Nr. 206.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerande: Bierteljährl. 8,30 MI, monatl. 1,10 RL wöchentlich 25 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bia. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland Mart pro Monat. Postabonnements rehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweis Ericheint täglich. für Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinss und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes meitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inseraie für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 151 90-151 97. Mittwoch, den 28. Juli 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moriųplag, Nr. 151 90-151 97. Ruffischer Offensivversuch am Narew gescheitert Gestlicher Kriegsschauplatz. Der russische Generalstabsbericht. Petersburg, 27. Juli.( W. T. B.) Der Generalstab des des Generalissimus teilt mit: In der Richtung von Tukkum gegen Schloc wurde die am 24. Juli begonnene Offensive des Feindes mit Hilfe des Artilleriefeuers der Kriegsschiffe zurückgewiesen. Zwischen Dvina und Njemen näherte sich der Feind am 25. Juli der Front Ponevjesh- Cheidany. Bei den Vorwerken südwestlich von Kowno find Kämpfe im Gange. An der Narewfront sett der Feind erfolglos seine Angriffe am Pissaflusse bei dem Dorfe Servatfi fort. Südlich von Rozan drängten wir die Deutschen, die den Narew überschritten, nach einem hartnäckigen Zusammenstoß in einen Winkel an der Mündung des Flusses bis zum Dorf Olschafi zurück. Südöstlich von Pultust wurden feindliche Angriffe am Prut abgeschlagen. An den Außenwerken von Nowo Georgiewsk entspannen sich kleine Kämpfe. Am linken Weichselufer dauern die Kämpfe des Feindes gegen die Außenwerke von Iwangorod fort; sie wurden mit Erfolg zurückgewiesen. Zwischen Weichsel und Wieprz Artilleriekampf. Zwischen Wieprz und Bug dauert die Schlacht mit großer Heftigkeit fort. Am 25. Juli unternahm der Feind an der ganzen Front Angriffe mit Ausnahme der Gegend in der unmittelbaren Nachbarschaft des Wieprz. Im Norden von Grubeschow ergriff der Feind die Offensive mit großer Energie und bedeutenden Streitkräften. Nichtsdestoweniger schlugen unsere Truppen fast alle feindlichen Angriffe ab und unternahmen gelungene Gegenangriffe. Mit Ausnahme einiger Dörfer, die von einer Hand in die andere übergehen, blieb die Front unverändert. Am Bug, der Zlota- Ripa und dem Dnjestr keinerlei Gefecht. B Luftkampf mit einem russischen Riesenflugzeug. " Petersburg, 26. Juli.( W. T. B.)" Rjetsch" meldet: In militärischen Kreisen wird über einen Kampf des russischen Riesenflugzeuges Ilja Murome 13" mit drei deutschen Flugzeugen das folgende berichtet: Das russische Flugzeug war infolge von Zufälligkeiten verhindert, seine Bewaffnung anzuwenden, und wurde deshalb von den deutschen Fliegern außer ordentlich stark beschossen. Es erhielt sechzehn Treffer in den Benzinbehälter und unzählige Löcher in andere Teile. Trotzdem hielt es sich eine halbe Stunde in der Luft, mußte aber dann niedergehen Der Führer Leutnant Baschkow hatte zwei Verwundungen. Westlicher Kriegsschauplah. Der französische Tagesbericht. Paris, 26. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Kriegs. bericht von heute nachmittag. Im Laufe der Nacht fanden nur Artilleriekämpfe zwischen Air- Noulettes und Souchez und im Gebiet von Soissons statt. Im Walde von Ailly Kampf mit Handgranaten von Schüßengraben zu Schützengraben. Am Hartmannsweilerkopf Beschießung. Unsere Flugzeuge warfen Granaten und 90 Fliegerpfeile über den Militärbahnhof von Natillois nördlich von Montfaucon. Paris, 27. Juli.( W. T. B.) Amtlicher Bericht von Montag abend: Im Artois nimmt die Kanonade an Stärke ab. Einige großkalibrige Geschosse wurden auf Arras abgefeuert. In der Champagne und auf der Front Perthes Beausejour Minenkampf, in dem wir die Oberhand behielten. Im Priesterwalde heftige Kanonade. Pont à Mousson wurde wieder bombardiert. Der Feind bombardierte ebenfalls verschiedene Male im Ban de Sapt seine verlorenen Stellungen. 4 Die französischen Verlustlisten. Wie aus Paris gemeldet wird, hat die sozialistische Gruppe der Kammer einen Antrag an die Regierung gerichtet, Meldung des Großen Hauptquartiers.| Englands neue Finanzpolitik. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 27. Juli 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Schwache französische Handgranatenangriffe nördlich von Souchez und Sprengungen in der Gegend von Le Mesnil in der Champagne waren erfolglos. In den westlichen Argonnen besetzten wir einige feindliche Gräben. Auf die Beschießung von Thiau court antworteten wir abermals mit Feuer auf Pont- à- Mousson. In den Vogesen setzte sich der Feind gestern abend in Besitz unserer vordersten Gräben auf dem Lingekopf( nördlich von Münster). Bei Roucq( nordwestlich von Tourcoing) wurde ein französisches, bei Péronne ein englisches Flugzeug zum Landen gezwungen; die Insassen sind gefangen genommen. Deftlicher Kriegsschauplah. Ein Vorstoß aus Mitau wurde von uns ab= gewiesen. Zwischen Poswol( südlich von Mitau) und dem Njemen folgen wir dem weichenden Gegner. Die Russen versuchten gestern unsere über den Narew vorgedrungenen Truppen durch einen großen, einheitlich aus der Linic Goworowo( östlich von Rozan) Wyszkow- Serock( südlich von Pultusk) angesetzten Angriff zurückzudrängen; die russische Offensive scheiterte völlig; 3319 Russen wurden ge= fangen, 13 Maschinengewehre erbeutet. Ocstlich und südöstlich von Rozan drangen unsere Truppen hinter dem geworfenen Feinde nach Osten vor; am Prut( südöstlich von Pultusk) wird noch hartnäckig gekämpft. Vor Nowo- Georgiewsk und Warschau keine Veränderung. Südöstlicher Kriegsschauplah. Vor Iwangorod nichts Neues. Nördlich von Hrubieszow warfen wir den Feind aus mehreren Ortschaften und nahmen 3941 Russen ( darunter 10 Offiziere) gefangen. Im übrigen ist die Lage bei den deutschen Truppen des Generalfeldmarschalls v. Mackensen unverändert. Oberste Heeresleitung. Der oben genannte Prut ist ein kleiner Nebenfluß des Bug. * Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 27. Juli.( W. T. B.) Amtlich wird ver= lautbart: 27. Juli 1915, mittags: Russischer Kriegsschauplay. Seit der Erstürmung von Sokal durch unsere Truppen wurde südöstlich der Stadt um den Besitz einer Höhe gekämpft, die für die Behauptung der Bugübergänge besonders wichtig ist. Gestern stürmten unsere tapferen Regimenter diese Position, wobei wir 20 Offiziere und 3000 Mann ge= fangen nahmen und 5 Maschinengewehre erbeuteten. Die Kämpfe nördlich Grubieszow schreiten erfolgreich fort. Sonst ist die Lage im Nordosten unverändert. Italienischer Kriegsschauplas. Unter dem Schuße des gestern früh eröffneten Artilleriemassenfeuers griffen die Italiener das Plateau von Doberdo mit verstärkter Kraft abermals an. Der Ansturm scheiterte unter größeren Berlusten denn je. Nach erbitterten Nahkämpfen blieben unsere Truppen auch an diesem 9. Schlachttage in vollem Besit ihrer alten Kampfstellungen am Plateaurande. An den übrigen Teilen der küstenländischen Front, dann im Kärntener und Tiroler Grenzgebiete hat sich nichts Wesentliches ereignet. Der englische Ministerpräsident hat einer Abordnung der Londoner Geschäftsleute erklärt, er beschäftige sich mit dem Plan, die niedrigeren Einkommensklassen zu besteuern und Einfuhrzölle einzuführen. In England beginnt die Einkommenbesteuerung erst bei einem Einkommen von 3000 Mark, steigt dann aber so scharf an, daß sie allein ungefähr ein Viertel des ganzen Staatsbedarfs deckt. Mehr als in irgendeinem anderen Lande ruht der englische Staatshaushalt auf direkten Steuern, der Einkommen, Haus-, Grund- und Erbschaftssteuer. Es werden auch indirekte Abgaben und Zölle erhoben, aber nur auf wenige Lebensmittel, die nicht dem dringendsten Bedarf angehören: Tabak, Spirituosen, Tee, Wein, Zucker. Diese indirekten Steuern sind allerdings sehr hoch. Das tägliche Brot der Ausdruck im umfassenden Wortsinn ist aber von jeder steuerlichen Belastung frei. Der englische Arbeiter wäre höchlichst empört gewesen, hätte ein Kabinett es wagen wollen, den Frühstückstisch des kleinen Mannes zu Nuß und Frommen des Staatssäckels verteuern zu wollen. Die Konservativen haben mit diesem wenig zugfräftigen Programm dreimal das Wahlglück probiert und dreimal den Kampf um die Gunst der Wähler verloren. Im Januar 1913 verzichteten sie resigniert auf die Durchsetzung des Schutzolles. England hat davon keinen Nachteil gehabt. Seine blühende Industrie und sein unternehmungslustiger Handel machten immer neue Fortschritte, die um so erstaunlicher waren, als England einen ungemein hohen Grad der Industrialisierung erreicht hat, nur ein geringer Bruchteil der Bevölkerung noch in der Landwirtschaft und Fischerei beschäftigt ist und eine Steigerung der Ausfuhrziffern fast allein durch Intensivierung der Arbeit erreicht werden kann. Besonders seine Fertigwarenindustrie hat sich fräftig entwickeln können Rohstoffe waren billig und der notwendig hohe Lebensstandard einer hoch qualifizierten Arbeiterschicht konnte leicht aufrecht erhalten werden. In Deutschland ging dagegen der Export von Fertigwaren im Vergleich zu den Rohstoffen und Nahrungsmitteln zurück, seitdem der geltende Zolltarif ins Leben getreten ist. Das alles soll anders werden. Die Einkommen unter dreitausend Mark in den deutschen Bundesstaaten schwankt das steuerfreie Existenzminimum bekanntlich zwischen 300 und 900 M. sollen steuerlich belastet werden, Einfuhrzölle sich als ergiebige Geldquelle bewähren. In der Tat: die goldene Zeit kommt, wo die Verschlechterung seiner Lebenslage den englischen Proletarier nach dem sympathischen Rezept deutscher Marristen" zum Sozialismus bekehren soll. Zu den bisherigen Kriegssteuern sind in erster Linie die Besitzenden herangezogen worden. Denn in England herrscht der gute alte Brauch, nicht blindlings Anleihe auf Anleihe zu türmen, sondern zu versuchen, aus laufenden Einnahmen die Striegskosten zu decken. Zwar ist es bei den kolossalen materiellen Opfern dieses Strieges ganz ausgeschlossen, daß durch Steuern ein beträchtlicher Teil der direkten Kriegskosten aufgebracht werden kann. Aber sehr wohl ist es möglich), wenigstens ein Sinfen der Staatseinnahmen zu verhüten und darüber hinaus die Kriegsanleihen zu verzinsen, so daß die Verzinsung alter Schulden nicht aus neuen Schulden erfolgt. Die Kriegssteuern sollen in diesem Fiskaljahr folgende Erträge abwerfen: Einkommensteuer 775, Extrasteuer auf große Einkommen 120, Biersteuer 352 und Teesteuer 64 Millionen Mark. Auf die direkten Steuern entfällt also eine Summe von 895, auf die indirekten eine von 476 Millionen Mart. Jezt soll sich offenbar das Verhältnis umfehren; die unbemittelte Bevölkerung soll st ärter, die wohlhabende schwä d) er belastet werden. England greift nicht zum erstenmal in seiner neuen Finanzgeschichte zu indirekten Steuern, um Kriegsschulden zu ver zinsen und zu tilgen. Auch während des Burenfrieges wurden Steuern und Zölle auf Spirituosen, Tee, Tabat und Zucker erhöht, ein Getreideeinfuhr- und Kohlenausfuhrzoll erhoben und auch die Verkehrssteuern gesteigert. Es wird schtver halten, Getreideeinfuhrzölle zu erheben, denn ungleich den Verhältnissen im Burenkriege sind die Preise infolge der Sperrung eines so wichtigen Produktionslandes wie Rußland und infolge des Mangels an Tonnage hoch. Und die englischen Arbeiter Lassen nicht mit fich scherzen. Sie wissen sehr wohl, daß dieser Krieg nicht ihnen zu Nuß und Frommen geführt wird. Aber wird diesmal ein Getreidezoll unter dem Hochdruck daß er infolge des dauernden staatlichen Riesengeldbedarfes eine dauernde Einrichtung wird und eine neue Epoche in der englischen Finanzgeschichte einleitet, die eines mäßigen allLondon, 27. Juli.( W. T. B.) Die letzte Verlust li ste gemeinen Schutzzolles. Die Schutzoll freunde sind in England nicht müßig, auch wenn sie bisher schwere Niederlagen Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Hrefer, Feldmarschalleutnant. lichen. Dieser Antrag wird von 115 Deputierten unter, des Antrages abhängt, ob Millerand weiter auf seinem Bosten verdes Krieges durchgebracht, so besteht die unleugbare Gefahr, ft übt. Plenum der Kammer nicht ohne heftige Angriffe auf den Kriegsminister Millerand abgehen werden, und daß dieser wahrscheinlich gezwungen sein dürfte, an die Stammer Es wird erwartet, daß die Beratungen des Antrages im bleiben kann. Die englischen Verluste. die Vertrauensfrage zu stellen, wobei es von der Erledigung enthält 35 Offiziere und 2000 Mann. erlitten haben. Sie werden übermächtig werden, wenn Eng- land Grund zur Abwehr eines handelspolitischen Angriffs zu haben glauben wird, z. B. wenn es nach einer Vergeltung für die Abänderung der Meistbegünstigungsklausel, den Aus- schlutz von den Oesterreich-Nngarn von Deutschland gewährten Zollbegünstigungen suchen wird. *• * Die Arbeiter als Steuerobjekt. Ein Leitartikel des„Dailp Telegraph' vom 24. Juli führt aus: Zur Beschaffung der Kriegskosten ist die Besteuerung unumgänglich, wenn auch besondere Fälle gerechte Berücksichtigung erfahren werden. Unerläßlich sei auch die Ausdehnung der Einkommen- st euer nach unten hin, und zwar dürfe die Regierung aus Popularitälsrücksichten nicht vor ziemlich starker Belastung der kleinen Einkommen zurückschrecken. Besonders ertrag- reich würde die Lohnsteuer sein und auch ganz berechtigt, denn die Arbeiter seien bei den jetzigen hohen Löhnen viel eher imstande, Steuerlasten zu tragen als andere Schichten, die vielfach Gehaltskürzungen erlitten hätten. Das weiteste Versuchsfeld böte aber die indirekte Be- st e u e r u n g, die sich nicht aus wenige Artikel, wie Tee, Tabak und Zucker beschränken dürfe, sondern sogar bis zur Aufgabe des F r e i h a n d e l s s y st e m s gehen muffe. Hoffentlich beginne die Regierung mit dem Schutzzoll auf Luxusartikel. Daß ein so riesenhafter Krieg geführt werden könne, ohne daß auch den Armen eine Steuerlast aufgebürdet loird, und daß jede Preissteigerung durch eine Kriegszulage gemildert werden müsse, sei ein schöner Traum. Leider scheint� diese irrige Auffassung immer noch vorzu- herrschen, und wenige Anzeichen liegen dafür vor, daß man geneigt ist, sich einzuschränken und für' schlechte Zeiten etwas zurück- zulegen. Das nächste Kriegsbudget wird das Erwachen aus jenem schönen Traum bewirken, und zwar um so gründlicher, je gerechter daS Be- steuerungssystem ausgebildet wird. der italienische Krieg. Der italienische Kriegsbericht. Rom, 27. Juli.(W. T. B.) Ter Kriegsbericht von Montagabend lautet: Gestern rückte unsere In- fanterie nach der üblichen wirksamen Vorbereitung durch das Feuer der Artillerie an dem unteren I s o n z o vor und er- zielte hierbei bedeutende Fortschritte. Auf unserem linken Flügel wurde von uns ein ausgedehntes bewaldetes Gelände, genannt der Kapuzinerwald, erobert und im Zentrum wurden einige Schützengräben, die zur Verteidigung der Kette von San Martino im Karst dienten, von uns genommen. Auf dem rechten Flügel wurde der Monte Dei bei Biisi mehrmals erobert und wieder verloren und blieb endlich zum größten Teil in unserem Besitz. Der Kampf entwickelte sich überall mit Erbitterung, besonders in den Wäldern, wo der Feind sich stark verschanzt hatte und von wo er mit dem Bajonett vertrieben werden mußte. Der Gegner machte ausgiebigen Gebrauch von Bomben und Granaten, die erstickende Gase verbreiteten; unsere Truppen schützten sich hiergegen mit Masken. Am Ende des Tages waren ungefähr 16 0t) Gefangene, darunter 30 Offiziere, in unsere Hände gefallen. Von dem Rest der Front werden keine Ereignisse von besonderer Bedeutung gemeldet. gez. Cadorna. General Gantore gefallen. Rom, 27. Juli.(W. T. B.)„Giornale d'Jtalia" meldet, daß General Eantore, dessen Truppen Ala besetzt haben, in der Schlacht am K a r st gefallen ist. Der türkische Krieg. Gericht des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopcl, 27. Juli.(W. T. B.) Das Haupt- ' quartier teilt mit: Gestern vormittag um 8 Uhr haben wir das f r a n z ö s i s ch�e Unterseeboot„M a r i o t t e" in der Meerenge zum Sinken gebracht; 31 Mann der Be- satzung sind gefangen. Bei A r i Ä u r n u haben wir am 24. Juli Bomben geworfen und einen Brand in den feindlichen Schützengräben verursacht. Am 25. Juli hat unsere Artillerie einen Teil der feindlichen Gräben und Drahthindernisse gegenüber unserem linken Flügel zerstört; sie hat die Stellungen und rückwärtigen Verbindungen des Feindes beschossen und ihm erhebliche Ver- luste beigebracht. Bei SeddulBahr Jnfanterieseuer und Geschützkampf mit Unterbrechungen; die feindliche Artillerie verwendet weiter Stickgasgeschosse. Ani 25. Juli nahm bei Sedd ul Bahr eine kleine türkische Erkundungsabteilung des linken Flügels einen Teil der feindlichen Schützengräben fort, vernichtete die Verteidiger und erbeutete 400 Gewehre mit Munition und Säcke voller Bomben. Unsere Küstenbatterien beschossen die Stellungen und das Lager des Feindes an der Küste von Sedd ul Bahr mit Erfolg; der Feind erwiderte ohne Wirkung. Feindliche Flieger haben Bomben auf das Lazarett von Halil Pascha geworfen, obgleich das Zeichen des Roten Halb- mondes wagerecht über dem Lazarett ausgespannt und deut- lich sichtbar war. An den anderen Fronten nichts Bemerkenswertes. Konstantinoprl, 27. Juli.