Nr. 162. " 5 Pfennig Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl 8,30 M., monatl. 1,10 ML wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Post Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Sumänien, Schweden und die Schweiz icheint täglich. Montagsausgabe 5 Pfennig Vorwärts 32. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Solonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammĭnungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Bort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Morte), jedes moritere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafſtellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg. jedes weitere Wort 5 Big. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition in bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Nr. 151 90-151 97. Montag, den 14. Juni 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Beffarabische Orte von Oesterreichern besetzt Meldung des großen Hauptquartiers. wieder auf. Die Truppen des Generals von Linsingen haben MIyniska genommen, der AnAmtlich. Großes Hauptquartier, den griff auf 3ydaczo w ist im Fortschreiten. 13. Juni 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Bei Nieuport, Dirmuiden, nördlich Arras und bei Hebu ferne fanden Arfilleriekämpfe statt. Schwächliche Angriffsversuche des Gegners in den Dünen wurden abgewiesen. Südöstlich Hebuterne sind Infanteriegefechte im Gange. Die militärischen Anlagen von Luneville wurden mit Bomben belegt. Deftlicher Kriegsschauplatz. Nordwestlich S3 awle machten unsere Angriffe gute Fortschriffe, Kuz e wurde im Sturm genommen, feindliche Gegenstöße scheiterten. 8 Offiziere, 3350 Mann und 3 Maschinengewehre waren unsere Beute. Oberste Heeresleitung. Der öfterreichische Generalstabsbericht. Dänemarks Neutralität. Kaum sind die Feste verrauscht, mit denen das ganze dänische Volk das Zustandekommen feiner neuen freiheitlichen Verfassung gefeiert hat, so machen sich auch schon Versuche bemerkbar, dem radikal- demokratischen Kabinett, unter dessen Leitung der schöne Erfolg erzielt worden ist, Schwierigkeiten zu bereiten. Da das Verfassungsgesetz selbst bekanntlich von beiden Kammern mit allen gegen eine Stimme, die einem obstinaten Konservativen angehörte, angenommen worden ist, Wien, 13. Juni.( W. T. B.) Amtlich wird ber. bermag man zunächst nicht recht einzusehen, warum das Minilautbart, 13. Juni 1915, mittags. Russischer Kriegsschauplas. Pflanzer weiter fiegreich vor. In Südost galizien dringen die Truppen der Armee Nach hartnädigen Kämpfen wurden gestern Tysmienice, Tlumacz und die Höhen nördlich Olesza genommen. Südlich Czernelica wird gekämpft. Neue russische Angriffe gegen 3aleszczyki wurden blutig abgewiesen. Aus der Bukowina über die Reichsgrenze vordringend, warfen unsere Truppen die Russen aus ihren längs der Grenze vorbereiteten starken Stellungen zurüd. In der Verfolgung Gestern fielen 1560 Gefangene in die Hände der Verfolger. wurden mehrere Orte Bessarabiens befett. Am oberen Dujestr greifen die verbündeten Truppen er Südöstlich der Straße Mariam pol- folgreich in der Richtung auf Zydaczow an, wo noch starke Kowno haben die Kämpfe gegen von Süden russische Kräfte das südliche Dujeftrufer halten. herangekommene russische Verstärkungen erneuf begonnen. Nördlchi Przasnysz wurden weitere 150 Gefangene gemacht. Unserem Einbruch in die feindlichen Linien südlich Bolimow folgten in der Nacht russische Gegenangriffe, die sämtlich erfolglos blieben. Die gewonnenen Stellungen sind fest in unserer Hand. Unsere Beute stieg an dieser Stelle auf 1660 Gefangene, 8 Geschüße( darunter 2 schwere) und 9 Maschinengewehre. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Der Brückenkopf von Sieniawa wurde gestern wiedergenommen; der Gegner ließ 5000 Gefangene in unserer Hand. Nächtliche Gegenangriffe des Feindes scheiterten. Auch östlich Jaroslau und Przemysl lebt der Kampf| Westlicher Kriegsschauplah. 8 belgische Spione erschossen. Berlin, 13. Juni.( W. T. B.) Acht Spione in Lüttich gerichtet. Seit Beginn des Krieges beschäftigen unsere Feinde eine ganze Anzahl von Spionen, die im Inland und in dem von unseren Truppen besetzten Gebieten Nachrichten sammeln und an verzweigte Einrichtung, die in allen ihren Teilen außerordentlich geschickt arbeitet. In Mittelgalizien führte ein Angriff österreichisch. ungarischer und deutscher Truppen zur Besißnahme von Sieniawa und nach Abwehr eines starken feindlichen Angriffs zur Erſtürmung sämtlicher Stüßpunkte nordöstlich der Stadt. Hierbei wurden 3500 Russen gefangen. Die sonstige Lage ist unverändert. Italienischer Kriegsschauplak. sterium Zahle die Geschäfte nicht ruhig weiterführen soll. Aber es scheint, als ob der Ehrgeiz einzelner Politiker sich mit der Unzufriedenheit einiger Chauvinisten zusammengefunden babe, um ein wenig Verwirrung zu stiften. Vor der dritten Lesung des Grundgesezes hatten sich die Parteien dahin geeinigt, daß die nächste Wahl erst nach der Beendigung des europäischen Krieges stattfinden und damit das gegenwärtige Rabinett bis zu diesem Zeitpunkt am Ruder bleiben solle. Aber man fann nicht wissen, wie lange der Krieg noch dauert, und ungeduldigen Ministerkandidaten aus den weiter rechts stehenden Gruppen paßt es offenbar nicht recht, daß ihre Chance so auf einen unbestimmten Moment vertagt wird. Besonders der frühere Ministerpräſident J. C. Christensen, der sich schon im vorigen Jahre bemühte, Verfassungs- und Rüstungsfrage miteinander zu verkoppeln und so die radifale Regierung zu verdrängen, möchte nicht gern bis zum Friedensschluß warten, und er wirft deshalb die rage auf, ob es sich nicht doch empfehle, den gefaßten Be schluß umzustoßen, wobei er wohl damit rechnet, daß sich bei einer Kriegswahl Stimmungen entfesseln lassen, die einer auf dem Standpunkt absolutester Neutralität stehenden Regierung gefährlich werden können. Immerhin ist er sich der Schwierigfeit seines Unternehmens bewußt, und er läßt deshalb durchblicken, daß dasselbe Ziel unter Umständen auch durch die Schaffung eines Koalitions ministeriums zu er reichen sei, in dem er natürlich seinen Plaz haben will. Dem alten Schlauberger eilt Berlingske Tidende", ein nach unseren Begriffen etwa auf nationalliberalem Boden stehendes Organ zu Hilfe, das ebenfalls ein aus Demokraten Am Isonzo fanden in den beiden letzten Tagen nament- und den beiden Gruppen des Liberalismus bestehendes Koalich bei Plava ernſtere Gefechte statt. Der dort am 11. Juni litionsministerium fiir wünschenswert hält. Freilich geht von der Brigade Ravenna unternommene Versuch, die öst." Berlingske Tidende" dabei mehr aus sich heraus als Herr lichen Uferhöhen zu gewinnen, endete mit dem Rückzuge Christensen: Sie will eine Regierung, die den durch den dieses Feindes. Gestern früh überschritten die Italiener Krieg an Dänemark gestellten Anforderungen mehr enterneut den Fluk. Nach heftigen Kämpfen gelang es unseren spricht, als ihnen nach ihrer Meinung das Kabinett Bahle entsprechen kann, und einen pikanten Beigeschmack erhält dieser Truppen, den sich fortwährend verstärkenden Feind zurück- Ruf nach einem Ministerwechsel noch dadurch, daß in derselben zuwerfen und die eigenen Stellungen, vor denen über 400 tote Nummer des Blattes ein Artifel des Pariser Temps" wiederItaliener liegen, fest in der Hand zu behalten. Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiete dauern die Geschützkämpfe fort. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. fchoffen; wegen der brei lesten schwebt noch die Entscheidung über ihre Begnadigungsgesuche. Mit dieser Aufhebung von 17 Agenten ist der feindlichen Spionage ein empfindlicher Schlag zugefügt worden, und die eben so schnelle wie strenge Justiz der deutschen Feldgerichte wird dem zum Berrat neigenden Teil der Bevölkerung Belgiens hoffentlich einen heilsamen Schreden eingejagt haben. gegeben wird, der zum soundsovielten Male der dänischen Regierung den Vorwurf macht, daß ihre Neutralität nicht den Wünschen der ententefreundlichen dänischen Bevölkerung entspreche. Von zwei verschiedenen Seiten also, von denen man nicht. recht weiß, ob sie untereinander durch geheime Fäden verbunden sind, wird die Stellung der dänischen Regierung zu erschüttern versucht. Aber diese Manöver find keineswegs. tragisch zu nehmen, und wenn etwas dazu beitragen konnte, den Vorschlag Christensens in Mißkredit zu bringen, so war es das Hinüberspielen des Angriffs auf das Gebiet der internationalen Politik. Die stärkste Partei des Landes, die Sozialdemokratie, ist sofort auf dem Plan erschienen, um der Regierung, deren innere Politik sie bisher unterstützt hat, auch in der auswärtigen Politik ihr absolutes Vertrauen aus. zusprechen. Sie will nichts von einem Koalitionsministeriumt beſtimmte Zentralstellen abliefern. Es handelt sich um eine weit Ein Zwischenfall mit Kardinal Mercier. Ein Zwischenfall mit Kardinal Mercier. wiffen, auch dann nicht, wenn man ihr, entgegen dem liebenswürdigen Vorschlag von Berlingske Tidende", in ihm einen Amtlich. Brüssel, 13. Juni.