Nr. 166. flbonnementS'BedlngunaeD: ÜSonntmeniä• VrsrS trdmmteranb«! CietleljäbtL 330 Ml. monoiL UO Ml. wöchentlich 25 Pfg. frei in! Hau!. Einzelne Rümmer ö Pfg. Sonntag!- nvmmer mit illustrierter Sonntag!» Vellage.Die Reue Well' lO SB'a Soft» Abonnemente 1.10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post. Zeitung!» Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oeslerreich» Ungarn 230 Marl, für da! übrige Ausland ! Marl pro Monat. Posiabonnement! nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. «utnätiicn. Schweden und die Schweiz. Oliitlnt täglich. 33. Iahrgimg. 81« TnfcrtienS' Gebühr keträgt für die sechsgcspaltene Kolonel- »elle oder deren Raum W Piz., für politische und gewerlschafllichc Vereins- und Versammlmlgs-Anzeigen 30 Pfg. „Kletnc Mnreigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.(zulässig 2 setlgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Echlasstellenam »eigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über IV Bucki stabcn zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nununer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Exbedition abgegeben werden. Die Exvedllion ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Verlinev Volksblertk. ZcntraXorgan der fozialdcmokratifchen Partei Deutfcblands. Telegramm- Adresse: „Sttjaldtinokrat Berlin", Redaktion: SW. 6$, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morttzplatz. Nr. 1S1 90— l?! 97. Expedition: SW. 08, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Am« Moritzplat», Nr. läl 99— läl 97. i»»WliA Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 17. Juni ISIS. durch die Erstürmung von, Sieniawa gesichert hatte.. Der Sieg, den die deutsche Armee östlich Jaroslau und Przemysl am 13. Juni erfochten hat, bedeutet eine sehr schwere Niederlage des vussischen Heeres, das noch in der folgenden Rächt auch die lange und zähe verteidigte Stellung von Mosciska, 25 Riio» metcr östlich Przemysl, vor den von Südwesten andringenden Truppen des deutschen Generals v. d. Marwitz räunien mußte. Der Verlust in der Schlacht, dessen Größe schon die Zahl der bis» her eingebrachten 16 000 Gefangenen beweist, läßt cS fraglich er» scheinen) ob die russische Heeresleitung imstande sein tvird, hinter der Teichlinie vor Grodek, einen Tägemarsch westlich Lemberg, sich noch einmal zum Kampfe/ zu stellen und einen letzten Versuch zur Rettung der ostgattzischen Hauptstadt zu machen. Der. Abzug der ruffischen Händler aus ihr ist nach den Ersahrungen, dje ich im mandschurischen Kriege gemacht habe, ein ziemlich zuderlässigcr Vorbote der bevorstehenden Räumung. Diese Leiste haben dafür. einen unglaublich feinen Riecher. Jedenfalls wfrd die Möglichkeit eines letzten Widerstandes am Grodeker Abschnitte/ der schon im September 1914 Zeuge der er- bittertsten Kämpfe war, davon abhängen, ob den- Russen die Behauptung der Dnjcstr-Linie südlich nich südöstlich Lem» borg gegenüber der hartandrängcnden deutschen Südarmee noch einige Zeit gelingen wird. Schon einmal, am(3. und 7. Juni, hgttc deren linker Flügel den Dnjestr bei und am Zurawno, 60 Kilometer südöstlich Lemberg im siegreichen Kampfe überschritten und auf dem nördlichen Flußufer etwa 2 Meilen Raum gclvonneu. Da» durch war die' russische Schlachtlinie zwar noch nicht durchbrochen und zerrissen, wie ein Teil der deutschen Presse nieintc, aber die Gefahr war doch in reckt dringende Nähe gerückt. Da raffte der russische Feldherr noch einmal zusammen, was er an Reserven aus- treiben könnte, wahrscheinlich auch von der gegen Mackensen stehen- den Front, und nötigte in den Kämpfen des 8., 9. und 10. Juni die Deutschen zur Aufgabe des uövdlichen Ufers, während andere russische Truppen westlich davon in der Gegend von UgartSbcrg noch immer das südliche Ufer behaupteten und die angreifenden Truppen der österreichischen Generale Szurmay und Hofmann abwehrten. Aber schon am 11. Juni hat sich ein Umschwung mich an dieser Front angebahnt; Linfingen mit seinen österrcichisch-ungarischen Zlachbarn hat erneut die Offensive ergriffen und bis zlim 13. Juni die Russen in breiter Front von Ugartsbevg bis östlich Zurawno unter großen Verlusten für sie auf den Fluß wieder zurückgcwor- fen, den Ort Zurawno selbst zum zweiten Male erobert. Ocstlich anschließend hat sein rechter Flügel und noch weiterhin die öfter- reichische Armee des Freiherrn v. Pflanzer-Baltin den siegreichen Vormarsch gegen den Dnjestr fortgesetzt. Der letztere Hat an zwei Stellen, bei Czernilica— 56 Kilometer östlich Stanislau— und bei ZalesztmSki, das nördliche Ufer erkämpft und gegen vcrzivcifclic Rückstöße der Russen behauptet.-' Wird der Angriff von Süden her in dieser siegreichen Weise fortgesetzt, dami ist Lemberg für die Russen verloren und cS kann sich für sie nur noch um Zeitgewinne handeln. Das Vordringen auf wirklich„altrussisches" Gebiet ist dann in greifbare Nähe ge- rückt. Die Grenze der Bukowina und Bessarabiens ist ohnehin schon durch eine selbständige Gruppe der Oesterrcichcr. seit dem 12. Juni(wie schon einmal im April) überschritten worden. Wäh- rend die Russen im Mai, aber zu spät, um noch einen durch- schlagenden Erfolg erzielen zu können, versuchten, den Sieg der Armeen Joseph Ferdinand, Mackensen und Borcewiz über ihren rechten Flügel durch einen stärken Angriff in Südostgalizien und der Bukowina auszugleichen, legen jetzt offenbar die verbündeten Heere ihrerseits einen fühlbaren Druck gegen den äußersten linken Flügel der feindlichen Armee. Alles in allem gewinne ich den Eindruck, daß das russische Heer bald nicht mehr um die Behauptung eroberten Lande?, fon-' dern um die Verteidigung seiner eigenen RcickSgrcnzen wird fechten müssen. Die Tampftvalzc rollt unaufhaltsam ostwArts! Inzwischen haben sich seit Monaten höchst merkwürdige Vor» Jjältnissc auf dem füfelidjsa :cr Tonau1, Saw'ck, Trina Hercmsgcbildct. N-ur hier und da hören wir einmal von ganz leichten Gefechten und Schießereien, die mehr zufällig zu entstehen scheinen. Man war lange versucht, diese Zurückhaltung auf Mangel an Munition und Verpflegung, auf traurige Gesundheits- Verhältnisse des Heeres, große Verluste und wirtschaftliche Not VcS Landes zurückzuführen. Aber jetzt nach dem Eingreifen Italiens geben die Serben doch höchst kräftige Lebenszeichen von -ich durch ihr übrigens sehr verständliche?, rasches Vordringen in Albanien, wo sie jeden Widerstand kurzer Hand niederschlagen. Schon bor acht Tagen drückte ich meine Verwunderung aus über die auffällige Langsamkeit, mit der die kriegerischen Ereig- nisse im Südwesten der Doppclmonarchie in Schwung stmime«, oder vielmehr noch immer nicht in Schwung kommen. Drei Wochen nach der Kricgserklävung ist hier noch immer kein entschlossenes Vordringen iiakienischcr Massen zu spüren; es han- delt sich immer nur um kleinere, zusammenhanglose Vorstöße von Äompagnien. Bataillonen, Nogimcntern gegen die Gebirgspässe und die Sperrbefeftigungen der Oesterreicher. Nur an der Zsonzo- Linie gegen Monfalkone, Gradiska, Ronchi ist an zwei Tagen eine Division ergebnislos vorgegangen. Auch alle einzelnen Unternehmungen gegen Südtirol vom Westen wie von; Osten haben zu keinen ins Gewicht fallenden Erfolgen geführt. Ter Vorstoß von Gortina d'Ampezzo, an der Nord- oslccke Südtirols, gegen Peutelstein hat sogar mit einer Nieder- läge der italienischen Truppen geendet; sie stehen überall nur wenige Kiloinetcr jenseits ihrer Grenze, im Osten bei Monfalkone, dem am weitesten vorgeschobenen Punkte, etwa 1ö Kilometer. Der italienische Gcneralstabschef, der sich schon jetzt genötigt sieht, sein Volt um Geduld zu bitten, führt als Grund an, daß man erst die Punkte in Besitz nehmen müsse, die ein weiteres Vordringen sichern sollen. Das ist eine laienhafte Ausflucht. Solche Punkte gewinnt man, indem man mit Massen und auf möglichst vielen Anmarschwegen gegen sie vorgeht, den Feind mit Ueberlegenheit von allen Seiten anfällt und verjagt. Das italienische Verfahren niacht den Eindruck eines unsicheren und verlegenen Tasten?, das wenig zu der heroischen Geste paßt, mit der man sich in dieses Abenteuer stürzte. Man weiß anscheinend noch nicht, wo und wie man seine Massen einsetzen soll, ist bielleicht auch im unklaren über Aufmarsch und Versammlung der Oesterreicher. Wahrschein- lich geht nebenher die Versammlung des eigenen Heeres sehr viel langsamer vor sich, als man nach den monatclangen Vorbereitungen erwarten sollte. Unleugbar ist übrigens das verzweigtere öfter- reichische Bahnnetz für den strategischen Aufmarsch geeigneter als das italienische; vielleicht fürchtet man auch oder vielleicht wünscht man mehr noch ein offensives Vorbrcchen der Oefterrcicher m die Lombardei hinein. Darüber hinaus darf man die Frage aufwerfen, ob Italien seine im Nordosten stehenden Truppen wirklich schon von der fran- zösischen und von der schweizerischen Grenze weggezogen oder viel- leicht einem Teile seines Heeres doch noch eine airdere Berlvendung als die gegen Oesterreich-Ungarn unmittelbar geben will. TaS sind Rätfelfragen an die Zukunft, deren Beantwortung freilich nicht allzulange mehr ausstehen wird. Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris, 16. Juni.(50. X. B.) Amtlicher N a ch m i t t a g s b e r i ch t. Die englischen Truppen nahmen gestern eine Reihe Schützengräben westlich La B a s s ö e ein. Auf der übrigen Front ist nichts zu melden. Ein deutsches Flug- zeug wurde gezwungen, bei Noroye sur Lurcz nordöstlich Fertemilo» in unseren Linien zu landen. Die Flieger wurden gefangen. Paris, 17. Juni.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von g e ft s r n abend. Nördlich von I p e r n bemächtigten sich englische Truppen einer Reihe deutscher Schützengräben. Die westlich von ihnen erzielten Gewinne konnten nicht be- hauptct werden. In dem Abschnitt nördlich von Ar ras gc- wannen wir an verschiedenen Stellen Gelände, besonders östlich der Lorettohöhe, südwestlich und südlich von S o u ch e z imd im Labyrinth. Wir machten 300 Gefangene und er- beuteten mehrere Maschinengewehre. Südlich von Arras be- schössen die Deutschen die Stellungen, welche sie im Gebiete der Touvent-Farm verloren hatten, heftig, ohne jedoch einen Jnfanterieangriff zu niachen. Bei der Q u e n n e viereS-Farm warfen wir mehrere feindliche Gegen- angriffe zurück, dehnten dann unseren Gewinn nordwestlich der bereits eroberten Schützengräben aus und machten etwa l00 Gefangene, darunter L Offiziere. Auf die Stadt ReimS feuerte der Feind etwa 100 Granaten, darunter mehrere Brandgranaten; etwa zehn Geschosse fielen auf die Kathedrale In den V o g c s e n machten wir bedeutende Fortschritte auf beiden Ufern der oberen Fecht. Auf dem nördlichen be- mächtigteu wir uns des Braun köpfe s. Der Feind ließ 310 unverwundete Gefangene, darunter vier Offiziere, in unseren Händen, ferner viel Material, zahlreiche Gewehre und 500000 Patronen. Im Laufe des 15, Juni wurde Nancy, Saintoie und Belfart von einzeln fliegenden deutschen Flugzeugen mit einigen Bomben delegt; nur in Nancy wurden einige der Zivilbevölkerung angehörige Personen getroffen. Zrenchs Meldung. London, 17. Juni.(W. T. B.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Generalfeldmarschall French berichtet: Am 1ö. Juni nahmen wir eine Linie von Laufgräben an der deutschen Front auf einer Strecke von über einer Meile. Wir mußten sie aber nach einem heftigen Gegenangriff wieder aufgeben. BeiIpern griffen wir mit Erfolg die Stellung des Feindes nördlich von Hoogs an. besetzten die ganze erste Laufgrabenlinie auf einer Front von 1000 DardS und einen Teil der zweiten Linie und machten 157 Gefangene. Ein Gegenangriff der Deutschen wurde unter schweren Verlusten ab- geschlagen. Mißgeschick deutscher Zlieger. Ehateau-Thierry, 17. Juni.(W. T. B.)(Meldung der Slgence Havas.) Eine Taube überflog in großer Höhe C h a t e a u- T h i e r r y am Mittwochmittag. Die Flieger mußten infolge einer Motorpanne landen, verbrannten jedoch den Apparat bei der Landung in 5!oroy-sur-Ourca vor ihrer Gefangennahme. Tic anhängenden Bomben wurden zur Erplosion gebracht. Tie deutschen Offiziere ließen sich yon den Gendarmen in Meuilly gefangennehmen und sind nach dem Gefängnis in Billers-Eotterets gebracht worden. Die englischen Verluste. London, 16. Juni.(W. T. B.) Die letzte Verlustliste weift 88 Offiziere und 3120 Mann auf. Gestlicher Kriegsschauplatz. Die russische Generalstabsmeldung. Petersburg, 17. Juni.(W. T. B.) Mitteilung des G e n e r a l st a b s des Generalissimus.) Die?ln- griffe, welche die Deutschen während der letzten drei Tage in der Gegend des Dorfes Latzkow beim Windau-Fluffe unternahmen, blieben erfolglos. Ter Kampf am 15. Juni endete zu unserem Vorteil. In der Gegend von Poyeliany haben unsere Truppen die Warte überschritten. Unsere Reiterei machte bei der Verfolgung deS sich zurückziehenden Feindes einige hundert Deutsche nieder und machte einige Dutzend Gefangene. Das Gefecht bei S z a w l e dauert mit wechselnden Erfolgen fort. Einige Dörfer gelangen bald in die andere Hand. An der Dubissa findet Artilleriekampf statt. Westlich des mittleren Riemen unternahm der Feind am 11. und 15. Juni viele vergebliche Vorstöße, um zur Offen- sive überzugehen, und erlitt dabei ernste Verluste. Im Laufe eines Gegenangriffs in der Gegend östlich von Marjampol bemächtigten wir uns mehrerer Dörfer, die der Feind be- setzt hatte. In der Nacht zum 15. Juni begann der Feind neuerdings die Beschießung von O s s o w i e tz, jiber schon gegen 2 Uhr nachts erlangten die Batterien der Festung das Uebergewicht. An der Narewfront fanden im Tal des Omulew kleine Gefechte statt. Im Tal des Orzyc eröffnete der Feind in der Nacht vom 15. Juni mit feinen zahlreichen Batterien ein heftiges Feuer gegen das Dorf Jednorosec, auf das ex in kurzer Zeit etliche 10 006 Geschosse schleuderte. Am folgenden Tage versuchte der Feind wiederholt, unsere Stellung anzugreifen, aber seine Anstrengungen führten ledig- lich zur Besetzung eines Teiles der vollständig zerstörten Schützengräben eines unserer Regimenter. Nördlich von P r a z s n y c z nahmen wir infolge eines kräftigen Gegen- angrifses alle unsere vorgeschobenen Gräben, wo sich der Feind seit seinem Angriff vom 12. Juni noch behauptete. In G a I i z i e n östlich des San dauert die Schlacht mit wachsender Hartnäckigkeit fort. Der Feind führt unaushör- lich neue Kräfte in den Kampf. Am D n j e st r wurden die Kämpfe an der Front Tysmenitza-Bystrica am 11. jxud 15. Juni fortgesetzt, wobei der Lorteil auf unserer Seite war. Südlich von Zydaczow bei Beresnica-Krolewska nahmen wir weitere 560 Deutsche gefangen mit 14 Offizieren, 1 Ge? schützen und 6 Maschinengewehren. Der italienische Krieg. Dericht üer italienischen Heeresleitung. Rom, 17. Juni.