Nr.192.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerands: Bierteljährl. 3,30 MI, monatl. 1,10 wöchentlich 25 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Bostabonnements rehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblatt. 20 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Hnzeigen", das fettgebrudte Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inseraie für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Mittwoch, den 14. Juli 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplan, Nr. 15190-151 97. Relative Kampfesruhe an allen Fronten. Der französische Tagesbericht. Paris, 18. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Kriegs. bericht von gestern nachmittag, Im Laufe der Nacht herrschte große Tätigkeit an verschiedenen Stellen der Front. Für die Abschnitte bei Arras unternahm der Feind, nachdem er eine große Zahl erstickender Geschosse geschleudert hatte, gegen Mitternacht südlich Souchez einen Angriff, der mißlang. Ein zweiter Angriff gegen 2 Uhr gestattete ihm, den Friedhof und einige Stücke der unmittelbar anschließenden Schüßengräben zu besetzen. Ein sehr heftiger Kampf mit Handgranaten spielte sich in den Schützengräben des" Compact", südöstlich NeuvilleSt. Raeest ab, ohne beachtenswerten Gewinn auf der einen oder der anderen Seite. Auf dem Plateau nördlich der Dise gegenseitiges Bombardement, welches in den Gebieten von Quennevières- Nouvron besonders heftig ist. In den Argonnen Kampf mit Fröschen und Minen mit Eingreifen unserer Artillerie. Jm Woe wore beschoß der Feind heftig Fresnes en Woetre mit Granaten aller Staliber. Er versuchte mehrere Angriffe zu unternehmen, einen bei Saub en Woewre, die anderen im Walde von Apremont, am Baur Fery und Tête à Vache. Er wurde überall zurückgeworfen. In den Vogesen sprengten die Deutschen eine Meine in der Nähe unserer Stellungen südwestlich Ammerzweiler und warfen sodann einen Angriff mehrerer Kompagnien. vor, der mit bedeutenden Verlusten zurückgeworfen wurde. Wir machten einige Gefangene. . Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 13. Juli 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplah. Ein französischer Handgranatenangriff bei der Zuderfabrik von Souchez wurde abgewiesen. Im Anschluß an den Sturm auf den Kirchhof wurde darüber hinaus unsere Stellung in einer Breite von 600 Metern vorgeschoben und auch das an der Straße nach Arras gelegene Cabaret Rouge genommen. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf 3 Offiziere 215 Mann erhöht. Verschiedene Anfäße zu feindlichen Gegenangriffen wurden unter Feuer genommen; ihre Durchführung wurde dadurch verhindert. Zwischen Maas und Mosel entwidelte der Feind lebhafte Artillerietätigkeit. Viermal griff er im Laufe des Abends und der Nacht unsere Stellungen im Priesterwalde an. Die Angriffe brachen unter großen Verlusten vor unseren Linien im Feuer zusammen. Deftlicher und Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Oberste Beeresleitung. Der öfterreichische Generalstabsbericht. Wien, 13. Juli.( W. T. B.) Amtlich wird verlaut: bart, 13. Juli, mittags: Russischer Kriegsschauplab. Die allgemeine Lage ist unverändert. Italienischer Kriegsschauplay. Paris, 13. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Bericht bon gestern abend. Der Feind beschoß im Norden unsere Schüßengräben vor Lombaertzyde und Nieuport. Wir erwiderten sein Feuer und brachten zwei gegnerische Batterien zum Schweigen. Trotz der Tätigkeit der feindlichen Artillerie, die die Schüßengräben bei Carency und in der Umgegend von Souchez mit Granaten beschoß, die erstickende Gase ausströmten, brachte uns ein Gegenangriff wieder in den Besitz eines Teiles der gestern geräumten Schützengrabenstücke. Im Gebiete der Aisne dauert der Minenkampf fort. Wir sprengten einen Herd, wodurch die gegnerischen Minengänge verschüttet wurden. In der Champagne war der Tag ruhig. In den Argonnen ist die Tätigkeit sehr lebhaft, besonders Koropez zurüd. Unsere Batrouillen unternahmen am oberen in den Abschnitten von Marie Thérèse, Four de Paris, Bo- Bug und an der Zlota Lipa eine Reihe erfolgreicher ErTante und Haute Chevauchée. Im Priesterwalde wurden fundungen. in der Nähe von Croir des Carmes zwei deutsche Angriffe unternommen. Der erste wurde durch unser Infanterie- und Artilleriefeuer mit bedeutenden Verlusten zurückgeworfen. Der Der russische Generalstabsbericht. An der Küstenländischen Front fanden gestern stellenweise heftige Artilleriekämpfe statt. Ein Angriff mehrerer italienischer Infanterieregimenter bei Redipuglia wurde abgewiefen. Die Lage im Kärntner und, Tiroler Grenzgebiete ist unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Die Meldung Cadornas. Die Kriegslage in Italien. # Die rumänische Gefahr. Die Feuerglocke läutet Sturm: Rumänien besteht auf dem Verbot der Waffen und Munitionsdurchfuhr. $ Die Aufregung ist nachgerade begreiflich. An dem freien, unkontrollierten Warenverkehr zwischen den Mittelmächten und der Türkei hängt das Schicksal der Dardanellen. Alle Tapferkeit der Verteidiger ist nußlos, wenn ihnen Munition und Waffen fehlen. Heute foftet eine einzige Schlacht mehr Granaten und Schrapnells, als in der guten alten Zeit ein ganzer rechtschaffener Feldzug. So folossal ist der Munitionsverbrauch. Gerade das macht die Größe der Gefahr aus, die den Verteidigern droht. Und an die Abwehr der Dardanellenstürmer ist das Schicksal Konstantinopels, des bösen Bankapfels der Eckstein der von den Mittelmächten betriebenen Politik. Darum die zähe Arbeit der Strategen und Diplomaten des Vierverbandes, ihn aus dem Gefüge zu lösen. Das alte Wort Napoleons ist zu neuen Ehren gekommen: Constantinople, c'est l'empire du monde, an Stonstantinopel hängt die Herrschaft der Welt. Welt, gebunden. Heute ist es, ein Geffre santapfels de " Rumänien dokumentiert mit seiner hartnäckigen Weigerung den festen Willen, die Gelegenheit" des Weltfrieges nicht un genügt vorüberstreichen zu lassen. Wie im zweiten Baltan friege will es jeht mit dem denkbar geringsten Aufwand von Gut und Blut den höchsten Gewinn erreichen. Der Ehrgeiz feiner Nationalisten ist groß. Sie begnügen sich im Fordern nicht mit Bessarabien, das freilich auch nicht rein rumänisch, sondern ein russisches Mazedonien mit einer wirr durcheinandergewürfelten ruthenisch rumänisch- jüdischen Mischbevölkerung ist. Auch nich mit der Bukowina, dem Buchenland, das das östlichste Kron land des verbündeten Desterreichs