Nr. 217. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pranumerandes Bierteljährl 3.30 9., monatl. 1,10 wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bia. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements rehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 32. Jahrgang. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel geile oder deren Raum 60% fg., für politische und gewerfschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Big.( zulässig 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 fg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Sorte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 151 90-151 97. Sonntag, den 8. August 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplay, Nr. 151 90-151 97. Einschliessung der Feftung flowo- Georgiewsk Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 7. August 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. In Flandern wurden die Belgier durch die Wirkung unserer Artillerie gezwungen, ihre bei Heernisse ( füdlich von Digmude) über die ser vorgeschobene Stellung teilweise zu räumen. Französische Handgranatenangriffe in der Gegend bon Souchez wurden abgewiesen. Südlich von Leintrey( östlich von Luneville) wiesen unsere Vorposten einen Vorstoß des Gegners leicht ab. In den Gebirgskämpfen nördlich von Mün ster keine besonderen Ereignisse. Deftlicher Kriegsschauplak. Destlich von Ponie wiez gingen die Russen hinter die Jara zurück. Gegen die Westfront von Kowno wurden Fortschritte gemacht. Hierbei sind 500 Russen gefangen genommen und 2 Maschinengewehre erbeutet. Die Armeen der Generale v. Scholt und b. Gallwit haben nach heftigen Kämpfen den feindlichen Widerstand zwischen Lomza und Bugmündung gebrochen. Das Gesamtergebnis aus den Kämpfen vom 4. bis 6. August beträgt: 85 Offiziere und mehr als 14200 Mann gefangen, 6 Geschüße, acht Minenwerfer und 69 Maschinengewehre genommen. Die Einschließungstruppen von Nowo- Geor giewsk drangen von Norden her bis zum Narew durch. Das Fort Dembe wurde genommen. Von Süden her ist die Weichsel bei Pienkow erreicht. In Warschau ist die Lage unverändert. Die Russen sezen die Beschießung der Stadt von dem östlichen Weichselufer aus fort. Unsere Luftschiffe belegten die Bahnhöfe von Nowo Minsk und Siedlce mit Bomben. = Südöstlicher Kriegsschauplatz. Bei und nördlich von Iwangorod ist die Lage unverändert. Zwischen Weichsel und Bug haben deutsche Truppen bei Ruskowola( südöstlich von Lubartow) die feindlichen Stellungen gestürmt und nordöstlich von Lenczna den Austritt aus den dorti. gen Seenengen erzwungen. Oberste Heeresleitung. Notiz: Jara fließt etwa 60 Kilometer östlich von Poniewiez von Norden nach Süden; Ruskowola liegt 8 Kilometer südöstlich von Lubartow. * Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 7. August.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 7. August 1915. Russischer Kriegsschauplak. Zwischen Weichsel und Bug wird weiter gekämpft. Desterreichisch- ungarische Truppen drangen füdlich von Lubartow, deutsche nordwestlich und nordöstlich Lenczna in die feindlichen Linien ein. Sonst ist die Lage im Nordosten unverändert. Italienischer Kriegsschauplah. Im Görzischen stand das Frontstück östlich PolazzoRedipuglia vormittags unter sehr heftigem feindlichen Artilleriefeuer. Nachmittags gingen mehrere italienische Bataillone gegen diesen Abschnitt zum Angriff vor, stellten jedoch nach kurzem Feuergefecht die Vorrückung ein. An allen sonstigen Fronten des Küstenlandes, in Kärnten und in Tirol war nur Geschützkampf im Gange. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschalleutnant. Ereignisse zur See. Das am 5. d. M. früh durch eines unserer Unterseeboote versenkte italienische Unterfeeboot war e= reida", das am 26. Juni auf gleiche Weise vernichtete Torpedoboot hieß ,, 5 P. N." Am 29. Juli abends ist im Golf von Triest cin Fahrzeug auf eine unserer Minen gestoßen und in die Luft geflogen, ohne daß man damals wegen stürmischen Wetters erkunden konnte, welcher Art das Opfer war. Nun hat sich mit voller Bestimmtheit ergeben, daß es das italienische Unterseeboot Nautilus" war, welches damals mit der ganzen Bemannung untergegangen ist. Schon früher sind das italienische Torpedoboot 6 P. N." und das bereits gemeldete Torpedoboot, 17 O. S." mit der ganzen Bemannung unseren Minen zum Opfer gefallen. Flotten kommando. Wo stehen wir? Auf diese Frage, die Genosse Dr. Südekum jüngst im " Hamburger Echo" gestellt hat, hat schon einige Zeit vorher Genosse Heine die Antwort gegeben:„ Wir stehen hinter dem Kanzler und dem Kaiser. Seither sind noch einige andere Aeußerungen laut geworden, die die Sozialdemokratie als Stütze des Reichskanzlers aufgefaßt wissen wollten, Aeußerungen, die bei den Konservativen Hohn, bei den Nationalliberalen Eifersucht erweckt haben. Der Standort der Partei ist freilich mit dieser Aussage nur relativ, eben in bezug zur Stellung des Stanzlers, aber noch nicht absolut bestimmt. Denn wir wissen ja nicht die für die eigene Standfestigmit jener Sicherheit, teit so wünschenswert wäre, wo der Reichskanzler steht. Hat er doch in der Frage, auf die es ja in diesem Zusammenhang vor allem ankommt, wiederholt abgelehnt, wirklich präzise Erflärungen abzugeben, was ja von seinem Standpunkt aus durchaus verständlich und bei der deutlichen Sprache aller bürgerlichen Parteien auch unnötig ist. Aber die Sozialdemokratie braucht ja nicht nur die Be stimmung ihres Verhältnisses zur Regierung, sondern auch die ihrer fünftigen Beziehungen zu den bürgerlichen Parteien. Und da ist es doch wohl nicht zweifelhaft, daß ein großer Teil der sozialdemokratischen Führer die Hoffnung hegt, den Burgfrieden, oder wie die Franzosen so schön sagen, den„ Waffenstillstand der Klassen" in eine Blockpolitik ausmünden zu sehen. Dazu ist aber logischerweise notwendig, daß nicht etwa bei Abschluß des Krieges ein heftiger Zwiespalt zwischen der Sozialdemokratie und den bürgerlichen Parteien entstände. Die Politik der bürgerlichen Parteien und der hinter ihnen stehenden wirtschaftlichen Organisationen, von denen sie abhängig sind, ist aber unzweideutig bestimmt. Diese Politik hat ihre Entscheidung unzweideutig gefällt und wartet nur auf die militärische Sanktionierung. Es ist also wohl jetzt die Reihe an der Sozialdemokratie, ihre Politik danach zu orientieren. Sahen wir seit Beginn des Krieges manche Genossen die imperialistischen Gedankengänge und ihre Konsequenzen akzeptieren, so sehen wir jetzt viele Genossen aus innerpolitischen Gründen sehr besorgt, zwischen der Sozialdemokratie und den anderen Parteien keine Gegensäge aufkommen zu lassen. Die tünftige Blodpolitik wirft ihre Schatten boraus. Wir bemerken daher seit einiger Zeit in der Partei eine Stampagne, um sie für die Annahme von Kriegszielen, wie sie den Wünschen der bürgerlichen Parteien entspricht, geistig vorDer russische Generalstabsbericht. Nacht mit größerer Stärke, besonders um die Höhe 213, im zubereiten, eine Kampagne, geführt mit halben Worten und Gebiete Fontaine aur Charmes und bei Saint Hubert. West- mehrdeutigen Wendungen, wie sie jener, revisionistischen UeberPetersburg, 6. August.( W. T. B.) Der General- lich der Höhe 215 versuchten die Deutschen aus ihren Schüßen- flugheit" entspricht, die dem Genossen Stolb in seiner Naivität stab des Generalissimus meldet: Zwischen Duena und Niemen feine merklichen Aenderungen. Am 5. 8. gräben vorzustoßen. Sie wurden durch unser Feuer sofort so unsympathisch ist, aber trotzdem ihren Anwendern stets treffschlugen wir die Deutschen, welche uns in der Gegend der angehalten. Auf den Maas höhen im Bois du Haut griff liche Dienste geleistet hat. Man kann dabei nicht gerade beQuellen des Biveffaflusses angegriffen hatten, siegreich zu- der Feind zweimal ohne Erfolg an. Die Angreifer wurden haupten, daß die Urheber dieses Feldzuges durchaus im rück. Am linken Narewufer dauerte der sehr hartnädige mit Handgranaten und durch unser Infanteriefeuer zurück- Sinne und nach dem Wortlaut der Beschlüsse der von ihnen Kampf auf den Straßen nach Rozan und Ostrol en fa geworfen. In Lothringen bombardierten die Deutschen sonst als so maßgebend angesehenen Parteikörperschaften östlich von Ostrow in der Nacht zum 5. Auguſt und den die Nacht über das Dorf Embermenil und unsere Stellung handeln. Aber sie meinen offenbar, daß auf ihrer Seite nun ganzen folgenden Tag fort. Eine Reihe unserer energischen um Reillon. Zwei deutsche Flugzeuge warfen auf Fraise im einmal die größere Einsicht in die notwendigen Konsequenzen Gegenangriffe hielt den Feind auf einer ausgedehnten Front Meurthetale etwa zehn Bomben, welche zwei Frauen und einer Politik vorhanden ist, die vor allem ihrem Geiste entund in einer Entfernung von etwa 10 Werst von diesem einen Soldaten töteten. In den Vogesen eine ruhige sprungen ist, und die größere Einsicht gibt ihnen auch größere Flusse auf. Wir haben mehrere hundert Gefangene gemacht. Rechte als gewöhnlichen Quertreibern". Und da von dem Der heftige Kampf und das Gewehrfeuer dauert fort. An Nacht. In den Dardanellen ist seit Beginn des August Worte Quertreiber" die Gedankenassoziation ungezwungen der mittleren Weichselfront ist es nach unserem Rückzug auf das rechte Ufer ruhig. Warschau wurde fein bemerkenswerter Zwischenfall zu melden, nur aussehende zum Genossen Heine lenkt, so erinnern wir uns die scharfe Kritik, die gerade er an Der letzten geräumt, um der Stadt die Wirkungen einer Beschießung Artilleriekämpfe und große Tätigkeit der Flugzeuge. Aktion des Parteivorstandes geübt hat. Denn, Wenn zu ersparen. Die fruchtlosen Versuche des Feindes, die von Paris, 7. August.( W. T. B.) Amtlicher Bericht ihm besetzte Gegend zu erweitern, dauerten nur in der Gegend von Freitag abend. Im Artois, zwischen Somme abtut, so ist das die denkbar schärfste Verurteilung, die er den Aufruf des Vorstandes als eine„ schöne Geste" bon Maciebige fort. Zwischen Weichsel und Bug waren die Kämpfe vom 5. August östlich der Straße Travniki und Dise und im Aisnetal Artilleriekämpfe. Im West- man einer doch nach reiflichen Ueberlegungen, schwieriger BeBladava überaus hartnädig: Der Feind hatte das Feuer teil der Argonnen beschoß der Feind den ganzen Tag ratungen und langem Zögern erfolgten Handlung des Vorseiner zahlreich herangeführten Artillerie dort konzentriert, unsere Schüßengräben sehr heftig mit Granaten aller Kaliber. standes aussprechen kann. Wichtiger aber noch sind die Mowas unsere Truppen zwang, ein wenig nach Norden Unsere Artillerie und die Kampfwerkzeuge in unseren tive, die den Abgeordneten Heine zu seiner Stellungnahme zurückzuweichen. Am rechten Ufer des Bug Schüßengraben beantworteten diese Beschießung. Im Walde veranlassen. Er will von solchen Schritten der sozialdemound ander Zlota Lipa und am Dnjestr keinerlei Aende- von Apremont lebhafte Kanonade. In den Vogesen tratischen Leitung deshalb nichts wissen, weil sie den Schein verlief der Tag ruhig. rungen. Der französische Tagesbericht. ant erweckt, als ob zwischen der Sozialdemokratie und der Masse des deutschen Volkes eine Kluft bestünde. Da Genosse Heine Paris, 7. August.( W. T. B.) Amtlicher Bericht Vernichtung eines italienischen Luftschiffes. die Stellung der übrigen Parteien ja sehr genau kennt, so kann Rom, 7. August.( W. T. V.) Meldung der Agenzia diese Mahnung nur den Sinn haben, die Sozialdemokratie müſſe bon Freitag nachmittag. Im Artois HandStefani. Vergangene Nacht warf unser Luftschiff, Volta" granatenfämpfe um Souchez beinahe während der ganzen Bomben auf Pola, wohin bereits verschiedene glückliche Streif- Ausdruck kommen zu lassen, sie müsse auch hier auf die Propagierung es vermeiden, die ihr eigenartige Stellung zu entsprechendem Nacht. Vor Neuville- Saintva ast wurde ein deut- züge unternommen worden waren. Aus Gründen, welche man scher Angriffsversuch leicht angehalten. In den Argon- noch nicht feststellen konnte, fiel das Luftschiff ins Meer. Die ihrer abweichenden Meinung verzichten. Aber während Heine nen sette der Kamsf mit Bomben und Fröschen wieder ein, Besagung, welche aus drei Offizieren und 13 Mann bestand, ist nur den zeitweiligen Verzicht empfiehlt, da ihm die Lage welcher von Artillerieaktionen unterstützt wurde, während der wohlbehalten. Sie wurde gefangen genommen. Deutschlands für solche Erörterungen noch zu ungewiß erscheint und selbst betont, daß in der Frage des Kriegszieles Diffe- renzen bestehen, gehen andere einen Schritt weiter, um diese Differenzen nach Möglichkeit verschwinden zn lassen. Diesem Bestreben folgt Genosse Dr. S ü d c k u m, wenn er so besorgt vor der Erweiterung des Begriffes der Annexionen warnt, wenn er zwar auf das häßliche Fremdwort verzichten, aber sich gerne mit den aktuellen deutschen Uebersctzungen„Grenz- berichtigungen" und„wirtschaftliche Verknüpfungen" begnügen will, oder Genosse Oskar Geck, wenn er in Mannheim den offiziellen Standpunkt in der Frage des Kriegsziels mit solcher Wärme vorbehaltlos verteidigt, als bestände für die deutsche Sozialdemokratie heute keine größere Gefahr, als demokratischer Rechthaberei und Prinzipienreiterei zu ver- fallen. Und schließlich proklamiert ganz im Geiste dieser Rich- tung Genosse H e i l m a n n, der leitende Redakteur der „Chemnitzer Volksstimme", unseres viertgrößten Parteiblattes, das völlige Preisgeben jeder eigenen und selbständigen sozialisti- scheu Politik, den unbedingten Anschluß an die herrschenden Gewalten mit dem Rufe: Wir gehen z u Hindenburg. Damit ist denn freilich die Stellung der Partei schon klarer gekennzeichnet. Sie empfängt das Gesetz ihres Handelns nicht mehr nach ihren Grundsätzen und Prinzipien, sondern von ihren bisherigen Gegnern. Deren Entschließungen und Entscheidungen sind es, die in letzter Linie die Haltung der Sozialdemokratie bestimmen. Nicht ihre Grundsätze leiten mehr die Partei, sondern nur die Furcht vor der Isolierung, die Angst, den Anschluß an die bürgerlichen Parteien, das Wohlwollen der Regierung zu verlieren, auf deren Vertrauen Genosse K o l b so sehr vertraut, daß er immer von neuem, wie in seiner Broschüre, so in dein Karlsruher„Volkssreund" den Ausschluß der Opposition fordert, damit nicht wieder die„Schicksals"- stunde" verpaßt werde, wie vor 25 Jahren, als Bebel die Taktik vereitelte, die damals Vollmar forderte. Wie immer man nun über diese Stellung, in die die Partei zum Teil bewußt, zum Teil, hoffen wir, unbewußt von ihren Führern hineinmanöveriert worden ist, denken mag, sicher ist wohl das eine: diese Stellung ist g r u n d- verschieden selbst von der, die die Partei— auch in ihrer Majorität— am 4. August ein- genommen hat. Denn in der Erklärung, mit der die Fraktion ihre Zustimmung zu den Krediten begründete, hieß es ausdrücklich: die Fraktion lohnt die Verantwortung für die Politik der Regierung und deren Folgen ab. Die Erklärung aber ist, wie die Gegner der Abstimmung nur allzurichtig vorausgesehen hatten, vergessen und an ihrer Stelle ist der Abstimmung je länger, desto mehr ein Sinn unterlegt worden, den sie am 4. August auch bei vielen der damals Zustimmenden nicht gehabt hat. Die journalistischen und parlamentarischen Wortführer sind seit dem 4. August weit über den damals fest- gelegten Standpunkt hinausgegegangen. Unter dem Schutz des Burgfriedens, bei der Unmöglichkeit wirksamer Abwehr haben sie die Politik der Partei immer mehr festgelegt. Sie haben die Regierungspolitik bedingungslos gedeckt, die Verant- lvortung dafür in GegeMvart und Vergangenheit immer un- bedingter übernommen, jede künftige Kritik aufs äußerste er- schwert, bis sie jetzt im offenen Gegensatz zu einmütigen Beschlüssen der leitenden Instanzen die Politik des Burg- friedens, des Waffenstillstands der Klassen fortzuführen im Begriffe sind, zur Verwandlung der Sozialdemo- Aratie in eine sozialpolitische Reformpartei. Denn daran ist ein Zweifel für keinen Aufrichtigen möglich: War die Politik deS 4. August selbst ein Sieg eines Teiles des bisherigen „Zentrums" und der Rechten über die Linke der Partei gewesen, so wurde sie in ihren Konsequenzen ausgestaltet zu einer Diktatur der Rechten über die Partei: Und innerhalb dieser Rechten haben Anschauungen und Tendenzen die Oberhand gewonnen, von denen wohl viele kaum geglaubt hatten, daß sie innerhalb der Sozialdemokratie Bedeutung gewinnen könnten. Die Partei steht also jetzt in der Tat vor einer Schicksals- stunde und die Entscheidungen, die ihre leitenden Instanzen zu fällen haben werden, sind von so ernster Bedeutung wie nie zuvor. Nicht um die Stellung zum Kriege und zu einzelnen Regierungsmaßnahmen allein handelt es sich, ob- wohl auch in diese Stellungnahme schon die grundlegenden Prinzipien des internationalen Sozialismus und der Demo- kratie in Frage stehen. Es handelt sich um m e h r: um die Bewahrung des Charakters unserer Partei, ihrer Eigenheit, Selbständigkeit und Unabhängigkeit nicht nur in der schweren Zeit des Krieges, sondern auch in der nicht minder schweren, die uns dann bevorsteht. Nicht Probleme der auswärtigen Politik, nicht nur die Schicksalsfrage des Einflusses der proletarischen Demokratie auf den Friedens- schluß, nicht nur der Schutz des Volkes vor Lebensmittel- Wucher und Ausbeutung, sondern die gesamte künftige Politik der Partei steht zur Entscheidung. Hinter der „revisionistischen Ueberklugkeit" der Andeutungen und Zwei- deutigkeiten verbirgt sich nur, was Kolb und andere offen fordern: Aufgeben der bisherigen Partei- grundsätze und der Parteitaktik, Zusammen- wirken der Partei mit den bürgerlichen Parteien in gemeinsamer Blockpolitik, Einreihung der Partei als wesensgleiche unter gleiche in das Getriebe des bürgerlichen Parlamentarismus. Das ist in Wahrheit die Entscheidung, vor die im gegen- wärtigen Stadium der Parteientwicklung sich die leitenden Instanzen der Partei gestellt sehen. Wir sehen ihrem Spruche mit Spannung entgegen. Das letzte Wort freilich wird die Geschichte sprechen. Gestlicher Kriegsschauplatz. der Rückzug aus Warschau in rusiljcher darftellung. Kopenhagen, 7. August.(T. U.) Ueber den Rückzug aus Warschau melden Petersburger Berichte: Die Aufgabe unserer Warschauer Verteidigungsstellungen erfolgte genau nach den An- Weisungen des den betreffenden Truppenführern am 4. August nachmittags eingehändigten Armeebefehls. Die schwierige Opera- tion vollzog sich mit der- Ruhe eines Manövers. Die Loslösung vom Feinde bot nicht die geringsten Schwierigkeiten, da deutscher- seits nicht nachgedrängt wurde. Die ersten deutschen Truppen be- traten den inneren Befestigungsring Warschaus erst, als die letzten russischen Bataillone sich bereits über ö Stunden jenseits der Weichsel befanden. Beim Abzug unserer Soldaten spielten sich herzzerreißende Szenen ab, der Kummer der Zivilbevölkerung war grenzenlos. Kurz vor dem Verlassen der Stadt hatte der Platz- komandant Maueranschläge anbringen lassen, in denen er die Be- völkerung dringend warnte, dem einziehenden Feinde irgend- welchen Widerstand zu leisten. Englische preßstimmen zur Lage öer Russen in polen. London, 6. August.(W. T. B.) Die„Time s" schreibt über die Einnahme Warschaus: Es wäre töricht, zu behaup- tsn, daß die Einnahme Warschaus geringe militärische und gc- ringe politische Bedeutung habe. Der Verlust von Warschau hat zur Folge, daß die Möglichkeit des Wiederbeginns einer Offensive, wodurch die Sicherheit Deutschlands ernst- lich bedroht irgirde, für unbestimmte Zeit vorbei i st. Es ist beruhigend, daß die Deutschen das russische Heer nicht vernichtet haben. Der militärische Mitarbeiter der„M o r ni ng Post" schreibt über den Rückzug der Russen: Die Schwierigkeiten eines solchen Rückzuges haben sich bereits bei der Rück- wärtsbewegung in Galizien fühlbar gemacht. Da der Feind damals aber überall in der Frontlinie aufmarschierte, bestand wenig Gefahr, daß große Truppenmassen abgeschnitten würden, jetzt ist die Lage viel verwickelter. Das Heer hält eine Front von 300 Meilen besetzt und ist umzingelnden Angriffen aus Norden, Westen und Süden ausgesetzt. Es ist klar, daß ein gleichzeitiges Zurücknehmen aller Teile des Heeres zur Folge haben würde, daß die gesamte Streitmacht ungefähr in der Viitte des besetzten Gebietes eingc- schlössen würde. Der Feind beabsichtigte offenbar eine Wieder- holung der Schlacht von Sedan im großen Stile. London, 7. August. fW. T. B.)