( W. T. B.) Am Donners- oder mehrere Size einräumen würde. Sie fürchtet nicht mit tag wurde Kardinal Mercier vor dem Stadttor von Meche In Unrecht, daß jede Verschiebung die bisher innegehaltene Linie Schon seit längerer Zeit war es den deutschen Behörden be- in eine Straßenfundgebung verwickelt, die zu einem leichten strengster Neutralität ungünstig beeinflussen könne und will kannt, daß sich in den verschiedenen holländischen Städten Auftritt mit der deutschen Wache führte. Der Kardinal deshalb sowohl an den Abmachungen über den Wahltermin Spionagezentralen befinden, deren Tätigkeit hauptsächlich in wollte sich, nach Brüssel begeben und kam zu Fuß, von einigen wie an dem radikal bürgerlichen Kabinett festgehalten wissen. Belgien zu spüren war. Vor kurzem ist es nun gelungen, eine hundert Personen gefolgt, an die deutschen Posten. Vor- Würde es in einem Lande wie Dänemark schon schwer ganze Organisationen, die ihren Sitz in Maastricht hat, aufzudecken schriftsgemäß wurde nach den erforderlichen Ausweisen ge- sein, eine Politik wie die von Christensen und anderen vorgeund unschädlich zu machen. Nicht weniger als 17 Spione wurden fragt. Außerdem fonnte die Wache nicht ohne weiteres eine schlagene gegen den Willen der Sozialdemokratie durchzufestgenommen und dem Gericht zugeführt. Es wurde festgestellt, solche Menge durchziehen lassen. Einer der den Kardinal führen, so kommt noch hinzu, daß sich beachtenswerte Stimmen daß diese Spione von Belgien aus ununterbrochen ihrem Leiter begleitenden Geistlichen protestierte gegen dieses ordnungs- aus allen Parteien gegen ein solches Experiment ausin Maastricht Nachrichten über Truppenbeförderungen auf den gemäße Vorgehen der Soldaten und gegen die Zurück- sprechen, und daß selbst ein der Regierung so fernstehendes belgischen Bahnen übermittelten. Dabei gingen sie so geschickt vor, drängung der Menge. Der Kardinal und eine kleine Anzahl Organ wie„ National Tidende" jedem Schritt, durch den die daß sie ihre Mitteilungen in besondere Listen eintrugen, die nur seiner Begleiter durften passieren. Außerhalb der Stadt Richtung der auswärtigen Politik Dänemarks verändert mittels eines Geheimschlüssels zu verstehen waren. bestieg der Kardinal eine ihm von Brüssel entgegengeschickte werden könnte, lebhaft widerspricht. Den, der die Verhält Das Feldgericht in Lüttich hat über diese Spione, die durch- Equipage und fuhr weiter. Zu dieser Kundgebung auf nisse des Landes kennt, kann diese Haltung nicht überraschen. weg geständig waren, bereits am 5. Juni das Urteil gefprochen. offener Straße gab der Umstand Veranlassung, daß Mecheln Abgesehen von einer Handvoll Chauvinisten, die die Gelegen Elf der Angeklagten wurden zum Tobe, sechs au wegen des inzwischen beendeten Streits in den Eisenbahn- heit für gekommen erachten, Revanche für 1864 zu nehmen, sammen zu 77 abren Zuchthaus verurteilt. werfstätten noch unter Verkehrssperre für Fuhrwerke ge- wollen alle politisch ernst zu nehmenden Kreise an der Neutralität festhalten. Die Sympathien der großen Mehrheit der Am 7. Juni wurden at von den Verurteilten bereits erstanden hatte. Bevölkerung sind freilich— das muß offen ausgefprochett werden— nicht auf deutscher Seite, aber sie lehnt es ab, um die sehr zweifelhafte Aussicht eines Landgewinns willen Dänemark in den Strudel des Krieges hineinziehen zu lassen und straft so auch jene Pessimisten in Preußen Lügen, die die vor dem Kriege befolgte„Nordmarkenpolitik" unter anderem mit dem Hinweis darauf begründeten, daß das Königreich Dänemark im Falle eines Krieges unbedingt an die Seite der Feinde Deutschlands treten werde. Der französische Tagesbericht. Paris, 13. Juni. lW. T. B.) Amtlicher Bericht i o ii g e st e r n n a ch in i t t a g. Dein gestrigen Abendbericht u'r nichts hinzuzufügen außer neuen Fortschritten unserer Truppen im Gebiet des Buvalgrundes nördlich Loretto und im Gebiete des Labyrinths. Im Abschnitt nördlich Arras herrschte heute morgen dichter Nebel. Paris, 13. Juni.(W. T. B.) Amtlicher Bericht u o u g e st e r n a b e n d. Im Gebiete nördlich Arras Artilleriekampf, der auf dem Lorettoplateau besonders heftig ist. Der Feind versuchte im ganzen Abschnitt(Air-Noulette Ecurie) durch ununterbrochenes Bornbardenlent die Organi sation der Stellungen, welche wir eroberten, zu behindern. Unsere Artillerie erwiderte durch Feuer gegen die deutschen Schützengräben und Batterien. Im Gebiet der Touventfarm > südöstlich Hcbutcrne) warf der Feind vormittags einen Gegen angriff vor, der leicht angehalten wurde. Auf der übrigen Front ist nichts zu melden außer einer ziemlich lebhaften Artillerieaktion im Abschnitt Reims und auf der Front Perthes-Beau Söjour. Pari?» 13. Juni. lW. T. B.) Es wird hier folgende a m t liche Kundgebung verbreitet: Die deutschen General- st absberichte vom 8. und 9. Juni stellen die Operationen, welche in Frankreich stattfanden, in tendenziöser Weise dar. Die Tatsachen sind folgendermaßen zu berichtigen: 1. auf den Ab hängen der Lorettohöhe verursachte ein unaufhörliches Artillerie ducll dem Feinde die empfindlichsten Verluste. Es ist vollständig unrichtig, daß unsere Truppen durch das feinlichc Feuer zerstreut ivuvden, ehe sie angreifen konnten. 2. Die letzten Schanzwerke, welche die Deutschen bei Ncuville-Saiut-Vaast besetzt hielten, wur den nicht von den Deutschen geräumt, sondern von unseren Truppen gestürmt. 3. Unsere Angriffe südlich und östlich Neuville wurden nicht nur nicht zurückgeworfen, sondern gelvaimen fort gesetzt Gelände. 4. Genügt es nicht zu sagen, daß die Kämpfe in der Nähe von Hebuterne fortdauern. In Wirklichkeit dehnten wir unser« Gewinne aus und verbreiterten sie beständig. 5. Der deutsche Gegenangriff gegen unsere Stellungen bei der Mühle SouStouslesvent brach in unserem Feuer zusammen. Alle unsere Gewinne wurden behauptet. Dasselbe trifft für die Schützen- grüben bei Ville au Bois und in den benachbarten Wäldern zu. t>. Im Pricsterwald drangen wir auf einer Front von 350 Meter Breite und etwa 19V Meter Tiefe in die feindlichen Stellungen ein und machten 69 Gefangene. Trotz zweier heftiger Gegen. angriffe blieben die genommenen Schützengräben alle in unserem Besitz. Beschießung von pont-�-Mousion. Paris, 13. Juni.(W. T. B.) Nach einer Tempsmellmng wurde Pont-st-Mousson vorgestern stark beschossen. Es wurde großer Sachschoden angerichtet, mehrere Personen wurden ge- tötet und verletzt. Die Choleragefahr in Zrantreich. Gustave H e r v 6 dessen„Guerre sociale" am Sonn- abend bereits zum vierten Male verboten wurde, schreibt über die Eholeragefahr: „Den Gründen des Unbehagens, die ich seit zwei Tagen dar- gelegt habe(in einem Artikel„Unbehagen", der zum ersten Verbot der„Guerre sociale" führte und in einem zweiten Artikel„Am Tage nach der Beschlagnahme" vom 9. Juni), gesellt sich im Heere und im Publikum eine Beunruhigung zu, die alle Tage zunimmt. Zahlreiche Briefe, die wir von der Front erhalten, schließen mit den einfachen Worten:„Man benachrichtigt Euch im voraus, daß die L e i ch e n uns eines Tages, wenn die große Hitze da sein wird. die Cholera aus den Hals bringen werden!" Di« große Hitze naht. Tort unten aber, in den Gegenden, loa mau kämpft, verwesen die Leichen auf freiem Felde, Jiitt Silöer. Bei Paul C a s s i r e r ist eine Ausstellung von Werken alter Kunst aus Berliner Privatbesitz zu sehen. Wir können wieder ein- mal feststellen, daß es in Berlin recht beachtenswerte Tammlungen und kluge, den Ratschlägen der Fachleute gehorsame, hier und da wohl auch mitfühlende Sammler gibt. Die Ausstellungsleitung