Ur. 182. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerandst Bierteljährl. 3,30 ML, monatl 1,10 ML, wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 fg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2.50 Marl, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Cricheint tägilds. Vorwärts Berliner Volksblatt. 32. Jahrgang. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 60 Bfg., für politische und gewertschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Hnzeigen", das fettgedrudte 28ort 20 Bfg( aulaffig 2 fettgedrudic Worte), jedes weitere Bort 10 Pig. Stellengefuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm dresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplag, Nr. 151 90--151 97. Sonntag, den 4. Juli 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Weitere Erfolge zwischen Weichsel und Bug. Ein Seegefecht in der Ostsee.| Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Berlin, 3. Juli.( W. T. B.) Auf der Rücklehr von einer Vorposten stellung traf am 2. Juli, gegen 6 Uhr morgens, ein Teil unserer leichten Ostseestreitkräfte, die ihrer Aufgabe gemäß in aufgelöster Ordnung fuhren, zwischen Gotland und Windau bei strichweise unsichtigem Wetter auf russische Panzerkreuzer. Es entspannen sich Einzelgefechte, in denen unsere schwächeren Streitkräfte versuchten, den Gegner in den Bereich der Unterstützungen zu ernsterem Kampf zu ziehen. Im Verlauf dieser Einzelgefechte vermochte S. M. S. „ Albatros" nicht den Anschluß an die eigenen Streitkräfte wiederzugewinnen. Nach zweistündigem schweren Kampfe gegen vier Bauzerkreuzer, die mit der Beschießung auch innerhalb der schwedischen Hoheitsgewässer fortfuhren, mußte das Schiff infolge zahlreicher Treffer in sinkendem Zustande bei Oestergarn auf Gotland auf den Strand gesetzt werden. Es hatte 21 Zote und 27 Verwundete, deren sich die schwedischen Behörden und Einwohner in menschenfreundlichster Weise annahmen. Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes gez. Behnde. Einzelheiten über das Gefecht. unBeStockholm, 3. Juli.( W. T. B.) Nach allen eingetroffenen Meldungen über die Seeschlacht an der Küste von Gotland fämpfte die Albatros" gegen eine große Uebermacht heldenmütig. Schwer beschädigt suchte das Schiff mit forcierter Fahrt unter lebhaftem Feuerwechseln mit den Verfolgern sich unter der Küste von Gotland in Sicherheit zu bringen. Aber die Russen setzten, bekümmert um das schwedische Seegebiet, die schießung fort und fügten dem Schiff, nach Aussage deutscher Matrosen, gerade auf dem neutralen Seegebiet die schwersten Schäden zu. Granaten schlugen auf den Strand, so daß die schwedische Bedienungsmannschaft des Destergarnfeuers hinter einem Berge Deckung suchen mußte. Hundert Meter vom Strand lief das Schiff auf und liegt dort mit ſtarter Schlagfeite. Die deutsche Flagge im Topp auf den Hintermast, während der Vordermast fortgeschossen war. Als das Schiff auflief, spielte die Musikkapelle an Bord die deutsche Nationalhymne, die Besagung brachte Hurrarufe aus, froh, der russischen Gefangenschaft entronnen zu sein. Das Schiff bot einen schaurigen Anblick mit seinen Toten und Verwundeten. Eine Granate war in dem Operationsraum des Schiffes geplagt, wobei zehn Verwundete getötet und der Schiffsarzt tödlich verletzt wurde. Von allen Seiten strömte die Bevölkerung herbei, um nach Möglichkeit zu helfen und die Verwundeten auf weichen Sand zu betten. Es war rührend, zu sehen, wie die alten Fischerfrauen die ungewohnten Krantendienste zu leisten versuchten. Dann kamen Aerzte und Pflegerinnen in Automobilen. Trotz der furchtbaren Verlegungen hörte man feinen Schmerzenslaut, still und ruhig, mit 8igarren oder Zigaretten im Munde, warteten die Verwundeten ab, bis die Reihe an sie fam. In Roma, wohin die Verwundeten geführt wurden, fanden sie sorgfältige Pflege. " Am Mittag wurde an Bord des Albatros" eine kurze Totenfeier gehalten. Dann entließ der Stommandant die Befagung. Hurras erklangen auf Deutschland und den Kaiser, worauf die Flagge gestrichen wurde. In Fischerbooten wurden die Toten, in deutsche Striegsflaggen gehüllt, an Land gebracht und abends unter militärischen Ehren auf dem Friedhofe beigesezt. Der Kommandant ersuchte die Behörden, das Schiff und die Besatzung zu internieren, worauf sofort ein Internierungslager in Roma eingerichtet wurde. Dorthin wurden heute die 190 Ueberlebenden von der Besatzung übergeführt. Sieben Offiziere werden bei Familien des Ortes einquartiert. ein Stocholm, 2. Juli.( W. T. B.) Aus Anlaß der Tatsache, daß deutsches Kriegsfahrzeug von russischer Seite innerhalb der schwedischen Zone bei Destergarn auf Gotland beschossen worden ist, ist der schwedische Gesandte in Petersburg beauftragt worden, gegen diese Verlegung des schwedischen Territoriums und dadurch auch der schwedischen Neutralität zu protestieren. Militärkommandant von Gotland und der Oberpräsident berichten, daß Maßnahmen zur Internierung des besagten Fahrzeuges, das bei Kuppen gestrandet ist, getroffen worden seien. Eine Division Torpedobootszerstörer hat Befehl erhalten, nach diesem Drt abzugehen. Der Amtlich. Großes Hauptquartier, den 3. Juli 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplah. Die Franzosen griffen in der Nacht unsere Stellungen nordwestlich von Souchez an. Der Angriff wurde abgewiesen. Bei Les Eparges mißlang ein durch Hand. granatenfeuer und Stinkbomben vorbereiteter französischer Angriff. Die vorgestern auf dem Hilfen first eroberten Werke gingen gestern wieder an den Feind ver. Ioren. Deftlicher Kriegsschauplah. Nichts von Bedeutung. Südöstlicher Kriegsschauplah. Nördlich des Dujestr dringen unsere Truppen unter Verfolgungskämpfen über die Linie Marjam. pol- Narajow- Miasto gegen den 3lota Lipa Abschnitt vor. Sie haben den Bug ab. wärts von Kamionka Strumilowa bis unterhalb Krylow an vielen Stellen erreicht und sind auch in nördlicher Richtung zwischen Bug und Weichsel in flottem Vorschreiten; die Niederungen der Lubanka und des Por find, trotzdem der Gegner an einzelnen Stellen noch hartnäckigen Widerstand zu leisten versuchte, nunmehr in unserer Hand. Auch am Wyznica- Abschnitt zwischen Krasnik und der Mündung faßten deutsche Truppen auf dem Nordufer Fuß. Zwischen linkem Weichselufer und der Pilica ist die Lage im allgemeinen unverändert, ein russischer Gegenstos südwestlich von Radom wurde abgewiesen. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalitabsbericht. Wien, 3. Juli.( W. Z. B.) Amtlich wird verlauthart: 3. Juli 1915, mittags. Russischer Kriegsschauplatz. In Ost galizien dringen die verbündeten Truppen in der Verfolgung östlich Halicz und über die Narajowka vor und sind nördlich anschließend in erfolgreichem Angriff auf die Höhen östlich Janczyn. Am Bug ist die Lage unverändert. Zwischen Weichsel und Bug dringen die verbündeten Truppen unter heftigen Kämpfen stetig vor. Zamosc wurde erstürmt, westlich hiervon wurden die Russen überall über die Por- Bach- Niederung, die in unserem Besitz ist, zurüdgeworfen, der Uebergang über den Bach an mehreren Stellen erkämpft. Destlich Krasnik, um das noch gekämpft wird, wurde Studzianki genommen; ebenso ist westlich Krasnik der Ort Wysnica erstürmt, auch hier ist der Feind vom Südufer der Wysnica überall zurückgeschlagen und nördlich des Baches schon aus einigen Stellungen geworfen. Am Borbach und bei Krasnik wurden gestern 4800 Gefangene und drei Maschinengewehre eingebracht. Westlich der Weichsel Geschützkampf. Italienischer Kriegsschauplak. Der geftrige Tag brachte den Italienern an der Küsten= ländischen Front cine neue Niederlage. Nach vergeblichen Vorstößen bei Sagrado und Polazzo begann gegen Abend wieder ein von mindestens zwei Infanteriedivisionen geführter Angriff gegen den Abschnitt des Doberdo- Plateaus von Polazzo bis zum Mt. Cosich. Unsere kampfbegeisterten Truppen schlugen den Feind, wie immer, überall zurück. Seine Verluste waren auch gestern schwer. Gegen den Görzer Brüdentopf südwestlich des Monte Sabotino angesezte feindliche Angriffe wurden gleich falls blutig abgewiesen. An der Kärntner Grenze wurde in den letzten Zagen um den Großen Pal( öftlich des Plödenpasses) gekämpft. Der Berg blieb schließlich in unserem Befit. Im Tiroler Grenzgebiet fanden stellenweise Geschüßkämpfe statt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes von Hoefer, Feldmarschalleutnant. Das Balkanrätsel. " Der Vierverband hat gehofft, daß die Intervention Italiens die zaudernden Balkanstaaten zur sofortigen Teilnahme am Weltkrieg veranlassen werde. Der moralische Eindruck der Zurückdrängung der Russen in Galizien hat aber den kriegerischen Enthusiasmus besonders in Rumänien gedämpft. Der frühere konservative Minister Arion hat in einer in Jassy gehaltenen Rede diesem Gefühl offen Ausdruc geliehen und der Corriere della Sera" bestätigt, daß die große Mehrheit in Bukarest denkt und spricht wie Arion". Die fritische militärische Lage hat die Mächte des Vierberbandes zu den stärksten diplomatischen Anstrengungen angespornt. Die Reise des Reichskanzlers und des Staats. sekretärs des Auswärtigen nach Wien zeigen, daß auch Deutschland nicht müßig bleiben und eine gemeinsame Attion der Mittelmächte einleiten will, um einige schwankende und zögernde Balkanstaaten zu gewinnen. Besonders lebhaft sind die Bemühungen des Vierverbandes um Rumänien und Bulgarien. Reservierter ist seine Haltung gegen Griechenland geworden, das durch das Gefühl der Isolierung eingeschüchtert werden soll, nachdem alle lockenden Versprechungen vorläufig vergeblich gewesen sind. Mit der rumänischen Regierung verhandelt Rußland allein, wenn ihm auch die Vertreter seiner Bundesgenossen in Bukarest, besonders der französische Ge fandte Blondel, alle Hilfe leisten. Die russische Regierung soll angefragt haben, ob Rumänien marschieren wolle, wenn Rußland alle seine Wünsche erfülle. Nach dem„ Corriere della Sera" hat Bratianu offenbar ausweichend am 19. Juni geantwortet. Das italienische Blatt läßt sich den rumänischen Ministerpräsidenten von einer berantwortlichen Persönlichkeit“ also schildern: Man darf an dem redlichen Willen und Wunsch Bratianus zu marschieren, nicht zweifeln. Aber Bratianu fann nicht über die öffentliche Meinung hinweggehen, die unter dem Eindruck der russischen Niederlage in Galizien steht." " Dagegen hat der Vierverband gemeinsam in Sofia eine Note präsentiert, von der der„ Corriere della Sera" triumphierend berichtet, daß sich Rußland, England und Frankreich über ihren Inhalt monatelang nicht einigen konnten, daß sie aber kurze Zeit nach der Inter bention Italiens der bulgarischen Regierung überreicht worden ist. Gefordert wird die Teilnahme Bulgariens am Kriege gegen die Türkei, als Lohn die Enos- Midia- Linie und die Abtretung eines Stüdes von Mazedonien versprochen. Die bulgarische Regierung hat abgelehnt. Darüber bringt der„ Corriere della Sera" prägnante und wohlinformierende Erklärungen eines Sofioter Politikers:„ Der Vierverband hat Bulgarien ein begrenztes Stück von Mazedonien angeboten, borausgesetzt, daß Serbien ein entsprechendes Entgelt erhalte, ohne aber zu sagen, welches. Klärlich kann aber kein Volt ohne Kenntnis seiner wirklichen Aussichten in einen Krieg eintreten. Und im besonderen: Welche Gebiete muß Serbien bekommen, damit es einen entsprechenden Entgelt" erhält? Wenn ein kleines Stück zu den von Serbien als entsprechend erachteten Kompensationen fehlte, fäme Bulgarien nicht in die Gefahr, um die Früchte seiner Anstrengungen betrogen zu werden? Italien hat sich zum Striege erst nach vollständiger Anerfennung seiner Rechte und der genauen Grenze seiner fünftigen Eroberungen entschlossen. Es kann Bulgarien nicht tadeln, weil es dieselben Bürgschaften verlangt. Es ist wahr, daß Bulgarien genaue und bestimmte Stompensationen gegen die Türkei erhalten hat, aber die bulgarischen Ansprüche gegen die Türkei haben einen sekundären Charakter. Die eigentlichen Absichten des bulgarischen Volfes gehen auf Mazedonien, das das eigentliche Ursprungsland der nationalen Renaissance ist. Wenn die Bulgaren Krieg führen, führen sie einen Befreiungstampf, will sagen, einen Kampf um Mazedonien.. In Sofia hegt man die Hoffnung, daß der klare und bewegliche Geist der italienischen Diplomatie innerhalb des Vierverbandes solche Ueberzeugungen weden werde." Damit ist an das eigentliche Problem gerührt! Der Eintritt Italiens in den Strieg ging auf Stosten Serbiens, der Eintritt Bulgariens foll wieder auf Kosten Serbiens gehen. Kein Zweifel, daß die Nischer Politiker ungeduldig werden, daß sie fürchten, der Krieg werde ihnen trotz wahrhaft unerhörter Opfer nicht den erhofften Frieden bringen und daß sie sich durch die Besetzung Nordalbaniens, durch schleunige Schaffung bollendeter Tatsachen schadlos halten und so den lang begehrten Korridor an die Adria gewinnen wollen. Dadurch aber fühlt wieder Italien seine adriatischen Aspirationen �efäürdet und spielt gegen Serbien dessen Nebenbubler auf denr Balkan, Bulgarien aus. Daher der Jubel des „Corriere", daß Italien die Uebcrreichung der so viel Zwietracht säende» Note an Bulgarien beschleunigt habe, daher auch der Appell dcS bulgarischen Politikers an den klaren und beweg- lichen Geist der italienischen Diplomatie! Das„Rußkoje Slovo" wünscht, daß die Vierverbands- mächte den goldenen Mittelweg betreten, daß sie nämlich die -erbische Regierung zur sofortigen Abtretung eines Teiles von Mazedonien zu bestimmen versuchen, um die Sehnsucht der bulgarischen Politiker vorläufig zu befriedigen. Ueber den Rest von Mazedonien soll ein Sonderabkommen ge- schlössen werden, das seine Abtretung an die kriegerischen Er- folge Bulgariens knüpft. In keinem Fall werden die Vierverbartdsmächte müßig bleiben. Der„Corriere" läßt sich aus Roni telegraphieren: „Die Nachrichten, die aus den Balkanländern kommen, sind noch immer sehr ungewiß, widersprechen sich und ent- sprechen nicht völlig den Hoffnungen und W ü n schen des Lierverbandes. Vor allein hat seine in Sofia unternomniene Aktion nicht alle Hoffnungen er- sülli, die man auf sie gesetzt hat; doch heißt das noch nicht, daß die neuen Vorschläge der vier Regie- rungen von England, Frankreich, Italien und Rußland, deren Uebcrreichung in Sofia unmittelbar bevorsteht, kein besseres Ergebnis haben könnten. Aber Tatsache ist. daß der Schritt des Vierverbandes in Sofia von neuem die wohl- bckanntenSchwierigkeitcn der Lage auf dem Balkan gezeigt hat. Es steht auch fest, daß der Versuch des Vier- Verbandes, für Bulgarien territoriale Zugeständnisse von Serbien und Griechenland zu erlangen, in Griechenland und Serbien große Unzufriedenheit hervorgerufen hat und die hartnäckige Abneigung dieser beiden Länder gegen Konzessionen an Bulgarien immer mehr stärkt." Wie zwischen Bulgarien und Italien eine natürliche Soli- darität der Interessen gegen ein Groß-Serbien besteht, s o zwischen Italien und Rumänien gegen die russischen Wünsche, das Schtvarzc Meer zn einen: russischen Binnensee zu machen und die Andreasflagge auf den schlanken Minarets der Hagia Sophia zu hissen. In Bukarest wurde dem Korrespondenten des„Corriere" von einen: der bedeutendsten Polkswirtschaftler Rumäniens und Führer der liberalen Partei gesagt:„Das Problem der Grenzen, die dem neuen Rumänien nach unverrückbaren Grundsätzen der strategischen Sicherheit und nationalen Ge- schlossenheit gehören werden, das Probien: derDonau- Mündungen und der Freiheit' der Darda- u e l l e n— das sind unsere drei Lebensfragen, die lösen zu helfen ein wertvolles Werk der so gewandten und versöhnlichen italienischen Diplo- matte sein wird." In Bulgarien ein Appell an den klaren und beweglichen Geist der italienischen Diplomatie zur Hilfe gegen Serbien, in R u m ä n i e n ein Appell an die gewandte und versöhn- liche italienische Diplomatie zur Hilfe gegen Rußland! Es wäre unsäglich töricht, daraus auf eine Sprengung des Vier- Verbandes schließen zu wollen. Sicher ist nur, daß gerade durch das Eingreifen Italiens dem russischen Einfluß ein Gegen- Kewicht gehalten wird._ westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris, 3. Juli.(W. T. 23.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag: Während der ganzen Nacht au vielen Stellen der Front lebhafte Kanonade, besonders im Gebiet von W o c st c>:(nordwestlich Apern), S o u ch e z, Verneuil(nördlich der AiSne). Nach heftigem fortgesetztem Bombardement fand gegen 2 Uhr ein Angriff feindlicher Grenadiere gegen unsere Stellungen auf dem Wege Ablain— Angrcs, nördlich der Straße nach Bisthune statt. Dieser Angriff scheiterte vollständig. In der Nähe von La B o i s s e l l e zerstörte eine unserer Minen die vorgeschobenen Arbeiten der feindlichen Organi- satton. In den Argonnen dauerte der Kampf sehr heftig an. Es wurde ein Angriff mittels großer Minen- werfer, welche Erstickungsgeschosse schleuderten, unternommen. Dieser Angriff wurde gleichfalls zurückgewiesen. Ebenso lief Meldung ein von einem feindlichen Versuch am O u a r t- e n- Reserve(Le Protrewald), dem eine heftige Ar- tillerievorbereitmig vorausgegangen war. Der Versuch wurde durch unser Jnfanteriefeuer zurückgewiesen. Paris, 3. Juli.(W. T. 23.) Der amtliche Bericht von gestern abend besagt: Auf der ganzen Front von der User bis zu den Argonnen meldet man nur Artillcrie- kämpse. Besonders im Gebiete von Ouennevisres bis zu den Argonnen unternahm der Feind nach sehr hef- ngcm Bombardement heute früh einen neuen allgemeinen Augriff zwischen der Straße Binarville— Blanteuil. Nach besonders erbittertem Kampf, der an verschiedenen Stellen bis zun: Handgemenge ging, wurden alle unsere Stellungen behauptet. � Gestern abend unternahmen die Deutschen nach einer äußerst starken Artillerievorbereitung eine Reihe von Angriffen gegen unsere Stellung am H i l s e n- first, von denen die beiden ersten zurückgewiesen wurden. Ein dritter konnte in unseren Werken Fuß fassen. Ein Gegen- angriff erlaubte uns heute früh, alle unsere Stellungen z u- r ü ck z u e r o d e r n. Der Feind fährt fort, sie mit Erbitterung zu beschieße». Vie englischen Verluste. London, 3. Juli.(W. T. B.) Die Verlustliste von gestern enthält die Namen von 37 Offizieren und 629 Mann. vie Dum-vum-vorwürfe. Berlin, 2. Juli.(W. T. B.) Die„N o r d d e u t s ch e A l l g e- meine Zeitung" schreibt unter dem Titel:„Eine englische Verdrehung der Tatsachen". Im Londoner„D a i l Y T e l e g r a p h' vom 11. März ISIS findet sich mit der U-berschrfft„Welch. spitzige G e s ch o s s e" ein Aufsatz folgenden Inhalts: Die Beweise, daß die Deutschen die internationalen Ab- machuirgcn verletzen, häufen sich. Die Türken sind ein williges Werkzeug in den Sauden der Deutschen; denn sogar die ottomani- fchen Truppen müssen sich aus Berlin das Material holen, um den «irieg unmenschlich zu führen. Die Munition, die in den Kämpfen am Suezkanal am 2. und 4. Februar benutzt wurde, trug größten, teils den türkischen Halbmond, und war die gewöhnliche, deren man sich in der Armee bedient. Unter den eingeborenen indischen Truppen, die in ärztliche Behandlung kamen, befanden sich ein oder zwei Leute, deren Wunden die Vermutung nahe legten, daß Kugeln des Dum-Dum-Typs sie getroffen hatten, und eine Ent- deckung in der Wüste bestätigte diese Ansicht. Bei einer Durch- suchung des Geländes, das die Türken auf ihrem eiligen Rückzug« durchquert hatten, fanden unsere Offiziere Tausende von Paketen mit Munition deutschen Ursprungs für Mausergowehre, die aber anscheinend zum Schießen auf großes Witd, aber nicht für Kriegs- zwecke bestimmt war. Nichtsdestoweniger war sie den Türken zu- gesandt, um ihre Munition zu ergänzen und angebrochene Patronen schachteln und Pakete besagen, daß sie gegen unsere Truppen Verwendungen gefunden haben. Sowohl Gewehr- wie Revolvergeschoffe werden nach London gesandt. Die Mauser-Gewehrpatrone hat ein Geschoß, das einiger- maßen dem ähnelt, was bei Sportsleuten unter der Bezeichnung „Tweedie" bekannt ist. ES hat vier feine Schlitze in dem Nickel- mantel, und das Blei liegt an der Spitz« frei; die Wirkung besteht darin, daß beim Aufireffen der Nickelmantel platzt und eine pilzförmige Gestalt annimmt. Die Revowerkugel besitzt einen Nickel- mantel und eine flache Bleispitzc. Die Kästen sind bezeichnet mit: „Fertige Metallpatronen" und tragen die Buchstaben„R. B. R." in einem Viereck, darunter steht„Calcutta Ausfuhrgut. Patronen für Handfeuerwaffen, I. T. Munition." Am Boden der Patronen befinden sich die Buchstaben D. W. M„ darüber die Zeichen 471 G., und der Buchstabe K ist an beiden Seiten des Iünichütchens angebracht. Der Boden der Revolverpatrone ist in ahnlicher Weise ge- zeichnet, nur trägt er die Ziffer 402. Die Buchstaben„D. W. M." bedeuten wahrscheinlich„Deutsche Waffen- und Munitionsfabriken". Soweit die Mitteilungen des„Daily Telegraph". Sein Artikel dient offenkundig der Absicht, die deutsche Regierung der Lieferung von unerlaubten: Kriegsmaterial an die Türkei zu beschuldigen. Die sofort angestellten amtlichen Ermittelungen haben folgendes Ergebnis gehabt: Die in Betracht kommenden Patronen stammen von den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken in Karlsruhe; sie sind nach- der Erklärung dieser Firma an die Firma R. B. Rodda u. Co. in Birmingham in FriedenSzeiten für Jagdzwecke geliefert worden und von Karlsruhe meistens direkt durch Vermittelung der Deutschen Hansalinic in Hamburg als Ausfuhrgut nach Kalkutta verladen worden. So sind z. B. kurz vor dem Ausbruch des Krieges vier Kisten mit solcher Munition mit dem Hansadampfer„Bärenfels" für die Firma R. B. Rodda u. Co. nach Kalkutta abgegangen. Die nach Kalkutta gelangten Pakete sind dort mit einem Etikett versehen worden, welckes die Initialen der Firma R. B. Rodda u. Co.,— und zwar R. B. R.— trägt. Die Buchstaben I. D. bedeuten wahrscheinlich eine Abkürzung von„Andian Departement". Beide Zeichen find von den Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken nicht angebracht worden. Auch hat diese Firma nach ihrer Erklärung gleiche Patronen niemals nach der Türkei geliefert. � Es handelt sich also um Munition, welche von englischer Seite nach Kalkutta und weiter geliefert worden ist und einzig und allein von den indischen Truppen vcr- wendet worden sein kann. Dieser Fall beweist aufs neue, mit welcher unverfrorenen Ent- stellung der Tatsachen die ausländischen Zeitungen gegen Deutsch- land arbeiten. *» Amtlich. Berlin, 3. Juli. fW. T. B.) Tic„Nord- deutsche Allgemeine Zeitung" meldet über Dum- Dum-Ge schösse bei den Russen: Bei der Gefangenen- Vernehmung in Johannisburg am 18. Juni ISIS sagte ein russischer Gefangener vom Regiment PreobrashenSki aus: „Ich babe gesehen, daß der Offizier nieiner Rotte, Ober- keutnant Wansotvitsch, von 15 Patronen die Spitzen avgeschniticn und diese selbst verschossen hat. Auch hat er den Soldaten bc- fohlen, das Gleiche zu tum Den Befehl des Offiziers an die Soldaten habe ich selber gehört. Darauf sah ich, daß zwei Leute die Spitzen abschnitten. Ties kann ich beschwören." Diese Aussage hat der Gefangene ohne jeglichen Zwang und ohne jede Beeinflussung freiwillig gemacht. Gegen einen amerikanischen Gerichterstatter. Berlin, 2. Juli.(W.T.B.) Tie„N o r d d e u t s ch e A l l- gemeine Zeitung" schreibt: Nochmals der Vertreter des „New Zork World", Herr Powell. Mit Herrn Powell hat sich unsere Zeitung am 6. Mai schon einmal beschäftigt. Wir lwben damals nachgewiesen, daß er über gewisse Vorgänge auf dem Marktplatz in Brüssel in so entstellter Weise berichtet hatte, daß der amerikanische Vizetonsul van H c e in Gent zu der Dar- stellung schriftlich sich dabin geäußert hatte:„Kein einziges Wort des betreffenden Artikels ist w a b r." Powell lügt also berufsmäßig. Da der französische Funken- dienst des Eiffelturms seine Berichte zur Stimmungsmache gegen Deutschland überall hin weitergibt, so ist für entsprechende Ver- breitung seiner Verleumdungen gesorgt. Wir haben hier also das Schauspiel eines amerikanischen Berichterstatters, der, im Dienste der Entente, Lügenberichtc gegen Deutschland fabriziert— zum Zwecke der Aufklärung der neutralen Leser der neutralen„World". Ein weiterer von uns aufgefangener Bericht des Eiffelturms über die Powellschen Feststellungen lautet folgendermaßen: „Alexander Powell, der als Berichterstatter des„New Dork World" nach Flandern geschickt war, hat seine KriegSeindrücke in einem„Figthing in Flandres" betitelten Werke veröffentlicht. Powell erzählt, wie er, ohne irgendeine Smpathie für einen der Kriegführenden in Belgien angekommen, durch das Schauspiel der deutschen Grausamkeiten in Belgien vollkommen für die belgische Sache bekehrt wurde. Soweit sein Zeugnis die Metzeleien von Frauen, Kindern und Greisen in Aerschot und Vilvorde betrifft, ist es vollkommen unwiderleglich. In Vilvorde im besonderen sah Powell einen Greis, den die Deutschen mit den Händen an den Balken des Daches eines Hauses aufhingen und der dann ledendig verbrannt wurde." Die gerichtliche Untersuchung, die alsbald nach dem Bekannt- werden dieses Funkspruches eingeleitet wurde, ergab auch in diesem Falle die vollkommene Haltlosigkeit der von Potoell vorgebrachten Beschuldigungen. Nachstehend seien die gerichtlichen Protokoll« über die Ver- nehmung des Bürgermeisters von Vilvorde und des Dolmetschers van Balbergh wiedergegeben: „Vilvorde, 27. April 1915. Landsturm-Balaillon Amderg. Gegenwärtig: Der Gerichtsoffizier Friedländer, Oberleutnant und Bataillonsadjutant, als Militärgerichtsschreiber Schneider, Unteroffizier. Ss erscheint vorgeladen der Bürgermeister der Stadt Vilvorde, Ziaver Buiseth, und erklärte nach Belehrung über die Bedeutung des Eides und nach Bekanntwerden des Gegenstände» seiner Ver- nehmung: Ich heiße wie angegeben, 65 Jahre alt, katholisch geboren. Zur Sache: Ich war während der ganzen Dauer des Krieges in Vilvorde anwesend. Ich habe über die deutschen Truppen in meiner Eigen- schaft als Bürgermeister von Vilvorde nicht zu kfagen gehabt. In einem Vororte von Vilvorde, H o u t h a m, sind allerdings mehrere Häuser niedergebrannt und Zivilisten erschossen worden. Dies geschah jedoch während der Kämpfe zwischen den deutschen und belgischen Truppen. Im übrigen haben die Befehlshaber der deutschen Truppen. sobald irgendeine Klage von uns einlief, diese untersucht. Lind strafend gegen die Soldaten eingegriffen. Es ist nicht zu meiner Kenntnis gelangt, daß ein Greis mit den Händen an den Balken seines Hauses aufgehängt und dam: lebend verbrannt worden wäre. Wäre dies geschehen, so wäre es mir, da in Vilvorde Ordnung herrschte, sofort gemeldet worden. Ich mutz daher den bezüglichen Bericht des amerikanischen Schrift- stellcrs als eine Erfindung bezeichnen. B. g. u. gez. Unterschrift: Zeuge wurde vorschriftsmäßig vereidigt." Da Zeuge nur der französischen Sprache mächtig ist. wurde als Dolmetscher Joseph van Balbergh von Vilvorde be:- gezogen und vorschriftsmäßig beeidet. Demnächst wurde dieser Dolmetscher Balbergh nach Belehrung über die Bedeutung des Eides und den Gegenstand seiner Ver- nehmung vernommen: „Ich heiße Joseph van /Balbergh, 49 Jahre alt, katholisch. Zur Sache: Ich bin in Vilvorde ansässig und habe seit Beginn des Krieges Vilvorde nicht verlassen bzw. nur auf wenige Stunden. Bei dem Einrücken der Truppen bin ich als Dolmetscher in die Dienste der Stadt getreten. Ich vermittelte den Verkehr Koischen den städtischen und militärischen Behörden und stand den Truppen als Dolmetscher zur Verfügung. Ich hätte es bestimmt hören müssen, wenn von den deutschen Truppen jemand, insbesondere ein Greis, in Vilvorde oder seinen Vorstädten mit den Händen an einem Balken seines Hauses aufgehängt und lebend verbrannt worden wäre. Ich muß dies daher als c i n e E r f i n- düng bezeichnen.