(W.T.B.) B e r ich t d e r O b e r ft e n Heeresleitung: Man meldet glückliche Scharmützel mit dem Feinde auf der ganzen Front im Zugnatortal bei Bren- tonico(Etfchtal) am Fedaiapasse, am Monte Piano(Cadore) und am Uebergang des Piccolotales zuin Grandetal, in Kärnten, wo der Feind seit einigen Tagen seine Bemühungen wiederholt und an einigen Orten längs des Jfonzo, wo unsere Truppen die erzielten Erfolge festigten. Besondere Beden- tung niuß einer Kampfhandlung bergemeffen werden, welcbe in der Gegend des Krn von unseren Alpentruppen unter- nommen wurde. Diesen war die Aufgabe zugefallen, den Feind aus seinen Stellungen längs der Felsen zu verjagen, welche sich nördlich dem Hauptgipfel anschließen. Die nachts durch kühne und schwierige Klettereien in den Felsen be- gonnene Operation endete bei Tagesgrauen mit einem von vollem Erfolge gekrönten ungestümen Angriff. Bisbcr hat man die Gefangennahme von 315 Mann, darunter 11 Offi- ziere, festgestellt. Andere sind noch gemeldet worden. ver türkische Krieg. Die Kämpfe im Kaukasus. Petersburg, 17. Juni.(W. T. B.) Der Bericht des Generaistabes der Kaukasusarmee vom 11. Juni be- lagt: Im Küstengebiet Gewehrfeuer. Iii der Gegend von Teryk, am Engpaß von Tschoukdaghianuk fanden unbe- deutende Zusammenstöße mit Kurden statt. An der übrigen Front keine Veränderung. Der Seekrieg. Die Gpfer üer Zeppelinbomben. London, 16. Juni.(W. T. 23.) Meldung des Reuterfchen Bureau». Bei dein letzten Zeppelin-Angriff auf die Nordostküste wurden 16 Personen getötet und 10 verwundet. DaS Pressebureau berichtet noch: Bei dem Angriffe am 6. Juni wurden 21 Personen getötet und 49 verwundet. Vom ll-Dootskriege. London, 17. Juni.(W.T.B.)„Lloyds" melden aus Milfordhaven: Ter britische Dampfer„Stroth- nairu" mit 2812 Nettotonnen wurde in der letzten Nacht auf der Fahrt von Penarth nach Archangelsk an der Küste von Pembrokeshire torpediert. Der Kapitän und zwölf Mann ertranken. Untergang eines englischen Kohlenüampfers. Stockholm, 17. Juni.(W. T. B.) Beim Ministerium des Aeußern eingelaufenen Nachrichten zufolge ist der englische Kohlen- dampfer„Arndale" nach Archangelsk unterwegs am 12. Juni auf eine Mine gestoßen und 13 Seemeilen südlich Kap Orlow gesunken. Drei Mann der Besatzung sind umgekommen. Mehrere Kapitäne teilen mit, daß sie Minen am Eingang des Weißen MeereS gesehen hätten. Cin französisches Torpedoboot gesunken. Kopenhagen, 17. Juni.(W. T. B.) Wie„Politiken" mitteilt, hat der dänische Dampfer Skjold gemeldet, daß das französische Torpedoboot 331 von dem eng- tischen Dampfer Arleya sechs Meilen nordwestlich von Barfleur übersegelt worden ist. Das Torpedoboot habe versucht, in Cherbourg einzufahren, aber �die See sei so be- toegt gewesen, daß die Bugsierkette riß. Skjold habe sodann 'versucht bei der Bugsierung mitzuhelfen, das Torpedoboot sei jedoch gesunken. Tie gesamte Mannschaft bis auf sechs Mann sei gerettet. Erregung in Schweden über die Vernichtung des Dampfers„verdandi�. Kopenhagen. 17. Juni.(20. T. 23.)„Politiken" meldet aus Stockholm: Die Versenkung des Dampfers„Verdandi", der gestern an der norwegischen Südküste von deutschen Kriegsschiffen in den Grund gebohrt worden ist, hat in Schweden große Er- regung hervorgerufen. Das deutschfreundliche Blatt„Nha Daglig: Allehanda" meint, daß diese Handlung fast einen feindlichen Eha- rakter trage, da das Schiff keinerlei Konterbande geführt habe und seine Zollpapiere gemäß den Wünschen der deutschen Behörden ausgestellt gewesen seien. Ter Thuledampfer„Thorsten", der regelmäßig zwischen Göteborg und England fährt, ist gestern außerhalb des Vings- seuerZ von einem 10 000 Tonnen großen deutschen Hilfskreuzer ohne Namen aufgebracht worden. Tie Ursache ist unbekannt, da das Schiff keinerlei Konterbande führte. Neutralitä'tsöebatte im Schweizer öunöesrat. Bern, 16. Juni.(W. T. B.) Bei der Einzelbsratung über den Geschäftsbericht des Bundesrates kam es heute neuerdings zu eine£_ großen N �u t.r a l i t ä t s d e b a t t c. S i g g» Genf(Soz.) führte aus. daß angesichts der allseitigen Erklärungen über die Achtung der Schweizer Neutralität für die Schweiz keine dringliche Gefahr mehr bestelle. Dar- um sollte die Zensur aufgehoben werden, die ver- f a s s u n g s w i d r i g sei. Bundesrat H o f m a n n, der Leiter der politischen Abteilung, antwortete: wenn die Zensur verfassungswidrig wäre, so stünde auch alles außerhalb der Verfassung, was der Bundesrat feit dem 3. August auf Grund der allgemeinen, ihm vom Parlament er- teilten Bollmachten geschaffen habe. Die Zensur ist, so fuhr der Redner fort, selbstverständlich eine Einschränkung der Presse- freiheit, aber eine Einschränkung, die die S t a a t s n o t w e n d i g- k-it verlangt. Ich glaube nicht an einen tiefgehenden Gegen- sab zwischen Welsch und Deutsch. Ter von Ador gestern aus- gestellte Gegensatz in der germanischen und romanischen Ausfall ung über das Verhältnis zwischen Staat und Bürger, trifft nicht ganz zu. Wir Teutsch-Schweizer stehen nicht auf dem Standpunkt der Allgewalt des Staate?, aber ebenso wenig ist der vom Doktrinär�- muS angekränkelte Standpunkt der absoluten Freiheit Wirklichkeit. Die Zensur bekämpft in erster Linie die SensationSpreffe. Wenn wir Schcheizer uns allesamt immer an die Einheit erinnern, dann gibt eS niemals einen Graben zwischen Welsch und Deutsch. Gewiß haben wir zwei Köpfe, den seinen romanischen und den dicken deutschen Kopf. Wir wollen beide beHallen. Wir haben aber null ein Herz, das für das gemeinsame Vaterland schlägt.(Lebhafter Beifall.) S t re ul i-Zürich(Freisinnig) vertrat den Standpunkt, daß die Erörterung über die Zeitereignisse jetzt nicht so geführt werden könne wie in gewöhnlichen Zeiten. Ein unvorsichliges Wort könne den Brand auch für die Schweiz entfesseln. Secretan» Lausanne (Liberalkonservativ) wandte sich neuerdings gegen die straffe Hand- babung der Zensur. Auffallend sei, daß Bundesrat Hofmann null Maßregelungen welscher Blätter anführte, während bekanntlich auch beut sch-schweizeris che verwarnt wor- den seien. Der welsche Freiheitsbegriff sei unvereinbar mit dein deutsch-schweizerischen Standpunkt, der in der Staatshoheit da? letzte Wort der Intelligenz sieht.(Heiterkeit.) Aber auf Patxip- tischein Boden, so schloß der Redner, kennen auch wir keinen Graben zwischen Welsch und Deutsch. Bosfi-Tessin(Freisinnig), der Verfasser des von der Zensur unterdrückten und dann in einem italienischen Blatt erschienenen Artikels über sin Einschreiten Per Schweiz gegen die Zentralmächte, erklärte: er habe über da? Ein- treten aller Neutralen für Freiheit und Recht geschrieben, i'iwt aber für ein bewaffnetes eingreifen der Schweiz. Der BuiideSrac möge die eiserne Faust nach allen Richtungen gleichmäßig gc- brauchen. B u e h l m a n n- Bern t Freisinnig) wandte sich gegen den Vorwurf, als ob die Deutsch-Schweizer eine mangelhafte Aus- faffung von Freiheit und Unabhängigkeit hätten. Ihre Gcschickiie schütze sw vor diesem Verdacht. Der Ernst der Lage, in der wip in der«chweiz leben, wird viel zu wenig erkannt, obwohl sich unsere Lage von Tag zu Tag verdüstert.(Zustimmung.) Darum verstehen wir gewisse Llusreizungen nicht und wir bedauern es. daß es ein Mitglied des RateS war, das zu einem E i�n g r e i f e n der Schweiz aufforderte. Wir Deutsch-Schweizer nennen so etwas Hochverrat. Wir alle sollten beherrscht sein von dem einen Gedanken, daß wir in erster Linie Schweizer sind.— Buitdespräsident Motta antwortete Bossß mehrfach von lebhaftem Beifall unterbrochen, in italienischer«prache: Miß- griffe der Zensur im Tessin sind zuzugeben, allein die von Bisssi vertretenen Theorien sind� verwerflich; sie wider- sprechen unserer neutralen Stellung und u n s e- r e r internationalen Mission. Tie„Gazette Ticüiese". das Blatt Bossis. bot schon wiederholt Anlaß gegehcii. mit Rech: einzuschreiten. Erst gestern bat sie sich gegenüber dem in Lugano sich aufhaltenden deutschen Gesandten am Vatikan Unfreundlichkeiten erlaubt. Ich bin ein Anhänger der Pressefreiheit, aber cZ gibt einen Mißbrauch dieser Freiheit, der im gegenwärtigen Augen. blick dem Staate gefährlich werden kann. Lassen wir jetzt all-it inneren Streit. Unsere Beziehungen zu den Kriegfübrenden sind ausnahmslos gut, denn alle Staaten haben uns korrekt behandelt. Unsere Ueberlieferung und unsere Aufgabe im Kreise der Völker weisen uns erne streng neutrale Stellung zu. Wir werden alles daransetzen, sie zu bewahren.(Lehhafier. anhaltender Beifall.) _ Tic Sozialisten R y s e r- Biel und Pflüger» Zürich pole- misierten ebenfalls gegen die Handhabung der Zensur. während B ü h l e r- Bern(Freisinnig) sich zu der Auffassung des Bundesrats bekannte. W u i l l e m i n(linksfreisinnig) aus Genf wandte sich heftig unter wachsender Unruhe de» Hauses gegen die innere�Neutralitätspolitik des Bundesrats. Er erklärte: die wel- scheu Schweizer ließen sich ihre Freiheit nickt nebmen, gegen die Verletzung von Verträgen durch einen kriegführenden Staat Ein- spruch zu erheben.(Große Unruhe. Zwischenrufe: Schluß! Schluß!» Bosft polemisierte unter immer stärker werdender Unruhe und vielfachen Zwischenrufen gegen den Bundespräsidenten Motta. der als erster Tessiner seinen eigenen Kanton anschwärze. Bunde?- Präsident Motta rief, daß er nicht gegen seinen HeimatSkamon Tessin gesprochen habe, sondern gegen daS neutralitätSwrdrige Verkalten Bossis. der kein Recht habe, sich m,t dem Tessiner Volk zu identifizieren.(Zustimmung.) Unter allgemeiner Unruhe;chloß der Pragdent B o n j o u r die Sitzung. Die nächste Sitzung findet morgen statt. Eine Neutralitätskundgebung des dänischen Zolkethings. Kopenhagen, 17. Juni.(W.T.B.) TaS Folkething hat heute einstimmig folgenden von Vertretern aller Par- teien eingebrachtenAntragangenommen: DasFolkething beschließt, zu erklären: da man auf allen (Seiten des dänischen Volkes ohne Partei- unterschied einig ist. daß jede Regierung bei Durchführung einer unbedingt gleich- mäßigeu Neutralitätspolitik unterstützt hi e t S e tt müsse, sagt& q 3 Haus Sem s e h l g S n W'i i n i st e r i u m in Set Arbeit für b i e s e Politik Sie Unterstützung z u. Ministerpräsident Zahle führte aus, die Regierung habe diese Erklärung hon Sem Hause gewünscht, um Po- litische Klarheit für Sie Zukunft zu erlangen und festzustellen, ob alle Parteien des Reichstages bereit: feien, das jetzige Ministerium dauernd in der Arbeit für Sie gleiche un- bedingte Neutralitätspolitik zu unterstützen, in der das Volk obne Unterschied der Partei einig sei. Durch Annahme des Peichlutz/itrages sei diese Frage klar beantwortet, er könne namens des Ministeriums erklären, Saß diese nach Annahme des Antrages bereit fei, Sie Arbeit fortzusetzen. Amerikas Unterstützung von Irieüens- bestrebungen. Reuter-Bureau meldet aus Washington: Jnbezug aus das Gerücht, daß die Vereinigten Staaten nicht geneigt seien, die Friedensbemühungen von neutraler Teitc in Europa zu unterstützen, erklärte Präsident Wilson, daß die Regierung ihr möglichstes tun werde, um jede Nelvegung z u fördern, die den Frieden herbeiführen, oder die widerstreitenden europäischen Interessen miteinander in Uebereinstimmung bringen könnte. Kriegsfragen im englischen Unterhause, London, IK. Juni.(fffi. X. B.) Unterhaus. Premierminister ASquith sagte aus eine Anfrage: Tie Verluste an Offizieren und Mannschaften bei der Flotte, den Zeesoldaten und der Royal Naval Division betrügen bis zum 31. Mai einschließlich her Verluste beim Untergang des„Bulwark" und anderen Unglücks, sollen qji Polen 549 Offiziere und 7696 Mann, an Verwundeten 181 Offiziere, 2262 Mann, an Vermißten 74 Offiziere, 2785 Rann. Summa 894 Offiziere und 12 743 Mann. King /liberal) fragte, ob die Regierung entsprechend vorhergehenden Fällen und den Rechten des Hauses Anleihen, Unterstützungen und Muni« tionslieserungen für Sic Verbündeten durch besondere Abstimmungen bewilligen lassen würde. ASquish antwor- lete: er sehe keinen Grund, von der bisberigen Praxis ahzugeben, nach der die Unterstützungen der Verbündeten durch allgemeine Kreditbewilligungen erzielt werden. King fragte, ob eK nicht den Rechten des Parlaments entspreche, daß alle Bewilligungen tür fremde Mächte mit der Angabe des Betrages und der Macht, die sie erhielte, einzeln aufgezäblt würden. ASauith erwiderte: Tas ist eins sehr heikle Frage. Ich möchte keine allgemeinen der- artigen Zusicherungen machen. Neber die Koalition sagte Asquith: Ich habe durchaus nicht unter dem Druck außer- parlamentarischer Einflüsse, vorübergehender Verlegenheit oder augenblicklicher parlamentarischer Bedürfnisse gehandelt. Tie Aus- gäbe war unwillkommen und widerwärtig. Es war die schmerz, lichste Erfahrung meines politischen Leben?, mich von Kollegen zu trennen, die unter dem Druck neuer, unvprhergefehenor Verqnt- wortlichkeit mit unermüdlicher Loyalität und, meiner Meinung uacb. mit beispiellosem Erfolg die schwerste Aufgabe erfüllten, die jemals auf den Schultern britischer Staatsmänner gelastet hat. Keine Körperschaft konnte nach meinem wohlüberlegten Urteil mehr tun, oder e» bester tun.'Asquith betonte, daß cr seinen politischen Grundsätzen durchaus treu geblieben fei, nichts davon aufgegeben habe, und auch in Zukunft, wenn ex eine Zukunft babe, dafür wirken werde. Dasselbe gelte von Leu neuen üiilgnistischen Kollegen. JE eS halb wurde dann diese Umwälzung unseres ganzen politischen Leben? herbeigeführt? Tie Llnforderuiigeii, die Sie fZags an die Tatkraft und den Patriotismus der Nation und in ganz ausnehmendem Maße an die Geduld und Voraussicht der Regierung und an das gegenseitige Vertrauen stelle, könnten an keinem früheren Vorgang gemessen werden. Das politische Ziel, nämlich den