(W. T. B.) Das Haupt- quartier teilt mit: An der Dardanellenfront fand in der Nacht vom 25. zum 26. Juli und im Laufe des 26. Juli bei A r i B u r n u und Sedd ul Bahr auf beiden Seiten Geschütz- und Gewehrfeuer mit Unterbrechungen statt. Auf den übrigen Fronten nichts von Bedeutung. Die Kämpfe im Kaukasus. Petersburg, 27. Juli. sW. T. B.) Der Generalstab der Kau- kasusarmee teilt mit: In der Gegend der Küste wiesen wir eine türkische Teiloffenstve gegen unsere rechte Flanke zurück. In der Richtung auf Much sind auf breiter Front Kämpfe im Gange. Auf dem übrigen Teile der Front kein Kampf. verftänöigung über üie griechische Glockaüe! Athen, 27. Juli.(W. T. B.) Meldung der Agence Havas. Die griechisch-englischen Unterhandlungen über die Durchsuchung'von Schiffen scheinen zu einem be- friedigenden Ergebnis zu führen. Die englische Regierung ist gewillt, ihre Durchsuchungsrechte zu mildern infolge der von der griechischen Regierung getroffenen strengen Maßnnhmen, um die Ausführung von Konterbande zu verhindern. Der Seekrieg. vom l)-Hootskrieg. Rotterdam, 27. Juli.(W. T. B.). M a a S b o d e' meldet aus London: Ein deutsches Unterseeboot Versenire gestern den amerikanischen Dampfer.LeSlanow', 1377 Netto- tonnen, von Archangelsk nach Belfast unterwegs. Die Besatzung wurde gerettet. A n m. des W. T. B.: Das Schiff hatte Flachs geladen Flachs ist Bannware. Aberdeen, 27. Juli. Meldung des Reuterschen Bureaus. Der britische Fischdampfer„Gadinell" wurde in der Nord- see versenk t. Di« Besatzung ist gerettet. Amuiden, 27. Juli.(SB. T. S5.) Der holländische Fischdampfer„Hercules' hat hier die aus neun Mann bestehende Besatzung des norwegischen Schooners.Harbo' gelandet, der mit Holz von Kristiania nach Sunderland unterwegs war und am Sonntagabend auf 65 Grad 46 Minuten nördlicher Breite und 2 Grad 32 Minuten östlicher Länge von einem deutschen Untersee- boot in Brand gesetzt worden war. Die Besatzung erhielt fünf Minuten Zeit, um in das Boot zu gehen. Der Kapitän erzählte, er habe in der Nähe drei andere Schiffe in Flammen gesehen. A n m. des SB. T.©.: Holz ist Bannware. Kopenhagen, 27. Juli.(SB. T. B.) Der dänische Dampfer „Nogill' von Goeteborg nach dem Tyne mit Eisenbahnschwellen unterwegs, ist in der Nordsee von einem deutschen Unterseeboot in die Luft gesprengt worden. Die Besatzung wurde in Wilhelmshaven gelandet. A n m. des W. T. B.: Schwellen find Bannware. Englands Antwort auf die amerikanische Note. Washington, 27. Juli.(W. T- B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die englische Antwort auf die amerikanische Note betreffend die britische Blockade ist eingelaufen. Es wird darin erklärt, daß das Vorgehen Großbritanniens mit dem Völkerrecht übereinstimme, wenn dieses auch den neuen Bedingungen entsprechend angewandt werden müsse. Gut unterrichtete Kreise er- klären, die britische Note sei in sehr verbindlichen Worten ge- halten und berufe sich auf die Entscheidung des amerikanischen obersten Gerichts während des Bürgerkrieges, in der Englands Auftreten gebilligt wurde. Staatssekretär Lansing schickte die Note an Wilson weiter._ Ein Sieg öer englischen Arbeiter. Die englischen Scharfmacher, eine Spezies des Unter- nehmertums, die sich im Jnselreich eigentlich erst während des Krieges so recht herausgebildet hat, tragen Trauer- gewänder. Der Schlag, den ihnen die südwalisischen Berg- arbeitcr beigebracht haben, war zu hart. Sie haben gemein- sam mit der Regierung eine Niederlage erlitten, bei der sie nicht einmal die Ehre retten konnten. Nachdem unter einem großen Aufwand an patriotischen Redensarten das Munitionsgesctz des Lloyd George ange- nommen worden war, glaubten die Kapitalisten zum minde- sten für die Dauer des Krieges gegen alle unbequemen Forde- rungen der Arbeiterschaft gesichert zu sein. Die Beschränkung des Gewinns bei den Heereslieferungen nahmen sie gern in Kauf, denn die Grenze für den Profit war so gesteckt, daß sich immer noch ausgezeichnete Geschäfte machen ließen, und außerdem wurde diese Unannehmlichkeit durch das Streik- verbot und die Einsetzung von Zwangsschiedsgerichten reich- lich aufgewogen. Was konnte man sich Besseres wünschen, als daß den Arbeitern im Namen des Vaterlandes diejenige Waffe aus den Händen gewunden wurde, mit der sie allein imstande waren, die Kapitalisten zu Zugeständnissen zu nötigen. Freilich hatte Lloyd George davon absehen müssen, die Bergarbeiter ganz allgemein den Bestimmungen des Gesetzes zu unterwerfen, aber es gab ja die famose Klausel, nach der die Regierung, wenn sie es für notwendig hielt, in jedem ein- zelnen Falle streikenden Proletariern den Strick des Munitionsgesetzes um den Hals werfen konnte. Es bedurfte dann nur einer vorhergehenden Mitteilung an das Parlament, von dem bei der heutigen Situation keine besonderen Schwierigkeiten zu erwarten waren. Nun sind die walisischen Bergleute gekommen und haben durch die ganze schöne Rechnung einen dicken Strich gemacht. Was half's, daß man den Streik verbot und die Wider- spenstigen mit der un Gesetze vorgesehenen Geldstrafe be- drohte? Was half's, daß man sie unpatriotisch schalt und ein Vierteldutzend Minister aufbot, um sie mit Warnungen und freundlichen Ueberredungen auf den guten Weg zurückzu- bringen? Die Kohlengräber pfiffen auf das alles, bestanden auf ihrem Schein und zwangen ihre Gegner schließlich zum Nachgeben. Die jammern jetzt, es sei an ihnen eine Er- Pressung verübt worden, aber das ändert nichts an dem Er- gebnis: die Bergwerksbesitzer müssen die von den Arbeitern geforderten höheren Löhne zahlen, und die Regiernng, die mit ihrem Gesetz nichts auszurichten vermochte und überdies mit ihren Vermittelungsvorschlägen von den Streikenden mit Spott und Hohn zurückgewiesen wurde, ist blamiert. Dabei hatten die Bergleute eigentlich die ganze öffent- liche Meinung der bürgerlichen Welt gegen sich. Die Presse des Lord Northcliffe:„Times",„Daily Mail",„Evening News" usw. tobte, und konservative Zeitungen wie die„Mor- ning Post" verlangten, daß die Bergleute miMGewalt in die Gruben getrieben würden, daß Soldaten ins Streikgebiet ge- schickt werden sollten, daß die Arbeiterführer gefangen gesetzt und die Gelder der Gewerkschaften mit Beschlag belegt würden. Die liberale Presse war weniger gewaltsam, machte aber auch aus ihrer Abneigung gegen den Ausstand kein Hehl, und von den bedeutenden Blättern war es einzig und allein der „M a n ch e st e r G u a r d i a n", öer zu vernünftigem Vor- gehen riet und sich bemühte, den Streikenden gerecht zu wer- den. Eine auf dem Boden der Arbeiterbewegung stehende Tageszeitung gibt es seit dem Eingehen der„Daily Citizen" in England bekanntlich nicht mehr, und so konnte die Sache der Bergleute nur von den paar sozialistischen Wochenschriften wahrgenommen werden. Um so höher ist der errungene Er- folg anzuschlagen. Aber schließlich könnten ja Regierung und Unternehmer den Schlag verschmerzen. Auch die höheren Löhne bringen die Bcrgwerksbesitzer noch nicht an den Bettelstab, und die Ereigniffe ans den Kriegsschauplätzen und In der Drplomätie würden die Niederlage des Koalitionsministeriums auf dem Gebiete der inneren Politik verhältnismäßig schnell in Ver- gessenheit geraten lassen, wenn man nur die Sicherheit hätte, daß die Geschichte keine weiteren Folgen nach sich zöge. Doch da liegt der Hund begraben. Der leichte Sieg der südwalisi- scheu Bergarbeiter wird anderen Arbeiterkate- gorien Mut geben, ihrem Beispiel zu folgen. Was in Wales geschah, kann sich in Lancashire oder in irgend- einem anderen Industriegebiet wiederholen, und die Pistole, die gestern nicht losging, wird sich morgen als ebenso un- wirksam erweisen. Das Munitionsgesetz hat den ihm von dem Unternehmertum zugedachten Zweck verfehlt. Auch seine Er- gänznng durch die demagogischen Ueberredungskünste des Lloyd George will nicht viel helfen, nachdem sich jetzt heraus- gestellt hat, daß seine schönen Tiraden über die Notwendig- keit der Verteidigung englischer Freiheit gegen den deutschen Militarismus über die Gefahren, die die Freunde und Brüder in den Schützengräben bei dem Ausbleiben der Munition liefen, bei den Delegierten der Arbeiterschaft erst dann einigen Eindruck machten, als sie der entsprechenden Bezahlung ihrer im Dienste des Vaterlandes zu leistenden Arbeit in Schilling und Pence versichert sein konnten. Bliebe höckistens noch die Anwendung gewaltsamer Maßregeln nach dem Rezept der„Morning Post". Aber mit Recht sagt der„M a n ch e st e r Guardian":„Ihr könnt Menschen niederschießen, aber ihr könnt sie auch mit Ma- schinengewehren und Bajonetten nicht zwingen, Kohle zu fördern." Solange die Arbeiter zusammenhalten, solange sie bereit sind, das Opfer eines Lohnkampfes auf sich zu nehmen, werden alle Gesetze und wird alles militärische und Polizei- liche Einschreiten vergeblich sein. Man kann nach dem be- kannten Wort den Esel zwar an das Wasserloch treiben, ihn aber nicht zwingen daraus zu saufen, ganz abgesehen davon, daß sich die englische Regierung in einer Notlage befindet, die ihr nicht gestattet, Experimente von langer Tauer zu machen. Jeder Tag, an dem die Räder sich nicht drehen, be- deutet eine schwere Gefährdung des Heeres und der Flotte. Auch für das anderswo anwendbare Mittel, die Arbeiter vor die Wahl zwischen dem Verzicht auf den Streik und der Einberufung ins Heer zu stellen, ist in England kein Raum. Vielleicht trägt die Erfahrung von Südwales dazu bei, den Eifer der Anhänger allgemeiner Wehrpflicht aufs neue an- zuspornen, aber sie wird auch den Widerstand der Arbeiter verstärken, die keine Neigung verspüren, sich auf diesem Wege um die Möglichkeit der Durchsetzung ihrer Forderungen bringen zu lassen. In diesem Falle sind sie ja auch der Unter- stützung durch die Fuhrer der Gewerkschaften und der parlamentarischen Labour Party sicherer als bei der Munitions- bill, wo leider ihre Vertrauensleute trotz der lebhaften War- nungen aus dem Lager der Unabhängigen Arbeiterpartei sich von der Regierung einseifen ließen. Für das englische Kabinett aber ist jedenfalls eine recht sorgen- volle Zeit angebrochen. Der Verbündete im Osten macht alle auf ihn gesetzten Hoffnungen zuschanden, und im Innern drohen aufs neue die Schwierigkeiten, die man mit der Hineinbeziehung der Arbeitervertretcr in die Regierung und mit allerlei Gesetzesbestimmungen überwunden zu haben glaubte. Dem Koalitionsministerium schwindet der Boden immer mehr unter den Füßen, und wahrscheinlich würde sein Stündlein schon heute geschlagen haben, wenn man sicher sein könnte, daß die Dinge unter einem rein konservativen Ko binett, das seinen Nc,men von Balfour, Bonar Law oder einem anderen trüge, besser gehen würden. �iis üer G. S. p. Die British Socialist Party nimmt der Kriegspolitik der eng- tischen Regierung gegenüber offiziell keineswegs dieselbe ablehnende Stellung ein wie die Unabhängige Arbeiterpartei, aber die Opposilion in ihren eigenen Reihen ist doch stark genug, daß das Organ der Partei, die„Justice', ihr weitgehende Konzessionen zu machen genötigt ist. So veröffentlicht sie in ihrer Nummer vom 22. Juli einen Artikel des Genossen F a i r ch i l d, der der.Labour Party' die heftigsten Vorwürfe wegen ihres Eintritts in die Koalitions« regierung macht:„Außerhalb der Koalition würde die. Labour Party' vollkommen frei gewesen sein, jeder Maßregel Widerstand zu leisten, die darauf ausging, die gegenwärtige oder zukünftige wirtschaftliche Position der Arbeiterklasse hinabzudrücken. Innerhalb der Koalition macht sich die Labour Party nicht stark genug, um die Politik der Regierung zu beeinflussen, selbst unfähig, die Zwecke zu verfolgen, zu denen sie ins Parlament geschickt worden ist.' In derselben Nummer wendet sich Genosse I. F i n e b e r g gegen die Ansichten Hyndmans und anderer. Er fordert besonders im Anschluß an die Veröffentlichung der deutschen Sozialdemokratie von den britischen Sozialisten ein energisches Eintreten für einen baldigen und dauernden Frieden. Gegen die allgemeine Wehrpflicht. London, 27. Juli. Der nationalistische Abgeordnete Dillon sprach am Sonnabend in Limmerick und sagte: Die Jrenpartei war die erste, die ihre Stimme gegen den Zwangsdienst erhoben hat. Sie ist durch die Arbeiterführer und englische Radikale unter- stützt worden. Der Versuch, das Munitionsgesetz bei dem Waliser Kohlenstreik durchzuführen, ist fehlgeschlagen. Die Liegierung mußte drei Minister nach Südwales schicken, um an den Patriotismus der Arbeiter zu appellieren. Sie durfte es nicht wagen, die Klausel über den Staatszwang anzuwenden. Der Kohlenstreik hatte also sein Gutes. Bei der Rekrutierung hat sich das Freiwilligenprinzip bewährt. Wenn die Koalitionsregierung dem Rate gefolgt wäre und die Wehrpflicht eingeführt hätte, dann würden Unheil und Chaos entstehen und der Krieg würde verloren werden. Die Em- führung der Wehrpflicht in Irland würde einen Stand der Dinge herbeiführen, den die verantwortlichen Männer sich nicht gern vor- stellen würden. Redner glaubte nicht, daß irgendeine englische Regierung Irland die Wehrpflicht aufHürden werde. Die Regierung sei gewarnt, daß die Iren einem solchen Versuch mit allen Mitteln Widerstand leisten würden.(Beifall.) Die Hunderl- jährige Politik Englands in Irland sei gewesen, die Iren durch Bauernlegen und durch Auswanderung zu vernichten. Jetzt fragten die Kritiker. weshalb die Iren sich nicht in großen Mengen anwerben ließen. Es sei ein Wunder, daß so viele in die Armee eintraten. Der Arbeiterführer Ben Tillet sagte in einer Versammlung i n B r i st o l, die neue Armee sei ein Triumph der Freiwilligkeit. Aber wenn die Regierung die Wehrpflicht wolle und die Kapitalisten ebenso wie Fleisch und Blut der Arbeiter in Anspruch nehmen würde, dann würden die Arbeiter sie unterstützen. Der Adel habe seine Söhne ebenso wie die Arbeiterklaffen geopfert, aber die Kapitalisten säßen behaglich und sicher zu Hause hinter dem Schutze von Männern, die besser seien als sie selbst. Cm MDerfolg öes Koalw'onsministeriums. Londvn, 27. Juli.(W. T. B.) Das K o a l i t i o n s. Ministerium hat gestern seinen ersten parlamentarischen Mißerfolg erlitten. Das Oberhaus beschloß, das Pensionsgesetz bis nach den Sommerferien zurückzustellen, trotz der Mahnung Lord Lansdownes, daß die Witwen und die In- validen darunter leiden würden. Im Unterhaus erklärte Lord Robert Cecil. die Re- gierung sei entschlossen, die Einfuhr von Baumwolle nach feindlichen Ländern zu verhindern: sie werde aber alles tun, un: die Interessen der Neutralen zu berücksichtigen. Es machte für die Einfuhr von Baumwolle nach den feindlichen Ländern keinen Unterschied, ob der Artikel als Konterbande erklärt werde oder nicht. Man könnte zwar im ersteren Falle die Ladung und unter Umständen auch das Schiff als Prise er- klären, aber man könnte die Einfuhr der Konterbande nach neutralen Ländern doch nicht verhindern, außer wenn man Ursache habe, anzunehnren, daß sie in ein feindliches Land weitergeschickt werden solle. Eine internationale Konferenz gegen öen Krieg. Professor F o r e l teilt staut„Deulscher Tagesztg/) mit, er bade eine Depesche erhalten, nach welcher am Dienstag, den 3. August, in einer allgemeinen Versammlung die Nieder» ländische Regierung durch Petition ersucht werden solle, die Initiative für eine permanente Konferenz offizieller Vertreter der neutralen Staaten zu ergreifen. Es werde um möglichst viele telegraphische oder briefliche Zustimmungs» erklärungen an Antiorlograad(Bund gegen den Krieg), Haag, Holland, gebeten. Cme öeutsch-französische Konferenz! Wolffs Tclegraphen-Bureau meldet aus Zürich: „Nach der„Neuen Zürcher Zeitung" soll in Genf gutem Ver- nehmen nach demnächst eine Konferenz zwischen drei französi» schen und drei deutschen sozialistischen Abgeordneten stattfinden. Es handelt sich vermutlich um die Franzosen: Buisson, Ruel und L o n g u e t und die Deutschen: Bern st ein, Haase und K a u t s k y". Ob die Einzelheiten dieser Meldung richtig find, lassen wir dahingestellt. Heschästigung üer Kriegsgefangenen in Frankreich. Lyon, 27. Juli.(W. T. B.) Die hiesigen Blätter veröffentlichen eine amtliche Note des Inhaltes, daß der Kriegsminister auf An- suchen des Ackerbauministcriums beschlossen hat, daß Kriegsgefangene, unter gewiffen Bedingungen der Verwalmng de» Forst» und Gewässer- Wesens, den Waldbesitzern und Holzhändlern zur Verfügung gestellt werden können. Die Maszregel wurde bereits in verschiedenen Gegenden durchgeführt, besonders zur Abholzung der Domänen- wälder. Die Heranziehung Kriegsgefangener zu derartigen Arbeiten soll im Herbst nach der Einbringung der Ernte eine größere Aus- dehnung annehmen. tzerve gegen Milleranü. Paris, 27. Juli.(W. T. B.) Gustave H e r v s erklärt im „Gueire Sociale", er müsse mit Bedauern feststellen, daß sich in der Regierung ein Minister befinde, welcher mit dem Parlamente und mit der republikanischen öffentlichen Meinung im Konflikte stehe. Zwischen diesem Minister und gewissen großen Parlamentsausschüssen bestebe leider keine heilige Einigkeit mehr. Hervs schließt seine augenscheinlich gegen Millerand gerichteten Angriffe(Hervs nennt keinen Namen), indem er erklärt, man könne im Falle einer unüberbrückbaren Unstimmigkeit zwischen einem Minister und dem Parlamente und im Falle eines dauernden Konflikts zwischen einem Minister und der republikanischen öffentlichen Meinung zweifellos nicht erwarten, daß das Parlament und die republikanische öffent- liche Meinung demissionierten. Italien und Frankreich. Der belgische sozialistische Abgeordnete D e st r e e beklagt sich in einer französischen Zeitung über die Haltung der italienischen Genofien zum Kriege. Er geht in seinem Mißvergnügen so weit, sie der Sympathien für Deutschland zu zeihen und ihnen ihre nach seiner Meinung übertriebenen Hoffnungen auf den Einfluß der wiederherzustellenden Internationale zum Vorwurf zu machen. In der„Bataille s y n d i c a l i sie" ergreift nun Jaques M e s n i l das Wort zur Verteidigung der Italiener gegen den Belgier, und diese Verteidigung ist vor allem deshalb interessant. weil sie gleichzeitig die allgemeine Stellungnahme der französischen Sozialisten charakterisiert.„Selbst wenn man— sagt Mesnil— die Haltung unserer Vereinigten(Sozialisten) vom sozia- listischen Standpunkt auS als Ideal ansieht, ist es nicht möglich zu behaupten, daß die italienischen Sozialisten dieselbe Haltung hätten einnehmen müssen, denn sie haben sich in durchaus anderen Verhältnissen befunden." MeZnil weist dann darauf hin, daß Belgien und Frankreich angegriffen und von einem fremden Heere überschwemmt worden seien. Im Falle Italiens lägen die Dinge ganz anders. „Italien hat den Krieg unternommen, und es hat ihn nicht nur unternommen zum Zweck der Verwirklichung nationaler An- spräche, sondern auch der Erpansion wegen. Es forderte am Tren- tino alle Gebiete innerhalb der Grenzen, die Napoleon I. im Jahre 1810 dem Königreich Italien zugewiesen hatte und die zum Teil durch eine deutschsprechende Bevölkerung bewohnt waren. Es wollte die absolute Vorherrschaft im Adriatischen Meer er- ringen, indem es Valona besetzte, aus Trieft einen unabhängigen Staat machte und eine große Zahl der Inseln für sich in Anspruch nahm.... Konnte unter diesen Umständen die italienische sozia- listische Partei das Proletariat zu den ungeheuren Opfern ver- anlassen, die der Krieg und besonders der gegenwärtige Krieg mit sich bringt?" Weiter hätten eS die italienischen Sozialiften als ihre Aufgabe angesehen und ansehen müssen, vermittelnd zu wirken und sich bereit zu halten für den Augenblick, wo die Vernunft wieder zur Herrschaft komme und die Sozialisten der verschiedenen Nationen begönnen, ihre Irrtümer zu erkennen. Mesnil erkennt dann an, daß Dsstree seinem Lande und indirekt auch dem Sozialismus einen Dienst erwiesen habe, wenn er nach Italien gereist sei, um in Vorträgen das Schicksal Belgiens zu schildern. Allerdings erspart er ihm nicht einen leisen Tadel dafür, daß er nicht lieber in seiner Heimat geblieben ist, um seinen Landsleutcn in der gegenwärtigen schweren Zeit einen unmittelbaren Beistand zu leisten. Ueber diesen Punkt mag sich Destree mit Mesnil selbst auseinandersetzen, für uns ist das wichtigste, daß ein Franzose die Haltung der italienischen Sozia- listen verteidigt und so gleichzeitig auf die Stimmung schließen läßt, die in der französischen Arbeiterschaft herrschen würde, wenn sie sich nicht angegriffen glaubte, wenn der Feind nicht in Belgien und Frankreich stände. belgisches Cinheitsminifterium. Paris, 2«. Juli.(W. T. B.)„Information" will wissen, daß im letzten belgischen Mini st errat die Bildung eines Kabinetts der nationalen Einigung erörtert worden sei, Brocgueville würde darin das Kriegsministerium, Baron Betzens das Ministerium des Auswärtigen, Maxweiler das Ministerium des Handels und der Industrie und Hy manns das Ministerium des Innern übernehmen. Orpans Zrieöenspropaganüa. San Francisco, 27. Juli.(W, T. B.) Bryan erklärte in einem Aufruf, die Vereinigten Staaten hätten kein Recht, einen Krieg gegen Deutschland oder irgendeine andere europäische Macht zu beginnen. Das rußisch-chineßjche Nongolei- Abkommen. . R j e t s ch" bringt den in Peking veröffentlichten Text des russisch-chinesischen Mongolei-Abkommens. Derselbe enthält folgende 22 Punkte: 1. Die äußere Mongolei anerkennt das chinefisch-russische Ab- kommen vom S./18. November 1913. 2. Die äußere Mongolei anerkennt die Souveränität Chinas. China wie Nußland anerkennen, daß die äußere Mongolei autonomes Territorium sei und einen Teil des chinesischen Territoriums ausmache. 3, Die autonome äußere Mongolei hat nicht das Recht, poli- tische Gegenstände mit Staaten des Auslandes zu beraten oder irgendwelche internationale Abmachungen bezüglich ihres Terri- toriums zu treffe». Die chinesische Regierung übernimmt die volle Verantwortung für die territoriale Politik laut des vorgenannten Vertrages von 1913, 4, Der Titel„Chutuchta" wird vom Präsidenten anerkannt. Offizielle Dokumente sollen nach dem chinesiichen Kalender datiert werden, doch darf das Datum des mongolischen Kalenders hinzu- gefügt werden. 6. China und Rußland erkennen die innere Autonomie der Mongolei an sowie deren Recht, mit Staaten des Ausland? in Fragen der Industrie und des Handels Abmachungen zu treffen. 6. China und Rußland verpflichten sich, sich nicht in die innere Politik derMongolei einzu- mischen, 7. China hat das Recht, in allen Städten der Mongolei Ver- treter mit militärischem Schutz zu halten.— 8. Rußland hat das gleiche Recht, 9, Bei offiziellen Gelegenheiten hat der chinesische Vertreter den ersten Platz sowie auf eine Audienz bei dem Chutuchta.— Rußland hat ein gleiches Recht auf Audienz. 10. behandelt die Rechte der betreffenden Vertreter. 11. Die Grenzen der äußeren Mongolei sollen im Laufe von zwei Jahren durch Rußland, China und die Mongolei festgestellt werden. 12, Zwischen der Mongolei und China sollen keinerlei Zollschranken sein..... 13. bis 29, regeln die Normen für rechtliche Strecklgkeiten zwischen Angebörigen der drei Staaten, wie auch die Fragen über Post- und Telegrapheneinrichtungem 21. China erkennt den russisch-mongolischen Han- delsvertrag an. 22. regelt die Veröffentlichung des Vertrages. Dieses Abkommen bedeutet einen nicht unbeträchtlichen Er- folg der chinesischen Diplomatie. Bleibt auch der chinesisch-russische Vertrag vom 3./18. November 1913 in Kraft, den die russische Diplomatie unter Ausnutzung der schwierigen inneren Lage Chinas durchgesetzt hatte, so stellt doch die jetzt erfolgte An- erkennung der Souveränität China? über die Mongolei und die Fest- stellung, daß die„äußere Mongolei autonomes Terrilorium sei und einen Teil de» chinesischen Territoriums ausmache", eine wesentliche Korrektur des seit 1913 datierten Verhältnisies dar. Während bisher, auf Grund des bekannten Abkommens zwischen der russischen Regierung und dem von ihr gekauften„Chutuchta", Rußland als einzig vorherrschende Macht in der äußeren Mongolei galt, muß eS nun seinen politischen und wirtschaftlichen Einfluß mit China teilen. Es wird nun von dem Kräfteverhältnis beider Staaten abhängen, ob die äußere Mongolei auch in Zu- kunft von den russischen Beamten und Kapitalisten aus- gebeutet wird, oder ob die chinesische Kolonisation unter dem Schutz ihrer Regierung in diesem an unbebauten Land- flächen reichen Randlande sich ausbreiten kann. Auf jeden Fall zeigt das jetzt zustande gekommene Abkommen, daß die chinesische Diplomatie die Schwächung Rußlands durch den Krieg ebenso auszunutzen ver- stand, wie die Gegensätze zwischen Japan einerseits und England und den Vereinigten Staaten andererseits bei der Regelung des japanischen Ultimatums._ flus einem basischen Unter- suchungsgefängnis. Wie die„Gleichheit" mitteilt, sind in Karlsruhe seit einigen Wochen 10 oder 15 Parteigenossen und-genossinnen in Untersuckfimgshaft, weil sie ein Flugblatt verbreitet haben, das die Friedensresolution des Berner Internationalen Frauentages enthält. Das genannte Parteiorgan fügt hinzu, daß in Berlin die Verhaftung einiger Genossen aus demselben Grunde alsbald wieder aufgehoben wurde. Bald nach der Verhaftung in Karlsruhe teilten Leute, welche im Gefängnis geschäftlich zu verkehren haben, unseren Genossen mit, daß sie beobachtet haben, wie der Genosse Trabinger mit Hand- s ch e l l e n ge f e s s e l t zum Verhör geführt worden ist. Auch die Frau eines anderen der verhafteten Genossen konnte bei ihrem Eintritt ins Gefängnis die Beobachtung machen, daß der Genosse D. gefesselt durch die Gänge geführt wurde. Mit Entsetzen vernahm man in den Kreisen der beteiligten Partei- genössischen Familien die Kunde. Aus welchem Grunde werden Arbeiter, die bisher sich nichts zuschulden kommen ließen und den besten Leumund genießen, nach der Art der Räuber und Mörder behandelt? Was ist in dieser Hinsicht 'im Lande gesetzliche Vorschrift? § 116 der Strafprozeß-Ordnung bestimmt: „Fesseln dürfen im Gefängnis dem Verhafteten nur dann angelegt werden, wenn es wegen besonderer Gefährlichkeit seiner Person, namentlich zur Sicherung anderer erforderlich erscheint. oder wenn er einen Selbstentleibungs- und Entweichungsversuch gemacht oder vorbereitet hat. Bei der Hauptverhandlung soll er ungefesselt sein." Ein dritter verhafteter Genosse schreibt an seine Frau: „L. F.! Du hast den Schorsch gesehen in Handfesseln. Der arme Kerl! Sei froh, daß Du nicht kamst, als ich in gleicher Weise wie er durch den Hof über die Gänge an Menschen vorbei- geführt wurde. Ich will mich nicht beklagen, ich will Dir auch den Seelenschmerz nicht schildern, nicht sagen, wie mich die Handschelle, trotzdem sie locker war, noch heute schmerzt. Ich habe nicht aufzublicken gewagt, als ich an den Menschen vorbei- geführt wurde. Meine Gedanken waren: gleich einem Ver- brecher oder Raubmörder wirst Du dahingeführt. Da war's 1 zum erstenmal in meinem Leben, daß ich mich por mir selber heschämt habe. Bei Gott! Wenn mich so mein Bub gesehen hätte, ich hätte mir in meiner Zelle den Schädel eingerannt.. So wird ein Mann, ein braver Familienvater, der die Achtung aller, die ihm nahestehen, in berechtigter Weise ge- nießt, als politischer Untcrsuchungsgcfangener behandelt. Und um das Maß des Unrechts voll zu machen, kommt seine vor- gesetzte staatliche Dien st be Hörde und bestraft den Arbeiter, der über ein Jahrzehnt in treuer Pflichterfüllung unter der allerschwersten Arbeit dem badischen Staate— insbesondere zur jetzigen Kriegszeit— mit seiner schwielenreichcn Hand gedient hatte, ehe auch nur ein Gericht eine Schuld an ihm gefunden. Man beachte folgenden Bescheid: Arbeiterpensionskasse der Bad. StaatScisenbahnen und Salinen. Bescheid über Beitragserstattung aus Abteilung B. Karlsruhe, den 3. Juli 1915. Der Jungschmicd Bernhard K. zu Karlsruhe, welcher seit dem 6. Mai 1997 Mitglied der Abteilung B obiger Pensions- lasse war, ist mit dem 19. Juni 1915 zur Strafe ohne Auf- kündigung des Dienstverhältnisses aus der Beschäftigung bei der Grotzh. Badischen Staatseisenbahnverwaltung entlassen worden. Einen Anspruch auf Jnvalidenzusatzrente hat er nicht erworben. Dem Genannten werden gemäß§ 54 Ziffer 4 der Satzung der Pensionskasse die aus eigenen Mitteln zur Kasse B. geleisteten Beiträge in der sich aus der Tafel A. der Satzung ergebenden Höhe zurückbezahlt.... Der Vorstand:..... „Zur Strafe ohne Aufkündigung des Dienstverhältnisses." Wir nehmen an, daß diese ungewöhnliche oder unverständliche Ausdrucksweise von der badischen Regierung noch eine Aus- legung erhält, die ausschließt, daß man den Rechtsstaat Baden aus den modernen Kulturstaaten streichen müßte, zu denen zu gehören es bisher einen Anspruch erhoben hatte. Selbst- verständlich wird der L a n d t a g, der im Winter zusammen- tritt, sich mit dieser Justiz der„neuen Aera" zu befassen haben._ kriegsbekanntmachungen. Briefe an deutsche Zivilgcfangene in Rußland. Nach einer Entscheidung der russischen Regierung ist den deutschen Zivilgefangenen in Rußland der Brief- verkehr mit der Heimat untersagt, weil sie sich nicht in Konzen- trationslagern befinden, sondern nur gezwungen sind, in den ihnen angewiesenen Orlichasten zu leben, und daher der Postverkehr den allgemeine» Bestimmungen unterworfen ist. Hier können au? Deutschland Postsendungen an diese Personen fortan nicht mehr unmittelbar nach Art der KriegsKefangencnsendungcn, sondern nur noch durch Mittelspersonen(Rotes Kreuz usw.) auf dem Umwege über das neutrale Ausland verschickt werden, wobei es noch zweifelhaft ist, ob die Sendungen die Adressaten erreichen werden. Die deutsche Zivilverwaltung in Russisch-Polen. Amtlich. Kalisch, 27. Juli.(W. T. B.) Da im Publikum noch vielfach Unklarheil über die richtige Adresse der Zivilverwaltung für das okkupierte Gebiet Polens links der Weichsel besteht, wird erneut darauf hingewiesen, daß alle diesbezüglichen Zuschristen zu richten sind an die„Kaiserlich Deutsche Zivilverwal- tung für Polen links der Weichsel in Kaiisch". Metalle aus beschlagnahmten Bestände«. Amtlich. Berlin, 27. Juli.(W. T. B.s Ueber die nach § 8, b 2 der Verfügung vom 1. Mai 1915 lK 14 15 KRA auszufertigenden Belegscheine zur Entnahme von Metallen und metallischen Waren aus beschlagnahmten Beständen sind Verzeich- nisse zu führen und jederzeit für behördliche Einsichtnahme offen zu halten(Erläuterung 2 des Belezscheines). AuS diesen Verzeich- nissen soll zeitlich geordnet ersichtlich sein: 1. die Nummer jedes unterzeichneten Belegscheines, 2. die Firmen aller Vormänner und die des Hintermannes in der Reihe der Unterschriften. Diese Verzeichnisse gelten als„Beleg" im Sinne der Beschlagnahme-Ver- fügung bei den Zwischenlieferern, während der endgültige Roh- stosflieferer den Belegschein zu seinen Akten zu nehmen hat. Ver- zeichnisse und Belegscheine sind bis 5 Jahre nach Beendigung des Krieges aufzubewahren. Auf die gesetzlichen Folgen der Nichtbeachtung dieser Bestim- mungeu wird hingewiesen. * Amtlich. Berlin, 27. Juli.(W. T. B.) Zu der Bekannt- machung betreffend Verarbeitungsverbot und Ae- standserhebung von Seide und Seidenadfällen wird von amtlicher Seite mitgeteilt, daß in der obenbezeichneten Bekanntmachung überall, wo von„Heereszwecken" oder„Heeres- Verwaltung" gesprochen wird, auch die Marine einbegriffen ist. Letzte Nachrichten. Gedächtnisfeier für Jaurbs. Paris, 27. Juli.(W. T. 33.) Wie der„Temps" mit- teilt, hat die Sozialistenpartei beschlossen, den Jahrestag der Ermordung von Jaurös durch eine Gedächtnisfeier zu bc- gehen._ Russische RuckzugSmaßnahmen. Paris, 27. Juli.(W. T. B.) Der Korrespondent deS„Te m p ä" in Petersburg meldet, daß die Militärbehörden die notwendigen Maßnahmen für die Räumung WilnaS, GroduoS, Kow- n o s und Bielostocks ergriffen haben. Die Spitäler, Gefäng- nisse und Schulen werden bereits geräumt. Die Blätter beruhigen die Bevölkerung, indem sie erklären, es handele sich um VorstchtS- maßregeln.._ Vom O-Boots kriege. London, 27. Juli.(W. T. 33.)(Meldung des Reuter- schen Bureaus.) Ein deutsches Unterseeboot versenkte die Fischdampfer„H o n o r i a" und„Su t t o n". Die Be- satzungen wurden in Kirkwall und Berwick gelandet. Andere Fischerfahrzeuge wurden von den Unterseebooten nach Sto- noway verfolgt. Rotterdam, 27. Juli.(W. T. 33.) Der„Rotterdamsche Courant" meldet aus London: Die 29 Mann zählende Be- satzung der„L e e l a n a w" ist gestern in Kirkwall gelandet. Alls die Leute das Schiff geräumt hatten, gab das Untersee- boot ein Dutzend Schüsse ab und schoß dann ein Torpedo ab. Die Besatzung wurde an Bord des Unterseebootes genommen und dort gut behandelt. Das Unterfeeboot brachte sie bis in Sicht der Küste, ließ sie, als am Horizont eine Rauchsäule auf- stieg, in die Boote gehen und tauchte unter. Ehe die„Leela- naw" angegriffen wurde, sah man, wie in der Ferne zwei Schiffe, von denen das eine offenbar ein britisches war, in den Grund gebohrt wurden. Haag, 27. Juli.(W. T. 33.) Die Besatzung des in Brand gesteckten norwegischen Schoners„Harb o", die in Nmuiden gelandet wurde, erzählte, daß die drei Schiffe, die in der Nähe gebrannt hätten, ein schwedisches und zwei norwegische Segel- schiffe gewesen seien, die gleichfalls mit Holz nach Sunderland unterwegs gewesen seien. Die Besatzungen wurden von einem dänischen Dampfer gerettet.,. Maschinisten und Heizer erhalten sofort Anstellung. A. Wertheim G. m. b. H. Leipziger Platz 13. Annahmestellen für ,, Kleine Anzeigen" Berlin C. A. Hahnisch, Ackerstr. 