Nr. 185.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 ML, wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bia. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich Ungarn 2,50 Mart, füt das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Postabonnements rehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. für Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60. fg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplag, Nr. 151 90-151 97. Mittwoch, den 7. Juli 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplag, Nr. 151 90-151 97. Miederlage der italienischen 3. Armee bei Gör3. Der italienische Krieg. Der italienische Kriegsbericht. Rom, 5. Juli.( W. T. B.) Generalstabsbericht. Das Artilleriefeuer dauert mit Birksamkeit gegen die Befestigungen von Malborghet und Predil an. Unsere Offensive auf dem Hochplateau von Corsico entwidelt sich mit Erfolg. In den gestrigen Kämpfen machten wir 400 Gefangene. Vergangene Nacht bombardierten unsere Luftschiffe wirksam das feindliche Lager in der Umgebung von Doberda sowie der Eisenbahnknotenpunkt Dornberg- Prvacino und beschädigten die Streckenverzweigung und die Eisenbahnstation Prvacino. Nachdem sie das Artilleriefeuer geleitet hatten, kehrten sie unversehrt heim. gez. Cadorna. Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris, 6. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Bericht bon gestern nachmitta g. Jm Gebiete nördlich Arras wurden zwei feindliche Angriffsversuche, welchen ein heftiges Bombardement voranging, gegen 10 Uhr abends angehalten. Der eine war gegen unsere Stellungen vor Souchez gerichtet. Die Deutschen drangen mehrere Male, mit Handgranaten, und Bomben bewaffnet, aus den Schüßengräben bor, wurden aber gezwungen, zurückzugehen und ließen zahlreiche Lote auf dem Gelände. Der andere Angriff erfolgte im Labyrinth. Er wurde sofort durch unser Feuer angehalten. Im Laufe des gestrigen Nachmittags und Abends ergriffen die Deutschen die Offensive auf etwa fünf Stilo. meter Front von Feh en Haye bis zur Mosel. Destlich Fey en Haye sowie im Westteil des Priesterwaldes, das heißt auf einer Gesamtfront von etwa einem Stilometer, gelang es ihnen nach einem Bombardement von äußerster Heftigkeit, in ihren ehemaligen, früher von uns eroberten Linien wieder Fuß zu fassen. Trotz der Wucht ihrer Aktion fonnten sie nicht über diese Gräben hinausgelangen. Weiter östlich, von Croir des Carmes bis zum Gehöfte von Haut de Rupt an der Mosel, mißlang der deutsche Angriff vollkommen. Der Feind erlitt sehr schwere Verluste. Von der übrigen Front ist nichts Wichtiges zu melden. Paris, 6. Juli.( W. Z. B.) Amtlicher Bericht bon gestern abend. Der Tag war auf der ganzen Front verhältnismäßig ruhig. Keine Infanterieaktion. Es fann lediglich eine besondere Tätigkeit der feindlichen Artillerie zwischen Maas und Mosel gemeldet werden. Insbesondere war im Gebiet des Priesterwaldes das Feuer von Geschüzen großen Kalibers sehr heftig. [ Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 6. Juli 1915, varmittags.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplak. Nachts wurden zwei französische Angriffe bei Les Eparges abgewiesen. Die Beute des Erfolges am Priesterwalde hat sich um ein Feldgeschütz und drei Maschinengewehre erhöht. Außerdem fiel ein Pionierpark mit zahlreichem Material in unsere Hand. Unsere Flieger griffen den Flugplas Cor= cieux östlich von Epinal und ein französisches Lager am Breitfirst östlich von Kruet in den Vogesen an. Deftlicher Kriegsschauplaz. Heute am frühen Morgen wurde der stark be. festigte Wald füdlich Biale- Bloto( west. lich der Straße Suwalfi- Kalwarja) erstürmt, dabei nahmen wir etwa 500 Russen gefangen. Südöstlicher Kriegsschauplak. Die Lage bei den deutschen Truppen ist unverändert. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 6. Juli.( W. Z. B.) Amtlich wird verlautbart, 6. Juli 1915, mittags: Russischer Kriegsschauplas. Durch die Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand in der zweiten Schlacht bei Krasnik geworfen, ziehen sich die Ruffen in nördlicher und nordöstlicher Richtung zurüd. Die Armee des Erzherzogs dringt nach gelungenem Durchbruch unter neuen erfolgreichen Kämpfen weiter vor und hat gestern die Gegend von Gielczew und die Höhen nördlich der Wyznica erkämpft. Unter dem Drucke dieses Borgehens wich der Gegner auch am Wieprz über Tarnogora zurück. Die in diesen Kämpfen eingebrachte Beute hat sich auf 41 Offiziere, 11 500 Mann und 17 Maschinengewehre erhöht. Am Bug und in Ostgalizien ist die allgemeine Lage unverändert. An der Zlota- Lipa und am Dnjestr herrscht Ruhe. Italienischer Kriegsschauplah. Die Kämpfe im Görzischen, die in den letzten Tagen immer größeren Umfang angenommen hatten, entwickelten sich gestern durch den allgemeinen Angriff der italienischen dritten Armee zur Schlacht. Etwa vier feindliche Korps gingen unter mächtiger Artillerieunterstüßung gegen unsere Front vom Görzer Brückenkopf bis zum Meere vor. Sie wurden vollständig zurüdgeschlagen und erlitten furchtbare Berluste. Dank der über alles Lob erhabenen Haltung unserer vortrefflichen, kriegsgewohnten Truppen, besonders der tapferen Infanterie, blieben alle unsere Stellun gen unverändert in unseren Händen. So halten die Helden an der Südwestgrenze der Monarchie starke und treue Wacht gegen die Ueberzahl des Feindes. Sie können des Dankes aller Bölker ihres Vaterlandes und der im Norden von Sieg zu Sieg eilenden Armeen sicher sein. Teures Geld. England, das auch seine Verbündeten mit Geld zur Kriegführung versorgen muß, bedarf gewaltiger Anleihen. Die Lage ist dabei um so schwieriger, als im Gegensatz zu Deutschland, das seinen Kriegsbedarf ausschließlich im Inlande deckt, England große Zahlungen für Kriegsmaterial an das Ausland leisten muß, und daß außerdem die englische Volkswirtschaft in die Lage verfekt worden ist, die Waren, die aus dem Auslande bezogen werden müssen, nicht mit Waren, die die einheimische Industrie erzeugt, zahlen zu können, weil auch die englische Industrie in hohem Grade für den Krieg arbeitet. Es fließt daher viel Geld ins Ausland und das erschwert zweifellos die Aufnahme weiterer Staatsanleihen. Die Leiter der englischen Finanzen haben sich denn auch bei Ausschreibung der neuen Anleihe zu ganz neuen Methoden entschlossen. Die Höhe der Anleihe ist ähnlich wie bei den deutschen Anleihen nicht begrenzt; der Staat wird soviel nehmen, als er bekommen fann. Der Zinsfuß ist für englische Verhältnisse enorm hoch, nämlich 4½½ Proz. Das Originelle besteht aber darin, daß mit, der neuen Anleihe eine Hinauftonvertierung der alten stattfinden soll.. Es bestand nämlich die Gefahr, daß durch Aufnahme einer neuen Anleihe zu 4 Proz. die früheren Anleihen, die mit 2, 3 und 3/2 Proz. verzinst werden, entwertet pürden, daß ihr Kurs stürzt. Den Schaden würden dabei die privaten Geldleute, die Inhaber dieser alten Schuldverschreibungen haben, aber boltswirtschaftlich bedeutet das eine Desorgani sierung des gesamten Geldmarktes, die die Unterbringung der neuen Anleihe ungemein erschweren würde. Um das zu ver meiden, greift also die englische Regierung zu folgender Mani pulation: Wer für 100 Pfund Sterling von den neuen 42 prozentigen Schuldscheinen kauft und bar bezahlt, hat das Recht weitere Schuldscheine zu erwerben, indem er alte Schuldscheine in Zahlung gibt. Für 50 Pfund in neuen Schuldscheinen hat er dann 75 Pfund in alten 21/2 prozentigen, oder 67 Pfund in alten 23/4 prozentigen herzugeben. Das ganze läuft also darauf hinaus, daß die alte Schuld ihremt Betrage nach verringert ipird. Nehmen nämlich die Inhaber der alten Schuldscheine diesen Austausch vor und reichen für -sagen wir 75 Millionen Pfund 22 prozentige Schuldscheine ein, ſo bekommen sie dafür 50 Millioneit Pfund in neuen Scheinen, der Staat schuldet nur noch 50 statt 75 Millionen. Aber freilich die Zinsenlast wird nicht verringert, sondern erhöht: 75 Millionen Pfund zu 2, Proz. erfordern an Zinsen jährlich 1875 000 Pfund; während 50 Millionen zu 4 Proz. 2 250 000 erfordern. Der Vorteil für die Regierung besteht darin, daß ein gewaltiger Anreiz zum Kauf der neuen Schuldscheine geschaffen wird, weil die Inhaber der alten Schuldscheine nur dann die für sie vorteilhafte Transaktion vornehmen können, wenn sie eine entsprechende Menge neuer Schuldscheine kaufen. * Diese sicher von finanziellem Scharfsinn zeugende Methode hat nun aber die tiefgehendsten Folgen für die Zukunft. Die neue Anleihe ist unfündbar bis zum Jahre 1925, d. h. bis zu diesem Zeitpunkt kann eine Reduktion des Zinsfußes nicht vorgenommen werden und für die nächsten zehn Jahre gilt also in England ein Zinsfuß von 4 Proz. für die Staatsgläubiger. In anderen friegführenden Staaten ist ebenfalls eine Erhöhung des Zinsfußes für die Staatsanleihen eingetreten und ist für längere Zeit festgelegt. Das Resultat muß nun sein cine Erhöhung des Zinsfußes auch für Leihkapital, das für andere Zwecke geliehen wird. Solange der Staat seinen Gläubigern 4 Proz. und darüber bewilligt, ist nicht daran zu denken, daß der Zinsfuß für andere Gläubiger niedriger sein kann. Handel und Industrie haben also für Jahre hinaus mit einer sehr wesentlichen Verteurung des Kredites zu rechnen. Oestlicher Kriegsschauplah. Russische Generalstabsmeldung. Petersburg, 6. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Bericht des Großen Generalstabes. In der Gegend Edwabno ließen die Deutschen am 3. Juli zwei Minenherde erfolglos in die Luft gehen und eröffneten dann an der Explosionsstelle ein heftiges Feuer. Am nächsten Tage unterminierten unsere Pioniere mit Erfolg einen deutschen Minengang, was neuerdings heftiges Feuer beim Feinde hervorrief. In der Richtung auf Lublin drang der Feind nach hartnädigen Stämpfen am 4. Juli an der Front zwischen Rrasnit und dem Flusse Wieprsch vor. Alle deutschen Angriffe zwischen dem Bjeprsch und dem westlichen Ufer des Bug, sowie an diesem Flusse zwischen dem Dorfe unseren rechten Flügel starke Aufklärungsabteilungen vor- hunderts wurde die Behauptung aufgestellt, daß der Zinsfuß In den siebziger und achtziger Jahren des vorigen JahrKrylow und der Stadt Sokal, die am 3. und am Morgen des rücken lassen, die wir jedoch zurückwarfen. Bei der Süd- unablässig finken müsse, es sei das ein nationalökonomisches 4. Juli unternommen worden waren, wurden abgewiesen. Wir machten hier einige hundert Gefangene. Am Bug ober- gruppe sprengte unsere Artillerie am 4. Juli ein feind- Gesetz. Die Behauptung war falsch. Theoretisch begründet halb Sokal an der Zlota- Lipa und am Dnjestr ist die Lage Batterien einen Brand und eine Explosion hervor und de- praktisch lagen damals die Dinge so, daß der Zinsfuß dauernd liches Munitionslager in die Luft, rief in den feindlichen ist das Sinken der Profitrate, nicht des Zinsfußes. unverändert. Der türkische Krieg. Am mittleren Isonzo, im Krn- Gebiet und an den übrigen Fronten hat sich gestern nichts Wesentliches ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. zimierte die feindlichen Soldaten, die herbeieilten, um das zurüdging, wenigstens in den kapitalistisch entwickelten Ländern. Feuer zu löschen. An der Jratfront in der Gegend von Die Ursache war, daß das durch Anhäufung von Profit beBassorah wurde eine feindliche Truppenabteilung, die ständig anwachsende Kapital nicht genügend Aniage fand. Die Die Meldung des türkischen Hauptquartiers. und Freiwilligen in die Flucht geschlagen. Der leihen konvertierten, den Zinsfuß herabfepten. mit der Euphratbahn befördert wurde, von unseren Truppen Leiter der Staatsfinanzen nüßten das aus, indem sie die AnDas wirfte Konstantinopel, 5. Juli.( W. T. B.) Das Hauptquartier Feind ließ über 60 Tote, darunter einen Major und zwei dann mit, um auch den Zinsfuß für anderes Leihkapital teilt mit: An der Kaukasusfront verfolgen wir die von andere Offiziere, zurück. Auf der Flucht führte der Feind niedrig zu halten.-Diese Bewegung kam indessen gegen unserem rechten Flügel zurückgeschlagene feindliche Kavallerie. auch zwei mit seinen Verwundeten gefüllte Fahrzeuge mit. die Wende des Jahrhunderts zum Stillstand. Zwar ging die An der Dardanellenfront versenkte am 4. Juli um Wir erbeuteten eine Menge Gewehre und Munition. Auf Akkumulation von Sapital immer lebhafter weiter, aber der 1 Uhr nachmittags ein deutsches Untersee boot vor Sedd ul diese Weise haben wir die englische Unternehmung Bedarf an Leihkapital stieg derart rasch, daß die Verleiher Bahr einen großen französischen Transportdampfer in jener Gegend in einen Rüdzug verwandelt, von Kapital höhere Zinsforderungen durchfeßen tonnten. Die mit zwei Schornsteinen. Der Dampfer ging in drei Minuten der unter dem Schuße der auf dem Flußlaufe befindlichen Periode imperialistischer Expansion bewirkte nämlich, daß die unter. An der Roxgruppe wollte der Feind in der englischen Kanonenboote ausgeführt wurde. Auf den übrigen Länder, die in den Malstrom des Kapitalismus hineingerissen Nacht vom 3. zum 4. Juli nach lebhaftem Gewehrfeuer gegen Fronten hat sich nichts von Bedeutung ereignet. wurden, eine schier unersättliche Nachfrage nach Kapital hatten, " und daß auch in den Ländern, die den stürmischen Bedarf London, 6. Juli.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. der neuerschlossenen Gebiete nach Waren aller Art zu decken Der norwegische Dampfer Pret" ist bei Harwich hatten, Industrie und Handel beständig neue Kapitalmassen von einem deutschen Unterseeboot versenkt worden. Die Besatzung aufnahmen. Die Zeiten des sinkenden Zinsfußes waren ist gerettet. vorüber, selbst in den Jahren der wirtschaftlichen Depression blieb der Zinsfuß hoch. Der Krieg, der eine Folge der imperialistischen Rivalität ist, bringt uns eine Periode enorm erhöhten Binsfußes. Eine falsche Reuter- Meldung. einer gemeinsamen Aftion zu reichen, die eine ähnliche Agitation in anderen Ländern treiben. Der erste Weg ist der des ,, New Statesman". Der zweite der der Unabhängigen Arbeiterpartei. Welcher von beiden dient am besten den Interessen der Nation?" " Der„ Labour Leader" zeigt dann weiter die Gefahren London, 5. Juli.( W. T. B.) Das Reutersche Bureau verbreitet auf, die die Forderung eines Krieges bis zur völligen Nieder. Die wirtschaftlichen Folgen dieser Erscheinung im ein- fchen Postdampfer, Björn" und" Thorsten", die angehalten die Nachricht, die deutschen Behörden hätten die Post der schwedi- werfung Deutschlands in sich birgt: ,, Was würde das bedeuten? Es würde bedeuten, daß je zelnen zu erörtern, fehlt hier der Raum; nur einiges können worden sind, geöffnet und sensuriert. Reuter wünscht mehr die Existenz Deutschlands bedroht wird, um so mehr sich wir andeuten. Zu erwarten ist wohl eine Periode ange- dies als Widerlegung der deutschen Erklärung allgemein bekannt zu das deutsche Volt mit seinem Militarismus als der einzigen spannter wirtschaftlicher Tätigkeit nach dem Kriege. Ber- machen, daß die Postsachen der schwedischen Regierung ungeöffnet Möglichkeit seiner Rettung vereinigen würde. Militarismus ist störte Güter müssen ersetzt, die während der andauernden zurückgestellt worden sind. nicht eine Sache der Armeen und der militärischen Rüstung. Er Stockung in der Produktion geleerten Lager müssen aufgefüllt Anmerkung des W. T. B.: Die Nachricht des Reuterschen ist ein Geisteszustand. Werft Deutschland nieder und der miliwerden. Nun ist aber nur ein geringer Teil der Produzenten Bureaus ist unwahr. Die Post des schwedischen Dampfers tärische Geist im deutschen Volfe wird gestärkt, nicht geschwächt werden. und Kaufleute so kapitalfräftig, daß sie nicht auf den Kredit Thorsten" ist nicht zenfuriert, sondern mit Einschluß der Der Durst nach Rache wird erwachen, und der feste.. angewiesen sind. Gerade die kleineren und mittleren Unter- russischen Post der schwedischen Postbehörde uneröffnet aurüdEntschluß wird entstehen, eine neue Militärmaschine zu bauen, nehmer geraten durch Verteuerung des Kredits in Schwierig einige verdächtige Postpakete des swedischen Das Kriegsziel eines englischen Finanzgegeben worden. Dagegen die stärker ist als die vorige." find allerdings seinerzeit feiten und werden um so leichter von den übermächtigen Dampfers it worden, unter Großunternehmern ausgeschaltet werden. Die Verteuerung der gabung berstedt aufgefunden wurden und des Kredits dürfte also im Sinne der Kapitalfonzentration deren Schwere ohne weiteres erkennen ließ, daß fie feine Bost wirken. Da wir aber in der Trust- und Kartellwirtschaft fachen enthielten. Bei der Deffnung ergab sich sodann, daß Inhalt stehen, bedeutet eine solche Ausschaltung der schwächeren aus Konterbande bestand, nämlich aus Stacheldraht Stonkurrenten eine Stärkung der Tendenz zur Verteuerung der icheren, die an die britische Regierung adressiert waren. Die Warenpreise. schwedische Post des Dampfers Björn", die nicht Konterbande war, ist der schwedischen Postbehörde wieder zugestellt worden. " Der Fall der„ Armenian". Der Kampf bei Terschelling. blattes. In einer rückschauenden Betrachtung auf das Jahr der Schlacht von Waterloo schreibt zu dem gegenwärtigen Kriege übergehend das große Londoner Finanzblatt„ The Economist": " Die Erschöpfung an Menschen sowohl wie an Geld, unter der jede Nation in Europa nach diesem Kriege leiden muß, mag einmal einen Frieden erzwingen. Aber wenn dieser Friede von Dauer sein soll, dann muß er gegründet sein auf der Achtung und der gegenseitigen Duldung der Nationalitäten, die die Bevollmächtigten des Wiener Kongresses leugneten, weil ihnen der Gedanke demokratischer Selbstverwaltung unerträglich war." Englische Agitation für die allgemeine Wehrpflicht. London, 6. Juli.( W. T. B.) Die Zahl der registrierten Munitionsarbeiter beträgt bis jest 70 000. Die freiwillige Anwerbung soll bis Sonnabend fortgesetzt werden. Kriegslügen. Berlin, 5. Juli.( W. T. B.) Die Norddeutsche Allgemeine 3eitung" bringt folgenden Artikel unter der Ueberschrift:" Deutsche Deserteure": Ganz besonders fühlbar dürfte das Steigen des Zinsfußes auf dem Gebiete des Wohnungswesens werden. Schon vor dem Kriege war ganz besonders Deutschland die Beschaffung von Hypotheken und Baugeldern sehr erLondon, 6. Juli.( W. T. B.)„ Morning Post" meldet schwert, weil das Leihfapital auf anderen Gebieten günstigere aus Washington: Der Zwischenfall wegen der Bedingungen fand. Eine weitere Verteuerung des Kredits Armenian" ist für die Vereinigten Staaten wird, wie zu befürchten ist, dazu führen, daß massenhaft erledigt, da kein Zweifel darüber besteht, daß das Schiff Hypotheken gekündigt werden, daß die Hausbesizer sehr zu entkommen versuchte und seine Zerstörung unter wesentlich höhere Zinsen bewilligen müssen. Sie werden sich diesen Umständen für rechtmäßig gilt. Aber der Fall selbstverständlich schadlos halten, indem sie die Mieten steigern. hat die Amerikaner in der Ueberzeugung bestärkt, daß Schiffe Dem fönnte nur durch rege Bautätigkeit entgegengewirft nicht ohne vorherige Durchsuchung torpediert werden. Aber gerade die Bautätigkeit kann bei teurem Kredit werden dürfen, sondern erst, wenn das Vorhandensein Times" tritt für die militärische Wehrpflicht ein. Er schreibt: London, 6. Juli. Der frühere Berliner Vertreter der nicht in Schwung kommen. Böhm Bawert, der sich von den bürgerlichen National- gestellt, daß ein Unterseeboot dasselbe Verfahren wie ein will, so kann kein Zweifel darüber sein, welchen Weg es ein von Bannware nachgewiesen worden ist. Es sei jetzt feſt- wenn England die Lehre aus dem deutschen Erfolge ziehen ökonomen eingehend mit der Theorie des Zinses beschäftigt Kreuzer anwenden könne. hat, stellt den Saß auf,„ daß das fortschreitende Sinken des Anmerkung der Redaktion des W. T. B.: Die schlagen muß. Die deutsche Wehrpflicht ist das eiserne Funda. Zinsfuges geeignet ist, eine nicht unwesentliche Verschiebung Feststellung ist nur richtig, wenn nicht unter Miß- ment für die gesamte Kriegsorganisation des Staates. des Boltseinkommens im Sinne einer verhältnismäßigen brauch einer neutralen Flagge das Unterseeboot Die Anwerbung der Munitionsarbeiter. Verminderung des Anteils der Besitzenden und einer Ver- von dem bewaffneten( englischen) Dampfer vorher in den mehrung des Anteils der arbeitenden Klassen herbeizuführen." Grund geschossen wird. Der Satz ist in dieser Allgemeinheit recht anfechtbar und es wäre auch nicht richtig, den Satz jetzt umzukehren und zu sagen, das Steigen des Binsfußes muß die entgegengesette Wirkung haben. Aber wenn das Steigen des Zinsfußes inAmsterdam, 6. Juli.( T. U.) Ein hiesiges Morgenblatt bringt folge der Trust- und Kartellwirtschaft ausgenügt werden folgenden Bericht eines Augenzeugen über den Angriff des englischen fann, um die Warenpreise in die Höhe zu treiben, die Mieten Geschwaders bei Terschelling: Gegen 12 hr mittags sahen wir zu steigern, so bedeutet das eine Verteuerung der Lebens- 6 englische Striegsschiffe, und zwar 4 Torpedoboote und 2 größere haltung der arbeitenden Massen und in diesem Sinne tann Fahrzeuge. Sie tamen in einer Linie an. Eines der Torpedoboote Ein neues Lied erklingt seit kurzem in der deutschfeindlichen die sprunghafte Erhöhung des Zinsfußes unter dem Einfluß löfte sich von den anderen, fuhr auf uns zu, beschrieb einen Kreis Presse: Das Lied vom braven Deserteur, der stolz und des Krieges allerdings fatale Folgen haben. Die Arbeiter- um unser Schiff und entfernte sich wieder, als es unsere neutrale mutig die deutschen Kameraden verläßt und seine sittliche Em klasse wird alle Kraft einsehen müssen, um ihnen entgegen- Nationalität festgestellt hatte. Dreieinhalb Stunden später, also pörung über die deutsche Kriegführung und seine Ansichten über Dreieinhalb Stunden später, also den Zusammenbruch des deutschen Heeres brühwarm einem wildzuwirken. gegen 4 Uhr, erschienen plötzlich 4 Zeppeline, die nordwestlichen fremden Zeitungsmann anvertraut, dem ausgerechnet als erstem Kurs verfolgten. Sie fuhren den englischen Schiffen entgegen, Freunde im fremden Lande der Wadere sein Herz erschließt. So die sofort begannen, ihren Kurs rückwärts zu nehmen. Die findlich diese Erzählungen auch anmuten, so beredt sind sie doch Französische Beschießung einer deutschen Beppeline verschwanden dann wieder, um etwa zwei Stunden später als neue Lügentaktit, die sich würdig den nun bald abge wiederzukommen und von neuem über den englischen Fahrzeugen zu standenen Greuelmärchen anschließt. Jahne. freuzen. Wir befanden uns 5 Kilometer von den Schiffen entKonstantinopel, 6. Juli.