Krieg zu einem siegreichen Ende zu führen, hat sich nicht geändert, und durch Personaländerungen im Ministerium konnte nichts Nennenswertes erreicht werden. Aber ick bin langsam, mit Widerstreben, und schließlick dock ohne Ziveisel und Zaudern zu dem Schluste gekommen, dag e i n e s o Ich e V et» breiterung der Grundlage der Regierung not- wendig wäre. Dadurch verliert sie auch den'Anschein eines einseitigen oder VartcicharakterS und es wird nicht nur unserem Volke daheim und jeirfeilS deS Meeres, sondern auch der ganzen Welt, den Verbündeten, den Feinden und den Nciitralen, gweisel- los bewiesen, daß daS britische Volk ngch fast einem Jahre des Krieges entschlossener ist als je. alle Unterschiede zu vergessen, alle persönlichen, politischen, sittlichen und sacklichen Kräfte zur Vcr- folgung des Zieles zu vereinen.'Allen jetzigen Ministern ist der Gedanke der Koalition unangenehm.'Aher die große nationale Not forderte von uns allen sichtbare Zusammenarbeit, an der Männer aller Richtungen und Parteien teilnehmen. E h i o z z a Money(liberal) kritisierte die Methode der Rekrutirrung. Die Ausstellung der neuen'Armeen dürfte 500 Millionen Pfund Sterling gekostet haben. Er fürchte, daß England den Krieg fittcmzlcü mau burcfiftaltcn fönuc, die Regierung trerde früher oder später zu einer Z w a n g s a n l e i h e greifen müsten; da sei e§ zweckmäßig, sie sofort ins Auge zu Krisen, das wurde automatisch bei der Nation Sparsamkeit bewirken. Schatzkanzler Mac Kenna erwiderte: Es wird häufig übersehen, daß wir gegen die Verbündeten gewiste Verpflichtungen übernommen haben. Wir verpflichteten uns nicht nur die Meere ihrem Handel offen zu halten, sondern auch ihre Einkäufe ich Auslände größtenteils zu finanzieren. Daher ist sofortig- nationale und häusliche Sparsamkeit notwendia Wenn Ehiozza Mon«y sagte, England könne v,er Millionen Soldaten und vier Millionen Arbeiter zur Herstellung von Munition aufbringen, während siebzehn Millionen die gewohnliche FriedenSindustrie fort, setzen könnten, so glaube ich nicht, daß wir eine solche Reservekraft an Industrie oder Kapital in England haben. Im Lande besteht nicht genug Energie, um alle Friedensgüter zu erzeugen, deren wir bedürfen, und alle Güter, die wir für die Ausfuhr brauchen. Wir müssen von Amerika sehr viel mehr für den eigenen Bedarf importieren als im Frieden. Mae Kenna fuhr fort: Wir hupen nicht nur unsere am erst- konische Einfuhr, sondern auch diejenige anderer Ciaaten zu bezahlen, können aber unsere amerikanischen Werte nur in beschränktem Umfange oder zu niedrigsten Preiien, d. h. mit dauerndem Sckaden für unsere Finanzlage verkaufen, Erst wenn wir unseren eigenen Bedarf gedeckt haben, kommt der Ueberschuß unserer industriellen Kraft für die Ausfuhr zur B«, zahlung unserer Einfuhr in Betracku; wir müsse« also ä u ß e r st sparsam sein, um unsere Zahlungsfähigkeit gegenüber dem Auslände zu erböben, und müssen große Opfer bringen, um unsere finanzielle Vormachtstellung zu behalten und auch auf diesem Gebiete Sieger zu bleiben. T i l l o n(irischer Nationalist) erklärte, seine Partei habe nicht begriffen, weSbalb die frühere Regierung trotz ihrer Unter- stützung durck das Parlament zurückgetreten sei, und bedauerte, daß d>e Ulstcrpartei nicht, wie die Iren, dem Ministerium fern geblieben sei. Premierministcr ASquitb erklärte: feine Aeuße- rungen in Newcastle beruhten auf der Meinung der besten Autori. lät in diesen Tingen; über bisherige oder künftige Operationen an den Tardanellen zu sprechen, liege nicht im ösfentlichen Jnfer- esse, sie würden aber zum Erfolge führen. Mark ha m /liberal) äußerte: der wegen der Ariegführung besorgten Nation könne die KriegSverwaltung kein Gefühl der Sicherheit geben; die Schuld an dem M u n i t i o n s in a n g e l liege ciittveder bei dem Ordi-' nance Office oder bei Kitchencr; cr griff Kitchener an, der im Krlegsministenuni nicht auf seineni richtigen Platze stehe und besser zum H ö ch st k o m m a n d i e r e n d e n ernannt worden wäre. Er erzählte, daß Zehntausende von Leuten, darunter Berg- arbeitet, monatelang gedrillt worden seien, ohne ein Gewehr zu sehen; daS sei törichte Verschwendung. Er bedauerte, daß Haldane, der beste englische Kriegsminister, nicht im Kabinett sei, und schloß: seine Freunde würden das Kabinett unterstützen, damit der Krieg erfolgreich zu Ende geführt werde, sich aber ihre Redefreiheit, auch gegenüber dem KriegSamte, nicht nehmen lassen, dessen Verschwen- dung und Unfähigkeit nach dem Kriege cinen großen Skandal her- vorrufen werde; hoffentlich werde der neue Schatzkanzler daS Kriegsamt im Zaume halten. Haltung öer sozialüemokratischen parte! Italiens. Dem Basler„Vorwärts" wird an: 13. Juni ans Matlaub gemeldet: Der„Teeolo" erfährt aus Rom: Gestern ist das leitende Komitee der Sozialistenpartei zusammengetreten, um über die angesichts der gegenwärtigen Lage von der Partei einzunehmende Haltung zu beraten. Es standen sich zwei Tendenzen gegenüber; die eine wollte, daß die Partei jedes Zusammenwirken mit den übrigen Parteien bei den bürgen lichen Arbeilen ablehne. Die andere Richtung glaubt, die Partei habe ihre Pflicht getan und bis zuletzt ihre Abneigung gegen den Krieg gezeigt; nunmehr aber habe sie mit den anderen Parteien zusammen tätig zu sein, um daS Schicksal jener zu erleichtern, die durch den Kriegszustand zu leiden haben. Diese letztere Tendenz stimmt überein mit derjenigen der Paria- mentarischen Gruppe. DaS leitende Komitee beschloß, die Diskussion hinauszuschieben. um zunächst die Anficht des Komitees der parlamentarischen Gruppe zu vernehmen. Dieses Komitee wird sich mit dem leitenden Komitee am Mittwoch beraten. Infolge Meinungsverschiedenheiten mit der Sozialisten- Partei wegen der Frage des Krieges hat der frühere Bürger- meister von A l e s s a n d r i a, Sacco, von Rom auS seinen Austritt aus der fozialisti'cheu Partei mitgeteilt. Sacco war einer der bedeutendsten Propagandisten des Sozialismus. Der Streit um Mbanien. Lugano, 17. Juni.>?. U.)..Giornale di Jtalia" meldet aus Skutari. day montenegrinische Truppen wegen der feindseligen Haltung der Malissoreit nach der Mündung der Bojana verschickt worden seien, um die Durchfuhr der aus Italien erwarteten Lebens- mitteltranZporto zu sichern. Diese Truppen hätten sich aber all- mählich weiter in albanischem Gebiete ausgedehnt und schließlich den Tarabosch bei Skutari besetzt. Eine Abteilung sei sogar bis zur Zollbrücke vorgedrungen und habe die albanische Kaserne besetzt. Die Bevöllerung von Skutari habe sich in ihrer Not an den italienischen Konsul gewandt, dessen energischem Vorgehen es allein zu verdanken sei. wenn Skutari noch nicht von den Montenegrinern besetzt worden ist. Die Albanier verlangen, daß Italien zu ihrem Schutz San Giovanni di Msdua, Alessio und Skutari besktzili, um die Ordnung herzustellen und einen montenegrinischen Handstreich zu verhindern.(»Franks. Ztg.") * Paris, 16. Juni.(W. T. B.)„Petit Pdrisien" will wissen, daß der i t a l i e n i s ck)- s e r b i s ch e Z w i sich e n• fall bezüglich Albaniens bereits geregelt fei. Serbien habe Italien über die Bedeutung des Vormarsches in Albanien aufgeklärt und gleichzeitig mitgeteilt, daß der Po x marsch ein gestellt werden würde. Kritische Lage in Bulgarien. Tie„Kreuz-Jeitung" berichtet: „'Aach einer stürmischen Sitzung des(jungiurkischen) Komitees für Einheit und Fortschritt in Konstantmopel soll, wie das „Giornale d'Jlalia" erfährt, der türkische M i n i st e r de- Innern nach Philippopel abgereist sein, um dort mit einem Mitgliede der bulgarischen Regierung zu unterhandeln. Die Türkei wäre zur sofortigen Abtretung der Linie Enos— M i d i a an Bulgarien bereit, während Bulgarien eine wohlwollende Neutralität bis zum Schluß des Krieges zusichern würde, lieber die Erfolge dieses äußersten An- gehols der Türkei, daS nach rumänischen Nachrichten von Deutschland angeraten worden sein soll, ist noch nichts Be- stimmteS bekannt." Trifft diefc illachricht zu, so bestätigt sie die auch von anderer Seite gebrachte Meldung, daß die Lerhandlungen mit Bulgarien in ein entscheidendes Stadium getreten sind. Tritt die Türkei die Linie Enos-Midia au Bulgarien ab. so erhält dieses das Stück Thraziens mit Adrianopel, das Bul- garien nach dem ersten Balkankrieg in Händen hatte. Daraus beschränken sich allerdings die Forderungen Bulgariens nicht. Seine Hauptforderung ist Mazedonien, und die Eni- fchließung Bulgariens hängt davon ab, welche von den beiden unterhandelnden Mächtegruppen— die Zentralmächte oder der Dreiverband— ihm die sofortige Besetzung der strittigen Gebietsteile Mazedoniens garantieren kann. Amtliches bulgarisches Dement!» Soft», 17. Juni.(T. U.) Eine offizielle Note dementiert kategorisch die Nachricht, daß zwei deutsche Unterseeboote, die augenblicklich in den Dardanellen gegen die Flotte der Ver- bündcten operieren, in auseinander genommenem Zustande als Eisenbahnmaterial durch Rumänien und Bulgarien transportiert worden seien. Infolgedessen ist es auch vollkommen unrichtig, daß diese Unterseeboote in einem bulgarischen Hafen deS Schwarzen Meeres zusammengesetzt und von Stapel gelaufen seien. In der- selben Note wird die Meldung dementiert, daß der Präsident des mazedonischen Komitees nach Konstantinopel gefahren sei, um den Türken 25 009 Bomben abzuliefern, und ebenso, daß 1800 deutsche Offiziere durch Bulgarien nach der Türkei gefahren seien. ** Köln, 17. Juni.(W. T. B.) Die„Kölnische Zeitung" meldet aus Sofia vom 16. Juni: Gestern ist durch den Ministerpräsi- denten RadoSlawow persönlich eine Note für den Vier. verband überreicht wordeit. Diese enthält jedoch nicht eine Antwort auf die Verbalnote vom 29. Mai, in der der Viervcrband um ein Bündnis bettelte, sondern sie enthält in höflicher Form nur die Anfrage, wie denn die'Angebote deS Viervcrbandes nach jener letzten Note auszulegen feien, namentlich bezüglich der Vor- aussctzungen, unter denen Bulgarien Teile von Mazedonien, Griechenland und Rumänien in Aussicht gestellt worden sind. Diese Angebote waren in der genannten Note vom'29. Mai bc- gründet aus die Boraussetzung einer Entschädigung Serbiens und Griechenlands an anderen Stellen, ohne daß der Umfang dieser Entschädigung mitgeteilt wurde. Tie bulgarische Presse beurteilt diesen Schritt ohne genaue Kenntnis der Einzelheiten je nach ihrem Parteistandpunkt. ZU üen griechischen Kammerwahlen. Paris, 17. Juni.(T. U.) Die Agencc Havaß meldst aus Athen: Um Sic GeiunSsicit Scs Königs zu schonen und ihm keine Aufregung zu vcnimchen. ist ihm Sas Resultat der Wahlen vorläufig nicht mitgeteilt worSeu. Tie Einberufung Ser Kammer kann nach der griechischen Konstitution noch Ist Tage über den eigentlichen Termin hinaus verschoben werden, wodurch die augenblickliche Regierung bis Ende A u g u st am Ruder bleiben kann. Ter„T e m p S" schreibt über den Ausfall der griechischen Wahlen: Man muß jedoch Saraus hinweisen, Sah. falls Lenizelos, wie man in GricchenlanS allgemein glaubt, wieder S i e' L e i t u» g Ser Geschäfte über- nehmen wird, so wird er sich einer sehr vcrän- Serien Situation gegenüber befind c n. Tie Lage hat sich außerdem durck) die Krankheit des Königs kam- pliziert. Die zweite Regierung Venizelos würde sich ver- pflichtet sehen, die Lerhandlungen von neuem anzufangen und unter Bedingungen, die bedeutend weniger günstig sind, als im Augenblick des Rücktritts de- ersten Kabinetts LenizeloS. Die Haltung Rumäniens. Bukarest, 17. Juni.(T.II.» Während Italien mit wachsender Nervosität die Rumänen einlädt, seinem Beispiel zu folgen, und ebenfalls gegen die Zentralmächte loszuschlagen, hatten die maß- gebenden Stellen an ihrer bisherigen Politik fest, sich vorläufig nach keiner Seite hin festzulegen. Der Eintritt Italiens in den Krieg hat nach rumänischen Auffassungen das Risiko eines An- scklusses an den Viervcrband nicht wesentlich verringert, und die schweren Niederlagen der Russen in Gatizien hat auch unter denen. die die militärischen Kräfte der Jentralmächtc zu unterschätzen geneigt find, viele stutzig gemacht. Es ist der maßlosen Agitation dex unbedingten Eutentesreunde bisher nicht gelungen, im Lande eine entschiedene Krieg Sstimmung zu erzeugen, die der Regierung über den Kops zu wachsen drohte. Tie Regierung ist vielmehr Herrin der Situation und speziell von dem Ministerpräsidenten Bratianu kann man eines bestimmt annehmen, daß dieser sich auch in Zukunft nicht zum Handlanger der Siratze hergeben wird. Es sprechen alle Anzeichen dafür, daß die Iiegierung bis zur Stunde nicht gewillt ist. die Brücke zu den Zentralmächtcn.ab- zubrechen. Leichter wurde ihr diese Haltung durch den Umstand, daß Oesterreich-Ungarn die Zusicherung an Rumänien beträchtlich erweitert hat, und daö andererseits Rußland die Forderungen, die Rumänien als Preis seines eventuellen kriegerischen Ein- greifens formulierte, nur zum kleinen Teil anerkennen wollte. Im Augenblick liegt kein Grund vor, die Möglichkeit einer fried- lichen Verständigung zu verneinen. Es scheint vielmehr, be- sonders wenn die militärische Situation der Zentralmächte sieh weiter günstig entwickelt, keineswegs ausgeschlossen zu sein, daß die verantwortlichen rumänischen Politiker die Vorzüge einer sicheren Neutralität vor einem riskanten, in jedem Falle opser- vollen Kriege zu schätzen wissen werden. Letzte Nachrichten. Eine amtliche deutsche Aeußerung über den französischen Fliegerangriff auf Karlsruhe. Amtlich. Berlin. 