C s Pfennig)( 5 Pfennig) Ztr. S39. RbonMn(fltS'B(dlii9in9fa: Rtxmncment*- Prrtt pränumerando, BirrteljShrl. S£0 Ml. man Ott. 140 Ml. wöcheittlich 26 Psg. frei int Haut, «n, ei« fbtmmx S Pfg. entaSogt. Nummer mit illustrierter komttaat. Beilage.Die Nene©elf 10 Bf®- Bost- tibounement; 1,10 Marl pro Monat. (Eingetragen in die Post. ZZeilungs- Breitlisie. llnier Kreuzband illr T euischland und Oesterreich- Ungarn 2.50 Marl, für dat übrige Zlutland t Marl pro Monat. Hastabonnementt nehmen an: Belgien, DSnemarl, Holland, Italien. Luxemburg PorMgal. kutnänien. Schweden und die Schweiz. «chci», lZgNck. 32. Jahrg. VIe snlettlonz-Lebllh? betrügt für die sechsgespallene kolonei» geile oder deren Raum so Psg. für politische und«ewerlfchaftliche Vereint- und Bersammlnungs-Lnzeigen SO Pjg. kleine Hnieigcn", das fettgedruckte ©ort 20 Pfg. tzulüssig 2 fettgedruckte Worte),>edeS weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlassiellenan- geigen das erste Wort 10 Pfg. iedes wettere Wort B Pfg. Worte über 16 Buch- stoben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis B Uhr nachmittags in der üjocWtion abgegeben werden. Die Exvediiioit ist bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm» Adresse: „Sotialdendfent BeriW. Zentralorgan der fozialdemokrat"! fchen Partei Deutfcblando. Iteüaktion: SV). HS, Linöenstraße Z. Fernsprecher- Amt Morinplatz. Str. ,S1 S«— ISl»7. Montag, den 30. August 1915* Expedition: 6tö. öS, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morittplap, Str. 151 90— 151 97. WO WM-ii»er«k» WlMWiWMekWt. lElüDBO OES(BtOSEfl SllWWMS. Amtlich. Großes Hauptquartier, de« 23. August 1315.(W. T. B.) Westlicher Zkriegsschauplatz. Keiue weseutliche» Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz. sseeressnippe 6« GeiKPSlfeldjnartchzIlz v. stlndenburg. Südöstlich von K o w» o wurde hartnäckiger feind- licher Widerstand gebrochen; unsere Truppen folge« de» weichende» Russe». Das Waldgelände östlich von Augustow ist durch» schritte«, weiter südlich wurde in der Verfolgung die Linie Dvmbrowo— Grodek— Narewka-Abschuitt(östlich vou der Stadt Narew) erreicht. ßeeretoruppe de; Lenefzlleldmai'lchzllz Prlnr Ceopold von Bavem. Die durch den BialowieSka» Forst Verfolgende Heeresgruppe nähert sich mit ihrem rechte» Flügel Szercszowo. heeeezgrupp« des Generalleldmarichans v. Machenlen. Unter Nachhutkämpfe, wurde« die Russe» bis i» die Linie Poddubuo(au der Straße nach Pruzaua)— Tewki— Kobryu gedrängt. Unsere von Südeu her durch das Sumpfgelände vor» dringeudeu Verbände habe» den Feiud bis vahe vor Kodry« verfolgt. Mit einer Rohheit, die unsere Truppe» und»user Volk mit tiefem Abscheu erfülle» muß, haben die Russen zur Maskierung ihrer Stellungen Tausende vou Ei«- wohuern, ihre eigene» Landsleute, darunter viele Fraue» und Kinder, unseren Angriffen entgegeugetriebe». Uu> gewollt hat»user Feuer unter ihaeu einige Opfer ge» fordert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die verbündeteu Truppe« habe» de» gestern ge» schlagcne» Feind über die Linie Pomorzauy— Koninchy— Kozowa und hinter den Koropiec-Abschuitt znrückge- worfeu. Oberste Heeresleitung. «» Ja WlmeWW SenaMiMMl. Wie«, 29. August.cnbasen. 29. August.(W. T. B.)„B e r l i n g S k e T i d e n d e" meldet aus Petersburg: W i l n a wird geräumt. Täglich kommen Ströme von Flüchtlingen au? Kowno und den umliegenden Gegenden nach Petersburg. Di« Flüchtlinge e» zählen, daß die russischen Soldaten ihre Wohnsitze in rauchende Trümmerhaufen verwandelt haben. Die Straßen seien an« gefüllt mit Trümmrn von Möbeln und anderem HauSgerät. Nur I wenige Menschen seien zurückgeblieben. Man arbeitet nun in ! Petersburg mit größtem Eifer daran, die Erzeugung von �Munition zu verdoppeln. Eine große Anzahl von Fabriken wurde für die Herstellung von Munition eingerichtet. Schüler der technischen Hochschule bilden die Arbeiter aus. Die Frage des Vordringens nach Petersburg hängt damit zusammen, ob es den Deutschen gelingt, die Bucht von Riga zu erobern und sich dort einen Stützpunkt zu schaffen. Man hält diesen Per- such für ein gewagtes Spiel, weil im Spätherbst daS Gelände zwischen Narew und Düna in einen Zustand gerät, der für die Truppenbewegungen der Deutschen beinahe unüberwindliche Schwie- rigkeiten bietet. Immerhin ist es Tatsache, daß die deutschen Heere in Kurland so stark ausgerüstet sind, daß man auf große Pläne schließen muß. Man nimmt an, daß die Artillerie in diesem Abschnitt über 20 Geschütze zur Verfügung hat. Ein russisches Urteil über Ais Kriegslage. Moskau, 29. August. Dem„Rußkoje Slowo* ging von höchster autoritativer Stelle ein Bericht über die Kriegs- läge zu. Danach ist infolge des Kalles von Kowno mit der bal- digen Einnahme WilnaS durch die Deutschen zu rechnen. Dadurch ginge die Haupteisenbahn nach Petersburg verloren. ES blieben zwei Linien zum Rückzug« übrig. Petersburg silbst sei nicht bedroht, da bereits alle Maßregeln getroffen seien. Auf dem östlichen Kriegs- schauplatz trete jetzt«ine Umgruppierung der HeereSstärken ein. Der Augenblick, an dem dem deutschen Vordringen Einhalt geboten werde, komme bald. Augenblicklich sei Ruhland bis zur Regelung der Munitionsfrage zur Defensive gezwungen. Den Westmächten sei kein Vorwurf zu machen, da die Westlinie jetzt ebenso wie Galli- poli von eisenbetonierten Gräben wie bei einer Festung durchzogen sei. Deshalb seien nur meterweise Erfolge möglich. Daher sei aber auch die Oeffnung der Dardanellen wicht bald zu erwarten. .Rußkoje Slowo" gibt ein Bild von dem furchtbaren Elend der Flüchtlinge, die in unendlichen Reihen die Chaussee von Brest-Litowsk nach Moskau dahinziehen und bereits sieben bis acht Wochen unterwegs sind. Alle Kinder seien krank. Männer und Frauen sähen wie vagabundierende Zigeuner aus, da sie Tag und Nacht den Unbilden der Witterung ausgesetzt seien. Sie äußerten Unwillen über das zwangsweise Verlassen der Heim- stälten. Viele, besonder? Kinder, stürben unterwegs. Die Flucht- linge sehnten sich nach Transporten mit der Eisenbahn. Der französische Tagesbericht. Pnris, 29. August.