Nr. 188.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: . Abonnements Breis pränumerande: Bierteljährl 3,30 Ml monatl. 1,10 m wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Seitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal Humänien, Schweden und die Schweiz Si Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Big.( guläffig 2 fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Bort 10 Pig., jedes meitere Wort 5 Big. Borte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Sonnabend, den 10. Juli 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Nr. 151 90-151 97. Bergebliche russische Vorstöße bei Krasnit. Der französische Tagesbericht. Paris, 8. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Striegsbericht bon heute nachmittag. Jm Gebiete nördlich von Arras entwickelten sich im Laufe des Abends und in der Nacht mehrere ziemlich heftige Infanteriekämpfe zwischen Angrès und Souchez. Nördlich der Straße BéthuneArras wurde ein deutscher Angriff, welchem eine sehr starte Beschießung voranging, vollkommen zurückgeworfen. Nördlich des Bahnhofes von Souchez unternahmen wir einen Angriff, welcher uns gestattete, uns dem Dorfe zu nähern. Wir bemächtigten uns einer Reihe von deutschen Schüßengräben, nachdem alle Verteidiger durch Handgranaten und Bomben niedergemacht worden waren. Wir rückten darüber hinaus bor, machten einige Gefangene und erbeuteten ein Geschüß. Soissons wurde beschossen. In den Argonnen dauerten Gewehrfeuer und Geschützfeuer die ganze Nacht hindurch an. Bei Tagesanbruch versuchten die Deutschen im Gebiet von Marie Therese aus ihren Schützengräben hervorzukommen; sie wurden jedoch zurückgeworfen. Zwischen Maas und Mosel war die Nacht sehr bewegt. Im Walde von Apremont und im Priesterwald Beschießung, Gewehrfeuer, Bombenwerfen und Werfen von Feuerwerkskörpern ohne Infanteriekampf, abgesehen von der Gegend zwischen Fay en Haye und dem Priesterwalde, wo zwei feindliche Angriffe zum Stehen gebracht wurden. Paris, 9. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend: In Belgien wurde ein Angriff auf die Schützengräben, deren sich die englischen Truppen am 6. Juli südwestlich Bilfem bemächtigt hatten, unter das Feuer der englischen Artillerie und unserer Feldgeschüße genommen und mit sehr schweren Verlusten zerstreut. 3 wischen Angrès und Souchez griff der Feind heute morgen gegen 6 Uhr erneut unsere Stellungen nördlich der Straße Béthune- Arras an. Er wurde zurückgeworfen. Nördlich des Bahnhofes von Souchez versuchte ein sehr heftiger deutscher Gegenangriff, uns die Schützengräben wieder abzunehmen, deren wir uns am Vorabende bemächtigt hatten. Es gelang ihm nur, etwa 100 Meter von den 800 Metern Gesamtfront unseres Gewinnes wieder zu besetzen. Im Abschnitt Duennevières fand ein Kampf mit Handgranaten und Lufttorpedos statt. Auf dem rechten Aisneufer im Gebiet von Nohon entwickelte sich ein Minenkampf zu unserem Vorteil. In der Champagne vor der Feldschanze von Beau- Séjour beschädigten wir durch Minenerplosion die feindlichen Schüßengräben schwer. Zwischen Maas und Mosel war der Tag durch heftiges Bombardement am Tête à Vache, bei Vaur Fery im Walde von Apremont, sowie nördlich Flireh bezeichnet. Die russische Generalstabsbericht. Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 9. Juli 1915.( W. T. B.) Weftlicher Kriegsschauplatz. Nördlich der Zuderfabrik von Souchez wurde ein französischer Angriff abgeschlagen; kleine in unsere Stellung eingedrungene Abteilungen wurden niedergemacht. Es gelang uns bisher nicht, das vor. gestern verlorene Grabenstüd westlich von Souchez vom Feinde zu säubern. Die von der französischen Heeresleitung gebrachte Nachricht über Groberung eines deutschen Geschüßes ist unrichtig. Destlich von Ailly ergebnislose französische Einzelangriffe. Deftlich anschließend an unsere neugewonnenen Stellungen im Priesterwalde stürmten wir mehrere französische Grabenlinien in einer Breite von 350 Metern, machten dabei über 250 Gefangene und erbeuteten vier Maschinengewehre. Nachts fanden auf der Front von Ailly bis zur Mosel nur unbedeutende Patrouillengefechte statt. Nach starker Artillerievorbereitung griff der Feind die von uns am 22. Juni erftürmte Höhe 631 bei Ban de Saptan. Wir mußten die vollkommen verschütteten Gräben auf der Kuppe räumen. Deftlicher und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Heeresleitung. * Der öfterreichische Generalftabsbericht. Wien, 9. Juli.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 9. Juli 1915: Russischer Kriegsschauplay. Die allgemeine Lage im Often ist unverändert. In Russisch Polen wird auf den Höhen nördlich Arasnit weiter gekämpft. Wie in den vorhergehenden Tagen wurden auch gestern an mehreren Stellen der Front äußerst heftige russische Angriffe zurüdgeschlagen. Westlich der Weichsel wurden alle genommenen russischen Vorstellun gen behauptet. 1130 Italienischer Kriegsschauplas. An der Küstenländischen Front herrschte gestern verhältnismäßig Ruhe. Ein italienischer Flieger war bei Görz zu einer Notlandung gezwungen. In Kärntner und Tiroler Grenzgebieten Geschützkämpfe und Scharmütel. Ein Angriffsversuch zweier feindlicher Bataillone auf dem Col di Lana( bei Buchenstein) wurde abgewiesen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. dieselben Schüßengräben an. Er wurde aber unter großen Der türkische Generalstabsbericht. Machtkämpfe in Rußland. Die Vorgänge in Rußland fesseln andauernd die öffentliche Aufmerksamkeit. Der Schwerpunkt der sich abspielenden Ereig nisse liegt vorläufig in den oberen, politisch stärker interessierten Gesellschaftsklassen und den von ihnen beherrschten staatlichen Institutionen, obwohl auch Anzeichen vorhanden sind, daß es in den Volksmassen gärt und daß spontane Zudungen den Riesenleib des Zarenreiches zu erschüttern anfangen. Eben diese Tatsache ist einer der Gründe, die die Herrschenden Parteien zu energischer Tätigkeit antreiben. Neben der direkten Interessiertheit an dem Ausgang des Krieges sind die herrschenden Klassen und Parteien von dem Gedanken beherrscht, daß eine innere und äußere Katastrophe nur mittels des Sicherheitsventils der Umgestaltung der inneren Politik abgewendet werden kann. Die Widerstandskraft gegenüber dem äußeren Feind muß verstärkt werden durch die Zurückdrängung der Bureaukratie und die Uebernahme eines Teiles der Organisationsarbeit und der staatlichen Macht durch die herrschenden Parteien; die innere Krisis muß gemildert werden durch Abschwächung des bisherigen reaktionären Kurses, durch energischere Bekämpfung der durch den Krieg heraufbeschworenen wittschaftlichen Mißstände und endlich durch Reformversprechungen, die dem Kriege den Charakter eines" Volkskrieges" verleihen sollen. In dieser Haltung der Parteien, die den Willen der oberen Gesellschaftsklassen, der Großgrundbesißer und der Kapitalisten, zum Ausdrud bringen, liegt der fundamentale Unterschied zwischen der jebigen Krise und der der Jahre 1904/05. Damals begrüßten auch die besitzenden Klassen die Niederlage im japanischen Ariege, damals begünstigten sie die revolutio mindestens zu Beginn näre Bewegung der Arbeiter, da sie in den militärischen NiederTagen wie in den revolutionären. Aftionen der Massen die Mittel sahen, um die Selbstherrschaft zu stürzen, die politische Weacht 34 erobern und die Reformen durchzuführen, die ihnen auch in ihrem Interesse erforderlich schienen. Ganz anders jett. Die Res volutionsjahre haben den besikenden Klassen eine heilige Furcht vor den sozialen Forderungen der Arbeiter und der Bauern eingejagt. Die Landforderungen der Bauern haben den ehemals liberalen Großgrundbesizern, den sogenannten„ Semstwvoleuten", die in den Landschaftsverwaltungen tätig sind, ihren Liberalismus ausgetrieben und sie in die Reihen der Oktobristen und Nationa listen gedrängt. Und die auf durchgreifende soziale Reformen und eine Demokratisierung des gesamten Staatswesens gerichteten Forderungen der Arbeiter haben nicht nur die Fabrikanten und Börsenmänner, sondern auch das Kleinbürgertum zu Schleppenträgern der politischen Reaktion gemacht. Während der Herrschaft der Gegenrevolution bildete sich ein starkes Solidaritätsgefühl zwischen der Regierung und den besitzenden Klassen heraus. Die Regierung gewährte ihnen einen gewissen Einfluß auf die Staatsgeschäfte, befriedigte ihre Sonderinteressen auf Kosten der Gesamiheit, schütte sie vor Ansprüchen der Bauern und der Arbeiter, hielt die Ruhe und Ordnung", diese Grundforderungen der bürgerlichen Gesellschaft, mit eiserner Faust aufrecht, und zum Dank dafür stützten die besitzenden Klassen die Regierung, machten sich ihre innere und äußere Politik zu eigen und trösteten sich mit der Hoffnung, daß eine erfolgreiche äußere Politik, begründet auf die Ausbeutung des deutsch- englischen Gegensatzes, fie über die Misere der gehemmten inneren wirtschaftlichen Entwickelung hinweghelfen würde. Petersburg, 9. Juni.( W. T. B.) Der Generalstab nicht an. Gleichzeitig setzten unsere Truppen in der Richtung des Generalissimus gibt bekannt: In der Nacht des auf Lublin erfolgreich die Offensive fort, die sie in dem Situation in Rußland vor. Vom ersten Augenblid an stellten sich Der Krieg fand unter diesen Umständen eine ganz andere 7. Juli griff der Feind erfolglos unsere Stellung am Bahn- Abschnitt Urzedow- Bychawa ergriffen hatten. Nachdem sie die bürgerlichen Parteien an die Seite der Regierung. Was spe hof von Murawjewo an. Westlich der Chaussee Saldie Urzedowka überschritten hatten, marschierten sie gegen ziell die Haltung der Bourgeoisie betrifft, so war bei ihr, neben warja Suwalki gelang es dem Feinde am 6. Juli die Blory Bystrica vor und schlugen den Feind schwer aufs Haupt. der Konkurrenz gegen das in Rußland immer mächtiger werdende Chementka zu überschreiten. Am nächsten Tage wurde er aber Sie machten vom 5. bis zum 7. Juli elftausend Ge- deutsche Kapital, auch politische Berechnung ausschlagwieder zurückgeworfen. Am Drcyz griff der Feind in der fangene und nahmen viele Maschinengewehre gebend. Genosse Paul Agelrod hat diesen Zug sehr treffend Nacht des 7. Juli unsere Schüßengräben südwestlich des und eine Fahne. In diesem Abschnitt befindet sich der Feind charakterisiert:" Der Patriotismus der russischen Bourgeoisie ist Dorfes Jednorosez vergebens an. Einige deutsche Gruppen auf dem Rückzug. Wir verfolgen ihn. Am Bug, an der neuen Schlages; er hat einen modernen Charakter. Die Bourhielten sich bis zum Tagesanbruch vor unseren Schüßen- 81ota- Lipa und am nje str hat sich nichts ver- geoisie beherrscht nicht die Politik Rußlands, ja sie hatte auf gräben. Als sie sich zurückzuziehen versuchten, wurden ändert. sie bisher nur einen sehr geringen, wenigstens keinen direkten fie beinahe alle aufgerieben. Am Tage griff der Feind Einfluß. Aber sie hofft durch die energische Unterstützung des Krieges sich einen Anteil an der Herrschaft zu erobern, sich unentbehrlich zu machen. Der Krieg wird nach dem Empfinden Konstantinopel, 8. Juli.( W. T. B.) Bericht des Haupt- der modernen russischen Bourgeoisie die Regierung vor Aufgaben der Feind in der Nacht des 7. Juli unter dem Schußge un quartiers: An der Darbanellenfront am 7. Juli stellen, denen sie allein, ohne Bourgeoisie, nicht gewachsen ist." geheurer giftiger Gaswolken mehrmals in Richtung auf fein wichtiges Ereignis bei Ari Burnu. Bei Sedd ul Bahr Dieser Augenblick scheint der russischen Bourgeoisie nun geBolimow auf einer Front von zwölf Werst an. Es ge- nahmen unsere Truppen zwei feindliche Schüßengräben vor kommen zu sein. Ihre Vertretung, der Industriellenfongreß in lang dem Feinde in einigen Abschnitten, die Schüßengräben unserem rechten Flügel und besetzten sie. Unsere aus dem Petersburg, hat die durch die Niederlagen in Galizien und die der ersten Linie zu nehmen. Am folgenden Tage warfen Sentrum abgesandten Erkundungsabteilungen überraschten ungenügende Versorgung der Armee heraufbeschworene Depression wir ihn aber im Gegenangriff zurück und stellten den feindliche Gräben und erbeuteten eine Menge Munition und in den Regierungstreisen zu einem Vorstoß gegen die Regierung früheren Zustand wieder her, ausgenommen im Abschnitt in Pioniergeräte. Am linken Flügel dauerte leichtes Artillerie- benutzt. Ihan folgten die Kongresse der Semitwoleute und der der Nähe der Staatsstraße nach Bolimow. Der Kampf und Infanteriefeuer sowie das Bombenwerfen an. Am Vor- Städtevertreter in Moskau, die durch ihre ſanitären Einrichtungen mittag warf ein feindliches Flugzeug drei Bomben auf Galli- für die Armee einen größeren Einfluß gewonnen haben. Der poli, ohne Schaden anzurichten. Unsere Batterien in Kleiu- allgemeine Ruf wurde laut, daß die Duma einberufen werde. Aber asien zerstörten feindliche Landungsbrücken bei Teke Burnu schon vor der Erfüllung dieser Forderung tagten in Petersburg und nahmen die Zelte des feindlichen Lagers unter Feuer. die Fraktionen und der Seniorenkonvent der Duma, fanden KonAn den anderen Fronten hat sich nichts von Bedeutung ferenzen statt, wurden Verhandlungen mit der Regierung geführt usw. Der Minister des Innern Maklakow, der sich dieser Be Verlusten abgeschlagen. Am linken Ufer der Weichsel griff gegen die Giftmörder geht weiter. Zwischen dem Marftflecken von Kenno und dem Dorfe Jozefow unternahm der Feind in der Nacht und bei Tage am 7. Juli vergebliche Angriffe auf Sechein in der Nähe der Weichsel. Zwischen Weichsel und Bug griff der Feind am 7. Juli ereignet. wegimg entgegen zu stemmen versuchte, wurde gestürzt. Der neue Minister� Fürst Schtscherbatow hat, obgleich er sich vorläufig bestimmter Zusagen enthalt, der Presse und den Abgeordneten gegenüber einen anderen Ton angeschlagen. Weitere Verändc- rungen im Kabinett und in den höheren Verioaltungen, die setzt im Flusse sind, verstärken den Eindruck, dag die Regierung durch Konzessionen an die Parteien eine breitere Basis im Lande ge- Winnen will. Nun ist es aber im höchsten Grade symptomatisch, daß die Parteien sich mit bloßen Versprechungen nicht abspeisen lassen, sondern die Absicht haben, durch Erweiterung der Rechte der Duma und durch Unterordnung der Exekutive unter die Gesetzgebung ein Stück realer Macht an sich zu reißen. Dar- auf deutet mindestens die Absicht des SeniorcnkonventS hin, durch Schaffung eines„Landesverteidigungskomitees" aus Mitgliedern der Regierung, des Reichsrates und der Reichsduma die Z e n- tralbehörden und die Militärgewalt unter die Kontrolle der Kammern zu stellen. Dringt dieser Antrag durch, so bedeutet das natürlich eine gewaltige Machtver- schiebung� zugunsten der herrschenden politischen Parteien, eine enorme Stärkung der Volksvertretung auf' Kosten der Regierung und der Buveaukratic. lieber die Motive dieses Vorgehens darf man sich freilich keinen Illusionen hingeben. In ihin kommt in erster Linie das Verlangen der herrschenden Parteien und Klassen zum Ausdruck, die Wehr- kraft des Landes zu erhöhen und die Leitung des Krieges unter ihre Kontrolle zu stellen. Da die bisherige Organisation der Zivil- und Militärverwaltung versagt hat, verlangen die den Krieg stützen- den Gesellschaftsklassen gebieterisch eine Umformung dieser Organisation unter Heranziehung neuer Elemente aus ihrer Mitte. Da die politischen Forderungen der herrschenden Parteien eine Stärkung der Volksvertretung bedeuten, unterstützen auch unsere Genossen, trotz des antidemokratischen Charakters der jetzigen Volksvertretung, dieses Borgclfen gegen die Bureaukratie. Sie werden aber die aus dieser Machtverschiebung sich ergebende Situation selbstverständlich dazu ausnutzen, um die bürgerlichen Parteien vor- loärts zu treiben, sie zur Erfüllung chrer Reformversprechungen zu drängen und, gestützt auf die immer lauter werdende Friedens- sehnsucht der Massen, dem Kriegs willen der bürgerlichen Parteien den Friedenswillen der Arbeiterklasse entgegen zu setzen. •* Verzweifelte Stimmung in Rußlaaö. Bern, 3. Juli.(W. T. B.) Das Auslandskomitee des ArbeiterbundeS erfährt laut„Berner Tagwacht" aus Ruß- land: In der Moskauer Gesellschaft spreche man von der völligen Niederlage Rußlands. Die vorn Kriegsschauplatz heimkehrenden Offiziere verzweifeln an dein Erfolg der russi- scheu Waffen. Für alle Niederlagen suche die Regierung die Juden verantwortlich zu machen, um so die Volksempörung auf den armen Süudenbock zu leiten. Man spricht in Rußland sogar davon, daß die Regierung entschlossen sei, die Juden auch aus Petersburg auszuweisen, wenn Riga von den Deutschen besetzt werde. Man habe dies schon früher tun wollen, aber auf die Intervention des Ministers des Aeußeren aufgeschoben. Die revolutionäre Stimmung des russischen Proletariats wachse. Sogar Krankenschwestern seien unter dem Verdacht der revolutionären Agitation unter den Sol- baten verhaftet worden. Die Mitteilung schließt: Jeder- man in Rußland fühlt, daß man großen inneren Ereignissen entgegenschreitet. Menüerungen in üer rutschen Kommando- gewalt. Den Oberbefehl über die russischen Armeen an der Nord- Westfront übernahm General R u ß k i, der vor einiger Zeit wegen Unstimmigkeiten mit dem Großfürsten Nikolai beurlaubt wurde.— Rußki befehligte vor diesen Differenzen fünf Armeen zwischen Thorn und Krakau. Er hatte den Ober- befehl über die dritte russische Armee, die die Offensive gegen Lemberg durchführte. Rußki gilt neben General Iwanow als der fähigste russische Heerführer. Er ist 18M geboren, machte den Russisch-Türkischen Feldzug 1877/78 mit und war im Japa- nischen Kriege 1!X)4— 1305 Chef des Stabes der zweiten Armee, dann Kommandierender General deS 21. Armeekorps. Verstärkung des kanadischen Kontingents. London, 9. Juli.(W. T. B.) Die„Times" erfährt aus To- ronw, daß die Regierung die Vergrößerungen des kanadischen Ex- peditionskorps auf 159 000 Mann beschlossen habe. Die neuen Truppen sollen zur Anfüllung zweier über See befindlicher Divi- sionen dienen, eine dritte Division soll in Kanada bleiben. der türkische Krieg. die Kämpfe um die Dardanellen. Frankfurt a. M., 9. Juli. iW. T. B.) Die„Frankfurter Zeitung" meldet aus Konstantinopel: Die Operationen an den Dardanellen nehmen seit einigen Tagen einen sehr befriedigenden Fortgang. Während trotz der heftigsten Kämpfe die beiderseitigen Positionen seit Wochen unverändert blieben, ist es jetzt durch eilten kühnen Angriff der Türken gelungen, mehrere wichtige Schützengräben des rechten Mgels den Engländern zu ent- reißen. Bei dieser Gelegenheit find zwei bemerkenswerte Erscheinungen beobachtet worden. Die Franzosen, von denen auch einige gefangen genommen wurden, setzen sich au« jungen, kaum über 17 Jahre alten Mannschaften zusammen. Sie machen einen geradezu bedauernswerten Eindruck. Unter den Engländern zeigen sich ernste Anzeichen von Disziplinlosigkeit und Ermüdung. Die englischen Führer muffen zu den stärksten Mitteln Zuflucht nehmen. um ihre Truppen in der Hand zu halten. So feuern die hinter der Hauptfront befindlichen zweiten englischen Schützengräben unbarm- herzig auf ihre eigenen Leute, wenn beim Angriff Schützen zurück- bleiben oder sich mit Fluchtabsichten tragen. Slockaüe üer griechischen Küste) Bern, 9. Juli.(W. T. B.) Der Mailänder„Secolo" meldet aus London, daß laut Berichten aus Athen deutsche Unterseeeboote im Acgäischen Meer erschienen seien, die in der Flotte der Alliierten große Aufregung hervorgerufen hätten. Daraufhin habe der Ad- miral die hauptsächlichsten Einheiten von den Dardanellen zurück- gezogen. In London messe man der Nachricht nicht viel Glauben bei, wenn man auch die Möglichkeit zugäbe, daß einige Schiffe zurückgezogen worden seien, weil sie ausgebessert werden müßten, Die Zurückziehung der Schiffe könne sich auch aus der Notwendig- keit von Dislokationen ergeben haben. Die Turiner„Stampa" erfährt aus Sofia, daß die englische Flotte mit der Blockade der gesamten griechischen Küste begönnen habe. Die griechische Regierung habe in London energischen Einspruch erhoben mit der Begründung, daß die Blockade eine Verletzung der griechischen Neutralität darstelle. Der italienische Krieg. Caöorna melüet„nichts Semerkenswertes". Rom, 8. Juli.(28. T. B.) Meldung der Agencia Stefani. Amtlicher Kriegsbericht. In den letzten 21 Stunden ereignete sich nichts Bemerkenswertes. Die Aktion dauert regelmäßig auf den verschiedenen Fronten an. C a d o r n a. Spionenriecherei. Bologna, 9. Juli. jW. T. B.) Das Militärgericht hat die Ver- Haftung des Oberen und dreier Paters des Kapuzinerklosters in C o m a c ch i o wegen Spionage in der Provinz Sondrio verfügt. In der Kriegszone dauert die Ausweisung verdächtiger Geistlicher an. Der Präfekt ordnete die Ausweisung des Kanonikus der Kirche von Bormio an. Zum Verlust üer Rom, 9. Juli. iW. T. B.)„Giornale d'Jtalia* hebt hervor, daß der Verlust der. A in a l f i" erneut die Notwendigkeit beweise, aus der Adria ein vollkommen italienisches Meer zu machen um auf der andercy Küste jede feindliche Macht zu beseitigen, welche durch den Besitz durch Itatur und Kunst ausgezeichneten Ufers ein un- überwindlicheS Hindernis für eine wirksame ständige Verteidigung der italienischen Adriaküste bilden würde. Trotz der Schwierigkeilen hätte die italienische Flotte beweisen müssen, daß sie die Herrin der Adria sei. Sie habe es bewiesen und den Feind gezwungen, in seinen befestigten Häfen und Kanälen zu bleiben.