Nr. 194. 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis prānumerandes Bierteljährl 3,30 ML, monatl. 1,10 m wöchentlich 25 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Post Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland 4 Marf pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. füz Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 fg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes meitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Nr. 151 90-151 97. Freitag, den 16. Juli 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplat, Nr. 151 90-151 97. Prasnysz den Ruffen wieder abgenommen. Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 15. Juli 1915.( W. Z. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. In Südflandern sprengten wir gestern westlich von Wytschaete mit gutem Erfolge Minen. In der Gegend von Souchez griffen die Franzosen, zum Teil mit stärkeren Kräften, an verschiedenen Stellen an. Sie wurden überall zurückgeschlagen. Nordwestlich vom Gehöft Beau Séjour in der Champagne kam ein feindlicher Handgranatenangriff infolge unseres Minenfeuers nicht zur Durchführung. Die Franzosen machten gestern bis in die Nacht hinein wiederholte Versuche, die von uns eroberten Stellungen im Argonnenwalde zurückzuerobern. Trok Einsages großer Munitionsmengen und starker auch neu herangeführter Kräfte brachen sich ihre Angriffe an der unerschütterlichen deutschen Front. An vielen Stellen kam es zu erbitterten Handgranaten. und Nahkämpfen. Mit ungewöhnlich hohen VerIusten bezahlte der Gegner seine ergebnislosen Anstrengungen. Die Zahl der französischen Ge. fangenen hat sich auf 68 Offiziere 3688 Mann erhöht. Der Erfolg unserer Truppen ist um so bemerkenswerter, als nach übereinstimmenden Gefangenenaussagen die Franzosen für den 14. Juli, dem Tag ihres Nationalfestes, einen großen Angriff gegen unsere Argonnenfront vorbereitet hatten. Auch östlich der Argonnen herrschte gestern erhöhte Gefechtstätigkeit; im Walde von Malancourt wurden Angriffsversuche des Feindes durch unser Feuer verhindert. Im Priesterwalde brach ein französischer Vorstos verlustreich vor unseren Stellungen zusammen. Ein französisches Flugzeug wurde beim Ueberfliegen unserer Stellung bei Souchez getroffen und ging brennend in der feindlichen Linie nieder, ein zweites wurde bei Hénin Liétard heruntergeschossen. Führer und Beobachter fielen verwundet in unsere Hände. Deftlicher Kriegsschauplah. In kleineren Gefechten an der Windau abwärts Kurschany wurden 2 Offiziere 425 Russen zu Gefangenen gemacht. Westlicher Kriegsschauplatz. Südlich des Njemen in der Gegend von Kalwaria eroberten unsere Truppen bei Franciszkowo Regierung und Kohlenbergbau. und Osowa mehrere russische Vorstellungen und behaupteten sie gegen heftige Gegenangriffe. Nordöstlich Suwalki wurden die Höhen von Olszanka von uns erstürmt, 300 Russen gefangen genommen und zwei Maschinengewehre erbeutet. Südwestlich Kolno nahmen wir das Dorf Krusca, sowie feindliche Stellungen südlich und östlich dieses Dorfes und südlich der Linie Tartat- Lipniki. 2400 Gefangene und acht Maschinengewehre fielen in unsere Hand. Die Kämpfe in der Gegend von Przasnysz wurden erfolgreich fortgeführt. Mehrere feindliche Linien wurden von uns genommen und die in den letzten Februartagen heiß umstrittene und von den Russen stark ausgebaute Stadt Przasnysz felbst von uns besett. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht.. Wien, 15. Juli.( W. Z. B.) Amtlich wird verlautbart, 15. Juli 1915, mittags: Russischer Kriegsschauplaş. Am Die allgemeine Lage hat sich nicht geändert. Dnjestr abwärts Nizniow kam es am nördlichen Flußufer an mehreren Stellen zu erfolgreichen Kämpfen unserer Truppen, wobei 11 Offiziere und 550 Mann des Feindes gefangen wurden. Italienischer Kriegsschauplay. wurGegen einzelne Stellen des Plateaus von Doberdo unterhalten die Italiener wieder ein lebhafteres Geschüßfeuer. Sie versuchten auch mehrere Infanterieangriffe, namentlich zwischen Sdrausfina und Polazzo, den aber, wie immer, unter großen Berluften zurückgeschlagen. Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiete hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant. B Man schreibt uns: Die Verordnung des Bundesrates über die„ Errichtung von Vertriebsgesellschaften für den Steinkohlen- und Braunfohlenbergbau" ist reichlich unklar, vor allem weil man nicht weiß, was eigentlich damit bezweckt wird. Die Lage der Kohlenindustrie ist zurzeit dadurch charak terisiert, daß die Produktion erheblich eingeschränkt werden mußte, weil erstens der Absatz geringer geworden ist, zweitens die Arbeitskräfte recht knapp sind, zumal gelernte Bergleute nicht leicht zu erseßen sind. Indessen kann von Kohlenmangel absolut nicht die Rede sein. Zu regulieren ist die Preisfrage. Nicht nur haben die Verbände, das Rheinisch- westfälische Syndikat, die Braunkohlensyndikate und die Oberschlesische Konvention, die Preise bedeutend erhöht, sondern stellenweise scheinen die Händler die Lage auszubeuten und den Abnehmern, besonders den Kleinhändlern überhohe Preise aufzuzwingen. Dieser Preistreiberei wäre indessen sehr leicht durch eine einfache Verordnung über Höchstpreise zu begegnen. Die erlassene Verordnung geht indessen weit über dieses Ziel hinaus. Der Hauptartikel lautet: Die Landeszentralbehörden werden ermächtigt, die Besizer von Steinkohlenbergwerken und Braunkohlenbergwerken allgemein oder für bestimmte Bezirke oder für bestimmte Arten von Bergwerkserzeugnissen ohne ihre Zustimmung zu Gesellschaften zu bereinigen, denen die Regelung der Förderung sowie der Absat der Bergwerkserzeugnisse der Gesellschafter obliegt. Die Landeszentralbehörden mehrerer Bundesstaaten können für ihre Gebiete oder Teile davon gemeinsame Gesellschaften zu den bezeichneten Zweden bilden. Nun bestehen aber festgeschlossene Verbände in der Kohlenindustrie, die diesen Zweck verfolgen, und man fragt sich, wozu die Schaffung besonderer Gesellschaften, die offenbar nichts anderes sein können als 3mangssyndikate, nötig ist. In der erläuternden Mitteilung", die von amtlicher Stelle der Presse zuging, wird diese Frage nicht beantwortet. Es befindet sich aber darin der Hinweis, daß der Vertrag, auf dem das Rheinisch- westfälische Syndikat beruht, am 31. Dezember 1915 abläuft und die Zechen bereits vom 1. Oktober an Kohle zur Lieferung über diesen Termin hinaus freihändig verkaufen können. Die Auflösung des Syndikats, heißt es dann, könnte zu Erschütterungen führen, die während des Krieges und der auf ihn folgenden Jahre" verhütet werden müssen. Man kann füglich bestreiten, daß die Auflösung des Syndikats wirklich zu erwarten ist, und noch mehr, daß ste zu wirtschaftlichen Erschütterungen führen muß. Vielmehr wäre zu erwarten, daß auch ohne den Eingriff der Regierung die Syndikatszechen den Vertrag provisorisch erneuert hätten und die Außenseiter haben während des Kriegs kaum die Möglichkeit, den Kampf aufzunehmen. Zumal wenn Höchstpreise festgesett wären, fonnte man den Dingen mit Ruhe entgegensehen. Gebiete westlich der Straße Binarville- Vienne- Le Château bis Marie Thérèse an. Westlich der Argonnen tamen unsere Angriffe über die Straße nach Servon hinaus und sicherten Dieser Hinweis auf die Gefahren einer Auflösung des Der französische Tagesbericht. uns den Besitz eines Beaurainsgehölz benannten kleinen wichtigsten Syndikats legte die Vermutung nahe, daß die ReParis, 14. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Bericht Gehölzes. Zwischen Marie- Thérèse und Haute- Chevauchés gierung dem Syndikat beispringen und einen Drud auf die - Außenseiter ausüben will. Diese Vermutung wird aber dadie der Feind gestern er durch widerlegt, daß Herr Emil Kirdorf, der Leiter des Synvon heute nachmittag. In Belgien griffen die Deut- überschreiten die Gewinne, an feiner Stelle 400 Meter. In den difats, in einer Zuschrift an ein Berliner Blatt erklärt, daß schen nach dem im gestrigen Abendbericht gemeldeten Bom- zielen konnte, bardement die von den englischen Truppen südwestlich von Vogesen war heftiges Bombardement in La Fontenelle. er diesen„ Eingriff in die freie wirtschaftliche Tätigkeit nur Bilfelm in der Nacht vom 5. zum 6. Juli auf dem Dstufer Unserer Lufschiffahrt gelang es im weiteren Verfolg ihrer bedauern fann", und versichert, daß aus den Kreisen des des Kanals eingenommenen Schüßengräben an. Sie wurden Bombardementsunternehmungen, gestern am Bahnhof Libe- Syndikats niemand von der Regierung zu den Beratungen leicht zurückgeworfen. Im Gebiet nördlich von Arras court( militärische Abzweigung zwischen Douai und Lille) be- herangezogen worden sei. Ein Geschwader von Somit bleibt nur die Annahme, daß die Regierung die fanden im Laufe der Nacht nur einige Rämpfe mit Hand- deutende Zerstörungen anzurichten. granaten von Schüßengraben zu Schüßengraben nördlich des 20 Flugzeugen belegte Gebäude und Schienenstränge mit 24 Gelegenheit ergreift, um sich entscheidenden Einfluß auf den Schlosses von Carleul und im Labyrinth statt. Arras und 90- Millimeter und 16 155- Millimeter- Granaten, Stanonen- Gang der Dinge in der Kohlenindustrie zu sichern. Es fragt sich nur, was dabei bezweckt wird? Bekanntlich wurde bei Soissons wurden mit großkalibrigen Granaten beschossen. Im flugzeuge( avions canons), die das Geschwader begleiteten, Den Steuerplänen in den letzten Jahren von verschiedenen Sommegebiet, in Frise Fay, westlich von Péronne bombardierten einen Eisenbahnzug, der zwischen zwei Bahn- Seiten auch eine Steuer auf Kohlen angeregt, ein sowie in der Champagne bei Perthes Minenkampf. In den höfen anhielt, und zwangen ein Albatrosflugzeug zum Landen. Blan, der durchaus verfehlt erscheint, da es sich um eine der Argonnen wurden Angriffe der Deutschen, welche sich auf das Gebiet zwischen Marie Thérèse und Haute Chevauchée konzentrierten, endgültig angehalten. Zwischen Ma as und Mosel, im Walde bei Apremont Kanonade ohne Infanterieaktion. Von den übrigen Fronten ist nichts zu melden. Die englische Rekrutierung. London, 15. Juli.( W. T. B.) Das Kriegsamt hat die Leute, die wegen schlechter Zähne, schwacher Augen und geringer törperlicher Fehler zurückgewiesen waren, aufgefordert, sich zu erneuter ärztlicher Untersuchung zu stellen. Paris, 15. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend. In Belgien bombardierte der Der italienische Krieg. Feind Furnes. Wir führten ein Vergeltungsfeuer gegen das deutsche Lager in Middelkerke aus. Im Gebiete nördlich Arras Italiens Kriegspläne. versuchten die Deutschen zweimal, aber vergeblich, aus ihren Schüßengräben bei Souchez herauszukommen. Im ganzen Abschnitt Secolo" berichtet, der Besuch des Generals Porro an der Mailand, 15. Juli.( W. T. B.) Der Pariser Korrespondent des war die Kanonade ununterbrochen. In Arras litt besonders französischen Front habe den Zwed gehabt, über die Möglichkeit des das Kathedraleviertel uuter dem Bombardement. Drei Zivi- Bufammenarbeitens mit den verbündeten Streitkräften Klarheit zu listen wurden getötet. Im Aisnetal fand ziemlich heftiger schaffen und den Augenblick für einen gemeinsamen Angriff Artilleriekampf statt. In den Argonnen griffen wir vom festzusetzen. gefährlichsten indirekten Steuern handeln würde, die überhaupt denkbar sind. Unter den bestehenden Verhältnissen würde nämlich eine solche Steuer sicher auf die Verbraucher abgewälzt werden, und wahrscheinlich würde die Belastung der Bevölkerung viel größer sein, als den Einnahmen, die der Staat erzielen könnte, entspricht. Eine andere Frage wäre die Verstaatlichung des Kohlenbergbaues. Soweit es sich dabei um fiskalische Zwecke handelt, kommt in Frage die Ueberführung des Profites aus den Händen Privater an den Staat; führt darüber hinaus das Monopol zu einer Verteuerung, so treten alle Uebel der Kohlensteuer in lichung unannehmbar, wenn damit eine Beeinträchtigung der verstärktem Maße ein. Für die Arbeiter wäre die VerstaatKoalitionsfreiheit der Bergarbeiter verbunden sein sollte. Wie immer man sich zur Frage der Verstaatlichung des Bergbaues stellt, dürfte aber jedenfalls die Zeit nach dem Kriege recht ungeeignet sein, solche Pläne zu realisieren. Diese erfordern nämlich finanzielle Operationen von gewaltigem Umfange, und es scheint nicht gerade, daß in den Jahren nach dem Kriege die Verhältnisse dafür günstig sind. Es wäre verfehlt, solche Operationen dann vorzunehmen, wenn der Kredit teuer ist, der Staat also, um die kapitalistischen Grubenbesitzer zu enteignen, gewaltigen Tribut an die Eigner des Leihkapitals zahlen müßte. Nun ist aber in neuester Zeit die Tendenz vorhanden, staatliche Interessen mit privatnionopolistischen zu der- knüpfen, und Zwangssyndikate, wie sie die Verordnung vor- sieht, entsprechen dieser Tendenz. Die Aufpfropfung eines staatlichen auf ein privatwirtschaftliches Monopol ist indessen der am wenigsten geeignete Weg, die Nachteile der Uebermacht des Kapitals zu bekämpfen. Es entsteht dabei die große Ge- fahr, daß nicht der Staat das private Monopol beherrscht, sondern umgekehrt, die Monopolisten sich den Staat dienst- bar machen. Jedenfalls wird der Reichstag» wenn er im August zusammentritt, vollständige Klarheit darüber schaffen müssen, Inas mit den geplanten Zwangssyndikaten eigentlich bezweckt ist. Verordnungen, die auf Grund des Ermächtigungsgesetzes vom-l. August 1914 erlassen sind, können nach dem Wortlaut dieses Gesetzes vom Reichstage aufgehoben werden, wenn er sie für unzweckmäßig erachtet. Im gegebenen Falle ist um so sorgfältigere Prüfung notwendig, als es sich um eine Maß- nähme handelt, die keineswegs nur für die Kriegszeit be- rechnet ist, sondern die Verordnung soll in Kraft bleiben, bis sie der Bundesrat widerruft, und in der offiziellen Erläute- rung ist von der Notwendigkeit der Regelung der Verhältnisse im Bergbau auch in den„auf den Krieg folgenden Jahren" die Rede. Da bedarf es offenbar einer Regelung auf dem Wege der Gesetzgebung: eine solche absr sollte reiflich und in aller Ocffcntlichkeit erwogen werden, � Gestlicher Kriegsschauplatz. Der rusilsche Generalstabsbericht. Petersburg, 13. Juli.(W. T. V.) Der große Gene- ralstab gibt bekannt: Am 12. Juli abends überschritt der Feind den N a r e w. In der Richtung L o m z a beschränkte sich der Feind am 12. Fuli abends und am folgenden Tage auf ein heftiges Artilleriefeuer. Rechts der P i s s a bemächtigte sich der Feind am 13. Juli unserer Schützengräben auf einer Breite von zwei Werst. Durch einen Gegenangriff wurde er aber wieder hinausgeworfen. Auf beiden Ufern der L u w a hartnäckiger Kampf. Bedeutende feindliche Streitkräfte gingen in dem Abschnitt zwischen den Flüssen Orcyz und L y d i n i a vor. Dljne sich hier auf einen entscheidenden Kampf einzulassen, zogen sich unsere Truppen in der Nacht zum 14. Juli auf die zweite Bcfestigungslinie zurück. Auf dem linken Weichselufer hat sich nichts verändert. Unsere Armee, die ein Gefecht bei W i l k o l a tz bestand, nahm in der Woche vom 4. zum 11. Juli nach genauer Ausstellung 297 Offiziere und 22464 Soldaten gefangen. In der Gegend von Cholm fanden an der V o l i tz a Gefechte statt, wo wir in der Nacht zum 13. Juli über 15(?) Mann zu Gefangenen machten. Auf den übrigen Fronten fanden die üblichen In- santeriegeplänkel statt. Rustlsche Greuel. Amtlich. Berlin, 13. Juli.(W. T. B.) Durch eidliche Aus- sagen von neunzehn russischen Staatsangehörigen ist jetzt bekannt geworden, daß russische Soldaten auf Befehl ihrer Offiziere Mitte Oktober 1914 bei Budwiecie evangelische russische Untertanen deutscher Abstammung, 27 Männer und 2 Frauen, deren Familien seit Generationen in Rußland wohnen und deren Angehörige in der russischen Armee stehen, erbarmungslos zusammengetrieben, geschlagen, gemartert und ohne Verhör und Urteilsspruch aufgehängt haben. An den Mißhandlungen hat sich auch der Oberst vom russischen In- fanterie-Regiment 103 beteiligt, indem er die Gefangenen mit dem Fuß trat. Der einzige Grund für diese scheußlichen Handlungen war die Tatsache, daß die unglücklichen Opfer russischer Barbarei deutsch klingende Namen tragen. Der türkische Krieg. Der türkische Generalstabsbericht. Konstantinopel, 15. Juli.(W. T. B.) Das Große Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront erbeutete in der Nacht vom 12. zum 13. Juli eine unserer Erkundigungsabteilungen bei A r i B u r n u auf unserem rechten Flügel eine Kiste mit Hand- granaten. Wir warfen den Feind, der sich dem Schützen- graben auf diesem Flügel zu nähern versuchte, zurück. Auf dem linken Flügel feuerte der Feind aus Furcht vor einer Ueberraschung die ganze Nacht aus Leuchtpistolen und unter- hielt ein andauerndes Jnfanteriefeuer ins Leere. Bei Sedd ul Bahr war am Morgen des 13. auf der ganzen Front leichter Artilleriekampf; am Nachmittag griff der Feind nach heftiger Artillerievorbereitung mehrere Male unseren linken Flügel an, wurde jedoch durch unsere Gegenangriffe zurückgetrieben und erlitt schwere Verluste. Außerdem warfen wir den Feind, der sich am 12. Juli einem Teile unserer Schützengräben auf diesem Flügel genähert hatte und dort geblieben war, aus seiner Stellung und trieben ihn in seine früheren Stellungen zurück. Wir nahmen bei dieser Gelegenheit 14 Engländer gefangen. Unsere anatolischen Batterien nahmen wirssam an den Kämpfen vom 12. und 13. Juli bei Sedd ul Bahr teil. Zwei feindliche Zerstörer, die aus den Gewässern von Kerevizdere gegen unseren linken Flügel feuerten, flohen vor dem wirksamen Feuer dieser Batterien in die Meerenge. Ein feindliches Torpedoboot, das gewöhnlich im Golf von Saros kreuzte, näherte sich gestern dem Ufer und wurde von zwei Granaten getroffen. Es floh hinter die Insel von Saros und verließ in der Nacht den Golf. An der Front im Irak trieben unsere Truppen am 10. und 11. Juli ein feindliches Motorboot, das sich einem Deiche westlich von Corna am Euphrat nähern wollte, zurück. Der Feind, der an dieser Stelle zu Lande einen Angriff mit Unterstützung von Kanonenbooten unternehmen wollte, wurde durch unseren kräfttgen Gegenangriff in die Flucht getrieben. Anscheinend sind die Verluste des Feindes während dieser Kämpfe sehr groß. Auf den anderen Fronten nichts Bedeutendes. Der Seekrieg. vom �-Gootskn'eg. London, 15. Juli.(W. T. B.) Lloyds meldet aus Great Aarmouth: Der Dampfer„R y m" aus Bergen, von Tyne-Dock nach Rochefort unterwegs, wurde gestern abend V/'2 Meilen süd südwestlich vom Leuchtschiff Shipwafl) t o r- ediert. Die Besatzung landete unversehrt in Aarmouth. Berlin, 15. Juli.(W. T. B.) Am 5. Juli hat das 'ranzösische Marineministeriuni amtlich be- kanntgegcben, daß an: 4. Juli im Aermclkanal zwei deutsche H-Boote durch Fahrzeuge des französischen Die Woche vom 5. bis 13. Juli. Von RtKard Gäd k.e. Während die vorletzte Berichtswoche eine lebhaste kriegerische Bewegung auf allen Fronten zeigte, so daß man auf einzelnen Schauplätzen selbst an das Herannahen einer großen Erlsscheidung glauben konnte, sst in der letztvergangenen Woche die Handlung einen: gewissen Stillstande perfallen. Die Tage vom 3. bis 13. Juli waren zwar auch reich an blutigen Gefechten, aber arm an Er- eignisscn, die einen Schritt weiter auf der Bahn zum vollständigen Siege auf der einen, zur endgültigen Niederlage auf der andern Seite bedeutet hätten. Wir, die wir von einem bescheidenen Eckchen des Stehparterres aus allen Wendungen des gewaltigen Dramas, das uns so nahe berührt, mit atemraubender Spannung folgen, können freilich keinen Blick hinter die Kulissen tun und die cigent- liehen Beweggründe dieser Ruhepause, den inneren Zusammen- hang der Verwicklungen nicht verfolgen. Erst die späteren Ereig- nisse werfen dann ein aufklärendes Licht auf das, was gegenwärtig geschieht und zunächst nur zu mehr oder minder glücklichen Ver- mutungcn Raum bietet. Ueber den Nordosten, wo schon feit vielen Wochen nichts Aufregendes sich zugetragen hat, können wir mit wenigen Worten hinweggleiten. Die Operationen großen Stils ruhen dort gänzlich; bei den Gefechten, von denen wir erfahren, handelt es sich meist nur um die Verbesserung der ausgedehnten Verteidigungsstellung im einzelnen, die wir rings um die Grenzen Ost- und Wcstpreußens in einer Entfernung von einem bis zu drei Tagemärschen schützend gezogen haben; hier und da auch um gelegentliche Vorstöße der Russen, die in dem Feuer unserer Truppen zusammenbrechen. Im Südosten ist die stürmische Offensive der verbündeten Heere, die am 2. Mai begonnen hat, mit dem 3. Juli zu einem mindestens vorläufigen Abschlüsse gekommen. Die hartnäckige russische Verteidigung hat sich hiernach im Osten an dem Bug, der Zlota Lipa und dem Nordufer des Dnsestr behauptet. Der Stoß der 4. österreichischen und der deutschen 11. Armee in nördlicher Richtung ist über die Linie Josefow an der Weichsel— nördlich Krasnik-KraSnostaw a. Wjeprz— Krylow a. Bug dauernd nicht hinausgekommen. Ihre Stellung im südlichen Polen östlich der Weichsel liegt in einer Entfernung von 7 bis 70 Kilometer jenseits der galizischen Grenze. Der Raum, den wir dort auf russischem Gebiete neu gewonnen haben, wird etwa dem gleichkommen, den die Heere des Zaren im österreichischen Galizien noch besetzt halten. lieber die Absichten, die die österreichische Heeresleitung mit diesem Vorgehen in nördlicher Richtung verfolgt hat, gibt«in in den deutschen Zeitungen veröffentlichter halbamtlicher Bericht auS dem Kriogspressequartier dahin Aufklärung, daß es sich nicht um einen entscheidenden Angriff in Richtung Lublin gegen die östlich und westlich der Weichsel, im Räume um Warschau und Jwangorod verharrenden russischen Heere gehandelt habe, sondern nur um eine Flankensicherung großen Stils. Hierbei feien einzelne öfter- reichische Vortruppen im Eifer der Verfolgung zu weit vorgeglitten und dann unter der Gegenwirkung der Russen wieder zurück- genommen worden. Die ruKsche Heeresleitung ihrerseits erzählt von einem siegreichen Vordringen ihrer südlich Lublin versammelten Streitkräfte und von beträchtlichen Einbußen der Oesterreicher an Gefangenen. Jedenfalls aber scheint der russische Gegenstoß am 13. Juli nördlich Krasnik feine Kraft erschöpft und wieder in die Verteidigung zurückgefallen zu sein. Bemerkenswert an den Kämpfen der letzten Woche ist nicht nur die außerordentliche Zähigkeit des russischen Widerstandes, sondern vor allen Dingen der ungebrochene Mut der obessten Leitung, wo es irgend möglich scheint, ihre Scharen von neuem zu wütenden Angriffen vorzutreiben. Auch die materiellen Kräfte zu diesem Verfahren scheinen immer wieder herangeschafst zu werden, obwohl zu dem Verlust von 520 000 Gefangenen in den verflossenen beiden Monaten bereits ein neuer von rund 34 000 Mann in den ersten fünf Julitagen getreten war. Man wird in der Beurteilung der inneren Verfassung eines solchen Heeres sich immerhin eine starke Zurückhaltung allen nngünstigen Nachrichten zum Trotz auferlegen müssen, die uns darüber berichtet werden. Die russischen Ge- samtverlustc nur an Gefangenen betragen fteilich schon rund 1 370 000 Köpfe. Eines gewissen Interesses mag die Nachricht nicht entbehren, daß die Militärattaches der neutralen Mächte im deutschen Lager um den ö. Juli wieder von dem östlichen zum westlichen Kriegs- schauplatze zurückbefördert wurden. Ein Anzeichen dafür, daß auf diesem Kriegsschauplatz größere Ereignisse unmittelbar bevorstehen, dürsten wir freilich darin noch nicht erblicken. Der Militärschrift- steller Stegemann vom„Berner Bund" ist allerdings in einer von den deutschen Zeitungen übernommenen Beurteilung der Kriegs- läge in Frankreich und Flandern zu dem Schlüsse gelangt, daß sich hier neue Wolken ansammeln. Er meint anderer- seits, daß alle Durchbruchsversuche Joffres in dem Augenblick un- möglich werden, wo die Deusschen mit annähernd gleichen Kräften auftreten. Und er glaubt sich berechtigt hinzuzufügen:„Daß in diesem Sinne Verschicbungen deutscherseits stattfinden, ist kein Geheimnis." Da ich nicht im Geheimnis bin, verzeichne ich ein- fach diese Behauptung des schweizerischen Militärs. WaS in der vergangenen Woche im Westen geschehen ist, be. weist nur, daß Generalissimus Jofsre sich einstweilen mit dem Raumgewinn nördlich ArraS begnügt, den er in sechswöchentlichen verlustreichen Kämpfen erzielt hat, und die ursprüngliche Abficht eines Durchbruchs an jener Stelle, also eines entscheidenden Sieges über die Deutschen, infolge deren glücklicher Abwehr zunächst auf- gegeben hat. Dafür aber sind in der vergangenen Woche überaus lebhafte Versuche der französischen Heerführer bemerkbar geworden, die deussche Front an den verschiedensten Punkten ihrer Ausdehnung durch einzelne Angriffe gegen günstig gelegene Puntte zu bedrohen und durch kleine Erfolge moralische Gewinne für Heer und Volk zu erreichen. So fanden lebhafte Kämpfe besonders bei Combres und Les EpargeS, im Walde von Aillh und Apremont statt, wo die deutsche Verteidigungslinie als scharfer Keil an die französische Front vorspringt, so in den Vogesen bei Ban de Sapt, so bei Ypern und schließlich nördlich von Arras selbst. Ob diese Angriffe an den verschiedensten Punkten auch die Absicht verfolgen, uns überall in Atem zu halten und den neuen Hauptangriff zu ver- schleiern, müssen wir abwarten. Aber wir dürfen zugleich die Tatfache verzeichnen, daß der französischen AngrissStätigkeit eine zweften leichten Geschwaders beschossen worden feien und daß hierbei eines der O-Boote von mehreren Granaten getroffen sei. Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, kommen deutsche H-Boote nicht in Frage. Es kann sich daher nur um französische oder englische O-Boote handeln, die von den genannten französischen Streitkräften irrttim- licherweise beschossen worden sind. Mchöampfer gegen v-Doot. Lyon, 13. Juli.(W. T. B.)„Nouvelliste" meldet aus Eher- bourg, daß nach Berichten, die dort eingelroffen sind, auf der Höhe von Calais ein französischer Fischdampfer, dessen G e- schütze so aufgestellt gewesen seien, daß sie nicht hätten gesehen werden können, von einem deutschen Unterseeboot auf- gefordert worden sei, anzuhalten. Der Fischdampfer habe gehorch:. als aber das Unterseeboot herangekommen sei, habe der Fischdampfer das Feuer eröffnet. Cin dänischer Dampfer aufgebracht. Kopenhagen, 13. Juli.(W. T. B.) Der dänische Dampfer „Kronprinz Frederi!" wurde südlich deS Sundes von deutschen Kriegsschiffen angehalten und nach Swinemünde gebracht. Der Dampfer war mit einer Holzladung von Sundswall nach Eng- land unterwegs. ßrieüensgerüchte. Die„Germania" bringt unter der Ueberschrist„Friedens- bemühungen in Italien" folgenden Bericht aus Wien: Die„R e i ch s p o st" meldet von der italienischen Grenze, daß gleichzeitig mit der Friedensaktion der Soziali st en in Italien maßgebende katholische Kreise eine Pro- paganda für den Frieden einleiteten. Das Blatt sagt: Um Italien eine halbwegs ehrenvolle Möglichkeit zu bieten, deni weiteren Schaden des fruchtlosen Krieges zu ent- gehen, soll vom Pap st ein Waffen still st and, eine „Treuga", angeregt werden, welche die Möglichkeit eines Ideenaustausches zwischen den europäischen Kabinetten er- möglicht. Damit wäre die Grundlage für Italien geschaffen, wieder zum Frieden zurückzukehren. Gin rustlsches parteiblatt gegen Vanüervelüe Die Redaktion des in Paris erscheinenden russischen sozial- demokratischen Tageblattes„N a s ch e S l o w o" veröffentlicht in der Nummer vom 26. Juni einen„Offenen Brief an Emile Vander- Velde", in dem sie aus Anlaß des jüngsten Artikels Vanderveldes heftige Angriffe gegen ihn richtet und ihn auffordert, sein Amt als Borsitzender des Internationalen Bureaus niederzulegen. Pander- Velde hatte geschrieben: Solange auch nur ein deutscher Soldat auf dem Boden des vergewaltigten Belgiens und des der feind- lichen Invasion unterworfenen Frankreichs zurückbleibt, werden wir uns als Antwort auf alle Anregungen über gemeinsame Hand- lungen zur Herbeiführung des Friedens die Ohren verstopfen." Die Redaktion der„Nasche Slowo" stellt daran anknüpfend fest, daß Vandervelde eine solche Sprache bisher nicht geführt hat. Der Wille des Proletariats habe ihn an die Spitze des Internationalen Bureaus gestellt, dessen einziger Zweck darin bestehe, di« regulären Beziehungen und das enge Band zwischen den nationalen Arbeiter- Parteien aufrecht zu erhalten. Wenn sein Gewissen ihm nicht ge- stattet habe, dafür zu sorgen, daß das Bureau seine Funktionen er- fülle, hätte er sein Mandat niederlegen müssen. Jetzt müsse er das unverzüglich tun, um anderen Leuten die Möglichkeit zu geben, die reale Existenz des Internationalen Bureaus fortzu- mindestens ebenso entschlossene und unternehmungslustige auf deutscher Seite gegenübergestanden hat. Große Aenderungcn der Lage können dadurch natürlich nicht erzielt werden, aber die ungc- brochene Angriffslust des deutschen Fußvolkes und feine bei gleichen Kräften überlegene Kampfeskraft wird durch die Erfolge dieser örtlichen Angriffe bewiesen. Die von übelwollender neutraler Seite in die Welt gesetzte Behauptung, daß die Initiative der Handlung seit Monaten cnff französischer Seite liegt, wird damit am besten widerlegt. Aussehen erregt die Reffe des llnterchefs des italienischen Generalstabs, General Porro, nach Frankreich. Während einige mutmaßen, daß es sich um die Unterstützung der neu geplanten Josfre-Offensive durch ein starkes, nach Frankreich zu enffendcndcs italienisches Heer handle, glauben andere eher auf eine Beteiligung an dem Dardcmellen-Abenteuer schließen zu wollen. Daß dem Viervevband militärisch eine Unterstützung in beiden Richtungen sehr erwünscht sein muß, ist klar; wo er aber die raschere und die größere Entscheidung sucht, ist schwer zu erraten. Daß die Unter- nehmung gegen die Dardanellen völlig ins Stocken geraten ist, kann nicht mehr bezweifelt werden; ob die Anwesenheit von angeb- lich zwölf deutschen Unterseebooten in der Aegäis eine nahe Katastrophe in Aussicht stellt, läßt sich von hier nicht übersehen. Die Engländer würden wahrscheinlich ein Austreten italienischer Heere an den Dardanellen vorziehen, das Herz der Franzosen könnt: eher die entgegengesetzten Wünsche hegen. Einstweilen aber scheinen die Italiener selbst noch keine große Neigung zu haben, beträchtliche Truppenmassen auS der Hand zu geben und sür Zwecke zu verwenden, die ihnen nicht un- mittelbar zugute kommen. Unzweifelhaft haben sie in den Kampf gegen Oesterreich auch gegenwärtig ihr Gesamtheer noch nicht ein- gesetzt. Nachdem aber die große Offensive ihrer 3. Armee über den Jsonzo hinüber nach sechstägigen Kämpfen am 3. Juli mit einem großen und blutigen Mißerfolge auf der ganzen Front geendet hat, könnten sie in der Abgabe eines ihrer Heere, also etwa des vierten Teils ihrer Streitmacht, immerhin eine Gefahr fiir ihre eigene Stellung an der Nordostgrenze erblicken, an der sie auch sonst bisher keine Erfolge zu erringen wüßtem Es ist fm- lich verfehlt, von einer entscheidenden Niederlage der Italiener zu sprechen, wie es in der Presse geschehen ist. Eine Niederlage erleidet ein Angreifer erst dann, wenn der Verteidiger zum sieg- reichen Gegenstoße vorgeht und den ursprünglichen Angreifer aus seinen Stellungen zurückwirft. Das ist hier nicht geschehen; die Italiener stehen nach wie vor am Jsonzo und östlich des Flusses den Oesterreichern hart gegenüber und haben vereinzelt bereits auch neue Angriffe angesetzt. Aber zu einem zweiten allgemeinen Sturme auf die starken und gut verteidigten österreichischen Stellungen sind sie augenscheinlich vor Heranziehung größerer Ver- stärkungen nicht imstande. Es wäre daher möglich, daß die Ent- sendung General Porros nur der Besprechung eines gemeinsamen Operationsplanes, d. h. einer gleichzeitig und in innerem Zu- sanrmenhang miteinander einsetzenden Offensive aller vier Ver- bündeten gilt. Eine Sache, die denn freilich auf dem Papier leichter festzusetzen als auf dem Felde auszuführen ist. In dieser Beziehung besitzt der Zweibund noch immer einen großen, viel- leicht den entscheidenden Vorteil. führen. Wenn Bandervelde sich die Ohren verstopfe" gegenüber Feinde Frankreichs unterfüßten. Es fet gefährlich, folche Nebeltätery Aber die Berbissenheit gegen die Zentralmächte hat trotzdem nicht den Anträgen auf Ginberufung des Internationalen Bureaus zur ihre Wühlarbeit ungestört fortsetzen zu lassen. Erörterung der Friedensfrage, dürfe er das nicht tun gegenüber dem Antrag, daß das Bureau einberufen werde zur Entgegennahme seiner Demission und zur Wahl eines anderen Vorsitzenden. Die englische Bergarbeiterbewegung. aufgehört." Zusammentritt der griechischen Kammer. Paris, 15. Juli.( W. T. B.) Nach Blättermeldungen London, 15. Juli.( W. T. B.)" Times" meldet aus Dann heißt es nach dem Hinweis darauf, daß Legien sich Glasgow: Die schottischen Bergleute fordern eine aus Athen wird das griechische Parlament, das am geweigert habe, das Internationale Gewerkschafts- Lohnzulage von einem Schilling täglich. Sie haben 20. Juli zusammentreten sollte, nicht vor dem Monat August einberufen werden. sekretariat, entsprechend den Anträgen amerikanischer, eng- fürzlich eine Zulage von einem halben Schilling erhalten. lischer und anderer gewerkschaftlicher Zentren nach der Schweiz zu berlegen: Mit nicht geringerer Entrüstung wird das sozialistische Proletariat anerkennen müssen, daß andere Leute... sich weigern, seine politische internationale Organisation aus ihren Händen zu geben. Wir fragen Sie, Genosse Bandervelde: übernehmen Sie die Verantwortung für die Verwandlung des Internationalen Sozialistischen Bureaus in ein Werkzeug der Politik des Dreiverbandes, über das diese Mächtegruppe frei verfügen kann, um diese oder jene Bewegung im Proletariat im Namen von Interessen zu paralysieren, die mit den Interessen des Proletariats nichts gemeinsam haben? Wir richten an Sie diese Frage im Namen von Tausenden und Abertausenden russischer, polnischer, französischer italienischer, englischer, serbischer, ja auch belgischer Sozialisten, die mit uns der Ansicht sind, daß die zweideutige Lage viel zu lange anhält und daß die Autorität des Vorsitzenden unserer internationalen Organisation nicht als Mitgift bei der politischen Ehe mit der Bourgeoisie dieses oder jenes Landes betrachtet werden kann. Wir warten auf Antwort: wann kommt die Demission?" " Nasche Slowo" ist zwar kein offizielles Parteiorgan, es gruppiert aber um sich einen großen Teil der Elemente der Sozialdemokratie Rußlands, die seit Beginn des Krieges energisch für die Aufrechterhaltung der internationalen Grundsätze der Sozialdemokratie eintreten. de Poincarés. 197 Eine Rede Poincarés. Paris, 15. Juli.( W. T. B.) Die holländische Marinevorlage angenommen. London, 15. Juli.( W. T. B.)" Daily Chronicle" meldet aus Cardiff: Es scheint teine Möglichkeit zu bestehen, den Aus stand in den Walliser Kohlengruben am Donnerstag zu verhindern. Die Lage ist so ernst, daß.80 Asquith und Lloyd George sich vielleicht nach Südwales be- Haag, 15. Juli.( W. T. B.) Die Zweite Kammer haf geben werden, um den Bergleuten den Ernst der Lage klar den Marinegefeßentwurf mit 46 gegen 21 Stimmen angezu machen. Der Bergarbeiterführer Harthorn erklärte, die nommen, der den Bau von zwei Kreuzern und vier interLeute würden sich durch die Drohungen Lloyd Georges nicht feebooten vorsieht. einschüchtern lassen. Wenn der Versuch gemacht werde, die Leute unter das Munitionsgeseh zu zwingen, so werde die Lage zehnmal schlimmer werden. * Kriegsbekanntmachungen. Keine Paketsendungen nach dem galizischen Kriegsschauplatz. Amsterdam, 15. Juli.( Privattelegramm des Bordsdi wärts".) Heute fällt die Entscheidung über den Bergarbeiter- i Berlin, 14. Juli.( W. T. B.) Wegen starker Inanspruchnahme streik in Südwales, der für unabwendbar gehalten wird. Die der Eisenbahnen auf dem Kriegsschauplatz in Galizien muß der bisSchuld liegt an der Weigerung der Unternehmer, die neue Kon- her nach der Südarmee 2infingen zugelassene Privat-. vention vor Ablauf der alten anzunehmen. Die Bergleute er- Güter- und Patetverkehr bis auf weiteres eingestellt klären, daß die Unternehmer ihren Patriotismus ausbeuten wollen. werden. Privatsendungen von Gütern und Paketen können somit Der Gewerkschaftsfunktionär Hartshorn erklärte, daß die An- einstweilen nach dem ganzen galizischen Kriegsfchauwendung des Munitionsgesetzes die Lage zehnfach verschlimmere. platz nicht angenommen werden. Bei Zweifeln über die Tatsächlich ist es rätselhaft, wie die Bestimmung, die für den Bugehörigkeit der Truppenteile zu den höheren Verbänden wird An Streit eine Geldstrafe bis 5 Pfund täglich vorsteht, durchführbar frage bei dem nächsten Militär- Paketdepot mittels der bei jeder Poſtsein soll, da bei den Streitenden ein Lohnabzug unmöglich und eine anstalt erhältlichen grünen Karten empfohlen. Freiheitsstrafe nicht vorgesehen ist. Forderungen provozieren. Die Times" hebt gegen die Arbeiterpartei, selbst gegen Regierungsparteiler wie Ben Tillet, weil sie bei der Beratung der ( W. T. B.) Die Ueberführung der Munitionsbill einen Streit für undenkbar erklärten. Die Asche Rouget de Lisles in den Invalidendom bildete Handlungsweise der Bergleute sei eine Herausforderung jeglicher den Anlaß einer großen Rundgebung. Im Invalidendom Autorität. Der Krieg habe die Wertlosigkeit der Demokratie in hielt Poincaré eine Ansprache. Er pries die Marden Gewerkschaften gezeigt, da die Arbeiter die Zusagen ihrer seillaise, jene unvergleichliche Hymne, deren Klänge in Führer ignorieren. Die Times" erhofft ein energisches Ginden Herzen der Nation übermenschliche Tugenden erweckten. Die Umstände, unter denen Rouget de Lisle seine Hymne schreiten gegen etwaige Unruhen. Konzessionen würden nur neue Die französische fomponierte, entsprächen den heutigen. Demokratie, weit von jedem kriegerischen Geist entfernt, sei den Herausforderungen gegenüber schweigsam und unbewegt geblieben und habe sich bemüht, das europäische Konzert zu organisieren und zu erhalten. Poincaré fuhr dann fort: Nach Tauger, nach Agadir und nach den Balfantriegen hat Frant reich seinen Friedenswillen bestätigt, indem es in neue Unterhandlungen einwilligte, um zwischen Deutschland und sich die legten latenten Gründe für Schwierigkeiten und Zusammenstöße zu ersticken. Am Tage, nachdem ein französisch- deutsches dauernd unter der Willkür von Leuten leidet, die die Stohlennot Abkommen geschlossen war, das die orientalischen Interessen für Privatzwecke ausbeuten. regelte, und als Europa beruhigt erschien, brachte ein unvorhergesehener Donnerschlag die Welt zum Erzittern. Registrierungsbill und allgemeine Wehrpflicht. Vom Genfer Roten Kreuz. Genf, 14. Juli.( W. T. B.) Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erinnert daran, daß die Internationale Agentur für Kriegsgefangene in Genf nur ganz ausnahmsweise und in besonderen Fällen Privatbriefe aus Italien nach Desterreich- Ungarn und Deutschland oder umgekehrt übermittelt, und nur dann, wenn eine internationale Antwortmarke dem Briefe beigefügt ist, da die Portofreiheit nur für den Dienst der Kriegsgefangenen besteht. Genf, 14. Juli.( W. T. B.) Das serbische Kriegsministerium errichtete in Nisch ein amtliches Auskunftsbureau für riegsgefangene. glLezte Nachrichten. Truppentransport, der sich Ari Burnu zu nähern versuchte, I " Daily News" gibt zu, daß die Forderungen der Arbeiter wahr. scheinlich berechtigt seien, aber die Regierung habe nicht weniger tun können, als die Munitionsbill anwenden, da die Mehrheit in Cardiff einen Ausgleich zurückwies. Man müsse hoffen, daß ihr teine beträchtliche Minderheit der Belegschaften Folge leiste. Keine Regierung dürfe solcher Erpressung nachgeben. Besser wäre es, 7518 Der türkische Generalstabsbericht. daß die Flotte eine Zeit lang an Kohlennot leidet, als daß fie ft ab teilt mit: An der Dardanellenfront fand am Konstantinopel, 15. Juli.( W. T. B.) Der General14. Juli feine Operation bei Ari Burnu und Seddul Bahr statt außer einem schwachen Feuerduell. Unsere Artillerie zwang ein feindliches Torpedoboot und einen feindlichen Poincaré führte sodann aus, Frankreich sei das Opfer zur Flucht, versenkte eine feindliche Schaluppe und seßte eine eines brutalen, bis ins Kleinste vorbedachten Angriffes gezweite in Brand. An der Front im Frak erfüllten in der worden. Da man Frankreich gezwungen habe, das Schwert London, 15. Juli.( W. T. B.) Oberhaus. Lord Lansdowne Nacht des 13. Juli unsere Abteilungen, die vom linken zu ziehen, habe es nicht das Recht, das Schwert in die beantragte die zweite Lesung der Registrierungsbill. Er Flügel der Gruppe bei Muntefit aus vorgerückt waren, ausScheide zurückzustecken, bevor seine Toten gerächt seien und erörterte die frühere Militärpolitik Englands und erwähnte, daß jetzt gezeichnet ihre Aufgabe. wo der gemeinsame Sieg der Verbündeten gestatten werde, feines Wissens 22 Besprechung der Munitions- mittage des nächsten Tages dauerte, warfen sie den Feind tros oder 23 Divisionen auf dem europäischen Kriegs- In dem Kampfe, der von Mitternacht bis zum Nachdie Ruinen wieder aufzubauen und Frankreich in seiner schauplatz kämpften. Gesamtheit neu zu schaffen und es wirksam gegen die perio- chwierigkeiten fagte Lansdowne: Die Lieferanten ließen feines heftigen Artilleriefeuers zurück und brachten ihm dische Wiederkehr solcher Provokationen zu schützen. Mit die Regierung im Stich. England machte auf dem Auslandsmarkt schwere Verluste bei. Wir zählten im Gebiete von Dattiers dem Willen zum Siege habe auch Frankreich die Gewißheit den Alliierten Konkurrenz. Klägliche Balgerei mit den bekannten 500 feindliche Gefallene, darunter mehrere englische Offiziere, zu siegen. Die Feinde dürften sich nicht darüber täuschen. Folgen herrschte um seriegsmunition. Man werde nie erfahren, was der Nicht um einen unsicheren Frieden, nicht um einen un- Mangel an Organisation dem Lande gekostet habe. Die Bill enthalte ruhigen, flüchtigen Waffenstillstand zwischen einem abgekürzten nichts, was einen Staats zwang begründe; dieser könne nur durch Kriege und einem noch schrecklicheren Striege zu unterzeichnen, ein neues Gesetz eingeführt werden. Er glaube nicht, daß die Nation nicht um kommenden neuen Angriffen und tödlichen Gefahren den freiwilligen Dienst mit seinen ungerechtigkeiten und Anomalien ausgesetzt zu bleiben, habe sich Frankreich bebend bei den lange dulden werde. Die Bill bedeute in gewissem Sinne eine wuchtigen Klängen der Marseillaise erhoben, der Endsieg Annäherung an den Staats zwang, insofern das Register die werde der Preis für die moralische Kraft und Ausdauer sein. Einführung der Wehrpflicht erleichtern würde. Die Gegner beant Redner forderte weiter auf, alle Kraft und Energie auf ein der Wehrpflicht sollten versuchen, die Fragen zu einziges Ziel zu richten, nämlich den Krieg, so lange er auch worten, wie lange der Krieg dauern würde und ob sie dafür London, 15. Juli.( W. T. B.) Die Times" meldet aus dauern möge, bis zur endgültigen Niederlage des Feindes, Gewähr leisten könnten, daß sie den Krieg ohne Wehrpflicht Salisbury verschiedene Gefechte zwischen kombinierten britischen bis zum Ende des Albdruckes fortzusetzen, den die deutsche beenden könnten. Kitchener wünschte diese Bill, um die freiwillige und belgischen Truppen mit deutschen an der Grenze von NordSucht nach Größe auf Europa lasten lasse. Anwerbung erfolgreich fortzusetzen. Die Gegner wollten ihn ver- rhodesia. Mehrere Patrouillen des Feindes wurden auf deuthindern, später diese Waffe zu gebrauchen, damit der Krieg nicht ein schem Gebiet überfallen. Der Feind griff am 26. Juni die britische unrühmliches Ende nehme. Lord Devonport fagte, die Regierung Stellung bei Abercorn mit siebzig Europäern, fünfhundert Einhätte besser getan, wenn sie Mut besessen hätte, direkt die Wehr- geborenen und drei Maschinengewehren an. Er wurde zurückpflicht einzuführen. Die jetzige Bill fei ein Kompromis zwischen getrieben. Auf feindlicher Seite wurden zehn Weiße getötet und denen, die wollten, und denen, die nicht wagten. Die Bill wurde mehrere verwundet. Wir verloren an Toten einen Weißen und in zweiter Lesung angenommen. zwei Schwarze; zehn Schwarze wurden verwundet. Die mili tärische Organisation Rhodesiens ist vollendet, Reserven wurden geschaffen. 9 Rumänien und die Dardanellen. Derossisch. Zeitung" wird von ihrem Bukarester Sonderberichterstatter gemeldet: außerdem brachte der Feind auf zwei Booten die ganz angefüllt waren, Tote und Verwundete fort. Unsere Verluste sind: ein Leutnant, fünf Soldaten gefallen, 21 verwundet. Die schweren Geschüße des Feindes schleuderten während des Gefechtes 300 Geschosse gegen unsere Stellung, verwundeten aber nur einen Soldaten. Auf den übrigen Fronten nicht besonderes. Gefechte in Rhodesia. " Der Streik in Südwales. Rotterdam, 15. Juli.( W. T. B.) Der„ Rotterdamsche Courant" berichtet aus 2ondon: Der parlamentarische Korrespondent der„ Times" spricht sich über die Streitgefahr in Südwales optimistisch aus. Die meisten anderen Blätter find weniger optimistisch. Man erwartet, daß von 200 000 Grubenarbeitern heute 140 000 streifen werden. Die Lage ist für die Regierung angesichts der Geringschätzung, Sprengstoff- Explosion. Paris, 15. Juli.( W. T. B.) Präsident Poincaré führte in seiner Rede im Invalidendom noch aus, wie Desterreich trotz der Warnungen Italiens, trop des Nachgebens Serbiens den Angriff auf Serbien ausgeführt habe. Die Geschichte werde bestätigen, daß Rußland und Frankreich alles getan hätten, um den Frieden zu erhalten, aber der militaristische Imperialismus der Zentralmächte habe den Krieg gewollt. Die Nachwelt werde eines Tages mit Verblüffung erfahren, daß nach der brüsten Kriegserklärung an Rußland eines Tages ein deutscher Botschafter vergeblich versucht habe, sich von der Pariser Bevölkerung beleidigen zu lassen und dann, ohne zu lachen, auf dem französischen Ministerium des Aeußern die von den Bureaus in der Deutsche Blätter warnen Rumänien mit vollem Recht vor den Wilhelmstraße ausgehedte Fabel als casus belli borgelegt habe, ein betrügerischen Absichten Rußlands und Englands in der Meer französischer Flieger habe, ohne dabei von jemanden gesehen zu sein, engenfrage. Diese Mächte versprechen den Rumänen, daß die was wohl seinen Grund habe, Bomben auf Nürnberg geworfen. Meerengen, wenn sie erobert werden, neutralisiert werden Die rächende Geschichte werde anch alle weiteren schmachvollen Hand- sollen, sie denken aber keineswegs an die spätere Erneuerung dieser lungen erzählen: Jene feigen Vorschläge an England, die Ver- Zusage. Wenn indessen jemand gern betrogen werden will, nügen legung der Neutralität Belgiens, die Mißachtung aller Ver- alle Warnungen nichts. Die meisten Politiker Numäniens ber die die Arbeiter für das Munitionsgesetz an den Tag legen, träge, die Terrorisierung der Bevölkerung der besetzten Gebiete schließen absichtlich die Ohren dagegen. Das Wort„ Neutralisierung" sehr schwierig. durch die barbarischsten Mittel und eine barbarische unmenschliche übt eine Zauberwirkung auf sie aus. Sie verbinden damit Kriegführung. Jeder Franzose könne ruhigen Gewissens behaupten, die Vorstellung, daß die untere Donau neutralisiert und unter nichts vernachlässigt zu haben, damit der Frieden erhalten bleibe. die Aufsicht einer europäischen Kommission gestellt ist. Die Ein- Paris, 15. Juli.( W. T. B.)" Petit Journal" meldet aus Frankreich sei das unschuldige Opfer des brutalsten, bis ins kleinste führung eines ebensolchen Regimes in den Meerengen wäre ihnen abre: Jm hiesigen Bahnhof explodierte eine Riste, die Sprengvorbedachten Angriffs geworden. An einer späteren Stelle feiner hochwillkommen. Auch gegenwärtig findet zwar in Friedenszeiten stoffe enthielt, während des Transportes. Der Sachschaden ist Nede führte Poincaré aus: Es gibt nicht einen einzigen unserer Rumäniens Getreideausfuhr durch die Dardanellen nicht die ge- sehr groß. Soldaten, nicht einen Bürger, nicht eine Frau in Frankreich, die es ringsten Schwierigkeiten, aber gegen die Sperrung in Kriegszeiten Verunglückte Flugzeuge. nicht flar verstehen, daß die ganze Zukunft unserer Rasse, nicht nur glauben sie unter den hinterhältigen russischen Einflüsterungen ihre Ehre, sondern ihre Eristenz von den schweren Minuten dieses das Heilmittel in der Neutralisierung gefunden zu haben. Madrid: Von vier Wasserflugzeugen, die gestern von Gibraltar Paris, 15. Juli.( W. T. B.) Petit Parifien" meldet aus Krieges abhängen. Diese Auffassung beschränkt sich nicht nur auf die kriegsheherische aus eine Aufklärungsfahrt unternommen haben, sind nur zwei Opposition, sondern reicht tief ins Regierungslager hinein, und hat zurückgekehrt. Das dritte ist ins Meer abgestürzt; die Insassen im Kabinett selbst ihre Vertreter. Es gibt Regierungs- wurden gerettet. Von dem vierten ist man ohne jede Nachricht. mitglieder, die jedem, der es hören will, erklären, daß Aus Rußland. In der, Guerre Sociale" stellt Gustave Hervé fest, daß sich als unmittelbare Folge des Falles der Dardanellen ein in Frankreich sowohl auf dem Lande und in den Provinzstädten als Milliardensegen über Rumänien ergießen würde, da dann sofort Betersburg, 15. Juli.( W. T. B.) Als Vertreter des Kriegsauch in Paris starte Umtriebe gegen die Republik be- das aufgestapelte Getreide zweier Ernten zu den höchsten Preisen ministers in den Fragen des Kriegsbedarf es wurde der merkbar werden. An der Front laufe das Gerücht um, daß in ins Ausland gehen würde. In diesem Zusammenhange ist die frühere Handelsminister Timaschem und der Oktobrist Gutschkow Paris Hungersnot herrsche und daß die Arbeiter unter Vorantragen Meldung der Epoca", des Blattes Filipescus, bemerkens- ernannt. von roten Fahnen Kundgebungen gegen die Republik veranstalten. wert, daß in Paris und London über die Bildung ,, Ruskoje Slowo" meldet: Die liberalen Blätter sind sehr erBlätte Aus den Departements Ardèche, Haute Loire und Seine- et- Marne eines Syndikats verhandelt wird, welches die verfügbaren regt darüber, daß die reaktionären Parteien einen starken Drud erhalte er Zuschriften, die ebensolche Gerüchte wiedergeben. Andere Getreidevorräte Rumäniens aufzukaufen gebentt. So auf die Regierung ausüben, damit diese die Duma überhaupt Zuschriften besagten, daß in der Kirche von den Priestern gegen die nahe Milliarden locken und blenden. Bloße Warnungen, auch wenn nicht einberufe. Dasselbe Blatt berichtet, daß die Regierung die Einführung Republik Stellung genommen werde, die einzig an allem Uebel sie noch so gut gemeint sind, fruchten nichts. Durch die galizischen schuld sei. Hervé erklärt, die Ausstreuer solcher Gerüchte seien Siege wurde erreicht, daß Rumäniens Kriegsluft sich Zügel auf des Streichholz monopoles und die Errichtung eigener; Vaterlandsverräter, die wissentlich oder unwissentlich die Sache der erlegt hat. Die Besorgnis ist gegen Kriegsfieber eine gute Arznei.[ Regierungsfabriken in Petersburg beabsichtige. Rundgebungen in Frankreich. " Verluſtlisten. Feldpost- Expedition der 41. Jnfanterie- Division. Die Verlustliste Nr. 38 der Kaiserlichen Marine wird I( f. Zandsturm- Inf.- Bataillon I Rauban). 2. Landsturm- Infanterie- Fortifitationen und Armierungs- Formationen: Fortifikation Grjaz- Bataillon des 20. Armeekorps. Jäger- Bataillone Nr. 4, 7, Mez- Ost. Armierungs- Bataillone. 8, 9, 10, 14; Reserve- Bataillon Nr. 22. 2. Radfahrer- Kompagnie Kriegsbekleidungsämter. Die Verlustliste Nr. 275 der preußischen Armee enthält Königsberg; Reserve- Radfahrer- Kompagnien Nr. 77 und 79. FeldVerluste folgender Truppen: Maschinengewehr- Bug Nr. 163( s. Landw.- Inf.- Regt. Nr. 83); Infanterie usto.: Garde: 2., 3. und 4. Garde- Regiment 3. F.; Festungs- Maschinengewehr- Abteilung B Neubreisach; Reserve-| veröffentlicht. 1. und 2. Garde- Reserve- Regiment; 2. Garde- Ersatz- Regiment; Festungs- Maschinengewehr- Abteilung Nr. 3. Grenadier- Regimenter Allegander, Franz und Elisabeth; Garde- Kavallerie: 1. Garde- Dragoner; Garde- Husaren( s. GardeJäger- und Garde- Reserve- Schüßen- Bataillon. Lehr- Infanterie- Kavallerie- Regt. v. Massow); Garde- Regiment b. Massow; Dra- Die sächsische Verlustliste Nr. 170 bringt Verluste der Regiment. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- Regimenter goner Nr. 5, 9, 16, 21; Husaren Nr. 3, 6, 14, 16; Ulanen Nr. 3, Infanterie- Regimenter Nr. 101, 106, 107, 108, 183; Reserve- InNr. 2, 3, 4, 6, 8, 9, 10, 11( f. Res.- Inf.- Regt. Nr. 271), 12 9; Jäger zu Pferde Nr. 2, 6, 12; 3. Landwehr- Eskadron des 2., fanterie- Regimenter Nr. 241, 242. bis einschl. 17, 23, 27, 31, 33, 35, 36, 38, 40, 41, 46, 1. des 3. und 2. des 10. Armeekorps. 51( f. auch Res.- Inf.- Regt. Nr. 271), 55, 57 bis einschl. Feldartillerie: 4. Garde- Regiment; Regimenter Nr. 6, 36, 61, 62( 1. Res.- Inf.- Negt. Nr. 271), 64, 66, 68, 69, 70, 71, 44, 47, 53, 58, 74, 79, 201; Reserve- Regimenter Nr. 15, 16, 43, 73, 76 bis einschl. 80, 85, 86, 88, 91 bis einschl. 95, 97, 98, 44, 50; Landwehr- Abteilung des 1. Armeekorps. 99, 111 bis einschl. 118, 131, 135, 136, 141( s. Ers.- Inf.- Regt. Fußartillerie: 1. Garde- Reserve- Regiment; Regimenter Nr. 7, Soebel), 142, 147, 149, 152, 154, 155, 156, 157, 160, 161, 163, 9, 10; Reserve- Regimenter Nr. 1, 2, 4, 13; Landwehr- Bataillon 164, 170 bis einschl. 175( lekteres s. auch Ers.- Jnf.- Regt. Nr. 17. Hoebel), 176, 188, 189, 329. Reserve- Infanterie- Regimenter Pioniere: Regimenter Nr. 25, 29, 35, 36; Bataillone: I. Nr. 1, Nr. 1, 3, 7, 8, 11, 13, 18, 19, 21, 22, 24, 25, 27, 30, I. Nr. 2, II. Nr. 4, II. Nr. 5, II. Nr. 6, II. Nr. 8, I. Nr. 9, 34, 35, 38, 46, 49, 55, 56, 59, 61, 67, 69, 75, 78 bis I. Nr. 11, II. Nr. 14, III. Nr. 16, I. Nr. 17; Ersatz- Bataillone einschl. 82, 88, 91, 92, 98, 118, 130, 201, 202, 204, 209, Nr. 3, 6, 11; Versuchs- Kompagnie; Kompagnien Nr. 100, 104, 213, 215, 216, 221 bis einschl. 226, 228, 229, 231, 232, 111, 209; Reserve- Kompagnien Nr. 44 und 50. Leichter Festungs252, 253, 254, 256, 257, 270, 271. Ersatz- Infanterie- Regimenter Scheinwerferzug Nr. 18. Leichte Minenwerfer- Abteilung Nr. 249; Nr. 29, Königsberg I( f. Eri.- Inf.- Regt. v. Nußbaum), Hoebel und Schwere Minenwerfer- Abteilung Nr. 57. Verkehrstruppen: Eisenbahn- Baufompagnie Nr. 24; Eisenv. Nußbaum. Landwehr- Infanterie- Regimenter Nr. 2, 7, 9 bis einschl. 13, 16, 17, 22, 24, 26, 28, 31, 37, 47, 48, 49, 57, bahn- Betriebskompagnie Nr. 27. Feldfliegertruppe. 66, 73, 74, 83, 99, 116 und v. Gundlach. Landwehr- Ersatz- In- Train: Proviantkolonne Nr. 2; Fuhrparkkolonne Nr. 9( s. For fanterie- Regiment Nr. 1. Landwehr- Infanterie- Bataillone Alten- tifitation Metz- Ost) und Nr. 45; Reserve- Fuhrparkkolonne Nr. 10. burg( s. Landw.- Inf.- Regt. v. Gundlach) und III. Westfälisches Reserve- Bäckereikolonne Nr. 43. Breslau( s. Landw.- Jnf.- Regt. Nr. 57). Brigade- Ersaz- Bataillone Munitionsfolonnen: Infanterie- Munitionskolonne Nr. 48; Str. 6, 42, 82( s. Ers.- Inf.- Regt. Nr. 29) und 86. Landwehr- Bri- Etappen- Munitionskolonne Nr. 48. gade- Ersatz- Bataillone Nr. 25 und 27( beide s. Landw.- Ers.- Inf.- Sanitäts- Formationen: Sanitäts- Kompagnie Nr. 2 des 4., Negt. Nr. 1). Landsturm- Infanterie- Bataillone 1. Frankfurt a. C., Nr. 1 des 6. und Nr. 2 des 16. Armeekorps; Reserve- SanitätsII Glogau, I Lauban, I Rawitsch( s. Inf.- Regt. Nr. 329), II Tilsit Kompagnie Nr. 51. Feldlazarett Nr. 9 des 9. Armeekorps. Theater für Freitag, den 16. Juli. Deutsches Künstler- Theater. Lustspielhaus. 8%. Die Schöne vom Strand. 8. Herrschaftl. Diener gesucht U.: Deutsches Opernhaus Charlottbg. Schiller- Th. Charlottenbg. 8 Uhr: Der Bettelstudent. 8 Uhr: Alt- Heidelberg. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 8% U.: Kyritz- Pyritz. Kleines Theater. Thalia- Theater. 8 Uhr: Eine verflixte Annonce. Theater am Nollendorfpl. 8%, U.: Ein kostbares Leben. 8. Immer feste druff! Lessing- Theater. 84U.: Seine einzige Frau. URANIA Taubenstraße 48/49. 8 Uhr: An den Grenzen von Trianon- Theater. 8 Uhr: Die Heiratsschule Rose- Theater. 8%, Uhr: Die Fliegerbraut. Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen- Direktion über den Großhandel in den Bentral Markthallen.( Ohne Verbindlichkeit.) Donnerstag, 15. Juli 1915. Fleisch: Rindfleisch per 50 kg, DhienFleisch Ia 110-122, do. IIa 95-110, do. III a 85-95; Bullenfleisch Ia 100-110, do. Ila 85-100; Stübe, fett 85-100, do. mager 78-85, do dänische 00-00, Freſſer 85-90. Fresser, dänische, 00-00; Bullen, dänische, 00-00. Stalbfleisch, Doppellender 135-155; Mastfälber la 110-115, do. Ila 95-105; Stalbet ger. gen. 70-90, do. dan. 00-00, do. holl 00-00. bo. Ila 110-114; Schafe 110-120; hol. 95-100; Schweinefleisch, Schweine, Hammelfleisch: Mastlämmer 125-138; Hammel la 115-124, fette 00-00, fontige 130-155, dän. Sauen 00-00, dän. Schweine 00-00, do. schwedische 00-00, do. holländische 00-00. Gemüse, inländisches: Startoffeln, Nieren- 50 kg 9-12, weiße Staiserkronen 11-12, Sellerie Schod 2.40-3,50. Magdeburger, blaue 11-12,50. Porree, Schod 0,70-1,50; Spinat 50 kg 15,00-20,00; Meerrettich, Schock bund 1,25-1,50; Gurten, Gorgaster, 100 Stüd 0,00; babarber, Hamb. 6,00-1,400; Petersilienwurzel, Schodbund 4,00-6,00; Radieschen, Schock. 100 Bund 0,00-0,00, dito hiesiger 100 Bund 4,50. Tomaten, Gorgaster, 50 kg 45,00 bis 60,00. Zwiebeln, neue 50 kg 22-25. Salat, Schod 1,50-4,50. Rettiche, bayerische, 100 Stück 10-15, Noblrabi, Schod 1,75-2,50, Schoten, hiesige, 50 kg 25,00-30,00, Mohrrüben, Schockbund 3,00-4,50. Weißfohl, Schock 15-18. Rotkohl, Schod 15-18. Wirsingfohl, Schod 7,00-12,00. Grüne Bohnen, 50 kg 92,00-30,00; Buffbohnen 50 kg 7,00-10,00; Wachsbohnen 50 kg 35-40. Obst und Südfrüchte: Kirschen, Werdersche 50 kg 10,00-20,00, do. schlesische 50 kg 8,00-14,00. do. Werdersche Ktnupper- 50 kg 25,00-35,00, do. jaure 50 kg 20,00-22,00. do. Thüringer 50 kg 12-17. Aepfel, Amerikaner, Kiste 25-30. Gewerkschaftshaus Feldbrief- Mappe Jm herrlichen Naturgarten( der Case des Ostens): ( Treffpunkt unter dem Götterbaum!) Täglich: Konzert unter persönlicher Leitung des Komponisten Oscheit. Sonntagnachmittag: Kaffeekonzert. Sonnabend- und Sonntagabend: Gänsebraten a Portion 1,25 M. 400 Kalbshaxen m. Salat a Portion 1 M. Es ist uns gelungen, einen großen Posten Lauenburger Kälber ein zukaufen und bringen dieselben heute, den 16. Juli, zwischen 2 und 6 Uhr( nicht unter 5 Pfund) zum Verkauf: Gartenbühne: Lieb Vaterland Ralbsteulen, 15-30 Pfund Walhalla- Theater. schwer Kalbsnierstücken und Kotelettstücken. Kämme und Brüfte Südtirol und Italien. s Uhr: Von Stufe zu Stufe. Schweinefchinken und WINTER CARTEN Guido Thielscher ,, Venus im Grünen". Operette in 1 Akt. v. Rud. Lothar. Musik von Oskar Straus. Mitwirkende: Else Berna Lotte Werkmeister Thalia- Theater, Berlin Karl Bachmann Julius Spielmann sowie der Gartenbühne: Vorstell., Apollosänger. a Pjund Fetter u. magerer Speck 1,20 M. Braunschweiger Schrot wurst und Salami Gefüllter Schinkeu) 1,20 . " 1,00 Rücken. Hammelfeule u. Rücken 1,50 Ochsenfleisch, schier... 1,50 1,40 " " " Vlockwurst Landleberwurft Breslauer Delikatesse. wurst Dampfwurst a Pfund 1,70 1,60 M. 1,50 • 1,20 " 1,20 " Reichshallen- Theater. Großer Bosten Gänse v. 8-10 Pfd., das Pfd. 1,20 M. Rohe Gänsekleine, das Stück 1,20 m. Bilanz per 31. Dezember 1914. Stettiner Sänger. Anj. 8 U. Zum 164. Male: Im Schützengraben Militärisch. BeitBild von Meysel. Militärpersonen u. deren Angehö rigen vollkommen freier Zutritt zu. d.Stett. Sängern. glänzende Juli- Spielplan. Palast Voigt- Theater. Badstr. 58. Täglich: Badstr. 58. Tausend und eine Nacht." Bolksstück mit Gesang in 3 Aufzügen. Erstklassiges Varieté Staffeneröffnung 10 Uhr. Anf. 4 Uhr. Täglich 8 Uhr. Thealer Am Loo Das lenkbare Luftschiff im Zuschauerraum und die weiteren Juli- Schlager. Arbeiterhaugenossenschaft„ Paradies“ zu Berlin. E. G. m. b. H. Sonnt. 3, u. 8 Uhr. Dienstag, den 27. Juli 1915, abends 8 Uhr im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: 13. ordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht: Borlegung der Bilanz nebst Gewinn- und Berlustrechnung. Aktiva. Mart Fabritations- Anlagen der Fabriken in Berlin, Neukölln, Paris, Warschau, Wien 357050, Werkzeuge. Inventar Batente Modelle. Straftwagen Klischees 1, 1, Kranken- Unterstüßungs- u. Begräbnisverein für Bauund gewerbliche Arbeiter Berlins und Umgegend. Sonntag, den 18. Juli, vormittag 10%, Uhr, Dresdener Str. 45: enthaltend 5 vorschriftsmäßig bedruckte Feldpost- Briefumschläge nebst Briefbogen, 5 vorschriftsmäßig bedruckte Postkarten Preis 10 Pf. Buchhandlung Vorwärts Verkäufe. Lindenstr. 3. Verschiedenes. Patentanwalt Müller, Gitschiner straße 16. Teppiche mit fleinem Fehler, sehr billig. Gardinen, Portieren, Steppdeden, Tischdecken, Dimandecken, sehr Bortvärtslejer 5 Prozent billig. Rabatt. Teppichhaus Brünn, Hackescher Markt 4( Bahnhof Börse). 246/ 4* Hermannplat 6. Pfandleih Баиз". Extrabilliger Bettenverkauf, Wäscheverkauf, Gardinenverkauf, Sprache. Für Anfänger und Fort Unterricht. Unterricht in der englischen Teppichberauf, brenverkauf, Gold- geschrittene, einzeln oder im Zirkel, jachen. Spottbillige Jakettanzüge, wird englischer Unterricht erteilt. Gehrodanzüge, Herrenhosen. Auch werden Uebersezungen an Schlafdecken( Deckbettersay), Nor- gefertigt. G. Swienty- Liebknecht, Stuttgarterplay 9, mal 1,35, 1,85-6 Mart, Wolle( ein- Charlottenburg farbig) 285-8 Mart. Emil Lefevre, Dranienstraße 158. Spezialhaus Gartenhaus III. Borjährige Herrenanzüge Maßítoffen aus Mark feinsten Wasitoffen 14-38 Baletots 12-36, Beinfleider 4-10, Burschenanzüge. Deutsches Garderobenhaus, Große Frankfurters straße 116 I. Arbeitsmarkt. 154028,89 Generalversammlung. pottbillig jarbfehlerhafte Teppiche, ein Ed. Puls, Berlin- Tempelhof. Zweigfabrit Ste. Croix Sassenbestand. 9 Wechsel Effetten. 43268,40 771698,23 3933747,15 Bankguthaben. Debitoren Waren Bestand Stautionen. Interims- Konto( Voraus leistungen) Verlust Mm. 2343013,61 Gedeckt durch Entnahme a.d. Reservefonds 2343013,61 Passiva. Aktien- Kapital Tagesordnung: bom 1. Abrechnung 2. Quartal 16251,61 1915. 2. Bericht der Revisoren. 1024384,80 3. Vereinsangelegenheiten und Ber1679646,15 fchiedenes. 11320,18 Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder wünscht 37/3 1976,80 Der Vorstand. Gadegast, Soldiner Str. 75, Bors. 7993373,21 Mart 5000000, . 1050000, Arbeiter- Unterstüßungsfd. 51627, . Reservefonds Bankschulden Kreditoren. Rückständige Divivende Akzepte 3weigfabrik Ste. Croix ( Schweiz) 973952,53 730311,25 525, 150000, 36957,43 7993373,21 • Mark 1146194,13 202540,44 Gewinn- u. Verlust- Konto. Debet. An Generalunkosten Extra- Abschreibungen. 120000, Abschreibungen " " D Abschreibungen auf auss 104/4 a stehende Forderungen 159379,15 Abschreibg. a. Effeften 1500000, 3128113,72 Kredit. Mark 55994,71 2. Bericht der Nevisoren und Genehmigung der Bilanz sowie Beschlußfassung über die Verteilung des Gewinnes oder Verlustes.. 3. Bericht von der gerichtlichen Revision. 4. Neuwahlen: a) des Borstandes, b) Erfahwahlen zum Aufsichtsrat. 5. Anträge des Vorstandes: a) Beschlußfassung betr. Aufhebung der Extrabeiträge vom 31. März 1916 ab; b) Beschlußfassung betr. Verzinsung der Sparkasseneinlagen vom 1. April 1916 ab auf 4 Broz.; c) Beschlußfassung über die Höchstgrenze der aufzunehmenden Gesamtanleihen. 6. Eventuelle Anträge der Genossen. 7. Berschiedenes. Genossen! Der Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist es Pflicht cines jeden, bestimmt zu erscheinen. Nur Mitglieder haben Zutritt. Ohne Mitgliedsbuch kein Einlaß. Die Bilanz nebst Gewinn- und Verlustrechnung ist in der Geschäftsftelle zn Bohnsdorf in den Kassenstunden von vormittags 9-11 Uhr und Donnerstag von nachmittags 5-8 Uhr einzusehen. Etwaige Anträge der Genossen müssen bis spätestens Mittwoch, den 21. Juli, beim Vorstand eingegangen sein. Der Vorstand. G. Dorner. P. Schiffke. F. Hoppe. Ber Gewinnvortrg. a. 1913 2 Reden I Die Kriegsfizungen des Deutschen Reichstags Bon Karl Hildenbrand Mitglied des Reichstags II Stellenangebote. 729* Schlosser auf Militärarbeit stellt Teppich- Thomas, Dranienſtr. 44 Gardinen. Vorwärtslejern 5 Prozent Korbmacher auf runde Geschos 10* förbe, 66 Zentimeter, aus Weiden, Extrarabatt. Zigarren, 2000 wöchentlich, ab. ſtellt ein Fabian, Laufiger Straße 9. Koelpin, Bigarrenfabrit Maschinenschleifer berlangt zugeben. Stegliz, Lauenburgerstraße 3.+ 150* Marmorindustrie Knorr, Weißensee. Meine Landwirtschaft in Pommern, gute, massive Gebäude, sechs Morgen Ader und Wiesen, alles am Hause, Obstgarten. Als Geschäft passend oder für Handwerker oder Arbeiter, da viel Nebenverdienst, für 8000 Mart bei 1000 Anzahlung mit vollem Inventar verkäuflich. Agenten zwedlos. Möller, Pankom, Florapromenade 22. 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Reichstags Beide Reden wurden am 22. Februar1915 in einer öffentlichen Versammlung in Stutt gart gehalten. Preis 50 Pf. Agitationsausgabe 20 Pf. Buchhandlung Borwärts Berlin SW. 68, Lindenstr. 3 Fahrräder. 57/ 3* Dreher, Spiel, Jagomstr. 11. 57/12 Fahrradverkauf Weberstraße 42 perfekt an Leitspindelbant, verlangt Kaufgesuche. Tüchtige Drücker 57/11 auf 12 mm Eisenblech verlangen Heutschke, Buchholz u. Co., Berlin SW. 68 Alte Jakobstr. 1c. Kupfer! Meissing! Aluminium! Nidel! Zinn, 8int, Blei, Quedjilber, 2012b Stanniolpapier, Platinaabfälle, Zahngebisse. Goldsachen, Höchstpreise! Metallschmelze Cohn", Brunnenstraße 25 und Neuköln, Berlinerstraße 76. 56/ 4* Silberabfälle, Zahngebisse! Bruchgold! Silber sachen, Platinaabfälle, Quecksilber, Stanniolpapier, Kupfer, Messing, sämtliche Metalle höchstzahlend. 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Die Kölnische Volkszeitung" brachte dieser Tage einen Artikel: Was engWie von gewissen Seiten der Burgfrieden" aufgefaßt lische Literaten und Politiker über Deutschland denken. Da wurden und gewahrt wird, beweist das im Selbstverlag herausgegebene zunächst die für Deutschland ungünstigen Urteile angeführt, dann Jahrbuch des Deutschen Kriegerbundes hieß es: Kalender für 1915". Was sich dieses Agitationsmittel an Liebenswürdigkeiten gegenüber unserer Partei und ihrer Einrichtungen leistet, verdient niedriger gehängt zu werden. Heißt es doch nach spaltenlanger Verherrlichung Bismarcks auf Seite 41: " " In all der grenzenlosen Verblendung haben nur die Mitglieder einer verschwindend kleinen Partei fühle Ruhe und weit sichtigen Blick bewahrt: die Mitglieder der Unabhängigen Arbeiterpartei, die im weiteren Verlaufe des Krieges und besonders beim Friedensschlusse zu einer wichtigen Rolle bestimmt zu sein scheint. Das überaus mutige Auftreten Snowdens, Keir Hardies, vorzüglich aber Ramsay Macdonalds, ist nicht hoch genug anzuschlagen." „ Jeder deutsche Mann, der des Kaisers Rock getragen hat, sezt mit Freuden Gut und Blut ein für den Kaiser und LandesHerrn und des Vaterlandes Herrlichkeit. Aber es stehen abseits Leute, und deren sind nicht wenige, denen Fürst und Vaterland Macdonald müsse, so wird weiter gesagt, zu den ehrlichsten, nichts gelten, die das, was uns das Hetligste ist, Haus und Herd, wohl meinendsten und auch gebildetsten Politikern Kaiser und Reich, ebenso wie den Glauben an Gott, aus der Welt des Britenreiches gezählt werden, und er übertreffe darin die schaffen möchten. Diese sind die schlimmsten Feinde des Reichs- meisten seiner konservativen und liberalen Kollegen im Unterhause. gedankens. Es ist die Pflicht aller vaterlands- Mit besonderem Nachdruck wird hingewiesen auf einen Ausspruch liebenden Deutschen, gegen diesen inneren Macdonalds, daß Grey die höchste Gefahr für das britische Reich Feind wachsam zu sein. Dann handeln wir im Geiste bedeute. Und zum Schluß wird noch einmal von den Führern der unseres Bismarck, wenn wir in unwandelbarer Treue zu Kaiser und Reich, Landesfürst und Vaterland, den Umsturzbestrebungen Unabhängigen Arbeiterpartei versichert: fest entgegentreten usw." Seite 44-45 wird in einer Erzählung„ Der 1. Mai" der Selbstmord eines Arbeiters geschildert, wobei die Gewerkschafter und ihre Organisationen im ungünstigsten Licht er= scheinen. Seite 51 wird der Sozialdemokratie vorgeworfen, daß sie durch ihre Sittenlehre den Geburtenrückgang verschuldet habe. Seite 52 schreibt der Verfasser: „ Erschöpfend können wir unsere Gedanken zu dieser überaus schwierigen Frage hier nicht darlegen. Vor allem müssen wir es uns versagen, den überaus verderblichen Einfluß der Sozialdemokratie auf unser Bolk einzeln zu schildern, wie sie hier die Herzen vergiftet, nament lich das Weib entwürdigt und die heranwachsende Jugend betört, wie sie hier einen Umsturz der allerverderblichsten Art bewirkt, in dem einfach alles unter gehen muß, was unserem Volke sonst als heilig und hehr galt: Ehe, Haus, Familie und Staat." Seite 62 erscheint ein Artikel„ Der Zug in die Stadt". Nach einer Lobrede auf die Landarbeiter in freier Gottesnatur heißt es: „ Ebenso leidet der Mannes charakter häufig durch die schlechten Einflüsse, denen der Städter durch seine Verführer, insbesondere durch die verheyende Tätigkeit der Sozialdemokratie ausgesezt ist. Aus diesen Gründen kommen auch die städtischen Arbeiter in der Regel nicht zu einer Erhöhung ihres Lebensstandes." Seite 68-69 wird die Tätigkeit der Partei gegen Rüstungen und Krieg herabgewürdigt und zum Schluß( S. 74) muß sogar die„ Volksfürsorge" ihre Interessengemeinschaft mit der Sozialdemokratie" büßen. Mehr kann man wirklich nicht verlangen. An der Sozialdemokratie wird es liegen, dem Deutschen Kriegerbund" zu gegebener Zeit die richtige Antwort zu erteilen. " " Ihre aufgeklärte unerschrodenheit leuchtet taghell in die allgemeine nebelhafte Finsternis Albions hinein. In ihrem un bezähmbaren Wahrheitsdrange, als die einzig gerecht und selbständig Denkenden unter Millionen von Frregeleiteten dürften diese Männer früher oder später einen gewaltigen Einfluß gewinnen, der für die inneren Verhältnisse Englands und somit auch indirekt für den Ausgang des Krieges nicht ohne Folgen bleiben kann." " Von parlamentarischer Seite wird uns geschrieben: In der Sozialdemokratie fängt es allmählich an zu dämmern, daß ein für Deutschland angenehmer Friedensschluß nicht auf der Grundlage völlig freier Bewegung unserer Gegner zu erreichen sein wird. So vertritt u. a. Herr Peus in der Presse die Ansicht, daß alle Randländer Deutschlands nötigenfalls zwangsweise mit Deutschland und Desterreich zu einem Mitteleuropäischen Staatenbund vereinigt werden müssen. In diesen Gedanken zeigen sich schon die Anzeichen der allein richtigen Anschauung, daß wir uns bei der künftigen Neuordnung der Dinge ausschließlich von unseren eigenen Interessen leiten lassen müssen und auf die uns feindliche Bevölkerung keine Rücksicht zu nehmen haben. Noch ist natürlich diese Wendung zu der richtigeren Anschauung kein Gemeingut auch nur derjenigen Hauptgruppe der Sozialdemokratie, die den Block vom 4. August v. Js. bildet. Bekanntlich ist aller Anfang schwer und wenn, wie man annimmt, mit dem Umlernen auch in dieser Beziehung ein Anfang gemacht ist, so besteht die Hoffnung, daß allmählich auch in weiteren Kreisen die alten Frrlehren über Bord geworfen und vernünftigen nationalen Ansichten Plaz machen werden." Leider vermögen wir uns nicht der Zuversicht hinzugeben, daß das Lob der„ Post" dem Genossen Peus die Bedenklichkeit seiner Ansichten zum Bewußtsein bringen wird. nicht auf Gegen die Erhöhung der Getreidepreise. Die jest allgemeiner erörterte Möglichkeit, daß die Preise für Roggen und Weizen erhöht werden, hat den Deutschen Städtetag schon vor einiger Zeit, wie wir damals mitgeteilt haben, zu einer Eingabe veranlaßt, in der auf die Notwendigkeit einer Vielleicht interessiert es die„ Kölnische Volkszeitung", zu wissen, niedrig haltung der Mehlpreise hingewiesen wird. Die daß der, Labour Leader", das Blatt der Unabhängigen Ar- Entschließung des Städtetages ist davon ausgegangen, daß beiterpartei, die Friedenserklärung des Vorstandes der deutschen die Interessen der konsumierenden Bevölkerung sich Sozialdemokratie ebenso wie die Kundgebung der Genossen Bernnur auf hinreichendes und gutes, sondern auch stein, Haase und Kautsky mit Freuden begrüßt und dabei die Erbilliges Brot richten. Der Städtetag betont, daß wartung ausgesprochen hat, daß die Unabhängige Arbeiterpartei eine diese Interessen nur dann gewahrt werden können, wenn Erklärung erlassen und eine Bewegung auf ähnlicher Grundlage wie die Aufwendungen für die Beschaffung des Getreides nicht zu hoch jene beiden Kundgebungen beginnen wird. werden; solche Gefahr würde aber eintreten, sobald die GetreideDie„ Kölnische Boltszeitung" hat jene Rundgebungen von höchstpreise über den jezigen Stand erhöht würden. Ferner wird deutscher Seite mit ganz anderen Augen angesehen, und wir ausgeführt, es bestehe in der städtischen Bevölkerung die allgemeine erinnern uns recht scharfer Worte, die damals in ihren Spalten zu und bestimmte Erwartung, daß es der Geschäftsabteilung der Reichslesen waren, als jene Rundgebungen erschienen. Und als im preußi- getreidestelle gelingen werde, die Mehlpreise weiter herabzusetzen schen Abgeordnetenhause Genosse Braun die Forderungen und Be- und während des gesamten fünftigen Erntejahres niedrig zu halten. schwerden seiner Partei zum Ausdruck brachte, da war in der„ Köln. Diese Hoffnung werde nachdrücklich durch die Tatsache gestützt, daß Volkszeitung" zu lesen( Nr. 52 vom 28. Juni): recht nennenswerte Vorräte an Getreide und Mehl in das neue Erntejahr herübergenommen werden. Dieser Umstand müsse dazu führen, daß die Getreidepreise für die neue Ernte niedrig gehalten werden. " Daraus mag man am Regierungstische und bei den bürgerlichen Parteien frühzeitig Schlüsse ziehen und vor Illusionen gewarnt sein. Die Sozialdemokratie hat die Frage, ob es nötig sei, durch reale Garantien die Grenzen unseres Vaterlandes zu schützen und den fünftigen Frieden zu sichern, zu einer ParteiGegen die Erhöhung der Getreidepreise, die zur größten Be frage gemacht. Damit hat sie sich von Neunzehnteln des deutschen unruhigung der Bevölkerung nach verschiedenen Meldungen von der Voltes mit einem breiten und tiefen Rig geschieden. Auf diese Reichsregierung geplant sein soll, richtet sich auch in letzter Stunde realen Garantien aber müssen die Parteien jetzt schon und nach eine an die Reichsleitung gesandte Eingabe des Kriegsausschusses dem Kriege ihre Parteitätigkeit aufbauen. Diese realen Garantien für Konsumenteninteressen. Er hält, abgesehen von dem ungünstigen können für alle bürgerlichen Parteien das einigende Band bilden." Eindruck auf die Feinde Deutschlands, besonders die moralischWir haben nicht die Absicht, gegen diese Auffassung des Zentrums- politische Schadenswirkung einer Getreidepreiserhöhung für überaus blattes zu streiten. Wir beanspruchen auch nicht, daß sie denjenigen bedenklich. Die bisherigen Preise scheinen dem Ausschuß schon unter uns, die sich gleich unseren englischen Freunden die Selb überreichlich hoch zu sein, da sie weniger durch die Pro Vor dem Kriege war es ein beliebtes Verfahren, die Sozial- ständigkeit des Urteils bewahren wollen, mit gleichem Wohlwollen duktionsfosten als durch die bei ihrer Festsetzung vorhandenen demokraten der verschiedenen Länder gegeneinander auszuspielen, begegnet und uns wie jenen einen gewaltigen Einfluß" gönnt, der Spekulationspreise, ferner durch die damals noch bestehende Neigung die ausländischen wegen ihrer besseren nationalen Gesinnung auf für die inneren Verhältnisse Deutschlands und somit indirekt auch in der Regierung zu einer Sparpreispolitik im Gegensatz zur BeKosten der heimischen herauszustreichen. Das geht gegenwärtig ja für den Ausgang des Krieges nicht ohne Folgen bleiben kann". schlagnahmepolitik und schließlich durch die Hoffmung auf größere nun da nicht mehr, wo die Sozialdemokratie, wie in den meisten am Aber etwas mehr unbefangenheit des Urteils Einfuhr bei erhöhten Preisen bedingt wurden. In diesem Jahre Striege beteiligten Ländern, den Willen der Landesverteidigung hin- dürften auch die deutschen Sozialdemokraten wohl von dem Blatte aber sind nach Ansicht des Kriegsausschusses die Produktionskosten reichend bewiesen hat. Dafür zeigt sich dann die Merkwürdigkeit, daß verlangen. Der Unterschied in der Beurteilung der englischen und durch die mannigfachen öffentlichen und privaten Hilfsmaßnahmen man die Sozialdemokratie des gegnerischen Landes lobt, wenn der deutschen Sozialdemokratie fällt sonst zu auffällig in die eher niedriger als höher geworden. In gleichem Maße scheint ihm sie etwas tut, was man der Sozialdemokratie des eigenen Landes Augen. eine Ermäßigung der höchstpreise näher zu liegen als Wenn zwei dasselbe tun.. Hochgebirgsschlacht. Von Hugo Schulz( Wien). sie sind heute berühmter als selbst die im Firnenhermelin pran-| vorsprung nieder. Dort blieben wir, bis die Sonne schon hoch genden Fürsten der Hochgebirgsivelt. Sie heißen Großer am Himmel stand, und sahen zu, wie die schweren Granaten den Pal", Freikofel" und Kleiner Pal". Sie liegen bereits Bergriesen auf den Köpfen herumstampften. Es donnerte und in Feindesland, aber ihre höchsten Kuppen sind dem Feinde ent- heulte von allen Seiten, das tiefste Gedröhn und furchtbarste Gerissen. Er hat noch einen Bunft jener Höhen behauptet, die ihm fauche fam aber von unten her. Irgendwo im Tale der Ort 8. Juli. ein wenig Einblick in den Plöckengrund gestattet, in die ersehnte blieb uns unbekannt hatte sich ein Mörser eingenistet und spic In der Gespensterstunde frühstückten wir, und um ein Uhr Talniederung, die so bequemen Zugang nach Kärnten verhieß und von Zeit zu Zeit aus seinem 30,5-3entimeter- Maule eine seiner nachts brachen wir auf. Noch schlaftrunken und bedrückt vom heißen nun so eisenfest verriegelt ist. mannshohen Granaten herauf. Ein sanfter Gipfel bildete sein Brodem, der über dem Gailtal dunstete die Morgenkühle war Es war genau vier Uhr morgens, als plötzlich ein heftiger Ziel. Hinter diesem hatten die Italiener, nach der Wahrnehmung noch fern, der Mond beleuchtete den Weg. Als es losging, be- Donnerschlag durch die Stille dröhnte, dem vielfältiger Widerhall unserer Beobachter, eine Batterie eingebaut, und diese galt es nun fanden wir uns 700 Meter über dem Meeresspiegel, und beim in den Felswänden, dann ein schauriges Heulen, Fauchen und zu vertreiben. Jedesmal, wenn das tiefe Gedröhn heraufquoll, Morgengrauen sollten wir bereits auf 1900 Seehöhe stehen. Pfeifen in den Lüften folgte. Das war die Tagreveille der Ge- wandten sich unsere Blicke in gespannter Erwartung nach jenem Sapristi, das kann eine schöne Schinderei werden! Der Schweiß, birgsschlacht. Eine Sekunde noch und dann ein wildes Erwachen Gipfel. Fast eine Minute verstrich, und schon schien es immer, der vor die Tugend gejezt ist, ließ auch nicht lange auf sich warten, gespenstiger, unsichtbarer Kräfte, die sofort mit Orfangewalt wider als ob die mörderische Sendung daneben gegangen sei, da bäumte denn schon nach halbstündiger Wanderung auf sanft ansteigender einander zu toben beginnen! Ein Höllenwirbel schien alles rings- sich unmittelbar hinter der Bergspize eine breite, schivarze Gkrajitund in weiten Windungen emporkriechender Paßstraße bogen wir um erfaßt zu haben, so donnerte und heulte und fauchte und zischte wolte auf. Wie ein Vulfanausbruch war es jedesmal, wenn diese seitlich ab, und nun gab es nur noch steile, steinige Pfade durch es nun von allen Seiten. Wie schauerliches Orgelgebraus strich es dunkle Pinie hinter dem Gipfel hervorschoß, und was dann folgte, finsteren Fichten- und Lärchenwald, der sich gegen das allmählich am Ohr vorüber auf den Windeswellen der Atmosphäre, die ächzend verstärkte noch diesen Eindruck. Wenn die große, schwarze Wolfe erlöschende Wondlicht abweisend verschloß. Als das Nachtschwarz seitwärts brandete wie der jäh sich ergießende Schwall eines zusammengesunken war, erschienen plötzlich fünf, sechs und oft und Dunkelgrau verblaßte, hatten wir den Hochwald bereits unter Stromes, der aus seinem Bette tritt. Am Fuße des Gipfels, noch mehr weiße, rosenrot eingesäumte Schrapnellwölkchen an ihrer uns und wateten durch dichtes Latschengestrüppe. Noch einige mitten in den feindlichen Stellungen, die dort sein mußten, blizten Stelle, und manchmal schien sich ein lustiger Reigen von weißen steile Almhänge, dann begann es in sanfter Böschung aufwärts zeitweilig helle Funken auf, um sofort wieder zu erlöschen wie Rauchbällen um das Bergeshaupt zu spinnen. Denen aber, auf zu ziehen, zur höchsten Kuppe, dazwischen auch wieder abwärts in Blinkfeuer. Das waren wohl Granatenaufschläge, deren Spreng- die sich aus diesem Gewölke der eiserne Hagel ergoß, war das kein tiefe Mulden, aus deren vollsaftigem, elastischem Boden die tau- wolken im Dämmerlichte verloren und unsichtbar blieben. Erst idyllisches Schauspiel, und sie werden es mit ihrer Batterie wohl getränkten Almfräuter so dicht sprossen, daß sich der mit schwerem als die Sonne über die Gratfirste gestiegen war und in die nicht lange dort ausgehalten haben. Nagelschuh bekleidete Fuß förmlich durchschleifen mußte, um so Plockenmulde zu leuchten begann, wurde es völlig klar, was dieser Die italienische Artillerie war freilich auch nicht müßig. Ich schließlich doch zu stolpern über einen Telephondraht. Also ein Telephondraht war es, der mich aus dem Traum scheuchte und mich mahnte, daß ich nicht, wie ehedem, ein Bergsteiger bin, den der Höhenrausch emporzieht, sondern ein Schlachtenbummler, den es dort hinlockt, wo Tod und Vernichtung am Werke sind. Irrlichtertanz auf Felsenhöhen zu bedeuten habe, denn nun stieg, wo immer ein solcher Blitzfunte aufstob, auch gleich eine Dampfsäule auf nicht schwarz wie auf den galizischen Feldern, wo sich die vom Zündschlag emporgetragenen Scherben mit der Ackerkrume ntengten, sondern weiß wie die mitaufgewirbelten Splitter des Stalkgesteins. sah, wie sie die uns zugewandte Seite des Kleinen Val beschoßz und sich vergeblich mühte, einen Pfad zu treffen, der sich dort gipfelwärts schlängelt; ich sah manche Granate in den Plöckengrund niedergehen, manch andere in das Walddickicht des uns vorliegenden Hanges hineinfahren, und manchesmal heulte es auch in unserer Nähe verdächtig. Stunden vergingen und der Kampf tobte fort. Unsere Aufmerksamkeit aber entspannte sich allmählich. Warm schien die Sonne auf die üppige Almtrift, die von Enzianen, Almenrausch, Rhododendron und verspäteten Schneerosen farbig durchwirkt war. Da hörte man denn schließlich nur noch mit halbem Ohr das schauerliche Geheul, und es erging einem wie dem Mann Blumenpflücken! Eben begann sich im Osten das fahle Leichengrau der Dämmerung mit den Rosenfarben der Lichtverkündung zu säumen, wie Wir stiegen weiter, während um uns der höllische Tumult schön wäre es da gewesen, mit gebanntem Blick des Sonnenauf wuchs und schwoll. In das dumpfe Geheul mengten sich alsbald ganges zu harren! Doch Auge und Ohr hatten sich auf andere hellere knatternde Töne. Auch die Infanterie war wach geworden Dinge eingerichtet als auf das Erwachen des Tages; in wenigen und ließ ihren Kampf, der abends sachte entschlummert war, Minuten mußte der Schlachtendonner, den die Nacht verstummen wieder aufleben. Aus einer Bergfalte scholl zeitweilig rhythmisches gemacht hatte, aus den Falten der Verge wieder losbrechen! Ein Pochen herüber. Die Lerchentriller eines Maschinengewehrs! im Syrerland. Mir wenigstens, denn ich ertappte mich beint Saumpfad führte uns auf die höchste Kuppe unseres Berges. Zu Das alles aber schien von Naturgewalten herzurühren, denn unseren Füßen dunkelte noch in Nacht getaucht, schluchtenschwarz, nirgends war ein menschliches Wesen zu erspähen, und die Bergwelt Gegen Mittag wandten wir uns zum Abstieg. Noch immer das breite Becken des Blöckengrundes. Gegenüber zeigte ein war so einsam wie damals, als noch tiefster Friede sie um- arbeitete der Mörser im Verein mit anderem schweren Geschütz, bis hoch hinauf mit Wald überwachsener Kosel seine steile Flanke. spann. und noch immer schien sich auf dem Gipfel jenes Berges da drüben Vor uns aber lagen noch, umnebelt und umschattet, zadige Kahl- Endlich menschliche Stimmen! Ein Artillerieoffizier, der bei von zehn zu zehn Minuten ein Krater zu öffnen und schwarzen gipfel, deren Felsgerippe ihre plastischen Formen noch im einem Scherenfernrohr stand, während neben ihm zwei Kanoniere vulkanischen Dampf gemengt mit Feuer emporzusenden. Es war Dämmergrau verschwimmen ließ. Zwei mächtige Eckpfeiler ragten beim Telephonkasten auf dem Boden kauerten, rief uns an." Ich heiß und schwül, aber der Kampf tobte weiter. Gin vergeblicher im Hintergrunde auf. Der massige Biz Timau, noch ganz in bitte, meine Herren, hinten herum zu gehen und sich ein wenig Kampf für den Angreifer, ein sieghafter für den Verteidiger. Die Schatten getaucht, und der Tellonkofel, dessen zadige klein zu machen, sonst ziehen Sie mir das feindliche Feuer auf Alpen bilden hier eine fast unübersteigliche Schranke für den Felsenkrone bereits im Purpurscheine des Morgenrots sanft zu er- meine Batterie." Da waren also in der Nähe irgendwo Geschütze angriffslüsternen Erobererdrang. Diese Alpen hätten eine Sicheglühen begann. verborgen? Bald machte sich diese Batterie, die wir nicht sehen rung des Friedens sein können hüben und drüben, eine Mauer, Mehr nach innen gerückt erhebt sich, dem Biz Timau vorgebaut, konnten, um so deutlicher vernehmbar. Sausend fuhren die Ge- an der sich alle Brandungen leidenschaftlicher Begehrlichkeit brechen. eine Bergmauer über dem Plöckengrund, der eine Reihe von schosse über unsere Häupter und hinter dem Gipfel des Kleinen Erst beim Anblick dieser Mauer fonnte ich ermessen, wie ungeheuerGipfeln aufgesetzt ist, die sich vor den höheren Majestäten der Um- Pal, auf dessen südlichen Rückfallskuppen sich die von der Höhe lich das Verbrechen der Herrschenden Italiens ist, ohne Not und gebung zusammenzuducken scheinen und bei weitem nicht mit jo vertriebenen Italiener eingenistet haben, sah man alsbald rosige 3wang die Blüte ihres Volkes den wilden Leiden dieses schauerlich freiem Höhenschwung über ihren Sockel emporstreben, wie ihre in Wölkchen schimmern. Wir suchten nun, vorsichtig durch verborgene mühseligen Gebirgskrieges preiszugeben. Auch unsere Braven ertühnen Dolomitmassiven in den Himmel schneidenden Nachbarn. Mulden schleichend, einen Punkt zu gewinnen, der gute Uebersicht leiden all diese harte Mühsal und Qual, aber unbelastet von Schuld Gerade auf diese kazbudligen Klöße heftete sich mein Blick, denn bot, und ließen uns schließlich hinter einem tanzelartigen Fels- und darum erhobenen Gemütes. iSte ErMung. Da nach den meisten Meldungen die uns dieses Mal ganz zur Verfügung stehende Ernte zum mindesten mittel- g u t zu werden verspreche, so sei bei Getreidepreisen etwa auf der Höhe höchster-Friedenspreise im allgemeinen eine Rentabilität der landwirtschaftlichen Betriebe gesichert. Außerdem brauchten in diesem Jahre nicht die Händlerlosten und-Gewinne eingerechnet zu werden, da es sich um normale Ueber- nahmepreise beim Produzenten selbst handle. Die vorsichtig anzusetzenden monatlichen Zuschläge sollten, wenn der Ernteertrag später ein noch günstigeres Ergebnis zeige, als jetzt zugrunde gelegt werde, überhaupt fortfallen, wenn nicht eine weitere Herabsetzung der Grundhöchstpreise geboten erscheine. Zum Schlüsse weist die Eingabe aus den in Oesterreich bei der Festsetzung der Höchstpreise leitenden Grundsatz hin: Einhaltung des goldenen Mittelweges zwischen dem Preise vor dem Kriege und den augenblicklichen Handelspreisen. — Durch derartige Maßnahmen sei die Gefahr einer weiteren Er- schütterung des Glaubens der Bevöllerung an eine gerechte Be- Handlung durch die verantwortlichen Stellen zu beseitigen und die auch künftig unbedingt notwendige moralische und wirtschaftliche Widerstandskraft zu erhöhen. Bei dem enormen Steigen aller übrigen Lebensmittelpreise müsse wenigstens das tägliche Brot zu angemessenen Bedingungen zu haben sein. Die Regelung des Zuckerverbrauchs. Amtlich. Berlin, 15. Juli.(W. T. B.) Der Bundes- rat hat in der heutigen Sitzung ergänzende Bestimmungen über den Verkehr mit Zucker erlassen. Der gesamte Zucker, der nicht für die Bezugsvereinigung zurückgestellt ist, ist für den menschlichen Verbrauch freigegeben. Der Ver- brauchszuckerpreis für September ist auf die gleiche Höhe wie der August festgesetzt worden. Weiter sind Höchstpreise für den Handel mit Verbrauchszucker mit Wirkung vom 22. Juli festgesetzt worden. Endlich ist bestimmt, daß auch nach dem 30. September 1915 Verbrauchszucker in einer Menge ent- eignet werden kann, die im wesentlichen der Menge entspricht, die die Verbrauchszuckerfabriken aus dem jetzigen Betriebs- fahr hinübergenommen haben, oder die der Handel zu den bis Ende September gültigen Preisen gekauft hat; der Ent- eignungspreis ist für die Zeit nach dem 30. September 1915 um 10 Pf. für 50 Kilogramm niedriger festgesetzt als der Preis, der bis dahin gilt._ Die Versorgung mit Futtermitteln. Amtlich. Berlin, 15. Juli.(W. T. B.j Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung eine Verordnung über den Verkehr mit Oelfrüchten und daraus gewonnenen Produkten erlassen. Die Verordnung bestimmt, daß die aus Raps, Rübsam, Hederich und Ravis, Dotter, Mohn, Lein und Hanf der inländischen Ernte gewon- neuen Früchte an den Kriegsausschuß für pflanzliche und tierische Oele und Fette in Berlin geliefert werden müssen. Zu diesem Zwecke werden die Besitzer solcher Oelfrüchte verpflichtet, erstmalig am 1. August d. I. ihre Bestände dem Kriegsausschutz anzuzeigen. Für die Bezahlung der gelieferten Oelfrüchte werden Normen festgesetzt. Die aus der Verarbeitung der Oelfrüchte entfallenen Futtermittel sind an die Bezugsvereinigung der deutschen Land- ivirte gemäß der Verordnung über den Verkehr mit Kraftfutter- miteln vom 28. Juni 1315 abzusetzen. Die Verordnung findet auch Anwendung auf Oelfrüchte, die vor Inkrafttreten der Verordnung in das Reichsgebiet eingeführt worden sind, und auf Oelfrüchte, die künftig aus den besetzten Gebieten des Auslandes eingeführt werden. Ms der Partei. Aus den Organisationen. Die Hamburger Parteigenossen beschäftigten sich in den letzten Wochen in vier Delegiertenversammlungen der Landes- organisation der sozialdemokratischen Partei Hamburgs mit den Geschehnissen der Kriegszeit, der Haltung der Reichstagsfraktion zum Krieg und den Maßnahmen der Vorstände der Hamburger Organisation- Parteisekretär Gen. Heinrich S t u b b e erstattete den Geschäftsbericht, stellte sich dabei auf den Boden des von der Reichstags- fraktion und dem Parteivorstand eingenommenen Standpunktes und vertrat die Maßnahmen und Beschlüsse der Hamburger Vor- stände. Seine Ausführungen wurden in ihrer Gesamtheit und in verschiedenen Einzelfragen unterstützt durch die Genossen Stalten, Grosse, Weinheber, Becker, Winnig, Krause. Dagegen sprachen die Genossen Heberlein, Lindau und zweimal in mehr als einstündigen Darlegungen Dr. Laufenberg.- Nach einem Schlußwort Stubbes wurde von der sehr stark besuchten Delegiertenversammlung mit einer Dreiviertel Majorität folgende vom Genossen Winnig vorgeschlagene Resolution angenommen. .Die Landesversammlung der sozialdemokratischen Partei Hamburgs spridbt den Vorständen für die umsichtige Vertretung der Parteiinteressen ihre Anerkennung aus. Sie erwartet, daß diese auch weiter bemüht sein werden, die Interessen der arbeitenden Klasse entschieden zu vertreten, vor allem bei der Be- kämpfung des LebensmiitelwucherS und auf dem Gebiet der sozialen Kriegsfürsorge. Dagegen sieht sich die Landesversammlung genötigt, jener Gruppe von Genossen, die seit Kriegsausbruch die Haltung und die Maßnahmen der Partei herabsetzt und verdächtigt und plan- mäßig mit nicht immer einwandfreien Mitteln zu durchkreuzen sucht, den ernsthaftesten Tadel auszusprechen. Die Zeiten sind ernst und die Aufgaben der Arbeiterklasse in Gegenwart und Zukunft zu groß, als daß die Partei dieser Zerstörung ihrer Geschlossen- heit noch länger zusehen könnte. Die Landesversammlung erwartet daher von allen Genossen. daß sie diesen unheilvollen Treibereien rücksichtslos entgegen- treten." Die Tagung der Delegiertenversammlung hat damit noch nicht ihr Ende erreicht. In einer oder vielleicht gar mehreren Fort- setzungen wird sie sich nun noch mit der— in den bisherigen Ver- sammlungen natürlich auch schon ausgiebig besprochenen— Haltung des.Hamburger Echo" und der sozialdemokratischen Fraktion der Hamburger Bürgerschaft zu befassen haben. Meiunngsverschredenheiten in der französischen Partei. Die.Berner Tagwacht" schreibt: In einer seiner letzten Nummern hat das Organ der englischen Fabier,.The New Statesman". die Haltung der sozialistischen Partei in Frankreich gegenüber der Stellungnahme der englischen unabhängigen Arbeiterpartei rühmend hervorgehoben und besonders ihr.Nationalgefühl" anerkannt, mit dem sie die Einladung zu einer Zusammenkunft der Internationale im Haag abgelehnt habe. Darauf sind dem.New Statesman" eine Reihe von Zuschriften zugegangen, unter denen eine, die aus Paris kommt, das größte Interesse bean- spruchen darf. Es beißt da: .Es ist nur natürlich, wenn Sie annehmen, daß das Permanente Verwaltungskomitee der französischen sozialistischen Partei die ganze Partei repräsentiert, aber das ist in Wirklichkeit ganz und gar nicht der Fall und seine Entscheidung(bezüglich einer Zusammen- kunft der Vertreter der Internationale) wird von einer großen Zahl französischer Sozialisten, die vielleicht die Mehr- heit sind, nicht gebilligt. Ich sage.vielleicht", weil keine Mög- kichkeit vorhanden ist. die wirkliche Meinung der französischen sozia- listischen Partei festzustellen. Seit dem Beginn des Krieges hat das Permanente Komitee keine Schritte getan, um mit der Gesamtpartei in Fühlung zukommen. Die Partei ist niemals über eine der auftauchenden Fragen zu Rate gezogen worden. Das Komitee hat jede Angelegenheit aus seine eigene Verantwortung hin entschieden und die Partei so zu den wichügsten Erklärungen und Handlungen veranlaßt. Es ist eine große Mißstimmung in der Partei vorhanden über das, was zahl- reiche Sozialisten als einen Mißbrauch der Macht von seilen des VerwallungskomiteeS ansehen, und es ist zum mindesten mög- l i ch, daß die Entscheidung in verschiedenen Punkten anders gefallen wäre, wenn man die Gesamtpartei zu Rate gezogen hätte. „Die jüngeren Mitglieder der sozialistischen Partei stehen an der Front. Man kann sie weder befragen, noch läßt sich ihre all- gemeine Stimmung feststellen. Unter den Sozialisten, die sich nicht an der Front befinden, gibt es tiefgehende Meinungs- Verschiedenheiten über die durch den Krieg herauf- beschworenen Fragen. Es ist eine Rechte, ein Zentrum und eine Linke vorhanden. Die Rechte, die ihre Auffassung teilt, beeinflußt das Permanente Verwaltungskomitee. Sie setzt sich aus den ältesten Personen zusammen, die in Frank- reich im allgemeinen am kriegerischsten und chauvinistischsten sind, und zu ihren hervorragendsten Vertretern gehören Jules Guesde und Vaillant. Es ist unmöglich, mit einiger Sicherheit zu sagen, welche Gruppe die stärkste ist. Aber die Linke hat eine große Mehrheit unter den Sozialisten im Süden Frankreichs, und nach meiner Meinung umfaßt sie wahrscheinlich die Mehrheit der Gesamtpartei. Die ausgeprägte Abneigung des Verwaltungskomitees, sich bei der Partei Rat zu holen, legt die Vermutung nahe, daß das Komitee derselben Ansicht ist. Ueber einen Punkt ist kein Zweifel möglich. Die französische sozialistische Partei ist seit Jahren nicht so desorganisiert, so ohnmächtig und so hoffnungslos gespalten gewesen wie im gegen« wältigen Moment." Der Einsender erwähnt dann die bekannte Kundgebung von Haute Vienne, und er meint, es werde sich bald herausstellen, daß die Organisation von Haute Vienne in ihrer Mißbilligung der Politik der Komitees nicht allein stehe. Gewerkschaftliches. Serlin und Umgegend. Aus dem Bezirk Groß-Berlin des Transportarbeiterverbandes sind zurzeit über 22 000 Verbandsmitglieder zum Heeresdienst ein- gezogen, darunter 30 Verbandsangestellte. Deutsches Reich. Teuerungszulagen und Tarifvertrag. _ Wir verwiesen in unserer Nummer 183 vom 10. Juli auf den Tätigkeilsbericht des Verbandes der Baugeschäfte von Groß-Berlin und ein Rundschreiben des Verbandes an seine Mitglieder, die beide sich gegen die Gewährung von Teuerungszulagen wenden. Der „Grundstein" vom 17. Juli nimmt jetzt diese Haltung des Verbandes der Baugeschäfie gleichfalls unter die kritische Lupe und kommt ebenso wie der'„Vorwärts" zu dem Schluß, daß die durch die Tarif- Verträge geschaffene Ordnung und Sicherheit durch die Gewährung von Teuerungszulagen nicht im mindesten erschütlert werde. Nach Ansicht des„Grundstein" ist die ganze Angelegenheit ledig- lich eine Sache der Einficht und des guten Willens der Arbeitgeber. Der.Grundstein" teilt weiter mit, daß der Borstand des Bauarbeiter-VerbandeS im Laufe der letzten Woche gemeinsam mit den Vorständen des Zimmerer- und des christlichen Bauarbeiterverbandes dem Arbeitgeberbund für das Baugewerbe den Wunsch unterbreitet habe, mit ihm gemeinsam in Erwägung darüber einzutreten, wie der drückendsten Notlage der Bauarbeiter abgeholfen werden könne. Der„Grund- stein" hofft, daß sich der Bundesvorstand der Einsicht, daß für die Arbeiter eine Notlage besteht, nicht verschließen und eine Aussprache darüber, wie dieser Notlage entgegengewirkt werden kann, nicht ablehnen wird._ Wohl ein Versehen! Einige in Hemelingen bei Bremen wohnenden Frauen, die von der preutzisch-hessischen Staatsbahnverwaltung als Strecken- arbeiterinnen angestellt wurden, mutzten einen Revers unter- schreiben, worauf man ihnen„Gemeinsame Bestimmungen für die Arbeiter aller Dienstzweige der Preutzisch-Hesfischcn Staatseisen- bahnverwaltung" aushändigte, in denen den Arbeiterinnen das Fernbleiben von der Sozialdemokratie und vom Transportarbeiter- verband zur Pflicht gemacht wird. In§ 2, Ziffer 3 der Be- stimmungen heiht eS: „Auch außerhalb des Dienstes hat der Arbeiter sich achtbar und ehrenhaft zu führen und sich von der Teilnahme an s o z i a l- demokratischen und anderen ordnungsfeind- lichen Bestrebungen, Vereinen und Versammlungen fern- zuhalten." Ferner wurde jeder Arbeiterin bei der Annahme der§ 23 wie folgt erläutert: Sie dürfen dem Transportarbeiterverband(Reichs- sektion der Eisenbahner), sowie überhaupt solchen Vereinen oder Verbänden, die die Arbeitseinstellung als zulässig erachten, nicht angehären. Als Teilnahme an sozialdemokratischen Bestrebungen werde auch das Halten und Verbreiten sozialdemokratischer Zeitun- gen und sonstiger sozialdemokratischer Pretzerzeugnisse, sowie der Besuch sozialdemokratischer Versammlungen angesehen. Zuwider- Handlungen würden die Kündigung des Dienstverhältnisses zur Folge haben. Wir nehmen an, datz den Frauen aus Versehen Bestimmungen vorgelegt worden sind, die noch aus der Zeit vor der Erklärung des Burgfriedens stammen. Vielleicht äutzern sich die in Betracht kommenden Behörden dazu und es ergehen an die falsch unter- richteten Stellen Anweisungen, welche Mitzverständnisse beheben. Der Borstand des Kürschncrverbandcs hat unter Zustimmung des Ausschusses beschlossen, die statutarischen Bestimmungen über Unterstützungen mit Wirkung vom 5. Juli ab wieder in vollem Um- fange in Kraft treten zu lassen. Das Stuttgarter Gewerkschaftskartell und der Parteistreit. Das Stuttgarter Gewerkschaftskartell hat in seiner letzten Ver- tretersitzung über sein Verhältnis zur örtlichen Parteiorganisation Beschlutz gefaßt. Bekanntlich herrscht unter den Stuttgarter Ge- nassen ein Organisationsstreit. Neben dem an die Kreis-, Landes- und Reichsparteiorganisation angeschlossenen Sozialdemokratischen Verein Stutgart besteht noch ein von Westmeher und Crispien ge- leiteter Verein, der denselben Namen führt, aber das Organisations- ftatut nicht anerkennt. In der Vorstadt Cannstatt besteht neben dem alten sozialdemokratischen Verein ebenfalls eine Neugründung mit demselben Namen. Alle Versuche, eine Einigung unter den Genossen herbeizuführen, sind bisher fehlgeschlagen. Das Stutt- garter GewerkschastSkartell, das die Gewerkschaften der Vororte mit umfaßt, nahm nun mit Fünfsechstelmehrheit eine Resolution an, die lautet: „Die Vereinigten Gewerkschaften Stuttgarts betrachten als lokale Parteiorganisationen in ihrem Wirkungsbereich nur die von der w ü r tt em b e r g i s ch e n Landes- organisation anerkannten sozialdemokrtischen Vereine. Die Benutzung der Bibliothek und die unentgelt- liche Auskunftserteilung durch das Arbeitersekretariat steht außer den Mitgliedern der angeschlossenen Gewerkschaften nur den Mit- gliedern der anerkannten Parteiorganisationen zu. Soweit zur Erledigung allgemeiner Angelegenheiten gemeinsame Kom- Missionen von Gewerkschaften und Partei zu bilden sind, kommen als Vertreter der Partei nur die anerkannten Organisationen in Frage. Sind an solchen Kommissionen auch noch andere Körper- schaften beteiligt, so können diese nur solche Vertreter entsende», die Mitglieder der anerkannten Parteiorganisationen sind." Ms Industrie und Kandel. Kriegsgewinne. Die Vereinigten Faßfabriken Akt.- Ges. in Kassel, Berlin und Andernach am Rhein beabsichtigen, auf die Vorzugsaktien eine Dividende von 10 Prozent neben der Nachzahlung von 6 Prozent für das Vorjahr, wo keine Dividende verteilt werden konnte, und eine Dividende von 4 Prozent auf die Stammaktien in Vorschlag zu bringen. Der Reingewinn beziffert sich auf 236 751 M, nachdem bereits 125 000 M.(i. V. 60 000 M.) für Ab- schreibungen in Abzug gebracht worden siud; 105 693 M. werden auf neue Rechnung vorgetragen._ Japanische Handelsbestrebungen in der„Südsee". Man ist leicht geneigt über der politischen Rührigkeit Japans in Ostasien seine gewaltigen wirtschaftlichen Anstrengungen zu ver- gessen, die die Vorherrschaft auf dem ostasiatischen Markt im weitesten Sinn zum Ziel haben. In Japan hat, nach dem„Ostasialischeii Lloyd" vom 19. März, seit dem Ausbruch des europäischen Krieges ein groß- zügiges Schaffen eingesetzt. Das Auswärtige Amt in Tokio und das Handelsmini st erium sind wohl zurzeit die am meisten be- schäftigten Regierungsämter in Japan. Beide arbeiten Hand in Hand. Hier arbeitet das Auswärtige Amt politisch vor. um den Weg für die wirtschaftliche Ausbreitung in Ostasien zu bahnen, und dort fördert das Handelsministerium die Festigkeit des wirtschaftlichen Einflusses, um später, in Jahren oder Jahr- zehnten, dem Auswärtigen Amt Gelegenheit für die_ Entfaltung seines diplomatischen Könnens zu gehen. Japan erstrebt beule die politische und wirtschaftliche Vorherrschaft in Ostasien. Unter dem Vorwand, den deutschen politischen und wirtschaftlichen Einfluß niederzuringen, führt es einen stillen Kampf gegen alle an der politischen und wirtschaftlichen Entwickelung interessierten Staaten. Wir wollen an dieser Stelle von politischen Erwägungen absehen und uns nur mit der wirtschaftlichen Seite der Frage beschäftigen. Nachdem Tsingtau gefallen und durch einen eiligen Handstreich die deutschen Kolonien in der Südsee in japanische Hände über- gegangen waren, Japan also den politischen Teil seines Programms gegen Deutschland durchgeführt hatte, verkündete die japanische Presse, daß nunmehr auch der wirtschaftliche Kampf gegen Deutsch- land und seinen Verbündeten Oesterreich-Ungarn in Ostasien geführt werden müsse. Das Gebiet, in dem sich dieser Kampf abspielen sollte, wurde als der„Markt der Südsee" bezeichnet. Man nahm an, daß die Japaner nun versuchen wollten, die Inseln der Südsee wirtschaftlich enger an Japan zu knüpfen. Gelegentlich wurde auch in der japanischen Presse berichtet, daß eine neue Dampferlinie nach der Südsee eingerichtet worden sei, daß auf einer Insel große Phosphatlager„entdeckt" worden seien, daß eine große Nachfrage nach Zement und Bier herrsche und daß sich ein kapitalkräftiges Handelsunternehmen aufgetan habe, um den Handelsverkehr mit der Südsee zu heben. Der„Markt der Südsee" zog unterdessen immer weitere Kreise. Es stellte sich bald heraus, daß� mit der Er- schließung des neuen Marktes nicht die Südsee- Inseln gemeint sind, sondern alle Gebiete, die im �tv echt e st en Sinn z u Ostasien gehören. Der„Markt der Südsee", den Japan heute erobern will, umfaßt China, Hongkong, Inda- china, die Malaien st aaten, Indien und Australien. Seit Ausbruch des Krieges sind diese Gebiete auffallend viel von japanischen Handels'sachverständigen bereist worden. Das japanische Handelsministerium hat nichts unterlassen, was die Eroberung des Südseemarktes fördern könnte. Wohl beißt es gelegentlich noch, daß mit dem Vordringen auf dem neuen Markt der deutsche und österreichische Handel vernichtet werden soll. Die Japaner sind aber zu schlau, um nicht selbst einzusehen, daß das nur eine Ausrede ist, um das Hauptziel, das in der Ver- nichtung des we st ländischen Handels beruht, zu ver- schleiern. Gerade auf den Märkten, wo überwiegend britische und französische Handelsinteressen vorhanden sind, entfalten die Japaner eine besondere Tätigkeit, was deutlich zu erkennen gibt, daß sie sich bei ihrem Vorgehen von keinerlei bundesgenosfischen Rücksichten leiten lassen. Hongkong soll für den japanischen Handel zu einem wichtigen Einfallstör gemacht werden. Wie das Ziel zu erreichen ist, wird in japanischen Handelszeitschriften häufig bebandelt. Das Material be- sorgt die japanische Regierung, die auf Grund eingehender Bericht» ihrerKonsulatsvertreter und reisender Agenten imstande ist, der Industrie den Weg zur Betätigung zu«igen. Der britische Kaufmann wird sicher dem japanischen Handelswettbewerb in Südchina mit gemischten Gefühlen begegnen. Interessengegensätze sind nicht allein vorhanden, wo sich englische und japanische Kaufleute bemühen, die früher über Hoog- long eingeführten deutschen und_ österreichischen Erzeugnisse durch ihre eigenen zu ersetzen, sondern sind auch durch das Bestreben der Japaner enstanden, dem brititchen Handel soviel als möglich Ab- bruch zu tun. Bon amtlicher Seite werden die japanischen Fabri- kanten und Kaufleute bearbeitet. Die Förderung der chinesischen Produktion. Seit dem Ausbruch des Krieges in Europa, schreibt der„Ost- asiatische Lloyd" vom 26. März, haben sich in China Bestrebungen gellend gemackt, sich von der Einfuhr gewisser Erzeugnisse aus dem Ausland unabhängig zu machen. Ein großer Förderer dieser Be- wegung ist der frühere Handelsminister Chang-chien, der einer der besten Kenner des chinesischen Wirtschaftslebens ist und in seiner Heimatprovinz Kiangsu vorbildliche, wirtschaftliche Einrichtungen, wie Baumwoll- Pflanzungen. Seiden- und Wollwebereien weniger um pekuniärer Vorteile willen»lS zu Versuchszwecken eingerichtet hat. Der neue Handelsminister Chou-Tse-chi will nach dem von seinem Vorgänger ausgestellten Wirtschastsprogramm weiter arbeiten. Da« nach sollen in der Mandschurei und in der Umgebung von Peking Aufforstungen angelegt und Viehzucht in großem Maßstab betrieben werden. Die Ausfuhr von Rohstoffen der Seidenindustrie soll nach Möglichkeit eingeschränkt und die Erzeugnisse im Lande selbst verarbeitet werden. Die Kultur der Maulbeerbäume und der Seidenraupenzucht soll staatlich gefördert werden. In den Provinzen Anhui und Hupeh ist die Errichtung einer großen Baumwollversuchspflanzung geplant, um die Qualität der bisher erzeugten Baumwolle zu verbessern. Vor- bildliche Zuckerfabriken sollen je eine in Kuangtung Kuangsi und Szechuan errichtet werden, um allmählich vom ausländischen Zuckermarkt unabhängig zu sein. In den letzten Tagen hat die chinesische Presse vielfach Be- trachiungen über die Hebung der einheimischen Produltion angestellt. Der Boykott japanischer Waren bildet den Ausgangspunkt der Erörterungen. Die der Pekinger Regierung nahestehende«Afia- jih-pao" hat über die Frage der Förderung der einheimischen Produktion dieser Tage einen längeren Artikel veröffentlicht. Das Blatt stellt fest, daß nach den letzten Statistiken die Chinesen jährlich für etwa vierhundert Millionen Dollar japanische Ware kaufen. Diese Summe gehe nach Japan und China würde jährlich um diese Summe ärmer. Je weniger China ans die Einfuhr vom Ausland angewiesen sei, desto fester würde seine finanzielle Verfassung. Die„Asia-jih-pao"_ macht den Vorschlag, daß die Regierung das Volk veranlassen solle, nach Möglichkeit im Lande selbst hergestellte Erzeugnisse zu kaufen, und sie solle die Industrie zur Herstellung von Erzeugnissen ermuntern. die als Ersatz der westländischen Produkte dienen könnten. Das Blatt ist der Ansicht, daß in fünf oder sechs Jahren ein gewaltiger Umschwung im chinesischen Wirt- schaftsleben erfolgen könne. Schließlich ermuntert die „Asia-jih-pao" auch die chinesischen Kapitalisten, aus ihrem Dämmer- schlaf aufzuwachen und ihr Geld zur Weckung der wirtschaftlichen Kräfte des Landes herzugeben. Parteigenossinnen und Parteigenossen! Die zu heute abenü in Aussicht ge- nommene Ilugblattverbreitung kann um- ftänüehalber nicht erfolgen. Staötverorönetenversammlung. 18. Sitzung vom Donnerstag, den 15. Juli 1315, nachmittags 5 Uhr. Die Sitzung wird vom Vorsteher M i ch e l e t nach 5% Uhr eröffnet. Eine lange Reihe von Urlaubsanzeigen wird zur Kenntnis gebracht. Die Vorlage wegen Aufnahme einer neuen Anleihe in Höhe von 288 631 033 M. ist in der Ausschutzberatung unver- ändert einstimmig zur Genehmigung empfohlen worden. Der Ausschutzreferent Sladtv. Cassel(Linke) bemerkt, datz e§ sich beim grötzten Teil des Anleihebetrages um Ausgaben werbender Natur handelt und zudem um solche, für die bereits Gemeinde- beschlüsse vorliegen. Vermitzt habe man die Forderung für den Bau eines Geschlechtskrankenhauses; der Magistrat sei von mehreren Seiten ersucht worden, auch hinter diese Angelegenheit.etwas mehr Dampf" zu machen. Hinsichllich der Modalitäten der Begebung der Anleihe habe der Magistrat durchaus befriedigende Aufschlüsse gegeben. Ohne jede Diskussion wird die Anleihe nach dem Magistrats- entwurf genehmigt. Auf Antrag des Rechnungsausschusses erteilt die Versammlung die Entlastung für eine grotze Anzahl Rechnungen aus den Jahren 1911— 1913 und nimmt Kenntnis von dem Abschlüsse deS Lagerbuches der Stadt Berlin. Danach betrug das Vermögen der Stadtgemeinde am 31. März 1914 455 285 695 M., ihr Grund- besitz 23 479 Hektar. Dem Erwerb einer Fläche von 49 Quadratmeter vom Grund- stück Torfstr. 34(Eigentümerin offene Handelsgesellschaft G. E. Dell- s-bau) für 53 M. pro Quadratmeter zu Zwecken der Bahn- anlagen des West Hafens stimmt die Vertammlung zu. Endlich erklärt die Versammlung ihr Einverständnis mit der Annahme des nach Bezahlung der Vermächtnisse etwa verbleibenden Ueberrestes der Erbschaft nach den Max Schultz« schen Ehe- leuten durch die Stadtgemeinde sowie mit der Annahme der in dem Testamente für Berlin ausgesetzten Vermächtnisse von a) 23 333 M. für das Kaiser- und Kaiserin-Friedrich-Kinder- krankenhaus, b> 13 333 M. für städtische Blindenheime oder Blindenanstalten, a) 43 333 M. zur Verteilung an Arme und Kranke der Stadt Berlin. Schluß der öffentlichen Sitzung 8/e6 Uhr. Mus Groß-Serlin. Die Küche üer Ierienkinüer. Ein regelrechtes Blockhaus ist es. Aus Birkenstämmcn und roh behauenen, im Laufe der Jahre verwitterten Brettern gefügt, lugt es aus dem saftigen Grün des Ferienspielplatzes bescheiden hervor. Die Einfachheit wirkt hier am besten. Natur soll sich an Natur schmiegen. Dieses Holzhaus als Küche ist ja in der Kinderphantasie die Waldhütte Rotkäppchens oder das märchenhafte Knusperhäuschen. Mit den Händen fast können die Kleinen das Dach greifen, in die Fenster können sie, wenn es ge- stattet wäre, bequem hineinsteigen. Und der alten Frau, die da drinnen für Tausende ihrer Schutzbefohlenen so wacker den Kochlöffel schwingt, fehlt nur noch die Haube und die Hornbrille, um eine liebe Märchengestalt vorzutäuschen. Was es da zu schnabulieren gibt, das vertilgen unsere ewig hungerigen Kleinen mit dem größten Behagen. Wenn sie mit lustigem Singsang vormittags auf den Ferienplatz ziehen, schlängeln sich schon vielverheißende Rauchwölkchen aus dem kleinen Schornstein der Ferienküche, und gar bald ist das„Tischlein deck dich" des fürsorglichen Magistrats in erster Auflage fertig. Auf dem schmucklosen Herde brodelt der mächtige Kaffeekessel. Dickbauchige, blecherne Milchkannen harren der Entleerung ihres süßen Inhalts. Schnell hat sich die freiwillige„Essenkolonne", aus älteren Knaben und Mädchen bestehend, bei der Ferienküchenfee ge- meldet. Am Herdfeuer haben die Helfer aus Gründen der Vorsicht nichts zu suchen, aber beim Austeilen des Essens uud beim Geschirreinigcn sind sie willkommen. Ohne solche Helfer wäre die Küchenarbeit, wenn viel« leicht zweitausend und mehr Kinder auf dem Ferien- spielplatz sind gar nicht schnell genug zu bewältigen. Mit Feuereifer sind namentlich die Mädels bei der Sache. Das ist ja ihr Element, ein Stückchen ihres zukünftigen Haus- frauenberufes. Zum Spielen bleibt noch genug Zeit. Ueberdies wechseln die Hilfskolonnen. Ebenso wird kein Kind zur Arbeit ge- nötigt. Alles ist freiwilliges Tun, genau wie bei der aus den älte- reu Kindern gebildeten„Spielplatzpolizei". Auch manche Lehrerin legt kräftig mit Hand an und zeigt, daß sie n»ch etwas anderes versteht als das Einpauken des Abc. Um Mittag herum strecken sich tausend Näschen schnuppernd in die Luft. Wunderschön duftet es aus der Ferienküche. Wiener Schnitzel gibt's freilich nicht, aber die kräftige, würzige Maggibrühe ist auch nicht zu verachten. Nein, übrig bleibt nichts. Es wird so reichlich gekocht, daß jedes Kind mit einem warmen Imbiß versehen wird. Die Helfer erhaschen zur Belohnung für ihren Fleiß noch manche Extraschüssel und die doppelte Nation in Kriegssemmeln. Blitzblank sieht es niorgens und abends in der Ferienküche aus. Das ist auch ein gutes Er- ziehungsbeispiel. Wo überall Ordnung herrscht auf dem Ferien- spielplatz, darf sie in der Küche nicht fehlen. In Reih' und Glied stehen die Emaillegeschirre in den Schränken und auf den Wandbrettern aufmarschiert, viele Hunderte in treuer Ge- meinschaft. Meist ist es aber nicht möglich, die vielen Kinder zu gleicher Mittagszeit zu speisen. In kurzen Zwischen- räumen hintereinander wird kolonnenweise getafelt, während die Kessel sich mit immer neuer Maggiwürze füllen und die gebrauchten Geschirre von Dutzenden kleiner Hände unter Aufsicht flink und sauber gereinigt werden. Ja, Arbeit gibt es genug hier, inmitten aller Freude. Die Fcrienküchen- fee muß sogar„eingefuchst" sein, damit in ihrem Kinderreich alles klappt. Und wenn die fröhlichen Scharen heimwärts gezogen sind, bestellt sie schon wieder im voraus ihr„Knusper- Häuschen" für den morgigen Tag, für abermals viele hundert hungrige Mäulchen. Die Berliner Stadtanleihe. Mit der neuen Anleihe der Stadt Berlin hat die Stadt- verordnetenversammlung in ihrer gestrigen Sitzung sich einverstanden erklärt. Der Ausschuß, der sich über die Vorlage des Magistrats erst noch unterhalten mußte, fand selbstverständlich keinen Anlaß, irgend etwas wegzustreichen. Neue Schulden in Höhe von 288 Millionen Mark, das schien ja in dieser an Ausgaben reichen Zeit ein bißchen viel, und es fehlte im Ausschuß nicht an eifriger Mahnung, künftig mehr Sparsamkeit zu üben. Aber niemand wußte zu sagen, welche von den für die Reihe der nächsten Jahre geplanten Unternehmungen und Bauten, deren Kosten aus dieser Anleihe gedeckt werden sollen, etwa als unnötig anzusehen wären. Meist handelt es sich um lange Geplantes oder schon Be- schlossenes, wie z. B. bei demjenigen Unternehmen, das allein fast die Hälfte der ganzen Anleihe erfordert, bei den jetzt an- zukaufenden und demnächst zu erweiternden Elektrizitätswerken. Im Plenum wurde gestern nach Erstattung des Ausschuß- berichtes eine nochmalige Debatte nicht für nötig gehalten und die Anleihevorlage einstimmig angenommen. „Reformen" bei der Straffenbah«. Nach Mitteilung verschiedener Blätter plant die Große Berliner Straßenbahn verschiedene Aenderungen im Gebiete ihres Verkehrs- netzes. Nach diesen Angaben soll die Einführung des Umsteige« Verkehrs und die Einstellung der sogenannten Schleifenfahrten er- folgen, weil die Schleifenfahrten sich nicht bewährt hätten. Diese Neuerungen, die selbst in kleinen Provinzstädten keine Neuheiten mehr sind, scheinen als ein Geschenk an das Publikum angesehen zu werden, das eine Gegenforderung rechtfertigt: eine Tariferhöhung. Das ist des Pudels Kern. Es heißt da: Für eine Strecke bis zu 5 Kilometer bleibt der Iv-Pfennig-Satz bestehen, darüber hinaus bis 7 s/z Kilometer beträgt das Fahrgeld 15 Pf. und alle weiteren Strecken werden mit 23 Pf. berechnet. Das Umsteigebillett kostet für jede Strecke bis 7l/z Kilometer 15 Pf., während jetzt jeder, der zwei Linien in An- spruch nahm, 23 Pf. zu entrichte» hatte. Die Abonnements werden ebenfalls einen Aufschlag erfahren, die Arbeiterkarten dagegen sollen nach wie vor zu den bisherigen Sätzen abgegeben werden. Nach den bestehenden Verträgen kann eine Aenderung der Tarif- Politik erst mit dem Jahre 1923 eintreten, vorher nicht, es sei denn, datz die Kriegszeit dazu benutzt wird, unbequeme Bestimmungen der Verträge beiseite zu schieben._ Um den Totalisator. Die Pferderennen sollen den Zweck haben, die Landespferdezucht zu fördern. Das geschieht durch Aussetzen von Preisen. In Wirk- lichkeit haben die Rennstallbesitzer an diesen Rennen das grötzte Interesse, das aber nur dann, wenn der Betrieb ein recht umfang- reicher ist. Jetzt haben in Hoppegarten Pferderennen stattgefunden, aber ohne Totalisatorbetrieb. Die offizielle Wettmaschine war außer Tätigkeit gesetzt, was aber nicht hinderte, datz geheim gewettet wurde. Die große Zahl der Verhaftungen von Buchmachern zeugt davon. Es scheint aber als sollten die Pferderennen nur dann der Pferde- zucht zugute kommen, wenn der Totalisator im Betriebe ist. Das mutz man annehmen, wenn man den offenen Brief liest, den ein bekannter Rennstallbesttzer, Herr v. Tepper-Laski, im„Deutschen Sport" an den Präsidenten des Unionklubs, den Fürsten Pietz, richtet. In diesem Schreiben heißt es: „Mit der Abwicklung des Programms zu Hoppegarten ist der erste Teil der sportlichen Tragödie von 1915 nunmehr beendet. Welche Resultate hat er gezeitigt? Bestätigt wurde zunächst— wie der Abfassung der Propositionen nach zu erwarten war— die jahrzehntelange feststehende Suprematie einiger Rennställe und Gestüte. Was aber im Jntereffe der für die Landcspserdezucht unentbehrlichen Vollblutzucht notwendig war, ist nicht gefördert worden. Ich meine die Sicherheit des Fortbestandes der großen Menge kleinerer Gestüte und Rennställe, die momentan wichtiger ist als die ohnehin gesicherte Weiterführung der mit großen Mitteln arbeitenden Eliteställe. Die Versuche der Auslösung von Rennställen und Gestüten kommen einer Verschleuderung gleich. Die Spekulanten, die die Pferde er- stehen, haben nichts weniger als züchterische Absichten. Dadurch gehen zahllose brauchbare, jetzt uns so nötige Stuten der Zucht verloren. Das bedeutet für unsere Vollblut« und Landespferde- zucht eine drohende Kalamität. Diese zu vermeiden oder wenigstens zu mildern, gibt es nur ein Mittel: die sofortige Wiederaufnahme eines ausgedehnten Rennbetriebes mit Totalisator, ohne den es — selbst in Hoppegarten, wie nun erwiesen— nicht geht, unter besonderer Berücksichtigung der in ihrer Existenz bedrohten kleinen Flach- und Hindernisställe. Sentimentale Rücksichten auf die Schwere der Zeit sind hier nicht am Platze. Wie ich höre, würde das Oberkommando unter gewissen Kautelen nichts dagegen einzuwenden haben. Wenn Sie bisher die vitalen Interessen unseres Renn- und Zuchtbetriebes zu fördern ver- absäumt haben, die zu vertreten Ihnen als Präsident des Union- klubs oblag, so müssen Sie alles daransetzen, dieses Versäumnis wieder gutzumachen oder die nötigen Konsequenzen zu ziehen." Nach diesen Auslassungen ist eS vornehmlich der Totalisator, der die Rennen erst auf die Beine bringen kann. Tödlicher Unfall eines Arztes. Ein verhängnisvoller Automobilunfall hat sich am Mittwoch kurz nach 9 Uhr abends in der Budapester Straße ereignet. Dort wollte der Führer der Kraftdroschke I A 9586 kurz vor einem von Moabit herannahenden Straßenbahnwagen der Linie 17 das Gleis kreuzen, um in die Lennöstratze einzubiegen, Dabei stieß das Auto mit großer Wucht gegen die Borderplatlform des LahnwagenS. In- folge des Anpralls wurde der Insasse der Droschke, Herr Dr. Brotz, mit solcher Gewalt gegen die Wand des Autos geschleudert, daß er einen Schädelbruch erlitt. Der Verunglückte wurde zur nächsten Unfallstation und von dort nach dem Urbankrankcnhaus geschafft. Dort ist er in der Nacht der schweren Verletzung erlegen. Der Chauffeur ist mit einer leichten Verletzung der linken Hand davon- gekommen. An dem Automobil wurde die Seitenwand stark be- schädigt und das rechte Hinterrad abgefahren, während am Straßen- bahnwagen die Vorderplattform eingedrückt und eine Dachstütze ver- bogen wurde.__ Mit dem Dienstgewchr schwer verletzt. Gestern früh hat der Landsturmmmm Max S. vom Ersatz- bataillon Landwehr-Jnfanterie-Regiments Nr. 8. Frankfuri a. O., der sick bei seiner Mutter, Zionskirchstr. 53, aus Urlaub aushielt, seinen Stiefbruder, den Arbeiter Johann Sch., mit seinem Dienst- gewehr in die Brust geschossen und schwer verletzt. Wie berichtet wird, hat sich zwischen beiden ein Streit entsponnen, in dessen Ver- lauf S. seinen Bruder mit dem Dienstgewehr in die Brust schoß. S. flüchtete nach der Tat. Sch. wurde schwer verletzt in das Lazaruskrankenhaus eingeliefert. Wie ein Hauswirt zu seiner Miete kam. In Lichtenberg hat das M i e t s a m t der Stadt einen un- gewöhnlichen Streit zwischen einem Hauseigentümer und einer Kriegerfrau zu schlichten gehabt. Ungewöhnlich scheint uns auch der Beschluß, durch den das Mietsamt ihn schlichtete. Wir erfahren hon. dieser Angelegenheit, die schon um Monate zurückliegt, lei�i erst jetzt. Die Frau desorgte für den Eigentümer in seinem Hause die Portierarbeiten, doch geschah das ohne schriftlichen Portier- vertrag nur auf Grund mündlicher Abrede. Für die Wohnung war eine Monatsmiete von 33 M. ver- einbart, 18 Mark wurden als Arbeitsvergütung ange- rechnet, mithin blieben noch 12 M. bar zu zahlen. In dem schriftlichen Mietsvertrag war— seltsamerweise— nur von diesen 12 M. die Rede. Als nun die Frau infolge eines Zerwürf- nisies mit dem Hauswirt die weitere Ausführung der ihr über- tragenen Arbeiten ablehnte, meinte sie, auch weiter nur die 12 M. als Miete zahlen zu müssen. Daraufhin wandte der Wirt sich an das Mietsamt. Eine Einigung über die Wiederaufnahme der Ar- beit kam nicht zustande, aber auch zur Zahlung von mehr als 12 M. wollte die Frau sich nicht bereitfinden lassen. Sie berief sich auf den Mietskontrakt, durch den sie nur zu 12 M. verpflichtet sei. Das Ergebnis der Verhandlungen war, datz die Miete von 33 M. auf 27 M. ermäßigt wurde. Diese 27 M. werde man, so wurde der Frau angekündigt, regelmäßig von der ihr als Kriegerfrau zustehenden Familien- unter st ützung abziehen. Ein paar Tage darauf ging bei ihr noch vom Magistrat die schriftliche Nachricht ein, datz gemäß dem Beschluß des Mietsamtes die 27 M. abgezogen werden würden. Und dieser sonderbare Beschluß wurde denn auch vom nächsten Zahlungstermin ab ausgeführt. Die der Kriegerfrau bis dahin ge- zahlte Unterstützung belief sich für sie und ihr Kind auf zusammen 38 M. pro Monat, wovon 18 M. als Reichsunterstützung und 23 M. als Gemeindezuschutz anzusehen waren. Nach Abzug von 27 Mark blieben pro Monat in bar nur noch 11 Mark, alsonoch nicht mal der ganzeBetrag der Reichs- Unterstützung. Während die Frau bisher im Monat zweimal 19 Mark erhalten hatte, gab man ihr fortan zweimal nur 5,53 Mark. Drei halbe Monate hindurch mußte sie sich mit diesem Betrag ab- speisen lassen, dann aber erhielt sie plötzlich 9 Mark pro halben Monat. Hatte da jemand den Einfall gehabt, daß man ihr wenigstens die Reichsunterstützung in voller Höhe zahlen müsse? Doch die Freude dauerte nicht lange. Schon nach weiteren drei halben Mo- naten besann man sich eines anderen— und die 9 Mark wurden wieder auf 5,53 Mark herabgesetzt. So ist der Hauswirt mit Hilfe der Gemeinde bisher zu seiner Miete gekommen. Mietebeihilfe für die Kriegerfrau zahlte die Ge- meinde nicht, aber dem Hauswirt diente sie sozusagen als Miete- kassiererin. Am Ende soll die Frau die ihr abgezogenen 27 M. als Mietebeihilfe ansehen, die ja allerdings sogleich für den Hauswirt einbehalten werden darf. Aber feit wann gibt Lichtenberg eine Mietebeihilfe in dieser Höhe? Das Verzeichnis über die Neuerwerbungen der Berliner Stadt- bibliothek während der Monate April-Juni 1915 ist erschienen und in der Bücherausgabestelle und im Lesesaal der Stadtbibliothek sowie in allen städtischen Lesehallen und Vollsbibliotheken zur Auslegung gelangt. Es enthält 311 Nummern. Ein braver Streiter für die Sache des Sozialismus, Fritz Block, wurde am Mittwoch auf dem Rummelsburger Fried- Hofe zur letzten Ruhe bestattet. Besonders die älteren Genossen werden sich des Verstorbenen erinnern. Schon unter dem Sozialisten- gesetz hat„Embott"— so lautete sein„Kriegsname"— meist im zweiten Kreise rege für die Partei gewirkt. In seinen letzten Lebens- jähren hinderte ihn andauernde Krankheit, sich an der Agitation zu beteiligen. Die Genossen werden des Toten stets ehrend ge- denken. Seinen Verletzungen erlege« ist der Hilfsschaffner Albert Radke, der in der vorgestrigen Nacht auf der Eisenbahnstrecke zwischen Lehrter Bahnhof und dem Bahnhof Friedrichstraße, gegenüber der Luisen- straße, unter einen Zug geriet. Er ivurde so schwer verletzt, daß er schon Mittwochmorgen in der königlichen Klinik starb. Die Räder hatten ihm ein Bern abgequetscht und den Schädel sowie das Stirn- bei» zerlrüminert. Beschlagnahmt wurde die Leiche der Näherin Frau Helbert aus der Langestratze 68. Die Frau war längere Zeit nickt zum Vorschein gekommen. Als man vorgestern nachmittag ihre Wohnung öffnen ließ, fand man sie tot auf einem Stuhle sitzen. Ein Arzt konnte die Todesursache nicht feststellen, wahrscheinlich aber ist die Frau an Herzschlag gestorben. Aus dem Landwehrkanal gelandet wurde gestern morgen die Leiche eines Mannes von etwa 33 Jahren vor dem Haufe Kottbuser Ufer 1. Nach Schriftstücken, die man bei ihm fand, scheint der Er- trunkene ein Arbeiter Alfred Kalbach zu sein und wegen eines Augen- leidens den Tod im Wasser gesucht zu haben. Seine Wohnung ist nicht bekannt._ Mus öen Gemeinden. Neukölln. Gefunden wurde bei dem Ausflug der Kinder nach Rudow ein Kinderhut und eine Halskette. Abzuholen im Bureau des Wahlvereins, Neckarstr. 3. Soziales. Die Krankenkassen während des Krieges. Der Stand der Krankenversicherung ist durch den Krieg durch- aus nicht in der Weise beeinflußt worden, wie einige Kreise ver- mutet hatten. Nachdem sich der Arbeitsmarkt nach der ersten Ueber- stürzung infolge deS Kriegsausbruchs wieder erholt hatte, zeigte der Mitgliederstand der Kassen fast das alte Bild. Im Laufe der letzten Monate hat allerdings die Mitgliederzahl infolge der fortschreitenden Einberufung des Landsturms ständig abgenommen. Nach der vom Reichsstatistischen Amt laufend vorgenommenen Zählung der Mit- gliederzahl der Krankenkassen waren vorhanden: Am 1. Januar 1914 in 4426 Kassen 3 849 333 männliche und 1 617 333 weibliche Versicherungspflichtige. Am 1. Juli 1914 in 6118 Kassen 7 374 333 männliche und 3 734 333 weibliche Versicherungspflichtige. Am 1. Januar 1315 in 5224 Kassen 4 319 333 männliche und 2 775 333 weibliche Versicherungspflichtige. Am 1. April 1915 in 5977 Kassen 4 762 333 männliche und 3 291 333 weibliche Versicherungspflichtige. Auf eine Kasse entfielen danach Mitglieder: am 1. Januar 1914 833 männliche und 349 weibliche, zusammen 1182 Versicherungs- Pflichtige; am 1. Juli 1914 1156 männliche und 635 weibliche, zu- sammen 1761 Versicherungspflichtige; am 1. Januar 1915 826 männ- liche und 531 weibliche, zusammen 1357 Versicherungspflichtige; am 1. April 1915 796 männliche und 553 weibliche, zusammen 1346 Ver- sicherungspflichtige. Die durchschnittliche Mitgliederzahl hat sich zwar seit Kriegsausbruch um fast ein Viertel gesenkt, auch ist viel- fach cm Stelle dev männlichen die weibliche Arbeitskraft getreten. Explosion in einer Pulverfabrik. Die Pacific Pulverfabrik in Ein weiterer Umstand, der die Leistungsfähigkeit der Kranken- landen und in Wien auf und hat dort verschiedene Straftaten be- solcher Ueberfälle" zufammen 520 Eimer Wodka entführt wurden, kassen während des Krieges sicherstellte, war das Herabfinten des gangen. Im Jahre 1909 fehrte er nach Berlin zurück, nachdem er von denen 300 an die Schankwirte der umliegenden Städte verkauft Krankenbestandes. Nach einer vom Hauptverband deutscher Orts vorher einer Wiener Dame 40 000 kronen abgenommen hatte. Hier worden waren. Kaum hatte man dies entdeckt, jo erfolgte aber ein noch frankenkassen aufgenommenen Statistik waren bei 351 Ortskranken- Stile ein, mit einem verführerisch ausgestatteten Privatkontor, wurde nämlich ein ganzer Eisenbahnwagen, der mit in Berlin richtete er sich am Enfeplatz eine Druckerei in großem großzügiger angelegtes Unternehmen. Auf der Schwarzmeerbahn fassen am 1. Januar 1914: 3,83 Proz. der männlichen und 2,89 Proz trug einen kostbaren Belz und wertvolle Ringe und trat in jeder Branntwein gefüllt war, gestohlen. Die Bahnbeamten der weiblichen, zusammen 3,46 Proz. der Mitglieder arbeitsunfähig Beziehung als Mann von Welt auf. Durch dieses Auftreten ver- lösten ihn an einer verabredeten Stelle von einem fahrenden Zug; frant; am 1. Januar 1915 dagegen waren nur 2,73 Proz. der männ- stand er es, nach und nach eine Reihe von heiratslustigen Damen, am nächsten Morgen fand die Polizei den Wagen wieder, aber leer. lichen und 2,47 Proz. der weiblichen, zusammen 2,59 Proz. der Mit denen er sich zumeist durch Heiratsannoncen genähert hatte, zu Da das transkaukasische Gebiet bisher außerhalb des Wirkungsglieder arbeitsunfähig frank. Der Krankenbestand ist also um ein ödern und ihnen recht hohe Summen abzunehmen. Er gab sich bereichs des staatlichen Alkoholmonopols geblieben ist, darf dort auch Viertel desjenigen zu Friedenszeiten herabgesunken. als Junggeselle aus und stellte sich den Damen stets als gut- jetzt noch Branntwein verkauft werden; natürlich werden über die Durch die beiden Notgesetze zur Krankenversicherung wurden fituierter Buchdruckereibefizer und als ideal und korrekt denkender Kaukasuspässe große Mengen nach dem Kubangebiet eingeschleppt. Mann vor. aber die Beiträge wesentlich erhöht und die Leistungen gefaperten Frau, erließ er wieder Heiratsannoncen, wenn er von ihren überkommenen Sitten nicht abzuweichen. Noch während des Verkehrs mit der einen von ihm Die in der Heimat verbliebenen Kosaten brauchen also einstweilen herabgesetzt. Der Beitrag sollte allgemein 4 Proz. vom Grundlohn betragen. Während vor dem Kriege nur ein Viertel der Mitglieder einen so hohen Beitrag zahlte, mußten nach Erlaß des Notgesetzes zwei Drittel der Mitglieder diesen erhöhten Beitrag leisten. Die Leistungen der Kassen wurden allgemein auf die Regel Teistungen herabgesetzt, doch wurde es den Kassen gestattet, wenn ihre Leistungsfähigkeit sicher schien, die Mehrleistungen bei zubehalten. Nach dem Ergebnis dem Umfrage des Hauptvorstandes wurden vor dem Kriege die Regelleistungen für 59 Proz. der Versicherten gewährt, während für 41 Proz. der Versicherten Mehrleistungen der verschiedensten Art gewährt wurden. Nach dem Stande vom 1. Januar 1915 wurden jedoch nur an 28,6 Proz, der Versicherten Mehrleistungen gewährt. Allerdings treten ergänzend hinzu die Leistungen der Kriegswochenbeihilfe, die einen wesentlichen Teil der Mehrleistungen ausmachen. Ueber die Weitergewährung einiger der wichtigsten Gewährleistungen mögen folgende Zahlen Aufschluß Familienhilfe irgendwelcher Art wurde am 1. Januar 1914 76,3 Proz., am 1. Januar 1915 nur noch 55,3 Proz. der Mitglieder gewährt. Mehr wie 26 Wochen Krankengeld wurde am 1. Januar 1914 an 26,3 Pro3., am 1. Januar 1915 nur noch an 7,6 Proz. der Mitglieder gezahlt. Die Wartezeit für den Bezug von Krankengeld war am 1. Jan. 1914 herabgesezt oder beseitigt für 62,7 Proz., am 1. Januar 1915 nur noch für 16,7 Proz. der Witglieder. Ein erhöhtes Sterbegeld wurde am 1. Januar 1914 für 57,8 Proz., am 1. Januar nur noch an 40,9 Proz. der Mitglieder gewährt. geben: merkte, daß die Geldquellen seiner jeweiligen Freundin erschöpft waren. Er suchte und fand dann bald Wege, um lettere wieder los zu werden. Ein solches Mittel war beispielsweise folgendes: er ließ in der Wohnung der Freundin bzw. Verlobten anscheinend Louisville( Kentucky) ist durch eine Explosion vollkommen zerunabsichtlich seine Brieftasche liegen, in der sich eine Anzahl Briefe stört worden. Bisher wurden drei Tote unter den Trümmern von Heiratsvermittlern und von Damen, die ihn zum Mittagessen hervorgezogen. einluden, befanden. Darüber kam es dann natürlich zum Krach Großfeuer in einem unterfränkischen Dorfe. In der Ortschaft und zur Trennung. Inzwischen hatte der Angeklagte seine Neze Burgbernheim( Unterfranken) fehlte es ihm nie. Der einen Dame warf er vor, daß sie einen schon nach einer anderen ausgeworfen. An Gründen zum Bruch 17 Gebäulichkeiten eingeäschert. durch Großfeuer unehelichen Sohn habe, von einer anderen fühlte er sich enttäuscht, Von einem französischen Gefangenen gerettet. In der Nähe der weil sie, wie er sagte, einen kahlen Kopf und falsche Zähne hatte, Sommerwirtschaft Wienburg bei Münster war ein Snabe beim die sie in zwei Wassergläsern unterbrachte. Der Angeklagte hat Spielen in einen tiefen, völlig verschlammten Wassertümpel gefallen. seinerzeit seine Buchdruckerei, welche sich hauptsächlich mit Her- Ein in der Nähe arbeitender französischer Kriegsgefangener stürzte stellung kunstvoller Postkarten beschäftigte, in eine G. m. b. H. ver- sich entschlossen ihm nach nnd rettete den bereits bis über die wandelt und nach dem Hause Schönhauser Allee 149 verlegt. Be- Schultern im Schlamm versunkenen Knaben. gaunerung von Frauen trieb er auch hier. Eine Frau hat ihm andere 5275 M., einer früheren Lehrerin nahm er ihr ganzes Ver- frühere Buchbinder Johann Gymnich wurde von der Kölner auf Nimmerwiedersehen 4880 M. als Darlehen gegeben, eine Ein Siebenundachtzigjähriger im Zuchthaus. Der 87 Jahre alte mögen von 38,000 M. ab und verpfändete ihr dafür seine Druckerei- Straffammer wegen Sachendiebstahls zu 3 Jahren Zuchthaus vereinrichtung und 1½ Millionen Postkarten; einer Baronin, die ihm urteilt. Er ist im ganzen 35 Jahre in Zuchthäusern 5000 M. Darlehen gegeben hatte, verpfändete er ohne langes Be- gewesen. sinnen das Inventar seiner Kunstbuchdruckerei noch einmal. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof Nach Schluß der vielstündigen Beweisaufnahme beantragte Staatsanwalt Gutjahr gegen den von Rechtsanwalt Bahn verteidigten Angeklagten 4 Jahre Zuchthaus und 450 M. Geldstrafe, kannte unter Freisprechung in einem Falle auf 3 Jahre Zuchthaus, rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnaben sowie Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Das Gericht er450 M. Geldstrafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Drei von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage Monate der Untersuchungshaft wurden als verbüßt auf die Strafe ist ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche angerechnet. Bettriechereien. Die Leistungen der Kasse können noch jetzt jederzeit, sobald es der Stand der Stasse gestattet, durch Beschluß des Kassenvorstandes mit Genehmigung des Versicherungsamtes erhöht werden. Dabei Unter der Anklage der Verlegung des Briefgeheimnisses ist allerdings zu beachten, daß die Kassenleistungen nach Beendigung und der intellektuellen Urkundenfälschung hatte sich die Frau des Krieges in viel höherem Maße als jemals vorher beansprucht Frida Reichmann vor dem Strafrichter zu berantwerden dürften. Wenn auch jetzt die Leistungen für verwundete oder worten. gefallene Soldaten die Kassen, von Ausnahmen abgesehen, nicht sehr Der Ehemann der Angeklagten befindet sich seit Kriegsbeginn stark belasten, so ist das doch für die Zukunft nicht maßgebend. Die ge- im Felde, ebenso der Ehemann ihrer Schwester, einer Frau Marringe Belastung der Krankenkassen durch Kriegsteilnehmer erklärt garete Bilmau. Schon seit längerer Zeit hatte die R. ohne jeden Grund ihre Schwester in dem Verdacht, es mit der ehelichen Treue sich daraus, daß nach einer Umfrage des Hauptverbandes deutscher nicht allzu genau zu nehmen. Ihr heimliches Spionieren erbrachte Drtskrankenkassen während des ersten Kriegsvierteljahres sich nur jedoch nichts, was diesen Verdacht bekräftigen konnte. In der 12 Proz. der zum Heeresdienste eingezogenen Mitglieder weiter ver- Absicht irgend etwas ungünstiges über ihre Schwester herauszusicherten. Infolgedessen ist die Mehrbelastung von den beteiligten bekommen, dachte sich die Angeklagte folgendes gemeine Manöver Kassen im Durchschnitt auf 10 Proz. geschäzt worden. Am Kranken- aus. Sie richtete im Namen der Schwester an das für deren geld war eine eigentliche Mehrbelastung bei der Mehrzahl der Kassen Wohnung zuständige Postamt einen Brief, in welchem sie den faum zu beobachten. Dagegen hatten sich die Leistungen an Sterbe- Antrag stellte, die Briefe nicht mehr in ihre Wohnung zu schicken, geld verzehnfacht. da sie die sämtlichen Postsachen von jetzt ab selbst vom Postamt abholen wolle. Als sie dann auf dem Postamt erschien, mußte sie, einen zweiten Antrag unterschreiben, den sie ebenfalls mit dem da ein derartiger Antrag persönlich gestellt werden muß, noch Namen der Schwester unterzeichnete. Jetzt erhielt sie zwei Briefe und zwei Karten ausgehändigt. Die Briefe waren ganz harmloser Natur, während auf den Karten die Frau P. als„ Liebchen" angeredet wurde. Es stellte sich aber später heraus, daß diese Karten von einem verwitweten Schwager herrührten, der häufig derartige Kosenamen anwendet. Die beiden verdächtigen" Postkarten wurden von der Angeklagten ihrem Schwager ins Feld geschickt, der sie dann seiner Frau zurückschickte. Diese stellte sofort Ermittelungen an und erfuhr, daß ihr die eigene Schwester diesen häßlichen Streich gespielt habe. Im Gegensatz zu den Pessimisten sind wir nach wie vor der Ansicht: das Krankenkassennotgesetz war ein überflüssiger, in der Uebereilung geschehener Schritt. Seine Beseitigung durch den Reichstag, und damit die Beseitigung der Mehr belastung der Arbeiter mit 1 Broz. Einkommensteuer und der Unternehmer mit einer allerdings erheblich kleineren Quote und vor allem die Wiederherstellung der Mehrleistungen ist im Allgemeininteresse dringend zu wünschen. Gerichtszeitung. Versuchte Einengung des Versammlungsrechts. Vor dem Reichsgericht wurde am Mittwoch eine Revision verhandelt, die sich darum drehte, ob der Geschäftsführer des Deutschen Transportarbeiterverbandes Karl Sängerlaub den§ 9b des Belagerungsgesezes verlegt habe. Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnements quittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. Der Staatsanwalt beantragte, da es sich um ein recht raffiniertes Vorgehen handele, 4 Monate Gefängnis. Das Gericht be- hr Sohn frankenversicherungspflichtig ist. Wir möchten Ihnen daher emprücksichtigte die bisherige Unbescholtenheit der Angeklagten und verurteilte sie nur zu 1 Monat Gefängnis. Ein falscher ostpreußischer Flüchtling. " H. 5. Alle Realschulen Berlins haben im allgemeinen denselben Lehrplan. Schulgeld 80 M. pro Jahr. F. St. 1876. Zu unserem Bes dauern waren wir nicht in der Lage, von dem Vorfall Notiz nehmen zu fönnen. F. Sch. 1898. Auf geschäftliche Nachweisungen können wir uns grundsählich nicht einlassen. Gerbereien finden Sie im Teil 4, Band 2 des Berliner Adreßbuches. A. B. C. Die einzige Möglichkeit ist, daß der Mann sich krank meldet. Ob der Truppenarzt ihn als frant anerkennt, läßt sich nicht sagen. Ein Eingreifen von dritter Seite ist ganz zwecklos. A. 726. Damit müssen wir Sie an den Arzt verweisen. Köpenick. Vielleicht könnte Sie der Drogist in diesem Falle am besten beraten. 5. 5. 99. 1. Asthmatische Beschwerden höheren Grades; dienstSie feine Kirchensteuern zu zahlen. untauglich. 2. Wahrscheinlich nicht. R. 14. Für das Jahr 1915 brauchen N. 42. Landsturm ohne Waffe; Armierungssoldat. A. B. C. 21. 1. Ja. 2. Nein. Adam 1. Nervenleiden; landsturmpflichtig. C. M. 103. Nein. R. 2. 30. Die Stasse, bei der Ihr Mann vor seiner Einberufsung Mitglied war. A. K. 71. Die ersten zwei Buchstaben haben Sie jedenfalls verhört, es soll sicher B heißen. Die erste Ziffer bedeutet Bruchanlage, die zweite und dritte Ziffer bezieht sich auf Augenleiden; Sie sind aber dienstfähig. D. K. 50. 1. und 2. Ja. 3. 28. Die Frau hat keinen Anspruch haben, eine solche Bezeichnung gibt es nicht. auf Unterstügung. B. M. 50. Sie müssen die Nummer verhört 5.. 33. Geringer Herzfehler; dienstfähig. Ihre Einberufung wird schon noch erfolgen. R. 1. 8. Sie haben den ersten Buchstaben sicher verhört; Sie find als dienstuntauglich ausgemustert. A. S. 78. Beantragen Sie bei der Jda 32. Wegen der zuständigen Steuerkasse eine Unterſtügung. zweiten Beleidigung des Hauswirts müssen Sie den Betreffenden nochmals vor den Schiedsrichter laden und dann event. Klage beim Schöffengericht J. 7. 1. und 2. Ja. gegen ihn einleiten. F. G. 7. und 2. D. 54. Ueber den Höchstpreis hinaus dürfen Sie nicht verlangen, sonst machen Sie sich strafbar. Schließlich muß Ihnen der Lieferant den Preis ermäßigen. W. J. 11. 6. Der Antrag ist durch den Feldwebel zu stellen; die Charge als Gefreiter muß Ihnen erst wieder zuerkannt werden 23. G. 100. Nach Ihren Darlegungen dürfen wir annehmen, daß fehlen, zunächst den Arzt zu Rate zu ziehen. Wenn dieser Ihre Ansicht teilt, so können Sie sich an die„ Zentralfommission der Krankenkassen", Alexanderstr. 39-40, wenden. Diese wird Ihnen dann ein am zwed mäßigsten erscheinendes Institut nachweisen. A. K. 46. Soweit sich hierüber etwas sagen läßt, dürften Sie am besten Auskunft erhalten im Bureau des Bundes der technisch industriellen Beamten", Berlin NW., Die Verbrechen eines falschen ostpreußischen Flüchtlings, Werftstr. 7. Liese 20. Wenden Sie sich direkt an den Truppenteil Der stellvertretende kommandierende General des 19. Armee- der auch von Stettin aus wegen Raubmordes steckbrieflich Ihres Sohnes( Regiment oder Bataillon). Ja. J. S. 21. In dieser korps hatte für Leipzig am 22. Februar eine Verordnung erlassen, verfolgt wird, bildete den Gegenstand einer Anklage, welche Sache läßt sich nichts machen. nach der alle öffentlichen und solche nicht öffentlichen Versamm gestern die 3. Ferienstraffammer des Landgerichts III unter lungen 48 Stunden zuvor anzumelden sind, die zur Erörterung militärischer, politischer, sozialpolitischer und religiöser Angelegen- Vorsitz des Landgerichtsdirektors Wer beschäftigte. heiten abgehalten werden. Die Polizei erstattete Strafanzeige Aus der Untersuchungshaft wurde der Arbeiter" Dionysius und mäßig warm mit öfter wiederholten, meist geringeren Regenfällen. gegen Sängerlaub, da er eine Versammlung der Postaushelfer nicht Wisnewski vorgeführt, um sich wegen Betruges und schweren DiebDer schon angemeldet hatte, die sozialpolitische Angelegenheiten" habe er- stahls im strafschärfenden Rückfalle zu verantworten. örtern sollen. Tatsächlich sollte die stattgehabte Versammlung der vielfach vorbestrafte Angeklagte tauchte vor einiger Zeit in Berlin Erlangung statistischen Materials zum Zwecke einer Lohnerhöhung in der Rolle eines ostpreußischen Flüchtlings auf. Er erhielt die dienen. Gelegentlich hat dabei der Angeklagte auch für seine üblichen Unterstübungen und auch ein Logis zugewiesen, in dem Organisation Propaganda gemacht. Das Landgericht Leipzig hat er sich mehrere Tage aufhielt. Unter der Angabe, er könne in ihn freigesprochen, weil ihm nicht nachzuweisen war, daß er von Duisburg gute Arbeit annehmen, erschwindelte er sich einen Freivornherein die Absicht gehabt habe, für die Organisation zu werben. fahrtschein nach dort. Nach verschiedenen Jrrfahrten kam W. Er habe vielmehr nur die Erlangung statistischen Materials im schließlich nach Stettin, wo er einen Raubmord verübt haben soll, Nach Verübung dieses Auge gehabt, um dieses bei einer späteren anzumeldenden Ver- der zum Erlaß des Steckbriefes führte. sammlung benutzen zu können. Auch seien sozialpolitische Dinge Verbrechens mußte er nur notdürftig bekleidet fliehen, und um nicht erörtert. Der Reichsanwalt hielt die Revision der Staats- fich die notwendigen Kleidungsstücke zu beschaffen, verübte er einen anwaltschaft für begründet. Indessen verwarf das Reichsgericht Einbruchsdiebstahl in eine Baubude. Außerdem entwendete er am Mittwoch die Revision aus folgenden Gründen: Das Land- in Bernau, wo gerade Aushebung war, das Fahrrad eines LandMit Rücksicht auf die vielfachen Vorstrafen des gericht habe sich nicht in einem Rechtsirrtum darüber befunden, sturmpflichtigen. daß es sich nicht um sozialpolitische Dinge gehandelt hat. Es fehle Angeklagten erkannte die Straffammer dem Antrage des Staatsam Nachweis der Verfehlung. Die Notwendigkeit der Anmeldung anwalts gemäß auf 3 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und der Versammlung liegt nur vor, wenn sozialpolitische Dinge er- Stellung unter Polizeiaufsicht. örtert werden sollen; aber der Angeklagte hat keineswegs den Zweck verfolgt, Dinge zur Erörterung zu bringen, die als sozialpolitische Angelegenheiten von der Staatsanwaltschaft bezeichnet worden sind. Es kann dahingestellt bleiben, ob die Anregung, die Aushelfer möchten sich der Organisation anschließen, eine sozialpolitische Angelegenheit sei. Es steht aber fest, daß diese Erörterungen nicht bezweckt waren, sondern sie sind nur gelegentlich gemacht worden, deshalb hat eine Notwendigkeit der Anmeldung nicht vorgelegen. Wenn der Angeklagte solche Grörterungen angestellt hat, so handelt es sich nicht um einen Fehler, der unter Strafe gestellt ist. Heiratsschwindel. zu Aus aller Welt. Der Kampf um den Branntwein in Rußland. ant, Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonnabendmittag. Zeitweise auftlarend, aber noch vorherrschend bewölkt Allen Bekannten und Parteigenossen die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Anna Becker geb. Hempel im Alter von 56 Jahren am Mittwoch, den 14. Juli, plöglich verstorben ist. Dies zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme im Namen der Hinterbliebenen an A Paul Becker, Gastwirt, Berl.- Weißensee, Kronprinzenſtr. 8. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 17. Juli, nachmittags 5, Uhr, vom Geme inde Friedhof, Noeldestraße, aus statt. Sozialdemokrat. Kreiswahlverein Niederbarnim. Bezirk Weißensee. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere langjährige Genossin Frau Anna Becker Kronprinzenstv. 8, am Mittwoch, den 14. Juli, verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 17. Juli, nachmittags 52 Uhr, von der Halle des Gemeinde- Friedhofes, Roelde18/10 straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung. Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 14. Juli verstarb in Merseburg unser Parteigenosse Karl Storchmann Berliner Straße 74.( 5. Bezirk.) Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 16. Juli, in Merseburg auf dem Unteroldenburger Friedhof statt. Der Vorstand. Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Am 14. Juli starb in Merseburg infolge eines Schlaganfalles unser Mitglied, der Isolierer Karl Storchmann Bezirk Neukölln. Ehre seinem Andenken! 141/8 Der Vorstand. Freie Turnerchaft NeuköllnBritz $ Dem Freien Gastwirt" entnehmen wir nachstehenden lesenswerten Artikel: Das russische Branntweinverbot hat natürlich zu den spitfindigsten Formen der Gesetzesübertretung geführt, da man in Rußland an derartige Künste gewöhnt ist und des Schnapses nicht entbehren mag. Geradezu groteske Formen nimmt der Kampf um den Branntwein aber im Kubangebiet an, wo die Kosaken von jeher die besten Kunden des Alkoholfiskus waren. Branntda die Preise unheimWegen Heiratsschwindels stand der Buchd ruderei- vein mußte beschafft werden, und Lohnte es sich, auch gewagte Stücke besizer Mar Jahn vor der 6. Straffammer des Land- lich schnell unternehmen. Zunächst fing man damit daß gerichts I, die gestern gegen ihn bis in die zehnte Abend die Fuhrleute, die aus den Dörfern den Branntwein nach den stunde zu verhandeln hatte. Der Angeklagte ist der Typ jener Bezirkshauptstädten bringen sollten, unterwegs die Flaschen Halunken, die Verliebtheit, Eitelkeit und vor allem Welt- zerbrachen", d. h. sie bezahlten dem Staat den Preis für anunerfahrenheit und Dummheit von Frauen benutzen, um sie geblich zerbrochene Flaschen und deren Inhalt, während sie den um ihr ganzes Vermögen zu bringen. Schnaps ruhig weiterverkauften. Bald fiel die überraschend hohe Der Angeklagte hat schon eine bewegte Vergangenheit hinter Zahl von Flaschenbrüchen auf, und man mußte zu anderen Man erfand den„ räuberischen fich und außer mehreren Gefängnisstrafen auch eine Zuchthaus- Systemen greifen. Die Schnapskutscher wurden gebunden strafe in seinem Strafregister aufzuweisen. Im Jahre 1896 hatte Ueberfall". dem beraubten Wagen auf der Landstraße aufer geheiratet und nach kaum einem Jahre wurde er geschieden. neben Seine Ehefrau hatte u. a. gegen ihn geltend gemacht, daß er die gefunden. Sie hatten sich mit den Räubern" verabredet, Die gesamte von ihr eingebrachte Wirtschaft im Werte von 18 000 m. d. h. mit den Unternehmern, die sich zur Ueberführung des BranntWochenschrift für Arbeiterfamilien und ihre Gold- und Schmucksachen veräußert und das Geld für sich weins verpflichtet hatten, und die nun die kostbare Flüssigkeit auf verbraucht habe. Er hielt sich dann abwechselnd in den Rhein- den Markt brachten. Die Polizei stellte fest, daß bei mehreren Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. " Mitg. d. Arb.Turn. Bd. Als Opfer des Krieges fiel am 16. Mai unser Turngenosse In Freien Stunden Alfred Lau. Sein reges Interesse für den Verein sichert ihm ein ehrendes Andenken. 185/14 Der Vorstand.