scheint Wert darauf zu legen, festzustellen, daß die meisten der hier ausstellenden Sammler nicht Mitglieder des berühmten, von Wil- Helm Bode geführten Kaiser-Friedrich-Museum-VereinS find. AuS dieser Tatsache erklärt es sich vielleicht, daß diesmal nicht die ganz großen und weltberühmten Bilder, die Wunder der Auktionen und die Rennziele der internationalen Millionäre beieinander sind; das Niveau der ausgestellten Sammlungen scheint mehr bürgerlicher Art zu sein. Sozusagen Sammlungen für den Hausgebrauch. Nur wenige aufregende Stücke; aber vieles, was den Bildermachern von heute eine Lehre sein könnte: gesundes Handwerk und geschmack- volles Können. ES ist kaum anzunehmen, daß einmal nach drei- hundert Jahren von der eifrigen Malerei unserer Tage noch soviel Tafeln halbivegs lebensfähig sein werden. Diese alten Holländer waren durchaus nicht genial, aber sie hatten offene Augen, ehrliche .Bände und vor allem ein unbändiges Vergnügen am Abkonter- feien einer nüchtern, zuweilen etwas grotesk gesehenen Natur. Im großen und ganzen» sind sie eigentlich langweilig; sie haben zuvjel Ordnungsliebe und zuviel puritanische Moral. Abwechslung bringt in solche spießerliche Tüchtigkeit nur der Suff, nur das Raufen und Niesserstechen der verhöhnten Bauern und das satte Behagen einiger Kenner an den stofflichen Wirkungen von Porzellan, Metall, Seide, Haut und Haar. Diese Gattung der holländischen Normalmaler überwiegt in der Ausstellung. Einige sind kaum besser als etwa unsere ischonleber, Dettmann oder Engel; manche sind schlechter. Ganz lustig anzuschauen sind die Schildereien von Goyen; in einigen seiner kleinen Naturstücke sind die Achenbachs bereits erledigt worden: Segelboote im Mondschein. Ein bisher ziemlich unbekannter Mann ist I. Brel; ivir blicken in das schweigen eines abgeschlossenen Zimmers, in dem eigentlich nur das Ober- flächenlicht der Wände, der Fenster und der Teller, die als Schmuck ans einem Bord stehen, zu leben scheint. Eine Iran sitzt mit dem Gesicht gegen die große Fensterwand, von draußen drückt sich ein Kindcrkopf schattenhaft an die Scheiben: Erledigung Jwn Hammers hos. Eine holländische Spezialität lvar es, die Städte, als Silhouette am Horizont, oder ein wenig näher gerückt kurz vor den Toren, nach den besten Regeln der Landschaftsmalerei, zuweilen mit einigen anekdotischen Einstreuungen, beinahe immer als ein ilächiges Geschiebe von grauen, braunen, olivgrünen Flecken auf die Formel einer dekorativen Miniatur zu bringen. Zu dieser Gattung gehören v. d. Poel und van der Heyden. Ueber allen diesen Stadt- landschastcn schwebt ein hoher, blauer oder wattiger Himmel, ein wenn die Offiziere, welche in den Abschnitten der beiden feindlichen Heere den Befehl führen, nicht die Einsicht haben, für einige Stunden Waffenstillstand zu schließen, um die Leichen zu begraben. Und selbst wenn diese Vorsichtsmaßregel ergriffen ist, legen die Artilleriegeschosse, welche die Erde tief aufreißen, die Körperreste wieder bloß oder werfen sie in die Luft empor." Herve führt für diesen Zustand der Dinge noch das Zeugnis eines Briefschreibers von der Front an, der mit den Worten schließt:„Was für eine schöne Seuche erwartet uns diesen Sommer! Ich beschwövc Sic im Interesse des ganzen Landes, haben Sie den Mut und sagen Sie ihm die Wahrheit!" Herve fordert deshalb, daß man zu dem Zwecke der Leichenbestattung sicki mit dem Gegner über einen Waffenstillstand einige.„Weshalb, fragt er,„er- greifen wir nicht die Anregung, einen Waffenstillstand nach zusuchcn jedesmal, wenn es notioendig ist? Hat unser Generalstab daraufhin beim deutschen Generalstab angefühlt? Liegt eine Ab- lehnmig vor?" Schlimmstenfalls sollte man sich über die Bergung und Bestattung der Leichen bei Nacht verständigen, nötigenfalls sie auch einäschern. Herve schließt:„Ich wende mich an alle Zivil und Militärpersonen, an den gesunden Sinn, an alle parlamentari schen und außerparlamentarischen Hygienekommissionen mit der Frage: Worauf wartet Ihr noch? Daß das Uebcl eintrete? Daß es unheilbar sei und die Cholera die Hälfte unserer Armee zu Boden gestreckt habe?" Das deutsche Hauptquartier hat seinerzeit mitgeteilt, daß ein von deutschen Offizieren zum Zwecke der Beerdigung der Toten vorgeschlagener Waffenstillstand von französischen Offizieren ab- gelehnt worden ist. Große französische Verluste. Londoner Blätter melden aus Frankreich, daß die französischen Truppen in den jüngsten Kämpfen bei Neuville-Carency und an der Lorettohöhe entsetzliche Verluste erlitten haben, die auf mindestens 18 999 Rann geschätzt werden. Die englischen Verluste. London, 13. Juni. kW. T. B.> Die letzte Verlustliste weist die Namen von 61 Offizieren und 2559 Mann auf. Informationsreise englischer Arbeiter zur Zront. Glasgow, 13. Juni. jW. T. B.) Die Stadt hat eine Ab- ordnung von Arbeitern an die Front geschickt, damit sie sich per sönlich von den Bedürfnissen der Armee überzeugen. Gestlicher Kriegsschauplatz. Rujsische Darstellung üer Kämpfe am Dnjesir. Petersburg, 13. Juni.(W. T. B.)(Meldung der Peters- burger Telegraphen-Agentur.) Bei unseren letzten Angriffs- bewegungen am Dnjestr erlitten wir verhältnismäßig schwache Verluste. Im allgemeinen sind unsere Verluste beim Angriff weniger stark als in der Verteidigung der Schanz- werke unter dem dichten Feuer der schweren Artillerie. So kostete uns der Angriff auf das Dorf Temenka Liasna westlich von Zydaczow nicht mehr als 50 Tote und Verwundete. Tie Hauvtmasse des feindlichen Heeres, das unsere Front bei Stryj durchbrochen hatte, warf sich nach Zurawno am linken Dnjestr- ufer. Dieses feindliche Manöver bestand darin, daß man auf die Verfolgung unserer Abteilungen, die sich gegen den Dnsestr zurückgezogen hatten, verzichtete, um nach Westen hin längs unserer ganzen Front jenseits des Dnjestr einen Schlag aus- zuführen. Das Ergebnis dieser Schwenkung des Feindes war, daß einige seiner Einheiten, die bei Sambor operiert hatten, ihre Front nun gegen Zurawno und Halicz richteten. Z u- rawno wurde als Uebergangspunkt über den Dnjestr ge- wählt, denn die Wälder am linken Ufer verhinderten den Ge- brauch der Artillerie zum Schutze des Uebergangs und er- forderten Zeit zur Aufstellung unserer Truppen. Aber die» selben Wälder brachten auch das Zentruin der feindlichen Armee in Verwirrung, daS sich dort in einzelne Abteilungen auflöste, die sich nicht mehr auf ihre Artillerie stützen konnten. In der Richtung auf Mikolajow und Stryj umzingelte der Zug des Unterleutnants Gordawkin. unterstützt vom Feuer zweier Kanonen, nach kurzem Kamps gegen einen Panzerzug und fünf Panzerautomobile, eine Kompagnie des Kaiserlichen 79. Regiments, die sich mit einem Offizier und 125 Soldaten Symbol für die Atemfreiheit und die zwanglose Heiterkeit der holländischen Malerei. Daß neben der populären Szene und der getreuen Landschaft ldas redliche Bildnis gedieh, ist hinlänglich be- kannt und gehört zu den natürlichen Forderungen der sich für ge- bildet nehmenden Pfeffersäckc. Es gibt kein anderes Volk, dessen Kaufleute und Hausfrauen, Prediger, Aerzte und Schützenbrnder uns porträtähnlich so bekannt geworden sind, wie eben diese naiv stolzen Holländer. Es ist nicht verwunderlich, daß aus dieser Porträtsucht des bildersreudigen Bürgers der Konflikt mit dem ge- walttätigen Künstler sich entwirkte. Rembrandt, der einen Krieger- verein malen sollte, lieferte ein stimm enrciches Drama des Lichtes. Da er auch im übrigen des bürgerlichen Lebens spottete, so wurde er zum Tod in der Gosse verurteilt. Er rächt sich an der Lange- weile des Rechts, das ihn verwarf, noch heute dadurch, daß er, den teuflischen Brenghel ausgenommen, neben dem wütigen und alle nörgelnden Gaffer niederboxenden Frans Hals die eigentliche Unsterblichkeit und das nie zu erschöpfende Mysterium der hollän- dischen Kunst uns darbietet. Von Hals hängt bei Cassierer das kleine Bildnis eines gayz besonders frechen Patrons; eine breite Nase schnüffelt und kleine, vom Alkohol lallende Augen schnuppern unerschöpfliche Seligkeit. Jeder Pinselstrich an diesem Bild war ein Behagen der Gurgel. Vom Rembrandt die Hendrickje Stoffels: ein MenschenbildniS, ganz eingetaucht in die Äengste des Erden- geschlechtes, ganz erfüllt von den Wallungen deS Leidens und darum eine unwiderstehliche Kraft