesellschaftskreisen. In Erkenntnis gekommen war, daß der Krieg sic doch nicht auf die ge- getreide aufgezehrt worden. Als schließlich Anordnungen getroffen der letzten Zeit konnten einige der durch den Krieg zerrissenen dachte Weise zu freien Landbesitzern machen werde, sei bei ihnen wurden, um den notleidenden Gebieten Saatforn zuzuführen, sei es Fäden wieder angeknüpft werden. Die Mitteilungen dieser Per- auch jede Lust am Kriege, jede Willigkeit, ins Feuer zu gehen, voll zu spät gewesen, und so habe ein großer Teil der Felder nicht besönlichkeit decken sich mit anderen, die ich von einem Ausländer er ständig geschwunden. Warum sollen sie sich in die Gefahr stürzen, ſtellt werden können. hielt, mit dem mich kürzlich ein Zufall zusammenbrachte, gerade erschossen zu werden, wenn ihr Landhunger doch nicht befriedigt Auf diese Weise geselle sich für Rußland zu dem bisherigen als er aus einer russischen Gesellschaft kam, die sich in einem der wird?" Auch bei den Arbeitern und den Intellektuellen mache sich Kriegsunglüd, zu den furchtbaren Opfern an Menschen und wirtvon Deutschen besetzten russischen Gebiete zusammengefunden hatte. der Wille zum Frieden immer stärker bemerkbar. Vergeblich ver- schaftlichen Werten auch noch die Aussicht auf Mißernte und Nach den Informationen aus beiden Quellen ist der Wille zum suche die Heeresleitung, diesen Willen durch falsche Nachrichten über Hungersnot. Daraus erwüchsen für Rußland schwere Gefahren; Friedensschluß in Rußland in starkem Maße vorhanden und erfaßt russische Siege und Niederlagen der Verbündeten zu dämpfen. Schon furchtbar werde. die Empörung des Volfes sein, das sich von der Retäglich weitere Kreise. Als böser Geist gilt die Großfürstenpartei vor zwei Wochen habe man die Nachricht verbreitet, die Dardanellen gierung betrogen fühle. Je schneller der Krieg beendet werde, um mit dem Großfürsten Nikolaj Nikolajewitsch. Der Zar, von dem seien gefallen, Hungerrevolten in Deutschland und Oesterreich ge- so erfolgreicher könnten die Wirkungen des heraufziehenden Geman in der Beamtenschaft mit großer Liebe und Anhänglichkeit hörten zu den täglichen Ereignissen, ebenso Meutereien von Sol- mitters und der vollständig nicht mehr zu verhindernde Notstand spricht, sei ohnmächtig gegen die Kriegspartei, von der er beinahe daten. In Wirklichkeit fürchte man dergleichen in Rußland. Bei gemildert werden. Das unverkennbare Babanquespiel der Großwie ein Gefangener behandelt werde. In den Kreisen der Regie- dem Aufgebot der Rekruten der Jahresklasse 1915 wären im Bezirk fürstenpartei treibe Rußland unabwendbar in eine fürchterliche rung herrsche die Ueberzeugung vor, daß eine weitere Fortsetzung Petersburg fast gar keine Anmeldungen erfolgt. Gegen den darin Katastrophe hinein. des Krieges das Unglück für Rußland nur vergrößern könne. Man zum Ausdruck kommenden passiven Widerstand sei nichts unter- Diese Auslassungen schienen mir wegen der Umstände und habe die Hoffnung gehegt, unter dem Szepter des Zaren jezt die nommen worden, keiner derjenigen, die sich nicht zur Stammrolle wegen der Quellen, denen ich sie verdanke, beachtenswert genug, um Herrschaft des Panslawismus in Europa aufzurichten. Die Ereig- gemeldet hätten, wären eingezogen worden. Man wolle die Ele- davon an dieser Stelle Notiz zu nehmen. Der weitere Gang der nisse hätten diesen von der Militärpartei trügerisch genährten Ge- mente fernhalten, von denen in den Kasernen und an der Front Ereignisse wird ja darüber richten, ob und inwieweit diese Mitteidanken zu Grabe gebracht und die Ueberzeugung gefestigt, daß die eine Propaganda gegen den Krieg befürchtet werden müsse. Höhere lungen tatsächlichen Verhältnissen und berechtigten Stimmungen Zeit der Germanen gekommen sei. Je länger der Krieg dauere, und mittlere Schulen seien geschlossen worden, nachdem man ent- entsprechen. Munitionsarbeiter unter Kriegsrecht? London, 4. Juni.( W. T. B.) Der Parlaments forrespondent der„ Daily News" News" schreibt: Vom nordöstlichen Kriegsschauplah. Sehnsucht nach Frieden in Rußland. Ost presse quartier, den 31. Mai. = um so heftiger und nachhaltiger würde die Stellung Rußlands in deckt habe, daß sie Herde antifricgerischer Agitation bildeten, wobei Düwell, Kriegsberichterstatter. menten näherständen wie eine einzige Zentralstelle in Berlin. Der ioeitere Ausbau könne in einer Provinzialausgleichsstelle bestehen. Bestimmt aber müsse eine Landeszentrale den einzelnen Bundes- staaten zugebilligt werden, welche ihrerseits den Verkehr mit der letzten Ausgleichsstelle des Reiches zu betreiben habe. Der Reichs- zentrale sei neben der Verwaltungsstelle eine geschäftsführende, kaufmännisch geleitete Stelle beizugeben, der auch unter Umständen die Verwaltung der in Ausficht genommenen staatlichen Getreide- rücklagen anzuvertrauen sei. Unter allen Umständen sollte aber an den leitenden Stellen nicht eine von einem unabhängigen Aufsichts- rat geleitete private G. m. b. H. stehen, sondern es habe ein durch- aus paritätisch, aus allen beteiligten Berufsständen, aus Vertre- tern der Produktion und des Konsums gebildeter Ausschuh, selbst- verständlich unter Hinzutritt von Staatsbeamten die Verwaltung auszuüben. In der Besprechung ergab sich Uebereinstimmung darüber, datz die Kriegsgetreidegesellschaft fortbestehen, jedoch umgestaltet werden solle. Der U n t e r sta a t s s e k r e t ä r im Finanz ministe- r ium sagte, die an der Kriegsgetreidegesellschaft geübte mannig- fache scharfe Kritik in der Oeffentlichkeit sei daraus zu erklären, dah die Kriegsgetreidegesellschaft in der Not der damaligen Zeit gegründet werden muhte unter vorwiegender Berücksichtigung der Konsumentenintereffen. Die Kriegsgetreidegesellschaft habe in die Interessen der Landwirte wie des Handels wie der Müller ein- greifen müssen; hieraus erkläre sich ein nicht geringer Teil der Angriffe. Die Kriegsgetreidegesellschaft habe ihre schwere Aufgabe, die Mehlversorgung der gesamten Bevölkerung, der Armee und der Gefangenen sicherzustellen, nur leisten können, wenn sie die Einfüh- rung der Selbstverwaltung aus Z 26a tunlichst lange und min- bestens bis zur endgültigen Feststellung des Ueberschusses und Be- darfs der Kommunalverbände hinausschob. Der Nachteil, dah seinerzeit beschlagnahmtes Getreide nun in geringer Menge hier und da wieder Kreisen zugeführt werden müsse, denen es einst ent- zogen wurde, sei von geringer Bedeutung. Gegenwärtig unter Gel- tung des§ 26a habe mehr als die Hälfte der Kommunalverbände Selbstwirtschaft. Im kommenden Erntejahr werde die Selbstwirt- schaft der Kommunalverbände ausgebaut werden können. Mit grohem Nutzen seien vielfach mehrere Kreise zu einem Versorgungs- bezirk vereinigt worden. Vornehmlich bewähre sich die Zusammen- arbeit einzelner Städte mit ihren benachbarten Landkreisen. Zwangsweise solle man gröhere Verbände nicht schaffen. Die Kriegsgetreidegesellschaft müsse unter allen Umständen im neuen Erntejahre erhalten bleiben. Eine rein bureaukratische Ausgleichs- stelle genüge nicht. Der Handel mit einem an Qualität so vor- schiedenen und so empfindlichen Artikel wie Getreide erfordere eine kaufmännische Organisation. Der Vizepräsident des Staatsmini st eri ums stellte fest, dc�h in allen wesentlichen Punkten der zur Besprechung stehenden Fragen Uebereinstimmung zwischen Regierung und Kom- Mission bestehe. Meinungsverschiedenheiten beständen nur Hinsicht- lich von Einzelheiten der Neuorganisationen. Die Schwierigkeiten, die sich der Kriegsgetreidegesellschaft ergeben hätten, seien zurück- zuführen erstens darauf, datz die Kriegsgetreidegesellschaft schon als privatgeschäftliches Unternehmen bestand und die Aufgabe, 66 Proz. der Getreidevorräte aufzukaufen, schon in Angriff genommen'hatte, als die Beschlagnahme erfolgte und der Kriegsgetreidegesellschaft autoritative Eigenschaften gegeben wurden, zweitens darauf, dah die Kriegsgetreidegesellschaft, die erst eine rein preuhische Organisa- tion gewesen sei, auf das Reich übernommen werden muhte. Die Fortsetzung der Besprechung wurde auf Montag, nach- mittags 4 Uhr, vertagt.______ politische Ueberficht. Ueber den lybischen„Raubzug". Traf E. Reventlow schreibt in der„Deutschen Tageszeitung", anknüpfend an die Rede Salandras, über die Haltung Deutschlands und Oesterreich-Ungarns während des Tripolitanischen Krieges, der bekanntlich die Vor- stufe für die kurz darauf einsehenden Balkankriege bildete und somit auch mit dem jetzigen Kriege in direktem Zusammen- hang steht.„Wie man heute aussprechen kann und muß", schreibt Graf Reventlow, sei die italienische Expedition nach Lydien„ein Raubzug Italiens im uneingeschränkten Sinne des Begriffs gewesen." In Deutschland habe diese Auffassung „uneingeschränkt bestanden und nur rein politische Gründe waren es, welche damals die Reichs- regierung und die Presse veranlatzten, die Ge- suhle der Entrüstung und Verurteilung zurückzudrängen, unr politisch das beste aus der neu- geschaffenen Lage zu machen, was im Bereiche der Möglichkeit zu liegen schien." Wenn hier Graf Reventloiv von„der Presse" schlechthin spricht, so schlägt er den Tat- fachen ins Gesicht. Die sozialdemokratische Presse in Deutschland und Oesterreich-Ungarn ließ sich damals durch keinerlei„politische Gründe" und diplomatische Spekulationen abhalten, das imperialistische Abenteuer Italiens als das zu kennzeichnen, was es wirklich war, und die politischen Zu- sammenhänge aufzudecken, die es Italien ermöglichten, sich in das blutige Abenteuer in Tripolis zu stürzen und die Auf- teilung der Türkei einzuleiten. In einem befremdlichen Gegensatz zu der von Reventlow konstatierten schroff ablehnenden Haltung Deutschlands zu dem lybischen„Raubzug" stehen die Feststellungen in dem- selben Artikel, Deutschland und Oesterreich-Ungarn hätten „gerade in der Tripolis-Unternehmung Italien ganz un- schätzbare Dien st e geleistet" und„Italien tvürde seine lybis che Unternehmung ohne den Rückhalt seiner beiden Bundesgenossen nicht haben durchführen können". Nun meint aber Graf Reventlow:„Es liegt heute nicht in der ersten Linie des öffentlichen Interesses, näher auf die verwickelten Zusammenhänge jener Periode einzugehen." Wir vermögen den Grund dafür nicht recht einzusehen. Gerade jetzt, Ivo alte politische Kombinationen zusammenstürzen und einige von den bisher sorgsam gehüteten Geheimnissen der Berufsdiplomatie von den Stürmen des Weltkrieges in Stücke geschlagen worden sind, scheint es uns eine unabweisbare Not- wendigkeit zu sein, den„verwickelten Zusammenhängen" der dem Weltkrieg vorangegangenen Periode in allen Einzelheiten nachzugehen. Die politische Schulung unseres Volkes könnte dadurch nur gewinnen. Kein englisches Friedensangebot. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: „In der„ B e r n e r Tagwacht" wird ein sozialdemo- kratischer Aufruf wiedergegeben, in dem unter heftigen An- klagen gegen den Imperialismus behauptet wird, Deutsch- land habe ein englisches Friedensangebot zurückgewiesen. Auch in hiesigen Arbeiterkreisen werden Gerüchte zu verbreiten gesucht, nach denen im März ein an- gesehener Amerikaner hier englische Friedensangebote über- bracht hätte. Wir stellen fest, daß keinerlei Friedensan- regungen der englischen Regierung hierhergclangt sind. Im März hat allerdings ein angesehener Amerikaner, der, um über die Stimmung der kriegführenden Staaten sich zu infor- mieren, die europäischen Hauptstädte bereiste, aus Paris und London kommend Berlin besucht, hier aber lediglich mitteilen können, daß weder in Paris noch London irgendeine Geneigt, heit zu Friedensverhandlungen bestehe." Für den Frieden. Der Kardinal Hartmann von der Kölner Erzdiözese hat einen Hirtenbrief veröffentlicht, in dem er ermahnt, im Gebet um die Herbeiführung des Friedens zu bitten. Am 13. Juni soll ferner eine allgemeine Kollekte zum Besten der in Feindesland befindlichen Kriegsgefangenen veranstaltet werden. In dem Hirtenbrief heiht es u. a.: „Wahrhaftig, die Not ist groh geworden auf Erden in diesen furchtbaren Kriegswirren, auch unsere Not trotz aller glänzenden Waffenerfolge unserer tapferen Heere und trotz oll unserer Zuversicht auf endgültigen Sieg. ES erschüttert uns im Innersten unserer Seele, wenn wir der Opfer gedenken, die in der Blüte und Kraft des Lebens dahinsinken auf den Schlachtfeldern, der Ver- mündeten und Gefangenen; wenn wir gedenken der Ver- Wüstungen und Verheerungen, der Lasten. Sorgen und Tränen, die dieser Krieg schon gefordert hat und anscheinend noch weiter fordern wird, daheim in unserem Vaterlande und bei unseren treuen Verbündeten, aber auch selbst bei unseren Feinden." „Das blödsinnige Treiklassenwahlrecht." Der nationalliberale Abgeordnete Fuhrmann hat im „Tag" seine Parteifreunde Schiffer und Böhme kritisiert, weil sie kürzlich für eine Reform des preußischen Wahlrechts ein- traten. In Abwehr dieser Angriffe erinnert nun der„Deutsche Kurier" an.eine Rede, die Fuhrmann im Dezember 1907 ge- halten hat. Nach dem„Kurier" hieß es darin: „Es ist das erstrebenswerteste Ziel, auch für den Land- tag das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht einzuführen. Ich mache aus diesem Wunsche gar kein Hehl. Ein elenderes, ungerechteres, verlotterteres Wahlrecht a l s das preußische Landtagswahlrccht gibt es nicht. In Preußen regiert heute nur der Geld- sack, um den zu beseitigen, finden Sie mich alle Zeit bereit. Es gibt nichts Unmoralischeres als eine öffentliche Wahl. Wenn ein Arbeitgeber die Macht, die ihm sein Geldbesitz ver- leiht, dahin ausübt, daß er Arbeitnehmer zwingt, ebenso zu wählen wie er, so beweist das die Erbärmlichkeit dieses Systems. Das erste Erfordernis, für das wir eintreten werden, ist die Beseitigung der öffentlichen Wahl und dann die des blödsinnigen Dreiklassenwahlrechts." Schärfer ist auch von der Sozialdemokratie dieses Wahl- recht nicht kritisiert worden._ Schluß des Preußischen Landtags. Zu der Frage, ob Schluß oder Vertagung, können wir mitteilen, daß das Staatsministerium nach erneuter Erwägung bei seinem Beschlüsse, die gegenwärtige Session beider Häuser des Landstags demnächst zu schließen beharrt. Infolge dieses Beschlusses hat der Präsident des Abgeordnetenhauses die Vertreter der Fraktionen zu einer Besprechung auf Mitt- Wochnachmittag eingeladen. Die Arbeiten des Preußischen Landtags werden sich Wohl lediglich auf die Verhandlungen der verstärkten Budget- kommission beschränken. Noch eine Plenarsitzung Ende nächster Woche für die Berichterstattung aus dieser Kommission, und dann tritt der S e s s i o n s s ch l u ß ein. Vor Spätherbst dieses Jahres ist dann kein neues Zusammentreten des Preußischen Landtages zu erwarten. Jedenfalls liegt der Zeitpunkt der erneuten Einberufung nachher ausschließlich bei der Regierung._ Aus der Hast entlassen. In Elberfeld war vor vierzehn Tagen der Genosse Otto N i e b u h r als Verantwortlicher der Monatsschrift„Morgenrot" verhaftet worden. Ein Antrag auf Haftentlassung war von der Elberfelder Staatsanwallschaft abgelehnt worden. Die gegen diesen Entscheid beim Oberlandesgericht eingelegte Beschwerde hatte Erfolg. Der Antrag auf Haftentlassung gegen eine Kaution von S(XX> M. ist am Sonnabend genehmigt worden. Reform des Reichsvereinsgesetzes. In der vorletzten Tagung waren im ReichshauShaltSausschusse einige Abänderungen des Reichsvereinsgesetzes inbezug auf die Teilnahme Jugendlicher an politischen Versammlungen, ferner inbezug auf den Gebrauch fremder Sprachen in solchen Ver- sammlungcn und inbezug auf die Gewerkschaften beantragt worden. Der HauShaltsauSschuh beschloh, die Anträge einem be- sonderen Ansschusse zu überweisen, und das Haus trat diesem Be- schlusse bei. Es wurde ein Ausschutz von 21 Mitgliedern nieder- gesetzt, der sich laut„Deutscher Tageszeitung" am letzten Tage vor der Vertagung konstituierte. Der Vorsitzende ist der national- liberale Abgeordnete Junck._ Hoch gehaltene Kartoffelpreise. Manche amtlichen Stellen scheinen die Absicht zu haben, das Sinken der Kartoffelpreise zu verhindern. So macht der Vorsitzende der Kriegsgetreidestelle des Landkreises Bielefeld bekannt, datz Kar- toffeln zum Preise von 6 M. zu kaufen gesucht werden. Die hohen Kartoffelpreise sind längst heruntergegangen und ein Preis von 6 M. rechtfertigt sich bei den tatsächlichen Verhältnissen durchaus nicht mehr. Infolge des hohen Angebots und namentlich auch, weil fort- gesetzt grotze Mengen von Kartoffeln aus Holland eingeführt werden. ist in einigen Bezirken Nordwestdeutschlands der Preis für die Kar- toffeln schon auf 2—3 M. für 166 Pfund gesunken. Keine Teuerungszulage. Die sozialdemokratische Fraktion der Bremischen Bürgerschaft hatte den Antrag gestellt, den in Staatsbetrieben beschäftigren Ar- beitern eine Teuerungszulage zu gewähren. In der Sitzung vom 2. Juni wurde der Antrag von den bürgerlichen Vertretern scharf bekämpft und abgelehnt, weil man befürchtete, datz dann auch die Arveiter in den Privatbetrieben die Teuerungszulagen fordern würden. Zu ihrer GewissenSberuhigung beschlossen die Herren aber, den Senat mit der Abfassung eines Berichtes über die Wirkung der Teuerung zu beauftragen._ Ter Umfang der Zerstörungen in Ostpreußen. Der Kriegsschaden an Gebäuden in Ostpreußen ist jetzt genau ermittelt worden. Der Lefter der vom Staate neu- geschaffenen Hauptberatungsstelle in Ostpreußen, Baurat Fischer, hat in einem Vortrage über den Umfang der Zer- störungen folgende Angaben gemacht. Es sind im Regierungsbezirk Königsberg in 9 Kreisen 2467 Gebäude Allenstein. 9. 12 768 „„ Gumbinnen„ 12„ 18 378„ zusammen in der ganzen Provinz 33 553 Gebäude vernichtet oder stark zerstört worden. Das Stickstoffhandelsmonopot. Zu den Ausführungen, die eine Berliner Zeitung an Mit- teilungen der„Nordd. Allg. Ztg." über die Vertagung der Stickstoff- kommission bis Anfang August angeschlossen hat, bemerkt jetzt das offiziöse Organ: 1. Die Auffasiung, datz die Monopolvorlage lediglich auf die Erzeugung von Kalkstickstoff zugeschnitten sei, ist irrig. Zweck der Vorlage ist vielmehr, eine für die Bedürsnisie der milüärischen und wirtschaftlichen Landesverteidigung ausreichende Erzeugung von Stickstoffverbindungen, einerlei welcher Art, im eigenen Lande gegen- über allen Möglichkeiten sicherzustellen. 2. Gleichfalls irrig ist die Annahme, datz die Reichsleitung bei ihren bisherigen Matznahmen das Habersche Verfahren der synthetischen Gewinnung von schwefelsaurem Ammoniak unberiick- sichtigt gelassen und lediglich das C a r o s ch e Verfahren der Ge- winnung von Kalkstickstoff herangezogen habe. In Wirklichkeit hat die Regierung die Beschleunigung des Ausbaues und die beträcht- liche Vergrötzerung der nach dem Haberichen Verfahren arbeitenden Anlagen durch eine weitgehende finanzielle Mitwirkung veranlatzt, bevor die Verträge mit der angeblich allein berücksichtigten Kalkstick- stoffgruppe überhaupt zum Abschlutz kamen. 3. Die Behauptung, datz die Reichsleitung bei der Behandlung der Stickstofffrage sich nur auf die Informationen und Vorschläge einer Produzentengruppc stütze, ist, wie sich schon aus 1 und 2 ergibt, durchaus unbegründet. Aus dem preußische»» Landtag. Im preußischen Abgeordnetenhause find zu Beginn des neuen Sessionsabschnittes eine Reihe wichtiger Anträge eingebracht wor- den. Die Nationalliberalen beantragen mit Unterstützung der Fortschrittler die Einbringung eines Gesetzentwurfs über das Verbot der Bildung von Fideikommissen während des Krieges. Das von ihnen verlangte Gesetz soll nur aus einem einzigen Paragraphen bestehen: „Während der Dauer des Krieges und bis zum Ablauf von zwei Jahren nach dem Friedensschlüsse ist die Bildung von Fideikommissen oder die Vergrößerung von bestehenden Fidei- kommissen nicht zulässig. Ausnahmen bedürfen der Genehm!