Mr. 327.-33. Jahrg. RbonnemtntS'Btdlngnngefl: ireamtnneti»•®ttt*»tämnneranb«« BintcIjäötL 830 Kt, tnoncuL UO SW, wöchentlich LS Pfz. ket in» Hau«. Einzelne Nummer S Psg. Sonntag«» nummer mit illustrierter Soimtag»- Beilage»Die Neue Seit* 10 B'a. Soft« «lbonnemeiu: 1.10 Mar! pro Monat. Eingetragen in die Post» Zeitung«- fe�tlisle. Unter Kreuzband fttt Zveutschland und Oesterreich» Ungarn L.S0 Marl, siir das übrige Uu«Ian» « Marl vro Monat. Postabonnement« nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, Siunänien, Schweden und die Schwei« tMllot IlgNch. Verlinev Volktsblskt. s pksnnlg) vk Inseftlonz-Lebilhi' bekiigt für die sechsgespaltenc Kalonel- zeile oder deren Raum SO Psg.. für politische mid gewerkschaftliche Verein». lind VersiunmlungS.Anzeigen 80 Psg. „Kleine Anreizen", das fettgedruckte Wort 20 Psg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstcllenan- zeigen das erste Wort 10 Psg.. jedes weitere Wort s Pfg. Worte über lö Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis Ii Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm< Adresse: „Sozlsldanolirat Berlli*. Zentralorgan der fozlaldemokratircben Partei Deutfchlands. Neöaktion: SW. öS, Linüenstraße?. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Str. 151 90— 151 07. Vordringen bis MtW des SliSeii hWlWMz. Amtlich. Großes Hauptquartier, de« 17. August 1915.(W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Vor O st e n d e vertrieb unsere Küstenartillerie zwei feindliche Zerstörer. In deu O st- A r g o« u e« wurde bei La Fille Mortc ein französischer Graben genommen. Bei Bapaume fiel ein englisches Flugzeug in unsere Hand; die Jnsasien— zwei Offiziere— sind gefangengenommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. ßecrtsgruppe des Gencralftldmarldjalls v. ßlndenburg. Weitere Kämpfe in der Gegend von Kupischki waren erfolgreich, 625 Gefangene(darunter 3 Offiziere) und drei Maschinengewehre fiele« in unsere Hand. Truppen der Armee des Generalobersten v. Eich- Horn unter Führung des Generals Litzmann erstürmten die zwischen Njemen und Jcsia gdeaeneu�FoM.der Südwcstfrout von Ä o w u o. lieber 4500 Russen wurden zu Gefangenen gemacht, 240 Geschütze und zahlreiches sonstiges Gerät erbeutet. Die Armeen der Generale v. Schultz und v. Gallwitz warfen unter fortgesetzten Kämpfen den Gegner weiter in östlicher Richtung zurück. 1800 Russe»(darunter elf Offiziere) wurden gefangen genommen, ein Geschütz und zehn Maschinengewehre eingebracht. Auf der Nordostfront von Nowo-Georgiewsk wurden ein großes Fort und zwei Zwischeuwerke im Sturm genommen. Auf deu übrige« Fronte« gelang es fast überall, den Gegner weiter Mrückzudränge«. Es wurden 2400 Gefangene gemacht, 19 Geschütze und son- stiges Material erobert. sseemgrapp« des GeneraireldmarlchalU Prinz Cespsld von Batzen und Heeresgruppe des Generalfeldmartchalls v. Mackensen sind in weiterem siegreichen Fortschreiten. Englische Häfen durch ein U-6oot beschossen. London, 17. August,(ffi. T. 93.) Meldung des Reuterfchen Bureaus. Ein deutsche? Unterseeboot hat am 16. August früh morgens auf Parton, Harrington und Whitehaven an der Westküste von England G r a- naten abgefeuert, ohne wesentlichen Schaden anzurichten. Einige Granaten trafen nördlich von Parton den Bahnkörper; der Verkehr erlitt eine kurze Unterbrechung. In Whitehaven und Harrington entstanden Brände, die rasch gelöscht wurden. Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. Die Meldung des ruMchen Generalftabes. Petersburg, 17. August.(W. T. B.) Der General st ab des Generalissimus teilt mit: In der Gegend von Bauske drängten unsere Truppen in der Nacht zum 15. d. Mts. von neuem die Deutschen zum Fluß Aa. Feind- liche Gegenangriffe wurden zurückgewiesen. In der Richtung Jacob st adt— Dünaburg keine wesentlichen Verände- rungen. Die Beschießung von K o w n o dauert ohne Nach- lassen an. Die Deutschen greifen hartnäckig die Befestigungen im westlichen Abschnitt an. Zwischen N a r e w und Bug wurden am 14. und 15. d. MtS. Kämpfe mit großer Er- bitterung geliefert. Eine Reihe feindlicher Angriffe wurde unter großen Verlusten für den Feind abgeschlagen. Auf dem linken"Ufer des Bug keine wesentlichen Veränderungen. In den übrigen Abschnitten der Gesamtheit unserer Front stellenweise Gewehr- und Geschützfeuer. Kein irgendwie be- deutendes Gefecht. Der französische Tagesbericht. Paris, 17. August.(W. T. 23.) G e st e r n abend wurde amtlich bekanntgegeben: Heftiger Artilleriekampf während deS ganzen Tages auf vielen Stellen der Front. Unsere Battcricir fügten dem Feinde empfindliche Verluste zu im Gebiet von Ouennevieres, hielten sein Feuer auf dem Mittwoch, den 18. August ISIS. in die Me vi In ihrem amtlichen Bericht vom 16. Vni. behauptet die russische Heeresleitung, daß russische Vor- hüten am 13. Vni. bei D u n aj o w an der Zlota-Lipa zwei Reihen deutscher Schützengräben erobert und deren Verteidiger niedergemacht hätten. Unseren an dieser Stelle kämpfenden Truppen ist nur eine russische Patronillenuuternehmung in der Nacht vom 12. zum 13, vni. bekannt, die völlig scheiterte, bei der der Gegner vier Tote und zwei Verwundete vor unserer Stellung ließ und die uns keinen Verlust brachte. ObersteHeereSleitung. Sn llmellWe seonalWsdnW. SB i»«t, 17. auguft.(SB. T. B.) Amtlich wird verlaut. b-rt: 17. Augost 191S. ' Russischer Kriegsschauplatz. I« scharfer Berfalguu« de» unablässig weichende« Geg»� «er» sind von den t. und k. Truppen die unter dem Kammäad» de» Feldmarschalleutnant» von Arz stehenden bi» Dobrynka, 20 Kilometer südwestlich von B r e st- L i t» w S k, vorge- drangen. Eine russische Nachhut, die bei P i» z e z a r Stellung gefaßt hatte, wurde von ungarischer Landwehr geworfen. Die von Erzherzog Josef Ferdinand geführten Kriiste sind im Sor» rücken auf J' a n o w am Bug. General von KoevcH hat den Feind in tzer Gegend von Konstantvnow über de» Bug geworfen. Nördlich des unteren Bug kämpfen im engen anschluß an deutsche Reiterei iistrrreichisch-ungarische Kavalle- riekörpcr. An unseren Fronten bei Wladimir Wo- l y n s k i j und in Ostgalizie« herrscht Ruhe. Italienischer Kriegsschauplatz. Da» Feuer der italienische» schweren Artillerie gegen nnsere Tiroler Werke hielt gestern tagsüber aa. Schwächere feindliche Jnfanterieabtrilungen, die im Bal Sugana bi» Ear» zan»(nordöstlich Borg») vorgekommen waren, wurden über de» Maso-Bach zurückgeworfen. An der k ü st e» l ä» d i s ch r» Front setzte» die Italiener ihre Borstöße gegen unsere Stellungen zwischen dem Krn und Tolmein mit stärkere» Kräften fort, wurden aber überall blutig abgewiesen. Da» Plateau von D» b e r d« stand gestern nachmittag wieder unter ziemlich heftigem Gcschützfeurr. Der Stellvertreter de» Ehcf» de» Generalstabr»: von Höfer, Feldmarschallcutnant. Plateau von Nouvron an und beschädigten ernstlich die deut- schen Arbeiten nördlich Godat(zwischen Berry-au-Bac und Loivre). Da der Feind noch Granaten auf Saint Dis warf, schössen wir auf die Gasometer von Markirch, welche ex- plodiertcn. Ein anderes Feuer, das wir verursachten, um Vergeltung zu üben, hatte den Brand einer deutschen Fabrik östlich Münster zur Folge. Pari», 16. August.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von heute nachmittag. Im Laufe der Nacht aussetzende Kanonade im Gebiete von Souchez und auf dem Nouvron-Plateau. Nördlich der Aisne im Abschnitt von QuennevisreS und in den Wcstargonnen Kämpfe mit Bomben und Handgranaten. In den Vogesen gestattete uns ein Minenhandstreich, an den feindlichen Schützengräben zwischen Unterburnhaupt und Ammertzweiler einige Gefangene zu machen und zwei Minen- Werfer und ein Maschinengewehr zu erbeuten. Austausch von Fivilgefangenen. Rom, 17. August.(W. T. B.) Mitteilung der Agenzia Stefani. .Osfervatore Romano' meldet: Die Schwierigkeiten, die bisher die Berwirkitbung der hochherzigen Anregung de» Heiligen Vater» wegen de» Austausche» der zum Militärdienst unfähigen Zivil- gefangenen jeden Alter» verzögert hatten, find nun über- wunden, da die englische Regierung eingewilligt hat. die Kom- Mandanten und Mannschaften der deutschen Untersee- boote wie die anderen Kriegsgefangenen zu behandeln, wogegen sich die deutsche Regierung bereit erklärt hat, auch die gefangenen englischen Offizier« wie früher zu behandeln. Der Heilige Stuhl ließ sich daraufhin angelegen sein, seine Bemühungen bei der deutschen Regierung zur Ausführung de» bereits abgeschlossenen Abkommens zu erneuern. Der preußische Gesandte beim Heiligen Stuhl übermittelte telegraphisch aus Lugano vom S. August die zusagend« Antwort seiner Regierung. Nachdem der englischen Regierung hiervon durch den Kardinal-StaatSsekretär Mitteilung gemacht worden war, dankte diese in einer Depesche vom 12. August für die wirksame und menschenfreundliche Aktion des Papstes. Expedition: SW. 6$, Linöenftraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz. Rr. 151 99—151 97. li Vrest-Lttowsk. Spekulation und Staatskredit. Das Reich braucht weitere Anleihen. Ganz abgesehen von der Ankündigung, wonach die Regierung vom Reichstage die Bewilligung einer neuen Anleihe von 10 Milliarden ver- langen wird, hat sie noch einen offenen Kredit von 6�2 Mil- liarden,'-wsil die ersten beiden.Anleihen 13�. Milliarden brachten, während 20 Milliarden bÄvilligt sind. Es lvird denn auch mit der Begebung einer neuen Anleihe in der nächsten Zeit gerechnet. Daher wurde die Aufnahmefähigkeit des Geldmarktes in letzter Zeit viel erörtert und die Gefahr besprochen, die dem Erfolg der Anleihen aus der Spekulation in Wertpapieren droht, die stark um sich gegriffen haben soll. Mam erörtert denn auch Maßnahmen, die diese Gefahr ab- wenden sollen. Aus Kreisen der Bankiers ist allerdings versucht worden, eine-solche Gefahr rundweg zu bestreiten. Man argumen- ticrt dort so: Der Handel mit Wertpapieren beeinflußt die Aufnahmefähigkeit des Marktes für Staatsanleihen über- Haupt nicht, weil dadurch Geldkapital nicht festgelegt wird; f jedem Kauf von Wertpapieren steht ja ein Verkauf gegen-' über, die Verkäufer bekommen Geldmittel in die Hand, die sie zu Käufen von Schuldscheinen des Staates verwenden können.