„Giornale d'Jtalia" fährt fort: Wir hatten mit einigen Verlusten gerechnet, obwohl wir durch tägliche Aufklärungsfahrten unserer Flugzeuge und planmäßige Streifzüge unserer Torpedoboote die Aufgabe der österreichisch- ungarischen Unterseeboote sehr erschwerten. Der materielle und moralische Wert unserer Flotte und unsere Zuversicht in ihre Führer geben uns volles Vertrauen auf den Enderfolg. §laggenmißbrauch üurch Italien. Athen, 9. Juli.(W. T. B.) Von unserem Sonderberichterstatter. Ein unter griechischer Flagge fahrender Dampfer, der Benzin- und Oelladung an Bord hatte, ist in den griechischen Gewässern von einem griechischen Kriegsschiff aufgebracht und nach Korfu ge- schleppt worden. Die dort angestellte Untersuchung ergab, daß das Schiff„Giannicolo" hieß, zur italienischen Kriegsflotte gehörte und von einem aktiven italienischen Marineoffizier befehligt wurde. Nach dieser Feststellung muß die Angelegenheit auf diplomatischem Wege geregelt werden. Der Mißbrauch der griechischen Flagge durch die italienische Kriegsflotte erweckt hier die größte Entrüstung. Es verlautet, daß noch ein zweites Schiff unter ähnlichen Um- ständen aufgebracht worden ist. Der Seekrieg. vom v-Doots-Krieg. London, 9. Juli.(W. T. B.) Das Reuterfche Bureau meldet aus Hull: Der Dampfer„D i d o" von der Wilson- linie, der in der letzten Woche einem deutschen Unterseeboote entronnen war, nachdem ihn dieses durch einen Kanonenschuß beschädigt hatte, ist jetzt in der Nähe von Nordschottland durch ein Torpedo versenkt worden. Die ganze Besatzung ist ge- rettet. ßür eine Kabelverbinüung zwischen Deutschland und Amerika. Berlin, 9. Juli.(W. T. B.) Die„New Jork Times" vom 11. Juni enthält den Wortlaut einer Note der deutschen Regierung an die amerikanische vom 27. Februar d. I., in welcher die Frage der Wiederher st ellung direkter Kabelverbindung zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland behandelt wird. Die deutsche Regierung hat sich darin bereit erklärt, die Kosten für die Instandhaltung des Kabels zu tragen und seine Benutzung durch die amtlichen Vertretungen der Vereinigten Staaten in Deutschland und Oesterreich-Ungarn zu gestatten. Ferner sollte das wiederhergestellte Kabel dem Verkehr der amerikani- schen Zeitungen mit ihren Korrespondenten dienen und auch nnt gewissen Einschränkungen für den geschäftlichen Privat- verkehr zur Verfügung stehen. Die Regierung der Vereinigten Staaten wird unter Hinweis auf die Vorteile, die hieraus auch für das amerikanische Publikum erwachsen, ersucht, die Zustimmung der englischen Regierung zu diesem Vorschlag herbeizuführen. Sie hat ihn denn auch in London unter- breitet; so viel indessen hier bekannt geworden ist, hat die großbritannische Regierung ihn bisher nicht beantwortet. der Krieg und die Kolonien. AWonsnachrichten aus Deutsch-Mika. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" bringt folgende MissionS- Nachrichten aus Süd- und Ostafrika: Bei der Berliner Mission sind Briefe aus Südafrika aus der zweiten Hälfte des Mai eingetroffen. Danach hat in den Tagen der wüsten Ausschreitungen gegen deutsche Läden und Wohnhäuser in südaftikanischen Städten die erregte Volksmeinung nicht nur die Gefangensetzung aller deutschen Männer, auch aller Missionare, ge- fordert, sondern auch die Konfiskation alles deutschen Eigentums. Nach Briefen vom 19. Mai wurden auch, wie alle anderen deutschen Männer, so auch alle Missionare zum Zweck der Verhaftung neu registriert. Die Missionare hielten aber an der Hoffnung fest, daß die Regierung sich zur Ausführung der ebenso undankbaren und ungerechten wie kurzsichtigen Maßregel der Gefangennahme aller deutschen Missionare nicht hinreißen lassen werde. Ein letzter Brief vom 31. Mai, der wenigstens aus Pretoria den ungestörten Fortgang der Missionsarbeit meldet, gibt Raum zu derHoffnung, daß die angedrohte Maßregel doch nicht, oder wenigstens nur in beschränktem Umfange ausgeführt worden ist. Die Berliner Mission hat auch von der schottischen Mission nahe der Iljassagrenze von Deutsch-Ostafrika Nachrichten über das Ergehen der im September dort verwundet in englische Gefangen- schaft geratenen Deutschen erhalten. Die Verwundeten sind dort für- sorglich gepflegt worden. Oberleutnant v. Veltheim ist völlig wieder- hergestellt und weilt als Kriegsgefangener in Zomba. Leutnant Kiekhöfer ist nach Nairobi in Britisch- Ostafrika transportiert worden, damit dort auf Grunds einer Röntgenuntersuchung ihm eine Kugel entfernt werde. Der Schutztruppenarzt von Neulangenburg, Dr. Gothein, hat auf deutsches Gebiet zurückkehren dürfen. Die am 9. September gefallenen Deutschen haben auf dem Missionsfriedhof in Karonga mit den gefallenen Engländern eine würdige Ruhestätte gefunden. Die deutsche Antwortnote an Amerika. Berlin, 9. Juli. jW. T. B.) Die deutsche Antwort auf die amerikani s che Note vom 19. Juni ist dem amcri- kanischen Botschafter in Berlin gestern überreicht worden. ** A mtli ch. Berlin, 9. Juli.(W. T. B.) D i e A n t w o r t der Kaiserlich Deutschen Regierung auf die amerikanische Note vom 19. Juni dieses Jahres ist gestern überreicht worden und lautet wie folgt: Der Unterzeichnete beehrt sich. Seiner Exzellenz dem Bot- schafter der Vereinigten Staaten von Amerika Herrn James W. G e r a r d auf die Note vom 10. v. M.— F. O. Nr. 3611— über die Beeinträchtigung amerikanischer Interessen durch den deutschen Unterseebootkrieg nachstehendes zu erwidern: Die Kaiserliche Regierung hat mit Genugtuung aus der Note entnommen, wie sehr es der Nogicrung der Bereinigten Staaten am Herzen liegt, die Grundsätze der Menschlichkeit auch im gegenwärtigen Kriege verwirklicht zu sehen. Dieser Appell findet in Deutschland vollen Widerhall, und die Kaiserliche Rc- gierung ist durchaus gewillt, ihre Darlegungen und Entschließungen auch im vorliegenden Falle ebenso von den Prinzipien der Humanität bestimmen zu lassen, wie sie dies stets getan bat. Dankbar hat es die Kaiserliche Regierung begrüßt, daß die Amerikanische Regierung in ihrer Note vom 15. Mai d. I. selbst daran erinnert hat, wie sich Deutschland in der Behandlung des Seekriegsrechts stets von den Grundsätzen des Forschritts und der Menschlichkeit hat leiten lassen. In der Tat haben seit der Zeit, Ivo Friedrich der Große mit John Adams, Benjamin Franklin und Thomas Jeffcrson den Freundschafts- und Handclsvertvag vom 19. September 1785 zwischen Preußen und der Republik des Westens vereinbarte, deutsche und amerikanische Staatsmänner in dem Kampf für die Freiheit der Meere und für. den Schutz des friedlichen Handels immer zusammengestanden. Bei den internationalen Verhandlungen, die später zur Regelung des Seekriegsrechts gepflogen wurden, sind Teutschland und Amerika gemeinsain für fortschrittliche Grundsätze, insbesondere für die Abschaffung des Scebeuterechts sowie für die Wahrung der neutralen Interessen eingetreten. Noch bei Beginn des gegenwärtigen Krieges hat sich die Deutsche Regierung auf den Vorschlag der Amerikanischen Rc- gierung sofort bereit erklärt, die Londoner Seekriegsrechtserklärung zu ratifizieren und sich dadurch bei der Verwendung ihrer See- streilkräfte allen dort vorgesehenen Beschränkungen zugunsten der Neutralen zu unterwerfen. Ebenso hat Deutschland stets an dem Grundsatz festgehalten, daß der Krieg mit der bewaffneten und organisierten Macht des feindlichen Staates zu führen ist, daß da- gegen die feindliche Zivilbevölkerung nach Möglichkeit von den kriegerischen Maßnahmen verschont bleiben muß. Die Kaiserliche Regierung hegt die bestimmte Hoffnung, daß es beim Eintritt des Friedens oder sogar schon früher gelingen wird, das Seekriegsrecht in einer Weise zu ordnen, die die Freiheit der Meere verbürgt, und sie wird es mit Dank und Freude begrüßen, wenn sie dabei Hand in Hand mit der Amerikanischen Regierung arbeiten kann. Wenn in dem gegenwärtigen Kriege je länger je mehr die Grundsätze durchbrochen worden sind, die das Ziel der Zukunft sein sollten, so trägt die Deutsche Regierung keine Schuld daran. Der Amerikanischen Regierung ist es bekannt, wie von vorn- verein und in steigender Rücksichtslosigkeit Teutschlands Gegner darauf ausgegangen sind, unter Lossagung von allen Regeln des Völkerrechts und unter Mißachtung aller Rechte der Neutralen durch die völlige Lahmlegung des friedlichen Verkehrs zwischen Deutsch- land und den neutralen Ländern nicht sowohl die Kriegführung als vielmehr das Leben der deutschen Nation vernichtend zu treffen. Am 3. November v. I. hat England die Nordsee zum Kriegsgebiet erklärt und der neutralen Schiffahrt die Durchfahrt durch Legung schlecht verankerter Minen sowie durch Anhalten und Aufbringung der Schiffe aüfs äußerste gefährdet und erschwert, so daß eS tatsächlich neutrale Küsten und Häfen gegen alles Völkerrecht blockiert. Lange vor Beginn des Unterseebootkrieges hat England auch die legitime neutrale Schiffahrt nach Teutschland so gut wie völlig unter- Kunden. So wurde Deutschland zu dem Handelskrieg mit Unterseebooten gezwungen. Bereits am 16. November v. I. hat der englische Premier? minister im Unterhanse erklärt, daß es eine der Hauptaufgaben Englands sei, zu verhindern, daß Nahrungsmittel für die deutsche Bevölkerung über neutrale Häfen nach Deutschland gelangten. Seit dem 1. März d. I. endlich nimmt England von den neutralen Schiffen alle nach Teutschland gehenden sowie alle von Deutschland kommenden Waren, auch wenn sie neutrales Eigentum sind, ohne weiteres weg. Wie seinerzeit die Buren, so soll jetzt das deutsche Volk vor die Wahl gestellt werden, ob es mit seinen Frauen und Kindern dem Hungertode erliegen oder seine Selbständigkeit auf- geben wolle. Während uns so unsere Feinde laut und offen den Krieg ohna Gnade und bis zu völligen Vernichtung angesagt haben, führen wir den Krieg in der Notwehr für unsere nationale Existenz und um eines dauernd gesicherten Friedens willen. Den erklärten Ab- sichten unserer Feinde und der von ihnen angewandten Völkerrechts- widrigen Kriegführung haben wir den Unterseebootkrieg anpassen müssen. Bei allen grundsätzlichen Bemühungen, neutrales Leben und Eigentum nach Möglichkeit vor Schädigung zu bewahren, hat die deutsche Regierung schon in der Denkschrift vom 4. Februar rück? haltlos anerkannt, daß durch den Unterseebootkrieg Interessen der Neutralen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten. Aber eben- so wird auch die amerikanische Regierung zu würdigen wissen, daß die Kaiserliche Regierung in dem Daseinskampf, der Deutsch- land von seinen Gegnern aufgezwungen und angekündigt ist, die heilige Pflicht hat, alles, was irgend in ihrer Macht steht, zu tun, um daS Leben der deutschen Untertanen zu schützen und zu retten. Wollte die Kaiserliche Regierung diese ihre Pflichten versäumen, so würde sie sich vor Gott und der Geschichte der Verletzung der- jenigen Prinzipien höchster Humanität schuldig machen, die die Grundlagen jedes Staatslebcns sind. Mit erschreckender Deutlichkeit zeigt der Fall der Lusttania, zu welcher Gefährdung von Menschenleben die Art der Krieg- führung unserer Gegner führt. Durch die unter Verheißung von Prämien erfolgte Anweisung an die britischen Handelsschiffe, sich zu armieren und die Unterseeboote zu rammen, ist in schärfstem Widerspruch mit allen Grundsätzen des Völkerrechts jede Grenze zwischen den Handels- und Kriegsschiffen verwischt und sind die Neutralen, die die Handelsschiffe als Reisende benutzen, allen Ge- fahren des Krieges in erhöhtem Maße ausgesetzt worden. Hätte der Konunandant des deutschen Unterseebootes, welches die Jusitania vernichtete, Mannschaften und Reisende vor der Tor- pedierung ausbooten lassen, so hätte dies die sichere Vernich- tung seine? eigenen Boote? bedeutet. Nach allen bei der Versenkung viel fleinerer und weniger feetüchtiger Schiffe ge- f Erlogene Behauptung. Anmerkung des W. T. B.: Eine Nachprüfung dieser( missionen des Kabinetts find. Dieser Verweis, den„ Daily machten Erfahrungen war zu erwarten, daß ein so mächtiges Reutermeldungen ist augenblicklich von hier aus nicht möglich. Wir Mail" eine auf Haldane geschleuderte Bombe nennt, Schiff wie die Lusitania auch nach der Torpedierung lange genug geben sie deshalb einstweilen mit Vorbehalt wieder. über Wasser bleiben würde, um die Passagiere in die Schiffsboote gehen zu lassen. Umstände ganz besonderer Art, insonderheit das Vorhandensein großer Mengen hocherplosiver Stoffe an Bord, haben diese Erwartung getäuscht. Außerdem darf noch darauf hingewiesen werden, daß bei Schonung der Lusitania Tausende von Kisten mit Munition den Feinden Deutschlands zugeführt und dadurch Tausende deutscher Mütter und Kinder ihrer Ernährer beraubt worden wären. In dem Geiste der Freundschaft, von der das deutsche Bolt gegenüber der Union und ihren Bewohnern seit den ersten Tagen ihres Bestehens beseelt ist, wird die Kaiserliche Regierung immer bereit sein, auch während des gegenwärtigen Krieges alles ihr Mögliche zu tun, um " zu hat, als er gestern abend in den Wandelgängen des Hauses bekannt wurde, Empörung hervorgerufen. Die liberalen Blätter von heute morgen schweigen darüber.„ Times" sind über diese unerwartete Amtlich. Berlin, 9. Juli.( W. T. B.) Die Ententepresse Wirkung von Haldanes Rede, durch die seine Freunde ihn ins verbreitet die Behauptung, daß die deutsche Regierung den Ver- Kabinett zurückzubringen hofften, sichtlich befriedigt. Obwohl wenige such gemacht habe, dem durch seine Vorträge über Röwen be- es ausgesprochen haben, ist es von Anfang an deutlich gewesen, daß rüchtigten Schweizer Fueglister sein Material und seine Stli- Saldanes Rede einer ganz anderen Politik die Stange gehalten hat schees über Belgien abzufaufen. Die Nachricht, die bereits als der von Lloyd George. Es ist eine Verteidigung der Arbeit des einmal durch den deutschen Gesandten in Bern dementiert Striegsdepartements gewesen, während die ganze Stellung Lloyd Georges auf der Voraussegnng beruht, daß das Kriegsdepartement worden ist, ist vollkommen erlogen. schlecht gearbeitet hat. Haldane hat Berichterstattern, die ihn aufDie deutschen Kriegsgefangenen in Dahome. gesucht haben, erklärt, er habe auf Lloyd Georges Anwürfe nichts Paris, 9. Juli.( T. U.) Die französische Regierung hat bisher 34 erivibern. der Gefährdung des Lebens amerikanischer Bürger vorzubeugen. in der Presse noch keine Antwort erteilt auf die Anklagen wegen der Die Vertrauensfrage für Millerand. Die Kaiserliche Regierung wiederholt daher die Zusicherung, schlechten Behandlung der deutschen Kriegsgefangenen in Dahome daß amerikanische Schiffe in der Ausübung der dagegen besigt der„ Matin" eine in der Berliner Illustrierten 3tg." folge verlangte der Deputierte Fabre bei der gestrigen InterGenf, 9. Juli.( W. T. B.) Blättermeldungen aus Paris zu legitimen Schiffahrt nicht gehindert und das erschienene Photographie, aus der sich die Leiden der Kriegsgefangenen pellation in der Kammer den Rücktritt des KriegsLeben amerikanischer Bürger auf neutralen ergeben. Das genannte Blatt bemerkt: Die ganze Erzählung über ministers Millerand. Ministerpräsident Viviani ergriff das Schiffen nicht gefährdet werden sollen. Mißhandlung der deutschen Gefangenen in Dahome ist von Anfang Wort zu einer Verteidigung Millerands und stellte die WerUm unvorherzusehende, bei der Seefriegführung der Gegner bis Ende erfunden. Wir haben, so fährt der„ Matin" fort, nach trauensfrage. Das Haus nahm, wie schon gemeldet, die VerDeutschlands mögliche Gefährdungen amerikanischer Passagier- Dahome nur Gefangene aus Kamerun geschickt, d. h. aus einem trauenstagesordnung an. dampfer auszuschließen, werden die deutschen Unterseeboote ange- Lande, das Dahome benachbart ist und ein ebenso hartes Klima hat. Lyon, 9. Juli.( W. T. B.)„ Lyon Républicain" berichtet aus wiesen werden, solche durch besondere Abzeichen kenntlich gemachte Diejenigen unter den Gefangenen, die das Kelima nicht ertragen Paris: In der Kammer brachte der Deputierte& avre vor und in angemessener Zeit vorher angesagte Passagierdampfer frei fonnten, wurden in fleinen Trupps seit Beginn des Winters nach Schluß der Sizung seine Interpellation wegen der Errichtung und sicher passieren zu lassen. Dabei gibt sich die Kaiserliche Re- Marokko übergeführt. Daß wir sie nicht unter der Tropensonne mit Favre erklärte, das Interesse des Landes stehe auf dem Spiele. eines neuen Unterstaatssekretariates im Kriegsministerium ein. gierung allerdings der zubersichtlichen Hoffnung hin, daß die bloßem Kopf haben arbeiten lassen, ergibt sich daraus, daß die Er griff den Kriegsminister an, der während mehrerer Monate Amerikanische Regierung die Gewähr dafür Sterblichkeit faum über 2 Proz. hinausgegangen ist, ein Prozentjak, mit einer gewissermaßen dilatorischen Machtbefugnis ausgestattet übernimmt, daß diese Schiffe teine Konterbandr den sie ebenfalls erreicht hätten, wenn die Gefangenen in ihren gewesen sei, ohne vom Parlament kontrolliert zu werden. Er an Bord haben. Die näheren Vereinbarungen für die unbe- Kasernen in Kamerun geblieben wären. erinnerte daran, unter welchen Umständen die Kammern helligte Fahrt dieser Schiffe würden von den beiderseitigen Marinewieder zusammenberufen worden feien und die Aus: behörden zu treffen sein. thre Tätigkeit begonnen hätten. Favre warf dem bor, Kriegsminister Millerand daß cr fich zuerst einen, dann zwei weitere Unterstaatssekretariate habe aufzwingen Errichtung der Unterstaatssekretariate habe ein Unbehagen den aus und seiner Würde und Autorität habe Abbruch fun lassen. Die lichen Stellen gegenüber auffommen lassen. Es habe Milleraus an dem Organisationsgeiste gefehlt, der in den augenblicklichen m ständen notwendig sei. Favre verlas Zeitungsausschnitte über Munitionsmangel und verlangte schließlich im Namen der heiligen Einigkeit" den Rücktritt Millerands. Auf der Mehrzahl der Bänke erhoben sich Protestrufe. Zur Schaffung ausreichender Reisegelegen heit für amerikanische Bürger über den Atlan tischen Ozean stellt die Deutsche Regierung zur Erwägung, die Zahl der verfügbaren Dampfer dadurch zu vermehren, daß eine angemessene, der genaueren Vereinbarung unterliegende Bahl neutraler Dampfer unter amerikanischer Flagge in den Passagierdienst unter den gleichen Bedingungen wie die vorgenannten amerikanischen Dampfer eingestellt wird. Der Poftverkehr der Kriegsgefangenen schüsse durch die Schweiz. verwaltung vermittelte seriegsgefangenenpost verkehr Bern, 8. Juli.( W. T. B.) Der durch die schweizerische Postist im Laufe des Juni neuerdings start gestiegen. Es sind im Juni vom Bureau in Bern im Durchgangsverkehr 2528 242 Briefe und starten und 170 840 fleine Batete nach Deutschland sowie 2710 965 Briefe und Karten und 86 575 fleine Bakete nach Frankreich befördert worden. Im ganzen sind seit September 1914 bis Ende Juni Die Kaiserliche Regierung glaubt annehmen zu dürfen, daß 1915 vom Bureau in Bern im Durchgangsverkehr weiter geleitet auf diese Weise ausreichende Gelegenheiten für amerikanische worden 17 562 683 Briefe und Karten und 928 419 fleine Pakete Ministerpräsident Viviani beantwortete die Interpellation. Bürger zur Reise über den Atlantischen Ozean zu schaffen sind. Eine nach Deutschland und 17 522 275 Briefe und Karten sowie 479 993 Gr erklärte, daß die Unterstaatssekretariate dem Kriegsminister zwingende Notwendigkeit für amerikanische Bürger, in Kriegs- zösische Kriegsgefangene in Deutschland durch Vermittlung der Ober- Minister sei des höchsten Lobes würdig. Er bedauerte, daß Favre fleine Pakete nach Frankreich. Seit Monat September sind au frans nicht aufgezwungen worden seien. Die Mitarbeit der neuen zeiten auf Schiffen unter feindlicher Flagge nach Europa zu postkontrolle in Berit 1191 894 Postanweisungen im Betrage von sich für seine Interpellation den Augenblick ausgesucht habe, in dem reisen, dürfte demnach nicht vorliegen. Insbesondere bermag die 15 481 982 Frant und an deutsche Kriegsgefangene in Frankreich die größten Bemühungen im Interesse der Landesverteidigung Kaiserliche Regierung nicht zuzugeben, daß amerikanische Bürger 211 847 Postanweisungen im Betrage von 3799 147 Frank ge- unternommen würden. Viviani fragte, wie die Regierung ihre ein feindliches Schiff durch die bloße Tatsache ihrer Anwesenheit fandt worden. An österreichische und ungarische Kriegsgefangene Aufgabe erfüllen könne, wenn man ihr auf ihrem Wege solche an Bord zu schüßen vermögen. Deutschland ist lediglich dem Bei- in Rußland sind in dieser Zeit 65 756 Postanweisungen im Zwischenfälle schaffe. Er appellierte an das Vertrauen der Kammer spiel Englands gefolgt, als es einen Teil der See zum Kriegs- Betrage von 1770 766 und an ruffische Striegsgefangene in Desterreich und erklärte, die Regierung begnüge sich nicht mit einer einfachen gebiet erklärte. Unfälle, die in diesem Kriegsgebiet Neutralen auf Ungarn 43 604 Postanweisungen im Betrage von 885 320 Frank be- Tagesordnung, denn sie bedürfe zur Erfüllung ihrer Aufgabe des feindlichen Schiffen zustoßen sollten, könnten daher nicht wohl fördert worden. Im Monat Juni wurden von der Schweizerischen vollen moralischen Ansehens. anders beurteilt werden, als Unfälle, denen Neutrale auf dem 174 640 Briefe und Karten, 8580 uneingeschriebene Pakete bis Vertrauenstagesordnung an. Postverwaltung für Kriegsgefangene täglich durchschnittlich Die Kammer nahm darauf mit allen gegen zwei Stimmen eine Striegsschauplatz zu Lande jederzeit ausgesetzt sind, wenn sie sich 850 Gramm und 29 892 eingeſchriebene Pakete bis 5 Stilogramun in Die holländische Regierung über die Ertrok vorheriger Warnung in Gefahr begeben. weiterung der Landsturmpflicht. Empfang genommen und umgeleitet sowie 8163 Bostanweisungen im Betrage von 111 354 Frank umgeschrieben und versandt. Schweizer Anleihe zur Deckung der Mobilisationskosten. Sollte sich jedoch die Erwerbung neutraler Passagierdampfer für die Amerikanische Regierung nicht in ausreichendem Umfange ermöglichen lassen, so ist. die Kaiserliche Regierung bereit, feine Haag, 8. Juli.