17. Juni 1915. tW. T. V.) In ihrem anil- lichen Bericht vom 15. Juni opends brüstet sich die sranzösissic Heeresleitung mit dem bekannten Fliegorangrisf aus Karlsruhe, den-sie als BergellungSmahregel für die Be- schießung offener französischer und englischer Städte hinstellt. Tiefer Begründung des französischen Angriffs ist die Tatsache ent- gegenzuhalten, daß von deutscher Seite nur befestigte Punkte und solche im OperationSgebriet liegenden Orte beschossen worden sind, die mit dem Kriege unmittelbar in Zusammenhang standen, lieber» all, wo eö sich dabei um offene Städte gehandelt hat, waren unsere Angriffe nur die Vergeltung für gleichartige Maßnahmen unserer Gegner, wir haben darauf in unseren Berichten auch in jedem Fall ausdrücklich hingeiviesrn. Daß die Begründung des französischen Vorgehens somit der Wahrheit widerspricht, wird niemand in Erstaune» setzen, der die Berichte unserer Gegner kritisch zu lesen pflegt. Neu ist dagegen die brutale Offenheit, mit der die feindliche Heeresleitung ein- gesteh», daß sie ihren Fliegern als Angriffsziel eine fern vom Kriegsschauplatz gelegene friedliche Stadt bezeichnet hat, in Per gerode den Franzose» vor dem Kriege so vielfach gastfreundliches Entgegenkommen erwiesen worden ist. Militärische Gründe können dieses Verhalten nicht rechtfertigen, denn der einzige Verlust, den der Angriff unserer Kriegsmacht zu- gefügt hat, besteht in der Berwundung dreier in Lazarettpflegc be- siudlichrr Soldaten. Tic abseits von der Stadt gelegene Munitions- fabrik, deren militärlsche Bedeutung übrigens nicht allzu grpß ist, hat bis aus die Beschädigung eines Baugerüstes nicht gelitten. Ob- wohl sie als Angriffsziel sehr leicht erkennbar war, ist sie auch nur mit wenigen Bomben belegt worden. Schon daraus geht hervor, daß es den Franzosen gar nicht auf die Gewinnung eines mili- tärischcn Lorteils angekommen ist. Mit noch weit größerer Teut- lichkeit ergibt sich diese Tatsache aber aus dem Umstand, daß den feindlichen Fliegern nach dem amtlichen Eingeständnis der Fran- zosen besonders das Rrsidrnzschloß alS Ziel bezeichnet worden ist. Man hat im Lager unserer durch Spionage so gut unterrichteten Gegner zwrisrllos genau gewußt, daß das Schloß außer der ehrwürdigen Grostherzogin Luise seit mehreren Wochen die Königin von Schweden beherbergte. Tie Anwesenheit dieses, einem neu- traten Herrschrrhause angehörenden hohen Gastes hat die sranzösi- fchen Flieger jedoch nicht davon zurückgeholten, gerade das Schloß besonders heftig anzugreifen und auch in der Tat erheblich zu bc- schädigen. Wie groß die Gefahr für die Königin gewesen ist, zeigt unter anderem die Tatsache, daß mehrere Sprengstücke in das Zimmer der schwedischen Baronin Hochschild geflogen sinv. Auch die Kinder deS Prinzen Max von Baden, über deren Schlafgemach eine Bombe daS Dach zertrümmert und die Decke eingeschlagen hat, sind nur mit knapper Not dem Tode entgangen. Unter der Bürger- schaft hat der Uebersall, wie bekannt, an Tote» und Verwundeten insgesamt 9 t Opfer gefordert. Wir können den Angriff nach diesem Ergebnis und nach der den feindlichen Fliegern gegebenen Anweisung über die Angriffs- ziele nicht als eine militärische Unternehmung, sondern nur als ein Verbrechen bezeichnen, dessen Rohheit von der wirklichen Höhe der virlbewundrrtcn französischen Kultur bcrrdtcs Zeugnis ablegt. A.WERTHEIM Leipziger Str. Soweit Vorrat Königstr. Kolonialwaren Rosenthaler Str. G. M. B. H. Moritzplatz Keine Zusendung Gem.Backobst ml 0 u 85 pf. Maismehl....... pfun j 45 tt. Ämer. Ringapfel piund 80 pt Maisgrieß...... Pfund 45» Kalif. Pflaumen pfd.58 78 pl Tapiokamchl... Pfund 50 pi Pflaumen°Kn- steine, pw 7 0 pi. Perl-Sago....... piund 60» Kalif. 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Pfund 1.10 Harzer Kase � s,� 2.95 Fische KabebazijiixiiH.Bz<;K«ii, pm. 35 pi Seelachs in ganz. Fischen, Pfd. 30 PI. Schellfische.. piund 25 u.48 pi. Rotznngen....... Pfund 48 pt Aalqaappen...... Pfund 35 Pf. Große Makrelen.. Pwnd 30 pt Salzfische in ganz. Fische Pld 40 Pi. Kopl-«dSchvaozitnck35 HUu«I»i.45 PI Klippfische i.ganz.Fisch.,Pfd. 65 PL Lebende Schleie.. Pfund 95 Pf Leb. Aale. Pfund 85 Pf. bis 1.60 Kieler Bücklinge 3 stet 20 u. 25 pt Ahlb. Flundern»und 45». Geräuch. Aalpid 1.40 1.78 Sondcr-Preisc Freitag und Sonnabend *1� Herren-Anzüge| Lüster-Jacketts| Wasch-Anzüge ' r- L-t-r*rt 3* T**1* Z V■%» W»»»■«" 3 Leichter Sommer- Cheviot Leicht. Sommer- �_ /B � Cheviot oder a'& m Kammgarn.• Ein Posten, schwarz und farbig.... 5.25 6.25 für Herren aus bastartigen Stoffen 20.- 24.- 'v;'■■v..>.... ■ nfju>>•-vMiWjsx Theater lilr Freitag, ilea 18. Juni. Deutsches Künstler-Theater s'uzhx Die Schöne vom Strand Deutsches Opernhaus, Charlottenb. s uhr: La Traviata. Fricdrich-Wilhelmstädt. Theater 8'/. u.: Eine unmögliche Frau, Kleines Theater s uhr: Jetlchen Gebert liCssing-Tbeater 8-/. u.: Seine einzige Frau Liiistspiclhuns 8-/. u.rfierrsehalDleiieriESiieht Montis Operetten-Theater 8 uhr: Hoheit tanzt Walzer Schillcr-Ttacater O. 8 uhr: Lumpacivagabundus Schiller-Th. Charlottenbg. s uhr: Nacht und Morgen. Thalia-Theater suhr: Heines„Junge Leiden" Hirsch, Hiihnoraugenoperateur: Königl. Sachs. Hofschauspieler Hanns Fischer als Gast. Theater am Kollendorfpl. sv. u.: Immer feste droff! Trianea Theater sv.uhr Die Heiratssehule Volksbühne. Theater am Bülowplatz S'/.Uhr Die Lokalbahn. Hierauf; Die Medaille URANIA TaubenstraSe 48/49. 8 Uhr: An den Grenzen Ton Südtirol und Italien. Reiehshallen-Tbeaier. Stettiner Sttnger. Ans. 8 II Sunt 136. Male: Militärisch. ZeU- bild von Meysel. Militärperionen u. deren Angehö- rigen vollfommen freier Snlriti zu d.Stett. Sängern. �omvSrK �)QuptG?pe�idon. JBßrIinö/268, 3 ÄJorrooöfCntouif Rose-Theater. sv.mir Unsere Prachtmödels. Gartenbuhne: Die FSrsterehrUtl. Walhalla-Theater. 8 uhr: Eine Meile io der Mioute. Gartenbühne: Apollo-Singer. Toigt-Theater. Badstr. 58. Badttr. 58. Täglich: IM Gme Uacht In Kerlln VolfSstück mit Gesang in 3 Auszügen. Erstklassiges Variete Kasseneröffnung 10 Uhr. Ans. 4 llür. Tägl. 8 Uhr. Sonntage SV, u. 8 Uhr K. Steidi— Adoimanns Xea! X'ea! Die berühmte Weltmeisterin „Charlotte'* in ihren neuest. Produktionen auf künstlichem Eis. f Palnl?— Asra u. das weit, sensat. Juni-Progr. Kl Prelte, Angen. kühl. Autenthalt fc/lrL/t4 VT" c5kUo fötLi' 2$ SLztgdv-SVtvileeA/ 45 QwXxL 15 Zum j» 25. A Male! VpMÄr , Venus im GrUnen' Operette in 1 Akt. v. Rud. Lothar. Musik von Oskar Straus. Außerdem: I uido Thielscher J ■ Opei I Gui I sowie der glänzende Juni-Spielplan ©ohimenle zvmWelttrieglM Herausgegeben von Eduard Lemstem Hest l: Vas deutsche Weißbuch preis ZO Vf. Heft 2: Oos englische Vlaubuch 1. Die Geschichtsdarstellung und die Erklärungen der Minister, preis 30 pf. Heft 3: Das englische iSIaubuch 2. Oer Depefchenwechfel des britischen Auswärtigen Amtes. Preis SO Pf. Heft 4: Das russische Orangebuch preis 30 Pf. Heft 3: Das belgische Sraubnch preis 3« Pf. Heft S: Das Selbbuch Krank. reichs. 1. Dorboten und Dorfpiel. preis 30 Pf. Hest2: Das Gelbbuch Krank. reichs. 2. Die Zeit vom 24. bis ZS. Zuli 1914. preis 30 Pf. SuchhandlunaVowätts Äerlin GW. 66, Lindenstraße 3 Jfämorrh o iden I*'• Ion «chwind«n«chnell u schmerzlos tjnrch Myrobal ABum, sicher bewahr- 1 teste äußerliche Anwendung M. 2,50. Otto Reichel, Berlin 43, liaMbalrttr. 4 ]tf echaniker-Kütel<■ Schlosser- Anzüge kaufen Sie am besten und billigsten in dem ffrttfiten Mpezialgeschiift von Kohnen& Jöring, Arbeits- und Berufs-Kleidung Alexanderstraße 12. Rosenthaler Straße 53. Landsberger Allee 148. Neukölln, Bergstr. 66� Lerantw. Stedakt.: Alfred vielep». Neukölln. Lnferatenteil ver«tt«. zcd.Wtackt.Lerkln.Dru-kiu'!öeriag:BorwärtSBuchdr.u.!LeriagsantUi1t AaulStngerk-�LerltnSW. Hierzu Z iöeiUacn u. UnterljflUunasW. Nr. 166. 32. Zahrgavg. 1 KkilM des„ilorraitlo" jittlim lreitag, 18. Zum 1615. Neue Cinfchüchterungsversuche. Auf dem Vcrbandstagc der Pommerschen Genossen- schastcn hielt am Mittwoch der bekannte Freiherr D. Wangenheim eine Rede, die von der„Deutschen Tageszeitung" unter Perwendung reichlichen Fettdrucks aus- sührlich wiedergegeben wird. Das Blatt versichert zum Neber- flusz. daß es sich um eine„außerordentlich bc- achtenswerte Aussprache" gehandelt habe. Freiherr v. Wangenhcim sagte u. a. nach der„Deutschen Tageszeitung": „Der Herr Oberpräsident hat bereits hervorgehoben, daß wir vor neuen schweren Aufgaben stehen. Möge» diese Aufgaben so schwer sein und so schwer werden, wie sie wollen, möge auch die furchtbare Dürre, die uns jetzt heimsucht und die eine schlechtere Ernte zur Folge ha!, als vor einiger Zeit in Aus- ficht stand, uns schade», wir werden mu einer Organisation, welche jetzt inil Beginn des neuen Wirtschaftsjahres einsetzt, auch diese Schwierigkeiten glatt überstehen, wenn wir so weiter zusammen- arbeiten, wie es bisher geschehen ist. Und wir können nur den einen Wunsch, die eine dringende Forderung aussprechen, daß nicht irgendein leitender Staatsmann etwa ans Besorgnis Über dir Zu- kunft, welche uns wirtschaftlich bevorsteht, nun dahin gelangen könnte, einen vorzeitigen Frieden zn schliefen, oder eine schwäch- kichc Nachgiebigkeit zu zeigen, gegenüber den Drohungen, welche heute von jenseits des grosw» TcichcS zu uns herüberkommen. (Bravo h Ich spreche Ihne», das weis; ich, allen aus der Seele, wenn ich sage: Auch gegenüber der Großmnuligkcit der Bereinigten Staate» wollen Ivir festhalten an dem. was wir als richtig erkannt haben. Wir wollen die Opfer an Gut und Blut nicht gebracht haben, mn einen schwächliche» vorzeitigen Frieden zu haben. Wir lvollcn nur einen Frieden, der Deutschland eine friedliche, eine ehrenvolle Zukunft für lange Zeiten sichert.(Bravo!) Was hat der Eintritt von Italien in die Reihen unserer Gegner für einen Eindruck überhaupt gemacht? Das deutsche Volk ist den Italienern gegen übergetreten mit dem G e- fühl, das ihnen gebührt, mit dem Gefühl der Ver- a ch t ii n g.(Sehr richtig!) Von Erregung haben wir nichts ge- merkt. Aber ebensowenig glaube ich, würde das deutsche Volk eS verstehen und würde es je vergeben, wenn sich ein Staats- mann finden sollte, der nun ungerechtfertigter- weise die Segel st reiche vor Drohungen, welche von jenseits des großen Wassers kommen. Möge Amerika unsere Schiffe und sonstigen Werte be- schlagnahmen, niehr als die Vereinigten Staaten uns heute schon schaden, kömien sie unS auch dann nicht schaden, wenn sie uns den Krieg erklären.(Sehr richtig!) Was spielen diese paar Milliarden für eine Rolle gegenüber dem, was auf dem Spiele steht. Wir wollen hier ganz klar und fest zum Ausdruck bringen, daß wir durchhalten wollen gegen alle Feinde, mögen sie von diesseits oder von jenseits des Wassers kommen. Wir richten die dringende Bitte an den höchsten Kriegsherrn und an die leitenden Männer im Deutschen Reich: Hm Gottes willen keine schwächliche Nachgiebigkeit! Wir könne» durchhalte» und werden durchhalten." Diese Rede ist in der Tat ein gewichtiges Glied in einer Kette n n v crantiv örtlicher Treibereien «um den Ausdruck.zu gebrauchen, der in der Presse so beliebt ist, die Herrn v. Wangenheims Standpunkt teilt), die auf nichts Geringeres abzielen, als den Verailtivortlichen amtlichen Stellen Knüppel zwischen die Beine zn werfen und sie zn Schritten zn drängen, vor denen jede gesunde politische Uober- legung warnen muß. Daß Deutschland sich nach Möglichkeit eine friedliche und ehrenvolle Zukunft zn sichern hat, ist eine Selb st ver- st ä n d l i ch k e i t, die wirklich nicht bis zur Abgedroschcnheit wiederholt zu werden braucht. Es gibt in Deutschland nicht c i n c tl Menschen, der diesen Wunsch nicht hegte. Ist schon deshalb die ewige Wiederholung dieser Forderung eine lieber- flüssigkeit, so sollten sich konservative Politiker gerade von ihrem Standpunkt anS vollends sagen, daß es geradezu eine Beleidigung deutscher Staats in änn er— und Herr v. Wangenheim sprach ja wiederholt von leitenden deutschen Staatsmännern!— ist, ihnen nicht von vornherein im weitesten Umfange eine solche Ueberzeugung zuzutrauen. Und bedenken denn die Herren, die durch ihre kräftige, bis zur Derbheit kräftige Sprache im Ausland den Eindruck der deutschen Stärke zu erwecken beabsichtigen, gar nicht, wie sehr sie ihrer ureigen st cn Absicht entgegen- arbeiten, wenn sie durch ihre überhitzte Polemik gegen amtliche Stellen im Ausland die Auffassung verbreiten helfen, als bedürften die leitenden Staatsmänner Deutschlands eines so robusten Zuredens, um eine Politik einzuhalten, die Deutschlands„ehrenvolle Zukunft" sichert?! Es ist ein geradezu befremdendes Schauspiel: die- selben Herren, die deutschen Blättern, die eine vernünftige realpolitischc Auffassung der Dinge verfechten, den Vorwurf machen, daß sie im Ausland den falschen Eindruck einer deutschen Schwäche erregten, halten es für politisch klug, demselben Ausland den� Anschein vorzuspiegeln, als ob leitende deutsche Staatsmänner nur durch einen Ton au ihre Pflicht erinnert werden könnten, der sehr wenig von„der guten Kinderstube" verrät, auf die man sich doch sonst so viel zu gute tut! Wer in diesem Falle das Ansehen des deutschen Volkes gefährdet, wird bei einigem Nachdenken auch der Redaktion der„Deutschen Tageszeitung" nicht rätselhaft sein! Bisher galt unter Gebildeten die Ansicht, daß man einer guten Sache durch ungebührlich starke Ausdrücke keineswegs dient und daß der Starke nicht zu Verbalinjurien zn greifen braucht. Und wir glauben nicht nur im Namen des guten Geschmacks, sondern auch im Sinne der verantwortlichen Leiter der deutschen Politik zu handeln, wenn Ivir gegen die von Herrn v. Wangenheim beliebte Tonart zur Wahrung des Kulturansehens der deutschen Nation ausdrücklichste Ver- Wahrung einlegen. Wir erklären deshalb den an Italiens Adresse gerichteten Ausdruck der„Verachtung" für ebenso unangebracht, wie die Redensart von der„ Groß m äulig- feit" Amerikas. Es stünde traurig um Deutschlands Sache und um die Kultnrehre des Vaterlands der Goethe und Kant, wenn nur mit solchen Mitteln innerpolitische und internationale Konflikte entschieden werden könnten! Grunöbescherfragen unö Kriegsfürsorge vor der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses. Bei der Fortsetzung der Beratung über den Antrag Brütt in der verstärkten Budgetkommission des Abgeordnetenhauses führte zunächst der Berichterstatter zu der Lage des st ä d t i s ch e n Grundbesitzes, Abg. Dr. Boenisch ,aus: Der städtische Grundbesitz habe wie jeder andere Erwerbszweig unter den all- gemeinen Folgen des Krieges zu leiden und diese Nachteile natürlich ebenso zu tragen wie die anderen Erwerbsständc. Zu diesen all- gemeinen Nachteilen gehöre das Abwandern der Mieter aus besseren in die billigeren Wohnungen, das Lcerstehen von Wohnungen, das Sinken der Mietpreise, die Verteuerung des Hypothekenkapitals, die Versteifung des Hypothekenmarktes überhaupt. Darüber hinaus aber der Hausbesitzerstand noch unter besonderen Kriegsnachteilen zu leiden, die sich vornehmlich aus den