174. 0. Karl Melle, Petersburger Plaz 4. straße 36. NO. 2. 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Orts- Krankenkasse refer Zehn Prozent Rabatt Borwärts. für die Gewerbe der Tischler und Pianofortearbeiter zu Berlin.. Am Donnerstag, den 5. August 1915, abends 8 Uhr, findet im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 5, eine außerordentliche Ausschußsitzung statt, zu welcher die Vertreter der Arbeitgeber und der Versicherten hierdurch eingeladen sind. Tagesordnung: Beschlußfassung über die nach § 351 der Reichsversicherungsordnung zu erlassende Dienstordnung für die Angestellten der Kasse. 269/11 Der Vorstand. Emil Boeske Borsitzender. Julius Müller, Schriftführer. Kranken- und SterbeZuschußkaffe der Schneider u. verw. Berufsgenossen Berlins. Sonnabend, den 31. Juli 1915, abends 9 Uhr, im Kaffenlokal, Adalbertstr. 61: C. Nohr, Siegfried Generalversammlung. straße 28/29. Nieder- Schöneweide. Wilh. Unruh, Brüdenstr. 10. Karl Krohnberg, Friedrichfirchplatz 27. Ober- Schöneweide. Alfred Bader, Bilhelminenhofstr. 17, Laden. Pankow. Otto Rißmann, Mühlenstr. 30. Reinickendorf. P. 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Bechenbefizer gegen Preiserhöhungen eintreten. Ebenso tann Ein sozialdemokratischer Antrag gelangte einstimmig zur Annahme, er Preisherabsetzungen nur dann durchdrüden, wenn noch der von der Regierung verlangt, im Bundesrat für die Erhöhung der 30 Proz. der Syndikatstimmen mit ihm dafür eintreten. Unterstügung der Familien der Kriegsteilnehmer und für Praktisch wird also der Fiskus nie im Interesse der Kon- die Erweiterung des Kreises der Bezugsberechtigten einzutreten; Der Herausgeber der„ Politisch- Anthropologischen Monats- sumenten sein Vetorecht ausüben können, wahrscheinlich auch ferner soll die Regierung auf die Gemeinden einwirken, damit schrift" veröffentlicht einen Artikel, Die demokratische nicht wollen, da seine Zechen unrentabel wirtschaften und diese ausreichende Zuschüsse zur Reichsunterstützung, Mietszuschüsse und Naturalien an die Kriegerfamilien gewähren. Auf Antrag Lüge und der Krieg", der auch als Sonderdruck verbreitet Preiserhöhungen im eigenen Interesse des Fiskus liegen. unserer Genossen wurde ferner beschlossen, die Regierung möge die werden soll. Die Deutsche Tageszeitung" findet diese Untersuchungen recht interessant" und brudt sie zuGemeinden mit Arbeiterbevölkerung veranlassen, so weit nicht stimmend ab. Die Hauptsäße lauten: schon geschehen, alsbald die nötigen Vorkehrungen zur Unters stügung Arbeitsloser zu treffen. Ein zur Annahme gelangter Bentrumsantrag verlangt, daß den Lieferungsverbänden wesentlich höhere Beiträge als bisher aus Staatsmitteln gewährt werden zu dem Zweck der Verabreichung von Zuschüssen zur Familienunterstüßung der Kriegsteilnehmer. Annahme fand auch ein Antrag der Volkspartei, wonach die Regierung für einen alsbaldigen Ersatz der " Daß der Landwirtschaftsminister sich für eine von den Gemeinden und Amtskörperschaften für das Reich ausbewilligen. Diese machen sich das natürlich auch zunuze, Erhöhung der Getreibepreise eingesetzt hat, darf als gelegten Beträge einschließlich der Zinsen durch das Reich einwerden dadurch immer mächtiger, immer begehrlicher und drehen schließlich den Spieß um, das heißt, werden feststehend betrachtet werden. Dies zu tun, war vom Standpunkte treten soll. Angenommen wurde noch der von unseren Parteigenossen gefelber zu Ausbeutern, indem sie Löhne und Ar- seines Ressorts seine ernste, nicht zu umgehende Pflicht. Die sachbeitsbedingungen verlangen, bei denen ein Unternehmer, auch lichen Erwägungen, die ihn zu dieser Auffassung gelangen ließen, stellte Antrag, daß die Regierung mit allen geeigneten Mitteln für er für seinen Gütererzeugungs- oder Verteilungszweig hat der Minister seinen Kollegen in Preußen und im Reiche selbst- 3 u derpreise eintreten soll, die die Friedenspreise nicht über( Branche) das Monopol besigt, auf die Dauer bestehen kann. Daß verständlich nicht vorenthalten. Das Gewicht dieser Gründe war so steigen. die Arbeiter sich dadurch allmählich selber die Ausbeutungs-, ja start, daß, wie wir zu wissen glauben, die maßgebenden die Lebensmöglichkeit zunichte machen, sozusagen den Aft, auf dem Regierungsstellen sich vielleicht nicht ohne anfängliche Zweifel und fie wie Blätter sizen, zum Verdorren und Abbrechen bringen, Bedenken- dem Votum des Landwirtschaftsministers verschlägt ihnen nichts. Sie sind von dem Gefühl der Freiheit und Macht so berauscht, daß sie diesem Gözen ohne Besinnen anschlossen. ungestraft tun oder lassen, was er will, wenn er nur vor der Wie die neuen Höchstpreise zustande kamen. nötigen Lüge, Heuchelei und Bestechung nicht zurückschreckt. Einen Hafen hat die Sache aber doch. Die Freiheit, die jene Minderheit Zu den Mitteilungen des Abg. Böhme über die Stellung des für sich beansprucht, kann sie den übrigen im Namen der Freiheit Landwirtschaftsministers zu den Höchstpreisen schreiben die Berliner nicht verweigern. Man muß also, so schwer das ankommen mag, Neuesten Nachrichten": Koalitionsfreiheit" auch den Ausgebeuteten wenn dastand. Verbot des Tabakverkaufs an jugendliche Personen. Vom kommandierenden General ist für den Bezirk des XXI. und zugleich des XVI. Korps folgende Verordnung ergangen: „ Ich verbiete, jugendlichen Personen unter 16 Jahren Streichhölzer, Feuerwerkskörper, Bigarren, Zigaretten und Tabak zu vers kaufen oder zur Benutzung ohne Ueberwachung zu überlassen. Zu widerhandlungen werden, wenn die bestehenden Geseze keine höhere Strafe beſtimmen, mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft.(§ 9 des Gesetzes über Belagerungszustand vom 4. Juni 1851.)" Aus der Partei. Aus den Organisationen. = = ihr und ihrer Kinder Leben zum Opfer Ist daher die in die Presse gelangte Mitteilung, welche mit dem schlachten. Jetzt hat der Klassenkampf und die dazu sicheren Eintritt einer Erhöhung der Getreidepreise rechnet, wirklich gehörige bandenhafte Organisation auf beiden auf den Leiter des Landwirtschaftsministeriums zurückzuführen, so Seiten den Gipfelpunkt erreicht. Die Streits auf der einen, die konnte dieser zu jener Zeit jedenfalls annehmen, daß er mit Aussperrungen und Bankerotte auf der anderen Seite häufen sich, seinen Ansichten und Plänen durchaus nicht vereinsamt und das ganze immer mehr in Zersegung geratene Gemeinwesen treibt einer Krisis zu, die, je nach Umständen, entweder zum Wenn schließlich die Regierung selbst, unter Mitwirkung des Untergange oder zur Heilung des franten Gesellschaftskörpers führen muß. Der Tod wird mit unfehlbarer Sicherheit eintreten, Herrn v. Schorlemer, davon abgesehen hat, dem Bundesrat den wenn die Regierung des betreffenden Landes nicht mehr mächtig Entwurf der Höchstpreisberordnung in der ursprünglich beabsichtigten genug ist, um die räuberbandenhafte Organisation Fassung vorzulegen, so ist dies, was heute durchaus tein Gedes Gesellschaftstörpers in eine natürliche und wahrhaft kulturelle, heimnis mehr, dem persönlichen Eingreifen des Am Sonntag fand in Görlitz eine Sihung der Agitationsdem Heile aller dienende, überzuleiten. Ohne Gewalt wird das Kanzlers zu danken. Herr v. Bethmann hat sich aber dabei fommission und der Vorstände der Wahlkreisorganisationen des jetzt nicht mehr möglich sein, denn freiwillig werden die in nicht im mindeſten in sachlichem Gegensatz zum Landwirtschafts- Agitationsbezirks Görlitz statt, die sich auch u. a. mit der Taktik folge der gewiffenlosen Agitation geistig und minister befunden. Auch er hat durchaus nicht verkannt, daß ernste der Partei in der Kriegszeit beschäftigte. Dem Organisationsfittlich völlig aus Rand und Band geratenen Gründe für eine Preiserhöhung im wohlverstandenen Interesse der bezirk gehören die sechs niederschlesischen Reichstagswahlkreise Gesellschaftselemente schwerlich zur gesunden und Sagan Sprottau, Rothenburg Hoyerswerda, wahren Kultur zurückkehren. Sie fühlen, so weit sie sich dem Landwirtschaft vorhanden waren. Es ist ihm jedoch gelungen, die Görlitz- Bauban, Nach Teufel des Klaffentampfes verschrieben haben, kein Regierung und vor allem und zunächst die Mitglieder des preußi- Bunzlau- Rüben, Grünberg- Freystadt und Löwenberg an. einem Referat des Reichstagsabgeordneten Genossen Taubades anderes Bedürfnis, als diesen immer mehr zu verschärfen, zu ber- schen Staatsministeriums davon zu überzeugen, daß im gegen Görlik wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: bittern, also die Krankheit des Gesellschaftskörpers noch weiter zu wärtigen Augenblick die noch so lebhaften Bedürfnisse eines einzelnen " Die Konferenz billigt die Bewilligung der nähren, ja förmlich zu mästen. Hier kann nur der Zwang, natür- Berufes, einer einzelnen, noch so bedeutsamen Voltsschicht zurück- Kriegskredite und des Kriegsbudgets und ist mit der Haltung lich in Verbindung mit entsprechender Aufklärung, helfen. treten müßten hinter die stärkeren Wünsche und Interessen der ge- und Tätigkeit der sozialdemokratischen Fraktion und des ParteiEine starte Regierung ist also für den Fall der vorstandes während des Krieges einverstanden. Heilung ganz unerläßliche Bedingung, und wohl dem Lande, das ſamten, um ihre Eristenz ringenden Nation." eine solche Regierung allem Klassentampfe zum Troz bis zu dessen fritischem Stadium noch behalten hat. Jene Einfältigen, die da meinen, daß sie die politische Macht erobern können, wenn die alte Gesellschaft und der alte Staat völlig abgewirtschaftet haben, täuschen fich gründlich. Sie erobern nichts als die politische Obnmacht, mit der sie den Tod des ganzen Gemeinwesens nicht mal aufhalten, geschweige denn neues soziales Leben erwecken können. Nur eine bis zulegt stark gebliebene Regierung bermag eine Heilung und Erneuerung des franken Gesellschaftstörpers herbeizuführen. Freilich muß die Regierung dann aber auch aus der geistigen Hypnose erwachen, in die jene Minderheit sie allmählich versezt hat. Geschieht das, dann hat der Teufel sein Spiel verloren. Die Heilung des kranken Gesellschaftsförpers läßt sich dann nicht mehr hintertreiben und ein neuer, froher Völkerfrühling folgt dem parteipolitischen Winter des Mißbergnügens nach." " Die Deutsche Tageszeitung" bemerkt dazu, daß diese Untersuchungen vorläufig zwar nicht für Deutschland, wohl aber für Frankreich, England und namentlich Amerika zutreffen". Unserer Auffassung nach ist die Tatsache, daß die neue Höchst= preisverordnung von einer Erhöhung des Grundpreises absieht, der Gegenagitation in der Presse zu danken. Die Enteignung der gesamten Futtermittel fordert der Erſte Beigeordnete der Stadt Köln, Adenauer, in der Kölnischen Zeitung"( Nr. 749): dem " einzelnen entzogen wird. Ferner schließt sich die Konferenz der vom Parteiausschuß Die Parteigenoffen des Bezirks werbeschlossenen Erklärung an. den aufgefordert, den parteizerstörenden Treibereien einzelner Genossen in der Partei energisch entgegenzuwirken und unermüdlich weiter tätig zu sein, um die Geschlossenheit unserer Bewegung aufrechtzuerhalten." Die Agitationskommission wurde beauftragt, den Parteivor= stand zu ersuchen, er möge öfter wie bisher den Standpunkt der Mehrheit in der Oeffentlichkeit darlegen und der Oppofition mit Gegenbeweisen entgegentreten. Die neue Regelung des Verkehrs mit Futtermitteln genügt nicht, der Gedanke der 8 wangsgemeinwirtschaft müßte überall durchgeführt werden, nicht nur beim Hafer. Am Sonntag, den 26. Juli, hatten sich 38 Vertrauensmänner Unsere Futtermittelbestände reichen zweifellos nicht für unseren aus den verschiedenen Orten des Herzogtums Gotha im VoltsTierbestand aus. Kontrolle des ganzen Tierbestandes und systema- hause zu Gotha eingefunden. Nach einem Vortrag des Genossen tische Verteilung der Hauptsächlichsten Futtermittel ist darum un- Bock über die schwebenden Parteiangelegenheiten erfolgte die bedingt nötig. Systematische Verteilung ist aber nur möglich, einstimmige Annahme nachstehender Resolution: wenn das Eigentum an diesen Futtermitteln„ Die am 26. Juli im Volkshaus in Gotha tagende Konferenz Im Verkehr der Vertreter des ersten Gothaer Wahlkreises, 38 an der Zahl, mit Gerste wird bestimmt ein illegitimer Handel beschäftigte sich mit den zurzeit ausgebrochenen Parteistreitig entstehen, die Regelung des Verkehrs mit Kraftfutter- feiten. Die Konferenz steht nicht auf dem Boden mitteln und zuckerhaltigen Futtermitteln wird voraussichtlich ebenso der Politik der Fraktionsmehrheit. Ganz besonders verjagen, wie sie bisher versagt hat: die Bezugsvereinigung verwahrt sich die Konferenz gegen die von einem Teil der Parteider deutschen Landwirte erklärt, feine Futtermittel mehr zu haben, und Gewerkschaftspresse betriebene einseitige Heße gegen die und doch sind im freien Verkehr zu abnorm hohen Preifen Opposition, die nicht weniger und nicht mehr verlangt als ihr Recht, folche zu haben, die offenbar aus geheimen Lägern ihre Meinung frei und offen zum Ausdruck zu bringen. Dieses stammen und dem Bezugsrecht der Bezugsvereinigungen ent- Verlangen entspricht dem ersten Grundsatz der Partei, der freien zogen worden sind." Meinungsäußerung und allen Traditionen der Partei. ÜnverDer Reichsfuttermittelstelle, die der einzige Fortschritt in der ständlich ist uns, wie der Parteiausschuß dazu kommt, sich das Recht syndikat zu entgehen. Der Ausschuß des Kohlensyndikats neuen Futtermittelverordnung sei, weist Adenauer die Aufgabe zu, anzumaßen, Beschlüsse zu fassen, die dessen Kompetenzen überschlägt den Zechenbesitzern vor, ein Uebergangs- neben der Futtermittelpolitik auch eine„ Viehstandspolitit" steigen. Laut Parteistatut hat er den Parteivorstand zu beraten, syndikat für die Zeit vom 1. Januar 1916 bis 31. März zu treiben, d. h. dafür zu sorgen, daß der Viehstand stets mit den irgendwelche Beschlüsse zu fassen, die für die Partei und deren Instanzen bindend sind, stehen diesem nicht zu. 1917 auf der Grundlage des bereits beschlossenen neuen Syndikats- Futtermittelvorräten im Einklang bleibt. bertrages zu errichten. Das Uebergangssyndikat und der Fiskus. Wie zu erwarten war, hat die Ankündigung eines Zwangssynditats die Mitglieder des Rheinisch- West= fälischen Kohlensyndikats veranlaßt, ein Syndikat durch freien Vertrag zu bilden, um dadurch dem ZwangsDem Uebergangssyndikat wird auch der Fiskus mit seinen westfälischen Zechen angehören. Der Fiskus hat dabei laut Voss. 8tg." folgende Bedingungen gestellt: " Von der Reichsgetreideftelle. Da es zweierlei Recht in der Partei, für Mitglieder und Angestellte, nicht gibt, erklärt die Konferenz das gehässige Vorgehen gegen den Genossen Haase, welcher für seine Anschauungen zu werben das Recht hat, als verwerflich. ausspricht, die Beschlüsse des * Landesvorstandes Berlin, 27. Juli.( W. T. B.) Unter dem Vorsiz des Unter Die Konferenz richtet an den Genoffen Haafe das Ersuchen, 1. Der Staat hat das Recht, seine Zugehörigkeit zum Syndikat staatssekretärs Exzellenz Michaelis fand heute die erſte Sigung des im Interesse der Partei treu auf seinem Posten zu verharren." jederzeit mit mindestens vier wöchiger Frist zu Beginn Kuratoriums der Reichs getreidestelle statt. Es wurde beschlossen. Der 6. württembergische Wahlkreis beschloß auf eines Vierteljahres zu fündigen, mit der Maßgabe, daß er den Kommunalverbänden den bisherigen Bedarfsanteil an Mehl, frühestens 14 Tage vor Ende der Kündigungsfrist den Verkauf einschließlich der Zuschläge für die schwer arbeitende Bevölkerung seiner in Reutlingen abgehaltenen, von 23 Delegierten beseiner Erzeugnisse zur Lieferung nach dem Beginn des betreffenden bis zum 15. September weiter zu gewähren, da der neue Einteilungs- suchten Kreisversammlung einstimmig eine Resolution, die das Vierteljahres aufnehmen darf. Die Kündigung gilt auch für die plan nicht eher fertiggestellt werden kann. Es wurden ferner die Einverständnis mit der Tätigkeit des Parteivorstandes, der Bergwerksgesellschaft Hibernia, wenn diese in die Verfügungs- Grundsäge besprochen, nach denen das Direktorium der Reichs- Reichstagsfraktion und den Entschließungen des Parteiausschuffes billigt und macht des Staates gelangt. 2. Vetorecht des Handelsministeriums, getreidestelle mit den Fabrikanten von Nahrungsmitteln verhandeln soll, um einerseits diese Fabriken zu beschäftigen und andererseits schärfsten Protest gegen das Verhalten der Parteiminderheit im wenn 30 Proz. aller Stimmen ohne diejenige des Staates gegen den Lebensmittelwucher protestiert. Nach dem Bericht der für die Herabſegung oder gegen die Erhöhung von Richtpreisen der Bevölkerung in den Mehlfabrikaten sehr willkommene Nahrungs- Reiche und in Württemberg einlegt. Bugleich wurde aufs schärfite Kreisleitung zählt der Kreisverein noch 21 Ortsvereine. 3 Ortsfind. 3. Der Staat hat das Recht, bis zu 450 000 Tonnen jähr- mittel zuzuführen. bereine haben infolge Einziehung der Mitglieder zum Heeresdienst lich( Anrechnung für seine Beteiligung am Verkauf) im Betriebe Eine Gesellschaft für Bevölkerungspolitik. ihre Tätigkeit eingestellt. Im ganzen sind etwa 900 Mitglieder des Reiches und Staates frei von der Rechnungsumlage zu liefern, dafür also nur die Tonnenumlage zu be- Die Konstituierung einer Deutschen Gesellschaft für Be- zum Heere eingerückt. zahlen. Ueberschreitung der 450 000 Tonnen ist zulässig, wenn völkerungspolitit, mit dem Hauptziel der Bekämpfung des und soweit die Wahrung des öffentlichen Interesses un- Geburtenrüdganges, ist gestern im Preußischen Abgeerivartet starke Bedienung der dem Staate gehörenden ordnetenhause unter Teilnahme hervorragender Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens erfolgt. 8um einstweiligen Vorsitzenden Verbrauchsstellen mit Brennstoff erfordert. Für dieses Mehr wurde der Berliner Nationalökonom Prof. Dr. Julius Wolf mengen zahlt aber der Staat auch die Rechnungsumlage. 4. Noch gewählt. zu vereinbarende Bestimmung darüber, wie dem Staat die Er. haltung seiner Handelseinrichtungen ermöglicht Aus dem württembergischen Landtag. werden soll. 5. Gewährung einer Beteiligung an der Be- Bei der Beratung des württembergischen Hauptfinanzetats in förderung im Kohlentontor nach den Beförderungen, der Zweiten Kammer beantragte die Sozialistische Vereinigung( die die der Staat in einem noch zu bestimmenden zurückliegenden Westmeyer- Gruppe) die Streichung des Betrages von 80 000 m. für Zeitraume durch seine Rheinschiffahrtsgruppe hat bewirken lassen. die Gesandtschaften in Berlin und München. Der Antrag wurde des Landesvorstandes. Die Genossen im Reichs- und Landtage 6. Verpflichtungen des Syndikats, einem Vertreter des Staates aber auf Beschluß des Hauses von der Tagesordnung abgesetzt. werden ersucht, mit aller Entschiedenheit der Auswucherung des als Mitglied des Aufsichtsrats des Kohlentontors zu be- Ferner beantragte sie die Wiederherstellung des gefegmäßigen Zu- Voltes entgegenzuwirken. stimmen. 7. Der Staat bleibt frei von der Syndikatsstandes auf dem Gebiete des Vereins, Versammlungsumlage. und Presserechts. Die Unzulässigkeit und Gefährlichkeit dieser Vom 9. württembergischen Wahlkreis, der seine Kreisversammlung in Tuttlingen abhielt, find etwa 800 Parteimitglieder im Militärdienst und etwa ebensoviel zahlen" noch ihre Beiträge. Nahezu 200 Mitglieder sind im Berichtsjahr aus den verschiedensten Gründen verloren gegangen. Es bestehen noch 11 Ortsvereine, während 12 fleine Vereine zur Untätigkeit verurteilt sind. Gegen 3 Stimmen beschloß die von 30 Delegierten besuchte Versammlung, daß Parteigenossen, die nicht die Marken der Landesorganisation, sondern die der Weſtmehergruppe fleben, damit aus der Partei ausscheiden. Einstimmig stellte sich die Versammlung auf den Boden der Reichstagsfraktion, des Partei- und ** Die Generalversammlung der Parteiorganisationen für ben Die Rechte, die sich der Fiskus vorbehalten hat, sind Forderung vom Standpunkte des vaterländischen Interesses aus hob& und 10. schleswig- Holsteinischen Reichstags. wahlkreis( Altona- Storman und Lauenburg) beschäftigte sich nicht allzu umfangreich. Das für die Verbraucher der Zentrumsabgeordnete Gröber hervor, der im Namen der bürger- in einer siebenstündigen Beratung mit den Parteistreitig wichtigste Vetorecht bei der Preisbemessung ist lichen Parteien einen Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung stellte, Das Referat hatte der Reichstagsabgeordnete Genoffe Starl völlig illusorisch. Der Fiskus ist an die Preisfestseßung ge- den das Haus annahm. Bei der Abstimmung in beiden Fällen Frohme. Am Schlusse wurde eine Resolution mit 47 gegen bunden; auch die Preisheraufsetzungen muß er mitmachen, ichloß sich die alte sozialdemokratische Fraktion der Sozialistischen 11 Stimmen angenommen, die fi den Befaluß des Parteia. falls nicht neben ihm noch ein Drittel der Stimmen aller Vereinigung an. lausschusses vom 1. Jutt zu eigen macht. Gewerkschaftliches. Arbeitsvermittlung und Kriegsbeschäöigtenfürforge. Zur Beratung dieser beiden Punkte hatte die G e w e r k- schaftskommission am Montag wieder eine Versammlung einberufen. Genosse Eugen Brückner, der über die Arbeitsvermittlung referierte, verwies auf die erfolgreiche Tätigkeit, welche die Gewerk- schaften in Verbindung mit den Arbeitgeberorganiiationen während des Krieges für die Unterbringung von Arbeitslosen entfallet haben. Diese Angelegenheit— so führte der Referent weiter aus— be< schäftigt die Arbeiterschaft auch gegenwärtig noch in hohem Maße. Ein« zelne Berufe, besonders die iveiblichen Arbeitskräfte, haben unter starker Arbeitslosigkeit zu leiden. Eine große Anzahl von GeWerk- schaften hat ihre Unterstützungen ganz oder teilweise wieder ein- geführt und dadurch zum Ausdrucks gebracht, daß die Belastung, welche der Krieg den Gewerkschaften auferlegt hat, bereits über- standen ist. Der Ausschuß der Gewerkschaslskommission gibt sich dieser trügerischen Hoffnung nicht hin. Er meint dagegen, die größte Belastung wird erst nach dem Friedensschluß eintreten, wenn die auS dem Heeresdienst Entlassenen wieder in die Reihen der Arbeitsuchenden zurücklehren und der Geschäftsgang überall stockt. Für jene Zeit wird mit einer großen Zahl von Arbeitslosen zu rechnen sein. Es ist deshalb nötig, daß Ausgleichsstellen, wie sie schon während des Krieges gebildet worden sind, über daS ganze Reich verbreitet werden. Aufgabe der Ausgleichsstellen ist es, durch gegenseitige Verständigung Arbeitslose von solchen Orten, wo sie keine Arbeit finden können, nach anderen Orten, wo Nachfrage nach Arbeitern vorhanden ist, hinzuleiten. Der Verband märkischer Arbeitsnachweise hat den Gedanken des Ausgleichs der Arbeitslosen, der von den Organisationen ausging, auf- gegriffen und will diese Einrichtung zunächst in der Provinz Brandenburg und später im ganzen Reiche durchführen. Tie Gewerkschaftskommission sowie die anderen gewerkschaftlichen Richtungen sind eingeladen worden, an der Schaffung einer Geschäftsordnung und eines Beirats der Ausgleichsstelle mit- zuwirken. Auch die Angestclltenorganisationen wurden auf Veranlassung der Gewerkschaftskommission hinzugezogen. Es wurde der Entwurf einer Geschäftsordnung vorgelegt, dem die Vertreter der Gewerkschaften nicht zustimmen konnten, weil er dem Verband märkischer Arbeitsnachweise fast den alleinigen Einfluß auf die ganze Einrichtung zu sichern sucht. Die Vertreter der Gewerkschaften haben deshalb einen Gegenentwurf ausgearbeitet, der den Gewerkschaften einen ihrer Bedeutung ent- sprechenden Einfluß sichern will. Hiernach wurde eine Kommission eingesetzt, um einen neuen Entwurf aufzustellen. Das Ergebnis der KommisfionSarbeit war, daß in dem neuen Entwurf die Forderungen der Gewerkschaften zum Teil berücksichtigt wurden. Die Gewerkschaften wollen, daß nicht der Verband märkischer Arbeitsnachweise als Zentralausgleichsstelle fungieren soll, son- dern sie soll gebildet werden aus Vertretern der be« teiligten Organisationen und der städtischen Arbeitsnachweise. Ihre Tätigkeit soll sich auf Berlin und die Provinz Brandenburg er- strecken. Während über diese Punkte Einverständnis erzielt wurde, ist der Z 4 des Entwurfs noch strittig. Dieser bestimmt, daß die Geschäftsführung der Zentralstelle in den Händen des Verbandes märkischer Arbeitsnachweise liegen soll. Würde diese Bestimmung ange- nommen, dann wäre der beherrschende Einfluß des Verbandes märkischer Arbeitsnachweise, den man aus den anderen Teilen des Entwurfs entfernt hatte, wieder hergestellt. Dem können die Vertreter der Arbeitnehmer auf keinen Fall zustimmen. Sie fordern, daß der Beirat zu bestimmen hat, welcher der beteiligten Arbeitsnachweise die Geschäfte der Zentralstelle zu führen hat. Auf diese Weise kann der Verband märkischer Arbeitsnochweise zum Geschäftsführer be- stimmt werden, aber die Geschäftsführung wird ihm nicht ein für allemal übertragen. Dr. Freund, der Vorsitzende des Verbandes märkischer Arbeitsnachweise erklärte, mit der von ihm vorgeschlagenen Fassung des§ 4 stehe oder falle für ihn die ganze Einrichtung der Zentralstelle. Dagegen stehen alle Vertreter der Arbeitnehmer ohne Unterschied der Richtung einmütig auf dem Standpunkt, daß sie eine Beteiligung an der Zentralstelle ablehnen, wenn in diesem Punkt ihr Verlangen nicht erfüllt wird. In Verbindung mit dieser Angelegenheit steht der Erlaß des Handelsministers vom 21. Mai, wonach die gewerbsmäßigen Arbeits- nachweise vom 1. August ab ihre unbesetzten Arbeitsstellen einer Zentralstelle zu melden haben, welche die Meldungen an das Kaiserliche Statistische Amt weitergibt. Nach dem Erlaß hat der Regierungs- Präsident(in Berlin der Polizeipräsident) diese Zentralstelle zu be- stimmen. Es ist möglich, daß hierfür der Verband märkischer Arbeitsnachweise bestinimt wird. Auch dagegen müssen sich die Ge- werkschaften wehren und eine Mitwirkung ihrerseits in Anspruch nehmen.— Der Referent empfahl der Versammlung, zu beschließen. daß die Vertreter der Gewerkschaften in der am Mittwoch statt- findenden Plenarversammlung des Verbandes märkischer Arbeits- nachweise darauf bestehen, daß der§ 4 des Entwurfs in dem von ihnen vertretenen Sinne geändert wird und daß sie im Falle der Ablehnung dieser Forderung eine Beteiligung der Gewerkschaften an der Zentralausgleichsstelle ablehnen. Gleichzeitig sollen für den Fall der Ablehnung ihres Ver- langens die Vertreter der freien Gewerkschaften erklären, daß ihre Arbeitsnachweise eine besondere Zentralstelle im Sinne des Ministerialerlasses vom 21. Mai bilden. Der vom Referenten vorgeschlagene Antrag wurde von der Ver« sammlung einstimmig angenommen. Genosse Cohen referierte hierauf über die Kricgsbcschädigtciisursorge in der Provinz Brandenburg. Er erinnerte daran, daß die vorige Versammlung zum Ausdruck gebracht hatte, sie sei mit der Organisation der Kriegsbeschädigten- fürsorge in Berlin zufrieden, nicht aber mit den entsprechenden Ein- richtungen für die Provinz Brandenburg. Weiter führte der Redner aus: Der Bericht, den der.Vorwärts'' über die vorige Versammlung brachte, scheint daS Mißfallen der Provinzialverwaltung gefunden zu haben. Ich sollte veranlaßt werden, meine im Bericht wieder- gegebenen Ausführungen zu berichtigen. Das habe ich abgelehnt, weil sie den Tatsachen entsprachen. Meine Kritik an den Fürsorge- einrichtungen der Provinz Brandenburg war, wie sich inzwischen herausgestellt hat, noch viel zu milde. Wie aus einem von zu- ständiger Stelle am 6. Juli an die Generalkonimission gerichteten Schreiben hervorgeht, hat man fast überall in der Provinz die Mitwirkung der Arbeiter in den Kreisbeiräten auS- geschaltet. Daß das auf einem Zufall beruht, ist doch wohl aus- geschlossen. Die in der Provinz Brandenburg einzurichtenden Kreis- oder Ortsausschüsse sollten, entsprechend dem Wunsch der Arbeiter« Vertreter im LandeSdeirat, dieselbe Zusammensetzung haben wie der Landesbeirat. Dem ist aber nun nicht entsprochen. In einer Anzahl Kreise und Orte ist überhaupt noch nichts geschehen. Alles das kommt daher, daß die Provinzialverwaltung nicht gesagt hat, wie die Sache gemacht werden soll, sondern nur angeregt hat, daß etwas gemacht wird. So mußre natürlich ein buntscheckiges Bild zustandekommen. Wir wollen eine einheitliche Organisierung der Fürsorge für die Kriegsbeschädigten. Mit der Berufsberatung sollen nur sachkundige Personen, also vor allem auch Arbeiter, betraut werden, und zwar die- jenigen, welche von den Organisationen vorgeschlagen werden. Alle unsere Wünsche haben wir in einer Unterredung mit einer Vertretung der Landesverwaltung zum Ausdruck ge- bracht. Wir haben uns getrennt mit dem Versprechen, daß loir eine unseren Wünschen entsprechende Vorlage einreichen werden. Wir haben dann die Angelegenheit einer Konferenz der Gauleiter unter- breitet. Diese setzte eine Kommiision ein, welche im nachträglichen Einverständnis mit den Vertretern der anderen gewerkschaftlichen Richtungen eine Vorlage ausgearbeitet hat. Die Vorlage sieht etwa öl) Bezirke vor, die sich der Kreiseinteilung anschließen. In dieser Hinsicht gehen wir den gleichen Weg mit der Provinzialverwaltung. Für jeden Bezirk soll ein Beirat gebildet werden, bestehend aus Ver- lrelern von Gemeinden, von Fach- und Fortbildungsschulen, von Arbeiter- und Arbeitgeberorganisationen, von Arbeilsnachweisen. von Handel und Landwirlschast sowie Aerzten. Sachverständige können zur Information herangezogen werden. In jedem Ort sollen Ver- lrauenSmänner im Interesse der Fürsorge tätig sein. ES muß den Kriegsbeschädigten möglich gemacht werden, noch vor ihrer Entlassung aus dem Lazarett sich persönlich mit dem Berufs- berater zu besprechen. Im Lazarett selbst ist das meistens nicht möglich, weil die Berufsberater nicht zugelassen werden. Selbst einem von der Zentralstelle der christlichen Gewerkschaften in Köln empfohlenen Verlreter dieser Richtung wurde der Zutritt nicht gestattet. Den maßgebenden Herren paßt also die ganze Richtung nicht, wenigstens nicht da, wo irgend ein Einfluß von Arbeitern aus- geübt werden kann. Wir fordern deshalb, daß da, wo eine Besprechung mit dem Berufsberater im Lazarett nicht möglich ist, den Verletzren einige Stunden Urlaub erteilt wird, damit sie zu den Berussberatern gehen können, die für diesen Zweck zu bestimmten Zeiten Sprechstunden abhalten können. Der Verletzte, der nach seiner Entlassung aus dem Lazarett für die Berufsarbeit angelernt werden muß, bedarf der maleriellen Unterstützung. Diese zu verschaffen und de» Krüppel da- durch vor Mangel in der Zeit des Anlernens zu schützen, muß Auf- gäbe der Kriegsfürsorge sein. Hierzu müssen öffentliche Mittel zur Verfügung gestellt werden. Es darf nicht vorkommen, daß jemand, der seine gesunden Glieder im Kriege verloren hat, mit dem Augen- blick seiner Entlassung aus dem Lazarett der Not ausgesetzt wird. Unser Entwurf verlangt auch, daß die Kreisbeiräle viertel- jährlich dem Landesbeirat Bericht über ihre Tätigkeit erstatten. Dadurch bekommt man ein klares Bild über die geleistete Tätigkeit. Ferner wollen wir eine Ueberficht aller Kreise und Städte, welche Fürsorgestellen bekommen, aufstellen und gleichzeitig unsere Vor- schlüge für die Besetzung dieser Stellen machen. In etwa acht Tagen werden wir unseren Entwurf, die Ueberficht und die Bor- schlüge einreichen können. Seit unserer letzten Versammlung hat die Angelegenheit der Fürsorge in Berlin einen guten Fortgang genommen. Wir haben über 200 Berufsberater vorgeschlagen. Diese haben Material be- kommen, um sich für ihre Tätigkeit vorzubereiten. Hier ist also alles auf gutem Wege. Serlin und Umgegend. Militärschneider vor der Zchlichtungskommisfion. In endloser Kette ziehen sich vor dem Gewerbegericht die Klagen um die festgesetzten Kriegslöhne hin. Ein Labyrinth von Rechtsfragen nimmt die dort tätigen Personen auf; fast jeder Fall bietet eine Fülle von knifflichen Schwierigkeiten, und nur eine um- fassende Beherrschung der ganzen Materie ermöglicht es dem Kollegium von Richtern und Beisitzern, die Sachlage mit Präzision und Sicherheit zu klären. Kläger und Beklagte betreten den Saal in der Regel mit der unerschütterlichen Absicht, auch nicht einen Finger breit von ihrem Standpunkt abzuweichen. Aber—„erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt". Die Schlichtungs- kommission arbeitet nach dem Rezept, möglichst jede Klage außer- gerichtlich aus der Welt zu schaffen. So kommt meist ein Vergleich zustande, getreu dem Sprichwort, daß ein magerer Vergleich immer noch besser ist als ein fetter Prozeß. Nur wo die Sachlage ganz unzweifelhaft klar vorliegt, erfolgt ein unzweideutiger Urteilsspruch. Immer und immer wieder jammern die verklagten Unternehmer und Zwischenmeister:„Ja, und wo bleibe denn ich dabei? Wo bleibt denn mein Prosit?" Und immer wieder muß ihnen ge- antwortet werden: Wendet euch an eure Auftraggeber und ver- klagt diese, dann werden auch sie verurteilt. Die Löhne sind vom Beileidungsamt festgelegt und daran wird nicht gerüttelt. Das Bekleidungsomt selbst ist durch einen Major vertreten, der in sachkundiger Weise sich an den Verhandlungen beteiligt. Charakte- ristisch ist, daß die meisten der beklagten Unternehmer empbatisch erklären, sie hätten an den betreffenden Arbeiten nichts verdient, sondern noch draufgelegt. Zu dieser Erkenntnis gelangen sie ge- wohnlich erst vor dem Gewerbegericht. Auch�viele Zwischenmeister müssen vom Verband der Schneider vor die Schlichtungskommission zitiert werden, damit sie die ihren Arbeitern vorenthaltenen Löhne nachzahlen. Da ist eine Zwischenmeisterin, die erklärt, nach Abzug allep- Unkosten verblieben ihr nur 31 M. die Woche Verdienst.