· Nr. 241.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis brānumerands: Bierteljährl 3.30 RL, monatl. 1,10 wöchentlich 25 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Ba. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Voit Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luremburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich. Vorwärts Berliner Volksblaff. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 60 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Ami Morisplak, Nr. 151 90-151 97. Mittwoch, den 1. September 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 151 90-151 97. Erfolgreiche Kämpfe bei Luck. Der russische Generalstabsbericht. Petersburg, 31. August.( W. T. B.) Der Große Generalstab gibt bekannt: Bei den Stellungen we st I i ch von Friedrichstadt dauerten die Kämpfe im Laufe des 28. und 29. August mit gleicher Hartnäckigkeit an. In Entwicklung ihrer Operationen griffen die Deutschen gleichzeitig unsere Truppen in der Gegend des Eisenbahnabschnitts Crossekau- Neuhut und das Dorf Virshalen an. In der Richtung auf Dünaburg keine wesentlichen Veränderungen. An einigen Punkten gingen unsere Truppen am 28. Auguft zur Offensive über. In der Richtung auf Wilna gehen die Kämpfe auf annähernd derselben Front weiter. Der in der Gegend von Dlita auf das rechte 11fer des Njemen übergegangene Feind versuchte am 29. August in der Richtung auf Orang vorzubringen. Auf dem übrigen Teil der Front längs des MittelTaufes des Njemen und gegen den Süden hin bis zum Lauf des Pripjet setzen unsere Armeen, gedeckt durch Nachhuten, ihren Rückzug fort. Diese wiesen am 28. August cine Reihe deutscher Angriffe in der Gegend von Lipst ab und fügien dem Feinde große Verluste zu. Weiter südlich brachten Nachhuten die hartnäckige Offensive starker feindlicher Kräfte westlich der Linie Pruscha ny- Gorode zum Stehen. Nachdem der Feind in der Gegend von Wladimir Wolynskij seine Truppen umgruppiert hatte, setzte er in der Nacht zum 29. August die Offensive mit starken Sträften in der Richtung von Wladimir Wolynskij auf Luck fort. Nördlich dieses Ortes entwickelten sich Kämpfe an den beiden Ufern der Styra. Danzig Pillar Konigsberg Магматра Jnster bg. Gumbinne Jwzzjany Wilna Oschmjany 10830 Barissaw Minst Walk lisby GoHand Postergarn Riga schec Busen Ostrow Windan Wenden Dunamünde Tukumiga Mitau Fridrichstadt Best Sebesh Libau Masheiki Bausk Birsh Tersch Kapischy Hemel Schawl Ponewjesh Dinaburg drawsk Wilkami Lauroggen Tilsi Kowno # 17130 Ulita Elbing Dirschau Allenstein o Lorzen Lyck Augus olida Marienwerder Grodno Bromag Thern Ostrolenka Blogro Yare 3rwald v Rozan beorgiewsk aga Siedlce Lukon Petrokaw Jiza schenstochau Lublin Jozefom 9 Kreuzbg Mielce Zamas Joka Kamian Osterode Brrelsog Ossowic Neidenbigo. Prastnyc Pinck Sochaczen moclawek Serock- Pultusk Lowicz Warschau Lodz Tomaszow Bagor Jangared Kala alisch Beuthen Bendzin Mattowitz Diala arnow Krakau Sandec Die Front im nd Osten. Anfang Mai am 30.Aug. 100 Dukla 200 Km Krasnik Jarasiaub о Walkowys Stalowitschi Bjals Brushany Jieniawa Kobrin Slonim Bjelowjesh Pinsk Brest Cowsh Rabie Madikwel Przemys Lemberg A Janok Lupron peries Uzsok Sambor Smryj t Wyskow Univer Marassin Sluck Sümer Rekilno Marwograd- Pol Rowne Bubna Ostrog arnopol alicz sereth Stanislau Nadwaga! Musz Czernowitze Karesmid Konstantinow Prasskuran Chotin Rumänien Die englische Presse über die Lage Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 31. August 1915.( W. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Keine besonderen Ereignisse. Deftlicher Kriegsschauplah. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Der Kampf an dem Brückenkopf südlich Friedrichstadt ist noch im Gange. bon Destlich des Njemen dringen unsere Truppen gegen die von Grodno nach Wilna führende Eisenbahn vor; sie machten 2600 Gefangene. Auf der Westfront der Festung Grodno wurde die Gegend von Nowy Dwor und Kusnica erreicht. Bei Grodek gab der Feind vor unserem Angriff seine Stellungen am Ostrand des Forstes von Bialystok auf. Heeresgruppe des Generalfeldmarichalls Prinz Leopold von Bayern. Der Uebergang über den oberen Narew ist stellenweise bereits erkämpft. Der rechte Flügel der Heeresgruppe ist im Vorgehen auf Pruzana. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackenfen. Die Verfolgung erreichte den Muchawiec- Ab= schnitt. Feindliche Nachhuten wurden geworfen. 3700 Gefangene fielen in unsere Hand. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die Verfolgung der nördlich von Brzezany durchgebrochenen deutschen und österreichisch- ungarischen Truppen wurde an der Strypa stellenweise durch einen Gegenstoß starker russischer Kräfte aufgehalten. Oberste Heeresleitung. Der österreichische Generalstabsbericht. Wien, 31. Auguft.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 31. August 1915: Russischer Kriegsschauplatz. Der nördlich und nordöstlich von Lud angetroffene Gegner wurde gestern unter heftigen Kämpfen nach Süden zurückgeworfen. Er ließ 12 Offiziere, über 1500 Mann, fünf Maschinengewehre, fünf Lokomotiven, zwei Eisenbahnzüge und viel Kriegsmaterial in unserer Hand. Auch bei Swiniuchy, Gorochow, Raziechow und Turze zwangen unsere Truppen die Russen, den Rückzug fortzusehen. Mit gewohnter Tapferkeit erstürmten im Raume füdlich von Raziechow die Regimenter der Budapester Heeresdivision eine stark verschanzte Linic. An der Strypa wird um die Nebergänge gekämpft, wobei die Russen unsere Verfolgung an einzelnen Punkten durch heftige Gegenstöße aufhalten. Am nje str und an der bessarabischen Grenze nichts Neues. Unsere nördlich Kobryn kämpfenden Streitkräfte drangen bis Prußany am oberen Muchawiec vor. Italienischer Kriegsschauplas. Auch gestern fanden an der Südwestfront keine Kämpfe von Belang statt. Zwei feindliche Vorstöße bei San Martino, dann je ein Angriff auf den Südteil des Tolmeiner Brückenkopfes und auf unsere Flitscher Talstellung wurden abgewiesen. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: von Höfer, Feldmarschalleutnant. Nuznießer des Krieges. Aus der Budgetkommission des Reichstages heraus kam die Forderung an die Regierung, mit möglichster Beschleunigung eine Kriegsgewinnsteuer einzuführen. Der Schatzsekretär sagte zu, unverbindlich. Und von dieser Unverbindlichkeit bis zur wirksamen Tat ist ein weiter, weiter Weg. Der Vorbehalt ist schon gemacht worden, daß während des Krieges an die Einführung einer Kriegsgewinnsteuer nicht zu denken ist. Die Kriegsgewinne kräftig zu besteuern, ist aber doch das Mindeste, wenn man gegen die aufreizende Tatsache etwas unternehmen will, daß eine kleine Schar raffinierter Profitjäger Säcke Goldes zum Plazen füllt, während auf der anderen Seite das ganze Volk unter der Last des Krieges feucht und darbt. Ein Jahr blüht das Geschäft der Kriegswucherer, ein Jahr häufen sie Gewinne mit allen Mitteln. Und ein Jahr kämpft die direkt und indirekt betroffene Bevölkerung einen vergeblichen Kampf gegen Elemente, denen die Kriegsnot zum„ Geschäftsglück" geworden und die es durchaus in der Ordnung finden, die„ Konjunktur" auszunügen. Kapitalistische Grundsäße! Konjunktur ist Konjunftur, ob sie der Krieg bringt oder der natürliche Lauf des Handels. Und diese Grundsäge haben Geltung überall, in allen friegführenden Ländern. Die Kriegsgewinn- Interessenten, die mit den einfachsten Mitteln operieren, sind die Spetulanten; es gehört nicht viel dazu, die Bedürfnisse der Kriegszeit fennen zu lernen und es ist nur notwendig, rasch eine Menge dieser Bedarfsgegenstände aufzukaufen und zurückzuhalten, bis der Preis die gewünschte Höhe erreicht hat. So hatten es die Händler mit Metallen, Delen, Leder usw. schon bald nach Beginn des Krieges dahin gebracht, daß die Preise um 100-300 Proz. hinaufgeschnellt waren; ohne Risiko, ohne jedes Opfer, ja meist ohne besondere Vermehrung ihres Kapitals. Zum Spefulanten gesellt sich der Mittelsmann, der die Verbindung mit dem Abnehmer sucht, dessen ganze Leistung in der Geschicklichkeit besteht, Geschäftsgelegenheit auszufundschaften. Schieber nennt sie der Spefulantenjargon. Ihnen geht's wie den biblischen Vögeln unter dem Himmel, sie säen nicht und ernten doch, das heißt, sie brauchen überhaupt keinen Betrieb und fein Kapital und streichen doch große Profite ein. Inserate in großen Zeitungen bilden ihren ganzen Geschäftsapparat, Inserate, die etwa lauten:„ Suche für Militärlieferungen jeden passenden Artikel auf eigene Rechnung oder gegen Provision." Oder auch: Suche für sofortige Lieferung beliebige Tausend Hemden oder Hosen, Patronentaschen oder Brotbeutel, Spatentaschen oder Zeltbahnen, Gewehrriemen oder Soldatenstrümpfe, feldgraues Tuch oder Baumwollflanelle." Unbegrenzt ist das Geschäftsgebiet der Spekulanten und Schieber, sie schürfen nach Gewinn bei notwendigstem Kriegsbedarf wie bei Liebesgabenartikeln, und die Gewinne können sich überall sehen lassen: Ein Telephongespräch! Gewinn 6000 bis 8000 20.; einige Stunden Kommissionsgeschäfte im Getreideeinkauf: Gewinn 8000 M. so festgestellt teils vor Gericht, teils an anderen amtlichen Stellen. Gemeingefährlich wird die Spekulation, wenn sie sich der notwendigsten Lebensmittel bemächtigt. Man kann seit Kriegsbeginn ein Lied davon singen: überall künstliche Knappheit an Lebensmitteln zum Zwecke der Preissteigerung, 3urückhaltung der Waren bis zum Verderben. Aber Ueberangebot, wenn die Preise auf die gewünschte Höhe hinaufgetrieben sind. Angebote wie: 30, 40, 50 Waggons Speisebohnen; 10, 20 Waggons Erbsen, 20 000 Kilogramm Reis, Käse, Speiseöl, Schokoladenpulver, Fleisch und Würste sind jezt unter hohen Preisen fast täglich in Zeitungen zu lesen. Das Petroleum schien zur Verzweiflung der Aermsten bis auf den letzten Tropfen versiegt, und als der Literpreis auf 60 bis 70 Pf. hinaufgetrieben war, wurden Hunderttausende Liter durch Großhändler angeboten. Wieviel Tausende Zentner Kartoffeln, wieviel Hunderte Zentner Fleisch sind infolge der Spekulation verdorben und dem darbenden Volke entzogen Die worden. Streitkräfte, die sich auf Grodno stützen, mögen sich in sehr sorgen voller Lage befinden. Die Benutzung der Straßen wird durch die erzwungene Flucht der Zivilbevölkerung erschwert. Der deutsche Vormarsch ist nicht so langsam, wie öfters gesagt wurde. Times" gibt zu, daß die russischen Hauptkräfte noch nicht außer Gleichen Schritt in der Preistreiberei halten die KarGefahr sind, hofft aber, daß sie die neue Linie ohne gefährliche Bestelle und Verkaufsvereinigungen. Das Kohlenlästigung erreichen werden. syndikat hat seine Preise seit Kriegsbeginn wiederholt erhöht; London, 31. Auguft.( W. T. B.) Morning Post" meldet unter seinem Protektorat werden obendrein alle Stohlenaus Petersburg vom 29. August: Es ist fast nichts zu verzeichnen, händler boyfottiert, die wagen, unter den festgesetzten Mindestwas die Einförmigkeit des allgemeinen Rüdzugespreisen zu verkaufen. Im Oftober vorigen Jahres verhängte der Russen unterbricht. Die Nachricht, daß die Russen die der Elberfelder Kohlenhändlerverein die Sperre über einen London, 31. Auguft.( W. T. B.) Die„ Times" schreibt: Die Festung Brest und die Brücken zerstörten, nachdem sie die militäri- Kohlenhändler, der trotz mehrmaliger Verwarnung unter den Räumung von Brest- Litowsk vollendet die Besetzung schen und anderen Vorräte entfernt hatten, hat eine große Erleichte- Mindestpreisen verkauft hatte.„ Höhere Preise", erklärte der Bolens durch den Feind. Der Wert von Brest liegt teilweise in den rung verursacht. Es ist eine Empfindung wie nach dem Zahnziehen. Kohlenhändlerverein in seinem Boykottschreiben, das er geEisenbahnen. Die Russen haben jedenfalls die Bahnen möglichst un- Es tut weh, aber bessert die allgemeine Lage. Die Kämpfe dauern mütvoll mit Glückauf!" schließt, sind natürlich zulässig." brauchbar gemacht, aber Bahnen lassen sich schwer für lange zer- fort, aber isoliert, ohne daß die Deutschen eine große Schlacht er- Gemütsmenschen dieser Sorte finden sich überall; in der Fachstören. Während die Deutschen ihre rückwärtigen Verbindungen ver- zwingen fönnen. Man erwartet, daß dieser Kampf, den die meisten zeitschrift„ Der Schuhmarkt" wurde der Aufruf eines Schuhbessern, werden die Möglichkeiten des russischen Rüdzuges be- demokratischen Länder nicht aushalten könnten, zwei oder weitere händlers an seine Kollegen veröffentlicht, worin sich dieser beschränkter. Die Bahnlinie Wilna- Petersburg muß bald an einem Monate dauern wird, wo dann der Feind in einem verwüsteten flagte, daß viele kleine Geschäfte noch die alten billigen bedrohlichen Punkte durchbrochen werden. Die starken russischen Lande dem russischen Winter gegenüberstehen wird. Preise" haben, der Menschenfreund meint: Rußlands. »Ich glaube, Sic!»n ein dankbare! Geschäft, to'enn Sic die Schuhwarenhändter auf die bereits bestehenden und noch zu erwartenden Preiserhöhungen in der Schuhbranche hinweisen, denn Menschen, die nicht verstehen, Geld zu verdienen, sind nicht wert, daß sie in der Branche vegetiere n." Man sieht, die Kriegskonjunktnr läßt für diese Art Geschäfts- leute den Preisdrücker schon gefährlicher erscheinen als den Konkurrenten. In der Verurteilung der Kriegskonjunktur-Gewinne ist man ziemlich einig: der Staatssekretär Telbrück nannte die Spekulation unter Ausnutzung der Kriegsnot„niederträchtig und gemein". Mit Ausnahme des Spekulantenklüngels wird ihm wohl jeder beistimmen. Aber sind die Mammutgewinne der Landwirtschaft und Industrie moralisch viel anders ein- zuschätzen? Ist der größte Teil dieser Profite nicht auch dar- auf zurückzuführen, daß die Notlage der Abnehmer eine un- gehemmte Preissteigerung ermöglichte? Wie stand es mit der landwirtschaftlichen Produktion: Mit Beginn des Krieges war die Getreidezufuhr vom Auslande abgeschnitten, Deutsch- land mußte mit seinen eigenen Erzeugnissen— das sind zirka t2 Millionen Tonnen Roggen und 4i/, Millionen Tonnen Weizen— auskommen, was bei vernünftiger Wirtschaft ohne allzu große Schwierigkeiten ivohl möglich gewesen wäre. In normalen Jahren wird fast 1 Million Tonnen Roggen aus- geführt und ein andere guter Teil dient als Viehfutter oder wandert in die Brauereien. Mit Kriegsbeginn war Schluß mit der Ausfuhr und die Verwendung von Brotgetreide zu Viehfutter oder Alkoholbereitung hatte mit festem Griff ver- hindert werden müssen. Tie fehlenden, sonst durch die Ein- fuhr gedeckten zwei Millionen Tonnen Weizen hätten sich auf diese Weise wenigstens quantitativ ersetzen lassen. Ein solcher Mangel, der starke Preissteigerungen erklärlich machen könnte, bestand nicht. Und doch stiegen die Getreidepreise sofort mit Kriegsbeginn rapid: bis Ende Oktober war Roggen und Weizen gegen den Julipreis schon um TO M. die Tonne hinaufgetrieben! Es ist bekannt, daß die Regierung statt energische Gegenmaßregeln zu ergreifen, dieser Preistreiberei Rechnung trug, indem sie den Höchstpreis für Roggen aus 220 M., für Weizen auf 260,30 M. pro Tonne festsetzte. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre von 1009— 1913 betrug der Roggenpreis 169,43 M., der Weizenpreis 213,60 M. pro Tonne, der amtliche Höchstpreis, der natürlich sofort zum Mindestpreis ward, bedeutete, gemessen an dem seitherigen Durchschnittspreis, ein Geschenk an die Landivirte von rund 30 M. die Tonne. Rechnet man, daß nach Abzug von Aus- saat, verfüttertem und in der Brennerei verwendetem Getreide nur 7 Millionen Tonnen Roggen und 3 Millionen Tonnen Weizen in den Handel gekommen sind— was sicher viel zu niedrig angesetzt ist— so brachte der Krieg den deutschen Getreide Produzenten den netten Gewinn von 300 Millionen Mark. Für die B r o t k o n s u m c n t c n stellt sich aber die Rechnung iwch ganz anders. Zu dein Höchstpreis, der durch allerhand Tricks von vornherein überschritten wurde, kam nach der Gründung der KriegSgetreidegescllschaft die Kom- missionsgebühr der Einkäufer— 8 M. pro Tonne— ferner die Spesen der Kriegsgetreidegesellschast und endlich die enorm hohen Mahllöhne, die den Mühlen gezahlt wurden: 20— 30 M. pro Tonne! In Fricdenszeiten begnügen sich die Mühlen mit 8— 10 M., und sie machen recht gute Ueberschüsse dabei. So kommt es zu einer Mehl- und Brotpreissteigerung von 100 Proz. und mehr. Die Brotkarten gestatten einen Ver- brauch von 2000 Graamin Pro Kopf und Woche(an manchen Orten, so in Berlin, noch 50 Gramm weniger), das sind 208 Pfund pro Kops und Jahr. Wäre das Pfund Brot nur 8 Pf. teurer geworden, und setzte man die Bevölkerungsziffer unter Abzug des im Felde befindlichen Kriegshceres und des etwaigen Minderverbrauchs an Brotmarken nur mit 60 Millionen an. so ergäbe das ini ersten Kriegsjahr eine Mehrausgabe allein für Brot von 998,4 Millionen Maark. EinMilliardenopfcrfürdasKartoffelbrot! In Oesterreich ist es übrigens nicht anders. Das„Wiener Fremdenblatt", ein offiziöses Organ, versichert, daß die Lanv- Wirtschaft durch den Krieg einen Mehrgewinn erlangt habe: an Weizen 230 Millionen, Roggen 373 Millionen, Gerste 171 Millionen und Hafer 144 Millionen, zusammen 910 Millionen Kronen! Zu den Getreidegcwinnen gesellen sich die Fleisch- gewinne. Eine amtliche Berechnung beziffert den Fleisch- verbrauch im Jahre 1913 auf 30,63 Kilogramm Pro Kopf. Der Verbrauch kann unter dem Einfluß der Kriegsnot für die Zivilbevölkerung auf die Hälfte, also auf 23 Kilogramin zurückgegangen sein: bliebe noch ein llmsass von 1300 Millionen Kilogranim. Aus der amtlichen preußischen Durch- schnittspreisnoticrung ergibt sich— die verschiedenen Fleischsorten ineinander gerechnet und überall die geringste Preis- steigerung angesetzt— immer noch eine durchschnittliche Preissteigerung von 1,30 M. pro Kilograinm. Für das Kriegsjahr eine Mehrausgabe der Bevölkerung für das Fleisch von 1930 Millionen Mark, in die sich die Landwirte, Vieh- Händler und Fleischer teilen konnten. Weiter die K a r t o f f e l g e w i n n e! Tie lassen sich nur schwer abschätzen, bleiben aber sicher nicht hinter den Ge- treidegewinnen zurück. Im Kartoffelanbau steht Teutschland an der Spitze aller Länder der Welt. 1913 wurden rund 34 Millionen Tonnen geerntet, davon mögen für Brennerei und Stärkefabrikation und durch Schwund und Verderben ca. 10 Millionen Tonnen abgehen: weiter werden sehr viel Kartoffeln verfüttert. Nach einer Berechnung in dem Eltz- bacherschen Buche„Die deutsche Volksernährung" bleiben für die menschliche Ernährung rund 13% Millionen Tonnen, das sind 270 Millionen Zentner, verfügbar. Da die Kartoffeln nicht beschlagnahmt und auch die Höchstpreise spät festgesetzt wurden, mögen auch von diesen 270 Millionen Zentnern noch viel verfüttert worden sein. Nehmen wir an, es seien nur 130 Millionen Zentner für die Zivilbevölkerung übrig geblieben. Im Durchschnitt der Jahre 1909/13 betrug nun der Großhandelspreis siir sortierte Speisekartoffeln in Berlin 2,73 M., in Breslau 2,40 M. für den Zentner. Tie mit Kriegsbeginn einsetzende Preistreiberei verdoppelte im Hand- umdrehen diese Preise, und die amtlichen Höchstpreise kamen wieder der Spekulation entgegen, sie bewegten sich anfangs um die Grenze von 4 M. und stiegen später bis auf 8 M. pro Zentner. Im Durchschnitt kommt inindestens pro Zentner ein Kriegsgewinn von 3 M. heraus, was bei 130 Millionen Zentnerverbrauch im Kriegsjahr eine Mehreinnahme aus Kartoffeln von 430 Millionen Mark ergibt. Der Gewinn der Landwirtschaft! Tie Verbraucher haben dazu noch den Tribut an den Zwischenhändler zu entrichten gehabt. Milch. Butter, Eier. Auch sie bringen an Kriegs- gewinn über 1 Milliarde Mark. Nach dem bereits erwähnten Eltzbacherschen Buche beläuft sich die für den Konsum zur Vdr- siigung stellende Jnlandserzcugung auf 8200 Millionen Liter Vollmilch, 798% Millionen Pfund Butter und 3120 Millionen Eier. Beim Liter Vollmilch eine Preissteigerung von 3 Pf. angenommen, gibt ein Mehr von 246 Millionen Mark, die Butter ist laut amtlichen Preisfeststellungen in allen Städten 80— 90 Pf. pro Pfund teurer geworden: rechnen wir im Durchschnitt 60 Pf. pro Pfund, niacht Gewinn: 479 Millionen Mark, der Eieraufschlag beträgt pro Stück mindestens 6 Pf. — in Großstädten, wo das Stück mit 16 Pf. und mehr bezahlt werden muß, ist eine Verdreifachung des Preises eingetreten. Bei der nach Eltzbacher im Inland aufgebrachten Zahl von 3120 Millionen Stück springen über 307 Millionen Mark als Gewinn heraus. Ein durchschlagender Grund für solche Preissteigerungen ist nirgends ersichtlich. Gewiß sind die Pro- dnktionskostcn der Landwirtschaft gestiegen, die Futtermittel teurer und knapper geworden, aber diese Unkostensteigerung steht in gar keinem Verhältnis zu den hohen Lebensmittel- preisen, welche die Kriegszeit brachte— zum Ruin der ver- brauchenden Bevölkerung und zum Heil der Nutznießer des Krieges. der französische Tagesbericht. Paris, 30. August.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von heute nachmittag. Am Ende des gestrigen Tages spielte sich in den Argonnen an vielen Stellen ein heftiger Artilleriekampf ab, der von Minenkämpfen und Kämpfen mit Bomben und Handgranaten begleitet war. Die feindlichen Schützengräben wurden in Courtchausse, Meurissons und im Bolante-Wald ernstlich beschädigt. Die Nacht war in diesem Gebiete sowie auf der übrigen Front ruhiger. Paris, 31 August.(W. T. B.) A m t l i ch e r H e e r c s- b c r i ch t vom 30. August abend s. In der Gegend von Ouenneviercs fanden Artillcriekämpfe statt. Unser Feuer zerstörte dort deutsche Schützengräben und traf das deutsche Lager. In den Argonnen ivaren unsere Batterien mehrmals feindlichen Beschießungen und Angriffsversuchen überlegen. Ziemlich heftige Kanonade bei Moncel Eheznages und Eazelles sowie in den Vogesen in den Gegenden von Radcbcau, Lau- niois und am Lingekopf. Lanösturmleben in öelgien. ll. Gerade will ich nach beendeter Mahlzeit flott weiterwandern, da gibt es schon wieder einen Aufenthalt. Zur Seite, etwas im Walde, erblicke ich ein prächtiges Grabdenkmal. Ein großer Würfel aus Hausteinen mit einer kleinen Treppenanlage davor. Ein junger Soldat aus Barmen liegt der Inschrift nach hier begraben. Ganz überrascht bin ich stehen geblieben, und erst langsam kommt mir der Gedanke, daß es ja so etwas wie Krieg in der Welt gibt und daß ich nicht auf einer Urlaubswanderung bin, um mich von den Anstrengungen des Berufs zu erholen. Wie mag der junge Krieg-- mann in diesem stillen Waldtale seinen Tod gefunden haben? Patrouillenkampf? Ueberfall auf Posten? Hat sich der junge Held besonders ausgezeichnet, daß man ihm ein so prächtiges Denkmal gesetzt hat? Nichts von alledem. Ein Arbeiter, der desselben Weges kommt, erklärt mir, daß der Soldat in..... verunglückt ist. sich bedenke mich und gehe schnell weiter, um meine Einsamkeit zu retten, bleibe aber bald wieder stehen, um nach weiteren Einzel- heiten zu fragen. Der Fall ist mir noch nicht ganz klar. Warum ist der Soldat hier begraben,..... liegt doch über eine Stunde von hier? Die Lösung ist sehr einfach. Ter Soldat hatte eine schwere Verletzung erlitten bei dem Unfall, die Truppe hatte ihn mitgenommen/ er ist an dieser Stelle gestorben und begraben. In den betreffenden Tagen sind hier ungefähr 100 000 Mann durch- gezogen. Da- Denkmal ist von Kameraden eines Landsturm- bataillons im Laufe des Winters errichtet worden, welches hier im Quartier lag. Ter Mann bat in Teutschland gearbeitet, und zwar in Köln als Steinmetz. Er hat seit Beginn des Krieges keine Arbeit gehabt. Die Nahrungsmittel sind schrecklich teuer, die Ge- meinde kann nur den Allerärmsten Unterstützungen an Brot und Kartoffeln geben. Es ist das hier übliche Gespräch. Vor allem die Frage:„Wann hat der schreckliche Krieg ein Ende?" Er ist für uns so schrecklich wie für Euch. Tie Ansicht, daß in Deutschland jeder Mann im bunten Rock stecke. Ich frage nach den Tagen, wo der Krieg hier tobte. In der Nähe ist nichts passiert, kein Ge- bände zerstört, keine Bewohner umgekommen. Bis in die unmittel- bare Umgegend sind die Franzosen vorgedrungen. Sie haben sich nett betragen.— Die Straße hat inzwischen den Wald verlassen und führt saust ansteigend zwischen Weizenfeldern und Weiden hindurch auf die Hochebene. Man kann das Gelände überall als großes Plateau ansehen, in das die Wasserläufc schmale, tiefe Täler eingefressen haben, so daß einzelne, flach gewölbte Blöcke entstanden sind, von denen man stets eine wundervolle Rundsicht hat. Die flachen Hochebenen sind meistens fruchtbar und mit Dörfern und einzelnen Höfen üdersät. Die steilen Wände der Täler sind mit Wald dedeckt, der auch den oberen Rand umsäumt, so daß man von den höchsten Punkten den Eindruck hat, als ob lange Hecken ein welliges Gelände durchschnitten, denn die Täler sind dem Blicke meistens entzogen. So auch hier. Nach zwei Seiten hat man schon eine wundervolle Fernsicht. Links sieht man in das Waldtal hinein, das schließlich in der Hochebene sich ver- liert. Ich genieße mit vollen Zügen den Blick auf den weiten Horizont, den mau im engen Tale so lange entbehrt hat. Der Himmel ist nicht wolkenlos, der Wind weht frisch aus der Höhe, so daß einem die Sonne nicht lästig wird. An einigen einzelnen Häusern verabschiede ich mich von meinem Begleiter. Bald darauf sehe ich das eigentliche Dorf. Es liegt eine Viertelstunde weiter, in einer Mulde bisher verdeckt. Es bietet einen reizenden Anblick mit einem hohen, alte» Schloßturm neben der Kirche und dem Blick über die Senkung der Hochebene in das nächste Flutztal. Ich widerstehe der Versuchung, meinem Ent- deckungseifer noch weiter zu frönen und wende mich� links der „Heimat" zu. Vor mir liegt eine weite Mulde mit fruchtbaren Kornfeldern. Der Weizen ist schon gelb. Die Natur hat durch den blutroten Klatschmohn eine wunderbare Farbenwirkung erzielt, ebenso wie aus der anderen Seite durch das sanfte Blau der Korn- blumen zwischen dem grünen Hafer. Ich pflücke einen Strauß, der meine kahle Wachstube schmücken soll und schreite wunschlos dem Rauschen des Windes im hohen Korn lauschend auf ein größeres Gebäude zu, das sich wie eine Burg auf dem Rande der Mulde erhebt, den Horizont begrenzend. Es ist ein Pachthof. Die fensterlosen Feldsteinmauern der Scheunen, die ihn rings um- schließen, sowie ein runder Turm verleihen ihm etwas Mittelalter- liches in seiner Wirkung. Ein hübsches Mädchen steht vor der Tür. Ich frage sie nach dem Wege, sie gibt mir fröhlich bereitwilligst Auskunft. Ein paar Schritte weiter spricht mich ihr Vater an. Er zeigt mir das Vieh, das auf einer eingezäunten Weide ist. Ich steuere mit vollen Segeln in ein landwirtschaftliches Gespräch hinein, geschickt manövrierend, die völlige Ahnungslosigkeit ver- bergend. Das ist nicht so schwer, ich stelle nur einige Fragen, dann besorgt der Bauer das übrige. Ich muß wohl eine ganz gute Figur gemacht haben, er besteht darauf, mir seine Schweineherde zu zeigen auf einer etwas abseils liegenden Weide. Es sind 12 bis 10 große Sauen, alle mit Ringen durch die Nase, um sie am Die Nelöung Zrenchs. London, 31. August.(W. T. B.) Meldung des Steuterfchen Bureaus. Ein Bericht des GeneralfeldmarschallS French meldet: Seit dem 18. 8. kam es an der britischen Front nur zu Minen- angriffen. Wir schössen feindliche Flugmaschinen herunter. Untere Artillerie schoß bei Langemarck einen Eisenbahnzug in Brand. Unsere Fliegerabteiluug arbeitete erfolgreich mit den Franzosen bei den Angriffen auf das Gehölz von Houihulst zusammen, ohne eine einzige Maschine zu verlieren. Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 31. August.(W. T. B.) Kriegsbericht von sechs Uhr abends: Im Suganatale stellten wir durch Er- kundungen gegen die C i m a C i st a(2183 Meter), die unsere Stellung am Monte Salubio im Nordwesten beherrscht, fest, daß dieser Gipfel von einer starken feindlichen Infanterie- abteilung mit Maschinengewehren besetzt war. Am 28. wurde die Cima Cista durch unsere Truppen angegriffen und trotz des Feuers einer zahlreichen feindlichen Artillerie erobert und behauptet. In Kärnten eröffnete der Feind nach lauger Ruheperiode seine erbitterten Angriffe gegen unsere Stellungen am Kleinen Pal wieder. Wie immer wurde er zurückgeschlagen. In der Niederung von F l i t s ch war eS unseren Truppen bereits seit einigen Tagen gelungen, über diesen wichtigen Markfflecken hinaus vorzurücken. Nunmehr beherrschen sie ihn aus starken Stellungen und sperren die Zugänge von Prcdil, dem oberen Jsonzo und Tale von Slatenik aus. Unfähig, unS zurückzuschlagen, eröffnete der Feind in ge- wohnter Weise ein anhaltendes Jnfanteriefeuer aus die Ort- schaff Flitsch und bewirkte einige Feuersbrünste. Im Abschnitt T o l m e i n meldet man neue Fortschritte unserer Truppen, die unter vielen Schwierigkeiten erzielt werden, auf den Höhen der Westfront des Platzes. Auf dem K a r st räumte der Feind infolge des geschickten Vorrückens unserer Truppen einige Schützengräben, die mit Leichen, Waffen und Munition an- gefüllt vorgefunden wurden. Unsere Flieger setzen kühn und erfolgreich ihre Luftangriffe fort, die stets gegen mili- tärische Ziele gerichtet sind. Sie bombardierten gestern die Eisenbahnstation Vogerko, bedeutende feindliche Lager bei Konstanjeivica und ein Munitiousdepot in Eesawa; unsere Flieger kehrten unversehrt zurück. _ C a d o r n a. Die Darüanellenkämpfe. Konstantinopel, 31. August.(W. T. B.) Meldung des Wiener k. k. T c l e g r.-K orrespondenz-Bureaus. Die Blätter zollen der Tapferkeit und Selb st ver- leugnung der türkischen Truppen an den Dar- d a n e l l e n. die dem Feinde unaufhörlich neue schwere Niederlagen bereiten, hohes Lob und betonen die Bedeutung des neuen Sieges, der die allgemeine Uebcrzcugung bestärkt habe, daß der Feind die Täler von A n a f o r t a nicht werde halten können. Nach ergänzenden Meldungen von den Dar- danellen werden die V e r l u st e des Feindes in den Kämpfen der letzten drei Tage, die Verwundeten mitgerechnet, auf 20 000 Mann geschätzt. Die Gefangenen erklären, daß die Verluste diese Zahl überschreiten, schon am ersten Tage der Landung bei Anaforta hatte der Feind es insbesondere auf die Höhe Kodza-Schtemendasch. welche die Stellungen am türkischen rechten Flügel von Ari Burnu beherrscht, abgesehen. Nach den fruchtlosen Kämpfen der ersten Tage gewährte der Feind seinen Truppen eine Ruhepause und begann die Angriffe am 26. August ivieder. Er erlitt jedoch neuerdings eine schwere Niederlage. ZrieSensneigungen in Italien? Dem„L.-A." wird aus Genf gemeldet: Befremden erregt in Pariser leitenden Kreisen ein Artikel der römischen„Tcibuna", der eine Abwägung der Vorteile der beiden Staatengruppen Europas vor- nimmt für den Fall, daß gegenwärtig eine FriedenSkonserenz zu- sammenträte. Besonders verstimmte die Einleitung des Artikels, daß hervorragende italienische Staatsmänner diese Frage erörterten, obschon Viviaui in seiner letzten Kammerrede die leiseste Anspielung auf den Frieden als Hochverrat am Viervcrbande bezeichnete. Der seit Wochen fern von Italien weilende Giolitli iiahm, wie bestimmt versichert wird, auf die „Tribuna" keinen Einfluß, es handle sich vielmehr um Stimmen Iriegs müder Anhänger Salandras. Aufwühlen des Bodens zu hindern. Tie Ferkel verkauft er. Voll Stolz zeigt er eine Sau mit einem charakteristisch geformten Kopfe und rühmt ihre Fruchtbarllnt, ihre Tochter wäre ebenso. TaS Tier ist sehr mager. Er erklärt mir die Ursache; es liegt daran, daß sie erst kurze Zeit ihr letztes Wochenbett hinter sich bat und er ihr nichts Stärkendes vorsetzen kann, denn das Verfuttern des Getreides ist verboten. Ich erkundige mich nun nach den ländlichen Eigentumsverhältnissen. Der Besitz ist durchweg in den Händen reicher Leute. Die Pachtffist ist gewöhnlich 9 Jahre, ein Wechsel der Pächter ziemlich häufig. Diese Auskunft scheint mir geeignet, die Ansicht vieler Kameraden, die etwas von Landwirt- schaff verstehen, für richtig zu halten, die stets behauptet haben, daß die Landwirtschaft hier rückständig wäre. Bei solchen Besitz- und Pachtverhältnissen wird natürlich kein Pächter Verbesserungen. die sich erst später rentieren, machen können. Ter Bauer klagt noch, daß die Pacht zu hoch wäre, im ersten Jahre bezahlt er aller- dings nur die Hälfte, deun der Boden wäre zu steinig, teilweise nackter Felsen, und er hätte Hafer, der nur zwei Hände breit hoch wäre. Ich überzeuge mich auch davon beim Weiterschreiten. Das Mähen lohne sich nicht, verfüttern dürfe er ihn aber auch nicht, das wäre letzt verboten. Es war gar nicht so leicht, von dem rede- seligen Alten fortzukommen. Die wallonische Bevölkerung ist meistens sehr höflich und liebenswürdig und wir kommen sehr gut mit ihr auS. Im Grunde des Herzens werden sie unS ja allerdings wohl zum Teufel wüu- scheu. Das kann man ihnen ja auch nickt verdenten, denn der wict- schaffliche Druck, den der Krieg auf die arbeitende Bevölkerung ausübt, ist furchtbar. Schließlich setze ich meinen Weg fort. ES ist ein holperiger Fußpfad, der durch dichtes Gebüsch fuhrt. Ein- mal wird er so undeutlich, daß ich mich fast verlaufe. Er endigt schließlich in einer Fahrstraße, die über eine Höhe führt. Noch einmal eine wunderbare Aussicht. Ich setze mich k)in und geniehe den Abendsrieden. Im Osten ragen ferne, blaue Höhen auf. TaS wird wohl die Eisel sein, da liegt die Heimat. Im Süden eben- falls Höhenzüge. Ardennen oder gar die Argonnen, wo der Kampf tobt. Schließlick reiße ich mich los aus meinen Träumereien. Der Tag ist im Sinken, und es wird Zeit, daß ich mich auf meiner Wache sehen lasse. Um 9 Uhr beginnt mein Dienst wieder. Dann habe ich die stille Stacht vor mir. Da kann ich weiter träumen von der Heimat. Oer� lange Briefe schreiben, wie diesen. So eine Nacht schildere ich Ihnen ein andereSmal. Sie hat auch ihre Reize, besonders im Hochsommer, Ivo der Tag so früh beginni.-«.o erlebt mau allerhand, wovon ein Großstädter keiuc Ahnung hat. Friedenserwägungen in England. Frankfurt a. M., 30. August.( W. T. V.) Die Frankfurter Zeitung" meldet: Der Londoner, Economist" weist an leitender Stelle bei Besprechung von Greys Brief darauf hin, daß in der City der Eindrud vorherriche, daß die Friedens verhandlungen nicht mehr sehr weit entfernt erscheinen. Die Frankfurter Beitung" bemerkt dazu: Die Auffassung der City, die vom„ Economist" wohl richtig wiedergegeben sein wird, mag sich zu einem Teil aus der von den früheren Aeußerungen Greys er heblich abweichenden Sprache seines Briefes erklären. Wie dem aber auch sei, Deutschland wartet kühl und ruhig ab, bis der Sinn der Worte des britischen Ministers deutlich wird. An der Grundlage, die wir für den Frieden brauchen, ändert sich jedenfalls nichts. London, 31. August.( W. T. B.) Der„ Economist" erörtert die Theorie vom Gleichgewicht der Mächte und beEnglisches Zugeständnis an Amerika. Washington, 31. Auguſt.