Ur. 157.-33. Jahrg. RbcnnementS'Bcdingungen: BSonncmenlä• Breis Sranumeranh«; Llerreljährl. 8,30 MI, tnonalL 1,10 SEI. Wöchentlich C5 Big. frei ins Haui. Einzelne Nummer S Pfg, Sonntag»- Nummer mit illustrierter Sonntag». Beilage»Die Neue Welt' 10 Pia, Post- »Ibonnemem: 1.10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitung»- Preisliste. Unter Kreuzband tür Deutschland und Oesterreich> Ungarn 2,50 Marl, sür das übrige Ausland 4 Marl pro Monat. Posiabonnement» nebmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. viumanien, Schweden und die Schweis (rldxlDt ligilch. * G. Vevliner Volksblstt. Z pksnnig) Vle Insertion!- Ledllhs letrSgl für die sechsgcsvaltenc Kolonel. geile oder deren Raum«0 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und VcrfammlungS-Anzeige» 80 Pig, „Kleine Änreigen", das sellgedrucklc Wort 20 Pfg. lzulässig 2 fettgedriulte. Wortes, jedes weitere Wort 10 Pia, Gtellcngesuchc und Echlafstellenan. geigen das erste Wort 10 Pfg,. jedes weitere Wort 5 Pfg, Worte über 15 Buch stoben zählen für zwei Worte, Fnierole für die nächste Nummer müssen bis t» Uhr nachnnttaas in der Expedition abgegeben werden. Die Eivedttion ijt bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „S»izIilel!i»IllZl NMiii". Zcntralorqan der foztalcUmokrattrcbcii Partei Deutfchlands. Redaktion: EW. 6$> Linüenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 131 30— 1S1 S7. Mittwoch, den il. Juni 1915. Expedition: EW. öS, Lindenftraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplat,. Nr. 131 30—131 37. Weitere Fortschritte In Richtung Lemberg. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 8. Juni RS 15, vormittags. Betrieben ausgehängten Bekanntmachung. BeichlußgemSß wird den männlichen Arbeitnehmern der uns angeschlossenen Betriebe vom 1. Juni d. I. ab auf die Dauer von drei Monaten ein Kriegszuschlag in Höhe von 10 M. pro Monat ge- währt. Der Zuschlag gelangt zur Auszahlung an den Lohnzahlungs- tagen vom 2. Juli d. I.. 3 0. Juli d. I. und 3. Sep- t e m b e r d. I. und wird jeweils nur denjenigen Arbeitnehmern ausgezahlt, die während eines ganzen Monats in den betreffenden Betrieben tätig sind. Arbeitnehmer, die am Zahltage noch nicht einen vollen Monat beschäftigt sind, erhalten vom Tage des Eintritts an einen Zuschlag von 34 Pf. pro Tag. wobei die Sonntage mitzählen. Arbeitnehmern, welche vor dem jeweiligen Zahltage die Beschäftigung freiwillig aufgeben, wird ein Zuschlag nicht gewährt. Berlin, den 1. Juni 1916. Verein der Brauereien Berlins und der Umgegend. Der Brauereiarbeiterverband ist bemüht, auch die sogenannten „ringfreien" Brauereien zu einem Entgegenkam, nen in dieser oder ähnlicher Form zu veranlassen. Die Bräuerei Engelhardt hat sich denn auch bereit erklärt, den erwachsenen Arbeitern eine Teuerung«- zulage von 1,70 M. pro Woche, den jugendlichen 76 Pf. für dieselbe Zeit zu gewähren. Mit anderen Brauereien schweben noch Ver- Handlungen. Hoffentlich wirkt das gute Beispiel auch dort vor- bildlich. Tie Gürtler und Berufsgenossen, welche Militärbedarfsartikel und Militäreffekten herstellen, hielten am Montag eine Versammlung ab. in der S i e r i n g über:„Die Metallindustrie und der Krieg" referierte. Im Iveiteren Verlauf der Versammlung teilte der Branchenleiter mit, daß die BeleuchtungSgrupp« durch den Krieg auseinandergesprengt wurde, indem die betreffenden Arbeiter in der Kriegsindustrie unterkamen. Durch die Petroleumnot wurde die BeleuchtungSbranche wieder belebt, doch geht auch dies wieder zu Ende. In einigen Betrieben konnten die Arbeiter eine Teuerung«- zulage auf Friedensarbeit erreichen. Der Stand der Arbeitslosigkeit ist ein günstiger. In der Diskussion wurden noch die Lohnverhältnisse in den einzelnen Betrieben besprochen. Auf Antrag Bereu dts beschloß die Versammlung, in der nächsten Zeit eine ausschließliche Militäreffektenarbeiter-Bersammlung einzuberufen. Ausland. Arbeitslosigkeit in Frankreich. Einem Bericht des französischen Arbeitsamtes ist zu entnehmen, daß die Arbeitslosigkeit im Abflauen begriffen ist. In Paris z. B. waren Ende Oktober v. I. 233 824, Anfang Mai 1316 dagegen nur noch 158 369 Arbeitslose vorhanden. In manchen Jndustricgegenden ist das Verhältnis noch günstiger, und sogar au§ den Orten der Glasindustrie wird genielder, daß die anfänglich erschreckend hohe Arbeitsloienziffer jetzt wieder auf die Hälfte herabgesunken ist. Hier und da, wie in Le Havrc, herrscht Hochkonjunktur für alle Berufe. so daß überhaupt keine Arbeitslosen vorhanden sind. Am meisten leiden die Porzellanindustrie und die Teppichwirkerei unter der Krise. In LimogeS, der Zentrale der Porzellanindustrie, wurden im Sep- tember 11 448, im März noch 6607 Personen von der Gemeinde unterstützt. In vielen Gemeinden wurde die öffentliche Arbeits- loienunterstützung eingeführt, die aber nach Möglichkeit in Ge- Währung von Arbeitsgelegenheit besteht. Mus Industrie und Handel. Neue Preiserhöhung in der Braunkohlcnindustric. Wie wir erfahren, sind das Nicderlausitzer Braunkohleni'yndikat und die Ilse-Bergbau A. G. in Grube Ilse übereingekommen, die Preise vom 1. Juli d. I. ab erneut um 1 M. per Tonne zu erhöhen. Tie letzte Preiserhöhung trat am 1. April d. I. ein und betrug durchschnittlich 1,60 M. per Tonne. Begründet wird diese Preis- erhöhung mit dem fortgesetzten Abgang von Arbeitern, durch den die Gestehungskosten gesteigert werden. Bisher konnten einzelne Werke, wie z. B. die Ilse Bcrgbaugesellschaft und die Nieder- lausitzcr Kohlenwerke ihre Produktion auf 80 bis 30 Prozent der normalen halten, doch rechnet man für die nächste Zeit mit einem stärkeren Rückgang, zumal die Ersatzarbeiter nicht sehr leistungsfähig sind und unverhältnismäßig hohe Unkosten verursachen. In naher Zukunft glaubt man durchschnittlich mit etwa 60 Proz. der Normalproduktion arbeiten zu können.— Die jetzt beschlossene Preiserhöhung wird das Mehr der Gestehungskosten fast voll ausgleichen, so daß die Braunkohlenwerke— deren Ge- Winne bisher denen in gewöhnlicher Zeit kaum nachstanden— ihre vermehrten Lasten auf die Konsumenten abwälzen. Interessant ist übrigens, daß die Jlse-Bergbau A.-G. mit dem Niederlausitzer Brikellsyndikat eine Preisvereinbarung getroffen hat, während beide sich bisher nach dem Austritt der Ilse aus dem Syndikat(am 1. April v. J.) sehr befehdeten und die Preise gegeneinander unter- boten. Hier scheint also jetzt der„Burgfrieden" auch eingezogen zu sein. Das Rheinische Braunkohlensyndikat und die Mitteldeutschen Werke haben sich schon, beziehungsweise werden sich noch der Preis- erhöhung anschließen. Pom Eisenmarkt. In der gestrigen Hauptversammlung des Roheisenverbandes wurde seitens der VerbandZleilung über die Geschäftslage berichtet: Lebhafte Nachfrage im Inlands nach Qualitätsroheisen hält in allen Sorten unvermindert an, da die Gießereien und Martin- werke überaus stark beschäftigt sind. Besonders stark sind die Anforderungen in Hämalitroheisen und in manganhaltigen Sorten. Der Auftragseingang aus dem neutralen Aus- lande in den phoöphorhaltigen Roheiseniorlen ist weiter recht befriedigend. Der Maivcrsand hat 69,37 Proz. der Beteiligung gegen 60.77 Proz. im April betragen. Weiter wurde der Verkauf sür da« dritte Quartal freigegeben. Die bisherigen Preise wurden mit Rücksicht auf die weiter eingetretene erhebliche Verteuerung der Selbstkosten erhöht und zwar Hämatit- und Kupferarmes Stahl- eisen um 16 M.. Bessemereisen, Stahleisen, Spiegeleisen. Siegener Zusatzeisen, Gießereiroheisen 1 und 3 um 7,60 M. für die Tonne. Die französische Industrie in der Äriegszeit. Eine Note des Arbeitsministeriums teilt die Ergebnisse der amtlichen Untersuchung über die Tätigkeit der kommerziellen und industriellen Unternehmungen Frankreichs nach acht KriegSmonaten mit. Die Untersuchung erstreckte sich auf 22 610 Unternehmungen. die in normalen Zeiten 1 097 670 Arbeiter beschäftigen. Im August 1914 waren infolge der Mobilmachung nur 43 Proz. der Unter- nehmungen im Betrieb. Ihre Anzahl stieg nacheinander im Oktober auf 68 Proz.. im Januar auf 69 Proz. und erreichte im Juni 77 Proz. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter und Angestellten betrug im August 34 Proz. und stieg im Oktober auf 44 Proz., im Januar auf 69 Proz. und erreichte am 1. Juni 66 Proz. Ain 1. Juni waren in der Tat 21209 Unternehmungen im Betrieb, die 713 166 Arbeiter beschäftigten. Die Besserung sei also beträchtlich und anhaltend gewesen._ / Auflösung des Dynamit-Trustes. -In der Jahresversammlung der Nobel Dynamit-Trust-Eompanh teme, wie aus London gemeldet wird, die Verwaltung mit, daß nach Durchführung der Abtrennung der deutschen Interessen der Trust auf- gelöst wurde. Die Aktionäre werden Aktien der Nobel Explosives Company of Glasgow erhalten. Soziales. Das finanzielle Ergebnis der Volksfürsorgc im Jahre 1914. Die zweite Generalversammlung der Volksfürsorge zur Entgegennahme des Geschäftsberichts über das erste volle Ge- schäftsjahr 1914 und zur Beschlußfassung über die Verwendung des trotz der mannigfachen Hemmungen durch den Krieg er- zielten Üeberschusses wird auf Sonnabend, den 26. Juni, nach Hamburg einberufen. Der Geschäftsabschluß ist unter den ob- waltenden Umständen ein so erfreulich günstiger, daß auch für das Jahr 19.14 der Gewinnreserve der Versicherten ein erheb- licher Ueberschuß zugeführt werden kann. Die Gesamtein- nahmen betrugen 3 447 291 M., die Gesamtausgaben 3 275 344 M.. so daß sich ein Ueberschuß von 171 947 M. er- gibt. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der Generalversamm- lung vor, davon je 5 Proz. zuzuweisen dem gesetzlichen Reserve- fonds, dem Organisationsfonds, dem Kriegsreservefonds und dem Fonds zur Bildung einer besonderen Reserve, im Gesamt- betrage von 34 389 M.: 96 115 M. s o I l e n d e r G c w i n n- rcserve der Versicherten zur Erhöhung der Versicherungssummen zugeführt und der Rest von 1442 M. auf neue Rechnung vorgetragen werden. Als satzungsmäßige vicrprozentige Verzinsung des von den Ge- Werkschaften und Genossenschaften je zur Hälfte voll einge- zahlten Aktienkapitals von 1 Million Mark kämen diesen von dem Ueberschussc 40 000 M. zu. Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, den Aktionären zu einpfehlen, auch in diesem Jahr auf die Verzinsung zu verzichten z u g u n st e n des Kricgsrescrvefonds. Es würden dann diese 40 000 Mark mit der heurigen Zuweisung von 8597 M. zu den im Vorjahr überwiesenen 3303 M. hinzukommen und sonach nach Schluß des Krieges den Hinterbliebenen der im Kriege ge- storbcnen Versicherten neben der ihnen zustehenden Prämien- rescrve iin ganzen weitere 51 900 M. ausgezahlt werden können. Wenn die Kriegsverluste nicht unverhältnismäßig groß werden, erhalten die versicherten Kriegsteilnehmer nach ihrer kurzen Prämienzahlung bei der Volksfiirsorge mehr, als sie bei gleichen Leistungen von jeder anderen Gesellschaft zu be- anspruchen haben. Selbstverständlich kommen nach Schluß des Krieges nur bestehende Versicherungen als zum Bezüge bercch- tigt in Betracht. Es müssen daher alle Versicherungen der Kriegsteilnehmer durch regelmäßige Prämienzahlung aufrecht- erhalten oder durch Nichtwciterzahlung der Prämien eingestellte Versicherungen sofort wieder in Kraft gesetzt werden. Die Volksfürsorgc zahlte im Jahre 1914 für 1111 Sterbe- fälle die bedingungsgemäßen Versicherungsleistungen: darunter beim Tode durch Unfall im ersten Jahre der Versiche- rung in 27 Fällen 7091 M., die hierfür bezahlten Prämien be- trugen nur 326 M. Der Abschluß des Jahres 1914, in welchem die ersten fünf Kriegsmonate das Geschäft aller Versicherungsgesellsckwften stark beeinträchtigten, zeigt, daß die Volksfiirsorge in der beut- schen Arbeiterschaft so gut fundiert ist, daß sie die ungeheure Belastungsprobe des langen und schweren Krieges trotz ihrer Jugend aushalten wird. Auf ihrem soliden Unterbau kann in der hoffentlich nicht inehr fernen Friedenszeit ein Gebäude er- richtet werden, in welchem Millionen Deutscher für die Wechsel- vollen Schicksale des Lebens Schutz und Hilfe finden können. Durch Gutmütigkeit geschädigt. Ein Bierfahrer, der im Dienst der Riebeck-Brauerei„das gute Riebeckbier" an kleine Kunden absetzte, ließ sich in seiner Gutmütigkeit bewegen, Kunden, die gerade nicht bei Kasse waren, den Gerstensaft auf Borg zu überlassen. Die Firma hatte das allerdings verboten. Sie verlangte, daß der Fahrer Bier nur gegen Barzahlung abgebe und wollte sich bei etwaigen Ausfällen an der vom Fahrer gestellten Kaution schadlos halten. Als der Krieg kam. mutzte der Bierfahrer sofort als Reservist zur Fahne eilen. Er hatte nicht mehr Zeit, mit der Brauerei über den Umsatz vom letzten Arbeitstage abzurechnen und schickte die Abrechnung duräi seine Frau ein. Nun stellte sich heraus, daß das Schuldionto der Kunden des Fahrers so stark angewachsen war, daß die Brauerei seine Kaution sowie die fällige Provision und den fälligen Lohn cinbehielt. Ter Gesamtbetrag der einbehaltenen Summe beläust sich ans 181 M., wovon 126 M. auf die Kaution kommen. Im Austrage des im Felde stehenden Bierfahrers verhandelte ein Per treter des Brauerei- und Mühlcnarbeiterverbandes mit einem Per trctcr der Brauerei, welcher sich bereit erklärte, dem Fahrer 30 M. zu zahlen. Anscheinend ist das der Betrag, den die Brauerei selbst nach dem Abgang des Fahrers von dessen Kunden eingezogen Hai. Der Verbandsvertreter konnte den Vergleich nicht ohne Zustim mung des Fahrers abschließen. Als diese nach einiger Zeit eintraf. hatte sich die Direktion der Brauerei eines anderen besonnen, denn es war der Frau des Fahrers nicht möglich, die verspräche nen 30 M. zu bekommen. Längere Zeit danach kam der Fahrer als Verwundeter wieder nach Berlin. Dann reichte er beim Gc Werbegericht eine Klage ein, die jetzt verhandelt wurde. Der Kläger erklärte, daß er sich ja schon früher mit dem Vorschlage der Direktion, die Angelegenheit gegen Zahlung von 30 M. nie- er ledigt zu betrachten, einverstanden erklärt habe. Auf diesem Standpunkt stehe er auch jetzt noch.— Der Vertreter der Beklagten wollte aber die Zahlung nicht leisten. Das Gericht kam zu folgendem Urteil: Der Rechtsstreit ist durch außergerichtlichen Vergleich dahin erledigt, daß dem Kläger 30 M. zu zahlen sind. Die Beklagte wird verurteilt, diesen Ver- gleich innezuhalten und an den Kläger 30 M. zu zahlen. Borenthaltung des Kricgsschcins. Sechs Maschinenformer, die bei der Firma K e i l i n g u. Thomas auf Heeresarbeit beschäftigt waren, klagten beim Gewerbegericht auf Schadenersatz, weil sie entlassen worden sind und ihnen der Kriegsschein nicht sogleich erteilt wurde. Der Vertreter der Firma gab an, nach einer Verfügung der Militär- behörde müßten, wenn Entlassungen notwendig werden, zuerst die auf Reklamation vom Kriegsdienst befreiten Arbeiter eni- lassen und der zuständigen Militärbehörde namhaft gemacht wer den. Der Kriegsschein dürfe solchen Arbeitern nicht erteilt werden. DaS treffe im vorliegenden Falle zu, darum hätten die Kläger den Kricgsschein bei der Entlassung am Sonnabend nicht bekommen. Am Montag habe die Firma von der Militärbehörde die Weisung bekommen, den Entlassenen den Kriegsschein zu geben. Derselbe habe den Klägern vom Dienstag ab zur Verfügung gestanden, was ihnen aber nicht mitgeteilt wurde. Die Kammer 5 verurteilte die Firma, den Klägern den ge forderten Schadenersatz(je 25 bezw. 30 M.) zu zahlen, weil der Kricgsschein bei der Entlassung hätte erteilt werden müssen. In einem anderen Falle beanspruchte ein Schlosser von der Firma Sackhoff u. Sohn Schadenersatz wegen Nichterteilung des Kriegsscheins. Der Kläger, der nur zwei Tage bei der Firma gearbeitet hat, hörte auf, weil ihm der Lohn nicht genügte. Ob er einen Kriegsschein oder einen gewöhnlichen Entlassungsschein gefordert hat, ist streitig. Es steht auch nicht zweifelsfrei fest, i>b die Firma Sackhoff u. Sohn zu den Betrieben gehört, auf welche die den Kriegsschein betreffende Verfügung zutrifft. Nach einer Auskunft des Kriegsausschusses der Metallindustrie steht die Firma nicht auf der Liste der Hcereslieferanten. Der Vertreter der Firma behauptet dagegen, die' Firma gehöre zu den Heereslieferantcn, sie habe dem Kläger, weil er gegen ihren Willen aufhörte, den Kriegsschein nicht zu geben. Tatsache ist, daß der Kläger ohne Ausweis über sein voriges Arbeitsverhältnis keine Arbeit bekam. Er wandte sich deshalb an Herrn Sackhoff. Als dieser hörte, der Kläger wolle nicht bei einer Konkurrenzfirma, sondern bei der Firma Knorrbremsc anfangen, erklärte er, damit einverstanden zu sein. Hierdurch mußte also das Arbeitsverhältnis als im beider scitigen Einverständnis gelöst gelten und der Kläger hätte den Kriegsschein sofort erhalten müssen. Er bekam ihn aber nicht, sondern der Beklagte versprach, den Schein an die Knorrbremsc gii schicken. Als der Arbeiter am folgenden Tage bei der