— So einfach ist indessen-die Sache keineswegs. Von dem disponiblen Leihkapital, das in Bargeld, Bankguthaben, Wechseln und anderen leichtverkäuflichen Papieren bestehen kann, sucht ein Teil„reelle Anlage", d. h. die Eigentümer wollen W so-vvrwentzen, baß sie bei möglichst geringem Risiko möglichst hohen Zins einheimsen können: ein anderer Teil wird jn mehr oder minder riskanten Spekulationen ver- wendet, bei denen jedenfalls höherer Gewinn erwärtet wird als der Zins, den solide festverzinsliche Papiere abwerfen. Unter den gegebenen Umständen sind aber Kriegsanleihen kein Spekulationspapier. Sie werfen hohen Zins ab, aber es ist so gut wie ausgeschlossen, daß ihr Kurs in absehbarer Zeit steigen sollte. Weil nämlich nach Beendigung des Welt- kriegeS ganz sicher in allen Ländern die Nachfrage nach Leih- kapital sehr groß sein wird, so wird auch der Zinsfuß hoch bleiben: es wird also die Anlage von Kapital in Staats- papieren, die fünf Prozent abwerfen, kein besonders günstiges Geschäft sein, die Nachfrage nach diesen Papieren wird nicht so: stürmisch sein, daß sie den Preis in die Höhe treibt. Die Staatsanleihe bleibt also eine solide Kapitalanlage, bei der die Gläubiger ihre festen Zinsen beziehen, aber die Spcku- lauten lockt sie nicht. Stehen nun die Dinge so, daß unter den Kapitalseignern Spckulationsstimmung herrscht, so ver- mindert sich der Kreis jener, die solide Kapitalsanlage suchen, es ist geringere Aussicht vorhanden, eine Anleihe unter- zubringen. Wie stehen nun momentan die Dinge in Deutschland? Da keine Börsenkurse veröffentlicht werden und auch pri- vate Mitteilungen über die Kurse von Wertpapieren selbst zu Studienzwecken nicht mitgeteilt werden dürfen, so ist nur den Börsenbesuchern und den Bankiers bekannt, wie stark die Neigung zur Spekulation ist. Verschiedene Aeußerungen, so vor allem der Alarmnif des Herrn Dr. A. Weber, Direktor der Mitteldeutschen Kreditbank und Mitglied des Reichstages in einer vor kurzem veröffentlichten Broschüre, lassen auf einen ziemlich hohen Grad des Spekulationsfiebers schließen, aber eine genaue Beurteilung ist ausgeschlossen. Fragt man sich nach den Ursachen, die die Spekulation hervorgerufen haben können, so sind sie freilich nicht schwer zu finden. Tat- fache ist, daß eine ganze Anzahl Unternehmungen die„Kriegs- Konjunktur" ausnutzen konnten und anormal hohe Profite erzielen. Es sind die Unternehmungen, die direkt oder indi- rckt an Lieferungen von Kriegsmaterial beteiligt sind, ferner Mühlen, Lederfabriken und andere, die aus der allgemeinen Preissteigerung Nutzen ziehen konnten. Die Fama übertreibt womöglich noch die Profitchancen und da stürzen sich denn die Spekulanten auf die Aktien solcher Unternehmungen, das Geschäft kommt in Schwung. Nachdem aber einmal die Spekulationswut angefacht war, erstreckte sie sich bald auch auf andere Gebiete. Man fing an die Chancen anderer Unternehmungen zu prüfen, die zwar während des Krieges keine Profite erzielen, vielleicht sogar Verluste erleiden, von denen aber sicher anzunehmen ist, daß sie alsbald nach Friedensschluß eine glänzende Konjunktur haben werden. Die Aktien solcher Unternehmungen waren vielfach billig zu haben, weil viele Besitzer sie auf Kredit gekauft hatten, also Zinsen für diesen Kredit zahlen müssen, während die Papiere keine Dividende abwarfen. Es fanden sich also Käufer, die darauf rechnen, daß sie zwar noch einige Zeit keine Dividende beziehen werden, dann aber, wenn die Zeiten sich bessern, die Papiere mit hohem Gewinn verkaufen werden können. Auf solche.Weise kann ganz allgemein eine Spekulationsstimmung entstanden sein. ?16cr die Lust zur Spekulation allein genügt nicht, wenn nicht die Möglichkeit besteht, sie zu betätigen. Die Bedingun- gen für die Spekulation liegen sicher ungünstiger als in normalen Zeiten, denn der Kredit ist stark eingeschränkt. Würden die geltenden Bestimmungen streng eingehalten, so könnte auf Kredit überhaupt nicht spekuliert werden. An der Börse dürfen ja nur„Kassageschäfte" gemacht werden, bei denen die gekauften Papiere bar bezahlt werden, und die Großbanken haben sich verpflichtet, Geschäfte in Wertpapieren ebenfalls nur bei Barzahlung zu verniitteln. Ganz sind aber den Spekulanten die Wege, sich Kredit zu verschaffen, nicht versperrt, das ist bei den komplizierten Verhältnissen des Bankverkehrs nicht möglich. Anzunehmen ist aber wohl, daß auch bei Barzahlung die Spekulation sich gerade jetzt be- tätigen kann. � Geschäftsleute, deren Kapital brachgelegt ist infolge der Kriegsverhältnisse, werden wohl oft der Versuch- ung unterliegen, durch Spekulation in Wertpapieren sich Profit zu verschaffen, und Leute, die an Krieaslieferungen im kleinen Geld verdient haben, vermehren den Profit, indem sie spekulieren. Ter Kreis der Speknlationslnstigen, die über Ecldwerfügcn, ist also wohl ziemlich groß. Um nun dem Treiben der Spekulanten entgegenzu- wirken, haben die maßgebenden Stellen vor allem auf die Banken einzuwirken gesucht. Sie werden aufgefordert, durch strikte Verweigerung von Kredit zu Svekulationszwecken dieses Treiben zu erschweren. Ferner kündigt der Börsen- vorstand einen„Abbau des Börsenmoratoriums" an. Es handelt sich dabei darum, daß bei Kriegsausbruch für Börsengeschäfte ein Moratorium gewährt wurde, d. h. die Zahlungsverpflichtungen, die aus Käufen an der Börse vor Kriegsbeginn zu leisten waren, bleiben gestundet. Jetzt wird erwogen, daß den Gläubigern das Recht eingeräumt werden soll, 10, Proz. der Schuldsumme einzuziehen. Dadurch wür- den die berufsmäßigen Börsenspekulanten gezwungen wer- den, ihre Geschäfte einzuschränken. Es bleibt abzuwarten, ob diese Schritte genügen Werden und dupch Einschränkung der Spekulation der Geldmarkt aufnahmefähiger werden wird. Meldung der ltalieni, scheu Heeresleitung. Rom, 17. August.(W. T. B.) Kriegsb»richt vom Pf o u t a g. In der Tonalzonc und im Abschnitt des P a l d a s s a(Settc Communi) war der Artilleriekampf gestern sehr heftig. Neue Fortschritte werden im Sextentale (Drau) gemeldet. Unsere Artillerie zerstörte die feindlichen Schützengräben auf dem Seekofel und der Roten Wand und brachte die feindliche Artillerie zum Schweigen, die versuchte, sie zu bekämpfen. Die Infanterie drang längs der Täler des Bacherbach und des Vodenbach vor, indem sie die feind- liehen Verteidigungswerke eroberte und einige Gefangene machte. In der Nacht zum 15. August versuchte der Feind, durch einen Gegenangriff die verlorene Stellung am Bodenbach wieder- zunehmen, wurde aber zurückgeschlagen. Spätere Nachrichten über das Gefecht vom 13. im P o p e n a t a l, von dem im gestrigen amtlichen Bericht gemeldet wurde, bestätigen, daß der Gegner schwere Verluste erlitten hat. In einem einzigen Schützengraben wurden über 200 Leichen gezählt, darunter einige Offiziere. In Kärnten unternahm der Gegner in der Nacht zum 13. August einen heftigen Angriff gegen unsere Stellungen vom Kleinen Pal, dem Freikofcl und dem Großen Pal. Der festen Standhaftigkcit unserer Infanterie, die durch das rechtzeitige und wirksame Eingreifen der Artillerie unter- stützt wurde, gelaug es, auf der ganzen Front den Feind zurück- zuschlagen und ihm schwere Verluste zuzufügen. Im Gebiet des K r n wurden gestern weitere Fortschritte erzielt, besonders in der Richtung auf Flitsch, und ungefähr 300 Gefangene gc- macht. C a d o r n a. der türkische Krieg. Der vernichtete Transportüampfer. London, 17. August.(W. T. B.) Meldung de-Z Reuterschen VureauS. Der englische TranSportdampfer, der am 11. August früh von einem feindlichen Unterseeboot ver- senkt wurde, hieß.Royal Edward'. Er führte 220 Mann Besatzung, 1850 Mann Truppen mit 32 Offizieren. Soweit bekannt, sind SOP Mann gerettet worden. Der Transport bestand hauptsäch- lich aus Verstärkungen für die 29. Division und au? EanitäiS- Mannschaften. Kämpfe im Kaukasus. Petersburg, 17. August.(W. T. B.) A m t l i ch e r B e r i ch t d c r K a u k a s u s a r m e e: In der K ü st e n g e g e n d und bei O l t y erfolgreiche Unternehmungen unserer Patrouillen. Bei dem Flecken Vez wurde eine türkische Brücke über den Tschorokflutz ver- uichtet. In der Euphratgegend besetzten unsere Truppen Kop. Nach einem fünfstündigen Kampfe zwang unsere Kolonne bedeutende türkische Streitkräfte nach Torol zurückzugehen. In derselben Gegend überfielen unsere Erkundigungspatrouillen unter dem Leutnant Bielh und den Unterleutnants Sytfchef und Jwantfchenko eine auf dem Rückzug befindliche türkische Kompagnie, machten viele nieder, führten die anderen als Gefangene weg und erbeuteten Gewehre. Nach dem Bericht des Kommandanten einer Jnfantericabteilung, die unserer Kavallerie folgte, ist der ganze Weg von Dutak nach Melazghert mit Leichen der Türken übersät, die bei der Verfolgung durch unsere Kavallerie niedergemacht worden sind. An den anderen Stellen der Front keine wesentlichen Ver- Snderungcn. Der• Seekrieg. Eine neue amerikanische Note. London, 17. August.(T. U.) Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus aus Washington soll die Ant- >vort der Unionsregierung betreffend die Vernichtung des Dampfers„William F r y e" heute veröffentlicht werden. Der deutsche Vorschlag, den Schaden � festzustellen, wird angenommen, dagegen der Vorschlag, die MeinungSverschieden- heilen über die Deutung dcS prenßifch-amerikanischen Vertrages einem Schiedsgericht zu übertragen, wird abgelehnt. Die„Rechte"' üer Neutralen. London, 17. August.(W. T. V.)„Daily News' sagt in einem Leitartikel, cS sei falsch, nicht zugeben zu wollen, datz sich England bei der Behandlung der neutralen Schiff« fahrt formell im Unrecht befinde. Die richtige Verteidigung sei die, daß mit der Schnelligkeit der modernen Seevcrbindungxn die allgemeinen Methoden des Handels» und Seekrieges sich so geändert hätten, daß alte Völkerrechtliche Ansprüche wirksam nur durch neue Methoden verfochten werden könnten. Man könne einen modernen transozeanischen Dampfer nicht auf offener See durchsuchen und müsse ihn in einen Hafen schleppen. Leider seien die Aende- rungeii, die in den normalen Verhältnissen allmählich entstanden wären, plötzlich insgesamt der HandelSwelt aufgezwungen worden, die durchaus nicht wußte, was ein Seekrieg unter modernen Bc- dingungen sei. Die ganze Lage müste eingestandenermaßen nach dem Kriege revidiert und neues Recht geschaffen werden. Die Freiheit öer Meere. Zu den Schlagwörtern, die heute jedermann um die Ohren schwirren, gehört mit in erster Linie das Wort von der„Freiheit der Meere', die Deutschland, wie man sagt, erkämpfen muß. Leider erfährt man— außer etwa in Vroschürcn und Driickjchriflen ge- wisser Gruppen, die aber zurzeit in der Tagekpresse nicht nach- gedruckt und kommentiert werden könne»— niemals, was denn eigentlich unter dem Ausdruck zu verstehen ist. Es ist deshalb recht dankenswert, daß Graf E. Rcventlow in der„Deutschen Tages- zeitung' dem mysteriösen Schlagwort näher zu Leibe geht. Die bis jetzt im großen Publikum herrschenden, recht nebelhaften Vor- stellungen löuncn sich dadurch immerhin zu einem etwas klareren Bilde verdichten. Reventlows Artikel entnehmen wir deshalb folgende Kernsätze: „Die Freiheit der Meere würde mithin die Beseitigung der bisher bestehenden Unfreiheit der Meere bedeuten, und zwar zu- nächst sür das Deutsche Reich, dcnu so groß unsere selbstlose Begeisterung dafür ist, die Meere für alle Nationen frei zu machen, so ist auch dieses Ziel nur erreichbar, wenn wir bei uns selbst anfangen... Die Meere... sind nicht frei. Sie sind für kein Land der Welt weniger frei als für Deutsch- land.... Der Erste Lord der britischen Admiralität, Lord Balfour, sagte neulich: Die Deutschen verständen unter Herstellung der Freiheit der Meere das Zerbrechen der britischen O z e a u s u p r e rn a t i e. Diese Ozeansuprematie sei für die Insel Großbritannien aber ein Lebensbedürfnis. ... So und nicht anders stehen die Dinge. Fragen wir uns also: was bedeutet für das Deutsche Reich als Ziel die Freiheit der Meere? Wie ist der Weg, der zu dieser Freiheit führt, welches sind die Mittel? Wer die britische Geschichte kennt, weiß die Ant- wort: die Befreiung der Meere ist eine Machtfrage. Wer die Geschichte dieser Machtfrage kennt, weiß, daß es eine utopische Illusion wäre, zu glauben: die Freiheit der Meere könne etwa durch einen.Znsammenschluß der see- fahrenden neutralen Mächte in Uebereinstimmung mit den Gegnern Großbritanniens' tatsächlich erreicht werden. Sicherlich kann— und werden vielleicht— Papierberge zu solchen Zwecken beschrieben, monatelange Konferenzen und Kongreste darüber abgehalten werden. Ein anderes als rein papierenes Ergebnis werden solche Dinge nie haben, wobei wir allerdings fest davon überzeugt sind, daß Großbritannien an solchen papiernen Beratungen und Verabredungen mit größter Zuvorkommenheit teilnehmen wird.... Die Freiheit der Meere ist und bleibt eine Machtfrage, und sie bedeutet für uns Deutsche: daß wir Verhältnisse schaffe«, welche für die Zukunft Großbritannicu unmöglich machen, uns die Meere zu sperren. Dazu müssen wir, sozusagen, die schwim- Menden wie die festen Bedingungen schaffen und uns ganz allein auf die eigene Kraft verlassen. Alles andere, auch die schönsten Phrasen und Versprechungen und Abkommen sind ivertlos, so z.B. der verstiegene Gedanke, Deutschland könne zusammen mit den Vereinigten Staaten die Freiheil der Meere, also die Befreiung von der englischen MecrcSherrschast erreichen. Diese Möglickckeit ist viel- leicht eine imaginäre, akademische, moralische, utopische— besonders von letzterem sind wir überzeugt—, aber eine prak- tisch politische Möglichkeit besteht hier nicht. Die Freiheit der Äkcere muß Deutschland sich rrkämpscu und kann eS sich erkämpfen, sonst würden ja auch die autoritativ gegebenen Aeußerungeu hierzu nicht gegeben worden seien....' Nach der Definition des Grafen Reventlow ist also die„Freiheit der Meere' nur auf dem Wege des Machtkampfes zu erreichen, und zwar durch Beseitigung der Ozeansuprematie Englands, einerlei ob England als Insel die Seebeherrschung durch eine andere Nation als Gefährdung seiner Lebensbedürfnisse emp- findet oder nicht. Das ist klar und deutlich. Ob eS politisch richtig und eine Friedenssicherung für Deutschland ist, ist natürlich eine ganz andere Frag«, die wir aber im Augenblick aus den sattsam bekannten Gründen leider nicht zu erörtern vermögen. Der Krieg in öen öeutschen Schutzgebieten. Das Deutsche Kolonialamt übergibt der Oeffentlichkeit die fünfte Mitteilung über die kriegerischen Ereignisse in den deutschen Schutzgebieten. Aus Deutsch-Ostafrika sind seit Abschluß der letzten Veröffentlichung wenige Rachrichten eingegangen; sie stammen meist aus gegnerischen Quellen. Ueber die allgemeine Lage in Deutsch-Ostafrika um die Mitte März d. Js. ist amllicherseits folgendes bekannt geworden: Deutsch-Ostafrika ist frei vom Feinde, ausgenommen die Insel Mafia und den Longidoberg(nordwestlich von Kilimandjaro an der deutsch-englischcn Grenze), die von Engländern besetzt sind. Wir halten Taveta in Britisch-Ostafrika(östlich von Kilimandjaro) besetzt. Vor der Küste befinden sich folgende englisckie Kriegsschiffe: Linienschiff.Goliath', Kreuzer„Wey- mouth",„Hyacinth",„Astraea",„Pyramns', nach Gefangenenaussage auch„Dartnrouth", Hilfskreuzer„Kinfauns Castle' und ein zweiter Hilfskreuzer gleichen Typs, serner armierter Kabeldampfer �Duplex", vier armierte Walfischfänger, ein Wafierflugzeug(letzteres im März eingetroffen). Von den englischen Schiffen liegen stets einige, darunter die.Weymouih', vor der Rufidjimündung, die übrigen fahren längs der Küste hin und her und haben nach der Blockadcerklärung noch eine Anzahl DauS, darunter auch solche, die versteckt an Land lagen, weggenommen. Unsere Truppen haben sich durchweg hervorragend bewährt. Verpflegung und Sanitätswesen funktionieren gut. Ein„RoteS- Kreuz'«Komitee und ein Liebesgaben- Komitee haben unter Lcitnng von Frau Gouverneur Schure größere Summen aufgebraucht und sich wirksam betätigt. Der Gesundheitszustand der Truppe und Be- völkerung war im allgemeinen günstig. Die Ruhe unter den Eingeborenen ist— abgesehen von ein paar Viehräubereien von Warundi, die zur Rechenschaft gezogen wurden— nicht gestört worden. Die Haltung der Eingebornen war, von EinzelauSnahmen abgesehen, ruhig. Das Angebot von Rekruten auS allen Teilen der Kolonie war größer, als eingestellt werden konnten. Unter den Eingeborenen einiger Bezirke trat in- folge ungünstiger Regenverhälmisse im November bis � Januar Nahrungsmittelknappheit ein. Die Aussichten sind indessen jetzt, nachdem im Februar reichliche Regenfälle eingesetzt haben, für den größten Teil der Kolonie gut. Die Kopfsteuern find im ganzen Schutzgebiet glatt eingegangen und bleiben hinter dem Erträgnis des Vorjahres nur unwesentlich zurück. In einem großen Teile des nördlichen Portugiesisch-Ostasrika sind die Eingeborenen aufständisch. Ein Vorgehen der Portugiesen gegen die Eingeborenen auf dem Mauiaplateau endete mir einem Fehlschlag. Nach Eingeboreueimachrichten ist auch in Britisch-. Nhassaland ein Aufstand ausgebrochen. Endlich sind im belgischen Kongo westlich des TanganjikaseeS die Eingeborenen aufständisch. * Dritte Verlustliste a u s dem Schutzgebiet Deutsch« O st a f r i k a. 1. Gefallen: Kaufmann Augustin, Leutnant d. Res.. Schulte. Vizefeldloebel Kasten, Unleroffizie» d. Res. Günther, Landwehrmann Ruhl, die Landsturmmänner Schlehuber, Lenschner und Färber, Schütze Gruber, Kriegsfreiwilliger Jakobsen, Oberleutnant Henne- berger, Feldwebel d. Landw. Bast, Viezefeldwebel des Beurlaubten- standeS Wina, Leutnant d. Rci. Knorr, Hauptmann Schimmer, Landwchrmanu Buschmann. Major Kepler, Hauptmann Gerlich, die Oberleutnants Kaufmann, Spalding und Erdmann, die Leutnants d. Res. Scyd und Stoerig. Waffenmstr. Tyomsen, Sergeant Klippel, die Vizefeldwebel d. Res. Ackermann und Weber, die Unteroffiziere d. Beurlaublenst.�Moebius und Linau, Obergefreiter d. Landw. Pawlitz, die Schützen Raab, Schulle, Katb und Bucher, Freiwilliger Leitner, Kriegsfreiwilliger Oehler, Gefreiter d. Res. Smet, Gefreiter d. Beurlaubtenst. BahrS. Außerdem Missionar Palm auf seiner Station. 