Nr. 174.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pranumerands: Bierteljährl 3,30 m, monatl. 1,10 L wöchentlich 25 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bia Boste Plbonnement: 1.10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post Seitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements rehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das fettgebrucie Bort 20 Bfg.( zuläffig 2 fettgedruckte Worte), jebes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 fg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplas, Nr. 151 90-151 97. Sonnabend, den 26. Juni 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplan, Nr. 151 90-151 97. Kämpfe um die Beherrschung des Dnjeftr. Die Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 25. Juni 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Im Nahkampfe südlich von Souchez erbeuteten wir mehrere Maschinengewehre. Wiederholte feindliche Vorstöße gegen die Labyrinth stellung wurden abgeschlagen. Im Westrand der Argonnen brach der Angriff eines französischen Bataillons gegen unsere vorgeschobenen neuen Stellungen unter schweren Verluften zusammen. Im Nachstoß entrissen wir dem Feinde noch einen Graben mit zwei Blockhäusern. Drei weitere Maschinengewehre und drei Minenwerfer fielen in unsere Hand. Auf den Maashöhen scheiterten die westlich der Tranchee angefehten französischen Angriffe vollkommen. Deftlich der Tranchee eroberten wir einen vom Feinde zäh verteidigten Verbindungsgraben zurück. Bei Leintre y östlich von Lunéville wurden kleine feindliche Unternehmungen abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Das vorgestern eroberte Dorf Kopaczyska wurde wieder geräumt. Südöstlich Chorzele in der Nähe des Dorfes Stegna drangen unsere Truppen nach hartnäckigem Nahtampf in einen Teil der feindlichen Linie ein und festen sich darin fest. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Truppen des Generaloberst v. Wohrsch haben in der Verfolgung das Waldgebiet füblich Ilza durchschritten. Die Lage bei den Armeen des Feldmarschalls v. Mackensen ist im wesentlichen unverändert. Nordwestlich von Halicz mußten Teile der Armee des Generals von Rinsingen vor überlegenen feindlichen Gegenangriffen bei Martinow auf das Südüfer des Dujestr zurückgenommen werden. Weiter stromauf sind wir im fortschreitenden Angriff; der linke Flügel steht bei Chodorow. Oberste Heeresleitung. unserer Truppen, scheiterten diese Versuche. Der österreichische Generalstabsbericht. vorzubringen. Indessen, dank den kräftigen Gegenangriffen Wien, 25. Juni.( W. T. B.) Amtlich wird verlantbart: 25. Juni 1915 mittags: nommen. ändert. Die Beleuchtungsfrage. " Die Germania" weiß zu berichten, daß die Regierung fich mit der Petroleumfrage beschäftige. Sie will versuchen, durch ein Abkommen mit den Einfuhrgesellschaften die Verteilung des verfügbaren Petroleums zu regeln, wobei auch Höchstpreise festgesezt werden würden, die allerdings nicht niedrig sein können, im Kleinhandel 25 Pf. pro Liter wesentlich übersteigen werden. In der Tat ist die Frage sehr ernst. Es war bisher die Versorgung mit Petroleum überaus fnapp, was sehr erflärlich ist. Staunen muß man vielmehr, daß so gewaltige Vorräte an Petroleum im Lande waren. Denn die Zufuhr fonnte selbstverständlich nur gering sein. Die Vorräte müssen sich aber schließlich erschöpfen und es fragt sich, was im fommenden Winter werden soll, wenn der Krieg bis dahin nicht beendet wird. Die Hoffnungen, die die„ Germania" macht, scheinen uns etwas fragwürdig. Die Lage der Dinge ist ja recht eindeutig. Tatsache ist nämlich, daß von der Weltproduktion von Rohöl rund 85 Proz. auf Amerifa und Rußland entfallen und daß von dem Petroleum aus diesen Quellen Deutschland nichts. erhalten kann, solange der. Krieg dauert. Von den übrigen 15 Proz. entfällt ein großer Teil auf Niederländisch Indien, Britisch Indien, Japan; Peru, Meriko. Für die Versorgung Deutschlands kommen also als. Lieferanten, auf die man zurzeit rechnen fann, Desterreich- Ungarn und Rumänien in Be tracht, von denen das erste in den letzten Jahren 1,5 bis 2 Millionen metrische Tonnen Rohöl gewann, das zweite an 2 Millionen, was zusammen an 612 Proz. der Weltproduktion ausmacht. Das Gebiet der galizischen Delquellen war bis vor kurzem von den Russen besetzt. Wie es heißt, sind die Anlagen geschont worden, schon deshalb, weil sie zum Teil französischen und englischen Kapitalisten gehören, immerhin sind während der Kämpfe manche Bohrtürme und andere Einrichtungen zer-. stört worden. Es wird also darauf ankommen, diese Quellen so start als irgendmöglich auszunüßen. Um die Besizverhält nisse wird man sich dabei kaum viel fümmern: soweit die Werke im Besitz von Kapitalisten feindlicher Staaten sind, fönnen sie beschlagnahmt und auf Staatskosten verwaltet werden. Die Schwierigkeiten sind indessen bedeutend: es muß die Maschinerie wieder hergerichtet werden, es dürfte Mangel an qualifizierten Arbeitern herrschen und auch der Transport des gewonnenen Dels wird sich nicht glatt vollziehen. Ob es gelingen wird, die Produktion auch nur auf die normale Höhe zu bringen, erscheint recht fraglich. Die rumänischen Werfe arbeiten angestrengt und sollen ihre Produktion ausgedehnt haben. An der Front Zurawno, Demeszkowice heftiger Stampf, der sich bisher für uns günstig entwickelt. Be deutende deutsche Kräfte, die am Morgen des 23. Juni in Russischer Kriegsschauplah. der Gegend von Kozara auf das linke Dnjestrufer überDaß das galizische und rumänische Del in Deutschland Zwischen Halicz und Zurawno dauern die Kämpfe festen, erlitten ungeheure Verluste, wurden gegen den Fluß am nördlichen Dujeftrufer fort. Gegenangriffe der Ruffen gedrängt und mußten unter besonders schwierigen Verhält nicht billig zu haben sein kann, ist klar: die Transportkosten nissen zur Defensive übergehen. Die Deutschen hielten sich fallen hier entscheidend ins Gewicht. In normalen Zeiten wurden abgewiesen. Der eigene Angriff schreitet vorwärts. hier teils an den Inselchen des Flusses, teils ant linken Ufer fommt denn auch galizisches Del nicht über den Osten DeutschNeber Zydaczow vordringend, wurde gestern Chodorow ge- fest. Bei Martinom und Rozdwiany überschritten lands hinaus und für das rumänische ist der Wassertransport die Desterreicher den Dnjestr, wurden aber durch einen die Donau aufwärts entscheidend. Selbst wenn also die Die sonstige Lage am Dujestr flußabwärts Halicz, dann stürmischen Gegenstoß unserer Truppen gegen den Fluß hin Produzenten nicht in Ausnüßung der Lage überhohe Preise öftlich Lemberg bei Rawa- Ruska und am Tanew ist unver- zurückgeworfen und verloren hier bis um 10 Uhr morgens fordern, kann dieses Del nicht zu billigen Preisen an den 1700 Mann ver- Verbrauchsorten in Deutschland geliefert werden. ungefähr 40 Offiziere und Entscheidend ist aber, daß die galizischen und rumänischen Das südliche Sanufer ist vom Feinde frei. In schiedener Regimenter an Gefangenen. Der Bolen verfolgen die verbündeten Truppen sie gegen Feind sucht sich in den Häusern nahe am Flusse zu halten, Werke unmöglich soviel Petroleum nach Deutschland liefern fönnen, als normalerweise gebraucht wird. Wenn also die Zawichost, Ozarow und Sienno zurückgehenden russischen leistete uns unsere schwere und leichte Artillerie wirksame einer übermäßigen Preissteigerung vorbeugen sollen, so ist In diesen Kämpfen wo er erbitterten Widerstand leistet. Regierung Abmachungen mit den Importeuren trifft, die Kräfte. Unterſtüßung. Italienischer Kriegsschauplatz. In der Gegend von Rosmerzina am Dnjestr, füd. das sehr erfreulich, aber zaubern fann weder die Regierung An den Grenzen Tirols und Kärntens mehrfach östlich von Nizniow, ergriffen unsere Truppen die Offensive, noch der Handel. Die Heimatländer und Deutschland verGeschützkämpfe. Im küstenländischen Grenzgebiet famen am 22. Juni an den Berg Bezinina, der vom Feinde Jorgen, können eben diese Werke nicht. Man muß sich also wurden in den Morgenstunden östlich Ronchi zwei feindliche besetzt und start befestigt war, verschanzten sich dort und be- darauf gefaßt machen, daß Betroleum im kommenden Winter Angriffe abgewiesen. Gegen den Brückenkopf von Goerz und gannen am frühen Morgen des 23. Juni einen heftigen An- noch viel knapper sein wird als bisher. Auch wenn der Krieg beendet wird, muß es Monate dauern, ehe die überseeischen den Höhenrand des Plateaus von Comen richtet sich heftiges sturm gegen diesen Berg. Der Feind stellte sich dem Bajonett- Transporte eintreffen, denn sicher wird es noch geraume Zeit angriff nicht, sondern ging in Unordnung auf die zweite Linie nach Friedensschluß an Schiffen fehlen. seiner Befestigungen zurüd. Beim Rückzug des Feindes drangen Daher scheint nicht minder wichtig als die Regulierung unsere Truppen ein, machten fast die ganze Befagung dieser des Preises und die Organisierung der Zufuhr von Petroleum Höhen nieder und nahmen den Rest, 2 Offiziere und 210 Sol- aus den erreichbaren Quellen, die Fürsorge in bezug baten gefangen. feindliches Artilleriefener. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Organisation der Munitionserzeugung in Rußland. auf andere Lichtquellen. In erster Reihe kommt selbstverständlich die elektrische und die Gasbeleuchtung in Frage. Den Elektrizitäts- und den Gaswerken bietet sich die beste Gelegenheit, ihren Absaz auszudehnen, das PetroleumDer russische Generalstabsbericht. Petersburg, 25. Juni.( W. T. B.) Bericht des Großen Generalstabes. An den Flüssen Windau, Wenta und Dubissa teine wesentliche Veränderung. An Petersburg, 25. Juni( über Kopenhagen). licht zu verdrängen. Leider kann man nicht sagen, daß sie der Front des Narew und der Weichsel nur kleine Zu-( W. T. B.) Der Hauptausschuß der russischen sich besonders rührig zeigen. Zu erwerben ist vor allem der sammenstöße der Vorhuten. An der Tanewfront gleichfalls Ruhe. In dem Ab- Industrie hat von allen Unterausschüssen genaue Aus- Kreis der kleinen Kundschaft, denn in den Arbeiterwohnungen schnitt 3oItiew und Lemberg machte der Feind am funft über das ganze Reich verlangt, wieweit einzelne Fabrik- auch der Großstädte ist immer noch die Petroleumlampe im Gebrauch, troßdem diese Beleuchtung sich teurer stellt als Abend des 22. Juni und am ganzen nachfolgenden Tage bezirke zur Erzeugung von Kriegsmaterial über andere. Der Grund ist vielfach darin zu suchen, daß die Verweitere Angriffsversuche, indem er mit ganz besonderer gehen und wieweit sie die vorhandene Erzeugung erweitern braucher die Anschaffung von Gas- bezw. elektrischen Lampen Hartnäckigteit sich anstrengte, längs der Eisenbahn Lemberg- fönnten. Der Kaiserliche Technische Verein in Petersburg hat scheuen, weil damit eine immerhin beträchtliche einmalige Brzezany in der Richtung der Dörfer Czizitow- Zinitrowoit ähnliche Schritte unternommen. Ausgabe verbunden ist. Zu überwinden ist diese Schwierig. feit nur, wenn die Werke die Lampen leibweise hergeben oder Artilleriefeuer. Das Bombardement Malborgeths wird mit wärtigen Verwüstung menschlichen Lebens wünschen und daß auf Abzahlung liefern. Wo man diesen Weg beschritten hat, Heftigkeit fortgesetzt. Eine Kuppel im Henselfort wurde heute sie keine Stimme bei der Wahl der Mitglieder des Unterhat man sehr gute Resultate erzielt. Indessen sind die Gas- durchschlagen. Während der Nacht zum 23. Juni wurden die hauses haben, einwilligen würde, eine Deputation von ihnen und Elektrizitätswerke im allgemeinen gar nicht sehr bestrebt, vergeblichen hartnäckigen Angriffe des Feindes gegen unsere au empfangen und bald eine Gelegenheit zu geben, um den diesen Kreis der kleinen Kunden zu gewinnen, weil sie vor Stellungen im Piccolotal und Grandetal erneuert. Gegenstand im Hause zu diskutieren. läufig noch auf viel mühelosere Weise ihren Abjaz vergrößern In der Zone des Monte Nero dehnten wir unsere Besetzung gegen Befürwortung des Friedens nicht als ein Vergehen durch) Herbeiziehung der wohlhabenden Kreise und der Geald Der Der türkische Krieg. Is Mr. Asquith antwortet: Soweit mir bekannt, ist die Frage aufzunehmen. Mr. Ginell: Will der sehr ehrenwerte Herr die Zulässigkeit, eine Abstimmung der Frauen über diesen Gegenstand vorzunehmen, in Erwägung ziehen? Mr. Asquith: Wenn der ehrenwerte Herr eine Mögschäftswelt. Es sollte aber Aufgabe der Kommunen sein, Norden bis auf die östlichen Abhänge des Jaworzak aus und gegen das Gesetz behandelt worden und kann unter den gegebenen Umständen auf die Versorgung gerade machten 57 Gefangene. Wir begannen die Beschießung dieser nicht als solches behandelt worden sein. Ich der Wohnungen der Arbeiter mit Gas- oder elektrischem Licht Gegend in der Richtung auf Plezzo. Am Isonzo fuhren wir glaube, daß der Wunsch, der Krieg möge zu einem ehrenvollen zu dringen. Selbstverständlich muß das rechtzeitig geschehen, fort uns allmählich auf den Stellungen am linken Flußufer und dauernden Frieden führen, von allen lassen ohne Unternicht erst wenn die langen Abende kommen und der Mangel festzusetzen. Wir besetzten Globna nördlich von Plawa und schied des Geschlechts geteilt wird. Ich sehe deshalb keinen an Petroleum zu einer Salamität werden kann. Auf diesem Wege ist indessen den Bewohnern fleiner bemächtigten uns am unteren Isonzo des Randes der Höhe genügenden Grund, um die Anregungen am Schlusse der Städte und Dörfer, die nicht aus Gasanstalten und elektri- wischen Sagrado und Monfalcone. ichen Zentralen versorgt werden können, nicht zu helfen. Hier fann nur Rat geschaffen werden, indem man Ersatz für die Betroleumlampe schafft. Er ist vorhanden in der Spirituslampe. Daß die Spiritusbeleuchtung, dem sie ganz erhebliche Vorzüge Teil an der Indolenz der Hausfrauen, an der Scheu vor quartiers vom 24. Juni: Neuerungen, sondern vor allent an der Höhe des An der Kaukasusfront schlug am 23. Juni morgens in gerade Asquith sich bisher allen politischen FrauenfordeSpirituspreises. Als vor einem Jahrzehnt eine starke der Gegend von Kalebogbaz eine unserer Abteilungen, die die Nachrungen gegenüber verhalten hat, so muß das fleine EntgegenBropaganda für die technische Verwendung des Spiritus ein- but des Feindes bedrohte, einen feindlichen Angriff durch Gegen- kommen, unter Umständen ein Frauenvotum über die Beendijeste, fand auch die Spirituslampe ziemliche Verbreitung. angriff zurüd. Der Feind mußte sich gegen Raleboghaz zurüd gung des Krieges herbeizuführen, doch etwas höher bewertet Alsbald ging aber der Spirituspreis sprungweise in die Höhe werden. Sache der englischen Frauen wird es sein, an diesem und die Lampen wurden wieder abgeschafft. Hätten dagegen An der Dardanellenfront gab es gestern bei Sedd ul Bahr und Punkte einzusetzen und eine kräftige Propaganda für das die Verbraucher die Sicherheit, daß sie dauernd Leuchtspiritus bei Ari Burnu schwache Artillerie- und Infanteriegefechte mit Unter- Frauenvotum zu veranstalten. au angemessenen Preisen erhalten, so wäre es voraussichtlich brechungen. lichkeit, Borauge gegenüber der Betroleum. Der Bericht des türkischen Hauptquartiers. Lagt das zu tun, vorſchlagen wird, werde ich fie in Erbeleuchtung besigt, sich sehr langsam durchseßt, liegt nur zum Konſtantinopel, 25. Juni.( B. T. B.) Bericht Haupt- wägung ziehen. anders Es ist also die Möglichkeit gegeben, dem Petroleummangel sehr erfolgreich abzuhelfen und die Regierung fann hier sehr wirksam eingreifen. Petroleum in genügenden Mengen herbeizuschaffen, liegt nicht in ihrer Hand, dagegen fann sie sehr wohl die Bereitstellung von genügenden Mengen Spiritus erzwingen. Sie braucht nur den Brennereien vorzuschreiben, daß sie Trinkbranntwein erst dann abgeben dürfen, wenn der Bedarf an der gälltem Spiritus für Leucht- und andere technische Zwede gedeckt ist. Auch den Preis kann sie viel leichter regulieren bei dem einheimischen als bei dem fremden Produkt und wird dieser Preis gemäß den wirklichen Broduktionskosten angesetzt, dann ist Spirituslicht zu recht wohlfeilen Preisen zu beschaffen. Geht man indessen diesen Weg nicht, dann dürfte die Beleuchtungsfrage unlösbar sein. Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. ziehen. An den anderen Fronten ist die Lage unverändert. Konstantinopel, 25. Juni.( W. T. B.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Kaukasusfront dauerte am 24. Juni in der gebirgigen Gegend von Kale Boghaji der Geschützkampf mit den Nachhuten des Feindes fort. In dem Abschnitt von Marman Boghasi fand ein unbedeutender Zusammenstoß statt. An der Dardanellenfront bei Ari Burnu in der Nacht zum 25. Juni Feuer mit Unterbrechungen. Bei Sedd ul Bahr ist die Lage dieselbe, wie vor der letzten Schlacht, in welcher der Feind vollständig in seine alte Stellung zurückgeworfen wurde; seitdem hat er keine ernsthafte Bewegung mehr gemacht. Bisher ist es noch nicht möglich gewesen, die außerordentlichen hohen Verluste des Feindes in der Schlacht vom 21. Juni zu schätzen; unsere Artillerie schont die Lazarettschiffe, welche beständig Verwundete fortbringen. In der Nacht auf den 25. Juni überraschte eine von unserem rechten Flügel entfandte Erkundungsabteilung bei Sedd ul Bahr eine feindliche Abteilung in ihren Schüßengräben, vernichtete fie, zerstörte ihre Maschinengewehre und kehrte mit einer Beute von 26 Gewehren, neun Stiften Munition, Pioniermaterial, Ersatzteilen von Maschinengewehren, Fernsprechgerät und Bomben zurüd. Von den anderen Fronten ist nichts Wesentliches zu melden. Die Kämpfe im Kaukasus. de Paris, 25. Juni.( W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Im Gebiete nördlich Arras war die Petersburg, 25. Juni.( W. T. B.) Ueber die KaukasusNacht verhältnismäßig ruhig, außer nördlich von Souchez, armee wird unterm 28. Juni mitgeteilt, daß in der Küstengegend wo die Kanonade nicht aufhörte. Der Feind bombardierte wie gewöhnlich Gewehrfeuer herrschte, daß in der Richtung Olty Arras; die Ambulanz du Saint Sacrement wurde besonders türkische Angriffe auf der ganzen Front zurüdgeworfen wurden, getroffen. Nonnen und Krankenschwestern wurden getötet. daß in der Umgegend von Melasghert die russischen Truppen sich Vor Dompierre westlich Peronne folgte der Explosion eines nach einem Gefechte der Stadt Kop bemächtigt hätten. deutschen Minenherdes ein heftiges Bombardement unserer Auf den übrigen Fronten keine Veränderung. Schüßengräben. Ein von sehr schwachen Kräften ausgeführten Der Krieg und die Kolonien. leichter Angriffsversuch wurde leicht angehalten. Maashöhen und am Graben von Calonne ist die Lage unverändert; wir behaupten uns in der zweiten deutschen Linie. In Lothringen bei Leintrey wurde ein Gegenangriff des Feindes nach ziemlich lebhaftem Kampfe zurückgeworfen. Auf dem Rest der Front war die Nacht ruhig. Die Zahl der seit dem 14. Juni im Fechtgebiet gemachten Gefangenen beträgt 25 Offiziere, 53 Unteroffiziere und 638 Mann. Aus Deutsch- Ost- und Westafrika. Le Havre, 25. Juni.( W. T. B.) Meldung der Agence Havas. Der belgische Kolonialminister wurde aus Belgisch- Kongo benachrichtigt, daß Kisfignies( Deutsch Ostafrita) von einer belgischen Kolonne beset wurde. * Pretoria, 25. Juni.( W. T. B.) Omaruru besetzt. ( W. T. B.) Amtlich wird gemeldet: Paris, 25. Juni.( W. Z. B.) Amtlicher Bericht von General Botha hat Kalkfeld, vierzig Meilen nördlich von gestern abend. Im Gebiete von Arras fanden heute keine Infanteriegefechte statt. Unsere Truppen richteten sich in den croberten Stellungen ein. Lezte Nacht gab es lebhaften Artilleriekampf im Abschnitt Angres- Ecurie. Heute beschoß Frauen und Friede der Feind Berry au Bac und das benachbarte Dorf Sapigneul in Schweden und England. sehr start. Die Beschießung verursachte uns nur unbedeutende Verluste. In den Argonnen und auf den Maas höhen Die englischen Verluste. London, 25. Juni.( W. T. B.) ( W. T. B.) Die neueste Verlustliste weist 71 Dffiziere und 1984 Mann aus. Der italienische Krieg. " Das ist nicht viel. Aber wenn man bedenkt, wie ablehnend Friedenspropaganda in England. Die englische Union für demokratische Kontrolle der äußeren Politik zählt jetzt in London 1600 Mitglieder. Sie entfaltet eine rege Agitation zugunsten ihrer Prinzipien. In der letzten Woche sandte sie Deputationen an die Gewerkschaftsfartelle von Newport, Halifar und Gloucester, die sie freundlich empfingen und ihnen für die Ausführungen über die Aufgaben und Ziele der Union einstimmigen Dank aussprachen. Die Union, der unter anderen Macdonald, Morel, Trevelyan und Norman Angell angehören, muß allem Anschein nach in London einigen Eindruck machen, da sich die hochkonservative„ Morning Post" veranlaßt sah, sich in einer Reihe von Artikeln mit den Veröffentlichungen der Union zu beschäftigen. England und die neutrale Schiffahrt. meldet aus Mashington: Das Auswärtige Amt hat der Kopenhagen, 25. Juni.