( W. T. B.)( Meldung des fernt, wir hörten einige Schüsse, worauf zwei der Luftschiffe aus Wiener f. f. Telegr.- Korr.- Bureaus.) Der französische Panzer- unserem Gesichtskreis verschwanden. Die beiden anderen Luftschiffe freuzer Jeanne d'Arc", der vorgestern in den Hafen blieben über den englischen Kreuzern, die aus Furcht vor Bomben von Alexandrette einfuhr, sandte durch einen jungen fich schnell zerstreuten,... Schiffer, den er an der syrischen Küste gefangen genommen Weiterhin meldet das Blatt aus Ymuiden: Ein Schiffer, der hatte, einen Brief an den Vizegouverneur mit der Aufforde- Montag morgen hier ankam, erzählte, daß er in der Nacht vom rung, die Flagge des deutschen Konsulates Sonnabend zum Sonntag zwischen Ameland und Schiermonnikoog, 53 Grad zwar 28 Minuten nördlicher Breite und niederzuholen. Nachdem die Behörden sich geweigert hatten, 4 Grad 3 Minuten östlicher Länge von der Aufforderung nachzukommen, bombardierte der Kreuzer 72 Uhr abends das Konsulat, indem er fünfzehn Granaten abfeuerte. Das an bis zum Morgen schweren Kanonendonner gehört hatte. Fahnentuch wurde unversehrt in Sicherheit gebracht. Der Er erzählt, daß er vor Mitternacht 6 Torpedoboote in rasender Mast blieb aufgepflanzt. Die Jeanne d'Arc" entfernte fich Fahrt an sich vorbeisausen fah, in östlicher Richtung, doch konnte er hierauf. Es ist dies nun das zweitemal, daß ein solcher Ver- ihre Nationalität nicht feststellen. Er hörte dann heftigen Kanonen donner. Um 6 Uhr morgens erschienen 4 Zeppeline, die sämtlich such unternommen worden ist. große schwarze Kreuze hatten und sehr stark armiert schienen, in der Nähe dieser Schiffe. Sie blieben zunächst über den Schiffen. Nach Zur Torpedierung der„ Carthage". abermals einer Stunde erschienen 6 englische Torpedoboote, deren Marseille, 6. Juli.( W. T. B.) Die Nachricht der Agence Flaggen er erkennen fonnte, unmittelbar in seiner Nähe. Ein SeeHavas über die Torpedierung der„ Carthage" durch ein gefecht hat der Schiffer nicht bemerkt, nur schweren Kanonendonner deutsches Unterseeboot hat am Montagabend lebhafte Erregung her- gehört. vorgerufen. Das Schiff gehörte der Mittelmeerflotte der Compagnie Transatlantique an und war vom Staate für die Fortschaffung von Truppen und Material für das Expeditionskorps im Often requiriert worden. Der Postdampfer hatte am 24. Juni Marseille mit einer bedeutenden Ladung verlassen. Die Besatzung bestand aus 96 Mann. Das englische Publikum verlangt die Wahrheit. " und " Zum Seegefecht bei Gotland. Was chrliche Menschen von diesen Erfindungen strebjamer Reporter zu halten haben, denen der Nachrichtenstoff und die vom 13. April 1915 für diese Art von Dichtung gibt: Im folgenPhantasie auszugehen drohen, zeigt ein Beispiel, das die" Times" den seien die Behauptungen des englischen Blattes und die Etmittlungen der Wahrheit einander gegenübergestellt: Die Times": Schlechtes Benehmen deutscher Truppen in Belgien. Amsterdam, 21. April. Ein deutscher Soldat, welcher über die Grenze desertiert ist, nachdem er seit Anfang September bei der deutschen Armee in Belgien gestanden hatte, gibt folgenden Bericht über sein Abenteuer: In der deutschen Armee sind sowohl gute wie schlechte Elemente zu finden. Von den schlechten Glementen kann ich Ihnen etwas erzählen. In dem belgischen Dorfe andza eme schoffen einige Flugzeugabwehrtruppen auf einen feindlichen Flieger. Ungefähr 25 Soldaten benutten sofort diese Gelegenheit, um einen Buch händlerladen zu plündern. Aus demselben Dorfe wurde ein Pfarrer gewaltsam hinweggeführt und auf dem Schlachtfeld erschossen. Die deutschen Truppen behaupteten, er hätte die belgischen Truppen von ihren Angriffen durch Läuten der Glocken in Kenntnis gefeßt. In Staden betrugen sich einige deutsche Artilleristen, die in dem Hause eines Brauers einquartiert waren, in einer abscheu lichen Weise. Aus reinem Mutwillen zerstörten sie das Klavier, Tassen, die sie als Wurfgeschosse benutzten, um sie gegen rings unt risen die Hängelampe von der Decke und nahmen aus der Küche den Kamin hängende Teller zu werfen. Alles dies geschah unter dem Einfluß geistiger Getränke. Stockholm, 6. Juli.( W. T. B.) Nach einer Meldung des Nach einer Meldung des Svenska Dagblad" aus Wisby haben die Deutschen im Kampfe mit den russischen Schiffen die schwedische Neutralität geachtet. Mehrere Personen aus Faroe berichten Den Einwohnern desselben Ortes wurde durch eine von den über den Schlußkampf am Freitagnachmittag, daß sich die fünf deutschen Truppen begangene gotteslästerliche Handlung Aergernis russischen Schiffe eine ganze Stunde lang innerhalb der schwedischen gegeben. Eine große Anzahl von Soldaten begab sich zur Kirche, Hoheitsgewäffer aufgehalten haben und daß die deutschen Schiffe spielte die Orgel, und nach dem Konzert zerstörten fie sämtliche während dieser Zeit feinen einzigen Schuß abgegeben haben. Erst Gemälde in dem Gebäude. London, 6. Juli.( W. T. A.) Die zu den Blättern der Harms- als die russischen Schiffe sich von der Küste entworthgruppe gehörende Weekly Dispatch" stellt die britischen fernt hatten, hätten die Deutschen bon Verluste in früheren Schlachten zusammen. Diese betrugen bei neuem zu feuern angefangen. Dagens Nyheter" nach Dargai 196, bei Balaclava 247, bei Omdurman 131, bei Waterloo Wisby entsandtem Korrespondenten gegenüber hat sich der Chirurg 6932 und bei Magersfontein 971 Mann, zusammen 8480. Das Blatt Dr. Alemann über die Verwundungen der deutschen Seeleute dahin stellt diesen Ziffern die britischen Verluste an den Darda geäußert, daß einige schwere Fälle eine Gliedabnahme nötig gemacht nellen gegenüber: diese betrugen, nicht eingerechnet die Verluste hätten, deren Ausgang aber noch ungewiß sei, aber für die große der letzten Kämpfe, 38 636. Daily Mail" erklärt in einem Leit- Mehrzahl die Aussichten auf Heilung gut seien. Dr. Alemann, der artikel, die Lage sei weniger befriedigend als vor gestern nach Stockholm zurückgekehrt ist, wird heute durch Dr. Gröneinigen Monaten. Die Geschichte der Dardanellenoperationen berger ersetzt. werde völlig mißverstanden und in ihrer Bedeutung unterschätzt. Das Blatt weist auf die obige Vergleichung der Verlustziffern in der Weekly Dispatsch" hin und fordert die Abgeordneten auf, Krieg bis ans Ende in England. feiner schredlichen Erlebnisse. Bon seinem Regiment, dem 208. Der Entschluß des Mannes zur Desertion war eine Folge Infanterieregiment, blieben von 3000 Mann nur 150 übrig, und er teilt die nachstehenden Einzelheiten darüber mit, wie dessen schwere Verluste sich zugetragen haben. In der Nähe von Beerst wurde das Regiment von Reservetruppen, die herkamen, um Lücken zu füllen, beschossen. Die Szene war nicht zu beschreiben. Die Leute riefen: Schießt nicht, wir sind die 208!" Aber ihre Rufe wurden nicht beachtet. An demselben Abend wurden einige hundert deutsche Soldaten begraben, die von ihren eigenen Kameraden getötet Reuter. waren. Die Wahrheit: Der Bürgermeister von Handzaeme Ambroos Ampe erklärt unter dem 18. Mai 1915: „ Es ist unwahr, daß in Handzaeme Soldaten von der deutschen nähere Informationen zu verlangen, denn das Publikum Das Organ der englischen Fabier The New State 3- Armee einen Buchhändlerladen geplündert haben. Keinesfalls ist müsse Bescheid wissen und dürfe sich nicht weiter chloro- man" hat vor kurzem in einem Artikel der Unabhän- bas geschehen seit dem 20. Oktober 1914, dem Tage des Beginnens formieren" lassen. Das Blatt schreibt unter heftigen Angriffen auf gigen Arbeiterpartei den Vorwurf gemacht, daß sie meiner Amtstätigkeit. Asquith weiter: Die mutige Minderheit des Unter den Internationalismus über den Nationalismus sege, und hauses, die die Striegsstandale in Ordnung bringen will, wird es hat im Gegensatz zu ihr das Durchhalten bis ans Ende gebas britische Bolt ermutigen und den Feind entmutigen, wenn fie predigt. Das Blatt der Unabhängigen Arbeiterpartei, der die beklagenswerten Fehler ausrottet, die den Verlust so vieler Labour Leader", gibt den Fabiern eine sehr deutliche Offiziere und Mannschaften verschuldet haben. Antwort, in der es unter anderem heißt: Der Seekrieg. Vom U- Bootskrieg. Bouillac, 6. Juli.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Hier ist der spanische Dampfer Juan" mit sieben Mann des Schoners, Hirondelle" angekommen, der, mit Zimmerholz auf der Fahrt nach England, bei 11shant versenkt worden war. weil er durch Läuten der Glocken den belgischen Truppen eint Ebensowenig ist es wahr, daß aus Handzaeme ein Pfarrer, Beichen gegeben habe, mit Gewalt weggeführt und erfchoffen worweil er durch Läuten der Glocken den belgischen Truppen eint Beichen gegeben habe, mit Gewalt weggeführt und erschossen worDer Pfarrer von Handzaeme, Isidor Fraehs, erklärt ant gleichen Tage: den ist." " Zwei politische Möglichkeiten gibt es für uns und unsere sozialistischen Genossen in den anderen Ländern. Die erste ist die, einen unübersteiglichen Stahlwall an unseren Grenzen zu errichten, alle Verbindungen mit der Bevölkerung der feind lichen Länder abzubrechen und alle unsere Anstrengungen darauf zu richten, unsere nationale Sicherheit durch einen militärischen Der Bürgermeister von Staden, Charles Ampe, bekundet unter Sieg zu erlangen. Die zweite ist die, innerhalb unserer eigenen dem 22. Mai 1915: Nation für einen gerechten Frieden, der die Unabhängigkeit Hier find 5 Brauereien. Ich bin seit Beginn des Krieges aller Nationen anerkennt, zu arbeiten und jede Gelegenheit zu ständig in Staden geblieben. Ich habe von den angeblichen Vorbenutzen, um über die Grenzen hinweg denen die Hände zugängen in einer der hiesigen Brauereien nichts gesehen, auch nicht " Ich kann die Richtigkeit der Aussage des Bürgermeisters über das angebliche Wegführen und Erschießen eines Pfarrers nur bestätigen. Ich bin mit meinem Amtsbruder dem Vikar Karel Jacob seit Beginn des Krieges in Handzaeme im geistlichen Amt tätig; letterer ist gleich mir noch am Leben." daZ geringste darüber gehört. Wenn derartiges sich ereignet haben sollte, wäre es sicher zu meinen Ohren gekommen. Irgendwelche Zeugen derartiger Vorgänge kann ich daher auch nicht angeben. Ebenso ist mir nichts von den in der„Times" erzählten Vorgängen in der Kirche bekannt, und ich kann bekunden, daß die sich aus die Zerstörung der Gemälde beziehenden Angaben unwahr sind. Ich kenne die Gemälde in der Kirche; sie sind sämtlich noch vorhanden und nicht im geringsten beschädigt oder gar zerstört. Ich habe mich vor einigen Tagen selbst davon überzeugt." Hierzu erklärt auch der Feldgeistliche des zuständigen deutschen Stabes, Sander, am 22. Mai 191ö: „Tie katholische Pfarrkirche von Staden— eine andere katholische Kirche gibt es in Staden nicht— hat den in Staden garni- sonicrcnden Truppen seit dem ö. Dezember bis jetzt zur Abhaltung des katholischen Gottesdienstes gedient. Abgesehen von einer Granatenspur ist die Kirche völlig unversehrt. Tie Statuen und Heiligenbilder, soweit sie nicht in die Sakristei gebracht wurden, stehen rcsp. hängen sämtlich aus ihrem Platz. Mehreremale wurde mir von den Einwohnern Stadens ausdrücklich erklärt, welchen er- baulichen Eindruck die Frömmigkeit und die ernste Haltung der Soldaten auf die Bevölkerung mache. Irgendeine Entweihung der Kirche oder irgend welch anstößiges Betragen deutscher Soldaten in der Kirche ist mir nicht bekannt geworden. Wohl aber habe ich sehr oft auch außerhalb der gottesdienstlichen Feierlichkeiten unsere «oldaten in andächtigem, stillem Gebet in der Kirche vorgefunden." Die hierzu eingeholte Meldung des Rescrveinfanterieregi-' ments 298 lautet: „Die in der„Times" veröffentlichte Angabe, daß das Regiment in den Kämpfen vor Beerst von 3000 auf 150 Mann zusammengeschmolzen sei, ist völlig unwahr. Die Aussage, daß das Regiment Feuer von anderen deutschen Truppen erhalten habe, ist nach dem Bericht der damaligen Führer vollständig erfunden." Nach dieser Probe wird man wissen, was man in Zukunft von derartigen Teserteurgeschichten zu halten hat. Cin örief von der französischen Iront. In der„Bcrnsr Tagwacht" richtet Varabellum einen leb- basten Appell an die französische Partei, sich nicht mehr dem Kampf für die französische Demokratie, d. h. für die franzö- fischen Kopitalsinteressen zu opfern. Er teilt dabei den Brief eines russischen Genossen init, der am 23. Juni aus dem französischen Schützengraben geschrieben wurde. Ter Brief lautet: „Von Blut- und Kadavergcrüchen ist die Luft voll. Das Blut flieht in Strömen. Menschen fallen wie Mücken durch deutsche wie durch französische Kugeln. In vielen französischen Regimentern erheben die Soldaten Proteste, eine revolutionäre Gärung ist bemerkbar. In unserer Fremdenlegion(d. h. dem Regiment von Kriegsfreiwilligen nicht-französischer Nation) sieht es schlimm aus. Bei jedem Schützengraben steht ein franzö- sischer Soldat mit geladenem Gewehr. Ohne Erlaubnis des Korporals darf man selbst im Falle der äußersten Notwendigkeit nicht hinausgehen. Das ist schrecklicher als Kriegs- g e f a n g c n s ch a f t. Vor ein paar Tagen haben sich im Bataillon.... vierzig Leute geweigert, weiter in der Fremden- legion zu dienen. Vorgestern wurden 27 von ihnen zu Zucht- Haus strafen von fünf bis zehn Jahren verurteilt. Neun von ihnen wurden zum Tode verurteilt. Sieben (alles Russen) kenne ich persönlich. Heute las uns ein Offizier ihre Ncmren vor(es sind....) und erklärte lächelnd: also Vor- ficht. Sage, kann man da weiter beseelt sein vom Willen für diese„pslnc" zu sterben. Die Lage ist unerträglich. Ich warne alle Genossen vor dem Eintritt in die Armee; ver- breitet die Nachricht von den Vorfällen in der ganzen russischen Kolonie." Daran werden folgende Bemerkungen geknüpft: „Was dieser Brief erzählt, bestätigen Nachrichten aus hundert anderen Ouellen. Tic Männer, die freudig für die.Demokratie zu sterben bereit waren, werden als Abenteurer, als Soldpreller behandelt, und wenn sie, durch diese Behandlung aufgebracht, zu mucksen wagen, zahlt ihnen Frankreich in blauen Bohnen seinen Dank. �Die Nachrichten darüber suchte die„Guerre Sociale" und das russische Parteiblatt„Rache Slowo" an die Oeffentlichkeit zu bringen,«ic wurden daran von der Zensur gehindert. Die französische Regierung läßt unsere russischen, polnischen und tschechischen Kameraden niederknallen, die stur die Demokratie sterben wollten, aber während zehn Monaten schließlich erfahren haben, daß sie für das französische Kapital sterben sollen. In unseren Ohren gellen die Hilferufe der Unglücklichen. Wir können nur ihre blutigen Leiber in die Höhe heben, damit sie das inter- nationale, damit sie das französische Proletariat, damit sie Jules GueSde, Marcel S c m b a t, Albert Thomas, die sozio- listischen Minister Frankreichs sehen. Jules Guesde, Marcel Scmbat, Albert Thomas! Wir wollen euch das nicht zur Last legen, daß die von euch verbreitete Be- sreiungslegende die Unglücklichen in die Reihen der Volontäre ge- bracht hat. Ihr habt dem Glauben an diese Legende eure Seelen geopfert. Jules Guesde seinen historischen Namen. Ihr konntet, selbst opfernd, von anderen Opfer fordern. Jetzt stehen vor euch Tote, bezeugen durch ihr Martyrium, daß ihr einem Vampir eure Namen, eure Seelen und die Hunderttausende von euch ange- feuerten Kameraden geopfert habt. Dem Vampir des Kapitals, der Ausbeutung, der Unterdrückung. Dem Vampir, der Kämpen der Freiheit erschießt, wenn sie nicht als Sklaven kämpfen wollen. Jules Guesde, Marcel Sembat, Albert Thomas! Euer Glaube an die Befreiungölcgende, was ist er angesichts dieser Ge- meuchelten k Protestiert öffentlich gegen diesen un- erhörten Mord. Denn tut ihr das nicht, dann fällt auch auf euch die Verantwortung für ihn. Das Blut gemordeter Kameraden, von Sozialdemokraten, die für die Freiheit, nicht für den Kapita- lismus kämpfen wollten. Und wenn ihr: Jules Guesde, Marcel Sembat, Albert Thomas, Protest erhebt gegen den Meuchelmord, dann fragt euch, ob alle die französischen Ardeiter, die„fiir Frankreich" sterben, nicht eine große Fremdenlegion darstellen, die für fremde Interessen stirbt, mit dem wachsenden Bewußtsein für diese Tatsache. Und wenn ihr daran gedacht habt und euch die Frage aufsteigt: ja, wie können mir dann nur wegen der neun Russen protestieren, nun dann.... Dann protestiert besser nicht, sondern werft die Fessel ob, die euch an den Wagen der Bourgeoisie bindet und beginnt den Kamp f." Ein Erlaß an üie belgischen Schulleiter. Brüssel, 6. Juli.(W. T. B.) Ter Generalgouverneur erläßt eine Verordnung, nach der mit Gefängnis bis zu einem Jahr Lehr- Personen, Schulleiter und Schulinspektoren bestraft werden, die während der Dauer der Besetzung im Unterricht oder bei sonstigen Veranstaltungen der Schule deutschfeindliche Umtriebe oder Kundgebungen dulden, fördern, veranlassen und veranstalten. Tie deutschen Behörden sind befugt, zur Verhinderung derartiger Manifestationen die Schulräumc zu betreten und den Unterricht zu überwachen. Nach der Verordnung werden auch diejenigen bestraft, die die Ucberwachungsmatznahmen, Ermittelungen und Untersuchungen erschweren und verhindern. Zuständige Gerichte für derartige Ucbcrtretungen sind die Militärgerichte. Schweüisch-rusiisches Durchfuhr- Abkommen. Kvpenhegeu, 5. Juli.(W. T. B.)„Berlingskc Tidende" meldet aus Paris: Die Verhandlungen zwischew Schweden und Rußland in der Durchfuhrfrage stehen bereits vor dem Abschluß. Noch ehe eine endgültige Regelung erreicht wurde, sah die schwedische Regierung es für möglich an, den Verkehr in bedeutendem Maße zu erleichtern. Die Unruhen in Aloskau. Paris, 5. Juli.(W. T. B.) Der Petersburger Bericht- erstatter des„Temps" berichtet, daß die Unruhen in Moskau am 9., 19. und 11. Juni keinen revolu- tionären Charakter gehabt hätten, sondern auf den Haß der moskowitischcn Arbeiterschaft gegen die Deutschen zurückzuführen seien. Anfangs seien nur deutsche Häuser und Fabriken verwüstet worden, bald jedoch habe sich die Wut des Volkshaufens gegen die Unternehmungen gerichtet, die irgend- wie deutsch klingende Namen hatten. Schließlich habe die Menge ohne Ansehen der Nationalität geplündert. Kein Stadtviertel sei verschont geblieben. Die Stadt habe einen chaotischen Anblick gewährt; an zahlreichen Stellen flackerten Brände auf, in den Straßen lagen Haufen von Möbeln, Stoffen, Klavieren und Fahrrädern herum. Was nicht weggeschafft werden konnte, wurde angezündet. In der Umgebung von Moskau wurden Landhäuser, darunter zahlreiche russischen Eigentums, in Brand gesteckt und geplündert. Die Polizei konnte erst am Nachmittag des 11. Juni die Ruhe wiederherstellen. Der amt- lichen Statistik zufolge wurden 175 kaufmännische Unter- nehmungen und 297 Privathäuser verwüstet und zerstört, darunter 113 deutsche, 99 russische und-179, die Augehörigen verbündeter oder neutraler Nationen gehörten. Der bisher angemeldete Schaden erreicht die Summe von 3 9 Millionen Rubel. Die suüafrikanische Arbeiterpartei gegen öen Ehauvimsmus. Aus Amsterdam wird uns geschrieben: Gegen den zügellosen Chauvinismus der englischen Bourgeois- presse in Südafrika, die nicht nur zur Verwüstung und Plünderung des deutschen Besitzes mehr oder minder offen aufgefordert hat, sondern jetzt auch einen Feldzug für die Einstellung des Strafver- fahren? gegen die Brandstifter und Plünderer führt, tritt außer der Burenbevölkeruug auch die zum großen Teil auS Engländern bestehende südafrikanische Arbeiterpartei energisch auf. Das geht aus einer Zuschrift hervor, die die Genossen W. H. Andrews und D. Jbor Jones, Borsitzender und Schriftführer dieser Partei, an die„Vollstem" gerichtet haben, nachdem die englische Preffe die Aufnahme verweigert hatte. Es heißt darin: „Bei einer Versammlung des Vollzugsausschusses der Arbeiter- Partei am 28. Mai wurde der Beweis erbracht, daß ein breit- angelegtes Boykottsystem gegen britische Untertanen deutschen und österreichischen Ursprungs in den Bergwerken und anderen Betrieben in Transvaal besteht. Es wurde vorgebracht, daß etwa 24 An- gestellte der Dynamitfabriken Modderfontein auf Ansuchen anderer Arbeiter entlassen wurden, obzwar diese Leute seit langem britische Untertanen sind. Es ist b e r a b- scheuenswürdig, daß Arbeiter ihrer eigenen Klasse soweit vergessen können, um Männer, mit denen sie jahrelang in Frieden gearbeitet haben, aus der Arbeit zu jagen. ES muß weiter hervorgehoben werden, daß die Frauen und Kinder dieser Leute unschuldig zu leiden'haben, da ihren Er- nährern die Möglichkeit versagt wird, ihr Brot zu erwerben. Natür- lich ist eine.-solche Handlungsweise nach dem Ge- schniack derjenigen, die das I dpi t alisst i ich e S y st e m deS Wettbewerbs verteidigen, das in der Nieder- tretung des Mitbewerbers besteht. Aber Arbeiter haben von einem Vorgehen, das nur Bitterkeit unter ihnen weck,, nichts zu erwarten. Jene Leute sind im Vertrauen auf den- Schutz der britischen Flagge britische Untertanen geworden. Ist es möglich, daß unter der britischen Flagge ein System niedriger und feiger Verfolgung von Tausenden ihrer Verteidiger platzgreifl, aus dem einzigen Grund, weil jene ihre Nationalität angenommen haben, statt darin geboren zu werden und daß dies ohne Protest der Obrigkeit, der Presse und des Publikums geschieh i'l" Die proletarische Solidarität der südafrikanischen Arbeiterpartei beschränkt sich aber nicht auf daß Eintreten für die n a t u r a l i- s i e r t e n Kameraden. Wie die Zuschrift an die„Vollstem" Iveiter mitteilt, hat die Partei eine dreigliedrige Deputation zu General S m u t s geschickt, um über die große Not und das Elend der Frauen und Kinder der in den Lagern inter- nierten Deutschen Klage zu führen. Tie Zuschrift fügt hinzu:„Da wir von feiten der kapitalistischen Kreise keine Unterstützung erlangen können, kann es allein durch die ho'ländischen Blätter und das afrikanische Volk(d. h. die Buren) erreicht werden, daß Hilfe verliehen und die Regierung dazu gezwungen wird. Man begreift es, daß gerade die südafrikanischen Arbeiter, die ihren Streik von der regierenden Klasse iin Namen der„öffentlichen Ordnung" brutal niedergeworfen, ihre Führer infam in die Verbannung geschleppt gesehen haben, die Patriotenmoral durchschauen, die in den unter dem Protektorat der Bourgeoisie veranstalteten Pogroms berichten doch holländische südafrikanische Blätter, daß elegante Herren und Damen in Automobilen dem Spektakel zugesehen haben!