Nr. 216.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pramumerands: Bierteljährl 3,30 ML, monatl 1,10 L wöchentlich 25 Big. frei ins Haus Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt" 10 Big. Bost Abonnement: 1.10 Mart pro Monat Eingetragen in die Post Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Zuzemburg. Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. S Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsimd Versammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Hnzeigen", das fettgedrudte Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedrudte Borte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Bort 10 PBfg., jedes mettere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Nr. 151 90-151 97. Sonnabend, den 7. August 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplak, Nr. 151 90-151 97. Verfolgungstämpfe auf der ganzen Oft- und Südostfront. Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 6. August 1915.( W. T. B.) Weftlicher Kriegsschauplah. Der Kampf am Lingekopf und südlich dauert noch an. Durch unsere Abwehrgeschüße wurden vier feindliche Flugzeuge zur Landung gezwungen; cins davon verbrannte, eins wurde zerschossen. An der Küste fiel ein französisches Wasserflugzeug mit seinen Insassen in unsere Hand. Deftlicher Kriegsschauplah. In Kurland fanden in Gegend von Popel ( 60 Kilometer nordöstlich von Poniewicz) und bei Ko= warst und Kurkle( nordöstlich von Wilkomierz) für uns erfolgreiche Reiterkämpfe statt. An der Narewfront südlich von Lomza maten die deutschen Armeen, tros hartnäckigen Widerstandes der Russen, weitere Fortschritte. Zwischen Bugmündung und Nasielsk durchstießen Einschließungstruppen von Nomo- Georgiewsk eine feindliche Stellung südlich von Bleudostwo und drangen gegen den unteren Narep vor. Unser Luftschiffgeschwader belegte die Bahnhofsanlagen von Bialystok mit Bomben. * Wie in dem gestrigen Tagesbericht erwähnt, hatten dis Russen, nachdem sie aus der äußeren und inneren Fortlinie von Warschau geworfen waren, ohne daß dic Stadt irgendwie in Mitleidenschaft gezogen war, diese geräumt und waren nach Praga auf das rechte Weichselufer zurückgewichen. Von dort aus beschießen sie seit gestern morgen das Stadtinnere Warschaus stark mit Artillerie und Infanterie; besonders scheinen die Russen es auf die Zerstörung des alten polnischen Königsschlosses abgesehen zu haben. Unseren Truppen wird in einer Stadt von der Größe Warschaus natürlich durch solches Streufeuer kein Schaden zugefügt. Man wird hiernach nicht gut die russische Behauptung glauben können, daß die Räumung der polnischen Hauptstadt aus Schonungsrücksichten erfolgt sci. Südöstlicher Kriegsschauplay. Unsere über die Weichsel vorgedrungenen Truppen nahmen einige feindliche Stellungen. Feindliche Gegenangriffe blieben erfolglos. Die Armeen des Generalfeldmarschalls n. Madensen sehen die Verfolgungskämpfe fort. Nordöstlich von Nowo Alexandrija wurde der Gegner von österreichisch- ungarischen Truppen, bei Samin( nördlich von Cholm) von den Deutschen aus seinen Stellungen geworfen. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 6. August.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 6. August 1915, mittags: Russischer Kriegsschauplas. Nordwestlich Jwangorod machten unsere Berbündeten Fortschritte. Zwischen Weichsel und Bug dauern die Verfolgungskämpfe an. In Oftgalizien ist die Lage unverändert. Italienischer Kriegsschauplas. Die täglich wiederkehrenden Angriffsversuche und vereinzelten Vorstöße der Italiener enden für fic stets mit einem vollen Mißerfolg. Wo die italienische Infanterie zum Angriff ansett, wird sie entweder schon durch unser Geschüßfeuer zu= rückgetrieben, oder, wenn sie diesem standhält, durch unsere tapfere Infanterie unter großen Verlusten geworfen. Auch die durch den Feind geübte gründlichste und stärkste Artillerievorbereitung vermag an diesem Verlauf der Begebenheiten nichts zu ändern. So scheiterten in der Nacht zum 5. und gestern mehrere Angriffe, ciner der von Sagrado ausge führt wurde, ciner gegen die Höhe von Podgora, wo das Angriffsfeld mit italienischen Leichen bedeckt ist. Ebenso waren feindliche Vorstöße im Plava- Abschnitte und im Krn- Gebiete erfolglos. Ein der Artilleriebeobachtung dienender italienischer Feffelballon wurde bei Monfalcone herabgeschossen. In den karnischen Alpen haben unsere Truppen in der Gegend des Monte Paralba einige günstige Höhenstellungen auf italienischem Gebiete besetzt. An der Tiroler Front wurde der Angriff eines feindlichen Bataillons gegen den Col di Lana( Buchenstein) abgewiesen. Eine unserer Patrouillen überfiel in einem italienischen Seitental des Ortlergebietes eine Halbkompagnie des Feindes und brachte ihr erhebliche Verluste bei. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Eines unserer Untersee boote hat gestern früh cin italienisches Unterfceboot, Typ„ Nauti I us", bei Belagosa an lanciert und versenkt. Das italienische Luftschiff„ Citta di Jeft" wurde um Mitternacht vom 5. auf den 6. Auguft beim Bersuche, über den Hafen von Pola zu fliegen, durch Schrap= nellfeuer heruntergeholt, bevor es irgendeinen Schaden anrichten konnte. Die gesamte Bemannung, be= stehend aus drei Secoffizieren, einem Maschinisten und zwei Mann, ist gefangen. Das Luftschiff wurde nach Pola gebracht. Flotten kommando. Der Lebensmittelwucher. Troß aller Mahnungen, die besonders von den Arbeiterorganisationen und ihrer Presse érgingen, der Lebensmittelteuerung entgegenzuwirken, sind bisher von den dazu bcrufenen Stellen so wenige, und so unzureichende Maßnahmen getroffen worden, daß wir nach einem Kriegsjahre vor einer faum erwarteten Preissteigerung stehen. Es besteht auch feinerlei Aussicht, daß diese Preissteigerung zurückgeht; vielmehr sind Anzeichen vorhanden, daß alle notwendigen Existenzmittel weiter verteuert werden. Die Verhältnisse liegen heute so, daß auch die Gemeinden und Bundesstaaten nicht mehr daran vorübergehen können und fast fortgesetzt Eingaben an die Regierung. richten. und selbst Schritte zur Steuerung der Preissteigerung tun. Die Regierung hat zwar in den 12 Monaten einiges zur Verhütung der schlimmsten Dinge getan. Aber jetzt scheint die Regierung von weiteren Maßnahmen, so spät und lückenhaft die bisherigen auch ausfielen, Abstand nehmen zu wollen. Sie beschränkt sich jetzt nur noch auf Verordnungen, die dem ausgesprochenen Wucher das Leben schwerer. machen sollen. Neben der Bundesratsverordnung, die die Wucherer mit Enteignung und Strafen bedroht, hat jetzt der preußische Handelsminister sich mit einer Ermahnung an die Handelskammern gewendet, der„ legitime" Handelsstand möge selbst alles tun, um die Unzufriedenheit der Bevölkerung über die wachsende Teuerung nicht noch stärker ansteigen zu lassen. Wir erwarten von derartigen Erlassen und Ermahnungen nicht allzuviel. Die Erfahrungen der zwölf Kriegsmonate zeigen, daß bisher die Behörden dem Bucher nicht allzu scharf entgegengetreten find, obgleich ihnen die Befugnisse dazu schon jetzt zustanden. Aber selbst wenn die in Betracht kommenden Instanzen schärfer vorgehen wollten, so wird sich bald herausstellen, daß es sehr schwer ist, juristisch festzustellen, wo der legitime Handel" aufhört und der strafbare Wucher" beginnt. Solange man an dem System festhält, daß Produzent und Händler über die Waren frei verfügen und die Preise selbst bestimmen, muß es an einem festen Maßstab über notwendige und berechtigte Preisgrenzen fehlen. Das, was der Bevölkerung ihre Lebenshaltung zurzeit erschwert, sind ja auch nicht die unsauberen Geschäfte einzelner Wucherer, sondern die allgemeinen Preissteigerungen aller notwendigen Existenzmittel. Aus der unten veröffentlichten Tabelle über die Preissteigerung bei der Konsumgenossenschaft in Berlin geht klar hervor, daß die Waren sich um das Zwei- und selbst Dreifache verteuert haben, trotzdem jeder Bucher ausgeschlossen worden ist. Es heißt, das Augenmerk von diesen normalen" Preissteigerungen geradezu ablenfen, wenn man nur gegen die Wucherer wettert. Nun wird zavar eingewandt, Krieg und Teuerung gehörten notwendig zusammen, und daher ließen sich gewisse Preissteigerungen nicht unterbinden. Zu diesem Grundsat vermag sich aber nur der zu bekennen, der daran festhält, daß auch in Kriegszeiten das herrschende Wirtschaftssystem ohne Einschränkung aufrechterhalten bleiben muß. Aber gerade Deutschland, das sich zurzeit in der Situation einer großen belagerten Festung befindet, hat alle Veranlassung, mit Zwischen Weichsel und Bug diesem System wenigstens für die Kriegszeit zu brechen. Erst Die Meldung des russischen Generalstabes.fi sprengten. warfen unsere Truppen spät am Abend des 3. August dann wird sich auch der Wucher vollkommen beseitigen lassen, Petersburg, 6. August.( W. T. B.) Der Generalstab die Deutschen unter außerordentlichen Verlusten für den Feind wenn man Produktion und Handel durch staatliche Maßdes Generalissimus teilt mit: In der Richtung auf zurück. An zahlreichen Punkten der Fronten gaben diese ört nahmen so bindet, daß fein Raum mehr für das freie Spiel Riga wich der Feind nach Kämpfen an der Missa am lichen Erfolge, die durch eine kurze Verfolgung ausgenußt der wirtschaftlichen Kräfte bleibt. Oder will man auch in 4. August in voller Eile zum Flusse Efau zurück, indem er wurden, unseren Truppen die Möglichkeit, in derselben Nacht, Zeiten der Not einem Prinzip zuliebe den durchgreifenden in seinen Schüßengräben viele Granaten und Munition zurüd ohne daran gehindert zu werden, eine neue borteil Kampf gegen die Schäden gar nicht erst aufnehmen? Nur ließ. In der Gegend von Poniewiez dauern die Stämpfe haftere Front auf dem linken Bugufer sowie auf dem Boden ungeregelter Wirtschaftsverhältnisse kann der Es gelang den Deutschen von neuem, ein wenig vor- in der Richtung Wladimir- Wolinsky- Kowel Wucher erwachsen. zurüden. An der Narewfront unternahmen die Deutschen einzunehmen. Am oberen Bug, der Zlota Ripa und Angriffe in der Richtung auf Lomza und von der Front am Dnjestr feine Veränderung. Ostrolenta- Rozan. Sie ergriffen die Offensive mit be- Im Schwarzen Meer wechselten unsere Torpedoboote wurde ein Kampf mit äußerster Erbitterung im Abschnitt des schiffe und zerstörten eine Schiffswerft. deutenden Kräften auf den Straßen nach Ostrow. Am 4. Auguſt Schüsse mit den Batterien von Eregli. Sie versenkten 37 SegelDiefluffes geliefert. Unsere Truppen machten gegen den Feind, schiffe und zerstörten eine Schiffswerft. ant. In der Brotversorgung hat sich ja die Regierung zu einer gewissen Bindung der Produzenten und der Händler entschlossen, obgleich auch da die Maßnahmen, wie wir wiederholt ausgeführt haben, feineswegs über jeder Kritik stehen. Aber bei den meisten wichtigen Nahrungsmitteln( wie Fleisch, Kartoffeln, Hülsenfrüchten und fast allen Kolonialder diesen Fluß an mehreren Stellen überschritten hatte, Petersburg, 6. August.( W. T. B.) Der General waren) hat die Regierung troß allen Drängens die Dinge energische Gegenangriffe. Westlich von Barschau stab des Generalissimus teilt mit: Infolge der Ver- treiben lassen. Bei anderen Nahrungsmitteln hat die Regieweiter füdlich von der Chaussee nach Blonie warfen wir hältnisse der allgemeinen Lage erhielten unsere Truppen rung zwar Maßregeln ergriffen, aber sie sind so ausgefallen am 4. August erfolgreich deutsche Angriffe zurück. Der Feind westlich von Warschau den Befehl, auf das rechte( z. B. bei der Festsetzung von Mindestpreisen für Zucker), daß gelangte unter außerordentlichen Verlusten bis an unsere Weichselufer zurüdzugehen. Nach dem ein- fie eher dem Schutz der Produzenten als dem der Konsumenten Stacheldrähte, wurde aber hier durch unser Feuer zum Stehen gegangenen Bericht wurde dieser Befehl ausgeführt. Die dienen. Neben der Kartoffelversorgung ist gerade die Zuckergebracht. Rechts der Weichsel bei Magievize ist die Lage Truppen, die Warschau deckten, gingen am 5. August um 5 Uhr versorgung typisch für die bestehenden Zustände: Trotz Zuckerim großen und ganzen unverändert. In der Gegend von morgens, ohne vom Feinde angegriffen zu werden, in die überflusses bei Kriegsausbruch und troß der Tatsache, daß der Iwangorod gingen unsere Truppen, ohne vom neue ihnen bezeichnete Front zurück, nachdem sie alle Buderanbau in Deutschland die Ausfuhr gewaltiger Mengen Feinde angegriffen zu werden, aufs rechte Weichsel- Brücken über die Weichsel hinter sich in die Luft ge zuläßt, ist der Zuderpreis gestiegen und besteht heute geradeufer hinüber, indem ste dic Brüden hinter sprengt hatten. zu 3uderfnappheit im Kleinhandel. Wenn der R e i ch S t a g in 14 Tagen zusammentritt, wird er sich nicht nur mit der Kenntnisnahme der bisher getroffenen Rcgicrungsmaßnahmen beschäftigen dürfen, sondern von sich aus neue Vorschläge machen und ihre Durchsetzung erzwingen müssen. ** * Petitionen. Die vom Landesvorstand der sozialdemokratischen Partei Bayerns ausgegebenen Petitionslisten gegen die Lebensmittelteucrung wurden bis jetzt im Gau Nordbaycrn von 118055 Personen unterzeichnet. In Nürnberg unterzeichneten 49 056, in Fürth 15 250 Personen. Ueberraschend�groß ist oft die Zahl der Unterschriften in kleineren Orten. So zeichneten in Roth b. Nürnberg 1151, in Schwabach 1076, in Weihenburg 1129, in Zirndorf 1627 Personen. Achnlichc Resultate liegen aus oberfränkischen Orten vor. Die Petit�vnslisten gegen die Lebensinittelteuerung wurden im Gau Südbayern von 101 877 Männern und Frauen unterzeichnet. Die Stadt München mit den Vororten hat allein 79 703 Unterschriften erzielt. * Preissteigerungen rn Berlin. Seit dem Jahre 1313 werden in den Preisznsammcnstellungen de? Statistischen Amtes der Stadt Berlin u. a. auch die Lebens- mittelpreise veröffentlicht, die sich die Konsumgenossen- schaft Berlin und Umgegend, c. G. m, b. H., in ihren etwa 12S Grotz-Bcrliner Verkaufsstellen zahlen läßt. Die„Voss. Ztg." stellt nun die Preise für den 1. dieses Monats denen von dem gleichen Tage des Vorjahres gegenüber. Von den in dem Preisverzeichnis angegebenen 136 Waren und Warenqualitätcn sind nachstehend die 27 besonders angeführt, die seit dem 1. August 1914 mindestens um 136 v. H. teurer geworden sind. Tie in Mark angegebenen Preise gelten für 1 Pfund, bei Zitronen für 1 Stück. 1. 8. 1314 1. 8. 1315 Gestlicher Kriegsschauplatz. französische Besorgnis wegen ües russischen Rückzuges. Paris, 6. August. sW. T. B.) Die französischen Militärkritiker beschäftigen sich mit der Frage, ob der russische Rückzug ungefährdet ausgeführt werden kann. Sie erklären, dah infolge der Durchbrechung der Narewlinie und der Eroberung der Eisenbahnlinie Lublin— Cholm die Lage der russischen Truppen, welche noch im Räume von Warschau stehen, zu Besorgnis Anlaß gebe. Die Flankenbedrohuug des russischen Heeres fei von den Deutschen verwirklicht worden. Man wisse nicht, welche Gegen» maßregeln Großfürst Nikolai getrosten habe, um der Umklammerung zu entgehen, man dürfe sich jedoch keinen Illusionen hingeben. Die Wege in Polen seien wenig geeignet, um einen so gewaltigen Rückzug ohne Stauung zu bewerkstelligen. DaS Problem, welches die Russen zu lösen hätten, um den Zusammenhang zwischen den Armeen auf- recht zu erhalten, sei sehr schwierig. Eine Prophezeiung Llopö Georges. London, 6. August.(W- T. 23.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. In einer Versammlung in Bangor sagte Lloyd George, er habe keine Angst wegen des endgültigen Ausganges des Kampfes. Die dunklen Wolken im Osten betrachte er mit Besorgnis, aber nicht mit Angst. Er sehe einen Strahl der Hoffnung am Horizont: die Wiedergeburt des großen russischen Volkes. Die Feinde begreifen nicht, daß sie selbst helfen, die rostigen Ketten zu zertrümmern, die die Seele des Volkes gefangen gehalten haben. Sie tun für Rußland, was ihre Voreltern für Frankreich getan haben: sie helfen das Schwert schmieden, das sie vertilgen wird. Westlicher Kriegsschauplatz. Der französische Tagesbericht. Paris, 6. August.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Im Artois, um S o u ch c z fanden Kämpfe mit Handgranaten und Fröschen statt und nachts eine ziemlich starke Kanonade. Ziemlich lebhafte Artilleriekämpfe in Tracy le Val, um Vailly und im Aisnetal. In den Argonncn war eine bewegte Nacht- Gewehrfeuer und Minenwerfen von Schützengräben zu Schützengräben, unter zeitweiliger Teilnahme der Artillerie. Auf den Maashöhen, im Hautwalde, wurde ein deutscher An- griffsversuch leicht aufgehalten. In den V o g e s e n wurden unsere Schützengräben am Lingekopf unausgesetzt sehr heftig beschossen. Am Abend des 4. August unternahmen die Deutschen einen sehr heftigen Angriff. Wir behaupteten trotzdem unsere Stellungen mit Ausnahme einiger Schützengraben- stücke auf dem Lingekopf. Paris, 6. August.