ist und in dem Luzcata. vor Jassy die alte Hauptstadt der Moldau liegt. Diese sentimentalen Erinnerungen verfangen nicht. Das Ziel der Herzenssehnsucht aller Nationalisten ist Siebenbürgen, das zentrale Gebirgsland, das das ganze Flußnez der mittleren und unteren Donau von Budapeſt an strategisch beherrscht. In Desterreich- Ungarn wohnen weit mehr als drei Millionen Rumänien, während in Bessarabien nur wenig über eine Million siedeln. Seit langem besteht eine rumänische Irredenta, die mit viel Emphase die Befreiung der unerlösten Brüder betrieb, obwohl im Königreich Rumänien die Befreiung der Bauern von den blutsaugerischen Praktiken der Bojaren und ihrer Pächter eine näher liegende und lohnendere Beschäftigung geboten hätte. Leider gaben Verwaltungssünden dieser Agitation die er wünschte Gelegenheit, den nationalen Stolz und Widerstand aufzurufen und zu beleben. Der frühere ungarische Ministerpräsident, Baron Banffy, erklärte 1908, allerdings als schlichter Parlamentarier, als seinen Lebenszweck den Versuch, mit allen Mitteln" einen einsprachigen unga " zum großen Merger der rumänischen Regierung im Interefic Bulgariens einer Nachprüfung unterziehen wollte. In Deutsch land winkte man damals energisch ab: der Bukarester Frieden blieb in Kraft. Aber in Rumänien schwand die Verstimmung nicht. zweite wurde angehalten, bevor der Feind aus seinen Schüßen- Rom, 13. Juli.( W. T. B.) Bericht des Generalstabes rischen Staat zu schaffen. So unbedachte Marimen mußten gräben herauskommen konnte. Die Beschießung der Stellungen, vom 12. Juli abends. In Kärnten verließ der Feind in- erregen, sintemalen tatsächlich die Mehrheit der ungar ländischen Bevölkerung aus Nicht- Ungarn, aus Serben, die wir bei La Fontenelle erobert haben, und gegen unsere folge einer glücklichen Offensive unserer Truppen am 11. Juli Stroaten, Rumänen, Deutschen, Slovaten, Ruthenen usw. vorgeschobenen Schüßengräben am Wettsteinpaß( nördlich von früh auf den Höhen, die den Südabhang des Torrent Anger besteht. Münster) dauert an. bilden, seine vorgeschobensten Stellungen, die er besetzt hatte, In der Kreuz- Zeitung" hat Professor Hoeksch lebhaft nachdem er die Befestigungen zerstört hatte. Im Krn geklagt, daß die Beziehungen der Zentralmächte zu Rumänien gebiet( Monte Nero) versuchte der Feind in der Nacht vom in den letzten Jahren nicht genügend befestigt wurden. Der 10. zum 11. während eines heftigen Gewitters einen über- fonservative Politiker spielt damit auf den Bukarester Petersburg, 13. Juli.( W. T. B.) Der Generalstab raschenden Angriff gegen unsere Stellungen. Er wurde auf Frieden an, den die österreichisch- ungarische Diplomatic des Generalissimus meldet: Auf einigen Abschnttien der Stelle zurückgeworfen. Auf dem übrigen Teil der Front der Bobr und Narewfront fanden lebhafte 8u- teine wichtigen Ereignisse. sammenstöße statt. Bei Ossowicz gegenseitige Beschießung. In der Gegend von Edvabno brachten wir erfolgreich eine deutsche Minenstolle zur Explosion. Zwischen der Pissa und Bis zu den Balfantriegen war dem Einfluß des rumä der Rosoza wurde die deutsche Offensive zurückgeschlagen. nischen Nationalismus das Gleichgewicht durch das Bedürfnis Vom Dorf Eduwoiez bis Przasnysz heftiges Artilleriefeuer Bon der Schweizer Grenze, 13. Juli.( T. U.) Der militärische Rumäniens gehalten worden, seine faktische Selbständigkeit und Vorhutgefechte. Auf dem linken Ufer der Weichsel Mitarbeiter der Basler Nachrichten" äußert sich über die durch den Anschluß an die Mittelmächte vor dem großen Ruß herrscht Ruhe. In der Gegend Lublin sind die Kämpfe gegenwärtige militärische Lage Italiens wie folgt: Jm großen und land zu schützen. Nach der Verselbständigung der Balkan gleichfalls unterbrochen. Nachdem unsere Truppen ihre am ganzen ist auf dem italienischen Striegsschauplatz neuerdings ein Still völfer in ihrem berühmten Kreuzzug gen Konstantinopel gewann 5. Juli begonnene Gegenoffensive beendigt und dabei wichtige stand in den Operationen eingetreten. Der Grund dürfte wohl der Rumänien eine andere Rückendeckung; es fühlte sich in seiner Erfolge errungen hatten, halten sie zurzeit die ihnen vor sein, daß es Italien an Artillerie mangelt, um die an der ganzen Unabhängigkeit noch durch die Freundschaft mit Italien geschriebenen Stellungen auf den Höhen des rechten Ufers Grenafront begonnene Beschießung der Grenzforts und Behelfs gestärkt, mit dem es sich durch gleiche Interessen gegen Rußland des Flusses Urzendoweb. In der Gegend von Kholm bei dem befestigungen zu Ende zu führen. Immer wieder tauchen und Desterreich- Ungarn verbunden glaubte. Dorf Grabowet versuchte der Feind erfolglos sich unseren Be- Gerüchte auf, daß ein süditalienischen Küste Das schwerste Bedenken Rumäniens bestand noch in der Expeditionstorps festigungen zu nähern. Am oberen Bug bei der Stadt starkes für Albanien oder Furcht vor einer Russifizierung der Dardanellen. Das hätte Bust unternahm der Feind am Abend des 10. Juli einen die Dardanellen versammelt werde. Was daran wahres ist, ist jetzt freilich bedeutet, den Teufel mit Beelzebub auszutreiben, und Angriff mit mehreren Bataillonen. Wir ließen den Feind natürlich noch nicht festzustellen Daß der Unterstabschef der Armee, die Ausfuhr des Landes von den russischen Welthändeln ab bis zu einer Entfernung von 200 Schritten herankommen General Borro nach Paris gereift ist, dürfte mit der Fortseßung des hängig gemacht. Nun haben aber Frankreich und England und zerstreuten ihn dann durch unser Feuer. Der Feind ließ angeblich die Versicherung abgegeben, daß Konstantinopel dort viele Tote und Verwundete liegen. An der 31ota internationalisiert wird. Die deutsche Presse leugne: Lipa schlugen wir am 11. Juli Angriffe in der Gegend des dagegen die Aufrichtigkeit des Vierverbandes und erklärt seine Dorfes Harkow sotsie am Dnjestr in der Gegend des Dorfes Versicherung als einen Täuschungsversuch. an der italienischen Feldzuges zusammenhängen. Db es bei den gegen wärtig in Frankreich stattfindenden Konferenzen gelingen wird, einen einheitlichen Plan für die Offensive der Verbündeten festzusetzen, wird die Zukunft lehren. Es ifi_ müßig, sich über das Geheimnis den Kopf zu zer- brechen, wie die Mittelmächte den Widerstand Rumäniens zu brechen, die Vierverbandsmächte zu stärken versuchen werden. Niemand kennt die Trümpfe der feindlichen Spieler. Aber dagegen mutz kraftvoller Einspruch erhoben werden, datz zur Niederzwingung Rumäniens mit dem eindeutigen