Nr. 203. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pranumerands: Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 M möchentlich 25 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt 10 Bia Bost bonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Beitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luremburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweis Ericheint täglich. 6 Vorwärts ball Berliner Volksblaff. 32. Jahrgang. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 60 Big.. für politische und gemerfschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. Kleine Anzeigen", das fettgebrudte Bort 20 Big.( zulässig 2 fettgedrudte Borte), jedes meitere Wort 10 Big. Stellengesuche und SchlafiteDenant zeigen das erste Bort 10 Big.. jedrs meitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für gmei Morte. Inserate für die nächste Summer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erbedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplatz, Nr. 151 90-151 97. Sonntag, den 25. Juli 1915. negnutiansdo sbliplad Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplan, Nr. 151 90-151 97. 2 ja 1( hit adut prisipit sie bind drol duolo illits mind mobile sadi si mat rods ibin adiostentos de ju pod Völlige Miederlage der ruffifchen 5. Armee. Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 24. Juli 1915.( W. Z. B.) Westlicher Kriegsschauplah. Bei Souchez wiederholten die Franzosen auch heute Nacht ihre erfolglosen Handgranatenangriffe. Bei den gestern gemeldeten Sprengungen in der Champagne hat der Feind nach sicheren Feststellungen große Verluste erlitten. Seine Versuche, uns aus der gewonnenen Stellung zu vertreiben, scheiterten. Südlich von Leintrey wiesen unsere Vorposten abermals feindliche Vorstöße ab. Die im Bericht der französischen Heeresleitung vom 22. 7. 11 Uhr abends erwähnte, über die Seille geworfene starke deutsche Aufflärungsabteilung bestand aus fünf Mann, die das feind. liche Hindernis durchschnitten hatten und sich unter VerLuft eines Mannes zurückzogen. In der Gegend von Münster fanden gestern Kämpfe von geringerer Heftigkeit statt. Nach den Gefechten der letzten Tage sind dort vor unserer Front etwa 2600 gefallene Franzosen liegen geblieben. Deftlicher Kriegsschauplak. Die Armee des Generals v. Belom fiegte bei Shaulen( Szawle) über die russische 5. Armee. Seit zehn Tagen ständig in Kampf, Marsch und Verfolgung gelang es den deutschen Truppen gestern, die Russen in Gegend Rozalin und Szadow zu stellen, zu schlagen und zu zersprengen. Der Ertrag ist seit Beginn dieser Operation, dem 14. Juli, auf 27 000 Gefangene, 25 Geschüße, 40 Maschinengewehre, über 100 gefüllte bespannte Munitionswagen, zahlreiche Bagagen und sonstiges Kriegsgerät angewachsen. Am Parem wurden die e stungen Rozan und Bultusk in zähem, unwiderstehlichem Ansturm von der Armee des Generals v. Gallwig erobert, und der Uebergang über diesen Fluß zwischen beiden Orten erzwungen. Starke Kräfte stehen bereits auf dem südlichen Ufer. Weiter nördlich und südlich dringen unsere Truppen gegen den Fluß vor. In den Kämpfen zwischen Njemen und Weichsel wurden seit dem 14. Juli 41 000 Gefangene, 14 Geschüße, 90 Maschinengewehre genommen. Was in Rozan und Bultust an Kriegsgerät erobert ist, läßt sich noch nicht übersehen. Vor Warschau fielen bei fleineren Gefechten der Testen Tage 1750 Gefangene und zwei Maschinengewehre in unsere Hand. Nördlich der der Pilica- Mündung erreichten deutsche Truppen die Weichsel. Südöstlicher Kriegsschauplah. Von der Pilica- Mündung bis Kozenice ( nordwestlich von Jwangorod) ist der Feind über die Weichsel zurückgedrückt. Vor Iwangorod schoben sich unsere Truppen näher an die Westfront der Festung heran. Zwischen Weichsel und Bug dauert der Kampf hartnädig an. In der Gegend von Sokal wurden russische Angriffe gegen die Brüdenkopfstellung abge. miesen; ein thüringisches Regiment zeichnete sich dabei besonders aus. Den deutschen und österreichisch- ungarischen Truppen der Armee des Generalobersten v. Wohrsch und der dziut Armeen des Generalfeldmarschalls v. Madensen fielen seit dem 14. 7. etwa 50 000 Gefangene in die Hände. Die genaue Zahl sowie die Höhe der Materialbeute laffen sich noch nicht übersehen.uz Oberste Heeresleitung. Rozalin liegt 17 Kilometer nordnordöstlich Szadow. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 24. Juli.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 24. Juli 1915, mittags: Russischer Kriegsschauplak. Der Feind räumte gestern infolge der fiegreichen Angriffe, die von der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand in den legten Tagen geführt wurden, zwischen der Weichsel und Bistrita in einer Frontbreite von vierzig Kilometern seine Stellungen und zog sich acht bis zehn Kilometer nordwärts in eine dort vorbereitete Linie zurück. Seine Versuche, in gleichfalls bereits eingerichteten Zwischenstellungen festen Fuß zu faffen, scheiterten am Nachdrängen unserer Korps. Die Zahl der von der Armee des Erzherzogs eingebrachten letthin gemeldeten Gefangenen muchs auf fünfundvierzig Offiziere und clftausendfünfhundert Mann an. Nördlich Grubieszow drangen deutsche Kräfte in die feindliche Stellung ein. Bei Sokal wiederholten sich die vergeblichen Angriffe der Ruffen gegen unsere Positionen am östlichen BugUfer. Unmittelbar westlich Jwangorod unternahm der Feind einige erfolglose Vorstöße gegen Truppen unseres ficbenbürgischen Korps. An den anderen Teilen der Front ist die Lage bei wechselnder Stärke der Kämpfe unverändert. Den zwischen Bilica und Bug kämpfenden verbündeten Truppen find seit 14. 7. etwa 50 000 Gefangene in die Hände gefallen. napitchItalienischer Kriegsschauplak. Obgleich die Schlacht im Goerzischen auch gestern und heute nacht nicht zum Abschluß kam, wird der volle Mißerfolg des zweiten allgemeinen Angriffes der Italiener immer deutlicher. Gegen den Goerzer Brückenkopf begann gestern abend auf die Höhen von Podgora ein neuer Angriff, der schon durch Artilleriefeuer im Reime erstickt wurde. Ein Gegenangriff unserer dortigen Truppen warf den Feind vollends zurüd. Am Nordwestrande des Plateaus von Do berdo wurden die itolienis.., en Vorstöße schwächer und seltener. Nachts setzten fie ganz aus. Abermalige Angriffsversuche des Gegners in der Front Polazzo Vermigliano wurden leicht zum Stehen gebracht. Bei Selz drang der Feind gestern vormittag in einen Teil unserer Gräben am Plateaurand ein. Ein nächtlicher Gegenangriff brachte jedoch sämtliche früheren Stellungen wieder in unseren Besitz und warf den Feind auf der ganzen Linie zurück. Der heutige Tag begann schon ruhiger. Im Krn Gebiete wurden wieder alle feindlichen Angriffe abgeschlagen. Hierbei zeichnete sich Erzherzog Josefs Infanterie besonders aus. An der Tiroler und Kärntner Front ist die Lage unverändert. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant, Ereignisse zur See. Am 23. Juli früh haben unsere Kreuzer und Fahrzeuge bie Eisenbahn an der italienischen Ostküste auf einer Strede von über 160 Kilometer erfolgreich beschossen. Die Bahnstationen von Chienti, Campomarino, Foffacefsio, Termoli und Ortona find stark beschädigt, jene von San Benedetto und Grottampro in Brand geschossen; viele Lokomotiven und viele Waggons demoliert, einige verbrannt. In Orton a wurde der Wasserturm zerschossen, der Pontonkran beschädigt und ein Schleppdampfer versenkt. Zwei Fabriken in Ortona und eine in San Bito haben schweren Schaden davongetragen: alle Schornsteine find umgelegt. Der Bahnviadukt bei Termoli ist demoliert, die Brücke über Moro eingestürzt und außerdem eine Kaserne in San Benedetto zerschossen. Das Semaphor Tremiti wurde in Schutt gelegt, das dortige Kabel zerstört. Feindliche Seestreitkräfte wurden nicht gesichtet. Flottenkommando. Die neuen Höchstpreise. Da die neue Ernte bald für den Konsum nugbar gemacht werden muß, verstärkten in letzter Zeit die Interessenten die Agitation für Heraufsetzung der Getreidehöchstpreise. Bon den Verbrauchern ist in der Presse und durch ihre politischen und wirtschaftlichen Organisationen solchen Plänen, die auch Förderer in Regierungsfreisen gehabt haben sollen, sofort sehe Die energisch widersprochen worden. neue Bundesratsberordnung sicht denn auch erfreulicherweise int Prinzip von einer Preiserhöhung wenigstens für Roggen und Beizen ab. Für Berlin bleibt der Grundpreis bon 220 M. pro Tonne Roggen bestehen, und auch der Weizenpreis, der schon in diesem Jahre um 40 M. höher als der Roggenpreis festgesetzt worden war, ändert sich nicht. Für alle übrigen Orte Deutschlands tritt indessen eine Aenderung der jezigen Grundpreise ein. Die bisherigen 32 Höchstpreiss bezirke werden zu 4 großen Bezirken zusammengefaßt, in denen der Roggenpreis nicht 215, 220, 225 und 230 M. übersteigen darf. Während sich die jetzigen Höchstpreise in den einzelnen Bezirken zwischen 209 und 237 M. bewegen, halten fic sich in Zukunft zwischen 215 und 230 M. Wohl ist der Preis nach oben beschnitten worden, aber dafür aber dafür erfuhr auch der niedrigste Höchstpreis eine Herauffezung. Von der Ermäßigung werden die Bezirke unb in West* Süddentschland betroffen, während die östlichen Bezirke in Zukunft mit erhöhten Getreidepreisen zu rechnen haben. Wahrscheinlich ist in den westlichen und südlichen Bezirken aber schon jest selten der Höchstpreis erreicht worden, so daß. die nominelle Herabsezung für sie feine tatsächliche Aenderung bedeutet. Hat die Neufestsetzung auch keine wesentliche Erhöhung und damit eine neue Belastung der Konsumenten gebracht, fo, muß doch immer wieder festgestellt werden, daß die jeßigen Preise erheblich höher liegen als je in einem Jahre zuvor. Bei der erstmaligen Festseßung von Höchstpreisen wurde a gemein gegen die Normierung Einspruch erhoben. Es lag im vergangenen Frühjahr kein Grund vor, die in Friedenszeiten gesäten und teilweise auch geernteten Getreidemengen zu einem höheren Preise als in normalen Jahren z perfaufen. Inzwischen haben sich die Produktionskosten der Landwirtschaft mohl erhöht, aber ob in dem Maße, daß nicht eine Ermäßigung der Höchstpreise hätte eintreten können, darf billig bezweifelt werden. Uebrigens lag es durchaus in der Hand der Regierung, durch eine planmäßige Jnangriffnahme der Lebensmittelversorgung sofort nach Ariegé ausbruch auch die Landwirtschaft vor Verteuerung ihrer Ro stoffe zu schützen und die landwirtschaftliche Produktion int allgemeinen zu steigern. Diese Versäumnisse machen sich eben jetzt fortgefekt für alle Beteiligten unangenehm be merfbar. Neben den recht hohen Grundpreisen milf die Regierung aber auch die Zuschläge beibehalten, durch die vom Januar 1916, halbmonatlich jede Tonne Getreide um je 1,50 M. erhöht wird. In diesem Jahr suchte man diese Zuschläge damit zu rechtfertigen, daß sie als eine Art Prämie für Aufbewahrung des Getreides dienen sollten, um die Vorräte erst nach und nach in den Verfehr überzuführen. Im kommenden Erntejahr hat die Regierung aber die gesamten Vorräte und ihre planmäßige Verteilung in der Hand. Vorverkäufe der neuen Ernte waren verboten, und die Reichsnerteilungsstelle, Kriegsgetreidegesellschaft und die Kommunalverbände fönnen nun allmählich so viel Getreide heranziehen und zum Ausmahlen bringen, als Bedürfnis vorliegt. Da die Landwirte zur sorgfältigen Aufbewahrung verpflichtet sind und ihnen nennenswerte Kosten dadurch nicht entstehen, bedeuten die Zuschläge nichts als ein Geschenk an die Landwirte, denen zufällig ihr Getreide nicht bis zum Januar abgefordert worden ist. Da die kleinen Bauern aus finanziellen Gründen ge zwungen sein werden, sich um die sofortige Abnahme ihrer ganzen Ernte zu bemühen, werden die Zuschläge vornehmlich Eine neue amerikanische Note an England. Dampfer eröffnete plößlich aus zwei Geſchüßen Feuer auf den Großgrundbejizern zugute kommen. das Unterseeboot, holte nach der ersten Salve die dänische Die ungerechtfertigten Zuschläge müssen mit Rücksicht auf Washington, 24. Juli.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Flagge nieder, feuerte ohne Flagge weiter und setzte erst nach die fast täglich zunehmende Teuerung auch der übrigen Lebens Präsident Wilson hat mit Staatssekretär Lansing über der fünften oder sechsten Salve die englische Striegsflagge. mittel die größten Bedenken erweden. Die Gewißheit, daß eine neue Note an England beraten, die sich auf das Recht Es ist einem Glückszufall zuzuschreiben, daß das Untersecboot das Brot im Winter teurer werden wird, ist eine feineswegs ber Neutralen, mit Deutschland Handel zu treiben, dieſem hinterlistigen Angriff nicht zum Opfer gefallen ist. bezieht. Man glaubt, daß die Note an England binnen einer Woche abgehen wird. Vom U- Bootskrieg. Erweiterung des Landsturmdienstes in Holland. tröstliche Aussicht. Bringt die neue Verordnung wenigstens für Brotgetreide zurzeit feine erhebliche Preiserhöhung, so gilt das leider nicht auch für die Futtermittel Gerste und Hafer. Hier ist der Preis einheitlich für das ganze Reich auf 300 M. pro Tonne mit der Begründung erhöht worden, daß die übrigen FutterBerlin, 24. Juli.( W. T. B.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, hat ein deutsches Unterseeboot Haag, 24. Juli.( W. T. B.) Die 8 weite& ammer hat mittel noch teurer wären. Bei planmäßiger Verteilung der am 20 Juli, 11 Uhr vormittags, etwa 180 Seemeilen südlich gestern mit 53 gegen 13 Stimmen das Gefet über die Erbeschlagnahmten Gerste- und Hafervorräte würde eine Spanbom Firth of Forth einen zirfa 800 Tonnen großen Dampfer weiterung des Landsturmdienstes angenommen. nung zwischen den Preisen dieser und der anderen Futterangehalten, der die dänische Flagge führte. Der Die Sozialdemokraten hatten dagegen gestimmt. mittel auch wenig von Bedeutung sein. Die neue Verordnung Yäßt ja die Gerstemengen, die der Weiterverarbeitung in lungen war, zeitweilig in einen Teil unserer Linien einzu- geschobenen Werken auf dem linken Ufer der Weichfel. Außer der Brauereien, Graupenfabriken u. a. zugeführt werden, ohne dringen, durch einen energischen Gegenangriff unsererseits Hauptfestung befinden sich noch auf dem rechten Weichselufer mehjede Höchstpreisbeschränkung, schafft also da selbst eine daraus vertrieben. rere kleinere Werke, die ziemlich modern ausgerüstet sind. Die Spannung. Die Tatsache, daß für gewerbliche Zwecke beWerke, die wohl in letzter Zeit noch in Erwartung kommender Paris, 24. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Bericht Dinge verstärkt worden sein mögen, sind in der Hauptsache zu fondere Qualitäten Gerste gebraucht werden, rechtfertigt es vom Freitag abend. Der Tag war an der ganzen einer Zeit angelegt, als von unseren modernen schweren Belagenicht, daß diese Gerste ganz höchstpreisfrei bleibt, sondern hätte Jm Artois die übliche rungsgeschüßen noch nichts bekannt geworden war. Wir haben höchstens eine Abstufung der Gerstenpreise nach Qualitäten Front verhältnismäßig ruhig. bereits im Verlaufe dieses Krieges mehrfach gesehen, wie wenig nötig gemacht. Die Ausnahmebestimmung wird dagegen not- Tätigkeit der Artillerie auf beiden Seiten. Einige Granaten im Belagerungskrieg selbst die stärksten Festungen Widerstand zu wendig zu Verteuerungen des Bieres und der als fielen auf die Vororte von Soissons und auf Reims. Im leisten vermögen. Beispiele wie die neue und starte Festung AntNahrungsmittel biel wichtigeren Graupen führen. Priesterwald faßten wir im Laufe der Nacht vom werpen zeigen zur Genüge an, welches das Schicksal Jwangorods Wir haben an dieser Stelle schon mehrfach betont, daß 22. Juli zum 23. Juli in einer zuvor verlorenen Schüßen- fein dürfte. Durch ihre Lage an zwei Flüssen ist die Stadt die Regelung der Brotgetreide- und Futtermittelversorgung grabenreihe wieder Fuß. Zwei deutsche Gegenangriffe gründet wurde, im Frieden ein Handelsort, der außerdem noch Jwangorod, die um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts ge keineswegs die Aufgaben der Regierung in der Lebensmittel wurden mit empfindlichen Verlusten für den Feind zurück- burch seine in Rußland feltenen guten Bahnverbindungen in frage erschöpfen kann. Es bleibt noch die Forderung nach geschlagen. Eine unserer Flugzeuggruppen belegte gestern letter Beit mehr aufgeblüht ist, als man es im allgemeinen bei Erlaß von Höchstpreisen für Vieh und Fleisch zu abend den Bahnhof Conflans en Jarnisy mit 28 Granaten russischen Städten gewohnt ist. erfüllen. Darüber, daß diese Frage angesichts der großen Preissteigerungen immer dringlicher wird, fann fein Zweifel und zwang zwei Aviatikflugzeuge, in ihren Linien zu landen. bestehen. Es bleibt die Forderung nach Beschlagnahme der neuenkartoffelernte und nach Erlaß von niedrigen Kartoffelhöchstpreisen. Oder will die Regierung wiederum wie im Vorjahre die Dinge treiben lassen, zur Schädigung der Konsumenten? Es bleibt die Frage, in welcher Weise und zu welchen Preisen die Versorgung mit den übrigen Nahrungsmitteln, insbesondere den Kolonialwaren, sichergestellt werden soll. Vornehmlich verlangt die 3uderversorgung neue Regelung durch Herabsetzung der Zuckersteuer und anderer Bemessung des Kontingents. Die Regierung würde sich einer großen Täuschung hingeben, wenn sie ihre Pflichten damit erfüllt glaubt, daß sie dem Drängen auf Erhöhung der Preise für Brotgetreide nicht nachgegeben hat. Die Bevölkerung verlangt neue und zwar rasche Entschlüsse! Die Bundesratsverordnung gegen die Wucherpreise hat folgenden Wortlaut: Zu den Kämpfen bei Münster. Straßburg, 24. Juli.( W. T. B.) In dem amtlichen franDer italienische Krieg. Meldung der italienischen Heeresleitung. zöfifchen Heeresbericht vom 22. Juli nachmittags beträgt die Rom, 24. Juli.( W. T. B.) Kriegsbericht von Bahl der bei Münster in Gefangenschaft geratenen deutschen Sol- Freita g. Die Schlacht dauert längs der ganzen Isonzo. daten hundertundsieben( nicht, wie infolge eines Ueber front fort, und der Erfolg unserer Waffen wird immer deut mittlungsfehlers gemeldet wurde, siebenbundert). Von zuständiger licher. Jm Arngebiete begannen Alpentruppen längs Seite werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß nach der Aus- des abschüssigen Lunznicagipfels vorzurücken. Der Feind setzt sage von französischen Gefangenen die Deutschen, die dort gefangen ihnen träftigen Widerstand entgegen, doch vermochten die genommen wurden, so schwer verletzt waren, daß sie zum größten Unsrigen, ihm einige weiter vorgeschobene Punkte zu nehmen, Teile in die französischen Linien getragen werden mußten. Belgische Vorbereitungen. indem sie ihm schwere Verluste zufügten und noch etwa 100 Gefangene machten. Auf der Front Plava Görz dauerten unsere langsamen Fortschritte an. Weitere SchüßenZürich, 24. Juli.( W. T. B.) Die Neue Züricher Zeitung" gräben wurden erobert, eine Kanone zum Bombenwerfen, meldet: Die belgische Armee bereitet methodisch den Winterfeldzug ein Maschinengewehr, Gewehre, Munition und anderes KriegsDie Schüßengräben und die Aufnahmestellungen werden den material wurden erbeutet. Auf dem Karst unternahm der Anforderungen des Winters entsprechend wohnlich eingerichtet. Feind während der Nacht vom 22. zahlreiche Angriffe, die Für September werden 27 000 Mann an Verstärkungen, nämlich der sämtlich mißlangen. Am folgenden Morgen brach er, nachEffektivbestand des diesjährigen Aufgebots, das in verschiedenen dem er ungeheure Verstärkungen erhalten und mit dem Feuer seiner Artillerie eine gründliche Vorbereitung ausfranzösischen Städten ausgebildet wird, erwartet. geführt hatte, mit tiefen Massen gegen unsere Front, besonders gegen unseren linken Flügel vor. Unsere Truppen der ersten Linie vermochten, obwohl sie durch den langen vorausgegangenen Kampf hart mitgenommen waren, dank dem wirksamen Beistande unserer Artillerie dem heftigen Angriffe standzuhalten und sodann ihn aufzuhalten. Das fortwährende Eintreffen unserer Unterſtügungen ermöglichte es daher, einen kräftigen Gegenangriff zu unternehmen, der für Zur Vorgeschichte des italienisch- österreichischen Konflikts. Wien, 24. Juli.( W. T. B.) Meldung des Wiener K. R. Telegr. Korr. Bureaus. In einer amtlichen Note der„ Agenzia Stefani" behauptet der italienische Generalstabschef, die ihm in dem österreichisch- ungarischen Roibu.che auf Grund des Telegramms des Grafen Berchtold an den österreichisch- ungarischen Botund ein Zuschlag zuzubilligeosten und Gefahren zu be- feindlichen Armeen, das aus deutschen Divisionen besteht, erlitt nicht gemacht zu haben, wonach Italien gegen Oesterreich- Ungarn § 1. Werden Gegenstände des täglichen Bedarfs, insbesondere Nahrungs- und Futtermittel aller Art sowie robe. Naturerzeugnisse, Heiz- und Leuchtstoffe, die Oestlicher Kriegsschauplatz. bom Eigentümer zur Veräußerung erworben oder erzeugt sind und Für die Höchstpreise nicht festgesezt sind, dem Verbraucher borent halten, so tann das Eigentum an ihnen durch Anordnung der Der russische Generalstabsbericht. : Landeszentralbehörde oder der von ihr bezeichneten Behörde auf Petersburg, 24. Juli.( W. T. B.) Der GeneraIst a b cine in der Anordnung näher zu bezeichnende Person übertragen werden. Die Entscheidung dieser Behörde darüber, des Generalissimus teilt mit: In der Gegend westlich von daß die Voraussetzungen für die Anordnung vorliegen, ist end- Mitau kein wichtiges Gefecht. In der Nacht zum 22. Juli gültig. Die Anordnung ist an den Besizer der Gegenstände zu nahmen wir beim Dorfe Seß an der Straße nach Tukkum den Gegner mit einer wahren Deroute endete. Während die richten. Das Eigentum geht über, sobald die Anordnung dem Be- eine Radfahrerabteilung und beim Dorfe Strufi eine Offiziers- Artillerie durch ihr genaues und rasches Schießen die feindfiger zugeht. § 2. Der lebernahmepreis wird unter Berücksichti- patrouille gefangen. Der Feind hat das Dorf Janischti besetzt lichen Kolonnen niedermähte, verfolgte die Infanterie diese gung des Einkaufspreises und der Güte und Verwendbarkeit der und bemüht sich, in südöstlicher Richtung vorzurüden. Destlich dicht auf dem Fuße und nahm durch ein Umgehungsmanöver Gegenstände von der höheren Verwaltungsbehörde nach Anhörung von Rosienie rückt der Feind gegen den Schuwafluß vor. Am 1500 Mann, darunter 76 Offiziere, gefangen. Das mit Leichen bon Sachverständigen endgültig festgesetzt. Einkaufspreise auf Narew setzten die Deutschen, durch ein heftiges Artillerie- bedeckte Kampfgelände zeugt von den außerordentlichen Vergez. Cadorna. Grund von Verträgen, die in den letzten zwei Wochen vor der Be- feuer unterſtüßt, am 22. Juli ihre hartnäckigen Angriffe gegen luften des Feindes. fanntgabe der Enteignungsverordnung an den Besitzer oder vorher den Brückenkopf von Rozan fort. Am linken Weichselufer in der Absicht geschlossen worden sind, einen höheren unternahm der Feind am selben Tage einen Sturm gegen Uebernahmepreis zu erzielen, werden bei Feststellung des Preises die Vorwerke von Jwangorod an der Front 7 nicht berücksichtigt. Die Preisfestsetzung durch die höhere Berwal- Wulfa- Dachinska- Gniewoschow. Nachdem er in einem tungsbehörde bedarf der Bestätigung des Reichskanzlers, sofern bereits unsere Drahtverhaue durchbrochen der festgesette Uebernahmepreis 5 Broz. des Einkaufspreises über- Abschnitte fteigt. Diese ist einzuholen durch Vermittelung der Landeszentral- hatte, wurde er durch unseren Gegenangriff mit großen behörde Verlusten herausgeworfen. Zwischen Weichsel Bei den nach einer bestimmten Frist aus dem Ausland einge- Bug dauert der Kampf fort. In der Richtung von führten Gegenständen ist als Mindestpreis der Einkaufspreis im Lublin setten die Desterreicher auf den nach Belzice Ausland der unter Berücksichtigung führenden Straßen einen Angriff an. der mit der messen ist. Der llebernahmepreis ist bar zu zahlen. § 3. Ueber Streitigkeiten, die sich bei dem Ent am 21. Juli während eines Angriffs gegen die Front niemals vorgehen werden, wenn lepteres den Lovcen nicht besetze und eignungsverfahren ergeben, entscheidet endgültig die höhere Ver- Schmiel- Piasky- Suchodol- Olessiti- Woislawigo- Grube- das Gleichgewicht in der Adria nicht störe. Demgegenüber muß fejtwaltungsbehörde. schow schwere Verluste. Am Morgen des 22. Juli stellte der gestellt werden, daß Generalstabschef Cadorna diese Aeußerungen am 3. August 1914 dem österreichisch- ungarischen Mi§ 4. Die Landeszentralbehörde erläßt die Bestimmungen zur Feind am linken Ufer des Wieprz und in der Richtung litär- Attaché in Rom gegenüber wortgetreu machte, als dieser ihm Ausführung dieser Verordnung und sie bestimmt auch, wer des Dorfes Rezowiec, nachdem er am borhergegangenen eine Anfrage des österreichisch- ungarischen Generalstabschefs Frei Abend kein Ergebnis erzielt hatte, seinen Angriff ein, während §4. Die Landeszentralbehörde erläßt die Bestimmungen zur es an der Front Maidan- Ostrowsky- Boisla- herrn Conrad wegen der Ausführung der für den Kriegsfall Ausführung dieser Verordnung und sie bestimmt auch, wer als wize- uchane großen deutschen Streitkräften anfangs zwischen den Verbündeten getroffenen Vereinbarungen übermittelte. § 5. Mit Gefängnis bis zu einem Jahre und gelang, sich unserer Verschanzungen zu bemächtigen und Cadorna hat sogar bei diesem Anlaß dem Militärattaché Obersten Grafen Szeptydi auf dessen Frage, ob etwa die bewaffnete Neumit Gelb traje bis zu 10000 m. ober mit einer dieser sogar in starken Massen nach Norden vorzubringen; tralität Italiens gegen Oesterreich- Ungarn gerichtet sei, erwidert, Strafen wird bestraft: sie nach einem erbitterten Waldkampf, währte, mit schweren Verlusten dies sei unbedingt nicht der Fall und Italien werde niemals die 1. wer für Gegenstände des täglichen Bedarfs, insbesondere der acht Stunden für Nahrungsmittel und für Nahrungs- und Futtermittel aller Art, zurückgeschlagen. Während der Gegenangriffe erbeuteten Gelegenheit, wo Desterreich- Ungarn anderwärts beschäftigt sei, befür rohe Naturerzeugnisse; Heiz- und Leuchtstoffe sowie für Gegen wir sechs Sanonen und machten an 500 Gefangene. In der nüßen, um ihm Provinzen zu entreißen. Man könne Tirol ruhig stände des Kriegsbedarfs Preise fordert, die unter Berücksichtigung Gegend von Grubeschow gelang es dem Feinde, am von Truppen entblößen und solle an der Loyalität Italiens nicht der gesamten Verhältnisse, insbesondere der Marktlage, einen 22. Juli gegen Norden vorzurücken. Am Bug, beim Dorfe zweifeln. Die„ Agenzia Stefani" versucht ferner, die in dem öfter. übermäßigen Gewinn enthalten oder solche Preise sich von Dzary, warfen unsere Truppen den Feind über den Fluß reichisch- ungarischen Rotbuche wiedergegebenen Mitteilungen des österreichisch- ungarischen Botschafters in Rom, wonach der itaeinem anderen gewähren und versprechen läßt; 2. wer Gegenstände der bezeichneten Art, die von ihm zur Ver- zurück. Bei Sotal fand ein heftiger Gegenangriff statt. österreichisch- ungarischen Botschafters in Rom, wonach der itaäußerung erzeugt oder erworben find, zurückhält, um durch Nachdem unsere Truppen in der Nacht zum 22. Juli einige lienische Militärattaché in Wien die Lage so dargestellt hat, als ihrer Veräußerung einen übermäßigen Gewinn zu er- feindliche Schüßengrabenlinien besetzt hatten, fuhren sie am ob ein Krieg gegen die Monarchie nur ein militärischer SpazierMorgen fort, den Feind energisch gegen den Rand der Stadt gang sei, mit dem Hinweise darauf zu dementieren, daß die Be3. wer, um den Preis für Gegenstände der erwähnten Art Sofal selbst zu drängen. In der Gegend des Dorfes Po- richte von Militärattachés geheim seien. Hierbei läßt die„ Stefani" au steigern, Borräte bernichtet, ihre Erzeugung oder den turzice versammelte der Feind beträchtliche Streitkräfte zu note die Tatsache außer acht, daß die in Rede stehenden Meldungen Handel mit ihnen einschränkt, oder andere unlautere Machenschaf- einem Gegenangriff und bemächtigte sich einzelner Teile dieses bekenden Faktoren der italienischen Regierung wochenlang in Rom des italienischen Militärattachés in Wien von den zum Kriege 4. wer an einer Berabredung oder Verbindung Dorfes. Aber nach einem Straßentamipf wurde das Dorf hebenden Faktoren der italienischen Regierung wochenlang in Rom Unter den Gefangenen, die dazu verwendet wurden, um zweifelnde zu überzeugen und 3öteilnimmt, die eine Handlung der erwähnten Art zum Zwede hat. von uns zurückgewonnen. Dabei kann in dem Urteil auf Einziehung der Borräte wir in dieser Gegend machten, befinden sich die Reste gernde zu gewinnen. Diese Berichte sind also nicht auf unerlaubten Wegen zur Kenntnis des österreichisch- ungarischen Botschafters in erfannt werden, auf die sich die strafbare Handlung bezieht. In des 10. österreichischen Jägerbataillons mit ihrem Major. Rom gelangt, sondern sie sind gerade von jenen Faktoren verbreitet den Höhen dem Urteil kann ferner angeordnet werden, daß die Verurtei-| Starke feindliche Reserven, welche bon Iung auf Kosten des Schuldigen öffentlich bekannt zu beim Dorfe Zawischina vorrückten und dabei durch unsere worden, welche heute das Dementi veranlaßten. machen sei. Artilleriefeuer ungeheuere Verluste erlitten, konnten das Bugtal nicht überschreiten und so die von uns angegriffenen feindlichen Truppen nicht unterſtügen. Der Kampf dauert fort. Im Laufe des 21. Juli griff der Feind das Dorf Dobrotwow an und bemächtigte sich eines Teiles desselben, wurde jedoch noch am Abend hinausgedrängt, wobei er einige hundert Gefangene in unseren Händen ließ. An den übrigen Abschnitten unserer Front teine Veränderungen. als höhere Verwaltungsbehörde anzusehen ist. zielen; ten vornimmt; Westlicher Kriegsschauplah. doch wurden Die Festung Jwangorod. Der Bryce- Bericht. Berlin, 24. Juli.