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend: Starke, wirksame Beschießung der deutschen Schützengräben im Gebiet von Nieuport, Hetsas, nördlich von Arras und östlich der Straße nach Lille. Kampf mit Bomben und Schützengraben-Kampfwerkzeugen im Ab- schnitt Ouenneviöres. Artillerietätigkeit in den Argonnen, wo unsere Batterien Bombardementsversuche des Feindes in La Fille Morte, Marie Th6röse, Saint Hubert und Four de Paris anhielten. Kanonade im Priesterwald, im Wald von Parroy, in den Bogesen(Abschnitte Chapelotte und Launois). Gestern vormittag gegen 19 Uhr flogen 6 deutsche Flugzeuge aus dem Gebiet von Soissons ab und drei aus dem Gebiet von Compidgne. Sie rich- teten ihren Flug gegen Paris, konnten ihr Ziel er- reichen und warfen einige Bomben ab auf Nogent-sur- Marne, Montmerency, Montfermeil, Riböconrt und Com- pibgne. Nur in der letzten Stadt wurden Opfer gemeldet? zwei Krankenwärterinnen und ein Kind wurden getötet. Die feindlichen Flugzeuge wurden, sobald sie bemerkt wurden, an den verschiedenen Punkten ihres WegeS sofort beschossen und von den unseligen verfolgt. Der Kommandant eines unserer Frontgeschwader verfolgte eines der deutschen Flugzeuge in 3609 Meter Höhe und holte es nordlich von Senlis herunter. Das deutsche Flugzeug und sein Pilot wurden verkohlt aus- gefunden. Die türkische �auptquartiersmelüung. Konstautinopel, 28. August.(W. T. B.) Abends. Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardanellenfront griff der Feind in der Gegend von Anaforta am 27. August nach artilleristischer Vor- bercitung zu Wasser und zu Lande unseren rechten Flügel bei Kiretschtepe und unser Zentrum südlich von ASmokdcre an. Er wurde an beiden Orten unter schweren Verlusten zurück- geschlagen, ohne irgendeinen Erfolg erzielt zu haben. Bei Kiretschtepe vernichteten wir ein feindliches Bataillon. Unser Zentrum griff den Feind dreimal an: wir wiesen ihn jedesmal mit schweren Verlusten zurück. Unsere Artillerie traf wiederholt einen feindlichen Kreuzer und ein Transportschiff. Bei Ariburun auf dem rechten Flügel fand in der Nacht vom 26. zum 27. August wiederholt Bombenwerfen statt. Unsere Ar- tillerie beschädigte ein feindliches Transportschiff und einen Schlepper. Bei Sedd ul Bahr das gewöhnlich« Artillerie- und Jnfanteriefeuer. Von den übrigen Kriegsschauplätzen nichts Besonderes._ der Krieg und die Kolonien. Die Kämpfe in Gftafrika. Nairobi, 29. August.(SB. T. 55.) Reuter meldet amtlich! Der kürzlich gemeldete kombinierte Angriff zu Wasser und zu Lande bei Bukoba am Westufer des Viktoriasees, wo der Feind in die Flucht geschlagen und die Funkenstation, daS Fort und Vorräte zerstört wurden, hatte zur Folge, daß der Feind sich von beiden Seeufern zurückzog. Einer feindlichen Aufklärungstruppe gelang es, die Ugandabahn zwischen Sumbura und Mackin- son Road zu zerstören. Die Bahn wurde aber seitdem wieder hergestellt. Drpan als Zrieöensvermittler! Die„Frankfurter Zeitung" schreibt: Wie aus New Dork ge- meldet wird, soll Bryan nach Europa gehen, um zu versuchen, zwischen den Kriegführenden zu vermitteln. Das Etiöe des ösierreichifchen Moratoriums. Wien, 23. August.(W. T. B.)(Meldung des Wiener K. K. Telegr.-Korresp.-lvureauS.) Mit dem 3t. August ISIS erreicht die gesetzliche Stundung in allen Ländern, ausgenommen Galizien und die Bukowina, ihr Ende. Es ist ein unwiderleglicher Beweis für die gesunden Grundlagen und die Widerstandskraft unserer Volkswirtschaft, daß e» in wenig mehr als einem Jahre und mitten im Kriege möglich war, ohne irgendwelche Erschütte. rungen zu diesem Ergebnisse zu kommen, während andere Staaten, wie namentlich Frankreich, noch immer bei der vollen gesetzlichen Stundung halten. Der 5all Gilbert. Der französische Flieger Gilbert war mit seinem Flugzeug auf Schlveizer Gebiet geraten und mußte infolgedessen interniert werden. Da er sein Ehrenwort gab, nicht zu entfliehen, wurde ihm Bewegungsfreiheit gelassen, die Gilbert aber mißbrauchte, indem er nach Frankreich floh. Der Fall erregte in der Schweiz große Ver- stimmung, und um diese zu beschwichtigen, hat die französische Regierung nach einer HavaS-Meldung Gilhert angewiesen, in die Schweiz zurückzukehren. Gilbert ist am Sonnabend wieder in die Schweiz zurückgereist. die«.vergnügungssüchtigen" kriegersranen. von Leuten, die unter der Not des Krieges nicht zu leiden haben, ist nach Erschöpfung ihrer Bierbankstrategie die»SJer- gnügungSfucht der Kriegerfrauen" als ein beliebtes Thema oft genug betrachtet worden. Wollte diese Frauen jemand in Schutz nehmen, dann fanden sich gleich mehrere Stimmen, die auf die Kino», die Kuchen- und Bonbonläden, den Putz und den Staat hinwiesen, wa» alles mehr denn je gerade von den Kriegersranen konsumiert werden sollt«. Bei jeder Gelegenheit wurden den Frauen diese ihre„Sünden" auch vorgehalten und ihnen einzu- reden versucht, daß sie bei„einiger" Sparsamkeit doch ganz gut leben könnten. Nachstehender Brief, den die„Bremer Bürger- zeitung" kürzlich abdruckte und der an«inen Bremer Geistlichen gerichtet war, ist die Antwort eines Wehrmannes, die sich an einen solchen überklugen Ratgeber wendet: Rußland, den lv. 7. IV. Geehrter Herr X.l Verzeihen Sie, bitte, wenn ich Ihre Zeit für einige Augen- blicke in Anspruch nehme. Meine Frau schrieb mir vor einiger Zeit, daß Sie sich darüber aufgeregt haben, daß meine Frau in ihren Sonntagskleidern ihre Unterstützung holte. Als Ihnen meine Frau sagte, daß sie nur mit den Schulkindern einen Ausflug gemacht hätte, hielten Sie es noch für nötig, mein« Frau zu fragen, wo sie die Mittel dazu her- nehme. Ich meine, es geht St«, auch als Bezirksleiter des Roten Kreuze», gar nichts an, ob meine Frau ihr Butterbrot und ihren Kaffee zu Haus« verzehrt oder auf einem Schul- auSflug. Bei Ihnen mag eS ja Usu» sein, daß man dazu großer Mittel benötigt, bei uns geht es auch ohne das. Das eine steht jedenfalls fest, daß die Unterstützung, die das Rot« Kreuz zahlt, nur zum Allernotwendigsten reicht. Ich und mein« Kameraden waren empört darüber, daß mau mit solchen kleinlichen Mitteln versucht, den Kriegerfrauen da» Leben schwer zu machen. Ich wünschte nur, daß Sie einen Sturmangriff in Flandern oder die Strapazen, die wir in Galizien und Rußland durchmachen müssen, auch einmal mit- machen müßten, dan nwürden Sie das Beschämende und Niodoige Ihrer Handlungsweise empfinden. Wenn wir auch aft tagelang bei Wasser und Brot UeaermenschlicheS habe» leisten müssen, so hat daS Rote Kresz noch lange nicht daS«echt, unseren Frauen jede Zerstreuung vr�iieten zu wollen. Ich freue mich, wenn meine Frau ander« Gedanken zu bekommen versucht, und so lange ich nichts dagegen habe, brauchen Sie sich doch noch lange nicht daimm zu bekümmern. Weiter schrieb mir meine Frau, daß man ihr gesagt habe, sie solle sich um Arbeit bemühen. Einmal zeigt eS, wie wenig Verständnis der Betreffende hat, der das verlangt; denn wo sall eine Frau Arbeit bokommen, wenn die ganze Industrie darni�erllpgt? van meiner Frau würde ick, eS auch aus gesundheitlichen Rücksichten gar nicht dulden. Sie hat seinerzeit die Arbeit aufgeben müssen, weil ihr Gesundheitszustand eS erforderte, und jetzt bin ich froh, daß sie wieder so weit hergestellt ist. Wenn die Mittel des Roten Kreuzes knapp werden, dann mögen diejenigen, die genug haben, tiefer in den Beutel greifen, und wenn sie das nicht wollen, dann soll man sie eine halbe Stunde lang in solches Granatfeuer, wie wir bei Pilkem bekommen haben, schicken; dann werden st« mit Freu- den neun Zehntel ihres Vermögen» hergeben. Es ist besser, zu Hause die Heldentaten der kämpfenden Truppenzupreisen, als selbstmitda bei zusein. Wenn Opfer verlangt werden, dann soll man nicht zu den Kriegerfrauen gehen, sondern zu denen, die ihre hohen Gehalte bekommen und nicht» vom Kriege verspüren. Mit solchen Sachen bricht man nur den KampfeSmut der Truppen, aber stärkt ihn nicht, und eine solche Truppe kann keine Siege erringen. ES wivd Ihnen sonderbar vorkommen, daß Sie eine solche Sprache hören, ich bin überzeugt, daß Sie dasselbe von Hundert- taufenden auch zu hören bekommen. Ich meine, daß all«, die da» Glück haben, in der Heimat zu bleiben, alle Veranlassung haben, mitzuhelfen, aber nicht nur mit Worten, sondern mit Taten.«,»«, DaS ist gewiß deutlich gesprochen. Der Brief wäre aber wert, von recht vielen Leuten gelesen zu werden, vielleicht verschwände dann das alberne Gerede von den„vergnügungssüchtigen" Krieger- frauen. Die Schweiz als ,Sekunöant". Luigi Barzini. der zur Front entsandte Kriegsberichterstatter de» .Corner« drlla Sera", hat sich das interessant« Kmnpfgelände zwischen dem Stiksser Joch und dem Tonal« zum Fe»« der Beob- acht»ng und Berichterstattung erwählt. Sem erster tverich« ist der eigenartigen Stellun» gewidmet, die die Gegenwart der S-bweizrr den«Smpsen am Stilfser Jc>» givt.„Der Patz", s, scheetvi varztni. „mmstert genau den Scheitelpunkt der Geenze Jtakkn«. Oesterreich» nnd der Schweiz, die hier zusmmnenfwße». Zwischen die beiden kämpfenden Gegner schiebt sick als Unparteiischer der Neutrale. Di« schweizerischen Truppen, die ebenso Iis genötigt find, auf Höhen, die über 2500 Meter hinausgehen. Quartier zu bezieben, wachen auf ihren Höhen darüber, daß die Neutralität nicht verletzt wird. Jede»- mal, wenn unsere Batterien das Feuer eröffnen, bevölkern sich die spttzen Gipfelhöhen der Forkola mit schweizerischen Soldaten, die hin und herlaufen, mn tae Feuerwirkung zu beobachten. Und auch die Abhänge deS Berge» wimmeln von auimerksam auSsvähenden Zuschauern. Die Schweiz spielt am Sttlsser Joch die Rolle de« Gekmrbanten zwischen den beiden Dnelanten. Ihre Soldaten markieren ul» Unparteiische die Schüsse der Italiener gegen die O-fternicher und dee der Oester»,«cher gegen die Jiafiener. Wenn eine Kugel die ichweijewschen Felsen träfe, so wäre die Neuwasttstt verletzt. Bisher sst aber nur ein einziger Schnss zu verzeichne« gewesen, der etwa hundert Meier den Grenz« strich überfieg. frrivch ohne Schaden aaguwchten. Da» Gebirg« leiht dem Krieg« unschätzbare Hilfskräfte. Es vervielfacht die Stoßkraft der Kämpfenden durch Schaffung von Verteidigungsmitteln, die e» mit sich bringen, daß zuweilen«ine Handvrll Menschen Wert und Bedeutung einer ganzen Arme« erlangt. Man sagt nicht zu viel, wenn«an brhanptet, daß drei Biertal de» Anteil» cm der Kampfieifinng hier auf die Miiwioknng der Berg« emfillt. St« haben einen wilden Haß gegen die Menschen, einen Haß, den die Gegner glücklich zu ihrem Vorteil zu nutzen verstehen. Auf allen Wegen und Stegen lauert der Tod im Hinterhalt. Kälte, Fei»« spalten, Abgründe und Sturzbäch« find die furchtbaren Waffen des Gebirges. Der Berg verteidigt sich, er greift an. er droht mit gefletschten Zähnen und betre,bt auf eigene Rechnung den männcr« mordenden Krieg. So wird der Kampf am Stilfser Joch, der mit Rücksicht auf die eingesetzten Truppen eigentlich nur al» Episode gelten könnte, zu einem Titanenkampf, der dort oben in der Einsamkeit auSgefockten wird, wo die wilden Kämme und Gipfel sich wie Festungswerke emporrecken, deren GlaciS von den Gletschern, und deren Gräben von den Tälern gebildet werden. Vom Stilfser Joch bis zum Tonale« Paß breitet sich das wettgedehnt« Gleischerfeld. ein schimmerndes, in Windungen erstarrte« Meer mit trotzig drohenden Eiswogen, die den Glanz ihrer Schaumkämme bis zu de» Wolken recken. ES ist eine Polarlandschaft, die fich auf dem riesigen. gewaltigen Fußgestell der abstürzenden Abhänge erhebt, und die sich in die Höhe de» HimmelSdom» emporreckt. Auf der Wasser- scheibe der Ortler« nnd Cevedalegrupp« zieht sich die Grenze dahin. Es gibt hier keine Paßstraßen; man mutz seinen Weg über die Gletscher nehmen. Zwischen Oesterreich«!« und Italienern gähnt als TrennungSwand das Eismeer. Zuweilen schleicht nachts ein» Postenkette über da» Ei» und fährt im Morgengrauen von ihrer Er» kundung zum Lager zurück. Steigt die Sonne herauf, so ist von dem ausschauenden Luge auf dem schimmernden Schneefeld kein Mensch mehr zu entdecken. Die vorgeschobenen Posten haben sich am Rande der Gletscher auf den nackten, grauen Abhängen ein Nest gearaben, in dem fi« fich sorgsam verkriechen. Das an- schaukuhste Bild dieser ebenso wundervollen wie schrecklichen Zone enthüllt fich am klarsten, wenn man vam Barmio zu der Valiurva h-nabsteigi. Der SSta ffihrt zm» Dorfe San«» Cawrina. da« mit seinen Herbergen und Gasthvsen in etaer grünen Wiege von Bäumen ruht, umgeben von jähen Abhängen, die sich in der Höhe zu einem weiß- schimmernden Panorama aufbäumen. Unter den höchsten Gipfeln reckt sich wie eine schneeweiße Pyramide der Palen della Mar« auf, eingehüllt in die blauen Schalten seiner Hänge, die seinen Körper wie ein wallender Mantel umfließen. Zwilchen ihm und der Gipfel« spitze de« Monte Bio,, die in kaum erkemchare» Umrissen herüber- schimmert, zieht fich al» Verbindungsweg da» Gesenke de« Eis« gl-tscher», der fich nach der italienischen Lette herabsenlt. um dann wieder zur Höhe der Valfurva hinaufzusteigen, die für überraschende AngriffSverfuche mit Vorlieb« benutzt wird." Das russische Völkergemisch. Der Habsburgischen Doppelmonarchie gegenüb« gibt fich Ruß« land gern al««in einheitlich»ationaleS»taatengebild« au», da» sich berufe» fithlt. als Barkömpfer des Siawenwnn« aufzutreten. In Wirklichkeit steht da» russische Reich in völkerkundlicher Beziehung ganz einzig da durch die Verschiedenheit der Natianal, täten deS in ,hm enthaltenen VöllergernsscheS. So regelmäßige Volkszählungen wie in anderen Kulturstaaten kennt man in Rußland nicht. Eine große allgemeine Volkszählung land in der Mitte des vorigen Jahrhundert« statt(18k!) und na» sieben Jahren wurde sie nur teil« weise erneuert. Damals ergab fich tn dem weiten«etche eine Tin« Wohnerzahl von fast 74 Millionen Ktzpfen. 40 Jahr« Verstössen, ehe man fich wieder zu einer allgemeinen Zählung aufrafft«, die im Oer englische öergarbeiterkonflikt. London. LS. August.