Nr.2y1.-3Ä.Itchrs. fltionnementS'Btdlnsnnsnis HbonnementS- Preis vränumerand«! kicrl-IjädÄ. 330 Ml» Bionotl UO Ml, wöchemlich 25 Pfz. ftet in5 Haus. Einzelne Nummer ö Pfg. Eonmags- nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Well' lv Na. Last- ktbonncment: l.10 Mart pro Monal Eingetragen in die Bost, Zeitung s- Lrclsliste. Unter Kreuzband sür Deutschland und Oesterreich- Ungarn LL0 Marl, für das übrige Ausland « Mar! pro Monal PastabonnemeMi nehmen an: Belgien, Dünemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Lanugal. Uumäiilen. Schweden und die Schweiz. «»eil,! tZgstch. Verlinev Vollisblnkk. � S Pfennig) vir InseMonz-Lebilh? betrügt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 00 Psg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versninmlungs.Anzeigen M Psg. „kltelne Anrelgcn", das fettgedruckte Wort 20 Psg.(zuläsfig 2 fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlafstellenan- zeigen das erste Wort 10 Psg» jedes wettere Wort b Pfg. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Inserate "it die nächste Nummer müssen bis Uhr nachmittags m der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geäffuet, Delegranun- Adreff« „Sdifcidemckm Rnflo", Zentralorgan der rozialdemokratifchcn Partei Deutfchlands. Redaktion: SW. 08, Linüenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morttzplatz, Slr. 131 Sv— 131 S7. Expedition: SW. 08, Lindenftraße Z. Fernsprecher: Amt Moristplatz, N,. izi so— 131 97. IM UmWU MW sein jklWe Mmm. Der ruMsche Generalftabsbericht. Petersburg, 20. September.(W. T. B.) Die Mitteilung des Großen General st abes von gestern abend besagt: In dem Seengebiet westlich von Dünaburg dauern die hartnäckigen Kämpse an. Heftige Angriffe des Feindes in der Gegend von Jllurt wurden zurückgewiesen und der Feind mit großen Verlusten in seine Schützengräben zurückgeworfen. Nach sehr heftigem Geschützfeuer griff der Feind an und be- setzte das Dorf Siocikli in der Gegend der Eisenbahn westlich von Jlluxt. In der Gegend zwischen den Seen von Schi- tschiry und Orille machte der Feind Sturmangriffe gegen das Dorf Jmbrody. Unsere Verschanzungen wurden zerstört und unsere Abteilungen daraus rückwärts getrieben. Feindliche Kavallerie, welche den Driswiataflnß in der Umgegend des Sees von Bogin(Lac Bogniskoic) zwischen Kupischki und Kosiany zu überschreiten versuchte, wurde zurückgeworfen. Eine feindliche Abteilung versuchte den Bahnhof Molodetfchno zil besetzen, wurde aber gleichfalls zurückgewiesen. In dem Kampfe um das Dorf Solz au der Eisenbahn von N0W0- Wilcisk nach Molodetfchno wurde der Feind aus dem Torfe verdrängt. An verschiedenen Stellen der mittleren Wilija und in der Umgegend von W i l n a gehen deutsche Abteilungen auf das linke Flußufer über. Eine Reihe von feindlichen An- griffen auf unsere Front westlich von dem Bahnabschnitt Btnjakony— Lida wurden mit großen Verlusten für den Feind abgewiesen. Auf dem rechten Lebedaufer einige Gefechte von örtlichem Charakter. An der Szczara entspannen sich an vielen Stllen Kämpfe um einen Flußübergang. Bei Po- retschiie, nördlich von Slonim, zerstörte unsere Artillerie eine feindliche Schiffbrücke, von welcher ein großer Teil sank, Teile der feindlichen Truppen, welche übergesetzt waren, wur- den gefangen genommen. Der Feind, welcher südlich von Slonim bei der Meierei Riszczicza überging, wurde ange- griffen. Wir nutzten die Zwangslage des Feindes, seine Truppen abteilungsweise in den Kampf werfen zu müssen, mit Erfolg aus, und der Feind, welcher das auf dem rechten Flußufer besetzte Gelände festhielt, erlitt empfindliche Ver- lüfte. An der Südstrecke des Qginskykanals wurden Angriffs der Deutschen gegen das Dorf Scholowka zurückgewiesen. In den Bajoncttkämpfen wurde ein Teil der Deutschen erstochem Das Dorf Logifchin in derselben Gegend wurde vom Feinde besetzt. Verschanzte feindliche Stellungen bei Nowoselky, nordöstlich von Polki(Kolki?) wurde in der Front angegriffen und zugleich umgangen. Ter Feind wurde daraus verdrängt. Auf der Verfolgung löschten unsere Truppen den Brand der Brücke über den Styr, welche der Feind angezündet hatte. Ein Teil unserer Streitkräfte umging den sich zurückziehenden Feind von neuem und zwang ibn, sich in einen Wald zu flüchteten. Wir besetzten das Dorf Kolki. Auf der Front westlich des Stubjelflusses und an der Linie Dubno— Krenenec griffen unsere Truppen den Feind an vielen Stellen an und machten feindliche Abteilungen zu Gefangenen, indem sie sich bemühten, von der in den Reihen des Feindes häufig gewordenen Unordnung Nutzen zu ziehen. An der Serethfront dauern Gefechte von örtlichem Cha- rakter in der unmittelbaren Nachbarschaft des Fhlsses fort. Zu bemerken ist, daß ein Zug von uns bei dem Dorfe Dakowltschi am Strumen, südlich von Pinsk, ein deutsches Bataillon bis auf fünfhundert Schritt herankommen ließ und dann ungefähr zwei Kompagnien des Feindes durch Ma- schinengewehrfeuer vernichtete. In der Umgegend von Kolki ereignete sich der Fall, daß unsere Kavallerie Verschanzungen des Feindes mit Drahtverhauen angriff, Maschinengewehre wegnahm und gegen hundert Gefangene machte, selbst aber nur unbedeutende Verluste erlitt. Bei dem Dorfe Kukli, nörd- lich von Kolki, jagte eine russische Schwadron eine öfter- reichische Schwadron in einen Sumpf, machte fünfzig Ge- fangene, nahm die Feldküche und die Bagage fort und zog fünfzig Pferde aus dem Sumpfe, die übrigen kamen um. Nach Aussage österreichischer Gefangener ereigneten sich wäh- rend der letzten Operation Fälle, wo ganze Abteilungen mehrere Tage an einem Platze bleiben mußten, um die Ar- tillerie aus deni Schmutz zu ziehen. Vom Stochow wird ein Fall gemeldet, daß Oestcrreicher sich als Bauern verkleideten, um so den Fluß zu überschreiten und Maschniengewehre in Stellung zu bringen. �rbeiterversammlungen m Petersburg. Kopenhagen, 20. September.