( W. T. B.) Unter dem Titel„ Der Bryce= Bericht" schreibt die Norddeutsche Allgemeine 3eitung": Der französische Tagesbericht. besonders amerikanischen Blättern, daß die amerikanische Botschaft Im Februar 1915 las man in deutschen wie in ausländischen, Paris, 24. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Bericht in London ihrer Regierung folgendes mitgeteilt habe: bom Freitag nachmittag. Die Nacht war an mehreren " Seitens der britischen Regierung sind Tausende von AusFrontstellen ziemlich bewegt. Jm Artois und in Souchez sagen, die sich damit befassen, daß deutsche Soldaten Greueltaten heftige Kanonade und Kämpfe mit Froschen. Zwischen Dise Die Festung Jwangorod, die jetzt von unseren siegreichen an fliehenden Belgiern verübt hätten, untersucht worden. lleber und Aisne, im Gebiet von Quennevières, auf dem Nouvron- Truppen eng umschlossen ist, ist, wie der Korrespondenz Heer und das Resultat der angestellten Nachforschungen berichtete das britische -plateau, auf dem rechten Aisneufer, bei Soupir und Politik" geschrieben wird, zum Schuße der Mündung des Fluffes Auswärtige Amt an die amerikanische Botschaft, daß die von der auf der Champagnefront meldet man gleichfalls mehrere Wieprz in die Weichsel vor verhältnismäßig furzer Zeit errichtet englischen Presse im Anfange des Krieges erhobenen Anklagen auf worden. Der Wieprz hat im Verlaufe diefer Schlachten schon oft Hysterie und Boreingenommenheit zu beruhen scheinen. Der Be Artillerieaktionen. In den Argonnen war Geeine erhebliche Rolle gespielt, da er in seinem Laufe von Norden richt fügte hinzu, daß viele der Belgier Schweres zu erdulden wehr- und Geschüßfeuer. Im Gebiet von Bagatelle ge- nach Süden zwischen Lublin und Cholm eine Wasserscheide für hatten, dieses aber auf die natürlichen Erscheinungen Tang es einer unserer Kompagnien, die Front zu unseren einen großen Teil der Schlachtfelder der lezten Kämpfe bildet. Die des Krieges und nicht auf die Brutalität bes Gunsten zu berichtigen, indem sie sich gestern eines feind- Stadt Krasnystat, deren Besetzung bor mehreren Tagen einen Deutschen Soldaten aurüdauführen sei" Erfolg der verbündeten Heere darstellte, ist an diesem Flusse ge- So beurteilte die britische Regierung selbst im Februar lichen Schüßengrabenstückes bemächtigte. Pont- à- Mousson legen. Iwangorod ist bemgemäß schon aus diesem Grunde ein den Wert ihres Beweismaterials, das sie über deutsche Untaten in wurde mit Unterbrechungen in der Nacht beschossen. Im Ge- wichtiger Puntt. Die Festung hat aber noch große Bedeutung als Belgien durch Befragen von Flüchtlingen zusammengetragen hatte, biete von Arracourt zog sich eine starke feindliche Aufklärungs- wichtiger Streuzungsort mehrerer Bahnlinien, zu deren Sicherung deren aufgeregter Sinn feine Geipähr für die objektive Richtigkeit abteilung, welche von Artilleriefeuer unterstützt war, vor die Festung dient. Die Bahnstrecken gehen nach Nordwesten, Nord- des Bekundeten bieten konnte, da sie sich von dem allgemeinen Einunserem Infanterie- und Artilleriefeuer zurück. In den often, Südwesten und Südosten. Nach Nordwesten führt der druck des Schreckens des Krieges nicht zu befreien vermochten. Schienenstrang, der über Warschau nach Mlawa geht. Der nord- Jetzt im Juni 1915 erscheint, von derselben britischen Vogesen wurde ein deutscher Angriffsversuch gegen unsere öftliche Eisenbahnweg geht über Lukom nach der Festung Brest- Regierung beranlaßt, der Bericht jener seit drei Monaten tätigen Stellungen füdlich Lafaye leicht zurückgeworfen. Auf dem Litowsk, der südwestliche verbindet Jwangorod mit Radom und Kommission, die sie unter dem Vorsitze des früheren engGrate des Lingetopfes und auf dem Barrentopf sehr heftiges Kielch und der südöstliche ist der wichtigste Schienenweg nach lischen Botschafters in Washington, Herrn Bryce, berief, um die Lublin Cholm, von dem auch schon in den letzten Tagen mehrfach deutschen Greueltaten in Belgien zu ergründen. Als ein PropaBombardement der Stellungen, welche wir erobert hatten. die Rede war. Der Brüdentopf zum Schuß der Flußübergänge, gandamittel ersten Ranges wird der Bericht von der Regierung Deftlich Mezeral wurde der Feind, nachdem es ihm ge- das Fort Gortschatow, liegt neben drei anderen moderneren vor erachtet: für drei Pence läßt sie den 61 Drudseiten umfassenden Bericht in allen Sprachen der Welt verbreiten. Auszüge daraus werden umsonst verteilt. Leute, die noch mehr wissen wollen, können als Beigabe zu dem Bericht für sechs Pence einen Band von 2llö Seiten beziehen, der die in dem Berichte verarbeiteten Belege enthält: Aussagen belgischer Flüchtlinge und britischer Sol- baten, Auszüge aus Tagebüchern von deutschen Kriegsgesangenen. Den wichtigsten Bestandteil des von der Kommission bearbeite- ten Mate«als bilden dieselben Aussagen, über die sich die Regie- rung im Februar vernehmen lieh. Sie sind die einzigen unter den von der Kommission benutzten Aussagen, die beeidet sind. Der Zweck des Berichts ist: nachzuweisen, dah deutsche Truppen sich ungezählte Greueltaten in Belgien hätten zuschulden kommen lassen, die mit der erlaubten Kriegführung unvereinbar seien. Das wird also aus denselben Aussagen geschlossen, aus denen die gleiche Regierung noch im Frühjahr das Gegenteil entnahm. Woher diese Wandlung vom Februar zum Juni oesselben Jahres? Nun— inzwischen hatte man eingesehen, dah alle Anwerbungs- versuche von Lord Kitchencr den erhofften Ersatz nicht brachten, in- zwischen war die aller Welt angekündigte Offensive der Alliierten kläglich gescheitert. Man brauchte neue Mittel, das Million en Heer zusammenbringen und die Neu- traten zu fangen. So griff man zu jener Waffe, die sich anfangs im Kriege zu bewähren schien und in deren Handhabung England unbestritten Meister ist: zu der Verleumdung der deutschen Kriegführung. Gegen die Barbaren sollten die Neuangeworbenen als Vor- kämpfer der Zivilisation zu Felde zu ziehen. Mit einer verblüffen- den Offenheit wird dieser Zweck in den Auszügen aus dem Bericht eingestanden. Vor uns liegt eine von dem parlamentarischen R e- krutierungs-Komitee(12 Downing Street, London L. W.) verausgabte Broschüre, die sich stolz betitelt:„Die Wahrheit über die deutschen Grausamkeiten. Gegründet auf den Bericht der Kom- Mission über die den Deutschen nachgesagten Ausschreitungen." Die letzte Seite dieser Schrift wendet sich an den Leser mit folgen- den Worten: „Ist Ihr Gewissen erwacht? Wollen Sie nicht das wirksamste Mittel Wahlen, dies zu beweisen— wenn Sie ein Mann unter 40 Jahren und diensttauglich sind? Der einzige Weg, diesen und anderen Verbrechen ein Ende zu setzen, ist, das deutsche Heer zu vernichten. Sie können auf zweierlei Weise helfen: indem Sie zur Armee gehen oder indem Sie Munition schaffen. Stellen We Ihre Dienste den militärischen Gewalten zur Verfügung. Wenn Sie ein Weib sind, können Sie nicht einem Mann ver- helfen, sich zu entschließen?" So heiligt also der Zweck die Mittel. Tie Mittel aber sind die •verwerflichsten, die sich denken lassen. Das zeigt ein Blick in das sogenannte Beweismaterial des Brhce-Berichtes und in die von dem Berichte daraus gezogenen Schluhfolgerungen. Wie schon betont, sind die einzigen beschworenen Aussagen die, die im Februar der britischen Regierung selbst wertlos schienen. Alle übrigen Aussagen sind völlig unkontrollierbar, uneidliche Be- kundungen, die von Untersuchungsführern aufgenommen sind, denen, wie die Kommission selbst zugibt, die Fähigkeit fehlte, Eide abzufordern. Die Erklärungen der britischen Soldaten sind sogar von dem„Professor" Morgan aufgenommen, der als bekannter Deutschenhasser an der englischen Front herumreist, utn überall riach Material zur Verunglimpfung des deutschen Heeres zu fahn- den. Derartige Protokolle untericheiden sich in nichts von den Greuelerzählungen, die die Berichterstatter feindlicher Zeitungen eflissentlich ans unkontrollierbaren Gerüchten zusammengetragen aben. Der Hörer schreibt auf, was er hören will. Die Versiche- rung der im stärksten Mahe selbst befangenen Kommission, dah ihre Mitglieder die Untersuchungsführer für honette und geschickte Personen halten, kann die Wertlosigkeit der Protokolle nicht be- heben. So muh denn die Kommission erklären, dah sie nicht auf das einzelne Protokoll Gewicht lege; sie meint, daß der Leser seinen Blick auf das Ganze richten möge. ' Wörtlich heißt es in dem Berichte von dem Beweismaterial: »Sein Wert kann nur dann geschätzt werden, wenn man die Zeugen- «ussagen als ein Ganzes genau prüft." Niedriger als die Kom- Mission selbst können wir den Wert der Aussagen dann allerdings auch nicht hängen. Der Leser erfährt keine Namen der Zeugen, nicht mal die der britischen Soldaten, für deren Fehlen die Kommission den lächerlichen Grund der Furcht vor den Deutschen— den einzigen, den sie für die Verschweigung angibt-4- doch wohl im Ernst incht wird gelten lassen wollen. Die Namen der Orte, an denen besondere Grausamkeiten vorgefallen sein sollen, sind bescheiden verschwiegen. Die Furcht vor den Deutschen scheint sich danach auf ganze Ort- schaften auszudehnen. Bezeichnend für oie von der Kommission gerühmte„Geschicklichkeit" der Untersnchungsführer ist der Um- stand: kein Zeuge hat einen Belgier schießen sehen. Der Volks- krieg existiert einfach nicht. Die Deutschen stürzten sich nach der Vorstellung der Kommission als Trunkenbolde unter dem Befehl von Mördern auf alles, was ihnen in den Weg kam. Dah daneben die Disziplin der deutschen Armee gerühmt wird, verschlägt der Bryceschen Logik nichts. Das letzte Beweismittel, die deutschen Tagebücher, ist mit einer Oberflächlichkeit behandelt, die es unmöglich macht, die Kommission auch nur für gutgläubig zu halten. Man hat nicht etwa die ge- samten Eintragungen übernommen, sondern einzelne Blätter aus wenigen Tagebüchern herausgerissen, die offenbar von der Not- wehr der deutschen Truppen gegen das Franktireurwesen handeln, dessen den Auszügen vorangehende und nachfolgende Schilderung man geflissentlich unterdrückte, um den Eindruck zu erwecken, dag der Verfasser nur von grundlosen Attentaten auf die Zivilbevölke- rung berichte. Wo aber auch in den zurechtgestutzten Auszügen der Hinweis auf das Freischärlertum stehen bleiben muhte, über- geht der Brycc-Bericht diese fatalen Stellen in seiner Würdigung oder fälscht sie ohne Bedenken. Zwei Beispiele mögen dieses kaum glaubliche Verfahren beleuchten. Der erste Auszug aus dem Tagebuch des Eitel Anders er- wähnt bei der Erzählung von dem Abbrennen von Häusern:„in einem Haus wurde sogar ein ganzes Wasienlager gesunden"; der Bericht bshandelt diese Stelle als Luft, indem er sich jeden Kom- mcntars dazu enthält. Der zweite Auszug aus einem Tagebuch des Kurt Hoffmann enthält den in sich abgeschlossenen Satz:„Von O. P. aus erschieße ich einen Zivilisten mit Gewehr." Für den deutschen Leser heißt das: der Verfasser erschoß einen Zivilisten, der ein Gewehr bei sich hatte. Der englische Bericht läßt kühn den in der photographischen Wiedergabe des Tagebuchblattes deutlich sichtbaren Punkt hinter „Gewehr"(hinter dem auch das folgende Wort„Auf" groß ge- schrieben klar dasteht) fort und liest:„ich schoh einen Zivilisten mit Gewehr auf 400 Meter gerade durch den Kopf", so daß der Un- befangene glaubt, es sei von dem Gewehr des Hoffmann die Rede und dieser habe grundlos— gleichsam zu seinem Vergnügen— irgendeinen harmlosen Zivilisten als Zielscheibe niedergeschossen. Das ist nicht mehr der Ausdruck einer verblendeten Leicht- gläubigkeit. Das sind bewußte Fälschungen, deren Ur- Heber um des Zweckes willen kein noch so unlauteres Mittel scheuen, die Ehre des verhaßten Feindes zu kränken. Derartige Unter- nehmungen richten sich selbst. Der Fischzug auf die menschliche Einfalt wird diesmal von den Herren Bryce und Konsorten ver- gebens unternommen sein. Ein englischer(Wzier gegen die Greuel- geschichten. Der. Labour Leader" hat von einem Offizier nachstehende Zuschrift erhalten: „Nach meiner neulichen Rückkehr nach zehnmonatßchem Dienst auf dem Festland besuchte ich mit meinem Bruder, der gleichfalls Offizier ist, das„Palladium" in London und hörte Herrn Ben T i l l c t s Rede. Wir waren verblüfft und angewidert, Herrn Tillett erklären zu hören, daß er mit eigenen Augen die Körper von Frauen und Kindern gesehen habe, die deutscher Brutali- tat zum Opfer gefallen waren und„Haarbüschel und Gehirne von hingeschlachteten Kindern". Da Herrn Tilletts Erfahrungen, nach seiner eigenen Angabe, sich auf einen ziemlich flüchtigen und durchaus ungefährlichen Be- such der britischen Linien in Flandern und der französischen Linien bei Reims beschränken, ist es unbegreiflich, wie er Zeuge von etwas Derartigem gewesen sein soll. Es ist natürlich möglich, dah Frauen und Kinder durch Geschützfeuer bei Upern oder bei Reims getötet worden sind, aber dah nicht das, was Herr Tillett seiner Zuhörer- schast im„Palladium" mit Vorbedacht glauben machte. Möchte Herr Tillett nicht Zeit- und Ortsangaben über seine„Haarbüschel- und Gehirn"-Geschichte machen? Die auswärtigen Aemter Europas haben die Nationen in diesen furchtbaren Konflikt gestürzt, aber bis die kriegführenden Völker zur Vernunft und zum Frieden zurückgekehrt sind, werden recht viele Soldaten es vorziehen, ohne die vergifteten Auf- reizungen der Presse und ohne so ruchlose und verderbliche Uebertrcibungen von der Art des Herrn Tillett zu kämpfen. Viel Glück dem„Labour Leader" und seinem mutigen und vernünftigen Eintreten für Christentum und gesunden Menschen- verstand." Man sieht, in allen Ländern gibt eS ehrenhafte und besonnene Menschen, die gegen die nichtsnutzigen Erfinder oder Verbreiter von„Greuelgeschichten" auftreten, die zu dem Unglück des Krieges noch dauernden Hah und borniertes Vorurteil der Völker gegen. einander hinzuzufügen geeignet sind. Wenn etwas die Genug- tuung trübt, womit man den Brief des englischen Offiziers im „Labour Leader" liest, so ist es die allerdings traurige Tatsache, dah er sich gegen einen Mann wie Ben Tillett richten muh. fimerikanifche Friedensbewegung. Der nationale Arbeiter-FriedenS-Council nahm in seiner Sitzung, an der S bekannte Gewerkschaftler unter dem Vorsitz des Kongreßmitgliedes Buchanan teilnahmen, am 22. Juni in Washing- ton ein Programm an, dessen Durchführung den Frieden herbei- führen und ihn festigen soll. Die einzelnen Forderungen des Programms sind: Uebernahme der•Kriegsindustrie in Alleinbetrieb der Regierung; Verbot einer Waffen- und Munitionsausfuhr �owie aller zur Herstellung der- selben nötigen Materialien. Der Council weist in diesem Zu- sammenhang auf die Politik des Präsidenten Washington im Jahre 1793 hin. Ferner wird die sofortige Einberufung des Kongresses verlangt, der Maßnahmen zur Förderung des Weltfriedens fördern soll. Abschriften einer Resolution, in der diese Forderungen ent- halten sind, werden dem Präsidenten, dem Staatssekretär und den Mitgliedern des Repräsentantenhauses und Senats zugestellt. Im Hinblick auf den in Europa tobenden Krieg faßte die Konfe- renz ihre Stellung in folgende Resolution:„Der nationale Arbciter-Friedcns-Council, in Spezialsitzung in Washington vcrsam- melt, beschlieht durch seine Beamten an die neutralen europäischen Regierungen, als auch an die in den Konflikt verwickelten Regierun- gen der kriegführenden Länder, wie ferner an die organisierten Ar- beiter in den neutralen und in den kriegführenden Ländern heran- zutreten, um sie zur Formulierung einer Forderung auf Einstellung der Feindseligkeiten zu veranlassen, damit Verstand und klare Urteilskraft wieder in ihre Rechte eintreten und der,.... Kon- flikt beendet werde, der die Zivilisation bedroht und jede Hoffnung auf den Fortschritt der Menschheit zunichte macht. Kritik der KohlenbiU. London, 23. Juli.(W. T. B.) U n t e r h a u». Bei Beratung der Kohlenbill beantragte G o l d st o n e(Arbeiterpartei), dah die Bill rückwirkende Kraft für bereit? abgeschlossene Liefe- rungsverträge erhalte, lieber 70 Proz. der Kohlenproduktion seien bereits Kontrakte abgeschlossen, so daß die Bill den Konsumenten wenig nützen werde. Anderson sagte, die Stadtverwaltung Glasgow habe bereits Kontrakte abgeschlossen, die eine Mehrausgabe von 20ö 000 Pfund Sterling gegen das Vorjahr bedeuteten. Mackinder(Unionist) erklärte, die verspätete Einbringung der Bill, nachdem 70 Proz. der Kontrakte abgeschlossen waren, heiße die Tür schließen, nachdem das Pserd gestohlen sei. Dick in so n (liberal) nannte die Bill ohne den Antrag Goldstone einen politi- schon Betrug. Wenn die in den letzten Monaten abgeschlossenen Kontrakte preisbildend für den Kleinhandel bleiben sollten, würden die armen Leute in London im Winter 37 Schilling pro Tonne zahlen müssen. Das würde nicht nur Unzufriedenheit, sondern eine schwere Gefahr erzeugen; denn sie würden glauben, die Regierung habe die Nation an Kohlenbcsitzer verkauft. Healy(Nationalist) betonte, daß die Debatte durchweg gegen die Regierung ginge. Die Negierung wüßte, daß Eile not tut und zögerte, bis die Kontrakte abgeschlossen waren. Wenn er die Koalition definieren sollte, würde er sie als etwas bezeichnen, was mit Macht ausgestattet sei, um das P arlament herauszufordern.(Beifall.) Sir Edwin Cornwall, der Kohlenhändler ist, erklärte: Tic Bill kam drei Monate zu spät. Handelsminister R u n c i m a n erwiderte: Tie Bill konnte nicht eingebracht werden, so lange nicht die Lohnfragen geregelt waren. Die bisherigen Kontrakte können nicht durch Ge- setz aufgehoben Werden. Es ist richtig, dah viele Stadtverwaltungen in England und Schottland sehr ungünstige Kontrakte machten. Er lehne den Zusatzantrag ab und schlage eine Aenderung der Bill bei der nächsten Beratung vor.— Der Zusatzantrag wurde zurück- gezogen. der Sieg der englischen Bergarbeiter. London, 26. Juli.(W. T. B.) Die„Times" meldet aus C a r d i f f: Die Abgesandten der Bergleute erstatteten gestern in Massenversammlungen Bericht über die getroffene Entscheidung. Alle Versammlungen waren von der Ucber- zcugung erfüllt, daß die Bergleute einen großen Sieg erfochten hätten und mit fliegenden Fahnen zur Arbeit zurückkehren könnten. stof üem Wege zum Schutzzoll. London, 24. Juli.(W. T. B.)„Times" schreibt in einem Leitartikel: Unter den C i t y m ä n n e r n, die A s- q u i t h empfing, befanden sich begeisterte Freihändler, die die Regierung baten, die Einfuhr zu besteuern. Diese Herren haben umgelernt, und es ist klar, daß die Re- gierung dasselbe tut. Die Regierung scheint eine Besteuerung der Einfuhr schwierig zu finden. Asquith ließ die Frage offen. Aber daß die City die Besteuerung der Einfuhr vorgeschlagen und daß die Regierung sie nicht abgelehnt hat, ist ein Zeichen der Zeit. Das Blatt erwartet, daß man auch über die Wehrpflicht umlernen werde.—„Daily News" schreibt: Es war bisher keine Schwierigkeit, Geld aufzubringen, aber es geschah auf Kosten einer starken Belastung der Zukunft. Es ist kein Grund, uns zil einem Patriotismus zu beglückwünschen, der die Form einer 4>/,prozentigcn Anlage annimmt. Das Blatt hält eine stärkere Besteuerimg für nötig, hofft aber, daß bis zur Grenze des Möglichen direkte Steuern angewendet werden. Verurteilung französischer sintimilitarisien. Gcnf, 24. Juli.(W. T. B.) Blättermeldungen aus Paris zu- folge hat das Kriegsgericht gestern in später Abendstunde das Urteil in der Angelegenheit der ontimilitanstischcn Flugschriflen gefällt- Frau D o n a d i e u und H u r e a u wurden zu je drei Jahren Gefängnis und 1000 Fr. Geldbuhe, P r o u w o st zu eine», Jahr Gefängnis. Donadieu zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Solche Urteile bilden ein sicheres Barometer für die Vol'S- stimmung. Je drakonischer die Urteile ausfallen, desto bedenklicher muh es um die Kriegsbegeisterung aussehen, die man durch selche Abschreckungsmittel zu konservieren sucht. Die erste Dumasitzung. Kopenhagen, 24. Juli.(W. T. B.). R u s s k o j e S l o w o' meldet: In der ersten Dumasitzung am 1. August werden außer Ssasonow auch Goremykin, Finanzministcr Bark, KricgSuiinistcr Poliwauow und Marineminister Grigorowilsch sprechen. In den nächsten Tagen nach der Eröffnung soll eine gemeinsame Sitzung der Regierung und des Seniorenlonvenls stattfinden. Eine vollkommene Militarisierung der Munitionsfabriken soll durch Gesetz beschlossen werden. Techniker und geübte Arbeiter werden von der Front zurückgezogen und in Ausübung dcS Militärdienstes in den Fabriken beschäftigt werden. Der Kampf gegen die Mietsteuerung in den Hauptstädten soll durch Gesetz auf» genommen werden. Die Lage auf üem Galtan. Turin, 23. Juli.(W. T. B.) Der römische Korrespondent der „Stampa" macht folgende Mitteilungen: In der gestrigen Mi- nisterratssitzung gab der Minister des Aeuhern über diplo- matische Tagesfragen ausführliche Aufklärungen. Tie Minister hatten vor allem einen Gedankenaustausch über die Stellungnahme zur Lage, die durch die aggressiv« Haltung der Türkei gegenüber Italien geschaffen worden ist. Der Zwischenfall von Galata. der von den türkischen Behörden verursacht wurde, die sich des grohen italienischen Schleppers Mondello bemächtigt haben, hat den Ministerrat besonders wegen des Mihbrauchs der tialienischen Flagge bei den kriegerischen Operationen, bei denen der italienische Schlepper im Marmarameere benutzt wurde, beschäftigt. Sonnino unterichtete den Ministerrat über den Stand der Lage. Man be- schloß einen neuen Schritt in energischster Form bei der türkischen Regierung durch eine Mitteilung an den türkischen Botschafter in Rom, Naby Bei, zu machen. Ter Ministerrat beschäftigte sich ferner, aber nur in der Form eines einfachen Gedankenaustausches, mit dem Gerücht von einem Eingreifen Bulgariens gegen Serbien. Wenn dieses Gerücht sich bestätigen sollte, würde dies eine Tatsache von besonderem Interesse für Italien sein, doch glaubt man in ita- lienischen amtlichen Kreisen nicht, daß dieses sehr ernste Gerücht sich augenblicklich bewahrheitet. Dieses sentationelle Ereignis ist vielmehr noch weit im Felde, weil für den Augenblick Bulgarien noch neue Vorschläge des Vierverbandes erwartet. Auherdem werden diese Bulgarien zugeschriebenen Absichten, eine Katastrophe in der Lage am Balkan hervorzurufen, als über die Bestrebungen Bul- gariens hinausgehend, angesehen, die ja bei der kleineren Absicht der Neutralität haltmachen. Zurzeit glaubt man also gleich- wohl nicht an einen serbisch-bulgarischen Krieg. Trotzdem bleibt die Lage auf dem Balkan in ihrer Gesamtheit ganz außer- ordentlicher u st. � Der vierverbanü und üie Dalkansiaaten. Paris, 24. Juli.