- gung des Staatsministeriums. Soweit sie erfolgen, ist dem Landtag bei seinem nächsten Zusammentritt davon Mitteilung zu machen." Von den Fortschrittlern wurde ein Antrag eingereicht, der die Regierung ersucht, dem Haus« eine Ueberficht darüber vorzu- legen: ob und in welchem Umfange in den zerstörten Teilen Ostpreußens Verhandlungen mit den bisherigen Pächtern der Do- mänen über Aufhebung des Pachtzinsvertrages ge- führt sind; in welchem Umfange im Verhältnis zur Gesamtfläche in den in Frage kommenden Landesteilen Domänen für die Zwecke der inneren Kolonisation zur Verfügung gestellt sind oder zur Verfügung gestellt werden sollen: und endlich, ob und in welchem Umfange der Versuch gemacht wird, in den betreffendeu Landesteilen auch Privatgüter für die Zwecke der inneren Ko- Ionisation zu erwerben. Ein anderer fortschrittlicher Antrag bezweckt Matznahmen gegen die Schädigung der Ernte durch Wild; er verlangt u. a., daß die Befugnis zur Anordnung gewisser Maßnahmen zur Wild- schadenverhütung für die Kriegsdauer auch den Gemeindebehörden erteilt werden soll. Ein dritter fortschrittlicher Antrag fordert die Regierung auf, dem Hause eine Ueberficht darüber vorzulegen, ob und in welchem Umfange in Preutzen Land und Geldmittel für Klein siede- l u n g e n landwirtschaftlicher und landwirtschaftsgewerblicher Art für Kriegsbeschädigte und Kriegsteilnehmer zur Verfügung ge- stellt werden sollen. Zu dem bereits mitgeteilten Antrag B r u st(Ztr.) auf Aeu- derung des Knappschafts-Kriegsgesetzes haben die Sozialdemo- traten einen Zusatzantrag eingebracht, wonach Militärpensione», die aus Anlaß des gegenwärtigen Krieges gezahlt werden, auf die Renten der Witwen und die Beihilfen zur Erziehung der Kinder nicht angerechnet werden dürfen. Für den von der sozialdemokratischen Fraktion geplanten An- trag auf Uebertragung des Reichstagswahlrechts a u f P r e u tz e n ist es bisher nicht gelungen, die erforderliche An- zahl Unterschriften zusammenzubringen. Wie mitgeteilt, hat das Abgeordnetenhaus den Wohnungs- g e s e tz e n t w u r f in die Kommission zurückverwiesen. Damit ist aber noch nicht gesagt, datz die Kommission auch wirklich zusammen- tritt. Der Vorsitzende der Kommission hat den Mitgliedern viel- mehr die Mitteilung zugehen lassen, datz er, falls das Staats- Ministerium das HauS schließen wird, die Kommission überhaupt nicht wieder zusammenzuberufen gedenkt. Sollte die Regierung jedoch den Wünschen des Hauses entsprechend einer Vertagung zu- stimmen, so beabsichtigt der Vorsitzende eine Sitzung der Kommission einzuberufen, aber voraussichtlich auch erst Ende nächster Woche, wahrscheinlich sogar erst am Montag, den 14. Juni. Die heilige Unschuld. AuS Amsterdam schreibt man uns: Das„Allgemeene Handclsblad" ist über den„Vorwärts" entrüstet, weil er ein paar Worte über den Zusammenhang gesagt hat, der zwischen mili- taristischer Agitation und Rüstungskapitalismus auch in Holland be- steht. Er nennt es eine ungeheuere„Naivität", datz eine der krieg« führenden Parteien ihre holländischen Nachbarn tadle, weil sie Matz- regeln zu ihrer Verteidigung treffen.— Nichts kann uns natürlich ferner liegen, als dem würdigen und gewiegten Organ des Amster- domer Großhandels das Epitheton der Naivität zurückzugeben. Sollte eS aber bei seinen Lesern nicht zuviel Harmlosigkeit voraussetzen? Es gibt eine Art, militärische Matznahmen zu betreiben, die in bestimmten Situationen nicht so sehr die Sicherheit des Landes erhöht, wie die Stimmung für kriegerische Leistungen vorbereitet. Etwas davon hat man ja in Italien gesehen. So„naiv" sind wir nun nicht, datz wir den Herren vom„Handclsblad" wirklich kriegerische Leidenschaften zu- muten, trotz einiger Fanfarenstötze in den letzten Tagen. Sie haben auch richtig begriffen, datz wir, als wir von der Gründung einer holländischen Waffenmanusaktur sprachen, internationale Erscheinungen im Auge hatten. Diese liegen so offen da, datz auch bürgerliche Friedensfreunde für das Staatsmonopol der Waffen- und Munitionsfabrikation eintreten— vielleicht selbst die- jenigen, die das Manifest der Zweiundzwanzig für die Verdreifachung des holländischen Kriegsaufgebots unterzeichnet haben. Das „HandelSblad" aber merkt nicht, datz man die Landesverteidigung von privater Profitinacherei separieren kann...— Datz Damen in gesetztem Alter, die längst aufgehört haben,„naiv" zu sein, doch die Naiven weiter spielen wollen I Gewerkschaftliches. Die langen Lohnzahlfristen. Auf einer Besprechung rheinisch-westfälischer Gcwerkschafts- kartelle wurde bei der Erörterung der wichtigen Frage der Sicherung der Volksernährung im Kriege auch wieder einmal der Krebsschaden der langen Lohnzahlfristen beklagt und Abhilfe gefordert. Ueber das Uebel dieser langen Lohnzahlfristen, wie sie noch in der Bergbau- und Hüttenindllstrie vorherrschend sind, ist von den Arbeiterorganisationen und der sozialdemokratischen Presse schon so viel durchschlagendes Material beigebracht worden, daß man sich billig wundern kann, wie dieses Ueberblcibscl einer vergangenen Zeit immer noch weiter schweren Schaden anrichten kann. Es widerspricht auch dem Geist der Gewerbeordnung durchaus. Nach dem ersten Absatz des§ 119a der Gewerbeordnung dürfen Lohn- einbchaltungen, die von Gewerbeunternehmern zur Sicherung des Ersatzes eines ihnen aus der widerrechtlichen Auflösung des Arbeitsverhältnisses erwachsenden Schadens oder einer für diesen Fall verabredeten Strafe ausbedungen werden, bei den einzelnen Lohnzahlungen ein Viertel des fälligen Lohnes, im Gesamtbetrage den Betrag eines durchschnittlichen Wochen- lohnes, nicht übersteigen. Die Berg- und Hiittemmternchmer lassen aber den ver- dienten Lohn vier, sechs Wochen lang nicht„fällig" werden und die ganze Wirkung der Bestimmung der Gewerbeordnung ist ausgewischt! Nach der Arbeitsordnung der Henrichshütte in� Hattingen können beispielsweise die Arbeiter nach den ersten vierzehn Arbeitstagen nur am 12. eines Monats zum 1. des folgenden Monats oder am 1. zum 15. desselben Monats kündigen. Die Löhnung für den abgelaufenen Monat ist erst am 16. des folgenden Monats. Am vorletzten Tag jeden Monats wird ein„Abschlag" gewährt. Im Arbeitsverhältnis gestalten sich die Dinge nun sehr oft folgendermaßen: Auf den Hüttenwerken besonders wurde es bis in unsere Zeit vielfach schon als arge Anmaßung an- gesehen, wenn ein Arbeiter vor Beginn der Arbeit fragte, was er verdienen werde. Es hieß unwirsch:„Kommen Sie nicht schon so l Fangen Sie mal erst an, damit wir sehen, was Sie können!" Fing dann der Arbeiter daraufhin an und stellte sich nachher heraus, daß er viel weniger an Lohn be- kam, als er erwartet hatte, dann sah er plötzlich, daß er rascher in die Fabrik gekommen war, als wieder heraus Fing der Arbeiter am Ersten des Monats an, so bekam er am Ende eine„AbschlagL"zahlung. Es heißt wohl in der Arbeitsordnung, daß diese Zahlung der ungefähren Höhe des in der ersten Hälfte des betreffenden Monats verdienten Lohnes entsprechen solle, doch konnte der Arbeiter am Ab- schlag nicht genauer erkennen, was er verdient hatte. Er mußte warten, bis die Hauptabrechnung erfolgte. Sie ge- schieht noch der Arbeitsordnung am 16. d. M. Wollte der Arbeiter nun, enttäuscht, wieder fort, so mußte er noch ein- mal vierzehn Tage gegen den ihm viel zu geringen Lohn »veiter arbeiten, bis er überhaupt erst kündigen konnte! Denn der Kündigungstermin war am 15. des Monats, einen Tag vor der Löhnung! Daß dies Zufall ist, kann man schlecht glauben. Jedenfalls ist die Wirkung die, daß auf diese Weise der Arbeiter gegen seinen Willen gehalten ist, viel länger auf dem Werk zu bleiben, als die eigentliche Kündigungsfrist ausniacht. Am Ersten des folgen- den Monats konnte der Mann nämlich erst kündigen,»vorauf er weitere vierzehn Tage arbeiten mußte, bis er endlich loskam und anderwärts eine bessere Arbeitsgelegenheit suchen konnte. So betrügt die Kündigungsfrist nach der Arbeitsordnung der Henrichshütte zwar nur einen halben Monat, trotzdem mußte der Arbester in Wirklichkeit zehn Wochen aushalten. In den Fällen, wo Arbeiter solange nicht für die gezahlten Löhne arbeiten wollen und„in den Sack hauen", kommt dann hinzu, daß sie sechs Schichtlöhnc„ivegen Vertragsbruch" loswerden! Nach der Gewerbeordnung müssen die Kündigungsfristen für beide Teile gleich sein! durch die Bestiinmungen über die Lohn- zahlung wird bewirkt, daß sie in W i r k l i ch k e i t u n- g I e i ch s i n d. So ist der Arbeiter doppelt geschädigt, ein- mal, weil er mit seinen verdienten Groschen das Betriebs- kapital der Werksunternehmer vermehren Helsen muß, und dann durch die lange Bindung infolge der Wechselbeziehungen zwischen Lohn- und Kündigungstagen. Die uns vorliegende Arbeitsordnung der Henrichshütte ist aus dem Jahre 1995. Ob sie inzwischen geändert ivurde, ist uns nicht bekannt. Durch die langen Lohnzahlfristen geraten die Arbeiter in die Borgkncchtschast der Händler und sie verlieren die Lust an einer geregelten Wirtschaftsführung. Darüber ist auch Hus bürgerlichen Kreisen schon viel geklagt tvorden. So schreibt Li Fischer-Eckert in ihrer verdienstlichen Schilderung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der Frauen in dem modernen Jndustrieort Hamborn, daß die übliche Lohn- zahlungsmethode eine geregelte Kauffähigkeit des Bergarbeiters erschwere: „Die Lohnzahlung findet nach der Arbeitsordnung in der zweiten Hälfte des auf die betreffende Lohnperiode folgenden Monats statt, während in der ersten Halste dieses Monats eine Abschlagszahlung gewähr: wird. Die Bergarbeiter stellen also ihre Arbeitskraft annähernd sechs Wochen dein Unternehmer zur Ver- fügung, ehe sie die volle Bezahlung für die von ihnen geleistete Arbeil erhalten." So folgt dann die Schuldknechtschaft beim Händler und die gerichtliche Lohnpfändung, die das Uebel vergrößern. Die Unternehmer erklären, daß sie aus Gründen der durch- sichtigeren Androhung von den Gepflogenheiten nicht abgehen können; indes sind die vorgebrachten Gründe leicht abzuweisen. Die Behörden hätten es leicht, die Unternehmer zu mehr gesell- schaftlicher Rücksichtnahme zu zwingen, wenn sie die langen Lohnzahlfristcn und die späte Lohnzahlung nicht selbst zeit- gemäßer gestalten wollen. Nach dem zweiten Absatz des Z 119a der Gewerbeordnung kann durch statutarische Bestimmung einer Gemeinde oder eines iveiteren Äommunalverbandes für alle Gewerbebetriebe oder gewisse Arbeiten festgesetzt werden, daß Lohn- und Abschlagszahlungen in festen Fristen erfolgen müssen, die nicht länger als einen Monat und nicht kürzer als eine Woche sein dürfen. UebrigenS wurde vor Jahren aus Oberschlesien gemeldet, daß dort probeweise die Wochenlöhnung auf einigen Zechen eingeführt worden sei. Es hieß, die Unternehmer und die Arbeiter hätten die Aenderungen mit Freuden begrüßt. Später wurde zwar gemeldet, die Arbeiter wünschten doch wieder die längeren Lohnzahlungsfristen, aber es handelte sich, wie die „Deutsche Arbeitgeber- Zeitung" damals feststellte, nicht um Wünsche der Arbeiter, sondern deren„Interessenten", also der Händler. Diese betriebsamen Leute hatten gefunden, daß die Arbeiter bei der kurzen Löhnungsfrist besser rechneten und sich nicht mehr in dem Umfange»vie früher auf Pump allerhand Sachen aufdrängen ließen. Was allgemein Volks- wirtschaftlich ein großer Fortschritt, erschien den„Interessenten" als ein Uebel. Aber die Sonderinteressen der Händler und der Unter- nehmer dürfen ja nicht maßgebend sein, wo das Wohl breiter Volksschichten gebieterisch eine Aenderung bedingt. Jetzt in der Zeit der Kriegsteuerung wird die Regelung der Frage dringender denn je. Mögen die Behörden die gesetzliche Hand- habe benutzen, um endlich die Berg- und Hüttenherren zu veranlassen, kürzere Abrechnungs- und Lohnzahlfristen ein- zuführen. Serlin unö UmgegenS. Tariferneuerung im Berliner Speditionsgewerbe. Der Deutsche Transportarbeiter-Verband hat mit dem Lokal- verein Berliner Spediteure neuerdings weitere Verhandlungen über die Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Roll- kutscher und Bodenarbeiter gepflogen. Die Verhandlungen wurden angebahnt, um zunächst eine Verständigung über die Regelung der Urlaubsgewährung in diesem Sommer für ältere Arbeitnehmer herbeizuführen. Bei diesen Verhandlungen wurde ein Einver- nehmen zwischen den Parteien dahin erzielt, daß der am 2. Sep- tember 1910 abgeschlossene Tarifvertrag, welcher am 1. September 1914 abgelaufen war und nicht wieder erneuert wurde, nunmehr wieder bis zum 31. Dezember 1915 in Kraft gesetzt ist. Die in den§§ 1 und 12 dieses Tarifvertrages getroffenen Bestimmungen über die Regelung des Lohnes und des Erholungsurlaubes erhielten bei den nunmehrigen Verhandlungen folgende Abänderungen: Kl. Die in bahnamtlichen und nicht bahnamtlichen Betrieben tätigen Rollkutscher und Begleiter erhalten neben dem bisherigen Lohne von 32,59 M. für die Woche eine Teuerungszulage von 7,59 M., also zusammen 49 M. für die Woche. Die Bodenarbeiter und Stalleute, welche bisher einen Lohn von 39,59 M. für die Woche bezogen haben, erhalten ebenfalls eine Teuerungszulage von 7,59 M., also zusammen 38 M. für die Woche. K 12. Den Rollkutschern, Begleitern, Bodenarbeitern und Stall- leuten, welche in demselben Betriebe ununterbrochen beschäftigt sind, ist ein Erholungsurlaub zu gewähren. Bei einer Tätigkeit von 1 bis zu 5 Jahren 1 W o ch e. bei über 5 Jahren 19 Tage. Die Zeit, in welcher dieser Urlaub stattfindet, hat der Arbeit- geber unter möglichster Berücksichtigung der Wünsche des Arbeit- nehmers in den Monaten Mai bis Ende Juli 1915 zu bestimmen. Deutsches Reich. Das graphische Ge»verbe Deutschlands im Jahre Vom Kaiserlichen Statistischen Amt werden von allen Berufs- verbänden allmonatlich Berichte über die Arbeitslosigkeit und die hierfür ausgezahlten Unterstützungen, sowie über sonstige Ver- Hältnisse eingefordert. Diese Berichte werden amtlicherseitS ver- arbeitet und im„Reichsarbeitsblatt" veröffentlicht. In den nach- folgenden Ziffern sind die Resultate von folgenden Verbänden des graphischen Gewerbes zusanunengestellt: Deutscher Buchdruckerver- band, Gutenbergbund schriftliche Buchdrucker), Verband der Litho- graphen, Steindrucker und verwandten Berufe, Deutscher Buch- binderverband, Verband der Buch- und Steindruckereihilfsarbeiter und-arbeiterinnen, Notenstecher-Gehilfenverband, Deutscher Tylographenverband und Zentralverband christlicher Arbeiter und Arbeiterinnen in den graphischen Gewerben. Die Zusammenstellungen zeigen die verheerenden Wirkungen, die der Krieg gerade den graphischen Gewerkschaften Deutschlands gebracht hat. Von allen Gewerben dürften die graphischen Gewerbe am meisten betroffen sein, weil sie zum großen Teil Ausfuhr- gewerbe sind. Die Arbeitslosigkeit stieg in den ersten Kriegs- Wochen ins ungeheuerliche, ließ aber mit der Zeit nach, so daß am Schlüsse des Jahres 1914 ein bedeutender Rückgang der arbeits- losen Mitglieder zu verzeichnen war, der jedoch in erster Linie in einer vermehrten Heranziehung zum Militärdienst verursacht ist. Andererseits verrichten sehr viele Mitglieder jetzt andere Arbeiten; sie sind in Gewehrfabriken oder in sonstigen Fabriken für Kriegs- zwecke usw. beschäftigt. Das Gewerbe selbst liegt im allgemeinen immer noch sehr danieder.— Wie sehr die graphischen Verbände durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen sind, lassen folgende Zahlen erkennen: Am Schlüsse des Jahres 1913 hatten die oben- genannten Verbände zusammen 142 796 Mitglieder; am Schlüsse des Jahres 1914 betrug die Mitgliederzahl jedoch nur noch 98 762 und ist bis heute noch im ständigen Sinken, weil täglich weitere Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen werden. Trotz der bedeutenden Mitgliederabnahme von 44 934 wird ein gewaltiges Anschwellen der Arbeitslosenzahlen festgestellt. Während in: Jahr 1913 insgesamt 69 795 Fälle von Arbeitslos ig- k e i t gezählt wurden, waren es im abgelaufenen Jahre beinahe noch einmal soviel, nämlich 69 351 ArbeitSlosenfälle mehr; ins- gesamt wurden 139 146 Fälle von Arbeitslosigkeit aezähltl Die Zahl der Arbeitslosen tage betrug im Jahre 1913 insgesamt 1 999 343, im Jahre 1914 aber waren es 4 286 5691 Bei 44 999 weniger Mitgliedern wurden also 2 386 217 Arbeitslosentage mehr gezählt.— Gewaltig wayen die Geldsummen, die für Unter- stützungen an die arbeitslosen Mitglieder aufge- bracht wurden. Im Jahre 1913 wurde von den obengenannten graphischen Verbänden an 65 721 Arbeitslose am Ort und auf der Reise 2 357 715 M. für Unterstützungen ausgezahlt; im Jahre 1914 aber erhielten 115 521 arbeitslose Mitglieder insgesamt die Riesen- summe von 4 552 226 M.I Es wurde also im vergangenen Jahre trotz des großen Mitgliederrückganges beinahe noch einmal soviel Arbeitslosenunterstützung ausgezahlt als 1913, und zwar 2194 611 Mark mehr!— Damit sind aber die Leistungen dieser Verbände noch lange nicht erschöpft, denn fast alle zahlen außer der Arbeits- losenunterstützung auch noch Unterstützung an kranke Mitglieder aus, und es dürfte daher außer der obengenannten Riesensumme noch ein sehr großer Teil der ausgezahlten KrankenunterstützungS- gelber auf das Konto der Arbeitslosigkeit zu rechnen sein. Wenn wir die Leistungen und Mitgliederzahlen der einzelnen Verbände in Betracht ziehen, so ergibt sich folgendes Bild:(Der Uebersicht halber fügen wir die Zahlen vom Jahre 1913 in Klammern bei.) Der Deutsche Buchdruckerverband hatte am Ende des Jahres 1914 � 48 999(69 387) Mitglieder und zahlte während des Jahres 1914 an 62 563(49 345) Mitglieder 3 349 914(1 822 533) M. Unterstützung für Arbeitslose am Ort und auf der Reise aus.— Der Buchbinderverband mit 24 227(33 489) Mitgliedern zahlte an 27 973(11 559) Mitglieder zusammen 564 338(299 774) M. aus.— Im Verband der Lithographen, Steindrucker und verwandten Be- rufe betrug die Mitgliederzahl am Ende des Jahres 1914 = 11 958(16 882) und es wurden im Jabre 1914 an 15 799 (8919) Arbeitslose am Ort und auf der Reis« 355 276> 299 185) M. für Unterstützungen ausgezahlt.— Der Verband der Buch- und Stein druckereihilfsarbeiter hatte am Schlüsse des vergangenen Jahres 9939>15 997) Mitglieder und zahlte im Jahre 1914 an 6596(3367) Mitglieder 152 696(94 948) M. Unter- stützung aus.— Der Gutenbergbund mit 2397(3449) Mit- gliedern verausgabte an 2259(858) Personen 97 915(29 367) M. — Der Rylographenverband zählte am Ende des Jahres 1914 � 326(423) Mitglieder; es mußten im vergangenen Jahre 242(113) arbeitslose Mitglieder mit 16 389(3879) M. unterstützt werden.— Der Zentralverband ch r i st l i ch e r Arbeiter und Arbeiterinnen mit 1577(2737) Mitgliedern zahlte an 726(459) Arbeitslose 11 198(6929) M. aus.