Nr.223.-32. Jahrg. flbonnementS'Bedingungen; BSonncmcntä• Preis pränumeraild«! Viertel! ährl. 330 Ml. monatl. 1,10 Ml. wöchentlich 25 Pfg, fr ei ins Hau». Einzelne Nummer 5 Vsg, Sonmazs» mintmet mit illustrierte: Sonntclgs- BeiInge»Die Neue Well"' 10 P'r. Post» Nbonnemem: 1.10 Marl vro Monat. Eingetragen in die Vosi. Zeitung»- Vreisliste. Ilmer Kreuzband sllr Teutschland und Oesterreich- Ungarn 2,50 Marl, für das übrige Ausland » Marl pro Monat. Postabonnement» nehmen an: Belgien. Dänemark, tbolland. Italien. Luxemburg. Portugal. Munänien. Schweden und die Schweis 5 Pfennig) Die Infertions» Gebühr beträgt für die sechsgcspalrene Kolonel- gelle oder deren Raum 60 Psg., für politische und gewerkschastliche Vereins- tmd Vcrsamullmtgs-Anzeigeii üO Pig. „Kinne Anreizen", das fcllged ruckte Wort 20 Psg. tzulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weuere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenan- »eigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 16 Buch- staben zählen für zwei Worte. Anfcrate für die nächste Nummer müssen bis t> Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, enchei«! täglich. Derlinev VolkesblÄkk. Telegramm- Adresi e: „SöftaldemoHrat Berlin" Zentralorgan der rozlaldemokratifcben Partei Deutfcblands. Neüaktion: SW. 68, Linüenftraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzpla«, Rr. 151 90— 151 97. Sonnabend, den 14. August 1915. Expedition: SW. 68, Linüenstraße Z. Fernsprecher: Amt Morrtzpla«, Nr. 151 90—1X1 97. MW Her VOlmgMWse um Stils. WWW des Sksm S«WMs. Amtlich. Großes Hauptquartier, deu 13. August 1915.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Ja den Argonueu wurden mehrere französische Augriffe auf das von uns genommene Martinswcrk ab- geschlagen. Bei Zeebrügge wurde ein englisches Wasierflug- zeug heruntergcschossen; der Führer ist gefangen gc> nommen. Bei Rougemont und Sentheim(nordöstlich von Belfort) zwangen unsere Flieger je ein feindliches Flugzeug zur Landung. Oestlicher Kriegsschauplatz. heereigruppe de; Generslfeldtnärlchsll! v. hindcnbiirg. Die Angriffstruppcn gegen K o w n o machten Fort- schritte.« Am Dawina-Abschuitt wiederholten die Russen ihre Angriffe ohne jeden Erfolg. Zwischen Narcw und Bug ging es weiter vor- wärts, obgleich der Gegner immer neue Kräfte an diese Front heranführt und sein Widerstand von Abschnitt zu Abschnitt gebrochen werden muß. Die Armee des Generals v. Scholtz machte gestern 9l>l) Gefangene und erbeutete 3 Geschütze und 2 Maschinengewehre. Bei der Armee des Generals v. Gallwitz wur- deu seit dem 19. August 6559 Russen, darunter 18 Offi- ziere, gesaugen genommen und 9 Maschinengewehre und ein Pionierdepot erbeutet. Heeresgruppe des Generslfeldmsrlchslls Prinz Leopold von Bayern. Unsere in Gewaltmärscheu verfolgenden Truppen haben kämpfend die Gegend von S o k o l o w und— nachdem die Stadt S i e d l c e gestern genommen war— deu Liwiec-Abschnitt(südlich von Mordy) er- reicht. Heeresgruppe des Generalleldmarichalls v Mackensen. Die verbündeten Truppen sind auf der ganzen Front in voller Verfolgung. * Bei der Vorbcwegung stoßen die deutschen Marsch- säulcn auf allen Straßen auf die zurückströmende arme polnische Landbevölkerung, die von den Russen, als sie den Rückzug antraten, mitgefühlt worden war, jetzt aber, da sie den recht eiligen russischen Truppenbewegungen natürlich nicht mehr folgen kann, im tiefsten Elend frei- gegeben ist. ObersteHeeresleitung. Neue Zeppelto-�tigriffe. Amtlich. Berlin, 13. August 1915.(25.2.50.) Unsere Marineluftschiffe haben in der Nacht vom 12. zum 13. August ihren Angriff auf die englische Ostküste erneuert und hierbei die militärischen Anlagen in Har- wich mit gutem Erfolg beworfen. Trotz starker Beschie- ßung durch die Befestigungen sind sie unbeschädigt zurück- gekehrt. Der stellvertretende Ehef des Admiralstabes der Marine. gez. B e h n ck e. »* In MmeilMe GeiiniilWMW. Wien, 13. August. sW. T. B.) Amtlich wird verlaut- bart: 13. August 1915. Russischer Kriegsschauplatz. In Ostgalizien und im Räume von W l a d i m i r— W o l y n s k i j ist die Lage unverändert. Westlich des Bug setzen unsere Armeen die Verfolgung des schrittweise zurückweichenden Gegners fort. Die nördlich des unteren W i e p r z vordringenden Lsterreichisch-ungarischen Truppen sind bis R a d z y n gelangt. Unsere Verbündeten nähern sich W l o d a w a. Italienischer Kriegsschauplatz. An der küstenländische« Front unternahm der Feind gestern und in der vergangene« Nacht wieder Annäherungs- versuche, die jedoch schon durch das Feuer unserer Artillerie abgewiesen wurden. Ein italienisches Lager bei Cvrmons wurde mit Erfolg beschossen. Im Kärntner Grenz- gebiete ist die Lage unverändert. An der Tiroler Grenze wurde südlich Schluderbach gekämpft. Der feind- liche Angriff war auch hier vergebens: die Verteidiger bliebe» im volle» Besitze aller ihrer Stellungen. Die zurückgehenden Italiener wurden von ihrer eigenen Artillerie beschossen. Im E t s ch t a l e vertrieb einer unserer Panzerzüge die feindlichen Feldwachen aus de» Ortschaften Serravallo und Chizzola. Der Stellvertreter de? Chefs des Generalstabes: von Höfer, Fcldmarschalleutnant. Ereigntsse zur See. Unterseeboot„12" ist von einer Kreuzung in der Nordadria nicht zurückgekehrt. Laut amtlicher italienischer Meldung wurde es mit der ganzen Bemannung versenkt. Am 19. d. M. zu Mittag ist ein feindliches Untersee- b o o t im Golf von Trieft durch eine Mine vernichtet wor- den. Bon der Besatzung konnte niemand gerettet werden. Am selben Tage und am darauffolgenden belegten unsere See- flugzcuge die vom Feinde besetzte Insel Pelagosa mit Bomben und erzielten mehrere wirksame Treffer am Leucht- haus, an der Radiostation, an einem Wohngebäude im aufge- stapelten Material und in der Abwchrmannschaft. Ein feuerndes Geschütz mittleren Kalibers wurde voll getroffen, ei« Maschinengewehr demontiert, ein Tender versenkt. Die Flugzeuge sind trotz heftiger Beschießung wohlbehalten ein- gerückt.> Flotteukommauda. Der rusilsche Generalstabsbericht. Petersburg, 13. August.(W. T. SB.) Der Generalstab des Generalissimus teilt mit: In der Gegend von Riga wiesen wir am Morgen des 11. August Versuche der Deutschen, unsere Vorposten über den Haufen zu. rennen, ab. In der Richtung Jacob st adt— Dünaburg setzten unsere Truppen am 10. und 11. d. Mts. ihr Vorrücken mit Erfolg fort, wobei sie dem Feinde auf den Fersen folgten. In der Gegend nördlich von W i l k o m i r besetzten wir nach Kampf Kowarsk und Towjany und machten Gefangene. Bei K o w n o weisen wir andauernd die Angriffe der Deutschen auf der Front westlich des Njemen bis zur Iessia zurück. Dem Feinde gelang es nur, einige Erfolge beim Dorfe Gadlowo zu erringen, wo ein erbitterter Artillerie- kämpf stattfand. Auf der Front zwischen dem Narew und dem Bug setzten die Deutschen ihre hartnäckigen An- griffe fort, besonders auf den Straßen von L o m z a und S n i a d o w o nach K o s s o w. Weiter südlich auf beiden Seiten der Eisenbahn Tschischew— Malkin gingen unsere Truppen am Nachmittag des 11. zum Gegenangriff über. Auf den Straßen an der mittleren Weichsel sind keine be- deutenden Veränderungen eingetreten. Auf der Front zwischen Wieprz und Bug unternahm der Feind am 11. August eine Reihe erbitterter Angriffe in der Richtung Parczew und auf den beiden Chausseen nach Cholm und Wlodawa: sämtliche Angriffe wur- den unter schweren Verlusten für den Feind abgeschlagen; diese Verluste sind besonders ernst östlich von Ostrow, wo die deutschen Leichen vor unseren Stellungen ungeheuere Haufen bilden. Vom Bug und der Zlota— Lipa ist keine wesentliche Aenderung zu melden. Am D n j e st r in der Gegend der Mündung der Strypa hielten wir einen feind- lichen Versuch zur Offensive überzugehen, an.— Am 10. d. M. näherte sich der Feind mit großen Streitkräften gleichzeitig dem Eingang in den Meerbusen von Riga und den Aalandinseln und bombardierte die Leucht- türme. Nach einer Beschießung durch unsere Kriegsschiffe und Batterien suchte der Feind schnell wieder das offene Meer auf. Versenkung eines Iahrzeugs üurch ein deutsches ßlugzeug. Amsterdam, 13. August.