(W. T. B.) A S q u i t h hat gegen die Lohnforderung der Bergleute von Northum. berland entschieden, indem er nicht die geforderten 11, son» dern nur 2 Proz. Lohnzulage bewilligte. Ter Ausschuß ist gestern zusammengetreten, um die Lage zu erörtern. Delegierte deS aus- führenden Ausschusses der Bergleute von Süd-Wales sind nach London abgereist, um eine Unterredung mit Runciman nachzu- suchen, obwohl Runciman in einem Briefe die Besprechung abge- lehnt hatte. Die„Time S" meldet aus Cardiff:„Sollten die nach Lon. don gesandten Delegierten das Ziel nicht erreichen, und die Grubenbesitzer von dem Schiedsspruch Runrimans strikt festhalten, so wird die Lage sehr ernst»erden. Die Bergleute im Rhonddatal sind zweifellos starrköpfig und werden durch jüngere Agitatoren aufgehetzt. Eine Massenversammlung findet am Sonntag in Toy. pandy statt. Es wird vielleicht schwer sein, die Arbeiter zu ver- hindern, ohne Rücksicht auf ihre Führer die Entscheidung in die eigene Hand zu nehmen." Die„M o r n i n g Post" meldet aus Cardiff:„Der Ar» beiterführcr HartShorn riet den Arbeitern in einer Rede in Albmillery, ihr Pulver trocken zu halten und für die Interessen des Gewerkschaftsverbandes zu sorgen, solange sie die Macht in Händen hätten, denn nach der Einführung der Wehrpflicht müßten sie verhungern. Die jetzigen Schwierigkeiten seien größer als seit Beginn de? Streites. Aber selbst wenn die ganze Regierung gegen sie wäre, hätten doch die Arbeiter recht und die Regierung unrecht. Lloyd George müsse sein« Zusage erfüllen, dann würden die Bergleute die Arbeit sofort wieder aufnehmen.— Die Wirkung der Rede waren neue Streiks." Ein schwarzer Stock gegen üie Duma. Petersburg, 29. August.(W. T. B.)„R j e t sch" meldet: Verschiedene Abgeordnete der Rechten haben einen sichnxzrzen Block zum Kampf gegen die Linke in der Duma ge- gründet. Wie auf ein Signal eröffnete die gesamte Presse der Rechten einen Feldzug gegen die Duma, die sie be- schuldigte, eine Revolution anzustiften und alles gegen eine glückliche Durchführung deS Krieges zu tun. Regierungsfeinüliche Demonstration in Moskau. Petersburg, 29. August.(SS. T. B.)(Heber Kopenhagen.) „Rjeifch" meldet: Am 23. August wurden in den Hauptstädten Rußlands Gerüchte verbreitet, daß Kowno Wiedererbbert und die Dardanellen gefallen feien. In Petersburg und Moskau fanden deshalb Kundgebungen statt, obwohl die Polizei diese sogar unter Androhung don Strafe verboten hatte. In ZlloSkau artete die Kundgebung in eine regierungsfeindliche Demonstration aus. Am Denkmal des Generals Gkobeleff wurden Reden ge» halten, darunter eine von einem jungen Manne, die die Polizei veranlaßt«, ihn sofort zu verhaften. DaS Publikum wollte ihn be- freien. Es kam zu einem Kampfmitber Polizei, bei dem mit Fahnenstangen und Steinen gekämpft wurde. Viele Personen und auch Polizisten wurden verwundet. Die Menge lief hinter den Polizisten her und zertrümmerte die Scheiben des Polizeirevier«. Erst in später Nacht gelang eS der Polizei, die Menge auseinander- zusprengen. Sulgarien. Die„Boss! sch e Zeitung" brachte die ersten Dkeldungen von der Unterzeichnung de» bulgarisch-türkischen Vertrages. Fetzt gehen dem Blatte von einem hervorragenden bulgarischen Staats- niann, der in engen Bezishungen zu den leitenden Kreisen in Sofia steht, längere Ausführungen zu über die politische Lage in Bul- garien, denen wir folgende? entnehmen: „Der vor einigen Tagen zustande gekommene Abschluß der türkisch-bulgarischen Verhandlungen ist ein Ereignis von größter Tragweite, denn er bedeutet nichts weniger als den unzweideutigen und entschiedenen Ucbertritt Bulgariens auf die Seite der ver- Jahre 18S7 vorgenommen wurde. Sie stellte eine Kopfzahl von 125 640 021 fest. Seitdem wurde in Rußland nicht wieder eine all- gemeine Zählung veranstaltet, sondern die Bevölkerungszahl wird nach den alljährlich vorgenommenen„Revisionen" geschätzt, wonach sie sich im Jahre 1S12 auf rund 171 Millionen belief. Der Schicktung der Bevölkerung legen wir am besten die ge- nauen Zahlen de» letzten Zensu» von 16S7 zugrunde, da« gegenseitige Verhältnis hat sich in der seither verflosienen Zeit kaum verändert. Von den 125'/, Millionen werden nur 02 Millionen als Slawen bezeichnet und auch diese stellen keineswegs eine einheitliche Masse dar. Die Hauptmaste bilden nach der Angabe Rüsten, fast 84 Millionen(83 033 567). Aber selbst diese Russen bilden keineswegs eine einheitliche Nation, so wenig etwa wie die Skandinavier(Schweden, Norweger, Dänen) oder Engländer und Deulsche, die eine größere Stammesverwandtschaft haben als die verschiedenen Teil« dieser Russen. Sie zerfallen in die Großrusten (53 Millionen). Kleinrnsten(25 Millionen) und Weißrussen (6 Millionen), die durch Sprache und Sitte sehr von einander ver- schieden sind. Speziell die Kleinrnsten, die sich selbst Ukrainer nennen und für die Erhaltung ibrer selbständigen ukrainischen Sprache gegen- über den gewaltsamen Unterdrückung«- und RusfifizierungSversuchen kämpfen, sieben in einem starken Gegensatz zu den herrschenden Großrusten. Die nächste Stelle nimmt auch ein slawstcher Voltsstamm ein, die Polen mit beinahe 8 Millionen(7 031807) Seelen, doch zeigt ja der Jubel der polnischen Bevölkerung beim Einzug der verbündeten Deutschen und Oesterreicher in Warschau, wie sehr sich die Polen nach Befreiung von der russischen Herrschaft sebnen. Ihnen schließen sich die.lieben Juden" deS Zaren mit 6 070 205 Köpfen an, diese Sermften der Armen, denen im heiligen Rußland auch die einfachsten Menschenrechte versagt sind. Erhebliche Teile der»svölkerung stellen außerdem noch dar die Kirgisen und Kosake» mit 4 084 ISS, die Tataren mit 3 737 627, Deutsche mit 1 700 4SS, die Baschkiren, Tegtjaren mit 14ZS136, die Letten mit 1435 037, Georgier, Jmmeretler und Minarelier mit 1 8S6 448, Litauer mit 1 210 510, Armenier mit 1 17SVS6, Moldavier und Rumänen mit 1 121 660, Morduaten mit 1 028 841 und Esten mit 1 008 788. Mit geringeren iffern. unter einer Million, treten hinzu die Sorten mit 068 655, die huwaschen mir 848 755, die Tscheischensen mit 810 576, dt« Kara« kirgisen mit S0HS07. die Usbeken mit 706 534. die Kalmücken und Burjaten mit 460 811, die Schmudien mit 448 022, die Tateten und TaMchiks mit 446 453, die Wotjaken mit 420 070, die Ticheremissen mit 375 430, die Finnen und Korelcn mit 851 160, die Turkmenen mit 28l 857, die Kurden und Ostelen mir 271 665, die Sirianen und Permjuken mit 258 300, die Jakuten mit 227 884, Türken mit 208 822, Griechen mit 186 025. Buloaren mit 172 726, die Kabardiner und Abchasier mit 170 672, die KumikS und Rogai» mit 147 488, endlich 86 270 Turgll'en und 50 885 Böhmen. DaS ergibt 48 einzelne Volksstämme, wozu noch 682 667 Vertreter verschiedener ganz kleinor Völkerschaften treten. Man ersieht hieran«, welch schwieriß« Aufgaben die Entwirrung der rulsiiche»»ölterSunde der Wisienschan noch vorbebält, denn