— ihre schönste Blüte getrieben hat. Aber ist es nicht eine merkwürdige und verheißungsvolle Tatsache, daß fast überall, wo sich in der Sturmflut des nationalen Fanatismus die mahnende Stimme der Menschlichkeit noch vernehmbar macht, sie von den o r- ganisierten Arbeitern ausgeht? Spaltung in der suüafrikanischen Arbeiterpartei l London, 6. Juli.(W. T. B.) Die„Morning Post" meldet aus K a p st a d t: Der Rücktritt des der Arbeiterpartei augehörenden Vertreters von Kimberley wegen der unpatriotischen Rede des Partei- führers Andrews deutet auf eine Spaltung in der Arbeiterpartei hin. Die Arbeitervertreter des Randgebietes stellen den Klassenkampf allen anderen Rücksichten voran. Die anderen Mitglieder der Arbeiterpartei haben sich bisher nicht geäußert. Kriegsbekanntmachungen. Geldsendungen an Kriegsgefangene. Nach einer Mitteilung des Kriegsministeriums werden die Post- anweisungen an Kriegsgefangene in Frankreich, den französischen Besitzungen usw. jetzt in Bern nach dem Parikurs umgeschrieben, die ichweizerisch-französischen Postanweisungen lauten also auf den- selben Betrag wie die an die Ober-Postkontrolle in Bern gerichteten deutsch-schweizerischen Postanweisungen. Bemerkt wird noch, daß das Umwandlungsverhältnis für Post- anweisungen an Kriegsgefangene in England und seinen Besitzungen bei der Umschreibung im Haag 12,30 Gulden für 1 Pfund Sterling beträgt. Die Tätigkeit der deutschen Feldpost. Berlin, 5. Juli.(B. T. B.) Die Zahl der Feldpost- sendungen ist noch immer im Steigen begriffen. Nach einer ain 24. Juni vorgenommenen Zählung sind an diescni Tage aus Deutsch- land 8,5 Millionen F e l d p o st b r i c f s c n d u n g e n nach dem Felde abgegangen. Davon waren 5,0 Millionen portofreie Briefe und Postkarten und 2.6 Millionen frankierte Feldpostbriefe und Feld- postpäckchen. Da nach einer Mitte Mai vorgenommenen Ermittelung im Felde selbst 5,8 Millionen Feldpostbrieffendungen täglich aufgeliefert werden, umfaßt der gesamte Feldpostbrief- verkehr täglich 13,3 Millionen Sendungen. Bon den in der Heimat aufgelieferten Feldpostbriefen müssen immer noch täglich gegen 35 000 Sendungen von den Postsainmcl- stellen nach dem Aufgabeort zurückgeleilet werden, weil sie völlig mangelhaft adressiert oder so schlecht verpackt sind, daß sie nicht ins Feld geschickt werden können. Das Publikum wird von neuem ersucht, der richtigen A d r e ss i e r u n g und sachgemäßen Verpackung der Feldpostsendungen die größte Sorgfalt zuzuwenden. Warnung. -In dem Briefe eines in Frankreich gesangen gehaltenen deutschen Soldaten an seine Familienangehörigen in Deutschland fand sich die Bitte, nichts über den Krieg zuschreiben, von dem französischen Zensor dahin abgeändert, daß recht viel über den Krieg geschrieben werden solle. Die Mitteilung, daß der Antwortbries nicht geschlossen gesandt werden dürfe, war wiederum von dem französische n Zensor dahin berichtigt, daß der Brief geschlossen werden dürfe. Die Eingriffs des französischen Zensors lassen keinen Zweifel darüber bestehen, daß die französische Heeresleitung aus ausführlichen und vertraulichen Briefen an die deutschen Kriegsgefangenen Nach- richtenmalerial zu erlangen hofft. Ist auch nicht zu befürchten, daß den Franzosen aus diese Weise Aufschlüsse über militärische Operationen zuteil_ werden könnten, so ist doch zu befürchten, daß schon Mitteilungen über den Aufenthaltsort von anderen im Felde stehenden Familienangehörigen dem Feinde wertvolle Fingerzeige geben können, daß mit persönlichen Sorgen und Klagen, durch Verallgemeinerung Mißbrauch ge- trieben werden kann. Den skrupellosen Gepflogenheiten der fran- zösischen Heeresleitung gegenüber empfiehlt sich gerade in dieser Bc- ziehung größte Vorsicht. ES ist deshalb dringend geboten, in den Mitteilungen an Kriegsgefangene über das durchaus Notwendige nicht hinauszugehen. __(W. T. B.) Verzeichnis der Beschaffungsstelle» fürHecresliefernngcn. Berlin, 6. Juli.(W. T. B.) Wichtig ffür Heereslieferanten. Das Verzeichnis der Beschaffungsstellen des Heeres und der Marine erscheint demnächst in einer neuen, ergänzten Ausgabe im Verlage der Vossischen Buchhandlung. Berlin W. 62, Nettclbeckstraße 7/8. Es gibt einen Ueberblick über die Zuständigkeit der Dienststellen, die Bewerbungen um Aufträge entgegennehmen, aber keine Auskunft darüber, welcher Bedarf an den im Verzeichnis aufgeführten Gegenständen z. Zt. vorliegt. Der Preis beträgt 35 Pf. Mus Industrie und Handel. Erhöhung der Spritpreisc. Nach Mitteilung der SpirituSzentralc ist der Verkaufspreis für prima Sprit frei Berlin zur prompten Lieferung auf 100 M. für 100 Liter reinen Alkohol festgesetzt worden. Damit ist eine Erhöhung um Il M. gegen den letzten Preis von 80 M. vom 27. Februar eingetreten. Die vom Käufer zu zahlende Verbrauchsabgabc von 125 M. bleibt unverändert bestehen. Während der Knegszcit ist eine Erhöhung der Spritpreise voft 69 auf 100 M., also um 31 M.. vorgenommen worden. Im Jahre 1910 betrug der Spritpreis noch 47 bis 48 M. Inzwischen hat die Spirituszeutrale die Preise Jahr für Jahr erhöh:, so daß die Preise heute mehr als doppelt so hoch stehen wie im Jahre 1010. Erhöhung der fiskalische» Kohlenpreife. Das Handelsbureau der königlichen Bergwerksdirektion zu Hindenburg(Zabrze) erhöhte den oberschlesisiden Kokskohlenpreis um 50 Pf. pro Tonne, was laut„Schl. Ztg." eine dem- nächstige Erhöhung der ÄolSprcise zur Folge haben wird. Die neue Reichsanleihe. Von bis jetzt bewilligten Kuegskreditcn in Höhe von 20 Milli- arden Mark sind noch etwas über 6 Milliarden zu begeben. Wie die„Neue Polit. Korrespondenz" erfährt, hat der Schatzsekretär die Absicht, diesen Rest der Anleihe erst im Herbst auf den Markt zu bringen. Daß sie dann voll gezeichnet lvird, ist nach den bisherigen Erfahrungen mit Sicherheit anzunehmen. Kriegsgewinne.- Die T e r r a- A.- G. für Samenzucht in Aschersleben wird eine Dividende von etwa 8 Proz. ausschütten; im Vorjahre schloß die Gesellschaft mit einem Verlustsaldo ab. Die Barther Aktien- Zuckerfabrik erhöhte ihren Reingewinn von 160 888 auf 225 641 M.— Die Zuckersabrtl Nakel zahlt eine Dividende von 12Vz Proz. aus.— Die Lip p is ch e Zuckerfabrik erhöhte ihren Ileberschuß von- 54 330 auf 66 440 M. Die Wurzener Ku n st mühlen werke und Biskuitfabriken vorm. F. Kritisch in Würzen i. S. verzeichnen eine enorme G c- w i n n st e i g e r u n g für das erste Kriegsjahr. Der Betriebsüber- schuß erhöhte sich auf 2 865 132(1 725 192) Mark; Abschreibungen erforderten 350 988(112 761) M. Unter Berücksichtigung des Vor- trageS aus 1913/14 ergibt sich ein R e i n g e w i n n von 1 195 244 (336 623) M. Hieraus sollen Sonderabschreibungen in Höhe von 250 000(50 000) M. vorgenommen, einer neu zu bildenden Spezial- reserve 100 000 M. überwiesen und eine Dividende von 13(7) Proz. ausgeschüttet werden. Der Neuvortrag erhöht sich auf 162 730 (84 889) M. Zu dem Ergebnis bemerkt die Verwaltung im Gc- schäftsbericht, daß die Erträgnisse„sehr gut" und reichlicher als in den letzten Jahren gewesen seien. Da die Betriebe der Herstellung von Nahrungsmitteln dienen,„so verbieten sich nähere Angaben darüber mit Rücksicht auf den Krieg"(?). Letzte Nachrichten. Selbstmordversuch Holts. New Jork, 6. Juli.(W. T. B.)(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Gestern kurz vor Mitternacht machte Holt, der den Anschlag auf Morgan verübte, einen Selbstmordversuch, indem er-sich die linke Schlagader zu öffnen versuchte. Gcmaßrcgcltc italicnischc Pfarrer. Brcscia, 6. Juli.(W. T. B.) Der Direktor des gewerblichen Instituts von Ponte Legno, der Priester Signorini, ist wegen Spionageverdacht seines Amtes enthoben worden. Ter Erzpriefter von Ponte Legno wurde ebenfalls deswegen aus der Kriegszone verwiesen. Der Pfarrer von Manna ist wegen Spionagcverdachl verhaftet worden. Ilgemein- Varfchiedenes Truftreie Cigarettenfabrik. MANOLI ZIGARETTEN Deutschlands führende Marke BOSNIA CIGARETTEN Etwas ganz Besonderes Company Berlin N. 20 Pankstr. 65. Fordert nur Erscheint 2 mal wöchentlich. Bezugsquellen- Verzeichnis. Phanomen Bierbrauerei., Bierhdig. MONA Die neue 33 LISA QualitätsCigarette äcker- u. Conditoreien A.Großkinsky, Boxhagenerst.27. Gust. Heintschel, Havelbergerstr. 26 Otto Hoff, Chorinerstr. 13. F. Kiesewetter, Schivelbeinerstr. 16. R. Klinke, Weißens., Lehderst.120. R. Kleiner, Schulstr. 102 Felix Kynast, Dänenstr. 5. Carl Lindenberg, Lychonerstr. 4. P. Müller, Willibald- Alexisstraße 43. 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Unterhaltungsbl. Nr. 185. 32. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Politische Uebersicht. Deutsche Kriedsziele im Ausland. Mittwoch, 7. Juli 1915. haltung auf das, was die Sozialdemokratie von dem Kriege für Der Bund für Mutterschus", der sich zur Aufgabe gemacht die inner politische Gestaltung der deutschen Verhält- hat, hilfsbedürftigen Müttern und Kindern zur Seite zu stehen, hat niffe erwartet. Südekums Programm lautet: durch seine Ortsgruppe Berlin eine Petition an Bundesrat und Ein geeinigteres Deutschland, seine Bevölkerung enger ber- Reichstag gerichtet, ein Rotgeses eriassen zu wollen, wonach in be bunden als je zuvor. Einen stärkeren Geist der Solidarität. Die stimmten Fällen der Arzt das Recht haben würde, die Folgen solcher Förderung liberaler Ideen und humaner Reformen diese und ein Friede, der uns vor ferneren Angriffen schützt, und uns nachgewiesen ist. In jedem Falle soll der Staat die Fürsorge für und ein Friede, der uns vor ferneren Angriffen schüßt, und uns Verbrechen abzuwenden, sobald der Tatbestand der Vergewaltigung bei der Lösung der eigenen Probleme und der Entwickelung unserer eigenen Zivilisation gestattet, unsere eigenen Wege zu aus folchen Gewalttaten etwa hervorgehende Kinder übernehmen. gehen. Alles was wir verlangen ist, daß wir in Ruhe gelassen Die unglücklichen Opfer solcher Verbrechen, deren Erleiden allein Sie haben unsere Arbeiterbevölkerung selbst gesehen, schon schwere psychische und physische Schäden hervorzubringen vers ihre Wohnungen, ihre Kinder, ihre prachtvollen Arbeiter- mag, dürfen nicht noch mit der Schande einer aus Vergewaltigung gebäude, ihre klassischen Theater. Sie und die ganze Welt hervorgegangenen Mutterschaft lebenslänglich bestraft werden. kennen die zu ihren Gunsten bestehenden Geseze und das unerreicht dastehende System der gegenseitigen Fürsorge." Die Erklärung der Norddeutsche Allgemeinen Zeitung" wies türzlich darauf hin, daß schon vor dem Parteivorstands- Manifest andere deutsche Organisationen( sechs Wirtschaftsverbände) ihre Friedenswünsche formuliert hätten. Ueber die Wirkung dieser Eingabe der Wirtschaftsverbände im Auslande schreibt nun das„ Berliner Tageblatt":" Jene Eingabe, die in Deutschland nur das Gesprächsthema der berufsmäßig politischen Kreise bildet, wird jezt im feindlichen und im neutralen Ausland in allen Zeitungen und in zahlreichen Artikeln nußbringend verarbeitet. Zuerst wurde das Schriftstücke in der„ Berner Zagwacht", dann, am 24. Juni, in der Pariser„ Humanité" und am Tage darauf im Londoner Daily Sozialdemokratie die Regierung insofern die FortTelegraph" veröffentlicht. Die sozialistische Humanité" begleitete die Veröffentlichung mit einem Leitartikel, auf dessen Wiedergabe man verzichten muß. Es genügt, zu sagen, daß das sozialistische Organ die Angelegenheit zur Neubelebung der Gr= mattenden, zur Bekämpfung und Belehrung friegsmüder Barteigenossen benußt.„ Vor solcher Gefahr," erklärt es,„ bleibt fein Frauzoje, fein Sozialist indifferent." dat Um alles das zu sichern und zu schüßen, unterstützt die führung des Krieges in Betracht kommt. Ausdehnung der Freifahrt für Urlauber. Die Dresdener Handelskammer hat an das Ministerium eine Eingabe gerichtet, in der ausgeführt wird:„ Nach einem Erlaß des „ Tatsache ist, daß solange dieser Krieg dauert, und er muß preußischen Kriegsministeriums vom 27. April d. J. fallen die Kosten solange dauern, bis Deutschland einen sicheren und ehrenvollen für Eisenbahnfahrten der Mannschaften vom Feldwebel abwärts, die Frieden, wie ich ihn angedeutet habe, errungen hat, cs in zur Frühjahrsfeldbestellung in die Heimat Beurlaubt werden, dem Deutschland keine Parteien, keine Trennungen irgend welcher Kriegsjahresetat zur Last. Für Mannschaften, die zur ErArt gibt. Sozialdemokraten und Konservative, Protestanten und ledigung Katholiken, Kapitalisten und Arbeiter kämpfen Schulter an dringlicher beurlaubt gewerblicher Arbeiten Schulter." werden, besteht unseres Wissens diese Vergünstigung nicht. An einer anderen Stelle heißt es sogar von dem Krieg, daß, Da unseres Erachtens kein Anlaß vorliegt, die landwirtschaftlichen Erwenn man ihn vorzugsweise den Krieg einer bestimmten Klasse werbskreise in dieser Beziehung günstiger zu behandeln, als die genennen könne, dies der Krieg der deutschen Ar- werblichen, ersuchen wir das Königliche Ministerium, an zuständiger beiter sei. Stelle dafür einzutreten, daß auch den Mannschaften, die zu dringlichen gewerblichen, industriellen und kaufmännischen Arbeiten beurlaubt werden, freie Eisenbahnfahrt gewährt wird. Der Krieg der deutschen Arbeiter". Genosse Süde kum hat sich von dem ehemaligen amerikanischen Bundessenator Albert J. Beveridge interviewen lassen, und cine amerikanische Zeitschrift,„ Colliers Weeflh", hat einen sehr Südekum muß allerdings zugeben, daß nicht die ganze Partei ausführlichen Bericht über dieses Gespräch gebracht, den unser in der Beurteilung des Strieges auf seinem Standpunkt steht. Aber New Yorker Parteiorgan, die„ New Yorker Volfs die Opposition ist unbedeutend: zeitung", am 15. und 16. Mai in deutscher Sprache wiedergab. Da bisher ein Dementi von Südekums Seite nicht erschienen ist, mässen wir an die Echtheit des Interviews glauben. = = Liebknecht steht praktisch allein in der Partei. Er ist jetzt ein Mann ohne Halt in der Partei. Seine Stimme war ein Berrat an der deutschen Nation und der deutschen Sozialdemofratic." Die Frage drängt sich in der gegenwärtigen Zeit auf, ob Auslaffungen dieser Art der Partei und ihrer Einheit besser dienen als Aufrufe, in denen zur Reinerhaltung sozialdemokratischer Grundsätze gemahnt wird. Haussuchung. Nachdem unser Parteigenosse auseinandergesezt hat, wie der Strieg daraus entstand, daß die Engländer nicht gewillt waren, unserer ehrlichen Konkurrenz zu begegnen", und nachdem er festgestellt hat, daß Deutschland in bezug auf die Geseze zum Wohle der Arbeiter und Armen in der Welt voran sei, wendet er sich gegen jene Behauptungen, die den Militarismus als das Ideal des modernen Deutschland hinstellen. Einen solchen Militarismus, Am Sonnabend wurde auf Anordnung des Generalwie ihn insbesondere die Engländer Deutschland andichten wollen, fommandos in Münster abermals in den Räumen unseres gebe es bei uns nicht, und auch die Annahme sei verfehlt, daß eine Elberfelder Parteiblattes eine Haussuchung vorgenommen. Militärpolitik auf die deutsche Politik und die Regierung Man fahndete auf verschiedene oppositionelle Flugblätter, fand einen Einfluß ausübe. aber nichts. Solch ein Ding wie eine Militärpartei als politische Macht von irgend welchem bedeutenden Einfluß gibt es nicht und ist in Deutschland unmöglich... Die Offiziere werden durch einen besonderen Eid auf ihre Könige und Fürsten vereidigt, fic sind aber tatsächlich Diener des Staates, und die meisten betrachten ihre Pflicht von einem rein technischen Standpuntte aus.... Es gibt sogenannte politische Generale, aber außer Diensten." Südekum geht dann zur Erörterung des Kriegszieles über und bezeichnet den Erlaß eines internationalen Gesezes zum Schutz des Privateigentums zur See als die dringendste Forde rung des deutschen Wirtschaftslebens. Es habe bis jetzt für Deutschland nur eine Alternative gegeben, entweder eine Ausdehnung internationaler Geseze zum Schutz des Privateigentums zur See oder Beschützung unserer Handelsflotte durch eine große Kriegsflotte groß genug, um der englischen zu trozen. Weiter ist dann die Rede von der belgischen Neutrali tät, die nach der Ansicht Südekums schon vor dem Ausbruch des Arieges nicht mehr bestanden hat und schließlich kommt die UnterBersaglieri und Alpini. Von Hugo Schulz- Wien. Der vom Reichstag einstimmig gefaßte Beschluß, den Kriegsteilnehmern überhaupt freie Reise zu gewähren, ist vom Bundesrat noch immer nicht erledigt. Wie verlautet, liegt der Widerstand beim Reichsschaamt. Einmalige Kriegszulagen für staatliche Arbeiter. beiten hat durch Erlaß vom Ende Jani d. J. darauf hingewiesen, Die Köln. Ztg." schreibt: Der Minister der öffentlichen Ardaß mit allem Nachdruck auf die Innehaltung der vorgeschriebenen Lohnzahlungsfristen hinzuwirken ist, da der Wunsch der Arbeiter auf rechtzeitige Auszahlung ihres Arbeitslohnes gerade bei der gegenwärtigen, durch den Krieg vielerorts hervorgerufenen Teuerung durchaus berechtigt ist. Von der Gewährung von Teuerungszulagen für mittlere und untere Beamte der Bauverwaltung soll abgesehen werden. Den bei einzelnen Beantten, besonders den jenigen mit mehreren Kindern, aus der Steigerung der LebensDie Schließung einer Parteidruckerei aufgehoben. mittel erwachsenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten wird durch Wegen des Drudes der von Generalfommando des außerordentliche Unterstügungen begegnet werden. Was die VII. Armeeforps verbotenen Zeitschrift„ Morgenrot" war die Arbeiter anlangt, so ist beabsichtigt, von allgemeinen ohn Akzidenzdruderei unseres Elberfelder Parteiblattes ge- erhöhungen abzusehen. Da aber anzuerkennen ist, daß an schlossen worden. Nach etwa sechswöchentlicher Dauer ist die manchen Orten, an denen die Arbeiter nicht in der Lage sind, ihre Schließung nunmehr durch Verfügung vom 1. Juli wieder Nahrungsmittel selbst zu ziehen, wie z. B. in größeren Städten, aufgehoben worden. Ueber die Bedingungen dieser Anord- eine aus verschiedenen Ursachen sich ergebende Verteuerung der notnung darf nichts mitgeteilt werden. wendigsten Lebensbedürfnisse eingetreten ist, die den Arbeitern, namentlich soweit sie eine mehrköpfige Familie zu versorgen haben, den Lebensunterhalt erschwert, so foll in solchen Das Problem der Kriegskinder" wird in allen friegführenden dringenden Fällen durch Gewährung einmaliger LohnzuStaaten zurzeit lebhaft erörtert. Sogar England, das bekanntlich lagen geholfen werden. Dieselben sind in ihrer Höhe der bisher keine Invasion feindlicher Truppen hat, hat trotzdem Ursache, größeren oder geringeren Notlage des einzelnen, wofür die Zahl fich mit dem Problem der„ Soldatenkinder" zu beschäftigen. Für der zu versorgenden Köpfe einen Maßstab abgibt, anzupassen und Deutschland ist das Problem aktuell geworden durch die Ruffen- ferner nach der Teuerung der zu berücksichtigenden Orte abzustufen. einfälle in Ostpreußen, da nach amtlichen Berichten eine Anzahl von Soweit danach einmalige Lohnzulagen in Frage kommen, sind als Vergewaltigungen meiblicher Personen stattgefunden hat. solche zu gewähren: a) für ledige Arbeiter und für verheiratete von Verona und aus den kleindeutschen Sprachinseln südlich des Wolaga- und des Plöcken- Passes stammen. Kriegskinder. und Engländer verloren gewesen, hätten sie nicht zum Glück auch 15 000 Piemontesen in ihren Reihen gehabt, die die Sache schließlich deichselten. Die Niederlage bei San Martino ist aber für die Staliener der Sieg von San Martino, und zwar der entscheidende Sieg von San Martino, neben dem der französische Sieg von Golferino nur episodische Bedeutung hat. Die militärische Sonderstellung der Alpini ist begründet mit ihrer Spezialausbildung für den Hochgebirgskrieg, und für diese wieder ist es charakteristisch, daß sie von allem Anbeginn bestrebt war, die Erfahrungen des Alpensports in bezug auf Ausrüstung und bergsteigerisches Training militärisch zu veriperten. Diese Erfahrungen hat vorwiegend der deutsche Alpinismus beigesteuert, und das gibt sich schon in der äußeren Erscheinung der Alpini fund. Ihre Federhüte, ihre Wadenstuben, ihre Rodenjoppen, ihre nach Goiserner Art( Goisern im oberösterreichischen Salzkammergut) gros genähten, mit Tscheanken" beschlagenen Bergschuhe gehen durchaus auf die Trachtfitten der österreichischen Alpenbevölkerung zurük, italienisch sind nur die auch von den deutschen Bergsportiern übernommenen Bastkletterschuhe, die sogenannten Scarpetti. Kärnten, 29. Juni. Während man bei uns und selbst in Deutschland, wo es noch eine Garde gibt, alle Infanterietruppen von Haus aus gleich be- Weiß man das, so wird man sich nicht wundern, daß die wertet und alle fast unter denselben Voraussetzungen ins Feld Bersaglieri, die im Jahre 1838 als ein fleines piemonteschickt, hat sich in Italien ein merkwürdiges System von Elite- fisches Gardeschüßentorps gegründet wurden und seither auf zwölf truppenzüchtung herausgebildet, das die Armee in Soldaten Regimenter und eine Anzahl Reserveformationen angewachsen erster und Soldaten zweiter Klasse zerfallen läßt. Mitgewirkt an find, die Spiegelhälter der chauvinistischen Eitelkeit sind und sich der Entwickelung dieses Gegensates hat das geringe Zutrauen, einer grenzenlosen Popularität erfreuen. das die den Reichsgedanken tragende norditalienische Bevölkerung Es wäre natürlich dennoch möglich, daß sie sehr gute