— Der Noten- stechcr-Gehilfenverband mit 338(441) Mitgliedern hatte im Jahre 1913 nur einen Arbeitslosenfall, für den 9 M. ausgezahlt wurden; im 1. und 2. Quartal 1914 war kein Mitglied arbeits- los. Durch den Krieg wurden jedoch die meisten Mitglieder arbeitslos oder deren Arbeitszeit wurde bis auf 4 Stunden täglich herabgesetzt. Im 3. und 4. Quartal 1914 mutzten 452 Arbeits- lose mit 5499 M. unterstützt werden. Ans diesen Feststellungen ist zu ersehen, daß der Krieg die Gewerkschaften auf eine harte Probe gestellt hat; sind doch deren Statuten nur für Fricdenszeitcn geschaffen. Bei Ausbruch des Krieges wurden daher infolge der hereinbrechenden großen Ar- beitslosigteit von vielen Gewerkschaften besondere Beschlüsse über die auszuzahlenden Unterstützungen während der Kriegszeit gefaßt. Als Hauptausgabe wurde hierbei allgemein betrachtet, die Not der durch den Krieg arbeitslos Gewordenen zu lindern. Dies ist denn auch den deutschen graphischen Gewerkschaften in weitestem Maße gelungen, wie die Riesensummen zeigen, die von den ein- zelnen Verbänden für die vielen arbeitslosen Mitglieder ausgezahlt wurden. Die Stuttgarter Gärtnergehilfen wandten sich durch ihre Orts- Verwaltung an die sogenannten Friedhofsgärtnereien um eine Teuerungszulage. In sechs Betrieben wurde für 39 Personen eine Lohnerhöhung gewährt, den Gehilfen 1— 2 M. die Woche, den Mädchen und Frauen auf den Tag 29 bis 59 Pf. Zu beachten ist hierbei, daß schon vorher Lohnzulagen erfolgt waren und diese nun als weitere Erhöhungen zu werten sind. fluslanö. Tie Lage der Antwerpener Diamantindustrie. Ein Mitarbeiter der„Plaamschen Stem" berichtet, daß er am 16. Mai Gelegenheit gehabt habe, mit einigen Vorstandsmitgiedern des Antwerpener Diamantarbeiter-Bundes über den Stand dieser Industrie zu sprechen. Aus dem, was der Korrespondent berichtet, sei das Wesentlichste wiedergegeben: Zunächst habe man sehr eine Abwanderung der Industrie, sei es nach der Provinz, sei es nach Holland, gefürchtet. Besonders. weil die Antwerpener Diamantindustrie größtenteils in Händen von Ausländern sich befand, die infolge des Krieges durch Mobili- fation oder Verdrängen aus dem Lande ihren Platz verlassen mußten. Die Polen und Oesterreicher unter ihnen hätten denn auch dem Ausbruch des Krieges mit bebendem Herzen entgegen- gesehen. Ein großes Hindernis sei das Schließen der Grenzen gewesen. Nachdem es aber den Unternehmern im benachbarten Turnhout gelungen war, von der deutfchen Behörde Pässe zu bekommen, so daß dort alsbald 399 Mühlen in Gang gebracht waren, habe die Behörde in Antwerpen auf Ersuchen der dortigen Unternehmer ein gleiches Ausnahme-Paßrecht für sie beim deutschen General-Gouverneur befürwortet.. Der Erfolg des zustimmenden Bescheides sei der ge- wcsen, daß die Zahl der beschäftigten Arbeiter von 5 bis 699 auf 5999 emporschnellte. Wieviel von den 16 999 Diamantarbeitern noch arbeitslos sind, ist nicht zu ermitteln, da viele von den Geflüchteten nicht wieder zurückgekehrt sind. Die Löhne werden als stark herabgesetzt bezeichnet. Die Or- ganisation trage jedoch Bedenken einzugreifen. Da sie in ihrem Versammlungsrecht behindert, auch nicht über entsprechende Mittel verffige. könnte die Wirkung leicht eine entgegengesetzte sein. Die Aussichten über die fernere Zukunft des Gewerbes gehen auseinander. Man hält es aber für ein gutes Zeichen, daß die Industrie sich immerhin unter dem Kriegszustände in einem Maße be- Haupte» konnte, wie es keiner für möglich gehalten hätte. Ms öer Partei. Ei» proletarischer Staatsmann. Neben dem einstigen Gießer H e n d e r s o n ist bekanntlich ein ehemaliger Bergarbeiter, William B r a c e, �als Unterstaatssekrctär des Inner», Mitglied des Ministeriums,«seine Laufbahn ist 1» zeichnend für die Tüchtigkeit der Persönlichkeit wie die der Klasse. aus deren Mitte sie hervorgegangen ist. Brace wurde vor einem halben Jahrhundert in einem Dorfe in Monmouthschire in Wales ge- boren. Der Lebenslveg schien diesem Arbeiterkind in diesem Bezirk von der Wiege an porgezeichnet. In der Tat trat Brace am Tag nach seinem zwölften Geburtstag in ein Kohlenwerk ein. Zwöls Jabre lang arbeitete er in vcrschiednen Gruben. Einmal entrann er durch einen Glücksfall einer furchtbaren Explosion. Später hat er in der Prince of Wales-Grube in Aberlorn gearbeitet, die durch ein Unglück, das 259 Arbeiter für immer unter der Erde begrub, eine traurige Berühmtheit erlangt hat. Dann wurde er „Agent" der Gewerkschaft. 1889 wirkte er bei der Gründung des Verbandes von Süd-Wales und später bei deren Angliederung an den britischen Bergalibeiterverband mit. Er wurde Vizepräsident txw Sektion Süd-Wales, unter dem Vorsitz von William Abraham. 1996 wurde er vom Bezirk Süd-Glamorgan ins Unterhaus ge- schickt, wo er sich durch seine Fachkenntnis in bergmännischen An- gelegenheiten und durch seine einfache starke Beredsamkeit rasch Gehör und Ansehen erwarb. Wie bei so manchen englischen Arbeiterführern geht auch bei Brace die Tätigkeit für die Arbeiter- bewegung mit einer religiösen Wirksamkeit Hand in Hand. Er ist Baptist und als solcher ein im ganzen Land gern gehörter Kanzel- redner._ Die Mauer der Föderierten im Kricgsjahr. Mit Rücksicht auf die Abwesenheit der im Feld stehenden un- gezählten Freunde Pariser Arbeiter hat die Verwaltungskom- mission der geeiniatcn sozialistischen Partei und der Vorstand der Scine-Födcration diesmal von dem üblichen Zug zur Mauer der Föderierten abgesehen. Die Kundgobnng, die am 23. Mai stattfand, beschränkte sich auf das Niederlegen von Kränzen durch die Dclegierten verschiedener Organisationen. Reden wurden nicht gehalten._ Fortschritte der Genier Arbeiterbewegung. „Het Voll" gibt auf Grund von Mitteilungen„aus der aller- besten Quelle"«inen Bericht über die Arbeiterbewegung in G e n t, der die unbevtvüstliche Kraft des vlämischen Proletariats bezeugt. Der Krieg hat trotz der Massen, die er in die Armee zog oder inS Exil jagte, der Genter Organisation keinen Abbruch getan. Tic Gewerkschaften haben sogar 799 Mitglieder gewonnen, die Genossenschaft„P o o r u i t" 1350 und die Stadtauflage des Tagblatts„Vooruit" ist von knapp 9999 auf 18 999 gestiegen, so daß sich das Blatt jetzt sogar eine literarische Wochenbeilage leisten kann. Allerdings kommt dem„Vooruit" das Eingehen einer Anzahl bürgerlicher Blätter zustatten. Das Blatt ist einer strengen Zensur unterworfen, die sich indes nur aus die Kriegsnachrichten, nicht auf den politischen Inhalt erstreckt.— Die Maifeier hat auch diesmal die Arbeiterschaft zu einer gewaltigen Kundgebung ihrer Ideen vereinigt. Anseelc hielt eine scharfe sozialistische Rede, die auch im„Vooruit" ohne Hindernis abgedruckt Ivurde. Auf dem Freitagmarft gab eS Musik. Die Schulen und Gemeindeburcaus waren geschlossen._ Aus den Organisationen. Bericht der Landesorganisation Hamburg. Das Sekretariat der Parteiorganisation für die drei Ham- burger Wahlkreise veröffentlicht im„Hamburger Echo" eine Statistik über die Mitgliederbctvegung, der wir das Nachstehende entnehmen. Nach der letzten am 31. Dezember 1914 aufgcnom- menen Statistik zählten die drei Kreise 57 932 Mitglieder, davon 47 738 männliche und 19 194 weibliche. Diese Zahl ist bis zum 31. März 1915 auf 54 932 Mitglieder, davon 45 184 männliche und 9748 weibliche zurückgegangen. Die Abnahme in diesem Viertel jähr beträgt somit 2554 männliche und 446 weibliche, zusammen 3999 Mitglieder. Von den noch vorhandenen Mitgliedern zählt der I. Kreis 5397 männliche, 1934 weibliche, zusammen 6341 Mit- glieder, der II. Kreis 6074 männlich«, 1017 weibliche, zusammen 7091 Mitglieder, der III. Kreis(Vororte) 33 803 männliche, 7697 weibliche, insgesamt 41 599 Mitglieder. An dem Rückgang sind be- teiligt: Der 1. Wahlkreis mit 634 männlichen und 57 weiblichen, zusammen 691 Mitgliedern, der 2. Wahlkreis mit 727 männlichen und 117 weiblichen, zusammen 844 Mitgliedern und der 3- Wahl- Freis mit 1133 mannlichen und 272 weiblichen, zusammen 1465[ bräuchlichen, sa der Mehrzahl der untentbehrlichsfert Bebensmittel Mitgliedern. Zum Militärdienst sind bis zum 31. März von den 45 184 männlichen Mitgliedern in den drei Wahlkreisen 18 354 40,6 Prozent eingezogen. Die Zahl der zum Militärdienst einberufenen Genossen hat sich im vierten Quartal um 3873 erhöht. Von den 18 354 eingezogenen Genossen sind 11 847 64,5 Proz. verheiratet mit 19 545 Rindern. Bon den einberufenen Genoffen sind seit Beginn des Krieges bis zum 31. März gefallen: im 1. Wahlkreis 70 Genossen, im 2. Wahlfreis 54 Genossen und im 3. Wahlkreis 398 Genossen. Zufammen in allen drei Wahlkreisen 522 Genossen, davon 291 verHeiratet und 231 ledig. Der Beitragsverlust betrug bei den zum Militärdienst eingezogenen Genossen seit Ausbruch des Krieges im 1. Wahlkreis 10 046, im 2. Wahlkreis 10 106 und im 3. Wahlkreis 70 224, zu fammen 90 376, und bei den Arbeitslosen in derselben Zeit im 1. Wahlkreis 3010, im 2. Wahlkreis 4242 und im 3. Wahlkreis 22 560, zusammen 29 812 Monatsbeiträge. Es sind während des Krieges an Militärpflichtige und Arbeitslose 120 188 Monatsbeiträge erlassen. Soziales. Verpfuschte Geschoßkörbe. Mit einem Versuch, das Risiko von der Firma auf den Sohn des Arbeiters zu übertragen, beschäftigte sich gestern das Gewerbegericht. der von Beruf Maurer ist, bei der Firma Mar Krause u. Co. aus Ein gelernter Korbmacher trat gleichzeitig mit seinem Vater, Geschoßförbe in Arbeit. Bei der Einstellung sagte der Korbmacher Kein Gewerbebetrieb. haben schon seit längerer Zeit eine derartige Höhe erreicht, daß man sich immer wieder fragen muß: wie ist es nur möglich, daß eine Arbeiterfrau mit ihrem spärlichen Einkommen auch nur das Nötigste zum Sattessen, geschweige denn zu einer ausreichend kräf= tigen Ernährung auf den Tisch bringen kann. Von einem austömmlichen täglichen Fleischgenuß kann da schon seit längerent unmöglich die Rede mehr sein. Ersatzmittel aber, wie Milch, Eier, Butter, Schmalz usw. stehen alle auch derartig hoch im Pretic, daß auf diese kräftigeren Lebensmittel auch unmöglich in ausreichender Weise zurückgegriffen werden kann. Unsere Partei im Reichstage hat es da als ihre Pflicht erachtet, von dieser öffentlichen Stätte Herrn Krause, er werde seinen Vater anlernen und darauf aus einmal mit aller Deutlichkeit vor der Oeffentlichkeit zu zeigen, welche der Vater in der ersten Woche anfertigte, waren unstreitig sehen, daß dieser die Arbeit ordnungsgemäß ausführe. Die Körbe, daß dieser schwer lastende Uebelstand bei der Mehrzahl der in derart verpfuscht, daß die Firma sie nicht abliefern konnte. Der Betracht kommenden Produkte in keiner Weise in einem tatsächlich Bater erhielt zwar den Lahn für seine Arbeit, aber von dem Lohn. vorhandenen größeren Mangel an Nahrungsmitteln begründet den der Sohn für seine einwandfreie Arbeit verdient hatte, behielt liegt, sondern in der ganz unzulänglichen staatlichen und behörd- die Firma einen Teil zurück, um sich daran für die unbrauchbare lichen Organisation der Lebensmittelversorgung. Arbeit des Vaters schadlos zu halten. Die Firma behauptet, der Unser Abgeordneter, Genosse Wurm, führte aus, wie der Sohn habe sich ihr gegenüber verpflichtet, dafür aufzukommen, daß Reichstag am 4. August dem Bundesrat vollkommen diktatorische fein Vater brauchbare Arbeit leiste. Der Beweis, daß der Sohn Vollmachten gegeben hat, die vorhandenen Lebensmittelvorräte eine bindende Verpflichtung dieser Art cingegangen sei, gelang von festzustellen, zu beschlagnahmen, Höchstpreise dafür aufzurichten dem Gewerbegericht nicht. Die Firma wurde zur Zahlung des und die Vorräte in planmäßiger Weise an die Konsumenten ge- einbehaltenen Lohnes verurteilt mit der Begründung, der Kläger Die Münchener Barteiorganisation während der Krieges. langen zu lassen. Die Generalfommission der Gewerkschaften und( der Sohn) habe sich nur verpflichtet, auf die Arbeit des Vaters Aus dem Jahresbericht des sozialdemokratischen Vereins für der Vorstand der sozialdemokratischen Partei haben bereits am zu sehen, er habe aber keine Garantie für dessen Arbeit überdie Reichstagswahlkreise München I und II ist zu entnehmen, daß 30. August und dann noch zu wiederholten Malen bis ins einzelne nommen. bis 1. April 1915 5167 Genossen, ein volles Drittel der männlichen gehende Vorschläge dem Bundesrat unterbreitet. Andere KörperMitglieder, im Felde standen. Davon sind bis dahin 173 auf dem schaften haben in derselben Richtung auf die Regierungen eingeSchlachtfelde als Opfer des Weltkrieges gefallen. Obwohl die wirkt. Aber alles, was von ihnen getan worden ist, lift an dem Berbetätigkeit für den Verein durch den Krieg stark beeinflußt Mangel, daß es teils nicht weit genug ging, teils ging es viel zu murde( 1114 Aufnahmen gegen 3715 im Vorjahre), gelang es dem langsam, teils wurde es zu spät vorgenommen. In der entschlossenen Zusammenwirken der Genossen und Genossinnen, Kartoffelfrage werden die Landwirte und Händler in der den Besißstand der in der Heimat zurüdgebliebenen Genoffen Auffassung bestärkt, daß die anfänglich festgesetten Höchst ziemlich zusammenzuhalten. Im ersten Quartal( April- Juni preise auf die Dauer noch weiter in die Höhe gehen würden. Sie 1914) gingen an Beiträgen der männlichen Mitglieder 38 893, an haben die Kartoffeln festgehalten und schließlich auch höhere Höchst weiblichen 6344, zusammen 45 237 ein. Jm 4. Quartal, Januar- preise erzielt. Aber auch damit noch nicht genug, haben sie schließ März 1915, 22 883 männliche, 5370 weibliche, zusammen 28 253 Bei- fich durch direkte Liebesgaben erst angereizt werden müssen, die träge ein. Das sind gegenüber dem 1. Quartal ein Weniger von Kartoffeln überhaupt in den Verkauf zu bringen. Alles die Folgen 16 010 männlichen und 974 weiblichen Beiträgen. Nun stehen davon, daß der Bundesrat sich unter Begründungen, die wir nicht aber, wie oben erwähnt, 5167 Mitglieder im Felde, die von den als stichhaltig anerkennen fönnen, zur Beschlagnahme der KarBeiträgen befreit sind. 3ählt man die Beiträge dieser Genossen toffeln nicht entschließen konnte. ( 15 501 im Vierteljahr) hinzu, so ergibt sich, daß nur 509 Beiträge Beim Getreide hat der Bundesrat seine Anordnungen erst so meniger von den zurückgebliebenen männlichen Mitgliedern im spät getroffen, als durch die Machinationen von Produzenten, 4. Quartal bezahlt wurden. Die weiblichen Mitglieder haben sich Müllern und Zwischenhändlern die Getreide- und Mehlpreise auf Ein Drechsler, der in der Knopffabrik von Abramowski becbenso tapfer gehalten. Die Agitations- und Verwaltungsarbeiten eine bisher nie gekannte Höhe hinaufgetrieben waren. Dann erst schäftigt war, dessen Arbeitsverhältnis durch seine Einberufung zum tunden betätigt in 18 öffentlichen, 284 Sektions-, 49 Frauenver- wurden gemäß diesen künstlich herbeigeführten Spekulationspreisen Landsturm gelöst wurde, flagte beim Gewerbegericht auf ach sammlungen, 3 Generalversammlungen, 4 Wahlkreiskonferenzen, auch die gesetzlichen Höchstpreise aufgerichtet. Kein Wunder, daß zahlung des Betrages, um den sein Lohn nach Ausbruch des Krieges 1 Konferenz mit den Ortsvereinen, 9 Sizungen des engeren und icht die Großmühlen 12 bis 18 Proz. Dividende auszahlen können. gekürzt worden war. Der Kläger begründete seinen Anspruch so: 17 Sigungen des Gesamtausschusses und 248 Sektionsbesprechun- Nur zu häufig trat das Spekulantenwesen in Erscheinung. Er habe seit 1912 einen Kontrakt mit der Firma, wonach ihm auch gen. An Flugschriften wurden 7 in 496 000 Exemplaren, an So fonnte es kommen, daß laut den amtlichen Preis- bei schlechten Geschäftsgang immer der volle Lohn gezahlt werden Broschüren 5 in einer Auflage von 30 228 Stück verbreitet. Die berichten des Königlich Statistischen Landesamtes zu Berlin müsse. Als der Krieg ausgebrochen war, sei ihm der Wochenlohn Gemeindewahlen endeten froß der schwierigsten Verhältnisse mit die häufigsten Kleinhandelspreise in 50 der größeren preußi- von 45 M. auf 25 M. gekürzt worden und später, als das Geschäft einem glänzenden Siege für die Sozialdemokratie. Sie erhielt schen Städte im Monat April betrugen für Kocherbsen pro Kilo wieder besser ging, nach und nach auf 36 M. heraufgesetzt worden. acht neue Mandate und wurde mit 22 Siben die stärkste Fraktion 121,8 Pf.( gegen 39,8 Pf. im April v. 3.), Speisebohnen 123,8 Pf. Er habe sich mit der Lohnkürzung nur unter der Voraussetzung im Gemeindekollegium. Das weitere Resultat dieses Wahlaus-( 44,7 Pf. im vorigen Jahre), Linsen 146,4 Pf.( 53,9 Pf.), Buch- einverstanden erklärt, daß das Arbeitsverhältnis während des falles war die Wahl von 4 Magistratsräten und 41 Armenpfleg- weizengrüße 128,8 f.( 50,3 f.), Safergrüße 113,1 Pf.( 50,7 Pf., Krieges nicht gelöst werde und er für den Fall seiner Einberufung schaftsräten. Der derzeitige Mitgliederstand( ohne die Kriegsteil- Gerstengrüße 107,2 Pf.( 40,3 Bf.), Eßkartoffeln 15,2 Pf.( 7,2 Bf.), eine Unterſtüßung von der Firma bekäme. Die Firma wolle erst nehmer 5167) beträgt 10 728. Die Gesamteinnahmen betrugen Egbutter 340,2 Pf.( 272,9 Pf.), Weizenmehl 53,3 Pf.( 37,9 Pf.), nach Beendigung des Krieges 100 M. an ihn zahlen, er beanspruche einschließlich eines Kassenbestandes im Vorjahre von 14 889,42 M. Roggenmehl 48,8 Pf.( 31,5 Pf.), Weißbrot 72,6 Pf.( 52,4 Pf.), die sofortige Zahlung von 400 M. 84 597,23 D. Die Gesamtausgabe 69 852,41 M. An Mitgliederbei- Roggengraubrot 43,7 Pf.( 28,1 Bf.), Reis 117,3 Bf.( 48,6 Pf.), Voll- Das Gericht riet dem Kläger zum Vergleich, weil sein Anträgen wurden 48 534,20 M. bereinnahmt. Die Sektionen hatten milch 23,9 Pf.( 20,9 Pf.) das Liter, ein Ei 11,7 f.( 7,3 f.). Und spruch zweifelhaft sei, denn das Arbeitsverhältnis sei ja nicht durch eine Eigeneinnahme von 25 889,22 M., der Ausgaben von 21 406,50 so fort für fast alle anderen wichtigen Lebensmittel und Haus- die Schuld des Beklagten, sondern durch des Klägers Einberufung Mart gegenüberstehen. Den Kriegerfrauen wurde eine Weihnachts- bedarfsartikel. zum Heere gelöst worden. Die Parteien verglichen sich dahin, daß unterstützung von 11 673,30 M. gewährt. der Beklagte 150 M. an die Frau des Klägers zahlt. Soldatenpensionen in Australien. Gegen die Befißer des Fabrikgrundstüces„ Erdmannshof" am Rottbuser Ufer flagte bei der Kammer 4 des Gewerbegerichts einz Maschinist auf Entschädigung, weil er zur Arbeit angenommen, aber nicht eingestellt worden ist. Das Grundstück„ Erdmannshof" ents hält Fabrifräume, die an verschiedene Unternehmer vermietet sind. Die Besitzer der Grundstückes erzeugen durch eigene maschinelle An= lagen elektrischen Strom, der für Beleuchtung und Maschinenantrieb an die Mieter des Grundstückes abgegeben wird. Zur Bedienung der Maschine der Hausbefizer war der Kläger angenommen. Er wurde mit seiner Klage abgewiesen. Das Gewerbegericht erklärte sich für unzuständig, weil der Betrieb eines Hauses, auch wenn er mit dem Betrieb von Maschinen in Verbindung stehe, kein gewerblicher sei. Lohnabzug zu Anfang des Krieges. Ist es da ein Wunder, wenn wir unser Erstaunen ausdrücken, mie ungezählte Arbeiterfrauen es da überhaupt fertigbringen sollen, ihre Familien noch sattzumachen? Und solche Preise haben sich durchsehen können, obwohl, wie Genosse Wurm betonte, unsere Vertreter in der Budgetkommission die bestimmte Ueberzeugung ,, Scotsman" vom 26. Mai berichtet: Die australische Regewonnen, daß die vorhandenen Nahrungsmittel bisher vollkommen gierung hat die Pensionen für Soldaten des australischen ausgereicht haben und bei richtiger Anordnung auch fernerhin aus- Expeditionsheeres und deren Witwen wie folgt festgesetzt: reichen werden. Der Vermögensbestand des Sozialdemokratischen Vereins in Bremen hat sich trotz der Kriegslage gegenüber dem Vorjahre um 4245,07 m. vermehrt. Das ist nur dadurch erreicht worden, daß die Ausgaben für Agitation ganz erheblich eingeschränkt wurden; denn der Bestand der Parteikasse hat sich gegen über dem Vorjahre um 4431,22 M. verringert. Die Beiträge ( faum die Hälfte der früheren) weisen eine bedeutende Mindercinnahme auf. Auch die sonstigen Einnahmen floffen viel spärlicher als früher. Die Einnahmen betrugen 1913/14: 93 812,81 M., die Ausgaben: 81 663,26 M.; Einnahmen 1914/15: 65 491., herabzusehen und für Hülsenfrüchte, Vieh, Fleisch und Ausgaben: 57 772,26 M. Jm letzten Jahre wurden ausgegeben für mündliche Agitation 2823,68 M., für schriftliche Agitation 14 068,58 M. Der Kriegszustand hat die Reihen der Mitglieder naturgemäß start gelichtet; darüber soll erst nach dem Kriege berichtet werden. In diesem Jahre verteilt der Vorstand an die Mitglieder nur einen einfachen Kassenbericht. Aus der Frauenbewegung. Sozialdemokratie und Lebensmittelpreise. Im Reichstage wurde am verflossenen Sonnabend ein für die ganze nicht mit Glüdsgütern gesegnete Bevölkerung eminent wichtiges Rapitel behandelt: die Frage der Lebensmittelteuerung. Die Preise fait sämtlicher im gewöhnlichen Haushalt bisher geSandalen Um da für die Zukunft wenigstens die Dinge auf das gerechte Mag zurückzuführen, hatte unsere Partei beantragt, der Reichstag wolle beschließen, die Verbündeten Regierungen zu ersuchen, die Höchstpreise für Getreide, Mehl, Brot und Kartoffeln wesentlich Schmalz sofort niedrige Höchstpreise fest zusehen, zu verbie ten die Verwendung von Brotgetreide zur Vichfütterung und die Herstellung von Branntwein aus jeglichem Getreide oder aus Kartoffeln, Obst oder Beeren, die zur menschlichen Nahrung dienen fönnen; ferner eine unabhängige, aus Vertretern des Volkes gebildete Reichsbehörde einzusehen, die das Recht, Getreide, Kartoffeln, Zucker, Hülsenfrüchte und Vieh, sowie deren Erzeugnisse im Interesse der Allgemeinheit zu beschlagnahmen, erhalten soll. Mit diesen Anträgen ist unsere Fraktion im Sinne der kürz lich von unserer Genoffin Zietz im Namen der sozialdemokratischen Frauen an die Regierung eingereichten Petition um schärfere Bekämpfung der Lebensmittelteuerung vorgegangen; sie hat damit vollständig im Interesse der übergroßen Mehrheit des ganzen Boltes gehandelt. Die Mehrheit des Reichstages aber dachte anders darüber: sie hat alle unsere Anträge abgelehnt! Schuhe Leinen Täglicher Sold Schilling 6 7 9 10 Jahrespension bei vollständiger Dienstunfähigkeit Pfund Sterl. 52 56 64 68 10,6 70 11,6 73 12 7412 13 774 17,0 91 22,6 .101 30 . 116 32,6 45 50 131 . 146 156 Die Witwen erhalten Witwengelder von gleich hohem Betrage. ein Ein Schilling entspricht in deutscher Währung einer Marf, Pfund Sterling zwanzig Mark. Sport- Schuhe Stiller STILLER Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil veranto.: Th. Glode, Berlin, Drud u.Berlag: Borwärts Buchdruckerei u Werlagsanstalt saul Singer& Co, Berlin SW Nr. 154. 32. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 6. Juni 1915. Literarische Rundschau. --Und Max Adler, Brinzip oder Romantik, Sozialistische Betrachtungen geführt auch in der Zeit der Waffenruhe, fie nehmen nur widelung werden, wenn die andere historische Kategorie des ziel zum Weltkriege, Nürnberg, Fränkische Verlagsanstalt, Preis verschärfte Formen an, wenn die Waffen zu sprechen be- bewußten proletarischen... Bewußtseins sich in einer Art fetischisti50 f. ginnen." Dieses Geständnis bestätigt die sozialistische Auffassung scher Verehrung der Entwickelungsnotwendigkeit" als einen Fattor Der Name des österreichischen Genossen Max Adler hat in der von dem inneren Wesen des bürgerlich- kapitalistischen Zeitalters. ebenderselben Entwickelung vergaße und zunichte machte." deutschen Parteiliteratur einen guten Klang. Wir fennen ihn als Das Kapital ist friedlich, freihändlerisch, kosmopolitisch, solange die noch einen zweiten Denkfehler begehen die stillen und lauten Verden Verfasser einer Reihe guter philosophischer Schriften und Ab- fremden Länder genügend Absazmärkte bieten. Es fehrt aber mit ehrer der imperialistischen Idee in den Reihen der Arbeiter. Inhandlungen, die in verschiedenen deutschen Parteiverlagen und der zunehmenden Konkurrenz der kapitalistischen Staaten unter dem sie die ökonomische Notwendigkeit des Imperialismus wissenschaftlichen Parteizeitschriften erschienen sind und sich mit den einander und dem Entstehen selbständiger Wirtschaftsgebiete in den nachweisen, glauben sie daraus den Schluß ziehen zu können, daß Problemen des marristischen Denkens beschäftigen. Der spezielle fremden Ländern seinen aggressiven Charakter hervor. Kapitalaus auch der Sozialismus seine Ziele dem Imperialismus einordnen Charakter der meisten dieser Schriften brachte es mit sich, daß sie fuhr dient ihm als sicherstes Mittel zur Steigerung des Profits, müsse. Adler erklärt diesen Denkfehler, gegen den sich schon bedauerlicherweise über einen verhältnismäßig engen Kreis Monopolisierung der fremden Wirtschaftsgebiete als bester Schutz Kautsky in seiner neuesten Schrift( Nationalstaat, imperialistischer der Parteigenossen nicht hinausgedrungen sind. Es ist anzunehmen, gegen die Konkurrenz, politische Unterwerfung schwächerer Staaten Staat und Staatenbund) gewendet hat, daraus, daß man nur die daß diese zurückhaltung gegenüber der jüngsten Schrift des Ge- und Völkerschaften als Grundlage seiner unbeschränkten Herr- Standpunkte des Betrachters und des unmittelbar Tätigen, nossen Adler nicht geübt werden wird, denn sie behandelt eine Reihe schaft. Zur Sicherung dieser Ziele jedoch bedarf das Kapital einer die Standpunkte der Theorie, welche erklärt, und der Tat, die durch den Krieg heraufbeschworener Probleme des sozialistischen schlagkräftigen, wehrhaften Staatsmacht, es braucht die Unter- erklärt wird", vermengt, sondern daß man sich auch in jedem dieser Dentens und der praktischen Parteipolitit mit einer Anschaulich- stügung des Volkes, in dessen Namen es sich nach außen hin Gel- Standpunkte von der eigenen Anschauungsweise abdrängen läßt. keit und Lebendigkeit, die sie auch dem Leser ohne besondere philo- tung verschafft. Die Schlagkraft wird erzielt durch fortgesetzte sophische Vorbildung verständlich machen. Wer nach den zahlreichen Rüstungen, die einer aggressiven äußeren Politik die Wege ebnen; Apologien und„ Umlernungs" schriften das Bedürfnis empfindet, die Unterstützung des Volkes wird gewonnen mit Hilfe einer imdie Probleme der Gegenwart vom Standpunkt der nicht auf den perialistischen Ideologie, die das Sonderinteresse des heimischen einer„ notwendigen Entwickelung" nicht entgegenstemmen, man Man wendet gegenüber dieser Kritik oft ein, man dürfe sich Bagesbedarf zugestuzten marxistischen Theorie zu analysieren, um Kapitals darstellt als das Gesamtinteresse des ganzen Volkes." Und müsse einmal„ durch den Dreck hindurch", und so bleibe denn nichts nicht nur zuzulernen, sondern auch zurückzulernen, gerade das ist das Neue und Bestechende an der imperialistischen anderes übrig, als sich der jeweiligen Situation im Interesse der wird in der Schrift Adlers eine Fülle von Anregung finden. Staatsidee, daß sie nicht mehr die alte naive Ideologie einer Na- Arbeiterklasse anzupassen", zumal die hierbei erzielten politischen Gegenüber der landläufigen Anschauung, es gehe jetzt, wo die tionsgemeinschaft darstellt in unschuldsvoller Unkenntnis der sie und gewerkschaftlicher Errungenschaften selbst schon ein Stüd Kanonen dröhnen, nicht an, über Prinzipien zu reden und theo- zersetzenden ökonomischen Gegensäße. Vielmehr unternimmt sie es, Sozialismus" seien. Diese Theorie bildet ein merkwürdiges G retische Untersuchungen anzustellen, meint Adler:" Auf die Be- diese Ideologie gerade aus einem gewaltigen ökonomischen Gemein- misch von fetischistischer Verehrung des ehernen Ganges der Getonung unseres prinzipiellen theoretischen Standpunktes, wie ihn interesse wieder aufzubauen, aus dem, wie sie glaubt, Gemeininterschichte" bei dem der Wille der Arbeiterklasse als richtungder Marrismus... gefunden hat, gerade dann verzichten, wenn die esse aller Klassen an der ökonomischen Ausbeutung fremder Völker gebender Faktor von vornherein ausgeschaltet wird stürmisch bewegte Oberfläche dieses Geschehens schwerer als sonst und Länder. Ja, auf diese Weise gelangt sie sogar dazu, sich als berühmten„ Wohlfahrtstheorie", die das Bestreben des Sozialismus, mit jener auf den Grund sehen läßt, heißt auf das verzichten, was allein Mittel der Ausgleichung und Versöhnung der Klaſſengegenfäße zu die sozialen Gegensätze durch Aufhebung der kapitalistischen GesellEigenart und Stärke des modernen Sozialismus ausmacht: auf empfinden durch das sie zur Solidarität verbindende gemeinsame schaft zu überwinden, umgemodelt hat in ein Bestreben, die Rage Verständigung der Zeit über sich selbst. Es heißt Herrschaftsinteresse über die Welt." der Arbeiter bloß innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft zu untergehen in dem Schwall von Jdeologien, die ihr Spiel auf dieser verbessern, und die infolgedessen die Sprengung der Solidarität der Oberfläche treiben, und das Proletariat, das seit Marg in mühſehliger Aufklärungsarbeit aus dem Zwang und Trug dieser Jdeo- in die Reihen der sozialistischen Arbeiter und sie dem„ Weltmachts- Schichten der„ nationalen". Arbeiterklasse dadurch die Aussicht geWie kommt es, daß die imperialistische Staatsidee Eingang findet internationalen Arbeiterklasse gern akzeptiert, wenn einzelne Logien zu ſeinem eigenen Bewußtsein gebracht wurde, wieder hin- willen" eines fleinen Häufleins von Interessenten untertan macht? winnen, ihre soziale Poſition" zu beffern. Der reaktionäre Chaabtauchen lassen in jene quallige Indifferenziertheit des Denkens Von der Beantwortung dieser Fragen, die als die eigentlichen rakter dieser Theorie tritt jest um so deutlicher hervor, als der und Fühlens, die zuzeiten zwar sehr bequem und populär sein kann, Schicksalsfragen des modernen Proletariats bezeichnet werden Weltkrieg, wie auch schon von bürgerlicher Seite zugegeben wird, aber das Grab jedes eigenen Urteilens und Handelns werden können, hängt die Zukunft der sozialistischen Bewegung ab. fraß zum Ausdruck bringt, daß die Produktivkräfte der vorgeschrittemuß." Diesem energischen Verzicht auf die theoretische Erkenntnis, diejem faulen Sichtreibenlassen von dem Gang der Ereignisse sucht Gewiß ist auch die Arbeiterklasse an der weltpolitischen Stellung nen Nationalstaaten" gegen die veralteten, die Entwickelung Adler damit zu begegnen, daß er die treibenden Kräfte und den ihres Landes interessiert. Jede Ginengung der nationalen Wirt- hemmenden Staatsformen rebellieren und den Boden bereiten für Charakter der sich, vor uns abspielenden Weltereignisse zu erwie der Aufschwung der nationalen Wirtschaft nach außen hin in einsbedingungen der Nationen, die jetzt unter dem Banner natioschaft wirkt auch auf die Daseinsmöglichkeit der Arbeiter zurüd, eine Internationalisierung der wirtschaftlichen und politischen Dagründen sucht, die besondere Rolle des Proletariats aus dem Kom- erhöhter Arbeitsgelegenheit und unter Umständen in höheren Umständen die der obenerwähnten Theorie zugrunde liegende natio naler Jdeologien sich gegenseitig zerfleischen. Wird unter diesen pley der angeblichen geschichtlichen Notwendigkeiten" heraushebt und aus der Doppelseitigkeit des sozialen Prozesses, der die öhnen, die freilich nur einen Bruchteil der erhöhten Kapital- nale Ideologie mehr und mehr zu einem schädlichen Anachronismus, Willensrichtung des Proletariats als mitbestimmenden profite bilden, zum Ausdruck kommt. Hier taucht nun die große so geraten die Verfechter dieser Theorie bei ihrer Berufung auf die Faftor in sich einschließt, die Aufgaben der sozialistischen Inter- gehoben oder mindestens gemildert wird durch eine Interessensoli- die Lage von Leuten, die päpstlicher sind als der Papst. So bat Gefahr auf, daß die grundlegende soziale Kräftegruppierung auf- notwendige Entwickelung" zum Imperialismus immer mehr in nationale in der Gegenwart und Zukunft konstruiert. darität, die die Beherrschung und Ausbeutung eines anderen Volkes. bemerkt Adler treffend ökonomisch gar nichts Widerspruchzum Gegenstand hat. Der internationale Kampf des Proletariats volles an sich, daß die kapitalistischen Klassen der verschiedenen gegen die Bourgeoisie verwandelt sich in den mit der Unterſtüßung Staaten, statt einander in einem Weltkrieg gegenseitig zu gerund Anteilnahme des Proletariats geführten nationalen Kampf der fleischen, sich in eine Art Welttrust vereinigen und ihre InteressenBourgeoisien gegeneinander. Auch das Proletariat fämpft nicht sphären gegenseitig einverständlich abgrenzten mehr um den Zukunftsstaat, sondern um den Wirtschaftsstaat." 11 nd e3 ist noch die Frage, ob nicht gerade Genosse Adler wendet sich mit scharfen Worten gegen dieses dieser Weltkrieg, nicht noch zum Lehrer Eindringen imperialistischer Gedankengänge in die Reihen der dieser Ginigkeit der tapitalistischen Welt werden organisierten Arbeiter." Zumindest müßte uns erst bewiesen werden, wird. Wie immer dies m nun sein wird, so viel ist klar, daß daß die kapitalistischen augleich diejenigenitaliſtijden Gepansion auch friegerische, nationalistische Form des ImperiaEmanzi lismus, die für so piele Sozialisten heute die Notwendigkeit der pation sind. Diejenigen, die dies vorweg und als selbstver- sozialen Entwickelung überhaupt bedeutet, nicht einmal vom ständlich annehmen und es sind deren leider nur zu viele, beson- tapitalistischen Standpunkt als solche bezeichnet werden ders in rein gewerkschaftlichen Kreisen verraten damit nur ihre fann. Ist es schon an sich eine bedenkliche Sache, unsere eigenen bereits bürgerlich gewordene Dentweise.... Es ist eine Anschauung, Notwendigkeiten aus einer fremden Perspektive zu betrachten, so welche es verlernt hat, das Verhältnis von Unternehmer und Ar- wird dies geradezu verhängnisvoll, wenn diese Perspektive noch beiter entwickelungsgeschichtlich zu betrachten und die daher unver- dazu eine falsche ist und wir so doppelter Klassentäuschung untermögend geworden ist, einen Standpunkt festzuhalten, welcher weder liegen." Unternehmer- noch Arbeiterinteressen kennt, sondern nur mehr die Interessen einer gesellschaftlichen Entwidelung zur Aufhebung dieser Gegensäß e.“ * " * In seinem Aufsak zur Ideologie.des Weltkrieges"( die Schrift Adlers enthält außer diesem noch die Aufsätze„ Das Prinzip des Sozialismus" und Internationalismus und notwendige Entwicelung") wirft Adler die Frage auf, wie die geistige Kriegsbereitschaft der Völker möglich gewesen ist, die diesen furchtbarsten Krieg after Beiten, trok der vielgerühmten Kultur des 20. Jahrhunderts, auszeichnet." In diesem Krieg kämpfen nicht bloß Riesengeschütze um den Erfolg, sondern riesenhafte, ganze Völker umflammernde Jdeologien sind es vorerst, die diese Niejen, waffen, die Mörser, die Dreadnoughts haben ausdenken lassen, die die ganze Rüstung der Völker getragen und zubereitet haben und die den ungeheuren Zusammenstoß der Kulturvöffer viel sicherer noch als in dieser Waffenausstattung gefestigt haben in der geistigen Rüstung und Wahrhaftigkeit der die Völker beherrschenden und einander entgegen treibenden Ideen. Denn dies ist ja das historisch Merkwürdige dieses Krieges, was ihm sein äußeres bestechendes Gepräge gibt, daß dieser Völferkrieg zugleich ein Volfskrieg ist und zwar auf jeder Seite der im Kampfe stehenden Staaten.... Ueberall stehen alle politischen Parteien in gleicher Einigkeit auf der Seite ihres Staates und dadurch auf der Seite des Krieges, den sie durchhalten wollen bis zu einem erfolgreichen Frieden. Daß diese Ideologie das Bürgertum beherrrscht, ist kein Wunder, denn seine Gesinnung ist ihrem Wesen nach gar nicht friedlich und schiedlich, sondern kriegerisch und aggressiv". Weit erstaunlicher ist es, daß in diesem heutigen Krieg auch das sozialdemokratische Proletariat überall zu den Trägern des Krieges gehört, gewiß nicht aus eigenem Antrieb und Beschluß, aber nun, nachdem es in die Zwangslage des ausgebrochenen Krieges geraten war, doch überall mit großer innever Anteilnahme". Den Hauptgrund für diese Erscheinung sieht Adler in der gewaltigen Ideologie der Nation, und zwar nicht in jener Jdeologie, die in der verflossenen Geschichtsperiode auf die Schaffung geschlossener Nationalstaaten hinzielte, sondern in der„ National idee" der modernen kapitalistischen Staaten, die aus der Enge des Nationalstaates" hinausdrängen in den Weltmarkt, in die Weltpolitik. Der Nationalismus wird zum Imperialismus, er strebt nach Weltmacht und Vorherrschaft.„ Wer soll Herr der Erde sein, wenn nicht unser Volf?- Das ist der Sinn des neuen Nationalismus, direkt ausgesprochen, wo er sich bereits auf eine entwickelte Weltmacht stützen kann, wie bei den Engländern, als scheinbar bescheidene Forderung bloß nach dem Lebensraum, nach dem Plaz an der Sonne, wo diese Weltmacht noch fehlt, und dieser Gedanke von dem Lebensraum, von dem gleichen Recht an der Welt, von dem Drang nach Selbstbehauptung und Geltung, er schließt mit seiner an so viele primitiven Instinkte im Menschen rührenden Gewalt das ganze Volk unmittelbar in eine fast animalische Gemeinsamkeit des Fühlens und Denktens ein. Daher die Wucht des imperialistischen Gedanfens; er ergreift selbst den leßten verlumpten Bettler im Volte mit der Selbstverständlichkeit seiner hungernden Begehrlichkeit und feiner nur zu stark gebändigten Triebe." Gs bedeutet schon einen Triumph der materialistischen Geschichtsauffassung, wenn der Krieg jetzt auch von bürgerlicher Seite unter Hintansehung aller ideologischen Floskeln und Beschönigungen als Weltwirtschaftsfrieg" bezeichnet wird. So schreibt der Imperialist Arthur Dir:" Weltkriege sind nicht nur Waffenkriege, sondern Weltwirtschaftskriege. Diese Weltwirtschaftskriege werden " könne. 1 es Das Resultat feiner furz ffizzierten Erörterungen faßt Adler dahin zusammen:" Die imperialistische Phase des Kapitalismus ist Ja aber, wird gegen jede Kritik dieser Anschauungen ein- Stufe der sozialen Entwickelung überhaupt, durch welche auch alle allerdings eine unter den gegebenen Verhältnissen notwendige gewendet, hier handle es sich um eine große geschichtliche Tatsache, Entwickelung zum Sozialismus hindurch muß. Aber eine Vorstufe an der nicht zu mäkeln und zu rütteln sei. Der Imperialismus des Sozialismus kann und wird sie doch nur insofern sein, a Is sei die höchste und letzte Form des Kapitalismus, die es eben das Proletariat ihr feine eigene Entwidelungsdurchzumachen gelte, da nach der Lehre von Marg der Sozialismusrichtung entgegenset..." Hieraus erwachsen auf einem ja nur aus der vollen Entwickelung des Kapitalismus hervorgehen neuen geschichtlichen Boden gewaltige Aufgaben für die soziaCharakteristisch ist in dieser Beziehung, wie August listische Internationale. Es ist nicht wahr, erklärt Adler, Winnig für den Imperialismus plädiert:" ſt etwa das, was daß die Internationale„ versagt" hätte. Der Krieg habe nur offenman Imperialismus nennt, das Hinausstreben der Wirtschaft über bar gemacht, daß sie überhaupt noch garnicht bestanden die Grenzen des Nationalstaates hinaus, das Erschließen von Roh- hatte, daß sie noch keine andere Eristenz führte, als die einer stoffländern und Absaßgebieten, ein Ausfluß großkapitalistischer bloßen Ideologie des Proletariats, als eines edlen Wunsches ohne Brutalität und Tücke? Ist dies nicht vielmehr eine historische irgendwelche reale. Garantie seiner Erfüllung." Die Internationale Rategorie, wie es das Feudalsystem, die Manufaktur, der war nicht eine Institution zur Vereinigung der Aktion Frühkapitalismus waren? Und sollte es wirklich das Bebensziel aller Nationen auf einen Punkt, sondern bloß zur Kongerade der Sozialisten sein, einer Entwidelung zu statierung ihrer Parallelität. Dies war der Gruas, wehren, von der wir annehmen, daß sie zum Sozialismus weshalb sie in den Weltbrand nicht tatkräftig eingreifen konnte. führen muß, daß sie dessen notwendige Vorstufe ist? Nur Utopisten Selbstverständlich setzt eine Neugestaltung des internationalen Wirkönnen diese Zusammenhänge ignorieren." Diese Argumentation tens der Arbeiterklasse auch eine gründliche Neuorientierung in ihrer ist typisch für alle diejenigen, die scheinbar auf dem Loden des histo- inneren Politik voraus. Sie verlangt aber auch- und das verdient jetzt rischen Materialismus, in Wirklichkeit aber auf dem des historischen besonders betont zu werden den Bruch mit jenen fetischistischen Fatalismus stehen. Mit demselben Recht, mit dem Winnig dagegen Vorstellungen, die unter Berufung auf das„ eherne Wirken" öfonoauftritt, daß man der imperialistischen Entwickelung Hindernisse mischer Gesetze alle Willensmomente des kämpfenden Proin den Weg legt, könnte man gegen die Forderung von Arbeiter- letariats ausschalten und dadurch seine Aktivität lähmen. " Die schuhgesehen einwenden, sie hemme eine Entwickelung, von der Vorstellung der kaufalen Unvermeidlichkeit einer Ausmündung der wir annehmen, daß sie zum Sozialismus führen muß". Der Trug- fapitalistischen Welt in die sozialistische bemerkt Adler am Schluß schluß ist eben der, daß man wie Adler bemerkt meint, was seiner vortrefflichen Ausführungen welche mit großer Strenge an der kapitalistischen Entwickelung notwendig ist, sei eben so lange alle bloß ethische und ideale Begründung des Sozialismus deshalb auch als eine Notwendigkeit für das Prole- zurückwies, war eine gleichsam sozialpädagogisch sehr notwendige, tariat zu betrachten. um das Proletariat, auch einmal radikal aus utopistischer und In dieser Argumentation kommt aber noch ein Denkfehler zum bürgerlich- humanitärer Denkweise herauszureißen. Nachdem Ausdruck, den Adler treffend aufweist:" Die soziale Entwickelung dies nun in jahrzehntelanger zielbewußter Arbeit vollauf geist nicht ein Fatum für die Menschen, sondern ihr Werk. schehen ist, wird es allmählich Zeit- und die PrinzipienGewiß ist die imperialistische Phase des Kapitalismus eine historische verwirrung dieser Kriegszeit tut dies in trauriger Weise dar Kategorie, aber sie repräsentiert doch nur eine Seite der wieder stärker an die anderen kaufalfattoren ansozialen Entwickelung überhaupt, ist nur ein Stück von ihr, sub- zuknüpfen, ohne welche die Entwickelung zum Sozialismus jektiv gewertet nur ein besonderer Entwickelungswille nicht möglich ist, an den bewußten, auf seine Herbeiin ihr, dem der ganz andere Entwickelungswille des Proletariats führung gerichteten Willen. Damit werden wir nicht entgegensteht. Und nur dadurch könnte der Imperialismus aus etwa selbst Ideologen, sondern vielmehr bloß zu Vollstredern einer bloßen historischen Kategorie zum historischen Fatum der Ent- der von der Zeit geforderten Idee." A. S. Die Zukunft des Ostens und politischen Einfluſſes Japans über den ganzen Often, mit dem Lientfin erſcheinenden„ Courier de Tientsin" eine Artikelreihe über der Sozialismus. amerikanische Bresse flage, sondern um die Ausdehnung des Gesandten