(T. U.) Nach der„Rjetsch' wurden in Petersburg in der Vorwoche große Arbeiter- Versammlungen abgehalten, in denen die Bildung einer großen Arbeiterorganisation der Bcrufsvcrbände und Fachvereine beraten ivurde. Die Polizei schritt ein. Aber trotz der Polizei- lichen Aufforderungen, die Versammlungen zu schließen, wurden dieselben kortgesetzt. Die Polizei unterließ die An- Wendung von Gewalt. lelDüBS Des Stögen Mptlieis. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 20. September 1915.«W. T. B.s Westlicher Kriegsschauplatz. Feindliche Schisse, die Wcstcnde uud Middelkerke (südwestlich vou Osteudc) erfolglos beschossen, zogen sich vor unserem Feuer zurück; es wurden Treffer beobachtet. Au der Front keine besonderen Ereignisse. Westlich von St. Quentiu wurde ein englisches Fing- zeug durch einen deutschen Kampfflieger abgeschoffen: der Führer ist tot, der Beobachter gefangen genommen. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Inhalt: Gegen den Zarismus und für die Demokratie Zäsaropapismus und Papsttum Der Bund der Verteuerer Die Kunst während des Krieges Glossen— Vom Tage— Notizen— Briefkasten Jedes Heft 25 Pf. Jährlich M. 6,— Halbjährlich M. 3,— Vierteljährlich M. 1,50 Vorrätig in allen Buchhandlungen u. Kolportagegeschälten, ebenso nehmen alle Postanstalten Bestellungen entgegen General vertrieb für Berlin und Umgegend: Louis Friedrich Abel& Co., KommandantenstraBe 15 Verlag lör Sozialwlssenschaft G.m.b.H., München, Althelmereck 19 5W ■tfSjF Hiermit die traurige Nachricht, daß nach langem, schwerem Leiden mein lieber, guter Mann, unser Sohn, Bruder und Schwager Franz Uhlenhut im 33. Lebensjahre sanst entschlafen ist. Dieses zeigt tiesbetrübt an im Namen der Hinterbliebenen: Ilmini Uhlcnbnt geh Köhler. Spezialarzt f. Haut-, Harn-, Frauenleiden» nerv. Schwäche, Beinkrante jeder Art, Ehrlich Hata< Kuren in u.Co konz. Laborat. s Blut- unleriuchung., Fäden t. Harn usw. Friedrichstr. 81, Slitum Spr. 10— 2, 5— 9, Sonnt. 11— 2. Honorar mäfiig, auch Teilzahi. Tevarates Tamcnzimmer. Dr. Homeyer Danksagung. Sage hiermit allen Verwandten, Freunden und allen Beteiligten, welche unfern teuren Entschlafenen Paul Schmidt zur letzten Ruhe begleiteten, unser» tiesgefühltesten Dank. 7A Die trauernde Witwe Anna Schmidt und Kinder. o Haben Sie 9 empfehle nach Maß passend gearbeitete Stdtzeinlagen sowie Brnchhandagen aller Art, Leibbinden, Stützkorsetts usw., Artikel zur Gesundheiis- u. Krankenpflege.' pvümaaa, Kaudagist, Berlin kl. Lothringer 8tr. 60, Lieferant für Krankenkassen H.& P. Uder. Ilerlin SO. 16, � encycl-Qfcr 5. Tabak-Großhandlung und Tabaktabrik� SV Rauch-, Kan-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer.• Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche be- zu Originalpreitten. kannten Marken S.jJwl w 1» U N Amt Mpl., 30141. Spezialarzt Dr. med. Wockenfnß, Friedrichstr. 125(Oranienb. 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Vielleicht genügen die nachfolgenden Darlegungen zur Selbstbeantwortung der Fragen. Die in den Musterungsausweisen eingetragenen Buchstaben und Zahlen sind Abkürzungen für die Fragen, ob und in welcher Weise der Untersuchte dienstfähig ist. K. heißt kriegsverwendungs- fähig, G.: garnisondienstfähig, 81.: als Arbeiter(Armierungssoldat, Handwerker oder dgl.) verwendungsfähig. Zum Beispiel: L. o. W. A.: als Sandsturm ohne Waffe arbeitsverweirdungsfähig, S. m. 28. G.: Sandsturm mit Waffe garnisondienstfähig. In den Zeichen über das Ergebnis der ärztlichen Untersuchung geben die Buchstaben 8l, B, C, D, E, S, U, Z an, inwieweit die körperlichen Fehler die Dienstfähigkeit beeinträchtigen, die Ziffern, welche Körperteile an Fehlern oder Gebrechen leiden. Die Buchstaben vor den Ziffern bedeuten: ?l: Geringe körperliche Fehler und Gebrechen, die die Fähigkeit zum Dienst mit der Waffe nicht ausschließen. B: Körperliche Fehler und Gebrechen, die zwar den aktiven Dienst mit der Waffe ausschließen, jedoch den aktiven Dienst ohne Waffe oder den Dienst in der Ersatzreserve aber gestatten. C oder Z: Krankheiten und Gebrechen, welche zeitig untaug- lich machen, aber beseitigt oder doch so vermindert werden können, daß vollkommene oder bedingte Tauglichkeit eintritt. D oder S: Krankheiten und Gebrechen, welche den Dienst im stehenden Heere und in der Ersatzreserve verhindern, die Tauglich- keil für den Sandsturm jedoch im allgemeinen nicht ausschließen. E oder U: Krankheiten und Gebrechen, welche zum Dienst im stehenden Heere und in der Ersatzreservc, im allgemeinen auch für den Sandsturm dauernd untauglich machen. Die Zahlen in dem Vermerk auf dem Musterungsschein de- deuten Krankheiten, Fehler oder Gebrechen im allgemeinen oder an den durch die Zahlen hervorgehobenen Körperteilen. 1 bedeutet ..allgemeine Schwächlichkeit". 2„Fettleibigkeit", die Ziffern 3 bis 78 beziehen sich auf folgende Körperteile oder Mängel: 3 Haut, 4 Drüsen, ö Geschwülste, 6 Knochen und Bewegungs- organe, 7 Narben, 8 Entartungen der Muskeln und Sehnen, 9 Krankheiten des Shmphfysteins, des Blutes und der blutbereiten- den Lrganc, lll Blutkrankheit, 11 einfache Harnruhr, 12 Zuckerharn- richr, 13 Gicht, 14 Gelenkrheumatismus, 15 geistige Schwäche, IG Epilepsie, 17 Gehirn- oder Rückenmarkskrankheit, 18 chronische Nervenleiden, 19 Schädelknochen, 20 bis 29 Augen, 30 bis 32 Ohr, 33, 34 Nase, 35 bis 38 Mund, Sippen, Wangen, 39 Kauwerkzeuge, 40 Stammeln, Stottern oder Stummheit, 41 Kropf, 42 Kehlkopf, 43 Speiseröhre, 44 Schiefheit des Halses oder Rumpfes, 45 Wirbel- faule, 46 Brust, 47 Sunge, Brustfell, Atmungsorgane, 48 Asthma. 