Knorrbremsc anfragte, wurde er nicht eingestellt, weil der Schein noch nicht ein getroffen war. Später traf der schein allerdings ein, aber der Kläger kam nicht wieder, obgleich ihm Herr Sackhoff geraten, noch mals bei der Knorrbremsc anzufragen. Jedenfalls glaubte der Kläger, Sackhoff u. Sohn habe keinen Schein abgesandt und wolle ihm auch keinen erteilen. Der Kläger beansprucht den Lohn für 11 Arbeitstage, die ihm wegen Vorenthaltung des Scheins verloren gingen. . Nach der Beratung des Gerichts riet der Vorsitzende zur Zurücknahme der Klage, weil sie sonst abgewiesen werden müsse. Der Kläger folgte diesem Rat. Wahrscheinlich hat das Gericht angenommen, der Kläger habe seinen Schaden selbst verschuldet, weil er nicht zum zweitenmal bei der Knorrbremse angefragt hatte, wo ja der Schein inzwischen eingetroffen war. Nur unter dieser Voraussetzung würde sich eine Abweisung der Klage mit dem Standpunkt vereinbaren lassen, den die Kammer 5 bisher eingenommen hat. Gerichtszeitung. Eine Woche Gefängnis wegen Duldung von Tanzlustbarkeitcn. Durch Urteil des Landgerichts Güttingen vom 27. März d- I. ist der Gastwirt Eduard Riemenschncidcr aus Einbeck wegen Vergehens gegen tz 9b des Belagerungszustandaesetzes zu einer Woche Gefängnis verurteilt worden. Zu dieser Verurteilung haben fol gende Vorgänge Anlaß gegeben. Durch Bekanntmachung Pom 25. November und 2. Dezember 1914 sind auch für den Bezirk des 10. Armeekorps die öffentlichen Tanzlustbarkeitcn verboten worden. Der Angeklagte R. hat in der zu seiner Wirtschaft gehörenden geschlossenen Veranda ein Spielwerk stehen, das gegen den Einwurf eines Geldstücks auch Tanzweisen spielt. An den Sonntagen im Dezember 1914 bis Mitte Januar 1916 pflegten sich, wie das Land- gericht feststellt, bei dem Angeklagten junge Burschen und Mädchen des Orts zu versammeln, um nach den Klängen des Spielwerks ihr Tänzlein zu riskieren. Der Angeklagte hat das den junge» Leuten zwar verboten, aber nichts weiter dagegen getan, da er fürchtete, die Kundschaft zu verlieren. In dem Verhalten des Angeklagte» er- blickt das Gericht die Veranstaltung von öffentlichen Tanzlustbar- keiteu und damit ein wiederholtes Vergehen gegen das Gesetz über den Belagerungszustand. Seine Pflicht als Wirt und Jnbabcr des Spielwerks wäre es gewesen, den Gästen das Tanzen energisch zu verbieten, das Spiclwcrk abzustellen vdcr die Gäste aus dem Lokal zu weise». Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagte R. Revision beim Reichsgericht eingelegt und ausgeführt, er habe das Verbot nicht gc- kannt, auch habe eS sich nicht um eine öffentliche Tanzlustbarkcit gc- handelt. Der Reichsanwalt beantragte Verwerfung der Revision, da das Verbot genügend bekannt gemacht worden ist und auch die Oeffentlichkeit der Tanzlustbarkeit erwiesen ist, denn es bat sich nicht um einen beschränkten Personenkreis gehandelt, vielmehr konnte jeder Gast sich daran beteiligen. DaS Reichsgericht hat die Revision des Angeklagten verworfen, somit bleibt das Urteil des Landgerichts Göttingen bestehen.(Aktenzeichen: 3 299/15. Urteil des Reichsgerichts vom 7. Juni 1915.)_ Wegen Vergehens gegen das Arbcitcrinnenfchutzgesetz ist vom Landgericht Frankfurt o. M. am 6. März der Kaufmann Siegfried Rosenfcld zu 300 M. und 20 M. Geldstrafe verurteilt worden, weil er zwei Arbeiterinnen, welche Herrenhemden an- fertigten, von morgens 7 bis abends 10 Uhr beschäftigte. Das Früh- stück mußten diese Arbeiterinnen während der Arbeit einnehmen, und das Mittagessen erhielten sie, um keine Zeit zu versäumen, im Hause des Angeklagten. Die Revision des Angeklagten wurde heute vom Reichsgericht als unbegründet mworjcn. Z I» 270/15.; Verkauf von Bier an Kriegsgefangene ohne Erlaubnis. Der Stellvertretende Kommandierende General in Hannover hatte auf Grund des Belagerungsgesezes eine Bekanntmachung erTassen, in der gesagt wurde:„ Ohne Erlaubnis der Kommandantur des Gefangenenlagers ist es verboten, mit Gefangenen in Verbindung zu treten, Geld oder andere Gegenstände anzunehmen oder Besorgungen irgendwelcher Art zu machen oder irgendwelche Gegenstände au sie auszuhändigen." Wegen Uebertretung dieser Bekanntmachung war der Bierfahrer Vespermann angeklagt worden, weil er einem Gefangenen Bier ausgehändigt beziehungsweise verfauft hatte. Es war mehrere Male geschehen. Eine Erlaubnis der Kommandantur des fraglichen Gefangenenlagers hatte Angeklagter nicht. Er machte zu seiner Entschuldigung geltend, daß er nicht gewußt habe, daß das Bier direkt Gefangenen in der Gefangenenstube von dem Gefangenen Rémy übergeben wurde; er habe vielmehr geglaubt, der Gefangene sei vom Brotfantinenwirt des Lagers abgeschickt worden. Die Straffammer in Hannover verurteilte jedoch den Angeflagten und führte aus, daß V. selbst dann, wenn er glaubte, der Kantinenwirt habe Rémy abgeschickt, das Bier dem Gefangenen doch nicht ohne weiteres hätte aushändigen dürfen. Das Kammergericht verwarf die von Angeklagten eingelegte Revision mit folgender Begründung: Es sei gar fein Zweifel, daß Angeklagter gegen die Anordnung des Kommandierenden Generals verstoßen habe. Darauf fomme es gar nicht an, ob er sich bewußt gewesen sei, daß er in Wirklich feit das Bier an den Gefangenen R. verkaufte oder ob er geglaubt habe, es sei für den Kantinenwirt Heise. Denn auf keinen Fall hätte er nach der angewandten Bekanntmachung des Kommandierenden Generals mit einem Gefangenen in Verbindung treten dürfen, ohne daß er eine Erlaubnis der Kommandantur des Gefangenenlagers hatte. Briefkasten der Redaktion. M. B. 101. Damit haben wir nichts zu schaffen. Infanteric 39. 1. Bis zum Tage der Einberujung. 2. Die Kündigung fann erfolgen. 47. 2. 1. Rein. 2. Die Ehefrau ist nicht erbberechtigt; nur die Kinder. 3. Das fann von den Eltern nur im Testament bestimmt werden. gottchen 2. An die Polizeibehörde. An Legitimationspapieren sind vorDas zulegen: Meldescheint, Heiratsurkunde der Eltern eventuell Sterbeurkunde, 1 M. 5. 26 685. Die Unterstübung fann entzogen werden, wenn die noch dienen, Militärpässe. Geburtsurkunden der Söhne, welche ihrer Militärpflicht genügt haben oder Bedürftigkeit verneint wird. Mietszuschuß fann gewährt werden. behalten, sie aber während des Krieges nicht verlaufen. 2. Ja. 3. Die müßten beim Gewerbegericht, Zimmerstr. 97, Klage auf Lösung des LehrNr. 5 F. 1. Der Birt fann Sachen ein Kind müßten Sie der Waisenverwaltung zurückgeben. Heise 39. Sic Frau haftet für die Miete nicht, da der Mann den Vertrag allein geschlossen vertrages erheben. hat. -E. G. 6. Ein solcher Kursus ist nötig; wenden Sie 4. Sicherer ist es, die Kündigung erfolgt durch den Ehemann. sich an die Eisenbahndirektion, Schöneberger Ufer 1-4. Fr. Sch. 24. G. R. 00. Es kommt häufig vor, daß früher Ausgemusterte jetzt Sie müssen sich einen Baß von der Polizeibehörde besorgen. Fahrvreisnochmals gemustert werden. Wenn Sic cine persönliche Bestellungsorder ermäßigung werden Sie faum erhalten. Wegen der Kosten und der Aberhalten, müssen Sie der Folge leisten. P. F. 26. Sie sind zur Infahrt der Züge erkundigen Sie sich auf dem Reisebureau am Potsdamer schreibt vor, daß die Unterstügung nur im Falle der Bedürftigkeit gezahlt chronische Krankheiten der tieferen Gebilde eines Auges; dienstuntauglich. fanterie ausgehoben. Friedrichsfelde 22. 1. Das Unterstügungsgeseh Bahnhof. K. 92. 1. Rein. 2. Krankheiten des Lymphsystems und werden soll. Sie wird in diesem Falle verneint werden. 2. Die staatliche 3. Ja. Unterstüßung beträgt monatlich 12 M. und die kommunale ebenfalls 12 M Mietszuschuß wird bis zu 50 Proz. gewährt. 3. Ja. 4. Die Frau fann sich beschwerdejührend an den Kreisausschuß wenden. Eine Beschwerde erAmtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über den Großhandel in den Zentral- Marktballen.( Done Verbindlichkeit.) scheint uns aber aussichtslos. M. Mett. 57. Wenden Sie sich an Dienstag, den 8. Juni 1915. Fleisch: Rindfleisch, per 50 kg, Ochsendie Werftdivision in Stiel. Wegen der zweiten Sache wenden Sie sich nach fleisch Ia 100-118, do. IIa 90-100, do. IIIa 75-90; Bullenfleisch Ia 100-110, Johannisthal. Die Zeichen bedeuten: Formveränderungen der Füße, ge- do. Ila 87-99; Stübe, fett 83-98, do. mager 70-82, do. dänische ringe Abweichung der Wirbelsäule, schlechte Zähne, aber dienstfähig. 85-95, Fresser 80-100, Fresser, dänische, 00-00; Bullen, dänische, den Ihnen der Vater des Kindes cinsenden muß, an die zuständige do. Ila 118-128; Stalber ger. gen. 75-100, do. dan. 75-120, de. holl. Sch. 19. 