Nr. 258.- 32. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis prānumerands: Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 R wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 g. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2.50 Mart, für das übrige Ausland Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal Rumänien, Schweden und die Schweis Ericheint täglic • 0. Vorwärts Berliner Volksblatt. 5 Pfennig Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Hnzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Pfg.( zulässig 2 fettgedructe Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplas, Nr. 151 90-151 97. Sonnabend, den 18. September 1915. Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 151 90-151 97. Heftige ruffische Angriffe in Wolhynien. Der russische Generalstabsbericht. aber Petersburg, 17. September.( W. T. B.) Bericht des Großen Generalstabes von gestern: In der Gegend südwestlich von Dünaburg warfen wir wiederholte deutsche Angriffe vor unseren Drahtverhauen zwischen der Straße nach Dünaburg und dem Samarasee zurück. Kleine deutsche Reiterabteilungen erschienen in der Gegend an der Eisenbahn Molodetschno- Polozk. Weiter nordöstlich von Wilna gelang es dem Feinde, auf das linke Ufer der Wilija zu gelangen. Weiter südöstlich von Prany versuchen die Deutschen den Versovkafluß zu überschreiten, einen Nebenfluß der Meretschanka. Bei dem Dorfe Eisenvuyeismonty(?) warfen unsere Truppen den Feind in den Fluß. In der Gegend von Pinst ziehen sich unsere Truppen unter dem Druck des Feindes zurück. In der Gegend von Nijnistochod schlugen wir die Offensive des Feindes gegen Ugrinitschi ab. Der Feind unternimmt weiterhin Gegenangriffe in der Gegend von Derajem und an verschiedenen Zeilen unserer galizischen Front. Der Feind, der erschüttert ist, sucht seine Stellung durch diese Gegenangriffe zu befestigen, er hat bei diesen Bemühungen und Versuchen im besten Falle nur kleine örtliche Erfolge erzielt und unsere Truppen fahren fort, Erfolge im Kampfe zu haben. Westlich von dem Dorfe Pendyti in der Gegend von Derazno machten wir 410 Gefangene und erbeuteten vier Maschinengewehre. Als wir uns einer Brennerei und des Friedhofes bei Derazno bemächtigten, machten wir über 700 Gefangene und nahmen vier Maschinengewehre. Erbitterte Gegenangriffe des Feindes wiesen wir ab. Bei dem Grenzdorfe Neuplerinch, der Stadt Vischnewetz und an der Strypa westlich der Linie TarnopolTrembowla liefern wir dem Feinde, der sich an die Flußübergänge flammert, an verschiedenen Stellen erbitterte Stämpfe. Der amtliche Wiener Bericht vom 12. September erklärt, daß wir in der Richtung auf den Brückenkopf von Tarnopol zurückgeworfen wurden und daß wir bei Tarnopol ungewöhnlich hohe Verluste gehabt hätten. Der Feind besitzt indessen feine Unterlagen für die Beurteilung des Umfanges dieser Verluste, und zwar darum, weil wir in den Kämpfen am 10. und 11. September während der ganzen Zeit das Schlachtfeld behaupteten und weil der Feind an den folgenden Tagen trog der erhaltenen Verstärkungen noch mehr westlich von Tarnopol gegen die Dörfer Gliadki und Zebrow abgedrängt wurde und zum Teil noch sogar über die Linie am Strypafluß hinaus. Der französische Tagesbericht. Paris, 17. September.( W. T. B.) Amtlicher Bericht von gestern nachmittag. Handgranatenfämpfe an den Sappenköpfen im Abschnitte von Neuville. Ein Bombardement der Vorstädte von Arras rief eine heftige Erwiderung unserer Artillerie auf die feindlichen Batterien und Schützengräben hervor. Im Gebiete von Frise( Somme) Minenkampf. Kanonade während der ganzen Nacht um Roye und Lassigny, wo unsere Geschosse Brände verursachten. Im Gebiete von Berry- au- Bac, in der Champagne, in der Nähe von Saint Hilaire und Auberive, in Nordwoevre, in den Vogesen am Ban de Sapt war die Nacht durch eine ziemlich lebhafte Artillerieunternehmung ausgezeichnet. Paris, 17. September.( W. T. B.) Amtlicher Kriegsbericht von gestern abend. In Belgien im Abschnitt von Nieuport wirksames Feuer unserer schweren Artillerie. Im Gebiete von Neuville und Roclincourt, um Arras sowie zwischen Avre und Aise energische Unternehmungen unserer Batterien als Antwort auf heftige feindliche Beschießung. Andauernd lebhafte Kanonade um Sapigneul am Aisne- Marnekanal sowie nördlich des Lagers von Chalons. Gegenseitige Beschießung mit Geschützen verschiedener Kaliber zwischen Aisne und den Argonnen. In Saint Hubert Stampf mit großen Bomben mit verschiedentlichem Eingreifen unserer Artillerie. Im Priesterwald rief die Tätigkeit der deutschen Minenwerfer eine heftige Entgegnung unser Schüßengrabenkanonen und Feldartillerie hervor. In Lothringen an Seille und Loutre führten unsere Batterien ein Zerstörungsfeuer gegen die feindlichen Anlagen aus. Meldung der italienischen Heeresleitung. Meldung des Großen Hauptquartiers. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 17. September 1915.