( W. T. B.) In ihrer Antwort auf den Einwendungen dagegen zu erheben, daß die Amerikanische Kommissionsbericht der Zweiten Kammer über den GesetzRegierung vier Passagierdampfer feindlicher entwurf wegen Erweiterung der Landsturmpflicht Flagge für den Passagierverkehr Nordamerita Bern, 9. Juli.( W. T. B.) Zwecks Beschaffung weiterer Mittel berteidigt die Regierung ausführlich die beabsichtigte VerEngland unter amerikanische Flagge bringt. Die zur teilweisen Dedung der außerordentlicher Ausgaben für die stärkung der Wehrmacht. Sie betont, daß je mehr die NiederZusagen für die freie und sichere" Fahrt amerikanischer Passagier- Mobilisation der schweizerischen Armee hat der Bundesrat beschlossen, lande imftande find, jedermann mit dem Bewußtsein zu er dampfer würde dann unter den gleichen Vorbedingungen auch auf eine Anleihe im Nominal betrage von 100 millionen füllen, daß fie fortfahren, ihre Kräfte zu verstärken, eine unt diese früher feindlichen Passagierdampfer ausgedehnt werden. Franken zu 4 Proz. verzinslich, während zehn Jahren unauf- so größere Sicherheit für die Erreichung des Zieles, der Der Herr Präsident der Vereinigten Staaten hat in dantens fündbar und mittels dreißig Annuitäten rückzahlbar aufzunehmen. Sandha bungeiner unbedingten Neutralität, tverter Weise sich zur Uebermittelung und Anregung von Vor- Ein Kartell schweizerischer Banken und der Verband schweizerischer gegeben ist. schlägen an die Großbritannische Regierung insonderheit wegen Kantonalbanken haben die Anleihe fest und optionsweise über- Daß durch die Verstärkung die Strömung, für eine TeilRenderung des Seekriegs bereit erklärt. Die Kaiserliche Regierung nommen. Die Anleihe wird in den nächsten Tagen zur öffentlichen nahme am europäischen Kriege unterstützt wird, ist eine einwird stets von den guten Diensten des Herrn Präsidenten gern Zeichnung zum Kurse 96,5 aufgelegt werden. gebildete Gefahr. Einige unverantwortliche Journalisten Gebrauch machen und gibt sich der Hoffnung hin, daß seine Bemachen nicht das Volt aus. Die Masse des niederländischen friegführenden Teilen freundschaftlich gesinnt. mühungen sowohl im vorliegenden Falle wie auch für das große Einschränkung der schweizerischen Militär- Volkes wünscht den Frieden zu erhalten und ist allen Ziel der Freiheit der Meere zu einer Verständigung führen werden. Indem der Unterzeichnete den Herrn Botschafter bittet, Vorstehendes zur Kenntnis der Amerikanischen Regierung zu bringen, berugt er diesen Anlaß, um Seiner Erzellenz die Versicherung seiner ausgezeichnetsten Hochachtung zu erneuern. Das gez.: von Jagow. An Seine Erzellenz den Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika Herrn James W. Gerard. Ende der Kämpfe in Südwestafrika? Berlin, 9. Juli.( W. T. B.) Ueber den Krieg in Deutsch Südwestafrita liegen folgende Meldungen aus englischer Quelle bor. dos gerichtsbarkeit. Bern, 3. Juli.( W. T B.) Der Bundesrat hat heute beschlossen, die Beamten, Angestellten und Arbeiter der öffentlichen Verkehrsanstalten, der Militärverwaltung, der Militärwerkstätten und der Zeughäuser, die infolge des Aufgebotes zum aktiven Dienst seit der Mobilisation vollständig den Militärgesegen unterstellt waren, nur noch für vorsägliche Dienstpflichtverletzungen, die eine militärische Bedeutung haben, der Militärgerichtsbarkeit zu überweisen, während alle übrigen Fälle durch bürgerliche Gerichte erledigt werden. ladie englischen Verluste. hält die Namen von 53 Dffizieren und 948 Mannschaften. London, 8. Juli.( W. T. B.) Die letzte Verlustliste entPreßfreiheit in England. Die Regierung schränkt aber mit Rücksicht auf den gcäußerten Wunsch die Einberufung Landsturmpflichtiger auf Personen ein, die vor dem Jahre 1916 das dreißigste ebensjahr nicht erreicht haben. Personalveränderungen in Rußland. " Die Petersburger Rietsch" meldet: Fürst Trubezkoi ist seines Amtes als Gesandter in Serbien enthoben worden. Wer fein Nachfolger werden wird, steht noch nicht fest. Diese Ent laffung wird zurückgeführt auf den vollständigen Fehlschlag seiner Bemühungen, Serbien zur Abtretung Mazedoniens an Bulgarien zu veranlassen. Weiter wird aus Petersburg gebrahtet, daß der Verweser der russischen Reichsbant, der ehemalige Finanzminister Schipow, der beste Kenner des Staatskredits in Rußland, aus seinem Amte ausRapstadt, 9. Juli.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Ein amtliches Telegramm aus Pretoria meldet, Botha habe Chio33a Money, der sich früher sehr radikal gebärdete und Ein liberales Mitglied des englischen Parlaments, Herr scheidet. Gerüchten zufolge tritt auch Hofminister Baron Frederid die Kapitulation der deutschen Streitmacht von Artikel für den„ Labour Leader" schrieb, bei Beginn des Krieges zurück. Als sein Nachfolger wird Hoffommandant General Wojekow aber fich eifrigst für die Regierung einfegte und dafür in den genannt. Deutsch Südwestafrita angenommen. Ein früher eingelaufenes amtliches Telegramm meldet: Oberst Ritterstand erhoben wurde, hat an die englische Regierung die Frage nowoje Wremja" über die russisch- polnische Frage. gerichtet, was sie gegen die antikriegerische Propaganda des Labour Leader" zu tun gedenke. Der Justizminister, Sir " Myburgh kam in Tsumeb im Damaralande an. Er machte unterwegs sechshundert Kriegsgefangene, eroberte einige Kanonen und befreite die gefangen gehaltenen Engländer. Oberst Brits, der Edward Carson, der die Befähigung zu seinem Amte bea Petersburg, 8. Juli.( W. T. B.) Ueber Stockholm. Die einen großen Umweg in westlicher Richtung macht, nahm hundert- Rebellion der Ulsterleute gegen die Regierung inszenierte, antartikel, die russisch- polnische Frage ſei zwar kanntlich dadurch erwiesen hat, daß, er im vergangenen Jahre die Nowoje remja" vont 4. Juli erklärt in ihrem Zeitfünfzig Mann gefangen und befreite den Rest der gefangenen wortete, daß man die Möglichkeiten eines Vorgehens gegen das schon in den Herzen der ruffischen und polnischen BruderUniontruppen. Das Ende des Kampfes scheint nahe. Die Ueber- unbequeme Blatt in Erwägung ziehe. Auf den„ Labour Leader" völker entschieden, doch seien noch einige Förmlichkeiten zu gabe des Restes der feindlichen Streitmacht ist eine Frage kurzer jedoch scheint diese Drohung keinen Eindruck zu machen. Er ver- ordnen. Polen solle nicht frei werden, sondern eine Versichert, daß er sich in seiner Propaganda in feiner Weise werde einigung mit Rußland eingehen unter dem Schutz Beit. " Ein anderes Telegramm besagt: Oberst Myburgh traf die beeinflussen lassen und es darf wohl auch bezweifelt werden, ob des russischen Doppeladlers. Unter solchen Voraussetzungen Deutschen unter dem Befehl von Kleist in Ghaub. Die Deutschen das starte" Stoalitionsministerium es wagen fann, einem oppo- wünscht das Blatt den Arbeiten des russisch- polnischen Komitees zogen sich zurück und ließen 86 Gefangene zurück. Kurz darauf fitionellen Blatt an den Wagen zu fahren. Im Punkte der Mei- Erfolg. machten die Briten noch 500 Gefangene und eroberten einige Ka- nungs- und Preßfreiheit pflegt der Engländer nicht mit sich spaßen Der neue bulgarische Gesandte bei Salandra. zu lassen. Lloyd George gegen Haldane. nonen. Die englischen Verluste sind: Ein Mann tot, drei verwundet. Oberst Brits hat Otthaffafu am 30. Juni verlassen. Er Basel, 9. Juli.( W. T. B.) Der Schweizerischen Depeschen tückte über Othaofafena vor und erreichte Namutoni, wo agentur zufolge melbet Sera" aus Rom vom 8. d. Mts.: Der er Rotterdam, 8. Juli.( W. T. B.) Wie der„ Rotterdamiche Cou- neue bulgarische Gesandte Stanciof hatte gestern eine 150 Mann gefangen nahm, Vorräte erbeutete und die englischen rant" aus London meldet, hat Lloyd George die Ermächtigung Unterredung mit Salandra, begab sich hierauf auf die Bot. Gefangenen befreite. zu folgender Kundmachung bezüglich der Rede gegeben, die Lord schaften Frankreichs, Rußlands und Englands und London, 9. Juli. Das Reutersche Bureau meldet aus Haldane am Montag gehalten hat: Haldanes Aeußerung machte der Königin einen Besuch. Kapstadt: Die llebergabe der Deutschen war bedingungslos. über das, was sich vor einigen Monaten in der Kommission des Botha hatte ein Ultimatum gestellt, das heute um fünf Uhr Stabinetts, die sich mit den Bewaffnungsfragen befaßte, abgespielt nachmittags ablief. hat, ist ungenau und in einigen wichtigen Punkten unrichtig. Basel, 9. Juli.( W. T. B.) Die serbische Stupschtina. Kapstadt, 9. Juli. Ein amtliches Telegramm aus Pre- Im geeigneten Augenblicke werde es notwendig sein, genauer beschloß einstimmig, eine außerordentliche Anleihe von 250 toria besagt: Die Feindseligkeiten in Deutsch- Südwest sind darauf einzugehen, obwohl Lloyd George hofft, gegenwärtig nicht Millionen für Militärzwede aufzunehmen, um wieder toria besagt: Die Feindseligkeiten in Deutsch- Südwest sind dazu gedrängt zu werden. Er möchte aber doch darauf hin- eine allgemeine Offensive durchführen zu jetzt fattisch beendet. Die Armee kehrt in das Gebiet der Union weisen, wie unberständig derartige unvollständige und können. Die legte 200- millionenanleihe soll noch nicht er. zurüd. unautorisierte Bekanntgaben von Beschlüssen geheimer Kom schöpft sein. Eine neue serbische Anleihe. 45% 1 Paar GummiAbsätze für Damen in guter Qualität 45 PL 2 grosseDosen Schuhcreme schwarz 45 PL. 2 Paar HalbSchuhsenkel breit 45 Pf. 8 Dutzend Druckknöpfe rostfrei 45 PL. 1 Kinderring aus Silber m. Stein 45 PL 1 Portemonaie 1. 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Porzellan mit 1 Tablett 45 Taschentücher 1 Scheibenschleier 45 1 Vorhangstange 45 PL. 1Militär- Binde feldgrau, mit Latz 45 PL. 1 Wachstuchschoner 45 PL 2 Schinkenteller rund 45 PL. 1 Küchenlampe mit Blende 45 PL. 1 Blakerzünder 45 PL Pf. 2 Glühstrümpfe 45 PL Pt. zusammen 45 3 Buchstabentücher 45 Pt. 4 Linontücher..... 45 Pf. 2 Herrentücher weiss mit Seifen farbig. Kanten 3 grosse Pakete Salmiak- Terpentin- Waschpulver... 45 PL 3 Stück Blumenseife 45 1 Riegel Sparkernseife teilig 1 Flasche Brillantine 1 Flasche Bay- Rum 45 1 Eckbrett........ 45 45 Pf. 1 Zahnbürstenständer 45 1 Stück Betflitze 2 Garnituren Bettsenkel zusammen 45PL. 1 Kissenfüllung 25 x 40 cm 45 Pf. 1 Taschenspiegel mit Kamm 45 Pt. 1 Kaffeeflasche mit Patentverschluss, Emaille PL. 1 Paar Kinderpantoffel Gösse 25-35 45 Pf. 1 Tülldecke 60x60 cm 45 Pt. 1 Halskette mit modernem Anhänger 45Pt. 50 Berliner Ansichtskarten 45 PL. Berantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Injeratenteil verantw. Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Sierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 188. 32. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Vergeltungsmaßnahmen gegen Frankreich. Amtlich. Berlin, 9. Juli.( W. T. B.) Die„ Nord= deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt in ihrer Mor genausgabe vom 10. Juli: Vergeltungsmaßregel gegen Frankreich. Das unerhörte Urteil, das von einem französischen Militärgericht gegen eine kriegsgefangene deutsche Kavalleriepatrouille, nämlich die Leutnants von Schierstedt und Graf Strach= i, zwei Unteroffiziere und zwei Mann gefällt worden ist, hat feinerzeit im deutschen Volke einen Sturm der Entrüstung hervorgerufen. Die Patrouille war in der Marneschlacht hinter die französische Front geraten und versuchte drei Wochen lang, ihre Truppe wieder zu erreichen. Während dieser Zeit hat sie die für ihren Lebensunterhalt unumgänglich notwendigen Gegenstände, und zwar soweit angängig, gegen Barzahlung requiriert. Als sie am Ende ihrer Kräfte war, beschloß sie, sich zu ergeben; da Leutnant von Schierstedt am Bein verwundet war, nahm sie bei einem Bauern Pferd und Wagen und stellte sich bei der nächsten französischen Truppe. Auf Grund dieses Vorfalls sind die Mitglieder der Patrouille wegen Plünderung in bewaffneter Bande verurteilt worden, und zwar der Leutnant von Schierstedt zu fünf Jahren Zwangsarbeit, die übrigen zu fünf Jahren Zuchthaus, außerdem alle zu Degradation. Als die erste Nachricht von diesem ungeheuerlichen Richterspruche hier eintraf, hat die deutsche Regierung sofort die Auftlärung des Vorfalls durch die französische Regierung verlangt und sich für den Fall einer unbefriedigenden Antwort weitere Maßẞnahmen vorbehalten. Aus dem ihr darauf zugegangenen Urteil des französischen Kriegsgerichts war indes ebensowenig wie aus den von der französischen Regierung dazu gemachten Bemerkungen irgendwie ersichtlich, welchen Tatbestand das Gericht seinem Urteil zu Grunde gelegt hat, noch wie sich dadurch die gegen die Verurteilung deutscherseits erhobenen Einwendungen widerlegen lassen. " Sonnabend, 10. Juli 1915. friegsbeschädigter Ein Angriff auf Branting." Wir erhielten folgende Zuschrift: städtischer direkte Provokationen vorliegen... Glücklicherweise, fann man beschäftigung unter diesen Umständen wirklich sagen, verhindert die 3ensur Arbeiter soll in einem besonderen Ausschuß erwogen werden. während der Dauer des Krieges den Parteikampf, überläßt die Sozialdemokratie sich selbst und ihrer natürlichen Entwickelung. Es wäre z. B. direkt verhängnisvoll, wenn der zu direkter Abwehr notwendige Hinweis auf die Abstimmungen der Sozialdemokratie bei Wehrvorlagen in Friedenszeiten zu umfangreicher Wahlagitation Verwendung finden würde. Mit einem solchen Vorwurf würde man wieder alle einigen, die kleine Zahl der 1nbelehrbaren mit der großen Mehrheit der Führer, die prattisch heute schon anders handeln und den Massen, die Gut und Blut fürs Vaterland opfern. In der Ablehnung der Wehrvorlagen vor dem Kriege waren sie aber alle Sünder und das einigende Band ist da. Unter dieser Ueberschrift bringt der„ Vorwärts" vom 8. Juli eine Abwehr gegen den Artikel eines gelegentlichen Mitarbeiters der Korrespondenz Stampfer. Ein Abdruck dieses Artikels in der Parteipresse fonnte noch nicht beim Vorwärts" eingetroffen sein, als die Erwiderung im Vorwärts" bereits veröffentlicht wurde. Der Fürsprecher Brantings muß es also sehr eilig haben. Da der Vorwärts" den Artikel Deutschland und Schweden" seinen Lesern nicht unterbreitet, fönnen sie ihn mit der Abwehr nicht vergleichen und nicht beurteilen, wer Es soll nicht geleugnet werden, daß eine geschickte Aus- Behauptungen mit Unterstügung von Tatsachen und wer Behaup nuzung solcher Erinnerungen zeitweise Wahlerfolge möglich tungen ohne solche Beweisführung vorbringt. So waren in dem macht.... Man lasse die alten Dinge, die zahlreiche Wähler Artifel wörtlich Ausführungen Brantings aus einem Interview mit zwecklos vor den Kopf stoßen, die heute ganz anders stehen. Wird einem russischen Pariser mitgeteilt und ihnen Aeußerungen Brantings die Zukunft etwa großer Gegensäße, an denen sich die Geister von vor einem Jahre entgegengehalten, als er für die schwedische scheiden, entbehren? Es mögen nur einige hier genannt werden, Militärvorlage gegen Rußland eintrat und sie bewilligte. Der Kern der weitere Ausbau unserer Wehrmacht, die obligatorische des Interviews ist von Branting unseres Wissens im Stockholmer Jugendausbildung, der Frieden und seine Bedingun- Sozialdemokraten" durchaus nicht berichtigt worden. " gen, der Glaube an die internationale Harmonie oder dauernde Ueber die Hauptfrage„ Ist die Haltung Brantings nationale Kampfbereitschaft. Um diese Fragen wird der Kampf deutschfeindlich zu nennen" wird sich am besten reden innerhalb und außerhalb der Sozialdemokratie gehen. Auf die laffen, wenn Branting selber das Wort genommen hat. Das durch Stellungnahme zu diesen Fragen zu erhoffende Material, daß Brantings Haltung alles andere denn objektiv ist, Wandlung der Sozialdemokratie fommt alles an, stammt aus dem„ Sozialdemokraten" und ist bergehoch. Eine Ausman erschwere ihr nicht den inneren Prozeß, indem man sie durch wahl aus diesen Aeußerungen wird bereit sein, wenn Branting selber einen veralteten Wahlkampf künstlich zusammenhält.(!) gesprochen hat. Die Staatsregierung, die die Gewerkschaften besucht, sozialdemo kratische Stadträte bestätigt, Deklamationen, die uns im Auslande schaden, zu hindern sucht, aber die Einmischung in die inneren Verhältnisse der Sozialdemokratie vermeidet, ist auf dem richtigen Wege. Möge den Parteien diese kluge Zurückhaltung vorbildlich sein." der Abwehr festzustellen: wenn in dem Artikel unserer Korrespondenz Für heute begnügen wir uns damit, zwei kleine besondere Fehler davon gesprochen wurde, daß es in Schweden jetzt große Parteien gäbe, die Schwedens alte Rechte zur Befreiung Finnlands vom russischen Joch geltend machen wollten, so sollte damit selbstverständlich nicht gesagt werden, daß Schweden Finnland annektieren Den Wunsch, alles zu vermeiden, um die Sozialdemo- wolle oder solle, sondern es sollte nur auf die längst bekannte fratie künstlich zusammenzuhalten", teilt also Dr. Böhmte schwedische Tendenz hingewiesen werden, Finnland wieder vom mit Freiherrn v. 3edlig. Aber während Zedlig die Spal- in engere wirtschaftliche und handelspolitische Verbindung zu treten. russischen Reich loszulösen und mit einem selbständigen Finnland tung der Partei zu fördern sucht, indem er offen für die Der zweite Irrtum beruht auf einem Schreibfehler des Artikels; Fraktionsmehrheit eintritt, glaubt Dr. Böhme flüger zu es soll natürlich heißen, daß Branting bei seiner Reise, nicht bei handeln, wenn er diese Parteinahme für irgendeine ,, Richtung" seinen Reisen, durch Deutschland aus seiner Gesinnung fein Hehl ablehnt und der Zensur allein die Dämpfung der„ Oppo- gemacht habe. Wenn der Verfasser der Abwehr der Ansicht ist, fition" überläßt. In dieser ernsten Zeit macht uns nichts daß Branting heute eine andere Stellung zu Deutschland einso sehr Vergnügen wie die Sorge der bürgerlichen Parteien nimmt, als er bisher öffentlich bekundet hat, so dürfen wir vielum die Zukunft unserer Partei. leicht hoffen, daß Branting gerade auf dieser Reise Irrtümer in seiner bisherigen Auffassung erkannt hat. Die Höchstpreise für Petroleum. Die deutsche Regierung hat daher in diesem Urteil irgendeine rechtliche Grundlage für die darin ausgesprochenen Strafen nicht zu erkennen vermocht, sondern in den völlig ungenügenden französischen Mitteilungen nur eine Bestätigung ihrer eigenen auf den Aeußerungen der beiden Offiziere beruhenden Auffassung über die Sache und Rechtslage erblicken müssen; nämlich, daß das Verhalten der Patrouille in jeder Beziehung den Kriegsgebräuchen entsprach. über die Höchstpreise für Petroleum beschlossen. Der Preis Der Bundesrat hat am Donnerstag eine Verordnung Die unausgesetzten Bemühungen der deutschen Regierung, das für 1 Dappelzentner Leuchtpetroleum darf bei Verkäufen von ungerechte Urteil außer Straft zu setzen, haben leider nicht zum 1 Doppelzentner und mehr( Großhandel) 30 M., bei geringeren Ziele geführt. Der einzige Erfolg aller Verhandlungen war, daß Mengen( Kleinhandel) 32 Pf. für ein Liter ab Lager oder Leutnant von Schierstedt aus La Rochelle, wo er mit anderen Laden und 34 Pf. frei Haus des Käufers nicht übersteigen. zum Abtransport nach Guyana bestimmten Sträflingen untergebracht war, zu den übrigen Mitgliedern der Patrouille in das Für Ueberlassung in Kesselwagen und Fässern sind Zuschläge Zuchthaus nach Riom kam, und daß schließlich beide Offiziere und festgesetzt. Der Reichskanzler wird die Grundsäße beſtimmen, die vier Leute gemeinsam aus dem Zuchthause in das Militär- nach denen die Verteilung der im Handel befindlichen und in den Handel kommenden Petroleumbestände an die Verkäufer Nach großen Schwierigkeiten hat ein Mitglied der Vertretung zu erfolgen hat. Diese Bestimmung tritt sofort in Kraft. Die einer neutralen Macht die Gefangenen in Avignon besuchen weiteren Bestimmungen, namentlich die Bestimmung über die dürfen. Dieser hat festgestellt, daß die Offiziere und Mannschaften Höchstpreise, treten am 15. Juli in Kraft. zwar für sich und getrennt von den französischen Sträflingen in der Anstalt untergebracht sind, daß sie sich aber mit diesen auf dem selben Hofe bewegen müssen und in gleicher Weise wie sie behandelt und verpflegt werden. Der Leutnant von Schierstedt ist infolge der unverdienten und schmachvollen Behandlung einer schweren geistigen Erkrankung verfallen und neuerdings in eine Heilanstalt übergeführt worden, in der er schon früher vorübergehend untergebracht war. Gleichwohl find alle Bemühungen, ihn wegen Dienstuntauglichkeit frei zu bekommen, bisher erfolglos gegefängnis nach Avignon übergeführt wurden. blieben. Zur Begründung dieser Verordnung führen die„ Berliner Politischen Nachrichten" aus: Es wäre auf das lebhafteste zu begrüßen, wenn Branting, der in der internationalen Arbeiterbewegung immer eine hervor. ung zu einem gerechten Urteil über Deutschland gekommen wäre. ragende Stellung eingenommen hat, nunmehr aus eigener AnschauNichts ist uns schmerzlicher, als gerade ihn unter den bedingunge losen Vorfechtern der Entente sehen zu müssen, zu der der