„D a i l y M a i l" weist darauf hin, wie überraschend die Nachricht vom Falle Warschaus vom nordöstlichen Kriegssthauplatz. Zum zweiten Male in Suwalki. Suwalti, den 1. August 1913. Ende April brachen wir unser Standquartier in Suwalki ab. In den verflossenen drei Monaten hat sich das Leben hier auffällig verändert. Es ist sichtbar in das Geleise einer bestimmten Ord- Wwg hineingewachsen. Schon damals verschwand der gehäufte Schmutz aus verborgenen Ecken und Winkeln, das Gcrümpel auf Höfen und Gassen; nun aber sieht ganz Suwalki wie gewaschen und geputzt aus. Totsächlich ist hier tüchtig geputzt, gewaschen und gescheuert worden. Am auffälligsten ist die Veränderung von der ilnsanberkeit zu Sauberkeit bei den Hunderten von kleinen Ver- kaufsläden. Man könnte glauben, sie hätten ein Feiertagsgewand aus verborgenem Schrein geholt und kokettieren nun in seinem Schnmcke. Fußböden, Verkaufstischc, die Regale an den Wänden, ja selbst die Haustüren und Fensterrahmen haben nähere wirksame Bekanntschaft' mit Wasser und Seife gemacht. Und durch geputzte Fensterscheiben schaut man nicht mehr auf ein unappetitliches Sc- misch der verschiedensten Waren, sondern aus sauber und ordent- lich ausgelegte Lebensmittel und Gebrauchsartikel in gemessener Entfernung von einander. Auch die Wände sind gesäubert worden; manche haben sogar einen neuen Ueberzug von Kalk oder Tapete bekommen. Der gewohnte Schlendrian war aber nicht etwa Plötz- licher Einsicht oder schnell erwachter Anpassung gewichen. Etwas deutliches Zureden und Unterweisen in die Bedürfnisse der Hygiene battc sich notwendig gemacht, um auftretende Epidemien, vor allem Ruhr, möglichst im Keime zu ersticken. Man begnügte sich nicht mit theoretischen Belehrungen über das Wesen der amKckendon Krankheiten und die Voraussetzungen ihrer erfolgreichen Be- kämpfung. Ein großer Teil der polnischen Bevölkerung kann überhaupt nickst lesen; der schönste Leitfaden über die zweckmäßigen Abwehrmaßnahmen bleibt den Polen ein Buch mit sieben Siegeln. Und das Lesenkönnen allein nutzt noch nickits. Sauberkeit ist ein sehr dehnbarer Begriff! So mußte man sich dazu entschließen, in den verdächtigen Häusern von oben bis unten die Wände abzu- kratzen und gründlich mit..Insektentod" zu beschicken. Tann wurde die Vorschrift erlassen, daß nur in sauber und ordentlich befundenen Läden Waren verkauft werden dürften. Das half! Stärker als die Gewohnheit an Unsauberkeit war der Erwerbs- sinn. Schrubber, Besen und Scheuertuch kamen zu ihrem Rechte. Dieses notwendige Hineinsügcn in neue Verhältnisse mochte unbe- quem sein, aber es blieb doch ziemlich schmerzlos. Dagegen traf der Versuch, eine andere russische Gewohnheit zu erhalten, ver- schiedene Leute an der verwundbarsten Stelle. Ihrem Wunsch, beim Bezug von Waren oder sonstwie bevorzugt zu werden, gaben kluge Leute Ausdruck« indem sie �versehentlich".Geldscheme auf den Schreibtisch legten. Das hörte auf, als die Folgen bekannt wurden, die diese Bestechungsversuche nach sich ziehen. Sie be- standen nämlich darin, daß zu dem Geldschein noch eine ordent- liche Geldbuße geopfert werden mußte. Dank der getroffenen Maßnahmen kann man die Seuchcngcfahr jetzt als ziemlich be- seitigt betrachten. Die Vorschrift der Hof- und Straßenrcinigung, der Besckickung der Straßenrinnen und sonstigen verdächtigen Orte mit Kalkmilch oder Chlorkalk, muß selbstverständlich auch weiter- hin peinlichst beobachtet werden. Eine Aenderung ist auch im eigentlichen Straßenleben eingetreten. Es ist merklich stiller und ruhiger geworden. Einige Verfügungen griffen hier ordnend ein. Sie verscheuchten einen Teil der promenierenden Damen und Kinder in schulpflichtigem Alter. Man hat für letztere die Zwangs- schule eingeführt. Nun müssen, ob die Eltern wollen oder nicht, auch die Polenkinder im Alter von 7 bis 13 Iahren lesen und schreiben lernen. Für sechsjährige und Kinder über 13 Jahre ist der Schulbesuch fakultativ. Für die unteren Klassen werden Stu- denten als Lehrer beschäftigt; sie bekommen selbstverständlich Ge- halt. Das sind so einige der Maßnahmen, die Suwalki ein stark verändertes Gepräge gegeben haben. Keine nach außen merkbare Wirkung hat die Einführung einer Steucrordnung, der Schlachwiehuntersuchung, die durchgeführte Entlausung und Impfung der Zivilbevölkerung, die jetzt rund 12 000 Köpfe zählt, gehabt. Heute allerdings sind einige tausend Menschen mehr in Suwalki. In langen Zügen strömen sie im Sonntagsstaat seit der frühesten Morgenstunde von allen Seiten in die Stadt herein. Es sind vorwiegend Polinnen in weißen und bunten Kopftüchern, in dunklen und grellfarbigen Röcken und kurzen Jacken. Sie wandern zu den Kircken. Aber erst am späten Nachmittag suchen die letzten ihr Hcimatsdorf wieder ans. Sie beschauen sich die Veränderungen in der Stadt, bestaunen das mili- tärische Getriebe, machen Einkäufe. Einen guten Tag haben die Händler, die aris dem Platz vor der Kirche in ihren Veckaussständen Rosenkränze, Heiligenbildchen, Amulette, Medaillen, Gebetbüchlein, Kirchcnkerzen usw. verkaufen. Es ist alles minderwertiges billiges Zeug. Je bunter es sich präsentiert, um so lieber wird es gekauft. Manche der Neuerungen wird von einzelnen Leuten sicherlich als nnbcqckem empfunden, aber daß von Teutschland bereits 90 000 Mark für die Annen der Stadt herüberkamen, und die erlassene Bekanntmachung, daß alle nach dem 31. März ausgestellten Gut. sckeine nun eingelöst werden, hat kaum irgendwo Unwillen erregt Tie Einrichtung der ärztlichen Sprechstunden und die Errichtung besondcpw gut ausgestatteter Krankenbäuscr für die Zivilbcvölke- ru»g wird ebenfalls als Wohltat empfunden. Die Angst vor den Russen, die bei meinem ersten Aufenthalt in Suwalki noch die Bevölkerung in ihrer Stimmung herunterdrückte, sifcint ziemlich verschwunden zu sein. Düwell, Kriegsbenchterstatter, I manchen Kreisen bis zum letzten Augenblick kam. Oberst Maude schreibt am Mittwoch im„Standard", es werde zunächst eine große Schlacht gegen Hindenburg geschlagen werden, deren Ausgang wir nicht zu fürchten brauchten. Das Festungsdreieck werde nicht geräumt werden. Oberstleutnant Rustambek schreibt gestern im„Daily Expreß": Ich legte neuerlich dar, wes- wegen die Russen Warschau nicht aufgeben können. Ich habe es wiederholt und wiederhole es heute wieder.„D aily Ehra- nicle" schreibt in einem Leitartikel: Die einzige wesent- liche Frage ist, ob die Russen Armeen, Geschütze und Borräte mit ziemlich geringen Verlusten retten können. Der Großfürst soll die Räumung der Festung vor drei Wochen begonnen haben, aber die Armeen müssen jetzt Rückzugsgefechte hundert Meilen rückwärts bis zur nächsten Vertei- digungslinie ausführen, und wir wissen seit dem Rückzug von Möns, wie schwer das ist. Man muß offen zugeben, daß als mili- tärische Operation die kombinierte Bewegung der deutschen Armeen an der Ostfront im letzten Monat in der Kriegsgeschichte einen sehr hohen Rang einnimmt. Dem Maßstab nach ist es das Größte, was jemals versucht wurde, und in Ansehung der Entfernungen und der natürlichen Hindernisse war der schnelle Erfolg sehr bemerkenswert. „Daily Mail" schreibt: Wäre Warschau gefallen, wenn die britische Regierung rechtzeitig ihre Pflicht getan und dem Feinde den Bezug von Baumwolle abgeschnitten hätte? „Morning Post" führt aus: Es ist nur natürlich, wenn die Russen in ihrer harten Bedrängnis mit größter Erwartung die Nachricht erhofften, daß seitens ihrer Verbündeten auf der West- front eine Bewegung erfolgen würde, um den unbarmherzigen Druck der deutschen Armeen zu erleichtern. In umgekehrter Lage hätte die öffentliche Meinung des Westens sicher dringend genug eine rasche Unternehmung Rußlands gefordert. Die Russen scheinen wunderbar geduldig zu sein, aber es sind Anzeichen dafür vor- Händen, daß die Russen mit dem Anteil der V e r b ü n- beten an der Kriegslast unzufrieden sind. Die musterhafte Haltung der Russen beruht offenbar auf ihrem Glau- ben, daß die Generalstäbe der drei Länder in voller Uebereinstim- mung und gegenseitiger Kenntnis der Lage und ihrer Absick en handeln. Danach müßte man schließen, daß die Dinge nicht allzu schlimm stehen können, wenn die Führer die Lage so ruhig, um nicht zu sagen passiv auffassen. Joffre scheint nicht zuzuschlagen, weil es der russische Befehlshaber noch nicht für zeitgemäß hält. Aber die Russen haben Schweres durchgemacht und vielleicht noch Schwereres vor sich. Ein feindlicher Einfall in das heilige Ruß- land ist sehr möglich, und eine Besserung der Lage liegt in weiter Ferne. Selbst in Frankreich herrscht in gewissen Kreisen der Ein- druck, daß England nicht alles tut, was es kann. Es wäre nicht wunderbar, wenn dieselbe Auffassung sich in Rußland ausbreitete. Die moralische Wirkung der Einführung der Wehrpflicht in Eng- land würde von höchster Bedeutung sein. Die„Times" schreibt in einem Leitartikel: Der Fall Warschaus muß jedenfalls die deutsche Nation ermutigen, und die moralische Wirkung aus gewisse Neutrale muß beträchtlich sein. Unzweifelhaft ist die Einnahme Warschaus am Ende des«injährigen verzweifelten Kampfes ein Markslein in diesem Kriege und mutz sehr ernst betrachtet werden, denn sie bedeutet eine bestimmte Warnung an die Alliierten. Die Engländer, die das Ereignis zu verkleinern suchen, erweisen der nationalen Sache einen schlechten Dienst. Die Zeit ist vorüber, wo wir uns über die innere Bedeutung großer unan- genehmer Ereignisse wegtäuschen dürften. Die„Times" spricht die Hoffnung aus, daß die russische Armee unversehrt bleiben und daß Teutschland nicht imstande sein wird, anderwärts große, ernste An- strengungen in absehbarer Zeit zu macheu. „Dailh News" schreibt in einem Leitartikel: Die Weich- s e l l i n i e ist außerordentlich stark. Wenn die Deutschen nur be- absichtigen, sie zu halten, können sie zweifellos eine erneute russische Offensive für lange unmöglich machen. Jedenfalls bedeutet der Sieg ftix die Deutschen das Freiwerden frischer Truppen. Der italienische Krieg. Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 7. August.(W. T. B.) Hauptquartiers- bericht vom 6. August. Auf der ganzen Front hat sich nach den eingelaufenen Meldungen nichts von besonderer Be- deutung ereignet. Immerhin konnten wir auf dem K a r st einige Fortschritte erzielen. Es wurden 160 Gefangene, dar- unter ein Offizier, gemacht. In der vergangenen Nacht boni- bardicrtc eines unserer Lcnklnftschiffe das feindliche Lager in der Umgebung des Sees von Doberda. Es wurde von Artillerie beschossen, kehrte aber unversehrt an seinen Aus- gangspunkt zurück. Ein anderes Lenkluftschifs bombardierte sehr wirksam den Eisenbahnknotenpunkt Opcina. Auff der Rückfahrt wurde es von einem österreichischen Wasserflug- zeug angegriffen, welches von oben herab drei Brandbomben warf. Es gelang dem Luftschiff, das Flugzeug durch die von Bord abgegebenen Schüsse in die Flucht zn treiben. Es kehrte unversehrt wieder in unsere Linien zurück. Cadorna. Der türkische Krieg. Die türkische tzauptquartiersmelöung. Konstantinopcl, K. August.(W. T. B.) Das Haupt- quartier meldet von der Kaukasussront: Am rechten Flügel verfolgen wir den Feind überall; er wurde aus dem Becken des Muratschai verjagt un» zog sich zum Teil vollständig zersprengt nördlich von K rn* a- kilis s e und nordwestlich von A l a s ch k e r d zurück. Unsere Truppen vertrieben bei d« Verfolgung am 4. August leicht die Reste des Feindes, der sich von Alaschkerd zurückzog und in vorteilhaften Stellungen zwischen den Ortschaften Ringhan und Ridghan Widerstand versuchte. Wir wiesen alle Schein- angriffe, welche die Russen von Zeit zu Zeit gegen unsere Hauptfront versuchten, um die Flucht ihres linken Flügels zu decken, zurück und brachten ihnen beträchtliche Verluste bei. In der Umgebung von Olti machten wir an der Grenze am L. August eine Anzahl von Gefangenen, unter denen sich ein Hauptmann befindet. Von der Dardanellenfront wird gemeldet: Bei A r i B u r n u wiesen wir am 4. August durch einen kräftigen Gegenangriff den vom Feinde gegen unseren linken Flügel unternommenen schwachen Ausfall zurück. Bei Ted u l Bahr fand am Abend des 4. August und am 5. August ein ungewöhnlich heftiger Artillerie- und Jnfanteriekampf statt. Ein Kreuzer und Torpedoboote sowie die Landbatterien des Feindes schleuderten ohne Erfolg 4 Granaten gegen die Umgebung von A I t s ch i t e p e und S i g hindere. Unsere Artillerie antwortete und verursachte einen Brand, der eine Stunde dauerte. In der Umgebung des Landungsplatzes von T e k k e b u r n u traf unsere Artillerie dreimal ein feino- liches Kanonenboot, welches die Küste bei B e s ch i k e beob- achtete. Das Kanonenboot, welches eine Schlagseite erhalten hatte, wurde nach Tcnedos geschleppt. Eine leichte feindliche Flotte beschoß am 3. August wäh- rend IVa Stunden die offene Ortschaft Kuchada am Äegäi- schen Meer, zerstörte einige Häuser und tötete zwei Personen. .' An den anderen Fronten nichts von Bedeutung. Konstantinopel, 7. August.(W. T. B.) Bericht aus dem Ha uptquartier: An der Front im Kaukasus setzen wir die Ver- folgung des Feindes auf dem rechten Flügel wirksam fort. Der Feind verläßt seine Stellungen bei Alaschkerd und zieht sich nach Koessedagh und weiter westlich zurück. An den Dardanellen hat unsere Artillerie am 6. August auf einem Transportschiff des Feindes, das von Torpedobooten beschützt wurde, einen Band verursacht und vor Art Burnu eine beladene Galeere versenkt. Tie Trans- portschiffe entfernten sich darauf nach Norden. In der Ge- gend von Ari Burnu entriß unser linker Flügel den; Feinde durch plötzlichen Ueberfall einen Graben, ohne ihm Zeit zu lassen, seine Kraft zu sammeln oder Verstärkungen heran- zuführen. Der Feind flüchtete und ließ über 300 Tote zu- rück. Am Nachmittag näherte sich der Feind nach langer hef- tiger Artillerievorbereitung vom Lande und von der See her in wiederholten Angriffen einem Graben auf unserem linken Flügel und drang in einen Teil davon ein. Gegen Abend nahmen wir einen großen Teil wieder und hinderten durch il»fer Feuer den Feind daran, sich auch nur in dem kleinen Teil, den er besetzt hielt, eine gedeckte Stellung zu schaffen. Am selben Tage warfen wir bei Sedd ul Bahr den Feind unter großen Verlusten zurück, der nach langer Vorbereitung durch Artillerie- und Jnfanteriefeuer unsere Gräben auf dem rechten Flügel südlich von sighindere angegriffen. Ebenso wiesen wir ciuen zweiten vergeblichen Angriff des Feindes ab. Ein Teil unserer vordersten Gräben lag eine Zeitlang zwischen unserer und der feindlichen Linie. Schließ- lich nahmen wir am Abend alle Stellungen durch endgültige heftige Angriffe wieder und rieben die Reste der feindlichen Abteilungen, die diese Gräben zu halten versuchten, völlig auf. An den übrigen Fronten nichts von Bedeutung. Der Seekrieg. Vom I�Sootkrieg. London, 7, August.(33. T. B.)„Daily Telegraph" meldet: Das Kriegsgericht in Devor verhandelte gegen den Kapitän eines zur Kriegsflotte gehörenden Fischdampfers, weil er sah, wie ein Unterseeboot einen Schooncr beschoß und versenkte, ohne das Unterseeboot anzugreifen und dem Schooner zu Hilfe zu kommen. Der Kapitän wurde im Sinne der Anklage für unschuldig, aber einer Nachlässigkeit für schuldig befunden und aus dem Dienste entlassen. Kopenhagen, 7. August.(W. T. B.) Die Bark„V a- n a d i s" von Brevik kommend, ist in der Nordsee von einem deutschen Unterseeboot in Grund geschossen worden. Die Mannschaft, bestehend aus zehn Mann, ist von dem Dampfer „Ora" an Bord genommen. Die„Vanadis" war mit Gruben- holz beladen. London, 7. August.(W. T. B.) Lloyds meldet: Die Be- satzuagen der Fischerfahrzeuge„ H e s P e r u s„Ivan", „ F i s h e r m a n„Heliotrope" und„C h a l l e n g e r" wurden gelandet. Die Fahrzeuge sind versenkt worden. Die Goelette„Hans Emil" wurde in Brand gesetzt. Die Besatzung befindet sich an Bord des dänischen Dampfers „Tyr" auf dem Wege nach Dänemark. der Kampf um öie parlamentskontrolle. Paris, 6. August.(W. T. SB.) Die reaktionäre Pres s e bekämpft die Verschärfung der P a r l a yr e n t s ko ntr oll e, welche von den Kammergruppen nach langer Verhandlung mit der Regie- rung erzielt worden ist. Die Zeitungen dieser Richtung und allen voran„Echo de Paris" befürchten, daß die Parlaments- ausschüsse bei jeder passenden und unpafienden Gelegenheit sich in Angelegenheiten mischen werden, welche nur die Landesverteidigung angingen und mit dem Parlamentarismus nichts zu tun hätten. Glücklicherweise habe sich die Regierung das Kontrollrecht über die Nützlichkeit der von den Kammerausschüssen beschlossenen Abord- nungen vorbehalten und dadurch die Parlamentskontrolle von ihrem Lpllen abhängig gemacht. Die republikanische und s o z i a- I i st i s ch e Presse tritt dieser Auslassung entgegen und erklärt, die Parlamentskontrolle sei nicht dazu angetan, den Gegnern der Re- publik zu gefallen. Das Volk aber wolle die Kontrolle und deshalb müsse sie auch durchgeführt werden. Die Regelung öes Getreiüeverbrauchs in Frankreich. Paris, 7. August.(W. T. B.) Die Kammer begann gestern die Beratung des kürzlich vom Senat mit einigen Veränderungen angenommenen Gesetzanrrages auf Eröffnung von Zuschlagskrediten für das Rechnungsjahr ISIS für das Handelsministerium zum Ankauf und Verkauf von Getreide und Mehl für die Ver- sorgung der Zivilbevölkerung. Handclsminifter Thomson stellte bei Darlegung der Frage fest, daß die Lage Frankreichs günstig sei. Alle Maßnahmen seien getroffen, um durch eine Organisation der französischen Produktion Preis- und Kursschwankungen zu ver- nieiden, wodurch auch die Abwanderung französischen Goldes nach dem Auslande verhindert werde. Die französischen Ackerbauer würden benachrichtigt, daß eventuell Beschlagn ahmungen zum Preise von 30 Frank für den Zentner erfolgen würden. Der Minister lehnte eine allgemeine Beschlagnahme ab, die eine Summe von 800 Millionen festlegen würde. Thomson riet der Kammer, den vorgelegten Antrag anzunehmen, welcher der Regierung die Initiative für die Anwendung der Beschlagnahme überläßt. Die, Kammer nahm schließlich den Antrag an./ Ferner nahm die Kammer einstimmig einen Antrag Rats- n a u d an, der an die Duma des befreundeten und verbündeten Kaiserreiches als Zeichen tiefer Bewunderung gerichtet rst. Die Schweiz unü Italien. Locarno, 7. August. �W. T. SB.)(Meldung der schweizerischen Depeschen-Agentur.) Der Dampfschiffsverkehr auf dem Langen See längs des schweizerischen Ufers ist eingestellt worden auf An- ordnung der. italienischen Regierung, die die schweizerischen Be- Hörden verständigt hat, daß die Schiffahrtsgesellschaft auf dem Langen See, die ein italienisches Unternehmen mit dem Sitze in Ancona ist, ihren Verkehr aus Gründen inneren Charakters auf die italienischen Uferortschaften beschränken werde. Zugleich hat die italienische Regierung die schweizerische Regierung ersucht, die Schiffahrtsgcsellfchaft auf dem L u g a n e r See, die ein schweize- rischcs Unternehmen ist und den ganzen Uferverkehr besorgt, zu veranlassen, die Stationen am italienischen Ufer, mit Ilusnahme von Porlezza, Portoceresio und Ponte Tresa nicht mehr anzu- laufen. Die Gesellschaft ist in der Folge angewiesen worden, in ihrem Verkehr die gewünschte Beschränkung eintreten zu lassen. Die von Italien getroffenen bezw. gewünschten Maßnahmen haben, wie die italienische Gesandtschaft in Bern hat wissen lassen, nur vorübergehenden Charakter. Der Rückgang üer englifthen Schiffahrt. Aus der„Shipping u. Mercantile Gazette" vom 14. Juni und 9. Juli ist zu eninehmen, daß zunächst in der Zeit vom Januar bis Svlärz 191S im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum des Vor- jahres die in überseeischer Fahrt einklarierten(in englischen Häfen eingefahrenen) Schiffe einen Rückgang an Tonnage aufweisen von......... 2 139 549 To. Das bedeutet für drei Monate einen durchschnitt- lichen Monatsrückgang von...... 713183 To. während sich der Rückgang für den März allein auf' 950 840 To. stellt. Also Rückgang in den beiden Monaten Januar und Februar durchschnittlich... 594 354 To. Der Rückgang beläufr sich für den April auf. 1 882 246 To. für den Mai auf........... 1 188 210 To. für den Juni auf........... 1694 863 To. das heißt der Rückgang hat sich vom Januar bis Juni fast ver- dreisacht. Die gleiche Entwicklung zeigt sich bei den in der überseeischen Fahrt ausklarierten(ausgefahrenen) Schiffen. Der Rückgang beziffert sich im Durchschnitt der Monate Januar bis März 1915 auf.... 1 111566 To. im März allein auf.......... 1 877 246 To. im April auf............. 4 523 476 To. im Mai auf............. 2 650116 To. im Juni auf............. 2 353 305 To. Also auch hier ein Ansteigen der Rllckgangsziffern von den ersten Monaten des Jahres zum Juni über das Doppelte. Aus dem Ver- gleich der Rückgangsziffern der einklarierten Schiffe mit denjenigen der ausklarierten ergibl sich, daß letztere erheblich größer sind, daß also nach der Ankunft in England eine sehr beträchtliche Anzahl von Schiffen aus dem Verkehr gezogen sein muß. Was die K ü st e n s ch i s f a b r t anlangt, so ist die Tonnage der einklarierten Schiffe im Durchschnitt gegen das Vorjahr zurück- gegangen in den Monaten Januar bis März 1015 um. 628 059 To. im März um. �. 503556 To. im April um.............. 880 088 To. im Mai um............. 844 599 To. im Juni um............. 680 404 To. Entsprechend stellt sich der Rückgang der in der Küstenfahrt ausklarierten Schiffe für den Durchschnitt der Monate Januar bis März auf.......... 448 093 To. für März allein auf.......... 627 691 To. für April auf........'.... 1 912 523 To für Mai auf............. 822 257 To. für Juni auf............. 788 868 To. Der ruMche Reichsrat zur Preisgabe Warschaus. Petersburg, 7. August.(2B. T. SB.) Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur. Die Sitzung des Reichsrates wurde gestern vom Präsidenten K u l o m s i n eröffnet, der dem Grafen Bobrinski das Wort gab. Dieser sagte: Nachdem Warschau heute in die Hände des Feindes gelangt ist, kann der Reichsrat nicht schweigen. Wir neigen uns dem Willen Gottes und schöpfen Mut aus dem Bewußtsein, daß das Vaterland schon Jahre der Prüfung gekannt hat, und daß, je größer das Leid unserer Seelen ist, um so nachdrücklicher unser unbezwingbarer Wunsch wächst, den Krieg bis zum Ziele fortzuführen. Das Unter- Pfand des Sieges sind der Geist und der unbezwingbare Wille des einigen Rußland. Wir verneigen uns bis zur Erde vor dem Schmerz unserer polnischen Kollegen. Habt Mut, Brüder, duldet noch einige Zeit! Der Siegestag wird auch für euch anbrechen. Beweinen wir den Verlust der polnischen Hauptstadt, der Schwester Rußlands. Aber Rußland sagt nicht: Lebewohl,. Warschau! fon? dern: Auf Wiedersehen! Der Pr ä. s, öden t' des Reichs- rotes schloß sich vollkommen diesen Schmerzenskundgebungen an, auf die das polnische Mitglied des Reichsrates Schebeko folgendermaßen antwortete: Bewegten Herzens be- trete ich diese Tribüne. Das gegenwärtige Ereignis berührt so sehr unser Vaterland und uns alle, die wir Polen sind, daß es eiserne Nerven bedürfte, um das von der Vorsehung oesandte Leid zu tragen. Einige Tage vorher haben die Kundgebungen der Duma zu dem Kummer Polens mich tief ergriffen. Wir Polen werden immer ein unverlöschliches Andenken daran bewahren. Heute hat man uns von der Tribüne dieses Hohen Hauses die tiefe und brüderliche Sympathie des russischen Volkes für Polen in seinem Unglück ausgedrückt. Aber mitten in diesem Unglück ge- denken wir dessen, daß uns auf diesem Boden eine lange Reihe von historischen Ereignissen zu einem unteilbaren polnischen Volke mit ausgesprochen slawischem Typus gemacht hat. Eine eiserne Kette verbindet die gegenwärtige Generation mit den Gräbern der Vergangenheit und den Wiegen der Zukunft. Im Namen dieser besseren Zukunft bitte ich Sie zu gestatten, Ihnen hier feierlich zu. erklären, daß das polnische Volk nicht niedergedrückt, sondern stei ist, daß es nicht erschöpft und geknechtet, sondern stark ist dank seiner mächtigen nationalen Lebenskraft infolge des Bewußtseins, daß es seinen Platz in der Familie der Slawen in würdiger Weise einnehmen wird. Es wird mit Ihnen bis zum letzten Atemzuge kämpfen und niemals die Fahne des Slawentums verraten. (Beifall.) Der Präsident rief.: Es lebe das polnische Volk!(All- gemeine Huldigung.) Rmi�zchtslose Kritik in öer Duma. AuS /Stock Holm wird dem„L.-A." vom 7. August ge- meldet/ DK Dumaversammlung zeigte nicht die volle E i lum ü t i g k e i t, wie sie die offiziellen' Berichte der Telegraphen- agafltur hervorheben. Die Rede des Sozialdemokraten Tiff ch e h i d z e, des Deputierten von Tiflis, war sehr offen. Er /dgte u. a.:„Wenn Rußland nicht einen jähen Umschwung erlebt, fällt das Land voller Entartung anHeim. Ich' kenne Leute, die große Erschütterungen brauchen, um nur einen Augen- blick nachzudenken, was das Land braucht, allerdings, um es im nächsten Augenblick zu vergessen. Die Tatsachen beweisen, daß die Träger dieses Gedankens Regierungsvertreter, nicht wir Arbeiter sind. Seil Kriegsausbruch werden die Kranken- lassen von der Ochrana terrorisiert. Diejenigen Herren, die zu Mjassojedow Beziehungen hatten, verdächtigten die Arbeiter- klaffen der Spionage in demselben Augenblick, wo Mjassojedow Rußland verkaufte, lieber unsere Freunde ist das Urteil gesprochen, und dabei reden jene von der Einigkeit, die den Arbeitern die geforderte Einkopekenzulage vertveigerten." (Lärm rechts.) Tschebidze fährt fort:„Ich bringe morgen hierfür die Beweise. Eine andere Schmach sind die Judenverfol- g um gen. Die Regierung nahm vornehme Juden als Geiseln fest. Es ist eine beispiellose Schamlosigkeit, daß die Regierung eigene Untertanen als Geiseln festnimmt. Ueberall ist es das Prinzip der russischen Regierung: Teile und herrsche!" Diesen Grundsatz zeigt auch die Polen- und Kaukasuspolitik, und wenn noch der kranke Graf Woronzow-Taschkplv selbst das Zepter schwänge. Aber es führt seine Frau. Kaum war die russische Armee in Galizien eingerückt, als die'cchtru'ssische'Saat ausgestreut wurde. Wir wissen, was das bedeutet. Die Regierung ist schon wieder am Werk, alte Positionen zu befestige».- Die Reichsduma ist aber mitschuldig, weil sie die Einigkeit mit der Regierung suchte. — Der Schluß enthält einige so heftige Angriffe, daß sie nicht in das Stenogramm aufgenommen wurden. M i l j u k o w s Rede deckte die Korruption ini Kriegsmini st erium auf. Die Regierung sei mitschuldig an der Desorganisation durch Maffenverhetzung und offene Pogrom-Agitation. Eine genaue Untersuchung, die Schuldige und Unschuldige voneinander scheidet, sei notwendig, und es wäre unglaublich, wenn der eben � verabschiedete schuldigste Minister den neuen wichtigen Posten bekäme, wie die Gerüchte behaupten. Trotzdem steht das Beispiel des Riga er Generals Kurlow noch vor aller Augen. Sehen wir die neue Regierung an, so haben sich wohl Personen geändert, aber nicht ihre Politik. Die Regierung entwickelte bis heute kein politisches Programm. Das Wichtigste, die Aufklärung der Bauern im Dorf, müßte oberstes Prinzip des Volkslebens- werden. Kriegsspekulation. Wilde Spekulation in Kriegs Material werten in Wall Street(New Docker Börse) charakterisiert die Börsen woche, wie„?!ew Dork Herald" meldet. C r u c i b l e Steel gingen als„ein zweites Bethlehem Steel" von 4lVz am Montag bis 83 am Donnerstag in die Höhe, ehe der Rückgang infolge der osfiziellen geringen Einschätzung der bisherigen Munitions- ausfuhr einsetzte. Das Beispiel des Hinaufgehens von Beihlehem-Aktien, die im März ö4'/z kosteten und letzte Woche 275 betrugen, hat eine wilde Spekulation entfesselt, die mit Nachrichten über erhaltene und bevor- stehende Munitionsbestellungen der Ententemächte arbeitet. Verschiedene Warnungen sind schon laut geworden.„Financial Chronicle" vom 31. Juli protestiert in einem Leitartikel gegen diese Spekulation in Kriegswerten und verlangt, daß die New Docker Börse im Interesse ihres guten ZtamenS diesen spekulative n Exzessen ein Ende mache. Die Börse ist aber ein offener Markt und kann das kaum. Der„New Dork Herald" ist der Ansicht, sie sollte die Werte der Gesellschaften nur dann zum weiteren Handel zulassen, wenn sie ihrerseits offizielle Angaben über ihre Bestellungen machen. Trotz deS scharfen Rückganges blieben die Kurse noch sehr hoch. Crucible Steel gab 15 Punkte nach, blieb aber 23 Punkte über dein Kurse der Vorwoche, ebenso Bethlehem 54 Punkte trotz eines Rück- ganges von 20. Die Aufnahme öer englischen Note in Amerika. London, 7. August.(W. T. B.)„Times" meldet aus Washington: Die öffentliche Meinung und die R c- g i e r u n g sind durch die Ausführungen G r e y s nicht überzeugt. Man betont, daß die britische SBIockade nicht effektiv ist. Das Staats- departcment kann statistisch nachweisen, daß Englands Handel mit den neutralen Ländern gestiegen ist. England habe daher kein Recht, eine Vermehrung des amerikanischen Handels mit Neutralen zu hindern. Nachrichten aus dem Süden besagen, daß die Baumwoll- interessenten neue Anstrengungen machen, um den Präsidenten gegen die englische Politik festzulegen. Ebenso erheben New Dorker Importeure ihre Stimme für die Freigabe des Handels nach Deutsch- land. Diese Agitation schwächt Greys Vorschlag eines Schiedsgerichts ab. Der Korrespondent warnt davor, der deutschen Propaganda, eine neue Gelegenheit zu geben. London, 7. August.(W. T. B.)„ M o r n i n g Post" meldet aus Washington: Die Presse betrachtet die britische Note als unbefriedigend und fordert die Regierung auf, nochmals in London zu protestieren. Es wird eine amerikanische Note vor- bereitet.. Die Vereinigten Staaten, werden die- Annahme cher. �ngli- scheu Auffassung ablehnen. Es wird ein tveiterer Rotemoschsel.e.r? wartet.„New Dork Tribüne" sägt:' Die britische Note, kann die amerikanischen Forderungen offenbar nicht befriedigen. Es be- steht eine tiefe Kluft zwischen der englischen und der amerikani- scheu Auslegung des Völkerrechts.„New Dork Sun" schreibt: Englands obstruktive Matzregeln sind eine Rückkehr zu dem alten Prinzip der Blockade. Die drei Noten müssen eine ähnliche Aul- wert erhalten wie die deutschen Noten.„Chicago Tribüne" sieht weitere britische Reprcssivmaßnahmen und schärfere ameri- kanische Proteste voraus.„St. Louis Times" beschuldigt England der Sophisterei.„St. Louis Republic" sagt: Die Note muß im Lichte englischer Praxis gelesen werden. Diese Praxis kennt nur ein Gesetz, nämlich den eigenen Vorteil.„ M i I w au k c e Journal" schreibt: England mißbraucht in diesem wie in den früheren Kriegen seine Seemacht.„New Orleans Journal" warnt: Wenn wir uns England diesmal beugen, so opfern wir für alle Zukunft das Recht des offenen Weges durch den Ozean.„Cincinnati Commercial Tribunc" erklärt: Embargo auf Waffen wäre die rechte Antwort auf Greys spöttische Andeutung, daß die Amerikaner mehr Interesse am Um- fang ihres Handels uls an die internationalen Rechte hätten, wofür sie �inst einen Krieg gegen den stolzen anmaßenden Seeherru führten.„New Dork Sun" befragte Baumwolleute und Bankiers des Südens. In Georgien fordert inan, daß der Präsident Schritte tue, um die unerträgliche Lage zu lindern. England werde seine Haltung ändern, wenn es sehe, daß Amerika entschloffen ist, für die unbestreltbaren Rechte einzutreten. In Galveston(Texas) glaubt man. daß englische Finanzmänner versuchen, sich die Herrschast über den Welthandel zu sichern; der Präsident müsse energische Schritte dagegen tun. Südliche Kongreß- Mitglieder würden in der nächsten Session ein Vorgehen erzwingen, wenn nicht Wilson die neutralen Häfen offen halle. Man spricht von Embargo auf Waffenausfuhr. Ein Bankier sagte, das Embargo würde auf England eine größere Wirkung haben als eine Kriegs- erklärung. Der frühere Senator Butler(Ikordkarolina) sagte, der Präsident müsse jedes Baumwollschiff von einem Kriegsschiff eskortiere» lassen. Ein amerikanischer Seleiöigungsprozeß. New Dork, 7. August.(W. T. B.) Der Herausgeber der„New Dorker Staatszeitung", Hermann Nidder, hat den Besitzer des „New Dork American" H e a r st aus 250 000 Dollar Schadenersatz verklagt, weil Hearst eine Unternehmung, an der Nidder beteiligt ist, beschuldigte, Bestandteile von FlugmaschincN für die Verbündeten herzustellen. Nidder erklärte, daß er dadurch als Heuchler bin- gestellt worden sei und daß sein guter Ztame dadurch gelitten habe. Opposition gegen öen Krieg in /lusiralien. Ein ehemaliger Propagandist der unabhängigen Arbeiterpartei, Genosse Fox er oft, schreibt dem„Labor Lcadcr" aus Australien über das Zunehmen der kritischen Stimmung in der dortigen Ar- bciterschafl gegenüber dem Krieg. So hat der Eisenbahner- verband einen Antrag auf eine Spende für den Kriegsfreiwilligen- fonds abgelehnt und gleichzeitig die Einführung der auf dem Programm der Arbeiterpartei stehenden progressiven Einkommen- steuer zur Bestreitung aller Kriegsersorderniffe gefordert. Eine An« zahl von Blättern, namentlich das Eisenbahnerorgan, Hätz die Eni- hüllungen des„Labor Lcader" über den RüstungStrust abgedruckt. Die australischen Sozialisten sind eifrig bestrebt, den durch die chauvinistische Hetze irregeführten Massen die Augen zu öffnen. SonderPreise A- WERTHEIM Porzellan Billiges weiss. Porzellan Speiseteller tief, flach....... 18 P. Frühstücksteller...... 12 Pl. Kompotteller 10 Pl. Bratenschüsseln oval 25 Pl. bis 1.10 Bratenschüsseln rund..... ..... 70 70 Pl. Kompottschüsseln von 20 bis 65 Pl. Kartoffelnäpfe.... 95 Pf. 1.25 Saucieren.. Terrinen von Tafelgeschirr Schneeballmuster von Kaffeeservice für 6 Personen, dekoriert 3.25 4 M. 5.25 für 12 Personen, dekoriert 6.25 9.75 11M. Montag bis B. Mittwoch H. Glaswaren Preßglasgarnitur ,, Hansa" Steinschliff- linitation Tafelservice Salatschüsseln..... 10 bis 55 Pl. 32 Pl. Speiseteller tiet. Ilad...... .... 48 Pl. Frühstücksteller ..22 Pl. 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Nach längeren heiten und Streitpunkte berühren wollte. Aber er bezeichnet doch das Wesentliche und Notwendigste, wenn er innere Stärke und wiederholten Verhören und Gegenüberstellungen wurden Die kaiserliche Rundgebung am Jahrestage des Kriegs- und einheitlichen nationalen willen als Gewähr der die auf dem Polizeiamt in Elberfeld Festgehaltenen wieder anfangs legt nun unser Kriegs- und Friedensziel flar und Zukunft Deutschlands nennt und mit aufrichtiger Bewunderung an- entlassen. Die Verhöre werden, auch mit anderen Genossen, bündig in dem Saße fest:„ Ein Friede, der uns die notwen- erkennt, daß alte Gegner anfingen, sich zu verstehen und zu achten, fortgesetzt. digen militärischen, politischen und wirt und der Geist treuer Gemeinschaft alle Volts. Es handelt sich um eine recht harmlose Sache. Im Kreise schaftlichen Sicherheiten für die Zukunft bietet und genossen erfüllte." Elberfeld- Barmen ist den Funktionären der Partei vertraulich) Die Bedingungen erfüllt zur ungehemmten Entfaltung unserer Heine schildert dann die innerpolitischen Verhältnisse vor einiges Informationsmaterial übergeben worden, wie das schaffenden Kräfte in der Heimat und auf dem freien Meere." dem Kriege und fährt fort: Memorandum der Bezirksleitung Niederrhein, der Artikel Die Frage, ob damit das Signal zur freien Erörterung„ So stand es in Deutschland bis zum Kriege. Der Kaiser„ Das Gebot der Stunde" und anderes, auch aus bürgerlichen des Kriegszieles gegeben ist, wirft sich von selbst auf, fie wird will nicht, daß es so weitergehe. Aber es gibt Streise, Streisen Stammendes. Einige Genossen führten darüber in aber zu verneinen sein. Denn die damals gegen die freie denen das sehr erwünscht wäre; dies darf jedoch nicht geschehen, einer Wirtschaft eine Diskussion, welcher ein Offizier in Zivil Aussprache über das Friedensziel erhobenen Bedenken rich im Interesse Deutschlands nicht! Ich weiß beſtimmt: wir würden zuhörte. Auf diesem Wege bekam die Polizei Kenntnis daeine biel größere und gefahrvollere Ent teten sich nicht sowohl gegen die Aufstellung allgemeiner fremdung der sozialdemokratischen Arbeiterflasse vom Staat bon. Sie wird inzwischen eingesehen haben, daß zur Nervosität Richtlinien für das Kriegsziel, als gegen deren Ausgestaltung und dem Bolksganzen erleben, wenn man nicht aus den Er- nicht der geringste Anlaß vorliegt. ins einzelne. Allgemeine Leitsäße von der in Rede fahrungen dieser Zeit Lehren zu ziehen verstehen sollte. Das stehenden Art sind öfters unbeanstandet geblieben. Ich gilt selbstverständlich für alle Seiten; was jedoch die SozialNationalliberale Partei und Regierung. habe z. B. wiederholt als unser Ziel einen Frieden bezeich- demokratie sich selbst darüber zu sagen hat, Die bereits gestern von uns erwähnte Notiz der WestWenn jemals etwas, dann nen können, der Dauer verbürgt und die freie Entwickelung anderer Stelle gesagt werden. neue Wege erwecken. fälisch- Politschen Nachrichten" lautet vollständig: unserer wirtschaftlichen und kulturellen Kräfte gewährleistet. muß die Gegenwart den Sinn für vieles möglich und Sie hat allen gezeigt, wie unendlich „ Diese Erklärung der„ Nationalliberalen KorresponIch selbst habe bei Aufstellung der Forderung, daß die nötig ist, was allen Ueberlieferungen eingeroſteter Braris im denz" wird nicht verfehlen, in der Partei und im Lande lebStimme des Volkes zeitig genug gehört werden müßte, um Staate und der Parteien, allen ehrwürdigen Dogmen widerspricht. hafte Verwunderung zu erregen. In einer Zeit, wo um die auf die Friedensverhandlungen Einfluß üben zu können, Es ist einfach eine Sache des Willens; findet man jetzt nicht den ganze Zukunft unseres Vaterlandes gerungen wird, erscheint auch betont, daß der Zeitpunkt dazu keinesfalls Mut zu neuem Handeln, das ganz gewiß auch neue Stämpfe be- uns das persönliche Verhältnis der Partei und ihrer Führer eher gekommen sei, als bis wenigstens auf einer deuten wird, glaubt jeder aus diesen ungeheuren Ereignissen keine Front der volle Siegerrungen sei. So große Er- andere Lehre ziehen zu dürfen, als daß sie alle Vorurteile und Ge- zu maßgebenden Regierungsstellen bei weitem weniger wichfolge der Sommerfeldzug im Osten uns auch gebracht, und so hässigkeiten der Vergangenheit gerechtfertigt hätten, fehlt der Wille tig, als die Frage des nationalen Wollens. Im Hinblick sehr er unsere Siegeszuversicht rechtfertigt, noch steht zu einer neuen Einheit in Gefühl und Handeln der Nation und zu hierauf haben wir Grund zu der Annahme, daß hinter der felbst hier die endgültige Entscheidung aus. Caten, die diese auch in der inneren Politik verwirklichen, so wird Notiz der Nationalliberalen Korrespondenz" nur wenige Von der Kriegslage im Westen gar nicht zu reden. Man wird die se luft, die das deutsche Volk zerrissen hatte, immer tiefer einzelne Persönlichkeiten stehen. Ueber das Verhältnis der werden. Und die Verantwortung dafür und für alle Gefahren, leitenden nationalliberalen Parteikreise zu den jezigen sich also bestimmt mit der jezigen Beschränkung der Erörte- die unserem Vaterlande daraus erwachsen können, wird auf die höchsten Fragen, die unser Volk bewegen, gibt die am 16. Mai rung des Kriegszieles noch abfinden müssen. Abgesehen da- jenigen fallen, die sich unfähig erweisen, über sich selbst hinaus einstimmig beschlossene Erklärung der Landesvon unterliegt es keinem Zweifel, daß die kaiserliche zukommen. Kundgebung in den Herzen aller Deutschen Schon hört man hier und da angesichts der Gegenströmungen Vorsitzenden der Partei den besten Ausschluß. Diese starken Widerhall finden wird. Sie spricht in der Sozialdemokratie gewisse Gegner der Partei mit unverhehlter Erklärung lautete: klarer und bestimmter aus, was uns beim Freude sagen, man bedürfe der Sozialdemokratie gar nicht, es Friedensschluß nottut, als dies bisher sei ei ihr Schade, wenn sie sich beiseite stelle. Das sagen diefelben, die durch ihre Ablehnung jeden Entgegenkommens gegen die tens der Regierung geschehen. So wird klarge- politischen Forderungen und die gewerkschaftlichen Bestrebungen stellt, daß die realen Garantien, von denen der Reichskanzler der Arbeiter, durch Lebensmittel verteuerung und unin der letzten Tagung des Reichstages gesprochen hat, nicht zureichendes Interesse für notleidende Kriegerfamilien und Hinterbloß auf dem militärischen, sondern auch auf dem politi- bliebene, vor allem aber durch die Ankündi schen und wirtschaftlichen Gebiete zu suchen sind. gung, deutsches Blut eigennügigen EroberungsLetzteres ist von besonderem Wert im Hinblick auf den von interessen beschränkter Kreise opfern zu wollen, unjeren Gegnern gegen uns geführten Wirtschaftsfrieg und das meiste dazu beitragen, wenn in der Arbeiterschaft Migstimmung gegen die nationale Verteidigung hervorgerufen werden die vielfach hervortretenden Absichten, diesen fortzuführen, fonte. Sie iptelen ein gefährliches Spiel, dessen Einias keineswegs auch wenn die Waffen ruhen. Weiter ist hervorzuheben die sollte. Sie spielen ein gefährliches Spiel, dessen Einfaz keineswegs das Behagen oder die Macht der Sozialdemokratie ist, sondern das Forderung ungehemmter Betätigung auf Wohl des Vaterlandes. Handelte es sich für die Sozialdemokratie dem freien Meere. Daß so die Befreiung des Meeres lediglich um ihre Parteiinteressen, so könnte sie es darauf ankommen als Kriegsziel proklamiert wird, ist der freudigen Zustim- laffen. Sie ist bei den bisherigen Unterdrückungsmaßregeln sehr mung des ganzen Volkes sicher. gediehen und würde erst recht wachsen, wenn man daran denken wollte, nach dem Striege diese fleinliche und aufreizende Praris fortWie der Krieg auch ausgehen mag, er Ferner ist von Wert, daß nunmehr die sorgfältige VorDb seine „ Der Geschäftsführende Ausschuß der Nationalliberalen Partei und die Vorsitzenden der Landes- und Provinzialverbände sind am 16. Mai 1915 zur Beratung der gegenwärtigen politischen Lage in Berlin zusammengekommen. Die Verhandlungen waren von der einmütigen Ueberzeugung getragen, daß das deutsche Volk, möge die politische Lage sich gestalten wie sie wolle, entschlossen ist, mit seinem tapferen Verbündeten den Krieg bis zum fiegreichen Ende durchzuführen. Einmütig wurde der Forderung Ausdruck gegeben, daß die gewaltigen Erfolge unseres unvergleichlichen Heeres und unserer todesmutigen Flotte auch politisch restlos ausgenütt werden müssen. Insbesondere sei im West en das zur Sicherung und Verstärkung unserer Machtstellung zu Wasser und zu Lande nötige Gebiet politisch, militärisch und wirtschaftlich an das Deutsche Reich anzu= gliedern. Im Osten müßten nicht nur strategisch bessere Landesgrenzen, sondern auch neues SiedelungsLand erworben werden. Unser überseeischer Besiz endlich sei in Umfang und Gestaltung unseren Interessen als Welthandelsvolk entsprechend auszubauen, wobei unser bisheriges Kolonialreich, das in diesem Kriege so treu fü: das Vaterlang gestritten hat, erhalten bleiben müsse." bereitung unserer Friedensverhandlungen völlig zweifelsfrei zusetzen. wird unendlich viel Elend und Bitterfeit gestellt ist. Welche militärischen Sicherheiten wir zur Sicherung unserer Zukunft bedürfen, wird Gegen hinterlassen, die die Sozialdemokratie um so leichter auf ihre Mühlen leiten könnte, je einseitiger und schärfer stand sorgsamster Prüfung unserer militä- fie in der Oppositionsstellung beharren müßte. Wenn wir politische Wir brauchen auch nur auf die gemeinsame Kölner Tos rischen, was wir wirtschaftlich bedürfen, wer- Reformen fordern, und wenn wir verlangen, daß diese schnell ge- gung der nationalliberalen Organisationen Rheinlands und den die besten Kenner unseres Wirtschafts- währt werden, ehe die Gegenträfte wieder erstarkt sind, ohne klein- Westfalens hinzuweisen, um erkennen zu lassen, wie einig lebens, unsere politischen Zukunftsbedingun- liches Mißtrauen, und ohne daß das Volk erst vom bitteren Gefühl diese maßgebenden Parteiorganisationen mit der Parteigen unsere Staatsmänner untersuchen und feststellen.... getäuschter Erwartung erfüllt wird, so leitet uns lediglich der Wunsch, Vor allem aber ist es mit Befriedigung zu begrüßen, dem Vaterlande neue Kräfte zuzuführen, im deutschen Volke den ein- leitung in der Auffassung dessen sind, was dem deutscher daß unser Friedensziel in restlos flarer, je de heitlichen Willen der Selbstbehauptung und einen einigen deutschen Volke jetzt not tut. Die in Aussicht genommenen VerhandAuch nach dem Kriege wird Deutschland lungen des Zentralvorstandes werden zeigen, daß die NaMißdeutung ausschließender Weise tund- Geiſt wach zu erhalten. gegeben ist. Denn an Mißdeutungen und Zweifeln hat rings von Gefahren umgeben sein und seine Zukunft wird mehr als tionalliberale Partei, vielleicht von wenigen Persönlichkeiten je die Zusammenfassung aller Kräfte erfordern." abgesehen, in voller Einmütigkeit und Geschlossenheit hinter es bisher leider wahrhaftig nicht gefehlt. Genosse Heine scheint einiges über die Stimmung in ihrem von bestem nationalen Wollen getragenen Führer Es darf in dieser Hinsicht an die Auslegung erinnert der Arbeiterschaft zu gelernt zu haben. steht." werden, die von sozialdemokratischer Seite mi B- Mahnungen etwas nußen werden, lassen wir dahingestellt. bräuchlich dem Sake gegeben wurde, daß wir keinen zur Durchsetzung von Forderungen im politischen Leben beDer Kampf gegen den Lebensmittelwucher. Eoberungskrieg führen. Man legte, obwohl damit darf es mehr als bloßem Zureden, die anderen möchten guten Zu der Antwort der sächsischen Regierung auf die Eingabe des dem Sinne geradezu Zwang angetan wurde, dem Sake die Billen" zeigen. Aber es ist interessant und hoffentlich für sozialdemokratischen Landesvorstandes, in der einige Maßnahmen Bedeutung unter, daß für uns jeder Zanderwerb, ja sogar den Genossen Heine lehrreich, daß schon dies Zureden von der gegen die Preistreiberei auf dem Lebensmittelmarkte erörtert jede Erweiterung unserer Machtsphäre über die Reichsgrenze tonservativen Kreuz- Zeitung" als Störung des Burg- wurden, teilt eine gut unterrichtete Seite der„ Tägl. Rundschau" hinaus ausgeschlossen sei. Wer abweichend hiervon nur die friedens" bezeichnet worden ist. Auffassung vertrat, daß, sofern eine Ausdehnung unserer Macht zur Sicherung unserer Zukunft notwendig sei, sie bei dem Friedensschluß erstrebt werden müßte, wurde als Gegner der Kriegsparole der Reichsregierung hingestellt. Wer gar sich erfühnte, sich zu der Ansicht zu bekennen, daß es im Interesse unserer Sicherheit gegen fünftige Kriegsgefahr ohne direkte oder doch indirekte Annerion In der neuesten Nummer des ,, Armeeverordnungsblattes" stimmen. Ebenso ist es vorläufig, wie wir vor einigen Tagen nicht abgehen werde, wurde in Acht und Bann wird mitgeteilt: Politische Uebersicht. Beurlaubungen zur Teilnahme an den Sigungen des Reichstages. ,, Kein Kriegszie!". In der„ Deutschen Tageszeitung" schreibt Abgeordneter Dertel: folgendes mit: Ueber Höchstpreise für Milch, Butter und Käse wird schon seit geraumer Zeit nicht im Bundesrat, sondern im Reichsamt des Innern verhandelt. Diese Verhandlungen werden dahin führen, daß man allgemein für das ganze Reich derartige Höchstpreise nicht festſetzt, sondern daß man den Gemeindeverwaltungen überlassen bes wird, für Milch, Butter und Käse Höchstpreise zu bereits melden konnten, mit Höchstpreisen für Mehl bestellt. Was wähnt wird. getan. Durch solche Mißdeutung wurde die Reichs- Angehörige des Heeres, die als Mitglieder dem Reichstag die Frage nach Höchstpreisen für Fleisch anbelangt, so hat die regierung zum Eideshelfer für die sozial- angehören, sind für die Dauer seiner Tagung und zur Teil- sächsische Regierung in einem Schreiben an den Reichskanzler zwar demokratische Friedensdoftrin gestempelt nahme an den Vorbesprechungen und Kommissionssitungen nicht Höchstpreise für Fleisch im allgemeinen, wohl aber Höchstpreise und dieser eine Stüße geschaffen, ohne die sie schwerlich auf- vom 10. August 1915 ab zu beurlauben. für Schweine und Schweinefleisch angeregt. Ueber diese Angelegen rechtzuerhalten gewesen wäre. Wie großer Wert auf diese Auch die dem Heere nicht angehörenden Reichstags- heit wird in der nächsten Zeit im Bundesrat entschieden werden. Stüße gelegt wurde, zeigt die Tatsache, daß auch nach der mitglieder sind berechtigt, zur Fahrt nach Berlin und zurück So stellt sich die Frage nach Höchstpreisen dar, wie sie in der Reichstagsrede des Herrn Reichskanzlers von den materiellen in die Heimat die für Militärtransporte bestimmten Eisen- erwähnten Antwort des sächsischen Ministeriums des Innern erGarantien für die Zukunft und ihrer Aufnahme im Reichs- bahnzüge zu benuken. tage daran unentwegt festgehalten wurde. Jezt ist dies ganz ausgeschlossen. Ob eine Erweiterung unserer Grenzen oder unserer Machtsphäre notwendig erscheint, ist eine Tatfrage, deren Prüfung und Entscheidung zu den obenerwähnten sachlichen Vorbereitungen für die Friedensver- Auch diesem Feinde( d. h. Rußland) gegenüber gilt handlungen gehört. Wird sie positiv entschieden, so wird uns es Schutzwehren aufzubauen, die uns, unsere Heimat, unsere Der Griede die hiernach erforderlichen Sicherheiten bieten Bukunft und das Deutschtum sichern. Es ist bezeichnend und müssen. Mithin wird_jekt grundsätzlich dem Satze, gewährt uns eine gewisse Befriedigung, daß noch vor dem daß wir keinen Eroberungsfrieg führen, eine Bekanntwerden der gestrigen Erfolge das„ Berliner Auslegung gegeben, die der sozialdemokra- Tageblatt" schrieb: tischen schnurstrads zuwiderläuft. Mit dieser wird also in der Folge nicht mehr gefrebst werden können. Weiter aber wird auch der verwirrenden Wirkung anderer Erscheinungen wirksam gesteuert." Neue Bahnen. Arbeitszwang für Nichtansässige. Für den Bezirk des 1. Armeekorps und für den Befehlsbereich der Festungen Königsberg und Pillau ist im Interesse der öffentlichen Sicherheit verordnet worden: Wer sich im Lande ohne genügenden Ausweis umbertreibt und einen festen Wohnsiz nicht nachzuweisen vermag, fann bis zur einwandfreien Feststellung seiner Persönlichkeit und der Unverdächtigkeit seines Umhertreibens in eine Arbeiterkolonie oder son" Der schwere und komplizierte Kampf um die Naremlinie erbringt den unwiderleglichen Beweis für ihren hohen defen- stige Arbeitsstätte untergebracht und zu seinen fiven Wert. Die Erlebnisse unseres Ringens während fast eines Sträften entsprechenden Arbeiten angehalten werden. Für die Jahres verdichten sich zu der Erkenntnis, daß Rußland Anordnung der Unterbringung ist der Landrat, in freissolche starten Ausfallpforten gegen unser West- und freien Städten die Polizeiverwaltung zuständig, in deren BeOstpreußen nicht belassen werden können. Das zirk die Person aufgegriffen wird. Wer die ihm angewiesene ist kein Kriegsziel", aber ein Erfordernis unserer späte- Arbeitsstätte ohne Erlaubnis verläßt oder die ihm dort ren Sicherheit." zugewiesene Arbeit grundlos verweigert, wird, sofern die bestehenden Geseze feine höhere Strafe bestimmen, mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. Wir glauben, daß im Deutschen Reiche sich nunmehr Während Freiherr v. 8edlig im Tag" die Sundgebung dieser Erkenntnis niemand entziehen wird und entdes Kaisers im Sinne des freifonservativen Striegsziels denkt, ziehen kann." glaubt Genosse Heine in der Frankfurter Zeitung" diesen Seit wann ist das„ Berliner Tageblatt" eine solche Erlaß auch im Sinne seiner Anschauungen verwerten zu Autorität für die„ Deutsche Tageszeitung"? fönnen. Heine schreibt dort unter dem Titel„ Neue Bahnen"( wir zitieren nach dem ,, Berl. Tagebl."): Anton Fendrich als Kulturträger. Unsere Leser kennen den Namen dieses ehemaligen Redakteurs Haussuchungen und Verhaftungen. des Karlsruher„ Volfsfreund" und früheren badischen Landtags„ Der Kaiser verkündet in seiner kurzen, laren und In Elberfeld Barmen unternahmen die Polizei- abgeordneten, der die Kriegsliteratur mit zwei Erzeugnissen bewarmen Rundgebung vom 31. Juli, die völlig in dem Geiste gedacht ist, der die Besten des deutschen behörden am Donnerstag eine große Aftion. Haussuchungen reicherte, die selbst in bürgerlichen Streisen abfällig beurteilt wurden. Boltes erfüllt, daß Deutschland nach dem Kriege auf ver- an verschiedenen Stellen, u. a. in dem Bureau des Sozial- Neuerdings produziert sich dieser Herr, der sich noch immer als 4 Sozialdemokrat bezeichnet, in der„Frankfurter Zeitung", wie— mögen einige Stichproben aus seinem Artikel„Rußland, Eindrücke von einer Frontreise"(„Franks. Ztg." Nr. SOS) zeigen. Nach einer Schilderung des äußeren Bildes von S u w a l k i schreibt er: „Die widerwärtige Mischung von Schauspielerei und Ver- konimenheit und die entsetzenerregende Gegensätzlichkeit zwischen Wesen und Schein zeigt sich in Rußland beim Besuch des kleinsten Kaufladens. Freche Redensarten und eine untertänige Geschwätzig- keit halten sich die Wage. Ich hatte ein Slizzenbuch nötig und trat in einen Papierladen. An der Wand hing zu meinem Er- staunen ein großer russischer Kalender, fast wie eine Landkarte so groß, der ringsum mit Schlachtenszenen und den Bildnissen von Nikolajewilsch, Joffre, French, Kitchener usw. geschmückt war. Kurz, eine Verherrlichung der Entente sl). Ich fragte den Ladendiener, einen jungen Mann von 2ö bis 30 Jahren, ob nicht auch die Deutschen auf dem Kalender seien. „O doch, mein Herr, hier"— und er zeigte grinsend auf ein wüstes Schlachtenbild in Moritatenstil—„sie werden verhauen." Ich hing den Kalender ruhig ab, bezahlte ihn und machte dann den Mann darauf aufmerksam, daß ich eS für gut hielte, die Ortskommandantur mit seiner Person vertraut zu machen. Im nächsten Moment war ich zur Exzellenz von dem Kerl ernannt, der meiner Exzellenz versicherte, daß er nie wisse, waS er sage, wenn er deutsch rede; er kenne nur die Worte, aber nicht deren Sinn.„Bei allen Heiligen im Himmel, Exzellenz, es ist so!" Zuerst wahnwitzig frech und dann hündisch. Das i st russisch. Manchmal ist die Reihenfolge auch um- gekehrt." In diesem Stil geht es in dem ganzen Artikel weiter, der das Gemisch von nationalistischer Aufgeblasenheit und herrischer An- maßung, das den Auch-Sozialdemokraten Fendrich kennzeichnet, sehr gut wiedergibt. Voll Verachtung blickt dieser„Kulturträger" auf die vom Kriege schwer heimgesuchte Bevölkerung des okkupierten Gebietes herab, die er wohl am besten für Deutschland zu gewinnen glaubt, indem er bei jeder Gelegenheit mit Denunziationen bei der Orts- lommandantur oder mit der Feldgendarmerie droht. Die Krone des Ganzen bildet aber der Schluß: „Rußland ist unser Feind der Zukunft, so wie England der Feind der Gegenwart und Frankreich der Feind der Vergangen- heit ist. Frankreich stirbt, England ist, und Rußland wird. Wir müssen bereit sein, daß dieser Oger wiederkommt, wenn er auch jetzt in seinen Riescnknien wieder einmal zusammenknickt. Aber wir müssen Rußland auch innerlich überwinden. Wir hatten schon zu viel davon in uns aufgenommen. Was war es doch, was mich an diese unerschrockene Maulfertigkeit und an die geschwätzige Respektlosigkeit und an den giftigen Wortschwall erinnerte, denen ich bei russischen Verkäufern und Händlern und Kellnern so oft begegnet bin? Die kalte Dialektik fried- toser Seelen, die für den Frieden zetern und das selbstgefällige Raketenfeuer„wissen- schaftlich gebildeter" Revolutionäre russischer Abstammung entsprang keinen, anderen Geist, alö dem derHaltlo st gleit, dessen einziger Halt das steche Nein zu allen Dingen mit Ausnahme der eigenen werten Persönlichkeit ist, und dem ich bei Männern und Frauen und so- gar Kindern in der Bevölkerung russischer Städte dutzendmal be- gegnet bin. Die Russen sind kein organisiertes Volk, sondern Menschenknäuel ohne Selbstzucht und klaren Willen. Die Gutmütig- keit der russischen Bauern ist eine lebensgefährliche Sache. Sie kann in einer Sekunde inS Gegenteil umschlagen. Das sind alles Millionen von Unmündigen, die durch die Arbeit intellektuell verbildeter Narren nicht mündig werden. Und es ist wie eine symbolische Handlung, daß die Russen in Johannisburg Deutsch- lands größtem Staatsmann, aber auch größtem Russenfreund, dem Erzbild Bismarcks, einen Strick um den Hals gelegt und ihn vom Postament gerissen haben. Und wenn man das alles gesehen hat, wenn auch nur so, wie man vor der Brandung am Strand das Meer sieht, dann dankt man Gott, der Deutschland einen Hindenburg geschenkt hat." Ob Hindenburg Gott dankt, daß er ihm einen solchen Apologeten geschenkt hat? Wie lebt das Volk? Die„Westdeutsche Arbeiterzeitung"(Nr. 32), das Organ der katholischen Arbeitervereine, bringt Auszüge aus Haus- Haltungsbüchern, die schon seit Jahren geführt lverden. und zwar von Familien, wo„die denkbar besten Vor- bedingungen vorhanden sind". Einen der Fälle bezeichnet das Blatt als„selten günstig". Die Veränderung in der Lebensweise gerade bei dieser Familie ergibt sich aus folgender Zusammenfassung: Das Abendessen der„armen Leute", Bratkartoffeln und Kaffee, erschien im vorigen Junimonat nur einmal auf dem Tisch unserer Familie, dieses Jahr aber zwölfntal. Damals gab es noch siebenmal im Verlaufe des Monats als Abendkost etwas Fleischnahrung, jetzt nur zweimal. Damals konnte man sich an drei Abenden Kakao leisten, dies Jahr ist er absolut aufgegeben. Eine weitgehende„Vereinfachung" in allen Nährstoffen. Brot wurde im Juni 1314 abends SOmal gegeben. im Juni dieses Jahres aber nur viermal. Selbst der als nahrhaster Ersatz so sehr empfohlene Zuckergenuß mußte ein- geschränkt werden. Der Verbrauch fiel in den Vergleichsmonaten von 16>/z Pfund auf 8 Pfund. Bei einer anderen Familie betrug beispielsweise der M i l ch v« r b r a u ch im Juni 1911 16 Liter Vollmilch und 11 Liter Buttermilch. Im Juni 1912 aber nur 5 Liter Vollmilch und 11 Liter Buttermilch. Und das bei zwei Er- lvachsenen und sechs Kindern. Das jüngste ist acht Monate, und die Mutter stillt. Das katholische Blatt schließt seine Ausführungen mit den Worten: Es fehlt an Fleisch, Fett, Milch, es fehlt an dem, was auch zur Herstellung emer schmackhaften und kräftigen Mahlzeil gehört. Der Kochkunst der Frau sind Fesseln angelegt. Das Kochen wird Verlegenheitskocherei. Die Mahlzeiten werden monoton und abstumpfend. Der Körper leidet, selbst wenn die von der Ernährungswiffenschaft neuerdings als ausreichend vorbezeichneten Nährstoffe vorhanden wären. Die Familie lebt aufKosten derGesundheit.... Und trotz alle- dem müsse« wir auf den Stoßseufzer so mancher Leser und Leserinnen gefaßt sein:„Hätten wir es nur so wie d i e s e I" Von der Lebenshaltung der Kriegerfrauen heißt es in einem anderen Aufsatz, der sich gegen die Verlästerer der Kriegerfrauen wendet: Wie die Kriegerfrauen eS fertig bringen, mit der Kriegs- Unterstützung auszukommen, das ist ein Rätsel, das zu lösen Solomon mit all seiner Weisheit würde in Verlegenheit ge- bracht haben. Sie bringen eS fertig, aber fragt mich nur nicht wie. Aus der gesamten Zentrumspresse, soweit sie für Arbeiter bestimmt ist, klingt es ähnlich. Vollmilch als Schweinemast. Die Kölner Stadtverwaltung hat beim Bundesrat den Erlaß von Höch st preisen für Butter beantragt. Bei ihren bezüglichen Erhebungen hat sie übrigens festgestellt, daß von Bauern vielfach Vollmilch zur Schweinemast verwendet wird.— Um die Kölner Bäckermeister zur besseren Einhaltung der Brotbestimmung zu zwingen, hat der Ober- bürgermeister von Köln 11 Bäckereien vorüber- gehend schließen lassen. Hunderte Kölner Bäcker setzten sich über die behördlichen Brotverordnungen hinweg. Die Reichsfuttermittelstelle. Berlin, 7. August.(SB. T. SB.) Der durch BundesratSbeschluß vom 23. Juli d. I. errichteten Reichsfuttermittelstelle gehen zahl- reiche Anträge von Tierhaltern auf Zuweisung von Futtermitteln, ferner auch Anfragen und Angebote wegen Lieferung von Futter- Mitteln und dergleichen zu. Derartigen Anträgen und An- geboten vermag die Reichsfuttermittelstelle in keinem Falle Folge zu geben. Sie ist kein Geschäftsunternehmen, son- dern eine Behörde, der die Durchführung der Bundesratsverord- nungen über den Verkehr mit Gerste, Hafer, Kraftfutter- Mitteln und zuckerhaltigen Futtermitteln obliegt. Sie hat daher weder Futtermittel im Besitz, noch kauft oder verkauft sie solche. Eine Zuweisung von Futtermitteln kann durch sie außer an die Heeres- und Marineverwaltung nur an Kommunalverbände und an die in den Bundesratsverordnungen oder vom Herrn Reichskanzler besonders bestimmten Stellen erfolgen. Anträge auf Zuweisung von Futtermitteln find ausschließlich an die zuständigen Kommunalver- bände(Kreisausschutz, Magistrat, AmtShauplmann usw.) zu richten. Von den mexikanischen Wirren. El Paso, 7. August.(W. T. B.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Reisende aus Chihuahua erzählen, General Villa habe Befehl gegeben, den Finanz- minister Sebastian Vargas und den Minister des Aeußeren S y l v e st r o Terrazas.die in einem Automobil flüchten wollten, zu verhaften. Vargas wurde hingerichtet. Man weiß nicht, was aus Terrazas ge- worden ist._ Entsendung amerikanischer Marinetruppen nach Port an Prince. London, 7. August.(W. T. B.) Das Reutersche Bureau meldet aus Philadelphia: Das hiesige Marinedepartement hat Befehl er- halten, noch neunhundert Marinesoldaten nach Port au Prince zu senden. Sie werden Montag an Bord des Kreuzers„Tenneffee" abgehen. Mus öer Partei. Sympathieerklärung für Genossi» Zetkin. Genossin Zietz schreibt uns: Wie enormen Anteil die Parteikreise, insbesondere die Ge- nossinnen, die der Tätigkeit der Genossin Zetkin ungemein viel verdanken, an ihrer Verhaftung und an dem Schicksal der übrigen Genossen und Genossinnen, die seit Monaten in Untersuchungshaft sind, nehmen, beweisen zahlreiche, an mich gerichtete Briefe. Die Berliner Genossinnen haben bereits in der Konferenz am letzten Sonntag ihrer herzlichen Sympathie für die Verhafteten AuÄwuck gegeben. Unfaßbar ist, daß die Beschuldigten nicht auf freiem Fuß gelassen werden; daß eine Genossin wie die Genossin Zetkin, die stets mutig für ihre Ueberzeugung eingetreten ist, nichts tun wird, sich der Verantwortung zu entziehen, bedarf keiner Erörterung. Wer die Verhafteten kennt, der weiß auch, daß ihnen jeder Ge- danke an Landesverrat fern liegt, daß sie vielmehr gerade im Interesse des leidenden Proletariats, unseres Volkes, der Kultur- Menschheit, ihr Bestes haben tun wollen. Im Interesse der Verhafteten kann man deshalb nur wünschen, daß recht bald das Verfahren abgeschlossen wird, damit ihnen die Freiheit wiedergegeben wird. Unfug. Das„Volksblatt für Anhalt" leistet sich den Scherz, in seiner Nummer vom 7. August einen fast vier Spalten langen, von Wilhelm Liebknecht unterzeichneten Brief zu veröffent- lichen, den es zum Schluß selbst als eine Zusammenstellung ver- schiedener Liebknecht-Zitate aus der Nummer des„Vorwärts" vom 7. August 1S01 und der Lebensbeschreibung von K. Eisner be- zeichnet. Man könnte über diese neueste Dessauer Leistung ruhig zur Tagesordnung übergehen, wenn dem erwähnten Elaborat nicht der Zweck zugrunde läge, mit Hilfe willkürlich zusammengestoppelter angeblicher Zitate von Liebknecht den Kritikern der FraktionSmehr- heit eins auszuwischen. Diese Methode ist ebenso wenig neu wie überzeugend. Mit ihrer Hilfe könnte man sogar aus Zitaten aus dem„Vollsblatt für Anhalt' einen halbwegs vernünftigen Artikel zusammenstellen. Um wie vieles leichter ist es, Zitate aus Lieb- knecht tu einer Weise zu„verarbeiten", daß der alte Revolutionär Liebknecht in ein Dessauer Gewächs verwandelt wird. Wenn aber die so humoristisch veranlagte Redaktion unseres Dessau« Parteiblattes den toten Liebknecht zum Schluß sagen läßt:„Ihr könnt ganz fest davon überzeugt sein, daß ich genau so, wie Ihr, am 4. August 1914 gehandelt haben würde, wenn ich nicht schon am 7. August 1900 gestorben wäre," so ist das ein Unfug, gegen den auf das entschiedenste Einspruch erboben werden muß.__ Eine Erklärung Greulichs zu dem amerikanischen Geld- angebot an die italienischen Sozialisten. Genosse Greulich veröffentlicht im Züricher„Volksrccht" eine Antwort auf die Mitteilungen, die in der'Sitzung des italienischen Parteivorstandes vom 17. Mai gemacht worden sind. Die Antwort hat folgenden Wortlaut: „Die Erklärung des italienischen Sßarteivorstandes, die ich im Original bis zur Stunde noch nicht habe, deren Uebersetzung in der „Berner Tagwacht" ich als authentisch betrachte, veranlaßt mich zu folgenden Darlegungen: Nathan wurde mir am Neujahrstage 1901 bekannt. Zur Feter deS Jahrhundertbeginns hatte der verstorbene Genosse Prof. Dr. A. Dodel einen kleinen Freundeskreis geladen, darunter Bebel, Karl Bürkli und mich. Dort wurde uns Slathan als Wissenschafter und Sozialist vorgestellt. Arn letzten 11. April suchte mich Nathan im Volkshaus Zürich auf und sagte mir, es sei ihm ein größerer Geldbetrag in Aussicht gestellt zur Unterstützung der Neutralitätspropaganda der italieni- schen Genoffen. Ich erwiderte ihm sofort, ich glaube nicht, daß die italienischen Genossen Geld annähmen. Das Mißtrauen in Italien sei sehr groß, man würde sagen, das Geld komme von der deutschen Regierung, die das größte Interesse an der Neutralität Italiens habe. Am nächsten Tage begann die Session des Nationalrats, und ich machte gleich einem Genossen Mitteilung von dem Gespräch Nach meiner Rückkehr besuchte mich Nathan wieder, äußerte leb- hafte Sympathien mit der Haltung der italienischen Genossen und wünschte, ihnen helfen zu können. Ich blieb auf meinem Stand- Punkt und bat einen Vertrauensmann der italienischen Sozialisten in Zürich um eine Zusammenkunft, die dann stattfand und wobei meine Aeußerungen durchaus bestätigt wurden. Trotzdem drang Zlathan weiter in mich; er glaubte, maßgebende Männer der italienischen Partei würden eine Unterstützung von neutraler Seite in dieser kritischen Zeit nicht ablehnen. Er nannte mir die Geldgeber, die ihm nun einen größeren Betrag überwiesen hätten. Es sollte doch der Versuch gemacht werden, der italienischen Partei das Geld zukommen zu lassen. Ich bemerkte der Generalstreik sei vom Gewerkschaftsbund und den Behörden der Partei ab- gelehnt worden, die Kosten der Propaganda würden von der Partei selbst getragen und Geld von anderer Seite durchaus nicht ange- nommen werden. Nathan bemerkte darauf, die Demonstrationen hätten schon zu Tötungen geführt, die nächsten Tage könnten noch mehr Opfer fordern, die doch unterstützt werden müßten. Darauf legte ich Nathan folgende Frage vor: Wird das Geld gegeben ohne jede Bedingung der bei der Neutralitätsbewegung einzuschlagenden Taktik? Antwort: Ja! Die italienischen Genossen brauchen nur die von ihnen ergriffene Neutralitätspropaganda nach eigenem Ermessen durchzuführen. Das Geld sei im edelsten Sinne gegeben worden, und es wäre unverantwortlich von ihm, wenn er sich nicht alle Mühe gäbe, es der Partei zu übergeben. Er bat mich, ihm Gelegenheit zu verschaffen, die Meinung einiger maßgebenden Genossen zu hören. Tarauf willigte ich ein, mit ihm zu In- formationszwecken nach Mailand zu gehen. In Mailand traf ich meinen alten Freund Valär, der sich gegenüber Nathan im gleichen Sinne wie ich aussprach; ich bat ihn als Uebersetzer zu wirken, da Nathan nicht italienisch oersteht. Wir erfuhren bald, daß Serrati und Turati, deren Ansicht Nathan hören sollte, zur Sitzung des Parteivorstandes nach Bologna ver- reist waren. Auf Andringen Nathans fuhren wir am 18. Mai nach Bologna. Dort war eine Privatzusammenkunft mit den genannten Genossen nicht möglich, so daß— was nicht beabsichtigt war— die Angelegenheit vor die Sitzung J>es Parteivorstandes kam. Der Protokollauszug der Sitzung vom JL7. Mai ist im großen ganzen richtig, nur lückenhaft, und er enthält einige Mißverstand- nisse. So sagte ich nicht, Nathan sei von einer Reise nach Amerika (jetzt) zurückgekommen, sondern er habe auf einer Reise nach Amerika die von ihm genannte Genossin, die sich jetzt an ihn ge- wandt habe, kennen gelernt. Ferner fehlt in meinem zweiten Votum, daß ich sagte, das Geld werde durchaus bedingungslos zu vollständig freier Verfügung der Partei angeboten. Endlich fehlt im Protokoll die wichtige Bemerkung, ich selbst hätte keinen Augen- blick daran gezweifelt, daß die Partei das Geld ablehnen würde, und hätte Nathan nur Gelegenheit verschaffen wollen, sich selbst davon zu überzeugen. Die herrschende Entrüstung, die auch den neben mir sitzenden Protokollführer ergriffen hatte, läßt diese Lücken begreiflich erscheinen. Es war eingetreten, was ich voraus- gesehen hatte. Die Genossen, die mich meistens schon von früher her kannten, erklärten mir zum Schluß, daß ihre freutstsschaftlichen Gefühle durch diesen Zwischenfall nicht erschüttert seien. Wir gingen mit Händedruck auseinander. Wenn chauvinistische Zeitungen in Frankreich, Italien und der romanischen Schweiz von einem„Versuch der Bestechung oder der Korruption zugunsten Deutschlands" sprechen, so habe ich dafür, angesichts meiner ganz unzweideutigen Haltung zur Kriegsfrage von der großen Versammlung im„Velodrom" am 28. Juli 15-� bis zum heutigen Tage— kein Wort der Erwiderung. Zürich, 3. August 1915. j Hermann Greulich. »* * Das Protokoll über die Sitzung des italienischen Parteivor- standes, in der sich die in der Greulichschen Erklärung erwähnten Vorgänge abspielten, hat folgenden Wortlaut: „Die Sitzung wird um 10 Uhr eröffnet, interne Angelegen- Helten werden beraten. Um 11 Uhr erscheinen Greulich, Valär und Dr. A. Skathan. Der Vorstand begrüßt im Namen der italienischen Genossen Greulich, der feit 50 Jahren in den Reihen der Int«- nationale treu kämpft. Greulich bedankt sich und spricht dem Parteivorstande die Bewunderung aller europäischen Sozialisten aus für das konsequente, prinzipienfeste und energische Benehmen der italienischen Partei, die so ein gutes Beispiel den Bruder- Parteien aller Länder gegeben. Da der Sprechende die sinanziellen Schwierigkeiten, mit denen die italienische Partei zu kämpfen hat, kennt, so erlaubt er sich, Dr. Nathan vorzustellen, der ein schweizc- rischer Genosse ist, aus Amerika zurückgekehrt und einen Auftrag von einer amerikanffchen Dame inne hat. Diese Mitteilung wird von den Anwesenden mit dem größten Erstaunen aufgenommen, der Vorsitzende Bacci ersucht Nathan aufs energischste, sofort eine erschöpfende Erklärung abgeben zu wollen. Nathan erklärt, eine Sozialistin Chikagos, im Einverständnis mit einem bekannten Friedensfreunde, hätte ihn beauftragt, hunderttausend, zweihunderttausend Franken oder mehr den italienischen Genossen für thre friedensfreundliche Propaganda zu übermitteln.(Allgemeine Unterbrechungen.) Der Vorsitzende an Nathan:„Verstehen Sie denn die Trag- weite Ihres Vorschlages nicht? Es ist absolut ausgeschlossen, daß wir trgendwie auf die Frage eingehen. Ich hebe die Sitzung auf und bitte Dr. Skathan, den Saal zu verlassen." Nathan entfernt sich sofort, und die Anwesenden wenden sich an Greulich mit der lebhaften Aufforderung, über das Vorgekom- mene Rechenschaft zu geben. Greulich antwortet, daß er von der schweizerischen Partei keinen Auftrag erhalten habe, daß er Nathan seit 15 Jahren als Sozialisten kenne; derselbe ist ein bekannter Chemiker und demzufolge glaubt er an die Einwandfreiheit der von ihm vorgeschlagenen Bezugsquelle. Alle Anwesenden bestehen auf energischste darauf, daß Greulich die Namen der Offerierenden bekannt gebe. Greulich tritt aus der bisher beobachteten Reserve heraus und erklärt, angesichts eines solchen Drängens und um dem Verdachte, der auf ihn fallen könnte, zu entgehen, wolle er die Namen bekannt geben: Es ist das Ehepaar Worrin-Springs— Millionäre— die Frau ist Sozia- listin, englischer Herkunft, und das Geld stammt von dem bekannten Milliardär Carnegie. Auch nach dieser Erklärung bestätigt der Parteivorstand einstimmig, ohne jegliche Diskussion, dt« bisherige Haltung des Präsidenten Bacei, und bedauert lebhaft, daß Greulich in einem so ernsten und schwierigen Moment einen Schritt unter- nommen hat, der, wenn auch die Sache sich so verhielt, wie Nathan sie darstellte, zu schwerwiegenden Verdächtigungen Anlaß geben könnte. Nach dem Vorangegangenen ziehen sich um 11,43 Uhr Greulich und Valär zurück. Der Parteivorstand beschließt nach kurzer Tis- kuftion, das Protokoll als interne Angelegenheit zu betrachten, wo- bei Genosse Abgeordneter Morgari beauftragt wird, das Exekutiv- komitee der parlamentarischen Fraktion über den Vorfall zu unter- richten."_ Mus Industrie und Handel. Amerikas Kriegsgewinne. Das Statistische Amt der Vereinigten Staaten veröffentlicht «ine Zusammenstellung der amerikanischen Ausfuhrziffern für die ersten neun Kriegsmonate, d. h. vom 1. August 1911 bis Ende April 1915. Die amerikanische Ausfuhr nach Europa ist danach auf die ungeheure Ziffer von IVa Milliarden Mark gestiegen. Im gleichen Zeitraum des Jahres vorher bezifferte sich die amerikanische Ausfuhr nach Europa auf 358 Millionen Dollar, das sind etwa IVa Milliarden Mark, also eine Steigerung von 3 Milliarden Mark. Nachstehend einige der im wesentlichsten an der Ausfuhr beteiligten Positionen: Vor dem KriegSjahr Dollar 193 479 000 260 186 000 3 000 000 614 935 327 702 8 790 000 1000 000 194 000 1416 000 Munition.. Lebensmittel. Pferde... Maultiere.. Schlachtvieh. Kleidung.. Laftautomobile Flugfahrtzeuge Dynamit.. Die Tabelle weist du: auf mit alleiniger Ausnahme des Im Kriegsjahr Dollar 331 504 000 657 402 000 48 000 000 7 478 000 15 799 867 25 000 000 24 000 000 874 773 740 000 ganz ungeheure Steigerungen ynamits, dessen Ausfuhr in der Kriegszeit einen Rückgang erfuhr. Der amtliche Bericht schließt mit den Worten: Nachdem Italien in den Krieg eingegriffen hat, wird voraussichtlich die Ausfuhr Amerikas nach Europa noch steigen. Gewerkschaftliches. Kriegsinvaliden und der Bayerische Industriellenverband. Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird durch derartige Maßnahmen natürlich fein besseres und braucht man sich nicht zu wundern, wenn das zu unliebsamen Konsequenzen führt. Verband der Gastwirtsgehilfen, Ortsverwaltung Groß- Berlin. Deutsches Reich. Die Lage der Textilindustrie. tourde für die Dauer von drei Jahren auf 51 Stunden wöchentlich festgelegt. Weiter wurde eine Neuregelung der Löhne, der Ferien usw. erreicht. Die Lohnerhöhung betrug durchschnittlich 2,25 M. in der Woche. Verlustlisten. werde, ist auch für reichsdeutsche Verhältnisse recht interessant in dem Augenblick, in welchem der Deutsche Arbeitgeberbund für das Baugewerbe jede Teuerungszulage ablehnt und Stein und Lein schwört, daß dadurch der wichtigste Teil der Tarifverträge ausgeschaltet werde. Die Wiener Zimmermeister find darin anderer Eine Teuerungszulage hat die Direktion der Reichs- Meinung. Dabei zeugt die Begründung, welche sie ihrer Empdruckerei ihrem männlichen Bersonal bewilligt. Diese wird fehlung einer Kriegszulage geben, daß die Herren sehr wohl ihren Der Münchener Gewerkschaftsverein hat jedoch nur gewährt bei einem Verdienst unter 1000 m. in der Zeit Vorteil zu erkennen und zu wahren vermögen. Wir glauben soim Februar d. J. an das bayerische Staatsministerium des vom Oktober 1914 bis März 1915 in Höhe von 4 Proz. bei Kinder- gar, daß fie es besser verstehen, als die Leute im Deutschen ArbeitAeußeren eine Eingabe gerichtet, in der der gewerkschaftliche losen Verheirateten, 5 Proz. bei Eheleuten mit einem, 7 Broz. mit geberbund für das Baugewerbe. Standpunkt in der Frage der Arbeitsbeschaffung atei, 10 Broz. mit drei, 12 Proz. mit vier Kindern. Es haben für die Kriegsverlegten genau gekennzeichnet und etwa 200 Angestellte diese Unterstützung erhalten. Die Direktion Der Achtstundenkampf der Kommunalarbeiter in Dront= verlangt war, daß die Beschäftigung Kriegsbeschädigter nicht hat sich vorbehalten, die Unterstützung von Vierteljahr zu Viertel- heim( Norwegen) hat nicht zum Ziele geführt. Die Arbeitszeit zu Lohndrückereien gegen die übrigen Arbeiter benügt werde, jahr zu wiederholen. daß die bestehenden Tarifverträge auch für die Kriegsverlegten gelten und da, wo Tarife nicht bestehen, zur Regelung der Arbeitsverhältnisse der Kriegsbeschädigten und der mit thnen beschäftigten Arbeiter paritätisch zusammengesette den großen Heeresaufträgen einen Teil des Mankos gedeckt, der Die Textilindustrie mit ihrem starken Export hat wohl unter Schiedsinstanzen geschaffen werden. Das bayerische Ministe- unter dem Rüdgang des Exports entstanden ist, aber ganz ist der rium hielt diese Frage offenbar nicht für dringlich und ließ Ausgleich nicht möglich gewesen. In neuerer Zeit ist ein weiterer die Eingabe zunächst ein volles Vierteljahr unbeantwortet. Rüdgang eingetreten. Die Wirterbranche hat starte Ginbußen er Berluste folgender Truppen: Die Verlustliste Nr. 295 der preußischen Armee enthält Jezt hat nun das Ministerium den Bayerischen Indu- litten und in der Baumwollenspinnerei und-weberei machen sich Infanterie usw.: Garde: 1., 3. und 5. Garde- Regiment 3. F.; striellenverband zur gutachtlichen Aeußerung aufge- erhebliche Stockungen geltend. Da es sich um keine vorübergehende Grenadier- Regiment Elisabeth; Garde- Füfilier- Regiment; Garderufen. Erscheinung handelt, so müssen energisch Mittel in Angriff ge- Reserve- Jäger- Bataillon. Lehr- Infanterie- Regiment. GrenadierDer Unternehmerverband verweist in seiner Rüdäuße- nommen werden, um die Arbeiterschaft gegen die schweren Folgen bzw. Infanterie- bzw. Füfilier- Regimenter Nr. 3, 4, 5( f. Inf. rung zunächst auf seine unübertroffene vaterländische Opfer- bor Arbeitslosigkeit zu schüßen. Von der verlangt, willigkeit" und entrüstet sich über die Unterstellungen der eine gleichmäßige Einschränkung der Produktion borgenommen 32, 33, 34, 48, 53, 57, 58, 59( f. Inf.- Regt. Nr. 344) 62 bis einschl. Von der Organisation der Textilarbeiter wird verlangt, daß Regt. Nr. 344), 7 bis einschl. 11, 15, 17, 18, 22 bis einschl. 28, 30, Gewerkschaften". Dann stellt er eine Reihe von Grundsäßen wird. Zu dem 3wed ist es nötig, daß die Nachtarbeit, die heute 67, 69, 73, 79, 82, 85, 86, 87, 88, 91, 93, 96, 99, 109, 111, 113 bis mit Bezug auf die Bezahlung kriegsinvalider Arbeiter auf, noch in einigen Betrieben üblich ist, aufgehoben wird, und zwar 161, 162, 165, 166, 168, 172, 178, 174, 176, 186, 190, 343, 344, 362, einschl. 117, 129( f. Inf.- Regt. Nr. 343), 135, 143, 144, 157, 159, die durchaus nichts von der Selbstlosigkeit erkennen lassen, auf durch behördliche Anordnung. Besonders darf hier auch nicht an 368, 370, 371 und tegiment v. Kurnatowati der Truppen- bteilung die sich der Verband in der Einleitung seiner Stüdäußerung den Betrieben vorübergegangen werden, die Wolle verarbeiten, da Giebed. Reserve- Infanterie- Regimenter Nr. 1, 15, 17, 19, 21( beruft. Die Entlohnung des Kriegsbeschädigten soll danach es gilt, für alle einen Ausgleich zu schaffen. Ferner muß die Ge- Ers.- Inf.- Regt. Runge), 22, 24, 25, 30, 35, 38, 39, 57, 64, 65, 68, ausschließlich nach dem Werte seiner Arbeitskraft währung von Ueberstunden untersagt werden und eventuell müffen 69, 75, 80, 82, 83, 86, 88, 91, 93, 94, 110, 111, 214, 215( legtere erfolgen; diesen festzustellen ist einzig und allein Sache des eierschichten eingelegt werden, um eine bessere Berteilung der beiden f. Inf.- Pionier- Komp. Str. 46), 216, 223, 224, 226, 232, 235, Unternehmers, der den Kriegsverlegten zu diesem Arbeit zu erzielen. Diesen Hinweis muß sich auch die Militär- 236, 237, 238, 250, 257, 269. Gefa- Infanterie- tegimenter Nr. 9, verwaltung zunuze machen und ihre Aufträge auf IndustrieZwecke eine Zeitlang auf Probe arbeiten läßt. Wenn der bezirke jo verteilen, daß die Betriebe nicht gang tingelegt werben. Gropp( f. Jef.- Regt. Nr. 344), Soebel( f. Inf.- Regt. Nr. 343), Verlegte seine volle Arbeitskraft wieder erlangt, ist der Unter- Tritt eine größere Arbeitslosigkeit ein, wie zu befürchten steht, so Regiment v. Surnatowski), 8, 9, 10( f. Erf.- Inf.- Regt. Nr. 9), 18 Keller und Runge. Landwehr- Infanterie- egimenter Nr. 1( siehe nehmer großmütig genug, ihn auch als vollwertigen Arbeiter muß für eine Unterstüßung der Arbeitslosen durch die Reichs( i. Landit.- Inf. Regt. Nr. 7), 24, 27, 34, 48, 49( f. Erf.- Inf.- Regt. zu entlohnen. Würden die Forderungen der Gewerkschaften regierung gesorgt werden. Die Inanspruchnahme der Reichsmittel Range), 71, 76, 81, 82, 84. Landsturm- Infanterie- Regt. Nr. 7. erfüllt, so sähen sich die Arbeitgeber bei allem Patriotismus wird deshalb notwendig sein, weil sehr viele arme Gemeinden Brigade- Grja- Bataillone Nr. 39( f. Inf. Regt. Nr. 368), 43( j. arme Gemeinen genötigt, die Beschäftigung friegsinvalider Personen über- in unseren Textilzentren teine Mittel für diese Swede aufbringen Inf. Regt. Nr. 370), 50, 81( 1. mf.- egt. Nr. 362), 83( f. Inf.- Regt. haupt nicht ins Auge zu faffen. Denn die Opfer, die man fönnen. Unsere Parteigenossen werden die Gemeinden darauf hin- Nr. 371). Landstur- Infanterie- Bataillone: 1. Andernach, Deutschin dieser Richtung von den industriellen Arbeitgebern verweisen können, daß dem Reichsschaamt ein besonderer Fonds für Krone. Gej.- Jerf.- Regt. Munge), I Hagenau, I Sameln, Marburg, lange, feien so enorm, daß nur die bewährte vaterländische die Unterstützung solcher armer Gemeinden zur Verfügung steht. Meschede, Mustau. Garnison- Batalion Marienburg. GtappenGesinnung darüber hinwegsehen lasse. In dieser Tonart versucht werden muß, einen Teil der Arbeiter und Arbeiterinnen nr. 344). 1. Grjazz- Maschinengewehr- Rompagnie des 20. ArmeeDer Verband der Textilarbeiter ist sich aber darüber klar, daß Silfstompagnie Nr. 11. Jäger- Bataillon Nr. 2( 1. Inf.- Regt. geht es ungefähr weiter. in anderen Industrien unterzubringen. Hierfür müssen EinrichMan kann aus der ganzen Auslassung des Unter- tungen geschaffen werden. Es soll ermittelt werden, in welchen forps( f. Inf.- Regt. Nr. 344); Feld- Maschinengewehr- Büge Nr. 107 nehmerverbandes schon heute einen Schluß ziehen, welche Industrien für Textilarbeiter geeignete Beschäftigung vorhanden( 1. Inf.- Regt. Nr. 143), 186( 1. Füſilier- diegt. Nr. 33); MaschinenHintertüren da offengehalten werden. Die Herrschaften ber- ist, welche Löhne gezahlt werden und in welcher Weise für das gewehr- Bug Nr. 237( 1. Landw.- Inf.- Regt. Nr. 27). Kavallerie: Garde- Husaren( f. Garde- Kav.- Regt. v. Massom); langen nichts weniger als die völlige Freiheit, Kriegsverlegte Unterkommen der Arbeiter gesorgt werden kann. Man denkt natür Garde- Regiment v. Majom; türaffiere Nr. 6; Reserve- Dragoner so schlecht zu bezahlen, als es ihnen gutdüntt. Man darf ge- lich weniger daran, die Familien nach anderen Orten übersiedeln Nr. 2; Ulamen Nr. 11. spannt sein, wie sich das bayerische Staatsministerium zu werden. Für Verheiratete müßte der Lohn, wenn fie außerhalb zu laffen, vielmehr sollen jugendliche Personen dazu beranlaßt diesem Standpunkt stellen wird. ihres Wohnfises Arbeit nehmen, so bemessen sein, daß ein Unterhalt der Familie in der Heimat möglich ist. Der Tertilarbeiterberband wird sich bemühen, so weit es in seinen Kräften steht, alle Erleichterungen zu schaffen, die in dieser für die Textilarbeiter recht ernsten Situation möglich sind. Berlin und Umgegend. Burgfrieden im Gastwirtsgewerbe. " ment; Regimenter Nr. 2, 5, 17, 20, 44, 45, 55, 58, 75, 82, 209; Feldartillerie: 3. Garde- Regiment; 8. Garde- Reserve- RegiReferbe- Regiment Nr. 68. Fußartillerie: Reserve- Regiment Nr. 20. I. Nr. 2, I. Nr. 4, I. Mr. 6, I. Mr. 7, I. Mr. 8, I. Nr. 10, II. Nr. 26; Pioniere: Regimenter Nr. 19, 20, 25, 29, 36; Bataillone: Es gibt Unternehmer, welche glauben, auch in der gegenKompagnie Nr. 187; Seferbe- Kompagnien Nr. 75 und 76; 2. Bandwärtigen Zeit den Kampf gegen die organisierten Gehilfen fortwehr- Kompagnie des 2. und 2. des 14. Armeekorps; Infanterieführen zu müssen. Zu ihnen gehört der von der SchultheißDer Kriegsinvalide als Lohudrücker. Pionier- Kompagnie Nr. 46; Piorier- Begleitkommando des KorpsBrauerei Berlin eingejezte Bächter des Ausschants am Boisdamer Von der Zeche Shamrod" meldet die Bergarbeiter- 3tg.": brüdentrains des 17. Armeekorps. Leichte Minenwerfer- Abteilung Blab Bum Schultheiß", Herr v. Fürich. Gleich nach Ausbruch" Der Fördermaschinist Wilhelm Gottschalt in Gidel, Rottbruch- Nr. 268; Mittlere Minenwerfer- Abteilungen Nr. 109 und 173. des Krieges löste genannter Herr die Vereinbarungen über die Straße 22, hat einen Arm- und Bauchschuß erhalten und ist als Verkehrstruppen: Militär- Eisenbahndirektion Nr. 3; EisenArbeitsverhältnisse der Kellner, welche seit 1911 zwischen ihm und Kriegsinvalide mit einer Rente von 24,50 M. vom Militärdienst bahn- Regiment Nr. 1; Reserve- Eisenbahn- Baukompagnie Nr. 22; dem Verband der Gastwirtsgehilfen bestanden. Organisierte Ge- entlaffen. Er nimmt seine Arbeit als Fördermaschinist auf Beche Festungs- Gisenbahn- Bautompagnie Nr. 1; Gifenbahn- Betriebshilfen will er überhaupt nicht beschäftigen. Vor einigen Tagen Shamrod I und II" wieder auf, hat diefelben Arbeiten zu ver- fompagnie Nr. 28; Armee- Telegraphen- Abteilung Nr. 9; Fernließ er einem feit Monaten bort tätigen Kellner durch einen Berichten wie seine anderen Kollegen, erhält aber an Gehalt 24,50 m. Sprech- Abteilung des 15. Armeekorps; Etappen- Kraftwagenpark der auftragten erklären, daß er ihn deshalb entlassen müsse, weil er weniger wie die anderen. Hier wird also die Rente am Lohn ge= Armee- Abteilung Faltenhausen. gehört habe, daß er dem Verband der Gastwirtsgehilfen als Mits türzt." Infanterie- Munitionstolonne Nr. 2 des Gardekorps. glied angehöre. Er bedaure die Maßnahme aller Sanitäts- Formationen: Sanitäts- Komp. Nr. 2 des GardeSings sehr, da der Kellner sonst sehr tüchtig und torps, Nr. 2 des 6. Armeekorps und Nr. 1 des Garde- Referbetorps; brauchbar sei. Diese Eigenschaften wurden auch im EntReferbe- Sanitäts- Komp. Nr. 11. Feldlazarett Nr. 6 des 7., Nr. 2 lassungszeugnis erwähnt. Damit man aber nicht an der edlen des 17. Armeekorps, sowie Nr. 5 des Garde- Reserveforps und Nr. 2 Gesinnung des Herrn v. Fürich zweifle, ließ er dem Kellner das der 105. Infanterie- Division; Kriegslagarett des 7. Reservekorps. Angebot der Weiterbeschäftigung unter der Bedingung nahelegen, Armierungs- und Straßenbau- Formationen: Armierungsdaß dieser ihm den Nachweis erbringe, nicht mehr Mitglied des Bataillone. Straßenbau- Kompagnie Nr. 42. Verbandes zu sein. Der Gehilfe besaß Charakter genug, dieses Unteroffizierschule Potsdam. Verlangen zurüdzunveisen. Als vor einigen Wochen der Verband der Gastwirtsgehilfen mit einer Anzahl von Unternehmern zivecs Gewährung einer Teuerungszulage in Verhandlungen trat und hierin auch erfreu liche Resultate erzielte, jah sich auch Herr v.. beranlaßt", den Kellnern pro Tag 16 Pf. resp. monatlich 5 M. zuzulegen. Wegen der lange Arbeitszeit von 15-16 Stunden mit einer knappen Unterbredung sind die Kellner meist gezwungen, sich im Betrieb für ihr eigenes Geld zu beköstigen. Bisher wurde dies berüc fichtigt und entsprechende Portionen zum Selbstkostenpreis für 50 und 60 Pf. berabfolgt. Seit die Zulage" besteht, kosten dieselben Speisen 80 und 90 Pf., so daß in Wirklichkeit den Kellnern eine Mehrausgabe von 9 bis 10 M. pro Monat entstanden ist und b. Fürich, da ja die Kellner tägliche Gäste von ihm sind, noch ein Profit bleibt. Ausland. Teuerungszulagen ohne ,, Tarifbruch"! Mitgliedern das folgende zirkular zugehen lassen: Die Genossenschaft der Zimmermeister in Wien hat ihren Genossenschaft der Zimmermeister in Wien, 4. Bezirk, Mühlgaffe 5. Euer Wohlgeboren! Dieser Umstand hat daher eine größere Anzahl von Genossenschaftsmitgliedern veranlaßt, Zulagen für die Dauer des Krieges zu gewähren. * * In der letzten Zeit wird von vielen Mitgliedern Mage geführt, daß die Arbeiter jene Betriebe, welche nur den berein- Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 209 meldet barten Minimallohn zahlen, verlassen und dagegen jene, welche Verluste der Landwehr- Inf.- Regimenter Nr. 2, 3, 4, 6, 10, 12, 15; entgegen der getroffenen Vereinbarung höhere Löhne zahlen, Landsturm- Infanterie- Bataillon Bassau I und Weisen; 2., 6., aufsuchen. 8. Chebaulegers- Regt.; 1. Landfturm- Estabron des 3, Armeekorps; 2. und 21. Feldart.- Regt.; Reserve- Feldart.- Regt. Nr. 9; Landw.Feldart.- Negt. Nr. 6; III. Ersatz- Felbart.- Abteilung; 1. und 3. Fußartillerie- Negt.; Reserve- Fußort.- Regimenter Nr. 1, 2, 3; ReferbeFußart.- Bataillon Nr. 6; Fußart.- Batterie Nr. 232( 5. Ref.- Dib.); Landsturm- Fußart.- Ersatz- Batterie 2. Armeekorps; 2. und 3. Pionier- Bataillon; Referbe- Pionier- Bataillon Nr. 3; 2. LandwehrPionier- Komp., 1. Armeekorps; 2. Pionier- Ersatz- Komp.( 1. Pion.Batl.); 2. Landsturm- Pionier- Komp. 1. Armeekorps; ArmierungsBataillon Nr. 2; 1. Munitions- Kolonnen- Abteilung 2. Armeekorps; Infanterie- Munition@ kolonne 2; Artillerie- Munitionsfolonne 1; Reserve- Art.- Munitionstolonne 10( F)( 6. Res.- Div.); Berichtigungen früherer Verlulisten. Um ein gleichmäßiges Vorgehen zu ermöglichen, empfiehlt die Vorstehung: 1. den Polieren eine Zulage von 5 Kronen, 2. den Gehilfen eine solche von 3 Kronen pro Woche zu gewähren. Selbstverständlich ist es jedem einzelnen Kollegen überlaffen, die vorstehende Vereinbarung zu treffen oder nicht. Durch diese 3ulage wird der Rohn- oder Arbeitsvertrag nicht berührt. Wien, 6. Juli 1915. Der Einwand, daß das Geschäft infolge des Krieges schlecht ginge, feinen Nugen abwerfe und deshalb solche Maßnahmen rechtfertige, tann hier auch nicht gemacht werden. Im Gegenteil betragen die Mehreinnahmen gegenüber Friedenszeiten 500 bis 600 Mark pro Tag. Dies scheint wohl auch der wahre Grund dafür Für die Genossenschaftsvorstehung: zu sein, daß die Verwaltung der Schultheiß- Brauerei im Gegensatz Der Vorsteher: Johann Tröster. zu früher plöblich erklärt, feinen Einfluß auf die Bächter ihrer Dieses Zirkular und namentlich die Bemerkung, daß durch Ausschänke in dieser Beziehung zu haben. Das Verhältnis zwischen die Kriegszulage der Bohn- und Arbeitsvertrag nicht berührt Leiser nismsollA Friedrig fraße 129 Tauenienstraße 20 Ranigftraße 3.4 Leipziger Straße 65 Drenica@ refo 470 Moabit, Turmstraße 50 Müllerstraße 3 a Oranienstraße 34 Reukölln, Bergstr. 7/& Friedenau, Rheinstr. 14 O S Die württembergische Verlustliste Nr. 236 veröffentLicht Verluste des Grenadier- und Reserve- Inf.- Regiments Nr. 119; Grenadier- Regt. Nr. 123; Inf.- Regt. Nr. 126; Reserve- Inf.- Regt. Nr. 247; Verluste durch Krankheiten; Berichtigungen früherer Verlustlisten. SchulStiefel Grófote Halfbarkeit Rafionelle Formen20 28 von 6 50 bis 1250 Soziales. Der Würgevertrag mit dem Dorfreisenden. Ein geschickt ausgeflügeltes System, das ganze Unternehmerrisiko auf den Reisenden abzuwälzen und für dessen Rechnung und Gefahr Geschäfte zu machen, fand vor der 4. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts die verdiente Ablehnung. Gerichtszeitung. Beftechungsunwesen" zurüdzuführen ift, liegt folgender Sachberhalt zugrunde: Der Angeklagte Grabner ist bei der Firma Erdmann in Bris angestellt, welche für die Munitionsfabrik in Betrügereien bei der Hamburg- Südamerika- Linie. Spandau 10 000 Munitionskisten zu liefern hatte. Von dieser Lieferung war schon am 9. Dezember v. J. ein Teil von dem In den letzten Wochen hat sich in Hamburg ein Prozeß Abnahmerevisor der Munitionsfabrik wegen mangelhafter Ausabgespielt, der ein weitgehendes Interesse bietet und über führung zurückgewiesen worden. Als am 21. Dezember wieder ein dessen Ausgang wir gestern unter Depeschen berichteten. Posten von 500 Risten abgeliefert werden sollte, war der AngeUnter der Anklage der gewinnsüchtigen Urkundenfälschung und flagte Grabner mit dieser Lieferung betraut worden. Zur Ents des gemeinsamen Betruges haben sich der frühere Heuerbaas der gegennahme fand sich in Vertretung des ständigen Revisors der Hamburg- Süd John Stehr und der frühere Oberinspektor Artur Angeklagte Krause ein, der seit 25 Jahren bei der Munitionsfabrik Der Kläger in dem betreffenden Prozeß, der Kaufmann Oskar Sibbers vor dem Landgericht zu verantworten. Der Angeklagte beschäftigt ist. Dieser stellte, als er die Kisten prüfte, fest, daß die Rosenthal, betreibt unter der Firma„ Kaufhaus Zentrum" ein Stehr wird beschuldigt und ist auch geständig, vom Jahre 1906 bis Schrauben durch das Leder hindurchgingen und das Leder selbst Unternehmen, das als Spezialität die heiratsfähigen Dorftöchter zum Jahre 1913 fortgesetzt sogenannte Arbeitsscheine gefälscht und viel zu schwach war, so daß die Deckel ganz leicht abrissen. Grabner mit einer Wäscheaussteuer beglücken will. Zu diesem Zwecke schickt die darauf entfallenden Beträge fälschlich abgehoben zu haben; der erklärte, er solle nur noch einmal ein Auge zudrücken und die Liefeer Reisende, welche die Wäscheausstattung gleich mit sich führen, Angeklagte Sibbers, der diese Scheine zu kontrollieren und zu rung abnehmen. Das nächstemal wäre alles in Ordnung. Bu unter folgenden Anstellungsbedingungen auf die Dörfer: Der unterzeichnen hatte, soll bewußtermaßen unechte Scheine unter- gleicher Zeit 30g G. einen Fünfmarkschein hervor und händigte Reisende muß die Fahrt von Dorf zu Dorf im Fuhrwerk machen schrieben und sich das ertrogene Geld mit Stehr geteilt haben. Es ihn den Arbeitern, welche die Kisten abluden, zur Verteilung aus. und erhält bei nachweisbarer ständiger Benußung des Fuhrwerks handelt sich um einen Gesamtbetrag von rund dreiviertel Millionen Einen zweiten Fünfmarkschein übergab er dem Krause, der den 100 M. wöchentliche Reisespesen. Festes Gehalt bezieht er gar Mark. Der Angeklagte Stehr hatte die Mannschaften und Ar- Schein nach Behauptung des G. mit den Worten zurückwies, es nicht, auch Provision wird ihm erst zugesichert, wenn er wöchentlich beiter für die Schiffe der Hamburg- Süd anzuheuern, wofür er seien zu viel Augen dabei". Grabner legte den Schein nun auf über 100 m. verkauft. Im Anstellungsvertrage stellt R. weiter ein Gehalt von 8000 M. im Jahre bezog. Von den jeweils im einen Kasten, wo ihn Krause, ebenfalls nach Behauptung des G., die Bedingung, daß die Verkäufe mindestens 30 v. H. Nußen brin- Hamburger Hafen liegenden Schiffen hat er eine Menge von ge- wegnahm, ihn in ein Stück Papier wickelte, auf dem sich die vollgen müssen. Ist der Nutzen unter diesem Prozentsab, so müsse es fälschten Arbeitsbescheinigungen eingereicht. Er ließ sich von dem ständige Adresse des K. befand. Krauſe ſoll hierbei geäußert der Kulanz der Firma überlassen bleiben, die Höhe der Provision ersten Offizier des Schiffes Blankoscheine unterzeichnen, die er haben, man soll ihm das Geld per Post zuschicken. Wie Krause zu bestimmen. Können die Dörfler nicht gleich in bar zahlen, so dann mit dem Namen von Arbeitern verfah, die angeblich auf dem seinerseits behauptet, sei ihm die ganze Szene unangenehm ge= Sarf der Reisende sich Wechsel über den Kaufbetrag ausstellen Schiff gearbeitet hatten, er quittierte die fingierte Auszahlung wesen, er habe deshalb den Schein in ein Stück Papier gewickelt, lassen, die Wechselformulare bekommt er von der Firma in reich- und hob das Geld an der Kasse ab. Die Offiziere speiste er mit auf dem er Schreibübungen gemacht habe und auf dem sich rein licher Menge gleich mit. Irgend welches Risiko geht die Firma einem Trinkgeld von 10-20 m. ab. Er behauptet, daß er zu zufällig sein Name mit voller Adresse befunden habe. Tatsächlich bei dieser Geschäftshandhabung nicht ein, sie schiebt es vielmehr diesen Betrügereien während des großen Hafenarbeiterstreits ver- hat Grabner den Fünfmarkschein wieder mitgenommen, während auf den Reisenden und dessen Ehefrau ab. Jm§ 2 des Vertrages leitet worden sei. Die Offiziere und Kapitäne, darunter auch der Krause einige Zeit darauf die Sache seinem Meister erzählte. heißt es nämlich, daß für uneingelöste Akzepte oder Ausfälle damalige Schiffsoffizier Sibbers, hätten ihm gesagt, das Gehalt Vor Gericht bestritten beide Angeklagte, sich strafbar gemacht irgend welcher Art der Reisende in voller Höhe haftet. Gleichzeitig sei nur gering und sie müßten etwas nebenbei verdienen, sie hätten zu haben. Der Staatsanwalt beantragte je 50 M. Geldstrafe. übernimmt für alle Forderungen der Firma an den Reisenden ihm Scheine mit ihrer Blankounterschrift gegeben, die er dann Das Gericht kam aus reinen Rechtsgründen zu einer Freisprechung. bessen Ehefrau die selbstschuldnerische Bürgschaft. Zur Sicherheit ausgefüllt hätte. Die erschwindelten Beträge seien geteilt worden. Nach dem angezogenen Paragraphen muß es sich um den„ Angebestimmt dann noch der§ 10, daß der Reisende mit dem§ 2 ein- Daraufhin hat die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung einge- stellten eines geschäftlichen Betriebes" handeln. Der Angeklagte verstanden ist und weiß, daß dieser Paragraph der Hauptparagraph leitet gegen 131 frühere und jebige Offiziere und Kapitäne der Krause sei Angestellter der Kgl. Munitionsfabrik, die nicht als„ Geist". Auf Grund dieses Hauptparagraphen" verlangt die kläge Hamburg- Süd, doch ist das Strafverfahren eingestellt worden, schäftsbetrieb" im Sinne des Gesetzes anzusehen sei, da der Fiskus rische Firma von dem beklagten Reisenden H. in Gemeinschaft mit weil sich die betrügerische Absicht nicht habe nachweisen lassen. Der die Sachen nicht kaufe, um sie mit Verdienst weiter zu verkaufen, dessen Ehefrau einen Betrag von 532 M. für nicht ein- Angeklagte Stehr hat ein sehr leichtsinniges Leben geführt, an dem sondern um sie für sich selbst zu verwenden. Auch von einer Begelöste Kundenwechsel zurück. Die beklagten Eheleute beantragen auch sein Vorgefeßter und Mitangeklagter Sibbers teilgenommen stechung könne nicht die Rede sein, da Krauſe kein Beamter ſei. Neweisung, indem der Reisende geltend macht, daß er die Pflicht hat, es sind große Summen verjubelt worden, man schäßt den des gewissenhaften Reisenden nie verletzt habe. Er habe sich vor Jahresbedarf von Stehr auf mindestens 40 000 M. Als die jedem Abschluß vorher über die finanzielle Lage der Betreffenden Schwindeleien durch einen Zufall im Juli 1913 entdeckt wurden, erfundigt und nur bei guter Auskunft abgeschlossen. In dem hier räumte Stehr sofort seine Schuld ein und beschuldigte den Ober- Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Bot zur Verhandlung stehenden Falle handele es sich um einen Bauern, inspektor Sibbers der Mittäterschaft. Dabei ist er auch bis heute rechts, barterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend der 20 Kühe im Stalle hatte. Daß der Mann später Haus und Hof geblieben. bon 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Briefkast en bestimmten Anfrage Briefliche verläßt, dafür könne er, der Reisende, nichts. Auf die Frage des Sibbers stellt seine Beteiligung entschieden in Abrede, be- ist ein Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Anfragen, denen leine Abonnementsquittung Vorsitzenden, wie der Beklagte denn einen solchen Vertrag ein- zeichnet die Beschuldigung seines Mitangeklagten als Züge und Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der gehen konnte, erwiderte der Reisende, der Tragweite sei er sich bei führt sie auf einen Racheakt zurück. Er könne sich nur eine mangel- beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Vertragsschluß nicht bewußt gewesen. hafte Kontrolle der Arbeitsscheine zum Vorwurf machen, eine be- Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die Trok der doppelten Festlegung des Reisenden in zwei Para- wußte Fälschung liege ihm aber fern. Der Angeklagte war in A. R. 30. 1. 66%, Pfennig. 2. Ja. R. G. 25. Es Betbt Ihnen graphen kam das klägerische Versandhaus mit seinem Vertrage seiner früheren Stellung ein grimmiger Feind der seemännischen nicht durch; das Kaufmannsgericht wies sowohl die gegen H. wie Organisation, den Seemannsverband und besonders den Verband leider nichts anderes übrig, als das Gericht um Beschleunigung zu ersuchen. R. 13. Durch Freiwillige, im Bedarfsfalle durch jährliche Aushebungen. gegen deffen Ehefrau gerichtete Klage ab. Für die Klage gegen der Offiziere und Kapitäne der deutschen Handelsmarine hat er Bestellungspflicht vom vollendeten 19. Lebensjahre an. Stellvertretung geFrau H. sei das Kaufmannsgericht unzuständig. Im übrigen ver- mit seinem Hasse verfolgt. Er zeichnete sich im Umgange mit ſtattet. P. G. 94. So genau sind wir über die Gegenden mit reichstoße der mit H. geschlossene Vertrag gegen die guten Sitten. Es seinen Untergebenen durch Grobheit und Rücksichtslosigkeit aus. lichem Bilzwuchs selbst nicht orientiert. Jedenfalls tun Sie gut, nicht zuz M. H. Das dürfte wohl faum Fege hier eine unzulässige Ausbeutung des wirtschaftlich schwachen Sein Mitangeklagter Stehr war sein Freund. Ueber das Treiben stark belaufene Wälder aufzusuchen. Kurt N. Leider baften Sie für die volle Miete, und zwar für die Angestellten durch den kapitalkräftigen Arbeitgeber vor. Die Aus- dieser beiden edlen Brüder werden ganz erbauliche Sachen erzählt. eintreten. fünfte, die der Reisende einzieht, fönnen naturgemäß nicht so er- Jetzt beschuldigen sie sich gegenseitig der Lüge und des Betruges. ganze Dauer des Vertrages. Die Sachen, soweit sie nicht unentbehrlich sind, kann der Wirt einhalten.-.. 1904. 1. Ja. 2. Eine bestimmte schöpfend sein, als eine von der Firma eingezogene Erkundigung Belastend für Sibbers ist der Umstand, daß man ihm ein Verhöhe gibt das Gesez nicht an. Der Richter entscheidet von Fall zu Fall, bei einem angesehenen Auskunftsbureau. Nach dem Vertrage steckt mögen von 164 000 m. nachgewiesen hat man nimmt an, daß etwa 50 m. würden im vorliegenden Fall wohl als angemessen monatlich der Unternehmer nur den Nußen ein, während das ganze Ge- er noch mehr besitzt, das er unmöglich auf ehrlichem Wege ererachtet werden. 3. Wenn kein ausdrüdlicher Gütergemeinschaftsvertrag geUeber die Herkunft dieses Vermögens hat macht ist, so gehören die Wirtschaftsgegenstände nicht beiden Eheleuten, schäftsrisiko dem Reisenden aufgehalft wird. Derartige Bestim- worben haben kann. mungen feien ungültig, ein Anspruch stehe der Firma gegen den Sibbers die unglaublichsten Geschichten erzählt: er wollte einen sondern dem, der sie erworben hat. Wird die Ehe geschieden, so erhält Beklagten demnach nicht zu. großen Lotteriegewinn in Argentinien und einen bedeutenden jeder sein Eigentum zurüd. Else G. Arztrechnungen verjähren in zwei Spielgewinn in Portugal gemacht haben und unterstützte diese An- Jahren von dem Dezember des Jahres ab gerechnet, in dem die Forderung B. 6. Ja. H. 4. 1. Ja. 2. Bis zum Ichten des auf gabe mit gefälschten Briefen. Während der Verhandlung erklärte entstanden ist. er diese seine Angaben selbst für unwahr und behauptete nunmehr, die Entlassung folgenden Monats. 3. Weder die Freundin, noch deren Eltern würden haften, wenn fein Verschulden vorliegt. Traf die Freundin ein daß er jahrelang von den Lieferanten seiner Reederei Schmier- Berichulden, so haftet fic, nicht aber ihre Eltern. 4. Wie zu 1 und 2. gelder in hohen Beträgen in Empfang genommen habe, doch 5. Nein. M. B. 64. Nein, die Kriegsunterſtüßung ist unpfändbar. weigerte er sich die Namen und die Summe zu nennen. Vermut- A. V. Brigwld. Die Forderung des Wirtes ist unberechtigt, gibt aber lich hat er von Stehr und auch von den Lieferanten sich schmieren Ihnen fein Recht zur vorzeitigen Aufhebung des Vertrages. Platen. laffen. Diese Buchstaben beziehen sich nicht auf die Ursache der Unfähigkeit, sondern auf die Stammrolle.- M. 54. 1. Da Jhr Mann gekündigt hat, ist dieselbe leider gültig. 2. Die Gesamtunterſtüßung beträgt 48 M., sie wird von der Gemeinde gezahlt. Der Gemeinde wird nachher die Hälfte vom Reich erstattet. E. P. In erster Reihe erbt die Ehefrau und die Kinder, Enkel usw. Sind feine Kinder da, so fällt die Erbschaft, wenn beide Eltern des Erblaffers noch leben, diesen zu gleichen Teilen zu. Lebt nur der Vater oder die Mutter, so erben der überlebende Elternteil und die Geschwister. Sind beide Eltern verstorben, so erben nur die Geschwister; anstelle der verstorbenen Geschwister treten deren Abtömmlinge. A. J. 99. Nein. Muß das sein? In Ohra bei Danzig verloren Kinder eines Arbeiters zwei Brotfarten. Für jede der Grfaßkarten mußten auf Anordnung des Amtsvorstehers 1,50 M. gezahlt werden. Der Mann mußte einen ganzen Tagelohn für einige Minuten Schreibarbeit opfern, für die dazu im Gesez keine Gebühren vorgesehen sind. Der VerDas Urteil lautete, wie wir bereits gestern mitteilen konnten: lust der 3 M. war für ihn um so fühlbarer, weil er fünf Kinder Der Angeklagte Stehr wird zu 4½ Jahren Zuchthaus und 5 Jahren im Hause hat und der einzige erwachsene Sohn im Felde steht. Ehrverlust verurteilt, 18 Monate werden ihm angerechnet. Der Durch Vermittlung des Gewerkschaftsbeamten Brill wandte sich Angeklagte Sibbers wird zu 4½ Jahren Zuchthaus, 5 Jahren Ehrder Arbeiter an den Landrat des Kreises Danziger Höhe. Brill verlust und zu 3000 M. Geldstrafe verurteilt, ihm werden neun legte die eingangs erwähnten Umstände dar und bat unter Berufung Monate der Untersuchungshaft auf die Strafe angerechnet. auf seine Eigenschaft als Gemeindevertreter von Ohra den Herrn Landrat in höflicher Weise, die Rückzahlung der 3 M. zu veranlassen. Unser Freund erhielt wörtlich folgende Antwort: Der Landrat des Kreises Danziger Höhe. -Nr. 2060 G. M. Danzig, den 24. Juli 1915. Urschriftlich an den Gemeindeverordneten Herrn Artur Brill zu Ohra mit dem Bemerken zurückgesandt, daß ich es ablehne, Ihrer vorstehenden Beschwerde näher zu treten. Es muß dem p. Cellwitzki überlassen bleiben, die Beschwerde bei mir selbst zu führen. v. Unger. Herr v. Unger tam erst vor ein paar Wochen nach Danzig. Bisher wirfte er in Jarotschin in der Provinz Posen. Eine Beschwerde an den Minister dürfte Erfolg haben. Bestechungsversuc Eine Bestechungsaffäre recht zweifelhafter Art beschäftigte gestern die Ferienstraffammer des Landgerichts III. Wegen Vergehens gegen den§ 12 des Gesetzes betr. die Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs waren der Sattler Otto rabner aus Briz und der Tischler Otto Krause aus Spandau angeklagt. Der genannte Paragraph des Wettbewerbsgesezes bedroht denjenigen mit Strafe, der im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbes dem Angestellten eines geschäftlichen Betriebes Geschenke oder andere Vorteile anbietet, um durch dessen unlauteres Verhalten bei dem Bezuge von Waren eine Bevorzugung für sich oder einen Dritten zu erlangen. Die gleiche Strafe trifft den Angestellten, der derartige Geschenke annimmt. Der Anklage, die auf ein Eingreifen des Vereins gegen das " Briefkasten der Redaktion. Sprechstunde mit. Diese An C. M. 100. Falls auf Ihren Antrag nicht von neuem Stundung ers folgt, müssen Sie zahlen. A. 2. 25. Kleben Sie auch nach der Heirat weiter, Sie können die niedrigsten Marten Kleben. Rudow 15. 1. Steht 3hr Mann im Felde und sind Sie nicht in der Lage, die Miete zu zahlen, so ist ein Urteil auf Ermission während der Dauer des Strieges ungeseßlich. Sollte eine Klage tommen, jo fommen Sie mit derselben, dem Mietsbertrag usw. in unsere Sprechstunde. 2. Nein. H. W. Erst nach Abschluß des Krieges würde ein Anspruch auf Entschädigung eventuell burchzusehen sein. Die Verwandten des Betreffenden sollen unter Schilderung des Vorfalles den Anspruch für den Abwesenden erheben. meldungen von Forderungen sind beim Auswärtigen Amt geltend zu lasses und eventuell die Beschlagnahme durch einen Nachlaßverwalter be 2. M. 8015. An den Pflichten und Rechten aus dem antragen. Mietsvertrag ändert sich nach der herrschenden Rechtsprechung während des Krieges nur das eine, daß der Wirt ein Urteil gegen den ins Feld Gezogenen nicht erwirken und auch nicht die Räumung durchsezen kann. Für die nicht gezahlte Miete bleiben die in die Wohnung gebrachten entbehrlichen Gegenstände verhaftet. machen. E. D. 21. Sie müßten bei Gericht die Teilung des NachWir liefern direkt an Private als Spezialität: Möbel Engros Lager Burgerliche Wohnungs- Elnrichtungen Berliner in jeder Holz- und Stilart, nur erstklassiger Ausführung zu konkurrenzlos billigen Preisen. und Tapezierermeister 10 Jahre Garantie. Schlafzimmer: M. 183, 219, 270, 326, 428, 532 bis 3500. Albert Gleiser: Alexanderplate Berlin C. 33 Alexanderstrasse 42 Beste Verarbeitung. Speisezimmer: M. 296, 333, 426, 505 bis 4000 Wohnzimmer: M. 242, 369, 429, 543 bis 2500 Herrenzimmer: M. 209, 328, 487, 550 bis 3000 Neuzeitl. Küchen: M. 51, 58, 75, 93 bis 450 Ständiges Lager von ca. 500 Einrichtungen. Enorme Auswahl bis zum Auserlesensten. Illustrierter Katalog mit Referenzenliste gratis. Frankolieferung durch ganz Deutschland direkt Einzelmöbel. ab Fabrikgebäude. Bis 150 km durch eigene Möbelautos. Die Zahlung kann durch Wertpapiere erfolgen, ev. auch nur als Depot in unsere Tresors zur späteren Wiedereinlösung. Sendet Limonaden ins Feld! 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Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Mr. 217. 32. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 8. August 1915. Mittwoch, den 11. Auguft: Zahlabend in Groß- Berlin. Aus Groß- Berlin. beschäftigte die 2. Ferienstraftammer des Landgerichts II unter fleisch bleiben ganz erheblich hinter den für frisches Schweinefleisch Vorsitz des Landgerichtsdirektors Schulz. Wegen versuchten ge= zurzeit geforderten Preisen zurück, obwohl das Gefrierschweinefleisch meinschaftlichen Raubes, ein Delift, für welches, wenn im Werte hinter dem frischen Schweinefleisch nicht zurücksteht. Bei die Täter über 18 Jahre alt wären, das Sch wurgericht zu einem Vergleich der Preise für Gefrierfleisch und sonstiges frisches Eine Taubstummen- Anstalt in Neukölln. ständig wäre, waren der 17 jährige frühere Postaushelfer Franz Schweinfleisch ist nicht außer acht zu lassen, daß bei ersterem für beAm 11. August findet in Neukölln die Einweihung der Schwark und der gleichaltrige Telegrammbesteller Walter sonders gute Stücke, wie Schnitzel, Filet, Stotelett, keine Ertrapreise neuen Königlichen Taubstummen- Anstalt statt. Die Anstalt off angeklagt, die von den Rechtsanwälten Nikolaus, festgesetzt werden, wie dies sonst im Fleischhandel üblich ist. Das Die Tat sonst z. B. für Schinken verwendete Fleisch verbleibt bei dem städtiDr. Schwindt und Dr. Fürle verteidigt wurden. liegt am Mariendorfer Weg in der Nähe des Ringbahnhofs der Angeklagten, die noch in frischer Erinnerung sein dürfte, schen Fleischverkauf an den Schinken und wird zu dem für diese festHermannstraße und ist durch viele Straßenbahnen bequemt zu erreichen. In unmittelbarer Nachbarschaft werden sich spielte sich am Vormittag des 16. Juli d. J. in dem Hausflur des gefegten Preise abgegeben. die Neubauten der Provinzial- Hebammen- Lehranstalt und Hauses Yordstr. 44 ab. Der 55 jährige Obergeldbriefträger Zacher des Krankenhauses der Borromäerinnen erheben, so daß hier bom Poſtamt 57 hatte wie üblich seinen Bestellgang unternommen und, um die Auszahlung einer Bostanweisung vorzunehmen, das ein neues Viertel prächtiger öffentlicher Gebäude erstehen Haus Nordstr. 44 betreten. Als er hier an einem Mauervorsprung Aus der umfangreichen Festschrift, die der Direktor vorüberfam, stürzte sich plötzlich ein junger Mensch auf ihn und schlug mit einem in Zeitungspapier eingewickelten harten GegenSchulrat Wende verfaßt hat, sei heute das Folgende entstand auf ihn ein. Der völlig Ueberraschte hatte jedoch die Geistesnommen: Die Fürsorge für die Taubstummen lag anfänglich gegenwart, sich sofort energisch zur Wehr zu setzen und um Hilfe Der Weiterverkauf steht nach wie vor Händlern und Fleischern nur in den Händen des Staates. Die Königliche Taub- gegenwart, sich sofort energisch zur Wehr zu sehen und um Hilfe stummen- Anstalt, die ein Vierteljahrhundert hindurch auch zu rufen. Der Räuber ließ darauf sofort von seinem Opfer ab offen, welche sich verpflichten, in denjenigen Räumen, in welchen sie und ergriff die Flucht. Er wurde von Hausbewohnern und das Gefrierfleisch feilhalten, anderweitig bezogenes Schweinefleisch die einzige in Preußen war, wurde im Jahre 1788 in Berlin, Bassanten, die durch die Hilferufe aufmerksam gemacht worden nicht an das Publikum abzugeben und sich auch sonst den städtiſchen Leipziger und Friedrichstraßen- Ecke, durch den Rechtsbewaren, verfolgt und festgenommen. Der erheblich verletzte Ueber- Anordnungen zu unterwerfen. wird. flissenen Dr. Ernst Adolf Eschke begründet. 1789 wurde die Anstalt nach Niederschönhausen verlegt. König Friedrich Wilhelm III. interessierte sich außerordentlich für die Taubstummen- Fürsorge, und seinem Wohlwollen verdankte die Anstalt das Grundstück in der Linienstraße, in dem sie bis zum Jahre 1911 1300 taubstumme Kinder aufnahm und erzog. Ihre höchste Schülerzahl hatte sie im Jahre 1875 mit 125 3öglingen; 80 waren aus der Stadt Berlin, 45 aus der Provinz Brandenburg. Das Jahr 1875 bedeutet in der Geschichte der Fürsorge für die Taubstummen einen Wendepunkt, da durch die Geseze dieses Jahres die TaubstummenFürsorge im wesentlichen den Provinzen überwiesen wurde. Nur die Berliner Anstalt blieb als einzige Königliche bestehen. fallene, der mit der von dem Täter benutzten Waffe, einem Stüd schweren Bleirohrs, mehrere Hiebe über den Kopf erhalten hatte, mußte sofort in ein Strankenhaus gebracht werden. Die Ermittelungen der Kriminalpolizei führten zu folgendem Ergebnis: Der festgenommene Räuber war der erst 17 jährige Postaushelfer Schwark, der bisher bei dem Postamt 50 in der Marburger Straße beschäftigt gewesen war, diese Stellung aber freiwillig verlassen hatte. Offenbar durch das Lesen gewisser Detektivromane war seine Phantasie auf schlechte Wege gelenkt worden und so kam es, daß zwischen ihm und dem in demselben Hause wohnhaften Mitangeklagten Wolff der Plan verabredet wurde, einen Geldbriefträger zu überfallen und ihm das Geld abzunehmen. Wolff war auch sofort mit diesem Plan einverstanden und lieh seinem Komplicen zur Ausführung der Tat seine Postlitewka und seine Müße. Schwark taufte dann noch das Stück Bleirohr, welches er, um nicht Verdacht zu erregen, in Zeitungspapier einwidelte. Wie Schwark vor Gericht erklärte, habe er die Tat nicht berübt, um für sich Geld zu erlangen; er habe von seinen Eltern stets genügend Mittel erhalten, dagegen habe Wolff stets Geld gebraucht. Die Preise für Gefrierfleisch sind wie folgt festgesetzt: a) Rippespeer 1,60 M. für 1 Pfund 1,60 . b) Rückenfett. " " " " c) Schinken, Kamm, Blatt 1,50 d) Bauch " " 2 W e) Eisbein • f) Spizbein 1,40 0,70 0,25 " " " " " " " " " " " " Vom Blitz erschlagen. Ein entsetzlicher Unglücksfall hat sich während des gestrigen schwachen Gewitters, das gegen 2 Uhr nachmittags über die westlichen Vororte niederging, ereignet. Zwei Arbeiter wurden vom Blik getroffen. Der eine derselben war sofort tot, während der andere in gelähmtem Zustande nach dem Schöneberger Krankenhause gebracht werden mußte. Wir erfahren darüber folgendes: Der Rangierer Gustav Dudat aus der Gbersstr. 25 und der Eisenbahnarbeiter Otto Hauf, Fritz- Reuter- Straße 3 in Schöneberg wohnhaft, hatten sich mittags in ihre Wohnungen zum Effen begeben und wollten gegen 2 Uhr mittags wieder nach ihrer Arbeitsstätte auf der Anhalter Bahnstrecke gehen. Als sie sich in der tiefen Schlucht am Sachsendamm 31/33 befanden, gegenüber dem großen Holzplatz von Michalski, schlug der Blitz in eine dort stehende Platane ein und warf die beiden Arbeiter nieder. Herbeigeeilte Passanten fanden die beiden Männer auf dem Boden ausgestreckt vor. Bei Dudat war der Tod sofort eingetreten, während Hauf besinnungslos dalag und starke Lähmungen am ganzen Rücken und Brandwunden aufwies. H. wurde mittels eines zufällig vorüberkommenden Militärautos nach dem Schöneberger städtischen Krankenhause gebracht und dürfte, wie die Aerzte hoffen, dem Leben erhalten bleiben. Die Leiche des D. wurde nach der Halle des Friedhofs in der Gythstraße geschafft. Die beiden Arbeiter sind verheiratet; Dudat hinterläßt drei kleine Kinder. Tödlicher Betriebsunfall. Von einer plakenden Welle erschlagen wurde gestern der 17 Jahre alte Drechsler Erich Döhring, der in Bernau am Mühlenberg wohnte und in einem Industriebetrieb in der Oudenarder Straße beschäftigt war. Der junge Mann hatte an einer Drehbankwelle zu tun. Bei Schweißarbeiten platte diese und ein Stüd flog ihm gegen den Unterleib und verlegte ihn so schwer, daß er schon auf dem Wege nach dem Virchow- Krankenhause starb. Liebesgaben für die Truppen im Osten gelangen auf dem schnellsten und sichersten Weg durch die Staatlichen Abnahmestellen in das Feindesland zu unseren Tapferen. Infolge der neuen Gesezgebung wurden außer dieser Anstalt von der Stadt Berlin eine eigene TaubſtummenSchule und von der Provinz Brandenburg die Anstalten zu Wriezen und Guben begründet. Als im Jahre 1909 durch das Gesetz betreffend die Schulpflicht blinder und taubstummer Kinder die Erziehung Taubstummer den Kommu- In der Verhandlung ergab es sich, daß Schwart sich außernalverbänden überwiesen wurde, wurde die Frage lebhaft dem noch eine schwarze Maske und ein großes Messer verschafft erörtert, ob nunmehr nicht die Königliche Taubstummen- hatte, um die Sachen bei der Tat zu benußen. StaatsanwaltsAnstalt aufgelöst werden sollte. Die Frage wurde verneint, Assessor Wachsmann hob hervor, daß es sich um eine außer da die Anstalt bisher so außerordentlich Vorzügliches ge- ordentlich schwere, von langer Hand vorbereitete Tat handele, leistet hatte, und da sie insbesondere für die Heranbildung die im Interesse der öffentlichen Sicherheit empfindliche Sühne bon Taubstummen- Lehrern überhaupt nicht zu entbehren verlange. Wenn er trotzdem für Zubilligung mildernder Umwar. Es trat sogar in Zukunft eine Erweiterung der An- stände eintrete, so tue er dies, weil es sich um zwei völlig unstalt ein, die den Forderungen der Neuzeit Rechnung trug. bescholtene junge Menschen aus anständiger Familie handele, die Die Ausbildung von Taubstummen- Lehrern, die seit 1811 offenbar durch schlechte Bücher irregeleitet worden seien. Der Anstattfand, hob die Anstalt aus dem Rahmen aller sonstigen trag des Vertreters der Anklage lautete deshalb gegen Schwart ähnlichen Einrichtungen heraus und brachte es mit sich, daß auf vier Jahre Gefängnis, gegen Wolff auf zwei die Königliche Taubstummen- Anstalt gewissermaßen Mutter- Jahre Gefängnis. Rechtsanwalt Nikolaus machte für anstalt für viele andere Taubstummen- Schulen in Preußen den Angeklagten Schwark als mildernd geltend, daß dieser sich stets wurde. Eine ganze Reihe von Gründern und Leitern der als ein ehrlicher und fleißiger Mensch gezeigt habe, der offenbar in der Monarchie bestehenden Anstalten hat ihre Ausbildung in einer durch gewisse Räubergeschichten aufgepeitschten frankin der Königlichen Taubstummen- Anstalt erhalten. Die haften Phantasie zu der Tat gekommen sei. Eine lange Gefängguten Erfolge, die in ganz Preußen die Taubstummen- nisstrafe würde auf einen so jungen Menschen nur verderblich Fürsorge aufzuweisen hat, sind also nicht zum wenigften auf wirken, zumal sich die Eltern bereit erklärt haben, ihn sofort die Leistungen der Königlichen Anstalt zurückzuführen. In- wieder aufzunehmen. Für den Angeklagten Wolff beantragten folgedessen überweisen die neueren amtlichen Bestimmungen die Rechtsanwälte Dr. Schwindt und Dr. Fürle eine möglichst die Taubstummen- Lehrer- Ausbildung der Königlichen Taub- milde Strafe, da dieser offenbar von Schwark erst in diesen Raubstummen- Anstalt überhaupt. Die praktische Ausbildung der plan hineingezogen worden sei. Wie das überreichte Zeugnis der jungen Lehrer liegt in den Händen des Direktors und des Postbehörde ergebe, habe sich Wolff nicht das Geringste zuschulden Kollegiums, die wissenschaftliche erhalten sie durch besondere kommen lassen, er werde vielmehr als ein sehr fleißiger und an Vorlesungen von Dozenten der Universität. Die Anzahl der ständiger junger Mensch bezeichnet. Das Gericht tam zu folgenin der Anstalt ausgebildeten Lehrer beträgt 750. dem Urteil: Der Angeklagte Schwart wurde wegen verDie bisher der Anstalt dienenden Grundstücke in der suchten schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung zu Linien- und Elsasser Straße erwiesen sich schon seit längerer 3 wei Jahren und sechs Monaten Gefängnis, der Zeit als zu flein, da immer neue Aufgaben an die Anstalt Angeklagte Wolff wegen Beihilfe hierzu zu einem Jahre Herantraten, so die Einführung des Handfertigkeits- und Gefängnis verurteilt. Das Gericht berücksichtigte bei AbHaushaltungsunterrichts sowie die gärtnerische Beschäftigung messung des Strafmaßes, daß es sich um eine außerordentlich der Schüler. Der Staat beschloß infolgedessen eine Ver- schwere, die öffentliche Sicherheit gefährdende Tat handele, deren legung der Anstalt, und zwar nahm man das Angebot Neu- eigentliches Motiv offenbar die Vergnügungssucht der Angeklagten köllns an, da das von der Stadtgemeinde Neukölln in un- sei, die sich auf diese verbrecherische Weise in den Besitz von Geld eigennüßiger Weise unentgeltlich zur Verfügung gestellte fezen wollten. Grundstück nach seiner Lage, Bebauungsfähigkeit und Verfehrsnähe am besten den Anforderungen entsprach. Der Bau Der Erweiterungsbau des Bahnhofes Baumschulenweg, begann im Sommer 1913 nach den vom Ministerium der der zur besseren und sicheren Abwicklung des Verkehrs nach öffentlichen Arbeiten aufgestellten Plänen. Infolge des der Stadtbahn, dem Görlitzer und dem Potsdamer Bahnhof und„ Norddeutsche Schleife", Chorm. P. Kurz, veranstalten am SonnKrieges erlitt er zwar eine Verlangsamung, aber feinen einen dritten Bahnsteig enthält, ist jetzt soweit gediehen, daß tag, den 8. August, im Garten der Brauerei J. Bözow, am Prenz Aufschub. Der Bau, der nunmehr vollendet ist, so daß in nach Fertigstellung der Futtermauern der Brückenbau für die lauer Tor, unter Mitwirkung des Berliner Sinfonie- Orchesters, ein der nächsten Woche die Lehrer und Schüler das neue, schöne Gleise über den Fußgängertunnel im Zuge der Baumschulen Konzert. Beginn 4% Uhr. Eintritt 25 Pf. Bei ungünstiger WitteHeim beziehen können, trägt die goldene Inschrift Erbaut straße in Angriff genommen werden konnte. Der neue Bahn- rung im Saale. im Jahre 1914". steig liegt längs der Storm- und Glanzstraße. Der ErDie Anstalt ist, wie schon hervorgehoben, eine Königliche weiterungsbau, dessen Fertigstellung bis zum 1. Oktober und nimmt infolgede en taubstumme Kinder beiderlei Ge- d. J. in Aussicht genommen war, wird erst im nächsten Frühschlechts und ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses jahr vollendet sein. aus dem Gebiete der ganzen Monarchie als Zöglinge und Schulgänger auf. Eine Jugendweihe findet am 19. September wiederum statt, und zwar für die schulentlassenen Arbeiterkinder, die weder an der firchlichen Einsegnung noch an der Weihe einer sonstigen ReligionsZu der Feier tönnen nur solche Kinder zugelassen werden, die vorher angemeldet sind. Anmeldungen werden bis zum 31. August an folgenden gemeinschaft teilnehmen. Stellen entgegengenommen: Emil Boeske, SW, Lindenstr. 3. R. Timm, SO 33, Faldensteinſtr. 16. Willi Franke, O 34, Ebertyſtr. 29. Kurt Schönfelder, N 58, Kopenhagener Str. 42. R. Rehbock, N 20, Thurneysserstr. 7. Die Teilnehmer werden 2-3 Wochen vor der Weihe noch Besonders schriftlich eingeladen. Der Raubanfall in der Yorckstraße vor Gericht. Der räuberische Ueberfall auf den Obergeldbriefträger 3 a cher, der sich am 16. Juli d. J. in dem Hause Yorckstr. 44 abgespielt hatte, Gedenket vor allem der Vergessenen, die niemanden zurückgelassen, der ihnen Spenden schickt. Sie sollen nicht abseits stehen, wenn die glücklicheren Kameraden Grüße aus der Heimat empfangen. Die Staatliche Abnahmestelle freiwilliger Gaben Nr. II im Bezirk des Gardekorps, Berlin NW 6, Starlstr. 12, versorgt in ständiger Folge diejenigen preußischen Truppen, die im harten Ringen vor Warschau standen. Die Hilfe weitester Streise ist notwendig, um den Anforderungen gerecht zu werden, die sich jetzt naturgemäß ergeben. Sendet Liebesgaben an die oben angegebene Adresse! Besonders erwünschte Gaben sind: Zigarren, Fleisch, Fisch-, Gemüsekonserven, Brausepulver, Schokolade, Unterwäsche, Hand- und Taschentücher, Taschenmesser, Schweißpulver, Nähzeug usw. Einstellung einer Kraftomnibuslinie. Die Allgemeine Berliner Omnibus- Aktien- Gesellschaft stellt den Betrieb ihrer Kraftomnibuslinie 8, Schöneberg, Martin- Luther- Straße( Ecke Hohenstaufenstraße) bis Wörther Plaz, am 10. d. M. vorübergehend ein. Gesangskonzert. Die vereinigten Chöre„ Männerchor Norden" Kleine Nachrichten. Ein Fleddererpärchen wurde in der vergangenen Nacht im Nordosten der Stadt unschädlich gemacht. Auf einer Bank am Wörther Platz war ein Mann eingeschlafen. Ein Arbeiter" Erich Horn schlich sich an ihn heran, während seine Helfershelferin, ein Straßenmädchen Erna Dietrich, Schmiere" Der städtische Gefrierfleischverkauf. stand. Es gelang ihm, dem Schlafenden Uhr mit Kette und das Aus dem Rathause wird mitgeteilt:" Für den städtischen Ge- Portemonnaie abzunehmen, ohne daß er erwachte. Ein Schutzfrierschweinefleischverkauf hat der Magistrat beschlossen, in Zukunft mann aber hatte trotz der Aufpasserin den Vorgang von weitem Gin Sittlichkeitsverbrecher von einer Beschränkung der auf den einzelnen Käufer entfallenden bemerkt und verhaftete das Pärchen. Gewichtsmenge abzusehen. Es genügt zur Entnahme von Fleisch wurde gestern auf dem Laubengelände an der Pankower Allee festgenommen. Gin 25 Jahre alter Arbeiter Friß Schmidt, ein lediglich die Vorzeigung eines Ausweiſes, welcher von der verfrüppelter Mensch, folgte einem neunjährigen Mädchen in die ständigen Brotkommission ausgestellt ist. Die seit längerer Zeit für Laube der Eltern und versuchte, als er sah, daß das Kind allein den städtischen Fettwarenverkauf ausgegebenen Berechtigungsfarten war, es zu vergewaltigen. Zum Glüd aber waren Leute in Ser haben auch für den Gefrierfleischverkauf Gültigkeit. Der Verkauf Nähe, die die Hilferufe des Mädchens hörten. Sie eilten herbei steht allen Bevölkerungsklassen offen, ist jedoch auf Einwohner der und nahmen den Unhold feit, bevor er noch das geplante VerStadt Berlin beschränkt. Auf jeden Haushalt wird eine Berechti- brechen ausführen konnte.- Beim Baden ertrunken ist im Flakengungstarte abgegeben. Für den Verkauf der Schinkenstücke von see bei Woltersdorf die 13 jährige Frida Schulz aus Berlin. Das Gefrierschweinen ist den Weiterverkäufern die Berechtigung eingeräumt, nur in Mindestmengen von einem Pfund zu verkaufen. Auch kann Rückenfett nur zugleich mit anderem Fleisch und höchstens in derselben Menge wie dieses abgegeben werden. Nachdem nunmehr die meisten Großstädte mit dem Verkauf der aufgejammelten Fleisch- und Fettwarenmengen begonnen haben, ergibt ein Vergleich, daß die vom Berliner Magistrat angesetzten Preise für das Gefrierschweinefleisch sowie für Fettwaren und Schinken im Durchschnitt die biüigsten sind, die irgendwo von den Gemeinden berechnet werden. Die Preise für das GefrierschweineMädchen hatte mit ihrer Klasse einen Ausflug nach Woltersdorfer Schleuse gemacht und wollte trotz des strengen Verbots des Lehrers durchaus baden. Sie entfernte sich Heimlich von den übrigen Schülerinnen und begab sich nach dem Flakensee. Kaum war die Sch. ins Wasser gegangen, als sie an eine tiefe Stelle geriet und sofort unterging. Rettungsversuche waren vergeblich. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Montagmittag. Zeitweise heiter, aber noch sehr veränderlich und öfter wiederholte, im östlichen Stüftengebiet vielfach starke, in den anderen Gegenden geringere Regenschauer. Strichweise Gewitter. Aus den Gemeinden. Stadtverordnetenerfahwahl in Spandan. Montag, den 9. August, von vormittags 10 bis 1 und von 4 bis 8 Uhr nachmittags findet in der Schankwirtschaft von Mahnkopf, Schönwalder Str. 37, für die 3. Wählerabteilung des 4. Be zirks eine Erjazwahl für den zum Stadtrat gewählten Stadtv. Werner statt. Wahlberechtigt sind diejenigen Einwohner, die das 24. Lebensjahr vollendet haben und am 1. Oktober 1912 in einer der zum 4. Bezirk gehörenden Straßen: Ackerstraße, Bergstraße, Neue Bergstraße, Birkenstraße, Eiswerder, Falkenhagener Straße, Fehrbelliner Straße, Hedwigstraße, Heidestraße, Körnerstraße, Lutherplaz, Mittelstraße, Kleine Mittelstraße, Neuendorfer Str. 1-37, Pionierstraße, Schülerbergstraße, Schülerberge, Städt. Friedhof, Städt. Wasserwert, Triftstraße, Waldstraße, Wröhmännerstraße gewohnt haben und damals mit einem Steuerfaße bis zu 90 Mart jährlich veranlagt waren. Alle wahlberechtigten aufgeflärten Arbeiter werden aufgefordert, dem vom Wahlverein aufgestellten Kandidaten Genoffen Robert Pieser zum Siege zu verhelfen. Alle Barteigenossen werden ersucht, zu der heute früh 7 Uhr stattfindenden Flugblattverbreitung bei Guttkowski, Bismardstr. 6, zu erscheinen. " Ein sehr trauriges Kapitel. " zwei Spatenstichen durch einen Schuß in den Kopf hingestreckt worden. Jerklären. Zum Schluß wandte sich Redner noch gegen die Miets. Bei Nacht nun werden diese einzelnen Löcher verbunden, so daß nach steigerungen, die unter allen Umständen unterbunden werden müßten, und nach ein Graben entsteht, der dann immer weiter, meist nur des was durch die Vorlage erreicht würde. Es liege keinerlei Grund Nachts, ausgearbeitet wird, was dann auch stets mit Gefahr verbunden vor, die Mietspreise jetzt zu ändern. Eigentümliche Blüten habe ist. Denn sowie der Gegner merkt, daß oben auf der Deckung ge- auch hier der Krieg gezeitigt. So sei eine Soldatenfrau gesteigert arbeitet wird, unterhält er dauernd Gewehrfeuer. Ist auf diese worden, weil sie ihre alte Mutter zu sich genommen hatte. Auch Art der Graben fertig, so werden die Drahtverhaue angebracht, hier sollte auf die Frau ein gewisser Zwang ausgeübt werden, damit auch nur des Nachts. Diese ganze Art der Arbeit gibt doch ein fie auszöge." anderes Bild als hinter der Front, wenn man dann noch in Betracht zieht, daß wir hierzu oft och hungrig und müde sind, da die LebensSelbsthilfe gegen Lebensmittelwucher in Weißenfels. mittel wegen der schlechten Wege nicht rechtzeitig herankommen Unser Zeiger Parteiblatt schreibt: Weißenfels. Zu recht deutfönnen. Oft tritt auch der Fall ein, daß wir wegen zu schlechten Schußfeldes oder weiteren Vorgehens nochmals anfangen müssen lichen Auseinandersetzungen zwischen Käuferinnen und Verkäuferinnen zu graben, so daß es des öfteren passiert, daß man sich zwei- bis fam es auf dem Wochenmarkt. Eine Käuferin trat an den Stand Was kosten die Eier?", 20 Pf. das dreimal an anderer Stebe eingraben muß, unter oft sehr schwierigen einer Bäuerin und frug? na, geben Sie mir mal 4 Stüd". Bodenverhältnissen, Sand, Lehm oder Kies. Wenn es dann noch Stück", war die Antwort. So regnet, kann man sich ungefähr einen Begriff machen, wie einem da Die Bäuerin langt in den Korb und verabfolgt 4 Stück- aber im nächsten Augenblick eins, awei, drei, vier hat sie alle vier 3u Mute ist. Eier beziehungsweise den Inhalt im Gesicht der gelbe Dotter läuft ihr an den Wangen herunter.- Eine andere Verkäuferin schwapp fliegt der In der Danziger Bolts wacht" lesen wir: In der verlangt 12 Pf. für 1 Pfund Kartoffeln Behälter mit den Kartoffeln um.- An einem anderen Stand Sigung am 30. Juli bewilligte das Stadtverordnetenkollegium in wird 1,10 M. für 1 Stück Butter verlangt. The fich's die VerGraudenz 50 000 m. für die allgemeine Unterstützung der Krieger- täuferin versieht, hat sie eins zwei Stück ihrer Butter im Gesicht familien. Dabei stellte der Referent fest, daß in Graudenz bisher fleben und muß sich die Butter aus den Augen wischen. Wieder über 200 000 m. für diesen Zweck verwandt wären. Sie verlangt für 1 Pfund halbIn der Debatte über die künftige Regelung der Wiets- eine Verkäuferin bot Obst feil. beihilfen führte Bürgermeister Gerloff nach dem Ge- reifer unscheinbarer Birnen 15 Pf.; auch ihr Korb wurde sehr schnell, wenn auch in ihr unangehmer Weise, geleert. Solche Erzesse ſelligen" aus: Wie entsteht ein Schützengraben? " Keine Sonderaktion für die Hausbesitzer, sondern nur die machen den Marktbesuch für Verkäufer und Käufer gewiß nicht anSicherung und Unterstügung der Soldatenfrauen. Die Soldaten- genehm und sind bedauerlich aber begreiflich; sie sind die natürEin auf dem nordöstlichen Kriegsschauplage kämpfender Genoffe frauen seien nach Aufhebung des Umzugsverbots von den Haus- liche Reaktion auf die ungeheure, ungerechtfertigte Teuerung der Lebensmittel. Es wird höchste Zeit, daß die Behörde Höchstpreise befizern teilweise in unerhörter Weise drangfaliert worden. 300 Auf den Artikel vom 13. Juli des Herrn Düwell Wie entsteht bis 400 Soldatenfrauen find schon, weil sie einen einzigen Monat für alle Lebensmittel festsetzt und dabei auch den Interessen der ein Schüßengraben?" erlaube ich mir eine fleine Erwiderung. Es ihre Miete nicht bezahlen konnten, gekündigt und auf die Straße Konsumenten mehr Rechnung trägt, als das bisher geschehen ist. ist ganz gut geschildert, wie die Armierungstruppe oft Kilometer gesetzt worden. Diese Frauen haben die ganze Stadt abgelaufen weit hinter der Front einen Schüßengraben ausarbeitet. Diese Art und feine Wohnung mehr gefunden. Es war immer dasselbe KlageArbeit unterscheidet sich im Gegensatz zu der in vorderer Linie schon lied, wenn viel Kinder vorhanden waren, wurden die Frauen darin, daß hier alle Arten Handwerkzeug vorhanden sind, während von vornherein abgewiesen. Ein sehr trauriges Kapitel! Auch wir vorne nur auf den kleinen Handspaten angewiesen sind. Oft wurden die Frauen stets gefragt: Wo ist Ihr Mann?" und wenn nach angestrengtem Marsch stoßen wir auf den Feind, dann heißt es, es hieß:" Im Felde", wurde ihnen meistens die Türe vor der Nase so rasch wie möglich vorwärts, bis es nicht mehr weiter geht oder zugeschlagen. Die Frauen wurden exmittiert, faßen zum großen der Feind vertrieben ist. Geht es nicht mehr vorwärts, dann treten Zeil mit ihren Möbeln auf der Straße und mir haben oft hier die kleinen Spaten in Tätigkeit. Jeder einzelne Mann richtet sich abends stundenlang beraten, wo und wie wir die einzelnen Frauen so ein, daß es im ganzen eine Linie gibt, und gräbt mit ihren Kindern unterbringen konnten. Aus diesem Grunde soll sich dann auf dem Bauche liegend so gut wie möglich ein Loch in die Vorlage vor allen Dingen den Soldatenfrauen helfen... Es die Erde, so daß man nur erst eine vorläufige Dedung gegen Ge- sei schmerzlich, die zahllosen Briefe aus dem Felde zu lesen, in wehrtugeln hat, wobei auch oft noch das Schrapnellfeuer des Feindrs denen die Leute oft in recht bitterem Ausdrucke Klagen über das hinzukommt. So mancher brave Kamerad ist oft schon nach ein bis rigorose Egmittieren führen, aber diese Briefe seien psychologisch zu sprechen. schreibt uns: Aus aller Welt. " Parteiveranstaltungen. Lankwik. Der gemeinsame Zahlabend findet am Mittwoch, den 11. August, abends 8, Uhr, bei Giegl, Ede Seydlik- und Kaiser- WilhelmStraße, statt. Niederschönhausen. Mittwoch, den 11 Auguft: Gemeinsamer Zahlabend bei Rettig, Blankenburger Str. 4. Mitgliedsbuch mitbringen zieds Legitimation. Nowawes. Mittwoch, den 11. August, pünktlich abends 8 1hr, findet im Lokal, Deutsche Festsale" die Bersammlung des Wahlvereins statt. Genoffe Simon Kazenstein wird über Zeit- und Streitfragen Stiller Für die Schule HR ERDT is Knaben Turn/ chuhe In Freien Stunden Sozialdemokratischer Wahlverein Die Wochenschrift für Arbeiterfamilien Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Todes- Anzeigen Deutscher Holzarbeiterverband. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Fritz Litty Sonnenburger Straße 11. im Alter von 48 Jahren gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 9. August, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 86/10 Die Ortsverwaltung. Den Heldentod für's Vaterland starb am 31. Juli cr. unser lieber Stollege, der Schriftseher Alexander Barowsky aus Berlin im blühenden Alter von 21 Jahren. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. 21506 Die Kollegen der Norddeutschen Buchdruckerei. Neukölln. Am 6. August verstarb unsere Parteigenossin Elisabeth Bachmann Siegfriedstr. 144, 14. Bezirk. Ehre ihrem Andenken! Die Einäscherung findet am Montag, den 9. August, nachmittags 4 1hr, im Strematorium zu Treptow- Baumschulenweg, Stiefholzstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 20. Juli 1915 unser lieber Sohn und Bruder, der Musketier Wilhelm Aude Infanterie- Regiment Nr. 58, im Alter von 22 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Die trauernden Eltern und Geschwister. 21426 F. Wegener, als Freund. Sparverein„ Freude". Als Opfer des Weltkrieges fiel am 26. Juli unser lieber Vereinsgenosse 59A Alfred Langer im 28. Lebensjahre. Ehre seinem Audenken! u. Mädchenftiefel dauerhaft gearbeitet. Sandalen Hausfchuhe Kranken- und Begräbniskasse der Seifensieder n. Berufsgenoss. zu Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Otto Zinke am 7. Juli auf dem Kriegsschauplage gefallen ist. Ehre seinem Andenken! 284/2 Der Vorstand. In Erfüllung seiner militärischen Pflicht fiel am 27. Juli 1915, infolge Kopfschusses mein lieber Mann, der gute Sohn seiner Eltern, der Gefreite der Landwehr Joachim Burda im 34. Lebensjahr. 2139b Seine trauernde Frau Olga Burda. Geliebt, beweint und unvergessen. Wer ihn gelannt, vergißt ihn nie. Freie Turnerschaft Spandau. Dem Weltkriege zum Opfer fiel auch unser braver Turngenosse 186/2 Walter Asmus Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Ludwig Tolksdorf Görlitzer Str. 58, Bezirk 4 verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Einäscherung findet am Dienstag, den 10. August, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Gerichtstr. 37/38 statt. Um rege Beteiligung ersucht 74/3 Die Ortsverwaltung. Wahlverein Marienfelde u. Umg. Freie Turnerschaft Marienfelde. Bei den Kämpfen am 20. Juni fiel unser braver Parteigenoffe und unser fleißigfter Turner, der 195/20 Infanterist Gustav Berg im blühenden Alter von zwanzig Jahren. Sein Andenken wird uns unvergeßlich sein. Der Vorstand des Wahlvereins. Der Vorstand der Freien Turnerschaft Marienfelde. Heines Werke 3 Bände 4 Mart Buchhandlung Vorwärts Deutscher Metallarheiter- Verhand Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, die Arbeiterin Gertrud Daskow Neukölln, Thüringer Straße 35, am 2. Auguft gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 9. August, nach mittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes Mariendorfer Weg aus statt. Rege Beteiligung erwartet 117/14 Die Ortsverwaltung. Berliner Arbeiter- Schachkluh. Auf dem Schlachtfelde fiel am 24. Juli unser treuer Schachfreund, der Unteroffizier der Landwehr Paul Lebock. ein Wir werden ihm stets freundliches Andenten bewahren. Die Schachfreunde der Abteilung Nordwest. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 30. Juli unser einziger, herzensguter, hoffnungsvoller Sohn, Enkel, Neffe und Better, der Pionier Georg Böke im 22. Lebensjahre. 22A In tiefem Schmerz Wilhelm Böke nebst Frau, Eberswalder Straße 20. Sozialdemokratischer Wahlverein Spandau. Nachruf. Wieder hat der Weltkrieg eine Lüde in die Reihen unserer Mits glieder gerissen. Im Monat Juli fiel der Weber 284/4 Richard Schubert vom Infanterieregiment Nr. 35. Wir werden dem so früh von uns Geriffenen ein ehrendes Ans denken bewahren. Der Vorstand. Gesangverein ,, Gesundbrunner Harmonie" M. d. D. A.-S.-B. Am 21. Juli fiel bei einem Sturmangriff unser lieber Sanges: bruder Franz Rostig. Ehre seinem Andenken! 59/17 Der Vorstand. Stumm schläft der Sänger. Allen Freunden, Bekannten und Kollegen die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn und Bruder, der Schriftfezer Alexander Barowsky ( Must. im Juf.- Regt. Nr. 45) 21 Jahre alt am 31. Juli ge21495 fallen ist. Familie A. Barowsky. Dem Andenken unserer auf dem Kriegsschauplah gefallenen Genossen! Am 20. Juli fiel auf dem Schlachtfelde der Genosse Wilhelm Aude Bezirk 212. Ferner fiel auf dem Schlachtfelde der Genoffe Alwin Röhrig Bezirk 123. Am 31. Juli fiel der Bezirksführer Paul Stolp Bezirk 102. Am 23. Juli fiel auf dem Schlachtfelde der Genoffe 205/17 Georg Unger Bezirk 135. Schönleinstr. 18. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 2. Berl. Reichstagswahlkr. Am 16. Juli fiel der Arbeiter Theodor Hoheisel Blumenstr. 30. Bezirk 264. Am 17. Juli fiel der Privatsekretār Joseph Schumacher Stralauer Allee 17f. Bezirk 297 I. Am 2. August fiel der Schreiber Paul Graf Am 21. Juli fiel in den Kämpfen der Klempner 226/20 Franz Rostig Swinemünder Str. 54. 8. Abt., Bezirk 602. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 6. Berliner Reichstagswahlkr. Am 14. Juli gefallen der Hausdiener Walter Lahnt Brusendorfer Str. 2. 11. Bezirk. Am 17. Juli gefallen der Werkzeugmacher Max Neitzke Weisestr. 2. 22. Bezirk. Im Felde gefallen der Stellmacher Bruno Hieckmann Steinmetstr. 110. 19. Bezirk. Infolge Kopfschusses fiel der Pader 238/4 Am 29. Juni Reichenberger Str. 129. Bezirk 199 II. Am 19. Juni Im Juli fiel der Sattler 213/19 Oskar Jügler Fürstenwalder Str. 2. Bezirk 272 I. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 4. Berliner Reichstagswahlkr. Gefallen am 27. Juli der Gärtner Joachim Burda Prenzlauer Str. 11a. Infolge eines Kopfschusses verstarb am 1. Auguft in einem Feldlazarett der Kuticher 222/18 Gustav Paulwitz Georgenkirchstr. 56. Bezirk 443, II. Abteilung. 251/7 15/9 Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 5. Berl. Reichstagswahlkr. 13/14 Infolge eines Brustschusses fiel am 17. Juli Otto Aursch Lychener Str. 19. 5. Abt., Bezirk 533a. Am 14. Juli fiel der Schloffer Hugo Knochen Dänenstr. 20. 6. Abt., Bezirk 561. Desgleichen der Schriftseger Karl Berg Dänenstr. 15. 6. Abt., Bezirk 561. Bei einem Sturmangriff fiel am 28. Juli der Former Hermann Dörfer Briezener Str. 28. 18. Abt., Bezirk 818a. Am 30. Juli starb an Herzschlag( bei der Ausbildung) der Mechanifer Erich Witscher Liebenwalder Str. 84. 20. st., Bezirk 784. Bei einem Gefecht fiel am 24. Juli unserer früherer Bezirksführer, der Steinbruder Max Neugebauer Kameruner Str. 39. 22. abt., Bezirk 775a. Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Berlin. Dem Andenken unserer auf dem Kriegsschauplah gefallenen Kollegen! Am 15. Juli fiel der Herrenmaßschneider, Kollege Kurt Dietz im Alter von 34 Jahren, ferner fiel am 25. Mai der Herrenmaßschneider, Sollege Albert Conrad im Alter von 31 Jahren, sowie am 30. Juni der Herrenmaßschneider, Stollege Willi Blankenstein im 28. Lebensjahre. Die Ortsverwaltung. Verband der Gemeinde- u. Staatsarbeiter Filiale Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Kollegen auf dem Schlachtfelde gefallen sind: Friedrich Kinder, Deffentl. Beleuchtung. Karl Neumann, 30. Revier- Inspektion. Bauverwaltung Erich Bartsch, Mitglied b. Ortsverwaltung). Erich Vorpahl, 21. Revier- Juspektion. Ernst Reichelt, Straßenreinigung. Otto Aursch, Straßenreinigung. 35/3 Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. Die Ortsverwaltung. 18/11 245/1 196/1 196/2 Willi Krell Schillerpromenade 3. 22. Bezirk Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln. Karl Eberhardt Haefelerstr. 12e. Otto Habicht Kaiser- Friedrich- Str. 6. Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Am 30. Juli fiel unser Genoffe, der Kutscher Paul Krickow früher 6. Bezirk. Sozialdemokrat. Wahlverein Berlin- Schöneberg. Auf dem Schlachtfelde fiel am 15. Juli 1915 unser braver Genosse Karl Dietz Rüdigerstr. 43. 79. Gruppe. Sozialdemokrat. Wahlverein Niederbarnim. Bez. Lichtenberg. Gefallen unser Genosse Otto Schoel. Gefallen am 21. Juli 1915 unser Genosse August Borchard. Soziald. Wahlverein Kreis Niederbarnim, Bez. Weißensee. Als Opfer des Weltkrieges fiel der Maurer Fritz Gaidicke Alt- Landsberg- Süd. Sozialdemokr. Wahlverein Niederbarnim. 6. Landbezirk. Am 23. Juli fiel unser Bezirksführer, der Genosse Gustav Schwenzer Graekstr. 25. 9. Bezirk. Sozialdemokr. Wahlverein Treptow- Baumschulenweg. In den Kämpfen am 23. Juli fiel unser lieber Bezirksführer Rudolf Seedorf. Sozialdemokratischer Wahlverein Niederschöneweide. Deutscher Bauarbeiterverband. Zweigverein Berlin. Im Felde sind folgende Kollegen gefallen: Bönisch, Paul, Maurer, Bezirk Often I Doneth, Adolf, Maurer, Bezirk Norden I Glass, Franz, Rabisträger, Bezirk Dften II Kleber, Albert, Maurer, Bezirk Steglit Nestmann, Max, Einschaler, Bezirk Moabit Preuss, Otto, Stuttateur, Bezirk Friedenau Richter, Heinrich, Maurer, Begirt Dften II Riecks, Georg, Maurer, Bezirk Often I Schneidewind, Hermann, Maurer, Bezirk Norden I Selke, Friedrich, Rohrer, Bezirk Often II 141/14 Ehre ihrem Andenken! Die örtliche Verwaltung. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands Zahlstelle Groß- Berlin. Gefallen sind folgende Mitglieder: Otto Gusta, Bezirk Köpenid. Fritz Tucholsky, Bezirk Röpenid. Franz Pohl, Bezirk Norden. Willi Mögelin, Bezirk Schönhaus. Borstadt. Ehre ihrem Andenken! 55/18 Die Ortsverwaltung. Verband der Sattler und Portefeuiller. Ortsverwaltung Berlin. Als Opfer des Weltkrieges find folgende Mitglieder gefallen: Max Mille, 34 Jahre alt, August Prietzel, 27 Jahre alt, Herbert Sperling, 25 Jahre alt. Ehre ihrem Andenken! 158/3 Die Ortsverwaltung. Ein Opfer dieses Weltkrieges wurde am 23. Juli 1915 mein inniggeliebter, guter Mann und treusorgender Bater seines einzigen Töchterchens, unser herzens guter Sohn, lieber Bruder, Schwa ger, Enkel und Neffe, der Landwehrmann Max Müller Regt. Elisabeth 3, 9. Kompagnie, im Alter von 29 Jahren. alt Dies zeigen in tiefstem Schmerz Berta Müller geb. Roob nebst Töchterchen, Reinhold Müller nebst Frau als Eltern, als Brüder Willi und Bruno nebst Brant. 2151b Uns war ein Wiedersehen nicht mehr vergönnt, so ruhe denn in Frieden in fremder Erde. Zur Erinnerung des am 9. August, 22. Geburtstag unseres Sohnes, des Eisendrehers 22A Gerhard Krause der 5. Komp., Res.- Inf. Rgt. 207 als Opfer des Weltkrieges. In tiefstem Schmerz als Eltern: Franz Krause, Helene Krause geb. Firmont, Geschwister: Bruno, Frida, Franz. Wenn Liebe könnte under tux Und Tränen Tote weden, Dann würde Dich gewiß nicht, Die fühle Erde decken. Bu früh schlug uns die bittere Stunde, Die Dich aus unserer Mitte nahm, Traurig tönt's aus meinem Munde, Was Gott tut, das ist wohl getan! Am Freitag, den 6. August, nachmittags 3 Uhr, verstarb nach furzem schweren Leiden meine innigstgeliebte, brave Frau, unsere gute Mutter und Schwester Emma Blendinger im 40. Lebensjahre. Dieses zeigt um stille Teilnahme bittend an A Konrad Blendinger, Weißensee, Meßstraße Nr. 25. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 10. August, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in der Rölckestraße aus statt. Allzufrüh und fern von seinen Lieben fiel am 16. Juli als Opfer des Weltkrieges meininnigftgeliebter Mann und treusorgender Bater meines Kindes, unser lieber Sohn, Schwiegersohn, Bruder und Schwager, der Unteroffizier Fritz Pahl im blühenden Alter von 28 Jahren. In tiefer Trauer Frau Luise Pahl geb. Schmock nebst Angehörigen. Fern von der Heimat fiel am 24. Juli mein innigft geliebter Mann, Sohn, Bruder, Schwager und Onkel durch Brustschuß der Unteroffizier der Landwehr Paul Lebock Gren. Regt. Nr. 4, 1. Komp., vier Tage vor seinem 30. Geburtstage. 60 In tiefstem Schmerz im Namen aller Hinterbliebenen Frau Martha Lebock Berlin, Havelberger Str. 7. Leicht sei Dir die fremde Erde! In Erfüllung seiner militärischen Pflicht fiel infolge eines Stopfschusses am 26. Juli unser einziger Sohn und Bruder Wilhelm Niendorf im 21. Lebensjahre. Im Namen der Hinterbliebenen Wilhelm Niendorf, Berlin- Schöneberg, Sedanstr. 13. Ruhe sanft in fremder Erde! 16A Nach langer Ungewißheit erhalten wir jetzt die traurige Nachricht, daß mein inniggeliebter Mann, herzensguter Sohn und Bruder, der Landwehrmann Paul März ( Gefreiter vom Alexander- Regt.) am 2. Mai an seinem 31. Geburtstag, nach neunmonatigem schweren Ringen ant feiner schweren Verwundung auf dem Felde der Ehre gestorben ist. In tiefem Schmerz Die trauernde Gattin Else März geb. Schwarz nebst Eltern. Bruder zurzeit im Felde. Schwägerin und Schwiegereltern. Wer Dich gekannt hat, wird es jagen, Treu war Dein Herz, brav und bescheiden. Drum tiefbetrübt in diesen Tagen, Traf uns die' Kunde von Deinem Scheiden. Borbei ist unser sehnend Hoffen, Nicht der heißersehnte Urlaub Bracht Dich einmal zurüd. Das Schicksal hat uns hartbetroffen, Borbei der Eltern Stolz und Sonnenschein, Berriffen ist nun unser trautes Heim. Ruhe sanft mein lieber Paul, Wir werden Deiner nie vergessen. Wenn Tränen könnten Wunder tun Und Toten auferweden, Dann könnt' Dich vielgeliebter Sohn Nicht fremde Erde decken. Ruhe sanft in Feindesland. 64 Als Opfer des Weltkrieges fiel am 2. Juni unser lieber Bruder, Schwager, Neffe, Better, Onkel und Bräutigam Hermann Fransky im Alter von 22 Jahren. Frieda Hennig als Schwester Hedwig Fransky als Schwester Otto Fransky als Bruder Paul Hennig als Schwager Else Brunnert und Braut nebst Eltern und Verwandte. Ber Dich gelannt hat, wird es jagen Treu war Dein Herz, brav und bescheiden. Drum tiefbetrübt in diesen Tagen Traj uns die Kund' von Deinem Scheiden. Borbei ist unser sehnend Hoffen, In mmserer Mitte Dich zu seh'n, Das Schicksal hat uns hart betroffen, Doch Hoffnung spricht: Auf Wiedersch'n. Ruhe sanft in fremder Erde! Ms Opfer des Beltkrieges fielen unsere Kollegen, der Former Willi Triebeneck 25 Jahre alt, am 13. Juli 1915, der Kutscher Paul Krause, 35 Jahre alt, am 15. März 1915 Möge Ihnen die Erde leicht sein! Die Kollegen der Metallgießerei E. Matthes& Co., Alt- Moabit 46. Den Heldentod fürs Baterland starb am 3. August 1913 im Lazarett infolge seiner Berwundungen unser lieber Sohn, Bruder, Gatte und Vater, der Reservist Alex Stangohr im Alter von 24 Jahren. Die trauernden Eltern und Geschwister, Brüder Alfred u. Oskar Stangohr, 222 2. 3. im Felde. Dir der Friede, uns der Schmerz! Trotz mehrerer Verwundungen fast ein Jahr durchgehalten, fiel. auf dem Schlachtfelde unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Onkel und Bräutigam, der Gardist Hans Königs ( 2. Garde- Neg. 3. F., 7. Komp.) im blühenden Alter von 25 Jahren. Er wurde von zwei seiner Stameraden nachts unter dem Feuer der Feinde gesucht und unter einem Birnbaum gebettet, wo er in Frieden schläft. Schmerzerfüllt Familie Heinrich Königs ,, Klara Goldbach( Braut). Am 17. Juli fiel bei einem Sturmangriff, durch einen Kopfschuß getroffen, unser Genosse Joseph Schuhmacher. Wir verlieren in unserm Genossen einen braven Mitstreiter, der uns jederzeit durch belehrende Borträge unterſtükte. Wär' jeder so, wie er, Säb's weder Krieg noch Not. Als Sohn des Volkes starb cr, Getreu bis in den Tod. Gewidmet von den Genossinnen des Frauen- Leseabends der 22. Abteilung des 4. Reichstagswahlkreises. Möge ihm die Erde leicht sein in Feindesland. 492 Deutsch. Metallarbeiter- Verband 117/15 Verwaltungsstelle Berlin. Es starben folgende Mitglieder im Felde: Karl Bork, Schlosser, geb. 3. 1. 87 in Gröbzig. Fritz Gehrke, Dreher, geb. 17. 2. 93 in Berlin. Georg Greuel, Schloffer, geb. 4. 2. 91 in Berlin. Otto Grothe, Schloffer, geb. 4. 7. 95 in Berlin. Max Hammel, Schloffer, geb. 7. 11. 83 in Berlin. Max Heider, Schlosser, Ernst Herrmann, Büchsenmacher, geb. 29. 10. 88 in Lobitsch. Max Jäger, Metallschleifer, geb. 15. 9. 90 in Berlin. Artur Jurick, Schloffer, geb. 14. 11. 91 in Berlin. Walter König, Schloffer, geb. 23. 4. 93 in Schwerin. Hugo Knochen, Schloffer, geb. 26. 5. 83 in Berlin. Johann Lenz, Metallarbeiter, geb. 18. 7. 90 in Spandau. Karl Muschiol, Metallarbeiter, geb. 18. 12. 89 in Berlin. Paul Müller, Schleifer, geb. 12. 1. 82 in Kl.- Röschen. Max Neitzke, Metallarbeiter, geb. 5. 4. 81 in Berlin. Wilhelm Rochow, Dreher, geb. 8. 4. 95 in Berlin. Oskar Rothkopf, Werkzeugmacher, geb. 11. 6. 82 in Berlin. Franz Rostig, Klempner, geb. 29. 3. 93 in Berlin. Richard Stanatier, Metallarbeiter, geb. 14. 10. 88 in Berlin. Johann Scharmer, Fräser, geb. 15. 12. 87 in Strogin. Otto Schöning, Former, geb. 18. 8. 90 in Gr.- Schönfeld. Ernst Schulz, Dreher, Wilhelm Schütze, Schloffer, geb. 5. 11. 89 in Berlin. Max Thiele, Werkzeugmacher, geb. 29. 3. 92 in Berlin. Gustav Unger, Helfer, geb. 7. 10. 85 in Schwedt. Gustav Weiß, Metallarbeiter, geb. 14. 5. 92 in Ruden. Erich Witscher, Mechaniker, geb. 2. 8. 84, in Eibenstock. Wilhelm Wunsch, Rohrleger, geb. 12. 3. 70 in Herbendorf. Richard Zander, Metallarbeiter, geb. 20. 12. 87 in Berlin. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen find folgende Mitglieder: Willi Berend, Tischler, 25 Jahre alt Alfred Crasselt, fler, 30 Jahre alt Wilh. Aude, Tischler, 22 Jahre alt Bruno Hieckmann, Stellmacher, 24 Jahre alt Ferdinand Keil, Sifchler, 30 Jahre alt Richard Köhler, Tischler, 25 Jahre alt Paul Küchler, Tischler, 40 Jahre alt Gust. Lützow, Tischler, 30 Jahre alt Ernst Papritz, Drechsler, 24 Jahre alt Oskar Schneider, Beizer, 29 Jahre alt Gust. Schwenzer, Bolierer, 29 Jahre alt Otto Zinke, Berlmuttarbeiter, 44 Jahre alt Willi Zeidler, Modelltischler, 23 Jahre alt Georg Wojcik, Tischler, 24 Jahre alt 86/12 Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Am 6. d. Mts. starb an den Folgen eines Schlaganfalles nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und treuer Bruder, der Stadtverordnete Ludwig Tolksdorf. Berlin, den 7. August 1915. Rosalie Tolksdorf geb. Kohtz. Fritz Tolksdorf, zu Fritz Tolksdorf, zurzeit im Felde. Mathilde Lange geb. Tolksdorf. Einăscherung findet am Dienstag, den 10. August, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium, Gerichtstraße, statt. Die Kondulenzbesuche dankend verbeten. 55A Den Heldentod fürs Vaterland erlitten folgende Herren unserer Firma: Musketier Cäsar Wiedemann Infanterie- Regiment Nr. 64, gefallen am 6. Juni 1915, Unteroffizier Edmund Päsler Landwehr- Regiment Nr. 4, Ritter des Eisernen Kreuzes, gefallen am 25. Juni 1915, Musketier Paul Jach Reserve- Infanterie- Regt. Nr. 205, gefallen am 27. Juli 1915. Wir werden den Gefallenen ein dauerndes Andenken bewahren. Berlin, den 6. August 1915. Cigarettenfabrik ,, Josetti" Inh. Meier& Peters G. m. b. H. Nach Ablauf des ersten Kriegsjahres gedenken wir in Wehmut unserer auf dem Felde der Ehre gefallenen Angestellten Paul Gersch Theodor Golla Ernst Günther August Holl Franz Huber Fritz Liedemit Edmund Otto Willi Pencke Paul Polke Rudolf Reich Otto Schilsky Karl Schimmelpfennig Rudolf Schmidt Paul Baudach. Ihr Andenken werden wir stets in Ehren halten! Anfang August 1915 57961. SU1818 M. Kempinski& Co. Berlin W. Deutscher Transportarbeiter- Verband Bezirk Groß- Berlin. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Artur Aschenbach, Rontorbote Friedrich Bolduan, Industriearbeiter Emil Graff, Rollkutscher August Grund, Bretterträger Gustav Kowalewski, Jndustriearbeiter Paul Krekow, Kohlenarbeiter Robert Lech, Industriearbeiter Wilhelm Lindicke, Lagerarbeiter Willi Milke, Bader Wilhelm Pachur, Arbeitsfutscher Franz Poltz, Lagerarbeiter Ernst Preuß, Backer Rudolf Sondersorge, Droschkenchauffeur Wilhelm Schmeling, Geschäftskutſcher Paul Schwedt, Industriearbeiter Robert Willnich, Droschfenchauffeur 66/4 Ehre ihrem Andenken! Die Bezirksleitung. Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis. Köpenicker Viertel. Bezirk 194. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Stadtverordnete Ludwig Tolksdorf ( Görliger Str. 58) gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet Dienstag, den 10. August, nachmittags 4 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße 37/38 statt. Görlitzer Viertel. Bezirk 159 II. Den Mitgliedern ferner zur Nachricht, daß unser Genosse, der Bretterträger Theodor Konrad ( Manteuffelstr. 68) gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 9. August, nach: mittags 14 Uhr, von der Halle des Anstalts- Friedhofes in Buch aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 213/18 Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Bretterträger Theodor Konrad am 3. August im Alter von 61 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Montag, den 9. August, nachmittags 14 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Buch aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 66/6 Die Bezirksverwaltung. Als Opfer des Weltkrieges fiel infolge eines Kopfschusses am 1. Juli unser lieber Stollege, der Gürtler Fritz Linz im blühenden Alter von 27 Jahren. Wir betrauern in ihm einen guten und aufrichtigen Kollegen. Ein chrendes Andenken be wahren ihm stets Die Kollegen der Firma Paul Maybauer, Junterstr. 19. 21465 Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenen Leiden verschied in der Nacht zum Freitag meine liebe Frau Elisabeth Bachmann geb. Hüter. Dies zeigen, um stilles Beileid bittend, an Franz Bachmann, Elisabeth Hüter als Mutter. Die Einäscherung findet Montag nachmittag 4 Uhr im Krematorium, Baumschulenweg, statt. 2152b Als Opfer des Weltkrieges fiel bei einem Sturmangriff am 15. Juli unser lieber Kollege und langjähriger Vertrauensmann, der Schneider 21485 Kurt Dietz Landsturmmann im Inf.- Regt. 44 im Alter von 34 Jahren. Er vertrat stets die Interessen seiner Kollegen und wird uns unvergeßlich bleiben. Die Kollegen der Firma W. Romann. Fern von der Heimat fiel am 21. Juli 1915 mein inniggeliebter Bräutigam, der Grenadier Hans Königs infolge eines Bauchschusses. Dies zeigt im tiefsten Schmerz an Klara Goldbach als Braut. 2140b Familie Goldbach. Ruhe aus, geliebtes Herz, Dir der Friede, uns der Schmerz. Leicht sei Dir die fremde Erde! Am 1. August 1915, am Tage feines 32. Geburtstages, starb infolge eines Stopfschusses im Feldlazarett mein unvergeßlicher lieber Mann, Sohn, Schwager, Onkel und Freund Gustav Paulwitz. Im tiefsten Schmerz 21436 Minna Paulwitz. In Feindesland Dein treues Auge brach, Dein gutes Herz tat seinen letten Schlag; Bum fernen Grab schweift tränend unser Blick, In weher Klage um's verlor'ne Glück. Schlaf wohl, Du gutes Herz. Du hast den Frieden, wir den Schmerz. Nuhe sanft in fremder Erde. Am 13. Juli fiel als zweites von uns gefordertes Opfer des Weltkrieges, mein jüngster Sohn, unier uns unvergeßlicher Bruder, Schwager und Bräutigam Reinhold Wilhelm im blühenden Alter von 26 Jahren. In tiefem Schmerz 27A Witwe Pauline Wilhelm nebst Kindern, Schwager, Schwägerin nebst Braut. Wir trauern, flagen, ach es ist bergebens, Nichts bringt Dich Guter, Braver mehr zurüd. Du warst die Hoffnung und die Freude unsres Lebens, Im weiten, fremden Lande vollzog sich Dein Geschick. Dem ewig gram, der diesen Krieg heraufbeschworen, Der Dich nun trennt so früh von all den Deinen, Nur wer Dich fannte, weiß, was wir verloren, Und weiß, warum wir weinen weinen. Schlaf wohl in fühler Erde Auf Nimmerwiederseh'n. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 19. Juli mein lieber, unvergeßlicher Mann, unser lieber Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Dnfel 27A Otto Habicht im 34. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Minna Habicht geb. Scharnberg. Es ist geknüpft ein ewig Band Fest zwischen mir und Dir Und ob Du ruhst im fremden Land, Im Herzen ruhst Du mir. So schlaf denn wohl! Du Liebster meines Lebens, Kein Kampfgetöse stört mehr Deine Ruh. Ach, all mein Hoffen, Es war doch vergebens, Nun dect Dich fremde, kalte Erde zu. Leicht sei Dir die fremde Erde. Nach acht Monate langer Ungewißheit erhalte ich die traurige Nachricht, daß am 20. November 1914 bei einem Sturmangriff mein inniggeliebter, unvergeßlicher Mann, mein lieber, guter, treusorgender Vater, unser lieber Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Dnfel und Cousin, der Gefreite der Reserve Ernst Preuß Garde- Füsilier- Neg., 7. Komp. im blühenden Alter von 27 Jahren den Heldentod fürs Vaterland starb. In tiefem Schmerz Die trauernden Hinterbliebenen Frau Helene Preuß geb. Giese nebst Sohn Ernst. Mein lieber, guter Mann und Bater, Du zogst hinaus mit Mut und Straft, Und lehrest nimmer mehr zurüd. Dein starker Arm, er ist erschlafft Und hin ist unser ganzes Glüd. Du gingst von uns so tranenschwer, Dein einziger Wunsch war eine Wiederkehr. Da wir die Hoffnung auf eine solche nicht mehr haben, Bleibt nur der eine Wunsch, Man möchte uns auch bald begraben. Rube sanft in fremder Erde, Unsere Liebe deckt Dich zu. Danksagung. 6A Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meiner geliebten Frau und Mutter sagen wir allen Berwandten und Bekannten sowie dem Genossen Wieloch, dem 4. Berliner Reichstagswahlkreis( Görlitzer Viertel) und dem Frauen- Lejeabend, Sez. 161, 552 unseren herzlichsten Dank. Max Paulick als Gatte, Paul Paulick als Sohn, zurzeit beide im Felde. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben unvergeßlichen Mannes, Baters und Schwiegervaters 6A Wilhelm Häusler jagen wir hiermit allen Beteiligten unjeren herzlichsten Dank. Henriette Häusler nebst Kindern. Danksagung. Für die zahlreichen Kranzspenden und Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines herzens. guten Mannes sage ich hiermit allen Verwandten und Bekannten sowie den Kolleginnen und Kollegen der A. E.-G., Grünthaler Straße, dem Metallarbeiterverband, den Kollegen der Druckerei„ Allgem. Fleischer- Zeitung", dem Wahlverein des 4. Reichstagswahlkreises, dem Köhlerschen Quartett und be sonders dem Genossen Wiloch für die trostreichen Worte am Sarge des Verstorbenen meinen herz21536 lichsten Dant. Frau Hedwig Schulz geb. Urban. Berantwortlicher Redakteur: Alfred Scholz, Neukölln. Für den Inseratenteil berantto.: Th. Glode, Berlin, Drud u.Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.