Ar. 240.-82. Jahrg. übonnementS'Bedlngungea: inionnc!i:rntä••Bretä prämim er int«» BictlHjöbib. 330 Ml. monolL UO Mi. wöchcnllich 25 Pjg. frei ins Harr». Citijelne Nummer ö 35fg. Sonntag»« nuramec mit illustrierter Sonntag»« Seilage.Die Neue Welt« 10 L'a. Koft» Kbonncmcm: 1,10 Marl pro Monat Ewaetrazen in die Post-Zeitung»- Preisliste, Unter Kreuzband rät Deutlchland und Oesterreich- Ungarn 230 Marl, lür das übrige Susland 4 Mari pro Monat Postabonnemenl» nehmen an; Belgien. Tänemari, Holland, Italien, Luxemburg, Porwzal, Aummueit Schweden und die Schweis VIcheilii iZgllch. Vevlinev Volksblnkk. ( 5 Pfennig) Die TnferflonS'6ebat)r Beträgt für die sechsgespaltene Kolanel- geile oder deren Raum 60 Psg„ für politische und gewerlschaftliche Vereins- und Versammlungs-Anzeigen 20 Psg. �sstline Lnreigen", das settgedrulite Wort 20 Pig.(zulässig 2 settgedrnckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg, Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Pfg„ jedes weitere Wort 5 Psg, Worte über IZBuch- stoben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm-Adresse: *SozUl(l(iooKrat Rcrlin", Zentralorgan der rozialdcmokratifchen Partei Deutfchlands. HcdoEtion: EW. 6$, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikpla«- Str. 1S1 9v— 131 97. Dienstag, den 31. August 1915. Expedition: EW. 6$, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplan, Nr. 131 gv— 131 97. leitete lettuMmi« öei U m SMZml. Das Ergebnis der vier Monate östlicher Offensive. Berlin, 30. August.(W. T. B.) Aus dem Großen Hauptquartier wird uns geschrieben: Im gegenwärtigen Zeitpunkt, in dem durch den Fall der inneren russischen Ver- teidigungslinie ein gewisier Abschnitt in den fortlaufenden Operationen erreicht wurde, ist es lehrreich, sich kurz das bisherige Ergebnis der Offensive zu ver- gegenwärtigen, die am 2. Mai mit dem Durchbruch bei Gorlice begann. Die Stärke der russischen Verbände, auf die der eigent- liche Stoß nach und nach traf, wird gering mit etwa 1 400 000 Mann beziffert werden können. In den Kämpfen sind rund 1100 000 gefangen und mindestens 300000 Mann gefallen oder verwundet, wenn man die Zahl der so Ausgeschiedenen söhne Kranke) sehr niedrig auf nur 30 Prozent der Ge- fangenen veranschlagt l Sie ist sicher höher, denn seitdem der Feind, um den Rest seiner Artillerie zu retten, seinen eiligen Rückzug ohne jede Rücksicht auf Menschenleben in der Haupt- tum Durchbruch in ßst-ßa/izien. fache durch Infanterie zu sichern versucht, hat er natürlich un- geheucrliche blutige Verluste erlitten. Man kann also sagen, daß die Heere, auf die unsere Offensive gestoßen ist, einmal ganz vernichtet worden sind. iföeiin der Gegner trotzdem noch Truppen im Felde stehen hat, so ist dies dadurch zu erklären, daß er die für eine Offensive gegen die Türkei in Südrußland bereitgestellten Divisionen heranzog, daß er sehr viele halbausgebildete Ersatz- Mannschaften aus dem Innern Rußlands schleunigst heran- führte und daß er endlich aus jenen Fronten, an denen unser Druck weniger fühlbar war, zahlreiche Mannschaften einzeln I und in kleinen Verbänden nach Norden verschob. Alle diese Maßnahmen haben das Verhängnis nicht auf- halten können. Aus Galizien, Polen, Kurland, Litauen ist der Feind vertrieben. Seine geschlossene Front ist zerrissen, seine Heere fluten in zwei völlig getrennten Gruppen zurück. Nicht weniger als zwölf Festungen, darunter vier große und ganz modern ausgebaute, fielen in die Hände unserer tapferen, treuen Streiter und damit die äußere sowie die innere Sicherungs- linie des russischen Reiches. Mellumg des Mn SmWMs. Amtlich. Großes Hauptquartier, de« 30. August 1915.(W. T. 23.) Westlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Oestlicher Kriegsschauplatz. sieerezgruppe des Gencralfcldmarfchalls v. silndenburg. Truppen des Generals v. Below stehen im Kampf um den Brückenkopf südlich von Friedrichstadt. In den Kämpfen östlich des Njemcn hat die Armee des Generalobersten v. Eichhorn die Gegend nordöstlich von Olita erreicht; es wurden weitere 1600 Gefangene gemacht und 7 Geschütze erobert. In der Richtung auf G r o d n o wurde Lipsk(am Bobr) erstürmt, der Feind zum Slufgcben des Sidra- Abschnitts gezwungen und Sokolka von uns durch- schritten. Ter Ostrand der Forsten nordöstlich und öst« lich von Bialystok ist au mehreren Stellen erreicht. Heeresgruppe des Leneralleidmarlchalls Prinz Leopold von Kaveri». Im Bialowieska-Forst wird«m den Ueber» gang über den oberen Narew gekämpft. Tie deutschen und österreichisch-ungarischcn Truppen des Generalobersten V. W o y r s ch warfen den Feind aus seinen Stellungen bei Snchopol(am Ostrand des Forstes) und Szereszoivo? sie sind in scharfer Verfolgung begriffen. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. lllachenlen. Um den Rückzug ihrer rückwärtigen Staffeln durch das Sumpfgebiet ö st lich von Pruzana zu er- möglichen, stellten sich die Russen gestern in der Linie Poddubno— Gegend südlich von Kobrpn noch einmal zum Kampf. Sie wurden geschlagen, trotzdem sie bereits abmarschierende Teile wieder in den Kampf warfen. Auch die Fortführung des in der Kriegsgeschichte aller Zeiten unerhörten Verfahrens zum Schutze der flüchtenden Armeen die auf dem Rückzug mitgeschleppte Bevölkerung des eigenen Landes zu vielen Tausenden, darunter hauptsächlich Frauen und Kinder, in unseren Angriff hineinzutreiben, nutzte ihnen nichts. Ober st e Heeresleitung. * ♦ Der öslemIiMe SemMMverW. Wien, M August.(W. T. B.) Amtlich wird verlaut- bart: 30. August 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die Armeen der Generale Pflanzer, Baltin und Bothmer drangen gestern bis an die Strvpa vor. Der Gegner ver- suäite an verschiedenen Geländcabschnittcn, unsere Berfolgnng einzudämmen, wurde aber überall zurückgetrieben. Besonders hartnäckiger Widerstand mutzte am unteren Koropiec-Bach ge- brachen werden. Die Truppen de? General? v. Boehm-Grinolli stietzen östlich Zloczvw und in einer von Bialnkamien über Toporow gegen Madziechow verlaufenden Linie auf stark besetzte Stellungen. Der Feind wurde angegriffen und an zahlreichen Punkten der Front geworfen. In Wolhvnien haben unsere gegen L u ck drängenden Streitkräfte abermals Raum ge- Wonnen. Swininchtz und andere zäh verteidigte Lcrtlichkciten wurden dem Feind entrissen. Tie in der Bialowieskaja-Putzcza kämpfenden k. und k. Truppen schiugen die Russen bei Szeretzowo und verfolgten sie gegen P r u tz a n p. Italienischer Kriegsschauplatz. Gestern unterhielten die Italiener an der ganzen küiten- ländischen Front ein Artillericfeucr von wechselnder Stärke. An mehreren Stellen unternahm ihre Infanterie Annähr- rungsversuche und kleinere Angriffe, wurde aber, wie immer, abgewiesen. Im Kärntner und Tiroler Grenzgebiete ist die Lage un- verändert. Der Stellvertreter des Chefs deS GeneralstabeS: von H ö f e r, Feldmarschalleutnant. Der deutsche Sotjchaster bei Wansing. Köln, 30. August. Der Washingtoner Korrespondent der „Köln. Ztg." meldet seinem Blatte unterm L8. August durch Funkspruch: Auf Einladung Lansings sprach der deutsche Bot- schafter Graf Bernstorff auf dem Auswärtigen Amt vor, um einige Stellen in dem gestrigen Telegramm aus Berlin, in welchem darum ersucht wird, die Entscheidung hinauszuschieben, zu erklären. Die Entscheidung dürfte mit Rücksicht auf die öffentliche Meinung nicht mehr lange vertagt werden. Es besteht die Hoffnung, daß die Krise vorübergehen wird. Die Kriegswirtschaft in England. Man schreibt uns: Um den Charakter der Kriegswirtschaft Englands zu be- greifen, mutz man die Aufgaben kennen lernen, die der eng- lischen Wirtschaft während des ersten Kriegsjahres entstanden sind. Wie schwer die wirtschaftlichen Probleme sind, die Deutschland im verflossenen Jahre zu lösen gehabt hat, so können sie in gewisser Beziehung mit den Schwierigkeiten, die der Krieg in England geschaffen hat, in keinen Vergleich gestellt werden. Man spricht sehr viel davon, daß England Deutschland vom Weltverkehr abgeschnitten habe. Das trifft nur in geringem Maße zu. Tatsächlich hat Deutschland bis jetzt große Mengen sowohl von Nahrungsmitteln als auch von Roh- stoffen aus dem Auslande bekommen können. Außerdem ist Deutschland relativ weniger aus die Zufuhr aus dem Aus- lande angewiesen, wenn es eine geschlossene Haus- Wirtschaft für den eigenen Bedarf treibt. Für England bestand die erste und wichsigste Aufgabe seiner Kriegsmaßnahmen darin, seine dominierende Stellung auf dem Weltmarkte zu erhalten. Die englische Wirtschaft ist viel enger als die deutsche mit der Weltwirtschaft verknüpft. England ist der Vermittler und Bankier des Welt- Handels. England finanziert die Hälfte des Welthandels, esiva 7 bis 10 Milliarden Mark englischer Wechsel befinden sich stets im Umlauf. Mit dem Ausbruch des Krieges stockte plötzlich das ganze Wcchselgeschäft, Die englischen Akzepthäuser konnten diese Wechsel nicht einlösen, weil sie nicht wußten, ob das Ausland wiederum seine Pflichten er- füllen werde. Der Staat mußte seinen eigenen Kredit für die Einlösung des gesamten auf London gezogenen Wechsel- Materials verpfänden, hat den Akzepthäusern auf die nicht honorierten Wechsel Vorschüsse für ein Jahr nach dem Friedens- schluß gegeben, ebenso wie den Exporteuren auf ihre während der Kriegszeit uneinbringlichen Ausstände. Auch der Börse ist die Regierung in weitgehendstem Maße zu Hilfe gekommen. Wie es scheint, hat der Staat zu diesem Zwecke bei der Bank von England eine Anleihe von 120 Millionen Pfund auf- genommen, von der bis vor kurzem noch 50 Millionen(eine Milliarde Mark) ausstanden. Dazu kommt noch, daß die englische Kriegführung außer- ordentlich kostspielig ist. Die Anwerbung von Soldaten und ihr Transport aus ollen Weltrichtungen kommen sehr teuer zu stehen. Dazu frißt die Flotte unheimliche Summen auf. so daß sich die täglichen Kriegskosten auf schon über 3 Millionen Pfund stellen. Das erste Kricgsjahr hat unheimliche