1. Benden Sie sich unter Vorlegung des Unterstützungsscheins, 88-95; Kalbfleisch. Doppellender 165-185; Maitkälber Ia 128-142, Steuerkasse. 6 M. staatliche und 6 M. fommunale Unterstüßung pro Monat. 00-00. 2. Nein. Hammelfleisch: Mastlämmer 125-130; gammel la 115-124, D. 2. 79. 1. Herzkrank; dienstuntauglich. 2. Für das Klage: do. Ila 105-114; Schaje 102-115; do. Holl. 00-00. Schweinefleisch, objekt ist die Miete für die Zeit bis zum Ablauf des Vertrages ange Schweine, jette 00-00, sonstige 143-163, dän. Sauen 00-00, dän. Schweine nommen; das ist zulässig. Die Gebührenberechnung des Rechtsanwalts ist 130-145, do. schwedische 135-145. do. holländische 135-150. Gemüse, daher zulässig. Helm. 1. Das ist ein bevorzugter Truppenteil. 2. Kriegs- inländisches: Kartoffeln, Dabersche 50 kg 0,00; weiße Raiserfronen 0,00; verivendungsfähig. 5. G. 39. 1. Ja. 2. Das ist nicht ausgeschtoffen. Magnum bonum 0,00; Woltmann 0,00; Borree, Schod 0,80-1,60; F. 1000. Nein. 5. G. 8707. Ihr Mann hat weiteren Bescheid Selerie, Schod 3,00-8,00; Mohro Spinat 50 kg 10,00-20,00; Sie sind von der Militärpflicht nicht befreit; Sie können zum Garnison wurzel, Schodbund 4.00-6,00; von der Militärbehörde abzuwarten. 5. F. 17. Za. W. N. 55. rüben, 50 kg 7,00-10,00; Meerrettich, Schod 4,00--10,00; Petersilien dienst oder als Armierungsfoldat cingezogen werden. Radieschen, Schockbund 1,00-1,50; 23. 11. Rein. Gurken, Gorgafter, 100 Std. 0,00. Nthabarber, Hamburger, 100 Bund 2,00 E. D. 100. Wenden Sie sich mit einer Beschwerde an das Militär- bis 2,50, do. biefiger 100 Bund 1,00-2,00, do. Bierländer, 100 Bund Burcant des Magistrats, Baisenstr. 25/27. E. 2. 13. Bant Sie cin 1,00-1,20. Tomaten, gezogen werden können, wissen wir nicht. Gorgafter, 2 kg 0,90. Spargel, Beelitzer I D. R. 50. 1. Begen 1/2 kg 0,30-0,50, do. Beelizer II ½ kg 0,20-0,30, do. Beeliger III Lungenleiden dienstuntauglich. 2. Da Sie noch nicht ausgemustert sind, 2 kg 0,10-0,15, do. unsortiert, kg 0,20-0,35, do. Märkischer I müssen Sie sich melden. 3. Es ist nicht wahrscheinlich, daß Sie nochmals ½ kg 0,20-0,30, do. II 2 kg 0,15-0,25, do. III kg 0,05-0,12. eingezogen werden. 3307 2. R. In diesem Fall kann die fommunale Salat, Schod 0,50-1,50. Rettiche, baye: ische, 100 Std 12,00-15,00. Unterstügung in Wegfall kommen. D. M. 166. Lungenkrank; dienst Kohlrabi, Schod 1,50-2,00. Obst und Südfrüchte: Stirschen, untauglich. 2. S. 1. Ja. 2. An die Polizeibehörde unter Vorlegung hiesige, 2 kg 0,45-0,60. Alepfel, Amerikaner, Stifte 27,00. Stachelbeeren, der amtlichen Sterbeurkunde, der Heiratsurkunde und der Geburts- unreife, 50 kg 17-20. Erdbeeren 2 kg 0,50-0,60, do. Holl. Käfig 20-21, urkunden. 3. Die Rente wird vom Todestage an gezahlt; bis zur Fest- do. Bühler 1/2 kg 0,40-0,70, do. Meyer 0,30-0,45. Zitronen: Messina 300 Stück fezung der Rente muß die Kriegsunterstügung weitergezahlt werden. Für| 18-19, do. 360 Stüd 22-26, do. 150 Stück 8-12, do. 50 kg 12-15. das noch zu erwartende Kind wird die Rente vom Geburtstage an ge- Apfelsinen: Murcia 200 Stüd 17,00-20,00, do. 300 Stüd 18-20, zahlt. A. B. 58. Infanterie; friegsverivendungsfähig. A. 50. Spanische, 420 Stüd 30,00-35,00, do. 714 Stüd 38,00-46,00. do. 1064 St. Herzfrank; dienstfähig. Gm. B. 621. Zungenkrank; dienstuntauglich. 40,00 13,00, do. 420 Stüd large 40,00-45,00. -S.M.S.Bre Denkf an uns sendet Salem Aleifum Salem Gold Zigaretten Willkommenste Liebesgabe Preis. No 3½ 4 5 6 8 10 3½ 4 5 6 8 10 Pfg.d.Stck. 20 Stck feldpostmässig verpackt portofrei! 50 Stak feldpostmässig verpackt 10Pf.Porto! Orient Tabak uCigaretten Fabr. Yenidze Dresden Jnh Hugo Zietz, Hoflieferant SMd Königs v.Sachsen Trustfrei! Jedes Wort 10 Pfennig. Das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte). Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. trinken unmöglich--+ denn alle aus Roggen hergestellten Getreidekaffees sind nicht mehr zu haben. Getreidekaffees aus Gerste sind sehr im Preise gestiegen. Da wäre guter Rat teuer, wenn der Kriegs- Kornfranck" nicht wäre. Er schmeckt vorzüglich, hat eine schöne kaffeebraune Farbe; er ist sehr ausgiebig und deshalb billig. 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Juni 1915. müse edler Art und der köstliche Fisch noch jung und zart ist.| fräften bestehen, sondern mit den zwei medizinischen Kräften der Dieser Hering muß sogar ausnahmsweise jung gewesen sein. Deputation, an deren Spitze der Stadtmedizinalrat steht, und die Bohnen hätte jeder Säuglingsmagen ohne Schaden unterstellt werden. Dieses Ziel ist nunmehr erreicht worden ebenso wie die Gleichstellung des Sozialhygienikers verdaut. Mit dem Essen war ich diesmal lange vor Ablauf meiner mit dem klinischen Mediziner. Nach der MagistratsMittagspause fertig. Ich stocherte die Gräten aus den Zähnen vorlage sollte das Gehalt des Kliniters 7-9000 M., das des sozialund überlegte den Rat meines Kollegen. Hygienisch vorgebildeten Arztes 5400-8600 m. betragen. Gerade teit? Am Nachmittag war die Unterhaltung mit meinem vom Standpunkt der Wahrung und Förderung der proletarischen Kollegen furz. Er bot sich mir als Trauzeuge an und ver- Interessen konnte diese Herabsetzung der sozialen Hygiene nicht gutsprach außerdem, für die unentgeltliche Leihweise lleberlassung geheißen werden. Wir verlangen für beide Posten hervorragende, Der schönste Augenblick für uns ist es natürlich des schwiegerväterlichen Seidenzylinders zu sorgen. Es soll fenntnisreiche Männer, die auf Privatpraris verzichten müssen, um immer, wenn es die Poſt gibt. Was die Sendungen aus der ein echter sein! ganz im Dienste der Stadt aufzugehen. Auf dem Gebiete der Heimat einem hier im Felde bedeuten, das fönnt Ihr Euch zu Freitag, den 4. Juni: Erst Freitag vor Montag Sozialbygiene herrschte bisher eine unorganische Zer Hause wohl kaum vorstellen. Ich gehöre zu den Glücklichen, gibt es feine neue Brotkarte! Mit dieser Feststellung holte splitterung, die nunmehr die nunmehr einer rationellen gen Plaz machen die wenigstens keinen Tag ganz leer ausgehen. Das kommt ich mir vom Nachbartisch den Speisenzettel, um meines Leibes tralisation Die muß. Säuglings Agung zu erwählen. Doch, was war das? Das seit drei fürsorge, das daher, weil ich regelmäßig die Zeitung bekomme. Ihr glaubt Agung zu erwählen. das Wohnungswesen, die Schulspeisung, die Begar nicht, wie viel mir das wert ist, daß ich jeden Tag Tagen einreihig beschriebene Blatt ist wieder in zwei Hälften fämpfung der Tuberkulose, der Geschlechtskranken und des Alkoholismeinen Vorwärts" friege. Ich vermisse ja manches, was ich geteilt, enthält links nur einige Zeilen und rechts eine lange mus usw. muß in den Wirkungsfreis des Sozialhy gienikers gein dem Blatt während des Friedens besonders gern gelesen iste. Soll hier etwa gesündigt werden wider die Obrig- zogen werden, während der Klinische Mediziner die Krankenhäuser, habe, aber ich weiß ja auch, daß der Krieg besondere Umstände Heimstätten, Frrenanstalten, Siechenhäuser zu betreuen hat. schafft und daß da manches nicht so geschrieben und gemacht Ich rufe den„ Kriegsober", eine freundliche Blondine, in Der Ausschuß hat der Stadtverordnetenversammlung die Anwerden kann wie im Frieden. Trotzdem habe ich den„ Vor- ihrem enganliegenden schwarzen Kleide mit blendend weißer nahme der Magistratsvorlage nach folgender Fassung vorgeschlagen: 1. Die bisherige Deputation für die Verwaltung des städtischen wärts" nie so aufmerksam und so genau gelesen wie jetzt. Schürze recht appetitlich anzuschauen. Sie soll mir Rede Das geht mir aber auch nicht allein so. Sondern alle ſtehen! Untersuchungsamtes erhält die Bezeichnung:„ Deputation für Kameraden, die mit mir zusammenliegen und überhaupt nur ,, Das Gedeck ist doch verboten, Fräulein!" das städtische Gesundheitswesen und wird zu diesem ein bißchen Interesse haben, wollen immer, daß ich ihnen das Geded, sondern, wie es die Karte ausweist, nur Blatten, Stadtverordneten) vermehrt. " Sehr wohl, mein Herr! Wir verabreichen auch kein 3wed um sechs Mitglieder( zwei Magistratsmitgliedern und vier Blatt zum Lesen gebe. Viele von ihnen bekommen ja auch enthaltend Vorspeise mit Gemüse, Braten und Kartoffeln, Zeitungen, aber andere. Die Kriegsnachrichten finden sie 2. Der Deputation wird eine dritte Abnatürlich darin auch. Aber die haben wir hier zum Teil alles zusammen für eine Mark fünfunddreißig. Einen Teller teilung mit zwei medizinischen Kräften, einem flinischen Mediziner und cinem durch die Anschläge beim Feldwebel ja sogar schon viel Suppe, sowie Kompott oder Salat gibt es dazu." Sozials schneller als mit den Zeitungen. Die meisten wollen trotzdem ich bestellen und genießen ohne jede Gefahr. Mein Gewissen war beruhigt. Dieses Mittagessen konnte hygieniter unterstellt. den„ Vorwärts" lesen, weil doch auch immer noch vieles da zuerst; sie war prachtvoll. Dann die Platte, auf deren vier bakteriologischen und chemischen Abteilung ist die Gehaltsskala der ich bestellen und genießen ohne jede Gefahr. Die Suppe 3. Für diese beiden Kräfte sowie für die Borsteher der drin steht, was die anderen Blätter nicht bringen und weil auch, das kann man leicht merken, manches Abteilungen sich befanden ein saftiges Stück Rindfleisch, Braten Magistratsbauräte- 7000-9000 m.- zu Grunde zu legen. anders gesagt wird, als man Auf dem Boden dieser Beschlüsse, die von der Stadtverordnetenes sonst in den mit Sauce und zwei Startoffeln, Grünkohl und Leipziger Zeitungen.liest, dabei haben wir schon oft gesagt: besser Allerlei. Kompott als Magenschluß. bersammlung gutgeheißen werden dürften, hoffen wir im Interesse and richtiger. Es gibt sogar manche Kameraden in anderen Ob es schmeckte? Fragt nicht danach! Ich war fatt, der breiten: Massen unserer Bevölkerung, im Interesse der gesamten Gruppen, die ertra fommen, um sich den Vorwärts" au fatt wie faum jemals vor dem Kriege. städtischen Verwaltung, daß das nunmehr begonnene Werk zu einer holen, und auch Vorgesetzte haben mich schon mehrfach ge- daß ich seiner Trauzeugenschaft nicht bedürfe, und er die ſundheitswesens führe. Nachmittags teilte ich meinem hilfsbereiten Kollegen mit, großzügigen und planmäßigen Ausgestaltung des kommunalen Ges beten, ihnen den Vorwärts" zu geben. Was mich nur wundert, ist, daß verhältnismäßig so wenige Exemplare ins Motten in Schwiegervaters Seidenzylinder nicht zu stören Feld kommen, wenigstens zu uns hierher. Auch eine ganze brauche. Menge Genossen, die zu Hause den ,, Vorwärts" gelesen haben Seither esse ich jeden Tag" Platte". Die entschwundenen jahre gestorben. Er vertrat seit Januar 1912 den siebenten Gemeinde und auch hier noch das größte Interesse daran haben, friegen Sträfte fehren wieder, der Wert des Vaterlandes scheint mir wahlbezirk in der zweiten Abteilung( Hasenheide). das Blatt nicht, sondern pumpen es sich bloß. Wenn man sie immer höher, die Lust zu seiner Verteidigung wächst zusehends. fragt, zeigt sich, daß die Leutchen oft nur zu bequem sind, das So im Vollbesike aller Kräfte zweifle ich nimmermehr an Blatt zu bestellen. Nicht selten aber hört man auch, sie meiner Eignung zum Landstürmer. lind wenn ich als solcher hätten nach Hause geschrieben, das Blatt sollte ihnen nach Haupte zu sammeln, dann will ich bescheiden zurücktreten zu 9hr in der Gummifabrik von Müller in Weißensee zu. Gelegenheit haben sollte, Ruhm und Ehre auch auf nieinem Ein folgenschweres Unglück trug jich am Dienstagvormittag schickt werden, aber die daheim wären zu bummelig und behielten die Zeitung da. Ich glaube, daß das gunsten des tapferen Berliner Gastwirts, des genialen Er- bisher unaufgeklärter Ursache explodierte im Bulkanisierraum der in vielen Fällen zutrifft. Das ist abcr sehr finders der Mittagsplatte. Er, der unseren Körper nährt, Fabrit ein größeres Quantum Benzin und Schwefelsäure. Fünf in traurig und sehr unrecht von den Angehörigen, die damit der ihm Kraft und Mut verleiht zum Kampfe wider alle dem Raum beschäftigte Arbeiter erlitten schwere Verletzungen. Durch Automobile und Krankenwagen wurden sie nach dem Krankenhause ihren Leuten im Felde etwas wirklich Gutes vorenthalten oder Feinde, er ist der Retter des Vaterlandes! ihnen zum mindesten mit der Lauferei und Borgerei Un Weißensee geschafft. Der herbeigerufenen Feuerwehr gelang es, den bequemlichkeiten machen. Dabei wäre es doch wirklich leicht, entstandenen Brand im Keime zu ersticken. die Genossen hier draußen mit der Zeitung zu versorgen, da Aus dem Rathause wird über Hauterkrankungen von Schulja doch die Feldpostbriefe nichts kosten und das bißchen Mühe findern wie folgt berichtet: beim Einpacken der Zeitung, nachdem man sie gelesen hat,„ Die Hauterkrankung, die eine größere Anzahl von Kindern der nicht der Rede wert ist. Es wäre, liebe Kollegen, 52. und 71. Gemeindeschule in der Fruchtstraße ergriffen hat, ist von für Euch daheim, wie ich glaube, eine sehr dem dirigierenden Arzt der dermatologischen Abteilung im Rudolf 8 Jahren mit einer Arbeiterin Anna Briewe zusammen und wohnte wichtige und nühliche Sache, wenn Ihr bei Virchow- Krankenhause, Professor Dr. Wechselmann, der auf Ersuchen den Frauen und Eltern der Genossen, die der Schuldeputation die Untersuchung der erkrankten Kinder überhier draußen sind, dafür wirken würdet, nommen hat, als infektioses seborrhoisches Ekzem gedeutet worden. daß der, Vorwärts" mehr als bisher hierher Aehnliche Schulepidemien sind, soweit bekannt, bisher nur dreimal tommt. Das könnte Euch doch gar nicht schwer sein, und beobachtet worden, und zwar 1895 in London, 1900 in Hamburg Ihr könnt wirklich sagen, daß Ihr uns hier draußen einen und 1912 in Charlottenburg. Während die Krankheit in Chargroßen Dienst erweist... lottenburg bei harmlosem Verlauf eine gewisse Hartnädigkeit auf wies, war der Verlauf in Hamburg unter einfacher Behandlung ein schneller. Die hiesige Epidemie scheint sich mehr der Hamburger zu nähern, da einzelne Herde innerhalb von 12 Tagen von selbst zur Abheilung famen. Die revidierte Speisenkarte. Hauterkrankung von Schulkindern. Der Stadtverordnete Emil Huff ist am Dienstag im 59. LebensExplosion. Eifersuchtstragödic. Aus wurde gestern von der Kriminalpolizei verhaftet. Banach lebte feit Der 43 Jahre alte aus Wien gebürtige Arbeiter Adam Banach mit ihr sulckt in einem Fremdenlogis in der Madaistraße. Die Beziehungen zwischen den beiden waren schon länger nicht die besten, weil Banach Grund zu haben glaubte, sich über die Unttreue seiner Geliebten zu beklagen. Nachdem sie nachts wieder ihn die Eifersucht so start, daß er zum Dolchmesser griff. Gr cinmal nicht zur rechten Zeit nach Hause gefommen war, padic brachte ihr drei schwere Stiche in den Hals, in den Rücken und in die linke Hüfte bei, so daß sie blutüberströmt zusammenbrach und nach dem Krankenhause gebracht werden mußte. Ein Junggeselle schreibt uns: Seit mehr als einem Nochmals: die auffälligen Ung leichheiten der Löhne. Duzend Jahre lebe ich ausschließlich in Gasthäusern. Für Es handelt sich also um eine leicht übertragbare, aber harmlose Geld und gute Worte haben mich meine Wirte so zufrieden- Krankheit, die den Schulschluß nicht notwendig machte. Die erforder- für Sad näherei gezahlten Arbeitslöhne sind uns weitere AnZu unseren Mitteilungen in Nr. 150 über die Ungleichheit der gestellt, daß ich bis auf den heutigen Tag allen herzlichen lichen Maßnahmen sind sofort getroffen worden." Einladungen zum Standesamt widerstehen konnte. gaben aus Heimarbeiterinnenkreisen zugegungen. Gegenüber dem Neben diesem nicht unbeträchtlichen Gewinn stellten sich im Laufe der Lohnsatz der Deutschen Planfabrik( Berlin, Bellealliancestr. 7) Zeit auch jene Erfahrung und Sachkenntnis im Auffinden der stellten wir fest, daß bei dem Ausschuß für Konfektionsnotarbeit richtigen Quellen ein, die den besten Schutz gegen etwaige ( Berlin, Rosenstr. 