Zarismus ebenso gut gehört wie die Westmächte. Berlin, den 8. Juli 1915. Korrespondenz Stampfer. Wir haben darauf zu erwidern: Wir stimmen mit der Korrespondenz Stampfer darin überein, daß sich über Deutschfeindlichkeit Brantings am besten reden lassen wird, wenn Branting selbst zu den Behauptungen der Korre spondenz das Wort genommen hat. Dann werden wir uns auch darüber unterhalten können, ob ein Ausländer deutschfeindlich ist, wenn er die Politik der deutschen Regierung und vielleicht sogar auch die Haltung der deutschen Sozialdemokratie in einem bestimmten Fall nicht bedingt billigt. Auch ein Prinzipienretter! " Durch die enge Fühlungnahme der Reichsleitung mit den Ein- antun, wenn die Korrespondenz Stampfer uns zwei kleine beIm übrigen heißt es den Tatsachen doch ein wenig Gewalt fuhrgesellschaften war es bisher auch ohne Festsetzung von Höchst sondere Fehler vorwirft". Die Fehler scheinen uns mehr auf ihrer preisen gelungen, eine wesentliche Steigerung der Preise für Seite zu liegen. Haben Worte überhaupt einen Sinn, so mußte Petroleum im allgemeinen zu verhindern. Grundfäßlich ist in den der Hinweis darauf, daß große Parteien Schwedens alte Rechte bergangenen Wintermonaten ein Preis von 25 Pf. für das Liter im zur Befreiung Finnlands vom russischen Joche geltend machen Kleinhandel eingehalten worden. Erst gegen Ende des Winters be- wollten", doch etwas mehr bedeuten, als daß es in Schweden so mächtigten sich des Petroleumeinfuhrgeschäfts auch Händler, die außer gut wie anderwärts Leute gibt, denen eine Befreiung Finnlands halb der Petroleumgesellschaften stehen und selbständig Petroleum Schreibfehler vermuten, wenn es hieß, Branting habe in willkommen wäre. Sodann konnten wir beim besten Willen keinen Die deutsche Regierung hat es nicht länger hinnehmen zu bisher nicht eingeführt hatten. Von diesen wurde die Marktlage in Zönnen geglaubt, daß tapfere deutsche Offiziere und Soldaten, die Petroleum zu einer ungerechtfertigten Steigerung der Preise aus aus seiner„ deutschfeindlichen"( dies Wort, das im Original stand, seinem Blatte und mündlich bei seinen Reisen durch Deutschland ihre militärischen Pflichten treu erfüllt haben, deswegen nicht nach genutzt. Es sind in letzter Zeit Petroleumpreise von 70 und 80 Bf. fehlt merkwürdigerweise in der heutigen Erwidrung) Gesinnung Völkerrecht wie ehrliche Kriegsgefangene, sondern gegen das für das Liter verlangt und gezahlt worden. Um für den kommenden kein Hehl gemacht. Wir stellen jedenfalls erneut fest, daß BranVölkerrecht wie Verbrecher behandelt werden. Sie hat daher an die Winter Petroleumvorräte nach Möglichkeit anzusammeln, sind ting seit dem Ausbruch des Krieges in der vorigen Woche zum französische Regierung die Forderung stellen lassen, daß die Mit- die Einfuhrgesellschaften verpflichtet worden, den Tantwagenbetrieb erstenmal in Deutschland war, und daß er sich auf dieser Reise, glieder der Patrouille unverzüglich in Kriegsgefangenenlager über- zunächst bis zum 1. September d. J. einzustellen und während soweit wir unterrichtet sind, nur in Berlin aufgehalten hat. An geführt und daß sie dort wie unbestrafte Kriegsgefangene ihres dieser Zeit nur auf Grund des Zeugnisses eines Gewerbeaufsichts- welcher Stelle und welchen Personen gegenüber er sich bei dieſer Ranges mit solchen gemeinsam untergebracht und behandelt werden. beamten oder oder Korrespondenz leider auch jetzt noch nicht. einer Lokalbehörde Petroleum zu gewerblichen Gelegenheit deutschfeindlich geäußert haben soll, verrät uns die Da diese Forderung nicht erfüllt worden ist, Zwecken abzugeben. Ferner haben sich die Gesellschaften verpflichtet, sind nunmehr auf Anordnung der deutschen Petroleum nur in einer von der Reichsleitung gewünschten Weise abHeeresverwaltung sechs triegsgefangene franzugeben. Zu diesem Zwecke ist in Berlin eine Zentralstelle geschaffen zösische Offiziere in das Militärgefängnis worden. Diese Verhältnisse erfordern die Festsetzung von Höstpreisen Spandau übergeführt worden, wo sie in genau für Petroleum. Die Preise sind im Einbernehmen mit den derselben Weise wie die Mitglieder der Pa- Einfuhrgesellschaften so gewählt, daß den Einführern einerseits immer trouille Schierstedt untergebracht und behandelt noch ein angemessener Geschäftsgewinn bleibt, der zur Einfuhr anwerden. Etwaige Verschärfungen in der Lage der regt, während andererseits den Verbrauchern Petroleum zu angeUnter den paar Ueberläufern der Linken der Partei, die während deutschen Gefangenen würden auch den sechs messenen Preisen zur Verfügung gestellt wird. Im übrigen fann in des Krieges zur äußersten Rechten der Partei abgeschwenkt sind und französischen Offizieren gegenüber zur Anwen- besonderen Einzelfällen vom Reichskanzler eine Ausnahme von den dort mit dem Eifer Neubekehrter nationalsoziale, imperialistische dung kommen. Höchstpreisen gemacht werden. Dabei wird besonders davon aus- Ideen predigen, ist Paul Lensch, der ehemalige Chefredakteur gegangen, daß Leuchtöl nicht vor Eintreten stärkeren Verbrauchs, der Leipziger Volkszeitung", eine besondere Nummer. Nur eins ist also nicht vor 1. September an Verbraucher geliefert wird." ihm geblieben: jener burschikos kraftmeiernde Stil, der ihm einst den Ruf eines Großmeisters des„ Saubeerdentons" eingetragen. Von der ganzen Politik dagegen, die er in dem Leipziger Bruderblatt so manches Jahr hindurch vesfochten, ist in seinen publizistischen Der Vorstand des Deutschen Städtetages hat seine Ergüssen nicht eine Spur mehr zu entdecken. Der radikale Politiker, umfangreichen Beratungen beendet. Mit Rücksicht auf die neue der so oft gegen gewerkschaftlichen Opportunismus gewettert, ist Bundesratsbekanntmachung über die Regelung des Verkehrs mit zum lieben Kind der Generalkommission, zum gehätschelten Brotgetreide und Mehl im nächsten Erntejahr ist die Frage der Schwurzeugen der J. K." geworden. Der leidenschaftliche Gegner Selbst wirtschaftsverbände eingehend erörtert worden, des Imperialismus hat selbst eine Broschüre verfaßt, die nichts deren übermäßige Ausdehnung ernste Gefahren für die Brotver- ist als eine schlechte Kopie der altbekannten Schriften der Naumann " Es finden sich aber auch in der Gegenwart noch immer solche sorgung der städtischen Bevölkerung mit sich bringen würde. Auch und Rohrbach. Nur daß Lensch den biederen und ehrlichen NatioElemente, die der Historifer von Zwiedined- Südenhorst in einer die Notwendigkeit, die Mehlpreise und deshalb die Getreide- nalsozialismus und Imperialismus pseudomarristisch zu verwelschen Beurteilung des Denunzianten des Tugendbundes, des berüch- preise möglichst niedrig zu halten, ist besprochen worden unternommen hat. tigten Geheimrats Schmalz, im Auge hat, indem er schreibt: Politische Uebersicht. Wie soll man die Sozialdemokratie behandeln. Wie eine Antwort auf diese Frage liest sich ein Artikel des nationalliberalen Reichstagsabgeordneten Dr. Böhme im ,, Deutschen Kurier". Er behandelt darin das Thema:„ Die bürgerlichen Parteien und die Sozialdemokratie" und schreibt dazu: Vom Städtetag. Von H. Ströbel. " Es zeigte sich, daß in allen deutschen Staaten, vornehmlich und hat zu einer sofortigen Eingabe an die Reichs- und StaatsDie Verdrängung Englands von der Seeherrschaft, die Lensch in Preußen, jene seltsame Vereinigung von Bedientenseelen und behörden geführt. Die Erörterung der städtischen Fleisch der deutschen Sozialdemokratie als angebliche sozialistische GeschichtsGewaltmenschen ihr Haupt erhob, die unter dem Vorwande, die versorgung nach Menge und Preis in Gegenwart und Zu- mission zuweist, soll nämlich im doppelten Sinne eine Testaments. Throne zu schüßen, selbst wieder zur Alleinherrschaft gelangen funft ist einem besonderen Ausschuß überwiesen worden, der schon vollstreckung Mary- Engelsscher Gedanken sein. Einmal soll dem eng und ihre selbstsüchtigen Pläne durchsetzen wollte." Von diesen in der übernächsten Woche seine Peratungen beginnen wird; dieser lischen Proletariat dadurch der Sozialismus eingebläut werden, daß Elementen abgesehen, wird man die Hoffnung haben können, daß Ausschuß soll sich auch mit der Milchfrage und der Gierfrage be- ihm und der englischen Kapitalistentlasse der Brotkorb höher gehängt beute auf Grund der Erfahrungen des Krieges eine Verständizung der einzelnen Gruppen sehr wohl möglich ist. An irgendwie fassen. Wegen der Interessen der städtischen Bevölkerung bei wird; auf der anderen Seite aber soll die künstliche imperialistische geartete Ausnahmegefeße dürfte in der Gegenwart kaum einer Regelung des Petroleumverbrauchs ist eine so- Masttur am deutschen Kapitalismus und der deutschen Arbeiterjemand noch denken, dafür bürgt wohl auch das Wort des Herrn fortige Eingabe an den Reichstanzler beschlossen worden. Ein tlasse dem auserwählten deutschen Sozialismus die Welt erobern b. Heydebrand, man dürfe nicht vergessen, daß der poli- weiterer Ausschuß ist gebildet worden, um die Realkredit- belfen. tische Gegner in derselben Schlachtlinie gestanden hätte." frage zu prüfen, besonders mit Rücksicht auf die Verhältnisse Das ist der unter den Gemütserschütterungen des Krieges entEine Behandlung der Arbeiterschaft mit Ausnahme- nach dem Kriege, und um Anträge vorzuberaten, die die Ein- standene neue Marrismus Baul Lenschs. Eine Theorie, die den gefeßen hält Dr. Böhme in der Gegenwart für völlig ausgeführung weiterer Erleichterungen hinsichtlich der Krieg kaum um längere Zeit überdauern wird, als Lenschs alte schlossen. Dafür empfiehlt er folgendes: Begleichung der Hypothekenschulden während des Ueberzeugung den Kriegsausbruch überdauert hat. Gehörte doch „ Man wird im vaterländischen Interesse überhaupt gut tun, Arieges und in der ersten Zeit nach dem Kriege und die Er- Lensch nicht nur zu denen, die Anfang August gegen die Bewilligung jede Einmischung in die Verhältnisse der Sozialdemokratie, stattung von Mietausfällen aus Reichsmitte In der Kriegstrebite angekämpft hatten, sondern war er doch sogar einen jeden Druck und Angriff zu vermeiden, sofern nicht betreffen. Auch die Aufstellung von Richtlinien für die Weiterhalben Tag lang bereit, eine scharfe Protesterklärung gegen die = FrattionZhaliung zu unterschreiben, die darauf hinauslief, daß er nur deshalb nicht aus der Partei austrete, weil er mit Sicherheit darauf rechne, daß die Partei selbst die Stellungnahme der Fraktion mißbilligen und korrigieren werde. Diese Emschlossenheit währte gioar nur einen halben Tag— immerhin dauerte es Monate lang, bis sich das ChaoS in Lenschs Geist zu der famosen»neuen"' Theorie abgesetzt hatte. Ein Manir von so gefestigten Grundsätzen und so geläuterten Ueberzeugungen ist sicherlich die berufenste Person, die Prinzipien- festigkeit anderer Genossen zu kontrollieren! Aber vielleicht peinigt ihn auch nur das schlechte Gewissen, das ihn antreibt, bei anderen nach denselben Defekten zu spüren, die sein seelisches Gleichgewicht erschüttern. Wie dem auch sei: jedenfalls hat Lenfch den abenteuer Uchen Einfall, mir vorzuwerfen, ich selbst sei ein schnöder Prinzipiew verletzer. Ja, mehr noch: ein richtiger Tartllff. Denn während ich die Annexionspolitik für Deutschland verpöne und verwerfe, sei ich ein Freund und Helfershelfer der ausländischen Annexionen. Und diese tolle Bezichtigung formuliert und begründet Lenfch folgendermaßen: „Ein geradezu groteskes Beispiel dafür, mit wie verschiede- nem Maße unsere Unentwegten die deutsche und die ausländische Eroberungspolitik messen, ergab sich in der Generalversammlung deS Wahlkreises Teltow-Charlo tt e n b u r g an einem der letzten Sonntage. Einer der unentwegtesten„Vorwärts''-Redak- teure, der zugleich im preußischen Landtag das arbeitende Volk vertritt, hatte soeben die übliche flammensprühende Entrüstungs- rede über die deutschen Annexionsgelüste gehalten und sich dabei auf die auch von Haase herangezogene Petition der Großagrarier und Großindustriellen bezogen, als ihm in der Diskussion die ver- fängliche Frage vorgelegt wurde, ob es denn ein leeres Gerede sei, daß er sich mit einem ausführlichen Schriftstück an die Leitung der deutschen Sozialdemokratie gewandt habe, des Inhalts, der deutsche sozialdemokratische Parteivorstand möge beider deutschen Regierung und der öfter reichische Parteivorstand bei der österreichi schen Regierung dahin vorstellig werden, die Annexionsgelüste der italienischen Regierung möglichst schnell und möglichst gründlich zu be- friedigen. Ob dabei die paar Slawen und Dalmatiner auf dem Balkan mit annektiert würden, spiele weiter keine Rolle. Die Partei- leitung habe in ihrer Beantwortung dieses wohl einzigartigen Schriftstückes zwar der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß durch vernünftige Konzessionen Oesterreichs Italiens Eintritt in den Krieg sich vermeiden lassen werde, gleichzeitig aber habe sie mit aller Schärfe es abgelehnt, die deutsche Sozialdemokra- ti e vor den Wagen des italienischen Jmperia- lismuS zu spannen. Zur allgemeinen Verblüffung mußte der„VorwärtS"-Redakteur zugeben, daß das alles auf Richtigkeit beruhe, und zu seiner von der Versammlung mit großer Heiter keit aufgenommenen Entschuldigung wußte er nur anzuführen, daß er damit die weitere Ausdehnung des Krieges habe verhindern wollen! Das heißt man einen Prinzipienmann I Auf der einen Seite, soweit das eigene Volk in Frage kommt, ignoriert man grundsätzlich die besonderen geschichtlichen, wirtschaftlichen sowie militärischen Bedingungen, unter denen das deutsche Volk seinen furchtbaren Kampf um die Existenz gegen drei Viertel der be wohnten Erde führen muß. Und wenn die deutsche Welt zugrunde geht: Hauptsache ist, daß die Stuttgarter Resolution durchgeführt wird! Da hilft auch nicht der Hinweis, daß diese Resolution sich als undurchführbar erwiesen hat, daß die ausländischen Parteien an ihre Durchführung nicht denken. Unseren Prinzipienmann rührt das nicht. Während die Welt in Flammen steht, holt er gemütsruhig ein Papier aus der Brusttasche und präsentiert, zäh wie Shylock, seinen Schein, bedruckt mit der Stuttgarter Reso- lutioul Ihn erschüttert nichts. Er ruft die Massen gegen die deutsche Reichstagsfraktion auf, weil sie ihm nicht scharf genug gegen deutsche Eroberungsgelüste vorgeht, toeil sie sich zum „Knecht des deutschen Imperialismus" gemacht habe. Auf der anderen Seite aber verlangt derselbe unentwegte Prinzipien- mann, daß die deutsche Sozialdemokratie sich zum Fürsprecher italienischer Eroberungsgelüste mache. Auf„ein paar" Slawen und Dalmatiner kommt es ihm dabei gar nicht an. Und selbst das sonst so heilige„Selbstbestimmungsrecht der Völker" ist Plötz- lich vergessen. Keine Rede davon, daß etwa die„paar" Slawen und Dalmatiner— in Wahrheit zirka IX Millionen— vorher gefragt würden, ob sie denn auch abgetreten werden wollen oder ob sie nicht vielleicht lieber einen unabhängigen Staat bilden möchten. Wie eine Hammelherde sollen sie nach dem Willen unseres unentwegten„Vorwärts"-Redakteurs der italienischen Bourgeoisie ausgeliefert werden. Und warum? Um Italien von dem Ein- tritt in den Weltkrieg zurückzuhalten!! Wie ist uns denn? Ist uns nicht immer gesagt worden, daß es kein sicheres Mittel gäbe, immer neue Kriege zu entzünden, als Annexionen? Und bekämpfen wir nicht gerade deshalb die deutschen Annexionspläne, weil wir in ihnen die Ursachen zu neuen Kriegen erblicken? Und hier plötzlich müssen wir es er- leben, daß der Unentwegteste der Unentwegten in der Annexions- Politik ein Mittel zum Frieden erblickt. Freilich! Es handelt sich um ausländische Annexionspoli- tiker, und die haben von vornherein mildernde Umstände für sich. Dann aber: ist wirklich die Zurückweisung jeder Annexion ein sozialdemokratisches Prinzip, dann muß dieses Prinzip aufrecht- erhalten bleiben, und wenn der ganze Schnee ver» brennt, will sagen, wenn die Welt dabei zu- gründe geht. Denn sie treiben doch nicht Politik für die Volksmaffen, sondern lediglich für die„Prinzipien"! Ist es aber kein sozialdemokratisches Prinzip— wie denn dann? Sagen nicht auch die ausschweifendsten deutschen Annexionspolitiker, daß sie nur annektieren wollen, um des lieben Friedens willen? Wenn sie dem Reiche neue Grenzen schaffen wollen, so tun sie? nur, wie sie sagen, um dem deutschen Volke einen zweiten der- artigen Krieg zu ersparen, oder zum wenigsten, um es in den Stand zu setzen, wenn es wieder einmal überfallen wird, den Ueberfall mit geringerem Menschenverlust als diesmal abschlagen zu können. Dieselben Argumente also, mit denen unser treff- licher„Vorwärts"-Redakteur der italienischen Eroberungspolitik die Unterstützung der deutschen Sozialdemokratie zuschanzen will. können die deutschen Annexionspolitiker für sich auch anführen." Bevor ich mich daran mache, diesen Weichselzopf von Trug- schlüssen und skurrilen Einfällen zu entwirren, muß ich eine kleine. aber für Lenschs Art charakteristische Fälschung der Tatsachen richtigstellen. Er behauptet, in meinem Schreiben an den Partei- vorstand hätte ich nicht nur gefordert,.die italienischen AnnexionS- gelüste möglichst schnell und gründlich zu befriedigen", sondern auch erklärt,„ob dabei die paar Slawen und Dalmatiner auf dem Balkan mit annektiert würden, spiele keine Rolle". Das ist eine blanke Erfindung unseres AnekdötchenerzählerS. Von den Ansprüchen der Italiener auf slawische Gebietsteile war in meinem Schreiben mit keiner Silbe die Rede. Erst der Parteivorstand wies in seiner Antwort darauf hin, daß Italien angeblich auch an der dalmatinischen Küste Landstriche mit einer überwiegend slawischen Bevölkerung annektieren wolle. Auf diese Entgegnung deS Parteivorstandes habe ich nie geantwortet. DieS nur ein kleiner Beweis für die Gewissenhaftigkeit und Zu- verläsfigkeit der Historienerzählung meines Kritikers. Schlimmer freilich noch steht es, wie wir sehen werden, um Logik und Urteilsvermögen des Mannes. Gern bekenne ich, daß ich den Parteivorstand in einem Schreiben vom 19. April gemahnt halte, auch seinen Einfluß geltend zu machen. damit nicht eine kurzsichtige Politik den Zentralmächten einen neuen Gegner schaffe. Natürlich meinte ich damit Gebietsabtretungen an Italien. Damit soll ich Italiens Annexionsgelüste gefördert, mich selbst also als Annexionspolitiker betätigt haben. Tatsache ist, daß ich nichts anderes getan habe, als was in jener kritischen Zeit jeder vernünftige Mensch in Deutschland für notwendig hielt. So trat z, B. die. F r a n k f. Z t g." schon am 3. März für eine Abtretung österreichischen Gebiets an Italien ein. Alle Zeitungen von rechts bis links taten das in den Monaten vor der italienischen Kriegserklärung, auch alle sozialdemokratischen Blätter, soweit sie überhaupt Stellung nahmen. Und damit sollen sie sich„vor den Wagen des italienischen Imperialismus gespannt haben I Mehr noch. Auch die deutsche Diplomatie, auch Fürst Bülow war in diesem Sinne tätig. Er hatte die Pflicht. Oesrerreich den sauren Bissen schmackhaft zu machen. Die Aufgabe, jener An schauung entgegenzutreten,.welche eine Abtretung vom Standpunkte der Ehre und des Rechts, anstatt von dem der politische Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit betrachtet s. Franks. Ztg.") Also auch Bülow, der Vertreter des mit Oesterreich in Nibelungentreue verbündeten Deutschland, legte sich, nach Lensch für die Annexionsgelüste Italiens ins Zeug! Aber es geht noch höher. Selbst der Parteivorstand erklärte in seinem Antwortschreiben, daß die österreichische Bruder Partei sich ihrer Pflicht durchaus bewußt sei und die Be deutung eines eventuellen Konflikts mit Italien selbst verständlich durchaus richtig einschätze und demgemäß wirke. Also auch der Parteivorstand war für Konzessionen an Italien, also Fürsprech und Förderer der italienischen Annexions Politik. Immer nach Lensch. Freilich: fehlt der Bezichtigung auch nicht die Methode, so ist sie doch hellster Wahnsinn! Damit könnte ich die Kennzeichnung der Abgeschmacktheiten des Genossen Lensch schließen. Aber ich will ein Uebriges tun und seinen Gedankenirrgängen auch in ihre krausesten Verfchlingungen folgen. Ich habe zwar in meinem Schreiben an den Parteivorstand mit keinem Wort von Slawen und Dalmatinern gesprochen, mich wohl aber in der erwähnten Generalversammlung ohne weiteres zu der Ansicht bekannt, daß unter Umständen auch das Eintreten für die Abtretung eines dalmatinischen Küstenstreifens keineswegs eine freventliche Begünstigung italienischer AnnexionSgelüste, sondern ein höchst vernünftiger politischer Akt gewesen sein könne, wenn sich da durch Leben und Gesundheit von Hunderttausenden(wenn nicht viel mehr noch!) habe ersparen laffen. Dagegen läßt sich einwenden, daß ein solches Maß von Zw geständnissen gegen Oesterreichs Selbsterhaltungspflicht verstoßen haben könne. ES läßt sich dagegen auch, wie es der.P. V." getan, sagen, daß unsere österreichischen Genossen wegen des für sie be- sonderS schwierigen Nationalitätenproblems die Abtretung von Landstrichen mit slawischer Bevölkerung nicht hätten unterstützen können. Aber daß eS für Sozialisten an sich eine Prinzipienverletzung sei, unter einer politischen Zwangslage, die sie nicht verschuldet. und zur Verhütung unabsehbarer Folgen, für die Abtretung eines Landstrichs mit fremdsprachiger Bevölkerung einzutreten, da« ist eine Entdeckung, die eben nur eines so bewährten marxistischen Exegeten und Prinzipienhüters wie Lensch würdig ist! Wozu noch kommt, daß die dalmatinischen Serbokroaten doch auch unter Oesterreichs Regiment keine nationale Selbständigkeit be sitzen. Natürlich würde ihnen jeder Sozialdemokrat jede» politische Selbstbestimmungsrecht von ganzem Herzen gönnen. Aber wenn sie die eine Herrschaft mit der anderen tauschen müßten, so träfe dafür doch einzig die Kriegsdrohung des einen und die Zwangslage deS anderen Staates die Schuld, nicht diejenigen die bei einer solchen Alternative ungleich Schlimmeres zu verhüten suchten. Lensch weiß freilich besser, was sich fiir einen echten und rechten „Prinzipienmonn" schickt.