ausstrahlend. In dichter Ilähe hängt ein anderes Bild, das ein ziemlich gleichgültiger Backer nach der zweiten Frau Reinbrandts machte. Da sehen wir ein normales Frauenzimmer, leidlich robust und harmlos. Es mag sein, daß die wirkliche Hendrickje der Photographie deS Backer ähnlicher lvar als der tiefen Offenbarung vom Weibe, die Rembrandt auf seiner goldigbraunen Leinwand enthüllt. Aeußerlich mag es so gewesen ein; das Innere der Hendrickje, und, was wichtiger ist, die Vorstellung. die Rembrandt von dieser getreuen Magd in sich trug, die ehen wir allein auf dem Bilde, daS alles Modische und Zufällige vergessen hat, um nur das Menschliche zu gestalten. In dem oberen Stockwerk finden wir dann noch einige deutsche Maler, dazu zwei, drei Rubens, einige wenige Italiener und einen Greco. Diese Deutschen, als Kollektiverschcinung genommen, sind nicht nur interessanter, auch mehr bedeutend, als die Allgemeinheit der holländischen Maler. Es steckt in ihnen allen etwas Knorriges und Kantiges, ein selbstquälerisches Meditieren und eine seltsame Hellsichtigkcit. Die Bildnisse scheinen den Betrachter mehr von innen heraus, als mit der psirsichcnen Haut und den blanken Augen anzuschauen. Die Wälder bergen allerlei Märchen und Geheim- nisse. Bartholomäus Bruyn erinnert an van Eyck. Kulmbach ist keineswegs ein sehr bedeutsamer Maler; aber er hat etwas Phan- tastisches in seinen Absichten, eine Sehnsucht nach dem Merkwür- digen, eine kindliche Freude am Glanz des Goldes. Eranach er- kennt das Ouadratische der deutschen Schädel, das Unheimliche, was Cajetan an diesen germanischen Bestien fürchtete. Vor Eranachs � ergab. In den letzten Tagen beginnt der Feind Oisowiecz immer um 5 Uhr abends zu beschießen, solange die Beleuchtung günstig ist. Er setzt die Beschießung bis zu Sonnenuntergang fort. Die Festung hat trotz des schweren Kalibers der be- schießenden Artillerie keinen bedeutenden Schaden erlitten. Russische Greullügen. Unter dieser Spitzmarke schreibt die„Nordd. Allg. Ztg.": „Seit dem Beginn des Krieges führen die Russen durch amt- liche Erklärungen, durch Artikel ihrer eigenen Presse und der ihrer Bundesgenossen einen gehässigen Lerleumdungsseldzug gegen unsere Truppen, indem sie gegen deren Verhalten allerlei Beschuldigungen erhoben, insbesmideve ihnen Grausamkeiten gegen Russen und andere Verstöße gegen die Bestimmungen des Haager Abkommens und der Genfer Konvention vorwerfen. Dieser Lügenfcldzug hat in neuerer Zeit erheblich an Umfang zugenommen. Die deutsche Ellviderung aus ihre Behauptungen stößt deshalb auf Schwierigkeiten, weil die Russen in fast allen Fällen es vor- ziehen. Ort und Zeit der angeblichen Kriegsrechtsverstöße nicht an- zugeben. Wo solche Angaben früher gemacht worden sind, ist die Richtigstellung der russischen Angaben auf dem Fuße gefolgl. Durch ihre neue Taktik bezwecken die Russen offensichtlich eine ernsthafte Untersuchung ihrer verleumderischen Angaben und den Nachweis, daß ihre Behauptungen falsche sind, unmöglich zu machen. Dies Verhalten der Russen kann nur so erklärt werden, daß ihre Behauptungen tatsächlich jeder Unterlage entbehren und lediglich Lügen sind, dazu bestimmt, die Ehre unserer Truppen aus dem Hinterhalt mit Schmutz zu bewerfen. Wo also Angaben von Ort und Zeit fehlen.haben die Neu- tralen, für die diese Nachrichten berechnet sind, Anlaß, ohne weite- res anzunehmen, daß es sich um Empfindungen handelt." der italienische Krieg. Der Gericht ües italienischen Hauptquartiers. Rom, 13. Juni.(W.T.B.) BerichtberOborsten Heeresleitung vom 12. Juni: Längs der Grenze Tirols und des T r e n t i n o dauerten die Scharmützel zwischen unseren Vortruvpen und den feindlichen Truppen, welche sich an einigen Stellen ollmählich zurückzogen, an. Unsere Artillerie setzt die Zerstörung der feindlichen Schanz- werke fort. Pom C a d o s e t a l ist nichts Wichtiges zu melden. In Kärnten eroberten Alpini den Volaia-Paß und machten 25 Gefangene. Am mittleren Js o n z o konnten in der Nacht vom 9. zum 10. Juni Abteilungen unserer Truppen auf das linke Flußufer vordringen trotz des lebhaften Widerstandes des Feindes, welcher sich icdoch vor unseren imgestümen wiederholten Angriffen unter Zurück- lassung zahlreicher Toten aus dem Gelände zurückziehen mußte. Wir machten 200 Gefangene. Die folgenden Gegen- angriffe des Feindes, welcher unsere Truppen aus den er- oberten Stellungen vertreiben sollte, wurden alle zurückgc- wiesen. Am unteren Jsonzo zerstörte unsere wage- mutig bis beinahe an die Jnfanterielinien vorgebrachte schwere Artillerie durch ihr genaues Feuer in der Nähe von S a g r a d o den Deich des Kanals von Monfalcone. durch den der Feind eine Ueberschwemmung der breiten Geländezone am Fuße der Höhe von Ronchi erreicht und unseren Vormarsch aufgehalten hatte. Auf der Front von T o l m e i n bis zum Meer führen unsere ausgezeichneten Flieger ihr Erkundungswerk mit Kühnheit durch. Die Kämpfe bei Cortina ü'/!mpezzo. Wien, 13. Juni. Aus dem Krieg spressequartier wird gemeldet: Die Ereignisse, die sich am 9. Juni und in der Nacht zum 19. im Räume nördlich Cortina d'Ampezzo zutrugen, geben ein glänzendes Zeugnis von dem hohen militärischen und Gefechtswert unserer Grenzverteidigung. In Cortina d'Ampezzo hatten sich in den letzten Tagen italienische Truppen angesammelt, die im Laufe des 9. Juni etwa eine Jnfanterieorigade stark, in drei Kolonnen nach Norden vorstießen, um unsere Berteidigungssront zu durchbrechen. Diese Angriffskolonnen stießen früher, als sie erwarteten, auf unsere kampfbereiten Truppen. ES entspannen sich drei räumlich getrennte Teilkämpfc, die alle mit� dem Rückzug der Italiener endeten. Am frühesten kam der Angriff der Mittel- kolonne zur Geltung, deren schwere Batterien ein intensives Feuer auf unsere Stellungen bei SonpauseS nordwestlich Peutelsteiii Bildern, besonders vor der hier zu sehenden„Gefangennahme Christi", diesem blauenden Nachtspuk, muß man immer an getriebenes Metall, an Gehämmertes, denken. Die hier gezeigten Bilder des Rubens sind unbedeutend; die Italiener lassen uns kalt. Der Greco beunruhigt uns durch die Gcwitterstimmung, die gleichzeitig aus dem schwarzen Gewölk des Himmels wie auS dem nackten Fleisch des von den Schlangen um- bäumten Laokoon und seiner Söhne schlägt. R. Br.. 5ortjchritte üer Sagüaübaha. Wie auS Konstantinopel gemeldet wird, konme die Teilstrecke der Bagdadbahn von Tell-Qrbiad bis T u a n t östlich des Euphrat am 2. Juni dem Verkehr übergeben werden. Damit sind nunmehr, abgesehen von den Zweiglinien nach Mersina und Alexandrene, insgesamt 899 Kilometer der eigentlichen Bagdadbahn in Betrieb. In K o n i a an das anatolische Babnnetz anschließend, läufr die Linie zunächst bis nach Karapunar<291 Kilometer) am Nordabhange des TaurusgebirgeS, wo schwierige Tunnelbauten den Weilerbau verzögern. Vom Südabbange des TauruL führt die 115 Kilometer lange Strecke Dorak- Mamureh bis zum AmanuSgebirge, wo aber- malS größere Tunnelbauten erforderlich sind. Jenseits dieses Ge- birges folgt dann die 293 Kilometer lange Teilstrecke Radichn-— Aleppo— Dserablisse bis zum Euphrotstrom. auf depen ONuser die 162 Kilometer bis Tcll-Ebiad beziehungsweise bis Tuanr in Betrieb sind. �...... Gleichzeitig mit dem Vordringen der Bahnlinie ostlich deS Euphrat nach dem Tigris zu wird von Bagdad aus nordwärts auf dem linken Tigrisuser die Gleisspitze vorgetrieben. Noch vor Kriegsausbruch konnte hier der 61 Kilometer lange Abichnitt Bagdad— Sumiks dem Betriebe übergeben werden. Lm August 1914 folgte die weitere 37 Kilometer lange Strecke Sumike— I st a b u l a t und im Oktober 1914 die 21 Kilometer lange Strecke Jstabulat— S a m a r r a. Die schwierigen Arbeiten an dem 1826 Meter langen Tunnel von B i m e d i l wurden Ende �1914 fertiggestellt. Der Durchschlag deS Bagtschc-TunnelS ist in Balde zu erwarten. Die 899 Meter lang« eiserne Brücke über den Euphrat bei der Station D j c r a b- l i s s c wurde am 39. April 1915 dem Verkehr übergeben. Eine Kugel im lebenden herzen. So seltsam cS auch klingen mag, so einwandfrei ist doch er-, wiesen, daß man mit einer Kugel im Herzen ungestört leben kann. Es handelt sich um einen bayerischen Infanteristen, der van einem ranzösischen Geschoß verwundet worden war. Als man das Geschoß durch eine Röntgenaufnahme ermitteln