49 Herz, 50 Mißgestaltung des Beckens, 51 Unterleibsbruch, 52 Unterleibsorgane, 53 Blutaderknoten am After, Mastdarm- fehler, 54 Harnorgane, 55 Krampfaderbruch, 56 Wasserbruch, 57, 53 Geschlechtsorgane, 59 bis 62 Verlust, Krankheit oder Steifheit von Gliedmaßen oder Gelenken, 63 obere Gliedmaßen, 64 Schlüssel» nein oder l'lrm, 65 bis 71 Hand oder Finger, 72 bis 74 Beine, 75 bis 78 Fuß oder Zehen. /tos Hroß-öerlin. die Gaffe. ES ist eine kleine Gasse und eine enge Gasse. Sie liegt wie ein stilles, verlorenes Eiland mitten im brausenden Weltstadtgetriebe. Sie liegt in Berlin, sie könnte aber ebensogut in Khritz an der Knatter liegen. Sie hat ein völlig kleinbürgerliches Gepräge, die Häuser ragen nicht vier Stockwerke hoch, sondern sind niedrig und sehen gedrückt und düster aus. Ihre Hausflure sind finster und muffig, der Hauch eines vergangenen Jahrhunderts weht einem entgegen; die engen, ausgetretenen Treppen knarren bei jedem Tritt und auf den winkligen Korridoren hausen mehr oder weniger ein- trächtig die verschiedensten Parteien. Hier gibt es keine Ab- geschlossenheit; wer abgesondert leben will, darf hier nicht wohnen. Geheimnisse finden sich nicht in diesen alt- ehrwürdigen Behausungen, man wohnt zu dicht beisammen, man kennt sich zu lange. Fast alle Hausen Jahrzehnte in der Gasse, viele sind darin geboren, ihr Leben beschließen die meisten darin. Die Gasse bildet eine kleine Welt für sich, und die Menschen, die sie bevölkern, eine einzige Familie. Am Tage herrscht in der Gasse emsiges Treiben. Die da wohnen, müssen tapfer kämpfen und dem Leben jeden kargen Bissen Brot mit Fleiß und Schweiß abringen. Unten im Erd- geschoß klopft der Schuster im Takt die jetzt ach, so teuren— Sohlen und pfeift mit seinem Kanarienhähnchen um die Wette, daneben schwitzt die Plätterin zwischen Bergen weißer Wäsche und läßt das heiße Eisen mit Getöse auf den Tisch plumpsen, der Tischler gegenüber hobelt und sägt, oben rattern wohl ein Dutzend Nähmaschinen mit flinken Nadeln, Mutter Krause strickt mit 80 Jahren noch feldgraue Wollstrümpfe und betreut dabei ihre Enkelkinder und so hat hier jeder seine Beschäftigung. Die Gasse schafft vom frühen Morgen bis zum Abend. Herüber und hinüber fliegen die Scherzworte oder Mitteilungen, aber die Hände gehen emsig weiter. Erst wenn die letzten Sonnenstrahlen hoch oben die spitzen, alten Giebel vergolden und unten die Dämmerung ihre Schatten webt, wenn des Schusters Kanarienvogel, des Trillerns müde, sein Köpfchen unter den Flügel steckt und vom schwarzen Gebälk der Dächer die scheuen Fledermäuse sich lösen, dann sammelt die Gasse alles Leben der Häuser auf ihrem holperigen Pflaster. An warmen Abenden werden Stühle und Bänke heraus- geschoben. diePfeifenund Strickstrümpfebereitgelegt. einzelne lesen im Zwielicht in der Zeitung und geben ihre eigenen Ansichten zwischendurch in� knappen, oft drastischen Bemerkungen kund und auf dem Fensterbrett sitzt mit herabhängenden Beinen ein junger Bursche und läßt die näselnden Klänge einer Zieh- Harmonika ertönen. Jetzt, da der Krieg tobt, werden die Ereignisse von den Kampfplätzen besprochen. Feldpostbriefe gehen von Hand zu Hand, aus jedem Hause sind ja welche draußen, die hier gelebt und gewebt hatten und die ein Stück, ein lebendiger Teil der Gasse waren. Dann und wann kommt ein Krieger auf Urlaub nach Hause, dann ist er der Gast der Gasse. Ter ganze Winkel nimmt Anteil an seinem Geschick. Am Tage muß er bald da, bald dort einkehren und Plaudern bei Tabak und Kaffee. Abends Ivird er in den Großvaterstuhl, der mit Kissen aus- gelegt ist, gepreßt und muß erzählen. Ilm ihn herum sitzen und stehen die Bewohner der Gasse und lauschen seinen Schilderungen, die schlicht und natürlich gegeben werden und gerade dadurch von packender Wucht und dramatischer Gestaltung werden. Wenn der Abend lau ist. schläft die Gasse so früh nicht ein. Immer enger rücken die Gruppen zusammen, die blonde Weiße schäumt, die Pfeifen glühen, die Stricknadeln verrichten beinahe im Finstern ihr Werk und die Ziehharmonika näselt:„Es liegt eine Leiche im Landwehrkanal.. Erst spät trennt man sich nnt lauten Gutenachtwünschen; die Treppen knarren, an den Haustüren rasseln die Schlüssel, irgendwo begießt jemand seine Blumen, dann wird es stiller und stiller. Fleder- mäuse huschen. Katzen schleichen, sonst aber regt sich nichts. Die Gasse schläft. Herabgesetzte Brot- und Mehlpreise. Der Kreisausschutz für den S a a l k r e s hat jetzt für den Einzel» verkauf von Brot und Mehl durch Bäcker und Mehlhändler folgende Höchstpreise festgesetzt: für ein Brot zu 2 Kilogramm.. 66 Pf. „ ein Weißbrot zu 75 Gramm 5. , 500 Gramm Roggen»»«hl.. 18, „ 500 Gramm Weizenmehl.. 22. Diese Höchstpreise sind mit dem 15. d. Mts. in Kraft getreten. Zulviderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu 1500 M. bestraft. * Eine Ermäßigung der Brot- und Mchlpreisc ist vom 15. Sep- tember d. I. ab in G ö r l i tz erfolgt. Die Höchstpreise, die bisher im Kleinverkauf für Weizenmehl 43 Pf., Roggenmehl 44 Pf.. Brot 36 Pf. pro Kilogramm betrugen, sind jetzt für Mehl auf 45 und 40 Pf., sür Brot auf 30 Pf. pro Kilogramm festgesetzt worden. Mietsschwierigkeiten bei Kriegerfamilien. Unsere Schilderungen der Mietsschwierigkeiten von Krieger- familien haben einem Hausbesitzer veranlaßt, der„Vossischen Zei- tung" folgende Zuschrift zu senden: „Einzelne Kriegerfrauen sind der Ansicht, daß sie während des Krieges überhaupt keine Miete zu bezahlen brauchen. Sie leben von den gewährten Unterstützungen und kümmern sich nicht um Arbeitsgelegenheiten. Auch fehlt es nicht an Krieger- frauen, die ihr Geld dazu verwenden, in Kinos und in die Er- frifchungsräume der Warenhäuser zu laufen, statt an den Haus- wirt Miete zu zahlen. Wenn solche Kriegerfrauen Schwierig- leiten haben, eine neue Wohnung zu finden, weil der neue Haus- wirt nach eingeholter Erkundigung den Abschluß eines Miet- Vertrages mit ihnen ablehnt, so darf man sich darüber nicht wun- der», auch darf man deshalb nicht von allgemeinen Mietsfchwie- rigkeiten der Kriegerfamilien sprechen." Woher der Mann, der das geschrieben hat, weiß, daß Krieger- frauen ihr Geld dazu verwenden, in Kinos und in die Erfrifchungs- räume der Warenhäuser zu laufen, anstatt an den Hauswirt Miete zu zahlen, wird nicht verraten. Er würde auch schwerlich nach- weisen können, wie bei der heutigen Teuerung und bei der kargen Unterstützung das möglich gemacht werden sollte. Aber es ist so vequcm, immer wieder das Märchen von den schlemmenden Krieger- frauen aufzuwärmen. Wer nur einigermaßen rechnen kann, wird sofort die Hohlheit der 8lrgumentation des Schreibers an die „Vossische Zeitung" erkennen. Von einem anderen Gesichtspunkt ist eine Zuschrift diktiert, die uns kürzlich zugegangen ist und die auch