itr.259. Bbonncments-Redlngungen: Kfionnementä• BreiZ pranumercmdsi LierteljThrl. S30 MI. monall. 1,10 MI. wöchentlich 25 Pfg. frei ins Haus. einzelne Nummer ö Pfg. Eoniuags- Nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt' 10 Lost- ilbonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitung;, Vrcisliste. Unter Kreuzband tür Deutschland und Oeslerreich» Ungarn 2.50 Marl, für das übrige Ausland « Marl pro Monat. Postabonnements nebmen an: Belgien, Dänemarl. Holland. Italien, Luxemburg. Portugal. Nummticii, Schweden und die Schweis OfditlRt täglich. Vevlinev Volksblerkt. Zentralorgan der fostaldctnohratirchen parte» Deutfchlands. 3A. Jahrgang. siisefNonz-lzedöhs veiriigt für die sechsgcspaltcnc Uolonel- zelle oder dcreu Raum 00 Pfg.. für politische und gewerlfitantlichc Vereins- und Perseinnilungs-ilnzcigcn dil P-g. „Uleine Hn-eigcn", das scttgcdruckle Werl 20 Pfg. izulässig 2 fetigedruikle Worte), jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengeiuche und Schlasstellenan. zeigen des erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über löBuch. Staden zählen für zwei Worte. Inserate ür die ttächsie Nummer niüifen bis , Uhr nachmiNags in der Expedition abgegeben werden. Die Crpedilion ijt tis i Uhr abends geöfincl. Telegramm- Adresse: „SozjzjllemollM Bcrlia". Neöaktion: EW. öS, Linöenstraße Z. Fernsprecher: Amt Moritzplatz, Nr. 1S1 Sv— IS» 37. Expedition: SM. H8, Linöenstraße z. Fernsprecher: Amt Morivplitt:, Nr. 15190—15197. CID Sieg der ruMschen Reaktion. Die jetzt eingetroffenen ruffischen Blätter vom Ende der vorigen Woche bringen ausführliche Nachrichten über die Vor- gänge, deren weitere Entwicklung zu der plötzlichen Vertagung der Duma am 16. d. MtS. geführt hat. Aus diesen Nach- richten geht hervor, daß man in parlamentarischen Kreisen Petersburgs bereits Ende der vorigen Woche mit der Mög- lichkeit einer Auflösung der Duma gerechnet hat. In die vcr- flossene Woche sielen die Entscheidungskämpfe, die nach der Konsolidierung des Blocks der Parteien der Duma und des Reichsrates unausbleiblich geworden waren. Das Minister- kabinett sah sich vor die Entscheidung gestellt, entweder dem immer mächtiger werdenden Druck der Parteien nachzugeben und einein„Vertrauensministerium" den Platz zu räumen oder die Duma nach Hause zu schicken und in mehr oder minder verhüllten Formen die Diktatur zu proklamieren. Ter Zar, der Hof und die derzeitige Regierung wählten das letztere. Der von patriotischer Kriegsbegeisterung getragenen Reform- bewegung der bürgerlichen Parteien setzten der Zar und seine Regierung mit brutaler Hand einen starken Damm entgegen. Wenn es vielleicht auch nicht an Versuchen fehlen wird, nach der Heimfchickung der Duma geheime Verhandlungen mit den Parteiführern anzuknüpfen und die Empörung im Lande durch kleine Konzessionen zu beschwichtigen, so unterliegt es doch keinem Zweifel, daß der Vertagung der Duma der Wille des Zaren und der herrschenden Bureaukratie zugrunde liegt, die unbeschränkte Macht in ihrem Besitz zu erhalten und sich in der inneren wie in der äußeren Politik völlig freie Hand zu verschaffen. Die Zuspitzung des Konflikts zwischen der Regierung und den politischen Parteien erscheint unerklärlich, wenn die inneren Vorgänge in Rußland während der letzten Wochen nicht eingehender untersucht werden. Bekanntlich wurde die Duma erst nach längerem Widerstreben der Regierung unter dem Druck der in Petersburg versammelten Parteiführer zum 1. August einberufen. Schon in ihrer ersten Sitzung offen- barte sich ein ganz anderer Geist als während der dekora- tiven Krcditbetvilligungs-Sitzungen im August v. I. und im Februar d. I. Selbst die Führer der gemäßigten bürger- lichen Parteien ergingen sich in heftigen Anklagen gegen die Regierung, deren Untauglichkeit mit briisken Worten erklärt wurde. Schon in der ersten Dumasitzung ertönten aus dem Munde eines bürgerlichen Parteiführers die Worte, daß nur ein verantwortliches Ministerium auf parlamentarischer Grundlage das Land aus seiner jetzigen Krise befreien könne, und der Führer unserer Fraktion, Genosse Tschcidse, vertiefte noch diese Forderung, indem er erklärte, die jeuige Regierung müsse Verschwinden und das Volk müsse sein Schicksal selber in die Hand nehmen. Die Hilflosigkeit der Regierung offen- barte sich um diese Zeit so deutlich, und die Empörung der Parteien war so stark, daß ein entschiedenes kraftvolles Auf- treten um diese Zeit der Duma höchstwahrscheinlich eine starke Machterweiterung gebracht hätte. Statt dessen kastrierte die Hauptpartei der bürgerlichen Opposition, die Kadcttenpartei, von vornherein die Reformfordernngcn der Opposition, indem sie die Forderung eines verantwortlichen Ministeriums preis- gab, uin nicht den Anschluß nach rechts zu verlieren, und im übrigen alle ihre Energie darauf verwendete, die Staats- und Kriegsmaschineric lviedcr aktionsfähig zu niachen. Als ober der Lohn für diese Bemühungen ausblieb und die Regie- rung sich damit begnügte, an Stelle alter Bureaukraten jüngere, nicht viel bessere, auf einige Ministerposten zu be- rufen, und als zugleich immer wieder Gerüchte auftauchten, daß die Duma nun nach getaner Arbeit nach Hause geschickt würde, da griff ein starker Unmut nicht nur in den Kreisen der� Dumaparteien um sich. Moskau, das Zentrum der russischen Bourgeoisie, ergriff die Führung in einer starken Bewegung, die sich darauf richtete, der Duma den Rücken zu stärken und die Regierung zu umfassenden Reformen zu der- anlassen. Magistrat, Börsenkoniitee, Kaufmannschaft vcr- einigten sich in der Forderung eines„Vertrauens- ministcriuins" aus den Kreisen der Gesellschaft, das an Stelle des jetzigen bureaukratischen Ministeriums treten sollte. Klipp und klar erklärten die repräsentativen Körperschaften der stärksten Schicht der russischen Bourgeoisie in ihren Kundgebungen an die Adresse des Zaren und der Regierung, daß ohne Erfüllung dieser Forderung an eine Einigkeit zwischen Regierung und Volk nicht zu denken sei. Diese Bewegung griff sofort nach Petersburg und ande- rcn größeren Städten in der Provinz über, und gleichzeitig machte sich in den Kreisen der bürgerlichen Tumaparteicn eine starke Bewegung geltend, die durch Bildung eines Blocks der stärksten Parteien der Duma und des Reichsrates die Re- gierung zum Nachgeben zu zwingen suchte. Am 24. August fand die erste Sitzung der Vertreter einiger Parteien der Duma und des Reichsrates statt, die die Bildung eines Paria- mcntarischen Blocks mit gemeinsamem politischem Programm vorbereiten sollte. Am 8. Septeniber veröffentlichten die Petersburger Blätter den Text eines genicinsamen Abkom- Mm Ses(Stolen SmWitim. Amtlich. Großes Hau pt quartier, den 18. September 1915. lW. T. B.) Westlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Schiffe, die sich vor Dnnkirchen zeigten, wurden von unseren Fliegern angegriffen. Ein Zerstörer wurde getroffen. An der Front ist die Lage unverändert. Die Fran- zosen versuchten vergeblich, das ihnen bei Perthes eut- rissene Grabenstück zur.ickzugewiuncn. Oestlichcr Kriegsschauplatz. hcerezgtuppe tiez 5cneralfcldmarfchalls v. Hindenburg. Feindliche Vorstöße bei Schlok sind abgeschlagen; der Angriff auf den Brückenkopf vor D ii« a b n r g wird fort- gesetzt; Teile der feindlichen Vorstellungen sind genommen. Bei Wilna sind unsere Truppen im weiteren Vorgehen. Zwischen Wilia und Njemen wurde die russische Front an verschiedenen Stellen durchbrochen; seit heute früh ist der Feind im Rückzug. Es w n r d e n 26 O f f i z i c r e und 5 380 M a u u z u Gefangenen gemacht und 16 Maschinen- gewehre erbeutet. Der rechte Flügel und die Heeresgruppe des Lensraikeldmarschalls Prinz Leopold von Kaveri, haben starke Kräfte über die S z c z a r a gebracht; der Feind beginnt zu weichen. Heeresgruppe des Leneralfeldmarichalls v. llladtenlen. In der Gegend von Telechany, Logifchin und südöstlich von Pinsk ist der Feind weiter zurückgedrängt. Die Beute bei der Verfolgung ans Pinsk hat sich auf 21 Offiziere, 2 500 Manu, 9 Maschinengewehre erhöht. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Vor den deutschen Truppen haben die Russen de» Rückzug angetreten. » Die Beute von Nowo-Georgiewsk beträgt nach jetzt abgeschlossener Zählung: 1640 Geschütze, 23219 Ge- wehre, 103 Maschinengewehre, 160 000 Schuß Artillerie- mnnition, 7 098 000 Gewchrpatroncn. Die Zahl der bei K o w n o erbeuteten Geschütze ist ans 1301 gestiegen. Oberste Heeresleitung. -i-* Set MMW Ke«MMetW. Wien, 18. September, sW, T. B.) Amtlich wird vcr- lautbart: Wien, 18. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. Die russische Offensive in Ostgalizien ist an der Strypa znsammcnacbrochcn. Ter Feind räumte gestern das Gcfcchtsfcld der letzten Tage»nd wich an den Scrcth. Zurückgelassenes Kriegsmaterial und andere Anzeichen schleunigen Aufbruches lassen erkcmicn, daß der russische Rückzug in Hast und Eile vor sich ging. Die Verluste, die der Gegner vor unseren Stellungen erlitten hat, erweijcn sich als sehr groß. An der Jlwa ist die Lage unverändert. Im wolhynischcn FcstiingSgcbict dauerten die Kämpfe mit überlegenen russischen Kräften an. Wir schlugen zahlreiche Angrisse ab. Heute nehmen wir Teile unserer dortigen Front in weiter westlich liegende vorbereitete Stellungen zurück. Die k. u, k, Streitkräfte in Litauen erkämpften sich im Verein mit den Verbündeten den Nebergang auf das nördliche Ufer der Szczara, Italienischer Kriegsschauplatz. Im Tiroler und Kärntner Grenzgebiete hat sich gestern nichts von Bedeutung crcigilct. Ein Waldbrand vor unserer Popcna- sicllung(südlich Schludcrbach) zwang die Italiener, ihre Linien zu räumen. Im Räume von Flitsch müht sich der Feind unter schwersten Verlusten weiter damit ab, sich au»iliscrc Befestigungen heranzuarbeiten. Wiederholte italienische Angriffe auf den Ravclnik und gegen die Stellungen am Westhange des Javorcck brachen zusammen. Die Bchauptuilg des offizielle» italienische» Tagesberichts vom 16. September, wir würden Geschosse vcr- wenden, die Blausäure enthalten, ist selbstverständlich eine bös- willige Verlelimdung, Der Stellvertreter des Ehcfs des Gcneralstabcs: v. H o e s c r, Fcldmarschallcutnant. mens der Parteien, die dem Block beigetrelen waren. Er um- faßte in der Duma die Fraktionen der Kadettenpartci, der Progressistcn, der Oklobristen, der Zentrunisgruppe und der Fortschrittlichen Gruppe der Nationalisten, die sich kurz vorher von der Nationalistenparlei abgesondert hatte. Insgesamt traten in der Dmna 315 Abgeordnete dem Abkommen bei. während sich im Rcichsrat die Zcntriiinsgrnvpe und die Ata- demische Gruppe mit ihm solidarisch erklärte. Jit dem gemeinsamen Programm dieses parlameittarischcn Blockes, der zum ersten Male seit dem Bestehen des russischen Parlaments die Mehrheit beider Kammern zu gelueiusamen fortschrittlichen Zielen vereinigte, sieht an eistet Stelle die Forderung eines„Vertranetismintstcriimts" und einer tatsäch- lichen Veränderung des bisherigen Regiernngsshstems. Diese Forderung, die ans die Abdankung der bestehenden Regierung und den Uebcrgang der Geivalt iit die Hände der Kammern hinaitslänft, drückt dem gemeinsameit Aktions- Programm des Blocks ihren Stempel ans. Seine weiteren Forderungen tragen den Eharaltcr der Uiischlnisigkeit und Halbheit, die deutlich darauf hiliweiseii, daß der linke Flügel des Blocks einen großen Teil seiner wichtigsten Forde- rungen auf politischem, sozialem und vor alleni natlönalem Gebiet preisgab, um die gemäßigten Parteien dem Block ein- zugliedern. So verlangte dieses Programm nicht eine voll- ständige, sondern bloß eine teiliveisc politische Ainneslie. und beschränkte sich aus dem Gebiet der National>täte»volitik linv der sozialen Probleme mit der Forderung, daß der Weg der Aussöhnung der nationalen und Klassengegensätze be schritten werde. Machen diese Schwächen und Halbheiten dcs Blockprogramms es begreiflich, daß der äußerste linke Flügel der Duma, die sozialdemokratische Fraktion und die Arbeitsgruppe, jede Beteiligung an diesem Block, der ihnen imr die Hände gebunden hätte, ablehnte, so gefährdeten sie andererseits die Stellung der herrschenden Burcankratic um so mehr, als sie den gemüßigten politischen Kreisen als gnlc Sicherung vor weitgehenden inneren Reformen als annehmbar erschienen. Eine andere Frage ist e-. freilich, ob nicht gerade die politischen Halbheiten des ueucl. Blocks der Biireailkratie den Mut gaben, diesen Block durch die Vertagnug der Diima unschädlich zu machen, denn die geriebenen Fuchse in den Ministerien mußten schon ans der Anfiiahme, die das Pro gramm des Blocks bei den demokratischen Elementen der Be- völkerung fand, zu der Annahme gelangen, daß der Block durch seine Nnentschlossenheit und Halbheit dm Ast absägte, auf dem er saß, und keinesfalls daraus rechnen lonute, daß die breiten Schichten des Volkes sich für sein Programm begeistern würden, Der Verlauf, den die Dinge uahmeu, scheint die Annahme zu bestätigen, daß die Parteien der russischen Bour- geoisie, die jetzt zum entscheidenden Schlag gegen die herrschende Bureaukratie ausholten, vorläufig ihr Spiel verloren haben: erstens, weil sie wertvolle Zeit verstreichen ließen und zur schroffen Opposition erst dann übergingen, als sie der Regierung bereits die wertvollsten Dienste geleistet und den rechtsstehenden Elementen Zeit zur Sammlung ge- geben hatten; zweitens, weil sie in ihrem gemeinsamen Aktionsprogramm zwar ihren Willen zur Macht dokumen- tierten, zugleich aber deutlich zeigten, daß die Furcht vor der Demokratie bei ihnen nicht minder stark ist als die Furcht bor der durch die Untüchtigkcit der Regierung heransbeschworeueu und immer näher rückenden Katastrophe. Darin und nicht etwa— wie bereits liebedienerisch berichtet wird— in der Uebcrspannung der Forderungen des Blocks liegt der Grund für den jetzigen Erfolg der herrschenden Bureaukratie. Die Parteien des russischen Bürgertums stehen jetzt vor einer entscheidenden Wahl. Ducken sie sich vor der diktatorischen Faust der Regierung oder zeigen sie sich geneigt, ans Hintertreiben mit ihr zu verhandeln, um kleme Kon- zessioucn zu erschleichen, so übernehmen sie die geschichtliche Verantwortung für alle Sünden de? alten Regimes und den drohenden Zusammenbruch. Rassen sie sich aber zu entschiedenem Handeln auf, Wersen sie, um ihre politische Zu- fünft und die Zukunft des ganzen Reiches zu retten, ihre Halbheiten ab, so steht zu erwarten, daß sie den itliamelt Schlag der Burcankratic mit einem um so heftigeren Schlag gegen daS ganze Gebäude des alten Regimes beantworten. Repreffolien öer Regierung. Der„V o f f i f ch e n Zeitung" wird aus Stockholm gedrahtet: In einer großen Reihe von Städten wird von stattgehabten Haussuchungen und M a s f c n v c r h a s t u n- gen berichtet. In den jüngsten vier Tagen wurden in Petersburg auf direkte Anordnung der höchsten Behörden und unter Leitung des Generals Grigorjew über drei- hundert Personen verhaftet, und zwar 32 sogenannte » h fe fc i V Intelligente, gegen vierzig in den leitenden Ä r b e i t e r k r e ii c n der Putilow-Werke, über hundert aus den Arbeiterorganisationen des ötarwaer Fabrikviertels. In Moskau wurden gleichzeitig 27 Verhaftungen unter den Führern der dortigen Konsumvereine und etwa 40 Sistierungen in den professionellen Arbeitervcrbänden vorgenommen. Fn N i s ih n i- l>t o w g o r o d sind gegen zwanzig Aerztc. Lehrer und zwei Rechtsanwälte von der politischen Polizei -ns Gefängnis abgeführt worden. Weitere politische Ver- Haftungen werden aus Kiew und Samara gemeldet. Verhaftung von Duma-�lbgeorüneten? Leipzig, 18. September.(SB. T. B.) Dab„Leipziger Tage- blatt" meldet aus Stockholm:„Stockholms Tagen" erfährt aus Petersburg: Ter Abgeordnete Tschcidse und 17 weitere Mitglieder der Duma sind in ihren Quartieren durch die Polizei festgenommen worden. Das Dumagcbäude und sämtliche Bahnhöfe sind militärisch beseht. Die militärischen Nieüerlagen unü öie russische Sozialdemokratie. Aus Kopenhagen wird uns geschrieben: Die furchlbare militärische Niederlage Rußlands hat die Oppo- fition wiederum auf den Ichmiplatz gebracht. Das geht schon aus den mutigen Reden in der Duma hervor, in denen die zurück- gehaltene Erbitterung gegen die Schuldigen des militärischen Zu- mmmeitbruchs ihren Ausdruck findet, aber auch aus zahlreichen Erklärungen der Börsenkomitees, die die Einsetzung eines Ministe- liums der Landesverteidigung fordern. Eine Gärung geht durch das ganze Land. Während aber die bürgerliche Opposition, ein- 'chlicßlich des revolutionären Flügels, die Trudowiki, die Oppo- '.tion im Namen des Patriotismus treiben, gegen die jetzige Regie- rung auftreten, weil sie unfähig ist, das Land gegen die feindliche Fnvasion zu verteidigen, und alle Elemente des Landes um die Sache der Landesverteidigung vereinigen wollen, lassen sich die Ilasscnbewuhten Arbeiter durch die neue Parole der Landesvcrtei- Rgung ebensowenig irre machen, wie sie sich durch den früheren Siegesrausch betäuben ließen. Eine große elementare Streik- wwcgung hat sich der Arbcitcrmassen bemächtigt, die angesichts der normen Teuerung spontan ausgebrochen ist und mit großer Heftig- lest sich über das ganze Land verbreitet. Trotz der„heiligen Einig- leit" wendet die Regierung gegen die streikenden Arbeiter die alten "ampscSmittel an. In einer Reibe von Städten ist auf die Arbeiter �.schössen, in Iwanowo-WaSnoscnst sind über hundert Arbeiter niedergemetzelt worden.... Auf dem in Moskau stattgefundcnen Kongreß zur Abwehr der ? euerung haben sich die Vertreter der Arbeiter dahin geäußert, daß es nicht ihre t'lusgabc sei, de» Krieg zu organisieren, sondern daß sie nach wie vor für den Frieden kämpfen werden. Kürzlich fand in Südrußland eine Konferenz des Bundes der üidrussischen Arbeiterorganisationen statt, auf der u. a. folgende Resolution angenommen wurde: »Die Konferenz findet, daß das Proletariat aller Länder diesem Kriege gegenüber eine scharf protestierende Haltung cinnehmeii muß. Eine der wichtigsten Aufgaben der Sozialdemokratie sieht sie in der Aufklärung der Massen über die wirkliche Ursache des Krieges und im Kampfe gegen die nationalistischen Strömungen, die die Bourgeoisie in den Massen hervorzilrufen sucht. Die ungünstige militärische Lage Rußlands kann auf keinen üall die Sozialdemokratie veranlassen, sich von der Hauptaufgabe l'cs internationalen Sozialismus laszusagen, nämlich von der Mobilisierunjj des Proletariats um die Losung eines Friedens, der weder Sieger»och Besiegte kennt,»och die Gefahr eines neuen Rüstungswcttbewerbs und neuer Kriege schafft. Tie Konferenz kon- üatiert serner die steigende Unzufriedenheit der Massen und emp- nehlt, in der Agitation darauf hinzuweisen, daß die einzige Rettung aus der geschaffenen Lage i» dem sofortigen Sturz des„Regimes des 3. Juni" bestehe. Die Sozialdemokratie müsse ihre Agitation iur den Frieden verstärken, jede Möglichkeit für die Organisation des Proletariats ausnutzen und seine Kräfte um die sozialdemo- kratische Tumafraktion konzentrieren. Insbesondere müsse die Partei energisch gegen die antisemitische Hetzerei und Politik der Regierung kämpfen und die volle Gleichberechtigung der Juden fordern." � Im gleichen Sinne äußert sich jetzt auch das„Ausländische Sekretariat des OrganisationskomilccS der sozialdemokratischen Partei Rußlands". In einem..Brief an die Genossen Rußlands" äußert es sich über die Aufgaben der Sozialdemokratie u. a. wie jolgt: »Die Nationalisten, Oktobristen, Kadetten, Industriellen und selbst ein Teil der radikalen Intelligenz schreien, daß die Regie- rung unfähig sei, das Land zu verteidigen und fordern auö diesem Grunde die Mobilisierung der gesellschaftlichen Kräfte sowie die Kontrolle der Gesellschaft über die Regierung. Sie rufen die Ar- vcitcr und Bauern auf, sich an der nationalen Sache der Landes- Verteidigung zu beteiligen.... Es gibt aber keine andere, keine schlimmere Gefahr, als die Herrschaft der Bureaukratie und des Adels mit dem Zaren an der Spitze. Solange diese Herrschaft dauert, ist eben kein Fortschritt, keine EnNvickelung möglich. Es wird dann die Schuld des herrschenden Regimes ausführ- >ich dargelegt, das die kulturelle und industrielle Entwickelung des Landes verhindert hat, und es wird gezeigt, daß man in wenigen Monaten nicht eine Armee noch eine Industrie schassen kann, die der deutschen gewachsen sein könnte. Daraus wird der Schluß ge- zogen, daß das herrschende System unfähig ist, das Land zu ver- leidigen und einen für Rußland günstigen Frieden zu erzwingen. Nur eine Gcivalt vermag... dem Siegcsmarsch der Deutschen in Rußland Halt zu gebieten: die Macht der Volkserhebung.... Die Töne der siegreichen, aber selbst nur der sich erhebenden proletarischen Revolution würden wie Glockenläuien einer neuen Zeit, wie der Ruf zur allgemeinen Erhebung des curo- väischen Proletariats erschalle».