( W. Z. B.) Westlicher Kriegsschauplah. In der Champagne wurde den Franzosen nordwestlich von Perthes durch einen Handgranatenangriff ein Grabenstück der vorderen Stellung entrissen. Ein Gegenangriff wurde abgeschlagen. Deftlicher Kriegsschauplah. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg. Südlich von Dünaburg wurde die Straße WidsyGoduzischki- Komai erreicht. Widsy wurde heute früh nach heftigem Häuserkampf genommen.- Nordwestlich, nördlich und nordöstlich von Wilna wird unser Angriff fortgesetzt. Die Lage östlich von Olita- Grodno ist im wesentlichen unverändert. Die Szczara wurde bei dem gleichnamigen Orte überschritten. Auch bei der Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern erzwangen unsere Truppen an mehreren Stellen den SzczaraUebergang. Heeresgruppe des Generalfeldmaridhalls v. Mackenfen. Die Sumpfgebiete nördlich von Pinst wurden vom Feinde gesäubert. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Von den deutschen Truppen nichts Neues. Oberste Heeresleitung. * * Der öfterreichische Generalstabsbericht. Wien, 17. September.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: Wien, 17. September 1915. Russischer Kriegsschauplas. Die Russen versuchten, die Wirkung unseres gestern gemeldeten Flankenstoßes nordöstlich von Buczacz durch einen Gegenangriff zu vereiteln. Sie wurden geworfen. Unser Artilleriefeuer vernichtete hierbei ein feindliches Panzerauto. Von den drei Offizieren der Besakung wurden zwei getötet, einer unverwundet gefangen genommen. Von der Mannschaft blieb alles mit Ausnahme eines gleichfalls in Gefangenschaft geratenen Chauffeurs tot am Blaze. Im übrigen ließ in Ostgalizien und an der Jtwa Linie die Gefechtstätigkeit wesentlich nach. Die Lage blieb völlig unverändert. Angesichts der Unmöglichkeit, in diesen Räumen einen Erfolg zu erringen, führt der Feind neuestens um so heftigere Angriffe gegen unsere im wolhynischen Festungsgebiet stehenden Streitkräfte. Die hier gestern entbrannten Kämpfe dauern noch an. An der Szczarg nichts Neues. = Italienischer Kriegsschauplak. An der Tiroler Front fanden gestern wieder vielfache Artilerickämpfe statt. Nachmittags wurde das feindliche Feuer gegen die Hochflächen von Lafraun und Bilgereuth heftiger. Heute nach Mitternacht griff stärkere italienische Infanterie den Monte Coston und unsere Stellungen nördlich dieses Grenzberges an. Diese Vorstöße wurden unter beträchtlichen Verlusten des Angreifers abgewiesen. Jm Kärtner Grenzgebiete entfaltet die gegnerische Artillerie namentlich gegen den Raum von Tarvis eine lebhafte Tätigkeit. Dieser Ort, und zwar insbesondere das dortige Spital wurde aus den Stellungen nächst des Grenzpasses von Sondogna von weittragenden Geschützen beschossen. An der küstenländischen Front sette der feindliche Angriff gegen den Raum von Flitsch wieder ein. Mehrere Vorstöße der Italiener wurden zurückgeschlagen; die Kämpfe find jedoch noch nicht abgeschlossen. Weiter Isonzo abwärts bis einschließlich des Görzer Brückenkopfes herrschte verhältnismäßig Ruhe. Einige Ortschaften südlich von Görz und der Nordwestrand der Hochfläche von Doberdo standen unter lebhaftem feindlichen Geschütfeuer. Weftlich San Martino wurden Annäherungsversuche der Italiener wie immer vereitelt. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes: b. Hoefer, Feldmarschalleutnant. Italiens Kriegs- und Wirtschaftslage. ber Italien ist zuletzt in den Weltkrieg eingetreten, leidet aber trotzdem vielleicht heute schon am schwersten von allen friegführenden Staaten unter dem Druck des Riesenkampfes; und kaum wird es noch lange dauern, dann kann es mit größtem Recht an seine Grenztore die bekannte Dantesche Hölleninschrift anschlagen: Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate!"( hr, die ihr hier eintretet, laßt alle Hoffnung fahren!) Obgleich Italien seit dem Spätherbst vorigen Jahres sich auf das Eingreifen in den Krieg vorbereitet und im Stillen mit allem Eifer gerüstet hat, hat es in dem bisherigen Ansturm gegen die Bergpässe an der österreichischen Grenze nichts anderes erreicht, als eine gewaltige Abschlachtung seiner Jugend. Der von den liberalen Blättern Italiens verheißene Spaziergang der italienischen Armee nach Wien ist bislang über einige Kilometer an einzelnen Grenzstellen kaum hinausgekommen, und alle schönen wortreichen Sieges- und Witterungsberichte des großen Generals Cadorna mögen nicht darüber hinwegzutäuschen, daß Italien in den vier Monaten, in denen seine Heere gegen die österreichischen Grenzbefestigungen anrennen, so viel wie nichts erreicht hat. Von einer Eroberung von Triest und Görz wie des Trentino und der Gebiete nördlich des Gardasees ist Italien heute noch ebensoweit entfernt, wie zu Kriegsbeginn. Einige fleine Dörfer sind zusammengeschossen, ein paar Schutzhütten niedergelegt, aber in solchen Errungenschaften besteht doch wohl kaum der Zweck des Krieges. Sicherlich entspricht der Erfolg nicht den großen Anstrengungen und Opfern. Dazu kommt, daß sich mit dem Herannahen des Winters die Aussichten auf Ueberwindung der großen Hindernisse für die italienischen