( W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Der britische Botschafter hat dem Staatsdepartement mitgeteilt, daß Großbritannien die Durch fuhr gewisser Güter durch das Blodabegebiet, die für Amerita in Desterreich- Ungarn und Deutsch and bestellt worden sind, zugestehen werde. Sorge auf die Weiterentwickelung der Dinge. Es ist also durchaus nicht verwunderlich, wenn die" Times" am 21. August 1915 schreibt:„ Da die Versendungen in unser Land seit einigen Wochen nur ungefähr halb so groß sind, wie unserem Bedarf entspricht, und da sie vermutlich so lange so niedrig bleiben werden, bis der neue Weizen zur Verfügung steht, so wäre es wünschenswert, daß der Erport so sehr wie möglich beschleunigt würde." Unter dem Einfluß dieser unsicheren Verhältnisse ist der Weizenpreis in London in legter Zeit wiederum gestiegen und zwar seit Anfang Juli um 10 Schilling Washington, 31. August.( W. T. B.) Reuter meldet noch per Quarter, d. b. um etwa 45 M. die Tonne. über das britische Zugeständnis, waren für Ame- Das wichtigste aber bleibt: England ist auch im neuen Weltrika durch das Blockadegebiet hindurchzulassen: Erntejahr auf die Gunst" und Wechſelfälle des Weltmarktes an Als Beweis, daß Großbritannien wünscht, bei der Durchführung der gewiesen, der durch den Krieg eine starte Einschnürung erfahren Blockade Deutschlands jede Rücksicht auf die Intereffen der Neu- hat... tralen zu nehmen, hat der britische Botschafter heute dem StaatsDepartement Mitteilung von gewissen Zugeständnissen gemacht, deren 3wed es sei, den Klagen einiger amerikanischer Importeure Weihnachtshandel Aenderungen tont, daß Gladſtone und Salisbury die Doktrin fich nicht zu eigen bau helfen, beren terindagann bestellter Güter leiben würde. der Angestellltenversicherung. Der Botschafter hat erklärt, Großbritanniens Absicht sei, das Der Bundesrat hat eine gestern abend im ReichsPassieren von Gütern, die bei deutschen und österreichisch- ungarischen anzeiger" veröffentlichte Bekanntmachung erlassen, die die Firmen bestellt worden seien, durch die Plockadelinien zuzugestehen. Rechtslage der versicherten Kriegsteilnehmer während des Bisher war hierfür nötig, daß das Geld für die Waren schon erlegt Strieges verbessern soll. Die Bundesratsverordnung betrifft: war. Alles, was jezt notwendig ist, ist der britischen Botschaft in 1. Die Anrechnung der Kriegszeit als Wartezeit; Washington den Beweis für den Ankauf vorzulegen. Man glaubt, 2. die Gleichstellung der in Gefangenschaft Geratenen mit daß hierdurch die Einfuhr sehr erleichtert werden wird. den im Militärdienst Befindlichen; 3. Fürsorge für die während des Krieges durch Maynahmen feindlicher Staaten an der Beitragszahlung Behinderten; Der britische Botschafter stellt gewisse Berichte in Abrede, die Die Unruhen in Portugal. gemacht haben. Er sagt: Die Zerschmetterung Deutschlands und die Deutschland und Desterreich- Ungarn Betstüdelung Desterreichs fönne von feinem, der englisch verstehe, als Politik der Erhaltung des Gleichgewichts vertreten werden. Der Artikel schließt mit den Worten: Wenn das Gleichgewicht überhaupt cinen Sinn hat und den Geist und die Ziele der britischen Politit Darstellt, so mag der Friede nicht so entfernt und so schwer erreichbar sein, als manche Leute denken. Europa war sicherlich 1715 oder 1813 der Erschöpfung nicht näher als 1915, und wenn es unsere Absicht ist, das Gleichgewicht auf der Grundlage von 1869 oder 1918 herzustellen mit solchen Abwandlungen im Orient, die den mit der Absicht in Umlauf gesetzt worden seien, bei verantwortlichen Wünschen kleiner Nationen genügen, so könnte das Biel verhältnis- Stellen Mißstimmung zu erzeugen. Er lenkt dabei die Aufmerkmäßig in naher Zukunft erreicht werden, ohne daß man sich aus samkeit auf die Bekanntgabe der britischen Regierung vom 14. April, heilbarer Erschöpfung in unheilbares Elend und Bankrott stürzte. worin das Angebot gemacht wird, zwei Schiffsladungen Farbstoffe Rotterdam, 30. August.( W. T. B.) Der Rotterdamsche Cou- worden sind, vorausgesetzt, daß sie über Rotterdam unter neutraler durchzulassen, die durch Baumwollieferungen an Deutschland bezahlt rant" meldet aus London: Gibson Bowles schreibt in der„ Morning Flagge verfrachtet und an den Staatssekretär des Handelsamts zur Post", in dem Briefe Sir Edward Greys über die Verteilung an die Tertilindustriellen adressiert werden. In der Rede des deutschen Reichstanzlers stehe etwas, was Erklärung wird darauf hingewiesen, daß das Angebot, welches den meisten Engländern, die da glauben, daß die Beherrschung von Deutschland zurückgewiesen wurde, noch immer gelte. der Meere das einzige sei, worauf es ankomme, sehr beunruhigend erscheine. Gemeint ist die Stelle des Briefes, in der gesagt wird, daß die Freiheit der Meere nach dem Kriege den Gegenstand eines Uebereinkommens bilden könnte. Bowles hält es Madrid, 31. August.( T. U.) Die Ausschreitungen in Lissabon für eine höchst gefährliche Erklärung, daß England haben bedeutend größeren Umfang gehabt, als es die offiziellen bereit sei, über die Aufgabe der einzigen Angriffs- Depeschen zugeben. Die Unruhen begannen am 15. August mit einer Meuterei innerhalb der Marine- Infanterie. Die Meuterer und Verteidigungswaffe, die es besige, Beratungen zu durchzogen die Straßen unter den Rufen:" Nieder mit der repupflegen. Der Korrespondent des„ Rotterdamsche Courant" fügt blikanischen Schreckensherrschaft! Wir wollen eine freie Volksverhinzu: Es war zu erwarten, daß die Worte Sir Edward Greys in waltung!" Gendarmen und Artilleristen schossen auf die Aufstänfonservativen Streisen auf Widerstand stoßen würden. dischen, die ihrerseits Zulauf aus verschiedenen Infanterieregimentern der Garnison Lissabon erhielten. Nur mit Mühe gelang es der eine Straßenschlacht zu verhindern. Die Meuterer gaben ihre London, 31. August.( W. T. B.)„ Labour Leader" schreibt: Sache jedoch nicht verloren, zumal sie bei ihrem Kampfe gegen die Die Rede des Reichsfanzlers war äußerst geschickt. Er befolgte die augenblidliche Regierung den größten Teil der Lissaboner ZivilBragis friegführender Staatsmänner, ignorierte den Anteil, den die bevölkerung hinter sich wußten. In den folgenden Tagen kam es eigene Nation an der Entzündung des Pulvermagazins hatte, und mehrfach erneut zum Handgemenge zwischen Soldaten beider ParSchließlich stellte die Regierung einigermaßen Ruhe her Konzentrierte die Aufmerksamkeit auf den Anteil des Feindes daran. durch die Behauptung, daß in Nordportugal eine royalistische BeDa je de Nation mitschuldig ist, ist es stets möglich, wegung eingesetzt hätte. Da das gesamte Militär republikanisch geein startes Argument vorzubringen, und es wäre töricht, sinnt ist, überwog die Besorgnis vor einem Putsch der Rohalisten zu leugnen, daß des Kanzlers Argument start war. Es ben inneren Streit und es gelang der Regierung ohne Mühe, große wäre auch töricht, die Behauptung bekämpfen zu wollen, daß die Teile der unsicheren Regimenter nach dem Norden abzutransporbritische Regierung jetzt für Kleine Nationen zu kämpfen vor- doch als teilweise überhaupt unwahr, teilweise sehr übertrieben, so tieren. Die Behauptung der rohalistischen Bewegung erwies sich je= gibt, während ihr letzter Strieg gegen die fleine Burennation ge- daß die Regierung bei der Rüdfehr der getäuschten Regimenter nach richtet war. Wir können auch nicht leugnen, daß Aegypten annektiert Lissabon alles zu befürchten hat. wurde, trotz der feierlichen Erklärung, daß wir es nicht tun werden, Die Winzerunruhen in Südportugal dauern gleichfalls noch und daß wir die Unabhängigkeit Maroltos und Persiens durch unsere immer an. Ein großer Teil der Winzer verlangt energisch die soVerbündeten verlegen ließen. Der Kanzler erklärte, daß Deutschland fortige Abänderung des mit England abgeschlossenen Handelsverden Neutralitätsvertrag auf Kriege beschränken wollte, in welchem trages. es nicht Angreifer wäre. Grey foll run dweg diese Forderung abgelehnt haben, weil sie die bestehende Freundschaft Englands mit anderen Mächten gefährden würde. Ob Grey diese Worte brauchte oder nicht, so kann wenig Zweifel bestehen, daß sie den Tatsachen entsprachen. " Labour Leader" über die Kanzler- Rede. Der Bergarbeiter- Konflikt. Regierung, durch Alarmierung aller treugebliebenen Regimenter Der Aufstand in Marokko. Quelle verlautet, ist die Aufstandsbewegung in Französisch- Marokko Basel, 31. August.( T. U.) Wie aus absolut zuverlässiger von neuem start im Gange und gewinnt täglich an Ausdehnung. Der Kommandant der französischen Streitkräfte in Marokko, General Lyautey, hat dringend das Kriegsministerium um Verstärkungen London, 31. August.( W. T. B.) Meldung des Reuter- ersucht. In den letzten Tagen sind auch bedeutende Truppenschen Bureaus. Die Konferenz der Regierungs- transporte von Marseille aus nach Marotto abgegangen. In Anvertreter und Bergarbeiter von Südwales betracht des Umstandes, daß der Aufstand auch nach der spanischen mit den Grubenbesizern ist beendigt. Wie verlautet, Einflußzone übergesprungen ist, ist die französische Regierung sind gewisse Vorschläge gemacht worden, die dem aus- neuerlich mit einer inoffiziellen Anfrage an die spanische Regieführenden Rate der Bergarbeiter zur Entscheidung vorgelegt rung herangetreten, zweds Uebernahme der Polizeigewalt durch werden sollen. Spanien über einen größeren Teil des französischen Aufstandsgebietes. London, 31. Auguft.( W. T. V.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Streitigkeiten im Kohlenrevier von Südwales find beigelegt worden. Den Arbeitern wurden gewiffe Zugeständnisse gemacht, welche der Präsident des Handelsamtes bisher nicht in den Schiedsspruch aufnehmen wollte. Der Reichsrat akzeptiert die Einsetzung gemischter Kommissionen. Die internationale Getreideversorgung im ersten Kriegsjahre. Uns wird geschrieben: Unsere Gegner, ganz besonders die Engländer, fönnen auch im neuen Erntejahr nicht mit sicheren und schon jetzt übersehbaren Fat. toren der Getreideversorgung rechnen. Sie sind auf die verschiedenartigen und wechselnden Ergebnisse des Weltgetreidemarktes angePetersburg, 81. Auguſt.( W. T. B.) Der Reichsrat hat die wiesen und leiden unter einem Rüdgang der Zufuhr. Aber noch von der Duma am 15. August angenommene Gesegesvorlage an- bedeutsamer als diese Tatsache erscheint das Bild der Getreidegenommen, durch die gemischte Kommissionen für Gutversorgung Englands, das sich aus einer Betrachtung der einzelnen achten zur Verbesserung des Heeresbedarfs ge- für England im Frieden und während des jezigen Strieges in Frage schaffen und die Maßnahmen zur öffentlichen Lebenstommenden Exportgebiete ergibt. Das Vereinigte Königreich führte mittelversorgung mit den Transportmöglichkeiten in Ueber- aus folgenden Ausfuhrländern Weizen ein: einstimmung gebracht werden. Dabei erklärte der Reichsrat seine Uebereinstimmung mit dem Wunsche Magim Kowalewstys, daß Bertreter der Arbeiter, Ingenieure und Techniker in diesen Kommissionen figen sollten. Einkommensteuer in Rußland. Ausfuhrländer Vereinigte Staaten Kanada Rußland. Indien im Erntejahre 1913/14 Quarters . ° • 8 870 977 • 6 880 938 2 246 678 3 007 852 Deutschland und Desterreich Baltanländer und Türkei. Australien Argentinien. • Andere Länder. 419 643 104 323 8 476 881 1914/15 Quarters 12 850 795 7424 617 168 611 3 256 568 2 667 9 427 468 579 1 729 567 845 124 2 824 458 151 859 4. Auszahlung fällig werdender Beträge an die Hinterbliebenen. Jm einzelnen besagt die Bekanntmachung: I. Die Zeiten, in denen Versicherte im gegenwärtigen Kriege dem Deutschen Reiche oder der österreichisch- ungarischen Monarchie Kriegs-, Sanitäts- oder ähnliche Dienste geleistet haben, werden, soweit sie in vollen Kalendermonaten bestehen, auf die Wartezeiten und bei Berechnung der Versicherungsleistungen an Rubegeld und Hinterbliebenenrenten nach dem Versicherungsgesetz für Angestellte als Beitragszeiten angerechnet. ohne daß Beiträge entrichtet zu werden brauchen. Für die Anrechnung ist die Gehaltsklasse des letzten dem 1. August 1914 vorhergehenden Monats maßgebend, für den etn Pflichtbeitrag entrichtet ist. Für Angestellte, die erst nach dem 31. Juli 1914 versicherungspflichtig geworden sind, ist der letzte Pflichtbeitrag maßgebend, der vor Antritt der vorbezeichneten Kriegs- usto. Dienste geleistet worden ist. Sind in dem in Betracht kommenden Monat nur Beiträge nach § 177 des Versicherungsgefeges für Angestellte geleistet, so ist die Gehaltsklasse E maßgebend. In den Fällen des§ 390 des Versicherungsgesezes für Angestellte wird nur der Arbeitgeberbeitrag angerechnet. Beiträge, die für die vorbezeichneten Beiten entrichtet worden sind, werden, soweit sie nicht nach§ 398 des Versicherungsgejeges für Angestellte zurückerstattet sind, dem Arbeitgeber auf seinen Antrag ohne 8infen zurückgezahlt; der Arbeitgeber hat dem Angestellten den von ihm eingezogenen Beitragsteil zu er statten." Der Antrag auf Rückerstattung von Beiträgen ist spätestens sechs Monate nach Ablauf des Monats zu stellen, in dem der Frieden geschlossen worden ist. Beim Fehlen eines Friedensschlusses beginnt der Lauf der Frist mit dem Schluß desjenigen Jahres, in dem der Krieg beendet ist." Ist der Antrag innerhalb der Frist nicht gestellt oder wird er abgelehnt, so verbleiben die Beträge dem Konto des Angestellten; eine Anrechnung der Kriegsmonate als Beitragszeiten findet insoweit nicht statt. Diese Bestimmungen gelten entsprechend für die Fälle der freiwilligen Versichernng. Rückzahlungen werden auf Antrag an den Versicherten geleistet. Die Verordnung gilt nicht für solche Versicherte, die in dem legten, dem 1. August 1914 vorhergehenden Monat, für den ein Pflichtbeitrag entrichtet ist, bei einer zugelassenen Ersatzfasse versichert waren. II. Die auf Militärdienstzeit bezüglichen Vorschriften des § 51 Nr. 1, 2 des Versicherungsgesetzes für Angestellte gelten entsprechend für die Zeiten, in denen der Versicherte während des gegenwärtigen Strieges fich in feindlicher Gefangen. fchaft befindet, ohne daß die Voraussetzungen des§ 51 Nr. 1, 2 vorliegen. III. Versicherte, die während des gegenwärtigen Krieges infolge von Maßnahmen feindlicher Staaten verhindert sind, Beiträge zur freiwilligen Fortsegung der Versicherung oder die Anerkennungsgebühr für die Aufrechterhaltung der erworbenen Anwartschaften einzuzahlen, können die Beiträge und die Anerkennungsgebühr abweichend von §201 des Gesezes nachzahlen. Die Nachzahlung hat spätestens bis zum Ablauf desjenigen Kalenderjahres zu erfolgen, das dem Jahre folgt, in dem der Krieg beendet ist. Bezieht ein Versicherter während des gegenwärtigen Krieges infolge einer Betriebseinschränkung ein geringeres Entgelt als bisher oder wird er infolge einer Betriebseinstellung stellenlos, so tann er für die Kriegsmonate Beiträge bis zu dem Betrag entrichten, der dem Durchschnitt der legten sechs vor der Betriebseinschränkung oder einstellung entrichteten Pflichtbeiträge entspricht. Die Mehr beträge sind spätestens bis zum Ablauf des Kalenderjahres zu entrichten, das dem Jahr folgt, in dem der Krieg beendet ist. IV. Die nach§ 392 Abiat 3 Nr. 3 des Versicherungsgefeges für Angestellte an die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte abgetretenen Versicherungsbeiträge, die infolge von Kriegstodesfällen während des gegenwärtigen Krieges fällig geworben sind, oder noch werden, find an die Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer nach Abaug der von der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte an die Lebensversicherungsunternehmungen weitergezahlten Beiträge zuaüglich 31 Prozent Zinsen und Binseszinsen zu erstatten. Der Auruh auf Erstattung verfällt, wenn er nicht innerhalb eines Jahres nach dem Inkrafttreten diefer Verordnung geltend gemacht worden ist. Die im§ 395 des Versicherungsgesetzes für Angestellte bestimmte Frist, in der eine Abkürzung der Wartezeit zum Bezuge der Leistungen dieses Gefeges gestattet werden kann, wird für die Striegsteilnehmer bis zum Schlusse desjenigen Kalenderjahres verlängert, das auf das Jahr folgt, in dem der Strieg beendet ist. Letzte Nachrichten. Gekapertes Schiff. Petersburg, 30. Auguft.( W. T. B.) Nach dem„ Rietsch" hat die Duma am 24. August über die Einführung einer Einkommensteuer verhandelt; die betreffende Vorlage habe bereits acht Jahre bei der Duma gelegen, aber Die neue Verordnung des Bundesrats ist gestern in Straft vermögende oktobristische und nationalistische Streise hätten ihre getreten. Die Bestimmungen in den§§ 1 bis 12 gelten für Beratung verhindert." Rjetsch" fürchtet, daß, selbst wenn die Aus diesen Ziffern ergibt sich die Tatsache, daß Großbritannien bie Zeit vom 1. August 1914 ab. Duma sie jetzt annähme, der Reichsrat sie verwerfen durch den Fortfall der ruffischen und australischen Getreideausfuhr würde. Aus den Reden sind die Ausführungen des Bericht darauf angewiesen war, den Ausfall durch größere Bezüge aus den erstatters der Kommission Posnikoff hervorzuheben, daß Ruß- Vereinigten Staaten, Argentinien, Kanada und Indien weit zu Yand heute ein sechsmal größeres Defizit habe als veranschlagt machen. In erster Linie fam hier freilich die Mehrversorgung aus fei, nämlich 300 Millionen Rubel. Er fritisierte die Maß den Vereinigten Staaten von Amerita in Frage. Da aber durch regeln des Finanzministers scharf, der einfach alle Steuern den Ausfall der russischen Getreideausfuhr auch andere Ländererhöht habe. Das Ergebnis sei durchaus unzureichend, mitbetroffen wurden, io waren die Anforderungen an die Mehraus gebiete, wie z. B. Italien, Spanien, Standinavien, Holland usw. Baris, 31. August.