( W. T. B.) Berlingske Tidende" Presse mitgeteilt, die englische Regierung habe ihm einen Kabinettsbeschluß übermittelt, durch welchen die bestehenden Schwierigkeiten für die neutrale Schiffahrt und den neutralen Handel beseitigt werden sollen. Ueber Kriegsziele darf in Rußland diskutiert werden! Die„ B. 3." meldet aus Wien vom 24. Juni: Bic indirekt aus Petersburg gemeldet wird, hat die russische Regierung die Erörterung von Friedensbedin gungen tatsächlich freigegeben, denn die Stadettenpartei hat für kommenden Sonntag in Petersburg vier Volksversammlungen einberufen mit der Tagesordnung: Welchen Frieden darf Rußland nach Besiegung der Feinde schließen?" Russische Erlasse gegen„ alarmierende and Gerüchte". Petersburg, 25. Juni, über Kopenhagen.( B. 2. B.) Ein Erlaß des Stabes des Höchstkommandierenden warnt vor alarmierenden Gerüchten über die Kriegsereig nisse, die von übelwollenden Leuten ausgestreut würden und die Nervosität erhöhten. Maßgebend seien nur die Berichte der russischen Heeresvertvaltung, die die Kriegsereignisse jedes Tages wahrheitsgemäß spiegelten. Nach dem Rußkoje Slowo" sind in den Gouvernements Jaroslaw und Njäsan ähnliche vorbeugende Aufrufe erlassen worden wie fürzlich in Petersburg unter Androhung strengster Strafen. Auch patriotische Kundgebungen bedürfen der Genehmigung " Unruhen in Moskau. Der Auf dem Haager Frauenfriedenskongreß war beschlossen der Polizei. nur Artillerietätigkeit. In den Vogesen wurde ein deut- worden, daß in allen Ländern nach Möglichkeit versucht scher Angriff bei Fontenelle zurückgeworfen. Die Deutschen werden solle, unter den Frauen eine fräftige FriedensPetersburg, 25. Juni, über Kopenhagen.( W. T. B.) beschossen die Ränder von Mezeral und die Höhenfämme im propaganda zu entfalten. Das erste Land, das diesen BeOften des Dorfes, wo wir leichte Fortschritte machten. schluß in die Tat umjeßen will, ist Schweden. Unser Rietsch" gibt in einem Artikel, der fast gänzlich von der Zensur Stockholmer Parteiorgan Social- Demokraten" veröffent- gestrichen worden ist, dem tiefsten Unmut und der Besorgnis über licht einen Aufruf des Frauenkomitees, das die Vorarbeiten die Moskauer Unruhen Ausdrud. Er findet es besonders für den Frauen- Friedenssonntag" übernommen hat, und beunruhigend, daß die Unruhen gerade in Moskau stattgefundent dem eine Anzahl der bekanntesten Mitglieder der Frauen- haben." Rjetſch" enthält sieben langfeitige weiße Spalten. Der bewegung angehören. Neben Signe Bergmann, Elsa Broome Petersburger Courier" meine, daß die Unruhen nur der maßlosen und Lydia Wahlström, die in der Frauenwahlrechtsbewegung Deutschenhetze zuzuschreiben feien, sowie den brennenden Wunden, eine führende Stellung einnehmen, unterzeichnen die Dichte- die der Krieg Rußland geschlagen habe." Rjetsch" glaubt demgegenrin Selma Lagerlöff, Ellen Key, Anna Whitlock und unsere über, daß die Unruhen einen durchaus symptomatischen Charakter Die italienische Tagesmeldung. Barteigenoffin Anna Lindhagen, die auch an dem hätten. Rjetsch" sagt ferner, die Entlassung Mallakows sei nur durch ein völlig kühles Entlassungsschreiben erfolgt. Der neue Minister Haager Kongreß teilgenommen hat. Rom, 24. Juni.( W. T. B.) Meldung der Agenzia Am 27. Juni sollen im ganzen Lande Versammlungen ſei weiteren Streifen unbekannt. Man erwarte ungeduldig seine Stefani. Bericht der Obersten Heeresleitung. Der Artillerie- stattfinden, möglichst in Schulen, Kirchen, Voltshäusern oder nächsten Schritte. kampf, besonders mit mittleren und großen Kalibern, hat sich unter freiem Himmel, in denen die Frauen ihre Auffassung längs der ganzen Front verstärkt. Der Feind versuchte auch über den Krieg kundgeben. Der Haager Kongreß forderte Nachtangriffe, besonders an gewissen Stellen am Monte Piana, die Frauen der neutralen Länder auf, ihre Regierungen zu im Grande- und Piccolotale, der Cresta Verde und zwischen einer Friedensaktion zu veranlassen. Aber die schwedischen dem Pizzo Polino und dem Zellenkofel, welch letzterer gestern Frauen sind der Ansicht, daß er allem erst einmal das Volk von unseren Truppen besetzt worden ist. Die feindlichen An- Frieden wollen. Nähmen große Waffen von ihnen an den Bewegung ist vom Kriege, vom Schüßengraben verschlungen. Unsere und besonders die Frauen den en müssen, daß sie den Der Berner Tagwacht" wird aus Serbien geschrieben: Unsere griffsversuche gegen unsere Stellungen am Freitofel waren be- Versammlungen des„ Friedens- Sonntags" teil, so könne man Bewegung ist vom Kriege, vom Schüßengraben verschlungen. Unsere Genossen sind, mit sehr wenigen Ausnahmen, schon seit neun Mosonders hartnäckig. Während der Nacht zum 22. Juni und dadurch einen Drud auf die Regierung ausüben. ant folgenden Tage wurden drei Angriffe gegen uns unter- Die Namen der Frauen, die den Aufruf unterzeichnen, naten von ihren Organisationen getrennt, haben keine Möglichkeit, Unsere Organinommen, welche dank der wirksamen Hilfe unserer Artillerie bürgen uns dafür, daß fie alles aufbieten werden, um ihre an der Arbeiterbewegung teilzunehmen. sationen find bon diesem Kriege in noch stärkerem und mittels Handgranaten zurückgeworfen wurden; der Feind Geschlechtsgenossinnen in Schweden von der Notwendigkeit Maße geschwächt als vom Striege 1912/13. Die Gewerkschaften sind ließ zweihundert Tote auf dem Gelände. Aus der Niederung einer Friedensaktion zu überzeugen. Leider haben auch die schwedischen Frauen das politische ohne Vorstände, ohne Ausschüsse, ja sogar ohne Mitglieder: alle von Plezzo werden Arbeiten an Stellungen für schwere im Artillerie auf benachbarten Höhen und Bewegungen von Wahlrecht noch nicht, und ihr Einfluß ist infolgedeffen nicht sind auf der Grenze, in den Schüßengräben, alle find in Kriege. Artillerie auf benachbarten Höhen und Bewegungen von so stark wie der der Männer, aber ein Beweis dafür, daß In ähnlicher Lage befinden sich die Organisationen der Partei. Transporten von Plezzo zum oberen Isonzo gemeldet. In man überall mehr und mehr auch mit den organisierten Nur die Organisationen in Belgrad, Nisch und Hestüb zeigen dank der Gegend des Strn und längst des Isonzo verlief der Frauen als einem nicht zu unterschätzenden Friedensfaktor übermäßiger Anstrengungen noch einiges Leben. 22. Juni ruhig. Die Arbeiterbewegung in Serbien. Das einzige rechnet, beweist eine furze Debatte, die am 10. Juni im eng- Organ der Arbeiterbewegung, das vom Kriege nicht betroffen ist, im Rom, 25. Juni.( W. T. B.) Bericht der obersten lischen Unterhause zwischen dem unabhängigen iri- Gegenteil noch verstärkt auftritt, ist die in Nisch erscheinende tägHecresleitung. In den Gebieten von Tirol, im schen Nationalisten Ginell und dem Premierminister liche Zeitung der sozialistischen Partei und der Gewerkschaften ( Syndikate), die Arbeiter Zeitung". Sie wurde weder stattfand. Trentino und im Cadere halten wir unsere Tätigkeit Mr. Gi ne II fragt den Premierminister, ob es mit seiner durch die Verteuerung des Zeitungspapiers noch durch die beispiellängs der Front durch Erkundungen mit kleinen Abteilungen Sanktion geschehe, wenn die Befürwortung des Friedens als lose Strenge der 3ensur erdrosselt. Ungeachtet der genannten aufrecht, während die Artillerieaktion methodisch fortgesetzt ein Bergehen im Sinne des Gesetzes über den Belagerungs. Schwierigkeiten erschien unsere Zeitung, von den Arbeitern unterwird. Wir hatten da glückliche Gefechte in Canzano, im zustand behandelt worden sei, und ob er in Anbetracht, daß stüßt, Tag für Tag, die Fahne des Sozialismus und der interCismontal und gegen die Vezzenahöhe. In Kärnten die Mehrheit der englischen Frauen die Beendigung der gegen- nationalen Solidarität hochhaltend. Die Erfolge unseres Blattes geben uns die fejte Zuversicht, daß der proletarische Sozialismus in Serbien noch tiefere Wurzeln schlagen wird. Die Zeitung erscheint während des Krieges in einer verstärkten Auflage und ihr Einfluß ist im Vergleich mit dem in der Friedenszeit fräftig gestiegen. Sind auch unsere gewerkschaftlichen und Parteiorganisationen fast vollständig verwüstet, so hat unser Blatt doch den wichtigsten Erfolg davongetragen: es durch tränkte das Bewußtsein der Massen mit den Ideen des internationalen Sozialismus. Unsere Arbeiterbewegung zeigt ihren Einfluß auch in den Gemeinden, wo unsere Genossen eine erfolgreiche Agitation entfalten und für die Unterstützung der Familien der Mobilisierten kämpfen. In dieser Hinsicht haben unsere Vertreter eine tatkräftige Hilfe seitens der sozialdemokratischen Frauenorganisationen erhalten, die durch ihre energische Tätigkeit und ihre Forderungen, welche der Stuptschina( dem Parlament) vorgelegt wurden, vieles zur Ausarbeitung eines speziellen Gesetzes für die Hilfsaktion zugunsten der Striegsopfer beigetragen haben. Ein weiteres Gebiet, auf dem die Arbeiterbewegung ein Lebenszeichen gibt, ist die Stuptschina. Wir haben von 166 Sigen zwei inne. Unjer Standpunkt und unsere Taktik in diesem Kriege find schon bekannt. Unsere Abgeordneten, die die ErFührer, sondern nur Werkzeuge der proletarischen Partei. Das Verhalten unserer Abgeordneten im Parlament sowie ihre gejamte parlamentarische Tätigkeit spiegelt auf das genaueste den Standpunkt der gesamten Partei wider. Die Taktik unserer Partei hat die Zustimmung des gesamten Proletariats für sich. Sie findet ein Echo in der übergroßen Mehrheit der Boltsmaffen, aus denen sich die Reihen des Proletariats refrutieren. fahrungen unserer Lewegung glüdlich verwerten, find nicht Aber in demselben Maße, in dem das serbische Proletariat über das Verhalten seiner Partei zufrieden war, war es ungeheuer erstaunt über das Verhalten der Bruderparteien, der Sozialdemokratie in Deutschland, Desterreich- Ungarn und Frankreich, sowie über das Verhalten des Internationalen Sozialistischen Bureaus. Mich persönlich hat das Verhalten der genannten Parteien nicht überrascht. Ich habe es schon längst vorausgesehen und erwartete es beim ersten Herannahen der großen Ereignisse. Aber trotzdem hoffe ich und mit mir das gesamte serbische Proletariat, daß nach dem Kriege die Erfahrungen desselben zum Nutzen ausfallen werden.. In diesen Hoffnungen und diesen Wünschen ist das Prole. tariat Serbiens solidarisch mit dem heroischen Proletariat Rußlands.... Hesfüb, 27. April 1915. Dragischa Zaptschewitsch. Die Montenegriner vor Skutari. Rom, 25. Juni.( B. T. B.)„ Giornale d'Stalia" meldet aus Skutari: Cine montenegrinische Armee unter General Westowitsch traf vergangene Nacht vor Stutari ein, wo sie die Höhen von Rentschi und das Lager Schiri besetzte. Einige Hundert Albanier, die bei Mezorec Widerstand leisteten, wurden auseinander geirieben. General Wesfowitsch ließ den Bürgermeister von Stutari zu sich kommen und erklärte ihm, er beabsichtige, die Montenegro feindlichen Stämme zu entwaffnen. Slutari folle ruhig bleiben, da keine Gefahr bestehe. Die montene grinische Zeitung Wiesnit" veröffentlicht eine halbamtliche Note, die besagt, daß die montenegrinische Regierung aus politischen und strategischen Gründen und um die Warendurchfuhr auf dem Bojana für die Stellen zu sichern, die im Berliner Kongres Montenegro zuerkannt worden seien, beschlossen habe, in Albanien einzuEine Rede Vivianis. marschieren. " Im französischen Heere dienen keine Zuremburger, die nach Es könnte sich Ausbruch des Krieges hinübergegangen wären. höchstens um ein paar Ausnahmen handeln, von denen man jedoch hier auch keine Kenntnis hat. Kriegswirtschaftsplan. In der Budgetkommission des Preußischen Landtages hat der Suremburger fämpfen unter den französischen Fahnen im Unterstaatssekretär Dr. Michaelis einen Kriegswirtschaftsplan ganzen 541( noch nicht 2 Proz. der in Frankreich ansässigen Zugem- vorgelegt, der, wie der stellvertretende Ministerpräsident sagte, burger), und zwar nach einer Angabe, die im französischen Senat eine sehr brauchbare und nüßliche Grundlage am 3. Juni der Abg. Lebert, Berichterstatter für den Gefeßantrag weiterer Beratungen bilden kann, ohne daß sich die preußische ReHenry Bérenger gemacht hat, der in derselben Rede die Zahl der gierung bisher auf ihn festgelegt hätte. Seine wesentlichen GrundDeutschen im französischen Heere auf 1027 und die der Dester- 3üge find: reicher auf 1369 angab. Die Luremburger, die in der französischen Armee zurzeit kämpfen, wohnten bei Ausbruch des Krieges in Frankreich, sind größtenteils dort geboren oder stammen von dort geborenen Eltern. Verurteilter Burenrebell. London, 25. Juni.( W. T. B.)( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Aus Bloemfontein wird gemeldet, daß Rocco de Billiers, einer der Hauptanführer der Aufständischen im Freistaat, zu vier Jahren Gefängnis und 500 Pfund Sterling Geldstrafe verurteilt worden ist. Für die Regelung des Verkehrs mit Brotgetreide und Mehl wird eine Reichsgetreide stelle" neu gegründet, die in wei Abteilungen zerfällt. Die Präsidialabteilung oder Abteilung 1 ist für alle öffentlich- rechtlichen Verwal= tungsaufgaben auf dem Gebiet der Bundesratsverordnung bom 25. Januar 1915 zuständig. Alle obrigkeitlichen Befugnisse, die jcht vom Reichskommissar zur Ausführung der Bundesratsverordnung vom 25. Januar 1915, vom Reichskanzler und vom Aufsichtsrat der Kriegsgetreidegesellschaft ausgeübt werden, sollen der Präfidialabteilung übertragen werden, also die Berteilung der Ration auf den Kopf, die Versorgung der mehlverarbeitenden Industrie mit Getreide, die Bestimmung der Rücklagen, des Verteilungsplanes und der Fristen, in denen die Berichterstattung der KommunalverAmerika und die neutralen Postsendungen. bände erfolgen muß, dann die Erledigung der Bedarfsanträge der Washington, 23. Juni.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Kommunalverbände. Außerdem hätte diese Abteilung Bestimmun Bureaus. Infolge der Berichte, daß die Post der Vereinigten gen für die Verwendung des Hintertorns zu treffen und die nach Staaten nach Norwegen, Schweden, Dänemark und den Nieder- dem wechselnden Bedarf notwendigen Zusäße von Roggen, Weizenlanden beim Durchgang durch kriegführende Länder geöffnet wird, meht und Kartoffeln festzustellen. Besonders ist die Präsidialhat der Generalpostmeister angeordnet, daß diese Postsendungen abteilung aber für die Durchführung der Beschlagnahme und für vorübergehend mit direkt fahrenden Schiffen befördert werden die Ausscheidung von Selbstwirtschaftsgebiete aus dem VersorgungsZu Selbstwirt= sollen. Man glaubt annehmen zu können, daß der schwedische Ge- gebiet der Reichsgetreidestelle zuständig. fandte in Washington die Angelegenheit bei seiner Regierung zur fchaftsverbänden fönnen die preußischen Landkreise und die diesen Landkreisen entsprechenden außerpreußischen KommunalverSprache gebracht hat. bände erklärt werden, aber auch größere, wirtschaftlich zusammen gehörige Gebiete, insbesondere größere Städte mit umliegendem ländlichen Ueberschußkreis, namentlich, wenn sich bei ihrer ZuSo wird die Anerkennung von Verwaltungsbezirken, die über den Umfang eines Kreises hinausgehen, wie Regierungsbezirke, Provinzen, ganze Bundesstaaten als Selbstwirtschaftsverbände nicht ausgeschlossen. Sicherstellung des Kriegsbedarfs. fammenlegung Ueberschuß und Zuschußbedarf ungefähr ausgleichen. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt über die Sicherstellung des Kriegsbedarfs: Um den gegenwärtigen Krieg erfolgreich durchzuführen, ist es bei der Abschneidung der Zufuhr vom Ausland nötig, für die Herstellung und den Betrieb von Die Abteilung 2 übernimmt die Geschäfte und OrganiStriegsbedarfsartikeln auf die im Lande vorhandenen Vorräte zurüdzugreifen. Dieser Rüdgriff wird indes dadurch erschwert, daß ſation der Kriegsgetreidegesellschaft und hat alles für Heer und cinerseits die für die Inanspruchnahme der bezeichneten Gegenstände Flotte erforderliche Getreide zu beschaffen, außerdem die Bevölfegeltenden Bestimmungen des Kriegsleistungsgesetzes vom 18. Juni rung mit Brotfrucht zu versorgen, soweit für diesen Zwed nicht 1873( Reichsgefeßblatt S. 120) einer angemessenen Preisgestaltung Selbstwirtschaftsverbände gebildet sind. Das Mchl ist nach dem und einer beschleunigten und einfachen Eicherstellung für den Be- von der Abteilung 1 aufzustellenden Verteilungsplan unter weitdarf der Militär- und Marineverivaltung entgegenstehen, daß gehender Berücksichtigung aller Wünsche an die versorgungsberech andererseits die erweiterten Befugnisse aus dem preußischen Geseb tigten Kommunalverbände abzugeben. Die Abteilung 2 sett über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851( Gesetzsammlung unter Wahrung ihres gemeinnüßigen CharafS. 451) auf die Militärbefehlshaber beschränkt sind. Die Mängel der bestehenden Gesetzgebung sind geeignet, zu ters die Preise für das von ihr zu kaufende Getreide im Rahmen einer wirtschaftlichen Schädigung der Gesamtheit unseres Volkes zu der Höchstpreisgesetzgebung sowie die Mehlpreise, den Mahllohn, die führen. Abgesehen von der durch ungerechtfertigte Preistreiberei Lagergelder usiv. feſt. verursachten erheblichen Erhöhung der Kriegskosten wird der Ertrag der wirtschaftlichen Kriegsmaßnahmen wesentlich von der einheit lichen und schleunigen Sicherstellung der Kriegsbedürfnisse abhängen. Die Reichsgetreidegesellschaft wird der Aufsicht des Reichskanzlers unterstellt. Dieser ernennt ihren Bräsidenten, der auch den Vorsiz im Aufsichtsrat der Abteilung 2 ausübt. Sein Stellvertreter soll nach Möglichkeit dem Landwirtschaftsministerium entnommen werden. # Behufs Abstellung dieser wirtschaftlichen Schädigungen hat der Bundesrat eine Verordnung zur Sicherstellung Der Präsidialabteilung steht ein Beirat zur Seite, des Kriegsbedarfs erlassen. Sie Ichnt sich an das Striegsleistungsgeses an, eriveitert aber dessen einer anderen Art der der über alle grundsätzlichen und sonstigen wichtigen Fragen gutStriegsführung angepakte Bestimmungen in einer den Bedürfnissen achtlich zu hören ist; sein Vorsitzender ist der Stellvertreter des des gegenwärtigen Strieges besser Rechnung tragenden Weise, ohne Reichskanzlers. Die übrigen Mitglieder werden vom Reichskanzler den Umfang der Gegenstände, die bereits nach bestehendem Rechte berufen. Vertreten sollen sein: der Bundesrat, der Deutsche Landeinem Eingriff in die persönlichen Eigentumsverhältnisse im wirtschaftsrat, der Kriegsansschuß der deutschen Industric, der höheren Interesse der Gesamtheit unterliegen, zu vermehren und Deutsche Handelstag, der Deutsche Städtetag usw. Die Ge= Paris, 25. Juni.( W. T. B.) Die Kammer hat am ohne die anderweit begründeten Befugnisse der Militärbefehls- schäfte der Abteilung 2 werden von der KriegsDonnerstag die Krediic für das unterstaatssetretariat haber zu beeinträchtigen. Die auf Grund dieser Berordnung gewährten eriveiterten Bc. getreidegesellschaft, d. h. von einer G. m. b. H. geführt. des Krieges angenommen. Auf verschiedene Anfragen und fugnisse sind im Interesse einheitlicher Durchführung auf die bundes- Das Stammkapital foll erhöht werden. Für die KapiStriliten erklärte Ministerpräsident Viviani unter anderem: staatlichen Striegsministerien sowie das Reich 3 marine- talsvermehrung sollen die landwirtschaftlichen Organi Unsere Aufgabe wird hart sein; vielleicht werden wir fic auf die amt und die von ihnen bezeichneten Behörden beschränkt. fationen aufkommen, denen dafür im Aufsichtsrate eine Ver Länge bewältigen können, denn wir haben eine tapfere Armee, Dem Eigentumserwerb tönnen alle im Reichsgebiet tretung einzuräumen ist. Die Dreiteilung der MitHetoundernswerte Führer und einen unvergleichlichen nationalen vorhandenen Gegenstände unterworfen werden, die bei der Her- gliederzahl für Reich, Produzenten, Konsumenten se ein Heroismus. Jeder ist auf seinem Bosten, alle können und müssen stellung von Striegsbedürfnissen zur Verarbeitung oder sonstigen Drittel ist zu erstreben. Vertrauen haben in dem Augenblicke, wo wir die Reorganisation Verwendung gelangen, also Rohstoffe, Halbfabrikate usw., ferner alle Stoffe, die bei dem Betriebe von Gegenständen des Kriegsunserer Industrie und aller unserer Dienste durchführen, wo jung bedarfs gebraucht werden, zum Beispiel Benzin und Schmieröl für und alt im Kampfe für die Freiheit, deren Schirmherren wir sind Straftwagen. Lebens- und Futtermittel unterliegen dem Zugriff für die verbannte Gerechtigkeit, welche fie morgen zurüdführen nach dieser Verordnung nicht. werden, ihre Unterstügung darbieten. Das Haus bereitete Viviani nach diesen Worten eine Ovation. Kriegsbekanntmachungen. Kein frisches Obst in Feldpostsendungen. Um den praktischen Bedürfnissen gerecht zu werden, ist die Möglichkeit vorgesehen, daß das Eigentum auch an die KriegsFrisches Dbst. insbesondere Erdbeeren und rohstoffgesellschaften, an die mit Heereslieferungen be- Kirichen, darf in Bapptästen mit der Feldpost nicht verschickt Zwischenfälle in der französischen Kammer. auftragten Unternehmer oder sonstige Personen unmittelbar über- werden, weil die Früchte schon nach kurzer Beförderungsbatter Flüssigkeit absondern, wodurch andere Sendungen beschädigt werden, Paris, 25. Juni.