Ur. 190. f 5 Pfennig) C 5 Pfennig) BbonncmentS'Bcdlngungcn: HSonnementä• Preis pränumerando, Vierleljähri. S�o Ml. monatu l.10 Ml. wöchentlich 25 Psg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfo Sonntags« nummet mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Welt* 10 Pfa Post» Wonnement: l.IO Marl pro M o n at> Einaetragen in die Post< Zeitungs- Preisliste. linier Kreuzband mr Deutsckiland und Oesterreich- Ungarn 2.50 Marl, für das übrige llusland s Marl pro Monat. Poslabonnements nehmen anl Belgien, Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, kuotänien. Schweden und die Schweis »lcheiol täglich. 3Ä. Jahrg. Die Inlertions-Gebüftr beträgt für die sechSgespallene Aolonel- zeile oder deren Raum 60 Psg.. sür politische und gewerlschastliche Vereins- und Bersammlnungs-Anzeigen SO Psg. „klleine ZInrergen", das fettgedruckte Wort SO Psg. lzulässig 2 fettgedruckt» Worte), jedes writere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg.. jedes weitere Wort 5Psg. Worte über 15 Buch- staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis «i Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Delegramm. Adresse: „ZdrislckewoMi kerlii-, �entralorgan der Ibzialdemohratifchen Partei Deutfchlands. Neöaktion: EW. 68, binden straße Z. Fernsprecher: Amt Bioritiplatz. Nr. ISl 90— lSI»7. Montag, den 12. Juli 19 l 3. Expedition: SV. 6$, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplah. Nr. 151 90—151 97. K westlicher Kriegsschauplatz.\ NMW Des Stoßen gWkWllielS. Ein neutrales Urteil über öie Kriegslage. Bern, 10. Juli.(W. T. B.) Ueber den wahren Stand der Dinge im Q st e n sagt Stegemann im„B und": Es kön- nen letzten Endes weder Raumgewinn noch taktische Einzel- schlage, sondern bestimmte Nachrichten über die innere Ver- fassung des russischen Heeres und über seine Hilfsmittel Aus- kunst geben. Da diese nicht zu erlangen sind, muß die Ent- Wickelung der Operationen in Geduld abgewartet werden. Auf dem we st lichen Kriegsschauplatz sammeln sich n e u e W o l k e n. Die Franzosen geben ohne Zweifel die Hoffnung nicht auf, noch durchzubrechen. Joffre wird die Basis immer breiter wählen, die artilleristische Vorbereitung immer stärker dosieren und schließlich auch einmal auf einen größeren Einsatz englischer Kräfte rechnen können. Darauf gründen sich die französischen Hoffnungen. Die Technik der englisch-franzöfischen Durchbruchsversuche hat sich zweifellos sehr entwickelt. Die Organisation rst bis ins Kleinste aus- gearbeitet. Was fehlt, ist die Ueberlegenheit des Infanterie- angriffes gegenüber der infanteristischen Verteidigung. Diese zu erringen, wird sehr schwer sein, obwohl es die Franzosen sicherlich nicht an Opfermut fehlen lassen. Unmöglich werden alle Durchbruchsversuche in dem Augenblick, wo die Deutschen mit annähernd gleichen Kräften auftreten. Daß in diesem Sinne Verschiebungen deutscherseits stattfinden, ist kein Ge- heimnis. Der französische Tagesbericht. Paris, 10. Juli.(W.T.B.) Amtlicher Nachmit- tagsbericht. Im Gebiete nördlich von Ar ras wurden einige Angriffsversuche der Deutschen gegen unsere Stellun- gen an der Straße Angres— Souchez nachts zurückgeworfen. Im Labyrinthe Kampf mit Handgranaten ohne Veränderung auf der einen oder anderen Seite. In der Champagne auf der Front Perthes— Beaussjour zwischen der Höhe 196 und der Feldschanze wurde ein deutscher Angriff unter unser Infanterie- und Artilleriefeuer genommen und mit sehr empfindlichen Verlusten zurückgeworfen. In Lothringen griff der Feind mit einem Bataillon unsere Stellungen bei Leintrey an. Er wurde zurückgeworfen. Von der übrigen Front ist im Laufe der Nacht nichts zu melden außer Artil- leriekämpfen im Walde von Apremont, im Priester- walde und in Lafontenelle, wo der Feind keinen Gegenangriff machte, sondern sich darauf beschränkte, die von ihm verlorenen Stellungen zweimal zu beschießen. Die Zählung der im Kampf am 8. Juli gemachten Gefangenen ergibt einen Gesamtbetrag von 881, darunter 21 Offiziere. Unsere Flugzeuge beschossen gestern die Bahnhöfe von Arno- ville und Bayonville sowie die Militärbaracken von Norroy. (22 Geschosse und 1000 Pfeile.) Paris, 11. Juli.(W. T. B.) A m t l i ch e r K r i e g s- bericht von gestern abend: Die belgischen Truppen warfen vergangene Nacht einen feindlichen Angriff gegen den Stütz- Punkt auf dem rechten Aserufer gegenüber dem Fährmanns- hause zurück. Auf unserer Front scheint die Artillerieaktion gegen die feindlichen Schanzarbeiten vor Fricourt im Ge- biete von Albert gute Ergebnisse gezeitigt zu haben. Auf der Aisnefront einfaches Geschützfeuer. Ein Handstreich machte uns in der Champagne zu Herren eines deutschen Horchpostens, dessen Besatzung getötet oder zerstreut wurde. Im Maasgebiet Bombardement, welches vornehmlich auf Sampigny gerichtet war. Die Zählung des in Fontenelle erbeuteten Materials gestattete festzustellen, daß der Feind ein 37 Millimetergeschütz, vier Maschinengewehre, zwei Minenwerfer, eine sehr große Zahl Gewehre, Munition, einen Sauerstoffapparat gegen erstickende Gase, ein Granaten- und Patronenlager und verschiedene Modelle in unseren Händen ließ. Im Vogesengebiet keinerlei Tätigkeit des Feindes. westlicher Kriegsschauplatz. Die rujsische Generalstabsbericht. Petersburg, 11. Juli.(W. T. B.) Bericht des Großen General st abes. Bei dem Dorfe Jednorjetz fand am Abend des 8. Juli heftiges Artilleriefeuer statt. Zwischen P r a s z n y s z und der Weichsel wurden die Zu- sammenstöße häufiger. Auf dem linken Ufer der Weichsel haben die Deutschen in der Nacht auf den 9. Juli die letzten Gräben geräumt, die sie uns in der Nähe von Humin ab- genommen hatten. Sie deckten die Räumung durch wüten- des Feuer. In der Gegend von Lublin dauerten die Westlicher Kriegsschauplatz. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 11. Juli 1915.(W. T. B.) Nördlich von A p e r u wiederholten die Engländer gestern ihren Versuch vom 6. Juli, sich in Besitz unserer Stellung am Kanal zu setzen. Der Angriff scheiterte unter erheblichen Verlusten sür den Feind. Hart nördlich der Straße Souchez— Ablain versuchten die Franzosen abends einen Angriff, der auf einen Vorstoß von deutscher Seite traf. Der Kampf ist noch nicht abgeschlossen. Dem französischen Feuer fielen in den letzten Tagen 40 Einwohner von Li6vin zum Opfer, von denen 10 getötet wurden. Ein vereinzelter französischer Vorstoß auf Fri» court östlich von Albert wurde leicht abgewiesen. Der gestern nacht nordwestlich von Beaussjour— Ferme dem Feinde entrissene Graben ging am frühen Morgen wieder verloren, wurde heute nacht jedoch er» neut gestürmt und gegen fünf Angriffe behauptet. Zwischen A i l l Y und Apremont erfolglose fran- zösische Handgranatenangriffe. Im Priesterwalde Ibrach unter starken Verlusten für den Feind ein durch heftiges Artilleriefeuer vorbereiteter Angriff dicht vor unseren Stellungen zusammen. Ein Angriff auf die deutsche Stellung östlich und südlich von Sonderna ch(südwestlich von Münster) wurde zurückgeschlagen. Unsere Flieger griffen die Bahnanlagen von Gerard- wer an. Oestlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. I« den letzten Tagen fanden in der Gegend südlich von Krasnostaw örtliche Gefechte statt; sie verliefen für uns überall günstig. Sonst hat sich bei den deutschen Truppen nichts ereignet. Ober st e Heeresleitung. * Set östetrewilde SemMMlietW, Wien, 11. Juli.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lautbart, 11. Juli 1915, mittags: Die Lage ist auf allen Kriegsschauplätzen unverändert. Der Stellvertreter des Ctzefs des Generalstabc». v. H o e f e r, Feldmarschalleutnant. Kämpfe am 9. Juli cm. Südlich von Urschendow haben sich unsere Truppen dem Flusse Wijuitza genähert. Der Feind behauptet sich noch auf der Höhe 118 südlich Wilholaz Gorny und unternahm mit zahlreichen Reservetruppen heftige An- griffe auf das Dorf Bystritza. Wir wiesen alle Angriffe zurück und brachten hier den Kampf um 3 Uhr' nachmittags des 9. Juli zum Stehen durch einen heftigen Gegenangriff unserer Reserve, die den Feind zwang, sich in großer Eile und Unordnung zurückzuziehen. Zwischen Wieprz und Bug wiesen wir am Abend des 8. Juli und in der folgen- den Nacht feindliche Angriffe in der Gegend des Dorfes Grabowetz und südlich von Grobeschoff bei dem Dorfe Mie- niany leicht zurück. Am Bug aufwärts von Kamionka Ge- wehr- und Geschützfeuer. An der Zlota-Lipa ging der Feind bei dem Dorfe Korjoff in der Nacht zum 9. Juli zum Angriff über und gelangte in wiederholtem Ansturm bis an unsere Stacheldrahtverhaue, wurde aber jedesmal durch unser Feuer und unsere Gegenangriffe zurückgeschlagen. An den übrigen Fronten keine Veränderung. Der Seekrieg. vom Il-Dootskrieg. London, 11. Juli.