Wort Clausewitz' die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln empfohlen wird. Solche Drohungen pflegen just das Gegenteil ihrer beabsichtigten Wirkung zu erreichen. Tie Vierverbandsagenten werden sicher mit dem Schlutz rasch bei der Hand sein, Rumänien bleibe nicht Herr im eigenen Hause, wenn die Mittel- mächte siegten, vor deren militaristischem Terror die ganze Welt kapitulieren müsse— und das besonders. weil Rumänien nur sein Hausrecht wahrt. Wie treffende Worte moralischer Verurteilung würde man in Deutschland finden, versuchte England von Schweden die Durchfuhr nicht von Munition und Waffen, sondern von Werkzeug- Maschinen mit der gepanzerten Faust zu erzwingen? Aber gälte nicht dasselbe Wort für Wort auch für einen Angriffskrieg der Mittelmächte gegen Ru- in ä n i e n? Es ist ein gutes Zeichen, datz die„Frankfurter Zeitung" und das„Berliner Tageblatt", die beide Rumänien nicht weniger eindringlich als die„Deutsche Tageszeitung" vor einem Anschlutz an den Vierverband warnen, auf die Predigt der Gewalt verzichten zu können glauben. »* * zranzösische Hoffnung auf Rumänien. Pari«, 13. Juli. M. T. B.)„E ch o d e P a r i s" hofft, datz Rumänien schließlich doch eingreifen werde. Nach Einbringung der Ernte in Rumänien werde wohl endlich die Entscheidung fallen. Allerdings dürfte man sich nicht in allzu optiinistischen Illusionen wiegen, denn in Rumänien seien zwei Parteien, die eine für, die andere gegen eine Intervention. Das beste Mittel, den schwankenden Staat von den Vorteilen zu überzeugen, die durch eine Intervention an der Seite des Vierverbandes erreicht werden können, sei, selbst sehr stark zu sein. Die Auffassung, datz eine Intervention Rumäniens zum mindesten sehr fraglich ist, wird von einem Teil der Pariser und von dem größten Teil der Provinzpresse geteilt. So schreibt der Sonderberichterstatter des.Lyoner ProgrsS", daß die Verhandlungen Rumäniens mit dem Vierverband andauern, datz jedoch die Lage stationär bleibe. Man zeige in diplomatischen Kreisen in Bukarest bezüglich der Unterhandlungen einen gewissen Pessimismus. Alles lasse erkenne», datz Bratianu die Verhandlungen verschleppen wolle. Eine Intervention werde keinesfalls vor dem September erfolgen. Neues vom Zelömarfthall hinöenburg. IV.') Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Wer den Hcldenkampf um die Befreiung und Verteidigung des deutschen Nordostens recht würdigen will, mutz ein besonderes Augenmerk auf die Stelle richten, wo das südliche Rasuren an Westpreutzen grenzt. Die Aufmerksamkeit der ganzen Welt war hierher gelenkt, als der General v. Hindcnburg den Russen bei Tannenberg die erste vernichtende Niederlage beibrachte. Seitdem sind in dieser Ecke gewaltige Schlachten von weithin klingenden Namen nicht mehr geschlagen worden? wohl aber haben dort zahl- lose schwere Gefechte stattgefunden, die von unseren Truppen äußerste Spannkraft und Widerstandsfähigkeit forderten und daher verdienen, einmal in großen Zügen dargestellt zu werden. Die schwerwiegende Bedeutung eines russischen Einbruchs auf Osterode— Deutsch-Eylau lehrt ein einziger Blick auf die Karte: es dreht sich um die Abtrennung des deutschen Landes rechts der Weichsel vom Reiche. Das war natürlich nicht nur den Ostpreußen klar, die immer— solange überhaupt noch eine Gefahr bestand— mit mindestens gleicher Sorge nach Süden wie nach Osten blickten, sondern auch den Russen. Diese haben für eine Operation auf den Unter- lauf der Weichsel hin günstige Eisenbahnverbindungen. Die drei bei Ostrolenka endenden Bahnstrecken ermöglichen dort schnelle Aus- ladungcn großer Truppenmassen, und die Linie Warschau— Mlawa— Soldau führt geradewegs in das Einmarschgebiet hinein. Darum ist der Besitz MlawaS von so hohem Wert. Es klingt glaubhaft, datz der russische Oberbefehlshaber im Februar befohlen haben soll, Mlawa zu nehmen, koste es, was eS wolle. Als die Narewarmee, die den ersten großen Einbruchsversuch an dieser Stelle unternahm, ihr furchtbares Ende zwischen und in den südmasurischen Seen gefunden hatte, gingen die Russen längere Zeit hindurch hier nicht mehr mit starken Kräften vor. Immerhin hatten die verhältnismäßig wenigen Truppen des Generals von Zastrow, die in breiter Front die Grenze schützen und während der Vorbereitungen zu dem zweiten deutschen Einfall in Polen die Aufmerksamkeit des Feindes auf sich lenken sollten, eine recht schwere Aufgabe. Sie drangen weit in Feindesland ein, mußten vor einem überlegenen Gegner bis an die Grenze zurückweichen und gingen kurz vor Weihnachten wieder vor, um Mlawa endgültig zu besetzen. Die Front verlief westöstlich, der rechte Flügel hing also zurück. Da tauchte im Januar bei den Russen ein„neuer gigantischer Plan" auf: sie wollten mit großen Kavalleriemassen, gefolgt von starken Kräften, zwischen Mlawa und der Weichsel nach West- preuhen einbrechen und gleichzeitig von Kowno her im nördlichen Ostpreußen stehende deutsche Truppen umfassend angreifen. Der neue Plan war also im wesentlichen nur eine Wiederholung des alten, im Herbst gescheiterten. Diesmal blieb er jedoch in den ersten Anfängen stecken, da er mit einem schneller durchgeführten deutschen Offensivplan zusammenfiel. Alle verfügbaren deutschen Kräfte wurden zu dem großen umfassenden Gegenstoß bereitgestellt, der dann in der masurischen Winterschlacht zur Vernichtung der 10. russischen Armee östlich der Linie Johannesburg— Gumbinnen führte. Zugleich wurden auch die deutschen Truppen an der Südgrenze West- und Ostpreußens etwas verstärkt. Die Führung erhielt der General der Artillerie v. Gallwitz. Er hatte den Auftrag, die rechte Flanke der in Rasuren angreifenden Armeen zu schützen und seinen Grenzabschnitt gegen den russischen Einbruchsversuch zu sichern. Dazu ging er offensiv vor. Zunächst wurde der rechte Flügel in scharfem Draufgehen nach vorwärts geschoben, bis er Plozk erreichte, das inzwischen zu einer starken deutschen Festung ausgebaut war. Garderegimenter und eine Kavalleriedivision ernteten bei diesem schneidigen Einmarsch reiche blutige Lorbeeren in der Gegend von Sierpc und Racionz. Sie trieben einen überlegenen Gegner vor sich her und leisteten schließlich einer dreifachen Uebermacht erfolgreichen Widerstand. Ein besonderer Glücks- und Ehrentag der Gardetruppen war der von Trobin, wo sie einen bereits geglückten russischen Ueber- fall in eine schwere Niederlage des Feindes verwandelten, der dabei 2300 Gefangene verlor. Das war Mitte