„Möge das russische Volt sich nur erheben, um das Schicksal seines Landes in die eigenen Hände zu nehmen, um den Schntzlvall der Weltrcaktion, den Zarismus, mit den Wurzeln auszuroden und das Joch dcS Adels abzuschütteln,— und die �deutschen Militaristen werden rasch begreisen, daß jeder weitere Schritt ins Innere Rußlands ihnen selbst mit dem Auf. stände hinter der Front droht."... „Wie Illllä, während des japanischen Krieges, muß auch jetzt die Parole des Proletariats lauten: die konstituierende Volks- Versammlung zwecks Lignidierung des Krieges und der Lignidierung des autokratischen Regimes vom 3. I u n i."_______ der ruftlsche Heneralftabsbericht. Petersburg, 18. September.(W. T. B.) Der Große G c il e r a l st a b gibt bekannt: In der Gegend von Riga fanden Gefechte zwischen kleinen Abteilungen an der Eckau statt, ebenso auch an einigen Stellen am Wcstufer der Düna in dem Räume zwischen Jakobstadt und Dünaburg. Die An- griffe des Feindes ivestlich und südwestlich von Dünaburg dauern an. Die feindliche Offensive zwischen der Straße nach Dünaburg und dem Samarasce wurde durch Artillerie- scucr abgewiesen. Bei einem Scharmützel nördlich von Stvcnziany bei dem Dorfe Dawgclischki blieb dieses Dorf in den Händen des Feindes. Die in der Gegend von Wilna und östlich dieser Stadt schon seit langem eingeleiteten hart- nackigen Kämpfe entwickeln sich weiter. Auf dem linken Ufer der Wilia, zwischen den Teilstrecken der Eisenbahn Wilna— Rowo-Swcnziany und Molodctschno— Wileiki erreichten feind- liche Abteilungen an einzelnen Stellen die Eisenbahn Nowo- Wileisk— Molodetschno. An vielen Orten dieser Gegend �und in der Gegend der Seen von Modziol, Narotsch und Swir südöstlich von Swenzieny finden Gefechte zwischen starken Reiterabteilungen statt. Tic Deutschen unternahmen energische Angriffe in der Richtung auf Wilna und südöstlich Mescha- zola. Südöstlich von Oranv ivurden wiederholte feindliche Angriffe gegen die Dörfer Eismonth(?) und Katsiichki abge- schlagen. Südlich von Tasischki gelang es den Deutschen nach einem hartnäckigen Kampfe das Torf Radziuny zu besetzen. Bei dem Dorfe Jakubowschi zwischen den Ottschasten Nowy-Dwor und Sida(Lida)? wurden alle deutschen Angriffe zurückgewiesen. Der bis zum Szezarafluß vorgedrungene Feind greift uns bei dem gleichnamigen Dorfe an. Er ist auf das rechte Ufer des Flusses übergegangen. Während der feindlichen Offensive längs der Eisenbahn Kobrhn— Pinsk ent- wickeln sich Kämpfe auf der Höhe des Bahnhofes von Molo- kowitschi, etwas westlich von Pinsk. Bei dem Kampf um den Besitz von Deraschew hatten wir einen neuen großen Erfolg. Unsere Truppen stürzten sich auf Derazno und warfen den Feind auf das Dorf Rudakroenoje zurück. Nachdem wir dieses Torf erstürmt hatten, erbeuteten wir vier Maschinengewehre und uiachten 2000 Gefangene. Unser Gegenangriff bei dem Grenzdorfc Gentowa südwestlich der Stadt Wischnewetz gestattete uns, obwohl er nicht zu Bc- setzung dieses Torfes führte, 12 Offiziere und 540 Mann zu Gefangenen zu machen und drei Maschinengewehre zu erobern. Bei einem Kampfe in der Gegend östlich des Dorfes Babulinze an der Strypa in der Richtung nördlich von Butschana niachten wir 14 Offiziere und 800 Soldaten zu Gefangenen. Wir besetzten die Dörfer Janowka und Pzlawa nordöstlich von Butschany. Ter Feind räumte diese Dörfer und zog sich in Unordnung zurück. Durch kühne Aktionen fahren unsere Truppen fort, erfolgreich die Entwicklung örtlicher Gegen- angriffe des Feindes aufzuhalten, die er in einigen Abschnitten mit bedeutenden Kräften unternommen hatte. Räumung Rigas. Petersburg, 17. September.vurde. In den Vogesen bombardierte der Feind den Hilsenfirft und die Höhe 425. Südlich Stein- dach zerstörte unsere Artillerie das Elektrizitätswerk von Türkheim. kitcheners ürei Millionen. London, 18. September.(W. T. B.) Der militärische Mit- arbeiter der„Times" unterzieht ASquilhS Angaben über die Rekrutierung einer Kritik. Er fragt, ob die drei Millionen, die sich nach AsquithS Angaben zum Heeresdienst gemeldet hätten, auch als untauglich zurückgewiesen worden seien. ASquith scheine ferner in die drei Millionen auch die 1vl4 bereits in Dienst befindlichen 700 000 Soldaten und 300000 Seeleute eingeschlossen zu haben. Ferner müßten die Verluste abgerechnet werden. Die Höchst- ziffer der Armee sei nach Abzug der Marine»nd der Verluste und Kranken 2 300 000. England habe nach dem„Journal des Debats eine Million in Frankreich, was aber nur etwa eine halbe Million Bajonette bedeute. Die Armee brauche bei den gegen- wältigen Verlusten 100 Prozent Infanterie und 200 Prozent Ersatz- Mannschaften pro Jahr. Der Mitarbeiter der„Times" sagt: Wenn wir also 2 300 000 Mann haben, eine Million in Frankreich, eine Million für den Ersatz und 600 000 Mann für die Verteidigung der britischen Inseln, serner eine große Armee an den Dardanellen, so befinden wir un§ nicht in einer glänzenden Lage, auch wenn Asquith die indische Armee und die Freiwilligen aus den Kolonien nickit mit eingerechnet hat. Die Frage ist aber, ob eine Million in Franl- reich ausreichen wird. Versenkung eines französischen Hilfs- kreuzers. Paris, 18. September.(33. T. 33.)„T e m p s" meldet, daß ein feindliches Unterseeboot in der Reede von Rhedes den französischen Hilfskreuzer„Indien" torpedierte und versenkte.„Indien" war in den Ge- wässern von Adulia gekapert worden, als er Kriegskonterbande beförderte.„Indien" hatte eine Wasserverdrängung von 800 Tonnen. Seine Besatzung bestand aus 62 Offizieren und Malrosen. Elf Mann werden vermißt. fünfzehn Schiffslaöungen mit§!eifch für Prise erklärt. London, 18. September.(W.T.B.) Das englische Prisen- g e r i ch t erklärt fünfzehn Schiffsladungen Fleisch und Speck im Werte von 23 Millionen Pfund Sterling, die nach Kopenhagen be- stimmt waren, als Prise. Absender sind die amerikanischen Fleisch- Packer Armour, Swift, Hammond und Salzberger. Andere Schiffe gehörten Skandinaviern und waren von einer amerikanischen Ge- iellschaft gemietet. Das Urteil sagt, die Ladungen seien offenbar für die deutsche Regierung und die deutsche Armee bestimmt gewesen. Zur englischen Kabinettskrise. London, 18. September. iW. T- B.) Meldung des Reuter- scheu Bureaus. Die Presscassociation erfährt aus offiziellen Kreisen, daß die Berichte über eine bevor- stehende ernste Kabinettskrise wegen der Frage der Dienstpflicht unter Vorbehalt aufgenommen werden müßten. Es sei richtig, daß unter den Ministern eine Meinungsverschiedenheit bestehe, aber die Di en st Pflicht sei im Kabinette noch nicht zur Sprache ge- kommen. Die letzten Zusammenkünfte seien dem Erat ge- widmet gewesen. Tie Regierung sei sich vollständig bewußt. daß sie in einer so wichtigen Angelegenheit auf die allgemeine Zustimmung der Nation rechnen müsse. Der Lauf der politischen Ereignisse der letzten Jahre laffe aber hoffen, daß es gelingen werde, die Schwierigkeit zu überwinden. Die Kriegsöebatte im Unterhaus. London, 17. September.(W. T. B.) Unterhaus. Grey erklärte in Beantwortung einer Anfrage: Der gegenwärtige Zustand der Unordnung in Persien nimmt die Sorge und die Aufmerksam- keit der Regierung in Anspruch, die keine Maßregeln unterlassen wird, um britisches Leben und Eigentum zu schützen. Asquith teilte mit, daß der Haushaltsplan nächsten Dienstag vorgelegt werden wird. Bei Beratung der Kreditbewilligung entspann sich eine aus- führliche Erörterung über die Wehrpflicht. Bemerkens- wert war die Rede von Thomas(Arbeiterpartei), der dem Eisenbahnerverband angehört. Thomas sagte: Fast alle Gewerk- schaften dieses Lerbandes nahmen die Entschießung gegen die Wehrpflicht an und teilten obendrein dem ausführenden Ausschuß mit, daß sie im Falle ihrer Einführung in den Ausstand treten würden. Der Gewerkschaftskongreß, der drei Millionen Arbeiter vertritt, nahm einstimmig eine Entschließnng gegen die Wehrpflicht an. DaS Geschoßgesetz konnte nicht gegen 200000 Arbeiter durchgesetzt werden, um wieviel weniger die Wehrpflicht gegen drei Millionen! Wir wollen den inneren Sinn dieser Bewegung kennen lernen. Ist sie ein Schach- zug, um Asguith zu stürzen? Wir befanden uns oft im Gegensatz zu ihm, aber wir sind überzeugt, daß er in dieser nationalen KrisiS un- ersetzlich ist. Aber wenn der Premier nicht das Ziel ist, um woS handelt es sich dann? Zm Namen der Mütter, die ihre Söhne, und der Kinder, die ihre Väter verloren haben, bitte ich Sie, die Einig- keit der Nation nicht zu spalten! Angenommen, Sie erzwängen Neuwahlen, was dann? Wollen Sie Soldaten gegen die Minder- heit anwenden? Unsere Aufgabe wird es sein, den inneren Frieden zu erhalten. Ich warne Sie! An demselben Tage, wo die Re- gierung die Wehrpflicht einbringt, wird die industrielle Revolution da sein. �rbeiterprotefte in Cnglanü. Amsterdam, 18. September.(Privattelegramm dcS „V o r w ä r t S".) Das im Unterhaus tagende Arbeiter- Nationalkomite« protestierte am Donnerstag gegen den militärischen und noch entschiedener gegen den industriellen Dicnstzwang. der die Arbeiter für die Kriegszwecke privater Profitmacherei ohne gewerkschaftlichen Schutz ausliefern würde. Falls ein solcher Dienstzwang- oder Arbeits- zwcmg-Gesetzeptwurf dem Parlament vorgelegt würde, würden sofort Konferenzen in allen Großstädten zur Befragung der Arbeiterschaft einberufen werden. Einen gleichen Beschluß nahm der Londoner Graf- schaftsrat an. In Dublin tagte am Sonntag ein riesiges P r o t e st-- Meeting gegen die politischen Verfolgungen. Englische und irländische Redner sprachen. Es wurde eine Re- solution angenommen, die die sofortige Entlastung von fünf ein- gekerkerten irischen Freiwilligen und die Meinungs- und Ver- sammlungssreiheit fordert. Tic Versammlung beschloß die Kon- stituierung eines Sicherheitsausschusies für Rechts- und Freiheit-- schütz. Londoner Gewerkschaftsversammlung für üie Steigerung der Munitionserzeugung. London, 18. September.(SB. T. 33.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Eine V e r s a m m l u n g d e r G e- werk schaften in London beschloß nach Anhörung einer Rede Lloyd Georges eine Entschließung, in der die Versammlung die Erklärung Lloyd Georges, daß mehr ge- schehen müsse, um die Schaffung von Munition zu vermehren, angenommen wird. Tic Entschließung verpflichtet, alle beschränkenden Gciverkschaftsregeln zu sus- pendieren und bcff einer systematischen Untersuchung zu helfen sowie die Mindest- zahl der nötigen Arbeitskräfte festzustellen. um zu ermöglichen, daß die Maschinen 24 Stunden laufen, ferner, um eine weitgehende Beschäftigung unausgcbildeter männlicher und weiblicher Arbeiter und eine weitere Heranziehung freiwilliger Arbeiter zu ermöglichen. das englische Volk unö üer Krieg. Genosse I. B. A s k e w schreibt uns aus London: In Nr. 183 des„Hamburger Echo" lese ich in einem Ar- tikel des Genossen Lensch:„Wahrend auf der einen Seite die Blüte der Jugend und damit die Zukunft des Landes zum Opfer gebracht wird, merkt man in England in den weitesten Kreisen des Volkes nichts vom Kriege." Ich habe keine Neigung als Sozialdemokrat und Kriegs- gegner die britischen herrschenden Klassen in Schuh zu nehmen. Aber eins möchte ich doch sagen. Wer jetzt behauptet, daß das britische Volk nichts vom Krieg merkt oder irgendwie beiseite steht, zeigt damit, daß er keine blasse Ahnung hat von den wirklichen Verhältnissen hier. Wie über Nacht fast ist Eng- land zum Militärstaat geworden; aus der Berufsarmee ist durch den Krieg ein Volksheer gemacht worden. Es sind in der Tat alle Klassen daran beteiligt, und es ist sogar wahr- scheinlich, daß der Militärzwang keine allzu großen Unter- schiede an den Zahlen machen würde. Allerdings, wer für seine Kenntnis der englischen Verhältnisse nur auf die „Times",„Morning Post" und ähnliche englische Blätter an- gewiesen ist, wird wohl irregeführt werden, denn diese Blätter malen in ihrem Eifer, den Militärzwang durchzuführen, die Lage so schwarz wie nur möglich. Aber auch die Beobochtun- gen„Neutraler", die die Länder bereist haben sollen, sind mit großer Vorsicht aufzunehmen, denn ich habe oft genug die Beobachtung machen können, daß die„Neutralen" in der Hauptsache das berichten, was gern aufgenommen wird. Was das Volk betrifft, so ist sicher, daß der Deutschenhaß sehr gesteigert worden ist durch die Lnsitaniaaffäre und andere ähnliche Vorkomnmisse. Es sind zwei Faktoren, die in Be- tracht kommen: einmal die eigene Sicherheit, die man glaubt bedroht zu sehen von seiten der deutschen Militaristen und zweitens fühlt man sich verpflichtet, für die Befreiung Bel- giens und Frankreichs, soweit sie von den Deutschen besetzt sind, zu kämpfen. Neuer Kohlenarbeiterftreik. London, 17. September.(ÜB. T. B.) Ein neuer A u s st a n d ist im Kohlenrevier von Südwales aus- gebrochen. Tausend Mann legten wegen eines Streites über die Bezahlung der Ueberstunden die Arbeit nieder. Lonöoner Großfirmen für üie Ausfuhr von Gaumwolle. London, 18. September.(T. U.) Nachdem kürzlich die„Times" berichtet hatte, daß der Londoner Markt große Schwierigkeiten hat, den ungeheuren Vorrat an Kaffee zu finanzieren und die Lon- doner Großfirmen der Regierung ein Ersuchen um Aufhebung des AusfuhvverbotS von Kaffee nach dem Kontinent unterbreiteten, haben sie jetzt ein gleiches Gesuch wegen des großen Vorrates an Wolle eingereicht. Nach einer Meldung der„Times" ist gegen- wärtig ein Vorrat von 122 000 Ballen Baumwolle in England vor- banden, der nicht für Heereszwecke notwendig erscheint. Tie Rc- gierung beabsichtigt deshalb, hierfür Exportlizenzen auszugeben, jedoch unter der Bedingungen, daß die Baumwollsendungcn sehr genau kontrolliert werden. Italienische Zinanzmaßnahmen. Rom, 18. September.(W. T. B.) Meldung der Agenzia Stefani. Als Vorsorge für außerordentliche Erfordernisse dcö Schatzamts verfügt ein königliches Dekret eine Reihe finan- zieller Maßnahmen. Sie betreffen erstens eine Steuer für Ausfuhrbewilligungen, zweitens Erhöhung der Ansätze für den Verkauf von Tabak, drittens Steuer für den Verkauf von Mineralölen außer Petroleum, viertens Reform der Gesetz- gebung über Alkohol und besonders Maßnahmen für Sar- dinien, fünftens Umgestaltung der Biersteuern und sechstens Zuschlagsteuer für die Fabrikation von Zucker. Genosse Morgan verhaftet gewesen! Zürich, 18. September.(W. T. B.) Die„Neue Zürcher Zeitung" meldet aus Mailand: Die französische Grenz- Polizei verhaftete jüngst in Pontarlier den italienischen sozialistischen Abgeordneten Morgari, einen Vorkämpfer für die Wieder- anknüpfung der internationalen Beziehungen der sozialistischen Parteien. Die Verhaftung erfolgte, als Morgari von Paris nach Mailand zurückreiste. Morgari wurde später wieder freigelassen. jedoch behielt die Polizei wichtige Schriftstücke, die Morgari jetzt zurückverlangt. Ginberufung üer mazedonischen öulgaren. Berlin, 18. September.(W. T. B.j Die hiesige dul- garische Gesandtschaft teilt«it: Laut Befehl des Königlich Bulgarischen Kriegsministeriums werden sämtliche im Deutsche« Reiche sich aufhaltenden m a z e d o- »ischen Bulgare» im Alter von 20 bis 40 Jahren, die überhaupt keinen Militärdienst gemacht haben, zu einer sotägigen Wasfenübung unverzüglich einzurücken aufgefordert. Diejenigen mazedonischen Bulgare» aber, die im Berbande der Mazedonisch-Adrianopler freiwilligen Legionen gedient haben, haben vom 4./17. September an zu einer Lltägigen Waffrnübung einzurücken, ganz unabhängig von ihrem Alter, sowie von der an sie früher seitens des KriegsministcriumS an sie ergangenen diesbezüglichen Mit- teilung. Schmerzliche Klage. Der„Corriere della Sera" veröffentlicht«inen Leit- artikel seine« römischen Bureaus, dem wir entnehmen: ,Bom Gesichts- Punkt des Vierverbandes ist die Lage auf dem Balkan seit einigen Monaten verschlechtert. Die Diplomaten des BiecverbandeS haben im Orient mit unglaublicher Langsamkeit gearbeitet und keine richtige Vorstellung davon gehabt, was wahrscheinlich war und was kommen mußte. In den letzten Monaten deS abgelaufenen Jahres und noch in den ersten dieses Jahres wäre eS leichter gewesen, die Hilfe Rumäniens zu erlangen und weniger schwierig, einen Bund zwischen Griechenland, Bulgarien und Serbien zu bilden. Heute, nach dem Rückzug der russischen Heere ist ein völliger Wandel eingetreten. Rumänien wartet auf Aufnahme der großen Offensive durch die Russen(!) und Bulgarien neigt mehr zu den Mittelmächten als zum Vierverband. Die Gefahr hätte c« Serbien rätlich erscheinen lasten sollten, Bulgarien in Maze- donien große Zugeständnisse zu machen. Aber Serbien glaubt nicht an eine österreichische Offensive gegen sich und glaubt auch nicht, daß Deutschland wirklich die Absicht habe, der Türkei zu Hilfe zu kommen. Andererseits scheint ihm das Opfer, das es Bulgarien bringen soll, so groß, daß es die Vorschläge des Bierverbandes nicht annehmen zu sollen geglaubt hat. Auch heute ist die von ihm ge- geben« Antwort— mögen auch die Blätter behaupten, daß sie sich in vollkommener Uebereinstimmung mit den Forderungen des Vier- Verbandes befinden— in Wirklichkeit verschwommen und an Bedingungen geknüpft. .<»*$ i fctÄfe ririniifi nniinrr D Deutsch-amerikanische verftänüigung i London, 18. September. �(W. T. B.) Die Blätter von gestern bestätigen das gestern gemeldete Interview des Grafen Bernstorff. Er erklärte dem Vertreter von„New Jork Evening World": Sie können sagen, ich bin sicher, daß binnen ztv ei Wochen alle vermeintlichen Schlvicrig- leiten zwischen Deutschland und den Ver- einigten Staaten dauernd erledigt sein werde n. Lansing und ich erzielten ein volles Einverständ- nis. Wir sind völlig einig.—„Daily Telegraph" nieldet aus Neiv Jork, daß die Lage stark durch parteipolitische Er- wägungen beeinflußt werde. Tie Demokraten betonten, daß Wilsons Wiederwahl nur möglich sei, wenn er den Frieden bewahre. New Jork, 18. September.(Meldung des Privat- korrespondenten des W. T. B.) Die Zwischenfälle be- treffend die Dampfer„ Hespert an" und„Orduna" werden als beigelegt angesehen. Alles hängt jetzt v o ni„ A r a b i c"- F a l l e ab, der die Entscheidung der ganzenllntersccbootfrage in sich schließt. Die amerikanische Anleihe üer Ententemächte. Kopenhagen, 17. September..(W. T. B.)