versucht, dem Haus- besitzer gerecht zu werden. Es heißt in dem uns zur Veröffent- lichung zugegangenen Schreiben: „Unzweifelhaft muh jeder Billigdenkende einen Hauswirt verstehen, welcher in pekuniärer Beziehung selbst etwas schwach bestellt ist, sofern dieser eine Kriegerfrau mit vier Kindern nicht ins Haus nimmt. Denn nicht die mangelhaften ethischen 8ln- schauungen, die bei solchem Hauswirt vorausgesetzt werden, sind schuld an dem für die Kriegerfrau so traurigen Zustand, son- dern die unzulänglichen Bedingungen, unter denen die Stadt Berlin Mietsunterstützung gewährt. Theoretisch. mag der Ge- danke akzeptabel erscheinen, daß eine Frau mit vier Kindern infolge der größeren Kriegsunterstützungseinnahme weniger Mietszuschuß benötigt, nachdem aber die Kriegsunterstützung «staatliche und städtische zusammengenommen) unzulänglich ist. nicht nur für eine alleinstehende Frau, sondern genau so unzu- reichend auch für eine Mutter mit vier Kindern, ist die Maß- nähme der städtischen Verwaltung in Berlin, die Mietsunter- stützung mit zunehmendem Kinderreichtum zu verkürzen, ganz und gar unberechtigt. So kommt z. B. solche Mutter zu einem Hauswirt, um eine Wohnung im Preise von z. B. 24 M. zu mieten(wohl so unge- fähr das Mindeste, um genügend Platz ffir sich uird ihre Kinder zu finden), da rechnet der Wirt wie folgt: Miete... 24.— M. 25 Proz. Nachlaßgewäbrung, sonst zahlt die Stadt keinen Mietszuschuß, das sind........... 6 M. der Mietszuschuß bei 4 Kindern ist. �. 10,—„— 16,— M. so daß für die Frau noch zu zahlen bleiben[.. 8,— M. Eine Frau mit vier Kindern kann kaum noch nebenbei arbeiten, um etwas zu verdienen, jedenfalls mutz sie dies aber bei den heutigen Sebensmittelpreisen, da mit 84 M. bei fünf Köpfen nur schwer durchzukommen ist, und so wird der ganze Wochenvevdienft gerade so viel betragen, als zum Bezahlen der Seibesnahrung und Kleidung noch benötigt wird. So sagt sich derjenige Wirt, welcher, wenn er ein reicher Mann wäre, mit 10 M. Miete zufrieden sein würde, da aber die Mehrzahl der Vermieter heut recht zu kämpfen hat. nicht zuletzt infolge der Wirkungen der Kriegsverhältnisse, folgert der hier gedachte Eigen- tümer, daß es für ihn ratsamer ist, auf die 10 M. Gesamt- einnähme zu verzichten, weil sämtliche Abgaben mehr betragen als 10 M. pro Wohnung, abgesehen von der Abnutzung der Räume. Und gerade jetzt sowohl als auch in der nächsten Zeit sind die Reparaturkosten besonders hoch. Also: Es hört sich ja nicht schön an. wenn ein Hauswirt solche Kriegerfrau mit vier Kindern nicht aufnimmt, aber Idealen nachzuleben, ist ein Suxus, den sich eben auch nur der Bemittelte erlauben darf. Im vorliegenden Falle kann nur die Stadtverwaltung helfen, indem sie mindestens 50 Proz. Mietszuschuß in allen Fällen gewährt. Mit dem Mietsnachlaß des Hauswirts ist das noch eine andere Frage, aber zweifellos wird ein kluger Vermieter so mancher Mieteriii durch Gewährung eines entsprechenden Nach- lasses die Möglichkeit geben, durch Zahlung der somit verkürzten Differenz später nneinbringliche Schulden nicht anhäufen zu brauchen; zu des Vermieters und der Mieterin Vorteil." Wir können dem vorstehend Gesagten nicht in allem zustimmen. aber es enthält doch eine andere Würdigung der Mietsschwierig- keiten als die an die„Vossische Zeitung" gerichtete Zuschrift. Fest- gehalten muß aber werden, daß es eine Pflicht der Gemeinde ist, diese Mietsschwierigkeiten von Kriegerfrauen durch die Einrichtung eines Wohnungsnachweises eventuell durch Wohnungsbeschaffunz in der Stadt gehörigen Gebäuden zu beheben. Erweiterung der Reinickendorf— Liebenwalder Bahn. Der Reinickendorf— Liebenwalde— Groß-Schönebecker Eisen- bahn-Aktiengesellschaft in Berlin ist. wie der gestern erschienene „Reichsanzeiger" mitteilt, die Erlaubnis zu allgemeinen Vorarbeiten für eine vollspurige Erweiterungsstrecke ihres Unter- nehniens vom Bahnhof Reinickendorf— Rosenthal bis zur Weichbildgrenze von Berlin unter Heranführung an die hier endigende, im Bau befindliche Untergrundbahn Gesundbrunnen- Neukölln erteilt worden._ Bo» einem Einbrecher angeschossen. In der Nacht zu Dkontag hörte der 19 Jahre alte Sohn Erwin der Arbeiter Weinspachsckien Eheleute vom Kottbuser Damm 98, als er in die ohne Aufsicht gelassene elterliche Wohnung zurückkehrte, plötzlich hinter der Stubentür etwas rascheln. Beim Umdrehen be- merkte er einen Einbrecher, der sich hinter der Tür versteckt hatte und jetzt entfliehen wollte. Um den jungen Mann an der Verfolgung zu hindern, gab der Verbrecher sofort einen Revolverschuß auf ihn ab und traf ihn oberhalb des Knies in das rechte Bein. Der Ge- troffene rief Hausgenossen herbei, die das Grundstück absuchten, von dem Einbrecher aber keine Spur fanden. Der Verletzte konnte in der Wohnung bleiben. Stadtverordneter Bankier Rudolf George ist nach längerer Krank- heit gestern gestorben. Er verlrat den vierten Wahlbezirk in der ersten Abteilung und war 23 Jahre Mitglied der Versammlung und der Freien Fraktion.__ Die Mädchenhandclsschulcn der Korporation der Berliner Kaufmann- schaff, Weinmeisterstr. 16/17, Wilhelmshavener Str. 2/5, Schöneberg. Feurigstr. 57, beginnen am 7. Oktober ihr Winterhalbjahr. Die Schulen wollen Frauen und Mädchen, die den kaufmännischen Beruf zu ergreifen beabsichtigen, Gelegenheit zu einer gründlichen theo- retischen Ausbildung geben. In den Seletten der Schulen werden Llbsolventinnen höherer Mädchenschulen für den Beruf vorbereitet. Um auch den schon tätigen kaufmännischen Slngestellten Gelegenheit zur Weiterbildung zu geben, sind Fortbildungskurse eingerichtet worden. Auf die Schreibmaschineuschulen und die neuerdings ein- gerichteten Verkäuferinnenkurse sei noch besonders hingewiesen. Der Beiuch der Mädchenhandelsschulen der Korporation der Kauf- Mannschaft befreit vom dreijährigen Pflichtschulbesuch. Weitere Aus- kiinft wird erteilt in den Schulen und im Slmtszimmer des Direktors, Börse, Burgstr. 25 II, zwischen 9—3 Uhr. Kleine Nachrichten. In einem Anfall von Geistesgeslörtheit hat sich der 24 Jahre alte Militärinvaltde Willi Jgelhorst aus der Tilfiter Straße 70 das Leben genommen.