„Ich kann doch nicht noch 8 Pf. pro Hose mehr zahlen, als ich selbst bekomme."—„Die Firma hat Ihnen auch zu wenig gezfthlt, bringen Sic dieselbe hierher, die mutz Ihnen dann die Difsckrcnz begleichen", lautet der Bescheid.\ Eine andere Zwischenmeisterin will die Firma, für dieVsie liefert, nicht nennen. Als ihr gesogt wird, daß sie unbedi\� bezahlen muß, aber dann die betreffende Firma regreßpflichtig machen kann, meint sie:„Ja, dann nenne ich die Firma, ein Keil treibt den anderen." Sie verpflichtet sich hierauf, 13,70 M. Restlohn zu Händen Kunzes vom Schneiderverband als Be- vollmächtigter der klageirden Arbeiterinnen zu zahlen. Ein Zwischenmeifter sagt:„Die Arbeiterinnen haben bei mir 43 M. die Woche verdient, das ist doch ganz schön!"-r-„Ja, wenn sie aber laut Bestimmung ö3 M. zu bekommen haben, so ist das jedenfalls noch schöner," erwidert ihm Magistratstrat v. Schulz. Ein Zwischenmeister hat einer Stepperin in 12 Wochen 38 M. zu wenig ausgezahlt. Er will nichts nachzahlen, da sie nichts habe leisten können.„Aber Sie haben sie doch 12 Wochen behalten. Wenn sie nichts gekonnt hat, dann hätten Sie sie doch nicht so lange behalten sollen!" wird ihm gesagt. Es erfolgt in dieser Sache ein Vergleich auf 24 M., die der Beklagte an Kunze zahlt. Einen mehr als sonderbaren Ausspruch teilte eine Arbert- geberin mit. Als sie nämlich zu Anfang des Krieges auf dem Arbeitsnachweis in der Gormannstraße Arbeiterinnen verlangte, soll ihr dort gesagt worden sein, daß 1,75 M. Tagelohn für eine Arbeiterin völlig genügend sei. Dieselbe Beklagte gab Hosen weg zu 55 Pf. pro Stück, ein Preis, der von allen Anwesenden als äußerst niedrig bezeichnet wurde.„Die Arbeiterinnen verdienen bei mir 23 bis 22 M. die Woche und sind glücklich dabei", sagte sie. Sehr treffend erwiderte ein Unterneh-merbeisitzer:„Na, wenn sie sich glücklich fühlten, würden sie Sie doch nicht verklagen!" Die Sache wurde vertagt._ Die Berliner Verwaltung der Brauerei- und Wühlcnarbeiter hielt am Sonntag ihre Quartalsversammlung ab. Große Aktionen konnten im 2. Quartal nicht stattfinden, aber Verhandlungen wurden mit den Unternehmern mehrfach gepflogen, u. a. in der Urlaubs- frage. Auch die Schlichtungskommission deZ EinigungSamtS mußte in einem Falle in Funktion treten und eine Differenz zugunsten der Kutscher der Löwenbrauerei schlichten, nachdem die Brauerei dein Verband gegenüber ihren ablehnenden Standpunkt dargetan hatte. Die Schloßbrauerei in Schöneberg mußte ebenfalls verklagt werden. ehe aber das Urteil gefällt wurde, gab die Brauerei den Wünschen der Organisation nach; jedoch liegt bereits eine neue Differenz vor. In der Pfefferbergbrauerei konnte der Verband ebenfalls mit Erfolg in eine lstreilfrage bezüglich des tariflichen Urlaubs eingreifen. Bei Oswald Berliner kam es auch in der Haustrunkfrage zu Differenzen; hier konnte die Organisation nicht zugunsten der Arbeiter inicr- venieren. Es wurden V71 Neuaufnahmen im KriegSjahr vom 1. Juli 1914 bis 1. Juli 1915 gemacht. Die Neuausgenommenen find leider fast gänzlich wieder abgegangen, da sie durchweg auS anderen Berufen stammten. Am IS. Juli dieses Jahres hatie der Verband 2148 Mitglieder zum Heere eingezogen. Die OrgonHalion hat erreicht, daß fast alle Brauereien und Müblen- betriebe den Kriegersrauen Kriegsbeihilfe gewähren. Auch Kriegszulagen wurden nachträglich von den Betrieben zu- gestanden. In der Urlaubsfrage konnte durch die Organisation folgende Regelung erzielt werden: Wer im vorigen Jahre keinen Urlaub erhalten hat, bekommt das Geld dafür ausgezahlt. Die- jenigen, die länger als ein halbes Jahr im Betriebe sind und zur Fahne gehen, erhalten das Geld ausgezahlt. Der Urlaub ist prinzipiell in natura zu geben, nur wenn es infolge von Arbeitermangel nicht durchzuführen ist, soll er durch Geld ersetzt werden. Das Bierausfahren an Sonntagen wurde ebenfalls geregelt. Ueber die Beschäftigung von Frauen in Flaschenkellereien wurde eine Einigung dahin erzielt, daß diese Frauenarbeit nur als Ausnahmezustand zu gelten hat. Eine zu- friedenstellende Regelung wurde auch in der Frage der Mitfahrer bei Flaschenwagen durchgeführt. Eine Teuerungszulage ist von den Unternehmern den Arbeitern gewährt wordeu, und zwar in Höhe von 13 M. monatlich. Die Unterstützungseinrichtungen des Verbandes, sowohl die zentralen als auch die lokalen, sind nicht nur vollständig aufrech:- erhalten, sondern noch erweitert worden. Der Tarif ist. von wenigen Ausnahmen abgesehen, von beiden Parteien eingeballen worden. Hodopp warnte in seinem Bericht ausdrücklich vor Tarifübertrelungen: der Tarif fei von beiden Seiten einzuhalten. Arbeitslose gibt es zurzeit nicht im Berliner Brauergewerbe. In der Diskussion kritisierte ein Redner unter anderem die Stellungnahme der Organisationsleitung in der Frage der Teuerungszulage, indem sie sich auf den strikten Standpunkt der Tarifeinhaltung stellte. Auch die nachträglich zugebilligte Teuerungszulage bezw. die Bestimmungen hierüber wurden vom Redner bemängelt. Bei der Frage der Frauen- arbeit in den Flaschenkellereien habe die Leitung sich mwt an den Tarif gehalten. Sie hätte unbeugsam bleiben müssen. ebenso in der llrlaubsftage. Die Tarifkommission hatte nicht d:a Befugnis, den Tarif umzustoßen. Die OrganisationSleiwng fei nicht auf dem Posten gewesen. Hodapp wies die Vorwürfe des Redners als unberechtigt zu- rück. In der weiteren Debatte wurde die Haltung der Verbands- leitung ebenfalls gutgeheißen. Hierauf referierte Hodapp über die Fürsorge für die Kriegs- verletzten und die Wiedereinstellung der Heimkehrenden, die unver- letzt sind, in welchen Fragen mit den Unternehmern Verhandlungen angebahnt sind. Es handelt sich bei den letzteren darum, daß ihnen in dem Be- trieb, in dem sie vor dem Kriege beschäftigt waren, beim Wieder- eintritt alle Rechte und Vergünstigungen, wie Urlaub usw. zustehen. Die Kriegsbeschädigten, die zurückkehren und noch in Brauereien arbeiten können, müssen zu denselben Bedingungen wie die Ge- sunden beschäftigt werden. Nimmermehr darf die eventuelle Rente von den Unternehmern zu Lohndrückereien benutzt werden. Wenn der Kriegsverletzte arbeitet, muß er den Tarif erhalten. Die Fest- setzung des jeweiligen Lohnes darf jedenfalls nicht dem Ermessen der Unternehmer überlassen bleiben- ES muß darum eine Instanz ge- schaffen werden, die derartige Differenzen regelt. Der Verein der Brauereien hat auf ein dahingehendes Schreiben geantwortet, daß er sich mit der Angelegenheit befassen werde. Die Konjunktur im Topeziererberuf war im 2. Quartal 1915 nicht besonders günstig, sowohl im eigentlichen Tapeziererberuf, als auch in den Militäreffektenbetrieben. In einzelnen Betrieben wurde deshalb versucht, die Arbeitszeit zu verlängern. Preisreduktionen konnten durch energisches Eingreifen der Organisation wieder rück- gängig gemacht werden. Der Kassenbericht der Berliner Filiale des Tapeziererverbandes ist nach Ausführungen, die Z i tz e w i tz in einer Versammlung der Filiale machte, als aünstig zu bezeichnen. Die Mitgliederzahl betrug am Schlüsse des 2. Quartals 1153. Zirka 700 Mitglieder sind bis jetzt einberufen. Für die Kriegsunterstützung hat der Ortsvorstand beschlossen, eine Karenzeit festzusetzen und zwar von 13 Wochen. Als Ersatzrevisor für die Hauptverwaltung wurden in der Ver- sammlung gewählt Petke, Paskal und Strauß, für die Lokal- Verwaltung M> n n und Brodel. Ms Industrie und Handel. KriegSgewiune. Die Annener Gußstahlwerke A.-G.. die im Frieden hauptsächlich Schiffsstahl herstellen, erhöhen ihre Dividende von 8 Proz. auf 12 Proz. Der Ueberschuß beträgt nach reichlichen Ab- schreibungen und vorsichtiger Bilanzierung 695 919 M. gegen VIS 384 M. im Vorjahre. Der Vortrag auf neue Rechnung beträgt 308 389 M. Die Aussichten sind gut. Die Beschäftigung für längere Foii reichlich. Das Gußstahlwerk Witten a. d. Ruhr hat im Ge- schäftsjahr 1914/15 sehr günstig gearbeitet. Die Beschäftigung und der Nutzen waren gut. Die Dividende wird eine Erhöhung er- fahren. Nach den Mühlen, Textil- und Lederfabriken kommen jetzt die Stahlwerke mit ihren günstigen Kriegsabschlüssen. Aus dem Jahresabschluß der B e n z- A k t.- G e s. seien noch einige bemerkenswerte Zahlen angeführt. Bei einem Aktienkapital von 22 Millionen beträgt der Bruttogewinn 22 334 333 M., General- Unkosten erfordern 13 843 893 M., Abschreibungen 2 556 767 M. Auf neue Rechnung werden) 256 757 M. vorgetragen. Der Reservefonds wird auf 8 333 333 M. erhöht. DaS alte Werk ist auf 293 333 M. abgeschrieben. Werkzeug-, BeleuchtungS», Heizungs-, Gleis-, Telephon-, Wasseranlage-, Modell- und Mobilien-Konto sind um 3 565 343 M. auf 3 bezw. 2 M. ab- geschrieben. Bei der Mechanischen Buntweberei vorm. Kolb u. S ch ü l e A.-G. erhöht sich der Ueberschuß von 146 223 M. auf 535 675 M. Nach wesentlich erhöhten Rücklagen und Abschreibungen gelangen 16 Prozent Dividende(gegen 9 Prozent im Vorjahre) zur Auszahlung.__ Die Einzahlungen auf die zweite Kriegsanleihe haben nunmebr bereits 98,1 Proz. der Gesamtzeichnung erreicht. Es find bis zum 23. Juli 8933,2 Mill. Mark eingezahlt gegen 8782,3 Mill. Mark am 15. Juli. Obwohl danach der Zuwachs 153,9 Mill. Mark beträgt, sind die Darlehnskasien für die Zwecke der zweiten Kriegsanleihe nur mit 17 Mill. Mark neu in Anipruch genommen worden, so daß die Darlehen für die zweite Kriegsanleihe sich auf den Verhältnis- mäßig kleinen Betrag von 361 Mill. Mark belaufen. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 2Sö der p r» u tz i s ch e n r« e e enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: 1., 2., 3.. 4. und 5. Garde-Regiment zu Fuß; 6. Garde-Jnfanteric-Regiment(früher 1. Gardc-Ersatz- Regiment); 2. Garde-Referve-Regiment; Grenadier-Regiment Alexander; Garde-Füsilier-Regiment. 1., 2. und 6. Garde-Brigade- Ersatz-Bataillon(siehe k. Garde-Jnfanterie-Regiment). Lehr- Infanterie-Regiment. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- Regimenter Nr. 4, S. It. 12. 18. 20. 21. 26. 33. 34. 3S. 37, 38. 40, 34, 55, 57, 59, 62, 63, 65, 66, 67, 70, 73. 74, 76, 77, 79, 80, 81. 85, 86, 88. 89, 92, 93, 97, 98, 99, 109, 115, 118, 131, 132, 135, 137, 140, 143, 146, 154, 155, 158, 160, 165, 170, 171, 173, 174, 175, 185, 190, 336, 361. Reserve-Jnfanterie-Regimenter Nr. 5, 7, 8. 15, 18, 19(f. auch Jnf.-Rcg. Nr. 336), 26, 30, 32. 35. 38, 40. 46, 51. 56, 59, 60. 64, 65, 74. 76. 77. 79, 80, 82, 91. 93, 98. 201, 204. 210, 213. 214, 217, 219 bis einschl. 224. 229, 235, 236, 237, 249, 252, 253, 254, 269, 272. Ersatz-Jnfanterie- Regimenter Nr. 28 und 29. Neservc-Ersatz-Jnfanterie-Regimenter Nr. 2 und 3. Landwehr-Jnfanteric-Rcgimcnter Nr. 5, 11, 12, 20. 31, 32, 38, 39, 48, 52, 53, 71. 80. 81. 82, 84, 109, 116 und p. Gundlach. Landsturm-Jnfanterie-Regiment Nr. 109. Jnfan- terie-Bateillon Gr. v. Schwerin. Landwehr-�nfanterie-Bataillon Altenburg(s. Landw.-Jnf.-Reg. b. Gundlach). Brigade-Ersatz- Bataillone Nr. 26, 29. 36(f. Jnf.-Reg. Nr. 361). 43. 58. 82. 84 (letztere drei s. Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 29). Landsturm-Jnfanterie- Bataillone: 3. Beuthen i. Oberschl., IV Darmstadt, 3. Freiburg (s. Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 109), II Königsberg, II Lauban, I Neu- salz«letztere zwei s. Jnf.-Äieg. Nr. 336), Preusiisch-Stargard, I Schlawe, 3. Schwerin, 1. II Trier, 1. Wahn. 2., 5., 7., 13., 14. und 22. Landsturm-Jnfanterie-Ersatz-Bataillon des 7. Armeekorps. Garnison-Bataillon Soldau. Jäger-Bataillone Nr. 5, 7, 8, 9, 11; Reservc-Bataillon Nr. 21. Feld-Mafchinengetvehr'Zug Nr. 102(f. Grenadier-Regiment Nr. 89i. Kavallerie: 1. Garde-Dragoner; Kürassiere Nr. 5; Schwere Reserve-Reiter Nr. 3; Dragoner Nr. 5, 20, 24; Husaren Nr. 9, 13; Reserve-Husaren Nr. 9; Ulanen Nr. 11. 12; Jäger zu Pferde Nr. 1(s. Garde-Füsilier-Regiment) und Nr. 3. Felvartillerie: Regimenter Nr. 15, 18, 25, 39, 41, 45, 57, 74; Reserve-Regimenter Nr. 6, 13, 15, 29, 36, 49; 1. Landwehr- Batterie des 14. Armeekorps. Fuhartillerie: Regimenter Nr. 7 und 10. Pioniere: I. Garde-Bataillon; Regimenter Nr. 23, 24, 31; Bataillone: I. Nr. 4, I. Nr. 6, l. Nr. 7. I. Nr. 11. I. Nr. 26; Kompagnien Nr. 221 und 303; Reserve-Kompagnie Nr. 77; 2. Land- wehr-Kompagnie des 4. und 3. Landsturm-Kompagnie des 18. Armeekorps. Leichte Minenwerfer-Abteilung Nr. 268; Mittlere Minenwerfer-Abteilung Nr. 114; Schwere Minenwerfer- Abteilung Nr. 37. Verkehrstruppen: Feldfliegertruppe. Kaiserliches Freiwilliges AutomobiltorpS. Artillerie-Munitionskolonne Nr. 7 des 7. Armeekorps. Sanitäts-Kompagnie Nr. 2 des 16. Armeekorps. ArmierungS- und Straßenbau-Formationen: Armierungs- Bataillon Nr. 33. Stratzenbau-Kompagnie Nr. 9. ** * Die bayerische Verlustliste Nr. 206 meldet Verluste des 1., 2.. 3.. 4.. 5.. 7., 8., 12., 15.. 16., 18., 20.. 21.. 23.. 25. Infanterie- Regiments; 2. Jäger-BataillonS Aschaffenburg; Radsahrer-Kom- pagnie Nr. 10; Reseroe-Jnfanterie-Regimenter Nr. 7, 8, 10. Die sächsische Verlustliste Nr. 175 veröffentlicht Verluste des Jnfanterie-Regiments Nr. 104; Landwehr-Jnfanterie-Reg. Nr. 106; Ersatz-Jnfanterie-Regimenter Nr. 24, 32; Ersatz-Jnfan- terie-Regiment Nr. 9, Landwehr-Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 48; Landsturm-Jnfanterie-Restiment Nr. 19; Landsturm-Jnfanterie- Bataillone: Pirna(XII. 5); Zittau(XII. 7): Großenhain (XII. 8); Leipzig(XIX. 3); Leipzig(XIX. 4); Annaberg (XIX. 14); Ersatz-Bataillone: 3. des 12. Armeekorps(XII. 12); 4. des 12. Armeekorps(XII. 13); Ersatz-Bataillon: Ersatz-Regi- ment Nr. 6; Landwehr-Regiment Nr. 104; Jäger-Bataillone Nr. 12, 13; Reserve-Jäger-Bataillone Nr. 13, 2«; Gardereiter; Karabinier- Regiment; Ulanen Nr. 21; Reserve-Ulanen; Husaren Nr. 18, 19; Reserve-Husaren; Feldartillerie-Regimenter Nr. 28, 32, 48, 68, 77, 78; Reserve-Feldart.-Regimenter Nr. 53, 54; Ersatz-Abteilungen, Regimenter Nr. 28, 32, 48; Pionier-Bataillone: I. Nr. 12, 22; II. Nr. 12, 22; 1. Ersatz-Kompagnie, 1. Nr. 12; Kompagnien Nr. 115, 245; Res.-Kompagnien Nr. 53, 54; Reserve-DivisionS-Brücken- train Nr. 54; Mittlere Minenwerfer-Abteilungen Nr. 104, 143. Die württembergische Verlustliste Nr. 229 enthält Ver- luste des Reserve- und Landwehr-Jnfanterie-Regiments Rr. 119; Jnfanterie-Regimenter Nr. 120, 121, 126; Reserve-Jnfanterie- Regiment Nr. 248; Gebirgs-Kompagnie Nr. 1; Kavallerie: 1. Landwehr-Eskadron; 2. Landwehr-Eskadron; Feldariillerie-Rcg. Nr. 65; 2. Feld-Pionier-Komp.; 3. Reserve-Pionier-Kompagnie; 3. Landwehr-Pionier-Kompagnie. Mus Groß-Serlin. Beelitz im Kriegsgewanüe. Welcher Berliner Arbeiter kennt nicht Beelitz? ES ist ja sein Zufluchtsort, wenn die schrecklichste Volkskrankheit an seiner Arbeitskraft nagt und droht, den, Leben ein schnelles Ziel zu setzen. Die Lungenkranken und die in der Lungenkraft gefährdeten Blutarmen und Nervenschwachen— hier haben sie im Lause der Jahre zu Tausenden ihren Rettungshafen gefunden. Bei manch einem war es schon zu spät. Das langsam entfliehende Leben konnte nur noch künstlich etwas verlängert werden. Die meisten Kranken sind in herrlicher Waldluft, bei einer Behandlung und Pflege, die sich die modernsten Erfahrungen zur Bekämpfung der unheilvollsten Volksseuche nutzbar gemacht hat, dem Leben und der Arbeit wiedergegeben ivorden. Bald nach Kriegsbeginn nahm die Lungenheilstätte Beelitz ein anderes Gesicht an. Der Gestellungsbefehl fand auch hierher seinen Weg. Schwache Lungen und schwache Nerven sind nicht immer ein Hindernis, gewisse Kriegsdienste zu leisten. Zum Landsturm, der sich im Weltkriege über alles Erwarten bewährt, taugt man noch. Hunderte tauschten den Krankenhauskittel mit dem feldgrauen Rock. Wie viele bald den Anstrengungen nicht gewachsen waren und ins Lazarett kamen, wie viele der feindlichen Kugel zum Opfer fielen, wie viele unter der Einwirkung neuer Verhältnisse sich kräftigten, das alles läßt sich heute noch nicht zahlenmäßig fest- stellen. Mehr als einer fühlte auch den Drang, alles auf eine Karte zu setzen und sich freiwillig zum Feld- dienst zu melden. Hunderte aber, die militärfrei waren und unter anderen Zeitumständen sicher Auf- nähme in Beelitz nachgesucht hätten, nahmen wegen des Krieges davon abstand. Zu Hause, in der Familie, waren sie vorläufig nötiger. Auch jene amtlichen Organe, die über die Unterbringung in Beelitz endgültig zu bestimmen haben, schlugen eine andere Richtung ein. Es wurde sieben- mal gesiebt. Nur die Heilbedürftigsten noch fanden Aufnahme. So leerten sich schnell die Krankenstationen, um sich ebenso schnell neu zu füllen mit anderen Kranken, mit Kriegern, die als Lungenverwundete oder Lungcnerkrantte hierhergeschickt waren. Schon nach den ersten großen Kämpfen war in einem der neuen Beelitzer Krankenpavillons ein Vereinslazarett ein- gerichtet worden. Seit Monaten befinden sich in acht Pavillons rnnd 1200 Feldgraue, durchweg Lungenkranke aus dem Gardekorps und aus dem dritten Armeekorps, darunter zahlreiche Soldaten mit Lungcnschüssen, die bekanntlich unter sachgemäßer Behandlung oft überraschend gut ausheilen. Sind doch inzwischen Krieger, die hier an Lungcnschüssen behandelt wurden, als geheilt dann wieder irgend einem Truppenteile eingereiht worden. Nur eine einzige Station mit rund 300 Betten ist den Zivilkranken der Versicherungsanstalt Berlin vorbehalten. Leichtkranke Frauen und Mädchen werden auch in der Lichtenberger Tages- station dehandelt. Man wird nichts dagegen einwenden, daß die lungen- kranken Soldaten aus den genannten beiden Armeekorps in Beelitz den Vorzug erhielten. Sie sind ja nur ein kleiner Teil der Gesamtzahl der Lungenkranken, die der Krieg ge- schaffen hat. Noch Tausende liegen in andereren Heilstätten, in allen deutschen Gauen verstreut. Allerdings muß auch der lungenleidenden Zivilbevölkerung im Allgemeininteresse ge- dacht werden. Das Streuen bei Winterglätte. Wegen fahrlässiger Körperverletzung und wegen Uebcrtretung der Straßenpolizei- Verordnung war die Portierfrau L. vom Landgericht I ver- urteilt lvorden, nachdem eine Witwe R. sich vor dem frag- lichen Hause in der Bötzowstraße einen Arm gebrochen hatte. Das Landgericht führte begründend aus: Es sei festgestellt, daß die Angeklagte als Portierfrau an jenem Tage die Be- stimmung der Berliner Straßenpolizeiverordnung übertreten habe, wonach bei Winterglätte das Trottoir so mit abstumpfendem Material bestreut werden müsse, daß keine Gefahr für das Publikum mehr bestehe. Die Angeklagte habe zur vor- geschriebenen Zeit die Granitbahn nur sehr wenig mit Asche bestreut und das übrige Pflaster gar nicht. Erst nach dem Unfall habe sie mehr getan. Wenn die Angeklagte morgens nicht genügend Asche hatte, hätte sie sich eben rechtzeitig mehr besorgen müssen. Durch ihre Versäumung der ihr als Portierfrau zukommenden Berufspflichten habe sie gleichzeitig fahrlässig den Unfall herbeigeführt und sich so der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht. Die Angeklagte legte Revision ein und machte unter anderem geltend, daß sie erst am Tage vorher in ihre Woh- nung eingezogen sei und sich nicht gleich habe genügend unterrichten können, ob alles erforderliche Material vor- Händen wäre. Das Kammergericht verwarf aber das Rechtsmittel init der Begründung, daß neue tatsächliche Behauptungen in der Revisionsinstanz nicht zu berücksichtigen seien. Im übrigen sei die Fahrlässigkeit ohne Rechtsirrtum ausreichend durch das Landgericht festgestellt._ Eine Hausbesitzer-Fraktion im Rathause? Nach der Städteordnung muß die Stadtverordnetenversammlung zur Hälfte aus Hausbesitzern bestehen, ein Privilegium, das heute von vielen Seiten als vollkommen unberechtigt erachtet und dessen Beseitigung bei einer baldigst vorzunehmenden Aenderung der Städte- ordnung dringend geboten ist. Die Interessen der Hausbesitzer kommen also in der Stadtverordnetenversammlung reichlich zur Geltung. Dieser Ansicht wird aber in neuerer Zeit in Hausbesitzer« kreisen lebhaft widersprochen. Wir haben wiederholt Aeußerungen aus Berliner Grundbesitzerireisen veröffentlicht, nach denen die Interessen des Hausbesitzers nicht die Berücksichtigung ge- funden hätten, auf die der Hausbefitz Anspruch habe. Insbesondere in der Mieterftage und der Mietsunterstützungen an Kriegerfamilien sei im Rathause dem Hausbesitz ungenügend Rech- nung getragen worden. Es sei deshalb nolwendig, bei den Stadt- verordnetenwahlen auf eigene Faust vorzugehen und besondere Hausbesitzerkandidaten aufzustellen. Jetzt kommt die Nachricht, daß unter den organisierten Hausbesitzern in Berlin Be- strebungen im Gange seien, eine besondere„Hausbesitzer- Fraktion" in der Stadtverordnetenversammlung zu bilden. Sie glauben, daß ihre Interessen von einer geschlossenen, nur aus Hausbesitzern gebildeten Fraktion besser gewahrt werden, als jetzt von den beiden bürgerlichen Fraktionen. Die in diesen beiden Fraktionen vereinigten Hausbesitzer, etwa 70 unter 100 Stadt- verordneten, sind aber zum Teil anderer Ansicht. Sie glauben in diesen Fraktionen mehr Einfluß bei der Vertretung berechtigter Interessen des HauSbesitzeS ausüben zu können als in einer aus- schließlichen„Hausbesitzerfraktion". Uns soll's recht sein, wie die Hausbesitzer ihre Interessen wahren. Nur wenn es auf Kosten der Allgemeinheit geht, wird entschieden Einspruch erhoben werden müssen. * Die Hausbesitzerorganisationen, darunter der Bund der Ber- liner Hausbesitzervereine mit seinen 16 000 Mitgliedern, die Freie Vereinigung der Berliner Hausbesitzervereine sowie der Bund der Groß-Berliner Hausbesitzervereine und die einzelnen Grund- besitzervereine haben sich bereits mit den bevorstehenden Stadt« verordnetenwahlen beschäftigt. Sie wollen ofsiziell nur solche Kau- didaten unterstützen, die ihren Standpunkt teilen. Die Kinemato- graphenbesitzer wollen nur solchen Kandidaten ihre Stimme geben, die Gegner der Kinosteuer sind. Auch andere Gewerbetreibende haben in ihren Versammlungen zum Ausdruck gebracht, daß es sich lohnen würde, Einfluß auf die Stadtverordnetenwahlen zu ge- Winnen._ Bestandserhebung über Bastfaserrohstoffe. Das Oberkommando in den Marken erläßt eine Bekanntmachung betreffend Bestandserhebung von Bast- faserrohstoffen und Erzeugnissen aus Bastfasern(Jute, Flachs, Ramie, europäischer Hanf und überseeischer Hanf). Diese Verordnung tritt am 2. August 1913, nachts 12 Uhr. in Kraft._ Bestandserhebung für Baumwolle. Das Oberkommando in den Marken veröffentlicht eine Bekanntmachung betreffend Bestandserhebung für Baumwolle und Baumwollerzeugnissc(halbwollene und wollene Männer- Unterkleidung eingeschlossen). Die Verordnung tritt am 2. August 1913, nachts 12 Uhr, in Kraft. Familientragödic fiTder Wolliner Straffe. Eine Familientragödie, der zwei Menschenleben zum Opfer fielen, hat sich am Montag in dem Hause Wolliner Straße 27» zu- getragen. Dort wohnte seit etwa zwei Jahren der 34 jährige Graveur Wolff mit seiner 24 Jahre alten Frau und zwei Kindern, von denen der ältere Knabe 3 Jahre, das jüngste Kind 9 Monate alt ist. Zwischen den Eheleuten, die seit vier Jahren verheiratet sind und die zunächst ganz glücklich lebten, kam cS in letzter Zeit häufig zu Zwistigkeiten, wodurch die junge Frau schwermütig und des Lebens überdrüssig wurde. Nachdem es am Sonntag wiederum zwischen den Ehegatten zu einem heftigen Streit gekommen war, faßte Frau Wolff unter dem Einfluß einer tiefen seelischen Niedergeschlagenheit den Entschluß, die schon öfter geäußerte Absicht, freiwillig aus dem Leben zu scheiden, auszuführen. Am Montagnachmittag reichte sie ihrem jüngsten, neun Monale alten Kinde die Flasche mit Milch, in die sie Lysol gemischt hatte, und trank dann selbst eine Tasse voll Lysol aus. Als der Mann von der Arbeit kam, fand er seine Frau, nur noch schwache Lebens- zeichen von sich gebend, im Schlafzimmer liegend aus, während dos Kind bereits tot lvar. In einem hinterlassenen Briefe nahm die Frau rührenden Abschied von ihrem Manne, den sie ihres Schrittes wegen um Verzeihung bat und ihm Glück in einer zweiten Ehe wünschte. Im Rudolf-Virchow-Krankenhause, wohin Frau W. ge- bracht worden war, ist sie bald nach ihrer Aufnahme den Wirkungen des Giftes erlegen. Der ältere Knabe der Wölfischen Eheleute, der sich zur Zeit der Begehung der Tat nicht in der Wohnung befand, ist vom Bater, den der tragische Tod seiner Frau sehr crschüUcU hat, zu Verwandten gegeben Ivorden. Gestohlene Pferde. Ein großer Pferdediebstahl wurde in der vorvergangenen Nach- in Charlotlenburg verübt. Die Pfcrdehandlung Krause u. Hanle hat dort in den Stadlbahnbögen am Zoologischen Garten ihre Stallungen. in denen augenblicklich 120 Pferde untergestellt sind. Am Montag nahmen sie einen neuen Stallmann an, einen kleinen jungen Menschen mit blauem Anzüge. Der junge Mann erklärte, daß er seine Aus- Weispapiere noch bringen werde. Man beruhigte sich damit und wies ihm seine Arbeit an. Gestern morgen war der neue Stallmann mit drei wertvollen Pferden verschwunden: einem großen braunen Wallach von 6 Jahren, einem braunen Wallach mit Stern und weißen Hinterfüßen und einem 10jährigen Fuchswallach. Gestern früh gegen 5 Uhr sah man den Dieb auf der Kottbuser Brücke, als er die gestohlenen Pserde»ach Neukölln zuführte. Wahr- scheinlich hat er in der Gegend von Neukölln die wertvollen Tiere einstweilen bei eine», Pferdehändler oder Roßschlächtcr untergestellt. Auf die Wiederbeschaffung und die Ermittelung dc§ Täters sowie der Pferde ist eine Belohnung von 500 M. ausgesetzt. Etwaige Mit- teilungen über den Verbleib der Pferde sind bei der Neuköllner Kti- minalpolizei, Zimmer 52, zu machen. Ein Gesangskonzert bei den in der Brauerei Friedrichshain untergebrachten Verwundeten veranstaltet am Freitag, den 30, Juli, der„Frauen- und Mädchenchor Norden" unter Mitwirkung des „Männerchor Ost" und„Sängerchor Wedding". Verloren. Am Montag früh zwischen 4 und 5 Uhr wurde von Karlsgartenstr. 4 bis Steinmetzstraße Ecke Hermannstraße ein silbernes Kettenarmband verloren. Der ehrliche Finder wird ge- beten, selbiges bei Genz, Karlsgartenstr. 4 vorn III gegen Be- lohnung abzugeben. Kleine Nachrichtc». Aus dem Hohenzollcrnkanal gelandet wurde bor einigen Tagen in der Nähe der Tegeler Brücke die Leiche eines Mannes, die bisher noch nicht festgestellt werden konnte. Der Tote, der eine 5 Zentimeter lange Schnittwunde am Halse hatte, ist etwa 40—50 Jahre alt, inittelgroß und gedrungen von Gestalt und hat schwarzes Haar und einen dunkelroten Schnurrbart. Seine Füße sind beide verkrüppelt, sogenannte Plumpfüße. Seine Beine waren vom Knie bis zum Knöchel mit Binden umwickeil. Der Mann trug einen schwarzen Manchesteranzug, ein rotgestreiftes Hemd und eine weiße Parchentunterhose. Gerichtszeitung. Eine nervöse Hausbesitzerin.' Tie ehrenamtliche Tätigkeit als Mitglied�einer Brot- kominission hat zuweilen aflch ihre Schattenseiten, wie eine gestern vor der 3. Ferienstrafkammer verhandelte Anklage wegen Beleidigung zeigte. Tie Angeklagte, Frau Selma G e r i g k, hat in Vertretung ihres Ehemannes, der Besitzer der Häuser Adalbertstraße 2 und 3 ist, die Erledigung der Brot- und Mehlkartenfrage für die sehr zahlreichen Mieter der beiden Häuser unter sich. Sic scheint unter dieser Arbeit etwas nervös geworden zu sein. Denn in der zuständigen Brotkommission ist, wie behauptet wird, inehrfach von Mitgliedern der Kommission darüber geklagt worden, daß ihnen bei Erledigung ihrer Obliegenheiten seitens der Frau G. mit Unfreundlichkeit und Gereiztheit begegnet worden sei. Eines Tages wurde das Mitglied der Brotkommission, Eigen- tümer Schenk, von dem Vorsitzenden der Kommisston ersucht, bei der Angeklagten vorzusprechen und sie darauf aufmerksam zu machen, daß sie die fälligen Mehlkarten noch nicht abgeliefert habe. Als Herr Sch. sich dieser Aufgabe erledigte und die An- geklagte aufforderte, dafür zu sorgen, daß die Mehlscheine abgeliefert würden, erhielt er, nach seiner eidlichen Aussage, sofort die erregte Antwort:„Ich bin doch nicht Ihr Laufbursche, holen Sie sich doch die Karten selbst von den Mietern zusammen!"— Herr Sch. will darauf erwidert haben, daß er im unbesoldeten Ehrenamte stehe, selbst Hausbesitzer sei und doch erwarten könne. daß sie als Hausbesitzerin auch ihre Pflichten gegenüber den im Interesse des Vaterlandes getroffenen Anordnungen kenne. Diese Gegenrede machte die Angeklagte noch erregter; sie soll nach der Aussage des Zeugen ihm zugerufen haben:„Danken Sie Gott, daß mein Mann nicht hier ist, sonst fliegen Sie die Treppe herunter!" Und als Abschied soll sie ihm noch nachgerufen haben: „Bor acht Tagen war auch schon so'n Schwindler hier!" Der Vorsitzende der Brotkommission hat daraufhin den Straf- antrag gestellt. Das Schöffengericht Berlin-Mitte verurteilte die Angeklagte zu nur 30 M. Geldstrafe, wobei das Gericht berück- sichtigte, daß der Antragsteller selbst erklärt hatte, er lege kein besonderes Gewicht auf eine hohe Bestrafung. Die Augeklagte be- ruhigle sich aber bei dem ersten Urteil nicht, sondern legte Be- rufung ein. Sie bestritt im gestrigen Termin sehr temperamcnt- voll, daß sie Herrn Schenk in der von diesem geschilderten Weise beleidigt habe und behauptete, daß dieser ihr etwas schroff ent- gcgengetreten sei und u. a. mit der Zigarre im Munde mit ihr gesprochen habe, so daß der Dampf ihr ins Gesicht gekommen sei.— Der Staatsanwalt hielt den Sachverhalt durch die eidliche Aussage des Herrn Schenk für durchaus geklärt und bedauerte, daß nicht auch der Amtsanwalt Berufung eingelegt habe, denn für eine solche Beleidigung eines im Ehrenamte dem allgemeinen Wohl dienenden Mannes würde eine Geldstrafe von 100 M, eine angemessene Sühne gewesen sein. Das Gericht verwarf die Be- rusung, wobei der Vorsitzende der Angeklagten das Erstaunen des Gerichts ausdrückte, daß sie überhaupt habe glauben können, bei der ganzen Sachlage durch die Berufung etwas zu erzielen. Der vorbestrnftc Postaushelfer. Die seltene Tatsache, daß ein schon zweimal wegen Dieb- ftahls vorbestrafter Mensch von der Postbehörde als Aus- Helfer eingestellt wird und auch, nachdem die Vorbestrafung bekannt geworden war, im Amte belassen wurde, stellte sich gestern in einer Verhandlung vor der 1. Ferienstrafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Lieber heraus. Wegen Amtsvergehens war der 18jährige frühere Postaus- Helfer Otto Oesemann angeklagt. Der Angeklagte ist trotz seiner Jugend bereits zweimal wegen Diebstahls vorbestraft. Trotz dieser Borstrafen fand er eine Anstellung bei dem Postamt 5 in Charlottenburg. Als die Behörde, wie üblich, einen Strafrcgister- auszug einholte, erhielt sie Kenntnis von diesen Vorstrafen. Der Angeklagt«; wurde aber trotzdem IN feiner.Stellung belassen, da, wie der Boffinspeffor E Bot Gericht befunbele, großer Mangel an Personal herrschte und Ersatz nicht so schnell zu beschaffen war. Wie sich später herausstellte, hatte O. während seiner Tätigkeit auf dem Postamt 5 einen Einschreibebrief sich angeeignet und dann die Empfangsbestätigung gefälscht. Nachdem er dort entlassen worden war, gelang es ihm infolge des Versehens eines Beamten, sofort wieder eine neue Anstellung bei dem Bostamt N 39 zu er= langen, wo er fich mehrere Feldpoftpatete mit Zigarren, Schokolade und Wurst aneignete. Das Gericht erkannte auf 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis. Soziales. Kein Kriegsschein, sondern Zeugnis mit Kennzeichen. Hinsichtlich der Anwendung des sogenannten Kriegsscheins herrschen bei manchen Unternehmern sehr unflare und irrige Ansichten. Wenn nach solchen Ansichten gehandelt wird, so haben die davon betroffenen Arbeiter zunächst eine Menge Scherereien und die betreffenden Unternehmer müssen schließlich die Kosten ihres Irrtums tragen. Zwei Klagefälle dieser Art entschied die Stammer 5 des Gewerbegerichts zugunsten der klagenden Arbeiter. gearbeitet und dadurch in die Lage Berfest find, auf dem freien Arbeitsmarkt eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Daß dies aus rein äußerlichen Gründen vielfach längere Zeit in Anspruch nimmt, macht die Beschäftigung darum nicht zu einer dauernden." Eine beim Reichsversicherungsamt eingelegte Revision wurde als unzulässig verworfen. ob Nach dieser Entscheidung läge es jetzt an der Stadt, zu erwägen, es nicht im Interesse der von ihr beschäftigten Blinden liegt, daß von dem Recht der Befreiung kein Gebrauch gemacht wird. Aus aller Welt. Eine schwierige Rettung. Drei Kinder durch eine Bombe getötet. Ein entsetzliches Unglück ereignete sich in Tilsit. Dort fanden am Sonntagnachmittag fünf Kinder auf dem Dragoner- Ererzierplatz eine nicht en tladene Bombe, die sie mitnahmen. Unterwegs explodierte das Geschoß. Drei Kinder wurden sofort getötet, das vierte wurde schwer, das fünfte leicht verwundet. Eisenbahnunfälle. Auf der Strecke FriedrichswaldeWarnow( Hauptstrecke Bühow- Kleinen) stieß eine leerfahrende Lokomotive mit einem Güterzug zusammen. Der Heizer der leerfahrenden Maschine wurde getötet, der Lokomotivführer und der Zugführer des Güterzuges find schwerberlegt. Jn Mainz fuhr eine führerlose Lokomotive der Gastellschen Waggonfabrik in eine Straßenbahn hinein. Eine Person wurde getötet, 13 sind leichtverletzt. Parteiveranstaltungen. Tempelhof- Mariendorf. Die nächste Zusammenkunft der jungen Genossen und Genossinnen im Alter von 18-23 Jahren findet heute Mittmoch, abends pünktlich 8½ Uhr, im Jugendheim, Tempelhof, KaiserWilhelm- Straße 76, Hof parterre statt. Es sollen die Antwortschreiben der Genossen aus dem Felde zu Berlesung kommen. Gäste sind mit eingeladen. Ferienveranstaltungen. Pankow. Am Donnerstag, den 29. Juli, früh 8 Uhr, findet ein Bollantstraße. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof Am 31. Mai, abends um 11 Uhr, so schreibt ein Kompagnie- Aus Nahrungsforgen vergifteten sich in Zürich die Eheleute führer, wurde mir eine sehr große Freude zuteil. Bei unserem Boßhard mit ihren drei Kindern, Knaben im Alter von einem, acht Unternehmen am 29. abends war der Vizefeldwebel der Reserve und neun Jahren, durch Gas. Der Vater und der achtjährige Artes der 4. Kompagnie des Reserve- Regiments 264, der dreimal Anabe gaben, als sie aufgefunden wurden, noch Lebenszeichen von rausgegangen war, um Verwundete zu holen, schließlich selbst nicht sich. Den Vater glaubt man am Leben erhalten zu können. zurückgekehrt, und wir waren alle überzeugt, er sei gefallen. Es war aber nicht möglich, ihn im Gelände zu entdecken. Ich wurde nun heute ans Telephon gerufen und höre: Feldwebel Artes lebt und liegt in einem Granatloch dicht vor dem feindlichen SchüßenIn einem Falle war die Firma Gebr. Jsrael verklagt. Sie graben. Sein Buber, der Wehrmann Franz Buwai, geb. hat einem Arbeiter bei seinem Abgange ein Zeugnis ausgestellt, 24. November 1882, in Niedzilista, zuletzt in Diesdorf in der Altwelches außer den Angaben über Art und Dauer der Beschäftigung mart, hatte sich, ohne einem Menschen etwas von seiner Absicht die Bemerkung enthält, daß der Arbeiter gegen den Willen der Firma aufgehört hat. Gleichzeitig erhielt der Arbeiter noch ein 3 sagen, bei Dunkelheit auf dem Bauche kriechend, ins Vorgelände begeben und den Vermißten nach zweistündigem Suchen gezweites Schriftstüd, welches nach Ansicht der Firma, die der Mei- funden. Da Artes aber einen Schuß durch das Knie hatte und nung ist, daß fie unter den Erlaß der Feldzeugmeisterei falle, ein infolge des breitägigen Hungerns neben den seelischen AufKriegsschein sein soll. Auch dieses Schriftstück enthält die Bemerkung, regungen auch körperlich sehr angegriffen war, konnte er ihn nicht der Arbeiter habe gegen den Willen der Firma aufgehört. Das mit zurückbringen. Er war ja auch nur rausgegangen, um die Gewerbegericht stellte fest, daß die Firma Gebr. Israel nicht in Leiche zu suchen, deshalb hatte er außer dem Gewehr auch nichts Kinderausflug nach Waidmannslust statt. Treffpunkt: Nordbahnhof der Liste der Heereslieferanten steht, also nicht unter den Erlaß bei sich. Artes war schwerverwundet in ein Granatloch getrochen, der Feldzeugmeisterei fällt und deshalb keine Kriegsscheine zu erteilen hat. Nach dieser Sachlage kam das Gericht zu dem urteil, 15 Schritt vor dem feindlichen Graben, in das im Laufe der foldaß im vorliegenden Falle mur die dem Kläger ausgestellte Arbeits- genden Tage Handgranaten geworfen wurden, weil wir glaubten, bescheinigung in Frage kommt, die sich als ein mit einem Kenn es sei eine feindliche Sappe. Zwei dieser Granaten, die nicht zeichen versehenes Zeugnis darstellt, wodurch der Kläger an der trepiert waren, brachte Buwai zurüd. Nachdem Buwai den FeldErlangung einer neuen Arbeitsstelle behindert wurde. Zur Zahlung webel gefunden hatte, sprach er ihm eine Zeitlang Trost zu, er des dem Kläger dadurch entstandenen Schadens von 162 M. wurde schlich sich dann wieder in den Schüßengraben zurüd, um sich eine Zeltbahn zu holen. Auf dieser wollte er seinen Feldwebel zurückdie beklagte Firma verurteilt. ziehen, denn an ein aufrechtes Tragen war wegen des rasenden Feuers nicht zu denken. In der Kompagnie fand sich auch gleich ein Krankenträger Carl Fölsche, geboren 10. Februar 1893 in Friedeburg a. Saale, bereit, mitzugehen, um den Zugführer zu holen. Bange Minuten bergingen nun, bis man hörte, was aus diesem Unternehmen werden würde. Sollte man es überhaupt verbieten, um nicht das Leben zweier so braver Leute aufs Spiel zu sehen? Sie wären dann heimlich rausgegangen. Nach 1 Stunden tamen sie zurück und brachten Artes mit. Die Freude in der ganzen Kompagnie war unbeschreiblich. Ein herrliches Beispiel treuer Kameradschaft. Und wie hat er es gemacht? Wieder ging es auf dem Bauche raus.. Dann die Zeltbahn unter den erschöpften Verwundeten gelegt, einen Gewehrriemen rechts, einen lints an die Beltbahn gefnotet, jeder von den beiden Beuten knüpft sich den Gewehrriemen an sein Koppel, und nun triechen sie wieder zurück und ziehen so ihren Feldwebel über etwa 70 Meter bis in unseren Graben. Gewiß kein beneidenswerter Transport für einen Verwundeten, dafür ist er aber gerettet und konnte nun gleich im Auto in das nächste Lazarett Seine Verwundung ist, Gottlob, nicht ernst, gefahren werden. wenn auch schwer. Sein Zustand ist leidlich. Ich machte dem Regiment Meldung von dem Vorfall und erwirkte die Ernennung des Buwai zum Gefreiten, zu Belohnung für seine heldenhafte Tapferkeit; inzwischen habe ich ihm auch das Eiserne Kreuz besorgen können. Ganz ebenso lag der zweite Klagefall, der sich gegen die Firma Batoda richtete. Auch diese Beklagte hatte, in der Meinung, nach dem Erlaß der Feldzeugmeisterei handeln zu müssen, obgleich sie nicht in der Liste der Heereslieferanten steht, dem Kläger eine Abgangsbescheinigung erteilt mit dem Kennzeichen, der Kläger habe gegen den Willen der Firma aufgehört. Die Beklagte wurde verurteilt, dem Kläger 97,50 M. Schadenersatz zu zahlen. Folgen einer Firmenverschmelzung. Vor der Kammer 5 des Gewerbegerichts ereignete sich am Dienstag der eigentümliche Fall, daß ein Urteil gegen eine Firma erlassen wurde, die gar nicht mehr besteht. Die Sache verhält sich so: Gin Lackierer verklagte die Firma " Deutsche Aerogesellschaft, A.-G., Hansa- Flugzeugbau", bei der er gearbeitet hatte. Als Vertreter der Beklagten erschien ein Herr mit Prozeßvollmacht von der Firma„ Hansa- Flugzeugwerfe vormals Kaspar". Er gab an, daß sich diese Firma inzwischen mit der erstgenannten verschmolzen habe, diese also eigentlich gar nicht mehr existiere. Festgestellt wurde aber, daß die Firma" Deutsche Aerogesellschaft, A.-G., Hansa- Flugzeugbau" bis jeht noch nicht aus dem Handelsregister gelöscht ist, also rechtlich noch existiert. Inhaber beider Firmen ist nach Angabe des Prozeßvertreters zurzeit Herr Kaspar, der auch die Prozeßvollmacht unterzeichnet hat. Es scheint also, daß die letzten Formalitäten zur Verschmelzung beider Firmen noch nicht vollzogen find.- Das Gericht kam zu Ansicht, daß die Bollmacht nicht für die beklagte Firma gelte, diese also nicht vertreten sei. Auf Antrag des Klägers erging ein Verfäumnisurteil gegen die Deutsche Aerogesellschaft, A.-G., HansaFlugzeugbau". der Jedenfalls wird der Kläger noch manche Schwierigkeiten zu überwinden haben, um von der verurteilten, aber tatsächlich nicht mehr bestehenden Firma sein Geld zu bekommen. Krankenversicherungspflichtig, aber von der Krankenversicherungspflicht befreit. Die Frage, ob die in den städtischen Blindenanstalten usw. beschäftigten Personen der Krankenversicherungspflicht unterliegen, wurde in folgendem Fall grundsäglich bejaht, dabei aber festgestellt, daß dieselben von der Versicherungspflicht befreit bleiben. § 165 der Reichsversicherungsordnung regelt den Kreis der versicherungspflichtigen Personen, während§ 174 a. a. D. vorsteht, wer auf Antrag des Arbeitgebers von der Versicherungspflicht befreit wird. Hierzu gehören Personen, die bei ArbeitsLofigkeit in Arbeiterkolonien oder ähnlichen Wohltätigkeitsanstalten borübergehend beschäftigt werden". Mehrere in der Blindenanstalt der Stadt Berlin Beschäftigte beantragten beim Versicherungsamt Berlin, ihre Versicherungspflicht anzuerkennen und der zuständigen Krantentasse aufzugeben, fie als Mitglieder zu führen. Die Deputation für die städtische Blindenpflege erklärte, daß die Anstalten kein auf Gewinn gerich tetes Unternehmen seien, daß vielmehr ein typisches Beispiel für die Anwendbarkeit des§ 174 vorläge. Die Anstalten seien Wohltätigkeitseinrichtungen, denn der Blinde bleibe dort nur so lange in Arbeit, bis es ihm gelänge, infolge seiner erhaltenen Ausbil dung freie Arbeit zu finden. Das Versicherungsamt Berlin entschied:„ Die in der städtischen Blindenbeschäftigungsanstalt beschäftigten Blinden sind an sich verficherungspflichtig, aber von der Krankenversicherungspflicht befreit." Abgestürzte Flieger. Kopenhagen, 27. Juli.( W. T. B.) Oberleutnant Boeck und sein Passagier, Kapitän Münter sind heute nachmittag hier mit einem Wasserflugzeug abgestürzt. Beide waren sofort tot. Todes- Anzeigen Deutscher Transportarbeiter- Verband. NachBezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur richt, daß unser Kollege, der Droschtenführer Otto Rang am 25. d. Mts. im Alter von 74 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 28. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der Freireligiösen Gemeinde, Pappelallee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksverwaltung. 65/17 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Wilhelm Hauk Schöneberg, Belziger Str. 52 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen balle des Schöneberger GemeindeFriedhofes in der Marstraße aus statt. Rege Beteiligung erwartet 117/3 Die Ortsverwaltung. Allen Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß unser lieber Bater, Schwieger- und Großvater Deutscher Banarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin. Am 24. Juli starb der Maurer Eduard Binder. ( Bezirk Norden I.) Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag Uhr von der Halle des St. Hedwigs- Kirchbofes in Hohen- Schönhausen aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 141/10 Der Vorstand. Als ein Opfer des Weltkrieges fiel am 20. Juli mein innigftgeliebter Neffe und Enkel durch Kopfschuß, der Buchdrucker Willi Glisse. Er war unser ganzer Stolz. Helene Markert als Tante. Großvater Frik Köhler. rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend ist ein Buchstabe und eine Bahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche bon 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkasten bestimmten Anfrage Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine Abonnementsquittung Eilige Fragen trage man in der beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde vor. Sprechstunde mit. P. H. 43. Nein. Reklamation. 1. Ob eine Reflamation anerkannt und wann über dieselbe entschieden wird, läßt sich von niemandem 3. 3. 37. Es boraussagen. 2. Eine Einziehung ist durchaus möglich. genügt das Kleben der Invalidenmarken zur Aufrechterhaltung der Invalidenversicherung für Weiterversicherer oder Selbstversicherer. H. N. 20. Wenn nicht etwa, was uns nicht bekannt ist, örtliche bau polizeiliche Vorschriften entgegenstehen, so läßt sich gegen die Errichtung des Baunes nichts ausrichten. Ob eine solche Verordnung besteht, erfahren Sie Den Baun haben nicht Sie instand zu halten. auf der Polizei. u. A. V. 10. 1. Ist der alte Vertrag abgelaufen und haben Sie fein Interesse, daß der neue Mietsvertrag verlängert wird, so gehen Sie keinen schriftlichen Bertrag ein. Es würde, wenn nichts anderes vereinbart ist, bei einem mündlichen Vertrag bei monatlicher Mietszahlung jeder Teil vom 15. zum 1., bei vierteljährlicher Mietszahlung jeder Teil bis zum 3. Tag des Quartals zum Quartalsschluß fündigen fönnen. 2. Es wird das Geratenste sein, einen Zahlungsbefehl zu beantragen oder eine Klage anzustellen. beim Oberbürgermeister. E. P. 4. 1. und 2. Ja. N. K. 45, Stellen Sie aber einen erneuten Antrag unter Darlegung der Verhältnisse zuverlässigste Auskunft erteilen. Gazette des Ardennes. 1. Uns Benden Sie sich an die österreichische Botschaft. Diese könnte Ihnen die W. P. Neukölln. Die zu erstattenden Säke nicht bekannt. 2, Nein. D. R. 2138. 1. Ja. erfahren Sie beim Magistrat in Neukölln. 3. Ja. 2. Nur, wenn feine genügende Ventilation vorhanden ist. Waldemar R. 1915. 1. und 2. Ja S. 12. Ein gesegliches Recht steht Ihnen leider nicht zu. 4. Uns nicht bekannt. Wetteraussichten für bas mittlere Norddeutschland bis Donnerstagmittag. Größtenteils trübe und zunächst im Westen und Süden, später auch im Nordosten weitverbreitete, im Binnenlande vielfach starte Regenfälle und etwas Abkühlung. Nachher im Nordwesten allmähliche Aufheiterung. Allen Verwandten und Befannten zur Nachricht, daß unser lieber Sohn Max Ruppert ( 4. Garde- Inf.- Reg., 6. Komp.) im blühenden Alter von 23 Jahren durch einen Kopfschuß ein Opfer des Weltkrieges geworden ist. Wer den uns Entrissenen getannt, wird unsern Schmerz zu 720 würdigen wissen. Die tiefbetrübten Eltern Gastwirt Ernst Ruppert u. Frau nnd Geschwister. Köllnisches Ufer 22. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Einäscherung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter, sage ich allen Beteiligten, besonders dem Gesang verein, den Mietern und dem Wahlverein meinen innigsten Dant. 20805 Wilhelm Franz und Kinder. 20.-| 48.Danksagung. Hiermit sagen wir allen Teilnehmern bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters W. Haspel speziell dem Redner, Herrn Bahn, den Kollegen, Kolleginnen und Genossen, der Direktion der A. E.-G. sowie allen Bekannten für ihr zahlreiches Erscheinen unseren besten Dant. Witwe Marie Haspel nebst Kindern. Christianiastraße 125. Danksagung. 920 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unseres lieben Vaters Hermann Friedrich sagen wir allen Freunden und Betannten, sowie den Kollegen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dant. 46/80 Die trauernden Hinterbliebenen. Auswahlsendungen 223 Dur auße halb Teils Sommer-( Gummi- u Seidengummi-) Teils Winter- Plüsch- und Pelamäntel. regen Nachaahme Umtausch gestaltet Neue Modell- Kostüme aas Wunderbare Kostüme, beste Stoffe auf bis SonnSeide gefüttert, schlichte Formen, blau Gabadine, Eolienne. Moiree, abend Kammgarn, schwarz, grün. richtiger Taffet, Kammgarn, fiießender Abend Seide, richtiger Preis bis 225.Preis bis M. 78.-, nur bis Sonnabend Entzückende Gummimäntel in vielen Farben Beste Kammgarn Gummimäntel, alle Farben, statt bis 48.- für 17.statt bis 70.- für 23.Echte Seidengummimantel, federleicht, Gummierte Staub- und Soidongloriamäntel statt bis 74.- fär 39.statt bis 40.- 16 Frauenmäntel aus bestem Tuch. 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Die Befreiung seht voraus, daß die Blindenanstalt als eine Wohltätigkeitsanstalt im Sinne von Biff. 2 a. a. Orte anzusehen und daß die Beschäftigung des F. in der genannten Anstalt nur eine vorübergehende ist. Beide Voraussetzungen treffen hier zu. Nach der Auskunft der Deputation für die städtische Blindenpflege vom 25. Mai 1914 dient die Blindenanstalt lediglich dazu, hilflosen Blinden, die nichts gelernt haben und denen es daher nicht mögich ist, freie Arbeit zu finden, Arbeitsgelegenheit zu bieten; die Zulassung zum Besuche der Anstalt erfolgt nach den für die Gewährung von Stiftungswohltätigkeiten geltenden Grundsäßen. Die Anstalt ist keine auf Gewinn gerichtete Unternehmung der Stadt Berlin; einen Ueberschuß wirft sie nicht ab. Dieser Selbstzweck der Anstalt wird auch dadurch nicht beeinträchtigt, daß durch die gewinnabwerfende. Beschäftigung der Blin den eine Entlastung der Armenverwaltung, der sonst die Blinden zur Last fallen würden, eintritt. Der Hinweis in der Perufungsschrift, daß sehr häufig auch Attiengesellschaften und sonstitige pribate Unternehmungen zu gewissen Zeiten feinen Gewinn abwerfen, die dort Beschäftigten troßdem aber doch der Versicherungspflicht unterliegen, ist nicht geeignet, die Entscheidung zu beeinflussen. Der Selbstzwed derartiger Unternehmungen ist immer die Erzielung eines Gewinnes; ob dieses Ziel tatsächlich erreicht wird, ist dabei gleichgültig. Auch ist die Beschäftigung der Blinden nur als eine vorübergehende anzusehen. Die Blinden bleiben grundfäßlich nur is lange in der Anstalt, bis sie ausgebildet und einBerantwortlicher Redakteur: Alfrey Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil berantto.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hermann Knacke am Sonntag, den 25. d. Mts., nach langem, schwerem Leiden im Alter von 72 Jahren sanft entschlafen ist. Im Namen der Hinterbliebenen Richard Knacke Samariterſtr. 15. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. Juli, nachm. 4 Uhr, von der Halle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 3A auf reinseidenem Futter, statt bis 160 iar Beste Sealplüschmäntel, lang und halblang, 88.-| 75. 154 lang und halblang, auf reinseid. Futter. statt bis Reinseid.Plüschmäntel, neueste Formen, gedieg. Stoffe, für Gediegene Wollplüschmäntel, Ita biste arenie Prachtvolle Winter- Ulster, statt bis 70. 35.20.statt bis105.- für 60.Lange und halblange, ausschließlich echte Pelzmäntel, aus besten Fellen, gediegene Kürschnerarbeit, Persianer, Sealbisam, Sealelectric, Orenburger, Rasé, unter Garantie, statt bis 2100.1200.900.- 450.bis Sonnabend abend 1030.650.- 400.Einzelne kurze Pelzjacken statt bis 225.- für 60.Große Auswahl. 1500.800.Trauermagazin 210.Auswahlsendungen sofort: Amt Zentrum 7890. Westmann L Mohrenstr. 37a( Kolonnaden). Sonntag 8-10 geöffnet IL Große Frankfurter Str. 115 nahe Andreasstr.). Weiteste Größen in allen Abteilungen