Soldaten in die militärische Tüchtigkeit und Zuverlässigkeit des süditalie- sind, und wirklich ist man bei uns geneigt, fie militärisch hoch einnischen Elements hat. Noch heute hat der unitalienischste aller zuschäben. Gleichwohl bin ich der Meinung, daß ihre Eristenz der Italiener, der Piemontese, in militärischen Dingen den unbe- italienischen Armee mehr zum Schaden als zum Nugen gereicht. Die Alpini sind eigentlich nichts anderes, als was unsere ftrittenen Vorrang und fühlt sich nicht bloß hoch erhaben über die Zunächst aus moralischen Gründen. Die Bersaglieri bilden nicht Tiroler Jägerregimenter und alle sonstigen aus den deutsch- östersoldatisch minderwertigen Südländer, sondern auch berufen zu wie die preußische Garde ein geschlossenes Korps, das beisammen reichischen Alpen sich ergänzenden Truppenkörper von jeher waren, dessen Ueberwachung. Der Gegensatz zwischen Nord und Süd ist garnisoniert, sondern die zwölf Regimenter sind auf die Armee- nur daß sie gewisse alpensportliche Grundsäße um einige Jahre aber nicht die einzige Ursache der Sonderstellung und Klassen- torps aufgeteilt, so daß sich überall in Italien der schlichte Linien- früher als diese und auch früher als die französischen Alpins in die erhöhung, deren sich in Italien die Bersaglieri und Alpini nicht foldat neben den glänzenden, Federbusch geschmüdten Bersaglieri militärische Ausbildung einbezogen haben. Das war gewiß nütnur in der Armee, sondern auch beim Publikum erfreuen. Die gestellt sieht, der ihm in der Gunst des Publikums den Rahm ab- lich, aber wenn sich die Italiener einbildeten, damit irgendeinen Hauptursache liegt vielmehr meines Erachtens in der snobistischen schöpft. So etwas ist natürlich nicht geeignet, die Dienstfreudigkeit entscheidenden Vorsprung zu gewinnen, so müssen sie heute wohl Hingebung des italienischen Publikums, insbesondere der bürger- zu heben. Aber auch rein sachlich angesehen, scheinen mir die Ber- schon einsehen, daß dies nicht der Fall gewesen ist. Diese Speziallich- chauvinistischen Areise, an militärischen Glanz und Firlefanz, faglieri nicht den besten Einfluß auf die Hebung der italienischen richtung der Truppenausbildung ist, wie manche andere auch, bei an prahlerische Gesten und an große Federbüsche, mit einem Wort Wehrkraft zu haben. Sie stehen unter einem überaus scharfen der großen Kriegsprüfung durchgefallen. Daß sich unsere deutschan das Parademäßige an der Armee, worin sich die nationale Drill, der sich ganz den parademäßigen Gesichtspunkten unter- österreichischen Alpentruppen selbst ohne besondere Schulung als Eitelkeit am besten bespiegeln kann. Wenn man den Entente- ordnet. Alle ihre Bewegungen und Evolutionen das ist charak mindestens ebenso gewandte Gebirgsfrieger erweisen würden, war mächten glauben wollte, so würde es sich ihnen in diesem Welt- teristisch für sie erfolgen im Laufschritt. Sie sollen ein ja vorauszusehen. Nun erleben aber die Alpini im besonders krieg um nichts anderes handeln, als um einen Kampf solider fort- Mittelding sein zwischen Infanterie und Kavallerie. Das ist nun schwierigen Hochgebirgsgelände der karnisch- julischen Front die schrittlicher Bürgerlichkeit, der alles glibernde Waffengefuntel ein möglicherweise sehr schön für die Zuschauer, aber die Beteiligten Ueberraschung, daß es auch die ungarischen Regimenter aus der Greuel ist, gegen den stocpreußischen Militarismus und seinen holen sich dabei im Laufe der Zeit Herzerweiterungen und andere Tiefebene verstehen, mit dem Gebirge fertig zu werden, und zwar Gardeleutnant. In Wirklichkeit ist bei den Franzosen, noch mehr Herzfehler. Für den Krieg ist dieses übermäßige Lauftraining von genau so gut wie sie selbst. Anfangs haben die biederen Alfölder aber bei den Italienern die gesellschaftliche Anbetung der Uni- geringem Wert- wenn man nicht etwa ans Fliehen denkt. und( Alföld, die südungarische Tiefebene) aus Debreczin allerdings form auf die Volksgesundheit hat es den übelsten Einfluß. Unseren mächtig geschimpft, als sie die hohen Berge sahen, aber heute hat ich spreche da natürlich nur von bürgerlichen Klassen unvergleichlich inbrünstiger als in Deutschland, und man erliegt bei Truppen haben die flinken Sturmläufe diefer feindlichen Elite- dieses Schimpfen schon einen Beigeschmack von Humor. Ein Freund ihnen der Suggestion, die vom militärischen Wesen ausstrahlt, viel soldaten bisher nicht im mindesten imponiert. Mit der aus langer Honved sagte uns, daß er sich bereits vorkomme, wie wenn ihn ein unbedingter als bei uns. Ich war in Italien oft erstaunt, wenn Kriegserfahrung gewonnenen Kaltblütigkeit haben sie fie sogar Gemsbod gezeugt hätte. Die ganze Technik des Bergwanderers ich wahrnahm, mit welcher Verliebtheit man dort die Bersaglieri häufig, ohne einen Schuß zu tun, bis an die Hindernisse heran- ist diesen Magyaren schon geläufig. Abstürze kommen nicht mehr betrachtet und mit welcher Naivität man auch den Fremden ver- rüden lassen, um sie dann mit jähem Feuerüberfall wegzufegen. vor, sie wissen sich des Seiles zu bedienen und verstehen es sogar sichert, daß es so etwas an soldatischer Vortrefflichkeit auf dem Das ist nämlich die wirksamste Art der Abwehr eines Angriffs, schon, sich von steilen Wänden abzuseilen, sie wissen, wie man ganzen Erdenrund nicht mehr gebe. Die Bersaglieri sind nach der weil die in gespannter Erwartung heranflutende Angreifermasse, Schneewasser filtriert und gut trinkbar macht, wie man über Meinung der Normalitaliener die stärksten, die kühnsten, die flint wenn sie auf dem Wege zur feindlichen Stellung nicht beschossen Schneefelder und Gerölhalden abfährt, und was sonst noch zur sten und die gewandtesten Krieger der Welt, neben denen sich wird und weiß, daß sie erst knapp vor dem Ziel den Feuerhagel zu Kriegstouristik gehört. andere überhaupt gar nicht zeigen dürfen. erwarten hat, in furchtbare Aufregung gerät. Freilich kann sich Bei den einheimischen und alpinen Regimentern und Land Um das zu verstehen, muß man nur noch wissen, daß die eine solche Form der Verteidigung nur eine Truppe leisten, die be- sturmformationen versteht sich das alles von selbst. Ihre größeren patriotische Legende im Schulunterricht bei den Italienern Kunsts reits in langer Gewöhnung an alle Zwischenfälle des Krieges ihrer und kleineren Waffentaten haben fast immer einen Ginschlag von stüde an Geschichtsfälschung zuivege gebracht hat wie sonst Nerven völlig Herr geworden ist. Alpensport, und manchmal merkt man deutlich, wie es den tapfenirgends. Wir wissen, wieviel sich gegen die Geschichtslehrbücher Die italienische Armee hat neben den Bersaglieri noch eine ren Helden besondere Freude macht, einmal unter so eigenartigen bei uns oder in Deutschland einwenden läßt, aber gegen die italie- starke Eliteinfanterietruppe, und das sind die Alpini, die sich in Verhältnissen ihre touristischen Künste verwerten zu können. Ein nischen sind sie trockene Urkundensammlungen. Das italienische diesem Kriege auch wirklich als ein sehr beachtenswerter Gegner Beispiel für viele: Als Artillerieaufflärer entsendet, unternahm Risorgimento( die Kämpfe um den Nationalstaat) ist gewiß ein erweisen. Sie bestehen als Spezialformation seit dem Ende der der Reservekadett Heinrich Sarl, vom Vormeister Krappinger begroßes geschichtliches Ereignis, aber die Kriegsgeschichte, die sich achtziger Jahre und bilden heute zehn Regimenter zu drei bis gleitet, aus eigenem Antrieb einen fühnen Batrouillengang zur baran knüpft, ist wahrlich nicht berühmt. Dennoch haben es die vier Bataillonen. Wahrscheinlich sind auch noch einige Reserve- Erkundung feindlicher Stellungen. Beide gerieten mitten in diese Italiener verstanden, gerade die minderwertigen Kriegsdaten der regimenter hinzugetreten. Die Alpini ergänzen sich ausschließlich hinein und wurden auf drei Schritte Entfernung beschossen. Der piemontesischen Armeen in den Jahren 1848, 1859 und 1866 zu aus der berggewohnten Bevölkerung des norditalienischen Alpen- Rückweg war abgesperrt, und um nicht gefangen genommen zu einer großen nationalen Heldenepopöe umzudichten, bie ihres randes und der Abruzzen. Als Ergänzungsgebiete kommen da werden, entschlossen sich die beiden zu einem tollkühnen Abstieg gleichen in Europa nicht hat. Die Niederlagen von Novara und hauptsächlich in Betracht: das obere Piemont, um den Monte Viso über eine fast senkrechte Schroffenwand. Troß der Finsternis geEustozza werden wohl zugegeben, aber es sind Leonidaskämpfe die Täler im Umkreis der Gran Paradiso- Gruppe, das Tal von lang dieser; aber nun gerieten sie erst auf ein steiles Schneefeld. gegen zehnfache Uebermacht. Das kleine Gefecht von Pastrengo, Aosta, die Bergamasker Alpen und die Dolomiten von Cadore. In lustiger Abfahrt glitten sie darüber hinweg und blieben schließwo eine österreichische Brigade von einem Armeekorps über den Unter den Alpini gibt es nicht wenige Soldaten, deren Mutter- lich in einem Zirbelgebüsch hängen. Dort erhielten sie abermals Mincio zurüdgedrängt wurde, erhält einen Rang wie die Schlacht sprache Deutsch ist und die aus den deutschen Gemeinden im Feuer, das sie aber kräftig erwiderten, um sich schließlich talwärts bei Marathon. Der Krimtrieg wäre für dic alliierten Franzosen oberen Aostatale, aus den Sette und Tredici Communi nordöstlich zu schlängeln und ihre wichtigen Meldungen zu überbringen. Arbeiter ohne Kinder je nach der Teuerung des OrteS ö— S SD?., b) für verheiratete Arbeiter mit ein bis drei Kindern unter 14 Jahren 10— 20 SD?., c) für verheiratete Arbeiter mit mehr als drei Kindern IL— 28 SD?., wobei die Höchstsätze der Zulage nur für besonders teuere Orte zur Anwendung kommen dürfen.— Diese Unterstützung ist fast gleich n u l l I Lebensmittelpreise in Thüringen. Eine Konferenz der sozialdenr akratischen Landtagsabgeordneten in Thüringen fand am Sonn- lag in Weimar statt. Sie beschäftigte sich mit den hohen Lebens- mittelpreisen und den Kriegsunterstützungen der Gemeinden in den Thüringer Bundesstaaten. Aus acht Bundesstaaten waren die Ab- geordneten vertreten. In einer Resolution wurde zum Ausdruck ge- bracht, dast die von den Regierungen ergriffenen SDiaßnahmen in der Frage der Bollsernährung während des Krieges wesentlich versagten. Es wird eine Beschlagnahme aller Nahrungsmittel und Festsetzung von Preisen gefordert, die den Produktionskosten enl- sprechen. Weiter wird die Schaffung eines gemeinschaftlichen Wirtschaftsverbandes für die Thüringer Staaten gefordert, um dem wirren Durcheinander der bisher getroffenen kleinstaatlichen Mahnahmen ein Ende zu bereiteir. In einer Denkschrift an die Re- gierungen sollen weitere Vorschläge gemacht werden. Betreffs der Kriegsunter st ützungen wurde festgestellt, dah in allen Thüringer Bundesstaaten die Gemeinden sich der Ver- pflichtung entziehen, auskömmliche Zuschüsse zu der Reichsunterstlltzung an die bedürftigen Familien der Krieger zu zahlen. Es werden die Staatsverwaltungen aufgefordert, die lässigen Gemeinden zum sofortigen Eingreifen zu veranlassen, auherdem wurde betont, daß die Reichstagssraktion erneute Anträge zur Beseitigung solcher Miß- stände stellen müsse. Die Kriegsfürsorge im sächsischen Landtage. In der Zweiten Kammer des sächsischen Landtages wurde ein Antrag der sozialdemokratischen Fraktion verhandelt, der in Rück- sich auf die herrschende Teuerung eine Verbesserung der Kriegsfürsorge bezw. eine Erhöhung der Unterstützung der Kriegersamilien verlangt. Genosse M ü l l e r-Zwickau begründete den Antrag, wobei er an den zurzeit bestehenden Verhältnissen scharfe Kritik übte. Unwille bestehe besonders über die grohe Aer- schiedenheit, mit der von den einzelnen Unterstützungsverbänden die in Betracht kommenden Bestimmungen und Verordnungen ange- wendet werden. Die absolute Selbständigkeit der Verbände erweise sich hier als ein starker Nachteil. Ganz unverständig sei die Art, wie in einigen Fällen die Frauen ohne Rücksicht auf die Verhältnisse in der Familie angehalten worden seien, sich Mittel durch Lohnarbeit zu verschaffen und den Lebensunterhalt noch mehr einzuschränken. Das widerspreche dem Sinne der Anweisungen der Regierung. Vielfach hat man auch die Vertreter der Arbeiter von der Mitwirkung in den Ausschüssen absichtlich ausgeschlossen. Anträge nach der Richtung wurden mit der Begründung abgelehnt, es sei„kein Bedürfnis" für Mtwirkung von Arbeitern vorhanden. Den Kriegerftauen werden auch noch Steuerzettel in? Haus ge- schickt und rückständige Steuern würden sogar noch von der Familien- Unterstützung abgezogen. Das ist direkt ungesetzlich. Redner wendet sich auch dagegen, daß vielfach die Unterstützung um die Beträge gekürzt werde, die die Familien etwa von den Unternehmern erhalten, bei denen der Kriegsteilnehmer in Arbeit stand; auch wenn diese Beträge nur gering sind. Vielfach seien auch die Gemeinden in einer so ungünstigen finanziellen Lage, das es ihnen beim besten Willen nicht möglich ist, ihre Unterstützungspflicht in der erforder- lichen Weise zu erfüllen. Eingreifen des Staates in solchen Fällen sei dringend geboten. Das ganze Unterstühungswesen müsse einheit- licher geregelt und dem Belieben der einzelnen Verbände entzogen werden. Redner belegte seine Ausführungen durch Mitteilung tat- sächlicher Vorkommnisse und vieler Einzelfälle. Der Vertreter der Regierung wies auf die von ihr getroffenen Anordnungen hin und betonte, dah die Körperschaften und Behörden, die für die Ausführung in Betracht kommen, strenge Anweisung hätten, die Vorschriften auch zu befolgen. Einzelne an die Regierung gerichtete Beschwerden seien eingehend geprüft und in den Fällen, in welchen sie begründet waren, sei auf Abhilfe ge- drungen worden. Im allgemeinen hätten aber die in Betracht kommenden Instanzen ihre volle Pflicht getan. Im übrigen würde in der Kommission eingehend über den Antrag zu verhandeln sein. Nach etwa zweieinhalbstündiger Debatte wurde der Antrag einer Kommission überwiesen._ Italien mobilisiert die Industrie. AuS dem italienischen Hauptquartier erging die Verfügung, dah alle Fabriken Erweiterungen zur Vermehrung der Erzeugung vor- nehmen müssen, und verpflichtet sind, alle Maschinen und andere Gegenstände nach gelieferten Zeichnungen für die Mitärbehörde an- zufertigen. Auherdem kann zur Sicherung des fortlaufenden Be- triebes dieser Fabriken das Personal der Militärgerichtsbarkeit unter- stellt werden. Macht-Illusionisten. Genosse Eduard Bern st ein schreibt unS: „Los von den Illusionisten, wir wollen wirkliche Macht." So schreibt das„Volksblatt für Anhalt" in seinem Artikel, der die AuS- stohung derjenigen aus seinem Himmelreich verlangt, welche es als „die bloßen Kritiker, die Entrüstungs- und Schimpfsozialisten, die Illusionisten und Resolntions- und Revolutionsphraseure" bezeichnet, die„jeder Eroberung wirklicher Machtpositionen aus Prinzipien- reiterei ängstlich aus dem Wege gehen, bloß um sich in bombastischen Phrasen berauschen zu können"— beiläufig selbst ein Phrasenschwall, zu dessen mündlicher Kundgabe wirklich schon eine recht starke Lunge gehörte. fVergl.„Vorwärts" vom 4. Juli, erstes Beiblatt.) Lassen wir ihn indes über uns ergehen, und hören wir das „Volksblatt für Anhalt" weiter: Weil„wir"„wirkliche SD?acht" wollen, so erklärt es,„darum bejahen wir den Staat, von dem wir wissen, daß er nicht durch eine Katastrophe, sondern nur durch allmähliche Entwicklung in unsere Hände kommen kann". Also„wir"„bejahen den Staat". Was soll das heihen? Der Staat, das kann jeder mögliche Staat sein, der russische Staat so gut wie der holländische oder der dänische Staat. Bejaht das„Volksblatt für Anhalt" den einen so gut oder in derselben Weise wie die anderen? Wenn nicht, so ist die ganze Geschichte mit der Bejahung„des Staats" inhaltsloses Gerede. Wenn aber ja, so bedeutet die Er- klärung ein Bekenntnis zur politischen Charakterlosigkeit, die nicht nur mit dem sozialdemokratischen, sondern überhaupt mit jedem demokratischen Programm unvereinbar ist. Eine Sache bejahen heißt eine ihr entgegengesetzte verneinen, in der Politik je nachdem die Opposition gegen sie abschwören. Man „bejaht" ein Regierungssystem, wenn man die grundsätzliche Oppo- sition gegen es preisgibt. Das taten z. B. im Jahre 1866 die Gründer der nationalliberalen Partei in Preußen, als sie sich von der alten preußischen Fortschrittspartei lossagten. Die ganze Phraseologie des „Volksblatts für Anhalt" hat rührende Aehnlichkeit mit der Phraseologie, die man in den damaligen Organen des National- liberalismus, insbesondere in der„Nationalzeitung" des seligen Zabel findet. Los von den Illusionisten, weg mit der Prinzipien- reiterei, wir wollen wirkliche Macht— so hieß es auch damals. Von der Verneinung ging man über zur Bejahung. Nicht ohne zunächst Erfolge zu erzielen, das muß zugegeben werden. Die liberale Gesetzgebung des Norddeutschen Bundes, die in den siebziger Jahren geschaffenen organischen Gesetze des Deutschen Reiches, sie sind in hohem Grade Werke der damaligen nationalliberalen Partei. Nur waren es Gesetze, die geschaffen werden mußten, an deren Zustandekommen die Regierung— der „Staat", um mit dem„Volksblatt für Anhalt" zu sprechen genau so interessiert war, wie die bürgerlichen Parteien, und man kann daher sehr wohl die Frage aufwerfen, ob nicht die großen Mängel, mit denen jene Gesetze behaftet sind, vermieden worden wären, wenn der nationalliberale Flügel des deutschen Liberalismus es mit der „Bejahung" etwas weniger eilig gehabt hätte. Sehr bürgerlich gesinnte Politiker haben das unumwunden zugestanden. Dann aber: Der bürgerliche Liberalismus konnte mit ganz anderer Leichtigkeit Regierungspartei werden als etwa die Sozial- demokratie, denn er vertrat schließlich eine Gesellschaftsklasse, die wirtschaftlich herrscht, und insofern den Schichten, die in Preußen die Regierung bilden, unendlich viel näher steht als die Arbeiterschaft, deren Partei die Sozialdemokratie ist. Er konnte sich einbilden, eines Tages Regierungspartei nicht nur in dem Sinne zu werden, daß er der Regierung apportieren durfte, was diese gerade brauchte, sondern Partei, die wirklich mitregiert, wirklich die Regierung bildet. Dazu jedoch hat es der Nationalliberalismus nicht gebracht. Er hatte es mit der„wirklichen Macht", mit dem„Bejahen" etwas zu schnell gehabt, sich zu diensteifrig den Mächten, die da find, an den Hals geworfen. Eine Zeitlang freilich durste er sich in der Gunst der Machthaber sonnen, wurde er von Bismarck und dessen Leuten gestreichelt und gelobt. Nur blieb es in der Politik beim Appor- tieren. Immer mehr ward vom Liberalismus verlangt, und weniger ihm gegeben. Denjenigen in seinen Reihen, die an den alten liberalen Ideen festhielten, ward denn auch immer unbehag- licher zumute. Und eines Tages entrang sich einem der Klügsten von ihnen, dem helläugigen Ludwig Bamberger, das bittere Wort: „Hunde sind wir ja doch". Wie dann Bamberger und Gleichgesinnte sich genötigt sahen, aus der vollständig zur Dienerin der Macht herab- gekommenen nationalliberalen Partei wieder auszutreten und von neuem Opposition—„Prinzipienreiter" würde das anhaltische„Volks- blatt" sagen— zu werden, ist allbekannt. Weniger bekannt ist, daß er für die vordem von ihm oft verdächtigte Sozialdemokratie und deren Taktik in seinen späteren Jahren sehr gutes Verständnis gezeigt und es ihr nicht übel vermerkt hat, daß sie so ganz und gar keine Neigung verspürte, es den Nationalliberalen nachzumachen und den Titel„Apportier-Sozialisten" zu verdienen. Mit der Macht ist es eine eigene Sache. Wer ihr nachjagt, dem geht es wie dem Glücksjäger, der schließlich eine Seifenblase statt der Glückskugel erhascht. Man kann SD?acht auf verschiedene Art erhalten, hat sie aber nur dann sicher, wenn man sie in seiner eigenen Sphäre nach dem Grundsatz zu erwerben sich bemüht, den der Dichter in die Worte kleidet:.Such' er den redlichen Gewinn". Danach hat die Sozialdemokratie bisher gearbeitet und ist groß und stark dabei geworden. Sie hat den Beweis geliefert, daß eine Partei auch in der Opposition als treibende Kraft positiv schaffend wirken kann, sofern sie nur Ausdauer an den Tag legt, sich selbst treu bleibt. Man kann dauernd immer nur so viel Macht ausüben, als man in sich selbst hat. Der Türhüter eines großen Herrn kann sich zum Beispiel einbilden, selbst ein Herr zu sein, und manchmal fällt ja auch von dessen Macht ein Stück auf seine Schultern. Aber nur solange er in des großen Herrn Dienst diesem zu Diensten ist. Eines Tages aber belehrt ihn ein Tritt, daß sein Machtglaube einfach Macht-Jllusion war. Im bürgerlichen Leben muß mancher Türhüter sein, um fein Brot zu finden, wie immer er sonst denkt und urteilt. In der Politik ist es Sache des G e s ch m a ck s, ob eine Partei Türhüter- tellung einnimmt oder nicht. Wessen Geschmack es nicht ist, der wird nur sagen können: Los von den Macht-Jllusio- n i st e n! „Gegen Parteizerrüttung". Der Parte ivor st and schreibt uns: Der„Vorwärts" polemisiert in seiner Nummer 182 vom 4. Juli gegen den Aufruf der Vorstände der Partei und der Reichstagssraktion vom 28. Juni. Wir wollen auf die Einzel- heiten seiner Antwort nicht eingehen. Wenn er aber be- hauptet, daß sich der Vorwurf der„Hintertreppenpolitik" auf ganz andere Tinge beziehe, als die in unserer Erklärung er- wähnten, so erblicken wir darin eine neue Verdächtigung, die wir entschieden zurückweisen müssen. Wir bleiben dabei, daß von Partei- und Fraktionsleitung andere als in unserer Erklärung erwähnten Verhandlungen mit der Regierung nicht geführt worden sind. Die Redaktion des„Vorwärts" sucht aber ferner in ihrer Erwiderung von hen Spuren jener Kreise, die die organi- sierte Parteizerrüttung betreiben, abzulenken, indem sie auf Aeußerungen im„Volksblatt für Anhalt" und im Karlsruher „Volksfreund" sowie auf eine Broschüre des Genossen Kolb über„Die Sozialdemokratie am Scheidewege" hinweist, in denen den Katastrophenpolitikern der Rat gegeben wird, einen Klub für sich zu bilden; in denen von Gegensätzen gesprochen wird, die zu groß geworden