Kriegsverordnungen ergäben. Hierher gehöre insbesondere die Bundcsratsvcrordnung voni 4. August 1914, betreffend den Schutz der infolge des Krieges an der Wahrnchiming ihrer Rechte behinderten Personen. Diese Ver- ordnung äußere ganz spezifische Wirkungen binstchllich der Ver- Wertung der zu vermietenden Wohnungen.' Sie mache cS infolge der Aussetzung des gerichtlichen Verfahrens den Hausbesitzern in weitem Umfange unmöglich, ans ihren Mietwohnungen, soweit sie an Kriegsteilnehmer bzw. deren Familien vermietet seien, den erforderlichen Betrag zu erzielen. Aehnliche Wirkungen äußere die Bundcsratsvcrordnung vom 7. August 1914, betreffend die gerichtliche Bewilligung von Zahlungsfristen � hinsichtlich der Mieter überhaupt, auch wenn sie nicht Kriegstcilnchnier seien. Vor- zugswcise handle es sich dabei um Kleinmicter, und bei den Be- sitzern von Häusern mit Kleinwohnungen könnten die Miß- stände iil derartigem Grade sich häufen, daß die Hansbesitzcr mit ihrem wirtschaftlichen Untergänge bedroht seien. Solche Haus- besitzcr könnten jetzt tatsächlich in die Lage kommen, ihre Miel- Wohnungen den Inhabern auf nicht absehbare Zeitlöhne Entgelt überkasscn zu müssen, ja, noch Wasser. Licht und Heizung dazu- zugeben. Andererseits liefen ihre Verpflichtungen an Hypotheken- zinsen, Steuern, Reparaturkosten und dcrgl. natürlich in derselben Weise, vielfach sogar in verstärktem Maße, fort wie in normalen Zeiten. Stichproben hätten Mietsausfälle von über 29 Proz. der Jahresmiete allein an solchen Kricgsschädcn ergeben. Natürlich sei das bei der leider vielfach vorhandenen hohen Verschuldung für die Hausbesitzer auch nur auf turze Zeit nicht erträglich. Es sei nun seitens der Gesetzgebung wiedcrnni verschiedenes geschehen, um die dem Hausbcsitz durch die Kriegsgesetzgebung aufgebürdeten Lasten zu mildern. So verfolge diesen Zweck zunächst die Bundes- ratsverordnung vom 13. Dezember 1914, betr. Einiguugsämter. Diese Einiguugsämter sollen einen billigen Ausgleich vermitteln in Streitsachen zwischen Mietern und Vermietern sowie zwischen Hypvthckcnschuldnern und Hypothekengläubigern. Ferner seien die vom Reick und vom preußischen Staate für die Kricgsschnden bereitgestellten Mittel zum Teil in den Dienst der Mietuntcr- stützung gestellt worden. In der Praxis würden diese Mictunter- stnyungcn in sehr verschiedenartigem Maße und unter verschieden- artigen Bedingungen gewährt. Einen besonders heftigen Stein des Anstoßes bilde die Bedingung, daß die Hausbesitzer ihrerseits ans einen oft außerordentlich hohen Anteil der vereinbarten Miete verzichten müssen, wenn ihre Mieter überhaupt eine Miet Unterstützung seitens der Gemeinden erhalten sollen. Nicht mit Un- recht werde von feiten der Hausbesitzer hierin eine Abbiirdnng der Obdachpslicht, die den Gemeinden sowieso obliege, erblickt. Ferner sei nicht abzuleugnen, daß durch den auf diese Weise den Hausbesitzern abgcdruiigcncn Verzicht aus einen Teil der Miete eine Kluft entstehe zwischen den Einnahmen und den Ausgaben der Hausbesitzer, die viele nicht tragen könnten. Des weiteren babc die Gesetzgebung Maßnahmen zur Regelung des Verhältnisses zwischen Hypothekenschuldnern und Hypothekengläubigern ergriffen. Hier sei namentlich hinzuweisen auf die Verordnung vom 22. Dezember 1914, betreffend die Bewilligung von ZahlungS- fristen bei Hypotheken und G r u n d s ch u l d c n, wodurch bei der Rückzahlung dieser Schulden den Schuldnern eine Zahlnngs- frist bis zu sechs Monaten gewährt werden könne, wenn die Lage des Schuldners es rechtfertige und dcni Gläubiger kein unvcrhältnis- mäßiger Eckadc, daraus erwachse. Fn vielen Fällen reiche diese Frist aber nicht aus, wohl aber würde es vielfach möglich sein, die Hypotheken zn regulieren, wenn die Frist länger wäre. Wenn es zur Zwangsversteigerung komme, so babc die Gesetzgebung wiederum eingegriffen durch neuerliche Verordnungen, wodurch Aufschub bc- wirkt werden könne. Selbstverständlich sei dies aber mit erneuten Kosten verbunden und die angedrohte Zwangsversteigerung über- Haupt kein empfehlenswerter Ausweg. Tie Hypothckennot werde nach Ansicht des Berichterstatters nach dem Kriege nicht leichter, sondern ichwerer Werden, wie sie auch schon vor dem Kriege außer- ordentlich großen Ilmfang angenommen habe. Unter diesen Ilm- ständen könne man die bisherigen Maßnahmen lediglich als Palliativinittcl bezeichnen. Endgültige Abhilfe würde nur durch planmäßiges umfangreiches Borgehen mit positiven Maßregeln auf diesem Gebiete zu erzielen sein. Int allgemeinen Wirtschaft- lichen Interesse müsse schließlich noch mit allen Mitteln die Wiederbelebung des Bau Marktes überhaupt bc- trieben werden. Am leichtesten würde dies ins Wgrk zu setzen sein durch eine Fürsorgetätigkeit, durch welche der Bau v o n Kleinwohnungen und Mittel Wohnungen, in den großen Städten namentlich, gefördert würde. An diesen Wohnungen sei heute schon Mangel, während an größeren Wohnungen in weitem Umfange Ileberangevot herrsche. Nach dem Kriege werde der Bedarf an Klein- und Mittelwohnungen voraussichtlich nock stärker hervortreten und es fei deshalb um fo bedauerlicher, daß gegenwärtig vielsack der Bau von solchen Kleinwohnungen nickt nur nicht gefördert, sondern in einzelnen Orten wenigstens geringes Entgegenkommen finde. Die Belebung des Baumarktes würde zu den erfolgreichsten Mitteln gehören, unser Wirtschaftsleben nack dem Kriege wieder auszurichten, denn kaum irgendein Gebiet gebe es, welches so allgemein die Tätigkeit des Handwerks wie der Großindustrie in Anspruch nehme wie der Baumarkt. In der Zusammenfassung dieser Darlegungen machte der Bc- richterstatter Vorschläge zur Regelung des Verhältnisses zwischen Mieter und Vermieter, zwischen Hypothekenschuldner und Hypotheken- gläubiger und endlich zur Belebung des Baumarktes. Der Minister des Innern führte aus, es sei die Lage des städtischen Hausbcsitzes vor dem Kriege sckwierig gewesen und sei während des Krieges noch schwerer geworden. Durch die Bunde?- ratsverordnung vom 22. Dezember 1014 imd vom 22. April 1915 und vom 20. Mai 1915 sei der Versuch unleruommeu worden, die Lage der Hausbesitzer zu bessern. Bor dem Kriege habe eine Kom- Mission getagt, die die Lage des städtischen Hausbesitzes beriet. Er wünsche, diese Kommission möge bald wieder ihre Verhandlungen aufnehmen können. Erreicht werden müssen: erstens unkündbare Hypotheken, zweitens zweite Hypotheken, drittens amortisicrbarc Hypotheken. Bei deni Rcalkredit sei zu unterscheiden zwischen organisiertem und unorganisiertem Realkredit. Ter Rcalkredit belausc sich aus zirka 69 Milliarden im Reich, wovon 49 Milliarde» auf Preußen cnt- ficlen, von diesen etwa 20 Milliarden aus den uiiorganisicrtcu Realkredit. Bedenke man, daß der Gesamtrealkredit bei einem Durchschnittszinsfuß von nur 4 Proz. einen jährlichen Zinsbetrag von 1,6 Milliarden darstelle, so könne man sich eine Vorstellung vom„Eisenbahnkrieg". Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben; Um einen Ueberblick über die Borbereitungen für den„Eisen- bahnkrieg" zu gewinnen, bedenke man, wie es in den kritischen Tagen Anfang August 1914 in Deutschland aussah: Es war Ferien- und Reisezeit. Tie großen Truppenübungsplätze in jedem Korps- bezirk waren mit Truppen voll belegt. Ter Güterverkehr stand ans gewohnter Höhe. Bis zuletzt glaubte alles an die Erhaltung des Friedens; auch sonst hätten KricgSvorbereitungen der Eisenbahnen aus politischen Gründen unterbleiben müssen. Am 2. August wurde der Kxieg erklärt. Alles, was unterwegs war, eilte zur Bahn, um die Hcimgt vor dem Einsetzen der großen MilitärtranSportbdwegungen zu erreichen; Angehörige suchien ihre Söhne und Prüder guf, ihnen vor dem Ausrücken ins Feld noch Lebewohl zu sagen. Die nach den Ucbungsplätzcn ausgerückten Truppen wurden schleunigst in ihre Garnisonen zurückbefordert. Die Bereitstellung unserer Armeen mußte zum Teil im in- diistricreichcn westlichen Grenzgebiete erfolgen. Tauscndc langer Militärzüge sollten dorthin fahren. Die Bahnhofe mußten bis dahin von den großen Mengen beladen er und unbeladener Güterwagen geräumt sein, um einer-unentwirrbaren Verstopfung im Aufmarzch- gebiet vorzubeugen. ,, Gleichzeitig'setzten andere große Transportbewegungen ein, die unser Vaterland in allen Richtüngcn durchzogen. Lange Züge mit leeren Wagen und Reihen zusammengekoppeltcr Lokomotiven fuhren dorthin, wo nach sorgfältiger.Berechnung beim Beginn des Aufmarsches Wagen- oder Lokomotivmangcl eintreten mußte. Die Lage unserer verkehrsreichen und verkehrsarmen Gegenden läßt stellungsorten; daneben die Zufuhr von Gerät und Material für die Truppen und die Armierung der Festungen. Die ganz ver- schiedcne Bevölkerungsdichte unseres Vaterlandes läßt auf die hauptsächlichsten Wege dieser Transporte schließen. Ans den Gegenden Teutschlands, wo unsere Pferdezucht blüht, rollten die Züge nach feststehendem Plan an alle die Orte, wo zur Ausstellung der Feldformationen gegenüber dem JriiHcnsbcstande bcckcutciib mchr Pferde gebraucht wurden. Aus vichrcichcii Gegenden giiigeii�lange Züge mit Schlachtvieh zu den Armeekonservenfabriken.— Schließlich sei noch der getvaliigcn Bc- weguiig gedacht, welche die Kohlen aus den großen Bergwerks- revieren den Häfen der Marine vom ersten Tage ab ohne Unter- brcchung zuführt. Wenige Stunden nach dem Ausspruch der Mobilmachung gingen die ersten Züge an unsere Grenzen, um sie gegen feindlichen Einsall zu sckützen. Von Tag zu Tag schwoll diese Ausmarschbcwegung an, bis zu dem Zeitpunkt, wo uiiscrc Armeen vormarschbereit an den Grenzen standen und unzählige Magazine hinter ihrer Front bis tief nach Deutschland hinein planmäßig mit Vorräten an Verpflegung, Munition usw. gefüllt waren. Ein Durcheinander gewaltiger Bewegungen auf den deutschen Schienenwegen! Zug um Zug unter Berücksichtigung der jeweiligen, mit den Jahreszeiten sich verschiebenden Verhältnisse, im Frieden festgelegt und nach Ausspruch der Mobilmachung pünktlich durch- geführt. Das war in großen Zügen die Friedcusarbeit der Eisenbahn- abteilung des Großen Gencralstabes in Berlin tind ihrer Organe, der Linicii-Kommandanturcn. Daß diese Arbeit ein enges Zusammengehen mit vielen anderen Behörden, namentlich den Eisen- bahnverwaltungeii, zur Vorbedingung hat, liegt auf der Hand. Die Transportbewegungen auf den Eisenbahnen sind glatt ver- lausen. Wie leicht konnte aber durch höhere Gewalt, menschliches Versehen oder auch verbrecherische Hand an irgend einer Stelle unseres engmaschigen Bahnnetzes eine ernste Störung eintreten, welche die rechtzeitige Bereitschaft des Heeres au der Grenze in Frage stellen konnte. Tic Eisenbahnabteilung mußte dalier bei ihren Vorarbeiten die nach unseren geographischen Verhältnissen ehest zu erwartenden und schwerwiegendsten Störungen berück- sichtigen. Tie Organe der Eisenbahnabteilung mutzten auch durch mannigfache Friedensübung so geschult werden, daß sie mit fach- kundiger Hand, mit Geschick und VerantwortungSsreudigkeit bei allen Störungen so eingriffen, daß trotz alledem das Ziel unserer Transportbewegungen pünktlich erreicht wurde.— Wenn auch die Erwartungen eines glatten Aufmarsches nicht getäuscht sind, so darf man doch zuversichtlich annehmen, daß man etwaiger Störungen Herr geworden wäre, und daß trotz aller Hemmnisse die Armtcn zur rechten Zeit au der Grenze bereit gestanden hätten. Diese Schulung der Militär-Eiscnbahn hat sich aber auch während des Krieges belohnt gemacht. Wie die Truppensührcr die Marschkolonnen auf den Straßen sc nach den eintressenden Nachrichten vom Feinde auf neue Marschziele leiten, so werden die auf den Schiene» lue gcn lausenden Hceresvcrbände unter Berück- sichtigung der besonderen Eigenarien der Eisenbahnen je nach der operativen Lage in andere Richhingen gebracht. Die Geschicklichkeit der beteiligten Offiziere und Beamten in der Führung der„Eisen- bahnmarschkolonnen" hat zu den herrlichsten Erfolgen im Osten und Westen wesenilich beigetragen, ihren schönsten Lohn aber in den letzten Siegen in Galizien gcerntct. Tic Vorbedingung für diese Beweglichkeit und Wendigkeit der„Eisenbahnmarschkolonnen" ist ein gut entwickeltes Bahnuetz.— Das ffibrt uns zur letzten großen Friedensaufgabe der Eisenbahn-Abteilung: �der lleber- wachung des Bahnausbaues. Die Schwierigkeit dieser Aufgabe lag daran, daß die Wege des deutschen Handels oft andere gewesen sind als die Wege zn unseren Feinden im Westen und Osten. Weit vorausschauend mutzten die für die militärischen Bedürfnisse� und die für die Entlvickclimg von Handel, Jnditstrie und Landwirtschaft erforderlichen Bahnbauten festgestellt und die Dringlichkeit gegen- seitig sorgsam abgewogen werden.