Summen verschlungen, nicht viel weniger als 18 Milliarden Mark. Die während dieses Krieges gemachte Schuld übersteigt schon eine Milliarde Pfund, ohne die nicht öffentlich begebenen Schatz- Wechsel, die Mitte Juni den Betrag von 175,2 Millionen Pfund erreichen. Auf den Kopf der Bevölkerung berechnet man die englische Kriegsschuld 468 M., mehr als doppelt so hoch wie die bis jetzt in Deutschland öffentlich begebene Reichskricgs- schuld, die sich auf 228 M. pro Kopf stellt. Der englische Geldmarkt ist schon dadurch in gewaltigem Maße in Anspruch genommen worden. Im Jahre 1913 be- trugen die Emissionen in England bloß 196,5 Millionen Pstmd, im letzten Vierteljahr 1914 allein 339,9 Millionen Pfund. Im Laufe des ersten Kricgsjahrcs hat somit der Staat allein um fünfmal größere Ansprüche an den Kapitalmarkt gestellt, als die Emissionen normalerweise betrugen. Während ferner in Deutschland von privater Seite an den Geldmarkt jetzt fast gar keine Ansprüche gemacht werden, sind in England auch während des Krieges bedeutende Ncuinvestierungen vor- genommen worden, in der ersten Hälfte dieses Jahres in der Höhe von 1,44 Milliarden Mark. In Deutschland wird das freiwerdende Kapital dem Staate zur Verfügung ge- stellt; in England hat es bis vor kurzem noch zum Teil normale Wege beschritten. Daher ist der Erfolg der zweiten großen englischen Kriegsanleihe besonders bedeutend. Er zeigt«der zugleich, daß sich auch in England die Wirtschaft auf die veränderten Verhältnisse anzupassen be- gönnen hat und dem Staate deshalb alles verfügbare Geld bereitstellt. Tatsächlich hat auch der Diskontsatz jetzt in Eng- land stark angezogen, während er in Deutschland nach wie vor niedrig bleibt, weil keine private Nachfrage nach Leihkapital mehr bestehe. Viel schwieriger als die Kriegsfinanzierung gestaltet sich für England das Problem des Wechselkurses. Deutschland konnte durch sein Goldausfuhrverbot und Zahlungsvcrbot an das Ausland seine Goldreserve im Lande behalten. Trotzdem ist auch der Kurs des deutschen Geldes gesunken. England, das im Auslande etwa 75 Milliarden Mark investiert hatte, vermochte zunächst durch Zurückziehung eines Teiles seines ausländischen Guthabens den Wechselkurs zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Es konnte nur seine flüssigen Anleihen zurück- ziehen; die fest investierten Kapitalien waren nicht einfach zurückzubekommen. Allmählich wuchsen dann die Kriegs- bestsllungen im Auslande so stark an, daß der Einfuhrüber- sckiuß in der ersten Hälfte dieses Jahres nicht weniger als 2L7 Millionen Pfund(im Vorjahre bloß 120 Millionen) er- reichte. Außerdem hat England es übernommen, die Kriegs- bcstellungcn Frankreichs und die Zahlungen Rußlands' in Anierika zu decken. Daher die Abschwächung des englischen Wechselkurses, der um 2 Proz. unter die Parität im Verhält- niS zum amerikanischen Gelde gesunken ist. Vergleicht man die Entlvertung des englischen Geldes mit der des Geldes der anderen kriegführenden Länder, so erscheint sie geradezu bcrschwindend gering. Allein schon diese Entwertung droht, England die' Stellung als Weltbankier zu nehmen. Nur der Festigkeit seines Wechsel- kurses verdankt England die Tatsache, daß seine Wechsel zum faktischen Weltgelde geworden sind. Daher die außerordentlich großen Anstrengungen, die man jetzt in England macht, um den Wechselkurs nach Möglichkeit zu halten. Zu diesem Zwecke wird demnächst auch eine Anleihe in den Vereinigten Staaten aufgenommen werden, nicht aber, weil England selbst den Krieg nicht mehr finanzieren kann. Nur in Verkennung dieser speziellen Aufgaben der englischen Kriegswirtschaft kann man davon sprechen, daß England sich in wirtschaftlicher Beziehung schwächer crlvicsen habe, als sein Rivale. Aber gerade der ilmstand, daß bei einem dauernden Krieg England die Gefahr läuft, seine beherrschende Stellung auf dem Welt- markte an Amerika zu verlieren, wird die englischen Finanzleutc eher veranlassen, danach zu fragen, ob dem Kriege nicht bald ein Ende gemacht werde, wie das der „Economist" und seine Leser jetzt schon ungeduldig tun. Das deulVche Finanzkapital hat sich den veränderten Kricgsvcrhält- nissen angepaßt und gedeiht dabei sehr gut. Es kann„durch- halten", das englische Bankkapital hat zwar seine Dividende im allgemerneu noch anfrcchterhalten können, sieht sich aber durch die emporsteigende Konkurrenz Amerikas bedroht. Daher die verschiedene Stimmung dieser Klasse in Deutsch- land und in England dem Kriege gegenüber. Der rusilsche Generalftabsbericht. Petersburg, 30. August.(W. T. B.) Bericht des Großen General st abes von gestern. In der Gegend von Riga keine Veränderungen. In Richtung Friedrich st adt zogen sich unsere Truppen nach heftigen 5lämpfen in den letzten Tagen mehr westlich dieser Stadt zurück. In Richtung Jacob st adt und Dünaburg gegen Westen keine Veränderungen. Am rechten User der Wilija und zwischen diesem Fluß und dem Njcmen dauerten am 27. und 28. August auf der Front von Podbcresje nördlich von Wilna bis Nowoje Troki, Danbi und weiter bis zum Njemen heftige Kämpfe an. Auf der Front zwischen den Quellen des Bobr und des Pripjct keine wesentlichen Veränderungen. Im Laufe der Nacht zum 28. August und am Tage darauf wurden in dieser Gegend nur Nachhutgefcchte geliefert. Infolge von Versuchen des Feindes, der starke Kräfte südlich von Wladimir Wolynski zusammenzog und eine Offensive in der Richtung auf Luzk und Staroe Roshischtschc begann, um die rechte Flanke unserer Stellung in Galizien zu umfassen, ergriffen wir Maßnahmen zur notwendigen Um- gruppicrung unserer Truppen, die am 27. und 28. August unter dem Schutze von Kämpfen nordwestlich von Luzk ausgeführt wurde. Die Bezwingung öer Lljemenlinie. Der Korrespondenz„Heer und Politik" wird geschrieben: Der letzte Rest der stark befestigten Flutzlinien Rußlands gegen Deutschland gerät nun auch ins Wanken. Von Jwangorod im Süden bis Kowno im Norden haben unsere Festungsbezwinger ein Bollwerk nach dem anderen gebrochen und den Russen die Aus- fallstore zur neuen Offensive gegen Deuffchlands Grenzen zu- gesperrt. Mit den Festungen des Narew, der ungefähr das Zen- trum der ganzen Festungslinie bildet, wurde der Anfang gemacht. Als nun hier aus der Eisenmauer die ersten gewaltigen Bausteine ausgebrochen worden waren, wurden die starken Schutzmauern der Weichsel überwältigt. Die Bezwingung des Bobr, der die Vevbindung zwischen Njemen und Narew bildet, folgte dann kanösturmleben in Sellien. I. Folgende Schilderung eines in Belgien stehenden Berliner Landsturmmannes wird uns zur Verfügung gestellt: H...... 22. Juli 1915. Lieber Freund! Sie möchten also gern etwas über das Leben und Treiben eines Berliner Landsturinmannes erfahren, der nun schon dreiviertel Jahr im schönen Belgien sitzt. Wenn dieser Brief in Ihre Hände gelangt, so werden es ziemlich genau 9 Monate her sein, daß wir unseren Abschicdsschoppcn tranken. Hätten Sie es damals gedacht, daß der Krieg so lange dauern würde? lind wer weiß, wann wir unseren Wiedersehensschoppen trinken können? Hoffentlich bc- stimmt darüber nicht Winston Churchill, der es ja wohl für un- gebührlich optimistisch erklärt, das Ende des Krieges im Laufe dieses Jahres zu erwarten. Ich denke doch, daß es nicht ungcbübr- lich optimistisch ist, zu hoffen, daß deutsche Waffen und deutsche Staatsmänner ebenfalls darüber ein Wörtchen mitsprechen und es ein wenig gnädiger machen werden. So schön die Landschaft hier auch ist, so gewinnen doch die spärlicheren Reize der Mark von Tag zu Tag an Uebergetvicht, und man möchte das vielgesungene Lied von der Heimat, loa es ein Wiederschen gibt, nun endlich auch einmal in Wirklichkeit erleben. Wie oft mag das Lied wohl in diesem Kriege schon gesungen worden sein? Das Gloria können cogar die belgischen Kinder schon sehr gut singen. Heimweh ist ein Gefühl, das' ini Leben des Landsturmmanncs eine große Rolle spielt..... Sonst führt so ein auf Kriegsfuß befindliches mobiles Land- sturnibataillon als BesatzungStruppe in Belgien ein äußerst sricd- lichcö Dasein. Besonders auf dem Lande oder in kleinen Städten. Ein Tag verläuft wie der andere. Tann wird kunstlich Abwechslung und Aufregung geschaffen durch die Fabrikation von allerhand Ge- rüchten.„Abtrittsparole" heißt der technische Ausdruck dafür. DaS beißt in verfeinerter Gestalt, denn in Wirklichkeit lautet er noch etwas dcrbsoldatischer. Anfangs war das Verbreiten von Sieges- gerächten mit stattlichen Zahlenangaben ein sehr beliebtes Spiel. Da aber selbst die grandiosesten Ziffern der Wirklichkeit noch keine Entscheidung gebracht haben, so ist das Interesse abgestumpft. Es wird also nicht mehr in Weltgeschichte gemacht. Tagegcip bilden Versetzungen, Verabschiedungen, Rangerhöhungen, teilweise im kleinsten Kreise, ein um so beliebteres Thema. Und nun erst Ver- legung des Bataillons, Wechsel des Standortes. Das ist ein schier unerschöpflicher Gegenstand. Wenn alle Gerüchte darüber auf mit der Erledigung von Wiszna und Ossowiez nach. Und endlich wurde auch an die Njemenlinie Hand angüegt. Ueberraschend schnell fiel die Festung Kowno, die wie ein gewaltiger Riese zum Schutz des Nordflügels stand. So war der Weg von Norden her zur Bezwingung der Njemenlinie geöffnet worden. Auch vom Westen wurde der Angriff unternommen. Schon als Ende Juli der Angriff von Suwalki aus gegen Nordosten vor- getragen wurde, war es klar, daß das Ringen um die Njemen- linie bei Olita begonnen habe. Bald entspann sich auf der ganzen Front der Kampf. Unser Gencralstab teilte mit, daß von Mariam- pol bis hinunter zur Linie Augustowo— Grodno die Russen zurück- gewichen seien. Mit ihrer Niederlage zwischen Seiny und Meretsch,, südlich von Olita, erschien das Schicksal auch der zweiten Njemen- festung Olita besiegelt. Tatsächlich konnte unser Generalstab/be- reits einen Tag später, am 27. August, melden, daß auch diese Festung sich bereits in den Händen unserer Truppen befinde. Noch blieb nun Grodno, der starke südliche Eckpfeiler der Njemenlinie, übrig, als letzter Rest einer vergangenen Herrlichkeil und fast un- bezwingbaren Sperre. Aber schon mit der Nachricht von dem Falle von Olita teilte unser Generalstab kurz mit, daß„unsere Truppen weiter südlich gegen den Njemen im Vorgehen seien". Weiter südlich liegt aber die Festung Grodno am Njemen. Mit der endgültigen Bezwingung der Njemenlinie, die durch die sicher zu erwartende Eroberung von Grodno ihren Abschluß erhält, ist der ganze Riescnwall zusammengebrochen und damit die Hoffnung der Ruhen, aus diesem AusfallStor noch einmal plündernd und mor- dend gegen die deutschen Grenzen hervorzubrechen. Ein gewaltiges Werk, das in kurzen Wochen von unseren siegreichen und rühm- gekrönten Truppen getan wurde! Der französische Tagesbericht. Paris, 30. August.