2. Gestorben: Infolge Verwundung: VermestungZmaat Walther, Kriegsfreiwilliger Marri, Gefreiter d. Res. Bosserl, Lcul- nant d. Res. Meyer-Naihus, Hauptmann Frhr. v. Hammerfiein. Vizefeldwebel d. Res. Dr. Simoncit! infolge Krankheit: Oberleutnant Girbrl, Leutnant a. D. v. ZawadSkq, Heizer Friehs, Kriegsfreiwilliger Jchle, Vermessungsmaar Hansen, Leutnant d. Res. Weidner, Kriegsfreiwilliger Saßmann, Heizer Schmitt, Torpedo- Heizer Lechner, Steward Bars. 3. Verwundet: Hauptmann Wintzens, Leutnant der Res. Lang, Sanitätsfcldivebel d. Landw. Dormeyer und Vizefeldwebel d. Landw. Pimche, Leutnant d. Res. Reindl, Gefreiter d. Ret. Müller (Otto) aus Wilkau i. Sa. und Kriegsfreiwilliger Gröbbels, Leutnant a. D. v. Gußmann(verletzt durch Sturz vom Flugapparat, wieder dieustfähig), Maat Kuerstein, Vizefeldwebel des Beurlaubteustandes Juengst, Unteroffizier d. R. Kremer, Vizefeldwebel d. Res. Wehner, Kriegsfreiwilliger Tramer, Leutnant d. Res. Schiller, Oberstleutnant v. Lettow- Vorbcck, Hauptmann Otio, die Stabsärzte Dr. Pem'chke und Dr. Vorwerk, die Ober- leutnantS Langen, Wolfs, Frhr. v, Stosch, v. Oppen und Goctz, die Oberleutnants d. Res. Thiel und Transfeld, die Leutnants d. Res. Dr. Winkelmann und Schulze, Scnnlätsseldwebel b. Res, Joerger, Vizewachtmeister d. Res, Klaube, die Unteroffiziere d. Res. Mock, Leipold und Goppel, Unteroffizier des Beurlaubtenst. Dreyer, Maat der Seew. Nibbe, die Gefreiten des Beurlaubtenst. Mickel, Strecker, Müller(Artur), Müller(Qtto) und Werner. Gefreiter der Landw. Simon, Gefreiier d. Res, Notboom(wahr- scheinlicb Notbobm), die Jäger der Landw. Mäckel und Lippold, die Schützen Pfeiffer, Braun. Scknllze und Stanze, Freiwilliger Appell, Unteroffizier d. Beiirlaubienst. Koober, die Kriegsfreiwilligen Christopy und Lausberg, Leutnant d. Res. Hann. 4. Vermißt oder gefangen: Urncroffizier d. Res, Gehl, Möller(Personalien unbek.), Unteroff. d. Res. Welker, Unteroffizier d. Res. Dörfer, Landwehrmann Kletzsch. Schütze Meinhardt, Freiw. Kroescher oder Kröeschner, Gefr. d. Beurlaubtenst. Boß, Kaufmann Slhamer. In Gefangenschaft in Ahmeduagar: GouvernementSsekretär May, Kanzlist Paul und Pflanzungsassistent H. v. Delling. Die französische Zensur. Paris, 17. August. fbi« f,~- 1 Stoffe«nd AusführunK, Kammgarn, wa.serdiebt ■wimln.lnW U'-U>«a«., Taoh, IToaU SUubmlntel, Stldenmln 1 i f.•~ 1 Oft imprisrniert schwarz. blsn, grün, LL,(bis 70.-1 dCUn- Ledeapeierlntn, Frauenmlntel aas]»tat» bis 85.—, 130 Isar 22.— Merb.«-».«.»..'ead'rnw". Seide, bis SU den 1 statt bis 106.- Xedellrfrte. weite.b Größen 1 T rauer- Magazin. Tmeh BiW- Emsegnungs-Kleider OrSfte Awswabl. dASa—~ n panz nlsdrlgss Prelten. In AnevahlsaBdanarea eefertl..... kBbiehen nssieitllebtn Ane- Zmntr. 7080.•*»" bis 220,-.(«iningen. Für sofortigen Eni sc Kluß: Pchlcrnttatel, «ehbE Fell#, b*ite K&7sebfi*rarb«itt Peraiftner, L«»ibi>A«, RchiA, eiareln« kurze_ b. Z3._(bil'ra—) 105- 70.- (ststt bis 225.—) Bclnnelffene PlNaehmkntel 00 OB.— aal schwerem, reinseidenem Futter' (Statt bis ISO.—) WoIlpINneh-, Krimmer-, so ----- Kkntel 4o.- (statt bis 106.-1 Vinter praktisch« � Formen, •inxalnA Reiscmnstcr »A- (statt bis CO.—), Astrachan Äuröekgsiotzta (statt bis CS.—) statt bis 21C0.— (sonst bis 130.—) 900.— 450.— C Wolirenatr. 87a nCaloanadBal IL draOa Pran ......- 1600.— 900.-680.-350.-185.- •trl Allen Freunden und Bekannten die kiäurige Nachricht, datz mein guter Mann, der Restaurateur Anton Kubaczewski am 16. August verstorben ist. Alle, die ihn kannten, werden meinen Schmerz ermessen. Um stilles Beileid bittet die Witwe Fr. Bronislawa KnbaezewSkt Engeluser 2. Die Beerdigung findet Donnerstag. den IS. August, nachmittags 4V, Uhr, von der Leichenhalle des St. Michael-Kirchhose», Marien- dorser Weg, aus statt. ReutersWerke . I Blnbe 4 Älort• Buchhandlung vorwärt» Als Opfer deS Weltkrieges siel, am 31. Juli bei einem Sturm- angriff unser lieber Freund nnd Skätgenosse.; � 78A Kiarl Weirauch Unteroff. im 4. Garde-Rcgt. z. F., 2. Komp. Ein ehrendes Andenken be- wahren ihm Paul streyer, Hermann Linke. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau ttslenv Becker sage ich hiermit allen Verwandten und Bekannten, sowie allen Be- teiligten meinen herzlichsten Dank. Wilhelm Becker nebst Sohn Mutter und Geschwister. VertretltniiU Berlin. Tel-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestratze 30. Heute Mittwoch, den 18. August, abends 8'/, Uhr: Tttaung der Ortsverwaliung. Freitag, den 20. August, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 2. Omartal. 2. Bericht der CrtS- verwaltung. 3. Ersatzwahl znr Ortsverwaltnng«nb von An- gestellten. 4. Ersatzwahl zum Hauptvorstaub. 5. Anträge. Donnerstag, den IS. August, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15(Saal 4): 2r anesten-Versammlung der Korbmacher. Tagesordnung: l. Die Regeluug der Löhn« i« der Geschostkorbbranche. 2. verschiedenes. Ä 86 DI© Ortaverwaltang. Nkmaltungsstellt Ktriin. N 54, Finienstr. 88—85. Telephon: Amt Norden 185, 1239. 1087, 0714. Bureau geöffnet von S bis 1 Uhr nnd von S bis 7 Uhr. Achtung! Die Konferenz der Vertrauensleute der Schleifer und Galvaniseure fällt in diesem Monat aus. 1)8/4 Bl« Ortsverwaltiinif. Lerantw. Redakt.: Alfred Wielev». Neukölln. Jnjeratenteil verantw» Th. Glocke, BerUn. Druck u. Verlag:«oWärtSBuchdr.u.Perla2sailimltPcml Siilge-:ö-Lo., Berlin SW; Hierzu 1 Bcilage». UnterhaltuugSbl. Nr. 227. 32. Jahrgang. Mittwoch, 18. August 1915. Sie Lebensmittelteuerung vor der Budgetkommission. Die Budgetkommission des Reichstags begann am Dienstag die Besprechung der Denkschrift der Regierung über die getroffenen Wirt- schaflliche» Maßnahmen. Staatssekretär Delbrück gibt einen Rückblick über die Maß- nahmen auf dem Gebiet der Nahrungsmittelversorgung. Höchstpreise führen nur zum Erfolg, wenn die' Möglichkeit der Beschlag- nähme besteht oder wenn der Handel organisiert ist. Die Schaffung der Kricgsgetreidegesellschaft bürgt für eine ge- ordnete Versorgung. Die Enteignung zugunsten der Kommunal- verbände war der einzige Weg. auf dem Schwierigkeiten in der Versorgung sich beseitigen ließen; die Zentralisation versage auf diesem Gebiete vollständig. Den Austausch zwischen den Ver- bänden besorgt die KriegSgetreidegesellichaft. Die Aufsicht durch den Reichskommissar sichert den Einfluß des Reiches. Der Redner schildert eingehend den organisatorischen Aufbau der geschaffenen Einrichtungen, bei denen olle Interessenten durch eine Vertretung berücksichtigt sind. Um die Rationen zu erhöhen, seien zwei Wege gangbar, entweder die einfache Erhöhung oder die Aenderung des AusmäblverhältnisseS. Letzterer Weg werde zunächst beschritten werden; bei nicht so starker Ausmahlung wird das Mehl besser und man erhält bessere Kleie, was wieder von Einfluß ist auf die Fleischproduktion. Mit Sicherheit dürfe außer- dem angenommen werden, daß in kurzer Zeit auch eine Erhöhung der Rationen eintreten werde.— H ö ch st preise für Mehl sind nach Ansicht der Regierung nicht nötig, weil die Kommunalverbände ihr Getreide selbst ausmahlen lassen und kein Interesse an der Verteuerung des Mehles haben. G e r st e und Hafer mußten anders behandelt werden; hier blieb nur der Weg der Beschlagnahme. Die Festsetzung hoher Preise sollte der Landwirtschaft einen gewissen Ausgleich dafür bieten, daß die Ge- ireidepreise nicht erhöht wurden.— Die Futtermittelversorgung bietet gewisse Schwierigkeiten, weil eine Einfuhr völlig ausgeschlossen sei. Deshalb seien umfassende Maßnahmen ergriffen ivorden. Ersatz- stoffe nutzbar zu machen.. Aus Rumänien könnten Futtermittel bc- zogen werden. Es bestehe aber für das Reich nicht der mindeste An- laß, die hohen Ausfuhrprämien zu bezahlen.— Daß eine Beschlagnahme der Kartoffel« nicht durchgeführt wurde, hänge mit den Erfahrungen zusammen, die man im Vorjahre mit dem Kartoffelhandel gemacht habe. Zunächst sei abzuwarten, wieviel Kartoffeln wir haben. Tritt dann wieder eine Spekulation ein, dann müsse ihr durch entsprechende Höchstpreise begegnet werden. Besondere Schwierigkeiten bietet die Festsetzung von Höchstpreisen für Milch, weil man den Produzenten nicht zwingen könne, Milch zu verkaufen; er könne auch andere Produkte herstellen.— Der Gedanke werde momentan erwogen, den Verkauf von Fleisch aus bestimmte Zeiten festzusetzen. Die Festsetzung von Höchstpreisen für Fleisch durch das Reich sei nicht möglich; man müßte daran denken, zu diesem Zwecke kleinere Bezirke zu bilden. Man könnte eventuell auch den Viehhandel zwangsweise organisieren. Alles das schließe aber doch nicht aus, daß immer wieder Wucher getrieben wild.— Die Versorgung der Stadt Straßburg mit Gemüse könne als vorbildlich bezeichnet werden. Dieses Beispiel zeige, was eigene Initiative vermöge. Aufgabe der Presse wäre es. den Widerstand der Bevölkerung gegen Ersatz-Nahrungsmittel zu brechen. Graf Westarp bebt hervor, daß wir mindestens noch ein Jahr mit der jetzigen Wirtschaftsweise auskommen müssen. In den weitesten Kreisen herrscht eine empfiildliche Rötlage. hervorgernfeii durch Verteuerung der Lebensmittel um 50 b i S 1 P r o z. Die Presse Mnsse beruhigend und''iüisV klärend wirken. Man dürfe nicht immer der Landwirtschaft die Schuld an der Teuerung beimessen. Ausnahmen gebe es überall, auch unter den Landwirten, aber die Landwirtschaft im ganzen ver- diene die erhobenen Vorwürfe nicht. Die Regierung müsse fest- stellen, wo die Schuld an der Verteuerung liege und das Ergebnis dieser Untersuchungen müßte der Oeffentlichkeit unterbreitet werden. Zwischen Mehl- und Getreidepreisen bestehe ein schreiendes Mißverhältnis. Bei den jetzigen Getreidepreisen bringe die Landwirtschaft eitl ganz enormes Opfer. Die Herabsetzung der Mehlpreise sei dringend erforderlich; die Mühlen ziehen Profile, die in keiner Weise berechtigt seien. Daß die Kommunalverbände Höchst- preise für Mehl festsetzen dürfen, ist nicht zureichend; es müsse generell festgesetzt werden, wie hoch die Spannung zwischen Getreide- und Mehlpreisen sein dürfe.— Die Fleischfrage sei eigentlich nichts weiter als eine Futterfrage. Die Reichs-Einkaufsgesellschaft müsse bestrebt sein, soviel Futtermittel als möglich hereinzubringen, auch dann, wenn mit einem Verlust beim Verkauf zu rechnen sei. <">er Bezug von Getreide und Futtermitteln aus Rumänien sei aber unter den jetzigen Verhältnissen absolut nicht zu empfehlen. Die Bestrebungen auf Erhöhung der Milchpreise seien in den gesteigerten Produktionskosten der Landwirtschaft berechtigt. Staatssekretär Delbrück verteilZigt die Verordnung des Bundesrats gegen den Wucher und betont, daß eine Verschärfung nach der Richtung hin in Aussicht genommen werde, den Wucherern d e Befugnis zur Ausübung des Gewerbes auf einige Zeit zu unter- sagen und ihnen unter Umständen die bürgerlichen Ehren- rechteabzuerkennen.» Ein RegicrungSvertretcr gibt sodann eine Uebersicht über die Erntc-Ergebnisse. So weit sich die Resultate jetzt schon übersehen lassen, ist die Anbaufläche und der Ertrag gestiegen. Zurückgegangen ist der Anbau von Futterrüben. Oelfrüchten und Hopfen. Die Getreideernte ist mittel bis gut, die Kartoffelernte gut.— Redner erörtert dann die Maßnahmen zur Hebung des Mangels an Futter- Mitteln. UnterstaatSsekretär Michaelis bespricht eingehend die Gestaltung der M e h I p r e i s e. Redner bestritt, daß der Gewinn der Mühlen zu hoch sei. Daß die Großmühlen besonders herangezogen werden, habe seine Ursache in der größeren Leistungsfähigkeit. Eine wesent- liche Herabsetzung der Mehlpreise könne nicht in Aussicht gestellt werden. Abg. Hoch stellt fest, daß die sozialdemokratische Preffe mit ihrem Protest gegen den Lebensmiltelwucher nur ihre Pflicht getan hat. Leider ist es die Zensur, die die Presse an ihrer Ausgabe hindert, Aufklärung in die Masse zu tragen. Hat man doch sogar die Ver- breitung von Parlamentsreden verhindert. Erste Voraus- setzung für die Ausklärung der Massen des Volkes ist Preßfreiheit. Die Regierung möge sich an- gelegen sein lassen, die Militärverwaltung über die Aufbewahrung der Lebensmittel zu unterrichten, damit nicht, wie in Köln, große Mengen Lebensmittel vernichtet werden müssen. Die möglichst große Zufuhr von Futtermitteln ist nötig; gegen finanzielle Aufwendungen des Reiches zu diesem Zweck ist nichts einzuwenden. Bein: Kartoffclwuchcr hat sich klar erwiesen, daß die Spekulation wesentlich zur Preis- treiberei mit beigetragen hat; deshalb mutz man Höchstpreise recht- zeitig festsetzen. Man miiß den kleinen Leuten die Möglichkeit bieten, sich Kartoffelvorräte anzuschaffen; dort werden sie gewiß nicht verderben. Worin liegt die Ursache für die enorme Ver- teuerung des KartoffelmehleS? ES ist nötig, daß der Bevölkerung mehr und mehr besseres Mehl zur Ver- fügung gestellt wird. � Die Höchstpreise für Getreide hätten herabgesetzt werden müssen. Die Bevölkerung kann einfach die jetzigen Preise nicht mehr erschwingen. Das Verhältnis zwischen Mehl- und Gelreidepreisen ist ganz unhaltbar; den Mühlenbesitzern schanzt man enorme Gewinne zu. Redner kritisiert scharf das preis» treibende Wirken gewisier Händlergruppen. Viele Arbeiter sind gar nicht in der Lage, das Konservenfleisch zu bezahlen. Die Obsternte ist schon jetzt zum großen Teil in den Händen der Händler, die die Preise dann wieder in die Höhe treiben. Den Gemeinden müßten Mittel zur Verfügung gestellt werden, um Lebensmittel einkaufen zu können. Staatssekretär Dr. Delbrück versichert, daß seine ganze Sorge sich seit Monaten nur auf die Probleme der Volksernährung konzentriere. Am guten Willen der Regierung möge man nicht zweifeln. Anzuerkennen ist, daß die sozialdemokratische Presse teil- weise sehr sachkundig geurteilt habe, man dürfe aber nicht alles vom Konsumentenstandpunkt aus beurteilen. Die Erbitterung unter der Bevölkerung beruhe zum Teil auch auf falschen Voraussetzungen. Dem Wucher könnte man weit mehr zu Leibe gehen, wenn das Publikum Anzeigen erstatten würde, anstatt die hohen Preise zu bezahlen. Der Obstverwertung haben sich große Schwierigkeiten in den Weg gestellt. Die Organisation des Handels muß Sache der Gemeinden sein. Präsident Kautz bespricht die Preisbildung für Kartoffelpräpa- rate, die in nächster Zeit billiger werden. Die Verteuerung des Zuckers war nur vorübergehender Natur. Zuckerknappheit habe nie bestanden. Abg. Dr. Quarck: Die Vertretung der Konsumenteninteressen muß bei den oberen Stellen verstärkt iverdcn. Besonders müßte man die Konsumvereine mehr heranziehen. Ju den Großmühlen müßte die Nacht- und die Sonntagsarbeit ausgeschaltet werden. In der Brotversorgung hat man unbedingt agrarische Tendenzen be- günstigt. Verteuernd wirkt, daß den Kommunolverbänden Kom- missionsgebühren zugestanden werden. Die sozialdemokratische Presse hat aufklärend gewirkt, das ist aber durch das Treiben der Lebensmittelwucherer sehr erschwert worden. Die Reichs- behörden müssen auf die Gemeindebehörden einwirken, damit sie die Initiative zur besseren Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln ergreifen. In vielen Familien ist die Ernährung ab- so lut. unzureichend. Wenn nicht sofort umfassende Maß« nahmen getroffen werden, dann erleben wir im Herbst abermals eine Preistreiberei. Mindestens müßten Richtpreise eingeführt werden, die den Gemeinden dann einen gewissen Spielraum in der Festsetzung der Preise lassen. Redner erörtert dann eingehend die unter Leitung des Bundes der Landwirte in Stutt- gart betriebene Preissteigerung für Milch. Erwägenswert wäre vielleicht, den Besitzern von Milchkühen besondere Futter- rationen zuzuweise». Die Wucherverordnung des Bundesrats bat solange keinen Zweck, solange die Justizbehörden nicht energisch eingreifen. Staatssekretär Dr. Delbrück findet den Vorschlag. Milch- Produzenten besondere Futterrationen zu überwiesen, für sehr be- achtenswert, nur stehen dem praktische Schwierigkeiten im Wege. Tie Mühlenangelegenheiten werden einer Subkommission über wiesen. Nächste Sitzung Mittwoch. Mus öer Partei. Aus den Organisationen. � � AuZ dem Wahlkreise Duisburg-Mülheim-Ober- Hausen-Hamborn wird uns geschrieben: Das Pressebureau verbreitete am Sonntag einen Bericht über die Stellungnahme des Wahlkreises Duisburg zur Fraktionspolitik. Angesichts der eigen- artigen Umstände, die bei dieser Stellungnahme obwalteten, möchten wir Sie bitten,/«uch die beiliegenden Bemsrkttffgen � der Redaktjan der-'r.Vz I..« wi T-n£M 1. .Niederrheffffschen'ArKitWemifiF� der' Pa rksipWe mi tzuteilen � „Die Sitzung der Filiallester, die am 8. August getagt hat, tiffd die vorstehende Resolntwn kaffren ist einer Weise zustande, daß ein Wort der Aufklärung geboten erscheint. Während bisher die Sitzungen der Filialleiter(erweiterter Kreisvorstand) stets durch den aus sechs Genossen zusammengesetzten engeren Kreisvorstand anberaumt und die Tagesordnung festgesetzt wurde, geschah dies bei der fraglichen Sitzung nicht. Vielmehr letzte der funktionierende Vorsitzende Ahlbrinck den Sitzungstermin eigenhändig fest und ließ auch den schriftlichen Prolest dreier Vorstandsmitglieder gegen die nicht ordnungsmäßige Anberaumung der Sitzung un- berücksichtigt. Vielleicht war es dem funktionierenden Borsitzenden nicht einmal unangenehm, daß zwei der Protestler, von denen einer obendrein mit der Berichterstattung über die Tätigkeit der Bezirks leitung beauftragt war, in ihrem Einspruch angeführt hatten, sie seien am Erscheinen verhindert. Gehören doch die beiden zur sogenannten Minderheit der Partei. Nicht genug damit wurde von dem funktionierenden Vorsitzenden ein Genosse als Vertreter einer Filiale zugelassen, die er(der funktionierende Vorsitzende) selbst vertrat. Dadurch sicherte man sich eine weitere Stimme für die Mehrheit. Außerdem wurde ein anderer Genosse(natürlich ein Anhänger der sogenannten Minder- heil) kurzerhand nicht zugelassen, obwohl er rechtmäßiger Stell- Vertreter eines am Erscheinen verhinderten Genossen war. Dank dieser Methoden, die bereits den engeren Vorstand beschäftigten und zur Enthebung des bisherigen funktionierenden Vorsitzenden von seinem Posten geführt haben, und dank des UmstandeS, daß eine Anzahl Anhänger der Minderheit der Sitzung ferngeblieben war, kam das Ver- trauensvotum für die Fraktion zustande. Wie die wahre Stimmung der Genossen des Kreises ist, haben frühere Abstimmungen der Filialleiter außerdem die gegen die Fraktionsmehrheit gerichteten Entschließungen der stark besuchten Parleiversammlungen in Duisburg(Haase-Ver- sammlung) und in Hamborn(Berten-Versammlung) sowie eine Ver- sammlung in Mülheim gezeigt." Das serbische Partciblatt eingegangen. Unser serbisches Parteiblatt„Radnitschke Nomine" ist den Ver- folgungen der Behörden erlegen. In einem Rundschreiben teilt die Parteileitung mit, daß keine Möglichkeit mehr bestehe, das Blatt weiter zu halten. Durch seine mutige Haltung, Aufdeckung der Willkür der Verwaltungsorgane, der Benachteiligung und Ueberwucherung des Volkes, durch seine scharfe Opposition in der Kriegsfrage wurde das Blatt den Regierenden zu unbequem. Zuerst kam das Verbot der Verbreitung in ganz Neu-Serbien, dann wurde das Verbot auf die Äriegszone erweitert. Diese letzte Verfügung hat. der Zeitung den Todesstoß versetzt. Neu-serbien und die Kriegszone— das ist ganz Serbien, viel bleibt da nicht mehr übrig. Auch die Hauptstadt gehört danach zur Kriegszone! Unter solchen Umständen ist das Weitererscheinen der Zeitung zur Unmöglichkeit geworden. Kein Zweifel kann darüber bestehen, daß die mit solchem Mut und solcher Ausdauer kämpfenden serbischen Genoffen sich auch der neuen Situation gewachsen zeigen werden. die K.-G.„die überschüssigen Getreidemengen der ländlichen Kommunalverbäude oft weit fortgeschafft habe, während dicht da- neben liegende städtische Zuschußverbände das Mehl ebenso weit oder noch weiter heranholen mußten. Durch dieses Verfahren sei das überall so notwendige Wagenmaterial der Eisenbahnen zweck- los in Anspruch genommen und das Mehl ganz unnütz verteuert worden."... Der Vorwurf von dem„Spazierenfahren" des Getreides im Lande wird dadurch entkräftet, daß die von der K.-G. aufge- stellte Gesamtstatistik ergeben hat, daß das von ihr bewirtschaftete Getreide durchschnittlich 150 Kilometer weit bewegt worden ist, was einem Eisenbahnfrachtsatz von etwa 0,80 M. für den Doppelzentner entspricht. Diese Bewegung der Getreidemengen bei der Versor- gung der deutschen Bevölkerung darf als sehr gering bezeichnet werden. Sie ist jedenfalls wesentlich geringer, als die in Friedens- zeiten übliche Getreideverschiebung. Im übrigen ist nur richtig, daß die K.-G. in der ersten Zeit nach Uebernahme der Heeres- Versorgung, als sie mit noch völlig ungeschultem Personal nur mit äußerster Anstrengung in der Lage war, den an sie herantretenden Aufgaben gerecht zu werden, in 47 von der Zentralstelle zur Be- schaffung der Heeresverpflegung ermittelten Fällen Getreide aus Bezirken mit höheren Preisen in solche mit niedrigeren Preisen ver- schickt hat. Die Anforderungen der Zentralstelle für HccreSverpfle- gung waren damals äußerst dringend. Alle diese Fälle liegen vor dem 10. Februar 1315. Damals hatte die K.-G. noch keine Vor- rate, die Zufuhren waren noch recht spärlich. Die K.-G. kämpfte im Interesse der Heeresversorgung und der Versorgung der großen Verbrauchsmittelpunkte gegen die Bestrebungen der örtlichen Ver- waltungsstellen, das Getreide zurückzuhalten. Die 47„unWirt- schaftlichen" Dispositionen bilden nur 0,66 Proz. der von der K.-G. bis zum 18. Mai IS15 für die Heeresverwaltung getroffenen Ge- treideverfügungen überhaupt. Es bleibt dem vorurteilsfreien Lesen überlassen, darüber zu urteilen, ob man aus diesem ausnahms- weisen Verfahren der K.-G. eine allgemeine„unnütze" Verteuc- rung des Mehles herauskonstruieren darf..... Mus Industrie unö Handel. Unberechtigte Vorwürfe. Uns wird geschrieben:-- Durch die Presse geht ein. längerer Aufsatz des„Sekretariats des Verbandes Thüringer Konsumvereine", in welchem der Zu- sammenschluß der gesamten Kommunalverbände der Thüringer Staaten zu einem einzigen Versorgungsgebiet befürwortet wird. Bei dieser Gelegenheit wird, anscheinend um die Forderungen des Verbandes zu unterstützen, auf die frühere Entwickelung der Kriegsgetreideversorgung unter dem Regime der K.-G. zurückge- griffen und dabei werden die bekannten, gegen die K.-G. erhobenen Vorwürfe wieder aufgetischt..So wird ch 83.-davon gesprochen, daß Auf die zweite Kriegsanleihe waren bis zum 14. August 8993,6 Millionen Mark eingezahlt gleich 38,8 Proz. der Gesamt« zeichnung. Gegenüber dem 7. August beträgt der Zuwachs 20 Mill. Mark. Trotzdem sind die von den Darlehnskassen für die Zwecke der zweiten Kriegsanleihe hergegebenen Darlehen um 23,6 Millionen Mark geringer geworden und umfassen nur noch einen Betrag von 291,7 Millionen Mark.. Der Versand des StahlwerkSverbandcs ist gegen den Vormonat zurückgegangen. Er betrug im Monat Juli 1315 ins- gesamt 258 092 Tonnen(Rohstahlgewicht), gegen 318 352 Tonnen im Juni 1915 und 470 422 Tonnen im Juli 1914. Hiervon entfielen auf Halbzeug 61763 Tonnen, gegen 77 804 Tonnen im Juni. Auf Eisenbahnoberbanmaterial 118 737 Tonnen, gegen 154 736 Tonnen. Auf Formeisen 77 587 Tonnen, gegen 86 412 Tonnen. Mus Groß-öerlin. Preisbildung auf dem Lebensmittelmarkt in Groß-Serlin. Die Preise auf dem Lebensmittelmarkt sind nicht nur recht hohe, sondern sie sind selbst in Grotz-Berlin noch sehr verschieden. Diese Preisunterschiede sind oft sehr kraß. So kosteten,»ach den soeben erschienenen Preisaufstellungen des Berliner Polizeipräsidenten' für Juli im Landespoltzeibezkrt-* Beplin: im Großhandel gelbe Kocherbscn in Berlin 120,75 M., in-'SchöstebergWilmePsdorf(dem vornehmen und als teuer-- verschrienen Westen) aber nur 108,60 M. Auch weiße Speisc- bohnen waren im Westen Groß-Bcrlins bedeutend billiger als in der Reichshauptstadt selbst, für 100 Kilogramm wurden in Berlin 123 M., in Schöneberg-Wilmersdorf aber nur 116 Dt. gezahlt. Linsen wurden im Juli nur in Berlin mit 150 M. der Doppelzentner verzeichnet. Nun die Preise im Kleinhandel! Nach einer in der- schiedencn Blättern abgedruckten Zusammenstellung— wir zitieren nach den„Neuesten Nachrichten"— kostete 1 Kilogr. gelbe Kochprbsen in Berlin 1,33 M., in Charlottcnburg 1,35 M., in Schöneberg-Wilmersdorf nur 1,29 M., in Neukölln, der Arbeiterstadt, dagegen 1,40 M., in Lichtenberg waren sie am billigsten mit' 1,20 M. Für weiße Speisebohnen wurden nach den Mitteilungen des Polizeipräsidenten im Kleinhandel be- zahlt: in Berlin 1,42 M., in Charlottcnburg 1,40 M., in Lichtenberg nur 1,20 M., in Schönebcrg-WilmerLdorf 1,38 M. und in Neukölln wieder am höchsten 1,40 M. Hier ist also die auffällige Tatsache zu verzeichnen, daß Erbsen und Bohnen im feinen Westen, wo sie vielleicht weniger gegessen werden, billiger sind als in der von schwer arbeitender Bc- völkcrung bewohnten Stadt Neukölln, während sie wiederum in der gleichfalls vorwiegend von Arbciterbcvölkerung bc- wohnten Stadt Lichtenberg am billigsten sind. Das sind in dem eine wirtschaftliche Einheit bildenden Groß-Berlin Preis- bildungcn, die doch als willkürlich bezeichnet werden müssen. Sehr groß sind auch die Preisunterschiede bei den alten und neuen Kartoffeln. Im Großhandel lvurden für alte Kartoffeln im Juli folgende Preise verzeichnet: in Berlin 13,18 M. für 100 Kilogramm, in Charlottenburg 12 M., in Schöneberg-Wilmersdorf 12,50 M., in Neukölln nur 10,90 M. und in Lichtenberg dagegen 11,33 M. Für neue Speisc- kartoffeln wurden bezahlt: in Berlin 21,75 M., in Schöneberg- Wilmersdorf dagegen 23 M.. in Neukölln 22,20 M. und in Lichtenberg 24,20 M, Im Kleinhandel waren die Preise für 1 Kilogramm alte Kartoffeln: in Berlin 15 Pf., in Char- lottenburg nur 11 Pf., in Schöneberg-Wilmersdorf 13 Pf., in Neukölln 11 Pf. und in Lichtenberg 12 Pf. Für neue Kar- toffeln waren die Preise in derselben Reihenfolge: 26, 23, 28, 25 und 24 Pf. » Eine gemeinsame Sitzung des NahrungSmittel-AuSschusseS und des Ausschusses für Molkereiprodukte und Fettwaren der Berliner Handelskammer beschäftigte sich Montagabend mit dem Erlaß des Handelsministers gegen die übermäßige Steigerung der Preise für Gegenstände des täglichen Bedarfs. Ueber die Stellungnahme der beiden Ausschüsse wird folgendes mitgeteilt: „An Hand der Einkaufspreise und des Zwischengewinnes soll der Nachweis geführt werden, daß der Handel keine Schuld an dem erhöhten Preisstande trägt. ES wird des weiteren buchmäßig bc- wiesen werden, daß seit Beginn des Krieges der Nutzen des Groß- und Kleinhandels in keinem Verhältnis zu dem in normalen Zeiten erzielten Gewinn steht. Höhere Gehälter und Spesen, die in der Natur der Sache begründet sind, schränken nicht nur den notwendigen Verdienst ein, sondern verlangen direkt Opfer von den Geschäfts- leuten. Unter diesen Umständen wird von der Handelskammer erwartet, daß sie den ordnungsmäßigen Handel gegen die ungerecht- ertigten Angriffe wegen Preistreiberei und Wucherei in Schutz nimmt." Das ist selbst dem»Lokal-Anzeiger' zu stark, er schreibt: „Wenn Kaufleute, die sich bewußt sind, ihrerseits sich keiner Preistreiberei schuldig gemacht zu haben, dagegen Einspruch erheben, daß man sie mit den Preis itmcherern in einen Topf wirft, so kann man das derstehen. Aber die Tatsache der Preistreiberei selbst wird dadurch natürlich nicht ans der Welt geschafft... Es wäre wiinschenswert, daß die ehrenhaften Kaufleute, die sich gegen den Vorwurf deS Preiswuchers verwahren, mit aller Ent. fchiedcnhcit gegen die vom Abgeordneten Fischbeck im Reichstage ge- kennzeichneten Handelsschmarotzer Stellung nähmen und auf Grund ibrer fachmännischen Kenntnis der VcrbSItnIsse Mittel angäben, um jenen Herrschaften das Handwerk zu legen. Und eS wäre ferner wünschenswert, wenn die Handelskammern, die Aeltesten der Kauf- Mannschaft und die freien kaufmännischen verbände ihre oft be- währte Tüchtigkeit in der Weise in den Dienst der Allgemeinheit stellten, daß sie geeignete Mittel und Wege zur möglichsten Bcscili- gung oder zum mindesten Milderung der Teuerung angäben. Die Möglichkeit, in dieser Richtung gute Erfolge zu erziele», steht außer Zweifel, nachdem für eine ganze Reihe der wichtigsten Gegenstände de» täglichen Bedarfs nachgewiesen ist, daß ein tatsächlicher Mangel an Ware nicht besteht." Richtiger wäre, wenn die Reichsregierung sich das Wirt- schaftliche Programm zu eigen gemacht hätte, das vom sozialdcmo. kratischen Parteivorsiand und der Gcncralkommission vorgeschlagen worden ist. Wir möchten aber auch mit aller Entschiedenheit uns gegen die Versuche ivcnden, die ungeheuere Preistreiberei auf dem Lebens» mitlelmarkt irgendwie zu beschönigen. Die Tatsache besteht und auch die Organisationen des HandelSstandes hätten alle Ursache, an einer Besserung auf diesem Gebiete mitzuwirken, als sich lediglich auf eine Abwehr gegen angeblich ungerechtfertigte Angriffe auf den Handel zu beschränke». » Zur städtischen Gemüseversorgung Wilmersdorfs haben die dortigen Obst- und Geinüsehändler am Montagabend in einer im Viktoriagarten abgehaltenen Besprechung Stellung ge- nommen. Die Besprechung sübrte zunächst zur Begründung eines „Vereins der Obst- und Gemüsehändler in Wilmersdorf", für den der Vorstand sofort gebildet wurde. Die Versammlung erklärte sich nach längerer, lebhafter Erörterung schließlich mit den Vor- schlägen des Magistrats einverstanden. In einer weiteren Besprechung mit Vertretern des Magistrat» sollen die Grundlagen für die Versorgung Wilmersdorfs mit billigem Obst und Gemüse eingehender erörtert werden.— von anderer Seite wird dagegen behauptet, daß die Wilmersdorfer Geinüsehändler im Verein mit den Ladenbcsttzern sede Teuerung bestritte», und deshalb eine Be- teiligung am städtischen Gemüseverkauf abgelehnt hätten. Allenfalls feien sie bereit, im Winter Kohl, Rüben und einiges andere vom Magistrat zu beziehen, vorausgesetzt, daß er gute und preiswerte Ware liefere. Was darauf hinausläuft, die Maßnahmen der Gemeinde Wilmersdorf zu hintertreiben. Aus der städtische«» Kiinstdeputation. Nachdem bereits im vorigen Jahre die Kunstkommission der Stadt Berlin für Ankäufe von Kunstwerken, insbesondere diesmal von solchen Künstlern, die durch den Krieg unmittelbar oder mittelbar in wirtschaftliche Bedrängnis geraten sind, 37 000 M. verwendet hat, ist auch in diesem �ahre neben der Summe von t2 0(X) M. für sdie inzwischen erfolgten) Ankäufe der Großen Berliner Kunstausstellung der Be- trag von 25 000 M. für eben jenen Zlvcck zur Verfügung gestellt worden. Tic Ankäufe sind dieser Tage von einer Kommission unter Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Reiche zum Gesamtwerte von 20 000 M. vorgenommen worden. Es konnten dabei 33 Künstler berüchsichtigt werden, auch war in» folge vorangegangener Aufforderung an alle hier bestehenden größeren Kunstverbände Vorsorge getroffen worden, daß mög- liehst alle Kunstrichtungen dabei Berücksichtigung fanden. Der Restbetrag soll demnächst in gleicher Weise Verwendung finden. Inzwischen ist dieser Betrag erfreulicherweise durch die hochherzige Spende eines Mitbürgers, den man bei allen An- lassen zu besonderer Wohltätigkeit in der vordersten Reihe zu finden gewohnt ist, uin 20000 M. vermehrt worden. Hinaufschraubung der Milchpreise. Der Verein märkischer Milckpruduzenten hat folgendes Schreiben versandt:„Bei der Geschäftsstelle in Berlin ist dauernd Nachfrage nach Milch, dagegen von unseren Milgliedern wenig Angebot. Wir raten wiederholt, nicht unter 20 Pf. ab Stall resp. 22 Pf. srei Berlin gerechnet zu verpachten und gegebenenfalls sich an die Ge- schäftsstelle zu wenden. Milchpreise heute 24 Pf. ab Wagen. Ansang September werden wir zu einer Versammlung einladen." Danach scheinen diese Herren mit einer weiteren Erhöhung der Milch- preise zu rechnen. Man fragt unwillkürlich: Wie lange soll diese Schraube ohne Ende in Anwendung kommen? Ist denn wirklich das Publikum diesen Preistreibereien gegenüber ohne jeden Schutz? Ein neuer Schwindlertrick. Einen Kriegsschwindel besonderer Arl betrieb ein 36 Jahre alter früherer Schneider Karl Voigt, der schon wiederholt, auch mit Zuchthaus bestraft ist. Voigt machte sich auf der Straße an Feld- graue heran, denen er ansah, daß sie schon im Felde gewesen sind. Er wies sie darauf hin, daß es mehrere Wohlfahrtsstellen gebe, an denen genesende Krieger mit barem Gclde oder auch mit Kleidung und anderen Sachen untttstützt würden. Zunächst führte er sie nach der Fchrbelltncr Straße, wo ihnen Kleidungsstlickc ausgehändigt wurden. Dann gab er ihnen eine Stelle an. ivo es bar Geld gebe. Zuvorkommend erbot er sich, ihnen bis zur Rückkehr von jener Stelle die Kleidungsstücke zu verwahren. Sobald aber die Leute den Rücken gewandt hatten, verschwand er mit ihren Sachen, um sie an Althändler oder in Kneipen zu verkaufen. Eine Frau, die von diesem Schwindel hörte und gestern nachmittag einen Feldgrauen in Begleitung eines Zivilisten in der Fchrbelliner Straße sah, ließ den Soldaten durch ihre Tochter warneu, verfolgte mit ihm späler den Gauner, ermiticüe ihn in einer Schankwirtschaft in der Veteranen- spaße und ließ ihn festnehmen. Die Kriminalpolizei führte Voigt dem Untersuchungsrichter vor. Trauerkutsche gegen einen Straßenbahnwagen. Ein Zusammenstoß einer Trauerkutsche mit einem Straßenbahn- wagen ereignete sich am Montagnachmittag gegen ili7 Uhr an der Ecke der Neuen König- und Linienstraße. Dort bog der Lenker einer Traucrkuische der Firma Braun vor einem von Weißens« her kommenden Straßenbahnwagen der Linie 17 auf daS Gleis und wurde angefahren. Infolge des Anpralls stürzte der Kutscher Geitzlcr vom Bock; er erliit eine Kopfwunde. Einer der Jnsaflen der Kutsche, ein Herr Breitschof, trug einen Armbruch davon, während die übrigen Fahrgäste nur ganz geringfügige Verletzungen er- litten.— An der Ecke der Bad- und Hochstraße fuhr Montagabend gegen Uhr der Arbeilcr Robert Scholz auf einem Zweirade vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der Linie 8 auf das Gleis und wurde umgestoßen. Der Radler erlitt eine Gehirnerschütterung und wurde, nachdem ihm auf der nächsten Unfallstation ärztliche Hilfe zuteil geworden war, nach dem Krankenhause am Friedrichshain ge- bracht. Siebzehn Anzüge erschwindelt hat sich in kurzer Zeit ein Spezialist, über dessen erstes Austreten schon berichiet wurde. Der Gauner arbeitet mit dem alten Kniff, Laufburschen und Kindern, die von Geschäftsleuten oder den Eltern ausgeschickt werden, unter irgend- einem Vorwande die Waren abzunehmen,„um sie ihnen für kurze Zeit zu verwahren" und dann mit der Beute zu verschwinden. Seine„Spezialität" besteht aber darin, daß er nur Anzüge nimmt. Wenn er einen Laufburschen gerade dabei trifft, daß er ans dem „fliuen Portier" die Wohnung des Kunde» sucht, an den er liefern soll, so stellt er sich als dieser Kunde vor und nimmt den Anzug gleich auf dem Hausflur in Empfang. Sonst schickt er den Burschen mit irgendeinem erdichteten Auftrnge weg. Nach den Anzeigen, die die Kriminalpolizei erbiclt, bat der Schwindler, ein mittelgroßer Mann von etwa 30—40 Jahren, der einen dunklen, kurz geschnittenen Schnurrbart hat und in der Regel eine schwarze Akleumapve unter dem Arme trägt, bis jetzt in 17 Fällen Erfolg gehabt. Es unierliegt keinem Zweifel, daß er die gestohlenen An- züge irgendwie zu Geld macht. Bielleicht gelingt es endlich, ihn unschädlich zu machen, wenn er wieder einmal einen Anzug oder ein einzelnes Kleidungsstück zum Kauf anbietet. Einige Burschen gaben an, daß er unter dem rechten Auge eine'erbsengroße Warze habe. Fcucrwehrbericht. Ein Dachstuhlbrand beschäftigte Montagabend die Berliner Feuerwehr in der Allensteiner Str. 10. Dort brannte auf dem 2. und 3. Hof der rechte Seitenflügel. Gleichzeitig wurden wegen einer Gasexplosion mehrere Züge der Wehr nach der Münz« slraße 3 gerufen, wo nur Maierialschaden verursacht worden war. Ein Kühlraum brannte in der Friedrich-berger Str. 2l und eine Wohnung in der Thomasiusstr. 1. Mit Erfolg waren Samariicr der Wehr in der Friedrichstraße und am BundeSratsiuer 12 tätig. Ein achtjähriger Knabe war unbefugterweise von älteren Knaben veranlaßt worden, die Feuerwehr nach der Görlitzer Str. S4 zu alarmieren. Kleine Nachrichten. Andauernde Krankheit hat wieder zwei Männer veranlaßt, Hand an sich zu legen. Der 71 Jahre alte Krtegsveteran Ernst Aliinann aus der Rostocker Str. 1 erhängte sich am BeUpfosten, der 48 Jahre alte Kaufmann Max Lange aus der Camphaiisenstr. 21 vergiftete sich in seiner Wohnung mit Leuchtgas. — Ein Einbrecher, der bei Gastwirten Bierleitungen abschraubte, wurde bei einem Einbruch bei einem Gastwirt am Eltgelufer fest« genommen. Soziales. Verzögerte Zustellung der Jnvalidcnkarte. Vor dem Gewerbegencht war die A. E. G. wegen Vor- enthaltung der Jnvalidenkarte in zwei Fällen auf Schaden- ersatz verklagt. Im ersten Falle hat eine Arbeiterin, nachdem sie aufgehört hatte, im Lohnbure.au in der Ackerstraße drei Stunden auf die Aus- händigung ihrer Jnvalidenkarte gewartet, ohne sie zu erhalten. Es war nämlich eine größere Zahl von Arbeitern mit dem gleichen Verlangen im Bureau und als dasselbe zur Mittagszeit geschlossen wurde, mußten viele»»verrichteter Sache nach Hause gehen. Unter diesen befand sich auch die Klägerin. Plan versprach ihr die Zu- sendung der Karte. Erst nach fünf Tagen wurde die Karte mit der Post abgesandt, aber die Klägerin erhielt die Karte nicht, weil sie an ihre frühere Adresse gerichtet war. Dann ist die Klägerin, wie sie angab, vierzehn Tage hintereinander täglich im Lohnbureau gewesen, bis sie endlich die Karte, die gerade an die richtige Adresse gesandt werde» sollte, erhielt.— Die A. E. G. zahlte der Klägerin im VerglclchSwcgc 20 M. Im zweiten Falle klagte ein Arbeiter Johann O. Ihm ist d-e Jnvalidenkarte mehrere Tage nach Lösung des Arbeitsverhältnisses durch eingeschriebenen Brief unter der Adresse„Fräulein Johanna £).* zugeschickt, aber vom Postboten nicht anSgehändtgt worden. Der Kläger hat sich dann nicht weiter um die Angelegenheit bekümmert. Er beansprucht 100 M. Schadenersatz.— DaS Gericht verurteilte die Firma zur Zahlung von 79,20 M. Es ging davon aus, daß für die Zeit vor Abscndung der Karte nur die Firma ein Verschulden trifft und diese Zeit deshalb voll vergütet werden muß. Für die Folge- zeit trifft beide Teile ein Verschulden: die Firma wegen der falschen Adresse und den Kläger, weil er, nachdem er durch den falsch adressierten Brief Kenntnis von der Absendung der Karte erhielt, nichts tat, um in den Besitz derselben zu gelangen. Für diese Zeit ist ihm die Hälfte der beanspruchten Summe zugesprochen worden. Ablehnung eine« GcwerbegerichtSbcisitzers. Der Maschinenfabrikant Nitschke, welcher als Beklagter vor der Kammer S des Gewerbegerichts erschien, lehnte den Arbeit- nehmerbeisttzer Cohen wegen Befangenheit ab mit der Begründung: Er, der Beklagte, habe vor etwa zwei Jahren den Beisitzer Cohen der Rechtsbeugung bezichtigt. Cohen habe deswegen Strafanzeige gegen ihn erstattet, die Staatsanwaltschaft habe aber die Einleitung eines Verfahrens abgelehnt. Dann habe Cohen wegen derselben Sache eine BeletMgungSklage gegen ihn, den Beklagten, eingereicht, die auch abgelehnt worden sei. Bei einer polizeilichen Vernehmung in dieser Sache habe Cohen gesagt, er fühle sich verpflichtet, beim Gewerbegericht die Interessen der Arbeiter zu vertreten. Cohen erklärte hierauf, die Staatsanwaltschaft habe ein Ein- schreiten abgelehnt, weil sie kein öffentliches Interesse für vor- liegend hielt. Seine Privatklage sei aus§ 198 Str.