— Auch die Berücksichtigung der militärischen Jntereffen bei kleineren Ausbauten mutzte überwacht werden. Als der Aufmarsch unserer Armeen an den Grenzen vollzogen war, und der Vormarsch begann, begab sich der Chef der Eisenbahn- abteilung mit seinem Stabe als„Chcs des Fcldcisenbahnlvesens" im Gefolge«einer Majestät ins Feld. Mit dem Tage der Mobilmachung ist die Stellung der Militär- Eisenbahnbehörden Aegeuübcr den deutschen Eisenbahiivcrwaltuugen völlig geändert. Sämtliche Eisenbahnen Deutschlands befinden sich seitdem im.Kriegsbetriebe, d. b. die Bahnverwaltungen sind bezüglich der Einrichtung, Fortführung, Einstellung und Wiederaus- »ahme des Bahnbetriebes den Anordnungen des Chefs des Feld- eiscnbahnwcsens unterworfen. Tie Äiisführungsanweisungen für die Regelung des Kriegsbetriebes gibt er durch die Linicnkomman dantureu; auch siebt ibm für die Arbeit in der Heimat die Eisen bahnabteilung des stellvertretenden Großen Gencralstabes in Berlin zur Verfügung. Zu dem beimischen Bahnnetz trat bald Bahngebiet in eroberten Landesteilcn hinzu. Unsere Truppen sind im schnellen Ansturm weit in das Innere des feindlichen Landes vorgedrungen, aber die Gegner haben auf allen Kriegsschauplätzen noch Zeit gefunden, beim Rückzüge die meisten größeren Brücken zu sprengen und viele Tunnels zu sperren. Die Schienenwege müssen den vorwärts dringenden Armeen dicht auf den Fersen bleiben, wenn anders deren Vormarsch nicht gehemmt werden soll. Ties bedingt schnellste Wiederherstellung und Inbetriebnahme der feindlichen Bahnen. Für diese Aufgaben waren nach Ausspruch der Mobilmachung zunächst zwei Mfflitär-Eisenbahndircktioncn ausgestellt, die dcn machen San der Wirkung eines Moraiorrums und don der Ge- fährlichkeit einschneidender gesetzlicher Eingriffe. Zur Reorgani- sierung des städtischen Realkredits seien während der letzten Jahre mancherlei Versuche gemacht worden. Bis etwa vor 10 Jahren Kabe es in Preußen als nahezu einzige Anstalt für den städtischen Realkredit nur das Berliner Psandbriefamt gegeben. Inzwischen seien in Brandenburg und in Westfalen provinzielle Pfandbrief- äinter für den städtischen Realkredit, außerdem das Posener Pfandbriefamt unter Beteiligung des Staates geschaffen. Tiefe Institute betreffen aber fast ausschließlich nur erste Hypotheken, während für zweite Hypotheken nur der unorganisierte Kredit in sfrage zu kommen habe. Erst ganz neuerdings seien von einzelnen Städten auch für die zweitstelligen Hypotheken Einrichtungen ge- schaffen; so seien gegen 60 städtische Beleihungsanstalten entstanden. die in der Organisation verschieden, aber im wesentlichen nach gleichartigen Grundsätzen arbeiteten. Sie verlangen hohe Tilgung, 1 bis 2 Proz., Tilgung auch der Vorhypothek, die in der Regel von der Sparkasse oder einer anderen öffentlichen Kasse gegeben sein müsse, Bcleihungsgrenze 76 Proz. Schwierig- kciten mache die Finanzierung, da die Gemeinden auf die Tauer mit Anleihen bei Sparkassen uird sonstigen Fonds nicht auskommen würden. Die Herausgabe von Pfandbriefen sei aber dep großen Masse der Städte, insbesondere den kleineren, verschlossen. Hier werde eine Abhilfe einsetzen müssen. Entweder müsse man die bestehenden provinziellen Pfandbriefanstal- ten auch für zweite Hypotheken ausbilden oder die bcsteheirden städtischen Organisationen zu einer Zentral- stelle, einer Zentvalstadtschaft, vereinigen. Diese Zentralstadt- schast müsse ihrerseits Pfandbriefe ausgeben und Einfluß auf die Beleihungsgrundsätze gewinnen. Der zweite Weg, der der Zu- sammenfassung der städtischen Organisationen, dürfe schneller zum Ziele führen. Wenn der Wunsch bestehe, den vor den Mietseini- gungsämtern abgeschlossenen Vergleichen Bollstreckbarkeit zu geben, so stehe dem entgegen, daß die Einigungstätigkeit der Aemter dadurch insofern leicht lahmgelegt werden könne, als die Neigung zum Abschluß von Vergleichen dadurch nicht gefördert werde. Auch erfolgten die Vergleichsabschlüsse meist in formloser Art, mit der die alsbaldige Vollstreckung schwer vereinbar sei. Endlich hätten die Vergleiche vielfach keinen ohne Iveiteres vollstreckbaren Inhalt. Was die Frage städtischer Beihilfen an die Hausbesitzer zu den gewährten Mietsnachlässen anbetreffe,>i'o könnten d i e Kommunen keinesfalls zwangsweise a n g eh a l° ten werden, allgemein auf einen Mietsnachlaß des Hausbesitzers zu verzichten. Das würde, einen Eingriff in die Selbstverwaltung bedeuten, zu der er nicht die Hand bieten könne, zumal die Selbstverwaltungsorgane weit über ihre Pflicht hinaus Fürsorge geleistet und hervorragende Beweise ihrer Leistungsfähigkeit abgelegt hätten. Die Zahl der Zwangs- Vollstreckungen sei von 020 im ersten Quartal 1014 auf 270 im gleichen Zeitraum dieses Jahres gesunken. In der Diskussion wurden die Ausführungen des Be- richterstatterS nach verschiedenen Richtungen hin ergänzt, in einzel- nen Punkten fanden sie auch Widerspruch.� So würden die vielfach aus Hqusbesitzerkreisen geforderten T a x ä m t e r erwähnt, ferner die Begründung von Kriegskreditkassen zur Erleichterung der Zahlung der Hypothekenzinsen. Es wurde ferner hervorgehoben, daß ohne Verstärkung der von Reich und Staat ausgeworfenen Mittel eine Bekämpfung der Notlage nicht möglich sei. Es sei eine Auffüllung dieser Mittel nötig, damit in größerem Umfange als bisher Mietsbeihilfen gewährt werden könnten. In Fällen, in denen jetzt während des Krieges Hypothekenkapitalien fällig würden, sei nicht nur die Verlängerung der vom Bundesrat zugelassenen richterlichen Zahlungsfrist nötig, sondern auch die Möglichkeit für den Richter, bei der Fristerteilung die Bedingungen der Hypothek für die Dauer der Stundung zu regeln. Gegenüber der Aus- sührung des Berichterstatters wurde hervorgehoben, daß zwar nicht gebilligt werden könne, wenn seitens der Gemeinden grundsätzlich die Gewährung von Mietsbeihilfen von dem Verzicht des Vermieters auf einen Teil der Wohnungsmiete abhängig gemacht werde, daß jedoch auch das Gegenteil nicht grundsätzlich verlangt werden dürfe, da auch alle anderen Erwerbsklassen sich Schädigungen infolge der durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse ohne Anspruch auf Eni- schädigung gefallen lassen müßten. Gegenüber Angriffen, die aus der Kommission gegen das Verfahren der Stadt Berlin bei Gewährung von Mietsbeihilfen gerichtet wurden, stellte ein Kommissionsmitglied fest, daß es sich bei den gerügten Vorgängen um anfänglich geltende Anschauungen gehandelt habe, von denen man längst wieder abgekommen sei. Bezüglich der öffentlicht-rechtlichen Kreditanstalten für den städtischen Haus- besitz, über deren Notwendigkeit als Ergänzung der bestehenden Kreditorganisationen volle Einigkeit herrschte, wurde hervorgehoben, daß diese Anstalten nur dann wirklich Wert hätten, wenn sie in den Stand gesetzt würden, sich das nötige Geld zu verschaffen, um auch sogenannte'zweite Hypotheken zu geben. Dazu sei erforderlich, daß die Pfandbriefe dieser Anstalten für größere Bezirke, mindc- stens Provinzen gemeinsam und, soweit zweite Hypotheken aus- gegeben würden, unter Garantie der entsprechenden Verwaltungs- körper ausgestellt würden. Der L a n d w i r t s ch a f t s m i n i st e r führte aus, eine gesetz- liche Regelung des Schätzungswesens für Grundstücke, auf die sich einer der vorliegenden Anträge beziehe, sei bereits vor dem Kriege vorbereitet worden. Es sei aber fraglich, ob sich eine Einbringung der Gesetzesvorlage während der Kriegsdauer empfehle. Gleichfalls vor dem Kriegsausbruch sei schon der Errichtung weiterer Pfand- briefanstalten für den städtischen Grundbesitz ständig Aufmerksam- keit zugelvendet worden. Tie Staatsrcgierung werde auch dafür sorgen, daß die Verhandlungen mit den Provinzialbehörden wäh- rend des Krieges weitergeführt würden, um nach Möglichkeit schon beini Friedensschlüsse den Betrieb neuer Pfandbriefan st alten eröffnen zu können. Diese Anstalten würden auch für zweitstellige Hypotheken auszubauen sein, für die das Bedürfnis besonders dringend werden würde. Dem Antrage auf Einrichtung einer staatlichen Kriegs- d a r l e h n s k a s s e für städtischen Grundbesitz— zwecks Gewährung von Vorschüssen an Hausbesitzer zur Zahlung von Hypo- thekenzinsen usw.— könne die Staatsregierung nicht entsprechen. Die Gründung solcher Hilfskassen müsse, wie es bereits auf an- deren Gebieten geschehen sei, den Hausbesitzerkreisen selbst über- lassen bleiben. Schließlich wurden folgende Anträge von der Kommission an- genommen: Die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, dahin zu wirken, 1. daß die durch die Bekanntmachung des Bundesrats vom 17. Dezember 1014 gegebenen Bestimmungen, wonach die Er- stattungsfähigkeit der den Gemeinden für die Kriegswohlfahrts- pflege entstandenen Kosten in der Regel auf ein Drittel beschränkt ist, mit Rücksicht auf die immer dringlicher hervortretende Not- wendigkeit, M i e t s u n t e r st ü tz u n g e n in erhöhtem Maße als bisher zu gewähren, in Fortfall kommt und die Veywendungs- Vorschriften für die gleichermaßen seitens des preußischen Staates zur Verfügung gestellten Mittel entsprechend geändert werden; 2. daß die uad� der Bekanntmachung, betreffend die Be- lvilligung von Zahlungsfristen bei Hypotheken und Grundbuch- schulden vom 22. Dezember 1014(Reichsgesetzblatt S. 543) zu- lässige Bewilligung einer Zahlungsfrist bis auf ein Jahr erstreckt werden kann, wenn die Lage des Beklagten es rechtfertigt und dem Kläger kein unverhältnismäßiger Nachteil erwächst; 3. daß noch während des Krieges vorbereitende Mahnahmen getroffen' werden zur Erleichterung des stäKischen Realkredits auf der Grundlage öffentlich-rechtlicher Kredit- anstalte n dergestalt, daß diese Kreditanstalten alsbald nach Beendigung des Krieges ihre Tätigkeit beginnen können; 4. daß die Gemeinden veranlaßt werden, die Gewährung von Mietbeihilfen aus Anlaß des Krieges nicht allgemein abhängig zu machen von der Forderung, daß der Vermieter auf einen Teil seiner Mietforderung Verzicht leistet; 5. daß. nachdem es durch den Schluß des Landtages nicht möglich geworden ist, das Wohnungsgesetz zustande zu bringen, alsbald ein neuer Entwurf vorgelegt wird, durch den insbesondere der Bau von Kleinwohnungen zwecks Verhütung sozialer Notstände und Hebung des Baugewerbes gefördert wird. Ferner 6. die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, der Not von Gasthofsbesitzern und Wohnungsvermietern in solchen See- badeorten, in denen aus militärischen Gründen der Bade- betrieb verboten ist, durch Gewährung von staatlichen Bei- Hilfen zu steuern. Zu Nv. 7 des Beratungsplanes: Fürsorge für die Familien der Kriegsteilnehmer ;ab der Berichterstatter Abg. Dr. Schroeder(Kassel) einen Ueber- ilick über die gesetzliche Entwickelung der Familienunterstützung der Kriegsteilnehmer und legte insbesondere dar, wie an der Hand von vier durch den Minister des Innern neuerdings erlassenen Verordnungen allmählich der Kreis der Unterstützungs- berechtigten und das Matz der Unterstützung erweitert seien und wie die Königliche Staatsregierung gerade in diesen Erlassen be- strebt gewesen sei, den sozialen Gedanken der Familienunterstützung in vollkommenstem Maße zur Geltung zu bringen. Im einzelnen wies der Berichterstatter auf die Schwierigkeit der Lieferungsver- bände hin, denen die gesetzliche Verpflichtung obliege, die vom Reich festgelegten Mindestbezüge für das Reich aus eigenen Mitteln zu beschaffen. Zwar sei ihnen demnächst eine Rückerstattung durch das Reich in Aussicht gestellt, der Zeitpunkt der Rückerstattung stehe aber noch nicht fest, sei also ganz unbestimmt, und in der Zwischen- zeit müßten die Lieferungsverbände die Verzinsung dieser Aus- lagen selbst tragen. Die über das Mindestmaß hinausgehenden Leistungen fielen ihnen zudem endgültig zur Last. Große Schwierig- leiten entstünden dadurch, daß der Begriff der Bedürftig- ke i t nicht feststehe, daß die Unterstützungskommission allein ent- scheidend sei und es ein Rechtsmittel hiergegen nicht gäbe. Offen- bar würde auch an diesen Orten nicht richtig verfahren, manche Lieferungsverbände beschränkten sich ausschließlich auf die M i n- d e st l e i st u n g e n, obwohl ihnen gesetzlich die Verpflichtung obliege, darüber hinaus noch mehr Leistungen zu geben. Schwierig sei auch die Frage, in welchem Matze die Zusatz- l e i st u n g e n zu erfolgen hätten, ob es bis zu v o llem Verdienst des Familienvaters oder nur bis zu einm gewissen Prozentsatz, etwa bis zu drei Vierteln, kommen könne, ob die Mehrleistungen schematisch zu bemessen seien, etwa aus das anderthalbfache der Mindestleistungen, wie die Kinderzahl zu berücksichtigen sei, in Welchem Matze die Unter st ützung der Arbeitgeber anzurechnen sei, daß E r s p a r n i s s e bis zu einem gewissen Betrage von etwa 3000 M. berücksichtigt werden dürften bei der Bemessung der Zusatzleistungen und ähnlichen Fra- gen. Unter allen Umständen müsse daran festgehalten werden, daß Eisenbahnbetrieb in dem eroberten Gebiet so einrichten sollten, wie etwa die Eisenbahndirektionen in der Heimat. Die eine der beiden Militär-Eisenbahndirektionen wartete in Aachen auf den Zeitpunkt, wo sie nach Belgien vorgehen könnte. Die mit den Truppen in vorderster Reihe vorgehenden Offiziere der Eisenbahnregimenter erkundeten die Bahnzerstörungen an den völlig verlassenen Eisenbahnlinien, zunächst bis in die Gegend Hassclt— Löwen— Namur— Marloie. Abgesehen von vielen kleine- ren Störungen, aufgerissenen Gleisen, umgeworfenen Maschinen usw. fand man 13 Brücken gesprengt und einen Tunnel durch mehrere, mit Volldampf ineinandcrgefahrene Lokomotiven gesperrt. Die Telegraphen- und Fernsprechleitungen waren heruntergerissen, die hierzu gehörigen Anlagen auf den Bahnhöfen unbrauchbar gemacht. Außerdem befanden sich die Gleisanlagen in Belgien zum größten Teil in einem recht vernachlässigten Zustande; die Schienen waren schadhast und in schlechter Gleislage. Häufig brachen die Weichen unter der Last unserer Lokomotiven.