Nr.SSS. nbonnementS'Bedlngungen: NbonnementS- VreiS pränumerandtt Wi-rreljährU S,S0 M!. monatl. 1,10 M!, wöchentlich 25 Psg. frei ins Haus. Einzelne Slummei 5 Pig, Sonntags- »tummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt' 10 Lsg. Post- klbonnemem: 1.10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs- Äsretsliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2.50 Marl, für das übrige Ausland « Marl pro Monat. Postabonnement» nehtnen an: Belgien, Dänemarl. Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, ttumäuien, Schweden und die Schwei» VschellU lagüch. Vevlinev VolliSblnkt. 3A. Jahrgang. Vit InleiÄoni-Ledilhf betrügt für die sechsgespaltene Kolonel- »eile oder deren Raum 00 Pfg.. für politische und gewerlschastlichc Vereins- und VersanimlungS-Anzeigen M Piq. „Meine Anretgen", daS fcttgedruckie Wort 20 Pfg.(zulässig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlasstellcnan. l eigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch- ! laben zählen für zwei Worte. Inserate ür die nächste Nunilticr müssen bis i Uhr nachiniltags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Delegramm-Adresse: „SbzIalddMKrst Berlin'4. Zentralorgan der rozialdemokratifchen Parte» Deutfchlands. Neöaktion: SW. 6$, Linüenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morinpla«,. Nr. 1S1 S0— 181 97. Expedition: SW. HS, Linöenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S1 90—»»1 97. IWW Ul neu MO i SM AM. Der ruMche Generalftabsbericht. Petersburg, 11. September.(W. T. B.) Mitteilung des Großen General st abes von gestern. Am linken Ufer der Düna, südöstlich von Riga, rücken unsere Truppen unter Kämpfen in der Gegend zwischen der Missa und den Eisenbahnstationen Groß Eckau und Neugut vor. Westlich von Jakob st adt dauern die Känipfe mit derselben Heftig- feit an. In der Richtung auf Dünaburg ist unsere Garde iin Norden von Aboli in Gefechte verwickelt. An der Straße von Wilkomierz unternahm der Feind mit beträchtlichen Streitkräften seit dein Morgen des 9. September eine kräftige Offensive in der Gegend von Kurkli zu beiden Seiten der Chaussee. Unsere Automaschinengewehrabteilung trug wirk- sam dazu bei, den Feind zurückzuschlagen. Ter Kampf dauert fort. Zwischen der Swenta und der Wilia unternahmen fcind- liche �Reiterei und Infanterie eine örtliche Offensive gegen un- sere Truppen in der Gegend von Schirwinty. Auf den anderen Straßen gegen Wilna zu ist keine Veränderung eingetreten. Ocstlich von Grodno unternahm der Feind von starker Artillerie unterstützt, seit dem Morgen des 19. September eine Reihe von Angriffen gegen unsere Stellungen in der allgemeinen Richtung nach Skidel zu sowie am Unterlauf der Zelwianka. Tie Angriffe wurden durch unser Feuer zurück- geschlagen. Die deutsche Offensive, die gegen 4 Uhr längs der Straße nach Skidel mit Unterstiitzung eines starken Feuers schwerer und leichter Artillerie imternoinmen worden war, wurde durch das Feuer unserer Batterien aufgehalten. Von 7 Uhr abends an verstärkten die Deutschen beträchtlich ihr Feuer und nahmen die Offensive wieder auf, um unsere Front zu .durchbrechen; doch wurde auch dieser Versuch durch unser anhaltendes Geschütz- und Maschinengewehrfeuer vereitelt. Ebenso wurde der deutsche Angriff bei dem Torfe Liady(?) südlich der Njemenbrücken zurückgeschlagen. In diesem Ge- fecht stürzten sich zwei unserer Soldaten aus eigenem An- trieb auf die Nachhut des Feindes, töteten zwei Deutsche und nahmen drei gefangen; einer entfloh. Im übrigen Gelände bis zum P r i p j e t unternahm der Feind lediglich in der Gegend von Rozany wiederholte An- griffe und setzte seine Offensive längs des linken Pina- ufers wrt. Die Angriffe bei Rozany wurden durch unser Feuer auf kurze Entfernung und sodann durch einen Bajonettsturm zurückgeschlagen. Die Deutschen vertrieben aus Rozany eine große Menge von Einwohnern und gelang- ten ziemlich nahe an unsere Stellungen, indem sie diese Menge als Deckung benutzten. In der Richtung Krcmnetz beschoß der Fcind unsere Truppen mit Stickgasgeschossen. Auch in der Gegend der oberen Goryn haben sich Kämpfe entwickelt. Nachdem unsere Truppen am S e r e t h am 9. September eine Reihe feindlicher Angriffe zurückgeschlagen hatten, mach- ten sie in dem Abschnitt unterhalb von Trembowla und in der Gegend von Czortkow Gegenangriffe. Die Oesterreicher wurden zu einem überstürzten Rückzug gezwungen. Nach einer vorläufigen Schätzung haben wir 3999 Gefangene mit 16 Offizieren gemacht. Im allgemeinen ist die Stimmung unserer Heere voll Ruhe und Selbstvertrauen. Die Initiative in den Tcilgcfechtcn geht allniählich auf uns über. Das vorausgeeilte Dementi. Berlin, 11. September.(W. T. B.) Ein Telegramm aus Bern besagt: Die russische Gesandtschaft in Bern lätzt sich im.Bund" folgendermaßen vernehmen:.Es erscheint höchst seltsam, daß das ossi stelle Wolfftclegramm vom 3. September, aufgegeben in Berlin um 3.S0 Uhr nachmittag?, Nachrichlen einer Niederlage zweier beut- scher Divisionen dementiert, welche ein offizielles Telegramm der Agentur Westnik auS Petrograd am 8. September 11 Uhr nachts, das heißt achteinhalb Stunden später, meldet. Man könnte glauben, daß die Wolffagentur recht greifbare Beweise, wie den Verlust von achttausend Gefangenen und dreißig Kanonen. vor Augen haben mußte, um voraussehen zu können, daß der russische' Generalstab einen Sieg melden würde, den die obige Agentur sich im voraus zu dementieren beeilte." Der.seltsame" Vorgang beruht auf der einfachen Tatsache, daß der russische Bericht, der' von IVO deutschen Gefangenen und 30 er- obcrten Geschützen spricht, am 8. September 7 Uhr vormittags durch offenen Funkspruch von den Aussen verbreitet wurde, ähnlich wie in Frankreich Nachrichten durch Funkspruch vom Eiffelturm zur Kenntnis gebracht werden. Somit war unsere Heeresleitung in der Vage, diese Lüge bereits im Tagesbericht vom 8. September zu ent- Iräften. Die Kämpfe an üer inüischen Norüwejk- grenze. London, 11. September.(W. T. SB.) Das Indische Amt gibt bekannt: Infolge der Unruhen im Mohmandgebiete an MeldW Ses Slchek AWksmitim. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 11. September 1915.(W. T. SB.)" Westlicher Kriegsschauplatz. Am Hart manusweilerkopf wurden die am 9. September gestürmten Gräben gegen zwei französische Angriffe behanptet. Ocstlichcr Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Gcneralfeidmarfciialls v. fflndenburg. In den Gefechten südöstlich von Friedrich st adt und östlich von Wilkomierz sind weitere 1959 Gc- f a n g e n e gemacht und 4 Maschinengewehre erbeutet worden. Auf der Front zwischen I c z i o r y und A e l w a(an der Zelwianka) leisten die Russen noch hartnäckigen Wider- stand; sie versuchen durch Gegenstöße starker Kräfte unseren Angriff aufzuhalten. Skidel und das nordwestlich davon gelegene Niekrasze konnten erst nach hin- nnd herwogendcn Kämpfen von uns in der Nacht endgültig erobert werden; auch Lawna(an der Straße Skidel— Lunno Wola) ist erstürmt. Der Angriff gegen die feindlichen Stellungen an der Zelwianka geht vorwärts. 2799 Gefangene und 2 Maschinengewehre fielen in unsere Hand. Die Eisenbahnknotenpunkte W i l e j k a(östlich vou Wilna) und Lida wurden durch unsere Luftschiffe ausgiebig beworfen. Heeresgruppe des Generalleldtnarschalls Prinz Leopold von Bayern. Auch auf der Front dieser Heeresgruppe dauert der Kampf zwischen den Straßen Wolkowysk— Slonim und Kobryn— Milowidy mit gleicher Heftigkeit an. Der Ucber- gang über die Zelwianka ist an einzelnen Stellen er- zwungen; österreichisch-ungarische Truppen nahmen daS Torf Alba(westlich von Koffow); um den Bahnhof Koffow wird gekämpft. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Machenlen. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die deutschen Truppen der Armee des Generals Grafen Bothmer wiesen heftige Gegenangriffe unter starken Ber- lustcn des Feindes ab; sie machten über 399 Gefangene. Ober st c Heeresleitung. »* Set öslerreWW lBeneiaiWetli. Wie», 11. September.(W. T. B.) Amtlich wird ver- lantdart: Wien, 11. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. D e r a z n o am Goryn ist in unserem Besitz. Bei T a r- » o p o l versuchte» die Russen in starkem Ansturm in die Stellungen der Bcrbündctcn einzudringen. Ter Fcind wurde unter schweren Verlusten abgewiesen. Weiter südlich nahmen wir unsere Sercthfront vor über- legcneit feindlichen Kräften aus die Höhen östlich der Strypa zurück. Nordöstlich und östlich von Buczaz verlief der Tag ruhig. Auf den Höhen westlich des untere« Screth heftiger Kampf. Testlich der Scrcth- mündung und an der bcssarnbischcn Grenze ist die Lage un- verändert. Auf dem Kriegsschauplatz in Litauen erstürmten unsere Truppe» das zäh verteidigte Dorf Alba westlich von Itossow. Italienischer Kriegsschauplatz. Seit längerer Zeit wieder zum ersten Male entfaltete die feindliche Artillerie gestern eine lebhaftere Tätigkeit an der ganzen küstenländischen Front. Gegen den Südwcstabschnitt der Hochfläche von Doberd» ging heute nachts Infanterie in der Front Vcrmigliano— Monte Cosich zum Angriff vor. Von über- raschcndem Minenwcrfcrfcuer empfangen, fluteten die Italiener in ihre Deckungen zurück. Im Kärtncr und Tiroler Grenzgebiet hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Der Stellvertreter des EhefS deS GeneralstabeS: von Hoefer, Fcldmarfchalleutnant. der Nordwestgrenze von Indien kam es am 5. September zur Schlacht zwischen 10 900 Mohmands und den Unsrigen. Der Feind, der große Hartnäckigkeit an den Tag legte, wurde überaß zurückgeschlagen. Unsere Verluste waren: drei britische Offiziere und vier Mann tot, 53 verwundet, zwei vermißt. Auf feiten der Inder wurden 31 getötet und 4 verwundet. Neu-Kaöikalismus. Von Ed. Bernstein. In feinem Artikel„Wahlkreis und Abgeordneter I" („Vorwärts" vom 5. September 1. Beilage) schreibt Genosse Konrad Haenisch: „Ich bin da in der ebenso angenehmen wie seltenen Lage, einmal völlig mit dem jüngsten Bannerträger des Neu-Radikalismus übereinzustimmen, mit dem Genossen Eduard Bernstein." Wenn ich das richtig verstehe, so will Haenisch damit sagen, daß es einen vom alten Radikalismus in der Partei unterschiedenen neuen Radikalismus gibt, dessen jüngster Vanucrträger ich sei. Die letztere Bezeichnung unterstellt in bczug auf meine Person einen Gesinnungswechsel. Kein sehr bedrückender SLorwurf in Tagen, wo das Umschwenken so in die Mode gekommen ist, daß man, wenn man nicht mindestens eine Viertelwendung macht, in Gefahr gerät, als Sonderling betrachtet zu werden. Der Ausspruch des Genossen Haenisch könnte daher von mir mit Still- schweigen übergangen werden, zumal die Unterstellung, die er enthält, von anderer Seite schon in bösartigerer Form vor- gebracht worden ist, ohne meine Feder in Bewegung zu setzen. Indes weil Haenisch dabei von Neu-Radikalismus spricht, scheinen mir einige Bemerkungen angezeigt, die über das Persönliche hinaus zur Klärung hinsichtlich der dedeutungs- vollen sachlichen Streitfragen beitragen mögen, die heute die deutsche Sozialdemokratie bewegen. Fangen wir mit dem Persönlichen an. Worauf gründet sich die Unterstellung, daß ich meine Gesinnung geändert habe? Sie kann nur zwei Tatsachen im Auge haben: mein Urteil über den gegenwärtigen Krieg und meine Stellung in der Frage der Bewilligung der Kriegskredite. Das erstere nun ist jedoch eine Sache, die mit der Frage Radikalismus und Nichtradikalismus keine direkte Be- ziehung hat. Leute, die sehr weit rechts von mir stehen, gehen in der Auffassung über den jetzigen Krieg noch erheblich über die Auffassung hinaus, zu der ich gelangt bin. Es handelt sich da zunächst um T a t s a ch e n u r t e i l e, in bezug ayf die bei sonst glcichdenkenden Menschen sehr weit- gehende Meinungsverschiedenheiten möglich sind. Allerdings pflegen Leute, die verschieden denken, in politischen Dingen auch verschieden zu sehen. Aber die Verschiedenheit des Denkens, die im vorliegenden Falle in Betracht kommt, liegt — oder lag wenigstens bisher— völlig jenseits des Gegen- satzes von Revisionismus und Radikalismus, um die nun einmal bei uns üblich gewordenen Bezeichnungen für die Gegensätze in der Partei zu gebrauchen. Anders steht es scheinbar mit der Frage: SBewillignng oder Nichtbewilligung der Kriegskredit c. Aber auch nur scheinbar. Wohl gibt es Sozialisten, die da sagen, die Sozialdemokratie durfte unter keinen Umständen Kriegskredite bewilligen. Jedoch diese Auf- fassung ist niemals von mir zur Begründung meiner Stellung- nähme geltend gemacht worden, so sehr die Erfahrungen, die man heute leider machen muß, einen zu so etwas drängen können. Noch fällt es mir ein, plötzlich die Geschicke der Nation als etwas Gleichgültiges für die Arbeiter hinstellen zu wollen, oder mit einem Flügel unserer Linken den Klassenkampf in absoluten Gegensatz zu den nationalen Kämpfen zu stellen. Derartige Ableitungen ans Sätzen, die eine bedingte Wahr- beit enthalten, bestimmen niein Verhalten heute so wenig, wie zu irgend einer früheren Zeit meines politischen Wirkens. Was für mich entscheidend ins Gewicht fällt, und es nach meiner Ansicht auch für die Partei tun sollte, ist— neben dem Umstand, daß die Voraussetzungen, die am 4. August 1914 das Verhalten eines großen Teils der damaligen Mehrheit der Fraktion bestimmten, sich in bedeutsamen Punkten als irrig erwiesen haben— das große Mißverhältnis zwischen der politischen Verantwortung, die wir durch die SBe- willigung der Kriegskredite auf uns nehmen, und dem uns eingeräumten und verfassungsrechtlich wie tatsächlich möglichen Einfluß auf die Ausübung der Kriegsgewalt und die Ge- staltung der Kriegszicle. Und das ist eine Frage, die völlig jenseits des Gegensatzes von Revisionismus und Radikalismus liegt, wie er bisher verstanden ivurde und wiederholt gerade von mir gekennzeichnet worden ist. Greifen>vir einige Streitpunkte heraus. Die Frage der Kreditbcwilligungen erinnert an den Streit um die Budgetbewilligungen und steht auch mit ihm in einem geivissen Zusammenhang. Die ganzen Jahre über hat der revisionistische Flügel der Partei für das Recht zu Budgetbewilligungen in den Landtagen gekämpft. Aber wie ist die Forderung dieses Rechts begründet worden? Mit dem Bedürfnis, nach Zwecken zu unterscheiden. Mit dem Wunsch, durch Befreiung vom Zwange einer stereotypen Formel die Druckkraft der sozialdemokratischen Vertretungen zu st c i g e r n. Mit der Erklärung, ipan denke gar nicht daran, wenn das Recht zur Budgctbcwillignng an- erkannt fei, aus ihr eine stehende Praxis zu maisten� Und init dein stets wiederkehrenden Zusah: im Reichstag liege die Sache V o l l st ü n d i g anders, das Reichsbudget mit seinen Ausgaben für Militarismus und MarinismuS müsse„selbstverständlich abgelehnt werden". Niemals ist von revisionistischer Seite in Wort oder Schrift der Gedanke vcr- treten worden, das; die Sozialdemokratie im Kriegsfall auch unter dem heutigen Regierungssystem Kriegsmittel bewilligen m ü f s c. Sie s�rage lag vollständig außerhalb der Diskussion, kein Mensch hat auch nur die Möglichkeit des Falles bei ihr in Betracht gezogen. Das schließt natürlich nicht aus, daß der eine oder der andere Revisionist an ihn gedacht und sich mit dem Ge- danken an ein solches Handeln vertraut gemacht haben mag. Aber ihn in die Debatte zu tverfen, hat keiner für angezeigt gehalten. Rehmen Ivir einen anderen Punkt: die Gegnerschaft gegen die Handels- n n d k o l o n i a l p o l i t i s ch e n An- s ch a u ii n g e n, für die heute in Organen des rechten Flügels der Partei Stimmung gemacht ivird. Diese Anschauungen führen auf Ideen zurück, die vordem teils von Mar Schippe! nebst einigen Gleichgesinnten, teils von Gerhard Hildebrand verfochten wurden. Rur sehr bedingt könnte man Schippe! und Hildebrand Revisionisten nennen, Schippet würde die Bezeichnung sogar wahrscheinlich mit Spott von sich abweise». Aber da beide auf der Rechten der Partei standen, mag die Gleich- setzung passieren. Wie ist es ihnen mit den erwähnten Ideen ergangen? Schippe! hat seinerzeit sein Mandat zum Reichstag nicht deshalb niedergelegt, iveil er mit seiner Auffassung in der Minderheit der Partei war, sondern weil er mit ihr selbst in der revisionistischen Minderheit isoliert war. Den unmittel baren Anstoß gab ihn, der Umstand, daß in der Frage der Rheinschiffahrtsabgaben zwei Revisionisten, David und meine Wenigkeit, ersterer sogar sehr viel schärfer als ich, der von ihm entwickelten Anffässung entgegentraten. Und was Hilde- biand betrifft, so haben zwar, als vor nun drei Jahren seine Ausstoßung auS der Partei betrieben wurde, verschiedene Re- visionisteu sich energisch gegen sie ins Zeug gelegt, aber nicht einer hat sich in der Sache selbst an die Seite Hildebrands gestellt. Und hier glaube ich einen Satz aus einem damals von mir geschriebenen Artikel zitieren zu sollen, weil er auf die Frage der EntWickelung unserer Partei Licht wirft. Im Parteitagshest 1912 der„Sozialistischen Monatshefte" schrieb ich in einem Artikel„Darf Hildebrand ausgeschlossen werden?": „Die Ausstoßung Gerhard HüdcbrandS aber wäre ein Iln« recht. Ich fühle mich befugt und auch verpflichtet die? aus- zusprechen, weil ich, wie man iveiß, in sehr wichtigen frragen einer der c n t f ch i e d e n st e u G e g n c r der von Hildebrand verfochteneu Ansichten bin. Ständen seine Theorien zur Debatte, oder genauer, handelte es sich um einzelne der Folgerungen, die er au? seinen Tbeoricn gezogen hat, so würde ich z u seinen schärfsten Widersachern gehören. Ansichten wie sie in der von ihm und M. Maurenbrecher dem Jenaer Parteitag über- sandten Resolution zum Ausdruck kommen, werden mich stets auf der Seile ihrer Bekäinpfer finden. Tie Sozial- deniokratie würde nach»iciner Meinung in Gefahr geraten, ihren Kompaß zu verlieren, wen» sie sie akzeptierte." Hildebrand wurde vom Chemnitzer Parteitag mit großer Mehrheit aus der Partei ausgeschlossen. Wäre nach einem Antrag H e i l m a n n- Chemnitz über seine Anregungen ge- sondert abgestimmt worden, so würden diese, wie der genannte Antragsteller selbst ausführte, vom Parteitag „zweifellos einmütig abgelehnt" loorden fein. Heute können Hildebrand und �Schippe! ihren Tag der Genughiung feiern. In großen Organen der Partei werden ganz offen Ideen propagiert, die ans nichts anderes hinaus- laufeil, als was der Genannten Ketzerei ivar, wenn sie nicht noch daiüber hinausgehen.„Unilernen" ist gerade in bezug aus diese Theorien alS Parole ausgegeben worden. ES würde den Rahmen eines Zeitungsartikels überschreiten, hier noch auf die Gründe einzugehen, die für dieses Umlernen inS Feld geführt werden. Ich denke aber objektiv genug, ihnen das Recht auf sachliche Besprechung zuzuerkennen, und werde meinerseits es daran nicht fehlen lassen. Einstweilen mag die Feststellung der Tatsache genügen. Weil es aber Tatsache ist, daß unter dem Einfluß von allerhand Rücktvirkungen des Weltkrieges die Tendenz zum Umlernen in der gekennzeichneten Richtung in der Partei Boden gesaßt hat und um sich greift, ist eine Reugruppierung der Fraktionen in der Partei zur großen Wahrscheinlichkeit geivorden. Vorläufig ist der Prozeß noch im Werden, und es wäre daher voreilig, Prophezeiungen über das Endergebnis auszusprechen, zumal den Parteigenossen bis ans weiteres die nötige Bewegungsfreiheit für einen frisch-fröhlichen Kampf der Geister fehlt. Soviel aber läßt sich voraussagen: findet eine solche Umgruppierung stait, so liegt es in der Natur der Sache, daß auch, oder vielmehr gerade diejenigen an eine andere Stelle in der Gruppeneinteilung gelangen, die nicht mit umlernen. sondern bei ihren Grundanschauungen ver- harren. Aendern sich die Zeicherhältnisse, so ivechseln ge- tvöhnlich auch die Fragen, die das Schiboleth der Partei- und Fraktionsunterscheidung bilden, weil dann auch die Rangordnung der Streitfragen eine andere wird. TerKricg hat Fragen, die früher in der Sozialdemokratie an erster Stelle standen, für sie in die zweite und dritte Reihe gerückt, und andere, die früher als Fragen ziveiter oder dritter Ordnung betrachtet werden konnten, die Bedeutung von Fragen niaßgebenden Charakters verliehen. Die p o l i t i s ch- g e o g r a P H i f ch c G e sta l tun g C u r o p a s nach dem Kriege ist heute die Frage aller Fragen geworden, weil von ihr die Natur der Beziehungen der Völker Europas zu einander abhängt, die wiederum rückwirkend die für die innere Politik der Staaten entscheidend ins Gewicht fallenden Fragen(Rüstungen. Zoll- und Steuerfragen, Verivaltungspolitil) bestimmt. Bei den Entscheidungen über jene Hauptfrage steht der Sozialdemokratie ein Mitbestimmungsrecht leider nicht zu. Sie kann aber durch ihr Verhalten unter llmständen immerhin einen Druck in bestimmter Richtung ausüben und einer beschleunigten Wiederherstellung des Vertrauens wenigstens der Arbeiter- demokratien Europas zu einander die Wege ebnen. Ties und die Wahl der weiteren Politik der Partei wird davon abhängen, welchem Gesichtspunkt hierbei der oberste Rang als leitendes Prinzip zuerkannt werden wird. Wer die Debatten in der Partei über die Stellung zu den Kriegsfragen im Hinblick ans diese Frage nachprüft, wird finden, daß sie sich zuletzt auf den Gegensatz zweier Grundauffassungen zurückführen laffen, von denen die eine das Interesse an bestimmten p o l i- tischen, wirtschaftlichen» s w. Reformen, die andere die sozialistische Weltanschauung in den Vordergrund stellt. Ich sage ausdrücklich, in den Vorder- g r u n d, weil die Gegensätze nicht absolut zu sein brauchen. und in der Vorstellung der meisten wahrscheinlich auch nicht sind. Sie sind jedoch richtunggebend für die ganze Politik der Partei in der vor uns liegenden Zeit, steht aber die Frage auf W e l t a n s ch a u n n g s- P o l i t i k oder Inte reffen- Politik,— nun, da zeigt nicht nur der oben zitierte Satz zum Urteil über Hildebrand, zeigen es nicht nur die Schlußsätze meiner Schrift„Die Voraussetzungen des Sozialismus", sondern zeigt es mein ganzes literarisches und politisches Wirken in der Sozialdemokratie, daß mein Platz bei den Vertretern der e r st e r e n Politik ist. Wem das neu ist, der mag es meinetwegen Neu-Radikalismus nennen. Nur wird damit nichts über die politische Methode gesagt sein. Denn man kann Weltanschauungspolitik treiben, über deren Wesen noch einiges zu sagen sein wird, ohne darum auszu- hören, Reformist zu sein. Der französische Tagesbericht. Paris, 11. September.(W. T. B.) Amtlicher Bericht von g e st e r n nachmittag. Artilleriekampf im Laufe der Stacht um Arras, vor Roye und auf der Champagnefront. In den Argonnen, im Abschnitte von La Harazöe Kämpfe mit Handgranaten, Bomben und Gewehrfeuer von Schützen- graben zu Schützengraben mit wirksamem Eingreifen un- serer Batterien zu verschiedenen Malen. In den Vogesen griff der Feind gestern unsere Stellungen vom Lingekopf bis Barrenkopf an, wobei er erstickende Granaten zur An- Wendung brachte. Am Schratzmännle mußte ein Schützengraben erster Linie geräumt werden, da der Feind ihn mit brennenden Flüssigkeiten begoß. Ein Gegenangriff gestattete uns, den größten Teil des verlorenen Geländes wiederzugewinnen und auch etwa zehn Meter von dem Schützengrabenstück zu behaupten, daS tvir nicht wieder be- setzen konnten. Aus dem Rest dieser Front wurden unsere Stellungen vollkommen behauptet. Am Ende des gestrigen Tages warfen die Deutschen gegen unsere Schützengräben am Gipfel des H a r t m a n n s w e i l e r k o p s e s einen Angriff, der ihnen gestattete, Fuß zu fassen. Während der Stacht machten tvir einen Gegenangriff und nahmen die verlorenen Schützengräben wieder ein. Wir trieben den Feind in seine Linie zurück. Unsere Flugzeuge bombardierten am Vormittage die Minenbatterien im Stonnenbruchtvalde, sotvie den Bahnhof Lutterbach. Der Bahnhof Grand Prs wurde mit etwa dreißig Granaten belegt. Paris, 1l. September. lW. T. B.) Slmtlicher B e r i ch t von g e st e r n abend. Sehr lebhafte Kanonade in Belgien in den Gebieten von Stieuport und Steenstraate, um Arras, vor Roye und in der Champagne von Sluberive bis Souain. Iii den Argonnen beschoß der Feind die Schlucht von Fontaine aux Charmes mit Granaten sehr großen Kalibers. Er unternahm auf dem Wege von La Harazee nach Saint Hubert einen Angriffs- versuch, welcher schnell zum Stehen gebracht tvurde. Nördlich Flirey, im Gebiet von Saint Tie, meldet man einige Artillerieaktionen. Tie Deutschen trugen am Hartmanns tveilerkopf einen neuen sehr heftigen Slngriff vor, welcher vollständig zurückgeworfen wurde. Zwei deutsche Flugzeuge belegten Compiegne nnt einigen Granaten, wobei sie besonders auf die Spitalanlagen zielten. Es wurde niemand getroffen und nur einiger wenig de- deutender Sachschaden angerichtet. Ein Slviatikflngzeug wurde gezwungen, in unseren Linien bei Hangest-en-Santerre zu landen. Tie Flieger wurden gefangen genommen. Sechs deutsche Flugzeuge versuchten am Freitagmorgen Saint Möns- hould zu überstiegen, wurden aber von unseren Batterien ge- zwungen, umzukehren._ Meldung der italienischen Heeresleitung. Rom, 11. September.(W. T. B.) Amtlicher Be- r i ch t von gestern. Längs der ganzen Front dauerten die kleinen, aber wichtigen Treffen an, die der Offensivtätigkeit unserer Erkundungsabteilungen oder der Angriffstätigkeit zu verdanken waren, die der Feind namentlich nachts gegen unsere vorgeschobeneren Stellungen versuchte. Schneid und Energie unserer Truppen in der Offensive, ihre rege Aufmerk- samkeit und ihr hartnäckiger Widerstand in der Defensive ent- schieden diese Treffen allenthalben zu unseren Gunsten. Das gleiche war der Fall in den Kämpfen ans der Naglerspitze «3218 Meter), am oberen Beltlin, in Malga Valpiana, im Val Calamento(Suganatal), an dem Sentinellapaß nnd im Sextental, wo ein Beobachtungsposten genommen und ein gepanzerter Unterstand am Plöckenpaß zerstört wurde. Der Gegner versuchte am SRorgen des 9. September gegen unsere Besetzung der Katzsteinspitze nördlich des Monte Cregnedul und im Seebachtal(Galitz) einen sehr kräftigen Vorstoß. Stach anhaltender Vorbereitung durch Artilleriefeuer griffen feindliche Abteilungen, unterstützt von zahlreichen Maschinen- gewehten, unsere Stellungen entschlossen an, wurden aber zurückgeschlagen. Im Karst hatte das geschickte Vorrücken der llnsrigen kleine Rückzugsbewegungen des Feindes zur Folge, der Waffen, Munition nnd anderes Kriegsmaterial zurückließ. Auch gestern erbeuteten wir auf den Abhängen des Monte San Michele einige hundert österreichische Gewehre, Telephon- material und AnSrüstnngsgegenstände. Feindliche Flieger versuchten noch hier und da plötzliche Einfälle. Am 9. September bombardierten sie im Laufe des TageS die Ortschaften San Giorgio, Bagni di Sella im Maggiotale(Brenta) und Grado. Es entstand aber kein Schaden. vom l� Sootkrieg. Marscillc, 11. September(W. T. B.j Meldung der Agence Havas. Ter französische Frachtdampfer„ A u d e" wurde auf der Reise von Marseille nach Oran torpediert. Die Be« satzung wurde gerettet und in Oran gelandet. Die Versenkung dieses Dampfers erfolgte demnach im Westteile des Mittelländischen Meeres! Marscillc, 11. September.(W. T. B.) Meldung der Agence HavaS. Der Befehlshaber de? Dampfers„Aude" gibt die folgende Darstellung von der Torpedieruug seines Schiffes: Wir befanden uns auf der Fahrt von Marseille»ach Oran. um dorr eine Ladung von Schafen aufzunehmen. DaS Meer war ruhig. Der Dampfer fuhr mit etwa 10 Knoten Geschwindiglcit. Clwa St) Meilen vor Oran hegegneien wir einem Unterseeboot, welches auf un? zukam. Wir wurden alsbald durch Kanonenschüsse gewarnt. Ich ließ an- hallen. DaS Unterseeboot setzte die österrcichisch-ungarische Flagge und befahl uns. in den Slcitungsbooten Platz zu nehmen, den» er würde daö Schiff torpedieren. Ich nahm mir 18 Personen im ersten Rettungsboot Platz, der zweite Leutnant stieg mit dem Rest der Besatzung und den Paffagieren, insgesamt 23 Personen, in das andere Boot. Daraus wurde der verlaffene Dampfer wrpedierr. Wir kamen mit eigenen Mitteln nach Oran, da wir unterwegs keinem Schiffs begegneten, welches uns hätte Hilfe bringen können. Slkadrid, 11. September.(23. T. B.) Meldung der Agence HavaS. Am Freitagvormittag wurden in Mazarron 28 Matrosen des englischen Dampfers„Alexandre"(2ö-m. Zürich, 11. September. Nach einer Meldung der ..Neuen Zürcher Zlachrichtcn" bereitet eine Reihe angeselicnstcr Schweizer Bürger eine Eingabe an den Bundesrat vor, um diesen zur Bildung einer internationalen Liga zwecks wirksamer Per- teidigung der Menschenrechte zu veranlassen. Hierbei wird an einen engeren Zusammenschluß mit den drei neutralen skandinavißchcn Staaten gedacht. Als wichtigste Ziele dieser Liga werden genannt: ungehinderte Einfuhr aller Rohstoffe und Lebensmittel, energischer Protest gegen solche kriegführenden Staaten, die eine systematische Verletzung der internationalen Post von neutralen zu neutralen Ländern verüben, ferner die Errichtung unabhängiger internatio- nalcr Telegraphcnlinieu von Land zu Land und einen internatio- nalen Zollverband der Kleinstaaten Europas. Ter Aufruf ist von hervorragenden Professoren, Regieningsräten und Bcrwaltungs» bcamten unterschrieben. Ein Zrieöensschluß. 6. September 1905 bis 6. September 1915. Dr. Alfred H. Fried knüpft in der„Neuen Zürcher Zeitung" vom 6. Sevtember an den Friedensschluß von Ports- inouth, der den russisch-japanischen Krieg beendete, und der einem Eintreten RooscveltS zu verdanken war, Hoffnungen auf das Ende des gegenwärtigen Krieges, für das wiederum auf die Unterstützung Amerikas zu rechnen sei. Tic Versuche zur Erörterung des Friedens sieht Fried be- rcits in der Kanzlerredc und Grens Antwort beginnen. Grcy hat vor allein die Forderung der Freiheit der Meere nicht abgelehnt. Da liegt also ein Berührungspunkt der Ideen. Und er ist um so beachtenswerter, als Amerika schon als dritter Interessent erscheint. Ei» Gewährsmann Frieds in'Amerika schreibt dazu:„Ein anderes hoffnungsvolles Element für die Lage wird in der Tatiacke ge- funden, daß Amerika bei der Erstrebung der Freiheit der Meere an der Seite Deutschland steht. Es ist dies eines der Ziele, für ivelches Deutschland kämpft und das nur durch eine internationale Aktion gesichert werden kann, für die Amerika den Schlüssel besitzt. Deshalb drängen wir auf die Einberufung einer Konferenz der neuiralen Nationen durch die amerikanische Negierung, weil wir glauben, daß aus dieser Konferenz die Anfänge einer Weltorgani- sattou hervorgehen konnten, die die Freiheit der Meere und die ■Sicherheit vor Angriffen für alle Staaten garantieren würde, und deshalb ein wichtiger Schritt nicht nur für einen Nicht-Krieg, der allein den gegenwärtigen Krieg beendigt, sondern auch für einen wirklichen Frieden sein könnte, der ein Ende der internationalen 'Anarchie bedeuten würde." Llopö Georges Reöe auf öem englischen Gewerkschaftskongreß. London, 11. September.(W. T. B.) lieber die schon gestern ge. meldete Rede Lloyd Georges auf dem GewerschaftS- kongresse in Bristol wird noch ausführlicher berichtet: Lloyd George erklärte nicht nur 200 000 ungelernte Arbeiter und Frauen, sondern auch noch 80000 gelernte Arbeiter für notwendig, um das Arbciterproblem für die Munitionserzeugung zu lösen. Hierzu führte er dann weiter aus: Nur 15 Proz. der Maschinen, die Gewehre, Geschütze und Munition herstellen, arbeiten Tag und Nacht. Wären genug Arbeiter vorhaudeu, um überall Toppelschichten einzuführen, so würden die Kriegsvcrluste geringer sein. Tie Deutschen haben ihre Siege in Rußland mit geringeren Verlusten errungen, weil die deutschen Ar« b e i t c r Kanonen und Geschosse von st a r r c r E x P l v. sionskraft geliefert haben, die die russischen S tcrntcn iKtbcitct in England reichen für die Aufgabe nicht au?, man mutz auf die ungelernten Arbeiter und Frauen zurückgreifen. Tic Regierung verlangt daher, d a tz die Gewerkschaften die entsprechenden Regeln über die Verwendung von ungelernten Arbeitern und Frauen für die Dauer des Krieges aufheben, soweit sie die Pro- duktion hemmen. Tie Unternehmergewinne hat die Regie- rung beschränkt, indem sie"ö Munitionsfabriken unter eigene Aufsicht gestellt hat, die 9S Proz. aller Munitionsarbeiter beschäf- tigcn; und die Regierung hat die Gewähr dafür übernommen, datz nach dem Kriege die normalen Arbeitsbedingungen wieder her- gestellt, die Löhn« für Stückarbeit nicbt herabgesetzt werden und die ungelernten Arbeiter und Frauen die gleichen Löhne erhalten wie die gelernten. Während somit die Regierung ihr Versprechen gehalten hat, haben es die Arbeiter nicht überall gehalten. Die Ar- bciter in Woolwich haben ein« Resolution gegen die Einstellung von ungelernten Arbeitern angenommen. Wenn wir aber unge- lernte Arbeiter nicht verwenden können, so rennen wir direkt ins Verderben. Wir können die kleinlick>en technischen Einwände der Gewerkschaften nicht gelten lassen. Jede Stunde Versäumnis bc- deutet den Tod für unsere Soldaten. Tie Arbeiter haben aber auch darin ihr Versprechen nicht gehalten, datz die Beschränkungen in der Erzeugung aufhören sollten. In Covcntry ist ein Rund- schreiben versandt worden, in dem es hietz, die Leute sollten Vneniger Arbeit leisten. Die belgischen Arbeiter sind ausdrücklich davor gewarnt worden, die Gcwerkschaftsregeln zu verletzen.— Lloyd George schlotz mit einem Lobliede auf Rutzland, das jetzt frei würde und in grotzer Macht und Majestät auferstehen werde. Tie Arbeiter sollten zusehen, datz sie sich nicht die ganze Nation zu Gegnern machten. Tie Rede erntete grotzcn Beifall. Der Kongretz nahm gegen zwei Stimmen eine Resolution an, die der Ueberzeugung Ausdruck gab, datz der gegenwärtige Krieg von grötzter Bedeutung für die Demokratie in England und den anderen Ländern sei, und die Haltung der Arbeiterpartei billigte, die sich mit den anderen Parteien zusammen an der Propaganda für die Rekrutierung beteiligt hat. Sergarbeiterftreik in Süüwales. London, 11. September. lW. T. B.) LoOll Bergleute in Süd- tvalcs streiken weiter und wollen den Streik fortsetzen, bis alle Nichtorganisierten Arbeiter den Gewerkschaften beitreten. Die Zorüerungen ües russischen Stocks. Paris, 10. September.(W. T. B.) Nacki einer Meldung dc-5 Petersburger Korrespondenten des»Tenips" haben die gcmätzigte» Parteien der Duma zusammen mir den liberalen Ele- nienten des ReichsratS eine parlamentarische Gruppe mir fortschrittlichem Programm gebildet. Die Gruppe, die eine sehr starke Mehrheil in der Duma, nämlich die nationalistischen Progressiste», die Zentrumspartei und die beiden Fraktionen der Oltobrislen, die Progressisten und Kadetten, im ReichSrate daS Zentrum, die Unabhängigen und die akademische Gruppe umsatzt, hat nach Verhandlungen, die zwei Wochen in An- spruch nahmen, folgendes Programm in Form einer Erklärung an- genommen: 1. Bildung einer geeinigten Regierung aus Persönlich- keilen, die das Vertraue» des Landes genießen, 2. Erneuerung des Personals der Provinzverwaltungen, 8. Praktische Befolgung einer Politik, um eine Einigkeit herzustellen und den Nationalitäten« und Klassenkamps im Reiche zu unterdrücken, 4. Besreiung und Wiedereinieyung in ihre Rechte der aus politischen und religiösen Gründen Bestrasten, S.«osorlige Prüfung der Autonomie Polens, 6) Aufhebung der Aufenthaltszoncn der Juden, 7) Friedliche Politik gegenüber Finnland, 8) Wieder- berslellung der Ileinrusstschen Arbeiterpresse, 9) Wiederherstellung der Arbeitervcrbände. 19) Rechtliche Gleichstellung der Bauern, 11) End- gültiges Alkoholverbot. Ter Berichterstatter des„TcuipS" erklärt, die Bildung des liberalen Blocks sei kennzeichnend für die Stimmung des Landes. Rutzland wolle sich von allen Fesseln befreien, die bisher einen Teil feiner Kräfte brach legten. Der Ninifterrat verhandelt mit dem Duma-Dlock. Kopenhagen, 11. September. jW. T. B.> Nach einer PeterS- burger Meldung der„Berlingske Tidendc" hat sich der Ministerrat versammelt, um zu dem fortschrittlichen Arbeitsprogramm der Duma Stellung zu nehmen. In allernächster Zeil sollen Verhandlungen zwischen dem Ministerrate und den Führer» der Mehrheit der Duma stattfinden. Mit Bestimmtheit wird behauptet, datz bereit» eine Einigung über einige Fragen erzielt worden sei, datz jedoch die Forderungen wegen einer durchgreifenden Reorganisation der Regierung ausrechterhaltcn lverden, Tie Führung dieser Richtimg haben die Bürgermeister von Moskau und Petersburg. Die amerikanische Note zur Dumba-slffäre. Washington, 1l. September.(W. T. B.) Meldung des Reuterschcn Bureaus. Die amerikanische Note an Oesterreich- Ungarn in der Angelegenheit des Botschafters Dumba lautet: Botschafter Dumba hat zugegeben, datz er seiner Regierung Vorschläge gemacht habe, um in amerikanischen Fabriken, in denen Munition her- gestellt ivird. Ausstände zu v e r n r fache n. Dies cnt- nahm die Regiennig der Vereinigten Staaten der Abschrift eines Briefes des Botschafters an seine Regierung. Der Uebcrbringer war ein amerikanischer Bürger, der unter dem Schutze eines amerikanischen Passes reiste. Ter Botschafter gab zu, datz er sich A r ch i b a l d s bedient habe, um seiner Regierung amtliche Berichte zu übersenden. Da er die Absicht, eine Verschwörung zu schmieden und die gcsctz mätzigen Industrien des amcrika- nischen Volkes zu behindern und den gcsctz- I i ch e n Handel zu stören, zugab, da die Verwcn- dung eines amerikanischen Bürgers, der durch einen amerikanischen Patz beschützt ist, als geheimen Uebcrbringers amtlicher Berichte durch die feindlichen Linien nach Oesterreich-llngarn eine offene Verletzung der diplomatischen Gebräuche darstellt, beauftragt nnch der Präsident, Eurer Exzellenz mitzuteilen. datz Botschafter 2 uniba der Regierrung der Vereinigten Staaten nicht länger als Botschafter der kaiserlichen und königlichen Regierung in W a s h i n g t o n g e n c h m s e i. In der Ucbcrzeugung. datz die kaiserliche und königliche Regierung einsieht, datz die llte- gicrung der Vereinigten Staaten die Abberufung des Bot- schafters nicht fordert, sondern wegen seines inkorrekten Be- nehmens darum bittet, spricht die amerikanische Regierung ihr tiefes Bedauern darüber aus. datz ein solcher Schritt unvermeidlich wurde, und gibt Oesterreich-llngani die Versicherung, datz sie a'u f r i ch t i g w ü n s ch t, die herzlichen und freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Oesterreich- Ungarn fortzusetzen. Strafverfahren gegen ffrchibalö! Paris, 11. September.(W. T. BZ Die Blätter melden aus Washington, datz Staatssekretär Lansing die Ungültig- keitserklärung für den Paß anordnete, der Archibald aus- gestellt wurde. Das Justizdepartement wurde aufgefordert, zu prüfen, ob ein Strafverfahren wegen Verletzung der amerikanischen Neutralität gegen Archibald cinzu- leiten sei. Zu üen persischen Unruhen. London, 11. September.(W. T. B.) Das Reutcrsche Bureau meldet, datz, nachdem zwei britische Offiziere am 12. Juli bei Buschir getötet waren, Buschir am 8. August von den Engländern ohne Wider- stand lbe setzt worden ist. Dies sei als Protest gegen die Unfähigkeit der persischen Regierung, die Häuptlinge des Stammes zu bestrafen, geschehen,— Privatnachrichten zufolge entstand Anfang August eine neue persische Kabiuettskrisis. Privatbriefe voin Ist. August schildern die Lage als sich täglich verschlechternd. Seitdem die Zentrale der persischen Tele- graphenlinie am 15. August durchgeschnitten worden ist, erreichen keine Depeschen Europa. Die Straße nach Buschir ist gänz- lich gesperrt.___ politische Ueberflcht. „Tic Eingliederung der Sozialdemokratie". In einem Artikel im„Tag" macht Richard Calwer folgende beachienswerle Ausführungen: „Anders, ganz ander» werden sich die Dinge auf dem Wirt- schafliichen und politischen Kampfplatz nach dem Kriege vollziehen. Dort werden die materiellen Interessen wieder im Vordergrunde flehen, man wird von s e i n e m B e s i tz und von seinen Rechte» nichts aufgeben wollen, soweit es nicht im Kampfe abgerungen wird. An dieser Tatsache ist nicht zu rütteln: sie vermögen die besten Absichlen und die idealsten Gesinnungen nicht zu erschüttern. Eine andere Frage ist freilich die, welche Stellung die Staalsleitung gegenüber der Sozial- demokratie, gegenüber den Gewerkschaften und gegen- über den Genossenschaften einnehmen wird. Sicherlich ist die Regierung in der Freiheit ihrer Stellungnahme durch die Schranken eingeengt, die sich aus der ganzen parlamentarischen Situation ergeben. Aber innerhalb dieser Schranlen mutz und kann sie doch den Blick weiter hinaus in die Zukunft des deutschen Volkes lenken und eine Jnilialive entfalten, durch die die wirk- same Eingliederung der Sozialdemokratie in den staatlichen Rahmen erreicht wird. Durch die Haltung der Sozialdemokratie in den Stunden der Not ist be- wiesen, datz diese Partei die Vorbedingungen für die politische Gleichberechtigung ihrer Anhängerschaft erfüllt hat, datz sie reif ist, zur staatlichen Mitarbeit und zur politischen Verantwortung herangezogen zu werden. Nie vielleicht kommt noch einmal e i n s o g ü n st i g e r A u g e n b l i ck, in dem die Staalsleitung die Sozialdemokratie zur positiven Mitarbeit an den Ausgaben der inneren Politik heranziehen kann. Im Interesse der Zukunft de» dculichen Volkes ist es wünschenswert, datz man die Gelegenheit nicht vorübergehen lätzt, dielen Augenblick zu nützen, da» Eisen zu schmieden, solange es heitz ist. Datz sich gegen eine solche Jnilialive der Staalsleitung starke Widerstände gellend mache» würden, das ist freilich nicht zu bestreiten, aber eine Regierung ist nach einem siegreichen Kriege innerpolitisch so stark, datz ffie eine neue Aera trotz solcher Widersprüche inaugu- rieren kau», Man hüte sich vor allem, eine solche Wendung etwa davon abhängig machen zu wollen, datz man gewissermaßen ein Abschwören bisheriger Grundsätze von der Sozialdemokratie verlangt. Dies verlangen hieße nichts anderes, als die ivirkliche Eingliederung der Sozial- demokratie in daS StaalSganzc hinausschieben. Man begnüge sich mit der Tatsache des Verhaltens der Sozialdemokratie in diesem Kriege, alle» übrige ivird die innere Entivicklung innerhalb der sozialdemokratischen Partei selb st voll- bringe»." Die Gedankenreihen Ealwers, die ja auch innerhalb der deutschen Sozialdemokratie selbst von manchen Genossen geteilt werden, sind so klar, datz sie für geschulte Sozialdemokraten keiner Erläuterung bedürfen._ Zum Streit über den Verfasser des.J'accuse. Wir erhalten aus Zürich folgendes Privattelegramm: Zürich, den 11. September 1913. Im Namen deS Dr. Greiling erkläre ich die ihn be- treffenden Mitteilungen, die Sic nach der„Deutschen Tageszeitung" wiedergegeben haben, für verleumderische Erfindung. Rechtsanwalt Dr. B r u c st l c i n, _ Zürich. Aus der nationalliberalen Partei. Der Geschästsführende Ausschutz der nationalliberalen Landespartei Bayern r. Rh. hat sein rückhaltloses Einverständnis zu den Beschlüssen des Geschäfts- führenden Ausschusses und des Z c n t r a l v o r- standes der nationalliberalen Partei vom 16. Mai und 13. August d. I. erklärt. Es handelt sich um die Stellungnahme zu den K r i e g s< zielen, die bekanntlich zugunsten der Bassermann und Fuhrmann entschieden wurde. Das Kohlen-Uebergangssyndikat. Nach den Freitagsverhandlungen der Zechenbesitzerversammlung de» Rheinisch-Westfälischen Kohlcnsyndikats zu urteilen, scheint da» Zuslandckomincil des geplanlen. U e b e r g a n g S s y n d i k a t S', das einstweilen die Geschäfte bis zum 31. März 1917 fortsetzen soll, gesichert zu sein. Sämtliche Anwesende stimmten, wie schon gestern telegraphisch gemeldet wurde, dem vom bisherigen Vorstände deS KohlensyndikatS vorgelegten neuen Vertragsentwürfe zu, und auch unter den noch außerhalb dieses UnternehmerverbandeS stehen- den Zechen überwiegt die Neigung, den neuen Vertrag zu unterschreiben, um dem von der Regierung angedrohten Zwangs- fyndikat zu entgehen. Eigentlichen Widerstand leistet nur noch die Bochumer BergwerkS-Akiiengescllschaft und vor allem die Thyssen» Gruppe, die die Festlegung einer höheren Bcteiligungsziffer jür einige zu ihr gehörende Gewerkschaften fordert. Doch wird wahr» scheinlich auch diese Schwierigkeit noch in den nächsten Tagen hinweg geräumt werden, denn bis zum 15. d. M. mutz unbedingt eine Einigung erzielt sein, falls nicht die Regierung eingreifen soll und davon will man im Kreise der Zechenbesitzer nichts wissen. Der neue Vertragsentwurf lehnt sich an den älteren an und enthält wenig Bemerkenswertes. Größeres Interesse haben nur die dem preußischen Bergsiskus, der mir seinen sämtlichen Ruhrzechen lauSgenommcu das Steinkohlenbergwerk bei Ibbenbüren) dem Syndikat beitritt, zugestandenen Sonderrechte. So darf z. B. der Fiskus seine Zugehörigkeit zum neuen Syndikat jederzeit mit min- destens vierwöchiger Frist zum Vierieljahrsbeginn kündigen, doch kann er erst 11 Tage vor dem Ende der Kündigungsfrist mit dem selbständigen Verkauf seiner Erzeugnisse beginnen und erst nach dem Beginn des neuen Quartals die abgeschlossenen Lieferungs- auftrüge ausführen. Ferner hat der preußische Haudelsminister das Recht der Entscheidung, weim eine Minderheit von mindestens 30 Proz. aller Stimmen(die Stimmen des Fiskus nicht mitge- rechnet) eine Herabsetzung oder Erhöhung der Richtpreise fordert. Zudem ist der Fiskus berechiigt, bis zu 450 000 Tonnen Kohlen jährlich an Reichs- und Staatsbetriebe zu liefeni, ohne dafür die Rechnungsumlage entrichten zu müssen. Er zahlt dafür nur die so- genannte Tonnenumlage. Für alle Lieferungen an Staatsbetriebe, die über 450 000 Tonnen hinausgehen, hat jedoch auch der Berg- fiskus, genau wie der privaw Bcrgwerksbesitz, die Rechnungsumlage zu zahlen. Hervorzuheben ist noch die im Vertrag enthaltene Klausel:„Die Kündigung(des Staates) gilt auch für Hibernia, wenn dieses in die Versügungsmacht des Staates gelangt". DaS klingt fast so, als beabsichtige der Bergfiskus mitZustimmung des Syndikats auch die noch in seinem Besitz be- findlichen Anteile der Hibernia-Gesellschast zu er iv erben und deren Zechen betrieb zu verstaat- l i ch e». Tie Bestätigung des neuen Erzbischofs von Gnesen. Wie der„ R c i ch s a n z e i g e r" mitteilt, ist dem durch päpstliches Breve vom 30. Juni 1913 zum E r z b i s ch o f von Gnesen und Posen ernannten bisherigen Dorn- Herrn Dr. Edmund D a l b o r vom Kaiser durch Urkunde vom 11. September die landesherrliche Anerken- nung erteilt worden. Der Kaiser hat heute mittag um 12 Uhr 13 Minuten iin Großen Hauptquartier den vor- geschriebenen Eid von Erzbischof Dr. Dalbor entgegengenommen. Der Erzbischof wurde dem Kaiser vom Minister der geistlichen Angelegenheiten vorgestellt, sprach sodann dem Kaiser� den Dank für die ihm bewiesene Huld aus und legte das Gelöbnis der Treue ab. Hierauf lvurde dem Erzbischof die Allerhöchste AnerkennungS- Urkunde ausgehändigt.___ Gegen die Amerikahetze. In der„Kölnischen Volkszeitung" wendet sich der be- kannte Zentrumspolitiker Karl Bachem gegen die p h a il- t a st i s ch e n U c b c r s ch ä tz u n g c n der a m e r i k a n i- scheu M u n i t i o n s l i c f e i u ii g e n an den Viervcrband und gegen die daraus hergeleitete planmäßige Amerikahetzc. Bachem weist aus einer Reihe in der„K. V." selbst er- schiedener Meldungen nach, datz sich die Nachrichten über die Größe der amerikanischen Muintionslieferuiigen widersprechen und die Munitionsliefernngen gar nicht die behaupteten„Milliarden" ausmachen können. Er deutet schließlich an, datz durch diese Machenschaften in unserer Presse das deutsche Volk von interessierter Seite„durch über- triebene Gerüchte von amerikanischen Kriegsliefernngen systematisch gegen Amerika gehetzt worden sei, um uns zum Kriege gegen Amerika zu treiben". Gedanken dazu seien jedenfalls zollfrei. Ter Aufsatz des führenden ZcntrumSblattes schließt: Eines aber ergibt sich als Pflicht für jeden politisch denkenden Staatsbürger: Vorsicht und Zurückhaltung in diesem Punkte bei der Beurteilung der Handlungsweise der amerikanischen Regierung. Namentlich in diesem Angenbtick. Mit Poltern und Kraft- meiertum ist zurzeit nichts getan. Man mutz kühl die Tatsachen erkunden und abwägen. Wir sürchten gewiß auch den Krieg jnit Amerika nicht, wenn er unvermeidlich wird, wenn drüben über dem großen Teich die Kriegshetzer die Oberhand gewinnen. Aber jeder Krieg ist eine hoch ernste Sache, und eine Vermehrung unserer schon so zahlreichen Krieg»- feinde wäre trotz aller grotzariigen Erfolge in Rutzland� für unS natürlich eine ganz besonder» ernste Sache. Hier dürfen wir einer vielleicht unbcwachlen Stimmung de» G e f ü h l 3 nicht freien Laus lassen. Was wir tun, darf nur geschehen in sorgfältiger Er- wägung aller Umstände, namentlich auch der für unsere Gegner sprechenden Umstände, nach ruhiger, besonnener Ueberlegung des politischen V e r st a n d e s. Die bürgerliche Presse bedarf dieser Mahnung zur Vcr- nunft Amerika gegenüber wirklich sehr. Deutsches Schulwesen in Pole«. Zum Dezernenten für das Schulwesen beim Gouvernement Warschau ist der freikonservative preußische Landtagsabgeordnete Dr. B r e d t- Marburg berufen worden. Von anderen f r e i k o n s c r v a t i v c n Parlamentariern sind im Osten ferner tätig die Reichstagsabgeordneten Schultz (Brombcrg), W a r m u t h und M c r t i n. Kriegsbekanntmachungen. Bcförderungsvcrbot für Ansichtspostkarten nach dem Ausland. Auf Grund des§ 5 der Postordnung vom 20. März 1900 werden bis auf weitere» nach dem A u s l a n d e gerichtete Postkarten mit Abbildungen von Städten. Stadtteilen, Ortschaften, Laitvschasten, besonders hervorragenden Baulichkeiten, Denkmälern Teutschlands, Qcsterreich-Ungarn», Belgiens, der Türkei und der von den verbündeten deutschen, österreichisch-ungarischen und türkischen Heeren besetzten feindlichen Gebiete mit nachbezeichneten Ausnahmen von der Postbefördcmng aus- geschlossen. Unter das Verbot fallende Sendungen sind vor- kommendenfalls von den Postanstalten an den Absender zurück- zugeben oder, wenn dieser nicht bekannt ist, nach den Vorschriften für unbestellbare Sendungen zu behandeln. Von dem Verbote werden nicht belroffen 1. Postkarten nach O e st e r r e i ch- U n g a r n mit Abbildungen von Städten, Stadtteilen. Ortschaften, Landschaften, besonders hervorragenden Baulichkeiten, Denkmälern Oesterreich- Ungarn S und 2. Postkarten nach der Türkei mit Abbildungen von Städten, Stadtteilen, Ortschaften, Landschaften, besonders hervorragenden Baulichkeiten, Denkmälern der Türkei. Bestandsmeldung von Rohstoffen. Amtlich. Berlin, 1l. September. KlGidertliCh schwarz.elwa___ 105 cm breit,...... Meier � Schotten blau-grün, 130cm 0 g breit............ Meter Kostümstoffe mmei- 0 R1- (arblg, 130 cmtreil.... Meier Blusenseide Qr. geslrclj!............ Meier R. Reinseidene Schollen. oc. ................. Meier•• � O P�jlletfe. 7r. zweijarbig..... Meier'•' Q Messaline awreiii, dunkle 0 ß c Farben............. Meier ä.OO ...... 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In seinem bei- fällig aufgenommenen 1/�stündigem Vortrage vertrat der Redner im wesentlichen ungefähr folgende Gesichtspunkte. Wie sich infolge des Krieges manche Ansichten geändert haben. so ist auch die Stellung der Gewerkschaften zum Staat und zur Ge- sellschaft eine andere geworden. Wie lange diese veränderte Auf- fassung und die Verhältnisse, welche sie begründen, anhalten werden, kann niemand sagen.— Die Gewerkschaften haben einen dornen- vollen Weg hinter sich. Im Gegensatz zu ihren wirtschaftlichen Gegnern und den Organen des Staates haben sich die Gewerb schaften entwickelt. Von dem Augenblick an, wo sie eine Wirtschaft liche Macht darstellen, und die Unternehmer mit ihnen rechnen muffen, ziehen diese ei bot, sich mit den ftüher rücksichtslos be kämpften Gewerkschaften zu verständigen. Der Gegensatz der Intet essen zwischen der Arbeiterklaffe und den Unternehmern besteht und wird fortbestehen, solange die privatkapitalistische Produktion besteht. Deshalb sind die aus Anlaß der gegenwärtigen Haltung der Ge werkschaften laut gewordenen Befürchtungen, die Gewerkschaften könnten versumpfen, hinfällig. Wer solche Befürchtungen hegt, der vergißt völlig den wirtschaftlichen Untergrund der gewerkschaftlichen Bewegung. Noch kurz vor dem Ausbruch de? Krieges setzte erneut eine Hetze der Unternehmer gegen die Gewerkschaften ein. Es hatte den Anschein, daß zu der Bekämpfung durch Gerichte und Verwaltung� behörden noch eine auf Bckämpfting der Gewerkschaften gerichtete Verschärfung des Strafgesetzbuches hinzutreten sollte. Gegen diese Bestrebungen hat der Gewerkschaftskongreß in München scharf protestiert. Trotz aller Bekämpfungen haben sich die Gewerkschaften aus kleinen Anfängen so weit entwickelt, daß sie vor dem Kriege im Jahresdurchschnitt 2 548 000 Mitglieder hatten.— Der Krieg hat die Arbeit der Gewerkschaften unterbrochen. Sie müssen alle Kraft darauf anwenden, sich möglichst leistungsfähig zu erhalten, damit sie nach dem Kriege den Arbeitern in ihrem gerechten Kampfe zur Verbesserung ihrer Lebenshaltung zur Seite stehen können. Der Umschwung in der Haltung der Gewerkschaften ist darauf zurückzuführen, daß in der Regierung und im Bürgertum die Er- kenntnis Platz griff, daß die Gewerkschaften gar nicht die ihnen biZ dahin unterstellten Absichten und Ideen haben. Man war der falschen Ansicht, eS sei nicht der Zweck der Gewerkschaften, die Lage der Arbeiter zu verbessern, sondern sie hätten nur die Absicht, die Massen in ihren Bann zu bekommen, um zu geeigneter Zeit, etwa beim Ausbruch eines Krieges, das Wirtschaftsleben zu stören und so eventuell die Mobilmachung zu hintertreiben. Wir haben bei jeder Gelegenheit erklärt, daß die Gewerkschaften solche Absichten nicht haben. Wir haben erklärt, daß wir den Generalstreik für un- durchführbar und die Interessen der Arbeiterbewegung schädigend halten. Aber man hat diese Erklärungen nicht beachtet, um Grund zur Bekämpfting der Gewerkschaften zu haben. Jetzt hat sich die Auffassung der Regierung und der bürgerlichen Kreise über die Gewerkschaften geändert. Man sieht ein, daß die Gewerkschaften nicht die ihnen unterstellten Absichten habe�, sondern daß ihnen eine große wirtschaftliche Bedeutung zukommt. Doch nicht das ganze Bürgertum ist zu dieser veränderten Auffassung gekommen. Herr Kirdorf konnte eS selbst während des Krieges nicht unter lassen, die Regierung gegen die Gewerkschaftsbewegung scharf zu machen. Wir können sagen, daß die Regierung jetzt bestrebt ist, die Tätigkeit der Gewerkschaften anzuerkennen und sie nicht mehr zu hindern.— ES ist nicht richtig, daß wir Gewerkschaftsführer unsere Aufgabe nur im Kritisieren erblicken. Wo wir etwas Gutes fest- stellen konnten, haben wir eS stets getan. Leider sind wir dazu selten in der Lage gewesen. Wenn jetzt die Regierung bestrebt ist, den berechtigten Forderungen der Arbeiter Rechnung zu tragen, so müssen wir das anerkennen. Doppelt anerkennen müssen wir eS, daß die Regierung hinsichtlich der Kriegsarbeiten unsere Forderung des Achtstundentages, des Vermeidens der U eberstunden und der Jnnehaltung der Tarifterträge anerkannt hat. Im Reichstage habe ich ja betont, daß gerade das Kriegsministerium volles Verständnis für die Interessen der Arbeiter gezeigt hat. Die Arbeitslosigkeit, die in der ersten Zeit des Krieges einen sehr bedeutenden Umfang hatte, ist jetzt so weit zurückgegangen, daß in den meisten Berufen keine Arbeitslosigkeit mehr herrscht. Für die Unterstützung der Arbeitslosen haben die deutschen Ge- werkschaften vom Beginn des Kriege» bis zum 31. Juli 1915 ins gesamt 21 H Millionen Mark ausgegeben. In der schwersten Krisenzeit der Jahre 1908/09 wurden für diesen Zweck nur 9 Mil- lionen Mark aufgewandt. Außer der Arbeitslosenunterstützung haben die Gewerkschaften die Familien der Kriegsteilnehmer mit 10>4 Millionen Mark unterstützt. Das wird dazu beitragen, daß alle aus dem Kriege zurückkehrenden Arbeiter den Gewerkschaften die Treue bewahren. Neben der Geldunterstützung haben die Ge- werkschaften eine Unsumme von Arbeit geleistet zur Wahrung der Interessen der Arbeiterschaft. Diese Arbeit wird erst nach dem Kriege in vollem Umfang besprochen und gewürdigt werden können. ES ist, wie die Gewerkschaftsarbeit überhaupt, eine stille Arbeit, die sich jedes phrasenhaften Beiwerks enthält. Trotz der Not der Zeit haben die Arbeiter die Anhänglichkeit an ihre Organisationen bewahrt. Die Fahnenflucht ist sehr gering, kaum nennenswert. Tie Mitgliederzahl der Gewerkschaften ist, ab- gesehen von dem durch den Heeresdienst verursachten Rückgang, nicht geringer geworden. Ja, es sind während des Krieges sogar rund eine Viertelmillion Neuaufnahmen gemacht worden. Das ist ein sicheres Zeichen für den Wert der Organisation. Nach dem Kriege werden die Gewerkschaften gewaltige neue Aufgaben zu erfüllen haben. Zunächst haben wir nach dem Frie- densschluß mit einer Uebergangsperiode zu rechnen, die schwere Opfer von der Arbeiterklasse fordert. Unsere nächste neue Aufgabe wird dann die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten sein. Es besteht die Gefahr, daß sie zu Lohndrückern werden. Das mutz durch ge- eignete Maßnahmen verhindert werden. Das gewerkschaftliche und das allgemein menschliche Interesse gebietet uns, für die Kriegs- beschädigten einzutreten. Wir haben von der Regierung verlangt, daß die Fürsorge durch die Organisation von Reichs wegen ge- regelt wird. Das ist inzwischen geschehen, wenn auch nicht im vollen Umfang unserer Forderungen. Die Fürsorgeorganisation ist halb staatlich, halb privat. Daß die Gewerkschaften bestrebt sind, dabei mitzuarbeiten, versteht sich von selbst. Ferner haben wir an die au» dem Kriege heimkehrenden Arbeiter zu denken. Da nach dem Kriege Millionen von Arbeitern ins Erwerbsleben zurückfluten und die jetzt auf den Krieg zugeschnittene Industrie eine gewisse Zeit braucht, um sich wieder auf die Friedensarbeit einzurichten, wird zunächst eine Stockung im Wirtschaftsleben und deshalb eine erheb- liche Arbeitslosigkeit eintreten. Für diesen Fall sind wir bereits mit 1 Forderungen an die Regierung herangetreten und werden ihr ein- gehende Vorschläge machen, wie die Not der Bevölkerung zu lindern ist. Die jetzige Familienunterstützung wird beibehalten werden müssen. Auch die aus dem Heere Entlassenen werden während der Arbeitslosigkeit unterstützt werden müssen. Geschieht da? nicht, dann könnten wir nach dem Kriege gefährlich zugespitzte Verhältnisse bekommen. Ich nehme an, daß man in Negierungskreisen das nötige Verständnis dafür haben wird. Wenn es Deutschland ge- lingt, einen ehrenvollen, halbwegs günstigen Frieden zu schließen, und unsere Gegner nicht die Möglichkeit haben, uns durch hohe Zölle vom Weltmarkt abzuschneiden, dann brauchen wir keine pcssimisti- sehen Befürchtungen hegen. Schon der gewaltige Inlandsmarkt, der sich nach dem Frieden wieder erschließt, da ja jetzt nur für den Krieg produziert wird, kann reichlich Arbeit schaften. Es wird auch der deutschen Industrie nicht schwer fallen, die alten Absatzgebiete wieder zu erobern. Dabei muh allerdings vorausgesetzt werden, daß auch Deuftchland keinen Wirtschaftskrieg gegen die anderen Länder führt. Es müssen günstige Handelsverträge abgeschlossen werden, die für alle die offene Tür sichern. Die wirftchaftliche Ab- sperrung, für die man im Lager der Unternehmer eintritt, würde nur einzelnen Großindustriellen Vorteil, der Masse des Volkes aber große Nachteile bringen. Die Gewerkschaften werden die Forde- rung stellen, daß ihre Vertreter beim Abschluß von Handelsver- trägen in derselben Weise gehört werden wie die Vertreter der Unternehmerorganisationen. Die Regierung wird zeigen müssen, daß sie mit gleichem Maße mißt. Die Ausgestaltung de» GewerkfchaftSrcchtS soll, wie unS zuge- sagt wurde, nach dem Kriege erfolgen. Damit können wir einver- standen sein. Jetzt schon damit anzufangen wäre nicht angängig.— Nicht um das Lob der Regierung zu ernten, sondern im Interesse der Arbeiterklasse haben die Gewerkschaften ihre Tätigkeit während deS Krieges entfaltet. 95 Prozent des deutschen Volkes gehören der Arbeirerklasse an. Wenn Deutschland von seinen Fewden nieder- geworfen würde, dann wäre auch die Arbeiterklasse Deutschlands niedergeworfen. Wenn wir den Kampf gegen die unterdrückende Klasse führen, so tun wir das innerhalb unsere? Landes und unserer Nation. Wir können den Kampf gegen den Kapitalismus nur dann zum siegreichen Ende führen, wenn wir eine freie Nation sind, aber nicht, wenn uns die Russen unterjocht hätten. Die Beurteilung der Gewerkschaften ist eine andere geworden. Nicht, weil sich die Gewerkschaften geändert haben, sondern weil die Regierung ihre Haltung gegenüber den Gewerkschaften geändert hat. Trotz der unanfechtbaren Haltung der Gewerkschaften gibt es Prinzipienwächter, die in unseren Verhandlungen mit der Regie- rung ein Aufgeben unseres Standpunktes erblicken. So hat Ge- nosse Lipinski-Leipzig in einer Sitzung in Dresden Ausführungen gemacht, welche die.Berner Tagwacht" am 18. August veröffentlicht hat. Danach soll die Generalkommission mit der Regierung ver- handelt haben, um die Rechte der Gewerkschaften zu verkaufen. Es soll sich darum handeln, daß die Gewerkschaften im Anschluß an die Arbeiterversicherung zu amtlichen Organisationen ausgebaut werden, die ihre Aufgaben unter Leitung der Regierung zu erfüllen hätten. Ich brauche nicht zu betonen, daß niemand einen so Wahn- sinnigen Gedanken, wie der, den LipinSki unS nachgesagt hat, hegen kann. Die Regierung denkt auch gar nicht daran, den GeWerk- schaften eine solche Zumutung zu machen. DaS würde ja keine Verbesserung, sondern eine völlige Vernichtung deS Koalitionsrechts sein. Die Arbeiterklasse, die im Kriege so große Opfer gebracht hat, hat Anspruch auf Erweiterung ihrer Rechte. Reformen müssen ge- währt werden. Die Haltung der Verwaltungsbehörden und die Auslegung der Gesetze gegen die Tätigkeit der Arbeiter- organisationen muß eine andere werden. Wir verlangen gleiche Behandlung der Arbeiter und der Unternehmer, Anerkennung der Tarife durch die Betriebe des Reiches, des Staates und der Ge- meinden. Wir können in Ruhe abwarten, ob die Regierung den Willen und die Kraft hat, unsere Forderungen zu erfüllen. Das siegessichere Vordringen der Gewerkschaften kann durch nichts ge- hindert werden. Es liegt an uns, die Situation auszunutzen und das Eisen zu schmieden, solange es warm ist. Bleiben wir die Alten, haben wir den unbeugsamen Willen zum kulturellen Aufftieg der Arbeiterschaft, dann wird der Erfolg nicht ausbleiben, es wird vorwärts und aufwärts gehen. Ms öer Partei. Erklärung. Zur Ergänzung und Berichtigung der langen Ausführungen, die Genosse H a e n i s ch in seinem Artikel„Wahlkreis und Abge- ordeter" zu veröffentlichen für nötig erachtet hat, führen wir folgen- deS an, weil die Darlegungen des Genossen Haenisch, wenn auch nicht den Zweck, so doch die Wirkung haben könnten, über die Ver- hälwisse in Niederbarnim irrezuführen. 1. Die Frage, ob Genosse Haenisch daS LandtagSmandat niederzulegen hat, ist im Kreise Niederbarnim von ihm selbst am 28. März dieses Jahres angeschnitten. Nach einer sehr ausgiebigen Debatte, in der Genosse Haenisch unbeschränkte Redefreiheit hatte, wurde in der außerordentlichen Kreiskonferenz vom 28. März eine Resolution mit 81 gegen 37 Stimmen angenommen, in der eS heißt: „Der Kreisvorstand bedauert die Haltung, die Genosse Haenisch am 3. März 1915 im Abgeordnetenhaus eingenommen hat und wendet sich insbesondere gang entschieden gegen die Stellungnahme Haenischs in bezug auf die„Jungsturmkolonnen�.... Der Kreis- vorstand erwartet bestimmt, daß sich Genosse Haenisch künftig nicht wieder in so bewußten und direkten Gegensatz zu der fast ein- stimmigen.Haltung der in Betracht kommenden Körperschaft, der Jugendbezirksleiterkonferenz vom 25. Oktober 1914, stellt." Ferner bedauert der Kreisvorstand die Stellungnahme des Genossen Haenisch zur Frage des„BurgftiedenS". In der Debatte war von Gegnern dieser Resolution darauf hingewiesen, ihre Annahme würde mit Notwendigkeit die Nieder- legung des Mandats zur Folge haben. Dieser Auffassung war schon in der Debatte widersprochen. Nach Annahme der Resolution bat Genosse Haenisch um eine Aeußerung der Konferenz darüber, ob die angenommene Resolution eine Mißbilligung bedeute, aus der er die Konsequenz der Mandatsniederlcgung zu ziehen habe. In der Debatte über diesen Antrag wurde erklärt: Wenn die Genossen des Kreises der Ansicht sind, Haenisch müsse sein Mandat nieder- legen, so würden sie das mit klaren unzweideutigen Worten erklärt haben. Tie angenommene Resolution bedeute das, was sie besage. a Genosse Haenisch einen ausdrücklichen Ausspruch haben wolle, so möge die erweiterte Kreiskonf?»mz beschließen, daß die angenommene Resolution nicht als Mißtrauensvotum zu betrachten sei. Dieser Antrag wurde mit allen gegen zwei Stimmen zum Be- schluß erhoben. 2. Eigenartig berührt, daß Genosse Haenisch die Verbreitung seines Artikels„Die Sozialdemokratie und der Krieg" und einer Widerlegung desselben als Referentenmaterial nochmals aufrollt, während er selbst bereits im Januar sowohl im Kreisvorstand wie auch in der Kreiskonferenz, in der allseitig gegen eine Verbreitung dieser Materialien Stellung genommen war, ausdrücklich und wieder- holt erklärt hatte, für ihn sei mit der Aussprache diese Angelegen- beit erledigt. Welches Parteiinteresse liegt nun noch vor, auf diese I-»An»-**-» /"»f.? ÖT n 1 T Ä breiteten falschen Darlegungen der Sachlage neue Nahrung zu geben? 8. Genosse Haenisch behauptet, eS sei vom Kreise der Versuch gemacht, ihm einen Maulkorb vorzubinden. Das trifft keineswegs zu. Durch die Resolution der Kreiskonferenz, in der Genosse Haenisch einen solchen Veftuch zu Unrecht erblickt, sollte lediglich die Auffassung der Parteigenossen des Kreises zu der strittigen Frage zum Ausdruck gebracht werden. Will Genosse Haenisch seinen Wählern das Recht verwehren, ihre Ansicht, auch wenn sie mit der seinigen nicht übereinstimmt, zum Ausdruck zu bringen? Genosse Haenisch beftreitet das in seinem Artikel. Welchen Zweck haben dann aber seine Klagen? 4. Genosse Haenisch hebt in seinem Artikel die allbekannte Tat- sache hervar, daß zu dem Landtagswahlkreis Barnim auch Ober- barnim gehört. Zur Vorbeugung gegen falsche Auffassungen stellen wir fest: Nach dem Bericht des Partcivorstandes au den letzten deutschen Parteitag(siehe Parteitagsprotokoll 1913 S. 54) waren ani 31. März 1913 organisiert: in Oberbarnim 982(darunter 138 weib- liche Mitglieder), in Nicderbarnim 18 033(darunter 3243 weibliche Mitglieder). Bei der Landtagswahl 1913 wurden in dem von Nieder- barnim mit bearbeiteten Kreise Obcrbarnim sozialdemokratische Stimmen abgegeben: 2299, in Nicderbarnim 41833. Sozialdcmo- kratische Wahlmänner wurden 1913 gewählt in Oberbarnim: 69, in Niedcrbarnim: 1019. 5. Genosse Haenisch meint, die Abgeordneten dürsten keine „Hampelmänner" sein,„die heute so, morgen so tanzen". Dies ist auch unsere Auffassung. Der Kreisvorstand des Sozialdemokratischen Wahlvereins für den Kreis Niederbarnim. Jugendbewegung. „Wir dürfen nicht um die Jugend kämpfen." Unter dieser Ueberschrift teilten wir in Nr. 210 mit, daß der offiziöse„Ratgeber fiir'Jugendvereinigungen" berichte, daß„sich unlängst in Hamburg der Hamburgische Verband für Jugend- pflege, die Vereinigung zur Förderung der schulentlassenen Jugend und die Zentral-Arbeiterbildungskommission, die die sozialdemo- kratische Jugend umfaßt, zu gemeinsamem Wirken nähergetreten" seien. Verhandlungen,„die beiden anderen Verbände mit dem Landesverbände zu vereinigen", hätten noch kein Ergebnis ge- zeitigt, doch ljjije man sich„entschlossen, in Zukunft wichtige allgemeine Fragep miteinander zu erörtern, sich gegenseitig von ge- planten grosseren Veranstaltungen(Führerkursen und Festen) Mitteilung zu machen und zur Teilnahme aufzufordern. Bisher liege„als ein Zeugnis deS Zusammenschlnsses" ein„Wegweiser für Hamburgs Jugend" vor, Hin H estchen, das die Obcrschulbehördc an die Eäi lemlasser.cn verteilt babe. eine Notiz im„Hamburger Echo", die sich gegen AnS- führnirgen richtete, die zu diesem Gegenstand in einer Partei- Versammlung in Hamborg gemacht worden sind, ist bekannt ge- worden, daß der„Ratgeber" in wesentlichen Teilen falsch berichtet hat. Zwar ftt es richtig, daß das Heftchen an die Schulentlassenen gemeinsam herausgegeben wurde, aber die weiteren„Berhand- lungen", deren Inhalt vom„Ratgeber" richtig skizziert wird,'sind, wie das„Hamburger Echo" zugeben muß, von einem einzelnen Genossen geführt worden,„der wohl den Arbeitcrbildungsbestrc- bungen nähe steht, aber nicht Mitglied her Arbeiterbildungs- kommission ist" und der zu den Verhandlungen keinen Auftrag hatte, lieber daS Zustandekommen der Vezchandlungen teilt dos „Hainbui�cr Echo" mtt:„Von hamburgifchgr amtlicher Stelle wären eine Apzahl Personen, die den verschiedenen Jugendpflege- bestrebungen tu Hamburg nahestehen, zu ciurr Besprechung darüber gebeten, ob N'.chi in gewissen Fragen eine Verständigung oder ein ZusammenaWeiten— nicht etwa der Jugensttichen, sondern der mit der Jugendpflege betrauten Organe— möglich sei. Vor allem in Fragen, die staatliche Förderung der Jugendpflege betreffen. Die Besprechung hat zur Aufttellung gewisser Leitsätze geführt. Die Fchtdever-Vereinigung und der Landesverband für Jugendpflege 5sbsn denselben zugestimmt, die Arbeiterbildungskommission nicht." Dazu wird in einer gegen diese Notiz gerichteten Erklärung im „Echo" mitgeteilt, daß die Arbeitcrbildungskommftsion nicht nur die „Leitsätze" ablehnte, sondern daß auch die Kommission„eS ablehnte. sich von Außenstehenden vor fertige Tatsachen stellen zu lassen und die Verantwortung für daS Geschehene dem betreffenden Ge- nossen zuschob". Danach dürsten wohl die im„Ratgeber für Jugcndvcrcini- gungen" gezogenen Schluß folg erungen.als gegenstandslos be- zeichnet werden.__ Ms Znöustrie und Handel. Die Verbraucher und die neuen Kartoffclpreise. In einer Eingabe an den Stellvertreter des Reichskanzlers, Dr. Delbrück, bringt der KriegSauSschuß für Konsumenten- interesjen soeben seine Wünsche in hezug auf die Kartoffel- Versorgung der Bevölkerung aus der neuen Ernie zum Ausdruck. Da er trotz des zu erwarieuden vorzüglichen Ernteergebnisses eine Preistreiberei befürchtet, sobald sich bei der Einkellerung der Kar- löffeln durch die breite Volksmaffc großer Bedarf zeigt, verlangt er als Schutzmaßnahme die Festsetzung von Höchstpreisen. Hierbei soll nicht von deur Wert der Kartoffel als Futtermittel, sondern von den Erzeugnngskosten und von der Z a hlung s s äh i g- keit der Zonsumenten auSgegaLKev lvepdcu. Der Er- zcugungSwcrt stellt sich auf den Berliner städtischen Nieselgütern aus etwa 1,25 M. für den Zentner. Wenn auch bei diesen Gütern»in- folge der höheren Löhne und der erheblichen Verzinsung und Amor- tisation deS teueren Bodens in der Stühe dee Großstadt(trotz der billigen Düngung) höhere Preise als bei den eigentlichen landwirt- schaftlichen Großgütern am Platze sind, so will der Kriegsausschuß doch allen Erzeugern m Anbetracht der durch den Krieg verteuerten Herstellung» beding äugen einen Zuschlag von 100 Proz., also einen Verkaufshöchstpreis von 2,llv M. zugestehen. Dein Großhandel sollen hierzu 70 Pf. Aufschlag und dem Kleinhandel 60 Pf. Aufschlag gewährt werden, so daß sich der Zentner Kartoffeln beim Verkauf an die Ver- b r a u ch e r auf höchstens 3,80 M. stellen würde. Bei dem 10-Pfd.- Verkauf soll der Kleinhändler statt des genannten Ausschlages von 6 Pf. einen solchen von 8 Pf. ncllmcn dürfen. Der Preis für zehn Pfund Kartoffeln wurde Jich also auf h ö ch st c n c- 4 0 P f e n u i g e stellen dürfen. D-eS ist nach der Meinung dcs KriegSauSHusieS daS äußerste, loaf bei der Verteuerung aller not- wendigen NassnulgSmittel den V>Mwa>Mrn zugemutet werden kaiiü. Die vom StaMssekretär Dr. Dd&vück im Reichstag angedeuteten Richtpreise neost einer begrenzten Spannung nach oben und unten für bestiimnte Erzeugungsgebiote sollen sich unter den genannten Preisen bewogen. Die PvsisinncrWechx für die verschiedenen Sorten müßte dor Bundesrat bestinnmrl. Auf alle Fälle sollen auch zum Schutze des Hawww gegSi lKvvrrafHtWgsi die Höchstpreise für Groß- und Kleirfhcludcl gletchMrig stfft gesetzt werden. Die Reichsstelle für Kartoffelversorgimg soll lpzch Auffassung des Kon- tumentenausschusses zum Ausgleich zwischen lleberfchirß- und Bedarfsbezirken beibehalten werden. Ferner legt er Wert ans eine einwand- freie Feststellung der Kartoffelbestände und auf die Verleihung der Enieignungsbefugnis an die Gemeinden. Einstellung von Getreideeinkäufe« durch den Vierverband. r y:-,••... Die„Neuen Zürcher Nachrichten' vom 6. September bringen Angelegenheit abermals einzugehen und von bestimmter Seite ver- j folgenden Drahtbencht aus Kopenhagen: Nach dem in New Aork erscheinenden„Tcuischen Journal" hat der Vierberband die Getreide- einkaufe in den Vereinigten Staaten eingestellt und große Lieferungs- vertrage rückgangig gemacht. Bei einem englischen Agenten wurden om einem Tage 1 Million Bushel abbestellt. Italien hat drei Schiffsladungen, die bereits verladen waren, storniert. Frankreich und Italien haben große Aufträge auf MaiZ, Hafer und Büchsen- fleisch widerrufen. Gerichtszeitung. Polizei und Polizeistunde. Zu interessanten Erörterungen über das Thema„Ober- kommando, Polizei und Polizeistunde für Gastwirtschaften" kam es bei einer Verhandlung gegen die Schankwirtin Klara B ü h l e r vor der dritten Ferienstrafkammer des Land- gerichts I unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Wilken. Die Angeklagte war des Vergehens gegen Z% des Gesetzes Über den Belagerungszustand und eine Verfügung des Polizeipräsidenten vom 2. Marz 1915 beschuldigt. Die Angeklagte betreibt ein RcstaurationLlokal„Residenz-Festsäle", in welchem nach ihrer Behauptung nur Vereine und geschlossene Gesellschaften ragen, ein allgemeiner Restauratiousbetrieb aber nicht stattfindet. Am Abend des 8. März tagte daselbst der Verein„Goethe". Da nach der Anzeige eines Schutzmanns die Angeklagte in ihren Räu- inen noch nach der Polizeistunde(11 Uhr) Gäste bewirtet haben soll, wurde sie angeklagt, gegen die Anordnung des Oberbefehls- Habers verstoßen zu haben, wonach„alle Veranstaltungen von Ver- einen und sonstigen geschlossenen Gesellschaften an die Polizei- stunde gebunden sein sollen, die für das Lokal, in welchem solche Veranstaltungen stattfinden, festgesetzt ist."— Staatsanwalt Gutjahr beantragte gegen die Angeklagte das niedrigste Straf- maß, nämlich 1 Tag Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. Ernst Schlesinger bekämpfte die vom Polizeipräsidenten ch Jagow erlassene Anordnung aus verschiedenen rechtlichen Gesichts- puiirfen. Sie fei formell nicht gültig erlassen oder vielmehr, sie fei überhaupt nicht erlassen, und wenn sie erlassen wäre, wäre das Oberkommando und das Polizeipräsidium nicht dazu befugt gewesen. Nach§ 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand handle es sich bei den dortigen Rechtsbestimmungen immer nur um Zuwiderhandlungen gegen ein„im Interesse der öffent- lichen Sicherheit" erlassenes Verbot. Ein solches stehe doch hier nicht in Frage; das Landgericht Lübeck habe schon diesen Stand- Punkt in einem analogen Fall vertreten und den dortigen komman- dierenden General nicht für befugt erachtet, eine solche Verordnung zu erlassen. Ferner: Für Lokale der Art, wie die Angeklagte eins betreibt, habe in Friedenszeiten bis zum Erlaß jener Verordnung eine Polizeistunde überhaupt nicht bestanden. In einem Ministerial- erlaß vom 13. Mai 1892 heiße es ausdrücklich:„Geschlossene Ge- sellschaften und Vereine sind an die Polizeistunde auch dann nicht gebunden, wenn ihre Versammlungen in Schankwirtschasteu statt- finden, vorausgesetzt, daß die benutzten Räume für die Dauer der Versammlung dem öffentlichen Verkehr entzogen sind." Hiernach sei nicht zu erkennen, an welche Polizeistunde„die für das Lokal festgesetzt ist", die Angeklagte gebunden sein soll. Schließlich liege aber auch gar keine formell richtige Anordnung vor. Am 27. Februar 1913 habe das Oberkommando dem Polizei- Präsidenten v. Jagow geschrieben: im Einverständnis mit seinem Vorschlage ermächtige es ihn, eine Verordnung obigen Inhalts zu erlassen. Das Oberkommando selbst habe also eine Anordnung nicht erlassen, sondern nur den Polizeipräsidenten ermächtigt, seinerseits anzuordnen. Dieser habe es aber auch nicht getan, sondern in seiner Verfügung vom 2. März, in welcher die einzelnen Polizeireviere angewiesen wurden, streng auf die Anordnung zu achten, gesagt:„Das Oberkommando hat ange- ordnet." Es handle sich hier also um eine Polizeiverord- nung, wie sie nicht sein solle und die formell ungültig sei. Der Gerichtshof hielt, ohne auf die sonstigen geltend ge- machten rechtlichen Bedenken einzugehen, den letzteren Grund für durchschlagend, um zur Freisprechung der Angeklagten zu kommen. In der polizeilichen Verordnung heiße es:„Das Ober- kommando hat angeordnet", tatsächlich habe aber das Ober- kommando nur die Ermächtigung zu einer Anordnung erteilt und das Gericht finde nicht, daß eine formell gültige und vorschrifts- mätzig publizierte Anordnung getroffen worden i st. Mus aller Welt. Eine Schlagwetterkatastrophe hat sich am Sonnabend in aller Frühe auf der Zeche., B r u ch st r a ß e" in Langendreer bei Dortmund ereignet. Dabei wurden acht Bergleute getötet und mehrere andere durch Brandwunden mehr oder weniger schwer verletzt. Tie Befürchtung, daß noch Bergleute in der Grube eingeschlossen sein könnten, ist nach den Versicherungen der Direktion des Werkes unbegründet. Grosffeucr in einer Pariser Oclfabrik. In der großen Oel- und Fettsabrik H a m e l in Patin bei Paris brach Freitag morgen eine große Feucrsbrunst aus. Ganz Patin und ein Teil von Paris war in Rauchwolken verhüllt. Die Feuerwehr, die mit zahlreichen Dampfspritzen arbeitete, konnte eich am Nachmittag Herr des Brandes werden. Mehrere Menschen sind ver- b rannt. Der Materialschaden ist sehr groß. Die Ursache des Feuers ist nicht bekannt, doch ist böswillige Brandstiftung nicht ausgeschlossen. Eine Fischerschlacht in Spanien.„Journal" meldet aus Madrid: Aus Anlaß des Ausstandes der Fischer von Marin (Provinz Pontevcdra) kam es bei der Heimkehr von Fischern zwischen diesen und den Ausständigen zu einer wahren Schiacht. Etwa tausend Fischer wurden handgemein. Viele Revolvcrschüsse wurden abgefeuert. Da die Bürgergarde die Ord- nung nicht wiederherstellen konnte, mutzte der Äommandeur eines Kanonenbootes drohen, auf die Kämpfenden schießen zu lassen, worauf die Streitenden sich trennten. Die Zahl der Verletzten ist groß. Ten niedrigsten Milchprcis hat gegenwärtig anscheinend die Stadt A u r i ch. Infolge eines Uebereinkommens der«tadtver- waltung und der Milchwirtschaftsbesitzcr(„Produzenten") ist dort der Höchstpreis für ein Liter Milch auf 16 Pfennige festgesetzt worden. Für diesen Preis ist die Milch den ?lbnehmcrn frei ins Haus zu liefern. Die Milchhändler liefern jedoch meist unter diesem Höchstpreis, am Wagen oder im Laden wird das Liter Milch oft zu 14 Pfennigen verkauft. Trotz enormer Preissteigerung aller Teppichlabrikate(mehrere Fabriken stellen demnächst ihren Betrieb gänzlich ein) verkaufe meine Riesenvorräte Düie Iii OWnie große Gelegenheitsposten unter Preis! Haarbrüssel- Teppiche 200X300 cm 36,75, 250X350 cm 54,50, 300X400 cm 87,50. 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Der Unterricht wird von 81/,— 12'/, und von 3—7 Uhr(dreimal wöchentlich bis 9 Uhr) erteilt. e) Kaufmännische Fachschulen für schulpfl. Lehrlinge, Albrecht- straße 27. Sophienstr. 18. Sebastianstr. 26. Inselstr. 2/5. Elisabetihstr. 56/57. Gartenstr. 25. Steglitzer Str. 8a. Der Besuch, befreit vom Besuch der städtischen Bni cht schule. Außer den kaufmännischen Fächern auch Englisch und Französisch in 8 Wochenstunden. Vor- U. Nachrnittagunterricht. f) Fachklassen für Lehrlinge des Versicherungs-Gewerbes, Dorotheen- straße 12. g) Kaufmännische Abendschulen für junge Kaufl., hlosterstr. li, Inselstr. 2/5. Sämtliche kaufmännische Fächer u. Sprachen, abends 7— 10 Uhr. h) Geschloss. höh. Handelskursus f. j Kaufl. mit der Berechtigung z. einj. Dienst. Klosters tr. 74 Ausbildung in sämtlichen kaufm. Fächern sowie Englisch und Französisch, abends 8— 10 Uhr. Fach Absolvierung Abschlußzeugnisse. Beginn sämtlicher Kurse am 7. Oktober. Anmeldungen tagl. im Bureau der kaufmänn. Schulen, Burgstr. 25 II, von 9— o Uhr sowie in den Schulen selber. Der Direktor Dr. Knörk. M>«0« Humbqldt-Akad emie Das neue Vorlesungs-Verzeichnis ist erschienen und in den Verkaufsbureaus und Buchhandlungen unentgeltlich zu haben. 76/2 Besondere Beachtung verdienen die ArbeltervorleSUIlgeil» ■(Gebühr för eine Reihe 50 Pf.)— Programme in den Bureaus aller Organisationen.' AtiiWr Itlidlcuilliinktlniiiii „Die Naturfreunde" Ortsgrnppe Berlin, Heute Sonntag, den IS. September, abends 7 Uhr, im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engelufer 15: Musik-Abend. Mitwirkende: Frau X. Zloser-Hi»I»ii, die Herren R. und E. Vorpahl, Herr M. Fenster und unsere Musikabteilung, Dirigent: Herr Relnkotd Vorpahl. Einlaß karten a30Pf. sind zu haben bei Hehse, Boye»- straffe 19, Strandt, Schibelbeiner Str. 40, Paersch, Oldenburger Straffe 10, Restaurant Warschauer Str. Kl, Kruse, Mariannen- straffe 11, Harsch, Engelufer 15, in den übrigen Zahlstellen sowie im Gewerk schajtshause. Saalöffnung Z'/r Uhr. Tonntag, den IS. September Oberspreewaldfahrt. Näheres durch Kruse. Mariannenstr. 11, Fernruf: Moritzplatz Nr. 1575 und Inserat im.Vorwärts" am Montag, den 13. September. 2/7_ Ter Borstand. �pezialarzt f. Haut-, Harn-, stzrauenleiden, nerv. schwäche, Beinkranke jeder Art, Ehrlich Hata- Kuren in gl, Mm � unteriudmnq., Fäden i. Harnuiw. Frisirictistr. 81, Äpt. 10— 2, 5— 9, Sonnt. 11— 2. Honorar niäffig, auch Teilzahl. Separates Damenzimmer. Obstgärten, sehr gut angel., Wald- Parzellen, Baustellen f. Villen. Land« Häuser verk. Maul, üchtcnrade billig. KREDIT FE ß E Kaupigeschäfi forden: Brunnenslrasse 1 Zweiggeschäft Osten: Frankfurter Allee 350 Zweiggeschäft Süden: Kottbuser Damm 103 Zweiggeschäft Westen: Charlottenburg Scharrenstrasse S, Ecke Wilmersdorfer Str. offeriert nach wie vor auch währ, des Krieges zu wirklich hiillgen Preisen unt. günstigst. Zahlungsbedingungen MÖBEL in einfacher u. eleganter Ausführung und macht Interessenten ganz besonders darauf anfmerksam, dass die z. 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Oer modeme Rock ist weit und faltig(überweite Röcke haben wir der Stoffvergeudung wegen abgelehnt). Als Hauptfarben werden Blau, Schwarz,Kaffeebraun, Grün undMaulwurfsgrau bevorzugt. Besonderen Wert haben wir aus die sorgsame Durchführung aller neuen Können in schwarzen Stoffen gelegt, und haben solche in allen Größen übeneichlich vonätig. Auch hier spielt die halblange und lange Blusen- form mit Glockenschoß eine wesentliche Rolle. Hübsche weiche, mollige Stoffe in Kaffeebraun, Dunkelgrün und Blau sowie Blau-Grün kariert wirken in diesen Formen besonders vornehm und modern. Ein großer fescher Sealkragen(auch zum Hochknöpfen), eine hübsche breite Klappe und ein flotter breiter Taillengürtel verleihen dem diesjährigen Mantel einen echten, an- heimelnden Wintercharakter. Für jugendliche Damen sind etwas kürzer gehaltene Formen, ganz weit geschnitten und mit breitem Gürtel ringsherum besonders kleidsam. Auch hierin haben wir alle neuenFormen in unendlicherAus- wähl auch in guten schwarzen Stoffen vorrätig, und zwar von den kleinsten Back- fischgrößen b. z. d. größten Rummern P t%■ 82L5 "J Königstraße Am Bhf. Alexanderplatz Sonntags geschlossen i J26tsj Shausseestr. IIS Beim Stettiner Bahnhof � Sonntags geschlossen "W/m.-V vr• Verwaltuna: Berlin. Teb-Amt Moritzplatz 10623. 3578. Bureau: Nungestratze 30. NkcklttlellsmäilNtt Nttslimmllliig Kistenmacher. Mittwoch, den 15. September, abends 8 Uhr, im Vcreinshause (JnH. Dannenberg), Holzmarktftr. 21. Tagesordnung: Bericht der Kommission. Es ist dringend notwendig, daß jede Werkstatt vertreten ist. 67/13 I>ie Ortsver« altnng. icinims! Wer öerliiis M der Uomte! Sienstag, den 1�. Septtlilber, übtlids 8 llhr. in Obinlos Feltsiilen, Knppenstr. 39: Große öffcntl. Versammlung. „Tagesarbeit oder Nachtarbeit?" Referent: 5lollege Allmann-Hnmburg, Vorsitzender deS Zentralverbandes der Bäcker und Konditoren. Zu dieser Versammlung sind alle Bäcker Berlins und der Vororte eingeladen! Die Herren Obermeister Bernard und Zchmidt sowie die Vorsitzenden der Freien Vereinigung der Bäckermeister Berlins und Umgegend und des Verbandes der Brotsabrikanten sind schriftlich zu dieser Versammlung eingeladen. 10/2 Diese Versammlutig muß eine überwältiaende Demonstration zur völligen Beseitigung der Nachtarbeit Wersen! Es darf des- halb auch kein Kollege in dieser Versammlung fehlen! Zentralyerhand der Bäcker und Konditoren. I. A.: Franz Schneider. Stoffe fyp ly-lßzüge, Paletots, Ulster Meter 6, 8, 10, 12 M. Dameii-Kostiim- iiöd Ölster-Stoüe „Neuheiten" Meter 3, 5, 7 M. Seiöeii-Piiiselie, Pepsianer imit. Astrachan Meter 10, 15, 20 M. Koeli& Seeland, Tuch-Lagcr Gertraubtenstrastc 20—21.* I 8 v- 0. Preußisch Süddentschc (232. König!. Piensi.) Klassenlotterie 3. Klasse 2. Ziehungstag 11. September 1915 Vormittag N»i jede aesogene Nummer sind zwei«letch hol,- «icwtnne»-fallen,»nd zwar je einer auf die Lose gletlher Nummer in de» beiden Zlbteilunlien l«. II. Nur die Gewinne über 50 M. sind in Klammern beigesügt. (Ohne Gewähr 8t. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten» 149 356 484 687 979 93 1010 12 134 477 842 2068 71 204 329 619 3163 257 644 703 C3000) 67 848 4235 8043 142 304 896 99 913 6329 431 814 913 7219 96 705 70 8106 490 605 81 9:87 643(600) 701 51 848 10203 11 469 79 656 868 74 11143 624 950 12070 238 663 79 818 43 939 1 3067 162 706 806 960 1 4147 1 5036 46 107 1 6101 4 37 292 335 577 85 733 643 78 1 7318 89 620 776 18314 454 69 695 1 9380 472 676 908 2 0542 94 957 89 21227 567 618 25(500) 29 793 861 22452 94 661 679 837 985( 600) 23197 294 433(300) 24315 2 5233 71 342 63 416 603 96 715 862 2 6 007 79 85 197 210 369 558 762 2 7113 469 2 8003 171 629 61 628 722 24 811 929 2 9237 337 445 64 645 769 809 35 49 30195 484 992 31068 382 926 3 2121 313 872(300) 992 33021 165 216 684 3 4301 29 602 12 912 29 3 5172 374 700 4 81» 44 3 6095 136 247 480 600 83 764 3 7101 487 901 6 36194 637 3 9318 523 710 40(300) 825 927 40 300 762 856 976 41021 109 50 78 261 823 66 919 28 63 4 2144 243 90 363 67 71 433 768 86 883 4 3063 491 619 903 4 4004 33 45 161 92 228 300 683 695 4 6 217 24(300) 903 4 4004 33 45 161 387 617 4 6062 416 61 ovt> an um vi«/uui zzi au aoz 652(300) 840 75 4 8143(300) 339 478 666 719 4 9004 30 32 ao aio o�n oor ftR ftft Pft 42 472 870 928 83 86 98 5 0069 241 412 64 84 633 51054 166 60 433 72 743 893 8 2029 358 423(300) 761 965 5 3183(300) 205 609 707 815 45 54233 512 795 5 5 085 102(300) 84 611 629(300) 764 5 6 367 476 563 98 5 7013 113 382 452(300) 658 627 819 5 8461 616 622 69 77 839 942 5 9076 80 114 35 67 211 904(400| 17 80285 349 99 698 828 61107 475 6 2122 93 643 595 702 j,0 77 9S 6 3455 93 708 33 804 26 6 4003 50 250 533 702 32 ß-i ij-JÜ 430 73 92 669 665 754 829 67 6 6352 65 645 606 187 2?K7S?I L2(300) 114 665 99 778 6 8266 661 809 6 9089 Inüi7,.486 92 886 964 91 7 Ol»? 89 272 907 68 74 71104 11 295 371 633 85 843 932 7R?3353 400 27 739 60 7 4241 830 62 621 12 73 401 ßS�,320,30 599«06 31 812 20 35 85 7 6 229 311 744 60 7 03 9 vj 7W7 Z5S 679 90 728 86 846 7 3038 620 80073 718 94««,---° �L603 65 789 l°00) 874 r,, H3119 314 sp, f Si53'30�. 202 302 644 6 2 043 44 437 55 CB 921 43 55 73 84049 497 823 718 809(300) 32 Ma34�7 601 999 783 892�M®M587�|9M7 oW Z? 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Urcnszisch-Suddentsche (232. S-ttigl. Prouss) Klassenlotterie Z. Klasse 2. Ziehungstag 11. September 1915 Nachmittag Jtiif jede lie.ioaene Nummer find zwei gleich hohe Wcwliiiie gefallen, nnd zwar je«Iiier ans die Los- gleicher Ninümer in den beiden Abteilungen I u. II. Nur die Gewinne über 50 M. sind in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr A. St.-A. f. Z.)(Nachdruck verboten) 83 60 1 86 234 456 641 603 60 63 78 731 33 948 71 1271 604 928 2 006 17 729 962 8012 45 112 62 619 85 922 4628 656 76 79 92 760 809 916(400) 5116 96 330 76 472 639 763 008 93 6 042 82 193 255 89 445 664 691 732 43 676 7469 718 35 8206 332 75 635 68 813 995 8290 406 776 800 33 10026 343 513(500) 857 11025(400) 147 76 699 836 65 13000) 12003 6 29 210 357 87 97 633 15038 96 168 217 407 605 63 742 854 1 4073 137 303 550 IB080 391 414 16 801 70 16017 702 1 7044 639 736 74 830 77 79 98 1 8104 82 270 682 96 838 914 1 9123 691 813 2 0027 676 949 21709 918 2 2058 168 245 65 328 60 98 817 Q 3431 63 668 86 849 2 4242 317 78 737 2 5 008 64 373 (300) 628 602 985 83 93 2 6838 2 7 303 995 2 8240 393 478 810 19 2S021 127 410 697 736* 3 0040 44 61 83 245 324 478 676 727 72 31040 44 267 350 581 921 3 2078 439 70 95 761 879 3 3 266 3 4 580 875 98 3 5 047 413 618 901 36124 64 805 13 3 7010 112 73 529 638 38137 331 641 55 765 612 915 3 8010 93 266 91 377 80 995 40016 197 685 851 940 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901 8 0258 623(600) 761(400) 66 81193 309 431 651 8 2222 80 457 941 83179 323 69 642 603 19 70 8 4 657 8 5 097 116 206 476 677 918 8 6 083 211 8 7046 98 162 428 664 981 8 8290 417 71 667 635 711 23 8 0372 412 662 636 878 0 8306 73 659 86 726 52 828 84 91026 362(400) 86 58 661(300) 668 795 980 0 2099 212 615 87S 944 9 3 062 381 86 674 656 82 9 4334 565 814 9 5292 620 30 81 0 6353 60 63 466 641 663 869 983 9 7023 63( 300) 966 8 8294 377 452 636 603 877 966 9 0113 20 66 279 415 10 0393 427 769 989 1 01154 293(1000) 479 84 1 0 2205 61 627 669 87 IO3023 43 112 335 429 40 980 90 1 0 4069 847 861 446 66 638 65 614 709 60 669 892 10 6277(800) 349 607 642 1 06377 414 876 1 0 7296 603 847 1 08127 334 777 818 924 70 1 09123 617 934 110131(300) 214 690 682 790 111046 67 114 299 300 10 436 816 112036 133 80 463 91 113197 285 469 711(50 000) 822 93 978 114705 27 860 964 115018 447 936 116093 215 88 633 39 701 88 117656 789 801(300) 936 118056(300) 107 627 889 991 119006 25 33 117 365 440 77 82 12 0231 73 618 1 21113 543 656 855 922(500) 12 2 088(300) 91 147 385 458 78 640 721 851 965 1 23116 68 327 602 923 12 4023 162 245 93 99 307 445 1 25171 225 590 729(300)»J6 12 6 005 285 91 324 598 827 930 1 27180 305 21 72 999 123170 296 377 95 636 85 764 1 2 3060 213 398 602 28 13 8 076 413 662 973 1 31373 468(5000) 686 959 1 32176 351(600) 600 52 821 955 1 3 3 021 61 237 378 1 34039 160 317 663 1 3 5 342 475 629 744 95 8:9 13 5357 588 1 3 7 209 76 483 642 1 3 0069 176 246 70 422 599 621 826 913 66 1 3 9212 334 650 732 848 14 0 075 791 141298 341 71 490 607 704 38 884 142511 17 68 734 937 1 45113 SO(300) 344 589 633 781 839 84 14 4637(400) 869 918 1 4 5367 762 99 878 957 148249 438 668 734 58 908 62 1 47136 216 37 383(300) 465 650 68 86 895 967 1 4O060 237 79 97 333 65 623 724 867 1 49052 69 66 188 94(500) 278 608 15 0229 97(300) 456 662 996 1 51160 72 395 531 15 2052 336 402 600 13 63 607 66 1 5 3 288 772 802 66 1 54106 795 155050 223 628 717 62 160023 192 437 97 602 69 609 886 15 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UutB ivid statt. Dur dritten Kriegsanleihe. Tie erste Kriegsanleihe hat nicht weniger erbracht als 4Vz Milliarden. Tie zweite mehr als das Doppelte. Welcher Erfolg wird der dritten beschieden fein? In Schätzung der Summen gehen die Meinungen der Sachverständigen auseinander, aber darin stimmen alle überein, daß die Boraussetzungen für gutes Gelingen auch diesmal gegeben sind. 1) An verfügbaren Geldern und Kapitalien fehlt es nicht. Deutschland lebt nicht mehr in der Knappheit früherer Zeiten. 21 Milliarden betragen die Einlagen bei den Sparkassen, über 15 Milliarden liegen bei Banken und Geiwssenschaften. Auch jetzt, nachdem Millionen von Zeichnern zweimal sdjon ihr Erspartes dem Vaterlande dargebracht haben, ist Geld in Fülle vorbanden. Freilich, die 13—14 Milliarden der ersten Anleihen spielen zu großem Teile wieder mit. Fast restlos sind sie in Deutschland verblieben. England und Frankreich zahlen, was sie aus Anleihen erlösen, an Amerika — Rußland an Amerika und Japan, Deutschland aber zahlt an rausende und aöertausende einheimischer Fabriken, einheimischer Liefe- ranten und Arbeiter. Die Hände wechseln, aber es sind deutsche Hände, die die Milliarden erhalten haben und willig sie den neuen An- leihen dienstbar machen. Ein Kreislauf des Geldes I Und sodann: große Ausgaben fallen fort im Kriege— für Ausdehnung der Industrie, Neueinrichtungen und dergleichen. Die sonst hierfür verwendeten Summen suchen nach Anlage. Nicht minder auch Millionen- erlöse aus dem Berkauf der Bestände und Läger. Der Ankauf der Rohstoffe ruht. So fließen auch diese Millionen nur in bescheidenstem Maße dem Auslande zu. Ä) Dank der Fülle des Geldes ist der Gcldstand überaus leicht. Er ist leichter noch als im Frühjahr und viel leichter als im vorigen Herbste. Die Sparkassen gewähren an Zinsen etwa 3'/,«/g. Die Einzahlungen auf die zweite Anleihe haben sie hinter sich und inzwischen beträchtliche Spargelder neu vereinnahmen können. Die Zinsen für Einlagen bei den Banken sind noch geringer. Für tägliches Geld l'/z 0/ol Nur solche Zinsen können die Banken vergüten, denn ihre Kassen sind überfüllt. Die Einleger empfanden dies peinlich, der Anleihe aber kommt es zugute. S) Die Käufer der früheren Anleihen haben ein gutes Geschäft gemacht. Wer vom Deutschen Reiche 5% erhält und daneben schon im Kriegs einen Kursgewinn zu verbuchen hat, darf zufrieden sein. Seit die bislang über Gebühr bevorzugten fremdländischen Renten schon hinsichtlich der Zinszahlung böse im Stich gelassen haben, sind die Staats- anleihen wieder in Gunst, wird namentlich die Kriegsanleihe geschätzt, die nicht im Stiche läßt und noch dazu hohe Zinsen gewährt. 4) Man weist eS im Volke: der Krieg kostet Geld und doppelt Geld, wenn jetzt doppelt so viele Soldaten im Felde stehen. Man weist aber auch: diese Vorsorge verbürgt uns den Sieg. Der deutsche Krieger, der bei Dannenberg den schweren Ansang mitgemacht, brennt darauf, jetzt auch bei dem Entscheidungskampf mitzutun. So auch das deutsche Volk. Es hat in bangeren Tagen die Kriegskassen gefüllt. Es wird auch jevt— und jetzt erst recht dabei sein, wo die Waffenerfolgc unserer Söhne— um bescheiden zu sprechen— die Zu- verstcht des Gelingens gefestigt haben. Zn den Anleihebedingungen: Der 5 prozentige Zinsfuß ist beibehalten. Er wird auch diesmal starken Anreiz ausüben. Deutschland zahlte im Frieden 4 Prozent. Es hat für die Krieg?« anleihen diesen Satz um Ein Prozent erhöht. Der Versuch Englands, gleich uns mit solcher Erhöhung auszukommen, ist mißglückt. ES mußte zuletzt seinen Friedenssatz um volle 2 Prozent erhöhen: von 2�/z auf 4Vj. Der Preis der 3 prozentige» Anleihe beträgt SS, Schuldbucheintragungen kosten nur SS, 80. Der AuSgabekurS der ersten Anleihe stellte sich auf 97,50%, der der zweiten auf 98,60%. Die Kurse beider Anleihen haben inzwischen eine so wesentliche Erhöhung erfahren, daß der jetzt festgesetzte Kurs von 99 oder 98,80 als mäßig bezeichnet werden muß. Uebrigens genießt der Zeichner noch Zinsvorieil. Es werden ihm 6% Stückzinsen vom Zahlungstage bis zum 1. April 1916, mit welchem Tage der Zinsenlauf der Anleihe beginnt, vorweg vergütet. Vor dem Jahre 1S24 ist die 5 prozentige Anleihe nicht kündbar. Die neunjährige Laufzeit dürfte für Kursgewinn erfreuliche Aussichten eröffnen. Diese Unkündbarkeil bedeutet aber nur, daß das Reich die Anleihe bis 1924 nicht kündigen und also auch den Zinsfuß nicht herabsetzen kann. Die Inhaber der Schuldverschreibungen können natürlich über diese wie über jedes andere Wertpapier«durch Verkauf, Verpfändung usw) verfügen. Die Zeichner können die gezeichneten Beträge vom 30. September ab jederzeit voll bezahlen oder auch die bis zum Januar IS10 geräumig bemessenen Eiuzahlungstermine innehalten. Die frühere Bestimmung, wonach Zeichnungen bis 1000 Mark voll bezahlt werden mußten, ist im Interesse der kleinen Zeichner fallen gelassen. Rcichsschatzanweiftingen gelangen nicht zur Verausgabung, für die ReichSanlcihe aber ist ein Höchstbetrag der Verausgabung nicht festgelegt. ES wird hierdurch auch diesmal der Uebelstand vermieden, daß Zeichner leer ausgehen oder sich mit geringerer Zuteilung zu begnügen haben. Die Zeichnungen könne» vom 4. September bis zum SS. September, mittags 1 Uhr, vorgenommen werden. Die Festsetzung einer mehrwöchigen Frist hat sich bewährt. Jedermann hat Zeit, sich Aufklärung zu versl und in Muße feine Zeichnung vorzubereiien. ES empfiehlt sich aber, die Zeichnung nicht bis zum letzten Tage aufzufchie! Für Gelegenheit, die Zeichnungen anzubringen, ist wie beim letzten Male in anSgedchutestem Maße gesorgt. Außer der Reichsbank, der Königlichen Seehandlung, � der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg stehen alle Banken und Bankiers, alle Sparkassen und Lebensversicherungsgesellschasten, alle Kredit- genosfenschaften, alle Postanstalten und in Preußen alle Königlichen Regierungs-Haupt- und Kreiskassen zur Verfügung. Wer Stücke von 1000 Mark und darüber zeichnet, erhält auf Antrag Zwischeuschctne. Hiermit wird den Wünschen Vieler Rechnung getragen. Technische Schwierigkeiten verbieten eS. die Verausgabung von Zwischenscheinen auch auf kleinere Zeichner auszudehnen. Zum Ausgleich sollen aber kleine Zeichner bei Ausgabe der Stücke vorweg befriedigt werden. Wenn hiernach hinsichtlich der Anlcihebegcbung im wesentlichen alles beim Alten bleibt» so besteht die stchere Hoffnung, daß auch hinsichtlich der Freudigkeit und Begeisterung, mit der ganz Deutschland sich den ftüheren Anleihen zuwandte, alles beim Alten bleiben wird. Wer für daS Wohl deS Vaterlandes sorgt, sorgt für die eigene Zukunft. In allen Fällen deckt sich der Dienst am Vaterland mit eigenem Vorteil. Hier aber macht er sich daneben noch durch hohe Zinsen ganz unmittelbar bezahlt. Darum: Wer zeichnen kann, öer zeichne! Große unö Kleine! Und jeder so viel als möglich! Die wirtschaftliche Kraft unseres Volkes— deß sollen die Feinde inue werden— hält Stand wie die Kraft unserer Heere! Berlin, im September 1915. schaffen chieben. J. Baer Herren- und Knaben. < Moden, Berufskleidung. Elegante Paletots, | Eleg. Einzegnunge-An- zOgein jed. Preislag. Gr.Stofflager z. eleg. Maßanfertigung. Billlgete, teste Preise. �9 mr Wieder eröffnet k"WS Konsum-Fleischerei! Ä Ausnahmetage! Aus täglich frischer Schlachtung: TIiinilsAopolkt«» \ statt 45 Pf. I g»h OK � Henkels Bleich-Soda Ideirippeiilleiseli Pfd. nur 35 RiDUoelieiilleisetil Krause KnoebenrnSi Zentralmarkthalle: Reihe 11, Stand 108 Andreashalle: Stand 16. Weddinghalle: Stand 12. 233/2* Ackerhalle: Stand 8. eder nehme die Gelegenheit wahr. Verreist vom 10.— 20.' September. WThiarit Zahn-Praxi»* • l lliest», Reinickendorfer Str. 7. PeatscSies Theater. Direktion: Max Eeinliardt. 7 Uhr: Faust. II. Montag: Neueinstud.: Judith. Kamiuerspicle. 8 Ulrr: Der Welbsteufel. Montag: Der Weibsteufel. Tolksbtthne. Theater a. BDIowpI. 8 Uhr: Die Räuber. Montag S'/j; Die Räuber. Theaterdes Westens. Sonntag, 12. Soptbr..nachm.4Uhr Letzte laclunittags-Vopstelliiag: .Andersen* u. Am WSrtherSee. Kinder u. Schüler halbe Preise. ferlianil der Freien MsUnen Sonntag, den 12. September, nachmittags 3 Uhr: Volksbühne, Thealer am Bülowplah: Die Mtschuldigen.— Die(Sc- schwifter. Deutsches Opernhaus: Die verlauste Braut. Schillertheater Charl.: Das Glück im Winkel. Deutsches Künstler-Theaier: Datterich. Lessing-Thcater: Baumeister Solneß. Abends 8-/« Uhr: Volksbühne, Tbeater am Bülowplatz: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: Der Kaufmann von Venedig. Berliner Theater 3 Uhr: Wie einst im Mai. 8 mw- Extrablätter. Theater für Sonntag, 12. September. Tlontis Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann, 8 Uhr: Hoheit tanzt Walzer Residenz-Theater S1/. Uhr: Die Schöne vom Strand. S1/, Uhr: Der Sonnenvogel. Schüler-Theater O. s utr: Heimat. Deutsches Künstler-Theater. 3 Uhr nachm.: Datterich. 8 Uhr: Kdnig Salomo. Ciesslng-Theater. ?-/. u,: Stein unter Steinen. Deutsches Opernhaus Charlottbg. 3 Uhr nehm.: Die verkaufte Braut. 8 Uhr: Die Fledermaus. Friedrich-Wilhelmstädt. Theater. 31/, Uhr: Ilaria Stuart. S1], Uhr: I-ehmanns Kinder. Gebr. HGITItf CSCS-Theater s uhr: Benjamin macht alles. Kleines Theater. s'/.u.: Ein kostbares Leben. Komische Oper. 31/, Uhr: Gold gab loh für Elsen. 8 Uhr: Lusts; S'l. Jung muO man sein. nstspielhaus. �.ttebaltlJieoer gestiebt Schiller- Th.Charlottenbg. 3 Uhr: Das Glück im Winkel. 8 Uhr: Alt-Kei d elb erg. Thalia-Theater. S'l, Uhr: Heimat. 8 Ühr: Drei Faai Schuhe. Theater am �'ollendorfpl. S'/j Uhr: Die Dollarprinzsssin. 81/, Uhr: Immer teste druff! Theater des Westens iDteSr�lnilerseii". Vorher; Am Wörther See. Theater in der Königgratzer Straße 31/« Uhr; Die 5 Frankfurter 8 uhr: üeber die Kraft. I. Trianon-Theater. 3% Uhr: Die Waise aus Lowood. 81/. Uhr: Die Hydra. Rose-Theater. Ansang 8:/« Uhr: Die Stunde kommt! 3 Uhr nachm.: Wenn die üede erwacht Walhalla-Theater. 8 Uhr: Der Goldfuchs. 3 Uhr: Bon Stufe zu Stufe. URANIA TaSlei9.tr- 4 Uhr(halbe Preise): Der Isonzo und Oesterreichs idriakllste. Sonntag und Montag 8 Uhr: Von den Karpathen bis Brest=Litowsk. V oigt-Theater. Badstr. 58. Badstr. 58. yas- Heute-tSBa Der Freischütz. Erstklassiges Variete Kasleneröffnung 10 Ubr. Ani. 4 Ubr. Tftggtef Folie s Caprice Posxn-Theater&L Onkel Mendelsohn Citrons geben sich die Ehre mit lieonhard Haskel und Siegfried Bcrisch. Heute 2 Vorstellungen JVsBrÄfiÄBir In beiden Vorstellungen Das ungekürzte konkurrenzlose September-Programm. 12 neue Nummern 12. Casino- Theater Lothringer Str. 37. Tagt. 8 Uhr: Die neue Berliner Bollsposse Familie Schnafe. Urberlin. Handlung. Urberlin. Figuren. Borher der erstkl. Spezialitäten-Teil. Vorverk. s.d. ganze Woche o.ll— 2 Uhr. Sonnt. 4 Uhr: Die gute Haina. ReicbshalleQ-Theater. Stettiner Sänger. Zum 222. Male: Im Schützengraben. Xach dem Eoman Ton i Bernhard Kellermann! In den Hauptrollen; Friedrich Kayssler Frltzi Massary Segle: William Wauer Voritilirungen la den LT Ansang Sonnt. 7'i, Uhr. 3a Stelen Slam« ■ Die-- Wochenschrift für Acbeilersamilicn Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. im Kurfarstendimm, Nollendortplatz, Friedrieh- Ecke Taabenstxasse, Aleiaaderplatz, Moritzplatz, W eiabergsweg 3, 5. 7. 9 Uhr Ea wird dringend gebeten.*u den Anfangszelten der Vor- Itüirungen pCnktllch zu erscheinen Tgr.-A.: Gardinenhaus Soeaialsirma: Ssrckinsnknu» Ssmhnrd Schwartz P 4' Berlin C, Wallstr. 13 lSpindlerSizof». Die vorjähr. Gardinen u. verwandten Artikel, als: Teppiche, Decken, Kissen etc. weit unter den(ohnehin äuß. niedrig.) Ortginalpreison. Lerantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln. Für den Inseratenteil oerantw.: Th.Gwcke, Berlin. Druck U.V erlag:Vorwärt> Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, älr.252. 32 WW z. Keilllje des JMflttS" Kttlilltt Klllsbllltt. S««f»5.'2 SrptrrtnlOlS Erfolgreiches Eintreten öer sozialdemokratischen Zrauen für eine Erhöhung der Kriegsunterstützung. Lebensmittelpreise von bisher nie gekannter Höhe und sehr niedrige Unterstützungssätze sür die Kriegcrsamilien haben diese, soweit sie den minderbemittelten Volksschichten angehören, in eine schlimme Notlage gebracht. Dabei steht der Winter vor der Tür, der den Familien erhöhte Zlusgaben sür Heizung Beleuchtung und Kleidung bringt. Tie sozialdemokratische Partei, die gemeinsam mit den Gcwcrkschasten seit Kriegsbeginn unablässig bemüht ist, in der Lebensmittelsrage die Interessen der Konsumenten wahrzunehmen, die den LcbenSmittelwucher aufs schärfste bekämpft und die Regie- rung zu wirksamen Mahnahmen gegen diesen zu drängen sucht, ist auch sortgesetzt tätig, um für die minderbemittelten Krieger- familien eine erhöhte Fürsorge zu erlangen. In den kommunalen Körperschaften, in den Landtagen und im Reichstage hat sie ihre Stimme für die Hilfsbedürftigen erhoben und die Kritik an den Unzulänglichkeiten ausklingen lasten in prakti- fchen Vorschlägen zur Behebung des Notstandes. Aus eigener Erfahrung könnten die sozialdemokratischen Frauen, die meistens selbst aus das schmerzlichste den Druck der Verhältnisse empfivden und zudem täglich Zeuge sind, wie andere, noch UN- günstiger gestellte Fannlien schwer leiden, reichliches Material bei- bringen, welches die Dringlichkeit schneller, umfassender Hilfe dar- tut. Ihre politische Rechtlosigkeit hindert die Genossinnen jedoch, im Parlament in diesem Sinne zu wirken; sie müssen sich damit begnügen, den sozialdemokratischen?lbgcordneten ihr Material zu übermitteln und durch Petitionen die Aküonen der Fraktion zu unterstützen. � Das si't auch jetzt wieder geschehen bei der letzten Tagung des Reichstag-. Genossin Luise Zietz hat im Namen der sozialdcmo- kratischcn Frauen folgende Petition betr. Kricgsuntcrstützung dem Reichstag eingereicht: „Weite Schichten der minderbemittelten Kricgerfamilicn sind in großer Not. Tie Staatsuntcrstützungcn sind niedrig; Tausende von Gemeinden zahlen keine Zuschüsse, Tausende sehr geringe, ver- bältnismähig wenige hundert und mehr Prozent. Uns gehen von Kriegerfrauen fortgesetzt bittere Klagen zu über ihre Notlage, ins- besondere von dort, wo die Gemeindezuschüsse ganz fehlen oder sehr niedrige Sätze ausweisen. Die sozialdemokratischen Frauen, die in der Kricgshilfe tätig sind, berichten in gleichem Sinne. Nach einer von der Generalkommission der Gewerkschaften ver- 'nnstaltctcn Umfrage gaben von 37-10 Gemeinden mit mehr als LOOO Einwohnern über 2000 überhaupt keine Unterstützungen an Kriegerfraucn und ihre Familien. In einer großen Anzahl Ge- nieinden, die Unterstützung in irgendeiner Form zahlten, war diese äußerst gering. Dabei sind die Lebensmittelpreise fortgesetzt gestiegen und gegenwärtig so hoch, daß mit den geringen Einnahmen keine nur einigermaßen hinreichende Ernährung möglich ist. In weitem Maße sind die Kriegerfraucn bemüht, Erwcrbsarbeit zu. erlangen, arm, durch, eigenen Verdienst eine bessere.- Ernährung der Familie zu ermöglichen. Nun sind aber manche Arbeiterfrauen arbeitsunfähig, andere-können wegen der großen Kinderzahl der Erwerbsarbeit nicht nachgehen, wenn sie ihre Ktuder nicht ohne Aufsicht lassen und damit schweren körperlichen und moralischen Gefahren aussetzen wollen, denn in den meisten Gemeinden fehlt es an Säuglingsheimen, Kindergärten und Kinderhorten, in denen die Kinder bccmssichtigt und gepflegt werden könnten oder diese stehen nicht unentgeltlich zur Verfügung, und GeldauSgabcn können bei den beschränkten Mitteln nicht gemacht werden. In diesen Fällen kann höchstens Heimarbeit übernommen werden, die meistens sehr niedrig entlohnt wird, aber auch nicht immre zu haben ist, sehr niedrig entlohnt wird, aber auch nicht immer zu hqhen ist, namentlich nicht in ländlichen Orten. Dazu kommt, dasf�nfvlge Arbeitsmangcl herrscht. In anderen zahlreichen Fällen, namentlich in Sachsen, Ost- und Wcstprcußen, ist den Kricgerfrauen, die Erwcrbsarbeit gefunden haben, von den Behörden sogar die Staatsunterstützung entzogen, mit der Begründung, es liege keine Bedürftigkeit vor. Auf ein- gelegte Beschwerde ist in den einzelnen Fällen Abhilfe geschaffen worden, aber diese Handhabung der Behörden besteht leider vielfach noch weiter. Die Folge dieser weitverbreiteten Notlage der Kriegerfamilien ist Unterernährung, schließlich gesundheitliche Schädigung und eine steigende Verbitterung über ihr trauriges Los. Sicherlich fühlen sich auch die Soldaten stark bedrückt, wenn sie hören, daß ihre Lieben Not leiden, während sie im Kriege ihr Leben einsetzen. Tie sozialdemokratischen Frauen bitten deshalb den Reichstag, daß er eintritt sür die sofortige Erhöhung der staatlichen Unter- stützungssätze an die Kriegerfamilien, und daß er die Gemeinden verpflichtet, zu diesen Unterstützungen Zuschüsse zu leisten, deren Erstattung bei finanzschwachen Gemeinden das Reich übernimmt. Die sozialdemokratischen Frauen erwarten, daß das Hohe Haus im Interesse der Kriegerfamilicn, die ohnehin auf das schwerste unter dem Kriege leiden, ihre Bitte erfüllen wird." Im Reichstag wurde Berücksichtigung der erhobenen Wünsche zugesagt. Tie Regierung hat jetzt, wie die Presse bereits meldete, Erhöhungen von 20 bis 25 Prozent in Aussicht gestellt. In diesem Sinne zu wirken war den Genossinnen lebhaftes Be- dürfnis und damit einiges zu diesem Erfolg beigetragen zu haben, wird allen eine große Freude sein. Hoffentlich werden nunmehr die Gemeinden dem Beispiele des Reiches folgen, insbesondere dort, wo bisher noch jede Beihilfe fehlte oder diese äußerst gering war. Mus Groß-öerlin. Tie Milchpreisc werden weiter hinaufgetrieben. Die Steigerung der Milchpreise nimmt immer gefährlichere Formen an, und es wird die höchste Zeit, der weiteren Ausbeutung der Bevölkerung einen Riegel vorzuschieben. Das mag nicht leicht fein, allein bei der großen Gefahr, die hohe Milchprcise für weite Kreise der Bevölkerung im Gefolge haben, muß alles getan wer- den, um ein noch weiteres Hinauftreiben der Preise zu verhindern. Es ist ein bekanntes Mittel, um höhere Preise zu erreichen, den Kunden Warenknappheit vorzutäuschen oder solche gor künstlich herbeizuführen. Auf ein solches Manöver läßt der Inhalt eines Zirkulars schließen, das von der Interessengemeinschaft Märkischer Milchproduzcnten an die Kunden versendet wird. Das Zirkular lautet: Interessengemeinschaft Märkischer Milchproduzenten Gesellschaft m. b. H., Berlin N. 54, Zehdenickerstr. 10. Berlin, 10. Scpibr. 1015. Herrn...... Da infolge der außerordentlichen. Futterknappheit die Milch- liefcrungcn überall sehr stark zurückgegangen sind und wir namentlich für unseren eigenen Molkereibetrieb nach dem 1. Oktober nur mit einem verschwindend kleinen Milchquantum � �rechnen können, sind wir zu unserem aufrichtigen Bedauern ge- nötigt, einen großen Teil unserer jahrelangen treuen Kund- schaft im neuen Vertragsjahr aufgeben zu müssen. Wenn wir Ihnen als alten bewährten treuen Kunden auck weiterhin noch Milch liesern sollen, so kann dies nur in entsvreckend beschränk- tem Maße stattfinden. Wir sind bereit, Ihnen vom 1. Oktober ab weiterhin täglich... Liter Milch zu liefern, müssen uns aber vorbehalten, falls unser Zlnlieferungsauantum wider Er- warten nach dem 1. Oktober noch weiter zurückaebcn sollte, auch Ihnen noch entsprechend weniger liefern zu dürren. Anderer- seits wollen wir bei steigender Anlieferung Ihnen das Quantum nach Möglichkeit erhöhen. Der Preis für die Lieferung der Milch frei Haus soll 2 5 P f. pro Liter betragen. Wenn sich der Verkaufspreis bei einer Großfirma über 30 Pf. pro Liter ab Wagen crliölit, würden Sic 8 Tage später die Hälfte dieser Preis- crhöhnng als Zuschlag jedesmal zu zahlen haben. Falls Ihnen daran gelegen ist, unter vorstehenden Bedin- gungen die Milch weiter von uns zu beziehen, bitten wir Sie um postwendende Zusage und werden alsdann Ihnen einen ent- sprechend ausgefertigten Vertrag umgehend zur Unterschrift vor- legen. Hochachtunasvoll Interessengemeinschaft märkischer Milchvroduzcnten Gesellschaft mit beschränkter Haftung. gez.(2 Unterschriften.) Der Inhalt des vorstehend wiedergegcbenen Anschrcibens an Milchhändler hat auch für die Allgemeinheit großes Interesse. Er besagt, daß die Vereinigung dem Händler die Milch vom 1. Ok- tobcr ab für 25 Pf. pro Liter liefern will. Das bedeutet eine Er- höhung von 4 Pf. pro Liter, in manchen Fällen sogar 6 Vi Pf., da eine Reihe Händler heute noch Milch zu 18)4 Pf. erhalten. Nach Hinzunähme der Händlerunkosten würde nach dieser Berechnung die Milch 30 bis 32 Pf. kosten. Dabei besteht die„tröstliche" Aus- ficht, daß der angebotene Preis von 25 Pf. für den Händler sich automatisch erhöht, wenn eine Großfirma(anscheinend Bolle) den Milchpreis ab Wagen über 30 Pf. hinaussetzt. Das sind recht„angenehme" Aussichten für das Publikum. Nun weiß jeder Mensch, daß eine Verteuerung der Produkte auch zu einem geringeren Verbrauch führt. Schon heute entbehren zahl- reiche Familien der Milch infolge der hohen Preise und sie wenden sich Surrogaten zu. Für die Volksernährung, insbesondere für die Entwickclung der Säuglinge, für Kranke usw. bedeutet aber die erneute Hinaufschraubung der Milchprcise eine schwere Gefahr, die gar nicht ernst genug gewürdigt werden kann. Der Magistrat hat zwar schon mit Milchhändlcrn und Milchproduzenten Fühlung genommen, um festzustellen, wo der Hebel anzusetzen ist; es sind auch Fachausschüsse zur Prüfung dieser Frage eingesetzt worden. Ein langes Zuwarten scheint angesichts der drohenden Gefahr erneuter Preissteigerungen für Milch nicht am Platze. Bekanntmachung. Für den im Kreise Osthavelland belegenen Gntsbezirk- D ö b e r i tz und die Gemeindebezirke R o b r b e ck und Dallgow verbiete ich hiermit auf Grund des K 9 des Gesetzes über den Belagerungszustand vom 4. Juni 1851 jeg- lichcn Hausierhandel und Gewerbebetrieb im Umherziehen. Zuwiderhandlungen Werden mit Gefängnis bestraft, außerdem kann sofortige Festnahme erfolgen. Diese Anordnung tritt am 16. September 1915 in Kraft. Berlin, 11. September 1915. Der Oberbefehlshaber in den Marken. von Kessel, Generaloberst. Volkskonzertc des Philharmonischen Orchesters. Tie nächsten 5 Volkskonzerte des Philharmonischen Or- chesters finden am 17.(Stadttheatcr Moabit), 18.(Concordia- Festsälc), 24. Stadttheater Moabit), 25. und 39. September (Concordia-Festsäle) statt. Der Eintrittspreis beträgt 39 Pf. Billetts sind bei der Gewerkschaftskommission, Engelufer 15 I, Zimmer 13, in der Zeit von 8— 12 und 4—6 Uhr, außer Sonnabends nachmittags, zu haben, ebenso in der Zigarrcnhandlung von Horsch, Engelufer 15. Tie Hindenbnrgbrnckc. Gestern früh erfolgte die feierliche Eröffnung der neuen, im Zuge der Bornholmer Slraße belegenen, über die Gleise der Slctiiner Bahn führenden großen Brücke. Diese Brücke schafft eine direkte Verbindung zwischen dem Schönhauser Viertel mit dem Gesund- brunnen; sie bildet das Schlußstück einer großen Ringstraße von Plötzciisce—'Seestraße— Echristianiastraße— Bornholmer und Wisbycr Straße bis nach Lichtenberg; sie nimmt jetzt die Gleise einer städtischen Straßenbahn auf. Dieser Straßenzug dürfte für die Zukunft Berlins von großer Bedeutung werden. Zurzeit hat die Stadt Berlin über 100 städtische Brücken auf- zuweisen; sie steht damit in bezug auf die Anzahl derartige Bau- werke wohl an der Spitze aller deulschen Städte. Da die in Berlin zu überbrückenden Flußläufe und Schiffahrtskanäle jedoch meist keine großen Breiten haben, so bot sich früher lvenig Gelegenheit, besonders bedeutsame Brückenbauwerke auszuführen. Erst als mehrere im Bebauungsplan vorgesehene Straßensiige der Stadterwciterung über Bahnlörper von großer Breitenausdehnung führten, und da wegen der notwendigen Uebersichllichkeit des Bahnbetriebes für die lieber- brückung große Spannweiten erforderlich wurden, galt es für die Stadt, auch große Brückenaufgaben zu erfüllen. Die erste derartige in der Stadt erbaute Brücke, die Swine« münder Brücke, die über den Eisenbahnkörper am Bahnhof Gesund- brunnen führt, hat eine Länge von 228 Meter mit einer Mittel- öffnung von 108 Meter. Sie wurde im Jahre 1904 fertiggestellt und wurde, da sie über eine Million Mark gekostet, im Vollsmunde die Milliouenbrücke genannt. Die zweite„Millioncnbrücke" im Zuge der Putlitzbrücke wurde im Jahre 1912 dem Verkehr übergeben. Sie hat eine Länge von 272 Meter. Die gestern neu eröffnete dritte„Millionenbrücke" ist in ihrer Länge zwar geringer, übertrifft aber die beiden vor- genannten erheblich an Breite. Sie hat drei Oeffnungen; die Mittelöffnung beträgt 87 Meter. Die Fahrbahn der Brücke hat eine Breite von 15 Meter, in deren Mitte Straßenbahngleise für eine städtische Bahn eingebaut wurden, welche von Moabit über die Putlitzbrücke am Virchow-Krankenhaus vorbei durch die Schulsiraße und die große Ringstraße bis zur Greif-walder Straße führen soll. Die Breite der Bürgersteige beträgt ö Meter. Für die Vogenträger ist Nickelstahl verwendet worden, der, von amerikanischen Brücken abgesehen, in Deutschland wohl' zum ersten Male für städtische Brücken zur Verwendung gelangt sein dürfte. Im ganzen sind bei der Brücke 33 200 Zentner Nickelstahl, Flußeisen und Gußstahl verbraucht worden. Die Kosten der Brücke ohne die Rampen belaufen sich auf rund 1200 000 M. Der Entwurf und die Aussührung erfolgten unter der Oberleitung des Stadtbaurats Ge- Heimrats Krause durch die Abteilung III des Technischen Bureaus und durch das Tiefbauamt HI. An der gestrigen Eröffnung nahmen der Eiseitbahnministcr und der Oberpräsident teil. Zahlreiche Anwohner und Hunderte von Schulkindern säumten die Bürgersteige. Die Brücke soll den Namen Hindenburgbrücke erhalten. Nach Eröffnung der Brücke begaben sich die Teilnehmer nach dem Westhafen in Plötzensee, um eine Besichtigung der Arbeiten dieses großen Hafens vorzunehmen. Bemerkenswert war, daß auch hier die Frau zu schweren Arbeiten herangezogen wird. Kleine Nachrichten. Mit Petroleum begossen hat sich eine bei den Eltern tu Lichtenberg wohnende Frau L. Sie zündete dann die Haare an und brannte bald lichterloh am ganzen Körper. Enisetzlich verbrannt wurde die Aermste, die aus Schwermut gehandelt har, nach dein Krankenhause gebracht, wo sie hoffnungslos daniederliegt. — In eigenartiger Weise ist ein siebenjähriger Knabe in Spandau tödlich verunglückt. Der Sohn eines Handwerkers� F. betral 7�, Uhr abends den Hof der 8. Gemeiudeschule. Er hob den schweren Deckel des auf dem Hofe ausgestellten Papier- kastens hvch und beugte sich mit dem Kopf hinüber, um sich einen Gegenstand aus dein Kasten herauszunehmen. In diesem Augenblick fiel der Deckel herunter und auf das Genick des Knaben. In dieser entsetzlichen Stellung verblieb das Kind längere Zeit, bis zufällig ein Arbeiter den Hos betrat. Da der Knabe noch schwache Lebenszeichen bon sich gab, wurde er nach dein Spandauer Krankeuhause gebracht; doch verstarb er aus dem Trans- Port. Er hatte einen Genick- und Schädelbruch erlitten.— Beim Besteigen eines Straßenbahnwagens während der Fahrl glitt gestern vormittag gegen 12 Uhr eine'Frau Schwenseger an der Ecke der Großbeeren- und Dorckstraße vom TriltbreU ab, kam zu Fall und erlitl einen schlveren Bruch de-5 linken Oberschenkels. Die Ver- unglückte wurde nach dem Krankenhause Friedrickshain gebracht.— Ein ähnlicher Unfall ereignete sich am gestrigen Sonnabend früh gegen 6 Uhr vor dem Hause Miillcrstr. 154. Dort wollte der Arbeiter Koch, der sich aus dem Wege zur Arbeitsstelle befand, aus einen vor- überfahrenden Siraßenbahnwagen der Linie 26 aufspringen. Dabei stürzte er jedoch ab und trug einen Bruch der Lendenwirbelsäule davon. Der Verunglückte fand in dcni nahen Panl-Gerhardt-Stift Ausnahnze.— In einem Hotel in der Elisabethstraße stieg ein au- geblicher Monteur aus Frankfurt mit seiner Frau ab. Freitag bc- merkten Augestellte einen intensiven Gasgeruch, der aus dem Zimmer des Paares hervordrang. Bei der Ocffnung des Zimmers wurden beide Insassen bewußtlos aufgefunden. Wiederbelebmigs- versuche waren erfolgreick, worauf beide einem Krankenhause zu- geführt wurden.— Nach Unterschlagung von zirka 8000 M. ist der 25 jährige Kassierer Hennies aus der Böttcherstraße mir einer wcib- lichen Angestellten seines Arbeitgebers flüchtig geworden. Der Zirkus Busch wird am Sonnabend, den 13. September, wieder eröffnet. Herr Busch Hai sich»ach Uebcrwindung zahlreicher Schwierigkeiten und Beiseitestellung mancher Bedenken entschlossen, die Leitung des Unternehmens wieder in die Hand zu nehmen. TaS Apollo-Thcater wird am Donnerstag, den 16. September, leine Pforten wieder öffnen. Die Bühne steht unrer der-Direktiou eines Barieiv-Fachmannes, Herrn Direktor Vogel, der auch in Steltin ein Varicts leitet. Mus öen Gememöen. Meldung der Dicnstnntauglichctr im Kreise Teltow. Der Landrat dcS 5lreises macht bekannt, daß alle zwischen dein 8. September 1870 bis einschließlich den 31. Dezember 1894 ge- borenen Personen, die von der Ersatzbehörde als dauernd un- tauglich erachtet worden sind und den gelben AusmusterungS- schein besitzen, sowie alle unausgebildeten Landsturmpflichtigen, welche die Entscheidung„ausgemustert" erhalten haben, ausgesorverr werde», sich in der Zeit bis spätestens den 13. September 1915 bei der Ortsbehörde ihres Aufenthaltsortes zu melden. Den Orts- behörden bleibt es überlassen, die Tage zu bestimmen, an denen sich die einzelnen Jahrgänge anzumelden haben. Da auch in den Städten der Vorortkreise diese Bekanntmachung schon ergangen oder in nächster Zeit ergehen wird, so ersuchen wir, die örtlichen Bekanntmachungen sorgfältig zu verfolgen. Keine ungekochte Milch genießen. Thphuserkrankungcn iin Bayrischen Viertel ljaöcn_ den Schönc- öerger Polizeipräsideinen veranlaßt, vor dem Genuß ungelochter Milch zu warnen. Die ursprüngliche Maßregel, wonach den Milch- Händlern von Schöncberg, Wilmersdorf und Friedenau verboten wurde, überhaupt ungekochte Milch zu verkaufen, ist jetzt aufgehoben, dafür hängt jetzt bei den Milchhändlcrn folgendes Plakat nuS:„Das Pnblilnm wird darauf hingewiesen, daß iin gcsuudheilli-ben Juter- esse Milch nur im abgekochtem Zustande genossen werden darf." Die Plakate sind an sichtbaren Stellen auszuhängen, sie bilden eine AorbeugungSmaßrcgel gegen die Weiterberbrcittmg der ansteckenden Krankheit._ Bei de» Ersatzwahlen zum Gewcrbcgcricht in Schöitcdcrg, die gestern stattfanden, erhielten die Kandidaten der freien Gewerk- schaften 598 Stimmen. Gegenkandidaten waren nicht aufgestellt worden. IlmzugShilfc und SluSkunftScrtcilung in Biesdorf. Die Partei- genossen haben beschlossen, den Frauen der Kriegsteilnehmer und den Arbeitslosen llmzugshilse zu gewähren. Die Gewerlschastskollegen und Genossen, die bei diesen Umzügen unentgeltlich Hilfe leisten wollen, werden gebeten, sich beim Genossen A. Daumattn, Köuig- straße 20, zu melden. In der Kriegskommission ist an Stelle des zum Felde ein- berufenen Genossen Hansel Genosse Lindemanu gewählt worden. Um Auskuufl in Unterstiitzungsangelcgeuhciteu wende man sich an die Genossen A. Daumann, Königstr. 20, und Albert Lindemann, Eitelstr. 2. parteiveranstaitungen. Tcmpclhof. Dienstag, den 14. September 191Z, abends 81/, Ubr, findet bei Becker, Berliner Str. 86/87 die Aiitglicdcrocrsammlung des Wabl- Vereins statt.— Da die Tagesordnung sehr wichtig ist, wird das Erscheinen Aller erwartet.— Obuc Mitgliedsbuch kein Zutritt. Stralau. Sonntag, den 12. September 1915, findet eine Spielparlie nach Sadoiva. Pscrdcbücht, stall. Nachzügler treffen sich daselbst.. Nicdcrschöueweive. Tie Monatsverfammlung findet am Dienstag, den 14. September, abends 8H. Uhr, im Restaurant Hauck, Hasselwerdcr- straßc 12, statt. Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Wer.über drei Monale restiert, hat keinen Zutritt.__ Jugenüveranstaltungen. Reiliickcndarf-Qst. Dienstag, den 14. d. M., abends 8V,., Uhr, spricht im Jugendheim Herr George über: Die E n t st c hu» g unserer Schrift.— Donnerstag, den 1(3, d. M.: Gesangs- Übung zur Schuleittlassuitgsseicr. Zrauen-�eseabenöe. Pankow. MemcinschaMcher Ltseabend am Montag, den 13, September, abends 8 Uhr, bei Heinze, Ecke Kaiser-Frtcdrich-Stratze und Berliner Stratzc: Vortrag der Genossin Rubens, Lichtcrfelde. Dienstag, den 11. September, abends S1/» Uhr, bei Dahrendorf, Bälestr, 7: Vortrag der Genossin Rüben. Eingegangene Druckschristen. Tozialistische Monatshefte. Heft 17/18, Herausgeber Dr, I. Bloch. Doppelheft 1 M. Me 14 Tage ein Heft. Selbstverlag, Berlin W 35. Osten und Orient. Hcst 1: Der östliche Kriegsschauplatz. Von St. Rudnhckyj. 80 Pf. E. Dicdcrichs, Jena. Drkefkasten üer Redaktion. G. 100. Auch die während des Krieges ausgemusterten gedienten Mannschaften haben sich jetzt zu melden.— Z. Z. US. 1. Ja. 2. Lungen- leiden; dienstuntauglich. 3. DaS kommt auf die Entscheidung des Militärarztes an. 4. Ja.— W. 8. 88. Sie müssen sich melden.— 65. Z. 63. Sie können für vier Jahre Imsen verlangen.— Togo 3. 1. Ja. 2. Wenn sich das Leiden wesentlich gebessert hat. ja.— R. M. 100. Nein.— 31. R. 93. Eine Verordnung darüber ist bis setzt noch nicht erlassen. Treptow 100. Ja.— E. B. 600. Ja.— F. Z. 1876. Nein.— 8. G. 41. Ja.— St. Vll. Nein.— Dt. it. 100. Ja.— ffi. SOI. 100. Der Wirt muß erst klagbar werden. Ein Antrag aus Erhöhung der Unterstützung erscheint aussichtslos.— P. 15. Wenn Sie gedient haben, ja.— I. 26. Sie hasten mit Ihren Wohnungsmöbeln nicht für die Ladenmiete.— 3l. B. 1Ö0. Erweiterung der Blutadern an den Beinen(Krampsaderngeflechte); dienstuntauglich. Ob Sie noch einberufen werden, wissen wir nicht.— X. Nein. — 8t. T. 31. 1. Die Mutter muß sich an die Lagerei-BerusSgcnossenschast mit ihren Ansprüchen wenden. 2. Etlva 3C0 M. jährlich. 3. Beiträge werd en nicht zurückgezahlt. Wenn die Mutter selbst wvalide ist. kann sie Witwenrente von der Landesverficherungsanstalt beziehen.— F. St. 30. Unregelmäßigkeiten des Brustkorbes; zurückgestellt.— A. Z. 100. Darüber entscheidet der Militärarzt.— Dt.®. 16. Darüber erkundigen Sie sich beim Verband der Schneider, Berlin, Sebastiansw. 37/88.— O. Z. 55. UnS leider nicht bekannt.— O. S. Nein.— M. H. 25. Ist Sache des Arztes.— A. B. 13. Nein.— F. L. 28. Ersteres kann an der Börse gehandelt werden. Letztere? steht fest bis 1324.— G. F. 88« Nein. WetterauSstchten für das mittlere Rorddcutfchland bis Montagmittag. Am Tage mäßig warm, vorwiegend heiter und trocken. Nur zeitweise etwas stärker bewölkt. In der Nacht zum Montag wieder ziemlich kühl. pteaettilt» für die Grofjc Deutschlands ist seine ungcmindertc Kraft im Handel und Verkehr. Schwer schien es zunächst, den gesteigerten Erfordernissen der Zeit Rechnung zu trogen. Wir legten aber die Hände nicht untätig in den Schoß, sondern sicherten uns durch rechtzeitige, bedeutende Abschlüsse ein Lager, das an Reichhaltigkeit und Formcnschdnhcii der Modelle den Ansprüchen unserer Kundschaft in jeder Weise entspricht. Wir sind aber auch in der Loge, unsere Waren zu Preisen abzugeben, die auch fernerhin unsem Wohlspruch:«Gute Ware für billiges Geld" rechtfertigen. Für die Gediegenheit unseres Schuhwerks bürgt stets der Name BtAufifiauö* gCöfsterv• 6tU6 SozialdemokratlseberWahiferein f.d. Oeriieiehstags-Wablkrels. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriger Genosse August Voigt Bezirk 139 gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Einäscherung findet am Dienstag, den 14. September, nachmittag« 4 Uhr, im Krema- toriunl, Gerichtstr. 37/38, statt. Um rege Beteiligung ersucht 203/14 Der Torstand. SoziaidefflokFatiseherWablvereln beukölln. Nachruf. Am 5. September verstarb unser Genosse Lmii Frietsch Heidelberger Str. 30, 8. Bezirk. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. 233/6 vor Vorstand. Nachruf. Als Opfer d-S Weltkriege» fiel am 80. August infolge eines Schrapnellschusses unser werter Kollege, der Dreher 30A Vllll Bergmann Reinickendorfer Str. 116. Wir werden sein Andenken stet» in Ehren halten. Die Dreher der Firma Schwarykopst, Torpedobau, Abteilung Rumpf. AI« Opfer des Weltkriege» fiel am 11. August 1315 mein lieber Mann und Bater, der Land- sturmmann August Hoffmann im 46. Lebensjahre. 8831 Die« zeigt tiefbetrübt an Frau Pauline Hoffmann nebst einzigem Sohn Fritz. O du Natur, die du stärker bist als Menschen... �. Laß Blumen blühen auf ew Grab, Das liebende Hand nicht schmücken kann. Ruhe i-nft in fremder Erde! Zegelklub Fraternifas. Alz Opfer des Weltkrieges fiel am 31. August auf dem Krieg». schauplatz unser langjähriger Sportgenosse, der Infanterist E>iist DUpp Ehre seinem Andenke»! Zentral-Verband der fiöttcber, Weinkifer DJUsarbeitDeulsehl. Filiale Berlin. Als Opfer des Weltkriege« fiel aus dem Schlachtfeldcam 25. August unser langjähriges Mitglied August kietow im blühenden Alter von 44 Jahren. Ein ehrendes Andenken be- wahrt ihm 22/8 Di« Filiale Berlin. Der Borstand. Nachdem er dreizehn Monate die Strapazen de» Feldzuges mit- gemacht, verstarb am 28. August im Feldlazarett infolge seiner am 21. August erlittenen Verwundung unser lieber Schwager und Freund, der Bildhauer Artur Zuppa. Semen edlen Charakter werden nie vergessen 46Ä Sein Schwager Paul Semler. Sein Freund iffitdetm Sobmlsl. Aus dem Schlachtfelde gefallen am 28. August der Schloffer Mox König, am 2. September der Schlosser Fpifce Möse« Ein ehrendes Andenken be< wahren ihnen 27A die Kollege» der Firma Brüder Fuchs, Charlottenburg, Wallstr. 13. Nachruf* Auf dem Schlachtseide fiel unser Freund, langjähriger Mitarbeiter Brlek SliwczynskI im Alter von 21 Jahren. Wir werden fein Andenken alle- zeit w Ehren hallen. 285/3 Die Arbeiter-Jugeud der Schönhauser Vorstadt. UmbOF Reiöiekeodorf-Öst (M. d. D. A.-S.-B.) Als zweites Opfer de« Welt- kriege» fiel unser Sangesbruder Otto Ruf. Etumür schläft der Sänger. Ehre seinem Andenken! 60/4 Her Torstand. Verband der lapezierer Filiale Berlin. Auf dem Schlachtfilde fiel unser Mitglied 178/16 Erich Thomeö, Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Als Opfer de« Weltkrieges starb am 23. August unser lieber Bruder, Schwager und Onkel, der Land- slurmmann 60A forcHtianc! Mühmel im 46. Lebensjahre. Djps zeigen tiesbttrübt an widert Cloebel nebst Frau und Tochter. Ruhe sanft! Am 23. August fiel unser lieber Freund � Gustav Schulz. Mit den gebeugten Eltern, die den zweiten Sohn verlleren, und seiner jungen Frau, trauern auch wir um den Tod dieses zungen lebensfrohen Kameraden. A Er ruhe sanft in fremder Erde! Ehemalige Sängerschaft im Ruderverein Vorwärts. J. Ä.: Rosenb-rg. Am 10. d. Mts., nachmittags 61/, Uhr. verschied nach kurzem, schwerem Leiden mein lieber Mann, mein herzensguter Vater, Bruder, Schwager und Onkel, der Tischler« meister Karl Gieshoit im 55. Lebensjahre. A Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an «elene Giaeholt oeb. Wagner und Sohn. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 14. d. M.. nach- mittags 3-/, Uhr. von der Kapelle des städtischen FriedhoseS, Müller- srraße 44/45 i Eingang Philippus- Apostel-Friedhos) aus statt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, der Gastwirt Georg Gursch am 8. d. M.. nachmittag» 5 Uhr, oerschieden ist. 2410b liie trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet� heule, nachmittags 2 Uhr, vom �sliucr- Hause, Friedrichsselde,-.Ulfen- slraße 15. aus statt._ Dem Andenken«nsem ans de« Kriegsslhauplah gefallenen Genijsen! AZS/7 Aus dem Schlachtseide fiel unser Genosse Emil Haftmann Johanniterstn 20, Bezirk 116. DeZgleichen der Genosse Buchdruckerei-HilsZarbeiter HViIi»eIm �.iKSnÄrnti» Tellftr. 20, Zahlmorgen. Sozlaldemokr. Wahlverein f. d. 2. Berl. Relchttagswahlkr, 214,18 gm August fiel der Einschaler Willi Voigt Simplonstr. 34. Bezirk 331. Am 13. August fiel der Schlosser Engen Härtel Köpenickcr Str. 182. Bezirk 179/181. Am 20. August fiel eer Klempner Emil Beyer Grüner Weg 37. Bezirk 287. Im Juli fiel der Seisenhändler Willi Elffenbeln Zeughosftr. 20. Bezirk 178. Am 19. Juli fiel unser Bezirkssührer, der Maurer Hax Bragnlla Büschingstr. 25. Bezirk 382 I. Am 20. Juli fiel der Gürtler Wiibeim Oehrlck© MuZkauer Str. 51. Bezirk 178. Am 20. Juli fiel der Radier Otto Sehindler Liegnitz er Str. 2. Bezirk 206 I. Am 2. August fiel der Galvaniseur Hermann Hirseb Hausburgstr. 6. Bezirk 403 I. Am 5. August fiel unser Bezirkssührer, der Ichristsetzer �eorg Irmseber Mehnerstr. 2. Bezirk 377. Am 11. August fiel der Buchdrucker Robert Nitsehke Müncheberger Str. 15. Bezirk 307. Am 11. August fiel der Schriftsetzer Rani Holder Mrbachstr. 22. Bezirk 366 II. Am 19. August starb infolge einer Verwundung der Schriftsetzer Riebard Weise Palisadenstr. 70. Bezirk 277. Am 25. August starb insolge einer Verwundung der Gastwirt Rani Kebnks Mühlenstr. 4/5. Bezirk 292. Sazlaldemokr. Wahlverein I. d. 4. Berliner Relchttagswahlkr. Am 6. August fiel durch Kopfschutz der Schleis« Ernst Hreseber Stralsunder Str. 22. 9. Abt. Bezirk 615. In einem Gefecht fiel der Hausdiener Hax Czybow Transvaalstr. 19. 22. Abt. Bezirk 776b. Am 18. Juli fiel der Arbeiter Rar! Hnsebioi Weitzenburger Str. 16. 8. Abt. Bez. 618. Am 18. August fiel durch Kopsschutz der Arbeiter Rar! Bandekow Sparrstr. 5. 16. Abt. Bezirk 748e. Am 1. August fiel in einem Gefecht der Form« Heinrieb Kaden�asser Buchsir. 5. 21. Abt. Bez. 761a. Im Kampse fiel am 2. August der Arbeit« Rar! 8ebönbom Daldstr. 35. 14. Wt. Bezirk 699a. 227/14 Im Kampfe fiel am 14. August der Zigarrenhündt« Willi Schröder Waldjtr. 35. 14. Abt. Bez. 699a. Sezlaldemoki-. Wahlverein f. d. 6. Berliner Relchttagswahlkr. Am 23. August fiel uns« Genosse Heinrich Rnhn 245/15 Landw«Hr»Jns.«Reg. 47. Sozlaldemokr. Wahlverein Niederbarnim. Bez.BersIgwalde-Wfttenau. Gefallen die Genossen Onstav Stoppel Rani Hoifmaun Emil �tolzenwald 245/12 Sozlald. Wahlverein Kreis Niederbarnim(Bez. Pankow). Am 12. August fiel durch Kopsschutz der Genosse Rar! Onntber Drechsler, 25 Jahre alt, Oderstr. 17, Gruppe 43. 13/20 Seziaid. Wahlverein Kreis Niederbarnim(Bez. Lichtenberg.) Gefallen am 17. Mai der Genosse Otto Bloch 28 Jahre alt, Gruppe 3. Gefalle» am 8. Slugust der Genosse Btto Ruscbmlnder 22 Jahre alt, Gruppe 3. Gefallen am 16. August der Genosse Eritz Runtze 28 Jahre alt, Gruppe 7. Gefallen am 13. August der Genosse Willi Hoebereiner 30 Jahre alt, Gruppe 9. Gesallen am 6. August der Genosse Erleb Bartbei 33 Jahre alt, Gruppe 10. 245/13 Seziaid. Wahiverein Niederbarnim, Bez. Reinickendorf-West. Im Felde gesallen d« Bauarbeiter Rar! Groß Bürknerstr. 26. 1. Bez. Im Felde gestorben der Schmied Bskar Schweb© Glasowstr. 41. 13. Bezirk. Am 23. August gesallen der Packer Eriedrieb Röbuapfel Neckarstr. 4. 7. Bezirk. 239/5 Sozialdemokratischer Wahiverein Neukilln. 197/6 Als Opscr des Weltkrieges fiel unser Genosse Btto Wimmer Katserstr. 141. Bez. 9. Sozialdemokratischer Wahiverein Marlendorf. AIS erster unseres Vereins fiel am 4. August unser brav« Genosse Rani Woyt. 197/4 Sozialdemokratischer Wahiverein Rudow. Am 20. August fiel im 29. Lebensjahr unser Mitglied August Xoaek. Am 4. August fiel durch Bauch schütz uns« Mitglied Eritz Unfug. Am 15. August fiel durch Herzschutz unser Mitglied, der Galvanoplastik« Johann Hoppelbammer. 197/3 Sozialdemokrat. Wahiverein Britz. I (Deutscher Senefelder-Bund). - Berlin. Unseren Mitgliedern die traurige Nachricht, daß weitere vier Kollegen Opfer des Weltkrieges ge- worden sind. ßita Noack, Steindruck«, gesallen am 11. August. Erwin ThomaS} Pofitiv-Retoncheur, gefallen am 28. August. Andreas Lauterbach) Kupferdn-ck«, gesallen am 21. August. Udo Messerschmidt)?h»t»graph, gefallen am 17. August. Fern« geben wir bekannt, datz am 7. Septemb« d« Licht. druaer Frita Meissner im Alter von 34 Jahren nach jahrelanger Krankheitsdau« an schwerem Nierenleiden verstorben ist. Wir werden ihnen allen ein ehrendes Andenken beivahren. 108/18 Die Berwaltungen Berlin I, II, IV, V, VI. Oeutscher Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefalle« find folgende Mitglieder: 87/19 Die Ortavcimaltnns. Als Opfer des Weltkrieges fiel I am 14. August insolge mehrerer Kovfschüsse unser einziger innig- 1 geliebt« Sohn, mein treusorgevdrr I Gatte und herzensguter Vater, j der Landsturmmann Paul Aielzer im noch nicht vollcndetenüO.Lebens- jahre. 38A Alf rod Molzer nebst Frau alsMtcrn. Frid� Melzer als Frau nebst Töch- icrchen Walli. Familie G.Krüger als Schwiegerelt. Sein einziger Wunsch war bloß. ein Wiedersehen, Doch es sollte nicht geschehen, Nun, lieber Paul, ruh slill in Frieden, Ewig beweint von Deinen Lieben. Wir werden Deiner nie vergessen! Nach zwölsmonatigcn schweren i Kämpfen siel bei einem Sturm« angriff am 4. August mein über alles geliebter, herzensguter Mann! BaiM Miillenderj Gcsr. im Reserüc-Jns.-Regt. 93 8. Kompagnie im 29. Lebensjahre. Dies zeigt allen Freunden und.! Bclannteu an in tiesslem Schmerz� frau eilender 843t geb. Meyer. Ein kurzes Glück Hab ich besessen, Des Feindes Kugcl� hat's zerstört,! Drum schlase wohl üisremder Erdc, So fern vom lieben Heimatsherd. Hiermit allen Bekannten zurl Nachricht, datz mein lieber Mann.! unser guter Z�gter, Schwicger-l und Grotzvater, der srühere i Mineralwasscrarbeiter 2395b( August Voigt nach längerem Leiden im 72. Le- bensjahre unerwartet am 10. Scp- tember sonst entschjascn ist. Um stilles Beileid bittet im! Namen der Hinterbliebenen Iflarlv Voigt, Britz« Strasse 9. Die Einäscherung findet Dicns- tag, den 14. September, nachm. 4 Uhr. im Krematorium, Ge- richtstratze, statt. Kranzspenden dankend verbeten. Aus dem Schiachtseide mutzte am 30. August d. I. in trauriger Pflichtersüllung lein blühendes, freudvolles und hoffnungsreiches Leben lassen, mein lieber Herzens- guter Mann, unser inntgcliebtcr einziger Sohn und Bruder, der Buchdrucker Hörmsnn Harfmann Füsilier i. 4. Gard.-Rgt., 2. Jnsp., 32 Jahre alt. 2387b Im tiefsten Schmerze iielene Hartmann geb. Galle, als Frau, Charlotlcnbmg.Kaiitstr. 125, Familie Wlih. Hartmann(Eltern, g "achter und Schwiegersvhn), SO.,i Mariannenstr. 14. Hierdurch allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, datz am 5. August auch unser lieber Sohn und Bruder, Nesse, Cousin und Onkel, der Gefreite Otto Kuschminder im blühenden Alter von 22 Jahren, sowie sein vor fünf Monaten am 5. März gefallener Schwager, uns« lieber. Schwiegcrsodn, mein teurer Gatte, herzensguter Z?alcr und Schwager, der Ersatz-Nes. puu! Jahn im blühenden Zllter von 27 Jahren j ein Opfer des Weltkrieges wurden. In tiefer Trauer die Hinter» bliebcncn Gustav und Anna Kuschminder! alz Eltern und Schwiegereltern. Mantba Jahn, geb.Kuschmindcr! als Gattin und Schwester. Helmut Iah». Gustav Kuschminde», als Bruder und Schwager. Gertrud Nitzchke, als Cousine.! Gretchen Nitschke. Hermann und Marie PeterH, als Onkel und Tanle. 2386b| Fern von seinen Lieben als Opfer dieses furchtbaren Welt- krieges starb am 22. August infolge eines Drustschusses mein iimiggeliebter herzensgut« Murin, unser lieber Sohn imd Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Landsturmmann 4931 Gustav Schulz im Alter von 25 Jahren. Dieses zeigt tiefbetrübt an Margarete Schulz geb. Scholz und Angehörige. Wie schwer war Dir das Scheiden Bon uns, geliebtes Herz, Weitzt nicht, was wir jetzt leiden, In tiefem, grossem Schmerz. Wir boten alle Tage, Ach lehre bald zurück; Doch jetzt nur eine Klage, Vorbei ist unser Glück. Kurz war unsere Freust«, Ties ist unser Schmerz, Drum schlummrc sonst Du treu- geliebtes Herz. Sein Wunsch war izur ein Wlcderjeheit. Ruder-Verein Vorwärts. Der Weltkrieg ha) wieder ein! I Opfer von uns gefordert. Ami 29. August siel unser lieber Svort- | genösse 285/2 Gustav Schulz, der immer ein lebhastes Vereins intcresse betätigte und gemeinsam j 1 mit seinem gesoffenen Bruder I Richard so manche Slrbcit zum) I Besten unseres Vereins ausgc- führt hat. Er war ein lebensprühender,! mit scharfem Witz begabter Ge-'I nosse, dem wir ein diuierndesf Andenken bewahren werden. Möge ihm die fremde Erdef leicht sein. Ter Vorstand. 3llS Opfer des Weltkrieges sie? am 5. Mai 1915 durch Kapsschutzj mein lieber guter Mann, meiuk guter Schwiegersohn, uns« lieber! unvergctzlicher Schwager und I Onkel, der Grenadier 240Sb I Hennann Kriiger 2. Garde-Rcgt. z. F., 5. Komp.! Im tiefsten Schmerz tm Namen jj der Hinterbliebenen TIarle Krllgcr geb. Schmidt. I Er schrieb nie, daß er darbte— i Er klagte nie, bis er starb, Tat treu seine Pflicht, bis die j Kraft ließ nach, Bis sein Herz stand still und das f Auge brach! Allein zu fein— drei Worte, leicht zu sagen, Und doch so schwer, so endlos! schwer zu tragen. Lieber Hermann ruh' in Frieden, I Ewig beweint von Deinen Lieben! I �taelirul. Opfer dieses von chm nicht! ! gewollten Weltkriege» starb am! 23. August uns« lieber Kollege,! der Hobler 3031 1 Ernst Herrmann i Wir werden sein Andenken stets j 1 in Ehren halten. Die Kollege» f der Firma Stock-Motorpflug( Niederschöueweide Abt. Sch�Jelenrecht. Allen Verwandten und Be-' kannten die traurige Ziachricht. datz mein lieber herzensguter Mann und Vater seiiies Töchter- chcns, unser guter Sohn und Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Onkcl, Nesse und P elter, der Landsturmmann 2408b Brune Döring Srs..Jns..Ncg.'Nr. 331, 11. Komp., alsOpserdeSWcl!kriegeZam8.Sep- tcmber 1915 an seinen schweren Verwundungen in Weimar im Lazgrett'verstorben ist. Dies zeigen tiesbetrübt an Frau Hedwig Döring geb. Karge. Lorenz Döring und Frau Gmma ged. Relsoh, als Eltern. Arnold Karge und Frau Emilie geb. steldke, als Schwiegereltern. Die Beerdigung findet Donners- tag, den 16. September, nach- mittags 5 Uhr, aus dem B«Iiner Garvtson-Airchhos in der Hasen- Heide statt. Dir sei der Friede, UNS der Schmerz, Berlin, 10. September 1915. Nur wer unser Glück gekannt, Weiss waZ wir verloren. 3kn den Folgen einer kurzen schweren Krankheit starb am 14. August mein lieber, unvcr- gctzlichcr Mann und treusorgen- der Vater, der Vergold« Paul Geikler im Kriegslazarett. In tiefem Schmerz Die tranerndc Ww. k�arle Geisler geb. Schneider u. Sohn Herbert, Minna Geister als Mutter Karl Rau und Famifie Rudolf Geisjer und Familie Julius Schneider und Frau als Schwiegereltern Karl Welt und Frau Ida geborene Schneider. Du schiedest schnell! In ticscm Schmerz läßt Du der- waist uns stehv, Nur einen Trost gicb dem armen Herz. 60A a c U r u t. Als Opfer des Weltkrieges siel am 23. 3lugust 1915 unser lieber Kollege, der Werkzeugmacher DHu Reich Unterossizier im Res.-Jns.-Rcg. Nr. 47. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Kollegen der Abteilung Meister Schilling iWcrkzcug- bnn), A. E. G., Ackcrstraßc. Ceutscii. Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Folgende Mitglieder starben im Felde: Eugen Bsspthel, Metallarbeiter, geboren 8. 12. 1SS7 in Leipzig. Walser1! Oapthel, Bohrer, geboren 22. 7. 1878 in Berlin. Eifisä Beyer, Klempner, geboren 24. B. 1S81 in Berlin. Fritz Brandt, Helfer, geboren 21. 12. 1887 in Rathenow. Ernst Orescher, Schleifer, geboren 18. 5. 1883 in Rösenig. ©tto Duckert, Revolverdrchcr, geboren 16. 8. 1881 in Schwedt. Ulax Erdmann, Metallarbeiter, geboren 2. 2. 1894 in Böhlitz. Emil Fangk, Metallarbeiter, geboren 19. 6. 1890 in Zossen. Diethard Fieiitz, Schloffer. geboren 27. 10. 1891 in ZcHbcnitf. Augnsst Funk, Metallarbeiter, geboren 18. 4. 1835 in Görlitz. Ifüax OoigS3�¥Ski, Maschinenarbeiter, geboren 4. 7. 1890 in Berlin. Sseorg Slaupt, Metallarbeiter, geboren 2. 1. 1885 in Berlin. Bruno Härtel, Mechaniker, geboren 7. 1. 1894 in Berlin. Ernst Herrmann, Maschinenbauer, geboren 29. 7. 1890 in Berlin. Wilhelm Herzberg, Schlaffer, geboren 17. 10. 1884 in Reinickendors. Msh-k ICirschning, Farmer, geboren 18. 11. 1883 in Rirborj. [Carl ECSöske, Schmied, geboren 15. 9. 1888 in Sonnenwalde. Ernst Knazzxz, Dreher, geboren 18. 7. 1894 in Berlin. Sfflax Konrad, Gürtler, geboren 31. 8. 1890 in Schmargendorf. BEchard Langer, Uhrmacher, geboren 26. 4. 1890 in Breslau. �iifoert Hahis, Schlaffer, geboren 3. 7. 1885 in Reichenbach. EmiS ü�eyhofer, Schlaffer, geboren 10. 2. 1872 in Kraupifchken. Oskar Müller, Schlaffer, geboren 24. 11. 1885 in Stadtilm i. Thür. r�lsSheEni Müller, Schlaffer, geboren 8. 7. 1885 in Berlin. Herrn. Piepe nhagen, Metallarbeiter, geboren 8. 10. 1872 in Seehausen. PaisS Bichter, Schlaffer, geboren 14. 9. 89 Bernburg. Erasi BiSImann, Schmied, geboren 14. 11. 1892 in Gommern. Frlts Besteig Schlaffer, geboren 7. 2. 1695 in Berlin. Heinrich Sadewasser, F-rmcr, geboren 28. 10. 1878 in Älitschondors. ©skar Schwebe, Schmied, geboren 15. 7. 1879 in Padiiger. Ulbert Simon, Wickler, geboren 16. 4. 1890 in Barren. Em ei Stolzen wald, Schlaffer, geboren 24. 8. 1835 in SleiSgetn. Fritz Tornow, Dreher, geboren 2. 5. 1873 in Berlin. Kurt Melbach, Schlaffer, geboren 29. 9. 1895 in Schöneberg. Fritz Werkzeugmacher, geboren 1. 10. 1885 in Zepernick. Max Weiner, Schloffer, geboren 29. 9. 1892 in Berlin. Kurt Welzel, Bohrer, geboren 28. 9. 1885 in Berlin. Besnhold Wandt, Goldarbeiter, geboren 9. 4. 1890 in Berlin. Franz Wude, Graveur, geboren 4. 9. 1870 in Berlin. Willi Zichert, Dreher, geboren 15. 10. 1893 in Berlin. Bezirk Groh-Berli». 119/4 Ehre ihrem Andenke«! Die Ortsverwaltung. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Ali SV Ii, Industriearbeiter. IPl'ltZ Banersfeld, Industriearbeiter. WilSielm Meneeke, Kohlenarbeiter. Ernst Uickstein, Bierfahrer. August Moif mann, Geschästskutscher. Theodor Korella, Rollkutscher. Hermann Krüger, Geschäft«die«er. Hermann Eepine, Geschsftsdiener. AngUSt Elll. Straßenbahner. Otto Aeitzhe, Industriearbeiter. Erich Nenmaun, Geschsstsdiener. Karl Oetf*, Troschkenchauffeur. Oswald Prngel, Rollkutscher. Wilhelm Quast, Droschkenchauffeur. Alfred Hösner, Einkassierer. Knstav Nclliewek, Kellerarbeiter. Otto Schröder, Geschäftsdiener. Ernst Uhlig, Lagerarbeiter. Emst I Ulli IIS, Warenhansdiener. 1 Eranz Vilwoek, Bretterträger. Endwig Wascheskio, Rollkutscher. Karl W iedemann, Geschäftsdiener. Heinrich Limmer, Speditionsarbeiter. Otto bossln, Hofarbeiter. 67/3 Ehre ihrem Zl n d e n k e n l Vi« UcielrlesIvitrinA. E5BS Verband der Schneider, Schneiderinnen und Wäschearbeiter Deutschlands. Filiale Iterlin. Tem Andenken unserer ans dem Kriegsschauplatz gefallenen Kollegen! Am 13. Juli fiel der Herrenmaßschneider Andreas Oelhoff geb. 25. Februar 1874. Ferner starb im Lazarett in Oesterreich der Herrenmaßschneider Adolf Pilz geb. 29. Januar 1888. 162/18 Hie Oetsverwaituiij;. Filiale GroB-Berlin. Ten Mitgliedern zur Nachricht, daß folgende Nollegen aus dem| Schlachiselde gefallen sind: August Mücke, Wasserwerk Friedrichshagen Otto Sünder, 33. Revierinspemon Adolf HaSSC, Einzelmitglied Wilheim Oärtner, 36. Reoiermtbcitton Karl SchölzeE, 21. NebierinsPeMon Theodor Kraak, Lichtenberg Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren. | 35/11 Die Ortsvcnvaltnngr. BTiiUlWl Zahlstelle Berlin und Umgegend. Den Berufsgenossen zur Nachricht, daß folgende Mitglieder im Felde gefallen sind: Emil Danowski, Bezirk 2. Karl Rabsger, Bezirk 2a In Spandau starb am 5. September d. I. als Pionierunteroffizier Paul Plessow, Bezirk 25. ain Herzschlag. Ehre ihrem Andenken! 254/10 Iber Va»'»t»ir«k. Fern der Heimat mib seinen I Lieben_ficl am 19. August bei 1 einem Sturmangrist mein innig.! geliebter, unoergeßlicher Mann! und Vater, unser lieber Sobn I und Schwiegeriobn, Bruder, j Schwager und Onkel ftm! Siolzeowald Res-Fns.-Regiment 93, 3. Komb., 5 Tage vor feinem 30. Geburtstage. 66 A In liesstem Schmerz Ana» Stolzenwald geb. Matthes nebst Tochter und Angehörigen, Berlin-Pankow. Ich Hab ein kurzes Glück besessen, Nun schlummert es, aus ewig unvergessen. Fern von der Heimat und den Seinen starb im Feldlazarett am 12. August infolge eines Kops- schusses mein lieber. unoergeß- licher Mann und lreusorgender Bater, Sohn, Schwiegeriobn, Bruder, Schwager, Onkel, Neste und Cousin, der Landsturmmann Kgd Günther vom Königin-Clisabcth. Grenadier- Regiment Nr. 3. im blühenden Alter oon 25 Jahren. 2384b Ties zeigt hierdurch tiesbelrübt an Trieda Lünther geb. Trogniie nebst Kind(Lichtenberg.) Die Freude Deiner Wiederlehr, War nicht vergönnt den Deinen, lind»lögen sie auch nach so sehr, Ihr Liebstes nun beweinen Nun ruhe sanft tn Deinem Grab, Befreit von allen Schmerzen, Tie Liebe, die Dich Hier umgab, Lebt fort in unserem Herzen, Ihm der Friede, uns der Schmerz n»| mk AIS Opfer des Weltkrieges starb am 4. September durch I Kicserschuß im Lazarett unser lieber 8 Sobn, Bruder, Schwager, Onkel| und Bräutigam, der Musketier Emil Klawoim Landwehr-Jnj-Reg. Nr. 4 | im blühenden Alter vou25Jahren. Dies zeigen in tiefem Schmerz n Ferdinand Klawohnl„ Auguste Klawohn/ aI3 GI'crn- Kariechen Klawohn t als Schwester| als Waller Rackel, z. Z,i Verlobte. im Felde\ Ernst Klawohn als Bruder. Richard Klawohn als Bruder, z. Z. im Felde. Emma tSüoke als Schwester. Bruno Mücke als Schwager, z. Z. im Felde. Berta Bunge als Schwester. Karl Bunge als Schwager. Charlotte Köhler als Braut nebst Mutler und Schwester. Du bist so schwer geschieden, Du lrcugcliebles Herz, Tu hast nun Deinen Frieden Und wir den bittren Schmerz Magst Du in fremder Erde Zur Ruh gebettet sein, Du wirst in untren Herzen Doch nie vergessen sein. Ruhe sansi in fremder Erde, Ewig beweint von Deinen Lieben.• I Allgemeine Kranken- u. Sterbe- kasse der deutschen Drechsler] und deren Berufsgenossen I Ersatzkasse. Berivaltuiigsstelle Berlin U. I Am 9. September verstarb unser I Mitgllcb 39/3{ Ludwig Meibusch. Ehre seinem Andenken! Die Beeidigung findet Mvn- tag, den 13, September, nackm. 3'/, Uhr, von der Leichenhalle des alten Thomas- KirchHaseS, Hermannstraße, aus statt. N a ch r u f. Am 6. September starb unser Mitglied Hermgun Müller. Tie Beerdigung jatib at 10. September statt. Fern von seinen Lieben siel als Opfer des Weltkrieges am 22, August durch Kopsichttß mein inniggelicbter Mann, der einzige Sobn. Bruder, Scknvager, Schivie- gersofm und Oukcl, der Ersatz- reservist Georg Haupt im 31. Lebensjahre, In liesstem Schmerz FJlsabcth Uauptgeb. Lange Matter. Vater u. Schwester Charlotte Max Linder und Frau geb. Haupt nebst Kindern Richard Fiedler(zurzeit im Fcloc) u. Fran geb. Lange Witwe Therese I.anse. Mit der Hoffnung aus ein Wieder- seb'n zagst Du ins Feld, Nun bist Du. so jung, durch die Kugel gefällt. Nicht der hößersehule Urlaub brachte Dich einmal zurück, Darin haben wir wohl selten Glück. Nichts heilt die Wunde, nichts den bitteren Schmelz, Die Kugel, die Dich iras, ging auch uns ins Herz. 84A Als Opfer des Weltkrieges stell am 15. Juli 1915 mein innig- 1 geliebter, herzensguter Mann, unser einziger,_ inniggelicbter Sobn, Bruder, Schwager und I Onkel, der Musketier Uilbelm llietrieti, Rcs.-Jns.-Neg. Nr. 269 8, Komp. im blühenden Alter von 27 Jahren. In namenlosem Schmerz zeigt dies an 3SA Frau Berta Dietrich geb. Vetter. Turiner str. 33. im Namen aller Hinterbliebenen. Er ging dahin, den ich jy innig liebte, Der gute(Saite, meines Lebens Glück. Er ging dabin, der nie mein Herz betrübte, Und ließ mich chnsam, trostlos hier zurück. Ich hob' ein schönes, kurzes Glück besessen; Nun schlummert es aus ewig un- vergessen. Wenn uns auch bricht das blutende Herz, Wir müssen ertragen den furcht- baren Schmerz. -"�ir y" sendet GalemAleikum Salem Gold Afgareften Willkommenste Liebesgabe �. M0 3%. 4 3 6610 Prei5'.' 3>i�5 6 ö xolfg.d.&fck. Imsffirei! anjctoxcntcii vcranlio.: Dil. Gltuic. Berltm Druck u. Bcclag: Bortvart,«uchöruckeret u. Betlagsattstalt Paul Singer& Eo, Berlin SW.