und dessen französischer Frau, der 1910 in dem in Biel, diefen der Beherrschung durch die europäische Hochkultur"| die" Gelbe Gefahr" veröffentlicht hat. Li schildert die japanische zu entreißen. Die gebildeten Chinesen fürchten die japanische Durchdringungspolitik im ganzen Osten, British Indien wie Vogtei nicht, da sie aus der Geschichte wissen, daß China stets die Niederländisch- Indien inbegriffen als eine„ verJm Amsterdamer Telegraaf" veröffentlicht ein Kenner Dst fremden Einflüsse absorbiert und sich schließlich von seinen Ober- schlagene Durchsicherung, die mit ebensoviel Sorgfalt berechnet als aftens, Henri Borel, eine Artikelferie über den Zustand Chinas. Herren befreit. Japan hat so den historischen Beruf, China, ja den verborgen gehalten ist". So bereitet sich für absehbare Zeiten Sein letter Artikel behandelt das jüngste Abkommen mit Japan, das ganzen Osten in Bewegung zu bringen, und der jetzige Bankrott der eine Soalition der asiatischen Völker vor. Eines diesen Staat tatsächlich zum Vogt über China macht. Borel meint westlichen Zivilisation wird ihm dabei sehr zu statten kommen, aber der Mittel hierzu ist die 11eberschwemmung des indes, daß die ganze Entwickelung. der Verhandlungen bis zum am Ende wird es sich selbst von den erweckten Riesenträften des ganzen Ostens mit einer in Japan geschriebenen, Ultimatum ein abgekartetes Spiel gewesen sei. Es handle sich ungeheueren China den Untergang bereitet sehen. aber in alle asiatische Sprachen übersezte Literatur, nicht nur um die Ausscheidung des kommerziellen Wettbewerbs der Borel beruft sich bei seinen Voraussagen auf das Zeugnis des worin Japan sich als Befreier von der Invasion der unersättlichen Länder der europäischen Kültür, über das die englische und Betinger Professors ET. T. Li, den Sohn eines ehemaligen Pariser Weißen in Empfehlung bringt. Durch den Unterricht," sagt Li, sollen die Drientalen die Begriffe: Recht, Unabhängigkeit und Frei, fertigen Politik wird der Präsident Wilson sich immerhin auf| heit erfühlen lernen, und bis in die einfachen Gehirne der orientas starte Boltsschichten stüßen tönnen.. lischen Bauern soll die Idee dringen: Nicht die Europäer, sondern Recht, Freiheit und Unabhängigkeit sind, unsere einzigen Herren! Geduldig und langsam und der Drientale allein weiß, was das bedeutet soll der Ileine japanische Vogt die unzählbaren Phalangen der Asiaten organisieren. Und wenn einmal die Zeit reif ist, wird für Europa der wilde Einbruch der Ströme des Zornes kommen, um die Jahre der Bitterkeit in Blut wegzuwaschen. „ Wir wissen nicht, ob sich unsere Oberste Heeresleitung dazu entschließen wird, eine Zusammenstellung der in Sturland erbeuteten Gegenstände zu veröffentlichen. Aber soviel wissen wir, daß die Eroberung der Hafenstadt Libau mit Umgebung namentlich unferer Aus Industrie und Handel. wirtschaftlichen Kriegsführung außerordentlich zustatten gekommen ift. " Das internationale Rüstungskapital. Die Getreides, Leder, Zinns und Munitionsvorräte aller Art über stiegen alle Erwartungen. Jm Labour Leader" vom 13. Mai macht Einem löblichen Brauch zufolge hat die Stadt Libau auch eine geAber das erweďte Asien wird seine Freiheit auch gegen Japan englischen Werften mit den italienischen aufmerksam. Im gebrachte Feldmarschall Hindenburg hat sich unzweifelhaft als großer J. 2. Walton Newbold auf den engen Zusammenhang der bührende Kontribution in schönen großen Rubelscheinen bereits aufcrobern. Eine neue Koalition aller orientalischen Völker wird Jahre 1910 beschloß Italien mit einem Aufwand von praktischer Volkswirt gezeigt. Er ist reif für den Ehrendoktor der Japans Oberherrschaft abschütteln. Was wird nun in den neu- 2000 000 Pfd. Sterl. seine Artillerie mit Geschüßen Staatswissenschaften." gebildeten afiatischen Reichen geschehen? Durch die errungenen Siege des Schneider- Deport- Systems neu zu organisieren. Das übermütig geworden, wird dort die militärische Oligar Material wurde bei Vickers- Terni hergestellt, die damals Frankreichs Finanzlage. chie herrschen und brutale Habsucht um sich greifen. Aber bereits bon Vickers technische und aus dem Elend wird der Sozialismus geboren hatten. finanzielle Hilfe Wie Edgard Milhaud in der Humanité" darlegt, steht die Su Die großen dreifachen Geschüzunterbauten für Härte Ribot, eine der größten Schwierigkeiten ist die Bezahlung funft Frankreichs auf dem Spiel. In seiner Rede am 14. Mai etwerden und die Militärherrschaft vernichten. Und mindestens vier Schlachtschiffe sind ganz in britischen unserer umfangreichen Anfäufe im Ausland. Ein Teil unserer Innach dem Siege des Sozialismus wird China die in seinem Boden Werkstätten gebaut. Irgendwelche Geheimnisse in der bustrie liegt still, gewisse Rohmaterialien, besonders Kohle, fehlen, ruhenden unermeßlichen Schäße nugbar machen. China wird der Artillerie konnte es daher zwischen französischen, eng- und wir sind durch die Bedürfnisse der nationalen Verteidigung, des große Spender von Lebens- und Genußmitteln werden, ohne den lischen und italienischen Werften taunt geben. Wenn Handels und der Industrie auf den Import angewiesen. Bis zumt die alte Welt nicht mehr leben kann. Indien dagegen, meint Li, Italien also tatsächlich jemals beabsichtigt hätte, aus Februar war der Wechselfurs für uns günstig, aber das Gleich wird allmählich wieder in die seinen Bewohnern eigene philo- irgendeinem Grunde zusammen mit seinen Verbündeten gewicht ist jetzt durch das Mißverhältnis gestört, das zwischen dem sophierende Beschaulichkeit und in dies weltabgewandte Traum- Strieg zu führen, glaubt dann wirklich jemand, es hätte sich Rüdgang des Erports und dem Steigen des Imports besteht." dasein, das zwischen Passivität und Ekstase schwankt, zurückſinken. dann alle feine neueste Artillerie für Armee und Flotte von Amerika erleichtert, aber nur für dieses Land und nur für den Durch das Abkommen mit England wurde die Bezahlung in Es wird aber im reichen China einen milderen, weniger habsüchtigen seinen Feinden verschafft und sich so ganz in deren Vogt finden, als es Japan war. Man muß aber auch die Zahlungen von Industrie und gegeben? Ganz besonders interessant sind Handel und alle Zahlungen an andere Staaten in Betracht ziehen. Es ist selbstverständlich, daß das Zukunftsbild des chinesischen die Beziehungon zwischen britischen Waffenfabriken Es werden dadurch erhebliche Anforderungen an die Goldreserve der Professors so wenig wie andere Zukunftsbilder von der Geschichte und der italienischen Admiralität nach einer Beschreibung, wie Bank von Frankreich und an das umlaufende Gold gestellt. bis aufs i- Tüpfelchen ausgeführt werden wird. Aber daß i die im seit 1878 britische Firmen mehr und mehr Einfluß auf Jezt, wo ein erheblicher Teil unseres Goldes systematisch Often wirkenden Kräfte richtig beurteilt hat, zeigt die jetzige Politik italienische Rüstungen hatten. aus dem Lande gezogen wird, tritt das Problem der Japans und manche Regungen in den indischen Gebieten, die auf Der Artikel schließt mit den Worten: Was kann man iederaufnahme der Tätigkeit im Lande mit unerwarteter stärkere, aus größeren Tiefen kommende Antriebe weisen, als auf von diesem 30 jährigen Reford an Doppelzüngigkeit anders möglich gewesen ist, muß bei uns auch gehen. Die Vorbedingung Schärfe und äußerster Dringlichkeit auf. Was der Schweiz Leuten so überschäßte religiös politische denken, als daß Schneider und Chatillon- Commentry sowie ist eine Regelung der Kreditverhältnisse und eine Verwendung Wort vom heiligen Krieg". Der Prozeß bis zum Sieg des Armstrong- Whitworth und Vickers mit der französischen und der Arbeitslosen in Berufen, in denen es an Arbeitern Sozialismus in China mag freilich noch lange genug dauern. Aber britischen Regierung zusammen gearbeitet haben, un die mangelt. Auch die Stellenbermittelung versagt völlig. Im Januar gegenüber der sich vorbereitenden sozialistischen Riesenorganisation Italiener in dem Kreise der Tripelentente zu halten und sie gab es bei uns im Metallgewerbe 15 Proz. Arbeitslose, in DeutschOstasiens erscheinen alle privatkapitalistischen Eroberungspläne und zu rüsten für den Kampf gegen ihre sogenannten Ver- land nur 3,3 Proz. Den von der Kammer für ihre Organisation die nationalistischen Weltherrschaftsideologien, die sie verklären, als Bündeten. Bestimmten Kredit von 500 000 Fr. hat die Finangtommission abge die weltfremdesten aller sozialen Utopien. lehnt und damit Frankreichs Zukunft gefährdet. das Friedensfaktoren = in den Vereinigten Staaten. New York, 14. Mai.( Eig. Ber.) Die Art, wie gewisse Blätter New Yorts Kriegsstimmung zu machen versuchen, läßt an Gewissenlosigkeit nichts vermissen. Aber die Wildheit selbst, mit der die Blätter um sich hauen, beweist, daß man sich seiner Sache nicht sicher ist. Bei allen Drohungen kann man doch nicht die Tatsache aus dem Bewußtsein verbannen, daß man eine millionenköpfige Bevölkerung deutscher Abstammung im Lande hat. Die Probleme, die im Kriegsfalle aus der herrschenden Rassenmischung entstehen könnten, sind in ihrer Tragweité ganz unübersehbar. Die Sozialistische Partei Ameritas hat zu der Kriegsfrage prompt Stellung genommen. Zurzeit tagt in Chitago das Nationalkomitee der Partei, dessen Sizungen etiva einem engeren Parteitag gleichkommen. Das Komitee hat ein Friedensprogramm entworfen, in dem es heißt: Die erste Pflicht dieser Stunde ist für uns, die Sozialisten der ganzen Welt, alle Gruppen der Arbeiterbewegung der Welt zu sammeln in aggressiver und unversöhnlicher Opposition gegen das ganze fapitalistische Systemt und gegen jede Form seiner tödlichsten Früchte; zur Stärkung der Bande der Solidarität der Arbeiterflaffe, Bertiefung des Strebens nach bewußtem Internationalismus und vor der Welt ein konstruktives Programm zu proklamieren, das zum dauernden Frieden führt. " Weiter heißt es: Vor uns liegt eine neue Seite der menschlichen Geschichte aufgeschlagen. Auf ihr muß die ganze Botschaft des Sozialismus und der Demokratie, des Interntionalismus und des Friedens in voller Bedeutung niedergeschrieben werden. Nic ist eine größere, eine edlere Aufgabe an die Menschlichkeit gestellt worden." Dann appellieren die amerikanischen Sozialisten an das amerikanische Volk und an die amerikanische Arbeiterschaft insbesondere, dem Kriege und jeder Agitation für den Krieg zu opponieren durch alle ihnen zu Gebote stehenden Mittel; denn es ist ihre Klasse, die die schrecklichen Kosten des Krieges zu tragen hat, ohne irgendwelchen Nutzen daraus zu ziehen. Es sind in erster Linie und hauptsächlich die Arbeiter, die die Soldaten auf dem Schlachtfelde stellen und ihr Leben und ihre Gesundheit opfern in dem sinnlosen Streit ihrer Beherrscher." Hände Wirtschaftliche Kriegsbeute. Ueber die möglichen Abfichten des Vorstoßes nach Kurland drudt die„ Deutsche Tageszeitung" aus der Boltswirtschaftl. Korrespondenz" folgende Deutung ab: Unter den Widerständen, die sich der militaristischen und friegerischen Tendenz entgegenstemmen, darf auch die eifrige Propaganda der Universitätsstudenten nicht vergessen werden. Durch die geräuschvolle Arbeit der Rüstungsfreunde und Säbelrassler auf den Plan gerufen, schlossen sich die Studenten der Uinversität Columbia vor einigen Monaten zu einer antimilitaristischen Liga zusammen. Den unmittelbaren Anlaß dazu gab die öffentlich erhobene Forderung, daß die Studenten der Universitäten militärische Nebungen machen sollten, wie dies schon an einigen Hochschulen üblich ist. Ein junger Student, namens John H. Cover, von der New Yorker Universität Columbia leitete die Protestbewegung ein. Ihm und seinen Gesinnungsgenossen gelang es, zu Anfang Dezember des letzten Jahres eine Massenversammlung der mit Studenten einzuberufen, die einstimmig folgende Resolution faßte: Wir, die Studenten der Universität Columbia erklären hiermit in dieser Massenversammlung vor dem Kongreß und dem Volke der Bereinigten Staaten, daß wir gegen den Militarismus im allgemeinen und gegen eine Vergrößerung unseres Heeres und unserer Flotte im besonderen find." Die Bewegung sprang bald auf andere Universitäten über. Die letzte Tätigkeit der Antimilitaristischen Studentenliga( Collegiate Anti- Militarism League) war die, eine Umfrage in allen Universitäten zu veranstalten über die Frage der militärischen lebungen. Diese Umfrage hat ergeben, daß 63 000 Studenten in 37 Kollegien gegen den militärischen Drill in den Sommerkolonien der Studenten sind, während sich 17 000 dafür ausgesprochen haben. Das beweist zur Genüge, daß die große Mehrheit der amerikanischen Universitätsstudenten Herz und Kopf auf dem rechten Fleck haben. .. Allerdings stehen diesen und ähnlichen Friedensfattoren mächtige Kriegsfaktoren gegenüber. Man wird sich nicht täuschen, wenn man annimmt, daß vielen Farmersöhnen ein Krieg gar nicht unangenehm sein wird. Sie werden allerdings mehr von einem Spaziergang nach Kuba träumen als von einem mörderischen Ringen mit einer großen Militärmacht. Sie werden aber auch an die fetten Pensionen denken, die die Vereinigten Staaten ihren Kriegsteilnehmern zahlen, und an die öffentlichen Aemter, die der Sitte gemäß diesen Personen in den Schoß fallen. Ferner darf man nach den Ereignissen, die sich im leßten Jahre in Europa abspielten, die Macht der Kriegspresse nicht unterschäßen. Aber es ist doch angebracht, bei der Abschätzung der sich einander gegens überstehenden Kräfte das Bramarbasieren dieser Presse nicht zu überschäben, Bei einer einigermaßen vernünftigen und fried Ein Schats in jeder Küche ist das Staat. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis anfangs meist berölti, später neue Aufheiterung und etwas Abkühlung. Montagmittag. Sehr warm. Im Westen vielfach heiter. Im Osten Stachweise Gewitter. Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Tel- Amt Morigplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30 Montag, den 7. Juni, abends 8 Uhr, Andreas: Festsäle, Andreasstr. 21: Branchen- Versammlung der Kistenmacher. Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. Jise Bergt Act Ge JLSE 2. Verschiedenes. 84/1 Bezirk Oberschöneweide. Dienstag, den 8. Juni, abends 8½ Uhr: Brikell Mitglieder- Versammlung bei Warneke, Wilhelminenhofstraße 18. Tagesordnung: 1. Bericht des Dbmannes. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. MÖBEL auf Teilzahlung erhält man in grosser Auswahl und unter günstigsten Zahlungsbedingungen bei KREDIT- FEDER Permanente Ausstellung ca.100 kompl. u terzimmer Eing. WeinZentrale Brunnenstrasse 1, bergsweg 28 Norden: Filiale Osten: Frankfurter Allee 350 Filiale Süden: Kottbuser Damm 103 Filiale Westen: Charlottenburg, Scharrenstrasse 5 Ecke Wilmersd, Str. Ich suche Beteiligung 47/8 Stapital bei einer Dreherei, auch Bergrößerung. Adolf Markwald, Berlin- Schöneberg, Salzburger Str. 7. statalog joj. franto Egr.- A.: Gardinenhaus, Berlin. Gardinen Spezialfirma: Gardinenhaus Bernhard Schwartz Berlin C, Wallstr. 13( Spindlershof). 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KÖNIGLICHER HOLLÄNDISCHER LLOYD S.GETRIA SATUBANTIA NACH SUD- AMERIKA Allen Freunden und Bekannten die freudige Nachricht, daß der Gefreite Hermann Lichtenberg, Reinickendorf: West, nicht ge: fallen ist, sondern sich gesund und wohl in russischer Gefangenschaft befindet. Nachricht von ihm ist eingetroffen. 15A Fran Alwine Lichtenberg. Habe meine Praxis wied. aufgenommen. Dr. Salingré, Schmidstr. 18. Ich habe meine Praxis wieder aufgenommen. Dr. C. Marks, 44/ 2* 1 Berlin- Schöneberg, Gustav- Müllerstr. 48, Ecke Kolonnenstraße. Orts- Krankenkasse. der Klempner zu Berlin. Bekanntmachung. Auf Antrag des Borstandes und Genehmigung des VersicherungsNächste Abfahrten von Amsterdamach Süd- Amerika ( La Coruna, Vigo, Lissabon, Pernambuco, Bahia, Rio de Janeiro, Santos, Montevideo u. Buenos Aires) Schnelldampfer: Tubantia, 9. Juni und weiter alle 14 Tage. Frachtdampfer- Expeditionen nach Bedart. KÖNIGLICHEN HOLLÄNDISCHEN LLOYD, AMSTERDAM LOYD, AMSTERDAM Berlin: Passage- Agentur D. A. Vonk, 70 Unt.d.Lind., NW7 Auskunft durch den: Telegramm- Adresse: Realloyd oder in Telephon: Zentrum 11881 Für Rheumatiker und Nervenleidende. Rur Togal vermochte ihre unerträglichen Schmerzen zu lindern. Frau Rektor B. in Berlin fchreibt: Seit Jahren schon Teide ich an Gicht. Das Leiden trat in diesem Winter fo heftig auf, daß ich wochenlang das Zimmer nicht verlassen konnte. Kein Medikament war imstande, mich von den heftig bohrenden Schmerzen zu befreien, nur Togal schlug gleich wunderbar an. Nicht nur die bohrenden Schmerzen sind verschwunden, sondern auch die Beweglichkeit der Glieder hat schon Fortschritte gemacht. Alles in allem: Togal ist ein vorzügliches Mittel." Aehnlich berichten viele andere, welche Togal bei jeder Art von rheumatischen und Nervenschmerzen gebrauchten. Es gibt nichts Besseres. Alle Apotheken führen Togal Tabletten. Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein amtes der Stadt Berlin tritt ber§ 16 1. d.4. Berl. Reichstagswahlkreis. Abf. II der Sagung, rüdwirkend vom 1. Mai d. J. ab, wieder in Straft. Berlin, den 4. Juni 1915. Der Vorstand. I A.: Josef Hartmann, Vorsitzender. 268/9 Orts- Krankenkasse der Schlosser und verwandten Gewerbe zu Berlin. Bekanntmachung. In der Ausschußßigung am 26. April dieses Jahres wurde beschlossen, den Mitgliedern unter vorläufiger Bei behaltung des erhöhten Beitrages mieder die alten sabungsgemäßen Leistungen( Krankengeld auch für die Sonn- und Feiertage, Taschengeld, Angehörigen Sterbegeld usw.) zu gewähren. 268/8 9 Dieser Beschluß ist vom Versiche rungsamt der Stadt Berlin ge nehmigt und tritt vom 4. Juni d. J. in Kraft. Der Vorstand. A. Polzin, G. Müller, Borsigender. Schriftführer. Smith Premier Schreibmaschinen Frühere Mod. 4, 5, 6, 9, vollkommen renoviert, früher bls Mk. 500.jetzt billiger, in allen Preislagen von Mk. 125.- an. Garantieschein mit Faktura. Verlangen Sie schriftl. Offerte unter Angabe, welcher Preis angelegt werden soll. Smith Premier Schreibmasch.- Gesellsch. Berlin W, Friedrichstr. 62. Ziehung schon 8., 9., 10., 11. u. 12. Juni Coburger Geldotterie 17553 Geldgewinne mit Mark 360000 100000 50000 Hauptgewinne: Lose 3 M.( Porto u. Liste ( 30 Pf. extral H.C. Kröger BERLIN W8, Friedrichstr. 193a Petersburger Viertel. Bez. 354/56. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Fabrikant Otto Richter Frankfurter Allee 35 geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Dienstag, den 8. Juni, nach mittags 2 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße 37/38 ftatt. Bezirk 299. Stralauer Viertel. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Genosse, der Schloffer Wilfried Tygor Stralauer Str. 22a gestorben ist. 100090 am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 8. Juni, nachmittags 3, Uhr, von der Halle des Bentral- Friedhofes in Friedrichs= felde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein .Neukölln. Am 2. Juni verstarb unser Parteigenosse Richard Amft Fontanestr. 23( 22. Bezirk). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, den 6. Juni, nachmittags 5 Uhr, auf dem Jakobi- Kirchhof, Hers mannstraße, statt. Um rege Beteiligung wird er jucht. Nachrut. Am 30. Mai verstarb unser Barteigenosse, der Stukkateur Hans Deutsch. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung fand Donnerstag, den 3. Juni, statt. 237/12 Der Vorstand. am Fern von seinen Lieben, starb am 9. Mai den Heldentod fürs Vaterland mein innigstgeliebter, unvergeßlicher Mann, unser treu forgender Bater, Sohn und Bru ber, der Gefreite Albert Wegener Ref. Inf. Regm. 201, 6 Komp. im blühenden Mannesalter von 42 Jahren. an Dies zeigen im tiefsten Schmerz Frau Lina Wegener u. Kinder, August Wegener als Bater, August Wegener als Bruder, Minna Graffow geb. Wegener, Anna Wegener als Schwestern. Wenn Liebe tönnte Wunder tun und Tränen Tote weden, so würde Dich, Du gutes Herz nicht fremde Erde deden. Nun ruhe sanft im Heldengrab, befreit von allen Schmerzen, die Liebe die Dich hier umgab, lebt fort in unsern Herzen. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechanifer Max Peine am 3. Juni gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 6. Juni, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen halle bes Lichtenberger Gemeindefriedhofes in Marzahn aus statt. Rege Beteiligung erwartet 114/18 Die Ortsverwaltung. Verhand der Bureauangestellten Deutschlands. Ortsgruppe Groß- Berlin. Am 3. Juni verstarb unser Stollege, Krankenkassenangestellter Max Peine ( Ortskrankenkasse Neukölln). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet he ute Sonntag, den 6. Juni, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes in Marzahn ( Wriezener Bahn) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 46/7 Die Ortsverwaltung. Allgemeine Ortskrankenkasse Neukölln. Am Donnerstag, den 3. Juni, starb nach langem Leiden der Angestellte unserer Kasse Max Peine. Nur 12 Jahre in unserer Berwaltung tätig, hat er fich trotzdem in dieser kurzen Zeit durch regen Fleiß und gewissenhaftes Arbeiten unser Vertrauen erworben. Sein Andenten werden wir in Ehren halten. 268/10 Der Kaffenvorstand.. M. Heinrich, 2. Vorsitzender. Am 3. Juni verschied nach längerer Krankheit unser Stollege Max Peine. Der Berstorbene war während seiner nur kurzen Tätigkeit ein eifriger Mitarbeiter und guter Kollege, Sein Andenken wird von uns stets in Ehren gehalten werden. 71A Die Kollegen der Allg. Ortsfrankenkasse Neukölln. Am 25. Mai starb durch Kopf-. schuß den Heldentod fürs Bater land unser lieber Kollege Heinrich Bleeck. Sein anfrichtiger und ehrlicher Charakter wird uns stets vers anlaffen, ihm ein dauerndes Andenken zu bewahren. 18405 Die Maschinendruckerei ,, Woche" und ,, Tag". Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am Freitag, den 4. Juni, nach langem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwefter und Schwägerin Agnes Jaffke im Alter von 43 Jahren verstorben ist Um stilles Beileib bittet Im Namen der Hinterbliebenen: Otto Jaffke, Lichtenberg, Blumenthalstr. 18. Drt und Zeit der Beerdigung wird noch bekanntgegeben.[ 48 Verband der Sattler und Portefeuiller. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß der Kollege Leo Pinkus bei den Stämpfen gefallen ist. Im Felblazarett zu Nüstrin verstarb der Kollege Albert Scheffler. Ehre ihrem Andenken! 157/13 Die Ortsverwaltung. Den Heldentod fürs Baterland starb am 23. Mai 1915 im Stellungsfamps mein innigs geliebter, herzensguter Mann, Sohn, Bruder, Schwager und Schwiegerjohn, der Unteroffizier und Ritter des Eisernen Kreuzes Fritz Klinkmüller Landw.- Inf.- Reg. 47, 12. Komp. im blühenden Alter von 34 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen: Frau Anna Klinkmüller geb. Dietrich. Dir der Friede, Uns der Schmerz. Als Opfer des Weltkriegest wurde uns unser langjähriges Mitglied 18365 Erich Rabe entrissen. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. Ruder- Verein Collegia", " Charlottenburg- Tiefwerder. Fern von seinen Lieben, starb am 2. Mai infolge Pflichterfüllung mein lieber unvergeßlicher Mann, der trenforgende Bater feines einzigen Töchterchens, Sohn, unser Bruder, Schwiegerfohn, Schwager, Onkel und Reffe, der Reservist Max Winkler ( 84. Reserve Pionier- Rompagnie) Im Namen der Hinterbliebenen: Die trauernde Gattin Jda Winkler geb. Ginnow und Töchterchen Trudchen. Du gingst von uns mit schwerem Herzen Und hoffteft auf ein Wiederseh'n; Doch größer find nun unsere Schmerzen, Da dieses nicht mehr kann gefchehn. Wir konnten Dich nicht sterben sehn, Auch nicht an Deinem Grabe stehn. So ruhe denn in Frieden, Ewig beweint von Deinen Lieben. Neukölln, Steinmehstr. 13. Fern von der Heimat, als Dpfer des Weltkrieges, fiel unser lieber Sohn und Bruder 6A Karl Rucks Ref. Inf. Regt. 269, 8. Stomp. im 21. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Hermann Rucks zurzeit im Lazarett. Liddy Rucks. Paul Rucks. Am 29. Mai fiel in treuer Pflichterfüllung mein über alles geliebter Mann, unser guter Bater und Sohn, der Gefreite August Ramonat im 45. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Berta Ramonat geb. Mayer. Paul, Kurt als Söhne. Stets unvergeßlich den Deinen. Allen Freunden und Bekannten die Nachricht, daß unser lieber Gangesbruder, der Garde Grenadier 220 Fritz Feist am 18. Mai gefallen ist. Wir werden sein Andenken in Ehren halten. Richard Kohlmann, Sänger. Berlin. Stumm schläft der Sänger. Sollt ich unter fremdem Himmel Schlafen in der Weltschlacht ein, Soll auf meinem Grabe blüh'n, Liebchen hold, Bergißnichtmein. In seinem schweren Berufe als Sanitätsfeldwebel fiel im fernen Westen, im 39. Lebensjahre, unser lieber guter Mann, Bater, Brüder, Schwager und Dnkel Paul Heinze In treuem Gedenken: Niederschönhausen( Uhlandstr. 49), Berlin, Kiel, Bern. Hedwig Heinze und 3. Kinder. Waldeck u. Martha Manasse, geb. Heinze. Karl und Lotte Schlichting, geb. Heinze. Albert Heinze( zurzeit im Felde) und Frau. Willi Heinze und Frau, Ms Opfer des Weltkrieges fiel am 21. Mai unser lieber, braver Kollege, der Dreher Paul Heinze d Sanitäts Bize Feldwebel beim Ref.- Inf. Regt. Nr. 204. Sein aufrechter Sinn, sein liebenswürdiges Wesen und sein frischer Humor lassen ihn uns unvergeßlich bleiben. Sein Andenken werden in Ehren halten 18475 Die Kollegen d. A. E- G., Brunnenstraße, Widerstandsfabrik Abt. Lurtz( früher Düllmann). Den Heldentod fürs Baterland fanden unsere langjährigen Mitarbeiter Otto Faust Martin Wollschläger Wilhelm Boddeutsch. Wir werden ihr Andenken in Ehren halten! 47/20 Die Inhaber der Firma Schweitzer& Oppler- Berlin. Fern von seinen Lieben fiel als Opfer des Weltfrieges bei einem Gefecht am 24. Mat unser einziger lieber Sohn und Bruder Hans Schmidt im 21. Lebensjahr. Dies zeigt tiefbetrübt an Familie Schmidt, Engeluser 6b. Ihm der Friede, Uns der Schmerz Ruhe sanft in fremder Erde. Am 23. Mai starb als Dpfer des Strieges mein innigstgeliebter Mann, unser Herzensguter Vater, Sohn, Bruder und Schwager, der 220 Landsturmmann Artur Wolff im 41. Lebensjahre. In tiefem Schmerz: Witwe Olga Wolft und Kinder. Ruhe sanft in Feindesland, unsere Liebe deckt Dich zu. Am 19. Mai fiel auf dem Schlachtfelde mein guter Sohn, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Grenadier Richard Kapons im 21. Lebensjahre. 20 Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. Fern von seinen Lieben fiel als Opfer dieses furchtbaren Völker ringens bei einem Sturmangriff am 26. Mai unser lieber guter unvergeßlicher Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Neffe Otto Wacker Striegsfreiwilliger Inf. Reg. 201, 5. Stomp. im 24. Lebensjahre. Dies zeigen an in tiefem Schmerz Familie Adolf Wacker, Stephanstr. 66. 59A Männer- u. Frauenchor Neukölln. Am 13. Mai fiel auf dem Schlachtfelde unser lieber Sangesbruder Artur Naumann. 59/5 Der Vorstand. Stumm schläft der Sänger. Gesangverein„ Vorwärts" Friedrichsfelde- Karlshorst am M. d. D. A.-S.-B. Gau Berlin. Fern von der Heimat, als Opfer des Strieges, fiet 16. Mai unser langjähriger treuer Sangesbruder, der Landsturmgefreite Peter Busch im 44. Lebensjahre. Sein aufrechter Sinn, fein liebenswürdiges Wesen und sein frischer Humor, lassen ihn uns unvergeßlich bleiben. Ferner starb plößlich im Mai nach 18 jähriger Mitgliedschaft unser treuer Sangesbruder Emil Schönfelder Friedrichsfelde, Balderfeestr. 32. Die Beerdigung hat stattge funden. HO 59/4 Stumm schläft der Sänger.. Als Dpfer des Weltkrieges fiel am 10. Mai 1915 unser einziger lieber Sohn Max Hoffmann im blühenden Alter von 21 Jahren. In tiefem Schmerz seine trauernden Eltern August Hoffmann und Frau, Baldemarstr. 4. 53A Am 16. Mai fiel als Opfer des Weltkrieges mein guter Mann und treusorgender Bater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Geschäftsinhaber Peter Busch Gefreiter im Landw.- Inf. Reg. Nr. 47 im Alter von 44 Jahren. Seiner Pflicht getreu bis in den Tod! 77A Berta Busch geb. Engler nebst Kindern. Nachruf. Am 15. Mai 1915 fiel im Felde einer unserer besten Kollegen, der Schloffer Hermann Kriesel. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren! Die Kollegen der Firma Scherbel, 892 Weißensee, Rehderstr. 42. Fern von der Heimat, als Opfer des Weltkrieges, fiel in der Nacht vom 17.- 18. Mai auf Vorposten durch Kopfschuß mein innigst geliebter Mann und Vater, unser guter Sohn, Bruder, Schwager und Dutel, der Wehrmann Wilhelm Püngel Reserve- Inf.- Reg. 224, 2. Stomp. im Alter von 43 Jahren. Dies zeigt im tiefsten Schmerz an Frau Marie Püngel, nebst Tochter, Stolpischestr. 19. Ruhe sanft, du gutes Herz, Du hast den Frieden, wir den Schmerz. 220 Am 1. Juni berstarb im Feldlazarett unser lieber Freund Richard Schulz. In der Blüte seiner Jugend aus rig ihn das Schicksal unserem Reise, Treu und gut, fichert ihm sein hilfsbereites Wesen ein stetes Gedenken, Du tehrst nicht wieder! Ruhe sanft! Die Sängerschaft imr Ruderverein Vorwärts. Fern von seinen Lieben: starb am 19. Mat 1915 in treuer Pflichterfüllung und großer Sehnsucht nach uns nach 9, monatlichen schweren Stämpfen mein über alles. geliebter herzensguter Mann, treu forgender Bater seines Sohnes, mein lieber Sohn und guter Schwiegersohn, der Wehrmann Otto Schaefer Landwehr Infanterie- Regt. Nr. 47 im 39. Lebensjahre. 53 Dies zeigt im Namen aller trauernden Hinterbliebenen im tiefften Schmerz an Ernestine Schaefer geb. Bieselt und Sohn Alfred. Es ist gefnüpft ein ewig Band Fest zwischen mir und Dir, Und ob Du ruhst im fremden Land, Im Herzen ruhst Du mir. So schlaf denn wohl! Du Liebster meines Lebens, Rein Kampfgetöse stört mehr Deine Ruh'. Ach all mein Hoffen, es war doch bergebens, Nun dect Dich fremde, falte Erde zu. Doch liebster Bater, schlaf in Ruh, Unsere Liebe dect Dich zu. Fern von seinen Lieben und als Opfer des Weltkrieges fiel am 1. Mai mein heißgeliebter Gatte, Vater, Bruder, Schwager und Onfel, der Wehrmann Otto Fiedler im blühenden Alter von 38 Jahren. Er folgte seinein am 28. Fe bruar vorangegangenen zehn jährigen Töchterchen in den Tod. Dies zeigen tiefbetrübt und schmerzerfüllt an 71A Frau Agnes. Fiedler nebst Tochter u. Verwandten Neukölln, Elbestr. 34. Wie schmerzlich war Dein Scheiden Von uns, geliebtes Herz, Weißt nicht, was wir jetzt leiden, In diesem tiefen Schmerz. Bir baten alle Tage, Ach tehre doch zurüd; Nun aber eine Klage, Borbei ist unser Glüd. Dem ewig gram, der diefen Krieg heraufbeschworen, Der Dich nun trennt von all den Deinen, Nur wer Dich fannte, weiß, was wir verloren, Und weiß, warum wir weinen weinen. Ruhe sanft in fremder Erde,'" Unsere Liebe deckt Dich zu. Dem Undenten unserer auf dem Kriegsschauplaz gefallenen Genonen! Auf dem Schlachtfelde fiel am 23. Mai unser Mitglied, der Behrmann 204/6 Georg Düvel. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 1. Berl. Reichstagswahlkr. Am 26. Ditober fiel auf dem Schlachtfelde, der Genoffe Robert Schlennstedt Ehlauer Straße 10. Bezirk 35. Ferner starb am 2. März infolge seiner Verwundung im Lazarett zu München der Genosse 205/7 Gustav Künzelmann Bezirk 130 a. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkr. Am 21. Mai fiel der Buchdruder Bruno Uhlemann Weidenweg 45. Bezirk 346 I. Am 16. Mai fiel der Bergolder Gustav Krause Königsberger Straße 12. Bezirk 315. Am 29. Mai fiel der Gastwirt 212/15 222/9 August Ramonat Friedenstr. 52. Bezirk 278. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Im Felde fiel unser braver Genosse, der Buchdrucer Paul Diepold Meyerbeerstraße 6. Abteilung II. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 5. Berliner Reichstagswahlkr. Am 11. Mai fiel bei einem Sturmangriff der Buchdruder Karl Trapp Stendaler Straße 23. 15. Abteilung, Bezir! 724. Am 27. März fiel in einem Gefecht der Brauer Karl Gründel Börther Straße 15. 3. Abteilung, Bezirk 514. Am 17. Mai fiel auf Borposten durch Kopfschuß der Zimmerer Wilhelm Püngel Stolpische Straße 19. 6. Abteilung, Bezirk 569. Mm 9. April fiel bei einem Angriff der Stukkateur 225/14 Max Hoffmann Stromstr. 30. 15. Abteilung, Bezirk 719. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Am 16. Mai fiel im Felde der Brauereiarbeiter Robert Beiser Mainzer Straße 15/15. 23. Bezirl Am 10. Mai fiel im Felde der Tischler Otto Fiedler Erlstr. 34. 7. Bezirk Am 23. Mai fiel im Felde der Bierfahrer Fritz Klinkmüller Weisestr. 6. 22. Bezirk. Am 26. Mai fiel im Felde unser Zahlabendleiter, der Arbeiter 237/13 Max Resch Weisestr. 64. 22. Bezirk. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Ws Opfer des Beltfrieges fielen die Genossen 194/20 Ernst Richter Hindenburgdamm 104 Gustav Mielke Flotompstr. 1. Sozialdemokratischer Wahlverein Berlin- Lichterfelde. Bei den Kämpfen am 19. Mai fiel unser Genoffe, der Dreher Wilhelm Zech. Sozialdemokr. Kreiswahlverein Niederbarnim. Bez. Pankow. Gruppe 5. 13/2 Am 23. Mai fiel unser Genosse Karl Liepe Lichtenberg, Herzbergstr. 149. Soziald. Kreis- Wahlverein Niederbarnim, Bez. Lichtenberg, Gruppe 93. Am 21. Mai fiel unser Revisor, der Eisendreher Paul Heinze. Sozialdem. Kreiswahlverein Niederbarnim, Bez. Niederschönhausen. Am 16. Mai fiel unser Genosse, der Schlosser Peter Busch Ede Hentig und Krauseftraße. 243/17 Sozialdemok. Wahlverein Kreis Niederbarnim, Bezirk Karlshorst. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen auf dem Schlachtfelde gefallen sind: 34/8 Max Schulz, Englische Gaswerke. Karl Schulz, Lichtenberg. Ernst Götsch, Gasanstalt Gitschiuerstr. Hans Lindenberg, 17. Revier- Insp. Bir werden ihnen ein ehrendes Andenten bewahren. Die Ortsverwaltung. Auf dem Schlachtfelde im Besten fiel unser lieber Freund und treuer Mitarbeiter Paul Diepold. Seinem Vorbilde zu folgen, soll unser eifrigstes Be streben sein. 282/5 Die Arbeiterjugend Berlin Süden. Am Sonnabend, den 5. Juni, verstarb nach schweren Leiden unser lieber Vater, Schwieger- und Großvater, der Fabrikant Otto Richter im 65. Lebensjahre. 1842b Dies zeigen tiefbetrübt mit der Bitte um stilles Beileid an Paul Richter und Frau Emma geb. Schabel, Richard Stolpe und Frau Frida geb. Richter, Else, Otto, Karl als Enkelkinder. Die Einäscherung findet am Dienstag, den 8. Juni, pünktlich 2 Uhr, im städtischen Krematorium in der Gerichtstraße 37/38 statt. Kranzspenden höflichst verbeten. Deutsch.Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Es starben folgende Mitglieder im Felde: Johann Cziechy, Bidler geb. 7. 4. 1882 in Stettin Georg Spiller, Graveur geb. 17. 10. 1873 in Berlin Wilh. Leßmann, Gürtler geb. 18. 12. 1872 in Langenau Georg Papendick, Werkzeugmacher geb. 13. 2. 1890 in Berlin Artur Wolff, Dreher geb. 25. 7. 1875 in Rauscha Max David, Dreher geb. 18. 1. 1894 in Berlin Otto Kahle, Rerumacher geb. 11. 3. 1880 in Großbeeren Hans Gloé, Elektromonteur geb. 14. 7. 1890 in Kollund Artur Leonhardt, Schloffer geb. 29. 11. 1883 in Schwerin Max Heinze, Schloffer geb. 3. 7. 1894 in Rummelsburg Emil Fiedler, Schloffer geb. 20. 11. 1877 in Treppel Rudolf Brodack, Schloffer geb. 8. 11. 1884 in Berlin. Otto Schulze, Schmied geb. 17. 4. 1880 in Berlin Richard Giase, Dreher geb. 20. 6. 1892 in Eisenspalterei Ernst Borkenhagen, Masch.- Arb. geb. 2. 11. 1888 in Hohenpape Richard Kapons, Metallarbeiter geb. 15. 1. 1894 in Insterburg Otto Nietner, Schleifer geb. 11. 7. 1886 in Berlin Johannes Schiller, Mechaniker geb. 22. 6. 1894 in Berlin Georg Montag, Rerumacher geb. 22. 9. 1893 in Berlin Herm. Uckert, Dreher geb. 2. 5. 1893 in Fürstenwalde Johann Karaschkewitz Klempner geb. 10. 1. 1875 in Martinsdorf Max Resch, Metallarbeiter geb. 6. 11. 1892 in Neukölln Paul Heinze, Dreher geb. 23. 3. 1877 in Berlin Paul Lange, Dreher geb. 3. 2. 1884 in Gchlsdorf Wilh. Piepenhagen, Schloffer 114/19 geb. 18. 9. 1888 in Stettin' Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde sind folgende Kollegen gefallen: Ernst Huckwitz, ishler, 25 Jahre alt, Franz Jüch, Tischler, 29 Jahre alt, Gustav Krause, Bergolder, 45 Jahre alt, Paul Ledworuski, Robelltischler, 28 Jahre alt, Artur Lehmann, Bodenleger, 26 Jahre alt, Max Lottermoser, ifler, 22 Jahre alt, Ernst Schulz, Tischler, 41 Jahre alt, Hermann Theurich, Stiftenmacher, 28 Jahre alt, Wilhelm Weithaase, Möbelpolierer, 23 Jahre alt, Karl Fricke, Modelltischler, 20 Jahre alt. 83/20 Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Turnverein Fichte Berlin Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes. Jm Kampfe fürs Vaterland schieden folgende Turngenossen aus unseren Reihen: Fritz Ehrenber, Paul Krasuski, Fritz Rißmann, Hermann Wenzel, Reinhold Kollahn, Fritz Hinrichsen, Franz Bleiweiß, Julius Philipp, Karl Matzdorf, Albert Anders, Otto Hasse, 1. Männerabteilung, am 16. März. 2. Männerabteilung, am 16. Mai. 5. Männerabteilung, am 9. Mai. 7. Männerabteilung, am 4. Februar. 10. Männerabteilung, Anfang Februar. 12. Männerabteilung, am 3. März. 14. Männerabteilung, am 27. Dttober. 14. Männerabteilung, am 10. Februar. 14. Männerabteilung, am 12. März. 14. Männerabteilung, am 27. März. 17. Männerabteilung, am 8. Mai. am 7. Februar. Richard Warminski, 17. Männerabteilung, Albert Zbrowski, 18. Männerabteilung, Ehre ihrem Andenken! am 20. März. Deutscher Transportarbeiter- Verband Bezirk Groß- Berlin. Folgende Kollegen find im Felde gefallen: Albert Bardeleben, Lagerarbeiter. Alfred Blaschke, Geschäftsdiener. Heinrich Hennig, Geschäftsdiener. Wilhelm Kaeding, Rollkutscher. Walter Kaffanke, Geschäftsdiener. Max Koßmehl, Radfahrer. Theodor Kreer, Bierfahrer. Hugo Nickel, Rohlenarbeiter. Max Peston, Selterkutscher. Fritz Rese, Geschäftsdiener. Hermann Riediger, Kohlenarbeiter. Albin Schönfeld, Geschäftsdieuer. Alfred Tietz, Geschäftsdiener. Karl Vandré, Geschäftsdiener. Karl Wolter, Droschkenchauffeur. Wilhelm Zoch, Geschäftsdiener. 64/13 Ehre ihrem Andenken! Die Bezirksleitung. Verband der Maler, Lackierer etc. Filiale Berlin. Bureau: Melchiorir. 28, part. Fernsprecher: Amt Morikplak 4787. Arbeitsnachweis: Gormannstr. 13. Fernspr.: Amt Norden 3791-97. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maler Karl Müller ( Bezirk Pankow) am 14. Mai gefallen ist. 136/7 Ehre seinem Andenken! Für die überaus tröstende Teilnahme bei dem Verlust unserer geliebten A Rena danken wir aus treuem Herzen. Familie Buggert. Danksagung. Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben, unvergeßlichen Mannes, unseres guten Baters Hermann Fischer Für die vielen Beweise herzlicher sage ich hierdurch allen Verwandten Teilnahme und die Kranzipenden bei und Bekannten, insbesondere der der Beerdigung meiner lieben Frau, Firma Heinrich Wolfsohn nebst unserer guten Mutter 59A Kollegen, sowie dem 6. Wahlverein, dem Deutschen Transportarbeiter. Auguste Meyer geb.Matzdorf, Berband, dem Lotterieverein„ Nimmer Glück" und dem Sparverein„ Wedsagen wir allen daran Beteiligten ding" meinen tiefgefühltesten Dant. unseren herzlichsten Dant. Witwe Elise Fischer nebst Kindern. Der trauernde Gatte Karl Meyer und Kinder. Verantwortlicher Redctteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Ur. 154. 32. Jahrgang. Sonntag, 6. Juni 1915. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, den 9. Juni: Zahlabend in Groß- Berlin. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 241 der preußischen Armee enthält Werluste folgender Truppen: Stab der 23. Landw.- Inf.- Brig.; 3. Garde- Reg. 3. F.; Gren.Regimenter( Garde) Alexander, Franz, Elisabeth und Nr. 5; GardeJäger-, Garde- Res.- Jäger- und Garde- Schüßen- Bat.; Lehr- Inf.Reg.; Gren.- bzw. Inf.- bzw. Füs.- Regimenter Nr. 1, 4, 5, 9, 16, 17, 19, 22, 24, 28, 32, 33( fiche auch Ers.- Inf.- Reg. der 41. Inf. Div.), 34, 35, 41( siehe auch Ers.- Inf.- Reg. v. Kurnatowski), 43, 48, 49, 54, 55, 56, 57, 61, 62, 65, 69, 72, 75, 76, 77, 78, 79, 81, 84, 86, 91, 92, 93, 95, 96, 97, 98, 99, 110, 112, 115, 116, 128, 130, 132, 136, 137, 138, 143( siehe auch Juf.- Reg. Nr. 136), 145, 147, 149, 151, 154, 157, 158, 160, 165, 168, 169, 173, 174, 175; ResInf.- Regimenter Nr. 1, 2, 7, 12, 17, 18, 19, 23, 24, 27, 30, 35, 46, 55, 57, 61, 72, 76, 81, 82, 93, 109, 110, 118, 130, 204, 210, 217, 231, 233, 235, 240, 251, 265, 268; Grs.- Inf.- Neg. der 41. Jnf.- Div. sowie Reg. v. Kurnatowski; Res.- Ers- Inf- Regimenter Nr. 1 und 4; Landw.- Inf. Regimenter Nr. 6, 21, 22, 24, 34, 46, 55, 61, 74, 76, 77, 99, 109, 110, 116, 118 und v. Gundlach; Landw.- Ers.Inf. Reg. Nr. 1; Bes.- Regimenter Nr. 1 und 2 Posen der Bes.- Brig. r. 1, Nr. 4 Posen der Bes.- Brig. Nr. 4; Landw.- Inf.- Bat. Altenburg( siehe Landw.- Inf.- Reg. v. Gundlach); I. Westfälisches Landw. Inf.- Bat. Breslau; Ueberplanmäßiges Landw.- Inf.- Bat. Nr. 1 des 4. Armeekorps; Brig.- Erf.- Bataillone 1. Nr. 5, Nr. 16, 26, 32, 35, 38, 39, 40, 42, 76, 83; Landw.