— Da mußten die Eisenbahntruppen ans Werk; sie haben fast über- menschlich gearbeitet, um den vordringenden Armeen die Nach- sührung von Munition und Verpflegung zu sichern. Ost mußten lange Militärzüge in dichter Folge über die Bahnen geleitet werden, nachdem notdürftig ein Gleis freigemacht, und auf den Bahnhöfen Unteroffiziere mit einigen Leuten den Betrieb übernommen hatten. Noch hatte z. B. keine deutsche Maschine Lüttich nach Westen hin überschritten, als schon der erste Zug mit deutschen Truppen, die den bei Brüssel Kämpfenden Unterstützung bringen und bis Löwen vorfahren sollten, in den Bahnhof einlief- Die vorliegende Strecke war gerade eben eingleisig in Ordnung gebracht, Betriebspersonal fehlte ganz, die Telephon- oder Tclegraphenverbmdungen zwischen den Stationen waren noch nicht wieder hergestellt. Trotzdem fuhr Zug auf Zug auf Löwen vor, die entleerten Züge kehrten auf dem- selben Wege zurück. Obwohl aus den Häusern auf die Züge ge- schössen und fortgesetzt feige Anschläge gegen die Bahnen von einer sinnlos verhetzten Bevölkerung ausgeführt wurden, kam die Truppe doch rechtzeitig an den Feind und konnte zum entscheidenden Sieg noch beitragen. Schritt für Schritt ging es mit der Wiederherstellung und Inbetriebnahme der Bahnen vorwärts. Am 1. September �zog die Atilitär-Eisenbahndirektion in Brüssel ein, Ende Oktober ruckte sie nach Lille vor. An ihre Stelle traten in Lüttich und Brüssel neu- gebildete Linienkommandanturen. Südlich der Militär-Eisenbabndirektion I tourde die Militär- Eisenbahndirektion II am 20. August in Ulflingen eingesetzt. nt» 25. August nach Libramont und am 4. September nach Sedan vorgeschoben. Ihr folgte bis Luxemburg eine neu- formierte Linienkommandantur. Die Gebiete der beiden Militär- Eisenbahndirektionen wurden mit der Zeit so umfangreich, daß zwischen beiden noch eine dritte mit dem Sitz in Charleroi einge- schoben werden mußte. Im Osten ist für das eroberte Gebiet Russisch-Polens eine Linienkommandantur in Lodz eingesetzt. Alle diese Behörden sind militärisch organisiert. Ter Eisenbahn- betrieb ist militärisch und wird in den Gebietsteilen dicht hinter der Front durch Eifenbahntruppen, weiter rückwärts durch Personal, das von den deutschen Eisenbahnverwaltungen abgegeben ist, ge- führt. Tie Bautätigkeit der Eisenbahntruppen erstreckte sich in den ersten Monaten des Krieges vorzugsweise auf die Wiederherstellung zerstörter Eisenbahnkunstbauten, um überhaupt mit Hilse feld- mäßiger Mittel schnell Bahnverbindungen für die Zwecke der Armeen zu schaffen; in den folgenden Kriegsmonaten galt es, diese Bahnverbindungen zu größtmöglicher Leistungsfähigkeit auszu- bauen. Neue Vollbahnen wurden gelegt, wo die vorhandenen im militärischen Interesse der Ergänzung bedursten, oder wo unsere Bahnen in das eroberte Land hinein keine Fortsetzung hatten. Bei den ungünstigen Geländeverhältnissen und dem schlechten Zustande der durck, den nassen Winter aufgeweichten Wege war man im vordersten Teile des Operationsgebiets zur Anlage eines viel- maschigen Netzes von Kleinbahnen, von Feld- und Förderbahnen gezwungen, um Munition und Verpflegung bis dicht an die Stellungen unserer Truppen vorzuführen. Eine längere Feldbahn hat nur in Polen für den Nachschub einer Armee vorübergehend Bedeutung gewonnen. An Stelle der Notbrücken mußten im Laufe der Zeit zur Er- höhung der Betriebsleistung und Betriebssicherheit Brücken mit permanentem Charakter treten. Tic Durchführung dieser Bauten geschah vorn im Operationsgebiet durch die Eisenbahntruppen, im weiter rückwärts gelegenen Etappengebiet durcki deutsche Privatfirmen. Im Laufe des Krieges sind bisher 104 größere Brücken gebaut. 8 Tunnels wieder hergestellt und 14 größere Vollbabncn dem Betriebe übergeben. Etwa 100 Bahnhöfe sind hinsichtlich ihrer Gleisentwickelung, ihrer Aus- und Einlademöglichkeiten ausgebaut, zahlreiche UeberholungSgleise für die langen Militärzüge und eine Reihe von Verbindungskurven zwischen wichtigen Bahnlinien gelegt. Die nachstehende Zusammenstellung gibt einen Ueberblick über die Entwicklung des Militäxbetricbes in den von uns besetzten feind- lichen Gebieten, hierbei sind die russischen an Ost- und Westpreutzen Mich der Weichsel angrenzenden Bahnen unberücksichtigt geblieben. die Frage der Bedürftigkeit unter keinen Um- st ä n d e n nach a r m e n r e ch t l ich e n Gesichtspunkten beurteilt werden dürfe, sondern daß die Lieferungsver- bände, wie auch die Königliche Staatsregierung in ihren Erlassen es wiederholt zur Pflicht gemacht hätte, frei von Engherzigkeit ver- sahven und die Familien der Kriegsteilnehmer unbedingt vor Not schützen müßten. Der Berichterstatter schloß seine Ausführungen mit dem Anerkenntnis, daß das Bestreben der Königlichen Staats- regierung, die Familien der Kriegsteilnehmer in größtmöglichem Umfange vor Not zu schützen, unzweifelhaft aus allen ihren Er- lassen hervorgehe und durchaus anzuerkennen sei. Aber auf der anderen Seite sei auch nicht zu verkennen, daß vielfach im Lande noch im Gegensatz zu den wohlwollenden Bestrebungen der Re- gierung die Handhabung des Gesetzes erfolge. Das sei zu bedauern und die Regierung müsse darauf drängen, daß ihren Zlnordnungcn überall in vollem Umfange nachgekommen würde. Der Minister des I nn e r n führte aus, die Staats- regierung bleibe fortdauernd bemüht, das Wohl der Angehörigen der Kriegsteilnehmer zu fördern, die Not zu lindern. Tie Praxis habe ergeben, daß allen dringenden Notständen nicht hätte begegnet werden können, wenn es lediglich bei den Bestimmungen des Ge- setzes vom August 1314 sein Bewenden gehabt hätte. Im Ein- Verständnis mit dem Reichskanzler habe er eine Erweiterung der gesetzlichen Bestimmungen eintreten lassen. Natürlich werde da- durch ein Risiko eingegangen, da die spätere Bewilligung der Reichs- mittel vorbehalten bleibe. Aber man dürfe da ans den Reichstag vertrauen, der sich der Ehrenpflicht nicht entziehen werde. Durch die Verordnung vom 28. April dieses Jahres sei die Fürsorge aus- gedehnt worden auf die erwerbsunfähigen Eltern und Großeltern der Kriegsteilnehmer. Es seien das diejenigen Fälle, in denen in Friedenszeiten gemäß der Wehrordnung die einzigen Ernährer von Eltern und Großeltern reklamiert werden könnten. Im Kriege gebe es derartige Reklamationen nicht. Weiter- hin dehne die Verordnung vom April die Fürsorge aus uneheliche Kinder und auf Anstaltspflege aus. Die Lieferungsverbände seien angehalten, es nicht bei den gesetzlichen Mindestbeträgen bewenden zu lassen, sondern nach Bedürftigkeit über die Mindestsätze hinaus- zugehen. Allen Beschwerden, die solche Fälle betreffen, in denen nicht derart verfahren würde, könne er Prüfung zusichern. Für die Zuschüsse, die über die gesetzlichen Mindestsätze hinaus- gehen, stehen den Gemeinden einstweilen die B e i t r ä g e a u s d e n 2 00- M i l l io n en so n ds zur Verfügung. Natürlich wäre es wünschenswert gewesen, wenn jetzt schon eine reichsgesetzliche Regelung eintreten könnte oder ReiHsmittel in größerem Um- fange zur Verfügung gestellt werden könnten. Aber man müsse in Betracht ziehen, daß die erste Aufgabe der Reichsfinanzverwal- tung während des Krieges der Schlagfertigkeit der Armee und Marine zugewandt bleiben müsse. Man werde aber das Ver- trauen haben dürfen, daß es nach dem Kriege die Finanzlage des Reiches unbedingt gestatten würde, der Pflicht der Moral und Gerechtigkeit zu genügen. Der Minister des Innern erklärte, er werde nach wie vor mit allen gebotenen Mitteln darauf hinwirken, daß die Lokal- behörden nach dem Geiste des Gesetzes verfahren und er schloß mit der Feststellung daß er sich in allen Zielen mit der Kommission einig wisse. In der Diskussion wurde angeregt, daß von feiten der Staatsregierung Grundsätze für die Beurteilung de« Bedürftigkeit, von deren Vorhandensein die Gewährung von Kriegsunterstützungen abhängt, aufgestellt werden möchten. Angeregt wurde auch, daß eine Berufung eingeführt werden möge gegen die Entscheidungen der Lieferungsverbände betreffend die Für- sorge für die Familien der Kriegsteilnebmer. Diese Anregung fand keine Zustimmung in der Kommission und wurde von der Regierung bekämpft. Angeregt wurde ferner, daß eine Anrechnung der Familienunterstützungen auf die Witwen- und Invaliden- Pensionen möglichst vollständig unterbleiben�möchte, und daß für eine schleunige Festsetzung dieser Pensionen worge getragen werden müsse. Ein Redner regte ferner die Erleichterung der gesetzlichen Bestimmungen über die Beschleunigung und Vereinfachung des Verfahrens bei der Annahme an Aindesstatt für Äriegswaisen au. Am Schlüsse der Besprechung stellte der Berichterstatter noch- mals fest, daß auch aus der Aussprache sich die Uebcreinstimmung mit seiner eigenen Schlußfolgerung ergeben habe, daß unrichtige Handhabung des Gesetzes im Lande vorkäme, daß diese aber in keiner Weise der Zentralrcgierung in Berlin zur Last gelegt wer- den dürfte, diese vielmehr in vollem Umfange bestrebt sei, den sozialen Gedanken des Gesetzes voll zur Geltung zu bringen. politische Uebersicht. Die Bedeutung des D-Boot-Krieges. Graf R e v e ii t l o w setzt seine heftige Agitation gegen eine Milderung und zur Verschärfung des U-Baot-Krieges in der„Deutschen Tageszeitung" mit immer stärkeren polemi- schen Ausfällen gegen vernünftigere Pressestimmen fort. Wir haben keine Veranlassung, nochmals dagegen zu polemisieren. Wir wollen nur ein paar Sätze herausheben, in denen Reventlow ein sehr interessantes Urteil über die Wirkung der bisherigen T-Boot-Torpedierungen fällt; er schreibt: BetriebSergeb nisse im eroberte n Bahngebiet für Monat April 1915. (Zahlen abgerundet.) I. Streckenlängen am Monatsende. ein- zwei- zu- gleisig gleisig sammen a) im Militärbetrieb.. 3000 4100 7100 Km b) verpachtet...... 450 150 600, c) nicht benutzt..... 550 20 570, d) nicht wiederhergestellt.. 90 29 110„ e) im Bau...... 400_ 15 415, zusammen: 4490 4305 8795 km II. Betriebsverwaltung. a) Betriebsämter......... 75 b) Maschinenämler........... 25 c) Werkstältenämter........... 10 d) Besetzte Stationen.......... 1200 e) BetriebsiverkstäNen.......... �9 f) Gasanstalten............ 6 g) Elektrische Kraftanlagen........ 350 Hl. Wohlfahrtseinrichtungen. a) Entseuchungsanstalten......... 20 b) Badeanstalten.......... 139 o) Kriegsverpflegungs-Anstalten...••• 35 d) Verband- und Erfrischungsstellen vom Roten Kreuz........••••• 30 p) UebernachlungSanstalien für Ei,enbahnper,onal 135 k) Eisenbahnerheime.......... 5 IV. Lei st un gen der Fahrzeuge. Geleistete Wagenachskilometer.,, 170 500 000 km Geleistete Zugkilometer..... 3 000 000 km Bei der Bewertung der BetriebSergebnijse muß in Rechnung gestellt werden, daß seit Uebernahme der Babncn in ihrem yben geschilderten Zustande erst acht Monate vergangen sind, und daß der öffentliche Personen- und Güterverkehr noch im Entstehen begriffen ist. Die Eisenbahnen würden sicher schon jetzt größeren Anforderungen deS öffentlichen Verkebrs entsprechen können.-7 Diesen von Monat zu Monat in festere Bahnen zu bringen, ist Auf- gäbe der Militär-Generaldirektion in Brüssel, die ebenfalls dem Chef des Feldeisenbahnwesens untersteht.(W. T. B.) „Wir wünschten nur, daß der Wille. Las deutsche Unter- seebootsmaterial zum Kriege gegen den transatlantischen Handel Großbritanniens zu verwenden, annähernd ebenso stark wäre wie die militärisch für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Kräfte. Die zahlreichen Vernichtungen von Fisch- dampfern und anderen kleineren Fahrzeugen in der Nordsee dürfen über den Stand der Dinge nicht täuschen. Sie sind nicht ohne Wirkung, aber solange sie nicht mit nachdrück- licher Bekämpfung des transatlantischen Handels Hand in Hand gehen, kaum etwas anderes als eine nützliche Ferienbejchäftigun g." Aus dieser letzten Tatsache werden viele ganz andere Schlüsse ziehen als Graf Reventlow. Tie sächsischen Nationalliberalen für Annexionen. Ter Geschäftsführende Ausschuß und der Gesomtvor- stand des Nationalliberalen Landesvereins für das König- reich Sachsen hielt am Sonntag, den 13. Juni, in L e i p i g, Sitzungen ab. Der Gesamtvorstand bekannte sich, wie das „Leipziger Tageblatt" berichtet,„einmütig zu dem Beschlüsse, den der Geschäftsführende Ausschuß der Nationalliberalen Partei Teutschlands sowie die Vorsitzenden der national- liberalen Landes- und Provinzialverbände am 16. Mai dieses Jahres in Berlin gefaßt haben und in dem der For- derung Ausdruck gegeben worden war: „daß die gewaltigen Erfolge unseres unvergleichlichen Heeres und unserer todesmutigen Motte auch politisch restlos ausgenutzt werden müssen. Insbesondere sei im W e st e n das zur Sicherung und Verstärkung unserer Machtstellung zu Wasser und zu Lande nötige Gebiet politisch, mili- tärisch und wirtschaftlich an das Deutsche Reich a n z u- gliedern. Im Osten müssen nicht nur strategisch bessere Landesgrenzen, sondern auch neues S i e d e l u n g s I a n d erworben werden. Unser über- seei scher Besitz endlich sei in Umfang und Gestaltung unseren Interessen als Welthandelsvolk entsprechend aus- zubauen, wobei unser bisheriges Kolonialreich, das in diesem Kriege so treu für das Vaterland gestritten hat, er- halten bleiben müsse." Dieser Beschluß des Gesamtvorstandes des National- liberalen Landesvereins für das Königreich Sachsen ist dem Reichskanzler von Bethmann Hollweg übermittelt worden. Versammlungsverbot. Das Garnisonkommando zu Brandenburg a. H. hat in einer durch die Polizeibehörde zugestellten Verfügung die Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins mit dem Referat des Reichstagsabgeordneten Schöpflin iibxr „Krieg und Lebensmittelwucher" ohne Angabe von Gründen verboten. Zunehmende Einsicht. Die tiefen Wunden, die der Krieg dem Wirtschafts- leben in alten Ländern geschlagen hat, treten immer ficht- barer hervor. Es hilft nichts, daß man sich von ihnen ab- wendet und sich mit Illusionen zu trösten sucht— die Zahlen der Statistik reden eine zu eindringliche Sprache. Einen interessanten Beitrag zu dieser Frage lieferte kürzlich der Ingenieur R. Gelpke in einem Vortrag in der Basler Sektion der Neuen Helvetischen Gesellschaft. Nach seinen Angaben betrug die Einbuße des Welthandels von Ansang August bis Ende Dezember 1911 rund 19 Milliarden Frank und dürfte bis Ende Juli 1913 auf 199 Milliarden ansteigen. Unter diesem Ausfall haben nichtjrur die kriegführenden, sondern auch die ent- ferntesten Staaten, wie Argentinien und Chile stark ge- kitten. „Der Krieg— bemerkte der Referent— bestätigt die Tatsache, daß bei der wechselseitigen Verknüpfung der Länder durch Handel und Verkehr alle Staaten unter- schiedslos in die Katastrophe hinein- gezogen werden. Damit fällt ein äußerst Verhängnis- volles handelspolitisches Vorurteil dahin, welches darin be- stand, daß eine unbequeme Konkurrenz beseitigt werden könne, ohne daß die eigenen produktiven Kräfte dadurch beeinträchtigt würden. Tatsächlich wird aber mit der Lahmlegung des fremden Handels die eigene Wirtschaft mit vernichtet. Daß diese Wahrheit keine allgemeine Verbreitung gefunden, liegt zum Teil begründet in den herrschenden politischen Systemen, welche auf historischen Ueberlieferungen basieren, anstatt auf den lebendigen Forderungen der Gegenwart. Die Los- reißung von einer veralteten politischen Denkweise mit der Neuorientierung der Geister auf Grund der ökonomischen und kulturellen Entwickelungsgesetze, gehört Wohl zu den allerwichtigsten Aufgaben unserer Zeit.... Das, was nach politischen Begriffen die Ehre und Größe einer Nation aus- macht, hat meistens mit deren tatsächlichem Wohl nichts zu tun. Hätten die produktiven Stände der in den Krieg verwickelten Länder zu bestimmen gehabt, so wäre es zum Ausbruch des Weltbrandes nicht gekommen. Im Interesse der Sicherung des ruhigen Fortbestandes des Lebens innerhalb der kul- turellen Gemeinschaft wird zur o r g a n i s i e r t e n S e l b st- Hilfe der produktiven Stände geschritten werden müssen, um die politischen Uebergriffe inskünftig abwehren zu können." Sehr bemerkenswert ist die Tatfache, daß diese An- schauungen, ohne Widerspruch zu finden, in einer bürger- lichen Vereinigung vorgetragen wurden. Hoffentlich be- währt sich der Krieg nicht bloß in der Schweiz als guter Lehrmeister auf wirtschaftspolitischem Gebiet. Verbot des Vorverkaufs der Ernte. In der gestrigen Sitzung des Bundesrats wurde den Vorlagen belreffend Verarbeitung von Kartoffeln in den Brennereien; Verbot des Vorverkaufs der Ernte i�ss Jahres 1913; Aenderung der Grundsätze für die von der Reichsverteilungsstelle vorzunehmende Verteilung der Vor- rate: Adgabenfreiheit für Salz zum Einsalzen von Gar- neelen(Krabben) und dem 2..Nachtrag zur deutschen Arznei- laxe 1911 zugestimmt.