( W. T. B.) Die Debatte über die Ertragen werden kann. öffnung der Kredite für das Unterstaat 3- Intereffen der Reichstasse und damit der Volksgesamtheit durch Be- täifig. Am besten wird von der Versendung überhaupt abgesehen, Bei der Bemessung des Uebernahmepreises sollen die Die Versendung ist nur in sicher verschlossenen Blechbehältern zu sekretariat des Krieges hat in der Kammer lebhafte schränkung der unangemessenen Preistreiberei Berücksichtigung weil feine Gewähr besteht, daß die Früchte in gutem Zustande an Zwischenfälle hervorgerufen. Der Abgeordnete Accam- finden. Jedoch ist vorgeschrieben, daß der Friedenspreis eine den kommen. llngenügend verpadte Feldpostsendungen mit frischem Obst bray erklärte, er stimme nicht für die geforderten Kredite Umständen entsprechende Erhöhung erfährt. Ein Zuschlag zum werden von den Bostanstalten zurüdgewiesen werden. und für die provisorischen Budgetzwölftel. Er kritisierte die Friedenspreis ist oft schon durch den Zuwachs von Fracht- und militärische Organisation und den Kriegsminister. Die Mu- Lagerspesen sowie sonstigen Handlungsunfosten geboten. Darüber nitionsfabrikation lasse zu wünschen übrig. Es sei vorge- hinaus soll demjenigen, dem das Eigentum entzogen wird, ein Ent kommen, daß Geschosse nicht explodiert und Kanonen geplakt gelt gewährt werden, das indes in keinem Falle zu einer unangemesfeien.( Lebhafte Protestrufe.) Er werde die Regierung dafür fenen Bereicherung des Eigentümers auf Stosten der Voltagefamiverantwortlich machen. Der Redner übte dann Kritik an der heit führen darf. In welcher Höhe ein Gewinn ungemessen ist, verantwortlich machen. Der Redner übte dann Kritik an der darüber lassen sich allgemeine Regeln nicht aufstellen. Das zu be Dardanellen operation. Er wurde zur Ordnung urteilen, wird von der Lage des Einzelfalles abhängen, und muß gerufen. Die Rechte und das Zentrum protestierten, während daher in die Hand eines unparteiischen Schiedsgerichts gelegt Sie Linke Beifall flatschte. Nachdem sich der Lärm gelegt werden. hatte, sagte Accambray, er wolle nicht die militärische Leitung, sondern nur die Regierung fritisieren. Die Sigung wurde fortgesetzt. Beachtung der Beschlagnahmeverfügungen. Amtlich. Berlin, 24. Juni.( W. T. B.) Nachprüfungen von Lägern einiger Firmen, bei denen Striegsrohstoffe beschlagnahmt worden sind, haben ergeben, daß die Bestimmungen lich der Führung von Lagerbüchern, in vielen Fällen nicht beachtet der Beschlagnahmeverfügungen, insbesondere bezüg worden find. Die Vertreter derartiger Firmen mußten mehrfach wegen solcher Verstöße mit Gefängnis bestraft werden. Deshalb wird nochmals empfohlen, die Bestimmungen der Beschlagnahmes verfügungen auf das Peinlichste einzuhalten. Letzte Nachrichten. Bei Gegenständen des Kriegsbedarfs, die nach Kriegsausbruch aus dem Reichsausland eingeführt sind, wird der Einstandspreis regelmäßig den Friedenspreis überschreiten. Unt den Befizer solcher Gegenstände, wenn sie zur Enteignung gelangen, Die Schweiz und Italien. schadlos zu halten, soll der Einstandspreis des Einführenden statt Bern, 25. Juni.( W. T. B.)( Meldung der Schweizerischen des Friedenspreises bei der Festseßung berücksichtigt werden. Telegraphen- Agentur.) Die Verhältnisse der Einfuhr aus Italien fäßlichen Fragen der Warenbewertung ist ein zentrales Zur Wahrung der notwendigen Einheitlichkeit in allen grundsind immer noch vollständig ungeklärt. Auf Grund des Austausch Schiedsgericht für das Rysgebiet vorgesehen, für dessen Auswechselung von deutschen und englischen Invaliden. abkommens kommen allerdings täglich diese oder jene Waren in Geschäftsführung und Veren der Reichstanzler die näheren Amsterdam, 25. Juni.( W. T. B.) Die Blätter melden die Schweiz herein, doch in bedeutend geringerem Umfange, als es Bestimmungen erläßt. Behufs Berücksichtigung besonderer örtlicher aus dem Haag: Am 28. Juni sollen durch Vermittelung des durch das Abkommen vorgesehen ist. Es ist bis heute nicht mög- Verhältnisse soll von den vier Sachverständigen, die als Beisiger niederländischen Roten Kreuzes deutsche und englische Invalich gewesen, von Italien eine formelle Erklärung zu erhalten, mitwirken, einer von derjenigen amtlichen Vertretung des Han- liden ausgewechselt und über Vlissingen in die Heimat be für welche Waren eigentlich das italienische Ausfuhrverbot gilt, dels vorgeschlagen werden, die den abzuschäßenden Gegenständen fördert werden. und für welche nicht. Die Klärung der Sachlage dürfte voraussicht- räumlich am nächsten steht. lich noch einige Zeit auf sich tvarten lassen. Verlängerung der Protestfristen in Belgien. Brüffel, 25. Juni.( W. T. B.) Durch Verordnung des Generalgouverneurs in Belgien vom 23. Juni werden die Protestfristen und sonstige zur Wahrung des Regresses bestimmte Rechtshandlungen bis zum 31. Juli verlängert. Ebenso bleiben die bestehenden Bestimmungen über Zurüdziehung von Bankguthaben bis zum 31. Juli in Kraft. Die Luxemburger und der Krieg. Luxemburg, 24. Juni.( W. T. 2.) Durch die deutsche Presse gingen in den letzten Tagen über Luxemburger Freiwillige in der französischen Armee Meldungen, die auf einer mißverständlichen Auffassung einer Zeitungsnachricht aus privater Quelle beruhten. Die Unruhen in Moskau. Die Beschlagnahme ist häufig geboten, um Gegenstände, unter Umständen auch schon vor ihrer Erzeugung, für einen etwaigen fünftigen Bedarf des Heeres und der Marine rechtzeitig zu sichern. Petersburg, 25. Juni.( W. T. B.)„ Rietsch" führt in Er Die Entscheidung, ob sie ganz oder teilweise zur Herstellung von Striegsbedürfnissen gebraucht werden und darum enteignet werden gänzung des Berichtes aus Moskau aus, daß achtzig Feuerschäden müssen, läßt sich oft erst nach Anstellung statistischer Ermittelungen, entstanden sind. Im ganzen wurden 475 Geschäfte und 217 PriRüdfragen usw. und auf Grund der Gestaltung noch nicht absehbarer batwohnungen ausgeraubt. Der Schaden ist vorläufig auf Verhältnisse treffen. Die Verordnung gibt daher eine von der 40 Millionen Rubel ermittelt worden. Von den Geschäften Enteignung unabhängige Zugriffsmöglichkeit. Die Beschlagnahme und Wohnungen gehörten nur 113 Deutschen und Oesterreichern. geht in der Regel der Enteignung voraus, braucht aber nicht immer Die übrigen 579 gehörten russischen Untertanen, darunter 90 solchen Die Enteignung zur Folge zu haben. mit vollkommen echtrussischen Familiennamen. 172 haben ihre Berluste noch nicht angegeben. Unter den Geschädigten befinden sich auch Schweden, Engländer, Franzosen und Amerikaner. Das Volt hat insgesamt zwei Tage lang gewütet. Die Gerüchte über eine angebliche Brunnenvergiftung haben sich durch die bakteriologische Untersuchung als völlig unjinnig erwiesen. Während das Interesse der Heeres- und der Marineverwaltung eine sachgemäße Verwahrung der beschlagnahmten, beim Besizer lagernden Ware bis zu ihrer Enteignung bedingt, wird, wenn es den Umständen nach der Billigkeit entspricht, dem Befizer für die Verwahrung und die pflegliche Behandlung eine angemessene Entschädigung gewährt. URANIA Taubenstraße 48/49. 4 Uhr( halbe Preise): Flandern und der Krieg. 8 Uhr: An den Grenzen von Theater für Sonnabend, den 26. Juni. Deutsches Künstler- Theater Schiller- Theater 0. 8% Uhr Die Schöne vom Strand 8 Uhr: Der blinde Passagier Deutsches Opernhaus, Charlottenb. Uhr: Tiefland( Gastsp. Eva) 8 Schiller- Th. Charlottenbg. v. d. Osten. 8 Uhr: Nacht und Morgen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater Südtirol und Italien. 8 Uhr: Eine unmögliche Frau WINTER 8 Sonntag 3, Uhr: Maria Stuart. Kleines Theater 81% U.: Liebestrank Lessing- Theater NU. Seine einzige Frau Guido Thielscher 99 Venus im Grünen". Operette in 1 Akt, v. Rud. Lothar. Musik von Oskar Straus. 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Juli bis Schleuse Niederfinow. Abfahrt 7 Uhr. Nur Hinfahrt 3,10 M. Fahrzeit zirka 11 Stunden. Wir bitten Fahrscheine möglichst vorher im Kontor, Stralauer Brüde 4, zu entnehmen, da zu jeder Fahrt nur eine bestimmte Anzahl zur Ausgabe tommt. A Von der Oberbaumbrücke( Falckensteinstraße) Jeden Sonntag Berliner Spar- u. Bauverein eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Bilanz am 31. Dezember 1914, Aktiva. Mark Bebaute Grundstücke. 11 100 149,70 Neubauten 7 253,22 Unbebaute Grundstücke 1 166 925,--Inventar. 1, Anlage- Kto. d. Siegfried Levy- Schenkung. Kirchengemeinde Tempelhof Rüdständige Mieten Wertpapiere. Bant- Guthaben Kassen- Bestand. 50 000, 17 725,-535,37 920 904,05 523 845,56 38 566,19 G 13 825 905,09 Passiva. Rückstellung für die Ansiedelung Tempelhof. Rückstellung f. d. Ansiedelung Charlottenburg Noch zu zahlende Schuldverschreibungszinsen Vorausbezablte Micte Einbehaltene Bar fautionen Feste Darlehen. Sypotheken • · . . • Schuldverschreibungen 18 371,62 147 523,68 10 900, 90, 19 589,52 8 915,10 9 085 828,48 451 000, Spareinlagen d. Genossen 3 115 707,60 Geschäfts- Guthaben.. 690 796,90 Vermehrung i. J. 1914 38 203,95 Siegfr. Levy Schenkung Felicie Bernstein- Schent. Reingewinn. Dampfer- Extrafahrten mit Musik Heferbefonds " am Montag, den 5. Juli 1915, abends 82 Uhr, im Lofal von Schwarz, Berlin. 8 und 2 Uhr nach Woltersdorfer Schleuse.. 50 Pf.) Kinder Lichtenberg, Möllendorfftr. 25. 8, 9, 12, 2 und 3 Uhr nach Neu- Heringsdorf. 30 25 u. 20 Bf. Tagesordnung: 9 u. 2, Uhr nach Woltere dorfer Schleuse hin u. zur. 55, Kinder 25 Pf. Wochentags während des ganzen Sommers die billig. Erholungsfahrt.: 9, 12, 2, 1. 3 Uhr nach Neu- Heringsdorf hin u. zurüd 40, 20 f. 9 Uhr jeden Mittwoch nach Zeuthen und Neue Mühle 55, 25 Pf. Außerdem morgen Sonntag. Dienstag, 29. Juni u. Donnerstag, 1. Juli, durch Havelseen nach Nedlitz und Krampnitz am Krampnitzsee. 1. Wahl eines stellvertretenden Vorfizenden für den Ausschuß an Stelle des zum Militär einberufenen Herrn Kegel während dessen Behinderung. 2. Abnahme der Jahresrechnung pro 1914 und Berichterstattung des Rechnungsausschusses. 3. Einrichtung eines zweiten Heilmittellagers und Beschlußfassung über Zumietung der hierzu benötigten Räume. 4. Rassenangelegenheiten. Beschwerden, zu welchen die Bor lage der Aften notwendig ist, müssen 3 Tage vor der Ausschußsizung der Geschäftsstelle diesseitiger Stasse ein gereicht werden. 269/1 Der Vorstand. Mar Liedloff, Vorsitzender. ist der schönste Ausflugsort? Immer noch Pichelswerder, an ber neuen beim Alten Freund. Heerstraße die " Abf. Berlin, Reichstagsufer an der Marschallbrüde, beim Reichstagsgeb.:19 Uhr, Charlottenburg, Tegeler Weg, nahe Bahnhof Jungfernheide: 9 Uhr. Fahrpreis hin und zurüd an den Wochentagen: 1 M.; Sonntags: 1,30 m. Reederei Kieck, Faldensteinstr. 48, Telephon Mpl. 8197. Feldbrief- Mappe enthaltend 5 vorschriftsmäßig bedruckte Feldpost- Briefumschläge nebst Briefbogen, 5 vorschriftsmäßig bedruckte Postkarten Preis 10 Pf. Buchhandlung Vorwärts Lindenstr. 3. Bezugsquellen- Verzeichnis. MANOLI Phänomen Bierbrauerel., Bierhdig. ZIGARETTEN ** Deutschlands führende Marke BOSNIA CIGARETTEN Etwas ganz Besonderes MAL- KAH Company Berlin N. 20 Pankstr. 65. MONA Die neue 3 LISA QualitätsCigarette Backer- u. Conditoreien A.Großkinsky, Boxhagenerst.27 Gust. Heintschel, Havelbergerstr. 26 Otto Hoff, Chorinerstr. 13. F. Kiesewetter, Schivelbeinerstr. 16. R. Klinke, Weißens., Lehderst.120.. R. Kleiner, Schulstr. 102 Felix Kynast, Dänenstr. 5. Carl Lindenberg, Lychenerstr. 4. G. Meier, Grüner Weg 27. P. Müller, Willibald- Alexisstraße 43. G.Münch, Reinickendorf, Provinzstr.111 Gustav Nielson, Lindowerstr. 9 P. Nitschke, Cadinerstraße 4. J.H.Popp, Amendestr.104, Reinickend.- Ost. Fr. Pribyl, Osnabrückerstr. 26. Osw. 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Redaft.: Alfred Wielery, Neuföln. Inseratenteil verantw. Zb. Glode, Berlin. Drudu. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl r. 174. 32. Jahrgang. 1. Beilage des„ ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonabrud, 26. Juni 1915. Sozialdemokratie und Frieden. Fast ein Jahr lang rast nun die Kriegsfurie über den Erdball. Hunderttausende blühender Menschenleben sind vernichtet, unermeßliche Kulturgüter zerstört, ungeheuerliche Verwüstung der Volkskraft angerichtet. Millionen Mütter, Frauen und Kinder weinen um ihre Söhne, Männer und Bäter. Not und Elend gesellen sich zu dem Kummer, der auf den Völkern lastet. Soll das entsetzliche Drama, wie es graufiger die Weltgeschichte nicht kennt, immer noch fein Ende nehmen? Die Sozialdemokratie hat diese unheilvolle Weltkatastrophe kommen sehen, hat sie vorausgejagt. Deshalb hat sie in allen Ländern die imperialistische Ausdehnungspolitik und ihre Folge: das verderbliche Wettrüsten, bekämpft, die letzten Endes diesen schrecklichen Weltkrieg heraufbeschworen haben. Die Sozialdemokratic hat unablässig für eine Verständihung der Völker zu gemeinsamer Kulturarbeit im Dienste der Menschheit gewirkt. Zehntausende von Versammlungen, Millionen von Flugschriften, die internationalen sozialistischen Kongreffe und zuletzt noch die deutsch- französischen Verständigungskonferenzen in Bern und Basel legen davon Zeugnis ab. Als sich im vorigen Jahre die drohenden Kriegswolken om politischen Horizont zusammenballten, hat die deutsche Sozialdemokratic bis zur legten Stunde ihre ganze Kraft eingescht für die Erhaltung des Friedens. Sie war zum Unglück Der Völker in allen Ländern noch nicht stark genug, das schreckliche Verhängnis aufzuhalten, das über Europa hereinbrach. Die Kriegsfadel loderte hell auf und steckte die Welt in Brand. Als dann die Rosaken des Zaren plündernd und brennend die Landesgrenzen überschritten, da löste die Sozialdemokratic das Wort cin, das die Besten ihrer Führer dem deutschen Volfe gegeben: fic ftellte sich in den Dienst des Vaterlandes und bewilligte die Mittel zu seiner Verteidigung. Das Schicksal Ostpreußens zeigt, was Deutschland drohte, wenn das deutsche Volk nicht einmütig zusammengestanden hätte, um den russischen Eroberungszug aufzuhalten. Nach amtlicher Feststellung sind in Ostpreußen gegen 400 000 Menschen ins Flüchtlingselend gedrängt; 1620 Zivilpersonen geinordet, 433 verwundet, 5419 Männer, darunter hilflosc Greise, 2587 Frauen und 2719 Kinder nach Rußland verschleppt, durch Brandlegung 24 Städte, 572 Dörfer und 236 Güter, insgesamt 33 553 Gebäude ganz oder teilweise zerstört, gegen 200 000 Wohnungen ganz oder zum Teil ausgeplündert oder verwüstet worden. Der todesmutigen Zapferkeit unserer Truppen, die in aufopfernder Hingabe die furchtbaren Strapazen eines Winterfeldzuges im Osten überwanden, ist cs nach monatelangen opferreichen Kämpfen gelungen, Ostpreußen von dieser Geißel zu befreien. Aber nicht nur im Kampfe um die nationale Unabhängigkeit und Selbständigkeit Deutschlands hat die SozialDemokratie ihre Pflicht getan; sie hat auch im Innern des Landes, vor allem auf dem Gebiete der Volksernährung und Kriegsfürsorge, die Interessen der arbeitenden Volksschichten gegen Lebensmittelwucher und bureaukratische Engherzigkeit mit allen Kräften vertreten. jenigen Bestrebungen, die den Frieden abhängig machen| fortzuführen, und hat sich gegen eine Zusammenkunft des wollen von allerlei Eroberungen. Wir haben von Anfang Internationalen Sozialistischen Burcaus ausgesprochen. an den Standpunkt cingenommen, daß wir jeden Er- Nach der Kundgebung unserer Reichstagsfraktion für den oberungskrieg verurteilen. Daran halten wir fest!" Frieden im Dezember 1914 machte der französische Ministerpräsident am 22. Dezember in der Deputiertenkammer folgende Ausführungen: Diese Ausführungen wurden in der gleichen Sitzung vom Genossen Scheidemann scharf unterstrichen. Ebenso hat von der Tribüne des preußischen Abgeordnetenhauses unsere Bartei ihr Verlangen nach Frieden zum Ausdruck gebracht. Der Parteivorstand hat in der Weihnachtsnummer des„ Labour Leader", des Organs der englischen Unabhängigen Arbeiterpartei, eine Kundgebung veröffentlicht, in der es heißt: " Unsere wärmste Sympathic ist in dieser schicksalsschweren Zeit bei allen Bestrebungen, die auf eine rasche Beendigung dieses männermordenden Völkerringens gerichtet sind." Am 12. und 13. April d.. traten die Vertreter der Parteileitungen der Sozialdemokratie Deutschlands, Desterreichs und Ungarns in Wien zu einer Besprechung zusammen, die eine Kundgebung zeitigte, in der es in bezug auf den Frieden heißt: " In der jetzigen Stunde ist nur eine Politik möglich: Kampf ohne Gnade bis zur endgültigen, durch einen völlig siegreichen Frieden gesicherten Befreiung Europas. Getreu seiner Unterschrift im Vertrage vom 4. September, wo es seine Ehre und somit auch sein Leben einsetzte, wird Frankreich die Waffen erst niederlegen, wenn cs das verlegte Recht gerächt, die gewaltsam geraubten Provinzen für immer an das französische Vaterland gewiederhergestellt schmiedet, das heldenmütige Belgien.. und den preußischen Militarismus zerbrochen haben wird, um auf Grundlage der Gerechtigkeit endlich ein neugeborenes Europa aufbauen zu fönnen.. Gegen diese unverhüllte Proklamation des Kampfes bis zum Weißbluten hatten weder die sozialistischen Minister, Die sozialdemokratischen Parteien, die von jeher und noch auch die sozialistische Kammerfraktion, noch endlich auch ihrem Wesen nach für die Verbrüderung der Völker wirken, der sozialdemokratische Parteivorstand auch nur ein Wort des sind die berufenen Verkünder der Friedenssehnsucht. Diese Widerspruchs zu erheben! Warum sie schwiegen, erklärten sie entspringt dem Willen und der Kraft der Selbstbehauptung, kurz darauf in einem Manifest an die Partei"( Humanité nicht etwa dem Gefühl der Schwäche. Daraus aber folgt| vom 23. Dezember 1914): mit Notwendigkeit, daß nur ein Frieden möglich ist, der kein Volf demütigt, daß nur ein solcher Frieden das dauernde Zusammenarbeiten aller Kulturvölker gewährleisten wird. Die bei der Zusammenkunft vertretenen Parteien stehen auf dem Boden der Beschlüsse der internationalen Sozialistenfongresse, insbesondere des Kopenhagener Kongresses von 1910 und halten in diesem Sinne beim Friedensschluß folgende Sicherungen für notwendig: den Ausbau der internationalen Schiedsgerichte zu obligatorischen Einrichtungen zum Zwecke der Schlichtung aller Streitigkeiten zwischen den einzelnen Staaten; die Unterwerfung aller Staatsverträge und Vereinbarungen unter die demokratische Kontrolle der Volksvertretungen; die internationale vertragsmäßige Einschränkung der Rüstungen mit dem Ziele der allgemeinen Abrüstung; die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes aller Bölfer. Weiter erklären die Vertreter der sozialdemokratischen Parteien Deutschlands, Desterreichs und Ungarns: ,, Getreu der Disziplin der Einigkeit, welche die Nation sich dem Feinde gegenüber auferlegt, hat die sozialistische Fraktion im Parlament auch nicht mit einem Wort die von allen Franzosen beschlossene Einheit trüben wollen. Sie hat sich jeder Erklärung enthalten. Sie hat bei dem allgemeinen Zusammenschluß die Losung akzeptiert, welche die verantwortliche Regierung formuliert hat." des Internationalen Sozialistischen Bureaus, Genosse Vandervelde, der in die Regierung seines Landes eingetreten war, bat am 18. April 1915 in einem Vortrage in Paris ausgeführt: Und der Vertreter der belgischen Genossen, der Vorsitzende " Ich komme heute, um über den Krieg und für den Krieg zu sprechen... Als internationaler und sozialistischer Friedensfreund bin ich für den Krieg bis ans Ende... ich fühle Zorn gegen jene unserer Gesinnungsgenossen, die möchten, daß man Frieden schließe. Ach nein! Dem Verbrechen muß die Sühne folgen!" Gern stellen wir fest, daß es sowohl in England wie in Frankreich sozialistische Gruppen gibt, die ebenso wie die deutsche sozialdemokratische Gesamtpartei und ihre Leitung für den Friedensgedanken wirken. Das kann uns aber nicht die Tatsache, daß die sozialdemokratischen Parteien der über die betrübende Tatsache hinwegtäuschen, daß die große friegführenden Länder ihr Land und Volk verteidigen, darf Masse der dem Internationalen Sozialistischen Burcau angefein Hindernis sein, die internationalen Beziehungen aller schlossenen Sozialisten Englands und Frankreichs, ihre Orsozialistischen Parteien zueinander aufrechtzuerhalten sowie ganisationen und Leitungen, mit ihren Regierungen den die Tätigkeit ihrer internationalen Einrichtungen fort- Krieg fortführen wollen bis zur völligen Niederwerfung zuführen. Deutschlands. Aber die deutsche Sozialdemokratie hat sich keineswegs Unverantwortliche Irreführung der deutschen Genossen damit begnügt, in solchen öffentlichen Kundgebungen immer ist es, wenn in anonymen Flugblättern und Pamphleten die Getreu den Pflichten, die allen sozialistischen Parteien von neuem der Friedenssehnsucht und dem Friedenswillen des internationale Lage und Vorgänge in der Partei in entdurch ihre Grundsäße und durch Beschlüsse internationaler werftätigen Volkes Deutschlands Ausdruck zu geben. Keine stellter oder völlig wahrheitswidriger Weise dargestellt werden Songreffe auferlegt sind, hat die deutsche Sozialdemokratie Schwierigkeiten und Widerstände, keine Verdächtigungen und der Vorwurf erhoben wird, die Parteileitung tue nicht vom ersten Tage der furchtbaren Kriegstragödie an für die scheuend, ist der Parteivorstand mit zäher Ausdauer bestrebt genug, um den Friedenswillen der Arbeiterklasse zur Geltung Herbeiführung cines baldigen Friedens gewirkt. Schon bei gewesen, die durch den Kriegsausbruch so jäh unterbrochenen zu bringen. der Bewilligung der ersten Kriegskredite am 4. August 1914 internationalen Verbindungen wieder