„National- t i d e n d e" schreibt, die Regierung der Vereinigten Staaten hätte die Anleihe der Alliierten leicht verhindern können, wenn sie sie als unvereinbar mit der Stellung einer neutralen Macht erklärt hätte, habe aber vorgezogen zu erklären, daß sie die Anleihe als Privat- fache ansehe. Das Blatt bemerkt.'die Anleihe übersteige die französische Krieg? eütschädigung an Deutsch- land 1871, sie sei bestimmt, die Kaufkraft der Alliierten am amerikanischen Markte zu stärken. New Jork, 18. September.(88. T. 83.) Meldung des Reuter« scheu Bureaus. Am 17. September hat die dritte geheime Versammlung der englisch-französischen Finanz- kommission und der Bertreter der führenden Banken und Bankhäuser von New Jork, Chicago, Boston und anderen Städten stattgefunden. Die Vorschläge und Gegen- Vorschläge haben bereits feste Form angenommen. Die Versicherungen der amerikanischen Bankiers, daß sie sich mit mindestens S00 Millionen Dollar an der Anleihe beteiligen könnten, werden die Kommission vielleicht dazu veranlassen, von der ursprünglich in Aussicht ge- nommenen Höchstsumme von 1000 Dollar abzugehen. Der Haupt- wünsch der Finanzkommission ist die Erlangung eines Kredits in Amerika zur Deckung des normalen Handels mit den Vereinigten Staaten. In gut unterrichteten Kreisen wird versichert, daß man sich schließlich auf einen Betrag von 600 bis 7S0 Millionen Dollar einigen werde. Daß die Anleihe untergebracht werden wird, steht zweifellos fest. Die Verhandlungen drehen sich jetzt um die näheren Einzelheiten. Der deutschen Bewegung gegen die Anleihe spricht man keinen Erfolg zu. Die Blätter äußern sich befriedigt darüber, daß selbst Banliers mit deutschen Neigungen den Wunsch nach einer Beteiligung an der Anleihe ausgesprochen haben. politische Uebersicht. Merkwürdig. Aus vielfachen Klagen ist zu ersehen, daß die Erhöhung der Krankenlöhnung bis jetzt noch immer nicht durchgeführt ist. Nach wie vor müssen sich die Verwundeten mit 10 Pf. pro Tag abfinden. In der Budgetkommission des Reichstags erklärten sowohl der Reichsschatzsekretär als auch ein Vertreter der Heeresverwaltung, die Erhöhung der Kranken- l ö h n u n g auf den Betrag der Löhnung immobiler Truppen sei bereits beschlossene Sache. Auf Grund dieser bündigen Erklärung zogen dann die Sozialdemokraten ihren Antrag als erledigt zurück, und in der Sitzung des Reichstags vom 26. August kounte Abg. Stücklen ausführen: „Meine Herren, wir begrüßen es mit Freude, daß endlich einer von uns gegebenen Anregung Rechnung getragen wurde, daß nämlich den kranken und verwundeten Soldaren nickt mehr die völlig unzulänglicke Krankenlöhnung von 10 Pf. pro Tag ge- zahlt wird, sondern jetzt die immobile Löhnung von 33 Pf. pro Tag. Ich stelle auch das hier ausdrücklich fest, weil draußen in bezug hierauf offenbar eine sehr große Unklarheit besteht, und weil vielleicht die Erlasse, die herausgegeben worden sind, noch nicht genügend verstanden werden. Ich glaube, wenn von dieser Stelle aus ausdrücklich darauf hingewiesen wird, daß dann die kranken und verwundeten Soldaten wissen, was sie zu verlangen haben." Die Vertreter der Regierung setzten dieser Feststellung keinen Widerspruch entgegen. Als bald darauf aus den Laza- retten die Klagen kamen, daß die erhöhte Krankenlöhnung noch nicht bezahlt werde, erteilte das Kriegsministerium auf Anfrage die Auskunft: die erforderliche Kabinettsordre sei noch nicht zurück, sie werde aber jeden Tag erwartet und dann sofort veröffentlicht. Darüber sind nun wieder zwei Wochen verflossen, die armen Verwundeten bekommen noch immer die erhöhte Löhnung nicht. Unter diesen Umständen wäre es dringend erwünscht, den Grund dieser geradezu auf- fallenden Verzögerung kennen zu lernen. Zur Kartoffelversorgung. Die Rheinische Zentrumüpartei hielt unter Vorsitz des Abgeordneten Marx in Köln eine Tagung ab. Man war einmütig der Ueberzeugung. daß der Entwicklung auf dem Kartoffclmarkt unter keinen Umständen freier Lauf gelassen werden darf, und daß durchgreifende Maßnahmen der Rcichsrcgicrung erforderlich sind, damit wenigstens das allerunentbchrlichste Lebensmittel der wirtschaftlich schwächeren Bevölkerung zu erschwinglichen Preisen gesichert und auch zeitig zugeführt wird. Wer leidet am meisten unter hohen Kartoffelpreisen? Gleich den Stadtgemeinden Berlin, Düsseldorf und Schöneberg hat auch die Sladtgemeinde Kiel eine Erhebung unter ihren Beamten. Angestelllen und Arbeitern über den durchschnittlichen Kartoffelverbrauch angestellt. Es waren an der Erhebung beteiligt 17 Lbcrbeamte, 142 mittlere Beamte. 27 Mann vom technischen Aufsichtspersonal, 339 Unlerbeamle und 626 Arbeiter. TaS Ergebnis war ein durchschnittlicher täglicher Kartoffelverbrauch auf den Kopf: bei den Oberbeamten von 262 Gramm, den mittleren Beamten von 289 Gramm, dem technischen Aufsichtspersonal von 442 Gramm, den Unterbeamten von 386 Gramm, den gelernten Arbeitern von 226 Gramm und den ungelernten Arbeitern von 616 Gramm. Auch diese Erhebung bestätigt die bekannte Tatsache: je niedriger das Einkomme», desto höher der Kartoffelverbrauch. Die Kartoffel ist das hauptsächlichste Rahrungsmittel des kleinen Mannes. Deshalb verstehen, daß die ReichSregierung keine crnsthasten Maßnahmen trifft, eine billige Kartoffelnahrung des Volkes sicherzustellen. Bestrafte Lebensmittclwucherer. Die Slrajkammer in Magdeburg verurteilte die Frau Ober- amimann Psannenschmidt in Heinrichsdors zu 2000 M. Geldstrafe, Iveil sie an zwei Händler Kartoffeln über den Höchstpreis verkauft hatte. Die beiden Händler erhielten je 100 M. Geldstrafe. Agrarischer Boykott einer Stadt. Als in T i l s i t die Lebensmittelpreise eine unerträgliche Höhe erreicht hatten, setzte der Magistrat nach langem Zögern Höchstpreise fest. Die Gutsbesitzer lieferten daraufhin fast keine Lebensmittel mehr nach Tilsir, und die Frauen wurden, wie ein bürgerliches Blatt schreibt, der Verzweiflung nahe gebracht. Die Gutsbesitzer und Bauern erklärten offen, es fiele ihnen nicht ein, ihre Waren zu den Höchstpreisen abzugeben, sie schmierten die Butter lieber den Russen aufs Brot oder benutzten sie als Wagenschmiere! Das hat in der Stadt natürlich große Erregung verursacht, und bei der Besprechung der sozialdemokratischen Interpellation über diese Zustände sprach der Bürgermeister Rohde mit Schärfe gegen den agrarischen Lebensmittelwucher. Nach der„Tilfiter Allgemeinen Zeitung" führte er u. a. aus:. Mit der Festsetzung von Höchst- preisen ist nur in beschränktem Umfange und auch nur gegen ganz bestimmt begrenzte Lebensmittel vorgegangen worden, als auf unseren Tilsiter Märkten Zustände sich entwickelten, die in letzter Linie als unhaltbar bezeichnet werden mußten. Es wurden Preise für Lebens- mittel, des täglichen Bedarfs und zwar wie die von uns in weitgehendem Maße befragten Sachverständigen übereinstimmend sagten, ohne jeden zwingenden Grund genommen, Preise, die in keinem Verhältnis zu den Produktionskosten und den Kosten der Arbeitslöhne der Produ- duzenten standen, sondern Preise, die lediglich eine für den Markt- Verkäufer günstige Situation ausnutzten. Und diese Ausnutzung der Situation erfolgte in rücksichtslosester Weise.... Wir waren uns von vornherein darüber klar, daß die HöchstpreiSsest- setzung selbstverständlich in bestimmten Kreisen einen ganz außerordentlichen Widerstand auslösen würde, einen Wider- stand. der möglicherweise bis zu dem Versuch führen würde, unsere Stadt Tilsit zu boylottieren bei der Zu- fuhr von Lebensmitteln. Wir sagten ober, wir wollten den Versuch machen. Wenn dieser Versuch sich nicht bewährt— man kann nach 14 Tagen nicht sagen, daß er sich nicht bewährt hat— wird uns nichts anderes übrig bleiben, als die Höchstpreise wieder aufzuheben. Die Herrschaften, die, als der Feind ihre Aecker verwü st ete und ihre Gehöfte in Brand setzte, in den Mauern unserer Stadt Zu« flucht suchten, wurden jede>t falls nicht so be- handelt, wie sie uns jetzt behandeln." Berlängcrung der bayerischen Landtagsmaudate. Der konservative„Bayerische Volksfreund" regt ein Not- gesctz an, das eine zweijährige Verlängernng der Gültigkeits- daucr der jetzigen Landtagsmandate vorsieht. Nochmals Herr Professor Julius Wolf. Wir hatten dem Verfasser des Artikels„Rheinisch-Westfälische Nationalökonomie" unter llebersendung unserer Nummer vom 9. September ersucht, sich zu der unter der gleichen Ueberschrift ver- öffeittlichlen Erklärung des Professor Wolf zu äußern. Dieser Brief ist infolge einer Reise des gelegentlichen Mitarbeiters unseres Blattes erst nach unerfreulich langer Verzögerung in seine Hände gelangt. Er hatte auch keine Gelegenheit auf seiner Reise, die betreffende Nummer des„Vorwärts" zu sehen. Er bittet uns unr Entschuldigung, daß er erst jetzt unserem Wunsche entsprechen kann. Er bemerkt aber, daß er aus einer weiteren Erörterung für niemand einen Gewinn sehen kann. Sein Ehrgeiz geht nicht so weit, Herrn Geheimrat Wolf zu überzeugen, seine Fähigkeiten gehen nicht so weit, uuge« druckte Urteile verstorbener Herren zu ahnen und zu würdigen und als Gegengewicht anzuerkennen gegen die in den wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichten Kritiken. Als Roscher sich über das Wolssche Buch äußern konnte, hatte er längst die Schwelle des Greisenalters überschritten und noch weit länger war er der Zeit entwachsen, da er als der erste Mann der aka- demischen Nationalökonomie galt. Die Berufung auf Roscher allein zeigt, wie wenig geschützt die wissenschaftliche Festung des Herrn Geheiinrats Wolf ist. Auf die übrigen Einwendungen des Herrn Professor Wolf einzugehen, lohnt sich nicht, da dies nur dazu führen würde, allgemein geglaubte, aber von Herrn Geheimrat Wolf�be- strittene Behauptungen zu wiederholen. Der Verfasser des Artikels über die Rheinisch-Westfälische Nationalökonomie glaubt deshalb, von seiner Seite die Polemik mit Herrn Professor Wolf als abgeschlossen betrachten zu dürfen. Auch die Redaktion des„Vorwärts" meint, daß für alle Be- teiliglen und vor allem für den Leserlreis des Blattes diese An- gelegenheit so reichlich erörtert ist. daß sie diese Erörterungen schließen darf.______ kriegsbekanntmachungen. Warnung vor irreführenden Anzeige«. Das K r i e g S m i n i st e r i u in teilt mit: In TagcSblättern und Zeilschristen sind vielfach Anzeigen er- schienen, in denen persönliche Bedarfsartikel für unsere Truppen im Felde unter Bezeichnungen wie:„Armee- Uhren",„Armee- Hosenträger",„Armee- Taschenlampen" usw. angeboten werden. Durch die Bezeichuung„Armee" wollte man offenbar den Eindruck erwecken, daß die angebotenen Gegenstände für die Benutzung bei der Truppe besonders geeignet seien, und daß ihre Anschaffung des- halb sogar von der Heeresverwaltung als vorteilhaft angesehen und empfohlen ivürde. Ties trifft keineswegs zu; die Heeresverwaltung steht allen diesen Erzeugnissen völlig sern. Letzte Nachrichten. Das französische Marincministcrium berichtet. Paris, 18. September. tT, U! Tas Marineministermm teilt mit: Unser Geschwader von Wasserflugzeugen in Port Said hat die Brücke von Clnkaldcre, die einen bedeutenden Uebergang dar- stellt, bombardiert. Tas Geschwader von Wasierflugzeugen in der Adria hat österreichische Flieger, die von kleinen, mit Abwehr- geschützen besetzten Fahrzeugen unterstützt wurden, angegriffen und zerstreut.___ Eisenbahnunglück in Holland. Amsterdam, 18. September.(T. U.) Heute morgen fand zwischen Haag und Voorborg ein großes Unglück statt. Zwei Dampfmaschinen stießen aufeinander. Ter Zusammenstoß war so heftig, daß 20 Personen, darunter einige sehr schwer, verletzt wurden. Ter Materialschaden ist bedeutend. Tie Linie mußte gesperrt werden. Gewerkschaftliches. Ein?ahr9erliner/trbeitslosenunterftützung. Angesichts der großen Arbeitslosigkeit welche beim Ausbruch des Krieges einsetzte, führte die Stadt Berlin am 1. September 1914 eine Arbeitslosenunterstützung in bescheidenem Matze ein. Sie gewahrte den Arbeitslosen, welche eine Familie m versorgen haben, 5 M. und den alleinstehenden Arbeitslosen 4 M. wöchent- lich aus städtischen Mitteln. Arbeitslose, die von einer Organi- sation unterstützt werden, erhalten zu dieser Unterstützung einen städtischen Zuschuß von 59 Proz. mit der Einschränkung, daß, wenn gewerkschaftliche und städtische Unterstützung zusammen den Be- trag von 12 M. wöchentlich überschreiten, der städtische Zuschuß so- weit gekürzt wird, daß nur der Gesamtbetrag von 12 M. erreicht wird. Nach einer Aufstellung, die uns die Gewerkschaftskommission übermittelt, hat die Stadt Berlin in einem vollen Jahr— genau in 52 Wochen, nämlich vom 1.September 1914 bis 29. August 1915 r-: folgenlw Summen für Arbeitslosenunterstützung ausgegeben: an Nichtorganisierte........ 2 239 289,50 M. an Mitglieder der freien Gewerkschaften. 764 459,79. an Mitglieder anderer Organisationen. 49 918.76, zusammen 3 063 668,05 M. Die Stadt Berlin hat also an Nichtorganisierte fast dreimal so viel gezahlt, als die Mitglieder der freien Gewerkschaften von ihr erhalten haben. Daraus folgt aber nicht, daß die Zahl der Nichtorganisierten dreimal so groß ist als die der Gewerkschafts- Mitglieder, denn die letzteren haben ja aus städtischen Mitteln durchweg niedrigere Beträge erhalten als die ersteren. Hätten wir keine gewerkschaftliche Arbeitslosenunterstützung, dann würde die Stadt bedeutend größere Aufwendungen haben machen müssen, denn sie hätte ja in diesem Falle jedem Arbeitslosen ohne Aus- nähme den Satz von 5 bzw. 4 M. wöchentlich zahlen müssen. Die Stadtkasse ist also durch die Arbeitslosenfürsorg« der Gewerkschaften sehr stark entlastet worden. In welchem Maße das geschehen ist, darüber gibt der letzte Jahresbericht der Gewerkschaftskommission Auskunst. Er weist die in den ersten 18 Wochen svom 1. Sep- tember 1914 bis 3. Januar 1915) gezahlten Arbeitslosenunter- stützungen nach und kommt zu folgendem Ergebnis: In der angegebenen Zeit zahlten die Gewerkschaften an ihre Arbeitslosen 2 190 790 M., die Stadt leistete einen Zuschuß von 570 453 M. Hätten diese Arbeitslosen keine gewerkschaftliche Unter- stützung erhalten, dann würde die Stadt für sie(bei einem Durchschnittssatz von 4,50 M. wöchentlich) 842 886 M. haltm aufwenden müssen. Infolge der gewerkschaftlichen Unterstützung hat die Stadt demnach 272 732 M. erspart. Ein bis zum 29. August laufender Ausweis über die von den Gewerkschaften insgesamt gezahlte Ar- beitslosenunterstützung liegt uns noch nicht vor. Legen wir die Jahressumme des städtischen Zuschusses zu den gewerkschaftlichen Unterstützungen zugrunde und nehmen wir dasselbe Verhältnis an, auf dem die vorstehende Berechnung der Gewcrkschaftskom- Mission fußt, dann ergibt sich, daß die steien Gewerkschaften vom 1. September 1914 bis 29. August 1915 für Arbeitslosenunter- stützung 2 937 500 M. ausgegeben haben und daß hierdurch an städtischer Arbeitslosenunterstützung ungefähr 364 000 M. erspart worden sind. Die einzelnen der Gewerkschaftskommission angeschlossenen Organisationen haben in Gestalt von städtischem Zuschuß für ihre in der Stadt Berlin wohnenden arbeitslosen Mitglieder bis 29. August 1914 folgende Beträge erhalten: Die Kupferschmiede sowie die kleinen Gewerkschaften der Schiffszimmerer und der Notenstecher hatten keine Arbeitslosen und waren deshalb an den städtischen Zuschüssen nicht beteiligt. Die Dachdecker hatten zwar eine verhältnismäßig große Zahl von Arbeitslosen, da sie aber keine gewerkschaftliche Unterstützung haben, kamen sie bei dem städtischen Zuschuß nicht in Frage. Aus den Summen der städtischen Zuschüsse, welche die einzelnen Gewerkschaften bezogen, lassen sich Schlüsse auf die Zahl ihrer Arbeitslosen nicht ziehen, da bei den höchsten gewerkschaftlichen Unterstützungssätzen der städtische Zuschuß geringer ist als bei niedrigeren Sätzen, und bei einem gewerkschaftlichen Satz von 12 M. ganz fortfällt. So kommt es, daß die Gewerkschaften, welche die höchsten Unterstützungen zahlen, trotz großer Arbeitslosenziffer weniger Zuschuß beziehen als Organisationen mit geringeren Unterstützungssätzen und niedriger Arbeitsloscnziffer. Serlin und Umgegenü. Tarifbeweguug in der Dekaturbranche. Der vor drei Jahren abgeschlossene Tarifvertrag in der De- katurbranche läuft am 31. Dezember d. I. ab. Vom 1. Mai 1915 an zahlten die Chefs eine Teuerungszulage von 5 Proz. als Zu- schlag zu den-bestehenden Tariflöhnen für die Kriegszeit. Bei den gemeinschaftlichen Verhandlungen zwischen der Arbeitgcber-Organi- sation und den Verwaltungen Berlin, des Textil-'und Transport- arbeiterverbandes wurde diese Teuerungszulage als Begründung angenommen, um die Mindest- oder Einstellungslöhne des Tarif- Vertrages zu erhöhen, und zwar um je drei Mark pro Woche bei Wegfall der fünfprozentigen Teuerungszulage. Wer höhere als die im Vertrag vorgesehenen Löhne bezieht, darf keine Lohnver- schlechterung bekommen. Alle anderen Bestimmungen des Wer- träges bleiben bestehen. Der neue Tarifvertrag soll für ein Jahr abgeschlossen werden. Die Arbeitgeber- und Arbeitnehmcrorgani- sationen stimmten diesem Vorschlage der Tariflommission zu. Die neuen Bestimmungen des Vertrages sollen am 1. Januar 1916 in Kraft treten. Zu dem gestrigen Bericht über die Versammlung der Hand- lungsgchilfen tragen wir noch nach, daß die betreffende Resolution einstimmig angenommen worden ist. veutsches Reich. Kriegsbcschädigtenfnrsorge im(5hcmigraphen- und Kupferdruckgewerbc. Das Tarifamt der Chemigraphen und Kupfer- drucke r richtet an die Mitglieder der Tarifgemeinschaft die drin- gende Bitte, ihre früheren kriegsvcrletzten Ängestell- t e n, soweit irgend möglich, wieder an ihre alten Ar- beitsplätze zu stellen. Kriegsverletzte aus dem Chemi- graphen- und Kupferdruckergcivcrbc, die aus irgendwelchen Grün» den von ihrem früheren Prinzipal nicht wieder eingestellt werden können oder denen es nicht möglich ist, ihren früberen gelernten Beruf weiter auszuüben, haben sich zwecks Unterbringung unter Angabc der Art der Verletzung bei ihren Kreisämtern zu melden. Die Kreisämter setzen sich zusammen aus den Prinzipals- und Ge- hilsenkreisvertretern, den beiden Schiedsgerichtsvorsitzenden und Arbeitsnachweisverwaltern. Die Einstellung solcher Kriegsver- letzter, die durch die Art ihrer Verwundung gezwungen sind, zu einer anderen Sparte des Gewerbes überzugehen, was bei der starken Berufsgliederung des chemigraphischen Gewerbes in vielen Fällen ermöglicht werden kann, erfolgt auf Grund der tariflichen Bestimmungen für Ueberläufer. Huslond, Der Sieg der Textilarbeiter in Turin und Biclla. Lugano, 15. September.(Eig. Ber.) Der seit einem Monat andauernde Streik der Textilarbcite- rinnen Turins ist zu einem für die Arbeiterinnen günsttgen Ab- schluß gekommen. Die Preiserhöhung ist ihnen gewährt worden, die übrigen Forderungen sind einer Schiedskommission übertragen, die aus je zwei Vertretern der Arbeiter und Arbeitgeber mit dem Bürgermeister an der Spitze bestehen soll. Noch bezeichnender ist der Sieg der Textilarbeiter in Biella, und zwar hat er neben der materiellen noch eine große polittsche und moralische Bedeutung. Seit Jahren kämpften die Textil- arbeiter für die Anerkennung ihrer Organisation, für eine Gleich- stellung der Lohnverhältnisse in der ganzen Provinz. Bei den früheren Kämpfen wurden die fteien Gewerkschaften von den kon- fessionellen wie üblich im Stiche gelassen. Seit dem Ausbruche des Krieges aber hatte sich die Lage insofern verscboben, als die glänzenden Geschäfte der Textilindustriellen die von den Ar» bcitern gestellten Forderungen auch den übrigen Bevölkerungs- schichten als völlig berechtigt erscheinen ließen und die konfessio- ncllen Organisationen mäusestill wurden. Di« Industriellen haben somit dem Druck der Arbeiterschaft und der öffentlichen Meinung nachgeben müssen. Die Anmaßung der Arbeitgeber, das durch die Lohnbewegung Errungene sollte nur für die 5lriegsdauer gelten, wurde von der Arbeiterorganisation mit Entrüstung zurückgewiesen: Was jetzt errungen wird, soll den von der Front zurückkehrenden Kol- legen zugute kommen, nicht nur uns, lautete die Antwort. Die Gärung unter den Textilarbeitern dauert an und die würdevolle Antwort der Bielleser GewerksAaften wird den KampfeS- mut der italienischen Textilarbeiter nur stärken. Venzsucl- Abfeilung Berlin W66 AWERTHEIM Versand- Abteilung 5" Berlin W 66 H. 