selbst- Verständlich ist die Abstammung der eiimlnen Stämme und ihre etwaige Verwandtschaft unter einander noch weitaus nicht genügend erforscht. Die von dieser wirren Masse erreichte Kulturhöhe erkennt man recht gut au» den Schlußworten der ftanzöfischen Ouelle diese« Berichte«(Mouvemeut Gsographique): Nur'/, der eigentlichen russischen.Bürger' können ihren Namen schreiben, kaum der eigentlichen russtschen Frauen können lesen, aber— alle können trinken. bündeten Zentralmächte. Im Zusammenhang damit steht auch die Ernennung deS neuen Kriegsministers General Jekow, welcher die türkifch-bulgarischen Verhandlungen zu Ende führte und sonst als eifriger Anhänger einer deutschfreundlichen Politik gilt. Nach alledem mag noch offiziell von bulgarischer Neutralitätspolitik ge- sprocheu werden, tatsächlich dürfen schon jetzt die Bulgaren als Deutschlands und Oesterreichs Verbündete betrachtet werden, waS hoffentlich in küiAester Zeit sich auch durch Bulgariens aktives Ein- greifen erfolgreich bewähren wird.... Für den endgültigen Entschluß, der Politik Bulgarien« eine deutschfreundliche Richtung zu geben, war der Friede von Bukarest von entscheidender Bedeutung. Während des ersten Balkankrieges im Jahre 1012 hatte in Bulgarien allgemein der Glaube an die � Möglichkeit geherrscht, Rußlands Interessen mit denen eines ver- größerten und vereinigten Bulgariens— in den Grenzen des Friedens von San Stefano— zu vereinbaren. Jedoch nach der im Jahre 1013 stattgefundenen Zerstückelung Bulgariens folgte diesbezüglich eine allgemeine Enttäuschung, und zwar hauptsächlich in den breitesten Volksschichten, welche bis dahin au? Ueberlieferung ruffen freundlich gesinnt waren. Infolgedessen konnte das gegen- wärtige Ministerium Radoslawow ans Ruder kommen, nachdem eS öffentlich erklärt hatte, daß Bulgarien nunmehr sein Heil im engen Zusammenwirken mit den Zentralmächten anzustreben habe. Die planmäßige Begünstigung, welche die Ententemächte beim Abschluß des Bukarester Friedens den Feinden Bulgariens hatten angedeihen lassen, hat Tank der erwähnten Umwälzung in der bulgarischen öffentlichen Meinung zu Ergebnissen geführt, die für die Entente die unangenehmste Ueberraschung waren. Schon im September 1013 haben die Bulgaren, die den schlauen Plan der Entente durchschaut hatten, mit dem türkisch-bulgarischen Frieden?» vertrag von Konstantinopel den ersten Strich durch die Rechnung der Entente gemacht. Dadurch wurde auch die erste solide Grund- läge für eine zukünftige Verständigung auch mit Oesterreich und Deutschland geschaffen.... Wegen der verschiedenen Anschauungen über den Ausgang deS Weltkrieges bildeten sich in Bulgarien zwei gegnerische Richtungen. Der scharfe Gegensatz zwischen diesen Richtungen wurde aber mit den Erfolgen der Zentralmächte milder und ist nach ihren letzten großen Siegen im Verschwinden. Zu seiner gänzlichen Beseitigung trägt viel die volle Einstimmigkeit bei, die im bulgarischen Volk gegenüber den feindseligen Nachbarn, besonders gegenüber Serbien, herrscht, dessen Züchtigung und Nötigung zur Herausgabe des Raube? von 1013 die Hoffnung jedes Bulgaren ist. Unter so günstigen Stimmungen hat da» Ministerium RadoS- lawow den ersten Schritt zu seinem Bündnis mit Oesterreich-- Ungarn und Deutschland getan. ES ist augenscheinlich, daß RadoS- lawow in vollem Vertrauen auf Garantien beider Großmächte in bezug auf das künftige Schicksal Mazedoniens handelt— Garantien dafür, daß Mazedonien au« feiner gegenwärtigen Knechtschaft befreit und seinem Mutterland Bulgarien einverleibt wird..." Im Sanne üer Kriegspsychose. In einem so überschriebenen Leitartikel sagt die.Kölnische Zeitung"(Nr. 880): .Der Krieg hat in der öffentlichen Meinung der Völker eine Geistesverfassung gezeitigt, die man in unserem Zeitalter der Jnternationalttät und intellek- tuellen Aufklärung nicht für möglich gehalten hätte. Nationalstaatlicher Egoismus und das Streben, die eige- neu DafeinSintereffen mit allen Mitteln durchzusetzen, beherrschen so ausschließlich die kriegführenden Völkergruppen, daß diese in sich abgeschlossene VorstellungSkreise bilden, in denen jene Kräfte mit autosuggestiver, fast alle Individuen erfassender Wirkung die ein- zige Ouelle de» Denken« und Handeln« geworden sind. So be- stehen diese VorstellungSkreise nebeneinander, ohne sich zu berühren, und au« Tatsachen, die in Friedenszeiten zweifellos hier wie dort dieselbe Beurteilung erfahren würden, werden unter dem Ein- fluh de» alle« Denken und Wollen gefangen neh- menden nationalen EgoiSmu» Schlüsse gezogen, die sich schnurstrack» widersprechen, so daß man den Eindruck erhält, al» ob Logik und gesunder Menschenverstand gänzlich au» dem Kriegsbegriffvermögen ausgeschaltet seien. Da» Streben der Kulturvölker, sich gegenseitig zu verstehen, hat der Drang abgelöst, sich gegenseitig mißzuverstehen, mit Hilfe der absichtlichen Mißdeutung der Motive des anderen sich gegen- feitig in» Unrecht zu setzen und die eigenen Volksgenossen selbst auf Kosten de» logisch geordneten Denken» in dem nationalen, aus- schließlich auf den Sieg gerichteten Vorstellungsbanne festzuhalten. In jedem(?) Zeitungsblatte findet man heute zahllose Beweise dieser Geistesverfassung." Die„Kölnische Zeitung" bezieht diese Feststellung eine» krank- haften ZustandeS ausdrücklich auch auf Deutschland: .Aber wir wollen nicht nach Pharisäerart an unsre Brust schlagen und sagen: Herrgott, wir danken dir, daß wir nicht find wie diese Zöllner. Wir wissen, daß auch wir in unserem Vor- stellungSkreise befangen sind, und wir müssen e» fein und bleiben, weil auch un» der nationale Egoismus beherrscht, siegen zu wollen." Gegen Annexionen— für Grenzberichtigungen. Die„Freisinnige Zeitung" veröffentlicht eine in politi- fchen Kreisen bereits bekannte Eingabe an den Reichskanzler über die Kriegsziele. Die Eingabe ist vom 27. Juli datiert und hat folgenden Wortlaut: „Deutschland ist in den Krieg nicht mit der Absicht auf Eroberung gegangen, sondern zur Erhaltung seines von der feindlichen Koalition bedrohten Daseins, seiner nationalen Einheit und seiner fortschreitenden Entwickelung. Nur WaS diesen Zielen dient, darf Deutschland auch bei einem Friedens- schluß verfolgen. Eingaben(der 6 Wirtschaftsverbände und einiger Professoren. Die Red. des„Vorw."), welche Euer Exzellenz zugegangen sind, verstoßen gegen diese Ziele. Wir halten es daher für unsere Pflicht, diesen Bestrebungen mit aller Entschiedenheit entgegenzutreten und offen auSzu- sprechen, daß wir in ihrer Verwirklichung einen folgenschweren politischen Fehler und nicht eine Stärkung, sondern eine verhängnisvolle Schwächung des Deut- scheu Reiches sehen würden. In rein sachlichen Erwägungen bekennen wir uns zu dem Grundsatz, daß die