( W. T. B.)" New York Herald" berichtet da ein großer Teil der Steuern weggefallen sei. Dafür feien fuhr Nordameritas fo enorm, daß eine Weltgetreideknappheit nicht zu in einem Briefe aus dem belgischen Kongo, wie der norwegische unsinnige Steuern, zum Beispiel Transportsteuern, eingeführt, vermeiden war; diese machte sich sehr bald in höheren Preisen fühl Lastdampfer Lisdale" an der Küste in Westafrika von Engdie direkt schädigend auf den Verkehr einwirkten. Der Kadett bar, welche im Berein mit den start gesteigerten Frachtraten in Groß- ländern getapert worden sei. Die„ Lisdale" sei seinerzeit von der Welifoff stimmte den Worten Lloyd Georges. daß die deutschen britannien den Weizenpreis zeitweilig über 300 M. pro Tonne in die deutschen Regierung gechartert worden, um das Geschwader des Siege dem russischen Volke die Freiheit brächten, bei und hob Höhe trieben. Grafen von Spee mit Munition und Kohlen zu versorgen. Auf besonders die Aufhebung des Branntiveinmonopols hervor, Auch im neuen Kriegsjahre wird, wenn nicht unvorhergesehene hoher See habe die„ Lisdale" von der Vernichtung des Geschwaders wodurch Rußland zur Nüchternheit geführt werde, ferner die Umstände eintreten sollten, die Bedeutung der Vereinigten Staaten erfahren, habe dann wochenlang im Atlantischen Ozean manövriert von Amerita als Weltgetreideversorger eine hervorragende Rolle einer Minister verantwortlichkeit und einer, wenn auch verspäteten, Autonomie Bolens und spielen, da die Vereinigten Staaten hierbei jest in der Tat eine und wiederholt versucht, die Ladung in Kamerun zu landen, bis monopolähnliche Stellung innehaben. Mögen die Aussichten fie schließlich von dem englischen Kreuzer Highflher" gekapert eine gerechte Besteuerung der Bevölkerung nach dem Ein- tommender Zufuhr aus Amerita auch noch so günstig hingestellt worden sei. Die Ladung sei in Sierra Leone gelandet worden. werden, England blidt schon heute mit einer nicht zu verkennenden Die deutsche Besatzung sei in Gefangenschaft. Anfänge tommen. " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. bie Unternehmer geradezu als Voraussetzung die Verlängerung refp. diesem Kriegsgewinn würde die Mühle aber in der glüdlichen Lage Erneuerung des im Jahre 1916 zu Ende gehenden Lohnvertrages sein, für 8 bis 10 Jahre eine angemessene Rente ihrer Aktionäre gefordert haben. Für die beiden wichtigsten Vertragsgebiete gesichert zu haben, selbst wenn sie keinerlei weitere Gewinne in Wien und Nordböhmen ist es bereits zu einer Verständigung ge- dieser Zeit mehr erzielen sollte." tommen. Kriegsgewinne. Die Stahlwerk Defing A.-G. in Düsseldorf hat in mehrten Nußen erzielt, so daß mit einer Erhöhung der Dividem am 30. Juni abgelaufenen Geschäftsjahr einen ansehnlich verdende auf 10 Proz.( gegen 5 Proz. im Vorjahre) gerechnet wird. Die Bergolder haben wie in der letzten Branchenversammlung Es fehlt nur noch von uns hinzuzufügen, daß derartige Die Teuerungszulage ist in Art, Ausmaß und Dauer in den festgestellt wurde Teuerungszulagen von 5 bis 10 Proz. erhalten. In den Betrieben, Nordböhmen eine ausgesprochene Kriegsteuerungszulage worden sind. in einer Reihe von Betrieben Kriegs- oder beiden Vertragsgebieten eine wesentlich verschiedene. Während für horrende Profite aus dem wichtigsten Nahrungsmittel Brot gezogen wo dies noch nicht geschehen ist, sollen die Kollegen eine entsprechende vereinbart wurde, wird in Wien eine wirkliche Teuerungs= Zulage fordern. Dem steht nichts entgegen, denn die Leitung des zulage gewährt. Im nordböhmischen Lohngebiet, Arbeitgeberschugverbandes hat erklärt, daß sie der Forderung und das 24 Bezirksgebiete umfaßt, wurde eine Teuerungszulage von Gewährung von Teuerungszulagen nichts in den Weg legen wird, 10 Proz. auf die Bruttowochenlohnſumme vereinbart. weil solche Zulagen gerechtfertigt sind. Eine gemeinsame Arbeits- lage hört vier Monate nach Beginn der offiziellen Diese zu niederlegung wegen Ablehnung der Teuerungszulage darf allerdings Friedensverhandlungen der Großmächte auf und nicht stattfinden. Die Lage des Arbeitsmarktes ist gegenwärtig 10 tritt dann wieder der vertragsmäßige Lohn in Kraft. günstig, daß Vergolder, welche arbeitslos werden, ohne Schwierigkeit Der Lohnvertrag für dieses Vertragsgebiet, der auf drei Jahre Arbeit bekommen können in solchen Betrieben, wo Teuerungszulagen verlängert wird, bringt ebenfalls eine Steigerung der vertraglichen gewährt werden. Natürlich muß hierbei der Arbeitsnachweis benut Stundenlöhne. In seinen übrigen Teilen bleibt der Vertrag unwerden. In lezter Zeit ist mehrfach darüber geklagt worden, daß verändert. der Arbeitsnachweis nicht nur von Unternehmern, sondern auch von Arbeitern umgangen und auf andere Weise Arbeit gesucht worden ist. Die Versammlung beschloß, daß die Kollegen, welche den Arbeitsnachweis umgehen, fünftig in der Branchenversammlung namhaft gemacht werden. Deutsches Reich. Zum Verkehr mit Gerste. Berlin, 30. August.( W. T. B.) Die Gerstenverwertungss gesellschaft hat mit dem Ankauf von Industriegersten gegen die ihr von In Wien unterscheidet sich die Teuerungszulage dadurch, daß der Reichsfuttermittelstelle übergebenen Gerstenbezugsscheine fie unabhängig vom Kriegsende während der ganzen Dauer der begonnen. Der Verkauf von Gerste an Gerste verarbeitende Betriebe Teuerung bezahlt werden soll. Wenn die Teuerung nachläßt, soll( Brauereien, Brennereien, Preßhefefabriken, Gersten- und Malzkaffeedie Zulage abgebaut werden, beziehungsweise ganz entfallen. Der fabriken, Graupenmühlen, Malzertraktfabriken, Mummebrauereien). Abbau soll in folgender Weise erfolgen: Es werden die Preise der ist Unternehmern landwirtschaftlicher Betriebe nur an die Beaufs notwendigsten Lebensmittel nach den amtlichen Marktpreisen vor tragten der Gerstenverwertungsgesellschaft gegen Vorlegung und dem Kriege erhoben und diesen gegenüber die zeitweilig geltenden Aushändigung der Verkaufsmenge entsprechenden GerstenbezugsDer Textilarbeiterverband nach einem Kriegsjahre. Preise festgestellt. Nachdem nun der Abbau auf zweimal durch scheine gestattet. geführt werden soll, wird voraussichtlich eine Vereinbarung Während des Kriegsjahres haben die Gewerkschaften am barüber besteht noch nicht In mißverständlicher Auslegung der Bestimmungen der Gersten31. Juli die vierte Erhebung über den Stand der Organisationen wendigen Lebensmittel um 50 Proz. gefallen ist, die Hälfte der verbände die Hälfte der Gerstenernte durch ihre eigenen wenn die Preissteigerung der not- verordnung kaufen in einzelnen Bezirken die Kommunalvergenommen. Vom Textilarbeiterverband liegt folgendes Ergeb- Teuerungszulage wegfallen und der Rest derselben, wenn die Lebens- Beauftragten und für eigene Rechnung auf, um sie dann erst der Am 1. Juli 1914 zählte der Verband 133 024 Mitglieder, dar- mittelpreise wieder auf jene Höhe zurückgegangen sind wie vor dem Gerstenverwertungsgesellschaft anzubieten, oder aber sie verbieten Krieg. Es tritt dann der Vertragslohn in Kraft, der im den Kommissionären dieser Gesellschaft, in ihrem Bezirke selbständig glieder gezählt, darunter 40 207 weibliche. Von den vor Kriegs- allgemeine Tarif für die in Frage kommende Zeit vereinbart ist. Industriegerste zu kaufen. Abgesehen davon, daß ein solches VorEinige Schwierigkeiten machte es, die Unternehmer auch zu einer gehen nicht den Bestimmungen und Absichten der Gerstenverordnung beginn vorhandenen 80 902 männlichen Mitgliedern sind zurzeit Teuerungszulage für die im Wiener Baugewerbe tätigen Frauen entspricht, ist seine sofortige Einstellung auch deshalb geboten, weil 31 074 Mitglieder zum Heere eingezogen. Gegenwärtig zählt der Verband 37 650 männliche Mitglieder, so daß das Kriegsjahr einen die Mehrzahl der Frauen nicht als Erhalter der Familie in Frage denen der Absatz ihrer Gerste zu den höheren Preisen für Induſtriezu bewegen. Die Unternehmer standen auf dem Standpunkte, daß dadurch die Interessen der Gerste bauenden Landwirte verlegt werden, Verlust von 12 178 männlichen Mitgliedern 24,4 Proz. gebracht hat. Bei den weiblichen Mitgliedern beträgt der Rüdgang 11915 tamen, fie ließen sich aber im Laufe der Verhandlungen zu einer gerste nicht durch Maßnahmen der Verwaltungsbehörden beschränkt geringen Zulage bewegen. werden darf. nis vor: unter 52 122 weibliche, am 31. Juli 1915 wurden 77 857 Mit3: = 22,9 Proz. Insgesamt hat das Kriegsjahr dem Verbande einen Verlust von 20 093 Mitgliedern, ohne die zum Heere eingezogenen, gebracht, was einem Prozentjake von 23,6 entspricht. Dieser starte Verlust dürfte hauptsächlich auf die Arbeitslofigteit in der Textilindustrie und auf die völlig unzureichenden Löhne der Textilarbeiter gemessen an den jezigen ganz enorm hohen Kosten der Lebenshaltung zurückzuführen sein. Die Arbeitslosigkeit in der Textilindustrie während des Striegsjahres war sehr groß. Während in den 12 Monaten des Jahres 1913/14 durchschnittlich 1,8 Proz. der männlichen Mitglieder arbeitslos waren, stieg die Ziffer im Kriegsjahre auf 7,7, also mehr als um das Vierfache. Bei den weiblichen Mitgliedern sind die entsprechenden Ziffern 1,3 und 9,2 Proz., das macht das Siebenfache; beide Geschlechter zusammen brachten vor dem Kriege einen Jahresdurchschnitt von 1,6 Proz. Arbeitslosen, während des Strieges stieg die Zahl aber auf 8,4 Proz., das ist das Fünffache des normalen Zustandes. Der August erreicht das Achtzehnfache der in den 12 Monaten vorher festgestellten Arbeitslosigkeit. Erst im Oktober ließ die gewaltige Arbeitslosigkeit etwas nach. Die Militärverwaltung hatte großen Bedarf an allen möglichen Textilfabrikaten und verteilte dementsprechend auch ganz riesige Aufträge. Der Kampf um das tägliche Brot zwang die arbeitslosen Tertilarbeiter, in der Rüstungsindustrie Unterschlupf zu suchen. So weit diese Mitglieder nicht zum Heere eingezogen worden sind, sind sie zurzeit auch noch dort beschäftigt. Die Zahl ist bis jetzt leider nicht festzustellen gewesen, doch sind die Abgänge aus dem Rheinland, aus dem Erzgebirge, dem Vogtland und Thüringen ganz erhebliche gewesen. Diese Leute sind zum allergrößten Teil VerBaadsmitglieder geblieben, sie müssen, bet den vierteljährlichen 3ählungen mitgezählt werden, entlasten aber dadurch, daß sie in anderen Induſtrien arbeiten, den Arbeitsmarkt der Textilindustrie und helfen so mit, die Arbeitslosenziffer der Organisation herunterzudrücken. Der Termin, von welchem ab die Teuerungszulagen gewährt werden sollen, ist bis jetzt noch nicht vereinbart. Doch scheint auf beiden Seiten der Wille vorzuherrschen, die Zulage möglichst bald in Straft treten zu lassen. Aus der Partei. Kriegsdienst der sozialdemokratischen Abgeordneten. Bei Ausbruch des Krieges standen von den 110 sozialdemofratischen Abgeordneten 24 im Alter unter 45 Jahren, nämlich die Genossen Bauer, Bender, Buck, Cohen( Reuß), Dr. Oskar Cohn, Davidsohn, Dittmann, Ebert, Dr. Frank, Giebel, Hasenzahl, Keil, Kräßig, Dr. Lensch, Dr. Liebknecht, Peirotes, Rüble, Schmidt( Meißen), Von Heinrich Schulz, Dr. Südefum, Taubadel, Wels, Wendel. diesen hatten als Soldat gedient: Dr. Cohn, Davidsohn, Dr. Frank, Hasenzahl, Kräßig, Dr. Lensch, Dr. Liebknecht, Schulz, Dr. Südefum, Wels und Wendel. Gefallen ist Dr. Frank. Eingezogen sind und dienen zurzeil von den Gedienten: Dr. Cohn, Davidsohn, Hasenzahl, Dr. Liebknecht, Dr. Südefum und Wendel. Außerdem dient als Kriegsfreiwilliger der am 18. April 1864 geborene Genosse Göhre. Er hat im Frieden als Einjähriger seine Militärpflicht erfüllt. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 315 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie ust.: Garde: 1. und 5. Garde- Regiment 3. F.; Grenadier- Regimenter Alexander, Franz und Elisabeth; Lehr- Inf.Regiment; Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilier- Regimenter Nr. 1, 3, 6, 9, 10, 11, 12, 16, 18, 22, 23, 24, 26, 28, 29, 31( s. Res.Inf.- Regiment Nr. 86), 33, 36, 39, 40, 51, 55, 57, 58, 62, 63, 72, 73, 74, 75, 78, 82, 83( j. Res.- Inf.- Reg. Nr. 251), 84( i. Rej.- Inf.- Reg. Nr. 86), 86( 1. auch Ref.- Juf.- Reg. Nr. 86), 87, 88( beide i. Inf.Regiment Nr. 365), 95, 96, 98, 109, 112, 113, 117( i. Inf.- Reg. Nr. 365), 135, 140, 142, 144, 145, 147, 148, 150, 151, 152, 154, 156, 157, 158, 160, 161, 163, 170, 171, 173, 174, 186, 188, 329, 330, 336, 361, 363, 365, 371; Res.- Jnf.- Regimenter Nr. 3, 7, 8, 11, 18, 20, 21, 22, 30, 31, 48, 52, 60, 61, 64, 66, 67, 74, 75, 76, 77, 84, 86, 93, 99, 109, 111, 118, 202, 208, 209, 212, 213, 215, 221, 223, 234, 237, 240, 249, 250, 251, 256, 257, 258, 261, 267, 272; Ersab- Inf.- Regimenter Nr. 28 und Keller; Landwehr- Inf.- Regimenter Nr. 2, 7, 9, 18( fiehe Landw.- Inf.- Reg. Nr. 84), 24, 29, 31, 36, 61, 77, 78, 80, 83, 84, 99; Landsturm- Inf.- Regimenter Nr. 9 und 11; Feld- Bataillone NW ( s. Landst.- Inf.- Reg. Nr. 11), Reiser und Schwarz; Brigade- ErsatzBataillone Nr. 30( j. Inf.- Reg. Nr. 363), 36( 1. Inf.- Reg. Nr. 361), Die Kreistonferenz für den Wahlkreis Görlig Lauban 41( s. Inf.- Reg. Nr. 365), 44( s. Inf.- Reg. Nr. 371), 49( f. Inf.- Reg. beschäftigte sich u. a. auch mit der Stellungnahme unserer Partei Nr. 365), 56( j. Erj.- Inf.- Reg. Nr. 28); Ueberplanmäßiges Landzu den Kriegskrediten. Nach einem Referat des Reichstags- wehr- Infanterie- Bataillon Nr. 2 des 4. Armeekorps: Landwehrabgeordneten Gen. Tauba del wurde einstimmig eine Resolution Brigade- Erjaß- Bataillone Nr. 38 und 55: Garde- Landsturm- Bat. angenommen, die das Einverständnis mit der Haltung und Tätigkeit unserer Reichstagsfraktion ausspricht.. Aus den Organisationen. Aus Industrie und Handel. Großbeeren( i. Landſturm- Inf.- Reg. Nr. 9); Randſturm- InfanterieBataillone Altdamm, II Beuthen i. Ob. Schl., I Tanzig, II und IV Darmstadt, Erbach, I Frankfurt a. D., Gelsenkirchen, I Hagenau, I und II Kosten, Landsberg a. W., I Lößen, Molsheim, NeufahrBei der letzten Erhebung wurde ferner festgestellt, daß neben wasser, Neutomischel, II Osterode, I Wesel, Woldenberg; Land4842 völlig arbeitslosen Mitgliedern noch 19 162= 24,6 Proz. der sturm- Inf.- Erj.- Bataillone Cottbus, 4. Saarlouis, 1. Straßburg im Mitglieder mit verkürzter Arbeitszeit und verkürztem Lohne beElsaß, 12. des 4. und 3. des 15. Armeekorps; Landsturm- Inf.- Ers.schäftigt waren. Bei der Erhebung am 30. April betrug die Zahl Halb- Bataillon Gera; Landsturm- Inf.- Ausbildungs- Bataillon II der verkürzte Zeit Arbeitenden 24 588. Die Zahl ist zwar zurüdDie Rathenower Dampfmühlen- Aktiengesellschaft. des 16. Armeekorps; Rekruten- Bataillon der 7. Infanterie- Division; gegangen, aber nur momentan. Der Rückgang findet seine ErZu der gestern wiedergegebenen Darstellung aus„ informierten Rej.- Jäger- Bataillon Nr. 3; Res.- Radfahrer- Kompagnien Nr. 75 flärung in der Ende Juli veröffentlichten Bekanntmachung, die Beschlagnahme der Baumwolle betreffend. Ab 2. August unter- Kreisen" über die Gewinne der Rathenower Mühle äußert sich nun und 76; Feld- Maschinengewehr- Kompagnie des 2. Armeekorps; Sie erinnert daran, daß als Feld- Maschinengewehr- Züge Nr. 57( s. Füs.- Reg. Nr. 40), 81( siehe liegen alle Bestände an Baumwolle der Meldepflicht. Hand in auch die„ Deutsche Tageszeitung". Hand damit geht ein Verbot der Anfertigung einer ganzen Reihe Beispiel für die außerordentlichen Gewinne, die die Großmühlen Landw.- Inf.- Reg. Nr. 83), 94( 1. Inf.- Reg. Nr. 57), 131( f. Inf.Regiment Nr. 72); Gebirgs- Maschinengewehr- Abteilung Nr. 204; von Tertilfabrikaten für die Zukunft, was dazu geführt hat, daß aus der ungerechtfertigt hohen Festießung des Mahllohns Festungs- Maschinengewehr- Abteilung Nr. 2 Thorn. viele Betriebe, die vordem verkürzt arbeiteten, die Uebergangszeit erzielen er hat dank der daran geübten Kritik eine Kavallerie: Schwere Reserve- Reiter Nr. 2; Dragoner Nr. 5, 9, benußen, um voll zu arbeiten, um so für den freien Verkehr noch nicht unwesentliche Aenderung erfahren der konservative 10, 23; Husaren Nr. 14; Ulanen Nr. 3( s. Kavallerie- Reg. Nr. 84), anzufertigen, was innerhalb dieser Zeit nur möglich ist. Mit Ende Abgeordnete Weilnböck als besonders charakteristisch den 4, 9, 14, 15; Jäger zu Pferde Nr. 12 und 13; Regiment Nr. 84; des Monats August wird sich aber die Zahl der völlig arbeitslosen, Fall der Rathenower Dampfmühlen- Aktiengesellschaft anführte. Landwehr- Regiment Nr. 2; 1. Landwehr- Husaren- Eskadron Cassel; Mitglieder voraussichtlich wieder ganz bedeutend erhöhen. mit einem Aktienkapital von 1000 000 Mark aus Landsturm- Ersatz- Eskadron des 17. Armeekorps. Innerhalb der 12 Kriegsmonate hat der Verband für Arbeits- Das Tosenunterstützung die Summe von 822 995 M. gezahlt; für Unter- gestattete Unternehmen, das erst vor zwei Jahren als Attienstüßungen aller Art 1059 971 M. Diese Ziffern sind noch keine gesellschaft ins Leben trat, hat nach Angabe der vom Redner endgültigen, da bei den Erhebungen immer eine Anzahl Mitglied zitierten Bilanz im Kriegsjahr einen Reingewinn von 386 000 Mart schaften nicht berichten, die Erhebungstermine bis jetzt auch nicht erzielt, gegen 64 000 Mark das Jahr vorher. Dabei wurden die Abmit den Quartalsabschlüssen gleichlaufen und so die Feststellungen schreibungen verdreifacht und die Tantiemen stiegen von 6000 auf erschweren. Die Summe der Arbeitslosenunterstützung läßt sich mit der in früheren Jahren gezahlten nicht ohne weiteres ver- 36000 Mark. Die Dividende wurde mit 16 Prozent erklärt gegen Tatsächlich hätten nach dem Redner gleichen, weil bei Ausbruch des Krieges die Sätze der Arbeits- 5 Prozent im Vorjahr. losenunterstützung auf zwei Drittel und später auf die Hälfte her- 35-38 Prozent Dividende verteilt werden können, wenn nicht abgesetzt wurden. Hätte der Verband die statutarischen Säße für so enorme Abschreibungen und Sonderrücklagen gemacht worden Arbeitslosenunterstützung beibehalten, so hätte in den 12 Kriegs- wären. monaten mindestens noch eine halbe Million an ArbeitslosenunterZu der Information" selbst bemerkt das konservative Blatt: stüßung mehr gezahlt werden müssen. So gern die Verbands-" Zunächst ist hiernach darauf hinzuweisen, daß das Geschäftsleitung das auch getan hätte, konnte sie es doch nicht, weil durch jahr am 30. Juni abschließt, so daß sich der Mühle mindestens für die Einberufungen zum Heere und sonstiger ungünstiger Einwirkungen des Krieges von vornherein mit einem starken Mit drei Monate Gelegenheit bot, von der Kriegsgetreidegesellschaft begliederrückgang und dadurch auch mit stark verminderten Gin- schäftigt zu werden. nahmen gerechnet werden mußte. Feldartillerie: 3. Garde- Res.- Reg.; Regimenter Nr. 8, 9, 11, 19, 25, 36, 38, 43, 45, 52, 81, 205, 209, 217, 220, 225; Reserve- Regimenter Nr. 6, 16, 21, 44, 48, 58, 64; Landwehr- Abteilung des 1. Armeekorps; Ballonabwehr- Kanonen- Zug Nr. 14. Fußartillerie: 2. Garde- und 2. Garde- Reserve- Regiment; 2. Garde- Landwehr- Bataillon; Regimenter Nr. 1, 2, 5, 6, 10, 11, 13, 15, 16; Reserve- Regimenter Nr. 1( s. auch Fußartillerie- Reg. Nr. 5), 2, 3, 4, 5, 6, 10, 15, 17; Landwehr- Bataillon Nr. 15; Zuſammengesettes Bataillon schwerer Artillerie der 1. Landwehr- Division( s. Fußartillerie- Reg. Nr. 5); Batterie Nr. 339( i. Fußart.Regiment Nr. 2). Pioniere: Regimenter Nr. 29, 30, 36; II. Bataillon Nr. 27; Kompagnie Nr. 213. Verkehrstruppen: Reserve- Eisenbahn- Bautompagnie Nr. 31; Fernsprech- Abteilung des 16. Armeekorps; Fernſprech- Doppelzug der 3. Infanterie- Division; Feldfliegertruppe. Reserve- Fuhrparkfolonne Nr. 80. Bewachungskommando des Gefangenenlagers Frankfurt a. D. * Einen scheinbaren Widerspruch weist jedoch die obige Darlegung Munitionsfolonnen: Artillerie- Munitionskolonne Nr. 1 des Nr. 9 des Jetzt werden der Organisation neue Opfer auferlegt, hervor- insofern auf, als sie einmal auf die Bemerkung im Geschäftsbericht 4. Armeekorps; Feldartillerie- Munitionsfolonne gerufen durch die Maßnahmen der Regierung. Vorab ist es den das Augenmerk lenkt, wonach die Gesellschaft vom 1. Januar 15. Armeekorps; Reserve- Artillerie- Munitionsfolonne Nr. 97; Schwere Artillerie- Munitionskolonne der 119. Infanterie- Division. Betrieben noch gestattet, alle Garne, die sie vor dem 1. August in 1915 an ausschließlich für die K. G. und für Behörden gegen Sanitäts- Formationen: Sanitäts- Kompagnie Nr. 2 des 4. und Händen hatten, aufzuarbeiten, ebenso können noch alle mittelbaren Mahllohn arbeitete" und zum anderen dann von informierter Nr. 3 des 10. Armeekorps; Feldlazarett Nr. 12 des Garde- Reserveund unmittelbaren Heeresaufträge erledigt werden. Das wird Seite sagen läßt:„ Der erste Mehlauftrag, den die Gesellschaft von forps und Nr. 9 des 1. Armeekorps; Kriegslazarett Nr. 50; Reserveaber nur kurze Zeit währen, dann tritt neben der Verteilung der Also war man lazarett Nr. 2 Braunschweig. Aufträge durch den„ Kriegsausschuß der deutschen Baumwoll- der K. G. erhielt, fiel auf den 30. März 1915." industrie" überhaupt ein Herstellungsverbot gewisser Artikel in vor dem 30. März für Behörden beschäftigt. Weniger leicht aufzuklären aber ist das in der Darlegung Kraft. Wie die Wirkung des Herstellungsverbots den Arbeitsmarkt beeinflussen wird, muß abgewartet werden, doch steht zweifellos gegebene Rechenerempel. Für die R. G. vermahlen wurden fest, daß viele Textilarbeiter und-arbeiterinnen davon betroffen 2200 Tonnen Weizen und 2200 Tonnen Roggen. Da der Mahllohn werden, wird doch allein für das Königreich Sachsen von unter- für Weizen 22 M. für die Tonne und für Roggen 20 M. betragen richteter Seite angenommen, daß mindestens 25 Proz. der dort an- hat, so machte das ohne alle Nebenvergütung( Lagerungssässigen Textilindustrie betroffen wird. Dem Textilarbeiterverband kann aber nicht zugemutet werden, gebühren usw.) jedoch einen Brutto- Mahllohn von 92 400 m. und Opfer, die im Allgemeininteresse gebracht werden müssen, allein zu tragen. Die durch das Herstellungsverbot hervorgerufene Arbeitslosigkeit ist eine Kriegsfolge, für die aufzukommen das Reich die moralische und ethische Pflicht hat. Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 216 bringt Verluste der Rej.- Inf.- Regimenter Nr. 22, 23; Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 3; Brigade- Ersatz- Bataillone Nr. 6, 9, 12; Landsturm- Inf. Feldart.- Reg.; Res.- Feldart.- Regimenter Nr. 1, 9; Landwehr- FeldBataillon Bassau 1; 7. Chevaulegers- Reg.; 5., 6., 10., 19. und 20. nicht bloß 15 000 M. Vielleicht aber stimmt auch der Betrag von artillerie- Regiment Nr. 6; I. Ersatz- Feldart.- Abt.; Pionier- Pat.: 15000 M. insofern, als die K. G. dieſen in der Tat nur bezahlt 2. Speyer, 3. Ingolstadt; Luftschiffertruppe; Mineur- Abt. Nr. 1; hat. Aber bekanntlich fällt der Mühle der Erlös aus der Kleie zu, Rej.- Pionier- Bat. Nr. 2 und 3; Res.- Pionier- Komp. Nr. 6 und 7; der dann vom Mahllohn in Abzug gebracht wird. Schließlich ist Rej.- Fernsprech- Abt. Nr. 1; 1. Landwehr- Pionier- Komp., 1. Armeeforps; 1. Munitionsfolonnen- Abteilung, 2. Armeekorps; Berichtidas aber doch auch ein Rugen aus der Vermahlung. Da es in der Angelegenheit der Rathenower Dampfmühlen nun gungen früherer Verlust listen. Die württembergische Verlustliste Nr. 252 enthält Verfchon so vielerlei an den Erklärungen zu erklären gibt, so möchten wir unsererseits auch noch eine uns gewordene Erklärung über den luste des Grenadier- Reg. Nr. 119, Landwehr- Inf.- Reg. Nr. 119, Im reichsdeutschen Baugewerbe scheitert die Gewährung von wirklichen Reingewinn der Gesellschaft mitzuteilen jetzt doch II Ludwigsburg und Heilbronn; Feldart- Reg. Nr. 49; Reſ-- FeldTeuerungszulagen am Widerstande des organisierten Unternehmer- wirklichen Teuerungszulagen am Widerstande des organisierten Unternehmer nicht unterlassen, zumal sie von durchaus maßgebender Seite her- artillerie- Regiment Nr. 54; Verluste durch Krankheiten; Berichti tums, das in solchen Zulagen eine Durchbrechung der Tarifidee zu Mark„ heraus- gungen früherer Verlustlisten. erblicken vorgibt. Im österreichischen Baugewerbe haben die Unter- rührt. Es sind Die Verlustliste Nr. 54 der Kaiserlichen Marine wird nehmer solche Bedenken nicht. Dort schweben gegenwärtig Ver- gerechnet worden, verdient wurden aber rund drei Viertel handlungen über die Gewährung von Teuerungszulagen. bei denen Millionen Mark( bei einem Aktienkapital von 1 Million Mark). Mit veröffentlicht. Verantw. Redakt.: Alfred Wielepp, Neukölln. Inseratenteil verantw. Th. Glocke, Berlin. Trud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsbl Ausland. Teuerungszulagen im österreichischen Baugewerbe. " nur" 386 000 Nr. 241. 32. latirgaiig. km!« kü.lorniiilö" Strlinct WWM Mittwoch. 1. Zepteluber 1915. Sie öritte Kriegsanleihe! Die dritte Kriegsanleihe, deren Bedingungen soeben be- kanntgegeben werden, unterscheidet sich von der ersten und zweiten Kriegsanleihe wesentlich dadurch, daß keine Schatz-- anweisungen, sondern nur Reichsanleihe ausgegeben wird. Tiefe ist seitens des Reichs wieder bis 1924 unkündbar, zu 5 0/o verzinslich und wird zum Kurse von 99, für Schuld- buchzeichnungen zu 98,89 aufgelegt. Der Zinsenlauf beginnt am 1. April 1916. Fünf Prozent Stückzinsen bis dahin werden bei der Zahlung zugunsten des Zeichners verrechnet. Die Zinsscheine sind am 1. April und 1. Oktober jeden Jahres, der erste Zinsschein am 1. Oktober 1916 fällig. Auch diese Anleihe wird ohne Begrenzung ausgegeben, und es können daher alle Zeichner auf volle Zuteilung der gezeichneten Beträge rechnen. Die Zeichnungsfrist beginnt am 4. und endet am 22. Sep- tember. Die Zeichnungen können wieder bei allen Zeichnungs- und Vermittlungsstellen angebracht werden, die bei der zweiten Kriegsanleihe tätig waren(Reichsbank und alle ihre Zweig- anstalten, sowie sämtliche deutsche Banken und Bankiers, öffentliche Sparkassen und ihre Verbände, Lebensversicherungs- gesellschasten und Kreditgenossenschaften). Die Post nimmt diesmal Zeichnungen nicht nur an den kleinen Orten, sondern überall am Schalter entgegen. Zahlungen können vom 30. September an jederzeit geleistet werden. Es müssen gezahlt werden: 300/0 am 18. Oktober, 200/0„ 24. November, 25%, 22. Dezember 1915 und die letzten 25%„ 22. Januar 1916. Die Bestimmung, wonach die Zeichnungen von 1999,— M. und darunter bis zum ersten Einzahlungstermin voll bezahlt werden müssen, ist weggefallen; auch den kleinen Zeichnern sind diesmal Teilzahlungen in runden, durch 199 teilbaren Beträgen gestattet; die Zahlung braucht erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig werdenden Teilbeträge wenigstens 199,— M. beträgt. Auf die Zeichnungen bei der Post ist zum 18. Oktober Vollzahlung zu leisten. Die im Umlauf befindlichen unverzinslichen Schatz- anweisungen des Reiches werden unter eutsprechender Diskont- Verrechnung in Zahlung genommen. Um den bei allen Vermittelungsstellcn gleichzeitig hervor- getretenen Klagen über die langsame Lieferung der Stücke bei der zweiten Kriegsanleihe zu begegnen. Werden diesmal wieder Zwischenscheine, aber nur zu den Stücken von 1999,— M. und mehr und nur auf Antrag ausgegeben. Auch für die kleinen Stücke Zwischenscheine auszugeben, ist nicht möglich, da die dadurch entstehende Arbeit nicht bewältigt werden könnte. Die kleinen Stücks werden aber zuerst gedruckt werden und voraussichtlich im Januur zur Ausgabe gelangen. politische Uebersicht. Eine Zentralstelle für Lebensmittelversorgung. Nach der„Vossischen Zeitung" beschäftigt sich die Regie- rung mit dem Plan, eine Zentralstelle für Lebensmittel- Versorgung zu errichten. Bestimmendes Motiv ist die Er- fährungstatsache, daß lokale Höchstpreise, wenn sie nicht für ein einheitliches und geschlossenes Gebiet festgesetzt werden, das Uebel verschlimmern statt es zu beffern: die Verkäufer umgehen die Höchstpreise, indem sie nur einen Markt auffuchen, wo sie durch keine obrigkeitliche Verfügung beschränkt sind. Daher ist eine durchgreifende wirkungsvolle Höchstprcisfestsctzung nur zu erwarten, wenn im ganzen Reiche Höchst- preise, abgestuft nach den örtlichen Erzeugungs- und Ab- satzbedingungen, eingeführt sind. Dieses schwierige Werk durch- zuführen, ist Aufgabe der gePlanten Zentral st elle für Lebensmittelversorgung. Die Idee, eine solche Zentralstelle zu errichten, ist, wie so viele, grundlegende Gedanken der Kriegswirtschaft, von der Sozialdemokratie zuerst vertreten worden. Schon in der Maitagung des Reichstages wurde sie von einem An- trage verlangt. In der eben abgeschlossenen Tagung wurde der im Mai noch niedergesümmte Anttag angenommen. Der Staatssekretär Dr. Delbrück hat auch die ursprünglich geltend gemachten verfassungsrechtlichen Bedenken aufgegeben und im August lediglich das Opportunilätsargument gegen den sozial- demokratischen Antrag ins Feld geführt, daß der von ihm verlangte parlamentarische Beirat der Zentralstelle die Ent- scheidungcn derselben nicht fördern und beschleunigen, sondern hemmen und verzögern werde. Der Staatssekretär vergißt, daß kein Vorwurf der Regierung öfter und mft mehr Berechtigung gemacht worden ist als der, daß sie zu spät in das berüchtigte freie Spiel der Kräfte eingegriffen hat. Auch ist von vornherein anzunehmen, daß Abgeordnete, die den Massenwillen der Verbraucher mir allzu leicht empfinden können, leichter und rascher eine Entscheidung treffen werden, die der Volksmehr- heit günstig ist. als Beamte, die von den Interessenten mit Bittgesuchen und Beschwerden überlaufen, den goldenen Mittel- weg mit demselben vergeblichen Eifer suchen wie die eifrigen Konstrukteure das Perpetuum mobile. Doch ist aufs ciftigste zu wünschen, daß der V e r- h e i ß u n g auch die Erfüllung folgt und die Zentralstelle nicht in bloßen Erwägungen stecken bleibt. Den G e- meinden sind schwere Aufgaben aufgebürdet, die sie nicht lösen können, wenn ihnen nicht Rechte gegeben werden. Sie brauchen das Recht, örtliche Preisprüfungsausschüsse zu bestellen, und sie sind davon abhängig, daß die von ihnen fest- gesetzten Höchstpreise Teile eines systematisch angelegten Ganzen sind. Der Staatssekretär hat im Reichstag das hohe Lied der gemeindlichen Selbstverwaltung gesungen. So mancher Kommunalbeamte würde es mft tiefer Bcfriedi- gung gehött haben, aber alle Kommunalbcamten würden sicher noch mehr befriedigt, wenn der Staatssekretär als Vize- Präsident des Preußischen StaatSministeriums dafür sorgt, daß den Gemeinden als Anerkenmmg ihrer Wirksamkeit die Rechte gegeben wurden, die sie brauchen. Das Recht der Beschlag- nähme tft aber nicht den Gemeinden, sondern den höheren preußischen LandeSbehorden übertragen worden. Das ist ein Widerspruch zwischen der Theorie und der Praxis. Die Konservativen und die Kriegsbesoldungsordnung. Die„Kreuzzeitung" druckt die paar Bemerkungen ab, die der konservative Abg. N e h b e l im Reichstage gegen die Reform der Kriegsbesoldungsordnung durch den Reichstag gemacht hat. Daran anknüpfend, sagt das Blatt: „Daraus geht hervor, daß die konservative Partei mit dem im Reichstage gestellten Antrage, die Kriegsbesoldungs- ordnung reichsgesetzlich zu regeln, nicht einverstanden ist. Sie steht vielmehr fsstjjus dem Standpunkt, daß die Regelung der Kriegsbesoldung Sache des obersten Kriegsherrn und der Kontingentsherren sei und bleiben müsse. Allerdings erkennt sie an, daß die jetzige Kriegsbesoldungs ordnung gewisse Mängel zeigt, die möglichst bald beseitigt werden müssen. Sie stimmt in dieser Anschauung mit dem Herrn Kriegsminister überein, der die Erfüllung des Wunsches zugesagt hat, daß eine Revision der Kriegsbesoldungsordnung durchgeführt werden möge." Der Reichstag hat bekanntlich mit großer Mehrheit be- schloffen, die Verbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstag alsbald die Kriegsbesoldungsordnung vorzulegen zum Zwecke einer sofortigen Revision. Damit brachte der Reichstag zum Ausdruck, daß er die Kriegsbesoldungsordnung nicht als durch die kaiserliche Kommandogewalt gedeckt ansieht, sondern im Gegenteil verlangt, daß diese wichtige Materie gesetzlich geregelt wird. In der Hauptsache waren nur die Konservativen dagegen, die damit bewiesen haben, daß sie ihrer bisherigen Gewohnheit treugeblieben sind, die Rechte des Reichstages möglichst einzuschränken. Lebens inittelteuerung und Zeusurbehörde. In Königsberg i. Pr. sollte im großen Saale der Börse am Sonntagnachmittag eine öffentliche Volksversammlung statt- finden. Auf der Tagesordnung stand die Lebensmittel- teuerung. Redner sollte Landtagsabgeordneter Braun- Berlin sein. Die Versammlung wurde von einem der Cinberufer eröff- net, worauf der Referent das Wort nahm und erklärte, es sei ihm heute vormittag folgende Verfügung deS Gouvernements zugegangen: „Der Vortrag des LandtagSabgeordneten Otto Braun über die Lebensmittelteuerung am Sonntag, den 23. August cr., wird unter folgenden Bedingungen gewährt: Der Vortrag darf sich nur auf wirtschaftliche Fragen er- strecken; jedes Abweichen auf politisches Gebiet, welcher parteipolitischen Art eS auch sei, hat zu unterbleiben. An- griffe auf aridere Erweckbsklassen und ander« Bevölkerungs- schichten müssen im Interesse der Erhaltung des Burgfriedens unterbleiben. Ebenso sind Angriffe auf die Regierung und deren einzelne Ressorts nicht zulässig. Im.Hinblick auf diese allge- meinen Grundsätze müssen ganz unterbleiben: Punkt 4, 26, 32, 35, 39 Ihres eingesandten Programms. Die Punkte 3 und 43 dürfen nur in einer Art berührt werden, die gegen obige Bedin- gungen nicht verstößt. Eine allgemeine Aussprache darf unter keinen Umständen stattfinden. Sollte der Herr Redner nicht bereit sein, sich diesen Bedin- gungen zu unterwerfen, so darf der Vortrag nicht stattfinden. selbstverständlich findet die vorgeschriebene Ueberwachung statt, deren Organ über die oben genannten Bedingungen genau unterrichtet ist. Es wird erwartet, daß zu einem Einschreiten keine Veranlassung gegeben wird. Der Gouverneur. I. V. Brodruck, Generalleutnant:" Genosse Otto Braun teilte mit, daß er unter diesen Umständen davon Abstand nehme, den Vortrag zu halten. iAllgemerner Bei» fall.) Wenn er über die Lebensmittelteuerung sprechen wolle, so müsse er vor allen Dingen auf ihre Ursachen eingehen. Das könne er isdoch nicht, wenn es ihm verwehrt werde, auch nur ein Wort gegen den Händler, den Produzenten und gegen die Regierung zu sagen. Vor der Versammlung zu erläutern, daß eine Teuerung bestdje. sei überflüssig. Er verzichte deshalb darauf, den Vortrag zu halten. Unter allgemeiner Zusrimmung wurde darauf die Versammlung vom Einibcrufer geschloffen._ 50 M. Geldstrafe wegen Vergehens gegen eine Zensnr- anordnmtg. Das Wolfffche Telegraphen-Bureau verbreitete am Freitag folgende Mitteilung des württembergischen Stellvertretenden Gene- ralkommandoS: „Das Stellvertretende Generalkommando hat die Redaktion der „Schwäbischen Tagwacht" wegen eines gegen die Zensurbehörde des Stellvertretenden Generalkommandos gerichteten völlig u übe rechtig- ten Angriffs und wegen Umgehung einer Zensuranordnnng mit einer Geldstrafe von 53 M. belegt." Unser Parteiblatt bemerkt hierzu: „Die Strasverfügung de? Stellvertretenden Generalkommandos, die uns amtlich noch nicht zugestellt worden ist, gründet sich, wie wir erfahren haben, auf die Veröffentlichung der von der sozialdemo- kratischen ReichsiagSfraktion und dem Parteiausschuß formulierten Leitsätze über die sozialdemokratischen Friedensziele, die in der Mittwochsnummer unseres Blattes erfolgte, sowie, auf die� Bemerkungen, mit denen wir die„Leitsätze" begleiteten. In diesen Bemerkungen war ausgeführt, daß die Parteipvesse in den meisten deutschen Städten schon am Dienstag in der Lage gewesen scsi die Leitsätze zu veröffentlichen, daß uns jedoch ein Bescheid der hiesigen Zensurbehörde auf die vorschriftsmäßig eingereichten Leitsätze bis Mittwoch noch nicht zugegangen sei. An diese Feststellung war die Bemerkung geknüpft, daß die Stuttgarter Zeusurbehörde langsamer zu arbeiten scheine als die Zensurbehörben in ander«« deutschen Städten. Wir haben, nachdem uns die Verfügung deS Stellvertretenden Generalkommandos und ihre Begründung bekannt geworden war, eine erneute Untersuchung vorgenommen und dabei festgestellt, daß die Verzögerung der Entscheidung der hiesigen Zensurbchörde. über die wir uns beschwert hatten, tatsächlich nicht dieser Behörde zur Last fällt, sondern auf ein bedauerliches Versehen bei der Ueber- Mittelung der Leitsätze an die Zensurbehörde zurückzuführen ist. Wir stehen unter diesen Umständen nicht an, den gegen die Zensur- behörde' gerichteten Vorwurf als ungerechtfertigt zu erklären und mit dem Ausdruck des Bedauern? zurückzunehmen." Hansabund und Preisteuerung. Das Präsidium de« Hansabundes hat sich von den verschiedenen Ausschüssen dieser Organisation Gutachten über die Ursachen der Teuerung erstatten lassen und dann einen Beschluß gefaßt, der zu- nächst feststellt, daß sowohl die Industrie als auch die Landwirtschaft j de ungebührliche Ueberleuerung scharf verurteilen. Zu verlangen sei. daß sofort eine Untersuchung der Gründe der Teuerung von der Reichsregierung in die Wege geleitet wird. Die Entschiießung führt dann noch ans: „Die Schaffung einer zentralen, die Bedürfnisse und Interessen aller Erwerbsgruppen und der Verbraucher unparteiisch abwägenden Behörde zur einheitlichen Leitung aller Maßnahmen zugunsten der Volksernährung erscheint notwendig, ebenso, im Zusammenhang mit dieser Stelle, die Einsetzung örtlicher Ueberwachungs- und Preis regelungsausschüsse, wie sie für das Wirtschaftsgebiet Groß-Berlin bereits vorgesehen sind. Eine energische Anwendung der Beschlag- nahmebefugnis in allen denjenigen Fällen, in denen wucherische Aus- beutung der Verbraucher oder wucherische Zurückhaltung von Vorräten zweifellos festgestellt ist, ist erforderlich. Dagegen ist es höchst be- dauerlich, daß in Preußen diese Beschlagnahmebefugnis nicht den Kommunalverbänden, sondern den VerwaltungS- und Polizeibehörden überwiesen ist; eine Aenderung dieser Vorschrift ist ge- boten, da diese Regelung eine Verkennung der umfassenden Tätigkeit der Selbstverwaltung darstellt, die sich während des Krieges glänzend bewährt hat."_ Gemeindliche Milchversorgung. In Augsburg ist der Milchpreis innerhalb sieben Monaten von 18 auf 24 Pf. pro Liter gestiegen, und neuerdings haben die Milchhändler eine weitere Preiserhöhung in Aussicht gestellt. Um dieser Preistreiberei ein Ende zu machen und einen Preisregulator zu schaffen, hat der Magistrat nun städtische Milchabgabe stellen errichtet, in welchen Milch bester Qualität in leimireiem Zustande für 22 Pf. der Liter abgegeben wird. Die erforderliche Milchmenge wird teils von den Produzenten an die Sladt selbst, teils durch Vermittelung einer Mollerei geliefert, mir welcher ein vertragliches Abkommen getroffen ist. Zunächst stehen täglich rund 7333 Liter der Stadt zur Verfügung. ES ist beab- sichtigt, später die gesamte Milchversorgung der Stadt nach dem Borbilde anderer Städte durch die Gemeinde zu betätigen._ Einberufung des bayerischen Landtages. München, 31. August.(W. T. B.) Der bayerische Land- tag ist auf Mittwoch, den 29. September, einberufen worden. Raubmorö in Weißensee. 1939 Mark Belohnung. Ein Raubmord ist in der Nacht zu Dienstag, wahrscheinlich schon in den Abendstunden am Montag in dem Hause Rölckestr. 175 zu Weißensee verübt worden. Hier, an der Ecke der Lehderstraße, an der Weichbildgrenze von Berlin, betreibt der Kaufmann W. Klauß ein größeres Kolonialwarengeschäft. Seine 31 Jahre alte Schwester Martha stand ihm dabei zur Seite. Diese Dame wurde in der vorletzten Nacht das Opfer eines Raubmörders. Klauß wurde vor sechs Wochen als Landsturmmann eingezogen. Am vergangenen Sonntag war er noch auf Urlaub zu Hause. Seit seiner Einbe- rufung betrieb seine Schwester allein das Geschäft weiter. Der Laden war stets bis 8 Uhr geöffnet. So auch Montagabend noch. Gestern morgen wunderten sich die Gastwirtsfrau Krahn aus dem Nebenhause Nr. 176 und andere Kundinnen, daß das Geschäft, das Fräulein Klauß sonst immer pünktlich zur gewohnten Zeit öffnete, geschlossen blieb. Sie fragte die Leute im Hause, was das auf sich haben könnte, diese wußten es aber auch nicht. Nichts Gutes ahnend rief Frau Krahn durch den Fernsprecher Fräulein Klauß, bei der sie Nebenanschluß hat an, erhielt aber keine Verbindung. Wie sich später ergab, hatte der Mörder, um eine Ver- bindung zu verhindern, zwei Bierflaschen zusammengebunden und an den Hebel des Apparats gehängt. Der Verdacht, daß in dem Ge- schäst etwas nicht in Ordnung sein müsse, wurde nun immer stärker. Durch ein Fenster hinler dem Laden sah man in die Wohnräume hinein und fand Fräulein Klauß regungslos auf dem Fußboden liegen. Die Polizei, die jetzt gerufen wurde, benachrichtigte auch die Berliner Kriminalpolizei und in Vertretung des Chefs begab sich Regierungsrat Dr. Lindenau mit mehreren Beamten alsbald an den Tatort, um den Beftmd aufzunehmen. In einem kleinen Räume zwischen dem Laden und den Wohnräumen, der als Telephonzimmer benutzt wird, lag Fräulein Klauß tot da, mit dem Kopf in einer großen Blutlache, mit den Füßen nach dem Laden zu. Der Er- mordeten war der Schädel zertrümmert worden. Der Täter ist ent- kommen, ohne daß nach den bisherigen Ermittelungen jemand etwa? von ihm gesehen hat. Fräulein Klauß scheint beim Abendbrot von ihm überrascht und niedergeschlagen worden zu sein. Sie war noch vottstöndig angekleidet. Das Haus Rölckcstraße 175 liegt nicht weit ab von Baustellen und Laubengelände. Nach Schluß der Geschäfte ist es in jener Gegend ziemlich still und einsam. Der Mörder hat ohne Zweifel ausgekundschaftet, daß der Geschäftsinhaber selbst im Felde steht und seine Schwester allein war. Er scheint sich dann gestern abend in der Maske eines Kunden nach Ladenschluß durch die Hintertür noch Ein- gang verschafft zu haben. Im Laden wurde ein Stückchen Speck eingewickelt gefunden. Zwischen 8ftz und 9 Uhr schlug in der Gastwirtschaft von Krahn, in der Klauß Nebenanschluß hat, der Fernsprecher wiederholt an. Es scheint, daß Fräulein Klauß noch imstande gewesen ist, wenigstens den Versuch zu machen, durch den Fernsprecher Hilfe zu erhalten. Der Befund läßt darauf schließen, daß sie, schon schwer verletzt, sich nach dem Apparat ge- schleppt hat. Auf die Wohn- und Schlafräume hat sich der Kampf augenscheinlich nicht erstreckt. Denn hier ist alles in Ordnung. Nach- dem er sein Opfer zum Schweigen gebracht hatte, bemächtigte sich der Räuber des Metallbehälters, in dem die Losung der beiden Tage in der Schublade unter dem Ladentisch lag. Er nahm sie mit in das Wohnzimmer und leerte sie dort. Hierbei entfielen ihm mehrere kleine Münzen, die er liegen ließ. Er verließ dann die Räume wieder durch die Hintertür. Was dem Raubmörder in die Hände gefallen ist, läßt fich noch nicht genau sagen. Klauß wurde von der Ermordung seiner Schwester behördlich sofort benachrichtigt. Der ärztliche Befund. Die ärztlichen Sachverständigen, die die Kriminalpolizei zuzog. Geheimer SanitätSrat Dr. Dyrenfurth und der Gerichtsarzt Me- dizinalrat Dr. Stürmer, stellten fest, daß bei der Ermordeten die Leichenstarre schon eingetreten war. Nachdem der Erkennungsdienst Lichtbildaufnahmen vom Tatort und von der Ermordeten aufge- nommen hatte, konnten die Verletzungen genauer untersucht werden. Was in der Blutlache als Hiebwunden mit Zertrümmerung der Schädeldecke erschienen war, pellte sich jetzt als Stichverletzungen heraus, die von einem breiten, sich verjüngenden Dolchmesser herrühren. Nach der Anzahl der Wunden hat wahrscheinlich ein Kampf stattgefunden. Im Nacken zeigen sich mehrere unbedeutendere Stiche. Schwerer sind schon sechs Stiche, die die rechte Halsseite trafen. Ein Stich ging durch die linke Wange in den Hals, ein zweiter drang etwa zwei Zentimeter unterhalb deS Haares fünf Zentimeter tief in die linke Halsseite ein. Diese Stiche müssen nach ganz kurzer Zeit den Tod herbei« geführt haben. An den Kisten und Kartons in dem kleinen Lager- räum zeigen fich viele Blutspritzer. Die Leiche der Ermordeten wurde gestern nachmittag nach dem Schauhause gebracht, wo sie heute obduziert wird. Wer ist der TStcr? Die Hintertür de-Z Hauses ist von der Psörtnerfruu um 10 Uhr verschlossen worden. Es kann aber sein, daß jemand, der später riach Hause kam, sie wieder aufqelassen hat, wie das auS Bequem« lichkcit öfter geschieht. Um lO1/« Uhr hörten zwei Frauen auS dem Hause die Tür, die von dein Laden nach dem Flur sührt, zuschlagen. Eine dritte Hausbewohnerin sah nun zu der Zeit, als die anderen das Geräusch hörte»», wie ein Mann hastig daS Haus verlieh und »n der Richtung nach der Lehdcrstrahe davoneilte. DaS war jedenfalls der Mörder. Leider kann die Frau diesen Mann, weil es dunkel war, nicht beschreibe»», sie meint nur, dah er dunkle Kleidung und weihe Wäsche getragen habe. Hiernach wäre der Mörder von 8>/z— 10'/z Uhr bei seinem Opfer in der Wohnung geblieben. Vielleicht benutzte er die Zeit, uin sich etwas vom Blute zu säubern. Für die weiteren Ermittelungen ist cS nun aber sehr wichtig zu erfahren, wer diesen Mann noch weiter gesehen hat, entweder in der Nähe des Hauses, oder auch weiterhin nach der Lehder« und der Langhansstrahe zu. Wer in dieser Beziehung etwas mitteilen kann wird ersucht, sich unverzüglich bei der Kriminalpolizei im Zimmer 42 zu melden, ebenso jeder, dein irgendwo sonst ein blutbefleckter Mann aufgefallei» ist. oder jemand, der plötzlich über Geld verfügt, während er bisher nichts hatte. Der Mörder hatte nur das grohe Geld anS der Kassette»nitgenoinmen, für mehrere Mark Fünf« und Zehn-Pfennigstücke hat er liegen lassen. Er rechnete wohl damit, dah er sich durch den Besitz und die Ausgabe zuviel kleinen Geldes leicht verraten könnte. Wichtig ist, zu ermitteln, von wem vielleicht in der letzten Zeit ein Dolchmesser der beschriebenen Art verlauft ivordcn ist. Es»nuß. wie auS der Ausdehnung der Stichwunden hervorgeht, ein ziemlich breites, spitz zulaufendes Messer sein. Die im Halse quer liegenden Wunden messen etwa 3—4 Zentimeter. Die Kriminalpolizei setzt für die Ermittelung des Mörders eine Belohnung von 1000 M. aus. Sie ist ausgesetzt insbesondere auch für diejenigen, die etwa verdächtige Menschen gestern in der Gegend des Ladens beobachtet oder gesehen haben, dah jemand vielleicht nach Ladenschluh noch Eingang gesunden hat. Nach dem Zustand im Laden scheint der Mörder dort im Dunkeln nach der Kasse gesucht und einiges durcheinander geworfen zu haben. So fand man Würste im Mehlkasten. ?tos Groß-önlin. tzerbftfahrt öurch üen Hlumental. Der kleine Wriezener Bahnhof in der Fruchtstraße neben dem Schlesischen Bahnhof war um 6 Uhr morgens fast menschenleer. Zivanzig Minuten später dampften wir mit einem halben Dutzend Fahrgästen ab. ES war Wochentag und leider können nicht allzu viele einen solchen AuSslug unternehmen. Unser Bimmelzug schlug ein flottes Tempo ein. Zahlreiche Niederbarnimer Dörfer und prächtig stehende elder der Ricselgüter flogen vorüber. Hier saßen riegsgefangene in den Bäumen und pflückten Obst, dort taten sich ganze Fasanenvölker in den Weizenfeldern güt- lich. Hoch oben gondelte ein Kriegsfreiballon, mit dem Eisernen Kreuz und langer Siegesfahne geschmückt, mit uns»m» die Wette. Eine famose Fahrt ist es in der spätsommerlichen Norgenfrische. Man freut sich über diese satten, üppigen Fluren und ist beruhigt. Hinter Werneuchen steigt in der Ferne die lange dunkle Wellenlinie des Hochwaldes auf, die ersten Anzeichen deS meilenweiten Blumentalforstes. Donnerwetter, das sieht ja in der„sandigen" Mark beinahe nach Harz und Thüringer Wald aus. Bimbimbimbimbim... Tiefensee... alles aus- steigen! Genau fünfviertel Stunden hat die Fahrt gedauert. Hundert Meter weiter überschreiten wir die Bahngleise und sind sofort im prachtvollsten Wald. Ja, das ist noch Wald, wie er sein soll, kein öder Grunewald, keine magere Föhren- Heide. Wie neuer Lebensodem dringt reinstes Ozon in die Lungen und begeistert klingt es aus der Kehle:„Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben.. Mit jedem Schritt wachsen großartiger die grünen Recken, wächst unser Staunen. Das ist Laub- und Nadelwald ver- eint in nie gesehener Mannigfaltigkeit. Undurchdringliche Dickichte, in denen jetzt das Wild sich ruht von der s�rüh- Wanderung, wechseln mit saftigen Tälern und ragenden Höhen. Dicke Baumstämme sperren oftmals den Weg, wie im Urwald. Meterhoch stehen die Gräser, dazwischen eine herrliche Farbensymphonie von Waldblumen. Eichkatzen jagen zu Dutzenden an den Stämmen auf und nieder. Mächtige Findlingssteine geben eine leise Ahnung, was der jahrtausendalte Wald noch alles bergen mag. Und erst diese Unmenge von Pilzen! Wie besäet ist der Boden. Tatsächlich nach Millionen zählen die Giftpilze, in breiter Fläche ringS um die Baumstümpfe oder im dichten Unter- holz. Wir sehen Exemplare, die einen halben Meter hoch sind und fast ebenso breite Hüte tragen. Schon aus weiter Entfernung schillern knallrote, weißpunktierte Fliegen- Pilze, mit Glocken so groß wie ein umgestülptes Weißbier- glaS, vielleicht darum so wunderbar schön und ver- führerisch, weil in ihrem Inneren der sichere Tod für uns Menschen lauert. Ganze Körbe voll eßbarer Pilze aller möglichen Sorten könnte man in kurzer Zeit sammeln, aber der Weg ist noch lang, der Wald noch weit. Man läßt das für später. Da verengt sich die Schneise. Durch eine Schlucht, gerade so breit, daß ein Mensch durchschlüpfen kann, geht es in Windungen steil hinunter. Silberne Streifen blitzen auf... der Gamensee, die Perle des Blumen- tals. Mit Händen und Füßen kämpfen wir uns durch die Wildnis, jonglieren über Erlenstämme hin- weg oder unten durch und verfolgen, trotz aller Anstrengungen den ganz schmalen, wenig betretenen Pfad hart am Wasser bis zum Ende des Sees. Hoch oben kreisen Raub- Vögel. Eichelhäher haben uns längst bemerkt, geben mit schrillen Tönen den Warnruf weiter. Mit einem Male ändert sich die Szenerie. Eine lachende Wiese, in ihrer Mitte eine uralte mächtige Eiche, liegt vor uns, haushoch darüber die Prötzeler Chaussee. Das„Gasthaus" Gamensee ist sehr ungastlich. die einfache Bretterbude mit Tausenden von Namenseinschnitten bedeckt. zeigt sich verschlossen. Im Wiesengrunde werden die Taschen noch vollgestopft mit den masseirhaft umherliegenden jungen Haselnüssen, dann geht es die elende Nottreppe hinauf zur Chaussee und nach kurzem„Verpusten" mit einem Abschiedsblick auf den See, auf der andern Seite gleich wieder hinunter in den einzigartigen Tannengrund. Leider stößt man auf dem weiteren Wege bald allerorten auf hohe, engmaschige Wilddrahtgatter, aber die Doppelstiegen an gewissen Stellen sind doch sicher nur zum Hinübersteigen da. Es ist wirklich jammerschade, daß diese großartige Wald- natur fast nur für die Tiere da zu sein scheint. An den beiden herrlichen Latt-Seen waren weite Strecken von Wildschweinen völlig ausgewühlt. Solchen Schaden richten Ausflügler nicht an. Auf stundenlanger Waldwande- rung trafen wir nicht einen einzigen Menschen. Erst hinter der Absperrung fragte uns der Führer von etwa fünfzig Jungdeutschlandbündlern, wie er in das Gatter hineinkomme.„Rüberklettern!" ant- Ivortcten wir lakonisch. Das bedauerliche Beispiel, die schönsten Waldteile so abzuschließen, hat in der dortigen Gegend sogar Nachahmer gefunden. Auch das herrliche Wald- gebiet an der Ostseite des Jhlandsees, die Schwarzen Berge genannt, daS dem Gut und der Pfarre Wilkendorf gehört, ist gesperrt.__ An die österreichischen, ungarischen und bosnisch- herzegowinischcn Wehrpflichtige«. 1. Alle im Jahre 1897 geborenen österreichischen und ungarischen Staatsangehörigen beztv. bosnisch- herzegowinischen Landes- angehörigen werden tn der Zeit zwischen dem 9. und 13. Sep- tembcr 191V einer militärärztlichen Untersuchung unterzogen werden. Die Untersuchung findet in den Räumen der Landwehr- Inspektion, Berlin. General-Pape-Straße, in der Zeit zwischen 9 Uhr vormittags und 11 Uhr mittags statt. Zu erscheinen haben: deren Familienname mit dem Buchstaben MusterungStag: beginn»: A bis einschließlich G 9. September 1915 H.„ K 10.. 1-»» Q 11-„„ B,, Z 13.,, An einem der vorbezeichnrlen Tage haben ferner im Sinne der sniheren Kundmaäiungen auch alle Landsturn, Pflichtigen der Ge- burtsjahrgänge 1873 bis 1377, sowie 1891, 1895 und 1896 zu er- scheinen, die ihrer Landsturmpflicht bisher noch nicht entsprochen haben, ferner die Landsturmpflichtigen der Geburtsjahrgänge 1874 bis 1890 sowie 1892 bis 1894, die bisher zur angeordneten Nach- Musterung iseit Mai 1915) nicht erschienen sind. 2. Dieser Aufruf gilt für alle diejenigen der vorbenannten Jahrgänge, welche in Großberlin. Provinz Brandenburg, Provinz Sachsen oder»m Herzogtum Braunschweig ihren ständigen Wohnsitz haben. Die Musterung eines Landsturmpflichtigen darf nur an jenem Musterungsorte stattfinden, der für den ständigen Aufenthaltsort des be- treffenden Landsturmpflichtigen zuständig ist. Eine anderwärts vorgenommene Musterung kann jederzeit ungültig erklärt werden. Eine persönliche Vorladung erfolgt nicht. 3. Die zur Musterung Erscheinenden haben nächst ihren Heimat- lickien Ausweispapieren«Reisepaß, österreichisches oder imgarisches Arbeitsbuch, Heimatsschein) auch die eventl. in ihrem Besitz befind« lichen Militärdokument« mitzubringen und zum Nachweise ihrer Personidentität ihre mit der eigenhändigen Unterschrift versehene Photographie sowie einen polizeilichen Anmeldeschein vorzuweisen. Die im Jahre 1897 in Deutskbland oder dem sonstigen AuS- lande geborenen Landsturmpflichtigen haben auch ihren GeburtS- schein beizubringen und womöglich die österreichischen Ausweispapiere ihres Vaters vorz»rweisen. 4. Die bei der Landsturmmusterung„zum Dienste mst der Waffe geeignet" befurrdenen Landsturmpflichtigen haben am 15. Oktober 1915 bei ihrem zuständigen Landwehr-ErgänzungSbezirkSkommandos ein- zutreffen. Genaue Weisungen erhalten dieselben bei ihrer Musterung. Berlin, 31. August 1916. Der k. u. k. Generalkonsul gez. S, a r V a s y. f- Herstellung von Weizen- und Roggenbrot. Der Magistrat erläßt folgende Bekanntmachung: Gemäß Ermächtigung deS Herrn Ministers für Handel und Gewerbe vom 15. März 1915 wird in Verlängerung der bereits bis zum 1. September d. Js. geltenden Erlaubnis gestattet: 1. Daß bei der Bereitung von Weizenbrot Weizenmehl in einer Mischung verwendet wird, die weniger als 30 Gewichts- teile Roggenmehl unter 100 Teilen des Gesamtgewichts enthält. 2. daß bei der Bereitung von Roggenbrot das Roggen- mehl bis zu 30 Proz. durch'Weizenmehl ersetzt wird. Diese Erlaubnis gilt einstweilen bis zum 15. November 1915. Pässe für österreichisch-ungarische Staatsangehörige. Das Oberkommando in den Marken teilt mit, daß für öfter- reichisch-ungarische Staatsangehörige der Zeitpunkt zur Beschaffung eines Passes bezw. Paßersatzes bis zum 1. September d. I. hinausgeschoben worden ist._ Wegen Unterschlagung verhaftet wurde von der Neuköllner Kriminalpolizei der 42 Jahre alte Kassierer Gustav Schultz aus der Ostastr. 40 in Neukölln. Schultz wird beschuldigt, ihm anvertraute Kassengelder nicht abgeliefert, sondern für sich verbraucht zu haben. Gefunden wurde auf den, Sommerfcst der Arbeiter-Jugend der südwestlichen Vororte am letzten Sonntag im Festlokal eine goldene Brosche; abzuholen bei Otto Böhme, Lankwitz, Frobcnstr. 6/8. Wer ist die Verstorbene? DaS Polizeipräsidium teilt mit; Am 26. 8. 1916 ist eine der Pcrföntichkeit nach bisher unbekannt gebliebene Frauensperson, als sie im Begriff war. vor dem Hauie Kopernikusstraße 16 den Fahr- vamm zu überschreiten, von einer Kraftdroschke umgestoßen worden. Sie hat einen Schädelbruch davongetragen und ist im Krankenhaus Am Friedrichshain verstoiben. Die Unbekannte ist zirka 65—70 Jahre alr. elwa 1.60 Meter groß und bat dunkles, graumeliertes Haar; sie war bekleidet mit schwarzer Bluse, schwarzweißkariertein Rock, weißen Unterkleidern und schwarzen Schnürstiefeln. � Au der Unfallstelle ist eine der Verstorbenen gehörende dunkelgrüne Einholetasche von üniliertem Leder zurückgeblieben. In der Tasche befand sich ein Exemplar der„Moracnpost", sowie«ine Brille mit Nickelgestell. Mit- reilungen über die Persöiilichkeit der Unbekannten werden im Polizei- Präsidium Berlin, Zimmer Nr. 320 entgegengenommen oder ztnn Aktenzeichen 1947. IV. 11. 15 schriftlich erbeten. Soziales. „Ich bitte, den Herrn au den KriegSschrecken teilnehme« zu lassen". Wie der Maschinenfabrikant Weise, S e b a st i a n st r. 72, einen Lohnstreit mit einem Arbeiter zu erledigen suchte, das kam am Dienstag in einer Ver- Handlung beim Gewerbcgericht zur Sprache. In der Sache selbst handelt es sich um einen alltäglichen Streit um die Höhe des dem Arbeiter zustehenden Akkordlohnes. Der Arbeiter, ein Dreher Hauser, ist ungarischer Staatsangehöriger. Als der Streit um die Lohnsätze enlstanden war,> ch r» e b der Fabrikant Weise an das ö st erreichische Konsulat. der Dreher H.. aus Ungarn gebürtig, verdiene auf Heeresarbeit über 100 M. in der Woche in normaler Arbeitszeit und 10 Ueber- stunden und nun wolle er einen noch höheren Lohn haben. Er weigere sich. HcereSarbeiten zu machen, wenn er den höheren Lohn nicht erhalte.„Ich bitte, den Herrn«n den Kriegsschrecken teil- nehmen zu lassen"— so heißt eS tn dein Schreiben— er brüste sich damit, daß er nicht eingezogen werden könne, da er nicht einmal landsturmpflichtig sei. Der Dreher H. ist infolge dieses Schreibens auf das Konsulat beschieden, wo ihm vielleicht Vorhaltungen gemacht sein inögen. Hierauf ging er zum Fabrikanten Weise. Da kam es zu einein heftigen Auftritt. Ueber diesen schrieb Weise an daS öfter- r e i ch i s ch e K o n s ul a t, H. sei in voller Wut zu ihm gekommen, habe geschimpft und getobt, die Buchhalterin au§ dem Kontor ver- wieseu, daS Kontor einen Sausiall genannt, zu HeereSarbeiien erforderliche Modelle zerschlagen und sich gebrüstet, einen Paß zu haben, auf Grund dessen er nicht Soldat werden brauche. Außerdem hat Weise gegen H. Strafantrag wegen Beleidigung und, Bedrohung bei der S t a a t§ a»> w a l t s ch a f» g e st e I l t. H., der die Angaben in dem letzten Schreiben Weises an das Konsulat als Verleumdung be- zeichnet, bat deswegen gegen Weise Strafawrag gestellt. Tie Staatsanwaltschaft hat in beiden Fällen die Einleitung eines Straf- Verfahrens abgelehnt und die Antragsteller auf den Weg der Privat- klage verwiesen._ Trompeterin, aber nicht Statiftiu. Die Kapellmeisterin H. hatte für ihre im Kronprinzenzelt spielend« Damenkapelle ein Fräulein als Trompeten»! eingestellt. Nach Ablauf einer achttägigen Probezeit war ein Monatsgehalt von 120 M. und eins achttägige Kündiguitgsfrist vereinbart worden. Die musikalischen Leistungen der Trompeterin gefielen den Gästen und dem Win des Lokals so wenig, daß der letztere anordnete, das Fräulein dürfe die Trompet« nicht mehr blasen. Der Wirt erbot sich, die KündigungS- zeit zu bezahlen unter der Bedingung, daß daS Fraulein während dieser Zeit zwar auf dem Konzertpodium sitzen, aber bei der Musik nicht mitwirken solle. Die Zumutung, als Statistin in der Kapells zu sitzen, lehnte die Troinv-terin als' Verletzung ihrer BeruiSehre ab. Darauf ivurde sie obne Kündigung entlasten und klagte beim Ge« Werbegericht. DieKaminer 6 sprach der Klägerin die Bezahlung der Kündigungszeit zu mit der Begründung: Dadurch, daß die Klägerin nach Ablauf einer Probezeit engagien war, hat die Beklagte zu erkennen gegeben, daß ihr die Leistungen der Klägerin genügen. Eine kündigungslose Entlassung wegen schlechten Spielens, welche» nicht mit Absicht herbeigeführt wurde. durste somit nicht stattfinden. Dem Verlangen, während der Kündigungszeit als stumme Person dazusitzen, brauchte die Klägerin nicht Folge leisten, denn sie war nicht als Statistin, sondern als Trompeterin engagiert. Anfechtung eines nicht bernfungSfähigen Urteils. Der Firma S ch w a r tz k o p f f ist es gelungen— zwar nicht formell, aber doch hinsichtlich der tatsächlichen Wirkung— ein sie verurteilendes nicht berufungsfähiges Erkenntnis der Kammer 5 deS Gewerbcgerichts durch ein anderes Urteil der- selben Kammer— die diesmal anders besetzt war— umzustoßen. tn einem früheren Termin klagten zwei Former auf Zahlung kkordlohnS, den ihnen die Firma Sckiwartzkopff verweigerte. weil der Guß eines 150 Zentner schweren Zylinders mißlungen war. da das flüssige Eisen aus der Form ausgelaufen w«r. Dies führte die Firma auf ein Verschulden der Former zurück, welch« eS unter- lasteiijjatten, in der Form eine technische Sicherung«Schoren) anzu- bringen. Diese Ansicht der Firma wurde durch Gutachten der Sach- verstandigen, Gießereibesitzer Arendt und Former Sellrich. gestützt. Demgegenüber beriefen sich die beiden Former darauf, daß sie den- 'elben Zylinder früher schon zweimal geformt haben, ohne Schoren anzubringen, und daß der Guß in beiden Fällen gelungen sei. Dein- nach könne das Feblen der Scharen im drillen Falle nicht die wirk- liche Ursache des MißlingenS sein. Auch habe der Meister, der die Fqxmerarbeitei» beausstchngte, das Fehlen der Schoren nicht bean- standet.— Die Firma wurde venirteilt. den Klägern die Hälfte des Akkordlohnes zu zablen, weil ein Verschulden der Kläger nicht nach- gewiesen sei und für diesen Fall die tarifliche Vereinbarung in Anwendung komme, wonach, wenn AuSschußguß ohne Verschulden der Former entsteht, die Hälfte des Lohnes zu zahle» ist, Da eS sich hier um eine nicht berufungsfähige Summe handelt, konnte die Firma das Urteil nich: aufechten. Aber sie hat ihren Zweck auf einem Umwege erreicht. Nun klagte die Firma Schwartz- kopff gegen die beiden Former auf Schadenersatz in Höhe von 342 M. Der Schaden soll entstanden sein durch das Auslaufen des Eisens»md die Firma bebauptet wiederum, die jetzt beklagten Former feien schuld daran.— Die beiden im vorigen Termin ver- nommenen Sachverständigen wurden auch jetzt wieder gehört. DaS Gericht kam— im Gegensatz zu dem Richterkollegium des Vorprozestes— zu der Ansicht, daß eine Schadenersatzpflicht der Beklagten vorliege, weil sie daS Auslaufen des Eisens vsrichuldet hätten. Die Beklagten wurden verurteilt, der Firma den Schaden zu ersetzen. Die Höhe desselben soll nach Rechtskraft des Urteils — welches jetzt berufungsfähig ist— festgesetzt werden. Gerichtszeitung. Eine Kriegsschwindlerin. In der Tracht einer Krankenschwester hat die 21jährige vorbestrafte Lageristin Klara Schilling eine große Reihe von Betrügereien verübt, die sie gestern vor die Fcrienstraf- kammex des Landgerichts II führte. Die Angeklagle fleidele sich als Krankenschwester und suchte die Frauen auf. die durch Inserate in den Zeitungen Mitteilungen� über ihre auf den Kriegsschauplätzen verschollenen Männer oder Söhne erbaten. Uniersiützt durch eine blühende Phantasie wußte sie dann den Glauben zu erwecken, daß sie, die soeben aus dein Felde gekommen und angeblich sehr schnell ivieder dorthin zurück müsse, die Vermißten nich» nur gesehei», sondern auch in, Lazarett gepflegt habe und imstande sei. ihnen Grüße und Liebesgaben zu überbnngen. Sie operierte bei Ausübung dieses Schwindel» mit großer Dreistigkeit und großem Glück und beimste erkleckliche Gelder ein. Einer Frau, der sie sich als„Claire Baumbach. Schwester eines Vereinslazarelts" vorstellte, erzählie sie, daß deren vermißter Ehemann, für dessen Ermiitelung eine Belohnung ausgesetzt war, zweimal verwundet in russische Gefangenschaft geraten, dann aber befreit und nach dem Reservelazarett in König?- berg gebracht worden sei, wo sie ihn gepflegt habe. Ueber die weitere Mitteilung, daß eS dem Manne gut gehe, war die Frau bochersrem und belohnte die Ueberbringerm der frohen Botschaft. die bei ibrer Rückkehr na» Königsberg Grüße aus der Heimat überbringen wollte, init 40 M. Aehnli» operierte sie in einer Reibe anderer Fälle. Im ganzen standen 21 Betrugs- und Diebstahlsfälle zur Anklage. Der Staatsanwalt beantragte zweiJabreZuckt- Haus, da die Angeklagte mit unendlicher Roheit bei den Personen. die in großer Trübsal und Kümmernis sich befanden, große Hoff- nungen erweckt und sie dann bitter enttäuscht habe. Das Gericht verurteilte die minderwertige und kränkliche Schwindlerin zu zwei Jahren drei Monaten Gefängnis und zwer Wochen Haft, unter Anrechnung von drei Monaten und zwei Wochen auf die Untersuchungshaft.___ Mus aller Welt. Fort mit den alten Zöpfen! Die.Münchencr Neuesten Nachrichten" schreiben:„Im TageS- bericht der Obersten Heeresleitung über den Fall von Nowo- Gcorgiewsk heißt eS zum Schluß:„Seine Majestät der Kaiser bat sich nach Nowo-GeorgiewSk begeben, um dem Führer des Angriffs. General der Infanterie v. Bekeler, und den tapferen AngriffSlruppe" seinen wie des Baterlandc« Dank auszusprechen." ES ist also au? den Majestälspliiral und die KurialfloSkcl Allerhöchst von der Obersten Heeresleitung verzichtet worden. Man sollte meinen, daß dieser Verzichr auf cmcn veralteten und, beiläufig gesagt, wenig erbaulich wirkenden Amtsstil überall nachgeahmt werden sollte. Esi Pfund 160 Gramm hatte. Wie groß diefe Kartoffel ist, läßt flingt wirklich schöner und würdiger, wenn es heißt: Der Kaiser sich daran ermessen, daß eine Knolle in der Größe eines Hühnereis hat sich da und dahin begeben, um seinen und des Vaterlandes ungefähr den zehnten Teil dieses Gewichts hat. Dank auszusprechen, als das perüdenhafte ha ben sich begeben, um Allerhöchst ihren Dank auszusprechen. Möge uns der Krieg auch die Befreiung vom Kurialstil bringen!" Jm Volte hat dieser Amtsstil schon längst eine ähnliche Beurteilung erfahren und war infolgedessen nur noch wenig lebendig. Solche alten Zöpfe gibt es aber noch eine ganze Menge, die man ebenfalls mit fühnen Schnitt beseitigen sollte, denn in unsere Zeit passen sie nicht mehr hinein. Eine Stadt ohne Oberhaupt. In Altenburg ist der Bürgermeister Tell seines Amtes enthoben worden, da er sich bei der Ausfertigung von Urkunden Unregelmäßigkeiten hat zu schulden kommen lassen. Altenburg ist jetzt ohne Oberbürgermeister, ohne Bürgermeister und ohne Stadtrat. Opfer der Berge. Am Segnes im Gebiete der Sieben Jungfrauen stürzten zwei Züricher Alpinisten, Dr. Müller und Dr. Wys, tödlich ab. Die verstümmelten Zeichen wurden geborgen. Leutnant Frizz Pfeifer aus Zürich stürzte bei Airolo an einem Felsabhang tödlich ab. Ein schwerer Eisenbahnunfall ereignete sich auf der Bahnstrecke Mainz- Frankfurt a. M. in der Nähe der Station Goldstein. Infolge falicher Weichenstellung stieß eine alleinfahrende Lokomotive mit einem Pferdetransport zusammen, so daß ein Wagen des Zuges umstürzte und ein anderer stark beschädigt wurde. Zehn Pferde wurden getötet, während sieben Begleiter schwere Ver legungen davontrugen. Jugendveranstaltungen. Straße 9, vorn IV. Arbeiterjugend Südost I. Bei dem am vergangenen Sonntag in Pichelswerder stattgefundenen Waldfest ist eine Lodenpelerine verloren und eine gefunden worden. Abzuholen bezw. abzugeben bei Walter, Laufiger Kinderveranstaltungen in Neukölln. Heute nachmittag Spielausflug nach dem Turnplay der Freien Turnerschaft. Treffpunkt um 2 Uhr an der Wildenbruch- Brüce( Elfensteg). Am Donnerstag bei schönem Wetter Ausflug nach der Königsheide. Treffpunkt um 1 Uhr am Richardplak( Böhmische Kirche). 10 Pf. find für Staffee mitzubringen. Adlershof. Bis auf weiteres findet jeden Mittwoch im Jugendheim, Bismarckstr. 31, ein Mädchenabend statt. Die Eltern der schulentlassenen Mädchen sind besonders auf diese Veranstaltungen aufmerksam gemacht. adt Sitzungstage der Stadt- und Gemeindevertretungen. Rosenthal. Donnerstag, den 2. September, abends 6 Uhr, im Sigungssaal des Verwaltungsgebäudes, Hauptstr. 94. Diese Situngen find öffentlich. Jeder Gemeindeangehörige ist rechtigt, ihnen als Zuhörer beizuwohnen. be Schw. der betreffenden Schuhe, da diesem doch die Qualität des Leders am besten bekannt ist.-M. G. 28. 1. Benden Sie sich an das dortige Einwohnermeldeamt. 2. Kostenpunft uns nicht bekannt. Hier beträgt er für derartige Auskunit( ohne Porto) 25 Pf. 9. G.. 101. der Nummer vom Sonnabend, den 21. August. 23. 2. 88. Mein. 9. R. 1890. Ja. 3. R. 13. Die Presse kann darüber nichts Näheres mitteilen. C. B. Bankow. Im Falle Ihrer Einberujung fönnen Sie Antrag auf Wietsunterstübung stellen, der Ihnen auch sicher gewährt wird. Für den Sohn erhalten Sie Unterstügung. Breslau. Nach Jbrer Darstellung muß Ihnen der höhere Berpflegungsfaz zustehen. Sie müßten fich mit Ihrec Sache beschwerdeführend an die nächste vorgesetzte Behörde wenden. 2. 3. 47. Diese Verordnung ist seit dem 21. Juli in Kraft. Es ist dabei ganz gleich, ob der Urlaub auf 21. 7. 13. Wenn Sie die AbAntrag oder freiwillig gewährt wurde. gabe des Betroleums verweigern, fönnen Sie bestraft werden.- A. W. 58. Den betreffenden Paragraphen des Gewerbesteuergeseges fönnen Sie bei uns in der Sprechstunde einsehen, ihn bier im Wortlaut zu bringen, würde zuviel Platz beanspruchen. 23. 11. 132. 1. Ja. 2. Nicht nötig. G. 5. 40. Eine Untersuchung durch einen Privatarzt wird in diesem Falle feinen Zwed haben. Walther 1915. Aus der Fürsorge ist der Betreffende damit noch nicht entlassen. Er fann auch noch verpflichtet werden, bei dem Unternehmer weiter in Stellung zu bleiben. A. 2. 44. Es muß zunächst ein Bescheid vom Militärbureau nochmals verlangt werden. Erfolgt von dort ein ablehnender Bescheid, jo mare es nur noch möglich, den Militärfiskus zu verflagen. 33. G. 3. Eine Einberufung ist nicht wahrscheinlich. Abonnent Urban. Wegen der Erbschaftssache müßten Sie sich schon an das Gericht wenden; Ihre Frage läßt sich im Brieftasten ohne nähere Kenntnis der Sachlage nicht furs beantworten. Witwenrente fann bezogen werden, auch wenn der Versicherte vorher Invalidenrente erhielt. M. M. 82. 1. Zu erfragen beim Berband der Schneider, Sebastianstr. 37/38. 2. Der Mann hat Anspruch auf das Gehalt; es müßte Bermund. 1. und Klage beim Gewerbegericht eingereigt werden. 2. Ja.. 77. Wenn der Versicherte vom 1. Jannar 1912 ab dauernd Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Bot crierbsunfähig war und verstorben ist, ohne die Erwerbsfähigkeit rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnabend wieder erlangt zu haben, so besteht fein Anspruch auf den BeEine treffende Antwort erteilte, wie wir der Freifinnigen 8tg." bon 5 bis 6 Uhr statt. Jeber für den Brieftast en bestimmten Anfrage zug der Hinterbliebenenversorgung aus der Invalidenversicherung. entnehmen, auf dem Staatsbahnhofe in Liegnig ein russischer ist ein Buchstabe und eine Bahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Nach Ihrem Schreiben ist anzunehmen, daß ein solcher Fall hier vorliegt. Kriegsgefangener zwei jungen Mädchen, die einen Ge- Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, benen teine Abonnements quittung Martha 1382. Eine Kürzung der Unterstüßung fann in dem Falle fangenentransport lachend anstarrten. Er rief laut:" Deutsche Frauen! beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der leider erfolgen. Urlaub. Das Fahrgeld muß Ihnen zurückgezahlt Nicht lachen! Draußen liegen Leichen so hoch!" Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die werden. Einen solchen Antrag können Sie bei Ihrem Truppenteil einreichen. Sprechstunde mit zeigte auf ungefähr einen halben Meter Höhe. A. 100 und F. F. In diesen Angelegenheiten müssen Sie sich an den Berband der Schneider und Schneiderinnen wenden, Sebastianstr. 37/38. E. R. 96. Das erfahren Sie doch am besten bei Ihrem Lieferanten Und er Eine Riesenkartoffel. Auf einem Acer in Wandhagen in Pommern wurde eine Kartoffel gefunden, die ein Gewicht von Deutscher Metallarheiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Franz Fiolka Reinidendorfer Straße 84 am 28. August gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 1. September, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Sebastian- Kirchhofes in Reinidendorf W., Humboldtstraße 71 aus statt. Den Kollegen ferner zur Nach richt, daß unser Mitglied, der Schloffer August Sandow gestorben ist. Die Beerdigung findet am Mitt. woch, den 1. September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Anstalts- Kirchhofes in Eberswalde aus statt. Rege Beteiligung erwartet 118/16 Die Ortsverwaltung. Neuköllner Liedertafel 1913. Bei einem Sturmangriff fiel am 22. August unser lieber, treuer Sangesbruder, der Tischler Heinrich Gerhardt. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Im August fiel auf dem Solachtfelde in Ausübung seines Berufes als Samariter unser lieber Kollege, der Behrmann Gustav Kühnel im 37. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Das Personal d. Buchdruckerei H. S. Hermann. Verband der freien Gast- and Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Julius Wendt Stolpische Str. 26, Bezirk 2, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 1. Septbr., nachmittags 5, Uhr, von der Halle des Philippus Apostel- Kirchhofes aus nach dem städtischen Friedhof in der Müller, Ede Seestr., statt. Um rege Beteiligung ersucht 74/8 Die Ortsverwaltung. Auswahlen nach ausserhalb gegen Anzahlung. Umtausch gestattet. Briefkasten der Redaktion. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Bezirksverwaltung Groß- Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der IndustrieArbeiter Richard Junge von der A. E. G., Brunnenstr., am 28. August im Alter von 30 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet houte Mittwoch, den 1. September, nachmittags 4, Ubr, von der Leichen halle des Reinidendorfer Ge meinde- Friedhofes, Humboldtstr., aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 66/17 Die Bezirksverwaltung. Sonntag 8-10 geöffnet. Wetteraussichten für bas mittlere Norddeutschland bis Donnerstagmittag. Stahl und vielfach beiter, aber noch sehr veränderlich, mit öfter wiederholten, im allgemeinen leichten Regenschauern. Kriegs- Kornfranck ist ein sehr guter und billiger Ersatz für Bohnenkaffee. Das Pfund- Paket kostet 50 Pf. Kriegs- Kornfranck ist ausgiebig u. gut bekömmlich Für starke Figuren Passendes stets vorrätig. Weil's drängt, Gummimäntel, praktische, gediegene Formen, in einigen Tagen 30% höher, Doch 16.-. Setaseidengummimäntel( ges. ges.), in einigen Tagen 30% höher noch 84.-. Wasserdichte Staubmäntel, in einig. Wochen 25% Zuschlag, noch 15.-. Lodenkostüme Doch 27.-. Feinste echte Sealp üsch mäntel, lang und halblang, in einigen Wochen 30% Zuschlag, jetzt noch 70.-, 103.-, 130.-. Einsegnungskleidervon M. 16.- an. sofortiger Einkauf empfohlen. Kostüme herrl. Stücke, aus Kammgarn, Tuch, Samt, Seide, entzücksnde kurze, halblange, lange Paßformen, beste Zutaten, reinwollene Stoffe in kürzester Zeit weit über das Doppelte teurer zu 5 Preisen 20.- 36.- 50.- 74.-, 98.Ulster beste Stoffe a. erst. Fabriken Deutschlands in einig. 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August mein inniggeliebter Mann und guter Vater unserer beiden Kinder Frig und Willi, unser guter Sohn, Bruder und Schwager, der Musketier Friedrich Berndt im blühenden Alter von 30 Jahren. Dies zeigen im liefften Schmerze an A Martha Berndt nebst Kindern. Vorbei ist unser sehnend Hoffen, Zerrissen unser trautes Heim; Nun fann es nimmermehr geschehn Wie Du uns schriebst: Auf baldiges Wiedersehn. Du gutes Herz, ruh still in Frieden, Ewig beweint von Deinen Lieben. Ruhe sanft in Feindesland! Nach langen schweren Leiden verstarb am 27. August unser ge liebter Bruder, der Täschner Ewald Mitlöhner. Dies zeigen tiesbetrübt an Gebrüder Mitlöhner. Die Beerdigung findet am Mitt woch, den 1. September, nach mittags 32 Uhr, von der Leichen halle des St. Simcon- Kirchhofes aus statt. 2310b Zeitungs- Ausgabestellen und Inferaten- Annahme. Zentrum: Albert ab nii, Alderstr. 174, am Stoppenplay. Geöffnet Eichwalde, Schmöckwitz: Dstar Mable, Bismarckstr. 4. von 11-1, und von 4-7 Uhr. Erkner, Neu- Zittau: A. Schimansti, Viktoriaftr. 3. 2. Wahlkreis: S. und SW.: uit av Schmidt, Bärwaldstr. 42, Fredersdorf- Petershagen, Eggersdorf: Uffenwasser, an der Gneisenaustraße. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 3. Wahlkreis: St. Fri. Prinzenjir. 31, Hoj rechts part. Geöffnet bon 11-1, und von 4-7 Uhr. 4. Wahlkreis: Den: Robert Wengels, Mariusstr. 36. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Karl Melle, Petersburgerplaz 4 ( Laden). Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. 4. Wahlkreis, üdosten: Paul Böhmi, Laufizerplaz 14/15. Geöffnet von 9- 2 und von 4-7 Uhr. 5. Wahlkreis: 2eo 8ucht, Smmanuelfirchstr. 12( Hof). Geöffnet von 11-12 und von 4-7 Uhr. 6. Wahlkreis eabit): Salomon Joseph. Wilhelmshavener Etraße 48. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Ubr. Wedding: J. Hönisch, Müllerstr. 34a Ede Utrechter Str., Laden Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Rosenthaler und Granienburger Vorstadt: A. Wolgast attstraße 9. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Gesundbrunnen: Fier, Bastianstr. 6, Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Greifenhagener Str. 22. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Adlershof: Karl Schwarzioje, Bismardstr. 28. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt- Glienicke. Falkenberg: Wilhelm Dürre, Köpenider Str. 6. Baumschulenweg: H. Hornig, Marienthaler Str. 13, 1. Bernau, Röntgental, Zepernick, Schönow, Schön brück und Buch: Heinrich Brose, Mühlenstr. 5. Laden. Bohnsdorf: Paul Genich, Bohnsdors, Genossenschaftshaus. " Paradies". Charlottenburg: Gustav Sharnberg, Sejenbeimer Str. 1. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. For Wäsche und Hausputz unentbehrlich! Petersbagen. Friedenau, Steglitz, Südende, Groß- Lichterfelde, Lankwitz: H. Berniee, Aljenstr. 5 in Steglig. Geöffnet von 11-1, und von 4-7 Uhr. Friedrichshagen, Fichtenau, Rahnsdorf, Schönelche, Kl.- Schönebeck: Ernst Wertmann, Friedrichshagen, Stöpe nider Straße 18. Johannisthal, Rudow: May Gonichur, Parkstr. 23 Grünan: Franz Klein, Friedrichstr. 10. Karlshorst: Hermann Billing, Dönhoffftr. 28. Königs. Wusterhausen, Wildau, Niederlehme: Friedrich Baumann, Ludenwalder Straße 5. bon 4-7 Uhr. Köpenick: Emil igler, Stiegerstr. 6, Raden. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Lichtenberg 1, Friedrichsfelde, Hohenschönhausen: Otto Seifel, Wartenbergstraße 1( Baden). Geöffnet von 8-2 und Lichtenberg II, Rummelsburg. Stralau: A. Rosen franz, Alt- Borbagen 56. Geöffnet bon 11-14, und von 4-7 Uhr. Mahlsdorf, Kaulsdorf, Biesdori: P. Hesberg, Stauls. dorf, Ferdinandstraße 17. Mariendorf: August Leip, Chausseestr. 29. Marienfelde: Emil Beinert, Berliner Str. 114 II. Neuenhagen, Hoppegarten: Gustav Bergmann, Königsallee Ede Gartenstraße. Neukölln: M. Heinrich, Neckarstr. 2, im Laden. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr; Neukölln. Briz: Nohr, Siegfriedstraße 28/29. Geöffnet von 9-2 und von 4-7 Uhr. Nieder- Schöneweide: Wilhelm Unruh, Brüdenstr. 10, II. Sozialdemokrat. Kreiswahlverein Niederbarnim. Bezirk ReinickendorfOst. Am 29. August verstarb unser Mitglied, der Genosse Richard Junge Frühlingstr. 14. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Fried: hofes in der Humboldtstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 245/9 Die Bezirksleitung. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder, Sehwager, Dntel, der Lagers halter 23116 Robert Kotterba an Schlaganfall verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Einäscherung findet am Donnerstag, den 2. Sept., nachmittags 4 Uhr, im Serematorium, Treptow Baumschulenweg, statt. Kranzspenden verbeten. Die trauernden Hinterbliebenen. Als Opfer des Weltkrieges fiel im 23. Lebensjahr unser lieber Kollege und Mitarbeiter, der Schriffiezer 23165 Paul Molder Füfilier im 5. Garde- Reg. z. Fuß, Ein ehrendes Andenken wird ihm stets bewahren Das Personal der Buchdruckerei Paß& Garieb, G. m. b. H. Spezialarzt Dr. med. Wockenfuß. Friedrichstr. 125( Oranienb. Tor), für Syphilis, Harn- u. 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Geöffnet von 11-1, ut. von 4-7 Uhr. Teltow: A. Schulze, Lindenstr. 17. Tempelhof: Joh. Strohn, Borussiaftr. 62. Treptow: Rob. Gramenz, Kiefholzstraße 412, Raben. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Weißensee, Heinersdorf: R. Fuhrmann, Sedanstr. 105, part. Geöffnet von 11-1%, und von 4-7 Uhr. Wilmersdorf, Halensee, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilhelmsaue 27. Hermsdorf, Hohen Zeuthen, Miersdorf: Ernst Hüttig, Beuthen, Miersdorfer Str. 14. Zossen: Matuschet, Marktstr. 5. Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werte werden geliefer Sonntags sind die Ausgabestellen geschlossen. Henkel's Bleich- Soda Henkel& Co Düsseldorf. Seit 38 Jahren im Gebrauch und bestbewährt 5% Deutsche Reichsanleihe. ( Dritte Kriegsanleihe.) Zehn Prozent Rabatt Bortvärts. Iefern. Stepeden, Similiseide, vor. nehme Ausführung 3,75, 4,85, 5,75, 6,50, 7,85, 9,50, 12,50, 14,50 ufm. Große Frankfurterstraße 125, im Hause der Möbelfabrik. Rupfer! Meffing! Aluminium, Nidel! 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Hollmannitrage 30 Metalfontor und Rotfbuserstraße 1( Nottbusertor) Morigplak 12858. Fahrradankauf, Weberstraße 42. Die Schuldverschreibungen sind seitens des Reichs bis zum 1. Oktober 1924 nicht fündbar; bis dahin kanu also auch ihr Zinsfuß nicht herabgesetzt werden. Die Inhaber können jedoch darüber wie über jedes andere Wertpapier jederzeit( durch Verkauf, Verpfändung usw.) verfügen. Bedingungen. 1. Zeichnungsstelle ist die Reichsbank. Zeichnungen werden von Sonnabend, den 4. September, an bis Mittwoch, den 22. September, mittags 1 Uhr bei dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere in Berlin( Postschecktonto Berlin Nr. 99) und bei allen Zweig anstalten der Reichsbank mit Rasseneinrichtung entgegengenommen. Die Zeichnungen fönnen aber auch durch Vermittlung der Königlichen Seehandlung( Preußischen Staatsbank) und der Preußischen Central- Genossenschaftskasse in Berlin, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und ihrer Zweiganstalten, sowie sämtlicher deutschen Banken, Bankiers und ihrer Filialen, sämtlicher deutschen öffentlichen Sparkassen und ihrer Verbände, jeder deutschen Lebensversicherungsgesellschaft und jeder deutschen Kreditgenossenschaft erfolgen. Auch die Post nimmt Zeichnungen an allen Orten am Schalter entgegen. Auf diese Zeichnungen ist zum 18. Oktober die Vollzahlung zu leisten. 2. Die Anleihe ist in Stüden zu 20 000, 10 000, 5000, 2000, 1000, 500, 200 und 100 Mart mit Binsscheinen zahlbar am 1. April und 1. Dktober jedes Jahres ausgefertigt. Der Zinsenlauf beginnt am 1. April 1916, der erste Zinsschein ist am 1. Oktober 1916 fällig. 3. Der Zeichnungspreis beträgt, wenn Stücke verlangt werden, 99 Mark, wenn Eintragung in das Reichsschuldbuch mit Sperre bis 15. Oftober 1916 beantragt wird, 98,80 Mark für je 100 M. Nennwert unter Verrechnung der üblichen Stüdzinsen( vergl. 8. 8). 4. Die zugeteilten Stüde werden auf Antrag der Zeichner von dem Kontor der Reichsbauptbant für Wertpapiere in Berlin bis zum 1. Oftober 1916 vollständig kostenfrei aufbewahrt und verwaltet. Eine Sperre wird durch diese Niederlegung nicht bedingt; der Zeichner fann sein Depot jederzeit auch vor Ablauf dieser Frist zurücknehmen. Die von dem Kontor für Wertpapiere ausgefertigten Depotscheine werden von den Darlehnskassen wie die Wertpapiere selbst beliehen. 5. Zeichnungsscheine sind bei allen Reichsbankanstalten, Bankgeschäften, öffentlichen Sparkassen. Lebensversicherungsgesellschaften und Kreditgenossenschaften zu haben. Die Zeichnungen fönnen aber auch ohne Verwendung von Zeichnungsscheinen brieflich erfolgen. Die Zeichnungsscheine für die Zeichnungen bei der Post werden durch die Postanstalten ausgegeben. Restbestände, 1-3 Fenster Luchportieren, Plüschportieren, Madrasportieren, neuefte Muster, Fenster 2,85, 8,50, 3,95, 4,85, 5,75, 6,50, 7,50, 9,50, 11,50, 14,50, 18,50 ufm. Portieren Haus, Große Frankfurterstraße 125. Tuchdecken, Leinendecken, Plüsch deden 1,35, 1,65, 1,95, 2,45, 2,95, 3,65, 4,25, 4,85, 5,50, 6,75, 8,50, 9,70 bis 45 Mart. Teppiche mit Webefehlern 7,50, 9,50, 11,50, 13,50, 16,50, 19,50, 22,50, 25,50, 29,50 usw. Teppichhaus, Broje rantfurterstraße 125, im Hause der Möbelfabril. Fahrradankauf! Straße Vier. auch defelte, 69/ 14* Beinmeister 71/16 Damenfahrrad kauft Frau Wolf. 71/17 Borjährige Herrenanzüge aus Frankfurter Allee 34. feinsten Dagstoffen 14-38 Mart Baletots 12-36, Beinkleider 4-10, Burschenanzüge. Deutsches Garde robenhaus, Große Frankfurter ftrage 116 I. 728* Monaisanzüge und Sommerpaletots von 5 Mart sowie Hosen von 1,50, Gebredanzüge von 12,00, Frads von 2,50, sowie für forsulente Figuren. 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Die Zuteilung findet tunlichst bald nach der Zeichnung statt. Ueber die Höhe der Zuteilung entscheidet das Ermessen der Zeichnungsstelle. Besondere Wünsche wegen der Stückelung sind in dem dafür vorgesehenen Raum auf der Vorderseite des Zeichnungsscheines Andreasstraße 41, eine Treppe. Fabranzugeben. Werden derartige Wünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stüdelung von den Vermittlungsstellen nach ihrem geld vergütet. Ermessen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abänderung der Stückelung fann nicht stattgegeben werden. 7. Die Zeichner fönnen die ihnen zugeteilten Beträge vom 30. September d. J. an jederzeit voll bezahlen. Sie sind verpflichtet: 30% des zugeteilten Betrages spätestens am 18. Oftober 1915 20 24. November 1915 0 " " " " 22. Dezember 1915 " " " " 11 22. Januar 1916 " " " 25% 25% zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zulässig, jedoch nur in runden, durch 100 teilbaren Beträgen des Nemniverts. Auch die Zeichnungen bis zu 1000 Mark brauchen diesmal nicht bis zum ersten Einzahlungstermin voll bezahlt zu werden. Teilzahlungen sind auch auf sie jederzeit, indes nur in runden durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts gestattet; doch braucht die Zahlung erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mart ergibt. Beispiel: Es müssen also spätestens zahlen: die Zeichner von M. 300 M. 100 am 24. November, M. 100 am 22. Dezember, M. 100 am 22. Januar, die Zeichner von M. 200 M. 100 am 24. November, M. 100 am 22. Januar, die Zeichner von M. 100 DR. 100 am 22. Januar. Die Zahlung hat bei derselben Stelle zu erfolgen, bei der die Beichnung angemeldet worden ist. Die im Laufe befindlichen unverzinslichen Schazanweisungen des Reiches werden unter Abzug von 5% Distont vom Zahlungstage, frühestens aber vom 30. September ab, bis zu dem Tage ihrer Fälligkeit in Bahlung genommen. 8. Da der Zinsenlauf der Anleihe erst am 1. April 1916 beginnt, verden auf fämtliche Zahlungen 5% Stüdzinjen vom Zahlungstage, frühestens aber vom 30. September ab, bis zum 31. März 1916 zugunsten des Zeichners verrechnet. für Schuldbuch eintragungen Beispiel: Bon dem in 3. 3 genannten Kaufpreis gehen demnach ab für Stude 24. November " hei Zahlung bis zum 30. September Stüdzinjen für ein halbes Jahr= 22%, tatsächlich zu zahlender Betrag also nur. 96,50 für 162 Tage= 2,25% am 18. Oftober für 126 Sage= 1,75%, " " " M. 96,75 M. 97,25 " M. 96,30 M. 96,55 M. 95,05 " " " " für je 100 Nennwert. Für jede 18 Zage, um die fich die Einzahlung weiterhin verschiebt, ermäßigt sich der Stückginsbetrag um 25 Pfennig. 9. Zu den Stücken von 1000 Mark und mehr werden auf Antrag vom Reichsbant- Direktorium ausgestellte Zwischenscheine aus gegeben, über deren Umtausch in Schuldverschreibungen das Erforderliche später öffentlich bekanntgemacht wird. Die Stüde unter 1000 Mart, zu denen Zwischenscheine nicht vorgesehen sind, werden mit größtmöglicher Beschleunigung fertiggestellt und voraussichtlich im Januar 1916 ausgegeben werden. Berlin, im August 1915. ( N) Reichsbank- Direktorium. Havenstein. Deutscher Arbeiter- Wanderbund v. Grimm. Ziehung: 6., 7., 8. Septbr. „ Die Naturfreunde" ohlfahrtsFreitag, den 3. September, abends 8 Uhr, im großen Saal des ,, Gewerkschaftshauses" Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Hans Bourquin über: ,, Der Kreislauf des Waffers". 2. Ersatzwahlen. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Voranzeige! 2/6 Sonntag, den 12. September: Mufik- Abend im Gewerkschaftshause. Sonntag, den 19. September: Oberipreewaldfahrt. Einlaß bezw. Teilnehmerkarten sind in der Versammlung und bei Kruse, Mariannenstr. 11, schon jetzt zu haben. Der Vorstand. SINGER NAHMASCHINEN für Hausgebrauch und für den Erwerb. 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