(W. T. B.) Tie Unterhandlungen des VierverbandcS mit den Balkan st aaten werden von der Presse ziemlich scharf kritisiert. Tie Presse beginnt un, geduldig zu werden und zu fordern, dah die Diplomcstie alleS auf« wende, um eine Intervention Rumäniens herbeizuführen- Tie ängstlich versteckten Vorwürfe gegen Rußland und Serbien treten klarer zutage. Die Press« stellt mit Bedauern fest, dah der Gang der Unterhandlungen in Serbien Verstimmung hervorrufe, weil Ruhland und Serbien bezüglich der Abtretung des Banates a» Rumänien immer noch Einwendungen machen. Die Presse betont, dah sowohl Rußland als auch Serbien nach dem Kriege durch Gebiets» zuwachs für jedes Opfer entschädigt würden. Ter russische Rückzug erschwere zwar die Unterhandlungen, aber gerade deshalb sei«s unbedingt notwendig, durch völlige Annahme aller Forderungen bezüglich des Banates und der Bukowina alle Unterhandlungen zum Abschluß zu bringen. G a u l o i s erklärt, die Verbündeten hätten bereits kastbare Zeit verloren und fordert energisch, der Frage der Jntervcntisp ein Ende zu bereiten. Man müsse endlich wissen, ob Rumänien interveniere oder nicht. Frankreich, England und Italien mühten zwei Hauptpunkte aller Erörterungen aufklären, erstens, ob die Slawen bereit feien, im Interesse einer allgemeinen Lösung, welche auch ihr Schicksal entscheiden werde, auf gewisse ihrer Z�jinschc zu verzichten, zweitens, ob sie auch Frankreich, England und Italien jene absolute Hilfe gewähren würden, welche sie versprochen hätte». Solange diese zwei Hauptfragen nicht aufgeklärt feien, gehöre jede Erörterung über die Möglichkeit einer rumänischen Jnter- vention in das Gebiet akademischer Auseinandersetzungen. Figaro" erklärt, Serbien schmolle zwar, aber werde trotz- dem nicht zögern, jedes Opfer zu bringen, wenn die Verbündetest Großmächte von ihm Opfer fordern. Serbien brauche, um den Forderungen seiner Verbündeten gegenüber nachgiebig zu werdest, nur zu bedenken, wie es entstanden sei, und die Zukunft zu er- wägen, welche sich ihm eröffne. Verurteilung aufständischer Düren. Pretoria, 24. Juli.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bu- reauS. Kemp ist zu sieben Jahren Gefängnis und 1000 Pfd. Sterl. verurteilt worden. Der Richter betonte die Verschieden- heit der Fälle Dewet und Kemp. Der letztere sei bis kuiz vor seinem Auftreten als Aufständischer im königlichen Dienste gewesen und habe dann mit Maritz mit dem Feinde zusammen gearbeilet. Die Aufständischen Bezuidenhout und Kock erhielten fünf bezw. vier Jahre Gefängnis. Letzte Nachrichten. Vom �-Bootskriege. London, 24. Juli.(W. T. 93.)(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Das Fischerfahrzeug„Star o f P c a c e" aus Aberdeen ist von einein deutschen Unterseeboot auf der Höhe der Orkneyinseln versenkt worden. Die Besatzung wurde in Stromnetz gelandet. Mg Personen ertrunken. Chicago, 24. Juli.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Am Flusse kenterte ein Vergnügungsdampfer. Wie verlautet, sind 300 Personen ertrunken. Aus der Partei. Der Midi Socialiste". So wie Klarblickende deutsche Sozialisten sich bemühen, der bedeutungslos bezeichnet wird, weil sie lediglich bom engeren Vorfranzösischen Partei in ihrer Auffassung der Verteidigung ihres stand der Partei, einem Sieben- Männer- Kollegium( in Wirks Landes gerecht zu werden, so ist auch unser Vorfämpfer in Tou- lichkeit sind es acht) ausgeht, während der erweiterte Vorlouse bemüht, der Haltung der deutschen Genossen Gerechtigkeit stand, der Vertrauensmannstörper und ebensowenig eine MitAus Barcelona wird unter dem 4. Juni von einem in Touwiderfahren zu lassen und aus den Verhältnissen zu erklären. In gliederversammlung der Partei vor Erlaß dieser Kundgebung wohl To use in Frankreich ansässigen Genossen, der bei Kriegsausbruch der Nummer vom 22. April finden wir im Zusammenhang mit weislich nicht gehört wurden. nach Spanien flüchten mußte, geschrieben: dem Auszug einer Rede Vanderveldes in Sperrdrud folgende Aus- Dazu erklären wir: 1. Der Vertrauensmännerkörper hat die „ Es ist bedauerlich, ja verbrecherisch, wenn einer Presse die lassung:„ Man ist mit den deutschen Sozialisten streng und un- Bewilligung der Kriegskredite mit 130 gegen 9 Stimmen längst Möglichkeit gegeben ist, ein Volk sinnlos zu verheizen; doppelt ver- erbittlich gewesen. Ich ziehe vor, zu versuchen, sie zu verstehen gutgeheißen. 2. Auf Wunsch eines Gegners der Kredite und der brecherisch, da ja nicht die Hintermänner einer solchen Presse bei und bei objektiver Beurteilung sehe ich, daß ihre Situation eine Statsbewilligung wurde nach der Haase- Versammlung davon abeinem etwaigen Zusammenbruch leiden, sondern eben das irre schwierige war. Sie waren zwischen das republikanische Frankreich gesehen, durch Bersammlungsbeschluß die Beschlußfassung der Ver-. geleitete, betrogene Volf. Einer solchen gefährlichen Presse stehen und das kosakische Rußland plaziert; bewilligten sie die Kredite, trauensleute bestätigen zu lassen. 3. Wir haben die Wünsche der wir in Frankreich gegenüber. lieferten sie dem Kaiser die Waffen gegen das republikanische Gegner der Fraktionsmehrheit berücksichtigt und von jeder weiVielleicht ist Deutschland vor derartigen Auswüchsen dadurch Frankreich und das demokratische England; weigerten sie sich, sie teren Erklärung zu der Parteistreitfrage abgesehen, bis der Vorbewahrt, daß es bis jetzt noch immer als Sieger in diesem gigan zu bewilligen, öffneten sie dem Zaren Schlesien. Sie haben ge- stand des Frankfurt a. M. benachbarten Wahlkreises Höchst das tischen Ringen dasteht, der Wahrheit also noch immer im großen wählt und sie haben schlecht gewählt; aber wer würde wagen, Beispiel gab, dem wir folgten. Dessen Erklärung allerdings und ganzen die Ehre geben konnte. Ganz anders aber liegen die ihnen mildernde Umstände zu verweigern?" Eine solche Sprache wurde im Vorwärts" nicht als bedeutungslos bezeichnet, obwohl Dinge in Frankreich in bezug auf die bürgerliche Presse. Was in ist im französischen Blätterwalde ein Ereignis, sich zu solchen Aus- nur fünf Männer dahinter standen. diesem Kriege an Widerwärtigkeiten, Verhebungen und Gemein- lassungen zu bekennen eine gewisse Kühnheit, wenn man davon abheiten in Wort und Bild von der französischen Presse geleistet sieht, daß es eine sozialistische Selbstverständlichkeit ist. Glücklicherworden ist, dürfte ein Buch für sich beanspruchen. Da berührt weise fehlt es dem Midi Socialiste" nicht an Schneid; ein Beweis es denn geradezu wohltuend, einmal eine französische Zeitung zu dafür sind seine vielen leeren Spalten, die die Arbeit des Zensors lesen, die unverhüllt ihren Abscheu darüber zum Ausdrud bringt. verraten. Hoffen wir, daß es unserem tapferen Weitstreiter nicht Daß es ein sozialistisches Organ ist, erklärt diesen Vorgang zu schwer fallen möge, den Kampf um seine Existenz zu führen zur Genüge. Aber wir haben Ursache, uns dessen noch besonders und daß seinem Wirken ein Erfolg beschieden sei, der zur Neuzu freuen, weil es gerade der„ Midi Socialiste" von Tou- belebung der Internationale der Arbeiter aller Länder beiTouse in Südfrankreich ist, der trotz seiner Bescheidenheit sich so tragen wird. hornehm von den übrigen, insbesondere den bürgerlichen Presseerzeugnissen abhebt. Durch seine Haltung erweist er nicht nur der fozialistischen Internationale, sondern auch seinem Volke den besten In St. Leonards, an der südöstlichen Küste Englands, starb am Dienst. Wenn es bedauerlich ist, ist es der Mangel an Partei- 7. Juli Professor E. S. Beesly im Alter von 86 Jahren. Er war zeitungen in Frankreich; tatsächlich dürften den deutschen Genossen in den Jahren von 1860 bis 1893 Professor der Geschichte am Uniim allgemeinen außer der Humanité" taum noch andere sozialistische französische Beitungen bekannt sein. Ihre Zahl ist aller- versity College in London. Am 28. September 1864 war er Vordings sehr gering, dementsprechend auch ihre Bedeutung. Was das Verbreitungsgebiet des Midi Socialiste" betrifft, so Tommen in Toulouse kaum mehr als 2000 organisierte Genossen in Frage. Trotzdem ist Toulouse durch zwei Sozialisten, den Genossen Bedouce und den Genossen Glen- Prévot, in der Depuiertenkammer vertreten, und das bei einer Einwohnerzahl von rund 150 000. Die gesamte Stadtverwaltung von Toulouse ruht in den Händen der Sozialisten; der sympathische Bürgermeister, der Genosse Jean Rieur, erhielt bei den Stadtverordnetenwahlen die höchste Stimmenzahl mit zirka 18.000( Liftenmahlen). Ein Verhältnis, wie wir es hier sehen, ist typisch, aber sicherlich nicht gefund, weil derartige Wahlen kein Gradmesser für tatsächliche Meinungen find. Andererseits aber entsprechen solche Verhältnisse dem Temperament des Franzosen als Augenblicksmenschen. Auch der„ Midi Socialiste" ist das Unternehmen einiger Genoffen, die, wie Genosse Bedouce, große finanzielle Opfer bringen, um der sozialistischen Sache dienen zu können, jedenfalls ist er aber kein eigentliches Parteiunternehmen. E. S. Beesly. sitzender der Versammlung in St. Martins Hall, wo die Internationale Arbeiter- Assoziation gegründet wurde. Er war einer der Lehrer Paul Lafargues, als dieser in London studierte. Durch Lafargue wurde Marg mit Beesly im Jahre 1869 bekannt. Obwohl Marg die positivistischen Ansichten Beeslys nicht teilte, blieb er bis zum Tode mit ihm innig befreundet. Beesly besaß zahlreiche Briefe von Marg., Aus den Organisationen. Der 5. württembergische Wahlkreis hielt in ßlingen seine Kreisgeneralversammlung ab, auf der die starke Hälfte der Ortsvereine vertreten war. Unter den erschienenen 36 Delegierten herrschte Einmütigkeit in der Beurteilung der Haltung der Partei in der Kriegszeit. Gegen zwei Stimmen wurde eine Resolution angenommen, die die Politik der Reichstagsfraktion und des Parteivorstandes billigt und sich die Beschlüsse des Parteiausschusses zu eigen macht. Der Vorstand des Sozialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Frankfurt a. M. Soweit in dieser Erklärung ein Vorwurf gegen die Redaktion des„ Vorwärts" liegen soll, müssen wir ihn mit aller Bestimmtheit zurückweisen. Wir verfuhren nur unserer Pflicht, objektiv zu berichten, gemäß, als wir der Zuschrift aus Frankfurt Raum gaben. Genau so, wie wir auch sofort der Mitteilung der sieben Vorstandsmitglieder aus dem Wahlkreise Höchst Raum gaben, wonach der Beschluß des dortigen Vorstandes mit 5 gegen 2 Stimmen gefaßt worden sei. Die von unserem Frankfurter Gewährsmann aufdie Auffassung des Vorstandes nicht teile, wird ja übrigens auch gestellte Behauptung, daß in Frankfurt eine sehr starke Minoritat von dem Vorstand ſelbſt gar nicht bestritten. Eingegangene Druckschriften. Durchs unbekannte Kamerun. Von Lene Haase. 3,50 M. . Fleischel u. Co., Berlin W. 3. Internationale Rundschau. 1. Jahrgang. Heft 1. 50 Pf. Art. Institut Drell Füßli, Zürich. Kriegsdepeichen 1915. 8 bis 11. Monat( Juni). Jedes Monats heft 50 Pf. Boll u. Bidardt, Berlin NW. 6. Sozialistische Monatshefte. Heft 14. Herausgeber Dr. J. Bloch, Alle 14 Tage ein Heft. 50 Pf. Selbstverlag, Berlin W 35. Feldpoftbücherei des Neuen Deutschland". Heft 1: Deutsch land und der Orient. 50 f. Politik", Berlin, W. 57. Ostpreußen feine Vergangenheit, Gegenwart und Bufunft. 2. Heft. ( Kriegsveröff. d. Deutsch. Bundes Heimatschutz.) 1 M. G. D. W. Callwey, München. Kriegspostkarten von B. Wennerberg. 6 farb. Karten 50 Ps. 21. Langen, München. N Der Weltkrieg 1914/15 nnd der Zusammenbruch des Bölker. rechts". Eine Abwehr- und Anflageschrift gegen die Kriegsführung des Inzwischen verfolgt der Midi Socialiste" feine Bemühungen, Dreiverbandes von Dr. E. Müller- Meiningen. 7 M., geb. 8 M. G. Reimer, entgegen den Chauvinisten, wie Barres, Leon Daudet u. a., die AufIn Im tagte die Areisversammlung des Berlin W. 10. faffung zu verbreiten, daß... Keinen Angriffskrieg gegen Deutsch- 14. württembergischen Wahlkreises, die durch 20 De- Das Cogitantentum und die neueste menschliche Wissensstufe. Jand! Diese Mahnung erhebt unser französisches Bruderblatt legierte beschickt war. Einstimmig nahm die Versammlung eine Von Dr. E. Loewenthal. 7 S. D. Dreher, Berlin W. 57. immer wieder und die Confédération Générale du Travail fe- Resolution an, die das Einverständnis mit der Kreditbewilligung Der Beruf der Säuglingspflegerin. Von Prof. 2. Langstein und fundert seiner Auffassung. Daß der Midi Socialiste" als Ver- ausspricht, dem Landesvorstand für seine Maßnahmen zur Ueber- Dr. Rott. 1,20 M. J. Springer, Berlin W. 9. Der Staat und die Elektrizitätsversorgung. Von Dr. G. Siegel teidiger der Internationale ein lebhaftes Interesse besonders an windung der Parteiwirren dankt, die Tätigkeit der Hintermänner( Sonderabdrud aus den Preußischen Jahrbüchern.) 50 Pf. G. Stilke, Berlin Auslassungen deutscher Sozialisten und deutscher Parteizeitungen der Berner Tagwacht" aufs schärfste verurteilt und die Hand- NW. 7. hat, ergibt sich von selbst. So finden wir denn Liebknecht, Bern- lungsweise des Genossen Haase mißbilligt. Von der Regierung Die Volen und der Weltkrieg. Von A. v. Guttry. 3 M., geb. stein, wie auch Scheidemann und Heine lebhaft kommentiert. Im werden schleunigst wirksame Maßnahmen gegen den Lebensmittel- 4 M. G. Müller, München. Reitartikel vom 26. April befaßt sich„ Par" mit Heine und dessen wucher verlangt. Ausführungen in der Märznummer der Süddeutschen Monatshefte", die die Notwendigkeit einer Republik bestreiten. Midi Socialiste bewundert Heine gerade nicht; aber die Partei selbst mird entschuldigt, wenn sie unter gegenwärtigen Umständen sich nicht entsprechend dazu äußern kann. SonderPreise Eine Erklärung. Wir erhalten folgende Zuschrift: " Der Vorwärts" hat unserer Erklärung in Nr. 199 einen ihm zugesandten Anhang folgen lassen, in dem unsere Erklärung als Unerschütterlich bereit! Deutsche Kriegslieder von G. Schüler. 50 Pf. A. Strauch, Leipzig. Bühne und Welt. Halbmonatsschrift für Theater, Literatur und Musit. Juliheft. Herausg.: W. Kiefer. Halbf. 3,50 m. Selbstverlag. Hamburg 26. Die ufrainische Staatsidee und der Krieg gegen Rußland. Bon Dmytro Donzow. 1 M. C. Kroll, Berlin S. 14. A- WERTHEIM Ein Posten Damenstrümpfe durchbrochen, schwarz oder lederfarbig gewebt, Baumwolle, Ringelmuster 60PL. 1.75 Meter 1.95 1.85 Meter Waschstoffe Schleierstoffe mit Kunstselde beslickt, etwa 110 cm breit... Meter Kräuselstoffe einfarbig, etwa 115 cm breif. Kleiderstoffe Cheviot Reine Wolle, etwa 106 cm breit Kostümstoffe mittelfarbig. 2.65 meliert, etwa 130 cm breit.. Meter Seidenstoffe Strümpfe Damenstrümpfe long, Baumwolle, schwarz 45 PL. 65 Pl. Damenstrümpfe 55 pt. 75 Pl. lang. Baumwolle, weiss lang, Damenstrümpfe e gute Mako- Qual., schwarz od, lederfarbig 1 M. Damenstrümpfe mil seldenem Mitteltelt, nahtlos..... Damenstrümpfe Selde mit Florsohle, schwarz und moderne Farben 1.25 1.10 1.70 mustert... Herrensocken Baumwolle, Herrensocken farbig ge. 42 Pl. 42 PL meliert, nahtlos Herrensocken farbig ge- 95 Pf. streift... Schweißsocken 50 Pt. 90 Pt. ... 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Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl üt. 203. 32. Wr.a., 1. MlM ilfÖ LMW" KttllUl Holllötltttt 25» 1915 Die amerikanische Antwortnote. Berlin. 24. Juli.(W. T.B.) Dievondemhiesigen Botschafter der Vereinigten Staaten gestern nachmittag im Auswärtigen Amt überreichte Mitteilung lautet in Uebersetzung: Im Austrage meiner Regierung habe ich die Ehre, Euere Exzellenz zu benachrichtigen, das; die Note der Ksl. Deutschen Regierung vom 8. Juli d. F. eine sorgfältige Prüfung durch die Regierung der Ver. Staaten erfahren hat; die Negierung der Ver. Staaten bedauert sagen zu müssen, dah sie die Note sehr unbefriedigend gefunden hat, da sie es unterläht, auf die eigentlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Rc- gierungen einzugehen und keinen Weg weist, auf dem die an- erkannten Grundsätze von Recht und Menschlichkeit in der ernsten den Streitgegenstand bildenden Angelegenheit zur Geltung gebracht werden können, vielmehr im Gegenteil Vereinbarungen für eine teilweise Aufhebung jener Grundsätze vorschlägt, die diese dem Er- folg nach beseitigen würden. Die Regierung der Ver. Staaten vermerkt mit Genugtuung, dah die Kfl. Deutsche Regierung ohne Vorbehalt die Gültigkeit der Grundsätze anerkennt, auf denen die Amerik. Regierung in den verschiedentlichen an die Ksl. Deutsche Regierung gerichteten Mit- teilungen hinsichtlich der Verkündung eines Kricgsgcbicts und der Verwendung von Unterseebooten gegen Handelsschiffe auf hoher See bestanden hat nämlich des Grundsatzes, daß die hohe See frei ist, daß Charakter und Ladung eines Handelsschiffs festgestellt sein müssen, ehe es rcchtmäßigerweise beschlagnahmt oder zer- stört werden kann, und daß das Leben von Nichtkämpfern auf keinen Fall in Gefahr gebracht werden darf, es sei denn, daß das Schiff Widerstand leistet oder zu entfliehen versucht, nachdem es aufgefor- dert worden ist, sich der Durchsuchung zu unterwerfen. Denn die Vergeltungshandlung eines Kriegführenden(belligerent sct of retaliation) ist an und für sich ein Handeln außerhalb des Gc- setzes, und die Verteidigung einer Maßnahme als Bergeltungs- maßnähme bedeutet das Zugeständnis, daß sie ungesetzlich ist. Die Regierung der Ver. Staaten ist jedoch bitter e n t- täuscht darüber, daß die Ksl. Deutsche Regierung sich in weitem Niaße von der Verpflichtung zur Beobachtung dieser Grundsätze selbst wo neutrale Schiffe in Frage kommen— entbunden erachtet infolge der Politik und der Praxis, die nach ihrer Ansicht Großbritannien im gegenwärtigen Kriege gegenüber dein neutralen Handel befolgt. Die Kfl. Deutsche Regierung wird unschwer ver- stehen, daß die Regierung der Ver. Staaten die Politik der Groß- brit. Regierung hinsichtlich ihrer Verpflichtungen gegenüber einer neutralen Regierung nur mit der Großbritannischen Regierung selbst erörtern kann; auch muß sie das Verhalten anderer krieg- führender Regierungen für jede Erörterung mit der Ksl. Deutschen Regierung über die ihrer Ansicht nach ernste und nicht zu vechtfcrti- gende Mißachtung von Rechten amerikanischer Bürger durch ■deutsche Seebefchlshabcr als unerheblich ansehen. Ungesetzliche und unmenschliche Handlungen, so gerechtfertigt auch immer sie einem Feinde gegenüber erscheinen mögen, von dem angenommen wird, daß er unter Verletzung von Recht und Menschlichkeit gehandelt hat, sind offenbar nicht zu verteidigen, wenn sie Neutrale ihrer anerkannten Rechte berauben, insbeson- dcre, wenn sie das Recht auf das Leben selbst ver- letzen. Wenn ein Kriegführender einem Feinde gegenüber nicht Vergeltung üben kann, ohne das Leben Neutraler und deren Eigen- tum zu schädigen, so sollten sowohl Menschlichkeit als Gerechtigkeit und eine angemessene Rücksicht auf die Würde der neutralen Mächte gebieten, daß das Verfahren eingestellt wird. Wird darauf bestanden, so würde dies unter solchen Umständen einen unver- geihlichen Verstoß gegen die Souveränität der betroffenen neutralen Völker bedeutet. Die Re- gierung der Ver. Staaten ist nicht uneingcdenk der außergewöhn- lichen durch diesen Krieg gcschaffcgLN Verhältnisse oder der gruiid- legenden Veränderungen dci� Umstände und der Arten des Angriffs, ,die durch den Gebrauch von Werkzeugen der Seekriegführung her- vorgerufen worden sind, wie sie die Völker der Welt nicht im Auge haben konnten, als die geltenden Regeln des Völkerrechts festgelegt wurden. Di« Regierung der Vereinigten Staaten ist bereit, jede vernünftige Rücksichtnahme auf diese neue und unerwartete Gestal- tung der Scekricgführung walten zu lassen; sie kann jedoch nicht zugeben, daß ein wesentliches oder grundlegendes Recht ihres Volkes wegen einer bloßen Aenderung der Verhältnisse aufgehoben wird. Die Rechte der Neutralen in Kriegszeiten beruhen auf Grund- sätzen, nicht auf Zweckmäßigkeit, und die Grundsätze sind unab- änderlich. Pflicht und Obliegenheit der Kriegführenden ist es, einen Weg zu finden, ihnen die neuen Verhältnisse anzupassen. Die Ereignisse der letzten zwei Monate haben klar gezeigt, daß es möglich und ausführbar ist, die Operationen der Untersee- boote, wie sie die Tätigkeit der Ksl. Deutschen Marine innerhalb des sogenannten Kriegsgebicts kennzeichnen, in wesentlicher lieber- einstimmung mit den anerkannten Gebräuchen einer geordneten Kriegführung zu halten. Die ganze Welt hat mit Interesse und mit ivachsender Genugtuung auf die Darlegung dieser Möglichkeit durch die deutschen Seebefchlshabcr geblickt. Es ist mithin offenbar möglich, das ganze Verfahren bei Unterseebootsangriffen der Kritik, die es hervorgerufen hat, zu überheben und die Haupt- Ursachen des Anstoßes zu beseitigen. Angesichts des Umstandes, daß die Ksl. Regierung die Gesetz- Widrigkeit ihrer Handlungsweise zugab, indem sie zu deren Recht- fertigung das Recht der Vergeltung anführte, und angesichts der offenbaren Möglichkeit, die hergebrachten Regeln der Seekrieg- führung innezuhalten, vermag die Regierung der Vereinigten Staaten nicht zu glauben, daß die Kaiserliche Regierung noch länger davon absehen wird, das unbekümmerte Vorgehen ihres Seeoffiziers bei Versenkung der„Lusitania" zu mißbilligen oder Entschädigung für die Verluste an amerikanischen Menschenleben anzubieten, insoweit für zwecklose Vernichtung von Menschenleben durch eine ungesetzliche Handlung überhaupt Ersatz geleistet werden kann. Die Regierung der Vereinigten Staaten kann die Anregung der Ksl. Deutschen Rc- gierung nicht annehmen, wonach bestimmte Schiffe be- zeichnet werden und nach Vereinbarung auf den zu Zeit wider- rechtlich verbotenen Meeren frei fahren sollen, wenn sie auch den freundschaftlichen Geist, in dem dieses Angebot gemacht ist, nicht verkennt. Gerade eine solche Vereinbarung würde stillschweigend andere Schiffe widerrechtlichen Angriffen aussetzen und würde eine Beeinträchtigung und demgemäß ein Aufgeben der Grund- sätze bedeuten, für die die amerikanische Regierung eintritt und die in Zeiten ruhigerer Ucberlegung jede Nation als selbstverständ- lich anerkennen würde. Die Regierung der Vereinigten Staaten und die Kaiserliche Deutsche Negierung kämpfen für das gleiche große Ziel und sind lange zusammen eingetreten für Anerkennung eben jener Grund- sätze, auf denen die Regierung der Vereinigten Staaten jetzt so feierlich besteht. Sie kämpfen beide für die Frei- h e i t der M e c re. Die Regierung der Vereinigten Staaten wird fortfahren, für diese Freiheit zu kämpfen, von welcher Seite auch immer sie verletzt werden möge, ohne Kompromiß und um jeden Preis. Sie lädt die Kaiserlich Deutsche Regierung zu prakti- scher Mitarbeit ein, im jetzigen Augenblick, wo diese Mitarbeit am meisten durchsetzen kann und dieses große gemeinsame Ziel am schlagendsten und wirksamsten erreicht werden kann. Die Kaiserlich Deutsche Regierung gibt der Hoffnung Aus- druck, daß dieses Ziel in gewissem Maße sogar vor dem Ende des gegenwärtigen Krieges erreicht werden möge. Tics kann geschehen. Die Regierung der Vereinigten Staaten fühlt sich nicht nur ver- pflichtet, auf diesem Ziel, von wem auch immer es verletzt oder mißachtet werden inag, zum Schutze ihrer eigenen Bürger zu be» stehen ,sie ist auch aufs höchste daran interessiert, dieses Ziel zwischen den Kriegführenden selbst vcrlvirklicht zu sehen, und hält sich jeder- zeit bereit, als gemeinsamer Freund zu handeln, dem der Vorzug zuteil wird, einen Weg vorzuschlagen. Mittlerweile sieht sich die amerikanische Regierung gerade wegen des großen Wertes, den sie auf die lange und ununter- brochene Freundschaft zwischen Volk und Regierung der Vereinigten Staaten und Volk und Regierung Deutschlands legt, veranlaßt, bei der Kaiserlich Deutschen Regierung feierlich st auf der Notwendigkeit einer geivissenhaften Beob- von der Seele des Soldaten im Zelde. i. lieber dieses Thema schreibt Erich E v e r t h in der bei Eugen Diederichs, Jena, erscheinenden„Tat-Flugschrift Nr. 10".