(23. T. 23.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Mittlere Artillerietätigkeit auf dem Westteil der Front. In den Zlrgonnen dauerten die Kämpfe mit Bomben und Fröschen und die Kanonade an, aber mit geringerer Stärke auf feiten des Feindes. Heftiges Bombar- dement im Walde von A p r e m o n t. In den Vogesen wurden sehr erbitterte Kämpfe auf den Höhen, welche das Fecht- tal im Norden beherrsche», und namentlich am Schratz- männlejoch geliefert, wo der Feind, nachdem er sich eines Blockhauses bemächtigt hatte, durch sofortigen Gegenangriff verjagt wurde. Unser Sperrfeuer brachte den Deutschen sehr schwere Verluste bei. „Wesirnrnster Gazette" über üas erste Kriegsjahr. London, 6. August.(W. T. B.) Spencer Wilkenson schreibt in der„Westminster Gazette": Das erste K r i e g s j ah r endet mit einem Vorteil der Deutschen und Oe st erreicher, dessen volle Bedeutung noch nicht genau gewürdigt werden kann. Die unmittelbare Frage i st, ob die Russen sich mit ihrer ganzen Armee in guter Ordnung zurückziehen können. Wären die westlichen Verbündeten besser vorbereitet, so wäre die normale Zeit für ihre Hauptanstrengungen die letzten drei Monate gewesen. Die Lage ist zweifel- los kritisch und erfordert die äußerste Anstrengung. Weder der türkische noch der österreichische Widerstand ist gebrochen, und an der stanzösischen Front herrscht noch immer Gleichgewicht. Der Verfasser äußert sein Erstaunen darüber, daß das britische Kabinett außer Lord Kitchener noch keine militärische Persönlichkeit zu wichtigen Beratungen zugezogen habe. Auch diese Pressestimmc beweist gleich zahlreichen anderen, daß man in England wenigstens eine kritisch nüchterne Be- trachtung der militärischen und politischen Verhältnisse für keine Gefährdung der kriegerischen Operationen hält. Die englischen Verluste. London, S.August. iW. T. B.) Die letzte Verlustliste enthält die Namen von 45 Offizieren und 633 Mann. Washington, 6. August.(W. T. B.j Die„Associated Preß" gibt die gesamten Osfiziersverluste Großbritanniens seit dem Beginne des Krieges auf 12 642 an, von denen 3685 tot und 1115 vermißt sind. Der italienische Krieg. Nelöung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 6. August.(W. T. B.) Der Kriegsbericht vom 5. August 7 Uhr abends lautet: Im Val Cordevole haben wir die zur vollständigen Besetzung des Lanapasses be- stimmte Offensivaktion fortgesetzt, wo wir in den Kämpfen vom 17. und 27. Juli die am weitesten vorgeschobenen feind- lichen Schützengräben gegen Salesei am Fuße des Livinal- longo und bei Agai erobert hatten. Unter heftigem Feuer des Gegners gelang es unserer Infanterie, wirksam unterstützt durch Artillerie, sich sehr starker Schützengräben zu bemächtigen. die den oberen Teil des Sattels des Lanapasses verteidigen. Auf dem Karst unternahm der Feind, der die Fortschritte unseres Zentrums und unseres linken Flügels aufzuhalten versuchte, am gestrigen Nachmittag einen heftigen Angriff in Richtung des Kapuzinerwaldes. Unsere Truppen hielten dem Sturmangriff mit Erfolg stand. Hierauf gelang es ihnen. indem sie jüne kräftige Offensive ergriffen, sich starker aus- gedehnter Schützergräbcn zu bemächtigen, die unsere Soldaten $jl Trincerone nennen und welche den östlichen Ausgang des Kapuzinerwaldes und den Zugang von San Martina auf den Karst beherrschen. Spät abends versuchte der Feind einen neuen Vorstoß gegen unsere Linien, unterstützt durch heftige anhaltende Kanonade, ohne daß es ihm gelang, das aerinaste Ergebnis zu erzielen. Rushebungsarbeiten für öle Iahresklasie �ö. Rom, 6. August.(23. T. 23.) Das Amtsblatt veröffentlicht ein Dekret des Reichsverwesers, das den Beginn der Aushebungsarbeiten der Klasse 96 bereits in diesem Jahre anordnet. der türkische Krieg. Der„ftoanti" und üie Daröanellenaktion. Zürich, 6. August.vir aus den belgischen Archiven vornehmen. Andererseits sncht die Entente den Eindruck, den diese Veröffentlichungen hervorrufen müssen, dadurch abzu- schwächen, daß sie im neutralen Ausland in den von ihr be- cinflußten Blättern die Parole lanciert, das Eintreten der belgischen Gesandten widerlege die von deutscher Seite auf- gestellte Behauptung, daß Belgien in heimlichem Bunde mit England und Frankreich gewesen sei. Die militärische Konnivenz Belgiens mit England und Frankreich ist durch die hierüber veröffentlichten Dokumente so zweifellos festgestellt und wird durch die veröffentlichten Be- richte der Gesandten überdies noch bestätigt, daß es über- flüssig wäre, darüber noch ein Wort zu verlieren. Diese Be- richte erweisen aber, wie vorzüglich die belgische Regierung durch ihre auswärtigen Vertreter über die internationale Lage unterrichtet war, und daß sie genau wußte, daß nicht die politischen Bestrebungen Deutschlands sondern die Politik der Triple-Entente den Frieden bedrohte, umso schwerer trifft die belgische Regierung der Vorivurf. die aggressiven Tendenzen der Ententemächte dadurch unterstützt zu haben, daß sie ihren militärischen Plänen Vorschub leistete. Belgien trägt hier- durch mit die Verantwortung fiir den Ausbruch des gegen- wärtigen Krieges. §inanzielle Aussichten. Welches sind unsere finanziellen Aussichten? fragt„Daily Mail" vom 2. August. Wie lange werden wir noch mehr als 3 000 000 Pfund pro Tag für den Krieg verausgaben können? Die Antwort unserer finanziellen Sachverständigen lautet dahin, daß wir diese ungeheure Summe noch viel länger, als der Krieg mög- licherweise dauern kann, verbrauchen können. Sie weisen darauf hin, daß wir, ohne uns graue Haare wachsen zu lassen und ohne große Sparsamkeit durch das erste Jahr gekommen sind, trotzdeni wir 1 200 000 000 Pfund aufgewendet haben. Die großen Aus- gaben haben nichts anderes zur Folge gehabt, als daß wir veran- laßt worden sind, mehr über Sparsamkeit zu sprechen. Wir werden allerdings in Zukunft den Verlust des Geldes fühlen, gegenwärtig aber spüren wir ihn kaum. Unsere kleinen Einschränkungen sind vorläufig zu ertragen. Ein oppositioneller Dumaabgeoröneter Vorsitzender für l�eeressragen. London, 6. August.(W. T. B.) Wie die„Times" aus Petersburg melden, wird die Tatsache, daß ein o p p o s i t i o- neller Abgeordneter. Shingarew, zun: Vor- sitzenden des Dumaausschusses für Heeres- und Flottenfrage u gewählt wurde, als sehr be- zeichnend für die gegenwärtige Richtung der russischen Politik betrachtet. Neue norWegische Anleihe. Kristiania, 6. August.(W. T. B.) Der heutige Staats- rat hat einen Gesetzentwurf betreffend Aufnahme einer weiteren Anleihe in Höhe von 27 Millionen Kronen neben der 33-Millionsn-Anleihe beschlossen, zu deren Tluf- nähme die Regierung bereits ermächtigt worden ist. Falls die neue Vorlage vom Parlament angenommen wird, wird demnach eine?lnleiheoperatlon über einen Gesamtbetrag von 00 Millionen Kronen eingeleitet werden. flnerbietungen an Bulgarien. Köln, 6. August.(W. T. B.) Die„Kölnische Zeitung"' meldet aus Sofia vom 5. August: Gestern ist die AnU wortnote des Vierverbandes überreicht worden, die vermutlich keine wirklichen Garantien enthält. Die wich- tigstc Stelle daraus besagt, daß die Bulgarien ver- sprochenen Abtretungen jetzt unabhängig von allem zukünftigen serbischen Gebietszuwachs sind, wie es im ersten von dem Vierverband Bulgarien gemachten Vorschlag hieß, Amerikas Note an Oesterreich. Washington, 6. August.(W. T. B.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Tie Antwort der Vereinigten Staaten auf die österreichisch-ungarischc Note ist beinahe fertig und wird binnen wenigen Tagen abgesandt werden. Die Regierung der Vereinigten Staaten bleibt in der Antwort bei dem Standpunkte, den sie bereits dem Grafen Bcrnstorfs gegen-. über eingenommen hat, daß das Waffenausfuhrver- b o t in dieser Zeit eine direkte Verletzung der Neutralität der Vereinigten Staaten wäre. Protest üer Deutschamerikaner gegen üie Waffenlieferungen. San Francisco, 6. August.(W. T. B.) Durch Funkspruch von unserem Neu Dorker Berichterstatter. Die Jahresversammlung des deutsch- amerikanischen Nationalbnndes hat einstimmig Eni- schließungen angenommen, die die Loyalität der Deutsch- Amerikaner ausdrücken, aber gegen den unsittlichen Waffen- und MunitonS Handel mit England Verwahrung einlegen und die Haltung der amerikanischen Regierung Deutschland gegenüber verurteilen. Da der Kon- greß erst im Dezember zusammentritt, ist die Verlvirklichuug der Entschließungen zunächst nicht zu erwarten. Sie sind aber immerhin bezeichnend für die Haltung eines großen Teiles des amerikanischen Volkes. Kriegsbekanntmachungen. Ueberfluh an Zeltbahnstoffen n. dergl. Von unterrichteter Seite wird uns geschrieben: An Zelt» bahn st offen(braun und feldgrau, in Kette und Schuß Garn Nr. 20 englisch, zweifach gezwirnt»; desgleichen(feldgrau, in Kette und Schutz Garn Nr. 30 englisch, zweifach gezwirnt); ferner an Brotbeutel st offen lbraun und feldgrau, in Kette und Schuß Garn Nr. 10 englisch, zweifach gezwirnt) besteht Ucberflutz. So kann nur davor gewarnt werden, zu ihrer Herstellung weitere Rohstoffe zu verwenden. Sendungen a» Internierte in Schwede«. Postsendungen der in Schweden festgehaltenen deutschen Heeres- und Marinsangehörigen sind, wie die Sendungen der Kriegsgefangenen, von allen Postgebühren befreit. Auskunft über diese Personen erteilt das Högkvarterets personalbyra Kungl. Krigsarkivet, ArvfurstcnS palats, Stockholm 2. Für Reifende nach Metz. Metz, 0.?lugust.(W. T. B.) Nach den neuen Verkehrs» bestimmungen für die Festung Metz bedarf es zur Zureise aus dem deutschen Heimatgebiete mit Ausnahme Elsaß-LolhringenS eines Passierscheines, der vom stellvertretenden Generalkommando des Wohnortes ausgestellt wird und nur in Verbindung mit einem Paß oder polizeilichen Identitätsnachweis gültig ist. Für Personen, die nicht Inhaber eines solchen Passierscheines sind, bedarf e§ zum Ein- und Auspassieren über die Grenze des weiteren Festungsbereiches eines Passes, fiir Slusländcr außerdem der Erlaubnis des MilitärpolizeimeisterS, zum Einpassieren über die Grenze des engeren Festungsbereichs auch für Deutsche neben dem Paß der Erlaubnis des MilitärpolizeimeisterS. Letzte Nachrichten. Zwei Tcfraudantcn verurteilt. Hamburg, 0. August.(Privattelegramm.) Nach zwölftägiger Verhandlung gegen den Oberinspektor Sibbers und den Heuer- baaS Stehr von der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiff- sahrtsgesellschaft wegen Veruntreuung tum zirka% Millionen hat daö Landgericht Sibbers zu vier Jahren sechs Monaten Zuchthaus, von denen 0 Monate für die Untersuchungshaft angerechnet wurden, sowie zu 3000 M. Geldstrafe und 6 Jahren Ehrverlust, Stehr zu 4 Jahren 0 Monaten Zuchthaus, von denen 18 Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet wurden, und 6 Jahren Ehrverlust verurteilt. 95% 6 BuchstabenTaschentücher 95 Pt. 1 Sportvorhemd mit Kragen u. Krawatte 95 PL 1 Riegel Oberschalseife 95 Pf. 1 Wickeltuch 95 Pi. 3 Strickjäckchen 95 Pf. 4 Erstlingshemdchen 95 Pt. 2 Wickelbänder 95Pt. 10 Staubtücher 95Pt. 1 Wassereimer Emaille 95 PL. 1 Tüll- Läufer 2 TüllDeckchen zusammen 95Pt. 1Blusenkragen aus Glasbatist, mit schoner SpachtelStickerei 95 Pf. 1 MeterRockansatzStickerei mit Einsätzen u. Säumchen 95Pt. 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Die„ Westfälischen Politischen Nachrichten", das Sprach rohr rheinisch- westfälischer Großindustrieller, wendet sich jetzt gegen die Notiz der Nationalliberalen Korrespondenz", in de: Bassermann und anderen Nationalliberalen wegen ihrer An griffe auf die Regierung ein Tadel ausgesprochen wurde. Die " Nachrichten" schreiben: " Diese Erklärung der Nationalliberalen Korrespondenz" wird nicht verfehlen, in der Partei und im Lande lebhafte Verwunde rung zu erregen. In einer Zeit, wo um die ganze Zufunit unseres Vaterlandes gerungen wird, erscheint uns das persönliche Verhältnis der Partei und ihre Führer zu maßgebenden Regierungsstellen bc: weitem weniger wichtig, als die Frage des na tionalen Wollens. Im Hinblick hierauf haben wir Grun zu der Annahme, daß hinter der Notiz der Nationalliberale: Korrespondenz" nur wenige einzelne Persönlichkeiten stehen." Daraus geht hervor, daß ein Teil der Nationalliberale: mit der Regierung und dem Kanzler im großen ganzen ein verstanden sind, während die einflußreichen nationalliberale:: zieles weitergehende Wünsche haben. Großindustriellen Westdeutschlands in der Frage des KriegsAlle öffentlichen und nichtöffentlichen Versammlungen, in denen militärische, politische, sozialpolitische oder religiöse Im Jahre 1900 ist dem Genossen Dr. Leo Arons vom Angelegenheiten erörtert werden, sind mindestens 48 Stunden preußischen Kultusministerium die Lehrbefugnis als Privat des Genossenschaftswesens. vorher der Behörde anzumelden. Den Veranstaltern wird im dozent der Physik an der Universität Berlin entzogen worden Auf dem letzten englischen Genossenschaftsfongreß hielt das Unterlassungsfalle eine Gefängnisstrafe bis zu drei Monaten Den Grund bildete die Zugehörigkeit Arons' zur Sozialdemo Unterhausmitglied Aneurin Williams eine Ansprache, in der angedroht. Alle in solchen Versammlungen zu haltenden tratie. Dieses Verfahren machte damals großes Aufsehe er über die internationalen Beziehungen folgendes ausführte: Vorträge, soweit sie militärischen Inhalts sind oder sich und fand insbesondere in wissenschaftlichen Streisen schari Soll das Werk der internationalen Genossenschaftsbewegung irgendwie mit äußeren oder inneren politischen Verurteilung, hatte sich doch die philosophische Fakultät de: und wesentlichste Bedingung der Verhältnissen anläßlich des Krieges befassen, unter- Universität mit Entschiedenheit gegen diese Maßnahme erklärt Frieden. Wir leben in einer Zeit des Krieges, eines Kampfes liegen der Genehmigung. Völlige Manuskripte dieser Vor- Mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitläufte hat nun be unt Leben und Tod unseres Vaterlandes, und wir sind Patrioten. träge müssen mindestens 7 Tage vorher zur reits vor einiger Zeit die Fakultät beim Ministerium den AnAber wir müssen uns erinnern, daß die Genossenschaftsbewegung Prüfung und Genehmigung eingereicht werden. Die trag gestellt, zu genehmigen, daß Dr. Arons die Lehrbefugnis fiets für den Frieden eingetreten ist, ohne den sie wenig Gutes daheim Bolizeibehörden erhalten die Befugnis, die an solche Vorträge wieder erteilt werde. Dieser Antrag fand die prinzipielle Z schaffen, aber überhaupt nicht zwischen den Nationen bestehen kann. Politifer sind mit Recht stets von unseren Kongressen ausgeschlossen anschließende Debatte ohne weiteres und ohne Angabe von stimmung, doch hat Dr. Arons mit Rücksicht auf seinen Ge gewesen, aber das Eintreten für den Frieden hatte mit Politit Gründen zu verbieten. Die Berichte über solche Versamm- sundheitszustand abgelehnt, wieder ein Lehramt zu über nichts zu tun. Viele von uns werden nie vergessen, mit welcher lungen in der Presse sind ebenfalls genehmigungspflichtig. nehmen. stürmischen Begeisterung auf dem letzten internationalen Genossenschaftsfongres in Glasgow vor noch nicht zwei Jahren wir unsere Resolution zugunsten des Friedens annahmen und laut und anhaltend der Erklärung eines unserer größten Führer zujubelten, als er ausrief:" Wir wollen nie mit Deutschland kämpfen!" Das Der stellvertretende kommandierende General des mar kein Wahnsinn, mag auch ein unglückseliges Geschid unsere 7. Armeeforps verbietet die Teilnahme an Zusammenfünften, Hoffnungen zum Scheitern gebracht haben. Es war die wahre in denen die Tätigkeit eines Vereins fortgesetzt wird, der Quintessenz und das Lebensblut internationalen Genossenschafts- von der zuständigen Polizeibehörde aufgelöst worden ist. Wer wesens. Sobald dieser Krieg erfolgreich vorüber sein wird, müssen gegen die Verfügung verstößt, kann bis zu einem Jahr GeDie erste Frage, die entsteht, ist:„ Wird die internationale fängnis verurteilt werden. Genossenschaftsbewegung nach dem Krieg überhaupt möglich sein? Bisher ist von aufgelösten Vereinen im Bereich des Wir zweifeln nicht daran, daß die freundschaftlichen Beziehungen 7. Armeekorps nichts bekannt geworden. der Bewegungen in Großbritannien, Frankreich und bei ihren Verbündeten fortdauern werden und ähnliche Beziehungen werden, wie ich annehme, auch zwischen den Organisationen Deutsch=. lands und Oesterreichs bestehen. Aber kann der internationale Genossenschaftsverband sein Werk fortjeben? Er war nicht anf einige wenige verbündete Länder beschränkt, sondern war ein 3eitung" einen Artikel