wollte, fand man eS im Herzschatten liegen. Da ein solcher Befund zunächst unwahrscheia- sich erschien, uns man kaum aus einer einzigen Röntgenaufnahme ridMcicri, iräSrcnb die �ctfaglierc ficfi langsam zum Slugritf ent� inicfeltcn. Nach lebhaftem Feuergefccht, wobei unsere verdeckt auf- gestellten Kanonen hauptsächlich die Lersagliert zum Ziele nahmen. erlahmte der Angriff und wurde schließlich ganz ousgeaebc». Der Feind zog sich uberall, stellenweise fluchtartig, zurück und ließ öli Tote und eine bedeutende Anzahl von Verwundeten zurück. Unsere Verluste betrugen fünf Tote und mehrere Verwundete. Tie rechte Kolonne stieß am Eingange des Gottrestales auf unsere Truppen. Ter Angriff endete abends unter ziemlichen Verlusten der Italiener, die zurückgeworfen wurden und 2 Offiziere und l17 Infanteristen an Gefangenen verloren. Am wenigsten aktiv zeigte sich das als westliche Kolonne in das Trovenanzestal nieder» gestiegene Bataillon. Dieses versuchte einen Angriff auf unsere Sperrbefestigungen im Fanestal, zog sich aber bald infolge des Feuers gegen den Ftorenzofattel zurück. Damit war der feindliche Vorstoß überall gescheitert. Nur am Gabelpunkte der Täler bei Ponte Alto blieben weiter feindliche Kräfte. Um diese ebenfalls zu verteiben, rückte eine Kompagnie aus dem Fanestal vor, ebenso ging von Vcmses eine Kompagnie gegen Ponte Alto vor, um den Feind im Rücken zu fassen. Dieser Kompagnie gelang es um drei Uhr früh. unbemerkt an den Feind, dessen Aufmercksamkoit durch die andere Kompagnie abgelenkt war, heranzukommen und ihn zu über- fallen. Der Feind wandte sich schleunigst zum Rückzug und zog über den Fioronzosattel ab. Nun war die ganze Frnot wieder frei. Der Kampf hatte ohne nennenswerten Verlust allseitigen Erfolg gebracht, wobei hervorgehoben tvenden mutz, daß bei dem Kmnpr die Reserven gar nicht in Aktion getreten waren. Die Tätigkeit öer österreichischen Flugzeuge. Rom, 13. Juni. lW. T. B.)(Meldung der„Agenzia Stefan,".) Sonnabend nachmittags um 1 Uhr 30 Minuten belegten zwei feindliche Flugzeuge Mola di Bari und dann Poliniano mit Bomben. Eine Frau und ein Kind wurden getötet. Die Flieger warfen sodann Bomben auf Monopoli. Eine Frau wurde leicht verletzt. Warnung vor übertriebenem Optimismus. 13. Juni. kW. T. B.) Ein langer amtlicher Bericht glbt eine ins einzelne gehende Tarstellung der bisherigen Tätigkeit des italienischen Heeres, zählt alle von den Italienern besetzten Städte auf und berichtet, daß die italienische Armee bei ihrem Vormarsche ziemlich empfindliche Verluste erleiden mußte. Der Bericht stellt die Erfolge des italienischen Heeres lest und schließt mit der Aufforderung, die Bevölkerung möge sich nicht einem übertriebenen Optimismus hingeben. Der Krieg werde lang und schwer sein. der türkische Krieg. Die Nelüung ües türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 12. Juni.(W. T. B.) Das Haupt- auartier teilt mit: An der Kaukasusfront hatten die Russen, die am 9. Juni durch unsere Gegenangriffe bei ihrem Vorrücken in Richtung Oltp zurückgeworfen waren, bei diesem Zusammenstoß ungefähr 1909 Mann verloren. Zwei Offiziere und eine Anzahl Soldaten wurden von uns gefangengenommen. An der Dardanellen front versuchte der Feind bei Äri Burnu in der Nacht vom 9. zum 19. Juni nach Mitter- nacht Angriffe gegen_ unfern rechten Flügel auszuführen. Er �wurde mit schweren Verlusten zuückgeworfen. Die Operation, die in derselben Nackt bei Sedd ul Bahr durch einen Teil des Feindes ausgeführt wurde in der Ab- ficht, sich unl'erm linken Flügel zu nähern, blieb infolge unseres Feuers erfolglos. Am Morgen des 11. Juni zer- störten wir ein Maschinengetvehr. welches die Flucht des Feindes deckte, der sich auf diesem Flügel befand. Wir sahen einen Teil der feindlichen Truppen ihre Laufgräben verlassen, um sich weiter zu flüchten. Am 11. Juni blieb das zeitweise unterhaltene Feuer bei Sedd ul Bahr und Ari Burnu weiter im Gange. Unsere anato Irschen Batterien beschossen am 19. Juni bei Sedd ul Bahr Transporte, Lagerstätten und Landungsbrückc des Feindes. Das Feuer, das die genannten Batterien auf die feindliche Artillerie westlich von Hissarlik richteten, war sehr wirksam. Von den übrigen Kriegsschauplätzen ist nichts zu melden. den Sitz eines Fremdkörpers genau lokalisieren kann, wurde der Rekonvaleszent im Röntgenologischen Zentralinstidut vom Roten Kreuz in München wiederholt untersucht. Aber soviel Aufnahmen man auch von allen Seiten machte, das Geschoß blieb im Herzen, und ztvar in der rechten Vorkammer liegen. Man muß sagen, daß «, ü i v■ ci" ungeheures, absonderliches Glück gehabt hat. Die -i~unG? durchschlagen, ist an den großen Gefäßen vor- beigeschlupst, ohne sie zu zermalmen, und hat schließlich die dünne Vor'a m m erwan d durchschlagen, ohne zu einer Verblutung zu fuhren. Der Zustand de« Verwundeten ist gut, Beschwerden des Herzens fehlen. Eine operative Entfernung des GesckosseS ist unterlassen, da die Operation am Herzen zu gefährlich ist. Telegonie. Im zweiten Akt von Strindbergs„Vater" findet sich folgendes Gespräch: Der Rittmeister: Ist es wahr, daß man gestreiste Füllen bc- kommt, wenn man ein Zebra mit einer Stute kreuzt? Der Doktor: Ganz sicher! Der Rittmeister: Ist es wahr, daß die nächsten Füllen auch gestreift werden, wenn man die Zucht mit einem Hengst fortsetzt? Der Doktor: Ja, das ist auch wahr. Der Rittmeister: Also kann unter gewissen Voraussetzungen ein Hengst der Vater gestreifter Füllen sein und umgekehrt? Der Doktor: Ja! DaS ist richtig! Der Rittmeister: Das heißt: die Aehnlichkeit des Nachkommen mit dem Vater beweist nichts. Strindbergs Bater will aus dieser biologischen Erscheinung. die auf eine Beobachtung Darwins zurückführt, nachweisen, daß keine Aehnlichkeit zwischen Vater und Kind für die Vaterschaft be- wenend sein könne, da die erste Befruchtung auch auf die Art der ipatcreii Kinder einwirke, auch wenn inzwischen der Vater gewech- feit hat. Diese Behauptung der Fernwirkungeti der ersten Be- ftuchtung, der Telegonie, ist jüngst Gegenstand der Verhandlungen ?mV• n'et Aüdizinischcn Akademie gewesen. Die französischen .Nedizuicr beschastigten sich aus dem Grunde mit der Frage, weil man Nachwirkungen des Weltkrieges insofern befürchtet, daß ein von einem feindlichen Soldaten vergewaltigtes Mädchen selbst dann, wenn sie die Frucht dieser Gewalttat beseitigen darf, auch in der tfvlgc dazu verurteilt sei, Kinder in die Welt zu setzen, die die Züge des verhaßten Feindes tragen. In der Sitzung der Akademie legte Piwtessor Barrier nun dar. daß die Tatsachen jene Theorie nicht bestätigt hatten. Alles, was man als Beweis für die Im- pregnation des Weibchens durch das erste Männchen anzuführen glaubte, hätte sich aus anderen Ursachen, vornehmlich als atavistische Erscheinung erklart. Die stanzosischen Frauen könnten also beruhigt sein, es sei keine Gefahr, daß nach der Beseitigung der Frucht der Gewalttat auch noch die kommenden Kinder das Zeichen des Ver- brechens trügen.— Der künftige Kulturhistoriker des Weltkriegs wird diese wissenschaftliche Diskussion nicht übersehen dürfen. Die Kämpfe im Kaukasus. Petersburg, 13. Juni. kW. T. B.) B e r i cb t des General stabsder Kau kasusarmee vom 19. Juni: In der Küstengegend Artillerie- und Gewebrgefecbt. In der Richtung auf O l t y bedrängen unsere Abteilungen an- dauernd die Türken jenseits der Flüsse Tschorok und Tortum. Im Tale Sewritschai warfen unsere Truppen die Türken in der Gegend von Zinatetor und nahmen ihre Stellungen ein. Um die verlorene Stellung wiederzugewinnen, machten die Türken Gegenangriffe, wobei sie starke Streitkräfte mit Unterstützung der Artillerie entwickelten, wurden aber erfolg- reich zurückgeschlagen. Wir drängten sie bis jenseits der Linie Todon-Werintan zurück. In diesem Gefecht kamen etwa 299 berittene Kosaken bis an die türkischen Schützen- graben, stiegen dort ab, stürmten die Schützengräben und inachten die Türken nieder. Der Rest der Türken entfloh. Im Tale von Passine schlugen wir einen Versuch von türkischen Artillerieeinheitcn. in der Richtung auf Alidschakrak vorzu- dringen, ab. An den anderen Fronten keine wesentliche Per- änderung. der Seekrieg. vom U-Dootskriege. London. 13. Juni.(W.T.B.) Der Trawler„J n t r e p i d" aus Lowestoft ist durch ein Unterseeboot versenkt worden. Jpswich(Sussolk), 13. Juni.(W. T. B.) JDtc..East Anglian Daily Times" meldet, daß ein Schiff mit Stückgütern vor einigen Tagen bei Aldeburgh, an der Ostküste von Sufsolk. durch ein feindliches Unterseeboot torpediert wurde. Es sei von Buenos Aires gekommen. Eine andere Meldung basagt, daß es sich um die„L e u c t r a"(3927 Tonnen) handelt. London, 13. Juni.(W. T. B.) Das Fischerfahrzeug „Waag o" aus Grimsby ist in der Nordsee durch ein deutsches Unterseeboot torpediert worden. Die Besatzung wurde gerettet. Rotterdam, 13. Juni. kW. T. B.) Der„Rottcrdamsche Courant" meldet aus London: Vierzig Meilen südlich von Oldhead auf der Höhe von Kinsale, ist wieder ein Fisch- dam pf er aus Lowestoft versenkt worden. Die Besatzung trieb ohne Nahrung 2-1 Stunden in Booten umher. waffenbefthlagnahme auf einem in Neapel internierten üeutfthen Dampfer. An Bord des seit Kriegsausbruch im Hafen von Neapel inter- nierten deutschen Dampfers„Bayern" tvuvden in diesen Tagen, nach dem„Corriere della Sera" große Mengen Munition, Ex- plosivstoffe, Kanonen, Maschinengewehre und Flugzeuge— im Werte von 6 Millionen— beschlagnahmt, weil außer der Munition alle übrige Ladung nicht erklärt worden sei. Der„Corriere della Sera" hebt als besonders bemerkenswert hervor, daß die Abfahrt der„Bavern" von Hamburg W Tage vor dem Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien, d. b. zu einer Zeit erfolgt sei, als noch niemand an die Möglichkeit eines europäischen Krieges gedacht habe. Von unterrichteter Seite wird dem..Verl. Lokal- anzeiger" hierzu mitgeteilt,„daß die Ladung an Geschützen und Munition usw. des Dampers„Bayern" für China und Japan bestimmt war. Auf seiner Ausreise ist der Dampfer vom Kriegsausbruch überrascht worden und hat Neapel als neutralen .Hafen angelaufen. Die Tatsache, daß man den Dampfer mit seiner wertvollen Ladung aus Deutschland abgehen ließ, ist also gerade im Gegensatz zu der tendenziösen Behauptung des„Corriere della Sera" ein Beweis, wie wenig man bei uns damals an die Möglichkeit kriegerischer Verwickelungen gedacht hat," Zrieüensneigung französischer Sozialisien. Tic„Berner Tagwacht" erhielt aus französischen Partei- kreisen einen Bericht der Föderation des Departements Haute V i e n n e, der in einer Wahlversammlung der Sektion gut- geheißen und dessen Versendung an den Parteivorstand der sozialistischen Kreisgruppen und die Föderation beschlossen worden war. Es heißt darin nach der„Frankfurter Zeitung" u. a.:„Mit Angst nur vermögen wir des Zustands der Er- schöpfung und der Zerstörung zu gedenken, in den unser Land geraten wird, wenn der Krieg abermals verlängert werden sollte. Darum w ü n s ch e n w i r im Interesse des Sozialismus, der Arbeiterklasse und unseres Vaterlandes das Ende dieses Krieges. Selbstverständlich fordern wir nicht den Frieden um jeden Preis. So gut wie irgendjemand liegt auch uns die Sorge um unsere Unabhängigkeit und unsere nationale Würde am Herzen. Aber wir denken, es sei n i ch t d i e A u f- gäbe der sozialistischen Partei, den Krieg ins Endlose zu treiben und kriegerisches Gehaben anzu- nehmen sowie die Ohren jedem Friedensgerücht zu ver- schließen." Schließlich wird eine Reihe bestimmter Forde- rungen aufgestellt, darunter folgende:„Die Partei schenkt allen Friedensvorschlägen, gleichgültig, woher sie kommen, bereitwilligst das Ohr, selbstverständlich in der Voraussetzung, daß die territoriale Unabhängigkeit Bel- giens und Frankreichs unbestritten sei. Einig sei die Partei in dem Verlangen, nach ununterbrochenerTagungdes Parlaments, einig in der ungesäumten Untersuchung der Bedingungen, die das ökonomische Leben und die sozialistische EntWickelung unseres Landes, das mehr als jedes andere durch ein Verlängern des Krieges blutet, kräftig fördern können." Unruhen in Inöien. London, 12. Juni.(W. T. B.) Die„Morning Post" veröffentlicht einen Brief ihres Korrespondenten in Kalkutta vom 13. Mai, in dem es heißt, daß die Gerüchte über außer- ordentliche Unruhen in Indien sich durch die kürzlichen Gerichtsverhandlungen in Multam und Lahore als stark übertrieben erwiesen hätten. Der Korrespondent gibt von den Vorgängen fol- gende Darstellung. In den westlichen Bezirken der Provinz führte die Teuerung des Weizens, den die Hindukrämer den Mohamme- danern vorenthielten, zu Plünderungen. Räubereien großen Stils fanden in Pendschab statt. Sie begaimen im Süden der Pro- vinz und griffen auf andere Bezirke über. Die llnruhen entstanden hauptsächlich durch die Teuerung des Weizens und das daraus folgende Elend der mohammedanischen Bevölkerung. Dazu kam der Ausbruch der Pest in einer Gegend, wo sie vorher unbekannt war. Die schlimmsten Unruhen fandeu im Bezirk Muzaffargh statt, die den ganzen Bezirk ergriffen. Die Bewegung wurde durch Plünderung. Brandstiftung und Stotzucht gekennzeichnet. Banden. die eine�ewisse Organisation besaßen und mindestens 200 Mann stark waren, zogen von Torf zu Torf, plündernd, brennend und zerstörend. Tie Strafverfolgungen werden durch die bekannte Un» zuverlässigkeit der Zeugenaussagen erschwert. In Bengalen herrschte im März gleichfalls Anarchie. Der Korrespondent be- tont, daß strengste Maßregeln in Pendschab und Bengalen not- wendig seien. London, 13. Juni.(W.T.B.)„Morning Post" meldcl aus Kalkutta vom 11. dieses Monats: In dem Ver-> schwör ungsprozcß wurden bisher 129 Personen ver- urteilt. Ter Prozeß wird vermutlich bis Ende Juli dauern. politische Ueberflcht. . Belagerungszustand und Lohnarbeiter. Der stellvertretende Kommandierendr General des 2. Armeekorps, Freiherr v. Vietinghofs, erläßt die folgende Bekanntmachung: „Da gewerbliche Arbeiter unter Vertragsbruch die Arbeit niedergelegt haben, um höhere Löhne zu drzielen, und durch die lstiederlegung der Arbeit dringende Liese- rungen für die Heeresverwaltung sowie die Ernährung und Bekleidung des Volkes in Frage gestellt werden, bestimme ich auf Grund der§§ 4 und 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 im Jnteresic der öffentlichen Sicherheit für den Bezirk des 2. Armeekorps mit Ausnahme des Festungsbereichs Swinemünde: 1. Gewerbliche Arbeiter dürfen die Arbeit unst:r ein- seitiger Verletzung des Vertrages oder ohne ausdrück- liche Einwilligung des Arbeitgebers vor Ablauf des Vertrages nicht niederlegen, sondern haben bis zum Ablauf des Vertrages ihre Arbeit zu vorrichten. 2. Andere Arbeitgeber dürfen gewerbliche Arbeiter, welche gegen Ziffer 1 verstoßen haben, nicht in Arbeit nehmen. Zuwiderhandlungen hiergegen werden gemäß§_ 9 des Gesetzes über den Bolagerungszustand vom 4. Juni 1851 m i t Gefängnis bis zu einem Jahre bestraf t." Französische Kriegsgefangene im ostfriesische« Hochmoor. Wir lesen im..B e r l i n e r T a g e b l a t t": „Die von der deutschen Regierung in Aussicht gestellten Vergeltungsmaßregeln gegen französische Kriegsgefangene wegen der unmenschlichen Behandlung der deutschen Kriegs gefangenen in Afrika haben bereits eingesetzt. Wie uns aus Leer geschrieben wird, sind in den letzten Tagen taujci'd französische Kriegsgefangene nach dem im Rc- gierungsbezirk Aurich gelegenen großen W i e s in o o r ge- bracht worden, um dort mit Moorkultivierungsarbeiten beschäftigt zu werden. Die Franzosen, die zum größten Teil seit acht Monaten in deutscher Gefangenschaft sind, sahen ver- gnüglick aus und machten einen guten Eindruck. In nächster Zeit soll ein weiterer Trupp Gefangener folgen." Das Befinde« Keir Hardies. Nach einer Meldung aus London ist Genosse Keir Hardts aus Gesundheitsrücksichten genötigt, sich mindestens sechs Monate aller Arbeit zu enthalten. Letzte Nachrichten. Der russische Genralstabsbericht. Petersburg, 13. Juni.