(T. U.) Der englische Dampfer „E l l e s m a r e" wurde an der Küste von Cornwalls von einem deutschen Il-Boot in den Grund gebohrt. Ein Matrose wurde getötet, ein anderer verletzt. Der Rest der Besatzung konnte gerettet werden. weißer und gelber Kapitalismus. Das Mitglied der englischen Unabhängigen Arbeiter- Partei, Genosse Shaw-Desmond, der zurzeit eine Vor- tragstournee durch Norwegen unternimmt, hat in einem seiner Vorträge eine fesselnde Schilderung des Kampfes' zwi- schen dem alten europäischen Kapitalismus und dem schnell aufblühenden Kapitalismus Asiens gegeben, die das Problem des Kampfes zwischen Europa und Asien in interessanter Weise aufrollt und weltgeschichtliche Perspektiven eröffnet. Nach Shaw-Desmonds Ansicht ist der jetzige Weltkrieg keineswegs der letzte. Der Menschheit steht vielmehr bei dem Zufammenprall zwischen dem europäischen und asiatischen Kapitalismus eine Reihe neuer Konflikte bevor, die nach ihrem Umfang und ihren Opfern den jetzigen Krieg weit hinter sich zurücklassen werden. Diese Konflikte, beginnend auf dem Boden der Handels- konkurrenz und des Kampfes zwischen dem asiatischen und europäischen Kapital, werden auch den Kampf zwischen der „gelben" und„weißen" Kultur heraufbeschwören. Wenn die Europäer nicht durch Uebergang zur sozialistischen Ordnung ihre Stellungen befestigen werden, wird Asien zweifellos den Sieg davontragen. Schon jetzt ist es klar, daß China und Japan die Schwächung Europas im jetzigen Kriege zu ihren Gunsten ausnutzen werden. Die Zwistigkeiten zwischen den europäischen Staaten werden nicht sobald beigelegt werden: andererseits werden in jedem Lande heftige Kämpfe zwischen der Arbeit und dem Kapital einsetzen. Man kann von den asiatischen Kapitalisten nicht erwarten, daß sie die kritische Lage Europas ungenützt verstreichen lassen und nicht den Versuch machen werden, ihre Herrschaft wo nur möglich zu festigen. Der asiatische Kapitalismus greift schon jetzt nach den Südsee-Jnseln über, er befestigt sich in Indien, streckt seine Fänge nach der afrikanischen Küste aus, die Hauptstütze seiner Macht aber bleibt Asien selbst.„Asien sür die Asiatenl"— das ist die Parole des aufblühenden asiatischen Kapitalismus, der die ungeteilte Herrschast über 500 Millionen Chinesen,� 60 Millionen Japaner und die 300 Millionen zählende Bevölke- rung Indiens fordert. Im Kampfe zwischen dem europäischen und asiatischen Kapitalismus um die Herrschaft nicht bloß in Asien, sondern auch auf dem Weltmarkte, hat der asiatische Kapitalismus alle Aussichten, den Sieg davonzutragen. Die Akkumulation des Kapitals vollzieht sich in China und Japan mit schwin- delnder Schnelligkeit. Die Arbeitslöhne in Asien, besonders in China, sind unglaublich niedrig: der Durchschnittslohn eines Industriearbeiters beläuft sich ungefähr auf 40 Pf. pro Tag: Kinder werden mit 6 Pf. entlohnt. Auf einer großen Maschinenfabrik in Shanghai verdient ein qualifizierter Ar- beiter 80 Pf. pro Tag. Der Kapitalismus hat namentlich in den letzten Jahren in China außerordentliche Fortschritte ge- macht. Der chinesische Handel setzt sich in der Südsee, in Indien, in Singaporc fest. Wird der englische Kaufmann auf dem Weltmarkte durch den besser organisierten deutschen Kaufmann verdrängt, so wird dieser wiederum vom chine- fischen Kaufmann aus dem Felde geschlagen. Je schneller sich aber die kapitalistische Entwickelung der asiatischen Staaten vollzieht, desto unvermeidlicher ist ihr Uebergang zu einer aggressiven imperialistischen Politik, desto unvermeidlicher der Kampf zwischen Europa und Asien um Kolonien, um die Herrschaft auf dem Weltmarkt. Wenn China und Japan zeitweilig durch Konflikte voneinander getrennt werden, so ist der Bund dieser beiden Staaten weit natürlicher und historisch weit begründeter als das vorüber- gehende Bündnis zwischen Japan und Europa. Indem die europäischen Mächte Japan in einem kritischen Augenblick zu Hilfe riefen, haben sie seine Bedeutung im Konzern der Mächte anerkannt, und Japan wird diese Tatsache nicht ver- gessen. Von nun ab wird die Stimme Japans laut im diplo- matischen Chor erschallen und möglicherweise seinen Willen energisch diktieren. Japan hat schon jetzt große Vorteile aus dem europäischen Krieg gezogen. Es wird sich aber damit nicht zufrieden geben. Das Ziel seiner hartnäckigen Wünsche ist A u st r a l i e n. Auch nach den Steppen Sibiriens schielt Japan verlangend hinüber. Der Kampf zwischen dem weißen und dem gelben Kapi- talismus, der vorläufig die Form des„stiedlichen" Kampfes um die Handelsmärkte angenommen hat, wird unvermeidlich auch zu einem bewaffneten Zusammenstoß zwischen dem alten europäischen und dem jungen asiatischen Kapitalismus führen. Auch auf dem militärischen Schlachtfelde hat Asien alle Vor- teile auf seiner Seite. China allein wird nicht bloß eine Armee von 30 Millionen Mann aufbringen können, es wird sie auch ohne besondere Mühe ernähren können. Neben China steht aber nicht nur das„gelbe" Japan, sondern auch dos „braune" Indien. Bei dem ersten ernstlichen militärischen Konflikt zwischen dem weißen und dem gelben Kapstalismus wird Indien nicht müßiger Zuschauer bleiben. Indiens Sympathien gehören jedenfalls nicht Europa, das ihm bloß Gewalttaten und Ausbeutung, Zerstörung und Hunger ge- bracht hat. Es wird keine 50 Jahre dauern, bis die englische Herr- ichaft in Indien zusammenbrechen wird. Aber nicht bloß in Indien wächst das nationale und politische Selbstbewußt- sein. Es ergreist auch China und Japan. Asien befestigt sich wirtschaftlich und politisch, aber es trägt auch wie das kapita- listische Europa den Keim des weiteren geschichtlichen Fort- schritts, den Klassenkampf und die Arbeiterfrage, in seinem Innern. Schon jetzt machen sich neben dem auf- blühenden Kapitalismus die ersten Ansätze der s o z i a l i st i- schen Bewegung in Asien bemerkbar. In diesen Ansätzen liegt die Rettung Europas, die Ret- tung des Häufleins Menschen weißer Rasse, das sich ange- sichts der herannahenden furchtbaren Gefahr so sorglos gegen- seitig vernichtet. Will Europa nicht erdrückt und zertreten werden von dem jüngeren, stärkeren, lebensfähigeren Kapita- lismus der asiatischen Staaten, so bleibt ihm nur ein Aus- weg übrig— der U ebergang zum Sozialismus. Nur die sozialistische Ordnung kann Europa Vorzüge in dem ungleichen Kampf geben. Nur die Verwirklichung der inter- nationalen Idee durch das Proletariat kann den Kampf der nationalen Kapitalismen in ein anderes Bett lenken. Vor der Arbeiterinternationale erstehen deshalb zwei Aufgaben: die möglichst baldige Eroberung der sozialistischen Ordnung in Europa und eine umfassende internationale Tätigkeit auf dem Boden der gewerkschaftlichen und politischen Organisationen der Proletarier der ganzen Welt, ohne Unter- schied der Nationen und Rassen. Nur eine internationale Organisation, die die Proletarier aller Farben in der ganzen Welt vereinigt, kann die Macht der Arbeiterklasse in allen Ländern festigen, die Herrschaft des europäischen und asiati- schen Kapitals abschwächen und die..weiße" Kultur Europas vor dem Untergang retten. Angesichts der neuen geschicht- lichen Gefahr, die ungleich furchtbarer ist als die durch den jetzigen imperialistischen Krieg heraufbeschworene Gefahr, müssen die Sozialisten lernen, nicht bloß die nationalen, son- dern auch alle Rassenschranken zu überwinden. lichen Truppen, deren Stellungen sie eroberten, wobei sie etwa zwanzig Gefangene machten. Im Jsonzogtzbiet setzt der Feind zahlreiche Batterien mittleren Kalibers ein, aber unsere Artillerie bekämpft sie mit wachsender Wirksamkeit. In der Nacht zum 10. wurden neue heftige Angriffe gegen die von uns kürzlich eroberten Stellungen auf dem Hochplateau von Corsico sogleich zurückgewiesen. General C a d o r n a. von einem englischen hilfsöampfer versenkt. Kristiania, 10. Juli. M. T. 58.) s Meldung deS Ritzauschen Bureaus.) Durch die Untersuchung ist festgestellt worden, daß das in den Husoeschären versenkte Fahrzeug der deutsche Dampfer ..Friedrich Arp" war, der mit einer Erzladung am 7. Juli um 11� Uhr vormittags Narvik verließ. Der Dampfer wurde am 8. Juli, 2 Uhr morgens, von einem kleinen englischen Hilfskreuzer, einem armierten Fischdampfer, in Grund geschossen, nachdem die Besatzung an Bord des HslsSkre�ze.rS genommen wzr. Das Wetter war etwas nebelig.- � der italienische Krieg. Caöornas Tagesmelöung. Rom, 11. Juli.(W. T. B.) General st absbericht von Sonnabend. Ter Feind beharrt bei seinen Angriffen im Daonetal. Starke feindliche Jnfanterieabteilnngen ver- suchten, von Artillerie unterstützt, im Laufe des 9. Juli einen Ueberfall auf unsere Stellung von Malga Lena, der voll- kommen mißglückte. Tagegen gelang es im Terragnolotal lEtsch) einer unserer Jnfanterieabteilungen, die bis vor die Stellungen von Malga Sarta und Costa Bella, die dieses Tal beherrschen, vorgerückt war, sich dieser durch Ueber- raschung zu bemächtigen. Am oberen Cordevolle wurden während der Nacht zum 9. nacheinander zwei starke feindliche Angriffe gegen unsere Truppen, die die Spitze des Franza- tales besetzt hielten, gerichtet. Beide Angriffe scheiterten. An der oberen Boite überraschten unsere Alptni, nachdem sie kühn den Toffanoberg erstiegen hatten, die verschanzten feind- Eine Irieöenskunügebung üe? schwedischen Irauen. Stockholm, 11. Juli.