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Unsere Artillerie setzte des Nachts ihre Aktton gegen die feindlichen Stellungen fort. Be- sonders lebhafte Kanonade im Abschnitt von A b l a i n, im Gebiet von Rohe, nördlich der Aisne(Umgebung von Craonnc und Bcrrh au Bac) und zwischen Aisne und Argonnen. Heftige Nahkämpfe bei Marie Therese und West- lich des Malancourtwaldcs um den Besitz eines Minentrichters, welcher in unseren Händen blieb. Starkes Bombardement feindlicher Schützengräben und Arbeitergruppen auf der ganzen Front in Lothringen in Gremccey, Bczange. Gondrcxon und Embermenil. Kampf mit Handgranaten und Bomben im Gebiete von Metzeral. Unsere Flugzeuge bombardierten heute nacht den Bahnhof und die feindlichen Baracken von Grandprö uud Baracken in Mouchautin und Lancon en Argonnc. Paris, 30. August.(W. T. B.) Amtlicher Kriegs- b e r i ch t von gestern abend. Die Tätigkeit unserer Artillerie aus dem größeren Teil der Front blieb die gleiche. Besonders wirksame Beschießung feindlicher Linien im Norden (Abschnitt Het Sas— Steenstraate), im Gebiet von Ehaulncs, nördlich der Aisne in der Umgebung von Ailles und Courteeon, in der Champagne nördlich vom Lager von Chalons sowie Maas und Mosel in der Umgebung von Pannes und Envezin und im Wald von Montmare. Meldung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 30. August.(W. T. B.) Kriegsbericht von g e st c r n. Im Suganatale meldet man die durch die Oester- reicher vorgenommene Zerstörung einiger Brücken, Fahrstraßen und der Eisenbahnlinie auf dem Talgrunde im?lbschnitte von Roncegno und Novaledo. Am Abend des 27. August führte der Feind einen lebhaften Angriff gegen den Monte Armen- tera aus, der aber flott abgewiesen wurde. Am oberen Jsonzo versuchte eine unserer Gebirgsabteilungcn am Morgen des 27. August von der Stellung am Monte Cukla bis westlich des Monte Rombonc einen kühnen Handstreich gegen die feindlichen Schützengräben, die in sehr starker Stellung auf mehreren Stufen des ersten Rombonegipfels lagen. Wegen großer Terrainschwierigkeiten und erbitterten Wider- standes des Feindes, der unserem Vorrücken durch Gewehr- feuer, Handgranaten und Herabrollen von Steinen sich wider- setzte, gelang es unseren Truppen, sich nur einiger Verschan- zungen zu bemächtigen. Der Feind widersteht fortgesetzt auf dem höchsten Berggipfel. Die unsrigen stehen in enger Füh- lung mit ihm. Da wir durch Fliegererkundungen erfahren hatten, daß der Feind eiligst die durch kürzliche Angriffe unserer Wahrheit beruht hätten, so wären wir aus dem Eisenbahnwagen gar nicht herausgekommen. So ein Umzug ist aber auch keine Kleinigkeit. Wie in einem Berliner Haushalt wird Tage vorher gepackt, denn eS wird nichts zurückgelassen. Die Kompagnie, die wir ablösen, hat auch nichts zurückgelassen. Auch der einzelne Landsturmmann sucht alles mit- zunehmen, was er so im Laufe der Zeit angeschafft hat, um etwas Bequemlichkeit zu haben. Sogar die Nägel in den Wänden werden häufig herausgenommen, da man nicht wissen kann, ob die abzu- lösenden Kameraden es nicht ebenso gemacht haben. In dem neuen Standort wird dann eine ebenso, lebhaste Tätigkeit entwickelt mit Auspacken, Einrichten und Großreinemachen. Der Begriff„besen- rein" wird von mancher Kompagnie, die auszieht, nämlich zu- weilen nicht gerade sehr genau genommen. Der ganze wachfreie Landsturm ist aufgeboten. Es ergeben sich dabei manchmal ur- komische Situationen, wenn jemand z. B.�zu einer Arbeit befohlen ist, von der er auch nicht den leisesten«Schimmer hat. Auch� die einfachsten Arbeiten wollen gelernt sein, und wenn so ein Herr Landsturmmann, der zu Hause Bedienung hat, in eine Kolonne gerät, die den ehrenvollen Auftrag hat, ein Haus gründlich zu säubern, so braucht er für den Spott nicht zu sorgen, wenn er rat- los dasteht mit dem Scheuerlappen in der Hand. Es ist nicht immer angenehm, ein„feiner......" zu sein. Aber auch das geht vor- über. In ein paar Tagen ist alles wieder im alten Gleise. Es wer- den Märsche gemacht, geschossen, und wenn acht Tage vorbei sind, dann wird wieder auf Wawe gezogen. Die neuen Wachlokale bieten auch wieder eine kleine Anregung. Es wird verglichen, welche Wache wohl die beste ist. Völlige Uebereinstimmung wird selten darüber erzielt. Der eine legt Gewicht auf schöne Umgebung, der andere auf gute Unterkunft, der dritte auf die Möglichkeit, ein an- nehmbares Bier in der Nähe zu bekommen usw. je nach Ver- anlagung. Je nach Veranlagung verbringen die Kameraden auch die Zeit. Zeit haben wir wirklich genug, und wenn der gute Mann, der den Satz geprägt hat: Zeit ist Geld", bereit wäre, sie in blanke Taler umzuwechseln, so könnten wir alle als reiche Leute aus dem Kriege zurückkommen. Wieviel Zeit man hat, ersehen sie ja am besten ans diesem langen Briefe und den Abschweifungen, die ich mir gestatte. Thema ist doch daS„Leben und Treiben eines Land- sturnrmannes in Belgien". Also los Der Landsturm dient ent- weder zur Bewachung und Absperrung der Grenze oder zum Schutze der Bahnlinien. Unserem Bataillon ist die letztere Auf- gäbe zuteil geworden. Wir haben einen Teil einer Nebenbahn besetzt und sind gewillt, sie bis zum letzten Blutstropfen zu schützen und zu verteidigen. Gelegenheit, unseren guten Willen zu bc- weisen, haben wir noch nicht gehabt. Unsere Hauptbeschäftigung ist Rauchen. Verzeihung, ich meine das Bewachen der Bahn. Man kann das leicht verwechseln, denn beim Postenziehen raucht man Flieger auf dem Flugplatze Aisowitza angerichteten Schäden ausbesserte, wurde der Flugplatz gesten früh durch ein Ge- schwader neuerdings mit 120 Bomben beworfen. Zwei Schuppen erhielten Volltreffer. Der ganze Flugplatz wurde verwüstet und Feuers brünste hervorgerufen. Unsere mehr als eine halbe StundeRang dem feindlichen Feuer ausgesetzten Flieger sind von�dtTm kühnen Streifzuge unversehrt zurückgekehrt. _ C a d o r n a. Neue blutige Kämpfe an öen Dardanellen. 5lonstantinopeh 30. August.(W. T. B.) Das Große Hauptquartier meldet von derDardanell enfront: Der Feind erneuerte am 28. August seine Angriffe vom 26. und 27. August in der Gegend von A n a f o r t a. Die feindlichen Angriffe waren in den letzten drei Tagen besonders zähe. Der Feind wurde nichtsbestoweniger vollständig zu- rückgeschlagen und erlitt ungeheure Verluste. Wir eroberten durch Gegenangriffe einige in unserem Zentrum gelegene Schützengräben zurück, die von. Feinde besetzt waren, und töteten die Besatzung. Während der Kämpfe in den letzten zwei Tagen verlor der Feind zehntausend Mann an Toten. Unsere Verluste sind im Vergleich dazu ganz geringe. Unsere am Kampf teilnehmenden Flugzeuge warfen mit Erfolg Bomben auf die feindlichen Stellungen und Lager. Sonst hat sich nichts Wesentliches ereignet. « Konstantinopel, 30. August... 169 159.07 40 874.07 Aposmber(1.).. 77 836.20 23 679,12 Dezewber 15.. 63 872.33 23 371,98 1V15. Janiior(4.).. 40 844,93 16 015,28 Februar(4„).. 36 759,26 11590,23 März<4,).. 19 356,98 6 067,83 2ipril(o„).. 14 734,75 4 568,35 Mai(4„. 10 716,46 1 834.20 Juni<4 ,.. 15 052,70 1876,40 Juli«5.. 13 030,95_ 1086,25 SUigust 1914 bis Juli 1915.. 837 742,77 184 270,22 Die Dresdener freien Gewerkschaften hahen demnach im eisten KriegSjahr die respektable Summe von 837 743,77 M. für die Unterstützung der Arbeitslosen aufgeivendet, während die städtische Unterstützung in der gleichen Zeit nur 184270,23 M. betrug. Hierzu muß noch bemerkt werden, daß in der letzt- genannten Summe die von den Gewerkschaften mit, aus- bezahlten Zuschläge und die an die ausgesteuerten GeWerk- 'schastsmitgliedcr bezahlten Beträge enthalten sind. Dic.'Ge- werkschaften haben also eine fast fünfmal höhere Summe als die Stadt für dic Arbeits- losen ausgegeben. Es ist dies ein unumstößlicher Be- weis dafür, wie weit überragend die gewerkschaftliche Arbeits- losenfürsorge ist. Immerhin sind die Leistungen der Stadt Tres- den und noch anderer Orte auf diesem Gebiete anzuerkennen. Haben doch überhaupt erst etwa 15 Proz. der Gemeinden mit über 2000 Einwohner so etwas wie eine Arbeitslosenver- sicherung eingeführt, obgleich die Bundesstaaten, Versichcrungs- anstalten usw. Mittel dazu zur Verfügung gestellt haben. Hier muß unbedingt eine Aenderung eintreten, denn die Lage des Arbeitsniarktes beginnt sich langsam wieder zu ver- schlechtern; die behördlich verfügte Einschränkung der Arbeits- zeit in der Textilindustrie ist ein Beweis dafür. Zudem gehen wir auch dem Winter entgegen, der erfahrungsgemäß die Zahl der Arbeitslosen vermehrt. Es ist deshalb Wicht aller Gemeindeverwaltungen, den so wichtigen Fragen der Arbeits- beschaffung und Arbeitslosenfürsorge noch mehr Aufmerksam- keit als bisher zu widmen. Serlin und Umgegend. Ter Berliner Arbeitsmartt. Bei den öffentlichen Arbeitsnachlveisen Grotz-BerlinS zeigte in der Woche vom 14. bis 21. August 1915 der allgemeine Verkehr in den männlichen Abteilungen wieder eine Zunahme. Die Zahl der Vermittlungen erhöhte sich um inehr als 500, die offenen� Stellen vermehrten sich um etwa 700 und das Angebot der Slcllcnsuchenden war um über 800 höher als in der Vorwoche, In den