(W. T. B.) Der General it ab des Generalissimus meldet: Nördlich S z a w l e uno in der Gegend von Szakinowo griffen wir am 11. Juni eine feindliche Umgehungskolonne an und warfen sie in westlicher Richtung zurück. Bei Szawle setzt der Feind seine erfolglosen Angriffe im nördlichen Abschnitte.des Schlachtfeldes fort. Unsere Offensive auf der Front Szawliany— Betygola entwickelt sich weiter mit Erfolg. Am 11. Juni nahmen wir mehrere Dörfer und den Friedhof bei Saurgade-Joauiny im Sturm. Am Tage vorher hatten unsere Ulanen auf dieser Front den Feind angegriffen, ungefähr hundert Mann nieder- gemocht und über fünfzig Mann gefangengenommen. In der Richtung Kowno versucht der Feind sich die Front Szapeziski- Ludle zu sichern. In der Nackt zum 11. Juni drückten wir ihn auf der Straße von Marjampol und längs der Eisen- bahn Kowno— Wirballen ein wenig zurück. Aus dem rechten User der Weichsel, in der Gegend von Starozeby. eröffnete der Feind in den Morgenstunden des 11. Juni ein gewaltiges Artilleriefeuer und unternahm eine Reibe von Angriffen. Bis Mittag hatte er nicht vermocht, sich unseren Stellungen auf weniger als 499 Schritte zu nähern. Untere Flugzeuggeschwader hatten, indem sie Erkundungen unter- nahmen und mit Erfolg Bomben abwarfen, an der Zurück- wersung dieses feindlichen Angriffes tätigen Anteil. In Galizien näherte sich am 11. Juni in dem Tale des Flusses Strek eine feindliche Automobilbatterie unseren Gräben, sie wurde aber durch unsere Artillerie zum sofortigen Rückzug gezwungen. In der dreitägigen Schlacht am Dnjestr, in der Gegend von Zurawno, vom 8. bis zum 19. Juni nahmen wir im ganzen 348 Offiziere, 15 431 Mann gefangen, und er- beuteten 78 Maschinengewehre sowie 17 Geschütze, die wir schon in einem früheren Bericht erwähnt hatten. Eine große Anzahl von Waffen, Munitionswagen, Feldküchen und Fahr- zeugen fiel in unsere Hand. Um die österreichisch-ungarischc Armee, welche auf dem rechten Ufer des Dnjestr zurück- gegangen war, zu unterstützen, unternahm der Feind eine Offensive auf beiden Seiten des Flusses Tysmaizo. Es ge- lang ihm am 19. Juni die Ortschaft Gruszow zu erobern, doch wurde er später zurückgeworfen. Unsere Truppen inachten dort 33 Offiziere, 499 Mann zu Gefangenen. In der Nacht zum 11. Juni unternahm der Feind erfolglos Angriffe gegen den Brückenkopf bei Halicz. Im Laufe des nächsten Tages näherte sich der Feind dem Dnjestr auf der Front Mezwiska und Zaleszczyki und begann den Dnjestr an mehrereil Stellen des genannten Abschnittes zu überschreiten. Die Meldung des türkischen Hauptquartiere. Konstantinopel, 13. Juni.(W. T. B.) Das Große Hauptquartier müdet von der Dardanellen- front: In der Nacht voni�ll. zum 12. Juni wurde der Feind, der mehrmals bei Sedd ul Bahr unsenen rechten Flügel anzugreifen versuchte, unter beträchtlichen Verlusten für ihn nach seinen alten Stellungen zurückgeworfen. Am Morgen des 12. Juni verschwendete die feindliche Artillerie bei Ari Burnu eine große Menge von Geschossen, ohne irgend- eine Wirkung zu erzielen.� Unsere anawlisSen Küstcnbattericn beschossen gestern auch mit Erfolg die feindlichen Stellungen. Von den übrigen Kriegsschauplätzen ist nichts zu melden. Aus Groß- Berlin. Flugblattverbreitung in Groß- Berlin. Soweit von den einzelnen Organisationsleitungen andere Mitteilungen nicht erfolgt sind, findet heute abend 7 Uhr in Groß- Berlin von den bekannten Stellen aus eine Flugblattverbreitung statt. Da die Kriegsteilnehmer eine große Lüde in unserer Organisation hinterlassen haben, wird erwartet, daß fich die Zurückgebliebenen vollzählig an der Arbeit beteiligen. Besonders die Frauen müssen Gelegenheit nehmen, diese Lücke heit nehm auszufüllen. Der Zweckverbands- Wald. besondere die Armierungstruppen hinter der Front mit Riebes- Jeinen schwarzen steifen Hut, schwarze Sadftiefel mit schwarzem gaben zu bedenken. Stoffeinfat, weiße Wäsche sowie eine schwarze Krawatte Unfälle im Straßenbahnverkehr. Besonders erwünscht sind die nachstehend aufgeführten Sachen: 1. Bigarren, Zigaretten, Tabat, Tabakspfeifen, ZigarrenEin tödlicher Straßenunfall hat sich in der Nacht zum gestrigen spißen von Papier oder Holz, Schokolade, Kakao, Bonbons Sonntag in Weißensee ereignet. An der Ede der Berliner Allee ( saure), Fleisch- und Gemüsekonserven, Eier( sachgemäße Ver- und der Falkenbergstraße wollte gegen 1 Uhr nachts der Straßenpadung), Tee, Buder, Kets, Zitronen, Fruchtsäfte, alkoholfreie feger Schulz unmittelbar vor einem herannahenden Straßenbahn Getränke, Mineralwasser, Bier in Flaschen. wagen der Linie 59 das Gleis überschreiten; er wurde von dem 2. Hosenträger, Leinwand und Barchent zu Fußlappen Wagen umgerissen und erlitt bei dem Sturz auf das Straßen( 45 mal 45 Zentimeter), Hemden, Unterhosen, Strumpfe, pflaster einen Schädelbruch. Der Verunglückte wurde nach dem Taschentücher, Handtücher. Weißenseeer Krankenhause geschafft, wo er bald nach seiner Auf3. Taschenmesser, Eßbestede, Löffel, Postkarten, Briefpapier, nahme starb. In der Andreasstraße wollte am Sonnabendabend Bleistifte mit Schonern, Zahnbürsten, Seife, elektrische Taschen- gegen 8 Uhr ein Fräulein Engel einen Straßenbahnwagen der Linie 2 besteigen; sie tam jedoch dabei zu Fall und erlitt eine leichte lampen mit Ersatzbatterien und Erfahbirnen, Streichhölzer, Gehirnerschütterung. Die Verunglüdte erhielt auf der nächsten Haar, Kleider- und Stiefelbürsten, Kartenspiele. Unfallstation die erste ärztliche Hilfe und wurde dann nach ihrer Außerdem für Sanitätsdienst: Honig, Kölnisches Wasser, Wohnung gebracht. Schaumwein in halben Flaschen, Medizinalwein, Fliegenpapier, Der Kissen. Die heiß umstrittene Frage der Uebernahme der fiskalischen Wälder um Berlin in das Eigentum und die Verwaltung des Zweckverbandes hat ihre Erledigung gefunden. Zweckverband hat die Waldflächen übernommen. Jezt kommt Es wird gebeten, die Liebesgaben an das Lager der Staataber die Hauptsache: die Verwaltung der Wälder. Verständiger- lichen Abnahmestelle freiwilliger Gaben für das 3. Armeekorps, weise hat der Ausschuß des Zweckverbandes einen Sachver- Potsdam, tgl. Oberpräsidium Potsdam, bahnlagernd zu senden. ständigen angestellt, der die Wälder auf ihre Beschaffenheit Postpakete an dieselbe Adresse, Postamt Potsdam. näher angesehen hat. Und da bestätigt sich, was jeder Laie Geldgaben werden erbeten auf Postscheckkonto Berlin Nr. 21 690 schon wußte, daß große Teile der fiskalischen Wälder jeder oder Bankkonto bei der Deutschen Bant, Depofitentasse O., Berlin. geordneten Forstpflege entbehrt haben und nunmehr immer deutlicher sich die Folgen der Vernachlässigung zeigen. Davon konnten sich alle Vertreter der Presse überzeugen, die am Sonnabend einer Einladung des Verbandsdirektors Herrn Dr. Steiniger erfolgt waren und die sachverständigen Darlegungen des Forstrats Dr. Laschke über die Krankheiten des Grunewaldes verfolgten. Die Bäume des Grunewaldes find frank, an vielen Stellen jogar todfrank. Die Ursachen dieser Erscheinung sind auf verschiedene Umstände zurückzuführen. Der Herr Forstrat ist nicht der früher von verschiedenen, auch fachmännischen Stellen ausgesprochenen Meinung, daß vornehmlich die seit Jahren betriebene Wasserentziehung und die dadurch bewirkte Senkung des Grundwasserspiegels Schuld trage; die Bäume litten vielmehr unter dem Wirken verschiedener Parasiten. Der gefährlichste Feind der im Grunewald stark vorherrschenden Kiefer ist der Borkenkäfer, der seine verheerende Tätigkeit an fränkelnden Stämmen ausübt. Der Käfer überwintert im Boden( Moos, Gras usw.) und schwärmt im April. Das Weibchen geht durch die Ninde kränkelnder oder gefällter, aber nicht toter Bäume in die Baſtſchicht, legt hier rechts und links von einem Brutgange 60-80 Gier ab. Aus diesen entwickeln sich in dem Monat Mai weiße Larven, aus denen ein brauner Käfer bis etwa Juni entsteht. Ein Verbot des Oberkommandos. Der Berliner Lokal- Anzeiger" teilt in seiner Sonntagsnummer mit, daß die von ihm für die Dauer des Krieges angekündigte und am vorigen Sonntag zum ersten Male durchgeführte Bekanntgabe des Generalstabsberichts an den Säulen vom Oberkommando durch folgende Verfügung verboten worden ist: Oberkommando in den Marken. Berlin C., den 12. Juni 1915. Hinter dem Gießhause Nr. 3. Der öffentliche Anschlag des Generalstabsberichts an den Anschlagsäulen widerspricht den gesetzlichen Bestimmungen und kann auch ausnahmsweise nicht gestattet werden. Von seiten des Oberkommandos. Der Chef des Stabes. b. Berge. Raubüberfall in der Seestraße. Ueberfallen, lebensgefährlich verlegt und beraubt wurde in der Nacht zum Sonntag der 34 Jahre alte Telegraphenmechaniker Hermann Neuendorf. Er wurde um 4 Uhr früh von einem Schuhmann in der Seestraße lebensgefährlich verletzt aufgefunden. Der Beamte brachte ihn nach dem Paul- Gerhardt- Stift in der Müllerstraße, wo er noch immer bewußtlos daniederliegt. Die Aerzte stellten mehrere Stichwunden und andere Verlegungen fest. An Geld wurden bei dem Ueberfallenen