- Brig.- Ers.- Bataillone Nr. 25, 27 und 33( alle drei siehe Landw.- Ers- Juf.- Reg. Nr. 1) und Nr. 55; Randst.- Inf.- Bataillone Aschersleben, IV Darmstadt, III Frankfurt an der Oder, Rastenburg, Saarlouis( siehe Ers.- Inf.- Reg. v. Kurnatowski); Landst.- Inf.- Ers.- Bataillone Mühlhausen i. Th.( siehe Landst.- Inf.- Bat. Rastenburg), 1. Saargemünd, 6. des 7. Armee forps; Jäger- Bat. Nr. 11; Res.- Jäger- Bataillone Nr. 1, 22; 2. Radf.- Komp. Königsberg( Stobbe); Res.- Radf.- Komp. Nr. 30; Festungs- Maschinengew.- Abteilungen Hüningen und A Istein; Res. Festungs- Maschinengew.- Abt. Nr. 1; Festungs- Maschinengew.- Komp. Nr. 3 v. Mejer. Reg. der Gardes du Corps; Garde- Kürassiere; 1. Garde- Drag.; Garde- Husaren; 2. Garde- lllanen; Kürassiere Nr. 6; Schwere Res Reiter 3; Dragoner Nr. 4, 14; Susaren Nr. 8, 15; 1llanen Nr. 11 Jäger zu Pferde Nr. 1( siehe Jäger- Abt. beim Landw. Kav. Reg. Nr. 1 der 3. Landw.- Div.), 11; Landw.- Reg. Nr. 1 der 3. Landw.- Div.; Res.- Abt. Nr. 48. Feldartillerie: 2. Garde- Reg.; Regimenter Nr. 10, 17, 20, Batt. Des 2. Armeekorps. 36, 41, 47, 50, 57, 69; Res.- Regimenter Nr. 44, 48, 51; 2. Zandst. Fußartillerie: Regimenter Nr. 9, 11, 14, 18, 20; Rej.- Reg. Nr. 8; Landw.- Reg. Nr. 16. train Nr. 16). Das Plenum der Stadtverordnetenversammlung wird sich in werden, ausnahmslos sofort getötet werden. Die einzelnen der nächsten Sizung, Donnerstag, den 17. Juni, mit diesem Antrag polizeilichen Bestimmungen lauten: beschäftigen. Die Sizung der Stadtverordntenversammlung am nächsten Donnerstag fällt aus. § 1. Im Landespolizeibezirk Berlin( Berlin, Charlottenburg, Berlin- Schöneberg, Berlin- Wilmersdorf, Neukölln, Berlin- Lichtenberg und Berlin- Stralau) sowie in den GeDer italienische Krieg und die Berliner Markthallen. meindebezirken Berlin- Weißensee, Berlin- Reinickendorf, Infolge der Lahmlegung der italienischen Ausfuhr nach Berlin- Friedrichsfelde und Berlin- Pankow des Kreises NiederDeutschland wird sich bald in den Berliner Markthallen ein barnim müssen sämtliche Hunde, auch wenn sie erst nach AnMangel an italienischem Frühgemüse und Südfrüchten, ordnung der Sperre in diese Bezirke eingeführt werden, bis namentlich auch an Zitronen, Feigen, Datteln, Trauben, 8 um 27. August d. J. einschließlich festgelegt( an Oliven, Gurken, Frühkirschen, Frühkartoffeln bemerkbar machen. gekettet oder eingesperrt) werden. Der Festlegung ist das Auch der in Deutschland so geschätzte Gorgonzola- Käse, der Führen der mit einem sicheren Maulforbe versehenen bekanntlich in großer Menge aus Italien eingeführt wurde, Hunde an der Leine gleich zu achten. dürfte jetzt mehr als je in Originalpackung" aus Fabriken § 2. Die Ausfuhr von Hunden aus dem Sperrbezirke ist in Berlin N. nachempfunden werden. Schon jetzt macht sich nur mit ortspolizeilicher Genehmigung nach vorheriger tiereine starke Zufuhr von Frühgemüsen aus Belgien und Süd- ärztlicher Untersuchung gestattet. Während der Ueberführung deutschland bemerkbar, so daß der Bedarf in diesen Nahrungs- und am Bestimmungsorte ist der Hund den gleichen Bemitteln zum großen Teile wird ersetzt werden können. mit 13 020 M. worden. Ein belangreicher Grundsteuerstreit. Der Fürst Gebhard Blücher von Wahlstatt in London war vom Verliner Magistrat für das Steuerjahr 1912 wegen feines Balais am Pariser Plak 4 und Königgräger Str. 140 zur Gemeindegrundsteuer herangezogen Der Magistrat legte der Heranziehung einen gemeinen Wert des Grundstückes von 4 200 000 W. zugrunde. verlangte durch Klage, daß die Steuer nur nach einen geDer Fürst, beziehungsweise sein Vertreter in Deutschland, meinen Wert von 3 678 000 m. berechnet werde. Der Bezirksausschuß Berlin wies, wie im ersten, so auch im zweiten Rechtsgange die Klage ab. schränkungen zu unterwerfen, die für ihn zur Zeit der Ausfuhr am Herkunftsorte vorgeschrieben waren. Als Ausfuhr im Sinne dieser Vorschriften gilt nicht die vorübergehende Entfernung von Hunden aus dem gefährdeten Bezirk bei Spaziergängen, Ausflügen und ähnlichen Gelegenheiten. Eive solche Entfernung ist ohne ortspolizeiliche Genehmigung und ohne tierärztliche Untersuchung, aber nur unter der Bedingung gestattet, daß die Hunde auch außerhalb des gefährdeten Bezirks mit einem sicheren Maulforb versehen und an der eine geführt werden müssen. der Bedingung gestattet, daß sie dabei fest angeschirrt und mit § 3. Die Benutzung der Hunde zum Ziehen wird unter dürfen zur Begleitung von Herden, Jagdhunde bei der Jagd einen sicheren Maulforb versehen sind. Hirtenhunde und Polizeihunde während des Dienstgebrauchs ohne Maulforb und ohne Leine verwendet werden. Außer der Zeit des Gebrauchs unterliegen diese Hunde jedoch den am HerkunftsDarauf legte der Fürst Revision ein. Sein Vertreter, Justizrat Görres, machte geltend, daß wegen der Fideikommißeigenschaft des Grundstücks nur ein erschwerter Berkauf möglich sein würde, im Verhältnis zu anderen Grundstücken, und ort geltenden Vorschriften. daß deshalb der gemeine Wert geringer geschätzt werden§ 4. Hunde, die diesen Bestimmungen zuwider umhermüsse, als bei sonst gleichartigen, aber fideikommißfreien laufend betroffen werden, werden ausnahmslos getötet. Grundstücken. § 5. An den Ausgängen der in den vorgenannten Sperrbezirken vorhandenen Bahnhöfe sind Tafeln mit der deutlichen und haltbaren Aufschrift„ Hundesperre" leicht sichtbar. anzubringen. Das Oberverwaltungsgericht verwarf diese Auffassung als irrig und wies deshalb die Revision des Klägers als unbegründet ab. Pioniere: Regimenter Nr. 23, 29; Bataillone II. Nr. 1, T. Nr. 8, I. und II. Nr. 9, 1. Nr. 10, 11. Nr. 16, I. Nr. 21, III. Marggraf, ist gestern im Alter von 81 Jahren gestorben. Der älteste Ehrenbürger der Stadt Berlin, Geheimrat Nr. 28; Ref.- Kompagnien Nr. 49, 83, 84; 2. Landw.- Komp. des 4. Marggraf hat in den langen Jahren, in denen er in der und 1. Landst.- Komp. des 14. Armeekorps; Res.- Scheinwerferzug städtischen Verwaltung als Magistratsmitglied wirkte, der Mr. 42; Mittlere Minenwerfer- Abt. Nr. 126( siehe Div.- Brücken- Stadt in der uneigennützigsten Weise gedient. Auf dem Militär- Eisenbahn- Direktion Nr. 3; Eisenbahn- Regimenter Gebiete der Kanal- und Güterverwaltung hat Marggraf Nr. 2, 3; Eisenbahn- Baufomp. Nr. 29; Armee- Telegr.- Abt. der bahnbrechend gewirkt, auch für die städtischen Heimstätten hat Njenten- Armee Festungs- Funter- Abt. Graudenz; Feldfliegertruppe. der Verstorbene reges Interesse befundet. Armee- Brücken- Abt. der 6. Armee; Div.- Brüdentrain Nr. 16; Leichte Proprant- Sol. Nr. 5 des 11. Armeekorps; Proviant- Stol. Mr. der 115. Inf.- Div.; Res.- Fuhrpark- Kol. Nr. 37 des 5. Reserveforps. Re- Munitions- Kol.- Abt. Nr. 45 des 23. Reservekorps. San.- Komp. Nr. 2 des 7. und Nr. 3 des 16. Armeekorps; Festungs- San. Komp. Thorn. Armierungs- Bataillone. Wenn Kinder mit Schußzwaffen spielen. Uns wird berichtet: Freitag vormittag vergnügten sich Kinder damit, indem sie auf einem vor dem Hause Naunynstr. 23 haltenden Rollwagen spielten. Ein kleiner sechsjähriger Junge beteiligte sich gleichfalls am Spiel. Plötzlich zog er einen Revolver aus der Tasche und rief: Ich schieße!" Ehe die Spielgefährten sich versahen, entlud sich der Revolver und eine Kugel drang dem Jungen in die Hand. Schwer verletzt brachte man ihn nach Anlegung eines NotDer Schluß der sächsischen Verlustliste Nr. 154 wird ver- verbandes nach dem Krankenhause. öffentlicht, deren Inhalt wir gestern bereits mitteilten. Die württembergischen Verlustlisten Nr. 193 und 194 melden Verluste des Landw.- Inf.- Reg. Nr. 122; Gren.- Reg. Nr. 123; Landw.Inf. Regimenter Nr. 123, 124; Inf.- Regimenter Nr. 125, 126, 180; Landst.- Inf.- Bataillone Horb, Heilbronn, Bieberach. I. Ersatzabteilung Feldart. Reg. Nr. 65; Feldart.- Reg. Nr. 116. 3. Res. Pionier- Kompagnie. Inf. Munitionskolonne Nr. 3. Armierungsbataillon Nr. 59. Verluste durch Krankheiten. Berichtigung früherer Verlustlisten. Gren.- Reg. Nr. 119; Ref.- Inf.- Reg. Nr. 119; Inf und Ref.Inf.- Reg. Nr. 121; Fuſilier- Reg. Nr. 122; Inf.- Regimenter Nr. 124, 125, 126, 180; Ref.- Juf.- Regimenter Nr. 246, 247. Ulanen- Regimenter Nr. 19, 20. Ref.- Feldart.- Regimenter Nr. 26, 54; Feldart.- Reg. Nr. 65. Pionier- Komp. Nr. 116. Aus Groß- Berlin. Der städtische Kartoffelverkauf. Der Kleinverkaufspreis für die städtischen Kartoffeln ist vom Magistrat, wie schon berichtet, auf 50 Pf. für 10 Pfund festgesetzt. Der Verkauf zu diesem ermäßigten Preise beginnt in den ersten Tagen der nächsten Woche. § 6. Zuwiderhandlungen gegen diese viehseuchenpolizeischriften der§§ 74-77 des Reichsvichfeuchengesetzes vom liche Anordnung, die mit dem Tage der Veröffenilichung in Seraft tritt, unterliegen den Strafvor26. Juni 1909. Beim Baden untergegangen ist gestern in der Badeanstalt an der Waisenbrücke ein Mann namens Artur Lewy aus der Wullenweberstraße. Von Badegästen aus dem Wasser gezogen, wurden längere Zeit Wiederbelebungsversuche angestellt, die im Krankenhause fort gesetzt wurden, da Lewy noch schwache Lebenszeichen gab. Ob die Bemühungen von Erfolg gewesen sind, ist nicht bekannt. Arbeiterbildungsschule. merksam, daß der Kursus des Genossen Eduard Bernstein Wir machen schon jetzt darauf aufnicht am Donnerstag, den 10. Juni, sondern am Freitag, den 11. Juni, fortgesetzt wird. Der Führer derjenigen Droschke, die am Dienstag, den 1. Juni dieses Jahres in den Morgenstunden von einem aus dem Osten eingetroffenen 42 jährigen Zivilarbeiter zur Fahrt vom Schlesischen Bahnhof in Berlin nach der Bergstraße, Ede Zietenstraße in Neuföln benutzt worden ist, wird aufgefordert, sich unverzüglich bei Agnes Jaffke, eine den Lichtenberger Genofsinnen und Genossen dem Verkehrskommissariat des fönigl. Polizeigut bekannte Parteigenoſſin, ist gestern gesto ben. Genoſſin Jaffte präsidiums in Berlin oder dem nächsten Polizeigehörte zu jenen ruhigen, stillen, cifrigen Genossinnen, die zwar revier zu melden. Der betreffende Arbeiter ist an schwarzen weniger öffenftlich, desto mehr aber im stillen ihrer Parteipflicht Bodenerkrankt und daher die unverzügliche Desinfektion der nachkommen. Kaum eine Versammlung versäumte sie trok ihrer Droschte im öffentlichen Gesundheitsinteresse sowie im Interesse des 3 Kinder. Manche Sorge hat sie in den Jahren auf sich genommen, Droschkenführers selbst erforderlich. besonders dann harte Arbeit geleistet, wenn ihr Mann, Genosse Jaffke, der langjährige erste Vorsitzende des Lichtenberger Wahl- Im Zoologischen Garten und im Aquarium ist wieder einmal vereins, durch längere Arbeitslosigkeit nicht in der sonst gewohnten billiger Sonntag. Das Eintrittsgeld kostet an diesem ersten JuniWeise allein alles nötige beschaffen konnte. Frau Jaffke war ihrem Sonntag während des ganzen Tages für Erwachsene und Kinder nur Manne eine treue Gefährtin und ermöglichte ihnt erst seine um- 25 Pf. die Person und zwar auch für das Aquarium, das von faffende Parteitätigkeit. Aber die Proletarierkrankheit zehrte an 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends geöffnet ist. Von 4 Uhr nachihrem Leibe und ihr als Landwehrmann im Felde weilender Mann mittags ab findet im Garten großes Konzert der 300- Kapelle statt. konnte vor einigen Wochen gelegentlich eines Urlaubes von seiner nachmittags und dauern bis 10, bei schönem Wetter auch bis 11 1hr Die Sonntagskonzerte beginnen jetzt wieder regelmäßig um 4 11hr braven Frau nur als einer vom Tode Gezeichneten Abschied abends. nehmen. Nun hat sie ausgelitten. Die Lichtenberger Parteigenossen werden der stillen, unermüdlichen Mitkämpferin ein treues Andenken bewahren. Gasvergiftung zweier Frauen. -Aus den Gemeinden. Kleine Nachrichten. Ein Opfer des Straßenverkehrs wurde Freitagabend das 3 Jahre alte Töchterchen Erna des Arbeiters Schulze aus der Rostocker Straße 19. Die slleine wurde vor dem Hause Rostocker Straße 36 von einem Geschäftswagen überfahren und auf der Stelle getötet. Am Bettpfosten erhängt hat sich der Durch die Unvorsichtigkeit sind zwei Kriegerfrauen, die aus der 71 Jahre alte Rentenempfänger Ludwig Heinrich aus der PettenProvinz zum Besuch ihrer zum Militär eingezogenen Männer nach 40 Jahre alte Getreidemakler Heinrich Lihrs aus Bremerhaven. toferstr. 33. Auf der Reise vom Tode überrascht wurde der Berlin gekommen waren, in Lebensgefahr geraten. Die 32 Jahre Lihrs fam vorgestern in geschäftlichen Angelegenheiten nach Berlin alte Frau Meta Winterfeld aus Dambitfch( Mecklenburg) und die und nahm in einem Hotel der Friedrichstadt Wohnung. Als er Kleinhändler, welche an dem Verkauf der Kartoffeln teil- 33 jährige Frau Hulda Edler aus Ziegendorf( Mecklenburg) waren gestern nichts von sich hören ließ, sah man sich nach ihm um und nehmen wollen, haben diese an der ihnen bestimmten Lager- vorgestern nach der Reichshauptstadt gekommen, um ihre bei hiesigen fand ihn tot im Bette liegen. Wahrscheinlich hat ihn ein Herzschlag stelle oder an den Bahnhöfen abzunehmen, gegen einen Preis Regimentern stehenden Ehemänner zu besuchen. Die beiden Frauen, getroffen. von 4,25 M. pro Zentner. An Privatpersonen, Speise- Schwägerinnen, nahmen bei Verwandten in der Landsberger anstalten, gemeinnüßige Vereine usw. werden die Kartoffeln Straße 13 Wohnung. Am heutigen Morgen nahm die Wohnungsbei Abnahme von mindestens 10 Zentnern ab Lagerstelle zum inhaberin einen starten Gasgeruch wahr, der aus dem gemeinsamen Preise von 4,50 M. abgegeben. Nachfragen sind an das Schlafzimmer der Besucherinnen kam. Als sie auf ihr Klopfen keine städtische Bureau für Kartoffelversorgung, Stralauer Str. 3-6, Antwort erhielt, ließ sie die von innen verschlossene Tür öffnen und Volksküche und Kartoffelversorgung in Neukölln. zu richten. fand man die beiden Frauen besinnungslos im Vette liegend auf; Die Lebensmittelfommission beschäftigte sich in ihrer gestrigen das Zimmer selbst war über und über mit Gas angefüllt. Sigung mit einem Vorschlage, die Preise für die Portionen in der Die Sorge für die Kriegsbeschädigten. Wie sich auf den ersten Blick ergab, waren die Frauen ein Voltstüche heraufzusetzen. Zur Begründung wurde ausgeführt, daß Unter dem Vorsitz des Stadtverordnetenvorsteher- Stellver- Opfer ihrer eigenen Unvorsichtigkeit geworden; sie hatten vergessen, seit Anfang Mai in der Volksküche 42 558 Portionen ausgegeben treters Geh. Justizrat Cassel tagte am Sonnabend im Berliner Rat- den Hahn der Gaslampe zu schließen oder ihn nachträglich ver- feien, die im Durchschnitt 27 Pf. fosten. Unsere Vertreter wehrten haus der Stadtverordnetenausschuß zur Vorberatung der Magi- sehentlich halb geöffnet. Erst nach längeren angestrengten Be- fich energisch gegen jede Erhöhung, fonnten aber diese nicht hindern. Gegen die Stimmen unserer Genossen wurde beschlossen, den Preis stratsvorlage über die geplante Organisation für eine großzügige die beiden Frauen auf turze Zeit zum Bewußtsein zu bringen. Der größere Abgabe der Startoffeln zu erreichen, wurde der Preis vom mühungen der herbeigerufenen Samariter der Feuerwehr gelang es, für die Portion von 15 auf 25 Pf. heraufzusetzen. Um eine Kriegsbeschädigtenfürsorge. Nach längerer Beratung wurde folgen Zustand der Verunglückten verschlimmerte sich aber sehr bald wieder Montag, den 7. Juni, ab auf 45 f. für 10 Pfund und 4 M. für der Antrag der Unterkommission einstimmig angenommen: Pf. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligt den Betrag von und sie mußten in besinnungslosem Zustande nach dem Krankenhause den Zentner ab Verkaufsstellen herabgesetzt. Der bisher bestehende Beschluß, daß nicht mehr als 10 Pfund abgegeben werden, wurde 100 000 Mark für erstmalige und laufende Ausgaben für die am Friedrichshain gebracht werden. aufgehoben. Organisation und den Betrieb der Kriegsbeschädigtenfürsorge. Die Stadtverordnetenversammlung gewärtigt hierbei vom Magistrat eine baldigst einzubringende Vorlage über Einrichtung der OrganiDie neue Hundesperre. Lebensmittelankauf in Reinickendorf. Die Abgabe von Kartoffeln erfolgt jetzt an drei Stellen Der Polizeipräsident gibt bekannt: An einem in Berlin sation und Erreichung ihrer Zwede. Sie überreicht sämtliche ge- frei umherlaufenden Hunde ist Tollwut festgestellt worden. und zwar täglich vormittags von 8 bis 12 1hr auf dem Grundstellten Anträge dem Magistrat als Material. Zieds berufsorga Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß alle während ftüd hauptstraße 44, Montag und Donnerstag nachmittags von nischen Zusammenarbeitens ist ein Anschluß an die Kriegsbeschäder angeordneten Hundesperre eingefangenen Hunde, die den 2-5 Uhr in der 4. Gemeindeschule am Hausotterplatz und digtenfürsorge der Nachbargemeinden Berlins anzustreben." erlassenen Bestimmungen zuwider umherlaufend betroffen Dienstag und Freitag nachmittags von 2 bis 5 Uhr in der 2. Ge meindeschule, Tuguste-Viktoria-Nllee 114 Der Preis beträgt 5,25 M. pro Zentner. An Wiederverkäufer erfolgt die Abgabe zun, Preise von 5 M. mit der Berpflichtung, die Kartoffeln im Einzelverkanf mit öS Pf. für 10 Pfund zu verkaufen. Der Verkauf der Fleischdauerwaren erfolgt Montags und Donnerstags von 8— 12 und 3—6 Uhr, erstmalig beginnend am Donnerstag,� den 10. Juni. Die Verkaufsräume befinden sich in der Provinzstr. 85, Residenzstr. 125 und Schillingstr. 3. Der Verlauf erfolgt ebenso wie bei den Kartoffeln durch die Gemeinde direkt. Die Preise betragen pro Pfund für Speck 1,70 M., für Schmalz 1,45 M. Ferner gelangen zum Verkauf in 1-Pfunddosen: Schweinefleisch zu 1,40 M.. Leberwurst 1,10 M., FleischiNot-swurst 1,00 M. und Sülze 1,20 M.___ Die Kindcrwagensteuer in Spandau. In der letzten Stadtverordnetenversammlung äußerte sich Stadtv. K a t t e über die umlaufenden Gerüchte, wonach in den Kühlräumen deS städtischen Schlachthofes die von der Stadt angekauften Dauer- waren verdorben sein sollen. Er stellte fest, daß eine Prüfung an Ort und Stelle die Unwahrheit dieser Behauptungen ergeben habe. In ähnlichem Sinne äußerte sich Bürgermeister Wolf. Trotz dieser teststellung behauptete Stadtv. Kle inert, daß verdorbene iaren im Schlachthof vorhanden seien, deren Verlust aller- dings nicht die Stadt Spandau, sondern eine private Einkaufsgenossenschaft zu tragen habe.