— Eine teure Bierreise machte am Sonnabendabend ein Kaufmann aus einem Vororte. Sie endete damit, daß ihm ei» Mädchen, mit dem er in der Großen -Frankfurter Straße gezecht Halle, in einem Gasthof in der Gollnow- straße die Briestasche mit 3900 Mark stahl.— Auf einen Kriegsschwindler in feldgrauer Uniform fahnden die Polizeibehörden Groß- Berlins. Der Schwindler macht sich an Schüler mit Fahrrädern heran. verwickelt sie in ein Gespräch und lenkt dabei das Gespräch auf das Radfahren. Seine Bitte, die Maschine einmal benutzen zu dürfen, da er seil seiner Einberufung vor einem Jahre nichts mehr Rad gefahren sei, wird dann ohne weiteres gewährt. Sobald sich der falsche Feldgraue auf die Maschine ge- schwungen hat. fährt er davon, um nicht mehr zurückzukehren. Auf diese Weise hat der Schwindler an einem Tage nicht weniger als sechs Maschinen erbeutet. Der Fahrradmarder ist etwa 25— 30 Jahre alt, mittelgroß, hat blondes Haar, kurzgeschnittenen Schnurrbart. Er trägt feldgraue Jnfanterieuniform, auf der Brust das Eiserne Kreuz am fchwarz-weißen Bande und eine Extramütze. Kinderschutzkommission. Nicdcrbarnim. Heute abend 3'/z Uhr bei Blume. Boxhagener Chaust'ee, Sitzung der Kinderschutzkommission für Niederbarnim. Genossin D e in m n i n g referiert über: Der Einfluß des Krieges auf das Kind. Soziales. Zu hohe Konventionalstrafe. In dem im Kronprinzenzelt konzertierenden Damenorchester der K a p e l l m e i ft e r i n H e i n k o w war eine Geigerin be- fchäftigt gegen ein Monatsgehalt von 75 M., welches später auf 90 M. erhöht wurde. In dem Anstellungsvertrage war sür den Fall des Vertragsbruchs— als solcher wird auch das Ausbleiben ohne Erlaubnis bezeichnet— eine Konventionalstrafe von 75 M. festgesetzt. Als der Mann der Geigerin, der seit Beginn des Krieges im Felde steht, auf Urlaub nach Hause kam, ersuchte sie die Kapell- Meisterin um einen Tag Urlaub. Frau Heinkow meinte darauf, sie würde den Urlaub gern gewähren, aber wenn sie es täte, würde der Wirt des Lokals die Kündigung der Geigerin verlangen. Nach dieser Unterredung blieb die Geigerin ohne Urlaub weg, und zwar nicht nur einen Tag, sondern auch die folgenden Tage. Denn sie sagte sich, ihre Kündigung habe sie so wie so zu erwarten, also würde es auf ein paar Tage mehr oder weniger nicht ankommen. Die An- Wesenheit ibres aus dem Felde beurlaubten Mannes, meinte die Geigerin, würde Grund genug sein, um sie vor einer kündigungs- losen Entlassung zu schützen. Doch darin hatte sie sich geirrt. Die Geigerin wurde nicht nur entlasse», sondern die Kapellmeisterin be- hielt auch den verdienten Lohn in Höbe von 12 M. zurück und verlangte Zahlung der Konventionalstrafe von 7 5 Mark sowie Ersatz der durch Beschaffung einer Vertretung e n t ft a n d e» e n K o st e n. Diese Forde- rung machte die Kapeliineisterin in einer Klage bei der Kammer 6 des Gelverbegerichts geltend. Das Gericht verurteilte die beklagte Geigerin, an die Klägerin eine Mark zu zahlen. Hierdurch uud durch den ein- behaltenen Lohn sei der Schaden gedeckt, den die Klägerin tatsächlich gehabt habe. Mit der Mehrforderung wurde die Klägerin ab- gewiesen und das Urteil dahin begründet: Die Beklagte habe Kontra kl brucb verübt, indem sie ohne Urlaub mehrere Tage kort- blieb. Der für Erlegung einer Konventionalstrafe vorgesehene Fall sei also gegeben. Aber eine Strafe von 75 M. würde außer jedem Verhältnis zu dem der Klägerin enlstandenen Schaden stehen. Konventionalstrafen seien nur eine im voraus erfolgte Festsetzung des Schadens. Sie könnten nicht den Zweck haben, einer Vertrags- Partei Gewinn auS dem Vertragsbruch der anderen Partei zu va- schaffen. ObNgatkonSimle�e der Großemkaufsgesellschaft. �Die Grotzeinkaufsgesellschaft deutscher Konsumvereine mit be-> schränkler Hastung, Hamburg, gibt einen Prospekt über eine fünf- prozentige Obligationsanleihe im Betrage bis zu 5 Millionen Mark, rückzahlbar ab 1922, heraus. Die Obligationsanleihe soll zur Er- böhung der Betriebsmittel der Gros;eiiikaufsgesellschaft dienen. Die Anleihe ist eingeteilt in Schuldverschreibungen von 100, 500, 1000 und 5000 M._ Beitreibung nach 30 Jahren. Einen Einblick in das gefährliche Treiben des Aufkaufs dou Forderungen und von Jnkassoburcaus geivährte eine Verhandlung vor dem Kaufmannsgericht, wo die Kohlen- firma Paul Dorf gegen das Jnkassobureau von Paul Strasdas klagte. Gegen einen bei der Kohlenfirma beschäftigten Handlungsgehilfen war bei der Firma ein gerichtlicher Pfändungs- und Ueberweisungs- beschluß rücksichtlich des Gehalts seitens des Jnkassobureaus Strasdas ergangen. Die Kohlenfirma überzeugte sich, daß es mit der Forde- rung des Jnkassoburcaus folgende eigenartige Bewandtnis hatte. Ihr Handlungsgehilfe war noch nicht 32 Jahre alt. Vor 30 Jahren war sein Vater verstorben. Die Hinterlassenschaft war an sich oder infolge falschen Umgchens des Vormundes des 2 Jahre alten Kindes überschuldet. Forderungen gegen die verschuldete Erbschaft hatte die gewerbsmäßig uneinziehbare Forderungen einkaufende Firma an sich gebracht. Der großjährig Gewordene unterließ aus Rechts- und Sach- Unkenntnis'die Ausschlagung der Erblchaft. Nun ging eine Hetze gegen ihn auf Grund vor jetzt 30 Jahren ergangener Urteile los. Der junge Mann halte schließlich bei der Kohlenfirma eine Stellung mit einem unpfändbaren, weil 1500M. nicht übersteigenden Gehalt inne. Aber auch da verfolgte ihn das Jnkassobureau. Die Kohlenfirma nahm sich ihres Gehilfen energisch an, dem auf Grund eines vor 80 Jahren gegen die Erbschaft ergangenen Urteils das Gehalt ge- kürzt werden sollte. Nach acht Terminen nahm das Jnkassobureau seine Klage gegen die Firma zurück. Nun klagte die Kohlenfirma 9 SR Vertretungskosten ein, um ein kleines Exempel gegen solche Belöstiger aus � vor Jahrzehnten erlassenen Urteilen zu statuieren. Das Jnkassobureau Strasdas wurde vom Kaufmamis- gericht antragsmäßig verurteilt. Verlustlisten. Gerichtszeitung. Genossenschaft deutscher Tonseher vor dem Reichsgericht. Ein Rechtsstreit um die Nichtigkeit derBerechtigungs Verträge der Genossenschaft deutscher Ton s e tz e r, eine Frage, die für die ganze Organisation der Genossenschaft von einschneidender Bedeutung ist, hat am Sonnabend, den 18. September, den Ersten Zivilsenat des Reichsgerichts beschäftigt. Die erwähnte Genossenschaft ist im Rechtsstreit vor dem Reichsgericht unterlegen. Sie hatte bei ihrer Gründung die Aufgabe übernommen, den durch die neue Urhebergesetzgcbung geschaffenen musikalischen Auf- führungsschutz auf sozialer Grundlage zu verfolgen. Sie hat ihr Werk im Jahre 1903 begonnen und die Amfa sAnstalt für musi- kalischeS Aufführungsrechts gegründet, die mit den Tonsetzern und Verlegern einerseiis und mit den Unternehmern der Musik aufführungen andererseits Berechtigungsverträge abschließt. Diese Verträge sind von fünf zu fünf Jahren kündbar, doch wird gemäß Z 9 Absatz 2 der Verträge durch die Kündigung das Rechtsverhältnis zwischen der Anstalt und den Bezugsberechtigten bezüglich der bis zur Kündigung übertragenen AufführungsrcckUe n i ch r berührt. Das musikalische Aufsührungsrecht sollte also für alle Zeit— das ist die Hauptursache allen Streits— bei der Amfa bleiben, die nach Abzug von 10 Prozent des Reingewinns für die Unterstützungskasse der deutschen Tonsetzer die übrigen 90 Prozent so verteilt, daß ein Viertel die Verleger und drei Viertel die bezugsberechtigten Kom- ponisten erhalten. Die Verteilung des Reingewinnanteils unter die Komponisten erfolgt auf Grund einer Staffel, die es beim Eintreffen aller nötigen Voraussetzungen ernivglicht, jedes Stück dem Werte und der Anzahl der Aufführungen entsprechend zu punktieren und zu honorieren. Diese Einteilung, besonders aber die Bestimmung des ß 9, daß das Ausführungsrecht der eingebrachten Sachen auch nach erfolgtem Rücktritt bei der Amfa bleiben sollte, behagte schon von Anfang an nicht der Leipziger Verlegergruppe, die sich aber im Jahre 1907 doch zum Anschluß hat bestimmen lassen. Zu Unstimmigkeiten zwischen Verlegern und der Genossen- schaft gab weiter die strenge Unterordnung aller Be- zugsberechtigten unter den Vorstand Veranlassung, der aus 6 Komponisten, 6 Verlegern und 3 Textdichtern bestand und dikta- torische Rechte ausüben konnte. Als dann den Urhebern auch ein Schutzrecht an mechanisch-musikalischen Vervielfältigungen zuge- sprochen worden war und die Genossenschaft deutscher Tonjetzer diesen musikalischen Urheberschutz auszubielen begann, kam der Stein ins Rollen. Eine Anzahl Verleger, die Leipziger Gruppe, der sich auch andere namhafte Firmen wie Bote u. Bock, Ahn u. Sim- rock, Vieweg angeschlossen hatten, erklärte ihren Rücktritt vom Vertrage, aber ohne auf die Rechte an den bisher eingebrachten Werken verzichten� zu wollen. Sie führen aus. daß der Vertrag wegen der auf alle Ewigkeit gerichteten Erwerbung der Aufführungsrechte unsittlich und deshalb nichtig sei, daß aber auch ein wichtiger Grund vorliege, weil es der Genossenschaft nicht möglich gewesen sei. eine Betriebs- ordnung zu schaffen und einen Betriebsdirektor zu wählen, der das allgemeine Vertrauen aller Bezugsberechtigten genießen sollte. Die wegen dieses Rücktritts von der Genossenschaft deutscher Tons etzer gegen die Firma Bote u. B o ck und gegen 51 andere Verleger erhobene Feststellungsklage, daß die Be- klagten auf Grund ihres Rücktritts kein Ausführungsrecht an den in die Amfa eingebrachten Werken haben und sich dieses Rechtes auch nicht berühmen dürfen, ist vom Landgericht und vom Kammer- gericht zu Berlin abgewiesen worden, während der Widerklage der Beklagten, die auf völlige Freiheit von denVer- trägen abzielt, stattgegeben worden ist. Ebenso hat nun das Reichsgericht entschieden und ausgeführt: Der ganze Streit dreht sich' darum, ob die Zurücktretenden, die Aufführungsrechte ein- gebracht haben, nach ihrem Rücktritt wieder frei darüber verfügen können. Das Reichsgericht hat die Bestimmung der Berechtigungs- Verträge, wonach alle Aufführungsrechte für alle Zeit bei der Ge- nossenschast verbleiben sollen, nicht billigen können, weil eine solche Bestimmung mit dem Gesetz nicht vereinbar ist. Aus diesem Grunde mußte, da der Rücktritt vom Vertrage nicht widersprochen werden kann, die Klage abgewiesen und der Widerklage stattgegeben werden._ Eingegangene Druckschristen. Abplanalpö Rumpfturnen in Rückenlage. 2,20 M. A. Francke Bern.— Die Verlustliste Nr. 332 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Infanterie usw.: Garde: 3. und 5. Garde-Regiment z. F-l Garde-Gren.-Rcgimenter Alexander und Elisabeth; Garde-Füs.- Reg.; Garde-Jäger- und�Garde-Res.-Jäger-Bataillon; Garde- Schützen- und Garde-Res.-Schützen-Bataillon. Gren.- bzw. Inf.- bez. Füs.-Regimenter Nr. 1, 2, 4, 13 ff. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 16), 17 ff. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 17), 18(f. Jnf.-Reg. Nr. 341), 20, 26, 27, 28, 30, 34, 39(f. Jnf.-Reg. Nr. 17), 41, 42, 43(f. Feldfliegertruppe), 49 51, 52 ss. Jnf.-Reg. Nr. 17), 53, 54, 55 ff. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 16), 58, 59, 63, 67. 73, 75, 77, 78, 80, 84, 85, 86, 89, 90. 93, 94, 97 ss. auch Res.-Jnf.-Reg. Nr. 17). 98, 110, 113, 114, 115, 116, 118, 129, 137 ss. Jnf.-Reg. Nr. 17), 142, 143, 145, 147 bis einschl. 152, 154 bis einschl. 161, 164, 165, 166, 168, 169, 176, 329, 330, 331, 334, 341, 352, 357, 361, 369, 375. Res.-Jnf.-Regimenter Sllr. 1, 3, 5, 7, 8, 9, 11, 16, 17, 24, 27, 28. 29, 30, 35, 36, 39, 55, 59, 66, 67, 68, 69, 71, 72, 74, 79, 82, 83, 84, 87, 90, 91, 109, 110, III, 116, 118, 209 bis einschl. 216(f. Schwere Minenwerfer-Abt. Nr. 39), 268. Ers.-Jnf.-Regimenter Nr. 1 ss. Jnf.-Reg. Nr. 329), 7 ss. Jnf.-Reg. Nr. 352), 29. Bott ss. Jnf.-Reg. Nr. 331), Keller ss. Jnf.-Reg. Nr. 375). Nes.-Ers-Jnf-Reg. Nr. 2. Landw.-Jnsi. Regimenter Nr. 2, 4, 7, 9, 10, 18, 23. 27, 29, 31. 37, 39, 46. 49, 51, 52 ss. Jnf.-Reg. Nr. 334), 53, 71, 72. 74, 75, 85 ss. Ref.- Jnf.-Reg/ Nr. 79), 87, 99, 116, 350. Landw.-Ers.-Jnf.-Regimenter Nr. 2, 5 ss. Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 350). Landst.-Jnf.-Regimenter Nr. 7 und 8. Brig.-Ers.-Bataillone Nr. 16 ss. Jnf.