weiblichen Abteilungen zeigte der Verkehr einen leichten Rückgang, der sich be» sonders darin bemerkbar machte, daß die Zahl der vermittelten Stellen sich um 235 verminderte. Die günstige Lage des Arbeitsmarktes hat sehr viel« Jugendliche dem Arbeitsmarkt zugeführt. In der Woche vom 14. bis 21. August betrug beim Zentralberein die Zahl dieser stellensuchenden jugend- lichen Arbeiter 550. Für männliche Arbeiiskräfle war die allgemeine Lage in der gewohnten Weife günstig, von den: Wechsel der Lage des Arbeitsmarktes werden in dieser Zeit hauptsächlich die weiblichen Arbeitskräfte betroffen. Hier war in der Bcrichlswoche die Lage in der Metallindustrie und Militärkonfektion nicht gleichmäßig günstig. Größere Nachfrage war nur nach Löterinnen vorhanden, aber wegen des Mangels an passenden weiblichen Arbeitskräften konnte sie nicht ausreichend bestiedigt werden. Die Lederarbcu für Mililärzwecke, besserte sich wieder, so daß hier die Arbeitsvermittlung weiblicher Personen sich in der Berichtswoche günstiger gestaltete. Die Nachfrage nach HauSpcrsonal übersteigt noch das Angebot tveib licher Dienstboten, dagegen ist der Bedarf an Aushilfspersonal, Wasch- und Reimiiachefraueil verhältnismäßig gering. Bei den öffentlichen Atbeiisnachweisen wurden 3693 männliche Arbeitslose gegen 3164 in der Vorwoche und 2159 weibliche Arbeits kräste gegen 2394 in der Vorwoche vermittelt. Das Angebot Stellen suchender betrug in den männlichen Abteilungen 4714 gegen 3980 und in den weiblichen Abteilungen 3057 gegen 3020. Offene Stellen waren für Männer 4652 f3Z38) und für Frauen 3933(4039) vor handen. Vvutfches Neich. Die Arbeitslosigkeit im Buchbiuderverband. Der Buchbiuderverband zählte am Schlüsse des Monats Juli 18 401 Mitglieder, davon 7391 männliche und 11010 weibliche. Aus den berichtenden Zahlstelleu waren 220 männliche und 1713 Weib- liche, zusammen 1933 Mitglieder arbeirslos. Die größte Arbeilslofenziffsr, die bisher immer in Berlin zu verzeichnen war, stellt im Berichtsmonat Leipzig mit 46 mann- lichen und 339 weiblichen Arbeitslosen. Dann folgt Berlin mit 52 männlfchen und 236 weiblichen Arbeitslosen, Nürnberg ntii 13 bezw. 258, Hamburg- Altona mit 9 bezw. 182, Lahr mir 3 bezw. 103, Eisenberg mit 6 bezw. 72, Dresden mit 8 bezw. 67, Würzen mir 75 weiblichen Arbeitslosen usw. Neben diesen 1933 vollständig arbeitslosen Mitgliedern ergab die Ausnahme vom 31. Juli noch, daß in der Woche vom 25. bis 31. Juli 3712 Mitglieder— 1299 männliche und 2413 weibliche— nur bei verkürzter Arbeiszeit beschäftigl waren und da- durch natürlich auch nur geringen Verdienst erzielten. Bei 66 dieser verkürzt, arbeitenden Mitglieder— 17 männlichen und 49 weiblichen ist der erzielte Verdienst' so gering, daß ihnen daneben auS Ver- bandsmitteln noch Arbeitslosenunterstützung gewährt wurde. Auch hier stellt Leipzig die größte Zahl der verkürzt arbeitenden Personen mit 1873, und zwar 763 männlichen und 1110 weiblichen Mitgliedern, so daß von den 2682 dortigen Mitgliedern nur 424 voll beschäftigt waren, während 2258(385 arbeiislose und 1873 verkürzt arbeitende)---- 84,2 Proz. entweder gar keinen oder nur geringen Verdienst hatten. Tann folgt Berlin mit 514 verkürzt arbeitenden Mitgliedern— 102 männlichen und 412 weiblichen— Stuttgart mit 250— 63 männlichen und 187 weiblichen—. Nürnberg mit 171, Dresden mit 158, München mit 98, Hamburg-Altona mit92. Würzen mit 68, Chemnitz mit 62. Plauen i. V. mit 55. Gößnitz-Schmölln mit 47, Limbach mit 40 usw. Zum Bezug von Arbeitslosenunterstützung waren von den 1933 vollständig arbeitslosen Mitgliedern nur noch 492 berechtigt, wäh- rend 1441 derselben— 74,5 Proz. Arbeitslosenunlerstützung aus Verhandsmitteln nicht mehr erhalten können, weil sie infolge der langen Dauer ihrer Arbeitslosigkeit längst ausgesteuert sind. Zum Heeresdienst waren bis zum 31. Juli insgesamt 6685 Mitglieder eingezogen. 199 derselben sind inzwischen wieder zurück- gemeldet, so daß einschließlich der 489 Mitglieder, die vor Beginn des Krieges schon aktiv dienten, nun noch 6975 der Mitglieder im Felde stehen._ fius der Partei. Kriegsjubiläum eines Parteiblattes. Die.Mainzer Volkszeitung� kann in diesen Tagen auf eine fünfundzwanzigjährige Wirksamkeit zurückblicken. Roch dem Fall des SozialistengeietzeS gingen die Mainzer Genossen an die Schaffung eines neuen Parteiorgans, Tic erste Nummer der.Volks- zeitung* erschien am 31. August 1890. Das Blatt hat sich trotz vieler Schwierigkeilen im Verlauf des ersten Vierteljahrhunderts feines Besiehens gut entwickelt und wirkungsvoll auf die Partei» politische und gewerkschaftliche Organisation des Wahlkreises Mainz» Oppenheim gewirkt. AuS Anlaß des Jubiläums erscheint eine Fest- nummer der.Volkszeitung- mit zahlreichen Beiträgen. Aus i>e« Organisatione«. A>n 29, August tagte in Eberswalde eine Kreiskonferenz für den Wahlkreis O b e r b a r n i m, die sich mit den Differenzen zwischen dem Genossen Haenisch und Genossen deS Kreises Nieder» barnim befaßte. Das Resultat der langen Aussprache war die ein» stimmige Annahme folgender Resolution: .Die Kreiskonferenz verurteilt die fortgesetzten Treibereien, durch die der Genosse Haenisch zur Niederlegung seines Abgeordnetenmandatcs für die Kreise Ober- und Nieder- barnim gezwungen werden soll, Durch einen Erfolg dieser Bemühungen würde auch der KreiS Oberbarnim in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Kreiskonferenz weift deshalb diese Bestrebungen zurück, da sie einem Urteil des Parteitages über die von Haenisch mit der Mehrheit der Reichstagsfraktion und Parteivorstande eingenommene Stellung vorgreisen und ein Mandat preisgeben, das aus Grund zentraler Verhandlungen durch Mitwirkung der Partei- genossen in ganz Preußen erobert wurde, lieber dieses Mandat haben nicht die Genossen von Niederbarnim allein zu entscheiden. Die Äreiskonkerenz fordert den Genossen Haenisch aus, an seinem Mandat unbeirrt festzuhalten.- Industrie und Kandel. Kriegsgewinne und Kriegsgetreide-Gesellschaft. Die Rathenower Dampfmühlen- A.-G. hat in ihrem letzten Gesckäsisberichr erwähnt, daß sie vom Januar 1915 an ans» schließlich für die Kriegsgetreide-Gesellschaft und für Behörden gegen Mahllohn arbeitete. Gegen den Schluß, daß die Gesellschaft die großen Gewinne zum Teil ihren Beziehungen zur Kriegsgeireide- Gesellschaft verdankt, wendet sich folgende Darstellung aus.in- formierten Kreisen-:.Der erste Mahlauflrag, den die Gesellickaft von der Kriegsgetreide-Gesellschaft erhielt, fiel aus den 30, März 1915. Da das Geschäftsjahr der Gesellschaft am 30. Juni abschloß, hat also die Gesellschaft nur drei Monate für die Kriegsgeireide» Gesellschaft gearbeitet. In diesen drei Monaten hat die Rathenower Dampfmühlen-A.-G. im ganzen für 2200 Tonnen Weizen und 2200 Tonnen Roggen Mahlaufrräge von der Kriegsgetreide-Gesellschast erhalten, während die von der Gesellschaft angegebene Leistungsfähigkeit für diesen Zeitraum 9360 Tonnen beträgt. Der Brutto-Mahlkohn sür die obengenannten 4400 Tonnen Brotgetreide beläusl sich nach den von der Kriegsgetreide-Gesellschaft bezablten Mahllöhnen ungefähr auf 15 000 M., während nach der vorliegenden Bilanz der Brutto- jahresgewinn der Mühle 794 593 M. betrug.- Wir vermissen bei dieser Darstellung, wieviel Austräge der Ge- sellschaft von anderen Behörden übertragen worden find. Die Tatsache bleibt jedenfall bestehen, daß die Rath, Dampf» mühlen gewaltige Gewinne noch in einer Zeit machen konnten, in der bereits alles Getreide beschlagnabmr war. Ob die Höhe des Mahlkohns mit 15 000 M. sür 4400 Tonnen Getreide richtig angegeben worden ist, bezweifeln wir sehr. Nach dieser Mitteilung hätte die K. G. nur 30z M. Mahllohn pro Tonne gezahlt: das widerspricht aber eigenen Darstellungen der K. G., wonach 22 M. pro Tonne gezahlt werden. Man darf also nicht zu viel beweiien! Im übrigen ist es richtig, daß die großen Gewinne nicht allein au« dem Mahllohn stammen, sondern daß die Mühlen aus den hohen Getreide- und Mehlpreisen direkt hohe Profile gezogen haben, Im übrigen möchten wir folgendes feststellen: Die Darstellung an?.informierten Kreisen- wendet sich nur gegen den.Vor» w ä r r S-, obgleich jene Kreise wissen müssen, daß wir die Mit» teiliing über die Bilanz der Mühle aus der konservativen Presse entnommen haben, die sich eng an Ausführungen des konser» vativen Abgeordneten Maltewitz im Reichstage anschloß. Wir hatten dabei die ursprüngliche Spitze gegen die K. G. noch erheblich ge- mildert und den Nachdruck auf die Tatsache hoher privater Profile auS dem wichtigsten Nahrungsmittel Brot gelegt. Kriegsgewinne. Die Aittenzuckerfabrik Schroda schlägt 45 Pro z. Dividende gegen 24 Proz. vor.— Die Aktienzucker» s a b r i k Tuczno(Kreis Hohensalza) schlägt 36 Proz. gegen 15 Proz. vor. Die Mühle Rüningen Alt.»Ges. in Rüningen iBraun» schweig) konnte ihren Ueberschuß von 693 auf 1,075 Millionen Mark erhöhen. Der K'negSgewinn steigt von 583 680 auf 717 715 M., woraus 24 Proz. Dividende gezahlt werden. Während an Tantiemen usw. 65 235 M. gezahlt werden, fließen den Dispositionsfonds zugunsten von Beamten und Arbeitern 15 000 M. zu und für.vaterländische Zwecke" werden 10 000 M. zurückgestellt. Zur Aufklärung! Das Publikum, welches Underberg-Boonekamp kaufen will, verlangt nicht immer ausdrücklich Underberg-Boonekamp, sondern einfach Boonekamp oder„echten" Boonekamp, und glaubt, speziell im letzteren Falle, daß ihm dann unbedingt mein Fabrikat Underberg- Boonekamp geliefert werden müsse. Diese Auffassung ist irrig. Nachdem das Wort„Boonekamp" und die Devise„occidit qui non servat" im Jahre 1898 Freizeichen wurden, führe ich mein Fabrikat ausschließlich unter der Bezeichnung „Underberg" bezw.„Underberg-Boonekamp" und unter der Devise„Semper idem". Ich bitte deshalb alle Käufer, welche mein Fabrikat erhalten wollen, in ihrem eigenen Interesse, sowohl beim flaschenweisen Einkauf, wie beim Ausschank ausdrücklich ..Underberg" Boonekamp oder kurzweg„Underberg" zu fordern. Die Worte„Underberg-Boonekamp", ebenso„Underberg" sind als Warenzeichen für mich gesetzlich geschützt. H. Underberg-AIbrecht RHEINBERG(Rhld.) Gegründet 1846. Koator»• Uger: Berlin SW 48, Frledrichstr. 