anzuknüpfen, mit den gab die sozialdemokratische Reichstagsfraktion durch den Bruderparteien aller Länder darüber zu verhandeln, wie Mund des Genossen Haase eine Erklärung ab, in der es gemeinsam für die Herbeiführung des Friedens gewirkt wörtlich heißt: werden kann. gekommen. „ Wir fordern, daß dem Kriege, sobald das Ziel der Auch allen diesem Zwecke dienenden Bestrebungen der Sicherung erreicht ist und die Gegner zum Frieden geneigt Sozialisten der neutralen Staaten sind wir gerne entgegenfind, ein Ende gemacht wird durch einen Frieden, der die Freundschaft mit den Nachbarvölkern ermöglicht." Die gleiche Erklärung wiederholte die Fraktion bei der Bewilligung der weiteren Kriegskredite am 2. Dezember 1914. Und als der Reichstag zu seiner dritten Kriegstagung zufammentrat, hat am 10. März 1915 Genosse Haase namens der Fraktion ausgeführt: Wer es mit der besonders in dieser ernsten Zeit und auch nach dem Kriege so bitter nötigen Einheit und Geschlossenheit der deutschen Arbeiterbewegung ernst meint, muß sich mit Entschiedenheit gegen dieses parteizerrüttende Treiben wenden. Die Reichstagsfraktion und der Parteivorstand der deutschen Sozialdemokratie haben stets einmütig die Eroberungsund Anneriouspolitik bekämpft. Wir erheben erneut den Als das Exekutivkomitee der Internationale mit der An- schärfsten Protest gegen alle Bestrebungen und Kundgebungen regung hervortrat, im Haag mit den sozialistischen Parteien zugunsten der Annexion fremder Landesteile und der Verder friegführenden Länder einzeln über die Möglichkeit einer gewaltigung anderer Völker, wie sie insbesondere durch die gleichzeitigen Friedenskundgebung zu verhandeln, stimmte der Forderungen großer wirtschaftlicher Verbände und die Reden Vorstand der deutschen Sozialdemokratie dem unter der Vor- führender bürgerlicher Politiker der Deffentlichkeit bekannt aussetzung zu, daß auch die französische Parteileitung ein- wurden. Schon die Geltendmachung solcher Bestrebungen Meine Partei, als die Vertreterin des internationalen verstanden sei. Obwohl deren Zusage noch nicht vorlag, be- schiebt den vom ganzen Voffe heiß ersehnten Frieden immer Sozialismus, ist stets die Partei des Friedens gewesen, gaben sich auf Einladung Mitglieder des deutschen Partei- weiter hinaus. Das Volk will keine Annerionen, das Volk und sie weiß, daß dies für die Sozialisten der anderen vorstandes im März nach dem Haag, wo sie erfuhren, daß will den Frieden! Länder ebenso wie für sie gilt. Unser Wunsch ist ein dauer- wohl die Engländer, nicht aber die Franzosen zu solchen Ver- Soll der täglich neue Opfer fordernde Krieg nicht ins hafter Friede, ein solcher, der nicht neue Verwickelungen in handlungen bereit wären. Endlose sich hinziehen, bis zur völligen Erschöpfung aller fich schließt, nicht Keime neuer Zwietracht enthält. Das Trotzdem haben sie mit den Mitgliedern des Erekutiv- Völker dauern, so muß eine der beteiligten Mächte die Hand wird erreicht werden, wenn kein Volk das andere verge- komitees dort in freundschaftlicher Weise verhandelt. Sie zum Frieden bieten. Deutschland, das von einer großen waltigt, wenn die Völker vielmehr ihre Aufgabe in dem gaben dabei ihrer Bereitschaft Ausdruck, zunächst auf das Uebermacht angegriffen, sich aller seiner Feinde bisher fiegfriedlichen Austausch der Kulturgüter erblicken... Gerade Zustandekommen einer Sizung des Internationalen Bu- reich erwehrt, den Aushungerungsplan zuschanden gemacht der Starke darf zuerst die Friedenshand ausstreden." reaus hinzuarbeiten und alle Maßnahmen zur Förderung des und bewiesen hat, daß es unbesiegbar ist, sollte den ersten Am 29. Mai d. J., nach dem Eingreifen Italiens in den Friedensgedankens zu unterstützen, die von den sozialistischen Schritt zur Herbeiführung des Friedens tun. Krieg, hat der Genoffe Ebert im Reichstag, nachdem er diese Parteien der kriegführenden Länder ergriffen werden. auf die durch die Tapferkeit unserer Volksgenossen in Waffen Im Namen der Menschlichkeit und der Kultur, gestüt den Krieg verlängernde Verschärfung der Kriegslage be- So hat die deutsche Sozialdemokratie durch ihre bedauert, namens der Partei erklärt: rufenen Vertretungen den sozialistischen Grundsäßen und den geschaffene günstige Striegslage fordern wir die Regierung " Mehr und mehr macht sich überall das Verlangen Beschlüssen der Internationalen Kongresse getreu für den auf, ihre Bereitwilligkeit kundzutun, in Friedensverhandgeltend, dem Entsetzen endlich ein Ende zu machen. Trok Frieden gewirkt. Iungen einzutreten, um dem blutigen Ringen ein Ende zu der verschärften Situation glauben wir, getreu unserer Mit schmerzlichem Bedauern muß demgegenüber kon- machen. fozialistischen Weltanschauung, auch heute dieser Friedens- statiert werden, daß bisher alle Versuche internationaler Ver- Wir erwarten von unseren Parteigentoffen in den anderen sehnsucht Ausdruck geben zu sollen. Dabei wissen wir uns ständigung gescheitert sind vornehmlich an dem Verhalten der friegführenden Ländern, daß sie in gleichem Sinne auf ihre in Uebereinstimmung mit großen Schichten aller Völker, die sozialistischen Partei Frankreichs, die an ihrer mit dem Zaren Regierungen cinwirken. mit uns erstreben: einen Frieden ohne Vergewaltigung verbündeten Regierung durch mehrere hervorragende Miteines anderen Volkes; einen Frieden, der ein dauerndes glieder beteiligt ist. Sie billigt rückhaltlos deren Politik, die Zusammenwirken aller Kulturvölker wieder ermöglicht. darauf gerichtet ist, den Krieg bis zur Niederlage DeutschBerlin, 23. Juni 1915. Der Vorstand Darum wenden wir uns mit Entschiedenheit gegen dic- lands, bis zur Vernichtung des deutschen Militarismus", der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. politische Uebersicht. Interpellation über den Belagerungszustand in Sachsen. Die sozialdemokratische Fraktion der Zweiten Kammer des sächsischen Landtages hatte eine Interpellation eingebracht, in der die Regierung über eine Anzahl Versammlungsverbote und deren Begründung sowie darüber befragt wird, ob sie bereit ist, mit Nachdruck für die Wiederherstellung des gesetz lichen Zustandes auf deni Gebiete der Presse, des Vereins und Versammlungswesens einzutreten. In der Freitagsitzung der Kammer wurde nun ein Schreiben des Ministers des Innern verlesen, nach dem die Beantwortung der Interpellation durch die Regierung abgelehnt wird. Die Regierung erklärt sich nicht für zuständig, weil seit dem 29. Dezember 1914 durch die sächsischen Generalkommandos die Vorschriften über Presse, Ver eins- und Versammlungsfreiheit aufgehoben sind und die maßgebenden Entscheidungen in diesen Fragen seitdem und zurzeit dem Generalkommando zustehen. Dazu sei bemerkt, daß nach einer offiziellen Erklärung, die seinerzeit zu der er- wähnten Maßregel von der Regierung abgegeben wurde, die Verfügung nur formelle Bedeutung habe und an den tat- sächlichen Verhältnissen nichts geändert werden solle. Nach Meinung der sozialdemokratischen Fraktion stimmen die Ver- sammlungsverbote mit dieser Erklärung nicht überein. Die Fraktion wird trotz Verweigerung einer Antwort der Re- gierung auf der Verhandlung der Interpellation bestehen. Vcrsammlungsverbot. Die gemeinsam vom Gewerkschaftskartell und Sozial- demokratischen Verein Bremen geplante öffentliche Versamm- lung, in welcher Reichstagsabgeordneter Wurm über die Volksernährung sprechen sollte, ist vom General- kommando in Altona untersagt. Ebenso ist verboten worden, ein Flugblatt zu verbreiten, welches die Rede Wurms im Reichstage vom 29. Mai über obiges Thema enthält._ Trotzkys Broschüre hochverräterisch. Der zweite und dritte Strafsenat des Reichsgerichts be- schäftigte sich am Freitag mit der Broschüre„Der Krieg und die Arbeiterklasse" von Genossen Leo N. T r o tz k y. Das Reichsgericht sah in dieser Schrift den Tatbestand des Hoch- Verrats verwirklicht, da sie die Aufforderung an die deutschen Arbeiter enthält, auf revolutionärem Wege durch Waffen gelvalt eine Aenderung der Reichsverfassung herbeizuführen, und verlangt, daß diese alsbald geschehe, damit die revolutio näre Energie nicht erst durch den Krieg erschöpft werde. Da der Verfasser und der Drucker für die deutschen Strafgesetze nicht erreichbar sind, so erkannte das Reichsgericht auf Ver nichtung bczw. Unbrauchbarmachung sämtlicher Exemplare des Buches und der Platten.— Die Verhandlung wurde unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt. Beschwerde der„Deutschen Tageszeitung". In ihrer Abendausgabe vom Freitag teilt die.Deutsche Tageszeitung" ihren Lesern in auffallendem Druck folgendes mit: Die.Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat unterm 22. Juni einen Angriff gegen die„Deutsche Tageszeitung" gerichtet. Auf zahlreiche Anfragen teilen wir mit, daß wir wegen dieses An- griffes beim Herrn Reichskanzler Beschwerde erhoben haben._ Die Kriegs- und Miedenszielo der Nationalliberalen. Laut»Deutschem Kurier' waren am Sonntag die Ver- traue usmänner der nationalliberalen Partei der Provinz Brandenburg in großer Zahl in Berlin zusammen- gekommen. Der Provinzialvorsitzende, Regierungsrat Professor Dr. Leidig, gab einen umfassenden Ueberblick über die Entstehung und Entwicklung des gegenwärtigen Krieges, unsere finanzielle und wirtschaftliche Rüstung, die jetzige Lage Deutschlands, militärisch und politisch, sowie die möglichen Kriegsziele und die Stellung der nationalliberalen Partei zu dem Voraussicht- lich bei Ablauf des Krieges sowie bei und nach dem Frieden sich ergebenden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen. Die Darlegungen des Vorsitzenden fanden die allgemeine Zustimmung der Versammlung. Der stellvertretende Vorfitzende, LandtagSabg. Dr. L i e p m a n n, Charlottenburg, faßte das Ergebnis der Verhandlungen dahin zusammen, daß die Ver« trauensmännerversammlung zwar davon Abstand nehme, jetzt schon die Friedensbedingungen im einzelnen zu erörtern, daß alle sich aber darin einig seien, daß der unS sicher scheinende militärische Erfolg auch politisch und wirtschaftlich ohne jede Sentimentalität und nur in Berücksichtigung unserer eigenen Interessen zur Sicherung gegen ähn- lichen lleberfall und zur Kräftigung unserer Macht- st e l l u n g ausgenutzt werden müsse. In der inneren Politik habe sich das Programm und die Arbeit der nationalliberalen Partei als richtig erwiesen, sie brauche nicht umzulernen. Ihre Tätigkeit zur Erhaltung und Stärkung unserer Wehrkraft, ihre Stellung zu den wirtschaftlichen und sozialen Problemen habe der Krieg gerechtfertigt._ Konzessionierte Unterhändler? Unter dieser Ueberschrift veröffentlichen Berliner bürgerliche Blätter folgende Notiz der.Nationalliberalen Korrespondenz": „Der.Berliner Lokalanzeiger" bringt aus der.Frank» furter Volks st imme" einen Abwehrartikel deS Herrn Dr. Ouarck gegen den bekannten Aufruf der Genossen Haase, Bernstein und Kautsky. Es heißt darin: »Ich wende mich zuerst und mit aller Schärfe gegen die ver- antworlungsvollen Genossen in England und Frankreich, die zu Vorverhandlungen stets ausbleiben. Ihnen habe ich stets zu erklären, ihnen zuerst im Namen der Menschlichkeit und der Kultur, ihnen zu allererst, denn sie machen ja durch ihr Fern- bleiben vom Internationalen Sozialistischen Bureau jeden Ansang einer wirksamen Vorbesprechung über den Frieden unmöglich. Wir Deutschen und unsere österreichischen Genossen erklären fort- gesetzt, daß wir eine erste Fühlung durch Herstellung von Friedens- besprechungen gern vornehmen wollen. Die deutsche� Reichs- regierung weiß davon und hat uns nicht die geringsten Schwierig- keilen in den Weg gelegt. Das wiegt doch wohl schwerer als alles Eroberungsgeschrei von unverantwortlichen Stellen." Die letzten Sätze dieser Erklärung bedürfen dringend einer Auf- klärung durch die Reichsregiernng. Will Herr Quarck damit ledig- lich sagen, daß die Regierung der internationalen politischen Betäti- gung der Sozialdemokratie, soweit sie sich in gesetzlich zulässigen Grenzen bewegt und das Staatsintereffe nicht gefährdet, keine Schwierigkeiten in den Weg legt, so können wir das von unserem Standpunkts aus, der die staatsbürgerliche Freiheit unbedingt hoch- hält, verstehen. Es könnte aber noch etwas herausgelesen werden. nämlich, daß die sozialdemokratische international Friedenspropaganda von der deutschen Regierung mindestens stillschweigend gebilligt wird, und daß man sie von dieser Seite sogar als ein geeignetes Mittel betrachtet, um eine erste Grundlage für eine Erwägung der Friedensmöglichkeiten zu schaffen Wir zweifeln nicht, datz, wenn diese Auslegung, die wir allerdings für unmöglich halten, zutreffen würde, die Mehrheit des deutschen Volkes die Beschreitung eines solchen Weges mit Entschiedenheit, ja sogar mit Entrüstung ablehnen würde. Schon um solche Gedanken nicht aufkommen zu lassen, halten wir eine amtliche Aufklärung für ein Gebot der Notwendigkeit." Kriegsfürsorge auf Aktien. Die Fürsorge für die Kriegsinvaliden ist eine sehr ernste und wichtige Ausgabe. Zurzeit sind überall Organisationen in Bildung begriffen, die von Gemeinden und Landes- Verwaltungen gestützt, sich der Kriegsinvalidenfürsorge widmen. Es gilt in erster Linie, die Kriegsinvaliden möglichst arbeits fähig zu machen, und zweitens sie in das Heer der Arbeiten den einzureihen, ohne daß sie lohndrückend wirken. Es muß unter allen Umständen vermieden werden, daß die Kriegs invaliden in der Zukunft auf die Wohltätigkeit angewiesen sind. Denn das wäre eine sehr ungewisse und zweifelhafte Fürsorge. Kürzlich machte in der Oeffentlichkeit eine„Kriegs- Jnvalidenhilfe-Akticngesellschast" von sich reden, die angab, das Los der Kriegsinvaliden lindern zu helfen. Die Aktiengesell schaft will ihren Zweck erreichen durch Verkauf von Kriegs bildern in Mappen. Sie wendet sich an die Hausbesitzer in Groß-Berlin, denen sie einen Prospekt und eine Adressenliste hat zugehen lassen, mit der Aufforderung, diese unter den Mietern zirkulieren zu lassen, damit sie sich qjfs Abonnenten von Kunstblättern mit Kriegsbildern eintragen. Den Haus besitzern ivurde der gemeinnützige Charakter der neuen Aktiew gesellschaft durch ein Zirkular klargemacht. Es wurde bemerkt, daß nach§ 13 des Gesellschaftsvertrages die Aktionäre eine Dividende von höchstens 4 Prozent erhalten, der übrige Reingewinn soll dem Ausbau der Krüppelfürsorge dienen und soll einem Komitee aus drei führenden Per> önen der Deutschen Vereinigung der Krüppelfürsorge übergeben werden. In der„Deutschen Tageszeitung" verbreitet sich eine Zuschrift aus Hausbesitzerkreisen über die an die Hausbesitzer gestellte Zumutung, sich in den Dienst dieser Unternehmung zu stellen, die gar keine Garantie biete, daß es sich nicht um ein reines Erwerbsunternehmen handele. Die Beschränkung der Dividende auf höchstens 4 Proz. schlöffe die Erzielung sonstiger Vorteile keineswegs aus. Die„Deutsche Tages-Ztg." wirft die Frage auf, ob es denn noch länger geduldet werden könne, daß jeder erste beste sich an die Oeffentlichkeit wendet und ihr Geld mit der Zusicherung erbittet, daß es im Dienste der Kriegerfürsorge verwendet werde. Mindestens müßte in solchen Fällen Gewähr gegeben sein, daß die Selbstlosigkeit der Be strebungen feststehe. Wenn schon die Listen, die bei den Berliner Bürgern von Wohltätigkeitsvereinen in Umlauf ge- setzt werden, um Beiträge zu sammeln, einen polizeilichen Erlaubnisvermerk tragen müßten, so sei nicht einzusehen, warum nicht dieselbe Vorsicht auch gegenüber einer Aktien- gesellschaft Platz greifen soll, die das Geld der Bürgerschaft ebenfalls nur für Wohltätigkeitszwecke sammeln will So angebracht die Vorsicht vor der neuen Kriegsfürsorge auf Aktien ist, so sehr muß immer darauf hingewiesen werden, daß die Kriegsfürsorge nie und nimmer Gegenstand der Wohl- tätigkeit sein sollte, und daß die Allgemeinheit die Aufgabe hat, für die Kriegsinvaliden angemessen zu sorgen. Dernburg in Berge« angekommen. Kristiania, 25. Juni.(W. T. B.) Nach einem Telegramm aus Bergen ist der frühere deutsche Staatssekretär Dern- bürg gestern abend an Bord der„Bergensfjord", die von den Engländern zur Untersuchung nach Kirkwall gebracht worden war. in Bergen angekommen. Er verweigerte den Aussragern jede Auskunft._ Verbot des Vorverkaufs von Oelfrüchten. Der Reichskanzler hat folgendes bestimmt: Kaufverträge über Raps, Rübsen, Hederich, Dotter. Leinsamen und Mohn aus der inländischen Ernte des Jahres ISIS find nichtig. Dies gilt auch für Verträge, die vor Verkündung dieser Verordnung geschlossen find._ Zur Uebernahme von Militärtnchen. Die Prüfung, Feststellung des Uebernahmepreises und Heber- nähme der Militärtuche erfolgt innerhalb des ReichSgebieteS durch das Königlich Preußische Kriegsministerium. Die Aufforderung zur Ueberlaffung und zur Versendung, sowie die Anordnung deS Eigen- tumsübergangeS sUebernahme) der Militärtuche ergeht durch das Wollgewerbemeldeamt deS Königlich Preußischen Kriegsministeriums. Für die Preisbestimmung der beschlagnahmten Tuche soll eine phyfikalisch-chemische Prüfung maßgebend sein, ähnlich der bisher von den Kriegs-Bekleidungsämtern vorgenommenen. Mus Ser Partei. Zur Kundgebung des Parteivorstandes. Der Parteivorstand veröffentlicht heute unter dem Titel: „Sozialdemokratie und Frieden" eine Kundgebung. Wir find ermächtigt, zu erklären, daß eine solche Kundgebung bereits am 7, Mai vom Parteivorstand einstimmig beschlossen worden ist. Von diesem Beschluß ist am IL. Mai einer Konserenz der Parteiredakteure und Ende Mai der Reichstagssraktion Kennt- nis gegeben worden. Die Ausführung des Beschlusses wurde dann aber— und zwar ebenfalls auf einstimmigen Beschluß des Parteivorstandes— zunächst vertagt wegen des Ein- greifens Italiens in den Krieg. Nach den neuen großen militärischen Erfolgen in Galizien beschloß der Parteivorftand jetzt die Veröffentlichung._ Zur Protest-Eingabe. Wie uns mitgeteilt wird, haben bisher die Eingabe vom 9. Juni an den Partei- und Fraktionsvorstand etwa 700 Genossen in Vertrauensstellungen der Arbeiterorganisationen unterzeichnet. Gestern nachmittag wurden in einer Berliner Druckerei die gedruckten Exemplare dieser Eingabe beschlagnahmt. Auch haben Haussuchungen, die mit der Protest-Eingabe in Zusammenhang stehen, in Groß-Berlin stattgefunden. Vandervelde, Noske und Köster. In einer Rede zu Gentilly hatte Genosse Vandervelde vor einigen Wochen behauptet, Genosse Noske habe bei einein Besuch, den er in den ersten Kriegsmonaten dem Volkshaus in Brüssel abstattete, in der Unterhaltung mit führenden belgischen Sozialisten geäußert, nationale Ehre sei eine bürgerliche Ideologie, und die Belgier hätten keinen Grund gehabt, ihre Neutralität zu verteidigen. Dem ist Noske mit der Versicherung entgegengetreten, daß er nie etwas Äehnlichcs gesagt habe. Jetzt berichtigt sich Vandervelde in der„Humanite" selbst und erklärt, daß die betreffenden Aeutze- rungen nicht von NoSlc. sondern von seinem Begleiter, dem Ge- nassen Dr. Adolf Köster, gemacht worden seien. Man hat ihm unmittelbar nach der Anwesenheit der deutschen Besucher einen genauen Bericht von der Konferenz gesandt und darin wurden Kösters Worte folgendermaßen wiedergegeben: „Was geschehen ist, habt Ihr Euch selbst zuzuschreiben. Ihr hättet uns nur passieren lassen sollen; Ihr würdet durch unsere Regierung reichlich entschädigt worden sein, und wir würden Euch außerdem das allgemeine Stimmrecht, die Frauen- und Kinder- schutzgesetze, die allgemeinen Versicherungsgesetze und soundsoviele andere Dinge gebracht haben, die Ihr trotz all Eurer Stärke bis- her noch nicht habt erobern können.... Die Ehre einer Nation— das gehört zur bürgerlichen Jdeolo- gie, mit der die Sozialisten nichts zu tun haben. Was die inter- nationalen Verträge angeht, so können sie im Kriegssalle nicht ge- halten werden. Lehrt uns nicht der ganze historische Materialis- mus, daß die Entwickelung des Proletariats aufs engste verknüpft ist mit der Entwickelung der ökonomischen Blüte der Nation? Folg- lich müssen die deutschen Sozialisten aus der Seite der Regierung stehen, die in diesem Augenblick die Existenz des Landes gegen die Angriffe Englands, Frankreichs und des russischen Despotis- muZ verteidigt." Als vor einiger Zeit im Stockholmer„Sozialdemokraten" nach der„Humanite" ähnliche Vorwürfe gegen Genossen Dr. Adolf Köster erhoben wurden, hat sich dieser in einer längeren Zu- schrift an das schwedische Parteiblatt dagegen verteidigt und die Darstellung der„Humanite" als„Entstellung und phantasievollc Erfindung" bezeichnet. Aus den Organisationen. Die Bezirksleitung für die Wahlkreise Mindcn-Lüb- decke, Herford-Halle, Bielefeld-Wiedenbrück, Paderborn-Büren, Warburg-Höxter, L i p p st a d t-- Brilon, Lingen-Meppen, Schaumburg-Lippe, Lippe hat an den Parteivorstand den nachfolgenden Brief ge-- richtet: Werte Genossen! Wenn schon die Treibereien einzelner deut- scher„Sozialiften" im Ausland die schärfsten Matznahmen gegen sie rechtfertigen, so sind diese erst recht geboten gegen jene Genossen, die unter Vertrauensbruch Vorgänge in der Budgetkommission des Reichstags zu gehässigen Vorwürfen gegen die Partei in verleuni- derischer Weis« benutzten. Noch dringlicher besteht aber die Pflicht, gegen die Zerstörer der deutschen Parteieinheit vorzugehen. So gegen das eigenartige Verfahren jener Gruppe von Genossen, die durch ihr Rundschreiben .an die Vorstände der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und der sozialdemokratischen Fraktion Berlin" die Organisation»- arbeit zu einer Zeit stören, wo alle Kräfte zu deren Durchführung eingesetzt werden müssen. Dann aber gegen den Genossen Haase, dessen neuestes Verhalten geeignet ist, die Partei zu untergraben und in seiner Wirkung oben-drein im Ausland den falschen Eindruck erwecken kann, als erlahme in Deutschland die Widerstandskrast für seine Selbstbehauptung. Der Förderung der Friedensgedanken dienen solche unzweckmäßigen und unverantwortlichen Kund- gedungen nicht, sie find viel eher geeignet, den schrecklichen Krieg zu verlängern. Wir erwarten dringlich die Einberufung aller Körperschaften. um die Maßnahmen zu beraten, die dem zersetzenden Tun ein- zelner Personen und Gruppen begegnen und die Einheit und den Einfluß der Partei zu wahren geeignet find. * Der Vorstand des Bezirks„Nordwest" nahm in seiner letzten Sitzung, cm der auch Vertreter des Wahlkreises Bremen, des 17., 18. und 19. hannoverschen Wahlkreises teilnahmen, ein- timmig folgenden Beschluß an: „Der Gesamworstand deS Bezirks„Nordwest" lehnt es ab, die Eingabe einer Anzahl Genossen, die diese an den Partei- und Frak- tionSvorstand gerichtet haben, zu unterstützen. Der Vorstand bc- trachtet diese Eingabe als ein Unternehmen, die Einigkeit der Par- tei zu stören. Ganz besonders bedauert der Bezirksvorstand, daß der Genosse Haase, der Vorsitzender der Partei ist und über die Einigkeit der Partei wachen soll, den in der„Leipziger Volkszeiwng" erschienenen Ausruf unterzeichnet hat. Alle Sonderbestrebungen, die zu einer Zersplitterung der Partei führen müssen, verurteilt der Bezirksvorstand auf das schärfste.