Heere feineswegs bessern. Bereits ist im Hochgebirge rauhe Winterwitterung eingetreten. Sie erschwert den Italienern nur noch mehr ihre Operationen, zumal der Tod den berggewandten, wetterfesten Alpini sehr aufgeräumt hat und die aus dem warmen Süditalien herangezogenen Truppen dem rauhen Gebirgsklima nur schwer zu widerstehen vermögen. Zudem aber ist Italien durch den Krieg nicht nur finanziell, sondern auch in seiner Versorgung mit Kohlen, Eisen, Stahl und anderen unentbehrlichen Rohstoffen, teilweise sogar in seinem Lebensmittelbezug völlig abhängig von England geworden, das diese Zwangslage in seinem Interesse ausnutt und Italien diktiert, was es zu tun hat. Die neugeschaffene italienische Kriegsindustrie steht völlig unter der Aufsicht englischer, zum Teil auch französischer Ingenieure und Dirigenten. Was will auch Italien machen? Es produziert nur ungefähr den fünfzehnten Teil seiner Steinkohlen selbst, und seine ganze Roheisenproduktion hat in den letzten Jahren nur 350 000 bis 380 000 Tonnen betragen. Ohne die englische Zufuhr müßten seine industriellen Betriebe, auch die, die für das italienische Heer Kriegsmaterialien fabrizieren, notgedrungen stillgesezt werden. Italien muß also die englische Aufsicht dulden, und es muß ebenso unweigerlich den englischen Erporteuren und dem unter deren Obhut stehenden neugebildeten Rohmaterialientrust die Preise für die aus England bezogenen Rohstoffe und Nahrungsprodukte bezahlen, die die englischen Gönner für angemessen finden. Und das nicht allein. Es fann gar kein Zweifel daran bestehen, daß die Kriegserklärung Italiens hauptsächlich auf Betreiben Englands erfolgt wahrscheinlich auf das Versprechen hin, daß England die Kosten der italienischen Truppenerpedition nach den Dardanellen tragen und auch weiterhin sich durch Hergabe von Geldmitteln und Kohlen erkenntlich erweisen werde. Wie wenig die italienische Regierung troh ihrer Großmannssucht Neigung verspürt, sich an dem Dardanellenabenteuer zu beteiligen, beweist am besten die Tatsache, daß sie bisher noch immer gezögert hat, sich militärisch dem englisch- französischen Vorgehen gegen die Dardanellen anzuschließen. ist Sicherlich leiden alle am Kriege beteiligten Staaten wirtschaftlich schwer unter den Kriegswirkungen, doch Italien am schwersten; denn schon vor dem Kriegsbeginn waren seine Finanzen zerrüttet, sein Bankwesen vielfach faul, seine Industrie im Vergleich zu Deutschland, England, Frankreich, Belgien wenig entwickelt und seine Erzeugung an landwirtschaftlichen Produkten unzureichend für den eigenen Bedarf. Ungleich anderen Agrarstaaten, die gewöhnlich einen Rom, 17. September.( W. T. B.) Amtlicher Kriegsbericht von gestern. Unsere Gebirgsabteilungen vollführten am 14. September kühne Einfälle gegen die feindlichen besonders erwähnenswerten Ereignisse zu. Die chemische Stellungen vom Stamm von Villa Corna, von der Spike des Untersuchung von höchsterplosiven Bomben, die der Gegner großen Ueberschuß an Getreide, Vieh und anderen landwirtNocetales und vom Becken von Presena im Hochtal von vor einigen Tagen gegen unsere Annäherungsgräben auf dem schaftlichen Produkten erzeugen und mit der Ausfuhr solcher Genova. Unter großen Schwierigkeiten des Gletschergeländes, Karst geworfen hat, ergab das Vorhandensein einer starken Erzeugnisse ihre Einfuhr an ausländischen Industrieerzeugdie mit der gewohnten Erfahrung und Stühnheit überwunden Menge Blausäure. Ein feindlicher Flieger führte gestern einen nissen aller Art decken, kommt Italien infolge seiner rückwurden, erreichten unsere Alpini die feindlichen Schüßen- schnellen Einfall ins Vicentino aus und warf aus großer ständigen Betriebsweise mit seiner Agrarproduktion nicht aus. gräben, griffen sie an und zerstörten sie zum Teil. Dann Höhe eine Bombe auf Asiago und acht Bomben auf Vicenza, Es hat z. B. im Jahre 1912 für 630, 1913 für 569 Millionen fehrten sie in die eigenen Stellungen zurück, ohne irgendwie durch die nur sehr leichter Sachschaden angerichtet wurde. Lire( 1 Lire= 80 Pf.) Getreide aus dem Auslande cingestört zu werden. Auf der übrigen Front trugen sich keine Einige Personen wurden leicht verletzt. geführt, das heißt fast ein Sechstel der ganzen Einfuhr be fants dem Berte nach aus Getreide. Da jetzt infolge des Meldung des türkischen Hauptquartiers. fallen. Dies sei der Grund, daß sich die Vertragschließenden zur Geheimhaltung des Vertrages gegenüber den Balfanstaaten verpflichtet hätten. Lansing über den„ Hesperian"-Fall. Krieges die Einfuhr solcher Lebensmittel wie auch die Zufuhr von Kohle, Eisen, Stahlwaren, Werkzeugen, Baumwolle, Konstantinopel, 17. September.( W. T. B.) Das HauptFarben und anderen chemischen Produkten sich sehr vermindert quartier meldet: An der Dardanellenfront hat hat, teilweise geradezu stockt, so ist eine allgemeine Ver- sich nichts verändert. Bei Ana forta hinderten wir durch teuerung eingetreten, die für die alltäglichen Nahrungmittel unser Feuer die feindlichen Befestigungsarbeiten vor unserem New York, 17. September.( W. T. B.)( Meldung des vielfach) 40, 50 Proz. und mehr beträgt. rechten Flügel. Unsere Artillerie zivang ein feindliches TorDas ist für die italienische Arbeiterschaft um so trauriger, pedoboot, das sich Sczlifburun zu nähern versuchte, zur Flucht. Privattorrespondenten von Wolffs telegraphials die Arbeitslöhne sehr niedrig sind, sogar in der industriell Unsere Stüftenbatterien beschossen wirksam feindliche Minen- em Bureau.) Nach einer Meldung der„ Associated Pres" aus amt höchsten entwickelten Lombardei. Tagelöhne über 3 M. leger und die wichtigen feindlichen Stellungen in der Bashington hat Staatssekretär Lansing erklärt, daß wegen des " Hesperian" Falles einstweilen nicht erwogen worden sei, irgend hinaus sind höchst selten. Die Löhne für qualifizierte Berg- Gegend In arbeiter( Hauer) betragen z. B. selbst im Turiner Bezirk nur 5. September nahm eine unserer Aufflärungspatrouillen etwas zu tun. Der Tatbestand stehe nicht fest, so lange man feinen ausnahmsweise mehr als 3 M., Baumwollspinner verdienen am Suezkanal fünf Kilometer füdlich von El Cantara ein Beweis dafür habe, ob der Dampfer angegriffen worden oder auf durchschnittlich nur 1,50-1,80. bei zehnstündiger Arbeits- englisches Transportschiff unter Feuer, das Munition auf dem eine Mine gelaufen sei. zeit, selten mehr als 2 M., und auch die Löhne der Weber Kanal beförderte. Sie tötete die Leute auf dem Schiffe und stellen sich nicht wesentlich höher. Hinzu kommt, daß der große Fremdenverkehr, der sonst so manchem Arbeit und Verdienst brachte, sehr abgenommen hat und die daraus dem Lande zugeflossenen Einnahmen größtenteils fortfallen. von Sedd ul Bahr. der Nacht bom beunruhigte durch ihren Ueberfall eine feindliche Kompagnie, welche in der dortigen Gegend lagerte. In der Nacht vom 9. zum 10. September sprengte eine andere türkische Patrouille mit Dynamit die Funkenstation östlich von Adjigeaul(?) am Kanal in die Luft. An den anderen Fronten hat sich nichts verändert. Gefecht in Ostafrika. London, 17. September( W. T. B.) Das Pressebureau meldet: Eine starte feindliche Patrouille wurde am 14. September südlich von Mattau in Ostafrika durch sechzig Briten und hundert eingeborenen Soldaten überrascht. Der Feind flüchtete nach einem heftigen Gefechte und ließ zweiunddreißig Tote und mehrere Verwundete zurück. Wir verloren drei Tote und acht Verwundete und erbeuteten eine Anzahl von Gewehren, viel Munition und eine ganze Ausrüstung. Die Kriegsdebatte im Unterhaus. Die Finanzlage Italiens ist denn auch schon heute, obgleich noch nicht vier Monate feit seinem Eingreifen in den Strieg verflossen sind, eine geradezu erbärmliche. Die PapierKitchener über die Dardanellenkämpfe. geldwirtschaft blüht in schönster Bracht. Günstig ist es eigentlich unt die italienischen Staatsfinanzen noch nie bestellt geLondon, 17. September.( W. T. B.) In der Oberhaus wesen. Ende 1913 stellte sich nach offizieller Angabe die jizung bom 15. September sagte Kriegsminister Lord Staatsschuld auf ungefähr 14 Milliarden Lire. Rechnet stitchener über die Sämpfe an den Dardanellen: Die man die Rückstände aus dem Inbischen Feldzuge mit 800 Mil- Landung in der Suvla- Bai wurde am 6. August mit Erfolg auslionen Lire, die im Januar 1915 aufgenommene Staatsanleihe geführt, ohne ernsten Widerstand zu finden. Zugleich unternahmen mit 1000 Millionen Lire und die in Staatswechseln und die Australier von der Anzacstellung aus einen starten Angriff, Staatsscheinen bestehende schwebende Schuld nebst den während eine kräftige Offensive von Kap Helles aus in der Richtung fleineren Krediten hinzu, so ergibt sich, daß Italien auf Krithia stattfand. Der Angriff von Anzac aus wurde bis auf Lloyd George sagte auf eine Frage: Von den Freiwilligen, mit einer Schuldenlast von mindestens 17 Milliarden die Höhen von Saribair und Chunukbair fortgesetzt. Die Landung die sich zur Munitionsarbeit meldeten, waren nur 5000 brauchbar, Lire oder ungefähr 18 Milliarden Mark in den Krieg der Truppen in Suvla- Bai sollte den Angriff unterstügen, aber da die anderen bereits bei der Herstellung von Munition und in gezogen ist. Da die Mobilisierung ansehnliche Summen ver- der Angriff wurde leider nicht schnell genug entwidelt. Der anderen unentbehrlichen Industrien beschäftigt waren. Auf eine schlang und die täglichen direkten Kriegsfosten sich bald auf Vormarsch wurde nach zweieinhalb Meilen zum Stillstand andere Frage sagte Lloyd George, daß bisher 20 bis 22 Millionen Lire stellten, so waren die von England gebracht. Das Ergebnis war, daß die Anzac- Truppen außer Die englischen Verluste an den Dardanellen. W. T. B. meldet weiter aus London: dreißig Strafverfolgungen unter dem Munitionsgeset vorgeschossenen Kriegssubsidien schnell verbraucht. Schon Stande waren, die Stellung auf den Gipfeln der Höhen zu be- stattgefunden hatten, davon sieben gegen Arbeitgeber. Outwaite menige Wochen nach der Kriegserklärung- mußte Italien eine haupten; sie erhielten nach wiederholten Gegenangriffen den Befehl,( Liberal) fragte, ob diese Strafverfolgungen sich auf den Streit neue Anleihe aufnehmen, die aber trotz der günstigen Ausgabe- in die tiefer gelegenen Stellungen zurückzugehen. Diese Stellungen in Südwales bezogen, und falls nicht, weshalb das Gesez bedingungen mir ungefähr 1100 Millionen Lire erbrachte, wurden befestigt und mit der Front an der Subla- Bai verbunden, dort suspendiert, aber im Clydegebiet mit äußerster Energie angewandt wurde. Lloyd George erwiderte, er wisse und zwar auch nur dadurch, daß die Banken hohe Von der Subla- Bai aus wurde am 21. Auguſt ein neuer Angriff nicht, ob in Südwales Strafverfolgungen stattgefunden hätten. Beträge übernahmen. Da bis Ende Juli die neue auf die türkischen Verschanzungen gemacht; aber nach mehreren Bringle( Liberal) fragte, ob es Lloyd George nicht bekannt schwebende Schuld 3 Milliarden Lire überschritten hatte, reichte Stunden des Kampfes war es doch nicht möglich, die sei, daß das Gesez nicht gegen große Körperschaften, sondern der Ertrag gerade zur Deckung eines Drittels. Eigentlich hätte Gipfel der von dem Feinde befesten höhen zu nur gegen einzelne Personen angewandt wurde. Lloyd George er also Italien gleich wieder eine neue Anleihe von mindestens nehmen, und da das dazwischen liegende Gelände zur Ver- widerte, er könne diese Auffassung nicht annehmen. In Südwales 2 Milliarden Lire aufnehmen müssen. Das aber war un- teidigung ungeeignet war, gingen die Truppen in ihre früheren habe ein Ausgleich stattgefunden, der es unnötig gemacht habe, mit möglich, und da in Anbetracht der wirtschaftlichen Notlage im Stellungen zurück. Seitdem herrscht im ganzen Ruhe und die Schärfe vorzugehen. Lord Roberts Cecil jagte, es sei richtig. daß gewisse Dokumente der deutschen und östereigenen Lande auch eine erneute starte Anziehung der Truppen haben die nötige Rast bekommen. reichisch ungarischen Botschaften in Washington Steuerschraube nicht angebracht erschien, versuchte es die Rein den Besiz der britischen Regierung gekommen gierung mit der Ausgabe neuer Schatzscheine und mit der feien, alle sollten veröffentlicht werden. Notenpresse, so daß zurzeit der gesamte Notenumlauf Italiens Asquith sagte noch: Die Rüdzahlungen an die Bank von um fast 3 Milliarden Lire größer ist als zu Anfang des England aus der letzten Kreditbewilligung betrugen 50 Millionen Strieges, obgleich der Goldbestand der drei Notenbanken sich London, 16. September.( W. T. B.) Jm Unterhause Pfund Sterling; es waren größtenteils Vorschüsse für andere Mächte. nur in sehr geringen Maße vermehrt hat. Mit anderen gab der Parlaments- Untersekretär des Kriegsamts Tennant Dazu tamen weitere 30 Millionen Pfund Darlehen an fremde ReWorten: für die Mehrzahl der Noten cristiert feine Gold- Ginzelheiten über die Verluste an den Dardanellen, gierungen und 26 Millionen an die Dominions. Auf Lebensmittel deckung. die in den Gesamtverlusten, wie sie am 14. d. Mts. mitgeteilt tamen 16 Millionen. Die Hauptursache des Steigens der KriegsNatürlich geht diese Papierwirtschaft nicht so weiter, und wurden, einbegriffen sind. Die Verluste betrugen: Offiziere often find die Vorschüsse an die Alliierten. so fühlt sich denn Italien gezwungen, wieder eine Anleihe tot 1130, verwundet 2371, vermißt 373; Mannschaften aller Die Gesamtvorschüsse an andere Länder betragen aufzunehmen. Aber wo? Der innere Geldmarkt ist zu Rangstufen tot 16 478, verwundet 59 257, vermißt 8021, zu- gegen 250 millionen fund, womit fie feineswegs die schwach also soll Amerifa helfen, und da dieses taum Lust sammen 87 630. legte Grenze erreichten. Die Ausgabe für die Armee beträgt einverspüren dürfte, dem halbbankrotten Italien, dessen Wechselschließlich Munition 2 Millionen täglich. Die jezige Bewilligung furs unt mehr als 20 Proz. gesunken ist, aus der Verlegenwird bis in die dritte Novemberwoche reichen. Der Betrag der heit zu helfen, so soll England für Italien eintreten und eine täglichen Kriegskosten wird wahrscheinlich nicht über 5 Millionen Garantie übernehmen. Ob unter solchen Umständen das Pfund steigen. Morgantonsortium sich zu einer italienischen Anleihe verstehen Zürich, 17. September.( W. T. B.) Nach einer Meldung Asquith fuhr fort: Diese Ziffern werfen ein Licht auf die wird, ist recht zweifelhaft; jedenfalls wird, selbst wenn der Neuen Zürcher Zeitung" aus Mailand veröffentlicht Leistungen Englands im Kriege und widerlegen beständige höchst Morgan sich darauf einläßt, der Betrag in keinen Fall aus-" schädliche Versuche, unsere Leistungen herabzusetzen und zu verGiornale d'Italia" nach Berichten der in Sofia fleinern. Asquith legte sodann die Lage betreffend die Munition reichen, um das Land, wo die Zitronen blühen, aus der erscheinenden Zeitungen den Vertrag, den Rußland, dar. Zwanzig neue staatliche Geschoßfabriken befänden sich im Beselbstverschuldeten Patsche herauszuziehen. England und Frankreich am 22. Dezember 1914 über triebe, 18 andere würden errichtet. 715 Werke mit 80 000 Arbeitern die Dardanellen geschlossen haben. Danach soll Konstanständen unter der Kontrolle von Lloyd George, in ihnen würden tinopel mit den Dardanellen an Rußland keine H. C. Der Ruf nach dem starken Mann. Von Ed. Bernstein. Zu fast allen Ländern, die vom Krieg betroffen sind, gibt es eine Preise, die nicht müde wird, immer wieder den Ruf nach dem starken Mann auszustoßen, der in der einen oder anderen Weise sich darbietende Schwierigkeiten kurzerhand mit Gewalt erledigen soll. Ohne Rücksicht auf im Wege stehendes Recht, ohne Sentimentalitäts- oder Humanitätsanwandlung in diesem Falle heißt es immer ,, Duselei" soll der verlangte starte Mann die Dinge nach Wunsch und Willen dieser Presse gestalten. Steht es um das eigene Heer schlecht, dann wird nach dem starten Mann gerufen, der das Wunder verrichten kann, über Nacht eine günstige Lage herbeizuführen. Ist die Kriegslage gut, so wird der starke Mann berlangt, der ein Programm von Forderungen aufstellt, wie sie die wildeste Phantasie kaum überbieten kann. Der starke Mann soll entweder ein Zauberkünstler oder ein brutaler Gewaltmensch, je nachdem auch beides sein. Der Ententevertrag betreffend die Dardanellen. gegenüber Kritik schon am Plate war, nur jedoch nach einer anderen Seite hin, wie die Kritik der Sensationspolitiker des 20. Jahrhunderts. Wie aber stand es mit Berifles? " Perifles war um nichts mehr als wie Pitt ein Führer, der führen konnte. Mindestens ermangelte er nicht, die Betrachtung feiner politischen Opponenten als ein Staatsmann ohne Rückgrat einzuernten. Seine Kriegführung, als die Lacebomänier in Afrika eindrangen, wurde für verschlepperisch und kleinmütig erachtet, sodaß viele Lieder und Schmähverse auf ihn machten, die ihm zur Schande in der Stadt gesungen wurden und ihm feige Amisführung im allgemeinen und zahmes lleberlassen von allem an den Feind vorwärfen. Wir halten selbstverständlich Perikles nicht für fehlerfrei. Seine Kritiker mögen wie die Pitts oft im Rechte gewesen sein, wenn sie ihm Irrtümer vorwarfen. Und doch, welcher andere Staatsmann hat je sein Wolf zu größerer Ehre und Ruhm erhoben? Als er starb, folgten ihm die Führer, die führen konnten und um ihnen ihren richtigen Namen zu geben, Demagogen man lernte, auf seine Mäßigung als Beweis nicht von Schwäche, sondern von Stärke zurüdzubliden. Sein bestes Lob ist in einem Sage von Plutarch zusammengefaßt, der Perikles und Fabius Marimus als Männer beschreibt, die einander ähnlich in ihrem milden und aufrechten Wesen und Benehmen und in jener Fähigfeit, die widerhaarigen Launen ihrer Mitbürger und Amtskollegen zu ertragen, was sie höchst nüglich und den Interessen ihres Landes dienlich machte". Diese Geduld ist unserer Ansicht nach die charakteristische Eigenschaft fast allen großen Staatsmannstums. Fabius bedurfte seiner ganzen Geduld, denn er wurde jogar noch mehr beschimpft als Perities. Selbst die Soldaten in seinem Heere fingen an, seine vorsichtige Ermattingstattit als Mangel an Mut zu betrachten." Privatgewinne gemacht. Große weitere Fortschritte „ Wie streng er der Sezession der fonföderierten Staaten entgegentrat, so erklärte er ihnen zu Beginn, sehr ähnlich wie Mr. Asquith neuerdings den freiwilligen Ulsters erklärt hat:„ Jhr werdet keinen Kampf haben, wenn ihr nicht selbst die Angreifer macht", und erklärte er später ruhig: Ich erhebe keinen Anspruch darauf, die Ereignisse geleitet zu haben, sondern befenne einfach, daß die Ereignisse mich geleitet haben." Sicher, einer ohne Rüdgrat, wenn es überhaupt jemals einen solchen gegeben hat. Die Großsprecher auf seiner Seite fingen den Krieg mit der Erklärung an, daß sie auf einen fleinen Ferienausflug gingen, um den Rebs( Abkürzung von Rebellen) Folgsamkeit einzupeitschen. Die Niederlage von Bull Run fühlte sie indes ab und die Kritifer fingen an zu flagen, daß Lincolns„ betrüblicher Schwachsinn" die Ursache des Krieges set. Jeder weiß etwas davon, was Lincoln in den folgen den Jahren von streitiüchtigen Kritikern und räntefüchtigen Kollegen zu ertragen hatte. Man tadelte dies und tabelte das und tabelte auderee. Man tadelte, daß er sich in die Angelegenheiten seiner Generale einmische. Man tabelte, δακ er in Kriegs. zeit ins Theater ging. Man tadelte, daß er beim Strafen nicht streng genug ſei. Wie tönnte ich gab er zurüd jeden Freitag Schlachttag haben?" Sein gesunder Menschenverstand und Mangel an Rachsucht mag aus der Antwort ersehen werden, die er auf die Frage gab, ob ein hervorragender Feind, der im Begriff war, nach Kanada zn entfliehen, verhaftet werden solle. Wenn ihr einen Elefanten am Hinterbein gefaßt habt und er will ausreißen- erwiderte er so tut ihr gut, ihn laufen zu lassen." Er führte sein Land zum Sieg, aber felbst in den kritischsten Zeitpunkten feines Lebens war er imstande, sich durch lautes Lesen eines jetzt vergessenen Humoristen Petroleumi V. Nasby zu erheitern. Ganz sicher, Lincoln war kein Mann. Ihm fehlten die Gaben der Voreiligkeit, Eitelkeit, Rachsucht und prahlerischen Unwissenheit, die in den Augen der hysterischen Presse Zeichen der Mannhaftigkeit sind und vom großen Publikum bewundert werden." " In einer der neueren Nummern der von den Fabiern Englands ins Leben gerufenen Wochenschrift The New Statesman" finden wir einen Artikel, der sich mit englischen Rufern der bezeichneten Gattung beschäftigt. Manches davon hat nur für England Anwendung, anderes aber könnte ebenso gut anderwärts geschrieben sein, denn wie gesagt, die Gattung Es handelt sich natürlich um den berühmten römischen ist international. Mehr noch, sie ist interfätular, sie gehört Feldherrn Quintus Fabius Maximus Cunctator, der im zweiten den verschiedensten Zeitaltern an.„ Der Kritiker von der Bunischen Krieg durch Vermeidung aller Draufgängermethoden Gattung, wir brauchen einen Mann," lesen wir in dem Ar- Roms Retter wurde. Von ihm wird ein Sak zitiert, der viel So der„ New Statesman". Man könnte seine Liste noch tifel, würde den gleichen Verzweiflungsruf ausgestoßen haben, unheil verhütet hätte, wenn er Staatslentern unserer Zeit sehr erweitern und die Nuganwendung auch auf andere Verwenn er unter Perikles oder Pitt, unter Fabius Marimus in verantwortungsvoller Stunde gegenwärtig gewesen wäre. hältnisje übertragen. Auf den verschiedensten Gebieten der oder Abraham Lincoln gelebt hätte. Wir können uns die Als Freunde ihm rieten, durch Uebergang zum Angriff den Politik wird von unfritischen Stöpfen und die sind leider Leitartikel vorstellen, die er über„ Die Jrrungen des gegen ihn in Umlauf gesezten Schimpfreden zu begegnen, soll noch sehr in der Mehrheit noch immer das Gewalttätige Verifles" und„ Die tragischen Fehler des Fabius" ge- er geantwortet haben: Ich würde schwachmütiger sein als sie für das Kraftvolle gehalten und dadurch den Anwälten roher schrieben hätte." Denn was solch ein Kritiker, der mich machen, wenn ich aus Furcht vor müßigen Vorwürfen Gewaltpolitit das Spiel sehr erleichtert. Gewiß ist Zaudern nach einem Führer, der führen kann", ruft, in Wirt- gegen meine Ueberzeugung handeln würde". nicht immer am Blaze und kann Nachgiebigkeit auch Zeichen lichkeit meine, sei ein Führer, der lärmen fann. Wie würde Ueber zweitausend Jahre sind verflossen, seit nach Plutarch wirklicher Schwäche sein. Nicht darum handelt es sich, zager über Pitt gespottet haben, daß er den Krieg( mit Frank diese Worte gesprochen wurden, und wie oft tommt es nicht haftem Wankelmut das Wort zu reden. Aber der Aberglaube reid) 1792) nicht vorausgesehen hatte, als bis man am Vor- noch heute vor, daß mehr Seelenstärke dazu gehört, feige zu ist zu bekämpfen, daß die sogenannten starten Männer auch abend seines Ausbruches war. Wie würde er darüber ge- scheinen, als es den Rufern nach dem starken Mann recht zu die starken Politiker sind. Gerade weil er bei den unkritisch schäumt haben, daß Pitt kurz vorher die Heeresstärke ber machen. Der es ihnen damals recht machte, Terentius Varro, urteilenden Elementen im Volfe noch einen empfänglichen ringert hatte! Tatsächlich hat Mr. Marses Revue( die erz- verlor gegen Hannibal die blutige Schlacht bei Cannä, die Boden findet, muß um so eindringlicher gezeigt werden, daß nationalistische National Review". Ed. B.) feinen Anstand Rom an den Rand des Abgrundes brachte. die wahrhaft großen Männer in der Geschichte, die Dauerndes genommen, Pitt für seine„ blinde" Staatsführung so fernhaft Als viertes Beispiel von Führern, die dem Anspruch der geschaffen haben, zu ihrer Zeit die Lärmmacher und Rufer zu tadeln, als handelte es sich um Herrn Asquith oder Lord Daily Mail" an Mannheit nicht nachtommen, nannten wir nach dem starken Mann gegen sich hatten und die größten Haldane!" Es folgen einige Zitate, die darauf Bezug haben, Abraham Lincoln", heißt es im New Statesman" weiter. Fehler begingen, wenn sie dem Drängen jener nachgaben und bag William Pitt 1792 den Bruch mit Frankreich weber ge- Lincoln würde auch sicher von vielen nicht englischen man dann ihre wirkliche Größe zeigten, wenn sie den moralischen daß ünscht noch erwartet hatte, noch, als der Krieg da war, fann auch sagen antienglischen- Daily Mails" gewogen und Mut und die Charakterfestigkeit hatten, ihrem Geschrei nicht boraussah, was mit ihm eingeleitet war. Sodaß also Pitt zu leicht befunden worden sein. Man höre nur: zu folgen. " 7 würden durch die Einstellung weiblicher Arbeiter gemacht werden. A-Zquith erörterte sodann die militärische Lage in ähnlichen Worten wie Kilchener und suhr fort: Wir durchschauen heute deutlicher wie vor Jahren den blauen Dunst von Sophistik und Lügen, womit Berlin uns zu umnebeln und die internationale Lage zu besudeln suchte. Wir erkennen immer deutlicher die Ehrlichkeit unserer Diplomatie, die beständige, ja leidenschaftliche Friedensliebe, womit wir ein weltweites Unglück abzuwenden trachteten, die unver- meidliche Pflicht, die uns zwang, die nationale Ehre zu ver- leidige« und die gan�e Kraft für die heilige Sache der Frei- heil einzusetzen. Wir werden weiterhin alles, was wir haben. Reichtum, Industrie, Intelligenz, Leben unserer Kinder. den Bestand des Reiches für diese würdige Sache einsetzen. Ich bezweifelte nie einen Augenblick die Weisheit unserer Wahl öder unseren schlietzlichen Sieg. Solche großen Fragen erfordern auch Verzichte. Das einzige, das ich in Acht erklären muß. ist der Streit im Innern. Lasset nicht unsere Kinder und Kindeskinder sagen, daß im größten Augenblick unserer Geschichte die Armee ihrer Stärke beraubt wurde durch die Unfähigkeit von Regierenden und Regierten, die ungeteilte Energie und den unbezwingbaren Willen des britischen Volkes auf die große Aufgabe zu konzentrieren.— Amery(lltrionist) sprach sür die Wehrpflicht. — D a l z i e l(Liberal) sagte, Asquiths Rede werde der Nation den Ernst der Lage deutlicher machen. Der Redner griff den Minister Harcourt an, dessen optimistische Rede er unpatriotisch und gefährlich nannte. Er fragte, ob die Regierung noch optimistische Ansichten über die Dardanellen hege und verlangte Mitteilungen über die Verteidigung Londons gegen Luftangriffe. Marineminifter B a l f o u r erklärte hierauf: Niemand sah bei Kriegsausbruch die Entwicklung des Luftkrieges dorauS. Tie neue Waffe konnte erst durch die Erfahrung des Krieges erprobt werden. Die Erfahrung Zeigte, daß die englische Verteidigung dagegen durchaus ungenügend war. Balfour konnte keinen Grund angeben, weshalb die Verteidigung Londons gegen Luftangriffe der Flotte zufalle. Er sei selbst darüber erstaunt gewesen, als er die Leitung der Admiralität übernommen hätte. Ter Luft- f a h r t d i e n st der Flotte, fuhr Balkour fort, mochte bei Kriegsbeginn als ausreichend gellen, aber er war es nicht, wie die Erfahrung lehrte. Er ist bereits vervierfacht und wird noch weiter aus- gebaut. Was die Geschütze zur Abwehr von Luftangriffen betrifft, so waren die Vorbereitungen bei Kriegsbeginn nicht sehr iveil ge- diehen. Die Zahl der verfügbaren Spezialgeschütze war klein, ihre Herstellung schritt etwas langsam fort. Dazu kommt die große Zahl der erforderlichen Geschütze, da auch alle Schiff« ihrer bedürfen. Augenblicklich genügt der Vorrat nicht den Bedürfnissen, aber es werden Fortschritte gemacht, wie bei der Munition. Balfour er- klärte, er habe das ganze System der Küstenvcrteidigung Englands, welcher der Luflsahrtoienst obliege, völlig unzulänglich gesunden, als er die Admiralität übernommen habe. Er hoffe, daß sie jetzt ausreiche. Betreffs der Verteidigung Londons sagte Balfour, es sei keineswegs alles Mögliche dafür geschehen, aber es sei im Werden. Er erwarte Großes von den Fähigkeiten Sir Percy Scotts. Die Admiralität habe die Verteidigung von Paris gegen Luftangriffe studiert, aber die Fälle seien verschieden, da Paris eine große Festung sei und zahlreiche Geschütze habe; da- gegen sei London, wie jedermann wisie und auch die Deutschen wohl wüßten, ein unbefestigler Lrt. der nach den Regeln des zivilisierten Krieges solchen Angriffen nicht ausgesetzt sein sollte. Er könne ver- sprechen, daß alles geschähe, um die Verteidigung gegen Luftangriffe zu entwickeln und zu organisieren. UebrigenS seien die durch die Lustangriffe verursachten Schäden wirtschaftlich und militärisch un- bedeutend. Hauptmann Guest(Liberal) sprach für die Wehrpflicht. Er kritisierte die hohen Arbeitslöhne der Industrie und sagte, die Deutschen würden in den nächsten zehn Monaten die Erzeugung von Kriegsmaterial vermehren und dann bester dastehen als jetzt. Ter Zusammenbruch der rusfisckcn Armee, der hoffentlich vorüber- gehend sei, bedeute eine neue Bürde sür England. Guest fuhr tort, die britischen Truppen müßten die Franzosen entlasten, indem sie einen größeren Teil der Fronilinic übernähmen, sonst würde die Offensive im nächsten Frühjahre große Schwierigkeiten machen. Wenn England 120 Meilen Front übernähme, so würden dazu 60 Divisionen oder 900000 Mann notwendig sein, und außerdem ebensoviele Reserven, da die Verluste 100 Prozent im Jahre betrügen. England brauche vier Millionen Soldaten. Der Schluß der Debatte drehte sich um die Wehrpflicht. D i l I o n(Nationalist) sprach sich dagegen aus, die Liberalen Ehiozza Money und Wedglvood sprachen dafür. Darauf führte Lord Cecil noch aus, er könne nicht aus- sührlich aus die Antwort von Sir Edward Grey aus die Reden im Deutschen Reichstage eingehe». Der deutsche Sckatzsekretär He Isserich habe aus die Erlangung cmer Kriegsentschädigung hingedeutet, wahrscheinlich um die Deutschen zu ermutigen, England könne s e l b st- verständlich eine solche Bedingung niemals annehmen: eben s wenig könne England eine Beschränkung seiner Seemacht in Betracht ziehen lassen, e S sei denn im Rahmen der Wiederherstellung des Friedens Europas, denn es würde sich keinesfalls einer legitimen Waffe gegen Deutichland berauben. Sir Edward Grey habe nur die allgemeine Bemerkung gemacht, daß wenn eine allgemeine Wiederherstellung des Friedens einträte, vielleicht die Fragen der Kriegführung zu Lande und -iu Wasser neu in Erwägung gezogen werden mutzten. Der Kampf um üie Wehrpflicht in Englanü. London, 17.«eptcmber.