-Reg. Nr. 361)), 58, 82, 84 salle drei s. Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 29). Landw.-Brigade- Ers.-Bataillon Nr. 13 ss. Landw.-Ers.-Jnf.-Reg. Nr. 2). Landst.- Jnf.-Bataillone: I Königsberg, Marienburg, III Münster, Rasten- bürg. Landst.-Jnf.-Ers.-iVataillone: 3. Karlsruhe, Mainz, 4. Saar- brücken, 4. Saarlouis, 2. des 20. Armeekorps. Landft.-Jnf.-Aus bildungs-Bot. Nr. 2 des 16. Armeekorps. Etappen-Hilfs-Kompagnien Nr. 25 und 26. Etappen-Sammel-Komp. Nr. 11. Jäger-Bataillone Nr. 1, 2, 5, 7, 9, 14; Res.-Bat. Nr. 6. Maschinengew.-Abt. Nr. 2; Feld-Maschinengew.-Züge Nr. 109 ss. Res.-Jnf.-Reg. Nr. 39), 191 ss. Jnf.-Reg. Nr. 150). Kavallerie: Res.-Garde-Ulanen; Kürassiere Nr. 5 und 7; Dra- goner Nr. 1, 2, 4, 5, 12, 16, 23; Husaren Nr. 6, 11, 12, 13; Ref.- Ulanen Nr. 5; Jäger zu Pferde Nr. 7 und 10. Feldartillerie: 7. Garde-Regiment; Regimenter Nr. 5, 10, 23 ss. Res.-Feldart.-Reg. Nr. 50), 31, 42, 51, 56(f. Res.-Feldart.-Reg. Nr. 50). 57, 59. 61, 66, 73, 74, 80, 86. 90, 99. 108, 205, 213, 217; Res.-Regimenter Nr. 14, 21, 46, 50, 59, 61, 64, 65, 70. Futzartillerie: Garde-Reg. ss. Futzart.-Batt. Nr. 364); Re gimenter Nr. 1, 9, 13, 14, 16, 20; Res.-Regimenter Nr. 5, 6, 8, 14, 17, 18; Landw.-Reg. Nr. 11; Landw.-Bat. Nr. 20 ss. Futzart.- Batt. Nr. 359); Batterien Nr. 115, 118, 223, 240, 326, 359. 364. Pioniere: I. Garde-Bataillon; Regimenter Nr. 20, 25, 29; Bataillone: II Nr. 10, I. Nr. 16, I. Nr. 26; Res.-Bat. Nr. 33; Komp. Nr. 308; Res.-Kompagnien Nr. 52, 55, 88; Abteilung der 5. Kav.-Div. Schwere Minenwerfer-Abteilungen Nr. 37 und 39. Verkehrstruppen: Landw.-Eisenbahnbau-Komp. Nr. 1. Feld fliegertruppe. Etappen-Kraftwagenkolonne Nr. 78. Train: Train-Abteilungen Nr. 6 und 9. Staffelstäbe Nr. 145 und 398. Fuhrparkkolonne Nr. 30 der 103. Jnf.-Div.; Magazin- Fuhrparkkolonne Nr. 87 der Njemen-Armee, Nr. 4 der Armee- Gruppe Woyrsch, Nr. 54 des 9. Armeekorps, Nr. 58 der Etappe Gallwitz; Etappen-Fuhrparkkolonne Nr. 3 der Bug-Armee. Munitionskolonnen: Jnf.-Munitionskolonne Nr. 4 des 4. und Nr. 1 des 10. Armeekorps; Art.-Munitionskolonne Nr. 1 der 107. Inf.- Div.; Fußart.-Munitionskolonne Nr. 3 ss. Schwere Minen- werfer-Abt. Nr. 39). Sanitäts-Formationen: Feldlazarett Nr. 9 des 8. Armeekorps und Nr. 2 der 107. Jnf.-Div.; Res.-Feldlazarett Nr. 114. Armierungs-Bataillone und Straßenbau-Kompagnien. Artilleriedepot Straßburg i. E. ** * Die Liste Nr. 3 der aus Frankreich zurückgekehrten preußischen Austauschgefangenen sSanitäts-Personal) wird ver- öffentlicht. Der Schluß der sächsischen Verlustliste Nr. 195, deren Inhalt am Sonntag mitgeteilt wurde, wird veröffentlicht. Die sächsische Verlustliste Nr. 196 enthält Verluste der Ins.- Regimenter Nr. 177, 178, 181, 182, 183; Res.-Jnf.-Regimenter Nr. 100, 133, 242; Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 101, 104, 133; Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 19; Landst.-Bataillone: Zittau sXII. 7), Chemnitz sXIX. 12); Landst.-Ers.-Bataillone: 12. Armeekorps sXII. 11), XII. 13); Ers.-Bataillon: Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 101; Maschinengew.-Zug Nr. 134; Feld-Maschinengew.-Zug Nr. 69; Feldart.-Regimenter Nr. 12, 28, 32, 48, 64, 68, 77, 78, 245; Res.- Feldart.-Regimenter Nr. 23, 24, 40, 53, 54; Ers.-Abt. des Feldart.- Reg. Nr. 48; Landst.-.Batterien des 12. und 19. Armeekorps. Die württembergische Verlustliste Nr. 268 bringt Ver- luste der Landw.-Jnf.-Regimenter Nr. 122, 123; Jnf.-Reg. Nr. 126; Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 126; 1., 2. und 3. Feld-Pionier-Komp.; Landw.-Pion.-Komp.; Berichtigungen früherer Verlustlisten. jflus aller Welt. Gegen die„Wahrsager". Die„geheimnisvolle" Kunst des Wahrsagens hat in der Kriegs. zeit sich zur höchsten Blüte entwickelt. Denn noch immer gibt es leider einfältige Menschen, besonders Frauen, die glauben ihr Schicksal aus Kaffeesatz oder Eidotter deuten lassen zu können. Erfreulicherweise greifen hier und da die Behörden energisch ein, um die Armen im Geiste nicht nur vor materiellem, sondern oft auch seelischem Schaden zu bewahren. Einer in Neuß wohnenden Phrenologin war eine Verfügung des Oberbürgermeisters zugestellt worden, wonach ihr jedes g e- werbs mähige Wahrsagen sowie jede Ankündigung des Wahrsagens bei Androhung von Strafe für den Einzelfall ver- boten wurde. Der Bezirksausschuß in Düsseldorf hat nunmehr die hiergegen anhängig gemachte Klage abschlägig beschieden. Der Ausschutz war in Uebereinstimmung mit dem Oberverwaltungs- gericht der Ueberzeugung, daß das gewerbsmäßige Wahrsagen ein grober Unfug sei, geeignet, dem Aberglauben Vorschub zu leisten, die guten Sitten zu gefährden und der ärmeren Bevölke- rung für wertlose Enthüllungen der Zukunft das Geld aus der Tasche zu locken. Die Polizeiverfügung bestehe deshalb vollkommen zu Recht. So wie in Neuß sollte überall vorgegangen werden. Es ist tiefbeschämend, daß selbst in Großstädten dem Publikum noch jene kleinen Reklamezettel in die Hand gedrückt werden können, auf denen so eine moderne Pythia einladet, sich von ihr die Zukunft voraus- sagen zu lassen. Aus Seenot gerettet. Eine wackere Tat wurde von der Mannschaft des Fährschiffes„Friedrich Franz", das mit Gütern nach Gjedser unterwegs war, und von Warnemünder Lotsen am Sonnabend früh vor Warnemünde ausgeführt. Der schwedische Gaffelschoner„Silverig", mit Salz von Lübeck nach Schweden unterwegs, war in der stürmischen See vollständig hilflos geworden. Brecher rollten fortwährend über das Schiff hinweg, dessen Takelage zum Teil über Bord gegangen war, so daß die Mannschaft den Untergang vor Augen hatte. Trotz der schweren See näherte sich das Fährschiff dem Schoner und setzte das Rettungsboot aus, das zwei Mann der Besatzung übernahm. Ter Steuermann wollte das Schiff zunächst nicht verlassen, weil der Kapitän krank in der Kabine lag. Nachdem das Rettungsboot wieder umgekehrt war, wollte der Steuermann doch auch geborgen werden. Alle unter höchster Gefahr unternommenen Versuch«. wieder an den Schoner heranzukommen, blieben jetzt aber ver- geblich, so daß schließlich