9-13) cin mehr als doppelt so hoher Lohn ge= Die Frage, wie sich eine Zentralstelle für die Beaufsichtigung zahlt worden war. Die Deutsche Planfabrik zahlte für 100 Säde Mißgriffe bilden. Sie ermöglichten es mir, selbst während des Gesundheitswesens der Stadt schaffen ließe, ist schon seit langem 7 M. Lohn. Noch wenige Wochen vorher hatte der Ausschuß für der Kriegszeit in Das neue Amt für das städtische Gesundheitswesen. für wenig mehr in ein ganz annehmbares Mittagessen Gegenstand der Erörterung im Magistrat und in der Stadt Sonfektionsnotarbeit 15 M. Lohn für 100 Säcke bei gleicher Arfür wenig mehr als eine Mark zu erstehen. Ein lukullisches verordnetenversammlung gewesen. Als Etappen auf dem Wege zur beitsleistung gezahlt, aber leider ist dort diese Arbeit jetzt nicht Mahl konnte das natürlich nicht sein, aber seine Zusammen Schaffung einer solchen Zentralstelle sind die Einrichtung des mehr zu haben. Wundern müssen wir uns, daß auch der Vaterstellung war so geschickt, daß meinen beweibten Kollegen bei städtischen Untersuchungsamtes und die Wahl eines Stadtmedizinal- ländische Frauenverein in Wilmersdorf( Gieselerstraße) nicht mehr der alltäglichen Aufzählung der genossenen Herrlichkeiten das rats in den Magistrat anzusehen. Nachdem nunmehr der Stadt- als 7 M. für 100 Süde gibt. Nun meldet man uns, daß anderswo Wasser im Munde zusammenlief. medizinalrat seit zwei Jahren im Amte ist, erscheint der Zeitpunkt die Löhne für diese Arbeit sogar noch viel niedriger sind. Ein Bis zum ersten Juni, dann kam es anders. Von diesem gegeben, dem vielfach geäußerten Wunsche nach Schaffung eines wischenmeister( Halensee, Nestorstraße) bot einer Arbeiterin für Zeitpunkte ab, so behaupteten die Berliner Gastwirte, sei auf Gesundheitsamtes( Medizinalamtes) in geeigneter Form ge- die Näharbeit an 100 Säcken nur 5,50 M., doch lehnte sie wegen polizeiliche Verfügung die Verabreichung von„ Gedecken", d. h. recht zu werden. Die bisherige Entwicklung hat den zu geringen Lohnes die Arbeit ab. Ein anderer Zwischenmeister vollständigen Mittagessen, im Interesse der Voltsernährung Weg gezeigt, gegangen werden muß: Er besteht( Klockow, Neukölln, Schinkestr. 8) hat in der vorigen Woche einzustellen. Einzeln waren zwar die schönsten Dinge darin, daß neben dem Untersuchungsamt mit seinen beiden 100 Säde nur mit 5 M. cntlohnt. Auch bei einem anscheinend auch fernerhin zu haben, aber in dieser Art kombiniertes Abteilungen für chemische und bakteriologische Zwecke, eine dritte Ab- größeren Unternehmer( Seidel, Berlin, Oberwallstr. 12/13) haben Mittagessen war vielleicht erschwinglich für einen Strösus, teilung mit zwei medizinischen Kräften, einem klinischen Mediziner Arbeiterinnen nur 5 W. für 100 Säde erhalten. Bei all diesen cinem proletarischen Geldbeutelchen jedoch unerreichbar. und einem Sozialhygieniker, geschaffen wird. Bereits am so ungleichen Lohnsäßen handelt es sich immer um Aber gute Bürger murren nicht. Also aß ich am Ersten 29. Juni 1899 hat die Stadtverordnetenversammlung mit großer gleiche oder mindestens nahezu gleiche Arbeitsdes Rosenmonds an Stelle des altgewohnten Menüs" einen Mehrheit beschlossen, dem Magistrat cine Vorlage über Errichtung leistungen. Die Säcke haben überall dieselbe Größe und Teller Kartoffelsuppe und Karbonade mit etwas Gemüse. eines städtischen Justituts für die Untersuchung von Nahrungs- und müssen überall nach bestimmter Vorschrift angefertigt werden. Dabei ließ es sich leben, zumal der Preis von einer Mark Genußmitteln sowie Gebrauchsgegenständen, verbunden mit einer Die Deutsche Planfabrik gibt seit kurzem 7,20 W. statt 7,- M., und zwanzig Pfennig durchaus angemessen war. Ich prics bakteriologischen Abteilung zugehen zu lassen, wobei eine wobei der Zuschlag von 20 Pf. pro 100 Stück für Anknotung des an die Fürsorge der Polizei. spätere Erweiterung desselben zu einem städtiden Säcken zu befestigenden Bindfadens gezahlt wird. Daß die Am nächsten Tage gab es Graupensuppe, danach Spinat fchen Gesundheitsamt im Auge zu behalten sei. Deutsche Planfabrik in der ersten Zeit nach Eröffnung ihres Sadmit Ei. Macht zusammen 1,10 M. Diesmal plauderte ich Die vom 18. April 1914 stammende Magistratsvorlage betreffend nähereibetriebes vielen Arbeiterinnen die Anfertigung eines nicht über das Mittagessen, denn mein Magen fing etwa die Gewinnung von Hilfskräften für ein neu zu schaffendes und Probefaces auferlegte und diese Leistung nicht bezahlte, sei hier eine Stunde später fast hörbar an zu fnurren. Meinem der Deputation für das Untersuchungsamt zu unterstellendes nebenbei erwähnt. In allen an uns gelangten Klagen der ArKollegen war das nicht entgangen, denn er fragte recht Medizinalamt konnte erst am jüngsten Montag im Ausschuß ver- beiterinnen wird hervorgehoben, daß von dem Lohn noch die teilnahmsvoll nach dem Menü". Keine Antwort. Nach abschiedet werden, da durch die Abwesenheit des Stadtmedizinalrats o st en des Garnes abgehen, das bei dem Arbeitgeber einiger Zeit gab er mir den eindringlichen Rat, ein Weib zu auf dem Kriegsschauplatz die Beratung der Vorlage unterbrochen gekauft und von den Arbeiterinnen bezahlt werden muß. Das ist freien. Die Gelegenheit sei günstig. Dabei erstrahlte sein werden mußte. Vom Standpunkt der sozialdemokratischen Fraktion ein Brauch, den man in der Näherei fast überall findet, so daß er Gesicht in aufrichtiger Freude mußte eine Verbesserung der Magistratsvorlage im wesentlichen nach kaum noch besonders erwähnt zu werden braucht. Bei den in Frage Beklommen überschritt ich am dritten Tage die gastliche zwei Richtungen erstrebt werden. Die neu zu schaffende dritte Ab- kommenden Sacknäharbeiten mag es seinen triftigen Grund haben, Schwelle. Nach reiflichem Studium der Speisenfarte entschied teilung eben das Medizinalamt mußte mit den erforderlichen daß die Arbeiterinnen zur Verwendung eines bestimmten Garnes ich mich für Legierte Suppe und Schnittbohnen mit Hering. tonstitutionellen Garantien umgeben werden: es durfte nicht, wie verpflichtet werden und ihnen ein Kaufzwang auferlegt wird. Auch Das ist gewiß ein gutes Essen, insbesondere wenn das Ge- der Magistrat wünschte, aus dem Stadtmedizinalrat und zwei Hilfs dem Vaterländischen Frauenverein und dem Ausschuß für Kon fettionsnotarbeit ist es nicht möglich gevejen, auf diesen Zwang zu verzichten, und auch sie ließen das Garn von den Arbeiterinnen bezahlen. Es ist aber ein großer Unterschied, ob man die zwischen 1, M. und 1,12 M. schwankenden Garnkosten pro 100 Säde von Aus den Gemeinden. Aus Backwarenhöchstpreise im Kreise Teltow. Preise von 4 Pf. pro Pfund. Die Kartoffelt werden gegen Gute fcheine, die im Rathause, Zimmer 2, während der Vormittagsstunden verkauft werden, täglich auf dem Lagerplaz an der Hannemannstraße und in der II. Gemeindeschule( Bürgerstraße) berausgabt. 15 M. oder von 7 M. oder gar von 5 M. abzieht. Bei dem Aus- Der Landrat des Kreises Teltow jezt jezt durch Bekannt. Diefer festgesezte Startoffelpreis gilt zunächst nur für die nächsten schuß für Konfektionsnotarbeit betrugen, wenn wir recht unter- machung die bereits in Berlin bestehenden ermäßigten Badwaren- 14 Tage und soweit der Vorrat reicht. richtet sind, die Garnkosten 1, M. oder etwas darüber, so daß Grunewald, Johannisthal, Lankwiz, Lichterfelde, Mariendorf, Marienpreise auch für die nachfolgenden Orte fest: Briz, Friedenau, ctwa 14 M. Lohn blieben. Die Deutsche Planfabrik und der Vater- felde, Niederschöneweide, Schmargendorf, Steglitz, Tempelhof, Kinderveranstaltungen. ländische Frauenverein nehmen für Garn 1,12 M., wodurch sich Treptow, Nicolasjee, Wannsee, Zehlendorf. Dahlem und Heerstraße. Steglit. Heute Spielausflug der Kinder. Treffpunkt 2 Uhr der Lohn auf 5,88 M.( bei der Planfabrik nach dem jetzigen Lohn- Die Festsetzung der Einheitsgewichte für die der Berliner Brot- Bahnhof Steglig. Mundvorrat mitbringen. jazz auf 6,08 2.) verringert. Jener Zwischenmeister mit einem fartengemeinschaft angehörenden Gemeinden wird in Zukunft diesen Lohnsatz von 5 M. berechnete für Garn 1 M., mithin hatte die selbst übertragen. Arbeiterin für ihre 100 Säde 4 M. Lohn. Bei dem Unternehmer mit demselben Lohnsaß von nur 5 M., der für Garn 1,12 M. nahm, blieben gar nur 3,88 M. als Lohn für die Arbeit an 100 Säcken. Der Vollständigkeit halber wollen wir, wie schon früher, nochmals anerkennen, daß ein privater Unternehmer nicht dieselben Löhne zahlen kann, die der Ausschuß für Konfektionsnotarbeit gezahlt hat. Aber daß so bedeutende Unterschiede, wie sie hier auftreten, nur aus einem Mehr an Unkosten zu erklären seien, das ist ganz undenkbar. Pfeifen- Müller, ein alter Parteiveteran in Weißensee, weilt nicht mehr unter den Lebenden. Karl Müller war es, der unter dem Sozialistengesetz die Gastfreundschaft der Genossen nicht abwies und sein Lokal war die Stätte, von der die Strahlen der politischen und gewerkschaftlichen Bewegung ausgingen und ihren Weg bis in die niedrigste Hütte fanden. Seine stete Hilfsbereitschaft haben viele Genossen kennen gelernt, aber leider hat auch diesen guten und edlen Menschenfreund das Schickial so getroffen, daß er ein Jahrzehnt lang seinen Lebensabend im hiesigen Armenhause verbringen mußte. Hohes Alter und sonstige Kümmernisse haben ihn in den legten Jahren vom Parteileben ferngehalten, dennoch werden die, die ihn fannten, ihm ein gutes Andenken bewahren. nehmen. Wirtschaftliche und soziale Maßnahmen in