237, Fenupreober Amt Lüttow, No. 3073». 4470 Nr. 240. 82. Zahryaug. ötilliv des JoriBärls" Keiliiin Jolkslilntt Djeustag, 31. Auguk 19i5. Verlustlisten. Dis VerlustMe Nr. 314 Äer preußischen Armee enb- hält Verluste sollender Truppen: Infanterie usw.: Garde: 1., 4. und S. Garde-Repiment z. F.; Grenadier-Regimenter Alexander, Elisabeth und Nr. S. Lehr- Jnsanterie-Rcgiment. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- Regimenter Nr. 1(s. auch Res.-Jns.-Reg. Nr. 237), 2, 3, S, 11, 13, 15. IS, 17, 21. 22(s. Res.-Ins.-Reg. Nr. 29). 23, 26. 28. 39 bis ein- schließlich 34, 37. 39, 42. 51. 52. 55, 56, 57, 58, 61. 62. 63. 65. 66. 71, 72, 73 ss. auch Res.-Jw.-Reg. Nr. 78), 74(f. Res.-Ins.-Reg. Nr. 78), 76, 77(f. auch Res.-Jns.-Reg. Nr. 78), 78, 79, 84, 85(siebe Res.-Ins.-Reg. Nr. 64). 87, 89. 99, 92(s. auch Res.-Jns.-Reg. Nr. 78). 99. 119, 117. 128 bis einschl. 132, 137, 138. 149, 142, 143. 144, 145, 148, 152, 154, 157, 158. 159. 162, 163, 165, 179, 175, 176, 136, 189, 339, 369, 361, 364, 369. 371. Reserve-Jnfanterie-Regi- mei-r Nr. 5. 19. 12, 15. 18 bis einschl. 22, 24. 28. 29. 34. 36. 38. 39, 48, 56, 57, 69, 61. 64. 66. 71, 72. 78, 79. 31, 82. 83. 86. 88, 98, III, 118, 139, 295, 216, 218, 225, 227, 228, 231, 232, 236. 237. 238, 239, 259. Ersatz-Jnfanterie-Regimenter Nr. 8, 9, 28, Königsberg Nr. 2 und 8. Lcmdwehr-Jnfanterie-Regimentsr Rr. 2, 5, 7, 15, 21, 24, 26, 31, 36, 52, 66, 76, 81, 116. Landwehr-Erfaß-Jnfant er ie- Regiment Nr. 1. Landsturm-Jnfanterie-Reginient Nr. 29. Kom- binierte Ersatz-Bataillone der Jnsanterie-Regimenter Nr. 11 und 51(j. Ers.-Jns.-Rag. Nr. 8). Ueöerplanmäßiges 2. Ersatz-Ba- taillan des Landwehr-Jnsantsrie-Regiments Nr. 19(s. Ers.-Jns.- Regiment Nr. 9). Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 11, 13, 14(alle drei s. Ins.-Ren Nr. 369), 16(s. Jnf.-Reg. Nr. 361), 26(s. Ins.- Regiment Nr. 369), 44(f. Jnf.-Reg. Nr. 371), 58(f. Ers.-Jns.-Reg. Nr. 29), 89(s. Jns.-Reg. Nr. 364), 84(s. Ers.-Jns.-Reg. Nr. 29). Landwehr-Brigade-Ersatz-Bataillone Nr. 25, 27(beide s. Landw.- Ers.-Jns.-Reg. Nr. 1). Landsturm-Jnsanterie-Ersatz-Baiaillon II Limburg. Etappen-Hilfslompagnie Nr. 29. Jäger-Bataillon Nr. 6. Ersatz-Maschinengewehr-Abteilung des XVI. Armeekorps (s. Jäger-Bat. Nr. 6), Feld-Maschinengewehr-Züge Nr. 192(siehe Gven.-Reg. Nr. 89) und Nr. 198. Kavallerie: Garde-Kürassiere; Garde-Husaren(s. Garde- Kav.-Reg. v. Massow); 2. Garde-Ulanen; Garde-Regiment von Massow; Daagoner Nr. 2, 12, 29; Husaren Nr. 3, 4, 6, 12 is. Dra- goner Nr. 2); Reserve-Husaren Nr. 2; Ulanen Nr. 1 und 8; Ref.- Ulanen Nr. 6; Jäger zu Pferde Nr. 2, 3, 4, 5, 11(f. Ers.-Äav.-Reg. des VI. Armeekorps); Ersatz-Regiment des VI. Armeekorps; 2. Landwehr-Eskadron des II. und 5. Landsturm-Eskadron des V. Armeekorps. Feldartillerie: 1. Garde- und 1. Garde-Oiss.-Regiment; Regimenter Nr. 6, 7, 9, 11(f. Res�Feldart.-Reg. Nr. 22), 23, 25, 31, 35, 37, 45, 59(f. Res.-Feldart.-Reg. Nr. 29), 51, 52, 63, 67. 71, 72, 74 (s. Res.-Feldart.-Reg. Nr. 7); Reserve-Regimenter Nr. 7, 13, 22, 29, 61; Landwehr-Regimenter Nr. 9 und 15. Fußartillerie: Regiment Nr. 11; Reserve-Bataillon Nr. 36. Pioniere: Bataillone: II. Nr. 3, I. Nr. 7, Nr. 9(s. Feldsliegcr- truppe), II. Nr. 19, I. Nr. 14. I. Nr. 15. I. Nr. 16. II. Nr. 17, II. Nr. 26; Ersatz-Bataillone Nr. 1 und 21. Leichte Minenwerfcr-Ab- teilungen Nr. 298, 219, 295; Mittlere Minenwerfer-Abteilung Nr. 192. Verkehrstruppen(s. auch Train): Eisenbahn-Baukompagnie Nr. 4; Feldsliegertruppe. Train: Festungs-Magazin-Fuhrparkkolonn« der Feste Boyen; Etappen-Bäckereikolonne Nr. 5; Fleisch-Krastwagenkolonne Nr. 5 des VII. Armeekorps. Sanitäts-Formationen: Sanitäts-Kompagnie Nr. 1 des I. Armeekorps und Nr. 193. Reserve-Lazarett Nr. 2 Mannheim. Armierungs-Bataillone. Die bayerische Verlustliste Nr. 216 bringt Verluste des 1.. 3., 8., 9., 17., 18., 19., 29., 22. und 23. Jns�Reg.; Res.-Jnf.- Regimenter Nr. 18, 22.(Schluß folgt.) Die sächsisch« Verlustliste Nr. 187 entbält Verluste der Jns.-Regimenter Nr. 196, 139, 183; Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 191, 192, 242, 243, 244; Ers.-Jns.-Reg. Nr. 23; Ersatz-Bataillon: Land- Wehr-Jnf.-Reg. Nr. 191; Jäger-Bataillone Nr. 12, 13; Res.-Jäger- Bataillone Nr. 12, 13, 25; Karabinier-Reg.; Ulanen Nr. 17, 18, 21; Husaren-llleg. Nr. 18, 19, 29; Res.-Husarcn-Neg.; Schwere Funkenstation Nr. 25; Etappen-Fuhrpark-Kolonn« Nr. 2, 12. Armee- korps; Staffel-Stäbe 91, 158; Ärt.-Munitionskolonneen Nr. 1, 12. Armeekorps, Nr. 3, 12. Armeekorps. Nr. 3 der 58. In f.-Di- Vision; Nr. 11 der 19. Ersatz-Division; 5. überplanmäßige Ins.- Munitionskolonne. 19. Ersatz-Division; Sanitäts-Kompagnie 1, 12. Armeekorps; Leicht« Proviantkolonne Nr. 4. 12. Armeekorps; Res.-Fuhrpark-Kolonne Nr. 4. 12. Res.-Armeekorps; Magazin-Fuhr- Park-Kolonne Nr. 12 der 19. Ersatz-Division. Ms Groß-öerlin. Um öen engen Nock. Die Modo ist sehr launisch. Was früher sür schön und empfehlenswert galt, wird nach Jahr und Tag für häßlich erklärt, um nach einiger Zeit von neuem als besonders hübsch und kleidsam gepriesen zu werden. So ist es auch dem engen und weiten Rock ergangen. Als der enge Rock Mode wurde, waren die Meinungen darüber sehr geteilt, zumal manche Trägerinnen die neue Mode auf die Spitze trieben- Seit einigen Tagen ist in den Spalten der Zeitungen eine Aus- cinandersetzung entbrannt über den engen und den Ivetten Rock, eine in der Kriegszeit besonders„brennende Frage". Anlaß dazu bot eine vom Wolfischen Telegraphenbureau ver- breitete Mahnung, den engen Rock zu bevorzugen. Die dem genannten Bureau von.berufener Seite" zugegangene Mel- dung besagt: .Es ist erfreulich zu sehen, daß unsere Mode mit Erfolg be- müht ist, sich vom französischen und englischen Gängelbande zu befreien und sicher und selbständig neue Wege cinzmchlagen. Not macht erfinderisch und sparsam, und so gelingt es uns, die Be- recknung unserer Feinde zuichanden zu machen und mit allem. was wir zum Leben und zum Kriegsnhrcn brauchen, durchzuhalten bis zum siegreichen Ende. Hat nun au» die Mode ihre Neuichoptungen Meiern Gedanken, der als höchstes Gesetz über all unserem Tun und Lasien heute stehen muß, untergeordnet? Es hat einige ZMt gedauert, ehe wir uns an die lächerlich beengenden Gewänder unserer Frauen und Mädchen gewöhnt hatten. Die Industrie haiie den Schaden davon. Jetzt aber. ,n demselben Augen- blick, wo die Textilindustriellen des ganzen Reichs mit den Be- Hörden Rat nehmen, geeignete Methoden ausfindig zu machen, auch die Vorräte der Gewebe zu strecken, um den Bedürfnissen des Heeres und der Bevölkerung auf möglichst lange Zeit durch eine weife Einschränkung gerecht werden zu können— ich läge, in diesem selben Augenblick schickt sich die deutsche, ausgerechnet die neue deutsche Mode an. durch die üblichen Schaustellungen und Reklamen weit- und faltige Röcke und Unterkleider einzuführen. die den Stoff geradezu verschwenden und einen Mehrbedarf von 69 bis 89 Prozent erfordern. Darf die Mode uns soweit tyrannisieren, daß, wenn sie in übermütiger Laune zum Ex- lremen greift, auch wir gedankenlos genug sind. unS ihr in solcher Zeit zu unlerwersen? Noch ist es Zeit, dem Unheil zu steuern. Die Großkonfektion würde gut daran tun, namentlich so° weit Baumwollgewebe in Betracht kommen, sich mit den maß' gebenden Beratungsstellen der Regierung ins Einvernehmen z� setzen, bevor diese sich gezwungen sieht, durch eine geeignete Warnung, nötigenfalls durch empfindlichere Eingriffe, dafür zu sorgen, daß die von ihr getroffenen Maßregeln nicht leichtfertig durchkreuzt werden. Unsere Frauen und Mädchen aber werden sich nicht der Be- schömung aussetzen wollen, sie werden auch nicht den Vorwurf verdienen wollen, den Anforderungen und dem Geiste unserer ernsten Zeit sich nicht angepaßt zu haben. Haben sie in guten Zeiten aus Laune den denkbar sparsamsten Gebrauch von den ihnen gebotenen Bekleidungsstoffen gemacht, so mögen sie jetzt aus Einsicht und zum Wohl des Vatcrlaiidss auch dabei ver- bleiben." Nach dieser Auslassung ist es höchst unpatriotisch, den weiten Rock zu bevorzugen, zumal er als eine Verschwendung von Stoffen bezeichnet wird. Der enge Rock läuft dagegen aus eine„Streckung" der Stoffvorräte hinaus. Gegen diese Mahnung wenden sich die verschiedensten Interessenten schon deswegen, weil diese Maßnahme schon viel zu spät käme. Der weite Nock, der jetzt wieder zur Geltung käme, sei längst fertig. die Läger seien damit gefüllt und so würde die Befolgung der neuen Mahnung darauf hinauskommen, die fertigen Waren liegen zu lassen und neue zu verarbeiten. Das bedeute aber eine neue Stoffverschwcndung, was doch gerade vermieden werden sollte. In der„Vossischen Zeitung" lesen wir über diese Angelegenheit folgende Bemerkungen: „Bevor man eine Warnung erließ, die jede Frau für un- patriotisch erklärt, die einen weiten Rock trägt, hätte mcm darauf Rücksicht nehmen müssen, daß man die Jnreressen der heimischen Industrie und damit die Jnreressen der deutschen Volkswirtschaft schädigt, wenn man die Fabrikanten daran hindert, die vorhandenen fertig hergestellten Waren unterzubringen. Diese halbamtliche Warnung schafft gerade erst die Verschwendung, die man ver- meiden will. Es hätte zur Wahrung des nationalen Interesses viel mehr beigetragen, wenn man sich darauf beschränkt hätte, vor Uebertreibungen zu warnen, und wenn man einen deutlicheren Unterschied zwischen den zu schonenden Baumwoll geweben und anderen Stoffen gemacht hätte. Hat der Staat das Interesse, den Umsatz einer ganz bestimmten schonungsbedürftigen Ware künstlich einzuschränken, so soll er dies in einer Weise tun, die die gleichzeitige Gefährdung anderer nicht knapper Waren vermeidet. Warum Wolkstoffe, die in der Lausitz