(W. T. B.) Der Minister des Aeußern empfing gestern eine Abordnung schwedischer Frauen, welche die Anregung zu dem am 27. Juni in allen Teilen Schwedens abgehaltenen Friedensversammlungen gegeben hatten. An diesen insgesamt 313 Versammlungen hatten über 91 000 Frauen teilgenommen. Die Abordnung überreichte die in den Versammlungen gefaßten Resolutionen. Der Minister ver- sprach, sie der Regierung vorzulegen. tzervös Salkanschmerzen. Paris, 10. Juli.(W.T.B.) Hervs stellt in der„Guerre social e" mit Bedauern fest, baß die Unterhandlungen mit den Balkan st aaten nicht vorwärts kämen. ES wäre für die Diplomatie des Vierverbandes doch nicht so schwierig, ein Abkommen zu erzielen. Eine Intervention Bulgariens habe für den Vierverband große Bedeutung, mehr noch als eine Inter- vention Rumäniens und Griechenlands. Mehr als je sei jetzt Ze:t Geld. Die Verbündeten Frankreichs legten sich anscheinend nicht Recheitschaft darüber ab, wie groß die Ungeduld in Frankreich sei, Bulgariens Intervention zu erreichen. Rußland, England und Italien seien nicht vom Feinde besetzt, aber in Frankreich seien große Gebiete seit 11 Monaten in FeindeShand. Frankreich habe ein Recht, eilig zu sein. Frankreich brauche, um das Volk zu er- mutigen, gute Nachricht, damit es seine Leiden geduldig ertrage. Eine Intervention Bulgarien?, durch die die Einnahme Kon- stantinopels in greifbare Nähe gerückt werde, wäre für Frank- reich ein solches Evmutigungsmittel. Die Diplomatie des Vier- Verbandes müsse sich endlich bereit finden, eine klare Sprache auch mit Serbien zu reden, um die Eifersüchteleien der Balkanstaaten zum Schweigen zu bringen und eine Intervention Bulgariens herbeizuführen. Bei den Sozialisten ber Balkanstaaten— und deren Urteil sollte auch für einen Herv6 nicht ganz gleichgültig sein — wird der chauvinistische Uebereifer des Phantasie- und tem- peramentvollen französischen Kriegssozialisten wenig Gegen- liebe finden. Wir brachten erst in der gestrigen Nummer die Nachricht von einer Kundgebung in Bukarest und vor einiger Zeit ähnliche Meldungen aus Sofia, die die schärfsten Proteste der dortigen Sozialisten gegen eine kriegerische Inter- vention der Balkanstaaten enthielten. Eine Mahnung üer rujfischen Kriegstreiber. In zwei Aufrufen wendet sich die„N o w o j e W r e m j a" vom 2. Juli an Rußland: Mehr Vertrauen gegenüber der öffentlichen Meinung muß die Regierung haben. Leider hielt es der bisherige Minister des Innern für nötig, die russische Presse mit allerlei Verboten zu belegen, die weit über die bloße Wahrung des militärischen Geheimnisses hinausgingen. Die Zei- tungen mußten nicht nur über militärische, sondern auch über Fragen der inneren Politik schweigen, deren Erörterung ihnen in dem schweren jetzt über Rußland gekommenen Augenblick nötig er- schien. Wir nehmen das nächstliegende Beispiel. Zwei Tage nach dem Erscheinen unseres Artikels über die Notwendigkeit, die Duma einzuberufen, wurden auf Befehl des Ministers alle Artikel über dieses Thema aus allen Zeitungen ausgemerzt. Erst die Ab- dankung des Ministers verschaffte der Presse die Möglichkeit, diese Lebensfrage zu erörtern. Der Aufruf des Zaren an das Land und die Duma wird wie ein Aufruf zum Kreuzzug wirken. Der unserem Feinde in Galizien zugefallene Erfolg beflügelt seine Schritte und gibt ihm die Hoffnung, weiter in da? Gebiet, das jetzt noch unsere Armee besetzt hält, einzudringen. Unsere Armee wird beim Rückzug auf die ihr vorgeschriebenen Stellungen zeitweise einen Teil des vaterländischen Bodens räumen müssen, dem Feinde die Erzeugnisse friedlicher Arbeit und die aufgc- speicherten Reichtümer überlassend. Wir kennen jetzt die Deut- schen: wissen, mit welch beispiellosem Zynismus sie Ehre, Würde und Rechte der friedlichen Bevölkerung mit Füßen treten. Nach allem Erleben auf menschliches Benehmen gegenüber den fried- lichen Einwohnern von feiten der blindwütenden Teutonen zu rechnen, ist ausgeschlossen. Möge jeder russische Bürger von einem Gedanken durchdrungen sein, dem Bewußtsein der Pflicht gegenüber dem Vaterlande, und möge jeder russische Untertan seine Kräfte anspannen zur Vernichtung des Gegners. Die friedliche Bevölkerung kann die heimischen Fluren nicht mit der Waffe in der Hand schützen. Wir können den mo- dernen Vandalen aber auch ohne Waffen mehr schaden. Die Heerführer Wilhelms, die sich zum Einruch in die frucht- baren Gouvernements Rußlands rüsten, gedenken ungeheure Vor- räte, Nahrungsmittel, Futtermittel und Rohstoffe für Artillerie- Material, an denen sie schon Mangel leiden, einzuheimsen. Hier ist die Achillesferse unseres Feindes, hierhin müssen wir russi- schen Bürger unsere Schläge richten. Wir haben eS in der Hand, die Absichten des Gegners zu durchkreuzen: jeder russisch- Bürger, der aus den von dem feind- lichen Einfall bedrohten Gebteten ins Innere Rußlands über- siedelt, erfüllt eine Ehrenpflicht gegen das Vaterland, wenn er alles das vernichtet, woran er in der Erwartung langer Fricdensjahre gearbeitet hat. Wir dürfen nichts für die Deutschen zurücklassen, was ihren Truppen nützen könnte. Unsere Nachhuten müssen, den Abzug der Hauptkräfte deckend, nur die nackte, des wogenden Meeres der grünen Fluren beraubte Erde zurücklassen. Privatinteressen darf man jetzt nicht schonen,; später wird alles hundertfach ersetzt werden. Jetzt darf uns nur das Bewußtsein von der Notwendig- keit beherrschen, den verachteten Feind zu zerdrücken, der jedes Recht auf Achtung und Vertrauen verloren hat. Drohenüer Konflikt im englischen Bergbau. London, 11. Juli.(W.T.B.)„Daily Chronicle" be- richtet: Die Lage im Kohlenrevier von Süd- Wales wird als ä u ß e r st k r i t i s ch angesehen. Die neuen Bedingungen, die der Minister Runciman vorschlug, enthalten wenig von den ursprünglichen Forderungen der Bergleute. Ueberdies hat Lloyd George dem Bergarbeiterverband mit- geteilt, daß, wenn ein ernster Konflikt entstände, die Berg- leute durch königliche Verordnung unter die Munitionsblll gestellt werden würden, welche Streiks verbietet und den Streikern schwere Strafen androht. Die Gewerkschaften von Ehester erklärten in einer Re- solution, daß sie die allgemeine Wehrpflicht auf das schärfste bekämpfen würden. Ein englisch-portugieflscher yanüelsvertrag. London, 11. Juli.(W. T. B.) Die„Times" meldet aus Lissabon: Das Parlament ratifizierte nach längerer Debatte einen Handelsvertrag mit Eng- la n d.__ politische Uebersicht. Tod des Präsidenten des preußischen Herrenhauses. Am Sonntag nachmittag ist der ehemalige Minister des Königlichen Hauses, der Präsident des Herrenhauses, von Wedel-Piesdorf, im Alter von 78 Jahren in seiner Dienstwohnung in der Leipziger Straße einem Schlaganfall erlegen. Wilhelm von Wedel-Piesdorf war zu Frankfurt a. O. geboren, wo sein Vater, der Russische Wirkliche Gc- Heime Oberfinanzrat, lebte. Von 1881 bis 1886 war der Ver- storbene Präsident des Deutschen Reichstages, dem er dann noch bis zum Jahre 1890 angchörte. 1912 wurde Wedel Präsident des Herrenhauses. Der„Labour Leader" zum Aufruf des Parteivorstandes. Der„L a b o u r Leader" druckt den Artikel von Bern- stein, Haase und Kautsky vollständig und aus dem Manifest von See Westfront. Eindrücke und Erlebnisse. Begräbnis. Einen Tag just war er wieder in'der Front. Von seiner Ver- wundung genesen, hatten sie ihn zum zweitenmal hinausgesch, ckt. Weib und Kinder hatten an seinem Halse geweint wie damals... Und er kam mit trüberen Gedanken und Ahnungen denn das erste Mal. � �„ Sie sollten ihn nicht trügen. In der ersten Nacht, in der er mit den neuen Kameraden auszog, um in der Front die Stellung auszubauen, ereilte ihn das Geschick. Eine leise, tückisch Heruber- ilatterndc Mine zerriß seinen Leib; aus vielen Wunden quoll sein Blut: er tat keinen Atemzug mehr._ Seine Kameraden packten ihn in eine Zeltbahn, so gut es gehen wollte. Was er an Wertsachen bei sich hatte, Papiere und Erkennungsmarke nahm der Gruppenführer an sich. Dann hoben sie ihn auf, um ihn aus dem Graben hinauszuschaffen, nach hinten zu, auf das Waldplateau des zerschossenen Schlosses, wo schon so mancher Kamerad seine letzte Ruhestatt gefunden. Es war aber kein leichtes Stück, der Körper schwer, durch die Zeltbahn das Blut sickernd, der Graben lang, glitschig und uneben— und so eng, daß der tote Körper kaum um die Ecken zu transportieren war. Die ihn schtvitzend trugen, trieften bald von rotem Blut wie der Tote selbst. Aber sie ließen sich diesen letzten Liebesdienst nicht ver- drießen. Als sie oben am Schloß anlangten, hatten andere schon ein Grab zu schaufeln begonnen. Es tief in die Erde zu treiben, er- laubten weder Zeit noch Bodenbeschaffenheit. „Legen wir ihn nun hinein!" sagte der Leutnant. Mit der Zeltbahn betteten sie ihn in das schmale Loch. Dann stand ein jeder, die Mütze in der Hand, für Minuten still daneben. Der mochte beten; jener des Toten gedenken und sich auch wohl frage»: Wann werde nun ich an die Reihe kommen? Ach— exoriare aliquis nostris ex ossibus ultor! Möchte der Rächer entstehen, der all dies sühnt.... t Der Tonner der Geschütze, das Zischen und Platzen der Gra- naten sang den Grabgesang. Leuchtraketen zündeten hoch ringsum ihre gelben und weißen und dort auch roten und grünen Lichter an. Und deutlich sah man die blutigen Flecke auf der braunen Zelt- � Dann nahm jeder der Kameraden ein paar Handvoll Erde und warf sie auf den Toten. Die Spaten griffen wieder in die aufge- worfenen Hügel und halfen nach. Wenige Minuten nur, und die schmale Grube war gefüllt;«in niedriger Aufwurf noch...._ „Ein kleines Kreuz bringen wir ihm das nächste Mal mit." „Das tut! Und nun los! Alles fertig?