Charlottenburg. Aus aller Welt. Better aus Berlin, als er im Müdenberger Lauch, das von Bom Blitz erschlagen wurde der Landsturmmann Martin russischen Gefangenen troden gelegt wird, auf Bosten stand. Bier Personen ertrunken. Zwei Monteure des Karbidwerkes in Frehung und zwei weibliche Angestellte der Brauerei Lang in Bierhütte machten Sonntag abend eine Kahnfahrt auf dem Weiher. Der Kahn tippte um und alle vier ertranfen. Eine andere Bekanntmachung wendet sich gegen die irrige Annahme, daß beim Kaninchenfang jeder auf fremden Grundstücken bestehenden gesetzlichen Vorschriften darf niemand ohne Ein- berichteten, hat nunmehr schon einige Aufklärung gefunden. Die wilde Kaninchen fangen oder schießen darf. Nach den jezt noch Das rätselhafte Verschwinden einer Frau, über das wir fürzlich willigung des Eigentümers ein frembes Grundstüd betreten. Auch Vermißte, Frau Martha Thies gen. Treu geb. Großkopf aus das Aufstellen von Schlingen, in denen sich jagdbare Tiere fangen Berlin, die in Vierkrug bei Boizenburg( Mecklenburg) mit einem tönnen, ist verboten. jungen Mann zufammen gesehen worden war, und deren Söhnchen nadt auf einer Wiese gefunden wurde, ist mit einer Schußwunde in der rechten Schläfe aus der Elbe gezogen worden. Die Hamburger Kriminalpolizei rechnete mit einem Morde, und da der vermutliche Die wirtschaftlichen und sozialen Kriegsmaßnahmen der Stadt Täter in einem Berliner Bekannten der Toten erblickt wurde, Charlottenburg bewegten sich zunächst auf dem Gebiete der all- hat sich jetzt auch die Berliner Kriminalpolizei mit der gemeinen Kreditfürsorge. Um Hypothekengläubigern über Sache zu beschäftigen. Der junge Mann wurde festgenommen, eine durch den Krieg entstandene Notlage hinwegzuhelfen, hat sich leugnet aber die Tat und trat auch sofort einen Alibibeweis an. theken Darlehen bis zu 10 Broz. des Hypothekenbetrages zu be- hat. Sie ist die geschiedene Gattin eines Hamburger Staufmanns, der Sparkassenborstand entschloffen, grundsäßlich auf erste Hypo- Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß Frau Thies Selbstmord verübt rilligen. Schwieriger war die Schaffung von Kredit in solchen der sie seinerzeit auf ihren dringenden Wunsch als Schauspielerin Fällen, in denen den Darlehnssuchern Pfandwerte wie lombard- ausbilden ließ. Die erhoffte Größe auf der Bühne erreichte Frau fähige Wertpapiere oder erste Hypothefen nicht zur Verfügung Thies aber nicht und die Ehe wurde später wieder geschieden. Die standen. Um hier zu helfen, ist eine Kriegsdarlehnskasse Frau wurde darüber hysterisch und äußerte schon oft Selbstmordmit einem Kapital von 500 000 m. gegründet worden, die Dar- gedanken, sprang auch einmal ins Wasser und versuchte sich ein lehen in Höhe bis zu 6000 m. gewährt. Bis Ende März find andermal mit Gas zu vergiften. So ist es wohl möglich, daß fie insgesamt 201 272 D. Darlehen bewilligt worden. Dagegen ist sich in einem Anfalle am Ufer der Elbe selbst eine Kugel in den schaften beschlossen ist, noch immer nicht ins Leben getreten. Es die Mietdarlehnskaffe, die von den städtischen Körper- Stopf geschossen hat. schweben zurzeit die Verhandlungen mit den interessierten PerDer Andrang zu den städtischen Fleischverkaufsstellen in den fonen und Geſellſchaften über ihre Beteiligung an dem UnterMarkthallen ist außerordentlich stark. Gestern flagten uns Arbeiter- Witte November 1914 begonnen hat, hat bis Ende März 1915 bon Das Mieteinigungsamt, das seine Tätigkeit frauen, die in der Lindenhalle ein Stüd Sped für ihren im Felde 700 anhängig gemachten Fällen 661 erledigt, darunter nur 198 ohne stehenden Mann faufen wollten, daß sie lange Zeit stehen und Ergebnis. Verhältnismäßig die meisten Fälle wurden durch Verwarten mußten, ehe sie an die Reihe kamen und dann erfahren gleich erledigt, teilweise mit Mietbeihilfen bis zu 30 M. oder auch mußten, daß sie nichts mehr erhalten konnten. darüber hinaus. lleber die Tätigkeit des HypothekenIn dem Artikel Mühe volle Fleischeinkäufe" einigungsamtes läßt sich vorläufig noch fein Urteil fällen, ( Nr. 156), der die Ansammlungen von Kauflustigen vor der Fleisch, da es erst vor wenigen Wochen in Kraft getreten ist. verkaufsstelle des Schlachthofgrundstückes und die langfame Ab- betrifft, so haben sich die in den ersten Kriegsmonaten errichteten Was die Arbeitsbeschaffung und-bermittlung fertigung der Käuferinnen besprach, ist zu berichtigen:" Bählungen, Arbeitsstuben und die Ausgabestellen für Heimarbeit bewährt. In dié in den letzten Tagen dort vorgenommen( nicht: angeordnet") erster Linie wurden umfangreiche Militäraufträge erledigt, um die wurden, usw." Borgenommen wurden sie von privater Seite, zum fich die Stadt bemüht hat, daneben auch Aufträge von Privaten. Teil von uns selber. Zeitweise waren ungefähr 3000 Frauen beschäftigt. Bei Verbesse rung des Arbeitsmarktes im weiteren Verlauf des Krieges, die sich besonders aus dem Einrüden weiblicher Arbeitskräfte in die Stellen der mehr und mehr zum Heeresdienst eingezogenen Männer ergab, wurden die Arbeitsstuben allmählich fast gänzlich überflüssig und zuletzt bis auf eine geschlossen. bei mehreren militärischen Bekleidungsämtern ist es gelungen, für Den Bemühungen des Magistrats die Charlottenburger Schneiderinnung den Auftrag für eine sehr große, über viele Monate sich erstredende Lieferung von Militärfachen zu erhalten. Da den Innungsmeistern zum Teil in ihren Werkstätten fein ausreichender Raum für die Ausführung so umfangreicher Arbeiten zu Gebote stand, sind der Innung zwei Säle der Kunstgewerbe- und Handverkerschule als Arbeitswerkstätten hat die 53 Jahre alte Ehefrau Emilie des Geschäftsreisenden Zer- Um den zu Beginn des Krieges daniederliegenden Arbeitsmarkt Kleine Nachrichten. In einem Anfalle von Geistesgestörtheit mit der erforderlichen Heizung und Beleuchtung übergeben worden. giebel aus der Pannierstraße zu Neukölln ihrem Leben ein Ende für männliche Personen nach Kräften zu stützen, sind die Bauten gemacht. Die Frau sprang aus einem Fenster ihrer im vierten im Bereiche der Tiefbau- und Verkehrsdeputation und der KanaliEtod gelegenen Wohnung auf den Hof hinab. Im Krankenhause fationsdeputation, für welche die Mittel ausgevorfen waren, in Budow starb sie bald nach ihrer Aufnahme. Ein Straßen- weitergeführt worden. Im Bereiche der Hochbauverwaltung wur bahnunfall ereignete sich Montag wieder in Moabit. Ein Wagen den die Erdausschachtungsarbeiten zum Erweiterungsbau der Volts- feite in der Sonne", für die Nordseite bei Perste, Ede Adalbert- und der Q- Linie fuhr an der Ecke von Alt- Moabit und der Stromstraße badeanstalt und der Neubau der Gemeinde- Doppelschule in der Rödelstraße. so heftig auf einen Steinwagen auf, daß die ganze Plattform ein- Ramminer Straße in Angriff genommen. Obgleich die Arbeits- schaftlicher Zahlabend im Schloßpart Wilhelminenhof". Oberschöneweide. Mittwoch, den 9. Juni, abends 81%, Uhr: Gemeingedrückt wurde. Einer der Fahrgäste, Hauptmann v. Behring, losigkeit einige Monate nach Ausbruch des Krieges verschwand wurde vom Wagen geschleudert und erlitt eine Schulterverletzung. und sich an ihrer Stelle sogar ein gewiffer Arbeitermangel fühlbar tagt bei Schellhaje, der 8., 9., 10. und 13. Bezirk bei Thiel, Albrechtstr. 87, Steglit. Heute Bablabend in allen Bezirken. Der 1.- 7. Bezirk Verloren. Eine Kriegerfrau verlor am Sonntag, 6. Juni, auf machte, find doch die begonnenen Arbeiten fortgesetzt worden, fie der 11. und 12. Bezirk bei Jacob, Stephanstraße. dem Wege von der Bernauer Straße zum Walhallatheater( Wein- sollen, soweit dies nicht inzwischen bereits geschehen ist, im laufen- Eichwalde. Heute, abends 8%, Uhr, bei Witte: Wahlvereins. den Etatsjahre zu Ende geführt werden. bergsweg) oder auch im Garten des Theaters ein Kollier und Kette mit Doppelbildnis. " Breßkohlenbrände sind jetzt wieder die häufigsten. Bei einiger Aufmerksamkeit fönnten viele von ihnen vermieden werden. Die Berliner Feuerwehr hatte zwei Preßfohlenbrände in der Alexandrinenstraße 97 zu löschen. Einen dritten in der Frobenstr. 26. Auch von anderen Seiten wurden Kohlenbrände gemeldet. In der Reinickendorfer Straße 108 brannte ein photographischer Aufnahmeraum, in der Wassertorstr. 17 eine Küche, in der Schönhaufer Allee 103 ein Keller. Um Bienenschwärme einzufangen, wurde die Wehr nach der Fidicinstr. 