veröffentlicht, auf den wir falls das weltweites Werf. Wird es möglich sein, es so fortzusehen nicht an den bekannten Umständen scheitern sollte zurückommen und die Bewegungen der Länder, die jetzt im Krieg miteinander werden. Für heute müssen wir uns mit der Wiedergabe einer sind, in ihrer Gemeinschaft zu bewahren? Ich selbst zweifle nicht Antwort begnügen, die Genosse Heine von der„ Kreuz- Beidaran, daß es möglich sein wird, und ich bin immer mehr über- tung" erhält. Das konservative Blatt schreibt: zeugt, daß es unsere Politik sein soll, auf jede Art mitzuhelfen, daß der Verband sein nübliches Werk wieder aufnimmt. Ein fran- demokratische Stimmen wiedergeben können, die weitreichenden BeiMit Genugtuung haben wir in letzter Zeit mehrfach sozialzösischer Genossenschaftler sagte mir unlängst, daß der Verband bielleicht die größte Hoffnung auf gegenseitige Annäherung der falls auch in bürgerlichen Kreisen sicher sein durften. Um so mehr europäischen Demokratie nach diesem Krieg darstellt. Er dachte bedauern wir, uns gegen längere Ausführungen wenden zu müssen, Eine Erklärung der Deutschen Friedensgesellschaft. bacum und ich denke dasselbe-, daß der Verband eine weise die der Abgeordnete Heine in der Frankfurter Zeitung" veröffentDie Deutsche Friedensgesellschaft veröffentlicht in der Politik verfolgt hat, indem er keine Minute vergaß, daß licht. Sie laufen auf einen argen Bruch des Burgfriedens Augustnummer des„ Völkerfriede" „ Völkerfriede" eine Erklärung, die er eine internationale Körperschaft ist und als hinaus, indem sie Fragen aufrollen, durch deren geflissentliche Zu- folgenden Standpunkt vertritt:„ Die Deutsche Friedensgefell Verband in feinem Streit oder Konflikt zwischen den Nationen rückstellung allein es gelingen fonnte und gelungen ist, den offenen schaft fordert mit allen Volksgenossen, daß das militärisch Partei nehmen darf. Jedes Mitglied seines Verbandes ist Bürger Ausbruch der Parteigegensäge in dieser Zeit der gemeinsamen llebergewicht der Zentralmächte, das hoffentlich für den irgendeines Landes und von nationalem Patriotismus erfüllt. Abwehr des äußeren Feindes zu verhindern. Der Abgeordnete Frieden bestimmend sein wird, dazu benützt werde, um die innern, daß er Vertreter nicht einer, sondern Seine verlangt in seinem Artikel eine weitgehende Er- Stellung Deutschlands in der Welt zu sichern und der En aller Nationen ist. Wir Mitglieder des Vollzugsausschusses füllung sozialdemokratischer Forderungen, und find alle Engländer, nichtsdestoweniger haben wir ständig alles er verlangt sie schnell, verlangt sie jetzt, ehe die Gegenfräfte wieder faltung der wirtschaftlichen wie der nationalen Kräfte des deutschen Volkes freien Raum zu gewähren. Aber sie forder vermieden, das den Eindruck wecken fonnte, als wollten wir den erstarkt sind". Im Handumdrehen also, in Kriegstagungen der zugleich, daß der Friede, der geschlossen wird, die größtmög Verband für unsere Partei ausnüßen. Während des Krieges Parlamente soll das preußische Wahlrecht, sollen maren wir imſtande, dem Elend einiger weniger von den Tausen hebt das ausdrücklich hervor- die Wahlrechte der Stadt- und Ge- liche Gewähr eines dauernden Friedens in sich trage und die ben von Nicht- Kombattanten zu steuern, die ohne eigene Schuld meindeverordnungen, soll das Koalitionsrecht usw. im Sinne gemeinschaft der Völker, die trotz der grenzenlosen Verbitte Grundlage schaffe für eine bleibende Rechts- und Kultur gelitten haben. Und am Ende des Krieges werden wir die weit der sozialdemokratischen Forderungen umgestaltet werden. Er größere Aufgabe haben, die Genossenschaften der ganzen Welt, die rung dieses Krieges nach Friedensschluß wieder aufgebau: felbit nicht gelitten haben, aufzurufen, die Hunderte Vereine beruft sich auf die Worte der kaiserlichen Kundgebung vom 31. Juli, werden muß. Sie ist überzeugt, daß bei Feststellung der wiederherzustellen, die Schaden gelitten haben oder in manchen daß Deutschland nach dem Kriege auf vertrauensvoll betretenen Striegsziele und Friedensbedingungen die nüchterne, realpoli Ländern vollkommen vernichtet worden sind. Wir wissen bereits, neuen Bahnen vorwärtsschreiten werde.( Der Kaiser spricht dort tische Erwägung der Lebensinteressen des deutschen Volke daß solche Zerstörungen in Belgien, Frankreich und Serbien vor seine Zuversicht aus, daß das deutsche Bolt, die im Striege erlebten über gedankenlose Phrasen und über Sonderinteressen den Sieg gekommen sind. Wahrscheinlich hat sich dasselbe in Desterreich und Räuterungen treu bewahrend, auf erprobten alten und auf verBolen ereignet, und wer vermöchte zu sagen, wieviel weitere Vertrauensvoll betretenen neuen Bahnen weiter in Bildung und Gedavontragen wird." eine und in wieviel weiteren Ländern dasselbe geschehen wird, sittung rüstig vorwärtsschreiten" werde.) Der Abgeordnete Heine bevor der Krieg endet. So wie die Politik der Allianz in der Vergangenheit war, sagt selber, daß der Kaiser mit Absicht nichts Näheres über diese muß sie in der Zukunft sein, wenn das Werf der Zerstörung be- Bahnen sage, weil er in dieser Stunde nicht trennende Einzelheiten endet ist. Sie muß fortfahren, das Wissen von jedem Land in und Streitpunkte berühren wollte. Heine weiß also sehr wohl, was jebem andern zu verbreiten, Reisen von Genossen er tut, wenn er seinerseits über diese Bahnen sehr viel Näheres schaftlern nach andern Ländern zu organisieren und sagt. Und auch in den Einzelheiten zeigt er sich keineswegs um internationale Kongresse, wo die Genossenschaftler einen ausgleichenden Standpunkt bemüht, der auch der anderen aller Länder wieder zusammenkommen, um die persönliche Freund Seite Verständnis entgegenzubringen sucht. Nicht nur, daß er das schaft zu befestigen, die die Freundschaft der Nationen befördern geltende preußische Wahlrecht einfach ein„ Unrecht" nennt, von den wird, und friedlich die großen Probleme des weiteren Aufbaus zu diskutieren. Und dieses ganze Wirken muß mit mehr Eifer und bisher unterdrückten und außerhalb der Nation gestellten Schichten" Mut und mit höheren Forderungen und weiteren Gesichtspunkten spricht, er glaubt auch die Gegner der Sozialdemokratie als Leute als vor dem Krieg getan werden." charakterisieren zu sollen, die durch ihre Ablehnung jeden Entgegenkommens gegen die politischen Forderungen und gewerkschaftlichen Bestrebungen der Arbeiter, durch Lebensmittelverteuerung und unzureichendes Interesse für notleidende Kriegerfamilien und Hinterbliebene, vor allem aber durch die Ankündigung,... das meiste dazu beitragen, wenn in der Arbeiterschaft Mißstimmung gegen die nationale Verteidigung hervorgerufen werden solle." Gewisse bürgerliche Politiker glauben, daß es leicht sei, mit Sozialdemokraten vom Schlage des Abgeordneten Heine zu einer Verständigung zu gelangen. Wie soll aber eine Verständi sung möglich sein, wenn sachliche Ueberzeugungen von der Gegenseite ethisch so gewertet werden, wie es hier durch den Abgeordneten Heine geschieht?" Aber als Beamter des Verbandes hat er sich zu er= Die 1500 Kongreßdelegierten haben dieser höchst bemerkensmerten Rede allgemeinen Beifall gespendet. Hoffentlich teilen auch die Mitglieder der nicht- englischen Genossenschaften die auf dem Kongreß ausgesprochene Ansicht. Politische Uebersicht. Weitere Einschränkung des Vereins- und Versammlungsrechts in Sachsen. Die beiden Generalfommandos für Sachsen erlassen unter Aufhebung früherer Verordnungen eine Verfügung, die unter anderes folgendes bestimmt: Vom nordöstlichen Kriegsschauplatz. Wieder in Polen. = er Höchstpreise für Obst. Um den unverschämten Preistreibereien für Obst ein Ende zu machen, hat der Oberbürgermeister von Solingen unter Androhung von Strafen bis zu einem Jahr Gefängnis und bis zu 10 000 M. Geldstrafe Höchstpreise für Obst erlassen. Der Produzenten preis für Fallobst( Aepfel und Birnen) beträgt 6 bezw. 4 Bf. pre Pfund, für Pflüdobst 8 bezw. 6 Pf. Jm Kleinverkauf sind folgende Breise festgesetzt worden: Fallbirnen 5 Pf., gepflückte Birnen 8 Pr Falläpfel 8 Pf., gepflüdte epfel 10 Pf. pro Pfund. Ausgenommen ist Edelobst. Zucker- Gewinne. Dem Reichstage ist eine bezeichnende Bittschrift der Zuckermafler- Vereinigung in Hamburg e. V. Alerander Hünede, Bor sitzender" zugegangen. Darin wird auf die Bundesratsverordnung hingewiesen, die den Verkehr mit Zucker und die Verwertung der Budererzeugung für das Betriebsjahr 1914/15 regeln und in einer Festlegung des Zuderpreises gipfeln. Dann heißt es weiter: Der Landwirtschaft und den Rohzuckerfabriken haben diese Maßnahmen enorme Gewinne zugeführt dadurch, daß der Preis für der Bentner Rohzucker auf 9,50 M., steigend bis 11,25 M. festgeset wurde, während für Ware des Betriebsjahres 1914/15 vorher ein Preis bezahlt wurde, der sich selten über 8 M. erhob. Den Raffinerien hat man eine Preisspanne von 3 M. zugebilligt, obwohl letzten Tagen befunden die Russen wieder eine sehr lebhafte Tätig- denke man nicht daran, die hier geschaffenen Näume und Einrich feit, und sie verfügen auch über ausgezeichnete Schüßen." Der tungen jemals zu verlassen. Ich sprach mit einigen Soldaten: Für Hauptmann zeigte uns sodann an einer Stelle die Wirkungen des sie gilt es als ausgemacht, daß sie den Winter über hier russischen Artilleriefeuers. Sie zeugt davon, daß die Russen noch bleiben. Ein bekannter Genosse versichert mir, daß er personsehr gute Munition besitzen. Das betreffende Geschoß hatte vor lich mit dem Leben hier und mit der Behandlung sehr zufrieden Augustowa, 30. Juli 1915. dem Einschlagen in den Boden drei Bäume glatt durchschlagen, sein könne. Ich habe schon längst die Ueberzeugung gewonnen. Nun hat mich des Krieges Laune wieder mal nach Polen ge- dann waren durch Sprengstücke noch sieben Bäume, darunter einige daß mancher von den später in die Heimat zurückkehrenden Kriegern schleudert. Nach der wilden Hah durch Kurland umgibt mich nun von beträchtlicher Stärke, umgelegt worden. Auch hier waren die sich sehr schwer wieder in die Ordnung seines bürgerlichen Lebens wieber die verhältnismäßige Ruhe eines Stellungsfrieges. Aller Stämme durchgeschlagen worden. Außerdem hatten die Spreng- wird zurechtfinden können. Der Krieg hat viele mit den Reizen dings, Feiertag ist in Nordpolen auch nicht. An man- stüde zahlreiche andere Bäume schwer beschädigt, Aeste herunter der Ungebundenheit und des Wechsels bekannt gemacht. Die Nach chen Tagen geht es an der Front gar lebhaft zu. An einzelnen gerissen oder aus den Stämmen große Stücke herausgerissen. Ganz wirkungen davon werden sich nach dem Friedensschluß noch mannig Stellen liegen sich die Russen und Deutschen bis auf Rufweite deutlich war zu erkennen, daß die Sprengwirkung der Geschoffe fach bemerkbar machen. Aber es wäre doch falsch anzunehmen, an gegenüber. Und man bewacht sich gegenseitig mit Argusaugen. stark nach oben geht. Den besten Schutz gegen einschlagende Gra- der Front bestehe eine Abneigung gegen Friedensschluß. Im Die geringste Bewegung auf der feindlichen Seite läßt ein paar naten bietet daher zweifellos das flache Hinwerfen auf den Boden. Gegenteil, lieber heute als morgen will man nach Hause. Offiziere Kugeln hinüberschwirren, man arbeitet mit Wurfgeschoffen und Selbstverständlich sind stark abgedeckte Unterstände nicht zu ver- wie Mannschaften! Nur eine Bedingung wird betont: Nicht al Minen. Die den Schüßengräben vorgelagerten Stacheldrahtgürtel achten. Und ich sehe, daß man in dem Bau solcher Anlagen immer Besiegte wollen wir ein Ende machen! Rußland machsen sich zu unheimlichen Breiten aus. Zuweilen wird es abends mehr Sorgfalt und Holz verivendet. Ganze Wälder verschwinden muß erst überwunden sein; für die Opfer, die gebracht worden recht lebendig. Bald an dieser oder jener Stelle spielt die russische jetzt in die Erde. Das Verstecken vor den feindlichen Geschossen, sind, verlangen wir Garantien, die einen lang. Artillerie Angstmachen". Gerade als wir in der Sommervilla das Berkriechen in die Erde macht denn auch die weit überwiegende anhaltenden Frieden verbürgen. Zwar gibt es eines Hauptmanns, unmittelbar am Ausgang eines Laufgrabens Bahl der abgeschossenen Kugeln und der umherfliegenden Spreng- auch hier den einen oder anderen Renommisten, aber an der weilen, lassen sich einige schwere Brummer hören Der Zirkus" ftüde unschädlich. Trotz der fabelhaften Steigerung der Spreng- Front sind sie viel feltener als zu Hause hinterm Biertisch. Das jagt lächelnd der Hauptmann. Wir schauen ihn fragend an. wirkung der modernen Geschosse und der gesteigerten Feuerleistung kann ich auch von den Offizieren sagen. Man spricht mit Die Russen," erklärt er uns, futschieren mit ihrem Mörser hin der Geschüße sowie froß allem Raffinement in der Technik der einer wohltuenden Achtung von dem Gegner, und her, geben bald hier, bald dort eine kurze Vorstellung, gerade Bielgebung blieben noch niemals in einem Striege lehnt die Allevveltspolitiker ab, die am liebsten die halbe Welt in wie ein Wanderzirkus. Wir sollen glauben, sie hätten noch ge- verhältnismäßig so viel Schüsse vollständig die Tasche steden möchten.„ Wir kämpfen nügend Artillerie zur Verfügung. Allerdings, man muß höllisch wirkungslos wie bei diesem Massenaufgebot von Kanonen und Deutschlands Sichecheit und für den Frieden." Das ist die Meiauf dem Posten sein, denn die Russen wollen gern durchbrechen Gewehren, die eine alle bisherigen Begriffe weit übersteigende nung und der Willensausdruck, der mir aus den Bemerkungen und und entwickeln zuweilen eine durch scharfe Beobachtung gestützte Menge von Munition verbrauchen. Wäre jeder Schuß ein Auseinandersetzungen fast aller Offiziere bei den Stäben und an zähe Angriffslust. Dann kommt es aber auch wieder vor, daß die Treffer, dann gäbe es feinen lebenden Menschen der Front entgegentönte.-„ Wir wollen niemanden vernichten. Russen ohne ersichtlichen Grund massenhaft mehr auf der Welt. Nachher müssen wir doch mit den andern wieder in Frieden leben, überlaufen. Das kann in der Verschiedenartigkeit der Truppen daran sollte man denken," meinte erst dieser Tage der Chef eines seine Ursache haben. Die Russen wechseln sehr oft die Besatzung Stabes, als die Unterhaltung wieder einmal in das Fahrwasser Hinter der Front für der Stellungen. So kommt es denn, daß wir einmal sehr fampf- hat man das Bild eines fast friedlichen Lebens. Man hat sich der Friedensaussichten hineingeraten war. Man wünscht den lustige Truppen vor uns haben, dann wieder solche, die für sich dem häuslich eingerichtet und ist immer noch damit beschäftigt, die Frieden so bald als möglich aber er soll erkämpft worden Stricge durch die Gefangenschaft geen ein Ende machen. In den Wohnlichkeit der Waldhütten zu steigern. Es steht so aus, als sein, Düwell, Kriegsberichterstatter. bis dahin der Preisunterschied zwischen Rohware und weißer Ware nur ungefähr 2 M. betrug. Den Rohzuckerhandel hat man vor Schaden bewahrt dadurch, daß die Rohzuckerkaufverträge, die nach dem Oktober 1914 zu erfüllen gewesen wären, für unverbindlich erklärt. wurden. Ebenso find die Rohzuckeragenten durch die gleiche Bestimmung schadlos gehalten. Vollends den Raffinadenhandel hat man geschont, indem davon abgesehen wurde, Höchstpreise für Weißzucker aus zweiter Hand festzusetzen. Die Folge war, daß die zweite und dritte Hand den Verbrauchszucker mit großen Aufschlägen abgab. Es entwickelte sich eine Preis treiberei, der schließlich durch eine Verordnung des Bundesrats Ginhalt geboten werden mußte. Die Mehr lasten, die dem deutschen Volfe durch die Preiserhöhung auferlegt worden sind, können auf 120 Millionen Mark geschätzt werden, ganz abgesehen von der weiteren Belastung, die die im April dieses Jahres begonnene Preistreiberei veranlagt hat. Aber leider, so beklagt sich bitter die Zuckermafler- Vereinigung in Hamburg, haben die Zuckerterminmafler feinen Anteil an diesem schönen Geschäft; sie wurden vielmehr aus dem Erwerb ausgeschaltet und ohne jede Entschädigung übergangen. Die Herren verlangen daher, daß sich der Reichstag ihrer annehme, zumal sie vom Bundesrat feine Hilfe erlangen konnten. Und zum Beweise ihrer furchtbaren Not führen sie an, daß die Gesamteinnahme der 18 bei der Waren- Liquidationskasse zugelassenen Zuckermafler im Durchschnitt der beiden Jahre 1912 und 1913 jährlich 862 000. betragen hat. Das macht durchschnittlich für jeden dieser achtzehn Herren eine jährliche Einnahme von 47 889 M. Diesen Geminn haben sie wer weiß wie viele Jahre eingesteckt. Und jetzt, da ihnen die Not des Krieges den Gewinn entzieht, fordern sie eine Entschädigung auf Kosten der großen Masse des Volkes. Zigarettenmonopol für