(W. T. SB.) Das»Handelsblad" meldet aus Hoek van Holland: Nach einer Mitteilung eines Schiffers der englischen Schmack.HumfrieS" aus Grimsby fischte das Schiff gestern ftüh bei dem Leuchtschiff Leemann, als ein deutsches Flugzeug der Besatzung befahl, von Bord zu gehen. Dann wurden zwei Bomben geworfen, die das Schiff zer- störten. Nachdem die Besatzung fünf Stunden im Boot umher- getrieben war, wurde sie von Sch. 221 aufgenommen und inVlaar- dingen gelandet. Gegen den Lebensmittelwucher. „Nun ist bei den Kaufleuten eine große Klage über die Edelleut oder Räuber, wie sie mit großer Gefahr müssen handeln, und werden drüber gefangen, geschlagen, geschätzt und beraubt. Wenn sie solches um der Gerechtigkeit willen litten, so wären freilich die Kaufleut heilige Leut.... Aber weil solch groß Unrecht und unchristlichc Dieberei und Räuberei über die ganze Welt durch die Kaufleut, auch selbst untereinander, geschicht, was ist Wunder, ob Gott schafft, daß solch groß Gut, mit Unrecht gewonnen, wiederum verloren oder geraubt wird, und sie selbst dazu über die Köpfe ge- schlagen oder gehangen werden?... Also stäubt Gott einen Buben mit dem andern, ohne daß er dadurch zu verstehen gibt, daß Reuter geringere Räuber sind denn die Kaufleut, sintemalen die Kaufleut täglich die ganze Welt rauben, wo ein Reuter im Jahr einmal oder zivei, einen oder zween be- raubt.. Doch wir müssen wohl abbrechen, denn was der brave Martin Luther weiterhin in seinen„Büchern vom Kaufhandel und Wucher" Anno 1527 den Fürsten und Rats- Herren geigt, das dürfte in der Zeit des Burgfriedens zarten Ohren gar zu derb klingen. Heutzutage wird die aus- gleichende Gerechtigkeit auch nicht mehr durch die„Edelleut" und„Reuter" geübt, nur das hat sich nicht geändert, daß die Welt ausgeraubt wird, von denen, die die Gelegenheit wahr- zunehmen wissen. Zu dem unheimlichen Fleisch- und Kartoffclwucher gesellt sich jetzt der Milch-, der Gemüse- und Obstwucher. Daß er besteht, das haben die Behörden vielfach anerkannt und selbst die Pasloren beschließen, an das„christliche Gewissen" zu appellieren.(Wir empfehlen ihnen daher die Schriften Luthers und wünschen Erfolg!) Nur, schnurrig, wie Professoren nun einmal sind, findet sich einer aus dieser Zunft, der es wieder einmal besser weiß. In der K r i e g s k o st bezeichnet es nämlich Herr Karl Oppenheim er, Professor der Physiologie(nicht zu verwechseln mit seinem SBruder Franz, dem bekannten Nationalökonomen!), als„gefährliches Geschwätz, wenn auch„die beste Presse" gegen den Lebensmittelwucher eifert. Der Herr mag ja in seinem Fache tüchtig sein, aber er hat in früheren Artikeln, in denen er Ratschläge in bezug auf die Ernährung erteilte, bewiesen, daß er von den Verhältnissen in den Haushalten der Arbeiter keine Ahnung hat. Wenn er jetzt über die Preisgestaltung zu urteilen sich herausnimmt anderen Leuten„gefährliches Geschwätz" vorwirft, so mutz sich die Presse das sehr energisch verbitten und an das alte gute Wort vom Schuster und dem Leisten erinnern, außerdem aber im Namen des Burgfriedens um etwas mehr Höflichkeit bitten. Vielleicht läßt sich der Herr Professor von seinem Bruder ein Privatissimum über die elementarsten Dinge der National- ökonomie halten, ehe er weiter die Oeffentlichkeit belästigt. Wir erwähnen seinen Artikel nur deshalb, weil er typisch ist für die banausenhafte Auffassung der Frage auch bei gebildeten Leuten. Da hat man etwas ausgeschnappt von Angebot und Nachfrage, die die Preise regulieren, von den gesteigerten Produktionskosten, die eine Steigerung der Preise bedingen, und mit solchen gemeinplätzigstcn Gemeinplätzen wird dann alles abgetan. Angebot und Nachfrage regeln den Preis allerdings, aber der Witz ist halt, daß das Angebot in der heutigen Wirtschaft schon längst durch Organisationen der Produzenten und der Händler geregelt wird, die dann die Preise monopolistisch fest- setzen. Das gilt ganz besonders für die Versorgung der Groß- städte mit Lebensmitteln: Fleisch, Milch, Butter, Gemüse, Obst, alles geht durch die Hände von Großhändlern, die „Ringe" bilden; diese Händlerringc haben es schon in normalen Zeiten in der Hand die Preise zu treiben, jetzt aber. wo die Ware knapp ist, haben sie um so leichteres Spiel. Die Produzenten sind in den letzten Jahren auch nicht faul gewesen und haben sich ebenfalls organisiert. So wird viel- fach die Versorgung der Städte mit Milch beherrscht von einer Organisation der Landwirte der nächsten Umgebung, die keine Konkurrenz zu befürchten haben, weil die Herbei- schaffung aus größerer Entfernung zu kostspielig wird.— Ueber diese Ringbildung besteht eine ganze Literatur und im übrigen pfeifen es die Spatzen von den Dächern, daß der Viehhandel Berlins seit Jahr und Tag von dem Dutzend Kommissionären beherrscht wird, daß in Markthallen die Händlerringe die Preise diktieren; die Kleinhändler sind vollständig von ihnen abhängig. Nun wird behauptet, die Preise steigen, weil die Pro- duktionskosten steigen. Das ist nur sehr bedingt richtig. In der Landwirtschaft sind die Verhältnisse dahin geändert, daß es an der Zufuhr billiger Futtermittel fehlt. Das bedeutet, daß Deutschland weniger Vieh halten kann, und daß die Kosten der Produktion von Fleisch und Milch etwas höher ge- worden sind. Die Produktion der Erzeugnisse, die der hei- mische Boden hervorbringt, ist aber nicht teuerer geworden. Die Löhne der landwirtschaftlichen Arbeiter sind nicht ge- stiegen: vielfach haben sogar die Landwirte durch Beschäftigung von Kriegsgefangenen ganz außerordentlich billige Ar- beitSkräfte zur Verfügung. Die Landwirte sind ge- zwungeu, ihre Viehhaltung so weit einzuschränken, daß die einheiniischen Futterstoffe genügen. Diese Futterstoffe Pro- duzieren sie aber mit den gleichen Kosten wie ftüher.@ine Verteuerung von Fleisch und Milch um einige Prozent kann zugestanden werden, nicht aber die wahnsinnige Preistreiberei, die eingetreten ist.— Bei Gemüse und Obst ist eine Steige- rung der Produktionskosten überhaupt nicht eingetreten. Nur ist die Versorgung knapper geworden, weil die Zufuhr aus dem Auslande schwieriger geworden ist. Es unterliegt also gar keinem Zweifel, daß die ungeheure Verteuerung der Landesprodukte nicht durch Erhöhung der Produktionskosten herbeigeführt ist, sondern daß sie künstlich erzeugt wird. Es liegen auch bereits Erfahrungen vor, die das genau bestätigen: in den rheinischen Städten hat man durch Ankauf von Gemüse seitens der Kommunen die Ringe der Großhändler durchbrochen und sofort sanken die Preise. Der Weg der einzuschlagen, ist denn auch ganz klar.— Mit Preistaxen für den Kleinhandel ist absolut nichts zu er- reichen, denn die Kleinhändler können am ivenigsten die Preise schrauben. Hier genügt eine genaue Kontrolle, damit nicht unsaubere Elemente durch falsches Gewicht und sonstige Tricks die Käufer schädigen, wozu die hohen Preise einen besonderen Anreiz bilden. Zugreifen muß man bei Produzenten und Großhändlern. Erforderlich sind dazu Höchstpreise für die Produzenten und Begrenzung der Händlergewinne. Aller- dings ist die Festsetzung von Höchstpreisen für Ge- müse erheblich schwieriger, als bei Getreide, aber so viel Sachverständige sollten dem Staat und den Kommunen doch>vohl zur Verfügung stehen, um diese Auf- gäbe zu lösen. Der Händlerringe kann man Herr werden, wenn die Kommunen eingreifen. Der Staat würde seinen Bankrott erklären, wenn er nicht die wucherische Verteuerung der Lebensmittel zu verhindern vermag, die unter den gegebenen Verhältnissen die Volks- Wohlfahrt bedroht, die Lebenskraft der arbeitenden Bevölkerung gefährdet._ westlicher Kriegsschauplatz. De? französische Tagesbericht. Paris, 12. August.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von heute n a ch ni i t t a g. Im A r t o i s Geschützfeuer und Kämpfe mit Petarden um Souchcz. In den A r- gönnen hat der Feind heute nacht unsere Schützengräben im Gebiete von Marie-Therese und Fontaine-aux-Charmes zweimal angegriffen, ist aber zurückgeworfen worden. Im Priesterwaldc ziemlich lebhafter Kampf mit Hand- granaten und großen Bomben von Schützengraben zu Schützen- graben. In den V o g c s e n unternahnien die Deutschen am Lingekopf einen Angriffsversuch, welcher durch einen Hand- granatenkampf abgewiesen wurde. Von der übrigen Front nichts Neues. Paris, 13. August.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Im A r t o i s Artillerickämpfe um Souchez und Neuville. In den Argonnen nahmen wir durch neue Gegenangriffe einen Teil der verlorenen Schützen- grüben östlich der Straße Vienne-le-Chateau— Binarville wieder ein. Ziemlich große Artillerietätigkeit im Nordwoewre, im Priesterwalde und in den Vogesen am Barrenkopf. Der Feind bombardierte Raon-l'Etape. Vier Zivilpersonen wurden getötet, sieben Frauen und Kinder wurden verletzt. Englisches Lob öer deutschen Luftschiffe und Flugzeuge. London, 13. August.