hergestellt werden, nnier eiwaigem Baum Wollmangel leiden sollen, ist unerfindlich. Warum die Kreielder Seidenindustrie, wenn sie genügend Rohmaterial hat, auf den Umsatz verzichren soll, weil Baumwolle gespart werden muß, ist nicht minder unverständlich. Außerdem aber ist noch zu bedenken, daß die gewählte Art des Kampfes gegen die befürchtete Baumwollvcrschwendung leich: zu einer Belästigung der Frauen durch unverständige Kreise führen kann, da sich das Auge des Publikums so sehr an über- trieben enge Maße gewöhnt hatte, daß schon ein nach früheren Begriffen ganz normal und solide gehaltener Rock vielen als unnormal weit erscheint. Darin lieg: auch für diejenigen Ge- schäftsleute eine Gefahr, die sich beute nicht betroffen wähnen, weil sie vermeinen, keine weiten Röcke zu führen. Denn was die Leute als„weit" oder als„eng" bezeichnen, hängt natürlich völlig von der Gewöhnung des Auges ab." Eins ist sicher: Die neue Mahnung wird in der Tat dazu führen, zu erörtern, was ein enger oder weiter Rock ist. Das ist aber eine Frage, die uns in heutiger Zeit eine recht müßige zu sein scheint. Es gibt ernsthaftere Probleme, als darüber sich den. Kopf zu zerbrechen. Die breite Muffe des Volkes ist an dieser Frage weniger interessiert, da ihr jetzt die Magenfrage und der Kriegsverlauf ganz andere Kopf- schmerzen bereiten als die Frage des engen und des weiten Rockes._ Zur Frage der Lehrstellenvermittelung. Die Zeniralstelle sür Lehrstellcnvermittelung schreibt uns: „In der Nummer des„Vorwärts" vom 21. August 1915 ist ein Artikel„Die Lchrstellenveemittelung" erschienen, der auf durchaus irrigen Voraussetzungen beruht nnd deshalb nicht unwidersprochen bleiben darf. Die Zentralstelle für Lehrstellenvermiftelung ist gerade zu dem Zweck ins Leben gerufen worden, den bisherigen Mißständen, die bei der Berufswahl der aus der Schule zur Entlassung kommenden Jugend austraten, entgegenzuarbeiten. Ihr Ziel ist nicht, wie in dem Artikel behauptet wird, eine möglichst große Vermiltelungs- ziffcr, sondern in erster Linie die Berussberatung, die womöglich in Gegenwart der Eltern den schulentlassenen Knaben und Mädchen er- teilt wird. Die Eltern sind meist unmöglich in der Lage, die Ver- Hältnisse und Zustände sowie die hygienischen Anforderungen der verschiedenen Berufe zu übersehen, wie dies bei den fach- kundigen Beamten der Zentralstelle der Fall ist. Wählen doch Zahlreiche Kinder Berufe, für die sie in körperlicher oder geistiger Hinsicht nicht geeignet sind und geringe Aussicht auf em gedeihliches Fortkommen haben. Erst wenn die Berufsberatung stattgefunden hat, wird eine passende Lehrstelle vermittelt. Auch hier ist es den Eltern oft unmöglich zu beurteilen, ob die Lehrherren die gesetzlichen Borschriften über LehrliugsbaUung erfüllen und auch sonst in sitt- licher und erzieherischer Hinsicht ihrer Aufgabe gorecht werden können. Die Lehrstellenvermitlelung geht nicht schemalisch vor sich, sondern unter sorgfältiger Berücksichtigung der Eigenart der Lehr- stellensuchenden und der Eignung der offenen Stellen." Unsere Kritik ging aus von der letzten Notiz, die die Lehrstellen- vermittelung der Fachpresse übermittelte. Der größte Mißstand auf dem Gebiete des Lebrslellenwet'enS ist unseres Erachtens die Lehrling?- züchterei. Der Lebrlingsvermiltekung haben wir die gute Absicht ohne weiteres zugestanden, sind jedoch nach wie vor der Ueber- zeugung, daß durch die von uns bemängelte Art der Empfehlung ihrer Dienste, diesem Mißstände nicht entgegengearbeitet wird, sondern das Gegenteil erreicht wird. Da die Berichtigung an dem Ausgangspunkt umerer Kritik vorbeigeht, darf wohl angenommen werden, daß die Lehrstellenvermittelung die ziemlich reklamehafte Form ihres letzten Aufrufes preisgibt und für die Folge nicht mehr unwillkürlich zu Schlußfolgerimgen herausfordert, die ihr unerwünscht sind._ Grundsätze beim Verkauf und beim Vermieten städtischer Grundstücke. Der Magistrat von Berlin hat beschlossen, das bisherige Verfahren bei Verkäufen und Vermieten usw. städtischer Grund- stücke zu ändern. Es sollen für die verkäuflichen Grundstücke Mindestkauspreise, st e t s für drei Jahre geltend, festgesetzt werden. Die Verwaltungsdeputationen sollen Vollmachten er- halten, ohne Befragen der Gemeindebehörden zu diesen Preisen Verkäufe abzuschließen. Gasglühlichtbrenner anstatt der Schnittbrenner. Im Gemeindcblatt lesen wir: Durch behördliche Anord- nung wird etwa von Mitte September dieses Jahres ab das Gas eine Veränderung erfahren, welche es unmöglich macht, die bisher etwa noch vorhandenen, vor Einführung des Auer- lichts üblichen Schnittbrenner zu Leuchtzwccken zu benutzen und eventuell bei Benutzung dieser veralteten Brenner sogar zu Gefährdungen führt. Das Gas brennt jedoch in den be- kannten, heute ivohl fast ausschließlich benutzten Gasglühlicht- brennern genau so gut wie vorher. Da noch in einer Reihe von Hinterhäusern usw. Schnittbrenner im Betriebe sind, werden die Hausbesitzer dringend darauf aufmerksam gemacht, zur rechten Zeit für den nötigen Ersatz zu sorgen, d. h. Gas- glühlichtbrenner an Stelle der Schnittbrenner einbauen zu iassen, z. B. sogenannte Liliputbrenner nnd ähnliche, die neben einer besseren Lichtwirkung noch den Vorteil bieten, daß sie im Vergleich zu den Schnittbrennern weniger als die Hälfte Gas verbrauchen. Unterzeichnet ist diese Bekanntmachung: Städtische Gaswerke Berlin. Gasgesellschaft (Jmperial-Continental-Gas-Association). Städtische Gaswerke Städtische Gaswerke Charlottenburg. Neukölln. Das Unwetter am Sonntag. Das am Sonntag hereingebrochene Unwetter hat in Berlin zahlreiche Ueberschwemmungen hervorgerufen. Die Feuerwehr mußte verschiedentlich in Tätigkeit treten. Besonders schlimm waren die vielen Ausflügler daran, die von dem Unwetter unterwegs über- raschl wurden. Auf den märkischen Seen soll es durch plötzlich auf- getretene Böen zu Bootsunfällen gekommen sein. Auf dem Seddin- see kenierten viele Boote, die jetzt, mit dem Mast nach oben, auf Grund liegen. Aus der Havelgogend liegen keine Nachrichten vor. Das Fehlen von Motorbooten erschwerte alle Rettungsversuche. Verhaftung eines Pensionstchwindkirs. Der Schöneberger Kriminalpolizei gelang es am Sonntag, einen Pensionsschwindler zu verhaften, der sich in vielen Pensionaten als schwedischer Beamter vorstellte und im Auftrage der schwedischen Regierung sür schwedische Offiziere längere Zeit Quartier beschaffen sollie. Dabei verstand er es dann geschickt, sich bares Geld für die Vermittelung des guten Geschäfts geben zu lassen. Als dann später die Offiziere immer noch nicht kommen wollten, informierien sich die Penftonsinhaber umereinander. Bei dem nächsten Geschäft, das er wieder vermitteln wollte, wurde von der Pensionsinhaberm inzwischen zur Polizei geschicki und der Schwindler alsdann verhaftet. Er ist ein 24jäh:iger angeblicher„Journalist" Friedrich Ficgel, der erst kürzlich das Ge- sängnis verlassen hat. Kleine Nachrichten. Im Friedrichshain Mutter geworden ist am Sonntag ein 19 Jahre alieS Dienstmädchen. Leute, die durch den Hain kamen, iahen es auf einer Bank sitzen und brachten Mutter und Kind nach dem nahegelegenen Krankenhaus.— Bei der Heimkehr von der Arbeit vom Tode überrascht wurde Sonntag früh der Arbeiter Richard Dlex. der in der Kleinen Markusstratze 5 in einer Herberge wohnte. Dlex hatte Nachtschicht gehabt und kam am Sonntagmorgen nach der Herberge zurück, während er sich um« kleidete, brach er plötzlich zusammen und verschied auf der Stelle, wahrscheinlich am Herzschlag. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht.— Im Hotel erhängt hat sich der Kausmanii Stanlslaiis Janiszewski aus der Wilmersdorfer Straße zu Charlottenburg. Janiszewski, der an Nervenüberreizung litt, suchte in der Nacht zum Sonntag um 11 Uhr ein Hotel in der Jnvalidenstraße auf, bezahlie auf drei Tage im voraus, lrug sich in das Fremdenbuch ein, begab sich auf sein Zimmer und ließ seitdem mckls mehr von sich hören. In der ver« gangenen' Nacht- versah der Wirt selbst den Dienst. Als jetzt ein anderer Gast kam, klepite er an dem Zimmer Janifzewffis, nm nachzusehen, ob er vielleicht schon abgereist sei, und bekam keine Antwort. Jetzt ging er in das Zimmer hinein und fand seinen Gast tot an der Tür hängen.— Reiche Beute machten Einbrecher im Kontor der Schuhwarenfabrik Leiser an der Ecke der Tauben» und Friedrichstraße. Sie drangen durch die Kellerräume in das Konior ein, entdeckten das Geldspind, obwohl es durch ein mit Schuhzeug vollgepacktes Fächergestell verborgen war, erbrachen es und fanden darin über 3999 M. bares Geld. Mus öen Gemeinden. Fürsorgeftelle in Schöneberg. Der Magistrat Schöneberg hat eine besondere Fürsoegestelle für Kriegerwitwen und Kricgerwaisen eingerichtet. Die Ausgaben der Fürsorgestelle werden namentlich sein: Hilfe bei der Erlangung der gesetzlichen Hinterbliebenenversorgung, Beratung in allen die Erwerbs- täligkeit der Witwen betreffenden Fragen, endlich Fürsorge bei den Angelegenheiten der Erziehung und Bildung der Waisen. Die Fürsorgestelle wird im engsten Einveenehmen mit der„National- stiftung für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallene»!" arbeiten. Soziales. Ein angebliches Rauchattentat im Zoo. Eines Abends, als das Hanpttestaurant des Zoologischen Gartens stark besucht war, entstand in der Küche dicker Rauch von so beißendem Geruch, daß das Küchenpersonal zum Husten gereizt wurde. Als die 5lüchcnfenstcr geöffnet wurden, um dem Rauch Abzug zu schaffen, drang er auch in einen Raum des Restaurants, die rote Veranda. Bestürzt erhoben sich die Gäste, suchten andere Plätze auf oder verließen das Lokal. Die unmittelbare Folge dieser Rauchaffäre war die sofortige Entlassung der Köche Grell und Schage, welche am Montag vor der Kammer 6 des Gewerbegcrichts wegen Bezahlung der Kündigungszeit klagten. Die Direktion der beklagten Firma nimmt an, daß die beiden Kläger durcki Pfeffer oder Paprika, den sie absichtlich auf die glühende Herdplatte schütteten, den übelriechenden, beißenden Rauch hervorriefen, um die Gäste des Lokals zu belästigen und dadurch das Geschäft zu stören. Deshalb fordert die Beklagte im Wege der Widerklage von jedem der Kläger 299 M. Schadenersatz mit der Be- grüiidung, der Schaden belaufe sich auf Huuderle von Mark, denn der Rauch habe eine große Zahl von Gästen teils sür den fraglichen Abend, teils sür immer vertrieben. Auch die kündigmigslose Eni« laiiung sei durch das von den Klägern hervorgerufene Rauchattentat begründet. Wie Direktor Schön als Vertreter der beklagten Firma angab, sollen die Kläger dem Geschäft diesen Streich gespielt haben, weil die Direktion den Küchenchef entlassen hatte und die Kläger nebst einer Anzahl ihrer Kollegen aus Solidarität die Kündigung eingereicht hatten. Die Direktion hatte wegen der Rauchgeschichte ein sehr ein- gehendes UntersuchungSvei fahren veranstaltet, wobei aber die Schuld der jetzigen Kläger nicht festgestellt werden konnte, ebensowenig, wer der Urheber der unangenehmen Rauchentwicklung war. DaS wollte Di- rektor Schön durch das Verfahren vor dem Gewerbegericht nachholen. Fünf Zeugen, sämtlich Kollegen der Kläger, die mit diesen zugleich gekündigt hatten, wurden als Zeugen vernommen und zwar— in Uebercinstimmung mit einem von Direktor Schön ansgeiprochenen Wunsch— nicht nur darüber, ob die Kläger den Rauch verursacht hatten, sondern auch, ob sie wußten, wer eS getan hat. Die Zeugen wurden sehr eingehend und auf das peinlichste vernommen, und. da Direttor Schön zu verstehen gab, die Zeugen hätten in Gemeinschaft mit den Klägern ein Komplott gegen die Firma abgeschlossen, wurde jeder Zeuge sehr eindringlich auf seine Eidespflichl verwiesen. Trotz- dem blieb die Person des Rauchattentäters in Dunkel gehüllt. Ja, eS konnte nicht einmal festgestellt werden, daß der beißende Rauch absichtlich herbeigeführt worden ist. Gegen die beiden Kläger wurde in dieser Hinsicht überhaupt nichts erwiesen. Der Kläger Schade gab an. der Rauch sei gar nicht durch Pfeffer, sondern durch das Ueber- kochen von Ochsenschwanzsuppe verursacht worden, die er in Arbeit hatte.— Sämtliche Zeugen wurden auf Antrag des Direktors Schön vereidet darunter auch einer, gegen den Direktor Schön den Verdacht des Meineides aussprach. Das Gericht erkannte den Klägern ihren An- spruch zu und wies die Widerklage ab mit der Be- gründung: Es könne sein, daß der Rauch durch Pfeffer verursacht worden sei, aber eS sei nicht sicher festzustellen, daß die Kläger dies taten. Hinsichtlich des Klägers Grell liege gar lein Beweis vor. Bezüglich des Klägers Schade sei nur erwiesen, daß er sich von einem der Zeugen eine Prise Pfeffer geben ließ, um sie in die Suppe zu tun. Daß— wie von Zeugen bekundet wurde— unter den Köchen das Gespräch ging, es habe jemand Pfeffer auf die Herdplatte geschüttet, genüge nicht, um einen Menschen sür schuldig zu halten. Direktor Schön bemerkte, daß er gegen das Urteil Berufung einlegen werde. Danach scheint er recht viel Zeit zu haben. Der verschwundene Schinken. Zwei Markthelfer klagten beim Gewerbegericht auf Zahlung von je 13 M. rückständigem Lohn, den ihnen ihr Arbeitgeber einbchielt, weil von dem Wagen, den sie in der Markthalle zu entladen hatten, ein feister Schinken im Gewicht von 23 Pfund verschwunden war. Da der Schinken doch nicht wegfliegen kann— wie der Beklagte meinte— un ooch nich loofen kann— wie ein Zeuge sagte, so macht der Beklagte die Mäger, die nebst noch drei anderen Personen mit dem Entladen des Wagens beschäftigt waren, sür den Schaden ver- antworttich. Das Gericht verurteilte den Beklagten zur Zahlung, toeil die Kläger als Abträger beschäftigt, aber nicht mit der Be- wachung des Wagens betraut waren und deshalb für Verluste nicht auszukommen haben. Daß die Kläger selbst den Schinken genommen haben, sei nicht festgestellt. Gerichtszeitung. Der schuldlose Schrankenwärter. Ein Eisenbahnunglück, welches nur durch einen Zufall keinen tödlichen Verlauf sür den Beteiligten genommen hatte, lag einer Anklage wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisen- bahntransports und fahrlässiger Körperverletzung zugrunde, welche die Fericnstrafkanimer des Landgerichts H beschäftigte. Angeklagt war der Bahnwärter Ferdinand Sprewitz. Der Angeklagte, welcher seit 33 Jahren im Eisenbahndienst steht, war zuletzt als Schrankenwärter an einem Wegübergange zwischen Niederschöneweide und SpindlerSfeld tätig. Am 29. März dieses Jahres trug sich hier ein schweres Eisenbahnunglück zu. Gegen*/z12 Uhr nachts kam der Wäschereibefitzer Schröder aus Köpenick mit seinem Wäschewagen an die Bahnkreuzung und fuhr, da die Schranken nicht heruntergelassen waren, auf die Gleise. In demselben Augenblick brauste der fällige Vorortzug heran, Schröder halte noch die GeisteSgegen- wart, sein Pferd zur Seite zu reißen, er konnte es aber trotzdenr nicht mehr verhindern, daß die Lokomotive die Deichselstange traf und den Wagen ein Stück fortschleuderte. Schröder wurde' in den Chausseegraben geschleudert, wo er mit schweren Verletzungen be- wußtlos liegen blieb. Der Unfall hat für S. sehr schwere Folgen gehabt, da sich eine völlige Lähmung der rechten Körper- seile und eine Sprachstörung einstellte.— Schuld an diesem Un- glückssall hatte der jetzige Angeklagte, der, wie er früher selbst zu- gegeben hatte, geschlafen Halle. Vor Gericht machte I u st i z- rat Margoninski sür den Angeklagten geltend, daß dieser im Jahre 19 0 9 einen Unfall erlitten habe, der zeitweilig auftauchende Krampsansälle nach sich gezogen habe. An jenem Abend habe der Angeklagte die Nachricht erhalten, daß sein im Felde stehender Sohn schwer ver- wandet worden sei und die hierdurch entstandene Aufregung habe wieder einen Krampfanfall zur Folge gehabt, nach welchem ein Erschöpfungszustand eingetreten sei. Der Staatsanwalt be- antragtc eine Geldstrafe von 30V M., da allein schon darin eine Fahrlässigkeit liege, daß der Angeklagte, als er das Herannahen des Krampfansalles merkte— nicht sofort telephonisch die nächste Dienststelle benachrichtigt hatte. Da§ Gericht folgte jedoch mir Recht den Ausführungen des Verteidigers und nahm ebenfalls an, daß ein strafbares Verschulden auf feiten des Angeklagten nicht vorliege. Das Urteil lautete auf Freisprechung. flus aller Weit. Tapfere Rettung eines verschütteten Kanreraden. Tin IS. Mai d. I. wurde die von der 4. Kompagnie des Land- sturm-Jnfanterie-Bataillons Wasserburg besetzte Stellung von feind- licher Artillerie schwer beschossen. Eine Granate schlug auf die Brustwehr eines Schützengrabens der Stellung und zertrümmerte diesen, sowie die Seitcnwand des daran stoßenden Beobachtungs- standes, in dem sich ein Landsturmmann aufhielt. Dieser wurde schwer verwundet und von den einstürzenden Erd- und Stcinmassen verschüttet. Auf seine Hilferufe eilte, obwohl noch 15 Granaten in kurzen Pausen aufeinanderfolgend in nächster Nähe einschlugen, der Landsturmmann sHornist) Joseph Bürchner herbei und begann, der eigenen Lebensgefahr nicht achtend, seinen verschütteten Kameraden auszugraben. Nach 20 Minuten langer anstrengender Arbeit war der Verschüttete aus seiner qualvollen, verzweifelten Lage befreit und wurde von Bürchner in den Sanitätsunterstand getragen. Bürchner ist als Gütler in Unterbubach(Bayern) ansässig. Er hat sieben unmündige Kinder im Alter von 4— 15 Jahren. Ein erschütterndes Familiendrama wird aus Mannheim ge- meldet. Aus dem Neckar wurde«: die Leichen der 32jährigen Witwe D r e i l i n g und ihrer vier Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren gelandet. Die Leichen der vier Kinder waren zusammengebunden und dann mit einem Strick an dem Leib der Mutter befestigt. Die Frau soll die Tat aus Furcht vor einer Untersuchung wegen ihres nicht einwandfreien Lebenswandels und der damit verbundenen Wegnahme ihrer Kinder verübt haben. Der kann was. Auf dem Standesamt in Siegen meldete ein Familienvater die Geburt seines fünfundzwanzigsten Kindes an. Die Kinder stammen aus drei Ehen, und zwar aus der ersten 7, aus der zweiten 13 und aus der dritten 5 Kinder. Der Vater ist einfacher Arbeiter und hat die vielen Kinder lediglich von seinem Verdienst ernährt. Tödlicher Krastwagcnunfall. Bei einem Krastwagenwettfahren, das gelegentlich der Gründung der Walliser Sektion des Schweizer Automobilklubs stattfand, stürzte am Sonntag bei Loueche les BainS ein Wagen an einer durch den Regen aufgeweichten Stelle des Weges ab. Der Schweizer Oberst Beeger wurde getötet, die Obersten A l l e v e und R i b o r d y sowie der Wagenführer erlitten schwere Verletzungen. Dem Regierungsrat Kuntschen wurden beide Beine abgefahren. Die älteste Frau der Welt gestorben. Am 19. August verstarb in Petrikau die im Jahre 1795 geborene Frau Fajga Krzak. Frau Krzak war bis zuletzt gesund und munter und hinterläßt 148 Nachkommen. Das Alter der Frau Krzak ist durch die jüdische Korporation nachgewiesen. parteiveranftaltungen. Bierter Wahlkreis, Jugendsektion. Mittwoch, den 1. September, abends 8ll2 Uhr, findet in den Andrcas-Festsälen, Andreassw. 21, eine Versammlung der jungen Mitglieder des Wahlvcrcms im Alter von 18 bis 21 Jahren statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Peters über: .Die materialistische Geschichtsausiassung". Diskussion. Sechster Wahlkreis, Jugendabtcilung. Am Mittwoch, den t. Slptcmber, abends 8 Uhr, findet die Versammlung der jugendlichen Mitglieder der Vorstädte Wedding und Gesundbrunnen bei Kerfin, Pank- swatze öv, statt. Referent ist der Genosse Heinrich Farwig. Der Vorstand. Irauen-Lefeabenüe. Nowawes. Der sür heute angesetzte Frauenleseabend findet umstände- h«wer erst am DienStag, den 7. September, im Lokal von Hiemke statt. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Zur Vc- sichtigung des Erziehungsheims in Kleinbeeren am Donnerstag, den 2. September, ist die Abfahrt vom Anhalter Bahnhos 1 Uhr 25 Min. bis Grotzbeeren._ Sriefkaften der Redaktion. H. 3t. 6. 