— Der Bezirksvorstand hat schon in zwei Sitzungen zu den Beschlüssen des Parteivorstandes, des Parteiausschusses und der Reichstagssraktion Stellung genommen und deren Entschließungen zugestimmt." * Der Sozialdemokratische Verein für den Wahlkreis Frankfurt a. M. nahm in seiner am Dienstag fortgesetzten General- Versammlung Neu- und Ersatzwahlen sfür eingezogene Ge- nossen) zum Vorstand vor. Dazu waren zwei Vorschlagslisten ein- zereicht; die eine von der großen Mehrheit der Vertrauensmänner, die andere von 79 Genossen unter Führung des Provinzsekretärs D i ß m a n n. Zu der Wahl war eine lebhaste Agitation entfaltet worden. Die stark besuchte Versammlung nahm einen sehr be- wegien Verlauf. Reichstagsabgeordneter H ü t t m a n n sprach für die Liste der Opponenten, betonte aber, man dürfe nicht schließen, daß diese alle Gegner der Reichstagsmehrheit seien, er selbst habe a für die Kriegskredite gestimmt, wäre aber mit der Haltung des Ortsvorstandes in verschiedenen Fragen nicht einverstanden. Die Abstimmung ergab jedoch die Wahl der von den Vertrauens- männern vorgeschlagenen Genosser.. Diese erhielten 346 bis 362 Stimmen, während auf die Gegenkandidaten 271 bis 291 Stimmen fielen. Der Vorfitzende des Wahlvereins ist nun der Genosse Stadt- verordnete Georg M a i e r, der früher lange Jahre Vorsitzender der Frankfurter Organisation war. Finanzielle Hilfe str daS Jnternakurnale Sozialistische Bureau(I. S. B.) Um das I. S. B., das gegenwärtig feinen Sitz in Haag hat, instand zu setzen, seine Aufgabe zu erfüllen, hat die britische Sektion beschlossen, ihm eine Anleihe von 399 Pfd. Sterl. zu gewähren. Die Arbeiterpartei trug 699 Pfd. Sterl. bei. die Unabhängige Arbeiterpartei 299 Pfd. Sterl., die Fabian Society 199 Pfd. Sterl.— Die Britische Soz. Partei< früher Soz. Dem. Föderation) hat sich an der Anleihe nichl beteiligt, da sie mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Wegen angeblichen Vergehens gegen das Bclagrrungögesctz ist gegen die Genossen Westmeyer, Crispin, Röbel und Schumacher-.n Stuttgart ein Strafverfahren eingeleitet worden. Sie sollen in Versammlungen gesprochen haben, die nicht angemeldet waren. Parteipreffe. Genosse Scherz, bisher Redakteur am früheren Gotbner Volksblatt", ist von der sozialdemokratischen Preßunion der Kantone St. Gallen und Appenzell zum Redakteur der „St. Gallener Volks st imme" gewählt worden. Genosse Scherz ist Schweizer Staatsbürger. Genosse G e i t h n e r, der Redakteur des gänzlich verbotenen „Gotha er V o l k s b l a t te L", hat vor einigen Tagen eine drei- monatige Gefängnisstrafe angetreten, die er erhakten hat für die Veröffentlichung einer Tierfavel, in der eine Majestätsbeleidigung erblickt wurde. Nr. 174. 32. Jahrg. Bezirks- Beilage des„ Vorwärts" für Süden- Weften Verlustlisten. Die Verlust liste Nr. 258 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: 26. Juni 1915. Klägers, es sei vereinbart worden, daß, solange der gekürzte Lohnt gezahlt werde, solle die tägliche Arbeitszeit um 2 Uhr nachmittags enden, hielt das Gericht durch die Beweisaufnahme für widerlegt. Tatsächlich ist nur furze Zeit bis 2 Uhr, dann aber länger und schließlich wieder die volle Zeit gearbeitet und der Lohn wieder halb glaubte der Kläger Anspruch auf Nachzahlung zu haben, der etwas hinaufgesetzt worden, aber nicht auf die volle Höhe. Deser doch sozusagen bei der Verehelichung mit übernommen habe, sorgen wolle, er müsse zuerst für seine eigenen Kinder sorgen, die gingen ihm vor. Der natürliche Vater hingegen gab die Erklärung ab, er müsse seine jetzige kranke Frau ernähren und könne bei den schlechten Zeiten nicht noch das Kind erhalten. Infanterie usw.: Garde: 1., 2., 4. und 5. Garde- Regiment z. F.; Das Kaufmannsgericht hätte aus formalen Gründen die Sache 1. Garde- Reserve- und 1. Garde- Ersatz- Regiment; Grenadier- Regi- an das Gewerbegericht überweisen müssen, der Vorsitzende wies aber, wie gesagt, abgewiesen wurde, weil der Kläger nach Ansicht menter Franz, Elisabeth und Nr. 5; Garde- Füsilier- Regiment. den Beklagten aber gleich darauf hin, daß er dort glatt verurteilt des Gerichts mit der Lohnkürzung ohne Vorbehalt einverLehr- Infanterie- Regiment. Grenadier-, bzw. Infanterie-, bzw. werden würde. Denn gegenüber der Unterhaltspflicht des ehe= standen war. Füsilier- Regimenter Nr. 1, 2, 7, 15, 17, 18( s. Ers.- Inf.- Reg. Lichen Kindes gäbe es keine GehaltspfändungsDie Arbeiterwohnungsfürsorge durch die InvalidenDie Landesversicherungsanstalten, die verpflichtet sind, einen versicherung. Ein eigenartiger Prozeß wegen Uebertretung von Melde- Brozent. Einige Versicherungsanstalten geben sich mit einzelnen polizeivorschriften, 272 Millionen Mark, Gemeinden und Gemeindeverbände 68 Millionen Mark, Versicherte selbst 98 Millionen Mark, Arbeitgeber 17 Millionen Mark. Der Zinsfuß beträgt meist 3 und 3% Personen nicht ab, sondern überlassen die Gelder nur in größerem richtungen usw. der Wohnungen besondere Forderungen gestellt. Umfange an Körperschaften. Meist werden an die Bauart, EinGerichtszeitung. Kriegsschwindler vor Gericht. v. Reinhard), 26, 28, 32, 36, 43, 45, 49, 51, 55, 56, 57, 59, 60, 61, grenze. Bis zur Höhe der Alimentenpflicht müsse der Arbeit= 64, 66, 70, 75, 76, 78, 85, 86, 87, 88, 91, 92, 93, 96, 97, 98, 99, geber auf den Arrest hin das Einkommen zurückhalten, gleichviel 109, 112, 113, 114, 128, 131, 135, 137, 138, 140, 141, 144, 145, 146, 148( s. auch Ers.- Inf.- Reg. v. Reinhard), 150, 151( j. auch Feld- wie groß das Einkommen sei. Im Hinblick auf diese Rechtslage fliegertruppe), 153, 154, 157, 158, 159, 160, 161, 163, 164, 169, 171, berstand sich der Vater des Kindes zu einem auch vom Vormund Teil ihrer großen Kapitalien zu gemeinnützigen Zweden zu ver7, 11, 12, 13, 15, 18, 19, 20, 21, 22, 25, 28, 32, 40, 48, 53, 56, monatlich 12 M. bis zum 16. Lebensjahre des Kindes zahlt, solange der Sozialpolitik geschieht dadurch, daß sie unter gewissen Voraus174, 176, 331, 332, 335. Reserve- Infanterie- Regimenter Nr. 2, 5, angenommenen Vergleich, nach welchem M. sofort 30 M. und all- wenden, haben sich seit einer Reihe von Jahren besonders der Die Förderung dieses Zweiges 61, 67, 69, 79, 80, 81, 82, 86, 88, 90, 91, 93, 98, 99, 110, 203, M. bei der beklagten Firma in Stellung ist. 204, 209, 212, 217, 219, 220, 221, 223, 225, 231, 233, 237, 240, der Vorfißende, Magistratsrat Dr. Neumann, beiden Vätern das zeine Versicherte zum Bau von Arbeiterwohnhäusern zu mäßigem Im übrigen hielt sehungen Gelder an Gemeinden, Baugenossenschaften und ein250, 252, 254, 257, 262, 263, 265, 269. Erjab- Infanterie- Regimenter unnatürliche ihrer Handlungsweise vor Augen. Nr. 28, Gropp, v. Nußbaum und v. Reinhard. Reserve- Ersatz- n- traurig," so meinte er,„ daß es einen Vater in Deutschland gibt, 1266 Millionen Mark zu gemeinnüßigen Zweden verwandt. Das " Es ist tief- 3insfuß hergeben. Bis Ende des Jahres 1914 waren insgesamt fanterie- Regiment Nr. 1. Landwehr- Infanterie- Regimenter Nr. 4, 5, 6, 11, 12, 19( f. Ers.- Inf.- Reg. v. Nußbaum), 22, 25, 27, 29, 30, der sein eigen Fleisch und Blut im Stich läßt. Sorgt doch selbst das Gesamtvermögen der Versicherungsanstalten ist etwa doppelt so 31, 37, 40, 51, 57, 75, 81, 109. Landwehr- Ersatz- Infanterie- Regi- Tier für sein Junges."" Und an Ihrer Stelle," damit wandte groß. Von der angegebenen Summe entfielen Ende 1914 für den menter Nr. 2 und 4. Besazungs- Regimenter Nr. 3, 4, 5 Posen sich der Verhandlungsleiter an den Stiefvater ,, würde ich das Bau von Arbeiterwohnungen 532 Millionen Mark gegen 482 Milliosiehe Infanterie- Regimenter Nr. 331, 335, 332. Feldbataillon Geld gar nicht annehmen. Schon aus Liebe zu Ihrer Frau, die nen Mark am Schlusse des Vorjahres. Von der Summe kommt nur Reijer des Detachements Plantier. II. Westfälisches Landwehr- doch sicherlich ihre Freude an dem Kinde hat, müßten Sie für das ein geringer Teil, nämlich 27 Millionen Mark, auf den Bau von Infanterie- Bataillon Breslau( s. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 57). Bri- arme Wesen aus freien Stücken sorgen." Der Vormund zeigte sich auf den Bau von Arbeiter familien wohnungen entfallenden Ledigenheimen, wie Herbergen, Gesellenhäusern usw. Von den gade- Ersatz- Bataillone Nr. 10, 14, 16, 26, 36, 56( f. Grs.- Inf. Reg. aber diesen wohlmeinenden Mahnungen wenig zugänglich, sondern 505 Millionen Mark erhielten Bau- und ähnliche Genossenschaften Nr. 28), 79, 83. Landwehr- Brigade- Ersatz- Bataillone Nr. 21( siehe strich vergnügt die ersten 30 M. ein. Landw.- Ers.- Inf.- Reg. Nr. 2), 29, 30, 41( alle drei s. Landw.- Ers.Inf. Reg. Nr. 4). Landsturm- Infanterie- Bataillone I Braunsberg, 3. Coblenz( 1. Inf.- Reg. Nr. 332), Gießen, Samter( f. Inf.- Reg. Nr. 335), I Schrimm, 2. Stade, 4. Trier( s. Inf.- Reg. Nr. 331), 24. Landsturm- Infanterie- Ersatz- Bataillon des VII. Armeekorps. Jäger- Bataillon Nr. 2( s. auch Ers.- Inf.- Reg. Gropp); Reserve- in dem in zweiter Instanz das Landgericht in Flensburg geurteilt Bataillone Nr. 4, 5, 19. Radfahrer- Kompagnie der 6. Reserve- hatte, beschäftigte das Kammergericht als Revisionsinstanz. In Division. Maschinengewehr- Abteilung Nr. 4; Feld- Maschinen- Osterlügum( Schleswig- Holstein) bilden zwölf Hofbesitzer einen gewehr- Büge Nr. 104( s. Res.- Jäger- Bataillon Nr. 19), 111(. Inf. landwirtschaftlichen Kontrollverein, der für seine Zwecke einen Reg. Nr. 91); Festungs- Maschinengewehr- Abteilung Cöln 8b; Re- Kontrollassistenten beschäftigt. Als der bisherige Kontrollassistent serbe- Feftungs- Maschinengewehr- Abteilung Nr. 8( s. Res.- Inf. zum Kriegsdienst eingezogen worden war, nahm der Kontrollverein Reg. Nr. 67). ein Fräulein Lind, eine Reichsdänin, also Ausländerin, als Kavallerie: Garde- Husaren; Küraffiere Nr. 1, 2; Schwere Re- Kontrollassistentin an. Sie hatte bei ihrer Schwester im Orte ein Ein dreister Kriegsschwindler, dessen Spezialität es ist, sich in ſerbe- Reiter Nr. 3; Dragoner Nr. 4, 6, 10, 12, 17; Husaren Nr. 4, 3immer zur Verfügung, ihre Tätigkeit als Kontrollassistentin zur der Uniform eines Sanitätsunteroffiziers im Kaiser- Franz- Regi7; Ulanen Nr. 2, 8, 13; Reserve- lllanen Nr. 2, 3; Jäger zu Pferde ueberwachung der Fütterung und der Milchproduktion der Mit- ment umherzutreiben und als solcher allerhand Betrügereien zu Nr. 1( s. Kavallerie- Reg. v. Wedel); Regimenter Schröter und glieder des Vereins brachte es aber mit sich, daß sie Reihe um begehen, stand gestern in der Person des Kutschers Ernst Schmidt v. Wedel; 1. Landwehr- Eskadron des XIV. Armeekorps; 4. Land- jede Nacht bei einem der Vereinsmitglieder schlafen mußte. Es vor der 3. Straffammer des Landgerichts I. Der Angeklagte ist Sturm- Eskadron des V. Armeekorps( 5. Kav.- Reg. Schröter). Feldartillerie: Regimenter Nr. 3, 6, 9, 18, 20, 26, 34, 39, 50, var nämlich ihre Aufgabe, des abends bei je einem Mitgliede das erst vor einigen Monaten von dem gleichen Gericht wegen Be53, 56, 61, 72, 74, 75, 79, 83, 84, 112, 229; Reserve- Regimenter Milch der Kühe zu prüfen. Futter des Viehes und am anderen Morgen die Beschaffenheit der truges auf diesem Gebiete zu drei Jahren Gefängnis verurteilt Nr. 5, 6, 9, 13, 20, 36, 47, 51, 52, 62, 65; Landwehr- Abteilung des worden. Ecker und Genossen, die zwölf Mitglieder des Kontrollvereins, Der jetzigen Anklage lag folgender Streich zugrunde: IX. Armeekorps. wurden nun auf Grund der Meldepolizeiverordnung des Landrats Als der Angeklagte eines Tages wieder in der erwähnten Uniform angeklagt, weil sie ohne besondere polizeiliche Anmeldung dem die Lindenstraße entlang bummelte, sah ihn zufällig ein dort Fräulein Lind je eine Nacht lang Wohnung gewährt hätten. Die wohnender Herr, dessen Sohn als Sanitäter bei dem Franz- RegiBerordnung schreibt vor, daß zu bestrafen sei, wer einer Berson, ment im Felde steht. In der Hoffnung, von seinem Sohn, von welche nicht deutsche Reichsangehörige ist und nicht schon dauernden dem er lange nichts gehört hatte, Nachrichten zu bekommen, fragte Aufenthalt im Deutschen Reiche hat, Wohnung gewährt, ohne sie er den angeblichen Kameraden, ob er den Sohn vielleicht kenne, anzumelden. worauf Schmidt, sofort eine Gelegenheit witternd, etwas herauszuschlagen, mit ja antwortete. Darüber aufs höchste erfreut, lud ihn der Herr zu sich in die Familie, wo ihm die höchste Gastfreundschaft erwiesen wurde. Sehr geschickt und raffiniert auf alles eingehend, verstand er sich hier als guter Freund des Sohnes aufzuspielen, mit dem er in St. Quentin gewesen sein wollte. Fragte man ihn nach anderen befreundeten Kameraden, so sagte er einfach, diese seien weggekommen, oder er erzählte zu allgemeiner Beluftigung Märchen, wie man den Sohn wegen seines französisch flingenden Namens zuerst für einen Franzosen gehalten und aus dem Quartier beinahe herausgeworfen hätte, wenn er nicht dazwischen getreten wäre. Da er weiter angab, in den nächsten Tagen wieder an die Front zu gehen, bat man ihn schließlich, ein Liebesgabenpaket für den Sohn mitzunehmen. Ein solches wurde denn auch zurecht gemacht und allerlei schöne Sachen hineingepackt, die der Sohn brauchte und die dem Angeklagten sehr willkommen waren u. a.: Wollene Unterhosen, Katarrhpillen, Zigaretten, sechs Pfund Schokolade usw. Dieses Paket, welches einen Wert von Ein Hausdiener, der seit Beginn des Krieges für verkürzten über 50 M. darstellte, holte sich der Angeklagte nachmittags ab, 2ohn gearbeitet hatte und im März d. J. wegen Krankheit entlassen wurde, klagte beim Gewerbegericht auf Nachzahlung der empfing noch die herzlichsten Grüße für den Sohn und verschwand Lohndifferenz. Die Kammer 2 wies diese Forderung des Klägers mit seiner Beute auf Nimmerwiedersehen. Diese überaus gemeine ab, weil er sich mit der infolge von Arbeitsverminderung erfolgten Handlungsweise ahndete das Gericht mit einer Zusatzstrafe von Lohnkürzung einverstanden erklärt hatte. Die Behauptung des 1 Jahr Gefängnis. Fußartillerie: 1. und 2. Garde- Regiment; 1. Garde- ReserveRegiment; Regimenter Nr. 7, 14; Reserve- Regimenter Nr. 8, 14, 17, 18; Bataillone Nr. 21, 38, 56; Landwehr- Bataillon Nr. 3; Batterien Nr. 222, 232; 1. Zandsturm- Batterie des IV. Armeekorps, Ballon- Abwehr- Kanonengug Nr. 18. Pioniere: I. Garde- Bataillon; Regimenter Nr. 18, 20, 23, 24, 29; Bataillone: I. Nr. 2, I. Nr. 4, II. Nr. 5, II. Nr. 11, I. Nr. 14, II. Nr. 16, I. Nr. 17, I. Nr. 21; Reserve- Bataillon Nr. 39; ErsatzBataillone Nr. 1, 4; Kompagnien Nr. 185, 225; Reserve- Kompagnie Nr. 49; 1. Landwehr- Kompagnie des I. und II. sowie 2. des IV. Verkehrstruppen: Eisenbahn- Hilfsbataillon Nr. 1; EisenbahnBautompagnie Nr. 20. Fernsprech- Abteilungen des VII. und des IX. Armeekorps. Feldfliegertruppe. und XVIII. Armeekorps. Train: Divisions- Brückentrain Nr. 4. Leichte Proviantkolonne str. 1 des XVII. und Korps- Schlächterei des X. Armeekorps. Munitionsfolonnen: Artillerie- Munitionsfolonne Nr. 2 des VI. Armeekorps( s. Feldart.- Reg. Nr. 6); Reserve- Artillerie- Munitionsfolonne Nr. 62 des XXIV. Reserveforps. Sanitäts- Formationen: Sanitäts- Kompagnien Nr. 1 und 2 des VII., Nr. 1 des VIII. und Nr. 117 des XIV. Armeekorps. Armierungs- Bataillone. 1. Gendarmerie- Brigade, * * * Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 196 bringt Verluste der Res.- Inf.- Regimenter Nr. 12, 20, 21; 6. Res.- Division, Refruten- Depot; Landwehr- Infanterie- Regimenter Nr. 2, 10; Brig.- Ers. Bat. Nr. 2; 2. Schweres Reiter- Reg.; 5. Chevaulegers Reg.; Res- Feldart.- Reg. Nr. 1; N. Grjazz- Feldart.- Abt.; PionierReg.; 2. und 3. Pionier- Bataillon; Pionier- Komp. Nr. 20; ResFernsprech- Abt. 1; Sanitäts- Komp. 2, I. A.- K.; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Die sächsische Verlustliste Nr. 162 enthält Verluste der 45. Inf.- Brigade; Inf.- Regimenter Nr. 105, 106, 107, 179; Res.Inf. Reg. Nr. 242; Landwehr- Inf.- Regimenter Nr. 102, 106, 107; Landsturm- Inf.- Bat. Pirna; Landsturm- Ersatz- Bat. Leipzig; Erfab- Inf- Regimenter Nr. 23, 24, 32, 40; Ersatz- Jnf.- Reg. Nr. 9; Landwehr- Brig.- Ersatz- Bat. Nr. 48; Ersatz- Bat., Res- Inf.- Reg. Nr. 100; Feld- Maschinengewehr- Bug Nr. 69; Feldfliegertruppen. Soziales. Zwei Väter und kein Ernährer. Der glüdlicherweise seltene Fall, daß der Stiefvater gegen den natürlichen Bater eines 13jährigen Mädchens Klage wegen des Unterhalts erhebt und keiner der beiden Väter das Kind ernähren will, beschäftigte gestern die 3. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts. Das von beiden Vätern im Stich gelassene Kind wurde im Scheidungsprozeß seiner Eltern der Mutter zugesprochen, der Vater wurde aber zur Alimentierung verurteilt. Als sich dann die Mutter mit einem Gewerbetreibenden G. wiederverheiratete, wurde dieser, zum Vormund des Stieffindes bestellt. Da der natürliche Vater, der Kaufmann M., seit November v. J. seiner Unterhaltspflicht nicht nachkam, so beantragte der Vormund eine Beschlagnahme des Einkommens des M. bei seinem Arbeitgeber, der Firma 2. u. Co. Gegen diese war jetzt auch die Klage gerichtet. Eine Zahlung hatte die Firma nämlich nicht geleistet, weil, wie der Beklagte 2. ausführte, das Einkommen des Reisenden die Pfändungsgrenze nicht überschritt. Außerdem sei die Klage aus formalen Gründen abzuweisen, da die damals eingetragene Firma inzwischen gelöscht ist und es sich heute um kein kaufmännisches Unternehmen handele. Die mündliche Verhandlung förderte absonderliche Auffassungen von Vaterpflichten zutage. Der als Vertreter des Kindes auftretende Stiefvater erwiderte auf die Frage des Richters, warum er denn nicht für das Mädchen, das MSchulmeister Herren Knaben Kleidung abuser Tor Das Landgericht in Flensburg sprach aber die zwölf Angelagten mit folgender Begründung frei: Fräulein Lind wohne bei ihrer Schwester in O., denn dort stehe ihr ein Raum zur Verfügung, dort ziehe sie sich auch um, indem sie sich mit reiner Wäsche versehe, und ferner ständen dort ihre Sachen. Wenn sie des Nachts immer bei einem Mitgliede des Vereins schlafe, jede Nacht bei einem anderen, dann könne man nicht sagen, daß sie dort Wohnung genommen habe. Die Vereinsmitglieder brauchten sie nicht zu melden, und die Schwester des Fräulein 2. habe diese ordnungsmäßig angemeldet. Das Kammergericht verwarf die von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision mit der Begründung, das Landgericht habe den Begriff der Wohnung nicht verkannt, wenn es unter den obwaltenden Umständen annehme, daß die angeklagten zwölf Hofbesitzer der Kontrollassistentin keine Wohnung gewährt hätten. Mit Recht seien die Angeklagten freigesprochen worden. Lohnkürzung und Entlassung während des Krieges. Kaiser Brikett KAISER BRIKETT ist für Ofenheizung am besten und am billigsten! Beerdigungs- Anst. Otto Rengers Wienerstr. 28. Erscheint wöchentlich einmal Bezugsquellen- Verzeichnis Untenstehende Berlin- Süden Allgemein., Versch. R. Schellenberger, Café u. Condit. Neukölln, Bergstraße 25/26. Bäcker- u. Konditoreien Müller Bäckerei Nordstern Filialen im Süden, Osten u. Umgebung. F. Klaiki Wissmannstraße 46. Lieseberg, Jahnstraße 19. 