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I 5 Morgenjacke„. n aufschlage mit gesteppten Satinbfenden.•••• O, I V-l Morgenjacke. 0[. aufschlagen................ 4.�.0 halbwollenem Rausch- rlOrgenjaCKfcjiofi, mit VeJvetkragen— Qn und Aermelaufschlagen.............. f.wU Morgenrock �arb�1>.>,».23 M. Pelzwaren Fudisform«NN Kld-Arfrarftan,. 1 3.25 dazu pass. Muff mit KopfsthwelJ.., 1 4.25 Fudisform am Scalkanln,.., 1 5.50 dazu passender Tasdtenmufl,»», 20 M. Fudisform aus Pahmy...... 28.50 dazu Mufl mll Köplen-Schweifen.. 34 M Fudisform mll Skunksvpposum 35 m. dazu Tasdienmufl........... 23 50 Lerantw. Redakt.: Alfred Wielevv. Neukölln. Inseratenteil verantw. Tb. Gl-cke. Berlin. Druck u.Lerlaa:BorwärtSBuchdr.u.VerIagsanstalt Gaul Singer> Co.. Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u.llnterHaltunaSbl. Hr. 259. 32. Jahrgang. eilU des Jnwiff Jittlintt NvlksM Zanutag, 19. Zeptember 1915. Weltansthauungs-Politik. Von E d. Bernstein. Unter dem Titel„Weltanschauung und Interessen" wendet sich in ihrer Nummer vom 14. September die„Volksstimme", Frank- furt a. Main, gegen meinen Artikel„Neu-Radikalismus", den der „Vorwärts" vom 12. September veröffentlicht hat. Was der„Volks- stimme" an diesem Artikel vor allem missfällt, ist der Hinweis, dass die in der deutschen Sozialdemokratie obwaltenden Meinungsver- schiedenheiten über die Kriegssragen zuletzt auf den Gegensatz zweier Grundauffassungen sich zurückführen lassen, von denen der einen das Interesse an bestimmten Reformen, der anderen die sozialistische Weltanschauung richtunggebend voransteht. An dieser Gegenüberstellung ist nach der„Volksftimme"„eigentlich nicht mehr (soll offenbar heissen� weniger) als alles schief und unklar". Wieso diese grässliche Eigenschaft? Weil der bezeichnete Gegensatz, führt die„Volksstimme" aus, in Wirklichkeit„gar keiner", sondern nur ein„schiefer Vorwurf" sei. Die„Volksstimme" nimmt nämlich für sich und die ganze beutige Rechte der Partei in Anspruch, dass sie gleichzeitig Welt- anschauungspolitik und Jnteressenpolitik trieben. Es seien das eben gar keine Gegensätze. Wenn ich geschrieben habe, man könne Weltanschauungspolitik treiben, ohne darum aufzuhören, refor- rnmische Politik zu treiben, so gelte ebenso auch das Umgekehrte, dass man reformistische Politik treiben könne, ohne darum aufzu- hören, Weltanschauungspolitik zu treiben. Ganz gewiss kann man das. Bis soweit wäre die Gegenüber- stellung reines Spiel mit leeren Formeln. Aber erstens habe ich ausdrücklich selbst betont, dass sie keinen absoluten Gegensatz be- zeichnen solle, und zweitens habe ich entwickelt, dass die tatsächlich vorhandenen Gegensätze, um die es sich hier handelt, in grundsätz- licher Beziehung darauf zurückführen, welcher Platz oder welche Rangordnung den beiden Momenten eingeräumt wird, welches von ihnen als richtunggebend den Vordergrund einnimmt. Dass diejenigen Parteigenossen, die heute der Jnteressenpolitik einen nach meiner und anderer Anficht übermässigen Rang gegenüber der Weltanschauungspolitik einräumen, auch Weltanschauung haben, ist mir nicht eingefallen, in Zweifel zu stellen. Hätten sie keine sozia- listische Weltanschauung, so wären sie einfach keine Sozialisten. Es fragt sich nur, wie sich ihre Weltanschauung in der Praxis der uns beschäftigenden Fragen bewährt. Tie Frankfurter„Volksstimme" glaubt, das am Beispiel der Stellungnahme der Fraktionsmehrheit der Partei zur Kriegsfrage klar veranschaulichen zu können. Wir wollen auf ihre Beweis- führung gern eingehen und geben ihr daher zunächst das Wort. Die Redaktion des Organs der Sozialde-mokratie Frankfurt a. Main kennzeichnet die von ihr und Gleichgesinnten eingenommene Hol- tung zum gegenwärtigen Kriege wie folgt: „Die große Mehrheit der deutschen Sozialdemokratie be- teiligt sich am Kampf gegen unsere übermächtigen Gegner, viel- leicht gerade aus ihrer sozialistischen Weltanschauung heraus. Sie erkennt im Kriege einen ungeheuren kapitalistischen Konflikt, in dem die Nutznießer des älteren und reicheren Kapitalismus ihre Verbündeten gegen die jüngere aufstrebende Wirtschaftsmacht führen, die natürlich wegen ihrer kürzeren wirtschaftlichen und politischen Entwicklung noch manche Spüren wirtschaftlichen Parvenütums und politische� UnVollkommenheit an sich trägt. Da sie aber der gewachsene Boden ist, auf dem die deutsche Arbeiterbewegung mit allen ihren Eigentümlichkeiten steht und fällt, erkennt die deutsche Sozialdemokratie in der deutschen Wirtschaftsmacht, wie sie ja schliesslich geworden ist, den Gegen- stand ihrer Sorgen und ihrer Kämpfe im Weltkriege. Sie ver- teldigt die Heimat gegen fremde Eingriffe, wie sie die Heimat selbst schöner gestalten will und kann, wenn sie ihre HeimatS- Pflicht erfüllt hat. Wenn das keine Weltanschauung als Beweg- grund für unser Handeln ist, so mutz Genosse Bernstein sehr enge und erstarrte Auffassungen von Weltanschauungen, der sozialistischen im besonderen haben." Wohlan, auf die Gefahr hin, von der Frankfurter„Volks- stimme" die Bezeichnungen„eng" und„erstarrt" an meine Auf- sassung von Weltanschauungen im allgemeinen und sozialistischer Weltanschauung im besoitderen angeheftet zu bekommen, mutz ich erklären, in dieser ihrer Darlegung auch nicht eine Spur von dem finden zu können, was nach meiner Auffassung als s o z i a l i st i s ch e Weltanschauung im besonderen bezeichnet werden könnte. Mit der sorgfältigsten Prüfung kann ich nichts, aber auch nichts darüber in ihr finden, was die sozialistische Weltanschauung von der bürgerlichen kapitalistischen Weltanschauung unterscheidet und trennt. Es würde nach meiner Ueücrzcugung sogar schon zu- viel behauptet sein, dass jeder bürgerliche Demokrat diese Dar- legung der„Volksstimme" als für ihn richtunggebend anerkennen würde. Ich kenne wenigstens bürgerliche Demokraten, von denen ich ziemlich sicher bin, dass sie es nicht tun werden. Anstandslos unterschreiben werden sie aber wahrscheinlich alle Liberalen, die mit dem Kapitalismus ihren Frieden geschlossen haben. Oder, sofern auf das Wort Arbeiterbewegung der Ton gelegt wird, so wüßte ich nicht, was den Hirschschen Gewerkvereinler, den Zen- ttumsarbeiter, den evangelisch-sozialen Arbeitervertreter abhalten könnte, diese Sätze zu unterschreiben. Schwerlich wird auch einer von ihnen die Unterschrift mit der Erklärung verweigern, das Ge- sagte sei ihm zu— sozialdemokratisch. Denn was soll, was kann in dem Dargelegten der Frank. furter„Volksstimme" als spezifisch sozialdemokratisch angesehen werden?� Etwa die Zurücksührung des gegenwärtigen Krieges auf wirtschaftlichen Jntercssenkonflikt? Ucbcr die wirtschaftliche oder wirtschaftspolitische Begründung dieses Krieges sind sie sich ja a l l e einig, die wir als die geschworenen Anwälte der kapitalistischen Gesellschaftsordnung kennen, und allen voran tun es die litcra- rischen und politischen Schildträger des kapitalistischen Jmperialis- mus. Wie die Frankfurter„Volksstimme" die Frage stellt, patzt sie den Apologeten dieses Imperialismus vortrefflich in den Kram. umgeht sie olles, was jenen unbequem werden könnte, schließt sie die sozialistische Kritik der Schlagworte der Imperialisten gerade- zu aus. Was hat die sozialdemokratische Kritik die ganzen Jahre über den Händeln und Hetzereien der Wortführer des kapitalistischen Imperialismus gegenüber verfochten? Dass die Streitfragen, um welche diese sich erhitzten und andere zu erhitzen suchten, für die Arbeiterklasse ganz und gar nicht die Bedeutung baben, die jene ihnen nachsagten, dass für Wohl und Wehe der Volkswirtschaft ganz andere Faktoren matzgebende Bedeutung haben, dass heimische Arbeit und nicht Besitz und Macht draußen das wahre Funda- ment des nationalen Wohlstandes bildet und daß der friedliche Austausch mit den jkulturvölkern von unvergleichlich größcrem materiellen Nutzen und moralischem Wert für unser Volk und den Kulturfortschritt sind, als alle möglichen Eroberungen, die jene ihnen vor Augen hielten. Vergebens wird man in den Sätzen der Frankfurter.Volksstimme" nach auch nur einer Andeutung dieses grundlegenden Unterschiedes suchen. Es verschwimmt da alles miteinander. Keine Handhabe einer selbständigen Politik der Arbeiterklasse, kein Wort davon, dass sie in dem Wirrwarr dieses Krieges geistig über den bürgerlichen Parteien zu stehen hat. Und doch ist das keineswegs eine bloss theoretische Angelegen- heit. In der geistigen Freiheit von den Schlagworten der bürger- lichen Parteien liegt die Möglichkeit einer selbständigen, eines Tages zur Rettung beitragenden Politik der Arbeiterklasse. Bürger- liche Blätter haben aus Anlass erregter Aeußerungen Gustav Herves Jubclartikel über den von letzterem verkündeten„Tod der Internationale" gebracht. Mögen sie jubeln, für die Völker ist Leben oder Tod der Internationale keine gleichgültige Sache. Tod der Internationale heißt heute Tod jeder Möglichkeit einer demo- kratischen Völkerpolitik. Die Redaktion der„Volksstimme" wird vielleicht einwenden, das seien alles sehr schöne Dinge, aber jetzt komme es auf die Verteidigung des Vaterlandes an, gegenüber der das andere eben vorläufig zurücktreten müsse. Indes das trifft die Frage nicht. Ucber die Pflicht der Landesverteidigung wird in unserer Partei nicht gestritten, da tun die Vertreter der Minderheit genau so das ihnen Zufallende, wie die Vertreter der Mehrheit. Unsere Ein- lvendungen drehen sich nicht um die Frage, o b wir beschlossene Gesetze auf Grund ihrer getroffenen Verfügungen beobachten sollen, sondern um die Frage, wie wir auf das Werden und die Natur dieser Gesetze und Verfügungen als Partei einzuwirken haben. In bezug auf sie aber lassen uns die Darlegungen der Frankfurter„Volksstimme" vollständig im Stich, sagen sie nichts, was nicht sein würde, wenn es keine Sozialdemokratie gäbe. Das aber ist das Merkmal, das den Mangel— oder sagen wir lieber, das Verlustiggehen einer selbständigen Welt- anschauungspolitik anzeigt. Obne es zu wollen, ohne sich dessen bewußt zu werden, liefert die„Volksstimme" den Beweis, dass die Politik, die sie verkündigen will, nicht mehr Weltanschauung?- Politik ist. Denn von einer solchen kann bei einer Partei, wie die Sozialdemokratie, nur dann die Rede sein, wenn sie für Grund- sätze kämpft, die einer Weltanschauung Ausdruck geben, welche von keiner anderen Partei vertreten wird. In dem Moment, wo sie dies alles aufgibt, gibt sie mit dem ideologischen auch den matc- riellen Daseinsgrund ihres Selbst aus, ist sie nur noch ein Körper ohne eigene Seele. Tann ist sie aber auch als Partei der I n t e r. essen hinfällig geworden. Denn die materiellen Interessen, die sie dann noch wahrzunehmen hätte, könnten und würden dann ebensogut von anderen Verbindungen wahrgenommen werden. Ich will keinem Parteigenossen unterstellen, dass er bewußt auf eine solche Entwickelung hinarbeitet. Es hat aber nicht an Aeußc- rungen in der Parteipresse gefehlt, deren Konsequenz eine solche Entwickelung wäre. Und wie leicht man auf dieser Bahn, sobald man sie einmal betreten, weiter rutscht, dafür kann es Wohl keinen schlagenderen Beweis und damit warnenderes Wahrzeichen geben, als dass ein Blatt von der Bedeutung der Frankfurter„Volksstimme" dahin gekommen ist, eine Auslegung wie die oben gegebene für eine Darlegung sozialdemokratischer Weltanschauungspolitik zu halten. Das Irauenstimmrecht in öen vereinigten Staaten. l New Jork, 31. August ISIS.(Eig. Ber.) In nicht weniger als vier Staaten wird in den nächsten paar Monaten die Volksabstimmung über die endgültige Annahme des Frauenstimmrechts entscheiden. Es sind dies die Lststaatcn New Jork, New Jersey. Pennsylvania und Massachusetts. In New Jersey wird schon am 19. Oktober, in den übrigen drei Staaten erst am 2. No- vember abgestimmt. Die Abstimmung betrifft in jedem Fall ein VerfassungSamcndcment, das in den vier Legislaturen schon zwei- mal angenommen wurde und nun vom Volke ratifiziert werden muß, um sogleich in Kraft zu treten. Die Frauenstimmrcchtsvereine sind emsig an der Arbeit, um den Sieg zu gewinnen, lieberall haben sie Plakats angebracht, Uebcrall sind ihre Rednerinnen anzutreffen. Ihren Agitatorinnen ist nicht zu entrinnen! aus jedem öffentlichen Platze haben sie einen gleich beim Rockzipfel. Nach einem Spaziergangs durch die Stadt hat man die Taschen voller Flugblätter. Diese amerikanischen Frauen wissen recht geschickt zu agitieren. Prangt da seit einigen Tagen an den Zahlstationen der Straßenbahnen folgendes Humor- volle Plakat: „Kondukteure und Motorlcute! Vergesst den Aerger, den wir euch bereiten. Gebt uns das Stimmrecht I Und wir werden versuchen, Nie rückwärts vom Wagen zu fallen, Nie vorne hinaufzuklettern, wenn er sich bewegt, Nie unsere Umstcigekarten zu vergessen, Nie zu sagen, der Hans sei drei Jahre alt, wenn er zehn Jahre alt ist. Stimmt am 2. November für das Frauenftimmrecht und Paßt auf, wie wir lernen." Die Aussichten, dass das Frauenftimmrecht angenommen werden wird, sind sehr ungewiss. Am aussichtsvollsten ist noch der Staat Massachusetts, wo man seit 1ö Jahren energisch dafür kämpft. Die Hauptschwierigkeit, mit der die Fraucnstiminrechisbewegung hierzu« lande zu kämpfen hat, ist neben dem allerwärts herrschenden Vor- urteil die weit verbreitete Furcht, dass die FrauenstiminrechlSöcwegung mit der Prohibitionsbewegung sBewegung für das Verbot jeglichen AlkoholgcnuffeZ) identisch sei. Die Trinker glauben, dass ihnen die Frauen das Trinken verbieten würden, sollte man das Frauenstimmrecht einführen. Tatsächlich sind auch viele bürgerliche Fraucnstimm- rechtlerinnen fanatische Prohibinonisten, die beide Bewegungen häufig miteinander verwechseln. Deshalb sind auch die Braucrcibesitzer die schärfsten Feinde der Frauenbewegung: mit ihrem G-lde sollen die gegnerischen Vereins des Frauenstimmrechs erhalten werden. Wie die Brauereibesitzer so verhallen sich auch die Brauereiarbeiter zu dieser Frage. Mein Brolfeind ist mein Todfeind, sagen sie sich, Vor kurzem wurde auf einem Kongreß der Gewerkschaften des Staates New Jersey eine Frauenstiimnrcchlsresolution niedergestimmt, weil einige Frauen dort unllugcrweise die Resolution mir prohibüio- nistischen Argumenten zu begründen suchten. Gerade in den Slaaten, wo die Abstimmungen stattfinden, ist das fremdsprachliche Element, das die Hauptabteilung der Frauen- stimmrechtsgegner stellt, sehr stark vertreten. Namentlich macht sich hier der deutsche Bierphilister breit, dessen ganze politische Well sich um das Bierseidel dreht. Aber auch im allgemeinen sind die Deutschen für das Frauenftimmrecht schwer zu hoben. Gestehen wir rins: In bezug auf die Anerkennung der Menschen- und Bürgerrechte der Frauen sind uns die Angelsachsen voraus. In diesem Punkte hinkt die deutsche Kultur nach. Ob das Frauenstimmrecht die Prohibition mit sich bringt, ist mindestens sehr zweifelhaft. Gewiss ist die Trinkgcgnerschafr bei den Frauen stärker als bei den Männern. Aber es gibt Slaalen wie Georgia, die ein Prohibitionsgesctz, aber kein Frauenstimmrechl haben und voraussichtlich den Frauen auch auf Jahre hinaus das Stimmrecht nicht geben werden. Andererseits hat man Staaten wie Kalifornien, wo die Frauen stimmen können und die Wählerschaft die Prohibition abgelehnt hat. Wiederum gibt es Staaten wie Kansas, wo das Schankverbot seit vielen Jahrzehnten besteht und die Frauen erst seit einigen Jahren stimmen können. Ein direkter Zusammenhang zwischen Frauenftimmrecht und Prohibition lätzt sich schwer nachweisen: aber etliche fanatische Prohibitionislen unter den bürgerlichen Frauenrechllerinnen sorgen dafür, dass die aus dieser Quelle entspringende Furcht vor dem Frauenstimmrecht nicht ein- schläft. Ter erste Staat der Union, der das Frauenstimmrecht 1809 ein- führte, war Wyoming. Es dauerte 24 Jahre, ehe sich Colorado entschloß, dem Experimente seines nördlichen Nachbars zu folgen Dann aber— vom Jahre 1898 ab—. ging es schnell vorwärts. Heute haben alle Weststaaten der Union das Frauenftimmrecht, Kansas, im Mittelpunkt der Staaten gelegen, führte es im Jahre 1912 ein. Ein Jabr später nahm Illinois ein beschränktes Frauen- stimmrccht an. Die Namen der 13 Stimmrechtsstaaten sind; Wyoming(1869), Colorado(1893), Utah(1896), Idaho(1896', Washington(1916), Kalifornien(1911), Oregon(1912), Arizona(1912», Kansas(1912), Illinois(1913), Alaska(1913). Montana(1914). Nevada(1914). Die in Klammern beigefügten Jahreszahlen weisen auf das Datum der Annahme. Wie die bevorstcheuden Abstimmungen in den Oststaaten aus- fallen werden, wird nicht wenig von dem Ausfall der Volks- abstinmtilng in New Jersey abhängen. Dort stimmt man, wie schon erwähnt, am 19. Oktober ab. In New Jersey wird auch der Prä- sidcnt Wilson stimmen, der früher Gouverneur des Staates war, Es heißt nun, dass sich Wilson in der nächsten Zukunft öffentlich für das Frauenstimmrecht aussprechen werde. Tut er das, so sind die Aussichten des Frauenstimmrechts in New Jersey sehr gut, Wilson besitzt heute eine grosse Autorität und seinem Beispiel würden viele Wähler folgen. Ein Erfolg in New Jersey würde wiederum das Resultat der später erfolgenden Absiimmuiigen in New Jork, Penn- sylvamen und Massachusetts günstig beeinflussen. Mus Industrie unö ßknöel. Der Kampf um den Gerstenprets. Berlin, Sonnabend, 18. September.