*) Wir teilen nicht die Weltanschauung des Verfassers und nehmen auch in militärpolitischen Fragen einen anderen Standpunkt ein, wir fillde� aber in diesen„Bemerkungen eines Kriegsteilnehmers" eine Reihe guter und kluger Gedanken, von denen wir einige hier anführen wollen. Everth schreibt: ... Die meisten Menschen neigen aus Bequemlichkeit dazu, Erlebnisse, deren wirkliche Bewältigung sie geistig überanstrengen oder sonst erschüttern könnte, allzu rasch in geläufige, wohl gar konventionelle Begriffe einzuordnen und dann innerlich ruhen zu lassen. So machen es selbst heute viele, die zu Hause blieben, mit dem Kriege. Sie suchen sich mit einer unbewußten, instinktiven Vorliebe aus den gewaltigen Ereignissen mit ihrer Wildheit und ihrem Grausen das Harmlose, Gemütliche oder auch Heitere heraus, widmen unseren Kriegern zwar bewundernde Worte, aber oft steht es so, daß, je größer die Worte klingen, um so eher man im übrigen fertig damit ist; man hat seine Schuldigkeit getan. Namentlich in den mittleren Provinzen des Landes finden sich solche Leute; in den Grenzbczirken ist das ganz anders. Nach dem, was man in vielen Zeitungen, wenigstens einige Monate lang, überwiegend zu lesen bekam, konnte der Eindruck entstehen, als ob jene philiströse Art recht verbreitet wäre; in Wahrheit verleihen doch dem Durchschnitt unseres Volkes schon die Verluste, die in fast jede Familie näher oder entfernter hineinreißen, eine würdigere Haltung, als es nach der geistigen Durchschnittskost scheinen könnte. Immerhin werden nach der allgemeinen Heimkehr der Krieger noch manche Berichtigungen landläufiger Vorstellungen eintreten, ehe sich die Zurückgebliebenen mit den Wiedergekommenen verstehen. Gewiß werden auch diese nicht alles, was sie innerlich mitbringen, bewahren können und sollen, sie werden sich wieder eingewöhnen in die Friedensverhältnissc, aber manches wird bleiben, was sie draußen menschlich erworben haben, und die anderen werden sich daran anzupassen haben. Es gilt schon jetzt zu sorgen, daß keine Kluft entstehe zwischen den so lange getrennten Volksteilen; in manchen Fällen wird diese Kluft nicht zu verhüten sein. Von den Kriegsberichter st attern erhalten wir ge- legcntlich ausgezeichnete Darstellungen des Artillcriekampfes, •> Tat-Flugschriften 10. Erich Everth, Von der Seele des Soldaten im Felde, Eugen Diederichs Verlag, Jena. Preis 80 Pf. seltener aber der Vorgänge in den vordersten Linien, denn dorthin kommen die Herren zumeist nur in Pausen des Jnfantcriefeucrö. Und wenn sie einmal in den Gräben der ersten Linie weilen, während von beiden Seiten gefeuert wird, so fehlt ihnen doch noch viel, um sich in die Seele der Leute zu versetzen, die mehr oder weniger dauernd vorn sind und überhaupt wirklich„mitmachen". Denn, um es gleich vorauszunehmen: das stark aktive, tatkräftige und handelnde Wesen und die große Gemeinsamkeit sind die beiden Grundpfeiler aller Kriegspsychologie. Den Zuschauern fehlt die Bürde, aber auch die Würde des Kampfes. Sie sind Gäste, Be- sucher und können jeden Augenblick, sofern der Weg sicher ist, gehen, wohin sie wollen. Sie bereisen die ganze Ausdehnung der Front oder gar die verschiedenen Fronten, während der Soldat unter Um- ständen Wochen- und monatelang an einer Stelle liegen bleibt, das Vor- und Hintergelände bis auf jeden Busch und jeden Pfahl aus- wendig kennt, bis zu einem gewissen Gefühl des Heimischseins, aber schließlich auch bis zum Uebcrdruß. Und während die Be- richterstattcr vielfach mit leitenden Offizieren zusammenkommen, ja wohl einen guten Teil des Tages bei ihnen verbringen, also immerhin einen Ueberblick über das Ganze wenigstens der ört- lichen Operationen behalten, auch durch Nachrichten aus der Heimat einigermaßen auf dem laufenden sind, entbehrt der Soldat all diese geistige Ausweitung und Anregung; damit aber auch aller- lei Gefühlsmomente, die sich ergeben, wenn man die eigene Rolle im Zusammenhang eines größeren Ganzen kennt, wenn man weiß, wann es gerade auf diese Stelle, da man liegt, besonders an- kommt, welchen Zweck jetzt vielleicht das Warten hat und daß ein Vorgehen nicht etwa nur deshalb unterbleibt, weil es an dieser Stelle aussichtslos erschiene und dergleichen mehr. Und wenn die Berichterstatter bei ihrem Besuch mit den einzelnen Leuten sprechen, so werden sie diese nicht in der alltäglichen Stimmung des Unter- sichseins finden, sondern sie selbst bedeuten dem Draußenliegenden mit den Nachrichten, die sie bringen, und mit denen, die sie etwa nach der Heimat geben werden, eine Sensation. Das alles ergibt manche„Fehlerquellen".... Ueber falsche Idealisierungen schreibt Everth: Be- scheiden ist man nicht, wenn man zurückkommt. Wahr ist, daß die Verwundeten nicht gern von ihren Erlebnissen erzählen, aber es ist eine süßliche Schönfärberei, das als Bescheidenheit auszu- deuten; eher liegt das Gegenteil vor, denn unter sich sind sie schon mitteilsamer. Vor wem sollten sie auch hier bescheiden sein? Dem Heere gegenüber sind sie es; da hat der einzelne kein besonderes Selbstgefühl als Individuum, er kennt zu gut die Riesenaus- dehnung der Fronten, in denen der einzelne verschwindet. Aber man unterscheidet schon draußen genau, wer wirklich vorn war und wer über Etappen und dergleichen nicht hinauskam; und den Zu- hauscgebliebenen gegenüber wundert der Verwundete sich eher. wenigstens in der Großstadt, daß d i e nicht i h m gegenüber be- scheidener sind. Wohl wird man in seinem Gefühl dem Leben gegenüber bescheiden, wenn man täglich vor dem Nichts steht, und achtung der neutralen Rechte in dieser kriti- scheu Angelegenheit zu bestehen. Die Freundschaft selbst drängt sie, der Ksl. Regierung zu sagen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten eine Wiederholung von Handlungen, die Kommandanten deutscher Kriegsschiffe in Verletzung der neutralen Rechte begehen sollten, falls sie amerikanische Bürger betreffen, als vorsätzlich unfreundliche Akt« betrachten müßte. politische Uebersicht. Eine Teuerungsdebatte im Kölner Rathause. Die allgemeine Unruhe über die enorme Preissteigerung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, die in der Kölner Presse aller Richtungen stürmischen Ausdruck fand, beschäftigte auch die Kölner Stadtverordnetenversammlung. Der Erste Bei- geordnete Adenauer, der sonst geneigt ist, der Landwirtschaft für die Erzeugung ihres„Kriegsgutes" angemessene Preise zu bewilligen, erhob schwere Anklagen gegen die Bauern des Vorgebirges, einer landwirtschaftlich reich gesegneten Gegend bei Köln. Weder der Großhandel noch der Kleinhandel trage die Schuld an der Obst- und Gemüsctcuerung. Die Ursache liege in den Forderungen der Landwirte, die die Preise schon unter sich ausgemacht hätten, wenn sie zum Markte kämen. Die Landleute wieder kämen zu ihren Forderungen durch das Vorgehen d c r K o n s e r v e n f a b ri k e n, die für die Saucrkrantfabrikation und Dörrgemüse alles auf- kauften. Bedauerlicherweise würden aus Gewinnsucht ganze Felder für die Konservenfabriken abgeerntet, noch ehe die Frucht ausgewachsen ist, so daß ein großer Teil des nationalen Gutes geradezu verschleudert werde. Redner des Zentrums und der Liberalen schilderten die Notlage des Volkes. Der Zcntrnnisniann Rings erklärte, das Volk habe die Kricgsteuerung mit stoischer Ruhe getragen, tveil es mit dem Beginn der neuen Ernte Besserung erhoffte. Darin sei man aber getäuscht worden. Die viel zu teuren Kartoffeln spielten jetzt im Haus- halt die Hauptrolle. Nicht nur bei den Arbeitern, sondern auch in vielen Mittelstandsfamilien sei daS Fleisch ein Luxusartikel geworden! Die Verwaltung entwickelte ein Programm, das sich auf die Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch, Gemüse, Obst, Brot. Milch, Käse, Konserven, 5iolonialwarcn usw. erstreckte. Eine Erhöhung des zurzeit 26 Pf. betragenden Milchpreiscs wird in Köln vorläufig nicht erfolgen. Die Milchproduzentcn und Händler erklärten der Stadtverwaltung, daß der gegenwärtige Zeitpunkt für die Durchführung einer Milchpreisstcigerung denkbar ungünstig sei. Oberbürgermeister Walliaf, der Mitglied der Teucrungskommission des Städtetages ist, hat bei der Rcichsregierung beantragt, den Milcherzeugcrn in besonderem Maße Futtermittel zuzuführen, da sonst Fntter- knapphcit und Futterteuerung die Milchpreise bedeutend ver- teuern würden. Christliche Gcwerkschaftskreise über den Lebensmittel- Wucher. Das„Zentralblatt der christlicheuGewerkschaften Deutschlands" schreibt in seiner Nummer vom 19. Juli: „Dieser Tage wurde der„Rheinisch.-Westf. Zeitung" von kom- munaler Seite mitgeteilt, daß die Kommunen mit dem Verkauf von Fleischdauerwaren keine guten Erfahrungen machen, dieselben würden nicht genügend gekaust, da das srische Fleisch vorgezogen würde. Die Stadt Görlitz habe den größten Teil ihres Bestandes nach auswärts verkaufen müssen, tveil sie es an ihre eigenen Bürger nicht habe absetzen können. Es wird dann zum Schluß gesagt, trotz der elf Monate Krieg sei das Publikum noch imstande, seinem besonderen Geschmack Rechnung zu tragen. In diesen und ähnlichen Aus- lassungen müssen immer solche Schichten zur Beurteilung der all- gemeinen Verhältnisse dienen, die die Mittel dazu haben, um ihre besonderen Ansprüche zu befriedigen. Man denkt aber nicht an d i e man wäre, so meint man dann, hinfort zufrieden selbst mit weniger, als man früher vom Leben gehabt. Aber das macht doch nicht bescheiden gegenüber denen, die nicht ihr Leben gewagt haben! Es ist ja der größte Stolz jedes Mannes, der draußen war, daß er diese Probe bestanden hat. Man muß die militärischen FriedenSbilder nicht nur auf dem Gebiet der Taktik und Strategie korrigieren, ßindern das ganze soldatische� Friedensleben bis in die kleinsten Einzelheiten um- denken. Sonst macht man sich falsche Bilder. So ist eS beliebt, aber ein Irrtum, daß man unseren Feldtruppen Ehre zu erweisen sucht, indem man allerlei friedliche Tugenden an ihnen lobt, weil man den Krieg nicht kennt. Es scheint, als sollte selbst darin das grimmig höhnende Nietzsche-Wort ernstgenommen werden:„Gut ist, was hübsch zugleich und rührend ist." Wer von draußen kommt, dem wird übel, wenn er immer wieder von„unseren braven Jungen" und dergleichen hört. Zunächst sind es meist keine Jungen, oft sind sie nicht einmal jung, sondern alte Landwehr- leute, die Frau und Kinder haben; und es gehört sich nicht, unsere Verteidiger auch nur summarisch als Jungen zu bezeichnen. So- dann aber sind sie gar nicht immer„brav" im Sinne von Muster- knaben, tausendmal jedoch sind sie unendlich viel mehr— großartig, heroisch. In den� meisten Auslassungen darüber, die man zu Hause in Wort und Schrift findet, vermißt man den Ernst und den Schauer. Da herrscht ein Ton von Biederkeit, alle? erscheint so nett und neckisch, das Schützengrabenidyll ist fest langem die Hauptuutcrhaltung des Philisters, dessen Bedürfnis nach Roman- til auch in diesem Kriege noch auf seine Kosten kommen will. Die Bilder illustrierter Zeitschriften haben sich mit ihrem„Humor" oft jämmerlich vergriffen. Wenn draußen Anwandlungen grimmigen oder harmlosen Humors kommen, dann ist auch das oft«ine ver- dämmt ernste Sache, dann braucht man eS vielleicht, man braucht jede Sekunde der Heiterkeit und Entspannung! Häufig wird die Lustigkeit auch bloß eine Kontrastreaktion auf Dinge bedeuten, die gar nicht lustig sind. Jener Humor kann rühren, ja erschüttern; auch er führt den, der chn recht versteht, manchmal an die„Gren- zen der Menschheit", an denen die da draußen so lange leben. Da geben nun jene illustrierten Blätter im ganzen ein Bild von eitel Heiterkeit und Komfort in den Gräben,— das hat, zumal im Winter, viel böses Blut draußen gemacht; denn man mindert ja dadurch herab, was dort geleistet und ausgehakten wird. Selbst sentimentale Schönfärberei, etwa zu Weihnachten, da sozusagen in allen Gräben die Lichter am Weihnachtsbaum gebrannt haben sollten, haben Ingrimm in diesen Gräben verursacht. Ich war Weihnachten in der Front und habe wenig so Ergreifendes gesehen, wie wenn die Leute beim Stellungswechsel, bei der Ablösung ein nacktes Bäumchen mit sich schleppten in das nächste Erdloch, wo sie kampieren sollten: das war, als wenn der Mann ein Stück der Heimat auf dem Rücken mit sich trug oder ein Stück seiner Seele sichtbar in der Hand hielt, aber süßlich wurde einem dabei wahrlich nicht zumute. Dieser Sachlage dürfen die Regierenden nicht mehr länger tatenlos zusehen. Es darf nicht übersehen werden, daß dadurch die Stimmung im Heere ungünstig beeinflußt wird. Es ist überaus bitter für den im Felde Stehenden, wenn er weiß, daß seine Lieben in der Heimat wucherische Preise zahlen müssen. Dieser heutige Zustand hat aber auch seine großen Wirkungen über den Krieg oßen wirtungen hinaus." Da aber auch ſeine großen Unzufriedenheit der katholischen Arbeiter. Wer EB Der Maweil man sie eben nicht zu Gesicht bekommt, die fast auf Reihe von Ortschaften zu nennen, wo die Opposition gestegt hat: fchen Uebungen hinwirken. Im Oktober 1914 erklärte dann jeden Fleischgenuß berzichten müssen. Und doch ist Boulogne, Troyes, Habre und besonders Belfort. der preußische Handelsminister sich damit einverstanden, daß einfache. Wie soll eine ArbeiterIn Paris, wo die Organisationen der Partei ihre Versamm für die Dauer des Krieges der eigentliche Fortbildungsunterfamilie mit 25 bis 30 M. oder noch weniger Wochenlohn oder mit lungen ziemlich regelmäßig abhalten, hat die Besprechung der beiden richt um einige Stunden beschränkt werde und daß lehrplanRundschreiben in einer ganzen Reihe von Sektionen stürmische der Kriegsunterstützung auch nur einigemal in der Woche ein Debatten hervorgerufen. In einigen Seffionen war die Neigung mäßig militärische Uebungen an Stelle der freigewordenen Pfund Fleisch auf den Tisch bringen, wenn der Preis dafür zur Opposition so groß und einstimmig, daß die Führer der Partei Unterrichtsstunden angesetzt würden. sich zwischen 1,60 bis 2 M. bewegt? Dazu nehme man zu großen Zugeständnissen gezwungen waren. So mußte zum In diesem Sinne änderten in Gnesen die kommunalen Be1 Pfund Erbsen im Preis von 60 bis 70 Pf., das Pfund Reis im Beispiel in einer der tätigsten Sektionen in der 14. ihr hörden mit Genehmigung des Regierungspräsidenten zu PromPreis von 50 bis 70 Pf. usw. Dazu die großen Ausgaben bei Führer und Vertreter Brad e, um der Annahme einer Resolution berg den Stundenplan der Fortbildungsschulen der Stadt. Kindern für die Schuhbekleidung u. dgl. auszuweichen, die die Solidarität mit dem Bericht der Haute- Vienne wurde beschlossen, daß alle über 16 Jahre alten Fortbildungsschüler ausgedrückt hätte, eine solche vorschlagen, die der Tätigkeit der in den gemäß der Aenderung freiwerdenden Stunden verpflichtet Partei von Anbeginn des Krieges zwar zustimmt, aber für die feien, an den militärischen Uebungen teilzunehmen. zukunft die Befolgung der Ausführungen von gistrat machte das bekannt und es wurde bestimmt, daß sie sich am aute- Vienne empfiehlt. Diese Resolution wurde auch Sonntagnachmittag 2 Uhr auf dem bestimmten Plage einzufinden hätten. mit bedeutender Mehrheit angenommen. Auf der Konferenz des Seinedepartements vom 26. Juni, die die Delegierten zum NationalDie Fortbildungsschüler Praninski, Babst und Juhnke kamen rat wählen mußte, haben die Führer der Partei eine moralische an zwei Sonntagen nicht zu den militärischen Uebungen. Niederlage erlitten. Die Konferenz hat nach wütenden Reden von Sie wurden angeklagt und auf Grund des§ 150 Riffer 4 der Vaillant und Dubreuilh ihre Vorschläge, das Rund- Gewerbeordnung wegen Versäumung von Fortbildungsunterricht schreiben des Parteivorstandes zu genehmigen, mit großer Mehr- durch das Landgericht in Gnesen zu Geldstrafen verurteilt. Auch die soeben erschienene Westdeutsche Arbeiter- heit verworfen. Im weiteren Verlauf der Konferenz haben in der Das Kammergericht verwarf jetzt die Revision der drei AngeZeitung"( Nr. 30), das Organ der katholischen Arbeitervereine Debatte über die zufünftige Taktik der Partei fast alle Redner lagten mit folgender Begründung: In der Hauptsache handele es sich hier um die Frage, ob die Fortbildungsschüler verpflichtet äußerst sich sehr scharf und entschieden zur Frage des Getreide- darunter auch viele Deputierte von Paris und seiner Vororte preises. Das katholische Blatt schildert die derzeitigen Zustände mit die Theorie des Strieges bis zum Ende" und des trève nationale" ieien, an den militärischen Uebungen teilzunehmen. Der Senat fritisiert.. halte es zunächst nicht für erforderlich, eine ausdrückliche Entfolgenden Worten: So können schon heute keine Zweifel darüber auftauchen, daß scheidung darüber zu treffen, wer den Gegenstand des FortDer Wunsch, den Krieg als Grundlage für persönlichen Ge- der Nationalrat am 14. Juli zu einer Arena wichtiger Kämpfe bildungsunterrichts zu bestimmen habe. Nämlich ob das Sache der winn auszunuzen, ist allgemein berbreitet. Da ist kein Unterschied zwischen Landwirtschaft, Industrie, Handwerk und zwischen den Führern der Partei und einer genügend zahlreichen Verwaltungsbehörde allein sei, oder ob der Richter nachzuprüfen Handel, zwischen groß und flein, zwischen Stadt und Land. Opposition werden wird, einer Opposition, die in einigen Fragen habe, ob es sich wirklich um Gegenstände des Fortbildungsunterrichts handele. Wäre es lediglich Sache der Verwaltungsbehörde, etwas zu verkaufen hat, der nimmt die höchsten Preise, vielleicht sogar die Mehrheit hinter sich haben kann. Das schlimmste dann müßte die Revision der Angeklagten ohne weiteres zurüdist mur das, daß diese Opposition sehr bunt ist und daß sie von die er bekommen kann; ganz gleich, ob das deutsche Heer keinem positiven Programm zusammengehalten wird. Außerhalb gewiesen werden. Sei aber der Richter zur Nachprüfung berech oder das Rote Kreuz oder der hungernde Mitbürger Käufer ist. jedweden Einflusses der Parteiautoritäten und der Parteiliteratur figt und verpflichtet, dann käme das Kammergericht gleichfalls Und wer auf ein weiteres Steigen der Preise hoffen" kann, der entstanden und dies macht ihr Entstehen besonders wertvoll, zur Verwerfung der Revisionen. Denn das Kammergericht sei hält seine Borräte zurüd, gibt auf Regierungsrundfragen falsche als eines Progesses mit sehr tiefen Wurzeln- spiegelt die Oppo- der Ansicht, daß die militärischen Uebungen durchaus ein geeigneter Auskünfte, tut alles, mas er kann, um die Voltsnot zu vermehrenition die durch den endlosen Krieg herbeigeführte Müdigkeit der Gegenstand des Fortbildungsunterrichts seien, mindeſtens in der gegenwärtigen Kriegszeit. Bei den Fortbildungsschulen handele Zeiten des Weltkampfes auf das höchste gespannt, nur die Ge- Waffen wieder, die Empörung über die reaktionären Tendenzen es sich keineswegs um bloße Fachschulen. Die Schüler sollten nicht schäftsmoral ist tief gefunten. Der Wucher ist allgemeine des nationalen Blocks", den sozialen Proteft gegen die UnverVerkehrssitte geworden. Er wird auch als schämtheit der Unternehmer, die den„ Burgfrieden" zweds scham- bloß vorbereitet werden für den erwählten Lebensberuf, sondern jolcher bon Behörden anerkannt; teine Handelslosester Ausbeutung ausnüßen, und endlich die natürliche Hin- fie sollen auch allgemeine Bildung erwerben und bestärkt werden tammer, teine Landwirtschaftstammer, tein neigung der Massen zu den Ideen der Internationalität. Aber in den patriotischen Gefühlen. Auch sollten sie sich für ihr ferneFachverband hat sich noch gegen diese Opposition die Ausohne einflußreiche Führer und ernste theo- res Leben eine gewisse Schlagfertigkeit erwerben. Das alles erwachse aus dem militärischen Unterricht. nuzung der Kriegsnot zur Bereicherung geist bis zum äußersten verschwommen in ihrer Kritik und sage in Ortes stattfänden, somie, daß nur ihr Beginn festgesetzt sei, da retische Begründung der Unzufriedenheit mit der Parteitaktik Es wäre auch zulässig, daß die Uebungen außerhalb des ihren praktischen Konsequenzen. Wenn darum die Parteiführer es wollen werden richtiger sich bei militärischen Uebungen der Schluß nicht voraussagen lasse. wäre zu sagen, wenn ihnen die Regierung es erlauben wird, die und schließlich sei noch die Ansehung für den Sonntagnachmittag Revolution der Parteimassen mit Hilfe einer„ oftronierten Ron- ulässig, da ein Hauptgottesdienst(§ 120 Absatz 1) zu dieser Zeit in ftitution" zu verhindern, so können die Ergebnisse des ersten Gnesen nicht stattfinde. Die Berurteilung sei gerechtfertigt. Stampfes auch folgende sein: ein bedeutender Teil der Opposition wird sich befriedigen lassen, wenn eine Formel angenommen wird, welche die Unterstübung des Krieges nur jo Iange zur Pflicht der Partei macht, bis er seinen Charatter einer Verteidigung vor dem feindlichen Einbruch behalte, und falls weiter beschlossen wird, die Vorschläge des Wiederaufbaues der Internationalen nicht a limine gu berwerfen. Man bekommt wenig stens einen solchen Eindruck, wenn man die Lage mit den Vertretern der Opposition bespricht. Ein anderes Ergebnis wird sich aber dann herausstellen, wenn die Parteiführer oder die hinter ihnen stehende Regierung den Versuch unternehmen werden, feste darauf zu geben: dann fönnte ein festerer Kern einer fonsequenten Oppo fition fich bilden, welcher durch die Logit des Kampfes gezwungen werden wird, ungeachtet der Parteilegalität" vorzugehen. Gamma. und dadurch seinen Gewinn zu erhöhen. Alle Moral ist in diesen wandt. Diese katholische Arbeiterzeitung bezeichnet die Zustände als böllig regellos", die Ruderfrage als einen Standal" und die Kartoffelversorgung als ein Glend". Sie weist darauf hin, daß zu der Not ein Rüdgang der Beschäftigung in vielen Industrien komme, und fragt, wie das weiter werden solle. Die Durchhaltetaft des Volkes dürfe nicht überspannt werden. In der katholischen Deutschen Reichszeitung" vom 28. Juli schreibt ein tatholischer Bürger: Wer bisher noch nicht wußte, wo er dran war, dürfte es jest wissen. Man möge die Entrüstung einem Bürger verzeihen, dem feine blaue Lappen" zur Verfügung ſtehen, womit eine Köchin oder ein Dienstmädchen zum Kolonial, Delikatessen, Butter- und Eierhändler oder zum Markte geht. Nun! Der Krug geht. und der Krieg besteht, und leichter trägt das, was er trägt, wer Geduld zur Bürde legt." Die Münchener Poft" unter Vorzenfur. Die Münchener Bost" ist wegen eines Artikels, der An. griffe auf die Regierung wegen der Lebensmittelfürsorge enthält, unter Borzensur gestellt worden. Diese erstreckt sich aber nur auf Artikel, die die innere Politik behandeln. Beschlagnahme der Hülsenfrüchte in Defterreich. Wien, 24. Juli.( W. T. B.) Mitteilung des R. R. Telegraphen Sorrespondenz- Bureaus. Die durchaus ungerechtfertigte Berteuerung der Hülsenfrüchte im abgelaufenen Erntejahre hat die Regierung beranlaßt, auch die Hülsenfrüchte der Spekulation zu entziehen und sie in den Kreis derjenigen Lebensmittel einzubeziehen, deren Berkauf und Verbrauch unter staatliche Auf sigt gestellt ist. Mit Berordnung des Gesamtministeriums werden inländische Hülsenfrüchte der Ernte des Jahres 1915, und zwar Erbsen, Linsen und Bohnen aller Art, mit dem Zeitpunkte der Trennung vom Aderhoben beschlagnahmt. Ebenso werden am 1. Auguſt die noch vorhandenen Borräte von Hülsenfrüchten dieser Art aus früheren Ernten beschlagnahmt. Die genommen worden, aber erst nach umfangreicher Debatte. ( Bekanntlich ist die Resolution des Nationalrats einstimmig an Resolution enthält in unflarer Fassung auch die beiden Punkte, dhe Gamma als Bedingung für die Zustimmung der Opposition bezeichnet.). Soziales. Regelung der Kriegswohlfahrtspflege. Die Kriegswohlfahrtspflege leidet, wie auch von uns wiederholt betont ist, an einem Mangel an Konzentration. Dieser Mangel hat teilweise schwindelhafte oder nahezu schwindlerische Sammlungen gezeitigt, deren Erträgnisse mehr den Gründern und der Verwaltung, als den Kriegern zugute famen. Eine Konzentrierung der Wohlfahrtspflege würde überdies einer Bergeudung von Mitteln erheblich Abtrag tun. Die bestehenden Mängel teilweise zu beseitigen ist eine gestern beröffentlichte Bundesratsverordnung geeignet. Die Bundesratsverordnung tritt mit dem 1. August in Kraft und § 1. Wer zugunsten von Kriegswohlfahrtszweden eine öffentDie„ Berner Tagwacht" erhält von ihrem Pariser orliche Sammlung, eine öffentliche Unterhaltung oder Belehrung oder respondenten einen Bericht, der noch vor der Sigung des einen öffentlichen Vertrieb von Gegenständen veranstalten mill, beNationalrates der französischen Partei geschrieben wurde. Wir darf zu der Veranstaltung der Erlaubnis der Landeszentralbehörde entnehmen diesen Bericht: des Bundesstaats, in dessen Gebiete die Veranstaltubng stattfinden joll; die Landeszentralbehörde kann diese Befugnis auf andere S- ellen übertragen. Bevor die Erlaubnis erteilt ist, barf bie Beranstaltung nicht öffentlich angekündigt werden. Die Opposition in Frankreich. lautet in ihren weſentlichsten Beſtimmungen: Der 8. Juli brachte in Frankreich ein politisches Ereignis, das 3mar feine Sensation ergeugte, das aber eine tiefe symptomatische Bedeutung hat: in der Kammer stellte der Ministerpräsident Vigiani die Vertrauensfrage, und bei der Abstimmung smmten drei sozialistische Abgeordnete dagegen. Sie sonderten sich somit von ihrer Fraktion ab, die zusammen mit der ganzen Kammer die Vertrauensfrage bestätigte und dabei in einer von Renaudel vorgetragenen Erklärung ihre Abstimmungsmotive befanntgab. Diese Erklärung besagte, daß die Partei hoffe, das Kabinett werde die Notwendigkeit eines Stampfes mit dem Miß brauch und der bureaukratischen Routine im Kriegsministerium beachten... Die Namen der drei Deputierten, die gegen das Vertrauen dem Ministerium der nationalen Berteidigung gestimmt haben, sind: Jauber, Jules Bonn und Raffin Dujance. Der Testere( bgeordneter von Grenoble) zeigt schon längst die größte Unabhängigkeit in bezug auf die Politit seiner Partei; die ersten zmei find zu den Vertretern der Partei zu zählen, in deren Mitte der Bericht der Haute- Vienne wie ich in meinem ersten Briefe schrieb eine oppofitionelle Gärung herbor gerufen hat. Die Erlaubnis gilt nur innerhalb des Bundesstaats, für den fie erteilt ist für die Ankündigung in Zeitungen oder Zeitschriften genügt es, wenn die Veranstaltung von der zuständigen Stelle des Ortes erlaubt ist, an dem die Zeitung oder Zeitschrift erscheint. § 2. Vorstehende Vorschriften finden keine Anwendung auf Beranstaltungen zur Unterhaltung und Belehrung, die beim Infrafttreten dieser Verordmung bereits öffentlich angekündigt sind und innerhalb vier Wochen nach dem Inkrafttreten der Verord nung stattfinden. Für bereits begonnene Sammlungen und Vertriebe ist die Erlaubnis binnen vier Wochen nach dem Infrafttreten dieser Verordnung beizubringen, midrigenfalls sie eingestellt werden müssen. § 3. Mit Geldstrafe bis zu fünfzehnhundert Mark oder mit Gefängnis bis zu drei Monaten wird bestraft: 1. mer ohne erforderliche Erlaubnis eine Unternehmung der im§ 1 bezeichneten Art beranſtaltet; 2. wer als Angestellter oder Beauftragter an einer nicht erlaubten Besanstaltung der im§ 1 bezeichneten Art mitwirft; 3. wer als Veranstalter oder als Angestellter oder Beauf tragter die erpirkte Erlaubnis überschreitet oder den in der Erlaubnis festgesetzten Bedingungen zuwiderhandelt; 4. wer eine Veranstaltung der im§ 1 bezeichneten Art öffentlich ankündigt, bevor die erforderliche Erlaubnis erteilt ist. Der Ertrag aus nicht erlaubten Veranstaltungen(§ 1) fann ganz oder teilweise für ben Staat verfallen erklärt werben; der für verfallen erklärte Betrag ist nach den Bestimmungen der Landeszentralbehörde für Kriegswohlfahrtszavede zu verwenden. Muk sich der erkrankte Gehilfe durch Rohrpost entschuldigen? Die 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts berneinte diese Frage in einem jebt berhandelten Rechtsstreit. Der verklagte Arbeitgeber begründete die Entlassung des die Klage erhebenden Angestellten damit, daß er sich am Tage der Erkrankung durch Brief entschuldigt hat, der erst nach Geschäftsschluß eintraf. Der Beklagte meint, Aläger hätte mit dem späten Gintreffen des gewöhnlichen Briefes rechnen und ihn deshalb mit der Rohrpoft befördern lassen müssen. Das Kaufmannsgericht sah das Verlangen des Geschäftsinhabers nicht als berechtigt an und verurteilte ihn zur Zahlung des Gehalts bis Ablauf des Vertrages. Man tönne von einem Angestellten nicht verlangen, daß er sich per Rohrpost entschuldige. Wenn er sich sofort durch gewöhnlichen Brief oder Postkarte entfchuldige, habe er seine volle Schuldigkeit getan. Versicherungspflicht der zum Kriegsdienst einberufenen Arbeitnehmer. Die Frage, ob und unter welchen Vorausseßungen für Angestellte und Arbeiter, die zum Kriegsdienst einberufen sind, die Ver ficherungspflicht fortdauert und folglich die Beiträge zur Kranken-, Invaliden- und Angestelltenversicherung zu entrichten sind, ist streitig. In dem soeben erschienenen Heft 19 der ältesten Zeit schrift für die gesamte Sozialversicherung im Deutschen Reiche, Die Arbeiter- Versorgung", wird diese wichtige Frage unter neuen Gefichtspunkten eingehend geprüft von dem Geheimen Justizrat Bahn in Zehlendorf. Der hervorragende Kenner unserer berwidelten Arbeiterschußgefeßgebung gelangt zu dem Ergebnis, daß die Versicherungspflicht dann fortdauert, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Fortdauer des Arbeitsvertrages vereinbaren und Der Arbeitnehmer fich zur Fortzahlung des vollen oder gekürzten " Gehalts oder Lohnes verpflichtet. In kürzester Zusammendrängung läßt sich Bahns Gedankengang etwa jo tennzeichnen: Voraussetzung der Versicherungspflicht ist Beschäftigung gegen Entgelt". Dabei ist aber unter Beschäftigung nicht nur die wirkliche Arbeitsleistung, sondern das Beschäftigungs be rhältnis au berstehen. Dieses und folglich die Versicherungspflicht überbauert Unterbrechungen der Arbeit, wenn nach dem Willen beider Teile der Arbeitnehmer über die Unterbrechung hinaus zur Verfügung des Arbeitgebers bleiben soll. Dies gilt, wie z. B. für Arbeitspausen zur Nachtzeit, an Feiertagen, während einer Betriebsstörung, einer Krankheit oder eines Urlaubs, so auch während einer Militärdienstleistung im Kriege wie im Frie den. Die fortdauernde Bereitschaft, den Dienst wieder anzutreten, fobald das Arbeitshindernis beseitigt ist, steht versicherungsrechtlich an Stelle der Dienstleistung. Wird im Hinblid darauf vereinbartermaßen Gehalt oder Lohn ganz oder teilweise weitergezahlt, so behält diese Leistung privatrechtlich den Charakter einer Leistung aus dem Dienstvertrage, im Gegensaß zu einem Geschent, und versicherungsrechtlich den Charakter des Entgelts, im Gegensatz zu einer reinen Unterstüßung, wenngleich die Uebernahme der Lei stungspflicht durch den Arbeitgeber auf freiwilliger Entschließung aus sittlichen Beweggründen beruht; denn die Begriffe Entgelt und Unterstüßung" schließen sich nicht völlig aus, wie z. B. auch die Fortzahlung des Gehalts während eines Urlaubs eine Unterftüßung und doch zugleich Entgelt im versicherungsrechtlichen Sinne fein fann. Auf diese theoretischen Darlegungen macht der Verfasser die praktische Probe an einem besonders lehrreichen Beispiel, nämlich dem Beschlusse der Bereinigung Berliner Banken und Bankiers über Fortzahlung des Gehalts an die zum Kriegsdienst einberufenen Angestellten. Er weift überzeugend nach, daß das Ergebnis auch mit den Anschauungen des praktischen Lebens im Ginklang steht. Der Kriegsteilnehmer wird seine fortdauernden Bezüge als Einkommen aus gewinnbringender Beschäftigung zu bersteuern haben, wie der Arbeitgeber sie als Geschäftsuntoften bon seiner Einnahme abrechnen wird. Wo Pensionskassen bestehen, wird die Zeit des Kriegsbienstes als Dienstzeit angerechnet werden. Der Angestellte ist ja auch in dieser Beit nicht frei von Pflichten gegen den Arbeitgeber: er barf feine Geschäfte im Handelszweige des Prinzipals machen(§§ 60, 61 des Handelsgesehbuchs) und darf Geschäftsgeheimnisse nicht offenbaren(§ 17 bes Wettbewerbsgefeßes) und so weiter. Daß der Arbeitgeber neben seinen Leistungen an den Angestellten noch die Versicherungsbeiträge zahlen muß, tann als unbillig nicht empfunden werden, da er in der Lage ist, die Bezüge des Angestellten so zu bemessen, daß sie mit jenen Beiträgen zu sammen die Grenze der Opfer nicht überschreiten, die er glaubt fich zumuten zu können. Endlich ist es auch unrichtig, zu sagen, daß eine der erfreulichsten Begleiterscheinungen einer großen Beit verkannt wird, wenn man jenen Zwendungen des Arbeitgebers den Stempel des Entgelts aufdrüdt; denn die Ehre, die dem Arbeitgeber für die opferwillige Unterstüßung der zum Kriegsdienst einberufenen Angeftellten gebührt, wird nur erhöht, wenn er seiner Sumendung zugleich die minder bedrüdende Bedeutung eines Ent Diese entwickelt sich immer weiter und weiter. Die Bertval tungstommiffion der Partei( der Parteivorstand) hat mit der lebersendung ihres polemischen Rundschreibens an die Organijation, in Beantwortung des Berichtes der Haute- Vienne, das erzielt, was unmöglich in ihren Absichten liegen fonnte: auf allen Verfammlungen gehen die Wahlen zu dem am 14. Juni sich berjamgelnden Nationalrat auf Grund einer Debatte zwischen den Anhängern des Rundschreibens und den des Berichtes vor sich. Die Formeln der Aktion von Haute- Vienne, ungeachtet ihrer Zagheit, Verschwommenheit und Unbestimmtheit, sind zu einer Fahne geworden, unter der die Opposition sich zu sammeln und sich zu formieren beginnt. Die Negation des„ trêve nationale", die Ablehnung der Sabotage der Internationalen wie auch die Ablehnung des Krieges bis zum Ende" haben fast in allen Enden Frankreichs Anhänger gefunden. Eine ganze Reihe von Föderationen hat schon ihre Deles gierten mit dem Auftrag gewählt, die Position der Haute- Vienne zu verteidigen. Man kann schon sagen, daß fast in ganz BentralFrankreich und im bedeutendsten Teil des Südens die Wahlen zum Nationalrat entweder alle Mandate oder die Mehrheit der OppoEine auffallende Entscheidung hat jetzt das Kammergericht fition gegeben haben, oder sie gaben ihr doch eine bedeutende Min-. derheit der Stimmen. Sogar in Gegenden, die in der direkteften getroffen. Bekanntlich wurde durch einen ministeriellen Erlaß Weise sich mit dem siegsschauplab berühren, sind auf dem Hinter im vorigen Jahre angeregt, die Bestrebungen zu unterſtügen, grund einer allgemeinen, sehr druvinistischen Stimmung eine ganze die auf eine freiwillige Teilnahme junger Leute an militäri- gelts für fortdauernde Dienstbereitschaft gewährt. § 4. Wird eine der im§ 3 mit Strafe bedrohten Handlungen durch die Presse begangen, so können die im§ 21 des Gesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874( Reichs- Gesezbl. S. 65) bezeichneten Personen nur verantwortlich gemacht werden, wenn sie selbst Veranstalter sind. Militärische Jugendübungen als Teil des Fortbildungs. schulunterrichts. Gewerkschastliches. verlin und Umgegend. Tie Teuerungszulage in der Tabakindustrie. Ueber die Teneri�ngsznlage für die gesamte Tabakindustrie referierte HensÄel in einer Versammlung der Berliner Zahl- stelle. Er wies auf die Tatsache hin, daß in allen Zahlstellen Deutschlands Teuerungszulagen gefordert und in Berlin diese in fast allen Betrieben zugestanden worden sind. Wo bessere Löhne ge- zablt werden, fiel charakteristischerweise diese Zulage auch höher aus als in jenen Orten, wo noch niedrige Löbne herrschen. Diese Ersweinung resultiere au» dem Umstände, daß in den Orten, wo schlechte Lohne herrschen, es mit der Organisation schlecht steht und dl« Fabrikanten hieraus ihre Konsequenzen ziehen. Die. Zulagen entfallen auf die Lohnarbeiter, welche an der Maschine arbeiten. Auf Verdienste bis 14 M. wurden 7 Proz.. auf Verdienste von 14 bis 18 M. 5 Proz. zugelegt. Bei Verdiensten über 18 M. die Woche lehnten es die Unternehmer strikte ab. etwas zuzulegen. Autzerdem wurde ausdrücklich erklärt, daß die Zulagen nur für die Dauer des Krieges betvilligt feien. Die Handarbeiter sind au!- geschlossen von diesen Zulagen. In der letzten Branchenversammlung erklärten die Berliner Tabakarbeiter sich nicht einverstanden mit diesen Zugeständnissen, die als nicht genügend und nicht allumfassend bezeichnet wurden. Diese Meinung ist auch in einem Schreiben, das neuerdings an den Fabritantenverein gerichtet wurde, zum Ausdruck gelangt. Ein Redner hätte gewünscht, daß man in diesem Schreiben eine Frist gesetzt hätte, um einer Verschleppung vorzubeugen. Börner wies darauf hin, dasi in dem Schreiben stehe..in den nächsten Tagen". Komme aber in den nächsten Tagen kein Be- scheid, so werde die Organisation wieder vorstellig werden. Eine Rednerin forderte, energisch vorzugehen. Ihr habe ein Unter- nehmer gesagt, wenn sie die Arbeit niederlegten, würde er sie bei allen Fabrikanten bekannt machen, so daß sie nirgends mehr ein- gestellt würden. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die heutig« Versammlung erklärt sich mit den Aus- führungen d«S Kollegen Henschel einverstanden und fordert die Kommissionen der einzelnen Fabriken auf, ebenfalls in den Fabriken die Forderungen einzureichen und sich den weiteren Maßnahmen der Verbandsleitung anzuschließen und ihr alle Vorkommnisse mitzuteilen." Am Schlüsse des 2. Ouartatt zählte die Berliner Zahlstelle 13S1 Mitglieder gegen 1310 im vorhergehenden Quartal. Die Filiale Berlin des GemeinbearbeiterverbanbeS hatte am Ende des ersten Quartals S8S1 männliche, 288 weibliche und 52 jugendliche Arbeiter. Am Schluß deS zweiten Quartals waren es 5919 männliche, 328 weibliche und 25 jugendliche. In den Bestand der männlichen Mitglieder sind die 921 zum Militär einge- zogenen mit einbegriffen. Der Verband sieht auf eine Reihe von Erfolgen bei seinen Bemühungen um Erringung von Teuerung!- zulagen zurück. Das Wasserwerk Lichtenberg hat jetzt eine Teue- rungszulag« zugestanden. Die Gemeinde Friedrichsfelde teilte ebenfalls mit, daß auch sie die Teuerungszulage gewährt.— Der Magistrat von Lichtenberg hat erklärt, den Arbeitern nach ein- jähriger Arbeitszeit die Hälfte deS Urlaubs zu gewähren. Die Gemeinde Treptow gewährt den Urlaub weiter, wie ihn die Ar- beitSordming bisher regelte. « Die Notiz über den Gemeindearbeiterverband in unserer Sonnabendnummer enthält, wie uns von zuständiger Seite mit- geteilt wird, einige falsche Zahlen, die hiermit richtiggestellt werden. Die Unterstützungen der Hauptkasse im 1. Quartal be- tragen insgesamt 127 409,43 M„ davon sind Familienunter- stützungen 71 942,45 M. Von den Lokalkassen wurden außerdem 21 310,73 M. an Unterstützungen ausgezahlt, so daß für andere Unterstützungen der Hauptkasse also ausgegeben wurden 55 457,98 M, veutsches Neick. Arbeitermangel und verfehlte Abhilfemastnahme«. Daß in einzelnen Betrieben ein Mangel an Arbeitern eintritt, wenn die kräftigsten und besten Männer den Pflug mit dem Säbel und den Schraubstock mit dem Gewehr vertauschen müssen, das liegt wohl auf der Hand. So kommt es denn, daß vielfach an Stelle der Männer jetzt Frauen in den Werkstätten und Fabriken wie auch im öffentlichen Dienst auf Posten stehen, die man ihnen in Friedenszeiten nie anvertraut hätte. Der Neid muß es den deutsche« Arbeiterfrauen lassen, daß fie die ihnen gestellten Aufgaben mit überraschendem Geschick zu bewältigen gewußt haben und«inen anerkennenswerten Fleiß und bewundernswürdiges Verständnis für Arbeiten aufbrachten, an die sie selbst vor einem Jahre sich nicht herangewagt hätten. Daneben gibt es natürlich aber noch zahlreich« Frauen, die körperlich und intellektuell solchen nie an sie herangetretenen Anforderungen nicht gewachsen sind, wie ja auch die Mehrzahl der Männer durchaus nicht jeder gestellten Aufgabe gewachsen ist. Da berührt eS eigentümlich, wenn man liest, auf welche Weise die Maschinenfabrik M o e n u s iir Bockenheim sich weibliche Arbeitskräfte zu verschaffen versucht. Sie versendet an die Frauen der Kriegsteilnehmer aus ihrem Betriebe das folgende Schriftstück: Frankfurt a. M., den 2. Juli 1915. Infolge der in nächster Zeil zu erwartenden Einberufung einer großen Anzahl unserer Arbeiter sehen wir uns veranlaßt, Ersatz durch weibliche Arbeitskräfte heranzubilden und richten daher an die Frauen unserer»m Felde stehenden und bis jetzt «inberufenen Arbeiter hierdurch das Ersuchen, sich auf unserem Betriebsbureau baldigst �u melden, um an der Aufrechterhaliung unseres Betriebes tatkräftig mitzuhelfen. «kr zahle« ewe» angemessenen Stnndmlah««ab werben auch die von uns seither gezahlte Unterstützung weiter gewähren, jedoch nur foühe« Frau«, die bei uns die Arbeit aufnehme» oder aber uns durch ärztliche Atteste oder sonstige Unterlagen nachweisen, daß sie hierzu außerstand« sind. Meldungen werden in den Stunden von 8— 12 Uhr vormittags und 2—9 Uhr nachmittags auf unserem Betriebsbureau entgegengenommen. Achtungsvoll Maschinenfabrik MoenuS A.-G. W. Weber. Der„angemessene' Stundenloh«, den die Firma zahlt, beträgt nach der Frankfurter.Volksstimme' 20 Pfennig! Für einen solchen Lohn kann naiürlich heute keine Arbeiterin tätig sein. Wenn die Firma notleidend wäre, könnte man noch verstehen, daß sie den Versuch macht, sich Arbeiterinnen zu billigen Löhnen zu verschaffen. Sie hat aber in der KriegSzeit den Geschäftsgewinn von 484 390 auf 618 899 M. steigern können und die Tantieme an Direktoren und Aufsichtsratsmitglieder von 97 979 aus 146195 M. erhöht. Und das trotz der denKriegersrauen gewährten Unterstützung. Da erscheint die Drohung mit Entziehung dieser Unterstützung als Pressionsmittel zur Aufnahm« der Arbeit bei einem, rund heraus gesagt, recht niedrigen Lohne doch in einem wenig schönen Lichte. Die Firma MoenuS mag den bei ihr be- schäfligten Frauen wirklich angemessene Löhne zahlen— sie kann es!— und dürfte dann ohne derartige häßliche Drohungen keinen Mangel an Arbeiterinnen haben. Arbeiterbewegung, Militärbehörde und Unternehmertum. Der Deutsche Metallarbeiterverchand, Ortsverwaltung Köln, bat große Schwierigkeiten, bei der im allgemeinen gut beschäftigten Kölner Metallindustrie die durch die Kriegsteuerung notwendigen Lohnerhöhungen herauszuholen. Nur in vereinzelten Betrieben wurde Entgegenkommen gezeigt. Die Ortsverwaltung hat nun schriftlich und mündlich mit dem Gouverneur der Festung Köln, General von Held, verhandelt. Der General sagte zu, alles tun zu wollen, um Verhandlungen zwischen dem Arbeitgeberverband und den Arbeiter- organisationen herbeizuführen. Andernfalls wäre die Einsetzung einer Kommission zu erwägen, die unter dem Vorsitz eines Gewerberats oder de? GewerbegerichtSvorsitzenben tagen könnte. Es bleibt nun abzuwarten, ob eS dem General gelingt, den Arbeitgeberverband endlich von dem Standpunkt, nickt mit den Arbeiterorganisationen zu verhandeln, abzubringen. Haupt- differenzpunkte sind: Verdiensterhöhungen, Zahlung der Heber- stunden-, Nacht- und Sonntagszuschläge und die Bezahlung der Arbeiterinnen, die jetzt in außerordentlich starkem Maße heran- gezogen werden.— In der Generalversammlung der Kölner Metallarbeiter wurde unter anderm darauf hingewiesen, daß man in bürgerlichen Kreisen wohl gerne von den zurzeit hohen Löhnen in der Kriegsindustrie spreche, aber nie von dem erschöpfenden Verbrauch von Arbeitskraft, durch den diese Rekordlöhne zum Schaden der Gesundheit erst möglich gemacht würden. Ein kleines Beispiel von der Art, wie gewisse Unternehmer vorgehen: Die Waggonfabrik Herbrand u. Co. in Koln-Ehrenfeld, die gut beschäftigt ist, auch mit Heereslieferungen, degründete ihre Ablehnung der Lohnforderungen wie folgt: „Unter der durch den Krieg geschaffenen wirtschaftlichen Lage, insbesondere der Verteuerung aller Lebensmittel, leiden alle Erwerbs schichten unseres deutschen Baterlandes gleichmäßig, und eS ist eine patriotische Pflicht jede? einzelnen, sich in seiner Lebenshaltung diesen veränderten Verhältnissen anzupassen." Die Gleichmäßigkeit der Opfer besteht in diesem Falle darin, daß die Firma so ziemlich di e schlechtesten Löhn« in der Kölner Metallindustrie, ihren Aktionären aber sehr hohe Dividend« zahlt.— Die Zeitzer Eisengießerei in Köln-Ehren- fcld versuchte die Lohnforderung durch folgenden Anschlag zu parieren: „Infolge der andauernden Einberufungen erhöhen sich die Unterstützungssätze von Monat zu Monat; sie erreichen bereits ein« Summe, die uns eine weitere Steigerung unmöglich macht. Hinzu kommt, daß wir nicht nur mit einer wesentlichen Preis- steigerung aller Rohmaterialien zu rechnen haben, son- der« wir werden auch andauernd von einem Teil unserer Arbeiter angegangen, ihnen höhere Löhne zu gewähren......" Folgt die Ankündigung, daß di« Unterstützung». sätze um 20 Proz. verringert werden— noch ehe die Lohnerhöbung überhaupt gewährt ist. Die Bewegung der Kölner Metallarbeiter wird in den durch die Verhältnisse gezogenen Grenzen fortgesetzt. Mus Industrie und Handel. KriegSliefcrungen. Die Kriegslieferungen der Vereinigten Staaten hoben zum Teile auch ihre Ursache in der industriellen Krise, die vor dem Kriege herrschte und die durch den Krieg natürlich nicht verbessert wurde. Die Industriellen warfen sich auf die Kriegslieferungen, di« ihnen von Europa in Auftrag gegeben wurden, al» auf ein ge- fundenes Fressen, das sie gesund machen, ihnen reichen Prosit ab- werfen könne. Die Aktien steigen rapid; so die der Bethlehem Stahl- werke von 54 Dollar auf 91 Dollar, die der American Locomotive Co. von 31 auf 68 Dollar. Von den 750 000 Aktien der Westing- house Electric Co. wurden 600 000 Stück in wenigen Tagen zu rasch steigenden Preisen verkauft. Welche Profite erzielt werden, dafür ein Beispiel: Die russische Regierung bestellte 5000000 Schrap- nells zu 15 Dollar pro Stück. Die Herstellungskosten betragen pro Stück 8 Dollar. Der Profit an dieser Aefernng stekkte fich also auf 35 000 6000 Dollar. Viel« Fabriten mutzten ihre Betriebs- einrichtungen vollständig umändern, so die American Locomotive C«. Im rlpril standen in den Vereinigten Staaten 813 000 Eisen» dahntvagen leer. Neubestelliingen gaben die Eisenbohngesellschaften unter diesen Umständen nicht auf. Die Fabriken waren, um die Betriebe aufrechtzuerballen. gezwungen, ander« Lieferungen zu erkallqn. Sie nabmen Bestellungen auf Werkzeugmaschinen, Schrap- «ells, Zeitzünder usw. an. Auch viel Schwindel mit Kriegslieferungen wurde und wird geineden. Man täuschte Kriegslieferungen vor, um die Aktien in die Höbe zu treiben. Das Börsenblatt..Financial Chronicle" schreibt:..Es ist zu bezweifeln, ob die großen Börsenoperateure, die für das sensationelle Steigen der Aktien wäbrend der letzten Wochen verantwortlich sind, selbst nach der großen Beute, die sie gemacht. bereit sind, ibre Tätigkeit einzustellen. Ihr Appetit scheint geschärst zu sein, und sie werden obire Zweifel weitere Dumm« findend Und man fand und findet Dumme. So sind sogar die Aktien des Wisky-Trustes, der„Destillers Securittes Co." um das Toppelte ge- stiegen und haben Käufer gefunden. Die Höhe der Kriegsbestellungen sind mit Sicherheit nicht fest- zustellen. Die Wissenden schweigen, um den Aktienschwindel besser betreiben zu können. Rußland hat, das weiß man, bei einer kano- dischen Firma, die den Auftrag zum größten Teil an amerikanische. Firmen weitergab, für 80 000 000 Dollar Granaten bestellt, Eng- land gab für 60 000 000 Dollar Granaten in New Dork in Auftrag. Diese Aufträge werfen einen Reingewinn von 20 Proz. ab. Pulver. Gewehre und andere Zerstörungsmittel eingerechnet, belaufen sich die Kriegsbestellungeii auf Hunderte von Millionen von Dollar. Eigentümlich ist das Verhältnis in der amerikanischen Automobil- industrie. In den letzten Monaten führte sie für 1 700 000 Dollar Privatauios aus gegen 2 300 000 Dollar in den gleichen Monaten des Vorjahres. Dagegen ist die Ausfuhr von Lastauto! im Kriegs- jähr auf 3 000 000 Dollar gegen 80 000 Dollar im Vorjahre ge- stiegen. Dabei stieg der Durchschnittspreis der ausgeführten Last- autoS pro Stück von 1500 auf 3000 Dollar. Alle Maschinen und Artikel, die nicht mit dem Krieg zusammenhingen, sind in der Ausfuhr in Ackerbaumaschinen bedeutend zurückgegangen. So be- trug die amerikanische Ausfubr in diesem Jahre% Millionen Dollar gegen 3� Millionen in oen gleichen Monaten de? Friedens- jahres. Die bedeutendsten Kriegsbestellungen aber wurden in Getreide und anderen Nahrungsmitteln gemacht. In den Monaten Fe- bruar und März wurden an Lebensmittel siir 230 Millionen Dollar mehr ausgeführt als in den gleichen Monaten deS Vorjahre!; an Brotstoffen allein für 150 Millionen mehr. In einem Monat stieg die Ausfuhr an Weizen und Weizenmehl von 7,6 Millionen auf 48,5 Millionen Dollar. Rindfleisch, frisches und Büchsenfleisch. ist im Monat um 3 Millionen Dollar, Speck um da? Doppelte ge- stiegen. Bohnen und Erbsen werden das Zehnfache, von früher ausgeführt, und die Ausfuhr von getrockneten Zwetschgen und Aepfel stieg von 400 000 auf eine Million Dollar. Der Rückschlag dieser bedeutend gestiegenen Ausfuhr an Le- bensmittel macht sich für die Bevölkerung der Vereinigten Staaten bemerkbar. Die Weizenpreise für Lieferungen im Mai betrugen in Chicago 1,62 gegen 0,92 Dollar für das Bushel im Voriahrc. Dementsprechend stiegen die Brotpreise. Das italienische Wirtschaftsleben nach dem Kriege. Im„Messaggero" vom 10. Juli behandelt der frühere Acker- bauminister V a n t a n e die Aufgaben der»wirtschaftlichen Mo- bilmachung" in Italien. Nachdem er auf die Notwendigkeit hin- gewiesen bat, die Ententemächte über den Krieg hinaus durch Handelsverträge inniger und dauernder zu verbinden, be- handelt er die Frage der italienischen Auswanderung, die ja für die Schweiz besonders großes Interesse bat. Er geht von der Voraussetzung auS(die allerdings allen bisherigen Erfahrungen über die Wirkung großer Kriege auf das Wirtschaftsleben wider- spricht), daß nach dem Kriege in allen beteiligten Staaten«ine starke Nachfrage nach Arbeitskräften sein werde, um die Ver- Wüstungen wieder auszuheilen, und macht darauf aufmerksam, daß schon jetzt in Nord- und Südamerika den Regierungen von ihren Unternehmern nahegelegt wird, de? europäischen Auswanderung möglichst günstige Bedingungen zu bieten. Pantane fürchtet nun, daß diese Nachfrage nach Arbeitskrästen nach dem Kriege� den besten Teil der italienischen Arbeiterschaft inS Ausland ziehen wrde. Er sieht in dieser Möglichkeit eine sehr große Gefahr für Italien und meint, man müsse diese Abwanderung verhindern oder doch in den von den Bedürfnissen der italienischen Volkswirt- schaft gezogenen Grenzen halten. Es sei sogar angezeigt, die heute zurückgewanderten qualifizierten Arbeiter, Ingenieure, Betriebs- leiter usw., die ins Vaterland zurückgekehrt sind, um ihrer Dienst- Pflicht zu genügen, im Lande zu behalten, um sie für die indu- strielle Wiedergeburt zu verwerten. Vor allen Dingen müsse Italien sich seine landwirtschaftliche Hebung angelegen sein lassen. Die Abwanderung nach der Stadt ist zu verhindern, die Bildung neuer ländlicher Zentren zu begünstigen. Sowohl dem einzelnen als den Korporationen ist der Erwerb von Grund und Boden, auch in der Form der Emphptheusts. zu erleichtern. Die Latifundien müssen zerstückelt und der Jntenfivkultur oder doch wenigstens rationeller Bestellung zugeführt werden. Außerdem sind die kleinen industriellen Betriebe auf kooperativer Grundlage zu fördern, die in einem Lande mit geringen Kapitalien und reichlicher Arbeits- kraft am besten geeignet sind, die Produktionskosten herabzusetzen. Italien muß seine Produktion erhöhen, wenn eS der Abwanderung seiner Arbeitskräfte steuern und die neuen Lasten, die der Krieg nach sich zieht, den Massen erträglich machen will. Di« Regie- rung müsse die heutige AuSnahmezeit benutzen, um da» zu ver- wirklichen, was man für Italien schon lange gefordert hat. Schon heute sei eS Pflicht, an das wirtschaftliche Leben und sein« Be- dürfnisse nach dem Frieden zu denken, u:i den Arbeitern in der Heimat«in menschenwürdiges Dasein zr sichern. F rledelch t« Tauentzieostraße�so KSalgstraße 34 leipziger<5kr4f«*63 OxaaicqßraS.r*7« M o ot(f nf trf äfss käß rf 0 M ll l l» r fl r a ß e))» C t c n Un fkr'af<7.34 Reukslsi». ?rIed»uao�Ähtinssr.74 Gerichtszeitung. Ermissionsklage gegen einen Kriegsteilnehmer. Als unbillig bezeichnete vor dem Amtsgericht BerlinMitte( Abteilung 35) der Hauseigentümer Kentier Lohrenz die Zumutung, in seiner Mietzins- und Räumungsklage gegen einen in seinem Hause Putbuser Straße 35 wohnenden Seriegsteilnehmer Arbeiter Kraaz bis auf weiteres das Verfahren auszusehen. Er könne doch, sagte er, niemand ohne Wiete wohnen lassen, bis der Krieg zu Ende sei. Die Klage richtet sich auch gegen die Ehefrau, die für sich und ihre drei Kinder die üblichen 60 Mark Familienunterstützung und daneben eine Unterstützung von dem früheren Arbeitgeber des Mannes bezieht, aber bis dahin keine Mietbeihilfe erhalten hat. Gegen den Ehemann, dem es seit seiner Einberufung zum Heere selbstverständlich nicht mehr möglich ist, die Miete zu bezahlen, beantragte der klagende Hauswirt auf Grund der bekannten Bundesratverordnung, einen Vertreter zu bestellen. In einer Aussetzung des Verfahrens gegen den verflagten Striegsteilnehmer sah auch das Amtsgericht die„ offenbare Unbilligkeit" gegen den Kläger, von der die Bundesratsverordnung spricht, und es gab dem Antrag auf Bestellung eines Vertreters statt. Als solcher war in dem für gestern anberaumten Termin der Bezirksvorsteher erschienen, aber für die mitverklagte Ehefrau wurde von ihrem sie vor Gericht vertretenden Bruder aufs neue beantragt, das Verfahren auszusetzen, und zugleich der Zwangsvertretung des Kriegsteilnehmers widersprochen. Gegen den Bezirksvorsteher als Vertreter des Ehemannes sei einzuwenden, daß er bereits die Rechte des Klägers wahrgenommen habe. Er habe nämlich die Ehefrau zu sich kommen lassen und ihr gesagt, sie könne und müsse zahlen. Der Richter lehnte den Aussehungsantrag ab, worauf der Vertreter der Ehefrau gegen die Bestellung des Bezirksvorstehers zum Vertreter des Ehemannes sofortige Beschwerde einlegte. Ueber sie muß nun erst entschieden Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Hot Briefliche davon aus, daß ein Vertreter nur bestellt werden darf, wenn der Kriegsteilnehmer wirtschaftlich in der Lage ist, zu zahlen, tatsächlich aber aus bösem Willen nichts zahlt. Diese Worte rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uyr, am Sonnabend Die Praxis zeigt, daß die Aufhebung der Bundesratsverord- ist ein Buchstabe der Begründung sind leider in dem Text nicht aufgenommen. bon 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieflaften bestimmten Anfrage und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. nung im dringendsten Interesse der arbeitenden Bevölkerung not be ret Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen feine Abonnements quittung liegt, selbst wenn in höherer Instanz eine Aufhebung eines preditunde bor. Berträge, Echriftstide Eilige Fragen trage man in der ungerechten Räumungsurteils ergeht. Hoffentlich wird im Sprechstunde mit. Plenum des Reichstags die Aufhebung der Bundesratsverordnung beantragt werden. Mild bestrafte Roheit. führte gestern den Studenten Friz 3immermann Eine grobe Ausschreitung gegen ein junges Mädchen unter der Anklage der tätlichen Beleidigung vor den Strafrichter. Eines Nachmittags im März d. J. wurde das Dienstmädchen Will vor der Passage, Ecke Friedrich- und Behrenstraße, von dem Angeklagten angesprochen. Als das junge Mädchen ihm in nicht mißzuverstehender Weise den Rücken zudrehte, bot ihr der Angeklagte, wie die W. behauptet, einen Zwanzigmarkschein an. Das aus anständiger Familie stammende Messdchen war über diese ging hinterher und setzte die Belästigungen fort; auch die Drohung Zumutung so empört, daß es weinend davonlief. Der Angeklagte der W., sich an einen Schuhmann wenden zu wollen, wirkte auf 3. nicht. Dem Mädchen wurde endlich durch die Puhmacherin Helene Fischer Hilfe, die sich der W. annahm und mit ihr weiterging. Der Angeklagte bekam es nun fertig, die beiden jungen Mädchen unter allerlei Schimpfereien bis nach der Linkstraße zu verfolgen. Hier kam es zu einer für den Angeklagten als Afadie F. durch ihr tatkräftiges Auftreten seine Pläne mit der W. demiker besonders unwürdigen Szene. Aergerlich darüber, daß durchkreuzt hatte, versetzte er dem Mädchen eine kräftige Ohrfeige. Vor dem Schöffengericht beantragte der Amtsanwalt seinerzeit drei Monate Gefängnis, das Gericht beließ es aber, mit Rückficht auf die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten, bei 100 Mark Geldstrafe. Gegen dieses milde Urteil legte Zimmermann auch noch Berufung ein und behauptete vor der Straffammer, die Zeugin F. habe ihn beleidigt. Der Staatsanwalt, der ebenfalls Mag sein, daß die Beschwerde als unzulässig verworfen sechs Wochen, da das Verhalten des Angeklagten ein gerade unBerufung eingelegt hatte, beantragte eine Gefängnisstrafe von wird, weil die Bundesratsverordnung ein Beschwerderecht glaubliches und insbesondere eines Akademikers unwürdig sei. nicht einräumt. Darüber kann aber kein Zweifel bestchen, Das Gericht nahm lediglich mit Rücksicht auf die bisherige Undaß die Bestellung eines Vertreters für den im Felde Stehen- bescholtenheit des Angeklagten noch einmal von der Verhängung den eine Berkennung des Gesetzes vom 4. August 1914 einer Gefängnisstrafe Abstand, erhöhte aber die Strafe auf 300 m. ist. Die Bundesratsverordnung geht nach ihrer Begründung Geldstrafe. werden. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis. Dienstag, den 27. Juli 1915, abends 8½ Uhr, in Reinhardts Neuem Gesellschaftshaus, Hasenheide 57: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 205/ 15* 1. Vortrag des Reichstags- Abg. Eduard Bernstein: Nach dem Kriege. 2. Diskussion. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Deutscher Metallarheiter- Verband. Der Vorstand. Kranzspenden sowie sämtliche Blumenarrangements billig Paul Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienftr. 83-85. Gross, Lindenstr. 69, el. pl. 7203 Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Burcau geöffnet von 9 bis 1 Uhr und von 4 bis 7 Uhr. Montag, den 26. Juli 1915, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Branchen- Versammlung fämtlicher in Metallgießereien beschäftigten Heiten. Former und Berufsgenollen. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Disfuffion. 3. Berbands: und Brandenangelegen. Achtung! bige Bersammlung kann nicht, wie auf den Laufzetteln angegeben, im Lokal„ Süd- Ost", Waldemarstr. 75, stattfinden, sondern findet im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, statt. Die Kollegen der Zink-, Zinn- und Bleigießereien nehmen an dieser Versammlung teil. Wir fordern sämtliche Kollegen auf, zu erscheinen, da eine wichtige Angelegenheit zur Erledigung tommen soll. 116/20 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Die Ortsverwaltung. Spezialarzt f. Haut, Harn, Frauenleiden, nerv. Schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata Kuren in u. Go fonz. Laborat. j Bluts Dr. Homeyer untersuchung., Fäden i. Harn usw. gegenüber Banoptikum Friedrichstr. 81, pit Spr. 10-2, 5-9, Sonnt. 11-2. Honorar mäßig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Letzte Woche des SaisonAusverkaufs viele Artikel bis 40% ermäßigt! Teppich- Spezialhaus Emil Mefevre Berlin S. Seit 1882 pur Oranienstr. 158 Unter nirgends Filialen! halte In Freien Stunden Die Wochenschrift für Arbeiterfamilien Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Verband der Hut- und Filzwarenarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Dienstag, den 27. Juli, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 1: Mitglieder- Versammlung. Te Tagesordnung: 1. Bericht der Delegierten von der Kreiskonferenz. 2. Bericht über die Teuerungszulagen. Der fehr wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämt licher Mitglieder dringend erforderlich. Alle nichtorganisierten Kollegen und Kolleginnen find zu dieser Versammlung eingeladen. Der Vorstand. 76/7 Deutscher Holzarheiter- Verband Verband der Schneider, Schneiderinnen Verwaltung Berlin. Tel.- Amt Morigplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30. Branchen- Versammlungen: Stellmacher. Donnerstag, den 29. Juli, abends 82 Uhr, im„ Rosenthaler Hof", Rosenthaler Straße 11/12. Tagesordnung: 1. Unsere Arbeitsverhältnisse. 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Korbmacher. Donnerstag, den 29. Juli, abends 8%, Uhr, im„ Gewerkschaftshause", Engelufer 15, Saal 4. Tagesordnung: 1. Die Neuregelung der Löhne in der Geschoßforb- Branche. 2. Wahl eines Kollegen in die Zentralfommission. 3. Verschiedenes. 85/18 Die Ortsverwaltung. und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Sebastianstr. 37/38. Am Mittwoch, den 28. Juli, abends 8½ Uhr, findet im Gewerkschaftshaus, Engelufer 14, die regelmäßige General- Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Abrechnung. 2. Die Tätigkeit der Schlichtungsfommission. 3. Wie sind die Offizier- Sommerröcke zu bezahlen? 162/11 Die Ortsverwaltung. Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Reg. H.Pfau, Bandagist Berlin Direksenstraße 20 C., zwischen Bahnhof Alexanderplat und Polizeipräsidium.- Amt Kst. 3208. Für Damen Frauen- Bedienung. Lieferant für alle Krankenkassen Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe mar in die 2.. 18. Sie könnten lediglich durch Naufrage bei der Polizei erfahren, wo der Winkelfonsulent, dem Sie leider Ihre Sache übertragen haben, sich befindet, und dann auf Rückzahlung des von Ihnen gezahlten ungeheuren Vorschusses fiagen. Wahrscheinlich handelt es sich um einen B. 88. Rechtsseitige Bruchanlage, schlechte Zähne, Behinderung eines O. G. 20. Wegen Fingers; als Landsturm ohne Waffe brauchbar. Schwindler, so daß eine Klage noch unnüße Stoiten verursachen würde. Krankheiten der Atmungsorgane nur als Armicuungssoldat tauglich. Sie können noch einmal untersucht werden. Verwendung würden Sie als Ar mierungssoldat fixden. S. 19. Nein, in diesem Falle ist Staat und schwankt. Im Falle einer Stlage ist es möglich, daß Sie zur Zahlung Gemeinde nicht unterstübungspflichtig. J. 2. 30. Die Rechtsprechung herangezogen werden.- O. R. 91. Ihre Tante hat Anspruch auf Untersütung für den Sohn. Wie wir mitgeteilt haben, hat das Ministerium entschieden, daß auch die bedürftigen Verwandten aktiv Dienender Unterstüßung erhalten. Eine Witwenrente steht ihr nur dann zu, wenn sie in die Klausel findet, daß Sie zum Ersak von Schäden verpflichtet sind, so valide ist und wenn die hinreichende Anzabl Marken geklebt sind. K. P. 21. Wenn sich, was wahrscheinlich ist, in Ihrem Mietsvertrage würde auch dieser Schaden von Ihnen und nicht vom Wirt zu erleben sein. M. 3. N. 8. Sie müßten beim Amtsgericht den Antrag auf Sübnetermin stellen und, wenn dieser fruchtlos gewesen ist, die Ehescheidungsklage anstellen. Zum Zwede der Ehescheidungstlage würden Sie dann das Striegan 100. 1. Ja, auf Grund Armenrecht nachzusuchen haben. ministerieller Anweisung. 2. Ja. Benden Sie sich beschwerdeführend an den Minister des Innern. 2. 500. Die Verwendung ist nach beiden Richtungen Fin möglich. 9. 110. Ein Antrag auf Unterstügung wäre eider aussichtslos. der Versicherungsanstalt die Bitenrente. Timm F. 16. Ja. G. G. Beantragen Sie bei 2. S. 100. 1. Ja; wenn die Frau bedürftig ist, vom Tage der Heirat ab. 2. Ja. 3. Sie tönnten sich an das Rote Kreuz wenden; wir glauben aber nicht, daß es Erfolg haben würde. Sie haben Anspruch auf Witweurente und auf Baisenrente. Wuschel 30. Die Klage fann angenommen werden; voraussichtlich H. F. 1. Sie wird aber der Beweis nicht für hinreichend erachtet. werden nicht mehr eingezogen. 2. 11. 132 und C. K. 20. Ja. B. 36. Ja. Beelitz 100. Nein, das ist überhaupt unmöglich. Besuch beim stellvertretenden Kommando des Gardekorps gemacht werden, Wiedersehen. Wenn die Familie in Berlin wohnt, tönnte ein solches im anderen Falle beim stellvertretenden Generalfommando des Armeekorps, in deffen Bereich die Familie ihren Wohnsiz hat. Das Gesuch hat nur Aussicht auf Erfolg, wenn ihm ein amtliches( polizeiliches) Beglaubigungszeugnis über den Notstand beigefügt wird. A. 2. 48. Ja. „ Kriegsprobleme der Arbeiterklasse." Populäre Broschüren über sozialistische Gegenwartsfragen. Soeben erschienen: ,, Wo steht der Hauptfeind? Von Konrad Haenisch. ,, Jean Jaurès. Sein Leben und Wirken. Zu seinem Todestage( 31. Juli). Mit einem Bilde Jaurès. Von Max Beer. Demnächst erscheinen u. a ,: ,, Weltkrieg und organisierte Arbeiterschaft". Von Emil Dittmer. ,, Der Krieg und die Internationale". Haenisch. ,, Der Wiederaufbau der Internationale." Von Dr. Paul Lensch. Von Konrad ,, Sozialdemokratie u. Völkerhaß." Von Karl Severing. ,, Der deutsche Arbeiter und sein Vaterland." Von Konrad Haenisch. Die Frauen und der Krieg." Von Wally Zepler. " Der Krieg und die Jugend." Von Heinrich Schulz. ,, Der Krieg u. die Kinder." Von Klara Bohm- Schuch. ,, Großindustrie und Kriegswirkungen." Von Richard Woldt. ,, Die Internationale und der Friede." Von Hugo Pötzsch. usw. usw. Ferner erscheinen demnächst: ,, Sozialistische Dokumente des Weltkrieges." Eine Darstellung der Haltung der organisierten Arbeiter aller Länder zum Weltkrieg auf Grund offizieller Manifeste, Kundgebungen der Führer, Aeußerungen der Presse, mit kurzen geschichtlichen und weltpolitischen Einleitungen. Erscheint in zirka 30 Lieferungen, deren erste, bearbeitet von M. Be er, England behandelt usw. Bestellung. schon jetzt erbeten. Preis jeder Broschüre, 24 Seiten in guter Ausstattung, 10 Pf. Porto 3 Pf. Von ,, Internationale Korrespondenz"( IK). dieser Korrespondenz, die immer mehr unsere Parteipolitiker aller Schattierungen beschäftigt, erscheint eine besondere, einseitig bedruckte Wochenausgabe, welche das wichtigste Material der täglichen„ IK" für Informations- und Sammelzwecke allwöchentlich zusammenfaßt: Politische, gewerkbe: schaftliche, sozialpolitische, Parteinachrichten usw., sonders aus dem Auslande, sorgfältig übersetzte Dokumente aus der Auslandspresse, Manifeste u. dgl." Sie bietet die bisher vollkommenste laufende Uebersicht über die ArbeiterInternationale und ist daher für alle Interessenten der Bewegung unentbehrlich. Probenummern auf Wunsch und portofrei. Alle IK"-Erscheinungen sind durch jede Buchhandlung oder direkt vom Verlag der, Internationalen Korrespondenz", A. Baumeister, Berlin- Karlshorst, zu beziehen. Wegen des Wiederverkaufs wende man sich an die nächste Parteibuchhandlung oder direkt an den Verlag. Feldbrief- Mappe enthaltend 5 vorschriftsmäßig bedruckte Feldpost- Briefumschläge nebst Briefbogen, 5 vorschriftsmäßig bedruckte Postkarten Preis 10 Pf. Buchhandlung Vorwärts Lindenstr. 3. Berantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Injeratenteil verantio.; Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. werlagsanstalt Paul Singer& Co. Berlin SW. Br. 203. 32. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts“ Berliner Volksblatt. allo nd Montag, den 26. Juli: Frauen- Lefeabend für Verlustlisten. Verkauf von Freibankfleisch. wis si andand Sonntag, 25. Juff 1915. Groß- Berlin. art B Wilhelmsruh, Niederschönhausen, Rosenthal und anderen Drten Die städtische Freibant gibt in Zukunft Fleisch nur noch an erschienen, standen diese Gebäude mit ihrer tragenden Eisenkonstruktion solche Personen ab, die in der Stadt Berlin ihren Wohnsiz haben bereits in ganzer Ausdehnung in Flammen. Der 23. Automobillöschzug Die Verlustliste Nr. 283 der preußischen Armee enthält und sich durch eine Berechtigungskarte ausweisen fönnen. Die griff mit einer B- Leitung wirksam an, nachdem lange SchlauchVerluste folgender Truppen: Berechtigungstarten werden von der zuständigen Brotkommission leitungen hergestellt waren. Die übrigen Wehren benußten 16 Rohre Militär- Veterinär- Akademie. ausgegeben, es entfällt auf jeden Haushalt eine Karte. Die für den zum Löschen. Ungeheuere Wassermengen wurden bis um 6%, Uhr Infanterie usw.: Garde: 1., 2. und 4. Garde- Reg. 3. F.; Fettwarenverkauf ausgestellten Berechtigungskarten haben auch für in die von allen Seiten von den Wehren umfaßte BrandGren.- Regimenter Alexander und Franz; Garde- Füs.- Reg.; Garde- den Bezug von Fleisch auf der Freibank Gültigkeit. stelle gesprigt. Dies Waffer mußte zum Teil aus einem werden. Die Jäger- und Garde- Ref.- Jäger- Bat. Lehr- Inf.- Reg. Gren.-, bezw. der Graf RödernJede Familie erhält nur einmal in der Woche von der Frei- Teiche entnommen Inf.-, bezw. Füf.- Regimenter Nr. 6, 11, 14, 16, 18, 23, 30, 35, 36, bank Fleisch, und zwar bis zum Höchstgewicht von 3 Kilogramm Allee 18/25 errichteten Gebäude mit dem Maschinenhause 37, 38, 40, 50, 54, 57, 58, 59, 63, 65, 66, 67, 69, 73, 75, 76, 78, Die Entnahme wird durch jedesmalige abstempelung der Karte konnten leider nicht mehr gerettet werden. Sie bilden jetzt einen 84, 85, 87, 88, 91, 94, 95, 97, 98, 114, 116, 137, 138, 140, 142 großen, kaum zu betretenden Trümmerhaufen von verbogenen Eisen144 bis einschl. 148, 152, 157, 160, 161, 164, 166, 168, 170, 171, fontrolliert. 172, 173, 175, 186, 187, 190, 329, 334. Juf.- Reg. v. Hammerstein. Es sei daran erinnert, daß Händlern, Gast- und Speisewirten teilen. Der Schaden ist natürlich sehr beträchtlich, da auch fertige Ref.- Inf- Regimenter Nr. 5, 18( f. auch Inf. Reg. Nr. 146), 27 der Vertrieb und die Verwendung des Freibankfleisches nur mit Ge- Fabrikate und Maschinen vernichtet wurden. Die Umfassungsmauern ( 1. Inf.- Reg. Nr. 146), 31, 34, 52, 56, 59, 60, 61, 66, 72, 74, 75, nehmigung der Polizeibehörde gestattet ist und daß die Ueber haben infolge der großen Hize so gelitten, daß die Mauern aus 80, 81, 82, 87, 90, 91, 93, 111, 118, 130, 204, 205, 209, 214, 219, 221, tretung dieser Vorschrift strafrechtlich geahndet wird. dem Lot gegangen sind und der Mörtel jede Bindekraft ver222, 223, 224, 227, 228, 239, 255, 256, 257, 259, 265, 266. Ers.Loren hat. isd ints Inf.- Regimenter Königsberg II und III. Landw.- Inf.- Regimenter Mr. 7, 9, 18, 24, 32, 34, 51, 52( f. Inf.- Reg. Nr. 334), 53, 56, 57, 75, 76( f. auch Landw.- Inf.- Reg. Nr. 87), 77, 78, 80, 87, 116. Da sich das Bedürfnis herausgestellt hat, zunächst während der Eine dreizehnjährige Erprefferin, as Brig.- Erf.- Bataillone Nr. 10, 16, 29, 44, 49, 81. Landst.- Inf. Dauer des Krieges stets darüber unterrichtet zu sein, wo Betten die mit verblüffender Raffiniertheit arbeitete", ist durch die hiesige Bataillone: Calau, 2. Gleimiş, I Löken, I Osterode, II Tilsit für Wöchnerinnen, besonders solche, deren Ehemänner sich im Kriminalpolizei unschädlich gemacht worden. Im Monat Juni ( f. Inf. Reg. v. Hammerstein). Jäger- Bat. Nr. 3; Ref.- Bataillone Striege befinden, frei sind, hat sich das Kuratorium für das machte eine Frau F. in Wilmersdorf dem Leben ihrer beiden Nr. 2, 4, 7. Ref.- Radf.- Komp. Nr. 81. Maschinengewehr- 3ug städtische Rettungswesen auch mit mehreren Privatanstalten in Kinder ein Ende und gab sich selbst den Tod. Bald danach erhielt Sir, 77( f. Landw.- Jnf.- Reg. Nr. 56); Maschinengewehr- Abt. Dieden- Verbindung gesetzt. Diese melden bis auf weiteres ebenso wie der tiefgebeugte Gatte und Vater dieser Familie einen Brief, dessen hofen; Maschinengewehr- Komp. Friedrich( s. Res.- Inf.- Reg. Nr. 265); 2. Ers.- Maschinengewehr- Komp. des 20. Armeekorps; Festungs- die in Betracht kommenden öffentlichen Anstalten täglich mehrmals Schreiber sich als Detektiv ausgab und der mit schrecklichen Ent. Maschinengewehr- Abteilungen Nr. 9( Straßburg i. G.) und 14 ihre für Wöchnerinnen freien Betten der städtischen Zentralstelle hüllungen über das Familienleben F.s drohte, falls nicht 400 bis im Rathause. Diese wird daher jederzeit in der Lage sein, auf 500 m. an einer genau bezeichneten Stelle( Grab 103) auf dem Kavallerie: 3. Garde- llanen; Kürassiere Nr. 4, 5; Schwere mündliche oder telephonische Anfrage( Anruf: Magistrat Berlin, Friedhof in der Geestraße niedergelegt würden. Eine Bleistiftstizze Ref.- Reiter Nr. 1; Dragoner Nr. 20; Husaren Nr. 8, 13; Ref.- Bettennachweis") für Wöchnerinnen ein freies Bett nachzuweisen. bezeichnete genau den Weg, den F. zu gehen habe. Der völlig überHusaren Nr. 1; Ulanen Nr. 14; Jäger zu Pferde Nr. 3; 1. Landst.- Der Nachweis erfolgt fostenlos und für jedermann, gleichviel ob raschte Empfänger übergab den Brief sofort der Polizei. Um dic Eskadron des 9. Armeekorps; 1. Landst.- Eskadron Deuk; Res.- Abt. er in Berlin wohnt oder nicht. selbe Zeit erlitt der Postdirektor B. einen Straßenbahnunfall. Wenige Tage später ging ihm ein Brief zu, in welchem ihm ein berfolgtes Mädchen", dessen Eltern in Magdeburg lebten und das ( Mex). Nr. 80. Feldartillerie: 2. Garde- Reg.; Regimenter Nr. 8, 17, 24( siehe Feldart.- Reg. Nr. 34), 33, 34, 38, 39, 43, 47, 52, 53, 59, 69, 74, 76, 80, 83, 104, 213, 217; Res.- Regimenter Nr. 13, 19, 25, 43, 52, 66; Schüßengraben- Kanonen- Abt. Nr. 8( s. Feldart.- Reg. Nr. 43); Landw.- Abt. des 1. Armeekorps. Fußartillerie: 1. Garde- Reg.; Regimenter Nr. 1, 4, 6( f. auch Schwere 12- Zentimeter- Kanonen- Batterie Nr. 3), 9, 10; Reſ.- Regimenter Nr. 7, 17; Ref.- Bat. Nr. 22; Batterie Nr. 254; Schwere 12- Zentimeter- Kanonen- Batterie Nr. 3; Kurze Marine- KanonenBatterie Nr. 1. Pioniere: III. Garde- Bat.; Regimenter Nr. 18, 23, 29, 35, Garde- Bat.: Regin 36; Bataillone: 11. Nr. 5, 1. Nr. 6, I. Nr. 9, 1. Nr. 10, 1. Nr. 15; Ers. Bat. Nr. 1. Res.- Scheinwerferzug Nr. 38. Verkehrstruppen: Militär- Eisenbahndirektion Nr. 1; Eisenbahn- Betriebsamt Givet. Feldfliegertruppe. Munitionskolonnen: Inf.- Munitionskolonne Nr. 1; Ref.- Art.Sanitäts- Formationen: Festungs- Sanitäts- Bat. Straßburg im Elsaß; Sanitäts- Komp. Nr. 3 des 5. Armeekorps und Komp. der 10. Ers.- Div. Feldlazarett Nr. 8 des 20. Armeekorps. Armierungs- und Straßenbau- Formationen: ArmierungsBataillone. Straßenbau- Komp. Nr. 4 der 4. Erf.- Div. Munitionsfolonne Nr. 62. Die bayerische Verlustliste Nr. 205 meldet Verluste des 9. Inf.- Reg., Würzburg; Res- Juf.- Regimenter Nr. 1, 6, 12. ( Echluß folgt.) Die sächsische Verlustliste Nr. 174 veröffentlicht Verluste der Inf.- Regimenter Nr. 102, 103, 134, 139, 177, 178, 181, 182, 183; Ref.- Inf.- Regimenter Nr. 101, 103, 106, 107, 133, 243; Erf.Bat; Landw.- Reg. Nr. 101; Maschinengewehr- Abt. Nr. 8; FeldMaschinengewehr- 3üge Nr. 68, 69, 176. Die württembergische Verlustliste Nr. 228 enthält VerIufte der Res.- Inf.- Regimenter Nr. 120, 246; Res.- Feldart- Regimenter Nr. 26, 54; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Aus Groß- Berlin. Kartoffelland noch zu vergeben. Die Gemeinnüßige Genossenschaft für Kartoffelbau hat unter anderem Gelände auch das Tempelhofer Feld mit Kartoffeln bestellt. Es sind auf diesem Gelände ca. 140 Morgen bearbeitet, die wiederum auf einige dreißig Einzelblocks verteilt sind. Nach dem Gutachten landwirtschaftlicher Sachverständiger stehen die angepflanzten Kartoffeln sehr gut und lassen ein günstiges Ernteerträgnis erwarten. richten. Bettennachweis für Wöchnerinnen. Familientragödie in der Christianiastraße. Ein aufregender Barfall hat sich gestern, Sonnabend, morgen gegen 7 Uhr in dem Hause Christianiastr. 114 abgespielt. Dort feuerte infolge Ehezwistigkeiten die 27jährige Frau Marie Muselmann auf ihren Ehemann, dem Lederarbeiter Heinrich Muselmann, einen Revolverschuß ab und verletzte sich ebenfalls durch eine Kugel sehr schwer. Wir erfahren darüber folgendes: sid hier von einer Verbrecherbande festgehalten werde, mitteilte, daß man ihm nach dem Leben trachte, von einem Straßenbahnunfall gar nicht die Rede sein könne, sondern der Fahrer der„ Gleftrischen", der ebenfalls der Verbrecherbande angehöre, ihn habe totfahren wollen. Da sie kein Geld besäße, bäte fie um eine Summe von 400 bis 500. M., die er freundlichst( wieder lag eine BleistiftIn dem obengenannten Hause wohnte seit einigen Monaten zeichnung bei) am Grabe Nr. 102 auf dem Friedhof in der Seco der 28jährige Sattler Heinrich Muselmann mit seiner um ein Jahr Straße deponieren möge, damit sie flüchten und zu ihren Eltern jüngeren Frau und drei Kindern. Die Ehe des Paares war eine heimkehren könne. Zum Dank dafür werde sie die Verbrecher ent sehr unglückliche, da der Mann oft nächtelang nicht nach Hause larven. Falls er das Schreiben der Polizei übergeben sollte, tam und in lustiger Gesellschaft seinen Verdienst ausgab, so daß würden sowohl er wie sie selbst getötet werden. Auch dieser Brief die Familie in Not geriet. Schon wiederholt hatte Frau M. ihrem befand sich natürlich bald in den Händen der Polizei, und es wurde Gatten angedroht, daß sie sich und ihn selbst erschießen werde, sofort festgestellt, daß beide Briefe von derselben Person gcwenn er seine Lebensweise nicht ändere und für die Kinder sorge. schrieben sein mußten. Zwei Kriminalbeamte wurden mun mit der Vor einigen Tagen hatte die junge Frau die Kleinen zu ihrer in weiteren Verfolgung der Angelegenheiten beauftragt. Man legte Schlesien wohnenden Mutter gebracht und war dann zurückgekehrt. am Grabe 102 zunächst einen Fünfmarkschein nieder. Prompt erIn der lekfen Nacht kam der Sattler erst spät nach Hause und es hielt Postdirektor B. einen Dankbrief mit der Bitte, an der Fahrentstand, als die Frau ihm Vorhaltungen machte, ein heftiger ta fartenverkaufsstelle in Tegel einem kleinen Mädchen die geforderte Zwist, in dessen Verlauf M. seine Frau schwer mißhandelte und Summe zu überreichen, das ihm dafür in einem Briefe die„ Ent Der eine Beamte gab sich dem in der Trunkenheit alle ihm erreichbaren Möbelstüde zertrüm- hüllungen" übergeben würde. merte. So reifte in Frau M. der Entschluß, dem ihr unerträgs Mädchen gegenüber als der Postdirektor aus und erfuhr schließlich lichen Leben ein Ende zu machen. Als der Arbeiter gegen 7 1hr nach längerem Hin und Her zu seiner größten Verblüffung, daß morgens in der Küche beim Staffeetrinken saß, schlich sich die Frau dieses Mädchen, die dreizehnjährige Quise D., Auf von hinten heran und feuerte auf den Ahnungslosen aus unmittel- traggeberin, Briefschreiberin und Botin in barer Nähe einen Schuß ab, der M. in den Hinterkopf drang. Der ihrer winzigen Persönlichkeit bereinigte bre Getroffene hatte noch die Kraft, laut um Hilfe zu rufen und fant Mutter, eine von ihrem Manne getrennt in der Weddinggegend dann bewußtlos zusammen. Hierauf richtete Frau M. die Waffe wohnende ehrsame Arbeiterfrau, war völlig überrascht, als ein auf sich selbst und jagte sich eine Kugel in die linke Schläfe, durch Kriminalbeamter mit dem Mädchen an der Hand in ihrer von die der Sehnerv beider Augen verletzt wurde. Das Ehepaar wurde Ordnung und peinlicher Sauberkeit zeugenden Wohnung erschien in fast hoffnungslosem Zustande in das Virchow- Krankenhaus ge- und das fast Unglaubliche erzählte. Wie die Beamten weiter erbracht, wo der Ehemann inzwischen seinen Verlegungen erlegen ist. mittelten, ist das überaus intelligente Mädchen, eine der besten Schülerinnen in ihrer Klasse, durch Lektüre bon Detektivromanen, die ihre beiden älteren Schwestern eifrig lasen, zu dem Entschluß gekommen, ihre Mutter, die sich mühsam durchs Leben schlagen muß, durch die Ausführung ihrer abenteuerlichen Pläne zu unterstützen. Während die Mutter das Kind auf dem Balkon mit Schularbeiten beschäftigt glaubte, schrieb dieses in einem für ihre Jahre ausgezeichneten Stil Grpresserbriefe. Ein empfindlicher Armenpfleger. Soll man wegen jedes groben Wortes, das einem Aufgeregten entschlüpft, sogleich zum Strafrichter laufen? Defter als nötig tut das die Berliner Armendirektion, wenn Mitglieder von Armenkommissionen sich gekränkt fühlen. Gestern trat vor Gericht ein der 143. Armenkommission angehörender Armenpfleger als Zeuge gegen einen 73jährigen Invaliden W. auf, der ihn durch die Worte:" Das ist eine infame Lüge!" beleidigt habea Gestohlene Handschrift. Gestohlen wurde in der Zeit vom sollte. Der Angeklagte ist ein leicht erregbarer alter Mann, der 16. Juli, nachmittags 5 Uhr, bis 17. Juli, vormittags 11 1hr, Die Gewerkschaftskommission Berlins und Umgegend, die vom sich durch den seine Vorschriften befolgenden Armenpfleger un aus einem Privatkontor in der Linkstraße eine französische HandVorstand der Genossenschaft als Verteilungsstelle für das Tempel- gerecht behandelt glaubte. Als er erfuhr, daß der Armenpfleger fchrift aus dem 15. Jahrhundert, sogenanntes Stundenbuch oder brfer Feld bestimmt ist, bittet uns mitzuteilen, daß auf ver- auch noch einem bei W. wohnenden Schlafburschen eine abfällige Blindpreſſung vom Jahre 1840, ca. 18: 12 Bentimeter groß und ,, Livre d'heures", in Buchform in schwarzem Ledereinband mit schiedenen Blocks noch einzelne Parzellen zu haben sind. Auf einen eußerung W.s wiedergesagt hatte, mag ihm vollends die Galle fast 2 Zentimeter dick. Das Buch enthält in lateinischer Sprache Morgen Kartoffelland kommen 6 Barzelleninhaber. Die Größe der übergelaufen sein. W. wehrte sich gegen den Vorwurf, daß er Gebete mit 16 farbigen Handzeichnungen. Wert 5000 M. Eine einzelnen Parzellen ist ca. 400 Quadratmeter groß; die Parzelle ſeinen Schlafburschen, der gleichfalls von der Armenverwaltung Belohnung von 300 M. setzt der Bestohlene für die Herbeischaffung kostet 25 M. Dieser Betrag braucht nicht auf einmal gezahlt unterstützt wurde, bei dem Armenpfleger schlecht zu machen" ver- des Buches aus. Sachdienliche Nachrichten nimmt der XI. Krim.werden, sondern kann auch bis Mitte September d. Js. in Teil- sucht habe. Dieser hatte irrtümlich es so aufgefaßt und leider Bezirk zu Z Nr. 1827 IV. 7. 