„Ist wirklich die Zurückweisung jeder Annexion ein sozialdemokratisches Prinzip, dann muß dieses Prinzip aufrecht erhalten bleiben und wenn der ganze Schnee verbrennt, wenn die Welt dabei zugrunde geht". Mit anderen Worten: Ich darf nur dann für Prinzipien eintreten, wenn ich sie so absurd ausleg«, wie ein Lensch mir zumutet, wenn ich sie bis zur Verrücktheit treibe, wenn ich mich als kompletter Narr betrage. Wir haben ja nichts dagegen, wenn Lensch selbst es mit den fixen Ideen, die er für marxistische Prinzipien hält, nach diesem Rezept verfährt. Für uns selbst nehmen wir das Recht in Anspruch, unter Grund sähen und der Pflicht und Möglichkeit ihrer Betätigung daS zu ver- stehen, waS unter vernünftigen Menschen üblich ist. Schade nur, daß Lensch nicht Jurist geworden ist. Seine Logik hätte der Strafrechtstheorie unerhört neue Bahnen erschloffen. Denn nach seiner Logik ist nicht der ein Räuber, der einem anderen etwas gewaltsam fortnimmt oder sich als sein Kumpan betätigt, sondern auch der— Beraubte. Ein Spaziergänger, der einem wohl bewehrte« Wegelagerer sein Portemonnaie aushändigt, statt es auf einen bedenklichen Raufhandel ankommen zu laffen, begünstigt nach Lensch die Raubgelüste des Strolchs, hat damit das Recht verwirkt, sich einen Gegner der edlen Räuberzunst zu nennen. Denn wenn ich im Prinzip die Räuberei verwerfe, so muß ich dies Prinzip unter allen Umständen aufrechterhalten„und wenn die Welt dabei zugrunde geht", also auch auf die Gefahr hin, daß ich mich dafür daß einem mich anfallenden Banditen nicht ein paar Taler in die Hände fallen, zuschanden schlagen laffen muß! Wenn das keine Narrheit ist, gibt«S überhaupt keine mehr. Mus öer Partei. Zur Tagung des Purteiausschusses bemerkt die Bielefelder„Volkswacht": Die Partei kann sich beglückwünschen, daß die große Mehrheit deS Ausschusses aus Männern besteht, die sich ihrer Verantworwng der Partei gegenüber bewußt sind, daß nicht Genosien zu Hütern der Parteieinheit bestellt sind, die das höchste Gebot der Stunde darin erblicken, der Partei in ihrer schwierigsten Situation Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Aus de» Organisationen. Der Ausschuß des Bezirlsverbandes Magdeburg-Anhalt hat in seiner letzten Sitzung zu den Differenzen in der Partei Stellung genommen und einmütig den Beschlüssen deS Parteiausschusses zu- gestimmt. Der Ausschuß erwartet von den Mitgliedern der Parte,, daß sie in dieser Zeit der allergrößten Schwierigkeiten alles unterlassen, was dazu beitragen muß, die Lage der Partei zu gefährden. Gewerkschaftliches. Serlin und Umgegend. Gegen die Teuerungszulagen. Der Verband der Baugeschäfte von Groß-Berlin wendet sich in seinem Tätigkeitsbericht gegen die Bestrebungen der Arbeiter auf Erringung von Teuerungszulagen. Es heißt dort: „Das Streben nach Kriegszulagen zeigt sich neuerdings auch bei einzelnen Arbeitnehmern, die zu vergessen scheinen, was sie den Tarifverträgen zu� danken haben. Hier muß es heißen: „Hüte dich vor dem ersten Schritt." Ist erst die Grenze über- schritten, dann steigt die Zulage von Monat zu Monat und die Tarifverträge werden vollkommen beiseite geschoben werden. Der Verband würde der zukünftigen Entwicklung der Tarifgemein- schaften einen schlechten Dienst erweisen, wenn et es nicht als seine Pflicht ansähe, allen Ansprüchen nach Lohnerhöhungen oder Gewährung von Zulagen entgegenzutreten. Den Arbeitnehmern, insbesondere den Bauarbeitern, mutz vor Augen geführt werden, daß alle derartigen Bestrebungen die Tarifverträge ernstlich ge- fährden und Wasser auf die Mühlen derjenigen treiben, die itets behaupten, daß der Wert der Tarifgemeinschaften für die Arbeit- geber sehr problematisch wäre, weil die Arbeitgeber zwar in schlechten Zeiten die Löhne innehalten müßten, während die Ar- beitnehmer immer versuchen würden, wenn ihre Arbeitskräfte gesucht würden, sie ohne Rücksicht auf Tariflöhne so teuer wie möglich zu verkaufen. Dte Organisation des Deutschen Bau- arbeiterverbandes hat uns die Erklärung gegeben, daß sie den Lohntreibereien fernsteht. Zwar fände sie das Bestreben einzel- ner Arbeiter, ihren Verdienst zu erhöhen, im Hinblick auf die Teuerung der Lebensmittel menschlich verständlich, sie werde in- dessen den Tarifverträgen dte Treue bewahren und ihren ganzen Einfluß zur Ausrechtcrhaltung derselben einsetzen. Diesen Er- klärungen müssen wir Glauben schenken und hoffen, daß die Tarifverträge die schwere Belastungsprobe des Krieges über- winden werden." In einem Rundschreiben des Verbandes der Baugeschäfte an seine Mitglieder sagt der Borstand: „In dieser schweren Zeit ist«in einmütiges Zusammen- halten notwendiger denn je. Wer etwaigen Ansprüchen nach einer Lohnerhöhung oder Zulage nachkommt, schädigt seine Be- rufsge nojsen und beeinträchtigt all« unsere Bemühungen, die durch die Tarifverträge geschaffene Ordnung und Sicherheit auf- rechtzuerhaltcn. Die Ansprüche der Arbeitnehmer nach einer Lohnzulage müssen als unberechtigt abgelehnt werden. Im«in- zelnen Fall mag dies unbequem sein und bin und wieder zu Schwierigkeiten führen. Dennoch mutz die Rücksicht auf die All- gemeinheit allen anderen Erwägungen vorangehen." Die Sorge um„die durch die Tarifverträge geschaffene Ord- nung und Sicherheit" ist gewiß anerkennenswert. Weniger will es uns aber gefallen, daß sie gerade in dem Augenblicke bei den Unternehmern so drohend ihr Haupt erhebt, wo es gilt, die obere Tarifgrenze vor der Ueberschreitung zu sichern. Im Baugewerbe haben jahrelang Zustände bestanden, bei denen es der größten An- strengungen der Arbeiter bedurfte, sich die Minimalsätze des Tarifes zu sichern. Auch das jetzige Verlangen der Arbeiter geht keineswegs darauf hinaus, den Tarif außer Kraft zu setzen. Sic wünschen nur eine vorübergehende Berücksichtigung ihre? durch die Kriegsteuerung hervorgerufenen Notstandes. Die Organisation der Bauarbeiter ist an den Tarif gebunden und kann eine solche Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse nicht erzwingen. Beim Abschluß des Vertrages hat kein Mensch an die Einfügung bc- sonderer tarifUcher Bestimmungen für die Bezahlung im Kriegs- fall gedacht. Man hätte wohl am grünen Tisch auch kaum das Richtige bei der Ausklügelung von Paragraphen für diesen Fall gefunden. Als dann der Krieg ausbrach, haben viele Gewerk- Schäften mit Rücksicht auf da» große Ganze auf peinlich« Jnnc- Haltung der Vertragsbestimmungen verzichtet. Namentlich eine Modifikation der Arbeitszeit wurdei in vielen Berufen vorge- nommen, um die Last der Arbeitslosigkeit möglichst zu verteilen. Dabei ist es keinem Menschen eingefallen,„die durch die Tarif- Verträge geschaffene Ordnung und Sicherheit" beseitigen zu wollen, ö wenig das durch die gegenwärtig vielfach als Notbehelf e:nzc- ührte Frauenarbeit geschehen soll. Haben die Arbeiter also keine „prinzipiellen Bedenken" geltend gemacht, als es galt, der Rot der Zeit Rechnung zu tragen, dann berührt es etwas eigenartig, wenn ich Unternehmer urplötzlich auf das starre Tarifprinzip zurück- ziehen. Man wird vielleicht später bei passender Gelegenheit ein- mal daran erinnern dürfen. Vorläufig begnügen wir uns zu agen, daß aucb wir das Bestreben der einzelnen Arbeiter, ihr Ein- kommen zu erhöhen, im Hinblick auf die Teuerung der Lebensmittel mit dem Bauarbeiterverband menschlich verständlich finden. Wir hätten gewünscht, dieses Verständnis auch beim Verband der Bau- geschäfte zu sehen. veutsches Reich. Der Revers der beyerischcn Verkehrsverwaltung. Dem Personal der bayerischen staatlichen Berkehrsanftalten ist eS seit April 1913 verboten, Bereinigungen anzugehören,„deren Verhältnisse nicht genügende Sicherheit dafür bieten, daß sie von dem Mittel einer gemeinsamen Einstellung der Arbeit oder des Dienstes im Bereich der Berkehrsverwaltung keinen Gebrauch machen werden". Nach den Bollzugsbestimmungen hierzu haben die Arbeiter bei Aufnahm« in den Dienst durch Unterschrift zu bestätigen, von dieser Vorschrift Kenntnis genommen zu haben und »erständigt worden zu sein, daß zu den Vereinigungen in diesem Sinn zurzeit insbesondere die freien Gewerkschaften der Metall- und Transportarbeiter und der Verband des süddeutschen Eisenbahn- und Postpersonals zählen, ferner, daß die Eisenbahn- Verwaltung bei Zuwiderhandeln gegen diese Vorschrift die Lösung des Arbeits- oder DienswerhAtnisies ins Auge fassen mutz. Die Agitationskommission der freien Gewerkschaften Nord- und Südbayerns und der Pfalz haben im Herbst v. I. an die bayerische Staatsregierung das Ersuchen gerichtet, den von der Verk�rsvcrwaltung eingeführten Revers zu beseitigen. Fast zu derselben Zeit hatte auch der Süddeutsche Eisenbahnerverband das gleiche Ersuchen an die Regierung gerichtet. Auf diese Eingaben antwortete am 29. April d. I. der Ministerpräsident v. Hert- ling, daß mit Rücksicht auf die durch den Kriegszustand ge- 'chaffenen Verhältnisse weder Arbeiter zur ständigen Beschäftigung neu aufgenommen, noch daß Tagelohnbedienstete in Beamten- tellungen übergeführt würden. Bei dieser Sachlage komme die praktische Handhabung des Reverses nicht in Betracht, und es er- übrige sich deshalb auch, zurzeit in eine schriftliche oder mündliche Erörterung der Reversfrage einzutreten. Nach Ansicht dcS Ministerpräsidenten und des Verkehrsministers könne bei dieser Sachlage die Angelegenheit ruhen. Mit der Berufung auf die„be- anderen Verhältnisse" suchte also die Regierung einer sachlichen Erörterung der Angelegenheit auszuweichen. Zwar bietet sich während des Krieges keine Gelegenheit zur Handhabung des Re- verseS, aber dieser bleibt aufrechterhalten und damit soll auch die Verfemung der Organisationen der Metall- und Transport- arbeiter bestehen bleiben. Die beiden Verbände sind aber nicht gewillt, sich diese Ausnahinebehandlung gefallen zu lassen. Gerade die„besonderen Verhältnisse" sind es wohl, die die genannten Organisationen neuerdings veranlaßten, geineinsam gegen die regierungsseitige Vcrfemung zu protestteren und die Aufhebung des Reverses zu fordern. In einer Eingabe an den bayerischen Ministerpräsidenten weisen die Vorstände des Metall- und TranSportarbeiterverbandes darauf hin, daß die Reverspolitik nur eingeleitet wurde zur Be- riedigung parteipolitischer Interessen einzelner Gruppen. Daß diese Politik niemals fachlich begründet war, sei durch die Ereig- Buchdruder. nisse feit Ausbruch des Krieges erwiesen. Die freien Gewerk-| bürger erforderlich ist und daß es daher notwendig erscheine, den[ kommission entspricht, hat einen schmerzlichen Verlust erlitten. Auf schaften hätten in dieser schweren Zeit ihre Pflicht der Allgemein Revers aufzuheben. dem Schlachtfelde in Galizien fiel in den Kämpfen gegen die Russen heit gegenüber erfüllt. Es wird ferner auf die hohen wirtschaft In gleichem Sinne hat die lebte Generalversammlung des am 24. Juni sein Sohn. Der junge Hueber diente attiv und belichen und sozialen Leistungen der beiden Organisationen, beson- Metallarbeiterverbandes in Berlin in einer Resolution gegen den kleidete die Charge eines Zugführers. Im Zivilberuf war cr ders während des Krieges, hingewiesen und erklärt, daß es un Revers protestiert und dessen Beseitigung gefordert. gerecht sei, aus rein parteipolitischen Gründen Mitglieder solcher Man darf gespannt darauf sein, was das bayerische MinisteOrganisationen ausnahmerechtlich zu behandeln. Gin Unrecht rium auf diese neuerlichen Aufforderungen hin tun wird. werde nicht dadurch gutgemacht, daß man es zeitweise aussett. Die Maßnahme der Regierung sei nur geeignet, Verbitterung in die Arbeiterschaft zu tragen und die Einigkeit des Volkes zu gefährden. Die Eingabe schließt in dem Sinne, daß zur Erfüllung der sozialen Aufgaben unserer Zeit die volle Gleichberechtigung aller StaatsUnseren lieben Eltern Otto Hirte u. Frau Elisabeth geb. Michelbach zu ihrer heutigen Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche! Alice und Ella. Berlin, 10. Juli 1915. 36A Todes- Anzeigen Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 6. Berl. Reichstagswahlkreis. 20. Abt. Bez. 795. Am Dienstag, den 6. Juli, beritarb unser Genosse, der Schlosser Gustav Kerkow Antonstr. 34. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 10. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Philippus- Apostel- Kirchhofes aus nach dem städtischen Friedhof in der Müllerstraße( Ede Seestraße) statt. Um rege Beteiligung ersucht 226/8 Der Vorstand. Deutscher Metallarheiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Gustav Kerkow am 5. Juli gestorben ist. Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 10. Juli, nachmittags 4%, br, von der Halle der Philippus Apostel- Gemeinde, Müllerstr. 44/45, aus statt. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Silberarbeiter Richard Schuster am 7. Juli gestorben ist. Die Beerdigung findet morgen Sonntag, den 11. Juli, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Pauls- Kirchhofes in Plögensee aus statt. Den Kollegen ferner zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Dreher Otto Spielhagen am 8. Juli gestorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 12. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen. ,, Freie Turnerschaft" Waidmannslust. Nachruf. Als Opfer des Weltkrieges fielen auf den Schlachtfeldern folgende Turngenossen: Wilhelm Rufmann Erich Schuckart Hermann Schulz Karl Schmidt Wir verlieren in ihnen eifrige Förderer unserer freien Turnsache und werden ihnen in unseren Herzen ein treues Andenken bes wahren. 185/12 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nach richt, daß unser Kollege, der Fensterpuker Artur Thielert von der Firma Glaser- Innung, Neue Jakobstraße 14, am 8. Juli im Alter von 35 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 12. Juli, bormittags 11 Uhr, von der Leichenhalle des Bartholomäus Friedhofes in Weißensee, Falkenberger Straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksverwaltung. 65/8 Kranken-, Sterbe- u.Zuschußkasse für männl. Personen aller Berufe Groß- Berlin. Am Dienstag, den 6. Juli, verstarb unser Mitglied, der Gerber Karl Dietrich. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 10. Juli, nach mittags 4 Uhr, von der Kapelle des alten Quisenstädtischen Kirch hofes, Bergmannstraße 48/50, aus statt. 288/6 Der Vorstand. Ausland. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis im besonders 1618 beiter, aber beränderlich; im Norben noch überwiegend bemöift und an Genosse Hueber, der Sekretär der österreichischen Gewerkschaftskommission, jener Organisation, die der deutschen GeneralMänner- Quartett Sangeshust 1910. Als weiteres Opfer des Weltfrieges verloren wir unseren lieben Sangesbruder 19965 Hans Grundmann ( gestorben infolge eines Kopfschusses im Lazarett zu Eickel). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 10. Juli, nachmittags 6 Uhr, auf dem HeiligKreuz- Kirchhof in Mariendorf statt. Der Vorstand. Danksagung. Für die rege Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Bes erdigung meines lieben Mannes Hans Mikloweit sage ich allen Freunden und Befannten hiermit herzlichen Dank. Jm besonderen danke ich Herrn A. Schmahl für die trostreichen Worte, ferner dem Brauereibertreter Herrn Balge, sowie der Sektion V des Deutschen TransportarbeiterVerbandes, dem Verband der Freien Gast- und Schankwirte und dem Wahlverein des 6. Berliner Reichstagswahlkreises. 92A Wittve Marie Mikloweit Pappel- Allee 35. In Freien Stunden Die Wochenschrift für Arbeiterfamilien Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Ziehung 14. und 15. Juli Rete Motterie 3667 garant erte Gewinne W. zus. Mark 100000 # 50000 Sonntag 8-10 geöffnet. bielen Drten Drten etwas Regen. Auswahlsendungen nach außerhalb nur gegen Nachnahme. Neue bedeutend erweiterte Besonderheit Weite Größen. Preisermässi für sofortigen Entschluss. Für Sommer: Einfache Kostüme aus bestem blauen Kammgarn, Foulé, schwarz und weiss karierten sowie Fantasiestoffen, statt bis 60 für 20.Seidene Modellkostüme, Eolienne, fliessende Seide, Taft usw. gung Für Winter.( Plüsch und Pelz.) 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Nege Beteiligung erwartet 116/4 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. E. V. Berlin 6. Am Montag, den 5. Juli, starb unser Mitglied Gustav Kerkow im Alter von 46 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 10. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Philippus- Apostel- Kirchhojes aus nach dem städtischen Friedhof in der Müllerstraße statt. Um rege Beteiligung ersucht 257/13 Die Ortsverwaltung. am Fern von der Heimat und den Seinen starb in Sibirien in russi scher Kriegsgefangenschaft 24. Januar mein innigftgeliebter Mann, unser treusorgender Vater, Sohn, Bruder und Schwager, der Behrmann Max Bertram im 39. Lebensjahre. In tiefstem Schmerz 19945 Klara Bertram geb. Nicolai. Herta und Walter als Kinder. Frih Bertram und Frau als Eltern. Otto Bertram, zurzeit im Felde Paul Bertram u. Frau Emil Bertram u. Frau Anna Bertrant Gustav Mund als Schwager. u. Als Schwager Geschwister Du sankst dahin wie Rosen sinken, Wenn sie in boller Blüte stehn, Und heiße, bitt're Tränen fließen, Weil wir uns nicht mehr wiedersehn. Gingest unter wie die Sonne, Läßt verwaist uns stehn. Alles Hoffen war vergebens: Es gibt fein Wiedersehn. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 Uhr. Sonntag, den 11. Juli 1915, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 1: Versammlung aller an Schraubenautomaten beschäft. Einrichter. Tagesordnung: 1. Ist der Beschluß der letzten Versammlung durchgeführt? 2. Diskussion. 3. Wahl des Vertreters zur Agitationstommmission. 4. Verbandsangelegen. 116/5 A heiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Von der Schillingsbrücke 246/ 4* Hermannplak 6." Piandleih haus". Extrabilliger Bettenverkauf, Wäschevertauf, Gardinenverkauf, Teppichverfauf, Uhrenberkauf, Goldfachen. Spottbillige Jakettanzüge, Gebrodanzüge, Herrenhosen. Unterricht. 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St.-A. f. 8.)( Nachdrud verboten) 118 235 43 413 523 634 919 33 1385 445 652 736 858 2144 212 498 550 82 680 906 27 92 3146 96 317 88 502 617 819 905 4011 46 228 41 468 5395 616 79 790 6122 369 400 28 674 864( 400) 939( 100) 7189 223 350 423 579 8238 631 96 805 19 937 9056( 100) 106 494 628 821 28 10319 35( 100) 444 49 63 713 920 11029 117 61 75 394 497 618 893 993 12012 440 517 44 607 881 13063 103 233( 100) 338 74 447 91 568 615 885 14009 120 479 84 684 15165 546 694 18060 171 77 472 17232 367 746 815 85 986 84 18037 40 176 355 19168 370 446 58 675 733 20536 622 841 21155 367 92 419 41 22129 306 650 761 891 23029 68 106 331 92 407 17 38 621 958 24041 191 282 510 83 736 910 28 84 25178 443 801 41 26069 139 47 231 531 642 914 27092 116 231 42 368 407 16 949 28127 266 612 84 983 29131 82 688 995 30573 31001 137 464 551 79 632 704 988 32035( 100) 116 259 387 450 598 860 920 26 33032 67 110 40 61 271 518 34401 950 35180 231( 100) 337 423 660 856 36146 69 344 77 454 87 847 37430 806 944 74 38200 89 439 910 39663 841926 40060 206 328 407 803 41195 205 540 86 675 42022 232 411 72548062 260 351 492 512( 100) 628 36 90 881 948 93 44422( 100) 88 501 45225 43 311 827 46241 639 47057 83 181 422 510 637 730 48206 51 327 446 86 809 935 49047 56 111 28 241 879 916 50081 361 621 791 928 51108 12 26 85 532 688( 300) 719( 100) 867 80 99 52190( 400) 94 395 510 84 873 53024 159 567 717 929 54126( 100) 67 94 205 530( 100) 55016 497 542 763 56029 75( 100) 186 233 63 489 776 944 57213 574( 200) 890 998 58278 441( 100) 616 73 798 961 59061 137 56 200 329 30 487 625 937 60009 127 60 249 66 308 61072( 100) 461 683 743 824 62008 40 127 30 376 700 823 944 63059 391 758 83 966 64142 444 74 503 721 970( 100) 65216 486 681 789 986 66207 91 361 515 910 24 32 67080 610 800 944 68334 69 447 642 844 69142 437 892 903 70033 58 136 74 233 355 422 69 691 613 22 25 71271 769 62 72116 460 656 73039 333 47 444 828 74130 398 ( 100) 442 54 633 819 98 75130 205 479 606 825 955 78170 697 98 77254 92 434 74 701 883 939 78026 160 229 66 812( 100) 882 79182 268 341 439 605 721 853 60 80096 146 238 81317 407 806 86 903 73 82080 156 88 671 630 863 83221( 100) 84060 454( 200) 695 873 89 85269 ( 300) 358 465 84 841 43 53 930 69 88602 50 797 812( 100) 27 77( 100) 87394 691 739 980 38000 32 292 404 607 8 25 616 27( 100) 818 64 940 89000 81 395 768 900 90082 113 42 369 512 54 992 91075 194 214 436 861 997 92674 75 79 751 92 873 93703 7 889 962 94100 49 221 95016 205 404 629 756 828 91 909 96037 100 297 336 535 63 731 69 97029 37 311 46 653 98135 99002 21 62 351 655 74 719 36 802 60 Zu haben in den Läden mit nebenstehendem Schild oder durch deren Agenten. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Filialen in allen Stadtteilen. 