(W. T. B.) Die Ger st en-Ver Wertungsgesellschaft schreibt uns: Der Deutsche Lalidwirtschafisrat hat in seinem letzten Bericht in voller Würdigung der Verhältnisse den Landwirten empfohlen, mit den Kommissionären der Gcrsten-Verwertungögcsellschaft behufs Verkaufs ihrer Ger st e in Verbindung zu treten. Diese Empfehlung ist begründet in der Erkenntnis, dass die Landwirte bei der nunmehr in allen Kreisen durch die Veröffentlichungen der Reichsfuttcrmittclstclle geklärten gesetzlichen Lage so am beste:: fahren und so auch die höchsten Preise für ihre Gerste erzielen werden. Obgleich dieser Bericht des Deutschen Landwirtschaftsrats seitens der„Deutschen Tageszeitung" ohne jeden Kon:- mentar wiedergegeben wird, fühlt sich diese in ihrer Nummer 467 aufs neue veranlasst, den Landwirten anzuraten, vorläufig keilte Gerste abzugeben. Sie begründet dies damit, dass die Gründung von Gersten-Verkaufs-Gescllschaftcn beabsichtigt werde, um„der Organisation der Brauereien Stellen zu bieten, mit denen die Preisfrage geregelt werden kann". Gleichzeitig behauptet sie, dass in Vraucrkreisen der dringende Wunsch zu einer Verständigung be- stehe, und zwar bald. WaS nun erstens die Preisfrage angeht, so machen wir dar- auf aufmerksam, dass ein Bedürfnis zur Regelung derselben nicht mehr vorhanden ist, da die Preise längst, wie wir in wiederholte»: Mitteilungen bckanntgcmacht habcit, im Einvernehmen mit den Behörden geregelt worden sind und keine Absicht besteht, bezüglich der Preise irgendwelche Aenderung eintreten zu lassen. Die Behauptung ferner, dass in Braucrkreisen der dringende Wunsch zu einer Verständigung bestände, ist vollkommen irrig. Die Branindustrie ist mit den von feiten der Gersten-Verwertungs- gesellschaft bezüglich des Preises getroffenen Massnahmen durch- aus einverstanden und hat nur den dringenden Wunsch, daß die Landwirte den ihnen von dem Deutschen Landwirtschaftsrat gegebc- neu Rat befolgen mögen. Wir müssen es natürlich den Land- Wirten anheimstellen, sich aus den verschiedenen amtlichen Ver- öffenttichungcn der letzten Zeit, aus denen sich die Sachlage völlig klar ergibt, ihr eigenes Urteil zu bilden. Wir erachten es aber für unsere Pflicht, nochmals darauf aufmerksam zu machen, dass diejenigen Landwirte, welche sich im Gegensatze hierzu anders beraten lassen, sich evtl. großen finanziellen Nach- teilen aussetzen. Wer jetzt seine Gerste nicht zu den Preisen von 346 M. bis 386 M. an die Gersten-Verwertungsgesellschast abgeben will, kann leicht Gefahr laufen, dieselbe später an die Kommunen zu Preisen von höchstens 306 M. liefern zu müssen. Diese Gefahr wird um so dringender, als mit der baloigcn Ein- fuhr von grossen Mengen hochwertiger österreichisch-ungarischer Gerste gerechnet werden muß, welche der Branindustrie zur Ber- fügung gestellt werden wird und den Bedarf derselben, der durch die gesetzliche Kontingentierung jetzt erheblich hcrabgcdrückt ist, zuin"grossen Teil befriedigen dürfte. Auch wird sich der Import aus Ruinänien vielleicht in nicht zu später Zeit wieder erheblich beleben. Unter diesen Umständen werden die Landwirte in ihrem eigenen Interesse gut tun, die ihnen von scitcn des Deutschen Landwirtschaftsrais gegebene Einpfehlung zu befolgen und sich mit den Kommissionären der Gcrsten-Vcrwertuugsgescllschaft zwecks Abgabe ihrer Gerste in Verbindung zu setzen. Gerstenpreis und Handelskammer. Die Beschaffung von Gerste sür die verarbeitende Industrie, Brauereien, Graupen- und Malzkaffeefabriken, begegnet grossen Schwierigkeiten. DaS Angebot ist besonders aus den östlichen Produktionsgebicten außerordenilich gering. Für die Industrie besteht die Gefahr einer Betriebsstockung, unter welcher der Konsum weiter Kreise der Bevölkerung schwer zu leiden hätte. Besonders drückend ist die Lage sür die Brauereien, die sonst beim Beginne des Herbstes die Mälzerei der Gerste aufnehmen. Da die be- vorstehenden Feldarbeiten ein weiteres Hindernis für die Anlieicrung von Gerste bedeuten, und da die steigende Richtung der Preise in weiten Kreisen als Anreiz für die Zurückhaltung der Ware betrachtet wird, so dürfte ohne besondere Massnahmen eine baldige Aenderung nicht zu erwarten sein. Die Handelskammer zu Berlin richtete des- halb, wie uns ans dem Bureau derselben mitgeteilt wird, an den Herrn Reichskanzler das Ersuchen, es möchte durch Festsetzung von Höchstpreisen für Jndustriegerste eine Ursache zur Zurückhaltung der Bestände beseitigt werden. m» J«sJflöra si3 �jioänd Jji nschmnvK«öS«sgrtng it>' Die Zahlung kann durch Wertpapiere erfolgen, ev. auch nur als Depot In unsere Tresors zur späteren Wiedereinlösung. — E. S. 42. UeSermäbige Fettleibigkeit, dienstuntauglich.— G. M. SS. Der Hausbesitzer lann zum Miclenachlatz nicht verpflichtet werden. — I. B. 2 Der Hauswirt konnte die übrigen Sachen als Pfand ein- behalten. Wenn der Vertrag nicht gekündigt ist, so basten Sie noch weiter für den Vertrag und müssen deshalb auch noch Miete zahlen. — A. 100. 1. Der Mann ist berechtigt, Sie in dem Prozeß als Zeuge zu laden. Sie können deswegen gegen ihn nichts unternehmen. 2. Den Restbetrag müssen Sie zahlen. Sie können aber die Firma verklagen aus Abstellung der Mängel.— O. 100. Sie müssen sich melden.— Moabiter Leser. Nein, es kommt aber im wesentlichen aus die Eni« schcidung des Militärarztes an.— 100 SM. Z. Das ist natürlich ein Scheidungsgrund.— G. Jv. 2. Die psändbare Summe ist berechnet ohne jedwede Abzüge.—(£. W. 100. 1. Sie werden an zweiter Stelle ein- gezogen. Die Ziffern haben leine Bedeutung. 2. Sie können für den Kriegsdienst verwendet werden.— C. 49. Herzkrank, zeitlich untauglich. Die Krankheit lann aber, beseitigt oder so.vermindert werden, daß Taug- lichkeit eintritt.— Th. B. 88. Ja.—<5. M. Das hat aus die Steuer- Veranlagung leinen Einfluß.— O. 2. 22. 1. Die Kostenberechnung ist eine angemessene. 2. Die Klage ist beim Amtsgericht in Müncheberg zu- ständig. Sie können die Klage von hier aus nach dort einreichen, müssen aber im Termin persönliche Vertretung haben.— Feldgrau 83. Aus dem Felde gibt es dafür keinen Urlaub. Von der Garnison aus für diesen Betrag gewöhnlich einen Tag.— W. W. 09. Nein. — Drömer. Fehlen einer Ohrmuschel, landsturmpflichtig; Mißgestaltung des Beckens, dienstuntauglich; Mißgcstaltung des Fuges, dienstuntauglich. —<*. 2. 42. Wegen übermäßiger Fettleibigkeit dienstuntauglich.— 100. Allgemeine Körperschwäche, dienstuntauglich.— P. Z. 18. Die Zahl bedeutet herzkrank, der Buchstabe kann nicht richtig angegeben sein.— F. W. 100. Das Fangen von Kaninchen ist verboten, Sie müßten denn Erlaubnis vom Förster haben.— H. 2. 32. 1. Nein. 2. Sechs Wochen. — Beeskow 14. Mietsunterstützung gewähren nur die Gemeinden. Die dortige Gemeinde wird Mietsunterstützung nickt zahlen. � Da der Vater noch garnisondienstsähig ist und anscheinend im Militärverhältnis steht, be- kommt er keine Unterstützung, aber er muß doch die Löhnung erhalten.— B. M. 1885. Die Zahl bezieht sich nicht auf die Krankheit, es ist die Nummer der Vorstellungsliste.— S. fi. Nach dem Unterstützungsgesetz besteht kein Anspruch. Es wird aber in solchen Fällen die Unterstützung ost gewährt.— M.G.K. Sie müssen sich verhört daben: die Zahl müßte nach Angabe Ihrer Krankheit 16 lauten, diese bezeichnet Ihre Krank- hcit. Der Buchstabe bedeutet dienstuntauglich.— Hugo 303. Sie müssen sich melden.— I. Z. Neuerdings soll Konsessionslosigkeit keinen Grund der Ablehnung mehr bilden._ Fkiedeichstraße 119 Tauentzienstraße 20 KSntgsteaße 34 leipziger Strotze 65 Oranlenslrotze:47« Moabit. Turmstraße 50 Müllerstraße 3« Oranienslcatze 34 Neukölln. Sergstr. 2/8 Frlebeaau. Rbeinstr. 14 Verwaltung; Berlin. Tell-Amt Moritzplatz 10623, 3578. Bureau: Rungestraße 30. Bezirk Charlottenburg. Sonntag, den 10. September, vormittags 10 Uhr, im Volkshause, Nosinenstr. 4: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag:„Die Ausgaben unserer Organisation während und nach dem Kriege." 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Laden- nnd Kontormöbeltischler. Montag, den 20. September, abends 8 Uhr, im Lokal von Tannenberg» Holzmarktstr. 21: Lrsneken-Versammlung. Tagesordnung: 1. Der Krieg und unsere Orgai.isation. 2. Verbands- und Branchen- angelegcnheilcn. Modell- und Kabriktischler sowie Modelldrechsler. Donnerstag, den 23. September, abends 8 Uhr, im Lokal von Wald, Pflugstr. 5: Kranchen- Versammlung. Tagesordnung: 1. Der Krieg und unsere Branche. 2. Verbandsangelegenheiten. Zlsteksrbeitsi'. tc»ttitig! Die für 21. September angesetzte Branchenversammlung findet erst am Tienstag, den 28. September, statt. 88/2 llle Ortsverwaltane. Nrrmltnnliskklle Kerlm N 54, fhtiritftr. 88-85. Telephon: Amt Norden 185, 1239, 1987, 9714. Bureau geöffnet von 9—1 und von 4—7 Uhr. Mittwoch, den 22. September 1915, abends 8 Uhr, im Gcwcrkschaftshans, Engelufer 12, großer Saal Versammlung der Mechaliiker, lthrinacher, Optiker sowie oller m den mechauischen Ketrieben beschöst. Kollegitinen u. Kollegen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Ingenieurs R. Woldl. 2. Diskussion. 3. Verbandsund Branchenangelcgcnheiten. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 119/12___ Bic Ortsverwaltnng. Sozialileraokraliseher Wahlverein CharloAtenbnrg:. Ticnstag, den 21. September, abends 9 Uhr: Mitglieder-Versammlung im VolKsliaiise, Rosincnftraffe 3« Tagesordnung: 1. Geschäftliches, 2. Ergänzungswahlen zum Vorstand. 3. Vortrag des Reichstagsabgeordneten IVellxans Heine. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht 251/12' Der Vorstand. Verband der Hut- nnd Ülzwarenarbeiter nnd Arbeiterinnen fieutseblands. Ortsvcrwaltung: Berlin. Mittwoch, den 22. September 1915, abends 8 Uhr: Mitglieder-Versammlung im Gcwcrkschaftshanse, Engelufer, Saal 3. Tagesordnung: Die kommende Strohhutsaison. Resercnt Kollege Höckel. Das Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen ist dringend erforderlich. Die Näherinnen sind zu dieser Versammlung besonders eingeladen. 76/10 Her Vorstand. Denkt an uns sendet GalemGolb Zigaretten. Willkommensfe Liebesgabe! Preis N2 2'/- 4 5 6 ö 10 4 5 6 ö 10 PfgdSfck. J___/__"-_____!_t___ t_jC_ k 9 Orient. Tabök-tL(jgarelten-fobr.3fenid2e,'Diesden DnKHugoZiditiöflieferanf SJXdKoragsvSachseii Tmsifrei! ff Unierm Parteigenossen und f langjährigen BezirkSsiihrer l Bruno Schöne nehst Gemahlin i zur Silberhochzeit die herz- X tj! lichsten Glückwünsche. 38 A � a Die Genossen des 780. Bezirks M HS1 Unserm Freund Ä Bruno bieiiöne u. Vrnu>/ Oudenardcr Str. 31 S die herzlichsten Glückwünsche M zur Silberhochzeit. 2442b m Die Funktionäre d. 20. Abt., 6.Kr. f' Für die mir aus Anlaß meines 60. Geburtstages so überaus zahl- reich zugegangenen Glückwünsche « sage ich aus diesem Wege meinen j herzlichsten Dank. j August Pohl. 3n Stelen stunnen - Die- Wochenschrift für Arbeiterfamilien Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Allgemeine Ortskrankenkasse für Berlin-Wilmersdorf. Tie Vertreter der Arbeitgeber und Kasseiimilglieder im Ausschuß lade ich hiermit zu einer anllernrljentl. Ausschußsitzung an: Dienstag, den 28. September 1915, abends 8'/, Uhr, nach dem Kassenlokal, Kaiser-Allee 173a, ergebenst ein. Tagesordnung: 1. Antrag des Vorstandes auf Zahlung eines Sicrbegcldes von mindestens M. 50.— in der 1. und 2. Beitrags- klaffe. 2, Besichtigung des Massage-Instituts. 3. Rechnungslegung über dasselbe. 4. Groß-Beslen. Antrag des Vor- standes aus Auseinandersetzung mit Friedenau und Uedernahme deren Anteils. 5. Besprechung des Verwaltung!- berichte!. 6. Verschiedenes. Beschwerden und Anfragen, welche Aktcneinstcht erfordern, müssen drei Tage vorher dem Vorstand schristlich eingereicht werden. 270/8 Berlin-Wilmersdorf, den 18. September 1915. M. Schiementz, Vorsitzender. Die Brikettproduktion betrug im Jahre 1885 21 500 t 1895 67000 t 1905 693511 t und beträgt,,„ 1915 1900000 t Zurückgekehrt Dr. Wilhelm Klein, See.traOe 39. Dentsches Theater. Direktion: Mux Eeinhardt. "'ItXIhi: Judith. 2'!, Uhr nachm.(Kleine Preise): Marin Magdalcfie. Montag: Ibaast. I. Kammerttplele. 8 Dhr; Der M�cibstenfel. 2'/« Uhr nachm.(Kleine Preise): Die deutschen Kleinstädter. Montag; Der Weibstenfel. TolksbUhne. Theater a. BDIowpl. 8 Uhr: Oer Kaufmann von Venedig. Mont. B1!, U.: Kaufmann v. Venedig. Rose-Theater. 3 Uhr: Die Fliegerbrant. sv.uhr: Die Stunde kommt. WM iler Freien Msünen Sonntag, den 19. September, nachmittags 3 Uhr: Volksbiibnc, Theater am BtUowplatz: Die Mitschuldtgen.— Die Geschwister. Deutsches OpernhauS: Die herfauste Braut. GchillcrtHeater Chart.: DaS Glück im Winfcl. Deutsches Künsller-Theater: Datterich. Lessing-Theater: Baumeister Solncß. Abends 8'/. Uhr: Volksbühne, Theater am Bülowplatz: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: Der Kausmann von Venedig._ Theater für Sonntag;, 19. September. Berliner Theater 3 Uhr: Wie einst im Mal. 8 uhr: Eitrablätter. Deutsches Künstler-Theater. 3 Uhr nachm.: Datterich. 8 Uhr; Kiinlg; Salome. Lesatnsr-Thcater. 3 uhr: Stein unter Steinen. Deutsches Opernhans Cbarlottbg. 3 Uhr nehm.: Die verkaufte Braut. 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen, Frledrlch-Wilhelmsfädt. Theater. 31/, Uhr: Maria Stnart. 81/, Uhr: Lehmanns Kinder. Gebr. HGITIlf©Sd-Theater 8 uhr: Benjamin macht alles. Kleines Theater. 4 Uhr: Liebelei. 81/. Uhr: Ein kostbares leben. Komische Oper. 3'/« Uhr: Gold gab ich für Elsen. 8 uhr: Jung muß man sein. Montls Operetten-Theater Gastspiel Louis Treumann. 8 Uhr: Hoheit tanzt Walzer Mein Leopold. Lnstspicihans. 31/, Uhr; Die Kinder der Exzellenz. S'/i Uhr; Herrschaftl. Diener gesucht. Residenz-Theater 3'/. Uhr: Die Schöne vom Strand. 8 Uhr: Die Prinzessin vom Nil. Schiller-Theater O. 3 Uhr 15; Hasemanns Töchter. s uhr: Heimal. Schiller-Th.Uharlottenbg. 3 Uhr: Das Glück im Winkel. 8 Uhr: Thalia-Theater. 3 Uhr: Kam'rad Mtlnne. 8 Uhr; Drei Paar Schabe. Theater am h'ollcndorfpl. 3'j, Uhr: Dia Dollarprinzessin. 81/, Uhr; Immer teste dmlT! Theater des Westens s uhr: Der brave Fridolin 3'/. Uhr: Der brave Fridolin. Theater in der Königgräfzer Straße S1/. Uhr: Die 5 Frankfurter 8 uhr: lieber die Kraft. Trianon Theater. S'/j Uhr; Die Waise aus Lowood. 81/, U.: Die Hydra m. F. Arnold. URANIA Sonntag 4 Uhr(halbe Preise): Der Isonzo and Oesterreichs AdrlakUsto. Sonntag nnd Montag 8 Uhr: Von den Karpathen bis BrestaLitowsk. Das Eröffnungs-Programm! Guido Thielseher: „Wie repariere ich mein Auto". „Venus Im Grünen". Operette von Oskar St raus. Mitwirkende: Else Berns— Jda Russka Gustav Matzner-Julius Spielmann. KAto JGrhoIz- Kelson Am Klavier: Rudolph Nelson. Strathmore Sportakt Kremo Familie ikarische Spiele Lina Pantzer Drahtseilakt Mizzi Brauns Dressurakt Salges Marmorskulpturon Marie Blank Jongleuse Lapp u. Habel kom. Akrobaten Casitto- Theater Lothringer Str. 37. Tägl. 8 Uhr: Die neue Berliner Volksposse Familie Schnase. Urberlio. Handlung. Urberlin. Figuren. Vorher der erstkl. Spezialitäten-Teil. Vorvcrk. f. d. ganze Woche v. 11— 2 Uhr. Sonnt. 4 Uhr: Die gute Mumn. Voigt-Theater. Badstr. 68. Badstr. 58. Sonntag, dc« 19. September: Eröffuling derUmtersaison. Arbeit schändet nicht. VolfSst.lBAkt.v.R.Schwarz.Neiflingen. .AbMontag, d, 20. 3.:.Graf Essex.-) ükasseneröfsnung 7 Uhr. Am. 8 Ubr. Theater Folios Caprioo Bit, foaen-Theater&U Onkel Mendelsohn Citrons geben sich die Ehre mit Leonhard Haskcl nnd Siegfried Berisch. Heute 2 Vorstellungen SV�Ä'raÄliOllI In beiden Vorstellungen Das ungekürzte konkurrenzlose September-Programm. Reicbsballen-Ttieater. Stettiner Sänger. Zum 229. Male: Im Schützen- graben. Ansang Sonnt. 71/, Uhr. Walhalla-Theater. 3 Uhr: Muttersegen. 8 Uhr: Der Goldfuchs. Friedriohstr. 218 Tel.: Lützow 7341 'Direktion: Adolf Vogel.' Heute Sonntag !2 Vorstellungen 21 4 u. 8 Uhr | Nachm.: Kleine Preise| bei vollständig. Progr. Groiicr Erfolg! ftlia Werberl Regia Brüder Stanley Else Kupfer Pafti- Frank-Truppe[ iKcmplnski! Garcia! Berta Steinert und Assistenten. ÄweitereProgr.- BUaZU W Schlager! Montag u. lolg. Yage aAnf. infolge des über-� großen Programms pünktlich 8 Uhr. Bahnhol Uania> Fernspr. 1 Börse. nBUlBi Nord. 840 j n II nachm. hat Q -]ed.Erwaohi. n 2 1 angeh. Kind w frei. Uhr Er öf f nungs- Programms. In beiden Vorstellungen: Unthan der Mann ohne Arme. S i d i— des Kaisers stärkster Kanonier. Sowie die übrigen erstklassigen Nummern. G ardi neii» Spezialhaus EmilLefevre Berlin S, omieM. m Wunderbare Neuheiten, Gardinen, Stores, Vifrages, Tüll- bettdecken etc. in allen Stilarten. Abgepaßte Dekorationen mit Querbehang. Letzte Neuheiten. 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Opitz, Pfiiigerstr. 74; A, Eietdorf, Pannierstr. 40. Schöneberg: K. Sohönbeck, Brunhild- straße 7. Charlottenburg; F. Mej'er, Hardenbergs tr. 15, Ecke Fasanenstraße; im Kontor der Konkordia sowie in den mit Plakaten belegton Handiangen. 00/6 ist der schönste Ausflugsort? � Immer noch Pichelswerder, VtlWZ? beim Alten Freund. „:"k, Am 1. Oktober 1915 gehen die Zentralstationen der Berliner Elektrizitäts-Werke innerhalb und außerhalb des Weichbildes von Berlin in das Eigentum der Stadt Berlin über. Von diesem Zeitpunkt ab übernehmen an Stelle der B. E.W. die Städtischen Elektrizitätswerke die Lieferung der Elektrizität. Die bisherigen Bedingungen für die Stromlieferung bleiben auch nach dem 1. Oktober 1915 unverändert. Die Geschäftsräume befinden sich nach wie vor NW. 6, Schiffbauerdamm 22, wohin auch alle Anmeldungen und Anfragen zu richten sind. Berlin, den 18. September 1915. 77/18 Magistrat der Konigliehen Haupt- und Residenzstadt Berlin, Berliner Elektrizitäts-Werks. ■ Kauptgescbäft Norden: Brurmenstirasse 1 Zweigaeschäft Osten: Frankfurter Ailoe SBO Zweiggeschäft Süden: Koübusor Damm 103 Zweiggeschäft Westen: Charlottenbueg Scharronotracse 5, EckeWilmersdorfer Str. offeriert nach wie vor auch wöhr. de» Krieges zu wirklich biliigen Preisen unt. günstigst. Zahtungsbedlngungan MOSEL In einfacher u. eleganter Ausführung und macht Interessenten ganz besonders darauf aufmerksam, dass die*. Zt. gebotene Auswahl und die Reichheltlgkeit der Läget genau die gleiche grosse wie zuvor ist. 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Wir erfahren darüber: Schon vor längerer Zeit wurden in den Kreisen der Arbeit- nchmer Meinungen laut, die dem Empfinden Ausdruck gaben, daß die Organisation dieser wichtigen Arbeit in der Provinz, wozu auch die Vororte Berlins gehören, nicht so vorwärts schritte, wie es dringend erforderlich ist. Verhandlungen mit der Leitung des Provinzialverbandes führten zur Vorlage eines Organisations- cntwurfs durch die Arbeitnehmerverbände, der die empfundenen Mängel beseitigen sollte. Außerdem wurden auf Grund früherer Abmachungen über 800 Vertrauenspersonen der Verbände zur Heranziehung als Mitglieder in den Kreisbeiräten und Ortsaus- schüssen, sowie als Berufsberater benannt. Da jedoch auch hier- nach von einer Heranziehung der Berufsverbände zur aktiven Tätigkeit der Kriegsfürsorge nichts zu verspüren war, sahen die Vertreter der Organisationen sich aufs neue veranlaßt, Verhand- lungen mit der Provinziawerwaltung herbeizuführen. Solche fanden denn auch in Gemeinschaft mit der Leitung des Lazarett- Wesens in der Provinz Brandenburg statt. Hier wurde festgestellt, daß von den 13 Stadtkreisen der Provinz nur drei dem Grundsatz der Heranziehung der Berufsverbände nachgekommen waren und daß dies in den einunddreitzig Landkreisen der Provinz in keinem einzigen der Fall war; daß vier Landkreise die Bildung eines Kreisbeirats überhaupt abgelehnt und sieben den Kreisausschuß zum Beirat ernannt haben, was in der Sache wohl auf dasselbe hinauskommt. Insgesamt waren nur acht Kreise zur Bildung von Ausschüssen bezw. Kreisbeiräten gelangt, drei noch in den Vorarbeiten und von acht stand noch jeder Bescheid aus. Das rechtfertige die Unzuftiedenheit der Arbeitnehmerver- bände vollauf. Daß die Organisation unter einer gewissen„Buntscheckigkeit" leide, wurde diesen Klagen gegenüber auch von der Provinzial- Icitung zugegeben, dabei aber betont, daß man doch die Wirkung der letzten Matznahmen abwarten solle. Die Adressen der von den Arbeitnchmerverbänden benannten Vertrauensmänner seien am 2. September den sämtlichen Landräten und Ober- bezw. ersten Bürgermeistern zugegangen, mit einem Begleitschreiben, das aus- drücklich hervorhebe, daß die Mitwirkung der Arbeitnehmer aus doppeltem Grunde durchaus erforderlich sei. Einmal seien sie in vielen Fällen sicher am besten in der Lage zu beurteilen, wie die Arbeitskraft der Kriegsbeschädigten am zweckmäßigsten wieder ge- braucht werden könne und dann sei der Arbeitnehmer weit eher in der Lage, durch sein Zureden ein gewisses Mißtrauen bei dem Verletzten zu beseitigen, der häufig in der gebotenen Fürsorge nur ein Mittel zur späteren Herabsetzung der Rente wittere. Das Anschreiben ersucht sodann eindringlich, die Verbindung mit den genannten Vertrauensleuten der organisierten Arbeiterschaft auf- zunehmen. Die Vertreter der Arbeitnehmer sahen sich nach Kenntnis nähme dieses Schreibens nicht mehr veranlaßt, ihr Mißtrauen gegenüber der Provinzialleitung aufrecht zu erhalten. Abzu warten bleibt jedoch, ob dasselbe eine entsprechende Wirkung bei den nachgeordneten Stellen, besonders den Landräten aus- üben wird. Die Gaulcitcrkonfcrenz beschloß, die von den Arbeitnehmern benannten Vertrauensleute, sowohl Berufsarbeitcr, wie Mitglieder für die Kreisbeiräte, öffentlich zu ersuchen, an die Geschäfts- stelle der Gauleiter der Provinz Brandenburg, Ltto Wels, Berlin SW. 68, Lindenstr. 