Russisch- Polen? " und wurde schließlich durch einen Schlußantrag beendet. Folgende Richters gesprochen, hat die Frau natürlich das Recht weiteren VorResolution wurde mit 72 gegen 18 Stimmen angenommen: gehens. Mit vollem Recht lehnte die Beklagte auch die Frage des Die anwesenden Funktionäre und Funktionärinnen des sozial- Richters nach der Adresse ihres Mannes ab; es verträgt sich mit den demokratischen Vereins Elberfeld- Barmen erklären sich mit der Pflichten einer Ehefrau nicht, ihren Ehemann zu schädigen. standen und sind der Ueberzeugung, daß auch fernerhin der Partei- Instanz mit fostenpflichtiger Abweisung der Klage dem Gejez Haltung des Parteivorstandes und der Reichstagsfraktion einverDer Prozeß wird ja wie alle uns sonst bekannten in zweiter vorstand alles tun wird, was nach Lage der Dinge geeignet erscheint, den... entsprechend enden. Aber: ist es nicht endlich an der Zeit, solcher Beunruhigung unserer Kriegsteilnehmer und ihrer Familien durch endliche Aufhebung oder Klarstellung der Bundesratsverordnung vom 15. Januar 1915 entgegenzuSie nehmen mit besonderer Genugtuung Kenntnis von der Erklärung des Genossen Ebert, daß es hinsichtlich der.... für die Partei nur eine entschiedene Ablehnung geben könne. Ferner wird erwartet, daß bei aller Meinungsverschiedenheit über die mit dem Kriege zusammenhängenden Fragen die Parteigenossen nicht vergessen, daß das Interesse der Arbeiterklasse ein geschlossenes Handeln der Partei gebieterisch erheischt." leitung des Niederrheins stehende Resolution kam infolge Annahme Eine zweite auf dem Boden des Memorandums der Bezirksder vorstehenden Resolution nicht zur Abstimmung. Die gesamte Aussprache war ruhig und vom sachlichsten Ernst getragen. Genosse Heilmann verwundet. treten? Aus dem Reich des Aberglaubens. ,, Nur die unerhörte Dummheit der Zeute möglicht," so erklärte gestern der Staatsanwalt in einer hat der Angeklagten die Schwindeleien er Strafsache gegen die Zigeunerin Alma Steinbach, welche sich vor der 3. Ferienstraffammer des Landgerichts I wegen Diebstahls im strafschärfenden Rückfalle, Betruges und inDer Wahlkreis Solingen hat seine bekannte ablehnende Stel- tellektueller Urkundenfälschung zu verantworten hatte. lung zur Fraktionspolitik einer nochmaligen Nachprüfung unter- Die schon vorbestrafte Angeklagte hat es, wie die Beweisaufzogen. Sämtliche Funktionäre der Wahlkreisorganisation waren nahme ergab, verstanden, in einer schon mehr humoristischen Weise geladen. Der Abgeordnete des Kreises, Genosse Scheidemann, be- den auch noch in dem Zeitalter der Aufklärung" vorhandenen gründete in 2½stündiger Rede und einem halbstündigen Schluß- schwärzesten Aberglauben zu allen möglichen Schwindeleien auswort seinen Standpunkt. Genosse Limbert- Essen sprach zunußen. So erschien die Angeklagte eines Tages in ihrer phan1% Stunden für die Annahme des Memorandums vom Bezirk tastisch aufgeputzten Zigeunerinnentracht in dem Geschäft des Niederrhein, worin die Abkehr von der bisherigen Fraktionspolitik Grünframhändlers Hermann Kraatz, faufte eine Kleinigkeit und ergefordert wird. In der folgenden dreistündigen Diskussion stellte zählte dann, daß es ihr möglich sei, durch„ Besprechung das Gesich nur ein Redner auf den Standpunkt der Fraktion. Das Memo- schäft zu heben". Die Leute gingen sofort auf den Hokuspokus ein. randum wurde mit 31 gegen 10 Stimmen angenommen. Einige Zunächst wurde auf Anordnung der Zigeunerin ein Pfennig, etwas Genossen enthielten sich der Abstimmung. Salz, etwas Kümmel und ein Ei herbeigeholt; die Sachen wurden durcheinandergemengt, wodurch ein höchst merkwürdig aussehender Brei entstand. Sodann mußten die Leute das sämtliche im Hause befindliche Geld herbeiholen, es waren dies 400 M. Von dent Gelde nahm die Angeklagte einen Hundertmarkschein, widelte ihn Taschentuch ein und erklärte, fie müsse dieses Tuch drei Tage lang in ein buntes, dem Anschein nach schon einige Monate gebrauchtes an einem dunklen Orte an ihrem Körper tragen. Nach drei Tagen werde sie wiederkommen und das Tuch mit dem Schein zurüdbringen. Die übrigen 300 M. wickelte die Angeklagte dann mit dem obenerwähnten kupferhaltigen Ei- Salz- Kümmel- Kleister in ein Handtuch ein und legte das Paket unter das Kopfkissen in das Bett des Kraat, mit der ausdrücklichen Anweisung, nach genaut zwei Stunden es wieder hervorzuholen. Als Kraak dann voll banger Erwartung das Zauberpaket hervorholte, fand er noch ganze 55 M. darin vor. Die zaubernde Zigeunerin war mit ihrem Raube von 345 M. längst über alle Berge. Auch der Zigarrenhändler Georg Hochwallner händigte der Angeklagten seine Geldbörse aus, die von ihr in ein Taschentuch gefnotet wurde. Als H. nach Anweisung der Zigeunerin nach einer Stunde nachsah, fehlte ein Hundertmarkschein. Bei dem Bäckermeister Kaiser in der Friesenstraße verübte die Angeklagte einen Zauber", indem sie in ein Geldkästchen Salz streute. Als K. sein Geld nachzählte, ob es etwa" gejungt" habe, fehlten 260 M. Auch der Verkäufer des Bigarrengeschäfts von Juhl in der Brizer Straße stellte der 3igeunerin seine gesamte Ladenkasse auf den Tisch. Nachdem sie allerlei geheimnisvolle Worte gemurmelt hatte, war sie 50. reicher und der Verkäufer um diese Summe ärmer. Wie die Vereinigten Tabat- Zeitungen" erfahren haben wollen, Genoffe Heilmann, der leitende Redakteur der„ Chemnizer ist die Einführung eines Zigarettenmonopols für die von uns be- Volfsstimme", ist beim Narew- Uebergang in der Schlacht am 28. Juli schwer, aber nicht lebensgefährlich, verwundet worden: sezten Teile Russisch- Polens beschlossen. Die kaiserliche Zivil- cine Kugel traf die untere Gesichtshälfte. verwaltung tritt gewissermaßen den Händlern in Polen gegenüber als Grossist auf, die die Zigaretten nur von den dazu bestimmten Regierungsstellen beziehen können, während die Regierung sie wiederum von der deutschen Zigarettenindustrie abnimmt. Als Vermittlungsstelle hierfür dürfte wohl die Dresdener Zahlstelle in Frage tommen, die bisher die Zigarettenausfuhr zu regulieren hatte. Der wirtscheftliche Zweibund. Wien, 6. August.( T. U.) Eine von zahlreichen Industriellen aus Wien und den Kronländern besuchte Versammlung, die sich neuerdings mit der Frage der fünftigen Gestaltung der wirtschaftspolitischen Beziehungen zwischen beiden Ländern beschäftigte, lehnte die kürzlich in einer Berliner Konferenz gefaßten Beschlüsse ab, da diese die Gegenseitigkeit der handelspolitischen Beziehungen der zwei Staaten gegenüber dritten Staaten nicht gewährleisten. Die Versammlung stellt fest, daß die Schaffung eines Wirtschaftsbündnisses eine von dem endgültigen Ausgang des Krieges unabhängige Notwendigkeit sei und eine Erörterung darüber dringend geboten erscheine. Feier des 1. August in der Schweiz. Aus der Schweiz wird uns geschrieben: In allen Teilen der Schweiz ist der 1. August mit Versammlungen gefeiert worden; natürlich nicht wegen der Vollendung des Kriegsjahres, sondern in Erinnerungen an die am 1. August 1291 erfolgte Gründung des ersten Schweizerbundes der drei innerschweizerischen Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden. Der Bundespräsident Motta war in seinen Heimatfanton Tessin geeilt, um da die Festrede an der 1. August- Feier zu halten und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Tessiner mit der Schweiz neu zu festigen. Es gibt in diesem Kanton bürgerliche Politiker, die starke Sympathien für das Königreich Italien haben, während aber die Masse des tessinischen Volkes wahrlich auch nicht den geringsten Grund hat, die Zugehörigkeit zur schweizerischen demofratischen Republik mit der zum Königreich Italien zu vertauschen. Nach 600 Jahren liegt für die Tessiner noch weniger Grund als je vor, nach dem Massenelend, dem frivolen Eroberungskrieg und den erdrückenden Milliarden- Staatsschulden des Königreichs Italiens heiße Sehnsucht zu hegen. Bundespräsident Motta empfahl in seiner Festrede besonders auch die Erlernung aller drei Landessprachen für die Schweizer, um in keinem Teile des Landes für Fremdlinge zu gelten. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Der Karlsruher Maiflugblat- Prozeß, der gegen einige Genossen eingeleitet worden war, ist nach einer Mitteilung der Mannheimer„ Volksstimme" durch ein Urteil in erster Instanz beendigt. Laut Strafbefehl ist von den etwa sechs Angeklagten jeder beschuldigt, daß er 1. in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai 1915 dadurch groben Unfug verübte, daß er in verschiedenen Gegenden hiesiger Stadt Blafate mit der Ueberschrift: Genug des Krieges! Gebt den Völkern den... anklebte, in denen unter unwahren Angaben über die derzeitige Lage zum Abbruch des Krieges aufgefordert wurde, was geeignet war, in weitesten Kreisen der Bevölkerung Aergernis und Mißbehagen hervorzurufen; 2. diese Plakate zum Teil an anderen Stellen als den genehmigten Anschlagsäulen und Anschlagtafeln, nämlich an Häusern, anbrachte, ohne zuvor die erforderliche ausdrückliche Erlaubnis der betreffenden Hauseigentümer und des Bezirksamts eingeholt zu haben. Die Beklagten wurde wegen des ersten Delikts zu einer Haft= strafe von je zehn Tagen und wegen der zweiten Verfehlung zu einer Geldstrafe von fünf Mark verurteilt. Auch die Kosten wurden ihnen auferlegt. зи Nachdem der Krieg ausgebrochen war, änderte die Gaunerin ihre Methode. Sie erschien u. a. bei einer Frau Adele Wolf in der Gneisenaustraße und erklärte sich bereit, sie einen Blick in die Zukunft tun zu lassen. Sie könne schon jest sagen, ob ihr im Felde Der im Zeichen des Maigebetes verübte„ Grobe Unfug" befindlicher Mann gesund zurückkomme, außerdem könne sie auch hatte noch ein fleines Nachspiel. Vor einigen Tagen Geſundbeten". Frau Wolf holte auch auf Wunsch der Zigeunerin traf bei der Militärbehörde eine Postkarte mit der naiven ihr gesamtes Geld, 110 M., Herbei, auch das Dienstmädchen Gold Anfrage ein, ruher Kriminalpolizei forschte polizei forschte nach dem fuperten ei. Die Stars, Hon ber be expanſe on 38 pt. bei. Die 148 W. wurden dann naseteisen Neugierigen und von der Angeklagten in ein Papier eingenäht. Sie sprach dann vermutete wohl, daß schon wieder ein sozialdemokratischer Flugblatt- eine Art Gebet vor, welches die von einem geheimnisvollen Schauer verbreiter hinter diesem Wunsch stecken könnte. In der bekannten, ergriffene Frau W. mit ihrem Dienstmädchen nachsprechen mußte. schon vielfach gerügten Weise suchte man einen Arbeiter an dessen Nachdem sich die Zigeunerin entfernt hatte, saßen die beiden aberArbeitsstelle auf, um ihn dort zu inquirieren. Er mußte eine gläubischen Frauen längere Zeit andächtig vor dem„ verzauberten Schriftprobe ablegen, die den Beweis erbrachte, daß der verdächtige Gelde", ehe sie es wagten, das Paket zu öffnen. Statt der 148 M. Sozialdemokrat an dieser Anfragerei feinen Anteil hat. Aber etwas fanden sie Papierschnitzel und etwas Salz vor. Nebenbei verübte bleibt bekanntlich bei solchen Inquisitionen an der Arbeitsstelle die Angeklagte, indem sie bat, ihr neue Geldſtücke einzuwechseln, immer hängen. verschiedene Ladenkassendiebstähle, so u. a. bei dem Weinhändler Schelnack, dem Hutmacher Müller in der Gneisenaustraße. Vor Gericht war die Angeklagte geständig. Der Antrag des Staatsanwalts lautete auf 5 Jahre Zuchthaus. Das Gericht erkannte unter Zubilligung mildernder Umstände auf 3 Jahre Gefängnis und 3 Jahre Ehrverlust. Gerichtszeitung. Wieder eine Ermissionsklage gegen einen Kriegsteilnehmer. Es mehren sich die Versuche von Hauseigentümern, gegen Unsere Partei hält sich seit jeher von dieser Augustfeier fern, Kriegsteilnehmer mit Ermissionsklagen vorzugehen. die heute nur eine Veranstaltung der bürgerlichen Parteien ist. fannte Bundesratsverordnung vom 14. Januar 1915, die In der sozialdemokratischen Schweiz der Zukunft wird wohl das in ihrer jetzigen Anwendung entgegen dem Gesetz vom gesamte Volk von Gleichen und Brüdern den 1. August, aber auch 4. August 1914 solche Klagen zuläßt, dient den Hausden 1. Mai und andere geschichtliche Festtage feiern. eigentümern als Waffe. Dem im Felde stehenden Mieter läßt man vom Gericht einen Prozeßvertreter bestellen, und der Einfachheit halber wird womöglich die mitverklagte Ehefrau dazu ausersehen! Aus der Partei. Erklärung. Der Aus Industrie und Handel. Die Reichsfuttermittelstelle. Kriegsgewinne. Die Eröllmizer Aktienpapierfabrit erhöht ihre Dividende von 6 auf 7 Proz., trotzdem der Rohgewinn von 493 000 auf 169 000 m. jant. Abschreibungen und Vortrag werden geringer bemessen als im Vorjahre. Nach Angabe der Verwaltung ist die Fabrit zurzeit voll beschäftigt. Berlin, 6. August.( W. T. B.) Der durch Bundesratsbeschluß vom 23. Juli d. J. errichteten Reichsfuttermittelstelle gehen zahlreiche Anträge von Tierhaltern auf Zuweisung von Futtermitteln zu. Derartigen Anträgen und Angeboten vermag die Reichsfuttermittelstelle in feinem Falle Folge zu geben, sie ist kein Geschäftsunternehmen, Auch ein Treptower Hauseigentümer, der Kaufmann Anderson, sondern eine Behörde, der die Durchführung der Bundesratsverwollte vom Amtsgericht Neukölln in einer Räumungsflage gegen ordnungen über den Verkehr mit Gerste, Hafer, Kraftfuttermitteln In Nr. 213 des„ Vorwärts" vom 4. d. M. werden Bruchstücke einen in seinem Hause Graeßstr. 9 wohnenden Mieter Jacob, der und zuckerhaltigen Futtermitteln obliegt. Sie hat daher weder ciner Resolution veröffentlicht, die auf einer Konferenz des Be- seit Kriegsausbruch zum Heeresdienst einberufen ist, die mitangeklagte Futtermittel im Besiz noch kauft oder verkauft sie solche. Eine Zuzirks Pommern am Sonntag, den 1. d. M., durch schriftliche Ab- Ehefrau zum Prozeßvertreter des Mannes machen lassen. stimmung angenommen sein soll. Ich sehe mich genötigt, dazu Mieter schuldet seit vorigem Jahr die Wohnungsmiete, zu deren weisung von Futtermitteln kann durch sie außer an die Heeres- und folgendes zu erklären: Entrichtung begreiflicherweise die Löhnung des Soldaten nicht langen Marineverwaltung nur an Kommunalverbände und an die in den Vor Eröffnung der Konferenz wurde in einer Besprechung würde. Seine Frau hat aus der ihr für sie und ihr Kind ge- Bundesratsverordnungen oder vom Herrn Reichskanzler besonders des Bezirksvorstandes beschlossen, von der Beschlußfassung über währten Familienunterstützung sowie aus einem Zuschuß des bestimmten Stellen erfolgen. Anträge auf Zuweisung von Futtereine Resolution in Rücksicht auf die polizeilichen Beschränkungen Arbeitgebers ihres Mannes nichts hergeben können, zumal da mitteln sind ausschließlich an die zuständigen Kommunalverbände eine Resolution in Rücksicht auf die polizeilichen Beschränkungen ihr von der Gemeinde bisher keine Mietsunterſtüßung bewilligt( Kreisausschuß, Magistrat, Amtshauptmann usw.) zu richten. Abstand zu nehmen; auch eine Anregung, durch Unterschriften ab- worden ist. Darauf schritt der Wirt zur Räumungsklage gegen beide ab- hr zustimmen, wurde einmütig verworfen. Es sollten nur die Refe- Ghelente. Seinem Antrag, dem im Felde stehenden Mann einen rate gehalten werden und eine Aussprache stattfinden. Damit er- Prozeßvertreter zu bestellen, wurde stattgegeben. Die Frau beanflärte sich die Konferenz, der das zu Beginn der Verhandlungen tragte, das ganze Verfahren bis zur Beendigung des Krieges ausvom Vorsitzenden mitgeteilt wurde, auch einverstanden. Ich ver- zusetzen oder die Klage abzuweisen. Auch erhob sie Einspruch gegen ließ daher, um meinen Zug noch zu erreichen, nachdem ich mein die Bestellung eines Vertreters für ihren Ehemann und beantragte Schlußwort gehalten hatte, vor Schluß die Konferenz. Bis dahin die Aufhebung dieses Beschlusses. In dem gestrigen Termin wieder waren die Resolutionen, denen 28 von den zirka 60 Konferenzteil- holte sie ihre Anträge und lehnte es ab, für sich oder ihren Ehenehmern durch Unterschrift zugestimmt haben sollen, nicht einge- dahin, zunächst ein Gutachten des Treptower Mieteinigungsamtes mann etwas anzuerkennen. Die Entscheidung des Richters erging bracht worden und sonach auch nicht Gegenstand der Erörterung einzufordern. Im übrigen wurde vertagt. gewesen. Das dann beliebte Verfahren erscheint mir wenig loyal. Der Richter erwähnte noch aus dem von der Frau eingereichten Jedenfalls können die so zustande gekommenen Resolutionen als Schriftsatz, daß sie darin denjenigen Richter, der die Bestellung eines Der Aufsichtsrat der Zuckerfabrik Kujavien- Amsee Meinungsausdruck der Parteigenossen Pommerns nicht ange- Vertreters für ihren Mann angeordnet hatte, wegen Befangenheit sprochen werden. Richtig ist, daß die Mehrzahl der Redner, be- ablehnte. Nicht er sei jener Richter, fügte er hinzu. Er erwähnte, A.-G. wird 28 Proz. Dividende gegen 15 Proz. im Vorjahre vorsonders außer dem Genossen Vogtherr der Bezirkssekretär und der Schriftsaß fordere sogar ein Disziplinarverfahren gegen den be- schlagen. Die 8uderfabrit Opaleniza A.-G. zwei Redakteure unseres Stettiner Organs für eine Aenderung betreffenden Richter, weil er die Frechheit" besessen habe, dem zu der Haltung der Reichstagsfraktion eintraten. Indes hatte ich den den Fahnen einberufenen Mann einen Vertreter zu bestellen. Er 15 Proz. Dividende verteilen. Die Lüneburger Wachsbleiche A.-G. zahlt für das Eindruck, daß gleichwohl die Mehrheit der Konferenzteilnehmer mir fragte die Frau, ob das weitergehen solle- das Landgericht und die Staatsanwaltschaft müßten sich damit befassen. Selbstredend zustimmte, als ich den entgegengesetzten Standpunkt vertrat. Otto Braun. lehnte die Frau es ab, irgend etwas von ihren Anträgen zurückzu- Geschäftsjahr 1914/15 eine Dividende von 6 Proz. auf die Stammnehmen. Unwahr ist übrigens die von dem Richter aufgestellte Be- aftien und je 5 Proz. für 1913/14 und 1914/15 auf die Vorzugshauptung, die Frau habe in dem Schriftsaß von einer Frechheit" attien. Der Reingewinn beträgt 404 674 M. Jm Vorjahr wurde des Richters geschrieben. Die Frau hat, wie wir uns überzeugt feine Dividende gezahlt. Sie hat das nicht getan. wozu fie als Im Wahlkreis Elberfeld- Barmen hatte der Vorstand haben, des sozialdemokratischen Vereins Elberfeld- Barmen die Funktionäre Ehefrau des seit dem 2. August 1914 im Felde stehenden und Funktionärinnen der Partei für Sonntag, den 1. August, zu Kriegsteilnehmers berechtigt, wenn nicht verpflichtet war einer Sizung zusammengerufen. Annähernd 200 Genossen und Richter wegen des Vorgehens gegen ihren Mann als befangen abGenossinnen waren erschienen. Der Abgeordnete des Kreises, Gen. gelehnt und ferner erklärt:" Ich beschwere mich gleichzeitig im Ebert, referierte über das Thema:" Die Haltung der Partei Dienstwege hierdurch, daß mir durch meine Bestellung als Vertreter zum Ariege." Gen. Redakteur Niebuhr Elberfeld hatte das meines Ehemannes eine so schwere Beleidigung zugefügt ist. Ich Korreferat. Die Sigung begann nachmittags 2 Uhr und endigte beantrage, der Herr Landgerichtspräsident möge im Disziplinar von einer fleinen Pause unterbrochen abends 9 Uhr. Die verfahren gegen den Richter vorgehen." Wegen des ihr in öffentlicher den beiden Referaten folgende Aussprache war außerordentlich rege Sigung gemachten Vorwurfs, sie habe von einer Frechheit" des Aus den Organisationen. " 11 Dividende auf 12 Proz.( 6 Proz. im Vorjahre). Die Johannesmühlen A.-G. in Posen verdoppelt ihre Die Zuderfabrik Nauen verteilt auch für 1914/15 eine Dividende von 15 Proz., wie seit 10 Jahren. Zwang zum Trocknen von Futtermitteln. fann wieder - den Der Bundesrat hat eine Ergänzung der Verordnung über den Verkehr mit Kraftfuttermitteln vom 28. Juni 1915 in der Richtung beschlossen, daß Erzeuger von nasser Kartoffelpülpe und von nassen Biertrebern auf Verlangen der Bezugsvereinigung der deutschen Landwirte verpflichtet werden können, diese Futtermittel zu trocknen. Das Verlangen ist jedoch nur zulässig, soweit die betreffenden Betriebe über Trodenanlagen verfügen. Die getrockneten Fabrikate jollen von der Bezugsvereinigung übernommen werden. Hauptkasse. Gewerkschaftliches. Persönliche Opfer. Quartale durchschnitt für Ersparnis für nach Beginn 1 Quartal 2 Quartale des Krieges der 2 ersten vor dem Ariege Quartale M. M. M. 59 620,02 50 101,67 Gaukassen 23 612,50 14 222,10 Lokalkassen. 19 120,45 16 238,01 9 518,35 9 390,40 2882,44 Für Prozente an die Unterkassierer 44 844,96 31 723,57 13 121,39 17 612,01 11 267,56 32 878,95 16 190,77 M. zweiten Quartals zurückgegangen. Die Zahl der männlichen MitDeutsches Reich. Agitation in schwerer Zeit. Daß man auch in der Jeztzeit agitatorische Erfolge zu erzielen vermag, hat die Zahlstelle Dresden des Tabatarbeiterver: bandes bewiesen. Sie richtete an ihre Mitglieder die folgende Mahnung: Ausland. glieder jant von 1314 auf 1133, die der weiblichen von 537 auf 502. Die schweizerische Gewerkschaftsbewegung im Jahre 1914 Der Mitgliederverlust im zweiten Quartal beträgt insgesamt 216, einschließlich 118 zum Militär Eingezogener, so daß sich der wirk- Das Sefretariat des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes verliche Verlust nur auf 98 beläuft. Im ganzen sind bis Ende des öffentlichte in den beiden letzten Nummern der monatlich erscheiAls beim Ausbruch des Krieges die Arbeiterorganisationen zweiten Quartals 502 Mitglieder zum Heere eingezogen. nenden„ Gewerkschaftlichen Rundschau" die ersten Teile des eine Streckung ihrer Mittel vornehmen mußten, um die Arbeits- Die allgemeine Lage des Berufes hat sich nicht gün- Jahresberichts über die schweizerische Gewerkschaftsbewegung im losen möglichst lange über Wasser halten zu können, verzichteten stiger gestaltet.. Die Tätigkeit des Arbeitsnachweises war etwas Jahre 1914. Danach zählten die dem Gewerkschaftsbund angehöriauch die Angestellten auf einen Teil der ihnen zustehenden Be- geringer als im ersten Vierteljahr. Es waren 121 Arbeitsuchende gen 22 Verbände Ende 1914 57 390( davon 3789 weibliche) einzüge. Welche Summen dadurch für die in Not geratenen Mit eingeschrieben, 141 Stellen wurden gemeldet und 65 besetzt. Die geschriebene Mitglieder gegen 89 398( 8692 weibliche) in 1913, 89 670 glieder freigeworden sind, läßt sich nur schwer berechnen. Sie Zahl der Arbeitslosen beläuft sich zurzeit auf rund 30. Infolge am 30. Juni und 58 592 am 30. September 1914. Im Jahresmüssen aber erheblich sein, wie eine Zusammenstellung zeigt, die der ungünstigen Geschäftslage, die sich wegen der Beschlagnahme durchschnitt wurden 1914 74 675( 7451 weibliche) Vollmitglieder " Der Textilarbeiter" in seiner letzten Nummer bringt. Die Auf- des Materials noch ungünstiger gestaltet hat, ist ein großer Teil gezählt, um 16,5 Proz. weniger als 1913. Ende 1914 waren stellung ist von der Gauverwaltung Gera des Tertilarbeiter der Mitglieder gezwungen, in anderen Berufen Beschäftigung zu um 34 Proz. weniger Mitglieder eingeschrieben als 1913. Ginverbandes gemacht worden. Es sind ihr die Quartalsabrechnun- suchen. Nur etwas über die Hälfte der Mitglieder arbeiten noch zelne Verbände erfuhren eine Verminderung der Mitgliederzahl gen der Zentralkasse zugrunde gelegt. Danach betrug die Ausgabe in der Textilindustrie. Auch die niedrigen Löhne in der Textil- bis über 40 Proz., einige sogar über 80 Proz. und noch mehr, so des Tertilarbeiterverbandes für Verwaltungszwede: industrie tragen dazu bei, daß die Tertilarbeiter in anderen Berufen der Bauarbeiterverband, der Ende 1914 nur noch 307 eingeBeschäftigung suchen, soweit sie dazu Gelegenheit haben. schriebene gegen 1692 Mitglieder in 1913 zählte. Im Jahresder 4 letzten im Quartals. durchschnitt 1914 zählte er 1035 Mitglieder. Noch weitere 19 Verbände zählten Ende 1914 weniger Mitglieder als im Jahresdurchschnitt 1913 und zwar die der Buchbinder 906 gegen 1022, Gemeinde- und Staatsarbeiter 2422 gegen 2634, Handels- und Transportarbeiter 959 gegen 1245, Friseurgehilfen 47 gegen 141, Holzarbeiter 3953 gegen 7371, Hutmacher 256 gegen 276, Lebens- und Genußmittelarbeiter 3865 gegen 5341, Lederarbeiter 800 gegen 1208, Lithographen 974 gegen 984, Metallarbeiter 13 805 gegen 16 495, Papier- und graphische Hilfsarbeiter 1103 gegen 1240, Schneider 983 gegen 2020, Steinarbeiterr 578 gegen 1078, Textil" So wie Du, liebe Kollegin oder Kollege, durch ein ge- arbeiter 4423 gegen 5556, Typographen 3871 gegen 3919, Zimmersprochenes Wort und durch den Ernst der Verhältnisse für unsere leute 780 gegen 1450, Maler und Gipser im Jahresdurchschnitt 1612 Organisation gewonnen wurdest, so lassen sich noch viele Deiner gegen 2551 und Uhrenarbeiter 16 210 gegen 15 978. Für die letzten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für unsere Sache gewinnen. beiden Verbände sind die Mitgliederzahlen am Schlusse des Jahres Bei vielen bedarf es nur der Anregung. Hast Du in dieser nicht mitgeteilt, aber sie sind zweifellos erheblich niedriger gewesen Beziehung in Deiner Umgebung schon mal als der Durchschnitt von 1913. Nur zwei Verbände weisen eine einen Versuch gemacht? Die meisten von Euch wohl Mitgliederzunahme auf, nämlich der des Lokomotivpersonals mit faum, und wenn doch, so werdet Ihr mir sagen, ja ich habs ver- 2629 gegen 2501 und der des Transportarbeiterverbandes mit sucht, aber ohne Erfolg. Gewöhnlich heißt es dabei, die Organi- 14 729 gegen 14 696. Der Krieg hat, wie der Bericht ausdrücklich sation ist für mich zwecklos, ich brauche sie nicht und habe dafür konstatiert, die schweizerische Gewerkschaftsbewegung auf das fein Geld übrig. Nun, liebe Mitstreiterin oder Mitkämpfer, bei Durchschnittsniveau von 1909 zurückgeworfen, das heißt mit ihrem solchen Antworten darf man nicht gleich den Mut sinken lassen. Mitgliederbestand sind mit wenigen Ausnahmen unsere GewerkAuf einen Sieb fällt kein Baum, so kann man auch schaften um 8 bis 10 Jahre zurückgeworfen worden. Der Bericht hier sagen. Hier hilft nur weitere Aufklärung und Beharr- hebt auch die den Krieg begleitende Verelendung weiter Volkslichkeit.' schichten und die lange dauernden gleichartigen Nachwirkungen nach Diese Aufmunterung sollte Geltung haben nicht nur für dem Kriege hervor, um dennoch mit hoffnungsvollem Optimismus Dresden und nicht nur für die Reihen der Tabatarbeiter und für die Zukunft der Gewerkschaften zu empfehlen, nun mit allen -arbeiterinnen. Daß man in der Tat durch systematische Agitation, Mitteln sehr haushälterisch umzugehen, die Frauen für die Gedurch Ernst und Eifer selbst in der Kriegszeit die Reihen der Or- werkschaftsbewegung zu gewinnen und der Konzentration sowie der ganisation zu stärken vermag, bewies der Erfolg der vorgenomme- Vorbereitung ihrer Propagandatätigkeit erhöhte Aufmerksamkeit zu nen Aufklärungsarbeit. Es gelang dem Tabafarbeiterverbande, der schenken. Dresdener Zahlstelle in kurzer Zeit 272 neue Verbandskollegen und -kolleginnen zuzuführen. Gehet hin und tuet desgleichen! " " Kartellbeiträge. Fachblatt.. 19 036,70 18 780,80 5 764,88 26 242,78 6 344,45 12 688,90 16 688,18 33 376,36 Im ganzen wurden im 3. und 4. Quartal 1914 erspart 115 890,42 M. Das sind jedoch nicht alle Ersparnisse. Mindestens für das 1. Quartal 1915 fommt noch eine erhebliche Summe hinzu. Wenn man bedenkt, daß hier nur die Ziffern von einer Organisation errechnet sind und daß diese für die Gesamtheit der freien Gewerkschaften sich um das 18- bis 20fache erhöhen. io tommt man auf eine Summe von mindestens 2 Millionen, die durch die persönlichen Opfer der in der Arbeiterbewegung Tätigen aufgebracht worden sind. Das ist um so höher zu veranschlagen, als diese Opfer gebracht wurden in einer Zeit, wo die Lebensmittelteuerung sie den Betroffenen doppelt fühlbar gemacht hat. Berlin und Umgegend. Die Berliner Filiale des Textilarbeiterverbandes hat wie in der Generalversammlung berichtet wurde im zweiten Quartal mieder einen Rüdgang der Mitgliederzahl erfahren. Sie ist von 1851 am Schluß des ersten Quartals auf 1635 am Schluß des Todes- Anzeigen Freie Turnerschaft Neukölln- Britz, M. d. A.-T.-B. Als Opfer des Weltkrieges fiel auf dem Schlachtfeld der Ehre bei einem Sturmangriff unser lieber Turngenosse 186/1 Emil Stenzel. Wir verlieren in ihm ein tüchtiges und eifriges Mitglied und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Der Vorstand der Fußball- Abteilung. Fern von uns und als Opfer des Weltkrieges starb am 25. Juli durch Herzschuß unser lieber, guter Freund und Segelbruder, Schlächtermeister der 27/ 4A Richard Kurzmann Kaiserin- Augusta- Allee 45 im blühenden Alter von 34 Jahren. Dies zeigen in tiefer Trauer an mehrere Kegelbrüder. J. A.: F. Schulz. Auf fernen Fluren, da ist ein Grab, Da sentte man unsern Freund hinab; Im fremden Land, weit vom Heimatherd, Liegt einer begraben, der uns so wert. Als launiger Gesellschafter und fröhlicher Kamerad wird er uns immerdar in Erinnerung bleiben. Leicht sei ihm die fremde Erde! Sonntag, 1. August, verstarb im Städtischen Krankenhause zu Ratibor an den Folgen seiner er littenen schweren Verwundung unser lieber Freund und Mitarbeiter, der Maschinenmeister Wilhelm Roeske Landsturmmann in einem Infanterieregiment, im Alter von 24 Jahren. 57952 Ehre seinem Audenken! C. Janiszewski, Buchdruckerei und Personal. Beerdigung: Sonnabend, den 7. August, nachmittags 2 Uhr, auf dem Garnison- Friedhof, Hasenheide. Allen Genossen, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter geb. Luise Hoffmann Herberg nach langem, schwerem Leiden janjt entschlafen ist. Dies zeigt tiefbetrübt im Namen aller Hinterbliebenen an Gottlieb Hoffmann, Swinemünder Str. 47. Die Einäscherung findet heute, den 7. August, vormittags 11 Uhr, im Strematorium, Gerichtstr. 37-38, ſtatt. 21456 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Albert Kucher am 1. August an Lungen- und Kehlkopfleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 117/13 Die Ortsverwaltung. Bei einem Sturmangriff fiel am 24. Juli unser lieber Kollege Bernhard Heß 3. Stomp., Res. Inf. Reg. 3, im Alter von 34 Jahren. Er war uns nicht nur als Kollege wert, sondern in seiner Eigenschaft als Obmann und Vertrauensmann stets ein treuer Bcrater. Sein Andenken wird stets in Ehren halten 21385 Das Personal der Buchbinderei Emil Vetter, Bülowstr. 66. Fern von der Heimat fiel am 21. Juli 1915 mein inniggeliebter Bräutigam, der Grenadier Hans Königs infolge eines Bauchschusses. Dies zeigt im tiefsten Schmerz an Klara Goldbach als Braut. Familie Goldbach. 21406 Ruhe aus, geliebtes Herz, Dir der Friede, uns der Schmerz. Leicht sei Dir die fremde Erde! Arbeiter Gesundheits- Bibliothek Jedes Heft 20 Rg. Auswahlen nach ausserhalb nur gegen Nachnahme und Umtausch. Danksagung. Monats- Garderobe! Getragene Für die Beweise herzlicher Teil- Anzüge für Herren: Smoking, rad. nahme bei der Beerdigung meines und Gehroc- Anzüge( auch zum Verlieben Mannes und guten Vaters leiben), Sommerpaletots und Ulster sagen wir allen Verwandten und Be sowie von Stavalieren getragene, fast fannten, insbesondere der Firma neue Sachen( auf Seide), für jede Barthelmes Bohrer- Kompagnie und Figur passend, in größter Auswahl den Kollegen, dem 4. Wahlkreis, dem zu unübertroffen billigen Preisen. Metallarbeiter Verband und dem Eine Treppe, deshalb billiger wie im Pflanzerverein„ Klondyke" unseren Laden. Hirsch Kieferbaum, Wassertor herzlichsten Dank. 552 ftraße 12/13 I. Wwe. Golz nebst Tochter. 63/ 19* Allgemeine Ortskrankenkasse Neukölln. Die Vertreter der Arbeitgeber und Versicherten werden hiermit zu der Außerordentlichen Ausschuß- Versammlung am Spezialarzt Fr Feldsoldaten! Montag, den 16. August 1915, abends 8 Uhr, in den Dr. med. Wockenfuß, Friedrichstr. 125( Oranienb. 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Die den Vertretern zugesandten Einladungen gelten als Legitimationen und find beim Eintritt in die Versammlung zur Eintragung in die Präsenzliste vorzuzeigen. Vertreter, welche die Wählbarkeit verloren haben, sind aus dem Ausschuß ausgeschieden. 269/13 Es wird ersucht, Anträge oder Beschwerden, bei denen die Einsichtnahme in die Kaffenalten erforderlich ist, spätestens einen Tag vor der Ausschußversammlung mitzuteilen. 269/13 Reederei Kahnt& Hertzer erfr Fernspr. Königst. 2062. Bis auf weiteres Dampfer- Extrafahrten: 1. Ab Waisenbrücke: ( Tornows Idyll) Jeden Sonntag 7 Uhr: Teupitz dys} bin u. zurüd 2 m. Jeden Mittwoch 8 Jed. Sonntag 9 u. 2 Uhr: Krampenburg, hin u. zurück 1 M., einf. 50 Pf. Jed. Montag, Donners- Krampen- Neue Mühle). Jeden Dienstag Krampenburg- Ziegenhals ind. 25 Bi tag und Freitag J burgund Mittwoch Neu! Dienstag und hin u. zurüd 59 Bf. über Wolters- hin u. 50 Donnerstag 8%, uhr Stienitzsee bort. teuse) urut 1,909. Alb Café Alsen( Schles. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 7. Auguf 1915. Verlustlisten. Verluste folgender Truppen: tigte Bedenken erheben." an „ Die Bestrebungen der Vereinigungen usw., welche diese Arbeitslosenfürsorge der Stadt Berlin. Sachen versenden, sind gut und verdienen wohl Unterstüßung. Und Geschäftsstatistik der Arbeitslosenfürsorge der Stadt Berlin die zugeschickten Bilder, Karten usw. sind auch gut. Aber es beDie Berluftliste Nr. 294 der preußischen Armee enthält fehen, daß in deur wahllosen Zuschicken dieſer Cache on Beingegangen; es wurden abgelehnt 65, an die Landesver darf nur eines Blickes auf obige Zusammenstellung, um einzu- für die Woche vom 19.- 25. Juli 1915. Bei den 23 städtischen Geschäftsstellen sind 284 Gesuche Standesklassen mittels der bekannten Fabrikadressen Fehler Infanterie usw.: Garde: 1., 2. und 5. Garde- Reg. z. F.; macht werden. Man gibt viel und gern in dieser Kriegszeit, aber sicherungsanstalt It Berlin verwiesen 20, bewilligt 201. Aus7. Garde- Reg.; 2. Garde- Erf.- Reg.( f. 7. Gardenf.- Reg.); Gren.- ob jeder, der alle diese Sachen erhält, in der Lage ist, für jede geschieden aus der Unterstützung( überwiegend wegen WiederRegimenter Alexander, Franz und Elisabeth( s. auch Res.- Inf.- dieser Bestrebungen usw. etwas übrig zu haben? In kaum vier eintritts in Arbeit oder Erwerb) sind 144 Personen. 312 männReg. Nr. 93); Garde- Füs.- Reg.; Garde- Schüßen- Bat.( f. Ref.- Juf.- Wochen werden. hier 7 M. verlangt. Jeder kann das nicht! Von liche und 3287 weibliche Personen bezogen Unterstützung im Reg. Nr. 93). Lehr- Inf.- Reg. Gren.-, bezw. Inf.-, bezw. Füs.- Mund zu Mund ist schon viel geklagt über diese sich häufenden ZuRegimenter Nr. 3, 4, 5, 6, 8, 9, 11 bis einschl. 16, 18, 19, 22, sendungen und Geldbitten. Aber ich glaube, man dient beiden Gesamtbetrage von 14 817 M., davon je 4 M. 3178 Personen, 23, 26, 27, 38, 39, 49, 51, 55, 56, 57, 59, 63, 67, 70, 76, 78, Teilen, wenn man diese Klage auch öffentlich einmal ausspricht. ic 5 M. 421 Personen. 88, 89, 98, 111, 112, 118, 129, 130, 131, 132, 137, 138, 145, Ich fürchte, es wird durch diese Versendungen viel Geld auf gut Von der Stadt wurden an 730 Mitglieder von fünf148, 149, 151, 152, 153, 156( f. Erf.- Inf.- Reg. Nr. 7), 158, 159, Glück ausgeworfen, und da sicher viele Empfänger aus genannten ehn Arbeiter. und Angestellten organi161, 165, 171, 174, 187, 342, 361, 364, 368. Res.- Inf.- Regimenter wohlbegreiflichen Gründen keinen Betrag einsenden und die Sachen fationen, die selbst sazungsgemäß Unterstützung geMr. 2, 3, 8, 15, 19, 20, 23, 29, 30, 32, 35, 37( f. Ers.- Inf.- Reg. bei sich liegen lassen werden, geht manches Geld verloren. Wären währen, Zuschläge im Gesamtbetrage von 2 270,39 M. gezahlt. Leimbach- Berener), 38( f. Erf.- Inf.- Reg. Nr. 8), 49, 56, 59, 60, es ein oder zwei oder drei Kriegswohlfahrtsvereine, welche auf diese hiervon trafen auf die Freien Gewerkschaften 686 Mitglieder 61( 1. Juf.- Reg. Nr. 342), 67, 70, 71, 74, 75, 76, 93, 203, 205, Weije Mittel für ihre Zwecke juchten, wäre kaum etwas dagegen mit 2110,20 m.( und zwar Metallarbeiter 330,10 M., Holz206, 213, 216, 219 bis einschl. 225, 235, 239, 240, 251, 252, 253, zu sagen. Aber wir sehen, daß dieser Weg, zu Geld für Ariegsarbeiter 580,40 m. usw.) 256, 264, 266, 268, 271. Erf.- Inf.- Regimenter Nr. 7, 8, 28, 29, wohlfahrtszwecke zu gelangen, jetzt von zu vielen beschritten wird. Keller, Leimbach- Berener und v. Nußbaum. Landw.- Juf.- Regi- Denn die obengenannten sechs Versender sind keineswegs die einDie Landesversicherungsanstalt Berlin menter Nr. 2, 4, 8, 9( f. Landw.- Inf.- Reg. Tiek), 10, 12( f. auch zigen ihrer Art. Es gibt sicher viele wohlhabende Leute, die hat von 21 508 bei ihr überhaupt bis 24. Juli 1915 einLandw.- Inf.- Reg. Tieb), 17, 21, 22, 24, 25, 26, 31, 34, 39, 48, 51 und wenns noch mehr würde jedesmal ihre Mark oder andert- gegangenen, teils von den städtischen Unterstützungskommissionen ( s. Ers.- Inf.- Reg. Nr. 7), 55, 75, 87( f. Res.- Inf.- Reg. Nr. 30), halb, oder mehrere Mark für solche Zusendungen einschicken fönnen. ihr überwiesenen, teils von den Organisierten ihr eingereichten 99, 116 und Lieb. Landw.- Erf.- Inf.- Reg. Nr. 2. Landst.- Inf. Aber viele Tausende der gegenwärtigen Empfänger solcher Sen Gesuchen 15 171 genehmigt. Gegenüber der Vorwoche sind Reg. Nr. 11. Feld- Bataillone Reiser und Schwarz des Detachedungen werden zu diesen wohlhabenden Leuten nicht gehören und neun Personen hinzugekommen. In der Berichtswoche sind ments Plantier. Kombinierte Ersatz- Bataillone der Inf.- Regimenter Nr. 11 und 51( f. Ers.- Inf.- Reg. Nr. 8), Nr. 23 und 63 erden wie ich gegen diese wachsende Zwangswohltätigkeit berech 853 M. an 119 Personen gezahlt worden. ( s. Ers.- Inf.- Reg. Nr. 7). Brig.- Ers.- Bataillone Nr. 36( f. Inf.Die von dem Einsender der„ Täglichen Rundschau" aufReg. Nr. 361), 38, 39( beide s. Inf.- Reg. Nr. 368), 58( s. Ers.- Inf.Reg. Nr. 29), 80( f. Jnf.- Reg. Nr. 364), 84( s. Ers-- Inf.- Reg. Nr. 29), gemachte Liste ließe sich sehr erheblich vervielfältigen. Da Vom Spiel in den Tod. Beim Spielen überfahren und getötet wurde gestern nachmittag 86( f. Inf. Reg. Nr. 364). Landw.- Brig- Ers.- Bataillone Nr. 14 flagt uns ein Leser unseres Blattes:„ Ich kann mich seit ( f. Landw.- Ers.- Inf.- Reg. Nr. 2), 42( f. Ers.- Inf.- Reg. Nr. 8). einigen Tagen nicht mehr retten vor den Belästigungen der der 7 Jahre alte Sohn Johannes des Arbeiters Mesch aus der Landst.- Inf.- Bataillone: I Allenstein, I Braunschweig, Briesen, Kriegswohlfahrtsvereine. Da sendet mir der Verein Bernauer Str. 114b. Der Kleine spielte mit anderen Kindern in III Darmstadt, II Hagenau, Nienburg, Osnabrück, II Saarbrüden, Krieger- Invaliden- Hilfe" eine Probemappe mit Kriegs- der Aderstraße. Hierbei geriet er, weil er im Eifer auf die UmSprottau, I Tilſit( 1. Ers.- Inf.- Reg. v. Nußbaum). Landst.- Inf. bildern. Ich darf sie behalten, muß aber eine Mark einsenden. gebung nicht achtete, unter ein Pferd des Omnibus 1232 der Linie 21. Ers.- Bataillone: 4. Braunschweig, 8. Freiburg i. Schl., 10. Magde- Ferner erhielt ich vom„ Provinzialverein. Berlin, des Bater- Das Pferd stieß ihn um, und bevor der Keutſcher halten konnte, burg, 4. Saarbrüden, 2. Schlawe, sowie 24. des 7. Armeekorps; ländischen Frauenvereins" vier Broschüren mit einer Samm- waren ihm ein Vorder- und ein Hinterrad über den Körper hinwegBataillone Nr. 6 und 14; Res.- Bataillone Nr. 10 und 14( beide lung deutscher Volkslieder, für die ich einen kleinen Beitrag gegangen. Ein Schußmann, der das Unglück sah, trug den Knaben 1. Jäger- Reg. Nr. 2). Festungs- Maschinengewehr- Abteilungen einsenden soll. Zugleich wird eine große Notenausgabe für nach dem Lazarus- Krankenhause; als er aber dort mit ihm antam, Nr. 2( Lözen) und Nr. 5; Komp. Nr. 7. Gesang und Klavierbegleitung angekündigt, die ich beziehen war er schon tot. möchte. Dann tritt der Abrahamsche Verein für KinderWarnung vor Bermittelungsschwindlern. VoIfsküchen", der nirgends fehlt und eine gewisse Birtuosität im Sammeln besißt, in die Erscheinung, schickt gleich 17 Jahren aus Chemnitz in die Hände gefallen. Vermittelungsschwindlern sind zwei junge Burschen von 16 und 100„ Sammel- Wohltätigkeitsmarken" mit; für die ich 10 M. Die Burschen, die entrichten soll. Bereitwilligst, so wird mitgeteilt, stehen mir noch mehr Marken zur Verfügung. Schließlich erscheint eine " Zentralstelle für vaterländisches Schrifttum" auf dem Plane mit einer Sendung von Kriegs- Wohlfahrtskarten- herausgegeben unter Förderung der Fürsorge für notleidende Ost preußen für die ich 2 M. einsenden soll. Und weil ich nicht sofort in die Tasche greife und den gewünschten Betrag absende, erhalte ich nach kurzer Zeit noch eine Mitteilung folgenden Inhalts: Landst.- Inf.- Ausbildungs- Bat. I Saarburg. Jäger- Reg. Nr. 2; Abteilungen Nr. 49 und 78. 17, 18, 44, 48, 51. Kavallerie: Küraffiere Nr. 1, 4; Dragoner Nr. 1, 16, 19; Husaren Nr. 4, 8; Ulanen Nr. 15; Jäger zu Pferde Nr. 1( f. Kav. Reg. v. Wedel) und Nr. 4; Reg. v. Wedel; 1. Landw.- Eskadron des 2., 1. des 14. und 1. Landst.- Eskadron des 5. Armeekorps; Ref. Feldartillerie: 4. Garde- Reg.; Regimenter Nr. 1, 4, 5, 9, 21, 35, 39, 50, 52, 74, 79, 81, 82, 209; Ref.- Regimenter Nr. 3, 15, Fußartillerie: 1. Garde- Reg.; 1. Garde- Res.- Reg.; Regimenter Rr. 5, 7, 10, 13, 15, 18; Batterie Nr. 310; BallonabwehrkanonenBug Nr. 112. Pioniere: Regimenter Nr. 29 und 31; Bataillone: I. und II. Nr. 2, I. Nr. 6, I. Nr. 10, I. Mr. 14, I. Nr. 16; Ref.- Bat. Nr. 39; Ers.- Bataillone Nr. 10 und 14; Res.- Komp. Nr. 44; 2. Landw. Komp. des 10. und 1. des 18. Armeekorps. Sturmabteilung. Res.Scheinwerferzug Nr. 38. Leichte Minenwerfer- Abt. Nr. 272; Mittlere Minenwerfer- Abt. Nr. 155. Verkehrstruppen: Fernspr.- Abt. des 16. Armeekorps; Res.Fernspr.- Abt. Nr. 41; Festungs- Fernspr.- Abt. Glogau; Fernspr.Doppelzug Nr. 107. Luftschiffer- Bat. Stollwerd( s. Res.- Juf.- Reg. Mr. 23); Feldfliegertruppe. Etappen- Kraftwagenpark Nr. 1. Train: Train- Abt. Nr. 10( s. Res.- Inf.- Reg. Nr. 74). Ref.- Artillerie- Munitionskolonne Nr. 69. Sanitäts- Formationen: Sanitäts- Komp. Nr. 1 des 1., Nr. 2 des 4., Nr. 3 des 5., Nr. 2 des 6. Armeekorps und Nr. 2 der 38. Inf.- Div.; Festungs- Sanitäts- Komp. der Landw.- Div. Königsberg i. Pr. Arbeiter, Armierungs- und Straßenbau- Formationen: Arbeitskommando der 66. Inf.- Brig. Armierungs- Bataillone. Straßenbau- Komp. Nr. 4. Weitere Verluste. 7 ,, Vor kurzem erlaubten wir uns, Ihnen 20 Kriegs- Wohlfahrtskarten der Fürsorge für notleidende Ostpreußen" mit der Bitte zu übersenden, dieselben in Anbetracht des guten Zwedes freundlichst zu erwerben. Wir gehen. wohl nicht fehl in der Annahme, daß Sie dies kleine Opfer bringen wollen, und bitten Sie daher höflicht, den dafür entfallenden Betrag von 2 M. mittels beiliegender Bostanweisung an uns einzahlen zu wollen, gegenteiligen Falles wir uns erlauben würden, den Betrag nach acht Tagen durch die Post zu erheben. Mit bestem Danke zeichnen wir hochachtungsvoll Zentralstelle für vaterländisches Schrifttum." Ich habe den Mahnern mitgeteilt, daß die mir underlangt zugesendeten Karten zur Verfügung stehen. Wo foll das hinkommen, wenn die Kriegssammelei so weiter geht. dort Arbeit hatten, ließen sich von zwei Männern, die als Vermittler auftraten, bewegen, nach Berlin zu fahren, weil es dort mehr Beschäftigung gebe. Hier angekommen jedoch erzählten die beiden später, in Berlin stehe es augenblicklich nicht so günstig mit der nach dem Westen zu. Arbeitsgelegenheit. Besser sei es in einer größeren Provinzstadt Unter der Vorspiegelung, für eine Weiterbeförderung sorgen zu wollen, ließen sie die Harmlosen auf dem Bahnhofe fizen, nachdem sie ihnen unter allerhand Vorwänden alles Geld abgenommen hatten. Die Polizei mußte sich ihrer annehmen, bis die Eltern sie nach Chemnitz zurückholten. Eine Verzweiflungstat. Im Hause Cadiner Straße 22 befindet sich ein Zigarrengeschäft, das nach der Einberufung des Mannes von der Frau Riffling betrieben wird. Frau Riffling war nerven- und magenleidend und trug schon seit einiger Zeit ein gedrücktes Wesen zur Schau. Gestern morgen wunderte man sich, daß der Laden nicht geöffnet wurde. Als dann später sich im Hause ein starker Gasgeruch, der nur aus der hinter dem Laden gelegenen Wohnung heraus kommen konnte, im Hause bemerkbar wurde, benachrichtigte man die Polizei des 66. Reviers. Ein Kriminalbeamter und Schuhmänner versuchten bergeblich, die von innen verschlossene Tür zu öffnen. Ein Schloffer mußte aufbrechen und nun fand man die Frau und ihre Hoffentlich schiebt die neue Verordnung des Bundesrats brei Kinder, den neun Jahre alten Sohn Willi und die beiden in Verbindung mit den dieser Tage erlassenen Ausführungs- Töchterchen von zwölf und elf Jahren, Gertrud und Anna mit bestimmungen des preußischen Ministers dieser Ueberflutung Ramen, bewußtlos in den Betten liegen. Aerzte machten alsbald des Publikums mit Wohltätigkeits- Karten,-Bildern und wiederbelebungsversuche, die auch bei der Mutter und den beiden ältesten Kindern Erfolg hatten. Die kleine Anna aber war bereits -Marfen einen Riegel vor. Die sächsische Verlustliste Nr. 178 veröffentlicht Verluste tot. Die Geretteten wurden nach dem Krankenhaus am Friedrichsder Inf.- Regimenter Nr. 134, 178, 181, 182, 183; Res.- Inf.- Regihain gebracht, wo sie sehr schwer daniederliegen. Die Reiche des menter Nr. 102, 243; Landw.- Jnf.- Regimenter Nr. 104, 107; Ers.butoten Kindes wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause geBataillone: Inf.- Reg. Nr. 329; Landw.- Reg. Nr. 100; Erf.- Inf. erreicht im August ihren Höhepunkt, da die Fliegen dann in bracht, die Wohnung polizeilich geschlossen. Riffling ist UnterReg. Beimbach- Berener, Res.- Reg. Nr. 104; Res-- Jäger- Bat. Nr. 25; den Wohnräumen mehr als sonst Schutz gegen Wind und offizier und dient zurzeit bei der Bewachung des Gefangenenlagers Feld- Maschinengewehr- Züge Nr. 72, 101; Feldart.- Regimenter Nr. 48, 78; Rej.- Feldart.- Regimenter Nr. 32, 53; Gri.- Abt. Felbart.- Regex fuchen. Die Zahl der Fliegenvertilgungsmittel ist fast in Wünsdorf. Reg. Nr. 32; Fußart.- Reg. Nr. 12; Ers.- Bat., Fußart.- Reg. Nr. 12; Legion, ob sie aber helfen und unter dem Fliegenvolk aufPionier- Komp. Nr. 245; Res.- Pionier- Komp. Nr. 54. Die bayerische Verlustliste Nr. 209 meldet Verluste des Inf.- Leib- Reg., München; 1., 3., 7., 9., 10., 11., 14., 17., 19. Inf. Reg.; Res.- Inf.- Regimenter Nr. 1, 2, 5, 13, 14, 15, 16.( Schluß folgt.) Die Fliegenplage räumen, ist eine andere Frage. Ein Mittel aber versagt nie. " Fahrstuhlunfall. Die württembergische Verlustliste Nr. 235 enthält Ver- Man stelle in der Wohnung einige flache Teller mit etwas Ein schwerer Fahrstuhlunfall hat sich in der Nacht zum Freitag Huste der Brig.- Ers.- Bataillone Nr. 52, 54; Res.- und Landw.- Inf. Milch auf, der man einige Tropfen Formalinlösung zugesetzt im Hotel Astanischer Hof", Königgräger Str. 21, ereignet. Der Reg. Nr. 120; Landw. Inf.- Regimenter Nr. 121, 123; Inf.- Reg. hat. Die Teller werden bald ein Sammelpunkt aller Fliegen dort angestellte 50jährige Nachtportier Sommerfeld aus der BernNr. 124; Ref.- Inf. Reg. Nr. 247; Ulanen- Reg. Nr. 20; Ref.- Feldart.- sein, die nach dem Einsaugen der süßen Flüssigkeit binnen burger Straße 20 wollte gegen 2 Uhr den Fahrstuhl benutzen. Reg. Nr. 54; Feldart.- Reg. Nr. 65; 1. und 2. Landw.- Pionier- sein, Komp.; Sanitäts- Kraftwagen- Kolonne Nr. 5; Armierungsbataillon furzem zugrunde gehen, ohne erst, wie dies bei Fliegenstöcken, während er im ersten Stockwerk an der geöffneten Schachttür auf Nr. 89; Verluste durch Krankheit; Berichtigungen früherer Ver- Fliegendüten usw. der Fall ist, stunden- und oft tagelang das Herniedergehen des Fahrstuhls wartete, faufte plötzlich aus bisher Lustlisten. zu Tode gequält zu werden. Auch Eukalyptusöl vertreibt die Fliegen aus den Wohnräumen. Aus Groß- Berlin. Für Kriegswohlfahrt. noch nicht einwandfrei festgestellter Ursache der Fahrstuhl hinab und trennte dem S. den rechten Fuß, den der Portier etwas in den Schacht hinein vorgestellt hatte, glatt ab. Der Schwerverletzte fand in besinnungslosem Zustande im Elisabeth- Krankenhause Aufnahme. Der Paketschwindler. Ludwig Tolksdorf. Vom Rathause kommt die Nachricht, daß der Stadtverordnete Genosse Tolksdorf infolge eines Schlaganfalles gestorben ist. Tolksdorf, von Beruf Hausdiener, schloß sich frühzeitig der sozialdemokratischen Bewegung an. Später eröffnete er in der Ein Paketschwindler ist in der letzten Zeit in Neukölln wieder Der Krieg hat auf dem Gebiete der Wohltätigkeit ein Görliger Straße eine Restauration, die lange Jahre hindurch der aufgetreten. Er arbeitet mit dem alten Trick, sich auf Pakete mit wahres Gründungsfieber entfesselt. Zahlreiche Vereine, Sammelpunkt der Genossen des Görliger Viertels im vierten Wahl- wertlofem Jubalt unter der Vorspiegelung, daß er den Empfänger denen sich fortgesezt neue Gründungen hinzugesellen, befassen freise war. Ende 1893 wurde Tolksdorf von unseren Genossen nicht zu Hause getroffen habe, von Hausgenossen oder Pförtnern eine fich mit Kriegswohlfahrt. Eine Sammelwirtschaft hat einge- als Kandidat zur Stadtverordnetenwahl aufgestellt und auch geRestzahlung geben zu lassen. Ein anderer Schwindler, der es in alter Weise auf Kinder absetzt, die für viele, die sonst gern geben, zu einer wahren wählt. Seit Anfang 1894 ist Toltsdorf ununterbrochen Mitglied gesehen hat, treibt in Lichtenberg sein Unwesen. Er nimmt Kindern, Landplage sich ausgewachsen hat und schließlich dazu führt, der Stadtverordnetenversammlung gewesen. In verschiedenen die zum Einholen oder zum Liefern geschickt werden, Geld oder daß niemand mehr etwas gibt. In der„ Täglichen Rund- Deputationen er gehörte lange Jahre der Waisendeputation an- Waren ab, indem er sie mit einem erdichteten Auftrage wegschickt schau" klagte dieser Tage ein Geistlicher: Er habe binnen hat der Verstorbene fleißig gearbeitet und wohl selten eine Sigung und ihnen unterdessen das Geld oder die Sachen„ aufhebt". wenigen Tage zugesandt erhalten: versäumt. Im Plenum der Versammlung trat Tolksdorf weniger 1. vom Verlag für Sozialpolitik in Berlin namens eines hervor; trotzdem hat er an den Stellen, an denen er stand, nach Ausschusses für Wohlfahrtszwecke des deutschen Heeres" 16 künst- bestem Können seine Pflicht gewissenhaft erfüllt. Alle, die den VerLerische Wohlfahrts- Postkarten". Der Ausschuß sorgt für wasserstorbenen fannten, werden ihn in gutem Andenken behalten. dichte Regenumhänge im deutschen Feldheer. Preis 1,50 M.; 2. vem Kolonialfriegerdant, e. V., zur Unterstützung ehemaliger Kolonialfrieger zehn Künstlerkarten, Preis 1 M.; 3. vom Ostpreußischen Unterstützungsverein zu Berlin„ Unser Liederbuch", eine Sammlung deutscher und österreichischer Soldaten, Volks- und Heimatslieder". Erbeten wenigstens 1 M.; 4. vom Rauhen Haus in Hamburg- Horn ein Kriegsquartettspiel. 1 M.; 5. vom Verein„ Seemanns- Erholungsheim", E. V. in Berlin, 40 Briefverschlußmarken. Erbeten mindestens 1 M.; 6. vom„ Marinedank", Wohlfahrtsvereinigung zur Unterstützung der Kriegsteilnehmer der faiserlichen Marine und ihrer Hinterbliebenen in Berlin, ein Kunstblatt- das erste von mehre aus dem Leben unserer Kriegsflotte,„ Emden". Preis Hierzu bemerkt der Einsender: ren 1,50 M. Die Einäscherung der Leiche erfolgt am Dienstag nachmittag 4 Uhr im Krematorium in der Gerichtstraße. nach wie vor durch seine raffinierten Kartenkunststückchen die VerIm Palast- Theater am 300 erregt der Kartenkünstler Paini wunderung und Verblüffung des Publikums. Auf dem Gebiete des Humors zeigt sich Robert Steidl wieder auf seiner ganzen Höhe. Semne Parodie auf Lissauers Haßgesang und sein Couplet auf die Musik im Schüßengraben rufen nicht minder den demonstrativen Beifall hervor, wie sein Zwiegespräch mit Anna Müller- Linke selbst Der Markenumsatz der Landesversicherung. den ernstesten Zuhörer zum Lachen reizt; kein Auge bleibt trocken. Die Berliner Landesversicherungsanstalt vereinnahmte im afrobatischen Künste und ein etiva zwölfjähriges Artistenkind tanzt Mit großer Eraktheit und Gewandheit zeigen die Ueffems ihre Juni d. J. an Markenbeiträgen 1010 387 M., d. h. nur uns einen Spizentanz vor, der mancher gefeierten Tänzerin nicht 222 259 W. weniger als im Juni 1914. Ingesamt wurden nachstehen dürfte. Auf dem Gebiete der Charaktertänze leisten auch in dem ersten Halbjahr 1915 an Markenbeiträgen 6 146 006 M. Die Geschwister Zajanz Tüchtiges. Auch Hansi Immans mit ihren oder rund 1,4 Millionen Mark weniger als in dem gleichen dressierten Hunden erringt sich den Beifall des gutbesetzten Hauses. Zeitraum 1914. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß zahlreiche Das ganze Programm enthält durchweg erstklassige Nummern. Versicherungspflichtige einberufen wurden und im Felde stehen Das Casino- Theater eröffnet seine 15. Saison am Sonnabend, und nur teilweise durch Mädchen und Frauen ersetzt wurden, den 21. August, mit einer neuen dreiaftigen Berliner Volksposse, bedic wiederum geringere Beiträge entrichteten. titelt Familie Schnafe", von Direktor Hans Berg. ®er üfrB(tfer-25(mbert)(re5rt„Berlin" veranstaltet am Sonntag, -en 15. August, eine Spreewaldfahrt, Teilnehmerkarten a 5,75 M. für Bahnfahrt 3, Klasse und Kahnfahrt sind bei Wählisch, Skalitzer tLlratze 22, und bei Weihnacht, Grünstr. 21, zu haben. Der Zcntralvcrcin für Arbelt-Znachweis bringt seine kostenlose Der Mittelung von Haushilfspersonal fWaschfrauen, Reinemachefrauen, Aushilfeniädchen, Aufwärterinnen, AuSbesserinnen und Plätterinnen) in freundliche Erinnerung, Bestellungen erfolgen durch Postkarle oder telephonisch: C 54, Rückerstr. 9, Norden 3791, geöffiet 7—1, Eichhornstr. 1, Lützow 8753; Alt-Moabit 38, Moabit 9439; Belle-Alliance-Platz 5, Moritzplatz 1469; Koppenslr, 1, Alerander 2239, geöffnet 8—12 Uhr. Kleine Nachrichten. Im Pferdestall vom Tode überrascht wurde gestern früh der Kohlenhändler Karl Gärtner aus der Steinmetz- straße 28, ein Mann von 27 Jahren. Gärtner war früh auf- gestanden, um das Pferd zu besorgen. Als er nicht wieder zum Vorschein kam, sah man sich»ach ihm um und fand ihn im Stall tot neben dem Pferde liegen. Nach dem Gutachten eines Arztes, der nur noch den Tod feststellen konnte, ist er einem Herzschlag erlegen. — Drei Tage tot in seiner Wohnung gehangen hat der 57 Jahre alte Arbeiter Joseph Szhska aus der Mathieustratze 6. Der Mann, der schwer nervenkrank war, halte sich seil Montagmorgen nicht mehr sehen lassen. Er wurde endlich vermistt, und als man gestern nach- mittag die von innen verschlossene Wohnung öffnete, fand man ihn tot auf. In einem Anfalle seines Leidens batte er sich erhängt; nach dem Zustande der Leiche zu urteilen, ohne Zweifel schon am Montagmorgen.— Metalldicbe suchten in der Nacht zu gestern die Sammelstelle auf dem städtischen Grundstüsk in der Llltticher Str. 47 heim. Sie brachen in die Räume der Rcvierinspektion der Gas- werke ein und stahlen für mehrere Hundert Mark kupferne und messingene Haushaltungssachen, die dort abgeliefert und niedergelegt waren. Verloren gegangen ist am 29. Juli ein Mitgliedsbuch des Ver- bandes der Steinarbeitcr auf den Namen Hermann Vertier. Um Abgabe wird gebeten Planufer 78 oder im Gewerkschastshause. Das Mütter- und Kinderheim des«Bundes für Mutter- schütz", Wilmersdorf, Signiaringer Str. 25, nimmt auch während des Krieges hilfsbedürftige werdende Mütter sowie Mütter mit ihrem Kinde aus. In der Auskunftsstelle wird täglich von 9—1 Uhr, Dienstag und Freitag auch von 7—8 Uhr abends, unentgeltlich Rat und Auskunft über Unterkunft, ärztlichen Beistand, Rechtsschutz, Bermittelung von Pflegestellen, Arbeitsnachweis usw. erteilt. Soziales. Verstöße gegen den Tarif der Militärsattlcr. Ein Sattler klagte beim Gewerbegericht gegen den Zwischenmeister Neumann um Zahlung der Differenz zwischen dem Stücklohn, den er mit Ncumann vereinbart hatte, und den Lohnsätzen des Reichstarifs der Militärsattler. Der Kläger begründete seine Forderung, die sich auf 299 M. be- läuft, durch folgende Angaben. Er, der Kläger, arbeitete zuerst für die Firma Wertheim auf Militärartikel. Die Löhne, welche die Firma zahlte, waren ge- ringer, als die im Reichstarif der Militärsattler festgesetzten Stück- löhne. Deshalb wurde die Firma Wertheim vor der auf Grund des Reichstarifs eingesetzten Schlichtungskommission verklagt und verurteilt, den von ihr beschäftigten Arbeitern die tarifmäßigen Löhne zu zahlen und dafür zu sorgen, daß auch ihre Zwischenmeister den von ihnen beschäftigten Arbeitern den Tariflohn zahlen. Nach dieser Entscheidung der Schlichtungskommission erhielt der Kläger von der Firma Wertheim direkt keine Arbeit mehr, aber er wurde au den für die Firma tätigen Zwischenmeister Neumann verwiesen, der ihn weiterbeschäftigen werde. Der Kläger erhielt da»n auch Arbeit von Neumann, nachdem er mit ihm einen Stück- lohn vereinbart hatte, der erheblich nied»ger ist als der Tariflohn. Der Kläger ist der Meinung, daß er auf Grund der Entscheidung der Schlichtungskommission trotz seiner tarifwidrigen Verein- barung mit dem Beklagten Anspruch auf den vollen Tariflohn habe. Der Beklagte sagte, er könne den Tariflohn nicht zahlen, weil er selber von der Firma Wcrtheim nur den Lohnsatz des Tarifs bekomme. Das Gericht(Kammer 2) wies die Klage ab mit der Begründung: Der Tarifvertrag sei kein Gesetz, sondern ein zwischen den Verbänden der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer vereinbarter Vertrag, der aber für den Beklagten nicht bindend sei, weil er dem vertragschließenden Arbeitgeberverband nicht an- gehöre. Hier komme also nur in Frage, was der Kläger mit dem Beklagten vereinbart habe. Darüber hinaus habe der Kläger keinen Rechtsanspruch. Wenn der Kläger mit dem vom Beklagten ge- botencn Lohn nicht einverstanden war, sondern den Tariflohn be- anspruchte, dann hätte er sich an seinen Verband wenden können, der ja die Möglichkeit habe, bei der Militärbehörde vorstellig zu werden, um auf diesem Wege zu erreichen, daß der Beklagte, wenn er nicht die Entziehung der Arbeit riskieren wolle, tarifmäßige Löhne zahlen müsse. Doch das sei ein sozialer Gesichtspunkt, der für die Entscheidung der Rechtsfrage nicht in Betracht komme. Die Ansicht, daß der Tariflohn bezahlt werden müsse, auch wenn im Einzelfalle andere Lohnvereinbarungen ge- troffen wurden, ist schon öfter von Arbeitern der Militär- loderausrüstungsbranche vor dem Gewerbegericht geltend ge- macht worden, doch ist es unseres Wissens in derartigen Fällen nicht zu einem Urteil des Gerichts gekommen. Den be- treffenden Klägern schweben jedenfalls die Entscheidungen der Schlichtungskommission für Militärbekleidung(Schneider- beruf) vor. Diese Schlichtungskommission erkennt in jedem Falle auf Zahlung der Tariflöhne, gleichgültig, ob ein still- schweigendes Ueberei»kominen hinsichtlich niedrigerer Löhne vorliegt oder nicht, gleichgültig auch, ob die Parteien den ver- tragschlietzenden Verbänden angehören oder nicht. Das in dieser Schlichtungskommission vertretene Kriegsbekleidungs- amt des Gardekorps verlangt, daß unter allen Uinständen, so- wohl von den direkten Unternehmern, als auch von den Zwischenmeistern die im Tarif festgelegten Löhne bezahlt werden müssen. Wenn die Schlichtungskomnüssion der Mili- tärlederausrüstungsbranche dieselbe Praxis befolgen würde wie die Schlichtungskommission für Militärbckleidung, dann wäre auch den Militärlederarbeitern der Tariflohn in allen Fällen gesichert und Klagen wie die vorstehende brauchten nicht beim Gewerbegericht erhoben werden. Die zur Ab- Weisung des Klägers führende Ansicht des Gewerbegerichts ist unseres Erachtens mit dem Gesetz nicht vereinbar. Nach § 612 B.G.B, ist, falls nichts über die Höhe der Vergütung bestimmt ist,„die übliche Vergütung" als vereinbart anzu- sehen. Die übliche Vergütung ist aber die tarifmäßige. Ist eine niedere Vergütung ausdrücklich vereinbart, so ist diese Vereinbarung nach Z 138 B.G.B, nichtig, sofern sie den guten Sitten widerspricht. Es widerspricht aber mindestens für Kricgsartikel den guten Sitten— d. h. dem Anstands- gefübl aller billig und gerecht Denkenden— unterhalb des Twrifs zu zahlen. Das Gewerbegericht sollte bei nächster Gelegenheit die§§ 612 und 138 B.G.B, beachten.— dann würde es zu derselben Entscheidung wie die �chlichtungs- Kommission für Militärbekleidung gelangen müssen. Teuerung und Kriegerfrau. Ter Ortsausschuß für Konsumenteninteressen in Elberfeld hat die Haushalrrechnung einer Kriegerfrau aufgestellt, die in ihrer Schlichtheit eine erschütternde Sprache redet. Es handelt sich um eine Frau mit drei Kindern im Alter von 19, 9 und 5 Jahren. Die Rechnung sieht so auS: Einnahmen: 1 Monat Kriegsunterstützung. 63,— M. 1 Monat MietSzuschuß... 7,—« zusammen 79,— M., wöchentlich 16,15 M. Ausgaben(für eine Woche im Juli): Miete(monatlich 28 M.)...... 6,46 M. Gas............. 1,—« Seife..•••■••••••• O.lo« Schuhwichse........... 9,15, Kaffee,'/< Pfund......... 0,40, Malz, Va Pfund......... 0,50, Fett, 1 Pfund.......... 1,40, Butler, l'/a Pfund........ 1,95« Mehl............. 0,22« Brot••••«•••••••• 3,« Sal,............. 0,11„ Wäsche............. 1,—, Sonstige Lebensmittel: Sonnlag....... 1,80 M. Montag....... 1,34» Dienstag....... 1.56« Mittwoch....... 1,52„ Donnerstag...... 1,24„ Freitag....... 1,50„ Sonnabend...... 0.88 M. 9,84 M. zusammen 26,18 M. 26,18 M. bleiben ungedeckt wöchentlich 10,03 M. Die sonstigen Lebensmittel sind auf dem Speisezettel der Familie zu finden, der'sich für die fragliche Woche wie folgt gestaltet: Sonntag, Mittag: Mittwoch, Mittag: 3/4 Pfd. Erbsen...—,60 M. 6 Stück Kohlrabi..—.42 M. Fleisch...—,60« 3 Pfd. Kartoffeln..—.30 Käse. Kartoffeln..— ,30„'/« Liter Milch...— ,06 Abend: Abend: ......—,30, V? Pfd. Reis....—,28 -, oa q,, l'/a Liter Milch...—,36 1,80 M. �?fb_ 3ucjer..._.10 Montag, Mittag: 1,52 M. Kohl.......— ,25 M. Donnerstag, Mittag; 3 Pfd. Kartoffeln..—.30.-/4 Pfd. Gerste...—15 M. /„. Speck...-.25«>/,« Fleisch...-.69. Abend: Suppengrün....—,19, 2 Heringe.....—,24« l'/s Pfd. Kartoffeln.—,15„ 3 Pfd. Kartoffeln..—,30„ Abend: 1 34 M 1 Liter Milch...—,24„ 1,24. Dienstag. Mittag: Freitag. Mittag: 4 Pfd. dicke Bohnen.—.32 M Aghl.......—,30 M. '/«» Speck...—.48. z Pfd. Kartoffeln..—.30. 3. Kartoffeln..-.30, Wurst......-.30, Abend: Abend: V« Pfd. Grieß...—.12. Kartoffelsalat(3 Pfd. 1 Liter Milch...—,24« Kartoffeln, Oel, Pfef- V, Pfd. Zucker...—.10« ser, Essig. Milch)..-.60 ,. 1,56 M. 1,50 M. Sonnabend, Mittag: V« Grieß.....-.12 M. l'/a Liter Milch...—,36« �e'Pfd. Zucker...—.10„ Abend: Vi Pfd. Wurst...—.30. —.88 M. Wirtschaftstechmsch gesprochen, läßt sich kaum billiger leben, wie die angesetzten Preise zeigen. Eine andere Frage ist, ob die den vier Personen gebotene Ernährung, namentlich in ihren Men- gen, auch nur einigermaßen ausreicht. Unterernährung ist da schon in gefährliche Nähe gerückt. Es ist aber eine Tatsache, daß zahlreiche Krieger- oder Arbeiterfamilien sich mit einer noch unzu- länglicheren Nahrung behelfen müssen, denn man sieht an dem rela- tiv bedeutenden Defizit der Rechnung, daß die Frau einige Er- sparnisse zuzusetzen hat— die alleritzngs im vorliegenden Falle«auch bald ausgegeben sind. Was aber dann? Dabei ist für An- schafsungen usw. in diese Rechnung nichts eingesetzt worden. Die Frau hat auch reinmachen können. Die Schuhe ihrer Kinder hat sie selbst in Ordnung gebracht, da sie im Besitz eines Stückes Leder war. Auch damit ist es zu Ende. Dann naht der Winter heran. Heizung muß beschafft werden. Wovon? Der Fall ist typisch insofern, als er uns einen Blick m die Wirtschaft einer„bessergestellten" Kriegerfamilie tun läßt. Zehn- tausende andere stehen sich noch schlechter. Regierung und Ge- meindebehörden sollten die Eindringlichkeit der Sprache einer solchen für Unzählige geltenden Rechnung verstehen und für a u s r e i- ch e n d e Unterstützung sorgen, daneben aber auch dem Lebens- mittelwucher mit aller Wucht zu Leibe rücken. Beides ist dringend nötig. Mit zwanzig Jahren Fabrikleiter. Die Einberufung vieler Angestellten in mittleren Jahren veranlaßt die Arbeitgeber, zu jüngeren oder älteren Jahrgängen bei Neubesetzungen zu greifen. Das natürlichste wäre nun. auf verantwortliche Posten ältere Herren zu setzen. Statt dessen betrauen manche Prinzipale in kaum zu be- greifender Kurzsichtigkeit ganz junge Menschen, deren Ver- trauenswürdigkeit noch in keiner Weise erprobt ist, mit leitenden, große Umsicht und Erfahrung verlangenden Stellungen. Wie gefährlich das ist, zeigte sich an eiitem Falle, der vor der 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts zur Verhandlung kann Die bekannte Militärausrüstungsfabrik von Winkler, die in Berlin ihren Hauptsitz hat, richtete zur Herstellung von Zeltbahnen und anderen militärischen Bedarfsartikeln in Lauban in Schlesien eine Zweigfabrik mit 126 Arbeiterinnen und sonstigem technischen und kaufmännischen Personal ein. Zum alleinigen und selbstän- digen Leiter diese? Fabrikations-Großbetriebes setzte sie den Kläger Fritz Berndt, einen erst zwanzig Jahre alten jungen Mann, ein. Der Betrieb schien zuerst unter B.s Leitung tadellos zu funktio- nieren, und der Kläger unterließ es nicht, in den an das Stamm- haus gerichteten Briefen sein Geschäftsinteresse und seine Aufopfe- rung in allen Farben zu schildern. Bald trafen indessen Klagen und Beschwerden von Angestellten über schikanöse Behandlung und Bevorzugung von einzelnen Arbeiterinnen bei der Beklagten ein. Letztere fühlte sich aber dadurch nicht veranlaßt, einzuschreiten. Wie sie ausführte, habe sie sich durch die Briefe des Klägers immer wieder beschwichtigen lassen. Erst als im März d. I. die Fabri- kate wegen schlechter Arbeit nicht abgenommen wurden und auch ein gegen B. gerichteter polizeilicher Strafbefehl wegen nächtlicher Ruhestörung eintraf, stiegen der Beklagten Bedenken auf und sie sprach die sofortige Entlassung aus. Die von dem Drucke ihres „Beherrschers" befreiten Angestellten und Arbeiterinnen rückten jetzt gegenüber dem nach Lauban geeilten Fabrikbesitzer mit der vollen Wahrheit heraus. Es ergab sich, daß der Kläger in all den Monaten wie ein russischer Satrap gehaust hatte. Es herrschte im Fabrikbetriebe die tollste Günstlingswirtschaft. So wie sich be- stimmte Arbeiterinnen seiner besonderen Gunst erfreuten, stand er auch mit einzelnen männlichen Arbeitern auf dem Duzfuß und spieste mit ihnen im Kontor Karten. Das hinderte ihn aber nicvt, sie am nächsten Morgen, wenn er übellaunig und verkatert in die Fabrik kam, grundlos kräftig anzuschnauzen. � Vor 10 Uhr kam der Herr Fabrikleiter selten in die Fabrik, oft wurde es. aber auch 11 und V2I2 Uhr mittags. Seine nächtlichen Exzesse, die sich in Lauban unliebsam bemerkbar machten, hatten ihm mehrfach po!i- zeiliche Strafbefehle eingetragen. Was seine innere Geschäfts- führung betraf, so sprach die Kassenführung jeder geregelten Buch- führung Hohn. Als die Buchhalterin einmal in der Kasse einen Fehlbetrag von 152 M. entdeckte, wollte sie es dem Chef, der von Berlin erwartet wurde, melden, der Kläger schüchterte sie jedoch mit den Worten ein: Wenn Sie es Herrn W. sagen, dann können Sie gleich Ihre Kündigung mitnehmen. Warten sie, bis W. fort ist, wir werden das dann unter uns regeln." Der Kläger be- bauptete zwar, daß die Anschuldigungen zum Teil unwahr, zum Teil übertrieben seien, drei einwandfreie Zeugen bestätigten es aber in vollem Umfange unter ihrem Eide. Das Kaufmannsgericht wies die Gchaltsfordcrungen des Klägers ab. Es sei ja an sich nicht bedenkenfrei, einen so jungen Menschen mit einem so verantwortungsvollen Posten zu betrauen, immerhin habe der Kläger sich dieses besonderen Vertrauen� doppelt würdig zeigen müssen. Beklagte durfte B. gar nicht meb'r an der Spitze des Unternehmens belassen, seine Entlassung ist vollauf begründet._ Parteiveranstaltungen. Dritter Kreis. Am Sonntag, den 8. August, findet ein Fami-ien- ausflug. verbunden mit Kinderfest, nach Johannisthal, statt. Treffpunki: nachmitiags von 2 Uhr an im Parlrestaurant Johannisthal, Stubenrauch- straße. Neukölln. Die Bibliothek ist vom 9. August an wieder geöffnet. Die Ausgabe ist sür Erwachsene Montags. Mittwochs und Sonnabends von 7 bis g>/„ Uhr und sür Kinder Mittwochs und Sonnabends von 3 bis 6 Uhr. Die Bibliothek befindet sich Neckaritr. 3. rechter Laden. Tempelhof-Mariendorf. Die Jugendsektion beteiligt sich am Sonntag, den 8. August, am Massenausflug nach Kaulsdors. Treffpunkt morgens'Ifi Uhr Bahnhof Tempelhof. Jugenüveranftaltungen. Niederschönhausen. Nordend. Heute Sonnabend, den 7. August; Nachtpartie der Jugendlichen über 19 Jahre nach Papenberge. Treffpunkt: Bismarckplatz, abends 8 Uhr. Zahlreiche Beteiligung, auch Mädchen und Erwachsener, erwünscht. Nachzügler fahren am Sonntag bis Tegel, lausen dann, bis Sandhausen bei Heiligensee, daselbst von Restaurant Suckrow über- setzen lassen nach Papenberge. Reinickendorf-West. Treffpunkt der Arbeiterjugend zum Massen- ausflug nach Kaulsdors-Süd Sonntag früh>/,7 Uhr im Jugendheim, Wach- Holderstratze 44. Liederbücher mitbringen. Bei Regenwetter findet der Aus- flug am Sonntag, den 15. August statt. Schöneberg. Zum Massenausflug der Arbeiterjugend Grotz-Berlins nach Kautsdors-Süd trifft sich die Jugend Schönebergs morgen früh 7 Uhr am Kaiser-Wilhclm-Platz. Nachzügler werden aus dem Festplatz erwartet. Xreptow-Baumschulenweg. Treffpunkt zu dem am Sonntag statt- sindende» Massenausflug: sür Treptow am Bahnhos Treptow morgens 6 Uhr; sür Baumschulenweg am Bahnhof morgens 7 Uhr. Nachzügler werden nachmittags 2 Uhr auf dem Fcstplatz Kaulsdors-Süd erwartet. Fahrgeld 39 Pj. Proviant ist mitzubringen. Liederbücher nicht vergessen l Allgemeine Familieufterbekasse. Sonntag, den 8. August: Zahl- und Ausnahmetag von 3— 6 Uhr im Reslauraot Gerichtstratze 12/13; Sonnabend, den 2l. August, in Wildau(Wildauer Hos) von 4— ö1/- Uhr. Verein sür Frauen nnd Mädchen der Arbeiterklasse. Montag. den 9. August: letzter Ferienausflug nach Freie schalle-Tegel. Treffpunkt und Kaffeeiochen 2 Uhr im Schollenlrug. Fahrgelegenheit: Linien 25, 26, 28, 29, 31._ Sriefkasten der Redaktion. Dt« luristisch« Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenftr. Z, IV. Hof rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend von ü bis s Uhr statt. Jeder für den B r i- f I a ft e n bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und-ine Zahl als M-rlz-ichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen leine AbonnementSauitlung beigesügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Sprechstunde mit. W. W. 428. Als Arbeiter(Armierungsarbeiter oder sonstige Ver- Wendung) brauchbar.— M. B. 33. Die Aus fünft der Gemeinde ist zutreffend. — H. B. 17. Keineswegs. Lehnen Sie ab, den Sobn weiter in die Lehre zu schicken. Wenden Sie, wenn später etwa geklagt werden sollte, ein, datz entgegen dem Lehrvertrag nichts gelehrt ist, Ausbeutung des Lehrlings statlgefundcn hat und eine Behandlung, die der Lehrling sich nicht gefallen zu lassen braucht.— W. 65. Beantragen Sie unter Darlegung Ihrer durch Unsall erlittenen Beschädigungen die Untersuchung durch die Ober- Ersatzkommission aus Ihre Tauglichkeit.— H. B. 100. Zurückgestellt wegen chronischer Krankheit der tieferen Gebilde des einen Auges und wegen Keblkopsleidens. Sie werden voraussichtlich von der Ober-Ersatzkommission noch einmal untersucht. Dieselbe enlscheidct desinitiv über Ihre Tcrriglichlcit. — Hanke 40. Die Betreffende hätte von Cbarlottenburg die Miel- Unterstützung zu erhalten. Sie soll sich beschwerdcsührend an den dortigen Magistrat wenden.— G. 4. 1. Ja. 2. Eine Beschwerde dagegen würde Ausficht aus Ersolz haben. 3. Nein. 4. Wenden Sie sich, wenn der Fall eintreten sollte, unter Darlegung des Sachverhalts wieder an uns. — A. B. 61. 1. Ja. 2. Zur Infanterie tauglich.— Z. 50. Eine Ausnahme ist zulässig. Der Antrag wäre an die Direktion des Militärwaisen- Hauses zu richten.— Schön 350. 1. Die Einberufung entbindet nicht von�dem Verlrag, sosern es sich um eine Familie handelt. 2. Etwa t99M. 3. Sie tonnten nur Ihre Forderung einklagen und Pfändung in das Eigen- tum vornehmen. Die Klage wäre aber während der Dauer des Krieges, da Ihr Bruder im Feld ist, nicht durchzuführen.— F. G. 1875. Eine Verordnung besteht nach dieser Richtung hin nicht, sie könnten sich aber im öffentlichen Interesse an die Polizeibehörde wenden, damit diese den Wirt anhält, die Beleuchtung länger dauern zu lassen.— O. P 3838. Der Meister ist zur Ausstellung eines LehrzeugniffeS nach der Gewerbeordnung verpflichtet.— M. 58. 1. Sie müssen sich darüber bei Ihrer Kasse informieren; die Handhabung ist bei den verschiedenen Kassen verschieden. 2. Notwendig ist das nicht. Wenn aber der Lohn nicht weiter gezahlt wird und die«tellung aus- hören soll, so tväre die Forderung der Papiere zweckmätzig. Amtlicher Marktbericht der städtischen Marktballen-Direktion über den Grotzhandel in den Zentral- Markthallen.(Ohne Verbindlichkeit.) Freitag, den 6. August 1915. Fleisch: Rindfleisch per 59 kg, Ochsen» fleisch la 119—122, do. IIa 95—110, do. III a 90— 95; Bullenfleisch la 100—110, da. IIa 85—100; Kühe, fett 85— 100, do. mager 78—85, do dänische 00—00, Fresser 85—95. Fresser, Holl. 00—00, do. dänische. 00—00; Bullen, dänische. 00—00. Kalbfleisch, Doppellender 145—165; Mastkälber la 120—130, do. IIa 105—119; Kälber ger. gen. 80—100, do. dän. 80— 90. Hammelfleisch: Masttämmer 130—138; Hammella 125—129, do. IIa 110—124; Schafe 115— 125; Holl. 95— 100; dän. 00,00. Schweinefleisch, Schweine, fette 09—00, sonstige 145—170, dän. Schweine 138— 143, do. schwedische 138— 143, do. holländische 09—00. Gemüse, inländisches: Kartoffeln, Nieren- 50 kg 7— 7,50, weitze Kaiserkronen 6,00— 7,00, Magdeburger, blaue 7,00—8,00. Sellerie Schock 3.00— 8,00. Porree, Schock 1,25—1,60; Spinat 50 kg 12,00—14,00; Meerrettich, Schock 6,00— 10,00; Petersilicnwurzel, Schockbund 4,00— 6,00; Radieschen. Schock. bund 1,25—1,50; Rhabarber, hiesiger 100 Bund 3,50. Tomaten, Gorgaster 50 kg 30,00— 40,00. Perlzwiebeln, 50 kg 50,00—75,00. Zwiebeln, neue 50 kg 14,00—16,00. Steinpilze. 50 kg 30,00—45,00. Salat, Schock 2,00 bis 4,50. Rettiche, bayerische, 100 Stück 10—15, do. hiesige Schock 2— 3. Kohlrabi, Schock 0,80— 1,50. Schoten, hiesige. 50 kg 35,00— 40,03, Mohrrüben, Schockbund 3,00—4,00, do. 50 kg 8— 9,00. Weitzlohl, Schock 7—16; do. 50 kg 5—6. Rotkohl, Schock 8-16 I do. 50 kg 8—9. Wirsingkohl, Schock 8,00— 10,00. Kohlrüben, Schock 4,00—8,00. Grüne Bohnen, 50 kg 12,00—20,00; Puffbohnen 50 kg 10,00—12,00; Wachsbohnen 50 kg 20—30, Senfgurten Schock 15—18, Einlegegurken Schock 2,50—3. Obst und Südfrüchte: Kirschen, saure 50 kg 16,00 bis 28,00, do. Natten 50 kg 30—40. Aepsel, Amerikaner, Kiste 00— 00, Tiroler 50 kg 29—40, hiefi 50 kg 8—12. Birnen, Tiroler 50 kg 30— 40, hies. 7—>4. Pflaumen, hiesige 50 kg 16—24, ungar. 50 kg 6— 14, Bühler 50 kg 20—25. Pfirsiche, hiesige 50 kg 40— 80. Stachelbeeren, reise 50 kg 15— 25. Johannisbeeren 50 kg 15— 23. Blaubeeren 50 kg 18— 26. Himbeeren 50 kg 40— 50. Zitronen: Messina 300«ztück 26—32, do. 360 Stück 23—29, do. 150 Stück 12—14, do. 50 kg 12—15, do. 160 bis 200 Kiste 18—19, Murcia 200 Kiste 10-16, do. 300 Kiste 12-18, do. 800 kg 20-25.•.-- Nr. 216. 32. Jahrg. Bezirks- Beilage des„ Vorwärts" für Süden- Westen. Aus aller Welt. Ein wirksames Mittel gegen den Lebensmittelwucher. Von den Kattowizer Polizeiorganen wird jetzt auf dem Wochen martte energisch eingegriffen, um dem Preiswucher wirfiam entgegen zu arbeiten. Das konnte man jüngst beim Kartoffelhandel bemerken. Es waren etwa zehn Fuhren neue Kartoffeln angefahren, die mit 1,60 M. für das Viertel angeboten wurden. Die Polizei fand aber diesen Preis für zu hoch und bedeutete den Verkäufern, daß. wer für 1,30 M. nicht verkaufen wollte, den Markt verlassen müsse. Die meisten Berkäufer fügten sich dieser Maßnahme, nur eine Fuhre zog mit den Kartoffeln wieder los. Später wurden die Kartoffeln jogar mit 1,20 m. verkauft. " Beneidenswerte Städte. Die Pfälzische Post" berichtet aus St. Ingbert:„ Unsere Stadt darf von sich sagen, daß sie zur Frage der Ernährung während des Arieges schon viel getan hat. Jezt wird auch die Wurstfabrikation noch im großen betrieben. Täglich liefert die Stadt in jedem Quantum selbstfabrizierte Leberwurst, Lyoner Wurst und Schwarten magen in hervorragender Qualität. Die Wurst wird zu 70 Pf. bis 1 M. pro Pfund verkauft und start gekauft. Auch alle anderen Fleischwaren bezieht die Stadt nach wie vor aus der Feldschlächterei und gibt sie für wenig Geld an die Bürgerschaft ab. In den ärmeren Familien wird jetzt sogar mehr Fleisch gegessen wie vor dem Krieg, denn Fleisch ist tatsächlich das Billigste, was man jezt in St. Ingbert taufen fann." " Spießersorgen. In der Münchener Post" lesen wir: In einer Wirtschaft fag eine Gesellschaft Münchener Spießer. Der älteste, ein behäbiger Bürger bon altem Schrot und Korn", führte das Wort. Er flagt über die Brotnot und dann selbstverständlich über die Biernot. ,, Reili jig i am.... Keller," so sagt er, i trint a Maz Hell's und wia a ma dö zwoate Maß bstelln will, sagt d' Kellnerin: Herr Suaba, es gibt nur mehr Dunkels. I bstell ma also a May Dunfels, wia i aba dö dritte Maß will, sagt dö Kellnerin, jetzt gibt's toa Dunkels a nimma, es gebat nur mehr Limonadn. Pfui Teufi, fag i, jo was fauf i do nöt. Mir san na in a anders Wirtshaus ganga, do hot's aba nur Flaschnbier gebn. A Flascht hab i nunta IF 7. Auguft 1915. bracht, aba dös Bier war brüahwarm. An Unverschämheit! Was Der getreue Strom. Eine Erzählung aus dem Bolenaufstande, wollt'n ma aba macha? Mir hab'n zahlt und san in Ratstella Bon Stefan Zeromsfi. Geh. 3 M., geb. 4 M. Georg Müller, München. Moltke. Von A. v. Janson. Männer und Bölfer." 1 M. Ustein ganga," Co., Berlin SW 68. Wachtsteuer. Künstlerblätter zum Striege 1914/1915. Heft 43. 20 Pi. Zirkel- Berlag, Berlin. Die Zuhörer nidten traurig mit dem Kopf und drückten dem. Erzähler ihr Beileid aus. Ja, man hat's wirklich nicht leicht, da wäre, tönnte man wahrhaftig nicht mehr durchhalten. man solche Kriegsopfer bringen muß. Wenn der Ratskeller nicht Rettungstat eines Kriegers. Aus Nordhausen wird geschrieben: Der Goslarsche Jäger, Reservist Paul Beder aus Hannover befand sich in Nordhausen auf Urlaub. Als er an den Ufern der Salza spazieren ging, bemerkte er, daß ein kleines Mädchen ins Wasser gefallen war. Trog seines steifen Beines und einer Lähmung seiner rechten Seite sprang er ins Wasser der Salza und rettete das Kind, das bewußtlos war. Dann stellte er Wiederbelebungsversuche an und brachte das Kind in die Wohnung seiner Eltern. nedsand Eingegangene Druckschriften. neb Bon der ,, Gleichheit". Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ist uns joeben die Nr. 23 des 25. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Gegen den Lebensmittelwucher. Zur Soziologie des Krieges. Von Friz Röttcher. Das uneheliche Eine Selbstanzeige. Bon Luise Ziez. Kind und der Krieg. Von F. Kl. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Breis der Nummer 10 Pi. Durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljähr. lich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement 2,60 Marf. Heft 19 der„ Neuen Zeit“ vom 6. August 1915 hat folgenden Inhalt: August Erdmann: Der Weltkrieg und die fatholische Kirche. Emanuel Wurm: Die Bekämpfung der Teuerung. Siegfried Adolf Braun: Das Wirt: schaftsgebiet. Literarische Rundschau: Dr. h. c.. Fried, Europäische Wiederherstellung. Joseph Bédier, Les crimes allemands d'après des témoignages allemands.( Die deutschen Verbrechen nach deutschen Zeugnissen.") Karl Larsen, Professor Bédier und die Tagebücher deutscher Soldaten. Mar Kuttner, Deutsche Verbrechen? Wider Joseph Bédier. Notiz. Anzeige. Vom Wahren Jacob" ist soeben die 16. Nummer des 32. Jahrganges Der Preis der Nummer ist 10 Pf. Probenummern sind jederzeit durch den Verlag J. H. B. Diez Nachf. G. m. b. 5. in Stuttgart sowie von allen Buchhandlungen und Kolporteuren zu beziehen. einberg: Kriegsnotgeichgebung. erschienen. " Völkerdämmerung im Stillen Ozean. Von Georg Jrmer. Gch. 2,50 M. S. Hirzel, Leipzig. Der Aufbruch. Monatsblätter aus der Jugendbewegung. Seraus. geber Ernst Joël. Halbjährlicher Bezugspreis( 6 Heste) 2,50 M. Berlag Eugen Diederichs, Jena. Aus einer Wiege. Roman von Jda Boy- Ed. 1 M. Berlag der Biking- Bücher. Post u. Obermüller, Leipzig. Boveretto. Bon Rudolf Presber. 1 M. Verlag der Bifing- Bücher. Bost u. Obermüller, Leipzig. Engländer über England. Von einem hohen russischen Militär. Geh. 2 M. Verlag Georg Müller, München. England in seiner tiefsten Erniedrigung. Verlag Georg Müller, München. Russischer Voltsimperialismus. Von Karl Leuthner. Geb. 1 M. Verlag S. Fischer, Berlin. Mein Kriegstagebuch. Von Aage Madelung. Brosch. 2 M., in Leinen 3 M. Verlag S. Fischer, Berlin. Der deutsche Mensch. Bon Leopold Ziegler. Geb. 1 M. Verlag S. Fischer, Berlin. Der deutsch englische Krieg im Urteil eines Amerifaners. Von Robert J. Thompson. Brosch. 1,80 m., geb. 2,50 M. Verlag Karl Curtius, Berlin. Sonntagmittag. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland his Ziemlich warm und schwül. Ostwärts fortschreitende Trübung. Im Westen und an der Küste wiederholt etwas Regen. Strich. weise Gewitter. Spezialarzt Dr. med. Karl Reinhardt. Prinzenstr. 64 f. Geschlechtskrankheiten, Harnleiden, Schwäche, Ehrlich- Hata- Kuren, Blutund Harn- Untersuchungen. Institute: zwischen Dresdener und Annenstraße. 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Dieses Büchlein ist unentbehrlich für jede Familie, was das Inhalts- Verzeichnis am besten lehrt. 1. Fürsorge für die Familien der Kriegsteilnehmer. Gesetzestert. Erläuterungen. 2. Die Versorgung der Mannschaften. Wer hat Anspruch auf Rente? Fristen. Dienstbeschädigung. Erwerbsunfähigkeit. Berech nung der Dienstzeit. Betrag der Rente. Verstümmelungszulage. Kriegszulage. Zivilversorgung. Bedingte Renten und Rentenzuschüsse. Alterszulage. Rente und Zulagen. Anspruch auf Rente. Wegen törperlicher Gebrechen Ent Tassene. Feststellung der Renten. Rechtsweg. Zahlung der Versorgungsgebührnisse. Erlöschen des Anspruchs auf die Gebührnisse. Ruben des Anspruchs auf die Gebühr. nisse. Anspruch der Hinterbliebenen. Ausschluß von der Pfändung und Besteuerung. Schadenersas. Rechtsweg. Personen der freiwilligen Krantenpflege im Kriege. Besondere Vorschriften für Angehörige der Marine und der Schuztruppe. 3. Kriegsversorgung. Wer hat Anspruch auf Kriegsversorgung? Kriegs. witwengeld. Kriegswatsen. geld. Kriegselterngeld. Witwenbeihilfen. An wen sind Anträge auf Kriegswitwen, Waisen- und Elterngeld zu stellen? Gnadengebührnisse. Festsegung ber Hinter bliebenenbezüge. Zahlung der Hinterbliebenenbezüge. Erlöschen des Bezugsrechts. Ruben d. Bezugsrechts. Ber sorgung der Hinterbliebenen v. Berschollenen. Rechtsweg. Besondere Vorschriften f. die Angehörigen der Kaiserl. Marine. Besondere Vorschriften für die Kaiserl. Schuhtruppen in den Schuhgebieten. 4.Invalidenversicherung von Kriegsteilnehnern und deren Hinterbliebenen. Invalidenrente. Witwenrente. Waisenrente. Witwengeld und Waisenaussteuer. Stellung von Anträgen. Anrechnung v. Beitragswochen. Seilverfahren.KnappschaftsVersicherung.Erstattungsan. sprüche aus der Angestellten. versicherung. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenstraße 3 Verantwortlicher Redakteur: Alfred Scholz, Neukölln. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Borwarts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co, Berlin SW