Nr. 71. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. In der Poft Beitungs- Breisliste für 1894 unter Nr. 4910. and Vorwärts diur 11. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Bfg., für Vereins- und Beriammlungs- Anzeigen 20 Big. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in de: Expedition abgegeben werben. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Ubr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vors mittags geöffnet. Fernsprecher: Amt I, 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die französische Weinkrisis im Parlament. Mittwoch, den 28. März 1894. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. 4 Millionen niemals mehr; der Wein, der übrig blieb, hältniß, wie die Einfuhr und die Fabrikation künstlichen wurde in die Brennereien geschickt, und zu Franz- Brannt- Alkohols sich vermehrten, verminderte sich die Produktion wein gemacht. von Branntweinen aus Wein. Im Jahre 1876 Aber heute ist das alles verändert: die Reblaus, betrug fie 545 994 Heftoliter; im Jahre 1890 nur Paris, den 24. März 1894. Der Handelsminister, der die Lage des Die Klagen der Weinbergsbefizer, welche sich in der welche die Weinberge verheerte, hat gelehrt ein ohne noch 30 799. fennt Trauben zu verfertigen, wie der Abgeordnete Surchamp Binnenmarktes und fie für hoffnungslos seltsamen Lage befinden, durch den Ueberfluß einer guten aus der Gironde erklärte. hält, erklärte in der Kammer:„ Wir mögen thun Ernte an den Rand des wirthschaftlichen Unterganges geIn den vorreblaufigen Zeiten warf man, sobald der was wir wollen, wir werden demnächst doch in die Noth bracht zu sein, sind vor das Parlament gekommen. Man Wein gekeltert war, die ausgepreßten Trestern( Trebern) wendigkeit versett sein, jedes Jahr 10 bis 12 Millionen Hektosollte nun denken, daß die Anwälte der nothleidenden Wein- den Hühnern hin oder auf den Mist; heute bewahrt man liter auszuführen. Ich theile nicht die Zweifel, die in bergsbesitzer dies nur in der Absicht gethan hätten, den die ausgefelterten Trauben sorgfältig auf. bezug auf die Ausfuhr von der Tribüne herab ausgedrückt Nachweis zu liefern, daß unter diesen, sowie unter vielen Man legt sie in Wasser, das 25 Kilo Bucker auf den worden sind, denn wenn wir diese Hilfsquelle nicht hätten, so anderen Verhältnissen, der Bourgeoisstaat zu jeder Reform Hektoliter enthält. Das gährt und giebt eine altoholisirte würde uns nur ein Mittel übrig bleiben: unsere nationale unfähig ist, selbst dann, wenn es sich um Hilfe ausschließ- Flüssigkeit, die man dem Weine hinzufügt, und die es er- Produktion einzuschränken." lich für die befizenden Klassen handelt. Der Finanzminister möglicht, daß die Ernte verdoppelt und verdreifacht wird, Aber der Handelsminister weiß, daß die Weinproduktion Burdeau bemüht sich auch in der That, diese Ohnmacht denn man kann die Operation mehrere Male wiederholen. in Europa, in Rußland, in den Vereinigten Staaten, in festzustellen: er hat einen Gesezentwurf eingebracht, welcher Man braucht gar nicht einmal Weinbergsbesiger zu sein, der Republik Argentinien sich ausbreitet, und er verzweifelt die Erbschaftssteuer abändert. Diese ist allerdings höchst um Wein zu machen; man verfertigt ihn mit Rosinen und an dem auswärtigen Markt. merkwürdig. So erbt Jemand z. B. ein Gut von 100 000 Fr. ,, Es ist fast ausschließlich unser Binnenmarkt, der uns im Werth, auf dem aber eine Schuld von 50 000 Fr. ruht. Wohlaner muß die Erbschaftssteuer so bezahlen, als ob er minderte, schritt die Fabrikation des Kunstweins vor. Man Sigung. In dem Maße, in welchem sich der Naturwein ver- Aussicht auf neue Absatzgebiete eröffnet", sagte er in derselben 100 000 Fr. crbte; man legt ihm die Erbschaftssteuer für führte spanische Weine ein, die 13, 14 und 15 pCt. Alkohol Wenn Sie sehen, wie die auswärtige Produktion, die eine Erbschaft auf, die er nicht erhält. Seit 80 Jahren ist enthalten, man verschnitt sie, das heißt: man mischte sie mit Produktion der anderen weinzüchtenden Länder in eine Reform dieses Gesetzes vergebens gefordert worden. anderen Weinen, benen ein Zusatz von Waffer beigefügt wenigen Jahren von 100 auf 150 millionen Hektoliter geWenn man sich mit Reformen, welche die Philister interWenn man sich mit Reformen, welche die Philister inter- war. Man fabrizirte auf diese Weise die sogenannten Ver- stiegen ist, dann müßte nachgewiesen werden, daß die Koneffiren, so sehr beeilt, dann können wir uns nicht beklagen, schnittweine( coupages), durch welche das Volk den Ge- sumtion der ganzen Welt sich um über ein Drittel verdaß es mit den Reformen, welche dem Arbeiter zu gute schmack der Naturweine verlor. Und das Publikum vermehrt hat." tommen, so langsam vorwärts geht. Feigen. Aber der Fall der Weinbergsbesitzer ist nicht so flar- langt auch wirklich von dem Weine nur noch eine Eigenihre Wertheidiger in der Kammer wußten offenbar nicht schaft: daß er genug Alkohol enthält, um den Zusatz von Wasser zu gestatten.*) recht, was sie vorschlagen sollten, um ihnen aus der Ver legenheit zu helfen; und sie zeigten nicht viel Glauben an die Reformen, die sie befürworteten. tommen. Was thun, um Konsumenten zu finden? Gallus. Die Krise wird sich fortwährend verschärfen, je mehr die wiederhergestellten Weinberge Ertrag geben. Man wird Ein anderer Deputirter der Gironde, der Graf nicht wissen, wohin mit dem Wein. Und gegen das Unglück von Lorsan, verlas Briefe von französischen Kaufleuten, die des Ueberflusses, kennen die Herren Bourgeois kein Heilmittel. mit Ebro- Wasser und mit 15 pet. Alkohol bestellten. in Spanien Weine ,, con agua del Ebro", d. h. Meine Nachschrift. Der Raum fehlt mir hier, um die Und dieser Alkohol, den man dem in Frankreich bestellten vielfachen Ursachen der Weinkrise auseinanderzusehen, die und dahin geschickten spanischen Wein zusetzte, war so klassisch den Widersinn der kapitalistischen Produktion charakterisirt; aber ich werde in der Neuen Zeit" einen Die Anwälte der Getreidelandbefizer waren wenigstens mit einer bestimmten These und einem festen Vorschlag geFrankreich", sagten sie, ist von russischem, amerikanischem und indischem Weizen überschwemmt, der schlimmer preußischer Schnaps. Die Franzosen blieben nicht zurück; auch sie verlegten ausführlichen Artikel veröffentlichen, in welchem ich nachift als die Preußen des Herrn Bismarck halten wir ihn sich darauf, den Wein mit preußischem Schnaps zu verweise, wie die Entwickelung des Weinbaues in den veran der Grenze durch Schußzölle auf und wir werden unser fälschen. Von 1878 bis 1882 stieg die Einfuhr des preußi- schiedenen Ländern und die Anwendung der industriellen Getreide zu 25 bis 30 Fr. den Doppelzentner verkaufen." schen Schnapses von 62 243 auf 155 470 Hektoliter. Die Chemie dazu geführt haben, das Elend im UeberDie Abgeordneten wußten wenigstens, wie sie zu patriotischen Schnapsbrenner Frankreichs wollte nicht, daß flusse zu erzeugen. ftimmen hatten. die deutschen Schnapsbrenner diese hübschen Profite einDie Weintrise ist aber eine andere als die Getreidekrise. fackten; sie fabrizirten mit wahrer With Schnaps aus Kar Die Weinproduktion des Jahres 1893, die sich auf 50 Millionen toffeln, Runkelrüben und Melassen. Im Jahre 1866 Politische Leberlicht. Hektoliter beläuft, erscheint außerordentlich, weil sie fabrizirten sie 1417 000 Hektoliter Alfohol; 1889: 2246000; nach einer Reihe von 15 Jahren der Reblaus fommit, 1893: 2 263 000- und die Einfuhr aus Deutschland fiel während derer der mittlere Ertrag 30 Millionen gewesen 1889 auf 977 Hektoliter. Und heute können die Franzosen war. Vor der Reblaus wurden durchschnittlich mehr als mit Stolz sagen, daß sie von Patrioten vergiftet werden 56, nachmal 60, 70 und selbst 83 Millionen Hektoliter und nicht mehr von Deutschen. Und in demselben Verwie im Jahre 1875- produzirt, und man hatte gar teine Schwierigkeiten mit dieser reichlichen Weinernte. Die Konsumtion im Land betrug damals wie heute Berlin, den 27. März. Die Unterdrückung der Elsaß Lothringischen Bolts- Zeitung". Bum Osterfeste hat der Statthalter von Elsaß- Lothringen der Sozialdemokratie eine freudige Ueberraschung bereitet, indem er ihr in Mülhausen erscheinendes Organ auf grund des Diktaturparagraphen schlankweg Die Franzosen gießen dem Wein stets Wasser beim verboten hat. Die Angebung von Gründen ist dazu nicht erforderlich für den Diktator. Veranlassung dazu hat ihm nach 45 Millionen Hektoliter; die Ausfuhr zwischen 3 und Trinken zu. Feuilleton. Der Inde. Deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts. Von C. Spindler.*) Gespenst der Vorwelt: Zauberer: Auf daß Du Zeugniß gebest von einer dunklen Zeit. Erster Theil. Erstes Kapitel. hagerer Mensch, in der etwas zerlumpten Kleidung eines Herrenknechts, fam zur Thüre herein und fragte mit winterblauen Lippen nach dem Befehle des gestrengen Winter hatte dem Spätherbst täppisch und zierlich zugleich ins Amt gegriffen; denn, während alles knisterte und knarrte vor der früh eingebrochenen ungestümen Kälte, hatten die entlaubten Bäume weiße Wollelöckchen angesetzt, und nied- Herrn. liche Eisblümlein sich angewachsen am Glas und Gestein. Sag an, Vollbrecht!" fragte der lettere: Wie ging Zwar leckte der Sonnenstrahl gierig an den über Nacht es denn zu, daß ich in Wamme und Krause zu Bett ge aufgeschoffenen Gewächsen, aber seine Bunge war nicht mehr tommen?"- Euer demüthiger Knecht hat Euch selbst feurig genug, fie aufzuzehren. Im unteren Geschosse des hineingebracht;" erwiderte Vollbrecht mit ängstlichem BückRebstocks tam man der matten Sonnenflamme mit glühen- ling:" Ihr littet gestern stark am Gebreste des heiligen Martin, und so geschah es denn..." " Still!" befahl der Herr. Wie komme ich aber zu dem Kind?" fuhr er kleinlaut fort. Warum russt Du mich herauf aus meinem bunklen Grabe? dem Ofen zu Hilfe, allein im Oberstocke glimmte kein Funke, und der mächtige Kachelofen der hübschesten Stube des Hauses, die nach einem über der Thüre angemalten bunt farbigen Blumenstrauße, die Maienstube" genannt wurde," Der gestrenge Junker wolle sich nur gütig erinnern war eiskalt, obschon ein stattlicher Gast das Gemach be" sprach Vollbrecht, ein paar Schritte ausweichend wohnte. Die Attribute der Ritterschaft: Schwert, Hand- wie ich Euch gestern aus der Trinkstube zum Rosengarten schuhe, bespornte Stiefel und Federhut lagen unordentlich heimleuchtete mit dem Kienspan, den mir die rothbädige hin und her auf dem Boden zerstreut. Der Be Dorothea aufgedrungen, und wie wir im Scheibengäßlein sitzer dieser Herrlichkeiten lag aber völlig angezogen zu unfern von dem Eckstein, an dem das Muttergottesbild Bette, beschäftigt, den verwichenen Martinsabend auszu- aufgerichtet, den Knaben gefunden, der da eingeschlafen schlafen, der ihm nicht am zuträglichsten gewesen zu sein war." schien. Neben ihm ruhte, in einem Reitermantel gewickelt, O Marten! Marten! Der Korb muß verbrannt sein. Das Geld aus den Taschen. Der Wein aus den Flaschen, Die Gans vom Spieß! Da trint und iß! Wer sich voll zechen kann, Wird ein rechter Martinsmann! Altd. Lied. Der zwölfte November des Jahres Eintausendvierhundertundvierzehn nach des Erlösers Geburt sah mit faltem und duftigem Morgenantlig in die Fensterscheiben der Herberge zum Rebstock in der Reichsstadt Worms. Der Erfrieren," bestätigte Vollbrecht, die Thürklinke zur Hand nehmend:„ Erfrieren oder uns von dannen machen; denn der Wirth will nicht länger borgen, und verlangt Bahlung unserer Beche." Ganz recht; ich besinne mich nun auf alles;" erein gar holder Knabe, dessen still lächelndes Gesicht, vom widerte der Junker, und rieb sich die erstarrenden Hände; sanftesten Schlummer befangen, sehr gegen das aufge- Was treibt aber unser Wirth, daß nicht einmal Feuer andunsene, von Trunkenheit und wüsten Träumen entſtellte gemacht wird bei der grimmen Kälte? Sollen wir hier Antlig des Nebenschläfers abftach. Der Letztere regte sich erfrieren?" endlich, fuhr mit der breiten Hand über Stirn und Augen und den bereiften Bart und erwachte. Verwundert betrachtete er die Stube und seine eigene Gestalt; seine Ver*) G. Spindler gehört zu den beliebtesten Romanschreibern wunderung wurde Erstaunen, da er seinen Bettnachbar geder ersten Hälfte dieses Jahrhunderts. Im Jahre 1796. zu wahrte, und er sprang bei dessen Anblick auf, gleich als" Nichts Billigeres als das," antwortete der Herr: Breslau geboren, starb er 1856. Der berühmteste seiner Romane ob ihn eine Schlange gestochen. Unverständliche Worte vor aber Verlangen ist eins; Bahlen hingegen ein anderes. ist der, den wir hiermit zum Abdruck bringen, und der in der That Zeugniß giebt von einer dunklen Zeit, deren abscheuliche sich hinbrummend, und vor Kälte zitternd, fuhr er in die Ich habe keinen Weißpfennig mehr in der Tasche, alles Ausgeburten eine wüste Partei wieder ins Leben zu rufen be Stiefel und stampfte dreimal gewaltig den Boden, daß der ging gestern drauf in Wein, Imbiß und Brettspiel. Der müht ist so daß es dem„ Juden" auch nicht an einer gewissen schlafende Knabe erschrocken aufschrie, alsbald jedoch alte Starr muß warten." wieder in Müdigkeit und Schlummer versant. Ein langer Aktualität" fehlt. Vollbrecht schüttelte den Kopf." Ich zweifle, Herr," den geschwätigen Auslassungen offiziöser Federn ein Artikel| gesprochen, den uns die Regierungsbureaukratie in Strapunseres Mülhauser Bruderorgans vom 21. März gegeben, burg liefern fonnte. in denr der moderne Gößendienst" gegeißelt wurde. Den Wir haben denn auch nur die eine Antwort auf diese Diktaturfreunden kommt dieses Verbot gelegen, so sehr ge- Diktatorthat: Mit aller Kraft dahin zu streben, daß diese legen, daß man auf den Gedanken kommen muß, ein das Volkswohl schädigende und die Volksfreiheit unteranderer Artikel hätte schließlich dem that begierigen Diktator drückende Diktatur so schnell wie möglich beseitigt wird, die nämlichen Dienste leisten können. Der„ Norddeutschen und wir hoffen, daß das elsaß- lothringische Volt durch das Algemeinen Zeitung" ist nämlich wie anderen offiziösen Verbot des sozialdemokratischen Blattes um so schneller zu Blättern auch aus Straßburg ein Waschzettel zugegangen, der Erkenntniß tommt, wo seine wahren Freunde sind, und in dem es heißt: um so fräftiger uns in allen unseren Bestrebungen unterstüßen wird. Zeichen der Zeit. Die„ Kreuz- Zeitung" veröffentlicht heute ein ernstes und gewichtiges Wort" gegen die obliga torische Zivilehe. Nächstens tommt wohl ein ernstes und gewichtiges Wort" für die Zwangs- Kirchenehe und die Zwangs- Kirchentaufe. vorzuzeigen. Wenn dies geschehen ist", schreibt das Blatt, werden die Mannschaften und die Gewehre, sowie die Dienstbücher revidirt, ja nöthigenfalls sogar Strafen verhängt und dies alles ohne die Uniform, die doch einzig und allein das Recht der Bestrafung giebt und ihren Träger gegen etwaige Widerseglichkeiten der Untergebenen bewahrt. Es scheint uns, daß darin nicht allein eine ernstliche Beeinträchtigung des militärischen Geistes und der Disziplin, sondern geradezu eine Gefahr liegt. Denn es ist klar, daß eines Tages, wenn ein nur einigermaßen militärisches Auftreten und eine Visitenkarte genügt, um sich zu den Wachen der Pariser Garnison Eintritt zu verschaffen, zu erwarten steht, daß um so leichter unliebsame Mißverständnisse, ja sogar ein ernster Mißbrauch vorkommt, wofür dann die Untergebenen ficher nicht verantwortlich gemacht werden können." So der " Figaro". Uns Deutschen kann es schon recht sein, wenn die französische Armee auf den Stand von Miligen herab sintt. Dahin aber führen unausbleiblich die vorerwähnten Dinge. Während eine vom Oberelsaß ausgehende Petition an den Reichstag um Einführung des deutschen Reichs- Breßgesetzes in Elsaß- Lothringen bei den Zeitungsverlegern und Redakteuren zirkulirt, haben die neuesten Erfahrungen dargethan, daß die Bedingungen immer noch nicht erfüllt sind, welche einen der artigen Schritt nicht nur erlaubt, sondern gerechtfertigt er scheinen ließen. Man darf behaupten, daß viel in durch aus haltlosen Angriffen auf die Regierung geleistet ward, ohne daß lettere, wie in ihrer Macht gelegen hätte, dagegen einDer 18. März ist in diesem Jahr mehr als je zuvor Wir wissen den Schmerz halbamtlichen Militärzopfes geschritten wäre. Noch mehr aber hat man die Langmuth der als internationaler Feiertag begangen worden. Regierung bewundern müssen im Hinblick auf das Treiben des Aus allen Ländern und Städten der Welt kommen Berichte, gebührend zu würdigen; und auch wir wollen hoffen, daß zu Mülhausen erschienenen sozialdemokratischen Parteiorgans, welche die begeisterte Theilnahme der Massen melden. Be- die französische Armee recht bald auf den Stand von Milizen der Elsaß Lothringischen Volts- Beitung". Diese verfolgte fonders imposant war die Feier in Paris, Wien, Berlin zwar nicht herabfintt", aber sich emporhebt. Das offenfundig das Ziel, alle Autorität zu untergraben, Erbitterung und Hamburg. Am allgemeinsten war sie in Frankreich selbe hoffen wir von unserer deutschen Armee; und wir und Haß gegen die besitzenden Klaffen zu erzeugen und den Umsturz der bestehenden Rechtsverhältnisse vorzubereiten. Daß und Deutschland, den beiden Ländern, die selbst je einen werden unser Möglichstes thun, daß die Hoffnung sich erein solches Preßerzeugniß geeignet war, die öffentliche Sicher- 18. März gemacht haben. Der internationale Charakter füllt. Was beiläufig die Anhänger des„ Figaro" betrifft, daß 31 11 bbie Mai heit zu gefährden, liegt auf der Hand. Und wenn man bislang des Festes fam imposant in den Stürmen des Jubels zum immer noch gezögert hatte, zum letzten Mittel zu greifen, so Ausbruck, mit denen in Paris der Gruß der Berliner Soin der Uniform das Recht der Bestrafung" und überhaupt lehrte die Erfahrung, daß die Haltung der„ Elsaß- Lothringischen zialisten aufgenommen wurde. der ganze militärische Geist" steckt so ist sie auch in Volks- Zeitung" mit jeder Nummer kühner in ihren maßlosen Deutschland in militärischen Kreisen nicht blos verbreitet, Ausschreitungen wurde. Endlich brachte sie in ihrer Ausgabe Ein Wort sprechen, ist leicht, cin Wort un sondern allgemein herrschend. Sie entspricht nur dem alten vom 21. d. M. einen Leitartikel Moderner Gößendienst", der gesprochen machen aber unmöglich. Von dieser fatalen Wort: Kleider machen Beute. Wenn der Zivilschneider die feinem ganzen Inhalt wie seiner Form nach ausschlaggebend Wahrheit muß sich jetzt der Poltergeist der alten Raketen- Bivilfanaille macht, warum nicht der Militärschneider den fein mußte für die Entscheidung der obersten Verwaltungs- tiste überzeugen. Das Papagenofchloß, welches der Berliner Militär mit sammt dem„ militärischen Geist"? behörde. In diesem Artikel wird die dem ganzen deutschen Hofgang ihm angelegt, war natürlich sehr unbequem Wolfe ehrfurchtgebietende Heldengestalt Kaiser Wilhelm I. in und verschiedentliche kommentwidrige Kraftworte sind dem Der Pariser Gemeinderath und die Maifeier. niedrigster Weise geschmäht und in den Schmutz gezogen... Turfte ein Blatt, das solche Schmähungen gegen den Stolz Baun der Zähne entwischt und haben dem Urheber Ver- Der Gemeinderath von Paris hat, wie uns von dort geund Ruhm der deutschen Nation, gegen Kaiser Wilhelm Ilegenheiten, den Betroffenen Aerger und dem großen schrieben wird, in seiner Sigung vom 23. März beschlossen, die Verwaltung solle allen städtischen Arbeitern und Ans wagt, länger noch fortbestehen? Die Stimme des Boltes(!!!) Publikum Heiterkeit bereitet. Der Unter anderem sagte der Poltergeist wird hier mitsprechen, sie wird laut und vernehmlich ihr Urtheil natürlich als gestellten den 1. Mai ohne Lohnabzug freigeben. fällen, tahingehend, daß ein derartiges Vorgehen nun und das Zustandekommen des Handelsvertrages mit Rußland Bräfekt hat natürlich seine Bedenken dagegen erhoben. nimmer geduldet werden darf. Der Statthalter von Glfaß fehr zweifelhaft erschien: wenn der Vertrag nicht Zwischen ihm und dem Gemeinderath herrscht eine alte Lothringen fonnte nicht anders handeln, als er gehandelt hat. zu stande käme, würde das den Krieg mit Rußland be- Fehdejo alt wie das Justitut des Seinepräfekten, der Innerhalb der letzten zehn Jahre ist von den dem Statthalter deuten. Das Wort bekam Flügel und mißfiel in Berlin. die Polizei- Oberherrschaft über die Erwählten der Bürger zuftehenden außerordentlichen Gewalten kein Gebrauch gemacht Was thun? Abschwören, wie der Bauer in den Fliegenden schaft ausüben will. Der Präfekt hat jetzt die Absicht, sich worden; und seitdem im Jahre 1881 die Presse d'Alsace. Blättern! Gut. Doch das Wort ist durch vornehme Gewährs- in das Stadthaus, die Residenz des Gemeinderaths, einzus Lorraine" und 1884 durch Erlaß des Generalfeldmarschalls v. Manteuffel drei weitere Blätter:" Union"," Obilienblatt" lente in die Deffentlichkeit gekommen. Graf Dönhof- Friedrichs- quartieren. Dies will der Gemeinderath nicht dulden, und und„ Echo" alle drei protestlerischer Tendenz verboten ſtein hat es erzählt. Zur Nede gestellt, bezieht er sich dessen Vorsitzender hat auch morgen eine außerordentliche worden sind, hat die elfaß- Lothringische Presse auf Ehren- Schwenniger, der es Herrn Krupp, dem Protestsigung berufen, die der Präfekt aber für ungefeßlich durchaus behagliches Dasein geführt Millionen Krupp, hinterbracht habe. Ehren Schwenniger erklärt. Kurz, das Ministerium Casimir Perier, unter dem ( behaglich im Deutschen Reich!!!). Und wenn nun in den fagt, er habe nichts gesagt. Und jetzt erklärt nun Millionen- der Seinepräfekt steht, ist auf dem besten Wege, mit der legten Zeiten gerade von verschiedenen Seiten für die Gin Krupp, er müsse sich also in Ehren- Schwenniger getäuscht Stadt Paris in einen Konflikt zu kommen. Und in führung des deutschen Reichspreßgesetzes und für die Abhaben Schaffung aller Ausnahmegesetze, vorzüglich des sogenannten Schwenniger'ichen Doppelgänger. Nungefagt sei's aber worden. Es bleibt also beim einem solchen Konflikt hat noch keine französische Regierung ihn zu finden, gefiegt. Diktaturparagraphen, agitirt wurde, so dürfte nach den neuesten Vorgängen die Ueberzeugung durchbrechen, daß die ist Ehren- Schwenniger's Sache. In diesem Babel ist nur Das Juftitut für internationales Recht hat in Bahn für eine derartige durchgreisende Abänderung der be- Eins gewiß, daß der alte Poltergeist etwas gesagt hat, was Paris am 27. März Vormittags seine XV. Geffion eröffnet. stehenden gesetzlichen Bestimmungen heute noch nicht frei ist er nicht gefagt haben will; und daß es ihm mit seinem Den Vorsitz führt der Unterrichtsminister Spuller. Er hielt Auch abgesehen von den sozialdemokratischen Bestrebungen, darf fatalen Wort geht wie dem Chamisso'schen Zopfhelden: eine Ausprache, in der er die Anwesenden willkommen hieß nicht außer Berücksichtigung gelassen werden, daß die Zustände Und wie er sich wendet und wie er sich dreht und das Arbeitsprogramm darlegte.in Elsaß- Lothringen wenn auch die Germanisation unter der Statthalterschaft des Fürsten v. Hohenlohe unbestreitbar bedeutende Fortschritte gemacht hat doch noch nicht vollein ständig denen Altdeutschland gleichen. Denn eine Spanne von einigen zwanzig Jahren hat nicht ausreichen können, um die gefammte Einwohuerschaft dieses Landes ganz auf den Boden der Thatsachen zu stellen. Daß dieses Ziel in gegebener Frist erreicht wird, ist zweifellos; noch aber ist die Zeit nicht da. Der Beweis dafür liegt in den vorstehend beregten That fachen." " g Das Wort, das hängt ihm hinten.--" = 910 19 Der schweizerische Gewerkschaftsbund hielt am Ostersonntag und am Oftermontag seinen Jahrestongreß in Bern ab. Alles verlief in bester Harmonie. Neue Forderungen für's Heer in Sicht? Die Berleihung des Schwarzen Adlerordens an den Kriegs minister wird in der Köln. 3tg." von einem Offiziofus auf doppelte Weise erklärt. Herr Bronsart v. Schellendorf soll sich durch sein Eintreten für den General Kirchhoff uni Greulich, der schweizerische Arbeiterfekretär, ist wegen die Familienebre" verdient gemacht und mit dem Kaiser eines wirklichen oder angeblichen Wahlkompromisses- wir allerhand Reformpläne ausgearbeitet haben. Diese Heeres mischen uns in die inneren Angelegenheiten der ausreformpläne würden demnächst das Licht der Welt erblicken. ländischen Genossen nicht gern ein in Differenzen mit Nach ihnen wird dann zweifellos auch dem steuerzahlenden einem Theil der Züricherischen Sozialdemokraten gekommen, Bolte die Rechnung präsentirt werden. Wenn diese Re- die seinen Ausschluß aus der Partei fordern. Diese formen" wenigstens noch bei einigen neuen Quaften, Trod- Inquisitionsspielerei" wird von Genossen Wullschleger in deln, Blechmützen und Offizierröcken ihr Bewenden hätten! Basel, der was Prinzipienklarheit und Festigkeit angeht, Aber im Heereswesen hat die Reformirerei die bedenkliche von keinem der Schweizer Genossen übertroffen wird, auf das Schärsste verurtheilt. Er beschuldigt in der letzten Tendenz, recht kostspielig zu werden. Nummer des Baseler Vorwärts" den Genossen Robert Seidel von der Volksstimme", die Hah gegen Greulich, den genialsten Kopf der schweizerischen Sozialdemokratie", begünstigt zu haben. Der Figaro" theilt mit, daß jetzt vielfach die Offiziere die Posten und Wachen in bürgerlicher Tracht inspiziren und fich damit begnügen, dem Wachtkommandanten ihre Visitenkarte Wir halten es für überflüssig, auch nur ein Wort zur Bertheidigung des unterdrückten sozialdemokratischen Blattes zu verlieren. Das Blatt hat sein gutes Recht wahr genommen, in scharfen Worten eine gesetzgeberische Maß regel und deren Behandlung im deutschen Reichstage zu erörtern, sowie eine Persönlichkeit aus unserer jüngsten Bergangenheit einer geschichtlichen Kritik zu unterziehen. Der Artikel trägt nicht einmal ein spezifisch reichs- Eine entsetzliche Mähr kommt aus Frankreich ländisches Gepräge. Er hätte ebenso gut in einem eine Mähr, die alle christlich- germanischen Militärzöpfe jeden anderen deutschen Blatte erscheinen können. Nicht Kerzengerade zu Berg stehen macht: Die französischen Offiziere eine Spur von Aufreizung zu Gewaltthaten ist darin zu haffen die Uniform, und tragen lieber Zivil! Oschrecklich, entdecken. Wir sind überzeugt, daß auch der findigste schrecklich, schrecklicher als schrecklich! Wir hatten es früher Belgien hatte vor Ostern seinen König verloren. DerStaatsanwalt darin feinen Anhalt zu einer stichhaltigen schon einmal erwähnt, daß solche umstürzlerischen Neigungen selbe wurde zwar nicht steckbrieflich, aber durch die Zeitungen Auflage aufstöbern könnte. in den französischen Offizieren aufteimten. Jezt ifts fürchter gesucht, und fand sich schließlich irgendwo im Auslande In der Thatsache, daß man nur die Diftatur ftügen liche Wahrheit geworden, und das halbamtliche Reichs- wieder. Er wurde schleunigst nach Brüssel geholt, um in zu können glaubt durch die Berufung auf dieses Verbot, tanzler- Drgan, der Hamburger Korrespondent" schreibt unter der herrschenden Ministerkrise die verfassungsmäßigen daß zu diesem Verbot dem ersten seit mehreren der Spizmarke:„ Die französischen Offiziere in Hebammendienſte zu thun. Der bisherige Ministerpräsident Jahren ein Artikel herhalten mußte, der weder 3ivil": Bernaert wird wahrscheinlich zurücktreten; und irgend ein etwas besonders Elsaß Lothringisches behandelt, noch anderer seinen Platz einnehmen. Von einem Systemwechsel überhaupt strafbar ist darin liegt der klarste Beweis für kann nicht die Rede sein es handelt sich blos nm einen die Ueberflüssigkeit und Schädlichkeit der Diktatur ausWechsel der Steckenpferde. Herr Bernaert hatte sich nämlich auf irgend eine von ihm oder in seinem Auftrag verfertigte Karrikatur der Proportionalwahl gefteift und der Mehrbeit der Kammer hat diese Karrikatur nicht gefallen- fie wünscht eine andere. Eine beffere gewiß nicht.- Der " Ich gehe, den Stall zuzufperren", verfekte der Bürger Nachfolger Bernaert's heißt beiläufig nicht Woafte der sich darauf gespitzt hatte Müßt Ihr gen Costnih, mögt Ihr zu Fuße gehen, sondern de Burlet. Sonst ist Kreuz, Stein und Dorn!" brach der Junker los, nach falt. der Klinge fahrend, daß Bollbrecht solcher Auftritte nicht Euer Pferd bleibt hier zurück, bis mein ist, was mir gehört." von dem Mann nichts zu sagen. ungewohnt sich hinter der Thüre barg: was bildet er Nachspiele der Kossuthfeier. Die Klerikalen suchen fich ein, der Wormser Lump? Streckt er eine Kralle nach weißt Du, mit wem Du also sprichst? Ich bin der Edel- in Ungarn der Kossuthbegeisterung entgegenzuarbeiten, haben meinem Gaul aus, so haue ich sie ihm ab. Gleich foll er fuecht Gerhard von Hülshofen, und darum nicht zu Schild indeß bisher damit mir schlechte Geschäfte gemacht. Go tommen gleich, und auf der Stelle; ohne Säumen!" und Helm geboren, um mir von einem elenden Reichs- wird jetzt aus Budapest berichtet, der Abt Kopper in NeuVollbrecht sprang die Treppe hinab. Der Junker stülpte städter Schmachreden ins Angesicht sagen zu lassen." trogig den Hut auf den Kopf und schritt, eine Anrede an„ Ich kenne Euch wohl", erwiderte der Wirth; wer katholischen Kirche verweigert, worauf 240 Katholiken des satz hätte die Aufhiffung der Trauerfahne auf der dortigen den Herrn des Rebstocks im Sinne ordnend, ungeduldig sollte den verwegenſten Gesellen am Rheinstrome nicht kennen, Dris zur reformirten Religion übergetreten seien. auf und nieder. Bald erschien auch der Gerufene, das den der wohlweise Rath von Frankfurt als seinen Kämpfer verhängnißvolle Kerbholz tragend, auf dem die ziemlich und Turnierfechter gedungen; der zwar keinen Gegner unbeträchtliche Schuldsumme des Gastes eingeschnitten zu bezwungen läßt, aber auch feinen Becher ungeleert, keine sehen war. Dirne ungeneckt, und keinen Herberger ungeprellt. Darum eben nehme ich Euern Gaul." " -O sprach er hierauf, vorsichtig die Thür öffnend. Der Der Wirth sah den Sprecher einen Augenblick an, Mensch sagte mir erst vorhin, er werde nach Pferd und zuckte die Achseln und ging nach der Thür. Wohin gehst Baum greifen, wenn nicht noch heute morgen alles getilgt Du?" fragte ihn der andere. würde, was darauf gegangen ist in dieser Woche." " Wie viel beträgt meine Beche?" fragte der Lettere barfch, als stroßten seine Taschen von Golde. Wie?" fuhr der Gast auf, Du ungeschliffener Wirth! " Das Pferd gehört meinen Herren von Frankfurt", rief der Edelknecht pazig. " Zwanzig Turnojen, drei Pfennige für den Herrn, den Knecht und das Pferd," antwortete der Wirth vom Rebstock So mögen Eure Herren von Frankfurt es auch aussehr freundlich. Ein Bettelgeld," prahlte der Fremde: obgleich die Zeche übertrieben theuer. Aber wie gesagt, ein Bettelgeld, wegen dessen Tu mir keine Umstände machen wirst, guter Freund. Nicht wahr?" " Nicht die geringsten," erwiderte der Wirth: Ihr habt nur zu bezahlen, und meine schlechte Schenke ist wieder ganz zu Euern Diensten." " lösen;" versetzte der Gläubiger gleichgiltig. Der ehrfame Rath wird einen Reichsbürger nicht schädigen lassen an seinem Gut durch einen Dienstmann." Ich bin ein Edelmann, Bursche;" brauste der Junker; und wenn ich Spießbürgern diene, so geschieht es aus gutem Willen, und nicht. " Lieber Herr," erwiderte der Wirth:„ Ich vermag eines Adligen Thun und Lassen nicht zu schätzen; allein Du bist harthörig, mein Freund!" sprach der Gast ich wollte, Ihr hättet Enern Martinstag wo anders zugemit vornehmen Augenzwinkern:" Ich hatte gestern Unglück bracht. Ich habe Euch nicht geladen, und will folglich im Epicl, und der Martinsschmaus hat mich viel gekoftet. Gure Zehrkosten nicht aus eigenem Seckel bestreiten. Darum Heute kann ich Dich nicht befriedigen, aber sobald ich wieder- nehme ich Euern Gaul und damit genug." tehre von Costniß, soll Dein sein, was Dir gehört." ( Fortsetzung folgt.) Italien. Die Lage Crispi's wird immer schwieriger. Die Kammer widersetzt sich hartnäckig den beiden rettenden Plänen des Herrn Crispi; fie will sein Bankrottbudget nicht in Bausch und Bogen bewilligen, und sie will ihm nicht formell die Diktatur übertragen. Alle Intriguen haben dem„ Todtengräber der Monarchie" nichts genutzt während die schmachvollen Fälschungen und Justizmorde, deren er gerichtlich überführt worden ist, ihm den letzten Rest seines Ansehens gekostet haben. Man kann den Bankrott nicht wegschwindeln" sagt schneidend das Hauptorgan der englischen Konservativen, der" Standard", von Crispi. Unheilverkündend ist nachstehendes Telegramm: Rom, 26. März. Nach hier eingegangenen Privatmeldungen tam es gestern Abend in Montedoro( Provinz Caltanisetta) gelegentlich einer Prozeffion zu einer Schlägerei zwischen den in den Schwefelgruben beschäftigten Arbeitern, wobei ein Arbeiter verwundet wurde. Als sich ein Gendarm der Schuldigen bemächtigte, verlangten die Arbeiter unter lärmenden Rundgebungen die Freilassung der Berhafteten. Bei dem hierauf folgenden Zusammenstoß wurden 8 Personen Die alte Geschichte. Infanterie, Kavallerie- da fehlt nur die Artillerie, um die heilige Dreieinigkeit der Staatspfuschkunst voll zu machen. Brafilien. Einer Meldung des New- York Herald" aus Rio de Janeiro zufolge weigert sich die portugiesische Regierung, die brasilianischen Flüchtlinge an den Vizepräsidenten Peixoto auszuliefern. Parteinachrichten. 390 Bei den gestern in Bremerhaven stattgefundenen Stadt verordnetenwahlen haben unsere Parteigenossen in der III. Klasse mit 197 gegen 160 Stimmen der Ordnungsparteien" geftegt. 13 b Gin Sozialistenkongres findet am 8. April in Salou. piere( Belgien) statt. Die zur Diskussion gelangenden Punkte find die Maifeier, die Wahl- und Lohnfrage. verlegt, darunter ein Gendarm. Aus Caltanisetta find Ver. I gebrochen, daß die Sozialdemokratie ihr einziges Sprachrohr, ihr letzten Mann die Arbeit ruben lassen sollte. Wären wir so weit, ftärtungen an Kavallerie und Infanterie abgesandt.einziger Anwalt ist. 20dann wären wir Herren der Situation und hätten nicht mehr Wie ist dies gekommen? Weil wir in einer Frage, die eine nöthig zu streifen. Wir denken uns die Sache vielmehr so, daß Sebensfrage für das ganze österreichische Volk ist, die Führerrolle nur die großen, für die Produktion außerordentlich wichtigen übernommen haben. Zwei Drittel der österreichischen Bevölke Industriegruppen, wie die Bergwerksarbeiter, die VerkehrsDie Grundlagen unserer Verfassung sind Privilegien auf der In anderen Industriezweigen, in denen den Unternehmern rung sind von der Theilnahme an der Gesetzgebung ausgeschlossen. bediensteten, die Gasarbeiter 2c. die Arbeit niederlegen sollen. einen, Rechtlosigkeit auf der anderen Seite. Wesentlich zu das Rubenlassen der Arbeit vielleicht erwünscht wäre, müßte den auf Hilfe gekommen ist uns auch die Wahlbewegung der belgischen Arbeitern geradezu die Verpflichtung auferlegt werden weiter zu Genossen.d arbeiten. Der Massenstreit hat ferner, im Gegensatz zu sonstigen Als bei unferer Maifeier im Jahre 98 die Demonstration großen revolutionären Demonstrationen, den Vortheil, daß er ein sich in erster Linie gegen das heutige Wahlsystem tehrte, konnte völlig legales Mittel ist, und daß daher alle, von den Behörden es nicht mehr zweifelhaft sein, daß für Desterreich eine neue etwa provozirten Exzeffe auf die letzteren selbst zurückfallen, die Mera angebrochen war. Wohl hatten die Jungczechen bereits öffentliche Meinung den Streifenden also günstig gestimmt bleibt. früher den Antrag auf Einführung des allgemeinen, gleichen und Weiter spricht für den Massenstreit, daß er sich planmäßig vorbirekten Wahlrechts gestellt, aber Leben erhielt die Sache erft, als die bereiten, systematisch organisiren läßt. Nun ist von verschiedenen großen Arbeitermassen sich diese Forderung zu eigen machten. Geiten aus den Reihen der Genossen der Vorschlag gemacht Ein weiterer unschäßbarer Vortheil der Wahlrechtsagitation bestand worden, mit der Forderung des allgemeinen Wahlrechts, auch zugleich darin, daß wir mit derselben in fleinbürgerliche und Kleinbauer- die des Achtstundentages zu verbinden. Eine solche Verquickung liche Kreise eingedrungen sind, und dort die über die Sozialpolitischer und wirthschaftlicher Forderungen würde ein schwerer Demokratie gehegten Vorurtheile zerstört haben. Wie immer, hat Fehler sein, weil dadurch diejenigen unserer Gegner, die gegen die sucht, so lange und wo es nur immer anging. Am brutalsten denen eine Verkürzung der Arbeitszeit schwere Opfer auferlegte, auch diesmal die Regierung die Bewegung zu unterdrücken ge- Gewährung des allgemeinen Wahlrechts nichts einzuwenden haben, ift man gegen uns vorgegangen in Böhmen und Galizien. Hier sich auf die Seite der Regierung schlagen würden. Wollten Bin Wien gab es eine Bewegung, die von allen Instanzen ver- wir jetzt nach Einbringung der Wahlvorlage von seiten des boten war und die dennoch stattfand, weil man sich scheute das Koalitionsministeriums zurückweichen oder auch nur still stehen, Berbot durchzusetzen. Man fann gewiß schießen lassen, aber fein so wären wir eine geschlagene Partei, für jetzt und auf absehbare Mensch, auch der erleuchtetste Politiker nicht, fann sagen, welche Beit hinaus. Die Indifferenten würden uns in hellen Haufen Konsequenzen ein solches Vorgehen zeitigt. Es ist unangenehm den Rücken kehren, wenn sie sähen, daß wir den uns todtgefchoffen zu werden, aber es ist auch unangenehm schießen zugefügten Hohn mit einer Rückwärtskonzentrationbeant zu müssen, und wenn die Regierung endlich zu der Ueberzeugung worteten. Deshalb muß es unternommen werden, um die Vorfam, daß der gegenwärtige Zustand unhaltbar ist, so ist ihr lage zu Falle zu bringen. Natürlich können wir auf dem gegenDiese Erkenntniß durch die klassenbewußte Arbeiterschaft ein- wärtigen Parteitage den Streit als solchen nicht beschließen, gepaukt worden. Als endlich die Regierung sich drängen ließ, sondern wir können uns nur darüber verständigen, wie die Sache Bourgeoisie ihre bis dahin gegen die Arbeiterschaft bestehende sonstigen Bedingungen vorhanden sind, losschlagen önnen. Die ein halbwegs gerechtes Wahlsystem vorzuschlagen, vollzog die zu organisiren ist; damit wir im gegebenen Momente, wenn alle latente Verbindung nunmehr auch formell und warf damit den Wahlrechtsreform- Bewegung, die in der Forderung gipfelt: Fort letzten Rest von Scham über Bord. Die Ruhe, die nach dem mit dem ganzen System!" ist eine durch und durch revolutionäre 10. Ottober in der Wahlrechtsbewegung eingetreten ist, wurde Bewegung, und deshalb wünsche ich, daß wir uns in den Ber vielfach, auch von unseren eigenen Genossen, falsch gedeutet. der handlungen ebenso von Demagogie fernhalten, wie den revolu Aber wir mußten doch erst die Vorschläge der neuen Retionären Gedanken zum Ausdruck bringen mögen.( Lebhafter gierung abwarten, um einen Angriffspunkt zu haben. Der Beifall.) Kampf um das Wahlrecht wird ein langandauernder werden, und wir wissen, daß wir diesen Kampf nicht nur mit dem Flug Genossen das Wort Alois Krejci: An den bloßen Ver Zunächst erhält außer der Reihe als Sprecher der czechischen blatt, nicht nur mit Versammlungen führen fönuen, sondern daß fammlungen haben unsere czechischen Genossen vollauf genug. wir nach und nach alle Mittel werden anwenden müssen, die Was wir fordern, werden wir durch bloßes Wünschen nie erdem Proletariat zur Verfügung stehen. Aus diesem Grunde sind langen, wir müssen es erkämpfen. Wir treten daber mit voller auch die Genossen seiner Zeit von der Parteivertretung auf Entschiedenheit für den Massenstreit ein. Bereits auf dem gefordert worden, die Idee des Generalstreits zu diskutiren. Budweiser Parteitage haben wir uns mit der Sache beschäftigt. Wir haben eine Regierung gegen uns, die durch zwei Dort ist von den Vertretern der Bergarbeiter die Erklärung ab Arbeiter denkt. Die eine dieser Aeußerungen ist die von ihr vorligen werden, wenn neben dem allgemeinen Wahlrecht auch der Aeußerungen gezeigt hat, wie sie über die Forderungen der gegeben worden, daß sie nur dann fich an der Bewegung betheigeschlagene Wahlreform, die andere wenig bekanntere find die Achtstundentag gefordert wird. Da die Bergarbeiter biejenige neuen Breßordonnangen. Wir haben vor uns eine geschloffene be- Arbeiterkategorie bilden, die hoffen dürfen, am ehesten den figende Klasse und darum ist der Kampf, den wir führen, sowohl achtstündigen Arbeitstag zu erringen, während bei den in dem was wir ausführen, wie auch dem was wir unterlassen, Industrie Arbeitern außerordentlich verantwortungsvoll. Ich hoffe, daß der Partei sind, internationale Vereinbarungen nöthig haben wir die der tag bei Beurtheilung der Thätigkeit der Parteivertretung das gebilligt. Also Massenstreit für das allgemeine Wahlrecht und Forderung Bergarbeiter stets berücksichtigen wird.( Lebhafter Beifall) den achtstündigen Arbeitstag der Bergleute. Bolizeiliches, Gerichtliches 2c. Jam Wegen Aufreizung zum Klassen haß war feiner Beit gegen die Genossen Slomte, Dr. Diederich und Harders Anklage erhoben worden aus Anlaß der Veröffentlichung der Agitationsbroschüre: Die Bibel". Gegen das am 20. Januar von der Bielefelder Strastammer I gefällte frei sprechende Urtheil legte der Staatsanwalt Revision ein. Dieselbe ist jetzt von der Staatsanwaltschaft zurüdgezogen worden. Nach dreivierteljähriger Beschlagnahme ist also endlich der Vertauf der Schrift wieder frei. Das Verbot der Bersammlung in Meerane ( Sachsen), in welcher Frl. Wa bnih sprechen sollte, und gegen welches dortige Genossen Beschwerde bei der Kreishauptmannschaft 3 wida u eingelegt hatten, ist von diefer als gerechtfertigt erachtet worden. In dem amtlichen Schreiben wird Dem Stadtrath von Meerane in der Annahme, die Referentin tonne zu unfittlichen Handlungen"(!) auffordern, beigepflichtet. Weiter fei auch durch ärztliches Gutachten festgestellt, daß die Referentin unheilbar geiftestrant" sei. Merkwürdig nur, daß Die königliche Kreishauptmannschaft bei ihren„ Erkundigungen" nicht auch erfahren hat, daß Frl. Wabnih, wenn sie über haupt je geistestrant gewesen, als geheilt entlassen worden ist. Zu welch unfittlichen Handlungen" fie ferner in Versammlungen aufgefordert haben soll, ist das Geheimniß der obenbenannten Behörde geblieben. Todtenliste der Partei. Von R5In a. R. geht uns die betrübende Nachricht zu, daß der Genoffe Hermann Beifing am Charfreitag an einer Gehirnentzündung gestorben ist. Beifing, von Beruf Bauflempner stürzte am 13. März vom Dache einer Fabrit, wobei ihm die Schädeldecke zertrümmert wurde. Die Partet verliert in dem erst 39jährigen einen braven, pflicht getreuen Genossen, welcher seine ganze freie Zeit der Partei zur Verfügung stellte. Er war als Mitglied der Preßtommission, als Bibliothekar des Sozialdemokratischen Vereins und auch im Vorstande der Orts- Krankenkasse eifrig bestrebt, für das Wohl der Arbeiterschaft zu wirken. Die Kölner Partetgenossen werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Vierter Parteitag der Genosse Popp wies im Kassenbericht auf die großen Schwierigkeiten hin, die der Partei bei Einsammlung von Geldern in den Weg gelegt werden. = österreichischen Sozialdemokratie beiter geführt wurde, eine Anzahl Paragraphen des Straf, Pflicht der Parteivertretung wäre es geweſen, damals fofort in Wien. Wien, 25. März. Im festlich geschmückten Saale von Schwender's Kolosseum begannen heute Vormittag die Verhandlungen des vierten Partei tages der österreichischen Sozialdemokratie. Um 10 Uhr begrüßte Genosse Schrammel die bisher erschienenen 150 Delegirten wie auch die drei Vertreter der deutschen Sozialdemokratie auf das herzlichste. Die Bureauwahl ergab Popp- Wien, 3eller Reichenberg, Hy besch Brünn, Mantovsky Lemberg als Vorsitzende, Grünwald- Wien, Nemels- Brünn, Riese wetter Reichenberg, Sasta Innsbruck, NadinskyWien als Schriftführer. 0 M M alle die Vorwürfe erheben, die gestern vorzubringen mir nicht Hueber Wien: Ich werde heute gegen die Parteivertretung möglich war. Der 10. Oktober ist nicht nur für den Grafen Die nachfolgenden Redner schilderten in drastischer Weise die Taaffe, er ist auch für unsere Parteivertretung verhängnißvoll österreichischen Rechts"-Bustände. Verschiedenes davon war für geworden. Früher hieß es immer, wenn die besitzenden Klaffen denjenigen, der mit diesen Praktiken noch nicht vertraut ist, unfere Forderungen nicht erfüllen, unsere Stimme nicht hören geradezu verblüffend. Ist es doch vorgekommen, daß ein wollen, dann werden wir belgisch reden. Nach dem 10. Oktober Gerichtspräsident in einer Schwurgerichtsverhandlung, die gegen hat die Parteivertretung davon nichts mehr verlauten lassen. gesetzbuches zitirte, die bereits seit vielen Jahren aufgehoben einen außerordentlichen Parteitag einzuberufen, um die Meinung Der Parteivertretung wurde einstimmig Decharge er der Gesammtpartei tennen zu lernen. Genosse Bebel hat theilt. Ueber Punkt 2 der Tagesordnung referirte in längeren feien die deutschen Genoffen gekommen, gestern gegen die Unterstellung der gegnerischen Beitungen, als um zu bremsen, Ausführungen Genosse Reumann. Da zur Organisationsfrage lebhaft protestirt. Aber als Graf Taaffe ging, brachte fowohl von der Parteivertretung als auch aus den Reihen der der Vorwärts" eine Notiz, die hier viel böses Blut gemacht hat, Genossen eine so große Anzahl Anträge gestellt sind, wurden diese und durch die man einen Druck auf uns ausüben wollte. Es fämmtlich zur Vorberathung in eine, aus den verschiedenen hieß in derselben, daß die österreichische Partei noch nicht start Landesorganisationen zusammengesetzte Kommission verwiesen. genug sei, um auf einen Sieg rechnen zu fönnen. Um stegen zu Dadurch ist es möglich geworden, am 2. Feiertage in die Berathung des 3. und wichtigsten Punkts der Tagesordnung: das allgemeine Wahlrecht und der Generalstreit einzutreten. waren, Nach Berlesung einer großen Zahl von Begrüßungstele grammen und Zuſchriften, von denen besonders die der russischen, rumänischen und italienischen Sozialisten mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurden, schloß die heutige Sigung. Wien, 26. März. " können, dazu ist auch die deutsche Partei noch nicht start genug, aber in gewissen Dingen; wie beispielsweise in der Maifeier, nehmen wir es mit der deutschen Partei auf. Seit dem 10. Oft. find allerdings auch wir stehen geblieben und dieser Stillstand ist ein Rückschritt. Kann man sich da wundern, wenn in uns be reits der Gedanke auftauchte, daß die Partei von ihrer Ver tretung verrathen wurde?( Stürmischer Widerspruch.) Wenn die Beschlußfassung in gewissen Dingen nicht so ausfällt, wie ich es wünsche, dann werde ich zwar Sozial demokrat bleiben, den Parteitag aber verlassen. Eine ganze Anzahl von Rednern mit der einen Ausnahme von Die provisorische Tagesordnung lautet: 1. Parteibericht. Referenten: Adler, Popp. 2. Organisation. Referent: Reumann. 3. Das allgemeine Wahlrecht und der Generalftreit. Referent: Ellenbogen. 4. Der Achtstundentag und die Maifeier. Referent: Schrammel. 5. Der Arbeiterschutz 3 weiter Verhandlungstag. und das Parlament: a) Reform der Gewerbe- Ordnung, b) Aus- Der Bericht der Einladungs- Prüfungskommission ergiebt, daß dehnung der Unfallversicherung. Referent: Adler; c) Bruder 133 Bezirke durch Delegirte vertreten sind. Es befinden sich Bauer- Wien sprechen sich für den Massenstreit aus. Hactel. laden. Ref.: Verkauf. 6. Die Parteipresse. Ref.: Popp. darunter 102 Deutsche, 24 Czechen, 4 Polen, 2 Slovenen und Steiermart erklärt sich namens seiner Genoffen für den Streit, 7. Neuwahl der Parteivertretung. 8. Sonstige Partei- Angelegen- 1 Italiener. jedoch unter der Bedingung, daß die Arbeiter der Lebensmittelheiten. Nach längerer Debatte wird als letzter Punkt der Tages- Ueber: Das allgemeine Wahlrecht und der branche, die Verkehrsbediensteten und die Bergarbeiter daran ordnung noch hinzugefügt: Revision des Programms. Die von Generalstreit" referirt Genosse Ellenbogen: Defter- theilnehmen. Zwei Vertreter der Bergarbeiter betonen ins den Einberufern vorgeschlagene Geschäftsordnung wird mit den reich, das Land der Baschawirthschaft, in dem man nie weiß, ob befondere, daß sie außer für das Wahlrecht auch für den AchtZufaganträgen angenommen, daß bei Punkt 3 der Tagesordnung morgen noch gilt, was für heute erlaubt ist, in dem in Reichen- stundentag durch den Maffenstreit demonstriren wollen. Reuunbeschränkte Redefreiheit und bei Punkt 2 der Tagesordnung berg nicht mehr zutrifft, was für Wien gilt, fei der rechte Nahrmann- Wien schildert zunächst eingehend die Situation vor Abstimmung nach Nationalitäten stattfindet. Weiter wird be- boden für große revolutionäre Demonstrationen. Das Prole- und nach dem 10. Oftober v. J. Hueber spricht aus, daß er fchloffen, daß sämmtliche Anträge in die czechische Sprache, die tariat tönne feinem Unwillen nur in explosiver Weise Luft uns im Verdacht hatte, Parteiverrath zu treiben, und zu ung nach her to Dober v. er czechischen Reden in die deutsche Sprache und auf etwaigen machen. Eine solche Explosion fand in der Wahlrechts- gleicher Zeit erklärt er, wenn es hier nicht nach seinem Wunsch der czechischen Delegirten auch einzelne deutsche Reben bewegung statt. Vom 1. Mai bis 15. September v. J. fanden Willen geht, dann will er eine Absplitterung herbeiführen. in die czechische Sprache übersetzt werden sollen. 438 Versammlungen wegen des allgemeinen gleichen und direkten Das ist doch der stärkste Parteiverrath, den man sich denken Nunmehr überbringt Genosse Bebel die Grüße und Glück Wahlrechts statt, von denen 81 verboten und 10 aufgelöst wurden. tann.( Lebhafte Zustimmung.) Einen außerordentlichen Parteiwünsche der deutschen Sozialdemokratie. Der Umstand, sagte Am 18. Juni erhielt die Bewegung in Prag und Brünn ihre tag einzuberufen war unmöglich, nachdem die Reichskonferenz, er, daß die lettere diesmal drei Bertreter entfendet hat, Bluttaufe, doch hat das Niedersäbeln und Niederschießen der Ar- beschlossen hatte, denselben zu Ostern stattfinden zu lassen. In beweist, welche Bedeutung man auch in deutschen beiter den Behörden keine Lorbeeren gebracht. 15 Jahre lang der Zwischenzeit haben wir verschiedene recht lehrreiche Gr Parteifreifen ben Verhandlungen des diesjährigen öfter hat das Regiment Taaffe nur Gesetze gegen die Arbeiter vor- fahrungen gemacht. Unter anderem auch die, daß es mit der reichischen Barteitages beilegt. Die gegnerische Breffe gelegt, sein erstes Gesetz für die Arbeiter hat ihm selbst den Organisation der Arbeiter in Desterreich noch sehr schlecht aushat freilich aus der starten Vertretung der deutschen Sozialdemo- Untergang gebracht. Und es waren nur die niedrigsten und steht. Wollten wir nur die Organisation als Maßstab anlegen, lines fratie gefolgert, daß wir gekommen feien, um zu bremsen. fleinlichsten Motive, die zur Verwerfung der Taaffe'schen Vor- dann müßten wir einfach sagen, ein Massenstreit ist unmöglich. Aber ganz abgesehen davon, daß wir überhaupt keine Freunde schläge führten. Das Koalitionsministerium, das selbst erklärte Die Schwierigkeiten, die den Arbeiterorganisationen bereitet wer vom Bremsen sind, haben wir im vorliegenden Falle teine Ver- von der Durchführung der Wahlreform hänge seine Existenz ab, den, sind aber so verschiedene und zahlreiche, daß es vielen tausenden anlaffung, weber zu bremsen noch zu schieben. Wir sind ge- befand sich in der fatalen Lage ein Unrecht beseitigen und es von Arbeitern unmöglich ist, sich an denselben zu betheiligen. kommen, um zu hören, zu lernen und, wenn erforderlich, auch auch erhalten zu sollen. In dieser Situation wäre dem Die Parteivertretung, oder wenigstens ein Theil derselben, hält zu rathen. Wenn neuerdings von sehr hoher Stelle es offen aus Ministerium ein unbedachter Schritt der Arbeiter gewiß sehr er- deshalb einen Maffenstreit noch immer für möglich. Ich denke gesprochen wurde, daß gegen die„ Eventualitäten" des 20. Jahr wünscht gewesen. Deshalb war unsere damalige Burückhaltung mir die Sache so, daß wir hier einen Beschluß faffen, der darauf hunderts die europäischen Nationen sich koaliren müssen, so wollen sehr geboten. Nach fimfmonatlichen statistischen und sonstigen hinaus geht, eine Wahl unter dem bisherigen System nicht mehr wir dieser Koalition der Feinde die der Freunde entgegen seßen. Untersuchungen hat das Koalitionsministerium endlich seine Vor- zu stande kommen zu lassen. Wir bereiten alles vor und zur Mögen daher auch die österreichischen Parteigenossen stets der schläge gemacht, die ein blutiger Hohn auf die Forderungen der Beit der Wahlbewegung, wenn die Bevölkerung ohnehin aufParole folgen: Vorwärts und immer wieder vorwärts!( Stür Arbeiter sind. Wenn die Regierung, die weiß auf welchem Vulkan sie geregt ist, erklären wir dann den Massenstreik. Wir werden die mischer Beifall.) tanzt, uns eine solche Vorlage bietet, so ist dies eine Heraus- Bergarbeiter für uns haben, wenn auch nicht alle; wir werden Auf Antrag des Genossen Adler wird hierauf ein Be- forderung, auf die wir zu antworten wiffen werden. Ueber einen zahlreiche Industriearbeiter für uns haben und wenn wir grüßungstelegramm an den Kongreß der belgischen Sozia Punkt kann zunächst kein Zweifel sein: Die Vorlage des wirklich nicht siegen sollten, wird die Bewegung mindestens listen in Mons abgesandt, und die Sigung dann bis Nach Koalitionsministeriums darf nie und nimmermehr Gesetz eine solche werden, die nicht ignorirt werden kann. mittag vertagt. Für verkehrt halte ich es, mit dem allgemeinen Wahlrecht Nach dem Kaffenbericht balancirt der Agitationsfonds Die zweite Frage ist die, welche Mittel wir anzuwenden ge- zugleich den Achtstundentag zu fordern. Wenn man selbst in Einnahme und Ausgabe mit 7884 Gulden 58 Kreuzer; der denken. Nach eingehenden Berathungen tam die Partei- schwach ist, soll man den Gegner nicht noch stärken. In dieser Unterstützungsfonds mit 3307 Gulden 42 Kreuzer. Außerdem vertretung in ihrer Sigung vom 20. Juni v. J. zu der Ueber: Beziehung können wir nur den Bergarbeitern, die eine Ausfind noch für den Wahlrechtsfonds 3000 Gulden eingegangen, zeugung, daß der Massenstreit ein geeignetes Mittel zur Errin- nahmestellung einnehmen, Konzessionen machen. von denen noch 1800 Gulden zur Verfügung stehen. gung des allgemeinen Wahlrechtes sei. Worin bestehen die Vor- Da der Saal am Abend für eine Arbeiterfestlichkeit verIn der Nachmittagssigung erstattete Genosse Abler den theile des Generalftreits? Weil durch denselben die Bourgeoiste geben ist, müssen die Verhandlungen Nachmittag 1/23 Uhr abge Bericht der Parteivertretung. Als die Parteigenoffen an ihrer empfindlichsten Stelle getroffen würde. Ein Streit von brochen werden. nach dem letzten Parteitage auseinander gingen, waren die einem solchen Umfange muß vorsichtig inszenirt werden. Unter den eingegangenen Zuschriften werden besonders die Grundzüge einer Organisation festgesetzt. Heute fönnen wir mit Es darf nicht vergessen werden, daß es Momente giebt, wo die der badischen Sozialdemokratie, sowie die des Kongresses des Stolz fagen, fie hat sich bewährt. Die Parteivertretung hat in den herrschenden Klassen anfangen zu verzweifeln und in der Sorge schweizerischen Gewerkschaftsbundes mit Beifall aufgenommen. beiden letzten Jahren überhaupt zum ersten Male funktionirt. um ihre Existenz das Aeußerste wagen und es auf einen Kampf Morgen soll noch eine Abendsißung abgehalten werden. Als der letzte Rongreß tagte, waren wir bereits eine ankommen lassen. Und auch solche Momente tönnen durch einen Macht, feitdem sind wir es noch viel mehr geworden. In den Maffenstreit herbeigeführt werden. Wir haben den Massenstreit befiylofen Klaffen hat sich immer mehr die Ueberzeugung Bahn auch nie so aufgefaßt, als ob die Arbeiterschaft bis auf den werden. Für den Inhalt der Injerate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 28. März. Opernhaus. Mara. Bajazzi( Pagliacci). Die Puppenfee. Schauspielhaus. Egmont. Deutsches Theater. Der Herr Se nator. Berliner Theater. Die Jungfrau von Orleans. Leffing- Theater. Niobe. Der Eisenfresser. American- Theater. Dresdener- Straße 55. Heute: Lumpensusanne oder: Die Obdachlosen von Berlin. Parodistisch realistisches Traumbild aus dem Müllwinkel( frei nach dem Verbrecher- Album) bearb. v. Oskar Wagner. Lumpensusanne, gen. Die Gräfin", ein schon geprüftes Mädchen Franziska Häser. Die Bombe, Aftervermietherin im Müllwinkel des Sonnenaufgangs" Josephine Delclisseur. mit bewegter Vergangen Martin Bendix. Täglich: Auftreten des Brunwald heit — " Friedrich Wilhelmäädt. Theater. besten Bauchredners d. Jchtzeit Der Vize- Admiral. Residenz- Theater. Der Mastenball. Neues Theater. Der Volksfeind. Central Theater. Ein gesunder Junge. B Adolph Ernst- Theater. Charley's Zan te. Vorher: Die Bajazzi. Viktoria Theater. Die schöne Melusine. Alexanderplat- Theater. Berlin wie's lebt und liebt. National- Theater. Heinrich Heine. Hierauf: Das Damenbad. Theater Enter den Linden. Der Obersteiger. American Theater. Lumpen- Su sanne, oder: Die Obdachlosen von Berlin. Wintergarten. Spezialitäten Vorstellung. Reichshallen- Theater.SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Parodie Theater. Vorstellug. SpezialitätenNational- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Heute: Gastspiel des Herrn Carl Pander, 83/4 Uhr. Heinrich Heine. Lustspiel in 3 Aufzügen von Me I 3. Regie: May Sam ft. Sierauf: Das Damenbad. Schwank in 3 Akten von Friz Echäfer. Regie: Friz Schäfer. Kasseneröffnung 62 Uhr. Anfang 71/2 Uhr. Donnerstag: Gastspiel des Hrn. Carl Pander. Heinrich Heine. Hierauf: Das Damenbad. Central- Theater. Alte Jakobstraße 30. Mittwoch, den 28. März: Bum 22. Male: Novität! Novität! Ein gesunder Junge. Posse mit Gefang und Tanz in 3 Aften von Jean Kren. Musik von Julius Einödshofer. Anfang der Vorstellung 7/2 Uhr. Täglich: Ein gesunder Junge. Adolph Ernst- Theater. Heute: Charley's Tante. Schwant in 3 Att. v. Brandon Thomas. Vorher: Die Bajazzi. H. Blank. Ferner u. a.: ,, Direktor Hippe" von Martin Bendix, sowie Eugen Zocher, Sächsischer Original- Humorist, Alfred Bender. Kaffenöffnung 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Täglich: Spezialitäten Borstellung und Konzert von nur Künstlern 1. Ranges. Auftreten der Ballet- Gesellschaft Columbia( 10 Damen), Balletmeisterin Rosa Fricka. Auftreten der Elite- ParterreAkrobaten u. Pantomimentruppe Hermandez. Ein Stündchen beim Doktor. Romische Pantomime. The Willon's, Doppel- Jongleure. Joië di Dios, Kostüm Soubrette. G. Cordes, Gesangs- Humorist. Sonntags 6 Uhr. Wochentags 8 1hr. Entree Wochentags 50 Pf. A. Zimmermann. Anfang:{ Alcazar. Variété- u. SpezialitätenTheater. Dresdenerstr. 52/53( City- Passage.) Mittwoch, den 28. März: Abschieds- Benefiz für Geschwister Gottlieb. Gr. Extra Vorstellung. Bummel- Frike. Große Posse mit Gesang von H. Wiltau. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. R. Winkler. Bismarck's Höhe, Charlottenburg. Jonnerstag, den 29. März: Unferm Rollegen Wilhelm Piel au ſeinem heutigen Wiegenfeste ein Frauen- und Mädchen- Bildungsverein des arbeitenden Volkes dreimal donnerndes Hoch! Wilhelm, fehren wir heute ein? Todes- Anzeige. für Berlin und Umgegend. Versammlung der Filiale Nord am Mittwoch, den 28. ds. Mts., Abends 8 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23( gr. Saal). Tagesordnung: Allen Freunden und Bekannten, insbesondere den Kollegen der Böhmischen und Bockbrauerei die traurige Nachricht, Frauen an der französischen Revolution". 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer 1. Vortrag der Genossin Fräul. Löwenherz über:" Der Antheil der Daß unser lieber Sohn und Bruder, Mitglieder und Verschiedenes. Herren und Damen als Gäste willkommen. der Brauer Paul Wittig, am 24. d., 461/4 Der Vorstand. Abends 8 Uhr, nach kurzem, schwerem Leiden verstorben ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, ben 28. März, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Am Friedrichshain" aus nach dem MarkusKirchhof statt. Danksagung. " Oeffentl. Volks- Versammlung der Gemeindewähler Schönebergs 2630b am Donnerstag, den 29. März d. J., Abends 8½½ Uhr, in der Schloss- Brauerei, Hauptstraße. Tages Ordnung: Vortrag der Kandidaten Schubert und Köster über: ,, Die beDas Wahlkomitee. 480/2 Für die vielen Beweise herzlicher vorstehende Stichwahl. Theilnahme und die zahlreichen Kranz- Hierzu sind sämmtliche Gegenkandidaten eingeladen. Zellersammlung spenden bei der Beerdigung meiner findet statt. theuren, unvergeßlichen Frau, unserer Mutter lieben fagen wir allen und Bekannten, ins Freunden besondere dem Gesangverein Liedesfreiheit" und Hrn. Waldeck Manasse unsern innigften Dank. 26286 Die trauernden Hinterbliebenen C. Hentschel nebst Kindern. Danksagung. Für die große Theilnahme und Blumenspende beim Hinscheiden meines unvergeßlichen Mannes sage allen Verwandten, Freunden und Genossen, sowie dem Deutschen Naucherbund meinen 26296 innigsten Dank. Die trauernde Wittwe Sophie Zerbst. Danksagung. Für die zahlreiche Theilnahme und fostbaren Kranzspenden allen Kollegen, Freunden, Verwandten und Bekannten, sowie dem Tischlerverein für ihre freundlichen Kranzspenden meinen herzlichen Dank. 26806 Die trauernde Wittwe Friederike Pyragk. Orts- Krankenkasse des Maurergewerbes zu Berlin. Donnerstag, 5. April, Abends 8 Uhr, findet bei Boltz, Alte Jakobstr. 75, ordentl. Generalversammlung der Vertreter der Arbeitgeber und Kaffenmitglieder statt. Tagesordnung: 1. Borlegung des Verwaltungsberichtes Vision eines Lebenden. Todten- Tanz. Bon Av. d. Passer. 50 Pfennig. Die Zeit des ancien regime und unsere Zeit. Blutiger Zusammenbruch oder friedliche Umwälzung. Die Blindheit der besitzenden Klassen und die, nur von scharfen Denkern beachtete und geachtete, geistige und sittliche Kraft, welche den sozialen Ideen innewohnt. Das ist's, was diese Schrift allen Volksfreisen in martigen Zügen vorführt. Jeder Buchhändler und Kolporteur kann liefern. Ausstellung Jtalien in Berlin Mai- October 1894 auf dem Terrain der West- Eisbahn ( Stadtbahn- Station Zoologischer Garten). Ich praktizire wieder 694M Dr. C. Jacoby, Blumenstr. 69. Ich wohne jett 26316 Neue Grünstr. 13 II. Sprechst.: 4-5½ Nadım. und Rechnungs- Abschlusses für das Dr. W. Lebegott, Arzt. Jahr 1893. 2. Bericht des Ausschusses über die vollAus Versehen ist in der von uns in zogene Rechnungsprüfung und Beder Nr. 70 des Vorwärts" veröffent schlußfassung über die Abnahme der lichten Mitgliederliste das Mitglied Rechnung des Jahres 1893. 3. Antrag auf Bewilligung einer Entschädigung für die Raffenmitglieder des Rechnungsausschusses. 4. Mittheilungen des Vorstandes. Der Vorstand. Aug. Daehne. A. Kelpin. 2634b Musikinstrumenten- Arbeiter. Abrechnung der auf Listen freiwillig gezahlten Gelder für Frau Stettinerirolia zur Ueberfahrt nach Sao Paolo Sänger Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Reservirt 75 Pf. ( Brasilien). Lifte 1-26: Ginnahme: 93,70 M. Ausgabe: An Fr. Zirolia 80,- M. Annonce . 3,60 " Buchhandlung des Vorwärts" Berlin SW., Beuth- Straße 2. Ein unentbehrlicher athgeber für-Vereinsvorstände 2c. R ein Buch, das in feiner traße 30, nicht mit aufgeführt, welches hiermit also noch nachträglich geschieht. Frau Therese Neumann, Höchste Arbeiter- Vereinsbibliothek Berlin, ten 28. März 1894. Freie Vereinigung der Berl. Zeitungsspediteure und-Verkäufer. Zur pünktlichen Lieferung des 4/ 18Vorwärts" u. f. w. W. für Berlin Ost u. Nordost empfiehlt sich Th. Kutzleb, Beitungsspediteur, Gr. Frankfurterstr. 36, Ecke Weberstr. Summa 83,60 M. Ueberschuß: Kinderwagen und 10,10 m. Der Ueberschuß ist dem Fachverein Hochamüsantes der Musik- Instrumenten- Arbeiter zur Programm Zum Schluß: Parodistische Posse mit Gesang in 1 Aft Adele, die kalte Mamsell. von Ed. Jacobson u. Benno Jacobson. Musik von Franz Roth. Komisches Ensemble von Meyfel. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Freitag: Victoria- Brauerei. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Agitation übergeben worden. Nachgesehen u. für richtig befunden: Joh. Orth. Heinr. Westermann, E. Koch. ' Bock- Brauerei Tempelhofer Berg:[ 2583b Reisekörbe, über 300 Stüd, im Einzelnen zu verkaufen in der Korbwaar. Fabrit C. Jensch, Berlin N., Chausseestr. 98a, nahe der Invalidenstraße. 55. Bock- Saison. Bettfedern, breijad gereinigte Castan's 55. Bock- Saison. ratweil'sche Panoptikum. Bierhallen Im 9. Kreise der Hölle: G Kommandantenstr.77-79. Welt. u. größt. Etablissem. Berl. Läglich abwechselnd. Programm bei freiem Entree der österreichischen Damenkapelle " Dittl Neu! Der Rutsch a. d. Rafirmesser. Circus Renz. ( Karlstraße.) Mittwoch, den 28. März: Abends 71/2 Uhr: Auf auf zur fröhlichen Jagd! in kleinrussischen Nationalkostümen Parforce- u. Kaskadenritt. Ballet von und Auftreten von 100 Damen. Meute von 40 Hunden. Außerdem: 4 arabische VollblutKünstlern. Spezialitäten Schimmelhengste, als Fahnenpferde 1. Ranges. 3. Kegelbahnen, Täglich: Gr. Militär- Konzert. Der Garten ist eröffnet. Passageneue, vorzüglich füllend, Pfund 50, 70, 90 Pf. Halbdaunen Pfd. 1,10. Halbdaunen, silberhell, Pfd. 1,60. Daunen von vorzügl.. Füllkraft( 3 Pfd. genügen zum größten Oberbett) Pfd. 2,75, empfiehlt das als streng reell bekannte, 1870 gegründete Spezial- Geschäft von S. Pollack, Oranienftr. 61, am Morigplatz. Panopticum. Schneider- Nähmaschine, Die ganz neu, Todesfalls h. für d. halben Preis 3. vert. Ackerstr. 130, Hof 4 Tr., 2645b Glocke bei Großheim. von Fr. v. Schiller. Musik von Romberg. Dargestellt in 15 lebend. Bildern. vorgeführt vom Direktor Fr. Renz. Nur noch wenige Tage. Das Schulpferd Mikado u. der Steiger Sonntags Anf. 5 Uhr. Entree 30 Bf. Solon, geritten von Frau Renz- Stark. Herrn Gustav. Die itarischen Spiele Stunde 60 Pf. 6 Billards, pro Die Post mit 12 Pferden, geritten von Präuscher's anat. Museum C. Koch, fr. Gambrinus. in der Luft, ausgeführt von der Familie täglich von früh 9 bis 10 Abends für Säle für Versammlungen Daineff. Die mufitalischen Klowns erwachs. Herren. Dienstag u. Freitag und Festlichkeiten Hermann, Lavater& Leo it. f. 1. Donnerstag: Auf auf zur fröhlichen sind noch an verschiedenen Tagen Jagd! zu haben. Damentag. Massenausverkauf der Cohn'schen Hosenfabrik befindet sich vom 1. März ab nicht mehr Ballifadenite. 7, nur 5. Pallisadenftr. 5. fehlen darf, weil es ein Nachschlagebuch auf allen Gebieten der Vereins Gesekgebung in allen Bundesstaaten des Deutschen Beiches tft, nicht blos für Versammlungs- Einberufer, Vereins- Vorstände, sondern auch für Beamte, Behörden, Rechtsanwälte, Politiker aller Parteien, ist das in unserm Berlage erschienene Vereins- und Versammlungs- Recht in Deutschland VIII u. 210 Seiten 8° Elegant broschirt Mark 2.50, in braunem Bädeker- Band gebunden Mark 3.Tag für Tag fommen von einzelnen Vereinen, Bertrauensmännern, Gemertschaftsvorständen Klagen über Mißgriffe und Bergewaltigungen seitens einzelner Be hörden und Beamten; die Redaktionen der Parteiblätter haben ununterbrochen Rath und Auskunft zu ertheilen, wie sich die Ge noffen und Vereine gegenüber Bersamm lungs- Verboten, Auflösungen, Bereinsschließungen u. f. w. zu verhalten haben. Ueber alle diese Punkte giebt das Buch an der Hand des Wortlautes der einzelnen Ber einsgefeße und in Erläuterungen über die im Laufe der Jahre von den Gerichtsbehörden in ihren Urtheilen geübte Praxis flaren und unzweideutigen Bescheid, und ermöglicht es somit den Genossen, die Klippen und Fußangeln der reaktionären Vereinsgesetze zu vermeiden. Ein dem Buche beigegebener Anhang enthält eine tabellarisch übersichtlich geordnete, gruppen weise gereihte Nebeneinanderstellung des Wortlautes der in den einzelnen Bundesstaaten bestehenden Bestimmungen über Dereins- und Versammlungsrecht und alphabetisches Sachregister. Bahlreichen Bestellungen steht entgegen Buchhandlung des Vorwärts". P Boltz' Festsäle, S. Dormals G. Feuerstein 75, Fr. Renz, Direktor. Schluß sonntag, den 1. April. Sonnabend, ben 31. b. M., stehen noch Süle zu Versammlungen u. f. w. 3. Berfüg. unwiderruflich: Festlichkeiten Verantwortlicher Redakteur: Robert Schmidt in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Alte Jakobstrasse Amt I, 1082. Hierzu eine Beilag Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 71. Zur Lage der österreichischen Sozialdemokratie. II. Mittwoch, den 28. März 1894. " 11. Jahrg. Zu einem Wallfahrtsorte im besten Sinne des Wortes werden die Gräber der Märzgefallenen im Friedrichshain. Auch Vorkämpfer für Freiheit und Recht hingebettet wurden. Am an beiden Feiertagen haben Tausende die Stätte besucht, wo die Morgen des zweiten Feiertags warteten bereits Hunderte von Männern und Frauen, um Einlaß zu finden. Die nur in ge ringer Zahl anwesenden Schuhleute bemühten sich, so höflich wie es ihnen gegeben, Ordnung zu halten. Es ist selbstverständlich, den Bolke angehörten, den Anordnungen nachtamen, so daß sich daß die Anwesenden, die ja zum allergrößten Theil dem arbeitenProvinzorganisationen besucht war, undsbeschloß: Die Partei-| wirklich nicht besonders im Auge, und wir geben es dem vertretung wird beauftragt, falls das Abgeordnetenhaus in der Intelligenz- Blatt" hiermit schwarz auf weiß, daß wir ihm seine gegenwärtigen Sigungsperiode den Antrag auf allgemeines, Blüthe im Verborgenen von Herzen gönnen. gleiches und direktes Wahlrecht ablehnen oder gar nicht in Berathung ziehen sollte, auf die Tagesordnung des nächsten ParteiDie internationalen Beziehungen zu unseren tages die Frage des Massenstreits zu setzen. Bis dahin ist in Bruderparteien im Auslande haben sich seit dem letzten Parteitag der Parteipreffe und in Versammlungen die Diskussion über den in jeder Beziehung befestigt. Der große, gemeinsame Kampf für Massenstreit als politisches Kampfmittel zu eröffnen und zu die gemeinsame Sache führt zusammen, und im Einzelnen sind es führen. Die Wahlrechtsagitationen in allen ihren Formen ist besonders die fich mehrenden gewerkschaftlichen Verbände auf ungeschwächt fortzuführen." Die Parteivertretung wurde zuinternationaler Grundlage, welche die Nothwendigkeit eines engeren gleich mit der Einberufung des Parteitages für Ostern 1894 beVerkehrs schaffen und festere Bande knüpfen. Vielfach ist es aber auftragt. auch auf politischem Gebiet nicht allein bei allgemeinen Sympathie- Am 9. Oftober noch stand die Situation so, daß weder von beweisen geblieben, sondern zu reellen Leistungen gekommen. Die der Regierung noch vom Barlament irgend ein Zeichen vorlag, der ganze Verkehr in bester Weise abwickelte. War das nun Sozialdemokratie Deutschlands, mit welcher uns daß die Wahlrechtsbewegung ernst genommen und die nöthigen trobem oder gerade weil so wenig Polizei vorhanden? geschichtliche, politische und ökonomische Verhältnisse am un- Konsequenzen daraus gezogen würden. Am 10. Oktober sollte mittelbarsten verknüpfen, hat bei jeder Gelegenheit ihrer jungen das Parlament zusammentreten und für den 9. Oktober Abends Im Hain selbst war Alles noch in der besten Verfassung, Kränze österreichischen Bruderpartei werkthätige Solidarität bewiesen; waren für ganz Desterreich Massenversammlungen veranstaltet, und Schleifen waren noch recht frisch erhalten. fie hat sie insbesondere durch eine sehr ausgiebige Spende über darunter 16 allein in Wien, in welchen das Parlament auf- Der Ausschuß der Stadtverordueten- Versammlung zur die Schwierigkeiten hinweggebracht, in welche die österreichischen gefordert wurde, die politische Lebensfrage für zwei Drittel der Vorberathung der Vorlage betr. die Erbauung eines neuen Breßverhältnisse die Wiener Arbeiter- Zeitung" versetzt hatten, Bevölkerung, die Wahlreform, in die Hand zu nehmen. Am 10. Ot Rathhauses hat am Dienstag Vormittag einstimmig be. und so einen beträchtlichen Ausbau dieses umfangreichsten tober brachte Graf Taaffe seinen bekannten Antrag ein. Da schloffen, an den Magistrat den Antrag zu stellen, das Be= Organes der österreichischen Sozialdemokratie ermöglicht. Ebenso mit war nun auch von Seite der Regierung und der Krone an- dürfniß spezieller, als dies bisher geschehen war, durch zahlenwurde der Prager Parteipreffe in einem fritischen Momente von erkannt, daß der von der Sozialdemokratie geführten Wahlrechts- mäßige Angaben nachzuweisen. den deutschen Genoffen mit der benöthigten Summe beigesprungen. bewegung Folge gegeben werden müsse. Was nun folgte, die Indem wir diesen Beweis echt sozialdemokratischer Solidarität hervor Koalition der Parteien, der Sturz des Ministeriums Taaffe, das heben, müssen wir unser Bedauern aussprechen, daß unsere Partei Roalitionsministerium, ist in frischeſter Erinnerung. Die unter der noch zu jung und im Verhältniß zu ihren bisherigen Aufgaben Führung der Sozialdemokratie eingeleitete Bewegung der rechtlosen zu schwach entwickelt ist, um den ausländischen Genoffen mehr Boltsmassen hatte alle Parteien in eine reaktionäre Masse zuals blos symbolische Beweise ihrer brüderlichen Gesinnung zu fammengeballt, zu dem ausgesprochenen Zwede, mit allen Mitteln geben. dem Bolte sein Recht vorzuenthalten oder mindestens ihm seine Durchsehung so schwer als möglich zu machen. Ländern durchfeßten. " " Untersuchung gegen den Juwelier Treuherz schreitet nur langsam Zum bevorstehenden Wucherprozeß. Die gerichtliche vorwärts, scheint jedoch einen überraschenden Aufschluß über„ die untersuchung gegen den Juwelier Treuherz schreitet nur langsam vorwärts, scheint jedoch einen überraschenden Aufschluß über„ die nur in seltenen Fällen in persönlichen Verkehr getreten, sondern Bucherer Berlins" geben zu wollen. T. ist mit seinen Kunden er ließ das Geld durch Mittelspersonen, welche gleichzeitig die Schlepper" waren, an seine Opfer auszahlen. Der Wucher wurde Das wichtigste Ereigniß auf internationalem Gebiete war der Züricher Rongreß im August 1898, auf welchem Das Ministerium Windischgräh hatte es bei seinem Dreimonatswechsel mit 25 pet. Aufschlag geben ließ; konnte der in der Weise betrieben, daß T. sich für die geliehenen Summen Desterreich durch 34 Delegirte, darunter fünf Vertreter der czecho- Amtsantritte für seine erste und wichtigste Aufgabe erklärt, die Schuldner den Wechsel nicht rechtzeitig einlösen, so mußte er ein slavischen Partei und drei Genossinnen, vertreten war. Die für Wahlreform durchzuführen, und es mußte zunächst abgewartet prolongations- Agio von weiteren 25 pet. zahlen und dafür einen die gesammte internationale Arbeiterbewegung höchst wichtigen werden, wie diese Wahlreform aussehen werde. Am Abende Wechsel in der Höhe der Schuld und dem nunmehr verdoppelten Resultate dieses Rongreffes zu kennzeichnen, erscheint überflüssig, bevor das Parlament zusammentrat, wurde in Massenversamm Distont zahlen. 2. ist bis jetzt in 10 Fällen des Wuchers über und es sei nur fonstatirt, daß in bezug auf einen für uns lungen im ganzen Reiche( in Wien allein 21) an die Wahlreform führt, jedoch nimmt die Untersuchung immer größere Dimensionen Desterreicher besonders wichtigen Punkt, in bezug auf die Mai- erinnert. Die bloße Anfündigung dieser Versammlungen genügte, an, da jeder neue Zeuge weiter gravirende Aussagen macht, feier, die österreichischen Delegirten einen entschiedenen Fortschritt die Regierung zu veranlassen, die leitenden Grundsätze" ihres wodurch das Treiben anderer Wucherer zur Kenntniß der Bein der Auffassung dieser Demonstration auch in anderen Wahlreform- Antrags zu veröffentlichen, die sie bis dahin geheim hörde gelangt. Auf der Zeugenbank werden im Prozeß Treuherz gehalten hatte. Heute sind wir über die Pläne der Regierung vermuthlich neben Vertretern der hohen Aristokratie RechtsUnter den Ereignissen in Desterreich, welche an dieser Stelle und der Koalitionsparteien im Reinen, und sobald die Position anwälte und Aerzte zu finden sein, denen T. während der Studirzu besprechen sind, verdient die Maifeier des Jahres 1893 unserer Gegner so tlar war, erfolgte ein neuer Ansturm, der sie zeit kleine Summen geliehen hat, welche Beträge aber durch die einen ganz besonderen Platz. Daß der mächtige Hebel für die belehrte, daß jene Pause nicht ein Zurückweichen, sondern die Prolongationszinsen zu größeren Rapitalen angewachsen sind und sozialdemokratische Bewegung, welcher in der Maifeier liegt, Sammlung zu neuem Kampfe bedeutete. Die Aufgabe des den Schuldnern arge Gorgen bereitet haben. wenn fie in echt proletarischem Geiste aufgefaßt und durchgeführt Barteitages wird es sein, darüber zu entscheiden, wie, mit welchen den Schuldnern arge Sorgen bereitet haben. wird, in Desterreich richtig und mit Erfolg benügt wird, ist eine Mitteln der Kampf weiter geführt werden muß. Zum Krach der Genossenschaftsbank der Südwest. von allen Bruderparteien einstimmig anerkannte Thatsache. Der Die Sozialdemokratie Desterreichs und mit ihr die zur Ge- Bürgerschaft. In Sachen des Vorfalles bei der GenossenLetzten Maifeier fetzten sich wieder dieselben Schwierigkeiten im schäftsführung beauftragte Parteivertretung hat es für noth- schaftsbank Südwest wird mitgetheilt, daß der Fehlbetrag nicht verstärkten Maße entgegen wie sonst. Der Druck der Behörden wendig erachtet, die Wahlrechts- Bewegung in den Mittelpunkt 500 000, sondern nur 300 000. beträgt. Direttor Kluge, der wie der Unternehmerschaft schien taum zu überwinden. Aber die der sozialdemokratischen Agitation zu sehen. Sie ist es, welche übrigens von seinem Amte bereits suspendirt, soll für immer bebegeisterte Energie und Festigkeit unserer Parteigenossen bewirkte, die politische Lage beherrscht, die den größten Theil der Arbeit seitigt werden. Sämmtliche Depots find, wie weiter berichtet daß die Maifeier 1898 einen weit größeren Umfang und vor in Anspruch nimmt. Darüber aber sind die anderen Forderungen wird, intakt vorhanden und die Kaffe ist angewiesen, vom allem einen noch bedeutsameren Charafter hatte, als alle vorher unseres Programms weder zurückgestellt, noch vernachlässigt Mittwoch ab den Besitzern von Spareinlagen auf Verlangen ihr gegangenen. Ein besonderes Moment tam hier in Betracht: die worden. Bei jeder Gelegenheit wurde insbesondere der Frage Guthaben auszuzahlen. Nur größere Posten von 5000 M. und Wahlrechtsbewegung unserer belgischen Genossen und ihre des Arbeiterschutes die intensivste Aufmerksamkeit zu Theil. darüber werden erst sukzessive nach Flüssigmachung der für sie Erfolge. Nachdem in fühnem Ansturm unter fluger Be- Insbesondere aber glauben wir hervorheben zu müssen, daß über hinterlegten Depots zu begleichen sein. In den nächsten Tagen nügung besonders günstiger Umstände das belgische Proletariat der praktischen Agitations- und Organisationsthätigkeit der grund- hofft man, so heißt es, auch größere Berbindlichkeiten erledigen die prinzipielle Anerkennung des allgemeinen Wahlrechtes sägliche Theil unseres Programms nirgends in den Hintergrund zu können. durchgefeht hatte, war es für Desterreich, das letzte euro- gestellt wurde. Bei allem Eifer für die Erreichung der nöthigen päische Industrieland mit ständischem Wahlrecht, eine entschiedene Waffen für den Kampf, deren wichtigste das Wahlrecht ist, Sache, daß nun dieser Punkt auch auf die politische Tagesordnung wurde nirgends das Ziel dieses Kampfes auch nur einen Moment Desterreichs nicht mehr prinzipiell und allgemein, wie stets übersehen, und nirgends zeigt sich in Desterreich irgend ein von sondern höchst aktuell gesetzt sei. Schon bei der Maifeier tam unseren Gegnern so sehr herbeigesehntes Symptom dafür, daß dies zum Ausdruck, und wie wir Desterreicher von jeher durch die revolutionäre Sozialdemokratie sich etwa in eine radikale unsere besonderen Verhältnisse veranlaßt waren, neben die Reformpartei zurückbilde. Je größer die politische Bedeutung Forderung des Achtstundentages gleichwerthig politische Forde ist, welche unsere Partei auch in Desterreich erlangt, je kräftiger rungen zum Gegenstand der Maidemonstration zu machen, so die Arbeiterklasse unseres Landes aufzutreten lernt, um so deutgestaltete sich mit ursprünglicher Kraft die letzte Maifeier zur licher wird ihr selbst ihr letztes Ziel: Die Beseitigung mächtigen Demonstration für das allgemeine, gleiche und direkte der Ausbeutung, die Beseitigung des KlassenWahlrecht. Der Ruf, der in allen Straßen und vor allen Pa- staates! lästen Wiens und in allen Provinzialstädten mit Naturgewalt An Beiträgen hat die Partei seit dem legten Parteitag er ertönte: Nieder mit dem Wahlunrecht, nieder mit der Recht- halten, und zwar zur Agitation für die Zeit vom 1. Juli 1892 losigkeit!" dieser Ruf mußte nicht nur die Taktik der Sozial- bis 28. Februar 1894: demokratie für die nächste Zeit bestimmen, sondern er be Agitationsfonds: stimmte auch den Gang der politischen Ereignisse in Desterreich Einnahmen. überhaupt. Der 1. Mai 1893 war in seinem Verlaufe gleichzuhalten einer Boltsabstimmung, deren Beschlüsse die Parteivertretung einfach auszuführen hatte. Unmittelbar nach der Maifeier ver fandte die Parteivertretung ein Zirkular an die Organisationen, in welchem nähere Einzelheiten der Wahlrechtsbewegung vorgeschlagen wurden. Eine Reihe von Massenmeetings eröffnete die Attion, eine Flugschriften- Bertheilung( Eine Frage an die Rechtlosen") in für Desterreich bisher unerhörtem Umfange wurde auf den 15. Juni verlegt, den Tag, an welchem es der deutschen Arbeiterschaft vergönnt war, an die Wahlurne zu treten und ihr politisches Gewicht in die Wagschale zu legen. Der Sturm der Bewegung war ein so gewaltiger, daß sich die Regierung, sowie die gegnerischen Parteien dem Eindruck nicht verschließen konnten, daß die gewohnte Methode des proßigen Schweigens und der gewaltsamen Unterdrückung hier nicht am Plaze sei. Der Antrag der Jungczechen auf allgemeines, gleiches und direktes Wahlrecht hatte, nicht durch sie, aber wohl durch die österreichische Arbeiterschaft eine politische Bedeutung ersten Ranges gewonnen. Allerdings immer wieder wurde es mit der altgewohnten Gewaltanwendung versucht. In Brünn und in Prag wurden Verfammlungsverbote erlaffen, die, im Gesetz nicht begründet, wie sie waren, als Provokationen wirkten, und Proletarierblut, sowie schwere Verurtheilungen leiteten den Kampf ein, der noch manche Opfer tosten wird. Die Rathhausdemonstration in Wien,[ am 9. Juli, wurde durch den eisernen Willen der Wiener Arbeiterschaft zum Troß und im Gegensatz zu allen Machtfaktoren durchgefeßt; der glänzende Verlauf dieser Demostration, der mächtige Eindruck, den sie hervorbrachte, gestaltete sie zu einem politischen Ereigniß ersten Ranges. Für Blocks Agitationsbeiträge Provinz Durch Sammlungen Aufgenommene Darlehen Rückerhaltene Darlehen. . • Ueberschuß aus dem Erlös von Mai- Festzeichen 1892 Von der Arbeiter- Zeitung" und den„ Glühlichtern" Diverse. entnommen Summe Ausgaben. Saldo vom 30. Juni 1892 Agitationskosten Für Gerichtskosten Gewährte Darlehen Gehalte · • 907. 500= Für den deutschen Wahlfonds Unterstützung der italienischen Genossen an Turati 2. 100 Verschiedene Reisekosten = •. Summe • Unterstützungsfonds: Einnahmen. Ueberschuß von Mai- Festzeichen 1892 Einnahmen vom 1. Juli 1892 bis 28. Februar 1894 Ueberschuß von Mai Festzeichen und Mai- Fest schriften 1893. = Bon der Arbeiter- Beitung" entnommen. Summe • Ausgaben. Mehrausgabe vom 1. Juli 1892. Vom 1. Juli 1892 bis 28. Februar 1894 Summe . . • . • Sonnabend 9 Uhr 30 Minuten Vormittags von Berlin abging, Der Personenzug 56 Berlin- Hamburg, welcher am stieß in Hagenow mit einem Rangirzug zusammen. Der Bagführer des Personenzuges ist getödtet, Backmeister und Heizer anscheinend schwer verletzt. Von den Reisenden ist teiner beschädigt. Der Betrieb wurde zunächst durch Umanscheinend schwer verletzt. Von den Reisenden ist fteigen vermittelt, nach vier Stunden aber wiederhergestellt. Die eigen vermittelt, nach vier Stunden aber wiederhergestellt. Die fonals, sondern ein unglücklicher Zufall die Ursache des Bu Untersuchung hat bisher ergeben, daß kein Verschulden des Per fammenstoßes ift. Die Erplosion eines Bünders hat am ersten Feiertag ein entsetzliches Unglück zur Folge gehabt. Eine Anzahl Berliner Turner hatte den ersten Feiertag zu einem Marsche nach Kuners dorf benußt, um den dortigen Artillerie- Schießplab zu besichtigen. Bei dieser Gelegenheit fand die Gesellschaft einen Zünder, der bei den Schießübungen vielleicht versagt hatte und deswegen Gulden fortgeworfen worden war. Troß der von der Militärbehörde 3 362,04 wiederholt veröffentlichten Warnungen nahm man den Zünder 819,14 mit, um in einem Schanklokale des Ortes damit zu experimen= 909,04 tiren. Diese Unvorsichtigkeit sollte schreckliche Folgen haben. Als 350,- ein in dem Lokal anwesender Artillerist den Zünder in die Hand 63,21 nahm, explodirte er plöglich. Die Wirkung war furchtbar. Dem 450,- Soldaten wurden beide Hände abgerissen, dem Führer der Turner sind beide Augen derartig verlegt worden, daß der Verlust der 1 804,96 Sehtraft befürchtet wird. Außerdem wurden noch 6 Personen 126,19 mehr oder weniger schwer verlegt. 7 884,58 722,75 3 247,68 971,81 306,49 Theater- Agenturen können sich nicht gegen die Sonntags ruhe vergehen! Wenigstens hat in diesem Sinne kürzlich ein Staatsanwalt entschieden. Eine hiesige Theater- Agentur hatte im letzten Monat feine Angestellten bis in den Nachmittag hinein beschäftigt. Der Leiter dieser Agentur wurde wegen Vergehens gegen die Sonntagsruhe angezeigt. Vor furzem erhielt einer der Betheiligten folgende Bustellung:" Auf Ihre Strafanzeige vom 5. Februar 1894 wider den Theater- Agenten... wegen Bus widerhandelns gegen die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung der Sonntagsruhe theile ich Ihnen mit, daß ich zu einem strafrechtlichen Einschreiten keine Veranlassung habe, da Theaters 7 884,58 Agenturen nicht unter das Handelsgewerbe fallen. 1566, 302,58 43,25 724,02 Schade, daß der Herr Staatsanwalt sich nicht näher darüber ausläßt, warum die Theater- Agenten, die das Geschäftemachen 450,-größtentheils verstehen, wie nur Einer, nicht nöthig haben, 1 758,69 ihren Angestellten das bischen gefeßlicher Sonntagsruhe zu gewähren. Rubrizirt der Staatsanwalt die Theater- Agenturen 987,05 wegen ihrer grandiosen Ausbeutungsfähigkeit etwa unter die 111,68 Kunstinstitute? 3 307,42 597,22 " 1 Das politische Desterreich war sich klar, daß es nicht möglich sei, die heutige Verfassung aufrecht zu erhalten; es wurde sich Eine rothe Fahue hat am heiligen Osterfest den Staat in darüber flar in demselben Moment, wo das Proletariat seinen große Gefahr gebracht. Am zweiten Feiertag früh 5½ Uhr er unverkennbaren Willen ausgesprochen hatte. So viel aber war 2 710,20 regte an der Schillingsbrücke eine über die Spree gespannte große rothe Fahne, die in weißen Buchstaben die Inschriften Hoch ficher: Die Sozialdemokratie mußte auf einen langen und schweren 3 307,42 lebe die Anarchie" und auf der anderen Seite Hoch lebe die Rampf gefaßt fein, in dessen Verlauf vielleicht alle Kampfmittel, Diese Ziffern beziehen sich nur auf die Beträge, die die Revolution" trug, unter den wenigen Philistern, die im Morgendie das Proletariat überhaupt hat, zur Anwendung kommen Parteivertretung in Wien erhielt. Was der Opfermuth der Ge- grauen noch auf den Beinen waren, ein bedenkliches Aufsehen. founten und darum bei Zeiten erwogen und vorberathen werden noffen den Landes, Bezirks- und Lokalorganisationen zuführte, Die Fahne wurde durch einen Telephondraht getragen, der sich mußten. Von diesem Standpunkt ausgehend, richtete die Partei übersteigt diese Beträge um das Mehrfache. von dem Hause Engelufer 1c nach dem Grundstück Holzmarkt vertretung im August 1893 ein Rundschreiben an die Vertrauensstraße 38 hinüberzieht, und hing so über dem Wasser, daß man männer, in welchem deren Aufmerksamkeit auf den Erfolg gelenkt sie von feiner Seite erreichen konnte. Einige Vorübergehende wurde, welchen unsere belgischen Genossen zum Theile der Anmachten pflichteifrig das 24. Polizeirevier aufmerksam. Die wendung des Massenstreits verdanken. Es wurde den Parteibrave Polizei ftand anfangs vor einem schier unlösbaren Problem Tokales. # genossen überall nahegelegt, sich mit der Frage zu beschäftigen, Das Flugblatt, welches unsere Parteigenossen in den letzten und wußte schließlich die Fahne nicht anders zu be ob, inwieweit und unter welchen Umständen dieses Kampfmittel Tagen verbreitet haben, scheint der bürgerlichen Presse zum feitigen als durch Inanspruchnahme der Feuerwehr, auch von uns anzuwenden sei. In der Massenversammlung am Theil schwer im Magen zu liegen. In drolligem Gezeter ergeht die zu dem Zweck um 6 Uhr 14 Minuten alarmirt 20. Auguft im Wiener Prater war zum ersten Male öffentlich sich namentlich das" Intelligenz Blatt". Der Moniteur des wurde. Die Feuerwache vom Spittelmarkt rückte mit der vom Massenstreit die Rede und seitdem ruhte die Diskussion Berliner Polizeipräsidiums möge sich beruhigen. Wenn wir darauf mechanischen Leiter aus und zunächst auf den Hof des Grunddarüber nicht. hinwiesen, daß ein großer Theil der Berliner Arbeiterschaft heut stücks Holzmarktflr. 33, der an die Spree stößt. Von hier aus Am 8. Oftober fand über Anregung der Parteivertretung in gutage noch auf eine arbeiterfeindliche Presse abonnirt ist, so fonnte man mittelst der Vorrichtung bis an die Fahne gelangen, Wien eine Reichs- Konferenz statt, welche von Vertretern aller batten wir die paar Leutchen, die diese brave Zeitung halten, die um 7% Uhr endlich wieder heruntergeholt worden war. Wie die Fahne an dem Leitungsdraht hat befestigt werden führte diese freisinnige Weisheit ganz gehörig ab und heißt hier die deutsche Bourgeoisie als Beschüzerin des Tönnen, ist nicht aufgeklärt. Die Kriminal- und politische Polizei, betonte, daß man für die Volksschule gar nicht genug Theaters. Lindau wußte den Leuten, die damals mitten die von dem 24. Polizeirevier sofort auf dem Drahtwege be anwenden tönne. Zum mindesten müsse man bestrebt im Gründerfieber und Genußtaumel standen, vorzugaukeln, daß nachrichtigt wurden, sind mit den Recherchen nach den Ver- fein, die Schule zu verbessern, aber nicht zu verschlechtern. sie die Träger eines neuen berlinisch- weltstädtischen Gesellschaftbrechern beschäftigt. Verschiedene Beamte waren bestrebt, durch Vor allem müsse man aber auch dafür sorgen, daß in den Rix- lebens seien. Mit weniger Recheit und mehr Dilettantismus die bekannte Forschungsmanier in der Umgebung der Schillingsdorfer Schulen das Züchtigungsrecht der Lehrer beschränkt werde. führte Lubliner nicht so sehr in die Salons der Finanzaristokratie, brücke einen Anhalt zur Ermittelung der Ruchlosen zu finden, Ihm seien verschiedene Briese übergeben worden, in welchen als in die guten Stuben jener behäbigen Bürgersleute ein, die das haben aber nichts ausgerichtet. Das Schauspiel, das die Thätig- Gemeindeschullehrer die Eltern ihrer Schüler um Verzeihung gesellschaftliche Treiben dieser Finanzaristokratie nachzuahmen keit der Feuerwehr bot, hatte trotz der frühen Morgenstunde bitten für die brutale Behandlung der betreffenden Rinder! Hier strebten, die gleichfalls ihren prunkenden Jour fix" und ähneine große Menge von Leuten herbeigelockt, welche meistens müsse endlich einmal ein Damm gegen derartige Prügelpädagogen liches mehr haben wollten. Gine herbere Kritit legten weder schmunzelnd der zwar schweren, aber um das Staatswohl hochgesetzt werden. Ein Gesuch der unverheiratheten Lehrer, Paul Lubliner noch Hugo Lubliner an die Zustände an, wie sie verdienten Arbeit zuschauten. Hin und wieder bemerkte man ihnen den gleichen Wohnungsgeldzuschuß zu gewähren, als den fie vorfanden. Beide wollten leben und leben lassen. Man unter den Zeugen des denkwürdigen Vorgangs auch einen verheiratheten Kollegen, wurde gegen die Stimmen unserer Ge- spöttelte höchstens und wigelte ein wenig, das war alles. Inzähneklappernden Ordnungsmann. noffen abgelehnt. Beim Titel" Armenpflege" wurde die An- zwischen sind die Zeiten Lindau's und Lubliner's längst dahin. In seinem Berufe schwer zu Schaden gekommen ist am ſtellung eines vierten Armenarztes genehmigt. Genosse Sch ent Der eine hat sein Heil im Sensationsdrama gesucht und Lubliner zweiten Osterfeiertage der 16 Jahre alte Straßenreiniger beantragte, die Verpflegung der Armenhaus- Insassen durch die hat sich tief und weise mit der Arbeiterfrage beschäftigt und ein Eberhard Chriftte aus der Hennigsdorferstr. 8. Er wurde Gemeinde zu bewirten und nicht dies dem Hausvater nach Gut- Alheilmittel für alle sozialen Schäden gefunden, das er in die Morgens um 7½½ Uhr an der Ecke der Leipziger- und Friedrich- dünken zu überlassen. Der Antrag wurde bis zur Fertigstellung dramatische Formel faßte: Gründet Fortbildungsschulen.„ Der ftraße von einem Omnibus erfaßt und an Kopf und Armen 1o des neu zu erbauenden Armenhauses vertagt. Der Antrag des tommende Tag" hieß sein höchst merkwürdiges Schauspiel, das erheblich verlegt, daß er in einem Krankenhause Aufnahme Genossen Müller, die Kanalisationskosten nur den Haus- ihm damals den Dant des Kaisers, nicht den des Publikums erheblich verlegt, daß er in einem Krankenhause Aufnahme wirthen aufzuerlegen, wurde abgelehnt; aus dem allgemeinen eintrug. Seitdem hat Lubliner's Muse geschwiegen und am finden mußte. Steuersäckel wurden hierzu 25 500 Mart gewährt. Der vor legten Sonnabend, nach einer Ruhepause von mehreren Standesgemäße Barbarei. Ein Pistolenduell hat, wie Kurzem vom Genossen Hesse gemachte Borschlag, die Straßen Jahren, war sie im Deutschen Theater zu neuem ein Berichterstatter meldet, Sonnabend Vormittag im Grunewald, Besprengung durch die Gemeinde ausführen zu lassen, wurde bei Dasein erwacht. Zum ersten Male führte man die nahe Schildhorn, stattgefunden. Die Gegner waren ein Berliner der Etatsberathung als äußerst günstig anerkannt und daher an- Komödie Der Riegnizer Bote" auf. Das ist nun ein Veterinärarzt und ein Arzt aus einem bekannten böhmischen genommen. Für die Anstellung einer dritten Krankenschwester höchst wirres Lustspiel. Von zwiespältigen Empfindungen ist es Badeort. Die Bedingungen des Zweikampfes waren sehr scharf: wurden 300 m., für acht Freistellen in der Kinder- Pflegeftätte eingegeben. Hugo Lubliner hat jene töftliche Naivetät verloren, fünf Schritt Distanz bis zur Abfuhr. Nach zweimaligem Rugel- Lenzheim bei Schreiberhau( Riefengebirge) 240 m. bewilligt. die ihn antrieb, auszurufen: Wie einfach und selbstverständlich wechsel stürzte der Thierarzt, von einem Schuß in den Unterleib Eine Erhöhung der Steuersätze ist erfreulicher Weise vermieden ist doch die soziale Nettung! Mehr Licht und mehr Fortbildungs getroffen, zu Boden. Er befindet sich in seiner Wohnung in worden, es wird also auch vom 1. April cr. ab als Kommunal- fchulen! Selbst seine Bourgeoisie hat damals ein Lächeln nicht ärztlicher Behandlung und es ist Hoffnung für seine Herstellung Steuer ein Zuschlag von 180 pet. zur Einkommensteuer erhoben unterdrückt. Aber von der Sozialpolitit möchte darum Herr vorhanden. Der böhmische Arzt foll der Herausforderer gewesen werden. Lubliner doch nicht lassen und andererseits möchte er die er fein, nachdem er sich durch Behauptungen des Thierarztes in probten Bühnenspäßchen und Witzeleien nicht missen, die ihm in dessen Chefcheidungsprozeß beleidigt gefühlt. Als die Frau des seinen glücklichen Tagen so oft zum Sieg verholfen hatten. Er Verwundeten im Elternhause am ersten Feiertage unvorbereitet wollte doch nicht, was er in den letzten Jahren war, ein lebendig Nachricht über das Duell und seine Folgen erhielt, machte sie in Begrabener bleiben. der Aufregung einen Selbstmordversuch und versiel darauf in heftiges Nervenfieber. Der böhmische Arzt hat sich sofort nach seiner Heimath zurückbegeben. Dem Schuhmacher Rosbab aus der Wißmannstr. 22 in Rigdorf wurde, als er am Ostermontag an der Bärwaldbrücke eingeschlummert war, die filberne Uhr von einem Zeichenfledderer gestohlen. Ausgesetztes Kind. Eine eigenartige Osterbescheerung wurde am Montag Abend Bewohnern eines Hauses. Sie wurden durch klägliches Kindergeschrei auf den Treppenflur des zweiten Stockwerks gerufen und fanden einen etwa vier Monate alten Knaben, der von seiner Mutter dort ausgesetzt worden war. Die Polizei mußte sich des Kleinen annehmen und ihn dem Waisenhause zuführen. Die Mutter ist bis jetzt micht bekannt. Erhängt hat sich am Ostermontag Abends der Buchhändler. Ackermann, Friedrichstr. 19. Der Selbstmord soll in einem Anfall Don Delirium begangen sein. Wegen schwerer Sittlichkeitsvergehen gegen von 5 und 7 Jahren wurde in Riydorf der Jägerstr. 12 hafte Maler Hoffmann in Haft genommen. worden. aus Velten berichtet: turnte. " Kinder wohn " ausgesezt sind, beweist der Umstand, daß 15 auf dem Rirdorser rührte beides durcheinander. Um die innere Herzensangelegen Also nahm er eine Messerspige voll politischen Ernst und Welchen abscheulichen Betrügereien die ärmeren Klaffen einen Theelöffel von Bühnenhumoresten" alten Schlags und Wochenmarkte entnommene Wurstproben bei der polizeiärztlichen heit Lubliner's fümmerte sich das Publikum nicht, und über die Untersuchung ergaben, daß auch nicht eine ohne Pferdefleischzusat Sumoresten lachte es und so kam schließlich doch noch ein Er war, ja, die meisten bestanden überhaupt nur aus Pferdefleisch, folg zu stande. Wenn ich nur wüßte, wo der„ Niegnizer Bote" obwohl sie von Rind- und Schweineschlächtern entnommen erscheint! Da müßte ich hin! waren. In sämmtlichen Fällen ist das Strafverfahren eingeleitet erscheint! Da müßte ich hin! Sonft ist den geehrten Herren Verlegern bald etwas zu scharf und verlegend, was Redakteur und Mitarbeiter schreiben. Schengewordene Pferde brachten am zweiten Feiertage Fun Riegnizer Boten" ist das umgekehrt. Dort krankt ein auf der Chaussee nach Französisch- Buchholz eine Equipage, in alter Redakteur daran, daß man die Gegenfäße immer verder sich der alte Rentier Müller mit seiner Frau befand, zum schärfe, daß man ihn zwinge, eine bittere Kampfessprache Stürzen. Das alte Ehepaar wurde in bedenklichem Zustande nach zu schreiben, indeß das müde Volk nach Frieden und einem Krankenhause geschafft. Versöhnung Techze! Beileibe nur feinen Kampf! Ueber den Absturz eines Luftschiffers wird dem B. Z." Wer zum Kampf aufruft, ist ein Segapostel. Ist doch die Erde und was auf ihr wirkt, so herrlich eingerichtet! Ich weiß nicht, Am Oftermontag ereignete sich hier ein entfegliches Unglück. welcher politischen Färbung der" Riegnißer Bote" sich erfreut, Der aus Leipzig stammende 18jährige Gymnastiker und Luftschiffer gewundert habe ich mich nur, daß sein Redakteur nicht lieber zu Otto Merkel unternahm hierselbst um 41/2 Uhr von Zübbecke's einem unparteiischen Blatt, zum Riegniger Generalanzeiger" Eine Wahrsagerin in der Auguststraße hatte am Sonn- Wirthschaft aus einen Aufstieg mit einem Ballon, der statt etwa, überging. Da könnte er ja seine sehnlich erwünschte Ruhe abend einer Besucherin prophezeit, daß sie nächstens viel Geld einer Gondel ein Trapez führte, an welchem M. herum- baben und müßte nicht das brave Bolt, das doch nun einmal bekommen würde. Die Prophezeiung traf zur jähen Berwunderung Ballon plöglich mitten durch und ſauſte, da M. jede Gewalt Frieden zu ruhen, immerwährend aufreizen. So ficht es mit Raum zwei Minuten nach dem Aufstieg barst der teine anderen Bedürfnisse hat, als nach gethaner Arbeit in der Wahrfagerin wirklich pünktlich ein, benn als diese sich kurz über ihn verloren hatte, pfeilschnell zur Erde hernieder. Der Hugo Lubliner's politischem Ernft aus. Die Späße, die er nach dem Fortgange des Befuches im Zimmer unschaute, wurde unglückliche Luftschiffer, der sich bis zum letzten Augenblick am ersonnen, sind höchst verwickelt. Ein Berliner hänselt einen fie gewahr, daß ihr Geldkasten fehlte. Die Besucherin hatte ihn Trapez festhielt, stürzte auf das Dach eines Hauses, über ihn der Schwaben und umgekehrt, ein junger Mann glaubt in einer Ein Opfer des Aberglaubens ist der Kellner Heinrich lebend, aber mit völlig zerschmetterten Beinen und schweren Romanen wiederkäute, ein reicher Jüngling liebt die Tochter des Ballon, der ein Gewicht von zwei Bentnern hatte. 3war noch kleinstädtischen Dame eine Frau von Geist gefunden zu haben und sieht ein, daß die Frau nur Sentenzen aus unverstandenen Wersig am ersten Ostertage geworden. Um 4 Uhr war eine inneren Verlegungen, wurde M. vom Dache heruntergeschafft fleine Gesellschaft, die sich in den Ostersonntag hineingetrunken und nach der Gastwirthschaft zurückgetragen. Zwei Barbiere des armen, alten, friedfertigen Redakteurs und da giebt's Hindernisse hatte, auf den Einfall gekommen, Osterwasser" zu schöpfen. Dorfes leisteten die ersten Dienste, nach einer halben Stunde traf zu überwinden. Zum Schluß giebt es zwei glücklich verlobte Man begab sich am Krögel bis an den Wasserlauf der Spree, um der Arzt Dr. Offowisky aus Oranienburg ein, der aber die Ver- Paare und der Riegniger Bote" friegt einen neuen Rod. Von das Wasser zu holen. Dabei verlor Wersig das Gleichgewicht legungen als fo schwere erkannte, daß er die lleberführung des jungen nun an wird dort nicht volksparteilich, sondern volteversöhnlich und nach einem Krankenhause gebracht, starb aber dort noch an 7/2 Uhr wurde Merkel mittels Wagens nach Berlin geschafft. Retty und Mertens( der den Redakteur zu spielen hatte), mit und stürzte in die Fluthen. Er wurde zwar noch lebend gerettet Mannes nach Berlin in ein Krankenhaus veranlassen mußte. Um redigirt. Für schale Schwänke haben unsere Schauspieler immer viel übrig und so waren denn auch die Herren Engels, Nissen, demfelben Morgen. An seinem Aufkommen dürfte gezweifelt werden. Das GeGerückt ist mit feinen vier Droschten und sämmtlichem Schick des Berunglückten ist um so tragischer, als Merkel, der am wahrem Behagen bei der Sache. Zubehör der Fuhrherr Emil Wähler aus seiner in der Hoch- 1. April das gefahrvolle Engagement als Luftschiffer aufzugeben. faß zur platt- bürgerlichen Weltanschauung bildet zwar schon seit Montag feine 77. Auffahrt unternahm, im Begriffe stand, am Leffing- Theater. Niobe. Das Griechenthum im Gegenfiraße 38 innegehabten Wohnung und Stallung. Als die qie wir hören, hat der verunglückte Ballon bereits am Sonn- fab zur platt- bürgerlichen Weltanschauung bildet zwar schon seit wollten, war das Nest leer und der Bogel" ausgeflogen. Riß erhalten, der jedenfalls nicht genügend ausgebessert worden thränen rührende Schwant Niobe, der am Sonntag im Kutscher nämlich Morgens nach dem Hofe kamen und umspannen tag, an welchem die erste Auffahrt in Velten stattfand, einen Schiller's Tagen ein stehendes Thema der Dichter und aller Wohin, konnte mit Genauigkeit nicht festgestellt werden. Die Riß erhalten, der jedenfalls nicht genügend ausgebessert worden derer, die sich so nennen, aber überzeugender, als der zu LachRutscher find, wie die Allgemeine Fahr- Zeitung" bemerkt, wegen net. Eine Untersuchung über die Ursache des Unglücks ist ein klagelied aus unserer klassischen Beit vermocht, die Entfernung ist. Auch fehlte demselben ein ausreichendes Umhüllungsein- essing- Theater aufgeführt wurde, hat wohl noch kein elegiſch threr Quittungstarten und sonstigen Papiere, die mitgenommen wurden, als auch wegen der plöglichen Dienstlosigkeit gerade zu geleitet. Ostern in arge Verlegenheit gerathen. mitgehen heißen. " In der Trunkenheit den Tod gefunden hat in der Nacht zum zweiten Osterfeiertage die 52 Jahre alte, unverehelichte Heinmachefrau Christine Lorenz. Als fie um 2 Uhr in ihre Spandauerstraße 43 im Keller belegene Wohnung zurückkehrte, muß sie fehlgetreten sein: sie stürzte die Treppe hinab und blieb todt liegen. Im Wasser treibend wurden am Sonnabend die stark in Der Auflösung begriffenen Leichen zweier Männer bemerkt und gelandet; die eine Mittags an der Fischerbrücke, die andere einige Stunden später am Halleschen Thor. Beide sind bisher nicht festzustellen gewesen. der bürgerlichen Welt von der Homeros der staunenden Seele zu Polizeibericht. Am 24. d. M. früh erhängte sich ein offenbaren. Wenn an dem Schwank vom Sonntag etwas zu Mann in seiner Wohnung in der Lausitzerstraße. Gegen tadeln ist, so ist es einzig der Umstand, daß er in London spielt in mittag wurden an der Fischerbrücke und Nachmittags an der einer ehrbaren Strämerfamilie und nicht in Berlin unter schneidigen Belle- Alliancebrücke die Leichen ertrunkener Männer geschwemmt. Vor dem Stralauer Thor fiel Nachmittags ein freien Uebersetzung nach dem Original von Harry Paulton und an Gardelieutenants. Wäre Ostar Blumenthal so frei gewesen, in der Arbeiter vom Bock des von ihm geführten Müllwagens unter die E. A. Paulton den Schauplah nach der uniformnglizernden Räder und wurde an Brust und Unterleib überfahren. In Hauptstadt des modernen Militarismus zu verlegen die der Kottbuserstraße wurde ein Mann durch einen Möbelwagen Komit der Situationen wäre kaum auszudenken gewesen. Aber überfahren und ihm der linke Fuß gebrochen. An der Ecke der Blumenthal war flug; er ermaß, daß es auch ein mißlich König- und Neuen Friedrichstraße fiel ein Mann beim Abspringen Ding werden kann, wenn man seinem eigenen Publikum von einem Pferdebahnwagen hin, wurde von einer Droschte den Spiegel gar zu dicht vor die Nase hält und er ließ es da= überfahren und an beiden Beinen verletzt.. Gegen Abend fiel ber bei London bewenden. In der Familie des tüchtigen Berein Arbeiter in der Andreasstraße hin und brach das linke Bein. Sicherungsagenten Peter Dunn geht es zu, wie es einer In der Nacht zum 25. d. M. sprang ein Kellner hinter dem honneten bürgerlichen Familie zugehen soll; eine etwas eiferSelbstmord beging an seinem 32. Geburtstage am Sonnabend vor Dftern der Bildhauer Meister, Laufiberfir. 84 wohn herausgezogen und nach der Charitee gebracht. Am 25. d. M. fonit einige Mustermenschen bilden den Kreis, in ben abend vor Dftern der Bildhauer Meister, Lausigerstr. 84 wohn- Grundstück Strälauerstr. 36 in die Spree, wurde aber noch lebend fächtige Frau, eine fittenstrenge altjungferliche Schwägerin und haft. Als Motiv wird Schwermuth über den Tod seiner früh stürzte sich eine Frau aus dem Küchenfenster ihrer, Blumen- Niobe, die Statue, bineingetragen ist. Lord Tomlins, ihr Besitzer Tochter angegeben. fraße 8 im dritten Steck befindlichen Wohnung hinaus. Sie hat das fostbare Marmorwert für 20 000 Pfund versichert; ist Aus einer ganz eigenartigen Veranlassung ist die fiel auf das Dach eines im Hose befindlichen Gebäudes und war es da ein Wunder, daß Peter Dunn es in seiner eigenen Be 36 Jahre alte Ehefrau des Arbeiters Siecke aus einem Fenster so schwer verletzt, daß sie in das Krankenhaus gebracht werden hausung aufbewahrt und es wie seinen Augapfel hütet? Für ihrer Blumenftr. 8, vier Treppen belegenen Wohnung gesprungen. mußte. In der Nacht zuur 26. d. M. stürzte eine in der den Kunstwerth, den Niobe haben soll, hegt der Agent Als der Ehemann am ersten Osterfeiertage morgens um 61/2 Uhr Spandauerstraße wohnhafte Frau beim Nachhausekommen die zu zwar wenig Verständniß, ihm kommt es nur auf die nach Hause fam, erwachte darüber die Frau aus ihrem tiefen ihrer Wohnung führende Kellertreppe binab und war sofort todt. hohe Versicherungssumme an, für die feine Gesellschaft Schlafe. Sie erschrat über die plötzliche Störung derart, daß sie Am 26. d. Wt. Morgens wurde vor dem Hause Friedrich- hastbar ist, und das gefährliche Risiko läßt den be: Einbrecher vermuthete und sich aus dem Fenster heraus zu retten traße 59/60 ein Straßenreiniger durch einen Omnibus überfahren sorgten Mann nicht nicht einmal den Schlaf ruhig genießen. fuchte. Sie stürzte zum Glück nur auf das Dach des linken und am Handgelenk, fowie anscheinend auch innerlich erheblich ver- Im Traum wird Niobe lebendig und führt sich mit den Seitenflügels und kam mit einigen Rippenbrüchen davon. Frau letzt. Vor dem Hause Ackerstr. 9 gerieth Vormittags ein elf- Sitten, die sie vor drei Jahrtausenden gewohnt worden, in S. mußte indeß nach dem Krankenhause im Friedrichshain ge- jähriger Knabe unter die Räder einer Droschte und erlitt be- Dunn's Haus ein. Daß der arme Agent die in Jamben deutende Quetschungen. bracht werden. Durch einen Schlächterwagen wurde redende Unglückliche seiner Familie als die erwartete vor dem Hause Alt- Moabit 99-103 ein vierjähriger Knabe über- Gouvernannte vorstellt, verwirrt selbstredend die Situation, ein vierjähriger stnabe vor dem Hause Zimmerstr. 7 durch ein nen Versicherungsobjekts im Haufe des armen Agenten anrichtet, fahren und am Fuße bedeutend verletzt.- Nachmittags wurde und das Unglück, das die erhabene Klaffizität des fleischgeworde= Zweirad überfahren. Er erlitt eine anscheinend schwere Ver- schwillt zu solcher legung am Kopfe. Abends wurde ein Mann in seiner Wohzig die gewaltsame Lösung, fürchterlichen Höhe an, daß eindie gewaltsame Lösung, das Erwachen, dem Träu 25. und 26. d. M. fanden 14 unbedeutende Feuer statt. nung, in der Friedrichstraße, erhängt vorgefunden. Am 24., menden die Ruhe der Seele wiedergeben fann. Niobe steht vor dem Erwachten wieder marmortalt auf dem Pidestal und wird erst hinter dem Rücken ihres Hüters noch einmal lebendig, um einige fein empfundene Worte an das beifallslustige Publikum zu richten. Die langerfehute Verbindung zwischen Cligdorf und Berlin ist nun endlich im Zuge der Glogauerstraße hergestellt worden. Der Verkehr, der aus jenem Theile Rixdorfs bisher über die Brücken am Rottbuser bezw. am Schlesischen Thor mit einem Umwege von fast einer halben Stunde geleitet werden mußte, findet jetzt über eine etwa in der Mitte liegende breite Holzbrücke statt. An der Berliner Seite fehlen allerdings noch die Stufen, statt derer man sich gestern einer Leiter bediente. 1 Theater. Der Nixdorfer Gemeinde- Etat ist nunmehr festgestellt worden und hat sich der Umstand, daß eine Anzahl unserer GeZu dem stürmischen Erfolg trug das unvergleichlich brollige noffen in der Gemeindevertretung fizen, bei diefer Gelegenheit Professor Liezmann zu Bonn hat in den jüngsten Tagen ein Spiel des Fräulein Jenny Groß als Niobe ein reichlich Theil als recht segensreich erwiesen. Zunächst wurden hierbei auf Buch, das sich mit der Entwicklung des modernen deutschen bei. Aber auch alle übrigen Mitwirkenden waren mit Gifer beAntrag der sozialdemokratischen Vertreter die Löhne der in Ge- Drama's beschäftigt, erscheinen lassen. Neue Gesichtspunkte, strebt, dem eigenartigen Schwank zum vollen Siege zu verhelfen. meindeanstalten beschäftigten Arbeiter um 15 pet. erhöht, zugleich irgend eine tiefere Erklärung, in welchem inneren Zusammenhang Ein vages französisches Lustspiel„ Der Eisenfresser", das dem wurden die Gehälter der Unterbeamten um jährlich 100 M., die die moderne dramatische Dichtung zu den Lebensäußerungen der Schwant folgte, wurde mit vollem Recht energisch abgelehnt. der Bureaubeamten um 150 M. erhöht. Beim Titel„ Gemeinde Gegenwart stehe, weiß der Literarhistoriker nicht zu finden. So verwaltung" bedauerte Genosse Hesse, daß die Steuerfontrolle serfällt sein Buch in eine Reihe ziemlich flacher Feuilletons. In Auch im Neuen Theater gab's zu den Ostertagen eine als Nebengeschäft von gut befoldeten Staats- und Magistrats- einem dieser Feuilletons zerbricht sich der Herr Professor seinen Novität. Mit Herrn Sonnenthal vom Wiener Burgtheater beamten ausgeführt werde und beantragte, hierfür fefte Beamte Kopf über der Frage, warum nach dem großen Aufschwung von als Gast wurde das Schauspiel„ Sündige Liebe" des Italieners anzustellen. Da der Gemeindevorsteher dies schon wegen der 1870" die deutsche Bühnendichtung nicht vorwärts fam. In den Giacosa aufgeführt. Dem besseren Durchschnitt der zeitKosten nicht für ausführbar erklärte, wurde der Antrag abgelehnt. Namen Lindau und Lubliner vereinige sich alles, was für unsere genössischen dramatischen Produktion läßt sich Giacosa's Drama Lebhafte Debatten rief der Schultitel hervor. Der freifinnige Bühne in den siebziger Jahren geschaffen worden war. Professor zuzählen. Keinen Dichter von starter, besonderer Physiognomie Gemeindevertreter Mier vertrat aus Sparsamkeitsrücksichten die Liezmann grübelt über diese Thatsache, die ihm unbequemt ist, lernte man in Giacosa kennen, wohl aber einen ehrlich strebenden Meinung, daß es nicht nöthig sei, daß nur einige 50 Kinder in nicht weiter nach und stellt sich so, als jähe er nicht, warum Mann, der eine neue Variante zu einem uralten Thema zu erjeder Klasse sitzen, sondern daß auch 70 und mehr Kinder mit das deutsche Publikum der siebziger Jahre seinen Lindau und sinnen versteht. Der Advokat Scarli in der italienischen KleinDas deutsche Publikum" stadt ist ein Arbeitsgaul. Er war nicht mehr der jüngste und gleichem Erfolge unterrichtet werden könnten. Genoffe Müller seinen Lubliner verdient habe. 119Gerichts- Beitung. nesligan halten. n gefälligste Bursch, als er seine schöne Gattin gefreit hat. Die beschicken, bis jetzt noch nicht gefaßt. Dieses dürfte jedoch auf Kohl, Fruchtstraße 45, stattfindet. Das Weihnachts lernt in ihrer Ehe einen Jüngling fennen und lieben. Alle der gegenwärtig in of tagenden Konferenz der deutschen vergnügen hat einen Ueberschuß von 37,90 m. ergeben. Nach Welt munkelt von dem Ghebruch, nur der betrogene Gatte weiß Textilarbeiter geschehen. Ebenso wird der österreichische Textil- einigen Mittheilungen über die Werkstattverhältnisse bemerkt nichts. In einer geschickt gebauten Szene errieth aber der arbeiter- Rongreß sich in den nächsten Tagen mit der Frage be- Kollege Wagner, daß ihm von Manchester berichtet wird, daß Advokat an dem Gebahren der Verliebten die volle Wahrheit. schäftigen. dort die Absicht bestehe, einen internationalen Rongreß der TextilSeinen Nebenbuhler jagt Herr Scarli aus dem Hause und Frau Ecarli hat nicht die Kraft, mit ihrem Geliebten von dannen zu folgende Zahlen einigermaßen Aufschluß: Im Jahre 1893 die Aufträge hierzu ihm zu übertragen, damit er dieselben auf leber die Arbeitslosigkeit im Buchdruckergewerbe geben arbeiter einzuberufen. Redner stellt der Versammlung anheim, ziehen, weil sie ihr kleines Töchterlein an's Haus des ungeliebten kann. Die VersammGatten feffelt. Um dieses Kindes willen wollen Gatte und Gattin in paffirten die Mainzer Bahlstelle des Verbandes behufs Ereiner Scheinehe zusammen halten. Herr Sonnenthal gab den 470 Seger, 43 Drucker und 7 Gießer, welche insgesammt für hebung von Reise- Unterstützung 520 reisende Gehilfen, darunter lung erklärte sich hiermit einverstanden. Eine kombinirte Mitgliederversammlung der hiesigen Advokaten Scarli. Das Publikum that als wäre es außer sich vor 2999 Tage 2556,60 M. Reisegeld erhielten. Diese 520 Reisende Filiale der Vereinigung aller in der Schmiederei Enthusiasmus. Der ruhmreiche Name des Wiener Künstlers hat mehr hatten seit ihrer letzten Kondition für 72 Jahre 11 Monate und beschäftigten Personen" war am 20. März einberufen. dazu beigetragen, als sein wirkliches Verdienst. Ich für mein 23 Tage Unterstützung empfangen. Hierzu kommen aber noch vor Eintritt in die Tagesordnung ehrten die Anwesenden das Theil wurde innerlich durch Sonnenthal's Spiel nicht ergriffen, 35 Mann, die 149 Mochen feierten, ohne Unterstützung zu er- Andenten der Märzgefallenen durch Erheben von den Pläßen. wenn ich von der meisterlich gespielten Szene absehe, in der Scarli erfährt, was in seinem Hause vorgegangen, hier deckte Nach erfolgter Abrechnung vom Maskenball tam unter Vereinsfich die gehobene Sprache mit der gehobenen Stimmung. Wenn angelegenheiten die Verwaltung des Reservefonds zur Sprache, Eine Bergarbeiter Versammlung, die am Sonntag Nach aber sonst der nüchterne italienische Kleinstädter sich geberdet, mittag in Dortmund tagte und in der die am gleichen Tage der sich eine sehr lebhafte Debatte anschloß. Schließlich wurde als plagten ihn alleweil böse Ahnungen, wenn er das gleich aus dem Gefängniß zurückgekehrten Genossen Fritz Bunte ein Antrag angenommen, wonach der Bestand des Fonds zu giltigfte Familiengeſpräch mit weicher, thränenumflorter Stimme und Ludwig Schröder unter braufendem Beifall sprachen, gleichen Theilen der Filiale überwiesen wurde. Der Verwalter führt, so ist das für mich unleidliche theatralische Manier. Herr verfiel der polizeilichen Auflösung. Der zur Versammlung aus der Bibliothek machte die erfreuliche Mittheilung, daß dieselbe wider Erwarten sehr in Anspruch genommen wird. Es wurden Sonnenthal ist eben alt geworden, seine romantisch- sentimenta- Mülheim belegirte Bergarbeiter Joseph Cordes, dessen Rede zur wider Erwarten sehr in Anspruch genommen wird. Es wurden lische Epoche ist nicht die unsere mehr; sein schauspielerischer Auflösung Anlaß gab, wurde durch den überwachenden Polizei- hierauf 50 M. zum Ankaufe neuer Werke bewilligt. Stil ist, wenigftens hier in Berlin, verdrängt. Ich kann die Kommissar Meyer von der Tribüne weg verhaftee. Die Die Tabakarbeiter und Arbeiterinnen hatten am Meisterschaft in diesem Stil redlich anerkennen, müßte mir aber Versammlung wurde aufgelöst, ehe sie ihren Zweck, Wahl der 27. März eine öffentliche Versammlung. In derselben referirte etwas vorlügen, wollte ich zugeben, daß sie mir echtes tünstle. Delegirten zum Berliner internationalen Bergarbeiter- Rongreß, Rollege Drescher über: Die Lohnkürzungen der Berliner risches Ergözen bereitet. erreicht hatte. Zigarrenfabrikanten und der Ausschluß der Tabatarbeiter in Der Stand des Weberstreiks in Großenhain Saynau". Redner hob hervor, daß es hauptsächlich die organi( Sachsen) ist noch der gleiche. Die Fabrikanten versuchen, firten Tabatarbeiter gewesen find, welche das Schicksal der ZabakFrauenspersonen anzulernen. Der Kampf wird noch ein sehr fanten dafür Neue Abzüge von den bisher schon jämmerlichen teuer Vorlage besiegelt haben. Was sei der Dank der Fabriharter werden; Beamte aus der Fabrik sind nach auswärts entEine Streitfrage mit bezug auf das Meldewesen be- fandt worden, um fremde Weber anzuwerben. Es ist darum Löhnen. F. Leopold fing damit an, Ziefing u. Krause folgten und schäftigte gestern die achte Strafkammer des Landgerichts I in nöthig, daß Arbeiter aller Berufe alle auf der Reise befindlichen die Unterhandlungen der Kommission mit den betreffenden Unterzweiter Instanz. Die Gefindevermietherin Hampe betreibt ihr Weber mit dem Streit in Großenhain bekannt machen und nehmern hatten nur wenig Erfolg, sie hätten gar teinen gehabt, wenn die Fabrikanten nicht gewußt hätten, daß hinter der KomGeschäft in der Art, daß sie Leute aus Oberschlesien zugeschickt vor Buzug warnen. mission die Masse der Organisation steht. Nachdem die Unter erhält, welche fie so lange bei sich beherbergt, bis sie eine Die Durchführung der Sonntagsruhe in den Fort nehmer nun sehen, daß die Berliner organisirten Arbeiter ihnen das Stellung erhalten haben. Im verflossenen Herbst hielten bildungsschulen ist um 2 Jahre, etwa bis Herbst 1896, hinaus Lohnkürzen erschweren, ziehen sie hinaus in die ländlichen Gegenden. fich mehrere Dienstmädchen wochenlang bei ihr auf. geschoben worden. Was diefelben den Arbeitern in der Provinz zu bieten wagten, Die Angeklagte trug die Mädchen vorschriftsmäßig in ihre Bücher ein, aber sie unterließ es, dieselben polizeilich Einen Streit Erlaß allerdings feinen Butttamer.das zeige das Vorgeben des Herrn Alexander Leopold zu Berlin, die Fabrit von Haschte in Haynau in Schlesien übernommen anzumelden. Wegen dieser Unterlassung wurde die Hampe in schen, der etwa den Zweck haben sollte, alle Bewegungen der habe. Obwohl den Arbeitern gesagt worden war, daß unter eine Polizeifirafe von 20 M. genommen. Sie erzielte vor dem Ausständischen zu hindern, sondern nur eine Instruktion für die bem neuen Besitzer die bisherigen Löhne weiter gezahlt werden Schöffengericht mit Hilfe ihres Vertheidigers, Rechtsanwalt Polizeiorgane, hat der Züricher Polizeidirektor Bogel follten, verlangt Alexander Leopold doch schwerere Arbeiten als Leopold Meyer, ein freisprechendes Urtheil. Der Staatsanwalt anger ergehen lassen. Die Instruktion weist die Polizei an, sein Borgänger, ohne den Lohn dafür zu erhöhen. Die Arbeiter, Iegte Berufung ein. Er fühete vor der zweiten Instanz aus, beide Parteien- Arbeiter und Unternehmer- nach gleichem bamit nicht zufrieden, wurden kurzer Hand entlassen, doch wurde daß die von auswärts zuziehenden Personen, welche gegen Entgelt Maß zu behandeln, da der Streik an sich nicht rechtfertigt, zum benen, welche für den hernach gekürzten Lohn weiter arbeiten bei anderen Personen Unterkommen finden, polizeilich innerhalb voraus diejenigen polizeilich anzufeinden, die sich seiner als wollten, gestattet, am nächsten Montag wieder anzufangen. Der 24 Stunden gemeldet werden müßten. Die Eintragung in das Mittel zur Erlangung besserer Griſtenzbedingungen bedienen. Referent schloß, indem er angesichts dieses Borgehens der Unterpolizeiliche Anmeldung nicht. Er beantrage daher die Be- diefelben im Sinne des Anschlusses an den Streit, Patrouilliren hinwies. In der Diskussion nahm der Geschäftsführer des Herrn Gewerbebuch habe ganz andere Bwvede im Auge und erseye die Ueberredung der Weiterarbeitenden, erlaubte Einwirkung auf Referent schloß, indem er angesichts dieses Vorgehens der Unternehmer die Kollegen auf die Nothwendigkeit der Organisation trafung der Angeklagten unter Aufhebung des schöffen Straße und dergleichen sollen unbeanstandet bleiben und nur bei Alexander Leopold( Firma F. Leopold) das Wort, um das Vervor den Werkstätten, Anhalten von Nichtstreitenden auf der gerichtlichen Urtheils. Der Vertheidiger hob hervor, daß Bedrohungen und Gewaltthätigkeiten eingeschritten werden. Gegen halten feiner Firma zu vertheidigen. Er las bie niebrigen Die Angeklagte sich jedenfalls im guten Glauben be funden habe und deshalb freigesprochen werden müsse. Bisher diese selbstverständliche Auffassung des Streits fönnen nun auch ohne vor, welche sein Chef in Haynau igezahlt hat und erklärte, feine an die Arbeiter in Haynau gerichteten habe die Polizei berartige Anmeldungen von den Gesinde die in verbiffener Ohnmacht dastehenden Ausbeuter nicht an- Borten hätten gelautet: Glauben Sie, wir find nach die tämpfen und deshalb beschuldigen sie nun die Polizei, fie führe Schlesien gekommen, um dieselben Löhne zu zahlen wie in Berlin? die Instruktion nicht durch. Der Malerstreit kann sich vielleicht Der Redner bestritt, daß„ Abzüge" gegen früher gemacht seien. einige Wochen hinzuziehen. Was ferner die Entlassung betreffe, so sei sie nur erfolgt, um dem Streit, der einem Gerücht zufolge, lange geplant sein sollte, vorzubeugen, und denjenigen Arbritern, welche für die niedrigen Söhne weiterarbeiten wollten, dies zu ermöglichen; beim Streit dürfte ja teiner weiterarbeiten. Kollege Dechert stellte fest, daß wurden, es sind viel feinere Arbeiten. Als nun die Arbeiter großen Theil Façons find, die bisher dort nicht gearbeitet die Arbeiten, welche F. Leopold in Haynau anfertigen läßt, zum den neuen Unternehmer darauf aufmerksam gemacht, daß für General- folche Arbeiten ihnen von dem früheren Besizer Zuschläge zum Bolizei besetzt. Aus den detaillirten Darlegungen des Geschäfts ohn gezahlt worden, habe man sie, wie erwähnt, entlassen und sie fanden die Fabrit beim Verlassen derselben bereits durch führers gehe troß der Ableugnung desselben hervor, daß die Geschäftsführers vorgelegten Briefes einen Satz vor, Reduktion thatsächlich stattgefunden habe. Rollege Riefel las aus dem überklebten Theile eines dem Bureau vom Arbeiter mit äußerster Strenge vorzugehen, einen Theil der welchem Haschte dem F. Leopold empfiehlt, selben eventuell zu entlassen und dafür Lehrlinge anzulernen. Bezüglich eines zweiten dem Bureau übergebenen Schreibens, in ſelben eventuell zu entlassen und dafür Lehrlinge anzulernen. Bezüglich eines zweiten dem Bureau übergebenen Schreibens, in welchem die Lehrlinge der Firma erklären, daß ihnen von dem welchem die Lehrlinge der Firma erklären, daß ihnen von dem daß es nicht von einer der unterschriebenen Personen geschrieben neuen Besitzer keine Abzüge gemacht seien, theilte Redner mit, worden, sondern offenbar von einem Vertreter des Chefs. Wenn Der Bericht des Vorstandes wurde gutgeheißen. die Lehrlinge weiter arbeiteten, so erkläre sich das aus der ThatDer Hauptpunkt der Tagesordnung war die Frage, ob In sache, daß sie kontraktlich gebunden sind. Die übrigen Arbeiter duftrieverband oder Kartellvertrag. Diese Frage war schon seit haben sich mit den von der Lohnkürzung betroffenen Kollegen längerer Zeit in den Versammlungen und im Organ der haupt: solidarisch erklärt, sie waren auch mit ihnen zusammen entlassen sächlichste Diskussionspunkt. Das Referat zu diesem Punkte hatte worden; es find 42 Kollegen ausgesperrt. Nach längeren weiBörsch Königsberg. Derfelbe sprach sich entschieden gegen In- teren Grörterungen, in welchen der Geschäftsführer gründlich dustrieverbände, ebenso entschieden gegen Kartellverträge aus. heimgeschickt wurde, nahm die Versammlung einstimmig Der Vertreter von Nürnberg befürwortet den Industrieverband. folgende Resolution an:" Die Zabalarbeiter Versammlung Den Parteigenossen des 5. Wahlkreises geben wir hier: Die Debatte war eine sehr heftige, sämmtliche Vertreter betheiligten erkennt nach Lage der Sache und namentlich nach den mit belannt, daß am 29. derselben. Folgende vermiethern, welage Stellung suchenden Personen bei fich aufnehmen, nicht verlangt, sondern sich mie bei den Gastwirthen mit der Eintragung in das Gewerbebuch begnügt. Der Angeklagten tönne deshalb geglaubt werden, daß sie sich in einem thatsächlichen Irrthum über ihre Meldepflicht befunden habe. Der Gerichtshof hob her vor, daß jeder Gesindevermiether zur polizeilichen Meldung der Personen, denen er Unterkunft gewähre, verpflichtet sei, im vorliegenden Falle sei aber aus den von der Vertheidigung geltend gemachten Gründen auf Freisprechung erkannt worden. In Bern ist die Lohnbewegung der Maler und Gypser im Saude verlaufen. Dagegen streiken daselbst seit Montag ca. 250 Schneidergehilfen, die nach vorliegenden Beitungsmeldungen teine schlechten Aussichten haben. bandes der Sattler und Tapezirer wurde am 2. Oster Die zweite ordentliche Generalversammlung des Ver tage in Frankfurt a. M. eröffnet. Anwesend waren 17 Delegirte, der Bentralvorsitzende und ein Vertreter der Generalkommission. Eine grobe Ausschreitung führte gestern den Schlosser Hermann Krüger vor die vierte Straffammer des Landgerichts I. Am Abende des 30. September v. J. betrat der Angetlagte in start angetrunkenem Zustande den Stadtbahnhof duftrieverband oder Sartellvertrag; Agitation; Arbeitslosen Die Tagesordnung lautete: Bericht des Vorstandes; InWedding und verlangte mitzufahren, obgleich er eine Fahrkarte Unterstützung; Wahl des Vorstandes und Verschiedenes. nicht gelöst hatte. Der diensthabende Beamte wies ihn Der Bericht des Vorstandes erstreckt sich über die Jahre 1891, natürlich zurüd. Krüger wurde sofort thätlich. griff den Beamten und warf ihn die steinerne Treppe 22 925,23 M., die Gesammtausgabe 22 281,30 M. Dieselbe ver: Er er 92 und 93. Die Gesammteinnahme in dieser Beit betrug hinunter. In halb betäubtem Zustande blieb der Beamte einen theilt fich folgendermaßen: Augenblick auf einem Treppenabsatz liegen. Als er sich dann erhob, war auch der Angeklagte hinabgeeilt. Er ergriff den Beamten von Neuem und warf ihn auch den zweiten Theil der Treppe hinunter. Tann tam es zwischen beiden zu einem heftigen Ringkampf. Eine Anzahl halberwachsener Burschen nahm für den Angeklagten Partei, sie schlugen und stießen auf den Beamten ein, dieser hielt feinen Gegner aber fest, bis mehrere Schuyleute ihm zur Hilfe eilten. Ter Gerichtshof war mit dem Staatsanwalt der Ansicht, daß die Bahnbeamten gegen derartige Angriffe des Publikums ob die Bahnbeamten gegen derartige Angriffe des Publikums energisch in Echuh zu nehmen seien, der Angeklagte wurde daher zu einer Gefängnißstrafe von sechs Monaten verurtheilt. સ dual Boziale Liebersicht. Beitung 7417,01 m., Agitation 1312,29 M., Generalverfammlungen und Rongreffe 1058,60 M., Reiseunterſtüßung 8968,50 M., andere Unterstützungen 294,15 M., Rechtsschutz 56,-M., Generalfommission 343,90 M., Kosten der Hauptkasse, persönliche, 1145,- Mart, sächliche 2045,03 Mart, Utensilien 783,47 Mart Bibliotheken 451,29 M., örtliche Verwaltungen 3373,26 M., an andere Gewerke 30 M., Verschiedenes 2,80 M., zufammen 22 281,80 m. des Vertreters der D gegen in die ein Flugblatt verbreitet wird. Wir machen es jedem Partei- 5 Stimmen angenommen; resolution wurde mit 12 gegen an, daß die Arbeiter der betreffenden Firma recht gehandelt genossen zur Pflicht, sich recht rege an der Berbreitung zu be theiligen. Die Ausgabestellen find: -79/9697 Krüger, Hirtenftr. 10. Die Generalversammlung des Verbandes der Sattler und haben, und verpflichtet sich, die Kollegen in Haynau nach Kräften Tapezirer spricht sich im Prinzip für Industrieverbände aus, ohne zu unterstüßen, in der Erwartung, daß sie die Arbeit nicht eher 11081-09 deren, fofortige Einführung für vortbeilbait au allen wieder aufnehmen, bis die Firma mindeſtens die alten Löhne jedoch zu halten. Sie hält es vielmehr für besser, zunächst die Erfolge abzuwarten, zahlt." welche der Metallarbeiter Verband und der Holzarbeiter- Verband nach längerem Bestehen werden aufweisen können. Achilles, Greifswalderstr. 210. Weber, Landsbergerstr. 41. Wittschow, Klcine Hamburgerfir. 28. Der Vorstand. Zur Beachtung! Am 14. März stellten in sämmtlichen 95 Werkstätten der Wagens, Grob- und Hufschmiederei in Kopenhagen ca. 250 Arbeiter die Arbeit ein. Ihre Forderungen find: 1. Ein Minimallohn von 30 Dere(= 34 Pf.) per Stunde für alle Gesellen in der Zeit von 6 Uhr Morgens bis 6 Uhr Abends. 2. Die Ueberarbeit soll mit einem Aufschlag von 50 pet. zahlt werden. 3. Alle Sonntagearbeit soll abgeschafft werden. Der Zuzug ist strengstens fernzuhalten! Zunächst beschließt sie die Anbahnung von Kartellverträgen mit verwandten Berufen, un 1. bei Streiks und Aussperrungen sich gegenseitig zu unterstützen, 2. eine gemeinsame und planmäßige Agitation zu veranlassen, 3. ein gemeinsames Organ zu schaffen, 4. den Uebertritt von einer Organisation in die andere bei Ortswechsel ohne Beitrittsgeld und weitere Formalitäten herbeizuführen. betongreß der Leder- und Bekleidungsindustrie durch zwei Bertreter Es wird noch beschlossen, den im Herbst stattfindenden zu beschicken. Hierzu werden Sassenbach- Berlin und Ehrich: Leipzig gewählt. Fortsetzung der Verhandlung am Dienstag. Die gesammte Arbeiterpresse wird um Abdruck dieses gebeten. Von dem glänzenden Siege, den die Brauer Arbeiter- Uurnhen in Zawiercie. Warschauer Meldungen 3 ürichs errungen, theilten wir bereits in unserer Sonntagszufolge brachen in den Fabritsetablissements der Atttengesellschaft mummer mit. Wie sehr gut diese verstanden, denselben auszu Bau iercic Arbeiter- Unruhen aus, die drei Tage gedauert haben. nüßen, geht aus dem Punkt 11 der Vereinbarung hervor, die sie Zur Wiederherstellung der Ruhe mußte Militär geholt werden. mit den Brauereibesitzern abgeschlossen. Dieser lautet: Lie Umuhen werden natürlich sozialistischen Agitatoren in die 1. Mai ist als Arbeiterfeiertag freigegeben. Es sollen die noth. Echuhe geschoben, als ob es in Russisch- Polen feine Konflikte wendigsten Arbeiten an diesem Tage bis spätestens 10 Uhr Vormit den Unternehmern geben tönnte, die aus dem Elend der mittags beendigt sein."- Schwer mag's wohl den Unternehmern geworden sein, in den sauren Apfel zu beißen. Arbeiter entstehen. Ter Streik der Bediensteten der Neuen Wiener Tramway ist beendet, an 100 Mann find ausgesperrt, Unterstützung für diefelben ist dringend nöthig. Die Metallformer der ersten ungarischen Lampen fabrik in Budapest haben die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Versammlungen. „ Der Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, ben 28. März, Abends 8% uhr, im Vereinslotal Kommandanten Garten", Kommandantenstr. 10-11: Sigung mit Damen. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler( E. H. Nr. 8) Sam burg. Die Vertreter der Verwaltungen Berlins und Umgegend versammeln fich gemeinschaftlich mit den Aerzten am Mittwoch, den 28. März, Abends 8 1hr, im Restaurant 3ur Post", Beuthstr. 22, 1 r. Arbeiter- Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8-10% Uhr: Nords Schule, Müllerir. 179 a: Unterricht in Geschichte( mittl.). Oft Schule, Marfusstr. 31: Unterricht in Logit. Südost- Schule, Reichenbergerrichtsfächern fönnen Schüler und Schülerinnen auch jeßt, im Laufe des firaße 133: Unterricht in Rechnen und Deutsch( oberes). Bei allen UnterSemesters, eintreten. Lese- und Diskutirklubs. Mittwody. Johann Jacoby, bei Friz Lietzke, Schwedterstraße 33. Ritterstraße 123. Seine, Rirdorf Abends 8 Uhr, Bring- Handjerystr. 60, saferland, Bellermannstr. 87, Gesundbrunnen, Abends 8 Uhr, bei Gleichheit, Abends 8% Uhr bei Stramm, parterre. Ginigtett, Abends 8% Uhr bei Beige, Triftstraße 1. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Fried. Kortum, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. German American Club. 9 o'clock Restaurant Belvedere, An der Jannowitz- Brücke. Ladies and Gentleman are invited. English Conversational Club Shakespeare. Meeting with Ladies every Wednesday at 9 o'clock at Guests are Neumann's Restaurant, Rosenthalerstr. 86. welcome. Sachs Restaurant, Hoher Steinweg 45. Guests are heartly Club Uncle Sam. 9 o'clock every Wednesday invited. Topic to night; Blessings of bachlour's life. Vermischtes. Bruno Sparig, eine einst vielgenannte„ Ordnungsfäule", die aber gleich so vielen anderen Ordnungssäulen fläglich gestürzt war über Nacht", ist am 24. d. in Leipzig gestorben. Das Leipziger Tageblatt" widmet dem treuen, tiefpatriotischen Herz" einen langen Leitartikel. Der Afrikaforscher Lovett Cameron rate am Montag, " lung einberufen, in der Dr. Heymann in einem interessanten Die Tegtilarbeiter hatten am 17. März eine Berfamm Vortrag über: Die Ursachen der Nervenschwäche" sprach. Nach Ein internationaler Textilarbeiter Kongres foll im einer kurzen Diskussion, an der sich der Kollege Treue be Juli d. J. in Manchester in England stattfinden. Als theiligt, geht man zum dritten Punkt der Tagesordnung über: Hauptpunkte der Tagesordnung werden die Arbeitszeit, die Lohn- Kassenbericht vom 4. Quartal 1893. Als Einnahme giebt der frage, die Kinderarbeit und die Gründung eines internationalen Bericht 1063 M. an, der eine Ausgabe von 449,87 m. gegen Tertilarbeiterbundes genannt. Die sämmtlichen Kosten des Kon- übersteht; mithin Bestand 613,68 M. Bekanntgegeben wie aus London gemeldet wird, auf der Rückkehr von einer Jagd greffes zu tragen erklären sich die englischen Arbeiter bereit. Bon wird fodann, daß die Bücherausgabe in der Bibliothek bei Leighton Buzzard vom Pferde. Er wurde dabei am Kopfe den deutschen Textilarbeitern ist ein Beschluß, den Rongreß zu des Sonntage Vormittags von 10-12 Uhr bei Albert fchiver verlegt und starb 4 Stunden fnäter. 1. Gesch.: Andreasstr. 23, 5. pt., gegenüb. Andreaspl Klagen, Eingaben. zahle ich für Briefmarken aus alten Auswahl in Briefmarken- Albums. SW., Friedrichstr. 236. VI. 2295. ☛Kinderwagen, größte Auswahl, auch Theilzahlung. 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