____ Personalwechsel. Regierungspräsident Graf von Keyserlingk in Königsberg ist zum Ministerialdirektor im Ministerium für Landwirtschast, Domänen und Forsten ernannt worden. An seiner Stelle ist Regierungspräsident Dr. G r a m s ch von Gumbinnen nach Königsberg versetzt, der Oberpräsidialrat Tr. jur. Freiherr von der Wenge Graf von Lambsdorff üi Königsberg zum Regierungspräsidenten in Gumbinnen ernannt und der Oberpräsidialrat von B ü I o w von Schleswig nach Königsberg versetzt worden. An dessen Stelle tritt Obcrregierungsrat Dr. jur. Johanssen in Gumbinnen. Gewerkschaftliches. Serlin und Umgegend. Aus der Militärschneider-Zchlichtungskommission. In der gestrigen Sitzung der Schlichtungskommission für Mi- litärbekleidung erregte das Austreten eines Zwischenmcisters Schulz allgemeine Verwunderung. In einer früheren Sitzung Mar Schulz vom Schneide rverband verklagt worden, weil er den Arbeiterinnen weniger als den farifmätzigen Lohn gezahlt hatte. Es handelte sich um eine Differenz von 06 M., die Schulz— was er selbst anerkannte— zu wenig bezahlt hat. Aber— sagte Schulz— er habe von seinen Auftraggebern so niedrige Preise er- halten, daß ihm kein Verdienst geblieben sein würde, wenn er den Arbeiterinnen den festgesetzten Lohn gezahlt hätte. Hiernach hatten also die Firmen, welche Arbeiten an Schulz abgaben, diesen nicht tarifmäßig entlohnt. Sie wurden desl?alb vor die Schlichtungs- Kommission geladen. Für die fraglichen Arbeiten kommen die beiden Firmen L u c i a n und P i o n in Betracht. Sie verpflich- teten sich im Vergleichswege, die streitige Differenz von 56 M. an den Schneidcrverband zu zahlen, der damit die Ansprüche, welche den Arbeiterinnen in der früheren Sitzung zuerkannt worden sind, zu befriedigen hat. Damit war der Streitfall in aller Form er- ledigt. Aber der Zwischenmeistcr Schulz wollte nicht damit zu- frieden sein.„Wo bleibe ich denn, ich verdiene ja bei diesem Ver- gleich keinen Pfennig." jammerte der Zwischenmeisier. Augen- scheinlich wollte ex selbst das den Arbeiterinnen zukommende Geld oder wenigstens einen Teil davon haben. Vergebens bemühte man sich, Herrn Schulz klarzumachen, daß er ja seinen Verdienst an den Arbeiterinnen gehabt babe, und es sich jetzt nur noch darum han- dele, daß die Arbeiterinnen den ihnen zu locnig gezahlten Lohn bekommen. Auf eine Frage erklärte Schulz, er würde nie die Firmen auf Nachzahlung verklagt haben. Aber fetzt, wo die Klage vom Schneiderverband zugunsten der Arbeiterinnen durchgeführt worden ist, räsonnierte Schulz mit großer Heftigkeit gegen den Vergleich und verlangte, die Arbeiterinnen sollten daS Geld nicht bekommen; er müsse doch bei dem Vergleich auch etwas verdienen. — Natürlich hatte das sonderbare Auftreten des Zwischenmeisters Schulz keinen Einfluß auf die bereits erledigte Angelegenheit. Er hatte die Verhandlung nur durch einen komischen Zwischenfall unterbrochen. Im allgemeinen standen die gestrigen Verhandlungen der Kom- Mission im Zeichen der Versöhnlichkeit. Eine Anzahl von Klagen wurden auf Veranlassung von Vertretern der Arbeitgeberverbände außerhalb der Verhandlung durch Vergleich erledigt So verpflichtete sich in einem Falle die Firma„Texbilfabrikation" (H. Tietzh dem Schneiderverband zur Befriedigung der gegen einen Zwischenmeisier der Firma erhobenen Forderungen der Arbeite- rinnen 3us üen Gemeinöen. Landsturmmusterung im Kreise Teltow. Der Landrat deS Kreise» gibt jetzt den Geschästsplau bekannt, nach dem die Musterung der im Jahre 1896 geborene» Landsturinpflichtigen stattfindet. Für den AuShcbungSbezirl Teltow I. findet dieselbe vom 21. bis 29. Juni in Lichterkelde-Ost. Restaurant Hcnnig, und für den AuShebungSbezirk Teltow II. vom 21. bis 39. Juni in Grünau, Restaurant Buchbolz, und Mariendorf, Restaurant Karls- höhe statt. Wir ersuchen, die örtlichen Bekanntmachungen genau zu beachten._ Stadtverordnetenversammlung in Charlotteuburg. Die Sitzung am Mittwoch war von ungewöhnlich kurzer Dauer. Nach Einführung der neugewählte» Stadtverordneten Jusiizrat L e y s e r und Schriftsteller K a tz e n st e i n sSoz.) stimmte die Ver- iammlung einer Reihe von Vorlagen zu. von denen nur die über die Neuorganisation der Verwaltung des Bürgerhauses und die über die Pulssche Altersversorgungsanstalt von allgemeinem Interesse sind. Da» Bürgerhaus, das zum Herbst diese» Jahre» wesentlich erweitert wird und sich im Laufe der Zeil vorwiegend zu einein isiechenhau» entwickelt hat, soll nach Art der Krankenhäuser einem leitenden Arzt unterstellt werden, dem zur Erledigung der ärztlichen Geschäfte ein Assisteuzarzt und zur Erledigung der VcrwaltungSgeichäfle daS nötige Bureaupersonal beigegeben wird. Die bisherige Oberin erhält die Aufsicht über die Schwesternschaft und über die Kinder- Pflegerinnen der Rinderstation.— Die Altersversorgung der PulSjchen Erbschaft soll am 1. Oktober eröffnet und vorläufig mit 129 Personen belegt werden. Nach Eingang der Zinsen der zum Nachlaß gehörigen 4>/z proz. polnischen Pfandbriese im Betrage von einer halben Million wtrd die Belegung bis auf 159 Perionen erböht. Für die Ver- waltung der Anstalt ist ein Kuratorium von 3 MagistratSmitgliedern und 4 Stadtverordneten eingesetzt. In nicht öffentlicher Sitzung erklärte sich die Versammlung mit dein Schreiben des Stadlrats Boll einverstanden, durch welches er nach Ablauf feiner 24 jährigen Amtstätigkeit um Pensionierung er- sucht und billigte ihm die thm zustehende Pension zu. Von der öffentliche» Ausschreibung der freigewordenen Stelle ist vorläusig Abstand genommen._ Nahrungsmittelverkauf in Pankow. Recht eingehend befaßte sich die letzte Gemeindevertretcrsitzung mit dem NahrungSmiltelverkauf durch die Gemeinde. Ebenso wie viele andere Gemeinden schneidet auch unsere bei dem Vertrieb von Kartoffeln sehr schlecht ab, da diese bedeutend unter dem Selbst- koslenprei» verkaust werden müssen. Vom Vorsitzenden der Nahrung»- mittelkominission wurde berichtet, daß ein erheblicher Teil der in Austrag gegebenen Bestellungen von Fleischdauerwaren nicht geliefert werde» konnten. Wie auch bereits im„Vorwärt»" berichtet wurde, ist vor kurzem mit dem Verkauf von Margarine, kondensierter Milch und Karotten begonnen worden. Diese Waren haben allgemein befriedigt und finden flotten Absatz. Die Gemeindevertteiung stimmte dem Vorschlage der Nahrungsmittel- lommission zu, nun auch mit der Abgabe der übrigen Lebensmittel möglichst bald, vor allem aber angesichts der fabelhaft hohen Fleisch- preise mit dem Verkauf von Schmalz. Speck und Fleischkonserven spätesten? am 1. Juli zu beginnen. Die beichaffien Vorräte an Reis und Hülsenfrüchten dagegen sollen möglichst noch für später in Bereitschast gehalten werden.— I» derselben Sitzung wurden für MieiSunterstützungen, welche bis jetzt die Summe von 129 999 M. erfordert haben, weitere SO 000 M. bewilligt. Brot- und Gebälkpreise in Adlershof. Auch für Adlershos ist jetzt zwischen Gemcindevorstand und Bäckermeistern eine Vereinbarung über die festzusetzenden Höchstpreise erzielt worden. Danach soll daS volle Vierpfundbrot 89 und das Drcipsundbrot 60 Pf. kosten. Der Preis für Weizenbrot, Schrippen im Gewichts von 59 Gramm beträgt 3 Pf. Bei der Schöneberger Stadtverordneten-Erfatzwadl im 5. Bezirk wurde Genosse Chajes mit 137 Stimmen gewählt. Die Wahlperiode läuft bis zum 31. Dezember 1919. Ms aller Welt. Bom Mörder des Genossen Jaures. Der Mörder Jaures, Billain, hat nach einer Mitteilung der „Humanits" beim Untersuchungsrichter seine vorläufige Entlassung aus der Haft beantragt. Der Antrag fei jedoch auf Einspruch der Witwe Jaurös' abgelehnt worden. Eine Entscheidung über die Zu- rechnungssähigkeit deS Mörders scheine demnach noch nicht getroffen worden zu sein._ Echte Kameradschaftlichkeit. In der städtischen Badeanstalt in Aarau lSebweiz) ertrank am Sonnabend der Landwehrsoldat König au» Britlnau infolge eine? plötzlich eingetretene» Krampfanfalls, Wie dix„Bxrner Tagwacht" meldet, verzichteten Offiziers und Mannschaften de» Regiments, dem K. angehört hatte, zugunsten der Frau und der neun un- mündigen Kinder des Verstorbenen aus einen Tagcskold. Dadurch konnte der Familie die Summe von 3115 Franken überwiesen lvcvdcn._ Verzweiflungstat eines Baters. In O b e r l o s a bei Plauen(Vogtl.) ertränlre am Muiwocki der Maurer Biedermann seine vier Kinder im Alter von ö'Aj bis'h Jahr in dem Teiche de» Ritterguts und ließ sich dann bei Lotiengrün einem Eisendahnzuge überfahren. Ertvar kränk- lich und soll sich schon seit längerer Zeit mit Selbsimordgedanlen getragen haben. Grofles.Schadenfeuer in Hamburg. Ein Eroßfeuer, das einen umfangreichen Schaden an Roh- Materialien verursachte, hat am DonnerZtagmorgen in Hamburg gewütet. Von dort wird dem„Verl. Lokal-Anzeiger" gemeldet: Donnerstagmorgen ist der Speicher der Deutschen Vakuum-Oel- A.-G. in Hamburg durch Feuer zerstört worden. Der Gebäude- und Lagerschaden ist sehr bedeutend. Das brennende Ocl ergoß sich auf den Kanal, und die Flammen crgriffen die angrenzenden Häuser, so daß c» trotz schnellen und kräftigen Eingreifens der Feuerwehr nickt vermieden werden konnte, daß in einem Hause 19 Wohnungen völlig ausgebrannt sind. Ein aus der anderen Seite des Kanals befindlicher Schuppen ist ebenfalls vernichtet worden. Ein größerer Brand entstand am Donnerstagnachmittag inD u d c r- st a d t sProvinz Hannover). Kurz nach zweieinhalb Uhr stürzte der T u r in der evangelischen Pfarrkirche tu- sammen, die noch lichterloh brennt. Bis um sieben Uhr abends waren vierzig Wohnhäuser und die dazugehörigen Hinter- gebäudc, ferner die evangelische Pfarrkirche" den Flammen zum Opfer gefallen. Das Feuer wütet bei dem herrschenden Sturm fort. Einzelheiten fehlen noch. Tie Feuerwehren der umliegenden Ortschaften sind zur Hilfe herbei- geeilt. parteiveranftaltungen. Routgental-Zevernick. Freitag, den t8. Juni, abends TL\lir, findet in beiden Orlen vom Lokal vou Aug. Lange, SicmenSstr. 19 au?, emc Flugblatwerbreitung statt. Für den Ort Luch erfolgt noch nähere Bekanntmachung. Buchbolz. Sonnlag, den 29. d. M., morgen» 8 Uhr, Flugblatt» Verbreitung von A. Rossak au». Es wird um rege Beteiligung ermcht. Neuenhageu lOstbabn». Sonntag, den'29. Juni, Flugblatt- verbrellung. Tas Material ist vom Genosse» Hübscher, Tottistr. 6, ol.- zuholen. Oranienburg,«onntag, den 29. Juni d. I., früh 7'/. Uhr, findet für Oranienburg eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen des 1. und 2. Bezirks trefsen iich im Lokal von Graf:. mann, Mühlenjtr. 31, für den drillen Bezirk im Lokal.Waldhaus Sans- Haufen",«chützenflr. 34. Jugenöveranftaltungen. Reinickendorf-Weft. Zur Teilnahme an der„Sonnenwendkcier" nach den Gofener Bergen trefsen sich die Kolleginnen und Kollegen So»»- abend, abends 6'/. und 8'/. Uhr, int Jugendheim, Dachholderslr. 44. Lieder- büchcr und Decken nicht vergessen. Zrauen-�eseabenöe. Röntgeutal-Zepernick-Buch. Sonnabend, den 19. Juni, abends S'L Ubr, im Lokal von Aug. Lange. Ronigenial, Siemensstr. 19. ReseruU: Genosse Schwarzburger-Oierschöneweide. Arbeiter-Samariterbund. Lehrstunden haben nächste Woche: Kolonne Berlin, 2. Abi.: Montag, den 21. Juni, Swinemüudcr Straße 42((Sesellschaftshaus), Vortrag deS Genosseu mid Bundes» Vorsitzenden D. Stein. Mitgliederversammlung. Freitag, den 25. Juni, abend; 8'/, Uhr, Köpcnicker Str. 62, Restaurant GieSic: Uebung des Kreises Brandenburg. Kolonne Roscnthal- Reinickendorf. Hauvtftr. 5'2 bei Anders, Montag, den 21. und Donnerstag, den 24. Juni, abends Sfl, Hin. Allgemeine Kranke»- und Sterbekoiie der Metallarvetter (B. a. G.) Hamburg. Fil ia I e N i e ü e rs ch ö new ei d e. Sonnabend, den 13. Juni, abends S>/, Uhr: Mitgliederversammlung bei Pamp, Wilhelmincnhofftr. 43. Wahl der Ortsvcrwaltuug- Kaifeubettcht. öriefkaften üer Redaktion. Die luristische Sprechstunde findet für Adannenten Llndenstr. 3. IT Hof rechts, parterre, am Aionlag vis Freitag von 4 bis 7 Upr, am Sonnadend von 6 bis 6 Uhr stall. Jeder für den Briefta stell bestimmten Anfrage III ein Buchstabe und eine Zahl als Merlzeicheii beizufügen. pviefliSie Antwort wird nicht erteilt. Antragen, denen leine AbonnementSaastuiug beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in d»r Sprechstunde vor. Lcriragc, Schriftstücke und dergleichen dringe man in dir Sprechstunde mit. Äörnerstraffc. 1. Gegen den Laier deS unehelichen KindeS können Sic, wenn er keim Militär ftckt. jetzt nichts uiiternehnicii. Sie miiilen fich gedulden, bis er aus dem Felde zurückkehrt. Ihr an das Amtsgciicht gestellter Antrag ist bmsällig. Sic müssen zunächst, um klagen zu koini---- sür Ihr Mündel ein Ainiciiaitest vom Ärmenoorstehcr haben und mit diesem Attest nachher beim Gericht Antrag auf Beiordnung eines Armen- anwalls stellen. 2. Für daS Kind ist Antrag auf Unterstützmig bei der Steuerkasse zu stellen. Die Unterstützung wird gewäbrt. wenii der Daicr die Laierschait anerkennt. Es genügt, wenn das durch den Later in einem Brie! an Sie oder an die Mutter des Kindes geschieht.— U. Nein. — W. G. 21. 1. Di« Zeichen kennen wir nicht. 2. Herzleidend, zurück- gestellt. Sie lännen immerhin damit rechnen, noch eingezogen zu werden. — G. F. 16. Sie können Ehescheidungsklage einleiten.— E A. 10. Prüm. Wenn durch die Errichtung de» Bienenstandes int Rachbargartrn Ihnen selbst ein Schadet, zugefügt wird, io können Sie den Besitzer aus- sordern. innerhalb einer beitinimtcn Frist den Bienenstand zu cniseriien. Kommt der Nachbar dieser Aufforderung nicht nach, so müßten Sic beim Amtsgericht auf Entfernung deS Bienenstandes klagen.—