der Kapitän der Fähre das Boot anwies Kurs nach Warnemünde zu nehmen. Auch die Fähre kehrte um, damit für die beiden noch an Bord befindlichen Leute Rettung herbeigerufen werden konnte. Oberlotse Borg Wardt und ver- schiedene Lotsen erklärten sich bereit, mit ihrem Boot in See zu gehen. Den mutigen Leuten gelang auch das schwere Rettungs- werk. In zweistündigem Kampfe mit der See konnten sie die beiden Leute von dem Schoner holen, der bereits zwei Fuß Wasser im Räume zeigte. Der Schoner trieb weiter und strandete schließ- lich bei Neuhaus. Ein furchtbares Verbrechen wurde, wie der„Bote a. d. Riesen- gebirge" meldet, auf dem Vorwerk Neuhof bei Gabersdorf im Kreise Glatz durch eine Frau verübt. Diese erstickte ihr erst einige Wochen altes Kind, um es zu beseitigen. ehe der Mann zurückkehrte. Der einzige Zeuge des Verbrechens war ihr anderer Sohn, ein acht Jahre altes Kind. Um auch diesen Zeugen zu beseitigen, beschloß die Rabenmutter, das Kind zu ermorden. Sie ging mit dem Knaben nach dem Walde am Roten Skrg und tötete dort das Kind durch zahl- reiche Messerstiche. Der furchtbar verstümmelte Leichnam des Knaben wurde noch am selben Tage aufgefunden und � die bestialische Mutter verhaftet. Es handelt sich um eine galizische Dominialarbeiterin D u m c z e k, deren Mann in Oesterreich zum Heeresdienst einberufen ist. parteiveranftaltungen. 4. Kreis. Jugendsektion. Am Mittwoch, den 22. September, abends 81/, Uhr. findet in den Andrcas-Festsälen, Andreasstr. 21, eine Ver- lammlung der jungen Mitglieder des Wahlvcreins im Alter von 18 bis 21 Jahren statt. Tagesordnung: 1. Dritter Vortrag des Genossen Peters über: Die materialistische Gcschichtsaussassung. 2. Diskussion. Sriefkasten üer Reüaktion. Die luristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr.& IT. Hos rechts, parterre, am Montag bis Freitag von t bis 7 Ugr, am Sonnabend von ü bis K Uhr statt. Jeder für den B r i e s I mst e n bestimmten Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Ansragen, denen keine AbonnementSauittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Lerträge, Schriftstücke und derglrichen bringe man in die Sprechstunde mit. M. S7. Wenn der Austritt aus der Landeskirche an dem von Ihnen ange- gebcnen Tage bereits vor dem Amtsgericht erfolgt ist, brauchen Sie sür 1915 keine Kirchensteuer mehr zu zahlen.— Torgau Nr. 11. 1. Ja. Beide Bezeichnungen gibt es nicht, sie können nicht richtig wiedergegeben sei».— F. K. 100. Ob jemand aus dem Felde zurückkommt oder nicht, ist un- erblich. Die erhöhte Löhnung mutz für alle Lazarettiranken gezahlt werden. — P. W. Lcuentin. Die erhöhte Löbnung soll vom 1. September rück- wirkend gezahlt werden.— SB. K. 86. Als Deutsch er Kaiser bekommt Wilhelm il. nichts. Als König von Preußen bezieht er eine so- genannte Zivilliste, die bis zum Jahre 1910 15 719 290 M. betrug. Im Jahre 1910 wurde die Zivilliste um 2 Millionen Mark erhöht, wozu noch l1/, Millionen Mar! Beihilfe zur Entlastung der Kronkasse kamen. Im ganzen beträgt also jetzt die Zivilliste 19 2l9 296 Marl. — Reklame 17. Es würde sich cmvfchlen, ein ärztliches Attest bei der Stellung mit vorzulegen. Die Entscheidung aber liegt beim Militärarzt. Nach Ihrer Darstellung aber besteht doch kaum die Aussicht, datz Sie sür dienstfähig erachtet werden.— L. B. 85. Sie müssen beim zuständigen Amtsgericht Antrag aus Austritt aus der Kirche stellen.— K. R. 207. 1. Zur Ablieferung sind Sie nicht verpflichtet. Die Anmeldung hat erst an dem von der Gemeindebehörde zu bestimmenden Tage zu erfolgen. 2. Das können wir nicht mit Bestimmtheit sagen, wahrscheinlich aber nicht.— E. M. 654%. Da der Vertrag aus Ihren Namen geht, hasten Sie allein sür den Vertrag. Sie könnten also mit dem Hauswirt nur eine Einigung erzielen, wonach er Sie vom Vertrage entbindet. — F. H» 23/24. 1. Ja. 2. Auch bei teitweiscr Invalidität. 3. Ja. 4. Der Verdienst dat leinen Einfluß auf die Militärinvalidenrente. 5. Nein.— E. W. 293. 1. Wenden Sie sich an irgendeinen Photographen. 2. Land« slurmpflichtig; Krankheiten der Unterlcibsorgane und d-r Harnorgane. — S.(£. 38. Die Reklamation erscheint wenig ausstchtsvoll. Sie wäre vor der Musterung an den Zivilvorsitzenden der Ersatzlommission zu richten.— Otto B. 1876. Die Buchstaben sind von Ihnen jedcnjalls nicht richtig wiedergegeben. Sie bedeuten: Landsturm ohne Waffe, Arbeits- soldat.— 30. O. S. Sie müssen sich melden.— 91. W., Neukölln 100. Kriegsverwendungssähig.— Kottbus. Krankheit des Ohres.— R. B. 16. Wenden Sie sich an die Gcsundheitspolizci, Berliner Polizeipräsidium.— <£. B. 54. Sie müssen sich unter Einreichung.Ihres Unterstützungsscheines und eines Ausweises, datz Ihr Mann sich im Lazarett befindet(also etwa eines Brieses von Ihrem Manne) an die Eisenbahndirektion wenden.— L. R. 69. Dienstuntauglich, herzkrank.—£>. I. 88. Das Testament ist in der Form rechtsgültig.— Z. Z. 979 964. 1. An die Bataillonskassc. 2. Ja.— C. A. S. 98. Ja. Auskunft erhalten Sie am besten im Kriegsministevüim.— Schneider 1000. Strafe und Fürsorgeerziehung ersoigt dafür nicht. Sie werden höchstens die Unkosten zahlen müssen. SWetterauSsichten für daS mittlere Norddeutschlan» bis Dienstagmittag. Vielfach heiter, aber noch veränderlich und im Osten vielfach leichte Regenschauer; am Tage kühl, in der Nacht stellenweise, besonders im Westen, leichter Frost. ZcliiaciitörgöMlis» werden noch verlangt vom Arbeits- »achtvcis des Zentralverbandes der Fleischer, Elisabethstr. 11 II. Meldung von 8'/z— 12 und 5—8 Uhr. 30 Zlkien SkWen - Die- Wochenschrift für Arbeiterfamilien Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. f. Geschlechtskrankheiten, Harnleiden, Schwäche, Ehrlich-Hata-Kuren, Blut- _ und Harn-Untersuchungen. DrT med. Karl Reinhardt. Institute: Dfiniand- /\A Zwischen Dresdener und Innenstrabe. O Olll�LlIstl» Ut Sprechst. 5— 7, Sonntags 10— 11. a. ck. Lützowstr., Sprecnst. ffjll-S u. VjS-'/jlO U. abcks.. Sonnt. 11-1. Aufklärende � starke Broschüre gratis und post- Spezialarzt Potsdamer Str. 117 frei in verschlossenem Kuvert. tTcujtfcQi Cöeatfcbop'TixbaJvoiJ: