Nr. 171. 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pranumerands: Vierteljährl 3,30 Mt. monatl 1,10 wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pa. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Poſt Beitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Quremburg, Bortugal Rumänien Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. $ Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Naum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte 28ort 20 Bfg.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplas, Nr. 151 90-151 97. Mittwoch, den 23. Juni 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplah, Nr. 151 90-151 97. Lemberg genommen! Wien, 22. Juni.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart, 22. Juni 1915, nachmittags: Unsere zweite Armee hat heute nach hartem Kampfe Lemberg erobert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes, v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Amtlich. Berlin, 22. Juni.( W. T. B.) Lemberg ist heute nachmittag nach schwerem Kampfe von österreichisch- ungarischen Truppen ge nommen. Das österreichische 34. Infanterieregiment, dessen Chef Seine Majestät der deutsche Kaiser ist, hat sich bei der Erstürmung des Werkes Lysa Gora ausgezeichnet. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 22. Juni 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Auf dem westlichen Kanalufer nordwestlich von Digmuiden wurden feindliche Angriffe gegen drei von uns besezte Gehöfte abgewiesen. Nördlich von Arras fanden auch gestern im wesentlichen Artilleriekämpfe statt. Ein französischer Jufanterieangriff am Labyrinth südlich von Neuville wurde um Mitternacht zurückgeschlagen. In der Champagne westlich von Perthes schoben wir nach erfolgreichen Sprengungen unsere Stellung vor. Auf den Maashöhen dauerten die Nahkämpfe unter schwerem Artilleriefeuer den Tag über an. Heute früh gegen 3 Uhr schritten wir zum Gegenangriff, säuberten unsere Gräben vom eingedrungenen Feinde fast vollständig und machten 130 Gefangene. Ein Kleiner feindlicher Vorstoß bei Marcheville wurde leicht abgewiesen. Destlich von Luneville entwickelten sich bei Leintreh neue Vorpostenkämpfe. In den Vogesen haben wir heute nacht unsere Stellungen planmäßig und ungedrängt vom Feinde auf das östliche Fechtufer östlich von Sondernach verlegt. Am Hilfenfrist erlitt der Feind bei erneuten Angriffen wieder ernste Verluste. Unsere Flieger bewarfen den Flughafen Courcelles westlich von Reims mit Bomben. Feindliche Bombenabwürfe auf Brügge und Oftende richteten keinen militärischen Schaden an. Deftlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplak. Rußlands innere Krise. " Es ist zurzeit nicht leicht, sich auch nur ein annähernd richtiges Bild von der Lage in Rußland zu machen. Die rigoros durchgeführte Pressezensur läßt nur ivenig von den Vorgängen und Stimmungen im Reiche an die Deffentlichkeit gelangen, eine scharfe Briefzensur unterdrückt den privaten Nachrichtendienst fast völlig und der wenn auch in letzter Zeit ziemlich durchlöcherte Burgfrieden" zwischen den Parteien verleiht der Presse eine sonst nie dagewesene Uniformiertheit der Meinungen. Ist unter diesen Umständen ein Einblick in die innerrussischen Verhältnisse äußerst erschwert, so verleiten andererseits die Nachrichten phantasiebegabter Berichterstatter aus den neutralen Ländern, die mit ihren Uebertreibungen und Aufbauschungen auf die weitverbreitete Unkenntnis der russischen Verhältnisse spekulieren, oft vorschnelle Schlüsse und unangebrachte Erwartungen an die aus Rußland hinüberdringenden kurzen Nachrichten zu knüpfen. Nachstehend versuchen wir, an der Hand der russischen Presse und privater Mitteilungen aus den Kreisen Petersburger und Moskauer Genossen, eine Schilderung der wichtigsten Vorgänge im Zarenreiche zu entwerfen, das allem Anscheine nach in eine Periode einschneidender innerer Wandlungen eintritt. Höchst bezeichnend für die Stimmungen im pseudokonftitutionellen" Rußland ist die immer lauter ertönende Forderung nach Einberufung der Volksvertretung. Hierbei wird nicht an eine kurze Tagung wie im August und im Februar gedacht, wo die Duma sich im wesentlichen auf Kreditbewilligung und dekorative Einrahmung der Ministerreden beschränkte, sondern an eine möglichst permanente Ausübung der Rechte der Volksvertretung. Nun ist zwar die Duma von Staatsstreichs Gnaden kein Volksparlament: nur ein Häuflein Sozialdemokraten und radikaler Bauernabgeordneter vertreten in ihr die Interessen. der werktätigen Bevölkerung. Aber als Instrument des Klassenwillens des Junkertuins und der Bourgeoisie kommt sie mehr und mehr in Betracht und gewinnt in der jetzigen kritischen Situation eine erhöhte Bedeutung als Schauplak der politischen Wirksamkeit der Wirksamkeit der hinter dem Kriege stehenden Gesellschaftstlassen. Dienten die bisherigen Tagungen der Duma zum demonstrativen ,, patriotischen" Aufmarsch der Parteien der russischen, polnischen, armenischen usw. Bourgeoisie, in den bloß die Proteststimmen Südlich des Dujestr ist die allgemeine Situation der Sozialdemokraten einen„ Mißton" hineintrugen, so soll die jetzt geforderte Tagung der Duma den bürgerlichen Auch gestern wiesen die Truppen der Armee Pflan- Parteien dazu dienen, die Stontrolle über die Striegsführung zer, wo sie angegriffen wurden, die Russen unter großen und die Organisation der Heeresversorgung in die Hand Die Kämpfe nördlich und westlich von Lemberg werden fortgesett. Westlich von Zolkiew wurden die Russen heute nacht zum Rückzug aus ihrer Stellung gezwungen. Die deutschen Truppen und das in ihrer Mitte kämpfende österreichisch= ungarische Armeekorps haben seit 12. Juni, dem Beginn ihrer legten Offensive, aus der Gegend von Przemyil und Jaroslau 237 Offiziere, 58 800 Mann zu Gefangenen gemacht, 9 Geschütze und 136 Maschinengewehre erbeutet. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 22. Juni.( W. T. B.) Amtlich wird verlaut. bart: 22. Juni 1915, mittags: Russischer Kriegsschauplah. unverändert. Oberste Heeresleitung. Verlusten zurüd. Am Tanew und in Polen hat sich an der Situation geändert. Die Kämpfe um Lemberg dauern fort. Die russische Verteidigungsstellung südlich der Stadt wurde gestern nichts im Raume westlich Dornfeld von unseren Truppen durchbrochen, die Uebergänge über den Szczerekbach an mehreren Stellen in die Hand genommen. Einzelne Befestigungsanlagen an der West- und Nordwestfront von Lemberg sind nach heftigen Kämpfen, in denen sich die Wiener Landwehr besonders tapfer schlug, in unserem Besit. Deutsche Truppen erstürmten die Höhen westlich kuli. kow und schlugen alle Gegenangriffe der Russen unter schwersten Verlusten des Feindes zurüd. Italienischer Kriegsschauplah. Bei Plava wurden wieder einige feindliche Angriffe abgewiesen. Ein italienischer Flieger warf auf Gör 3 erfolglos Bomben ab. An allen Fronten verschießt der Feind viel Geschützmunition, verhält sich aber sonst passiv. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. zu nehmen. In derselben Richtung bewegen sich auch die Forderungen nach Bildung eines Soalitions ministeriums unter Heranziehung von Vertretern der bürgerlichen Parteien. Zweifellos spielen hierbei auch politische Berechnungen eine Rolle, vorherrschend ist aber das Bestreben der großen bürgerlichen Barteien, durch Unterstützung der Regierung und der Bureaukratie die Schlagkraft der Armee zu stärken und dem Widerstand gegen das Andringen der feindlichen Armeen einen mehr volkstümlichen Charakter zu verleihen. Wie sehr diese Bestrebungen in der letzten Zeit an Umfang gewonnen haben, geht daraus hervor, daß der vom 8. biö 10. d. 232 i». in Petersburg tagende Kongreß der Industriellen zum Schauplatz spontaner politischer Kund- gedungen lvurdc. Der Kongreß sollte eigentlich in erster Linie über Maßnahmen zur Beilegung der Mißstände in der russischen Industrie und im Handel beraten. Es lvurdc auck, beschlossen, eine Institution nach dem Muster des„Kriegsausschusses der deutschen Industrie" zu schaffen und die In- dustrie mehr wie bisher in den Dienst des Krieges zu stellen. Aber darüber hinaus ließ der Kongreß, der als berufener Vertreter der russischen Bourgeoisie betrachtet werden tann, die Forderung erschallen, daß die Dunia einberufen und die „besten Männer des Landes" zur Regierung herangezogen würden. So verwies der Großindustrielle R s a b u s ch'i n s ky unter dem stürmischen Beifall der Versammlung auf das Beispiel Frankreichs und Englands, Ivo das Volk zu den in das 5t oalitionZministeriuni berufenen Vertretern aller Parteien das Vertrauen hege, daß sie das Land aus seiner schweren Lage retten würden. Der Vizepräsident des Moskauer FabrikantenverbandeS Poplawskp erklärte es gleichfalls als erwünscht, daß die Regierung sich bei dem Werk der Landesperteidigung wie in England und Frankreich auf die Gesellschaft stütze. Selbst der frühere Handelsminister M. F e d o r o w verlangte, daß die„Auscrwählten des Volkes", Abgeordnete und Reichsratsmitglieder, zur Regierungsarbeit herangezogen würden. Roch bemerkenswerter ist, daß sich viele rechtsstehende Blätter und Vertreter der konservativen Parteien gegenüber diesen Forderungen recht wohlwollend verhalten. Der Bnreaukratie und ihren adligen Hinter- männern scheint es demnach keineswegs unerwünscht zu sein, daß die einflußreichen Schichten der Großbourgeoisie ihr die Last der Organisationsarbeit und einen Teil der politischen Verantwortung abzunehmen gedenken. In den sich mehr reserviert verhaltenden linksliberalen Kreisen knüpft man an die obenerwähnten Forderungen noch den Wunsch nach 2t c f o r nl e n. So zitiert daS liberale Hauptorgan„Rjetsch" zustimmend die deni Ministerpräsidenten unterbreitete Denkschrift der Kaiserlich Technischen Gesellschaft, in der der Gedanke durchgeführt ist, daß die Erwartungen einer größeren Leistungsfähigkeit und 5lriegstüchtigkeit der russischen Industrie sich nur dann rechtfertigen würden, wenn die seit jeher verlangte politische Freiheit und nationale Gleichberechtigung nebst allen Voraus- setzungen eines Rechtsstaates eingeführt würden. Die auf dem Kongreß der Industriellen versammelten Vertreter der zahlungsfähigen Bourgeoisie dürften dieses Programm kaum in allen Punkten teilen. Es ist aber immerhin ein Symptoni der Zeit, daß derartige Forderungen unter der Herrschaft des „Burgfriedens" überhaupt erhoben und öffentlich vertreten werden können. Auf dem Hintergründe dieser Strömungen und Stimmungen gewinnt der Rücktritt des Ministers des Innern Maklakow eine erhöhte Bedeutung. Im Bunde mit dem Landwirtschaftsminister Kriwo schein und deni Justiz- minister Schtscheglowitow war Maklakow der Vertreter jener ultra- reaktionären Richtung in der Regierung, die die Auftechterhaltung des bisherigen Regierungskurses mit seiner Unterdrückung der nichtrnssischen Nationalitäten und der Verfolgung aller nichtreaktionären Parteien als Existenzfrage für die Negierung betrachtete. Noch jüngst arbeitete er, wie einem unserer russischen Parteifreunde in Schweden aus Petersburg berichtet wurde, den Plan aus, der beginnenden Gärung in der Bevölkerung dadurch zu begegnen, daß einer- seits Judenpogrome inszeniert und andererseits an die Kriegsteilnehmer Land zugeteilt werden sollte. Ob dieser Plan, init dessen Propagierung bereits begonnen wurde, nach dem Rücktritt Maklakows preisgegeben wird, läßt sich zurzeit noch nicht übersehen. Jedenfalls aber verliert die extrem- reaktionäre 2tichtung in ihm ihren energischsten Vertreter, was in Verbindung mit den politischen Ansprüchen der bürger- lichen Parteien die Vermutung nahelegt, daß die Regierung sich zunächst in ihrer Unterdrückungspolitik eine gewisse Reserve aufzuerlegen gedenkt. Diese Reserve scheint auch deshalb geboten zu sein, weil sich in den Massen bedrohliche Gärungsanzeichen benwrkbar machen. Mag es den Agenten der Regierung in Moskau noch gelungen sein, den Ausbruch spontaner Unzu- friedenheit in das Bett antideutscher Ausschreitungen zu lenken, so weist doch die in der Kundgebung der Moskauer Stadtverordnetenversammlung indirekt bestätigte Nachricht von einem Ausstand zahlreicher Moskauer Fabriken darauf hin, daß die Arbeiter sich zu reaktionären Zweckew nicht mißbrauchen lassen wollen. Schon im April schrieb ein Genosse aus Moskau, daß unter dem Einfluß der ungeheuren Opfer des Krieges und der täglich zunehmenden Not sich eine starke Kriegsmüdigkeit in den Massen bemerkbar mache. In derselben Richtung wirkte die Propaganda der russischen Kriegsziele im nahen Osten, die fortwährende Hervorkehrung der„historischen Mission" Stußlands auf deni Balkan, die Forderung der Festsetzung in 5tvnstantinopel usw. Die breiten Massen, die den Krieg als bittere Notwendigkeit hinnahmen. so lange es hieß, man müsse das Vaterland verteidigen, kamen bald zur Ernüchterung, als Eroberungs- und Annexionsziele vor ihnen entwickelt wurden. Wir haben in den obenstehenden Ausführungen die wichtigsten Momente der„russischen Lkrise" zu kennzeichnen gesucht. Trotz der Lückenhaftigkeit und Unzulänglichkeit des Materials und die Schtvierigkeit, der russischen Verhältnisse vom Auslande her zu beurteilen, scheinen uns nachstehende Schlußfolgerungen geboten: . 1. Die russischen bürgerlichen Parteien zeigen �keine Llriegsmüdigkeft, sondern stützen einerseits aus Selbst- erhaltungstrieb, anderersefts aus politischer Berechnung die Kriegspolitik der Regierung. 2. Die russische Regierung scheint unter dem Druck der Verhältnisse nicht abgeneigt zu sein, den bürgerlichen Parteien etliche Konzessionen zu machen. ß. Ii: den Massen, namentlich in den Arbeitermassen, wächst eine Stimmung, die einen günstigen Boden bietet für eine Fr i e.d c n s a k t i o n der russischen Sozial- d e m o k r a t i e._ Gestlicher Kriegsschauplatz. ver rutsche Schlachtbericht. Petersburg, 22. Juni.(W. T. B.) Der Generalstab des Generalissimus meldet: In der Gegend von S z a w l e keine wichtige Veränderung. Am 19. und 20. Juni fanden sehr hartnäckige Gefechte am Ringowafluß statt, wo wir etwas vorrückten. An der Narewfront versuchten wenig erhebliche deutsche Kräfte unter dem Schutze eines heftigen Artillerie- jeuers erfolglos eine Offensive zwischen den Flüssen Omvulew und Orzhc. Am linken Weichselufer ging der Feind mn 20. Juni bei Tagesanbruch in vereinzelten Kolonnen an der Front südlich der Pelica zum Angriff über. Er wurde nach kurzem Kampf zurückgeworfen und verlor dabei einige hundert Gefangene. An der N a r e w- F r o n t Artilleriefeuer mit Unterbrechungen. Die Offensive des Feindes dauert in der Gegend von Rawa Ruska fort. In der Nacht zuni 20. Juni zogen sich unsere Truppen von den Grobe k er Seen auf dieLenibergerStellungen zurück. Ani Dnjestr unternahm der Feind zwischen Miko- lajow und Zydaczow erfolglose Angriffe, in deren Verlause er aus den Dörfern Demenka und Liesna geworfen wurde und bedeutende Verluste erlitt. An der übrigen Front zwischen Halicz und der Bukowina gelang es dem Feinde nirgends, Fortschritte zu machen, trotz der in einigen Abschnitten an- dauernden hartnäckigen Kämpfe. Zranzösisthe Stimmen über öie russische Niederlage in GaliZien. Paris, 22. Juni.(SB. T. 93.) Die ganze Presse vermeidet es, auf die Folgen des russischen Rückzuges einzugehen. und beginnt lvieder, das Schlagwort vom Abnützungskriege aufzu- bringen. Die Presse erklärt, die russische Heeresleitung beabsichtige, die Oesterreicher und die Deutschen an eine von ihr bestimmte Stelle zu locken, um sie dort desto besser zu schlagen. Wo sich die Schlacht- front befinde, ob mehr im Westen, ob mehr im Osten, habe mit der günstigen Kriegslage der Alliierten nichts zu schaffen.— Unter ähn- licheu Erwägungen warnt auch der„Temps" die Neutralen davor, sich in ihrer Haltung und in ihren Entschließungen von angeblichen deutschen Siegen beeinflussen zu lasten. Der russische Rückzug sei keine Niederlage. Man solle doch nicht vergessen, daß die Macht Napoleons in Moskau gebrochen worden sei. Westlicher Kriegsschauplatz. Der franzö'sisihe Tagesbericht. Paris, 22. Juni.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Im Abschnitt nördlich Arras erreichten wir neue Fortschritte gegen Souchez, indem wir mehrere Schützengräben einnahmen und uns im Nordwesten dem Dorfe näherten. Der Arttlleriekampf dauerte die ganze Stacht an.. Bei Dom Pierre westlich Perronnc wurde ein feind- lichcr Angriff, dem die Sprengung dreier Minenherdc vorangegangen war, sofort durch Artillerie- und Jnfanteriefeuer angehalten. Auf den Maashöhen, im Abschnitt des Grabens von Calonne, behaupteten wir trotz eines äußerst heftigen Gegenangriffs, der morgens 4 Uhr erfolgte, alle unsere gesttigen Gewinne. In Lothringen bei Reillon machten wir weitere Fortschritte. Die ganze erste feind- liche Linie wurde auf einer Front von 1500 Metern von uns eingenommen. Gegen Ende des Tages versuchte eine starke feindliche Kolonne einen Gegenangriff zu unternehmen, wurde aber zerstteut. Unsere Patrouillen gelangten, da der Feind den Kampfplatz verlassen hatte, bis in die Nähe von Chazelles, Gonttexon, Lesomabois. Alle eroberten deutschen Verbindungsgräben waren voller Leichen. Wir machten etwa 20 Gefangene. Im Gebiete von Bonhommc rückten wir auf der benachbarten Höhe vor und erreichten den Rand des Dorfes Bonhommc. Auch im Fechttal geht es noch immer vorwärts. Wir drangen über den Friedhof von M e tz e r a l hinaus vor, wo der Nahkampf andauert. Im Südwesten gewannen wir gleichfalls Gelände. Wir machten 150 Gefangene, darunter 4 Osfiziere und 11 Unteroffiziere. Paris, 22. Juni.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Im Abschnitt nördlich Arras ist die Lage unverändert. Wir behaupteten das ganze er- oberte Gelände. Heute fanden nur ganz lokale Infanterie- kämpfe statt, welche die Fronten nicht veränderten. Der Artilleriekampf dauert wirksam an. Unsere Fluggeschwader beschossen feindliche Flugparks, äscherten vier Schuppen ein und trafen zwei Flugzeuge und einen Fesselballon. Am West- rande der Argonncn unternahmen die Deutschen am Sonntagabend an der Straße Vienne-lc-Chatea u— Hinarville einen heftigen Angriff, welcher durch starke Beschießung mit erstickenden Geschossen vorbereitet war. Unsere vorgeschobene Linie gab an ge- wissen Stellen nach, da zwei Konipagnicn an Ort und Stelle in den zerstörten Schützengräben verschüttet waren. Ein sofortiger Gegenangriff gestattete uns, nahezu die Gesamtheit unserer ursprünglichen Stel- lungen wieder zu erobern. Dieser ganz lokale Kampf war äußerst lebhaft. Auf den Maashöhen im Abschnitt des Grabens von Calonne warfen wir feindliche Gegenangriffe zurück und verbreiterten sodann unsere gestrigen Gewinne. Ein erster Angriff machte nur geringe Fortschritte. Dagegen gestattete uns ein zwefter, neun Schützengräben östlich der Linien einzunehmen, welche wir Sonntag besetzt hatten. Dieser Gewinn wurde wie die vor- herigen behauptet. In Lothringen erreichten unsere Patrouillen, welche die Fühlung mit dem Feinde bewahren, die Schanzwerke westlich von Goiwrexon und fanden sie unbesetzt. Die Deutschen blieben bei ihrer Mck- wärtsbewegung auf der Linie der Schützengräben südlich Leinkrey stehen. Im Elsaß dauerte unser Fortschritt bei ununterbrochenen Kämpfen an. Nachdem wir den Fried- hos von Metzeral erobert hatten, bemächttgten wir uns des Bahnhofs und unternahmen sodann einen Sturm auf das Dorf, welches nach sehr heißem Stampf eingc- n o in m e n wurde. Wir erreichten die Südausgänge des Dorfes und schoben unsere Linie Vis 300 Meter östlich des Dorfrandes in Richtung Meherhof vor. Wir machten in diesen Kämpfen neue Gefangene, über 200 seit gestern. Nördlich der Fe ch t unternahm der Feind einen Angriff gegen unsere Reichsackerkopfstellungen; er wurde völlig zurück- geworfen. Die Größe öer französischen Verluste. Paris, 22. Juni.