seien, als daß sie überbrückt werden könnten und ähnliches mehr. Bei aller Achtung vor der Meinungsfreiheit in der Partei halten wir, zumal in der Kriegszeit, auch solche Preßerörterungen über die an- geblich zur Herstellung einer wirklichen Einheit und Einigkeit notwendige ischeidung der Partei für ungemein schädlich. Wir zweifeln nicht daran, daß die deutschen Arbeiter den litera- rischen Vorkämpfern der Idee der Parteitrennung, auf welcher Seite sie auch immer stehen, die ge- bührende Antwort geben werden. Der Satz unseres Aufrufs vom 28. Juni:„Jede Drohung, die auf eine Parteispaltung hinzielt, ist ein Verbrechen an der Partei, ein Verbrechen an der gesamten Arbeiterbewegung" richtet sich gegen jeden, der mit der Parteispaltung droht. Wenn wir uns so scharf gegen das Unterschriftcnflug- blatt vom 9. Juni gewandt haben, so vor allem deshalb, weil es sich hier um mehr als um die journalistischen Meinungs- äußerungen eines oder einiger Parteigenossen handelt. Eine Gruppe der Minderheit in der Partei hat sich be- sonders organisiert und betreibt von einer Zentralstelle aus mit unwahren Behauptungen die Minierarbeit gegen die Politik der Parteimehrheit. Wenn das diesem Teil der Opposition recht sein soll, so müßte eS morgen jeder anderen Gruppe der Partei billig sein, Das muß dann aber zur Des- organisation der Partei führen und ist praktische Vorarbeit für � die Spaltung der Partei. Die Erkenntnis dieser Ge- fahren veranlaßten die Vorstände der Partei und der Reichs- tagsfraktion zu ihren: Appell an die Parteigenossen, diesem Treiben ein„Bis hierher und nicht weiter I" zuzurufen. Der Parteiausschuß hat sich dieser Auffassung angeschlossen. Endlich ist es eine Irreführung der Parteigenossen, wenn der„Vorwärts" es so darzustellen sucht, als ob es sich bei der Verurteilung dieses Treibens um die Auffassung der Mehrheit des Partei- und Fraktionsvorstandes handelt. Der Text des Aufrufs„Gegen Parteizerrüttung" wurde in einer gemeinsamen Sitzung der Vorstände der Partei und der Reichstagssraktion einstimmig beschlossen. ** * Wir haben darauf zu entgegnen: Der Parteivorstand erklärt unsere Bemerkung, daß sich der Vorwurf der„Hintertreppenpolitik" nicht auf die Vertretung sozialpolitischer usw. Maßnahmen gegenüber den RegierungS- körperschaften bezogen habe, für eine„neue Verdächtigung", die er „entschieden zurückweisen" muffe. Darauf mit der gebührenden Ausführlichkeit und Deutlichkeit zu antworten, ist uns aus den bekannten Umständen versagt. Aber das sollte doch auch der Parte:- vorstand wissen, daß die sogenannte Minderheit in der Partei stets gefordert hat, daß alle auf den Krieg bezüglichen Fragen der inneren und äußeren Politik soweit als irgend möglich in der Oeffentlichkeit zum Austrag zu bringen seien. Das ist, wie später ohne Mühe nachgewiesen werden wird, nicht geschehen. Der Meinungs- streit innerhalb der Partei bezieht sich eben in der Hauptsache auf diese großen politischen und parlamentarischen Kernfragen, auf das Maß der im Parlament zu übenden und für die Preßsreiheit zu fordernden öffentlichen Kritik, über das die Ansichten innerhalb der Partei bekanntlich weit aus- einandergehen. Daß der Parteivorstand nunmehr offizielle Veranlassung nimmt, auch einmal in nicht mißzuverstehender Form jene— wirkliche— Parteizerrüttung öffentlich zu mißbilligen, die von den Fanatikern des Umlernens im Sinne einer völligen Umgc- staltung des Wesens der sozialdemokratischen Partei und des Hin- auswurfs der Anhänger der bisherigen Parteianschauungen be- trieben wird, wollen wir als Erfolg unserer Entgegnung gern an- erkennen. Nur hätte diese Abschüttelung der Zerstörer der biö- herigen Prinzipien und der alten Taktik der Partei schon längst erfolgen sollen, da die Verfechter dieses Umlernens nicht erst seit heute und gestern, sondern bereits seit vielen Monaten ungerügt ihr Unwesen treiben konnten. Vermutlich werden sich diese Kreise der Partei, die seit Kriegsbeginn in Broschüren, Slieden, in der Partei- und Gewerkschaftspress e systematisch auf die Umwälzung der gesamten sozialdemokratischen Auffassungen hingearbeitet haben, durch die Mißbilligung des Parteivorstandes in ihrem parteizerrüttenden Treiben auch ferner nicht im geringsten stören laffen. Bei dem Eifer, mit dem der Parteivorstand einseitig die äußere, organisatorische Geschlossenheit der Partei behüten zu müssen glaubt, die in Wirklichkeit gar nicht bedroht ist, während die Gefahr einer inneren Prinzipienzerrüttung der Partei längst offenbar ist,' war es um so dringlichere Parteipflicht der söge- nannten Minderheit, auf die Einhaltung der alten grundsätzlichen und taktischen Richllinien der deutschen Sozialdemokratie nachdrück- lichst hinzuwirken. Das und nichts anderes haben die„Quertreiber" getan. Sie gingen dabei von der Ueberzeugung aus, daß der G e i st und die Grundsätze der Partei die unerläßliche Voraussetzung aller äußeren Einheit sind, und daß, da die öffentliche Kontrolle des Verhaltens der Parteiinstanzen durch die Kritik der Presse, durch das Versammlungsleben der Partei und das Forum de» Parteitages zurzeit leider nicht möglich, wenigstens die kollektive Aeußerung der öffentlichen Parteikritik durch Ein- gaben und Zirkulare unentbehrlich ist. Nach wie vor betrachten wir diese Art der Kritik innerhalb der Partei als das kärglichste Mindestmaß dessen, was in einer demokratischen und sozialistischen Partei gestattet sein mutz. Mus Ser Partei. Kritik au der englische» Arbeiterpartei. Die von dem englischen Genossen Bruce Glasier heraus- gegebene„Socialist Review" rechnet sehr scharf mit der die Regierung unterstützenden parlamentarischen Arbeiterpartei (Labour Party) ab: „Die Arbeiterpartei im Parlament bietet eine neue Illustration zu der Hegelschen Paradoxie, datz Sein und Nichtsein dasselbe ist. Die Partei existiert und existiert nicht. Sie ist da und ist nicht da. Sie gilt etwas und gilt nichts. Wir sprechen von der Partei als Partei. Von ihren einigen vierzig Mitgliedern verdient ungefähr ein Dutzend ihr Salz. sSoviel wie: hat eine gewisse Bedeutung.) Und in einem halb Dutzend Fällen sogar ein gut Teil mehr als ihr Salz. Ein oder zwei sind Männer von ausgezeichneter Bedeulung. Von den übrigen wollen wir uns mit der Feststellung begnügen, daß sie aussehen, als würden sie sich auf den Bänken der Liberalen und Konservativen mehr zu Hause fühlen... Die Macht, welche die Partei imstande ist, im Parlament auszuüben, hängt nicht von dem Gewicht ihrer einzelnen Mitglieder ab, sondern von dem Geiste, den sie in ihrer Gemeinschaft von der großen Arbeiterbewegung draußen in das Parlament hineintragen kann. Dadurch, daß sie sich freundlicherweise bereit erklärten, ihre Parteiexistenz für die Dauer des Krieges aufzugeben, haben sich die Arbeitermitglieder nicht nur selbst beteiligt, sondern tatsächlich die gewerkschaftliche und sozialistische Bewegung ihrer Rechte beraubt." Der Verfasser des Artikels beteuert, daß es ihm keine Freude mache, die Arbeiterpartei anzuklagen. Aber man könne nicht schweigen, nachdem die Mehrheit der Partei die Sache der Arbeit, der Freiheit und des Friedens bedingungslos einigen Ministern überantwortet habe. Ein Trost ist ihm geblieben: „Glücklicherweise ist die Arbeiterpartei im Parlament nicht die Arbeiterbewegung. Außerhalb des Parlaments, wo man die rauhen Wirklichkeiten des Wirtschaftslebens und der Politik verspürt, wachsen die Kräfte des Sozialismus und der Arbeit und sammeln sich Energie und Stoßkraft. EineS Tages wird die neue Marseillaise der Bewegung durch die Mauern des Parlaments hindurchdringen, und dann wird vielleicht auch Mr. Will Crooks seiner der Führer der Arbeiterpartei) in einem Ausbruch von Jntransigenz in die Melodie einstimmen." Hoffen wir, daß sich diese Erwartungen verwirklichen. Aus den Organisationen. Eine außerordentliche Kreis- Vertrauensmännerkonferenz des Wahlkreises Hanau-Bockanheim-Gelnhausen-Orb fand om Sonntag, den i. Juli, statt, die sich'mit der Haltung der Reichstags fraklion und unseres Parteiorgans, der Frankfurter.Volks stimme" beschäftigte. Genosse Hoch, als Vertreter unseres Kreises, vertrat seinen Standpunkt zur Kreditbewilligung und Genosse Rühle, Dresden, den der Minder- heit. Nach eingehender Debatte wurde eine Resolution einstimmig angenommen, die sich mit den Ausführungen des Genossen Rühle einverstanden erklärt und in der Zustimmung der Fraktion zum Etat einen Verstoß gegen die Parteitagsbeschlüsse von Lübeck, Nürn- berg und Magdeburg erblickt. Der Fusion wurde das Recht be- stritten, sich über diese Beschlüsse Dnwegzusetzen.... Die konsequente Haltung des Genossen H a a s e und sein Artikel .Das Gebyt der Stunde" werden begrüßt und daran der Wunsch gNknüpst, daß Genosse Haase auf seinem verantwortungs- vollen Posten ausharren möge. Auch mit der unter dem S. Juni ?u d«n Parteivorstand gerichteten Kundgebung erklärte sich die Kon- serenz einverstanden. Ueber die Haltung des Parteiorgans wurde dw nachstehende Resolution angenommen: Die am 4. Juli 1915 tagende Vertrauensmännerkonferenz des Wahlkreises Hanau-Bockenheim-Gelnhausen-Lrb protestiert mit aller Schärfe gegen die opportunistisch. iianonalisiische Haltung des politischen Teiles unseres Parteiorgans, der Franksurier.Volksstimme", die sich außerhalb des Rahmens sozialistischer Grundsätze bewegt. Tie Äreiskonferenz lehnt jede Verantwortung für den Inhalt des politischen Teils der.Volksstimme" ab, weil die politische Re- daktion, die schon in Friedenszeiten den Beschlüssen der Organi» sationen und Pressekommission keine Beackitung schenkte, während des Kriegszustandes lediglich ihre Privatansicht zur Geltung kommen läßt, keinerlei Rücksicht auf die gegenteiligen Anschauungen breiter Schichten der Parteigenossen nimmt und alles ausbietet, die Preß- kommission als die legitime Vertretung der Parteimitglieder völlig auszuschalten. Wir richten aber den Appell an die Genossen unseres Wahl« kreises, die Frankfurter„Volksstimme" unter keinen Umständen ab- zubestellen— dieser Gedanke kommt leider vielfach in berechtigter Entrüstung über die Haltung der.Volksstimme" zum Ausdruck—, jedoch den Inhalt des politischen Teils des Blattes mit der nötigen kritischen Vorsicht zu lesen und als Partei jede Verantwortung für denen Inhalt abzulehnen. * Der sozialdlem akratische Verein für den Wahl- kreis Hamm-Soest hielt am Sonntag seine diesjährige Generalversammlung ab. Der Bericht des Borstandes beschränkte sich auf geschäftliche Angelegenheiten. Zum Kriegsdienst eingezogen sind zirka 359 Mitglieder. Am 31. März 1315 waren noch vor- banden 714 männliche und 423 weibliche Mitglieder. Während der Kriegszeit wurden nur 32 neue Mitglieder gewonnen. Der Mitgliederverlust beträgt etwa 400. Die Mitgliedschaft verteilt sich auf 24 Filialen in 34 Orten. Die� Generalversammlung nahm auch Stellung zum Partei- zwist. �Sie verurteilt das parteischädigende Verhalten der„Quer- treibcr" und billigt die Haltung der Fraktionsmehrheit und des Parteivorstandes, indem sie sich einmütig den bekannten Beschluß der Bezirkskommission für das westliche Westfalen zu eigen macht. * Der 3. württembergische Wahlkreis hielt am 4. Juli seine Kreisgeneralversammlung in Heilbronn ab. Sie war von 58 Delegierten aus 22 Ortsvereinen besucht. Nach dem Vorstands- bcricht sind von 3390 Mitgliedern rund 1600 zum Militär einge- zogen. Nahezu 100 Genossen sind bereits gefallen. Der Kassen- abschluß weist bei einer Einnahme von 4354 M. einen Ueberschuß von 898 M. auf. Die Stuttgarter Parteiwirren haben im 3. Wahl- kreis nur in der Stadt Heilbronn sich bemerkbar gemacht. Hier sind etwa 50 frühere Mitglieder der Westmehergruppe beigetreten. Das„Neckar-Echo", das Organ des Wahlkreises, hat in der Kriegs- zeit verhältnismäßig gut abgeschnitten. Seine Haltung wurde als richtig anerkannt. Ueber die Politik der Reichstagsfraktion refe- rierte der Abgeordnete Feuerstein. Die Versammlung nahm gegen zwei Stimmen folgende Resolution an:„Die Kreisversamm- lung�erklärt sich mit den Ausführungen ihres Abgeordneten über die Stellung der Partei während des Krieges durchaus einver- standen. Sie billigt vollkommen die Entscheidungen der Reichs- tagsfraktion und des Parteivorstandes, begrüßt insbesondere die neueste Meinungsäußerung des Parteiausschusses und macht sich dieselbe zu eigen."— Des weiteren nahm die Versammlung scharf Stellung gegen die Lebensmittelteuerung. » Der Bezirksvorstand der Provinz Brandenburg, der sich aus sämtlichen Vorsitzenden der Kreiswahlvereine und den an- gestellten Sekretären der Provinz zusammensetzt, beschäftigte sich an- knüpfend an die Verhandlungen des Parteiausschusses mit den inneren Vorgängen in der Partei. Nach eingebender Erörterung faßte der Bezirksvorstand seine Meinung durch einstimmigen Beschlutz dabin zusammen, daß er sich mit den Beschlüssen des Partei- ausschusses einverstanden erklärte. Außerdem wurden noch Organi- sationsfragen verhandelt. Die Frage der Einberufung eines außer- ordentlichen Provinzialparteitages wurde dem Bezirksausschuß zur Erwägung überwiesen. Um bereits früher entstandenen Irrtümern zu begegnen, machen wir darauf aufmerksam, daß die beiden großen Berlin vorgelagerten Landkreise Teltow-Beeskow und Niederbarnim nicht zu diesem Bezirlsverband gehören. ♦ Aus dem Pressebureau wird geschrieben: Die Neu- konstituierung des Kreisvereins für den 10. württembergischen Wahlkreis(Göppingen-Gmünd) bat am letzten Sonntag auf einer außerordentlichen Kreisversamm- lung in Lorch stattgefunden. Eine am 21. März abgehaltene Kreis- Versammlung hatte unter Führung Crispiens-Stuttgart mit Mehr- heit beschlossen, keine Beiträge mehr an die Landesorganisation zu zahlen. Alle Versuche des Parteivorstandes, den Kreisvorstand zur Erfüllung der statutarischen Pflichten zu bewegen, waren vergebens. Eine im Mai abgehaltene Vorständekonferenz, auf der nur noch ein Teil der Ortsvereine vertreten war, beharrte mit Mehrheit auf dem Beschluß vom 21. März. Darauf stellte der Parteivorstand fest, daß die alte Kreisorganisation infolge verweigerter Beitrags- pflichten aus der Parteiorganisation Deutschlands ausgeschieden sei und wies dem Landesvorstand die Aufgabe zu, einen neuen Kreisverein ins Leben zu rufen. Diesem Zweck diente die außer- ordentliche Kreisversammlung. vom letzten Sonntag, die der Landes- vorstand einberufen hatte. Sic war von 46 Delegierten besucht, die 17 Ortsvereine vertratest. In der Aussprache über die bis- herigen Vorgänge in der.Kreisorganisation wurde das Verhalten der alten Kreisleitung scharf kritisiert. Der Verlust des Reichs- tagsmandats, das sich von 1303 bis 1906 im Besitz der Partei befand ''und 1912 leicht zurückzugewinnen war, und des Landtagsmandats für den Bezirk Göppingen, das 12 Jahre der Partei gehörte, wurde als eine Folge der unzweckmäßigen Agitationsmethoden bezeichnet. Statt anziehend habe die Arbeit der Partei abstoßend auf die arbeitende Bevölkerung gewirkt. In einer einstimmig angenomme- nen Resolution wird die Haltung der bisherigen Kreisleitung be- dauert und ausgesprochen, daß die Versammlung das Organi- sationsstatut anerkennt als Voraussetzung zur Ausübung von Mit- gliederrcchten. Auch mit der politischen Haltung der„Freien Volks- zeitung" erklärte sich die Versammlung einverstanden. Ueber die Politik der Partei in Kriegszeit sprach Reichstagsabgeordnetcr Genosse Bios. Einstimmige Annahme fand eine Resolution, die die Haltung der Reichstagssraktion billigt... und die Forde- rung der Opposition durch Genossen in verantwortlicher Stellung mißbilligt, weil hierdurch der Krieg in die Länge gezogen und die Organisation zerrüttet werde. Zum Vorsitzenden des neuen Kreis- Vereins wurde Genosse S ch i r m e r- Göppingen gewählt. Die übrigen Mitglieder des Vorstandes sind pon den Ortsvereinen Göppingen und der umliegenden Orte zu wählen. Gewerkschaftliches. der Kampf um öie Kriegslö'hne. Im Schneidergewerbe nehmen die Lohndifferenzen immer noch ihren Fortgang vor der Schlichtungskommission des Gewerbegerichts. Obgleich die Löhne bis ins einzelne geregelt sind, kommen täglich Beschwerden zur Sprache, wonach die Löhne, die von der Militär- behörde festgesetzt sind, nicht eingehalten werden. Es gibt immer noch Unternehmer und Zwischenmeister, die diesen Forderungen mit größter Verständnislosigkeit gegenüberstehen. Vielfach ist auch zu verzeichnen, daß die Arbeitskräfte sich mit den gebotenen Löhnen einverstanden erklären, oder aber die Arbeiter sind über das, was sie eigentlich mit Fug und Recht zu erhalten haben, nicht unter- richtet. Hier ist es die Organisation der Schneider, die sofort wirksam eingreift, wenn ihr derartige Lohnumgehungen be- kannt werden. Oft besteht aber ein solcher Wirrwarr im Her- stellungssystem, daß es der Kommission schwer wird, Klarheit zu schaffen. Vielfach arbeitet der Inhaber selbst mit, welche Arbeit abgerechnet werden muß, oder die Arbeit geht durch mehrere Hände, so daß es nicht leicht ist, zu einer befriedigenden Einigung zu gelangen. In manchen Fällen muß die Sitzung vertagt und die Schar der in Betracht kommenden Arbeiter und Arbeiterinnen erst zusammengetrommelt werden. Charakteristisch ist auch das Verhalten einer gewissen Sorte von Zwischenunternehmern, die ganz stramm Lohnnach- Zahlungen einzuklagen suchen, sich aber weigern, den Arbeitern die kriegsmäßigen Tariflöhne zu zahlen. Diesen Leuten mutz dann an der richtigen Stelle der Star gestochen werden. In einem solchen Falle hatte der Unternehmer an den Zivischenmeister 450 M. Vorschuß gezahlt, als das Verhältnis gelöst wurde. Die Klage vor dem Schiedsgericht endete mit einem Vergleich, wonach der Unter- nehmer sich bereit erklärte, 200 M. an den Zwischenmeister zu zahlen, die von den 450 M. abgehen sollten.„Ach, was," meinte der Zwischenmeister,„ich bekomme nichts von dem Herrn und er bekommt auch nichts von mir!" In einer anderen Klagesache war die Preisfrage: Bei wem waren die Arbeiterinnen beschäftigt, beim Zwischenmeister oder beim Hauptunternehmer? Da der Zwischenmeister eine dahin- gehende Unterschrift geleistet hatte, muhte die Schlichtungs- kommission ihn als völlig selbständigen Unternehmer bezeichnen, so daß das Personal als bei ihm beschäftigt zu gelten hat. Da das betreffende Personal durch diese Differenzen aus der Arbeit ge- kommen war, wurde in dem nachfolgenden Vergleich auch die Zu- sage des Fabrikanten erzielt, einen größeren Teil der Leute wieder einzustellen und für die entgangenen Tagesverdienste zu ent- schädigen. Ein anderer Unternehmer hatte an A. W e r t h e i m die An- fertigung von Soldatenunterhosen vergeben. Da die von der Militärbehörde festgesetzten Löhne nicht eingehalten wurden, als Fabrikant aber der Vergeber der Unterhosen angesehen wurde, mußte er noch 160 M. an Kunze vom Schneiderverband als Vertreter der zu kurz gekommenen Arbeiter nachzahlen. Ein Arbeiter klagte gegen einen Unternehmer auf 140 M. Lohn. Der Beklagte machte geltend, daß er eine Gegenforderung von 160 Dl. habe für Aenderungen, die infolge schlechter Arbeit notwendig gewesen seien. Die Sache endete nach mühevoller Ver- Handlung mit einem Vergleich, wonach der Arbeiter 100 M. erhält. Zwei Zwischenmeister wurden wegen Nichterscheinens ver- urteilt, und zwar waren dies Endurteile, nicht Versäumnisurteile. Die beiden waren mittels Zustellungsurkunde geladen und hatten trotzdem nicht Folge geleistet. Serlin und Umgegend. Abgelehnte Arbeiterwünsche. Die Portefeuiller und Reiseartikelsattler be- schäftigten sich am Montag mit der Teuerungszulage in der B e r- l i n e r Lederwaren- und Reiseartikelbranche nach den Borschlägen der Fabrikanten. Schulze referierte und gab eine Darstellung der Verhält- nisse für diese Gruppe bei und nach Ausbruch des Krieges, die sich außerordentlich ungünstig gestalteten und erst durch die Heeres- auftrüge wieder günstiger wurden. So konnten die Fabrikanten die Schäden des Kriegsausbruchs wieder wettmachen, dagegen die Arbeiter aus der Lederwarenindustrie nicht, denn ein mehr- monatiger gänzlicher Lohnausfall ist selbst durch eine nachfolgende gute Konjunktur kaum noch auszugleichen. Es lohnt sich darum, einmal die Durchschnittsverdienste für die Lederwarenindustrie festzustellen, was durch die amtliche Lohnstatistik ermöglicht wird. Der Verband nimmt diese Statistik zur Feststellung der Durch- schnittsverdienste. Demnach haben die Arbeiter der Handbetriebe nach Angabe der Unternehmer im Durchschnitt 24,85 M. pro Woche verdient. Wenn da auch die weiblichen Arbeitskräfte miteingezählt sind, so sind aber andererseits auch Werkführer usw. dabei. Die Arbeiter aus Betrieben mit Motorbetrieb verdienten 25,20 M. Unter diesen Umständen ist mit Spargroschen nicht gut zu rechnen. Auch haben die Arbeiter der Portefeuillerbranche am Segen der Militärarbeit nicht soviel profitiert; sie waren meist nur Hilfsarbeiter, Berufsfremde, und mußten sich viel auf eigene Kosten einarbeiten. Mit dem Frühjahr war auch dieser Segen zu Ende. Dies alles festzustellen, ist notwendig, um de» Argumenten der Unter- nehmer begegnen zu können. Zu bemerken ist noch, daß die Lebenshaltung ganz enorm verteuert worden ist, ja, den Heim- arbeitern sind auch noch die Zutaten äußerst gesteigert worden. Als diese Teuerung eintrat, fragte man sich, ob es nicht billig und recht wäre, hier einen Ausgleich zu schaffen. Es war dies keine leichte Frage, da ein Vertragsverhältnis vorlag und die Konse- quenzen in Betracht gezogen werden mußten. Schließlich kam die Organisation aber zu der Begründung, daß ganz außergewöhnliche Zustände eingetreten seien und eine Lohnaufbesserung sich sehr wohl rechtfertigen lasse. Bei den darauffolgenden Verhandlungen mit den Unternehmern wurde denn auch erklärt, daß an dem bestehen- den Vertrag nicht gerüttelt werden solle, sondern daß es sich nur um eine außergewöhnliche Notzulage handele. Die Fabrikanten unterbreiteten einen Gegenvorschlag, der von der Organisation nicht angenommen werden konnte, da er in Wirklichkeit nichts ent- hielt. Die letztere legte einen neuen Entwurf vor. Zu diesem Vorschlag kam noch die Forderung, daß auch die bei Zwischenmeistern beschäftigten Arbeiter der neuen Vergünstigungen teilhaftig werden sollten. Für das Industriegebiet Offenbach kam nachträglich eine Notzulage zustande, die allerdings nicht viel dar- stellte. Auf zentraler Grundlage ließ sich unter den bestehenden Umständen nichts schaffen; so mutzte auf eine Regelung in Berlin hingearbeitet werden. Die Verlwndlungen zeigten, daß die Fabri- kanten zwar gerne nach außen hin mit ihrem sozialen Verständnis glänzen möchten, daß dies aber nichts koste» dürfe. So waren denn die Beziehungen negativ. Schulze erklärte, oaß mindestens das, was die Offenbachcr Fabrikanten zugestanden haben, auch für Berlin Geltung bekommen müsse. Jetzt werde man in den ein- zelnen Betrieben von Fall zu Fall vorgehen und die Forderung auf eine Notzulage vorbringen. In der Diskussion geißelte noch W e i n s ch i l d das Verhalten der Fabrikanten. Ein anderer Redner bezeichnete die Antwort der Fabrikanten als einen Hohn gegen die Arbeiter. Die Unternehmer scheinen nur Zeit gewinnen zu wollen. Ueberhaupt sprach aus der ganzen Debatte eine große Unzufriedenheit und die feste Zuversicht, das zu erringen, was die heutige Lebenshaltung bedingt. Schulze betonte noch, daß unter den Fabrikanten sich auch solche befänden, die sich durchaus entgegenkommend gezeigt hätten und dementsprechend zugelegt haben. Die Versammlung war mit dem Vorschlage der Leitung ein- verstanden und brachte zum Ausdruck, daß unbedingt in jedem Bc- triebe vorgegangen werden müsse. Deutsches Reich. Teuerungszulagen in der Holzindustrie. Während schon in normalen Zeiten die Arbeitslöhne in viele» Fällen kaum zur bescheidenen Ernährung einer Arbeiterfamilie ausreichend sind, machen die jetzigen Lebensmittelpreise für viele Arbeiterfamilien eine befriedigende Ernährung geradezu unmöglich. Deshalb Ijabcn die Arbeiter verschiedener Industrien an die Unternehmer das Ersuchen um Gewährung von Teuerungszulagen gestellt. Die Holzarbeiter fanden für solche Bestrebungen zuerst in einigen von der Verwüstung verschont gebliebenen Orten des Ostens bei den Unternehmern Entgegenkommen. In Königsberg wurde eine Teuerungszulage von 2,50 M. für Verheiratete und 2 M. für Ledige gewährt. Die der Unternehmerorganisation nicht angehörenden Firmen dewilligten eine Zulage von 10 Pf. für die Stunde für die Lohnarbeiter und 15 Proz. für die Akkordarbeiter. — Die Tischler-Innung in Jnfterburg erhöhte die Löhne außer den ohnehin fälligen vertraglichen Zulagen um 5 Pf. für die Stunde und die Akkordpreise um 8 Proz.— Der Unternehmerverband in Danzig traf mit dem Holzarbeiterverband eine Vereinbarung, wonach alle bestehenden Stundenlöhne um 4 Pf. und die Akkord- Preise um 8 Proz. erhöht wurden. Im Gegensatz zu diesem entgegenkommenden Verhalten ein- zelner Unternehmerorganisationen benützcn diese in den weitaus meisten bis jetzt bekannt gewordenen Fällen ihre Macht dazu, die Arbeiter durch Einschüchterungen aller Art von einem Vorgehen abzuhalten oder den einzelnen Firmen trotz deren Bereitwilligkeit die Gewährung von Teuerungszulagen zu untersagen. Im Einzel- falle geht diese Unternehmertaktik, so weit, daß vom Holzarbeiter- verband allen Ernstes verlangt wird, er möge seinen Mitgliedern zur Pflicht machen, solche Forderungen auf Teuerungszulagen nicht zu erheben. Die Werftbesitzer haben sich an das gute Beispiel der Kaiser- lichen Werften nicht gekehrt und bisher jedes Entgegenkommen— teilweise sogar sehr_ schroff— abgelehnt. Eine Ausnahme hiervon macht die Firma E>chichau in Danzig und Elbing, die Zulagen von 1—2 M. bewilligt hat. Trotz der geschilderten Haltung vieler Unternehmcrvcrbände der Holzindustrie haben doch schon eine beträchtliche Anzähl Einzel- firmen ihren Arbeitern Entgegenkommen bewiesen. So in Ham- bürg acht Betriebe, in Nordhausen, Ingolstadt, Rosenheim, Bruckmühl, Stettin, Niecky, Warmbrunn, Glauchau, Wcrdau, Köln, Uer- dingen, Brandenburg, Güstrow, Holzminden und Gotha je ein Be- trieb, in Breslau, Düsseldorf, Mannheim und Finsterwalde je zwei Betriebe. Die gewährten Teuerungszulagen sind in Form und Höhe sehr verschieden, in den meisten Fällen aber mehr als minimal; doch zeugen sie immerhin von einem gewissen Maß sozialen Geistes. Soweit die Bewilligungen sich über ganze Branchen erstrecken, sind noch zu nennen die Kistenfabrikanten in Bünde i. W.. die allen Arbeitern eine Verbesserung von 1,50 M. wöchentlich gewährten, sowie die Bürstenmacher in Neuruppin mit einem Lohnaufschlag von 10 Proz. Auf dem Gebiete der Lohnbewegungen hat innerhalb der Kriegszeit im allgemeinen Ruhe geherrscht. Soweit als möglich wurde jedoch dahin gestrebt, die Arbeitsbedingungen in den für den Heeresbedarf arbeitenden Industrien den Zeitverhältnissen ent- sprechend zu regeln. Hierbei kommen neben den Korbmachern vornehmlich die im Waggon- und Flugzeugbau beschäftigten Arbeiter in Betracht. Bei den Korbmachern wird die mit den Unter- nehmern getroffene Vereinbarung lange nicht überall eingehalten. Die an elendesten Verdienst gewöhnten Heimarbeiter und Arbeite- rinnen der Spielwarenindustrie haben sich während des Krieges in großen Massen der Korbmacherei zugewendet und lassen sich viel- fach mit weniger als der Hälfte des ihnen zustehenden Arbeits- lohnes abspeisen. Es kommt vor, daß solche armen Familien mit Mann, Frau und Kindern von früh bis spät rackern und dabei nur einige Mark mehr herausschinden als sonst. Mit den Berliner Flugzeugindustriellen ist ein Vertrag abge- schlössen worden, der die normale wöchentlicbe Arbeitszeit auf 51 Stunden und den Einstellungslohn für Tischler, Zimmerer, Stellmacher und Maschinenarbeiter auf 80 Pf. für die Stunde fest- setzt. Da sich in immer größerem Umfange auch in den sonstigen Landesteilen Flugzeugwerke etablieren, mögen die Mitglieder und Verbandsvertreter sich in dem gleichen Sinne um die Wahrnehmung der Interessen dieser Arbeiter bemühen. Solches ist bereits in einem Falle geschehen und hat zu einem befriedigenden Erfolg gc- führt. So bietet sich auch während des Krieges für die Organisation ein immer größeres Tätigkeitsfeld, und nichts ist für die Arbeiter verhängnisvoller, als in dieser Zeit ihrer Organisation das Jnter- esse zu versagen. Die Folge ist, daß inzwischen die Arbeitsbedin- gungen immer mehr heruntergewirtschaftet werden und nach dem Kriege gar manche Position verloren ist, die nur unter großen Opfern und Kämpfen wieder gewonnen werden kann. Wer es ehrlich mit der Sache der Arbeiter meint, richtet sein erstes Augen- merk während der Kriegszeit darauf, die Einigkeit in den eigenen Reihen und die Kraft der Organisation ungeschwächt zu er- halten._ Der Verband der Gastwirtsgehilfen im Jahre 1914. Der Weltkrieg hat naturgemäß auch das Gastwirtsgewerbe stark beeinflußt und damit die gastwirtschaftlichen Angestellten. Der Rückschlag auf die Organisation konnte nicht ausbleiben. Die in den letzten Jahren, namentlich während der Sommerzeit, leb- Haft einsetzenden Lohnbewegungen mußten mit Ausbruch des Krieges gänzlich unterbleiben oder eingestellt werden. Die Unter- nehmer benutzten die Panik der ersten Kriegswochen und suchten die in den letzten Jahren errungenen Löhnerhöhungen nach Mög- lichkeit wieder aufzuheben. Wo Tarifverträge bestanden, gelang es den Organisationen in den meisten Fällen, sogenannte Kriegs- tarife zu vereinbaren, wodurch wenigstens ein allzugroßer Lohn- rückgang vermieden wurde. Viele dieser Tarife sind jetzt bereits wieder zugunsten der Angestellten revidiert worden. In den ersten sieben Monaten haben 146 Lohnbewegungen in 24 Orten jtattgc- funden; beteiligt waren 212 Betriebe mit 2677 Beschäftigten. Nur bei 22 Bewegungen mit 673 Beschäftigten kam es zur Arbeisein- stellung oder zur Aussperrung. Erreicht wurde durch die Lohn- Bewegungen für 222 Personen eine Arbeitszeitverkürzung von 1272 Stunden wöchentlich. Lohnerhöhungen für 849 Personen im Betrage von 2163 M. wöchentlich. Sonstige Verbesserungen der Arbeits- Bedingungen(darunter Anerkennung des Arbeitsnachweises und der Organisation) wurden in 62 Fällen für 534 Personen erreicht. Die Tarifverträge kamen in 94 Proz.(138 von 147) auf friedlichem Wege zustande. Wie fast alle Verbände, so hat auch der Verband der Gast- Wirtsgehilfen infolge der Kriegsereignisse einen starken Rückgang des Mitgliederbestandes zu verzeichnen. Am 1. Januar 1314 wurden 16 025 Mitglieder gezählt, im ersten Quartal machte sich ein ansehnlicher Zuwachs bemerkbar. Da kam der Krieg, und die erste Zählung am 3. August ergab nur noch einen Bestand von 3362 Mitgliedern, davon zum Militär abgemeldet 1740, sodaß ein wirklicher Bestand von 7612 verblieb. Bei der Zählung am 31. Dezember 1914 änderte sich das Bild etwas zugunsten des Verbandes: es wurden gezählt in 72 Verwaltungsstellen 12 395 Mitglieder. Davon waren aber bereits zum Militär abgegangen 4441(35,9 Prozent), sodaß 7954 Mitglieder verblieben. Bei diesen Zahlen ist zu beachten, daß die Abmeldung vielfach unterlassen wird. Die Hauptaufgabe des Verbandes während des Krieges war selbstverständlich die Unterstützung seiner arbeitslosen Mit; glieder und der Familient der Kriegsteilnehmer. Bis zum Jahres- y lenken, denen die erforderliche Kenntnis der Einwohner und auch schluß verausgabte der Verband 58 647 M. für Arbeitslosen- und von deren Verhältnissen nicht nur hinsichtlich der von ihnen zu 49 182 M. für Familienunterstüßung. Pis heute stellen sich die vertretenden Gemeinde, sondern womöglich für den ganzen Vorentsprechenden Zahlen folgendermaßen: Nach einer am 1. Mai einschäßungsbezirk beiwohnt, und die ferner unter ihren Mit dieses Jahres vorgenommenen Statistik waren bis dahin zum bürgern Achtung und Vertrauen genießen, andererseits nach ihrer Militär eingezogen 6156( 41,7 Proz. der Mitglieder). An Unter- Lebensstellung von dem Einfluß örtlicher Interessenkreise unabstützungen sind bis Mitte Juni in runden Summen zur Aus- hängig sind und durch ihre persönlichen Eigenschaften die Gewähr zahlung gekommen: An arbeitslose Mitglieder 72 500 bieten, daß sie bei Wahrnehmung der Veranlagungsgeschäfte ſelbſt Mark, an die Familien von Kriegsteilnehmern nach rein sachlichen Gesichtspunkten verfahren, solchen auch inner100 000 m., an sonstige Unterstübungen 11 500 M., halb der Kommission die gebührende Geltung verschaffen werden. insgesamt 184 000 M. Von dieser Summe sind zirka 35 000 n Gemeinden, die mehr als ein Mitglied zu wählen haben, sind Mart durch freiwillige Sendungen aufgebracht worden. die verschiedenen Arten des Einkommens möglichst zu berücksichtigen. Die zurzeit funktionierenden Mitglieder und Stellvertreter fönnen wiedergewählt werden. Die Dauer der Wahlperiode ist von dem Ausland. Beschäftigungsgrad und Lohnverhältnisse in England. Nach den Zusammenstellungen der amtlichen„ Labour Gazette", die sich auf die Berichte der Gewerkschaften stüßen, betrug die Arbeitslosigkeit in England Ende Mai 1,2 Proz., das ist 1,1 Prozent weniger als an demselben Zeitpunkt des Vorjahres. Wie auch bei uns, schnellte die Prozentziffer im ersten Kriegsmonat starf in die Höhe, nämlich auf 7,1 Proz. Von da ab vollzog sich die Entwickelung folgendermaßen: September 5,9, Oftober 4,4, November 2,9, Dezember 2,5, Januar 1,9, Februar 1,6, März 1,3, April 1,2, Mai 1,2. Finanzminister auf einen dreijährigen Zeitraum festgesetzt worden. schluß der Aktionäre( der Genossenschaften und Gewerkschaften) trotz Der Kriegsrefervefonds der Volksfürsorge ist durch den Ent ihrer eigenen schwierigen Lage in der Kriegszeit auf die ihnen zu stehende Verzinsung des von ihnen zur Verfügung gestellten Aktienkapitals auch für das Jahr 1914 zu verzichten, um 40 000 m. erhöht worden. schäftsjahres 1913 3803 M., von dem des Jahres 1914 8598 M. zu Dem Fonds wurden vom Ueberschuß des Gegeführt, so daß er jetzt 51 300 m. beträgt. Diese Summe gelangt nach Schluß des Krieges außer der gezahlten Prämienreserve an Die geringe Arbeitslosigkeit ist auch in England dem Umstand die Angehörigen der im Ariege sterbenden Versicherten der Volkszu verdanken, daß viele Arbeiter in das Heer eingetreten sind und fürsorge, deren Versicherungsverhältnis am Tage des Beginns der Sie zu Hause gebliebenen bei der Deckung des Armeebedarfs Be- Feindseligkeiten mindestens sechs Monate bestanden hat, zur Ausschäftigung gefunden haben. Eine besonders große Zahl von Berg- zahlung. arbeitern sind unter die Fahnen geeilt, und das war einer der Dieser Beschluß der Arbeiterorganisationen, in der für ihre Gründe, aus denen der Kohlenpreis beträchtlich in die Höhe ges eigenen Mitglieder schwierigen Zeit auch dieses Opfer zu bringen, gangen ist. Diese Preissteigerung hat natürlich ungünstig auf beweist aufs neue, wie starf der Wille ist, die wirtschaftlichen Folgen andere Industrien eingewirkt. In der Roheisenindustrie machte des schrecklichen Krieges für die am meisten Geschädigten nach sich der Mangel an Rohmaterial so gut wie an Arbeitskräften be- Möglichkeit zu lindern; es zeigt sich aber auch, wie diese Organimerkbar, und dieselben Faktoren bestimmten die Lage der Stahl- sationen alles tun, um es der Volksfürsorge zu ermöglichen, ihren industrie. Die Maschinenindustrie berichtet besonders bon einem Versicherten die größtmöglichsten Vorteile zu bieten. andauernden Mangel an Arbeitskräften; Ueberstunden-, Nachtund Sonntagsarbeit mußten zu Hilfe genommen werden, um die Aufträge der Regierung zu erfüllen. Dasselbe gilt von anderen Branchen der Metallindustrie, dem Schiffbau usw., aber auch von der Bekleidungs- und der Nahrungsmittelindustrie. Genossenschaftliches. Behördliches Lob der Konsumgenossenschaften. Ans der russischen Genossenschaftsbewegung. nationalen Genossenschaftsbulletin folgende Angaben: Der Stand Professor Dr. Totomianz( Moskau) macht dent Inter der russischen Genossenschaften aller Ait war am 1. Januar 1915: Zahl Mitglieder • Konsumvereine( 85 Proz. ländliche) Kreditgenossenschaften Landwirtschaftliche Bezugs- u. Einkaufsgenossenschaften Genossenschaftliche Butterhandlungen Verschiedene ländliche Genossenschaften für Heimarbeit. . 10 000 1 400 000 12 789 8 100 000 5 761 2 000 500 000 200 000 500 Insgesamt gibt es 31 050 Genossenschaften mit mehr als 10 200 000 Mitgliedern.( Obige Zahlen lassen allerdings darauf schließen, daß mehr mit oberflächlicher Schäßung als mit zuverläfiger zu nennen; namentlich die ländlichen Kreditgenossenschaften gewannen Statistik zu rechnen ist.) Der Einfluß des Strieges war eher günstig erheblich. z. B. der große Verband der sibirischen Butterhandelsgenossenschaften, Verschiedene Genossenschaften liefern Heeresbedarf, so Der Verband der Kreditgenossenschaften des Gouvernements Stiew Der Verband russischer Konsumbereine in Mostau, der 1400 Vereine und der Verband landwirtschaftlicher Genossenschaften in Bologda. umfaßt, hat nicht unter dem Kriege gelitten; fein Umfag stieg von 10 Millionen auf 15 Millionen Rubel. Ebenso weist die Genossenfchaftliche Volksbank in Moskau Fortschritte auf. Eingegangene Druckschriften. Berb. d. Bureaubeamten, Nr. 13.) 20 Pf. Selbstverlag des Verbandes, Kriegsfürsorge und Standespolitik. Bon E. Schöwis.( Schr. d. Leipzig.. Die Kulturbedeutung Frankreichs. Von J. Matthieu. 80 Pf. Die Kulturbedeutung Englands. Von Dr. Th. Better. 60 Pi. Drell Füßli, Zürich. Sozialistische Monatshefte. 13. Heft. Herausgeber: Dr. J. Bloch. Alle 14 Tage ein Heft 50 Pf. Selbstverlag, Berlin W 35. Wachtfeuer. Stünstlerblätter zum Kriege 1914/15. Nr. 39, 20 f. Zirfelverlag, Berlin, Wilhelmstr. 48. Der Alte auf Topper. Roman von H. v. Zobelti. 4 M. E. Fleischel u. Co., Berlin, Linkſtr. 16. Das Forum. Heft 2/3. Herausgeber: W. Herzog. 1,50 M. Selbstverlag, München. Die Zuversicht. Kriegsaussas von Houston Stewart Chamberlain. 50 Pf. F. Brudmann A.-G., München. Dokumente des Fortschritts. Internationale Revue, Juliheft. Herausgeber: Professor Dr. R. Broda. Jährlich 4 Hejte, 5 M. M. Drechsel, Bern. Der Betrag, um den die Arbeitslöhne( die Kriegsprämien eingerechnet) im Mai in die Höhe gegangen sind, war der höchste, der Der Bundesrat Schulthes, Vorsteher des Schweizerischen je in einem Monat erreicht wurde, es erhielten nämlich 969 580 Volkswirtschaftsdepartements, erklärte fürzlich in einem Vortrag über Arbeiter eine 2ohnerhöhung von 3 769 700 m. pro die Kriegssteuer in bezug auf den Konsumentenschutz während des Woche. Der Löwenanteil an dieser Steigerung fiel den Berg- Krieges u. a. llebrigens stehen neben dem Privathandel als arbeitern zu, ihnen folgten die in der Schiffs- und Maschinen- mächtige Regulatoren die Konsumvereine." industrie Beschäftigten. Auch in der Schweiz erfreuen sich die Konsumvereine bei den Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Behörden keiner großen Beliebtheit, außer etwa als Objekte der Donnerstagmittag. Zunächst troden, vielfach heiter und sehr warm, Steuerfünstler. Im so mehr fällt obiges Urteil ins Gewicht. aber veränderlich; später im Westen wieder strichtweise Gewitter. Soziales. Versicherungsbeiträge für Angestellte während des Krieges. Die bei Kriegsausbruch vielfach verbreitete Meinung, der Krieg hebe die Geseze auf, darf wohl jezt als allgemein überwunden gelten. Dagegen besteht noch vielfach eine Unsicherheit über die Anwendung rechtlicher und geseglicher Bestimmungen, z. B. auch aus dem Gebiet der Sozialversicherung, unter den durch den Krieg veränderten Verhältnissen. Der Berliner Drtsausschuß der Vertrauensmänner, Flottwellstr. 4, I, Zimmer 5- Sprechstunde täglich 1-8 Uhr macht darauf aufmerksam, daß die Versicherungs- und Beitragspflicht auch während des Krieges unverändert bleibt. Für alle versicherungspflichtigen Angestellten sind nach wie vor die Beiträge durch den Arbeitgeber zu entrichten. Ist das Gehalt infolge des Kriegsausbruches verkürzt worden, so ist der der Gehaltsstufe entsprechende Beitrag zu entrichten. Angestellte, die vor Kriegsausbruch mehr als 5000 m. verdienten, jezt aber weniger, müssen ebenfalls versichert werden. Wenn ihr Einkommen später wieder 5000 M. übersteigt, so hört die Versicherungspflicht auf. Sie behalten das Recht, sich freiwillig weiter zu versichern, unter der Voraussetzung, daß sechs Pflichtbeiträge für sie gezahlt worden sind. Besonders wichtig sind aber die Bestimmungen, die für die zum Kriegsdienst eingezogenen Angestellten in Betracht kommen. In all den erfreulicherweise zahlreichen Fällen, in denen der Arbeitgeber den Angestellten bei feiner Einberufung nicht entläßt, ihm vielmehr fein bisheriges Gehalt oder einen Teil davon weiterzahlt, müssen auch Beiträge, der jetzigen Gehaltsstufe entsprechend, für ihn gezahlt werden. Hierbei bleibt es sich gleich, ob die Gehaltszahlung an den Angestellten direkt oder in Form einer ,, Unterstüßung" an seine Angehörigen erfolgt. Maßgebend ist, daß das Angestelltenverhältnis als fort. bestehend anzuerkennen ist, wenn nicht ausdrücklich eine Sündigung erfolgt, auch wenn der Angestellte durch den Kriegsdienst zeitweilig an der Ausübung seiner Tätigkeit verhindert ist. Es entspricht dies zweifellos auch der Rechtsauffassung sowohl des Arbeitgebers, wie des Angestellten, der bei seiner Rückkehr das Recht behält, in seine Stellung wieder einzutreten. Die Beiträge müssen auch weiter gezahlt werden, wenn etwa der Angestellte unter Weiterbezug von Gehalt seine Arbeit durch seine Ehefrau oder einen anderen Angehörigen ausführen läßt. Natürlich richtet sich die Höhe der Beiträge auch hierbei wieder nach der Höhe des Entgelts. Diese Beitragzahlung liegt auch im höchsten Maße im Interesse des Angestellten, da die Monate, in denen er eingezogen ist, sonst für die Abkürzung der Wartezeit verloren sein würden. Entgegen der Invalidenversicherung nämlich findet bei der Angestelltenversicherung eine Verrechnung der Kriegsmonate als Beiträge nicht statt. Das einzige Recht ist, daß der Anspruch auf Grund der bereits früher gezahlten Beiträge während dieser Zeit nicht verfallen kann. Der Arbeitgeber, der für Unterstüßungen", die er unter den erwähnten Voraussetzungen den Familien seiner nicht entlassenen Angestellten zahlt, Beiträge nicht entrichtet, verlegt also nicht nur die gesetzlichen Bestimmungen, sondern er handelt auch gegen die Interessen des Angestellten, deren Förderung ihm doch sicherlich am Herzen liegt. Neuwahl der Einkommensteuervoreinschätzungskommissionen in Preußen. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 5. Abt. Bez. 536. Am Sonnabend, den 3. Juli, verstarb unser Genosse, der Gastwirt Hans Mikloweit Pappelallee 35. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 7. Juli, nach mittags 33%, Uhr, von der Leichen: halle des städtischen Friedhofes in der Müllerstraße( Ede Seestraße) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 226/7 Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, day der Kollege Hans Mikloweit Pappelallee 35. Bezirk 3 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 7. Juli, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in der Müllerstraße( Ede Sees straße) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 73/19 Die Ortsverwaltung. Fern von mir, als Opfer des Weltkrieges, starb am 26. Juni im Lazarett an einer doppelseitigen Lungenentzündung mein inniggeliebter Gatte, der Landwehrmann Karl Franke im blühenden Alter von 34 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt und schmerzerfüllt an Karl, Frau Marie Franke geb. Lange, als Frau. Als Kinder Ella, Herta, Lottchen. Karl Rienat und Frau, Berlin, als Eltern. Als Geschwister nnd Schwägerin Otto Frante, Bohnsdorf. Emmi Franke, Berlin. Emil Franke, Berlin. Eugen und Max Franke, zurzeit im Felde. Als Schwager und Schwägerin Familie Graul, Kochstedt. Familie Lange, Dessau. Familie Bähr, Alten. Familie Grube, Dessau. Ich hab' ein wahres Glüd besessen, Nun schlummert es auf ewig un vergessen. Sein ehrlicher Charakter sowie fein unermüdlicher Kampfesmut werden ihm bei uns ein dauerndes Andenken bewahren. Wir teilen hierdurch allen Freunden und Bekannten mit, daß unser lieber Sohn, der Ersatz- Reservist Fritz Rogalla Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mecha nifer Arnold Pfotenhauer gestorben ist. Den Kollegen ferner zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Metalldrüder Wilhelm Röhl am 29. Juni gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Den Kollegen ferner zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Hermann Gerhardt am 3. Juli gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 7. Juli, nachmittags 32 Uhr, von der Leichenhalle des Gedächtnis- Kirchhofes, Fürstenbrunner Weg, aus statt. Ehre seinem Andenken! Rege Beteiligung erwartet 116/2 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein inniggeliebter unvergeßlicher Mann und treusorgender Vater seines Kindes Ernst Meyer am 1. Juli plöglich verstorben ist. In tieffter Trauer Ida Meyer geb. Winter und Sohn Rudi. Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofes, 16A Marstraße, aus statt. Sonntag 8-10 geöffnet. Teils Sommer Verhand d. Gemeinde- u.Staatsarb. Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern geben wir hiermit Nachricht vom Tode des Kollegen Karl Krause von der Zentrale Buch. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. 34/17 Segel- Klub„ ,, Fraternitas" e. V. Hiermit erfüllen wir die schmerz liche Pflicht, ehrenden Angedenfens, von dem Ableben unseres lieben Sportsgenossen Franz Rook welcher seinen Verlegungen als Gardepionier im Feldlazarett erlegen ist, Kenntnis zu geben. 283/4 J. A.: Der Vorstand. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 15. Juni unser lieber Kollege Alfred Mende. Ein ehrendes Andenken be1981b wahren ihm Die Kupferschmiede der Firma Aschinger Akt.- Ges. Als Opfer des Weltbrandes fiel am 14. Juni durch Halsschuß bei einem Sturmangriff mein lieber Freund und Kollege, der Drahtarbeiter, Fusilier Otto Walter Füfilier- Reg. Nr. 35. Seinen Humor so wie seine Freundschaft werde ich nie vergessen. Hermann Urzkeitis als bester Freund. Ruhe sanft! 832 Bei einem Sturmangriff fiel am 13. Juni mein Freund und treuer Mitarbeiter in der Jugendbewes gung Willi Rähse. Jahrelang hat er sein Bestes für die proletarische Jugendbewegung hingegeben. und Sein liebenswürdiges freundliches Wesen wird mir stets im Gedächtnis bleiben. 54A Richard Timm. Die Sozialdemokratie im Weltkrieg Von Dr. Ed. David, M. d. R. Aus dem Inhalt: Unsere Erklärungen im Reichstag und ihre Bekräftigung durch die sozialde mokratische Boltsmasse. Was wir immer betont haben. Konnte die So. ztaldemokratie den Krieg verhindern? Die Ursachen des Krieges. Die diplomatische Schuldfrage. Die Größe der Gefahr. Die Stellungnahme der Sozialisten in den Weststaaten. Die russische Taktik und Theorie. Nation und Internationale. Preis 2 Mark Zu beziehen durch die Buchhandlung Borwärts Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Auswahlsendangen nach außerhalb nur vegen Nachnahme. Um die Hälfte und mehr Besonderheit. Weite Größen. Teils Winter herabgesetzt, gebe ich aus meinem Inventar- Ausverkauf bei eiligstem Entschluß ab: Prachtvoile Kostüme Loden, Kammgarn, Phantasiestoffe 15.28.- 45.statt bis 39.-, statt bis 60.-, statt bis 105.Seidengloria Mantel Echte Holsteiner Lodenmäntel Modellkleider, Seiden taffet Saiden Moirée- Jacken, kurz und halblang Elegante seidene Eolienne- Kostüme Seidane Satagummi ermäntel 150 g fließende Seide, Taffet mit gezogenen Röcken, Modelle Einheitspreis 65. statt bis 210.Entzückende Covertsoat- Paletots bis 100 lang 12.Nur noch ( statt bis 30.-) schwer Gediegene Gummimantel 18. 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Winter- Jister 20.- bis 38.-( statt 58bis 85.-. echt Sealbisam, Zooehea, Elektric, kurz u. lang, Kürschnerarbeit unter Garantic, statt bis Qualität je nach 650( statis) 475( 1000.statt statt 350.-( 0) 150.-( bis bis 300 Die„ Neue Pol. Corr." erinnert daran, daß die Wahl- und Ernennungsperiode der Mitglieder und Stellvertreter der Eintommensteuervoreinschäßungskommissionen September d. J. abläuft. In der„ Correspondenz" wird weiter gesagt: Die Wahl hat in den Städten durch die Stadtverordnetenversammlung und in den Landgemeinden durch die Gemeindeversammlung bzw. Gemeindevertretung zu erfolgen, für die Gutsbezirke treten die Gutsvorsteher bzw. deren Stellvertreter oder die von ihnen aus den Einwohnern des Gutsbezirks zu ernennenden Personen als Mitglieder bzw. Stellvertreter in die Kommissionen ein. Wählbar sind alle Einwohner der betr. Gemeinde- bzw. Gutsbezirke, welche preußische Staatsangehörige sind, das 25. Lebensjahr vollendet haben und sich im Besize der bürgerlichen Ehrenrechte befinden, ohne Rücksicht darauf, ob dieselben ein nach den Bestimmungen des obenerwähnten Gefeßes steuerpflichtiges Einkommen haben oder nicht. Die Auswahl ist vornehmlich auf solche Personen zu Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u, Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Ersatz- Inf. Reg. Nr. 206 als Opfer des Weltkrieges am 19. Juni 1915 gefallen ist. In tiefer Trauer 59A Familie Rogalla. Bei Anzahlung werden Pelzmäntel aufbewahrt und in Konservierung genommen. Auswahlsendungen sofort: Trauermagazin Amt Zentrum 7890, Westmann L Mohrenstr. 37a( Kolonnaden). IL Gr. Frankfurter Str. 115( nahe Andreasstr.), Nr. 185. 32. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Verlustlisten. 99. Landw.- Ers.- Inf.- Reg. Nr. 7. Landst.- Inf.- Regimenter Nr. Seit dem Für Rippespeer. " " " Mittwoch, 7. Juli 1915. Bei der Stadt " Berlin 1,70 M. 1,50 1,55 1,40 M Kalowswerder eine fünfte Säuglingsfürsorgestelle eingerichtet beide Bestimmungen als zulässige Ordnungsvorschriften, die den werden. Dem Kaiserin- Auguste- Vittoria- Hause zur Bekämpfung Rückerstattungsanspruch selbst unberührt ließen. Der Bezirks der Säuglingssterblichkeit im Deutschen Reiche wurde eine ausschuß erklärte trotzdem diese einschränkenden Bestimmungen der Die Verlust liste Nr. 267 der preußischen Armee sechste Fürsorgestelle angegliedert, und im Jahre 1913 wurde Berliner Steuerordnung für ungültig, weil sie gegen das Reichsenthält Verluste folgender Truppen: die siebente Fürsorgestelle in der Gegend des Kaiserdamms gesetz verstoßen. Die endgültige Entscheidung über diese Rechtsfragen wird nun das Oberverwaltungsgericht zu treffen haben. Infanterie usw.: Garde: 1., 2., 4. und 5. Garde- Reg. 3. F.; eröffnet, die sich sehr schnell entwickelte. 1. und 2. Garde- Res.- Reg.; Gren.- Regimenter Alexander und Bis zum Jahre 1911 war die Tätigkeit der FürsorgeFranz; Garde- Schüßen- Bat. Lehr- Inf.- Reg. Gren.-, bezw. Inf., stellen lediglich auf die Säuglinge beschränkt. Zum städtischen Gefrierfleisch- Verkauf. bezw. Füs.- Regimenter Nr. 3, 4, 6, 9, 11, 17, 24, 26, 28, 29, 34, 1. April 1911 ist in jeder Säuglingsfürsorgeſtelle eine be- für das Gefrierfleisch überraschen allgemein wegen ihrer Höhe. Für Uns wird geschrieben: Die vom Magistrat festgesetzten Preise 35, 36, 40 bis einschl. 44, 46, 50( f. Inf.- Reg. Nr. 330), 53, 57 sondere Wochensprechstunde für Kinder vom für das Gefrierfleisch überraschen allgemein wegen ihrer Höhe. Für ( s. Fernspr.- Abt. des 7. Armeekorps), 58, 59, 69, 70, 72, 76, 79, vollendeten ersten bis zum vollendeten denselben Preis ist heute bei den größeren Fleischhandlungen( Fleisch82, 83, 84, 85, 87, 88, 89, 94, 95, 97, 98, 110, 116, 117, 131, 132, 137, 138, 146, 147, 151, 152( f. auch Erf.- Inf.- Reg. v. Reinhard), sechsten Lebensjahre eingerichtet, um Müttern zentralen und in den Markthallen) auch frisches Schweinefleisch zu 153, 158, 161, 164, 165, 166, 167, 169, 170, 171, 174, 175, 176, und Pflegeeltern unengeltlich spezialärztliche Beratung über haben. Wer sich der Mühe unterzieht, die Preise in diesen Geschäften 190, 330, 331. Ref.- Inf.- Regimenter Nr. 1, 3, 5, 7, 9, 11, 15, die für das Gedeihen des gesunden Kindes und die Vor- mit denen vom Magistrat für das Gefrierfleisch festgesetzten Preisen 17, 19, 20, 23, 26, 27, 35, 48, 55, 59, 65, 75, 77, 79, 81, 82, 84, beugung von Erkrankungen notwendigen Maßnahmen zu zu vergleichen, wird diese im allgemeinen nicht höher finden. Gewiß 86, 88, 98, 204, 205, 213, 214, 221 bis einschl. 228, 230, 232, erteilen. ist das Sinken der Preise erst seit einigen Tagen zu konstatieren, 250, 251, 254, 257, 258, 260, 262 bis einschl. 267, 269. Ers.- Inf.Regimenter Königsberg I, II, III und v. Reinhard. Landw.- Inf.- Milchküchen zur Herstellung trintfertiger Portionen und zwei gefallen sind. Unmittelbar an die Fürsorgestellen sind angeschlossen die seitdem die Schweinepreise in den letzten aufeinander folgenden Märkten Regimenter Nr. 2, 7, 11, 19( f. Jnf.- Reg. Nr. 331), 21, 22, 23, Säuglingsfrippen mit je 15 Betten als Ersaz für die so- Nehmen wir als Vergleich die Fleischhandlungen in der Gontard24, 36, 39, 60, 75, 80, 81, 84, 85, 87( 1. auch Ref.- Inf.- Reg. Nr. 17), genannten Stillstuben für Stinder erwerbstätiger Mütter. Straße an der Zentralmarkthalle an, dort ſtellten wir folgende 11, 115. Bat. Scheer( s. Landw.- Inf.- Bat. Königsberg Nr. 1). Auch die Gewährung der Stillprämien und Stillunterstützungen Preise fest: Feldbataillon Schwarz des Detachements Plantier. Kombiniertes ist Sache der Fürsorgestellen. Stillprämien bezw.-unterIn den FleischErs.- Bat. der Juf.- Regimenter Nr. 23 und 63( s. Landw.- Ers.- Inf.- stüßungen werden verabfolgt in Form von Milch und Nahrungshandlungen Reg. Nr. 7). Landw.- Inf.- Bat. Königsberg Nr. 1. Ueberplan- mitteln an stillende Mütter, neuerdings auch durch Verab1,70 M. mäßiges Landw.- Inf.- Bat. Nr. 4 des 4. Armeekorps. Brig.- Ers.- reichung warmer Mittagsmahlzeiten, in selteneren Fällen Schinken, Kamm u. Blatt 1,45 u. 1,50 M. Bataillone Nr. 34, 55, 80, 83. Landft.- Inf.- Bataillone Brieg durch Gewährung von Geldunterstüßung. Rückenfett 1,50 bis 1,70 ( f. Inf.- Reg. Nr. 330), Düren, Goldap, 1. Gotha, II Halberstadt, schwächliche Säuglinge finden im Säuglingsheim Westend, Gesunde und Bauchfleisch 1,50 bis 1,60 II Ostrowo, II Tilsit. Jäger- Bat. Nr. 2; Rej.- Bataillone Nr. 3, 20, 24. 1. Radf.- Komp. des 1. Armeekorps; Radf.- Abt. der 51. Ref. im Säuglingsheim der städtischen Entbindungsanstalt und im Der Preisunterschied tritt eigentlich nur beim Bauchfleisch in Div. Feld- Maschinengewehr- 3ug Nr. 16( f. Ref.- Inf.- Reg. Nr. 98) Kaiferin- Auguste- Vittoria- Haus Aufnahme. Für die Kräftigung Erscheinung. Die Maßnahme des Magistrats fann deshalb wohl und Nr. 79; Festungs- Maschinengewehr- Abt. Königsberg( s. Landst.- schwächlicher Säuglinge sind in der Kindererholungsstätte nicht gut als Notstandsaltion angesprochen werden. Der Zweck des Inf.- Bat. II Tilsit) und Nr. 8. Eichkamp Vorkehrungen getroffen; tranke Säuglinge finden in städtischen Fleischverkaufs soll sein, die aufgestapelten Vorräte in Kavallerie: 2. und 3. Garde- lanen; Kürassiere Nr. 1( Feld- der Kinderstation des städtischen Strankenhauses Westend, im der Zeit der Fleiſchknappheit zu billigeren Preisen an die ärmere fliegertruppe); Huſaren Nr. 3, 4; Res- Husaren Nr. 1; Ulanen Kaiserin- Auguste- Vittoria- Haus und in der Säuglingsklinik Bevölkerung zum Verkauf zu bringen. Stehen die städtischen Preise Nr. 11; Rej.- Ullanen Nr. 3; Jäger zu Pferde Nr. 5, 7; Landw.- jederzeit Aufnahme, wenn nötig auf Rechnung der Stadt. aber nicht um ein Beträchtliches unter den Tagespreisen, dann bleibt Reg. Nr. 2 der 4. Landw.- Div. Feldartillerie: 1. Garde- Reg.; Regimenter Mr. 10, 11, 40, Pflegefinder durch die Organe der Säuglingsfürsorge, in erster bei den kleinen Fleiſchermeistern etwas größer sein als bei den oben Feldartillerie: 1. Garde- Reg.; Regimenter Nr. 10, 11, 40, Berufsvormundschaft und sorgfältige Ueberwachung aller der gedachte Zweck unerfüllt. Die Preisunterschiede werden ja 58, 75; Res.- Reg. Nr. 52. Fußartillerie: Regimenter Nr. 2, 9; Ref.- Regimenter Nr. 7, Linie durch die Fürsorgestellen, sind weitere, durch die Er- angeführten Fleischhandlungen, immerhin ist der städtische Verkauf 11, 14; Bat. Nr. 58; 8. Ueberplanmäßige 9- Zentimeter- Batterie. fahrung erprobte Maßnahmen zum wirksamen Schuße des unter diesem Gesichtswinkel teine Notstandsaktion mehr. Der Säuglingslebens. Vorernährung der werdenden Mütter durch Magistrat von Berlin wird sich deshalb wohl beizeiten mit einer Pioniere: Regimenter Nr. 19, 20, 25, 31, 35; Bataillone: den Hauspflegeverein zwecks Förderung des Selbststillens nach Herabjegung der Preise für das Gefrierfleisch beschäftigen müssen, II. r. 1, II. Nr. 4, I. Mr. 6, I. Nr. 7, II. Nr. 9, I. Nr. 11, der Geburt, unentgeltliche Aufnahme Schwangerer schon denn die Schweinepreise werden auch auf den nächsten Markttagen 1. Nr. 14, 1. Rr. 27; Ref.- Bat. Nr. 39; Grſ.- Bat. Nr. 4; Komp. längere Zeit vor der Entbindung im Krankenhaus Sophie- weiter sinken, und wir werden danu erleben, daß die Preise bei Nr. 112; Res.- Kompagnien Nr. 43, 49, 79( s. Res.- Pionier- Bat. Nr. 39); 1. Landw.- Komp. des 2. und 2. des 8. Armeekorps. Charlottenstraße, im Säuglingsheim Westend und im Kaiserin- den Fleischermeistern allgemein niedriger sein werden als bei der Stadt Berlin. Sturm- Abt. Mittlere Minenwerfer- Abt. Nr. 159. Auguste- Viktoria- Hause, längere Pflege und Schonung der Verkehrstruppen: Fernspr.- Abt. des 4. und des 7. Armee- Wöchnerinnen in diesen Anstalten und durch den Hauspflege- den städtischen Verkauf aufnehmen, und die Fleiſchermeister- VerEs ist schon auffallend, mit welcher Ruhe die Fleischermeister forps. Funter- Abt. Breslau. Feldluftschiffer- und Feldfliegertruppe. verein im eigenen Heim, Einrichtung eines Mütterheimes in einigungen im Gegensatz zu dem russischen Fleischverlauf im Train: Proviantkolonne Nr. 5 des 9. Armeekorps. Res.- den angeführten Anstalten, das namentlich erwerbstätigen einigungen im Gegensatz zu dem russischen Fleischverkauf im Bäckereikolonne Nr. 13 des 4. Reservekorps. Zentral- Pferdedepot Müttern ein längeres Beisammensein mit dem Kinde er- Jahre 1912 diesmal die Uebernahme des Verkaufs durch die Ref.- Artillerie- Munitionskolonne Nr. 17 des 5. Reservekorps. Mutterschutz zugleich einen wirksamen Säuglingsschuß. In einer Bezirksversammlung der alle diese Maßnahmen verbinden mit dem Fleischermeister empfehlen. Fleischermeister sagte der Wortführer nicht mit Unrecht, es sei alles Sanitäts- Formationen: Sanitäts- Komp. Nr. 3 des 2. und nicht so schlimm mit dem städtischen Verkauf. Die Meister mögen Nr. 2 des 4. Armeekorps; Res.- Sanitäts- Komp. Nr. 30 des 15. Res.denselben ruhig übernehmen". Diese llebereinstimmung der Korps und Nr. 48 der 48. Res.- Div. Armierungs- Bat. Nr. 51. Meinungen kommt vermutlich durch die Uebereinstimmung mit den städtischen Preisen. Sturze Marine- Kanonen- Batterie Nr. 1. Nr. 5. Wachtkommando der Kommandantur Spandau. Kriegsbekleidungsamt des 10. Armeekorps. möglicht, " Die Bevölkerung wünscht jedenfalls in der Zeit der ungeheuren Teuerung, daß die städtische Aktion zum Nutzen der ärmeren Schichten in Anwendung kommt. Ein Frauenmord auf der Landstraße. Dort Wie Gefrierfleisch zu behandeln ist. Gefrierfleisch, wie es von heute ab vom Berliner Magistrat in den Verkehr gebracht wird, muß von der Hausfrau mit einiger Sorgfalt behandelt werden, wenn es nicht unansehnlich werden oder gar verderben soll. Das völlig aufgetaute Fleisch wird am zwed Die bayerische Verlustliste Nr. 199 bringt Verluste des mäßigsten recht bald in der Küche zubereitet ist es im Innern noch 1., 2., 4., 5., 7., 8., 9., 12., 15., 16., 17., 19., 20., 22., 23. und nicht ganz aufgetaut, so tut man gut, feine Zubereitung bis zur 25. Inf.- Reg.; 1. Jäger- Bat.; Res. Inf. Regimenter Nr. 1, 2, 3, Beendigung des Auftauprozesses aufzuschieben, weil andernfalls zu 4, 6, 11, 14, 15; Landw.- Jnf.- Regimenter Nr. 1, 3, 4, 6, 7, 12; befürchten ist, daß es beim Kochen, Schmoren oder Braten im Ein Verbrechen ist vorgestern auf der Chaussee von Oranienburg Ers. Inf. Reg. Nr. 1; Brig.- Ers.- Bataillone Nr. 1, 4, 7; Landst.- Innern roh bleibt, während die äußeren Schichten völlig gar sind. nach Schmachtenhagen am Kilometerstein 2 verübt worden. Inf.- Bataillone Deggendorf und Wasserburg; 2. Ulanen- Reg.; Das gefroren gewesene Fleisch kann auch in rohem Zustande einige wurde die Frau des Arbeiters Witt aus Schmachtenhagen mit drei 2. und 3. Chevaulegers- Reg.; Kavallerie- Radf.- Abt.; Res.- Kav.Reg. Nr. 1, 5; 10. Feldart.- Reg.; Leichte Munitionsfolonne, Felbart.- Tage aufbewahrt werden, vorausgefegt, daß es am geeigneten Drte laffenden Kopfwunden, die allem Anschein nach von Arthieben herReg. Nr. 116; Ref.- Feldart.- Regimenter Nr. 1, 5; Fußart.- Brig.- geschieht. Man bringe es zu diesem Zweck, wo ein Eisschrank nicht rühren, aufgefunden. Die Schwerverlette wurde nach dem KrankenKommando Nr. 1; 1. und 2. Fußart.- Reg.; Res.- Fußart.- Regi- zur Verfügung steht, in einen möglichst fühlen Raum mit trodener, hause gebracht, dort ist sie bereits gestorben. Wie berichtet wird, menter Nr. 1 und 3; Landw.- Fußart.- Bat. Nr. 3 9-3entimeter- etwas bewegter Luft. Die Aufbewahrung in warmer, mit Feuchtig- pflegte Frau Witt ihrem Mann, der bei dem Zimmermeißer Uhr in Kanonen- Batt." Maier- Haller"; Pionier- Reg.; Pionier- Batillone: feit gefättigter, nicht bewegter Luft ist dem Fleisch schädlich. Es Oranienburg beschäftigt ist, das Mittagessen zu bringen. Vorgestern I München, II Speyer, III Ingolstadt; Div.- Brücken- Train 3; verliert sein gutes Aussehen, beschlägt sich mit Feuchtigkeit und gibt wunderte sich Witt, daß seine Frau nicht kam, noch mehr Schwere Minenwerfer- Abt. Nr. 8; Res.- Pionier- Bat. Nr. 3; selbst Fleischiaft ab, wodurch es weich wird und eine schmierige aber, daß er sie auch nicht zu Hause fand, als er nach 2. Landw.- Pionier- Komp., 1. Armeekorps; 2. Landw.- PionierKomp., 2. Armeekorps; 2. Landw.- Pionier- Komp., 3. Armeekorps; Verfärbung annimmt. Werden diese wenigen Vorsichtsmaßregeln Feierabend auf einem Richtwege heimkehrte. Militär- Eisenbahn- Direktion I; Ref.-( F) Artillerie- Munitions befolgt, so wird der Genuß des gefroren gewesenen Schweinefleisches tolonne 5; Res.- Art.- Munitionstolonne 7; Res.- Proviantfolonne 1; tein geringerer sein als der des frischen. Res- Fuhrpark- Kolonne 2 und 4; Sanitäts- Komp. 1, 2. Armeekorps; Ref.- Sanitäts- Komp. 5; Landw.- Sanitäts- Komp. 4 der 9. Landw.Brig.; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Ferner wird die Liste Nr. 1 der aus Frankreich und der aus England zurückgekehrten Austausch- Verwundeten veröffentlicht. Der Schluß der sächsischen Verlustliste Nr. 166, deren Inhalt gestern mitgeteilt wurde, wird veröffentlicht. Aus Groß- Berlin. Die hohen Gemüsepreise. Sobald er nun von seinem Kinde hörte, daß di Frau wie immer mit dem Mittagbrot weggegangen sei, machte er fich in Begleitung feines Schwagers auf den Weg, sie zu suchen. Jetzt schlug er den Weg ein, den seine Frau immer nahm, die Chaussee Zu dem Kapitel der hohen Gemüsepreise in Berlin wird der von Schmachtenhagen nach Oranienburg. Eine Frau, die den beiden " Deutschen Tageszeitung" geschrieben:" In den letzten Wochen hat Männern begegnete, sagte ihnen, sie habe in der Höhe der Försterei man die betrübende Erfahrung gemacht, daß auf Wochenmärkten so- Friedenthal eine Frau im Chauffeegraben ſizen sehen, habe sich aber wohl wie in täglich beobachteten Obst- und Gemüsekellern und dito nicht weiter um sie gekümmert. Witt ging mit seinem Schwager -Läden große Mengen unverkauft gebliebener, verdorbener Ware weiter und fand an der bezeichneten Stelle, kurz vor dem weggeworfen werden mußten, weil- ja nun, weil sie zu Preisen Promenadenwege nach Oranienburg, seine Frau blutüberströmt und angeboten waren, die für die Mehrzahl der Käufer jetzt geradezu dem Tode nahe bewußtlos im Chausseegraben zusammengekauert unerschwinglich find. Anstatt nun lieber mit geringem Verdienst, igen. Er schlug nun Lärm und man brachte die Schwerverletzte, allenfalls auch mal zu den Selbstkosten zu verkaufen, ziehen die die aus drei Beilhiebwunden im Kopfe blutete, nach dem Luisebetreffenden Händler es vor, Preise zu halten", die nur noch Henrietten- Hause in Dranienburg, wo sie bald nach der von sehr wohlhabenden Leuten bezahlt werden können; lieber wirft Aufnahme starb, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu man dann große Mengen Obst, Gemüse usw. nuglos fort. Be- haben. Polizei und Gendarmerie, die sofort benachrichtigt wurden Dieser Tage waren es zehn Jahre, seitdem die Stadt denken diese Leute nicht, welchen Frevel sie an der Bevölkerung. ja und mit einem Spürhunde sofort die Ermittelungen aufnahm, Charlottenburg als eine der ersten Großstädte den am ganzen Vaterland durch solche Handlungsweise, die geradezu fanden das Beil in der Nähe der Ueberfallstelle. Der Hund spürte Kampf gegen die Säuglingssterblichkeit aufnahm, zunächst durch eine schwere Sünde darstellt, begehen? Doppelte Sünde: einmal, nach dem Gehöft des Hegemeisters der Försterei Friedenthal, und Errichtung von vier städtischen Säuglingsfürsorgestellen. Da weil so viel wertvolle Ernährungsstoffe nuglos verloren gehen, sondern dort fand man auch in einem Heuschober eine Lagerstelle. Jetzt ergerade auf diesem Gebiet der Gesundheitsfürsorge die ehren- aber, weil der Mehrzahl der Bevölkerung diese entzogen oder aber zu innerte man sich, daß sich ein fremder Mann dort seit einigen Tagen amtliche Mitwirkung sachverständiger und arbeitsfroher Frauen- Preisen aufgezwungen werden, die jeder wirtschaftlichen Berechtigung herumgetrieben hatte. Man suchte nach ihm, er war aber nicht vereine besonders wertvoll ist, wurde die Organisation so ge- entbehren, einfach Wucherpreise sind. Hiergegen sollte die Behörde mehr zu finden. Vermutlich ist dieser Fremde, der es wohl auf troffen, daß die Verwaltung und die Bewilligung der Mittel einschreiten und diejenigen bestrafen, die sich in so unverantwort einen Raub abgesehen hatte, der Mörder. Das Beil hat er wahrin den Händen der Deputation für Gesundheitspflege lag, licher Weise an der Ernährung und dem Geldbeutel des Volkes ver- scheinlich von dem Förstereigehöft geholt. Eine Gerichtskommission während die