— An die Ge- wehre!"-- Bald ist alles um den Platz der Gräber wieder leer und tot. Aber die Geschütze donnern weiter; und die leuchtenden Raketen durchsuchen die Nacht.... DasZechendorf. Wer das rheinisch-westfältsche Industriegebiet kennt, den werden sie heimatlich, wenn auch nicht heimisch, anmuten,— diese langen Zeilen trostlos schmuckloser, schmutzigroter, niedriger Koloniehäuser, zwischen denen, schwarz vom Kohlenstaub, sich un- gepflastert und ungepflegt, die Straße hinzieht. Alles trüb, Hätz- lich, ohne Eigenart,— alle? Industrie. Selbst die Schule groß, denn die hier wohnen, zeugen wohl gleich der Jndustriebevölkerung Westfalens Kinder in starker Zahl,— aber doch auch nichts als ein abstogeud-roher, viereckiger Ziegelkasten mit Kasernenfensterreihen, deren Scheiben so unendlich langweilig, tot auf den leeren, schmutzt- gen Platz mit den dürftigen Turngeräten sehen. Die Hauptstraße, kaum lebhafter, abwechselungsreicher in ihren Reihenhäusern� als die Quergassen, ist übersetzt mit kleinen Kneipen, oft Kramläden zugleich, düster und unfteundlich, eng und ohne Reize wie alles hier. Bahngleise überqueren sie... Nur einmal ein freundlicherer Blick; eine Straße, links abbiegend, mit weißgetünchten Häuschen, die Erker und Veranden haben, und davor Mumengärtchen; Beamten- Wohnungen wohl. Aber um so dunkler, häßlicher erhebt sich da- hinter das rotbraune Gemäuer der Zeche, hoch überragt von der schtvarzen Kohlenhalde, dem Getürm mit Förderungsrad, den dunklen Schornsteinen.., Das Werk steht still. Der Krieg hat es, wie die häßlichen Anlagen ringsum, nicht umnittelbar in Mitleidenschaft gezogen; keine Granaten platzten hier, kein Brand wandelte das Bestehende in Ruinen. Es ist wie Ironie: der Krieg, der gar nicht weit hiervon soviele Schön- heit, soviel Kunst und Anmut versengte und zertrümmerte, ging gleichsam um diese Ausgeburt der Häßlichkeit vorsichtig herum; und nur von ferne schüttelt und rumpelt seit Wochen Tag und Nacht das Gedröhn der schweren Geschütze herüber. Mittelbar freilich hat auch diesem schwarzroten Nest der Krieg übel genug mitgespielt. Von den männlichen Einwohnern find nur noch die ganz Jungen und die ganz Alten— und ein paar Dutzend Krüppel zurückgeblieben; was zu den„besseren Leuten" gehörte, ist ganz verschwunden. Die aber zurückblieben, mutzten sich noch mehr, viel mehr zusammendrängen, denn schon vordem. In engen, dumpfen Stuben hausen oft mehrere Familien(oder was davon znrückblieb) zugleich; was vielleicht an Fensterschmuck und Behaglichkeit ehedem die trüben Räume noch verschönte, ist bis auf geringe Reste dahin. Die Läden sind zum Teil verlassen, ausgeräumt, geschlossen; zum anderen freilich haben sie sich„assimiliert", d. h. gleich den Kneipen den 58edürfnissen der neuen Bewohnerschaft so vieler jener schmutzigen Häuschen angepaßt,— der deutschen Soldateska. Alles ist voll davon. In den Stuben liegt das Stroh, das ihnen als Lager dient. An den Türen hängen Schilder, aus denen die „Belegschaft" des Hauses angegeben ist; oft freilich muß auch eine Kreideaufschrift genügen. Nicht wenige der Räum«, in denen viel- leicht vor Monaten noch glückliche Mütter mit ihren Kindern spielten, haben sich auch ihre Verwandlung in stinkige Ställe ge- fallen lassen niüssen. Durch die erblindeten, hier und dort auch ausgeschlagenen Fensterscheiben sieht man hohe fette Pferde- schenket. Ueber der Schule weht aus weißem Grunde das rote Kreuz... Aus der Hauptstraße entlang poltern unausgesetzt Wagen, rattern Automobile, klappern Reiter hindurch. Artillerie passiert; Munitionskolonnen bringen die von der Bahn geholten schweren Geschosse, lange Wagenzüge, jedes Gefährt bespannt von sechs schweren belgischen Gäulen, Reiter darauf. Dann kommen die Kolonnen am frühen Morgen, entftachtet, zurück; dann wieder werden die Gespanne zur Tränke geritten... Offiziere auf flinken Reitpferden traben hin und her; gelegentlich reitet auch ein Zug Kavallerie vorbei. Mit unheimlicher Regelmäßigkeit surren die grauen großen Autos, oft noch kleinere„Anhänger" hinter sich, vorüber, aus deren grauem Grund so vielsagend der weiße Fleck mit dem blutroten Kreuz leuchtet; teils entladen sie ihre zer- schossene Last vor der Schule; teils rollen sie weiter, dem iSahnhof zu. Auch andere Autos, leichte, schwere, in reicher Fülle; es rattert und tutet von früh bis spät. Rechts und links aber flaniert es auf und ab von Fußgängern, Soldaten, die hier zwischen harten Strapazen im Schützengraben kurze Tage der Ruhe genießen. Sie bestaunen die dürftigen Aus- lagen der kloinen Kramläden, als wenn es die Pruntfenster großer Warenhäuser wären; sie lachen bei dünnem Bier und kleinen Schnapsgläschen voll harmlosen Landweins— Kognak und andere Spirituosen zu verschenken ist den Besitzern all dieser„Estaminets" streng untersagt— in den ungemütlich-häßlichen Kneipen; sie amüsieren sich mit den Rudeln schmutziger, schlecht angezogener Kinder, die sich um sie drängen und mit Gebärden, auf Deutsch und auf Französisch, um Bonbons, Schokolade und Zigaretten betteln; sie geben ihnen hin und wieder von dem Verlangten. werfen auch wohl Pfennige in die Haufen, freuen sich, wenn sich dann die kleinen Schmierfinken raufen und im Schmutz wälzen, wenn so ein Hosenmatz von fünf, sechs Jahren endlich Sieger im heftigen Kampfe geworden, sich„seine Zigarette" zu Gemüte führt; und mittags sieht man auch wohl, wie sie so einen kleinen Burschen oder ein schwarzhaariges Mädel mit ins Quartier nehmen und mit den Resten ihrer Rois- und Erbsensuppen füttern. Dort, wo die weißen Beamtenhäuser stehen, in denen jetzt die Offiziere wohnen, spielt täglich zu gewissen Stunden eine Kapelle; das bietet willkommene Abwechselung. y Schön ist dieses Zechennest wahrhaftig nicht. Aber doch— wie wohl tut es denen, die hier rasten dürfen! Neidische Blicke treffen diejenigen, die— als Bäcker, Schlächter, Wachen und Schreiber— den Vorzug haben, hier dauernd, oder doch wenigstens wachen- und monatelang, zu bleiben. Wer das auch so könnte! Aber s o... ein paar Tage immer nur, dann heißt es wieder die Tornister packen, die Flinte umhängen— und ab geht es, der Front mit ihrem fernen Gedonner näher. Andere Kompagnien und Bataillone treten an die Stelle der abgerückten. Das bunte Bild dieses Kriegslebens in dem schmutzigen Zechendorf aber ändert sich nicht.-> Feldbäckerei. Mehr denn hundert„Angestellte" und täglich an 12 000 Brote — zweifellos ein ansehnlicher Großbetrieb! Aber ein Großbetrieb des Parteivorstandes denjenigen Teil ab, der bis zum 1. Juli zugänglich geworden war. Er begrüßt beide Verlautbarungen mit der größten Freude und fährt fort: „Die deutschen Sozialisten erwarten von den Sozialisten der anderen kriegführenden Länder, daß sie eine ähnliche Aktion unternehmen, und wir hoffen, sie warten nicht ver- gebens. Wir erwarten zuversichtlich, daß die österreichischen und russischen Sozialisten den Vorschlag unserer deutschen Genossen unterstützen, und wenn in Frankreich die Partei es wahrscheinlich ablehnen wird, offiziell zu antworten, so sind doch zahlreiche Anzeichen vorhanden, daß die Massen darauf warten, ihre Hände brüderlich über die Grenze zu strecken. Vielleicht ist die Hoffnung zu kühn, daß die britische Abtei- Inng der Internationale mutig der Führung der deutschen Sozialisten folgen wird, denn sie repräsentiert nicht nur die Unabhängige Arbeiterpartei und die Britische Sozialistische Partei, sondern auch die Gesellschaft der Fabier und die mit der Arbeiterpartei verknüpften gewerkschaftlichen Organisa- tionen. Wenn aber die britische Abteilung keine Aktion unter- nehmen wird, so sind wir überzeugt, daß wenig st ens die Unabhängige Arbeiterpartei eine Er- klärung erlassen und eine Kampagne auf einer ähnlichen Grundlage wie das deutsche sozia- listische Manifest beginnen wird." Tie italienische und die deutsche Sozialdemokratie. Wie wir der„Fr eisinnigen Zt g." entnehmen, beschäf- tigt sich die italienische sozialdemokratische Partei nach einer Meldung des„Avanti" mit den Vorkommnissen in der deutschen sozialdemokratischen Partei und stimmte einer Tagesordnung zu, welche die Haltung der deutschen Sozialdemokraten am Beginn des Krieges beklagt, die von der Minderheit innerhalb der Partei neuerdings eingeleitete Bewegung beglückwünscht und die Leitung der italienischen sozialdemokratischen Partei auffordert, für die Friedensbewegung der Sozialdemokraten aller Länder zu wirken. Neue Angriffe auf unsere Partei. Die bürgerliche Presse beschäftigt sich fortgesetzt mit den Aus- einandersetzungen innerhalb unserer Partei. Sie begnügt sich da- bei nur selten mit bloßer Registrierung der Tatsachen, sondern nimmt mehr oder weniger offen für eine bestimmte Richtung— für welche, braucht nicht erst gesagt zu werden— Partei. Der „Burgfriede" gilt schon lange nicht mehr für die gesamte sozial- demokratische Partei. Von neuerlichen Aeußerungcn verzeichnen wir heute einen Artikel des nationalliberalen Abgeordneten Fuhrmann im „Tag". Er schreibt dort u. a.: „Selbst die Vielmalweisen und die Allesbesserwijscnden verstummen vor dem Einklang des großen deutschen Schicksalsliedes. Das deutsche Volk stand auf wie ein Mann. Wie ein Mann? Darf man das heute noch sagen, wo in ahnungsloser Unkenntnis der notwendigen Grundlagen des zu- künftigen größeren Deutschlands, wo in Verkennung aller Völker- Psychologie und im Rückfall in die alte sentimentale Weh leidigkeit des Internationalismus die Sozial- demokratie«inen baldigen Frieden fordert? Die vor aller Welt zutage liegende Uneinigkeit der Sozial- demokratie hinsichtlich der nationalen Notwendigkeiten des jetzigen Krieges blieb so lange für das deutsche Volk erträglich, als nur eine kleine und bedeutungslose Minderheit für eine Verneinung dieser nationalen Notwendigkeiten einzutreten wagte. Schwerer inL Gewicht fiel schon die Tatsache, daß mit fast einem Drittel der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion der Partei- und FraktionS- Vorsitzende Abgeordneter Haas« die Bewilligung der zweiten Kriegsanleihe verweigerte und in zahlreichen Reden im Lande gegen die zustimmende Haltung der Fraktionsmehrheit Stellung nahm. Seine Unterschrift gab dem von Kautsky und Bernstein gemeinsam mit ihm erlassenen Aufruf„Das Gebot der Stunde" mit seiner Forderung nach einer parlamentarischen und außerparlamentarischen sozialdemokratischen Friedensaktion die be- sondere Bedeutung. In gleicher Richtung lief das von mehreren hundert Parteifunktionären der Sozialdemokratie, Reichstags- und Landtagsabgeordneten, Redakteuren, Partei- und Gewerkschafts- eigener Art. Die in der modernen Großbäckerei gebräuchlichen Maschinen fehlen hier noch gänzlich; und was an maschinellen Ein- richtungen da ist, d. h. eigentlich nur die Oefen,— das ruht auf Rädern und sieht recht anders au?, als man sich dergleichen ge- meinhin vorstellt. Ein Häuserblock wurde zur Einrichtung der Feldbäckerei mit Beschlag belegt. Nun häufen sich in den kleinen, ausgeräumten Stuben an den Wänden die Mehlsäcke; dazwischen sind große hölzerne Tröge aufgestellt, in denen der Teig bereitet wird, und inmitten der Stuben ziehen sich die eisernen Gestelle hin, auf denen die langen schmalen Bretter zum Aufbauen der fertig- geformten Brote ruhen. Emsige Tätigkeit herrscht in allen Räumen. Weiße Gestalten, beiß von der Arbeit, mit aufgekrempelten Aermeln, schleppen Eimer mit Wasser, hantieren an den Säcken, mischen Mehl und Wasser, salz und Sauerteig und kneten den zähen Brei in den großen Bottichen zwanzig, dreißig Minuten lang, bis er die rechte Mischung und Steife erlangt hat. Dann werden mit schneller, geschickter Hand etwa dreipfundige Brocken abgehoben, auf einer Wage nach- geprüft, durch ein paar Händedrücke in die rechte Form gebracht, gestempelt, mit Wasser überstrichen und auf die Bretter geschichtet, die für den Transport zum Backofen bereit stehen. Durch die Fenster werden sie den Trägern zugelangt. Auf den Höhen ringsum stehen die fahrbaren Backöfen. Kesselwagen, jeder mit hohem Schornstein. Im Bauch der Kessel leuchtet es unten durch eine Oeffnung von glühenden Kohlen rot hervor. Nun kommen die frischgegorenen, duftigen Laiber. Je zehn bei zehn werden sie auf einen Schieber gepackt und in acht Reihen hinterein- ander in den Wagenkessel geschoben. Kreide vermerkt auf schwarzer Tafel die Zeit. Und nun mögen sie backen und sich bräunen etwa eine Stunde lang; der Herr des Wagens paßt auf sie, regelt das Feuer und prüft beizeiten, ob seine Ware gar ist. Kaum hat sie den Ofen verlassen, bringen die Träger schon wieder neuen Vorrat.... Drüben auf der Wiese sind Zelte aufgeschlagen; ein Dutzend wohl, alle breit und tief, wenn auch nicht hoch, mit Laub zum Schutz gegen Fliegen überdeckt. Da schichten sich nun zu Hunderten, zu Tausenden die fertig gebackenen Brote, und es duftet rundum so warm und angenehm.... Wagen kommen und fahren; diese bringen Mehl, Salz, Holz, Fässer mit Wasser; jene holen die fertigen Brote ab, um sie den einzelnen Truppenkörpern zuzuführen.... Der Betrieb kennt keine Pause. Tag und Nacht kneten die Fleißigen ihre graubraun« Masse, glüht in den Oefen das Feuer. Von zwölf Stunden zu zwölf stunden wechselt die Schicht. Wer dran ist, kann wenig pausieren. Militärischer Zug beherrscht das Ganze. Und die Anforderungen sind auch hoch genug. Zu so einer kriegsstarken Division gehören eine ganze Menge Magen, gesunde, hungrige Magen, die ihr Recht verlangen. - Aber sie werden alle befriedigt. Dafür schuften sie hier Tag und Nacht und kennen keinen Feiertag. Hinter der Front, gewiß, und ohne die Gefahren, die so viele andere umdrohen. Aber auch sie wissen in ihrer Art, was der Krieg bedeutet..., L. hl. beamten, unterzeichnete Flugblatt, das die Sozialdemokratie zum Aufsagen des Burgfriedens und zur sofortigen Wiederaufnahme des Klassenkampfes aufforderte. So bedauerlich dies alles hinsichtlich seiner die vaterländischen Interessen aufs schwerste schädigenden Wirkung auf das feindliche und neutrale Ausland war, so erfreulich war die Ablehnung, die diese an Landesverrat st reifenden Treibereien bei den leitenden Parteiinstanzen und Organisationen der Sozial- demokratie selbst erfuhren. Um so überraschender und bcfrem- dender hat die jüngste einstimmig gefaßte Erklärung des sozialdemokratischen Partcivor st andes gewirkt, die, gestützt auf die heutige günstige Kriegslage und in scharfer Wen- dung gegen unsere großen WirtschaftSverbändc und führende bürgerliche Politiker, die Aufnahme von Friedensverhandlungen durch die deutsche Regierung fordert.... Das bedauerliche Be- streben der Sozialdemokratie, der wachsenden inneren Partei- schwierigkeiten durch eine Taktik Herr zu werden, die in ihrer Wir- kung zu einer schweren Schädigung vaterländischer Interessen führen muß, darf uns nichts von der Gewißheit rauben, daß ge- rade unsere handarbeitenden Volksgenossen in und hinter der Front es begriffen haben, daß ihre und des Vaterlandes Sache ein Durchhalten bis zu dem vollen endgültigen Siege verlangt. Das ist ja mit das bedeutsamste in der jetzigen großen Zeit ge- wesen, daß sie mit der Wiederaufdeckung der gemeinsamen vater- ländischen Interessen aller Volksschichten den tönernen Unterbau eines versöhnungslosen Klassen- k a m p f e s erkennen ließ. Auch unsere Feinde werden dieser Tat- fache bald gewiß werden. Wenn ihre Hoffnungen auf papierne Parteivorstandsbeschlüsse sich gründeten, so werden sie an dem cnt- schlossenen Siegeswillen unserer deutschen Arbeitersoldaten bald ihre Hinfälligkeit erkennen. Unrichtig aber ist es, den Beschlutz des sozialdemokratischen Parteivorstandes mit dem Vorgehen unserergrotzen Wirtschaftsverbände zu entschuldigen und der Bekanntgabe ihrer Denkschrift in den sozialdemokratischen Blättern der Schweiz und Frankreichs einen gleichen Einfluß auf die Wiederbelebung der Widerstandskraft unserer Feinde wie dem sozialdemokratischen Friedensmanifeste zuzuerkennen. Die nach ihrer Quelle als sozialdemokratische Verhökerung sich erweisende Bekanntgabe der an den Kanzler gerichteten Eingabe der Wirtschaftsverbände kann durch den in ihr bekundeten Siegeswillen und durch die in ihr begründete SiegeSgewißheit der Hauptfaktoren unseres Wirtschaftslebens nur zur Entmuti- gung unserer Feinde und damit zur Abkürzung des blutigen Ringens beitragen.