Ein derlei- bung oder Angliedern ng politsch selbständi- ?er und an Selbständigkeit gewöhnter Völ- er zu verwerfen ist. DaS Deutsche Reich ist hervor- gegangen auS dem Gedanken der nationalen Einheit, der nationalen Zusammengehörigkeit. ES hat nationalfremde Elemente nur langsam und noch unvollkommen mit sich ver- schmolzen, und wir wollen unS weder durch Ereignisse noch durch Personen, noch durch leicht erzeugbare Stimmungen dazu drängen lasten, die leitenden Grundlinien der Reichs- schopfung aufzugeben und zu verändern und den Charakter des Nationalstaates zu zerstören. Es ist ganz selbstverständlich, daß die von uns nach Maß- gäbe unserer Friedensbedingungen zu räum�aden Gebiete nicht zu einem Bollwerk für unsere Gegner werden dürfen. daß kein Rivale Deutschlands sich dort festsetzen darf. Die Möglichkeit darf nickt bestehen, daß feindliche Gefühle der! Bewohner sich in feindselige Handlungen umsetzen, die den Frieden und die Sicherheit unserer Grenzen bedrohen könnten. Solchen Gefahren kann vorgebeugt werden, und wir ver- trauen darauf, daß es gelingen wird, geeignete und wirksame Mittel auszuwählen und zu verwirklichen. Dazu ver- mögen wir aber wiederum solche Mittel nicht zu rechnen, die uns auf Umwegen schließlich doch zur Annexion hinleiten würden. Wir alle sind mit dem ganzen Volke fest überzeugt, daß dieser Krieg mit einem vollen Siege Deutschlands enden wird. Nach so bewunderungswürdigen Heldentaten, nach so unendlichen Opfern und Mühen, nach so viel Ruhm und so viel still und mit Seelengröße getragenem Leid wird das deutsche Volk einen SiegeSpreis beanspruchen dürfen, der— soweit das überhaupt möglich ist— dem, was es hingegeben hat, entspricht. Der höchste Siegespreis wird immer in der stolz errungenen Gewißheit bestehen, daß Deutschland auch eine Welt von Feinden nicht zu befürchten braucht, und in dem beispiellosen Kraftbeweis, den unser Volk den andern Völkern der Erde und den kommenden Generationen gegeben hat. Das deutsche Volk kann aber nur einen Frieden schließen, der den st rategi scheu Bedürfnissen, den poli- tischen und wirtschaftlichen Interessen des Landes und der ungehemmten Betätigung seiner Kraft und seines Unternehmungs- geisteS in der Heimat und auf dem freien Meere gesicherte Grundlagen gibt. Wir hegen daS Vertrauen, daß es Euer Exzellenz mit den verfassungs- mäßig berufenen Instanzen gelingen wird, unbeirrt, zu ge- gebener Zeit, auf der Höhe unserer militärischen Erfolge einen solchen Frieden zu schaffen." Die Eingabe ist von mehreren hundert hochgestellten Männern unterzeichnet, Professoren, Fabrikanten, Kauf- leuten, Direktoren, Schriftstellern, auch Offizieren. Von ein- zelncn Namen heben wir hervor: Pros. Schmoller, Dr. Paul Rohrbach, Prof. Hans Delbrück, Staatsminister z. D. V. Berlepsch, Prof. Brentano, Fürst Henckel v. Donnersmark, Prof. Ernst Francke, Prof. Ad. Harnack, Fürst Hatzfeld v. Drachen- berg, Prof. W. Kahl, Generalsuperintendent Lahusen, Prof. Walter Lötz, Dr. Dcrnburg, Prof. Herkner, Prof. v. Liszt, Prof. Lötz. Graf v. MontS, Major v. Parfeval, Prof. Martin Kade, Prof. Schücking, Prof. Max Weber-Hiedelberg, A. Stein (Redakteur der„Franks. Ztg."), Theodor Wolfs(Chef- redakteur des„Berliner Tageblattes"). politische Uebersicht. Pressezensur. In einem Rückblick auf die ReichStagSderhanblungen schreibt die konservative„Kreuz- Zeitung" über die Pressezenfur: „WaS Staatssekretär Delbrück zur Frage der Pressezensur aus- führte, war leider wenig tröstlich. Er begründete die Auf- rechterhaltung de» Belagerungszustandes über die Zeit der Mobil- machuna hinaus, zu deren glatter Durchführung er zunächst nur eingeführt war, mit der Zunahme der Spionage, der Anschläge auf Eisenbahnen und Brücken und der Notwendigkeit weiterer Truppen» Verschiebungen, und fügte hinzu, daß die Beschränkungen sich im Rahmen deS absolut Notwendigen halten sollten. Wer daraus nun aber herausgelesen hätte, dag die Beschränkungen sich nur auf da» aus den obigen militärischen Gesichtspunkten durchaus Not- wendige erstrecken sollte, wurde sofort eines andern belehrt, als der Staatssekretär darlegte, daß sie sich auf alle Dinge beziehen müßte,„deren Verbreitung im Auslände zu einer unrichtigen Be- urteilung unserer Widerstandskraft, Leistungsfähigkeit und Ziele führen" könne. Eine nach diesem Grundsatze durch- geführt« Zensur muß natürlich die BewegungS- freiheit der Presse aufs äußerste beschränken, und deshalb eröffnen die Ausführungen des Staatssekretärs leider keine Aussicht auf Besserung von Zuständen. deren BesserungSbedürfttgreit von allen Seiten zugegeben wor- d-n ist.".. � �. Wir empfehlen diese» konservative Urteil einigen Partei- blättern, die sich kürzlich wegen einer Zensurfrage an dem„Vor- wärtS" zu reiben versuchten._ Schlachtverordnungen deS Bundesrats. Amtlich. Berlin, 29. August.(W. T. B.) Der Bundesrat hat in feiner Sitzung vom 26. August den Er- laß eines Schlachtverbotes für trächtige Kühe und Sauen beschlossen. Die Schlachtung trächtigen Viehs stellt einen Mißbrauch dar. der im Interesse der Aufzucht und damit der Fleischversorgimg schon seit langem von sachver- ständiger Seite bekämpft worden ist.— Gleichzeitig hat der Bundesrat die Landesregierungen ermächtigt, noch weitere S ch l a ch t v e r b o t e für Vieh zu erlassen. Auf Schlachtvieh, das aus dem Ausland eingeführt wird, findet die Verordnung keine Anwendung._ Billiges Schweinefleisch in— Brnssel. Während auf den deutschen Biehmärkten die Schweinepreis« immer mehr In die Höhe getrieben werden, hat der Gouverneur von Brüsset für Groß-Brüssel Höchstpreise für Schwein« festgesetzt, di« 200 M. für 100 Kilogramm nicht übersteigen dürfen. In Deutsch« land stehen die Preis- um 50 Proz. höher. Dabei sind aber die Schweine in Belgien noch knapper al« in Deutschland.— Auch auS de» besetzten Gebieten Nordfrankreichs werden von der Militär« behörde festgesetzte Preise gemeldet, die tief unter den in Deutsch« land üblichen stehen._ Belgische» Geld an» Zink. AuS Brüssel wird gemeldet: In Belgien herrscht seit Monaten ein starker Mangel an Nickelgeld Der Generalgouverneur erließ darum eine Verord- nuug, die die Prägung von Scheidemünzen in Zink zuläßt. Es sollen Stücke im Werte von fünf, zehn und fünfundzwanzig Ccn- ttmeS herausgegeben werden. Niemand wird aber verpflichtet fein, solche Zinkmünzen im Betrage von mehr al» fünf� Frank in Zahlung zu nehmen. DaS neu« Geldstück wird da» umkränzte Bild eine» Löwen und die Aufschrift„Belgien" in französischer und flämischer Sprache zeigen._ Monarchistische Unruhen in Lissabon. Pari», 20. August.(W. T. B.) Der„TempS" erfährt auS Lissabon: Der Minister de» Innern hat der Kannner bekannt- gegeben, daß in Nordportugal die Monarchisten die Bevölkerung von neuem aufwiegeln. Gogenmahregeln sind getroffen worden. Trotz- dem ist die Kaserne des Infanterieregiments in Guimaraß ange- griffen worden. ES gab dabei mehrere Verletzte. Der Minister fügte ssiner Mitteilung hinzu, man habe Bomben und Waffen be- schlagnahmt. Die Brücke von Trofa, halbwegs zwischen Porto und Braga. ist durch ein« Dynamitexplosion leicht beschädigt worden. Die Verbindungen zwischen Braga und Guimaraß sind abge- schnitten. In den anderen Bezirken ist die Ruh« nicht gestört. In Lissabon ereigneten sich nur unbedeutende Zwischenfälle. Augen- blicklich ist die Lage in Portugal normal. Von anderer Seite ver- lautet, daß die Verbindung zwischen Braga und Taipas, die ab- geschnitten waren, wiederhergestellt sind. 40 Verhaftungen sind vorgenommen worden. Mus Groß-öerlin. die Wiegefrau. MS sie alt wurde und nur noch Strümpfe stricken, nicht mal mehr mit Besen und Schrubber arbeiten konnte, kaufte sie sich eine Personenwage von den mühsam zurückgelegten Sparpfennigen. Eine ausgeleierte Kaufmannswage, auf der schon viele Tausende von flisten und Ballen ihr Schivergcwichl erprobt hatten, konnte sie nicht brauchen... nein l Eine richtig gehende, bis auf das Viertelpfündcheu genau anzeigende Wage miijste es sein, so eine altmodische auS Holz mit ein paar Eisenbändern ringsum und richtigen eisernen und messingenen Gewichten. Die wird vom Publikum bevorzugt. Den Automatendingern traut man nicht recht. Wetterwendisch sind sie wie der Herbst, haben ihre Launen und streiken oft ganz, geben den schönen Nickel nicht mehr heraus, wenn ein Nichtsnutz in das Einwurfsloch ein Stück Blech gesteckt hat. Die zweite Sorge war der Standplatz. Ach ja, es wurde der Alten nicht leicht ge- macht, die Konkurrenz ist nicht klein. Auch mutz es ein Plätzchen sein, wo viel Laufpublikum vorübcrkommt, das wiegclustig und gebefreudig ist. Vor drei Jahren hat sie noch das Laub zusammengekehrt. Dann knickten die alten Beine zusammen. Nach vielen Bitten hotte die Behörde ein Einsehen und wies ihr den Staudort beim Eingang zum schönen grotzen Park an. Dorthin schleppt sie jeden Vormittag in ihrem Wägelchen die Wage und blinzelt unter dem vorsintflutlichen breitkrempigen Sonnenhut die Pasianten so vergnügt an, dah man gern der Alten seinen Sechser spendet. Beim Automaten, von dem mehr als einer seinen Profit haben will, kostet es das Doppelte. Die Alte ist mit dem Sechser zufrieden. An sehr schönen Sommer- somltagen werden es bei viel Glück hundert Sechser. Nur zu oft aber wandert die Alte mit noch nicht fünf Groschen nach Hause. Nein, zum Bankkonto reicht es nicht. Man hat gerade sein dürftiges Auskommen auf seine alten Tage. In der Nähe sitzen ja noch ein halbes Dutzend Kolleginnen, die auch ihre Sechser haben wollen. Und durch den Park läuft gar ein„fliegender* Konkurrent, der seine einem Stiefelputz- kästen gleichende Automatenwage unterm Arm tragen kann. Sonntagspublikum hat für die alten Leute immer noch den Sechser übrig. Mit Ernst und viel Scherz wird das Geschäft besorgt. Die aus Gesundheitsrücksichten im Park spazieren gehen, freuen sich unbändig, wenn sie ein, zwei Pfündchen in wenigen Wochen zugenommen haben. Freilich ist das heutzutage keine so einfache Sache. Meistens geht die Pfundzahl nach unten.„Mutterken, det Ding wiecht ja nich richtich*, ulkt ein Ladenjüngling. Schlagfertig erwidert die Alte:„Stell Dir man ruff. Du leichter Junge, bei Dir zeigt se schon an, wat de wert bist." Ein Siebenmonatskind kommt, Gastwirt oder Bäckermeister. Gewicht auf Gewicht holt die Alte aus dem Kasten.„Nee, es langt nicht, bei dem nicht. Fast drei Zentner— auf solche Wohlhabenheit ist sie nicht eingerichtet,„Zehn Se man nach'n Automaten nebenan. For'n Sechser kann ick so ville Fleesch nich Wiejen." Alles lacht. Und der Dicke glänzt vor Ver- gnügen wie eine Speckschwarte. Dann ein altes Mütterchen im Sonntagsstaat. Die Wicgefrau setzt einen Zentner auf. Nichts rührt sich am Zünglein der Wage. Ein Zentner— es war einmal, kommt wohl niemals wieder. Die alten Knochen werden immer wackeliger. Aber glücklich ist die alte Frau doch, datz es nicht noch weniger als achtzig Pfund geworden sind. Biel zum Zusetzen hat sie nicht mehr und hängt hoch noch an den Enkelkindern, die in lachender Jugendfülle um die Wage tollen. Ja, es sind hübsche Bilder, die man da beobachten kann. Sonntagsleben mit einem Schutz in das alte gemütliche Berlin I Schöneberger Gemüseverkauf. In Schöneberg bat die Stadtverwaltung mit dem von ihr ein- gerichteten Gemüseverkauf vor einigen Tagen begonnen. Er erfreut sich bereits einer grotzen Beliebtheit bei den Hausfrauen, die rasch die Vorteile dieser EinkausSgelegenheit erkannt haben. Bei der Geuiüseverkauf-stelle in der Feurigstratze ist in den Vor- mittagstunden der Andrang so stark, daß der Verkaufsraum— jetzt im Hause Feuriystr. 68— die Schar der Kauflustigen nicht zu fasten vermag. Viele müssen zunächst draußen auf dem Bürgersteig sich in Reih und Glied aufstellen und warten, dt? drinnen Platz für sie wird. Am Sonnabend waren folgende Verkaufspreise fest» gesetzt: für 1 Pftust» Weißkohl 4 Pf., für 1 Pfund Wirsingkohl 4 Pf., für 1 Pfund Rotkohl 6 Pf., für 1 Pfund MckhrrÄben 5 Pf., für 8 Pfund grün« Bohnen 60 Pf., für 10 Pfund Kartoffeln 45 Pf. Da? find Preise, die beträchtlich hinter denen privater Händler zurückbleiben, so datz der starke Andrang von Kauflustigen begreiflich ist. Die Gemüseverkaufsstelle der Stadt verkauft mir an Ein- wohner SchönebergL, wobei die Speckkarte als Ausweis dient und vorzulegen ist. An Händler wird nicht verkauft. Die Verkaufszeit ist wochentäglich am Vormittag 8— 1 Uhr und am Nachmittag 4— 8 Uhr. Wir können nur wünschen, datz die Einbeziehung auch des Gemüses in den LebenSmitielvcrkauf der Gemeinden in immer größerem Umfange erfolgt. Die Matzregeln zur Bekämpfung über- mätziger Lebensmittelpreise finden in den von Gemeinden cingerich- tcten LebenSmittelverkäufen eine wirksame Ergänzung. Gewiß wird hierbei nicht alles sogleich nach Wunsch„klappen", aber daS war kaum anders zu erwarten, da ja diese Einrichtungen sozusagen auS dem Stegreif geschaffen werden mutzten. Wünschenswert wäre es, wenn auch di« übrigen Grotz-Berliner Gemeinden, die bisher noch keinen Gemüsederkauf eingerichtet haben, dem Beispiele von Berlin und Schöneberg folgen würden. ihm über die Brust und verletzte ihn so schwer, datz er auf der Un- fallstation in der Kronens trotze gleich nach der Aufnahme starb. Beschränkung der Arbeitszeit in gewerblichen Betrieben. Das Berliner Polizeipräsidium teilt mit: Nach der Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 12. August d. I. dürfen in gewerblichen Betrieben, in denen Gespinste, Gewebe, Wirkstoffe oder Wirkwaren aus Baum- wolle, Wolle, Kunstwolle, Jute oder Hanf hergestellt werden, Arbeiter nur an hoch st ens fünf Tagen in jeder Woche beschäftigt werden. Auch die tägliche Arbeitszeit unter- liegt gewissen Beschränkungen. Werft keine Obstreste auf die Strafte. Unvorsichtiges Wegwerfen von Obstreften hat Sonntag nach- mittag dem 09 Iahte alten Konfektionär Ernst ElSner aus der Mühlenstr. 45 zu Pankow das Leben gekostet. Derselbe wollte vor dem Hause Mohrenstr. 38 quer über den Fahrdamm gehen. Er glitt dabei auf einer weggeworfenen Pflaume so unglücklich auS, datz er unter den Anhängsvagen eines gerade vorüberfahrenden B rauereiautomobilS geriet. Ein Rad des schweren Wagens ging Kleine Nachrichten. Am Sommbcndnachmittag wollte der i 21jähiige Student jur. B. aus Berlin in der Nähe der Pionier- ; Badeanstalt zu Spandau eine Kohnportie unternehmen. Als er i im Kahn stehend vom Land« abstoßen woll:e. verlor er das Gleich- ! gewicht und stürzte kopfüber ins Wasser. Erst nach längerer Zeit ! konnte er als Leiche gebrtgen werden.— Im Hause Treskowstr. 39 wurde am gestrigen Sonnlagmotgcn die Leiche eines neugeborenen Knaben aufgefunden.— Sonntag früh gegen 3 Uhr sprang die � Arbeiterfrau Charlotte Freund aus der Schliemannstratze 24 vor ' dem Hause Engelufei 7a. in den Luisenstädtischen Kanal. Einem Schutzmann gelang es. sie mit dem Rettungskahn wieder herauszu- holen. Alle Wiederbelebungsversuche blieben jedoch erfolglos.— Das Opfer seiner Schwerhörigkeit wurde der 76jährige Rentier Aleraudcr Goehn. Charlottenburg, Schlüterstr. 50 wohnhaft. Der : alte Herr überschritt am Steuerhausc den Fahrdamm der Kaiser- Wilhelm-Brückc in Potsdam. Er überhörte das Glockenzeichen eines herannahenden Motorwagens und wurde von dem Wagen erfaßt und umgeworfen. Er erlitt dabei außer einer Kopjver- letzung auch einen Oberschenkelbruch.— Eine Leiche wurde an der Holzmarkistratze in Potsdam aus der Havel gelandet. Der Tote hatte an der linken Hand keinen Zeigefinger. Anzeichen äußerer Gewalt waren nicht wahrzunehmen. Anscheinend liegt ein Selbst- inord vor. Im Besitz des Toten fand man zwei Marken von der Herberge zur Heimat in Potsdam, lautend auf die Nummern 18 und 37. Danach dürfte es sich um den Klempner August Trosky handeln. WrtterauSftchtc« für das mittlere Norddeutschland bis Dienstag mittag: Mätzig warm und schwül, zeitweise etwas aufklarend, aber überwiegend bewölkt und weitverbreitete Gewitterregen. Mus aller Weit. 41'3 Jahre Gefängnis für einen Liebesgabenmarder. In Chemnitz wurde der 20jährige Kutscher Wienhold, der als Pos'.illon und später als Postbeamter verpflichtet worden war, zu m Jahren Gefängnis verurteilt, weil er 20 Feldpostpakete ge- stöhlen hatte. «»SSASSK» Unserem Genossen u. G-noshu Otto 5»>ltnse nebst Frau die herzliüistcn Glückwünsche zur bcurgcn SUbcrbochzcit. Öle Genossen u. Genossinnen des 773. Qezirks, S. Kreis. Zeit»» gSkra» mit Hilfe. Vankow.' Mublenstr 30.„Borwatts'-Spediüon, ReutersWerte i»Snde 4 UTarf. Luchhandiung Vorwärts iiiijejler-UsiüIenrmjn Berlin. Verein zur Förderung des Wandereportd unter den organisierten Parteigenossen Qroß-Berlins. Am Sonntag, letzte diesjährige den Vi. September, findet unsere Sdersprewalä-fahrt statt. Den Teilnehmern an dieser Tour wird hiermit Gelegenheit gegeben, die fchönfte» Punkte des Tpreewalde» ohne jede Fnhwaaderung leimen zu lernen: 2/5 Lübbenau— Leh�e— Leipe— der prächtige Erlenwald— Kano-Mü le— Wotschofska— Lübbenau. Tellnebmerkarten n 5,75 M. für Bahnfahrt III. Klaffe»nd Kahnfahrt sind an nachgebenden Stellen zu haben: Friy Bjählisch, Sk-Iltz-r Stt. 22, Ami Motttzplatz 125 42: Paul Horfch, Gcwerlschajts. bauS. Engelufcr 15, Aml Meritzplatz 9720: Hermann Kraatz, Kochftr. ZS, Amt Moritzpla? 1225: Erich Kohlfeld. Berlin O., Simon-DachN,. 36. Verlangen Sie unseren ausführlichen Prospekt! Durch die Post gewünschte Prospekte versendet G. Springer, Kotlbuser Str. 24. ffil Mitgliedschaft Groß. Berlin. Arbeiter. Arbeiterinnen: Auch während der KrieaSzctt«ollen wir Euch Eelegcnbott geben, in einem Arbeiter-Stenographenverein die für jeden Vorwärts stteben den notwendige Stenographie nach einem anerkannt guten und bewährten System zu erlernen. Ein neuer Kursus für An. fanget beginnt am Dtensrag. de» 7. Teptember, abends 8'/, Uhr, im IHraphtschen VereinShauS,»llexandrinenstr. 44. Das llnterrichtsgeld beträgt einschließlich der Lehrmittel für Teilnehmer über 18 Jahre 8.50 SR, unter 18 Jahren 2,50 M. Das UnlerrichiSaeld ist am ersten Abend zu entrichten. Die Anmeldung erfolgt an. beste» am 1. Unterrichtsabend, ist aber auch am 2. noch zuläffig. Zahlreiche Beteiligung erwartet 284/16 A. Urban, Obmann« des BildungsanSschnffes. memmpfmm' WBseWslSsnk S ■ G5enö?ttwfepn3*&grffo$ge,-2M | WeööyettM |(Sanften 6erUnitrfni$unQan$miertiiti>tne VXMttvp *£>■»*» 3>»p JtswautffiSii-SIJ 'intrittskarten! ' für Festlichkeiten jederArt liefert• zu f»liden preisen schnellstens die- 'Vowäns Vuchdrllckerel! Berlin SV. 6S, Lindenstraße S: OKK»»»«»»»»»»»»«»»»»»»»»«««»«»»»»»»«»»»»»»«»»»»« UmmDr mth Ms Priiss für 31 Sorten Bettfadem imri Gr»ne Federn Pfd. 55 Pt. Chln. Ufiö w-Vi« Fc�ea'Ä Pfand M. I.—, l.SÖ. Chln. Enten-Hai bda�'.en Pfnnd ü 1.7 5, 1.90. Gemfoeklo Rupf- ledorn 2.—, üüaibiv. Hai�danacn Pld. M.£.50. GSnse- tedern ßsisson) Pid. 60 Pf Wefaee Sa25daunen Pfond M. 3.—, 0-5O. 4.50 u 6.—. Sehlcdssfcdcra, halbweisa. Pfund M 1.50. Weisse SehloiMfoilsrn PM VI 2.—, 2.50 n. S--- SlelSwet�se SchlcJssIedera Pfund M. 3,J0, 4.50 nnd 6-50. öS««esc3ila©hiredeni mtt Daunen Pfund 1.50 itlafaderdavnnext igeeetel. gesefe) Pfund M. 3.76. W«l»ec DaauxcH S.— and 5.50. JPriena bellxvclHse Baonen Pfd. M. 6,50. Echt fedlrmlseh« Dasmes* Pfd. M. S-SrO, 10.50 {21/.— 3 Pfd.«um Odnrbctt) und nvw-scttVck o©*»t ehlacatoeke MomamBannen «C«s. ceaeh. , JPiimd Ma, Fertige ieüen bestehead»»!> 8 Klsaeit is IS 16. SO, 31.30, 34 00, 29.50, 34-, 4»—, 47.50, 57—, 65—, 70.—, S2— Ms 120— Mark. Fertige BettinSette Inlett rot, rot-rosa, pran-rot,___ Oberbeti 12«X200; Mk. 3.GO, 4.oO, 5.-—, 5.80.«.«O Kissen 80X 75: Mk. 0.90, I.IO, I L». 1,50, 1,65 Unterbett 100 X200: Mk. 3.—, 3.75, 6.6», 4.7», 5�0 Inlett rot, rot-roea, bunt_____ Oberbett 130X2M:..... Mk. 7 SO,».«O, N LO.»S.SO Kissen 84X M:..... Xk. 2.16, 2.55, SJ»,«.»O fl 0 Sk > B 9 X 9 a s B « G 5 a 9 a B Bb 91 • 3 9 P Drei! rot, rot-roea, bnni, 100X200: M. 7.40, 7.SO, S.SO, Fertige Beltwiss�e in glatt, gcatreift«nd Damast,»ehr prelswert. Damastbezuo 100X200 mit 2 Kiesen 80X30.. M. 7v50 Unstreitig j C grösstes Bettfodern- und Betten- Spezial- Geschäft Deutschlands fiustmlyfliä BfilUlS IIS, pklkMÄf. Eingang nicht ▼orwccKselr»! 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Verlag: VorwärtsBuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW.