Ar. ZN.-3Ä. Jahrg. flbonnementS'Bedlngunseo: Hionncüifiitä• lSretä ttänumermb»« Bicrielir.rvL 3,30 Ml, monatt. 140 ZÄ, tBöäjentiiaj 25 Pfg. irei mä Hau!» Einzelne Nummer S Psg, SonnuigS- nummer mit illustrierter Sonntags, Beilage.Tie Neue SSell* 10 P'a. Koft» ildonnement: 140 Mari pro Monat, Smgerragen in die Boll- Zeitung»� Lrei-lisie, Unter Kreuzband illr Deuisckland und Oesterreich. Ungarn 2,30 Mari, sür das übrige Lusland « Mari pro Monat. Postabonnement» nehmen an: Belgien, Dänemari, volland. Italien, Luxemburg. Portugal. Kuoidnieiu Schweden und die Schweis Mchiidl tigllch. Z pksnnig Die Insertion;-Lebüh? detrSgt für die sechsgcspaltene Kolonel- geile oder deren Raum 60 Psg„ für politische und gewerkschaftliche Lereins- Und VersammlungS-Anzcigcn 30 Psg, „Kleine Anzeigen", das settgedruckle Wort 20 Psg, lzuläsfig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg,, jedes weitere Won 3 Psg, Worte über 13 Luch- taben zählen für zwei Worte, -■■----(IS it die nächste Nummer müssen bis . Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, 0 5> Berliner BolKsblnkk. Zentralorgan der fozialdemokrat» leben Partei Deutfchlands. Telegramm- Adresse: stcrlii". Neüaktion: SW. öS, Linüenstraße 2. Fernsprecher: Amt Moritzplap, Rr. 151 90—151 97. Sonnabend, den 11. September 1915. Expedition: SW. 68, Linöonstraße 3. Fernsprecher: Amt Morinplatz, Nr.' 151 90— 15197. HeMge Kämpfe am mittlere»§ereth. Luftangriff auf Saltisch Port. Berlin, 10. September.(83. T. B.s Amtlich. In der Nacht vom 9. zu« 10. September hat eines unserer Marineluft- schiffe auf den russischen Flotteustiilzpunkt Baltisch Port und auf seine Eisenbahnanlagen eine Anzahl Bomben mit gute« Er- folg geworfen. Das Luftschiff wurde vom Gegner mehrfach wir- kungSloS beschossen und ist unbeschädigt zurückgekehrt. Der Chef des Admivtlstabes der Marine. Einzelheiten vom Luftangriff auf Lonüon. Berlin, 10. September.(V. T. B.) Wie wir an zu- ständiger Stelle erfahren, sind beim Angriff unserer M a r i n e l u ft s ch i f f e auf die City von London in der Nacht vom 8. zum L. September insbesondere die Stadtteile um den Holnborn Viadukt her um getroffen worden. Zahlreiche umfangreiche Einstürze und gewaltige. Brände konnten von den Luftschiffen, da die Vörhältnisse für die Beobachtung äußerst günstig waren, ein- wcmdfrei festgestellt werden.— Bei Norwich wurde eine große Industrieanlage im Südwesten der Stadt ausgiebig mit Bomben belegt, worauf mehrere langanhaltende Explosionen und Brände beobachtet wurden.— Bei Middlesborough wurden hauptsäch- lich die Hafenanlagen und die Hochofenwerke an der Bahn Southbank— Redcar mit Bomben belegt. Auch hier konnte guter Erfolg festgestellt werden.—■ Die amtliche englische Berichterstattung verschweigt aus naheliegenden Gründen, wie üblich, die bedeutenden materiellen Erfolge der deutschen Lust- angriffe und beschränkt sich im wesentlichen auf die Angabe einer willkürlich gegriffenen Zahl von Menschenverlusten. Der ruMche Generalstabsbericht. Petersburg, 10. September.(W. T. B.) Der Große General st ab teilt unter dem 9. September mir: In der Gegend vyn Riga und bei F r i e d r i ch st a d t keine wesent- liche Veränderung. Zwischen Jakobstadt und dem Fluße Lautze snicht Dause?) werden die Kämpfe mit gleicher Hart- näckigkeit fortgesetzt. Die Deutschen können unseren mit dem Bajonett durchgeführten Gegenangriffen nicht standhalten. Der Feind unternimmt eine Reihe von Angriffen, deren Zweck augenscheinlich ist, uns auf das rechte Ufer der Düna zu werfen. In der Richtung auf Dünaburg bei Abeli heftigeres Gewehrfeuer. Auf den Straßen nach W i l n a ist die Lage im allgemeinen gleich geblieben. Der Feind verschanzt sich kräftig. In der Richtung von Grodno südwestlich, bei Skidel und längs des linken Njemenufers in der Gegend der Mündung des Roß hielten unsere Truppen am 8. Sep- tember durch heftige Kämpfe die Offensive des Feindes auf, um ihm Verluste beizubringen. Ter Feind wirst besonders heftige Angriffe gegen unsere Front in der Gegend von Skidel. Wir setzen unseren Rückzug voll- kommen planmäßig fort und gehen von Zeit zu Zeit zu Gegenangriffen über, so bei Kochowo westlich von Skidel. Die Deutschen fliehen vor unseren Gegen- angriffen. Zwischen Njemen und Pripjet ziehen sich unsere Truppen in die Gegend zwischen dem Flusse S e l w j a n k a und dem Flecken R o s h a n y zurück. Am linken Ufer des Pripjet hielten wir eine starke Offensive feindlicher Infanterie und Kavallerie auf der Straße von Kamenkaschirski nach Pinsk an. Auf den Straßen nach R o w n o haben unsere Truppen am 8. September nach einem Kampf mit bedeutenden feindlichen Kräften, die an der Eisen- bahn Olnka— Klevan vorrückten, das Vordringen dieser Kräfte den Stellungen oberhalb der Flüsse Stube! und Jkwa aufgehalten. Der Feind unterstützt seine Offensive durch heftigstes Artilleriefeuer. dem unsere Truppen tapfer standhalten. Am Sereth in der Gegend südwestlich von Trembowla ent- wickelt sich unsere Offensive immer weiter und führte am 7. September zu einem Erfolg von derselben Bedeutung wie derjenige, den wir bei Tarnopol erzielt haben. Wir machten hier am 7. und 8. September hundertsünfzig Offiziere und siebentausend Soldaten zu Gefangenen und erbeuteten drei Kanonen und sechsunddreißig Maschinengewehre. Unsere Ver- luste waren unbedeutend. Am Abend des 8. September zog sich der Feind eiligst zurück, von unseren Truppen bis j e n- seits der Strypa verfolgt. Insgesamt hat unser Erfolg seit d e ni 3. S o p t e m b e r an der gesamten Front ani Sereth dreihundertdreiundachtzig Offi- ziere, mehr als siebzehntausend Soldaten, vierzehn schwere und neunzehn leichte Geschütze, sechsund- sechzig Maschinengewehre und fünfzehn Artillerie-Munitionswagen als Beute eingebracht. Im ganzen führen unsere Heere fest und entschlossen die Planmäßigen Bewegungen durch und sehen der Zukunft mit Vertrauen entgegen. Die uns treu ver- bündete ftanzösische Armee beschießt seit vierzehn Tagen mit furchtbarer Heftigkeit die deutsche Front. Mng des Stoßen Mnnttiets. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 19. September 1915. sW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Nördlich von S o u ch e z wurde ein vorgeschobener stavzösischer Graben genommen und eingeebnet. Die Be- satzung fiel bis auf einige Gefangene im Bajonettkampf. In den B o g e s e n wurden nahe vor unseren Stellungen am Schratzmäunle und Hartmannsweilerkopf liegende Gräben gestürmt und dabei 2 Offiziere, 199 Mann gefangen genommen, 6 Maschinengewehre, ein Minenwerfer erbeutet. Ein Gegenangriff am Schratzmäunle wurde blutig abgewiesen. Oestlicher Kriegsschauplatz. fieerezgruppe de; Generalfeldmartchalis v.»Indenburg. In den Gefechten südöstlich von Friedrich st adt und bei Wilkomierz machten unsere Abteilungen einige 199 Gefangene; sonst ist die Lage zwischen der Ostsee und dem Njemen bei Merecz im wesentlichen unverändert. Bei Skidel und am Z e l w i a n k a- Abschnitt ist der Kampf noch im Gange. Tie Höhen bei Pieski jan der Zelwianka) wurden gestürust; im Laufe des Tages find 1499 Gefangene eingebracht und sieben Maschinengewehre erbeutet. »etresgrujipt des GeneralfeldmarftJjalls Prinz Leopold von Bayern. Die Heeresgruppe ist im Angriff gegen feindliche Stellungen an der oberen Zelwianka und östlich der Rozanka. Olszancka ist genommen. Heeresgruppe des Generalkeldmarlcha»; v. Mackensen. Unsere Lerfolgnugskolquuen nähern sich dem Bahnhof Kossow jan der Straße von Kobryn nach Milowidy). Beiderseits der Lahn nach Pinsk erreichten wir die Linie Tulatycze— Owzicze. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Deutsche Truppen warfen die Russen aus Burniow (am Sereth südlich von Tarnopol). Südwestlich von Buc- niow und bei Tarnopol sind heftige feindliche Angriffe abgeschlagen. Ober st e Heeresleitung. »* * Set öllmeWW EeiiMlWsimW. Wien, 19. September,(W. T. B.) Amtlich wird ver« lantbart: Wien, 19. September 1913. Russischer Kriegsschauplatz, Die im Räume westlich von R o w n o kämpfenden russischen Kräfte wurden über die Stubielmederung geworfen. Unsere von Z a l o s c e vorbrechende« Truppen drängten den Feind in der Richtung gegen Z b a r a z zurück. Bei Tarnopol schlugen österreichisch-ungarische und deutsche Bataillone mehrere russische Angriffe zurück. Unsere Bcrbündeten nahmen daS Dorf B o c- niow. Westlich des mittleren Sereth traten neuerlich fcind- liche Verstärkungen ins Gefecht: es wird dort heftig gekämpft. Oestlich der Sereth mündung und an der b e s s a r a- bischen Grenze herrschte Ruhe. Die k. und k. Streitkräfte in Litauen haben daS breite Sumpfgebiet der Jasiolda und der Orla vollends überschritten und kämpfend den Raum südöft« lich von Rozany gewonnen. Jtaliemscher Kriegsschauplatz. Gester» nachmittags und abends griffen die Italiener den Tolmeincr Brückenkopf mehrmals heftig an, wurde« jedoch jedesmal unter schweren Bcrlusteu an unseren Hindernissen zurückgeschlagen. Im Abschnitte von D o b e r d o wiesen unsere Truppen die üblichen Annäherungsversuche des Feindes wie immer ab. Die Gesamtlage ist unverändert, Der Stellvertreter des ChefS des Generalstabes: von Hoefer, Feldmarschalleutnant. * Ereignisse zur See. Gestern wurde bei einer Rekognoszierung unser Torpedo- b o o t 5 1 von einem feindlichen Unterseeboot tor- p e d i e r t und am Bug beschädigt. Das Torpedoboot ist in seinen Basishafe» eingelaufen. Flottenkommando. ver Velthanöel im ersten Kriegsjahre. Zu den Ueberraschungen, die der Krieg gekrackt hat, gehört auch die Zähigkeit des Weltverkehrs. Wer dachte zu Beginn des Krieges nicht, daß nun der Welthandel arg lahm- gelegt werde? Mancher übereilter Patriot erklärte sogar, daß man nun„umlernen" und, statt den freien Austausch von Produkten zu fördern, zur„Selbstgenügsamkeit" und zur zoll- politischen Abgeschlossenheit zurückkehren müsse. In Wirklichkeit erweist sich nun, daß sich auch der Weltverkehr an die neu- geschaffene Lage angepatzt hat und daß das Bedürfnis nach einem Warenaustausch in der kapitalistischen Gesellschaft nicht vor der Hand überwunden werden kann, England weist in den ersten sieben Neonaten diesesJahres einen sehr bedeutenden Weltverkehr auf. Die Einfuhr stellt sich auf 304,5 Millionen Pfund oder 16 Proz. höher als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Die Ausfuhr ist dagegen aus 279,1 Millionen oder um 24 Proz. gesupken Von der Ein- fuhr ist insbesondere die von Nahrungsmitteln um 37,1 Proz. angelvachsen, ivas zum großen Teil auf die Preissteigerung dieser Gegenstände zurückzuführen. Aber auch der Menge nach weist diese Einfuhr eine Zunahme auf, so die von Ge- treide und Mehl von 105,09 auf 115,08 Millionen englischer Zentner. Man denkt dabei sicher an die Kriegsbestellungcn Eng- lands. Diese werden aber von der Handelsstatistik, da sie für den Staat bestimmt sind, nicht berücksichtigt. In den an- geführten Zahlen kommt vielmehr der normale Bedarf der Bevölkerung zum Ausdruck. Der Krieg hat aber auf den englischen Handel insofern eingewirkt, als die Ausfuhr darunter leidet. Da die englische Industrie vollauf mit Äriegsbestcllungen beschäftigt ist, verkauft sie nach dem Aus- lande weniger. Die Ausfuhr von Fabrikaten ist in den ersten fünf Kricgsnionaten um 67,67 Proz., in den sieben Monaten dieses Jahres um 29,2 Proz., im Juli gar bloß um 22 Proz. zurückgegangen. Daraus geht deutlich hervor, daß die englische Industrie trotz aller ungünstigen Umstände den Weltmarkt wieder zu erobern beginnt. Schlechter schneidet Frankreich ab, dessen Handel noch immer geringer ist als in der normalen Zeit. Die Einfuhr ist aber in den ersten sieben Neonaten dieses Jahres schon nicht viel niedriger als im Vorjahre, nämlich 4269,4 Millionen Frank gegen 4984,1 Millionen im Vorjahre, oder um 17 Proz.; die Ausfuhr zeigt dagegen noch einen Ausfall von beinahe 56 Proz. In der Einfuhr weist die Abteilung für Nahrungs- mittel eine Zunahme� von 100 Millionen, der Import von Fabrikaten gar eine Steigerung von fast 400 Millionen(von 20 Proz.) auf, während der Import von Rohstoffen noch um 40,9 Proz. geringer ist als im Vorjahre. Hier machen sich die auswärtigen Kriegsbcstellungen bemerkbar, die vor allem in der Einfuhr von Nahrungsmitteln und Fa- brikaten zum Ausdruck kommen. Der Rückgang der Ausfuhr- erklärt sich nicht nur aus dem Grunde, daß Frankreich in der Hauptsache Luxusgcgenstände ausgefiihrt hat, für die jetzt weniger Nachfrage vorhanden ist, sondern auch dadurch, daß der industrielle Teil Frankreichs besetzt ist. Daher ist der Export von Rohmaterialien auf ein Drittel gesunken. lieber den Handel Deutschlands werden bekanntlich keine Angaben veröffentlicht. Er ist aber keineswegs so gering, wie man gewöhnlich annimmt. Sehr beachtenswert ist die EntWickelung des Handels der Vereinigten Staaten von Nordamerika. In den ersten acht Kriegsmonaten vermochten sie nur wenig mehr � auszuführen, als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Nur der Export nach Europa wies eine Zunahme von 160 Millionen Dollar auf. Nach allen anderen Welt- richtungen war die Ausfuhr geringer. Bis Ende Juni hat sich aber der amerikanische Handel kräftig gehoben. Im Fiskal- jähre 1913/14 bettng der Export 2364,6 Millionen Dollar, im Fiskaljahre 1914/15 dagegen 2768,64 Millionen oder um 400 Millionen Dollar mehr. Da der Import gleichzeitig uni 220 Millionen Dollar zurückgegangen war, so stieg der Ans- fuhrüberschuß uni 620 auf 1094 Millionen Dollar an. Infolge des Rückganges der Baumwollpreise, und in den ersten Kriegsmonatcn auch derPreise der anderen Rohstoffe, ist die Gesamtausfuhr von Rohstoffen in dieser Zeit um 283 Millionen Dollar aus 509 Millionen gefallen. Dagegen ist die Ausfuhr von Nahrungsmitteln von 430,71 auf 939,83 Millionen Dollar, und die von Fabrikaten um 84 Millionen angestiegen. Die Preis- steigerung und die großen Kricgsbestellungen auf Nahrungs- mittel kamen somit diesem Lande in hervorragender Weise zugute. Von Juli bis Ende Mai kaufte Europa in den Ver- einigten Staaten 1913/14 sür 1396 und 1914/15 für 1730,9 Millionen Dollar. Welche Länder waren es, die diese Käufe machten? Es ist in erster Linie England, nach dem in dieser Zeit die Ausfuhr von 557,8 auf 823,6 Millionen Dollar, dann Frankreich, wohin der Export von 152,9 auf 326,3 Millionen angewachsen ist. Aber auch die Ausfuhr nach den neutralen Ländern ist sehr stark gestiegen. So hat sich der Export nach Schweden fast versechsfacht, nach Norwegen vervierfacht, nach Italien verzweiundeinhalbfacht. Im Juni dieses Jahres wurde aus dem New Isorker Hafen�nach Dänemark viermal, nach Griechenland fünfmal, nach Schweden zweimal, nach der Schweiz dreimal, nach den Niederlanden um V«, nach Norwegen um 1l2 mehr als im Juni 1914 exportiert. Der Handel findet also heute die Wege, die er gehen kann, um dem Konsumenten die Ware zu bringen, die gefordert und bei deren Handel gut verdient wird.... Sehr beachtenswert sind die Fortschritte des amerikanischen Handels in den übrigen Weltteilen. Es betrug nämlich die Ausfuhr in Millionen Dollar: April Mai Juni 1014 191S 1914 1915 1914 1915 Europa... 93.20 217.49 94.4 201.1 90.3 181.5 Nordamerika. 41.96 41.55 42.6 41.8 42.2 41.6 Südamerika. 8.99 10.94 10.2 11.98 7.6 13.7 Asien.... 8.83 15.00 6.4 9.6 7.2 13.6 Ozeanien.. 7.25 7.80 6.1 7.4 7.4 0.5 Afrika..., 2.32 2.05 1.9 2.3 2.3 3.8 Insgesamt.. 162.55 294.75 166.7 274.2 157.1 268.5 Mit jedem Monate steigt also auch die Ausfuhr der Ver- einigten Staaten nach den übrigen Weltteilen. Die Ausfuhr nach Asien hat sich beinahe verdoppelt, ebenso nach Süd- amcrika. Es sind noch bescheidene Anfänge in der Eroberung des Weltmarktes, die Amerika macht. Sie sind aber über- aus beachtenswert. Südamerika ist es, das die besondere Aufmerksamkeit der Vereinigten Staaten auf sich gelenkt hat. Südamerika kaufte Waren in England für 275 Millionen, in Deutschland für 180, in Frankreich für 85 und in den Ver- einigten Staaten für 155 Millionen Dollar. Es ist also ein gewaltiger Markt, den zu erobern sich die Vereinigten Staaten vor allem zum Ziel setzen, und, wie die letzten Ausweise der Handelsstatistik zeigen, nicht ohne Erfolg. Dauert der Krieg noch längere Zeit, so wird zweifelsohne eine Verschiebung ins- besondere auf diesem Markte stattfinden. Der französifihe Tagesbericht. Paris, 10, September.(23. T. B.) Amtlicher B e- richt von gestern nachmittag. Im ArtoiS gab es einen Handgranatenkampf und im Abschnitt von Neuville- Roclincourt Gcwehrfcuer von Schützengraben zu Schützengraben. Ziemlich lebhaftes Geschützfcuer südlich von Arras in der Gegend von Rohe. In den Argonnen fanden in der Gegend von Fontaine aux CharmeS sehr heftige Kämpfe während der Nacht statt. Die Deutschen er- neuerten ihre Ang.riffe mit großer Erbitte- r u n g. Mit Ausnahme eines Schützengrabenstückes und Verbindungsweges östlich von Layon wurde unsere Linie überall behauptet. Wir machten einige Gefangene und erbeuteten ein Maschinengewehr. In Lothringen im Walde von Parroy fanden einige Vorpostenkämpfe statt, in denen wir die Oberhand behielten. In den Vogcsen kam es zu Kämpfen mit Granaten auf den Höhen öst- lich von Metzeral. Gestern wurden von unseren Flugzeugen etwa 50 Bomben auf den Bahnhof von Challcrange abge- worfen. In der Nacht vom 8. September bombardierte eines unserer Lenkluftschiffe den Bahnhof und die Werkstätten von Nesle. Paris, 10. September.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern abend. Der Artillcriekamps um Arras. im Ge> biete von Roye und auf der Front in der Champagne dauert an. In den Argonnen erneuerten sich die Angriffe des Feindes nicht. Der Tag war dort durch heftigen Artillerie- kämpf ausgezeichnet. Die Kanonade war im Woevregebiet, im Haatwald, im Apremontwald und im Mortmarewald gleichfalls ziemlich lebhast. Zrenchs Meldung. London, 10. September.(W. T. 23.) Meldung des Reuter- schen Bureaus. Generalfeldmarschall French meldet, daß seit dem 30. August östlich von Ipern einige Minen- und Zlrtillcric- kämpfe stattgefunden haben. Zwei deutsche Flugzeuge sind herabgeschossen worden. Demoralisation des belgisihen Heeres! Wir lesen in der„Vossischcn Zeitung": Die.Berner Tagwacht" veröffentlicht in ihrer Nummer vom 4. September den Brief eines belgischen Soldaten, der vom 1. August d. I. datiert und an die .Tribüne", das Organ der Marxist, schcn Sozialisten Hollands ge- richtet ist. Nach den Bekenntnissen dieses Vaterlandsverteidigers, der sich zu den Sozialisten extremster Richtung bekennt, aber durch seine auf- fallend detaillierten Angaben den Verdacht zerstreut, datz es sich um die Bekundung reiner Animosität oder gar um blanke Unglaubwürdig- leiten handeln könnte, scheint eS mit der Moral und Disziplin der belgischen HeereStrümmer nachgerade recht schlecht bestellt zu sein. Das auffallendste Merkmal sei die Häufigkeit der Dienstverweige« rungen bei Zumutung militärisch aufreibender, fruchtloser Aus- gaben. Gerade die Garderegimeister,.vor denen wir als Anti- Militaristen vor dem Kriege die meiste Furcht hatten, dasi sie unsere aktiven Bewegungen(Streiks. Demonstrationen) in Blut ersticken würden", seien'in dieser Hinsicht.wie umgekrempelt": „da kamen die Weigerungen massenhaft vor, besonders bei den so- genannten Kriegsfreiwilligen und Rekruten". Auch bei den Ab- lösungStruppen der Garde, die aus der 5. Division, dem 1. Linien- Regiment und den 2. und 3. Jägern zu Fuß bestanden, habe sich nach den häufigen blutigen Verlusten ein so starker Geist der Renitenz gegen das Vorgehen in die Feuerlinie eingestellt,„daß selbst einige Erschießungen, Strafen und anderes nicht? fruchteten." Nicht besser habe es bei der 2. Division ausgesehen, die mit ihren Linienregimentern 5, 6 und 7 die Front von Dixmuiden bis Knocke besetzt hält..Das 5. Regiment weigerte sich zu marschieren. Zum Schluß plötzlich der Befehl, sich zurückzuziehen. Hier keine Rekruten, sondern ältere. Viele Verurteilungen erfolgten vor dem Kriegsgericht. Aber... das Kriegsgericht fürchtet man nicht mehr, obgleich, wie der Briefschreiber behauptet,„von unserem ganzen Heere wenigstens 10 Prozent Gefängnisstrafen erhielten, wo- von die meisten über fünf Jahre hinausgehen...". Im übrigen faßt dieser belgische Soldat und Sozialdemokrat seine Eindrücke, wie folgt, zusammen:„Energischere Verteidiger des Friedens gibt es gegenwärtig nicht als unsere Mannschaften' Viele wünschen den Durchbruch des Feindes, andere sind stolz auf unsere Linie, diese aber bilden die Minderheit... der Haß gegen die Deutschen hat kolossal abgenommen.. Melüung öer italienischen Heeresleitung. Rom, 10. September.(W. T. B.) Kriegsbericht vom 9. September. An der T r e n t i n o- F r o n t be- schränkte der Feind seine Tätigkeit auf Arsillcrieaktionen, auf die unsere Batterien wirksam erwiderten. Eine gegen feindliche Werke auf dem Hoch-Cordcvole kühn vorgeschobene Erkun- dung stellte fest, daß unser Feuer am Fort Corte und am Elettrizitätswerk von Rcnaz schweren Schaden angerichtet hat. In der Senke von F l i t s ch zwang unsere Artillerie eine feindliche Kolonne, die ein Vorgehen von Predil gegen Flitsch versuchte, sich zurückzuziehen. Eine andere von Kas- Hütte östlich Predil gegen Predil absteigende Kolonne wurde angegriffen und zerstreut. Auf dem Karst fand kein besonders erwähnenswertes Ereignis statt. Der Feind warf zahlreiche Bomben auf die Wersten von Monfalcone, durch die ein Brand hervorgerufen wurde. Dann versuchte er durch das übliche Sperrfeuer Hilfsarbeiten zu hindern, die aber trotzdem aus- geführt wurden. Eines unserer Flugzeuge beschoß gestern früh die Eisenbahnstation Klause östlich von Santa Lucia. Es traf sie mehrmals und beschädigte außerdem die Brücke über die Baca. C a d o r n a. Melüung des türkischen Hauptquartiers. Konstantinopel, 10. September.(W. T. B.) DaS Hauptquartier teilt mit: An der D a r d a n e l l e n- front in den Abschnitten von Anaforta und Ari Burun nichts von Bedeutung. Unser« Artillerie traf das Deck eines feindlichen Torpedobootes, welches unseren linken Flügel be- schoß, sich darauf aber sofort entfernte. Unsere Truppen auf diesem Flügel besetzten einen Schützengraben, der sich der feindlichen Linie allmählich nähert und dessen Bau am 9. September beendigt worden war. Unsere Küstenbatterien jagten zwei feindliche Torpedobootszerstörer in die Flucht, welche sich der Einfahrt der Meerenge näherten und unseren linken Flügel beschossen. Dieselben Batterien beschossen er- folgreich die feindlichen Jnfanteriestellungen bei Sedd ul Bahr und eine feindliche Gruppe am Landungsplatze von Morto- liman und zerstreuten sie. An der I r a k- F r o n t fanden zwischen dem 2. und 7. September nördlich von K o r n a vier Zusammenstöße zwischen unseren Truppen und Freiwilligen und dem Feinde statt. Unsere Trupven machten auch einen nächtlichen Ueberfall. Ge- legentlich dieser Gefechte wurden vier feindliche Offiziere, da- runter ein Bataillonskommandeur, und 190 Soldaten getötet, 50 verwundet und 100 Pferde getötet. Unsere Verluste be- tragen 4 Tote, 9 �Verwundete. Eine unserer Abteilungen ging bis in die Nähe der feindlichen Motorboote vor und zwang sie zur Flucht. Am 9. September überraschten unsere Truppen bei K a l a a t ul N e d j i m ein feindliches Baracken- lager, zwangen den Feind zur Flucht, brannten alle Baracken nieder und erbeuteten das Feldtelephonmaterral Sonst nichts Bemerkenswertes. Die Verluste öer Verbündeten vor den Dardanellen. Konstantinopcl, 10. September.(W. T. B.) DaS türkische Kriegspressequartier teist mit: Die Engländer messen sich alles Verdienst an den Dardanellenkämpfen bei und wollen den Anschein erwecken, daß nur die Söhne Englands ihr Blut an den Dardanellen vergießen. Sie schweigen über die Verluste der Neuseeländer, der Australier und vor allem der Franzosen. Gefangene, die wir kürz- lich gemacht haben, berichten, daß die Neuseeland:- scheu und australischen Truppen bereits die Hälfte ihrer neuen Mannschaft verloren haben, obwohl jedes Bataillon zur Auffüllung der Lücken bis jetzt um 1500 Mann verstärkt, das heißt also von Grund aus neugevildet worden war. Eine indische Brigade erlitt bei Sedd ul Bahr so starke Verluste, daß das englische Kommando die Unmöglichkeit einsah, sie wieder herzustellen, und ihre Reste bei den Ausrüstungskolonnen verwendete. Diese Gefangenen berichte«: auch, daß die Franzosen so furchtbare Verluste erlitten hätten, daß jedes der jetzigen französischen Bataillone sich aus den Resten von drei oder vier ausgeriebenen Bataillonen zusammensetze, die drei Viertel ihres Bestandes verloren hätten. Die fran- zösischen Gefangenen sagen, die französischen Truppen seien darüber entrüstet, daß die Engländer die Opter der Franzosen verschweigen. Die Neuseeländer und Australier erzählen, daß diese Zustände in ihrer Heimal lebhast erörtert würden. In Briefe« werde das Erstaunen darüber ausgedrückt, daß man in den Verlustlisten von den Dardanellen keinen Neuseeländer oder Australier finde. vom H- Dootkrieg. La Rochelle, 10. September.(28. T. B.) Am Donnerstag nachmittag traf der Dampfer„Baleinau" mit dem Kapitän und 25 Mann der Besatzung des englischen Dampfers „Nora" an Bord ein. Die„Nora" wurde Dienstag nach- mittag 3 Uhr 30 Minuten bei Penmarch von einem deutschen Unterseeboot beschossen und versenkt. Das Schiff war von Santander nach Newport unterwegs. London, 10. September.(W. T. 23.) Das Pressebureau meldet, daß m der am 8. September zu Ende gegangenen Woche zehn Schiffe durch deutsche Untersee- boote versenkt worden sind. Die Zahl der ankommenden und abfahrenden überseeischen Dampfer betrug im selben Zeitraum 1138. London, 10. September.(W. T. B.) Einer Meldung des Reuterschcn Bureaus zufolge wurde der Dampfer„Mora" versenkt. Die Besatzung ist gerettet worden. Cme deutsche Erklärung zur Versenkung der„�lrabk*. Berlin, 10. September.(JB. T. 85.) Nachstehende Aufzeichnung ist als Anlage eine» kurzen Anschreiben« in Notenform dem hiesigen amerikanischen Botschafter übergeben worden: Aufzeichnung. Am 19. v. M. hatte ein deutsches Unterseeboot etwa 60 See- meilen südlich von Kinsale den englischen Dampfer„DunSleh" an- gehalten und war im Begriff, die Prise, nachdem die Besatzung das Schiff verlassen hatte, durch Geschützfeuer zu versenken. In diesem Augenblick sah der Kommandant einen größeren Dampfer in gerader Richtung auf sich zukommen. Dieser Dampfer, der— wie sich später herausstellte— mit der„Arabic" identisch war. wurde als feindlicher erkannt, da er kein« Flagge und keine Neu- tralitätSabzeichen führte. Beim Herannahen änderte er seinen ur- sprünglichen KurS, drehte dann aber wieder direkt auf das I7-Boot zu: hieraus gewann der Kommandant die Ueberzeugung. daß der Dampsir die Absicht habe, ihn anzugreifen und zu rammen. Um diesem Angriff zuvorzukommen, ließ er das Unterseeboot tauchen und schoß einen Torpedo auf den Dampfer ab. Nach dem Schuß überzeugte er sich, daß sich die an Bord befindlichen Personen in fünfzehn Booten retteten. Nach seinen Jnsiruktionen durste der Kommandant die„Arabk" ohne Warnung und ohne Rettung der Menschenleben nur dann an- greifen, wem: das Schiff entweder einen Fluchtversuch machte oder Widerstand leistete. Aus den Begleitumständen mußte er aber den Schluß ziehen, daß die„Arabk" einen gewaltsamen Angriff auf da- Unterseebot plante. Dieser Schluß lag um so näher, als er am 14. v. M., also wenige Tage vorher, in der Irischen See von einen: großen, anscheinend der britischen Royal Mail Steam Packet Com- pany gehörigen Passagierdampfer, den er weder angegriffen noch angehalten hatte, schon aus weiterer Entfernung beschossen worden war. Daß durch das Vorgehen des Kommandanten Menschenleben verloren gegangen sind, bedauert die deutsche Regierung auf das lebhafteste; insbesondere spricht sie dieses Bedauern der Regierung der Vereinigten Staaten wegen de§ Todes amerikanischer Bürger aus. Eine Verpflichtung, hierfür Schadenersatz zu leisten, vermag sie indes selbst für den Fall nicht anzuerkennen, daß derKom man baut sich über die Angriffsabsicht der„Arabic" geirrt haben sollte. Sofern etwa über diesen Punkt zwischen der Deutschen und der Amerikanischen Regierung eine übereinstimmende Auffassung nicht zu erzielen sein sollte, wäre die Deutsche Regierung bereu, die Meinungsverschiedenheit als eine völkerrechtliche Frage gemäß Artikel 38 des Haager Abkommens zur friedlichen Erledigung internationaler Streitfälle dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten; dabei setzt sie als selbstverständlich voraus, daß der Schiedsspruch nicht etwa die Bedeutung haben soll, eine generelle Entscheidung über die völkerrechtliche Zulässigkeit oder Unzulässigkeit des deutschen Unter- seebootkriegeS zu treffen. Berlin, den 7. September 1915. Mum'tionserzeugung und englische Gewerkschaften. London, 10. September.(W. T. B.) Meldung des Reuter- scheu 23ureaus. L l o y d G e o r g e hat auf dem G e w e r k- schaftskongreß in Bttstol die Arbeiter aufgefordert, die Munitionserzeugung zu beschleunigen, indem sie die Gewerkschaftsregeln vorläufig fallen ließen. Der Krieg sei ein Materialkrieg und ein reines Arbeitsproblem. Mit den Arbeitern sei ein siegreiches Ende gewiß, ohne sie würde der Krieg verloren werden. Wenn die Fachverbände gewisse Beschränkungen aufhöben, könnte die Produktion um 30 bis 200 Prozent gesteigert werden. Es bestünden bereits 16 nattonale Arsenale. 11 seien noch im Bau. 200000 un- geschulte Arbeiter, Männer und Frauen, würden noch gebraucht. Die kriegswütigen englischen Minister. London, 10. September.(W. T. 23.) Der„Jndependent", das Blatt der Arbeiterpartei, hat eine Umfrage veranstaltet, betreffend Stellung der Beftagten zu der Erklärung Lloyd Georges gegenüber Humbert, solange ein deutscher Soldat auf französischem oder belgischem Boden stehe, werde kein Engländer von Frieden träumen. Das Blatt veröffenllicht jetzt die Antworten von Sir Edward Grey, Lord Lansdowne, Lord Crewe, Arthur Henderson und Winston Churchill, welche Lloyd Georges Ansicht zustimmen. Lord Robert C e c i l» Untcrstaatssckretär des Auswärtigen Amts, sprach in einer Rede, welche er gestern abend in Croydon hielt, aus, er sehe nichts in der gegenwärtigen Lage, was ihn an: endlichen Siege der Alliierten zweifeln lassen könnte; er halte den Erfolg an den Dardanellen bestimmt für nicht fern. Die Blockparteien der Duma. Kopenhagen, 9. September.(W. T. B.)„Berlingske T i d e u d e" meldet aus Petersburg: DaS von den Block- Parteien der Duma ausgearbeitete gemeinsame Arbeits- Programm erklärt in der Einleitung, der Sieg könne nur erreicht werden, wenn die Behörden sich auf das Vertrauen des Volkes stützen könnten und dadurch imstande wären, die aktive gemeinsame Arbeit oller Bürger des Landes zu organisieren. AIS Bedingung für die Erlangung des Vertrauens wird die Erfüllung einer Reihe von Forderungen verlangt, darunter politische Amnestie, versöhnliche Politik in Finnland und Erweiterung deS VereinSrechts. Der Bor- sitzende des Zentrums der Duma, Fürst Lwow, überreichte gestern während der Dumasitzung dem Ministerpräsidenten daS Programm. Zu den Blockparteien gehören von 439 Dumamitgliedern nicht weniger als 300, nämlich das ganze Zentrum, Oktobristen, Fort- schr:t:spartei, Kadetten, der linke Flügel der Nationalisten unter BobrinSki, ferner die Polen, Sozialdemokraten, Mohammedaner und Weißrussen. verbot eines Petersburger �lrbeiterblattes. Kopenhagen, 10. September.(W. T. B.)„Politiken" meldet aus Petersburg: Da» einzige«rbeiterblatt in Petersburg. „Utro", ist verboten worden. DaS Blatt war erst kürzlich gegründet worden. Nur zwei Nummern sind erschienen, die dritte wurde in der Druckerei beschlagnahmt. Zur Dumba» Affäre. London, 10. September.(W. T. B)„Times" meldet aus Washington: 2Nan glaubt, daß der öst erre i ch i sch- u n- garische Botschafter sein Vorgehen mit Instruktionen erklärt bat, die er von seiner Regierung erhielt und die dahingingen, die österreichisch-ungarischen Untertanen vor dem Arbeiten in MunitionS- sabriken zu warnen, da darauf schwere Strafen gesetzt seien. Dumba soll Lansing gegenüber darauf hingewiesen haben, daß die an- gesprochenen Gelder teils für Annoncen, teils für philanthropische Zwecke bestimmt waren. Es war geplant. Warnungsannoncen zu veröffentlichen und die Arbeiter, die ihre Beschäftigung in MunitionS sabriken aufgaben, zu unterstützen. London, 10. September..(W. T. B.) Das� Reuteriche Bureau meldet aus Washington, dem Botschafter der Vereinigten Staaten in Wien sei telegraphisch Instruktion gegeben, der österreichisch-ungarischen Regierung mitzuteilen, daß Dr. Dumba den Veremi gten Staaten als österreichffch-ungarischer Botschafter nicht mehr genehm sei, und daß sie seine Abberufung verlangten. Die deutjchen Kriegsgefangenen in Kanada. Nach Mitteilungen der amerikanischen Regierung find die bisher in Kingston(Jamaica) internier« gewesenen deutschen Gefangenen der dort herrschenden Hitze wegen nach Neuschottland gebracht und in Halifax und Amhcrst interniert worden. Zu den persischen Unruhen. Jspahan, 10. September.(SS- T. B.) Meldung der Petersburger Tclegraphen-Agenwr. Der englische Vizekonsul, der in Schiras verwundet worden war, ist gestorben. Die meisten Engländer verlassen Jspahan und auch die Russen und Franzosen bereiten sich zur Abreise vor. London, 10. September.(SS. T. SB.) DaS Reutersche Bureau erfährt, daß der Bericht, die Briten hätten bei Buschir mehr als 2000 Mann verloren, unrichtig sei. Da zwei britische Offiziere von den Eingeborenen bei Buschir am 12. Juli getötet worden sind, ivurdo die Stadt am b. August von den Briten besetzt. Man stieß hierbei auf keinen Widerstand. Das Reutersche Bureau berichtet ferner: Die persische Regierung hat dem Vertreter Englands in Teheran und der englischen Regierung in London ihr Bedauern über den Angriff auf den britischen Generalkonsul in Jspahan aus- gedrückt, völlige Genugtuung zugesagt und versprochen, die Schuldigen zu verhaften. Dem Generalkonsul wurde zu seinem Schutze eine Gendarmeriebedeckung angeboten. Von diplomatischer Seite ersährt das Reutersche Bureau noch, die Angelegenheit habe eine Spannung verursacht; die Ententemächte berieten über die zu ergreifenden Maßregeln._ Wunsch und Wirklichkeit. Der srühere österreichische Justizminifter Dr. Franz Klein, einer der klügsten Männer seines Landes, plädiert in einer neu er- schienenen Broschüre«Die Kulturgemeinschaft der Völker nach dem Kriege' für das WhtschaflsbündniS Deutschlands mit Oesterreich- Ungarn. Er kehrt sich heftig gegen die österreichischen und ungarischen Hochschutzzöllner, die das Streben nach höherer politischer Einheit rücksichtslos dem wirtschaftlichen Kalkül unterordnen. Am wirtichafts- politischen Bedenken dürfe der staats-, weit- und kulturpolitisch un- erläßliche Zusammenschluß nichl scheitern. Nur Verschrobenheit und bedauerliches Eingesponnensein in die stumpfesten Erwerbsinteressen könne sich darüber ungehalten zeigen, wenn die Wirtschaft als Werkzeug der Staatspolitik aufgefaßt werde. Ganz gewiß: eS ist kein bloßer Zufall, daß die klügsten und tat- kräftigste» Oesterreicher gefühlsmäßig den Anschluß an Deurschland in irgendeiner Form suchen— eine politische Erscheinung, deren Analyse manche schätzenswerte Wahrheit ergeben würde. Die These des österreichischen JustizmrnisterS ist aber nichts als eine Umkehrung der alten falschen Maxime Bismarcks, der die Staatspolitik nicht von der WirtschiftSpolitik bedingt geglaubt und beinahe mit dem verbündeten Oesterreich- Ungarn Zollkriege geführt hätte. Staats- und Wirtschaftspolitik stehen im gegenseitigen Abhängigkeitsverhältnis und bedingen sich. Der Staatsmann von heute muß den Bankier zu Rate laden und der Bankier erkundigt sich fürsorglich nach dem Willen der Staatsgewalt. Aber unheilvoll wäre es, die E i g e n b e d e u t u n g der Staats- oder Wirtfchafts- Politik zu leugnen und die eine zur Magd der andern zu machen, doppelt unheilvoll, wenn die Wirtschaft, die Grundlage der Gesell- schaft, einem politischen Gedanken sklavisch unterworfen werden soll. Woran sind die WeltmachtSplöne der Bourbonen und Habsburger gescheitert? Daran, daß die Stammländer Frankreich und Spanien in ihrer Wirtschaft unheilbaren Schaden litten, das eine das alte Regime mit der Revolution quittierte, das andere bis auf den heutigen Tag verelendet ist. Die Strafpredigt gegen die österreichischen und ungarischen Hochschutzzöllner steht am rechten Platz. Aber ein anderes ist es, wenn die deulsch-östcrreichische Vorzugsbehandlung und die Ein- schränkung der Mciftbegünstigungsklausel— und darauf läuft das WirtschaftSbündniS mir der verbündeten Donaumonarchie hinaus— die Stellung der weiterverarbeiienden Industrie Deutschlands aus dem Weltmarkt gefährdet, die schwersten sozialen Konflikte provoziert und eben jene.stumpfesten Erwersinteressen' in Deutschland aus- schließlich fördert, denen der österreichische Justizminister schneidende Worte der Verachtung widmer. Die bürgerliche Presse hat die Enthüllung des Herrn v. G e r I a ch totzuschweigen versucht. Einige Ausnahmen zählen so wenig wie weiße Raben. Nun meldet sich die«Frankfurter Zeitung' zum Wort: «Air haben bisher mit der Wiedergabe dieses Schriftstückes(des von Herrn v. Gerlach ans Tageslicht gezogenen Rundschreibens D. R.) gezögert, weil wir als s e l'b st V e r st ä n d l i ch erwarten, daß die genannten großen Verbände sich zu den darin gemachten Angaben irgendwie erklären würden. Das ist bisher nicht ge- schehen; und dieses Schweigen erscheint wie eine Bestätigung.� Ist dies der Fall, dann würde das Schriftstück die Warnung bekräftigen, die wir schon vor einiger Zeit, im Ersten Svkorgenblatt vom 22. Juli, von den im Kriegsausschuß der deutschen Industrie stark werdenden handelspolitischen Tendenzen ausgesprochen haben. Damals handelte es sich um den Versuch, die burgfriedliche Kricgsslimmung auS- zunutzen, um die handelspolitische Vertretung der deuffchen Jnduitrie unter dem Vorwand der„organisatorischen Zusammen- fassung' zum Schaden der Exporiindustrie so zu zentralisieren, daß die großen Zollinteressenten künftig als die Wortführer der deutschen Industrie dastehen könnten. Jetzt aber würde sich ergeben, daß die Pläne noch viel weiter gehen. Die Koälilien, die sich schon vor dem Kriege zusammenzuschließen im Begriffe war— von ihren Teilnehmern als«Bund der schaffenden Arbeit' gepriesen, von den anderen als„Bund der Vcrteucrer' zweifellos richtiger gekenn- zeichnet—. arbeitete danach jetzt wieder hinter den Kulissen, und was man über ihre Arbeit in dem obigen Rundschreiben liest, das deutet daraus hin, daß sie durch den Krieg keineswegs bescheidener geworden ist. Daß sie dabei auch die Bestrebungen, die ein engeres Wirtschaftsverhältnis zwischen Deutsch- land und Oesterreich-Ungarn zum Ziele haben, vor ihren Karren zu spannen sucht, war dabei besonders bemerkenswert. Diese Bestrebunoen gingen ja bisher bei»hren Befürwortern dahin, die Zollschranken zwitcken Deutschland und Oesterreich- Ungar» zu ermäßigen und auf diele Weise ein größeres, einheitliches Wirt- schaftsgebicl anzubahnen. Die Koalition aber will nach dem Rund- schreiben das Gegenteil: sie will die.Annäherung' so schaffen. daß die bestehenden Zölle zwischen den beiden Zentral- mächten als Borzugszölle zu gelten hätten, wobei daim der Vorzug darin bestände, daß diese � Zölle gegenüber allen anderen Staaten heraufgesetzt würden! In der Tat, wer den Gedanken der deutsch- österreichisch- ungarischen Wirt- schastsannäheiung. der ja ohnehin kein sehr kräftiges Wachs- tum zeigt stet schon gänzlich umbringen will, der könnte kein besseres Mittel wählen! Wo aber bleibt bei alledem der Burg. friede? Er styl doch voraus, daß neben dem Sireil mit Worten vor allem auch der Streit mit Taten ausgesetzt wird. Wenn aber wirklich so mächtige Jnteressentengruppen den Burg- frieden einfach so auslegen daß sie unter seinem Schutze, von der Oeffemliä-leil nicht gesehen und nicht gestört, mit verdoppelter Energie hinter den Kulissen ihre Ziele erst recht durch stille Be- eiuflussuiig der Regierungsstellen verfolgen, dann werden sie sich mchi wundern dürfen, wenn andere Kreise diese? Idyll nicht un- gestört laffcn. lind dann werden sie die Verantwortung dafür tragen.'. politische Uebersicht. Was lange währt, wird nicht immer gut. Ter Zcntralausschutz, der vom Berliner Magistrat zur Kontrolle der Preise eingesetzt worden ist und dem auch die Vertreter der Nachbarstädte angehören, hat sich gestern in einer Mitteilung gegen die Einführung lokaler Höchstpreise! ausgesprochen, die die bedenklichen Folgen der Marktstörung' haben könnte. Die einzelne Gemeinde sei in ihrer Verfügungsgewalt dadurch beschränkt, daß sie die Ware nicht vom Orte der Erzeugung bis zum Orte des Verkaufs kontrolliere, sondern auf die freiwillige Zufuhr der Lebensmittel angewiesen sei. Nur eine zentrale Reichs stelle könne die Pro- duMonsbedingungen übersehen und regeln. Wieder erhebt ein berufenes öffentliches Organ den Ruf nach der Zentralisierung der Lebensmittelversorgung, die allein eine allgemeine Lösung des wichtigsten Problems der inner- staatlichen Politik ermöglicht, des Problems einer alles Maß übersteigenden Teuerung vorzubeugen. Die Großstädte haben aus eigener Initiative durch die Einführung eines Nachrichtenverkchrs über die Preisgestaltung eine gewisse Gleichmäßigkeit herzustellen versucht. Aber Kärlich reicht dieser Informationsdienst nicht aus, eine einheit- liche Höchstpreisfestsetzung ohne Marktstörung durchzuführen. Am 1. September hat die„Vossische Zeitung" gemeldet, daß sich die Regierung mit dem Plane befasse, durch Gesetze oder Verordnung eine allgemeine Regelung der lokalen Höchst- preise durchzuführen und zu diesem Zwecke auch eine Zentral- stelle zu errichten. Die Ankündigung war reichlich spät ge- kommen, mehr als drei Monate waren vergangen, ohne daß sich die Regierung bewogen gesehen hätte, den im Mai eingebrachten Antrag der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion auf Zentralisierung der Lebensmittelversorgung anzunehmen. Seither sind wieder vierzehn Tage ins Land gegangen, aber keine Erfüllung scheint der Verheißung der„Voss. Ztg." zu winken. Die Preise im Kleinhandel sind im August im allgemeinen weiter gestiegen. Manches Gemüse ist billiger geworden, aber ganz falsch wäre es, mit der„Tägl. Rundschau" daraus zu schließen, daß die Teuerung überwunden worden ist oder wenigstens ihren Gipfel erreicht hat. Gegen den Herbst wird die Ausnutzung des Gemüses als eines Surrogates für Fleisch aushören und neue Ausgaben den Arbeiterhaushalt belasten. So werden die Kohlen erheblich im Preise steigen, nicht nur, weil die Kohlensyndikate die Grundpreise erhöht haben, sondern auch weil Groß- und Kleinhändler mit Berufung auf die gestiegenen Transport- kosten große Aufschläge vornehmen. So scheint es ein Gebot menschlicher Billigkeit und staat- licher Notwendigkeit, der Gefahr zu hoher Preise rasch vor- zubeugen. Nichts ist der Regierung im abgelaufenen Kriegs- jähr mit mehr Recht vorgeworfen, als daß sie zu spät und zaghaft in das berüchtigte Spiel der freien Kräfte ein gegriffen hat. Will sie ihre Fehleir wederholen? Gegen die Preistreiber. Zu einer praktischen Handlung im Kampfe gegen die Preistreibereien Hat sich die Regierung des Fürstentums Lippe entschlossen. Mag durch das Vorgehen auch nicht der Wucher vollständig unterbunden werden— dazu gehört mehr!—, so ist es als praktische Tat in der Zeit vieler Reden doch zu be> grüßen. Auf Grund der Bundesratsverordnung und der bezüglichen Anordnungen der Generalkommando? werden in den Bezirken der Städte des Landes Preisprüfungsstellen eingerichtet, die mit Beamten, Handelsleuten, Landwirten und zwei Personen„aus besonderem Vertrauen", wovon einer Arbeiter sein muß, gleich. mäßig zu besetzen sind. Die Aufgaben dieser PrüfungLftelle sind: Feststellung der Mindest- und Durchschnittspreise und der hiernach als angemessen zu bezctchuondeii Preise für Lebensmittel und sonstig« Gegenstände deS täglichen Bedarfs._ Die Prciösest- fetzung darf nicht nach dem Gesichtspunkte von Höchstpreisen erfolgen. Di« Ergänzungs- und Beschaffungskosten sind zu e r in i t t e l n und der Prrisnoticrung zugrunde zu legen. Fälle von Preiswucher sind sofort anzuzeigen, und das Straf- oerfahren ist einzuleiten, ohne Anordnungen der Regierung oder des Generalkommandos abzuwarten. Die örtlichen Prüfungsstellen sind ermächtigt, die Rech- nungen und Bücher der Händler einzusehen, Niederlagen und Keller der Händler zu besich- tigen, nötigenfalls Zeugen und Sachverstän- dige und Zeugen zu vernehmen und andere vorberei- rende Maßnahmen zu treffen, die einen beschleunigten Eingriff der Ortspolizeibehörden möglich machen. Werden beide Vertreter einer Wirts chaftsgruppo überstimmt, so sind ihre Preisvorschläge wegen der Kontrolle besonders zu vermerken. Die Mitglieder der Prüfungsstelle sind zwar ehren- amtlich tätig, aber Zeitverlust wird vergütet und Unkosten werden ersetzt. Daneben wird eine LandcsprüfungS stelle errichtet. Sie besteht in der gleichen Weife wie bei den örtlichen Prüfungs. stellen aus Angehörigen der verschiedenen WirtfchaftSgruppen, die von der Regierung ernannt werden. Die Aufgabe der Landes Prüfungsstelle ist die Neberwachung der Preisbildungen für Lebens mittel und sonstige Gegenständ« des täglichen Bedarfs und der Ausgleich von Unstimmigkeiten in den örtlichen Prüfungsstellen. Di« Landesprüfungsstelle hat auch über die Durchführung der not- wendigen Einheitlichkeit des Verfahrens usw. zu wachen. Diese Einrichtung könnte schon allerlei Gutes wirken, wenn mit dem nötigen Nachdruck dafür gesorgt würde, daß sie einem gewissen bureaukratischen Schlendrian, über den man sich sonst öfter beklagen muß, enthoben bliebe. Im übrigen braucht kaum hervorgehoben zu werden, daß auch sie bei ihrer ganzen Art natürlich nicht der Weisheit letzter Schluß ist. Die kapitalistischen Erwerbsverhaltnisse machen eS eben ungeheuer schwer, mit sogenannten kleinen Mitteln etwas zu erreichen. Aber bis dahin, wo die Dinge zu einer gründlichen Reform reif geworden sein werden, kann man jede Maßnahme, die die Auswüchse der wirtschaftlichen Anarchie beschneidet, nur warm begrüßen._ Unter dem„Burgfrieden". In Köln, wo die Sozialdemokraue trotz Zehntausender Reichs- tagswähler infolge der öffentlichen Dreillaffenwahl bisher kein Sladtverordnetenmandat erlangen konnte, haben Zentrum und Nationalliberale soeben beschlossen, auch die im November frei- werdenden Mandate«burgfriedlich' unler sich zu verteilen. Ein Wunsch der Liberalen, zu den bezüglichen Besprechungen anstands- halber die Sozialdemokratie wenigstens hinzuzuziehen, wurde vom Zentrum brüsk abgelehnt. Die„Nationalliberale Korrespondenz' bringt es fertig, diese« Abkommen als einen großartigen Erfolg de»— Burgfriedens zu seiern. Unser Kölner Sparteiblatt schreibt demgegenüber: «Daß man auch in diesem Jahre, in dem Tausende Sozialdemo- traten für die Sicherheit ihrer Vaterstadt auf den Schlachtfeldern ge- blutet haben und noch ihr Leben wagen, durch ein hinter- hältiges Abkommen unsere Partei um eine Vertretung im Ralhause bringen will, die ihr jeder anständige Politiker zuerkennt, haben wir bei der genauen Kenntnis der in Betracht kommenden Verhältnisse vorausgesetzt. Aber die nun vorliegende Tatsache wird ihre Wirkung in der Hefmat und im Felde trotzdem nicht verfehlen. Angesichts einer so aufpeitschenden Entrechtung überlassen wir jedem vernünftigen Menschen, was er von den in der liberalen Kundgebung gebrauchten Redensarten von„nationaler Pflicht' und„vaterlän- difchen Erwägungen" halten will. Wirklich:«Die Tatsache'-» reden eine andere Sprache.' und— das wissen wir � die deutschen Arbeiter im Felde auch. Erweiterung des Geschichtsunterrichts. Der preußische Kultusminister hat verfügt, daß der Geschickt'- Unterricht an den höheren Schulen Preußens zugunsten der neucslcu Geschichte zu verschieben sei. In den unteren Klassen soll der Ge- schichtSunterricht zu diesem Zweck um eine Stunde in der Woche vermehrt werden. Die neue Verordnung tritt zum Teil schon im Oktober dieses JahreS, spätestens aber im Oktober ISIS in Kraft. Die Verfügung ist grundsätzlich gutzuheißen, wird doch in den Schulen zum erheblichen Teil ein Geschichtsunterricht verzapft, der Zeitvergeudung und Gehirnverkleisterung bedeutet. Dabei denken wir nicht nur an den biblischen Geschichtsunterricht. Aber wir be- fürchten, daß die Verschiebung von freiheitlichem Geiste nicht ge- tragen sein wird. Tie Innungen unter dem Belagerungszustand. DaS Reichsgericht hat kürzlich entschieden, daß auch die Ber« sammlungen der Innungen unter der Herrschaft des BelagerungS- zustandeS der Anmeldepflicht unterliegen. DaS trifft auch zu auf die Versammlungen der Gewerbevereine und ähnlicher Korpo- rationen. Ter neue Vertrag des Kohlensyndikats. Essen, 10. September.(W. T. B.) In der heutigen Zechen- b e s i tz e r v c r s a m m l u n g, an der wieder Vertreter des prcu- ßischcn Handelsminfftcrs teilnahnren, wurden an dem vorgelegten Entwurf eines Syndikatsvertrags für das Uebergangssyndikat noch einige Aenderungen vorgenommen, die vornehmlich redaktioneller Art waren. Mit dem nunmehr vorliegenden Ver- tragSentwurf waren samt liche Anwesenden ein- v e r st a n d e n. Sodann erstattete Generaldirekwr Bergasscssor Kleine einen Bericht über die Verhandlungen, die er gemäß dem Beschlüsse der letzten'Zechenbesitzcvvcrsammlung mit einigen� Syndikats zechen und verschiedenen außenstehenden Zechen über Fragen der Bewilignng geführt hat. Den im Anschluß hieran gestellten Borschlägen stimmte die Versammlung einstimmig zu. Auch über die sonstigen Grundsätze, nach denen im neuen Syndikat verfahren werden soll, wurde Einigkeit erzielt. Die Vollziehung des neuen ShndikatsvertrageS wurde heute noch nicht vorgenommen, weil die endgültige Fassüng erst im Druck vorliegen soll. Dies wird am 14. d. M. der Fall sein. Es wurde jedoch heute� festgestellt, daß sämtliche bisherigen Syndikatsmitglieder, bis auf die Bochumer Bergwerkc-Aktisngef ell schaft und die nicht vertretene Gewerkschaft „Deutscker Kaiser' sowie die Mehrzahl der außenstehenden Zechrn_ bereit sind, am 14. d. M. den neuen Syndikatsvertrag zu unter- schreiben......- Zum Schluß richtete der Borsitzende, Geheimrat Dr. Kirdorf, an die Versammlung folgende Worte: Nur noch wenige Tage trennen uns von dem Zeitpunkte, der darüber entscheiden muß, ob unser Kohlenbergbau auch fernerhin die Möglichkeit haben soll, sich in freier wirtschaftlicher Betätigung zum Segen unseres Baterlandes zu entwickeln, oder ob er in die Fesseln einer staatlichen Zwangs- gesellschast gebracht wird. Aas letzteres bedeutet, muß Ihnen allen auS der Ihnen zugestellten Sackwcrständigen-Belcuchtung erschreckend klar geworden sein. Diese Fesselung zu vermeiden liegt in Ihrer Sand. Aber alle Beteiligten müssen dabei mitwirken: keiner dar; sich ausschließen. Diejenigen, welche den vorliegenden Vertrag an- erkannt haben und ibn zu unterschreiben sich bereiterklärt haben, sind nur dann willens diese Bindung anzuerkennen, wenn alle im Ver- trag genannten nach fehlenden Beteiligten die gleiche Bindung ein- gehen. Namens der dem Vertrag Beigetretenen richte ich daher nochmals die dringende Ausforderung an die Fehlenden, ihre Eon- derwünsche zurückzustellen und durch ihren Beitritt unter den ihnen bekanntgegebenen Bedingungen das Wer! zu vollenden. Die Widerstrebenden tragen die Verantwortung dafür, wenn unserem Kohlenbergbau die für seine Lebensfähigkeit nötige Sclbständigkclt genommen wird. WaS jetzt verfehlt werden sollte, ist vielleicht nicht wieder gutzumachen. Gelingt das UebergangHspudikat, so wissen alle, daß eS als freie Verehugung ohne staatliche Aufsicht anerkannt wird. Ein freiwillig abgeschlossenes Ilebergangssyndikat aber gibt uns die Möglichkeit, ohne den unmittelbaren Druck der Zwangsverordnung die Verhandlungen für ein Dauersyndikat auf einer für die Beteiligten gerecht wirkenden Unterlage wieder aufzu- nehmen. Gedenken Sie alle des Wahlspruches, der unseren Sitzung?- saal ziert:„Einigkeit macht stark." Möge er heute in der ent- scheidenden Stunde seine Wirkung nicht verfehlen. Umwandlung der chinesischen Republik in ein Kaiserreich'{ Berlin, 10. September.(28. T. B.) Der hiesigen chinesischen Gesandtschaft ist folgende Botschaft deS Präsidenten der chinesischen Republik, die von dem U n t e r st a a tS» sekretär I a n g am 6. September 1915 d e in als Li F u A u a n fungierenden Staatsrat überbracht worden ist, übermittelt worden: Es sind nunmebr vier Jahre verflossen, seitdem ich vom chine- fischen Volk mil dem Amte des Präsidenten der Skepublik betraut worden bin. Während dieser arbeitsreichen Jahre befürchtete ick, daß mein Können meiner Aufgabe nicht gewachsen wäre. Ich habe mein Amt unter Sorgen und Zweifeln ausgeübt, und bobe den Zeitpunkt vor Augen gehabt, an dem es mir gestattet sein würde, mich vom Amte zurückzuziehen. Aber solange ich mein jetziges Amt inne habe, ist eS meine unabänderliche Pflicht, und ich trage die Aeranvoorwng dafür, für das Land und das Volk zu sorgen. ES ist meine besondere Aufgabe, die republikanische Re- gierungSsorm zu stützen. Kürzlich haben sich zahlreiche Bürger aus den Provinzen an das Li Fa Juan mit Eingaben gewandt und dasselbe gebeten, die bestehende Regierungsform zu ändern, ein Umstand, der an sich mit meiner Stellung als Präsident unver- ernbar ist, aber da da» Amt dem Präsidenten vom Volk übertragen ist, so Hot dasselbe auch das Recht, ein« Aenderung der Regierungsform zu verlangen. Da da§ Li Fa Auan ein unavhängigeS Organ, und als solches keinen äußeren Einflüssen unterworfen ist, möchte ich, streng ge- nommen, weder dem Volk noch dem Li Fa Duan gegenüber meiner Meinung Ausdruck verleihen. Nun führt aber jede Aenderung in der Regierungsform einen gründlichen und wesentlichen Wandel in bezug aus die Verwaltung herbei, und daher habe ich das Empfinden, daß ich als oberster BerwaltungSbeamter, selbst auf die Gefahr hin, daß meine Beweggründe falsch aufgefaßt werden, nicht schweigen darf. ES ist klar, daß eine Aenderung der Rcgierungsform eine der- artig gewaltige Umwälzung in der gesamten Organisation deS Staates nach sich zieht, daß diese Frage der eingehendsten und ernstesten Erwägung bedarf. 2Senn über eine solche Umwandlung voreilig ein Entschluß gefaßt werden würde, könnte cS nicht aus- bleiben, daß sich schwere Hindernisse in den ZLeg stellen würden. Es ist daher meine Pflicht, die jetzige Lage im allgemeinen unver- ändert zu erhalten, angesichts dessen, daß die vorgeschlagene Aende- rung den Verhältnissen deS Landes vielleicht nicht recht entsprechen würde. ES ist jedoch klar, daß die Eingaben der Bürger von den edelsten Beweggründen diktiert sind; sie wollen den Bestand des Staates festigen und sein Ansehen stärken. Wenn die Ansicht der Mehrheit des chinesischen Volke? bekannt sein wird, so wird sich sicherlich eine befriedigende Lösung finden lassen, umso mcbr, als «ine Verfassung der Republik zurzeit unter Berückjichhgung der Verhältnisse unsererS Landes in Borbereitung ist. Ich richte hierauf Ihre Aufmerksamkeit, meine Herren vom Li Fa Juan. UANDORF* :• ZMAWs Vv•- V�-V.V /{,- Iv-ö tf ■ ui;'■■':** HolirrilbeD 3 Pfund 25 Pf. Tflfemirnen Pfund 1 3 Pf. Kscli&lrnen Pfund S Pf. �SOGG«»»»»»»«O»S«SS»SGV»»«GS»«S»«O«»« Spittelmarkt Belle-Alliancestr. Gr.Frankfurterstr. Brunnenstr. Eottbnser Damm ffilmersdorferstr. Ganz besonders sünstige Einkaufs■Gelegenheit! Lebensmittel Nicht am Spittelmarkt Rot- od. Zwiehelwurs»....Piwld 1,10 1 Zervelatwurst............... 2. 35 Landleberwurst 1.40 Speck maBer................. Pfand 2.20 Mettwurst 2.20! Schinkenspeck............. Pfund 2.25 Teewurst..................... Pfand 2.30 1 Margarine..................... Pfand 1.25 Zusendung ausgeschlossen Kartoffelmehl............... Pfand ZOp-. Maisgries..................... Pfand 50� Grobe Graupen............. Pfand ZZpf. Eichelmaizkaffee........... Pfand 43� Rlnderquerrlppe �1.®o Oulasch oi Ge Utes FJ.oo RodsM—............-1.co MMUm.................. � 1.20 Rinderbrust...................1.1 0 KamtKeule od.-Rucken � 1.20 Schmorfleisch, �1.20 1 Knibshuxe- MWzek Käse Pfund 80 Pt Edamer Käse Pfund 1.10 Pfund Ksdidpfel 10, 15 Pf. Plioumen 5 Pfund 70 Pf. Tomaten Pfund 33 Pf. Komlhonii 1 ca. 3 Pfd.-Glas 1.45 Kaffee frisch sebrannt Ztoiebein "SO. 65. 70 1 2 pfu,d 25 Pf. HniSouerKOtll Pfund 1 5 Pf. Him&eenaft Flaschel. 25 SozialöenißkratiscliErWalilYerfiin fieukölln. Am 8. September verstarb unstr Psrteizcnoste EmiS Hörig Ziefheffstr. 67, 19. Bezirk. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung! finde! am Sonn- tag, den 12. September, nach- mittags 4 Mr, aus dem neuen Jatpdi- Kirchhof, Hermannstrafie. statt. 289/4 ver Vorstanü. SozÄmoWzetoMwi'ein Den MUgtiedern zur Nachricht, daß unser Genosse Karl Iscdirscdwlt? Beerwannstraße S verstorben ist. Ehre seinem Andenken t Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 11. September, nachmittags 4 Uhr, aus dem Ge- ineinde-Friedhos in Baumschulen- weg. Kiesholzstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 197/5 Der Borstand. Erdeiter-Ksäksttirer-Kullll Solidarität" Mitgliedschaft Berlin. Dem Andenken unserer sallencn Bundesgcuoficn: als Opfer deS Weltkrieges Am 13. Juni: Fritz UerSC, 6. Abteilung Am 5. August: AlWlll Ender, 8. Abteilung. Ehre ihrem Andenken! vlo Ortsvepwaltnnc. ae. YereiD der[MallscMeiler täf Berlin und ilmgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, d-rMctallschleiser Karl Isckirscd'ivitz im Wer von 39 Jahren ver- storden ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 11. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde-Fricdhoses in Baumschulenweg, Kiesholzstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 2392b Der Borstand. Bernscder MlariieiieMerliaii!! Verwaltungsatelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Schleifer Karl Isckirsckwitz Becrmannstr. 6, am 7. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Svnnabeud, den 10. September, nachmivags 4 Uhr, von der tte'chcnballe des neuen Treptower Kirchhofes in der Kkeshokzsiraße aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. �acdruk. Den Kollegen serner zur Nach- richt, daß unser Mtglied, ber Arbeiter Otto öorcwsld am 14. August gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! 119/2 Tie Ortsvermaltnng. SoziafdernoltfatiscliertfalilvereiD Kreis ietierharniin. Bezirk Tegel. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Genossin Frauäulollleotterslelii geb. Uez'eriuaim (Borsigwalde) gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! 5>t£ Beerdigung findet Sonntag miNngs Ubr, von der LStchen» Halle des Tegeler Friedhofes aus statt. 245/14 Um recht rege Beteiligung ersucht vi« BerirlfSleilung. ÄllgeniEine Kranken- lind Sterbekasse der Metallarheiter B. n. G., Hamburg. Filiale Baumschulenweg. Am 7. September verstarb unser langjähriges Mitglied Ksrl Tsehirseliwilz. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 11. September, nachmittags 4 Uhr. von der Halle des neuen Trevloiper Gemeinde- Friedhoses, Kic'Hvlzstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 119/3 Die Ortaverwaitung. Allen BerwgMen und Ke- fannten die traurige Nachricht, daß unsere üpbe Tochter, Sch wä- gerin und Schwester, frsn Antonie Olterstein geb. Beyerjmarui im vollendeten 24. Lebensjahre ihrem am 31. Oktober 1914 gefallenen Gatten am 10. Septem- ber in den Tod solgte. 23g3b DieS zeigen tiefbetrübt an Ferliinand und Elise Beyermann als Eltern, als Geschwister iisns Beyermann und Familie in Tegel, Edmund u. Charlolle Beyermann ZenlFal-Kranken- u. Sterhekasse der dealsehen Wagenhauer. Berlin. Bezirk V. Den Mitgliedern zur Nachricht. daß unser langjähriges und jrü- hcres Lcrwaltungsmilglied Rodert Neupert am 8. September nach kurzem Krankenlager verstorben ist. Ehre seinem Andenken! �Die Beerdigung finpet hvute Sonnabend, den II. d.M., nach- mittags i Ubr, von der Halle des Dantes-Friedhoses, Blaniestraße, aus statt. 258/2 Um rege Beteiligung ersucht Die OrtSvcrwaltung. H-tnltbllKLaos. Für die oieten Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau tage ich hiermit allen Beteiligten, wsbesondere den Kollegen der Firma A. Borsig meinen bcrz- iichsten Dank. 2388b _ Hermann Drahn. Aaawahieij oacti-iusaarbstb ee�eii Anzahlung UmrxgSfth gasbatt»t öannfcag; 8—10 goöffnob. Statfee iHosurer. fißdeo:n aileii AbtAimngftn Paß�endp'--. Im Nu vort>eI Ist's mit den(Jnterpr eisen: Sofortige Walrl spart Geld! Zentral-Kranken- ünterstiitztings- verein der Schmiede u. verw. Gewerbe Deutschlands Zahlstelle Berlin S. Am 6. September verstarb im Krankenhause zu Biesenthal unser Mtglied Hsul RQcker. Ehre seinem Andenken! 285/1 Die Ortaverwaitung. Fern von seinen Lieben als Opfer des Welikrkegcs fiel am 23. August 1915 durch Köpffchuß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Groß- vater, der Landwehrmann, Ge- sreiter Heinrich Kuhn Landwehr-Jns.-Regt. 47, im 45. Lebensjahr. 23946 Dies zeigen tiefbetrübt an Vraa Angruste Kahn nebst Kindern u, Schwiegersöhnen. Du hast geglaubt, gehofft auf eine Wiederkphr. Doch nun, Dein Platz in miserm Heim bleml leer, Nichts bringt Dich Braven, Guten mehr znrück, Zerrissen ist jetzt unser ganzes GW. Nun lieber Mann und Vater ruh' in Frieden. Ewig beweint von Deinen Lieben. SSlNeninäntol, w»i>»rd>ehi. Glocaeaiohnitt, recht weit, blau, grün, sllbergiau, goldge.b boebaparte Bcbsitte. jetzt noch *0.- in eioigen Tagen Preissteigerung bie M. 50.—. 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KllMtn- und Kranzbilldem iion Roberl Mexer. Fnh.: P. Golletx, Mariannenftr. 3. Tel. Mpl. 346 Verantw. fifebait.: Alfred Wielep'v, Neukölln. JnserateNeil veranuo.' . ÄiÄkVeÄäatBöriS««?� uw: i. u. L- erlazZamtäU Päül Singer u. Co.. BerknSW. Hierzu S Beilägen u. UnterhaltungSbl. Nr. 251. 32. IahrgÄng. Jotmütlö" ßtrliiitt Sonnabend, II. September 1915. Ein Gastwirt in Königsberg war vom Landgericht verurteilt, weil er einer Polizeiverordnung voni 20. Juni 1014 zuwider gehandelt habe, die Gast- und Schankwirtschaflen verbietet, in den Sommermonaten vor 7 Uhr früh, in den Wintermonateu vor 8 Uhr srüh geistige Getränke auszuschänken und Gäste zu dulden. Das Kammergericht hob auf die Revision des Angeklagten das Urteil auf und sprach ihn mit folgender Begründung frei: Die Polizeiverordnung sei ungültig, weil sie in unzulässig e r Weise eine Frühpolizei st unde einführe. Der Z 365 des Strafgesetzbuchs, der von den Uebertretungen der Polizei» stunde handele, biete keine Grundlage für die Einführung einer Frühpolizeistunde. Wie sein Wortlaut ergebe, und wie namentlich aus den Worten:„Ueber die gebotene Polizeistunde hinaus duldet", hervorgehe, könne als Polizeistunde nur eine bestimmte Nachmittags- oder Abendstunde� festgesetzt� werden. Nur die Uebertretung einer solchen Vorschrift sei aus ß 365 strafbar. Dagegen könne auf Grund des Z 365 nicht eine Morgenstunde fest- gesetzt werden, bis zu welcher der Betrieb ruhen mutz. Somit sei die Freisprechung des Angeklagten geboten. Zu bemerken ist, daß das Kammergericht trotz Ver- neinung der Zulässigkcit einer Friihpolizeistunde doch gewisse Beschränkungen des Wirtschaftsbetriebes am Morgen durch Po'lizeiverordung gelten läßt, dann und dort nämlich, wo nach seiner Meinung als Rechtsgrundlage das Preußische Polizeiverwaltungsgesetz in Verbindung mit§ 10, Teil 2, Titel 17 des Allgemeinen Landrechts gelten kann. In der Beziehung hat aber das Kammergericht bisher lediglich Polizcivorschriften für gültig erklärt, welche den Ausschank von Branntwein vor einer bestimmten Morgenstunde verbieten. Zeichnung fiir öie öritte Kriegsanleihe! Ter heutigen Nummer unseres Blattes liegen Zeichnungsscheine für die Kriegsanleihe bei. Gewerkschaftliches. öcrlin und Umgegend. Teuerungszulage der städtischen Arbeiter. In der letzten Mitgliederversammlung des Gemeindearbeitcr« Verbandes wurde mitgeteilt, datz das Vorgehen der Verbandsleitung wegen Gewährung einer zweiten Teuerungszulage Erfolg gehabt bat. Den Arbeitern der städtischen Gaswerke Berlins ist mit Wirkung vom 1. Juli ab eine Zulage von 5 Proz. gewährt. Den Arbeitern der städtischen Wasserwerke wird vom 1. August ab täglich der Betrag eines Stundenlohnes zugelegt. In den übrigen Betrieben schweben noch Verhandlungen. Es wird erwartet, datz auch sie die Zulagen gewähren, welche die beiden größten städtischen Betriebs- zweige bewilligt haben. In demselben Sinne wird in den Betrieben der Städte Neukölln und Chizrlottenburg verhandelt, und zwar eben- falls init Aussicht auf Erfolg. Mit Rücksicht darauf, datz die seit dem 1. August wieder in Kraft getretenen vollen Unterstützungen erhöhte Anforderungen an die Lokalkasse stellen, beschloß die Versammlung auf Antrag der Filialleitung, daß chns Urabstimmung darüber vorgenommen wird, ob, wie die Filialleitung empfiehlt, ein Zuschlag von 5 Pf. zum Wocheubeitrog erhoben werden soll. deutsches Reich. Keine Teuerungszulage für die Hamburger Schuhmacher. Der Zentralvepband der Schuhmacher hatte sich an die Schuhmacher- Innungen von Hamburg, Altona und Umgegend gewandt mir dem Ersuchen, den Gehilfen eine Teuerungszulage von 10 Proz. zu ge- währen. Tie Schuhmacherinnung Hamburgs lehnte die Teuerungs- zulage einstimmig ab. Die freie Schuhmacherinnung Altonas be- schloß, keine Zusage zu machen, es vielmehr jedem Arbeitgeber zu überlasten, ob er sich mit seinen Arbeitern über eine Teuerungs- zulage verständigen will. Rusland. Arbeitermangel— neue Maschinen. „Der Hutarbeiter", das Organ des österreichischen Hutarbeitcr- verbanius-, berichtet: „In Wien und Niederösterreich wurden in zwei Betrieben je eine Maschine in Betrieb gesetzt, die wieder eine Anzahl von derufsgelernten Arbeitern überflüssig machen, wenn sie auch nach dem Kriege in Verwendung bleiben sollten. Es heißt näm- lich, datz diese Maschine blotz deshalb in Gang gesetzt wurde, weil infolge der vielen Einberufungen Mangel an solchen Arbeitern sei, welche bisher die Arbeit verrichtet haben. Bis zu einem gewissen Grade trifft das tatsächlich zu. In dem einen Betrieb wurden Plattiercr gebraucht, die jetzt nicht aufzubringen sind. Die betreffende Firma will sich daher mit der schon früher bekannten Vakuumpresse behelfen, die ja auch nicht allein arbeitet, aber mit deren Hilfe ein beträchtliches Ouantum von Hüten plattiert werden kann,.wenn gelernte Arbeiter dabei beschäftigt find. Es wurde auch bereits ein Ueber- .einkommen zwischen der Firma und der Arbeiterorganisation über die Verwendung von Arbeitern an dieser Maschine und über deren Arbeitslohn getroffen, so datz die Einführung des Apparates möglichst wenig Schaden für die Arbeiter mit sich bringen soll. In dem andern Fall handelt es sich um eine auf demselben Grundprinzip beruhende Vorrichtung zur schnelleren und zuver- lässigen Herstellung von kaschierten Damenhüten. Im Verein mit an den Apparat verwendeten tüchtigen Arbeitern kann mit demselben tatsächlich ein viel größeres Ouantum tadelloser Ware hergestellt werden. Auch hier wurden zwischen der Firma und den Vertretern der Organisation die Bedingungen über die Ver- Wendung der Arbeitskräfte und deren Löhne festgesetzt und. soweit es möglich, Vorsorge getroffen, datz voraussichtlich nicht allzu großer Schaden für die Existenzmöglichkeit der Arbeiter daraus entstehen kann." Nach dem„Korrespondent" des Hutarbeiterverbandes ist die Vakuumpresse auch den reichsdeutscheu Hutarbeitern ein alter Be- kannter. Tie Firma, welche sie in Deutschland einführen wollte, betrachtete sie aber als ein Mittel, mit ungelernten Arbeitern auszukommen. Dieser Versuch schlug fehl, und die Maschine ver- schwand wieder von der Bildsläche, weil sie in der Hand Unge- lernter den gehegten Erwartungen nicht entsprach. In Oesterreich hat man durch eine Vereinbarung mit der Organisatton der Ar- beiter diese Klippe zu umschiffen versucht. fius Industrie und Handel. Gcrstcnpreis und Gersten-Verwcrtungsgesellschaft. Im Anschluß au die am 3. September veröffentlichte Bekannt- machung der Reichsfutter mittel st ekle über den Ver- kehr mit Ger st e wird von der Gersten-Verwcrtungsgescllschaft geschrieben: Aus zahlreichen Artikeln in der Tagespresse in der letzten Zeit schein: hervorzugehen, datz sich über die Konstrutrion und die Geschäftsgebarung der Gerstcn-Verwertungsgescllschaft Meinungen gebildet haben, die nicht in allen Punkten den Tatsachen entsprechen. Die Gersten-Verwertungsgesellschaft ist an sich eine private Gesellschaft, hervorgegangen aus der Vereinigung der Gerste ver- arbeitenden Industrien iBrauereien, Pretzhefefabriken, Graupen- fabriken, Malzkaffeefabriken usw.). Durch die Tatsache aber, daß ihr von der Reichs-Futtermittel- stelle sämtliche Bezugsscheine für Jndustriegerste ausgehändigt wer- den, ist sie die einzige Stelle im Reiche geworden, welche Oualitätsgerste von den Landwirten erwerben und damit die In- dustrie versorgen darf. Unmittelbare Käufe einzelner Industrieller von Landwirten sind unzulässig. Was die von der Gersten-Verwertungsgesellschaft eingeschlagene Preispolitik betrifft, so ist folgendes zu bemerken: Die Gesellschaft hat schon in zahlreichen Merkblättern erklärt, datz sie gewillt und bereit ist. die ihr offerierten Gersten nach Onalität zu bewerten. Um für diese Bewertung eine angemessene Basis zu finden, haben vor einiger Zeit in München zwischen mahgebenden Vertretern der Landwirtschast und der Gerste verarbeitenden Industrien Be- sprechungen stattgefunden, bei welchen eine Einigung dahingehend erzielt wurde, daß bei Einkauf von Qualitätsgersten den Landwirten zu dem für Kommunalverbände geltenden Höchstpreis von 300 M. ein Zuschlag bis zur Höhe von 25 Proz. gewährt werden sollte. Einerseits wird durch diesen Preisaufschlag den Landwirten ein erheblicher Mehrerlös geboten, da die Kommunalverwaltungen nicht über 300 M. hinausgehen dürfen und die beschlagnahmte Hälfte der Gerste unbedingt den Kommunalverbänden zufallen müßte, wenn nicht die Landwirte den für sie sehr viel vorteilhafteren Weg beschreiten, sie zu dem höheren Preise an die Gersten-Vec- Wertungsgesellschaft zu veräußern. Andererseits mutzte die In- dustrie gegen Preise gesichert werden, welche sie vor die Eventualität gestellt hätten, entweder ihre Betriebe stillzulegen oder aber ihre Verkaufspreise tnif eine Höhe hinaufzuschrauben, welche zu bezahlen weder der Militärverwaltung noch der Volksallgemeinheit zugemutet werden dürfte. Es darf dabei nicht übersehen werden, datz die Produkte der Gersten verarbeitenden Industrien sowohl für die Volksernährung wie auch für die Ernährung unserer Truppen, im Felde von aller- höchster Wichtigkeit sind. Es handelt sich nicht nur um ein für unser ganzes Volk und unsere im Felde stehenden Truppen unent- behrliches Nahrnngs- und Genutzmittel, wie das Bier, sondern um so wichtige Gebrauchsstoffe unseres täglichen Bedarfs, wie Graupen, Malzkaffee, Preßhefe usw. Auch die Bäcker könnten ihr Brot nicht mehr backen, wenn ihnen von den Pretzhefefabriken nicht die Hefe geliefert werden kann. Es darf nicht vergessen werden, datz die jetzt von der Gersten- Verwertungsgesellschaft gezahlten Preise schon ungefähr das Dop- pelte der in normalen Zeiten gezahlten darstellen. Diese Er- wägung hat auch die amtlichen Stellen, denen die Gersten-Ver- Wertungsgesellschaft unterstellt ist, dazu geführt, sich mit der Preis- Politik derselben einverstanden zu erklären, und es darf mit einer Aenderung dieses Standpunktes oder gar der Zulassung von Phantasiepreisen nicht gerechnet werden. Die zahlreichen Ankäufe, welche die Gersten-Verwertungsgesell- schaft in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon tätigen konnte, beweisen zur Genüge, datz ein großer Teil der Landwirte die ihnen gebotenen Preise als durchaus den Verhältnissen angemessen und den Qualitäten entspreckend erachtet. Wenn sich noch an einzelnen Stellen ein gewisser Widerstand bemerkbar macht, so kann dieser nur auf den Einfluß schlecht informierter Ratgeber zurückgeführt werden. Dieselben haben übersehen, datz. tvenn sie den Landwirt jetzt davon zurückhalten, sein Produkt der Gersten-Verwertnugs- Gesellschaft zur Verfügung zu stellen, sie ihn schließlich der Gefahr aussetzen, später, nachdem der Bedarf der Industrien gedeckt ist, bei dem Verkauf an die Kommunalverbände einen Preis von höch- stens 300 M. zu erzielen und ihm so einen ebenso erheblichen wie nutzlosen Verlust zufügen. Im Gegensatz zu Zeitungsmeldungen, die außerordentlich hohe Preise für Gerste ankündigten, kann mitgeteilt werden, datz die Preise sich durchaus in den Grenzen der amtlich festgesetzten Höchst- preise bewegen, von denen ja nur die Saat- und Oualitätsgerste ausgeschlossen bleibt. In der bayrischen Genossenschaft des Bauern- bundes werden z. B. laut Vereinbarung mit der Verwertuugs- gesellschaft bis 1. November 350— 360 M. pro Tonne gezahlt, dann nach dem 1. November 340— 350 M. Die Berliner Genossenschaft zahlt 360— 370 M. im Osten; in Mitteldeutschland und im Westen sind die Preise am höckssten, 370—380 M. Diese höchsten Preise werden auch für Oualitätsgerste gezahlt. Soziales. Fünfnnddreißig Mark Monatsloh«. Ein junges Mädchen hatte in der B l u m e n f a b r i k von Max Müller einen Monarslohn von anfangs 20, später 25 M. erhalten. Alach beendeter Lehrzeil wurde die Arbeiterin weiter beschäftigt. Die beiden ersten Monate bekam sie nun je 30 M.. die folgenden fünf Monate 35 M. monatlich. Nach ihrer Entlassung klagte sie beim Gewerbegericht, indem sie angab, die Direktrice habe ihr, als die Lehrzeit beendet war, 50 M. monatlich versprochen. Wenn ihr trotz- dem weniger bezahlt wurde, so habe sie geglaubt, auf ihr Erinnern werde ihr die Differenz später nachgezahlt werden, wie das schon in ihrer Lehrzeit der Fall gewesen sei. Da habe sie statt der verein- barlen 25 M. längere Zeit nur 20 M. erhalten und als sie dies monierte, sei ihr die Differenz ratenlveise nachgezahlt worden. Da die Klägerin nickt nachweisen konnte, datz sie mit dem Chef selbst einen Monatslohn vereinbort habe, nahm sie auf den Rat des Vor- sitzenden die Klage als aussichtslos zurück und erhielt im Ver- gleichswege einen halben Monatslohn— 17,50 M.— vom Beklagten, weil sie in der Mitte des Monats entlassen worden war. Gerichtszeitung. Ein untreuer Postbeamter. Ein Zeugenapparat von 85 Personen, darunter zahlreiche Postbeamte, wurde gestern bei der Verhandlung einer An- klage gegen einen ungetreuen Postbeamten vor der dritten Ferienstrafkammer des Landgerichts I in Bewegung gesetzt. Der Angeklagte, Briefträger Karl Winter, ein 47 Jahre alter Beamter, war beim Postaml 7 in der Dorothcenstratze tälig. Es lag ihm insbesondere ob, die von den Absendern an den Schaltern eingelieferten Rohrpostb riefe� von der Annahmestelle zu der Rohrposlstelle zu befördern. Nun ist es in letzter Zeit wiederholt vorgekommen, datz mit Geldscheinen beschwerte Rohrpostbriefe, die beim Postamt 7 aufgegeben waren, bei den Adressaten ohne die Geldeinlage anlangten. Merlwürdigerlveise waren diese Sendungen nicht vom Postamt 7, sondern vom Postamt 8 abgestempelt. Kurz hintereinander sind fünf Nohrpostbriese mit 140 M. in Papiergeld ihres Inhalts beraubt worden. Sämtliche beraubten Briefe waren, wie festgestellt wurde, offenbar vorsichtig mit einer Nadel geöffnet und dann � sorgfältig wieder zugeklebt worden. Die Sache ließ sich nur so erkären, daß ein Beamter, der auf dem Postamt 7 die Rohrpost- bliese in Empfang genommen, diese nicht sofort nach der Rohrpoststelle gebracht, sondern die Gelegenheit wahrgenommen haben mutzte, sie zu berauben und sich dann vom Amt entfernt und die Briefe in einen der Briefkästen des Postamts 8, Unter den Linden, geworfen hat. Stach den von der Behörde angestellten Ermittelungen kann nur Winter als Täler in Frage kommen, da er an den be- treffenden Tagen und zu den in Betracht kommenden Zeiten die ein- gelieferten Rohrpostbriefe zur Rohrpoststelle zu befördern hatte und ein anderer Beamter, der etwa noch in Frage kommen konnte, als völlig unverdächtig ausscheiden mutzte. Dazu kommt, datz er in seinem Dienstrock eine krummgcbogcue Frauenhutnadcl bei sich trug und als man ihn mit einem von einem Beamten zurechtgemachten Rohrpostbries auf die Probe stellen wollte, ganz nahe daran war, auch mit diesem ungetreu zu verfahren, aber noch im letzten Augenblick davon abließ, da er wohl gemerkt hatte, daß man ihn überführen wollte. Ebenso ist festgestellt worden, datz Winter eines Nachmittags auf kurze Zeil feine Dienststelle verlassen hatte und Unter den Linden gesehen worden war. Als inan ohne sein Wissen seinen Schubkasten öffnete, wurden darin 7 Zigarren in Faltenpapierpackimg der Firma Paul Juhl vorgefunden, die offenbar aus einer der von der Firma Juhl beim Postamt 7 häufiger eingelieferten Feldpostsendungen her- rührten. Da der Angeklagte sämtliche Straftaten bestritt, so war der umfangreiche Beweis nötig. Nach einer cindrucksloseu Verteidigungsrede deS Rechtsanwalts Dr. Schwindt verurteilte das Gericht den Angeklagten zu drei Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. Keine Frühpolizeistunde. Das Kammergerickt hat am Dienstag wiederum aus- gesprochen, daß eine Frühpolizeistundc für Gastwirtschaften unzulässig ist. Verlustlisten. Die Verlustliste Nr. 324 der preußischen Armee ent- hält die Verluste folgender Truppenteile: Infanterie usw.: Garde: 5. Garde-Regiment z. F.; 6. und 7. Earde-Jnfanterie-Regiment; 1. und 2. Garde-Rcserve-Rcgimcnt; 1. Gardc-Ersatz-Regiment ss. 6. Garde�Jnf.-Reg.); 2. Garde-Ersatz- Regiment ss. 7. Garde-Jnf.-Reg.); Garde-Grenadier-Regimcnt Franz; Garde-Jäger- und Garde-Rescrve-Jäger-Bataillon. Grenadier- bzw. Infanterie- bzw. Füsilicr-Rcgimentcr Nr. 3 (f. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 59), 5(s. Feldfliegertruppe), 6 (st Res.-Jnf.-Reg. Nr. 59), 8, 9, 11, 16, 20(f. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 59), LI. 26, 29, 31, 33(st auch Ers.-Jnf.-Rcg. der 41. Jnf.-Div.), 34, 41.(st Ers.-Jnf.-Neg. der 41. Jnf.-Div.), 49, 54, 55, 56, 58, 67, 68. 73. 75, 77. 81, 83. 84, 83, 87, 88, 89, 91, 92, 96, 109 bis einschl. 114, 116, 117, 118, 142, 144, 146, 150(st auch Feldfliegertruppc), 152, 156, 158, 164, 165, 167, 169, 172, 174, 188, 329, 330, 332, 334, 335, 357, 361, 364, 368, 369, 370, 371, 374. Reserve-Infanterie- Regimenter Nr. 1, 5, 7, 10, 11, 12, 13, 20, 24, 29, 31, 39, 48, 53, 57. 59. 67, 68, 71. 77. 81, 82,«3, 84. 86, 87, 91. 109, III, 118, 130, 201, 202, 204, 206, 209, 211, 214, 230, 232, 234, 254, 261, 268, 272. Ersatz-Jnfanterie-Rcgimenter der 41.-Jnfanterie-Division, sowie Regimenter Königsberg Nr. 3 und Runge. Reserve-Ersatz-Jnfanterie- Regiment Nr. 3. Landwehr-Jnfanterie-Regimenter Nr. 2, g, 12, 27. 32, 34. 48. 49, 51. 55, 73, 74. 99, 109, 116, 118, 349. Landwehr- Ersatz-Jnfanterie-Regimenter Nr. 2, 4(st Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 349). Feld-Bataillon Süd aus Thoru(st Ers.-Jnf.-Rcg. Runge). Landwehr-Jnfantcrie-Bataillon Königsberg Nr. 1(st Inf.- Reg. Nr. 374). Brigadc-Ersatz-Bataillonc: Nr. 6(s. Jnf.-Reg. Nr. 357), 79(s. Jnf.-Reg. Nr. 370'. 80 Jnf.-Reg. Nr. 364). Landwehr-Brigade-Ersatz-Bataillon Nr. 9(f. Landw.-Ers.-Jnf.-Neg. Nr. 2). Landstiirm-iJnfantcric-Bataillonc: II und III JÖranhen- buig, II Cassel, II Darmstadt, Dt.-Ärone< st-Ers.-Jns.-RegC Runge j, I Rawrtsch(st Jnf.-Reg. Nr. 329), Schlettstadi, Sprottau. Land- sturm-Jusantcrie-Ersatz-Baiaillon Schwedt a. O. Jäger-Regiinent Nr. 2; Bataillone Nr. 8 und 9; Reserve-Bataillone Nr. 6, 9, 10 (st Jäger-Reg. Sir. 2) und 11. Radfahrer-Kompagnie Nr. 54. Maschinengewehr-Abteilung Diedenhofen; Feld-Maschinengewehr- Züge Nr. 144(s. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 27), 164(j. Landw.-Jnf.- Reg. Nr. 116), 239(s. Landw.°Jns.-Reg. Nr. 32). Kavallerie: Reserve-Husaren Nr. 9; Ulanen Nr. 2(s. Kav.- Reg. Frhr. v. Schlotheim)' und 13; Regiment Frhr. v. Schlotheim; 1. mobile Ersatz-Eskadron des 5. Armeekorps(st Kav.-Reg. Frhr. p. Schlotheim); Ersatz-Abteilung des 21. Armeekorps. Feldartillerie: 1. und 2. Garde-Regiment; Regimenter Nr. 1, 11, 15. 31. 35, 51, 52, 59. 75, 76, 84, 107, 237; Reserve-Regimenter Nr. 36, 49, 50, 61(letztere beiden s. Feldart.-Neg. Nr. 84), 52, 56; Abteilung Nr. 204; 1. Landwehr-Batterie des 14. Armeekorps; Gebirgskanonen-Abteilung Nr. 1. Futzartillerie: Reserve-Regiment Nr. 9(s. Res.-Futzart.-Dat. Nr. 26); Rescrve-Bataillon Nr. 26; Landwehr-Bataillon Nr. 6. Pioniere: Regimenter Nr. 19, 23, 24, 25, 29, 31, 36; Bataillone: il. Nr. 1, l. Nr. 2, I. Nr. 3. II. Nr. 4, I. Nr. 5. I. und II. Nr. 6. I. Nr. 7, I. Nr. 8. I. und II. Nr. 9. I. Nr. 10, I. Nr. 15, I. und II. Nr. 16, I. Nr. 17, I. Nr. 21, II. Nr. 26, III. Sir. 28; Kompagnien Nr. 105, III und 303. Reserve-Kompagnien Nr. 51, 91. 1. Land- lvehr-Kompagnie des 2., 1. des 11, 2. des 15. und 2. des 16. Armee- korps. Slbteilung der 5. Kavallerie-Division. Sturmabteilung. Reserve-Scheinwerserzug Nr. 24. Leichter FestungS-Scheinwerfer- zug Nr. 18. Mittlere Miuenwerfer-Abteiluugen Nr. 145 und 184; Schwere Minemverfer-Abteilungen Nr. 42 und 46. Perke hrStrnppcn: Metzplan-Abteilung des 6. Armeekorps. Feldluftschiffer- und Fcldfliegertruppe. Train: Schwere Proviantkolonne Nr. 6 und Fuhrparkkolonne Nr. 3 des 18. Armeekorps. Reserve-Fuhrparkkolonnen Nr. 67 und 114. Etappen-Fuhrparkkolonne Nr. 2 der Bug-Armee. Feldbäckerei- kolonne Nr. 2 des Gardekorps; Reserve-Bäckereikolonncn Nr. 30 des 25. und Nr. 40 des 40. Reservekorps, sowie Nr. 17. Etappen- Bäckereikolonne der Südarmee und Nr. 5 der Armoeabteilung v. Strantz. Sanitäts-Formationen: Sanitäts-Kompagnie Nr. 1 des 11. Armeekorps; Neserve-Sanitäts-Kompagnien Nr. 50, 57 und 61. Arbeits- und Stratzcubau-Formationen: Arbeits- und Stollen- baukommando der 66. Jnfanterie-Brigade. Stratzenbau-Kompagnie Nr. 4. Der Schluß der bayerischen Verlustliste Nr. 219 meldet Verluste: Landsturm-Jnfanterie-Bataillon, Wcilheim; 4. und 8. Ehevaulegers-Regimcnt; 12., 20., 21. Feldartillerie-Regiment; Rcserve-Feldartillerie-Regimenter Nr. 1, 8, 9, 10; Landwehr-Feld- artilleric-Regimcnt Nr. 6; 1. und 2. Futzartillerie-Regiment; Rescrve-Fnßartlllerie-Regimenter Nr. 1 und 3; Landwehr-Futz- artillerie-Bataillon Nr. 3; 2. Landsturm-Futzartillerie-Bataillon des 1. Armeekorps; Pionier-Regiment; 1. Pionier-Bataillon, 2. Pionier-Bataillon, 3. Pionier-Bataillon; Divisions-Brückentrain Nr. 1; Rcserve-Pionier-Bataillone Nr. 2, 3; 2. Landsturm-Pionicr- Kompagnie des 1. Armeekorps; Reserve-Artillerie-Munitions- Kolonne Nr. 11 der Staffel 19; Berichtigungen früherer Verlust- listen. Tie württembergische Verlustliste Nr. 260 veröffentlicht Verluste: Ersatz-Jnsanterie-Regiment Nr. 52; Grenadier- und Land- Wehr-Jnfanteric-Regiment Nr. 119; Infanterie- und Landwehr- Regiment Nr. 120; Jnfanterie-Regiment Nr. 121; Landwehr- Jnfanterie-Rcgimenter Nr. 123, 124, 125, 126; Reserve-Jnfanterie- Regimenter Nr. 246, 247; Landsturm-Jnfanterie-Bataillon Nr. 1, Ulm; 2. Reserve-Pionier-Kompagnie; Fernsprech-Abteilung Nr. 13; Artillerie-Munitions-Kolonne Nr. 2; weiterc Verluste; Verluste durch Krankheiten; Berichtigungen früherer Verlustlisten. Deutsche« Theater. Direktion; Max Reinhardt. 7 Uhr: Faust. II. Sonntag: Faust. II. Kammersplele. 8 Uhr: Der Welbatenfel. Sonntag: Der Weibsteufcl. Volksbühne. Theater a. BUlowpl. S'/�ühr: Die Räuber. Sonntag; Die Räuber. URANIA ,ra48er9.tr 1 Uhr(halbe Preise); Ad den Grenzen von SUdtirol und Italien. 8 Uhr: Von den Karpathen bis BrestsLitowsk. Theater für Sonnabend, 11. September. Berliner Theater & uhr. Extrablätter. 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Zu der neuen Verordnung über den Verkauf von Branntwein wird von sachverständiger Seite folgendes mitgeteilt: Wohl selten hat eine behördliche Verfügung soviel Verwirrung und Mißver- ständnisse in den beteiligten Kreisen hervorgerufen wie gerade diese neuen Bestimmungen über den Verkauf von Branntwein. Likören usw. Sie enthält gewisse Schärfen und Unklarheiten, die dringend einer Klärung von amtlicher Stelle bedürfen. In dem§ 1 zu o) ist zum Beispiel der Verkauf von Branntwein usw. in Wirtschaften mit „weiblicher Bedienung" verboten. Diese Bestimmung allein würde den Ruin vieler als tapfere Soldaten im Felde stehender Gast- und Schankwirte verursachen, denn in vielen taufenden, speziell kleineren Lokalen ist die Ehefrau des im Felde stehenden Gastwirts gezwungen, um ihren Verpflichtungen dem Hauswirt gegen- über nachzukommen, das Geschäft allein fortzuführen, das heißt die Gäste selbst zu bedienen. Sie dürfte also dem- nach keinen Branntwein oder Likör ausschenken. Feder Kenner der Verhältnisse weiß aber nun, daß bei den heutigen hohen Bierpreisen in Verbindung mit dem verringerten Quantum der Verdienst aus dem Bierausschank so gering ist, daß damit allein ein Lokal nicht fortgeführt werden kann. Die Folge würde sein, daß viele alleinstehende Gastwirtskriegerstauen ihr Lokal schließen müßten, die Hauswirte keine Miete erhalten und ihren Hypotheken- pflichten nicht nachkommen können. Hinzu kommt, daß viele große gutbürgerliche Lokale, wie RatSkeller-Charlottenburg,„Rheingold", „Heidelberger", Opernhaus-Restaurant in Charlottenburg, infolge des Kellnersmangels gezwungen waren, weibliche Kräfte einzustellen, Auch diesen wäre dadurch ein zur Austechterhaltung deS Bc- triebes notwendiger Verdienst glatt abgeschnitten. ES stagt sich danach, ob eS sich nicht vielleicht empfehlen würde, die mit den örtlichen Verhältnissen genau vertrauten einzelnen Polizeireviere mit der Befugnis zu versehen, Ausnahmen von der Vorschrift des Z lo zu gestatten uud zwar in Fällen, wo der Mann im Kriege ist oder bei Lokalen, die von vornherein über den Ver- dacht erhaben sind, sogenannte Animier- oder Kellnerinnenkneipen zu sein, welche jene Verordnung doch offenbar nur treffen sollt«. Auch der Z 2, nach welchem Branntwein„nur gegen bare Bezahlung und zum Genuß an Ort und Stelle" ver- absolgt werden darf, enthält gewisse Unklarheiten und Schärfen, welche die verordnende Behörde offenbar gar nicht beabsichtigt hat. Da nach§ 4 der Kleinhandel mit Branntwein denselben Beschrän« kungen wie der Ausschank nach§ 1 unterworfen ist, so wäre der Verkauf einer Flasche Medac Cordial bei der Firma F. W. Borchardt von dem Augenblick an strafbar, wenn diese Firma mangels männlichen Personals gezwungen wäre, eine Verkäuferin anzustellen. Zu höchst humorvollen nächtlichen Szenen könnte auch die weitere Bestimmung des§ 4 führen, nach welchem die Abgabe von Brannt« wein zu Heilzwecken durch die Apotheken zulässig ist und nicht der Verordnung unterliegt. Da der Alkohol nach einem bekannten Wort zwar„ein schönes Gift" ist, aber immerhin nicht so gefährlich ist, daß er der Verordnung über den Verkehr mit Bisten unterliegt, also ohne besonderes ärztliches Attest von den Apo- theken verabfolgt werden kann, so ist die Möglichkeit gegeben, daß viele Leute, die ein um 10 Uhr genosienes fettes Eisbein ohne den gewohnten„Korn" nicht verdauen können, oder Leute, die„herz- krank" und des geliebten Alkohols als„Herzanregungsmittel" be- dürftig sein wollen, einen Sturm auf die Nachtglocken der Apotheken unternehmen und einen Schnaps als„Heilmittel" verlangen. Es wäre im Interesse der beteiligten Gewerbetreibenden steudig zu begrüßen, wenn so bald als möglich von amtlicher Stelle ein Kommentar zu jener Verordnung geliefert würde, schon mit Rücksicht auf die neue Bestimmung über die Entlastung der Gerichte, da durch eine mißverständlich« Auffassung jener Verordnung durch die unteren Polizeiorgane eine kolossale Ueberlastung der Amtsanwaltschaften und Gerichte eintreten könnte." Zu dieser Auslaffung sei bemerkt, daß Lokale, in denen stüher Kellner beschäftigt waren und weibliche Ersatzkräfte herangezogen worden sind, nicht unter die Verordnung fallen. Dasselbe dürste auch auf die Lokale zutreffen, in denen die Frauen der«ingezogenen Kriegsteilnehmer die Winschaft führen. Allerdings muß in diesem Sinne die Verordnung deklariert werden. Notwendig ist auch eine Erläuterung über den Branntweinverkauf im Kleinhandel, der nicht in Gastwirtschaften ausgeübt wird. Luch hier herrscht die größte Unklarheit. » In Sachen der Branntweinverordnung des Berliner Polizei- Präsidiums hat gestern vormittag eine Besprechung des Dezernenten Regierungsrats Dr. Lehmann mit den Vertretern der hiesigen Gastwirlsorganisationen. den Herren Ringel, Strauß, Ebe- ling und Litfin. stattgefunden, da bei der Auslegung der Verordnung mehrfache Zweifel entstanden und Irrtümer unter- laufen sind. Es wurde festgestellt, daß diejenigen Schankwirte, die die volle Konzession besitzen, berechtigt sind, nach wie vor Trink- branntwein in Flaschen in der Zeit, wie sie in der Verordnung fest- gesetzt wurde, zu verkaufen. Die Bestimmung über die Lokale mit weiblicher Bedienung ist so auszulegen, daß die Schankwirte, welche bisher nur Kellnerinnen beschäftigten, überhaupt keinen Trink- branntwein verkaufen dürfen, daß aber die Schankwirte. die den Mangel an Kellnern durch Einstellung Weib- lichen Personals ausgleichen mußten, auch weiterhin zum Verkauf von Trinkbranntwein wie die anderen Gastwirte berechtigt find. Um eine gleichmäßige Anwendung der Verordnung zu gewährleisten. haben die Polizeireviere entsprechende Instruktion erhalten. Eine Milderung der Verordnung, wie sie von den Gastwirten erbeten wurde, ist, wie Dr. Lehmann sagte, ausgeschlossen, da sie die Auf- Hebung des Bundesratsbeschlusses voraussetzen würde. Da sich infolge der lieseinschneidenden Verordnung des GastwirlSgcwerbeS eine große Erregung bemächtigt hat, so wollen die Vertteter des Gewerbes demnächst weitere Schritte unternehmen. Neue Musterungen. Durch Säulenanschläge in Großberlin wurde gestern folgende? bekanntgemacht: „Tie im wehrpflichtigen Mter befindlichen ehemaligen Personen des Beurlaubtenstandes, die bisher als dauernd garnison- dienstuntauglich bezeichnet waren, werden hierdurch auf- gefordert, sich bis zum 16. September ms bei ihrer Kontrollstelle (Bezirkskommando, Melde-Amt, Bezirksfeldwebel) zu melden. Bon diesem Aufruf werden alle am 3. September 1370 und später Ge- borenen betroffen." Zum Raubmord in Weißensee. Die Spur, den Mörder der Martha Klauß in Weißensee zu ermitteln, die mit dem Erscheinen des Fahrgastes mit der blauen Brille in der Nähe des Tatortes in Zusammenhang stand, hat sich als falsch erwiesen. Der Mann mit der blauen Brille hat sich der Kriminalpolizei selbst gestellt und ist bereits vernommen worden. Es handelt sich um einen Kaufmaim M. aus der Franzstraße in Berlin, der an dem fraglichen Abend nach Weißensee fuhr, um einen in einer Fabrik tätigen Freund zu besuchen. Vor dieser Fabrik ließ M. das Auto halten. Da M. die blaue Brille abge- nommen hatte, als er aus dem Gefährt ausstteg, konnte der Freund nicht annehmen, daß der Besucher mit dem Brille tragenden Fahrgast identisch sei. Da diese Spur eine harmlose Aufklärung gefunden und Herr M. als Täter natürlich nicht in Betracht kommt, so scheint die Untersuchung auf einem toten Punkt angelangt zu sein. Ebenso- wenig verspricht die Verhaftung eines SittlichkeitsvepbrecherS in Berlin für die Klaußfche Mordaffäre in Betracht zu kommen. Bei der Haussuchung, die in der Wohnung des Verhafteten borge- nommen wurde, fand man allerdings unter dem Kopfkissen einen Dolch. Es muß noch untersucht werden, ob die Waffe in die Stich- wunden der Ermordeten, Fräulein Klauß, hineinpaßt, doch ist kaum anzunehmen, daß der Mörder ein derartiges Instrument in seiner Wohnung unter dem Kopfkissen aufbewahrt haben würde. Zu dem Liebesdrama im Walde Tegelort— Foersfelde wird noch gemeldet, daß der 48jährige Tischler Burwitz aus Berlin, der seine Geliebte, die 24jährige Ehefrau Witttin aus Lichtenberg, erschoß und sich dann selbst durch einen Schuß in den Kopf eine tödliche Verletzung beibrachte, im Verbandskrankenhaus in Reinickendorf gestorben ist. Eine Erleichterung für den Bricfmarkenhandel. Anfang August war eine den Briesmarkenhandel sehr erschwerende Verfügung des Oberkommandos erlassen worden. Diese wird jetzt wesentlich ein- geschränkt durch folgenden neuen Erlaß: „Das am 2. August 1916 von mir erlassene Verbot über An- kündigungen über den Verkauf, Tausch oder sonstigen Vertrieb von Postwertzeichen und WohltätigkeitSmarken feindlicher Länder schränke ich hiermit dahin ein, daß das Verbot sich nur auf solche Postwertzeichen und Wohltätigkeitsmarken erstreckt, die seit Be- ginn des Krieges vom feindlichen Ausland ausgegeben sind und noch ausgegeben werden. Der Oberbefehlshaber in den Marken. v. Kessel, Generaloberst." Die Diebin in Schwesterntracht. In einem hiesigen Lazarett ist eine Diebin in Schwesterntracht aufgetreten, die unter Vorzeigung eine» Freifahrscheines auf den Namen der Schwester Edith Plaß oder ähnlich, den sie gefunden haben will, sich Zutritt zu den Schwesternzimmern verschafft, um angeblich die Verliererin zu er- Mitteln; bei dieser Gelegenheit stiehlt sie. Sie ist etwa 20 bis 26 Fahre alt, von kleiner Statur, hat volles Gesicht, gesunde Farbe und trug blaugestreifte Schwesternttachl, schwarzen Mantel und schwarze Haube. Handelsschule» für Mädchen. Die von der Korporation der Kaufmannschaft von Berlin unterhaltenen Handelsschulen für Mädchen in der Sophienschule, Weinmeisterstr. 16/17, in der Dorotheenschule, Wilhelmshavener Str. 2/6 und in Schöneberg, Feurigstr. 87, be- ginnen das Winterhalbjahr am Donnerstag, den 7. Oktober. Die Aufnahme findet am Mittwoch, den 6. Oktober, nachmittags 3 Uhr, in Schöneberg vormittags 9 Uhr statt. Der Besuch der Handels- schulen befreit vom dreijährigen Pflichtschulbesuch. Von der Volks- schule entlassene junge Mädchen haben Gelegenheit neben den eigent- lichen kaufmännischen Fächern, wie Handelskunde, Korrespondenz, Buchführung, in den Kursen der angegliederten Fortbildungsschule fremde Sprachen, Stenographie, kaufmännisches Schreiben und Maschinenschreiben zu erlernen. Eine höhere Handelsabteilung (Seletta) nimmt diejenigen auf, welche eine höhere Mädchenschule mit Erfolg absolviert haben. Aus dem Landwchrkanal gelandet wurde gestern mittag unter- halb der Freiarchenbrücke die Leiche einer Frau, die ihrem Aeußern nach Wohl dem Arbeiterstande angehört hat. Es ist vielleicht die Unbekannte, die in der Nacht vorher vom Gartenufer in den Kanal sprang und gleich unterging. Die Tote ist etwa 35— 40 Fahre alt, mittelgroß und untersetzt, hat dunkelblondes Haar und trug u. a. emen dunkelblauen Rock und große unechte Brillantohrringe. Hecrwurm und Krieg! Die merkwürdige Naturerscheinung des „Heerwurms" wird bekanntlich durch den herdenweisen Auszug winziger Fliegenmaden(Heerwurm-Traucrmücke) hervorgerufen. Diese Made lebt im Waldboden und verläßt ihn, wenn er zu trocken oder zu feucht wird. Im Wirtschaftsleben der Mutter Natur be- währt sie sich durch das Vertilgen abgefallener Blätter als HumuS» bildner. Verpuppt und wieder ausgeschlüpft ist aus der Made eine schwarze, zierliche, harmlose Mücke geworden, die ihre drei Lebens- tage hindurch nur an Liebe und Eiablage denkt. Trotz der unbe- dingten Friedlichkeit dieses Insekts in ollen Lebenslagen hat der Aberglaube dem Heerwurm seit alters militaristische Sehergabe an- gehängt. Läuft einem Schäfer oder Jäger ein geschlossener Zug über den Weg. so bedeutet es Krieg, Mißernte oder Pestilenz. Manchmal trifft es ein— manchmal nicht. Diesmal traf es ein: ein freundlicher Leser macht uns darauf aufmerksam, daß im Herbst 1913 im Berliner Aquarium für wenige Tage ein eben in der Mark eingefangener„Heerwurm" ausgestellt war und daß ein Jahr später der Weltkrieg ausbrach. Na also! Die Beerdigung der Genossin Ohm, die durch ein tragisches Geschick ihr junges Leben verlor, findet heute nachmittag S'/s Uhr auf dem Zenttalsriedhofe in Friedrichsfelde statt. Gefunden. In der Reuterstraße ist ein kleines Portemonnaie mit Inhalt gefunden worden. Der�Verlierer kann sich melden bei Kamenz, Falckensteinstr. 17, Seitenflügel Hl, bis vormittags 10 Uhr. öen Gemeinden. Zur Tpandauer Wohnungsnot! Die Spandauer Stadtverordneten hatten sich in ihrer Sitzung am Donnerstag mit zwei Vorlagen betr. Linderung der Wohnungs- not zu beschäftigen. Der Magistrat beantragte Ueberlassung von Gelände an die Waldsiedelung A.-G. zum sofortigen Bau von kleinen Wobnungen und Hergabe einer Hypothek von 1 Million Mark zu 3 Proz. Zinsen und 1 Proz. Tilgung an dieselbe Gesellschaft. Der Wöhnungsausschuß empfahl Hergäbe einer Hypothek bis zu 1 Million Mark bei 4 Proz. Zinsen und 1 Proz. Tilgung, sowie Hergabe des erforderlichen Geländes zum Preise von 4,60 M. für den Quadratmeter. Die Stadt soll ferner der Waldsiedelung A.-G. für die durch den Krieg erhöhten Bebauungskosten Entschädigung leisten. Genosse Pieck begrüßte die Vorlage wegen der in Spandan herrschenden Wohnungsnot, fand aber, daß die Wohnungen für den Arbeiter in der Waldsiedelung viel zu teuer seien, betrage doch die niedrigste Miete 36 M., steigend bis zu 66 M. monatlich. Der städtische Arbeiter mit einem Durchschnittseinkommen von 1600 M. lönne bei den heutigen teueren Lebensmittelpreisen 420 bis 660 M. für eine Wohnung nicht aufwenden. Die Waldsiedelung kötttte daher nur für Angehörige des Mittelstandes in Betracht kommen. Redner stellte dann den Antrag, der Waldsiedelung aufzugeben, Wohnungen zum Preise von 16, 20, 26 und 30 M. zu bauen. Angenommeit wurde die Magistratsvorlage mit einem Zusatzantrag, für den auch die Hälfte der liberalen Fraktion stimmte, wonach der einmalige Zu- schuß 194 000 M. nicht übersteigen darf. Der Antrag des Genossen Pieck wurde der Waldsiedelungs-A.-G. zur Erwägung überwiesen. Gleichfalls genehmigt wurde die 2. Vorlage zur Aufnahme einer Anleihe von 2 Millionen Mark. Um die private Bautätigkeit zu heben, sollen aus dieser Anleihe Hypotheken zu niedrigen Zinssätzen auf Wohnhäuser mit 1-, 2- und 3-Zimmerwohnungen, die bis zum 1. Oktober 1916 bezugsfertig hergestellt werden, gewährt werden. Eine längere Debatte entwickelte sich bei der Anlegung der Rieselfelder auf dem städtischen Gut Wansdorf. Da die bisherige Rieselanlage den gestellten Anforderungen bei weitem nicht mehr genüge, so wurde dem Vorschlage zugestimmt. Durch Kenntnisnahme erledigt wurde eine Vorlage deS Magistrats, wonach die Kinderwagensteuer, über die schon so viel ge- spöttelt worden ist und die seit 1891 besteht, zum 1. April 1916 aufgehoben wird._ Jahresabschluß der Gemeinde Reinickendorf. Mit erheblichen Fehlbeträgen schließt Reitticken- darf, wie der Gemeindevorstand in der letzten Gemeindevertreter- sitzung mitteilte, sein Etatsjahr 1914/18 ab. Der Ausfall an Steuern allein beträgt 290 003,54 M. Es partizipieren hieran alle Steuer- quellen. Am größten ist der Ausfall bei der Grundstücksumsatzsteuer mit 112 661,43 M., der Grundwertsteuer mit 36 668,37 M. und der Gewerbesteuer mit 37 678,11 M., aber auch die Gemeindeeinkommen- steuer erbrachte einen Minderertrag von 69 066,03 M. In- folge Ersparnissen in einzelnen Verwaltungen sinkt der rech- nerische Fehlbetrag auf 237 008,64 M. Er soll durch eine Anleihe gedeckt werden. Die Einnahmen weisen, wie aus dem ersten Quartalsabschluß des neuen Etatsjahres ersichtlich, in diesem eine erneute sinkende Tendenz auf.— Die Gemeinde- Vertretung beschloß zur Sicherung des kommunalen Wahlrechts der Kriegsteilnehmer und zur Entlastung der Beamten von der Neuaufstellung der kommunalen Wählerliste pro 1916 abzusehen. Das vom Gemeindevorstand vorgelegte Statut des Miets- und Hypothekeneinigungsamtes sowie die neue Schulordnung für die höheren Schulen fanden mit. einigen Aenderungen die Zustimmung der Vertretung. Zum Vorsitzenden des Miets- und Hypothekeneinigungs- amtes wurde der Rechtsanwalt P i n k u S gewählt. Zu lebhafteren Auseinandersetzungen zwischen der sozialdemokratischen und Mitgliedern der bürgerlichen Fraktion führte der Antrag des Gemeindevorstandes auf Errichtung eines kommunalen Ar- beitsnachweises in Gemeinschaft mit den Gemeinden Tegel, Wittenau und Rosenthal. Als einige Vertreter der Großindustrie ihre Gegnerschaft gegen jede paritätische Regelung des Arbeits- Marktes hinter allerlei formale Bedenken und die Kostenstage ver- stecken wollten, zogen unsere Genossen ihnen diese Larve vom Ge- ficht, erreichten aber leider nicht, daß die Vorlage angenommen, son- dern vertagt wurde. Zu weiteren energischen Diskussionen führte der Antrag der bürgerlichen Fraktion, der den Ge- meindevorstand zwingen will, die Verlegung einer Garnison nach Reinickendorf zu betreiben. Als der Gemeindevorstand erklärte, der Heeresverwaltung keine Unterkunstsräume für die neue Garnison anbieten zu können, erscholl es gleich im Chorus:„Die Volksschulen." Der Gemeinde- vorstand und unsere Genossen erwiderten sofort, daß diese ja schon überfüllt, in einzelnen Klassen schon mit über 70 Schülern besetzt seien. Dabei ist infolge Lehrermangels der Unterricht schon auf drei Stunden täglich gekürzt und bis in die Abendstunden ausgedehnt worden. Vom Gemeindevorstand verlangten unsere Genossen, daß er äußersten Falls nur das sowieso halbleerstehende Gymnasium in Aussicht nehme.___ Mus aller Welt. Erdbebenkatastrophe in Mittelamerika. Wie die„Frankfurter Ztg." meldet, hat nach einer Reuter- Meldung aus New Jork ein heftiges Erdbeben San S a I- v a d o r und Guatemala heimgesucht. Die Stadt Jutigalpa in Guatemala wurde z e r st ö r t. Die Kirchen in Santa Ana, Sonsonate und anderen Städten und Dörfern in Salt Salvador sind vom Erdboden verschwunden. Raubmord. In Bahn bei Pyritz wurde Dienstag nachmittag die 60 Jahre alte Händlerin Hirschberg mit durchschnittener Kehle in ihrem Laden aufgefunden. Sämtliche Behältnisse im Laden waren durchwühlt. Im Verdacht der Täterschaft stehen russische Schnitter, die am selben Nachmittag im Laden gesehen worden waren. Ein betrügerischer Schuhlicferant in Italien verhaftet. „Corriere della Sera" meldet aus Florenz die Verhaftung eines Armeelieferanten, der, wie die Untersuchung bis jetzt ergeben hat, 1 600 Paar Schuhe mit Pappsohlen geliefert hat. Neuer Flttgrckord. Wie aus Paris gemeldet wird, schlug der Schweizer Flieger AudemarS am Mittwoch den von Legagneux mit 6210 Meter innegehaltenen Höhenweltrekord. Aude- mars hat eine Höhe von 6 600 Meter erreicht; er mußte wegen Kälte umkehren._ parteiveranftaltungen. Pankow. Dienstag, den 14. d. M., abends S'/j Uhr, bei Meißner, Schloßstr. 2: Außerordentliche Mitgtjcderversammlung. Tagesordnung: Unsere Spedition, Die Genossen von Niedcrschönhaujen und Buch- holz sind hiermit eingeladen. Mitgliedsbuch legitimiert. Jugenüveranftaltungen. Schöneberg. Sonntag, den 12. September, abends 6H', Uhr, findet bei Henkel, Meininger Str. 8, ein Vortrag über:„Die Romantik des See- mannslebenS", statt. Paiikow-Niederschöiihnuscn. Die angesetzte Fabrt nach Bernau findet nicht statt. Statt dessen Besuch der Schönwalder Kollegen. Treff- Punkt wie angesetzt Sonmaonachmiitag 2 Uhr: Jugendheim. Fahrt bis Buch, von dort Wanderung nach Schönwalde. Das Jugendheim bleibt an diesem Tage geschlossen. Lichtenrade. Sonntag, den 12. September, abends 6 Uhr, bei Kohl- schreibcr, Berliner Str. 13: Vortrag: Das Jahr 1848. Von 4 Uhr ab: Uebungsstunde der Mandolinenspieler. Freireligiöse Gemeinde. Am Sonntag, den 12. Septbr., vormittags 9 Uhr, Pappel-Allee 15—17; Neukölln,„Jdealpassage"; Tegel, Bahnhosstraße 15, und Lber-Schönewcide, Klarastr. 2: Freireligiöse Vorlesung. — Vormittags 11 Uhr, Kleine Franksuttcr Stt. 6: Vortrag des Herrn Dr. C. Schmidt:„Kirchen und Selten".— Damen und Herren als Gäste willkommen. Leseklub Bildung(Blinden- Vereinigung.) Lescabend für Blinde jeden Dienstag von 5—8 bei Heintze, Berlin, Annenstr. 1. Zur Vorlesung gelangen Werke wissenschastlichen, krilischcn und schöngeistigen Inhalts, Schicksals- und Gefinnungsgenossen und Genossinnen sind herzlich will- kommen. Sehende können der Vereinigung als unterstützende Mitglieder angehören. Später Erblindete finden Gelegenheit, die Blindenschrift zu er» lernen. Nähere Auskunft erleilt A. Mendt, Berlin, Miejenstr. 36, Geschäftliche Mitteilungen. Tie Firma Hermann Tlotawsk», Söhne, Landsber-zer Str. 93 und Schererstr 7 gibt in ihrem heutigen Inserat den Verkauf von billigen Lebensmitteln bekannt Im Interesse der ZKinderbemiüellcn und um Riedervcrtäuscr audzuschlietzen, sollen jedoch nur kleine Quanlitäten abgegeben werden. Eingegangene Druckschristen. ?leur Welt-Kalendcr. Ter in seinem vierzigsten Jahrgange vor- liegende„Neue Welt-fiulender" für das Jahr 1316(Hamburger Vuchdruckcrei und Verlagsanstalt Auer k, Go. in Hamburg) enthält unter anderm: Kalcndarium— Beachtenswerte Adressen— StalisujchcS— Rückblick— Messen und Märkte— Im Kreislauf des Jahres— Unsere Toten(mit Porträts)— Nachdenkliches— Spinn-Jule, Erzählung von Ernst Preczang (mit Jlliistrationcn)— ilors inipcrator, Gedicht von Richard Wagner— Herbstjammer, Gedicht von Leo Heller— Keschohwirkung und Vcrwundeten- veisorgung im modernen Kriege, von Kurt Biging(mit Jllustralioneii)— Lebcnsworte— Kunstdenkmäler auf dem westlichen Kriegsschauplatz, von Wilhelm Hauseuslein(mit Illustrationen)— Rosen, Gedicht von Paul Kerstcn— In Rot erstarkt! Gedicht von Klara Bohm-Schuch— Sein Ur- laub, Erzählung von E. Feldmann(init Illustrationen)— Das Erdbeben in den Abruzzen, von Oda Olbcrg(mit Illustrationen)— Mein Freund, Gedicht von Karl Pctersson— Wie der Blinde gewöhnliche Druckschrift lesen kann, von Felix Linke(mit Abbildungen)— Frauen im Kriege einst und jetzt, von Anna Blos(mit Illustration)— Stille«stadt, Gedicht von Ludwig Lessen— Unser farbiges Bild— SonntagSlicbe, eine Geschichte von Paul Jlg(mit Illustrationen)— Allerlei Wahrheiten— Jean Jaurös j-(mit Porträt)— Rechtsansprüche der Kricgsinvalidcn. Witwen und Kriegswaiscn, von Ernst Däumig— Kriegswörter— Fliegende Blätter— Kriegsschnurren — Für unsere Rätsellöser— Die Grotzeinkaussgelellschast deutscher Konsum- vereine(mit Abbildungen)— Hierzu vier Bilder: Der Krieg— In der Küche— Nach kurzer Rast— Der Flüchtekranz— Außerdem ein Vier- sarbendruck aus Kunstdruckpapier: Beim Ausladen— Ein Wandkalender.. Driefkaften üer Redaktion. Die luristischi Sprechstunde sindet für Abonnenten Lindcnstr. Z, IV. Hos rechts, parterre, ain Monlaz bis Freitag von 4 bis 7 Upr, am Sonnabend von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den B r i e s l a st e n bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizusügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt Anfragen, denen leine Aoonnemenisauitrung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Svrechstunde vor. Bcrirägc, Schriststiicke und dcrglcichen bringe man in die Sprechstunde mit I. 2. 35. Das Gesetz gilt für alle, auch für die im Kriege Aus- emuslerten.— Emma 18. Der Mann hastet nicht für die früheren Schulden der Ehefrau. Da eine Schenkung borliegt, sind Sie auch zur Zahlung nicht verpflichtet.— E. I. 35. Darüber eiitjcheidet der Militär- arzt.— U. 18. Nervenkrank; dienstuntauglich. Sie können aber noch- mals gemustert werden. Wann diese Nackmlliterilng erfolgt, bestimmt die Militärbehörde.— P. 6). 14a. Die Rente beträgt bei völliger Erwerbs- Unfähigkeit nicht den tatsächlichen Arbeiisverdienst, sondern nur zwei Drittel desselben.— W. M. 44. Nein.— 2. W. 77. Ja. A. B. 3. 1. Bei Wegzug irnch einer andern Gemeinde gehen Sie der kommunalen Unterstützung verlustig, es wird Ihnen dann nur die staatliche Unicrstützung gezahlt. 2. Der Hauswirt kann die pfändbaren Sachen für die Mielsschuld einbchalten. 3."Erledigt sich durch die Antwort zu 1.— B. Z. Äii. 1. Ein Licserungsvertrag ist zustande gekommen. Sie können aus Erfüllung des Vertrages bestehen. Stellen Sie dem Lieseranten eine angemessene Frist zur Lieferung. 2. Auch die während des Krieges Aus- gcmusterlen könneii nachgemustert werden.— E. St. 33. Nur wenn das Leben der Schwangeren gefährdet ist.— F. St. Gegen den abweisenden Beschluß müßte Beschwerde eingelegt werden. DaS würde am besten doch durch den jetzigen Verteidiger Ihres Sohnes geschehen.— W—Y. Gcburts- nrtunden. Unterstützung ivird vom Tage der Trauung an gezahlt.— Königshütte O./2chl. Das Gesetz schreibt für den Bezug der Unter- stützung Bedürftigkeit vor. Sie ist in diesem Falle verneint worden. — I. ,'{• Innerhalb zwei Jähren 20 Beilragsmarken. Sie iönnen die niedrigste Klasse kleben.— H. K. 100. Ja.— Grete 17. 1. Ihre Frage erledigt sich durch die jetzt erfolgte öffentliche Betannimachung. 2. Nachmusterung kann erfolgen.— W. W. 00. 1. Die Zeichen haben keine Bedeutung. 2. Nein.— 31. T. 75. Sie müssen sich an den Haus- wirk wenden mit dem Ersuchen, für Ordnung im Hause zu sorgen."Ten Vertrag können Sie deshalb ohne weiteres nicht lösen.— H. L. 37. Nein. — A, F. G. 1014. 1. Ja. 2. Wegen Dicnstunbrauchbarkeit ausgemustert, — K. 00. Ihr Mann taun jetzt nachgemustert werden.— 31. B. 1. Ja. — T. H. 48. Sie können einen solchen'Antrag bei der Landesvcrsichernngs- anstalt stellen.— H. 3t. 108. Nach Verletzungen oder Krankheiten zurückgebliebene Schwäche eines größeren Gliedes; zurückgestellt.— 31. M. 63. Krankheiten des'Auges; iandsturmbflichlig.— K. H. 7. Ja. — W. 1004. Wenn der Hauswirt aus Ihre Aufforderung den Mangel nicht abstellt, würde eine Klage aus Lösung des Vertrages Erfolg haben. Bevor durch gerichtliches Urteil der Vertrag aber nicht gelöst ist, bat der Hauswirt das Psandrecht an den Sachen.— Jost. 2t. 30. Krampf- aderngeflechte; iandsiurmpflichtig.— Z. 143. Die Kasse ist zu weiteren Leistungen an Sie nicht verpslichtet.— W. B. 7. Das Photographieren von Brücken, Kasernen usw. ist jetzt verboten.— I. 31. 103. Ihr Mann ist nicht mehr militärpflichtig.— Neffler. Sie sind wegen Herzkrankheit iür dienstuntauglich erklärt, können aber nochmals gemustert' werden.— C. P. 45. Ja.— W. 8. 1. 10 Wochen im Quartal. 2. An den Vorsitzenden der Emkommensteuer-Veranlagungskommission. 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W'alilkrei«,: St. Fritz. Prinzenstr. 31, Hos rechts pari. Geöffnet von 1 t—Vj, und von 41/,— 7 Uhr. 4. W ahlkreis: D ffen: Robert W en g eis. Markusstr. 36. Geöffnet ron 9—2 und von 4—7 Uhr.— Karl Melle, Petersburgerplatz 4 lLaden). Geöffnet von 9—2 und von 4—7 Uhr. 4. Wahlkreis, Südosten; Paul Böhm, Lausitzerplatz 14/15. Geöffnet von 3— 2 und von 4— 7 Uhr. 5. Wnlilkrcis: Leo Zucht. Jmmanuelkirchsir. 12(Hos). Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. C. Wahlkreis(inoabit): Solomon Joseph, Wilhelmshavcnei Straße 48. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. W edding: J. Hönisch, Müllerstr. 34a Ecke Utrcchter Str.. Laden Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr. Itosonthalcr und Oranienbnrger 1. orstadt: A. Wolgast Wattstraße 9. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. Gesundbrnnnen: Fischer, Bastianstr. 6,~abcn. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr..., Schönhauser Vorstadt: Karl MarS, Greisenhagener Str. 22. Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr.. Adlershof: Karl Schwarzloje, BiSmarckstr. 23. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 8 Uhr abends. Alt-Glienieke.Falkenbcrg: Wilhelm Dürre. Köpenicker Str. 6. Baumsehnlentveg: H. Hornig, Marienthaler Str. 13, 1. Uernan, Ktintgental, Zepernick. Schünow, Schön brück und Buch: Heinrich B r o s e, Mühlenstr. 5. Laden. Bohnsdorf: Paul Geujch, BoHnsdors, GenoffenschastShaus» .Paradies-, t.'hnriottenhnrg: Gustav Slbarnbirg, Sescnheimer Str. 1. Gc< öffnet von 9— 2 und von 4—7 Uhr. Eichwalde, Schmöckwitz: Oskar Mab l c, Bismarckstr. 4. Erkner,>'cu-Zittau: A. S ch i m a n s k i, Viktoriastr. 3. Eredersdorf-Betershagen, Eggersdorf: Usjenwasser, PelersHagcn. Ericdenan, Steglitz, Südende, Grt.S- Eichterfeldc, Lankwitz: H. B e r n! e e, Alsenstr. 5 in Steglitz. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Eriedriehshagen, Eichtcnan, Bahnsdorf, Schöneiche, Kl.-Schönebeck; Ernst Werkmann, Friedrichshagen, Köpe» nicker Straße 18. Grüna«: Franz Klein, Friedrichstr. 10. dohannisthal, Rudow; Max G o n s ch n r, Parkstr. 23 Karlshorst: Hermann Bi Iking, Dönboffstr. 28. Königs-W nsterliausen, W ildau, Xiederlehrae: Friedrich B a u ui a n n, Luckenwalder Straße 5. Köpenick: Emil W ißler, Kietzerftr. 6, Laden. Geöffnet von morgens 7 Uhr bis abends 8 Uhr. Eiehtenherg 4, E'ricdrichsfeide, Hohenschönhausen: Otto S ei kel, Warteiibergsttaße 1(Laden). Geöffnet von 8'/,— 2 und von 4'/,— 7 Uhr. Liehtenherg II, Kummelsbnrg. Stralau: A. R o l e n. kränz,'Atl-Boxhagen 56. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Bahisdorf, Kaulsdorf, Blesdorl: P. Heßberg, Kanls- dorf, Ferdinandstraße 17. Zluricudorf: August Leip. Ehausieestr. 29.� Huricufeidc: Emil Weinert, Berliner Str. 114 IL Xeuenhageu, Hoppegarten: Gustav Ber gm ann, Königsallee Ecke Gartenstraße. Xeukölin: M. Heinrich. Neckarstr. 2, im Laden. Geöffnet oon 9— 2 und von 4—7 Uhr; Neukölln. Britz: Rohr, Siegfried jtraße 28/29. Geöffnet von 9— 2 und von 4— 7 Uhr. Viedcr-Schöncwcide: Wilhelm Unruh, Brückenstr. 16. II. Xowawes: Karl Krähnberg, Friedrich kirchplatz 27. Oher-Sehöueweide: Alfred B a o e r, Wilhelminenhosstr. 17, Laden. Geöffnet oon 7 Uhr morgens bis 3 Uhr abends. Bankow. Xiedcrschönhausen, Xordend. Frz.-Bnch- holz, Blankenburg: R i ß m ann, Mühlenstr. 36. Geöffnet von 11—1'/, und von 4'/,— 7 Uhr. Beiniekendorf- Ost. Wilhclinsruh und Schönholz P. G u r i ch, Provinzstr. 56, Laden. Geöffnet v. 11— 1'/, 4"/,— 7 Uhr Schenkendort b. Königs-Wusterhausen: Ehr. H ants ch k e, Dorsstr. 10 Seiiöncherg: Wllhclm Bäumler, Marlin Lutherstr. 69, im Laden Geöffnet von 9—2 und von 4— 7 Uhr. Spandan,\onncndanim, Staaken, Seegefeld und Ealkenhagen: K ö v p en, Breitestr. 64. Geöffnet von 8 Uht, morgens bis 8 Uhr abends. Vegei, Borsigwalde, Wittenau, Wraidmannslnst< Hcrnisdort, Hohen- Xenendorf, Birkenwerder- Freie Scholle u. Reinickendorf- Wrest; Paul Kienast. Borsigwalde. Räuichitraße tv. Geöffnet oon 11—1'/, u. von 4'/,— 7 Uhr. Teltow: A. Schulze, Lindenstr. 17. Tempelhof: Joh. Krohn. Borussiastr. 62. Treptow: Rob. Gramenz. Kielholzstratze 412, Laden. Geöffnet von 7 Uhr morgens bis 3 Uhr abends. W'eikensee, Heinersdorf: K. F u b r m a n n, Sedanstr. 105, Part. Geöffnet oon 11— l1/, und von 4'/,— 7 Uhr. Wilmersdorf, Haiensee, Schmargendorf: Paul Schubert, Wilhelms aue 27. Zeuthen, Hiersdorf: Ernst Hüttig, Zeuthen, MierSdorser Str. 14. Zossen: Ma tusch ek, Marktslr. 5. ämtliche Parleiliteralur sowie alle wisjenschastlichcii Werke werden gelieser: Sonntags sind die Ausgabestellen geschloffen. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für �en Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u.Berlag.'Vorwärtt Luchdruckerei u. VerlagSanjtalt Paul Singer& SoH Berlin SW,