3, bis einschließlich Mittwoch, den K. Oktober 1915, Mitteilung zu geben, daß sie zu den Arbeiten der Fürsorge herangezogen worden sind. Wo eine Heranziehung bis dahin nicht erfolgte, ist eine Be- nachrichtigung nicht erforderlich. Am Freitag, den 8. Oktober, soll eine weitere Konferenz zu dem Resultat dieser Berichterstattung Stellung nehmen. durch Stratzenpassanten in einem Automobil nach dem Schöneberger Kraukenhause geschafft. Hier wurden mehrere tiefe Messerstiche festgestellt, die edle innere Organe verletzt hatten. Einer der Stiche war mit solcher Wucht geführt, daß die Klinge abgebrochen war und aus der Wunde entfernt werden mußte. Trotz aller Bemühungen der Aerzte ist Mosler am Freitag seinen schweren Verletzungen erlegen. Nachforschungen nach dem Weihenseer Mädchenmörder. Zur Ausklärung des Mordes an Fräulein 5llauß hat die Kriminal- Polizei am Freitag in Weißensce und den angrenzenden Bezirken 11 000 Flugblätter verbreitet, die bei den Ermittelungen von Vorteil sind. Die Kriminalpolizei sucht festzustellen, wer in der letzten Zeil vor dem Morde nach Ladenschluß in dem Kolonialwarengeschäft von Klauß gekaust, wo Fräulein Klaus; bei dieser Gelegenheit den Kunden abgefertigt, ob der Kunde hierbei oder sonst irgend- welche Person in den Räumen von Fräulein Klauß gesehen oder ge- hört und ob diese vielleicht geäußert habe, daß sie sich vor jemand fürchte. Ferner soll ermittelt werden, wer am Mordabend zwischen 874 und 11 Uhr über den Flur des Hauses Rölckcstr. 175 gegangen ist; wer der junge Mann, der kurz nach 9 Uhr die Treppe des Hauses nach oben hinauf gegangen und bei wem er gewesen ist. Weiter handelt es sich darum, wer die schon mehrfach erwähnte Frau ist, die zwischen 97z und 97� Uhr im Hausflur stand, eine Be- wohnerin nach der Wohnung von Fräulein Klauß fragte und dann, ohne bei ihr anzuklopfen, wieder hinaus ging. Diese mittelgroße Frau anfangs der 40er Jahre ist schlank, hat blondes, glatt ge- kämmtes Haar und trug eine dunkle wollene Weste, eine schwarze Schürze und einen dunklen Rock, aber keine Kopfbedeckung. Ein Gaunerstreich. Bauernfänger nahmen einem jungen Mann auS der Provinz, der in Berlin ein Pferd kaufen wollte, beim Kümmelblättchen 2300 M. ab und verschwanden dann. Als der Geprellte im Polizei- Präsidium Anzeige erstatten wollte, begegnete ihm unterwegs wieder einer der Gauner, der dem Provinzler klar machte, daß ganz richtig gespielt worden sei und er nur Pech gehabt habe. Er solle jedoch mitkommen nach Bitterfeld, dorr könne das Geld zurückerstattet werden. Der harmlose Provinziale fuhr auch mit nach Bilterfeld, um dort bei der nächsten Gelegenheit versetzt zu werden. Der städtische Gcmüsevcrkaus in Wilmersdorf hat sich sehr gut bewährt und vor allen Dingen auch einen günstigen Einfluß auf die Wochenmarktpreise ausgeübt. An den für die letzte Woche festgesetzten Preisen ist auch für die Zeit vom 17. bis 23. September festgehalten worden. Nach dem Preisver- zeichnis für diese Zeit kosten Rotkohl 8, Weißkohl 6, Wirsing- kohl und Kohlrüben je 7, Mohrrüben 10 und 15, Kochäpfel 15 und Speisekartoffeln 5 Pf. das Pfund. Mus Groß-öerlin. Der Einstust der Löhne auf die Aleifchtenerung. Ergänzend zu unserer Veröffentlichung über„die Lebens- mittelteuerung in Berlin" im„Vorwärts" vom Mittwoch wird uns geschrieben: In Kreisen der Schlächter ist auf Grund der tat- sächlichen Verhältnisse auf dem Berliner Viehhof ausgerechnet worden, wieviel das Pftmd Fleisch durch die jetzigen Löhne be- lastet wird. Dabei ist festgestellt, daß bei den Rinderschlächtern die Belastung für das Pfund Fleisch sh Pfennig und bei den Schweineschlächtern 1 Pfennig pro Pfund ausmacht, und zwar in der Zeit der Riassenabschlachtung, wo an die Gesellen ein beträchtlich höherer Lohn gezahlt wurde als zur Friedenszeit und jetzt. Weil aber die Arbeitszeit und die Arbeitsleistung in dieser Zeit weit über das normale Verhältnis hinausging, ist in Wirklichkeit die Belastung nicht höher wie oben angegeben. Tie Löhne für Schlächtergesellen im festen Arbeitsverhältnis betragen heute auf dem Berliner Viehhof im Durchschnitt 70 M. Es kann also gar keine Rede davon sein, daß die Löhne der Schlächtergesellen irgendeinen Einfluß aus die Fleischteuerung ausüben. Will der Markthallendirektor Herr Spieker ein ge- rechter Rann sein, dann muß er seine Behauptung, daß die Löhne der Schlächtergesellen ein wesentliches Moment für die Fleisch- teuerung bilden, widerrufen." Bemerkt sei noch, daß dieser Tage in einer von einigen Zei- tungen abgedruckten Korrespondenz die Löhne der Schlächter- gesellen in einem Atem mit dem Einkommen sogenannter Ober- treiber genannt wurden. Das ist irreführend. Die Obertrciber, die in der Tat hohe Einkommen beziehen, sind keine Schlächter- gesellen und haben mit ihnen nichts zu tun. Sie sind eine Klasse für sich, die der eigenartige Betrieb auf dem Viehhofe ge- schaffen hat._ Messerstecherei mit tödlichem Ausgang. Das Opfer einer blutigen Schlägerei, die sich in der Nacht zum letzten Sonntag in Schöneberg abgespielt hat, ist nachträglich der 18jährige Schlosser Bruno Mosler aus der Koburger Straße 15 ge- worden. Der junge Mann geriet gegen 7»1 Uhr nachts, als er die Pallasstraße passierte, mit drei gleichaltrigen Burschen, von denen er belästigt worden war, in Streit, und es kam schließlich an der Ecke der Gleditschstraße zu einer wüsten Schlägerei, in die sich schließlich auch andere Personen mischten. Dabei wurde Mosler durch Messer- stiche übel zugerichtet, und seine Gegner ließen von ihm erst ab, als er aus mehreren Wunden blutend besinnungslos zusammenbrach. Leider ist es den Tätern gelungen, zu entkommen. MoSler wurde Die Ucbernahme der B. E. W. in Betrieb der Stadt. Am 1. Oktober 1915 gehen die Zentralstationen der Berliner ElcktrizitätS-Werke innerhalb und außerhalb des Weichbildes von Berlin in das Eigentum der Stadt Berlin über. Von diesem Zeit- Punkt ab übernehmen an Stelle der B. E. W. die Städtischen Elektrizitäts-Werke die Lieferung der Elektrizität. Die bisherigen Bedingungen für die Stromlief, erung bleiben auch nach dem 1. O5 tober 1915 unverändert. Tie Geschäftsräume befinden sich nach wie vor NW. 6, Schissbauerdamm 22, wohin auch alle Anmeldungen und Anfragen zu richten sind. Im Berliner Aquarium ist die Jnsektensammlung um einige riesige afrikanische Tausendfüße vermehrt worden: ferner ist eine Anzahl von Gottesanbeterinnen eingelroffen, eine merkwürdige südliche Heuschreckenform, die sich dadurch auszeichnet, daß sie bei der Lauer auf Beute ihre langen Vorderbeine in der Art der Gebetsstellung der alten Griechen und Römer emporstreckt. Ferner finden wir frisch der Puppe entschlüpfte T o t e n k o p f- s ck> w ä r m e r. die bei ihrem Tagesschlaf mit zusammengelegten Flügeln in ihrem rindeniarbigen Kleide trotz ihrer Größe nur schwer aufzusinden sind. Ein überaus lebhaftes Treiben zeigt sich gegen- wärtig an einem frisch eingebrachten großen Wespennest. Seine Bewohner haben, ebenso wie die benachbarten Bienen, durch einen glasgedeckten Gang freien Flug nach außen, so daß man diese stech« lustigen Wesen ungestraft hinter Glas in nächster Nähe an und um ihren Bau beobachten kann._ Freireligiöse Gemeinde. Heute und Sonntag, den 26. September, vormittags 10 Uhr: Jugendweihe im Berliner Stadthaus Eingang Jüdenstraße. Festrede W. M a n a s s e, am nächsten Sonntag Dr. B. Wille. Mus öen Gemeinden. Die Finanzlage Spandaus. Die städtische Verwaltung von Spandau befindet sich in der angenehmen Lage, wenig oder gar nicbt durch den Krieg in Mit- leidenschaft gezogen zu werden. Von Arbeitslosigkeit tvar schon seit Beginn des Krieges wenig zu merken. Nicht allein die männlichen Arbeitslosen, sondern auch die Kriegerfrauen fanden in den königl. Fabriken Beschäftigung. Die Staatsarbeiter müssen infolge der vielen Ueberstundcn erkleckliche Summen an den städtischen Steuer- säckcl abführen, während für die in Arbeit stehenden Kriegerfrauen der städtische Zuschuß zur Kricgsunterstützung zum größten Teil fortfällt. Außerdem werden jede Woche in den königl. Fabriken von der Arbeiterschaft große Summen aufgebracht und der Stadtkasse zur Unterstützung der Kriegerfrauen überwiesen. Der Verkehr auf der Straßenbahn hat während der Kriegszeit einen ungeahnten Aufschwung genommen, so daß die Straßenbahndireklion oft nicht in der Lage ist, den gewaltigen Andrang zu bewältigen. Nach dem Final- abschluß für das Etatsjahr 1914 erbrachten Ueberswüsse: Die Kämmerei 589 743 M., das Gaswerk 61 792 M., das Wasserwerk 56 366 M., die Kanalisation 9560 M., das Elekirizitätswerk 70 144 M., die Straßenbahn 108 594 M., der Schlachthof 3976 M. Zuschüsse erforderten: Der Hasen 194 137 M., das Hallenschwimmbad 43 057 M., die Armenbcrwaltung 201 615 M., das Krankenhaus 238 423 M. und die Schulen 1230 764 M. Die neu aufzunehmenden Gesamtanleihen betragen: Mehrkosten des Rathausncubaues 2 066 000 M., Rieselseidanlage 4 000 000 M., Stresow-Entfestigung 2 200 000 M., Elektrizitätswerk 2 250 000 M., Neubau der Charlolten- brücke 2 515 000 M., Umbau der Berliner Brücke 2 650 000 M., Aus- bau der Berliner Chaussee 2 500 000 M., Kosten der Slraßen- regulierung auf dem früheren Abdeckereigrundstück 1 300 000 M.. Darlehn zum Bau von Kleinwohnungen einschließlich des Darlehns an die Waldsiedclung 3 000 000 M., Mehrausgabe für die Rustwiesen- anleihe 270 000 M., Schlachthoferweiterung 52 000 M. Insgesamt beträgt die neu aufzunehmende Gesamtanleihe 22 807 000 M. Vertretung dem Ausbau eines weiteren Teiles der Wittestraße und der provisorischen Pflasterung der Bahnhofstraße zu. Bei der Witte- straße Handell es sich um eine Strecke bis zum Industriegebiet, wo- für die Firma Schier ein Angebot von 17 274 M. gemacht hat. Hinzu kommen noch 2000 M. für den östlichen Bürgersteig, zu welchem die Anlieger zur Hergabe der nötigen schmalen Streisen veranlaßt werden sollen. Die Bahnhofstraße befindet sich ebenfalls in sehr schlechtem Zustande, die definitive Pflasterung kann aber erst nach Regulierung der Oranienburger Chaussee und des Bahnhofs- Vorplatzes erfolgen. Die verlangten 6000 M. wurden gleichfalls be- willigt.— Wie der Bürgermeister Witte weiter mitleiltc, hat er der Militärbehörde Schulräume zur Unterbringung von Truppen an- geboten und zu diesem Zweck die neue große Schule in Borsigwalde zur Verfügung gestellt. Die � besichtigende Kommission habe dem Anerbieten zugestimmt und im Verlaufe der weiteren Verhandlungen Wittenau eventuell dauernd Garnison in Aussicht gestellt. Von den in Aussicht genommenen 700 Mann sollen zum 1. Oktober bereits 3— 400 Mann anrücken. Der Rektor hält ebenfalls die Hergabe der Schulräunie für möglich ohne weseniliche Störung des Unterrichts; dieser soll in der Zeil mirtags und nachmittags— etwa bis 5 oder 6 Uhr— erteilt und die Kinder den beiden anderen Schulen zugewiesen werden. Der Bürgermeister erwartet von dieser militärischen Maßnahme für die Gemeinde ein regeres Leben wie auch besseren geschäftlichen Verkehr und stärkere Entwickelung des Ortes. Er empfahl die Annahme der Vorlage, die denn auch ein- stimmig angenommen wurde.— Weiter machte der Bürgermeister Mitteilung von Verhandlungen zwischen der Gemeinde, dem Zweck- verband, den Terraingesellschasten und Grundbesitzern über den Be- bauungSplau der Gemeinde. Der Verband will den Plan möglichst rasch genehmigen und dabei recht viele und große Freiflächen schaffen; die Gemeinde müsse jedoch diese Freiflächen mit Rücksicht auf die örtlichen Verhältuisse auf das Mindestmaß zurückschraube». — Für die Beschaffung von Fleisch und anderer Nahrungsmittel hat der Vorstand weitere Vorsorge getroffen; ein Ueberschuß soll bei dem Vertrieb nicht erzielt werden. Wittcnau-Borfigwalde erhält Garnison. Die letzte Sitzung der Gemeindevertretung beschloß die Bei« beHaltung der bisherigen Wählerliste für 1915 und 1916.— Nach Neu- resp. Wiederwahl der Boremschätzungskommission stimmte die Gcmcindevertretcrsitznng in Adlershof. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich am Freitag in dring- licher Sitzung mit der Zeichnung zur dritten Kriegsanleihe. Ter Gemeindevorsteher hatte schon vorher versucht, durch Rund- schreiben an die Gcmeindevertretcr, deren Zustimmung zur Zeich- nuug von 88 000 M., die den verschiedenen Fonds entnommen werden sollten, zu crlmigen. In der Sitzung verweigerten unsere sozialdemokratischen Vertreter aus prinzipiellen Gründen ihre Zu- stimmung und verlangten, daß die Fonds ihren Bestimmungen gemäß erhalten bleiben. Der Gemeindevorsteher betonte, das; die Zeichnung in Anbetracht des hohen Zinsfußes ein gute» Geschäft für die Gemeinde bedeute. Genosse K l o d t erläuterte dann tu kurzen Worten die ablehnende Haltung der sozialdemokratischen Vertreter. Als seinerzeit Mittel zu Unterstützuugszwecken gebraucht wurden, erklärte man, daß kein. Geld vorhanden sei; es mußte daher eine Anleihe aufgenommen werden. Jetzt sollen gar die Fonds geleert werden, eS sei dann aber zu befürchten, daß Mittel für Unterstützungszwccke überhaupt nicht mehr zur Verfügung stehen. Gemeindevertreter Kruse wünschte, auch die Bestände des Kanalisationsfouds, der eigentlich dem Grundbesitz gehöre, zu dieser Zeichnung� heranzuziehen. Tie Gemeindevertretung beschloß mit 7 gegen 4«timmen, aus dem Kanalisationsfouds noch 12 000 Mark zu" zeichnen, so daß die Gesamtzeichnung dann 100 000 M. beträgt._ Stadtverordnetenversammlung in Potsdam. . In der letzten Sitzung der Potsdamer Stadtverordneten wurde über die Magistratsanträge betreffend Beschaffung von Liebeü- gaben zunächst beraten. Einstimmig wurden die geforderten 50 000 Mark bewilligt. Nach dem Wunsche der Hauptsammelstclle des Roten Kreuzes sollen dafür zunächst Hemden, Unterbeinklei-der und Strümpfe beschafft werden, um so arbeitslosen Näherinnen lohn- bringende Beschäftigung zu bieten. Der übrig bleibende Teil der Summe wird auch zum Einkauf von Genußmitteln verwendet. Mit Tank nahm dann die Versammlung die von dem Potsdamer Bürger Ferdinand Sarau ins Leben gerufene„Auguste- und Ferdinand-Saran-Stiftung" im Betrage von 200 000 M. in drei- prozentigen Stadtanleihen an. Nach Abzügen zur Verfügung von Angehörigen des Stifters soll die Summe mit ihren Zinsen für eheverlassene, verwitwete und außereheliche Mütter oder erwerbs- unfähige männliche oder weidliche Potsdamer Einwohner Verwen- dung finden.— Die Etatsübcrschreitung aus dem Jahre 1914 in Höhe von 241 217,48 M. wurde genehmigt. Sic entstaud bauptsäch- lich durch die Folgen des Krieges— Anstellung von Hilfskräften, Löhnen und Preissteigerungen von Materialien. Kitiderveranstaltung in Mariendorf. Anstatt der Spiele im Freien findet am Mittwoch, den 22. Sep- tember, eine Puppentbealer-Vorstellung im Jugendheim Tempelhof, Kaiser-Wilhelm-Slr. 76, statt. Treffpunkt um 2 Uhr am Rathaus. parteiveranjlaltungen. Friedenau. Die Mitgliederversammlung dcS WahlvercinZ findet am Mittwoch, den 22. Seplembcr, im Kaiscr-Wilhelms-Garlen, abends 8'/, Uhr, statt. Aus der Tagesordnung steht ein Vortrag des Ncichstagsabgcordnctcn D. S t ü ck l e n über„Die Lcrsassung des deutschen Reiches." Grünau. Die Mitgliederversammlung des Wahlverelns findet am Mittivoch, den 22. September, abends 9 Uhr, bei Franz statt. Genosse A. Ritter spricht über:„Fürsorge für Käicgsvcrletztc und Hinterbliebene;". Der Wichtigkeit des Themas wegen erwarten wir den Besuch aller Genossen und Genossinnen._ ßrauenveranftaltungen. Köpenick. Heute nachmittag sindct für die Teilnehmerinnen an den Leseabenbcn eine K a s s e c p a r t i e nach„Sanssouci" hinter Pferdebucht (Mahlsdors-Süd) statt. Treffpunkt der Genossinnen aus der Kietzer und Kölnischen Altstadt um 2 Uhr am Schloßplatz, der Genossinnen aus der Dammvorstadt um 2 Uhr am Bahnhof Köpenick. Gäste willkommen. NIcdcrschönhauseu. Dienstag, den 2t. September, abends S'ft Uhr, bei Rcttig, Blankenbucger Str. 4. Vortrag der Genossin Fahrcnwaid über .Religionssragen". Iugenöveranstaltungen. Paukow-Tchönhausc». Sonntag, den Ig. September findet eine TagcSpartic nach dem Krosfinsee statt. Treffpunkt 7,7 Uhr im Jugendheim, Maximilianstr. 43A. Fqhrgeld 90 Pf. Ardeitcr-Samariterbund. Kolonne Grost-Berlin. Lehrstunde haben nächste Woche: 1. und 4. Abteilung: Montag, den 20. September, Köpenicker Str. 62; 6. Abteilung: Donnerstag, den 23. September, Char- lottcnburg. Wall-, Ecke Scsenheimer Straße; 3. Abteilung: Freitag, den 24. Seprember, abends 87. Uhr. Schöneberg, Vorbergslr. 11: Vortrag über Zweck und Ziele der Kolonne. Anatomie des menschlichen Körpers. Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland biS Montagmittag. Kühl und vielfach heiter, aber veränderlich und im Osten noch leichte Regenschauer; in der Nacht zum Montag stellenweise leichter Frost. Wi WWMMM MWWKM 'r-o'y}&'&'-£& -»M R�MW «»WM Elegante Vitts flensu sut Tirssse u.ttsusnummvi'iu»oktsn ttei-fsn �n�üge �slstots, Bister I orir nacti �l»»s Einheitspreis | M. 48«—"• m' 58» Jonas Rutzberj,| OranlenstrassdöO, I zwischen Moritz- u. Oranienplatz. 1 AaUtrdem bietet sich besondere Oeiegenlieit, et 1 jetst größte Auswahl In IM-. San-. 8fjlt»'iiHJt-PaletoH o.-Haeltln.| Kaufmännische Schulen der Korporation der Kaufmannschaft von Berlin. a) Handelsschulen für Mädchen, Weinmeisterstr. 16/17, Wilhelmshavener Str. 25, Schöneberg, Feurigstr. 57. Der Besuch der Schule befreit vom dreijähr. Pflichtsrhulbesuch. Ausbild. in allen kaufm. Fächern f. ehem. Gemoindeschüler. Selekta- kurse für Absolv. v. Lyzeen. Aufnahmeprüfung am 6. Oktober 3 Uhr, in Schöneberg um 9 Uhr vorm. b) Fachklassen für Mädchen, Weinmeislarstr. 18/17. Ministeriell als Ersatz für die Pflichtschule anerkannt. Kaufmännische und hausmirtschaftliohe Ausbildung. 8 Wochenstuuden. c) Fortbildungsschule liir weibl. Angesteilte, Weinmeisterstr. 16/17. Unterricht in allen kaufmänn. Fächern, abends 8—10 Uhr. d) Schule für Maschinenschreiben für Mädchen, Neue Friedrichstraße 55/56, III. Der Unterricht wird von 8'/,— II1/, und von 3— 7 Uhr fdreimal wöchentlich bis 9 Uhr/ erteilt. e) Kaufmännische Fachschulen für schulpfl. Lehrlinge, Albrechtstraße 27. Sophienstr. 18. Sebastianstr. 26. Insclstr. 2/5. Elisabethstr. 56/57. Gartenstr. 25. Steglitzer Str. 8a. Der Besuch befreit vom Besuch der städtischen Pflichtschule. Außer den kaufmännischen Fächern auch Englisch und Französisch in 8 Wochenstunden. Vor- u. Nachmillägunlerricht. f) Fachklassen für Lehrlinge des Versicherungs-Gewerbes, Oorotheen- straBe 12. g) Kaufmännische Abendschulen für junge Kaufl,, Klosterstr. 74, Inselstr. 2/5. Sämtliche kaufmännische Fächer u. Sprachen, abends 7— 10 Uhr. h) Geschloss. höh. Handelskursus f. J. Kaufl. mit der Berechtigung z. einj. Dienst, Klosterstr. 74. Ausbildung in sämtlichen kaufm. Fächern sowie Englisch und Französisch, abends 8— 10 Uhr. Nach Absolvierunfj Abschlußzeumiisse. Beginn sämtlicher Kurse am 7. Oktober. Anmeldungen tägl. im Bureau der kaufmänn. Schulen, Burgstr 25 II, von 9— 3 Uhr sowie in den Schulen selber. Der Direktor Dr. Knärk. Slm 9. August fiel beim angrift mein iiinigstgeliebler Mann und treuscrgcnder Valcr, der WcHrmann 60A Otto Giflwgldt. Im tiefsten Schmerz Frau Glllnaldt nebst Kindern. Ganz cinsach war Dein Heben, Du dachtest nie an Dich. Nur für die Seinen Fern von seinen sieben fiel als Lvicrdcs Lellfriegcs am 5. August 1915 infolge eines Kepsichusics unser einziger innigstgeiiebler Sobn und Bruder, der haiid- sturmmann Waftei- Thorup Jns.