Februar. Aber General v. Gallwitz plante Größeres. Er wollte durch einen umfassenden ') Siehe Nr. 168, 186 und 189 des„Vorwärts". ' Angriff von beiden Flügeln her das ganze bor seiner Front liegende Gebiet zwischen Weichsel und Orzyc säubern. Der rechte Flügel sollte weiter nach Osten einschwenken, und die in Willenberg ein getroffenen Heeresteile erhielten Befehl, vom Orzyc her die offene rechte Flanke des Feindes zu umgehen. Sie kamen, weit aus greifend, östlich an Przosnysz vorbei und schwenkten südlich um die Stadt herum, die nur schwach besetzt sein sollte. Da ergab sich aber datz angesichts des überraschend schnellen Vormarsches der Deutschen eine russische Division nach Przasnysz geeilt war. Ter Angriff wurde beschlossen. Inzwischen hatten jedoch die Russen große Truppenmassen am Narew zusammengezogen und gegen Przasnysz in Marsch gesetzt. Zwei russische Korps gingen gegen den linken Flügel der deutschen Truppen vor. Trotzdem wollten diese auf die große Beute, die sich bot, nicht verzichten. Ein Teil noch verfügbarer Kräfte wurde zur Sicherung gegen den nahenden, weit überlegenen Gegner im Halbkreise aufgestellt und unter diesem Schutze stürmte am 24. Februar eine Reservedivision Przasnysz. lieber 10 000 Ge fangene, darunter 37 Offiziere, 36 Geschütze, 14 Maschinengewehre und viel anderes Kriegsgerät fielen in die Hand der Sieger. Allein es war höchste Zeit, die Beute in Sicherheit zu bringen; denn schon war die russische Uebermacht. gegen die ein Widerstand auf diesem vorgeschobenen Posten fruchtlos gewesen wäre, in bedrohliche Nähe gerückt. Unter sehr erheblichen Schwierigkeiten zogen sich unsere Truppen nordwärts in die große Verteidigungslinie im Orzhcbogen zurück, nachdem sie den russischen Drängern noch riesige Verluste zugefügt hatten. Ter kecke Sturm auf Przasnysz hatte eine sehr beträchtliche Wirkung: er täuschte den Feind, der nun an dieser Stelle den Feldmarschäll v. Hindenburg selber mit starken Kräften vermutete. Das machte sich in der Folgezeit für die Truppen des Generals v. Gallwitz aufs schwerste fühlbar. Denn nun warfen die Russen immer neue Korps hierher, um die Scharte der masurischen Winter schlacht auszuwetzen und die deutsche Linie in Richtung Soldau—. Neidenburg zu durchbrechen. Unter solchen Umständen konnte der deutsche Führer an die Fortsetzung seiner Offensive nicht mehr denken, sondern mußte eine hartnäckige Verteidigung vorbereiten, auf deren Gelingen die beteiligten Truppen stolz sein dürfen als auf eine der besten Waffentaten des deutschen Heeres. Unsere Stellung bildete bei Mlawa einen Winkel, da sie einerseits nach Südwesten auf Plock hin, andererseits nach Ostnordost über die Höhen nördlich Przasnysz hinweg verlief. In diesem Winkel schoben die Russen Ende Februar bis Anfang März ihre Truppenmassen zunächst langsam hinein— dann brachen diese mit unerhörter Wucht vor. Mlawa war ihr Ziel. In dichten, sich ständig er neuernden Kolonnen stürmten sie, ohne jede Rücksicht auf die furcht, baren Verluste, gegen die Stellungen östlich und südlich von Mlawa an. Aber die Menschenwogen brachen sich an dem Felsen deutscher Tapferkeit. Unsere Truppn hielten aus. Bei Temsk, östlich von Mlawa, findet man heute eine lange Reihe flacher, mit weißen Steinen eingefaßter russischer Massengräber vor den deutschen Drahthindernissen— ernste Zeugen des Mißerfolges, den 48 russische Kompagnien im Sturm auf 10 deutsche davongetragen haben. Ter Frost hatte die Sumpfgegend, aus der hier der Orzyc entspringt, gangkwr gemocht und so dem Feinde die Annäherung an unsere Stellung gestattet. Nachdem über 1000 Geschosse aus schlveren Geschützen in und hinter Demsk eingeschlagen waren, folgten die unaufhörlichen An griffe der Infanterie. In der Nacht des 7. März kamen sie bis unmittelbar an den Stachcldraht. Aber unsere Scheinwerfer und Leuchtpistolen verbreiteten genug Licht, um nun dem verheerenden Infanterie- und Maschin.engelvehrfeuer den Weg zu weisen. Was vom Feinde nicht viel, floh in die nächste Bodenfalte zurück, wo das Scheinwerferlicht die Verzweifelten bis zum Tagesanbruch fest' hielt. Dann ergaben sie sich den vorgesandten deutschen Pw trouillen. Viel Munition, 800 Gelvehre wurden genommen. Vor der Front fand man an dieser Stelle 300 tote Russen. Einige Kilometer nördlich aber, bei Kapusnik, wo der Feind in unsere Schützengräben eingedrungen war und durch einen verzweifelten Bajonettkampf wieder vertrieben werden mußte, liegen 906 Russen begraben— und 164 Deutsche. Im ganzen hatte der Feind bei seinen vergeblichen Angriffen auf Mlawa viele Tausende verloren; so viel, datz seine Kampf- kraft erschüttert schien und General v. Gallwitz mit teilweise frischen Kräften nun seinerseits einen Vorstoß versuchen konnte. Dieser begann am 8. März, kam aber am 12. März nördlich Przasnysz zum Stehen, da auch die Russen von neuem bedeutende Verstärkun- gen erhielten. Sie waren bald in großer Ueberzahl. Auf etwa 10 Armeekorps und 7 Kavallerie-Divisionen wurde ihre Stärke geschätzt. Wir mußten uns wieder auf die Verteidigung einrichten, und unsere Truppen, die zum Teil schon 4 Wochen lang in fast ununterbrochenem Kampfe gestanden hatten, mußten einen neuen harten Stoß aushalten. Ter ging diesmal nicht auf Mlawa zu, sondern nordöstlich von Przasnysz am Orzyc und Omulew hinauf. Er wurde nach russischer Eigenart in sehr zahlreichen und sehr heftigen Angriffen geführt. Man zählte vom 13. bis zum 23. März 46 ernstere Sturmversuche, 25 bei Tage, 21 bei Nacht. Falt alle brachen bereits im Feuer unserer Truppen zusammen, wenige gelangten bis in die deutschen Gräben. Besonders schioere Kämpfe fanden bei Jednorozec statt. Wieder erlitten die Russen erheb- liche Verluste, ohne ihrem Ziel näher zu kommen: die Südgrenze Altpreußens war wohl verteidigt und ein Einbruch in die Flanke unserer Oststellung undurchführbar. In der letzten Märzwoche flauten die russischen Angriffe ab, und seit Ostern herrscht an dieser Stelle der Kampffront meist Ruhe. Sie ist dem heldenmütigen Widerstande der Truppen des Generals v. Gallwitz zu danken. Sechs Wochen lang haben sie in Kälte und Nässe, in Schnee und Sturm ruhelos, unermüdlich die Heimat verteidigt und sich glänzend bewährt. Es war keine Schlacht mit weithin klingendem Namen— aber es waren viele, viele harte Kämpfe, deren Erfolg den mancher großer Schlacht übertrifft. In diesem Sechswochen-Ringen um das südliche Einfallstor in Alt- Preußen haben die Truppen des Generals v. Gallwitz 43 000 Russen gefangen genommen und gegen 25 000 getötet. Der Gesamtverlust des Feindes überschreitet sicherlich die Zahl 100 000. Wer unsere braven Truppen jetzt fröhlich in ihren Waldhütten und geräumigen Schützengräben hantieren sieht, vergißt beinahe, welch harte blutige Zeit hinter ihnen liegt. Aber die zahllosen Soldatengräbcr, die über das ganze blühende Land verstreut sind, und die Trümmer der Städte und Dörfer halten die ernste Erinnerung wach. Auch dieser Teil des Kriegstheaters hat viel Leiden, hat viele Helden gesehen. sW. T. B.) Der türkische Krieg. Der türkische Generalftabsbericht. Konstantinopel, 13. Juli.(W. T. B.) Der General- st a b berichtet von der Front an den Dardanellen vom 11. Juli. Bei Ari Burnu beiderseitige Beschießung ohne Bedeutung. Am Nachmittag beschoß ein Kreuzer unter dem Schutze von Torpedobooten und mit Hilfe eines Ballons einige Zeit ohne Erfolg unseren rechten Flügel und zog sich darauf zurück. Bei Sedd ul Bahr Artilleriekampf mit, I Pausen auf dem rechten Flügel und im Zentrum. Unsere anatolischen Batterien beschossen wirksam bei Mortoliman die Truppen, Batterien, Luftschiffhallen und Flugzeuge des Feindes. An den anderen Fronten hat sich nichts Wichtiges er- eignet. Der Seekrieg. Der U-Sootkrieg. Grimsby, 13. Juli.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der Fischdampfer„Hainton" ist gestern in der Nordsee von einem Unterseeboot versenkt worden. Tie Bc- satzung wurde gerettet. London, 13. Juli.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Besatzungen der Fischdampfer„Merlin" und„Emerald" sind heute in Lowestoft gelandet worden. Die beiden Schiffe waren durch Bomben, die von den Besatzungen deutscher Unterseeboote an Bord gelegt worden waren, in die Luft gesprengt worden. Gegen den Mißbrauch neutraler§laggen. Stockholm, 13. Juli. lW. T. B.) Gegen den Mißbrauch der schwedischen Flagge hat der König an die Lotsen- und Zollbehörden eine Verordnung erlassen, wonach sofort, Ivenn ein ausländisches Schiff mit Abzeichen einer anderen Narionalität, als dem Schiff wirtlich zustehen, in einen schwedischen Hafen einläuft, der Sachverhalt der Generalzollverwaltung tele- graphisch zu melden und die Ausklarierung nicht eher zu beWerk- stelligen ist, als bis die Genehmigung des Königs dazu eintrifft. Das Schiff darf bis auf weiteres nicht abgehen oder ausgelotit werden. Ein ausländisches Schiff, welckes fälschlich die schwedische Flagge oder schwedische Nationalitälsabzeichen führt, darf außer in Seenot nur bis zum nächsten Zollplatz gelotst werden, und der betreffende Lotse hat bei den betreffenden Zollbehörden die Ein- lotsung anzumelden. Stockholms„D agblad" bemerkt dazu, daß diese Be- stimmungen von allen mit Befriedigung begrüßt werden dürften, welche die Notwendigkeit einsehen, die Würde des Reiches und das Recht der schwedischen Flagge zu wahren. Maffenerwerb von Handelsschiffen durch Frankreich. Lyon, 13. Juli. lW. T. B.) Wie„Progres" meldet, bat der Wirtschaftsrat in seiner letzten Sitzung unter dem Vorsitze des Justizministers Briand den Beschluß gesaßt, datz der Staat 100 bis ISO Handelsschiffe im Ausland kaufen soll. Diese Maßnahme, deren Durchführung von autorisierten Personen als bevorstehend betrachtet wird, hängt mit der großen Kohleneinfuhr Frankreichs zusammen, um den Bedarf für den nächsten Winter zu decken. Die Aufnahme der deutschen Note in Amerika. London, 13. Juli.(W. T. B.) Tie„Time s" erfährt aus Washington, es bestehe kein Zweifel darüber, daß die Vorschläge der deutschen Note abgelehnt werden würden. Die gesamte amerikanische Presse finde die Vorschläge unerträglich, beleidigend, zynisch, zügellos und durchweg enttäuschend. Tie deutsch-amerikanischen Blätter und die Organe, deren Besitzer Deutsche seien, nähmen natür- lich einen anderen standvunkt ein. Aber wenn auch die ganze amerikanische öffentliche Meinung entrüstet und enttäuscht sei, so bestünden doch wenig Anzeichen, daß eine Krise heraus- beschworen werde. Von Krieg werde faktisch nicht gc- sprachen, über den Abbruch der diplomatischen Beziehungen werde weniger gesprochen als vor sechs Wochen. Obwohl man allgemein der Ansicht sei, daß weitere Verhandlungen mit vagen Worten zwecklos seien und darauf hingewiesen werde, daß nian handeln müsse, werde von allen Seiten bc- tont, daß nichts gesagt und getan werden dürfe, was die Frei- hcit des Handelns des Präsidenten beeinträchtigen könnte. Man argumentiere so; Man habe dem Präsidenten früher freie Hand gelassen, um den Standpunkt der Vereinigten taaten in Noten auseinanderzusetzen und er habe sich dieser Aufgabe vortrefflich entledigt, man müsse ihm also auch jetzt freie Hand lassen. Der Korrespondent der�„M o r n i n g P o st" in Washing- ton komint zu folgendem Schluß; Allgemein wird dargelegt, daß die Note nicht derart ist, daß es gerechtfertigt sein würde, wenn die Vereinigten Staaten zu ernsten Schritten ihre Zu- flucht nähmen. Die Kommentare der Presse sind entschieden in dem Sinne gehalten, man solle einen weiteren Druck auf Teutschland ausüben, aber den Frieden aufrechterhalten. Der Krieg und Sie Kolonien. Die Uebergabe von Deutfch-Süöwestafrika. London, 13. Juli. lW. T. B.) Das Uebergabeprotokoll von Teutschsüdwest ist von Botba, Gouverneur Seitz und Oberstleutnant Franke unterzeichnet. Das Protokoll bc- limmt noch, daß der Gouverneur einen Zivilbeamten und der Kommandeur der Schutztruppe einen Offizier beauftragen ollen, um ein Verzeichnis allen deutschen Staatseigentums im Schutzgebiet aufzustellen, das der Unionregierung aus- zuhändigen ist. Pretoria, 13. Juli.(W. T. B.) Amtlich wird die nachgeprüfte Ziffer der deutschen Gefangenen auf 204 Offiziere und 3 2 9 3 Mann angegeben. 37 Feldgeschütze und 22 Maschinengewehre wurden erbeutet. London, 13. Juli.(SB. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet aus Kapstadt: Wie verlautet, wird der Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika auf Ehrenwort freigelassen werden. Er wird seinen Wohnsitz in Grootfontein nehmen, wo eine Gattin sich bereits befindet. Zerstörung üer„Königsberg*. London, 13. Juli. Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Admiralität teilt mit, daß die Monitore„Severn" und Mersey" den deutschen Kreuzer„Königsberg" in der Mündung des Rufidji am 4. und 11. Juli beschossen und gänzlich zerstört haben. Zu der Meldung der englischen Admiralität gibt das Reutersche Bureau noch folgende Einzelheiten. Die Lage des Kreuzers „Königsberg" machte den Angriff höchst mühsam. Nur Fahrzeuge mit geringem Tiefgang konnten dicht genug herankommen. Nachdem ein Flieger genau den Platz festgestellt hatte, wo das Schiff lag, dampften die Monitore am 4. Juli flußaufwärts und eröffneten daS Feuer. Die„Königsberg" antwortete sofort mit gutgezielten schnellen Salven aus fünf Kanonen. Die„Mersey" wurde wurde zweimal getroffen. Eine Granate tötete vier Mann. Da die„Königsberg" ganz im Gesträuch lag, hatten die Flieger die größte Mühe, festzu- stellen, von wo aus geschossen wurde. Am Anfang des Gefechts wurde das deutsche Schiff fünfmal getroffen. Nach dem sechsten «Schuß meldeten die Flieger, daß die Masten noch stünden. Dann traf eine Salve die„Königsberg*, so daß die Flammen zwischen den Masten ausschlugen. Dennoch feuerten die Deutschen mit einer Kanone mit Unterbrechungen weiter. Schließlich schwieg das Geschütz, entweder wegen Munitionsmangels oder weil es beschädigt war. Die„Königsberg* war zwar nicht gänzlich vernichtet, aber doch außerstande zu kämpfen. Am 11. Juli wurde die„Königsberg* in einem zweiten Angriff ganz vernichtet. Der Kreuzer„Weymouth" und„Pioneer* halsen den Monitoren durch Beschießen der an der Küste aufgestellten Geschütze. Die„Weymouth" hatte zwei Ver- wundete. sAn merkung der Redaktion des W. T. B.: Von deutscher Seitz liegen über die vorstehenden Nachrichten noch keine Meldungen vor.)_ England das �feindliche Prinzip"— mit Rußland eine Verständigung möglich! Von„sehr geschätzter Seite" erhalten die „Berliner Neue st en Nachrichten" einen Artikel, in dem es heißt: „In Deutschland weiß man schon seit Klausewitz, daß im Kriege von vornherein jede verfügbare Kraft anzuspannen ist, um zum Ziel zu kommen. England lernt das erst, nachdem die Hoffnung fehl- geschlagen ist, auch diesen Krieg wieder von den Heeren der Ver- bündeicn schlagen zu lassen und sich mit Subsidicn zu be- gnügen. Für uns aber erhellt aus der Entwicklung, daß wir mit unserer Kriegsführung gegen England den richtigen Weg beschritten haben. Nicht nur zu der unvermeidlichen großen Auseinandersetzung mit eigenen Mitteln haben wir Eng- land gezwungen: der Feind ist jetzt soweit, daß er die letzte Reserve heranholt. DaS ist gelungen, weil wir England auf dem Wirtschaftsgebiet, d. h. an seiner Achillesferse, getroffen haben. England weiß sehr gut, warum es den amerikanischen Präsidenten als Vorspann benutzen möchte, um womöglich jetzt noch den von unseren Unterseebooten geführten Wirtschaftskrieg zu beseitigen und so wieder Luft zu bekommen. Es wäre kein freundschafllicher Akt gegen Deutschland, wenn die Vereinigten Staaten sich zum Für- sprecher einer solchen für uns selbstmörderischen Politik machen würden. Aber es steht außer Frage, daß Deutschland f e st und unerschütterlich an seinem Kriegsprogramm gegen seinen gefährlichsten Feind sesthaltenund Eng- land darüber belehren wird, daß der Ursprung seiner Weltherrschaft nicht mehr unverwundbar ist. Nur aus diesem Wege können wir uns und die Welt von dem englischen Alb befreien: auf diesem Wege wird es aber auch gelingen! Von Rußland trennen uns b e st i m m t e politische Fragen, für die eine Er- ledigung denkbar ist. und eine Verständigung braucht nicht als unmöglich angesehen zu werden. Frankreich wollte einen alten Groll zum endgültigen Austrag bringen; mit den Mitteln des SoldatenkricgeS vollzieht sich diese Abrechnung. AIS feindliches Prinzip aber, das mit allen Mitteln der Beeinflussung der Menschen, mit Geld, Versprechen, Drohungen, Verhetzung uns den Lebcnsatem abschnüren, auf die Grenzen eines ärmlichen Binnenstaates uns .zunickwerfen will, steht das englische Weltreich uns gegenüber: weilaus der schlimmste Feind an Gesinnung und Art der Kampfsührung, bereit, nach uns jede folgende Macht zu ver- »lichten, die eS wagte, das göttliche Recht Englands auf Seeherr- fchaft in Zweifel zu ziehen. Dies Prinzip muß in sich selb st vernichlet werden. Unsere Unrerseeboote werden sich rühmen können, diese historische Mission zu einem wesentlichen Teil durchgesührt zu haben." Auch ,. P o st" und„Krcuz-Zcitung" bringen gleichzeitig diesen Artikel. Weite Kreise des Volkes sind bekanntlich völlig anderer Ansicht. Die Irieüensbewegung in Englanü. Die Berichte des„Labour Leadcr" zeigen. daß die Friedensbewegung in England, die von der dortigen re- gierungsfreundlichen Tagespresse abgesehen, von gelegentlichen Denunziattonen und Verleumdungen totgeschwiegen wird, im ganzen Land rege wird und Anhang wirbt. Am Juni sprach R a m s a y Macdonald in Birminghanr in einer von über 500 Personen besuchten Versammlung der Union für demokratische Kontrolle. Er sagte u. a.:„Wie man auch über diesen Krieg denke, die große Masse des englischen Volkes nimmt diesen mit dem festen Entschluß hin, daß er der letzte sein soll. Dies. strebt auch die Union an, die keine Stopp- den- Krieg- Organ- - nisation ist. Das britische Volk will nicht, daß der Frieden hinter seinem Rücken geschlossen werde. Wir dürfen nicht glauben, daß die militärischen Operationen allein_bcii Frieden bringen können. Das Werk der Soldaten kann Schwierigkeiten nur verschieben, aber nicht einen Weg aus dem Dickicht der Irrtümer und Mißverständnisse finden. Ein bloß von den Militärs oder den Diplomaten geendeter Krieg ohne eine aufgeklärte öffentliche Meinung hinter sich, hätte stets andere Kriege im Gefolge." Uebcr die allgenicine Wehrpflicht sagte Macdonald:„Das Land ist ihr näher als jemals in seiner Geschichte. Ich bin ein Friedens- freund durch und durch und entschiedener Gegner des Dicnstzwangs, aber ich muß sagen, daß. wenn dieses Land eine Politik fortsetzen wird, die den Krieg unvermeidlich macht, ich einer der ersten sein werde, zu erklären, daß ein Volk, das diese Politik akzeptiert, auch ihre Folgen hinnehnicn muß— nämlich die Vernichtung der Demokratie und die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht." Macdonald gab zum Schluß der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Friedcnssehnsucht im Volk siegen werde.