15 in der Zeit von 8 Uhr vormittags beträgen beglichen werden, jedoch sind als Anzahlung 7,75 M. und weiter erzählt, und in einer Unterredung mit ihm wies dann W. bis 2 Uhr nachmittags, auch telephonisch durch Anruf Amt Zentr. 1440, 10 Beitragsmarten à 75 Pf., zusammen 15,25 M., sofort zu ent- das als infame Lüge" zurüd. Auf Veranlassung der Armen- Hausanschluß 548, sowie jedes Polizeirevier entgegen. direktion stellte der Armenpfleger einen Strafantrag, worauf die Ein schrecklicher Betriebsunfall hat sich gestern nachmittag um Bewerbungen um Kartoffelland nimmt das Bureau der Ge- Staatsanwaltschaft Anklage erhob und W. vom Schöffengericht zu 5 Uhr in der bekannten Brauerei Pfefferberg in der Schönhauser werkschaftskommission, Berlin SO. 16, Engelufer 15 I, Zimmer 13, 15 M. Geldstrafe verurteilt wurde. Gegen dieses Urteil legte W. Allee ereignet. Der dort seit 1902 beschäftigte Böttcher Mar Sit, entgegen, woselbst auch mündliche Auskunft erteilt wird und der Berufung ein, so daß gestern das Landgericht Berlin I die Sache wohnhaft Templiner Straße, geriet bei seiner Tätigkeit an einer Verteilungsplan eingesehen werden kann. Das Burcau ist täglich zu prüfen hatte. W. gab zu, den ihm gemachten Vorwurf als Faßabwaschmaschine mit dem Oberkörper unter einen eisernen Heber, in der Zeit von 9-12 Uhr vormittags und 4-6 Uhr nachmittags" Lüge" bezeichnet zu haben, er bestritt aber den Zusak infam". der die Fässer heranzuholen hat. Der Hebel quetschte dem Arbeiter geöffnet; außer Sonnabend nachmittags und Sonntags. Den Armenpfleger beschuldigte er, daß dieser, als er ihn aus Brust und Kopf so schwer, daß der Verunglückte nach dem BirchomDie Genossenschaft richtet zum Schluß an das das Tempel- seinem Geschäftslokal hinauswerfen wollte, ihn geschlagen habe. Krankenhause gebracht werden mußte, wo er in sehr bedenklichem Zustande daniederliegt. Hofer Feld besuchende Publikum die Bitte, den Kindern einzu- Den Hinauswurf bestätigte der Armenpfleger, aber daß er W. geschärfen, daß es verboten ist, in den Kartoffelfeldern herumzulaufen drud„ infame Züge", und das Gericht kam hiernach zu dem Urteil, schlagen habe, wies er als unwahr zurück. Er bekundete den Ausoder Kartoffelstauden herauszureißen, wie das leider in einzelnen daß die Geldstrafe von 15 M. als nicht zu hoch anzusehen und die Zur Bewerbung um Kartoffelland sind alle minderbemittelten Berufung zu verwerfen sei. Die Kränkung des empfindlichen Bevölkerungskreise ohne Ansehen des Berufs, Gewerkschaftsmits Armenpflegers hat somit die Sühne erfahren, die der Armen glieder aller Richtungen usw. zugelassen. direktion nötig schien. Hat die Armendirektion auch den Armenpfleger darüber belehrt, daß er sich die Kränkung und dem alten Das Oberkommando in den Marken erlägt eine Bekannt- Mann die Bestrafung erspart hätte, wenn er selber sich anders machung betreffend Herstellungsverbot für Er- berhalten hätte? is it geugnisse aus Bastfasern( Jute, Flachs, Ramie, europäischer Hanf und überseeischer Hanf). Die Verordnung tritt am 15. August 1915 in Straft. Fällen geschehen ist. Großfener in Reinickendorf- Ost. der Sickingenstr. 70/71( Moabit) ist am Freitagabend im Erdgeschoß Feuer in der A. E. G. Die Glühlampenfabrik der A. E. G. in ausgebrannt. Der Feuerwehr gelang es mit 5 Schlauchleitungen, darunter zwei von der Hausleitung die Flammen auf das Erdgeschoß zu beschränken. Die Entstehung war noch nicht festzustellen. zwanzigjährigen Bestehens am Sonntag, den 1. August, auf dem Der Turnverein ,, Fichte" veranstaltet aus Anlaß seines fünfundgroßen Spielplatz im Treptower Park turnerische Aufführungen der verschiedensten Art, zu denen die Arbeiterschaft Berlins freundlichst eingeladen ist. Der Männer und Frauenchor Neukölln veranstaltet am SonnGroßfeuer tam gestern Sonnabend früh um 4 Uhr in Reiniden- tag, den 25. Juli, in Happoldts Brauerei, Hasenheide 32-38, ein Des weiteren erläßt das Oberkommando eine Bekannt- dorf- Dit an der Grenze von Wittenau und Wilhelmsruh, nahe der Commerfonzert unter Mitwirtung des Neuen Berliner Confünſtlermachung betreffend Bestandserhebung und Be- Industriebahn Tegel- Friedrichsfelde, in der Maschinen- und Hebe- Orchesters. Zur Aufführung gelangen Männer-, Frauen- und geschlagnahme von Kautschuk( Gummi), Gutta- werkzeugfabrit von Eduard Becker aus noch unbekannter Ursache zum mischte Chöre. Der Eintrittspreis beträgt mit Programm und Liederpercha, Balata und Asbest sowie von Halb- und Ausbruch. Die Gefahr wurde furz vor 4 Uhr bemerkt, als die Flammen text 30 Pf. Fertigfabrikaten unter Verwendung dieser Rohstoffe. Diese schon aus dem ausgedehnten einstödigen Hauptwertstättengebäude Im Zoologischen Garten hat der fleinere Raubbogelfelfen einen Verfügung tritt am 24. Juli 1915, mitternachts 12 Uhr, in und Maschinenhaus mächtig emporloderten. Als die Feuerwehren neuen Bewohner erhalten in Gestalt eines brasilianischen Mante Kraft. aus Reinickendorf- Ost und West, Berlin, Pankow, Wittenau, habichts, der feinen sehr bezeichnenden Namen ganz charakteristischer m Färbung berdankt. Wie ein schwarzer Mantel legen sich nämlich Rücken und Flügel mit ihrer dunklen Farbe über den sonst weißen Körper. Der Mantelhabicht gehört zu einer sowohl in Amerika als in Afrika verbreiteten Gattung der sogenannten Singhabichte, die so heißt, weil einige Arten gefangartige Töne vernehmen laffen. Sie find als Räuber nicht zu vergleichen mit unserem Habicht, dem Schrecken der einheimischen Vogelwelt, leben vielmehr vorzugsweise von Reptilien und Insekten, worauf schon die Namen einiger Arten, die Ram wie Heuschredenhabicht" hindeuten. worden. wodurch rung um 20 Broz. bedeute. Gemeindevertreter Nathan erwiderte, I fielen. Die Soldaten, die die Zigaretten auffammelten, wurden die Gemeinde habe während des Krieges stets dafür gesorgt, daß es von einem heranbrausenden Eilzug überrascht den Bäckermeistern nicht an Material fehle, und alles getan, um eine und vier von ihnen getötet. billige Herstellung der Backwaren zu ermöglichen. Bevor die Liefe rungen der Kriegsgetreidegesellschaft in Weizenmehl begonnen, beschaffte Lebenszeichen eines Totgeglaubten. Aus Weißenfels wird die Gemeinde, um den Bäckermeistern die Aufrechterhaltung ihrer Betriebe berichtet: Große Freude wurde der Ehefrau des Bahnangestellten zu ermöglichen, freies Mehl und verkaufte Weizenmehl, das ander- Schinke und ihren Kindern zu teil. Bereits seit dem Totenfeste war wärts 56-58 m. foftete, mit 47 M. Nach Absah der teuren Vorräte Schinke, der im Osten kämpfte, verschollen und wurde, da alle ging die Gemeinde mit ihrem Preise um 3 M., später nochmals um Ermittelungsversuche erfolglos waren, als gefallen betrauert. Jetzt 1 M. Herunter, so daß sie jetzt 43 M. erhält. Wenn die Verkaufs- traf plöglich eine Karte aus Beresowla am Transbeitalfee( an der Ein Fall von Tollwut. Nach einer Bekanntmachung des Polizei- preise für Backware tros mehrfacher Verhandlungen mit der Bäcker- chinesisch- mongolischen Grenze) ein, wo sich Schinke als Kriegspräsidenten in Lichtenberg ist bei einem Hunde des Schuhmachersinnung bis jetzt eine entsprechende Ermäßigung nicht erfahren haben, gefangener befindet. Er teilt mit, daß es ihm sonst" gut gehe. Eduard Köhler daselbst, Rupprechtstr. 37, die Tollwut festgestellt so sei dies nicht Schuld der Gemeinde, sondern einzig und allein Unfall eines italienischen Truppentransportdampfers. Aus Tanger der Bäckermeister. Von dem Angebot, das benötigte Mehl von der wird gemeldet, daß infolge Nebels in der Meerenge ein italieKleine Nachrichten. Der 6 Jahre alte Sohn Erwin des Eisen- Gemeinde zu beziehen, wollen die Bäckermeister scheinbar keinen Genischer Transportdampfer mit 2000 aum Heere einbahnarbeiters Jandle aus der Schöneweider Str. 23 zu Neukölln brauch machen; sie bezichen dasselbe vielmehr durch die Händler, berufenen Italienern aus Amerika an Bord mit dem griechischen wurde an der Ecke der Kirchhofstraße und des Richardplates bon G.-B. Cohnstädt glaubte die Bäckermeister gegen die Vorwürfe Schiffe sind ernstlich beschädigt. Der italienische Transport eine Verteuerung von 2 M. pro Sad eintritt. Dampfer Agios Giorgos" zusammengestoßen ist. Beide einem Flaschenbierwagen überfahren und so verlegt, daß er bald in Schuh nehmen zu müssen, Genosse Neumann erklärte jedoch diedarauf starb. Der Kutscher jagte zunächst davon, stellte sich aber selben unter Hinweis auf die ergebnislosen Verhandlungen für dampfer ist mit eigner Kraft nach Gibraltar gefahren, das griechische gestern morgen der Neuköllner Polizei. Den Tod im Waffer fand völlig bberechtigt. ber 44 Jahre alte Maler T. aus der Gerichtstr. 8. Er sprang von eilte Gemeindevertreter Nathan mit, daß sich die KriegsBezüglich des Schmalz- und Speckverkaufs Schiff wurde von einem englischen nach Tanger geschleppt. der Kurfürstenbrüde in die Spree und war schon tot, als man ihn fürsorgekommission in Anbetracht der enorm gestiegenen Nachfrage d'Italia" wirft ein Eingesandt den Heereslieferanten vor, die ArWucherische Kriegsgewinne und Arbeiterausbeutung. Im Popolo herauszog. Freitagabend wurde von Schußmännern und Kriminalbeamten die Boltsspeiseanstalt in der Neuen Schönhauser Straße entschloffen habe, den Verkauf neu zu regeln. In Aussicht genommen beiter unmäßig auszunuzen, und besichtigt fie, fich durch die Kriegsgeräumt. Insgesamt 35 Männer mußten den Weg zur Wache an Nach einer inzwischen erschienenen Bekanntmachung erfolgt die Ab- beitern für Militärkleider Sungerlöhne bezahit sei die Ausgabe von Berechtigungskarten, ähnlich den Brotkarten. lieferungen lediglich bereichern zu wollen, während den Ar treten, bon denen sieben als wohnungslos beziehungsweise wurden. In der gabe von Schmalz und Speck vom Montag, den 26. Juli, würden. Die Sucht gewiffenloser Ausbeuter, fich den Strieg nuzWohnung ihrer Schwester mit Gas vergiftet hat sich die ab an den üblichen Verkaufstagen: Dienstags, Freitags und Sonn- bar zu machen und ihre eigenen Taschen zu füllen, fordert, wie man 25 Jahre alte Arbeiterin Berta Feist aus der Gleimstr. 51, die seit abends, und zwar nur noch gegen Ausweiskarten, die im Zimmer 4 fieht, auch in anderen Ländern gerechte Mißbilligung heraus. einiger Zeit beschäftigungslos war und sich seitdem bei ihrer ver- des Rathauses in der Zeit von 8-8 Uhr ausgegeben werden. Heirateten Schwester Frau D. in der Glogauer Str. 23 aufhielt. Ein Opfer des Straßenverkehrs wurde gestern nachmittag die sechs Jahre alte Tochter Gertrud des Kellners Lutscher aus der Carmen Sylvastr. 36. Die Kleine geriet an der Ecke diefer Straße und der Schönhauser Allee unter einen Brotwagen, wurde überfahren und fofort getötet. Aus den Gemeinden. Verkauf von Dauerwaren in Adlershof. Die Charlottenburger Frauenschule. Bum Oftober fell in Charlottenburg die bereits seit Jahren geplante Frauenschule eröffnet werden. Um den Schülern eine für das spätere Leben erforderliche Algemeinbildung zu sichern, wird die Charlottenburger Frauenschule mit ministerieller Genehmigung mit 17 Wochenstunden die folgenden Fächer zu Pflichtfächern machen: Erziehungs- und Seelenfunde, Deutsch, Bürgerkunde, Hauswirtschaft, Kindergarten und Gesundheitslehre. Wahlfrei sind: Schneidern, vier ständig, und mit je zwei Wochenstunden die wissenschaftlichen Fächer aller Gebiete, die in Frage tommen fönnen. Es foll übrigens nicht ausgeschlossen sein, daß besonders Nurse auch für Frauen, die sich fortzubilden wünschen, eingerichtet werden. Mit dem Verkauf der Dauerware soll, wie in der legten Ablers Hofer Gemeindevertretung mitgeteilt wurde, am 27. und 28. Juli in der alten Schule, Bismardstraße, begonnen werden. 8Bunächst sollen 100 Schinken zum Verkauf kommen. Der Vorschlag des Gemeindeborstandes, diese Schinken zu dritteln, rief eine längere Debatte hervor. Genoffe Klodt wendete fich gegen diefes Verfahren, da dann Der fehlende Gemeindefriedhof in Lankwitz. die unbemittelte Bevölkerung, für die doch wohl in erster Linie diese Einrichtung in Frage fomme, leer ausgehen würde. Er empfehle, unsere Genoffin Selma Schmidt unter zahlreicher Beteiligung der Am Freitag ist auf dem Friedhofe der Lankwizer Kirchengemeinde das Angebot der Konsumgenossenschaft, den Schinken aufzuschneiden Leibtragenden zu Grabe getragen worden. Eine Rede konnte am und für Rechnung der Gemeinde zu verkaufen. anzunehmen. Be- Grabe nicht gehalten werden, da der Kirchenvorstand hierzu feine züglich der notwendigen Kontrolle fönnte man Marken einführen. die Genossin Die Gemeindevertretung beschloß, hiervon keinen Gebrauch zu machen, Genehmigung gab. Deswegen wurde ersucht, da durch den Verkauf im Aufschnitt Nachteile durch Gewichtsverlust auf dem kommunalen Friedhof einer Nachbargemeinde beerdigen entstehen würden. Es wurde beschlossen, die einzelnen Schinken zu zu lassen. Das war jedoch nicht möglich, so daß die Beerdigung auf britteln. Der Preis beträgt je nach der Art des Stückes 1,90 bis dem Lankwiger Kirchenfriedhof stattfinden mußte. Der Ehegatte der 2,20 m. pro Pfund. Der Verkauf findet nur an die Inhaber bon laub erhalten, seine franke Frau zu besuchen, fand sie aber nicht mehr Verstorbenen war seit beinahe einem Jahre im Felde; er hatte UrKartoffellarten statt, ohne Rücksicht auf die Anzahl der Familienmitglieder. Alles Nähere wird noch bekannt gemacht. Sodann berichtete der am Leben an. Unter diesen Umständen glaubte man annehmen zu Gemeindevorsteher, daß die Kasse revidiert sei und zu Beanstandungen dürfen, daß die Kirche duldsam genug sei, eine Grabrede zu gestatten. feine Veranlassung geboten habe. Die Gemeindevertreter Kruse und Da das nicht der Fall ist, hält man es für eine Pflicht der poliBetrich ſtellten fest, daß man der Revisionskommission seit über tischen Gemeinde, alsbald einen fommunalen Friedhof einzurichten, einem Jahre teine Gelegenheit gegeben habe, die Stasse au prüfen, damit fünftig auch diejenigen Einwohner, die der Landestirche nicht Sie ersuchten dringend um Abhilfe. Diese wurde vom Gemeinde- angehören, ein würdiges Begräbnis erhalten können. borsteher zugefagt. Genoffe Klodt führte Beschwerde darüber, daß die Schultinder im Freibade nicht mehr wie bisher von 9 bis 2, sondern nur noch von 9 bis 11 Uhr baden dürfen. Er hält diese einseitige Aenderung des Vertrages gerade während der ** Ferien für durchaus unzulässig und ersuchte um Ab- In der letzten Stadtverordneten- Versammlung gelangte ein hilfe, zumal die Gemeindevertretung von dieser Wenderung keine Dringlichkeitsantrag zur Annahme, wonach der Magistrat beKenntnis habe. Ferner müsse er bemängeln, daß die Kästen zur auftragt wurde, beim Verband Groß- Berlin und beim VerbandsAufbewahrung der Kleider jetzt nicht mehr verschließbar seien, so daß ausschuß dahin vorstellig zu werden, daß den geplanten Tarifoftmals die Kleider der Kinder herumliegen müssen. erhöhungen die Zustimmung versagt werde. Spandau gegen die Tariferhöhungen der Großen Berliner Straßenbahn. Für die Anlegung der Rieselfelder in Wansdorf und der dazu erforderlichen Kanalisationsumbauten wurden in einer Vorlage Der Gemeindevorstand antwortete, daß die Verkürzung der Badezeit im Einverständnis mit der Schulbehörde und im Interesse der Sicherheit der Kinder erfolgt sei. Außerdem aber könne man bie Interessen des Pächters nicht ganz außer acht lassen. Der Ge- 3 245 000 m. und für Baugeldzinsen usw. 257 881 M. gefordert. meindevorsteher bedauerte, daß durch eine falsche Information eines Die Stadtverordneten erklärten sich im Prinzip mit der Vorlage Bertreters, die die Vertretung ohne Widerspruch aufgenommen dahin einverstanden, daß die Gesamtsumme von 4 000 000 m. durch habe und die auch in die Presse gelangt fei, über die Gebäckpreise eine Anleihe, die mit 32 bis 42 Proz. verzinst und mit 2 Proz. am Drt irrtümliche Angaben gemacht worden seien. Wenn er auch zu tilgen ist, beschafft wird. Der Uebernahme der Bürgschaft von 1 000 000 m. für ein von einsehe, daß den Berichterstatter teine Schuld treffe, so habe er doch erwartet, daß, nachdem er den bedauerlichen Irrtum bei den dem Städtischen Kreiskraftwerk Spandau aufzunehmendes Darlehen in Frage kommenden Blättern bekanntgegeben, diese entsprechend in derselben Höhe für den Fall, daß der Kreis Osthavelland die aufflärend geantwortet hätten. Genoffe Klodt stellte demgegenüber Rückbürgschaft in Höhe von 500 000 m. übernimmt, wurde zunoch einmal fest, daß der Gemeindevorsteher selbst in diesem Irrtum gestimmt. befangen gewesen sei, was auch von Herrn Kruse bestätigt wurde. Eine Berichtigung au verlangen fet der Vorsteher nicht berechtigt gewesen, da er im Vorwärts" in objektiver Weise über die betreffende Gemeindevertretersigung berichtet habe. Von unseren Genossen wurde die Errichtung eines MietEinigungsamtes geforbert. Dem Kriegsausschuß soll aufgegeben werden, aus seinen Reihen eine borbereitenda Kommission einzufezen. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Gemeindevertretung das Andenken des verstorbenen Gemeindevertreters Bach und des gefallenen Genossen Robert Meil, der verschiedene Gemeinde- Ehrenämter inne hatte, in der üblichen Weise. Dem Vorschlage dem Gemeindevorstandes, den Antrag auf Abgangstellung einer Dienstaufwandsentschädigung in der nichtöffentlichen Sizung zu beraten, wurde, nachdem vergeblich vom Genossen Klobt eine Begründung dieses Vorschlages verlangt wurde, gegen sechs Stimmen stattgegeben. Hierauf wurden die Wahlen der beiden neugewählten Vertreter Mielte und Warnicke für gültig erklärt. Als Schiedsmann für den 1. Bezirk wurde an Stelle des Herrn Suppers der Genossenschaftsbeamte Herr Fanfelow gewählt. In den Kriegsausschuß wurden neu die Herren Mielte und Warnide gewählt; legterer auch in den Verkehrs- und Bauausschuß. Für den Genossen Robert Meil wurde Genosse Ernst Stropp ins Kuratorium für die gewerbliche Fortbildungsschule entsandt. Zeuerungszulagen in Nowawes. Für die Beseitigung des Drehfeilers der alten Lehrter Bahnbrüde, welche schon in nächster Zeit durch Sprengung erfolgen soll, wurden 20 000 m. bewilligt. Der Auswandererdampfer Benalla", der auf hoher See in Brand geraten war, ist nach Durban zurüdgekehrt. Personen sind bei dem Brande nicht zu Schaden gekommen. Das vierundzwanzigfte Kind wurde dem Rüfer Martin Lorenz in Dütt lenheim( Kreis Erstein) geboren. Sämtliche Kinder, zwölf Jungen und zwölf Mädchen, find am Leben. Zwei der Söhne stehen im Feld, und zwei andere werden demnächst militärpflichtig, während die anderen in stufenweiser Reihenfolge bis zum fleinsten Sprößling meistens in Zwischenräumen von einem Jahr geboren find. Parteiveranstaltungen. Schöneberg. Der Bahlverein hält seine regelmäßige Monatsversamm lung am Dienstag, den 27. Juli, abends 9 Uhr, in den Neuen Rathaus. jälen, Martin- Luther- Straße 69 ab. Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht, daß alle Mitglieder erscheinen. Steglit. Die Mitgliederversammlung des Bablvereins findet am trag des Genoffen Ströbel Dienstag, den 27. Juli, 8 Uhr, bei Schellhase, Ahornstraße 15a statt. BorNiederschönhausen- Nordend. Die Mitgliederversammlung des WahlPankow. Dienstag, den 27. Juli, abends 8, Uhr, bei Ebersbach, Berliner Straße 112: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht vereins fällt in diesem Monat aus von der außerordentlichen Kreistonferenz, Drtsangelegenheiten, Berschiedenes. meldet werden. Ferienveranstaltungen. Schöneberg. Kinderserienspiele täglich 1-7 Uhr im schönen Natur garten der Schloßbrauerei Schöneberg. Daran teilnehmende Stinder fönnen in der angegebenen Zeit dort bei der aufsichtführenden Frau Mohs geMariendorf. Dienstag, den 23. Juli. Ausflug nach Blankenfelbe. Abmarsch vormittags 9 Uhr vom Rathaus nach Bahnhof Marienfelde. Für Nachzügler: Abmarsch mittags 1 Uhr vom Rathaus. Mundvorrat und 20 Pf. Fahrgeld für Kinder über 10 Jahre mitzubringen. Freitag, 31. Juli: Spiele im Urwald. Treffpunkt 2 Uhr am Rathaus. Niederschönhausen- Nordend. Dienstag, den 27. Juli, Spielausflug nach Röntgental. Treffpunkt früh 10 Uhr an der Kirche. Gäste willtommen. Nachzügler treffen sich daselbst bei Range, Siemensstraße. Frauen- Leseabende. Montag, den 26. Juli, abends 8%, Uhr: Zweiter Kreis. In folgenden Lotalen: Fröhlich, Blücherftr. 36, Efe grafenstr. 73. Bortrag der Genoffin Burm. Fontane promenade. Vortrag des Genossen Dr. Grumach; Lörisch, Mart. Dritter Kreis. Im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Bortrag des Genossen Dunder. Friedenau. Bei Klabe, Handjergstr.60/ 61. Es wird um Abrechnung der Ferienliſten gebeten. Lankwitz. Bei Gieg!, Ede Seydlik- und Kaifer- Wilhelm- Straße. Oberschöneweide. Bei Pamp, Wilhelminenhofstr. 42. Vortrag des Genossen Schwarzburger über Kriegsfrauenhilfe". Mariendorf. Bei Bensched, Chauffeeftr. 27, Bortrag des Genossen Dr. Meyer über Frauenaufgaben im Striege". Reinickendorf- West. Im Ifigendheim, Wachholderstr. 44. Bortrag des Genossen Emil Lehmann. Dienstag, den 27. Jult, abenb3 8%, Uhr: Nowawes. Bei Hiemie, Wallstr. 55. Einer wichtigen Besprechung Kenntnis genommen wurde von einer Vorlage des Magistrats, wonach leider von der Einrichtung einer Erholungsstätte in Wans- wegen wird vollzähliges Erscheinen erwartet. dorf abgesehen wird und mit Rücksicht auf den Krieg in diesem Jahr nicht noch mehr Kinder zur Erholung fortgeschickt werden sollen. Der gemeinschaftlichen Kommission für die Einrichtung einer Erholungsstätte in Wansdorf wurde die Vorberatung für die Schaffung eines städtischen Erholungsheims übertragen. Aus aller Welt. Empfindliche Strafe für Kartoffelwucher. Mittwoch, den 28. Juli, abends 8%, Uhr: Waidmannslust. Im Bergschloß". Bortrag der Genosfin Toni Breitscheid über„ Sozialismus und der Krieg". Fünfter Kreis. Der Leseabend der Abteilungen 1 unb la fällt im Juliaus. Lichtenberg. Der Lejeabend für Juli fållt aus. Weißensee. Mittwoch, den 28. Juli, findet ein Ausflug na Grünau statt. Trefpuntt vormittags 8 Uhr auf dem Vorortbahnsteig Alexanderplatz. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Todes- Anzeigen Als Opfer des Beltkrieges fiel am 15. Juli bei einem Sturmangriff unser Bertrauensmann, der Dreher 292 Otto Steingräber. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Kollegen der N. A. G. Oberschöneweide. Wegen Ueberschreitung der Höchstpreise für Kartoffeln ist bom Landgericht Halberstadt am 19. Mai der Kaufmann Paul Höpfner Wetteraussichten für bas mittlere Norddeutschland bis in Bleckendorf zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Am Montagmittag. Mäßig warm und ziemlich schwüll. Seitweise aufflarend, 20. November 1914 hat der Angeklagte beim Polizeiamt in Bleden- aber sehr veränderlich und an den meisten Orten Gewitterregen. dorf sein Gewerbe für Kartoffelhandel angemeldet. Mit dem Kaufmann Körner in Magdeburg, der schon vor dem 2. August 1914 den Kartoffelhandel betreibt, will er sich in der Weise zum Betriebe eines Mitteldeutschen Handelskontors" zusammenge schlossen haben, daß K. sein Recht, als Kartoffelhändler zu gelten, in die Genossenschaft einbrachte und als Entgelt einen Pfennig für Die Unterbeamten und Arbeiter der Gemeinde hatten an diese jeden verkauften Zentner erhielt, während der Angeklagte im bor einiger Zeit das Ersuchen gestellt, ihnen in Anbetracht der enorm übrigen das Geschäft selbständig und auf eigene Rechnung betrieb. gestiegenen Lebensmittelpreise eine Teuerungszulage zu gewähren, Durch diesen Vertrag, den das Gericht als Scheinvertrag ange Nachdem die Finanzkommission die Wünsche geprüft und als berechtigt sehen hat, soll der Angeklagte sich das Recht, höhere Preise zu for- Dem Andenken unserer Kollegen! anerkannt hatte, beschloß die Gemeindevertretung in ihrer lezten bern, erschlichen haben, welche die Bundesratsverordnung vom Sigung, dem Erfuchen stattzugeben. Die Zulagen sind für die 25. Februar nur denjenigen Kartoffelhändlern einräumt, die ihr Dauer des Krieges vorgesehen und sollen betragen für Beamte und Gewerbe bereits vor dem 2. August 1914 betrieben haben. Die Arbeiter mit Ausnahme der Papiersammler monatlich( vom dem Angeklagten zur Last gelegte Tat bestand darin, daß er der 1. Juni 1915 ab geltend) 3 M., für die Ehefrauen ebenfalls 3 M. Stadt Siegburg, die durch Vermittelung eines gewissen W. einen und für jedes Kind 1,50 M., fofern das in Frage kommende Ein- größeren Posten Kartoffeln, und zwar die Sorte Industria" bei tommen bon 2000 M. jährlich jährlich nicht erreicht wird. ihm bestellt hatte, später, als er die Lieferung bewirkte, einen um Die Droschtenbefizer glauben bei den bisherigen Fahrpreisen auch 1,75 M. höheren Preis als den Höchstpreis verlangte. Da es sich, nicht mehr bestehen zu fönnen, fie beantragen daher bei den Amts- wie es in den Urteilsgründen heißt, um eine ganz grobe Ausausschüssen son Klein- Glienide und Nowawes eine Herauffeßung nuzung der Notlage einer Stadtgemeinde handelt, der Angeklagte der Tarifpreise. Da der Amtsausschuß von Klein- Glienicke dieser auch bereits wegen Betrugs vorbestraft ist, so hielt das Gericht eine Forderung entsprochen und mit der Genehmigung zur Anwendung Strafe von 3 Monaten Gefängnis für angebracht. Seine Revision ber Tage III während der Kriegsdauer die Fahrpreise ums Doppelte wurde am Freitag vom Reichsgericht verworfen. erhöht hat, stimmte auch unsere Vertretung dem Antrage zu, jedoch mit der Einschränkung: soweit nach Tarameter gefahren wird". Genosse Demer stellte die Anfrage, ob die Gemeinde gegen die Preistreibereien beim Verkauf von Badwaren nichts unternehmen könne. Während ports aus Deutschland zurückkehrender französischer Sanitätssoldaten man früher, so führte er aus, 150 Gramm Weizenbrot für 10 Pf. in den Lyoner Bahnhof ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Die erhielt, würden jegt, trotz der vom Bundesrat angeordneten Preis- Heimkehrenden warfen französischen Soldaten auf einem herabfegung für Mehl um 3 M., 12 Pf. verlangt, was eine Steige- Egeraierplag Bigaretten zu, die jedoch auf das Nebengleis der Bahn Bom Eilzug überfahren. Kurz vor der Einfahrt eines TransAls Opfer des Weltkrieges haben wir folgende Kollegen zu beklagen: Robert Dommisch Blankenfelde, 21 Jahre, Alfred Melich Neukölln, 18 Jahre, Gustav Achilles Mariendorf, 25 Jahre, Paul Schneider Berlin, 28 Jahre. Ehre ihrem Andenken! Die Kollegen u. Kolleginnen der Firma R. Stock u. Co., Berlin Marienfelde. Arbeiter- Sportvereinigung Neukölln. Am 22. Juli verstarb umfer 1. Borsigenber Fritz Fiebig. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 26. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus ftatt. 722 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Köpenicker Viertel. Bez. 193 II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gastwirt Adolf Mende Faldensteinstr. 33 gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes, Hermannitraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentralverband der Asphalteure Deutschlands. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser treuer Kollege und Mitglied des Hauptvorstandes Paul Werner auf dem Schlachtfelde den Heldentod fand. Ehre seinem Andenken! 283/15 Die Ortsverwaltung Deutscher Metallarheiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Emil Weiß Fehmarnstr 4, am 20. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Nachruf. Den Kollegen ferner zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Friedrich Schmidt Lichtenberg, Goethestraße 8, am 14. Juli gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 116/8 Die Ortsverwaltung. Freie Turnerschaft Spandan. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 15. Juli einer unserer Besten, der Turngenoffe Richard Schubert. Ehre seinem Andenken! 183/7 Der Vorstand. Deutscher ode Transportarbeiter Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Arbeiter Wilhelm Schlöricke von der Firma Schwarz u. Fröhlich, Baldemarstraße 55, am 22. Juli im Alter von 48 Jahren ver storben ist. Ehre seinem Andenken! 65/15 Die Bezirksverwaltung. Männer- Gesangverein ,, Heimatklänge", Köpenick. Ein Opfer des Weltkrieges wurde unser langjähriger, treuer Sangesöruder, der Wehrmann Otto Justa. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. 59/16 Etumm schläft der Sänger! Nach langer, schrecklicher Ungewißheit befamen wir jetzt die traurige Nachricht, daß mein lieber, unvergeßlicher Mann, der Bater meines Kindes, unser lieber, guter Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Onkel, der Wehrmann Max Wichert ( Erf.- Bat. Inf. Reg. 45, 3. Romp.) im 31. Lebensjahre seinen am 20. August 1914 erhaltenen Bunden erlegen ist. 20706 In tiefstem Schmerz Gertrud Wichert geb.Voigt nebst Söhnchen Max Familie Wichert, Familie Voigt. Du warst so gut, Du ſtarbst zu früh, Wer Dich gefannt, vergißt Dich nic! Hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser Herzensguter Vater und Schwiegerbater, der Restaurateur Adolf Mende ( Faldensteinstr. 33) nach schwerem Leiden am 23. Juli sanft entschlafen ist. am Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. Juli, nach: mittags 5 Uhr, von der Halle des alten Thomas Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. I Verband der Lithographen, Steindrucker u. verwandten Berufe ( Deutscher Senefelder- Bund). Berlin. Chemigraphen. Nachruf. Unseren Mitgliedern die überaus traurige Nachricht, daß wieder zwei Kollegen als Opfer des Weltfrieges zu verzeichnen sind, und zwar: 108/11 Reinhold Herrmann Aeger, gefallen am 26. Juni, Michael Wutz Kopierer, verstorben Mitte Juli. Ein ehrendes Andenken werden wir beiden Kollegen bewahren. Die Verwaltung Berlin II. Als Opfer dieses unglückseligen Strieges starb am 9. Juli im Kriegslazarett an einer am 7. Juli erhaltenen Verwundung mein einziger, herzensguter Sohn, der Mustetier 92A Heinrich Nest Ref. Inf. Regt. Nr. 12, 9. Komp. im 21. Lebensjahre. Dies zeigt schmerzerfüllt an im Namen aller Berwandten Emma Nest. Es ist ein schmerzlich bitt'res Leiden, Auf nimmer, nimmer Wiederseh'n. Ach, unter allen Erdenleiden Rann tiefer feins zu Herzen geh'n. Geflossen ist Dein junges Blut Für mich zu früh, Du warst so gut. Dir, Teurer, war das Leben furz bemessen, D, nimmer, nimmer werd' ich Dein vergessen. Ruhe sanft im Heldengrab. Als Opfer des Weltkrieges er= lag seiner schweren Verwundung am 12. Juni im Feldlazarett unser lieber Sohn und Bruder Ernst Hedel im blühenden Alter von 23 Jahren und am 7. Juli fiel unser lieber Sohn, der Wehrmann Karl Hedel im Alter von 37 Jahren. In tiefem Schmerz Eltern und Geschwister 100A August und Luise Hedel als Eltern, Emil, Klara, Otto, Mag als Geschwister, Emma Buchwald als Braut. Wenn Liebe könnte Wunder tun und Tränen Euch erweden, dann würde nicht in Feindesland Euch fühle Erde decken. Nuhet sanft so weit von Euren Lieben. am Fern von seinen Lieben fiel als Opfer des Weltkrieges 30. Juni durch Stopfschuß mein lieber Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Dniel, der Grenadier 20345 Willi Rolf im 25. Lebensjahre. In tiefstem Schmerz Witwe 2. Rolf als Mutter. Jda Seele geb. Rolf als Schwester. Ernst Seele als Schwager. Else Berndt geb. Rolf als Schwester. Reinhold Berndt als Schwager. Willi, Kurt und Erna, seine Lieblinge. Berlin, Müncheberger Str. 29. Nun ist's vorbei, es kann nicht mehr gescheh'n, Wie Du uns immer schriebst: Auf frohes Wiederseh'n. So schlaf denn wohl, Du lieber Sohn. Du starbst so jung, Du starbst so früh, Bergessen werden wir Dich nie. Schlaf wohl, Du liebes Bruderherz. Du hast jezt Frieden, wir den Schmerz. Auf dem Schlachtfelde fiel am 10. Juli durch Kopfschuß unser unvergeßlicher Sohn, der Reservist Georg Riecks 20515 im 29. Lebensjahre. In tiefer Trauer August Riecks nebst Frau Alles Hoffen war bergebens, Es gibt kein Wiederseh'n. Als Opfer des Weltkrieges starb am 13. Juli auf dem Schlachtfelde beim Verbinden seines schwer verwundeten Kameraden durch Herzschuß unser guter, braver Sohn Ernst Klapschus im blühenden Alter von 25 Jahren. Dies zeigen tiesbetrübt an Familie Klapschus( Böttcher) zurzeit im Felde Otto Franz Bruno Hermann als Brüder Martha als Schwestern Frida Fritz Hirsch 22/5 Max Weinschenk} als Schwieger söhne. Ruhe sanft in fremder Erde 1 Nach einjähriger Dauer des Weltkrieges fielen als Opfer desselben unsere Kollegen Paul Tamm, Juduſtriearbeiter Industrie5 54A Emil Kossatz, Monteur Bernhard Bork, Seizer Max Meyer, Industriearbeiter Fritz Paul, Industriearbeiter Peter Wachowiak, arbeiter Ernst Matting, Mechaniker Richard Vogel, Mechaniker Theophil Michalski, arbiter Max Kroll, mechaniker Georg Gössel, ehaniter Alfred Köhler, Industriearbeiter Alfred Kliche, Metallarbeiter MetallWir werden ihr Andenken stets in Ehren halten! Die Kollegen und Kolleginnen der Firma Charlottenburg. E. Zwietusch& Co., Salzufer 7. Deutscher Transportarbeiter- Verband Bezirk Groß- Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Robert Beiser, Bierfahrer Georg Bütow, Industriearbeiter Wilhelm Dräger, Geschäftskutſcher Otto Dunz, Kohlenarbeiter Franz Ebel, Silfsarbeiter Louis Heinemann, Rraftwagenführer Max Hinrichsen, Braneriarbeiter Otto Huwe, Bierfahrer Hermann Ketzschau, Geschäftsdiener Ernst Klapschus, Geschäftsdiener Wilhelm Lange, Juduftriearbeiter Heinrich Ruske, Geschäftsbiener Richard Schulz, Fahrstuhlführer Erich Stahn, Kraftwagenführer Johann Waniczek, Geschäftsdiener Hermann Wegener, Sandtuchfahrer Emil Wiemer, Geschäftsdiener 65/16 Ehre ihrem Andenten! baino Die Bezirksverwaltung. Zentralverband der Zimmerer Deutschlands Zahlstelle Berlin und Umgegend. Den Berufsgenossen zur Nachricht, daß folgende Mitglieder im Felde gefallen sind: Richard Höhne, Bezirk 12 Franz Rinza, Bezirk 21 Alfred Schleiẞing, Bezirk 15 пельт 254/10 Ehre ihrem Andenken! Der Vorstand. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands Zahlstelle Groß- Berlin. Gefallen find folgende Mitglieder: Emil Krüger, Bezirk Often. Wilhelm Feller, Bezirk Adlershof. Wilhelm Zeise, Bezirk Oberschöneweide. 55/16 Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Auf dem Striegsschauplake fiel am 15. Juli d. J. bei einem Sturmangriff infolge eines KopfSchuffes mein inniggeliebter, unvergeßlicher Mann, der treuforgende Bater seiner beiden Kinder, Bruder, Schwager und Onkel, der Unteroffizier 922 Otto Steingräber im 38. Lebensjahre. Die ticftrauernde Gattin nebst indern und Angehörigen. So schmerzlich war für uns Dein Scheiden, So bitter Dein zu früher Tod. Du bist befreit van allen Leiden, Befreit von aller Erdennot. Du warst so gut, Du starbst zu früth. Wer Dich gekannt, vergist Dich nie. Leicht sei ihm die fremde Erde! Als Opfer des Welthieges fiel fern von seinen Lieben am 25. Juni bei einem Sturmangriff durch Kopfschuß unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Ontel, der Ersazreservist Max Töter im blühenden Alter von 26 Jahren. Die tiefbetrübten Eltern und Geschwister. So schlaf denn wohl, Du braver Sohn, Du starbst so jung, Du starbst so früh, Bergessen werden wir Dich nie. Schlaf wohl, Du liebes Bruderherz, Dn haft jezt Frieden, wir den , wir Schmerz. 20615 Berlin- Wittenau, im Juli 1915. Arbeiter- Athletenband Deutschl. Am 22. Juli verstarb im Bulower Krankenhause unser langjähriges Mitglied Fritz Fiebig. Sein follegiales Weien, sein Streben für unseren Bund, wird uns allen unvergeßlich bleiben. Die Beerdigung findet morgen Montag, den 26. Juli, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neutŏüner Fried. hofe, Mariendorfer Weg, statt. Um rege Beteiligung der Bundesfollegen ersucht Der Vorstand. Als unser zweites Dpfer des Weltkrieges fiel am 7. Juli unser lieber, girter Sohn, der Landsturmmann Max Hinrichsen. Dies zeigen tiefbetrübt an seine Eltern Rudolf und Emilie Hinrichsen. Stargarder Str. 3a. Seine Brüder zurzeit im Felde Ernst nebst Braut, Karl nebit Frau. Seine Schwester Emma mit Familie Seine Schwägerin Ida Hinrichsen nebst Kindern. Mit des Bruders Trauerbotschaft zogst Du in's Feld, Nun bist auch Du, so jung, durch die Kugel gefällt. Nicht der heißersehntellrlaub brachte Dich einmal zurüd, Darin haben alte Eltern wohl selten Glück. Nichts heilt die Wunde, nichts den bitteren Schmerz, Die Kugel; die Dich traf, ging auch uns ins Herz. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn Willi Zwick 83A im blühenden Alter von 23 Jahren 8 Monaten in den Kämpfen am 26. Juni von einem Granatsplitter getroffen und am 27. Juni einem Felblazarett ber storben ist. in In tiefem Schmerz die trauernden Hinterbliebenen Karl Zwick 1. Frau als Eltern. Martha Zwick geb. Perlwitz als Frau. Willi Gildemeiser und Frau geb. Zwick. Walter Sprick u. Frau geb. Zwick. Franz Zwick, Bruder. SI. Werni Gildemeister, effe. Wilhelm Perlwitz und Frau, Schwiegereltern. Grete und Willi Perlwitz, Schwager und Schwägerin. Rub' sanft in fühler Erde, Du treu geliebtes Herz, Borbei ist all Dein Hoffen, Doch groß ist unser Schmerz. Am 5. Mai starb den Heldentod fürs Vaterland der Unteroffizier Johann Kloẞ im Alter von 37 Jahren. In tiefer Trauer 96A Witwe Marie Kloẞ und Kinder. Johannisthal; Friedrichstr. 37. Die Freude Deiner Wiederkehr War nicht vergönnt den Deinen Und mögen sie auch noch so sehr Ihr Liebstes nun beweinen. Nun ruhe fanft in Deinem Grab, Befreit von allen Schmerzen, Die Liebe, die Dich hier umgab, Lebt fort in unserm Herzen. Ihm der Friede, 610 Uns der Schmerz. Als ein Opfer dieses furchtbaren Weltkrieges fiel infolge Kopfschuß am 2. Juli nach 1½½jähriger, glücklicher Ehe mein lieber Mann, unser herzensguter Sohn, Bruder. Schwiegerssh, Schwager und Ontel, der Erjagreservist Hans Rutkowski im 27. Rebensjahie. Dies zeigen an im tiefsten Schmerz Herta Rutkowski geb. Krüger. J. Rutkowski u. Frau als Eltern. Paul Rutkowski, zurzeit im Felde als Bruder. Martha Rutkowski als Schwester Karl Krüger und Frau als Schwiegereltern Bruno Krüger, zurzeit im Felde und Frau. OswaldHerzog, zurzeit im Felde, und Frau geb. Strüger. Hans Krüger, zurzeit im Felde, und Frau. Willi and Gustav Krüger als Schwager und Schwägerin. Klara Herzog als Nichte. Werner Krüger als Neffe. In der Blüte der Jahre, in der Fülle der Kraft Hat dich die feindliche Kugel dahingerafft. Du sanfft dahin wie Rosen sinken, Wenn sie in voller Blüte stehn, Und beige, bitt're Tränen fließen. Weil wir uns nicht mehr wiedersehn. Dir die Ruhe uns der Schmerz. Berlin- Pankov, 25. Juli 1915. Ats Opfer des Weltkrieges fiel am 15. Juli unser treuer Freund Alwin Röhrig. Jm tiefen Schmerz Familie Haschke. 54A Am 15. Juni verstarb im Lazarett zu Kaiserslautern an seinen erhaltenen Verlegungen unser lieber Kollege Walter Hirt im Alter von 27 Jahren. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Kolleginnen und Kollegen der Werkstätt Herrmann Hoffmann, Gebaftianstr. 37/38. 20536 Als Opfer des Weltfrieges sta: b am 20. Juni mein inniggeliebter, herzensguter Mann, Sohn, Schwiegersohn, Bauder, Schwager, Dntel, Reffe und Better, dei Füfilier Erwin Letzner im 27. Lebensjahre. 83A In tiefstem Schmerz Gertrud Letzner, als Frau, geb. Raschke, nebst Angehörigen. In Feindesland Dein treues Auge brach, Dein gutes Herz tat seinen legten Schlag; Zum fernen Grab schweift tränend unser Bid, In weher Klage um's verlor'ne Glück. Schlaf wohl, Du gutes Herz. Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Es ist ein schmerzlich bitt'res Leiden, Auf nimmer, nimmer Wiedersehn! Ach, unter allen Erdenleiden Stamm tiefer feins zu Herzen gehn. Nicht einmal in die Augen bliden, Die mich so lieb stets angeschaut, Nicht einmal innig an mich drüden Das Liebste,' dem ich jest vertraut. Wir wollten beide glücklich werden, Doch grausam griff das Schicksal ein, Nahm mir mein Liebstes auf der Erden, Und läßt mich hier im Schmerz allein. Kein Fleh'n und fein Weinen gibt Dich mir zurüd. Berloren ist das Beste, was ich hatte; Vorbei ist Liebe, Hoffnung, Glück! Sein Wunsch war nur ein Wiedersegn! Als Opfer des Weltkrieges fiel am 13. Juli bei einem Sturmangriff infolge Brustschusses unser unvergeßlicher Jugendfreund, der Theaterdirektor Eugen Maue aus Neukölln, im blühenden Alter von 34 Jahren. 49A In aufrichtiger, treuer Freund schaft Robert Finke Berlin, Goßlerstraße 19. Emil Manze, Neukölln, Kaiser- Friedrich- Str.111. Run ist's vorbei, es fann nicht mehr gescheh'n, Wie Du so oft uns schrieb: Auf bald'ges, frohes Wiederseh'n! Am 23. Juli verschied nach Пeber schwerem Leiden unser Kollege, der Buchdruckerinvalide Ernst Wiese geb. 28. Juni 1833 in Stettin. Seine frühere langjährige Tätig feit in unserem Streise sowie sei tollegiales Besen sichern ihm ein daugndes ehrendes Andenken. Berlin, 24. Juli 1915. 20625 Die Kollegen. der Norddeutschen Buchdruckerei. Die Beerdigung indet am Montag, den 26. Juli, nachmittags 4 Uhr, auf dem Heilig- KreuzStirchhof, Mariendorf, statt. Dem Andenken unserer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Genoffen! Am 30. Juni fiel der Stodarbeiter Willi Rolf Müncheberger Str. 29, Bezirk 306. Am 4. Juni fiel der Tischler Joseph Gründler Wilhelm- Stolzestr. 15, Bezirk 391 I. Am 7. Jult fiel unser Bezirksführer, der Tischler Fritz Grantz Werneuchener Str. 14, Bezirk 397. Am 6. Mai fiel der Stempelseter Erich Hartmann Holzmarktstr. 37, Bezirk 288. Am 7. Juli fiel der Schlosser Georg Heldt Richard Keil Am 3. Juli fiel der Schriftseger Boigtstr. 19, Bezirk 367 II. Reichenberger Str. 89, Bezirk 207 II. erliner 213/12 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Am 9. Mai fiel im Felde der Hausdiener Georg Eisermann Stromstr. 6, 13. Abt. Bezirk 680. Jm Lazarett verstarb am 9. Juli an seinen im Felde erhaltenen Bunden der Handlungsgehilfe Heinrich Nest Bellermannftr. 8-10, 18. Abt. Bezirk 818. Am 7. Juli fiel in den Kämpfen Max Hinrichsen Stargarder Str. 3 a, 7. Abt. Bezirk 538. Am 15. Juli fiel bei einem Sturmangriff durch Kopfschuß der Schloffer Otto Steingräber Bankstr. 68, 17. Abt. Bezirk 808. Am 24. Januar verstarb infolge des Krieges eingetretener Kran theit der Handlungsgehilfe 226/16 Max Bertram Marstr. 23, 20. Abt. Bezirk 795a. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Bieber find uns brave Genossen entrissen; als Dpfer des Weltfrieges fielen: 251/4 Max Kroll. Gustav Normann. Max Hennig. Richard Behrend. Adrian Keitel. Alfred Scheffel. ( 3. Gruppe.) Martin Wolf. ( 7. Gruppe.) Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. 238/9 Tischler Am 3. Juli im Felde gefallen der Tischler Otto Schönherrima Thomasstr. 29. 17. Bezirk. Um 3. Juli im Felde gefallen der Schriftfeher Robert Winzer Juliusstr. 58. 13. Bezirk. 198 Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Am 5. Juli fiel bei einem Sturmangriff unser Genoffe, der Unteroffizier Fritz Ruttke. 19199 Sozialdemokrat. Wahlverein Friedenau. 195/14 Gefallen ist unser Genosse, der Arbeiter Otto Gusta. Gefallen ist unser braver Genosse, der Maurer 195/13 erein Frieder Paul Scheibner.co T Sozialdemokrat. Wahlverein Köpenick. okrat. Wa Am 13. Juli fiel unser Genosse, der Porzellandreher Karl Möhrbach. 195/15 Sozialdemokrat. Wahlverein Teltow. beril IA Am 28. April fiel Genoffel Karl Bünemann Kaiser- Friedrich- Str. 69. Setmen Bunden erlegen ist Genosse 244/17 13/12 Gruppe 11 Franz Morawsky w Kaiser- Friedrich- Str. 7. Gruppe 11. Sozialdemokr. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Pankow. Am 3. März gefallen der Genosse Oskar Finger Barbier, 39 Jahre alt, Kronprinzenstr. 29. Gruppe 46. Am 10. Juli gefallen der Genosse Reinhold Leber Bigarrenarbeiter, 30 Jahre alt, Bödlinstr. 10. Gruppe 51. Am 28. Juni fiel unser Genosse Fritz Stache Scharnweberstr. 12. 33. Gruppe. Am 13. Jult fiel Genosse Max Braun Interoffizier in einem Landwehr- Inf. Regiment Lenbachstr. 22. Gruppe 53. Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Lichtenberg. Als Opfer des Welt frieges fiel am C. Juli unser Genoffe 244/18 Paul Sperlich. Soziald. Wahlverein Niederbarnim, Bez. Reinickendorf- Ost. Auf dem Schlachtfelde fiel unser Genoffe Cäsar Wiedemann. Sozialdemokr. Kreiswahlverein Niederbarnim. Bezirk Friedrichshagen. Deutsch.Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Es starben folgende Mitglieder im Felde: Paul Albrecht, Metallarbeiter, geb. 6. 3. 1895 in Berlin. Karl Dolch, Schlosser, geb. 28. 2. 1894 in Mannheim. Max Töter, Schmied, geb. 19. 11. 1889 in Berlin. Otto Vogel, Mechaniker geb. 4. 7. 1887 in Leipzig. Willi Pohl, Dreher, geb. 17. 9. 1884 in Berlin. Paul Sperlich, Schloffer, geb. 10. 3. 1884 in Steinau. Alfred Vogel, Dreher, geb. 1. 8. 1885 in Altweistrik. Otto Steingräber, Dreher, geb. 21. 9. 1877 in Räsemart. Wilh. Bode, Hobler, geb. 7. 10. 1886 in Braunschweig. Franz Jessa, Schleifer, geb. 23. 9. 1884 in Berlin. Wilhelm Klein, Kernmacher, lim3 geb. 11. 8. 1889 in Elbing. Georg Heldt, Schlosser, geb. 28. 7. 1894 in Berlin. Hermann Kietcke, beffer, geb. 21. 5. 1891 in Berlin. Wilhelm Schilling, Dreher, Jabe geb. 27, 1. 1892 in Berlin. Otto Herrmann, Nieter, geb. 9. 12. 1890 in Grabow. 116/19 Hans Lenz, Werkzeugmacher, geb. 12. 10. 1894 in Berlin. Hermann Harder, Rohrleger, geb. 31. 12. 1879 in Berlin. Alfred Stein, Schmied, geb. 4. 1. 1884 in Tucheband. Willi Koth, Maschinenarbeiter, geb. 1. 9. 1893 in Berlin. Karl Bode, Schloffer, geb. 9. 7. 1879 in Remnade. Herm. Ringel, Metallarbeiter, geb. 29. 5. 1887 in Berlin. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Turnverein Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen sind folgende Mitglieder: Fritz Grantz, Tischler, 26 Jahre alt. Josef Gründler, fler, 35 Jahre alt, Paul Hennig, Klavierarbeiter, 26 Jahre alt. Franz Kamradt, ifler, 20 Jahre alt. Hans Krenz, Klavierarbeiter, 25 Jahre alt. Friedrich Neubert, Tiler, 22 Jahre alt. Willi Rolf, todarbeiter, 25 Jahre alt. Otto Schönherr, fler, 42 Jahre alt. Max Schäfer, Maschinenarbeiter, 38 Jahre alt. Max Scholz, Tischler, 29 Jahre alt. 25/17 Ehre ihrem Andenten! Die Ortsverwaltung. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen auf dem Schlachtfelde gefallen sind: Max Altmann, Zentral- Magazin Karl Richtsteig, Deffentl. Beleuchtung Paul Winkel, Straßenreinigung Max Schmalz, Schöneberg Die Beerdigung des Kollegen Schmalz findet am Montag, den 26. Juli, nachm. 3 Uhr, auf dem Garnisontirchhof in der Hasenheide statt. 35/1 Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Die Ortsverwaltung. Turnverein Fichte Berlin Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes. Im Kampfe fürs Vaterland schieden folgende Turngenossen aus unseren Reihen: lim3 Konrad Burchert, 3. Männer- Abt., am 24. Mai, Max Hüfner, 3. Männer- Abt., am 18. Junt, Ernst Casper, 4. Männer- Abt., am 14. Junt, Paul Eichstädt, 4. Männer- Abt., als Dberjäger am 27. April, Willi Godau, 8. Männer- Abt., als Grenadier am 2. Mai, Otto Winkler, 10. Männer- Abt., als Mustetter am 18. Mai, Bruno Uhlemann, 10. Männer- Abt., als Füfilter am 21. Mai, Paul Schröder, 16. Männer- Abt., als Behrmann am 30. Mai. Ehre ihrem Andenken! 184/18 Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Dem Andenken unserer auf dem Kriegsschauplak gefallenen Kollegen! Am 15. Juni fiel der Herrenmaßschneider, Kollege Hermann Oestreich im 38. Lebensjahre. Ferner fiel am 3. Juni der Herrenmaßschneider, Kollege August Schulze ima im 36. Lebensjahre, sowie am 15. Juli im Lazarett Kaiserslautern der Kostümschneider, Stollege Walter Hirt im 28. Lebensjahre. W Die Ortsverwaltung. Im blühenden Alter von 26 Jahren verschied heute nachmittag um 5 Uhr nach kurzem, aber schwerem Stampfe ganz unerwartet unsere liebe Nichte, meine innigstgeliebte Braut Margarete Opfermann. Sie war unser Ein und Alles. Wir werden ihrer stets in Liebe gedenken. Dies zeigen tiefbewegt an Alwin Opfermann und Frau. Edgar Brendler. Berlin- Lichtenberg, Berlin- Wilmersdorf,) den 22. Juli 1915. Die Beerdigung findet am Montag, den 26. d. M., nachm. 3 Uhr, von der Halle des Friedhofes der Kaiser Friedrich- GedächtnisGemeinde in Plößensee, Seestraße, aus statt. Fern von der Heimat und 60/3 Für die mir beim Ableben meiner lieben Frau seinen Lieben starb am 6. Juli Selma Schmidt den Heldentod unser innigitgeliebter Sohn und herzensguter Bruder, Schwager, Cousin und Onkel, der Musketier Alfred Reisener im 21. Lebensjahre. 103 Die trauernden Eltern und Geschwister. Max Schröder als Schwager, 3. 3. im Felde. Ida Riesener als Schwägerin. So schlaf denn wohl, Du braver Sohn, Du starbst so jung, Du starbst so früh, Vergessen werden wir Dich nie. Schlaf wohl, Du liebes Bruderherz, Du hast jetzt Frieden, wir den Schmerz. Nur mer ihn gekannt, weiß, warum wir weinen. 6A Als Opfer des Krieges fiel am 6. Juni unser lieber Sohn, Bruder und Bräutigam Cäsar Wiedemann. Dies zeigen tiefbetrübt an Familie R. Wiedemann. Lieschen Neblick als Braut. Friedrichshagen.[ 101] Berlin. von so vielen Freunden und Betannten, von den Kollegen und Kolleginnen der Reparaturwerkstätte Mercedes, den Kolleginnen der Titania Mir u. Genest, sowie den Wahlvereinen Lantwit und Marienfelde zuteil gewordenen Beweise ihrer Anteilnahme spreche ich allen meinen herzlichsten Dank aus. Lankwiz, den 24. Juli 1915. 2060b Rudolf Schmidt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage hiermit allen Verwandten, Kollegen und Bekannten sowie dem Herrn Chef der Firma Felix Fränkel meinen herzlichen Dant. 2A4 Paul Herzberg Tempelhof, Gottlieb Dunkel- Straße 59. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau und guten Mutter sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten unseren herzinnigen Dant. 370 Ferdinand Neu nebst Tochter. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inferatenteil berantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u.Berlag: Borwärts Buchdruderei u, Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.