(?)" Verbot einer Mitgliederversammlung. Dem sozialdemokratischen Verein für Halle war für Donnerstag eine Mitgliederversammlung wie bisher anstandslos genehmigt"worden. Als dann öffentlich angezeigt wurde, daß der Parteivörsitzende Genosse Haase über das Thema:«Die Sozialdemokratie in Vergangenheit. Gegenwart und Zukunft" sprechen solle, kam plötzlich die bisher hier nicht übliche amtliche Aufforderung, das Manuskript der Rede einzu- reichen. Da Genosse Haase das verweigerte, erging am Nachmittag vor der Versammlung folgendes Verbot: Die zur Abhaltung einer am 3. d. M., SZH Uhr abends, im Volkspark stattfindenden Mitgliederversammlung des sozialdemo- kratischen VeremS zu Halle erteilte Genehmigung wird hiermit auf Anordnung des stellvertretenden Generalkommandos 4. Armee- korps in Magdeburg zurückgezogen, da erst nach Erteilung der Er- laubnis hierher mitgeteilt worden ist, daß in der Versammlung der Reichstagsabgeordnete Herr Haase einen Vortrag zu halten be- absichtigt, dessen Manuskript der Polizeivcrwaltung nicht vorgelegt worden ist._ Verbotene Druckschriftensendung an Soldaten. Das stellvertretende Generalkommando in Altona er- läßt folgende Bekanntmachung: „Außer Zeitungen dürfen Drucksachen oder Schriften, in denen für solche politische Aufgaben oder Ziele Stimmung zu machen versucht wird, die mit dem von allen Parteien ge- wollten Zusammenhalten während des Krieges im Wider- spruch stehen, den Soldaten in das Feld weder mitgegeben noch zugesandt werden. Zuwiderhandlungen werden, wenn die bestehenden Gesetze keine höhere Strafe bestimmen, mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft." Wiedererscheinen der Königsberger„Volkszeitung". Unser seit dem 28. Juni verboten gewesene? Parteiblatt, die „Königsberger Volkszeitung", erscheint seit Sonnabend wieder. Vom Reichsverband gegen die Sozialdemokratie. Die vielfach verbreitete Meinung, daß dieser Verband seine Tätigkeit einzustellen gedenke oder schon eingestellt habe, ist irrig. Sein uns vorliegendes„Mitteilungsblatt" Nr. 3 vom Juni 1316 zeugt von einer verhältnismäßig regen Tätigkeit. Von einer Sitzung des Hauptvorstandcs am 11. Juni wird berichtet, daß der „vaterländischen Arbeiterbewegung" Mittel zur Verfügung gestellt werden sollen. Auch möge man für das Mitteilungsblatt eifrig werben. Im übrigen beschäftigt man sich eingehend mit den Auseinandersetzungen innerhalb unserer Partei und mit sozialdemo. kratischen Stimmen zum Kriegsziel. Das Blatt behauptet dazu: „Die Haltung der sozialdemokratischen Partei zum Friedensziel verrät von neuem, wie wenig die sogenannte„Volkspartei" die Interessen der breiten Massen erfolgreich zu vertreten imstande ist. Führer und Presse(vgl. zum Beispiel den„Vorwärts") reden sich vor, daß sie in engster Fühlung mit der Ansicht ihrer Mitläufer- schaft ständen, und doch gähnt eine gewaltige Kluft zwischen beiden. Ter Verband beabsichtigt auch keineswegs die vor dem Kriege von ihm verbreitete sattsinn bekannte Literatur einstampfen zu lassen, denn er wendet sich wie folgt an seine Kommissionsbuchhändler im Lande: „Wir bitten alle in Betracht kommenden Herren, von den in Händen befindlichen Büchern und sonstigen Schriften, die Sie für uns in Kommission haben, während der Kriegszeit nichts zu verkaufen und etwaige Bestellungen mit der Begründung, daß während der Dauer des Krieges die politische Tätigkeit des Reichsverbandes ruht, abzulehnen. Wir bitten ferner, die Bücher gut verschlossen auf- ubewahren und werden uns erlauben, nach Beendigung es Krieges auf die Angelegenheit zurückzukommen. Berlin, den 16. Juni 1316. Die Hauptstelle des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie. Dr. Kramer." Mißstände auf dem Zuckermarkte. In der„T ä g l. R u n d s ch a u" erörter Dr. Dieckmann die Ursachen der Zuckernot. Aus seinen Darlegungen geht hervor, daß zwischen den Raffinerien und dem Großhandel ein Ueberein- kommen bestehen muß zum Zwecke wucherischer Preistreiberei. Wie seinerzeit beim Getreide, so bat man auch beim Zucker von Monat zu Monat steigende Höchstpreise festgesetzt. Diese als Reports bezeichneten Zuschläge sind nichts anderes als Liebesgaben auf Kosten der Verbraucher, und außerdem bilden diese Reports geradezu einen Anreiz dazu, den Zucker zurückzuhalten. Dr. Dieckmann führt dann noch weiter aus: „Recht bedauert wird übrigens in Konsumentenkreisen, daß es diesen nirgends mehr ermöglicht wird, von den Fabriken un- mittelbar Zucker zu kaufetv Unte« den nichtigsten Vorwänden lehnten die Fabriken die direkte Lieferung an die Verbraucher ab. Lediglich der Großhandel wird bcrücksichiigt. Sicherlich hat es niemals in der Absicht der Reichsregierung gelegen, bei Fest- legung von Höchstpreisen ein Handelsmonopol für Zucker ins Leben zu rufen. Der Großhandel hat sich beeilt, die Produktion der Zuckerfabriken aufzukaufen, um die Preise möglichst ungestört diktieren zu können. Ihm ist auch freigestellt, Zucker in Er- Wartung höherer Höchstpreise einzusperren und mit dem Angebot zu gelegener Zeit hervorzutreten." Als Mittel zur Abhilfe wird empfohlen, die Höchstpreisbestim- mungen für Zucker einer Prüfung zu unterziehen und dafür zu sorgen, daß aller verfügbare Zucker in den freien Verkehr gelangt. Es bleibt dabei auch zu erwägen, ob die bisher geschlossenen Kon- trakte nicht aufzuheben seien. Unmöglich dürfen die herrschenden verhängnisvollen Mißstände auf dem Zuckermarkte fortbestehen. — Eine Warnung in diesem Sinne hat die Zentral-Einkaufsstelle bereits vor einigen Tagen erlassen, der Erfolg ist aber ausgeblieben. Militärische Jugendausbildung und katholische Jugendvcreinc. Auf ihrer kürzlich abgehaltenen 19. Generalversammlung nahmen die Präsides der katholischen Jugendbereine der Erzdiözese Köln(622 Bereine mit 78 300 Mitgliedern) eine Resolution an, worin sie die „bestimmte Erwartung" zum Ausdruck bringen,„daß die Arbeit der militärischen Jugendvorbereitung im Einklang mit den Forderungen der Kirche, der Familie und dcS Vereins geleitet wird. Für die Zeit nach dem Kriege lehnt sie eine zwangsmätzige Vereinsorgani- sation zur Durchführung der militärischen Vorbereitung grundsätzlich ab, desgleichen eine zwangsmäßigs Teilnahme an den Uebuugen des Sonntags."_ Eine Zentralstelle für Völkerverständigung. Die internationale Konferenz.für die Zukunftsinteressen der Menschheit", die Ende Mai in Bern tagte und über die wir damals berichteten, hat die Einsetzung einer„Permanen zko m m i s s i o n für Schutz bedrohter Menschheitsinteressen" be- schlössen. Die konstituierende Sitzung der Kommission wird Sonn- tag, den 11. Juli, im Lausanner Rathause stattfinden, vorbereitet von einem Aktionskomitee, dessen Sitz sich in Bern, Erlachstraße 23 befindet. Es soll ein Gedankenaustausch darüber stattfinden, in welcher Weise die Vereine mit ähnlichen Zielen, trotzdem sie kriegführenden Staaten angehören, Beziehungen miteinander anknüpfen können! die Organe des„Bundes für Mutterschutzintercsscn", so vor allem das Berner Wochenblatt„Die Menschheit", die altbekannte Revue „Dokumente des Fortschritts" und deren Schwesterorgane in fran- zösischer, englischer, ungarischer und Esperantosprache sollen dieser Vormitllungöaufgabe dienen. Auf der Tagesordnung der zweiten Sitzung steht die Stellung- nähme zu den Gefahren, welche die MenschhcilSintcresscn während gegenwärtigen Krieges bedrohen. Zahlreiche Bereine aller Länder haben die Entsendung von Delegierten in Aussicht gestellt oder sind der Permanenzkommission bereits durch schriftliche Mitteilung beigetreten. Aus Deutschland und Oesterreich besonders: Die Deutsche Friedensgesellschaft, der österreichische Verband für Völkerverständigung, der Deutsche Bund für Mutterschutz, daS Institut für internationalen Austausch fort- schrittlicher Erfahrungen sowie der Internationale Orden für Ethik und Kultur. Keine Schwurgerichte in Oesterreich. Die österreichische Verfassung bestimmt, daß durch Verordnung des Gesamtministeriums die Tätigkeit der Schwurgerichte(vor die die Verbrechen und Vergehen durch Rede und Presse gehöre») ein- gestellt werden könne. Dieser Zustand darf aber nach Ablauf eines Jahre« auf dem Verordnungswege nicht verlängert, auch vor der nächsten Reichsratstagung nicht erneuert werden. DaS Jahr ist jetzt bald um. Die Regierung hat aber den Zustand doch(ohne Paria- ment) verlängert, indem sie eine Kaiserliche Jstl�-Verordimiig herbeiführte.... Dabei sagt die Verfassung, daß mit dem 8 14 die Grundrechte nicht abgeändert werden dürfen. Die Schwurgerichts- rechlsprechung ist aber ein Grundrecht. Jetzt urteilen die Militär- gerichte über politische Delikte._ Wegen Hochverrat erschaffen. wurde nach deutschen Blättermeldungen der tschechische Arbeiter Franz Berka in Mährisch-Ostrau. Aus der amtlichen Kundmachung des k. k. schlesischen Landespräsidiums ergibt sich, daß Berka nach seiner Angabe amerikanischer Staatsbürger war und vom Land- Wehrfeldgericht Mährisch-Ostrau wegen zweier am 6. Mai d. I. im Gasthause zu Groß-Hcilendorf getaner Aeußerungcn standrechtlich des Hochverrats und der Störung der öffentlichen Ruhe schuldig gesprochen und zum Tode durch den Strang verurteilt wurde. Der Militärkommandant änderte die Strafe in Tod durch Erschießen ab. Zwei Stunden nach Fällung des Urteil» wurde Berka, der 66 Jahre alt war, erschossen. Verbotene Hus-Feiern. Dem sozialdemokratischen Verein in Pilsen wurde die geplante Versammlung mit Gedenkrede des Abgeordneten Genossen Dr. Soukup auf Johannes HuS verboten, ebenso alle weiteren im Bezirk geplanten Erinnerungsabende an den Märtyrer der tschechischen Reformation und nationalen Wiedergeburt. In der deutsch-öster- reichischen Parteipresse konnten Gedenkartikel erscheinen, manchenorts allerdings mit Zensurstreichungen. Letzte Aachrichten. Ter Bericht des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 11. Juli.