(W. T. B.) Aus einer Zuschrift an die „GuerreSocialc" geht hervor, daß von der freiwilligen S l a w e n l e g i o n, die bei den Kämpfen nördlich von Arras an- gesetzt worden war, von 4000 Mann nur S00 aus den Kämpfen zurückgekommen sind. Die Slawenlegion war der m a r o k k a- irischen Division von 28 000 Mann zugeteilt worden. Die Verluste der ganzen Division seien erschreckend gewesen. Alle höheren Offiziere seien gefallen. Auch an der L o r e t t o h ö b e seien die ftanzösischen Verluste erschreckend. Die ganze Höhe sei ein ungeheurer Friedhof. Zwei französische Generale gefallen. Paris, 22. Juni.(W. T. B.)„Petit Parisien" meldet: Tie beiden Divisionsgeneralc B a r b o t und Stirn sind bei den. Kämpfen im Gebiet von Arras und bei der Farm von Ouennc- vieres gefallen. Die englischen Verluste. London, 22. Juni.(W. T. B.) Die gestrige Verlustliste zählt 103 Offiziere und 4289 Mann auf. tzerve über öen ßliegerangriff auf Karlsruhe. Paris, 22. Juni.(W. T. B.) Gustave Herds p r o t e st i e r t in der„Gnerre Sociale" gegen den Flieger- angriff auf Karlsruhe. Er erklärt, der Angriff auf die, wie er selbst zugesteht, offene Stadt, der eine so große Zahl unschuldiger Opfer gefordert habe, sei peinlich. Die französische Heeresleitung sei zwar berechtigt gewesen, nach den deutschen Fliegerangriffen auf die offene Stadt Paris eine solche Vergeltung zu üben, aber man hätte besser getan, statt Karls- ruhe Essen, die große Munitionsstadt Deutschlands, zu beschießen. Das hätte auch einen militärischen Zweck gehabt. Zur Organisierung öer franzö'sisch-englischen Numtionsfabrikation. Paris, 22. Juni.(W. T. B.) Meldung der Agence HavaS. Kr i e g s min i st e r Millerand hat eine Inspektion S- reise zu den Werkstätten und Fabriken unternommen. die für die Landesoerleidigung arbeiten. Er stellte fest, daß dank fortgesetzter Bemühungen die ursprünglich festgesetzte Arbeitsleistung überall bald erreicht und in vielen Betrieben sogar überschritten werden wird. Paris, 22. Juni.(W. T. B.) Der Unter st aatssekretär deS Krieges Albert Thomas ist in Boulogne mit dem englischen Munitionsminister Lloyd George zu- sammengetroffen. Beide hatten lange Besprechungen, vornehmlich über die Verstärkung der Artillerie der Ver- b ü n d e t e n und über die Hilke, welche die beiden Länder einander zu leisten vermögen, um ihre MunitionScrzeugung noch zu erhöhen. Es wurden bereits regelmäßige Verbindungen eingerichtet. ES wird eine enge Zusammenarbeit der Nationalindustrien beider Länder an- gestrebt werden. Der italienische Krieg. Gericht öer italienischen Heeresleitung. Rom, 22. Juni.(W. T. B.) Bericht der obersten Heeres- leitung: Von der T i r o I e r und T r e n t i n c r Grenze nichts Wichtiges zu melden, außer kleinen Aufklärungs- kämpfen im Tale von San Pellcgrino, wo wir Punta Tosest besetzten, und im oberen Teile des Eordcvoletales. Wir stellten an gewissen Stellen das Vorbandensein starker ge- panzerter, zuweilen in Beton ausgeführter feindlicher Ver- schanzungslinien fest. In Kärnten setzen wir trotz des b> wölkten Wetters unser Feuer gegen M a l b o r g c t h fort. In der Nacht vom 20. zum 21. Juni wiederholten sich die gewohnten vergeblichen österreichischen Angriffe gegen den Freikofel. Im östlichen Abschnitt des Krn wurden die am 19. Juni begonnenen Operationen am 20. Juni glücklich zu Ende geführt, trotz der Schwierigkeiten des Gelände'. welche durch das schlechte Wetter erhöht werden, und trotz des Widerstandes des Feindes, welcher durch das Feuer seiner schweren Artillerie unterstützt ist. Längs der Jsonzo- 'ront stellten wir in feindlichen Schanzarbeiten häusige Nachtalarme fest, die durch langanhaltcnde Fcuersalven der Infanterie und der Artillerie verursacht waren und die unsere Truppen zu beantworten vermieden. Durch erbitterte wieder- holte Nachtangriffe gegen die von uns auf dem linken Jsonzo- ufer bei P l a v a eroberten Stellungen versucht der Feind. uns auf das rechte Ufer zurückzuwerfen, jedoch brechen sich seine Bemühungen am zähen Widerstand unserer Truppen. Gezeichnet: C a d o r n a. Italienische Ofsiziersverluste. Basel, 21. Juni.(W. T. B.) Die„Nationalzeitung" meldet auS Mailand vom 12. Juni: In den Kämpfen am Krn wurde der Oberst eines Bersaglieri-RegimentS sehr schwer verwundet, 1 Oberstleutnant und 2 Majore wurden getötet, außer- dem fielen 11 andere Osfiziere, IS sind verwundet. Der türkische Krieg. Im Kaukasus keine Veränösrung. Petersburg, 22. Juni.(W. T. B.) Der Bericht des Generalstabs der KaukasuS-Armee vom 19. Juni meldet: Unbedeutendes Gewehrfeuer fand in der Gegend am Tco statt. Auf der übrigen Front keine Veränderung. Der Seekrieg. Rammversuch gegen ein U-Goot. London, 22. Juni.(W. T. B.) Die Blätter berichwn. daß der Dampfer„Cameronia" der Anchorliuie, der am Sonntag auS New Dork in Liverpool ankam, auf der Reise von einem Unter sec- boote angegriffen wurde, dem man, obwohl der Dampfer mit voller Geschwindigkeit fuhr, unmöglich ausweichen konnte. Die „Cameronia" versuchte das Unterseeboot zu rammen; das Boot tauchte unter und wurde nicht mehr gesehen. Viele angesehene Amerikaner, die sich an Bord der„Cameronia" befanden, berichteten darüber an den amerikanischen Botschafter. Die Verluste öer britischen �anöelsmarine. London, 22. Juni.(W. T. B.) Die Admiralität hat ein Communiguv ausgegeben, wonach fett dem Beginn des.Krieges die Verluste der britischen Handelsmarine 145 Schiffe mit einer Gesamttonnagc von 524080 und 118 Fischerfahrzeuge mit einer Gesamttonnage von 19 924 betragen. 86 Handels- chiffe wurden von Unterseebooten versenkt, 56 von Kreuzern versenkt oder erbeutet. 13 durch Minen zerstört, 24 Fischerboote wurden durch Minen und 94 durch Kriegsschiffe zerstört. 花 Der Krieg und die Kolonien. weiter Kreiſe in Grankreich und England die Grundlage für von über 50 Prozent der Waren von England nach Rußland verGefechte in Deutsch- Südwestafrika. Pretoria, 22. Juni.( W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: General Botha besette Omaruru an der Bahnlinie Swakopmund- Grootfonteine. Er fand nur wenig Widerstand. Einige Deutsche wurden gefangen. I auf die Bedingungen zu lenfen, die nach der Auffassung| gangsverbotes zu veranlassen, weil durch dieses die Beförderung Friedensverhandlungen bilden fönnten. Der Papst über Krieg und Frieden. Paris, 22. Juni.( W. T. B.) „ Liberté" veröffentlicht eine hindert und wahrscheinlich der ganze Verkehr über Schweden in beiden Richtungen zum Aufhören gebracht würde. Dazu sagt „ Stockholms Tidningen" vom 22. Juni, welches die Meldung London, 22. Juni.( W. T. B.) Das Neutersche Bureau wiedergibt:„ Wir sind überzeugt, daß die schwedische Regierung berichtet aus Pretoria: Am rechten Flügel von General das Verbot nicht aufheben oder mildern wird, wenn nicht schnell Bothas vorrückender Armee kamen Kundschafter Manie Bothas am 8. d. M. bei Otjikatjonga, 15 Meilen nordöstlich Unterredung des Papstes mit ihrem Mitarbeiter Latapie. eine greifbare Veränderung in Englands unerhört rücksichtslosem von Wilhelmtal, in Fühlung mit dem Feind. Die Kundschaf- Der Papst erinnerte zunächst an seine verschiedenen Interventionen Auftreten gegen Schweden und seine Handelsinteressen stattfindet. ter verloren einen Toten und fünf Verwundete. Die dritte zugunsten des Friedens und bedauerte, nichts tun zu fönnen, um Werden die übermütigen englischen lebergriffe gegen das loyale berittene Brigade lieferte in den Bergen von Otjihangwes, das Ende des Krieges zu beschleunigen. Er mißbillige jede ungerech- Schweden fortgescht, so müssen alle englisch- russischen Verbindun Nachdem festgestellt ist, daß auch die nach Amerika ausgehende 15 Meilen östlich von Okahandja, ein Scharmüßel gegen feind- tigfeit, wo immer fie begangen werde, aber es wäre weder angebracht gen über Schweden entsprechend schärfer behandelt werden." liche Batrouillen. Die Unionstruppen hatten einen Toten und noch nüglich, die Autorität des Papstes in den Streit der Kriegführenden Bost von den Engländern zenfuriert wird, wird nun, wie„ Svenska vier Verwundete; zwei verwundete Feinde wurden gefangen Parteien zu ziehen. Der Papst fönne im Batikan teine ständigen Post von den Engländern zenfuriert wird, wird nun, wie„ Svenska genommen. Wie groß die feindlichen Verluste sonst sind, ist Verhandlungen und Untersuchungen ausführen lassen. Auf die Frage Dagbladet" erfährt, von schwedischer Seite erwogen, ob man die unbekannt. Die Unionstruppen setzen den Vormarsch fort. Latapies, ob es notwendig sei, eine Untersuchung durchzuführen, um Postsendungen auf die allerdings wenigen direkten skandinavischen Amerifalinien beschränken soll. Das Blatt vergleicht die vollzu wissen, ob die Neutralität Belgiens verletzt wurde, Besetzung Omarurus. erwiderte der Bapst: Dies war unter dem Pontifikate Pius X. lommene Nichtachtung der schwedischen Protefte seitens Englands Der Papft fügte hinzu: Die Deutschen und Desterreicher bestreiten mit der sofortigen Rückgabe der Post auf dem Dampfer„ Thorsten" alle gegen sie erhobenen Anschuldigungen und erheben ihrerseits durch die deutschen Behörden. Der Bischof von Cremona versichert, daß die italieAnklage. Wegen kriegsfeindlicher Aeußerungen. nische Armee 18 österreichische Priester als Geiseln mitgenommen habe. Desterreichische Bischöfe versichern, die russische Armee verhaftet. habe katholische Briefter als Geifeln mitgenommen. Die Deutschen erklären, daß die Bevölkerung von Löwen auf ihre Truppen ge schoffen habe. Sie erklären auch, daß die Franzosen Beobachtungs- Sozialisten, darunter ein Gemeinderat, find in Barletta Pretoria, 19. Juni.( W. T. B.) Amtlich wird mit- posten auf den Türmen der Kathedrale von Reims gehabt hätten. wegen friegsfeindlicher Aeußerungen verhaftet worden. geteilt: Die Gesamtverluste der Unionstruppen Andererseits erklärten die Vertreter von sieben Stongregationen vor ein Kriegsgericht gestellt. Belgiens dem Kardinalstaatssekretär, daß sie in ihrer Koner new betrugen bis zum 14. Juni bei den Operationen gegen gregation feinen einzigen Fall von Gewalttätigkeit zu verzeichnen Verzögerung der Einberufung der neudie Aufständischen 414, und gegen Deutsch- Süd- hätten. Der Papst fuhr fort: Wir werden die Bibliothek in Löwen gewählten griechischen Kammer. west afrita 1045 Mann. Ferner starben 153 Mann an wiederherstellen und zum Wiederaufbau der Kathedralen beitragen. Strankheiten und Unfällen. Die Aufständischen haben vermut- Jeder Schuß auf die Kathedrale von Reims hallte in meinem Athen, 22. Juni.( W. T. B.) Ministerpräsident lich 190 Tote und 300 bis 350 Verwundete verloren. Die in Herzen wieder, aber die Stunde ist noch nicht gekommen, um die Gunnaris erklärte einem Vertreter des Messager d'Athènes, der Union internierten Deutschen beziffern sich Wahrheit aus allen widersprechenden Behauptungen herauszuschälen. der ihn aufgesucht hatte, daß das Wahlergebnis den auf 39 Offiziere und 859 Mann. Der Vatikan ist kein Gericht, wir fällen feine Urteile. Der Venizelisten die Mehrheit gebracht habe. Richter ist dort oben. Latapie sprach sodann der Der Gesundheitszustand des Königs gestatte aber unglücklicher Verhaftung des Kardinals Mercier und Der weise keine andere Entscheidung, als die des Abwartens. Torpedierung der„ Lusitania". Der Papst ent- Die Aerzte seien der Meinung, daß es dem König ohne Gegegnete: Bezüglich des Kardinals Mercier werde ich Sie Die Verluste der südwestafrikanischen Kämpfe. Ein Umschwung? Reichstagsabgeordneter Genosse Hoch schreibt uns: Die Erklärung des französischen Ministers für öffentliche Arbeiten, Genossen Sembat, über Rüstungseinschränkungen als Friedensbedingung( Vorwärts" vom 15. d. W.) gewinnt eine besondere Bedeutung durch Mitteilungen, die in der legten Zeit über die Stimmung in Frankreich und England zu uns hinüber gedrungen sind. Danach soll dort in immer weiteren Streifen ein auffallender Umschwung in der Auffassung über das Kriegsziel eingetreten sein- selbst in solchen Streisen, die anfangs alle nur denkbaren Eroberungen als das selbstverständliche Ergebnis des Krieges hingestellt haben. Allerdings sind sie auch heute noch davon überzeugt, daß es ihnen schließlich doch gelingen muß und wird, ihr Land und ihre Unabhängigkeit mit Erfolg zu verteidigen. Aber sie fönnen sich nicht länger der Erkenntnis verschließen, daß auch das deutsche Volk in der Verteidigung seines Landes und seiner Unabhängigkeit unüberwindlich sein wird. Daher wird jetzt in den maßgebenden Kreisen Frankreichs und Englands bereits immer wieder die Frage vertraulich besprochen: wozu noch die weiteren Opfer an Blut und Gut? " bon Von der italienischen Grenze, 22. Juni. " ( T. 11.) der Sammer abwarten. Vier Er in Erstaunen versetzten. Mercier war niemals verhaftet. Er fann fährdung seines Lebens nicht möglich sei, die politische Lage ganz nach seinem Belieben in seiner Diözese umhergehen. Ich habe zu erörtern, und untersagten auch jede Unterredung des von dem Generalgouverneur Belgiens Generaloberst v. Bissing einen Königs mit ihm. Unter solchen Umständen heiße es nur, die Brief erhalten, in dem er versichert, er werde fünftig mit der Einberufung größten Energie alle Gewaltakte gegen Kirchen und Gottes- fagte dann: Wenn sich inzwischen natürlich, wie wir diener unterbrüden und verfolgen. Der Papst erklärte mit tiefer cs erhoffen, die Gesundheit des Königs so bessert, daß Bewegung, er fenne feine furchtbarere Tat als die Versenkung der man sich ohne Gefahr mit der Regelung der politischen Lusitania". Aber, fuhr der Papst fort, glauben Sie, daß die Lage beschäftigen kann, dann werde ich nicht zögern, das zu Blockade, welche Millionen unschuldiger Geschöpfe zum Hungerleiden fun, was das Wahlergebnis verlangt. Diejenigen, die von verurteilt, etwa von menschlichen Gefühlen eingegeben ist? Der Papst einer Regentschaft sprechen, vergessen, daß nach der Verfassung fügte schließlich hinzu, er werde nach dem Kriege vielleicht einen Syllabus herausgeben, in dem die Doktrinen der Kirche über die die Initiative zur Errichtung einer Regentschaft im Falle einer Kriegsgebräuche zusammengefaßt und die Nechte und Pflichten Strieg- Erkrankung des Monarchen dem König zusteht. Der GesundMan werde darin heitszustand des Königs aber, so wie er heute ist, schließt führender für die Zukunft geregelt würden. zweifellos die Verurteilung aller während des Krieges begangenen jeden Gedanken aus, dem König eine solche Maßnahme vorVerbrechen finden. zuschlagen. Es ist gewiß ein Unglück, daß der Zustand des Im zweiten Teile seiner Unterredung mit dem Mitarbeiter Stönigs keine schnellere Lösung der Krise, in der sich das der Liberté" führt der Papst aus, daß er alles unternommen habe, Land befindet, zuläßt. Wir können unglücklicherweise nichts um Italien vom Einschreiten zurückzuhalten. Er verheimliche nicht, Besseres tun, als warten. Hoffen wir, daß die Befferung daß er hierbei auch an die Interessen des Heiligen Stuhles ge- des Königs schnell genug zunehmen wird, um eine Lösung Dabei dringt- namentlich in England die Meinung dacht habe, die durch den Striegszustand gefährdet ſeien. Die Lage immer mehr vor, daß die Unmöglichkeit, durch einen Weltkrieg des Batikans fei unsicher. Die italienische Regierung habe zwar der Strise noch vor der Einberufung der Kammer zu gestatten. die Welt von neuem zu verteilen, die Folge der wirtschaft guten Willen gezeigt; die Beziehungen des Vatikans zum Quiri Die holländischen Sozialisten gegen die lichen und politischen Entwickelung ist: der Kapitalismus hat nal hätten sich gebessert, aber es sei noch nicht alles zu seiner vollen in allen großkapitalistischen Staaten die Machtmittel aufs Befriedigung geregelt. Der Papst bedauert, daß ein Teil seiner Ausdehnung der Landfturmpflicht. getoaltigste gesteigert und es den kriegführenden Staaten er- Garde eingezogen wurde, deren er zum Schuße seiner Person und Die Voss. 8tg." meldet aus Amsterdam vom möglicht, sich nicht nur vor dem Kriege gewaltig zu rüsten, der Kunstschätze im Vatikan bedürfe. Besonders schwer sei der sondern auch während des Krieges immer furchtbarere Uebelstand, daß er nicht mehr unmittelbar mit allen Gläubigen 21. Juni: Eine gestern abgehaltene Parteisigung der holländischen Campfesmittel in fast unbegrenzter Menge herbeizuschaffen. Korrespondieren könne. Die italienische Regierung habe zwar das Wissenschaft und Kunstfertigkeit haben es ihnen an die Hand Chiffregeheimnis für den Heiligen Stuhl angeboten, aber der Sozialisten hat sich in Uebereinstimmung mit einem Beschluß gegeben, die Verteidigungswerke auch während des Krieges Batikan habe es nicht angenommen, weil es zu gefährlich gewesen der sozialistischen Kammerfraktion erklärt, die die Vorlage immer von neuem herzustellen und entsprechend den neuesten wäre, da man ihn der Indiskretion in militärischen Dingen hätte über die Ausdehnung der holländischen LandsturmErfahrungen zu verstärken. Dazu kommt, daß sich das ar- beschuldigen können. Leider werde auch die Zensurfreiheit, die ihm pflicht als unannehmbat bezeichnete. Het Volk", beitende Bolk im Laufe der Zeit einen immer größeren Ein- von der italienischen Regierung zugesichert war, nicht eingehalten. das sozialistische Organ, veröffentlicht heute einen langen Auffluß auf das Staatsleben errungen, einen immer größeren Seine Korrespondenz werde geöffnet, alle Verbindungen mit den ruf, in dem die Stellungnahme der Partei erklärt und zu Anteil an Bildung und Gesittung erworben hat. Es fühlt deinden Italiens seien auch für den Vatikan unterbrochen. Der einer Kundgebung am kommenden Sonntag in Utrecht fich als einen maßgebenden Zeil des ganzen Volkes und be- Papst äußert sodann Besorgnis wegen der Rückwirkung des Krieges aufgefordert wird. trachtet es daher als selbstverständlich, sein Land und feine auf Italien. Er wisse nicht, wie sich das Bolt bei einem Siege und Unabhängigkeit mit allen Kräften zu verteidigen. So kommt bei einer Niederlage benehmen werde. Er fühle sich nicht gezu den gewaltigen Verteidigungsmitteln des Großkapitalis- schützt. In besorgtem Tone schloß der Bapst, indem er sagte, die mus eine immer größere Widerstandskraft des aufstrebenden arbeitenden Volkes. Sie ermöglichen den großkapitalistischen Staaten eine Verteidigung, die für sie lange Zeit erfolgreich ist, für die anstürmenden feindlichen Heere aber furchtbare Verluste bringt. Und je weiter sich die wirtschaftliche und Wien, 22. Juni.( W. T. B.) In der heutigen Sizung politische Entwickelung vollzieht, um so mehr kommt sie dieser Bloemfontein, 22. Juni.( W. T. B.) De wet ist zut Verteidigung der großfapitalistischen Staaten gegen den An- der Staatsschuldenkontrollkommission teilte Finanzminister sturm feindlicher Heere zugute, desto unwahrscheinlicher wird Engel mit, daß zwischen der österreichischen Finanzverwaltung sechs Jahren Gefängnis und 2000 pfd. Sterl. Geldcs, daß ein Weltkrieg die gewünschte Entscheidung bringt, und einem Bantenkonfortorium im Deutschen Reiche eine An- ftraje verurteilt worden. defto deutlicher zeigt es sich, daß der Weltkrieg in der Tat leihe von 305 Millionen Mark ähnlich den im cine ,, falsche November 1914 durchgeführten Finanzoperationen eine„ falsche Rechnung" ist, wie es den Engländern ihr Lands- 200 Millionen abgeschlossen worden sei. Diese Anleihe ver mann Norman Angell vorausgesagt hat. Diefe falsche Rechnung" ist auch für England und Frank- folge insbesondere den Zweck, für Zahlungen ins Ausland reich ein sehr teurer Wahnsinn. Selbst im reichen Eng- ausländische Geldmittel zur Verfügung zu haben. land denken alle, die sich eine eigene Meinung darüber bilden Deutsche Entschädigung für getötete fönnen, mit Grauen an die Lasten, die der Krieg bringt. Das flang bereits sehr deutlich aus den Verhandlungen im Spanier. Unterhaus heraus; in vertraulichen Gesprächen hört man es noch ganz anders. Wie sollte es erst werden, wenn nach dem Kriege von neuem mit dem Wettrüsten begonnen und auch dieses Spiel in immer stärkerem Maße fortgesetzt würde? Der einzige Troft ist, daß sich die Staaten zueinander auf andere Weise zurechtfinden müssen, sobald sich der Weltfrieg als wedlos herausgestellt hat. Demgemäß hört man in Frankreich und England immer häufiger den Schluß: der einzige Weg aus dem gegenwärtigen Zustande und aus den drohenden Schwierigkeiten nach dem Frieden führe zu VerZukunft ſei ſehr dunkel, er werde freudig die erste sand ergreifen, die sich ihm zum 3wede der Friedens bermittelung biete. Oesterreichische Anleihe in Deutschland. bon Madrid, 22. Juni.