-Neg. Nr. 329, im Alter von 23 Jahren. 84A Tic trauernden Eltern Chr. Thorup und Frau. Frida Thorup als Schwester. Am 10. Seplembcr starb na Kriegslazarelt injolge seiner er- litlencii schweren Verwundung mein inuigslgelicbfer Rann und berzcnsgulcr Vater, Bruder. Schwager und Onkel 2446b Msx Reinoga im Alter von 35 Jahren. Im tiesiten Schmerz Franziska Reinoga und Töch- ferchen Gertrud. August Reinoga als Bruder, Martha Kazmarzstk als Schwester. Qskar Knzmarzyk als Schwager(z. Z. im Felde, Lottchen 5iozmarzpk als Nichlc. AIS Opscr des Weltkrieges fiel am 22. August mein inniggclicbfcr Mann und guter Vater, unser lieber Bruder und Schwager, der Landsturmmann Raul Knopp im 34. Lebensjahre 49A Frau Berta Knopp nebst Tochter. Gebrüder Knopp und Schwägerinnen. Vertirniifllei'iliil- und Filzwaren- ar)ieiteru.ArbeiteriDnenDeutsclil. Ortsverwaltung Berlin. Aus dem Schlachtselde find solgende Kollegen gesellen: Wilhelm Sprögel. Karl Jahn. Paul Lanzke. Otto Pestel. (fhre ihrem Andenken 7 76/9 Ter Vorstand. Am tD. September starb im Lazarett an den Folgen seiner am 2. September cristtenen Vcr- wundung unser lieber Freund und Ge-nosse Max Reinoga, Bezirkssührer deS 232. Bezirks. Wir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren. Tie Funktionäre der 7. Abt. 3. Kreis. 24296 Artieiter- RatlfatiFer- Bund Ortsgruppe Berlin. Abt. 3. Hiermit allen BundcSgenosien die traurige Nachricht, dag bei dem Völferringen unser lieber Sportgcnossc 10/6 Willi Heike (Jns.-Regt. 46, Maschin cugew.-K.) am 14. August insoige eines Hals- Ichusses im blühenden Alter von 22 Jabren aus dem Ichlacht- selbe gcsallen ist. Wir alle, die ibn kannten, wer. den sein Andenken stets in Ehren hasten Ter Vertrauensmann. Uedeilafel cliaFlnttendung. fM. d. A.-S.-B.) Als Opfer deS Völkerringens ist nm 25. August dieses Jahres unser Sangesbrudcr Gustav Bährich | gefallen. Ghre seinem Andenken 7 >60/7 Der Borstand. Arbeiter- Radfahrer- Bund „Solidarität". Ortsgruppe Mariendorf-Tempethof. Am 16. August siel aus dem Schlachtseld unser treuer Sport- genösse 10/7 Willi Rüden im Alter von 23 Jahren. Er wird uns unvergeßlich bleiben. Hcbef Holzarbeiter-Verband Zahlstelle Berlin. Im Felde gefallen find solgende Mitglieder: Paul Oeißler, Vergold-r. 33 Jahre alt Otto Oillwalät,»Wer, 32 Jahre alt JohannCS UohLnSL, Maichimmarbeiter, 42 Jahre alt. Pmil �ULlltJr, Mechanikarbeiier, 32 Jahre alt Richard Schleifer, Dschi-r. 23 J-Hr-«it Priedrich Pommer, Klavierarbeiter, 44 J-Hre alt Oustav Xeuge, Tischler, 39 Jahre alt Ehre ihrem Andenken7 me Ort» Verwaltung. Sparrerein Ameise. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, anzuzeigen, dag uuicr Sparbrnber 56?! Otto Schindler Jnsantcrie-Rezstveni Nr. LS, am 20. Juli gefallen ist. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. I>«r Vorstand. Als Opfer des Weltkrieges fiel am 13. August infolge Brustschusses mein uiniggeltebter. treu- sorgender Mann. berzensguter Vater, der Landsturmmann Otto Sschvitz im 41. Lebensjahre. In tiefem Schmerz 2439b Auguste Sashwitz geb. Böhm als(Sattin. Lotte Sachwitz als Tochter Wenn Liebe könnte Wunder tun Und Tränen Tele wecken. Sa würde Dich sicher nicht Die fremde Erde decken I Ten Tod� fürs Vaterland erlitt am 12. September d. I. im Kricgslazarett unser lieber Kollege Fritz Gabel. Sein treues, ausrichligcs Wesen sichert ihm ein bleibendes An- denken. Tie Kollegen des Hauses Scherl «dt.„KZoche- und»Tag». Nachruf. Auf dem Schlachtselde fiel am 1. August unser Vorsitzender Georg Horwitz. Ein ehrendes Andenken be wahrt ihm der 74A Spammo der Harmlosen. Räch langem, schwerem Leiden verschied am 17. September mein lieber Gatte, meines einzigen Kindes guter Vater Gustav Wehde im 29. Lebensjahre. Dies zeigt im tiefsten Schmerz im Aiamen der Hinterbliebenen an Frau Hedwig Wehde nebst Sohn Kurt. Die Beerdigung findet Mon- tag. den 20.«eplember, nachm. 2 Uhr, von der Halle deS städtischen Friedhofes(Friedrichs- seid«) aus statt. Ganz einfach war Dein Leben, Du dachtest nie an Dich. Nur für die Deinen streben, tieltst Tu für Deine Pflicht. u liebtest iie ganz unermeßlich. Drum bleibst Tu ihnen un- »crgeglich. 244Sb ?Us Opfer des Weltkrieges haben wir folgende Kollegen zu beklagen: Wilhelm Füller Mariendors— 35 Jahr Emil Bugenhagen Mariendors— 21 Jahr Erich Wuschack Mariendors— 26 Jahr Friedrich Einsiedel Mariendors— 34 Jahr Paul Fuhrmann Mariendors— 24 Jahr Paul John Z empelhos— 25 Jahr Eritz Scheufler Mariendors— 20 Jahr. Wir werden ihr Andenken stets in Ehren halten. Die Kolleginnen n. Kollegen der Firma R Stock ck Co., Borlln-Marienfelde. AIS Opfer des Weltkrieges starb am 30. August infolge Lungen schuffes mein lieber Mann, guter Vnier, Sohn, Bruder u. Schwager, der Landstnrmmnnn 5SA Friedrich Pommer im 45. Lebensjahre. Im tiefsten Schmerz Frau I'nullnv Sommer nebst Kindern Taborstraße 8. Wer Dich gekannt bat, wird es sagen: Treu war Dein Herz, brav und bescheiden; Drum tiesbetrübt in diesen Tagen Tras uns die Kund' von Deinem Scheiden. vorbei ist unser lehnend Hosten. In wiserer Mitte Dich zu sebn; Das Schicksal bat uns hart be- troffen. Doch Hoffnung spricht: Aus Wiedersehn! Ruhe sanft in fremder Erde! Lieber Vater, schlaf' in Ruh'! Unsere Liebe deckt Dich zu. J FVWI!WW Iii llliaVIKSII— lllllll III Als Otsscr des Weltkrieges siel am 30. sliigust mein lieber Rann, der Landsturmmann ftlax Günther im 31. Lebensjahr. 568t Tics zeigt ticsbetrübt an Elisabeth Günther geb. Echtermeyer. Berlill-Friedrichsfeldc, Volder. feestraße 24._ 5681 j Fern von der Heimat fiel am| 1. September mein imiiggelicbter> Rann, ttcinorgendcr Balrr leineS 1 einzigen Kindes, unser Sohn.| Slhivirgersobn, Bruder, Schwager s und Onkel, der Wehrinaun FuxeutTutteulocher! im noch nichl vollcndclrn acht- s unddrcißigstc» Lebensjahr. Tics zeigt an im Namen der| 1048t Hinterbliebenen; Witwe R. Huttciilochcri nebst Sohn. Ihm der Friede, uns der Schmerz.! ............»>st Nachdem er ein ganzes Jahr für fciu Baierlaiid gckämvft hatte, erlitt am 4. 8l>lgusl uliicr lieber jüngster Sohn, bcrzcnS- guter Bruder, lieber Schwager, Onkel und berzcnsgntcr Bräuti» gain, der Gefreite Paul Wu�t Ins-Reg. 03, 5. Komp. den Heldentod sür Kaiser und Reich im blühenden Alter von 29 Jahren. Tie licfbetriibtcn Eltern Gustav Wsyt. August Klopsch als Schwager nebst Frau als-irchlvestcr. on» Woyt als Bruder, z. Z. im Felde, nebst Frau als Schwägerin. Hermann Woyt als Bruder, z. Z. im Felde.. Anna Woyt als Schwester. Alma Rudnick als verlobte Braut. Rudow, im September 1915. Du mußtest uns so srüh verlassen, Und aus unsrer Ritte geh'n, Wir können immer noch nicht fassen. Tau wirnns nicht sollen wiedersehnl Ich habe nur kurze Feit Ein wahres Glück besessen. Das jetzt sür alle Ewigkeit Bleibt unvergessen. Ruhe saust im Feindesland Alma Rudnick als Braut. Am 29. August d. I. als Opfer des Weltkrieges durch Bouckischuß unser lieber, guter Sohn. Bruder, Onkel und Nesse, der Chauffeur Willi Kuppe Res.-Jnf.-Reg. 204, 4, Komp. im blühendsten Alter von 20 Jahren. Dies zeigen tiefbetrübt an Ernst Kuppe nebit Frau, Berta geb. MeiSner als Eltern. Lucia und Frida Kuppe als Schwestern. Alfred Kuppe als Bruder. Ragst Du in fremder Erde stur Ruh' gebettet lein. Tu wirst i» unseren Herzen Doch nie vergessen sein. Au» ruhe sanft, Du gutes Herz, Wer Dich gekannt, fühlt uns ei n Schmerz. 388! s Ten Heldentod starb ain 20. Juli durch Brustschuß niein lieber Mau», guter Vater, Sohn, Schwiegerfohn, Bruder und Schivager, der Radier Otto Ldimdter im 29. Lebensjahre. 5681 Ties zeigen tiefbetrübt an Luise Schindler»ebft Tochter. lohanna Schindler als Mutter Marie Hipsche als Schwiegermutter. Richard Schindler, z. Z im Felde, iiiid Frau. Alfred Schindler und Fra». Paul Schindler, z. Z. im Felde. Ich Hab' ein kurzes Gliick besessen, Nun ruht es aus ewig unver- gessen. Lieber Papa, schlaf in Ruh, Unsere Liebe deckt Dich zu. Als Opfer des furchtbaren Welt- krieges starb am 29. 8Illgnst an eincin Echrapnell-Brufts chuß niein treuer Gatte, meiner Rinder herzenSgliier Vater. Sohn, Schwie- gerjobn, Binder und Schivager, der Ersatzreservist Willi Kargissann INI noch nicht vollendeten 32. Le- benSjahrc. 938l lim stille Teilnahme bitte» Ennna Bergmann geb. Raffet nebst Kinder», Ernestine Bcrjfmann als Mutter. Familie Knssek als schwieg erelteni. Familie l-lppstrcu als Schwager und Schwester. Allein zu sein— drei Worte, leicht zu sagen, Und doch so schwer, so endlos schwer zu tragen. Sein einziger Wunsch war nur ein Wiedersehen, Doch es sollte nicht geschehen. 8Its Opfer dieses surchtbarenl Weltkrieges starb den Heldentod s am 14. Auguit durch Kopsschu! j unser lieber Sob», Bruder uno j 8t esse, der Reservist Friedrich Scholz Inj.-Regt. 1./152 im noch nichl vollendetenllt.Lcbens- jähre. 7481 Dies zeigen tiesbclrübt an Die trailkriiden Elterii, (stcschivistcr lind Tnnte. In der Blüte der Jugend, An der Fülle der Rrajt Wardsl Du zu früh uns wcggcrasst Von dem blutigen Völlerringcn. Du dachtst und schriebst i ,8lils Wiedericbii!' Dies konnte leider nicht geschehn. Du wai st uiis're Hoffiiiing, unser Glück, Läßt trostlos UNS im Leid zurück. Ruhe sanst in fremder Erde. 8ll» Opfer de» Well- kriege?, scr» von der Heimat und von iciiicn Lieben, siel am 23. August 1915 durch Ropsschuß in ciiiciil Gefecht mein iumggelieblcr Mann, unser guter Sohn, lieber Bruder.! Schwager, Neffe und Onkel, der! Untcrofstzicr 408,| FBvanz Wilhelm Grcn.-Rcgt. Nr. 4, 7. Komp. kurz vor seinem 26. Lebensjahre. In tiesein Schmerz Schönholz, den 18. September 1915 Kar! Wilhelm. Marie Wilhelm gcb. Schulz, als Eltern, Margarete Wilhelm gcb. Bölkc, als Frau, nebit Töchterchiii. Ernst Wilhelm, Gcsangciischasl, Karl Wilhelm, Lazarett. Albert Wilhelm, als Brüder, Luise Brock geb. Wilhelm, Mnrei Schlag gcb. Wilhelm. Mfcta Wilhelm, nl? Geschwister. Du ftanb'jt in Blüte Tciiicr Lebenskraft, Du bist gefolgt dem Schlachten- ruf. � Du zogst hinaus In Krieges grauseii. 8II§ Held, gegen einen gemeinsam mächligeii Feind.— Da schlug des Schicksals miglück- fiTgc Stunde— Voibei ist all Dein Glück i Vorbei auch all unser Honen, Da Dil nicht kehrst zurück. Daß ivir lins ivtederschii! Zahlstelle Berlin. In dem mehr denn einjährigen Völkerringen fanden| nachstehende Kollegen einen allzufrnhen Tod: Leider, Plr&fino Wmde, Errast BCiepzig, Heinrich A�ger, Rudolf Sehwichtenberg, Wi&Si Bferrmann, Artur Pleil, PauS Iden, Albert Gliese, Franz Bieiweiß, Georg Oreßler, Kurt Wehnert, Basii Kubke, Fritz Spahr, Julius Hauschild, Walter Scholz, Erich Niedergesäß, Fritz Wagner, Karl Arnold, Walter Pönitz, Richard Trester, Oernhard Heß, ASfred Oemuth, Bernhard Sawatzke, Artur Grützmann, Heinrich Paul, Karl Kern, Otto Töpfer, Eugen ferkle, Hermann Heese, Artur Rechenbach, $Bax Nägler, Hermann Baas, Adolf Menzel, ECurt Martens, Erich Nitz, Georg Sack,_ Franz Schneider, Otto Schneider, Ernst Lemke, Stephan Lukacs, Paul Welz, Hans Metzke. 27/15 Wir werden den Opfern ein ehrendes Andenken be- wahren. Die Ortsverwaltuug. Verein der Freidenker für Feuerbesialiung. Als Opfer des Weltkrieges fielen auf dem Schlachtfelde' unsere l Mitglieder Netr Ernst Glück gcd. 16. November 1894 zu Leipzig. Herr Walter Dutschke geb. 21. Oktober 1881 zu Neukölln. Ehre ihrem Andenken! Der Borstand. Zlls Opfer des Weltkrieges starb am 17. August nach sechs Wochen! &,! schweren Kämpfen mein heißgeliebter, unvergeßlicher Gatte, der beste| trcuforgende Vater seiner beiden Kinder, der liebe Schwiegersohn,/ Schwager, Bruder und Onkel, der Landsturmmann Paul Otto Reserve-Jnfanteric-Regiment Nr. 3, im blühenden Alter von 34 Jahren. Die ticstraueiwdc Galtin Minna Otto geb. Lehmann nebst Töchtern Lotte und Wall»« Neukölln, Ncckarslr. 5. Er schrieb nie, daß er daß er darbte, Er klagte nie, bis er starb. Tat treu seine Pslicht, bis die Kraft ließ nach. Bis fein Herz stand still und das Auge brach! ! Allein zu sein— drei Worte, leicht zu sagen. [ lind doch so schwer, so endlos schwer zu tragen. Vergebens ist nun unser Hoffen Ans eine srobe Wiederkehr; Seit gcindeskugel Dich getroffen, Ist diese Hoffnung nun nicht mehr. Nun ruhe sanft in fremder Erde Von diesem schweren Kampfe aus. Deinen Wunsch auf Wicderschu, Ließ Gott aus Erden nicht geschehn. Nun, lieber Paul, ruh' in Frieden, Ewig beweint von Teinen Lieben. r Bezirk Grost-Berliu. Folgende Kollegen sind im Felde gefallen: Karl Bandekow, Industriearbeiter. Friedrich Boßmann, Geschäftsdiener. Bruno Friedrichowitz, Industriearbeiter Otto Freitag, Lagerarbeiter. Hermann Goidgrebe, Gerüstbauer. Hermann liasselbeck, Geschäftsdiencr. Willi Heike, Handtuchfahrer. Richard Hoff mann, Geschästsdieuer. Paul Hoppe, Industriearbeiter. Max Knack, Drofchkenchauffcur. Reinhold Kretschmer, Arbeitskutscher. Willi Krüger, Geschäftsdiener. Ernst Kühl, Industriearbeiter. Friedrich Kühnapfel, Geschästsdieuer. Wilhelm Lehmann, Rollkutscher. Ferdinand Lenz, Geschäftsdiener. Hermann Lutter, Bierfahrer. Hermann Pallaske, Gefchäftskntfcher. Max Reinoga, Handtuchfahrer. Willi Riebe, Gcfchäftsdiener. Wilhelm Rosenfeld, Industriearbeiter. August Siedow, Rollkutscher. Walter Sorge, Fensterputzer. Artur Schoppenhauer, Geschäftsdiencr. Paul Schopplick, Geschäftsdiener. Hermann Schreiber, Kellerarbeiter. Paul Schulze, Rollkutscher. Otto Ulrich, Geschäftskutscher. 67/8 Ehre ihrem Andenke«: IM« Bezirksleitung. Fern von der Heimat mußten in diesem Weltkriege folgende Kollegen ihr blühendes Leben lassen: Emil Pliquel (Inhaber des Eisernen KreuzcZ) Bruno Hertel Emil Jacoby Ehre ihrem Andenken! Die Kollegen d, Berliner Wagenachsenfabrik Berlin-Pankow. AlS Lpser des Weltkrieges fiel am 8. August mein lieber, un- vergeßlicher Mann, Vater seiner beiden Kinder Max und Lenchen, unser lieber, guter Sobn, Bruder, Schwager, Schwiegersohn, Onkel und Enkel, der Musketier Foul Brüll vom Ref.-Regt. 26g, 11. Komp. im 22. Lebensjahre. Im tiefsten Schmerz Wwe. Anna(vriitt geb. Keling nebst Kinder». Friedrich Grütt als Vater, Minna Grütt als Mutter. Ruhe sanft in fremder Erde! Aus den Reihen unserer Angestellten fielen zu unserem schmerzlichen Bedauern auf dem Felde der Ehre: Unteroffizier KsH Fischer Braumeister der Abt. II, Berlin. Wehrmann Bernksrä Bisdram Registrator der Abt. II, Berlin. Gefteiter Wilhelm Stettin Export-Kellerm eister. Reservist Friedrich Kssche Kraftwagen-Bremser. Wehrmann Paul Stepaniak Flaschenbiers ahrer. Wehrmann Stanislaus Friede Flaschenbiersahrer. Wehrmann Faul Schulz Reservesahrer der Abt. H, Berlin. Wehrmauu Willi Buchholz Expedient der Wt. II, Berlin. Wehrmann doseph Timm Fahrer der Niederlage Luckenwalde. Wehrmaun Gustav Baudisch Flaschenbiersahrer. Wehrmaun Otto Radtke Brauer der Abt. I, Hohenschönhausen. Ihnen allen werden wir stets ein ehrendes Angedenken bewahren! Löwenbrauerei Aktiengesellschaft. 57 Als Opfer des all- gewaltigen VölkerringenS fiel beim Sturmangriff am 27. August unser werter Kollege, der Wehrmann Franz Mallon im Alter von 45 Jahren. Aus fremder Erde schwer und müde Sank hin Dein Haupt zur ewigen Ruh. Für's Vaterland gabst Du Dein Leben, Schlaf wohl, Du wackerer Streiter Du. Sein Andenken werden wir stets in Ehren halten. 2SA Der Meister und die Kollegen der Firma Otto Jaohmann, Abt. Borsigwalde, HetallgleBerei An den Folgen seiner schweren I Verwundung starb im Lazarett in I Hameln am 6. September unser! lieber, guter Bruder, Schwager j und Onkel, der Musketier Werner Pollex im 26. Lebensjahr. 73A Dieses zeigen tiesbetrübt an Max Pollex nebst Frau. Paul Pollex»ebst Frau. Nober» Donath izurzeit im Felde» nebst Frau. Emil Göll nebst Frau. Ernst Pollex. Georg Pollex, zurzeit im Felde. Elisabeth Pollex. Gustav Klatte. Adolf Benkert nebst Frau. Martha Tpielberg. II,, der Blüte des LcbenZ, I Kit der Fülle der Krast, | Wurdest Du, lieber Bruder, dahin- gerafft. Nach vergeblichem Hoffen ist uns die traurige Gewixheit ge- ivorden, daß mein innigstgeliebler, herzensguter Mann, unser lieber, unvergeßlicher Sohn und Bruder, der Landsturmman» pudolf Mauseholz im 2. Garde-Reservc-Regt. am 29. Juli an den Folgen einer am 26. Juli crlitteiic» Bcrwun- dung im blühenden Alter von 33 Jahren verstorben ist. In tiesstem Schmerz 2438b £ii>mi>etl> /HuiiNohoiz geb. Schoening, Familie nanwoholz. Liebe und Treue verbanden die Herzen. Liebe und Wehmut schüren die Schmerzen, Liebe und Sehnsudst ließen uns hoffen: Liebe und Hoffnung, schwer find sie getroffen. Liebe und Schmerz sich mm ver- einen, Um Dich, o Teurer, zu beweinen. Ruhe sanjt, so sern in fremder Erde! Am 30. August starb im La- 1 zarett unser lieber Sohn, der! Musketier fkuuo Wengler (Rcs.-Jns.-Regt. 270). DicS zeigen lieibetrübt an Fitei'U und Gowchwistcr. Else Falkcnbepjf als Braut nebst Eltern. Voller Mut gingst Du hinaus, Zu verteidigen Dein Elternhaus; Vier Wod)en nur waren Dir vergönnt, Tann kam der Tod, der Dich getrennt. Nun ruh' in Frieden, 23A Beweint von Deinen Lieben. In Erfüllung seiner traurigen Pslicht siel am 28. August infolge eines Bauchschusses mein innig- geliebter, herzensguter, unvergeß- licher Mann, mein unvergeßlicher guter Sobn und Bruder, Schmie- gersohn, Schwager und Onkel, der Eardesüfilier 2424b Gsr�rg Grell im blühenden Alter von 26 Jahren. Dies zeigen im tiesenSchmerz an Martha Krell als Gattin, Klara Grell als Mutter. Otto Groll als Bruder. z.Z.imFelde, im Namen aller Hinterbliebenen. Er ging dahin, den ich so innig liebte, Der gute Gatte, meines Lebens Glück. Er ging dahin, der nie mein Herz betrübte, Und ließ mich einsam, trostlos hier zurück. Ich Hab' ein kurzes, aber schönes Glück besessen, Nun schlummert es aus ewig un- vergessen. Wenn unS auch bricht das blutende Herz, Wir müssen ertragen den furcht- baren Schmerz. Am 17. d. Mts., früh, entschlief nach kurzem Leiden meine ge- liebte Frau, unsere gute Mutter Berta Schey geb. Schulze, im 33. Lebensjahr. In tiefer Trauer.. Karl Schey und Kinder. Tie Beerdigung findet amDienS- tag. den 21. d. MtS.. nachm. 3 Uhr. auf dem städtischen Fnedhos in Fricdridissetdc statt._ 2440b Als Obser deS Weltkrieges fiel am 30. August 1915 infolge eines Herzschuffcs mein lieber, Herzens- guter Bräutigam, Unteroffizier der Reserve Znnio Hasselberg Jns.-Regmt. Nr. 14. Tie trauernde Braut Frida Kadke, Kiesholzstr. 21. Du warst mein Glück, vom Schicksal mir erkoren, Mein Leben, meine Sonne warst nur Du. Die Sonne schwand, mein Leben ging verloren, Wie gerne ginge ich mit Dir zur Ruh! Doch leider ist dies Los mir nicht beschieden, Drum schlummere sonst, geliebter Bruno. Du; Gott scheute Dir den ew'gcnFrieden Ewig beweint von Deinem Friedet. Ich träumte einst von Gluck und Zutunstsstunden, Doch all' sind sie mir jetzt cnt- schwunden. IIA Allen Verwandten, Freunden A und Bekanulen die traurige Nach- richt, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger- und Großmutter GOA Martha Faber geb. Wittenberg im 55. Lebensjahre nach langem Leiden sonst enlschiasen ist. Hax Faber, Gastwirt, nebst Kindern. Stcphanslraße 11. Die Beerdigung findet am Montag, den 20. September, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Friedhofs, Müller- Ecke Secstraße, aus stall. Fern von seinen Lieben fiel als ! Opfer deS Weltkrieges am 29. Juli durch Kopsschuß mein lieber Sobn, unser guter Bruder und Bräuli- gam, der Landsturmmann Erich ü�logat Jns.-Regt. 269 von 29 Jahren im blühenden'Alter. 