•. Ich habe auch nichts davon gehört, daß in Vilvorde und seinen Vororten Kinder und Frauen oder Greise„niedergemetzelt" werden� wären. In Vilvorde selbst ist überhaupt niemand erschossen worden. Auch in den Vorort.en sind Frauen und Kinder von deutschen Truppen nicht g c- tötet worden. In den Vororten Konrngsloo und Houtham sind an den Kampftagen selbst einige Ortscinwohner von den Deutschen erschossen worden, ich kann aber nicht angeben, ob diese Leute sich am Kampfe beteiligt haben oder nicht. B. g. u. gez. Joseph van Balbergh. Zeuge wurde vorschrifrsmätzig beeidet. Geschlossen. Der Gerichtsoffizier: gez. Frredländer, Oberleutnant und Bataillons-Adjutant. Der Militärgerichtsschreiber: gez. Schneider, Unteroffizier." Der italienische Krieg. Der italienische Kriegsbericht. Rom, 3. Juli.(W. T. 23.) Der amtliche Kriegs- bericht lautet: Der Artilleriekampf verstärkt sich längs der ganzen Grenze immer mehr, besonders in Kärnten. wo das Feuer gegei: die Bcfestigungstoerke am P r e d i l eröffnet wurde. Nach einigen Schüssen waren die erzielten Resultate sehr wirksam. Wir beschossen ein feindliches Lager von etwa dreihundert Zelten in der Ortschaft Eder im Plöckcntal und Vertrieben durch unser Feuer den Feind ans in:-Bast begriffenen'Schützengräben in Streizica und am Prasniksattel. Am gestrigen Tage griff eine unserer Alpiniabteilungen an und bemächtigte sich eines feindlichen Schützengrabenstückes auf dem Nordhang des GroßenPal. von dem ein gefährliches Feuer für unsere Besatzung des Freikofels ausging. Nachts und heute morgen bei Tagesanbruch versuchte der Feind durch zwei heftige Gegenangriffe unsere Truppen aus den von uns besetzten Schützengräben zu vertreiben, wurde aber beide Male unter schweren Ver- lüften zurückgeworfen. Wir zählten hundertfünfzig Tote. machten einige Gefangene und erbeuteten über hundert Ge- wehre. Im I s o n z o nimmt die Aktion ihren Fortgang. Unsere Artillerie äscherte durch ihr Feuer das Dorf Koritnica östlich Plezzo ein, wo bedeutende Lager von Material, Pro- Viani und Munition gemeldet waren. In der letzten Nacht unternahm der Feind zwei Gegenangriffe gegen die von uns eroberten Stellungen auf dem Hochplateau von Carsica; aber er wurde zurückgeworfen. gez. C a d o r n a, der türkische Krieg. Die Rolle der Maschinengewehre. London, 3. Juli.(28. T. B.) Der Sonderkorrespondent des Reuterschen Bureaus meldet von den Dardanellen: Die Maschinengewehre sind das A und O der türkischen Verteidigung. Der Feldzug wäre so gut wie gewonnen, wenn auf beiden Seiten die Maschinengewehre wegfielen. DaS feindliche Feuer vorn asiatischen Ufer steigerte sich neuerdings. Die Türken nahmen hinter den Höhen, die die Ebene von Troja überschauen, Stellungen ein. Es werden dort moderne Geschütze, fast scchSzölligen Kalibers, die nach den Geschossen zu urteilen Schiffsgeschütze sein müssen, vcr- wendet. 509 solcher Geschosse fielen am 19. Juni auf dem Südende der Halbinsel nieder. Der Seekrieg. vom Unterseebootskrieg. Rotterdam, 3. Juli.(W. T. B.) Der„Rotterdamschs Courant" erfährt aus London: Ueber die Versenkung deS Dampfers„Lomas" wird noch gemeldet: Der belgische Fischdampfer„Gaby" landete vorgestern den Kapitän und 2-t Mann des Dampfers in Milfordhaven. Das Unter- seeboot kam an die Längsseite des Dampfers und löste zwei Schüsse. Der zweite Schuß tötete den zweiten Steuermann. Der Kapitän ließ Boote aussetzen. Während man damit be- schäftigt war, torpedierte das Unterseeboot den Dampfer und schoß weiter, bis das Schiff sank. Die Ladung bestand aus 4299 Tonnen Mais.— Vom»Scottish Monarch" wurde» 12 Engländer und 8 Chinesen in Dunmore-East gelandet. Der versenkte norwegische Segler„Thistlebank" war früher in Glasgow beheimatet und mit seinen 2599 Tonnen einer der größten Segler der Welt. Rotterdam, 3. Juli.(W. T. B.) Der„Rotterdamsche Courant" meldet aus London:„Caucasian", welche der Petroleum- Dampfschiffahrtsgesellschaft gehörte, war nach Port Arthur unterwegs. Da der Dampfer nicht gleich sank, " London, 3. Juli.( W. T. B.)( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Ein Fischdampfer aus Grimsby landete bei St. Ives die Leiche des ersten Offiziers des Scottish Monarch", eines Norwegers, sowie den russischen Zimmermann des Schiffes. Dieser erklärte, daß er mit 15 Mann von der Besatzung den Dampfer in cinem Boote verließ, das mit sehr rauhem Wetter zu kämpfen hatte. 14 Kameraden wurden über Bord gespült und ertranken. Der Norweger war den erhaltenen Verwundungen erlegen. Nach Erzählungen des ersten Offiziers des„ Caucasian" versuchte dieser Dampfer, als das Boot auftauchte, zu entkommen, konnte jedoch nicht schnell genug Dampf bekommen. Das U- Boot begann zu schießen. Der dritte Schuß fegte das Gangspill weg. Der Kapitän, der ins Wasser gesprungen war, wurde von dem U- Boot aufgenommen. Dann kam Inglemoor"" in Sicht und wollte „ Caucasian" wegschleppen, aber plötzlich erschien wieder ein U- Boot, versenkte den Inglemoor" und. verschwand. = Es Italien und das Balkanproblem. dachte die Mannschaft, die von Inglemoor" aufgenommen war, Sir Henry Dalziel( liberal) beantragte ein Amendement, Der serbisch- montenegrinische Einmarsch schon daran, zurückzukehren, als das Unterseeboot zurückfam um das Amt des Generalfeldzeugmeisters( Ordinance Department) in Albanien. und nicht nur die„ Caucasian", sondern auch, Inglemoor" auf den Munitionsminister zu übertragen. Das Ordinance Deversenkte. Die italienische Bart, Sardomene", partment habe völlig das Vertrauen des Landes verwirkt und sei Rom, 3. Juli.( W. T. B.), Giornale d'Italia" meldet aus Stutari: Das mit Zimmerholz nach England unterwegs, wurde versenkt. läglich zusammengebrochen. Seine Verwaltung sei durch Mangel montenegrinische Militäran Voraussicht und unerhörte Vernachlässigung der elementarsten gouvernement in Stutari entwaffnete die GinZwei Mann von der Besagung kamen um. Bedürfnisse der Kriegsführung ein Standal. Seine unzähligen wohnerschaft. Die österreichisch- ungarischen Untertanen wurden Fehler gefährdeten die Sicherheit des Landes. Der Gewehr in ein Sonderregister eingetragen. Die öffentlichen Bureaus find mangel sei allgemein bekannt. Das Amt habe ebenfalls hinsicht bereits in Tätigkeit. Der österreichisch- ungarische Konsul und der lich der Granaten und Maschinengewehre versagt. Es sei un vizekonsul find gestern abgereift. Drei Tage lang fanden Feiern in fähig gewesen, die Forderungen der Armee an der Front seit dem den Kirchen und Moscheen statt. Die Notabeln, der Klerus und die Oktober zu befriedigen. Die Schuld liege nicht bei Kitchener. Das Beamten richteten eine Huldigungsadresse an das Herrscherhaus. Ordinance Department habe Kitchener und die Armee im Stich Es wird gemeldet, daß die Serben den Vormarsch gegen Mittelgelassen. Der Hauptschuldige sei Oberst von Donop, dessen Be- albanien in Richtung Alessio wieder aufnahmen, wo die Grenze fugnisse an das Munitionsministerium übergehen müßten. Wenn der neuen serbisch- montenegrinischen Provinzen in Albanien sein die Regierung nicht den Schneid habe, diesen Obersten zu beseitigen, sollen. hab sie nicht den Nerv, den Krieg zu gewinnen. Nichts sei seit Oktober geschehen, um die Mitwirkung der Privatfirmen für die Herstellung von Munition zu gewinnen. Freiwillige Angebote würden verächtlich abgewiesen. Verantwortlich dafür sei das Korrespondenten der Turiner Stampa" heißt es: Bern, 3. Juli.( W. T. B.) In einem Artikel des römischen Die Nach Drbinance Department, Kitchener und besonders die letzte Re- right, pas griechische Banden Dörfer an der Straße, nach Berat gierung. Dalziel sagte weiter, er habe kein Vertrauen in das besetzten, habe für Italien große Bedeutung. Die italienische fünftige System der Heeresausrüstung, wenn nicht sein AmenLugano, 3. Juli.( W. T. B.) Zu der Versenkung des dement angenommen werde. Regierung protestierte gegen die Besetzung Skutaris. Der VierAuch Lloyd George werde nicht berband schloß sich diesem Proteste an. Eine Vereinbarung italienischen Segelschiffes San Domene" durch vollen Erfolg ernten, wenn er nicht die absolute Kontrolle zwischen den mit Italien verbündeten Mächten erflärt ein deutsches Unterseeboot melden römische Blätter folgende Einzel- habe. Das Haus habe sehr patriotisch gehandelt, indem es auf die Besezung Stutaris heiten: Das Schiff, das 2000 Tonnen Wasserverdrängung hatte, die Erörterung dieser Lebensfragen bisher verzichtet habe. durch montenegrinische Truppen war mit einer Holzladung von Australien nach Garston bei Liver- sollte bekannt werden, daß das Ordinance Department für das für null und nichtig. Zu gleicher Zeit machte Italien pool unterwegs. Die Versenkung erfolgte in den irischen Ge- Scheitern der letzten Regierung und für alle im Kriege begangenen die Serben. Vorbehalte geltend wegen der Besetzung von Elbassan durch wässern. Der Kapitän und sechs Mann gingen mit unter, neun Fehler verantwortlich sei. Das Amt müsse rekonstruiert, das Per: kommen, welches Serbien einen Zugang zur Adria gewährt, Es bestehe zwar ein italienisch- serbisches AbMann wurden gerettet. Die„ San Domene" ist das erste italienische sonal geändert werden. Die Geschichte des Ordinance Department wahrscheinlich nach Durazzo, aber die Bewilligung des Hafens Schiff, das den deutschen Unterseebooten zum Opfer gefallen ist. sei Unfähigkeit in der Vergangenheit, Chaos in der Gegenwart, tönne erst nach dem Kriege erfolgen. Am schwersten wiege die Hoffnungslosigkeit in der Zukunft. Die Nation fordere sofortige Frage von Berat, da es sich hier um das Gebiet handele, welches Zum Untergang der„ Lufitania". radikale llebertragung seiner Befugnisse. an Valona grenze. Außerdem sei es im Hinterland des von London, 3. Juli.( W. T. B.) Die Untersuchung über den Unter- wenn sein Amendement nicht angenommen würde, sei die ganze Besetzung Berats durch griechische Banden nicht zulassen. Die Henry( liberal) sagte, der Borredner habe nicht übertrieben. Italien besetzten Gebietes einbegriffen. Italien könne daher die gang der„ Lusitania" ist gestern von dem Handelsamt wieder Bill nutzlos. Cooper schloß sich den Vorrednern an und sagte, italienische Regierung warte auf bestimmte Nachrichten. Im Falle eröffnet worden, um die neuen Zeugen zu vernehmen. Der französische Sprachlehrer Marichal jagte aus, die Explosion, die wenn das Amendement nicht angenommen würde, werde er seine einer Bestätigung würde Italien von Griechenland Erklärt. beim Sinken des Schiffes erfolgte, habe dem Knattern eines ganze Zeit verwenden, um dafür zu agitieren, bis das Ziel er- fordern, da es sich hier dann um eine Verlegung der Entscheidungen Maschinengewehres geglichen. Er habe angenommen, daß die reicht sei. Chaplin( Unionist) sagte, er erwarte mit großem der Londoner Konferenz handeln würde. Eine energische Haltung Explosion des Torpedos das geheime Vorhandensein von Explosiv begründet sei, müsse eine Erklärung erfolgen. Die Bill sei von der Italien gegenwärtig in heiflen Beziehungen stehe. Italien münscht Explosion des Torpedos das geheime Vorhandensein von Explosiv- Interesse die Antwort der Regierung. Wenn die Anklage Dalziels würde auch gegenüber der Türkei eingenommen werden, mit welcher stoffen an Bord des Schiffes bewiese. Er habe als früherer Regierung sehr genau überlegt, sei eine sehr wichtige Bill. Wes- sich Garantien wegen der Frage der Behandlung der Italiener in franzöfifcher Offizier Erfahrung mit Explosivstoffen. Der Seuge fagte ferner aus, Stapitän und Mannschaften der„ Lufitania" hätten halb enthalte die Bill nichts von dem, was Dalziel gesagt habe, der Türkei, als wegen der Intervention türkischer Elemente in versagt. Das Rettungsboot, in dem er sich befunden habe, habe wenn dieser Recht hatte? Lloyd George erklärte, er hoffe, daß das Amendement zurückgenommen werde. Dalziel nahm Ruder, aber keine Ruderkrampen, einen Mast, aber kein Segel gehabt. feinen Antrag zurück, und es erfolgte die dritte Lesung der Bill. ୦୧୧ Verschweigung englischer Schiffsverluste. Amsterdam, 3. Juli.( W. T. B.) Die hier eingetroffene New Yorker„ Times" enthält folgende Nachricht: Jedermann, der seit Be ginn des Krieges in London war und Gelegenheit hatte, die richtigen Personen zu treffen, weiß, daß viele der wichtigsten Kriegsnachrichten nur mündlich innerhalb eines beschränkten Kreises verbreitet werden. Vorkommnisse, die vom Zensor unterdrückt wurden und die nicht veröffentlicht und telegraphiert werden durften, sind einer beträchtlichen Auch sei es led gewesen. Annahme der Munitionsbill. London, 3. Juli.( W. T. B.) Munitionsbill in allen Lesungen an. Das Oberhaus nahm die sich in der ersten Woche 46 000 Mann für die neue Munitionsarmee Lord Curzon teilte mit, daß gemeldet hätten. Die Lage im englischen Bergbau. London, 3. Juli.( W. T. B.) Morning Post" meldet " Libyen. Indische Soldaten als Amokläufer. London, 3. Juli.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die indische Regierung teilt mit, daß zwei indische Soldaten, die Amot liefen, drei Offiziere und einen wundeten. Sie wurden von Leuten des eigenen Regiments unter Unteroffizier töteten und einen Offizier und einen Unteroffizier verFührung zweier englischer Offiziere niedergeschossen. Beide Amotläufer sollen krankhaft veranlagt gewesen sein. Binzahl Beamten und ihren Freunden belannt. Es wurde zum Bei- aus Cardiff: Die Nachricht van der Entscheidung in der Kriegsbekanntmachungen. Der Postverkehr nach Südtirol. spiel immer geleugnet, daß der Lion in der Nordseeschlacht Kohlenindustrie tras so spät ein, daß etwa 50 Proz. schwer beschädigt wurde. Erst als das Weihnachtsschiff der Arbeiter gestern früh nicht zur Arbeit famen. Die TatJason" auf der Rüdteise von Europa Portsmouth nicht anlaufen sache, daß nur eine Mehrheit von 123 zu 112 die Vorschläge Der Privatpaletverkehr nach Südtirol ist nunmehr auf alle durfte, tre der„ Lion" dort im Dod lag, und die Admiralität nicht der Regierung und zwar nur als Basis für die weiteren Orte der Bezirkshauptmannschaften Bogen, Brigen, Bruned, Lienz, wollte, daß das Ausmaß seines Schadens bekannt würde, fiderten Verhandlungen angenommen hat, ist an sich ein Beweis für Meran und Schlanders ausgedehnt. ift an sich ein Beweis für Meran und Schlanders ausgedebut, Einzelheiten über den wahren Stand in die Deffentlichkeit durch. den Ernst der Lage. Wenn die Arbeiterführer den Delegierten Ferner sind Postpakete bis 5 Kilogramm ohne und mit Meriempfohlen hätten, diese Vorschläge als eine endgültige Ver- angabe bis 100 Stronen nach einer größeren Anzahl von Orten des einbarung für die Dauer des Strieges anzunehmen, fo wären Stiften landes wieder zugelassen, worüber die Bostanstalten sie überſtimmt worden. Die Vorschläge der Regierung be- nähere Auskunft geben. friedigen weder die Arbeiter noch die Arbeitgeber. Schriftliche Mitteilungen in den Paketen und auf den Baketfarten sind im Verkehr mit den vorstehend genannten Gebieten Tirols und dem Küstenlande verboten. Englische Kritik. F 2 Jeland und der Krieg. hoM Aufgehobenes Kriegsgefangenenlager auf Korfita. Depeschenagentur.) Das Kriegsgefangenenlager in Casabianda Genf, 3. Juli.( W. T. B.)( Meldung der Schweizerischen auf Storfila ist am 26. Juni aufgehoben worden. Die Gefangenen wurden nach Gerbione auf Storfifa transportiert. Briefschaften sind nach Gervione direkt, Patete nach Gare Brunete Cervione zu adressieren. In St. Va a st und 2a Hougue find London, 3. Juli.( W. T. B.) Im Unterhaus teilte Bretthman auf eine Anfrage mit, daß die Gesamtzahl der Frauen, die fich zu freiwilliger Arbeit bis zum 18. Juni gemeldet London, 2. Juli.( W. T. B.) In einer Rede in Dublin hätten, 87 241 betrage, von denen 2332 Arbeit erhalten hätten. sagte Redmond, Irlands höchstes Interesse sei Hodge fragte darauf, welchen Wert die Registrierung habe, wenn jest baldige Beendigung des Krieges. Irland nur 2000 Frauen von 87 000 beschäftigt würden. Prettyman antwortete, es gäbe noch ein zweites Register, über welches eine habe zwei Hauptpflichten: 1. die Pflicht bezüglich des Krieges; 2. die Pflicht, für sich selbst Garantien zu erhalten, Lord Robert Cecil sagte, die italienische Regierung habe am um die politische und militärische Organisation zu stärken. 30. Mai ein Dekret erlassen, wonach feindliche Handelsschiffe gemäß Bis zum 6. Juni waren 120 741 Jren in das Heer ein- nur 3ivilgefangene interniert. den Regeln der Haager Konvention behandeln würden. Seitdem getreten, von denen 71 494 fatholisch und 49 247 protestantisch habe die italienische Regierung mitgeteilt, daß sie ihren Stand- waren. punkt geändert habe. Statistik fehle. Ueber die Beschäftigung des Arſenals in Woolwich erklärte Schweizerische Maßnahmen gegen Verletzung der Neutralität. Letzte Nachrichten. Tennant, die Arbeiter und Maschinen seien in vollem Umfange beschäftigt, abgesehen bon unvermeidlichen Ausnahmefällen. Der Bericht des türkischen Hauptquartiers. Snowden fragte, ob es nicht Tatsache sei, daß 97 Proz. von der Bern, 2. Juli.( W. T. B.) Der Schweizerische Bundesrat ges Konstantinopel, 3. Juli.( W. T. B.) Bericht des Arbeit, die von diesen Maschinen hergestellt werden könnten, nehmigte heute die Verordnung betreffend die strafrechtliche Ver- Großen Hauptquartiers. Am 2. Juli ereignete privaten Lieferanten übergeben wurden. Croots fragte, ob folgung gegen Beschimpfungen fremder Völker, Staatsoberhäupter sich bei Ari Burnu nichts von Bedeutung. Bei Sedd nicht dieselbe Klage schon im April erhoben wurde. Tennant ent- oder Regierungen. Danach wird, wer öffentlich in Wort oder Schrift, ul- Bahr verschwendete der Feind eine große Menge von gegnete, diese Fragen sollten ihm vorher mitgeteilt werden. in Bild oder Darstellung ein fremdes Volf, deffen Staatsoberhaupt Wunition, um unsere Vorbereitungen zu dem beabsichtigten Croots erwiderte: Dieselbe Antwort wurde im April gegeben. oder dessen Regierung in der öffentlichen Meinung herabwürdigt, Angriff auf seinen linken Flügel zu stören. Er erzielte kein Der Befehl für die Ausführung bestimmter Aufträge war ge- oder dem Haß und der Mißachtung preisgibt, sowie, wer eine nicht Ergebnis. Unsere Truppen famen trotz dieses Feuers bis an geben, das Material befand sich bereits im Arsenal, wurde aber öffentliche Aeußerung dieses Inhalts in beleidigender Absicht seine Schüßengräben heran und bedrängen den Feind auf entfernt und einer Privatfirma übergeben, während die Ar- öffentlich macht, mit Gefängnis bis zu 6 Monaten oder mit Geld- kurze Entfernung kräftig. Jm 3 en trum herrscht verhältnis. beiter des Arsenals feierten. Tennant erklärte, nichts davon zu buße bis zu 5000 Frank bestraft. Beide Strafen können ver- mäßige Ruhe. Am linken Flügel Infanterie- und Artilleriewissen. bunden werden. Ferner: Wer Drucksachen, Bilder In der Kommissionsberatung der Munitionsbill wünschte andere Darstellungen, die solche Beschimpfungen gegenüber zu Graben geworfen. Unsere anatolischen Batterien eröffneten oder feuer mit Unterbrechung. Auch werden Bomben von Graben Ramsay Macdonald, daß die Anwendung der Bill auf einem fremden Wolfe, dessen Staatsoberhaupt oder dessen ein heftiges Feuer gegen Schiffe, auf denen der Feind andere Arbeiter als Munitionsarbeiter nicht durch Verordnung, Regierung enthalten, ausstellt, in Verkehr bringt oder feilhält, wird Verstärkungen bei Sedd- ul- Bahr landen wollte, und zivangen sondern durch Parlamentsbeschluß erfolgen solle. Aloyd mit Gefängnis bis zu 3 Monaten oder mit Geldstrafe bis zu ihn, die Landung zu unterlassen und seine Schiffe sofort zu George widersprach, da die Regierung unter Umständen, wie 1000 Frank bestraft, wobei auch hier beide Strafen verbunden werden rückzuziehen. Diese beispielsweise jüngst bei dem Straßenbahnerstreit, imstande sein können. Die Strafverfolgung, die nach geltendem Recht nur auf Batterien beschossen auch wirksam feindliche Lager bei SeddDer Feind erlitt ernste Verluste. müßte, schnell einzugreifen. Lloyd George erörterte dann den Antrag des Beleidigten stattfinden konnte, kann nunmehr auf Grund ul- Bahr und bei Taffe Burnu, sowie die Truppen und eine Standpunkt der Bergleute und Textilarbeiter und beantragte ein des jeweiligen Beschlusses des Bundesrates auch dann stattfinden, Saubisbatterie des Feindes. Feindliche Flieger warfen erAmendement zu der Bill, daß kein grundsätzlicher Ausschluß diefer wenn der Beleidigte feinen Antrag gestellt hat. Die Beurteilung folglos Bomben auf Jenischehur. An den anderen Fronten Arbeiter stattfinden sollte, falls ihre eigenen Maßnahmen zur Ver- erfolgt durch das Bundesstrafgericht. Der Bundesrat ist befugt, nichts Wichtiges. hütung eines Streits nicht ausreichten. Drudiachen, Bilder oder andere Darstellungen beschimpfender Art Markham( liberal) bertrat. Die Ansicht, daß die Bergleute und die zur Herstellung speziell bestimmten Werkzeuge einziehen zu ebenso behandelt werden müßten wie andere und unter die volle lassen, auch dann, wenn eine Strafverfolgung nicht eintritt. Die Wirksamkeit der Bill fallen sollten. Walsh( liberal) vertrat den Verordnung tritt am 15. Juli in Kraft. Standpunkt der Bergarbeiter. Er sagte, sie hätten förmliche Berpflichtungen übernommen, Streits zu verhindern. Eine Ignorierung ihres Standpunktes würde Zwietracht, vielleicht Unheil herbeiführen. Lloyd George erklärte, die Tertilarbeiter hätten ebenfalls Verpflichtungen übernommen, nicht zu streiken. Eine belgische Denkschrift über den Volkskrieg. Versenkter Dampfer. London, 3. Juli.( W. T. B.)( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der belgische Dampfer Bodnognat" ist bei den Szillyinseln versenkt worden. Die Besagung, die 18 Mann zählte, ist in Falmouth gelandet worden. Ein Attentat auf Morgan. Paris, 3. Juli.( W. T. B.) Wie Petit Parisien" aus Le Havre Sir John Simon sagte, die Regierung werde eine Kommission meldet, hat das belgische Dokumentierungsbureau, das dem belgi London, 3. Juli.( W. T. B.) Das Neutersche Bureau einsehen, um die Kriegsgewinne der Munitionsschen Kriegsministerium angegliedert ist, eine vorläufige Ent meldet aus New York: Ein Mann verübte einen Anschlag fabrikanten zu regeln. Snowden beantragte ein Amendement, gegnungsschrift auf das deutsche Weißbuch bezüglich des auf das Leben des Bankiers John P. Morgan. Er gab daß die Preise der Lebensbedürfnisse hierbei in Betracht gezogen Boltstrieges in Belgien herausgegeben, das einige Angaben zwei Schüsse ab, die Morgan trafen. Eine Kugel ging durch werden müßten. Das Amendement wurde mit 79 gegen 11 Stimmen des Weißbuches zu widerlegen versucht und den Nachweis führen den Arm und durchbohrte die Brust, die zweite ging durch abgelehnt. Minister Henderson teilte mit, daß 60 Gerichtshöfe will, daß das deutsche Weißbuch ein unvollständiges Dokument ist. den Schenkel. Der Täter wurde verhaftet. Die Behörden erster und 9 bis 10 aweiter Instanz errichtet werden, um Ver- Eine ausführliche Widerlegung seitens der belgischen Regierung be- erklären, der Mann habe sich gestern abend im Hause Morgans gehen der Arbeiter gegen die Munitionsbill abzuurteilen. finde fich in Vorbereitung. bus milsphalt perborgen. gli indian Hermann Tietz Leipziger Straße Alexanderplat Frankfurter Allee Schweizer Stickerei- Stoffe mit feinen bunten Blumen, ca. 130 und 140 cm breit früher Meter bis M. 6.90, jetzt durchweg Meter M. 2.90 150 Preise teilweise bis SAISON- AUSVERKAUF 50% herabgesetzt. ca. 15000 Stud Mädchenu. Knaben Bekleidung 45 bis 55 cm 75 bis 85 cm 60 bis 70 cm 90 bis 100 Farbige Kinder: Waschkleider früb. Bert bis 3.50 jetzt 175 früb. Bert bis 5.75 jetzt 275 Farbige Mädchen Waschtleider früh. Bert bis 7.50 jeßt 375 früb. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Politische Uebersicht. Souutag, 4. Juli 1915. der Wirtschaftsgüter durch die Allgemeinheit hingestellt, und er hat Rreis der allgemeinen Erörterung tritt". Soffent weiter als den Preis des Kampfes bezeichnet, daß das Land allen lich hat das mehr zu bedeuten, als eben nur die( unter Präventiv eigen" sei. Wenn das auch vielleicht allgemeine Redewendungen zenfur erfolgende) Erörterung! Porfirio Diaz gestorben. Nach einer Pariser Meldung ist der ehemalige Präsident find, denen man nicht zuviel Bedeutung beimeffen darf, so kann doch Antrag auf Aufhebung des Belagerungszustandes. daraus nicht geschlossen werden, daß die Sozialdemokratie irgendDie Wiederherstellung des gesetzlichen Zustandes fordert wie geneigt oder gar entschlossen sei, ihre wirtschaftlichen Grundein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion der Zweiten fäße über Bord zu werfen und sich mit der jeßigen Wirtschaftssächsischen Stammer. Die sozialdemokratische Fraktion hatte ordnung abzufinden. In diesem Zuſammenhange möge auch daran von Merito, Porfirio Diaz, am Freitagabend gestorben. eine Interpellation über die Handhabung des Belagerungs- der Partei, Abg. Haase, im Reichstage unumwunden aussprach, erinnert werden, daß der in letzter Zeit vielgenannte Vorsitzende Diaz hat ein Alter von 85 Jahren erreicht. Er war von zustandes in Sachsen eingebracht. Die Regierung lehnte eine falls sich die Regierung meiterhin den sozialdemokratischen Forde einer italienischen Mutter geboren und hat sich über 30 Jahre Beantwortung der Interpellation ab, weil sie in dieser Frage rungen gegenüber abwartend oder ausweichend verhalten sollte, lang als Präsident zu behaupten verstanden. unzuständig sei. Nunmehr hat die Fraktion folgenden Antrag würden die aus dem Felde heimkehrenden Krieger im Verein mit eingebracht: ihren zurückgebliebenen Gesinnungsgenossen stürmisch ihr Kämpfe um die Stadt Mexiko. Die Kammer wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, Recht fordern. Er warnte, sich darüber einer Täuschung hinbei der Reichsregierung für die alsbaldige Wiederherstellung zugeben, und stellte in Aussicht, daß der Kampf um die Demokrati- New York, 2. Juli.( W. T. B.) Nach einem Telegramm aus des gesezmäßigen Zustandes auf dem Gebiete fierung der Einrichtungen des Staates nachdrücklicher denn je ge- Puebla vom 25. Juni haben die Kämpfe, die zwischen Carrandes Presses, Vereins- und Bersammlungs- führt werden solle. Das klingt nicht so, als ob die Sozialdemokratie zisten und Zapatisten um den Besiz der Stadt Merito rechtes mit allem Nachdrud einzutreten." jezt schon gewillt sei oder nur daran denke, sich gründlich oder entbrannt waren, acht Tage gedauert. General Gonzales, grundsäglich zu ändern. Dabei muß immer in Erwägung gezogen der Anführer einer tonstitutionalistischen Armee von 30 000 Mann, werden, daß diese Aeußerungen nicht vor irgendeinem Genossen oder irgendeinem sozialdemokratischen Blatte herrühren, sondern von marschierte von Puebla auf die Hauptstadt los, stieß aber auf den den anerkannten Führern der Partei, und daß sie im Namen der heftigen Widerstand der Armec des Generals Zapata und einer Abteilung von Bürgern, die die Zugänge zur Stadt verbarrikadiert Partei abgegeben worden sind." hatten. Die Konstitutionalisten drangen zwar in die Vorstadt ein, fonnten sich aber der dort befindlichen Wasserwerte nicht bemächtigen, sondern wurden mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. Versammlungsverbot. " Eine Vergeltungsmaßnahme. Die Solinger Polizeibehörde verbot laut„ Voff. 3tg." einen für Montag abend angekündigten Vortrag des Genossen Scheidemann. Nach der Tagesordnung wollte Scheidemann über„ Die Boltsernährung im Striege" sprechen. Die Polizeiverwaltung verlangte die Erklärung, daß Scheidemann über Der„ Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Verordnung des Bundes, bestimmte Angelegenheiten nicht sprechen werde. Da diese Da diese rats vom 1. Juli betr. die gewerblichen Schutzrechte feindlicher Erklärung nicht abgegeben wurde, verbot die Polizei die Ab- Staatsangehöriger. Danach können im Wege der Vergeltung" haltung der Versammlung. Desgleichen wurde im benach- Batentrechte, Gebrauchsmusterrechte und Warenzeichenrechte, soweit barten Ohligs ein Vortrag Scheidemanns über dasselbe Thema fie Angehörigen feindlicher Staaten zustehen, durch Anordnungen verboten. des Reichskanzlers im öffentlichen Interesse beschränkt und aufgehoben werden. Insbesondere können anderen Ausübungs- und Nugungsrechte erteilt werden. Den Anordnungen fann rüdwirkende Geltung beigelegt werden. Feindliche Staaten im Sinne der Verordnung sind England, Frankreich und Rußland. Die Zukunft der Sozialdemokratie. In der Deutschen Tageszeitung" schreibt der tonfervative Abgeordnete Dr. Oertel: Es ist ohne weiteres zuzugeben, daß die Hoffnungen auf eine Entwickelung der Sozialdemokratie zu einer wenn auch radikalen, Staatliche Beamtenfürsorge in Bayern. fo doch nicht revolutionären Reformpartei begrün- Zur weiteren Fürsorge für die Hinterbliebenen der Beamten und det sein würden, wenn der obengenannte Wilhelm Kolb mit den Offiziere hat die Bayerische Regierung mit sechs deutschen VerAusführungen seiner Flugschrift die überwiegende Mehrheit der sicherungsgesellschaften Verträge abgeschlossen, deren Vergünstigungen Parteigenossen hinter sich hätte. Eine Partei nach dem den Beamten und Offizieren zugute kommen. Die Prämien werden Herzen und nach den Darlegungen Kolbs könnte als Reformpartei angesehen, behandelt und ge- von der Staatstaffe vorschußweise vorausbezahlt und durch Gehaltswertet werden. Ob aber die Mehrheit der deutschen Sozial- und Pensionsabzüge gedeckt. demokraten hinter Kolb steht, das muß füglich, mindestens vorLäufig, bezweifelt werden. Will die Sozialdemokratie sich wirklich zur Reformpartei entwideln und als solche gewertet werden, dann muß sie auf das BeBranntweinmonopol in Defterreich. „ Gegen Parteizerrüttung." Unter diesem Titel hat der Vorstand der Sozialdemokra tischen Partei Deutschlands und der Vorstand der Reichstagsfraktion in der gestrigen Nummer des„ Borwärts" wie in der gesamten Parteipreffe eine Entgegnung auf ein in den Kreisen von Partei- und Gewerkschaftsfunktionären verbrcitetes Zirkular veröffentlicht, die eine sehr eingehende Erwiderung verdiente, sie aber leider unter den obwaltenden Umständen nicht finden kann. P Daß die genannten Vorstände sich mit ihrer Entgegnung an die Deffentlichkeit wenden, die von dem Inhalt des Zirkulars nur soweit Kenntnis erhält, als es in der Entgegnung wiedergegeben wird, wollen wir ihnen nicht zum Vorwurf machen. Diese Tatsache beweist jedoch von neuem, wie ungleich in dieser Zeit bei allen Parteia usein andersetzungen Licht und Schatten verteilt Wie bereits amtlich gemeldet ist, hat eine§ 14- Verordnung in Schärfe aussprechen, die andere vermag höchstens formale sind. Die eine Seite fann sich in vollster Ausführlichkeit und kenntnis zum Republikanismus, auf das sogenannte End- Desterreich die Branntweinsteuer um 20 Kronen für den Heftoliter Irrtümer und Unterstellungen in fargen Andeutungen zuziel und auf den Klassenkampf verzichten. Die be- reinen Alkohols( d. i. ungefähr 4 Hektoliter Trinkbranntwein) erhöht. riidzuweisen. Bei solcher Lage der Dinge ist es denn freilich rufenen Vertretungen der Partei haben bisher einen dahingehenden Die Steuer beträgt jegt für den Liter reinen Alkohols 1 Krone ein leichtes, gegen Parteizerstörer" das schwerste Geschütz Willen nicht bekundet. Kolb sagt allerdings in dem mehrfach er- 80 Heller; bei den 1 000 000 Litern Kontingentspiritus erhalten der wähnten Buche, daß die Sozialdemokratie nach dem Kriege eine Staat von jedem Liter 160 Heller, die Brenner 20 Heller. Gleichaufzufahren. andere Stellung gegenüber der Monarchie ein zeitig wurden die Kontingentinhaber verpflichtet, ein weiteres ein Machwerk", das„ einen ganzen Wust von Entstellungen Die Erklärung der beiden Vorstände nennt das Zirkular nehmen müsse. Er ist aber auch, soweit wir gesehen haben, der einzige unter den führenden Parteigenossen, der sich so oder ähnlich Jahr die jetzigen Preise innezuhalten, während die Ne- und Verdrehungen" enthalte, um schließlich zu behaupten, nur geäußert hat. Die Feindschaft gegen die Monarchie ist selbstvergierung Preis für Brennspiritus pro Liter um Böswillige" könnten derartige Vorwürfe erheben. Das ständlich in der Kriegszeit zurüdgetreten oder doch nicht laut ge10 Heller, die Vergütung( Liebesgabe) pro Hektoliter Machwerk" und die Entstellungen" ertragen die Unterworden. Ob das aber nach dem Frieden so bleiben werde, ob die um 2 Kronen herabgesezt hat, dies um der Ueberproduktion zeichner des Zirkulars, zu denen ja auch die Mehrzahl der Sozialdemokratie ihre antimonarchische und republikanische Ge- entgegenzuwirken. Das Kartell wird vom Staat vor dem Auf- Vorwärts"-Redakteure gehört, mit jener Gelassenheit, zu der finnung ganz aufgeben oder einer starten Revision unterziehen kommen von fonfurrierenden Außenseitern dadurch geschüßt, daß die sie ihre vieljährige politische Tätigkeit und die zahllosen Ermerde oder könne, muß dahingestellt bleiben. Man wird zunächst Regiernng teine neuen Branntweintonzessionen erteilt. So wird den fahrungen dieses Kampfes erzogen haben. Jeder politisch gut daran tun, in dieser Beziehung nicht allzu starke Hoffnung zu Startellisten jeglicher Kampf um ihre Gewinne erspart, sie können sie Tätige weiß ia, daß er sich den abenteuerlichsten Angriffen ausWas das sogenannte Endziel, die Ueberführung der in voller Ruhe genießen. Ein solches Vorgehen der Regierung wäre ſeßt, wenn er Vorgänge des politischen Lebens so charakterirbeitsmittel in den Besiz der Gesamtheit, an- an fich faum zu begreifen; sie fügt aber ihrer Verordnung- die siert, wie sie ihm im Lichte seiner Auffassung erscheinen. Es langt, so hat der Reichstagsabgeordnete Scheidemann, der be- ein unter Mitwirkung des Parlaments zustandekommendes Gesez fommt eben alles auf die Auffassung an, von der man bei kanntlich zu den Gemäßigten gehört, im Reichstag ausdrücklich als vertritt den Kommentar hinzu, daß nun die Einführung der Beurteilung der Vorgänge ausgeht. Und daß die Mehrdas fünftige Ziel der sozialdemokratischen Partei die Beherrschung eines staatlichen Branntweinmonopols in den heit des Partei- und Fraktionsvorstandes über die strittigen hegen. Bei den Standschützen. Von Hugo Schulz- Wien. Kärnten, den 19. Juni. den " " " " da zugegangen: Herr Major, i meld' g'horschamst, bei mar a G'fecht. Fuchzehn von ins san tot und a fuchzig verwundet, aber bei die Wallischen liegen die Toten diacht auf." Begriffe. Die Standschüßen haben zum Beispiel man denke aus einem Grenzgefecht zum Major, um ihm zu melden, wie es nur selbstgewählte Offiziere! Diese Offiziere sind aber nicht etwa Staatsbeamte oder Advokaten oder Richter, die vielleicht einmal Reserveleutnants waren, sondern genau solche Bauern oder Handwerker oder Gastwirte wie die andern, die sich Das Standschüßenbataillon, das ich besuchte, ist eins von den vielen, mit ihnen im Frieden Sonntags auf den Schüßenständen ver- nur eine ganz kleine Zahl von Ortschaften ist darin vertreten. In Wenn man früher sehen wollte, wie sich ein Volf darstellt, das sammelten, um sich ihr Best herauszuschießen. Manch einer von herrlicher Hochgebirgslandschaft liegen die Stellungen, die es besezt noch alte, atavistische Kriegssitten gewahrt und seine ganze Lebens- diesen Schüßenführern mag auch ein böses Gewissen haben, auf und die es festzuhalten entschlossen ist. Ueber grüne Kuppen führung unter die Herrschaft der Waffen gestellt hat, so pflegte dem ein paar Gamsböcke( Gemsen) lasten, die dem an der starren ziehen sich da Schüßengräben, an gut verborgenen Stellen gibt es man einen Ausflug nach Cetinje zu machen. In den letzten Jahren Scheibe erprobten Schüßen zur Abwechselung gelegentlich einmal raffiniert angelegte Stützpunkte und auch an Stacheldraht fehlt vor dem Balkantrieg war das jogar Mode geworden, und wer das bewegliche Ziele boten. Alle haben einit vor vielen Jahren es nicht. Stachliger aber noch als der Stacheldraht sind die romantische Bedürfnis hatte, sich aus dem scheinbar so nüchternen bei den Kaiserjägern( Tiroler Infanterie) gedient, aber dort Männer, die da in verborgenen Unterständen und Bretterbaraden, Betrieb unserer Zivilisation einmal in das Wildabenteuerliche mußten sie sich mit der Rolle von Unteroffizieren bescheiden, und die in den Moosgrund des Hochwaldes eingebaut sind, auf ihr zu versehen, der fuhr mittels Postautos auf der prachtvollen Hoch- selbst der Bataillonsfommandant, der die Distinktionen eines Stichwort harren. Trocken und nüchtern sprechen sie von den straße, die sich am Felsenleib des Lovcen in unzähligen Windungen Majors trägt, hat es als Aftiver" nicht weiter gebracht als bis zum Möglichkeiten des Kampfes, ohne Pathos, ohne Schivung, ohne emporschlängelt, nach Montenegro. Dort konnte man das Gruseln Oberjäger. Er fühlte sich auch etwas beklommen, als ein Mann, heroische Gebärde, einfach nur wie Leute, die ihrer Sache sicher lernen, wenn man verwitterte Greise gewahrte, unter deren der uns führte, sich mit ihm auf den unter Offizieren üblichen sind und sich im übrigen auf ihren harten Helplerinstinkt verlassen. buschigen Brauen Blize hervorschossen wie die Artillerievorberei- Dufuß stellte. Unwillkürlich regte sich der alte Oberjäger, die Sie haben in ihren Unterständen alles, was sie brauchen, vor allem tung zu einem Handſcharangriff und in deren buntgewirkten Gür Hände entfernten sich nicht von der Hosennaht, aber die Finger viel Munition. Auch die Feldküche fehlt nicht und der Koch, der teln geladene Revolver staten von den Dimensionen eines kleinen spielten dabei zwanglos, als wollten sie andeuten, daß der Tiroler zugleich Proviantmeister ist, sorgt troß seiner 67 Jahre mit unerMaschinengewehrs. Wer dann gar vor einen Bostschalter trat Volkswehrmann zwar den militärischen Formen ihr Recht ein- müdlichen Gifer für den leiblichen Bedarf der Schüßen. Es ist und schrecklich die Mündung eines Repetiergewehrs hervorstarren räumt, aber daß er es als freier Mann tut. ein herrliches Stück unseres Vaterlandes, dessen Verteidigung da sah, das der Beamte als Briefbeschwerer über seine Papiere gelegt Der Major P. machte uns gleich mit zweien seiner gerade diesen Alpensöhnen anvertraut ist. Aus dunkelgrünen Waldleiten, Hatte, der fühlte sich in eine andere Welt versetzt, in die längst anwesenden Kompagniekommandanten bekannt, dem Haupt- die sich jäh emporbäumen und von Geröllkarren durchfurcht sind, versunkene Welt des wilden Westens, wo der Manneswert ge- mann St. und dem Hauptmann E. Beides Männer von mehr als über die in stürzenden Katarakten dünne Wasserfäden herabmessen wurde an der Zahl der erbeuteten Stalpe. sechzig Jahren, beide mit scharf geprägten, verwitterten Zügen, schießen, wächst riesenhaft das Dolomitgestein in schwindelnde Die romantischen Ausflüge nach Montenegro werden in 3u- aber hochaufgerichteten rüstigen Körpern. Der alte E. besonders Höhe auf und beißt mit scharfen Zähnen und Zacken die Wolken kunft aufhören, denn das dürftige Ländchen hat uns nichts mehr ist ein Hüne von Gestalt, noch heute wie damals, als er Anno durch. Auf der einen Seite. Auf der andern Seite aber ragen zu bieten, was uns fremd und überraschend wäre oder was in 1874 zu Innsbrud die Korporalsterne erhielt. Seither ist ihm in maßvolleren Formen, oben breite Felder von Schnee und Firn nerventihelndem Kontrast stände zu unserm zivilisierten Stuben aber ein mächtiger Andreas- Hofer- Bart gewachsen, in den sich nur tragend, die Urberge auf. Ueber fauft geböschte Wiesenhänge bockerdasein. Der Weltbrand hat uns Mitteleuropäer, die wir trok wenig graue Haare mengen und der das typische Tiroler Adler- streicht klirrend die Sense. Die Friedensarbeit, die auch ein Stüd aller liebenswürdigen Schmähungen durch die vierverbändlerische gesicht umrahmt. Eigentlich bei aller Schärfe der Prägung ein Landesverteidigung ist, ruht nicht. Wer sind aber die Männer, Hespresse zweifellos Kulturmenschen sind, zu waffenklirrenden recht freundliches Gesicht mit lebhaften braunen Augen, deren die hier die Sensen schwingen? Sie tragen feldgraue Kappen, auf Kriegsvölkern gemacht. Wir decken unsern Bedarf an Monte- Spiel lebhafte und kluge Rede munter begleitet. Die Hauptleute denen eine Schildhahnfeder nickt und an die filberne Edelweißnegrinertum nun zu Hause und so gründlich, daß uns die Falten sind bei den Standschüßen nicht anders geformt als ihre Mann- sterne geheftet sind. Neben den Wiesen aber im gemähten Graje der Schwarzen Berge darin keinen Punkt vorgeben. Wir stehen schaft. Ich sah unter diesen manchen Sechzigjährigen, der genau liegen Tornister und Brotsäcke. dabei auf einer höheren Stufenleiter der Technik und der Organi- solche Kernfigur darstellte wie der alte Hauptmann, manch einen Wir verlassen die Stellung der Standschüßen und steigen sation als sie, unsere Kriegssitten sind auch nicht so atavistisch allerdings auch, dem harte Arbeit den Rüden gekrümmt und das nieder, zur Straße ab, wo eben einige Abteilungen eines ungawie die ihrigen, aber sonst c'est la même chose( es ist dieselbe Haar weiß gebleicht hat, wie den Zugführer Oberwalder, der rischen Truppenförpers vorüberziehen. Die Tieflandsöhne Sache); wie mir einst der würdige Capitano Guiro Vrbica in sechs Söhne im Felde stehen hat und nun auch noch selbst aus- scheinen sich in diese nie geschaute Bergwelt rasch eingelebt zu Njegus sagte, indem er die Wehrverfassung seines Volkes mit den gerüdt ist, um es den Welschen" zu„ zoagen". Es wäre aber ver- haben, ihr Sinn für die Schönheit dieser Gegend, die sie bei Landesverteidigungsüberlieferungen unserer Alpenbewohner in fehlt, zu glauben, daß die Standschüßen, unter denen diese Alten weitem nicht so unwirtlich finden wie die Ebenen Russisch- Polens, Parallele brachte. In welch ungeahntem und schier unglaublichem mit ihrer sicheren Hand und mit ihrem wohlgeschulten Schüßen- ist erwacht. Sie fühlen sich mit den Deutschen, die hier ihre Maße er das Richtige traf, weiß ich erst seit gestern. Ich habe auge noch allezeit ihren Mann stellen können, ein Greisenaufgebot engere Heimat verteidigen, durchaus solidarisch, so wie diese mit nämlich gestern ein Tiroler Standschüßenbataillon in seinen sind. Es sind Kämpfer aller Altersschichten unter ihnen, fernige ihnen, als es galt, den Karpathenwall gegen den russischen AnStellungen besucht und muß sagen, daß das, was ich zu fehen Dreißiger, die nur deshalb nicht in der Armee dienen, weil ein- sturm zu halten. Man sieht hier deutlich, wie viele Gegenfäße betam, über meine fühnsten Vorstellungen von den inneren Mög- mal ein Finger der linken Hand in die Schneidemühle geriet in unserem so merkwürdig gearteten Reiche gemeinsame Not und lichkeiten eines Volkswehrsystems, wie wir es anstreben, oder weil sie das zum Schießen unnötige linke. Auge gelegentlich gemeinsames Schicksal überbrücken, jenes gemeinsame Schicksal, meit hinaus ging. Die unabweislichen Notwendigkeiten des einer Auseinandersetzung, die in Kirchweihstimmung erfolgte, das uns allesamt Deutsche, Magyaren und Elawen für ein Bolfstriegs, den wir seit zehn Monaten führen müssen, haben Schaden gelitten hat. Die Hauptmasse bilden sogar die ganz bitteres hartes Jahr nach dem Ebenbild eines atavistischen manche starre Formel gebrochen, die bisher als heiliges Dogma Jungen, die bartlojen blonden Burschen von 17 bis 20 Jahren, Kriegervolfes geformt hat. Hoffentlich nicht für ewig. Wir wer der militärischen Doktrin galt, und vieles, was noch vor kurzem zu denen sich sogar einige noch jüngere gesellen, denen es der den es nicht mehr notwendig haben, so zu sein, wie die Monteallen Grundsäßen des militärischen Betriebes zu widersprechen Vater erlaubt hat, zu den Standschüßen zu gehen. Deren find negriner sind, wenn sich gezeigt haben wird, daß wir es trotz allem schien, hat sich im Rahmen der gewaltigen Massenaufgebote von nie aber nur wenige, denn man bedarf ihrer nicht, und die richtigen Kulturfortschritt noch besser sein können als die Falken der geahntem Umfang glatt verwirklicht. Es hat da Ueberraschungen Buben, die vom 13. bis 17. Jahre, finden auch so ihre Verwendung. Schwarzen Berge selbst. Wir werden es da nicht mehr notgegeben, die einen Träger des Volkswehrgedankens nur wenig Sie tragen in Rucksäcken Proviant zu den Stellungen, oder sie be- wendig haben, so zu sein, weil dann niemand mehr wagen wird, überraschen konnten; aber was es jetzt bei der Verteidigung wachen, mit alten Kugelstüßen bewaffnet, die Bahngleise und unsern Frieden zu stören. Es soll das lettemal sein, daß Sechzigunserer Alpengrenzen an Auswertung der kriegerischen Volkskraft Durchlässe. Mancher von ihnen schlängelt sich doch irgendwie jährige das Gewehr ergreifen müssen, um den heiligen Boden gibt, das grenzt schon an den völligen Umsturz aller hergebrachten zur Front durch, und kürzlich kam so ein grüner Junge schnurstracks ihrer Heimat zu schühen. Fragen der gegenwärtigen Parteipolitik ganz anders denkt. als die Unterzeichner des Zirkulars, war diesen nur zu gut bekannt. Nur den Vorwurf der Böswilligkeit können sie den Vorständen nicht durchlassen. Er sollte aus dem polemischen Sprachschatz der Parteidiskussionen füglich vollständig aus- scheiden. Denn für ebenso selbstverständlich, wie wir es halten, daß die Vertreter der Politik der vermeintlichen Partei- Mehrheit vom b e st e n Willen für die Partei und das Volk beseelt sind, sollten es auch ihre Widersacher innerhalb der Partei, ansehen, daß sich auch ihre Kritiker nur von den e h r e n h a f t e st e n Motiven leiten lassen. Zumal den Unterzeichnern des Zirkulars— inzwischen etwa 800— zahl reiche Genossen angehören, die der Partei Mcnschenalter hin durch ebenso redliche und nützliche Dienste geleistet haben, wie nur die bewährtesten Genossen der anderen Seite. Daß sie wohl auch das gleiche Maß der politischen Einsicht für sich beanspruchen dürfen, wie ihre Meinungsgegner innerhalb der Partei, sei nur nebenher erwähnt. Daß wir auf die sachlichen Kernfragen leider nicht einzugehen vermögen, haben wir bereits hervorgehoben. Sonst wäre es ein Kinderspiel, nachzuweisen, daß sich zum Beispiel das Wort von der„Hintertreppenpolitik" auf ganz andere Dinge bezieht, als sie die Vorstände erwähnen. Auch ist es eine, gelinde ausgedrückt, sonderbare Unterstellung, daß der Absatz des Zirkulars, der von dem„Vergeltungsprinzip" im Kriege spricht, verlangt oder auch nur erwartet habe, daß die deutsche Partei es als ihre Pflicht betrachte,„einseitig der deutschen Kriegführung Vorwürfe zu machen". Ueber diese u�d die anderen Forderungen des Zirkulars wird indessen später einmal sehr gründlich gesprochen werden. Was die feierliche Abwehr der Vorstände gegen die Dar- stellung anlangt, daß innerhalb der Reichstagsfraktion, der preuM'chen Landtagsfraktion usw. ein erheblicher Teil ge» wissen imperialistischen Plänen zuneige, so ist diese Tat- fache unmöglich zu bestreiten. Durch die bloße Berufung auf wiederholte Fraktionserklärungen ist die Hervorhebung des Einflusses dieses Teils der Partei auf die Gesamt- h a l t u n g der Fraktion noch keineswegs abgetan. Die Nach- Weisung der Zusammenhänge muß auch hier leider der Zu- k u n f t vorbehalten bleiben. Eine ganz willkürliche, durch die Fassung des Zirkulars in keiner Weise nahegelegte Unterstellung ist es schließlich, daß die Warnung vor der„Verantwortung für alles, was sonst kommt", die Drohung mit der Parteispaltung ent- halte. Wenn der Hinweis auf die unausbleiblichen Folgen einer verhängnisvollen Politik, die(nach Ansicht der Unter- zeichner, die ja doch wohl noch eine Ansicht auszusprechen sich unterfangen dürfen) zu einer innerlichen Auflösung der Parteigrundsätze und damit auch des äußeren Parteigefüges führen müssen, als„Drohung mit der Parteispaltung" ge- brandmarkt werden soll, dann hört allerdings jede Möglich- keit einer Aussprache und Verständigung innerhalb der Partei— die n i ch t gleichbedeutend ist mit einzelnen Partei- instanzen— auf, dann ist das die Proklamation eines Ab- solutismus der Parteiinstanzen, der nicht nur das Grab für jede demokratische Betätigungsmöglichkeit, sondern auch des Sozialismus selbst wäre. Daß es freilich Elemente innerhalb der Partei gibt, höchst regsame Eleniente obendrein, die direkt auf eine Parteispaltung hinarbeiten, kann nicht geleugnet werden. Nur befinden sich diese Elemente, die unaufhörlich mit der Partei- lpaltung drohen und dazu in der ungestümsten Weise auf- fordern, nicht in den Reihen der Unterzeichner des Zirkulars. Wer diese tatsächlichen und bewußten„Parteizerstörer" sind — Parteizerstörer, die w i r gleichwohl nicht der Böswillig. keit zeihen, sondern nur eines fanatischen Irrwahns—, das können die Leser des„Vorwärts" aus der Notiz ersehen, die wir dieser Verwahrung folgen lassen. Wer will die Parteispaltung? DaS„Dolksblatt für Anhalt"(Dessau) schreibt unter dem Titel:„Ist da noch Gemeinschaft möglich?": „Wir wollen los von den Illusionisten. Wir wollen wirkliche Macht. Darum bejahen wir den Staat, von dem wir wissen, daß er nicht durch eine Katastrophe, sondern nur durch allmähliche Entwickelung in unsere Hände kommen kann. Praktisch haben wir das schon alle getan. Die praktische Tat auch durch die Theorie anzuerkennen und