31 und anderen Stellen gerufen. Da es sich um ein Andenken an den Ehemann handelt, wird der ehrliche Finder gebeten, dasselbe bei Fr. Braun, Bernauer Straße 47, 1. Stfl. III, abzugeben. Todes- Anzeigen Sozialdemokrat. Kreiswahlverein Niederbarnim. Bezirk Lichtenberg. Am Sonntag, den 6. Juni, verstarb unser Genosse Friedrich Schuster Friedrich Karl- Straße 22. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 9. Juni, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle in Marzahn aus statt. Die Bezirksleitung. Am Sonntag verstarb plößlich mein lieber Bater, der Puter Friedrich Schuster im 75. Lebensjahre. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Marzahner Kirchhofes aus statt. Lichtenberg, 8. Juni 1915. 249/16 Die trauernde Tochter Lina Schuster. Gesangverein„ Zukunft", Nieder Schönhausen. Am 21. Mai fiel als Opfer unses furchtbaren Völkerringens dieser lieber, treuer Sangesbruder Paul Heinze Sanitäts- Feldwebel im Injant.Regiment Nr. 204. Du fielst als erster unserer acht im Felde befindlichen Sangesbrüder. Wir werden Deiner stets in Ehren gedenken! Der Vorstand. 1857b Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Bezirk Schöneberg. Am 6. Juni starb unser Mits glied, der Maurer Karl Preiß. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3, Uhr, von der Halle des Matthias: Kirchhofes in Südende aus statt. Ferner starb am 5. Juni der Hilfsarbeiter Karl Dorsch vom Bezirk Diten I. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 4%, Uhr, von der Halle des Andreas- Kirch hofes in Wilhelmsberg aus statt. Rege Beteiligung erwartet 140/20 Der Vorstand. am Als Opfer des Weltkrieges fiel in treuer Pflichterfüllung 30. Mai durch Kopfschuß unser herzensguter, braver Sohn, inniggeliebter Bruder, unvergeßlicher Schwager, Better und Neffe, der Musketier Willi Kloß Reserve- Inf.- Reg. Nr. 240, 4. Komp. im blühenden Alter von 23 Jahren. Dies zeigen an in tiefer Trauer Hans Kloß und Frau Ernst Kloß als Bruder, z. 3. im Felde( wird seit dem 7. Novbr. vermigt) Frida Kloẞ) } Martha Kloß als Schwestern Albert Kloẞ als Bruder 18536 Elise Kloß geb. Menzel als Schwägerin. In der Blüte der Jugend, In der Fülle der Kraft, Hat des Feindes Kugel Dich hinweg gerafft. Ihm der Friede, uns der Schmerz. Ruhe fanst in Feindesland! Ermäßigung der Kartoffelpreise in Brig. Die Gemeinde verkauft von jetzt ab Kartoffeln ohne jebe Einschränkung und zu allen gewünschten Mengen von 20 Pfd. an zum Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Stohlenarbeiter am August Hauf 6. Juni im Alter von 45 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 9. Juni, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen balle des Thomas- Kirchhofes in Neukölln, Hermannstr., aus statt. 64/14 Die Bezirksverwaltung. Den Tod fürs Baterland er litt am 6. Juni als Folge eines schweren Bauchschusses im Lazarett unser lieber Kollege, der Anleger Wilhelm Düsing. Sein aufrichtiger und ehrlicher Charakter wird uns stets verans lassen, ihm ein dauerndes An18546 denken zu bewahren. Die Kolleginnen und Kollegen Der Akzidenz- Druckerei Rudolf Mosse. Am 2. Mai fiel auf den Schlachtfeldern unser lieber Stollege Alfred Demuth im 32. Lebensjahre. Wir verlieren in demselben einen langjährigen pflichttreuen Stollegen, dem wir jederzeit ein dauerndes Andenken bewahren werden, Die Kollegen und Kolleginnen der Buchbinderei A. Scherl G. m. b.. Verband d.Buch- u.SteindruckereiHilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Drtsverwaltung Berlin. Am 2 d. Mis. verstarb ganz plöglich unser Mitglied Max Muschick im Alter von 40 Jahren. Ehre feinem Anbenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, den 9. Juni, nach mittags 3 Uhr, auf dem Simeonstirchhof in Bris statt. Die Ortsverwaltung. 27/6 Zentralverband der Asphalteure Deutschlands. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Friedrich Nickel am 27. Mai auf dem Schlachtfelde den Heldentod fand. Ehre seinem Andenken! 2 82/7 Die Ortsverwaltung. Als Opfer des Beltkrieges fiel am 18. Mai bei einem Sturmangriff nun auch unser zweiter guter Sohn, unser lieber Bruder und Entel, mein innigstgeliebter Bräutigam Helmut Wegener im 2. Garderegiment zu Fuß, im fast vollendeten 21. Lebensjahre. Im Namen der tiefbetrübten Angehörigen Wilhelm Wegener, Neukölln, Richardstraße 50. Elise Tibt als Braut. Parteiveranstaltungen. Erster Wahlkreis( II. Abteilung). Gemeinsamer Zahlabend bei Lome, Holzgartenstr. 6. 3ablabend findet bei Nathmann, Wilhelmstr. 118, die Zahl nacht Zweiter Wahlkreis( III. Abteilung, Friedrichstadt). Der und der 3 a hlmorgen bei Krüger, Jerusalemerstraße 63, statt. Charlotteuburg. Der Zahlabend der zweiten Gruppe findet im Lokal von Gerhard, Fritschestr. 24/25, statt. Neukölln. Die Versammlung der Jugendsektion fällt heute aus. Sonntag: Wanderung nach Biefenthal- Nonnenflieg- Eberswalde. Wilmersdorf. Die Zahlabende finden statt in folgenden Lokalen: allee 209; 6., 7. und 8. Bezirf bei Schilling, Lauenburger Sh. 20; 1. und 2. Bezirk bei Piche, Seesener Str. 54, Ede Paulsborner Str.; 3. und 4. Bezirk bei Adam, Günzelstr. 30; 5. Bezirk bei Gröschke, Kaiser9 a. Bezirk bei Meuer, Durlacher Str. 7; 9 b. Bezirk bei Potichies, Pareter Str. 2. Reinickendorf- Oft. Heute: Gemeinsamer 8ablabend bei Sadau, Residenzstr. 124. Vortrag des Genossen Elsner:„ Die wirtfaftlichen Sträfte der fapitalistischen Staaten während des Krieges". Röntgenthal- Zepernick. Bahlabend am Donnerstag, den 10. Juni, Balderfecitr. 78,& de Rummelsburger Str.: abends 8%, br, in Röntgenthal im Lokal von August Lange, Siemensſtr. 10. Friedrichsfelde. Heute, abends 8 Uhr, in Michels Restaurant, Bortrag des Genossen Brühl über: Kriegsnotwendigkeiten". Die GeMitgliederversammlung. nofsinnen werden hierauf besonders aufmerksam gemacht, weil der fällige Frauen- Leseabend zugunsten dieser Versammlung ausfällt. Karlshorst. Heute Mittwoch: Gemeinsamer Zahlabend für die Südbersammlung. " Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Donnerstagmittag. und troden. Später im Besten beginnende Zunahme der Bewölkung. Zunächst überall sehr warm. Borwiegend heiter Strichweise Gewitter mit Abkühlung. Fern von seinen Lieben als Opfer des Weltkrieges fiel bei einem Sturmangriff am 15. Mai mein lieber unvergeßlicher Sohn, unfer herzensguter Bruder, Neffe und Better, mein inniggeliebter unvergeßlicher Bräutigam, der Unteroffizier Karl Kumrow im Ref.- Infanterie- Regiment 270, Inhaber des Eisernen Kreuzes, im blühenden Alter von 26 Jahren. Dies zeigen in tiefer Trauer an Frau Emilie Kumrow geb, Gruhn, Walter, Otto, Artur als Brüder, Margarete Kumrow als Schwester, Margarete Malke als Braut. Du zogst hinaus in Feindesland, Für deutsches Recht zu streiten, Du mußtest dort fürs Baterland Den Heldentod erleiden. Nachdem der Vater Dir voran, Gegangen, ach dieselbe Bahn. Nun ist die Freud der Wiederkehr Nicht mehr vergönnt den Deinen, Und mögen wir auch noch so sehr, Euch Lieben nun bemeinen. Nun rubt Ihr fanft im fühlen Grab, Befreit von allen Schmerzen. Die Liebe, die Euch hier umgab, Rebt fort in unsren Herzen. Ein jeder, der Euch hat gekannt, Der reicht uns nur noch stumm 71A die Hand. Neukölln, Boddinſtr. 48. Danksagung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Revolver. dreher Ernst Gotz Rodenbergstr. 6 am 7. Juni an Lungenleiden gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 9. Juni, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Georgen- Stirchhofes in Beißenfee aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maschinenarbeiter Paul Szulezewski Soldiner Str. 75 am 1. Juni an Herzschlag gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 114/20 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzipenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Max Peine sage ich hierdurch allen Beteiligten 71A meinen aufrichtigsten Dank. Minna Peine, Lichtenbera. Pfarrstraße 30. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahite bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes Otto Eichbaum Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters, fagen wir hiermit allen Freunden, Bekannten sowie den sage ich allen Verwandten und BeMietern des Hauses Heynstr. 4, ins- tannten sowie dem Verein des Lichten besondere Herrn Bastor Maresch für berger Sportklubs„ Deutschland und die troftreimen Worte am Sarge des dem Personal der Firma Stod Entschlafenen unseren herzlichsten Dant.( Deutsche Telephonwerte, Abt. Lohse, Stanzerei) meinen innigsten Dant. Frau Anna Gericke und Kinder. Klara Eichbaum 11855 geb. Schmidt. 1856b