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Leinen- Kleidung bis Eine Anklage wegen Lofferiebergehens. " Gegen die Vorstandsmitglieder des Verbandes der Unterbeamten des Deutschen Reiches richtete sich eine Anflage wegen Lotteriebergehens, welche gestern vor der 1. Straffammer des Landgerichts I verhandelt wurde und das lebhafte Interesse anderer Beamtenvereinigungen erregte. Die Angeklagten wurden beschuldigt, ohne obrigkeitliche Erlaubnis eine öffentliche Lotterie veranstaltet und die Stempelabgabe für die Lose nicht im voraus entrichtet, ferner wissentlich von falschen Stempelabdrücken Gebrauch gemacht zu haben. Der Verband der Unterbeamten umfaßt etwa 1100 Mitglieder, die sich über das ganze Reich verbreiten. Dieser Verband veranstaltete zugunsten seiner Sterbe- und Unterstüßungstasse" bzw. zugunsten seiner Wohlfahrtseinrichtungen' im Jahre 1912 und 1913 zwei Lotterien, deren Lose den Vermerk trugen:„ Nur für Mitglieder des Verbandes und deren Angehörige". Von der zweiten Lotterie wurde Abstand genommen, da ein Stempelbetrag von 1100 M. erhoben werden sollte; die bereits berfauften Lose wurden zurüdgekauft. Auf den Losen befand sich ein dem Reichsstempelsteuerzeichen nachgeahmter Stempelaufdruck, welcher von dem amtlichen Zeichen insofern abweicht, als als Umschrift nicht Stempelfrei", sondern Steuerfrei" steht. Nach Ansicht. der Anklagebehörde wird dadurch auf den unbefangenen Betrachter der Eindruck hervorgerufen. daß es sich um amtlich ge= stempelte Lose handele. Staatsanwalt Dr. Ortlieb hielt jämtliche Angeklagte, bis auf einen, für schuldig, da die Lotterien als öffentliche anzusehen seien und eine behördliche Genehmigung nicht erfolgt sei. Der Staatsanwalt beantragte wegen Lotteriebergehens je 10 m. bziv. 20 M. und wegen der Gebrauchmachung von falschen Stempelabdrucken(§ 275 des St.-G.-B.) die niedrigste Strafe von je drei Monaten Gefängnis.- Demgegenüber führte Rechtsanwalt Dr. Halpert u. a. aus: Wenn die Angeklagten gemeint haben, daß der Begriff der Oeffentlichkeit ausgeschlossen jei, weil die Lose nur in einem fest abgegrenzten Personentreise, nämlich unter den Mitgliedern und deren Angehörigen, verbreitet wurden, so haben fie fich in einem Irrtum über strafrechtliche Momente befunden, der sie allerdings nicht schütze. Dagegen werde der Dolus mit aller Entschiedenheit bestritten. Die Angeklagten haben sich in dem guten Glauben befunden, daß zu diesen Lotterien eine obrigkeitliche Genehmigung nicht erforderlich sei. Dies sei ihnen auf ihr Befragen von einer Bantfirma gesagt worden, die derartige Wohlfahrtslotterien herausgibt. Damit haben sie sich aber nicht begnügt, sondern festgestellt, daß derartige Lotterien, denen die unter Anflage gestellten völlig nachgebildet sind, von verschiedenen Verbänden seit Jahren veranstaltet werden. Aber auch damit habe man sich nicht begnügt, sondern habe von dem früheren Vorfizenden des Verbandes der Justiz- Unterbeamten, der bereits fünfmal eine solche Lotterie ohne jede behördliche Genehmigung oder Beanstandung ausspielte, die Auskunft erhalten, daß infolge einer erstatteten Demunziation ihm vom Oberlandesgerichtspräsidenten Spahn eröffnet sei, daß keinerlei Bedenken gegen die Veranstaltung solcher Lotterien auch ohne behördliche Genehmigung vorlägen. Eine ähnliche Auskunft habe der Oberstaatsanwalt in Riel erteilt. Die Lose seien einfach den Losen des Bundes der Justizbeamten nachgebildet worden, welche den Behörden zur Kritik vorgelegen hätten. Wenn man Leuten, die in dieser Weise ihren guten Glauben bekundet haben und sich auf Bräcedenzfälle berufen können, auf drei Monate ins Gefängnis steden wollte, jo müßbe fich die Frage aufbrängen, was da aus dem Rechtsbewußtsein werden solle? Rechtsanwalt Dr. Davidsohn schloß sich diesen Ausführungen an und beantragte die Freisprechung des von ihm verteidigten Angeflagten. Diese erfolgte auch seitens des Gerichtshofes. Im übrigen verneinte das Gericht das Vorliegen eines Vergehens gegen $ 275 bes St.-G.-B. und verurteilte die Angeklagten nur wegen Botteriebergehens zu je 10 baw. 20 M. Geldstrafe und wegen Zuwiderhandelns gegen das Reichsstempelgefeß zu einer Ordnungsstrafe von je 5 bato. 10 M. Kaufhaus Wilhelm Joseph Reben Berlin G, Gr. Görschenstraße 1 Schöneberg, Hauptstraße 163 Heute und folgende Tage auf sämtliche Waren' 10% in bar oder doppelte Rabattmarken wenige Artikel ausgenommen. 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Der Unfall ereignete sich dadurch, daß der Wagen, der über das Tempelhofer Feld in schneller Fahrt suhr, an der vor der Ringbahnstation liegenden Kurve schnell bremsen mußte, so daß der Fahrgast, Schneidermeister B. aus Wilmers- dorf, der an dem verbotenen Platze der vorderen Plattform des Anhängers stand, einen Fuß vorsetzen mußte, um Halt zu gewinnen, bei dem Einfahren in die Kurve aber einen seitlichen Ruck erhielt und nun auf das Pflaster geschleudert wurde. Das Kammergericht verurteilte die Große Berliner Straßenbahn zu drei Vierteln des Schadens und erkannte so- mit ein Verschulden beider Parteien an. Das Reichsgericht bestätigte jetzt dieses Urteil und führte in seiner Begründung aus, es habe sich erstens um einen Wagen älterer Kon- struktion gehandelt, bei dem die bei den neueren Wagen übliche hintere Perronstange an der Aufstiegwand gefehlt habe; es sei nur ein zum Festhalten und Schutz un- zureichender Griff vorhanden gewesen. Ferner biete auch die bekannte Aufschrift, der Platz sei freizulassen, keinen genügenden Hinweis auf die Gefahr, da der Fahrgast der Ansicht sein ftinne, daß der Platz nur des unbehinderten Auf- und Ab- steigens wegen freiblciben solle; die Beklagte habe aber für die Gefahren, die sich aus der Beschaffenheit ihrer Wagen ergibt, einzustehen. Andererseits liege aber auch eine Fahr- lässigkeit des B. vor, da man bei der Fahrt mit der elektrischen Bahn stets mit Kurven und Stößen rechnen müsse, der B. sich aber an dem offenbar nicht völlig gesicherten Platz auf- gestellt habe, ohne auch nur den Versuch zu machen, sich irgendwie, z. B. an der an der Wagenstirnwand befindlichen Griffstange festzuhalten. Darin aber liege ein Außerachtlassen der im Verkehr erforderlichen Sorgsalt. Verlegung von Straßenbahulinrru wegen des Baues der Untergrundbahn. Die Straßenbahn in der Motz- und Kur- fürstenstraße wird zwischen dem Nollendorfplatz und der Pots- damer Straße wegen des Baues der Hoch- und Untergrund- bahn zwischen dem Gleisdreieck und dem Nollendorfplatz für die Dauer der Arbeiten gesperrt. Um die Straßenbahnlinien umzulenken, wird die Zietenstraße zwischen der Genthiner und der Bülowstraße ausgebaut und mit einem östlichen und westlichen Anschlüsse in der Bülowstraße versehen. Außerdem wird eine südöstliche Kurvenverbindung in der Potsdamer, Ecke der Kurfürstenstraße, hergestellt. Es ist deshalb not- wendig in der Nacht vom 29. zum 30. Juni von 12 Uhr an in beiden Richtungen die Linien 23, 51, 57, 59, 00, 61, 62, 69. 71. 74. 87. 88. 162 und III über die Lützow-, Genthiner und Motzstraße, den Nollendorfplatz oder Motz-, Bülow- und Potsdamer Straße, die Linie A von der Flottwellstraße an über die Lützow-, Genthiner- und Motzstraße umzuleiten. Vom 30. Juni früh an nimmt die Linie A ihren Weg von der Potsdamer, Ecke Kurfürstenstraße durch die Potsdamer und Bülowstraße nach dem Nollendorf- platz. In der Nacht vom 30. Juni zuni 1. Juli werden von >2 Uhr an die Linien 8, 52 und 91 in beiden Richtungen über die Potsdamer und Bülowstraße umgeleitet. Linie 2 fährt dann nicht durch die Lützow-, Genthiner und Motzstraße, sondern in beiden Richtungen durch die Maaßenstraße. Vdni 1. Juli an nehmen die Linien 2, 8. 52, 91 und 92 von der Kurfürsten-, Ecke Genthiner Straße ihren Weg nicht durch vom nordöstlichen Kriegsschauplatz. In den Schützengräben an der Tubissa.— Quartier in Jurborg. Jurborg, 20. Juni 15. Bevor wir Rossienie verließen, machte ich noch den in der Syna- gnge internierten russischen Gefangenen einen Besuch. Die Leute nvlren fidel und sahen sehr gut aus. ES waren vorwiegend junge Menschen. Ungefähr zwanzig drängen sofort zur Tür hin, Ivo ich stehen blieb und in das ziemlich bunte und laute Getriebe hinein- schaute. Unter den Leuten, die mich umringen und Neuigkeiten hören Ivollen, ist auch ein.junger Bursche, auf dessen Brust vier Medaillen hängen...„Er will seine Orden zeigen/ sagt jemand. —„Was sind das für Orden?" frage ich. Ein russischer Pole, der gut deutsch spricht, besieht sich die Medaillen, auf die der Besitzer mit einem glücklichen Lächeln herabschaut, das doch ins Verlegene hinüberspielt, als der Pole etwas spöttisch sagt:„Die sind von der Kaisergeburtstagsfeier," und als die ganze Gesellschaft den Medaillcnmann auslacht, der schließlich in die allgemeine Heiterkeit mit einstimmt. Auf weitere Fragen an den Polen höre ich, daß er schon früher vier Jahre lang in Deutschland als Land- und Fabrik- arbeiter tätig war. Hätte er den Ausbruch des Krieges geahnt, wäre er sicher vorher wieder nach Teutschland gegangen, um der Dienstpflicht im russischen Heere zu entgehen.„Ich möchte später nicht an Rußland ausgeliefert werden, ich wünsche sehr in Deutsch- land bleiben zu können, ich und noch viele meiner Landsleute. Nur nicht nach Rußland zurück, wenn wir erst in Deutschland sind...." Dergleichen Aeutzerungen vernahm ich oft bei Gefangenen. Es sprach daraus aber niemals Haß gegen das russische Volk, sondern nur Furcht vor den Gewalthabern. Von den gleichen Gefühlen sind übrigens auch die von russischer Willkür drangsalierten Deutschen und Juden beseelt. Ich höre aus ihren Klagen fast immer einen starken Unterton von Liebe zu Rußland und ihrer Heimat. Nach kurzer Fahrt über schlechte Wege, bei der zwei Posten- ketten passiert werden müssen, haben wir die deutschen Stellungen bei N. an der Dubissa erreicht. Die Straßen, die zu den Stellungen führen, sind alle scharf bewacht, um Spionage zu verhindern. Aus demselben Grunde sollen nun alle Zivilisten aus den Ortschaften unmittelbar an der Front bis hinter die Gefechtszone zurück- geschoben werden. Heute ist es merkwürdig ruhig an der Front. Hauptnrann v. L., der uns durch die Schützengräben führt, versichert uns, daß er solche Ruhe wie heute noch nicht erlebt habe. Es treffe sich aber gut so, denn gerade heute sei damit begonnen worden, zugweise den Leuten einen dienstfreien Tag zu gewähren.— Wie ich sehe, benutzen die Dienstfreien die Zeit dazu, sich zu säubern, Sonnen- und Wasser- bäder chu genießen, Kleider m Ordnung zu bringen, Briefe zu die Motz-, sondern durch die Zieten- und Bülowstraße nach dem Nollendorfplatz, Linie 2 nach der Potsdamer Straße. Sechs Feuerwehrleute verunglückt. Bei der Bekämpfung eines Brandes, der auf dem Lagerplatz in der Hobrechtstr. 54 in Neukölln ausgebrochen war, find am Mittwoch- abend sechs Mitglieder der Neuköllner Feuerwehr schwer zu Schaden gekommen. Auf dem erwähnten Lagerplatz war infolge der herrschenden großen Hitze ei» mit Salpetersäure gefüllter Ballon geplatzr, die Säure entzündete sich und das Feuer pflanzte sich auf die Slrohumhüllungen mehrerer anderer mit Säuren gefüllter Gefäße fort. Der hinzugerufenen Neuköllner Wehr gelang es zwar, den Brand auf seinen Herd zu beschränken und insbesondere die Explosion weirerer Ballons zu verhindern, doch wurden die Arbeiten der Wehr dadurch außerordentlich erschwert, daß der ganze Platz mit giftigen Gasen angefüllt war. Obwohl drei Rauchhelme zur Verfügung standen, erkrankten sechs Feuerleute unter der Einwirkung der Giftdämpfe schwer. Fünf von ihnen mußren sogar nach dem Buckower Krankenhause geschafft werden� während der sechste nach seiner Wohnung gebracht werden konnte. Lebensgefahr besteht glücklicherweise bei keinem der Verunglückten. Wiedereröffnung der Heimstätte Blankenfelde. Das Kuratorium der städtischen Heimstätten hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, zum 1. Juli 1915 die Heimstätte in Blankenfelde wieder zu eröffnen, und zwar für Frauen und Mädchen vom 12. Lebensjahre ab mit geschlossener Tuberkulose, Nervenschwäche und Blutarmut, wenn nach dem ärztlichen Gutachten die Wieder- Herstellung der Erwerbsfäbigkeit zu erwarten ist. Formulare zum ärztlichen Attest und zwar für die an Tuberkulose Erkrankten in rorer Farbe, für die anderen Kranken in weißer Farbe, sind im Heimstälten-Bureau, Stralauer Str. 44/45, 2. Ouergebäude II, während der Dienststunden von 8—3 Uhr unentgeltlich zu haben. Dort findet auch an einem noch zu bestimmenden Tage jeder Woche in zweiselhasien Fällen eine kostenfreie ärztliche Untersuchung der lungenkranken Personen statt, zu welcher die Patienten be- sonders vorgeladen werden. Die Benutzung des Fahrstuhls zum Bureau ist unentgeltlich. Die Umgestaltung des Untergrundbahnhofes Nollendorfplatz. Der Hochbahngesellschaft ist bekanntlich die Genehmigung zum Bau und Betrieb einer Schnellbahn vom Gleisdreieck durch die Tauentzien- und die Kleiststraße, über den Nollendorfplatz und durch die Motzstraße erteilt. Die Sirecke bis zum Wittenbergplatz ist fertig gestellt und in Betrieb genommen. Nunmehr soll die Reststrecke hergestellt werden. Dazu gehört auch der auf dem Nollendorsplatz und in der Motzstraße unterirdisch anzuordnende Gemeinschaftsbahn- Hof, der auch die Schöneberger Untergrundbahn aufnehmen soll. Für die glatte Abwickelung des Zu- und Abgangsverkehrs zum und vom Gemeinschaflsbahnhof und dem alten Bahnhof der Hochbahn sollen unter Beseitigung der vorhandenen Fahrkartcnkassen und Bahnsteig- sperren neben dem bestehenden Bahnhof Vorbauten hergestellt werden, in denen der gesamte Fahrkartenverkauf und die Bahnhof- sperre untergebracht werden sollen. Im Zusammenhang damit sollen auch die gärtnerischen Anlagen neu gestaltet werden. Berück- sichtigt ist ferner auch die Anlage einer Bedürfnisanstalt. Nachdem der Ausschuß gegen Verunstaltungen sowie die verstärkte Tiefbau- und Verkehrs-Deputation in Charlottenburg ihre Zustimmung ge- geben babcn, bringt der Magistrat der Stadt Charlottenburg nunmehr den Entwurf der Vorbauten zur Kenntnis der Stadt- verordnetenversammlung._ Der kaufmännische Direktor der städtische» Elektrizitätswerke. Der Magistrat nahm in seiner gestrigen Sitzung die Wahl des kaufmännischen Direktors der städtischen Elektrizitätswerke vor. Es standen eine Anzahl Bewerber aus verschiedenen industriellen Be- schreiben usw. Einige von ihnen haben sich auf die Jagd begeben; nicht mit dem Gewehr, sondern mit Wasser, Seife und Feuer. In der Kompagnie-Entlausungsanstalt frönen sie ihrem Jagdeifcr. Die Einrichtung hinter dem Schützengraben ist zwar einfach, aber zweckdienlich genug, um wenigstens die dringendsten Bedürfnisse befriedigen zu können. Ein draußen errichteter niedriger Ziegel- steinofen, von drei Seiten durch Wände aus Reisig und Tannen- zweigen gegen Wind geschützt, das Dach aus demselben Material. Ein großer Waschkessel zum Aufnehmen der„lebendigen" Kleider. Dann noch eine Tonne ohne Boden und mit abnehmbarem Deckel, der auf der Innenseite mit Haken versehen ist. An diese werden die Hemden, Hosen usw. aufgehangen, dann setzt man die Tonne auf den Kessel. Der aufsteigende Wasserdampf bestreicht die Kleider und ihre Bewohner. So wird mit kleinen Mitteln manchem Ge- plagten eine große Wohltat erwiesen:„Für eine Entlausung will ich zwei Tage fasten," sagte mir einer von denen, die sich gerade von ihrer„Einquartierung" befreit liatten, und ich verstehe das Alotto, das in einer anderen Entlausungsanstalt dem Eintretenden in die Augen fällt:„Hölle, wo die Läuse braten, ist der Himmel für Soldaten."— Ich bewundere die saubere Arbeit, die bei dem Auswerfen und Ausbauen der Schützengräben geleistet worden ist, bedaure nur, daß sie nickst schon friedlicher Tätigkeit gewidmet sein konnte.... Gestern haben die Russen fast den ganzen Tag wie toll gefeuert. An verschiedenen Stellen der Front kam es auch zu blutigen Zu- sammenstößen. Heute fiel hier noch kein Schuß. Hauptmann v. L. findet keine Erklärung für die auffallende Pause in der Munitions- verschivendung auf Seiten der Russen. Ucberall begegnet man dem Spielen mit der Gefahr. Nun auch hier. Einige Leute promenieren ganz ruhig, gerade als gäbe es keinen feindlichen Schützen und keine todbringenden Kugeln, hinter den Schützengräben auf und ab, suchen von höheren Punkten aus zu ergründen, was dort drüben los ist. Das Dubissatal trennt die gegnerischen Schützengräben auf nur geringe Entfernung. An einer Stelle sind es kaum dreihundert Meter. Die deutsckre Stellung ist so angelegt, daß nach meiner Ansicht ein Mann in aller Ruhe mindestens zwanzig anstürmende Russen niederschießen könnte, che einer von diesen die �Hindernisse vor dem Graben überwunden hätte. Es ist daher erklärlich, wenn der Hauptmann versicherte:„Die Stellung ist uneinnehmbar."— Ich erkundigte mich bei den Mannschaften nach ihren Wünschen; Urlaub möchten sie haben, um schnell ihre Ackerwirtschaft etwas in Ordnung bringen zu können.— Es bleibt drüben ruhig, keine Spur von Leben ist zu entdecken. Nur aus der Ferne dringt der Schall einiger Schüsse herüber. Hier fällt kein Schuß. Wir verweilen stundenlang bis nachmitrags, aber die Russen schicken keinen„Gruß" herüber.— Heute wollen wir noch nach Jurborg. Die 70 Kilonreter bis dorthin müssen meistens auf Sandwegen zurückgelegt werden. Ohne Aufenthalt passieren wir Rossienie. Bei der Durchfahrt be- merke ich folgenden Vorfall: Ein Soldat hat anscheinend den Auf- trag, einige Einwohner zusammenzuholen, die irgendeine Arbeit verrichten sollen. Jedes Mal, wenn der Soldat sich umdreht oder fortgeht, um Leute heranzuholen, verschwinden andere mit blitz- artiger Geschwindigkeit. Auf einmal steht der Soldat ganz allein da, auf leerer Straße.... Zweimal bleibt der Wagen im Sande Zovnabtlld. 36. Jum 1915. trieben zur Wahl. Die Wahl fiel auf den Oberingenieur und Pro- kuristen der Siemens-Schuckert-Werke Karl Coninx, der zurzeil Leiter der Zentraleinkaufsstelle für die sämtlichen Werke des Siemens- Schuckert-Konzerns ist. Ausschuh für Konfektionsnotarbeit. Ueber eine Million Mark Löhne an die Heimarbeiterinnen Groß-Berlins hat seit Beginn des Krieges der im Herbst des letzten Jahres unter dem Vorsitz der Frau Staaisminister Sydow begründete Ausschuß für Konfektionsnotarbeit bereits gezahlt. Der Ausschuß, dessen geschäftliche Leitung in den Händen der Herren Bernhard Käß, Handelsrichter Albert Kirschstein, Geh. Regierungsrat Siefert vom Reichsamt des Innern und des Geschäftsführers Wirkichen Geh. Ober- regierungsrats Neumann voin Ministerium für Handel und Gewerbe liegt, gewährt zurzeit noch rund 1600 Heimarbeiterinnen regelmäßig Arbeit. Daneben ist in dem Betriebe des Unternehmers auch eine größere Zahl kaufmännischer und gewerblicher Angestellter tätig, die bei Ausbruch des Krieges ihre Stellung verloren hatten. Bon einem Polizeibeamten erschoffe«. Der 50 jährige Landwirt Schüler aus Markgraspieske war mit Bekannten aus demselben One nach Hangelsberg gegangen, um dort in der Spree zu angeln. Die Angler wurden von dem Polizei- sergeanlen Kuhnert aus Fürstenwalde, der sich auf einem Dienst- gange befand, überrascht. Der Beamte verlangte die Vorzeigung der Angelkarte und wollte, als ihm ein solcher Ausweis nicht vorgelegt werden konnte, die Persönlichkeiten der Männer feststellen. Hierbei kam es zu erregten Auseinandersetzungen, in deren Verlauf K. aus seinem Dienstrevolver einen Schreckschuß abgab. Als darauf der Landwirt Schüler mit einem Siock auf K. losging, gab der Be- amle einen Schuß ab, der dem Angreifer in den Unterleib drang, so daß der Getroffene nach kurzer Zeit starb. Der Polizeisergeant behauptet, sich bei Abgabe des Schusses in der Nolwebr befunden und nur die Absicht gehabt zu haben, den Sch. kampfunfähig zu machen._ Gröhere Vorsicht im Strahenverkehr. Unfälle im Straßenbahnverkehr sind seit ewiger Zeit auf der Tagesordnung. Kürzlich wurde in einem Berliner Blatt das Ueber« handnehmen von Straßenunfällen auf ungenügend geschultes Fahr- personal zurückgeführt. Inwieweit diese Behauptung richtig ist, können wir nicht nachprüfen. Jedenfalls dürste die Mahnung an die Passanten und Fahrgäste sowohl wie auch an die Kutscher von Privatfuhrwerken und Fahrer der Straßenbahn, größere Vorsicht zu üben, am Platze sein. Am Potsdamer Platz wollte gestern, nachmittags gegen'/«4 Uhr, der 20jährige Ernst Hagedorn auf einem Dreirad kurz vor einem in der Richtung nach Friedenau verkehrenden Straßenbahnwagen der Linie öS das Gleis kreuzen. Dabei hatte er da§ Herannahen eines Straßenbahnwagens der Linie 40 aus entgegengesetzter Richtung übersehen. Er wurde von diesem Bahnwagen angefahren und umgestoßen. Bei dem Sturz auf das Straßen- Pflaster erlitt H. eine Quetschwunde am rechten Bein. Er erhielt auf der nahen Unfallstation einen Notverband und wurde nach der Wohnung gebracht. Ein Zusammenstoß eines Brauerwagens mit einem Straßen- bahnwagen ereignete sich am Donnerstagabend gegen 7 Uhr am Koltbuser Damm. Ein aus der Boeckhstraße kommender Wagen der Brauerei Happoldt fuhr gegen einen aus Neukölln herannahenden Straßenbahnwagen der Linie 28Pi. Bei dem Anprall wurden die Seilenicheiben des Bahnwagens zertrümmert, am Brauerwagen die Deichsel zerbrochen. Zwei Insassen des Triebwagens wurden leicht verletzt._ Was im Gemeindebureau geraten wurde. Auf dem Gemeindeamt in Rahnsdorf wurden der Frau eines in den Siemens-Schuckert-Werken beschäftigten Drehers dieser Tage recht sonderbare Ratschläge erteilt. Da der Ehemann von 7 Uhr morgens bis Uhr abends— laut Bescheinigung— im stecken; einmal mitten in einem herrlichen gemischten Wald. Die hohen Fichten wurden noch überragt durch eigenartig schlank ausgeschossene Fichten- und Ahornbäume. Ziemlich spät erreichten wir Jurborg und fanden dort Quartier in einem ehemaligen„Hotel". Unser Zimmer war mit einigen Gasthaustischen und-stühlen, einer Matratze und einer Art Sofa ausgestattet. Ein feines Quartier, nachdem was man hier gewohnt wird! Ueberdies war es noch sauvcr — verhältnismäßig natürlich— und außerdem überließ uns die polnische Wirtin, die immer von drei oder vier kleineu Kindern umgeben war, eine mit klarem Wasser gefüllte Waschschüssel. Als sie am andern Morgen auf unsere Bitte auch noch Kaffee, Milch, Brot und Butter vorsetzte, fühlten wir uns so Wohl wie Prinzen. ... Jurborg macht mit seinen breiten, geraden, ziemlich rein gc- baltenen Straßen einen viel freundlicheren Eindruck als Rossienie. Ein besonders reizendes Bild boten heute am Sonntag die viele» zur Kirche wandernden polnischen Frauen und Mädchen in ihren bunten Röcken und hellen Tüchern. Beinahe fede Kirchgängerin hatte einen in leuchtenden Farben prangenden Blumenstrauß in der Hand. Am Kirchencingang staut sich die Menge. Die wenigen Männer, sehr einfach gekleidet, sind sehr höflich gegen die Frauen. Ein Mann von vielleicht 40 Jahren küßt einer älteren schlichten Frau die Hand, dann läßt er sie vorauf in die Kirche gehen.— Wir fahren auf einem Motorboot zum Kriegshasen bei£. Welch ein Leben I— Ersatztruppen kommen an, Munition Ivird an Land ge- schafft, ferner Lebensmittel, vor allem Adelst für die Feldbäckerei in größerer Menge. Es ist aus Deutschland herangeschafft worden. Aus einem Lastkahn bringen Gefangene ganze Wagenladungen von Brot an Land. Ein anderer Kahn ist mit Konserven beladen; er harrt noch der Löschung, um nachher mit Beutestücken beladen zn werden. Verletzte finden Aufnahme in zwei dort liegenden Lazarett. schiffen. Ans den Schiffen dringt lustiger Gesang mit Mandolinen. bcgleitung herauf:„Wenn ich komm, wenn ich komm,� wenn ich wiederum komm..." Auf den Kähnen haben es sich einige Vcr wundete in aufgestellten Stühlen bequem gemacht; sie plaudern und lesen. Jemand sagt zn einer Pflegerin:„Fräulein..." Sie lackst und erwidert:„Fräulein, die Anrede habe ich lange nicht gehört." Ich frage:„Sind die Verletzten nicht wehmütig gestimmt?"— „Nein, im Gegenteil, sie sind lustig und aufgeräumt. Nicht>rahr?" fragt die Schwester einen Landwehrmann, der einen Schuß in den Oberschenkel erhalten hat.„?lber gelviß," lautet die Antwort, „hier ist's doch zum Älushalten."— In Jurborg finden wir noch knapp Zeit, das von der polnischen Wirtin bereitete Mittagessen— die zweite, etwas verstärkte Auf- läge des Frühstücks— einzunehmen. Die wolst über Erwarten reichliche Bezahlung macht die Wirtin noch diensteifriger; sie will packen helfen und holt noch einmal ftisches Waschwasser, als wir schon die Handschuihe angezogen haben. Die Sandwüsk bis zur Grenze zwang uns noch einige Male, den Wagen zu schieben. Als wir bei Schmalleningken über die Grenze kamen, konnten ivir im Auto in dreifach gesteigerter Geschwindigkeit weiter fahren. Drüben bekamen wir manchen ordentlichen Sandspritzer; jetzt flog das Auto ungehindert über die feste Bahn dahin. Es ist doch ein gewaltiger Unterschied zwischen Rußland und Deutschland! D ü w c l l, ÄriegSbcrichtcrstatlc:. Aus den Gemeinden. Abs Betriebe beschäftigt ist und die Eheleute mit den Brotfarten nicht Kindern in Abzug gebracht werden, so daß jetzt beispielsausreichen, wurde die Frau im Bureau der Brotkommission vor weise die Mietsunterstügung für eine Frau mit einem stinde stellig zwecks Erlangung einer Zusatzbrottarte. Die Frau gibt mun bei einer Miete von 30 M.( wenn der Wirt die 30 Prog. an, daß ihr der die Marken verabfolgende Beamte allerlei Ausbleibende Bestätigung und Lebensmittelinterpellation nicht nachlägt) 12 M. betragen würde, und bei einer Frau Ratschläge und Verhaltungsmaßregeln erteilt habe. Zunächst in Neukölln. mit 3 Kindern 11 M. monatlich. Hierzu beantragte Gen. Müller, fei ihr gesagt worden, daß sie ihrem Manne Suppen tochen müsse, wenn das Brot nicht ausreiche. Auf den Einwand der Frau, daß richtete vor Eintritt in die Tagesordnung Stadtv. Groger( Soz.) vollen 50 resp. 70 Broz. zu zahlen. In der Stadtverordnetenfibung am bei Bemessung der Mietsunterstützung die staatliche und die KreisDonnerstagnachmittag unterstügung überhaupt nicht in Betracht zu ziehen, sondern die sie ihrem Mann natürlich warmes Essen koche, daß es im Betriebe Hiergegen wandte sich der aber doch nicht so einfach sei, sich ohne genügend Brot zu ernähren, schuß vor etwa acht Wochen beschlossene Denkschrift über die Ein- Bürgermeister, indem er den Antrag Müller als zu weit gehend bcan den Magistrat die Anfrage, wie weit die vom Rechnungsaushabe der Beamte geantwortet: ihr Mann müsse eben nicht so viel zeichnete. Dadurch würden der Gemeinde unerschwingliche Lasten auf essen; das viele Essen sei nur Angewohnheit. Auch der Gemeinde- irkung des Krieges auf die Finanzwirtschaft der Stadt gediehen erlegt. Schon jetzt seien seit Einführung der Mietsunterstützung 57 362,69 worsteher habe gesagt, daß, wenn der Mann so lange Bürgermeister Dr. Weinreich gab die überraschende Erklärung Unterstützungskommission angenommen würde, dann steigere fic sei und wann diese den Stadtverordneten unterbreitet werde. Marf für diesen Zwed ausgegeben worden, und wenn der Antrag der arbeite, er auch viel verdienen müsse. Die Frau meint, daß die eigenartige Abfertigung auf ab, daß die Denkschrift zwar fertig sei, der Magistrat aber die Be- die Ausgabe um monatlich zirka 1000 M. Der Antrag Müller aber einem Gemeindes bureau fie in eine gereizte Stimmung versetzen ratung derselben bis zur Rückkehr des Oberbürgermeisters in sein fordere schätzungsweise monatlich 7000-8000 M. mehr. Schöffe mußte. Hätte man ihr erklärt, daß sie aus bestimmten Gründen keine zu da das um so weniger als ausreichender Grund anerkannt werden 30 Proz. Mietnachlaß nur 10 Proz. zu fordern, da viele Hauss Amt vertagt habe. Dagegen erhob der Antragsteller Einspruch. Trenner befürwortete eine Anregung der Hausbesitzer, statt fatzbrotkarte bekommen könne, so hätte sie sich beschieden. Das ihr könne, als man nicht wisse, wann der schon fast ein Jahr tranfe zuteil gewordene sonderbare Frage- und Antwortspiel müsse sie Oberbürgermeister die Dienstgeschäfte wieder aufnehmen werde. Betrag zu verzichten. Das bewiesen auch die vielen besizer nicht in der Lage jeien, auf einen so hohen indessen als unwürdig empfinden. Dieser Auffassung habe sie Aus- Die in Frage tommende Materie jei aber von jo hoher Wichtig lehnungen, so daß die meisten unterstützten Mieter jetzt mit druck gegeben, worauf ihr der Gemeindevorsteher in energischem feit, daß die schleunige Klärung über die wirtschaftliche Zukunft 50 Proz. zufrieden sein müßten. Der Antrag der Kommission wurde Tone die Tür gewiesen habe. Daß die Bedürftigkeitsfrage bei der Verabfolgung von Zujak- Neuköllns nicht hinausgezögert werden dürfe. Der Bürgermeister angenommen und die geforderten 100 000 m. bewilligt. Die gebrotfarten gewissenhaft geprüft wird, ist den betreffenden Behörden antwortete darauf, daß Oberbürgermeister Kaiser seinen Dienststellten Abänderungsanträge wurden der Kommission zur näheren durch Verordnung zur Pflicht gemacht. Wir glauben jedoch, daß es Groger( Soz.) den Magistrat, ob er Kenntnis davon habe, warum noch zwei Polizeiverordnungen zu, wovon die eine den Hausbesitzern antritt zum 1. Juli angekündigt habe. Weiter befragte Beratung überwiesen. Vorher stimmte die Gemeindevertretung nicht zu den Obliegenheiten eines Beamten gehört, Antragsteller, so die bereits am 28. Januar gewählten Schuldeputationsmitglieder die Verpflichtung auferlegt, sich einverstanden zu erklären mit der wie es hier geschehen zu sein scheint, mit überflüssigen Verhaltungs- Dr. Silberstein und Wuty noch nicht bestätigt seien. Das vorschriften zu behelligen. an den Häusern für notwendig erachteten Anbringung von sei um so auffälliger, als anderweit die Bestätigungen sehr schnell Feuermeldern und deren Zubehör. Die andere Verordnung gestattet erfolgten. Der Bürgermeister konnte darauf nichts weiter mit das Teppichklopfen auf Höfen und Hofgärten nur Freitags und Sonnteilen, als daß die Angelegenheit an den Minister selbst weiter- abends von 8 bis 12 Uhr. Dem zuni Oberlehrer an der hiesigen gereicht sein soll. Parkschule gewählten Kandidaten Dr. Behnsen, dessen Bestätigung infolge des Strieges nicht erfolgen fann, wurde als Entschädigung Gehalt bewilligt mit der Maßgabe, daß er den das Aushilfsgehalt für seine Tätigkeit das ihm nach der Bestätigung zustehende volle überschießenden Teil zurückzahlen muß, wenn er vor seiner Bestätigung des überschießenden Teil zurückzahlen muß, wenn er vor seiner Bestätigung Genossen Burgemeister der Schuldeputation zur Berücksichtigung ein Amt verläßt. Zum Schluß wurde ein Dringlichkeitsantrag des überwiesen. In diesem Antrage wird der Gemeindevorstand ersuchi, während der Schulferien Kinderferienspiele einzurichten und hierfür geeignete Personen anzustellen. Eröffnung des Tempelhofer Arbeitsnachweises. Der von der Gemeindevertretung vor einiger Zeit beschlossene Arbeitsnachweis wird am 1. Juli in dem Hause Dorfstr. 13 eröffnet werden. Es sollen ungelernte und angelernte Arbeitskräfte, aber auch die für die hiesigen Spezialbetriebe gelernten Kräfte vermittelt werden. Ebenso findet eine Vermittlung von Hauspersonal( Dienstboten, Aufwartefrauen usw.) statt. Der Arbeitsnachweis steht mit allen Groß- Berliner Arbeitsnachweisen in Geschäftsverkehr. Telephon: Tempelhof 801-805 Arbeitsnachweis Berlin- Tempelhof". " Aus aller Welt. Geschäftsstatistik der Arbeitslosenfürsorge Berlins für die Woche vom 7. bis 13. Juni 1915. 1. Bei den 33 städtischen Geschäftsstellen sind 335 GeGegen die Mitteilung des Magistrats, daß er auch diesmal fuche eingegangen; es wurden abgelehnt 72, an die Landes- von der Eintragung der Stadt in die Wählerliste versicherungsanstalt Berlin verwiesen 24, bewilligt 212. Aus- Abstand nehmen wolle, polemisierte Stadtv. Abraham, indem geschieden aus der Unterstützung( überwiegend wegen wieder er die Kompetenz der Versammlung bestritt, dazu irgendwie oder sein Amt verläßt. Zum Schluß wurde ein Dringlichkeitsantrag cintritts in Arbeit oder Erwerb) sind 156 Personen. Stellung zu nehmen. Das möge der Magistrat machen, wie er 406 männliche und 3864 weibliche Personen bezogen Unter- denke. Im übrigen sei wohl in diesem Jahre die Aufstellung der stügung im Gesamtbetrage von 17 700 M., davon je 4 M. Wählerliste, da feine Wahl stattfinde, zu umgehen. Bürgermeister Dr. Weinreich erklärte, der Magistrat habe es für wünschens3650 Personen, je 5 M. 620 Personen. wert gehalten, davon Mitteilung zu machen, daß er im Interesse 2. Von der Stadt wurden an 927 Mitglieder von des Burgfriedens so, wie angegeben, verfahren wolle. Die Auf15 Arbeiter= und Angestellten Organi- stellung der Wählerliste müsse nach den gesetzlichen Vorschriften sationen, die selbst sagungsgemäß Unterstügung ge- in jedem Jahre erfolgen. Letterer Auffassung pflichtete auch währen, Zuschläge im Gesamtbetrage von 3 114,86 m. gezahlt. Stadtv. Schola( Soz.) bei, der die Mitteilung des Magistrats Hiervon trafen auf die freien Gewerkschaften 879 Mitglieder als durchaus wünschenswert bezeichnete und diesen ersuchte, der mit 2939,45 M.( und zwar Metallarbeiter 437,20 m., Holz- Berjammlung immer in solchem Falle Gelegenheit zur Aeußerung zu geben. arbeiter 717,45 M. usw.) Der Errichtung eines Spartajiengebäudes an 3. Die Landesversicherungsanstalt Berlin der Ecke der Ganghofer- und Richardstraße wurde nach kurzer Dehat von 21 388 bei ihr überhaupt bis 12. Juni 1915 ein- batte zugestimmt. Die Kosten des Projekts find mit 1105 000 m. gegangenen, teils von den städtischen Unterstützungsfommissionen veranschlagt. Ohne Widerspruch genehmigt wurden ferner: die ihr überwiesenen, teils von den Organisierten ihr eingereichten gärtnerische Ausgestaltung des Plages XII im neuen Gesuchen 15 116 genehmigt. Gegenüber der Vorwoche sind Wohnviertel der Köllnischen Heide; die Errichtung einer hinzugekommen 4 Personen. In der Berichtswoche sind Sulfatanlage mit Salzschuppen und einer Chanwaschanlage 1118 M. an 170 Personen gezahlt worden. auf dem Gaswerk; der Bau einer Fußgängerbrüde nach der Abtei Jnsel; weitere 4000. für den Jubiläumssportplatz; die Verstärkung der Deputation für das Turn- und Badewesen um einen neuen Bürgerdeputierten, der aus der Zentral- Aus San Francisco eingetroffene Nachrichten melden, Fremdworte durch gute deutsche Worte zu ersetzen, ist an sich konrmission der Krankenkassen zu entnehmen ist. daß in Südkalifornien ein starkes Erdbeben stattgeein löbliches Bestreben, wenn es in den nötigen Grenzen bleibt. Es Die erneut der Versammlung unterbreitete Gebühren funden habe, das großen Schaden anrichtete. Viele Men gibt in der Tat viele Leute, die sich ohne ein paar Dutzend Fremdwieder gibt in der Tat viele Leute, die sich ohne ein paar Dußend Fremd- ordnung für die Stadtentwässerung entfesselte ichen sind getötet worden. Nähere Nachrichten worte gar nicht behelfen fönnen. Andererseits ist es auch vom llebel, wieder eine umfangreiche Debatte, in der u. a. Stadtv. Thurow fehlen, da die telegraphischen Verbindungen vielfach unterinter allen Umständen jedes Fremdwort zu verdeutschen und oft( Soz.) die Bestimmung bekämpfte, daß die Stadtgemeinde befugt den Sinn in der häßlichsten Weise zu entstellen. Berichtet haben sein soll, zur Dedung des Bedarfs einen Zuschuß aus Kämmerei- brochen sind. mitteln zu leisten". Die Gebühren müßten so bemessen werden, Ein Landsturmmann aus Unvorsichtigkeit erschossen. In wir schon von dem Bestreben des Polizeipräsidiums, Fremd- daß die Kosten der Kanalisation damit gedeckt werden könnten. Frankfurt a. M. erschoß ein Landwehrmann infolge Underworte auf Geschäftsschildern durch gute deutsche Worte zu ersetzen. Die Versammlung lehnte aber einen dahingehenden Antrag abfichtigkeit den Landsturmmann Buchmann beim Spielen mit Besonders viele Fremdworte werden in der Konfektion gebraucht. und stimmte dem Entwurf unverändert zu. Sodann wurde die einem Revolver. B. ist Vater von drei Kindern. Zahlreiche Stoffe sind weiten Kreisen nur in fremder Syrache be- bereits veröffentlichte Lebensmittel interpellation fannt und eine hiesige große Stonfettionsfirma machte fürzlich den unserer Genossen verhandelt. Stadtv. Scholz( Soz.) begründete Berjuch, für verschiedene bekannte Stoffarten, sowie für die Worte dieselbe in großen Zügen, indem er auf die durchaus verfehlten " Saison" und„ Konfektion" durch ein Preisausschreiben gute deutsche Maßnahmen der Regierung hinwies. Er kritisierte die viel zu hoch festgesetzten Höchstpreise für Getreide, bemängelte das Fehlen von Bezeichnungen zu erhalten. Das Ergebnis dieses Preisausschreibens Höchstpreisen für Mehl und machte auf die ungeheuren Gewinne der war, daß fünf Worte mit Preisen bedacht wurden. Zwischenhändler aufmerksam. Redner fritisierte weiter die zum Schuße der Zuderinteressenten getroffenen Regierungsmaßregeln, die ebenfalls zur Verteuerung dieses so reichlich in Deutschland vor handenen Produkts geführt hätten. Er ging dann noch auf die enormen Fleischpreise ein und verlangte sofortige Festsetzung von Höchst preisen. Zum Schluß verlangte Redner, daß vor allen Dingen bei der neuen Verteilung der Lebensmittel mäßige Höchstpreise eingeführt und den Konsumenten ein größerer Einfluß eingeräumt Sprachreinigung. Ob diese Worte sich einleben werden, ist fraglich, denn nach dem Kriege werden manche Worte und manche Bezeichnungen wiederkehren, die man heute durchaus vermeiden will. Das von der oben erwähnten Konfektionsfirma eröffnete Preisausschreiben hat eine riesige Arbeit verursacht wenn man bedenkt, daß nicht weniger denn 55 419 Lösungen eingegangen waren, und die mit der Aufgabe des Preisrichteramtes betrauten Personen waren wirklich nicht zu beneiden. werde. Diese allgemein anerkannten Mißstände veranlaßten aber den Wie wir hören, hat die genannte Firma sich auf Grund zahl Justizrat Jacobsohn( Komm.- Fortschr.) zu einer Rede, in der reicher Zuschriften und Wünsche aus dem Publikum zu der sehr er die ganze Schuld den Statistikern in die Schuhe schob. Diese Ausmühevollen Aufgabe der Verdeutschung einer Reihe in der Kon- führungen veranlaßten den Bürgermeister Dr. Weinreich, die feftionsbranche geläufiger Worte entschlossen, was wir gegenüber Ausführungen unseres Redners zu unterstüßen und auf die ähn verschiedenen kritischen Bemerkungen über das Ergebnis gern mit- lichen Bestrebungen des Deutschen Städtetages hinzuweisen. Nachteilen wollen. Feuer im Spandaner Artilleriedepot. Ein Schadenfeuer entstand gestern in den frühen Morgenstunden in einem Schuppen des Artilleriedepots in Spandau. Wie amtlich mitgeteilt wird, ist die Ursache des Brandes unbekannt. Der Materialschaden ist nicht bedeutend. Beim Diskuswerfen wurde gestern abend auf dem städtischen Sportplay an der Schönhauser Allee ein junger Mann namens W. Raschle von einem Diskus so schwer an der Stirn getroffen, daß er in sehr bedenklichem Zustande nach der Unfallstation in der Gaudhstraße gebracht werden mußte. dem noch Gen. Sloth in recht humoristischer Weise die Kennt nisse des Herrn beleuchtet hatte, trat dieser mit einer sehr unglüdlichen Erklärung den Rückzug an. Die Interpellation wurde dann der Lebensmittelfommission zur weiteren Erledigung überwiesen. In der geheimen Sigung verlangten unsere Vertreter noch einen Pericht über die kommunale Lebensmittelversorgung. Der felbe soll in einer der nächsten Sigungen gegeben werden. Es war nicht möglich, auch diese Angelegenheit in öffentlicher Sigung zu verhandeln, da die Absicht bestand, die ganze Lebensmittelfrage in der geheimen Sizung zu verhandeln. Nur dadurch, daß sich unsere Bertreter mit der Behandlung der kommunalen Dinge in der geheimen Sitzung einverstanden erklärten, war es möglich, die öffentliche Verhandlung der Reichsmaßnahmen zu erreichen. Die Schrippe in den Vororten. Das Unterstützungskomitee für bedürftige Ruffen, Stegliger Straße 12, zeigt an, daß es seine Tätigkeit am Freitag, dem Kürzlich teilten wir mit, daß der Landrat des Kreises Teltow 25. Juni abends, eingestellt hat, weil ihm weitere Mittel von der die Genehmigung zur Herstellung von Weizengebäck im Gewicht von Spanischen Botschaft, der die Vertretung der Interessen der in 50 Gramm nicht erteilt habe. Wie der Landrat jest mitteilt, ist der Deutschland zurückgebliebenen Russen obliegt, nicht zur Verfügung Wunsch geäußert worden, das Einheitsgewicht für Weizengebäck von gestellt werden konnten. Die Bureaus bleiben daher vom 26. Juni 75 auf 50 Gramm herabzusetzen. Diesem Wunsche will der Landrat ab geschlossen. nähertreten, wenn kein Widerspruch erfolgt. Die Adlershofer Parteigenossen haben den Verlust eines braven Mitkämpfers zu beklagen: Robert Meil, der unermüdlich tätig war und über zehn Jahre als Funktionär für die Organisation arbeitete, ist jetzt auf blutiger Walstatt gefallen. Die Adlershofer Arbeiterschaft wird dieses unermüdlichen Kämpfers ehrend gedenken, Auch im Kreise Niederbarnim scheint noch ein großer Widerstand gegen das 50- Gramm- Gewicht vorzuherrschen. So wird aus 23 eigenfee mitgeteilt, daß einige Bädereien, die in diesen Fragen gleichmäßig mit Berlin vorgehen wollten, die Herstellung folcher Backwaren unterbrechen mußten. Eine Anzahl von Anzeigen ist bereits gegen die Schuldigen ergangen. Es wäre doch wünschensweit, daß sich auch die Vororte GroßBerlins zur Herstellung von Weizengebäck im Gewichte von 50 Gramm entschließen würden. " Erdbebenkatastrophe in Südkalifornien. Brandunglück in einem schwedischen Badeort. In dem schivedischen Badeort Furusund entstand in einem Gasthaus eine Feuersbrunst, die das Haus vollkommen einäscherte. Infolge der schnellent Ausbreitung des Feuers mußten sich die meisten der etwa hundert Gäste durch Herausspringen aus den Fenstern retten, wobei sich viele von ihnen Verlegungen zuzogen. Ein Bombenattentat in Mukden. Die Petersburger Teica graphen- Agentur meldet aus Mukden: Durch eine gegen das Fenster einer japanischen Apotheke geschleuderte Bombe murden drei Japaner schwer und einer Icicht verlett. Parteiveranstaltungen. Treptow: Baumschulenweg. Die Bibliothek des Wahlvereins bleibt in beiden Ortsteilen bis auf weiteres geschlossen. Entliehene Bücher ersuchen wir umgehend zurüdzugeben. Steglit. Am Sonntag, den 27. Juni, vormittags 9 Uhr, findet eine wichtige Flugblatt- Berbreitung von Element, Düppelstraße, aus statt. Jugendveranstaltungen. Brit. Bei günstiger Witterung jeden Montag und Freitag, abends von 7 Uhr an bis zu eintretender Dinkelheit spielen auf dem Plaz Germania- Bromenade, Ede Treseburger User. Schöneberg. Die reic Elternvereinigung nimmt ihre Spielzeit 4 Uhr. Spiele am Sonntag, den 27. Juni, wieder regelmäßig auf. Beginn der Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof rechts, parterre, am Montag bis Freitag bon 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Bahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche denen feine Abonnementsquittung Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, Eilige Fragen trage man in der beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Verträge, Schriftstüde und dergleichen bringe man in die Sprechstunde vor. Sprechstunde mit. C. Sch. 100. Es genügt die Aufbewahrung im Hause. G. 45. 2. E. 58. Das tommt auf die Begen Herzleiden dienstuntauglich. Entscheidung des Militärarztes an. Sie werden aber wahrscheinlich höchstens für garnisondienstfähig erachtet werden. 2. G. 14. 1. Nein. 2. Ja.Rudi 1. Der Fall steht leider nicht vereinzelt da. Aber nicht in jedem alle ist die Ansehung zur Infanterie erfolgt. R. O. 30. Wegen Strankheiten der Unterleibsorgane dienstunfähig. F. 96. Einfache Harnruhr. Burückgestellt.- Mintner. Die Invalidenkarte genügt doch. .5. 11. Eine persönliche Gestellungsorder fann noch erfolgen. Und noch eingezogen wird. E. M. 16. Beantragen Sie Vollitredung beini auf die Entscheidung des Militärarztes fommt es dann an, ob der Mann Gewerbegericht. R. K. 100. Sie sind nicht verpflichtet, die Berdeutschung mitzumachen. W. B. 88. Begen Lungenleiden dienstuntanglicy. .. 47. 1. Begen Erkrankung der Unterleibsorgane zurüdgejtent. Kleine Nachrichten. Die Ehefrau M. aus der Edertstraße wurde vorgestern nachmittag von ihrer Tochter im Bodenverschlag erhängt aufgefunden. Ein Leiden veranlaßte die 75 Jahre alte Witwe M. vom Planufer Hand an sich zu legen. Die Greifin erhängte fich keine Arbeitsvermittelung für kaufmännische Angestellte. int ihrer Wohnung und war auch schon tot, als man sie auffand. Nieder- Schöneweide. 1. Nein. 2. u. 3. Ja. Das Kaufmannsgericht Charlottenburg hat in 2. E. 49. Gv. 3. Ja. Gestern vormittag sprang ein Mann vor dem Hause Gitschiner Str. 104 in den Landwehrkanal, fonnte aber noch lebend herausgeholt und seiner Gesamtsikung vom 23. Juni 1915 auf Ersuchen der Deputation für den Arbeitsnachweis unter Vorsiz des Magistrats Freireligiöse Gemeinde. Am Sonntag, den 27. Juni, vormittags nach dem Krankenhaus in der Gitschiner Straße gebracht werden. Am Grabe seiner Frau erschossen hat sich ein Bader aus der Jagow rats Dr. Landsberger und in Anwesenheit des Deputations- 9 11hr, Pappel- Allee 15-17; Neukölln, Idealpassage"; Tegel, Bahnhofstraße. Aus der Spree gelandet wurde am Tunnel in Treptow vorfißenden Stadtrats Professor Dr. Spiegel ein Gutachten über straße 15, und Ober- Schöneweide, Klaraftr. 2: Freireligiöse Borlesung. Bormittags 11 1hr, Kleine Frankfurter St. 6: Vortrag des Herrn die Leiche eines unbekannten Mannes von etwa 25 Jahren. Der die Errichtung einer Abteilung für faufmännische Angestellte" bei als Gäfte willkommen. Extrunkene ist etwa 1,60 Meter groß und schwächlich gebaut, hat dem städtischen Arbeitsnachweis erstattet. Das Kaufmannsgericht. Rotter:" Der Darwinismus und der Weltkrieg." Damen und Herren dunkelblondes Haar und einen Anflug von Schnurrbart und Charlottenburg empfiehlt nicht die Errichtung einer derartigen trug eine Weste, eine dunkel gestreifte Hose, Abteilung. schwarze einer Nadel des Deutschen Lufts eine schwarze Krawatte mit Aenderung der Miets- Unterstützungen in Tempelhof. schifferverbandes, graue wollene Strümpfe und schwarze Schnürschuhe. Bei der in der lezten Sigung der Gemeindevertretung geAus Liebesgram versuchte am gestrigen Freitag die 15 jährige Tora K., die mit ihrer Mutter in einem Hause in der Golzstraße forderten Neubewilligung von Mitteln für die Mietsunterstützung abends 8 Uhr, bei Gieste, Stopenider Ste. 62. V. Abteilung: Freitag, wohnt, sich mit Leuchtgas zu vergiften. Ein hinzugerufener Samariter( 100 000 m.) beantragte die Unterstützungskommission, die Beschlüsse den 2. Juli, Neukölln, Weichselstr. 8( Ideal- Passage). Solonne Reinidendorf Rosenthal: Montag, den der Feuerwehr stellte bei der Leblojen mit dem Sauerstoffapparate bom vorigen Jahre dahin abzuändern, daß die mehrfache Staffelung Die in bezug auf die Kinderzahl aufgehoben werde. Vom 1. Juli 28. Juni, und Donnerstag, den 1. Juli, abends 8%; Uhr, bei Anders, Wiederbelebungsversuche an, die schließlich von Erfolg waren. ab sollen 3 M. bei einem Kinde und 4 M. bei mehreren Hauptstr. 52. Lebensmüde wurde in das Schöneberger Krankenhaus geschafft. Allgemeine Kranken- und Sterbekane der Metallarbeiter ( V. a. G.) Hamburg. Filiale Berlin 7. Montag, den 28. Juni, abends 8 1hr bei Bleschte, Pafewalter Str. 3: Mitglieder Versammlung. Kaffenbericht. Wahl der Ortsverwaltung. Arbeiter Samariterbund. Lehrstunden haben nächste Woche: Kolonne Berlin, I. und IV. Abteilung: Montag, den 28. Juni, Erdbeeren Pfund 48 Pl. Kirschen Pfund 28 Pf. süss Stachelbeeren Pfund unreif 28 Pf. Johannisbeeren Pfund 35 Pf. A.Jandorf& C Spittelmarkt Belle- Alliancestr. Grosse Frankfurterstr. Brunnenstr. Kottbuser Damm Wilmersdorferstr. Lebensmittel Wurstwaren Mettwurst nach Braunschweiger Art Pfund Art 2.10 Knoblauchwurst....... Pfund 2.10 Landleberwurst( Pommersch, Art) 1.30 Cervelatwurst........... Pfund 2.35 Rot- od. Zwiebelwurst... Prand 1.00 Flundern Bücklinge. Sardinen Pfund 40 Pt. 3 Stück 20 Pf. Dose 48 Pt. Edamer Käse.......... Prand 1.05 Limburger Käse........... Pfund 85 Pt. Spitz- Käse......... 3 Stück 20 Pt. Verkauf nicht an Wiederverkäufer Nicht am Spittelmarkt Zusendung ausgeschlossen FRISCHES FLEISCH mit Knochen... Schmorfleisch Roastbeef mit Knochen. Kalbsvorderfleisch Kalbskeule Kalbsrücken im Ganzen... im Ganzen... Gulasch oder Gehacktes Neue Kartoffeln 20 PL. Pfund Matles- Heringe St. 12,15,20 Pf. Himbeer- od. Kirschsaft Flasche 1.25 Margarine Pfund 1.10 Gemüse Obst Schoten Mohrrüben Kohlrabi Pfund 1.15 Gurken 1.10 .... Pfund ... Pfund 1.10 1.20 .... Pfund .... Pfund 1.20 Pfund 95 pt. Pf. * Pfund 35PL 3 Bund 20 Pt. Mandel 20Pf. Stück 18, 25Pf. Wirsingkohl............ Kopf 20, 23PL. Blumenkohl Kopf 25, 35Pf. Salat.......... Kirschen Bauer. -Pfund- Paket 3 Köpfe 10Pt. Pfand 33 Pf. Kaffee frisch gebrannt 65, 70, 75 Pt. Puddingpulver leleht gefärbt... Pack 10Pf. 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Fleischermeister für Sonntagsruheverlängerung. gegenwärtig stark verbreiteten Ueberstundenunwesen ein Ende ge-| Widerspruch des Vorstandes geidheitert. Die unzufriedenen Mitglieder, macht wird. Wie mitgeteilt wurde, zeichnet sich der Betrieb von die sich schon früher zu einer Selbstverwaltung zusammengeschlossen Moldenhauer hinsichtlich der Ueberstunden sehr ungünstig aus. Es hatten, haben nun auf einer fürzlich abgehaltenen Tagung ihren soll in diesem Betriebe nichts Seltenes sein, daß täglich 12 bis aus dem Bunde ausgestoßenen Führern erneut das Vertrauen aus 15 Stunden, in einzelnen Fällen sogar 17 Stunden gearbeitet wird. gesprochen und sie mit der Gründung einer neuen Drganisation beEin Arbeiter soll mit 103 oder gar mit 106 Stunden in der Woche auftragt, falls der eingangs erwähnte Einigungsversuch wiederum Daß viele Fleischermeister keine Freunde und Anhänger von den Rekord erreicht haben. Gegen diese kolossale Ueberschreitung erfolglos bleiben sollte. Da diese Vorausseßung jetzt leider einfozialpolitischen Fortschritten sind, ist bekannt. Sie waren es haupt- der tariflichen Arbeitszeit soll, wenn andere Mittel nicht helfen, getroffen ist, wird man die neue Bersplitterung der Technikerfächlich, die sich derzeit gegen die Einführung der Sonntagsruhe die Schlichtungskommission angerufen werden. Ferner wurde die bewegung, so bedauerlich sie ohne Zweifel auch ist, wohl als Tatund gegen den früheren Ladenschluß an Wochentagen sträubten, flärt. Einige Betriebe zahlen bereits eine Kriegszulage, die aber dem Namen„ Bund der technischen Angestellten" ins Leben getreten. und gegen den früheren Ladenschluß an Wochentagen sträubten, allgemeine Gewährung einer Teuerungszulage für notwendig er- fache binnehmen müssen. Die neue Organisation ist inzwischen unter Protestversammlungen abhielten und Petitionen an die maßgebenden wegen der jetzigen Teuerungsverhältnisse nicht ausreichend ist. Es unseres Wissens ist dies der erste Fall, daß durch den Krieg die Behörden sandten. Biele Fleiſcherinnungen erstreben jezt noch die wurde den Arbeitern der einzelnen Betriebe anheimgestellt, die Spaltung eines Berufsvereins hervorgerufen worden ist. Aufhebung des gesetzlichen Verbots der Beschäftigung von Lehr- Gewährung einer angemessenen Teuerungszulage bei ihren Arbeitlingen unter 16 Jahren an Sonn- und Feiertagen in Betrieben mit gebern zu beantragen. Da die Geschäftslage günstig ist und arelementarer Kraft. Der Berliner Polizeipräsident hat Anfang dieses beitslose Modelltischler fast gar nicht vorhanden sind, kann er Jahres sogar die Bestimmung erlassen, daß Gesellen und Lehrlinge wartet werden, daß die Arbeitgeber diesem berechtigten Wunsch der über 16 Jahre im Fleischergewerbe an Sonn- und Feiertagen von Arbeiter Rechnung tragen. 7 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags beschäftigt werden können. Die Praris zeigt längst, daß diese Bestimmung überflüssig ist und nur den sogenannten„ Murksbuden" zugute kommt, wo es schon an Wochentagen nicht spät genug mit dem Arbeitsschluß werden kann. Da darf es wohl als anerkennenswert bezeichnet werden, daß biele Fleischereien in Berlin jetzt folgendes Plakat aushängen: ,, Während der Sommermonate ist Sonntags das Geschäft nur vormittags von 7-10 Uhr geöffnet." Diese Geschäftsinhaber treten also jezt auch für weitgehendste Sonntagsruhe ein, in der Erkenntnis, daß es gar nicht nötig ist, das Geschäft in der Mittagszeit nochmals zwei Stunden offen zu halten. Ein Fleischerineister schreibt darüber in einer Fleischerzeitung unter anderem: " Die ersten Feiertage zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten geben den Beweis, daß es auch ohne diesen Verkauf von 12 bis 2 Uhr geht...“ Jetzt werden sich die Berliner Fleiſchermeistervereine und auch die Innung mit dieser Frage beschäftigen und hoffentlich selbst ernsthaft für erweiterte Sonntagsruhe eintreten. Die Beschäftigten im Fleischergewerbe haben alle Ursache, mit allem Nachdruck für Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen auch auf diesem Gebiet einzutreten. Die Konsumenten fönnen dabei sehr fördernd mitwirken, wenn sie ihre Einkäufe in den Vormittagsstunden erledigen, und vor allem dürfte der Berliner Polizeipräsident erkennen, daß die Beibehaltung seiner Bestimmung nicht nötig erscheint. Die Eisenformer beschäftigten sich am Donnerstag mit der gegenwärtigen Lage. Die Arbeit läßt allmählich nach. Es find darum die Verhältnisse für die Former in Berlin nicht besonders günstig. Immerhin sind noch keine Zustände eingerissen wie vielerorts in der Provinz. Es hat vor einigen Wochen eine Konferenz jener Orte, die Granaten herstellen, stattgefunden, um einmal gemeinsam die Lage der Eisenformer zu besprechen. Dabei stellte es sich heraus, daß draußen an manchen Orten unliebjame Gepflogenheiten eingerissen sind, die es wünschenswert erscheinen lassen, dafür zu sorgen, daß sich diese Zustände nicht auch noch auf Berlin übertragen. Infolge der teueren Lebensmittelpreise find die Arbeiter in einzelnen Betrieben bereits wegen einer Teuerungszulage eingetommen. Es wurde noch mitgeteilt, daß die Frauenarbeit auch in diesem Arbeitszweig immer mehr Eingang findet. Gegen die Arbeit der Frauen würden die Arbeiter nichts einzuwenden haben, wenn sie für gleiche Leistung gleiche Entlohnung erhielten; dies ist aber nicht der Fall. Ebenso steht es mit den Jugendlichen. Was die Kernmacherei betrifft, ist die Frauenarbeit besonders Was die Kernmacherei betrifft, ist die Frauenarbeit besonders weitgehend eingeführt. Auch ist zu verzeichnen, daß die Frauen als Preisdrücker benutzt werden. In den Modelltischlereien erfolgt nach dem bestehenden Vertrage am 1. Juli eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 51 auf 50 Stunden. Gleichzeitig tritt als Ausgleich für die Arbeitszeitverkürzung eine Erhöhung des Stundenlohnes vom 79 auf 80 Pf. ein. Mit dieser Angelegenheit beschäftigte sich am Mittwoch die Branchenversammlung der Modelltischler. Es handelte sich hauptsächlich darum, daß die Arbeitszeit nun auch auf die ein. zelnen Wochentage so verteilt wird, wie es im Vertrage vorgesehen ist, und feinen Sonderwünschen einzelner Betriebe, welche die Ginheitlichkeit der Arbeitszeit durchbrechen würden, Rechnung ge tragen wird. Insbesondere soll dahin gewirkt werden, daß dem Todes- Anzeigen J. Baer Badstr.26 Ecke Deutscher Holzarbeiterverband. Elegante Anzüge in Gr. Stofflager z.eleg. Maßanfertigung Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Julius Jabs Neukölln, Lichtenradener Str. 9, im Alter von 57 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 27. Juni, nach mittags 3 Uhr, von der Halle des Jerusalems- Kirchhofes, Neutölln, Hermannstraße, aus statt. 84/19 Die Ortsverwaltung. Am 18. Mai fiel im Stampfe für das Baterland auf dem Kriegs schauplaze unser wertes Mitglied, der Schriftgießer Otto Eschenfeld im Alter von 25 Jahren.[ 19376 Ehre seinem Andenken! Der Vorstand des Vereins der in Schriftgießereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins. Den Heldentod fürs Baterland starb in treuer Pflichterfüllung unser einziger, innigftgeliebter Sohn, Schwiegersohn, mein heißgeliebter Bräutigam, derkaufmann Willi Rau Gefr. aft. Garde- Schüßen- Bat. im Alter von 26 Jahren. In tiefem Schmerz Paul Rau nebst Fran als Eltern, Käthe Stegmund als Braut. Berlin- Wilmersdorf, 22. Juni 1915 Uhlandstraße 108. 33A jeder Preislage. Forderungen der Damenhutmacher. Ein Störer des Burgfriedens. Eine Firma J. Scholz in Liebertwolfwig bei Leipzig fertigt Geschoßkörbe für die Heeresverwaltung an und beschäftigt dabei eine größere Anzahl Arbeiterinnen, meistens Kriegerfrauen, die bei der geringen Kriegsunterstützung auf Beschäftigung und Verdienst anDen Arbeiterinnen werden 14 bis 17 Bf. Stundengewiesen find. lohn gezahlt, was bei sechzigstündiger Arbeitszeit einen Wochenverdienst von durchschnittlich 9,36 M. ergibt. Wenn man bedenkt, daß die Lieferungsbedingungen der Heeresverwaltung mindestens den doppelten Lohn rechtfertigen und viele Konkurrenzfirmen auch tatfächlich das Doppelte zahlen, darf man wohl mit vollem Recht von einer Ausnugung der Notlage dieser Arbeiterinnen reden. Der Verband der Hut- und Filzwarenarbeiter hat dem Verband der Berliner Damenhutfabrikanten vor einigen Wochen das Ersuchen unterbreitet, die Akkord- und Zeitlöhne der Arbeiter und Arbeiterinnen um 25 Proz. zu erhöhen. Die Forderung wird mit der gegenwärtigen Teuerung der Lebensmittel begründet. Darauf hat der geschäftsführende Ausschuß des Fabrikantenverbandes geantwortet, er sei nicht in der Lage, die Wünsche der Arbeitnehmer Die Arbeiterinnen schlossen sich nun zusammen und beauftragten seinen Mitgliedern zu unterbreiten, da der augenblickliche Mange! an gelernten oder geübten Arbeitskräften in zahlreichen Fällen die Leitung des Holzarbeiterverbandes, dem Unternehmer die ForBeſtſebung der Löhne nur nach den jeweiligen Leistungen statt handeln. Doch damit tamen fie bei dem Herrn schön ani er bolde einen Ersatz durch ungelerntes Personal benötigt und deshalb die derung einer Lohnerhöhung zu unterbreiten und mit ihm zu berfinden könne. Es müsse deshalb den Fabrikanten auch gegenüber natürlich mit dem Verband nichts zu tun haben und verbat es sich, gelernten Arbeitsträften anheimgegeben werden, die Löhne in daß andere in seine Angelegenheiten" hineinredeten. Trogdem tam freier Vereinbarung mit den Arbeitnehmern festzusehen. Diesen fo etwas wie eine Verständigung zustande. Am nächsten Babl Standpunkt hat der Verband der Sutarbeiter in einem Schreiben tage wurden die Stundenlöhne um vier bis fünf Pfennig Man kann sich denken, mit welcher Freude diese an den Vorsitzenden des Fabrikantenverbandes als bedenklich be- erhöht. zeichnet und ihn nochmals ersucht, seinen Mitgliedern die Wünsche Lohnerhöhung, die im Durchschnitt 2,70 m. wöchentlich ausmachte, der Arbeiter zu unterbreiten. Darauf erfolgte die Antwort, der von den Arbeiterinnen begrüßt wurde. Auch zeigte der Vorgang Ausschuß fönne seinen Standpunft nicht ändern, es verstehe sich von den vielen Nichtorganisierten, wie wertvoll der Zusammenschluß im selbst, daß berechtigte Anforderungen der Arbeitnehmer möglichst Verband ist, und sie zogen ihre Lehren daraus. erfüllt würden. Seiten Das beranlaßte den Unternehmer, andere Seiten aufzuziehen. Er ließ die Arbeiterinnen einzeln ins Kontor tommen, um sie wegen ihrer Verbandszugehörigkeit zur Rede zu stellen. Und er genierte fich nicht, alle diejenigen fofort zu entlassen, die nicht gleich wieder aus dem Verband austreten wollten. " Ausland. Gelbe im amerikanischen Bergbau. Am Donnerstag nahm eine Mitgliederversammlung des Verbandes der Hut- und Filzwarenarbeiter Stellung zu dieser Angelegenheit. Infolge der Haltung, welche die Leitung des Fabrifantenverbandes einnimmt, ist es nicht möglich, au einer Verein barung zwischen den beiderefitigen Organisationen zu kommen. Es bleibt den Arbeitern also kein anderer Weg, als mit ihren Forde rungen an die einzelnen Fabrikanten heranzutreten. Eine Vers besserung ihres Einkommens, sei es in Form einer Lohnerhöhung oder einer Teuerungszulage, halten die Arbeiter für unbedingt Wie die Bergarbeiter- Zeitung" dem„ Miners Magazin" vom nötig. Wenn die Zulage auf 25 Proz. der bisherigen Löhne be- 5. Mai entnimmt, sind die Werksbefizer" im Bezirke der Western messen wird, so werden damit die Mehrausgaben, welche die jetzi- Federation of Miners( Westlicher Verband der Bergarbeiter) dabei, gen Lebensmittelpreise den Arbeitern auferlegen, noch lange nicht gelbe Werkvereine„ ins Leben zu rufen". Charles H. Moyer, der gedeckt. Auf Empfehlung der Lohnkommiffion beschloß die Ver- von der kapitalistischen Justiz des freien Amerita" schwer missammlung einstimmig, daß die Forderung einer Lohnaufbesserung handelte Borsigende des westlichen Bergarbeiterverbandes, enthüllt von 25 Proz. am 1. Juli in allen Betrieben, wo die Arbeiten für im„ Miners Magazin" den wahren Charakter der Gelben. Sie nennen die Wintersaison schon begonnen haben, vorgelegt wird. fich zur Abwechselung Independent Unions"( Unabhängige Vereine; in England nennen sie sich Free Labour Unions", Freie Arbeiterbereine), um damit von der sogenannten Gewerkschaftssklaverei abzurüden. Moher weist nach, daß der westliche Bergarbeiterverband eine so freie, demokratische Verfassung habe, daß sich im Rahmen Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat die General derselben jeder Berufsgenoffe betätigen könne, wenn er ernstlich auf tommiffion in Verbindung mit dem Bureau für Sozialpolitit noch die Vertretung der Arbeiterinteressen bedacht sei. Die sogenannten einen legten Versuch gemacht, um das drohende Auseinanderfallen unabhängigen Unions" feien aber auf Betreiben der Arbeiterdes Bundes der technisch- industriellen Beamten zu verhüten. Der ausbeuter( Employers) entstanden, um die Arbeiter zu zersplittern. Borstand des Bundes hat aber jedes Verhandeln abgelehnt. Die namentlich um den Werksherren bei Streits und Aussperrungen Ursache des bedauerlichen Konflikts bildet bekanntlich der Beschluß zu helfen. Neu feien solche Schutzvereine für die Unternehmer in fügung der arbeitslosen oder gemaßregelten Mitglieder aufzuheben westliche Bergarbeiterverband( der mit dem großen Bunde der Kohlender Bundesleitung, während des Krieges die fagungsgemäße Unter- Amerika nicht, ihre Bedeutung müsse lokaler Natur bleiben. Der und nur die nachweislich bedürftigen Stollegen aus einer durch frei bergleute Ameritas ein brüderliches Bündnis abschloß) sei und müsse willige Sammlungen zusammengebrachten Kriegsspende zu unter- bleiben die Einheitsorganisation der Berufsgenossen in ftügen. den Verbandsbezirken. Deutsches Reich. Zum Streit der Techniker. Aus Industrie und Handel. Der nach achtmonatiger Kriegsdauer einberufene Bundestag, über den wir seinerzeit ausführlich berichtet haben, hat statt der Verständigung nur noch eine weitere Verschärfung der Gegenfäße gebracht, da die Mehrheit des Bundestages die beschriebene Aufhebung der Sagungsbestimmungen guthieß und die Führer der Opposition ausschloß, obwohl diese den von ihnen begangenen Disziplinbruch freiwillig zugaben. Wie das Correspondengblatt" mitteilt, haben die den Verhandlungen beiwohnenden Vertreter Die Zuderfabrik in Nimburg( Böhmen) zahlt ihren Aktioanderer Gewerkschaften damals bereits den Verfuch gemacht, eine nären auch in diesem schweren Jahre 50 Proz. Dividende. Da Einigung herbeizuführen. Dieses Bemühen ist aber ebenfalls an dem muß der Buder freilich teurer werden. Honig selbst bereiten Ein füßer Profit. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin N 54, finirufft. 83-85. 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