dadurch in eine zielbewußte, konsequente, erfolgreiche Arbeit zu kommen, da» ist da» Ziel, das wir nach dem Kriege verfolgen müssen.' Mit den bloßen Kritikern, mit den Entrüstung»- und Schimpfsozialisten, den Illusionisten und Resolution»- und Re- volutionZphraseuren, die jeder Eroberung wirklicher Machtpositionen aus Prinzipienreiterei ängstlich aus dem Wege gehen, bloß um sich in bombastischen Phrasen berauschen zu können, wollen wir nichts zu tun haben. Mögen sie einen politischen Klub für sich bilden, in dem sie bis ans. Ende der Tage diskutieren und sich gegenseitig ver- donnern können— auch das bleibt nicht aus— wir wollen wirkliche Weltverbesserer sein, wir wollen in der Wirklichkeit, wie sie ist, und mit den ihr angepaßten, wirksamen Mitteln die Welt umge st alten, getreu den Prinzipien der Demokratie und des Sozialismus, die für uns lange genug Worte waren, die- endlich zu Tatsachen zu machen wir mit Ungeduld das Arbeitsfeld de» Frieden» herbeisehnen." In seiner bereits erwähnten Broschüre:„Die Sozialdemokratie am Scheidewege", schreibt Genosse Kolb: „Nichts wäre für die künftige Politik der Sozialdemokratie verhängnisvoller, als d�r rein formellen Einheit wegen, den Konsequenzen der seit 4. August 1914 inaugurierten Politik wieder aus dem Wege zu gehen und einen unhaltbaren Kompromiß zu schließen. Mit den Elementen, welchx diese Politik als einen Verrat an den politischen Grundsätzen d«r Sozialdemokratie bezeichnen, können diejenigen, welche auf dem Boden dieser Politik stehen, nicht mehr zusammenarbeiten. Die Kluft zwischen den sich gegenüber st ehenden Auf- fassungen ist zu groß, als daß sie überbrückt werden könnte. Da» innere Problem der Sozialdemokratie muß endlich gelöst werden. Rur unter dieser Boraussetzung ist eine Neu- orientierung der deutschen Politik möglich und durchführbar." Der Karlsruher„Volksfreund" schrieb am 24. Juni unter der Ueberschrift:„Bis hierher und nicht weiter": „Wir sind überzeugt, daß die ungeheure Mehrheit unserer Anhänger, vor allem die draußen im Felde stehe», die Politik der Opposition nicht mitmachen wird. Wenn die Einheit der Partei keine bloß formelle sein soll, dann bleibt schließlich nichts anderes übrig, als eine wirkliche Einheit und Einig- keit herzustellen, So bedauerlich es ist, daß die Dinge sich so zugespitzt haben, jetzt heißt es auch hier mit den Tat- fachen zu rechnen und dementsprechend zu handeln." Der Partei- und FraktionSvorstand erklärt sich dagegen auf Grund eines von ihm völlig mißverstandenen Satzes gegen die— Opposition, und schreibt in seinem Zirkular vom 28. Juni: „Jede Drohung, die auf eine Parteispaltung hinzielt, ist ein Verbrechen an der Partei, ein Verbrechen an der gesamten Arbeiter- bewegung. Wir zweifeln nicht daran, daß die Parteigenossen aller- orts deshalb die Gefahr erkennen, die in derartigen Treibereien liegt, und daß sie den Organisationsschüdlingen ein gebieterisches: „B i s hierher und nicht weiter!" entgegenrufen werden." Wir sollten mehren, daß sich hier die ausgiebigste und er- sprießlichste Tätigkeit für den Parteivorstand böte, den auf die Parteispaltung abzielenden Tendenzen innerhalb der Partei nach- drücklichst entgegenzutreten! Sintemalen diese Miniertätigkeit gegen die Parteieinheit schon seit vielen Monaten ungeniert und ungerügt betrieben wird! Einheit und Meinungsfreiheit. Genosse K a u t s k y veröffentlicht unter der genannten Ueber- schrift einen Artikel in der„Bremer Bürgerzeitung", zu dem die Redaktion bemerkt: „Die Redaktion der„Bremer Büraerzeitung" hat zu dem sachlichen Inhalt des Artikels:„Das Gebot der Stunde" noch keine Stellung genommen. Sie billigt ihn einmütig. Ueber die formelle Frage, ob Genosse Haase vom Standpunkt des Partei- interesses berechtigt war, oder taktisch klug handelte, jenen Artikel mit zu unterzeichnen, bestehen Meinungsverschiedenheiten unter den Redakteuren. Nur der politische Redakteur billigt Haasts Verhalten." Genosse Kautsky schreibt: Gegen unsere Publikation, die am 19. Juni in der„Leipziger Volkszeitung" erschien,(die„Bremer Bürgerzeitung" gab sie am 22. Juni wieder. Red.) macht jetzt auch die Generalkommission der Gewerkschaften mobil. Im„Korrespondenzblatt" vom 2ö. Juni veröffentlicht sie einen Artikel, betitelt:„Gegen die Sonder» bündelei", der sich zuerst gegen die vom 9. Juni datierte Eingabe an den Parteivorstand und die ReichStagSfrattion richtet und dann fortfährt: „An dem Tage, an welchem nach Schätzung der Herausgeber des Rundschreibens dieses in der Partei- und Gewerkschafts- presse veröffentlicht werden sollte, erschien in dem Leipziger Parteiblatt eine im gleichen Sinne gehaltene Kundgebung, in der die Masse der Parteigenossen aufgerufen wird, sich gegen die stets mit großer Mehrheit gefaßten Beschlüsse der von ihnen ein- gesetzten Körperschaften zu»venden. Gezeichnet ist diese Kund- gebung von dem Vorsitzenden des Vorstandes der sozialdemokra- tischen Partei und der sozialdemokratischen ReichstagSfraktion, sowie dem Redakteur des wissenschaftlichen Organs der sozial- demokratischen Partei Deutschlands. Durch diese Handlung von Genossen, denen die höchsten Ehrenämter in der Organisation in dem Vertrauen übertragen wurden, daß sie stets den Be- schlüsstn der Mehrheit Geltung verschaffen und dadurch die Ein- heit der Partei sichern würden, ist alles über den Haufen ge- warfen, was bisher in der Arbeiterbewegung Deutschlands als unantastbar galt." Kein Zweifel, eines schweren Verbrechen» gegen den proletarischen Klassenkampf macht sich jeder schuldig, der die Geschlossen- heit der Organe dieses Kampsts untergräbt. Nur durch die Wucht seiner einheitlichen Mass«, nicht gespalten in machtlose Sekten, kann das Proletariat sich behaupten und schließlich siegen. Da» fühlt das klassenbewußte Proletariat und darum wehrt es sich energisch gegen jeden Versuch, seine Organisationen zu spalten. Darum gibt es aber auch kein näherlregendes Mittel, innerhalb einer proletarischen Organisation eine unbequeme Kritik zum Schweigen zu bringen, oder einer unbequemen Richtung das Aufkommen zu erschweren, als die Behauptung, sie störe die Ein- heit der Organisation. Man kann damit leicht Eindruck machen, auch wenn man nicht imstande ist, ihr mit ausreichenden sachlichen Argumenten zu erwidern. Die Anklage der Generalkommission richtet sich auffallender- weise nur gegen Haast und mich, und nicht auch gegen unseren Freund Bernstein. Offenbar deshalb, weil er kein Parteiamt be- kleidet. Danach scheint es, daß es in der Partei zweierlei Recht geben sollte und daß die Parteifunktionäre in ihrer Meinungsäußerung mehr beschränkt sein sollten als andere Genossen. Aber sind nur Redakteure und Parteibeamte an die Beschlüsse der Partei ge- bunden, und andere, z. B. Abgeordnete, nicht? Was bedeutet die Verpflichtung der Besitzer„der höchsten Ehrenämter in der Organisation", den„Beschlüssen der Mehrheit stets Geltung zu verschaffen?" Das soll doch nicht die Pflicht aussprechen, stets die eigene Ueberzeugung nach den Beschlüssen der Mehrheit einzurichten? Die Beschlüsse der Parteikörperschaften können zweierlei Art sein. Einmal grundsätzlicher Natur. Sie sind vor allem Aufgabe unserer höchsten Instanz, des Parteitages. Sie bekunden, wer zu uns gehört, wer nicht. Wir verlangen von keinem Menschen ein Aufgeben seiner Grundsätze, können aber niemand als Kampf- genossen anerkennen, der die Grundsätze verwirft, für die wir kämpfen. Daß Haast oder ich gegen Beschlüsse grundsätzlicher Natur verstoßen haben, behauptet wohl die Generalkommission nicht. Andere Beschlüsse, und das sind die häufigsten, sind taktischer Natur. Sie besagen, wann und wie unsere Aktionen vorzunehmen sind. Hier sind die größten Meinungsverschiedenheiten in der Partei möglich und in der Regel auch vorhanden. Jede Aktion, die gelingen soll, verlangt aber volle Einheitlichkeit und Geschlossen- heit. Auch eine nicht ganz einwandfreie Aktion kann gute Re- sultate erzielen, wenn sie mit Entschiedenheit und Wucht.durch- Seführt wird. Dagegen kann selbst die zweckmäßigste Aktion heitern, wenn man sie zögernd und widerstrebend in Angriff nimmt. Ist eine Aktion einmal beschlossen, dann hat also jede Kritik zu schweigen, dann muß jeder sein Bestes zu ihrer Durchführung tun. Das ist ein dringendes Gebot der Parteidifziplin. Will man behaupten, daß wir dagegen verstoßen haben? Das könnte nur dann zutreffen, wenn es wahr wäre, daß die Fraktion mit dem Beschluß vom 4. August ihre Wstimmungen für die ganze Dauer des Krieges und für alle Situationen festlegen wollte. Davon kann jedoch gar keine Rede sein. Es handelte sich damals nur um einen Beschluß für den augenblicklichen Fall. Das hat die Fraktion selbst durch ihre Praxis anerkannt. Als neue Kredite zu bewilligen tvaren, hat sie ohne weiteres die Frage als eine offene angesehen, sie von neuem diskutiert und einen neuen Beschluß gefaßt, der abermals nur für den gegebenen Fall galt. Bald wird unsere Fraktion die Frage abermals zu erörtern und zu entscheiden haben. Im Hinblick auf diese kommende Erörterung, nicht auf frühere Beschlüsse unternahmen wir unsere Publikation. In unserer Partei bestand stets der Grundsatz, daß man nach vollzogener Aktion das Recht habe, sie zu kritisieren. Wir haben die bisherigen Beschlüsse keiner Kritik unterzogen, aus Zweckmäßig- keitsgründen. Wir haben ausschließlich unsere Anschauungen kundzugeben über eine kommende Aktion oder über Beschlüsse, die noch gar nicht gefaßt, die erst zu beraten sind. Darüher zu den Genossen zu sprechen, ist nicht nur unser gutes Recht, sondern unsere Pflicht. Vor der Aktion wie nach vollzogener Aktion muß vollste Frei- heit der Meinungsäußerung gestattet sein. Die Beschlüsse werden um so zweckmäßiger sein, je gründlicher sie vorher erörtert, je mehr alle Gründe für und wider klargelegt wurden. Jene Freiheit ist aber noch zu einem anderen Zweck nötig: Wir sind eine demokra- tische Partei, wir Iverden geleitet durch Mehrheitsbeschlüsse, das heißt, durch Beschlüsse der Mehrheit der Parteigenossen. Es ist stets unangenehm, in der Minderheit zu bleiben, aber man fügt sich, wenn man die Möglichkeit hatte, für seine Anschauungen freieste Propaganda zu entfalten. Ganz anders dort, wo die Minderheit das Gefühl haben kann, sie wäre zur Mehrheit geworden, wenn sie die Möglichkeit gehabt hätte, die Argumente und Tatsachen, auf die sie sich stützt, den Parteigenossen offen zu unterbreiten, und sie sei nur deshalb in der Minderheit geblieben, weil sie in ihrer Propa- ganda gehindert wurde, indes der anderen Seite alle Mittel und Möglichkeiten reichlichster Propaganda zur Verfügung standen. Wo in derartiger Weise die Minderheit dauernd vergewaltigt würde, müßte es zu fortschreitender Vergiftung des Organisation»- lebens führen und die Organisation schließlich sprengen. Nicht die Freiheit der Meinungsäußerungen, sondern ihre Unterdrückung be- kündet die schwerste Gefährdung der Parteieinheit. Also auch von diesem Standpunkt aus ist die volle Freiheit der Aussprache geboten. Nicht im Interesse der Minderheit, sondern im Interesse des erfolgreichen Wirkens und des festen Zusammenhalts der Gesamtpartei. Nun wird man behaupten, das gelte wohl für den Frieden, im Kriege dagegen seien gewisse Rücksichtnahmen nötig. Das mag sein, dann müssen sie jedoch auf beiden Seiten geübt werden. Die Minderheit ist durch den Kriegszustand schon beengt genug. Wird ihr auch von Partei wegen die Propagierung ihrer Anschauungen erschwert, wer vermag dann dafür zu bürgen, daß bei freier Propaganda die Mehrheit noch die Mehrheit wäre? Im Interesse ihres eigenen Ansehens innerhalb der Partei tut sie gut. alles zu vermeiden, was als Knebelung der Minderheit betrachtet werden könnt«. Daß der Krieg Ausnahmezustände schafft, ist gewiß, gilt aber in erster Linie für die Minderheit. Ihr mutz es unter allen Um- ständen unbenommen bleiben, wenn neue Entschließungen bevor- stehen, die in Betracht kommenden Fragen zur Debatte zu stellen. Wo soll da der Angriff auf die Einheit der Partei liegen? Die bisherige Mehrheit der Fraktion darf sich doch nicht mit der Partei identifizieren und sie darf nicht jeden Versuch, die bisherige Mrnderheit zur Mehrheit zu machen, als ein Attentat auf die Partei felbst betrachten. /tos öer Partei. Aus den Organisationen. Der Vorstand des Sozialdemokratischen Vereins Grotz-Kiel erläßt in der„SchleSwig-Holsteinscheu Volkszeitung" den nach- folgenden Aufruf: Achtung, Parteigenossen und-Genossinnen! Am 24. Juni ging uns der Abdruck eines Schreibens an den Partei- und Fraktionsvorstand(versehen mit einer Anzahl Unter- schriften) mit der Aufforderung zu, die Mitglieder möglichst schnell vom Inhalt dieses Schreibens zu unterrichten. Der Gesamtvorftand des Sozialdemokratischen Vereins Groß- Kiel lehnt es ab, dieses Schreiben zu unterstützen. Der Vorstand betrachtet diese Eingabe an die oben genannten Parteiinslanzen als ein Unternehmen, das geeignet ist, die Einigkeit und Ge- schlossenheit der Partei zu zerstören. Dadurch, daß die Unter- zeichner hinter ihren Namen ihre Vertrauensstellungen innerhalb der Partei und Gewerkschaft angegeben haben, glauben sie Ver- wirrung unter den Mitgliedern der Organisation anrichten zu können und hierdurch obengenannten Zweck zu erreichen. Eine solche Handlung verdient die schärfste Mißbilligung. Am Sonntag, den 27. Juni, ist hier am Orte von einigen Genossen, die sich sonst um dre Arbeiten in der Partei seit langer Zeit nicht gekümmert haben, versucht worden, solche Flugblätter der Parteizerstörer zu verbreiten. Da diest Genossen jedenfalls bei den älteren und erfahrenen Genossen keine Hilfe fanden, haben sie sich nicht gescheut. Jugendliche, die die Tragweite solcher Handlungen noch nicht übersehen können, dafür zu gewinnen. Dieses Verhalten ist scharf zu verurteilen. Der Vorstand kann den Mitgliedern nur empfehlen, diest Zerstörungsarbeit an der Einigkeit der Partei nicht durch ihre Namensunterschrift zu unterstützen und jeden, der sie dazu auf- fordert, auf das Schädliche seines Treibens hinzuweisen. Die Parteigenossen können sich der Zuversicht hingeben, daß zur ge- gebenen Zeit und Stunde vom Parteivorstand alles getan werden wird, um den Interessen des deutschen Volkes im allgemeinen und dem Interesse der deutschen Arbeiterschaft im besonderen zu dienen. Mit der Taktik der kleinen Gruppe theoretischer Allesbesser» wisser, die sich nicht scheuen, in dieser ernsten Zeit, wo mehr denn je die Einigkeit in der Partei notwendig ist, diese zu zerstören. können wir uns niemals«inverstanden erklären, fondern pro- testieren aufs schärfste gegen solche Maukwurfsarbeit. Der Vorstand des Sozialdemokratischen Vereins Groß-Kiel. Der Bezirksvorstand der sozialdemokratischen Partei de» Herzogtums Brau»schweig hat in stiner letzten Sitzung zu den durch den Krieg entstandenen Parteidifferenzen Stellung genommen und folgenden Beschlutz gefaßt: Der Bezirksvorstand oerurteilt entschieden all« auf die Störung der Parteieinheit gerichteten Bestrebungen:«r erblickt jedoch in der Eingabe einer großen Zahl Parteigenossen an den Partei- und Fraktionsvorstand, in der die Umkehr von der Politik des 4. August verlangt wird, ebenso wie in dem Aufruf der Genossen Bernstein, Haast und Kautsky keine gegen das Orga- nisationsstatut oder deren Geist verstoßende Handlung. Das Vorgehen der betreffenden Genossen ist lediglich als dringende Forderung an die leitenden Parteiinstanzen zu be- trachten, entsprechend den Partqigrundsätzen und Kongreß- beschlüssen zu handeln. Parteiliteratur. Dokumente zum Weltkrieg 1914. Die Buchhandlung Vorwärts Berlin SW 68 hat nunmehr den 3. Teil des französischen GelbbucheS erscheinen lassen. Damit liegt das französische Gelbbuch vollständig vor. Der 8. Teil enthält die Aftensiücke von der Kriegserklärung Oesterreichs an Serbien bis zum Kriegsausbruch zwischen Frankreich und Deutschland. Darunter befinden sich also auch die Botschaft des Präsidenten Poincarö, die dieser in der Parlaments- sitzung vom 4. August zur Verlesung brachte, und die Reden de» Ministerpräsidenten Vibiani aus der Sitzung der Deputiertenkammer vom 4. August 1914. Auch bei dem französischen Gelbbuch hat sich der Herausgeber, Genosse Eduard Bernstein, streng an das Programm gehalten und sich auf die getreue Wiedergabe der amtlichen Dokumente beschränkt. Ein Register erleichtert das Nachschlagen der Aktenstücke. Die drei Hefte, die das französische Gelbbuch umfaßt, kosten zusammen IM.— Demnächst gelangt daS Italienische Grün- buch zur Ausgabe. Der„Führer durch das preußische Einkommen- steuergesetz" ist soeben im Berlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, in neuer durchgesehener Auflage erschienen. Bei dieser Neuausgabe sind besonders die durch den Krieg ver- änderten Umstände, soweit sie auf Steuereinschätzung und Steuer- erhebung Einfluß ausüben, berücksichtigt. Der Preis für die Broschüre ist 40 Pf. Sie kann durch jede Buchhandlung bezogen werden. Gewerkschaftliches. Bergarbeiter und Teuerungszulagen. Anzahl von Bechen gibt, bei denen Heute der Hauerdurchschnittslohn, I mungen begrenzt, hätte die Gefahr einer baldigen Erschöpfung der wie auch der Schichtlohn um 20 bis 50 Bf. höher steht, als im Verbandskasse und daneben nach erfolgter Aussteuerung so vieler 4. Quartal 1914. Möchten nur jene Grubenverwaltungen, die bis- Mitglieder deren Boslösung vom Verband bedeutet. Eine Erschütteher noch kein Entgegenkommen zeigten, das gute Beispiel der anderen rung der Organisation hätte damit verbunden sein müssen. Auf die Eingabe der Bergarbeiterverbände bom 26. März an Bechen befolgen. Andererseits mußte für die Familien der Einberufenen etwas getan Bei den Werkverwaltungen, die sich aber ganz ablehnend ver- waren. So tamen die bekannten Beschlüsse zustande: Die Arbeitswerden angesichts der ungeheuren Not, deren diese ausgesetzt ben Bechenverband für Rheinland- Westfalen um Gewährung einer Teuerungszulage von 60 Pf. für verheiratete und 40 Pf. für ledige halten, ist es, um den Burgfrieden weiter zu wahren, Pflicht der losenunterstüßung wird in ihren Wochensägen ermäßigt, aber auf Bergarbeiter für die Schicht, folgte am 27. April eine ablehnenbe Bergrebierbeamten, sich mit den Werksbefizern ins Einvernehmen unbegrenzte Dauer gezahlt, und den Familien der Einberufenen Antwort. Nach der Rede Kirdorfs am 17. April in der General- zu ſegen. zahlt der Verband eine wöchentliche Unterstützung von 3 M. Diese versammlung der Gelsenkirchener Bergwerks- Aktiengesellschaft in Vor allem muß aber hervorgehoben werden, daß die bisher Familienunterstübung ist bis 1. November gezahlt und dann auf Berlin war eine solche Antwort vorauszusehen. Der Rechengewährten Lohnerhöhungen nicht genügen, um nur annähernd die Grund eines Beschlusses der Vorständekonferenz aufgehoben worden. Sie hat eine Ausgabe von annähernd 900 000 m. erfordert. Ab 1. Januar 1915 trat, nachdem die Arbeitslosigkeit inzwischen start zurückgegangen war, auf Beschluß einer Konferenz von Verbandsvertretern aus den größeren Zahlstellen eine Beschränkung der Bezugsdauer für Arbeitslosenunterstützung je nach der Dauer der Mitgliedschaft auf 12-16 Wochen ein. Die Summe der bis zum 1. April 1915 ausbezahlten Arbeitslosenunterstützung beläuft sich auf über 3 Millionen Mart. verband erklärte die Forderungen zwar nicht für unberech- Preissteigerung der Lebensmittel el auszugleichen. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. 25 Jahre Verbandsvorsitzender. tigt", er wies darauf hin, daß die beantragte Zulage die Förderung pro Tonne um 50 bis 75 Pf. verteuere. Und das, obgleich nach einem Beschluß der Rechenbesigerversammlung Kriegsteuerung und A. E. G.- Angestellte. für die Abschlußmonate April bis August Preisaufschläge im Das technische Personal der A. E. G.- Betriebe hat in einer Ein Umfange von 1 bis 22 M. pro Tonne vorgenommen werden gabe an die Generaldirektion gebeten, die Gehälter der technischen sollen. Es werden aber Fälle bekannt, in denen über diese Preise Angestellten infolge der herrschenden Teuerung um einen bestimmten Wenn schon durch diese Zahlen mit aller Deutlichkeit dargetan hinaus ganz erheblich hinausgegangen wird; so find Verbrauchern Prozentsaz zu erhöhen. Die Wünsche der technischen Angestellten wird, was neben allen sonstigen Leistungen eine starte Gewerkschaft. in Norddeutschland Preise gestellt worden, die bis zu 70 Proz. über fanden aber bei der Generaldirektion der A. E. G. fein Gehör. Es auch während der Kriegszeit für die Arbeiter bedeutet, so wird die alten Preise hinausgehen. wurde im Gegenteil den technischen Angestellten mitgeteilt, daß die dieses durch die weitere Entwickelung der Dinge erst recht in augenDie Kohlenpreiserhöhung beträgt also bis zu 70 Broz., den Generaldirektion sich nicht entschließen könne, allgemeine Teuerungs- fälliger Weise bestätigt. Dank der treuen Pflichterfüllung aller Bergarbeitern aber sollten feine Lohnzulagen von 8 oder 10 Proz. baß sich die Angestellten am 2. Juli au einer Beratung zusammen Bage, schon jetzt mitten während des Krieges und angesichts einer zulagen zu geben. Dieser Bescheid erregte lebhaftes Bedauern, so Mitglieder war der Vorstand des Verbandes in der angenehmen gegeben werden. Doch auch die Gesellschaften der anderen Bergreviere wissen die unterzogen wurde. Es wurde beschlossen, die Generaldirektion erneut sämtlichen Unterstüßungseinrichtungen wieder fanden, in der die Abſage der Direktion einer eingehenden Besprechung immer noch ungewiffen Zukunft das Statut mit feinen Zeit zu nügen. So erfahren wir, daß die Oberbayrische Aktien zu ersuchen, in eine nochmalige Prüfung ihrer Entscheidung einzu- bo II in Kraft zu sehen. Vom 4. Juli ab wird die Argeſellſchaft für Kohlenbau den Preis der Kohle feit Anfang des treten, ba gerade die Angestellten der A. G. G. unter der herrschenden beitslosenunterstübung in ihrer vollen Söhe Krieges um 30 Pf. pro Doppelzentner erhöhte. Der Vorstands- Teuerung außerordentlich zu leiden haben. nach dem Statut wieder ausgezahlt, desgleichen die Reiseunterbericht des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats für den Monat ftüßung, Sterbegeld, Gemaßregelten- und Umzugsunterſtüßung Mai 1915 bekräftigt dies, indem darin ausgeführt wird, daß der usw., unter Zugrunbelegung der vom lekten Verbandstag beschlosseGesamtabsag an Kohlen einschließlich des Bedarfs an diesen für nen Verbesserungen, die nunmehr ebenfalls in Kraft treten. Koks und Briketts und für eigene Betriebszwede sich im Monat Darüber hinaus wird, wenn die Frau eines im Felde stehenden Am 1. Juli konnte der Vorsitzende des Zimmererverbandes, Kriegsteilnehmers stirbt, ein Sterbegeld in Höhe von drei Fünfteln Mai auf 6 182 128 Tonnen belief. Die Förderung betrug dagegen Frik Schrader, auf eine 25jährige Tätigkeit als Zentralborder statutarischen Säße gewährt. Weiter erhalten diejenigen 5 826 965 Tonnen, sodaß 885 158 Tonnen vom Lagerbestand ge- fizender zurückblicken. Vorher Vorsitzender der Bahlstelle Hamburg, Kriegerfrauen, die bisher noch keine Unterstübung vom Verband nommen werden mußten. Trotzdem im Ruhrgebiet Ueberschichten wurde er auf dem zu Pfingsten 1890 in Frankfurt a. M. tagen erhalten haben, fortab eine einmalige Unterstützung von 6 Mr. über Ueberschichten verfahren werden, reicht die Förderung nicht. den Handwerkertag zum Vorsitzenden gewählt. Die ersten Jahre Diese außerordentlichen Leistungen des Verbandes werden zwar Zu verstehen ist deshalb, wenn auch die Bergarbeiter nach mehr feines Wirkens als Vorsitzender standen im Zeichen einer Wirt nicht ausreichen, die vorhandene Not in den Familien der betroffeLohn verlangen, um bei den gesteigerten Lebensmittelpreisen wenigstens und der damit verbundenen Beseitigung der gröbsten Feffeln der und deren Frauen fie als eine willlommene Beihilfe würdigen fchaftskrise. Daher kam es, daß beim Fall des Ausnahmegesezes nen Mitglieder zu beheben, aber dennoch werden die Mitglieder annähernd so leben zu können wie früher, was schon die Verrichtung Gewerkschaftsbewegung die Mitgliederzahl doch zurüdging. Hier und der Organisation dafür ihre Anerkennung nicht versagen. Es ihrer schweren Arbeit verlangt. Dabei find im letzten Quartal 1914 galt es, mit aller Kraft einzusehen. Der Verband wuchs denn auch liegt der Beweis darin, was tatkräftige Solidarität zu leiſten verdie Löhne der Bergarbeiter fleiner gewesen als in demselben Quartal bald zusehends unter der Leitung Schraders. Vor 25 Jahren mag. Wer sich daneben die Tätigkeit der Gewerkschaften auf allen 1913. Nach der Lohnstatistik ist nur der Lohn Jugendlicher im 14 596 Mitglieder in 243 Rofalverbänden, zählt der Zimmerer- sonstigen Gebieten, wo es die Intereffen der Arbeiter zu vertreten bierten Quartal um einige Pfennige gestiegen, die Löhne der anderen berband im 2. Quartal des Vorjahres in 821 Bahlstellen 62 673 Arbeiter, besonders die der Hauer und Lehrhauer, also der eigent Mitglieder. In diesem Aufstieg stedt viel agitatorische Arbeit. gilt, bergegenwärtigt, der wird anerkennen müssen, daß es für alle lichen Bergarbeiter, waren um 84 Pf. für die Schicht gefallen. Noch mehr aber in der Führung der vielen Bohnkämpfe, der Ab- Arbeiter ohne Ausnahme ein Gebot absoluter Notwendigkeit ist, Es ist selbstverständlich, daß die Forderung auf Teuerungs. wehr- und Angriffsmaßnahmen gegen die nicht allezeit friedfer- ihre Organisationen auch über die Kriegszeit hinaus aktionsfähig baugewerblichen Unternehmerverbände. Und als dann in zu erhalten. Es werden andere Zeiten mit neuen Aufgaben und zulage nicht allein an die Zechenherren Rheinland- Westfalens ge- späteren Jahren die internationalen Beziehungen der Gewert Kämpfen kommen, wo es für uns heißt, das Wort wahr zu machen, richtet wurde, sondern auch an die Minister für Handel und Ge- fchaften immer regere wurden, schloß auch der Zimmererverband was bor kurzem von der Reichstagstribüne herab aus dem Munde werbe, an den Oberschlesischen Berg- und Hüttenmännischen Verein das Bruderband der internationalen Solidarität um die aus des verantwortlichen Staatsmannes gesprochen wurde:„ Ohne die sowie im Verein mit Bruderorganisationen oder auch vom Berg- ländischen Berufsorganisationen. Friz Schrader wurde 1903 zum Gewerkschaften ist das deutsche Wirtschaftsleben nicht mehr arbeiterverband allein an die einzelnen Werke in anderen Bergbau- und Arbeit reiches Leben, von dem das Verbandsorgan," Der Gin an Erfahrungen, Mühen revieren. Von verschiedenen Werksbefizern wurde auch sofort deren Zimmerer", anerkennend sagt: Notwendigkeit anerkannt und fand eine Lohnerhöhung statt. internationalen Sekretär ernannt. So blickt der mit der Zeit grautöpfig gewordene Achtunddenkbar." Aus Industrie und Handel. Einstellung des Verkaufs von Petroleum. So bewilligte die Kohlengrube Marienstein in Oberbayern für fünfzigjährige heute auf eine zweiunddreißigjährige Mitgliedschaft Berheiratete pro Schicht 30 Pf., für Ledige 20 Pf. Vor einigen im Verbande und ein vor 25 Jahren begonnenes Wirken als VorTagen wurde auch amtlich mitgeteilt, daß die bayerische Staats- fißender desselben zurüd, hat außer dem Zimmererkongres 1890 Wie das Berliner Tageblatt" erfährt, haben die drei regierung auf die Eingaben der Bergarbeiterverbände hin sich ent- in Gotha bom 8. Handwerkertage an alle späteren Generalber- großen Petroleumimportgesellschaften, nämlich die Deutsche schloffen habe, Teuerungsbeihilfen zu verabfolgen. Leider bekommen fammlungen des Verbandes als Leiter, allen Gewerkschaftston- Betroleumverkaufsgesellschaft, die„ Dler" und die Deutschgressen als Delegierter beigewohnt und auf vielen Verbandstagen aber nur berheiratete Bergarbeiter, bie nicht über 1400 M. berbienen, ausländischer Bruberorganisationen die Bertretung des Berbandes Amerikanische Petroleum- Att.- Ges. der Regierung gegenüber diese Lohnzulage. Auf den Erzgruben Friederike und Mathilden- inne gehabt. Reich an Erfahrungen über Borkommnisse innerhalb die Verpflichtung übernommen, bis zum 1. September dieses hütte in Hannover wurde eine Lohnsteigerung von 20-40 Bf. zu der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung tann Friz Schrader Jahres tein Petroleum an private Abnehmer, insgefagt. Auch auf vielen Staliwerken in Hannover und im Haller Bezirk somit von sich sagen, daß sein Name, außer mit der Zimmerer- besondere Händler abzugeben. MAЯU wurde eine Lohnerhöhung bis zu 50 Pf. vorgenommen. bewegung, mit der Gewerkschaftsbewegung im allgemeinen eng berknüpft iſt." Nachdem die Forderung der Bergarbeiter auf Teuerungszulage bom Rheinisch Westfälischen Zechenverband abgelehnt war( auch von Oberschlesien tam ein ablehnender Bescheid), forderten die Bergarbeiter ihre Arbeiterausschüsse auf, für Einberufung von Ausschußfizungen Sorge zu tragen, um dort erneut mit ihren Wünschen an die Werksverwaltungen heranzutreten. Soweit befannt, verhandelten die Zechenverwaltungen auch mit den Ausschüssen, mit Ausnahme von zwei Zechen, die dem Ausschuß das Recht zum Stellen von Anträgen bestritten. Die Mehrzahl der Grubenverwaltungen berief sich darauf, daß feit der ablehnenden Haltung des Bechenverbandes zu der Forderung der Bergarbeiterorganisationen auf Teuerungszulage die Löhne so gestiegen seien, daß diese Forderung, wenn nicht schon erfüllt, doch in nächster Zeit durch weitere Lohnsteigerungen sicher ihrer Erfüllung entgegensehe, ja noch die Höhe der geforderten Bulage überschritten werde. Manche Ausschüsse konnten Einblick in die Lohnlisten nehmen, durch den sie sich überzeugen sollten, daß eine Lohnlisten nehmen, durch den sie sich überzeugen sollten, daß eine Lohnsteigerung stattgefunden habe, und zwar nicht nur bei einzelnen Arbeitern, sondern bei den Durchschnittslöhnen sowohl der Hauer wie auch der anderen Kategorien. Ueber die Ergebnisse der Sigungen wurde an den letzten Sonntagen in Belegschaftsversammlungen für die einzelnen Bechen Bericht von den Arbeitsausschußmitgliedern erstattet. Diese Versammlungen waren in ihrer Mehrzahl sehr gut besucht. Leider sind bis heute die amtlichen Nachweise über die Berg arbeiterlöhne im 1. Quartal 1915 noch nicht erschienen, auf Grund deren erst die Richtigkeit der Werksangaben im allgemeinen nach geprüft werden kann. Bestritten soll aber nicht werden, daß es eine ABAZ из Kriegsgewinne. Die Dividende wird von 11 Neue innere Anleihe in Rußland. Der Krieg und der Holzarbeiterverband. Die Zuderfabrik Fröbeln A.-G. konnte ihren BruttoFür die Holzarbeiter bildete der Krieg mit seinen Begleit- gewinn von 5,96 auf 7,10 Millionen erhöhen. Trotz vermehrter erscheinungen von Arbeitslosigkeit und Betriebsstillegung eine un- Unkosten und Abschreibungen stieg der Reingewinn bon geheure Verschärfung und Verlängerung der in den vorausgegan- 398 820 auf 658 060 M. genen Jahren bestandenen Krisis, durch welche nicht nur dem ein- 16 Broz. erhöht; die Rüdlagen fallen wesentlich höher als im wurden. Mit Beginn des Jahres 1914 war die Arbeitslosenziffer zelnen, sondern auch der Organisation schwere Opfer auferlegt Borjahre aus. auf das Doppelte gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die Zahl der mit der Verbandsunterstützung Ausgesteuerten ging in die Tausende, und um deren weitere Unterstügung zu ermöglichen, mußte Petersburg, 3. Juli.( W. T. B.) Das Amtsblatt beröffentim Januar 1914 eine besondere Hilfsaktion eingeleitet werden, licht einen kaiserlichen Erlaß, der den Finanzminister zur zweiwofür die Hauptkasse sofort 50 000 m. stiftete. Die laufenden Aus- maligen Ausgabe von je 500 Millionen Rubel fünfprozentiger, gaben des Verbandes für Arbeitslosenunterstützung betrugen furzfristigen Schazobligationen ermächtigt, die von der Ginkommenaußerdem wöchentlich mehr als 60 000 M. Dieser Zustand hielt steuer befreit sein sollen. Die Stüde werden einen Wert von bis Kriegsausbruch an. Daraus mag man ermessen, in welcher 100 000, 500 000 und 1 Million Rubel haben und eine Laufzeit Lage sich der Verband bei Kriegsausbruch befand. Tausende von von 6 Monaten, welche vom 3. Juli ab datiert wird. Die Zinsen Familienvätern mußten den Waffenrod anziehen, die Familien in werden beim Verfall ausbezahlt werden. Die Angabe des obligaNot und Elend zurücklaffend. Eine beträchtliche Anzahl von ihnen torischen Wertes wird nicht nur in russischem Gelde erfolgen, sonwaren bereits ohne jedes Einkommen, sie nehmen die Sorge um dern auch, falls es notwendig ist, in ausländischem Gelde. ihre Lieben mit ins Feld, ohne vorher irgend etwas für sie tun au fönnen. Daraus erwuchsen dem Verbande Pflichten, wie sie in gleichem Maße bei anderen Gewerkschaften nicht bestanden. teit schwer zu leiden. Am 15. August waren 43,4 Proz. der zurüdDie Zurückgebliebenen hatten indessen unter der Arbeitslosigam 15. April allerdings nur noch 6,2 Proz. gebliebenen Mitglieder arbeitslos, am 15. Oktober noch 31,6 Proz., Der Verband mußte durch außerordentliche Maßnahmen all diesen Schwierigkeiten Herr zu werden suchen. Eine Unterstützung der Arbeitslofen, nach Zeit und Höhe der statutarischen BestimAuf die zweite Kriegsanleihe waren bis zum 30. Juni 8567,6 Der Zugang beläuft sich gegenüber der Vorwoche auf 64,9 MillioMillionen Mart oder 94,1 Proz. der Gesamtzeichnung eingezahlt. nen Mart. Trok dieser für die letzte Juniwoche berhältnismäßig größeren Neueinzahlung ist die Inanspruchnahme der Darlehns fassen für die zweite Kriegsanleihe geringer geworden; sie stellt sich auf 495 Millionen Mart gegen 503 Millionen Mart am 23. Juni. 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Voigt- Theater. Badstr. 58. Täglich: Badstr. 58. Theater für Sonntag, den 4. Juli. Deutsches Künstler- Theater Schiller- Theater 0. Uhr Die Schöne vom Strands Uhr: Wohltäter der Menschheit Deutsches Opernhaus, Charlottenb. Schiller- Th. Charlottenbg. Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor. 7 Uhr: Parsifal. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater Sonntag 32 Uhr: Maria Stuart. 8 Uhr: Eine unmögliche Frau. Kleines Theater 8% U.: Ein kostbares Leben. Lessing- Theater 8% U.: Seine einzige Frau Lustspielhaus 81 U.: Herrschaftl. Diener gesucht 8 Uhr: Alt- Heidelberg. Thalia- Theater 8 Uhr: Klein Eva. Gastspiel der Königl. Hofschauspielerin Lotte Klein. Theater am Nollendorfpl. 3, Uhr: Onkel Bräsig. 8% Uhr: Immer feste druft! Trianon- Theater 3, Uhr: Die Waise aus Lowood. 81/8 Uhr: Die Heiratsschule. Volksbühne.Theater am Bülowplatz 3 Pension Schöller. 8 Uer: Pension Schöller. Theater für Montag, den 5. Juli. Deutsches Künstler- Theater. Schiller- Theater 0. 8, U.: Die Schöne vom Strand. 8 Uh: Wohltäter der Menschheit. Deutsches Opernhaus Charlottbg. Shhiller- Th.Charlottenbg. 8 Uhr: La Traviata. 8 Uhr: Alt- Heidelberg. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 8. U.: Eine unmögliche Frau, Kleines Theater. „ Tausend und eine Nacht." 8. U. Ein kostbares Leben. Boltsstück mit Gesang in 3 Aufzügen. Lessing- Theater. Erstklassiges Varieté 8 U.: Seine einzige Frau. Rasseneröffnung 10 Uhr. Anf. 4 Uhr. Lustspielhaus. Rose- Theater. 8. U. Herrschaltl. Diener gesucht Thalia- Theater. Kgl. Hofschauspielerin Lotte Klein. Theater am Nollendorfpl. 8 Uhr: Klein- Eva. Gastsp. der 8. u.: Immer feste druff! Trianon- Theater. 8.Uhr Die Heiratsschule Volksbühne. Theater amBülowplatz 8.Uhr Pension Schöller 8% Uhr Die Fliegerbraut. Reichshallen- Theater. Ziehung 14. and 15. Juli Gartenbühne: 8 U.: Lieb Vaterland. Walhalla- Theater. 8 Uhr: Auftreten erstkl. Künstler Gartenbühne: 8 U.: Apollo- Sänger. 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Morgen Montag letzter Tag GARBÁTY CIGARETTEN YORCK SABA AKT FLAGGENGALA ( EDINBOURGH). DEUTSCHES FABRIKAT Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u.Berlag: Borwärts Buchdruderei u, Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. »« 2. SeilW des Jotmätls" Kerlim MMIalt Jus Groß-Serlm. Pensions-Scherze. Segen eine„Wirtin wundermild", die Pensionsinhaberin unverehelichte Elisabeth W., richtete sich eine Anklage wegen versuchter Nötigung und Beleidigung, die gestern die 3. Straf- kammer des Landgerichts I beschäftigte. Der Arzt Dr. Karl L. hatte bei der Angeklagten im der Karlstraße ein Zimmer ge- mietet und stand mit der Pensionsinhaberin durchaus auf gutem Fuße, wie die Tatsache ergibt, daß diese mit dem Zimmerherrn mehrmals den Nachmittagskaffee gemeinsam einnahm, sich von ihm bei Kranzler mit Kaffee und Torte freihalten ließ usw. usw. Dann trat ein gespanntes Verhält- nis ein, wie Dr. L. behauptet, weil er einen von ihr gemachten Versuch, ein größeres Darlehen von ihm zu erlangen, ahge- lehnt und auch ihre Aufforderung, sie zu heiraten, nicht habe erfüllen wollen. Am 13. Oktober erfolgte beiderseits die Kündigung, und Frau W. scheint nun alle Hebel in Be- wegung gesetzt zu haben, um Herrn Dr. L. noch vor Ablauf der Mietszeit hinauszuekeln. Das Schöffengericht hat in dieser Beziehung folgendes festgestellt. Am 18. Oktober wurden unter lautem Schimpfen Metallgegenstände gegen die Zimmertür des Dr. L. geworfen, auf den Gang vor dem Zimmer Glasperlen gestreut, wodurch die Sicherheit des Zu- und Abganges gefährdet wurde, der Türausgang wurde durch drei Nachtgeschirre versperrt und die Vorplatztür von innen unter Steckenlassen des Schlüssels verschlossen, so daß der Zimmerherr des Nachts beim Nachhausekommen nicht hineinkonnte. Diese Scherze wiederholten sich an mehreren Tagen. Dazwischen liefen die tollsten Schimpfworte, die nicht nur sie allein, sondern auch ihre fünfjährige Tochter Thea auf ihre Anweisung in lautem Tone gegen Dr. L. hinausschrie: dann wieder war die Türklinke des Zimmers mit einem klebrigen Stoff beschmiert, ein Holzstückchen in das Türschloß gesteckt, ein Telephongespräch des Dr. L. wurde durch fortgesetzten Lärm und Dazwischenreden gestört, die Angeklagte hängte ihm einen alten Zylinderhut und eine große Wurzelbürste an seine Türklinke, drehte ihm wiederholt vom Gange aus das elek- irische Licht aus, bohrte ein Loch in die Tür, durch das sie den Zimmerherrn beobachtete und entwickelte einen Reichtum an beleidigenden Zurufen, mit denen man ein kleines Schimpf- Wörterlexikon hätte anfüllen können. Für alle diese lieblichen Ausschreitungen hatte das Schöffengericht die Wirtin wunder- mild nur zu 30 M. Geldstrafe, hilfsweise 10 Tagen Gefängnis, verurteilt, da das Schöffengericht der Angeklagten glaubte, daß sie durch unangemessenes Verhalten des Dr. L. schwer ge- reizt worden sei. Hiergegen hatte der Rechtsbeistand für die Angeklagte sowie der für den Nebenkläger Dr. L. Berufung eingelegt. Auf Anregung des Vorsitzenden wurden die beider- seitigen Berufungen zurückgenommen, nachdem das Verlangen des. Dr. L. erfüllt und von der Gegenpartei die Erklärung zu Protokoll abgegeben worden war, daß dem Dr. L.„unan- gemessenes Verhalten" nicht vorgeworfen werden könne. Die Ausweiskarten für den städtischen Gefrierfleisch- verkauf werden von Montag, den 3. Juli, ab auf Antrag in den zu- ständigen Brotkommissionen ausgegeben. Jedem Haushalt werden auf Verlangen soviel Ausweiskarten überlassen, als ihm Brotkarten zustehen. Der erste zur Ausgabe gelangende Ausweis enthält Fleischmarken für die nächsten drei Wochen. Jede Marke lautet auf 1I2 Pfund. Auf die Woche entfallen zwei Marken. Der Inhaber jeder einzelnen Karte ist be- rechtigt. Mittwochs und Sonnabends je'/z Pfd. oder aber auch an einem dieser Tage ein ganzes Pfund zu entnehmen. Die den verkauften Mengen entsprechenden Abschnitte werden von dem Fleischer abgetrennt und an den Magistrat abgeliefert. Inhaber von Fleischläden, welche an dem Verkauf des Fleisches teilnehmen wollen, haben sich bis Montag mittag unter Angabe ihrer Adresse beim Obermeister der Fleischerinnung, Herrn Kriesche, Berlin LV/. 47, Kreuzbergstr. 8, zu melden. Die Preise des Fleisches sind vom Magistrat so bemessen, daß den Fleischern für Unkosten und Verdienst ein Betrag von 10 Pf. pro Pfund verbleibt. Die Ausgabe der Gcfrierschweine an die Inhaber Cmörücke aus einem schle, Ischen Gesangeneniager. Noch einer unlängst veröffentlichten Statistik waren bis Mitte Juni in Deutschland und Oesterreich-Ungarn 1 610 000 Kriegs- gefangene interniert. Ueber drei Viertel dieser unfreiwilligen Gäste hat des russischen Väterchens großes Reich gestellt. Durch Vermittelung eines Freundes war es uns möglich, das Ge- fangenenlager auf dem 184 Quadrdtkilometer großen Truppen- Übungsplatz in Lamsdorf zu besichtigen. Am Besichtigungs- tage waren dort weit über 40 000 Gefangene einquartiert. Der sonst freie Truppenübungsplatz gleicht einer riesigen Baracken- stadt. Man sieht sich auch noch auf weiteren Massenbesuch vor, denn es werden noch mehr Baracken gebaut. Die Neuarbeiten werden von Gefangenen, unter der Anleitung sachkundiger beut- scher Soldaten, ausgeführt. Wer schon Gelegenheit hatte, ein solches Gefangenenlager zu besichtigen, wird sich vorstellen können, daß die Arbeiten von den Gefangenen gern verrichtet werden, be- sonders wenn sie in ihren Zivilberuf einschlagen. Auch für den Steppensohn Rußlands, der nicht an sehr große Arbeitsintensität gewöhnt ist, muß das Gefangenenleben, das ihn in seiner Be- Wegungsfreiheit beschränkt und zum Nichtstun verdammt, ver- zweifelnd sein. Bisher wurden die Nahrungsmittel für diese ungeheure Men- schenmasse mittels Fuhrwerk in das Lager gebracht. Jetzt wird eine Feldbahn durch das ganze Lager gebaut. Auch hiermit sind die Ge- fangenen, unter Anleitung deutscher Soldaten, beschäftigt. Die Arbeitszeit beträgt 8 Stunden und ist entsprechend der Jahreszeit sehr human eingeteilt. Sie dauert von 6 bis 10 Uhr vormittags und von 3 bis 7 Uhr abends. Von Sonnabendvormittag um 10 Uhr bis Montag früh um 6 Uhr wird nicht gearbeitet. Auf dem Lamsdorfer Truppenübungsplatz waren 1870/71 auch schon Franzosen als Gefangene. Nicht alle die gekommen waren, sind nach Kriegsbeendigung in ihre Heimat zurückgekehrt. Ueber hundert liegen in dem dortigen Sandboden, umgeben von schattigen Bäumen, zur ewigen Ruhe bestattet. Die Gräber sind sehr hübsch erhalten. Man sieht, daß auf ihre Erhaltung größte Sorgfalt ge- legt wird. Jedes Grab ist mit einem weiß gestrichenen Holzkreuz versehen, auf welchem mit schwarzer und nicht verwitterter In- der Fleischläden findet Dienstags und FrestagS auf dem städtischen Schlachthof statt._ Das schadhafte Türschloß. Uns wird geschrieben: Wenn die Kuh in den Brunnen gefallen ist, deckt man ihn zu— nur deshalb schildere ich eine Fahrt, die ich in diesen Tagen auf der Stadtbahn machte. In Charlottenburg stieg ich ein und zwar in einen der letzten Wagen des Zuges. Die Tür deS Wagenabteils, in das ich einsteigen wollte, war fest verschlossen. Ich stieg in das nächste Abteil und ging von da, weil das andere leer war, in dieses. Schon in Charlottenburg begann eS. Das Schloß der Wagen- abteiltür war ein selbsttätiges. Die Klinke fiel immer wieder zurück, wenn man sie zumachte. Das Schloß war also schadhaft und des- halb die Abteiltür verriegelt. Soweit gut. Nur war das von außen nicht zu merken. Schon in Charlottenburg machte der Türschließer die Klinke hoch. Sie fiel wieder zurück. Der Mann mit der roten Mütze tat dasselbe; bei ihm war es schon schwieriger. Die Klinke fiel wieder zurück. Beim letzten Türschließer vorbeifahrend, sprang dieser— der Zug war nun schon in beschleunigter Fahrt— tapfer an, schlug die Klinke hoch sie fiel wieder zurück. So ging es auf dem Bahnhof Zoologischer Garten, so auf allen Bahnhöfen. Besonders der zweite Türschließer warf sich mit großem Mut und unter Ein- setzung von Leben und Gesundheit auf die schadhafte Klinke und schlug sie hoch. Auf dem Bahnhof Alexanderplatz war eS eine Türschließerin. Sie wurde mitgerisien, umgerissen und schlug hart auf den Bahnsteig. Vielleicht verdankte sie es nur den breiten Trittbrettern, daß sie nicht unter die Räder des Zuges geschleudert wurde. Auf der nächsten Haltestelle schrie ich zum Fenster hinaus- „Kaput l Kaput!" Mein Ruf schien im Getöse des rollenden Zuges zu verhallen. Der erste Türschließer, der Mann mit der roten Mütze und der letzte Türschließer mühten sich ab am schadhaften und un- lauglichen Objekt. Um nun zu verhüten, daß von den Bahn- angestellten jemand zu Schaden käme, hielt ich weiterhin die Klinke von innen hoch. Das ging nun gut. Aber schließlich ist der Fahr- gast eines kgl. preußischen Eisenbahnzuges für sein gutes Geld, das er bezahlt, nicht dazu da, der Eisenbahndirektion als Unfall- Verhütungsvorrichtung zu dienen. Man tut das auch nur, weil man in der Brust nicht eine Instruktion, sondern ein menschliches Herz trägt. Denn gleich nach der Ankunft auf meiner Endstation mußte ich erkennen, wie sehr bei Beamten die Instruktion das Herz überwiegt. Ich meldete die Sache mit dem schadhaften Türschloß dem Mann mit der roten Mütze. Ich schilderte lebhaft die Gefahren, welche seine Kollegen und die Türschließer bei den vergeblichen Versuchen liefen und weiterhin laufen und bat, er möge doch veranlassen, daß an die Türe des betreffenden Abteils mit Kreide geschrieben würde: Schab- hast. Festv erschloffen. Der gute Herr sah mich mit einem Blick an, als fordere ich ihn zu einer ungesetzlichen Handlung auf. Dann sagte er abwehrend:„Ich werd' mich hüten! Dazu habe ich keine Instruktion und auch kein Recht I" So fuhr denn der Zug mit dem schadhaften Türschloß weiter. Auf jedem Bahnhof bringt er wenigstens einen Menschen in Gefahr so dachte ich. Aber das läßt sich nicht ändern— es ist keine Be- stimmung da, ein Papptäfelchen an das Schloß zu hängen oder eine Kreideinschrift an die Türe zu schreiben. Die vom Waffendienst zurückgestellten Personen werden darauf hingewiesen, daß sie sich nach Ablauf ihrer Zurück- stellungsfrist nicht sogleich, sondern erst nach Empfang eines Gestellungsbefehls beim zuständigen Bezirkskommando zu stellen haben._ Reklamierte Lehrer. Aus Kreisen der Berliner Gemeindeschullehrer wird der„Voff. Zeitung" geschrieben: Als seinerzeit die Berliner Schulverwaltung erklären ließ, daß sie grundsätzlich keinen Rektor oder Lehrer reklamieren würde, nahm die Lehrerschaft diese Kundgebung mit allgemeiner Zustimmung auf. Leider sind in letzter Zeit einige Vorfälle zu verzeichnen, die be- weisen, daß der obige Grundsatz der Schuldeputation, allerdings ohne ihr Zutun, von anderen Behörden ohne triftige Gründe durch- krochen worden ist. Zunächst sind auf Veranlassung der kirchlichen Organe alle die Lehrer mit Erfolg vom Militärdienst reklamiert worden, die im schrift— was auf stete Erneuerung hinweist— der Name und Todestag des Verstorbenen und Nummer und Bezeichnung des Regiments, in dem er als französischer Soldat gekämpft hat, ge- schrieben steht. Der Friedhof der in Gefangenschaft gestorbenen Ruffen weist schon eine größere Zahl von Gräbern auf. Kein Wunder. Wo über 40 000 Menschen untergebracht sind, die vom kriegerischen Schlachtfeld kommen, treten auch dann Todesfälle ein, wenn diese Menschen auch früher im vollen Besitze von strotzender Kraft und Gesundheit waren. Auch die neuen Gräber zeigen, daß ihnen sorg- fältige Pflege gewidmet wird. Es besteht kein Unterschied zwischen einzelnen deutschen Soldatengräbern und denen der Kriegs- gefangenen. Ein Zeugnis, daß die„Barbaren" besser sind als ihr Ruf. Im Gefangenenlager selbst zeigt sich ein buntes Leben. Die verschiedensten Volkstypen aus dem großen Rußland sind vertreten. Feingliedrige Polen, hochgewachsene Altrussen, Kalmücken mit Schlitzaugen und wenig vertrauenerweckenden Gesichtszügen, Jakutten, Uralmenschen, Tataren, Sibirier und— wer kennt die Völker alle mit Namen. Es ist eben ein Bild, wie es in einem internationalen Volksgarten nicht anders sein kann. Durch die verschiedensten Trachten wird die Buntheit iwch erhöht. Meistens mußte die deutsche Heeresleitung schon mit Kleidung nachhelfen, denn viele kamen schon ganz abgerissen in Gefangenschaft. Man findet aber auch welche, die sich nun einmal nicht von ihrer lieb- gewordenen Pelzmütze trennen können und diese im glühenden Sonnenbrand, langgestreckt im Sande liegend, auf ihrem kostbaren Haupte haben. Im Gefangenenlager fehlt auch die Entlausungsanstalt nicht. Sie ist nun einmal im Kriege eine Notwendigkeit. Eine Abteilung Sanitätsmannschaften ging hinein, um sich von den lästigen Tieren zu befreien. Auf eine Frage, ob sie auch mit Läusen zu kämpfen hätten, wurde geantwortet:„Und wie! Wer Pech angreift, be- sudelt sich." Damit sollte gesagt sein, daß, wer mit Russen zu tun habe, auch Läuse bekommen würde. Aber die Laus ist ja nicht nur bei den Russen, sie ist international und auf allen Kriegsschau- Plätzen vertreten. Ein eigenartiger Anblick bot sich, als die ersten Abteilungen um 11 Uhr antraten, um das Mittageffen in Empfang zu nehmen. Vor den Baracken traten sie ungefähr in der Stärke von Kom- pagnien an. Ein Choral, eine Art Liturgie, mit einförmig schleppenden Rhythmen, wird angestimmt, wobei sie sich eifrig be- kreuzigen. Dann geht es, mit dem Eßnapf bewaffiiet, zur Küche. Alle Äugen sind nun auf den dampfenden Keffel gerichtet. Die Nebenamt als Organisten tätig sind. Man ist der Meinung: Wenn das Hauptamt keine Reklamation erforderlich macht, kann das Nebenamt erst recht eine derartige Maßnahme nicht rechtfertigen. Es lassen sich doch auch Gottesdienste ohne die Begleitung durch Orgelspiel recht wirkungsvoll abhalten. Und wenn durchaus die Orgel mitwirken muß, so gibt es unter den älteren Lehrern, die nicht mehr dienstpflichtig sind, und unter den augenblicklich be- schäftigungslosen Musillünstlcrn eine ganze Anzahl, die bereitwilligst die Vertretung der Organisten in der Kirche übernehmen würden. Dadurch würde das Empfinden einer ungerechtfertigten Bevorzugung beseitigt werden. Außer den Organisten sind aber unter den Rektoren und Lehrern an den Gemeindeschulen die Herren vom Militärdienst vorläufig befreit worden, die Vorsitzende von Brotkommissionen sind, und zwar sind diese Herren auf Reklamation des Berliner Magistrats hinter die Angehörigen des Landsturms zweiten Aufgebots zurückgestellt worden, d. h. sie werden voraus- sichtlich nie einberufen werden. In der Zeit der Einrichtung der Brotkommissionen niag eine derartige Rücksicht geboten ge- Wesen sein. Jetzt liegt aber diese Notwendigkeit nicht mehr vor. Das beweist schon die Tatsache, daß viele dieser Herren in den Oster- und Pfingstferien verreist waren und auch während der Sommerferien zum großen Tril Berlin verlassen werden. Die Hilfskräfte, die den Vorsitzenden der Brotkommissionen zugewiesen find, haben sich nämlich mittlerweile so eingearbeitet, daß die Vorsitzenden sich fast gar nicht mehr um diese Angelegenheit zu kümmern brauchen. Die Zurückstellung vom Militär ist also auch in diesem Falle durch nichts mehr ge- rechtfertigt. Die Berliner Lehrerschaft tut gern ihre Pflicht für daS Vaterland; aber sie mutz gerade deshalb auch fordern, daß nicht Aus- nahmen gemacht werden, die durch die Macht der Tatsachen als vollständig unbegründet erwiesen worden sind, die jedoch dazu an- getan sind, unnötige Unzufriedenheit in dieser schweren Zeit zu er- regen." Tie Angestellten der B. E. W. Die Angestellten der Berliner Elektrizitätswerke hielten im Berliner Lehrer-Vereinshause eine Versammlung ab, die von etwa 400 Personen besucht war. Es handelte sich um das Dienstverhält- nis der jetzigen Angestellten zur Stadtgemeinde Berlin nach Ueber- nähme der Werke am 1. Oktober. Die Versammlung beschloß, bei der Stadtverwaltung um Anrechnung der Dienstjahre bei der B. E. W. auf das spätere Ruhegehalt bei der Stadt nachzusuchen. Zu diesem Zwecke und zur weiteren Führung der erforderlichen Arbeiten wurde ein Ausschuß von elf Herren gewählt. Hierzu sei bemerkt, daß nach Mitteilung von Wagistratsver« tretern gelegentlich der Beratung der Organisation der Werke die Absicht besteht, der Stadtverordnetenversammlung über das Ver- hältnis der Angestellten der B. E. W. zur Stadt nach Uebernahme der Werke eine besondere Vorlage zugehen soll. Sache der B. E. W. wird es sein, sich mit ihren Angestellten auseinanderzusetzen über das Verhältnis zur Pensionskasse, zu der die Angestellten jahrelang ihre Beiträge gezahlt haben. Es wird zurzeit geprüft, welche An- gestellte in den Dienst der Sladtgemeinde übernommen werden, da eine Anzahl im Dienste der A. E. G. stehen und verbleiben. Noble Werbearbeit. Unter dieser Ueberschrift gaben wir gestern einer. Zuschrift Raum, in welcher die unlautere Praxis eines Abonnentensammlers der„Berliner Volkszeitung" gekennzeichnet wurde. Der Verlag der„Berliner Volkszeirung" bittet uns, mit- zuteilen, daß das erwähnte Verhalten des Abonnentensammlers aufs schärfste gemißbilligt werden würde, wenn es sich in der geschilderten Weise zugetragen hat. Der Verlag stehe derartige» uniautereu Manipulationen vollständig fern. Wir möchten hierzu nur noch bemerken, daß die in unserer gestrigen Nummer wiedergegebene Zuschrift von absolut glaub- würdiger Seite herrührt._ Ein Preisausschreiben zur Verbesserung der Ersatzglieder für Kriegsvcrstün'.mclte wird soeben von einem Ausschuß veröffentlicht, dem u. a. Dr. v. Hegel, der Oberpräsident der Provinz Sachsen, und Landeshauptmann Dr. Freiherr v. Wilmowski angehören. Das Preisausschreiben, das sich an die Abteilung für Kriegskrüppelfürsorge der gegenwärtig in Magdeburg be- findlichen„Ausstellung für Verwundeten« und Kranken- Fürsorge im Kriege" anlehnt, bezweckt die Verbesserung der künstlichen Glieder, insbesondere die Vervollkommnung und weitere Ausbildung der Prothesentechnik. Für die drei brauch- barsten Verbesserungen, die dazu beitragen, die Erwerbstäligkeit des Prothesenträgers zu erhöhen, sind drei Preise in Höhe von 3000 M., Soldaten der Küche schöpfen mit einem großen Löffel, den sie mit beiden Händen fassen, aus einem großen Kessel in den Napf der Gefangenen das Essen. Ein Tropfen läuft an der Außenseite des Napfes herunter. Sorgfältig wird er abgeleckt, damit nichts ver- loren geht. Die Bewachungsmannschaften stehen seitwärts. Daß aber nicht ein zu großes Gedränge vor den Fenstern entsteht, wo das Essen entgegengenommen wird, dafür sorgen zwei russische Feldwebel, die zugleich als Dolmetscher dienen. Hierbei können sie etwas dirigieren, und �sie fühlen sich dann so recht in ihrem Element. Das Mittageffen bestand aus einer Linsensuppe. Sie war dick und auch sehr fettreich, und reichliche Portionen wurden verabfolgt. Aber man sagte, daß die Gefangenen auch über einen gesegneten Hunger verfügten. Das merkte man ihnen auch an, denn viele konnten nicht erwarten, bis sie wieder zurück zu ihrer Baracke kamen, sondern singen unterwegs schon an zu essen, wobei -der Finger als Löffel diente. Ein schöner, menschlicher Zug, der festgehalten zu werden ver- dient, bietet sich noch. Ein Unteroffizier tritt grüßend und die Hand reichend an einen Gefangenen heran und befragt sich nach dessen Befinden. Das erfreut den armen Menschen herzlich. Er ant- wortet in einem ausgezeichneten Deutsch:„O danke, ich habe Nach- richt von Frau und Kinder bekommen, es ist noch alles wohl, jetzt bin ich befriedigt, jetzt geht es mir gut." Der Mann war in Mannheim geboren. Sein Vater hat als Ingenieur Stellung bekommen in Riga. Der Antritt wurde abhängig gemacht von der Zugehörigkeit zum russischen Staatsverband. Er ließ sich natura- lisieren, wurde russischer Staatsangehöriger und mußte nun der Sohn gegen sein Stammland und unter Umständen auch gegen nähere Anverwandte kämpfen. Das ist gewiß ein herbes Geschick. Nach dem Essen lagen viele Gefangene ausgekleidet, ein Sonnen- und Luftbad nehmend, im Sand. Andere waren mit dem Kochen von Tee beschäftigt oder unterhielten sich durch Spiele, um die Zeit zu vertreiben. Am späten Nachmittag trat dann ein Ge- sangverein, aus den Reihen der Gefangenen gebildet, russische Volkslieder singend, an. Alles horcht auf, ob er der Sprache mächtig ist oder nicht. Das muß auch gesagt werden: aus den Kehlen der Sänger erklang es wie Gold. Hinter ihnen könnte sich mancher Gesangverein verstecken. Aus eigener Wahrnehmung haben wir den Eindruck gewonnen, daß die Gefangenen menschlich behandelt werden und man auch bemüht ist, ihr ohnehin bitteres Los erträglich zu gestalten. Wenn es unseren deutschen Landsleuten, die in Kriegsgefangen» schaft geraten sind, so ergeht, dann können ihre Angehörigen be- ruhigt fehl. H. L. 1500 m. und 500 M. festgefeßt. Die Einlieferung der Vorschläge] bon 10-11 Uhr bormittags ihre Sprechstunde im Landeshause der] und Zeichnungen oder Modelle hat bis zum 1. Oktober d. J. Provinz Brandenburg, Matthäifirchstr. 21, ab. zu erfolgen. Näheres über die weiteren Teilnahmebedingungen und über die Zusammensetzung des Preisrichterfollegiums gibt ein ausführliches Schreiben, das von der Magdeburger Geschäftsleitung der Ausstellung für Verwundeten- und Krankenfürsorge im Kriege"( Bankier H. Zuckschwerdt) versandt wird. PM Die Fahrradmarder mit dem Eisernen Kreuz. Eine aus drei Personen bestehende Schwindlerbande, deren Eigenart. der Fahr raddiebstahl ist, macht seit einiger Zeit Berlin, Schöneberg und einige westliche Vororte unsicher. Zwei der Schwindler treten als Unteroffiziere der Infanterie- Regimenter 168 und 203, mit dem Eisernen Kreuz geschmückt, auf, während der Dritte im schwarzen Gehrock ebenfalls mit dem Bande des Eisenordens im Knopfloch arbeitet. Die beiden falschen Unteroffiziere nehmen in der Nähe höherer Lehranstalten Aufstellung und pflegen Schüler, die mit ihren Fahrrädern vorbeikommen, anzuhalten. Die Gauner erzählen den jungen Leuten, daß sie in dem Hause, vor welchem sie stehen, zu tun haben, und daß sie einem im dritten Stockwerf wohnenden Offizier einen Brief zu überbringen haben. Sie seien jedoch durch Lungenschüsse verwundet und das Treppensteigen mache thnen heftige Beschwerden. Sie ersuchen dann die Schüler höflich, ihnen den Weg abzunehmen, und erbieten sich natürlich, inzwischen auf das Fahrrad acht zu geben. Fast in allen Fällen lassen sich die Schüler täuschen und erklären sich gern bereit, dem Verwundeten behilflich zu sein. Sobald der Besizer des Fahrrades im Hausflur verschwunden ist, macht sich der Gauner mit seiner Beute aus dem Staube. Der dritte Dieb, der als Zivilist auftritt, gibt an, daß er Kriegsinvalide und als Kassenbote bei einer Lederfirma in der Spandauer Straße angestellt sei. Er schickt die Schüler mit gefälschten Rechnungen über höhere Beträge ins Haus und verschwindet dann mit dem Fahrrad. In welchem Umfange der Fahrradschwindel blüht, geht schon aus der Tatsache hervor, daß in den letzten Wochen allein vor dem Hauptportal des Schöneberger Rathauses über zwanzig Fahrräder entwendet worden sind. Die Ferienfpaziergänge beginnen am Montag, den 5. Jult Sammel plak mittags 1 Uhr an der Rönneberg und Handjeihstraßen- Ede. Der Zoologische Garten hat jetzt in seinen Hirschgehegen einen Montag und Donnerstag gemeinsam mit dem Turnverein Fichte auf den Sichtenberg. Die Ferienspiele finden während der Schulferien jeden zahlreichen Familienzuwachs aufzuweisen, der allerliebste Familien Treptower Spielwiesen statt. Treffpunkt: 1 Uhr auf dem Bismarplaz bilder aus dem Leben der Alten und ihrer Jungen zeitigt. Ueberall und 1 Uhr: Alt- Borhagen, Ede Neue Bahnhofstraße. Spielzeit 2-6 Uhr. fieht man die fleinen, weißgefledten Hirschfälber, so bei den großen Adlershof. Am Dienstag, den 6. Juli, findet der erste Kindertaufafischen Maralen, der östlichsten geographischen Form unseres Ferienausflug statt. Treffpunkt: Nachmittags 2 Uhr im Jugendheim. dem äußersten russischen Rotwildes, allein vier. Auch die weiß gefledten Dubowskyhirsche aus Helferinnen sind willkommen. Ostasien haben zwei in Farbe und Gestalt Dienstags und Freitags statt, Trinkbecher sind mitzubringen, da die Kinder Köpenick. Die Ferienspiele beginnen jezt und finden regelmäßig ganz besonders niedlich aussehende Kälber. Sitahirsche, der seltenen Prinz- Alfreds- Hirsche von den Philippinen an der Post, für die Köllnische Voritadt um 2 Uhr, Kölnischer Plak, für Junge der japanischen Kaffee und Gebäck bekommen. Treffpunkt für die Dammvorstadt um 2 Uhr u. a. schließen sich an und geben Freunden der Tierwelt gerade jetzt Altstadt und Kiek um 2 Uhr, Turnhalle in der Müggelheimer Straße, Ede reiche Gelegenheit zu anziehenden und fesselnden Beobachtungen. An diesem Sonntag, dem ersten im Monat Juli, kostet der Eintritt Amtsstraße, nach dem Turnplay an den Klärwerken. während des ganzen Tages nur 25 Pf. die Person, für Erwachsene und Kinder; ebenso für das von 9 Uhr morgens bis 9 Uhr abends geöffnete Aquarium. Von 4 Uhr an bis 10 Uhr abends, bei schönem Better auch bis 11 Uhr, spielt die 800- Kapelle unter Leitung des Stapellmeisters und Komponisten Sarl Zimmer. Aus den Gemeinden. Städtischer Feischwarenverkauf in Spaudau. Der städtische Fleischverkauf im Rathause Eingang Stabholz garten und im Laden Pichelsdorfer Str. 115 findet jetzt werftäglich bon 9-12 Uhr vormittags und 4-7 Uhr nachmittags statt. Ea lommen zum Verkauf: Schinken( ganz oder geteilt) pro Pfund 2,10 bis 2,40 m., magerer und fetter Sped 1,60-2,00 M., Salami 1,90 M., Schinkenwürfte( im ganzen) 2,10 M., Schlackwürfte( im ganzen) 1,90-2,50 M. Die Preise befinden sich an den einzelnen Waren. " Kinderspiele in Mariendorf. Mittwoch, den 7. Juli: Spaziergang nach dem Turnplatz der Freien Turnerschaft Tempelhof. Treffpunkt: 1 Uhr mittags am Rathaus, Raiserstraße. Mundborrat ist mitzubringen. Briefkasten der Redaktion. rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uyr, am Sonnabend Die Juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof bon 5 bis 6 1hr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Antage ist ein Buchstabe und eine 8ahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine Abonnements quittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe, man in bic Sprechstunde mit. Der un-R. B. 1936. Ver J. B. 50. Landsturm ohne Waffe, Armierungssoldat. Noßmann 8385. Da Jhr Mann nicht im Felde ist, fönnen Sie nur Anspruch auf Grund Ihrer Mitgliedschaft bei der Krantentasse erheben. nach dem Statut vorgeschriebene Starenzzeit nicht zurüdgelegt, jo haben Sie Haben Sie die feinen Anspruch auf Wochenbeihilfe. 2. R. 31. Herzkrant; dienst untauglich. Eine Nachmusterung wird faum noch erfolgen. Alter Genoffe. Von dieser Verfügung ist uns nichts bekannt; es ist aber gediente Landfturm braucht nicht weiter zu dienen. wahrscheinlich, daß eine solche jetzt erlassen worden ist. einzelt ist auch der Landsturm mit Waffe zu Armierungssoldaten hingezogen., F. 44. Fettleibigkeit; landsturmpflichtig. 2. G. 32. Wenn durch gerichtliches Erkenntnis auf eine Gefängnis strafe von mindestens sechs Monaten erkannt ist, fällt die Unterstützung bis zum Wiedereintritt in den Dienst fort. Die Berlegung muß derart sein, daß der Betreffende für absolut dienst 2. H. 29. Nein, Sambach. untauglich erachtet wird. Sie selbst aber haben feinen Einfluß auf die leberweisung des Berleşten aus der Gefangenschaft nach Deutschland. R. 1915. Die Unterstütung wird nur im Falle der Bedürftigkeit gezahlt. Arbeitet die Frau, so wird auch dann die Bedürftigkeit geprüft und fann je nach der Lage der Verhältnisse die Bedürftigkeit verneint werden. G. 3. 1. Veränderung Wirbelsäule; asthmatische mit einer Beschwerde noch an das Kriegsministerium wenden. 3. Nein. Beschwerden; Krampfadern Unterleibsbrüche. 2. Sie fönnen sich 4. Erlebigt sich durch die Beantwortung unter 2. 5. Nein. " In Reinidendorf fiel der auf dem dortigen Parteiveranſtaltungen. 8485. 3. Stranfbatte Beramberung ber st Tödliche Unfälle. In den Nileewerken in Oberschöneweide wollte der dort beschäftigte 17jährige Hoblerlehrling Reinhold Menz aus Köpenid an der im Betrieb befindlichen Maschine etwas in Ordnung bringen. Dabei geriet der Lehrling mit dem Kopf in das Getriebe s der Maschine und erlitt so schwere Verlegungen, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Holzlagerplatz der Firma Sandner beschäftigte 59jährige Zimmermann Liese bei der Arbeit von einer vier Meter hohen schmalen Mauer. Er erlitt bei dem Sturz einen schweren Schädelbruch. Jm Reinidendorfer Verbandskrankenhause starb der Verunglückte bald nach der Einlieferung an den Folgen der schweren Verlegung. Ein gefährlicher Kabelbrand machte am Sonnabend der Spandau. Dienstag, den 6. Juli, abends 8 Uhr: Mitglieder bersammlung im Roten Adler", Potsdamer Str. 6, 1 Tr. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Dunder. 2. Bereinsangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Frauen- Leseabende. Eingegangene Druckschriften. Heft 14 der Neuen Zeit" vom 2. Juli 1915 hat folgenden Inhalt: Weikensee. Montag, den 5. Juli, abends 8%, Uhr, bei Beutert, G. Aft: Der Kampf um Konstantinopel, Eduard David: Kautsty und mein Kartenhaus. N. Rjasanon: Die auswärtige Politit der alten Internationale und ihre Stellungnahme zum Krieg.( Fortsetzung.) Heinrich Cunow: Bom Wirtschaftsmarkt. Frauenveranstaltungen. Berliner Feuerwehr viel Arbeit. Es brannten die Starkstrom- Berliner Allee 251. tabel der B.E.W. unter dem westlichen Bürgersteig der Kronprinzenbrüde in solcher Ausdehnung, daß die Berliner Feuerwehr mit mehreren Schlauchleitungen längere Zeit tüchtig Wasser geben und den Bürgersteig aufreißen, auch die Kabel stellenweise trennen Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, mußte, wodurch eine empfindliche Störung in der elektrischen den 5. Juli: Ausflug mit Kindern und Kaffeelochen im Bootshaus des Versorgung der dortigen Gegend unvermeidlich war. Ein Teil Ruderklubs Borwärts" bei Baumschulenweg. Fahrgelegenheit bis Treptow der Kabel muß ausgewechselt und die Brücke ausgebessert werden. oder Baumschulenweg, dann Uebersetzen zum Spreeschloß. Personen sollen nicht zu schaden gekommen sein. Als die Gefahr bemerkt wurde, schlugen die Flammen in der Nähe des Kronprinzenufers mächtig empor, sprengten die Platten des Bürgersteigs und gefährdeten den Verkehr auf und unter der Brüde längere Zeit, weil es schwer hielt, an den Brandherd heranzukommen. Eine halbstündige Störung im Straßenbahnverkehr trat Freitag nachmittag am Reichstagsplag ein. Dort war an der Ede der Hindersinstraße der Triebwagen eines Zuges der Linie 24 auf dem Notgleis in der Kurve aus den Schienen gesprungen und mußte. durch den Rettungswagen der Straßenbahn wieder eingegleist werden. Während der Dauer der Störung von 5.42 bis 6.19 Uhr wurden die Straßenbahnwagen über das Friedrich- Karl- Ufer, die Karls, Quisen und Dorotheenstraße abgelenkt. Ein unentgeltlicher Kursus für Säuglingspflege mit besonderer Berücksichtigung des Verhaltens zur Abwehr der erhöhten Säuglingssterblichkeit in den Higemonaten, wird im Juli im Berliner Rathause abgehalten. Der Kursus wird geleitet durch den Direktor des Kaiserin- AugusteViktoria Hauses zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche, Herrn Prof. Dr. Langstein, und umfaßt bier Unterrichtsstunden, die am 10., 14., 17. und 21. Juli 1915, abends von 8% bis 9% Uhr im Bürgersaal des Berliner Rathauses, Königstraße, abgehalten werden. Eintrittskarten zu diesem für jedermann vollkommen unentgeltlichen Kursus sind im Bureau des Vaterländischen Frauenvereins, Frobenstraße 1, zu haben; auf Wunsch werden von Mitgliedern der Kinderschußkommission unentgeltlich Eintrittskarten verabfolgt. Bom Tode des Ertrinkens rettete vor einigen Tagen der Metallschleifer Gustav Lieberey, Charlottenburg, Dantelmannstraße 47 wohnhaft, den siebenjährigen Sohn des Kaufmanns A. Reicher. Der Kleine stürzte nachmittags beim Spiel am Luisenunfer, in der Nähe der Bärwaldbrücke, in den Kanal. Der zufällig des Weges fommende Lieberen bemerte den Vorgang, sprang furz entschlossen in die Fluten und rettete den Knaben vom Tode. Der Nationale Frauendienst veranstaltet am Dienstag, den 6., und Mittwoch, den 7. Juli, von 10-1 und 4-7 Uhr, in seinem Hauptbureau, Nollendorfplatz 3, bei freiem Eintritt, eine Ausstellung von Geräten zur Obst- und Gemüseverwertung. Um die Aufbewahrung für den Eigenbedarf zu erleichtern, werden einfache Mittel zur Haltbarmachung gezeigt, zum Teil in Anwendung früherer Verfahren. In ihrer Wohnung tot aufgefunden wurde am gestrigen Sonnabendmorgen die 38jährige Musiklehrerin Adolfine Büller in der Trautenaustraße zu Schöneberg. Hausbewohner bemerkten, daß aus der Wohnung der B. ein starker Gasgeruch drang, und benach richtigten die Behörde, die die Wohnung öffnen ließ. In ihrem Schlafzimmer lag die B. tot auf dem Boden. Sie hatte mehrere an ihre Familie gerichtete Briefe geschrieben, aus denen jedoch nicht hervorgeht, daß die Lehrerin des Lebens überdrüssig ge wesen ist und Selbstmord verüben wollte. Ob ein Unfall oder Unvorsichtigkeit vorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden. Ferienveranstaltungen. Charlottenburg. Die Ferienspiele beginnen am Montag, 5. Juli. Treffpunkt 1, Uhr, Amtsgericht Suarezstraße. Spielplas Grunewald. Steglis. Von Montag, den 5. Juli ab, finden vorläufig wöchentlich dreimal Ausflüge nach dem Grunewald statt und zwar Montags. Mittwochs und Freitags. Sammelpunkt Bahnhof Stegliz um 2 Uhr. Helferinnen Friedenau. Die diesjährigen Ferienausflüge beginnen am Montag, den 5. Juli. Treffpunkt nachmittags 1 Uhr, Staiserallee, Ede Rönnebergstr. Es wird gebeten, den Kindern keine Glasflaschen mitzugeben. bringend nötig. med si ombing misd eldsjedagulls Jise Bergb Att Go JLSE Aus dem Lande der unbegrenzten Heuchelei. Englische Zustände. anstalt, Berlin W 35 a. Von Spiridion Gopcevic. 1,80 m., geb. 2,40 M. Schlesische VerlagsSchweiz Eingewanderten. Bon F. Reininghaus. 14 S. Persönlicher Schweizer Standpunkt eines aus Defterreich in die Selbstverlag, Zürich 7. Das Deutschtum im Auslande und der Krieg. Von 2. Hempel Chuchul.( Ernste Fragen, Heft 1.) 80 Pf. Fr. W. Thaden, Hamburg. Zeitecho. Ein Kriegstagebuch der Künstler. Nr. 15-17. Einzeln. 50 31. Graphit- Verlag, München. Die Staatsauffassung der Franzosen. Von F. Kleiner.( Bortr. d. Gehe- Stift, 7. Bd., 4. Heft.) 80 Pf. B. G. Teubner, Leipzig. Jahresbericht des Gewerkschaftskartells Zürich. 1914. 48 5. Genossenschaftsdruderei Zürich. Deutsche Wanderungen. Herausgegeben von der Freien Lehrer bereinigung für Kunstpflege 31 Berlin. Havel und Elbe von W. Kozde. Heft 8: Bismarckland. An Schweiz. Von R. Braun. Heft 9: Dresden und die sächsische Einzelh. 1,40. M. 6. Westermann, Braunschweig. Ortskrankenkasse der Steindrucker und Lithographen zu Berlin. Hiermit geben wir bekannt, daß der I. Nachtrag zu den Sazungen der Drtstranten faffe der Steindruder und Lithographen zu Berlin Korbmadjer auf Rohlentieben heeft. 3,00 Ctr., Reparatur Std. 1,00, verlangt Körnerstr. 19. J. Baer Badstr.26 Prinz- Alle Ecke Herren- und KnabenModen, Berufskleidung, Elegante Paletots, Elegante Anzüge in jeder Preislage. ( beschlossen in der Ausschußfizung Gr. Stofflager z. eleg. Maßanfertigung bpm 26. November 1914) Billigste, feste Preise. vom Königl. Oberversicherungsamt Konsum- Fleischerei! tritt. Groß- Berlin genehmigt ist und mit dem heutigen Tage in Straft Aus fäglich frischer Schlachtung: 1973b Das so schnell beliebt gewordene Versicherungspflichtige Mits glieber erhalten obigen Ratras Rinderrippenfleisch ers durch ihren Arbeitgeber zugeftelt. Freiwillige Mitglieder halten den Nachtrag im Staffenlofal, unausgepolkte 30 931. Rinderknochenfleisch Pfd. Brikettiderftr. 5, 1 Treppe, in der ge- Krause Knochen.20. Berliner Aſyl- Verein für Obdachloje. Im Monat Juni Jlse- Brikeffs russen nicht dieses Jahres nächtigten im Männerasyl 9265 Personen, im Frauenasyl 2009 Personen. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer und Frauen Wiesenstraße 55/59. Ferien- Dampfer- Fahrten wird die Dampfergesellschaft Stern" an allen Wochentagen vormittags 10 Uhr nach Rauchfangwerder veranstalten, ebenso fahren täglich vor und nachmittags Dampfer nach Woltersdorfer Schleuse. Die Teupiter Fahrten finden in diesem Jahre nur Dienstags 8 Uhr vormittags statt. Außer diesen Son derfahrten wird der fahrplanmäßige Verkehr zwischen Spandau Wannsee Potsdam- Ferch- Werder, auf dem Tegeler- und Scharmüßelfee unterhalten; in der Richtung Grünau- SchmödwigRauchfangwerder gehen die Dampfer 2, 3 und 4 Uhr ab Jannowitzbrüde. " Der Arbeiter- Wanderverein Berlin" veranstaltet am Sonntag, den 11. Juli, eine Spreewaldfahrt. Teilnehmerfarten a 5,75 2. für Bahnfahrt dritter Klasse und Kahnfahrt sind bei Wählisch, Sfalizer Str. 22, und bei Weihnacht, Grünstr. 21, zu haben. Die Beratungsstelle des ,, Komitees zur Sammlung eines Kapitals zur Unterstützung erblindeter Krieger" hält Dienstag und Donnerstag dispari sdno mi 159 Spezialarzt f. Hauts, Harn, Frauenleiben, nerv. Schwäche, Beintrante jeder Art, Ehrlich Hata Sturen in u. Co. fonz. Laborat, j Bluts untersuchung., Fäden i. Harn usw. Friedrichstr. 81, gegenüber Banoptikum Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Zeilzahl. Separates Damenzimmer. Dr. Homeyer wöhnlichen Geschäftszeit ausgehändigt. Berlin, den 4. Juli 1915. Der Vorstand. M. Stuhlmann, Borsigender. ist nur noch kurze Zeit zu habent. Zentralmarkthalle: Reihe 11, Stand 108 Andreashalle: Stand 14. Weddinghalle: Stand 8. Ackerhalle: Stand 10. 232/7 Jeder nehme die Gelegenheit wahr! M Kranken-, Sterbe- u. Zuschußkasse Versorgung der Kriegsteilnehmer für männl. Personen aller Berufe Groß- Berlin. Das Rassenlofal befindet sich von Sonnabend, den 17. Juli, ab Sophienstraße 5 bei Hummel. 282/19 Der Vorstand. Für Feldsoldaten! 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Regiment Am Sonnabend trat der Verbandstag wieder in die Statuten- fanterie- Regimenter Nr. 3, 5, 7, 8, 12, 16, 17, 21, 26, 27, 29, das Gericht zwar die Mißhandlungen selbst als objektiv festgestellt, v. Kurnatowski von der Truppen- Abteilung Esebed. Reserve- In der sich insofern von ähnlichen Verhandlungen unterscheidet, daß beratung ein. Die Grundlage der Beratung bildete eine Vorlage, 35, 37, 38, 40, 55, 59, 60, 61, 65, 66, 76, 80, 82, 86, 88, 91, 98, das Zeugnis des mißhandelten Kindes aber als nicht ausreichend welche die Kommission nach den vorliegenden Anträgen aus- 116, 201, 209, 212, 214, 219, 222, 239, 252, 257, 258, 266, 270. anjah, beschäftigte gestern die 5. Straffammer des Landgerichts I gearbeitet hat. Zunächst legte die Kommission die formelle Fassung Ersatz- Infanterie- Regimenter Nr. 28, 29, Königsberg II und Gropp. unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Wilke. Das Schöffengericht ansah, beschäftigte geſtern die 5. Strafkammer des Landgerichts I der am Freitag beschlossenen Beitragsstaffelung nach dem Ver- Reserve- Ersatz- Infanterie- Regiment Nr. 4. Landwehr- Infanterie- unter Vorsiz des Landgerichtsdirektors Wilke. Das Schöffengericht Ueber diesen Punkt der Vorlage kant es zu einer Regimenter Nr. 1( f. Regt. v. Kurnatowski), 3, 5, 7, 9, 10, 11, 26, hatte die Angeklagten, den Dentisten K. und dessen Ehefrau, wegen Längeren Debatte. Haas- Köln trat für eine Erhöhung der für die 48, 61, 66, 72, 75, 81, 84, 87( s. Res.- Inf.- Regt. Nr. 17), 99. Landw.- gefährlicher Körperverlegung, die Frau auch wegen Zugehörigkeit zur ersten oder zweiten Beitragsklasse maßgebenden Erfab- Infanterie- Regimenter Nr. 2, 4, 9. Brigade- Ersatz- Bataillone strafe verurteilt, indem es folgenden Sachverhalt als festgestellt leidigung zu je zwei Monaten Gefängnis bzw. 25 M. GeldRohngrenze von 24 M. ein. Da diese Grenze am Freitag schon Nr. 9, 13, 15, 16, 39, 41, 42, 43, 49, 56( s. Ers.- Inf.- Regt. Nr. 28), anjah: Die Angeklagte K. betreibt seit vielen Jahren das Ge durch Beschluß des Verbandstages festgelegt ist wogegen Pa w- 58( s. Ers- Inf.- Regt. Nr. 29), 76, 80. Landwehr- Brigade- Ersatz- werbe einer sog. konzessionierten Haltefrau und hat mitunter bis Iowitsch Berlin formale Bedenken geltend machte wurde Bataillon Nr. 21( s. Landw.- Ers.- Inf.- Regt. Nr. 2). Landsturmeine enderung der einmal beschlossenen Lohngrenze für unzu- Infanterie- Bataillone II Liegnik, Mühlhausen i. Th., I Saarlouis zu sechs Kinder in Pflege gehabt. Zu diesen Kindern gehörte auch lässig erklärt. Run beantragte a a 3- Köln, daß Mitglieder mit( f. Regt. v. Kurnatowski), I Schlawe. Zusammengefektes Land- das fünfjährige uneheliche sind einer Arbeiterin. Als diese für einem Wochenverdienst von 24 30 M. auf ihren Antrag, über Sturm- nfanterie- Bataillon Marienwerder- Rastenburg( f. Regt. ihr sofort von der Angeklagten das Kind zurückgebracht. Als die den zweiten Monat das Pflegegeld nicht bezahlen konnte, wurde den die Ortsverwaltung im Einverständnis mit der Bezirksleitung v. Kurnatowski). Jäger- Bataillone Nr. 2, 9, 10, 11; Reserve- Mutter in Gegenwart einer Freundin das Kind entkleidete, wurde entscheiden soll, in die zweite Klasse( 50 Pf.) versetzt werden Bataillone Nr. 9 und 10. Schneeschuh- Bataillon Nr. 2. Feldkönnen. Dieser Antrag wurde abgelehnt und die von der Kom- Maschinengewehr- Zug Nr. 40( s. Brig.- Ers.- Batl. Nr. 13), Festungs- festgestellt, daß das ganze Gesäß und die Schenkel des kleinen Liche Mitglieder mit einem Wochenverdienst von mehr als 24 M. und solche auf Kraftwagen( f. Regt. v. Kurnatowski), Festungs- sein dieser Striemen, die nur auf rohe Mihhandlungen zurüdmission vorgelegte Fassung angenommen. Danach gehören männ- Maschinengewehr- Abteilung Nr. 5( s. Inf.- Regt. Nr. 336), Nr. 18 Knaben mit blutrünstigen Striemen und Schorfen bedeckt waren. Der praktische Arzt Dr. Baender bestätigte das objektive Vorhandender ersten Klasse( 70 f.), solche mit einem Wochenverdienft bis Maschinengewehr- Kompagnie Nr. 2. 24 Mt. der zweiten Stiasse( 50 Pf.), weibliche Mitglieder, Lehrlinge Kavallerie: 3. Garde- Ulanen; Mürassiere Nr. 1; Dragoner haben wollten, daß häufig aus dem Kinderzimmer ängstliches Wehzuführen seien. Nunmehr meldeten sich auch Leute, die gehört und jugendliche Arbeiter der dritten Klasse( 30 Pf.) un. Männ- Nr. 4, 14, 16; Husaren Nr. 10, 15, 17; Ulanen Nr. 2, 5, 8. lichen Mitgliedern der zweiten Klasse steht es vor dem 50. Lebens- Feldartillerie: 4. Garde- Regiment; Regimenter Nr. 1, 6, 10, geſchrei und das Geräusch von Schlägen gedrungen sei. ichre frei, in die erste Klaſſe überzutreten. In die zweite Klasse 14, 16, 18, 23, 25, 33, 35, 61, 83; Reserve- Regimenter Nr. 6, 36, fünfjährige Knabe bekundete als Zeuge, daß die Angeklagten ihn önnen auch weibliche Mitglieder ein- und übertreten. 43. Gebirgs- Kanonen- Batterie Nr. 2. nadend ausgezogen, der Ehemann R. ihn festgehalten habe, während Im übrigen hat sich die Statutenberatungskommission in allen Fußartillerie: Regimenter Nr. 8, 10, 13; Reserve- Regiment der Berufungsinstanz befundete die von Justizrat Lachmann als die Frau mit einem Rohrstoc auf ihn eingeschlagen habe. In mesentlichen Punkten den Vorschlägen der Staffelbeitragskommission Nr. 8; Reserve- Bataillon Nr. 25. angeschlossen und dieselben in das Statut hineingearbeitet. சூ 3 Pioniere: 1. Garde- Bataillon; Regimenter Nr. 20, 25, 36; 3eugin geladene Kontrolldame des Polizeipräsidiums, daß die Anhandelt sich in der Hauptsache darum, daß in allen Unterstüßungs- Bataillone: I. Nr. 1, I. und II. Nr. 4, I. Nr. 5, I. Nr. 6, I. Nr. 9, geklagten ein besonderes Kinderzimmer mit hübschen weißen Möbeln zweigen für die neugeschaffene zweite Beitragsklasse eine ent- 1. Nr. 10, II. Nr. 11, 1. Nr. 15, II. und III. Nr. 16, I. Nr. 17, und Spielsachen eingerichtet hätten, und daß die wiederholt vorwährend die bisherigen Unterstützungssäge für die erste und dritte Bataillon Nr. 9. Kompagnien Nr. 100, 104, 213; 2. Landwehr- andere Zeugen bekundeten, daß es die Kinder in dem Hause stets sprechende Zwischenstufe der Unterſtüßungssäße eingeführt wird, II. Nr. 21, I. und II. Nr. 26; Reserve- Bataillon Nr. 39; Ersak- genommenen Kontrollen und körperlichen Untersuchungen niemals den geringsten Anlaß zu einer Beschwerde gegeben hätten. Auch Beitragsklasse bestehen bleiben. Hieraus ergibt sich im wesentlichen Stompagnie des 2. und 2. des 4. Armeekorps. folgendes: Reisegeld wird in der ersten Klasse für 60, in der Eisenbahn- Bautompagnie Nr. 33; Verkehrstruppen: Militär- Eisenbahndirektionen Nr. 2 und 3. sehr gut gehabt hätten. Das Gericht kam nach der sehr umfangFeftungs- Eisenbahnbetriebs- reichen Beweisaufnahme zu dem Ergebnis: Wie so häufig bei zweiten für 45, in der dritten für 30 Tage mit je 1,25 M. pro Kompagnie Nr. 1. Fernsprech- Abteilung des 5. Armeekorps und Kindermißhandlungen liege es auch hier; Nachbarsleute haben Tag gewährt. Die Umzug unterstützung beträgt, der Abteilung Nr. 119. Feldluftschiffer- und Feldfliegertruppe. häufig das Geschrei des Kindes gehört, dies sei so häufig gewesen, Dauer der Mitgliedschaft entsprechend, in der ersten Kliffe Etappen- Kraftfahrerkolonne Nr. 36 der 4. Armee. Freiwilliges daß man im Hauſe ſchon daran gewöhnt war und sich einander 20-40 M, in der weiten und dritten Klasse 15-35 M. Die Motorbootkorps. Säße der Arbeitslosenunterstübung sind: Erste Klasse Munitionsfolonnen: 7-12 Met., zweite Masse 4,50-8,50 M., dritte Klasse 3,50-6 M. Artillerie- Munitionsfolonne Infanterie- Munitionskolonne Nr. 107; Behn der 35. Reserve- Division; wöchentlich. Die Krantenunterstübung beträgt wöchent- Festungs- Fußartillerie- Munitionskolonne Nr. 3 Graudenz. lich in der ersten Klasse 6-10 M., in der zweiten Klasse Sanitäts- Formationen: Sanitäts- Kompagnie Nr. 3 des 6. und 4,257,25 M., in der dritten Klaſſe 3-5 M. Das Sterbe- Nr. 2 des 7. Armeekorps; Reserve- Sanitäts- Rompagnie Nr. 46. geld beläuft sich in allen Klassen auf 30 M. Bei Streits Lazarett des Gefangenenlagers Cassel. und Maßregelungen erhalten die Mitglieder, wenn sie Fortifikation Mez- Ost. eine Familie zu versorgen haben, in der ersten Klasse 14 M., Straßenbau- Kompagnie Nr. 45. in der zweiten Klaffe 10,50 M., für Ledige betragen die Säße 12 resp. 9 M, und die Mitglieder der dritten Klasse erhalten 7 M. wöchentlich. Der zurief: Heute ist mal wieder Schlag- Tag." Es stehe auch fest, daß das Kind gezüchtigt worden sei, keineswegs sei aber festgestellt, wer von den in Frage kommenden Personen sich der Mißhandlung schuldig gemacht habe. Da der Gerichtshof unmöglich ausschließlich den Bekundungen eines fünfjährigen Kindes folgen könne und anderseits bestätigt worden sei, daß die Kinder bei den Angeklagten sauber und tadellos gehalten worden und dort gut aufgehoben seien, habe der Gerichtshof auf Freisprechung erkannt. Die gegen Frau K. wegen Beleidigung erkannte Strafe von 25 M. bleibt bestehen. " Infanterie- Regimenter Nr. 100, 101, 102, 103, 139, 179; es in der Person des Pferdehändlers Bitsch- Laubinger der 3. StrafDie sächsische Verlustliste Nr. 165 bringt Berlufte der mehrere Monate unter falschem Namen gelebt; er wurde gestern Um sich der Wehrpflicht zu entziehen, hatte ein Zigeuner Inf.- Regimenter Nr. 103, 107, 244, 245; Ref.- Jäger- Bat. Str. 26; fammer des Landgerichts I vorgeführt, wo Feldart.- Regimenter Nr. 12, 28, 32, 64, 68, 78, 115; Ref.- Feldart- tellektueller Urkundenfälschung zu verantworten hatte. Der Aner sich wegen inRegt. 53; Erfaz- Abteilung, Feldart.- Regt. Nr. 48; Fußart.- Re- geklagte verstand es, sich in den Besitz der Papiere eines Koppelgimenter Nr. 12, 19; Res.- Fußart.- Bataillone Nr. 12, 19; Landwehr- fnechts Knauer zu setzen, der schon vor Jahren bei der Aushebung Fußart. Bat. Nr. 19; Leichte Funkenstation Nr. 16; Res- Eisen- vor der Ersatzkommission als d. u." bahn- Bautompagnien Nr. 7, 8; Munitionskolonnen: Staffel- Stab ( dauernd untauglich) be158; Armierungs- Bat. Nr. 23; Ref- Felblazarett 7, 12. Reſerbe- zeichnet worden war. Kurz vor der Veröffentlichung des Aufrufs, forps; Erfak- Pferdedepot, 12. Armeekorps; Truppenteil und Name nach welchem sich die Landsturmpflichtigen des betreffenden Jahrunbekannt. gangs bei der Polizei zu melden hatten, verzog Laubinger in ein anderes Stadtviertel iertel und meldete fich hier unter dem Namen „ Anauer" an. Unter diesem Namen ließ er sich dann auch in die Stammrolle eintragen und war damit tatsächlich vor jeder weiteren Nachfrage gesichert. Er wäre vielleicht auch mit dieser List durchgekommen, wenn nicht ein neidischer Konkurrent der Polizei mitgeteilt hätte, daß der angebliche Pferdehändler Knauer in Wirkvor der Polizei Stein und Bein Laubinger zu heißen und unterlichkeit der Pferdehändler L. sei. Vorgeladen, bestritt der Angeklagte schrieb auch das Protokoll mit dem Namen Knauer. Erst später geklagten dem Antrage des Staatsanwalts gemäß zu vier Molegte er ein Geständnis ab. Das Gericht verurteilte den Annaten Gefängnis. Soziales. Soviel Umstände wegen drei Mark. Für den Uebertritt von einer Beitragsklasse in die andere gilt die Bestimmung, daß erst nach einer Zugehörigkeit von 52 Wochen zur höheren Beitragsklasse die Unterstüßungssäge dieser Klasse gezahlt werden. Vor Ablauf der 52 Wochen hat das übergetretene Mitglied nur auf die Säße seiner früheren Kasse Anspruch. Alle diese Anträge der Kommission fanden Annahme. Es lagen noch verschiedene, nicht auf die Beiträge und Unterftüßungen bezügliche Anträge zum Statut vor, die auf Antrag der Kommission abgelehnt wurden. Zu einer längeren Debatte tam es bei einem dieser Anträge, der eine etwas andere Bu fammensetzung des Beirats verlangt. Der Beirat besteht nach dem Statut aus den Bezirksleitern, den beiden Berliner Bevollmächtigten, den besoldeten Borstandsmitgliedern, dem ersten Redakteur und dem Ausschußvorsitzenden. Der Antrag Leipig will, daß außerdem jeder Bezirk ein von seiner Generalversammlung gewähltes Mitglied zu dem Beirat stellen soll. Die Antragsteller leistenfabrik beschäftigt war, zog sich an der Kreissäge eine leichte Ein Maschinenarbeiter, der in der Deutschen Holz- und Fassonversprechen sich davon einen größeren Einfluß der Mitglieder. Auch dieser Antrag wurde gegen wenige Stimmen abgelehnt. Verlegung zu, die ihn hinderte, seine bisherige Arbeit weiter zu Der Beitragsstaffelung entsprechend wurde beschlossen, daß der sagte ihm solche zu, doch stellte sich heraus, daß der Arbeiter auch machen. Leichtere Arbeit konnte er aber verrichten. Die Firma den Ortsverwaltungen zur Verfügung stehende Beitragsanteil in die neue Arbeit mit der verletzten Hand nicht ausführen konnte. der ersten Klasse 12 Pf., in der zweiten Klaſſe 10 Pf., in der Als er hierauf um Zuweisung noch leichterer Arbeit ersuchte, wurde britten Klasse 5 Pf. beträgt- Alle beschlossenen Statutenänderun- er entlassen mit der Bemerkung, es sei teine andere Arbeit vor= gen sollen gleichzeitig mit der Einführung der Staffelbeiträge in handen. Da der Arbeiter am Anfang des Arbeitstages entlassen Kraft treten. der Entlassung. Rechtlich war dieser Anspruch nicht begründet, denn war, flagte er beim Gewerbegericht auf Zahlung des vollen Tages nach der Arbeitsordnung konnte der Kläger zu jeder Stunde entlassen werden. Darauf stützte sich die beklagte Firma, indem sie jede Die 12. ordentliche Generalversammlung des Deutschen Zahlung verweigerte. Der Vorsitzende, Magistratsrat Dr. Leo, Metallarbeiter- Verbandes protestiert gegen die fortdauernde fuchte den Vertreter der Firma zu bewegen, dem Kläger 3 M. zu ausnahmerechtliche Behandlung der Mitglieder des Deutschen zahlen. Wenn dieser auch keinen Rechtsanspruch habe, so sei doch Metallarbeiter- Verbandes in den Betrieben der Bayerischen aus menschlichen Gründen diese Abfindung gerechtfertigt. Gegen Verkehrsverwaltung. Nachdem die Statutenberatung beendet war, begründete se u r the München die nachstehende Resolution, welche einstimmig an= genommen wurde. über einem im Betrieb verunglückten Arbeiter solle man sich doch Die von der Bayerischen Staatsregierung für die aus nicht auf Paragraphen stüßen, noch dazu, wenn es sich um einen nahmerechtliche Behandlung unserer Mitglieder in den Be- so geringen Betrag handele. Aber der Vertreter der Firma wollte trieben der Verkehrsverwaltung vorgebrachten Gründe und Be- davon nichts wissen. Aus„ Prinzip" müsse er jede Zahlung verBenten entbehren jeder sachlichen Grundlage. Der Deutsche weigern. Metallarbeiter- Verband hat sich, als ein Glied der deutschen Zeuge anwesend war, hereingerufen und ersucht, nicht aus Rechts-, Nun wurde ein anderer Teilhaber der Firma, der als freien Gewerkschaften, als eine große soziale und wirtschaft- sondern aus Billigkeitsgründen 3 M. an den Kläger zu zahlen. Der liche Notwendigkeit erwiesen. Die Arbeitslosen- und Kriegs- Herr erklärte sich ohne weiteres dazu bereit. Als er sein Porteunterstützung des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes hat monnaie hervorholte, stellte er fest, daß er augenblicklich die 3 M. wesentlich dazu beigetragen, die soziale Not zu lindern, nicht zahlen könne. Der andere Teilhaber, welcher die Firma im während die Bayerische Staatsregierung trok zahlreicher An- Prozeß vertrat, griff nicht in die Tasche. Er verharrte bei seinem regungen praktisch versagt hat " Prinzip", und als er das Vergleichsprotokoll unterschreiben sollte, sträubte er sich mit großer Entschiedenheit dagegen, weil er nicht durch seine Unterschrift die Firma zur Zahlung der 3 M. ver= pflichten wolle. Sein Sozius, der, dem Prinzip" zuwider, 3 M. bewilligt hatte, müsse sie aus eigener Tasche zahlen. Die Firma Hierauf erfolgte die Vorstandswahl. Das Ergebnis war die dürfe aus Prinzip" nicht damit belastet werden. Wiederwahl der Borsitzenden Schlide und Reichel, des Kas- zipientreue Herr mußte ja schließlich das Protokoll unterschreiben. Der prinfterers Werner, der Redakteure Scherm und Quist, sowie fraglich bleibt aber nach diesem Auftritt, ob der Arbeiter die 3 M. des Ausschußborsißenden Weißig. An Stelle des verstorbenen ohne weitere Umstände bekommen wird. Sekretärs Massatsch wurde Zernide- Berlin gewählt. Damit war die Tagesordnung erledigt. Zur Erfüllung der sozialen Aufgaben unserer Zeit ist die bollste Gleichberechtigung aller Staatsbürger erforderlich. In Ansehung dieser Tatsachen fordert daher die Generalversammlung die Aufhebung des Reverses Ein Streit um den Lehrling. Aus aller Welt. Kirchenbrand in Bayern. Jm baherischen Grenzort March im Böhmerwald hat ein in einer Brennerei ausgebrochenes Feuer auch die Kirche ergriffen, deren Dach stuhl und Turm abbrannten; die Glocken schmolzen. Orgel und Kircheneinrichtung sind vernichtet. Wertvolle, auf Staatskosten vor kurzem erst wieder hergerichtete alte Gemälde wurden zerstört. Ein Kind des Brennereibesitzers und dessen Magd sind in den Flammen umgekommen. Explosion im amerikanischen Senatsgebäude. Mitternacht beschädigte eine Erplosion das Senatsgebäude beträchtWashington, 3. Juli.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Um lich. Gerüchte, daß ein Bombenanschlag verübt wurde, bestätigten fich nicht. Offenbar ereignete sich eine Gasexplosion. Die Empfangssäle wurden demoliert, niemand wurde verwundet. Nord Dreifacher Mord aus Eifersucht. Ein Eifersuchtsdrama spielte sich in Kaschau( Ungarn) ab. Der Oberbaurat Julius Czuky, der nach einer längeren Reise feiner Wut ergriff er ein Messer und stieß es seiner Frau heimkehrte, überraschte seine Frau mit einem Liebhaber. In sowie deren Liebhaber in den Leib, so daß beide auf der Stelle tot waren. Dann eilte Czuky davon. Ein Graf Julius Potocki eilte dem Mörder nach und holte ihn auf dem Hofe ein; auch ihn tötete der wütende Czuky durch Messerstiche. Czufy entkam und bisher fehlt jede Spur von ihm. Schlicke warf in seinem Schlußwort einen Rückblick auf die Verhandlungen des Verbandstages. Das erfreulichste Ergebnis Modelltischlerei erlernte, wurde im Januar zum Militär eingeGin 20jähriger junger Mann, der bei Falkner u. Bütow die derselben sei die Bekundung, daß der Verband nicht nur im In- zogen, aber nach kurzer Zeit wegen Krankheit vorläufig entlassen. teresse der deutschen Kollegen wirke, sondern daß er sich auch als ein Sein Lehrvertrag lief noch bis zum 1. Oktober d. J. Da er jeder aus Nürnberg geschrieben wird, in dem mittelfränkischen Städtchen Ein tragikomischer Konflikt ist, wie dem„ Berliner Tageblatt" Glied der internationalen Familie fühle. Wenn die jebige schwere zeit mit seiner Wiedereinberufung rechnen kann, kehrte er nicht hilpoltstein entstanden. Beim dortigen katholischen StadtStriegszeit beendet sei und der Verband vor neuen Arbeiten und wieder in die Lehre zurück, sondern nahm Arbeit als Dreher auf pfarrer übernachtete der Eichstätter Bischof, um andern neuen Stämpfen stehe, dann werde für die Organisation die Parole Granaten an, wobei er übrigens erheblich mehr verdiente, wie als Tags die Firmung der Stadtjugend vorzunehmen. Der Stadtgelten: Durchhalten bis zum Siege. Der Redner schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Verband. durchaus wiederhaben und klagte beim Gewerbegericht auf Fort- weil er dieses Uebernachten eines Fremden" nicht angemel Modelltischlerlehrling. Der Lehrmeister wollte den jungen Mann magistrat hat nun den Stadtpfarrer angezeigt, sezung des Lehrverhältnisses. Auf Grund des Vertrages hätte der det hat. Dabei steht nach dem bayerischen Kriegszustandsgeset junge Mann ja verurteilt werden müssen, das Lehrverhältnis fort auf dieser Verfehlung nicht Geldbuße, sondern ausschließlich zusetzen. Aber wenn er einem derartigen Urteil wirklich nachge- Haftstrafe! kommen wäre, so würde doch die erzwungene Fortsetzung des LehrDie Verkufliste Nr. 265 der preußischen Armee enthält alles stellte der Vorsitzende dem Kläger vor. Doch es dauerte lange,( V. a. G.) Hamburg. Filiale Berlin 8. berhältnisses für beide Teile recht unerquicklich gewesen sein. Das Allgemeine Kranken und Sterbekasse der Metallarbeiter Berluste folgender Truppen: bis dieser sich überzeugen ließ, daß es für beide Teile am besten 4. Juli, vormittags 10 Uhr, bei Voigt, Badstr. 58: Mitglieder Versammlung. Infanterie usw.: Garde: 4. und 5. Garde- Regiment 3. F.; sei, Vertrag Vertrag sein zu lassen und das Lehrverhältnis zu lösen. Neuwahl der Ortsverwaltung. 1. Garde- Reserve- Regiment; Grenadier- Regimenter Alexander, Schließlich kam ein Vergleich zustande, wodurch der Beklagte erklärt, Franz und Elisabeth; Garde- Füsilier- Regiment; Garde- Schüßen- daß er widerrechtlich gehandelt habe, indem er nach seiner Ents Bataillon. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füfilier- Regimenter lassung vom Militär das Lehrverhältnis nicht fortsette. Nach dieser r. 1, 3 bis einschl. 5, 8, 9,( f. auch Füfilier- Regt. Nr. 34), 11, Erklärung willigte der Kläger in die Aufhebung des Lehrvertrages. Verlustlisten. Heute Sonntag, den Montagmittag. Ziemlich heiter und warm, nur im Süftengebiete zeitWetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis weise stärker bewölkt und strichweise etwas Regen; sonst troden Deutscher Holzarbeiter- Verband Verwaltung Berlin. Tel- Amt Morikplak 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30 Vertrauensmännerversammlungen Bautischler!( Bezirk 1.) Mittwoch, den 7. Juli, abends 8 Uhr, bei Breuning, Blücherstraße, Ede Fontanepromenade. Modell- u. Fabriktischler! Modelldrechsler! Mittwoch, den 7. Juli, abends 8%, Uhr, bei 2Baldt, Pflugftr. 5. Zagesordnung: Bericht der Rommission und der Bertrauensleute. Kistenmacher! Mittwoch, den 7. Juli, abends 8 Uhr, bei Dannenberg, Holzmarktstr. 21. Küchenmöbeltischler! Branchen- Versammlung Mittwoch, den 7. Juli, abends 82 Uhr, im Kleinen Gewerkschaftshaus, Stralauer Brücke 3. Kamm- u. Haarschmuckarbeiter! Dienstag, den 6. Juli, abends 8 Uhr in Wittenbergs ,, Andreasgarten", Andreasstr. 26. Jalousiearbeiter! Mittwoch, 7. Juli, abends 8 Uhr, bei Greive, Rungeftr. 30. Die Ortsverwaltung. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Sektion der Stukkateure. Montag, den 5. Juli, abends 82 Uhr: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: im Gewerkschaftshaus. Wichtige Sektionsangelegenheiten. Sektion der Steinholzleger. Mittwoch, den 7. Juli, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshaus. Tagesordnung: Tariffrage. Guten Besuch erwartet Jugendvereinigung ehemalige Abteilung der Freien Das 141/4 Der Vorstand. „ Sportfreunde 66 Turnerschaft Neukölln- Britz. 185/11 Eröffnungs- Turnen findet statt: Dienstag, den 6. Juli: I. Schüler- Abteilung, Turnhalle Thomasstraße. Abends 6-8 Uhr. Freitag, den 9. Juli: II. Schüler- Abteilung, Turnhalle Donaustraße. Abends 6-8 Uhr. Freitag, den 9. Juli: I. Schülerinnen- Abteilung, Turnhalle Thomasstraße. Abends 6-8 Uhr. Mittwoch, den 7. Juli: II. Schülerinnen- Abteilung, Turnhalle Donaustraße. Abends 6-8 Uhr. Lebrlings Abteilungen: Mittwoch, den 7. Juli. Turnhalle Donaustraße. Abends 6-8 Uhr. Wir erwarten regen Zuspruch und finden Aufnahmen auf den Turnsälen statt. Gäste herzlichst willkommen. Der Vorstand der Jugendvereinigung ,, Sportfreunde". Reuters Werte Heines Werfe 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Für Rheumatiker und Nervenleidende. Glänzende Erfolge eines Dreiund. fiebzigjährigen. Herr Baumschulenbefizer Koppenhöfer in Neuen stein schreibt: Mit besonderer Freude tann ich sagen, daß Togal ein rasch wirkendes Mittel ist, und daß sich schon nach furzem Gebrauch eine außerordentlich günstige Wirkung bei mir zeigte. Dieses ist bei mir um so höher anzuschlagen, als ich schon seit mehr als 30 Jahren von sehr schweren Fällen von Rheumatismus am Knie heimgesucht wurde und für Badekuren usw. sehr viel Geld ausgegeben habe. Außerdem bin ich jetzt im 73. Lebensjahre. Kürzlich machte ich eine 1stündige Fußtour nach meinem Weinberg ohne die geringsten Beschwerden. Früher mußte ich hierzu stets einen Wagen nehmen. Also Togal wirft sehr gut." Jeder, der einen Versuch mit Togal bei allen Arten von rheumatischen, gichtischen oder Nerbenschmerzen macht, wird ebenso begeistert von Togal sein wie Herr Koppenhöfer. Togal Tabletten find zu billigem Preise in jeder Apotheke erhältlich. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 19. Abt. Bez. 826. Am Sonnabend, den 3. Juli, verstarb unsere Genofsin, Frau Marie Malow Roloniestr. 25. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 7. Juli, nachmittags 44 Uhr, von der Leichenhalle bes Philippus Apostel- Kirchhofes aus auf dem städtischen Friedhofe Müllerstraße, Ede Seestraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 226/5 Der Vorstand. Verband der Sattler und Portefeuiller. Ortsverwaltung Berlin. Den Kollegen hiermit zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Linoleumleger Max König bei den stattgeha5ten Kämpfen gefallen ist. Ehre seinem Andenken! 157/17 Die Ortsverwaltung. Verband d. Brauerei- u. Mühlenarbeiter u. verw. Berufsgenossen. Zahlstelle Berlin. Den Kollegen diene zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Flaschenkellerarbeiter Hermann Rautenberg ( Löwenbrauerei) am 1. Juli im Alter von 53 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 4. d. Mts., nach mittags 4 Uhr, auf dem ZionsKirchhof in Nordend statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Hierdurch die traurige Rach richt, daß unser lieber Sohn und Bruder Willi Guse plößlich verstorben ist. 72 Um stilles Beileid bittet Familie Guse, Boddinſtr. 65. Die Beerdigung findet am Montagnachmittag 5 Uhr von der Leichenballe des Gemeinde- Friedhofs, Mariendorfer Beg, aus ftatt. Am 24. Juni fiel als Opfer des Weltkrieges mein lieber Mann und Vater feines Stindes, unfer Sohn und Bruder, der Buch bruder Robert Görlitz 292 im 31. Lebensjahre. Dies zeigen in tiefer Trauer an Frau Elise Görlitz geb. Gerlich, nebst Eltern und Geschwistern Fern von der Heimat, von feinen Lieben fiel am 16. Juni unser lieber Sohn und Bruder Georg Böhl Inf. Reg. 25 11. Romp. im blühenden Alter von 22 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Eltern und Geschwister. Unvergeßlich bleibst Du den Deinen, 36A Nicht einmal an Deinem Grabe fönnen wir meinen. Allen Verwandten und Bekann ten hiermit die traurige Nachricht, daß unser lieber Bater, Schwiegerund Großvater, der Zimmermann Franz Liese Utrechter Straße 7 am 29. Juni infolge eines Un falls verstorben ist. 362 Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Montag nachmittag 4, Uhr auf dem städtischen Friedhof, Seestraße, ſtatt. Als Opfer des Beltkrieges fiel am 22. Juni 1915 mein lieber Mann und guter Bater, der Krantenträger, Wehrmann[ 36A Franz Siemundt im blühenden Alter von 30 Jahren. Ruhe sanft in Feindesland! Dies zeigen tiefbetrübt an Bitwe Klara Siemundt geb. Schertz nebst Tochter Elli. Als Dpfer des Beltkrieges fiel am 13. Juni durch Kopfschuß der Behrmann Paul Remus. Die trauernden Hinterbliebenen. Frau Auguste Remus nebst Kind Frau Marie Rohr als Mutter Familie Julius Remus Else und Fritz Wobrock Felix Windisch, zurzeit im Felde. Sozialdemokratischer Wahlverein Kreis Niederbarnim. Bezirk Bernau. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Beber Friedrich Maaß im 64. Lebensjahre gestorben iſt. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. Juli, nach mittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Beinbergstr. 20, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 244/9 Die Bezirksleitung. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher usw. Filiale Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maler Albert Schmidt am 26. Juni 1915 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! 136/10 Die Ortsverwaltung. Am 25. Juni, morgens 2.30, fiel bei dem großen Ringen des Weltkrieges in einem Gefecht, durch einen Granatsplitter am Stopf getroffen, nach zweimaliger Verwundung mein innigst geliebter Mann, unser lieber, gufer Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Dntel und Neffe, der Unteroffizier der Landwehr Edmund Päsler Ritter des Eisernen Kreuzes im 32. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten seine tiefbetrübte Gattin Anna Päsler geb. Jahn sowie Eltern und Geschwister. Und täglich das dunkelste Rätsel bon allen, die besten sinds, die 1974b besten, die fallen. Am 1. Juli verstarb unsere liebe Mutter, die Wagenmeistersfrau Auguste Grosser im Alter von 84 Jahren. Dies zeigen betrübt an die Hinterbliebenen 0. Grosser, Gubener Str. 6. Die Beerdigung findet am Montag, den 5. Suli, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Bentral- Friedhofes tn Friedrichsfelde statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein licber, treusorgender Mann, unser guter Pflegebater, mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Onfel und Schwager am Freitag, vormittags 9 Uhr, sanft entschlafen ist. Dies zeigt tiefbetrübt an Minna Schulwitz 36A Berlin, Triftstr. 6. Die Beerdigung findet am Montag, den 5. Juli, nachmittags 4 Uhr, vom Philippus- Apostels Kirchhof, Seeftr. 44/45, aus statt. Fern von der Heimat und den Seinen starb am 21. Juni in folge eines Kopfschuffes mein lieber Mann, unser treuforgenber Bater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Dntel, der Behrmann Albert Schmiel Reserve Infanterie Regiment 24 im 40. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Martha Schmiel geb. Bods nebst Kindern. Es gibt ein Leid, 7241 Das fremden Trost nicht duldet, Und einen Schmerz, Den mild die Zeit nur heilt. Als Dpfer des Weltkrieges fiel am 8. Februar 1915 mein geliebter Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Bräutigam, der Refervist 62 Otto Ukrow im blühenden Alter von 26 Jahren. Ruhe sanft in fremder Erde! In tiefem Schmerz Mutter, Geschwister, Schwager und Braut. Bet einem Sturmangriff durch Bauchschuß verwundet starb im Lazarett zu Kolmar unser lieber, guter Sohn, Bruder und Enkel Bruno Mohaupt im blühenden Alter von 21 Jahren. Im tiefften Schmerz Familie Mohaupt. Du santst dahin, wie die Rosen finten, Wenn sie in voller Blüte stehn, Und heiße, bitt're Tränen fließen, Beil wir uns nicht mehr wieder 720 fehn. Den Tod auf dem Schlachtfelde fand am 13. Juni mein lieber herzensguter Sohn, unser lieber Bruder, Schwager und Dntel, der Schriftseher, Füsilier Willi Rähse im blühenden Alter von 24 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Witwe Emma Rähse Berlin. Familie Behrend Dberschöneweide. Geliebt, beweint und unvergessen. Nachruf. Nach Tagen banger Erwartung trifft mich auf dem Kriegsschauplaze die Nachricht vom Heldentode meines einzigen Freundes, des Schriftsegers, Füfilier im Garde- Grenadier- Regiment Nr. 4 Wilhelm Rähse. Neben trefflichsten Charaktereigenschaften, die mir stets ein Borbild waren, machte fein ionniger Humor ihn zu einem feltenen Menschen, der mir mehr als ein Bruder war. In tiefem Schmerze Erich Heinrich. Möge ihm die fremde Erde leicht sein. 54 Auf dem Schlachtfelde fiel am 13. Juni unser lieber Freund und Kollege 283/1 Willi Rähse. Er hat sich um die Jugendbewegung sehr verdient gemacht und jahrelang unter uns gewirkt. Wir werden ihm allezeit ein ehrendes Andenken bewahren! Die Arbeiterjugend Berlin- Südost. In der Blüte seines Lebens und fern von seinen Lieben starb am 11. Juni den Heldentod fürs Vaterland unser Hoffnungsvoller lieber jüngster Sohn, Bruder, Schwager, Dntel und Bräutigam, der Grenadier Wilhelm Lutterloh im 21. Lebensjahre. Die tiefbetrübten Eltern, Brüder und Braut. 54A Du gutes Herz ruhe sanft in Frieden, Emig beweint bon deinen Lieben. Als Opfer des Weltkrieges starb am 6. Februar mein über alles geliebter Mann, unser guter Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Kriegsfreiwillige 54A Otto Jache turz vor seinem 26. Geburtstage. Dies zeigt an in tiefem Schmerz im Namen aller Hinterbliebenen Frau Gertrud Jache geb. Zimmer. Privat- Theater- Gesellschaft „ Concordia 1892. und Unseren Mitgliedern Freunden die tieftraurige Nach richt, daß unser langjähriges und treues Mitglied, der Bizewachtmeister Paul Schneider Ritter des Eisernen Kreuzes am 24. Juni auf einem Patrouillen ritt gefallen ist. Sein ehrlicher Charakter und sein äußerst reges Bereinsinter. effe werden unvergeßlich bleiben. Ruhe sanft in fremder Erde! 283/2 Der Vorstand. Deutscher Tahakarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Zigarettenarbeiter Edmund Päsler am 25. Juni ein Opfer des Bollerkrieges wurde. Wir werden seiner in Ehren gedenken! 181/5 Die Ortsverwaltung. Alzu früh und fern von seinen Lieben fiel am 26. Mai 1915 als Opfer des Weltkrieges unser eingigfter, geliebter, unvergeßlicher Sohn und Bruder, der Schrift. feger Erich Hartmann ( Grenadier- Regiment Nr. 1) im blühenden Alter von 24 Jahren. 19405 Dies zeigen an Die tieftrauernden Eltern Ernst Hartmann und Frau. Else, Elfrieda, Erna als Schweitern. Martha Frenzel als Braut. Ruhe sanft in Feindesland. Verband der Tapezierer Filiale Berlin. Als Opfer des Weltkrieges ver starb am 20. Juni im Lazarett unser Mitglied Karl Schmidt. Ehre seinem Andenken! 178/7 Die Ortsverwaltung. Deutscher Buchbinderverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unsere Kollegin Emma Käbel am 30. Juni plöglich gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 5. Juli d. J., nachmittags 24 Uhr, auf dem Zentral friedhof in Friedrichsfelde statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 23/9 Die Ortsverwaltung. Fern von der Heimat und von feinen Lieben starb als Opfer des Weltkrieges an seiner schweren Berwundung am 13. Juni im Felblazarett mein innigstgeliebter Mann, Vater unseres einzigen Kindes, unser lieber Sohn und Bruder, guter Schwiegersohn, Schwager und Dnfel, der Unter offizier Paul Dankert Ritter des Eisernen Kreuzes furz bor Bollendung feines 30. Lebensjahres. Dies zeigt an im tiefften Schmerz im Namen aller Hinterbliebenen Frau Berta Dankert geb. Kuroski und Töchterchen Gerda. Es ist gefnüpft ein ewig Band Fest zwischen mir und Dir, Und ob Du ruhst im fremden Land, Im Herzen ruhst Du mir. So schlaf denn wohl, Du Liebster meines Lebens, Rein Kampfgetöse stört mehr Deine Rub; Ach, all mein Hoffen, es war doch vergebens, Nun dedt Dich fremde, talte Erde zu. Berlin- Wittenau. Den Heldentod für's Vaterland starb am 9. Mai mein unvergeßlich inniggeliebter Mann, unser guter Bater, Schwager und Dnkel, der Ersazreservist Paul Thiel Infant.- Reg. 208, im Alter von 26 Jahren. In tiefstem Schmerz Frau Berta Thiel geb. Langner nebst Kindern Margarete Langaer Familie Langner. Du santst dahin wie Rosen sinten, Wenn sie in voller Blüte stehn. Und heiße, bittre Tränen fließen, Weil wir uns nicht mehr wiederfehn. Schlummere sanft, Du viel geliebtes Herz, Du hast jezt Frieden, wir den Schmerz. A Auf dem Felde der Ehre fiel am 19. Juni bei einem Sturmangriff unfer lieber Sohn und Bruder, der Jäger Otto Ulrich im 26. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Otto Ulrich u. Frau als Eltern, Kochhannstr. 19, und Geschwister. Möge ihm die fremde Erbe leicht fein. 6A Am 17. Juni 1915 verstarb im Lazarett infolge Verwundung unser lieber Sollege Robert Arndt. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren! 54A Die Kolleginnen und Kollegen der D. F. W. Abt. Striche. Für die Beweise herzlicher Teil nahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters Franz Köppe fagen wir allen Verwandten und Belannten, besonders Herrn Melle für seine trostreichen Worte, dem Wahlverein, dem Gastwirtsverband und unseren werten Gästen unseren 2 herzlichsten Dant. Witwe Ida Köppe und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranz spenden beim Heimgang meiner lieben Frau sage ich hiermit allen Verwandten, Freunden und Be fannten, besonders dem Genoffen Behrte für die trostreichen Worte am Sarge der Toten meinen herzlichen Dant. 23 Briz, Chausseestr. 67. Im Namen der Hinterbliebenen Alfred Schröder. 19V- 19tiedi Dem Andenken unserer auf dem Kriegsschauplah gefallenen Genossen! Am 12. Juni fiel auf dem Schlachtfelde der Genosse August Fuhrmann Niemeßstraße 2, Zahlmorgen. Ferner fiel auf dem Schlachtfelde am 15. Juni der Genoffe Friedrich Halser Blumenthalstr. 7, Bezirk 51. Am 14. Juni starb infolge seiner Verwundung im Lazarett der Genosse 205/12 Alfred Posselt 100 Boffener Straße 22, Bezirk 100. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkr. Am Ditober 1914 fiel der Tischler Georg Ordung Naunynstr. 78, Bezirk 147 Am 15. Juni fiel unser Revisor, der Mechaniker Artur Fischer Manteuffelstr. 29, Bezirk 167 Am 13. Juni fiel der Böttcher Paul Remus Esmarchstr. 3, Bezirk 394. Am 14. Juni fiel der Arbeiter Fritz Schwarzbach Faldensteinstr. 26, Bezirk 194. Am 15. Juni starb im Feldlazarett in folge einer Verwundung der Schneider 213/2 Friedrich Thurau Blumenstr. 92, Bezirk 255. Am 18. Sunt fiel der Metallarbeiter Paul Kapala Ebelingstr. 3, Bezirk 409. Im Juni fiel der Kupferschmied Alfred Mende A Samariterſtraße 11, Bezir! 364. Am 17. Juni fiel der Schlächter Franz Leskow Reichenberger Str. 161, Bezirk 156 II. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Im Felde gefallen Hermann Schmidtke Naugarder Straße 17, 1b Abteilung. An den Folgen eines Lungenschuffes am 16. Juni verstorben der Tischler 222/11 Richard Langguth Elsafferstraße 56, VI. Abteilung. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 5. Berliner Reichstagswahlkr. Am 1. Juni fiel in einem Gefecht der Modell- Tischler Fritz Gliesche Soldiner Str. 33, 18. Abt. Bez. 821 a. Am 30. Mai fiel der Tapezierer Paul Schröder Lychener Str. 32, 5. Abt. Bez. 534. Am 2. Juni fiel in den Kämpfen der Gastwirt Hermann Tausch Prinzen- Allee 17, 18. Abt. Bez. 813. Am 4. Mai fiel im Felde der Maurer the Franz Ussat Schönhauser Allee 72b, 7. Abt. Bezirk 575. Am 19. Juni verstarb im Feldlazarett infolge eines erhaltenen Bauchschusses der Stellmacher Wilhelm Lengwenings Ramlerftr. 18, 8. Abt. Bezirk 595. Am 15. Juni verstarb an seinen im Felde erhaltenen Bunden der Möbelpolierer 226/3 Paul Müller Hochstr. 32c, 17. Abt. Bezirk 807a. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Fern von der Heimat fiel am Sonntag, den 13. Juni, als Dpfer des Weltfrieges, bei einem Sturmangriff, unser einziger, unvergeß licher Sohn, Bruder und Neffe, der Landsturmmann 362 Artur Haase Reserve Infanterie Regiment 46 im blühenden Alter von 27 Jahren. Dies zeigen in tiefer Be trübnis an Albert Haase nebst Frau und Tochter, Berlin, Burgsdorfstraße 4 I. Als Dpfer des Weltkrieges fiel am 17. Juni, nachdem er schon einmal bermundet, mein inniggeliebter, unvergeßlicher Mann, der treusorgende Bater unserer beiden fleinen Mädchen, der Gefreite 87 Hermann Ketzsehau Infanterie- Regiment 52 im blühenden Alter von 30 Jahren. Im tiefsten Schmerz Frau Anna Kesschau und Kinderchen. Bar' jeder so, wie er, Bab's weder Krieg noch Not. Als Sohn des Boltes starb er, Getreu bis in den Tod. Ich hab' ein wahres, furzes Glüd besessen, Jest schlummert es, auf ewig un bergeffen. Uns wurde die traurige Nachricht zuteil, daß unser innigft geliebter, einziger Sohn und Bruder 262 Erich Dieckmann Gefreiter im Inf. Regt. Nr. 46 in der Blüte der Jahre am 12. Juni auf dem Schlachtfelde gefallen ist. Die tieftrauernden Eltern und Geschwister: Fritz Dieckmann Emilie Dieckmann geb. Löper 1053 Frida Charlotte als Geschwister. Helene Bezwinget Euch, die unseren Schmerz gefühlt r Charlottenburg, den 28. Juni 1915. } Auzu früh und fern von seinen Lieben fiel am 26. Mai 1915 als Opfer des Weltkrieges unser einzigster, geliebter, unvergeßlicher Sohn und Bruder, der Schrift. feter 19405 Erich Hartmann ( Brenadier- Regiment Nr. 1) im blühenden Alter von 24 Jahren. Dies zeigen an die tiefbetrübten Eltern Ernst Hartmann und Frau. Elfe, Elfrieda, Erna als Schwestern. Martha Frenzel als Braut. Ruhe sanft in Feindesland! Seinen Berlegungen am 17. Juni im Feldlazarett erlegen der Buchbinder Add Karl Arnold Wildenbruch- Str. 5, 8. Bez. Im Felde fiel der Bauarbeiter Ferdinand Düllsen Biethenstr. 59, 20. Bez. Seinen Verlegungen erlag im Felblazarett der Stuttateur Paul Reichenbach Emjer Str. 122, 15. Bez. Im Felde gefallen der Dreher Edmund Thiem Prinz- Handjery- Str. 72, 19. Bez. Im Felde gefallen der Maurer Johannes Ahrendt Emser Str. 109, 15. Bezirk. Am 26. Junt verstarb im Lazarett unser langjähriger Bezirks. führer und eifriger Parteigenosse, der Steinmek Karl Franke Allerstr. 10, 20. Bezirk. Am 12. Juni fiel im Felde der Schriftfeher 238/2 15/7 251/2 Otto Tilgner Dierstr. 5, 16. Bezirt. Im Felde gefallen der Schriftfeger Hermann Zellalanish Emser Str. 21/22, 15. Bezirk. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 22. Juni fiel im Felde der Sanitätsgefrette Ernst Zander Gothenstraße 24, Bezirk 8. Im Felde fiel unser Bezirksführer Wilhelm Balke HO Bring Georg- Straße 7, Bezirk 10. Sozialdemokrat. Wahlverein Berlin- Schöneberg. Am 12. Juni fiel unser Genosse, der Bezirksführer Erich Dieckmann VII. Gruppe, Goethestr. 67. Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Am 13. Juni fiel ber Genoffee Elvir Müller Stroffener Str. 16, Gruppe 8, im Alter von 28 Jahren. Anfang Juni fiel unser Genosse, Selempner Julius Wiggert Gabriel Mar- Straße 1, Gruppe 10. Auf dem Schlachtfelde fiel am 15. Juni- unser braver Benoffe Georg Müller Wilhelmstr. 5, Gruppenführer der 74. Gruppe, Abt. 17. Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Lichtenberg. 13/7 Am 14. Juni fiel auf dem Schlachtfelde der Genosse Paul Dankert. 244/8 Sozialdemokr. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Borsigwalde- Wittenau. Auf dem Schlachtfelde fiel unser Schriftführer, der Genosse Hermann Sieler 244/6 Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Niederschönhausen. 195/3 Auf dem Schlachtfelde fielen die Genossen Wilhelm Hayfob basdie Robert Meil Wilhelm Voigt, geftorben im Lazarett Bielefeld. Sozialdemokratischer Wahlverein Adlershof. As Opfer des Weltkrieges starb im Lazarett am 15. Juni mein geliebter Mann, unser herzensguter Bater, mein lieber Sohn, Bruder, Schwager, Dntel und Neffe, der Unteroffizier Paul Müller im 40. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Frau Berta Müller und Kinder. Witwe Müller und Angehörige. Auf fernen Fluren, da ist ein Grab, Da sentte man einen Helden hinab. Im fremden Land, weit vom Heimatherd, it Piegt einer begraben, der uns so 920 Ruhe sanft in fremder Erde. wert. Ruder- Verein Vorwärts", Berlin. 99 Am 25. Juni erlag feinen schweren Wunden, die ihm der Weltkrieg schlug, unser lieber Freund und Sportgenosse Kurt Seiler. Als launiger Gesellschafter und fröhlicher Kamerad wird er uns immerdar in Erinnerung bleiben. Leicht sei ihm die fremde Erde! 282/20 Der Vorstand. Allen Freunden, Berwandten und Bekannten die traurige Nach. richt, daß unser lieber Sohn Rudi Adloff Hermannstr. 166/167 nach langem, schwerem Leiden am 1. Juli im 9. Lebensjahre verschieden ist. 29A Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Alwin Adloff, 3. 8. im Felde Klara Adloff Hans Adloff. Die Einäfcherung findet am Montag, den 5. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Serematoriums in Treptow- Baum schulenweg, qus statt. Den Heldentod fürs Baterland starb am 22. Juni im Lazarett mein herzensguter Mann und treusorgender Bater seines Sohnes, der Sanitätsgefreite Ernst Zander. Dies zeigen tiefbetrübt im Namen aller Hinterbliebenen hier mit an 16A Fran Anna Zander nebst Sohn. Schlummere sanft, Du gutes Herz, Du hast jest Frieden, wir den Schmerz. Zentral- Verband der Handlungsgehilfen enutlawsey Ortsverwaltung Berlin. Nachruf. Bor einigen Tagen verstarb plöglich nach kurzem Leiden unser far bu langjähriges Mitglied Eugen Albu. Der Verstorbene ist ein eifriges, treues Mitglied unseres Ber bandes gewesen, und werden wir sein Andenken in Ehren halten. Als Opfer des Weltkrieges verloren wir die Kollegen: Hubert Erdmann geb. am 9. März 1892, gefallen. Willi Jost geb. am 30. Mai 1894, gefallen. Max Koplin geb. am 23. August 1881, auf dem Schlachtfelde gefallen. Alexander Lange geb. am 29. April 1890, auf dem Schlachtfelde gefallen. Edmund Maaß geb. am 15. November 1879, auf dem Schlachtfelde gefallen. Paul Sprotte geb. am 25. Februar 1879, gefallen. Walter Bensch geb. am 4. Juni 1891, gefallen. Ernst Neumann geb. am 13. Juni 1889, am 2. Mai gefallen. Erwin Schindler geb. am 24. Januar 1894, am 13. Mai gefallen. Max Riesenbeck Ven 22. Ma geb. am 22. Mai 1893, am 25. Mai gefallen. Stanislaus Dybizbanski geb. am 3. Mai 1876, am 6. April tot aufgefunden. Julius Schimke geb. am 2. Dttober 1891, starb am 18. Oktober im Lazarett in Hannover infolge seiner Verwundungen. Hermann Förster geb. am 31. August 1872, auf dem Schlachtfelde gefallen. Erwin Goßlau geb. am 25. Mai 1890, gefallen. Leo Ossowski geb. am 23. Mai 1889, am 27. Mai gefallen. Helmut Schoenlank geb. am 30. März 1893, ist in einem Militärlazarett in Rottbus infolge einer Blinddarmoperation gestorben. Ehre ihrem Andenken! 78/4 Fern von mir, als IDpfer des Weltkrieges, starb am 26. Juni im Lazarett an einer doppelseitigen Lungenentzündung mein innig geliebter Gatte, der Landwehrmann Karl Franke im blühenden Alter von 34 Jahren. Dies zeigen tiesbetrübt und schmerzerfüllt an Frau Marie Franke geb. Lange, als Frau. As Kinder Ella, Karl, Herta, Berta. Karl Kienat und Frau, Berlin, als Eltern. Als Geschwister und Schwägerin Otto Franke, Bohnsdorf. Emmi Franke, Berlin. Eugen und Max Franke, zurzeit im Felde. Als Schwager und Schwägerin Familie Graul, Kochstedt. Familie Lange, Dessau. Familie Bähr, Alien. Famile Grube, Dessau. Ich hab' ein wahres Glück beseffen, Nun schlummert es auf ewig un dbergessen. Sein ehrlicher Charakter sowie fein unermüdlicher Kampfesmut werden ihm bei uns ein dauerndes Andenken bewahren. WID Nachruf. Ganz überraschend erhielten wir die traurige Nachricht, daß unser lieber guter Neffe Emil Aulich Köpenider Str. 141, im 20. Lebensjahre freiwillig aus dem Leben gefchieden ist. 54A Ein ehrendes Andenken bewahren ihm Familie Otto Werner. Familie Oswald Werner. Familie Paul Anst. Die Ortsverwaltung. Fern von uns und als Opfer des Weltkrieges starb am 18. Juni durch Kopfschuß mein herzens. guter Sohn, unser Bruder, Schwager und Dnkel, der Tischler Max Mielitz ( Maschinengewehr Abteilung 6, 6. Stavallerie- Division) im blühenden Alter von 27 Jahren. Dies zeigen in tiefer Trauer an Witwe Emma Mielitz als Mutter, als Geschwister Wilhelm Paul Richard( zurzeit im Felde) Luise Robert Schweitzer( aurzeit im Felde) als Schwager. Du warst so gut, Du starbst zu früh, Ber Dich gelannt, vergigt Dich nie Wenn unsere Tränen Dich fönnten weden, Fremde Erde sollte Dich nicht decken. Dem Auge fern, dem Herzen 542 elig nah'! Fern von seinen Lieben starb im Feldlazarett an den Folgen eines Bedenschusses mein über geliebter, unvergeßlicher Mann, unser treusorgender Bater, Gefreiter alles Paul Reichenbach 1. Radj.- Stomp. In tiefstem Schmerz Frau M. Reichenbach u. Rinder. Frau Ww. Reichenbach als Mutter, Geschwister, Schwager und Sim Schwägerin. 29 Herr und Frau Fiedler als Schwiegereltern. Ruhe sanft in fremder Erde, Unsere Liebe deckt Dich zu. As Opfer des Weltkrieges fiel am 28. Juni infolge eines Stopiſchuſſes unser lieber Stollege air. Edmund Päsler. Wir werden dem Dahingeschiedenen ein dauerndes, ehrendes Andenken bewahren. Die Kolleginnen und Kollegen der Zigarettenfabrik Josetti". 19655 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Müller, Golfofer, Es starben folgende Mitglieder im Felde: Artur Apel, Maschinenarbeiter, geb. 15. 2. 1892 in Neukölln. Paul Braatz, Rohrleger, geb. 1. 2. 1874 in Berlin. Max Brandt, Schloffer, geb. 24. 1. 1887 in Berlin, Fritz Conrad, Metallarbeiter, geb. 9. 3. 1894 in Grünberg. Otto Dachs, Gürtler, geb. 12. 7. 1893 in Rummelsburg. Wilhelm Demnick, Gräfer, geb. 21. 3. 1876 in Alegwangen. Michael Diettrich, geb. 2. 3. 1892 in Erlangen. Vollrath Dunskus, geb. 10. 5. 1896 in Anlam. Franz Eifler, Dreher, geb. 20. 1. 1888 in Meuschan Paul Fischer, Rohrleger, Mechaniker, Retallarbeiter, geb. 1. 12. 1886 in Charlottenburg. Richard Flöter, Schmied, geb. 30. 5. 1894 in Berlin. Max Geppert, Dreher, geb. 9. 8. 1884 in Linden. Ernst Gnieser, Schloffer, geb. 7. 12. 1880 in Berlin. Max Haugk, Widler, geb. 28. 10. 1878 in Glogau. Fritz Heier, Metallarbeiter, geb. 21. 2. 1893 in Berlin. Philipp Hey, Schloffer, geb. 29. 4. 1889 in Markenroda. Johannes Kerstan, Schloffer, geb. 10. 9. 1892 in Niederschönhausen. Hermann Kirschke, Metallarbeiter, geb. 13. 1. 1893 in Berlin. Alwin Krause, Schloffer, geb. 10. 9. 1885 in Naundorf. Robert Klinnert, Shleifer, geb. 23. 8 1890 in Berlin. Erich Kopp, Schloffer, geb. 2. 9. 1891 in Berlin. Otto Lieder, Schloffer, geb. 9. 11. 1887 in Opperoda. Georg Lüns, Maschinenbauer, geb. 24. 12. 1893 in Berlin. Otto Machowsky, Metallbrüder, geb. 16. 9. 94 in Berlin. Karl Marowsky, Gürtler, geb. 19. 12. 1890 in Berlin. Friedrich Max, Serumacher, geb. 20. 12. 1886 in Eberswalde. Franz Meester, Dreher, geb. 22. 5. 1882 in Bederstedt. Am 19. Juni fiel bei einem Sturmangriff mein lieber Mann und treusorgender Vater, der Landwehrmann Hermann Tausch im 41. Lebensjahre. Dies zeigt an in tiefer Trauer Frau Anna Tansch nebst Söhnen Hermann und Karl. 69A Nuhe sanft in fremder Erde. Verein aller in Schriftgießereien Georg geb. 15. 12. 1879 in Görlitz. and Karl Naubereit, Metallarbeiter, geb. 11. 10. 1885 in Kolpin. Gustav Naulin, Klempner, geb. 6. 8. 1879 in Schwanebed. Max Nell, Werkzeugmacher, geb. 26. 7. 1892 in Johannisthal Ernst Neumann, Schloffer, geb. 6. 1. 1893 in Berlin, Paul Patzschke, Schloffer, geb. 4. 2. 1879 in Teuchern. Gustav Pleep, Gießer, geb. 4. 8. 1888 in Königsberg. Bruno Potschadtke, Sloffer, geb. 16. 2. 1891 in Berlin. Wilhelm Ranke, Metallbrüder, geb. 27. 4. 1876 in Neiße. Erich Reschke, Gürtler, geb. 2. 11. 1894 in Berlin. Gustav Romahn, Schloffer, geb. 20. 8. 1888 in Grunenfeld. Karl Schirmacher, Metallarbeiter, geb. 26. 1. 1892 in Rirdorf. Heinrich Scholz, Gürtler, geb. 12. 7. 1889 in Berlin. Artur Schrambömer, Dreher geb. 2. 10. 1894 in Reinickendorf. Hermann Schramm, Metallschleifer, geb. 19. 2. 1879 in Wilmersdorf. Emil Schulze, Schleifer, geb. 3. 6. 1893 in Alt- Glienice. Otto Schüler, Former, geb. 21. 11. 1888 in Fürstenwalde. Georg Schwän, Metallarbeiter, geb. 18. 6. 1892 in Berlin. Franz Siemundt, Former, geb. 29. 10. 1884 in Berlin. Karl Stegemann, Schloffer, geb. 12. 12. 1882 in Berlin. Wilhelm Steinmüller, Schiffbauer, geb. 17. 11. 1884 in Rostoď. Julius Terminsky, Maschinenarbeiter, geb. 30. 3. 1882 in Schwerin. Willi Tschirch, Sloffer, geb. 10. 2. 1893 in Berlin. Adolf Wendt, Schloffer, geb. 14. 8. 1892 in Berlin. Hugo Weigel, Gürtler, geb. 3. 5. 1887 in Altenburg. Julius Wiggert, Klempner, geb. 30. 5. 1876 in Knoblauch. Fritz Wolfram,& eilenhauer, 115/19 geb. 3. 2. 1875 in Berlin. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. beschält. Arhelter u. Arhelterinen Verband der Maler, Lackierer etc. Berlins. 19665 Am 22. Mai fiel im Kampfe für das Vaterland unser wertes Mitglied, der Schriftseter Viktor Tomaschek im Alter von 37 Jahren. Ehre seinem Andenken! Deutscher Holzarbeiter- Verband 25/1 Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen sind folgende Mitglieder: Karl Anton, Tischler, 22 Jahre alt Karl Kachitzki, Tischler, 30 Jahre alt Artur Goslau, Tischler, 29 Jahre alt Wilh. Lengwenings Paul Liersch, Tischler, 22 Jahre alt Robert Meil, Drechsler, 43 Jahre alt Max Mielitz, Tischler, 25 Jahre alt Stellmacher, 26 Jahre alt Elvir Müller, Tischler, 28 Jahre alt Reinhold Nitzsche, Tischler, 24 Jahre alt Karl Reinisch, Tischler, 24 Jahre alt Paul Striszik, Stellmacher, 44 Jahre alt Karl Sturtz, Stellmacher, 27 Jahre alt Ernst Zander, Tischler, 33 Jahre alt Paul Schenk, Tischler, 33 Jahre alt Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Filiale Berlin. Unseren Kollegen zur Nachricht, daß folgende Mitglieder auf den Schlachtfeldern gefallen sind: Fritz Bühring, Maler( Bezirk Norden). Julius Goralski, Maler( Bezirk Nordwest) 136/9 am 6. Juni. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Zimmerer Deutschlands Zahlstelle Berlin und Umgegend. Den Berufsgenossen zur Nachricht, daß folgende Mitglieder im Felde gefallen sind: 245/8 Paul Andreas, Bezirk 1. Paul König, Bezirk 19. Gustav Mayer, Bezirk 13. Ehre ihrem Andenken! Der Vorstand. Am 12. Juni fiel bei einem Gefecht infolge eines Kopfschusses mein lieber herzensguter Mann, der Landsturmmann Otto Tilgner im blühenden Alter von 26 Jahren. Dies zeigt in tiefer Trauer an Reukölln, Dterstr. 5. 54A Berta Tilgner geb. Barth. Deutscher Transportarbeiter- Verband Bezirk Groß- Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Ernst Blank, Geschäftskutscher Paul Boas, Geschäftsdiener Karl Dahms, Stallmann Adolf Dähne, Rollfutscher Alfred Engelmann, Geschäftsdiener Gerhardt Dallmann, Sierfahrer Richard Fenske, Geschäftschauffeur Ernst Frank, Bader Paul Friedland, Rolffutscher Albert Fuhrmann, Geschäftsdicuer Ernst Gerlach, Geschäftsdiener Friedrich Gravert, Bader Franz Haase, Rollfutscher Albert Heidenreich, Rellerarbeiter Gustav Honheiser, Wäschekutſcher August Hurtig, Geschäftsdiener August Kaufmann, Arbeitskutſcher Robert Körk, Lagerarbeiter Alfred Körner, Geschäftsdiener Valerian Kowalski, Geschäftsdiener Paul Kusche, Geschäftsdiener Alfred Lau, Bader Alex Lewitzky, Geschäftsdiener Karl Lück, Kohlenarbeiter Josef Maly, Geschäftskutscher Hermann Nowack, Straßenbahner Emil Paul, Bader Alfred Posselt, Juduftriearbeiter Karl Rau, Geschäftsdienerf Wilhelm Runge, Bodenarbeiter Hermann Schillupeit, Bierfahrer Erich Schneeberg, Lagerarbeiter Franz Schüler, Gerüstbauer Gustav Ulbrich, Bader Karl Wodarzeck, Autoführer Richard Wolf, Industriearbeiter Max Zerm, Lagerarbeiter Wilhelm Zimmler, Bierfahrer Paul Zink, Jndustriearbeiter 65/3 3 Ehre ihrem Andenken! ins Die Bezirksleitung. Verband der Gemeinde- n. Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen auf dem Schlachtfelde gefallen find: 34/16 Richard Halbig, Englische Gaswerke. Ernst Horn, Neukölln. Gustav Rössel, Lichtenberg. Franz Ahrendt, Charlottenburg. Albert Schmidt, Neukölln. Georg Milling, 29. Revierinspektion. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Die Ortsverwaltung. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands Zahlstelle Groß- Berlin. Gefallen sind folgende Mitglieder: Fritz Schwarzbach, Bezirk Südost Adolf Friedrich, Bezirk Lichtenberg Paul Garz, Bezirk West- Schöneberg Otto Nelte, Bezirk Adlershof Oskar General, Bezirk Weißensee Ehre ihrem Andenken! 55/15 Die Ortsverwaltung. Berantwortlicher Redakteur: Alfrech Bielepp, Reutila Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u.Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co. Berlin SW