1. DeSbalb, weil die Mutter gestorben ist, wird die Unter- stüt ung nicht erhöht. 2. Der verstorbene Abgeordnete Dr. Frank hat als Einjubrig-FreiwiMger gedient.— Hebamme 34. 1. 15 M. 2. Nein.— G. 70. Ja.— 8. L. 13. Landslurmpflichtig. Veränderungen an der Wirbelsäule. Sie können übrigens auch zur ArmierungSwuppe ausgehoben werden.— B. M. 101. Sie haben Anspruch aus die Löhnung Ihres Mannes. Der Antrag ist beim Ersatz-Bataillon desjenigen Regiments ein- zureichen, zu dem Ihr Mann eingezogen wurde.— Steuer 4915. Die Veranlagung kann in dieser Art vorgenommen werden.— A. Schl. 35. DaS Attest können Sie bei der nächsten Gestellung mitnehmen. Sie sind wegen chrooiicher Erkrankung der UntcrleibSorgane auf vier Wochen zurück- gestellt.— H. F. 3. 1. Soweit der Lohn wöchentlich 38,50 M. übersteigt. 2. Darüber gibts keine bestimmte Vorschrist. 3. und 4. Ja.— W. 9. 1. Nein. 2. Stellen Sie einen Antrag aus Unterstützung bei der Steuerlasse. — M. K. 3Ü. Astbmaleidend und herzkrank.— W. G. Die Entscheidung darüber liegt beim Militärarzt. Wahrscheinlich wwd Einziehung nicht ersolgen. WctterauSstchten für daS mittlere Norddeutschland biS Mittwochmittag. Ziemlich kühl, zeitweise heiter, aber noch sehr beständig und besonders im Norden an den meisten Orten öfter wieder holte, im allgemeinen geringe Regenschauer. Todes-Anzeigen SozialdemoKFatischerWahlverein I. d. 4. Herl. Beicbstagswablkreis. Petersburger Viertel. Bezirk 358. Den Mitgliedern zur Nach- richt, daß unser Genosse, der Klavierarbeiter Hermann Eckert Pettenlojerstr. 13, gestorben ist. Ehre seinem Andenken t Di« Beerdigung findet am Mittwoch, den i. September, nachmittags i'/, Uhr, von der Halle des Zentral-FricdhojeS m Friedrichs- jelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 214/9 veir Vorstand. SozlaldemokratisclierWalilYerein Kreis KiEderharniin. Bezirk Karlshorst. Nach langem, schwerem Leiden verschied am 26. August im Virchow-Krankenbaus unser lang- jähriger Parteigenosse Hermann Eckert früher Rödelstraße. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren und bitten unsere Mitglieder um rege Be- teiiigung bei der Beerdigung am Mittwoch, den 1. September, nach. mittags i'l, Uhr, von der Halle in Friedrichs felde aus. 245/8 Bio Bezirksleitung, flenlsetoei' Hoizarbeitemptiand. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Möbel- Polierer Hennsim Eckert Pettenkolersw. 13 im Alter von 39 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 1. September, nach- mittags 4'/, Uhr, von der Leichen« halle des Zenwal-Friedhoses in Friedrichsseide aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 87/10 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Watilverein f.d. yerLReichstagswahikreis. 6. Abt. Bez. 569a. Am Sonnabend, den 28. August, verstarb unser Genosse, der Gast- Wirt »Julius Wendt Stolpische Str. 26. Ehre feinem Andenken k Die Beerdigung findet am Mittwoch, den>. September, nach- mittags oft, Ubr, von der Leichen- Halle des Philippus- Apostel- Kirchhofes aus nach dem städli« scheu Friedhof, Müllerstraße, Ecke Seestraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 227/10 Der Vorstand. Als weiteres Opser fiel bei einem Nachtgesecht am 11. August der Unteroffizier Robert Hitschke. Ein ehrendes wahren ihm Andenken be- 2295b DieKoUegendLHoIhochdnickerei Julius Sittenfeld. Sozialdemokratischer Wahlverein Grünau. _ Nachruf. AIS Opser des unglückieligen Weltkrieges fiel am 16. August unser Mitglied und Vorsitzender, der Landslurmmann Franz Fechner. Wir betrauern ihn als einen unserer Eisrigsten und Besten. Er wird uns unvergeßlich bleiben. Ter'Vorstand. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 27, August unser Mitglied Frau Müller im 68. Lebensjahre fanst ent- schlafen ist. 196/14 Die Beerdigung findet am Dienstag, den 31. August, nach- mittags 5 Uhr, von der Leichen- balle des Grünauer Gemeinde- Friedhofes, aus statt. Wir bitten um rege Beteiligung. Der Vorstand. Als Opser des Weltkrieges fiel am 15. August durch tzatsschuß mein lieber Sohn, unser innig- geliebter Bruder, Vetter und Bräutigam, der Friseur 2297b /HftmsllHinivk im blühenden Alter von 26 Jahren. Dies zeigen tiesbewübt an Der wauernde Vater Anton Ulbrieh, Kameruner Str. 19. Josef Ulbrieh, zur Zeit Garnison Straßburg. Karle Ulbrieh, Käte Ufbrich als Geschwister. Renate Waldt als Braut. JjiiU fiiirff-dcktt-irz.. Ü-aZUv ckvlk Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Gastwirt �lllius Wendt nach schwerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 1. September, nach- mittags ö'l4 Uhr, aus dem Städt. Friedhos in der Mullerstraße, Ecke seeslraße, statt. 93A Ww. Alwine Wendt geb. Timm, Stolpische Straße 26. Sozialdemokratischer Wahlverein lür Berlin-Schöneberg, Bezirk 4. Nachruf. Am 23. August verstarb nach langen Leiden unser langjähriges Mitglied, der Maler Ernst Kosanke im Alter von 51 Jahren. Ehre seinem 3tndeukenk Die Beerdigung fand am 26, August in Neuruppin statt. 15/12 vor Vorstaad. Arbeiler- Raflfahrer- Bund „Solidarilär Ortsgruppe Berlin-Lichterfelde. Am 20. August fiel bei den Kämpfen unser langjähriges treues Mitglied, der Unierosfizrer Ps&aB Eckert Inhaber des Eisernen Kreuzes im Ersatz-Jnfanterie-Reg. Nr. 3 Königsberg. Er wird uns unvergeßlich bleiben. 10/3 vor Vorstaad. Nachruf. Ein Opser des Weltkrieges wurde bei einem Sturmangrist unser lieber Freund und Kollege, der Lithograph 229Zb Otto M iiiler im 44. Lebensjahre. Er war einer der besten Menschen und ein ehrlicher Kollege. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Oie Kollegen der Firma R. Spiegel, Warschauer Straße 43/44. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe, gute Frau, unsere gute Mutier, Schwieger- und Groß- mutier, Tochler. Schwester und Schwägerin, Frau Reslaurateur Eerta Schumann am 28. d. M. nach schwerem� Leiden sanst entschlasen ist. Du hast geglaubt, gehofft. Deine I KriegerSsöhne auS dem Felde noch I mal zu sehen, doch kam der Tod j für Dich zu früh. Zerrissen ist- jetzt unier Glück. Nun, liebe Frau I und Mutter, ruh' in Frieden, I ewig beweint von Deinen Lieben. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet heute I DienStag, nachmittags 4 Uhr, auf| dem Friedenauer Gemeinde-Kirch- hos statt._ 22966| Im Kamps sürs Vaterland starb am 12. August unser lieber Kollege, | der Schriftsetzer Gustav Eisholz den Heldentod im Alter von 29 Jahren. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. 2309b Berlin, den 31. August 1915. Die Kolle.qeu der Nordd. Buchdruckerei. Als Opser des furchtbaren Völkerkrieges fiel am 21. August unser unvergeßlicher Sobn, mein treusorgender Vater, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Paul LcheHler Landsturmgesreiter im Jnf.-Rgt. 48 im Alter von 45 Jahren. In tiesstem Schmerz Die trauernden Fitem. Sohn, Geschwister und Verwandte. Berlifler Sehwiinmyerein „Freiheit". Ans dem Felde der Ehre starb unier langjähriges und treues Mitglied Kerl Kutz im 22. Lebensjahre. Seiner stets in Ehre gedenkend Tie Schwimmaenosseu und Genossinnen. 2299b Als Opser des Weltkrieges fiel unser Sparbruder 87A Karl Müller Gefreiter im Landwehr-Jnsanterie- Regiment Nr. 24. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Zparverein „Dalies-Enictel-". Verband der Ireien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Schöneborg. Den Mitgliedern zur Nachricht, I dag die Frau unseres Kollegen| Ferdinand Schumann, Berta Schumann Friedenau, Bornstraße 18, verstorben ist, Die Beerdigung findet heute| DienStag. den 31. August, nach. mittags 4 Uhr, auf dem Zentral- Friedhof in Stahnsdors statt. Absahrt 2.51 Uhr Friedenaus Wannsee-Bahnhos. Um rege Beteiligung ersucht 74/7 vor Vorstand.| Am 28. August 1915, nachmittags 5'/, Uhr. verstarb Plötz- lich meine liebe Fran, meine Ken- sorgende Multer Minna Roppeh-D. Förster im 53. Lebensjahre. 84A Dies zeigen tiesbetrübt an Felix Kippet u. Tochter Margarethe. Die Beerdigung findet am 1. September nachmittags 4°/� Uhr von derLeichenballe des Philippus- Apostel-Kirchhofes aus aus dem Stödl. Friedhof in der Müller- stratze. Ecke Seestraße, statt. »!! ülMIUi GeiieUgggg. Ziehung: schon 6., 7., 8. Septbr. SWohlfahrts- eld-Lotterle 10.1117 Oeldeewlnn* bar Mark 400000 175000 1 00000 Lose 3.30 M. Porto u. Liste 30 Pf. empt Carl Heinize, Berlin W, Unter den Linden Jl Bekanntmachung. Durch behördliche Anordnung wird etwa von Mitte September dieies Jahres an das Gas eine Verände- vung erfahren, welche eS unmöglich macht, die bisher etwa noch vorban- denen, vor Einführung deS AuerlichtS üblichen Schnittbrenner zu Leucht- zwecken zu benutzen und eventuell bei Benutzung dieser veralteten Brenner sogar zu Gefährdungen sührt. Das Gas brennt jedoch in den bekannlen, beute wohl last ausschließlich benutzten GaSglühlichtbrennern genau so gut wie vorher. Da noch in einer Reihe von Hinterhäusern usw. Schnitt- brenner im Betriebe sind, werden die Hausbesitzer dringend daraus aus- nierksam gemacht, zur rechten Zeit für den nötigen Ersatz zu sorgen, d. d. Gasglühllchlbrenner an Stelle der Schnittbrenner einbauen zu lassen. z. B. sogenannte Liliputbrenner und ähnliche, die neben einer besseren Lichlwirkung noch den Vorteil bieten. daß sie im Vergleich zu den Schnitt- brennern weniger als die Hälste Gas verbrauchen. 70/20" Mische Gaswerke Berlin. Gasgesellschaft(Imperial Continental Gas-Assoziation). Städtische Gaswerke Charlottenburg, Städtische Gaswerke Neukölln. Preiswert gibt gutes Obst(vorläufig: Früh- apsel, frühe Birnen bei Anfuhr durch GutSwagen nicht unter 1 Zentner in einer Bestellung) und gutes Gemüir ab, erstereS in Falkenberg und frei Haus Berlin, sowie nähere Vororte. letztere« nur in Falkenberg. 70/ U" Die städt. Gutsvermaltnng Falkenberg bei Berlin. H.Pfau, Sainbglsl ®o!,itt DireksenslFalie 20 zwischen Bahnhof Alexanderplatz und Polizeipräsidium.—Amt Ikst. 3208. 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