(32. T. B.> Ein Artikel der„Morning P o st" über das Flugwesen sagt: Die Luftschiffe führten im ersten Kriegsjahre erstaunlich- Dinge aus, von denen das große Publikum in England wenig Notiz nahm. Man schwatzt viel von einem Fiasko der Zeppeline. Es ist heute unpopulär zu sagen, ist aber trotzdem Tatsache, daß die deutschen Zeppeline kein Fehlschlag waren. Sie taten viel, was im einzelnen nicht erörtert werden darf. Man kann also die wirkungsvollsten Leistungen nicht be- sprechen. Der Verfasser betont, daß man in England die wirk- iichen Absichten der deutschen Luftschiffer nicht kennt, so daß man ihre Leistungsfähigkeit schwer beurteilen kann. Die Zeppeline waren für die Aufklärung in der Nordsee ein durchaus unschätzbares Werkzeug. Ihr Bombenwerfen war ohne militärischen Wert, aber die Kriegsgeschichte wird später zeigen, daß keineswegs alles unter diese Kategorie fällt. Ihre Verwendung beschränkte sich nicht nur auf Nächte ohne Mondschein oder Monate mit langen Nächten. Die Zahl ihrer Verluste war bei ihrer großen Trefffläche sowie im Vergleich mit der geleisteten Arbeit bemerkenswert gering. Kein Zeppelin wurde während der Streifzüge nach England oder auf der Rückreise zerstört. Man muß im zweiten Kriegsjahr Dinge erwarten, die bis- her für unmöglich galten. London, 13. August.(32. T. B.)„Morning Post" ver- öffentlicht einen Brief von Prevott Battersby aus dem britischen Hauptquartier, in dem es heißt: Die D e u t s ch e n haben Grund, auf ihre Fortschritte im Flugwesen stolz zu sein. Man erhält auch vom Boden aus einen starken Eindruck von der Schnellig- zeit und Steigkraft der deutschen Flugzeuge, die kürzlich auf einige Entfernung in die Feuerlinie eindrangen. Es war lehrreich, die Kühn- heit zu beobachten, mit der sie unsere Geschosse vermieden, was das Vertrauen des Fliegers zu seiner Maschine beweist, sowie die Leich- tigkeit zu beobachten, mit der er, wenn er genug hatte, in eine hohe Lufttegion stieg und die weißen Wolken der Geschosse zurückließ, die hoffnungslos weit hinter ihm platzten. Das Flugzeug war vom Aviatiktyp, der einen sechszylindrigcn Mercedesmotor von 150 Pferde- kräften haben soll. Die Anzahl der Pferdekräfte bedeutet im Flug- Wesen nicht alles, aber sie bedcuter mehr als die Schnelligkeit, nämlich Tragfähigkeit. England sollte seine bisherigen Flugzeuge zum alten Eisen werfen und die Deutschen nachahmen und über- treffen. Die Flugzeuge mit doppeltem Motor, die beim ersten Er- scheinen über den ftanzösischen Linien solches Aufsehen erregten, sollen ein Geschütz geführt haben, das Granaten schoß. Die neuen Flugzeuge bedeuten unleugbar eine Gefahr. Sie verdienen Zweifel- los alle Bewunderung, die die Franzosen, die keine schlechten Flieger find, ihnen zollten. Ver italienische Krieg. Melüung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 13. August.(W. T. B.) Kriegsbericht vom 12. August. In der rauhen, hochgelegenen Zone des V a l IFurv a(Ad da) griff der Feind, der bereits am 4. August Erkundigungspatrouillen gegen den Vios-Paß(3337 Meter) vorgehen ließ, die zurückgeschlagen wurden, nachdem er in der Nacht zum 9. August den Fornogletscher überschritten hatte, unsere Stellungen bei der Herberge des gleichen Namens an, während eine Abteilung über den Cevedale-Paß vorgehend sich gegen unsere Stellung bei der Cedehhütte warf. Die tätige und unaufhörliche �Wachsamkeit unserer Alpini auf den Gletschern und Hochgipfeln genügte, um diesen doppelten kühnen Vorstoß des Feindes zu vereiteln. Durch einen gegen den alsbald zurückgeschlagenen Feind angesetzten Gegen- angriff wurde er in die Flucht geschlagen. Im C a d o r e meldet man in den Hochtälern Ansiei und des Vesos für uns günstige kleinere Gefechte. In einem desselben wurden 40 Kaiserjäger gefangen genommen. In Kärnten fanden vereinzelte Infanterie- und Artillerieaktionen statt. Im Tale des Pontebbana-Baches wurde eine österreichische Abteilung bei dem Versuch, die italienische Seite zu ersteigen, angegriffen und in die Flucht geschlagen. Auf dem K a r st kam es am 11. August zu keinem Ereignis von besonderer Wichtigkeit mit Ausnahme der gewohnten Belästigungen durch Gewehr- und Geschützfeucr. ver türkische Krieg. Die türkische tzauptquartiersmelöung. Konstantinopel, 13. August.(W. T. B.) Bericht des Haupt- quartiers: Dardanellen front. In der Nacht vom 11. zum 12. August schlugen wir nördlich von Ariburnu leicht einen schwachen Angriff deS Feindes zurück. Wir machten einige Ge- fangene. Wir nahmen in dieser Gegend innerhalb dreier Tage acht Maschinengewehre'mit der dazu gehörigen Munition, von denen wir fünf sofort gegen den Feind verwendeten. Unsere Artillerie traf vor Ariburnu einen feindlichen Panzer, der sich entfernte. Bei Sedul Bahr nahmen wir auf dem rechten Flügel im Sturm einen feind- lichen Graben in einer Länge von hundert Meter. Auf den anderen Fronten nichts von Bedeutung. Tätigkeit englischer Unterseeboote in öen Daröanellen. London, 13. August.(W. T. B.) Die Admiralität meldet: Ein brittsches Unterseeboot versenkte am 8. d. M. früh an der Einfahrt ins Marmarameer ein türkisches Schlacht- schiff. Das türkische Kanonenboot., Berc-i- S a t w e t" und ein leeres Transportschiff wurden ebenfalls von einem britischen Unterseeboot in den Dardanellen tor- pediert. Die Verluste öer �luftralier. Paris, 13. August.(T. U.) Hierher wird gemeldet, daß die bisherigen Verluste der Australier bis Mitte Juli 2783 Tote und 11027 Verwundete betrugen. ver Seekrieg. Vom U-Dootkrieg. Amsterdam, 13. August.(23. T. B.) Wie das„Handelsblad" aus Dmuiden mitteilt, hat der am Donnerstagabend aus Newcastle dort angekommene Hollanddampfer„Gaasterland" gemeldet, er habe auf der Reise von Harlingen nach Shields am Sonntag, abends 8 Uhr 3l) Minuten, ungefähr 26 Meilen vom Crossand-Leuchtschiff ein Boot aufgenommen, worin sich die Besatzung des britischen Fischerkutters D. T. 107„Arbervita" befand, der von einem kleinen deutschen Tauchboot mittels Brandbomben versenkt worden war, Die aus drei Mann bestehende Besatzung ist am Montag in Shields gelandet worden. London, 13. August.(Meldung deS Reuterschen Bureaus.) Der englische Dampfer„Summersield" ist versenkt worden. Der erste Offizier, seine Frau und der erste Ingenieur sind ertrunken. Sieben Mann sind gelandet worden, darunter zwei Schwer- verwundete. Fluchtversuch öeutscher Matrosen aus Tronöheim. Der„Voss. Z t g." wird aus Kristiania vom 12. August gemeldet: Hiesige Blätter melden aus Trondheim: Zirka 25 Mann von � dem internierten deutschen Hilfskreuzer „Berlin" versuchten um'/z4 Uhr morgens von dem Kreuzer zu e n t f l i e h e n. Sie sprangen in den Fjord, um schwimmend das Land zu erreichen. Ein norwegischer Wacht- Posten bemerkte den Fluchtversuch und schoß scharf. A ch t Mann sollen ertrunken sein; ob infolge der Schüsse, war bisher nicht festzustellen. Fünf Mann schwammen sofort nach dem Kreuzer zurück, zwölf wurden von nor- wegischen Wachtleuten am Lande festgenommen. Unter den Flüchtlingen befand sich kein Offizier. Von den acht Ertrunkenen fand man bis nachmittags'/«i Uhr keine Spur. Da der Kreuzer„Berlin" nur 50 Meter vom Lande entfernt liegt, so sollte man meinen, daß die acht Toten nicht vor Ermattung ertrunken sein können, zumal das Fjordwasser an dieser Stelle sehr ruhig ist. * Der Hilfskreuzer„Berlin", früher ein Handelsdampfer des Norddeutschen Lloyd von 17 000 Tonnen, war am 18. November vorigen Jahres infolge Maschinenschadens genötigt, den norwegischen Kriegshafen Trondheim anzulaufen, wo er, entsprechend den Be- stimmungen der Haager Konvention, entwaffnet wurde. Die Offiziere erhielten Erlaubnis, in der Stadt zu wohnen, mußten sich jedoch ehrenwörtlich verpflichten, Trondheim nicht zu verlassen; die aus etwa 500 Mann bestehende Mannschaft der„Berlin" verblieb auf dem Schiff.__ Amerika und öer Seekrieg. New York, Mittc Juli 1915.(Eig. Ber.) Die deutsche Antwort auf die letzte amerikanische Note wird von der Presse vielfach als vollkommen unbefriedigend bezeichnet. Inwieweit diese Meinung vorherrscht, ist schwer festzustellen. Aus den in New Yorker Blättern reproduzierten redaktionellen Meinungsäußerungen amerikanischer Blätter geht allerdings hervor, daß die Mehrheit der Zeitungs- redakteure in den Vereinigten Staaten der obigen Ansicht sind. Aber die Erfahrung lehrt, solchen Zusammenstellungen nicht allzuviel Bedeutung beizumessen. Vielleicht kommt man der Ansicht des Turchschnittsamerikancrs am nächsten, wenn man sagt, daß die Anierikancr wohl zugeben, daß die von Deutschland vorgeschlagene Regelung des Passagierverkehrs die Frage für die Gegenwart praktisch lösen könnte, daß aber eine solche Lösung nicht die Prinzipiensrage, die Sicherheit der Paffagiere und Mannschaften auf Handelsschiffen, für die Amerika im Interesse des internationalen Rechts eintritt, berührten; daß die Annahme der deutschen Vorschläge diesen Punkt des bisher gültigen Rechts beseitigen würde; und daß die deutsche Antwort keine genügende Erklärung oder Genug- tuung für den„Lusitania"-Fall gibt, auf den der Präsident Wilson soviel Gewicht legt. Daß in dem mörderischen Ringen in Europa die be- teiligten Kämpfer nicht in der Verfassung sind, die materi- ellen und moralischen Interessen der Neutralen mit großer Rücksicht zu behandeln, ist leicht erklärlich. Das verstehen auch die meisten vernünftigen Amerikaner, und immer wieder hört und liest man, daß die herrschenden schwierigen Verhältnisse berücksichtigt werden. Das bedeutet jedoch nicht, daß man geneigt ist, auf seine Ansichten zu verzichten oder seine An- sprüche mit weniger Nachdruck zu verfolgen. Man will sich nur Zeit lassen und� ruhig abwarten, damit sich die Gegen- Partei die Sache ruhig überlegen kann. Manche sehen in der deutschen Antwortnote Zeichen, daß die deutsche Regierung bereit ist, den Amerikanern entgegenzukommen. Allerdings gibt es auch namentlich hier im Osten der Union gar manche, die am liebsten gleich dreinschlogen möchten. Zu ihnen ge- hören namentlich Roosevelt und die Rüstungspolitiker, die feit Monaten eine überaus intensive Propaganda entfalten. Es ist aber auffallend, daß die Börse, die mit diesen Kreisen sympathisiert, die Leute nicht ernst nimmt. Denn auf die New Yorker Börse hat das Kriegsgeschrei von Anfang an wenig oder keinen Einfluß gehabt. Mag es Zufall, Ahnung oder genauere Kenntnis der csachlage sein, die Börse hat seit dem Anfang des Notenwechsels nicht an ernsthafte KompU- kationen mit Deutschland geglaubt. So kommt es denn, daß der Börsenredakteur manches großen Kapitalistenblattes, das vor zwei Tagen über die von der deutschen Antwort geschaffene gefahrvolle Lage Icitartikelte, in seinem Teil nur von der un- getrübten Stimmung an der Börse berichten konnte. Das Rätsel ist nicht unschwer zu lösen. Die Rüslungs- leute, die so emsig an der Arbeit sind und eben wieder eine große Flottenpropaganda im Innern des Landes veranstalten, brauchen diplomatischen Krach für ihre Zwecke und verab- scheuen nichts mehr als eine vernünftige und ruhige Be- sprechung der internationalen Beziehungen. Sie müssen die Kriegszeit ausnützen, weil sie sich sagen, daß nach dem Kriege, wenn die Aufregung geschwunden und die Verwüstungen nackt zutage treten, die Völker das bisher herrschende System der Versicherung gegen den Krieg wahrscheinlich mit großem Mißtrauen betrachten werden. Kommt es zu keinen weiteren ernstlichen Zwischenfällen, so kann man mit Vertrauen darauf rechnen, daß der versöhnliche Einfluß Bryans immer mehr die Oberhand ge- Winnen wird. Schon jetzt macht er sich sehr dcutlicki nierkbar, was indirekt in der grenzenlosen Wut, mit der die Rüstungs- interessenten den früheren Staatssekretär verfolgen, und direkt in der Schreibweise mancher ernster Organe zum Aus- druck kommt. Ein weiterer Umstand, der dem Anskomnien einer versöhnlicheren Stimmung Vorschub leistet, ist die sich immer mehr geltend machende Einsicht, daß das englische Handelsverbot mit Deutschland» und seinen Verbündeten das amerikanische Wirtschaftsleben schwer schädigt. Die Süd- staaten können die in Deutschland so begehrte Baumwolle nicht verkaufen und in New York stehen manche Importeure vor dem Bankerott: die so benachteiligten und bedrohten Kreise drängen darauf, daß die Regierung gegen den offenbaren Bruch des internationalen Rechts energisch vorgehe. Man fängt an, sich zu fragen, ob es tunlich ist, Deutschland zu zwingen, ein Recht zu respektieren, das von seinen Gegnern zur See ebenfalls nicht beachtet wird. Amerika hat es mit zwei schuldigen Parteien zu tun und der ganzen Sachlage nach kann es seine Rechte am besten wahren, wenn es gegen beide gleichzeitig und mit gleicher Entschlossenheit vorgeht. So- lange die Union nur einer der Parteien ernstlich zu Leibe geht. kann diese einer direkten Antwort immer ausweichen und sich auf den Rechtsbruch der Gegenpartei berufen. Ein derartiges Vorgehen läßt auch den Schein der Parteinahme aufkommen. Manche versprechen sich ein äußerst günstiges Resultat von einer doppelten Aktion. Sie würde die amerikanische Regie- rung zur Vermittlerin zwischen der deutschen und englischen machen und nicht nur eine menschlichere und den Interessen der Neutralen zuträglichere Kriegsführung schaffen, sondern vielleicht auch die Grundlage zu einem deutsch-englischen Frieden legen.___ verwunöetenaustausch mit Rußlanö. Haporauda, 13. August.(W. T. 23.) Der erste deutsche Verwundetentransport aus Rußland ist gestern auf der Eisen- bahnstation Tornea eingetroffen, von wo die Verwundeten mittels der Fähre zu einer vierundzwanzigstiindigen Quarantäne in die Stadt gebracht wurden. Dort hatten sich große Menschenmassen zu ihrem Empfange eingefunden. Die meisten mußten an Land getragen werden. Unter ihnen waren sowohl Linientruppen als Landsturm ver- treten. Die Mehrzahl ist bei K u t n o gefangen worden. Heute mittag wurden die Verwundeten von Tornea nach Haparanda gebracht. Erklärung öes vorsitzenöen öer sozial- öemokratischen Dumafraktion. In der Sitzung der Duma vom 1. August gab Genosse T s ck> ch e i d s e vor den offiziellen Reden der Parteisührer im Namen der sozialdemokratischen Fraktion folgende Erklärung ab: „Wenn Sie einen Blick auf die Bänke der Abgeordneten werfen. so werden Sie leere Sitze sehen, aus denen ein Teil der Abgeord- netey, unsere Genossen saßen, die sich jetzt in Turuchansk(Sibirien) befinden und die die telegraphische Erklärung hierher sandlen, daß sie sich auch heute als Abgeordnete betrachten.... Wir sind der Ansicht, das erste Wort der Duma müffe heute lauten. daß die Abgeordneten unverzüglich hierher zurück- geschafft werden müssen. Das würde nicht nur eine Ver- teidigung der Rechte der Arbeiterklasse, sondern auch der der Duma selbst bedeuten. Wir vernahmen heute von dieser Tribüne, während des Krieges gebe es keine Parteien. Beachten Sie die von mir vor- getragene Talsache, und Sie werden verstehen, welche Bedeutung die schönen Redensarten haben, die hier wiederholt werden. Diese Herr- schaflen haben die Einigkeit des Landes nie erzeugt und werden sie auch nie erzeugen." vom Halkan. Budapest, 13. August.(T. U.) In ernsten unvoreingenommenen Kreisen Bulgariens glaubt man, daß die Ententenote völlig erfolglos bleiben werde. In Bulgarien weiß man ganz gut, daß die Entente solche serbischen und griechischen Gebiete verspricht, über welche«ine Vereinbarung mit den interessierten Regierungen bisher nicht getroffen wurde. In Serbien und Griechenland erblickt . man darin eine Verletzung der Unabhängigkeit und ist erbittert. j Griechenlands Antwort wird entschieden ablehnend sein, was schon daraus erhellt, daß der König an der Spitze derjenigen steht, die gegen die Ablösung eintreten. Auch von Rumänien kann nicht vorausgesetzt werden, daß es in eine sofortige Uebergabe der Dobrudscha willige, noch bevor eS wissen kann, was ihm der Krieg bringen künnle. Athen, 13. August.(T. 11.) Benizelos ist vorgestern abend in Athen eingetroffen. Er wird am Sonnabend einer Besprechung der liberalen Partei beiwohnen, die den Kandidaten der Venizelos- Partei für das Kammerpräsidium bezeichnen wird. Gestern wurde eine große Versammlung abgehalten über eventuelle Territorial- ablreiungen an Bulgarien. dw Antwort Griechenlanüs an öen Vierverbanö. Athen, 13. August.(W. T. B.) Meldung der Agence d'Athönes: Der Kabinettsche'f des Ministeriums des A e u tz e r n überreichte gestern nach- mittag die Antwort Griechenlands auf den Schritt der vier Ententenmächte den Gesandtschaften dieser Mächte. Die Ant- wort Griechenlands ist in Form eines Protestes gegen die Abretung griechischenGebietes ge- halten. Aufhebung ües rumänischen Ausfuhrverbots. Bukarest, 13. August.(W. T. B.) Vom 14. August ab tritt die Aufhebung des Ausfuhrverbots für folgende Waren ein: Weizen, Roggen, Grau- pen, Gries, Gerste und Hafer, sowie deren Mehle� ferner Leinsamen, Rapssamen, Fenchel, nasse Hülsenfrucht�, Leinöl, Rapsöl und als Futtermittel dienende Bodenproduktc. Die Ausfuhrtaxe ist auch weiter in Gold zu leisten. Kriegspspchose in Frankreich. Paris, 13. August.(W.T.B.) Im Anschluß an Petersburger 2>?eldungen, wonach Deutschland Rußland Friedensvorschläge gemacht habe(was inzwischen durch die.Norddeutsche Allgemeine Zeitung" kategorisch dementiert worden ist. Anmerkung der Redaktion), er- klärt ein Teil der Presse wieder einmal, man dürfe jetzt von Frieden nicht sprechen: Gerade jetzt müßten die militärischen Anstrengungen der Verbündeten den Höhepunkt erreichen. Die wiederholten Friedensbestrebungen Deutschlands bezweckten anscheinend, die Verbündeien zu entzweien. Wenn man jetzt Frieden schließen würde, würde man den Zentralmächtcn nur die Möglichkeit geben, einen neuen Angriff vorzubereiten. So sehr man den Frieden auch wünsche, müsse man doch einen solchen Frieden durch völlige Niederringung Deutschlands um jeden Preis vermeiden. Englische Seöenten gegen öie allgemeine Wehrpflicht» Manchester, 13. August.(W- T. B.)„Manchester Guardian" schreibt in einem Leitartikel: Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht wäre eine gewaltige Um- wälzung und würde England den kontinentalen Ländern gleichmachen. Wir besitzen an der W e st f r o n t eine beträcht- liche zahlenmäßige Ueberlegenheit über die Deutschen, und ohne die Größe der neuen Armee zu erörtern, glauben wir, daß eine Ueberlegenheit von zwei zu eins auch bei dem jetzigen System erreichbar ist. Wenn wir mit einer solchen Ueberlegenheit nicht durchbrechen können, zweifeln wir, daß eine Ueberlegenheit von drei zu eins es ermöglichen würde. Unsere größte Schwierigkeit liegt in der Ausrüstung der Soldaten. Die Schwierigkeit der Ausrüstung gilt schon für die Armee, die in Frankreich kämpft. Eine große Zahl Sol- baten ist daheim, deren Ausrüstung noch unzureichender ist, als die der im Felde stehenden. Der Mangel an erfahrenen Instrukteuren ist eine weitere Schwierigkeit. Welche Bürg- schast besteht dafür, daß bei einer Vermehrung der Armee um weitere ein bis zwei Millionen diese Schwierigkeiten plötzlich verschwänden, so daß die Ausbildung neuer Rekruten schnell beginnen könnte? Eine erste Ausbildung könnte erst im Frühling anfangen. Dazu kommt die finanzielle und wirtschaftliche Aufgabe Englands in dem Koalitionskrieg, die durch eine starke Entziehung von Arbeitern aus der Industrie gehemmt werden würde. Anfrage öes amerikanischen Kriegs- öepartements an die Munitionsfabrikanten. Washington, 13. August.(W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Kriegsdepartcmcnt hat an die Munitionsfabrikanten die Anfrage gerichtet, was sie inr Kriegsfälle zu liefern imstande wären, wenn die Arsenale den Bedarf der Regierung nicht decken könnten. Das Departement fügte hinzu, die Regierung habe stets in Friedens- und Kriegszeiten von den Fabriken bedeutende Mengen von Kriegsbedarf gekauft, weshalb es von Zeit zu Zeit notwendig sei, Angaben zu verlangen. Augenblicklich bestände nicht die Absicht, Bestellungen zu machen. Spannung Zwischen üer Union unö Mexiko. London, 13. August.(W. T. B.), M o r n i n g P o st* meldet aus Washington: Die a m er i k a n i s ch e n B e z i e h u n g e n zu Mexiko sind kritischer als sie jemals während Wilsons Amts- Periode waren. Carranza lehnt direkt den Vorschlag der pan- amerikanischen Konferenz, die Slreitigkeiten beizulegen, ab, und be- steht auf seiner Anerkennung als Präsident. Die Besorgnis vor einem fremdenfeindlichen Aufruhr hat die Entsendung von Kriegsschiffen und die Versammlung von Truppen an der Grenze veranlaßt. Neun Regimenter Infanterie, ein Regiment Ar- tillerie und mehrere Regimenter Kavallerie, zusammen etwa 14 WO Mann, stehen unter dem Befehl des Generals Funston zur sofortigen Verwendung bereit. Zwischen Banditen und amerikanischen Truppen haben Zusammenstöße stattgefunden. Die Stadt Texas ist mit hervor- ragenden Vertretern der Cientificopartei überschwemmt, die nach der Ab- sctzung Huertas Mexiko verließen, vermutlich.um die Unordnung zu schüren und so eine Intervention der Vereinigten Staaten zu er- zwingen. Die Partei vertritt den Grundbesitz und konservative Interessen. Britische, französische, kanadische und andere fremde Kapitalisten würden eine amerikanische Intervention sehr begrüßen. Präsident Wilson hat der Lage wegen seine Ferien abgekürzt und hält am Freitag einen Kabinettsrat ab. Falls die Jnter- vention beschlossen wird, ist eine außerordentliche Tagung des Kongresses nötig, um die Ermächtigung zur Anwerbung einer frei- willigen Armee zu erteilen, da die vorhandenen Truppen nicht ausreichen. politische Uebersicht. 5h»rze Anfrage im Reichstage. Abgeordneter Dr. Liebknecht hat im Reichstage fol- gende kurze Anfrage eingebracht: „Ist die Regierung bei entsprechender Bereitschaft der anderen Kriegführenden bereit, auf der Grundlage des Ver- zichts auf Annexionen aller Art in sofortige Friedensverhand- lungen einzutreten'i"_ Der Reichskanzler und die Nationalliberale«. Berlin, 13. August.(W.T.B.) Die„N o r d d e u t s ch e A l l- gemeineZeitung" schreibt: Gegenüber den immer wieder- kehrenden Andeutungen, als habe der Reichskanzler bei seiner Einladung zu der Besprechung mit nationalliberalen Herren, die vor einigen Tagen bei ibm stattfand, die leitenden Organe der Partei übergangen, sei hier festgestellt, daß zu dieser Besprechung geladen waren die Herren Basser mann, Dr. Fried bcrg, Präsident Vogel, Prinz zu Schön- aich-Carolath, Dr. von Krause, Schiffer, Dr. I u n ck und Professor Dr. Kahl. Unter den Geladenen befanden sich also die drei Vorsitzenden der Gesamtpartei, sowie die Vorsitzenden der Reichstags- und preußischen Land- tagsfraktiop---_ Zu d�m nationallibcralen Streit um das 5kricgsziel. >Die„Westfälischen Politischen Nachrichten", das offiziöse Organ der westfälischen Nationalliberalen, erlassen folgende Erklärung: „Die bisherige unzweideutige Stellungnahme des national- liberalen Zentralkomitees der Provinz Westfalen, wie sie ins- besondere in der am 13. Juli in Köln abgehaltenen gemeinsamen Sitzung des Zentralkomitees der Rheinprovinz und Westfalens zum Ausdruck gelangt ist, läßt keinen Zweifel darüber, daß die nationalliberale Partei Westfalens bezüglich der Kriegsziele und der damit zusammen- hängenden Fragen geschlossen hinter dem Führer der G e s a m t p a r l ei, dem Reichstags-- abgeordneten Bassermann, steht und seiner von echt deutschem vaterländischen Geiste getragenen Haltung und Betätigung in der Verfolgung dieser Ziele in allen Punkten rückhaltlos beistimmt. Die nationalliberale Partei Westfalens steht ungeteilt auf dem Boden der von den Landes- Vorsitzenden der Partei am 16. Mai d. I. in völliger Ueberein- stimmung mit dem Führer Basserniann gefaßten Entschließung, und es kann nach der inzwischen erfolgten Stellungnahme der ein- zelnen Landesteile kein Zweifel daran obwalten, daß auch der Zentralvorst and der Gesamtpartei sich auf diesen Boden stellen wird."_ Höchstpreise für Hülsenfrüchte. Berlin, 13. August.(W. T. B.) Wie wir von unter- richteter Seite hören, schweben zurzeit in den beteiligten Kreisen Erwägungen über Beschlagnahme und H ö ch st- Preisfestsetzungen für Hülsenfrüchte aller Art. Unter voller Wahrung der berechtigten Wünsche der Produzenten sollen durch diese Matznahmen diese wichtigen für weite Bevölkerungskreise unentbehrlichen Nahrungsmittel einer ungehinderten Preis- treiberei entzogen werden. Anträge der Stadt Köln an den Bundesrat. Die Stadtverordnetenversammlung zu Köln beschloß einstimmig, folgende Anträge an den Bundesrat zu stellen: 1. Produzenten-Höchstpreise für Butter festzusetzen und ein Verbot der Bereitung von Schlagsahne zu erlassen. 2. Großhandels- preise für Teigwaren, sowie für auS Hafer und Gerste hergestellte Nahrungsmittel festzusetzen unter gleichzeitigem Erlaß von Höchstpreisen für die aip Gerste verarbeitende Betriebe zu liefernde Gerste. 3. Für Hülsenfrüchte Produzenten-Höchstpreise festzusetzen. 4. Möglichst bald die in Aussicht genommenen Maßnahmen auf dem Gebiete der Kartoffelversorgung bekannt zu geben sowie eine Bestimmung dahin zu erlassen, daß Kaufverträge über inländische Kartoffeln, die nach dem 1. November ISIS zu erfüllen sind, nichtig sind, ausgenommen die mit Reichs- und Staatsbehörden und Kommunalverbänden abgeschlossenen Verträge. S. Bestimmungen zu erlassen, welche solchen Personen, die nicht schon vor dem 1. 8. 1914 in dem betreffenden Handelszweige tätig waren, die ge- lv erbsmäßige Vermittlung und den Großhandel mit Lebensmitteln durch Verbot und Nichtigkeitserklärung der be- treffenden Geschäfte unmöglich machen. Der Erste Beigeordnete Adenauer führte u. a. aus, daß jetzt schon sehr bedeutende Kartoffelankäufe in spe- kulativer Absicht gemacht und dadurch die Preise in die Höhe getrieben würden. Der Bundesrat müsse bald die Regelung der Kartoffelfrage vornehmen. Bezüglich der G e r st e werde schon jetzt ein schwunghafter Handel mit den Kontingentscheinen getrieben, obwohl sie noch gar nicht ausgegeben seien. Wenn der Bundesrat wirklich, wie Zeitungs- Meldungen behaupteten, kein System von Höchstpreisen erlassen wolle, so sei das sehr z u bedauern. Liberale und Zentrums- stadtverordnete stimmten diesen Ausführungen zu. Mehrere bürger- liche Stadtverordnete— Sozialdemokraten gibt es im Kölner Rat- hause nicht— äußerten schwere Sorgen über den Er- nährungszustand der Bevölkerung, wenn sogar Hülsenfrüchte, von Fleisch nicht zu reden,„Leckerbissen" seien. Die Versäumnisse der Regierung vom vorigen Jahre dürsten sich in diesem Jahre nicht wiederholen. Drei Monate Gefängnis wegen Aufreizung. Am Freitag fand vor der Elberfelder Strafkammer die Verhandlung gegen unseren Genossen, Redakteur Otto N i e b u h r, wegen der bekannten Friedensnummer der Monatsschrift„Morgenrot" statt. Die Oeffentlichkeit wurde ausgeschlossen. Nach mehrstündiger Verhandlung beantragte der Staatsanwalt 1 Jahr drei Monate Gefängnis und so- fortige Verhaftung. Das Gericht verurteilte Genossen Nie- buhr wegen Aufreizung und Vergehens gegen die Verordnung des Generalkommandos über die Vorlegung von Zeitschriften zu drei Monaten Gefängnis. Die weitere Anklage gegen Nicbuhr auf Aufforderung zur Insubordination Haidas Gericht fallen lassen._ Die Ueberredung der Soldaten zum Verzicht der Miiitärrente ist unzulässig. In Friedenszeiten wird sehr häufig der Unfug geübt, daß die Soldaten bei ihrer Entlassung eine Bescheinigung auszu- stellen haben, wonach sie auf alle Ansprüche an den Militär- fiskus verzichten. Auch solchen, bei denen sich später Be- schädigungen der Gesundheit herausstellen, die nur Folgen des Dienstes sein können, wird ein solcher Verzicht zugemutet und bei der Geltendmachung von nachträglichen Ansprüchen natür lich gegen sie ausgespielt. Diese Uebung ist anscheinend auch während des jetzigen Krieges hier und da beibehalten worden. Das sächsische Kriegsmini st erium erklärt in einer Zuschrift an den in Sachscn-Weimar gewählten Reichstags- abgeordneten Felix Marquardt, daß es unstatthaft sei, eine Verzichtlei st ung auf Militärversorgung zu fordern. Die Zuschrift lautet: „Euer Hoihwohlgeboren teilt das Kriegsministerium auf die Eingabe vom 21. 7. 1915 crgebenst mit, daß es unstatthaft ist, eine Verzichtleisiung auf Militärversorgung zu fordern. Die Truppenteile sind durch Z 22 Abs. 1 der Pensionierungs- Vorschrift angewiesen, für alle Mannschaften, die infolge einer Dienstbeschädigung dienstunfähig geworden sind und deren Er- werbsunsähigkeit um wenigstens 10 Proz. gemindert ist, die gesctz- liche Versorgung zu beantragen. Außerdem haben die königlichen stellvertretenden General- kommandos des 12. und 19. Armeekorps die beteiligten Stellen Anfang August dieses Jahres auf das Unstatthafte, Mannschaften zum Verzicht auf Versorgungsgebührnisse zu bewegen, noch be- sonders darauf hingewiesen." Ferner ist auch vom württembergischcn Kriegsmimstenum eine entsprechende Anweisung ergangen. Eine vereitelte Konsumentenvcrsammlung. Der Kriegsausschuß für Konsum enteninter- essen in Dresden hatte für Montag, den 16. August, eine öffentliche Versammlung geplant, in der zu der Lebens- mittelteuerung Stellung genommen werden sollte. Dieser Ausschuß setzt sich aus Vertretern aller Volksschichten zu- sammen. Er hatte die Polizeidirektion ersucht, auf diese Versammlung nicht die Bestimmung anzuwenden, nach der das Manuskript der Vorträge mindestens sieben Tage vorher zur Zensur und Genehmigung eingereicht werden muß. Dieser Wunsch ist abgelehnt worden, die Polizeidirektion hat vielmehr. wie der Ausschuß mitteilt,„es für richtig gehalten, der geplanten Versammlung gegenüber alle überhaupt zulässigen Erschwe- r u n g e n zur Anwendung zu bringen". Daraufhin wurde die Vef- sammlung aufgegeben und die Anmeldung mit einer längere-.« Begründung zurückgezogen. Es heißt in diesem Schreiben an die Behörde u. a.: „Deshalb verzichten wir lieber ganz und in der ausgesprochenen Absicht, damit den schärf st enProte st gegen die uns bezeigte völlig verfehlte Anwendung eines sicherlich falsch verstandenen und bewerteten Aufsichtsrechts zum Ausdruck zu bringen. Denn es muß doch schließlich auch dem indifferentesten Staatsbürger und Steuerzahler etwas davon zum Bewußtsein kommen, wie unterschiedlich die Bevölkerung im Königreich Sachsen nur deshalb behandelt wird, weil sie bei der Ausübung der ihr zugestandenen bescheidenen Rechte zu einem Teile auf das wohlwollende Entgegenkommen einer Königlichen Polizeidirektion angewiesen ist, die sich auf den eigenartigen Standpunkt stellt, daß es ein Vorrecht ihres Königlichen Amts- auftrages sei, etwelche Ordnungsvorschriften mit der ganzen Strenge ihres feststehenden Wortlautes auch zur Anwendung zu bringen, wo ein den S t a a t s i n t e r c s s e n dienlicher Zweck in seinem ganzen Umfange nur erreich! werden kann, wenn der Wille des Gesetzgebers im Hinblick auf die ihm innewohnende gute Absicht zur Gellung kommt." Daß gerade diese Versammlung das Staatsinteresse irgendwie beeinträchtigt hätte, dafür fehle„der Schatten einer Vermutung". Eine Folge des Verhaltens der Behörde würde sein, daß sich der Kriegswucher nur noch sicherer vor der Kontrolle der freien Meinung fühlen werde. Der Ausschuß verzichtet darauf, bei der Regierung Beschwerde zu führen. Er begnügt sich damit, festzustellen, daß er an seiner Absicht, im Sinne der neuesten Auslassungen der Staatsregierung zu wirken, von einer königlichen Behörde gehindert werde. Er will sich„angelegen sein lassen, diese Auffassung in weitesten Kreisen der Beteiligten zur Kenntnis zu bringen." Dieser neueste sächsische Zensurfall dürfte Aufsehen erregen, um so mehr, als in den fraglichen Bestiminungee ausdrücklich gesagt ist. daß in gewissen Fällen von ihrer Anwendung abgesehen werden kann. Männlich und unmännlich. Die„Deutsche Tageszeitung" veröffentlicht einen „Vaterländischen Notschrei" von Marie D i e r S, dem die Redaktion zwar nicht in jedem Punkte zustinunt, dein sie aber doch nicht Gehör versagen will.„Wir und die anderen" ist dieser Notschrei betiiclr der dem künftigen Geschichtsschreiber als interessanter Beitrag zur Sozialpathologie des Krieges erscheinen dürfte. Zunächst konstatiert Marie DierS,„die Spaltung" sei da.„Unter dem Schutze des heiligen Burgfriedens treiben die Interessierten ihr eigennütziges Spiel." Dann aber reckt sie sich, eine uroderne Brun- Hilde, empor, um allen, die nicht ihres Geistes sind, offene Fehde anzusagen: „Denken wir uns eine belagerte Burg, in der alle Glieder deS bedrohten Herrengeschlechts, alle Burgkncchte, alle Frauen init- einander ihren persönlichen Zwist begrabend, nur für die Ver- teidigung einstehen. Aber ein paar Schleicher und un- sichere Kantonisten bohren Löcher in die Mauern. unterminieren die Wälle', arbeiten dem draußen stehenden Feinde in die Hand." Wer sind diese„Schleicher", diese«unsicheren Kantonisten", die angeblich dem Feinde in die Hände arbeiten? Darüber hüllt sich Marie DierS in vorsichtiges Schweigen, oder sie begnügt sich mit Andeutungen, deren antisemitischer Charakter unverkennbar ist. Die ganze Schale ihres Zornes aber gießt sie auf die Presse aus, die solgendes zu hören bekommt: /.Die hier im Lande noch als Männer reden, das sind �allerdings(da haben die„anderen" recht), das sind— wenige. /Ein paar bekannte, vom Volk geliebte Namen. Aber viele von denen, die jetzt in den Zeitungen sprechen. das sind keine Männer mehr oder nie welche gewesen. Besonders in der Großstadt machen sie sich bemerkbar, wo diese von Unmännlichen geführten Blätter in allen Händen sind." Wir müssen gestehen, diese Einteilung in„Männer" und„Un- männliche" eröffnet für die politische Orientierung neue ungeahnte Perspektiven. Es wäre aber immerhin interessant zu erfahren, wie Marie DierS zu ihren Feststellungen gekommen ist. Letzte Nachrichten. Vom O-Boots kriege. London, 13. August.