104A Dies zeigen tiesbetrübt an Witwe J. Mogat als Mutter; als Geschwister: Frieda, Erna, Herta, Bruno z. Z. im Lazarett, Berta Fahl als Braut. Die Gräber, die nicht Kranz noch Denkmal tragen, Die einsam und verlaffen liegen ganz allein, Die schließen ost mit allen ihren Klagen, Das beste Herz, den größten Dulder ein. Wenn Liebe lönnte Wunder tun, Und Tränen Tote wecken, Dann würde Dich, geliebter Erich, Gewiß nicht fremde Erde decken. Tu warst unsere Hoffnung, unser Glück. Nun kehrilDu nimmermehr zurück. So schlaf denn wohl, Du lieber Erich! Du starbst zu jung, Du starbst zu srüb. Vergessen werden wir Dich nie. Ruhe sanft in fremder Erde!| Allen Verwandten und Be- I kannten die traurige Nachricht, I daß mein einziger Sohn, unser 1 guter Bruder, schwager, Onkel, I Neffe und Cousin, der Landsturm- 1 mann 28A Ehni! Reiner am 24. August 1915 im 29. Lebensjahre gefallen ist. Die traueriitien Hinterliilelienen. Er schrieb nie, daß er darbte, Er llagte nie, bis er starb. Tat treu seine Pslicht, bis die Krast lieg nach, Bis fein Herz stand still und daS Auge brach. Ihm der Friede, uns der Schmerz. Nachruf. Meinem lieben Freunde und guten Kameraden, meinem treuen und un- vergeßlichen Turngenossen Gffv Rau welcher ein Opfer des Weltkrieges geworden ist, werde ich stets ein ehrendes Andenken bewahren. 108A Karl.4ibreelit. z. F. im Felde. Danksagung. Für die Beweise b-rzlichcr Teil. nähme bei der Beerdigung meines lieben ManneS, deS Pionier-llnter. osfizicrs 8851 Paul Plessow sage allen Beteiligten meinen herz- lichsien Dank. Wwe. Slarie Plessow, Steglitz. Danksagung. Für die vielen Beivcise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranz- spenden bei der Beerdigung unserer lieben Tochter sagen allen Ber- wandten und Bekannten, insbesondere dem Gesangverein Immergrün sowie dem Wahwerein und den Kollegen der Lokomolivmontagc der Firma Borsig unseren herzlichsten Dank. Familie Penermanu. Leranttvortlicher Nedaiteur: Alfred Wielrpp» Neukölln. Für de? Lnseratentetl verantw.: Th. Glocke. Berlin. Druck u. Vertag: Borwärt» Buchdruckeret u. Verlaasanftalk Paul Singer& To. Berlin SW. llr. 259. 32. Iahrgaag. " Kerlim Zoülltag, 19. Zeptember 1915. Äterarifthe Runösthau. „Die Glocke�', Sozialistische Halbmonatsschrift"). herausgegeben von P a r v u s, München. Verlag für Sozialwissenschast G. m. b. H. Nachdem Genosse Parvus, nach längerer Abwesenheit in Ruh- land, sich mehrere Jahre in Konstantinopel aufgehalten hat, empfindet er nun das Bedürfnis, von Kopenhagen aus, wo er jetzt seinen Wohnsitz genommen, eine neue sozialistische Zeitschrift in München herauszugeben, die sich naturgemäß vor allem an die deutschen Arbeiter wendet.»Die sozialistische Erkenntnis— schreibt der Herausgeber in dem Einsührungsartikel— ging in die Breite und wurde flach, sie hat ihre Tiefe und ihren revolutionären Schwung ein- gebüßt." Demnach scheint Parvus sich zur Aufgabe zu setzen, diesem Uebel abzuhelfen und der deutschen Arbeiterklasse sowohl die Tiefe der sozialistischen Erkenntnis wie den ihr mangelnden revolutionären Schwung zu vermitteln. Die vorliegende erste Nummer der.Glocke" berechtigt indessen kaum zu dieser Erwartung. Allerdings ist e» schwer, auf Grund cingr Nummer ein Urteil über den Charakter einer Zeitschrift zu fällen. Aber da Parvus in seinem fast die ganze Nummer aus- füllenden Artikel.Die deutsche Sozialdemokratie" gleichsam eine Zusammenfassung alles dessen bietet, was er über die deutsche Partei und ihre Stellung zum Krieg zu sagen hat, so ist e» nicht un- berechtigt, wenn man fich auf Grund dieser Arbeit eine Vorstellung von dem Charakter der Zeitschrift und der jetzigen Stellung ihres Herausgebers macht. Wer die früheren Arbeiten von Parvus kennt, ist bei der Lektüre seines Aufsatzes schmerzlich enttäuscht. Ihm mangelt die Fülle der Gedanken, der Schwung der Darstellung, die Präziflon des Aus- drucks, die den früheren Schriften von Parvus einen ehrenvollen Platz in der deutschen Parteiliteratur verschafft haben. Neben der höchst unerfreulichen Art der Selbstbespiegelung und der Herab- Würdigung Andersdenkender liegt der Hauptmangel der neuesten Schrift in dem inneren Widerspruch, der die taktische Haltung des Verfaflers kennzeichnet und der sich durch keine Sophismen und keine Spitzfindigkeiten bemänteln läßt. Parvus steht auf dem Boden der Kreditbewilligung. Die Bewilligung der Kriegskredite war berechtigt.»Als der Krieg kam und Deutschland von den russischen Armeen bedroht wurde, blieb nicht« andere« übrig, als zum Gegenschlage auszm holen.... E S mußte sein. Darüber ist kein Wort mehr zu verlieren." Die Art und Weise jedoch, wie Parvus die Notwendigkeit der Kreditbewilligung nachweist, unterscheidet sich so wesentlich von der sonst üblichen Beweisführung und ist anderer seils so charakteristisch für die jetzige Zwitterstellung ParvuS', daß ein näheres Eingehen auf sie von Interesse sein dürfte. .Ich will— schreibt ParvuS— die deutsche Sozialdemokratie keineswegs reinwaschen. Sie trägt eine große politische Schuld. Aber das war nicht die Schuld eines Augenblicks, einer Abstimmung� es war eine falsche Taktik, die durch sünfund- zwanzig Jahre angewandt wurde und nicht wehr im kritischen Augenblick geändert werden konnte— eine Schuld, die sich durch Jahrzehnte ansammelte." Diese Schuld bestand nach ParvuS darin, daß die deutsche Sozialdemokratie nach dem Fall des Sozialistengesetzes.langsam, aber konsequent auf der ganzen Linie" zurückwich..Man bereitete sich immer auf die große Auseinandersetzung mit dem Staate vor, aber wenn eS zu halbwegs ernsten Konflikten kam, wich man ihnen regelmäßig aus. Nein, noch nicht, wir find noch nicht bereit! Warum denn? Darauf gab eS keine Antwort. Wenn die Zeit gekommen sein wird! Aber Jahr- zehnte vergingen, die Partei wuch«, ihre Dimensionen überschritten alle Erwartungen, und man hat sich noch immer nicht entschließen können, mit der großen Generalschlacht Ernst zu machen. Man ver- suchte gelegentlich Anläufe zu einer schärferen KampfcSart. wie aber die Regierung sich ernstlich zur Wehr setzte, zog man sich regelmäßig zurück." ParvuS charakterisiert die Richtungen in der Partei während dieser Zeit des.politischen Marasmus" folgendermaßen: .Die Nevifionisten, Opportunisten usw. legten wohl größeres Gewicht auf die Gegenwarlsarbeit, aber zu einer großzügigen Politik fehlte ihnen, wie den anderen, das Vertrauen in die revolutionäre Kraft des Proletariats. Die einen verhießen große Leistungen des Proletariats in einer unbekannten Zukunft, scheuten aber in der Gegenwart vor ernsten Konflikten zurück; die anderen hatten keinen festen Glauben mehr an die Zukunftsverheißungen, erwarteten noch weniger große Leistungen von der Gegenwart und verfielen deshalb auf Kompromisse mit den bürgerlichen Parteien oder der Regierung, um auf diese Weise kleine Erfolge zu erzielen. Die unentwegten ZukunflSrevolutionäre zogen sich ein Löwenfell über und brüllten fürchterlich— weniger um die Feinde zu erschrecken, als um sich selbst Mut einzuflößen. Die Opportunisten warfen flehentliche Blicke der Bourgeoisie zu:.Kommt und kraut uns das Fell!' Hätte die deutsche Sozialdemokratie, so führt ParvuS weiter aus, seit dem Fall des Sozialistengesetzes mehr revolutionäre Ent> schlosfenheit gezeigt und auf diese Weise sich mehr politische Geltung verschafft, so wäre auch die internationale Politik stark beeinflußt worden. Die geschäftlichen und kulturellen Bande zwischen Eng- land und Deutschland wären enger geknüpft worden, die Be- ziehungen zu Frankreich hätten sich gebessert, dem zarischen Rußland gegenüber hätte Deutschland einen anderen Ton ange- •) Wegen Raummangels mehrmals zurückgestellt. Die Red. schlagen, und ein Nachlassen der Spannung in Europa hätte auch dem Orient eine ruhigere Entwicklung gesichert..Man kann selbstverständlich nicht mit Sicherheil behaupten, daß auf diese Weise der Weltkrieg vermieden worden wäre, zweifellos aber ist, daß die Chancen für den Krieg vermindert und der Widerstand des Prole- tariats gesteigert worden wären." Neben der geschilderten Ursachenreihe führt Parvus eine andere an, die mit der ersten eng zusammenhängt— die Machtlosig- keit der Internationale in ihrem Kampf gegen den Krieg. .Um die Kriegsgefahr zu beseitigen, mußten sich die sozialistischen Parteien in den einzelnen Ländern einen maßgebenden Einfluß auf die Staatspolitik verschaffen. Aber gerade weil sie diesen Einfluß nicht hatten, glaubten sie auf dem Wege deS internationalen Zusammenschlusses das erreichen zu können, was sie selbst in den einzelnen Ländern nicht haben durchsetzen können." Parvus äußert sich in der wegwerfendsten Weise über das Fiasko der Internationale:.Die lärmenden Beschlüsse des Jnter- nationalen sozialistischen Kongresses waren die schlimmste Klopf- fechterei." Auf den Kongressen„tobte man sich aus und erzeugte da- durch den Eindruck eines großen Widerstandes gegen den Krieg...— in Wirklickjkeit aber offenbarte man nur die Ohnmacht d e S Sozialismus im Kampfe gegen den Krieg." Parvus erinnert hier an den Wilden, der seinen Götzen schlägt, weil er ihm nicht geholfen hat. Wenn er auch, wie er jetzt erklärt, den internationalen Friedensdemonstrationen fernblieb, weil er ihre„innere Hohlheit" erkannte, so schrieb er doch noch wenige Jahre vor dem Kriege"): .Nicht zum geringsten aus Rücksicht auf die Sozialdemokratie be- mühen sich auch die kapitalistischen Staaten, den Frieden auftecht zu erhalten. Der Klassenkampf des Proletariats erweist sich als ein gewaltiges Mittel, den Krieg zu ver- hindern. Glaubt man auch, über den politischen Protest der Sozialdemokratie sich hinwegsetzen zu können, so fürchtet man doch die Konsequenzen des Krieges.... Jm-Kampfe um den Völkerfrieden ebnet das Proletariat die Bahn dem kapital istischen Weltfrieden." Wenn dieser auf den jetzt von ParvuS verhöhnten internationalen Kon- gressen organisierte Kampf um den Völkerfrieden mit einer Nieder- läge endete, so beweist daS nur. baß die sozialistische Internationale auf neuem Boden fester geknüpft werden muß als bisher. Hier tritt aber Parvus mit einem Gedankengang auf, der die Hauplursache seiner taktischen Zwiespältigkeit bildet.„Da die sozialistischen Parteien nicht imstande waren, den Weltkrieg zu verhindern, so konnte die taktische Auf- gäbe nur die sein, den Weltkrieg im Jnter- esse deS Sozialismus auszunützen." Dieser Ge- danke ist an sich nicht neu: er wiederholt in anderer Form einen Grundgedanken der Resolution des Stuttgarter und Basier Kongresses. Aber der ganze Gedankengang des Parvusschen Auf- satzes rechtfertigt die Annahine, daß Parvus an eine ganz andere.Ausnützung" des Weltkrieges denkt, als— mindestens vor dem Kriege— in der Internationale allgemein anerkannt wurde. Ganz präzise äußert sich Parvus freilich nicht, wie er sich diese Ausnutzung des Weltkrieges„im Interesse des Sozialismus" vor- stellt. WaS er über die Ausgaben der Partei nach dem Kriege schreibt, kommt hier ebensowenig in Betracht, wie seine— durch nichts bewiesene— Prophezeiung, daß wir es jetzt mit dem„Abschluß deS Nationalismus", mit seiner.großartigen und blutigen Agonie" zu tun haben. Aufschluß über Parvus' Erwartungen gewinnt man, wenn mau seine Aeußerung niit seinem Standpunkt der B e- kämpfung Rußlands und des russischen Zarismus in Verbindung setzt. ParvuS erklärt, er habe.eine Auseinandersetzung zwischen der deutschen Sozialdemokratie und dem russischen Zarismus für un- vermeidlich" gehalten. ES sei bester, daß die.militärische Ausein- andersetzung mit Rußland stattfindet unter der Leitung deS deutschen GeneralstabeS, als wenn sie von der RcvolutionSarmee vorgenommen werden müßte— ohne Generalstab". Aber auch ab- gesehen davon, fährt er fort, agitiere er seit vielen Jahren für einen Krieg gegen Rußland, denn er halte eine Niederlage Rußlands für die beste Vorbedingung der russischen Revolution. Der Umstand, daß die übergroße Mehr- heit der russischen Sozialdemokratie bei aller ihrer Gegnerschaft zum Zarismus die Revolution durch eigenen Kampf im Innern des Landes herbeizuführen bestrebt ist und am allerwenigsten von den deutschen Arbeitern verlangt, daß sie ihre Knochen für die „Befreiung Rußlands" zunr Opfer bringen, ficht Parvus nicht an. Genau so, wie er vor eine», Jahrzehnt in den RevolutionSmonaten des JahreS ISVö die Petersburger Arbeiter für die Idee der„per- manenten Revolution" zu begeistern suchte, um auch de», Westen die Befreiung zu bringen, hält er es nun für seine Pflicht, die deutschen Arbeiter& die Fortführung dieses Krieges zu be- geistern— im Jnte�sse der russischen Revolution. Kein Wunder, daß er unter der Hypnose dieser Idee die weltpolitischen Zusammenhänge, die zu dem Kriege geführt habe», in einer keines- wcgs einwandfreien Weise schildert und sich auf Schritt und Tritt in Widersprüche verwickelt. Man sucht jetzt bei Parvus vergeblich eine Analyse der weit- politischen Zusammenhänge, die diesen Krieg, dessen imperialistischer ") Parvus,„Der Klassenkampf des Proletariats", Berlin ISIl. S. 120. Charakter selbst von bürgerlicher Seite nicht bestritten wird, herauf- beschworen haben. Für den Verfasser so vieler glänzender AbHand- lungcn über den Imperialismus existieren diese Dinge jetzt fast gar nicht. Es begnügt sich, darauf hinzuweisen, daß die englischen Imperialisten den gegenwärtigen Krieg planmäßig und zielbewußt vorbereitet haben, daß England seine Einkreisung Deutschlands ins Werk setzte, obgleich er selber sin einer Anmerkung) zugeben muß, daß das Deutsche Reich„militärisch zu einem Kampf um die Weltherrschaft rüstete". Im Interesse der geschichtlichen Objektivität hätte Parvus doch mindestens den doppelseitigen Charakter der Entwicklung vor dem Kriege aufweisen müssen. So aber verschiebt sich bei ihm die Perspektive— im Interesse der russischen Revolution— ebenso wie bei Lensch— im Jntereste der englischen und ftanzösischen Revolution. Parvus ist sich offenbar der Konsequenzen nicht bewußt, die seine Auffassung des Krieges und der Taktik der Partei im Gefolge haben muß. Seine langjährige Abwesenheit aus Deutschland und die völlige Entftemdung gegenüber der praktischen Bewegung haben es bewirkt, daß man seine apodiktischen Aeußerungen nur mit wachsendem Befremden zu lesen vermag. Einem Manne, der wie er die Zusammenhänge zwischen der praktischen Bewegung und den jeweiligen ideologischen Strömungen und den daraus resultierenden inneren Parteikämpfen erfaßt hat, braucht man nicht erst nachzu- weisen, daß man in eine höchst unangenehme Situation gerät, wenn man, der Bewegung seit Jahren entfremdet, seine Urteile gleichsam von der Vogelperspektive aus fällt. In diese unangenehme Situation ist nun Parvus geraten. Er erklärt zwar in seiner Einleitung, seine Zeitschrift wolle unabhängig sein in ihrem Urteil, das heißt wohl weder nach rechts noch nach links blicken. Die Dinge liegen nun aber einmal so, daß beispielsweise die kriegsfreundlichen Aeuße- rungcn von Parvus, wenn auch ihre Ausgangspunkte von manchem nicht mit ungemischter Freude angenommen wurden, namentlich in den rechts st ehenden Parteiorganen, eine begeisterte Aufnahme fanden. Parvus vergißt eben, daß es sich jetzt weniger um die Abstimmung vom 4. August handelt, als um das, was ein Teil der Parteipresse in die Abstimmung hinein interpretiert bar. Unter diesen Umständen akzeptiert mancher, der keineswegs auf dem Boden der Parvusschen Kritik steht, seine Auslastungen über die Stellung zum Krieg, um ein neues Argument für die berühmte „Neuorientierung" der Partei zu gewinnen. Ob ParvuS da§ ge- wollt hat, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls ist eS schade, daß er seinen guten Namen für eine schlechte Sache hergegeben hat. Eine besondere Erörterung beansprucht die Art und Weife, in ver Parvus in seiner Schrift mit vermeintlichen oder wirk- lichen Gegnern umspringt. Besonders hat es ihm Ge- noffe KantSky angetan, über den er in der häßlichsten Weise herfällt. Hier bloß einige Proben:„Karl Kautsky, der sein Leben lang einen verdünnten Abguß der Engelsschen Vulgarisationcn als Marxismus verbreitet, hat dann diesen Engels- schen Gedanken noch weiter versimpelt und unter die Menge ge- bracht."...„Karl Kautsky glaubte, in seinem Werke„Karl Marx' Oekonomische Lehren" Marx dadurch zu verbessern, daß er ihn um- schrieb. Von Marx die Gedanken, von Kautsky den Stil und das Ganze auf einen Umfang reduziert, wie er dem Volksausklärungs- bedarf des Verlegers I. H. W. Dietz am besten paßte. Dabei gingen Saft und Kraft verloren. Aus dem Marxschen Sauerteig machte er Mazza." In diesem Stil geht es weiter. Auch auslän- dische Genossen werden, wohl der ausgleichenden Gerechtigkeit halber, nicht verschont. So heißt es über den Genossen Vandervelde: „Schon vor dem Kriege hatte die zarische Regierung E. Bandervelde eine Begünstigung erwiesen, die einzig dasteht in der politischen Geschichte Rußlands: Er, der Ausländer und sozialistische Führer, durfte in Petersburg Besprechungen mit den russischen sozialdemo- kralischen Parteivertretungen abhalten, um die Einigung der Partei herbeizuführen. Man hat offenbar schon damals in den russischen Rcgierungskreiscn nicht mit dem Sozialisten und dem Revolutionär Vandervelde, sondern mit dem zukünftigen Minister(!) gerechnet. und man glaubte schon damals Belgien als Bundesgenossen behandeln zu müssen. Uebrigens auch ein Beitrag �ur Neutralität Belgiens!" Warum erklärt ParvuS nicht schon gletch, Vandervelde sei in Petersburg in den Sold des Zaren getreten und auf dessen Veranlassung— zum belgischen Minister ernannt worden! Hand in Hand mit den Angriffen gegen Genossen, die vor ParvuS' Richterstuhl keine Gnade gesunden haben, geht die geschmack- lose Art der Selbstbespiegelung, die ParvuS in seiner Schrift übt. An Mangel an Selbstbewußtserir hat Parvus nie gekrankt. Aber WaS er sich jetzt aus diesem Gebiet leistet, legt die Vermutung nahe, daß sein mehrjähriger Aufenthalt im Orient nicht ohne Einfluß auf seinen Intellekt geblieben ist. Die Leute im Orient verstehen es bekanntlich ausgezeichnet, sich in ein günstige« Licht zu rücken und ihre Ware anzupreisen. Aehnlich verfährt ParvuS mit seinen Schriften und Aussätzen. Der Leser erfährt genau. WaS er in diesem oder jenem Jahr zu dieser oder jener Frage geschrieben oder gesagt hat, weshalb er nach Konstantinopel fuhr, was er den Jungtürken empfahl usw. usw. Man gewinnt fast den Eindruck: der Schatten des früheren ParvuS trug Material zusammen für seinen künstigen Biographen.-A. S. Verwaltungsstelle Berlin. N 54, Linienstr. 83-85. Telephon- Amt Norden 185. l2ZS, 1387, 371«. Bureau geöffnet von 3—1 Uhr und von 4—7 Uhr. Achtung! Erwerbslose iKruntlej. Wegen Quartalsschluß bleibt die Kranken- abteilung am Freitag, den 1. Oktober, ge- schlössen. Da sämtliche Mitgliedsbücher zwecks Abrechnung eingezogen werden, ersuchen wir die Kolleginnen und Kollegen. ihre bis Donnerstag, den 30. September, fällige Unterstützung abheben zu wollen. Diejenigen Kranken, deren Zahltag am Freitag, den 1. Oktober, ist, erhalten am Donnerstag, den 30. September, ihre Unterstützung. 119/8» Vorstehendes findet für diejenigen Kranken, die sich in Krankenhäusern oder Heilanstalten befinden und ihre Unter- stüyung nach Beendigung der Krankheit abheben, keine An- Wendung. Die Ortsverwaltung. Nex>Ke«s Bieirfr-Soda i. Baer MstrJprÄ,, Herren- und Knaben- oden, Berufskleidung. Elegante Paletots, Eleg. Elnzegnungs-An- zBgeüi jed. Preislag. Gr. Stafflager z. eleg. MaBanfertigung. gM- Billigste, feste Prelee.-WM ?elzwaren Fabrik und Lager von Stolas, Krawatten, Pelz- hüten, Muffen, Pelzjackett, Pelz., Kinder-Garnituren, Pelzwest., Offizierspelzen Nur reelle Ware, von der ein- f achsten bis zur elegantesten. Tausende Sacken auf Lager. 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