— Für die Wieder- herstellungS- und Neubauarbeilen in der Walderholungsstätte, die in diesem Jahre noch nicht eröffnet worden ist, wurden 1800 M. bewilligt. Genosse Pieper bezeichnete diese Erholungs- stälte als ein Unikum, da der Jlikagistrat trotz des Waldreichtums der Stadt eine so ungünstige Stelle in der Nähe des Friedhofes ausgesucht habe, daß die Krankenkassen es ablehnten, erholungs- bedürftige Mitglieder in die Erholungsstätte zu entsenden. Gewünscht wurde ferner, daß auf dem städtischen Gute Wansdorf erhokungs- bedürftige Kinder untergebracht werden sollen. Der Magistrat unterbreitete dann noch den Stadtverordneten eine Vorlage zur Kenntnisnahme, wonach auch von den Frauen der Kriegsteilnehmer die Gebühr von IM. für eine Kinderwagenmarke, die zum Befahren der Bürgersteige be- rechtige, erhoben worden sei, trotzdem die Stadtverordneten im Borjahre die gänzliche Beseitigung der Kinderwagensteuer beschlossen hatten. Oberbürgermeister K o e I tz e erklärte, es könnte ja schließlich von der Kriegsunterstützungskommission den Kriegcrsraucn auf Ersuchen die 1 M. wieder zurückerstattet werden. Genosse Pieck betonte, daß seine Fraktion die Kinderwagensteuer schon seit Jahren bekämpft habe, da durch diese ungerechte Steuer nur etwa 2000 M. einkämcn, die bei dem Millionenetut Spandaus eine Bagatelle seien. Stadtv. Kirch betonte, daß von den Stoatslverkstältenarbeiten, große Summen für Unterstützung der Spandauer Kriegerfraucn aufgebracht würden und daß die Arbeiter loohl schwerlich damit einverstanden seien, wenn aus dem Ertrage ihrer Sanimlungen die Kinderwagen- steuer in den Stadtsäckel fließen würde. Ermäßigung der Kartoffelpreise. Charlottcnburg. Vom 7. Juni d. I. ab wird der Preis für die durch die städtischen Kartoffelverkaufsstellen in Charlottenburg an daS Publikum abzugebenden Speffekartoffeln bis auf weiteres auf fünfzig Pfennig für zehn Pfund ermäßigt. Spandau. Der städtische Kartoffelverkauf wird von jetzt ab auch nachmittags von 3 bis 6 Uhr in der Stadlhaupikasse erfolgen. Die Abgabe von auf Bons gekauften Kartoffeln an der Lagerungsstelle, dem ehemaligen Garnison-Spritzenhause am Askanierrmg. ist bis abends 7 Uhr ausgedehnt worden. ES kosten von jetzt ab 10 Pfd. Kartoffeln 50 Pf. Friedenau. Die Gemeindeverwaltung hat die Preise für die im Armenhause(Laubacher Str. 1) zum Verkauf gelangenden Kartoffeln abermals ermäßigt. Diese werden jetzt zum Preiie von 5 M. frei Haus für den Zentner und 50 Pf. für 10 Pfd. an jedermann, ohne Ausweis, abgegeben. Tempclhof. Vom Montag, den 7. Juni, ab werden Kartoffeln zu 5 Pf. pro Pfund in Mindestmengen von 20 Pfund auf dem Ge> meiudegrundstück Dorfstraße 42/43(Borussiastraße 16) täglich zwischen 9 und 10 Uhr vormittags zum Verkauf gestellt. Von einem Zentner ab wird frei Haus geliefert zum Preise von 5 M. pro Zentner inklusive Anfuhr. Auch Händler können ihren Bedarf an Kartoffeln bei der Gemeinde decken. Sie sind berechtigt, 10 Pfund füx 55 Pf. zu verkaufen. In dem Laden Ringbahn- strahe 57 erfolgt jeden Mittwoch ein öffentlicher Verkauf von Schweineschmalz. Es wird immer nur ein Pfund abgegeben. Das Pfund kostet 1,30 M. In demselben Laden findet ein öffentlicher Berkauf von Fleischkonserven(Schweinefleisch) statt. Das Pfund kostet 1,20 M. Gerichtszeitung. Haftung eines Krankenhauses wegen Ansteckung eines Kranken. Wenn ein Krankenkassenmitglied auf Veranlassung und für Rechnung der Kasse zur Behandlung in ein Krankenhaus aufgenommen wird, so kann es zweifelhaft sein, ob damit ein Lcrtragsverhältiiis seitens der Krankenanstalt nur mit der Kasse oder auch unmittelbar mit dem erkrankten Kassep Mitglied zustande kommt. Diese Frage ist nur für den Fall einer Schädigung des Kranken durch falsche Behandlung oder durch einen sonstigen Umstand von erheblicher Bedeutung. Denn liegt ein Ver- tragsberhältnis vor, so hat die Krankenanstalt ohne weiteres jede Fahrlässigkeit ihrer Angestellten zu vertreten(8 278 BGB.), während anderenfalls eine Haftung nur aus un- erlaubter Handlung(§{j 823, 831 BGB.) möglich ist, solchen- falls aber die Anstalt sich durch Führung des Entlastungs- beweises, daß sie bei Auswahl und Beaufsichtigung ihrer Angestellten die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet habe, von einer Schadenspflicht befreien kann. Im Gegensatz zu einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Braunschweig hat am 4. Juni das Reichsgericht mit dem Oberlandes- gericht Düsseldorf die Streitfrage dahin entschieden, daß ein Vcrtragsverhältnis zwischen Kranken Hans und Kassenpatient anzunehmen ist. Dem Streitfall lag folgender Sachverhalt zugrunde: Der Kellner U. war im Jahre 1911 auf Veranlassung der Allgemeinen Ortskrankenkasse zu Barmen, deren Mitglied er war, und auf deren Kosten wegen einer Magen- und Darmerkrankung im St. Petruskrankenhause zu Barmen untergebracht Wörde». Nachdem er schon 22 Wochen im Krankenhause war, wurde in dasselbe Zimmer am 13. Oktober 1911 ein Knabe E. gelegt, der an Scharlach erkrankt gewesen war und wegen einer als Folge- erscheinung aufgetretenen Mittelohrentzündung operativ behandelt werden sollte. Vier Tage später ist auch U. infolge Ansteckung durch den Knaben an Scharlach erkrankt. In der Folge zeigte sich bei U. eine chronische rbeumatische Erkrankung und eine Herz- affektion, was U. auf die Scharlachansteckung zurückführt. Er will dadurch zum großen Teil erwerbsunfähig geworden sein und erhob deshalb gegen die St. Antonius Pfarrgcmcindc zu Barmen als Eigentümerin des Pctruskrankenhauses eine Klage auf Schaden« ersah. Er stützt die Klage auf Vertrag und macht geltend, daß eine Fahrlässigkeit der KrankenhauSangestelltcn darin liege, daß der scharlachkranke Knabe in dem Zimmer des Klägers unter- gebracht worden sei. Die Beklagte bestreitet ein Vertragsverhältnls zu dem Kläger und meint, sie steh« nur zu der Kasse in Vertrags- beziehungen. Das Landgericht Elberfeld wies aus diesem Grunde die Klage ab. Jni Gegensatz hierzu hat das Obcrlandesgericht Düsicldorf die Beklagte zum Ersah allen Schadens verurteilt. Es bejaht ein VeriragSverhältniS zwischen der Beklagten und dem Kläger und führt in seinen Entscheidungsgründen aus, daß der entgegen- gesetzten Meinung des OberlandeSgerichts Braunschweig nicht zu- zustimmen sei. Der Wille der Kasse beim Abschluß des allge- meinen Aufnahmevertrags mit der Beklagten müsse dahin ge- gangen sein, ihren Versicherten alle die Rechtsansprüche zuzu- weisen, welche sie haben würden, wenn sie selbst Unmittelbar den Vertrag mit dem Krankenhaus abschlössen, und welche die Kasse nicht geltend machen kann, weil sie nicht geschädigt ist. Es sei nicht abzusehen, warum ein Kranker, der Mitglied einer Kasse ist, schlechter stehen solle als ein Kranker, der direkt einen Vertrag mit dem Krankenhaus abschließt. Diese Rechtsungleichheit lasse sich weder aus dem Gesetz noch aus den Umständen des vorliegenden Falles rechtfertigen. Vielmehr sei anzunehmen, daß die Kasse für die gezahlten Beiträge ihren Mitgliedern möglichst umfangreiche Leistungen gewähren und ihnen namentlich solche Ansprüche nicht entziehen wollte, die die Kasse selbst gar nicht geltend machen kann. Die Versicherten sollten durch den Vertragsabschluß seitens der Kasse unmittelbar selbst vertragliche Ansprüche gegen das Krankenhaus haben. Ein« hiervon abweichende Bestimmung sei im Statut der Ortskrankenkasse Barmen nicht enthalten. Die Be- klagte sei hiernach dem Kläger für den Schaden vertragsrechtlich haftbar. Eine Fahrlässigkeit der Angestellten der Beklagten liege vor. Die Schwester C. habe gewußt, daß der Knabe E. an Scharlach erkrankt war, und daß auch noch Ansteckungsgefahr be- stand. Unter diesen Umständen sei es ein Verschulden, wenn der Knabe E. in dasselbe Zimmer gelegt wurde, in dem sich noch andere nicht scharlachkranke Personen befanden. Das Reichsgericht hat dieses Urteil jetzt bestätigt und die von der Beklagten eingelegte Revision zurückgewiesen.(Aktenzeichen: III. 581/14.) Ein Schrecken für Zimmervermietcrinnen. Ein Kongreß Berliner Zimmervermieterinnen tagte gestern auf dem Korridor des Moabiter Kriminalgerichts vor dem Sitzungszimmer der 1. Strafkammer des Landgerichts I. Es handelte sich um die Zeuginnen, sämtlich Ziinmerver- mieterinnett, in einer Straffache gegen den Schriftsetzer Walter B a r t l i n g, der sich, wie mehrere Steckbriefe be- weisen, der besonderen Aufmerksamkeit verschiedener Gerichtsbehörden im Reiche erfreut. Vor einiger Zeit tauchte B., nachdem er in Hannover eine Reihe von Straftaten verübt hatte, in Berlin auf und wurde hier bald der Schrecken der Zimmervermieterinnen. Er gab sich bald als Schriftsetzer, bald als Monteur aus, einigen Frauen erzählte er auch, er wolle sich als Kriegsfreiwilliger stellen. Gewöhnlich war er schon am nächsten Tage wieder verschwunden unter Mit- »ahme der geringen Wertsachen der meist in bedrängten Ver- Hältnissen lebenden Frauen. Zur Anklage standen 22 derartige Diebstähle. Der Staatsanwalt beantragte gegen den mehrfach wegen gleicher Diebstähle vorbestraften Angeklagten 4 Jahre Zucht- Haus. Das Urteil lautete auf 5 Jahre Gefängnis. Aus dem Kriegsgericht der Kommandantur Breslau. Die russischen Kriegsgefangenen Jgnato Sachartschenko und .Michael Lichoradow vom 5. Bataillon deck Lagers in Neuhammer waren der unerlaubten Entfernung angeklagt. Sie gaben durch ihren Dolmetscher, Professor Dr. Abicht, an, von ihren eigenen Landsleuten sehr schlecht behandelt und geschlagen worden zu sein, daß sie Blut spuckten, ferner haben sie andere Gefangene bei den preußischen Vorgesetzten schlecht gemocht. Da sie auch gehört, daß die ruffischen Soldaten, die sich im Feldzug von Deutschen haben festnehmen lassen, nach Auslieferung bei Friedensschluß in Rußland erschossen würden, hätten sich beide aus Angst am 18. April bei Dunkelheit unter Mitnahme von Lebensmitteln aus dem Lager entfernt, indem sie die dichten StacheldrahtMune auseinander bogen und durchkrochen. Vier Tage wanderten sie nach Osten, sie wollten in Deutschland bleiben und sich Arbe,t suchen, da sie- ber einsahen, daß sie nicht fortkommen, wollen sie sich als Russen am 28. April gemeldet haben und wurden festgenommen. Der Vertreter der Anklage, Militärhilfsrichter Dr. Hesse, beantragte gegen jeden sechs Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte aber die Russen zu je neun Monaten Gefängnis. Der Vcrhandlungssührer, Kriegs- gerichtsrat Dr. Sonntag, verkündet«: Es soll den russischen Ge- fangenen durch dieses Exempel vor Augen geführt werden, daß sie bei Entfliehen aus einem Gefangenenlager in Deutschland die Aus- ficht haben, durch Verbüßung der Strafe wegen unerlaubter Ent- fernung womöglich noch längor als Strafgefangene in Deutschland zu verbleiben, als vielleicht der Krieg noch dauert. Mus aller Welt. Verfaulte Lebensmittel. Der Krieg kam in« Land, die Grenzen wurden durch den Feind gesperrt, Futtermittel wurden knapp und da« Fletsch wurde infolge der Abschlachtung de« Viehes teurer. Eßt mehr Gemüse! erschallte es ringsumher, denn an Gemüse sollte kein Mangel sein. Doch die Erfahrung lehrte, daß auch der Genuß von Gemüsen in den Geld- beute! tiefere Löcher als sonst riß. Die Lebensmittelwucherer sahen die Zeit gekommen. wo sie ihr Schäfchen in« Trockene bringen konnten. Einen krassen Fall dieses schändlichen Treiben« weiß die.Dresdener Volkszeitung' aus Chemnitz mitzuteilen. Dort hat ein Grünkramgroßhändler große Mengen Weißkraut, Rotkraut, Möhren und Kohlrüben in seinen Kellern ver- derben lassen. Zu vielen Fudern wurden die ver» fauleen Feldfrüchte abgefahren! Da wurden erst die Waren zurückgehalten, um die Preise auf«ine unerschwingliche Höhe zu bringen, als aber die Nachfrage nachließ, setzte man die Preise nicht herab, sondern ließ die zur Ernährung des BolkeS notwendigen Lebensmittel einfach verfaulen!_ Fischsterben infolge Wafferverunreinigung. Im Jserfluß, der nach einem großen Bogen durch Rordböhmen in die Elbe münhet, war letzthin ein große« Fisch st erben zu beobachten. Alle Sorten und Größen von Fischen, von den winzigsten Weitzfischchen bi« zu den schönsten Forellen trieben tot oder betäubt auf dem Fluß und natürlich wurden sie in Massen von den Anwohnern.requiriert'. Und die Ursache? Au« einer Fabrik war versehentlich Chlor in den Fluß geleitet worden und hatte die Fische zum Sterben gebracht. Durch diese grobfahrlässige Unvorsichtigkeit ist natürlich der Fischreichtum der Jser schwer be- einträchtigt worden. Leben wir jetzt zu üppig, als daß auf diese Weis« noch wertvolle menschliche Rahrungsmittel vernichtet werden? Ein alieb Kloster niedergebrannt. Das im Jahre 1191 errichtete Cisterzienserinnen-Kloster Mariehausen bei Aulhausen, am Nordabhang de« Nieder- Waldes, eines der ältesten Gebäude de« Rheingaue«, ein De ikmal aus der Frühzeit rheinischer Klöster, ist in der vorletzten Nacht durch Schadenfeuer zerstört worden. Die Wohngebäudc sind bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Auch die im Jahre 1219 neuerbaute Kapelle, die einen eigenen Baustil der Cister- zienser auswies, ist ein Raub der Flammen geworden. Das Kloster wurde jetzt als Rcttungsanstalt verwahrloster Kinder benutzt. Das Feuer ist allem Anschein nach durch einen Kamminbraird ent- standen und griff so schnell um sich, daß Kinder und Erzieher nur das nackte Leben retten konnten. Die Löscharbeiten wurden turch Wassermangel sehr erschwert. Ein schwerer Bauunsall ereignete sich am Mittwoch nach- mittag beim Bau einer Jnfanteriekaserne in Lützen. Eine aus Beton hergestellte Treppe stürzte zusammen und ver- letzte fünf in der Nähe stehende Arbeiter schwer. wei der Verunglückten sind ihren Verletzungen bereits erlegen. ur Aufdeckung der Schuldfrage ist eine Untersuchung eingeleitet worden. Selbstmord eines Nahrungsmittclfälschers. Aus Furcht von Strafe beging der Bäckermeister Schwerin senior in Garde- legen Selbstmord, indem er sich erhängte. Sch., der für die Heeresverwaltung Brot zu liefern hatte, vermischte den Brotteig mit Holzsägemehl. Dies war entdeckt und ihm die Lieferung entzogen worden. Die Stockung des Betriebes und die Erwartung einer Anklage haben den Mann nun zum.Selbst- mord getrieben._ Parteiveranstaltungen. 5. Kreis.(1. Abteilung.) Der Zahlabend findet tü: alle Bezirke bis auf weiteres gemeinschaftlich in den.Unions-Feftsälen", Greisswaldcr Straße 222, statt. Anfang S'L Uhr. Reinickendorf-West. Der Zahlabend für die Bezirke 1—6 findet im Lokal von Klcemann, Lirkcnstr. 55, für die Bezirke 7— 11 im Lokal von Lüning,'Schilling-, Ecke Schamweberstraße, statt. Borsigwalde- Wittenau. Der Zahlabend für Borsigwalde, Witteslraße und Charlollenburger Straße findet bei Wilhelm Schulze. Schuhartstr. 3S, der Zahlabend für W i t t e n a u bei Witwe Wittchow statt. Niederschönhausen> Nordend. Mittwoch, den 9. Juni, abends 8'ls Uhr, bei Rcltig, Blankcnburger Str. 4: Kemcinsamer Zahlabend. 1.'Bericht aus der Lebensmiltelkommissiorr. 2. Vercinsangelegenheiten. Nowawes. Mittwoch, den 9. Juni, abends 8'/. Uhr, findet in den „Deutschen Festsälen" sHermann Wolsgramm), Withelmstr. 41—43, Eingang Fricdrichstiaßc, die Versammlung des Wahloereins statt, in welcher Reichs- tagsabgeordneter Genosse Mvlkenbuhr einen Vortrag hallen wird über:„Die Festsetzung der Höchstpreise für Lebensmittel".— Mitgliedsbuch legitimiert._ ßrauenveranstaltungen. Berein für Frauen und Mädchen der iUrbeiterklasie. Der Be- such der Treptower Sternwarte findet nicht am Montag, den 7., sondern Sonnabend, den 12. Juni, statt und zwar abends 8 Uhr zum Lichtbildervortrag:»Karpathen. Gatizien und Polen". Billetts a 30 Pf. beim Vorstand. Vorher: Gemütliches Zusammensein in der städtischen Erfrischungshalle am Karpfenteich im Treptower Part. Der Arbeiter-Wandervereiu»Berlin" veranstaltet am Sonntag, den 13. Juni, eine spreewaldiabrt. Teilnehmerkarten a 5,75 M. und aus- sührliche Prospekte sind bei Wählisch. Skalitzer Str. 22. und bei Weihnacht, Grünstr. 21, bis Donnerstag, den 10. Juni, zu haben. Sriefkasten der Redaktion. Di« lurtstisch« Svrechstund« findet für Abonnenten Liudenstr. Z, 17. Hof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Konnabend von 5 bis ß Uhr statt. Jeder für den B r t e s t a st« n bestimmten Antrage ist«in Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine AbonnementSguitlung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke mid dcrglctche» bringe man in die Sprechstunde mit. Sl. K. 100. Nein.— 31. Sl. 1«. Ja.— R. F. 99. 50 bis 60 M. monatlich.— L. 8. 1885. DaS Testament ist gültig.— G. W. 41. 1. Die Genehmigung wird Ihnen jedenfalls verweigert werden. 2. Sie brauchen nur die Geburtsurkunden. 3. Beim S:andesamt, wo die Geburt gemeldet, ist die Urkunde zu verlangen.— W. R. 28. Herzkrank; landsturmpflichtig.— L. F. 34. Daß in diesem Fall noch eine Nachmusterung erfolgt, ist kaum anzunehmen.— Dageln 100. 1. Ja. 2. Nein; er könnte nur in eine Trinkerheilstätte eingcliesert werden. 3. Sie müssen beim Amtsgericht Beschluß erwirken, daß Sie von dem Ehemann getrennt leben können, dann ist er zur Zahlung des Unterhaltsgeldes verpstichtet.— M. K. 1. Krankheiten der Nase: landsturmpflichtig. 2- Nein. — I. B. 105. Ja.— R. H. 34. Wegen allgemeiner Körpcrschwäche dienstunlaugtich. Nachmusterung kann noch erfolgen.— L. P. 1875. Zu der Nachzahlung sind Sic nicht verpflichtet.— K. F. 1. Ja. 2. Sie stehen unter Militärgesetz. 3. Führer durch das Eintommensteucrgesetz. Buchhandlnng Vorwärts.— A. F. 40. Der Vertrag kann isth TodeSiall nicht sofort gelöst werden: Sie müssen im Vertrage nachlesen, untq welcheir Bedingungen er im Todcssall gelöst werden kann. Nach den Bestunmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches könnt« der Vertrag zum 1. Oktober gekündigt werden.— 10. Martha. Die Kündigung ist zu spät erfolgt. Durch Unterzeichnung des MietSvertragcs werden Sie jedensalls erklärt haben, daß die eingebrachten Lachen Ihr Eigentum sind. Deshalb kann die Frau damit nicht ziehen.— Mechaniker Treptow. Landsturm— Jnsantcrie. — M P. 3. Der Stiefsohn ist zum Unicrhalt nicht verpflichtet. Auch die Tochter kann in diesem Falle zum Unterhalt der Mutter nicht ocr- pflichtet worden.— F. B. 87. Landsturm ohne Waffe; Arbcitssoldat.— Spandau Ii». Hat seine Einberufung in erster Linie zu erwarten.— Unttnm. Als Arbeitssoldat können Sie eingezogen werden.— C. P. 05. Wegen LungcnleidcnS zurückgestellt.— Gustav 33. KriegSvcrwcndungs- sähig.— 21. B. 33. Schicken Sie die Veranlagung mit dem Bemerken zurück, daß der Ehemann zum Kriegsdienst eingezogen ist.— P. T. 13. 1. Diese freiwillige Zuwendung des Unternehmers kann in Wegfall kommen, einen Rcchtjaiispnich haben Sie darauf nicht. 2. Kropf und Lungcnlciden. — M. 13. Wenn Sie sich mit dem Lehrherrn nicht im guten einigen können wegen Lösung des LehmrtragrS, so wird dagegen nicht« zu machen sein. Für die geleisteten Ucbcrftunden muß der Sohn Entschädigung er- halten; klagen Sie eventuell vor dem Gewcrbegericht;— E. G. 30. Eine EheicheidungSllage wird in dem Fall wenig Aussicht auf Erfolg haben. — F. Q.. 400. KnegSverwendungSsähig.— I. 83. 1. Die Sachen müssen der Frau herausgegeben werden, sie sind Vorbchaltsgut. 2. Sie können nicht gezwungen werden zur Unterstützung der Ellern. Wenn der Bruder den Vertrag nicht milunlerfchrieben hat, kann der Wirt dessen Sachen nicht pfänden. Zur Lösung deS Vertrages dagegen vor der Zeit ist der Wirt nicht verpflichtet. DaS Mictselnigungsamt anzurufen, würde sich vielleicht empfehlen, ebenso nochmals Antrag auf Mietszuschuß für den Bruder zu stellen.— 31. F. 33. Ja.— R. T. 99. Mit Bestimmtheit können wir das nicht sagen, wahrscheinlich werden Sie nicht mehr gemustert. — Reichs lagsbericht. Die Gewährung freier Eiscnbahnsahrt für be- urlaubte Soldaten ist zunächst nur ein Wunsch des Reichstags. Die Regierung selbst hat darüber noch keine genauen Mitteilungen gemacht, auch nicht über die Frage, ob die freie Fahrt für Angehörige mobiler und immobiler Truppenteile gewährt wird.— G. S. 3470. Ja. 24 Mark monatlich.— F. P. M. 54. Das Obst gehört dem Pächter.— G. B. 53. 1. Eine Nachmusterung kann erfolgen. 2. Geringes Lungen- leiden; dienstsähig. 3. Den Kaus hätten Sie wegen Täuschung ansechlen können. Jetzt nach Jahren werden Sie aber den Beweis dafür nicht mehr erbringen können und deshalb ist zu befürchten, daß Sie bei einer eventuellen Klage gegen Sie verurteilt werden.— Eharlottenburg. Ja. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direktion über den Großhandel in den Zcnlral-Martthallen. /Ohne Verbindlichkeit.) Sonnabend, den L. Juni 1915. Fleisch: Rindfleisch, per 50 i-K, Ochsen. fleisch la 100—118, do. IIa 90-100, do. lila 75-90; Bullenfleisch la 100—110, do. IIa 87—99; Kühe, seit 83—98, do. mager 70—82, do. dänisch« 85—95, Fresser 80—100, Fresser, dänische, 00— 00; Bullen, dänische, 85—95; Kalbfleisch. Doppellcnder 165—185; Mastkälber la 128—142, bo. IIa 118—128; Kälber ger. gen. 75— 100, do. däu. 75—100, do. Holl. 00— 00. Hammelfleisch: Mastlämmer 125— 130; Hammel la 110— 124, do. IIa 102—110; Schafe 102—115; do. Holl. 00—00. Schweinefleisch, Schweine, fette 00—00. sonstige t45— 168, dän. Sauen 00—00, dän. Schweine 130—150, do. schwedische 140—150. do. holländische 140— 155. Gemüse, inländisches: Kartofieln, Dabcrsche 50 kg; 0,00; weiße Kaiserkronen 0,00; Magmim bonum 0,00; Wöstmann 0,00; Porree, Schock 0,80— 1,20; Sellerie, Schock 3,00—14,00; Svinat 50 kg 10,00—20,00; Mohr. rüden, 50 kg 7,00—10,00; Kohlrüben, Schock 0,00—0,00; Meerrettich. Schock 4,00— 10,00; Petersilienwurzel, Schockbund 4,00—6,00; Zwiebeln 50 kg 00,00—00,00; Radieschen, Schockbund 1,00—1,50; Waldmeister. Mandel 0,00—0,00. Gurken, Gorgaster, 100 Stck. 0,00. Rhabarber, Hamb., 100 Bund 1,50—2,00, do. 100 Stangen 0,00—0,00, do. hiesiger 100 Bund 1,00—1,60, do. Vierländer, 100 Bund 1,00—1,50. Tomaten, Gorgaster, >/, kg 1,00. Spargel, Beelitzer I'/, kg 0,35—0,48, do. Beelitzer II'/, kg 0,20—0,30, do. Beelitzer III'/> ßg 0,05— 0,20, do. unsortiert'/, kg 0,20—0,35, do. Märkischer I'stieg 0,30—0,45, do. II'st kg 0,15—0,25, do. III kg 0,05—0,12. Spruten, 50 kg 00— 00. Salat, Schock 0,50— 1,50. Rettiche, baye- , jsch«, 100 Stück 12—15. Kohlrabi, Schock 1,50—2,00. Apsclsinen: Murcia 200 Sick. 17,00—20,00, do. 300 Stck. 18,00—20,00, Spanische. 420 Stck. 30,00—35,00, do. 714 Stck. 88,00-46,00, do. 1064 Stck. 40,00—43,00, da. 420 Stck. large 40,00—45,00. Zitronen! Messina 300 Stck. 22—28, do. 360 Stck. 22—26, do. 150 Stck. 6—12, do. 50 kg 12—15.