(W. T. B.) Nach einer Lloyds- Meldung ist der britische Dampfer„I a c o n a" von 2969 Bruttotonnen versenkt worden. Der Kapitän und die Be- satzung von 9 Mann wurden gelandet. Gewerksthastlickes. öerlin und Umgegend. Die Situation der Zimuierer. In der am Donnerstag abgehaltenen Zahlstellenversammlung besprach der Borsitzende Witt die gegenwärtige Situation. Er er- wähnte, daß sich die Organisationen der Bauarbeiter Ansang Juli mit dem Ersuchen um Gewährung einer Teuerungszulage an den Slrbeitgeberbimd für das Baugewerbe wandten, der aber eine ob- schlägige Haltung einnahm und seinen Standpunkt dahin begründete: Der Tariflohn sei für leistungsfähige Arbeiter bestimmt. Die leistungsfähigen Arbeiter stünden aber gegenwärtig alle im Felde. Beschäftigt würden demnach nur noch weniger leistungsfähige Ar- beiter. Da diese den Tariflohn bekämen, so sei das schon gleich- bedeutend mit einer Lohnerhöhung. Auch sei die Arbeitsgelegenheit jetzt derart günstig, daß die Arbeiter durch Akkordarbeit und Ueber- stunden ihren Verdienst erhöhen könnten. Der dem Arbeitgeberbund nicht angehörende Verband der Baugeschäfle Berlins hat— wie der Redner ausführte— in feiner Hauptversammlung sowie in einem Rundschreiben an seine Mitglieder ebenfalls jede Ge- Währung einer Lohnzulage abgelehnt, weil das eine, die Arbeitgeberinteressen schädigende Durchbrechung des Tarifs bedeuten würde. Demgegenüber betonte der Redner, dast der Tarif unter normalen Verhältnissen vereinbart wurde, wo niemand daran denken konnte, datz wir während der Tarifdauer eine so schwere Teuerung bekommen würden wie sie jetzt herrscht. Das Verlangen nach einer Teuerungszulage ist demnach durchaus berechtigt und verstößt in keiner Weise gegen den Tarif. Es ist ja nicht die Absicht der Arbeiter, die gegenwärtige günstige Situation auf dem Arbeits- markt auszunutzen, um eine Erhöhung der Tariflöhne durchzusetzen, sondern sie wünschen nur, daß durch eine entsprechende Zulage den gegenwärtigen Teuerungsverhälinisfen Rechnung getragen und da- durch das Gleichgewicht zwischen dem Lohn und den Kosten des Lebensunterhalts hergestellt wird, welches dem Tarifgedanken zu- gründe liegt. Obgleich der Verband der Baugeschäfte feine Mit- glieder angewiesen hat, keine Lohnzulage zu gewähren, haben der- schiedene Firmen die dahingehende Forderung der Arbeiter bewilligt. Bei mehreren großen Firmen, wo das noch nicht geschehen ist, wird es Aufgabe der Arbeiter sein, ihre Forderungen zu stellen. Auf einem Flugplatz, wo die Militärbehörde Zimmerer beschäftigt, wurde der Lohn nicht nach dem Tarif, fondern nach Vereinbarung mit den einzelnen Arbeitern gezahlt und der Tari'lohn in vielen Fällen nicht erreicht. Eine Beschwerde, die der Zimmererverband deswegen an das Kriegsministerium richtete, wurde abschlägig befchieden mit der Begründung, es sei kein Anlaß, von der Vereinbarung mit den einzelnen Arbeitern abzugehen. Bald darauf erhielten die Zimmerer auf dem Flugplatz den Tariflohn von 84 Pf. pro Stunde.— Die Lage des Baumarkles ist gegen- wärtig nicht günstig. Trotzdem kann die Situation im Zimmerer- gewerbe als zufriedenstellend bezeichnet werden, weil die Zimmerer verhältnismäßig viel mit Militärarbeilen, Barackenbau und der- gleichen, beschäftigt werden. Die Mitgliederzahl der Zahlstelle belief sich beim Ausbruch des Krieges auf 2320 und bewegte sich dann in folgender Weise: Zum Datum Militär 17. August 1914. 31. Dezember 1914 27. März 1915.. 10. Juli 1915.. emgezg. . 606 . 792 930 . 1250 Die Zahl der Eingezogenen ist von 604 am 17. August 1914 bis auf 1250 am 10. Juli 1915, alio um 646, gestiegen. Die absolute Abnahme der Wiigliederzahl beträgt in der gleichen Zeit aber nur 224. Mithin wurden im Laufe der bisherigen Kriegszeil durch An- Meldungen und Eintritte der Zahlstelle rund 420 Mitglieder neu zugeführt.— Auch die Finanzverhältnisse der Zahlstelle haben sich während des Krieges ganz merklich gebessert. Während der Bestand der Lokalkasse vor Beginn des Krieges 25 162,00 Ml betrug,. schloß das zweite Quartal 1915 mit 37 629,38 M. ab, mitbin mir einem Mehr von 12 467,38 M.— An die Familien der Kriegsteilnehmer wurden bis jetzt 15 233 M. Unterstützung gezabl,t und zwar im Oktober 1914 4193 M., zu Weihnachten 4633 M., rm Juni 1915 6407 M. Für Arbeitslofeuunterstützung wurden im zweiten Quartal 1297 M. ausgezahlt. Zum Schluß beleuchtete der Redner die Stellung der Unter- nehmer zur Frage der Tariferneuerung. Die gegenwärtigen Tarife lausen im Frühjahr 1916 ab. Wie sich die Unternehmer zur Erneuerung derselben stellen, haben sie noch nicht klipp und klar gesagt. Aber soviel ist aus ihren Aeußerungen zu entnehmen, daß sie sich nicht veranlaßt sehen, so lange der Krieg dauert, über diese Angelegenheit mit sich reden zu lassen. Aus dem Bericht, den der Deutsche Arbeilgeberbund für das Baugewerbe feiner Hauptversammlung am 16. März d. I. vorlegte, gehl hervor, daß der Bund eine Äeußerung über Einzelheiten der Tarifberatung während des Krieges nicht für angebracht hält und daß er die trage, ob die Tarife überhaupt verlängert, oder wie sie etwa ge- altet werden sollen, davon abhängig macht, wie die Verhältnisse im letzten Vierteljahr der Tarifdauer sein werden. Etwaige Ver- Handlungen sollen dann nicht wieder durch die einzelnen Organi- sationen der Arbeitgeber, sondern durch die Vorstände ihres Kartells geführt werden.— Im Hinblick auf die Situation— so schloß der Redner— ist es unsere Ausgabe, in der Werbetätigkeit für unseren verband nicht nachzulassen. Deutsches Reich. Gcwerkschafrspropaganda im Schützengraben. Ein Mitglied des Töpferverbandes schrieb folgenden Feld- Postbrief: Im Westen, 18. Juli 1915. Liebe Freunde und Kollegen! Die Pakete habe ich erhalten, sie kamen gerade zur rechten Zeit. Ich lag wieder im Schützengraben. Meine Freude könnt Ihr Euch gar nicht vorstellen! Schinken, Lachsschinken!„Na, Karl, Du hast ja Schwein, Du kannst jetzt leben," so sagten meine Kameraden. Und verlangende Blicke flogen erst nach dem Schinken und dann zu mir. Trotzdem jch im Moment egoistisch den Karton schnell wieder schloß, konnte ich doch dem geweckten Appetit nicht widerstehen. Ich öffnete, schnitt Brot ab und eine Scheibe vom Schinken. Na, nun konnte ich aber auch nicht an- ders und gab jedem Kameraden eine Scheibe Schinken. Allge- meines Lob.„Ja, der schmeckt gut! Ist aber auch sehr teuer!" Und auf die Frage, wer mir diese Freude bereitet, antwortete ich wahrheitsgemäß:„Meine Kollegen." Nun hatte ich aber auch sofort die Gelegenheit erfaßt und nie haben wir uns über die Gewerkschaftsorganisation so lebhaft unterhalten wie an diesem Abend. Von den neun Kameraden, die mit mir im Unterstand lagen, sind außer mir nur zwei organisiert, ein Glasbläser und ein Maurer. Hoffent- lich bleibt das Gesagte bei den Kameraden sitzen und sie werden nach ihrer glücklichen Heimkehr gute Gewerkschastsgenossen. Jedenfalls sage ich für die freudige Ucberraschung meinen besten Dank. Habe zurzeit eine Erleichterung meines Daseins: Für einen beurlaubten Kameraden bin ich auf vier Wochen ins Zahlmeisterbureau unseres 2. Bataillons abkommandiert. Viele Grüße an Ench und alle Kollegen Karl Kösling. Ausland. Schweizerischer Jndustrieverband für die Bauarbeiter. In der Frage der Verschmelzung der verschiedenen Bauarbeiter- verbände zu einem Jndustrieverband der Bauarbeiter hat eine neuerliche Konferenz von Vertretern der Verbände der Maurer und Handlanger, Holzarbeiter, Maler und Gipser sowie der Steinarbeiter einstimmig deschlosien, einen gemeinsamen Bauarbeiterverband als eine unbedingte Notwendigkeit zu gründen, um die Verbände der Bauarbeiler instand zu setzen, in Zukunft ihre wirlsckrnftlichen Jnler- esfen mir Erfolg nachrechnen zu können. Um die Einheiisorganisation vorzubereiten und den beteiligten Verbänden bis zur endgüliigen Verschmelzung den größinröglichen materiellen und moralischen Beistand zu leisten, soll für die Dauer der bereirs vorgesehenen Uebergangsperiode zunächst ein Kartell der Verbände der Holz- und Bauarbeiter gegründet werden. Das Kanell verfolgt diese Zwecks; 1. Gemeinsame Durchführung der gewerblichen Propaganda- und Bildungsarbeir. 2. Gemeinsame Herausgabe eines deutschen und fran- zösislh-ilalieniscben Gewerkscbaftsblattes für die Bauarbeiter aller Branchen. 3. Gegenseilige Hilfeleistung bei Lohnbewegungen und Lohnkonstiklen. 4. Sammlung und Zusammenstellung von staristischen Angaben über die Arbcusbedingungen und Herausgabe von Publi- kationen über Arbeilsverhältnisse und Arbeiterichutz im Bau- gewerbe usw. Der Sekretär des Gewerkschailsbundes wurde be- austragt, einen dahingehenden Kartellverrragsenlwurf auszuarbeiten. Der Zusammenschluß der Bauarbeiter ist also im Gange. Aus Industrie und Handel. Äriegsgewinnc. Die Rathenower Tampfmühlen Aknen-Gesellschast C. Hübner Nflgr. verteilen für das Geschäftsjahr 1914/15 nach reichlichen Abickireibungen und erhöhtem Vortrag 16 Proz. Dividende gegen 5 Proz. im Vorjahre. Ei» Glastrust in der Schweiz. Die Glassabriken von St. Prex im Waadtland und von Semsales im Kanton Freiburg haben auch die Glashütte in Wauwil im Kanton Luzern in ihren Besitz gebracht, so daß die drei größten Glassabriken der Schweiz nun einer einzigen Geiellichaft gehören. Die Wirkungen dieses Glaslrustes werden sich wohl bald bemerkbar machen, besonders da durch den Krieg die ausländische Konkurrenz ausgeschaltet ist._ Anfhebuug einer Ausfuhrbewilligung. Der niederländische Minister für Landwirt'chafr, Gewerbe und Handel Hai im„Nederlandsckie Slaatscouranl" Nr. 176 vom 30. Juli 1915 bekannt gemacht, daß vom 1. August 1915 ab Genehmigungen für die Ausfuhr von Siroh auf Grund der Bekanntmachung im „Nederlandsche Slaatscouranl" Nr. 102 vom 2. und 3. Mar nicht mehr erteilt werden._ Die englische Fischerei und der Krieg. Nach Mitteilungen des„Daily Chronicle" vom 6. August ist die Fischausfuhr Englands außerordenrlich zurückgegangen. Sie betrug in den ersten sechs Monaten in Pfund Sterling: 1914: 1915: An frischen Fischen..... 424 451 40 277 „ gesalzenen Heringen... 944 593 398 002 „ gesalzenen anderen Fischen 473 580_ 261 412 Insgesamt. 1 847 624 669 691 Die Minderausfuhr beträgt also 1 147 933 Pfund Sterling in sechs Monaten 5tirchhofeS in Mariendors, Eisenacher Straße, aus statt. 205/18 Der Vorstand. DeatscherMetallarbeiter-yerbanil Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Willi(Zeelliaar z. Z. Pionier-Bataillon, Spandau, am 11. August beim Baden er- trunken ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 14. August, nach- mittags 2°/, Uhr, von der Leichen- Halle des Garnison-Kirchhoses in Spandau, In den Kiffeln, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsvcrwaltnng. ventober TranspoFtarheiter-yerhand. Bezirksverwaltung GroB- Berlin. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Kollege, der Gastwirt Otto Teichmann am 11. August im Alter von 43 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenke» l Die Beerdigung findet morgen Sonnabend, den 14. August, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Wilmersdorser Gemeinde- Friedhoses, Berliner Straße, aus statt. 06/8 Die Bezirksverwaltung. Mscber HolzarbeiterveM. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Wiltielm Droxxe Charlottenburg, Potsdamer Str. 4, im Alter von 46 Jahren ge- starben ist. Ehre seinem Andenken l _ Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. August, nach- mittags 3 Uhr, von der Halle des FriedhoseS der Luisen-Ge- meinde am Neuen Fürstenbrunner Weg aus statt. 86/17 Tie Ortsverwaltung. Wiederum hat der Weltlrieg zwei Opser von uns gefordert. Aus dem Schlachtselde wurde der Kollege öeruliarll Scbimkäse schwer verwundet und ist in- zwischen seinen Verletzungen er- legen. Ferner fiel auf dem Schlacht- selbe der Kollege Wilhelm Äude. Beide waren treue Anhänger und tüchtige Mitarbeiter der freien Jugendbewegung. 284/6 Tie Arbeiter-Jugend Berlin-Süd. Für die innige Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Bc- erdigung unseres lieben unvergeß- lichen Gatten und Vaters sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Witwe.Elise Prietzel nebst Kindern. irbeiter-Radfabrer-Bund Solidarität" MllglieMafl Berlin. Dem Andenken unserer als Opfer des Weltkrieges gefallene» Bundesgenossen! Bei den Kämpfen fielen: Am 25. Juli Willi �ri8, 5. Abteilung. Am 2. August Karl ßarndt, 2. Abteilung. Am26 Aug 1914 doballll Skllpsch, 2. Abteilung. Ehre ihrem Andenken! 11/19 Dl« Ortrrerwaltniig. Am 20. Juli fiel auf dem Kriegsschauplatze als erstes Opser unter unseren im Felde stehen- den Mitarbeitern unser lieber Kollege WeHtei' Gutsch Gefreiter im Jnf.-Reg. Nr. 46 im Alter von 24 Jahren. Wir werden seiner stets in Ehren gedenken. 22A Die Kollegen d. Bochdruckerei A. W. Schade, Berlin. Am 12. August entschlief nach schwerem Leiden mein lieber Mann, guter Vater, Schwieger- und Großvater und Onkel, der Zigarrenmacher Ennst Specht im 70. Lebensjahre. Dies zeigt tiesbetrübt an Frau Klara Specht nebst Kindern Schwieger- und Enkelkindern. Die Beerdigung findet am Montag, den 16. August, na! mittags 31/, des Zentralmittags 31/. Uhr, von der Halle '' Zentral-Frst----- richsfelde aus statt. .-tedhoseS in Fried 7A Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herz. licher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen Beteiligten, besonders dem Deutschen Metallarbeiter-Verband, dem Wahl- verein, den Kollegen und Kolleginnen der Deutschen Teiephonwerke und dem Meister Heidbeck meinen herzlichsten Dank. 7A Tfltwe Ida Scholz. E/r« QtownAÄitib cStiw Xü' Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben ManneS 92A JoIIob Meißner sage ich allen Verwandten und Freun- den sowie dem Wahlverein deS sechsten Kreises und dem Verbände der treten Gastwirte Berlins meinen inmgsten Dank. Frao Marl« Meißner, Baftianstr. 16. mit Brut vemiolitet radikal Goldgeist W. Z. 75198. Färb- n. geruchlos. Eeinigt d. Kopfhaut v. Schuppen u. Schinnen, beförd. d. Haarwuchs, verhütet Krankheit d. Kopfhaut, Haaraastall n. Zuzug neuer Parasiten. Wlchtigt Schulkinder. Tausende T.Anerkennung. Echt nur In Kartons il.00 n. 0.50 lt., niemals offen ausgewogen. In Apotheken n. Drogerien. Man weise Nachahmungen zurück, die z. Zwecke der Täuschung viel fach ähnlich klingende Namen tragen, und achte genau auf die Kinn» d. alleinig. Fabrik. Rademacher dt Co., Siegburg, nnd d. 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Gritiitr.lt/ Tel. klrpl. IQOtJ eS'i iü ne He Haine ist eh inserai m BezmeeiMerzettis Kekanutmachuug der Orts- Krankenkasse der Gmlltr zu Kerlin betreffend Ersatzwahlen der Vertreter der Arbeitnehmer zum Ausschuß. Infolge Ausscheidens der bisherigen Vertreter und Ersatzmänner sind für den Rest der Wahlperiode, reichend bis zum 31. Dezember 1917, 17 Vertreter und Ersatzmänner aus der Mitte der Versicherte» zu wählen. Die Wahl findet statt am Sonn- tag, den Äv. September 1915- im Kasfenlokal, Oranienstr. 138, vorn I links, von 10 bis 1 Uhr vormittags. Die Wahl wird durch den Vorstand geleitet. Bezüglich der Wahlberechtigung so- wie Wählbarkeit der Versicherten ver- weifen wir aus die Bestimmungen im ß 71 der Satzung. Die Wahlvorschläge müssen spätestens bis zum 29. August 1915 dem Vor- stände der unterzeichneten Kasse unter der Adresse: Wahlburean der Orts-Kranken- lasse der Gurtler z« Berlin. Berlin« 4!i- Oranienstr. iz8- eingereicht werden. Die Stimmabgabe ist an diese Wahlvorschläge gebunden. Verbundene Wahlvorschläge werden nicht zugelassen. Ueber die Ausstellung. Unterzeich- «ung, Prüfung und Zulassung der Wahlvorschläge, über den Gang der Wahl, Stimmabgabe, Stimmzettel und Schluß der Wahlhandlung gelten die Bestimmungen der§§ 7, 9, 11 bis 14 der Wahlordnung. Stimmzettel müssen 10 mal 8 Zentimeter groß fein. Die aus den eingereichten Wahl- Vorschlägen sich ergebenden Anstände müssen bis zum 11. September 1915 beseitigt sein. Bis zu diesem Zeit- Punkt können Wahlvorschläge auch zurückgenommen werden. Die zu- gelassenen Wahlvorschläge liegen in der Zeit vom 13. bis 25. September 1915 im Kassenlokal während der Zeit von 8—1 Uhr vormittags zur Ein. fichtnahme sür die Wähler aus. Daselbst können auch die Mitglieder- Verzeichnisse eingesehen werden und etwaige Einsprüche gegen die Richtig- keit der sich aus dein Mitglieder- Verzeichnis ergebenden Wahl- und Stimmberechtigung bei Vermeidung des Ausschlusses spätestens 4 Wochen vor dem Wahltage unter Beifügung von Beweismitteln geltend gemachtwerden. Der Wahlansschuß ist befugt, die Wahl- und Stimmberechtigung jedes Wählers bei der Wahlhandlung zu prüfen. Wahlausweise werden aus Antrag der Wahlberechtigten in der Zeit vom 13. bis 25. September 1915 von vormittags 8—1 Uhr im Kassen- lokal ausgestellt und find zur Wahl- Handlung mitzubringen. Das Wahlrecht kann nur in Person durch Abgabe deS Stimmzettels aus- geübt werden. 269/17 Zum Wahlraum haben nur die ivahl- berechtigten Kaffenmitgli-der Zutritt. Berlin, den 14. August 1915. Der Borstand der Orts-Kranken- lasse der Gürtler zu Berlin. llwaltl Liesack, Vorsitzender. Zieinmg 19. i. 20. Aagnst. 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