100048 220 63 434 710 801 75 161012 220 27 29 315 18 73( 400) 709 10 926 182484 503 820( 100) 947 103585 965 68 104309 402 654 69 756 833 105218 66 708 86 881 106082 185 428 86 840 43 107084 166 335 862 977 108381 88 779 839 900 109105 19 235 302 495 524 75 728 44 882 86 110281 312 453 76 653 810 211064 500 611 857 958 112187 372 481 640 93 799 867 113101 69 380 444 67 693 792 114267 906 115043 405 38 615( 400) 700 5 964 116008 43 131 642( 100) 117142 686 749 914 118090 195 256 71 317 544 928 86 119069 210 375 502 904 120206 38 62 543 75 863 121154 79 269 340 87 679 781 122043( 100) 48 61 133 212 89 367 484 655 66( 100) 852 911 123128 642 68 69 754 124034 95 342 46 638 858 125302 611 126072 111 65 381 510 77 882 127292( 100) 569 789 814 912 12 059 229 49 412 129682 851 130080 232 331( 200) 638 726 65( 100) 924( 100) 131024 455 536 746 856 919 132396 532 57 670 898 133137 96 518 77 809 995 184049 139 393 752 58 61 135019 181 98 336 505 768 951 135080 564 609 61 137558 70 789 94 876 904 138016 98 268 994 139285 332 33 53 55 477 562 875 140031 169 284 372 869 141339 642 87 142047 186 461 661 641 878 143232 35 776 857 971 76 144076 130 31 41 64 262 300 93( 200) 474 77 145677 869 91 146083 138 99 260 684-778 960 147329( 100) 49 623 922 148051 65 615 149362 429 761 84 846 79 150502 151167 457 76 522 764 71 937 152139 153265 363 664 767 938 154085 363 773 155403 562 602 719 29 35 47 79( 500) 803 923 156120 410 74 636 849 157137 81 296 158166 275 853 936 68 159117 469 562 690 702 934 73 100014 167 218 310 500( 100) 24 65 609 774 822 161192 264 800 63 162069 173 285 485 547 696 163093 283 328 ( 100) 431 541 64 646 717 86 870( 300) 164020 53( 200) 70 95 420 500 64 815 90 165196 295 393 441 166050 404 638 987 96 167252 78 306 439 570 168081 441 837( 100) 169195 299 354 79 406 640 170273 406 172004 29 91( 200) 564 808 29 92( 100) 173051 153 746 877 174262 555 788 942 175848( 100) 971 176197 214 438 51 501 22 699 868 95 177023 86 233 395 98 529 33 755 840 940 178027 173 236 667 783 806 179173 251 376 768 76 180087 123 359 82 400 14 90 582 873 181275 609 640 736 963 182039 140 918 46 183388 606 45 706 839 972 184027 221 44 459 661 863 983 185036 245 407 79 546 846 928 186097( 100) 111 47 605 36 60 187066 110( 100) 28 64 365 671( 200) 609 52 729 188064 144 200 1 80 368 486 99 508 42 678( 500) 938 44 72 189028 269 389 483 688 642 796 837 975 190430 667 923 191064 95 325 36 76 463 527( 200) 712 913 192260 302 472 636 716 27 845 198290 457( 100) 570 194048 204 318 620 801 26 935 195011 139( 200) 221 97 424 33 49 544 941 196180 280 107065 82 117 67 208 21 625 641 75 724 955 65 198105 52( 100) 315 30 509 792 861 199032 60 110 17 274 516 894 200383 510 85 94 657 923 77 201610 202137 50 883 203263 316 204124 63 70 331 84 647 810 951 93 205082 138 314 26 415( 100) 22 623 904 25( 200) 47. 206110 618 55 67 636 787 207058 130 579 794 208560 673 832 48 209124 28 81 819 587 846 210000 74( 100) 80 141 386 506 715 803 8 65 77 944. 211118 521 685 805 76 212037 402 629 774 813 934 91 213118 60 78 80 621 609( 100) 769 Jm Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu 60 000 m., 2 gu 10 000 M, 2 zu 5000 m., 2 zu 3000 m., 4 zu 1000 m., 6 zu 600 R., 8 zu 400 m., 32 zu 300 m., 56 au 200 R., 148 zu 100 M. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Ar. 188. 82. Iahrgaug. 2. Stiliijt des Jprniättf geiltet NslksdlM. Zonnabeud, 10. Juli 1915. fius Groß-öerlin. Der Krieg im Straßenbilü. Fremde, die Berlin flüchtig besuchen, merken nicht allzu viel von den Veränderungen, die der Krieg im Berliner öffentlichen Üeben bewirkt hat. Wer aber in der Weltstadt dauernd lebt und webt, dem fallen doch genugsam Merkmale auf, die das große Weltendrama bei uns erzeugt hat. Die Spuren des Kriegsgottes sind mancherlei Art. aber sie sind vorhanden. Auf Schritt und Tritt begegnen sie uns. Wie oft konnte man in Friedenszeiten hören, daß man in Berlin doch eigentlich wenig Soldaten auf den Straßen sehe, obgleich es doch eine starke Garnison darstelle. Tat tächlich verschwand das Militär im flutenden Menschenstrom der Reichshauptstadt fast völlig. Heute ist es anders. Wo man hintritt, ein Soldat. Der Zivilist ist in der Minderheit, die numerische Ueberlegenheit ist zweifellos beim Militär, wenigstens soweit das Straßenleben in Betracht kommt. Und die Verschiedenartigkeit der Uniformen und Truppen teile, wer� kennt ihre Namen? Es fällt uns eine merk würdige Soldatengestalt auf, wir fragen einen Mitmenschen nach Nam' und Art, erhalten aber nur ein nichtssagendes Heben der Schulter. Meist sind es Urlauber und Verwundete, die uns begegnen, Soldaten mit Knabengesichtern und Soldaten, deren Haar schon grau meliert ist. Der Vater neben dem Sohne, alles Kommiß. Die Verwundeten gehen oft in mehr oder weniger großen Trupps und manchmal ist eine Schwester in kleidsamer Tracht dabei, auf deren Arm sich der am schlimmsten Mitgenommene stützt. Zuweilen sieht man auch alte, gebrechliche Mütterchen, die ihre starken, blessierten Söhne liebevoll durchs Gedränge geleiten, oder Frauen und Kinder, in Gemeinschaft mit dem Familienoberhaupt. Das Geschäftsleben selbst ist fast durchweg dem Krieg anangepaßt. Vom Kientopp bis zum Schokoladcnlädchen— Krieg, Krieg! Alles militärisches Gepräge. Viele führten erst diese Artikel nachträglich ein, um nicht hinweggespült zu werden. Man muß die Zeit ausnützen. Wem die Eigenart des Geschäfts dies unmöglich macht, hat hart zu kämpfen, wenn er nicht bereits die Segel gestrichen hat. Die zahlreich geschlossenen Läden— die oft noch die zurückgelassene Einrichtung nebst Warenbestand bergen— führen eine beredte Sprache. Manche Gewerbe haben besonders stark gelitten unter der Wucht des Krieges. Wer aufmerksam durch die Straßen geht, dem fällt die große Zahl der eingegangenen Gastwirtschaften auf. Der Schenktisch steht verlassen und in den verstaubten Gläsern liegen tote Fliegen. Der ehemalige Besitzer ist wohl längst im Kriege— die Gäste ebenfalls. Kein Bier schäumt mehr, kein»Prosit der Gemütlichkeit" ist zu hören, stumm und öde liegen die Räume und große Zettel schreien verzweifelt, daß hier eine schankwirtschaft zu vermieten sei. Auch sonst hat der Krieg umstürzend gewirkt. Frauen- arbeit! ist heute die Losung. Wer hätte sich früher im Deutschen Reich einen weiblichen Postboten vorstellen können, einen weiblichen Knipser, Schaffner, Türschließer usw. Nun haben wir dies alles. Zn den Fabriken stehen Frauen und erledigen Arbeiten, die früher kein normaler Kopf einer Frau anvertraut hätte. Nun wird's gemacht. Selbst der weibliche„Ober" ist vorhanden; im Cafe wie im Nestau- rant eilen leichtfüßige Frauengeslalten zwischen den Tisch- reihen hindurch und versehen die Gäste mit Speis' und Trank. Der Krieg hat somit schwerwiegende Probleme gebracht, über deren Lösung wir uns heute noch kein Bild machen können. Er hat uns gezeigt, daß alles veränderlich ist, alles fließt und nichts in Erstarrung verharrt. Tausendfältig hat er in das Wirtschasts- und Familienleben ein- gegriffen, altüberkommetie Traditionen gleichmütig zur seite geschoben. Wohin wir sehen, offenbaren sich die Wirkungen der kriegerischen Ereignisse. Nichts ist unbeeinflußt geblieben. Und während hier, in der Weltstadt, die Umgestaltung der Verhältnisse zwar unblutig, aber nicht immer sich schmerzlos vollziehen, entscheiden sich draußen im Felde die Geschicke Europas. Nur die Reflexe des grausig-grandiosen Schauspiels zittern zu Hause nach, aber sie genügen, uns ahnen zu lassen, daß im Schöße der Zeit sich ein gewaltiger Prozeß vollzieht, dessen Zuckungen unser tägliches Leben erschüttern. Die Straße führt es uns in eindringlichen Bildern vor Augen. Die Zusaybrotkarte. Wer kann eine Znsatzbrotkarte beanspruchen und wie verschafft man sich eine solche? Darüber ist noch mancher im unklaren. Auf Grund der Bekanntmachung des Bundesrars vom 25. Januar 1915 dür'en Gemeinden besondere Verordnungen über Zufatzbrotkarten mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde erlassen. Die' für Berlin erlassene diesbezügliche Verordnung des Magistrats vom 15. Juni 1915 besagt, daß ein Recht auf Erieilung einer Zu- satzbrolkarie nicht besteht. Ueber jeden einzelnen Fall wird nach den Bestimmungen entschieden. Zusatzbrotkarten mit Abschnitten voi» zusammen 459 Gramm kür die Kalenderwoche düifen an Brolkarleninhaber ausgegeben werden, soweit sie zur körperlich schwer arbeitenden erwerbs- tätigen Bevölkerung gehören. Zulässig ist die Gewährung einer Zusatzbrolkarte 1. für Personen, die tagsüber außerhalb ihrer Wohnung beschäfiigt sind und während dieier Zeit sich andere Nahrungsmittel als Brot nicht hinreichend beschaffen können, 2. für Peiionen, die zwischen 8 Uhr abends und 6 Uhr morgens mindestens sechs Siunden zu arbeiten haben, 3. für Perionen, die in Tag« und Nachtschichien arbeiten und mindestens drei Nachtschichten in der Kalenderwoche haben, 4. für Personen bis zum vollendeten 21. Lebens- jähr, die in gewerblichen Betrieben beschäftigt sind und für die ein Arbeitsbuch ausgestellr ist, 5. für Häupter von Familien, in denen mehr als die Hälfte der Mitglieder tagsüber außerhalb des Hauses beschäfiigt sind. Familienmitglieder, die nach den Be- stimmungen zu 1—4 selber Zusatzbrotkarten erhalten, werden hierbei nicht mitgezählt. Anträge aus Erteilung von Zusatzbrotkarten sind Freilag, Sonn- abend oder Montag bei der für die Wohnung des Antragstellers zu« ständigen Brolkommission zu stellen. Einzureichen ist eine B e- scheinigung des Arbeitgebers über die Art der Beschäftigung. Hierzu ist das bei dem Brotkommissionen erhältliche Formular zu benutzen. Die Bescheinigung auszustellen, ist der Arbeitgeber verpflichtet. In ihr hat er sich darüber zu äußern, welche der in den Bestimmungen zu 1— 4 angegebenen Voraussetzungen zutreffen. Zuwiderhandlungen gegen die Verordnung, im besonderen un- richtige Angaben zur Erlangung der Zusatzbrotkarts und wahrheits- widrige Bescheinigungen der Arbeitgeber, werden bestraft mit Ge- fängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1599 M. Auch die Weigerung eines Arbeitgebers, die Bescheinigung auszustellen, würde unter diese Strafandrohung fallen. Die 9!ahrungSmittelverkäufe der Stadt Berlin. Unter den Kriegsfürsorgemaßregeln der Gemeinden sind die von ihnen eingerichteten Nahrungsmittelverkäuse nicht die unwichtigsten. Die Stadt Berlin hat neben dem bisherigen Verkauf von Kartoffeln und dem von Schinken und Fettwaren jetzt auch mit dem Verkauf von Gefrierfleisch begonnen. Bei all diesen Einrichtungen ist auf manche Bestimmung zu achten, deren Nichtbefolgung schweren Ver- druß und sogar Strafen eintragen kann. Für den Verkauf des Gefrierfleisches hat man weit- gehende Beschränkungen für nötig gehalten. Rur Einwohner Berlins sind zum Kauf berechtigt und auch nur unter Vor- legung von Ausweisen, die ihnen auf ihren Antrag von den zuständigen Brotkommissionen erteilt werden und nicht übertragbar sind. Diese gellen nur für eine bestimmte Zeit, für eine oder mehrere Kalenderwochen nach Maßgabe des Aufdrucks, und gestatten den Einkauf nur einer bestimmten Menge, nur von 1 Pfund Fleisch pro Kopf und Woche. Mit dem Ausweis erwirbt aber niemand den Anspruch, daß ihm wirklich Fleisch verkauft werden muß; für ganz Berlin will man ja zunächst nur 2999 Gefrierschweine pro Woche zum Verkauf stellen. Die Einrichtung soll der minder- bemittelten Bevölkerung zugute kommen, und der Magistrat erwartet von dem»sozialen Bewußtsein der besser- siluierten Bevölkerung", daß sie auf die Entnahme des von der Stadt feilgebotenen Gefrierfleisches verzichten wird. Die entnom- menen Waren dürfen in Berlin und außerhalb nicht weilerverkauft und nicht in Gast- und Speisewirtschaften oder gewerblichen Be- trieben verwendet und an außerhalb Berlins wohnende Personen auch nicht unentgeltlich abgegeben werden. Für Zuwiderhandlungen sind Strafen bis zu sechs Monaten Gefängnis oder bis zu 1599 M. Geldstrafe angedroht. Der Verkauf des Gefrierschweinefleisches ist einer großen Zahl Privatgeschäfte übertragen worden, die durch Plakate erkennbar gemacht und aus Säulenanschlägen in einer nach Stadt- teilen geordneten Liste zusammengestellt find. Es kostet pro Pfund: Rippespeer 1,79 M.. Rückenfett 1,55 M., Schinken, Kamm, Blatt 1,59 M. Bauch 1,49 M., Eisbein 9,79 M., Spitzbein 9,25 M. Verkaufstage sind Mittwoch und Sonnabend. l Der schon seit längerer Zeit bestehende Verkauf von Schinken und Fett waren(Spech Schmalz) unterliegt denselben Beschränkungen. Auch hier sind nur Einwohner Berlins kaufberechtigt und nur gegen die von den Brotkommissionen zu gebenden und nicht übertragbaren Ausweise, auch hier ist Weiterverkauf oder Verwen- dimg in Gast- und Speisewirtschaften usw. innerhalb Berlins wie außerhalb verboten, verboten auch die unentgeltliche Abgabe an außerhalb wohnende Personen. Für Zuwiderhandlungen sind setzt hier dieselben Strafen angedroht. Der Verkauf dieser Waren findet statt in bestimmten Markthallenständen; Plakate machen die Berkaufs- stellen erkennbar. Die Preise pro Pfund sind hier: Schinken 1,69 M., Speck 1,59 M., Schmalz 1,49 M. Verlaust wird Montag, Mittwoch, Donnerslag, Sonnabend. Zum Kauf der im Auftrage der Stadt feilgebotenen Kar- t o f f e l n ist jeder ohne weiteres berechtigt. Die Vorräte werden täglich verkauft in den Markthallen an den mit Plakaten versehenen Ständen und in Ladengeschäften, die gleichfalls durch Plakate erkennbar gemacht sind. Von der Berliner Lustbarkeitssteuerordnung. Die Uniongesellschaft, die in Groß-Berlin eine Anzahl Kino- thealer betreibt, war für einige dieser Thealer auf Grund der Berliner Lustbarkeilssteuerordnung zur Lustbarkeilssteuer heran- gezogen worden, wobei das Garderobengeld dem Eintrittsgeld zu- gerechnet wurde. Die Gesellschaft flogt« auf Freistellung, indem sie es für un- zulässig erklärte, das Garderobengeld mit einzurechnen. Der Bezstksausschuß erkannte auch nach dem Klageantrage auf Freistellung. Das Oberverwaltungsgericht hob jedoch am Freitag das Urteil aus und wies den Freistellungsanspruch endgültig ab Begründend wurde ausgeführt: Maßgebend sei die Bestimmung des§ 4 der Steuerordnung, wonach alle Geldbeträge, die gezahlt werden müssen, um den Zutritt zur Veranstaltung zu erlangen. zusammengenommen das steuerpflichtige Eintrittsgeld darstellten Das Oberverwalrungsgerickit habe auch schon wiederholt(wie auch der.Vorwärts" berichtet hat) auf Grund dieier Bestimmung Garderobengeld als Teil der Eintrittsgelder behandelt und darauf hin Freistellungsaniprüche von Kinobesitzern usw. abgewiesen. Nun sei im vorliegenden Falle allerdings geltend gemacht worden, die Sache liege hier anders, weil die Gesellschaft einen ge- nügend großen Raum geschaffen habe, um die sämtliche Garderobe der Besucher aufzunehmen, und weil ein gewisser Zwang zur Abgabe der Garderobe ausgeübt worden sei. Der Senat meine aber, daß die Sache nicht wesentlich anders liege, wie in den er- wähnten anderen Fällen. Wenn der Thealerdireklor einen Zwang ausübe, die Garderobe abzulegen und für das Ablegen eine beson« dere Gebühr erbebe, so erhebe er eben auch hier mit dem Garderoben- geld Gebühren, die bezahlt werden müßten, um das Theater betreten zu können. Es rechtfertige sich deshalb die Ein- rechnung des Garderobengeldes in den Eintrittspreis, wie sie der Magistrat für den Steuerzweck vorgenommen habe. Das Aussehen des in Frage kommenden Täters toird wie folgt ge- schildert: �Ssröße 1,79 Meter. Bart: dunklen Schnurrbart. Jacke hellgrau, Stiefel schwarz. Hose dunkel, möglicherweise schwarz. Mütze grau und schlapp. Alle Personen, die zur Aufklärung des Mordes und zur Ermittelung des Täters nähere Angaben machen können, werden gebeten, sich au die Königliche Staatsanwaltschaft 3, Berlin, zum Aktenzeichen B 9 I 583, 15, oder an die Berliner Kriminalpolizei zu wenden. Nach den neuesten Ermittelungen hat�der Mörder, wie wir oben bereits ausführten, einen rötlich-blonden Schnurrbart. Die Moschee im Gefangenenlager. In dem Gefangenenlager W ü n s d o r f hat die preußische Heeresverwaltung eine Moschee er- bauen lassen. Das„Halbmondlager" in Wünsdorf, das von dem Russen-, Franzosen- und Belgierlager getrennt, 15 Minuten vom Bahnhof entfernt liegt, enthält etwa 3899 bis 4999 Mohamedaner, Araber, Gurkhas, Marokkaner, Sudan- und Senegalneger, die als Bundesgenossen der Franzosen und Engländer an der Westfront von unseren Truppen gesangen genommen worden sind. Die Einweihung der Moschee wird in den nächsten Tagen unter Beisein des türkischen Botschafters und der Militärbehörden stallfinden. Der fünfte Personenbahnhof in Neukölln. Der für das neue Neuköllner Wohnviertel an der Köllnischen Heide bestimmte Bahnhof geht allmählich seiner Fertigstellung ent- gegen. Das Stationsgebäude ist bereits vollendet und zurzeit ist mir der Anlage des Bahnsteiges begonnen worden. Zugleich wird an der Ausführung der Bahnsteighalle gearbeitet. Voraussichtlich schon im nächsten Frühjahr wird der neue Bahnhos Köllnische Heide, der an der Anschlußstrecke Neukölln— Niederschöneweide liegt, dem Verkehr übergeben werden._ Obstkuchen mit Hefe. Um die Obsternte für die Lolksernährung möglichst auszunutzen, hat der Charlottenburger Magistrat den Charlottenburger Bäckern und Konditoren vom 19. Juli ab bis vorläufig 39. September ge- stattet, Obstkuchen mit Hilse von Hefe und Backpulver herzustellen. Zugleich hat er für die Herstellung von Obstkuchen die Erhöhung des Mehlgehalts von 19 aus 39 Proz. zugelassen. Den Bäckern ist eS auch gestattet, solchen Obstkuchen, dessen Teig im Hause hergestellt ist, abzubacken. Es hat somit jeder die Möglichkeit, sich auch selbst einen Obstkuchen zu backen. Auch im Hause darf Obstkuchen mit Hilfe von Backpulver und Hefe und 39 Proz. Mehlgehalt gebacken werden. Dagegen bleibt nach wie vor verboten, anderen Kuchen alS Obstkuchen mit Backpulver oder Hefe zuzubereiten. Strastenunfälle. An der Ecke der Alten Schönhauser und der Lothringer Straße bog vorgestern nachmittag gegen 3,li5 Uhr ein Rollwagen so kurz vor einem Straßenbahnwagen auf das Gleis, daß ein Zusammen- stoß nicht zu vermeiden war. Infolge des Anpralles stürzte der Kutscher des Rollwagens von seinem Sitz und erlitt eine Kopfwunde. Er erhielt auf der nächsten Unfallstation die erste Hilfe und wurde dann nach seiner Wohnung gebracht. An dem Bahnwagen war die vordere Plattform eingedrückt worden. Infolge des Unfalles entstand eine Störung von 13 Minuten Dauer. Ein ernsterer Unfall ereignete sich abends gegen 19 Uhr am Branderburger Tor. Dort wollte der 21jährige Gustav Äabirsch auf einem Zweirade unmittelbar vor einem in der Richtung nach dem Norden fahrenden Straßenbahnwagen der Linie G das Gleis kreuzen. Er wurde angefahren, stürzte und geriet mit dem einen Arm unter die Fangvorrichtung, während der Körper von der Schutz- Vorrichtung aufgenommen wurde. Um den Verunglückten zu befreien. mußte der Wagen angehoben werden, was mittels mitgeführter Winden geschah. K.. der eine Rippenquelschung und eine Beule am Kopf davongetragen hatte, wurde nach der Charils gebracht. Der Mord auf der Landstraße bei Oranienburg hat bisher noch nicht die erwünschte Ausklärung gefunden. Unter dem Verdacht der Täterschaft wurde vorgestern in Liebenwalde ein Mann verhaftet und nach Oranienburg gebracht. Bei Gegenüberstellung des Ver- Haftelen und der Zeugen erwies es sich, daß er für den Mord nicht in Betracht kommt. Gleichwohl wurde der Mann in Haft behalten, weil er dieses und jenes andere auf dem Kerbholz haben soll. Durch einwandfreie Zeugen sind jetzt weiter einige bemerkens« weite Einzelheiten festgestellt. Hiernach ist der Mörder am Tage des Mordes schvii morgens um 8 Uhr an der Mordstelle gesehe» worden. Unter t dem früher beschriebenen grauen Anzug mit der grauen weichen Mütze trug er noch einen grauen Sweater. Er hat keinen Backenbart, sondern nur einen rötlichen Schnurrbart. Spuren und Ermittelungen ergaben, daß der Mörder nach der Tat die Richtung nach der Gegend von Freienhaaen eingeschlagen hat. Der Mord ist nach bestimmten Feststellungen spätestens um die Mittags- zeit verübt worden. Schon um 12'/� Uhr hat man Frau Witt im Chausseegraben sitzen gesehen, wie sie später noch laß, als ihr Mann und der Schwager sie auffanden. Die Obduktion hat ergeben, daß die Frau an Verblutung infolge Schädelzertrümmerung gestorben ist.— Auch in Berlin wurde in der gestrigen Nacht ein Mann unter dem Verdacht der Täterschaft angehalten und in Gewahrsam ge- nommen. Er ist zwar am Mordtage in der Gegend gewesen, konnte aber bald nachweisen, daß er die ganze Zeit über als Kirschen« Pflücker gearbeitet hat. Für die Ergreifung de« Mörders hat jetzt der RegierungS- Präsident von Potsdam eine Belohnung von 1999 M. ausgesetzt. Ueber einen Spitzbubenstreich eines Knaben wird unS nach- stehende Mitteilung gemacht: Der Kutscher einer hiesigen Firma fuhr gestern gegen 6 Uhr nachmittags mit seinem Gespann die Seestraße entlang und verlor unterwegs ein Paket Zündhölzer. Ein Bursche von ca. 15 Jahren bemerkte dies und brachte das Paket wieder auf den Wagen. Dabei äußerte er den Wunsch, mitzufahren, weil er den gleichen Weg habe und in der Gegend der Thuner Straße wohne. Der Kutscher nahm den Burschen bereitwilligst mit und ließ ihn hinter sich am Kutscherbock stehen. Als der Wagen nun in die Holländer Straße einbog, entfernte sich der Junge mit dem Bemerken, daß er zu Hause angelangt sei und dort in einem Hause, in dem sich eine Mollerei befindet, wohne, wohin er auch verschwand. Der Kutscher fuhr inzwischen weiter zum nächsten Kunden nach der Thuner Straße und gewahrte dort zu seinem Erstaunen, daß seine über die Schulter gehängt« Geldtasche offen und daraus ein Beutel mit ca. 249 M. Sildergeld verschwunden war, den zweifellos der Bursche entwendet hatte. Der Kutscher begab sich nun sofort nach dem betreffenden Haus in der Holländer Straße zurück, um den Dieb dort ausfindig zu machen. Es war aber nicht möglich, ihn zu ermitteln. Zu dem Todesfall in der Stephanstraße, über den wir berichtet, wird noch mitgeteilt, daß mit dem verstorbenen Becker noch am Dienstagmittag in einer Schankwirlschaft ein Mann zusammen war. Becker klagte damals, daß er kurz vorher einen heftiH-n Anfall seiner Atemnot gehabt habe. Er habe sich mit vollen Klerdern auf das Bert geworfen, aber keine Luft bekommen können. Jetzt fürchte er. daß sich der Anfall wiederholen werde. Becker habe noch beim Kartenspiel erwa sechs Kornschnäpse und ebensoviel« Glas Bier ge- irunken, er habe wiederholt gesagt, daß er sich unwohl fühle und sei dann nach Hause gegangen. Wahrscheinlich sei er dort gleich gestorben. Kleine Mitteilungen. Der beim Baden im Plötzensee ertrunkene und vorgestern nrorgen gelandete Knabe ist als der neun Jahre alte Sohn Karl des Butlerhändlers Lüneburg aus der Emdener Str. 49 festgestellt worden.— Aus dem Landwehrkanal gelandet wurde gestern morgen an der Ostspitze der Schleuseninsel die Leiche einer etwa 25—39 Jahre alten Frau, die ihren äußeren Erscheinungen nach wohl dem Mittelstände angehört hat. Die Leiche hat nur kurze Zeit im Wasser gelegen.— In Oberschöneweide wurde eine Frau von etwa 45—59 Jahren ertrunken aufgefunden. Sie war ganz schwarz gekleidet. Ihr weißes Taschentuch ist H. M. gezeichnet.— Weil er sich in Berlin nicht heimisch fühlte, hat der 66 Jahre alte Privatmann Adrianus van Ravesteijn, ein Holländer, seinem Leben ein Ende gemacht. In einem Anfalle von Schwermütigkeit er- hängte er sich auf dem Flur seiner Wohnung in der Friedrich- straße. Im wissenschaftlichen Theater der Urania gelangt in dieser Woche der Vortrag„An den Grenzen von Südtirol und Italien", der mit wunderbar farbigen Bildern ausgestattet ist und in die Kampfgebiete des italienisch-österreichischen Krieges führt, allabendlich zur Darstellung. Die Vcriindungschaussee Großer Stern— Teufelssee im Grüne- wald wird, wie der Zehlendorfer Amtsvorsteher bekannt gibt, geteert. Die frisch geteerten Stellen und die als solche bezeichneten dürfen nicht befahren werden, vielmehr ist dortselbst der Sommerweg zu benutzen. Als Umgchungswege sind die Havelchaussee und die Chaussee Wannsee— Zehlendorf— Berlin zu benutzen. Aus den Gemeinden. Mietunterstützungen in Weißensee. unter feinem Eido, daß die Verkäuferin 3 M. pro Hut verlangt) Mit Hilfe des Kinematographen wiedergefunden. und daß er, ohne auch nur den Versuch zum Handeln gemacht zu haben, zwei Talerftüde als Bezahlung hinlegte. Auf Grund dieser der Landwehr im Ref. Inf. Regt. 103 im Felde stand, wurde seit Der Baumeister Schmidt aus Baußen, der als Unteroffizier Aussage erfolgte die Abweisung der Klägerin. auch nur um 50 Bf. handele, so könne man nach der ganzen Hand- fuch in Berlin einer kino vorstellung beigewohnt und bei Wenn es sich neun Monaten vermißt. Hausmitbewohner hatten bei einem Bes Angestellten auch nur noch einen Tag lang Bertrauen habe. Die erkannt; bei ihrer sofortigen Nachfrage beim Kinobefizer wurde Lungsweise dem Arbeitgeber nicht zumuten, daß er zu einer solchen Vorführung eines Gefangenenlagers herrn Schmidt fofortige Entlassung erscheine berechtigt. ihnen mitgeteilt, daß der Film durch einen Schweizer von einem französischen Gefangenenlager in Marokko anläßlich eines Gottesdienstes aufgenommen worden wäre und die Namen der dort BeSchmidt hat sich nun die Photographie von dem Teile des Films findlichen noch nicht nach Deutschland geschickt worden seien. Frau auch sofort erkannt. senden lassen, auf dem sich ihr Mann befinden sollte, und sie hat ihn Die Grundfäße für Mietunterstützungen in Weißensee haben auf Antrag unserer Fraktion bedeutende Verbesserungen erfahren. auf Antrag unserer Fraktion bedeutende Verbesserungen erfahren. So sind die Normalsäge für die Ernährung heraufgesetzt und zwar Für eine alleinstehende Frau von 30 auf 40 M., für eine Frau mit cinem Kinde von 38 auf 50 M., mit zwei Kindern von 46 auf 60 M., mit drei Kindern von 51 auf 68 M., mit vier Kindern von Das Gesamtvermögen der deutschen Krankenkassen 56 auf 76 W., mit fünf Stindern von 60 auf 84 M. und für jedes nach dem letzten Rechnungsabschluß beträgt 310,8 mil. Mart und weitere Kind 5 M. mehr. Die Mietbeihilfen können 75 Proz. der hat damit eine Steigerung um 3,5 Mill. Mark erfahren. vertragsmäßigen Miete und bis 18 M. für den Monat be- höchsten Vermögensstand haben mit 162,8 Mill. Mart die OrtsDen tragen, während früher nur bis 50 Proz. und bis 15 M. frankenkassen aufzuweisen; dann folgen die Betriebstrankenkassen gewährt wurden. wurden. Weniger als 5 M. monatliche Bei- mit 140,9 Min. Mart, die Innungsfrankenkassen mit 8,2 Mill. Mark hilfe soll nicht gezahlt werden. Für die Gewährung von und die Baukrankenkassen mit 147 000 m. Ungünstig liegen die Mietbeihilfen ist nicht Voraussetzung, daß Mietschulden aus Berhältnisse bei der Gemeindekrankenversicherung; denn hier sind die früheren Monaten bereits bestehen. Während früher der Vermieter Passiva um 1,2 Mill. Mark höher als die Attiva. 33% Broz. Nachlaß gewähren mußte, so sollen jetzt Mietbeihilfen gewährt werden, wenn der Vermieter sich zu einem bis 25 Broz. der Miete betragenden Nachlaß versteht. Bei der Bemessung der Höhe des Nachlasses ist auch die wirtschaftliche Lage des Vermieters zu berücksichtigen. Die Vermieter haben ihre Anträge schriftlich, die zu unterstützenden Mieter müssen ihre Anträge mündlich an das Kriegsbureau, Partstr. 106, Zimmer 5, richten. Dem. Mieteinigungsamt wird das Recht zugestanden, selbständige Entscheidungen zu treffen, während bordem die endgültigen Entscheidungen nur der Gemeindevorstand traf. Für die Kriegsteilnehmer sind die Anträge auf Mietbeihilfe an das Kriegsbureau zu richten, während die Er werbslosen sich an das Wohlfahrtsamt, Pistoriusstraße 24, wenden müssen. Die neuen Bestimmungen haben rückwirkende Kraft vom 1. Juni 1915. 390 Verkauf von Fleischkonserven in Neukölln. Vom Donnerstag, den 15. Juli 1915 ab, gelangen in den städtischen Kartoffel- Verkaufsstellen auch Fleisch- und Wurstkonserven zum Verkauf. Die Abgabe der Waren erfolgt nur an Neuköllner Einwohner gegen Borlegung der für den Tag des Kaufes gültigen Brotkarten. Für jede Brotfarte wird nur eine Stonſerve abgegeben. Die Brotkarte ist auch für den Fleischverkauf nicht übertragbar. Ein Weiterverkauf der Konserven ist unzulässig. Die Verkaufspreise werden wie folgt festgesetzt: Rindfleisch je Büchse 1,30 M., Mischfleisch( Nind- und Schweinefleisch) je Büchie 1,40 M., Leber oder Blutwurst je Büchse 1,20 M., Schweinefleisch je Büchse 1,45 M. Verkaufszeit werktäglich von 8-12 Uhr vormittags und 3 bis 8 Uhr nachmittags. Die Berkaufsstellen befinden sich: Steinmeßstr. 12, Weserstr. 203, Hermannstr. 22, Warthestr. 8, Richardstr. 61. Der Magistrat hat ferner den Bäckermeistern gestattet, Weizen brot im Gewichte von 100 Gramm herzustellen. Das Gebäck muß in zwei Hälften zu je 50 Gramm teilbar sein. n Gerichtszeitung. hältern lag einer Anflage wegen gefährlicher Körperverlegung zuEin nächtlicher Kampf zwischen Kriminalschuhmann und Zugrunde, welche gestern die dritte Straffammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Geheimen Justizrats Unger beschäftigte. Aus der Untersuchungshaft wurde der schon vielfach bestrafte Bäder Georg Schmidt vorgeführt. In der Nacht zum 3. Februar d. J. kam der Kriminalschußmann Dettborn die Andreasstraße entlang. Er wurde Zeuge, wie der Angeklagte mit seiner Braut", der unter Sittenkontrolle stehenden J., in Streit geraten war und Miene machte, auf sie einzuschlagen. Als der Beamte einschritt und sich als Kriminalbeamter legitimierte, wurde der Angeklagte ausfallend und behauptete, Dettborn sei gar kein Beamter. Inzwischen hatte die J. hinter dem Rüden des D. zwei anderen Zuhältern, die nur unter dem Namen„ Bole" und" Onkel Adolf" bekannt find, zugewinkt. Als Schmidt sah, daß er Hilfe erhielt, versezte er dem Beamten plöglich mit einem scharfen Gegenstand einen Schlag ins Gesicht. In demselben Augenblic schlugen auch die beiden anderen Kerle auf ihn ein, so daß Dettborn bewußtlos zu Boden sanf. Nachdem der Angeklagte dem Bewußtlosen noch ein paar Fußwurde in einer großen Blutlache liegend aufgefunden; er hatte tritte verfekt hatte, liefen die drei Strolche davon. Der Beamte mehrere Messerstiche davongetragen und var längere Zeit dienstunfähig. Staatsanwalt Dr. Ziegel beantragte cine Gefängnisstrafe von 3 Jahren. Das Gericht ging noch über diesen Antrag hinaus und erkannte auf 4 Jahre Gefängnis. Die Pläne des Atteutäters Holt. Brief an seine Frau, in dem er sie bat, die Kinder so zu er Bei dem Attentäter Holt fand man nach seinem Tode einen ziehen, daß sie Gott und den Menschen lieb seien. Die Polizei entdeckte außerdem noch einen Koffer mit 134 Stüden Dynamit, der von Holt an ein New Yorker Warenhaus adressiert war, Der Gefängniswärter sagte bei seiner Vernehmung aus, daß ihm Holt am Abend vor seinem Selbstmord zugestanden habe, daß er die Absicht gehabt habe, noch verschiedene Dynamitattentate auf 2ong Jsland auszuführen. Vier Kinder verbrannt. ursachten in Bernterode heute einen Scheunenbrand. Vier Heiligenstadt( Eichsfeld), 9. Juli. Spielende Kinder verKinder fanden in den Flammen den Tod. des Reuterschen Bureaus ist der Dampfer Minnehaha", der Brand eines englischen Ozeandampfers. Nach einer Meldung am Sonnabend von New York nach London abgefahren iſt, in Brand geraten. Die Besatzung bekämpfte das Feuer in den Schiffsräumen. 3 Uhr geriet die Zetschener Elbbrüde, die Tetſchen und Eine Elbbrüde abgebrannt. Donnerstag nachmittag gegen Bodenbach verbindet, aus noch unbekannter Ursache in Brand. Die hölzerne Brücke, die ohne Pfeiler über den Strom führt, wurde bollkommen eingeäschert. Der Schiffahrtsbetrieb ist geftört, doch hofft man ihn in kurzer Zeit wieder eröffnen zu können. gesellschaft wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Der Personenbetrieb der Sächsisch- Böhmischen DampfschiffahrtsDer Besuv in Tätigkeit. Der„ Täglichen Rundschau" mird aus Lugano berichtet: Aus Portici kommen Nachrichten von cinem starten Ausbruch des Besuvs nach Einsturz der sich 1906 gebildeten Lavakuppe des Berges. Der Leierfastenmann als Diebeshelfer. Das Treiben einer Eger zugetragen. Der Rechtsanwalt Dr. Prokop Bilet in Ein Aufsehen erregender Selbstmord hat sich in Slattan bei welche gestern die erste Strafkammer des Landgerichts I beschäf- Kugelin den Unterleib und schnitt sich sodann mit seinem gefährlichen Diebesbande bildete den Gegenstand einer Anflage, Selattau, eine bekannte politische Persönlichkeit, schoß sich eine tigte. Wegen schweren Diebstahls im strafschärfenden Rüdfalle Rasiermesser die Pulsadern am Hals und an der waren der Arbeiter Paul Richter und der Drehorgelspieler Mar Hand durch. Er wurde in seiner Kanzlei sterbend aufgefunden. Altermann angeklagt. Mitte Mai v. 3. fiel es den Bewohnern Der Grund liegt in finanziellen Schwierigkeiten. Fleischverkauf der Gemeinde Tegel. eines Hauses in der Großen Frankfurter Straße auf, daß mehrere Die durch den Gemeindevorstand beschafften Fleischbauerwaren Tage hintereinander auf dem Hofe ein Drehorgelspieler erschien, Die durch den Gemeindevorstand beschafften Fleischbauerwaren der mit erstaunlicher Ausdauer die Kurbel drehte und sein Pround Schmalz gelangen bis auf weiteres jeden Dienstag und Freitag gramm, zu dem auch das schöne Lied:" leb' immer Treu und nachmittags von 3-7 Uhr im Laden Graf- Rödern- Korso 4 zum Redlichkeit" gehörte, mehrmals herunterleierte. In derselben Verlauf gegen Vorzeigung der für die laufende Woche gültigen Brot- Nacht wurde bei dem in demselben Hause wohnhaften Bädermeister farte. Auf jede Karte fann 1 Pfund Fleisch, Wurst oder Sülze, ins B. ein Einbruchsdiebstahl verübt. Als der Bestohlene des Morgens gesamt für eine Familie jedoch nicht mehr als 3 Pfund, außerdem Anzeige erstattete, konnte ihm auf der Polizei die Mitteilung geaber noch Schmalz bis zu 2 Pfund gekauft werden, jedoch nur von macht werden, daß die Diebe und auch ihre Beute bereits in SicherEinwohnern Tegels. Die Verkaufspreise sind festgesetzt für Schmal heit seien. Ge stellte sich heraus, daß Altermann als harmloser pro Pfund 1,50 M., Sülze zirka 1 Pfund- Dose 1,20 M., Leberwurst Beierfastenmann die Gelegenheit zum Einbruch ausbaldowert", 1,20 M., Rotwurst 1,20 M., Schweinefleisch in Brühe, ebenfalls zirka der dann nächtlicherweise ausgeführt wurde. 1 Pfund- Dose, 1,45 M. Das Gericht ver= urteilte Richter zu 3 Jahren Zuchthaus, Altermann zu 2 Jahren Gefängnis ucbst entsprechendem Ehrverlust. Soziales. Kriegsbeschädigtenfürsorge der Reichsversicherungsanstalt Aus Industrie und Handel. Freigabe von Leder. Parteiveranstaltungen. Oberschöneweide. Sonntag, den 11. Juli, findet unter Mitwirtung Tabberts Waldschlößchen statt, zu welchem rege Beteiligung erwartet wird. des Gejangvereins und der örtlichen. Sportvereine ein Gartenkonzert in Eintritt 20 Pf., Beginn 3 Uhr. Jugendveranstaltungen. Baufow Niederschönhausen. Sonnabend, 10. Juli: Italienische Nacht auf Papenberge.. Treffpunkt. Sonuabendnachm. 8 Uhr Pantom Nordbahn. Abfahrt von Schönholz 8 Uhr 25 Min. Für Nachzügler Treff puntt Sonntag. früh 7 Uhr. Abfahrt von Schönholz 6 Uhr 58 Min. Fahrgeld 50 B Reinickendorf- Oft. Sonntag, den 11. Juli: Tageswanderung nach Westend- Schildhorn- Teufelssee- Grunewald. Fahrgeld 30 Pf. Treffpunkt: 1/6 1hr früh Bahnhof Wedding. " Dienstag, den 13. Juli: Diskussionsabend über das Thema: 23 clcher Beruf ist der wichtigste? Geschäftliche Mitteilungen. für Angestellte.dig manis dat Verwaltungsrat und Direktorium der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte beschlossen:„ Die Berufs- Lederinteressenten und der Regierung stattgefunden, in welchen Jm Reichsamt des Innern haben Beratungen zwischen den beratung und Berufsumlernung von versicherten Kriegsteil- bie Freigabe von Leder zugesagt wurde. Durch das Kriegsnehmern werden nach§ 36 des V. G. f. A. als Teil des Heil- ministerium ist bereits eine Freigabestelle für Leder errichtet wor verfahrens angesehen. Die Kosten hierfür sollen den, an die die Lederinteressenten ihre Anträge auf HerausDie Firma R. 1. S. Moses, Reinidendorfer Str. 9/10, von der Reichsversicherungsanstalt übergabe von beschlagnahmtem Leder zu stellen haben. Der Leder- beginnt heute mit ihrem Saison- Ausverkauf zu ganz außerordentlich, teil nommen werden, soweit sie nicht von Dritten über- fabrikant darf höchstens zu den in dem Verpflichtungsschein des weise bis zu 50 Broz. ermäßigten Preisen in allen Abteilungen ihres nommen sind. Mit den Landesversicherungsanstalten soll Striegsministeriums feitgefeßten Richtpreisen verkaufen und die umfangreichen Geschäfts. Troß der herabgejezten Preise werden noch eintretendenfalls eine Vereinbarung getroffen werden. Zur Großhändler höchstens 3 Proz., die Kleinhändler höchstens 7 Proz., Rabatt- Konsummarfen oder 5 Proz. in bar gewährt. Tage im Kaufhaus Wilhelm Joseph, Ausführung dieser Aufgabe ist beabsichtigt, die Vermitte- alio insgesamt 10 Prog. auf den Verkaufspreis des Herstellers auf- Schöneberg, Sauptstraße, Ede Großgörigenstraße, lung der hierfür gegründeten öffentlich- rechtlichen Organi- schlagen. Es ist noch besonders festgelegt worden, daß diese Richt haben begonnen. Unter Ausnubung der durch vorzeitigen Bareneinkauf sationen in Anspruch zu nehmen in der Weise, daß die Reichs- preise für erste Sorte, also sowohl für erste Qualität als auch erstes bedingten alten niedrigen Preise ist die Firma in der Lage, besonders Sortiment zu gelten haben. Der Lederfabrikant kann die Ware günstige Angebote zu machen. versicherungsanstalt auf Vorlage der Kostenabrechnung die direkt an den Großhandel als auch an den Kleinhandel verkaufen. Soften erstattet. Hierbei ist jedoch Voraussetzung, daß der Der Verkauf von freigegebenem Leder durch den Lederfabrikanten Reichsversicherungsanstalt Gelegenheit zur Entschließung oder Händler an seine Abnehmer wird genau überwacht werden. über dieses besondere Heilverfahren vor dessen Einleitung in Die Errichtung der Kontrollfielle für Freigabe von Leder" ist be jedem Einzelfalle gegeben wird." reits erfolgt und ein Geschäftsführer für diese schon bestellt. Die Kontrollstelle wird also ihre Tätigkeit schon in den nächsten Tagen aufnehmen können. Kriegsgewinne. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof In der Erörterung wurde unter allgemeiner Billigung rechts, parterre, am, Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend sämtlicher Mitglieder des Verwaltungsrats angeregt, in bon 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage Dringlichkeitsfällen die Uebernahme der Kosten für die Beist ein Buchstabe und eine Sahl als Mertzeichen beizufügen. Brieflime rufsberatung und Berufsumlernung nicht von der vorherigen Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen teine Albonnements quittung Entschließung der Reichsversicherungsanstalt abhängig zu Der Aufsichtsrat der Motorenfabrit Oberursel be- beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in ber Sprechstunde bor, Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die machen, sondern sie in solchen Fällen auch nachträglich zu ge- antragt 12 Prog. Dividende gegen 8/ Broz. i. V. Sprechstunde mit. nehmigen. Der Vorsitzende sagte die Befürwortung im Der Aufsichtsrat der Bergedorf Geesthachter Eisens Direktorium zu. Schließlich wurde noch gewünscht, daß bei bahn Att. Gei. fchägt auf die Vorzugsaktien 6 Proz.( i. V. der Berufsberatung die Versicherten auch auf die Landwirt- 5 Proz.) und auf die Stammattien B 6 Proz.( i. 2. 0 Proz.) Divischaft, insbesondere auf die Bewirtschaftung eines kleinen dende vor. Rentengutes, hingewiesen würden. led Aus aller Welt. Bauernschlauheit. 2. R. 113, 1. Wenn kein Testament vorliegt, erbt die Mutter und die Geschwister mit. 2. Es genügt ein eigenhändig geschriebenes Teftament. E. Sch. 3. Sie erhalten die Unterstügung nur solange, bis die inter bliebenenrente festgesetzt ist. C. K. 20. Bann Sie eingezogen werden, wissen wir nicht. Die Zahl bedeutet, daß Sie in zweiter Linie zur Eins Nach dem Geschäftsbericht der Att.- Gef. für Mineralöl- ziehung fommen. D. S. 29. 1. Der Antrag auf die Namensänderung industrie vorm. Fanto in Wien verteilt sie eine Dividende von muß nicht sofort erfolgen. 2. Das Vaterrecht an dem Kinde steht Ihnen ohne weiteres zu. 8 Proz.( i. V. 7 Broz.). 3. Die Ehe ist erst rechtsfräftig geschieden, wenn vier Der falsche Tipp an der Registrierkasse. Wochen nach Zustellung des Urteils keine Berufung beim Rammergericht Der Aufsichtsrat der Zellus Att. Gef, für Bergbau erfolgt ist. 4. Wenn der Anteil Ihrer Frau an dem Sparguthaben nur Wegen fünfzig Pfennig hat sich die siebzehnjährige Verkäuferin und Hüttenindustrie beantragt die Verteilung einer Dividende von 150 m. beträgt, fönnen Ihnen doch die anderen 650 Mt. nicht vorenthalten Elje S. um Stellung und guten Ruf gebracht, wie aus der Ber- 7 Proz.( i. 2. 6 Proz.). werden. Sie müssen eventuell Klage auf Herausgabe des Geldes erheben. handlung in der legten Sigung der 2. Kammer des Berliner KaufEmma 74. 1. Ja. 2. Militärpensionskasse, Königgräger Str. 122. mannsgerichts hervorging. Das junge Mädchen war mit einem 8. 400 Mart jährlich. Die Rente wird monatlich im voraus gezahlt. 7.2. 87. 1. Die Tochter fann den Mädchennamen nicht weiter führen. Monatsgehalt von 70 M. im Herrenartikelgeschäft von Paul T. an2. An die Bahndirektion desjenigen Bahnhofs, von dem die Abfahrt er gestellt und genoß das Vertrauen des Arbeitgebers derart, daß er folgt. R. 18. Es ist durch die Reichsregierung in Aussicht gestellt ihr Verkauf und Kaffe oft selbständig überließ. Folgender Rufall worden, daß auch den unehelichen Kindern, deren Bäter im selbe gefallen führte zur Entdeckung, daß das Vertrauen bei der Verkäuferin find, eine Hinterbliebenenrente gewährt werden soll. Durch Gesez ist das nicht am Blake war. Der Geschäftsinhaber besucht eines Sonntags noch nicht bestimmt, es steht aber zu erwarten, daß, wenn nicht cher, nach den ihm befreundeten Inhaber eines Eisenwarengeschäfts und hört dort, Ein bezeichnendes Vorkommnis trug sich in Plön in Holstein bem Striege eine solche Bestimmung Gesek wird. 8. 2. 29. 73 be: wie der Lehrling freudestrahlend einen neuen Hut herumzeigt. Auf seine zu. Dort erschien auf einer Bant ein Landbewohner, um Gold deutet: Erweiterung der Blutadern, 74: Ausgebreitete, zum Aufbruch Frage erfährt T., daß der Gegenstand des Lehrlingsstolzes aus seinem gegen Papiergeld einzuwechseln. Er wollte für je 100 Mart neigende Narben von Unterschenfelgeschwüren; landsturmpflichtig. V. F. 1. Wegen Krant Geschäfte stammt, und auch den Preis weiß der Jüngling zu nennen: Gold immer 800 Mart in Papier haben und be- G. 2. 20. Garnisonverwendungsfähig. E. F. 30. Herz„ Einen ganzen Taler. Und weil Frigens Hut auch schon schlecht gründete diefe Forderung mit einer Mitteilung, die ihm ein guter beiten der tieferen Gebilde eines Auges zurüdgestellt. frant; landsturmpflichtig. W. S. 55. Herzfehler; landsturmpfachtig. war, hat Vater gleich zwei gleiche Hüte gekauft und dafür zwei Nachbar gemacht hatte. Wahrscheinlich hatte jener Nachbar gelesen, S. 13. Wenn kein dringender Anlaß vorliegt, wird Ihrem Mann Taler bezahlt." Nach diesem Tatbestande hätte somit entweder zwei- daß für die Reichsbant 100 m. in Gold immer so gut wie 300 m. faum Urlaub gewährt werden; er müßte selbst darum nachsuchen. mal 3 M. oder 6 M. registriert sein müssen, in Wirklichkeit standen feien und er hatte selbst geglaubt, daß die Reichsbant auf Gold der F. t. 12. Ja. C. R. 100. Die Buchstabenbezeichnung fennen wir aber nur 5,50 M. auf dem Registerband. Wegen der offensichtlichen artig erpicht sei, daß sie immer den dreifachen Betrag in Papier nicht; wir vermuten aber, daß es Infanterie heißen fönnte. Die Zahl bcVeruntreuung sprach der beflagte Geschäftsinhaber die sofortige Ent- auszahle. Der Landbewohner war auch durch den Beamten der deutet: geringe Schwerhörigkeit auf einem Dhrc.-. D. 7777. 1. Nein. lassung aus; die Verkäuferin focht diese jedoch vermittels der Klage Bant nicht zu belehren. Er hatte 380 M. und verlangte dafür drei- 2 Die Unterstügung wird in folchem Falle vielfach abgelehnt. an, indem sie noch 40 M. Gehalt verlangte. mal 380 m., also 1140 M., fonft will id dat nich!" fagte er immer fönnten eventuell Beschwerde beim Militärbureau des Magistrats, Waisenstraße 25/27, einlegen. F. D. 47. Auch der Mietsbeihilfezuschlag muz In der Verhandlung legte sich die Klägerin aufs Leugnen. Sie wieder. Er raffte schließlich sein Gold zusammen und verschwand beantragt werden. Ueber Ihre zweite und dritte Frage erhalten Sie am will dem Stunden ein Fünfzigpfennigftüd auf den Hutrand gelegt durch die Mitteltür. Vielleicht hat er noch in anderen Banken sein besten Auskunft auf der Steuerkasse, wo Sie den Mietszuschlag beantragen. haben, und dieser habe es auch eingestedt. Der Zeuge, ein älterer Glüd versucht, doch dürfte er jedenfalls sehr enttäuscht zu seinem No. 49. Sie können durch eigenhändig geschriebenes Testament Ihre Sachen der betreffenden Person vermachen.*, X, Nein. Handwerker, der einen sehr glaubwürdigen Eindruck macht, befundetel lugen Nachbarn zurückgekehrt sein. 3. Sic Bezirks- Beilage des„ Vorwärts" für für Süden- Westen. Nr. 188. 32. Jahrg. Verlustlisten. Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über den Großhandel in den Zentral Markthallen.( Ohne Verbindlichkeit.) Freitag, 9. Juli 1915. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, Ochsenfleisch la 103-120, do. IIa 90--102, do. III a 82-90; Bullenfleisch Ia 100-110, 00-00, Fresser 85-90. Fresser, dänische, 00-00; Bullen, dänische, 00-00. Kalbfleisch, Doppellender 135-160; Mastfälber la 110-120, Infanterie usw.: Garde: 1., 2. und 4. Garde- Reg. 3. F.; do. IIa 100-110; Stalber ger. gen. 70-90, do. dän. 00-00, do. holl. 1. Garde- Res.- und Hammelfleisch: Mastlämmer 125-130; Hammel la 115-124, 2. Garde- Erf.- Reg.; Gren.- Regimenter Alexander, Elisabeth und Nr. 5; Garde- Füs.- Reg. Gren.-, bezw. do. Ila 105-114; Schafe 105-115; holl. 95-100; Schweinefleisch, Schweine, Inf., bez. Füs.- Regimenter Nr. 2, 5, 6, 9, 11, 12, 19( f. Inf.- Reg. fette 00-00, fonnige 130-155, dän. Sauen 00-00, dän. Sajweine 115-120, do. schwedische 115-120, do. holländische 115-120. Gemüse, Nr. 386), 20, 24, 31, 35, 36, 42, 44( s. Ers.nf.- Reg. v. Hed), 45 inländisches: Startoffeln, Nieren- 50 kg 9-12, weiße Staiserkronen 9-11, ( s. auch Ers.- Inf.- Reg. der 41. Inf.- Div.), 48, 49, 51, 53( f. Inf. Magdeburger, blaue 11-12. Sellerie Schock 2,40-3,20. Weißkohl Reg. Nr. 140), 54, 55, 56, 57( 1. auch Lichtsignal- Abt. des 7. Armee- Schock 23,00. Rotkohl, Schock 23,00. Porree, Schock 0,70-1,00; Spinat forps), 58( f. Inf.- Reg. Nr. 331), 60, 65, 69, 70, 72( 5. I. Pionier- 50 kg 10,00-15,00; eerrettich, Schod 4,00-10,00; Petersilienwurzel, Radieschen, Schockbund 1,50-1,75;( Surfen, Bat. Nr. 4), 75 bis einschl. 81, 84, 87, 89, 92, 93( f. I. Pionier- Schodbund 4,00-6,00; Bat. Nr. 4), 94 bis einschl. 99, 110, 117, 128, 130, 131, 138, 140, Sorgaster, 100 Stüd 0,00; Rhabarber, Hamburger, 100 Bund 0,00, dito hiesiger 100 Bund 2,00-4,50. Tomaten, Gorgaster, 50. kg 60,00 143, 147, 148, 150, 153, 154( 1. Inf.- Reg. Nr. 331), 155, 158, 159, bis 70,00. Zwiebeln, neue 50 kg 22-26. Salat, Schod 2,00-4,50. 162, 163, 164, 166, 168, 169, 171, 174, 176, 184, 189, 330, 331, 336. Rettiche, bayerische, 100 Stüd 8,00-12, Stohlrabi, Schock 1,00-1,50, Schoten, Ref.- Inf.- Regimenter Nr. 1, 2, 5, 7, 11, 12, 15, 16, 19, 21, 22, hiesige, 50 kg 20,00-25,00, Mohrrüben, Schockbund 2,50-3,50, Wirsingfohl, 24, 28, 29, 32, 35, 37( f. Ers.- Inf.- Reg. Leimbach- Berener), 48, Schod 8,00-10,00; grüne Bohnen, 50 kg 25,00-27,00; Buffbohnen 50 kg 57, 59, 61, 68, 69, 79, 81, 83, 88, 91, 92, 93, 94, 98, 118, 130, 4,00-7,00; Wachsbohnen 50 kg 40-50. Obst und Südfrüchte: 202, 209, 212, 215, 217, 218, 219, 223, 235, 236, 239, 252, 257, Stirschen, Werdersche 50 kg 10,00-20,00, do. schlesische 50 kg 4,00-11,00. 258, 263, 270, 272. Ers.- Inf.- Reg. der 41. Inf.- Div. sowie Regi- do. Werdersche Stnupper- 50 kg 25,00-35,00, do. saure 50 kg 25,00-26,00. Stachel menter Königsberg II und III, v. Hed, Keller, Leimbach- Zerener, do. Thüringer 50 kg 12-17. Aepfel, Amerikaner, Rifte 25-30. b. Werder( s. Ers.- Juf.- Reg. v. Hed). Landw.- Inf.- Regimenter beeren, reife 50 kg 15-22. Johannisbeeren 50 kg 15-20. Blaubeeren 50 kg 15-22. Erdbeeren 50 kg 25-50, do. Beeliger 00-00, do. holl. 50 kg 35 Nr. 4, 5, 7, 10( f. Landw.- Ers- Inf.- Reg. Nr. 9), 12, 19( 1. Inf. bis 50. Himbeeren 50 kg 50-55. Zitronen: Mejjina 300 Stück 29-32, do. Reg. Nr. 331), 20, 22, 24, 31, 32, 36, 39, 48, 51, 52, 72, 76, 81, 85 360 Stud 29-34, do. 150 Stüd 12-14, do. 50 kg 12-15, do. 160-200 ( f. Res.- Inf.- Reg. Nr. 79), 109, 116, 118 und v. Gundlach. Landw. Stifte 18-19. Ers.- Inf.- Regimenter Nr. 5 und 9. Feldbat. Reiser des Detachements Plantier. Brig.- Ers.- Bataillone Nr. 16, 25, 26, 31, 34, 36, 38, 41, 50. Landw.- Brig.- Ers.- Bat. Nr. 10( s. Landw.- Ers.- Inf.Reg. Nr. 5). Landst.- Inf.- Bataillone 3. Coblenz( f. Inf.- Reg. Nr. 336), Gla, Molsheim, III. Posen, 4. Trier( f. Inf.- Reg. Nr. 331). 7. Randst.- Inf.- Ers.- Bat. des 4. Armeekorps. JägerBataillone Nr. 1( s. Ers.- Inf.- Reg. Königsberg II) und Nr. 14; Ref.- Bataillone Nr. 5 und 15. Maschinengewehr- Abt. Nr. 7; Feld= Maschinengewehr- Züge Nr. 48( j. Brig.- Erf.- Bat. Nr. 36), 97 ( s. Landw.- Inf.- Reg. Nr. 118), 194( s. Inf.- Reg. Nr. 147); FestungsMaschinengewehr- Abteilungen Nr. 2 und Lüttich C. Die Verfust liste Nr. 270 der preußischen Armee bo. Ila 85-100; Stübe, jett 85-100, do. mager 78-85, do dänische enthält Verluste folgender Truppen: Kavallerie: Nachrichten- Abt. der 3. Kav.- Div. Garde- Kürass.; 2. Garde- Dragoner; 1. und 2. Garde- Ulanen( letztere s. Kav.- Reg. der 2. Garde- Inf.- Div.); Kürassiere Nr. 6; Dragoner Nr. 4, 8, 9; Ref.- Dragoner Nr. 1, 6; Husaren Nr. 3, 9, 11, 13; Ulanen Nr. 12; Reg. der 2. Garde- Inf.- Div.; 1. Landw.- Eskadron des Gardekorps; Ref.- Abteilungen Nr. 49 und 76. Feldartillerie: 4. Garde- Reg. und 3. Garde- Res.- Reg.; Regimenter Nr. 16, 21, 44, 45, 51, 58, 67, 70, 83, 99, 205, 229; Res.Regimenter Nr. 5, 15, 20, 50, 51; Landw.- Abt. des 1. Armeekorps. Fußartillerie: 1. und 2. Garde- Reg.; Regimenter Nr. 5, 6, 7, 14; Ref.- Bat. Nr. 36; Landw.- Bat. Nr. 3; Landst.- Bat. des 5. Armeekorps; Schwere Feld- Haubiz- Batterie Nr. 228. Pioniere: Regimenter Nr. 29, 30; Bataillone: I. Nr. 4, I. Nr. 6, I. Nr. 7, II. Nr. 11, I. Nr. 14, II. Nr. 16; Res.- Bat. Nr. 39; Ers.- Bat. Nr. 10; Komp. Nr. 187; Res.- Kompagnien Nr. 52, 77. Leichte Minenwerfer- Abt. Nr. 220; Mittlere MinenwerferAbt. Nr. 162; Schwere Minenwerfer- Abt. Nr. 48. Verkehrstruppen: Eisenbahn- Baukomp. Nr. 19. Armee- Telegraphen- Abt. Nr. 7. Lichtsignal- Abt. des 7. Armeekorps. Feld= fliegertruppe. Train: Train- Abt. Nr. 2; Train- Ers.- Abt. Nr. 14. MagazinFuhrparkkolonnen Nr. 1, 4 und 8 des Landwehrkorps sowie Nr. 52 der 8. Erf.- Div.; Landw.- Fuhrparkfolonnen Nr. 3 und 4. Landw.Feld- Bädereitolonne Nr. 1. Staffelstab Nr. 511 siehe MunitionsStaffelstab Nr. 511. Ers.- MunitionsKolonne Nr. 1 des Landwehrkorps; Munitionskolonne Nr. 5 der Landw.- Div. v. Menges. kolonnen. ** Munitionsfolonnen: Sanitäts- Formationen: Garde- Ref.- Sanitäts- Komp. Nr. 2; Sanitäts- Komp. Nr. 1 und 2 des 4., Nr. 1 des 7. und Nr. 2 des 16. Armeekorps; Rej.- Sanitäts- Komp. Nr. 19. Res.- Feldlazarett Nr. 109. Stranten- Transportabt. der 10. Etappen- Inspektion. Armierungs- Bataillone. Die bayerische Verlustliste Nr. 200 bringt einen Auszug aus der Sonderverlustliste des deutschen Heeres( Ünermittelte) Nr. 6, ferner Verluste des 1., 2., 3. Inf.- Reg.; Berichtigungen früherer Berlustlisten. Die sächsische Verlustliste Nr. 167 enthält Verluste der Inf.Regimenter Nr. 106, 177, 178, 183; Res.- Inf.- Regimenter Nr. 100, 101, 107; Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 100, 106, 133; Ers.- Inf.= Regimenter Nr. 23, 24, 32, 40; Ers.- Inf.- Reg. Nr. 9, Landw.- Brig.Erf.- Bat. Nr. 48; Landw.- Erf.- Reg. Nr. 5, Landw.- Brig.- Ers.- Bat. Nr. 47; Ers.- Bat.: Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 100, 133; Res.Jäger- Bat. Nr. 12; Feld- Maschinengewehr- 3üge Nr. 71, 73. Eingegangene Druckschriften. Bericht der Allgemeinen Ortskrankenkasse der Stadt Berlin 1914. 130 5. Selbstverlag. 8. Geschäftsbericht des Arbeitersekretariats und Gewerkschafts: kartells zu Königsberg in Pr. 1914. 42 S. Verlag des Gewerk schaftskartells. Der Deutsche Metallarbeiter Verband im Jahre 1914. Jahrund Handbuch, herausgegeben vom Vorstand des Verbandes. 254 Seiten mit 150 Seiten Anhang. Selbstverlag des Verbandes in Sluttgart. Aenderungen bei der Kriegsunterſtükung sind durch eine ganze Reihe von Erlassen und Verordnungen in der legten Zeit eingetreten. Der Kreis der unterstützungsberechtigten Personen ist zum Teil ganz erheblich. ausgedehnt worden. Bekanntmachungen und Berordnungen, die bisher unbekannt und unbeachtet gewesen sind, haben jetzt nicht unerhebliche Bedeutung erlangt, weil sie Rechtsansprüche enthalten, die für die Kriegerfamilien von erheblicher Bedeutung sind. Es sei nur auf die Gewährung von Löhnung an die Ehefrauen von Kriegsgefangenen, an die Erstattung bon Schulgeld durch die Truppenteile und auf die Erweiterung der Kriegsunterstützungen für Familien der Striegsteilnehmer hingewiesen. Da kommt denn ein fleiner Ratgeber, der Klarheit in diese Verhältnisse zu bringen imstande ist, gerade zur rechten Zeit. Der Berlag W. Pfannkuch u. Co. in Magdeburg hat soeben einen Nachtrag zu dem Führer Krieger Renten herausgegeben, der in flarer Weise das Erforder liche behandelt. Der Nachtrag wird unentgeltlich an die Käufer des Büch leins abgegeben. Der Preis für den Führer mit dem Nachtrag hat sich trotz dieser wertvollen Ergänzung nicht erhöht, er beträgt 40 Pf. Dem Schristchen ist die weiteste Berbreitung dringend zu wünschen. Kriegs Kochvorschriften. Herausgegeben vom Striegausschuß für " 2 Bol Isernährung. Sommer- Ausgabe 10 Pf. ernährung. Berlin, Kurfürstendamm 45. Kriegsausschuß für BoltsZehn Jahre deutscher Kulturentwicklung vor dem Kriege 1914/15. Bon E. Dombrowski. 50 Pf. Berlag: Unesma", Leipzig. Rußland auf dem Wege zur Revolution. Von Dr. Th. Schiemann. G. Reimer, Berlin W 10. 40 Pf. " Der Kunstfreund". Zeitschrift der Vereinigung der Kunstfreunde. Heft 9. 60 Pf. A. D. Troiksch, Berlin- Schöneberg. Mikrokosmos. Zeitschrift für angewandte Mikroskopie usw. 9. Jahrg. Heft 1-3. Jährlich 12 Hefte und 2 Buchbeilagen. 5,60 M. Frandh, Stuttgart. Die Welt des Jelam. Von F. Deligsch. 1 M. unstein u. Co. Berlin SW 68. Treue. Roman von Margarete Böhme.( Kronen- Bücher.) 1 M. Kronen- Verlag, Berlin SW 68. Prinz Nihilist. Roman von C. A. Bratter. 1,50 M.-R. Markiewicz, Berlin SW 68. Laichenicha iviel Vollständig mit Anleitung Leicht in der Tasche u. im Tornister zu tragen Preis 50 Pfennig Porto 10 Pfennig Buchhandlung Vorwärts 1198 Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 fisdo 10. Juli 1915. Die Versorgung der Kriegsteilnehmer ihrer Familien und ihrer Hinterbliebenen Preis 30 Pf., bei direkter Zusendung inkl. Porto 35 Pf. Dieses Büchlein ist unentbehrlich für jede Familie, was das Inhalts- Berzeichnis am besten lehrt. 1. Fürsorge für die Familien der Kriegsteilnehmer. Gesetzestert. Erläuterungen. 2. Die Versorgung der Mannschaften. Wer hat Anspruch auf Rente? Fristen. Dienstbeschädigung. Erwerbsunfähigkeit. Berech nung der Dienstzeit. Betrag der Rente. Verstümmelungszulage. Kriegszulage. Zivilversorgung. Bebingte Renten und Rentenzuschüsse. Alterszulage. Rente und Zulagen. Anspruch auf Rente. Wegen förperlicher Gebrechen Ent laffene. Feststellung der Renten. Rechtsweg. Zahlung der Versorgungsgebührnisse. Erlöschen des Anspruchs auf die Gebührnisse. Ruhen des Anspruchs auf die Gebührnisse. Anspruch der Sinterbliebenen. Ausschluß von der Pfändung und Besteuerung. Schadenersay. Rechtsweg. Personen der freiwilligen Krankenpflege im Kriege. Besondere Vorschriften für Angehörige der Marine und der Schußtruppe. 3. Kriegsversorgung. Wer hat Anspruch auf Kriegsversorgung? Kriegswitwengeld. Kriegswaisengeld. Kriegselterngeld. Witwenbeihilfen. An wen sind Anträge auf Kriegswitwen-, Waisen- und Elterngeld zu stellen? Gnadengebührnisse. Festsezung Der Sinter bliebenenbezüge. Zahlung der Hinterbliebenenbezüge. Erlöschen des Bezugsrechts. Nuben d. Bezugsrechts. Versorgung der Hinterbliebenen v. Verschollenen. Rechtsweg. Besondere Vorschriften f. die Angebörigen der Kaiserl. Marine. Besondere Vorschriften für die Kaiserl. Schußtruppen in den Schuhgebieten. 4.Invalidenversicherung von Kriegsteilnehnern und deren Hinterbliebenen. Invalidenrente. Witwenrente. Waisenrente. Witwengeld und Waisenaussteuer. Stellung von Anträgen. Anrechnung v. Beitragswochen. Heilverfahren.KnappschaftsBersicherung.Erstattungsansprüche aus der Angestelltenversicherung. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Liebesgabent anip98 sti911 Bor warts Cntruf Kaiser Brikett KAISER BRIKETT ist für Ofenheizung am besten und am billigsten! Allgemein., Verson. MR. Schellenberger, Café u. Condit. Noukölln, Bergstraße 25/26. Erscheint wöchentlich einmal dA contem Sinferate versprechen Erfolg im Vorwärts Saupferpedition Berlin SW68, Lindenstraße 3 Bezugsquellen- Verzeichnis Untenstehende Geschäfte :: Berlin- Süden empfehlen sich Bäcker- u. Konditoreien Fleisch- u. Wurstwaren Bäckerei Nordstern August Fenger Inh. Gust. Müller Filialen im Süden, Osten u. Umgebung. Neukölln Grünauer Str. 8 Fabrik fein. Wurst- u. Fleischw Gute Bedienung. Billig.Preise F. Klafki Wissmannstraße 46. Rich. Deckert, Wienerst.33. Lieseberg, Jahnstraße 19. H. Kunert Fleisch- Warstwar. Allerstr. 37 13 Str. 228 F. Radloff Anerkanntgut. Kuchenw. Heier. Matzker HerrmannF.Wendi Anerkannt gute Kuchenw. Paul Müller, Friesenstr. 22. Schillerpromenade29 :: bei Einkäufen Kaffee- Versand Gerold MAFFER Bei gemeinfamem Bezug Preisermäßigung: Berlin, Lutzowstr. 94 Verlang. Sie Preisliste Karlegarten 16Mehihdig. Kolonialwar. Joh. Pietsch, Gneisenaust.97 Hute und Herrenartikel G. Regber 16 Huthaus Norden R. Sahib Lessingstr. 18. Dresdenerstraße120. Brunnenstr. 52. Badstr.65. Chausseestraße 55. Kolonialwaren, Delikat. Britz, ff. Aufschnitt. Fahrräder, Nähmaschinen A. Schleinitz, Mariannenst.148 H. Scheller& Co., Berlinerstr. 88 Weine, Fruchtsäfte, Likör. Spez.: Fahrräd., Zubehörteile billigst XXXXX Selfon XXX E.& M. Leydicke A. 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In diesem Kriegsjahr will ich die durch Fortfall der Beilagen bedingte Unkosten- Ersparnis meiner werten Kundschaft zugute kommen lassen. In Verbindung hiermit ist es mir, trotz der allgemeinen Preissteigerung, durch vorzeitigen Einkauf grosser Posten zu äusserst billigen Preisen möglich, die aus früheren Jahren weit und breit bekannten Vorteile meines Serien- Verkaufs noch zu überbieten. Da meine Serientage seit vielen Jahren das unbedingte Vertrauen und die Wertschätzung meiner geehrten Kundschaft vollauf besitzen, bedarf es wohl nicht der Versicherung, dass in allen meinen Abteilungen Waren zu den besonders günstigen Serien- Preisen vorhanden sind. inohibitedlvett Tage 3 95 im Kaufhaus Wilhelm Joseph Berlin Wu. Schöneberg Hauptstrasse 163 Großgörschenstr.1 Eckhaus 4.95 Beginn der Serien- Tage Freitag, den 9. Juli cr. Besichtigen Sie meine Läger. Kaufzwang besteht nicht. T Zeitungs- Ausgabestellen und Inseraten- Annahme. Zentrum: Albert Hahnisch, Aderstr. 174, am Roppenplak. Geöffnet| Eichwalde, Schmöckwitz: Dstar Mable, Bismardstr. 4. von 11-12 und von 4-7 Uhr. Erkner, Neu- Zittau: A. Schimansti, Bilt oriaftr. 3. Fredersdorf- Petershagen, Eggersdorf: Uffenwasser, 2. Wahlkreis: S. unb SW.: Gustav Schmidt, Bärwaldstr. 42, an der Gneisenaustraße. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Uhr. Petershagen. bout 11--1'le und von 3-4 Uber 31, of rechts part. Geöffnet Lankwitz: 9. Berilee, Allenſtr. 5 in Gleglig. Geöffnet bon 4. Wahlkreis: Often: Robert Wenge Is, Markusstr. 36. Geöffnet bon 9-2 und von 4-7 Uhr. Starl Melle, Petersburgerplay 4 ( Laden). Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 4. Wahlkreis, Südosten: Vaul Böhm, Laufiperplas 14/15. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 5. Wahlkreis: Leo 8ut. Immanuelkirchstr. 12( of). Geöffnet bon 11-1, und von 4-7 Uhr. 6. Wahlkreis( Moabit): Salomon Joseph, Bilhelmshavener Straße 48. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Wedding: I. Hönisch, Müllerstr. 34a Ede Utrechter Str., Raden Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: A. Wolgast 92attstraße 9. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Gesundbrunnen: Fischer, Bastianstr. 6, Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Schönhauser Vorstadt: Star! Mars, Greifenhagener Str. 22. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Adlershof: Sarl Schwarzlose, Bismardstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt- Glienicke, Falkenberg: Wilhelm Dürre, Köpenider Str. 6. Baumschulenweg:. ornig, Marienthaler Str. 13, I. Bernau, Röntgental, Zepernick, Schönow, Schön brück und Buch: Heinrich Broje, Mühlenstr. 5, Laden. Bohnsdorf: Paul Gensch, Bohnsdorf, Genossenschaftshaus Paradies". Charlottenburg: Gustav Sharnberg, Sesenheimer Str. 1. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Friedrichshagen, Fichtenau, Rahnsdorf, Schöneiche, Kl.- Schönebeck: Ernst Berimann, Friedrichshagen, Kope. nider Straße 18. Grünau: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Johannisthal, Rudow: Mag onthur, Barfftr. 28 Karlshorst: Hermann Billing, Dönhoffftr. 28. Königs- Wusterhausen, Wildau, Niederlehme: Friedrich Baumann, Ludenwalder Straße 5. Köpenick: Emil Bigler, Stiegerstr. 6, Laden. morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Lichtenberg I, Friedrichsfelde, Hohenschönhausen: Otto Seitel, Bartenbergstraße 1( Laben). Geöffnet von 8-2 und bon 4-7 Uhr. A. Rosen Lichtenberg II, Rummelsburg, Stralau: franz, Alt- Boghagen 56. Geöffnet von 11-1%, und von 4-7 Uhr. Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdort: B. egberg, Stauls. dorf, Ferdinandstraße 17. Mariendorf: August 2eip. Chauffeeſtr. 29. Marienfelde: Emil Beinert, Berliner Str. 114 II. Neuenhagen, Hoppegarten: Gustav Bergmann, Königsallee Ede Gartenstraße. Neukölln: M. Heinrich, Nedarstr. 2, im Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr; Neukölln, Briz: Nohr, Siegfriedstraße 28/29. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Nieder- Schöneweide: Wilhelm Unruh, Brüdenstr. 10, II. 9 Nowawes: Sarl Krohnberg, Friedrichlirchplatz 27. Ober- Schöneweide: Alfred Bader, Wilhelminenhofstr. 17, Laden. Beöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Pankow, Niederschönhausen, Nordend, Frz.- Buchholz, Blankenburg: Rigmann, Mühlenstr. 30. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Reinickendorf Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: P. Gurih. Provinzstr. 56, Laden. Geöffnet v. 11-1, u. 4-7 Uhr Schenkendorf b. Rönigs Wusterhausen: Chr. Hantite, Dorfstr. 10 Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 69, im Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Spandau, Nonnendamm, Staaken, Seegefeld und Falkenhagen: Köppen, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 Uhr morgens bis 8 Uhr abends." Tegel, Borsigwalde, Wittenau, Waidmannslust, Hermsdorf, Hohen Neuendorf, Birkenwerder, Freie Scholle u. Reinickendorf- West: Baul Siena it, Borsigwalde, Näuschstraße 10. Geöffnet von 11-1%, u. von 4-7 Uhr. Teltow: U. Schulze, Lindenstr. 17. Tempelhof: Joh. Strohn, Boruffiaftr. 62. Treptow: Rob. Gramenz, Stiefholzstraße 412, Raden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weißensee, Heinersdorf: R. Fuhrmann, Sedanstr. 105, part. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilhelmsaue 27. Zeuthen, Miersdorf: Ernst Hüttig. 8euthen, Miersdorfer Str. 14. Zossen: Matuset, Marktjtr. 5. Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Beute werden geliefer Sonntags sind die Ausgabestellen gefchloffen. Berantwortlicher Regalteur: Alfrep Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u.Berlag: Borwärts Buchdruckerei u Berlagsanstalt Paul Singer& Co. Berlin SW