( W. T. B.) Meldung der Agence Havas. Der spanische Botschafter in Berlin hat der spanischen Regierung mitgeteilt, daß die kaiserlich deutsche Regierung den Tod von fünf spanischen Untertanen, die in 2üttich getötet wurden, bedauert und der spanischen Regierung 182 000 Mart als Entschädigung für die Familien der Opfer zur Verfügung stellt. Spanien hat das Angebot angenommen; der Zwischenfall ist beigelegt. Verschiebung der englischen Parlamentswahlen. ständigungen darüber, wie fernerhin im Auslande der friedI iche Wettbewerb der großkapitalistischen Staaten vor allen unheilvollen Störungen geschützt und die Streitfragen London, 22. Juni.( T. 1.) Wie die Agence Havas zroischen den Staaten ohne einen Weltkrieg, vielmehr nach meldet, fündigte Asquith am Montag im Unterhause eine bestimmten, von allen Staaten gesicherten Grundsäßen ent- Vorlage an, nach der die Wahlen, die im Dezember schieden werden fönnen. Wenn diese Aufgabe gelöst ist, dann finden sollen, um ein Jahr verschoben werden sollen. ist auch eine Verständigung über die Einschränkung der Rüstungen möglich und wird sehr schnell erreicht werden, weil die Rüstungen nicht mehr dieselbe Bedeutung wie früher haben und die Kostenfrage alle Staaten in gleicher Weise drüdt. Schweden, England und Rußland. Dewet des Verrats schuldig befunden. London, 21. Juni.( W. T. B.) Das Reutersche Burcau erfährt aus Bloemfontein: Dewet wurde auf Grund der ersten acht Anklagepunkte des Verrats für schuldig befunden; bezüglich der anderen zwei Punkte wurde Das Urteil soll morgen die Schuld verneint. bekannt gegeben werden. Kriegsbekanntmachungen. Der Poftverkehr nach Südtirol. Nach einer Mitteilung der österreichischen Postverwaltung find bis auf weiteres Privatpakete nach Orten der Bezirkshauptmannschaften Ampezzo, Borgs, Bozen, Briren, Bruned, Cavalese, Cles, Lienz, Meran, Mezolombardo, Primiero, Niva, Rovereto, Echlanausgenommen die Orte Bozen, ders, Tione und Trient Den Privatpaketen nach den genannten sechs Orten dürfen schriftBrigen, Bruned, Lienz, Meran und Schlanders nicht zulässig. liche Mitteilungen nicht beigeschlossen werden. Geldbriefe nach Orten der genannten Bezirkshauptmannschaften dürfen ebenfalls schriftliche Mitteilungen nicht enthalten. Letzte Nachrichten. Die Arbeit des preußischen Landtages. Berlin, 22. Juni.( W. T. B.) Der Seniorentonvent des Ab. geordnetenhauses trat heute abermals, und zwar nach der Plenarfizung einer Besprechung über die Behandlung des Antrages statt- Brütt- Rendsburg im Plenum zusammen und einigte sich dahin, daß zunächst sämtliche Berichterstatter sprechen sollen. Man erwartet, daß dann die Staatsregierung sich äußern wird. Daran soll sich eine kurze Debatte anschließen, in der voraussichtlich nur Stockholm, 22. Juni.( W. Z. B.) Dem Helsingforser Blatte die Sozialdemokraten und die Fortschrittliche Volkspartei das Wort Dagenspreß" vom 17. Juni zufolge erregt das Verbot der ergreifen werden. Zum Schluß wird, wie bereits mitgeteilt, der schwedischen Regierung, daß Waren durch Schweden be- Borsitzende der verstärkten Budgetkommission das Gesamtergebnis der Kommissionsberatungen zusammenfassen. In diesem Zusammenhange der Dinge ist die Er- fördert werden, deren Ausfuhr Schweden verboten hat, in RußDa nicht anzunehmen ist, daß die Beratungen morgen schon klärung, die Genosse Sembat, wie er ausdrücklich hervorhob, land großes Aufsehen. Das Petersburger Börsenkomitee wandte zu Ende geführt werden, ist vorgesehen, morgen mit den Refeals Staatsmann abgegeben hat, zu würdigen. Sie soll sich an den Handelsminister mit einer Eingabe, Maßregeln zu erraten der Berichterstatter abzubrechen und die Ministerreden und offenbar ein Vorstoß sein, um die allgemeine Aufmerksamkeit greifen, um die schwedische Regierung zur Aufhebung des Durch die Debatte Donnerstag stattfinden zu lassen. URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: An den Grenzen von Südtirol und Italien. 11 1 65 Theater für Mittwoch, den 23. Juni. Deutsches Künstler- Theater 81Uhr Schiller- Theater 0. Die Schöne vom Strand 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen Deutsches Opernhaus, Charlottenb. 8 Uhr: Fidelio Friedrich- Wilhelmstädt. Theater Schiller- Th. Charlottenbg. 8 Uhr: Wohltäter der Menschheit Thalia- Theater 8%, U.: Eine unmögliche Frau. 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Kleines Theater 8% U.: Liebelei Lessing- Theater Guido Thielscher 8. Seine einzige Frau 99 Grünen". Lustspielhaus Venus im Grünen". Operette in 1 Akt. v. Rud. Lothar. Musik von Oskar Straus. 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Der Erklärung der Mitglieder der Vorstände der Partei und der Reichstagsfraktion gegen den von den Genossen Bernstein, Haase und Kautsky in der„ Leipziger Volkszeitung" vom 19. Juni veröffentlichten Aufruf:„ Das Gebot der Stunde" schließe ich mich an. Berlin, den 22. Juni 1915. Fr. Ebert. Zur Klarstellung. Mittwoch, 23. Juni 1915. den fremden Fabriken, die wir eben der Verschiedenheit Die Zensurdebatte im Nationalrat eröffnete in wegen gar nicht als Wettbewerber bezeichnen dürfen. eigentlich wenig taktvoller Weise der Kommissionsberichterstatter Wollten wir da unserer Fabrikation eine über den Geschäftsbericht des Bundesrates, Secretan- Lauandere Richtung geben, so wäre es ein um so sanne, Chefredakteur der„ Gazette de Lausanne", die kürzlich wegen bedenklicherer Rückschritt, als wir zwar in unserem des Hezartikels eines Professors zur Beteiligung der Schweiz am Unternehmertum und in unserer disziplinierten Arbeiter Seriege, und zwar an der Seite des Vierverbandes konfisziert wor schaft... einen Vorsprung vor anderen Völkern besigen, in den war, so daß Secretan in eigener persönlicher Sache redete. der Verkehrslage aber und damit auch in dem für reinste Natürlich äußerte er deswegen seine Unzufriedenheit mit der ZenMassenware wichtigsten Element schlechter als die Nachbaren sur, mit deren Vorgehen in diesem Falle aber gewiß der größte gestellt sind. Der Güteraustausch mit den hoch- Teil des Schiveizervolfes einverstanden sein dürfte. Unsere Gezivilisierten Gebieten Europas und Nord- nossen Graber Chaux- de- Fonds und Sigg- Genf bekämpfte amerikas, danach mit den Nordküsten Süd- ebenfalls scharf die Zensur, wobei letzterer sie der Parteilichte amerikas war und ist für unsere Fabrikaten- zum Schaden der französischen Schweiz beschuldigte, wodurch sie ausfuhr bedeutsamer als der Handel mit einen breiten Graben zwischen Welsch und Deutsch geschaffen habe. den gewiß entwickelungsfähigen, aber doch Genosse Greulich- Zürich warnte den Bundesrat ernstlich vor für alle absehbare Zeit weit zurücstehenden einer Entartung der Zensur, die aber immerhin seiner Meinung Unter dieser Ueberschrift erlassen Mitglieder des Vor- Kolonialgebieten der Tropen." nach die Grenze des Zulässigen noch nicht überschritten hat. standes der Partei und der Reichstagsfraktion eine Erklärung als Rohstofflfieferanten gesetzt. Auch in dieser Beziehung mann, der zunächſt feſtſtellte, daß die Zenjur ausschließlich in den Nun wird heute besonders viel Hoffnung auf Kolonien In zwei Reden antwortete darauf Bundesrat Hoffgegen mich, weil ich mich unterfangen habe, mit den Genossen Eduard Bernstein und Karl Kautsky in einer Parteizeitung unentbehrlich ist der Kolonialbesitz für uns ebensowenig, wie sonders schwerer Verletzung der Neutralitätspflicht und Gefährschätzt Wiedenfeld ihren Wert recht gering ein.„ Wirtschaftlich Händen der Armee und ihrer Organe ruht. Es wird nur bei beeinen Artikel:„ Das Gebot der Stunde" zu veröffentlichen. der Besitz seiner Kolonien für England eine wirtschaftliche dung der guten Beziehungen der Schweiz zum Ausland cin Ein eigenartiges Verfahren und eine in jeder Beziehung neue Notwendigkeit genannt werden darf." gegriffen, und zwar zuerst durch Verwarnung, dann durch Suspens Erscheinung des Parteilebens! Es trifft auch nicht zu, daß man Kolonien brauche, um dierung und zuletzt durch Unterdrückung. Die Schwierigkeit der für den Bevölkerungsüberschuß Ansiedelungen zu schaffen. Lage besteht für die Behörden darin, daß der Bürger die NeutraliDeutschland nimmt vom Osten und Süden Europas reichlich tät des Staates als eine selbstverständliche Sache betrachtet, für so viel Hunderttausende als Einwanderung auf, wie es Zehn- seine Person aber glaubt, tun zu fönnen, was er wolle. Das ist tausende nach außen abgibt. Außerdem wandern heute nicht aber falsch; denn der Staat besteht doch aus den Bürgern. Er mehr Bauern, sondern städtische Arbeiter aus, die in den schilderte dann einige ffandalöse Leistungen einzelner Zeitungen Kolonien nichts zu suchen haben. Das Verhältnis der sozialen und der Ansichtskartenindustrie, wogegen eingeschritten werden zu den politischen Notwendigkeiten hat sich geradezu um- mußte. Nationalrat Bossi aus dem Tejfin hatte in seiner Zeitung gekehrt: wir brauchen jetzt nicht mehr die Schutzgebiete, weil anläßlich des Eintrittes Jtaliens in den Krieg die Intervention Der erste Vorwurf geht also fehl; und der zweite mutet wir eine Auswanderung haben; sondern wir müssen auf eine der Schweiz gegen die Zentralmächte gefordert und als der Arrecht sonderbar an. Er erinnert sehr stark an die Gracchen, gewisse Auswanderung Wert legen, weil uns Schutzgebiete titel von der Zensur verhindert wurde, ihn dann in einem italienidie sich Aber Aufruhr beklagen. Seit Monaten haben einige unentbehrlich geworden sind schen Blatte veröffentlicht. Ein Redner nannte dieses Vorgehen Mitglieder des Vorstandes, welche jest Stellung gegen mich In welcher Hinsicht sind aber uns Schutzgebiete unent- direkt Hochverrat. Bundesrat Hoffmann verteidigte die Zensur nehmen zu müssen glauben, Artikel und offene Briefe in die behrlich? Wiedenfeld gibt darauf eine eindeutige Antwort: als eine Notwendigkeit in der gegenwärtigen Zeit. Aber sie sei Welt gesetzt, ohne dem Vorstand der Partei oder der Fraktion als Stükpunkte deutscher Weltpolitit, als immer eine mangelhafte Einrichtung, die ein hohes Maß von vorher Mitteilung davon zu machen; sie haben sich bemüht, Erzieher zu weltpolitischem Denken. Sonst, Taft, Geisteskultur und Kenntnis der politischen vorher Mitteilung davon zu machen; sie haben sich bemüht, glaubt man, verhalte es sich gerade umgekehrt: Weltpolitik Situation verlangt, das aber nicht immer bei den Crdie Partei für gewisse Parolen, so die Parole wird um Kolonien willen getrieben. Wiedenfeld kehrt die ganen der Zensur vorhanden sei. Entschieden wies er den VorMir wird vorgeworfen, daß ich in keiner der beiden Körperschaften Anträge auf eine Aktion im Sinne meines Auf rufes gestellt oder irgendeine Mitteilung von der Absicht meines Vorgehens gemacht habe. Run ist allgemein bekannt, daß ich im Sinne jenes Artikels seit Kriegsausbruch unaufhörlich) im Vorstande der Partei und der Fraktion tätig gewesen bin. 11 des Durchhaltens, zu gewinnen, ohne daß der Vorstand Sachlage um, vermag aber darauf keine Antwort zu geben, wurf der Parteilichkeit der Zensur gegen die welsche Schweiz zuvorher davon in Kenntnis gesetzt worden war. Seine öffent wozu wird denn dann eigentlich die Weltpolitit selbst ge- rüd. Gegenüber den von Sigg betonten breiten Graben zwischen liche Zenfur ist ihnen deswegen von irgendeinem Vorstands- trieben. Die Kolonien betrachtet er nur von Gesichtspunkte Welsch und Deutsch meinte er, daß sie zwar zwei Köpfe, den feinen mitgliede erteilt worden. Danach scheint mehr der Inhalt aus, daß fie Stützpunkte für die Flotte bilden. Bur romanischen Kopf und den diden, harten germanischen Schädel, daß des Artikels, als die Tatsache der Veröffent- Sicherung des fernliegenden Gebietes ist aber eine sehr starke sie aber nur ein patriotisches Herz haben. lichung vor der Mitteilung an den Vorstand Flotte notwendig. Die Kehrseite dieser Weltpolitik sieht er An der Debatte beteiligten sich noch weitere welsche und für die neue Methode maßgebend zu sein. durchaus ein.„ Die Kosten und die Menschenlast müssen deutsche Redner gegen und für die Zensur, bürgerliche Freiheit und Die Mitglieder des Partei- und Fraktionsvorstandes, dazu an drückendem Gewicht um so mehr zunehmen, Staatsnotwendigkeit, wobei auch die beiden Tessiner, Bossi und welche bisher schrieben, was sie im Juteresse der Partei zu Erpansion beschreiten; wird doch dadurch immer von neuem je mehr auch andere Staaten den Weg weltpolitischer Bundespräsident Motta, scharf aneinandergerieten. Scharfe Kritik wurde auch an der Militärjustiz geübt schreiben für nötig oder nützlich hielten, übten damit ihr gutes der Maßstab. Verschoben, nach dem jeder einzelne Staat seine und eine Aenderung im Sinne ihrer Einschränkung gefordert. Bei Recht aus, das ich ihnen nie bestritten habe, wenn ich auch an Anstrengungen einzurichten hat. Was hat nicht England seine diesen Militärdebatten erfuhr man auch, daß auch die friedliche ihren Ausführungen Stritik übte, soweit ich sie für falsch hielt. Aufwendungen für Heer und Flotte erhöhen müssen, seitdem schweizerische Mobilisation während der Kriegszeit zahlreiche Opfer Das, was den anderen recht war, muß mir billig sein, und sich Deutschland nachhaltig für weltpolitische Ziele eingesetzt gefordert hat. Es sind 171 Todesfälle, wovon 24 Selbstmorde, bis ich lehne es jedenfalls ab, mir das Recht der freien Meinungs- hat!". Deshalb, meint er, wäre es besser, wenn in Ende Mai vorgekommen. Unsere Genossen verlangten eine höhere äußerung beschränken zu lassen. überseeischen Deutschland selbst ein starker Stammt von Militärunterstützung der Familien der diensttuenden Wehrmänner. Deutschen angesezt wird, der in gewöhnlichen Zeiten sich Ebenfalls scharfe Kritik wurde an der Finanzpolitik des selbst unterhält, in Notfall aber als militärische Reserve Bundesrates geübt, der mit den 5prozentigen Anleihen vorzur Deckung des ihm Heimat gewordenen Gebietes eintritt." angegangen und dadurch die Geldverteuerung wie die allgemeine tropischen Kolonien wird noch durchaus bezweifelt, fordert dent Motta, meinte aber dazu, man mußte noch froh sein, zu diesem Nun, die Möglichkeit einer starken Ansiedelung in den Teuerung mitverschuldet hat. Der Finanzminister, Bundespräsiauf jeden Fall große Ausgaben, die die Wiedenfeld in Binsfuß Geld zu bekommen. Die Völker opfern alles für diesem Falle durchaus befürwortet. Wichtiger ist es aber, ihre Staaten, Gut und Blut, aber das Geld fostet daß die weltpolitischen Konflikte heute doch noch in Europa 5 Proz., da nübt kein Appell an den Patriotismus entschieden werden, daß man also auch vom militärisch- strategi- etwas! Dafür wird nun auch die einmalige Kriegssteuer erschen Standpunkte aus die deutschen Soldaten nicht nach allen hoben, die demnach eine Kriegsgewinnsteuer gegen die Finanz- und Herren Ländern verschicken, sondern an Drt und Stelle haben andere Kapitalisten wäre. Im Ständerat wics Motta darauf hin, Wir bemerken noch zu der Erklärung der Mitglieder des Partei- müsse. Von welcher Seite man also die Frage der Kolonien daß an die Schaffung der staatlichen Alters- und Invalidenverund Fraktionsvorstandes, daß es sich um eine Zuschrift einzelner auch betrachtet, immer kommt man zu dem Schluß, daß sie sicherung erst wird gedacht werden können, wenn das finanzielle Mitglieder, nicht der Körperschaften als solcher handelt, denen die ges nur Schaden bringen, wenn man das„ Wirtschaftliche" nicht hat bis Ende 1914 die Höhe von 280 100 000 Fr. erreicht. Man sowohl in wirtschaftlicher wie in strategisch- politischer Beziehung Gleichgewicht des Bundes wieder hergestellt ist. Die Staatsschuld nannten Mitglieder angehören. Die Parteivorstandsmitglieder 2uise mit den Gewinninteressen einer kleinen Gruppe identifiziert. fieht also bereits, wie die Wirkungen des Krieges die Weiterfüh= Ziez und Wengels haben sich der Erklärung nicht angeschlossen. Noch ausführlicher als Wiedenfeld begründet dies E. Müller- g Der Sozialpolitik hemmen wird. Die Mobilisation Bom Genossen Hoch liegt noch keinerlei Erklärung darüber vor. Holm in seiner der Abwehr des Imperialismus dienenden kostet die Schweiz jeden Monat 15 Millionen Franken, Schrift: Der englische Gedanke in Deutschland"( Verlag bis 12. Juni 185 Millionen Franken und das Defizit des Bundes E. Reinhard in München). Das ist auch der Standpunkt der im Jahre 1915 wird voraussichtlich nicht unter 40 Millionen Partei vor dem Striege gewesen und wird trotz aller Be- Franken bleiben. Neue Einnahmequellen sind also unerläßlich. mühungen einiger, die Partei ins imperialistische Fahrwasser Ausrüstungsgegenstände, einschließlich der UniUnser Genosse Pflüger regte die Herstellung der zu loden, auch in der Zukunft der gleiche bleiben... Die Einmütigkeit der Partei wird durch Entrüstungspolitik nicht gefördert; wohl aber wirkt im Intereſſe des Zu sammenschlusses der Partei, wer Meinungsverschiedenheiten sachlich erörtert, und daß der Artikel:„ Das Gebot der Stunde" streng sachlich gehalten ist, hat mir noch jeder zugegeben, der mit mir darüber gesprochen hat. Berlin, den 22. Juni 1915. Hugo Haase. Der Sinn des deutschen Kolonialbesitzes. Parlamentarisches aus der Schweiz. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: formen, durch eine kommunale Organisation an, um so der argen Ausbeutung der Arbeiter, namentlich durch die Militärbekleidungsindustrie, ein Ende zu machen. Der Ständerat stimmte zwei Anträgen betreffend die VorIegung von Gefeßentwürfen zu, durch die den finanziell bedrängten Privatbahnen geholfen werden soll, um sic vor dem Zusammenbruch zu retten, und der staatsbürgerliche Unterricht in den Fortbildungsschulen eingeführt werden soll. Politische Uebersicht. Unter diesem Titel veröffentlicht Prof. K. Wiedenfeld als 6. Heft der bei A. Markus u. E. Weber in Bonn erscheinenden" Deutschen Kriegsschriften" eine Kleine Arbeit. ( Preis 80 Pf.), die sich mit der Frage beschäftigt, welcher Wert und welche Bedeutung einem deutschen Kolonialbesitz zuzuschreiben ist. Sie ist aus manchen Gründen, aber vor allem deshalb beachtenswert, weil der Autor die wirtschaftDie zweite und lebte Sessionswoche der schweizerischen lichen Gesichtspunkte klar und deutlich hervorkehrt. Wiedenfeld Bundesversammlung hat noch wichtige 3ensur- und erkennt offen an, daß der jezige Strieg gewissermaßen ein Finanzdebatten gebracht. Die Preßzensur wird in der Kolonialkrieg ist, und konstatiert die große Wandlung in der Hauptsache nur zur Wahrung der schweizerischen Neutolonialpolitischen Auffassung, die sich in Deutschland seit tralität allen Ländern gegenüber ausgeübt und dürfen daher Bismarcks und Caprivis Zeiten vollzogen hat. Damals war die Leser dieser Zeilen nicht etwa vergleichsweise an die Zensur man noch der Ansicht, je weniger Afrika, desto besser"; heute in Deutschland oder anderen kriegführenden Ländern denken, da kann man davon nicht genug haben... Nun findet aber sie dabei zu ganz irrigen Vorstellungen kommen würden. Im allDie Notwendigkeit der Wahlreform. Wiedenfeld, daß man noch immer die Bedeutung der Kolonien gemeinen und namentlich über die innerschweizerischen Verhält- In einem Artifel des Zag" weist Richard Calmer nicht richtig auffasse. Immer werden sie vom„ materialistischen" nisse schreibt die Presse und insbesondere unsere Parteipresse so der Regierung die Initiative zur Reform des preußischen Standpunkte aus betrachtet. Und doch ist gerade die wirt- frei wie früher, worin sie sich auch von der Meinung der gegne- Dreiflassenwahlrechts zu, da von dem Parlament nichts zu schaftliche Bedeutung der Kolonien recht gering. rischen Presse, unter dem Vorivande des Burgfriedens" zu allen erivarten sei. Die Regierung dürfe selbst vor einer vorüberWährend Gen. Noste( Kolonialpolitik und Sozialdemo- Bedrückungen der Arbeiter durch Unternehmer usw. zu schweigen, gehenden Niederlage ihrer Vorschläge nicht zurückschrecken. Kratie) meint, die Kolonien seien auch für den deutschen Handel nicht beirren läßt. Eine Präventivzensur gibt es in der Schweiz Auch nur der Versuch einer besseren Lösung würde ihr wesentlich, betont Wiedenfeld, daß es höchst unwahrscheinlich auch nicht. Unterdrückt wurde unseres Wissens bisher nur ein Sympathien weiter Streise zutragen. Auch den Besitzenden ist, daß die Kolonien von unserer gewaltig zunehmenden Blatt im Berner Jura, das für dessen Losreizung vom Kanton sucht Calwer die Reform schmackhaft zu machen, da von einer Fabrikatenausfuhr einen wirklich wesentlichen Teil werden Bern Stimmung machte, also sogenannten„ Hochverrat" trieb. Da- Beseitigung des jezigen Wahlrechts noch nicht eine Aufhebung der aufnehmen können". Sollte es aber auch eintreffen, so ist es für wurde der Redatteur des Blattes auch zu einer furgen Ge- sozialen Machtverhältnisse zu erwarten sci. Calwer erinnert noch eine Frage, ob daraus ein Vorteil für Deutschlands fängnisstrafe von, irren wir nicht, 14 Tagen verurteilt. Ver- daran, daß Bismarcks Eintreten für das Reichstagswahlrecht industrielle Entwicklung entstehen werde. Ein Wirtschafts- weisungen, Warnungen erhielten allerdings mehrere Blätter, und eine viel größere Reuerung brachte, als es jetzt die Einführung gebiet, das so deutlich wie Deutschland die Qualitätsarbeit zwar unparteiisch solche aller drei Sprachen. des gleichen Wahlrechts in Preußen sein würde: betont und demgemäß in der Ausfuhr gerade bei den hoch- Natürlich fällt es uns nicht ein, die Zensur irgendwie verteidi- Was damals ein fast fühner Wurf war einent erst im wertigen Artikeln die hauptsächliche Steigerung sucht, habe, gen zu wollen; sie ist ein Uebel und eine lästige Beschränkung der Entstehen begriffenen politischen Gebilde gegenüber, das ist meint er, vor Zollabschließungen des Auslandes nicht viel zu Breßfreiheit unter allen Umständen und sollte, kann man während in Preußen die Erfüllung einer längst schon befürchten, weil der Verbrauch seiner Waren nur wenig von des Krieges nicht wieder ihre Beseitigung erlangen, wirklich nur reifen Forderung. ihrem Preisstande bestimmt zu werden pflegt. Dagegen über- auf gemeinschädliche Entgleisungen unverantwortlicher Zeitungsläßt es Deutschland den alten Kolonialstaaten, selbst seine schreiber angewandt werden. Etwas anderes ist es vielleicht noch Kolonien mit derben Baumwolltüchern zu versorgen. Wir mit dem Borgohen gegen den blutigen Schund spekulativer Anhaben unsere Industrie auf die Herstellung feinerer Gewebe fichtskartenfabrikanten, dessen behördliche Beschlagnahme wohl nie gestellt und überlassen deshalb tampflos diesen Platz mand bedauern wird, " Die Befürchtungen und Besorgnisse, die man an die Erfüllung dieser Forderung knüpft, sind in der Hauptsache durch den Strieg hinfällig geworden. Das mögen die nicht einsehen wollen und können, die sich in Breußen im Besitz der politischen Macht befinden, aber das muß und kann die Führung der staatlichen Organisation erkennen. Was gibt man denn der Arbeiterschaft, wenn man ihr das Reichstags Wahlrecht für den preußischen Landtag gewährt? Doch nichts anderes als ein formelles Recht, aus dem erst die wachsende wirtschaftliche Rtacht der preußischen Arbeiterschaft etwaS machen kann. Die materielle U eberlegen heit desBesitzes über dieArbeit ist tatsächlich so groß und so fest begründet, daß auch das sreieste Wahlrecht und die weitestgehende politische Voll Berechtigung diese lleberlegenheit nicht zu beseitigen Der mögen. Aber die politische Vollberechtigung gewährt die Möglichkeit, daß auch für die als einzelne schwachen Existenzen die gleichen Voraussetzungen politischer Betätigung geschaffen sind, wie sie für die Besitzer von Grund und Boden sowie von Kapital bestehen. Und dieses Gefühl der Gleich berechtigung muß den Arbeitern gegeben werden. Die Wirt schaftliche und soziale Entwicklung sorgt schon ganz allein da für, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Selbst das freieste Wahlrecht verhindert nicht, daß die Vorherrschaft des Besitzes unter den heutigen Verhältnissen der Tausch Wirtschaft bestehen bleibt." Wir zweifeln, ob die von Calwer vorgebrachten Gründe das Verhalten der Regierung und der bürgerlichen Parteien einschließlich der Fortschrittler ändern werden. W i r erwarten eine gründliche Reform nur von der politischen Regsamkeit der breiten Wählermassen._ Abgeordnetenhaus. Von der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses, das am DienS tag nach längerer Pause wieder zusammengetreten ist, mutzte der wichtigste Punlt, der Bericht der Budgetlommiision über die von der Regierung gegebenen Auskünfte über wirtschafiliche Fragen, wieder abgesetzt werden, weil der schriftliche Bericht über die Kommissions- Verhandlungen erst zum Teil fertiggestellt ist. Der Rest der Tagesordnung, der von untergeordneter Bedeutung ist, wurde in kurzer Zeit erledigt. Den auf Grund des Artikels 63 der Verfassung erlassenen Verordnungen betr. ein vereinfachtes Eni cignungsverfahren zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit und zur Beschäftigung von Kriegsgefangenen sowie betr. die Bildung von Genossenschaften zur Bodenverbesserung von Moor-, Heide- und ähn lichen Ländereien erteilte das Haus debattelos die Zustimmung. Der Antrag Brust sZ.) und Genossen auf Annahme eines Gesetzentwurfs betr. Ergänzung deS KnappschaftS-Kriegsgesetzes fand entsprechend dem Kommissionsbeschlutz seine Erledigung durch Annahme einer Resolu- tion, die die Regierung um Vorlegung eines entsprechenden Gesetzentwurfs ersucht. Endlich nahm das HauS noch den von Mitgliedern ver- schiedener Fraktionen gestellten Antrag an, wonach den Schülern höherer Lehranstalten und den Seminaristen, die in das Heer ein- getreten sind, die Erlangung des Reifezeugnisses möglichst erleichtert werden soll. Am Mittwoch beginnt die Beratung des von der Tagesordnung abgesetzten Berichts der verstärkten Budgetkommission. Zur Schließung des Landtages. Die amtlich beeinflutzte„Neue polit. Korrespondenz" sucht den Schlutz des preußischen Landtage? wie folgt zu verteidigen: „Der Schlutz des preußischen Landtages erfolgt gegen den Wunsch des Abgeordneten- und Herrenhauses, aber die Staatsregierung hält ihre Gründe für Beendigung der Tagung doch für so wichtig und ausschlaggebend, daß man sich damit abfinden kann, zumal eine Kaltstellung des wichtigsten einzelstaatlichen Parlaments nicht beab- sichtigt ist. Die Regierung mutz naturgemäß jetzt ihr Haupt- augenmerk auf die mit dem Reichsparlament zu lösenden Aufgaben richten. Die reinen sachlichen gesetzgeberischen Arbeiten des Landtages traten gegenüber den Forderungen des Tages völlig zurück, sodatz die Beratung der kriegswirtschaftlichen Fragen sich mehr und mehr im Bereiche der Reichspolitik be- wegte. Der innere Zusammenhang Preußens mit der Reichs- Politik ergab sich ohne weiteres daraus, daß nirgends die Verhand- lungen im Landtage zu einer Kollision mit der Reichspolitik führten, sondern nach außen hin nur überzeugend feststellten, wie im Bundesrat die großen Aufgaben des Reiches von den Vertretern aller Bundes- stallten mit voller Einmütigkeit wirksam gemacht werden. Es ist im übrigen aber von jeher ein Wunsch des Landtages gewesen, längere, durch mehrfache Vertagungen bedingte Sessionen zu vermeiden, und dieser Wunsch hat aus verschiedenen Gründen seine volle Be- rechtigung." Die Presse fast aller Parteirichtungen erklärt trotz dieser Aus- führungen, daß in der gegenwärtigen Situation eine Vertagung deS Landtages zweckmäßiger gewesen sei. Das Verbot der„Deutschen Tageszeitung". Während die übrige Presse die Mitteilung von dem Ver- bot der„Tageszeitung" und die Notiz der„Norddeutschen" ohne Kommentar wiedergibt, behält sich die„Kreuz-Zeitung" eine Kritik der Maßnahme vor und tritt schon jetzt für den sachlichen Kern der beanstandeten Reventlowschen Ausführungen über den II-Bootskrieg auch ihrerseits ein. Sie schreibt: „Im allgemeinen wird es von der Zensur nicht erlaubt und ist eS daher auch kaum üblich, daß sich an ein Zensur- verbot in der Presse eine Kritik oder sonstige weitere Erörle- rung knüpft. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat in den Ausführungen zu dein Verbot der„Deutschen Tageszeitung" mit scharfen Angriffen gegen dieses Blatt Stellung genommen und dadurch an sich die Bahn zu weiteren Presseerörterungen eröffnet. Aus naheliegenden Gründen wollen wir es uns indessen in der gegenwärtigen Kriegszeit versagen, im einzelnen in diese Erörterungen einzugreifen. Es mag späterer Zeit vor- behalten bleiben, zu der Kritik, welche die„Nord- deutsche Allgemeine" an der„Deutschen Tageszeitung" aus- übt und zu der Begründung, die sie dem Zensur- Verbote gibt, Stellung zu nehmen. Heute geben wir jeden- falls dem lebhaften Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß wir uns recht bald wieder an der Lektüre des befreundeten Blattes werden erfreuen können. Der warme nationale Ton der Zeitung und die Art, wie sie in diesen schweren Zeiten den Mut und die Entschlußfreudigkeit unseres Volkes zum Ausdruck bringt, geben uns Grund zu der Auffassung, daß ein längeres Ausbleiben des Blattes in weilen Kreisen auch über die konservative Partei und die Landwirtschast hinaus mit Recht als eine schwere Lücke empfunden werden würde." Nachdem das konservative Blatt in so warmer kollegiali- scher Weise für das vom Verbot betroffene Organ der gleichen Partei eingetreten ist— eine Stellungnahme, die einzelne Parteiblätter beim Verbot anderer Parteiblätter sich zum Muster nehmen sollten—, schließt sich die„Kreuz-Zeitung" prinzipiell der Haltung der„Tageszeitung" in der U-Boots- frage an: „Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" führt das Verbot neben einem anderen Grunde aurb darauf zurück, daß der beanstandete Artikel eine kaum mehr verhüllte Verspottung des in den beut- schen Noten an Amerika eingenommenen Nechlsstandpunktes ent- halle.... In der Sache handelt es sich dabei um eine Be- sprechung des von Deutschland gemachten Zugeständnisses, daß neutrale Handelsschiffe auch in der Kriegszone nicht ohne weiteres torpediert, sondern vorher angehalten und untersucht werden, ein Zugeständnis, daß uns übrigens in der Praxis teilweise noch über die in den Noten ausgesprochenen Grundsätze hinaus durchgeführt zu sein scheint. Der beanstandete Artikel hebt die Folgen hervor, welche dieses Verfahren namentlich infolge deS schnöden englischen Flaggenbetruges für die Abschwächung der Waffe und für die Ge- fährdung unserer Mannschaften gehabt hat. Daß dieser Folgen mit leidenschaftlicher Wärme des Tones gedacht wird, scheint uns im Hinblick auf den Tod Weddigens und auf andere Erfahrungen gerade der letzten Tage s e h r'v e r st ä n d l i ch. N a ch d r ü ck l i ch e Hinweise auf die große und für uns schwerwiegende praktische Bedeutung dieses Zugeständnisses können unseres Erachlens für die schwebenden Verhandlungen, bei denen Amerika ein gleiches Verfahren sogar gegenüber feindlichen Handelsschiffen zu fordern geneigt ist, nur nützlich sein.... Wir wollen gewiß keinen Widerspruch dagegen erheben, daß mit Amerika mit dem Ziele einer Verständigung weiter ver handelt wird, und wir gestehen der Regierung das Recht und die Pflicht zu. bei diesen Verhandlungen volle Rücksicht auf die politische Gesamtsilnation zu nehmen. Das Selbstverständliche dabei aber ist— in dieser Beziehung hat die „Norddeuiiche Allgemeine Zeitung" vollkommen recht—, daß die Kampfkraft der U-Boor-Waffe auch im Handelskriege in keiner Weise weiter eingeschränkt werden kann und wird." Die„Freisinnige Zeitung" hält es dagegen für angebracht, sich darüber aufzuregen, daß nicht auch der Lokal-Anzeiger", in dem der bekannte E. Z.- Artikel zur U-Boot-Frage erschien, mit Zensurmaßnahmen bedacht worden ist. So wacht ein freisinniges Organ über Preßfreiheit! Auffällige Verhaftung. In Karlsruhe wurde am Freitagabend der Buch. drucker Gen. Dietrich verhaftet. Man bringt die Ver- Haftung damit in Verbindung, daß unlängst ein Flugblatt verbreitet worden sein soll„An die deutschen Frauen". Es könne sich aber auch um ein anderes Flugblatt handeln. Ge- naueres über den Grund der Verhaftung war bisher von keiner Seite zu erfahren._ Kriegervereine und Sozialdemokratie. Die„Parole", das Organ des Preußischen Landes- Kriegerverbandes, teilt mit, daß der Vorstand des Kpffhäuser- Bundes sich mit der gegenwärtigen und zukünftigen Stellung des Kricgervereinswesens gegenüber der Sozialdemokratie beschäftigt hat. Als Resultat dieser Beratungen wurde nach- stehende Kundgebung an die Vereine der deutschen Landes- Kriegerverbände erlassen: „Das deutsche Volk bat in seiner Gesamtheit, im Felde wie in der Heimat, seine Vaterlandsliebe glänzend betätigt. Die deutschen Landeskriegerverbände haben das Vertrauen, daß diese einmütige Gesinnung, die die wehrhaften Söhne dem Rufe des Kaisers hat folgen lassen, auch nach dem Kriege erhalten bleibt. Sie sind überzeugt, daß die ehemaligen Soldaten, die in die Kriegervereine ausgenommen zu werden wünschen, auch ferner- hin monarchische Gesinnung bewähren werden. Sie ermächtigen deshalb die Vereine, alle,' welche diese Verpflichtung anerkennen, ohne Prüfung der politischen Partei- stellung kameradschaftlich in ihre Reihen aufzunehmen." Die„Parole" fügt dem hinzu: „Die Kundgebung wird nunmehr allen Vereinen zugegangen sein; sie ist von dem Vertrauen getragen, zu dem unö die gegenwärtige große Zeit berechtigt. Wir ersuchen die Vereine, von jetzt ab und bis ellva der nächste Abgeordnetentag anders beschließen sollte, bei der Aufnahme von Kameraden nur die persönliche Würdigkeit deS Aufzunehmenden in Betracht zu ziehen. Es ist auch nicht die Absicht der Kund- gebung, daß die Anerkennung nwnarchischer Gesinnung von jedem neu Eintretenden ausdrücklich verlangt werden soll. Wir wollen gegenwärtig von jedem, der in einen Kriegerverein eintreten will, annehmen, daß er vaterlandsliebend und monarchisch ge- sinnt ist." Die Kriegervereine haben demnach ihr politisches Glaubens- bekenntnis grundsätzlich nicht geändert. Landtagsersatzwahl. Bei der Landtagsersatzwahl im Wahlkreise Paderborn- Düren-Wiedenbrück wurde Dr. Grunenberg(Zentrum) Düsseldorf-Oberkassel einstimmig mit 328 Stimmen gewählt. aus aktionäre blasen Triuurph, wogegen das liberale Regierungsblatt „Vaderland" mit einiger Uebertreibung von einem„schioarzen Tag" in der holländischen Geschichte spricht. Weitere Folgen wird die Niederlage für die Regierung voraussichtlich nicht haben. Daß der BurgfriÄen total kaput ist, läßt sich allerdings nicht leugnen, aber brüchig war er auch so schon. Den Liberalen bält die re- aktionäre Presse entgegen, daß der Burgfrieden die Regierung hätte verpflichten müssen, das Gesetz zurückzuziehen. Das Urteil, wer da recht hat, wird da wohl nach der Parteistellung der Ur- teilenden verschieden lauten. Vermutlich aber hätten sich zu- mindest die katholischen Senatoren nachgiebiger gezeigt, wenn die Gesandtschaft beim Vatikan nicht schon in der zweiten Kammer angenommen gewesen wäre. Aus dem sächsischen Landtage. Die sozialdemokratische Fraktion der Zweiten Kammer wird in dem ebeit eröffneten außerordentlichen sächsischen Landtage folgende Anträge einbringen: Einsührung des allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahlrechts mit Verhältnis- und Sonntagswahlen für alle über 20 Jahre alten Reichsangehörigen; Reform der Staatseinkommensteuer unter Wegfall der vier untersten Stufen; höhere Progression für Einkommen über 6000 M.; Reform der Ergänzungssteuer in derselben Richtung; Erhebung der Staats- grundsteuer nach dem gemeinen Werte; Wegfall der indirekten Ab- gaben(Fleisch-, Schlacht-, Stempelsteuer); Sonderbesteucrung der durch Kriegsgeschäste erzielten Gewinne. Ferner werden Interpellationen eingebracht über die Teuerung, die Lebensmittel- Versorgung, gegen den Preiswucher, über Verbesserung der Kriegs- ürsorge, Bersammlungsverbote, Vereins- und Versammlungsfreiheit, Belagerungszustand.— Die Fraktion erhebt Anspruch auf bedingungs- lose Zubilligung eines Vizepräsidenten. Im vorigen Landtage ver- weigerte man der sozialdemolratisckicn Fraktion den Vizepräsidenten, weil sie die Erfüllung höfischer Pflichten ablehnte. Vorgeschlagen wird zum Vizepräsidenten Genosse Fräßdorf, der schon einmal diesen Posten bekleidete.— Die Kommissionsarbeiten sollen in drei Sonder- kommissionen erledigt werden. Eine soll die Wirlschafisfragen, eine die Wahlrechtsangelegenheilen und die dritte die von der Regierung eingebrachten Notgesetzvorlogen beraten. Für die erstgenannte Kommission beansprucht die Fraktion den Vorsitz. Gültigkeit von Urkunden in Belgien. Brüssel, 22. Juni.(W. T. B.) Der Generalgouverneur erläßt olgende Verordnung: Urkunden, die von einer deutschen öffent- lichen Behörde oder von einer mit öffentlichem. Glauben versehenen Verson des Deutschen Reiches ausgenommen oder ausgestellt sind, nd zum Gebrauch in Belgien zuzulassen, wenn sie durch den Berwaltungschef bei dem Generalgouverneur legalisiert sind. Ter Eid der Konfessionslose» in Holland. Aus Amsterdam schreibt man uns: Die reaktionäre Mehr- heit des Senats— orthodoxe Katholiken, Calvinistcn und Luthe- raner— hat am 17. d. M. den R e g i e r u n g s e n t w u r f über den Eid der Konfessionslosen verworfen. Es war nicht freidenkerische Prinzipienreiterci, die den Anstoß zu diesem Gesetzesvorschlag gegeben hatte, sondern eine oberstgerichtliche Ent- äheidung, die durch die tatsächliche Aushebung der Zeugnispflicht der Ungläubigen die Rechtspraris in Unordnung brachte.— Die vom ehemaligen Ministerpräsidenten K u y p e r geführten Re- Mühlengewinne in ffmg unö Zrieöen. Seit Monaten sind geschäftige Federn eifrig bemüht, die Un- schuld der Mühlen an den hohen Mehlpreisen des vergangenen Winters zu„beweisen". Sie führen zur Recklfertigung der un- gebeuerlichen Mehlpreissteigerungen an: Verluste an bei Kriegs- ausbruch seeschwimmenden Sendungen, höhere Geslebungskossen durch Lohnsteigerungen, steigende Kohlen- und Materialpreiie usw. Sicher haben diese Tatsache»(am wenigsten natürlich die Lobiisteigerungen> die Geschäfisergebnisie der Mühlen beeinflußt. Wie wenig sie aber die zum Teil ganz außerordemlich günstigen Belriebsergebiiisie verschlechtern konnien, läßt mit aller wünichenswerten Klarheil die unten folgende Tabelle erkennen. In dieser Tabelle sind die aus den Geschäftsberichten und Bilanzen der M ü h I e n- A l t i e n- gesellschafren, die ihr letzres Geschäftsjahr im Kriege abgeschlossen und sich mit dem Resultat desselben an die entrüstete und erregte Oeffentlichkeit gewagt haben, die Zahlenangaben über Abschreibungen. Reingewinn und Dividende den Angaben für das Geschänsvorjahr gegenübergestellt. Daß Geschäftsjahr schließt bei den verschiedenen Gesellschaflei, sehr verschieden, zum Teil am 30. September<4mal), zum Teil fälli es mit dem Kalenderjahr zusammen(20mal> und zum Teil wird es am 31. März beendet(4mal). Die Zahlen für das im Kriege beendele Geschäftsjahr sind fett hervorgehoben. Das Ergebnis dieser Gegenüberstellung ist verblüffend, es zeigt ei» ganz einheitliches Bild sehr siarker Gcwrnnflergerungen. Das Verblüffendste ist, zu sehen, wie Gesellschasleii. deren letztes Friedens- geschäflsjahr mit großen Verlusten abschloß(Berliner Viktoriamühle, Löhnberger Mühle in Niederlahnstein), aus einmal Gewinne auf- weisen, die erhöhte Abschreibungen und Dividenden möglich machen. Zum Teil sind übrigens große Gewinnsummen in anderen Posten der Bilanzen versteckt worden. Es lohnt aber kaum, diesen Summen nachzuspüren, weil ja ohnehin eine genaue F e fl st e ll u izg des tatsächlichen reinen Betriebsgewinnes nicht mög- l i ch i st. Für unseren Zweck genügt aber auch die vorstehende Zu- sammenstellung vollkommen. 1 Zuschuß der Aktionäre: 262 111 Mark. s Verlust 25 950 M. 8 50/0 an Stammaktien, 10% an Vorzugsaktien. 4 Pro 1914: 1200000 M. neue Aktien, zu 25% eingezahlt. 8 Geschäftsjahr umfaßt nur ein Vierteljahr! e Verlust 98 242 M. 7 Nur für 600 000 M. Vorzugsaktien. s 8% an Stammaktien, 10% an Vorzugsaktien. Gewerkschaftliches. Der Arbeitsmarkt im Mai. = Aus den Organisationen. Schon seit Monaten ist, wie überall, auch im Buchdrudgetverbe, Ordonnanz bei einem der russischen Stäbe und wurde durch einen Mangel an männlichen Arbeitern. Es werden deshalb ungeübte Granatschuß in den Kopf getötet. Die junge russische GewerkschaftsLeute angelernt mit einem Wochenlohn von 24 M. bei Tagarbeit presse verliert in ihm einen ihrer tüchtigsten Mitarbeiter. und 26 M. bei Nachtarbeit. Die Zahl der an den Maschinen tätigen Arbeiter ist inklusive der ungeübten nicht größer als früher, vielfach Ueber die Lage des deutschen Arbeitsmarktes im Mai sogar noch geringer geworden. Die geübten alten Arbeiter müssen Die Kreistonferenz des Wahlkreises Teltow1915 berichtet das vom Kaiserlichen Statistischen Amte heraus- infolgedessen bedeutend mehr leisten als früher, ohne indessen mehr gegebene„ Reichs- Arbeitsblatt" in seinem Juniheft wie folgt: Lohn zu erhalten. Der Minimallohn beträgt für den Hilfsarbeiter Beeskow Charlottenburg nahm nach einem Referate des In der Mehrzahl der Industrien war der Geschäftsgang an der Beitungsmaschine des Nachts 32 M. Das Geschäft verdient also Genossen Moltenbuhr und einem Korreferat des Genossen auch im Mai durchaus befriedigend. Besonders gilt das für an jedem ungeübten Arbeiter pro Woche 6 M. Füllt der Ungeübte die Ströbel Stellung zu den Friedensbemühungen des Parteivorauch im Mai durchaus befriedigend. Besonders gilt das für Stelle eines über das Minimum entlohnten einberufenen Arbeiters aus, standes. Nach Erledigung der sehr ausgedehnten Debatte wurde Unternehmungen, welche mittelbar oder unmittelbar für so erhöht sich naturgemäß der Verdienst für das Geschäft. Die eine Resolution angenommen, worin die Bestrebungen des ParteiHeereszwecke arbeiteten. Manche Betriebe konnten die Auf- Maschinen sind zum größten Teil mehr als zur Hälfte mit un- vorstandes zur Kenntnis genommen und die auf das gleiche Ziel träge nur mit Anspannung aller Sträfte und unter Leistung geübtem Personal belegt, so daß beispielsweise bei einer Maschine gerichteten Wünsche ausländischer Bruderparteien begrüßt wurden. von Ueberstunden, doppelten und dreifachen Schichten be- mit sechs Mann Besetzung eine Ersparnis von 18 bis 24 M. pro Parteivorstand und Fraktion werden aufgefordert, diese Bestrebunwältigen. Eine wesentliche Aenderung gegenüber dem Vor- Woche für die Firma herausspringt. gen energisch zu unterstüßen, dagegen Absichten bürgerlicher monat ist im allgemeinen nicht eingetreten, bemerkenswert ist Es wäre nichts weiter als eine Pflicht des Arbeitgebers, diefe Annektionspolitiker energisch zu bekämpfen. Dieselben Körperjedoch die überall bemerkbare Entlastung des Arbeitsmarktes ohnersparnisse als Teuerungszulagen an alle im Betrieb beschäf- schaften sollen sich auch gegen die das politische Leben einengenden für weibliche Beschäftigte. tigten Arbeiter zu verteilen. Aber man müßte dann ja wirklich, wie Bestimmungen und die Lebensmittelteuerung wenden, es den Anschein hat, die Familienunterstützung der Kriegsteilnehmer Die Berichte der einzelnen Verbände und Unternehmungen aus eigenen Mitteln des Geschäfts zahlen. Eine von Friedenau eingebrachte Resolution, wonach sich die Versammlung einverstanden erklären sollte mit der von vielen zeigen, daß im Bergbau der Absatz unverändert gut war. Auch Auch noch auf andere Weise wird versucht, diese Ausgaben wieder Parteigenossen an den Parteivorstand gerichteten Kundgebung, die Eisen- und Maschinenindustrie war durchschnittlich ebenso einzubringen. wurde durch die Annahme der ersten Resolution als erledigt belebhaft beschäftigt wie im Vormonat. Dasselbe gilt für die Die Falzer erhalten Löhne von 30-32 M. wöchentlich. Aus trachtet. elektrische Industrie, soweit sie, wie dies im großen Umfang oben angeführten Gründen wird jest in den Zeitungsfalzereien eine Sodann entwickelte sich eine umfangreiche Debatte über die geschieht, Kriegsgut herstellt. Gleichfalls befriedigend war die große Anzahl weibliches Perional beschäftigt. Diese Arbeiterinnen Sonderbestrebungen in der Partei. Das Referat Lage der Spinnstoffgewerbe mit Ausnahme gewisser Spezial- erhalten einen Wochenlohn von 28 M. für Nachtarbeit bei der hatte der Kreisvorsitzende Genosse Thurow, das Korreferat Gezweige, z. B. der Seidenindustrie. Uneinheitlich lagen die gleichen Arbeitsleistung wie die Männer. Also auch hier pro Kopf nosse Dr. Dunder übernommen. Mit großer Mehrheit wurde 2 M. Profit für das Geschäft. folgender Beschluß gefaßt: Verhältnisse in einigen anderen Gewerben, wie in der Es ist aber keineswegs mit der Meinung, die für die Deffent-" Die Kreistonferenz des Wahlkreises Teltow- Beestow usw. chemischen und in der Holzindustrie. Zu den Industrien, die lichkeit bestimmt ist, in Einklang zu bringen, wenn man versucht, die kann das Verhalten derjenigen Parteimitglieder, die in besonderen über guten Geschäftsgang zu berichten haben, gehören Kriegsunterstützung in dieser für die Eingeweihten doch so auffälligen Zusammenkünften außerhalb des gegebenen Organisationsrahmens auch einige Zweige der Nahrungs- und Genußmittelgewerbe, Art und Weise aus den Arbeitern herauszuholen, während man bei in parteitaktischen und Organisationsfragen auf eigene Faust zum Beispiel die Bierbrauerei und die Zigarrenfabrikation. Im jeder Gelegenheit diese Unterſtüßungseinrichtungen als eine foziale Attionen unternehmen, nicht billigen. Diese Zusammenfünfte berBaugewerbe, das schon vor dem Kriege einen unbefriedigenden Wohltat der Firmen hinstellt. Auch hat nicht jede Familie der gen die Gefahr in sich, die Einheit der Partei zu untergraben. Wie auch immer die Genossen in der Beurteilung von Parteifragen stehen Geschäftsgang zu verzeichnen hatte und dessen Lage durch den Kriegsteilnehmer Anspruch darauf. Krieg zunächst noch weiter verschlechtert worden ist, machte betriebe aus, und auf Grund dieser sozialen Tat lehnt man den Bestrebungen fördern, die geeignet sind, das gegenseitige Verstehen So sieht in Wirklichkeit die Kriegsfürsorge der großen Beitungs- mögen, so kann und darf nicht geduldet werden, daß Mitglieder sich im Berichtsmonat in einzelnen Städten infolge der öffent- bis aufs äußerste angestrengten Arbeitern die erbetenen Teuerungs- der Parteigenossen untereinander zu erschweren. Die Kreiskonfe lichen Bautätigkeit eine gewisse Besserung bemerkbar, die auch zulagen ab. renz gibt zu, daß der aus dem Kriegszwang sich ergebende unbestellenweise in einer Steigerung der Zahl der Beschäftigten Deutsches Reich. friedigte Betätigungsdrang der Genossen erklärlich ist. Sie richtet zum Ausdruck fam. barum an Parteivorstand und Reichstagsfraktion von neuem das Grsuchen, keine Gelegenheit vorübergehen zu lassen ohne den Am 30. Mai fand eine Konferenz der Gewerkschaftskartelle von Wünschen der Voltsteile Rechnung zu tragen, die Rheinland und Westfalen statt, auf der auch der Reichstags- und mit der Lebensmittelteuerung unzufrieden sind, sowie eine abgeordnete Robert Schmidt über Arbeitslosigkeit und Arbeits- freiere Gestaltung der politischen Zustände im Innern fordern. Die Sonntag in einer Kartellsigung über die Konferenz Bericht erstatten Unterlaß für die Entfaltung eines möglichst regen Vereinslebens nachweis sprach. Als in Gelsenkirchen der Genosse Bendler am Kreiskonferenz fordert die Parteimitglieder des Kreises auf, ohne wollte, wurde er mehrmals vom Polizeibeamten dabei unterbrochen. Sorge zu tragen, damit allen Genossen die Gelegenheit gegeben ist, Bendler sagte darauf, daß er ja nur das wiedergäbe, was auf der im Rahmen der Parteiorganisationen ihre Anschauungen zu ver Konferenz verhandelt wurde. Der Beamte aber behauptete, der treten.( Reger Besuch der Zahlabende, lebhafter MeinungsausBerichterstatter gebe immer wieder seine Ansicht dazwischen; wenn tausch, Agitation für die Partei usw.) Die Kreiskonferenz verurteilt Die Arbeitslosigkeit hat sich, wie in den Vormonaten, fo fortgefahren würde, müßte er die Versammlung schließen. die Benutzung des Namens der Arbeiterbildungsschule oder anderer meinte darauf: dann auch im Mai der Anzahl nach weiter verringert, die Ver- Bendler meinte wverden wir uns eben Parteiinstitutionen für Zusammenkünfte, die außerhalb der Orhältniszahl ist dieselbe geblieben wie im Vormonat; denn von über Sie beschweren." Er machte den Beamten darauf aufmerksam, ganisation veranstaltet werden." den 1,097 Millionen Mitgliedern, über welche 35 Fach- daß ja auf der Konferenz auch ein Vertreter des Generalfommandos anwesend gewesen sei. Als Bendler den Standpunkt des Genossen verbände für den Mai berichteten, waren 2,9 Proz. gegen Schmidt über den Arbeitsnachweis präzisierte, schloß der aufgeregte tagswahlkreis( Mannheim) hat in ihrem am 31. März d. J. Die Parteiorganisation für den 11. badischen Reichs2,9 Proz. im Vormonat arbeitslos. Daß die Stellenlosigkeit Beamte die Sigung. Er wurde darauf aufmerksam gemacht, daß er abgeschloffenen Jahresbericht folgende Ergebnisse zu vergegenwärtig nur unwesentlich größer ist als zu Friedenszeiten, nur die Sigung auflösen, nicht aber sie schließen könne, das jei zeichnen: zeigt ein Bergleich mit dem Mai 1914, in welchem 2,8 Proz. Sache des Bersammlungsleiters. Darauf meinte er, er habe sich ver- Am 1. April 1914 zählte der Verein 10 916 Mitglieder, dararbeitslos waren. Wie bedeutend die Besserung in den legten iprochen, und nun löste er die Delegiertensigung auf. Genosse Bendler unter 1270 weibliche. Die Mitgliederzahl stieg bis zum Ausbruch Monaten war, ergibt sich daraus, daß zu Beginn des Jahres bemerkte dem Beamten, daß man sich beschweren werde, des Krieges. Am Schlusse des Geschäftsjahres waren nur no noch 7,2 Proz. Arbeitslose gezählt wurden. er habe nur die Verhandlungen der Konferenz wiedergegeben. Der 4423 männliche und 1219 weibliche Mitglieder vorhanden; es Wer garantiert mir sich im Verhältnis der Arbeitsuchenden zu den offenen Stellen denn dafür, daß das auf Wahrheit beruht, was standen 5063 Weitgiteder im Felde, von denen etwa 70 gefallen sind. Aus der Statistik der Arbeitsnachweise geht hervor, daß Beamte gab aber zur Antwort: bei den Frauen eine Besserung vollzogen hat, während bei Bendlers Ausführungen in dem kritischen Augenblick lauteten: den Männern die Lage unverändert geblieben ist. Auf 100 Robert Schmidt hat also in Effen gesagt, daß wir uns nach dem offene Stellen entfielen nämlich im Berichtsmonat bei den Kriege nicht gegen die ausländischen Arbeiter abschließen. Aber Männern 99 Arbeitsuchende( gegen 100 im April), bei den erst müßten die deutschen Arbeiter beschäftigt werden. Freilich Frauen 158 Arbeitsuchende( gegen 165 im April). Gegen müßten dabei verschiedene Unternehmer aber auch höhere Löhne über dem Mai 1914 ist der Andrang zu den Arbeitsnachweisen zahlen, als die die sie heute den ausländischen Arbei den Männern bedeutend schwächer, bei den Frauen stärker beitern( Hier wurde die Versammlung geschlossen und nachher noch aufgelöst.) Die Nachweisungen der Krankenkassen ergaben für die in Beschäftigung stehenden Mitglieder am 1. Juni eine Abnahme der männlichen Beschäftigten dem Anfang des Vormonats gegenüber um 68 279 oder 1,41 Proz., dagegen eine Zunahme der weiblichen Beschäftigten um 31 988 oder 0,92 Proz;; die Gesamtzahl der Beschäftigten hat mithin nur um 36 341 oder 0,44 Proz. abgenommen. Der Rückgang war also nur sehr gering und geht im wesentlichen auf Einberufungen zum Landfturm zurück. geworden. Aufgelöste Kartellsitzung. Sie da fagen!" Tenerungszulagen. Diesem Gesamtüberblick läßt das„ Reichs- Arbeitsblatt" eine ausführliche Wiedergabe von Berichten über Beschäftigung, Der Vorstand des Buchbinder- Verbandes hat an die UnterArbeitslosigkeit, Arbeitsnachweis usw. folgen. Auch über nehmer ein Rundschreiben versandt, in dem um eine TeuerungsArbeitsmarkt und Arbeitslosigkeit in England und im neu- zulage erfucht wird. Die Freie Buchbinder- Innung in Hamburg hat tralen Ausland wird nach amtlichen Quellen berichtet. darauf an ihre Mitglieder die folgende nachahmenswerte Aufforderung gerichtet: Innung der Buchbinder und verw. Gewerbe zu Hamburg ( Freie Innung). Berlin und Umgegend. Die Metallformer flagten in ihrer letzten Branchenbersamm Tung darüber, daß in den Betrieben, die jetzt vorwiegend Granatenzünder fabrizieren, viele Ueberstunden gemacht werden und auch Sonntags gearbeitet wird. Das mag zum Teil darauf zurückzuführen sein, daß infolge der zahlreichen Einberufungen ein gewisser Mangel an Arbeitskräften herrscht und die Unternehmer deshalb bestrebt sind, die vorhandenen Kräfte soweit wie irgend möglich auszunuzen. Da die Zünderarbeit an sich schneller ist als die normale Arbeit der Metallformer, so kann eine derart weitgehende Anspannung der Kräfte des Arbeiters auf die Dauer nicht ohne Schaden für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Arbeiter betrieben werden. Aus diesen Gründen soll die Ueberstunden- und Sonntagsarbeit möglichst eingeschränkt werden. In manchen Betrieben wird versucht, bei Vergebung neuer Arbeiten die Akkordlöhne zu drücken. Um das zu verhüten, sollen sich die Betreffenden in derartigen Fällen an die Kommission wenden, die dann das Erforderliche veranlassen wird. Teuerungszulage! Auch bei den Arbeitern des Buchdruckgewerbes besteht der Wunsch, ihr Einkommen mit den in dieser Zeit sehr hohen Ausgaben in Einklang zu bringen. Der Wunsch, den Personalen der Drudereien in Groß Berlin im allgemeinen eine Teuerungszulage zu bewilligen, wurde von dem Verein Berliner Buchdruckereibesizer glatt abgelehnt. Verschiedene Arbeiter versuchten und erreichten nunmehr einzeln bei ihren Arbeitgebern Bulagen von 50 Pf. bis 1,50 M. pro Woche. Bemerkenswert hierbei ist aber, daß es nur fleine und ganz vereinzelt mittlere Betriebe sind, welche das Einsehen hatten, ihren Arbeitern etwas zukommen zu lassen. In den Großbetrieben dagegen sah es ganz anders aus. Bei den Verhandlungen über die Teuerungszulagen wurde den Arbeitern von den Geschäftsvertretern gesagt, wie wenig Entgegentommen und wie wenig Geschäftsinteresse die Arbe ter zeigen, wenn fie jetzt noch Lohnerhöhungen verlangen, in einer Zeit, in welcher das Geschäft doch so furchtbar große Opfer zu bringen habe, wo das Geschäft doch ohne jeden Verdienst arbeite usw. usw. Und worin bestehen diese Opfer? Man bekommt z. B. als Buchdruderei- Hilfearbeiter bei Tages. arbeit 28 M., bei Nachtarbeit 32 M. Wochenlohn. Einzelne Arbeiter erhalten, wenn sie zehn, fünfzehn oder auch zwanzig Jahre in der Firma tätig find, noch einige Mark über das Minimum. Die großen Drudereibetriebe haben außerdem seit Kriegsbeginn Einrichtungen getroffen, wonach alle Familien der Kriegsteilnehmer, welche vor ihrer Einberufung zum Striegsdienst dort tätig waren, Unterstützungen erhalten. Auf diese Unterstügungen wurde bei den Verhandlungen von den Firmen hingewiesen. Es wurde den Arbeitern gesagt:" Jawohl, Sie können Teuerungszulagen erhalten, es werden aber jofort die Unterstüßungen für die Familien der Kriegsteilnehmer eingestellt; nun, bitte, wählen Sie". Die Arbeiter wurden dadurch moralisch gezwungen, auf ihre Forderungen zu verzichten, da sie nicht die Absicht haben, auf Kosten der armen Kriegerfamilien ihre Lage zu verbessern. Wie aber versucht wird, diese sogenannten großen Opfer auf die Arbeiter abzuwälzen, sei durch nachfolgendes bewiesen: Hamburg, den 20. Mai 1915. An unsere Mitglieder! Die durch den Krieg verursachte Steigerung der Preise aller unserer Rohstoffe hat die Herstellungskosten unserer Arbeiten wesentlich verteuert. Eine Erörterung der Frage, ob wir eine Erhöhung der Preise unserer Arbeiten eintreten lassen müssen, ist überflüssig; eine folche dürfte sich ohne weiteres von selbst verstehen. Schwerer zu entscheiden wird es dagegen sein, ob sie bei heutiger Geschäftstage überall in angemessener Weise durchzuführen und об insbesondere die Möglichkeit gegeben ist, einen festen Satz dafür aufzustellen. Ohne der Entscheidung der Innungsversammlung borgreifen zu wollen, hat der Vorstand beschlossen, den Mit gliedern zu empfehlen, diese Angelegenheit von Fall zu Fall zu Behandeln und je nach Art und Wenge des zu verwendenden Materials eine Erhöhung von 10 bis 20 Proz. oder mehr eintreten zu lassen. Wir halten Die gleiche Berechtigung, welche wir für uns in Anspruch nehmen müssen, steht unserer Arbeiterschaft zu. Wenn diese angesichts der so sehr verteuerten Lebensmittel den Wunsch nach Erhöhung der Löhne fundtut, so bedarf dieser gewiß feiner eingehenden Begründung. auch hier für überflüssig, erst einen Innungsbeschluß, der nicht ber neinend ausfallen tann, herbeizuführen und überlassen es der Einsicht der Arbeitgeber schaft, dem uns unterbreiteten Verlangen zu entsprechen. Wir verkennen nicht, daß unser Handwerk, verglichen mit anderen Geschäftszweigen, sich in einer besonders bebrängten Lage befindet und daß in vielen Fällen nur unter Opfern des Geschäftsinhabers ein alter Arbeiterstamm bei Lohn und Brot gehalten werden kann. Wie aber wir ein Entgegentommen unferer Auftraggeber erwarten, so sollen wir auch in gleicher Weise berechtigten Anforderungen entsprechen, im Vertrauen darauf, daß in dieser schweren Zeit alle Berufsstände sich die Hand reichen, einander nach Kräften zu helfen und zu fördern. Der Borstand. Otto Rauschenbach, zurzeit Obermeister. In Solingen haben acht Firmen, die sich zu einer G. m. b. H. für Militäreffekten zusammengetan haben, ihren verheirateten Arbeitern ebenfalls eine Teuerungszulage von 5 Broz. bewilligt. Auch die Rathenower Etuisfabrikanten haben ihren Arbeitern eine zehnprozentige Teuerungszulage gewährt. Aus der Partei. Ein russischer Gewerkschaftsredakteur gefallen. Der Redakteur des Petersburger Handlungsgehilfenorgans „ Handlungsgehilfenbote", Genosse Michael Seifer, ist, wie in der Pariser Parteipresse berichtet wird, auf dem Schlachtfelde gefallen. Er war gleich bei Kriegsbeginn einberufen worden, diente als * Der Umsatz der Naſſe ſtieg auf auf 19 555,73 m. bei einem Saldobortrag von 21,48 M., dabei find 7152,52 M. an die Kasse der Landesorganisation, 3244,23 M. an die Berliner Zentrale abgeführt worden. Die Kosten der Reichstagserfahwahl( 17. November 1914) betrugen 1274,08 M. Es wurden 11 431 Stimmen für den fozialdemokratischen Kandidaten abgegeben. Die Voltsstimme" berzeichnet in der Kriegszeit nur einen unbedeutenden Abonenntenrückgang. " Der Sozialdemokratische Verein für Reuß i. 2. hielt am Sonntag an Stelle der Generalversammlung eine Vorständekonferenz ab, in der die Geschäftsberichte erstattet wurden. Die Hauptkasse schließt mit 13 845,98 M. in Einnahme und Ausgabe ab. Der Kaffenbestand beträgt 6369 M. Der Mitgliederbestand ist etwas zurückgegangen. weibliche Mitglieder. Bis 1. April waren 1816 Mitglieder zum Der Verein zählte am 31. März 1915 4646 männliche und 1094 Heeresdienst eingezogen, von denen, wie bisher ermittelt werden fonnte, 62 gefallen sind. Die Einnahmen des Parteiorgans, der „ Neußischen Tribüne", sind von 128 824,58 M. im Vorjahre auf 110,432,73 M. im abgelaufenen Geschäftsjahre zurückgegangen und hat sich daher ein Zuschuß von rund 2000 M. notwendig gemacht. Von einer Erhöhung der Abonnementsgelder wurde indes abgesehen und diese auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Aus Industrie und Handel. Die englische Anleihe. London, 22. Juni.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Bei Ginbringung des Gejebentwurfs über die Kriegs. anleihe im Unterhause appellierte Schazkanzler Mac Kenna an den Patriotismus des Landes. Man müsse die riesenhaften Hilfsquellen ausnüßen, um den Krieg erfolgreich für die Verbündeten und für Großbritannien fortzusehen. Nach der Erklärung, daß die Anleihe zu pari und zu 4½ Prpz. 3insen ausgegeben werden würde, jezte er auseinander, daß der Betrag der Anleihe nicht begrenzt sei, hauptsächlich deshalb, weil man nicht wisse, bis zu welchem Grade von der Gelegenheit, die frühere Kriegsanleihe und Konsols umzutauschen, Gebrauch gemacht werden würde. wollen, fönnen nämlich unter Einreichung der Zwischenscheine der Die Befizer der alten Kriegsanleihe, die auf die neue zeichnen alten Anleihe, die zu 95 ausgegeben wurde, unter Zuzahlung des Unterschiedes von 5 Pfund den entsprechenden Betrag der neuen Anleihe zu 100 erhalten. Den Befibern von Konsols werden diese zum gegenwärtigen Preise von 66% gegen die neue Anleihe umgetauscht, wenn sie den gleichen Betrag zu erhalten wünschen. Der Staat hat das Recht, die Anleihe im Jahre 1925 zu pari zurückzuzahlen oder die Besizer haben im Jahre 1945 Anspruch auf Einlösung. Um allen Klassen der Bevölkerung die Beteiligung an der Anleihe zu ermöglichen, fönnen Zeichnungen in Beträgen von 100 Pfund aufwärts bei der Bank von England oder in Anteilscheinen und Schatzscheinen von 5 Schilling bis zu 25 Pfund, die bei den Bostämtern, Gewerkschaften und anderen Korporationen erhältlich sind, bewirkt werden. Mac Kenna schloß, daß Großbritannien Hunderte von Millionen brauche, und daß jede Anstrengung, die jebt gemacht würde, dern auch zur Sicherung der späteren finanziellen Borherrschaft nicht nur eine Anstrengung zur Fortsetzung des Krieges sei, sonGroßbritanniens erfolge. Die Anleihevorlage wurde einstimmig ange=" nom me 11. Das Reutersche Bureau fügt hinzu, daß die Anleihe für die vorteilhafteste Anlage gehalten würde, die dem Publikum in der legten Zeit geboten worden sei. Der Zudrang zur Erhaltung von Prospetten sei bereits außerordentlich groß. Neue französische Anleihe in New York. New York, 22. Juni.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Gerüchtweise verlautet, daß hier über eine neue französische Anleihe von 75 Millionen Dollar zum Ankauf von Munition verhandelt wird. Lebensversicherungs- Dividenden. Die Leipziger Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit( Alte Leipziger) schließt für 1914/15 sehr gut ab. Der in der Abteilung für Todesfallversicherung erzielte lleberschuß beträgt 14 002 014( i. 2. 13 795 550) M.; das ist der größte bis jetzt von der Gesellschaft zu verzeichnende Ueberschuß. Der Aufsichtsrat beantragt 55 Proz. Dividende! 25 Proz. eine vollständige oder teilweise Sfündung bis späteffens zum 60. Tage nach der Veröffentlichung des Friedens erhalten können. Weitere Bestimmungen regeln die Voraussetzungen für die Gewährung dieser Erleichterung. Artikel 1226 des italienischen Bürgerlichen Gesetzbuchs lautet in Uebersetzung: folgenden Sonntag fand der Betriebsleiter wieder eine Anzahl Meister in der Portierloge zechend. Wie er sagte, war es diesmal noch schlimmer als am vorhergegangenen Sonntag. Am Montag verwarnte der Betriebsleiter den Portier und drohte ihm sofortige Entlassung an für den Fall, daß so etwas noch einmal vorfäme. Aber die Verwarnung hatte keinen Erfolg. Am dritten Sonntag Der Schuldner ist nicht zum Schadenersake verpflichtet, wenn sprachen die Meister in der Portierloge wieder dem„ edlen GerstenDas Geschäftsjahr der Berlinischen Lebens- Ver- er infolge höherer Gewalt oder Zufalls verhindert worden ist, das- saft" zu, der diesmal in Kannen geholt und aus Gläsern getrunken sicherungs- Gesellschaft schließt außerordentlich günstig ab. Die ienige zu leisten oder zu tun, wozu er sich verpflichtet hatte, oder wurde. Am Montag erfolgte dann die Entlassung des Portiers, erfolgte Angliederung der Deutschen Militär Versicherungs- Anstalt dasjenige getan hat, was ihm verboten war. während die an dem Gelage beteiligten Meister mit einer Ber= in Hannover sei für die Gesellschaft ein höchst wichtiges und bewarnung davonkamen. Da den Arbeitern der Biergenuß streng deutsames Ereignis, da das Geschäft der Gesellschaft dadurch eine Gegen die deutschen Unternehmungen in Rußland. verboten ist jagte der Betriebsleiter, fönne nicht geduldet Verdoppelung erfahren werde. Auch seien von dem Zusammenarbeiten Die russische Regierung hat neue Ausführungsbestimmungen werden, daß sich die Meister in der Portierloge, wo alle Arbeiter der beiden Geſellſchaften andere ſehr wesentliche Vorteile zu er über die Liquidation deutscher Firmen in Rußland erlassen, durch vorübergehen müssen, ungeniert hinstellen und die Bierflaschen vor warten. Der Abschluß für 1914 wurde genehmigt, die Dividende auf welche die bisherigen Anordnungen wesentlich verschärft werden. den Kopf nehmen. Sonntags seien die Meister oft nur eine Stunde 33 Broz. festgesetzt. Besonders ist jetzt für alle feindesländischen Firmen unterschieds- bei der Arbeit, im übrigen verrichten sie ihre„ Sonntagsarbeit" Die Gesamteinnahmen der Nürnberger Lebens- los eine 3 wang 3 liquidation vorgesehen, während nach der Vor- mit der Bierflasche in der Portierloge. versicherungs- Bank stiegen von 23 336 322 M. auf schrift des ursprünglichen Gesetzes die bis zum vorgeschriebenen Der Kläger nahm die Klage zurück, nachdem das Gericht zu 24 274 610 M. Als Dividende für die Aktionäre wird, wie feit Termin nicht von den Eigentümern liquidierten Firmen zwar einst- der Auffassung gelangt war, daß in rechtlicher Hinsicht die Ent= Jahren, der höchste nach dem Gesellschaftsvertrag zulässige Satz von weilen nicht weiter arbeiten, aber doch unangetastet bis zum laffung zu Recht erfolgt sei und Schadenersazansprüche des Klägers 10 Broz. vorgeschlagen. Friedensschluß ruhen durften. Die Durchführung der nicht beständen. Dagegen gab der Vorsitzende der einstimmigen Tie Gladbacher Feuerversicherungs- Akt.- Ges. Siquidierung ist russischen oder neutralen Staatsangehörigen vor- Ansicht des Gerichts dahin Ausdruck: Der Portier hat doch wohl in M.- Gladbach bucht tros des Krieges einen Reingewinn von behalten. Soweit solche nicht unter den Funktionären der betr. unter dem Druck der Meister, die ihm gegenüber eine gewisse 595 975 M.( i. V. 506 491 M.). Die Dividende beträgt wiederum Firma selbst zu finden sind oder diese die Uebernahme des Amtes Autorität hatten, das Biertrinken geduldet. Es ist deshalb vont ablehnen, wählt sie das Gericht inappellabel aus den Gläubi- menschlichen Standpunkt nicht zu billigen, daß die Meister nur verTeutonia, Versicherungs- Aft.- Gei. in Leipzig, schüttet auf jede Aktie eine Dividende von 150 M. gleich 48 Proz. aus. In Er- gern der Firma. Ihre Namen werden veröffentlicht, ihr Ge- warnt, der Portier aber ohne Kündigung entlassen wurde. halt von der Behörde festgesetzt. Sie haften solidarisch für gänzung des Geschäftsberichts bemerkt die Verwaltung, daß sich die Schaden aus Nichtbefolgung der Ausführungsbestimmungen und Die Bevölkerungsstatistik des Kriegsjahres 1914. Befürchtung, die Gesellschaft könnte durch die erhöhten Ansprüche, unterstehen der Kontrolle besonderer staatlicher Aufsichts= die der Krieg an die Lebensversicherungsgesellschaften ſtelle, in beamten. Weitere Pestimmungen regeln im einzelnen das ein- gestellten Ergebnissen der Bevölkerungsbewegung in Württemberg Nach den vom württembergischen Statistischen Landesamt festSchwierigkeiten geraten, erfreulicherweise nicht eingetreten sei. zuhaltende Verfahren, insbesondere die Behandlung der im Jahre 1914 ist trotz der zahlreichen Nottrauungen, die bei Die Deutsche Lebensversicherungsbank Arminia, Schulden und Außenstände, der Geschäftsbücher, die Kriegsbeginn stattfanden, die Zahl der Eheschließungen mit 15 534 Aft.- Ges. in München, hatte im vergangenen Jahre Einnahmen in Rechenschaftsablegung, den Abschluß der Liquidation usw. Die sich um 2199 niedriger als im Vorjahre. Der Einfluß des Krieges Höhe von 88 423 105( im Vorjahre 84 757 356) M. Dagegen ging zugunsten der feindesländischen Interessenten ergebenden Ueber auf die Geburtenziffer wird erst im Jahre 1915 in Erscheinung der lleberschuß von 582 150 auf 510 283. zurück. Deshalb mußte schüsse sind bei der russischen Reichsbank zu deponieren. treten. Aber auch das Jahr 1914 hat einen weiteren sehr beträchtdie Dividende an die Aktionäre von 25 auf 22 Proz. ermäßigt werden. lichen Abfall des schon in den Vorjahren verzeichneten Geburtenrückganges gebracht. Es wurden 68 952 Kinder geboren. Das sind 1116 weniger als im Vorjahr. Die Geburtenziffer wies ihren höchsten Stand auf im Jahre 1875 mit 88 396. Wit Schwankungen ging sie zurück bis auf 78 584 im Jahre 1908 und sank von da ob ständig weiter. Seit 1862 war sie nicht so gering wie im Jahre 1914, in dem die Volkszahl Württembergs um 750 000 größer war als in jenem Jahre. Der Verminderung der Geburten steht im Jahre 1914 eine Zunahme der Gestorbenen um 7096 gegenüber, unter denen sich auch die Gefallenen befinden. Es starben insge samt 47 807 Personen. Wie groß die Zahl der bei Abschluß der standesamtlichen Abschriften gemeldeten Gefallenen war, ist nicht hervorgehoben. Der Geburtenüberschuß sank von 29 457 im Jahre 1913 auf 21 145. Die Auswanderung war feit 1871 nie so flein wie im Jahre 1914, wo sie auf 322 Personen zusammenschrumpfte. Diese Auswanderungen werden wohl ausschließlich auf die sieben Monate vor Beginn des Krieges fallen. Den Auswanderungen steht eine gewaltige überseeische und kontinentale Rückwanderung gegenüber, die zahlenmäßig noch nicht festgestellt ist. Der genaue Stand der Volkszahl Württembergs ist seit der Volkszählung von 1910 nicht ermittelt. Gerichtliche Fristen in Italien. Unter der Ueberschrift„ Gerichtliche Fristen in Italien" meldet die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung": Der„ Corriere della Sera" vom 28. Mai 1915 enthält folgende Mitteilung über Gewährung zivilrechtlicher und prozessualer Fristen in Italien: Rom, den 27. Mai nachts. Eine heutige Verordnung der Statthalterei bestimmt, daß hinsichtlich aller Wirkungen des Artikels 1226 des Bürgerlichen Gesetzbuchs der Krieg als höhere Gewalt gilt, und zwar nicht nur, wenn er die Leistung unmöglich, sondern auch, wenn er sie übermäßig drückend macht, vorausgesetzt, daß die Verpflichtung vor dem Lage der Anordnung der allgemeinen Mobilmachung eingegangen worden ist. Dieselbe Verordnung sieht die Bewilligung der Verlängerung von prozessualen Fristen jeder Art vor; sie bestimmt außerdem, daß Kaufleute und Handelsgesellschaften, deren Attiven die Passiven übersteigen, und die wegen der durch den Krieg geschaffenen Verhältnisse nicht in der Lage sind, Zahlungen zu leisten, vom Gericht Todes- Anzeigen ArbeiterRadfahrer- Bund ..Solidarität“. Mitgliedschaft Berlin. In Erfüllung der traurigen Bflicht geben wir hierdurch allen Mitgliedern bekannt, daß unser langjähriger treuer Bundesgenoffe Reinhold Wicke 10. Abteilung verstorbent ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hente nachmittag 4 Uhr von der Halle des St. Georgenkirchhofes Weißensee, Röldestraße, aus statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. Die Ortsverwaltung. ArbeiterRadfahrer- Bund ..Solidarität“ Ortsgruppe Berlin. 9. Abteilung. in Sektion der Bäder u. Konditoren. Am 19. Juni verstarb unser Bundesgenosse Reinhold Wicke ant Schillingstr. 22. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 23. Juni, nachmit tags 4 Uhr, von der Reichenhalle des Georgen- Kirchhofes in Wefßensee, aus statt. Ulm rege Beteiligung ersucht 11/12 Der Vorstand. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater, der Schneider Wilhelm Oslath am 21. Juni verstorben ist. Namens der Hinterbliebenen: Eugen Oslath, Röpenick. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 24. Juni, nachmittags 52 Uhr, auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde, Pappelallee, statt. 19276 Zentral- Kranken- Unterstützungsverein der Schmiede u. verw. Gewerbe Deutschlands Zahlstelle Berlin 5. Nachruf. Am Freitag, den 18. Juni, verschied nach kurzen Leiden unser langjähriges Mitglied Fritz Heise. Ehre seinem Andenken! 257/11 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 20. Juni verstarb unser Parteigenosse Julius Schultze ant Mariendorfer Weg 1/2. 14. Bez. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 24. Juni, nachmittags 4 1hr, auf dem Neuen Jakobi- Kirchhof, Hermannstr. 99, ftatt. 238/1 Der Vorstand. Verband der Bäcker und Konditoren. Am 19. Juni starb unser Mitglied, der Bäcker Reinhold Wicke. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 23. d. M., nachmittags 4 1hr, von der Halle des Georgen Kirchhofes Weißensee, aus statt. = Um rege Beteiligung bittet 40/1 Der Vorstand. in Deutscher Metallarheiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Hobler Erich Hochschulz Tegel, Schlieperstr. 53 am 18. Juni an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 115/15 Die Ortsverwaltung. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, day der Kollege Reinhold Wicke Schillingstraße 21/22, Bezirk 4, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoá, den 23. Juni, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Georgen- Kirchhofes, Weißenjee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 73/18 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich hier: durch allen Beteiligten, insbesondere Herrn Waldec Manasse und Herrn Ad. Harndt, meinen herzlichsten Dank. Johanne Petakat 89A geb. Büchner. Soziales. Sonntags- Frühschoppen der Fabrikmeister. Die Firma Bergmann Elektrizitätswerfe in Rosenthal verbietet den Arbeitern strengstens, in der Fabrik Bier und sonstige alkoholische Getränke zu genießen oder solche hereinzubringen. Aber die Meister verstehen, für ihre Person das Bierverbot zu umgehen und dem Gambrinus nach Herzenslust zu opfern. Eine Klage, die am Dienstag vor dem Gewerbegericht verhandelt wurde, ist da durch entstanden, daß eine Anzahl Meister der Firma Bergmann in der Loge des Fabrifportiers ungeniert zechten. Die Folge davon war die plötzliche Entlassung des Portiers, der nun wegen Bezahlung der Kündigungszeit klagte. Ein als Zeuge vernommener Betriebsleiter sah an einem Sonntagvormittag mehrere Meister in der Portierloge stehen. In den Händen hielten sie Bierflaschen, aus denen sie mit Behagen franken. Als der Betriebsleiter am folgenden Tage einige Teilnehmer des Gelages zur Rede stellte, erhielt er die in solchen Fällen übliche Erklärung, einige Meister hätten beim Bier in der Portierloge ihren Geburtstag gefeiert. Am As Dpser des Weltkrieges fiel am 11. Juni 1915 bei einem Gefecht durch Kopfschuß mein lieber, guter Mann, Bater meines ein zigen Kindes, der Reservist Robert Korth im blühenden Alter von 24 Jahren. Dies zeigen im Namen der Hinterbliebenen tiefbetrübt an Emma Korth geb. Paulke nebst Söhnchen. Hermann Paulke nebst Frau. Wanda 11. Erna als Schwägerinnen. Gustav Plöger, 3. 3. im Felde. Frau Luise Plöger als Schwester. Berlin- Buchholz, 23. Juni 1915. Ihm der Friede, uns der Schmerz. Leicht sei ihm die fremde Erde! Es starb an einem Herzschuß im Gefecht für's Baterland unser cinziger Sohn und Bruder Bruno Herrmann vom mob. Ers.- Regt. Königsberg Nr. 1 im blühenden Mter von 21 Jahren. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an W. Herrmann und Frau, Charlotte als Tochter. Neukölln, Steinmetstr. 124. Danksagung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes ,, Fritz" sowie für sämtliche Spenden sagen wir allen, besonders aber dem Ges samtpersonal der Firma Joh. Schulz & Co., Weißensee, wie auch den Mitgliedern der dortigen Arbeiterjugend 87A unseren herzlichsten Dank. August Strümke und Frau. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, den Kollegen der A.E.-G., Abt. Meister Becker, für die herzliche Teilnahme, insbesondere dem Kollegen Bahn für die trostreichen Worte am Grabe unseres Sohnes Max, herz69A lichen Dank. Familie Zingelmann. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich der Beerdigung meiner über alles geliebten, herzens: guten Frau, der aufopfernd und immer sorgenden Mutter meiner Kinder, sage ich allen Freunden und Bekannten, sowie dem Wahlverein Neukölln und dem Personal der Zeitungsausgabestelle Neukölln I, meinen herzlichsten Dank. 19265 Mar Peter nebst Kindern. Heines Werke 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Sonntag 8-10 geöffnet. Jetzt gewählte Waren werden bei Anzahlung schon von M. 1. an über den 1. Juli hinaus zurückgestellt. Aus meinem Jnventur Ausverkauf: Besonderes 3000 Reise Kostüme, darunter 150 Modelle, in einfachen, besseren u. hocheleg. Gattungen. aus Loden, Kammgarn, Seide, Eolienne. Tuch, Frotté, leichtem Kammgarn, gestreiften Stoffen, beste Beschaffenheit, letzte Neuheiten, eingeteiltin 4 Gruppen II III IV 28.39.54.sonst. Preis sonst. Preis sonst. Preis bis 100.- bis 150.- bis 200.Ein großer Posten Reise- Röcke, Modelle, 15.sonst.Preis bis 50.zum Aussuchen, tür 6%, 15Angebot für die Besonderheit: Weite Größen! Reise! 2000 Reise- Mäntel aus Loden, Tuch, Eolienne. Moirée, Kammgarn, Setagummin, Gummistoffen, Seidengloria, Monopolseide, wasserdichtem Popeline, weissem Flausch, Mäntel für Sportzwecke, alle möglichen Arten, eingeteilt in 4 Gruppen: IV 50.I 12 III 37 sonst. Preis bis 150.TI 25.sonst. Preis sonst. Preis bis 50.-- bis 100.Ein großer Posten Reise- Umhänge u. Lodensonst. Preis bis 200.mäntel, bis 140 lang, solange Vorrat für 10.-, 15.-. Bis 70% Ermässigung soweit Vorrat! 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Meldepflichtig sind die unmittelbaren Arbeit resp. Auftraggeber der in Nowawes wohnenden Hausgewerbetreibenden. Wir ersuchen hierdurch die bctreffenden Arbeitgeber, die Anmel dungen umgehend zu erledigen. Meldeformulare sowie Sagungen betr. die Krankenversicherung der find int Hausgewerbetreibenden Staffenlokal zu haben. Auch wird daselbst mündliche Auskunft während 268/16 der Kassenstunden erteilt. Nowawes, den 21. Juni 1915. Der Vorstand. D. Röpde, Borsigender. St. Wilf, Schriftführer. Kennen Sie die Wohltat einer Leibbinde? Sämtliche Systeme am Lager resp. nach Maßanfertigung sowie aller i Bruchbandagen Art Artikel z. Gesundh.- u. Krankenpflege Pollmann, Bandagist Berlin N., Lothringer Str. 60. Lieferant für Krankenkassen. Verantwortlicher Redckteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Mr. 171. 32. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Verlustlisten. enthält Verluste folgender Truppen: Izusammen oder die Mütter schlenderten mit ihren Kindern Mittwoch, 23. Juni 1915. Herstellung von Weizenbrot. Der Brand in der Corpus- Chrifti- Kirche labseits dahin. Nach längeremi Marsch wurde in einer Wald- Der Magistrat macht bekannt, daß gemäß der Ermächti schänke halt gemacht. Auf den Pächter und seine gute Frau gung des Ministers für Handel und Gewerbe vom 15. März machte die durstige Gesellschaft eine stürmische Attacke. Mehr 1915 in Verlängerung der bereits bis zum 1. Juli geltenden Die Verlust liste Nr. 255 der preußischen Armee als zweihundert Hände streckten sich ihnen entgegen, mehr als Erlaubnis gestattet ist, daß bei der Bereitung von Weizenbrot bettelten. Die vom Weizenmehl in einer Mischung verwendet wird, die weniger Infanterie usw.: Garde: 3. Garde- Regiment 3. F.; Grenadier- weihundert Augen heischten und triumphierend mit ihrer als 30 Gewichtsteile Roggenmehl unter 100 Teilen des GeRegimenter Alexander, Franz, Elisabeth, Augusta und Nr. 5; Schicksal Bevorzugten zogen Garde- Jäger- und Garde- Schüßen- Bataillon. anderen noch weiter samtgewichts enthält, daß ferner bei der Bereitung von Grenadier-, bztv. Siegestrophäe ab, während die Infanterie-, Füfilier- Regimenter Nr. 3, 5( s. Erf.- Inf.- Reg. Gropp), warten mußten. Zuletzt aber war doch alle Sehnsucht Roggenbrot das Roggenmehl bis zu 30 Proz. durch Weizen8, 9, 11, 16, 20, 21( siehe Ers.- Inf.- Reg. Keller), 28, 29, 30, 40, restlos gestillt und das Pächterpaar konnte sich lachend von mehl ersetzt wird, und daß die Mühlen Weizenmehl abgeben, 41 49( 1. auch Truppen- Abteilung v. Restorff), 51, 52, 61, 62, 66, der Anstrengung ausruhen. Dafür bekamen jetzt die Waren- das mit weniger als 30 Proz. Roggenmehl gemischt ist. Diese 69, 72, 75, 77, 84, 87, 88, 89, 97, 110, 112 bis einschließlich 117, automaten den Drang der Jugend zu verspüren und sie Erlaubnis gilt einstweilen bis zum 1. September 1915. 129, 131, 136, 137, 138, 140, 142, 143, 144, 145, 147, 148, 150, 154, mußten Groschen schlucken, daß ihnen die Gedärme knackten. 156 bis einschl. 160, 165, 166, 168( 1. Ref.- Inf.- Reg. Nr. 118), 169, Bald hatten sie's" satt" und verweigerten die weiteren Dienste. 170, 171, 173, 175, 176, 332, 333, 336. Reserve- Infanterie- RegiDie staatliche Abnahmestelle freiwilliger Gaben Nr. 1, Berlin menter Nr. 1, 2, 7 bis einschl. 11, 18, 19( j. auch Inf. Reg. Nr. 332), Schließlich war die Zeit des Picknicks auch vorbei, es hieß N 4, Invalidenstr. 42( Landwirtschaftliche Hochschule), geöffnet werf22, 26, 29, 30, 40, 48, 53, 57, 61, 65, 72, 83, 84, 118, 130, 202, sammeln und dann gings weiter ,, immer tiefer in den täglich von 8-6 Uhr, hat die Feldlazarette in Galizien 204, 207, 213, 214, 215, 217, 219, 220, 222 bis einschl. 226, 228, 232, Wald hinein". mit Liebesgaben zu versorgen. Bei dem großen Bedarf bittet 235, 236, 239, 254, 256, 257, 258, 260, 265, 268. Ersatz- Infan- Hier wurden allerlei Spiele veranstaltet, an denen sich fie dringend um freundliche Ueberweisung von erfrischenden Geterie- Regimenter Gropp und Keller. Reserve- Ersatz- Infanterie- auch die Lehrer beteiligten. Die Mütter saßen derweil auftränken, Marmeladen, Konserven, Dauerwurstwaren, Zigarren, Tabat, Regiment Nr. 3. Landwehr- Infanterie- Regimenter Nr. 7, 8, 9, einem umgehauenen Baumstamm und verfolgten mit Interesse das wäsche, Seife, Insektenpulver usw. 10( s. Landw.- Ers.- Inf.- Reg. Nr. 9), 11, 21, 24, 25, 26, 28, 30, 36, Gebaren ihrer Kinder. Mit einmal aber kam Unruhe in die 37, 39, 47, 61, 72, 75, 116, 118. Landwehr- Ersatz- Infanterie- RegiSchar und ment Nr. 9. Besatzungs- Regimenter Nr. 5, 6 und 8 Posen fiehe Spatzen stoben sie dahin. Eine Kompagnie Soldaten hatte in der Thorner Straße beschäftigte die Feuerwehr am vorgestrigen schwupps, wie ein Schwarm aufgescheuchter Infanterie- Regimenter Nr. 332, 333 und 336. Feld- Bataillon Schwarz des Detachements Plantier. Ueberplanmäßiges Land- fie angezogen, die, müde und über und über bestaubt, aber Abend noch bis gegen 9 Uhr. Zwischen dem Schieferdach und der wehr- Infanterie- Bataillon Nr. 4 des IV. Armeekorps. Brigade- singend vom Felddienst heimkehrte. Schon waren sie vorüber, Holzberschalung des Innenraumes schielte das Feuer immer weiter Ersatz- Bataillone Nr. 11, 28, 42, 86. Landsturm- Infanterie- Ba- nur ein Nachzügler folgte noch. Mit einem Male erwachten fort und schlug bald hier, bald da durch, so daß Brandinspektor aillone Aurich, 3. Beuthen i. Ob.- Schles., 3. Bonn. 2. I Breslau die Schüler aus ihrer starren Betrachtung. Einer hatte dem Julius bis gegen 7 Uhr abends aus zwei Motorpumpen Wasser (. Inf.- Reg. Nr. 333), 3. Coblenz( s. Inf.- Reg. Nr. 336), Crossen, II Darmstadt, 1. Deuk, I Glogau, I und III Hagenau, I Lözen, letzten Soldaten seine Schokolade gegeben, und nun trat ein geben ließ, um das verheerende Element einzudämmen. Nachdem die III Mez, II Münster( f. Inf.- Reg. Nr. 332), I Schlawe( XVII. 11.). förmlicher Wetteifer des Spendierens ein. Hundert Hände des Dachstuhls, wobei es sich zeigte, daß Einsturzgefahr der gelegten Flammen erickt waren, ging die Wehr an eine Untersuchung Landsturm- Infanterie- Ersatz- Bataillone: 4. des IV. Armeekorps streckten sich hin und gaben Schokolade, Kakes und Pfeffer- famten noch an den Eisenballen hängenden Holz- und SchieferUm und um reste bestand. ( Altengrabois), 7. des VI. Armeekorps( Beuthen i. Ob.- Schles.), minzpläßchen, die wohlhabenderen auch Geld. Auf den Eisenbalken rutschend, gingen des 3. Braunschweig, 3. Gotha, II Samburg, 3. Hannover. Truppen- kehrten die Jungens ihre Taschen, jeder gab, was er hatte; halb die Feuerwehrleute mit möglichster Vorsicht an die Aufabteilung b. Restorff. Jäger- Bataillone, Nr. 1, 7; Reserve- Ba- aber sie gaben es gern und freudig. Der Soldat hatte sein räumungsarbeiten heran. Die verkohlten Holzbalken und die äußere taillone Nr. 7, 11, 23. Feld- Maschinengewehr- Züge Nr. 64( s. Res. Gewehr hingestellt, um alles in Empfang nehmen zu können. Bedachung wurde mit Beilen und Spizhacken gelöst und in das Inf.- Reg. Nr. 219), 152( s. Res.- Inf.- Reg. Nr. 202). Dann eilte er lachend und dankend zu seinen Kameraden. Die Innere der Kirche himmtergeworfen. Selbst die starken EisenKavallerie: Reserve- Dragoner Nr. 6; Husaren Nr. 3. Feldartillerie: Regimenter Nr. 25, 38, 41, 42, 44, 45, 46, 55, Kinder fehrten mit stolzen Gesichtern an ihren Platz zurück Träger, die das Dach gestigt hatten, haben sich durch die gewaltige Hige verzogen, und an einigen Stellen zeigt das Mauerwerk an 72, 75, 83, 221; Reserve- Regimenter Nr. 18, 43, 45, 46, 61. Ge- und bald traten sie fröhlich singend den Heimweg an. oberen Teil der Kirche Risse. Noch am Montagabend erschienen auf birgs- Kanonen- Batterie Nr. 2. der Brandstätte Beamte der Berliner Kriminalpolizei, um zusammen Schönheitsschutz am Brandenburger Tor. mit den Feuerwehroffizieren eine Untersuchung darüber vorzunehmen, ob hier Brandstiftung oder Selbstentzündung des Altars Kann das Niederreißen eines Hauses polizei vorliegt. Bei dieser Untersuchung ergab sich, daß in der lich untersagt werden? Um diese Frage handelte es sich Nähe des Altars weder Gasrohre noch elektrische Leitungen bei einem Rechtsstreit, der am Dienstag das Oberverwaltungsgericht verlegt sind, die durch Kurzschluß das Feuer hätten hervorbeschäftigte und das Haus Pariser Play 1 zu Berlin betraf. rufen können. Die zur Beleuchtung des großen Kronleuchters Wie sich unsere Leser erinnern, wollte der Besitzer des Hauses an und der Seitenlampen dienenden elektrischen Zuleitungen waren vieldessen Stelle einen Neubau für ein modernes Restaurant und Café mehr, entsprechend den Bestimmungen der Baupolizei, innerhalb des Mauerwerks in Röhren verlegt. Der Schaden, den die Gemeinde errichten. Das Oberverwaltungsgericht hatte dann in lleberein- durch den Brand erleidet, beträgt nach vorläufiger Schäßung etwa stimmung mit dem Berliner Bezirksausschuß die Versagung der 100 000 W., die zum Teil durch Versicherung gedeckt sind. Der große, Genehmigung zu dem Bauprojekt gebilligt, die der Polizeipräsident etwa 300 Jahre alte Barockaltar, der aus einem alten schlesischen auf das Berliner Drtsstatut gegen die Verschandelung des Straßen- Gotteshause erworben wurde, und der zum Teil ganz eigenartige bildes stützte. Schnitzereien zeigte, war nur mit 10 000 m. versichert. Ferner fielen Als jener Prozeß noch schwebte, hatte Sponholz dem Polizei- dem Brande sechs Delgemälde des Leidensweges Christi zum Opfer, Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 194 enthält präsidenten gemäß§ 36 der Berliner Baupolizeiverordnung angezeigt, die ebenfalls einen Wert von etwa 10 000 m. darstellen. Verluste des 22., 23., 24. und 25. Inf.- Reg.; Res.- Inf.- Regimenter daß er das auf dem Grundstück stehende Gebäude schon jetzt abUmzugstermine beim Wohnungswechsel. Nr. 5, 8, 11, 15 und 18; Landwehr- Inf.- Regimenter Nr. 1, 10, 12; brechen lassen wolle, da er die Absicht hätte, falls er beim OberBrig.- Ersatz- Bataillone Nr. 1, 4, 5, 6, 10, 12; Landsturm- Inf. verwaltungsgericht durchdringe, sofort mit dem Neubau zu beginnen. Der Polizeipräsident hat die beim nächsten VierteljahrsBataillone: Dillingen und Wasserburg; 8. und 20. Feldart.- Reg.; Der Polizeipräsident erließ darauf eine Verfügung an Spon- wohnungswechsel innezuhaltenden Fristen für den Stadtbezirk Berlin Ref.- Feldart.- Reg. Nr. 5; 1., 2. und 3. Fußart.- Reg.; Res.- Fußartholz, in der er aussprach, er verbiete den Abbruch des wie folgt feſtgeſetzt: Regimenter Nr. 1, 2, 3; Rej.- Fußart.- Bat. Nr. 6; Landwehr- Fuß- Hauses solange, bis ein Bauprojekt für den Neubau genehmigt sei. und Zubehör bestehende Wohnungen bis zum 3. Juli Es sind zu räumen: 1. Kleine, aus höchstens zwei Wohnzimmern art. Bat. Nr. 3; Pionier- Reg.; 1., 2. und 3. Pionier- Bat.; Pionier Durch die Lücke, die durch den Abbruch entstände und deren Aus- und Zubehör bestehende Wohnungen bis zum 3. Juli Kompagnien Nr. 19, 20; Festungs- Telegraphen- Baukomp.; Flieger- füllung durch einen Neubau nicht im unmittelbaren Anschluß an abends; Abt. Nr. 1; Mineur- Abt. Nr. 1; 2. Landwehr- Pionier- Komp., I. A.- K.; 1. Landwehr- Pionier- Komp. III. A.- K.; Armierungs- Bat. den Abbruch erfolgen könne, würde an dieser Stelle eine grobe Nr. 1; II. Munitionsfolonnen- Abt., I. A.- K.; I. Munitionsfolonnen- Berunstaltung des Pariser Platzes und des Plates am BrandenAbt., II. A.- K.; Sanitäts- Komp. 11; Berichtigungen früherer Ver- burger Tor entstehen, wie sie§ 66 Titel 8 Teil I des Allgemeinen Iustlisten. Preußischen Landrechts im Auge habe. Die Herbeiführung einer derartigen Verunstaltung werde er, der Polizeipräsident, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln verhindern müssen. Nach dem angezogenen Paragraphen des Allgemeinen Zandrechts soll zum Schaden oder zur Unsicherheit des Gemeinwesens oder zur Verunstaltung der Städte und öffentlichen Pläge kein Bau oder keine Beränderung vorgenommen werden. Fußartillerie: 1. Garde- Regiment; Regimenter Nr. 1, 6, 7; Reserve- Regiment Nr. 18; Reserve- Batterie Nr. 24. Pioniere: HI. Garde- Bataillon; Regimenter Nr. 19, 24; Bataillone: II. Nr. 1, II Nr. 3, I Nr. 5, I Nr. 7, II Nr. 9, II. Nr. 10, I. Nr. 16, I. Nr. 17, I. und II. Nr. 21, II. Nr. 27; Grfaz- Bataillone Nr. 3, 7, 9, 21. Festungs- Scheinwerfer- Abteilung Feste Boyen. Schwere Garde- Minenwerfer- Abteilung; Mittlere Minenwerfer- Abteilung Nr. 115. Verkehrstruppen: Eisenbahn- Baukompagnie Nr. 27. Sanitäts- Formationen: Sanitäts- Kompagnie Nr. 52; ReserveSanitäts- Kompagnie Nr. 17. Lazarettzug Nr. 4. Armierungs- Bataillon Nr. 63. Wachtkommando der Kommandantur Spandau. Bewachungskommando des Gefangenenlagers Osterode. * Die sächsische Verlustliste Nr. 160 bringt Verluste der Inf.Regimenter Nr. 101, 105, 108, 139; Res.- Inf.- Regimenter, Nr. 100, 101, 103, 245; Landwehr- Juf.- Neg. Nr. 100; Ersatz- Bataillone: Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 100; Reg. von Kurnatowski, Res.- Inf. Reg. Nr. 100; Ersatz- Reg. Leimbach- Zerener, Ref.- Inf.- Reg. Nr. 104; Ersatz- Reg. Nr. 6, Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 104; Regiment Runge, Bataillon Nordost, Landwehr- Juf.- Reg. Nr. 107; Res.- JägerSponholz griff die Verbotsverfügung durch die Klage an. Bat, Nr. 25; Fußart.- Regimenter Nr. 12, 19; Fußart.- Bat. Nr. 58; Res- Fußart.- Bat. Nr. 27; Pionier- Bataillone: I. Nr. 12, 22; Der Bezirksausschuß wies die Klage ab, weil das II. Nr. 12, 22; Scheinwerferzug, 1. Pionier- Bat. Nr. 12; 1. Pionier- Verbot im§ 66 I 8 Allgemeinen Landrechts und im§ 36 I 8 Erjazz- Komp., 1. Bat. Nr. 12; Pionier- Komp. Nr. 115; Res. ebenda seine Rechtsstüße habe. Bionier- Kompagnien Nr. 53, 54; Landwehr- Pionier- Komp., XII. Das Ober Verwaltungsgericht tam auf die BeArmeekorps; Res.- Fernsprech- Abt. Nr. 27. Die iv ürttembergische Verlustliste Nr. 207 bringt Ber- rufung Sp.'s am Dienstag nach längerer Verhandlung und Beratung Tufte des Brig.- Ersatz- Bat. Nr. 52; Brig.- Ersatz- Bat. Nr. 54; Res.Inf. Reg. Nr. 119; Inf.- Reg. Nr. 120; Landwehr- Juf.- Regimenter Nr. 120, 121, 123, 124; Jnf.- Regimenter Str. 125, 126, 180; LandSturm- Inf.- Bat. Eglingen; I. Ersatz- Abt. Feldart.- Reg. Nr. 29; Etappen- Kraftwagen- Kolonne Nr. 31; Res.- Sanitäts- Komp. Nr. 54; Verluste durch Krankheiten; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Die Verlust liste Nr. 11 der Kaiserlichen Schuh truppen wird veröffentlicht. Aus Groß- Berlin. Schülerausflug. 2. mittlere, aus drei oder vier Wohnzimmern und Zubehör be stehende Wohnungen bis zum 6. Juli abends; 3. große, mehr als vier Wohnzimmer umfassende Wohnungen bis zum 10. Juli abends. Die Inhaber der aus ein, zwei oder drei Wohnzimmern und Zubehör bestehenden Wohnungen müssen jedoch ein Wohnzimmer und die Mieter von Wohnungen mit mehr als drei Wohnzimmern geräumt dem fünftigen Wohnungsinhaber zur Verfügung stellen. und Zubehör zwei Wohnzimmer schon am 1. Juli vollständig Bestrafung der Sparsamkeit. liner Elektrizitäts- Werte ebenso verfahren. noch zu feinem Urteil. Die Entscheidung wurde ausgesetzt und wird nur durch schriftliche Zustellung an die Parteien verkündet werden. Da die Berliner Baupolizeiverordnung für den Abbruch von Häusern nur eine Anzeige vorschreibt, so hängt die Entscheidung davon ab, ob die landrechtlichen Vorschriften das Verbot des Abbruchs rechtfertigen. Das cingetrocknete Schwimmbassin. Bezugnehmend auf die unter obiger Ueberschrift vor einigen Wochen gebrachte Notiz, über die Nachzahlung für zu geringen Gasverbrauch bei Gasautomaten, erhalten wir von einer Leserin eine Buschrist, worin ähnliche Klagen gegen die Berliner Elektrizitäts- Werte erhoben werden. In der Zuschrift heißt es: Ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, daß auch die BerSie verlangen von dem Abnehmer einen Bauschalbetrag von 40 M. für das Jahr, der einem Verbrauch von 100 stilowattstunden entspricht. In diesen Tagen habe ich nun festgestellt, daß ich während des letzten Jahres nur der zu bezahlenden Mindeſtmenge verbraucht habe, und zwar einzig und allein nur deswegen, weil mein Mann seit Beginn des Krieges im Felde steht. Auf meine Anfrage bei den Berliner ElektrizitätsWerfen, ob nicht in diesem unvorhergesehenen Fall von der betreffenden Bestimmung abgesehen würde, ist mir erwidert worden, daß eine Ausnahme nicht gemacht wird, daß die Werke aber bereit sind, mir den Zähler während der Dauer des Krieges zu entfernen. " Was Gibt es so etwas auch? werden unsere Leser fragen. Natürlich lann ich auf dieses wohlgemeinte" Anerbieten nicht Ein eingetrocknetes Schwimmbassin in der jetzigen Sommerzeit eingehen, denn meine Lampen sind nur für elektrisches Licht einsollte man kaum für möglich halten, in einer Zeit, wo die Menschen gerichtet und die Gasbeleuchtung würde demnach sehr große Rosten jede Gelegenheit benutzen, um sich zu erfrischen, zu kräftigen und zu verursachen. Es bleibt also dabei, daß ich den B. E.-W. in diesem reinigen. Und doch ist es wahr. Nicht in einer Kleinstadt, sondern Jahre neben dem Betrag für verbrauchte Elektrizität noch für Punkt acht Uhr stand ich vor dem großen Schulgebäude. in der Großstadt Berlin ist eine solche Sehenswürdigkeit zu finden. Die von mir ersparte Elektrizität 12 M. werde zahlen oder müssen. Hoch oben im Norden der Stadt, in der Gerichtstraße, befindet richtiger schenken Es ist interessant, daß die GesellNoch waren nicht viele Schüler da, aber allmählich kamen sie, bald einzeln, bald zu zweien und dreien. Nach und nach sich eine städtische Badeanstalt. Diese Anstalt wird von der Be- schaft in die Bedingungen eine Bestimmung hineingebracht hat, die wuchsen sie zu einer stattlichen Zahl an. Auch einige Mütter völkerung gern und reichlich benutzt, und das dort vorhandene fie selbst von der Verpflichtung zur Stromlieferung entbindet, falls waren erschienen, die dem Ausflug beiwohnen wollten. Drei Schwimmbassin wurde besonders bevorzugt. Dieses Schwimmbassin fie durch Krieg oder überhaupt Umstände, welche sie nicht zu verhindern vermag, an der Erzeugung und Fortleitung von Elektrizität Knabentlassen zogen aus, ungefähr dreimal vierzig Buben, ist aber seit Monaten der Benutzung entzogen: es iſt geſchloſſen. verhindert sein sollte; auch eine Entschädigung kann in diesem Falle alle munter und fröhlich und voller Erwartung. Die Bücher Man denke: Ein schönes, großes Schwimmbassin der badebedürftigen der Abnehmer nicht beanspruchen. Also im Kriege bin ich gcwaren aus dem Ranzen verbannt, dafür enthielt dieser Stullen, Bevölkerung entzogen. Wir verfügen in Berlin und besonders im zwungen, die vorgeschriebene Strommenge abzunehmen, aber die Obst und sonstige angenehme Dinge. Manche hatten sich mit Norden mit seiner starken Arbeiterbevölkerung ohnehin nicht über Gesellschaft ist nicht gezwungen, sie zu liefern! Rucksäcken versehen und noch andere ihre Mundvorräte in Ueberfluß an Badeanstalten. Und nun ist eine schöne Badegelegen B. E.-W. auf einer Junehaltung dieses ungerechten Vertrages beBotanifierbüchsen verstaut. heit verwehrt. Das Schwimmbassin verschließt den Besuchern hart- stehen, vergrößert sie sicherlich die Not nicht weniger Striegerfrauen. Das war ein Begrüßen und Fragen, es bedurfte schon näckig die Pforten. Seit Monaten will das Schwimmbassin sich Aufgabe der Stadt Berlin als Eigentümerin der B. E. W. wird eines energischen Kommandos der Lehrer, um Ordnung und nicht öffnen. Alles frägt: Was ist denn los? Eine befriedigende Ant- es später sein müssen, die hier geschilderten Härten in den Bezugs Ruhe in diese Masse zu bringen. wort ist nicht zu erhalten. Selbst die Haus- und Grundbesigervereine bedingungen zu vermeiden. petitionieren um Deffnung des Schwimmbaffins, die Antwort ist eine unbefriedigende. Ein Maschinendefekt soll die Inbetriebfegung des Eröffnung eines Erholungsheims für erblindete Krieger Schwimmbassins hindern. Das kann vielleicht vorübergehend die in Binz auf Rügen. Mit Gesang ging's durch die morgenstillen Straßen zur Stadt hinaus. " Ich hatt' einen Kameraden..." schallte es zu den Häusern empor, aber mit dent unverstümmelten Tert des Schließung des Bassins rechtfertigen, aber doch nicht monatelang Der Reichsdeutsche Blindenverband eröffnete am 5. Juni in alten Volksliedes, ohne Vöglein im Walde". Die fangen noch dazu in heißer Sommerzeit. Die Maschine soll sich auswärts der Villa Concordia zu Binz auf Rügen im Beisein militärischer schon so wie so, als wir hinaustamen, und besonders der in Reparatur befinden und soll nicht geliefert werden. Hätte denn und Regierungsbehörden ein Erholungsheim für erblindete Krieger. Rudud ließ recht eindringlich seinen eintönigen und doch so da nicht schon längst Dampf dahinter gemacht werden können, um Das Heim soll dem Zwecke dienen, den Dienst der anderen berufenen gern gehörten Ruf erklingen. Ich vergaß nicht, bei seinen die berechtigten Wünsche zu erfüllen. Man kann und muß in der Faktoren der Kriegs- Blindenfürsorge zu ergänzen und zu unterRufen sofort in den Geldbeutel zu sehen; es war zum Glück Mamnion darin, so daß ich, wenn der Volksmund recht hat, das ganze Jahr über Geld besigen werde. Kriegszeit manches übersehen, was man sonst nicht unbesehen hinnehmen würde; aber der Hygiene breiter Bevölkerungsschichten sollte unter allen Umständen Rechnung getragen und die Wiedereröffnung des Schwimmbafsins in der städtischen Badeanstalt in der GerichtDraußen, im Walde, löste sich der Zug in zwang lose Gruppen auf. Freunde suchten sich und gingen straße beschleunigt werden. stüzen. Es umfaßt außer verschiedenen Nebenräumen für Wirthafts- und Aufenthaltszwecke 26 große luftige Zimmer, in denen insgesamt 42 Betten zur Verfügung stehen. Das Haus ist von großen Veranden umgeben, auf denen auch bei gutem Wetter die Mahlzeiten eingenommen werden können. Unmittelbar hinter dem Hause steht eine große Gartenwiese, die wie das Haus selbst von hohem sich weithin erstreckendem Wald umgrenzt wird, den Pfleglingen zu ungestörtem Aufenthalt im Freien zur Verfügung. Die Vorderseite des Hauses ist gegen den Strand gerichtet, den man in etwa fünfzig Schritten erreicht, und infolge seiner günstigen Beschaffen- heit sich zu Spaziergängen für Blinde besonders gut eignet. Jeder erblindete deutsche Soldat, ohne Unterschied der Kon- fession und der Beheimatung, kann in den vom Reichsdeutschen Blindenverband geschaffenen Erholungsheimen einen sechswöchigen kostenlosen Erholungsaufenthalt genießen. Die Kosten der Hin- und Rückreise trägt ebenfalls der Verband, wie er auch für geeignete Begleitung für Hin- und Rückreise sorgt. Anfragen und Anmeldungen zur Aufnahme sind zu richten an die Geschäftsstelle der Kriegs- blindenhilfe des Reichsdeutschen Blindenverbandes zu Händen Herrn Paul Reiner, Berlin dl 113, Stolpische Straße 8. Gütige Zuwendungen von Beiträgen sind freundlichst erbeten an das Bankkonto: Zentrale für das BUndenwesen, Deutsche Bank, Filiale Hamburg, Depositenkasse A. Ein Spielernest wurde in der Dorckstraße wieder ausgehoben. In dem Hause Nr. 14 hatte sich ein Nouletlklub aufgetan. Seine Räume hatte er sich besonders vorsichtig ausgesucht. Als Zugang diente eine Schankwirtschaft im Erdgeschoß des Hauses. Dorr versammelten sich die Spieler im Laufe des Abends ganz unauffällig, und wenn dann der Wirt bei Eintritt der Polizeistunde schloß, so begaben sie sich über eine ziemlich versteckt liegende Treppe nach dem Obergeschoß in ihre eigenen Räume. Die Polizei erfuhr, daß der Roulettklub besonders viele Frauen anzog, darunter nicht wenige, deren Männer im Felde stehen. Die Beamten trafen 38 Personen an. Man versuchte die Kasse von 798 M. zu retten. Eine der Frauen war die Geheimtreppe hinunter geeilt. Hier wollte man das Geld in einem Behälter aus dem Fenster auf die Straße binablassen. Die Polizei beschlagnahmte das Geld ebenso wie alle Spielerwerkzeuge. Die Spieler und Spielerinnen mußten ohne Aus- nahmen den Weg zur Wache machen, wo sie festgestellt wurden. Wie eine Kriegerfrau exmittiert wurde. In einer Räumungsklage gegen eine Kriegerfrau hat das Amts- gericht Berkin-Wedding die Beklagte zur Räumung verurteilt. Es handelt sich diesmal nicht um einen gewöhnlichen Mielsvertrag. sondern um einen sogenannten Portiervertrag. Durch ihn wurde im Hause Bornemannftraße 8 der Portierposten mit einer Ehefrau besetzt und ihr als Entgelt eine Wohnung zugesichert. Den Vertrag schloß für den Hauseigentümer der Verwalter nicht mit dem Ehemann, sondern nur mit der Frau, allerdings unter schriftlich gegebener Einwilligung des Mannes. Der Bertragsschluß erfolgte im September 1914, also erst nach Kriegsausbruch. Als nun im April 1915 der Mann zum Heeresdienst einberufen wurde, blieb die Frau mit zwei kleinen Kindern zurück. Sie empfand es jetzt als drückend, daß sie laut Vertrag die für ihre Portierarbeiten nötigen Reinigungsmaterialien größtenteils selber bezahlen mußte. Mrt einer bei dem Hauseigen- tümer persönlich vorgebrachten Bitte, ihr wegen der Einberufung des Mannes diese Ausgabe abzunehmen, hatte sie keinen Erfolg. Richtig ist. daß der Eigentümer vertragsgemäß keine Verpflichtung hatte, jetzt mit Rücksicht auf die Teuerungszeit ein Opfer zu bringen und in die eigene Tasche zu greifen. Aber auch das ist wohl nicht zu bezweifeln, daß die Kosten der Reinigungsmaterialien für ihn sehr viel weniger schwer gewogen hätten, als für seine Portierfrau. Die Frau beschloß, die ihr übertragenen Arbeiten so lange nicht auszusühren, bis der Hauswirt die Materialienkosten übernehmen würde. DaZ war freilich unklug und sehr gewagt, denn für den Fall einer Arbeitsverweigerung war sofortige Aufhebung des ohnedies nur von Monat zu Monat zu erneuernden Ver- träges ausgemacht, womit die Frau in kürzester Frist auch wohnungSlos werden mußte. Dem Verwalter teilte sie mit, sie werde die Portierarbeiten nur noch machen, wenn man ihr die Materialien liefern wolle. Eine Räumungs- klage, die der Verwalter sogleich am folgenden Tage einreichte, blieb zunächst ergebnislos. Auch vor Gericht erklärte die Frau, daß sie weiterzuarbeiten bereit sei, wenn man ihr bei der Deckung der Materialienkosten das gewünschte Entgegenkommen erweisen werde. Der Richter meinte, daß sie von der Unter- stützung, die sie als Kriegerfrau für sich und ihre Kinder erhielt, wohl selber die Materialien bezahlen könne. Die Frau entschloß sich dann, die Arbeit wieder aufzunehmen, aber schon nach wenigen Tagen kam es, als sie an ihrer Forderung unentgelt- licher Materialienlieferung festhielt, zu neuen MißHelligkeiten. Sie fegte nur die Treppen usw., wischte aber nicht auf, weil dazu Scheuertücher gebraucht wurden. Auch daß sie das Gas nicht an- zündete, rügte der Verwalter. Er reichte schleunigst eine neue Räumungsklage ein. und nun erkannte der Richter nach dem Klage- antrage gegen die Frau auf Räumung. Gegen das Urteil unternahm die Beklagte nichts, bis eines Tages bei ihr ein Gerichtsvollzieher er- schien und sie aufforderte, die Wohnung zu räumen. Sie lehnte das ab und lief davon, um sich Rat zu holen, Ivas sie da tun könne- Als sie heimkehrte, hatte der Gerichtsvollzieher mit Hilfe eines Schlossers sich Zutritt zu der von ihr verschlossenen Wohnung erzwungen und die Wirtschaftseiurichtung größtenteils schon herausschaffen lassen. Im Hause gab'S eine nicht geringe Erregung über diese Exmission, aber der Gerichtsvollzieher waltete seines Amtes, bis das letzte Stück auf dem Hofe stand. Die Ausräumung vollzog sich nicht ohne sin igen Schaden an Möbeln und Geschirren. Auf dem Hof kampierte dann die Frau mit ihren Kindern bis zum Abend, hier nahm sie auch mit ihnen inmitten ihrer Habe den Kaffee und das Abendbrot «nn. Schließlich schafften hilfbereite Hausbewohner die Wirtschast in leerstehende Räume des Erdgeschosses und die obdachlos gewordene Kriegerfrau erhielt mit ihren Kindern einstweilen Unterkunft bei einer in demselben Hause wohnenden Familie, bis sie anderswo eine neue Wohnung fand. Ein folgenschwerer Betriebsunfall ereignete sich am gestrigen Tage vormittags in der Brauerei Patzenhofer, Abteilung I. Bei der Abfuhr eines Hefetransportfasses wurde der Fahrer Ribbe durch vor- zeitiges Anziehen des Gespannes so unglücklich überfahren, daß er den Verlust eines Beines zu beklagen hat. Subventionierung einer Studentin. „Die Frauen haben auch eine Seele!" So lautete bor 1888 Jahren auf dem Konzil von Crecy ein einhelliger Be- schlliß. Bisher wurden die von einer städtischen Stipendienkom- Mission gemeinsam mit dem Universilälsrektor vergebenen Gaben nur an Studenten bewilligt. Unser Kuratoriumsmitglied regte die prinzielle Entscheidung auch für die Frauen an. Sowohl der Herr Rektor wie der nachprüfende städtische Syndikus stimmten zu. Und so konnte am 21. Juni zum erstenmal eine begabte und bedürftige Studentin die städtische Hilfe empfangen. Bei der großen An- zahl studierender Frauen ist dieser Beschluß mit Freuden zu be- grüßen. Aus dem genannten Fonds werden halbjährlich Unterstützungen im Betrage von je 188 M. für ein Semester an würdige und be- dürftige Studierende der Universität zunächst auf ein Semester und an den einmal Unterstützten auch im nächsten und den folgenden Semestern bis zur Vollendung des achten sbezw. zehnten medizinischen) Semesters vergeben. Singe» im Wald verboten. Unter dieser Ueberschrift teilten wir in Nr. 165 des„Vorwärts" mit, daß im Plänterwald,� namentlich auf der herrlichen Wald- und Wasserpromenade dos Singen ver- boten sei. Wir nahmen>n der Notiz Bezug auf eine Auslassung des „Treptower Anzeigers" hierzu. Wie uns nunmehr von einigen dort amtierenden Parkwächtern mitgeteilt wird, besteht ein Verbot des Singens nicht, und es würden auch harmlose, dem Charakter und der Stimmung des Waldes angemessene Gesänge nicht untersagt. Die unbekannte Leiche eines Erhängten wurde am 28. d. M., nachmittags im Walde hinter dem Schloßbezirk Tegel gefunden. Der nach der Leichenhalle in Plötzeniee gebrachte Tote ist zirka 38 Jahre alt, mittelgroß, schlank, hat dunkles Haar, rötlichen Schnurr- bart, graue Augen und ist bekleidet mit braunem Jackellanzug, braunem weichen Filzhute, weißem Stehkragen, blauweiß gestreiflem Selbstbinder, weißblau gestreiftem Oberhemd und schwarzen Schnür- schuhen. Sein Taschenluch ist gezeichnet Li. Erkenner des Toten wollen sich bei der Tegeler Polizei melden. öen Gemeinöen. Ivv-Gramm-Semmeln in Charlottenburg. Die Bäckerinnung in Charlotlenburg hatte beim Magistrat be- antragt, das Einheitsgewicht für Weizenbrot von 58 Gramm auf 188 oder 158 Gramm heraufzusetzen. Der Magistrat hat diesem Wunsche im Einverständnis mit den anderen Groß-Berliner Ge- meinden nicht entsprechen können. Dagegen ist es den Bäckern ge- stattet, zwei ö8-Gramm-SemmeIn zusammenhängend zu backen; nur muß die Semmel so deutliche Abschnitte aufweisen, daß sie leicht geteilt werden kann._ Einziehung einer Neuköllner Feuerwache. Der Magistrat erklärt sich grundsätzlich damit einverstanden, daß in Anbetracht der durch Einziehung zum Heere eingetretenen Herabminderung des Feuer- wehrkorps auf 28 Köpfe die Feuerwache II in der Emser Straße bis zur Rückkehr der Stammannichaften eingezogen wird und die in der Feuerwache H befindlichen Mannschaften zur Verstärkung der Haupt- seuerwache verwendet werden. Gerichtszeitung. Unter der Anklage der fahrlässigen Tötung hatten sich gestern zwei Fuhvwerkslenker vor denr Strafrichtcr zu verantworten. In dem ersten Falle war der Bäciermeister M. aus Weitzcnsee angeklagt. Am 28. November v. I. spielte sich an der Ecke der Libauer und Rivaler Straße eine aufregende Szene ab. Eine Frau Nkarie Möller war gerade im Begriff, die Straßen- kreuzung zu überschreiten, als der Angeklagte mit feinem Wagen in übermäßig schnellem Tempo um die Ecke bog, und zwar fuhr er nicht, wie vorgeschrieben, den linken großen Bogen, sondern scharf umbiegend um die Ecke herum. Dies hatte zur Folge, daß die Frau M. nicht mehr beiseite springen tonnte; sie wurde umgeriffen und überfahren und erlitt so schwere innere Verletzungen, daß sie bald verstarb. Vor Gericht behauptete der Angeklagte, daß ihn keine Schuld an dem Unglücksfall treffe, die Verletzte sei direkt in semen Wagen hineingelaufen. Das Gericht kam jedoch auf Grund der Beweisaufnahme zu der Ueberzeugung, daß eine große Fahr- lässigkeit des Angeklagten vorlag und verurteilte ihn deshalb zu 2 Monaten Gefängnis.— Ein anderer durch eine Kraftdroschke herbeigeführter tödlicher Straßenunfall beschäftigte zu der gleichen Zeit die Strafkammer des Landgerichts II. Hier war der Kraft- droschkenführer V. angeklagt. Ter Angeklagte war im Dezember v. I. mit seiner Kraftdroschke die Bergmannstraße entlanggefahren, und zwar in ziemlich schnellem Tempo. An dem Kreuzungspunkt der Zoffener Straße wurde seine Aufmerksamkeit durch irgend- einen Umstand abgelenkt, so daß er erst im letzten Augenblick die den Straßendamm passierende Frau Ida Flemming bemerkte. Frau F. wurde zu Boden geworfen und vor der Droschke, wie die Zeugen bekundeten, eine größere Strecke„herumgerollt". Tie Ver- letzte verstarb bald nach ihrer Einlieferung in das Krankenhaus. —• Da es sich um eine recht erhebliche Fahrlässigkeit handelte, er- kannte die Strafkammer gegen V. auf 4 Monate Gefängnis. Auf sehr abschüssiger Bahn befindet sich der aus einer anstän- digen Familie stammende Beschäftigungslose Franz Krische, ein jetzt fast 38jähriger Mensch, der gestern unter der Anklage des schweren Diebstahls vor der Strafkammer des Landgerichts I stand. Der Angeklagte ist schon früh schlechte Wege gegangen und wurde zweimal mit Gefängnis bestraft. Seine Angehörigen atmeten ordentlich auf, als er zu den Soldaten genommen wurde, denn man hoffte von der militärischen Zucht einen heilsamen Einfluß auf den leichtsinnigen Menschen. Diese Hoffnung wurde aber nicht erfüllt, denn der Angeklagte wurde während seiner militärischen Dienstzeit zweimal wegen Diebstahls zu recht erheblichen Frei- heitsstrafen verurteilt und in die zweite Klasse des Soldaten- standes versetzt. Als er vom Militär wieder losgekommen war, wohnte er längere Zeit bei seiner Schloester, die ihm aus Mitleid Unterkunft gewährte. Dann verschwand er von der Bildfläche und hat sich, wie er behauptete, in Belgien als Arbester durchgeschlagen. Bei Ausbruch des Krieges will er wieder nach Deutschland gekom- men sein. Als seine Schwester eines Tages von einem Ausgange zurückkehrte, mußte sie die unangenehme Entdeckung machen, daß inzwischen Diebe ihre Wohnung heimgesucht und einen ganzen Stand Betten mitgenommen hatten. TXr Verdacht lenkte sich zu- nächst gar nicht auf den Bruder, dieser meldete sich aber nach kurzer Zeit selbst als der Dieb. Er schickte seiner Schwester die Photo- graphie eines jungen Mädchens mit dem Bemerken, daß dies seine „Braut" sei; da er mit dieser zusammenlebe und der nötigen Betten bedurfte, habe er sich solche im abgekürzten Verfahren durch einen vorher nickst angemeldeten Besuch in der Wohnung der Schwester verschafft, wollte aber später„alles gut machen". Den Unverbesserlichen ereilte bald darauf sein Schicksal. Er wurde da- bei abgefaßt, als er eines Abends in Gemeinschaft mit einem vor- bestraften Arbeiter August Mcrrklein in frechster Weise eine Schau- fensterscheibe zerschlug, mehrere Schuhe und Stiefel entwendete und mit dem Raube davoneilen wollte.— Der Gerichtshof vermochte den von Stufe zu Stufe Sinkenden nun nicht mehr vor dem Zuchthause zu bewahren: er verurteilte Krische zu 254 Jahren Zuchthaus, den Mitangeklagten Marklein zu 1 Jahr Gefängnis. Wegen Wahlfälschung ist von der Strafkammer in Neidenburg am 7. Mai der Besitzer Ludwig Willamowski zu 1 Monat Ge- fängnis verurteilt worden. Er war bereits 27 Jahre Gemeinde- Vorsteher in seinem Wohnorte und hatte den Wunsch, bei der neuen Wahl im Frühjahr 1913 wiedergewählt zu werden. Er lud nun die Gemeindevertreter durch ein in Umlauf gesetztes Schriftstück zum Wahltermin zusammen und setzte in dieses Schriftstück auch die Namen zweier Gemeindemitglieder, die nicht auf gesetzmäßigen Wegen zu Gemeindevertretern gewählt worden waren. Ter An- geklagte hatte diesen beiden sagen lassen, sie sollten fortan Gemeinde- Vertreter sein. Diese glaubten nun.�sie seien wahlberechtigt, er- schienen zur Wahl und gaben ihre Stimme für den Angeklagten ab, der mit 7 von 8 Stimmen gewählt wurde. Der Angeklagte wäre zwar ohne diese beiden Stimmen wiedergewählt worden, aber er war doch zu bestrafen, weil er ein unrichtiges Ergebnis der Wahlhandlung vorsätzlich herbeigeführt hatte. Die Revision des Angeklagten wurde vom Reichsgericht als unbegründet ver- worfet.__ WetterauSsichten für fcoS mittlere Norddentschland bis Donnerstagmittag. Größtenteils trocken und heiter, in de» TageS- stunden warm; im Süden und Osten strichweise Gewitter. Mus aller Welt. Sittlichkeitsfanatiker. In der ernsten Zeit, in der wir leben, gibt es immer noch Leute, die Zeit haben, ihre Blicks auf Dinge zu richten, die, obgleich sie sich erst seit kurzer Zeit eingebürgert haben, sich doch bereits das Heimatsrecht erwarben. In Gevelsberg haben, wie wir der„Elberfelder Freien Presse" entnehmen, nicht weniger als 17 Vereine, katholische und evangelische sowie auch eine Baplistengemeinde, eine geharnischte Eingabe an das dortige Stadlverordnelenkollegium gerichtet, in der verlangt wird, daß das gemeinsame Baden der beidenGeschlechter in dem Strandbade verboten werden soll. Diese Ein- richrung, die nach der Ansicht der Antragsteller eine Nachahmung berüchtigter Seebäder sein soll, habe einen sittlichen Verfall der Bevölkerung herbeigeführt, ja selbst die Familienbäder sollen eine Unsitte und einen Rückschritt 'ür das Volk bedeuten. Das Bad sei ein Mittel, die Scham- bairigkeil abzustumpfen, und es vernichte die Reinheit des Empfindens. Glücklicherweise�'teht die Mehrheit der Gevelsberger Siadtväler auf einem anderen Standpunkte, und so widerfuhr der Eingabe der Sittlichkeitsapostel die einzig richtige Behandlung: sie wurde ab- gelehnt. Der Bürgermeister selbst betonte, daß er der Eingabe näher getreten wäre, wenn auch nur der Schatten eines Beweises für die angebliche Entsittlichung des Volkes und der Gevelsberger Bürgerslvasl erbracht worden wäre. Die Einiender der Eingabe hätten aber die Tatsachen nicht mehr mit unbefangenen Augen' an- gesehen und ein auf Unkenntnis beruhendes Urteil gefällt. Die Cholera in Oesterreich. Nach amtlichen Mitteilungen sind in den letzten Tagen 41 Er- krankungen an asiatischer Cholera festgestellt worden, sie verteilen sich auf Nieder-Oesterreich, Ober-Oesterrcich, Steier- mark, Böhmen, Mähren, Schlesien und Galizien. Die Tatsache, daß die Hälfte der Fälle auf den von russischen Truppeu heungesuchien Teil Galiziens entfällt, deutet darauf hin, in welchem Umfang wiederum die Cholera unter den russischen Truppen verbreitet ist. Warschauer Blätter teilten schon kürzlich sehr hohe Zahlen von Neuerkrankungen unter den Truppen um Warschau mit. Eine Ausbreitung der Seuche ist ebensowenig iir Deutschland wie in Oesterreich zu befürchten, da die getroffenen saniiären Maßnahmen eine Uebertragung der Ansteckung nahezu unmöglich machen._ Grvßscucr in Lc Havre. Am Montagnachmitrag brach in den Lagerhäusern von Le Havre ein Brand aus. Zwei Gebäude mit 12 788 Baumwollballen wurden zerstört. Der Schaden über- steigt eine Million Frank. parteiveranftaltungen. Charlottenburg. Die Lugendstktion trifft sich am Donnerstagabend um 8 Uhr am Luisenplatz san der Eiche). Neukölln. Die Verjammlung der Jugendsektion findet heute abend 8fl, Uhr, im Jugendheim, Fuldastr. S5/öö, statt. Tempelhof-Mariendorf. Jugcndseition. Heute Mittwoch findet ein gemeinsamer Spaziergang statt. Treffpunkt y,9 Uhr Kanal- brücke; sür Nachzügler bis 18 Uhr„Blanke Hölle". Gaste sind will- kommen. Jugenöveranstaltungen. Neukölln. Die geplante Gedächtnisfeier sür den Genossen Hell- muth Schoenlank findet nicht statt. Näheres wird noch bekannt ge- geben._ Sitzungstage der Stadt- und Gemeindeverttetuugen. Mariendorf. Donnerstag, den 24. Juni, nachmittags S Uhr, im RathauSfitzungssaale, Kaiserstraße. Diese Sitzungen sind öfscnilich. Jever Semcindeangehörige ist be- cechtigl, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Sriefkaften üer Reüaktion. Dt« luriftis«- Sprechstunde findet für Abonnenten Linbcnftr. 8, IT. Hos rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Upr, am Sonnabend von 5 bis L Uhr statt. Jeder tür den B r i e s l a st- n bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beczusügen. Brieiliche Antwort wird nicht erteilt. Anfrage», denen leine AbonnemeyISauitlung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Lerträgc, Schriststücke und dergleichen dringe man in bi« Sprechstunde mit, 188. I. W. Platlsußanlage, dienstsähig.— R. G. 83. Da« Zeichen kennen wir nicht,— M. F. 188. Einfache Harnruhr, landsturmp süchtig, H. L S. 78. Landsturm ohne Waffe. Arbcitssoldat; herzkrank.— H�K. 33. Ihr Mann gehört zum immobilen Truppenteil.—@. H. 88. Sie sind nicht meldepflichtig. Lungenleiden; dienstuntauglich. Daß sie noch zum Karnisondienst eingezogen werden, ist nickt unwahrscheinlich.— H. R. 84. Wegen Herabsetzung der Sehschärfe Landsturm ohne Waffe; Arbeitssoldat. — I. B. 3. Nach Ihrem Schreiben hat sich der Unfall im Banne defl Betriebes ereignet, Sie babcn demnach Ansprucfi aus Rente,— A./. kg 0,20— 0,25, do. misortiert>/, kg 0,20—0,40, do. Märkisckcr I >/, kg 0,40—0,50, do. II kg 0,15—0,20. do, III>/, kg 0,03—0,12. Salat Schock 1,50—3,00. Rettiche, bayerische. 100 Stück 8,00—12,00. Kohlrabi, Schock 1,50—2,50. schoten, hiesige, 50 kg 25,00—38,03. Mohr- rüben, Schockbund 2,50—3,50 O b st und Südfrüchte: Kirsche», Werdersche. 50 kg 18.00—22.00. do, schlefische, 50 kg 14,00—16,00, Aepfel. Amerikaner, Kiste 25—30. Stachelbeeren, unreife, 50 kg 20—22. Johannisbeeren 50 kg 30—32. Erdbeeren 50 kg 25—70, do. Bühler 50 kg 00 bis 00, do, Beelitzer 00-0,00, do. Holl. 50 kg 40—50. Zitronen: M-ssma 300 Stück 16—25. do, 360 Stück 22—26, do. 150 Stück 12—14, do. 58 kg > 12—16, do. 160—200 Kiste 13—19.