-G.-B. zurückgewiesen worden. Die angegebene Vernehmung habe vor dem Amtsgericht Neukölln stattgefunden. Befangen fühle er sich nicht. Die Kammer heschlotz: DaS Ablchnungsgesuch wird zurück- gewiesen. In der Sache selbst wurde nicht verhandelt, da der Beklagte den Klageanspruch anerkannte und die Verhandlung seiner Wider- klage vertagt wurde._ Verweigerung des Kriegöscheins. Ein Arbeiter forderte durch Klage beim Getverbegericht von der Firm» Raboma 40 M. Schadenersatz, weil ihm bei Lösung des Arbeitsverhältnisses kein Kriegsschein erteilt worden ist und er des- halb vier Tage ohne Arbeit war. Durch Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der Kläger gegen den Willen der beklagten Firma aufgehört hat, also keinen Kriegsschein bekommen durfte. Vier Tage später hat er ihn durch Vermtttelung des Verbandes der Metallindustriellcn bekommen. Da der Kläger tatsächlich nur zwei Arbeitstage verloren hat, so erkannte ihm da» Gericht einen An- spruch von 20 M. zu. Denn der Kläger, der die Einrichtung des Krtegsscheins erst dadurch kennen lernt«, daß sein neuer Arbeit- geber den Schein verlangte, hätte nach den Bestimmungen der Feldzeugmeisterei bei seinem Abgange von der beklagten Firma darauf aufmerksam gemacht werden müssen, daß er den Kriegs- schein nicht bekommen könne, wenn er ohne Zustimmung der Firma aufhöre. Da dies unterlassen wurde, ist die beklagte Firma schaden- ersatzpflichtig._ Gerichtszeitung. Älttn-Elschen als Tetektivin. Durch die Aufmerksamkeit und Geistesgegenwart einer lSjährigcn Schülerin war es gelungen, eine alte Zuchthaus- lerin und gewerbsmäßige Taschendiebin auf frischer Tat abzn- fassen und zu verhaften. Aus der Untersuchungshaft wurde gestern die 58jährige Frau Anna Wohke der Ferienstrafkammcr des Landgerichts I vorgeführt, um sich wegen Diebstahls im strafschärfenden Rückfalle zu verant- Worten. Eines Nachmittags bemerkte die 14jährige Schülerin Else Triimpe vor einem Warenhause in der AndrcaSstraße eine ältere Frau, die jetzige Angeklagte, die sich in auffälliger Weise an vor ihr stehende Frauen herandrängte und dabei in geschickter Weise deren Handtasche öffnete und den Inhalt in aller Ruhe einer Besich- tigung unterzog. Als das junge Mädchen sah, wie die W. sich eine Geldbörse aneignete und damit verschwand, ging sie hinterher und beobachtete die Diebin, wie sie bei anderen Frauen dasselbe Manöver versuchte. Die kleine Dctektivin verfolgte die Angeklagte nun so lange, bis sie in die Nähe eines Schutzmannes kam, den sie ansprach und ihn bat, die Frau zu verhaften, da sie„Portemonnaies gestohlen habe". Auf der Polizeiwache stellte es sich heraus, daß die verhaftete, bei der mehrere Damenbörsen gefunden wurden, eine alte Taschendiebin war, die schon weit über 20 Jabre im Zucht. hause gesessen hatte. Das Gericht erkannte gegen die Angeklagte auf ein Jahr Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten der erlittenen Untersuchungshaft. Mus aller Welt. Ungeheure Lpfer eines Taifuns. Nach einer Meldung aus Schanghai hat an der chinesischen 5iüste ein ungeheurer Taifun gewütet, der große Feuersbrünste und Uebcrschwem- milngcn im Gefolge hatte und zahlreiche Opfer gefordert hat. Die Verluste an Menschenleben allein in Kanton und Umgebung werden auf zehntausend angegeben. Fünfzig große chinesische Dschunken sind gesunken und behindern die Schiffahrt. Ein furchtbarer Wirbclsturm ist über Jamaika niedergegangen und hat viel Unglück angerichtet. Im Hafen von Kingston sind mehrere Schiffe zusam menge- stoßen und untergegangen. Die nördliche Küste der Insel ist überschwemmt. Die B a n a n e n e r n t e hat schwer gelitten. Der Schaden wird auf mindestens zwei Mil- lionen Mark geschätzt. Die ersten schwervcrwnndeten AuStouschgefangenrn»uZ Rußland trafen am Montag in Saßnitz sRügen) ein. ES waren 54 deutsche und 103 österreichische Krieger. Nach fistlicher Begrüßung unier Teilnahme der Spitzen der Bebörden erfolgte der Abtransport auf Wagen und Krankentragen durch die reichgeichmückten Straßen nach Hotel«, die zu Lazaretten hergerichtet waren. Die Angelommenel» wurden reichlich bewiriet und von der Bevölkerung mit Liebesgaben beschenkt. Am Mittwoch wird ein weiterer Transport erwartet. Ei» Kind vom Feucriode gerettet. Durch eine schöne Tat zeichnet« sich kürzlich der Unteroifizier Metz aus Menden sKreis Iserlohn) von der 1. Kompagnie des Landsturm-BataillonS 1 Münster, aus. von seinem Quartier aus hörte er laute Hilferufe eine« Kindes. Als er hinzucilte, fand er da« zehnjährige Töchterchcn der Eheleute Leonhard in Sellen Flammen stehen. Trotz eigener Lebensgefahr griff er kurz entschlossen zu, erstickte die Flammen und rettete so da» schon n» Armen, Rücken und Beinen verbrannte Kind vor einem qualvollen Tode. Der hinzugerufene Arzt und die Mutter deS Kindes—> der Vater befindet sich in deutscher Gefangenschaft— sprachen dem Reiter fllr hervorragende? Verhalten ihren Dank und Anerkennung au«. Ein Raubmord ist am Montagabend in Stettin an der gZjährigen Prostituierten Griebe now verübt worden. ES han- delt sich anscheinend um einen Raubmord, denn die Börse der Er- mordeten fehlte und verschiedene Schubfächer waren durchwühlt. Der Verdacht fällt auf einen jungen Mann, dessen Besuch die Er- mordete kurz vor der Tat empfangen hatte. Bombcnfundc in Lissabon. Der„ProgreS" meldet aus Lissa- b o n, daß bei Erdarbeiten in einem Felde in der Vorstadt Cayer- nivo ein Arbeiter eine Bombe fand, die explodierte und ihn schwer verletzte. Bei weiterer Nachforschung habe die Polizei an der be- treffenden Stelle noch eine große Zahl Bomben gefun- den, die dort vergraben waren. parteweranstaltungen. Neukölln. Heute abend ist im Jugendheim in der Fuldastr-ß- BdfSS die Versammlung der Iug-ndscltion. Alle jungen Arbeiter und Arbeiterinnen über 18 gabre sind freundlichst eingeladen. Rrinickcnoorf.Ost. Heut« M l t t w e ch, den 18. August: Mädchen. abend im Jugendheim, Hoppcflr. 32. Die Genossin Bohm-Schuch hält daselbst abends 8'/. Ilhr etnen Vortrag über„Sexuelle Hygiene'. Auch erwachsenen Genossinnen ist der Besuch gestattet. Lberschönewrlde. Heute Mittwoch, den 18. August: Mttglieder-Ber- lammlung dci Wahtverelns im Restaurant Koschlitzlt, Rathausslraße, Ecke Schtlter-Promenade. Genosse Redatleur Dr. Meyer spricht über„Lebens- niillelteucrung". Der Besuch der Frauen wird ganz besonders erwartet. Mitgliedsbuch legitimiert._________ SitzungStage der Stadt- und Gemeindevertretunge». Adlersbof. Donnerstag, abends Uhr, Im Gemeindeamt. Diese Sitzungen sind»sscmltch. Jever Semetndcangeyörtge Ift be» rechtigt, ihnen»lS Zuhörer beizuwohnen. Lriefkasten üer Reüaktion. El, turistisch-«prechstlind, finde» für«bonnenlen itndenftr. S,!▼. Hof rechts, varterre. am Montag bis Freitag von t bis 7 Nyr, am Sonnabend von i>»>S e Uhr statt. Jeder fllr den Bei es tasten bestimmten«nfrag, ist ein Buchstave und ein« Zahl als Merfzeichen b-lzufllgen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Anfragsn, denen feine Abonnementsoutttung beigefügt ist, werden nickt beantwortet. Etltg« Fragen trage man in der Evrechstunde vor. Berträge, Schrlftstlllfe und vergleiche» bringe mau in dt, Sprcchftunde mit. H. K. 10V. New, die Abstndung über die Alimentation muß mit Zu- stimmung des Vormundes und de« VormundichastSgerichts ersolgen.— L. 1915. Sie haben feinen Anspruch aus Unferstützung.— Dorn» 1000. Wenn Ihnen daran liegt, Ihre Papiere zu bekommen, müßten Sie sich mit einer Mahnung an den Landrat wenden. Sie sind zwar als dienst- untauglich befunden, können aber noch nachgemustert werden.— H. K. 100. 1. Wegen Krampfadern dlensluntauglich' Sie können aber noch nachgemustert werden. 2. Nein. 3. Da dl« Gemeinde nicht ver- pflichtet werden kann, die Kosten sür die Heilbehandlung zu übernehmen. so steht Ihnen leider kein Rechtsmittel zur Seite.—.Hutten OS. Ihre F> age ist unverständlich. Wir nehmen aber an. daß es sich um eine Unter- stühung sür Familienangehörige von der Krankenkasse handelt. Diese kann Ihnen jetzt verweigert werden.— O. P. 70S. Sie können Antrag aus Mtkitär-Jnvalidenrente stellen. Der Sttttraa ift beim Bezirkskommando zu überreichen.— Dt,. Ja.— W. 5i. 70. 1. Trifft nicht zu. 2. Ja. — Z. Z. 100. Wegen hochgradiger Schwerhörigkeit dtenstuntaiigkich. Sie werden nicht mehr gemustert.— H.»1. Das Kind ist allein erbberechtigt. — I. Bt. 30. t. Ja. 2. Die Kündigung kann, wenn nichts vereinbart ist, nur 14 tägig erfolgen.— ch>. S. Laube 18. Für den Vertrag hastet der Vorgänger.— L. D. 100. Narben von erlittenen Verletzungen und Operationen, dienstfähig. Die anderen Zeichen beziehen sich jedenfalls auf die Sehichärie. Landsturm ohne Waffe, ArmierungSsoldat.— R. B. 22. 1. Ja. 2. Nein 3. Di« Zeichen kennen wir nicht, sie sind jedenfalls nicht richtig wiedergegeben.— M. 16. 1. und 2. Nein.— W. W. 7. 1. Sie köimen den Lchrvertrag nicht ohne weiteres brechen, sondern müssen auf Lösung des Lehrvertrages klagen. 2. An den Verband der Buchdrucker in Berlin, Engeluser IS.— A. M. SO. Nachmusterung kann noch ersolgen. —<5. S. IS. New.— N. D. 1014. Die AuSzahiung der Löhnung können Sie beantragen beim Ersatzbataillon deS RegiweniS, Sei dem Ihr Mann eingezogen wurde.— U. Nr. 200. Die alte Mitgliedschaft kommt nicht in Anrechnung. WetterauSsichten für daS mittlere Norddeutschlaud biS DannerStaginittog. Ziemlich kühl. In den Mittagsstunden zeitweise auf. klärend: sonst nach vorwiegend trübe und etwas nebelig j im Osten viel- jach leichte Regenjälle.