— Eine Resolution, die den Zielen des Verbandes zustimmt, wurde mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Der Verband hat in der letzten Zeit eine Reihe von Ortsgruppen in London und der Provinz ins Leben gerufen. Zustimmungen kommen von vielen Gewcrkschaftcit, Sonntagsschulen u. a. Die Zahl der vom Verband heraus- gegebenen Flugblätter beträgt schon 13. Das vorletzte be- handelt die Polcnfrage, das letzte, von Norman A n g c l I, heißt:„Der Preuße in unserer Mitte". Auch eine größere Broschüre„Ein ehrenvoller Frieden", von Vernon Lee, ist erschienen, weitere werden folgen. Mit dieser Propaganda parallel geht die der llnab- hängigen Arbeiterpartei. So hat Genosse Bruce Glasier in Südwales acht Versammlungen abgehalten, davon sechs unter freiem Himmel. In C e r m a v o n, wo über 700 Personen anwesend waren, sprach auch der wallisische sozialistische Barde Nicholas m gä- lischer Mundart.— Eine glänzende Versammlung der I. L- P. hat in Rochdale stattgefunden. Bemerkenswert ist, daß der Parlamcntskandidat für West- Birmingham Knccshaw mit einem entschieden antinationalisttschen Pro- gramm auftritt und in seinen Reden die Haßpropaganda be- kämpft. Auch die neugegründete Frauen-Friedens-Union hat schon mit Versammlungen begonnen. französische frauen für üen frieden. Das britische Komitee des Haager Frauen-Fricdens- kongresses hat einen Bericht herausgegeben, der u. a. auch ein an den Kongreß gelangtes Schreiben einer Gruppe bekannter französischer Frauenrechtlerinnen enthält. Es legt dar, daß es der natürliche Beruf der Frauen sei, für den Frieden zu wirken, und wendet sich gegen das Schlagwort, daß die Friedensarbeit erst nach dem Krieg beginnen und dieser„bis zum bitteren Ende" durchgekämpft werden müsse.„Denen, die von uns das Schweigen als patriotische Pflicht fordern, legen wir die Frage vor: Wie lange sollen wir schweigen? Bis Frankreich und Belgien vom Eindringling befreit sind? Aber wenn jetzt andere Länder besetzt werden, sollen die Frauen dieser betroffenen Länder dann unserem Beispiel folgen, um ein internationales Zusammenwirken abzulehnen und die Kette des Mißtrauens und des Hasses soll ewig sein? Lasset uns zeigen, daß in der Weigerung, selbst für kurze Zeit, Gefahr liegt. Es ist nicht immer leicht auszuharren» aber um wie viel schwer ist, aufs ueue beginnen! Spaniens Neutralität. Paris, 12. Juli. iW. T. B.) In einem Interview, das der spanische Ministerpräsident Dato dem Vertreter des„TempS" in Madrid gewährt hat, sprach sich Dato eingehend über die Ziele seiner Politik, besonders über die Haltung der spanischen Parteien gegenüber der Neutralität aus. Er erklärte, es sei ein Sophismus zwischen der Neutralität des Staates und der Neutralität der Nation unterscheiden zu wollen, wie die liberalen Parteien dies versuchten. Das Mißtrauen der Libe- ralen gegen die Regierung fei durchaus unbegründet. Es gebe für die Regierung nur eine Neutralität, und zwar eine solche, die daS Vertrauen aller Staaten genieße, die Spanien mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt hätten. Sich dieses Vertrauens würdig zu erweisen, sei das Ziel der Neutralität der Regierung. Diese Auffassung der Neutralität entspreche auch der Auffassung der großen Majorität des Landes. Die Regierung könne nicht zulassen, daß diese oder jene Partei oder Fraktion ihr eine Auffassung aufzwingen wolle, deren Parteilichkeit und Heftigkeit jeder Neutralität zuwiderlaufe. Die Regierung werde in dieser Richtung mit äußerster Energie vor- gehen und keinen verdächtigen Einfluß dulden. Deshalb habe die Regierung jede Polemik über die internationale Frage untersagt, die in Wirklichkeit nur einen Borwand für die gewöhnlichen Partei- kämpfe bilden würde. Die Regierung werde im gegebenen Augen- blick Rechenschast ablegen können über das, was sie für den Schutz und die Interessen der Nation getan habe. Man werde dann sehen, daß das Werk nicht vergeblich gewesen sei. Ein neues Rotbuch. Wien, 13. Juli.(W. T. B.) Der Minister des Auswärtigen veröffentlicht ein umfangreiches R o t b u ch, das diplomatische Akten- stücke betreffend die Beziehungen Oesterreich-Ungarns zu Italien in der Zeit vom 20. Juli 1914 bis zum 23.Mai191S enthält. Die Aktenstücke bestehen zum allergrößten Teil aus Mit- teilunge» und Erlassen deS Ministers des Auswärtigen an den Botschafter in Rom und aus dessen Berichten nacki Wien. Die Verhandlungen zwischen der österreichisch-ungarischen und der italienischen Regierung betrafen zuerst die Auslegung des von Kompensationsrechten sprechenden Artikels VII deS Dreibund- Vertrages, dann die Anwendung dieses Artikels auf den Krieg Oesterreich-IIngarns gegen Serbien und Montenegro. Dabei stellte die italienische Regierung das Verlangen, daß Oesterreich- Ungarn noch vor dem Wiederbeginn der Altion gegen Serbien Italien Kompensationen, und zwar aus eigenem Besitze, bewillige und die abzutretenden Gebiete sofort übergebe. Die Konversationen und Verhandlungen wurden in Wien geführt: doch kam es gleich- zeitig zu Unterredungen zwischen dem österreichisch- ungarischen Botschafter in Rom und dem italienischen Minister des Auswärtigen. Auch nachdem Italien am 4. Mai das Bündnis als aufgehoben erklärt hatte, dauerte die Dis- kussion noch fort, die nun aber hauptsächlich in Rom ge- führt wurde. Da die österreichisch-ungarische Regierung zwar ihre ursprünglichen Zugeständnisse erhöhte, aber einen Teil der Forde- rungen Italiens nicht bewilligte und sich auch nicht zu sofortiger Uebcrgabe der Gebiete, die zu opfern sie bereit gewesen wäre, verstehen wollte, erklärte die italienische Regierung am 23. Mai den Krieg. Die Sammlung fügt zu den schon bekannten Hauptzügen Einzelheiten hinzu und man ersieht aus ihr mit vollster Deut- lichkeit die mala fickss der italienischen Regierung inallenPhasen derVer- Handlungen. Aus den Berichten des Botschafters Macchio geht u. a. her- vor, doß Sonnino sowohl den König wie die meisten seiner Minister- kollegen über die Angebote Oesterreich-UngarnS und auch über die Stimmung im Auslände falsch unterrichtete, und daß der Generalstab, wie es scheint, unterstützt durch die Darstellungen des italienischen Militärattaches in Wien, die Schwierigkeiten eines Krieges gegen Oesterreich- Ungarn stark unterschätzte. Als eine Hauptstütze der Kriegspartei erscheint der Minister der Kolonien Martini. Ein dem Aktenstück aus dem Jahre 1914/15 beigefügter Anhang enthält Schriftstücke aus den Jahren 1909, 1911 und 1912, die beweisen, daß die österreichisch-ungarische Aus- lcgung des Artikels VI! deS Bündnisvertrages früher auch von der italienischen Regierung geteilt wurde und daß die Berufungen der- selben auf die Vorgänge im tripolitanischen Kriege haltlos waren, daß dagegen Oesterreich-Ungarn aus dem damaligen Vorgehen Italiens Präzedenzfälle zur Widerlegung der italienischen Anwürfe holen konnte. Italienische Maßnahmen zur gesteigerten Munitionsherstellung. Rom, 13. Juli. iW. T. B.)„Tribuna* meldet: Der König hat im Hauptqualtier ein Dekret unterzeichnet, durch daS ein Komitee für die intensivere H e r st e l l u n g von Waffen und Munition ernannt wird, an dem der Minister- Präsident sowie die Minister des Sckatzes, des Krieges und der Marine teilnehmen. Zugleich wurde Generalleutnant Alfreds Dellolio zum Unlerstaatssekretär für Waffen und Munition ernannt. Rußlanüs vertrag mit �apan. Das„Hamburger Fremdcnblatt" weiß zu melden, daß es sich zuverlässigen Mitteilungen zufolge bei den eifrig ge- führten russisch-japanischen Verhandlungen um den Abschluß eines Defensiv- und Offensivbündnisses drehe. Rußland sei bereit, lveitgehcnde wirtschaftliche Zugeständnisse an Japan zu machen, weil es dadurch größere Unabhängigkeit seinen Bundesgenossen, besonders England gegenüber, zu erlangen hofft. Verurteilung öer Ausschreitungen in Süöafrika. Haag. 13. Juli.(W. T. B.) Aus' Südafrika wird berichtet. daß die Angriffe des e n g l i s ch e n P S b e l§ auf das Eigentum von Deutschen und Holländern in Johannesburg, Durban und anderen Orten bei der holländischen Bevölkerung Südafrikas all- gemein große Empörung ausgelöst haben. Der Oberrichter Krause, der ein entschiedener Gegner deS Auf- standeS von Dewet ist, hat gesagt, angesichts dieser Schandtaten ver- sinke das Vergehen der Aufständischen in nichts.— Fast überall werden selbständige Kandidaten der nationalen englandfeindlichen Burenpartei gegen die Parteigänger Bolhas aufgestellt. Die Buren haben in den größten Städten wie Pretoria und Pietermaritzburg Ausschüsse zur Ilnlerstiitzung der durch die Plünderung verarmten Deutschen gebildet. Geld zur Unterstützung der Deutschen strömt von allen Seiten zusammen, namentlich von der Landbevölkerung. Einer der bekanntesten Burenführer hat auf einer großen Ver- sammlung gesagt: Die Deutschen haben den Buren in ihrer Not nicht nur durch die Tat, sondern auch mit Geld geholfen. Jetzt ist uns die Gelegenheit gegeben, uns dankbar zu erweisen. Ankunft deutscher Kriegsinvaliüen aus Frankreich. Konstanz, 12. Juli./z8 Uhr vom Jugendheim, Maximilianstr. 13 a. Für den Nord- bezirk pünttiich 8 Uhr nach der Nordbahn/ Wollankstraße. Fahrgeld 20 Ps. Mundvorrat, Trinkbecher und Badezeug ist mitzubringen. Sriefkaften üer ReÜaktion. Die iuriststche Sprechstunde sindet lür Abonnenten Lfudenstr. 3, IV. Hos rechts, parterre, am Montag bis Freitag von t bis 7 Uhr, am Sonnabend von 5 bls 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrag« ist ein Buchstabe und ein« Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnementsanitlung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen tröge man in der Sprechstunde vor. Bcrtragc, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. Preußen 33. 1. Ja. 2. Ja. Sollten Sie eine Klage erhalten, kommen Sie mit sämtlichen Schriftstücken in die Sprechstunde. 3. Ohne vorherige Klage kann die Abholung der Sachen nicht erfolgen.— Ziethen. Wenn kein Testament vorliegt, erbt der überlebende Ehegatte die Hälfte und die andere Hälste erben die Eltern des Verstorbenen oder deren Ab- kömmlingc.— K. P. IVO. Ja. Geburtsurkunde und Scheidungsurtcil. — L.®. 500. Es ist nicht wahrscheinlich, daß Sie nochmals eingezogen werden.— E. E. 100. 1. Ja. 2. Abschrift können Sie jederzeit ver- langen.— Wjatka. Ihr Bruder hastet sür die Miete; der Wirt kann event. die Sachen pfänden.— H. W. Sie können zum Kriegsdienst berangezogen werden, aber wohl kaum zum Dienst mit der Wafie. Der Landsturm ohne Waste wird jetzt schon einberufen.—&. 72. 1. Wann Ihr Jahrgang einberufen wird, können wir nicht wissen. 2. Das können Sie ja versuchen.— Klawe 2. 1. Erkundigen Sie sich bei einem Glaser. 2. Ber- suchen Sie, doch darauf hinzuwirken, daß der Bertrag im Guten gelöst wird. — Erna 5. Die Zahlen haben keinerlei Bedeutung.— E. B. 100. Die Zahl allein hat keinen Bezug auf die Erkrankung; sie ist jedenfalls nur eine rein militärische Bezeichnung.— O, R. II. 1. Chronische Krankheiten der Almungsorgane; Landsturm ohne Waffe, Armierungs- soldat. 2. Ja.— E. L. 3. 1. Ja. 2. An das Bataillonskommando des, jenigen Regiments, von dem der Kriegsgefangene eingezogen wurde.— R. M. 19. Sie sind wegen Herzkrankheit aus 8 Wochen zurückgestellt.— I. L. 100. Landswrm ohne Waffe; Zlrmierungssoldat. h 73 bedeutet: Erweiterung der Blutadern(Krampsadcrgeflechtc).— A. 5. Die Unterstützung kann Ihnen in diesem Falle entzogen werden.— <9. N. 26. Geben Sie die Klage in der'Anmeldestube des Gerichts, in dessen Bezirk der Schuldner ivohnt, zu Protokoll. — I. F. 13. Bevor die Krankheit nicht behoben ist, werden Sie fichcr nicht eingezogen.— I. K. 48. 1. Ja. 2. Warten Sie erst die Eni- schetdung des Gerichts in der Sache ab; nachdem können Sie immer noch Klage einreichen. 3. Erkundigen Sie sich bei der zuständigen Gcwerkschasis- organisation. 1. Je nach dem Objekt; die Kosten sind nicht gering. 5. Ihre Ansicht ist sicher irrtümlich; auch in dem Fall wird gegen den Mann oerhandelt.— Körber. Wenn Ihr Mann sür Ihren Unterbalt ge- sorgt hat, haben Sie Anspruch auf Unterstützung.— L. B. Nein.— 100 H. 6». 1. Der Lohn des zur Alimentation Verurteilten konn mit Beschlag belegt werden. Der Vater des Sohnes hastet nicht sür die Alimentation. Das Urteil ist vier Wochen nach Zustellung desselben rechtskräftig. 2. Ja.— K. K. 87. Der Antrag aus Kriegsunter- stützung ist an die Steuerkasse zu stellen.— K. M. 18. Nein. — E. M. 1. Wenden Sie sich an den„Bund sür Mutterschutz", Berlin- Wilmersdorf, Sigmaringenstraße 25.— E. Z. 9. 1. DaS halten wir sür eine beträchtliche Uebertreibung. 2. Darüber könne» wir leider keine Ausklärung geben.—<9. Z. K8. Kommt aus die Fragestellung an: lieber wen wurde Gericht gehalten? über m i ch. lieber wem(wo) hat der ifg gehalten? direkt über mir.— Pf. 35. Wenden Sie sich an die ofttelevenschule in Eberswalde.— H. K. 999. Ja, sonst ist der Stein verloren. WetterauSsichten für das mittlere Rorddeutschlnnd bis Tonnerstagmittag. Zunächst ostwärts fortschreitende Erwärmung und besonders im Osten vielfach heiter, später im Westen und dann auch östlich der Oder neue Trübung und leichte Regenfälle; strichweise Gewitter. ist Meßs-�oinironck auch das Kaffeegetränk für Kranke und Kinder. Mit dem angenehmen kaffeeähnlichen Geschmack und seiner Bekömmlichkeit verbindet Kriegs-Kornfrandt noch den Vorzug der Billigkeit. Kriegs- Kornfranck\ ist j überall zu haben! Ganzes Paket 50 Pfennig, halbes Paket 26 Pfennig,