(W. T. B.) Bericht des Hauptquartiers: An der Dardanellenfront fand am 11). Juli bei Ari Burnu und Sedd ul Bahr keinerlei Ver- änderung statt, außer zeitweiligem Artilleriefener. Am Nachmittage erschien ein feindliches Panzerschiff vom Typ des„Nelson" vor Kaba Tepo unter dein Schutze von vier Torpedobooten und schlenderte ohne Erfolg mehr als zweihundert Granaten gegen unsere Stellungen. Wir hatten nur einen Toten und zwei Verwundete. Mehrere Schüsse unserer Artillerie erreichten das Schiff und zwangen es, sich zurückzuziehen. Infolge des wirksamen Feuers unserer anatolischen Batterien verlor die Tätigkeit des Feindes bei Ari Burnu ihre bisherige Lebhaftigkeit. Diese Batterien feuerten gestern besonders jjegen eine Haubitz- batterie westlich von Hissarlik wirksame Schüsse ab. wobei eine Haubitze einen Volltreffer erhielt. Feindliche Flieger über- flogen die anatolische Seite der Meerenge, wurden aber durch das Feuer unserer Abwehrbatterien vertrieben. Auf den übrigen Fronten keinerlei Veränderung. Aus Groß- Berlin. Juli. Gegen das Geschäftsintereffe gehandelt. Jahre infolge der Einberufungen bielfach keinen Erholungsurlaub Zu den Firmen, die den Familien ihrer zum Kriegsdienst ein- erhalten können, getroffen. Andererseits glaubt man, daß sie auch den Wünschen des Publikums während der heißen Zeit mehr ent gezogenen Angestellten bzw. Arbeitern eine Unterstüßung gespricht. währen, gehört auch die Aktien- Gesellschaft Aschinger. Wir Ein Zusammenstoß eines Straßenbahnwagens mit einem Dem Flor der Rosen ist der Flor der Früchte gefolat. haben es am Beginn des Krieges wiederholt als nachahmenswert Arbeitswagen ereignete sich in der Nacht vom Sonnabend zum Erdbeeren, Süß-, Glas- und Sauerkirschen, Johannis- und Der unaufgeklärte Tod eines Negers beschäftigte gestern nachlärte To Der Mann kam mittag die Polizei in der Auguststraße. Hier wohnte in dem Hause Nr. 50 im Keller der Neger Josef Tender, aus DeutschAfrika gebürtig, der von seiner Frau getrennt lebte und mit Pfeffernüssen und Edelkastanien handelte. gestern nicht mehr zum Vorschein. Als man nachmittags seine Wohnung öffnete, fand man ihn entkleidet rücklings auf dem Herde liegen, mit dem Kopf auf einem Kochtopf. Unter diesen Umständen dachte man im ersten Augenblick an ein Verbrechen. Ein Arzt fonnte aber an der Leiche keinerlei Verlegungen finden. Mann ist wahrscheinlich einem Herzschlag erlegen, als er aus der Küche etwas holen wollte. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Blaubeeren ziehen in verführerischen Haufen vor den Läden Subuße zur staatlichen und kommunalen Unterstüßung das Durchtung Mariendorf verkehrender Straßenbahnzug gegen einen aus und in kleinen Gebirgen auf den Handwagen farbenfreudige scheint diese Unterstüßung als eine Prämie für das Wohlverhalten Tempelhofer Firma. Der Kutscher des Lastwagens wurde durch und in kleinen Gebirgen auf den Handwagen farbenfreudige ommen beffer ermöglichen. Die Direktion der Firma Aschinger der Straße Deutscher Ring fommenden Arbeitsmagen einer Augen und verschmachtende Gaumen gleichmäßig an, und jedermann sucht zwischen dem Hochstand dieser Fruchtberge der davon Betroffenen aufzufassen. Das geht wenigstens aus den Zusammenstoß vom Bock geschleudert und erlitt leichte Hautjedermann sucht zwischen dem Hochstand dieser Fruchtberge einem Briefwechsel zwischen einer Kriegersfrau und der Direktion abschürfungen am Schienbein. Zwei auf der vorderen Plattform und dem Tiefstand seines Portemonnaies einen annehmbaren hervor. Der Ghemann der Frau war, bevor er am 25. April des Straßenbahnwagens stehende Personen klagten über Schmerzen Vergleich zustande zu bringen. Die Hize iſt dem Obste, zu dieses Jahres zum Heeresdienst eingezogen wurde, bereits vier am Knie bzw. Oberschenkel, konnten jedoch ihren Weg weiter fortdenen viele auch noch die neuen Kartoffeln rechnen, ausgezeichnet bekommen, und es zeigt sich wieder einmal, daß des Jahre als Tapezierer und Dekorateur bei der Firma Aschinger sehen. Die Störung im Straßenbahnbetrieb dauerte etwa eine Spötters Heinrich Heines Wort, in Deutschland bildeten jaure tätig. Bis vor kurzem ist der Frau auch die von der Direktion halbe Stunde. festgesetzte Unterstützung ausbezahlt worden. Im Juni wurde ihr Ein Straßenbahnzufammenstoß ereignete sich Sonntag abend Gurken das einzige reife Obst, doch etwas übertrieben ist. Weniger erfreulich war die Size freilich für andere plötzlich eröffnet, daß fie in Zukunft die Unterstüßung nicht weiter um 74 Uhr vor dem Hause Lindenstraße 11. Hier hielt ein Zug Landesprodukte, wie unter anderem die Verteuerung des erhalte. In ihrer Bedrängnis wendete sich die Frau an die der Linie 64, um Fahrgäste aufzunehmen. Ihm folgte in kurzer Grünfutters und damit der Milch gezeigt hat, die unter der Direktion mit der Bitte, ihr diese Unterstützung doch nicht zu ent- Entfernung ein Zug der Linie 42. Beide kamen vom Halleschen Tore her. Der Führer des zweiten Zuges bremste zur rechten Zeit. TrotzWirkung des lang ersehnten und noch immer erst in den An- ziehen, da ihr Mann ihres Wissens doch stets seine Schuldigkeit bem lief sein Triebwagen so heftig auf den Anhänger des ersten fängen begriffenen Witterungsumschlags hoffentlich wieder getan und in letzter Zeit sogar als erster Tapezierer tätig gewesen auf, daß beide Wagen an der Plattform und am Dach beschädigt nachlassen wird. Die Befürchtungen dagegen, die über die sei. In der Tatsache, daß er im Februar um eine Lohnerhöhung wurden. Von den Fahrgästen des ersten Zuges meldeten sich gegen diesjährige Ernte geäußert wurden, haben sich glücklicherweise gebeten habe, könne doch kein hinreichender Grund erblickt werden, zehn als verlegt. Sie hatten Quetschungen und Abschürfungen diesjährige Ernte geäußert wurden, haben sich glücklicherweise bie Unterstützung nicht mehr zu zahlen. In einem hierauf fol- an den Armen und Beinen erlitten. Schwerer verletzt wurde nur als weit übertrieben herausgestellt. Die Entstehung solcher Befürchtungen ist leicht erklärlich und sie war auch voraus- genden Schreiben erklärt jedoch die Direktion, daß sie in Bukunft ein Fahrgast, der mit einer Strafibroschte nach der Rettungsstelle zusehen, weil alle Spannung auf diesen Punkt gerichtet war die bisher der Frau gewährte Unterstüßung nicht mehr bewilligen am Tempelhofer Ufer gebracht werden mußte. und unter ihrer Wirkung alles um das Vielfache verschlimmert könne. Ihr Mann habe kurz vor seinem Abgange gegen das aufgefaßt und verbreitet wurde. Dazu gab es auch unleug- Geschäftsinteresse gehandelt und es sei ihm deshalb bare, auf ungünstiges deutende Anzeichen. Im Grunewald bedeutet worden, daß sich die Direktion dieses Vorfalles bei sah man verdorrte Grasflächen unter den Bäumen, und auch passender Gelegenheit erinnern werde. Dieser Zeitpunkt sei ge bei weiteren Ausflügen erschienen manche Hänge wie ver- kommen, und so sehr die Firma auch die prekäre Lage der Frau brannt, manches kleinere Ackerſtück in ungünstiger Lage ver- bedauere, müsse sie andererseits auch auf sich selbst Rücksicht nehmen. Wir glauben, daß eine solche Auffassung der Direktion von fümmert, und oft genug sah man an Kräutern und Sträuchern welke Blätter hängen. Es ist auch kein Zweifel, daß die ihren zahlreichen Angestellten nicht verstanden werden wird. UnSize unter solchen Gewächsen, die mit flach hinstreichenden möglich kann ein Arbeiter schon gegen das Geschäftsintereſſe ſeiner Wurzeln nur im obersten Erdreich anfern, viele Opfer ge- Firma handeln, bloß weil er, durch die allgemeinen Teuerungsfordert hat. Sie wären besonders in Parks, Gärten, Lauben- verhältnisse gezwungen, um eine Lohnzulage vorstellig wird. Uns folonien usw. noch viel größer gewesen, wenn hier nicht groß scheint es, als ob eine so engherzige Haltung durchaus der guten Ein hundertjähriger Berliner. Seinen hundertsten Geburtsund klein durch eifrige Tätigkeit mit Gießkannen und aus- Absicht widerspricht, die bei der Bewilligung von privater Familientag fann am Mitwoch, den 14. August, der Hauseigentümer Wilgiebigeren Bewässerungsapparaten den Kampf mit der Sonne unterstützung obwaltete. helm Blau in der Landsberger Str. 74 feiern. Wie berichtet wird, aufgenommen hätte. Aber auf der anderen Seite famen Mineralwasser geung, aber keine Flaschen dazu. ist der Jubilar allein 40 Jahre ehrenamtlich im Dienste der Reichsgerade unserem Getreide zwei andere Momente wieder zu In uneigennüßiger Weise haben die meisten Brunnenverwal- Hauptstadt als Armenkommissionsvorsteher tätig gewesen. Hilfe. Da war erstens der lange Nachwinter, über den seinerAuf dem jüdischen Friedhof am Grabe seines Vaters erschossen zeit soviel geklagt wurde und der auch unseren Truppen tungen den staatlichen Abnahmestellen für Liebesgaben jede Menge schwere