Führung der Geschäfte mehreren Frauenvereinen fündigen." von Oranienburg begab sich gestern mittag nach dem Tatort, um den Befund und den Tatbestand aufzunehmen. Zehn Jahre Säuglingsfürsorge in Charlottenburg. Hauseigentümer- ,, Recht". übertragen wurde. Während des ganzen Jahrzehnts hat sich Es ist richtig, daß insbesondere die Preise für Gemüse immer diese Organisation nach Angabe des Magistrats bewährt. noch außerordentlich hohe sind und die große Masse der Bevölkerung Wiewohl die im Jahre 1905 neu eingerichteten Fürsorge- die verlangten Preise kaum anlegen kann. Daß aber lediglich die stellen nicht während des ganzen ersten Verwaltungsjahres in Kleinhändler daran schuld tragen, möchten wir nicht anerkennen. Wie sich manche Leute das Recht" eines Hauswirts gegenüber Betrieb waren, hatten sie trotzdem eine erfreulich hohe Besuchs- Schuld daran scheint auch hier der im großen betriebene Lebens- Mieteschuldnern denken, dafür wird uns aus Berlin wieder ziffer aufzuweisen, 811 eheliche und 147 außereheliche Säug- mittelwucher zu sein. Gerade die jetzige Zeit beweist mehr denn je, ein Beispiel bekannt. Im Hause Fehrbelliner Straße 4 schuldete linge. Schon im nächsten Etatsjahre( 1906) war die Zahl der daß eine großzügige Versorgung der Bevölkerung mit Lebens- eine Mieterin die Miete feit Anfang Mai, wo sie die Wohnung be neuaufgenommenen Säuglinge reichlich doppelt so hoch, 1683 mitteln eine der vornehmsten Aufgaben der Gemeinde ist, wie das zogen hatte. Die Wirtin wollte sie„ raussetzen" und klagte auf eheliche und 324 uneheliche Kinder, d. h. jedes dritte eheliche die sozialdemokratischen Vertreter in den Gemeinden wiederholt ver- Räumung, aber dieses Vorgehen scheint Angehörigen von ihr nicht und jedes zweite uneheliche lebendgeborene Kind Charlotten- langt haben. genügt zu haben. Am 4. Juli verschafften zwei Männer in Heeresuniform burgs wurde den Säuglingsfürsorgestellen zugeführt. Im sich Zutritt zu der Wohnung, indem einer in der verschlossenen Flurtür Berichtsjahre 1914/15 wurden nicht weniger als 2600 eheliche Berliner Biersteuerordnung vor dem Bezirksausschuß. die Türfüllung herausbrach. Die Mieterin war anwesend, sie hatte und 900 uneheliche Säuglinge neu in Fürsorgebehandlung Vor dem Bezirksausschuß Berlin stand gestern ein Steuerstreit aber nicht öffnen wollen, so daß zu diesem Gewaltmittel gegriffen genommen, d. i. 67,5 Proz. aller ehelich und 82,5 Proz. aller über die Ausfuhrvergütung bei der Biersteuerordnung an. Nach dem wurde. Die beiden Männer sollen, als sie Einlaß begehrten, sich unehelich in Charlottenburg lebend geborenen Kinder. Die Reichsbrausteuergesetz müssen die Gemeinden die erhobene Steuer als Söhne der Wirtin bezeichnet haben. Wir können nicht wissen, Zahl aller im Laufe des letzten Berichtsjahres behandelten für ausgeführtes Bier zurückvergüten. Die Berliner Steuerordnung ob das zutrifft. Kurzerhand wurden nun in der Wohnung Stinder überſtieg bereits 5000( 3797 eheliche und 1235 unehe- erstattungen von dem Nachweis durch ein Lagerbuch abhängig und zu dem zwed, im abgekürzten Verfahren den Auszug zu macht entsprechend den ministeriellen Mustersteuerordnungen die Rück alle Türen und Fenster ausgehoben, wohl liche Kinder). Bei der steigenden Inanspruchnahme reichten die Säug- bekämpfte gestern der Vertreter der beklagten Bier- Import- Gesell- erawingen. ferner von der Anmeldung des Anspruches binnen Monatsfrist. Dies Da man auch die Flurtür aushob und mitlingsfürsorgestellen in ihrer ersten Ausdehnung nicht aus. fchait m. b. H., Berlin, als gegen§ 58 des Reichsbrausteuergesezes nahm, so sah die Mieterin mit ihrem Kinde sich halb auf Schon im Jahre 1908 mußte nördlich der Spree im Stadtteil verstoßend. Die Steuerdeputation von Berlin verteidigte hingegen die Straße gesetzt. Sie blieb aber zunächst noch weiter in diesem „Heim"', weil sie ja nicht sogleich eine andere Wohnung hatte. In den nächsten beiden Tagen und Nächten suchte sie sich zu behelfen. indem sie den Zugang vom Flur mit einem Tuch verhängte. Gestern, am ti. Juli, fand dann Termin vor dem Amtsgericht Berlin-Mitte sAbteilung 50) statt, und hierbei wurde auch jenes Vorgehen gegen die Mieterin zur Sprache gebracht. Der Richter erkannte auf Räumung, er gewährte aber der verurteilten Mieterin eine einwöchige Räumungsfrist. Auch wies er die Vertreterin der klagenden Hauswirtin hin auf das Bedenk- liche und Unzulässige des Verfahrens, der Mieteschuldnerin die Türen und Fenster auszuheben. Er riet, Türen und Fenster schleunigst wieder einzuhöngeir, um die Wohnung wieder in einen bewohnbaren Zustand zu setzen. Wir wollen feststellen, daß dies noch am Stach- mittag um �0 Uhr nicht geschehen war, obwohl der Termin bereits am Vormittag zwischen'/zio und �lO stattgefunden hatte. Jene Vertreterin der Wirtin soll am Nachmittag zu der Mieterin gesagt haben, sie könne in Abwesenheit der Wirtin nichts tun, da sie nicht wisse, wo die Türen und Fenster verwahrt seien. Hoffentlich wird noch im Laufe des Abends der wohlgemeinte Rat des Richters be- folgt worden sei. Wir hören, datz bereits Anzeige wegen Hausfriedensbruchs bei der Staatsanwaltschaft eingereicht worden sein. Vielleicht werden da die schuldigen Personen durch den Strafrichter darüber belehrt werden, wo das Recht des Haus- cigentümers aufhört. Tie rechtzeitige Beschaffung von Leuchtrnitteln und Beleuchtungseinrichtungen für den Herbst und Winter war kürzlich Gegenstand der Beratungen jüuer vom Kriegsausschutz für Konsumenteuinteressen einberusenen Sachverständigenkonserenz. Die darin von Vertretern des Petroleum-, Sprit- und Karbidhandels sowie der Lampenfabrikauten und-Händler abgegebenen Gutachten veranlatzten den Kriegsausschuß, alle Bevölkerungskreise, die irgendwie dazu in der Lage sind, dringend aufzufordern, von der Petroleum- beleuchtung zkr Gas oder Elektrizität überzugehen. Bon den städtischen und privaten Lichtzentralen wird gleichzeitig er- wartet, daß sie hierbei nach dem Muster verschiedener Gemeinden für weitgehende Erleichterungen bei der Anlage der Leitungen und der Beschaffung von Leuchtkörpern Sorge tragen, damit die sehr beschränkte Petroleummenge durch Ver- ringerung der Nachfrage für die wirtlich aus Petroleumverbrauch angewiesenen ärmeren Volksschichten übrig bleibt. Den Bezirks- und OrtSausschüffen für Konsumenteninteressen ist die Weisung zu- gegangen, in diesem Sinne bei den kominunalen Stellen nach'drück- lichst tätig zu sein. Von der Reichsregicrung wird die Einsührung der bereits durch die Presse angekündigten Petroleumhöchstpreise er- bofft. Eine als unerwünschte Folge davon hier und da befürchtete Einschränkung der Leucktöleinfuhr wurde auch von dem Vertreter des PetrolenmgroßhandelS als gegenstandslos hingestellt. Außerdem ließe sich diese Gefahr durch Einfuhrprämien beseitigen. Nach Be- rücksichtigung dieser Wünsche und nach Veröffentlichung der jetzt in Vorbereitung befindlichen Maßnahmen der Regierung zur leichteren und sicheren Benutzung sonstiger Leuchtquellen glaubt der Kriegs- ausschuß an die Möglichkeit, einer wenn auch stark eingeschränkten und verteuerten, so doch immerhin sichergestellten Beleuchtung in der Zeit der langen Abende. Feuer iu einem Kino. Die Berliner Feuerwehr wurde Montag- abend nach dem Kino in der Münzstraße 16 gerufen. Dort waren in dem Vorführungsräume Films in Brand geraten. Das Publikum verließ schleunigst das Theater. Auch der Vorführer, der Brand- Verletzungen zweiten Grades erlitten hatte, brachte sich schnell in Sicherheit. Die Flammen konnten zum Glück schnell von der Feuer- wehr gelöscht werden. Zu einem Zusammenstoff eines Zuges der städtischen Straßenbahn mit einem Zuge der Linie 201! kam es am gestrigen Dienstagmorgen kurz nach 8 Uhr an der Ecke Kottbuserdamm und Weserstraße. Dort fuhr auf der Kreuzung der Zug der städtischen Linie Urbanstraße— Behrenstraße gegen die Vorderplattform eines nach Neukölln verkehrenden Zuges der Linie 20 1!. Der Anprall war so heftig, daß beide Triebwagen mit den Vorderrädern aus den Schienen sprangen. Am Motor- Waggon der städtischen Bahn wurde eine Scheibe zertrümmert, am Triebwagen der Großen Berliner die Vorderplattform beschädigt. Eine Frau erlitt eine leichte Handverletzung. Die infolge des Zu- sammenstoßes eingetretene Betriebsstörung dauerte acht Minuten. * Eine halbstündige Störung im Straßenbahnbetrieb entstand vor- gestern abend im Nordosten. Infolge Kabeldefeltes waren die Speise- punkte III und 46 stromlos geworden, so daß von 8.45 bis 9.20 Uhr der Verkehr durch die Prenzlauer Allee, Danziger, Heinersdorfer, Lychener Straße in Berlin und Gustav-Adolf-Straße, Langhansstraße und Berliner Allee in Wcißensee gestört war. * Bor dem Hause Alt-Moabit 131 lief Montagabend gegen 1li& Uhr die 12jährige Frida Lamm kurz vor einem herannahenden Straßenbahn- wagen der Linie 14 auf das Gleis und wurde umgestoßen. Das Mädchen erlitt eine Wunde am Kopf und eine Verletzung des linken Armes und linken BeineS. Die Verunglückte erhielt auf der nächsten Unfallstation die erste Hilfe und wurde dann nach der elterlichen Wohnung gebracht. Die Kindcrschutzkommission Berlins hat durch den Tod der Ge- nossin Marie M a l o w einen schweren Verlust erlitten. Frau Malow war seit Jahren unermüdlich für die Sache des KindersckutzeS tätig. Ihr Tätigkeitsfeld war der Gesundbrunnen. Hier wo die Not des Proletariats am größten war, bot sich der verstorbenen Genossin Arbeit in Hülle und Fülle. Ein tiefes soziales Empfinden befähigte die Genossin Malow besonders, sich der gemißdandelten, hungrigen, entgegen den gesetzlichen Bestiiiiinungen beschäftigten Kinder anzunehmen, wobei ihr das Amt als Waisenpflegerin noch zu statten kam. Mit großem Eifer nahm sich die Verstorbene der einzelnen Fälle an und wendete außerordentliche Mühe und Kraft für die armen Kinder auf. In ihrein uneigennützigen Streben ließ sie sich durch keinerlei Mißerfolge irre machen. Wer die Tätigkeit der Verstorbenen gekannt hat, weiß, was ihr Verlust für die Kinderschutzkommission im sechsten Kreise bedeutet. Die Beerdigung der Verstorbenen findet heute nachmittag 4Vj Uhr auf dem städtischen Friedhose»r der Seestraße statt. Die Einkochabcnde, die der Nationale Frauendienst in seinen Hausfrauenberatungsstellen: Alt-Moabit 86b, Große Frankfurter Straße 52, Bülowstr. 24, Müllerstr. 14, Blücherstr. 12 veranstaltet, sind in der letzten Woche um fünf weitere Kurse vermehrt worden. Sie finden von 5—7, bezüglich von 7—9 Uhr abends statt. Ein- trittspreiS 10 Pf. Es werden noch schriftliche Anmeldungen an den oben angeführten Adressen und im Hauptbureau, Nollendorsplatz 3, angenommen. Am Dienstag, den 6. und Mittwock, den 7. Juli von 9—1 und 4—7 Uhr findet am Nollendorsplatz 3 eine Ausstellung von Geräten zur Obst- und Gemüseverwerlung bei freiem Eintritt statt, bei der ebenfalls die einfachen Methoden besondere Berücksichtigung finden. Kleine Mitteilungen. An der Schillingbrücke aus der Spree ge- landet wurde der 42 Jahre alte Privatbeamle B., der in der Zeughofstraße ein möbliertes Zimmer bewohnte. Beschäftigungslosigkeit soll B. in den Tod getrieben haben.— Durck einen Sprung aus dem Fenster versuchte sich vorgestern abend das 24 Jahre alte Dienst- mädchen B. in der Blumenstraße das Leben zu nehmen. Das Mädchen war erst vormittag zugezogen. Um 7 Uhr abends sprang es plötzlich aus dem Küchenfenster der im 2. Stock belegenen Wohnung der Herrschaft auf den Hof hinab und blieb besinnungslos liegen. Die Lebensmüde wurde schwer verletzt nach dem Krankenhaus Am Friedrichshain gebracht. /ins öen Gemeinden. Verlegung der Backzeit in de« ländlichen Bezirken. Durch eine sofort in Kraft tretende Verfügung des Regierungs- Präsidenten der Provinz Brandenburg ist für die derProvinz angehören- den ländlichen Distrikte die Backzeil für die Zeit der Ernte bis zum 15. September von 5 Uhr morgens bis 5 Uhr abends festgesetzt worden. In den beiden zu Groß- Berlin gehörenden Landkreisen Teltow-Be»skow und Niederbarnim werden die nachfolgenden Orte von dieser Aenderung nicht betroffen: Köpenick. Adlershof. Britz, Friedenau, Grunewald. Johannisthal, Lankwitz, Lichterfelde, Marien- dorf, Marienfelde, Niederschöneweide, Schmargendorf, Steglitz. Tempelhof, Treptow, Eichwalde, Grünau, Klein-Glienicke, Königs- Wusterhauscn, Nikolassee. Nowawes, Schmöckwitz, Wannsee, Zehlen- dorf. Zeuthen, Babelsberg. Dahlem. Berlin-Heerstraße, Grunewald- Forst mit Schildhorn, Klein-Glienicke. Pfaueninsel, Ruhleben, Buch- holz. Friedrichsfelde, Heinersdorf, Hohenschönhausen, Niederschön- hausen, Oberschöneweide, Pankow, Reinickendorf, Tegel, Weißensee und Oranienburg. Kartoffelverkauf iu Schöneberg. Seit einigen Tagen verkauft die Stadt Schöneberg im Keller des neuen Rathauses am Rudols-Wilde-Platz gute, sorgfältig ver- lesene Speisekartoffeln alter Ernte zu dem billigen Preise von 3,50 M. für den Zentner. Der Verkauf findet täglich von 10—1 Uhr und von 4—7 Uhr statt. Gerichtszeitung. Der Mann mit zwei Frauen. Unter der Anklage der Bigamie hatte sich gestern der Arbeiter Karl Nerger vor der 4. Strafkammer des Landgerichts I zu ver- antworten. Der Angeklagte hatte vor mehreren Jahren geheiratet, war aber, nachdem die Flitterwochen vorüber waren, eines Tages auf und davon gegangen. Als er eine andere kennen lernte, die ein bißchen Geid halte, ging er mit dieser die Ehe ein, ohne von der ersten Frau geschieden zu sein. Der Zufall fügte es, daß die beiden Frauen Nerger Nr. 1 und Nr. 2 mit einander bekannt wurden und als der Angeklagte eines Tages nach Hause kam, fand er seine „beiden" Frauen gemütlich bei einem Täßchen Kaffee beieinander« sitzen. Da auch die Frau Nummer 2 von den Eigenschaften ihres Ehegemahls nicht sonderlich entzückt war, erstatteten beide Frauen Anzeige und das Gericht ahndete jetzt das Vergehen des An- geklagten mit einer Gefängnisstrafe von 9 Monaten. Diebesfahrten. Mit zwei gefährlichen Einbrechern, die bei ihren Straftaten mit der größten Verwegenheit vorgegangen find, hatte sich gestern die 5. Strafkammer des Landgerichts III längere Zeit zu beschäftigen. Der Sitzungssaal haue sich in ein kleines kriminalistisches Museum verwandelt, denn auf zwei Tischen war eine selten große Sammlung von Diebeshandwerkzeug aller Art. welches den Angeklagten ab- genommen worden ist, ausgebreitet: Dietriche, Stemmeisen ver- schiedenen Kalibers, Zentrumbohrer, große Bündel von Schlüsseln. Handsägen, elektrische Taschenlampen. Revolver mit dazu gehörigen scharfen Patronen u. dergl. m. Der frühere herrschaftliche Diener Johann Scheidenberger und seine Komplizen, der Expedient Lorenz R e i n h a r t. zwei schwer vorbestrafte Menschen," haben sich zu gemeinschaftlichen Diebesfahrten vereinigt; sie stammen beide aus Ansbach in Bayern und haben längere Zeit die dortige Gegend unsicher gemacht. Sie„arbeiten" ganz nach Räuberart: um bei ihren Einbrüchen nicht erkannt zu werden, verdeckten sie vielfach ihr Gesicht mit grünen Masken, führten auch stets geladene Revolver bei sich, die sie unter Umständen auch in An- Wendung zu bringen wußten, wie eine noch gegen sie schwebende Strafsache wegen Bedrohung und versuchten Raubes, die binnen kurzem das Schwurgericht beschäftigen wird, beweist. In Ansbach haben die beiden Angeklagten eine Reihe nächtlicher Einbrüche ausgeführt, bei denen sie sich mit Dietrichen, Ueberklettern von Umzäunungen, Ausschneiden von Türfüllungen usw. Eingang in die Wohnungen zu verschaffen wußten. Später tauchten sie in Berlin auf. Hier suchten sie vorwiegend B i l I e n in der Umgegend heim und machten bei solchen Villeneinbrüchen im Grunewald, in Westend, Potsdam und Groß-Lichterfelde reiche Beute an Gold- und Silbersachen, silbernen Tafelbestecken, Schmucksachen und barem Gelde.— Die Angeklagten waren in allen Fällen geständig. Scheidenberger ist schon einmal im Jrrenhause gewesen und hat nach seiner Inhaftierung im hiesigen Untersuchungsgefängnis eine Zeitlang den„wilden Mann" gespielt. Er behauptet, daß er diese nächtlichen Einbrüche als einen Sport betreibe, da die damit verbundenen Gefabren ihn immer aufs neue anlockten. Nach dem Gutachten des Gebeimen Medizinalrates Dr. H o s f m a n n ist Scheidenberger zwar kein Geisteskranker, aber doch ein geistig minderwertiger Mensch. Im Jrrenhause hat er den Schlächter Max Schütze kennen gelernt und als er diesen zu- fällig in der Gollnowstraße traf, hat er ihn dazu an- geworben, einen Teil des gestohlenen Gutes zu verschärfen.— S ch ü tz e wurde deshalb wegen gewerbs- und gewohnheitsmäßiger Hehlerei zu 4 Jahren Zuchthaus. Scheidenberger wegen schweren Diebstahls in elf Fällen zu 7 Jahren Zucht- hauS. Reinhart wegen schweren Diebstahls in 13 Fällen zu 8 Jahren Zuchthaus nebst Ehrverlust und Polizeiauffichr verurteilt. Damit der ernsten Verhandlung zum Schlüsse auch das Satyr- spiel nicht fehlte, maibte der als Zeuge vernommene Kriminal- kommisiar die fatale Entdeckung, daß sein Spazierslock im Werte von 26 M., den er bei dem plötzlichen Zeugenaufruf im Wandelgang hatte stehen lassen, spurlos verschwunden war: ein Langfinger halte sich seiner erbarmt. In dem Prozeß gegen den Winkelbankier Konrad Wegener, der sich, wie mitgeteilt, vor der dritten Strafkammer des Land- gerichts I wegen zahlreicher Darlehnsschwindeleien zu verantworten halte, wurde gestern in später Nachmiltagsstunde das Urteil verkündet. Der Staatsanwalt beantragte eine Zusatzstrafe von drei Jahren Gefängnis. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Ge- f ä n g n i S zusätzlich zu einer anderweitig gegen W. verhängten Gefängnisstrafe. Von der Strafe wurden sechs Monate als durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt angesehen. Mus aller Welt. Zum Attentat auf Morgan. Der Mordversuch an dem bekannten Multimillionär Morgan hat in ganz Amerika ungeheures Aufsehen hervorgerufen. Die Börse erlebte einen stürmischen Tag. Im Hause Morgans liefen Tausende von Depeschen ein. darunter eine solche des Königs von England. Das Befinden Morgans ist ziemlich ernst, doch hoffen die Aerzte. ihn am Leben zu erhalten. Die Kugel, die Morgan traf, drang in den Unterleib ein. Die Verletzung ist schwer, aber nicht tödlich. Der Angreifer hatte zwei Revolver, zwei Dynamilpatronen und ein mit Nitroglyzerin gefülltes Gläschen bei sich. Er erklärte, Frank Holt zu heißen und Universitätsproseffor zu sein. Er sei von Gott beauftragt, Morgan zu töten. Holt bewohnte ein erstes Hotel in New Jork. Bei einer Haussuchung fand man außer Dynamit, Nitroglyzerin und Waffen auch anarchistische und religiöse Literatur. Wie es heißt, soll Holt auch eingestanden haben, der Urheber der Explosion im Washingtoner Kapitol zu fein. Raubmordversuch im Oderbruch. Wie auS Kienitz gemeldet wird, ist auf dem Hof des Bauerngutsbesitzers und Viehhändlers Schulz ein schwerer Raubmordversuch begangen worden. Während Sch. mit seinen Kindern und sämtlichen Leuten sich zum Heuen aus eine Wiese begeben hatte, waren seine Frau und der Igjährige Kuhfütterer Becker zu Hause geblieben, um im Keller Futter- kartoffeln auszulesen. Unter dem Vorwande eines Unwohlseins entfernte sich B. auf kurze Zeit, kehrte dann aber mit einem schweren Hammer bewaffnet zurück und schlug damit der nichts ahnenden Frau auf den Kopf, daß sie besinnungslos hinfiel. Er versuchte dann den Geldschrank zu öffnen, wurde aber durch die wieder zur Besinnung gelangte Frau gestört. Der Mörder ver- suchte dann zu entfliehen, konnte aber auf der Flucht festgenommen werden. Die Verletzungen der Frau Schulz sind lebensgefährlich. Bombenexplosion im New Horlcr Polizeigebäude. Wie das Reutersche Bureau aus New Jork meldet, hat dort eine Bomben- explosion im Hauptpolizeigebäude die Detektivabteilung beschädigt. Verletz! ist niemand worden. Man glaubt, daß es sich bei dem Verbrechen um einen Racheakt für die jüngsten Ver- urteilungcn von Anarchisten handelt. Ein schweres Bootsunglück ereignete sich Montag nachmittag auf dem Main bei Gmünds n. Ein Hauptmann, feine beiden Kinder und fein Diener fuhren in einem Kahn auf deni Main spazieren; das Boot kenterte aus bisher unbekannter Ursache, und alle vier Personen fielen ins Wasser und ertranken. Bis jetzt konnte nur die Leiche des Dieners geborgen werden. Die Verletzung Alfonso Costas. Nach einer Meldung des „Temps" aus Lissabon hat die Untersuchung des bei einem Strahenbahnunglück verletzten ehemaligen Ministerpräsidenten Alfonso Costa einen Schädelbruch ergeben. Der Zustand des Verletzten ist ernst. Der operative Eingriff mußte aufgeschoben werden. parteiveranstaltungen. Neukölln. Die Versammlung der Jugendsektio» findet heute abend 81/, Uhr im Jugendheim(Jdeal-Passage) statt. Zahlreiche Anwesen- heit erwünscht. Wilmersdorf. Donnerstag, den 8. Juli, abends 8'/, Uhr. im Re- staurant„Viktoriagarten", kleiner Saal, Wilhelmsaue 1t4/115: Mitglieder- Versammlung. Rcsercnt: Genosse Dr. B r e i t s ch e i d. Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Rosenthal. Donnerstag, den 8. Juli cr., abends 6 Uhr, im Ver- waltungsgebäude, großer Sitzungssaal. Diese Sitzungen sind össcntlich. Jever Gemeindeangehörige ist be- icchtigl, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. Sriefkaften üer Reüaktion. Die iuriftilche Sprechstunde sindet lür Abonnenten Lindenftr. 3, l?. Hos rechts, parterre, am Montag bis Freitag von s bis 7 Nor, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftasten bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nich: erteilt. Anfragen, denen feine Abonnementsliuittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde dar. Verträge, echristsiüite»»d dergleichen bringe mau In die Eprcchiliiilde mit. C. W. 100. Sie können beides tun. Wir würden Ihnen empsebien, sich unter kurzer Schilderung Ihres Krankbeitszuslandes zunächst an das Bezirkslommando zu wenden.— G.®. 49. Herzkrank; dienstuntauglich Sie werden jedcnsalls nicht mehr eingezogen.— W. H. 24. Kriegs- vcrwendungssäbig; wann sie eingezogen werden, können wir nicht wissen. — O. R. 1683. Garnisonverwendungssähig. Krümmung der Zehen und Fettleibigkeit.—