noch 539 M. gefunden. Auch eine goldene Uhr mit Kette und den goldenen Bleistifthalter besaß er noch. Dagegen fehlt der Brillantring im Werte von 180 M., den er am Finger trug. Im Rose- Theater wurde am Sonnabend eine neues Lustspiel in drei Aften Unsere Prachtmädels" aufgeführt. Der Verfasser desselben ist Siegfried Conrad Staat, in Szene gesetzt ist es von Benno Berg. Das Stück ist den gegenwärtigen Zeitverhältnissen angepaßt. Drei besonders um die Feldgrauen besorgten Mädels" sind die Hauptpersonen, die die Handlung des Lustspiels tragen. Die Handlung enibehrt nicht selten gewisser sentimentaler Momente. Der Verfasser des Lustspiels hat den 3wved verfolgt, die guten und schlechten Charaktereigenschaften, die gerade die kriegerischen Ereignisse am Menschen fraß in Erscheinung treten lassen, herauszuarbeiten. Der rührenden Selbstlosigkeit der Brachtmädels" sowie des als verwundet aus dem Felde zurückgekehrten Architekten Haustein und anderer Personen stellt er den rücksichts. lofen nur nach egoistischen Motiven handelnden Fabrikanten Sauerbrei gegenüber. Das allgütige Schicksal" bringt natürlich zum Schluß die widerstreitenden Elemente nicht nur, sondern auch die seelisch längst zu einander Neigenden zusammen. Die Mitwirkenden wurden mit gutem Erfolge ihrer Aufgabe gerecht. Parteiveranstaltungen. 4. Wahlkreis. Am Dienstag, den 15. Juni, abends 8% Uhr, findet in den Andreas- Festsälen, Andreasstraße 21, eine Mitgliederbersammlung statt. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Otto Büchner über die Tätigkeit des Reichstages. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Aus aller Welt. Eisenbahnunglück. Schneidlingen entgleisten heute morgen infolge vorzeitiger WeichenAmtlich. Magdeburg, 13. Juni.( W. T. B). Auf Bahnhof umstellung zwei Wagen des Personenzuges 803, wodurch eine Frau Persch aus Rathmannsdorf und eine polnische landwirtschaftliche Arbeiterin, deren Name noch nicht ermittelt werden konnte, ge= tötet sind. Außerdem wurden vier Personen leicht verlegt. Der Materialschaden ist gang gering. Erdstöße in Süddeutschland. Dieser verläßt durch ein kleines rundes Loch den Stamm. Er fliegt in die Wipfel der Kiefer und bohrt sich hier in die Triebe, um das Mark zu fressen. Während die gefürchtete Nonne nur die Nadeln frißt, die Triebe und Knospen verDie Kriminalpolizei hat auf die Ermittelung des Täters eine Am Rande der Alb, besonders in den Städten Ebingen und schont, gehen bei diesem Fraß viel wertvollere Bestandteile Belohnung von 500 M. ausgesetzt. Es wäre dringend erwünscht, Balingen, wurde Sonntag nachmittag 3 Uhr 15 Minuten ein ziemder Baumfrone und damit die Zuwachsorgane der Kiefern daß sich alle diejenigen, besonders auch Straßenbahnschaffner, die lich heftiger Erdstoß wahrgenommen, der aber, soweit bis jest be berloren. Die Lebenstätigkeit dieses Borffäfers wird er- Neuendorf am Sonnabendabend oder am Sonntag früh irgendwo fannt ist, nirgends erheblichen Schaden angerichtet hat. möglicht durch fränkelnde Bäume, die durch verschiedene Pilz gesehen haben, sich unverzüglich im Zimmer 103 des PolizeiWetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Dienstag parasiten geschaffen werden. Die vorhandenen Altholz- Präsidiums oder auf irgendeinem Revier melden. Es ist nicht ausbestände leiden durchweg am Wurzelpilz, ein Parasit, geschlossen, daß jemand den Ueberfallenen hilflos am Tatort an mittag. Größtenteils troden und vielfach heiter. In der Nacht der in der Wurzel lebt und durch Hinaufwachsen zum Wurzel- dem städtischen Friedhof in der Seestraße gesehen hat. Der Mann zum Dienstag im Osten fühl. In den Tagesstunden überall langfnoten die Säftezufuhr nach Stamm und Krone unterbindet, ist etwa 1,70 Meter groß und trug einen braunen Jackettanzug, fame Erwärmung. so daß der Baum allmählich verhungert. Ein anderer Parasit ist der Kienzo pf, der im oberen Teil des Stammes auftritt und die gleiche Wirkung wie der Wurzelpilz ausübt. Schließlich ist im Verbandswald die Kernfäule( der Schwamm) ein weit verbreiteter Parasit. Es entsteht die Frage: Was kann zur Gesundung der Waldbestände in Groß- Berlin geschehen? Die Frage ist nicht leicht zu beantworten. Was tot und totfrank ist, kann nicht erhalten werden, muß also der Art zum Opfer fallen, sonst werden nur noch weitere Bestände gefährdet. Durch Schälen der Rinde fann der Borkenfäfer während des Barbenstadiums befämpft werden; Millionen von Larven werden dadurch getötet. Mit dieser Arbeit ist im Grunewald bereits begonnen worden, 120 russische Gefangene sind bereits beschäftigt. Nach Beendigung dieser Arbeit werden die Gefangenen an den Einschlag der vielen toten und absterbenden Bäume herangehen. Es müssen neue Kulturen angelegt werden, und es besteht die Absicht, Mischwald an Stelle des reinen Kiefernwaldes zu setzen. Dazu muß eine planmäßige Forstpflege kommen, eine Aufgabe, die viel Aufwand an Mühe und Geld erfordern dürfte. Denn nicht nur der Grunewald leidet an den genannten Krankheiten, sondern auch der Tegeler Forst und Teile des Potsdamer Forstes. Der forstwirtschaftliche Sachverständige gab seiner Meinung dahin Ausdruck, daß eine fortgesette Bekämpfung der so schädlichen Borkfäfer und soweit es möglich ist, auch der Pilzparasiten im Laufe von etwa fünf Jahren zur völligen Gesundung der Bestände führen fönnen. Dabei würden allerdings die jetzt schon stark verlichteten Altholzbestände so blößig werden, daß sie ohnehin der Verjüngung anheimfallen würden. Man sieht, daß jezt erst die Arbeit für den Zweckverband beginnt. Die Kosten für den Waldankauf sind noch die geringsten, gewaltig werden die für Erhaltung der Wälder erst werden, eine Aufgabe, die eigentlich dem Staate zufallen sollte. An alle Waldbesucher sei aber auch hier die dringende Bitte wiederholt: Haltet den Wald rein, werft kein Papier im Walde fort, gefährdet nicht den Wald durch Fortwerfen bon brennenden Streichhölzern, kurz: Tut alles, um den Wald zu einem angenehmen Erholungsaufenthalt für die Bevölkerung Groß- Berlins zu machen. Neue staatliche Abnahmestelle für Liebesgaben im Bereiche des III. Armeekorps. In Uebereinstimmung mit dem königlichen Kriegsministerium Hat der stellvertretende Militärinspekteur der freiwilligen Krankenpflege die Verlegung der beiden staatlichen Abnahmestellen freiwilliger Gaben für das 3. Armeekorps von Brandenburg a. H. und Frankfurt a. O. nach Potsdam genehmigt. Die Geschäftsstelle befindet sich Berlin S., Teltower Str. 57. Fernruf Geschäftsstelle: Amt Nollendorf 3871. Telegramme: Provinzabnahme Berlin. Als Opfer des Weltkrieges ist unser lieber Bater, der Gefreite im Rei.- Jäger- Bat. 3 Max Kohlschmidt seinen am 5. Juni erlittenen Ber legungen am 10. Juni im Reservelazarett Alte Dragoner Kasjerne zu Tilfit erlegen. Dies zeigen tiefbetrübt an Marie Kohlschmidt geb. Hartwig. Liesbeth, May, Martha als Kinder. Du gingst von uns mit schwerem Herzen Und hoffteft auf ein Wiedersehn; Doch größer find nun unsere Schmerzen, Da dieses nicht mehr fann ge geichehn. Wir konnten Dich nicht sterben sein, Auch nicht an Deinem Grabe stehn. So ruhe denn in Frieden, Ewig beweint von Deinen Lieben. Zur grossen Fabrik Stefan Esders.Weltmann Berlin C, Kaiser- Wilhelm- Strasse 55, Ecke Spandauer Strasse 35 Wasch- u. Leinen- Kleidung- Lüstre- Jacketts Enorme Auswahl in allen Grössen! 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Dann Kahnfahrt durch die Burger Kaupen nach Eiche, durch den schönen Erlenwald, Sannomühle, Schüßenhaus, Botschafsta, Lebde, Rübbenau. Treffpunkt: Sonnabendabend 12,15, Görlizer Bahnhof, Wartesaal Teilnehmerkarten( für Bahn- und Kahnfahrt) Tour I 5,75 M., Tour II 5,90 m., sind jedesmal bis Freitag vor Stattfinden der Fahrt zu haben in der Geschäftsstelle bei riz seruse, Mariannenstraße 11; e yje. Bohensti aße 19; Horih, Engeluier 15; Strandt, Echivelbeiner Straße 40; Tinius, Ritterstr. 123; Neukölln, Wagner, Edmundstraße 10; Strämer, Weserstr. 31; Blume, Jansastr. 1, Ede KaiserFriedrich- Straße; Stegliz, Wesenad, Ahornstraße 26. Auskunft durch Fernruf erteilt die Geschäftsstelle Morigplatz 1575. Weitere Touren folgen im Auguft. Seine Erzellenz der Oberpräsident der Provinz Brandenburg Herr von der Schulenburg hat gestern diese Geschäftsstelle amtlich eröffnet. 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