Leiden gebracht hat. Aber er brachte auch reichliche ihres Brunnenwassers für die Truppen im Felde und auch Laza- hat sich, wie die Weißenfeer Beitung" berichtet, am Freitag nachdie mittag gegen 3 Uhr der Reservist Henri Gotthilf. Er hatte sich Niederschläge in Schneeform, die sich nicht so rasch verlaufen rettverwaltungen fostenfrei zur Verfügung gestellt, wenn wie Regenwasser. In den Gräben der Umgebung stand das Flaschen dazu geliefert würden. Flaschen sind nämlich bei den vorübergehend in Berlin in der Waßmannstraße bei seiner Mutter Wasser diesmal noch bis in die Hikeperiode hinein, zu einer Brunnenverwaltungen nicht mehr vorhanden, denn von den Mil- aufgehalten. Beit, als es im Vorjahre schon seit Wochen völlig verschwunden lionen, die jetzt schon an die Front gegangen sind, ist auch nicht war. Der Boden war also diesmal gut durchfeuchtet, und er eine einzige zurüdgekommen, und die Bestände in den Glashütten fonnte etwas hergeben. Und zweitens stammen die Stamm- find auch vollständig geräumt. Wenn darum der Ruf nach bflanzen unserer Getreidearten aus warmen Ländern; in Mineralwasser von unseren Kriegern da draußen nicht ungehört China, am Nil usw. liegen die uralten Anfänge unserer Ge- berhallen soll, dann möge ein jeder, der größere Mengen von treidefultur. Die Eigenschaften der Stammpflanzen haben auch die Abkömmlinge nicht ganz verloren, und damit hängt es zusammen, daß unser Getreide, nachdem es auf feuchtem Boden erst einmal eine gewisse Söhe erreicht hat, einen guten Schuß Size vertragen kann, besser sogar, als manches einheimische Gewächs. 3war bleibt der Halm dann fürzer, aber eine Trockenheit, die selbst die Ausbildung der Mehre gefährdet, hat es bei uns nur strichweise gegeben, und sie ist in anderen Teilen des Neiches und unserer Berbündeten wettgemacht worden. Der Juli hat diesmal das Aussehen Berlins faum verändert, denn der Reisetrubel ist start vermindert, und er hat sich, weil viele, sonst bevorzugte Gegenden jetzt unzugänglich geworden sind, gegen sonst sogar umgekehrt und Berlin selbst zum Ziele vieler Urlauber, Fremden usw. gemacht. Die Mart ist belebt wie nie zuvor, und der Grunewald hallt jezt auch in den Wochentagen wider von Spiel und Sang zahlreicher, feriengesegneter Kinderscharen. Sie lassen in Spiel und Sang den Widerschein des Krieges erkennen, aber sie bleiben dabei doch Kinder. Und das ist gut so, für sie und uns. Unserem Genossen Heinrich Kunz und seiner treuen Ehegattin zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche. Die Funktionäre d. 12. Abteilung des 4. Berliner ReichstagsWahlkreises. Unserem Genoffen Heinrich Kunz und seiner treuen Ehegattin zur Silberhochzeit die herzlichsten Glückwünsche. Die Genossen des 191. Bezirks des 4. Berliner ReichstagsWahlkreises. Spezialarzt Dr. med. Karl Reinhardt. Prinzenstr. 64 f. Geschlechtskrankheiten. Harnleiden, Schwäche, Ehrlich- Hata- Kuren, Blutund Harn- Untersuchungen. Institute: zwischen Dresdener und Annenstraße. Sprechst. 5-7, Sonntags 10-11. a. d. Lützowstr., Sprechst. 11-2 u. Potsdamer Str. 117 8-10 U. abds, Sonnt. 11-1. Aufklärende 48 Seiten starke Broschüre gratis und postfrei in verschlossenem Kuvert. Restaurant= Karlshorst, Fürstenbad herrlicher Naturgarten, Doppel- KegelEnde Prinz- Adalbert- Straße. bahn. Schönster Familien- Aufenthalt. Ziehung am 14. und 15. Jull Rote Lotterie 3667 Gewinne Im Betrage von Mark 198888 Rote- Kreuz- Lose 3 Mk. Porto and Liste Andreasstr.46a u. Oskar Bräuer& Co. Nachf., Invalidenstr. 117. leeren Flaschen befißt, sich nicht die kleinen Mühen und Geldopfer verdrießen lassen, die ihm aus der Ablieferung der Flaschen erwachsen würden. Sendungen werden erbeten an das Lager der staatlichen Abnahmestelle freiwilliger Gaben für das 3. Armeekorps, Potsdam, Königl. Oberpräsidium, bahnlagernd Potsdam. Frachtbriefe, die zum frachtfreien Versand an diese Stelle berechtigen, möge man von der staatlichen Abnahmestelle freiwilliger Gaben für das 3. Armeekorps, Berlin S. 61, Teltower Straße 57, einfordern. Fernsprecher Nollendorf 3871. Im Wannsee ertrunken. Unweit des Freibades ertrank vor einigen Tagen der Schüler Willy Franke, der Sohn eines in Steglitz wohnenden Eisenbahnbeamten. F. war mit einem Mitschüler nach dem Wannsee baden gegangen. Plöblich sah der MitSchüler des Franke, wie er in einer tiefen Stelle des Wassers verschwand. Erst am Sonnabend wurde die Leiche des Frante ans Ufer geschwemmt und geborgen. Bureauzeit der Berliner Rechtsanwälte während der Gerichtsferien. Eine große Anzahl Berliner Rechtsanwälte bisher etwa 400- hat beschlossen, während der Gerichtsferien 15. Juli bis 15. September die Bureauzeit auf 8-3 bezm. 4 Uhr, die Sprechstunde auf 1-3 bezir. 2-4 Uhr zu verlegen. Diese Maßnahme ist insbesondere im Interesse der Bureauangestellten, die in diesem 2.Wahlkreis, 6. Abteilung Aus aller Welt. Ein Fischerboot überrannt. Dievenow, 11. Juli.( T. U.) Von fünf Fischerbooten, die zum Flundernfang in See gestochen waren, wurde eins von ihnen von einem Kreidedampfer der Gristow- Zementfabrik überrannt und in Grund gebohrt. Alle vier Insassen des Bootes, der Fischer Stahl, Wilhelm Schmiedeberg und Christian Schmiedeberg sowie der 17jährige Sohn des letteren, ertranfen. Die Opfer der Explosion in Marseille. Paris, 11. Juli.( W. T. B.) Der„ Temp3" meldet aus Marseille: Drei Personen, die bei der Explosion in der pyrotechnischen Fabrit verlegt worden waren, find ihren Verlegungen erlegen. Die Zahl der Opfer beträgt jet vierzig. Geschäftliche Mitteilungen. Die Firma Stiller hat mit einem Sommer- Ausverkauf zu außer ordentlich billigen Preisen begonnen. Sie hat der Einheitlichkeit wegen alle Reste, Einzelpaare und sonstige für den Ausverkauf geeignete Waren aus ihren jämtlichen Zweiggeschäften zusammengezogen und im Haugeschäft, Jerusalemer Strage amDönhoffplaz, übersichtlic, ausgelegt. In den Warenhäusern M. Wertheim sind bis Mittwoch Sonder preise in Porzellan und Glas, Wirtschaftsartikeln und emailliertem Geschirr. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Diens tagmittag: Ziemlich fühl, zeitweise auftlarend, aber überwiegend bewölft mit öfter wiederholten, im Binnenlande meist geringen, an der Küste starken Regenfällen. Ein Baggermeister( 2übeder B. Bagger) und einige Lokomotivführer( Waffei) werden für längere Arbeit bei Der gemeinsame Zahlabend bei Habel hohen Monatsgehalt gesucht. Bewerbungen mit Zeugnisabschriften, findet nicht statt, sondern in den Bezirkslokalen tagen die einzelnen Bezirke. 205/14 Der Abteilungsführer. Zeitz( Thüringen) für sofort, 1. August oder 1. September gegen Gehaltsforderung und näheren Angaben nimmt entgegen: Fr. Holzgrefe, Tiefbauunternehmer, Zeitz, Kaiser Wilhelm- Straße 66. Sozialdemokratischer Wahlverein Photographisches Atelier. Treptow- Baumschulenweg. Am Mittwoch, den 14. Juli, abends 8%, Uhr, spricht im Lokal von Fr. Kubat, am Treptower Park 66, Ede Parkstraße, in einem Gemeinsamen Zahlabend für alle 13 Bezirke der Genosse Neichstagsabgeordneter May Cohen, über äußerst wichtige politische Fragen. Darum ift rege Beteiligung nötig! Mitgliedsbuch legitimiert! N Der Vorstand. Deutscher Arbeiter- Wanderbund „ Die Naturfreunde" Oberspreewaldfahrten! Am Sonntag, den 18. Juli 1915, findet die nächste Gesellschaftsfahrt nach dem Oberspreewald statt. Bahnfahrt nach Lübbenau, dann nur Stabnfahrt( leine Fußwanderung) nach Lehde, dem Spree- Benedig", Leipe, Eiche, Kannomühle, Schüßenhaus, 1/19 Botschfosta, über Lehde nach Lübbenau zurüd. Abfahrt: 6,35 Uhr früh( Borzug) Görlizer Bahnhof. Treffpunti: 6,15 Uhr früh Bartesaal vierter Stlasse. Teilnehmerkarten, a 5,75 M.( für Bahn- und Kahnfahrt), find zu haben: eyse, Bohenftr. 19; Strandt, Schivelbeiner Straße 40; orich, Engelufer 15. Neukolln: Krämer, Weserstr. 31; Blume, Jansastraße, Ede Kaiser- Friedrich- Straße, Koch, Berliner Str. 14. Stegliz: Wesenad, Ahornftr. 26, bis Freitagabend und bis Sonnabendmittag um 12 Uhr in der Geschäftsstelle bei ri Kruse, Mariannenstraße 11 Daselbst eventl. auch Auskunft durch Fernruf Morigplak 1575. Weitere Touren in anderer Form folgen im Auguft. Für obige Abteilung suchen wir per sofort einen tüchtigen Affiftenten, welcher in gleicher Eigenschaft bereits tätig war. Meldungen von 11-12 Uhr vormittags. Kaufhaus des Westens G. m. b. H. Berlin W., Tauentzienstr. 21/24. In Freien Stunden Die Wochenschrift für Arbeiterfamilien wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Für Feldsoldaten! Deutsch- Polnisch 15 Pfg. Deutsch- Französisch 15 Pfg. Buchhändlung Vorwärts. Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Pg. Sie laufen wie eine Biene! wenn Sie uni. gestricken saus- u. Straßenschuhe tragen. Stein Brevnend. Füße, t. Schweißfüße, t. geschwoll. Gelenke, t. Krampfad., Venenentz., L.Hühnerangen, 1.Ballen, t. Druck a. empf. hochlieg. Behen, 1. Gicht, t. 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Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.